—-— 2—-—. — b 8— 4 — 4 7 1 „ 8 . Uniy. Zib,, Giessen — Anſichten 4 uͤber Merinoszucht und die Verſchiedenheit der Saͤchſiſchen Elektoralſchaafe von der Infantado⸗Race ſo wie deren muthmaßliche urſachen. Magdeburg. Creutz'ſche Buchhandlung. 1826. 1 Gedruckt bey Fr. Faber in Magdeburg. Inhalt. — An die Leſer........ V. Erſte Periode. Zuͤchtung der groben Landſchaafe. I. Kapitel. Zuſtand der Schaafwirthſchaft in dieſen Zeit 1. — II. Kap. Haltung und Futterung... 2. III. Kap. Beſchaffenheit der Wolle.... 4. Zweite Periode. Veredlung und Zuͤchtung der Schaafe. 1. Kap. Einfuͤhrung der Spaniſchen Schaafe in Sachſen 6. .Kap. Schaafveredlung in Preußen— 9. nl. Kap. Die Futterung der Schaafe in dieſer Periode a. im Winter.. 13. b. Ernaͤhrung der Schaafe wäͤhrend der Weidezeit in Sachſen. c. Ernaͤhrung der Schaafe waͤhrend der . Weidezeit im Preußiſchen.. 19. 3 IV. Kap. Prinzipien der Veredlung im Allgemeinen A. Dritte Periode. Die Schaafwirthſchaft der gegenwaͤrtigen Zeit. 2 I. Kap. Ruüͤckblick 4 3...32. II. Kap. a. Haltung der Schaafe im Winter. 30. b. Haltung der Schaafe im Sommer. III. Kap. Race⸗Unterſchied der Merinos.. 41. IV. Kap. V. Kap. VI. Kap. VII. Kap. VIII. Kap. IX, Kap. X. Kap. XI. Kap. XII. Kap. XIII. Kap. XIV. Kap. Seite Beſondere Eigenthuͤmlichkeit der Saͤchſiſchen Graͤſer und Kraͤuter ſo wie des Waſſers 47. Beſtaͤtigung der vorſtehenden Meinungen durch die Erfahrung..... 48. Schlußfolge......„ 54. Nutzanwendung...... 54. Welcher Vortheil iſt bey der Zuͤchtung der Elek⸗ torals gegen die der Infantados?.. 60. In wiefern kann man eine gewiſſe Geſtaltung der Schaafe oder die Beſchaffenheit der Wolle konſtante Race⸗Eigenſchaften nen⸗ nen?.. 8 4... 64. Veredlung der Schaaf⸗ und Wollzucht im All⸗ gemeinen....„73. Elektoral⸗Wolle..... 74. Die Wolle der Infantados. 8..81. Der pechartige Ueberzug und die verſchiedenen Farben des Fettſchweißes der Wolle 90. Einfluß der Futterung auf die Wolle im All⸗ meinen..... 94. I hiee dicht wendg, außgfih tereſant richt, geſa V Ei Gedach niederg der Ge kleinſter fuͤhren thunge geiſ Seite ſichſiſchen taltung eit der nen⸗ m All denen f Au die L. eſer. m All⸗ Ich hielt es,— ſo lange ich Landwirthſchaft betreibe — nicht allein fuͤr nuͤtzlich, ſondern ſogar fuͤr noth⸗ wendig, ungewoͤhnliche Beobachtungen, die Reſultate ausgefuͤhrter neuer Ideen, und was mir ſonſt dabey in⸗ tereſſant ſchien, aufzuzeichnen. Theils zu meiner Nach⸗ richt, theils um mit mir ſelbſt daruͤber zu Rathe zu gehen, und theils auch zu meiner Unterhaltung. Eine bloß gedachte Sache praͤgt ſich nicht dem Gedaͤchtniß ſo tief ein, als wenn ſie verlautbart oder niedergeſchrieben wird; ſie wird dadurch gewiſſermaßen der Gegenſtand eines Selbſtgeſpraͤchs, worin man die kleinſten Nebenumſtaͤnde zu eroͤrtern trachtet; auch fuͤhren dergleichen laute Gedanken auf neue Vermu⸗ thungen und Anſichten, und geben dem Beobachtungs⸗ geiſt eine vielfaͤltigere Richtung. Im Geſpraͤche uͤber unſer Geſchaͤft theilte ich oft Freunden und Bekannten dergleichen Hefte zur Durch⸗ ſicht mit. Am intereſſanteſten fanden ſie meine Anſich⸗ ten uͤber die Merinoszucht, ohne grade in allen Punk⸗ ten meiner Meinung zu ſeyn. Eben deshalb forderten ſie mich aber auf, ſie der Preſſe zu uͤbergeben, um das Urtheil des Publikums und beſonders dasjenige unſerer klaſſiſchen Schaafzuͤchter daruͤber zu hoͤren. Hierzu war aber meine Arbeit gar nicht eingerichtet und meine Zeit zu ſehr von meinen Wirthſchaftsgeſchaͤf⸗ ten in Anſpruch genommen, als daß ich mich mit ei⸗ ner ſorgfaͤltigen Umarbeitung haͤtte befaſſen koͤnnen; denn bey der Fuͤhrung einer ſehr weitlaͤuftigen Wirth— ſchaft bleiben mir hoͤchſtens die langen Winterabende zu ſchriftlichen Arbeiten uͤbrig und dieſe werden mit dem Currenten ausgefuͤllt. Indeſſen entſchloß ich mich doch endlich, einen kurzen Extrakt daraus zu ziehen, den ich irgend einer Redaktion der verſchiedenen oͤkonomiſchen Zeitſchriften zum Einruͤcken uͤberſenden wollte. In der Arbeit be⸗ griffen, bemerkte ich aber noch fruͤh genug, daß, wenn ich nicht auf Koſten der Verſtaͤndlichkeit meine Arbeit abkuͤrzen wollte, doch mehrere Bogen damit angefuͤllt werden muͤßten, deren Inhalt nur in verſchiedenen Heften aufzunehmen ſey. Mir iſt aber nichts ver⸗ haßter, als die Vertroͤſtung: die Fortſetzung oder der Beſchluß folgt, und ſo aͤnderte ich meinen Vor⸗ ſatz dahin ab, daß ich eine fuͤr ſich beſtehende kleine Schrift daraus zu formiren und herauszugeben mich ent⸗ uc ſchloß. ſich⸗ Ich bin weit entfernt, ein Lehrbuch uͤber die unk⸗ Schaaf⸗ und Merinoszucht damit liefern zu wollen. erten Sss iſt bloß die Abſicht, meige Meinung und Anſichten um= uͤber gewiſſe Dinge zu verlautbaren und in Anregung enige zu bringen, weil ſie— ſo viel ich weiß— neu ſind. zren. Ich denke am mehrſten dadurch zu profitiren; denn chet vielleicht werden ſie gewuͤrdigt, vor den Richterſtuͤhlen bhaͤf⸗ unſerer klaſſiſchen Schaafzuͤchter erſcheinen zu duͤrfen, t ei⸗ wo ſie gerichtet, geſichtet und das Unbrauchbare weg⸗ nen; geworfen, meine Begriffe vor allen andern berichtigen irth⸗ werden. bende Es iſt— ich geſtehe es— ſehr dreiſt von mir, mit eine andere Anſicht uͤber gewiſſe Dinge in der Schaaf⸗ zucht haben und predigen zu wollen, wie die Mehrzahl der Schaafzuͤchter hat oder bisher ausſprach. Ich enn gebe aber nicht alles in der kleinen Schrift Geſagte rier fuͤr Orakelſpruͤche aus, und unterwerfe ſie ſehr gern rifen einer gruͤndlichen Kritik. Die Herren Rezenſenten wer⸗ t be⸗ den— wenn ſie uͤberhaupt dieſe unbedeutende und wenn ſehr fluͤchtige Schrift der Beachtung werth halten— rbet alsdann wahrſcheinlich hinlaͤnglich erweiſen, warum ſie efült die eine oder andere Anſicht fuͤr richtig oder falſch er⸗ denen klaͤren muͤſſen, und ſo kann ſie auch lehrreich fuͤr das ber⸗ ganze Schaafzuͤchterpublikum werden. Denn eine gute dder Kritik, die ein heller Kopf mit der erforderlichen Sach⸗ 35 kenntniß liefert, kann fuͤr das Publikum oft nutzlicher leine VIII ſeyn, als der gediegendſte Lehrvortrag, indem ſie ge⸗ wiſſermaßen wie die Beantwortung vorgelegter Fragen zu betrachten iſt. Wenn meine Anſichten uͤber Schaaf⸗ und Woll⸗ zucht den allgemeinen als richtig anerkannten Grund⸗ ſatzen hier und da grade entgegen laufen; ſo iſt es kei⸗ neswegs meine Abſicht, dieſe zu verwerfen und jene zu remplaciren; ſondern ich ſpreche ſie nur aus, um, im Fall etwas brauchbar davon iſt, ſie zur gefaͤlligen Verwendung anzubieten. Einiges von meinen Anſichten beruhet auf mehr⸗ jaͤhriger Beobachtung der Schaafe und ihrer Zuͤchtung in verſchiedenen Lokalitaͤten; einiges ſind nur Vermu⸗ thungen. Es koͤnnen ſich aber ſowohl dort, wie hier, Irr⸗ thuͤmer eingeſchlichen haben; denn der Menſch beur⸗ theilt ſelten eine Sache ganz unbefangen. Hat er erſt eine Vorliebe fuͤr irgend eine Idee gefaßt, ſo leiſtet er ihr, ohne es ſelbſt zu wiſſen, auf Koſten der Unpar⸗ theilichkeit allen moͤglichen Vorſchub und betruͤgt ſich ſo ſelbſt. Dieſe Schwaͤche liegt in der Unvollkommen⸗ heit der menſchlichen Natur und Niemand iſt ganz frey davon, weshalb ich denn auch Mißtrauen gegen mich ſelbſt hege. Bey Vermuthungen kann man ſich noch leichter irren, weil ſie ein Produkt der ſchaffenden Phantaſie ſind, welches ſich in der Wirklichkeit oft ganz anders geſtaltet, wie man erwartet. Die Erfahrung lehrt EEEEE/o—··““,q— IX 9⸗ 7 dieß taͤglich. Man ſollte ſie deshalb eigentlich gar agen nicht verlautbaren. Aber es giebt gewiſſe Dinge, wor⸗ uͤber gar keine, oder doch nicht eigene Erfahrungen zu Vol⸗ erlangen ſind, weil ſie eines Theils außer unſerm Ge— und⸗ ſichtskreiſe liegen, und andern Theils, weil uns die kei. Urſache ihres Vorhandenſeyns oder nicht Vorhanden⸗ jene ſeyns raͤthſelhaft iſt. um, Ein ſolcher Fall iſt die Exiſtenz verſchiedener igen Schaafracen. Sie ſind wirklich vorhanden, das iſt, nicht zu leugnen; aber was iſt die Urſache ihrer Ver⸗ ehr⸗ ſchiedenheit? tung Der Profeſſor Ribbe erzaͤhlt uns neuerdings in rmu⸗ ſeiner Schrift: Das Schaaf und die Wolle, daß alle Schaafarten, deren er eine ganze Menge be— gi⸗ ſchreibt, einerley Abſtammung haben; aber er aͤußert beur⸗ keine Vermuthung, wodurch ſie wohl ſo auffallend ver⸗ erſt ſchieden von einander geworden ſeyn koͤnnen. Auch iſt et er mir nicht bekannt, daß irgend jemand uͤber die Ent⸗ par⸗ ſtehung der verſchiedenen Schaafracen im Allgemeinen ſch ſowohl, als insbeſondere uͤber die Urſache des Unter⸗ men⸗ ſchiedes der Merinos⸗Racen— die den Schaagfzuͤchter ganz eigentlich nur intereſſiren koͤnnen— Belehrung gegeben. gegen— Abgeſehen von den verſchiedenen grobwolligen Schaafracen, bemerke ich nur, daß jeder Schaafzuͤch⸗ cter ter nur eine einzige Merinos⸗Race kultivirt, oder viel⸗ taſe mehr iſt doch nur ſein ſpecieller Wirkungskreis auf ein ders ſehr beſchraͤnktes Terrain angewieſen; die Reſultate thrt ſeiner Beobachtungen muͤſſen daher ſehr einſeitig aus⸗ fallen, und in ſofern liegen manche Erfahrungsſätze außer unſerm Geſichtskreiſe. Sie bleiben raͤthſelhaft, 1n] weil wir nur immer die Oertlichkeit ganz genau beob⸗ anng achten koͤnnen; was uns alſo entfernter liegt und wie⸗ V ir derum von andern naͤher beobachtet werden kann, weil P 6 ſie das Objekt naͤher haben, daruͤber koͤnnen wir uns 1 b t wohl laute Vermuthungen erlauben; denn nur auf 1 dieſe Art koͤnnen die Reſultate der Beobachtungen mit go einander verglichen und intereſſante Schluͤſſe daraus gezogen werden. Ich werde alſo in der vorliegen⸗ den Schrift hauptſaͤchlich meine Vermuthungen uͤber I die Urſache des Unterſchiedes der Merinos⸗Racen aus⸗ 1 ſprechen und mich dabey— ſo weit es thunlich— V dit auf die allgemeinen und meine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen ſtuͤtzen. 4 V die en Meinen Vortrag theile ich in drey Perioden. V tun Die erſte handelt von der erſten Haͤlfte des vorigen b mein Jahrhunderts— wo alſo in Deutſchland noch keine b auch Merinos exiſtirten. Ohne eine gruͤndliche Geſchichts⸗ ſer erzaͤhlung von A bis tz ſyſtematiſch durchfuͤhren zu ein wollen— die Andere ſchon viel beſſer geliefert haben, mi wie ich es im Stande waͤre— hielt ich es doch fuͤr d noͤthig, ſo weit auszuholen, weil im Verfolg der— ge oberflaͤchlichen Repetition manche Thatſachen bemerklich V werden, die meine Anſichten erzeugten und worauf ich V mich beziehen werde. Ueberdem iſt ſelten eine Sache ind ſo unbedeutend, als daß ſie nicht irgend eine intereſ⸗ ſante Seite haben ſollte. ki —y XI 44 Eben ſo werde ich mich nur wenig bey der zwey⸗ heob⸗ ten Periode verweilen und nur in ſofern von der Ver⸗ Tie gangenheit reden, wie es der Zweck der Schrift und well ihr Zuſammenhang durchaus erfordert. Wer aber et⸗ uns was gruͤndlich Geſchichtliches uͤber die Einfuͤhrung der auf feinwolligen Schaafe zu leſen wuͤnſcht, dem empfehle ich Ribbes Werkchen: Das Schaaf und die buns Wolle. egen⸗ Wenn ich in den beyden erſten Perioden meine uber Anſichten uͤber Merinos und Wolle nur andeutete, ſo aus, werde ich in der dritten mich umſtaͤndlicher daruͤber — auslaſſen. igen Im Verfolg meiner Arbeit hatte ich hauptſaͤchlich die Preußiſchen Laͤnder und Sachſen im Auge, in wel⸗ hceen ich nur Gelegenheit hatte, gruͤndliche Beobach⸗ oden. tungen anzuſtellen. Wenn ich von letzterem rede, ſo rigen meine ich es nicht in ſeinen gegenwaͤrtigen Grenzlinien, keine auch nicht in denen, vor dem letzten Friedensſchluß; ichts⸗ ſondern ich verſtehe darunter diejenigen Provinzen, wo n zu eine gewiſſe Eigenthuͤmlichkeit unter den Heerden hei⸗ aben, miſch iſt, die ſich auf der einen Seite ſucceſſive anfin— hfüͤr det und ebenſo auf der andern wieder verliert. Eine ‚ der— gewiſſe Grenze laͤßt ſich alſo gar nicht bezeichnen. etid Dieſe Eigenthuͤmlichkeit der Schaafe und Wolle icch andet ſich wahrſcheinich— in Folge der Oertlichkeit 3— auch in manchen andern Provinzen, ſowohl einzeln tereſ⸗ zerſtreut als in ganzen Landſtrichen beyſammen; man hat hieruͤber aber weniger Kenntniß, als von Sachfen, XII wohnt, was der ganzen Welt bekannt iſt. Wenn ich alſo von Sachſen rede, ſo verſtehe ich darunter dieje— 5 nigen Provinzen oder Landſtriche, wo dieſe Eigenthuͤm⸗ lichkeit beſonders anzutreffen iſt, indem Sachſen gegen⸗ waͤrtig den groͤßten Theil davon beſitzt. Wenn ich an⸗ 8 dere Schriftſteller allegire, ſo ſind es nur duͤnne Buͤ⸗ cher und deshalb habe ich die Seitenzahl nicht angege— 1 hen. Wer Luſt hat darin nachzuleſen, wird die be— 1 treffenden Stellen leicht finden. wovon dem groͤßten Theile dieſe Eigenthuͤmlichkeit bey⸗ V V b Der Verfaſſer. Erſte Periode. Zuͤchtung der groben Landſchaafe. I. Kapitel. Zuſtand der Schaafwirthſchaft in dieſem Zeitraume. Da ſie die erſte Haͤlfte des vorigen Jahrhunderts einnimmt, ſo iſt nicht viel Erbauliches und am wenig⸗ ſten Unbekanntes davon zu ſagen; denn Merinos hatte man damals in Deutſchland noch nicht und das grobwol⸗ lige Vieh intereſſirt heut zu Tage keinen Menſchen mehr. Wir wollen uns alſo auch nicht lange dabey aufhalten und nur bloß zu erfahren ſuchen, wie die Schaafzuͤchter damaliger Zeit ihre Schaafe naͤhrten und wie die Wolle beſchaffen war, welche ſie erzeugten. Die Wolle war in jener Zeit ſehr billig und die Schaͤfereien wurden hauptſaͤchlich nur des Duͤngers wegen gehalten; den Erloͤs dafuͤr ſah man nur als eine Neben⸗ einnahme an. Das Hauptaugenmerk der Landwirthe war aber auf moͤglichſt hoͤchſten Getreidegewinn gerichtet. Es gehoͤrt nicht hierher, zu unterſuchen, inwiefern man da⸗ mit ſeinen Zweck erreichte, ich bemerke alſo nur beilaͤufig, 1 daß— da Hackfruͤchte und Kleebau noch nicht bekannt Fant waren, die Viehfutterung alſo uͤberhaupt nur kaͤrglich dan, 4 ſein konnte— auch darin manches zu wuͤnſchen uͤbrig ge⸗ tinnnte weſen ſein wird. In manchen Gegenden, wo es gaͤnzlich 6: an Wieſen und Rindviehweide fehlte, hatte zwar die t lie Noth— die gewoͤhnlich eine gute Lehrmeiſterin iſt— den 1 Weißkohlbau eingefuͤhrt. Doch hiervon profitirte haupt⸗ gaW ſaͤchlich das Rindvieh; die Schaafe nur in ſofern, daß ſie ah d die abgefallenen Blaͤtter im Herbſte nachlaſen und den ui Mark aus den Struͤnken fraßen. rin Der . 1 end z II. Kapitel. if e Halkung und Futterung der Schaafe. rrlide e das Wo man Wieſen hatte, da waren die Schaafe dieſer er Fr Periode fuͤr den Winter, nebſt der gewoͤhnlichen Stroh⸗ hnde füͤtterung auf einen gewiſſen Antheil des Heugewimmſtes ij wi (Vormath) angewieſen, ſo daß ſie mit den Pferden in m ein feſtgeſetztes Verhaͤltniß theilten. Das Grummet oder üde Nachmath erhielt das Rindvieh. Wo es wenig oder gar dd d keine Wieſen gab, da mußte Erbſen⸗ und Wickenſtreh in fun der Hauptſache das Heu erſetzen und deſſen Stelle vertre⸗ ten. Andere Surrogate fuͤr das Wieſenheu kannte man* noch wenig oder gar nicht; am wenigſten nahm man ei z0 aber in Faͤllen der Noth ſeine Zuflucht zur Koͤrnerfuͤtte⸗ ther m rung; denn eine ſolche Maaßregel haͤtte man wohl gar der Ne fuͤr Suͤnde gehalten; aber wenn manches Stuͤck Vieh d jaͤmmerlich verhungerte, das hielt man nicht dafuͤr! nd in Bey der vielen reinen Braache, die man in jenen ſun in Zeiten hielt, war eine ſehr fruͤhe Winterbeſtellung moͤg⸗ ezur lich; man hatte alſo im Spaͤtherbſte ſehr ſtarke gruͤne ht betant Saat. Dieſe durften die Schaafe bey Blachfroͤſten bewei⸗ ur kirgtch den, und wenn dieſe im Spaͤtherbſt und Winter haͤuffg n ibtig g eintraten, ſo hatten die Schaafe keine Noth. es gaͤnzlch.. dr Gab es aber einen fruͤhen und langwierigen Winter, ſt der die Felder mit Schnee bedeckte, ſo waren ſie uͤbel daran. Der Schaͤfer mußte ſich mit dem ihm uͤberwieſenen An⸗ theil Winterfutter unter allen Umſtaͤnden einrichten. Kam noch dazu, daß die Heuerndte nicht reichlich ausgefallen, ſo war die Noth noch groͤßer. Dergleichen ungewoͤhnliche Ereigniſſe aͤnderten das Schaffuͤtterungſyſtem keineswegs. Der Schaͤfer war bey ſo bewandten Umſtaͤnden ſtillſchwei⸗ gend zu einem Erſparungsſyſtem und in der Hauptſache auf Strohfuͤtterung angewieſen. Die Folgen dieſer Hun⸗ afe. gerleiderey moͤgen wohl manchem Jaͤhrling, manchem Lam⸗ me das Leben gekoſtet haben. Doch dieſer Nachtheil und der geringe Wollertrag moͤgen wohl noch nicht der groͤßte tirte haupe fern, daß ſi en und de chnafe?à Schaden geweſen ſein, ſondern vielmehr der uUmſtand: ſchen G daß waͤhrend der Winterzeit, beſonders bey anhaltendem runewint Regen im Spaͤtherbſte, wo die Nahrung ſchon knapp ge⸗ Pfeden worden und die nur noch wenig vorhandene, der Naͤſſe unmet und des Schmutzes wegen, nicht einmal vom Viehe hat nig ddern koͤnnen genoſſen werden, gar nichts gethan, ſondern nicht ckenſtoi einmal das Liegen auf naſſen kalten Erdboden in den Stelle ven Horden eingeſtellt iſt. Die damaligen groben Schaafe ha⸗ z ben zwar eher Ungemach vertragen, wie die Merinos; nahm u. aber man hoͤrt von alten Leuten, daß ganze Heerden an Körnef der Bleichſucht abgegangen ſind. an wohl Stuͤck V Dieſe Art Schaafzuͤchtung war damals allgemein daflt und in allen deutſchen Laͤndern gleich. Noch jetzt ſieht un in jen man in manchen und beſonders bey Bauerſchaͤfereien klung mi Spuren davon. tatke grun— III. Kapitel. Beſchaffenheit der Wolle. Da man in dieſer, fuͤr die Schaafzucht barbariſchen, Zeitperiode noch keine Merinos kannte, auch davon nichts wiſſen mogte— welches Vorurtheil Friedrich II. von Preußen viel Geld gekoſtet haben ſoll— ſo kann man ſich denken, daß der groͤßte Theil der Deutſchen Wolle derjenigen, die man noch jetzt in Pommern haͤufig hat, gleich geweſen iſt, was man daraus ſchließen kann, daß der Centner fuͤr 12 bis 16 Thaler verkauft worden. Dieß kuͤmmert uns zwar eigentlich nicht. Intereſſanter iſt uns die Nachricht, daß die Saͤchſiſche Wolle ſchon damals pro Centner 35 Thaler gekoſtet. Ich habe dieſe Nachrichten aus einer Schrift von dem Amtsverwalter Fink, dama⸗ ligen Paͤchter des Petersberges. Er berichtet in derſelben, daß Magdeburger, Halberſtädter und Braunſchweiger Wol⸗ le zu dem erſt bemerkten Preis verkauft ſey. Die Schle⸗ ſiſche habe dagegen mit Sachſen gleichen Preis erhalten und er ſich deshalb von Schleſien Zuchtſtaͤhre kommen laſſen. Daß Sachſen ſchon damals mehr wie den doppelten Preis fuͤr ſeine Wolle erhalten, wie die Magdeburger ꝛc., iſt in ſofern merkwuͤrdig, wie dadurch der Beweis gelie⸗ fert wird, daß ſich die dortige Lokalitaͤt ganz beſonders fuͤr die feine Schaafzucht eignet. Denn da noch gar keine Spaniſchen Schaafe eingefuͤhrt waren, ſo iſt doch wohl anzunehmen, daß die Racen nicht von einander verſchieden waren; die Urſache kann alſo bloß in der Lokalitaͤt, oder was daſſelbe iſt,— in dem Futter zu ſuchen ſein. Schleſien hatte zwar nach Fink auch ſchon feine Schagfe, und es iſt zu vermuthen, feiner wie Sachſen; aber es in ande weſt, leß, d auf der fit dat her, d ſchen her vor ſtern Verſo weiß; ze da auch it Scgchſe doh Schle Einfü aber es ſcheint eine andere Race geweſen zu ſein, wie die in andern Laͤndern heimiſche, welches der Umſtand be⸗ weiſt, daß ſich Fink Zuchtſtaͤhre aus Schleſien kommen ließ, die er viel naͤher aus Sachſen haben konnte, da er rürrſſhe auf der Grenze wohnte. Die beſſere Qualitaͤt der Schle⸗ bon nihts ſier datirte ſich vielleicht von den Verſuchen Friedrichs II. II von her, die er ſchon im Jahre 1748 machte, die Spani⸗ ann wan ſchen Schaafe einzufüͤhren; vielleicht auch ſchon noch fruͤ⸗ Wele her von denen der Oeſterreichiſchen Regierung. Dem er⸗ Rufig hi, ſtern ſchlug zwar— den Nachrichten zufolge— ſein Kann, dh Verſuch komplett fehl, auch der letztern, ſo viel man den. dij weiß; aber waͤre es nicht moͤglich, daß doch jemand Nuz— ter iſt uns zen daraus zu ziehen gewußt haͤtte. Vielleicht liegt es mals hio auch in der Lokalitaͤt von Schleſien, welche ebenfalls wie Nachricte Sachſen der feinen Schaafzucht vorzugsweiſe zuſagt. Je⸗ nk, dime doch hat gegenwaͤrtig Sachſen einen hoͤhern Ruf, wie derſett, Schleſien, den erſteres dem Anſcheine nach der fruͤhern eiger Val Einfuͤhrung Spaniſcher Schaafe zu verdanken hat. Die Sile⸗ Ich will zwar den Saͤchſiſchen Schaafzuͤchtern gern z erhalten alle Gerechtigkeit widerfahren laſſen und erkenne das Ver⸗ kommen dienſt, welches dieſes Land um die Verbreitung der Schaafveredlung vor allen andern hat, gewiß an; aber doppelten ich kann mich der Meinung nicht erwehren, daß die Saͤch⸗ burger, ſiſche Schaafzucht ihren ausgezeichneten Ruf nicht allein weis gli⸗ der Vorzuͤglichkeit der Race, ſondern hauptſaͤchlich der, beſondes fuͤr ſeine Wollzucht paſſenden Lokalitaͤt zu danken hat, ) gar kein woruͤber ich mich im Folgenden naͤher ausſprechen werde. doch woſl Hier bemerke ich nur noch, daß es ſehr intereſſant ſein verſchiedn muͤßte, eine Saͤchſiſche Schaafheerde, die ſich aus der lität, ddet Zeit, wovon dieſe Periode handelt, rein erhalten haͤtte, ſin. jetzt zu ſehen. Man wuͤrde ſich gewiß ſehr viel Beleh⸗ chon feine rung, hinſichtlich der beſondern Eigenſchaften ihrer jetzigen Sachſen; Elektoral⸗Wolle daraus entnehmen koͤnnen. Es wird zwar manchem ſonderbar ſcheinen, daß ich bey der Beſichtigung einer Schaafheerde aus der erſten Haͤlfte des vorigen Jahrhunderts etwas zu lernen gedaͤchte; ich vermuthe aber, man wuͤrde den eigentlichen Charakter der jetzigen Elektoralwolle in derſelben wieder finden. Es verſteht ſich, daß er nur in dem Verhaͤltniß vorhanden ſein koͤnnte, wie er bey gewoͤhnlicher Landwolle moͤglich iſt. Ich vermuthe es deshalb, weil bey allen Saͤchſiſchen Wollen, wenn ſie auch in der Veredlung noch nicht ſehr weit vorgeſchritten ſind, eine beſondere Weichheit und Milde vorherrſchend iſt. Ob es in Sachſen noch rein er⸗ haltene Heerden aus der erwaͤhnten Zeit giebt, bezweifle ich. Ich habe zwar bey der Leipziger Wollwaage einmal eine grobe Wolle geſehen, weiß aber nicht mit Gewißheit, ob ſie aus Sachſen war. Der Beſitzer ſchien— der Sprache nach— aus dem Gebirge zu ſein. Damals hatte ich aber noch kein Intereſſe, ſein und ſeiner Wolle Vaterland zu wiſſen und beachtete deshalb beides wenig. Zweite Periode. Veredlung und Zuͤchtung der Schaafe. I. Kapitel. Einfuͤhrung der Spaniſchen Schaafe in Sachſen. Wir beginnen die neue Periode mit dem Zeitpunkte, wo die erſten Spaniſchen Schaafe nach Sachſen kamen. Es war das Jahr 1763. In dieſer Zeit war die Schaaf⸗ 8 züchtun unhilt ſeenann ſe erhie mußten tichten. untheile wird, derung wenn b deruno ſeiin a üisher ar es V hettſche aiff ſ theile, mehrer gſchei bis dat durch die da zurck 1 rung ugen. Abnei Wenn ſchten maßen aich b daß ich zuͤchtungskenntniß noch ſehr mit Nebel und Finſterniß er erſten umhuͤllt und die Schaͤfereien haͤufig in den Haͤnden der gedäichte, ſogenannten Schaafmeiſter, die ſie in Pacht hatten, oder Charnkter ſie erhielten dafuͤr eine gewiſſe Quantitaͤt Futter und den. Es mußten fuͤr die Nutzung eine gewiſſe Summe Geld ent⸗ othandnn richten. Es iſt daher einleuchtend, daß es bey den Vor⸗ mͤglich urtheilen, wovon dieſe Menſchenklaſſe noch jetzt beherrſcht ichſiſhen wird, viel Schwierigkeiten gemacht haben muß, eine Aen⸗ icht ſehr derung in der Schaafwirthſchaft vorzunehmen. Selbſt wenn der Schaafmeiſter das Gelingen einer ſolchen Aen⸗ heit und lnn er derung oder der Wollveredlhung einſah, ſo veranlaßte ihn bezweifl ſein eigenes Intereſſe, ſich dagegen zu opponiren; denn eeinmal bisher hatte er ſeinen guten Vortheil gehabt; uͤberdem evißheit war es ihm auch gemuͤthlicher, wie bisher den Allein⸗ — der herrſcher in dieſem Bereiche ſpielen zu koͤnnen. Er be⸗ Damals griff ſehr leicht, daß ſich das auch aͤndern wuͤrde. er Well Selbſt die Herrſchaften waren damals voller Vorur⸗ wenig. theile gegen alle Neuerungen, und der Umſtand, daß ſchon mehrere Plaͤne, die Spaniſche Schaafzucht einzufuͤhren, — geſcheitert waren, nahm ſie noch mehr dagegen ein. Die bis dahin eingefuͤhrten Spaniſchen Schaafe waren immer durch die Raͤude aufgerieben, und hierauf fußend, wieſen die damaligen Schaafzuͤchter die ſogenannten Neuerungen Maft zuruͤck. Sachſen hat das große Verdienſt, die erſte Einfuͤh⸗ rung der Spaniſchen Schaafe mit Gluͤck zu bewerkſtel⸗ ligen. Bis dahin waren die hauptſaͤchlichſten Hinderniſſe, die Gachſel Abneigung der Schaafzuͤchter gegen die Sache geweſen. Wenn ſie darauf eingingen, ſo geſchah es nur aus Ruͤck⸗ raunkt ſichten. Die angekommenen Spanier aßen alſo gewiſſer⸗ zitwunen, maßen nur das Gnadenbrodt, und das gedeihet nirgends, Can auch bey Schaafen nicht, wodurch uns einleuchtend wird⸗ wenn es uns jetzt raͤthſelhaft ſcheint, wie damals die Er⸗ haltung und Fortpflanzung einer ſo kleinen Poſt Schaafe, die jedem zugetheilt wurde, ſo viel Schwierigkeiten hatte, daß ſich von den erſten Verſuchen in Preußen auch die kleinſte Spur verlohr.* Sachſen hat das erſte Gelingen des Projekts der Maaßregel zu verdanken, daß die angekommenen Spanier ſofort auf Landesherrliche Domainen ſtationirt und für Rechnung oder auf Koſten des Staats unterhalten wur⸗ den, wodurch das groͤßte Hinderniß weggeraͤumt war. Da man in jener Zeit von der Schaafzucht uͤber⸗ haupt nur ſehr beſchraͤnkte Kenntniſſe hatte, ſo konnte der erſte Erfolg nicht glaͤnzend ſein; indeſſen war vorlaͤufig durch das Beſtehen der Unternehmung genug gewonnen. Es wurde dadurch das praktiſche Beiſpiel geliefert, daß Spaniſche Schaafe in Deutſchland nicht allein leben, ſondern auch in der Wolle unveraͤndert bleiben und einen unerhoͤrten Gewinn bringen koͤnnen. Praktiſches Beiſpiel animirte damals viel mehr zur Nachahmung wie theoreti⸗ ſcher Unterricht(gegen welchen letztern man in unſern aufgeklaͤrten Zeiten ſogar noch ſehr mißtrauiſch iſt, was Wunder, wenn es in jenen dunkeln Zeiten der Fall war) und ſo gingen denn die Schaafzuͤchter darauf ein. Die Bahn war nun gebrochen; die Lokalitaͤt war guͤnſtig; die Kunde von den großen Vortheilen bey Spa⸗ niſcher Schaafzucht verbreitete ſich von einem zum andern, und ſo kam die Saͤchſiſche Schaafveredlung allgemein im Gange, ehe man in andern Laͤndern einmal die Moͤglich⸗ keit einſah. Man kann ſich leicht denken, daß die Umgeſtaltung der vordem grobwolligen Schaafe Sachſens, nicht wie durch einen Zauberſchlag oder in wenigen Jahren erreicht wurde; denn wenn noch gegenwaͤrtig, wo die Schaaf⸗ zichtun nneht b ſn Nu einſeher man d richte rur, ggen der La ald S In man di S b bey de V der V den T o. auch V unter WTerod — 9— s die Er⸗ zuͤchtungswiſſenſchgft und die Grundſaͤtze der Veredlung f Schuft mehr berichtigt ſind, dieſes Geſchaͤft bis zu einem gewiſ⸗ ſeiten hath, ſen Punkt nicht ſo bald beendigt iſt; ſo kann man wohl en auch die einſehen, daß es damals viel langwieriger ſein mußte, da man die Schaafe immer noch zu ſchlecht hielt. Man 8 der reichte den Thieren niemals, was ſie bedurften, ſondern n Spanier nur, was man entbehren konnte. Eine beſondere Zugabe und fir gegen fruͤher beſtand etwa in etwas beſſern Trank waͤhrend alten wur⸗ der Lammzeit. Außerdem ſpielte Erbſen⸗ und Wickenſtroh wat. als Surrogat fuͤr das Heu immer noch eine Hauptrolle. duüht uͤber An Zuſchuß im Sommer wurde gar nicht gedacht, und da konnte de man noch immer bis ſpaͤt in den Herbſt hordete, ſo war r voꝛliufg die Sterblichkeit oft ſehr groß. Es konnte deshalb nicht gewonnen. bey dem Ausmerzen die noͤthige Ruͤckſicht auf die Qualitaͤt jefert, d der Wolle genommen werden, ſondern man durfte, um lein leben, den Beſtand vollzaͤhlig zu erhalten, nur fortſchaffen, was und einen ſich Alters halber nicht mehr hielt. Zu Zeiten moͤgen 3 Beiſpiel auch wohl, wegen unzeitiger Sparſamkeit, ganze Heerden etheoreti⸗ untergegangen ſein, wodurch man denn zum Anfang der m unſern Veredlung wieder zuruͤck gefuͤhrt wurde, indem ſchlechteres iſt, was oder vielleicht ganz grobes Vieh angekauft werden mußte. Fall war) Von dieſem Fehler kam man nur ſehr langſam ab und . es iſt darin eine der Urſachen zu ſuchen, warum die Saͤch⸗ aglitaͤt wer ſiſche Wolle in der Qualitaͤt noch ſo verſchieden iſt. bey Eym⸗ in andern,. gemein in II. Kapitel. e Maglit. Schaafveredlung in Preußen. noeſtaltumg nicht wie Ungeachtet die Spaniſche Schaafzucht in Sachſen im en erreicht Allgemeinen gluͤckliche Fortſchritte machte, ſo geſchah in Schagf den Nachbarſtaaten doch nichts Ernſtliches zur Nachah⸗ — 10— V mung. Der Neid dieſer wurde wohl rege, wegen der Mrol ſchoͤnen Einnahmen, welche jenes davon hatte; aber zur Haden Nachahmung wollten ſich die Landwirthe durchaus nicht Eithi verſtehen. Ihre Abneigung, Vorurtheile und Unwiſſenheit delch war ſo groß, daß ſie meinten: wer Spaniſche Schaafe eonme halten wolle, muͤſſe auch Spaniſches Futter haben(ich von S habe dieß hon mot ſelbſt oft gehoͤrt) und da dieß in ntaf ihrem Lande nicht wachſe, ſo wuͤrden alle dieſe Projekte mche wie Seifenblaſen von ſelbſt verfliegen, und fuͤr weiſe hielt d ih ſich der, dem es nicht einfiel, mit ſolchen Thorheiten ſein mS ſchoͤnes Geld zu verthun. Wer koͤnnte ihnen dergleichen Raiſonnements verar⸗ aat, gen! Belehrung, beſonders uͤber Schaafzucht, war damals V nm nicht leicht zu erhalten; denn gruͤndlich⸗ ſchriftliche Anlei⸗ mm tung zur Verbeſſerung derſelben gab es noch nicht; auch b 6 wuͤrde man dagegen ſehr mißtrauiſch geweſen ſein, ineem id ſchon mancher, der von ſchriftlicher Anleitung Notiz ge⸗ 6 nommen, nicht ohne Schaden weggekommen war. Denn de die damaligen oͤkonomiſchen Schriften waren zu unvoll⸗ eirhe ſtaͤndig, als daß ſie verſtaͤndlich geweſen waͤren, und das as p Brauchbare wurde auch von den Landwirthen nicht ver⸗ htte ſtanden, weil ſie zu ungebildet waren. Das Buͤcherleſen AN iſt auch deshalb heutiges Tags noch ein Graͤuel fuͤr die kitd alten praktiſchen Landwirthe. Sie ſehen lieber einen jun- üüris gen Landwirth mit der Tabackspfeife beym Kartenſpiele ven als bey einem Buche. reſ Wenn nun an theoretiſchen Unterricht nicht gedacht in wurde, ſo war jeder auf ſein eigenes Nachdenken reduzirt dend und konnte hoͤchſtens Belehrung von ſeinem Nachbar durch Futt Beiſpiel erhalten. Iöte In den damaligen Preußiſchen Staaten war der idem ſchon erwaͤhnte Amtsverwalter Fink, Domainenpaͤchter Flten des Petersberges, der erſte, welcher die Nuͤtliichkeit der Antti wegen de Veredlung des Schaafviehes einſah und dieſelbe bey ſeinen ae a Heerden in Anwendung brachte. Er gab deshalb den wf Saͤchſiſchen Staͤhren vor den Schleſiſchen den Vorzug, te welche letztere er ſich zu dem Behuf ſchon Huherhuuu bin(c kommen laſſen. Der Umſtand, daß er auf der Grenze 10” von Sachſen wohnte, gab ihm die beſte Gelegenheit, ſich dihn miit erſteren zu verſehen, und ſeiner eigenen Angabe nach, eJrijct machte er ſchon in den 7oger Jahren den Anfang damit. veiſ hil Ob ihn ſeine Regierung unterſtuͤtzt oder wohl gar Natio⸗ xilen ſin nal⸗Spanier zugefuͤhrt hat— was man behaupten wollte — daruͤber habe ich keine ſichere Kunde erhalten. Am te berat⸗ wahrſcheinlichſten iſt, daß er ſich aus Sachſen ange⸗ damals ſtammt und von dort her auch ſeine Zuchtſtaͤhre genom⸗ e Anlir men hat. tz auch Er war es, der, ſo viel ich weiß, die erſte Schrift i, indem uͤber die Veredlung der grobwolligen Schaafe herausgab. Notz ſ Es geſchah im Jahre 1799, und alſo in einer Zeit, wo Denn die oͤkonomiſche Literatur ſchon Eingang bey den Land⸗ unbol« wirthen fand und am erſten eine Schrift von Fink, der und das als praktiſcher Schaafzuͤchter bekannt war. Ueberdem icht der⸗ hatte man Vertrauen zu ihm und die Ueberzeugung, daß ocherleſen er Wahrheit ſprach. Er bewieß nicht allein die Moͤglichh lfüͤt di keit darin, daß man auch in Preußen und dem ganzen inen jun⸗ uͤbrigen Deutſchland Spaniſche Schaafe halten koͤnne, ſon⸗ areenſpile dern legte auch ſeine eignen Rechnungen vor, die den Un⸗ terſchied erwieſen, welchen Vortheil ihm ſeine Schaͤferey ht gedagt im veredelten Zuſtande gegen vor dem, brachte. Es wur⸗ n tedußit den darin nicht minder die Beſorgniſſe, wegen zu großem bar durh Futteraufwande, beſeitigt, die die nicht gruͤndlich unter⸗ richteten Landwirthe bis dahin beſonders gefuͤrchtet hatten, nat der indem er erzaͤhlte, daß die Sachſen ihre Schaafe im ver⸗ zenpüächtet edelten Zuſtande grade eben ſo fuͤtterten, wie fruͤher das chkeit da Landvieh, und bemerkte, daß weiter nichts noͤthig ſey, als das Vieh in einen ſolchem Zuſtande zu erhalten, daß es u uͤber die Schwelle ſpringen koͤnne. V aladigs So einfach dieſe Mittheilung auch iſt, ſo hat ſie V niht in doch gewiß unendlichen Nutzen geſtiftet und mehr zur Ver⸗ b re feſt breitung der Schaafveredlung gewirkt, wie es die gelehrte: da diſ ſten Abhandlungen gethan haben wuͤrden; denn der groͤßte Morarch Theil der Landwirthe wurde dadurch allarmirt und zur lung nuñ Nachahmung disponirt. Der ſchon laͤngſt entſchlafene en 5 Verfaſſer hat ſich dadurch ein nicht hoch genug geſchaͤtztes dü Verdienſt erworben; denn wenn auch die Kataſtrophe der ſergt Schaafveredlung ohne ſein Zuthun nicht ausgeblieben V dhert waͤre, ſo hat er ſie doch dadurch vielleicht um ein Jahr⸗ an die zehend fruͤher herbeygefuͤhrt. Hieraus iſt dem Staate und V b di Ver Staatsbuͤrger ein gar nicht abzuſehender Vortheil erwacha kennie ſen und die Nachwelt iſt ſeinen Manen ein Dankopfer ſchuldig.— Er war auch ein leuchtender Stern fuͤr ſein V Jahrhundert. Er ſchlafe ſanft!!! Wir kehren wieder zu unſerm eigentlichen Thema V. De zuruͤck. Der Reiz fuͤr das ſchoͤne Wollgeld, welches Fink den Landwirthen unter ſo billigen Bedingungen verſprochen, und aus ſeiner Schrift erwieſen, daß man ſich kein Fut⸗ 1 ter aus Spanien zu verſchreiben brauche, um mit den 8 dortigen verwandte Schaafe zu halten; auch nicht noͤthig I walige habe, den Kornboden in außerordentliche Requiſition üun ber deshalb zu ſetzen; ſo ließ man ſich immer mehr und mehr ce Th darauf ein. Man konnte ja faſt ganz bey dem gewohn⸗ V ſund b ten Futterungsſyſtem beharren und brauchte hoͤchſtens et⸗ drn was mehr Oehlkuchen zu verwenden(die wahrſcheinlich licht auch nicht theuer waren). Die Veredlung wurde alſo ligen allgemeiner. Man entſchuldigte ſich zwar noch haͤufig ns nu mit unpaſſender Lokalitaͤt; jedoch das Nuͤtliche erhaͤlt nütden endlich immer die Oberhand, zumal wenn Geld dabey zu d De verdienen iſt. mm in n, daß d ſo hat ſe r zur Ver ee gelehtte der grißte t und ur entſchlafene geſchäbts ſtrophe de usgeblieben ein Jaht⸗ taate und il erwach⸗ Dankopfer n fuͤr ſein en Them ſches Fink erſprochen, kein Fut⸗ wit den iht nͤthig Requiſtiin rund met m gewohrr chſtens ahrſcheinlc wurde oſh nacß hiuſg icy ehäl d dabey g Langwierig war die Verbreitung der Schaafveredlung allerdings in Preußen und bloß aus dem Grunde, daß nicht in mehreren Provinzen eine Finkſche Muſterſchaͤfe⸗ rey epiſtirte, die mit einem praktiſchen Beiſpiel voranging. Da dieſe aber nur allein und auf der einen Grenze der Monarchie vorhanden war, ſo verbreitete ſich die Vered— lung nur in der Art bis zur entgegengeſetzten Grenze, daß ein Nachbar dem andern nachahmte. Fuͤr Sachſen war in dieſer Hinſicht weit beſſer ge⸗ ſorgt. Es waren in der Mitte des Reichs mehrere Lan⸗ desherrliche Stammſchaͤfereyen etablirt, die die Zuchtſtaͤhre an die Unterthanen billig verkauften und von wo aus ſich die Veredlung nach allen Richtungen des NReichs verbreiten konnte. 1 III. Kapitel. Die Futterung der Schaafe in dieſer Periode. a. Im Winter. Bey dem Projekt, die allgemein gebraͤuchlichen grob⸗ wolligen Schaafe durch Staͤhre von Spaniſcher Abkunft zu veredeln, hatte es ſich zuerſt darum gehandelt, ob ſol⸗ che Thiere auch in unſerm kaͤltern Klima leben und ge⸗ ſund bleiben koͤnnten, und ob ſich auch die feine Wolle darin nicht veraͤndern werde? Naͤchſtdem, ob nicht viel⸗ leicht der groͤßere Futteraufwand, welches ſie den dama— ligen Nachrichten zufolge bedurften, und da ſie des Jah— res nur einmal geſchoren, auch weniger Wolle liefern wuͤrden, ihre Einfuͤhrung unvortheilhaft machte, indem das Debet ungeachtet der guten Wollpreiſe hoͤher zu ſte⸗ hen komme, wie das Crédit? Nicht allein die Finkſche Schrift gab hieruͤber ſpaͤa te ter zuverlaͤſſige Auskunft, ſondern man wurde auch durch V Tadel da eigne Erfahrung daruͤber belehrt. Man ſchor zwar eine hat d5 Kleinigkeit an Wolle weniger, erhielt aber fuͤr eine ge⸗ wenn da wiſſe Quantitaͤt, gegen fruͤher das Doppelte und daruͤber V hüeten ſt am Gelde. Der große Futteraufwand, welchen man be⸗ Be ſonders gefuͤrchtet hatte, war unbedeutend und der Vor⸗ V richt ſpa theil alſo unzweifelhaft. ſweimal Die Mutterſchaafe erhielten, nachdem ſie aufgeſtallt di waren, ſo wie die Hammel, mit denen ſie auch wohl nühnlch Anfangs Winters vermiſcht in einem Stalle ſtanden, taͤg⸗ Futterd lich einmal Erbſenſtroh, zweimal Getreideſtroh von Wei⸗ gl en zen oder Rocken, und reines Waſſer zu trinken. Spaͤter V boden wurden beide Sorten ſeparirt, im Fall ſie vermiſcht ge⸗ tnal wer weſen, und die erſtern erhielten täglich einmal Heu, ein⸗ Sheff mal Erbſenſtroh und einmal weißes Getreideſtroh. Dieſe Hre. beſſere Bekoͤſtigung nahm gewoͤhnlich gleich nach Weih⸗„ nachten ihren Anfang; war aber der Heuboden nur ten T ſchwach verſehen, ſo wurde ſtatt des Heues ein guter fanden Trank von Oehlkuchen und feinen Erbſen⸗, Wicken⸗ oder ihre Re Gerſtenſchroot bereitet, gegeben. Kurz vor der Lammzeit bu tr (4 Wochen) erhielten ſie taͤglich zweimal Heu und einen Söhad guten Trank, womit ſo lange fortgefahren wurde, bis funde ſie auf der Weide ernaͤhrt waren. ar Dieſe Fuͤtterung iſt zwar nicht beſonders reichlich zu uͤbtigen nennen; aber das Vieh hielt ſich doch immer fleiſchig, und ſch a man erzog gute Laͤmmer. Es iſt aber zu beruͤckſichtigen,W“ gyftl daß man damals noch nicht ſo viel Schaafe hatte, wie großen in der gegenwaͤrtigen Zeit; ſie fanden alſo mehr auf der Weide und kamen beſſer genaͤhrt im Winter, ſo daß ſie en, zuſetzen konnten; und da man in jener Zeit noch keine b ſtwen andern Ruͤckſichten zu nehmen hatte, als mit den gering⸗ ſm n ſten Koſten die mehreſte Wolle zu produziren, Heu⸗Sur⸗ hat h ———.— ſiüſ bi⸗ rogate aber noch nicht gebraͤuchlich waren, ſo muß der fauch dn Tadel daruͤber verſtummen. Bey der Hammelfuͤtterung iwar in hatte es mit der erwaͤhnten Art ſein Bewenden und nur für iin g⸗ wenn das Erbſenſtroh zu fruͤh dafuͤr vergriffen war, er⸗ und drihe hielten ſie ſtatt deſſen einen Oehlkuchen⸗Trank. en man be⸗ Bey der Fuͤtterung der Jaͤhrlinge durfte man aber d der Ar. nicht ſparen. Sie erhielten ſofort beym Aufſtallen taͤglich zweimal Heu und einmal weißes Stroh. aufgeſtit Die Schaafhaltung und der Futtergewinn waren ge⸗ auch wohl woͤhnlich in ein ſolches Verhaͤltniß geſetzt, daß in dem anden, ti. Futtervorrathe nur bey ungewoͤhnlichem Ruͤckſchlage Man⸗ von We⸗ gel entſtehen konnte. In ſolchem Falle mußte der Korn⸗ Spater boden aushelfen und die Jaͤhrlinge erhielten alsdann ein⸗ wiſcht ge mal weniger Heu, dafuͤr aber pro Hundert einen halben Heu, ein⸗ Scheffel Wickgerſte, oder ſtatt deſſen dreiviertel Scheffel ch. Diſe Hafer. ach Wä⸗ Bey dieſer Fuͤtterung, die im Weſentlichen bey gu— voden nur ten Wirthen von der ehemaligen nicht bedeutend abwich, ein guter fanden nun die Unternehmer der Veredlung vollkommen cken⸗ oder ihre Rechnung. Der immer mehr bekannt gewordene Klee⸗ Lammzeit bau trug auch ſeinen Antheil zur beſſern Fuͤtterung der und einen Schaafe bey und ſo hielten ſie ſich immer in einem Zu⸗ urde, bit ſtande, daß ſie— nach der Bedingung des Herrn Fink — konnten uͤber die Schwelle ſpringen. Das Vieh blieb eichlich zu uͤbrigens geſund und in der Wolle unveraͤndert; fanden ſchig, und ſich aber mitunter kleinliche Jaͤhrlinge, ſo wurden ſie ab⸗ ckſictägen, gepfaͤhlt und ſo lange etwas beſſer gefuͤttert, bis ſie dem aitte, wie großen Haufen gleich waren. jr auf de Unter ſo bewandten Umſtaͤnden konnte es nicht feh⸗ ſo duß ſie len, daß alles Vorurtheil gegen Schaafveredlung ver⸗ noch keine ſchwand und nur noch anzutreffen war bey alten ſogenann⸗ en gering⸗ ten praktiſchen Wirthen, die entweder nicht die Gelegen⸗ Heu⸗Sur⸗ heit hatten, ſich durch Beiſpiel von der Nuͤtzlichkeit der⸗ — 16— 8 ſelben zu uͤberzeugen, oder ihrer vorgeruͤckten Jahre we⸗ erwatz gen keine Neuerungen mehr einfuͤhren wollten. Sie ge⸗ 3 Scha hoͤrten ihrem Jahrhundert an; wer kann ſie tadeln! hedn Die Futtermaterialien, als Heu und Stroh, wurden aach nich haͤufig im Stalle auf den Miſt geworfen, wo ſie vom Wintr Viehe verzehrt oder ausgefreſſen werden konnten. Es ver⸗ iden ſe ſteht ſich aber, daß im Stalle immer trocknes Stroh ge⸗ in, wo nug blieb, daß das Futter keinen uͤblen Geruch vom Miſt I ü annehmen konnte. Das Ueberfluͤſſige, was von jenen zu⸗ iſate ruͤckblieb, wurde aufgeharkt und zur Streue fuͤr anderes d Vieh verwendet. mibd, Raufen(Hillen) waren nur hie und da gebraͤuchlich; Schaf untergeſetzte Kaſten(Krippen) aber noch gar nicht. War Pale b man genoͤthigt Koͤrner zu reichen, ſo geſchah es in kleinen dreieckten, von zwey ſchmalen Brettern zuſammen geſchla⸗., genen Krippen, die auf zwey Kloͤtzen ruheten und gewoͤhn⸗ 6, is: lich vor der Schaafſtallthuͤr aufgeſtellt wurden, wo ſie ſo un ſo lange ſtehen blieben, wie die Koͤrnerfuͤtterung dauerte. tg u der Acker b. Ernaͤhrung der Schaafe waͤhrend der detneiden Weidezeit in Sachſen. ſtünn digket Mit der Sommerweide fuͤr die Schaafe iſt man wohl in keinem Lande beſchraͤnkter, wie groͤßtentheils in Sach⸗ ſen; ſie ſind alſo daſelbſt im Sommer gewoͤhnlich nicht ſd gut genaͤhrt, wie bey der vorerwaͤhnten Winterfuͤtte: rung. Eine Ausnahme hiervon machen nur zwey gewiſe Zeitraͤume, nemlich der: wo die Wieſen duͤrfen behuͤtet werden, und der: waͤhrend der Erndte und kurze Zeit nach derſelben.. Der erſte waͤhrt von Michaelis bis alten Walpurgis (11. May) bis zu welcher Zeit der groͤßte Theil von den Wieſen in Sachſen nach beynah allgemein beſtehender Ob⸗ 4 17— Bunie ſervanz behuͤtet werden darf. Im Herbſt profitiren zwar nden! die Schaafe ſehr wenig davon, indem ungeheuere Kuh⸗ 1), nhnde heerden mit ihnen Gemeinſchaft machen, die, was ſie ne ſe ug auch nicht freſſen, doch beſchmutzen und zertreten. Im 1 Eam Winter ſind ſie den Schaafen gewoͤhnlich unzugaͤnglich, Sih p indem ſie Waſſer oder Schnee bedeckt. Aber von der Zeit. htom Wi an, wo ſie im Fruͤhjahr ausgetrieben werden bis zum 11. Fu May, iſt dieſe Obſervanz— wenn auch auf Koſten der Wieſenbeſitzer— von unvergleichlichem Nutzen. Die Wieſen in Sachſen tragen groͤßtentheils ſehr milde, ſuͤße, naͤhrende Graͤſer, bey deren Genuß die fur anderes vji Schaafe ſehr geſchwind am Fleiſche zunehmen und in der 1 riann Wolle loswachſen, ſo, daß es gewiß nur wenig Beiſpiele 3 giebt, wo bis zum 11. May im groͤßten Theile von en geſchl Sachſen nicht geſchoren iſt. Gewoͤhnlich geſchieht es vom dguiht 6. bis 11. May. Man bewirkte dieß Geſchaͤft deshalb wo ſtſ um ſo lieber vor dem Termin, wo die Wieſen der Hü⸗ auerte tung verſchloffen wurden, um den Staub, der ſich bey der Acker⸗ oder Feldweide der Wolle mittheilen wuͤrde, zu d ber vermeiden. Gewiß ein Umſtand, der ſeinen Theil zur ſchoͤnen Saͤchſiſchen Waͤſche und uͤberhaupt zur Preiswuͤr⸗ digkeit der Wolle beytraͤgt. man wohl Waͤhrend der Wieſenbeweidung wurde die Feld⸗ und in Sa⸗ Angerweide geſchont, was um ſo zweckmaͤßiger ſcheint, da nlich nict nicht allein das Terrain von beiden ſehr beſchraͤnkt, ſon⸗ nturfüte dern auch der Kraͤuter⸗ und Graswuchs auf demſelben nur eh gewiſe kaͤrglich war. en behitt Auf dieſe waren nun die Heerden reduzirt. eZt nich Nach Verlauf von acht Tagen war alles rein ausge⸗ freſſen und nun ging die Hungerleiderey an. Wähurgis War die Witterung feucht und fruchtbar, ſo wuch⸗ ran dun ſen zwar einige wenige Kraͤuter auf der Brache; aber die ender D Schaafe mußten auf dem kleinen Angerrevier bleiben, weil fie auf dem Felde alles zertraten und doch nur wenig fref⸗ ſen konnten; indem die Graͤſer mit Erde und Sand be⸗ ſchlagen waren. Indeſſen iſt dieß noch nicht der ſchlimmſte Fall. Wenn ſie ſich auch nicht ſatt freſſen konnten, ſo gab es doch immer trockene Tage und Stunden, auch hielt ſich die Raſenweide gruͤn und ſie ſuchten ſich den Tag uͤber etwas zuſammen. Viel ſchlimmer war fuͤr ſie eine anhaltende Duͤrre, die in dieſer Jahreszeit gewoͤhnlich iſt. Die allgemeine Hungersnoth nimmt alsdann uͤberhand; denn der Raſen wurde weiß und die Felder ſo hart wie ein Scheunflur, ſo daß kein Grasſpitzchen hervor kam. Um Johannis, wo die Brache umgepfluͤgt war, ſtei⸗ gerte ſich die Noth aufs Hoͤchſte und man begreift nicht, wovon die Schaafe lebten. Sie kratzten zwar die Wur⸗ zeln aus der Erde und nagten die Rinde von den Baͤu⸗ men; aber damit war ihnen wenig geholfen. Wenn man auch die Brache nicht haͤtte pfluͤgen wollen, um den Schaafen dadurch ſo viel wie moͤglich zu helfen, es waͤre dadurch nichts gewonnen; denn der ohnehin ſchon kaͤrgliche Graswuchs hoͤrte dennoch ganz auf, weil der Erdboden hart geworden, die Vegetation außerordentlich beeintraͤch⸗ tigte. Auch war man viel zu guter Ackerwirth, um zu dieſer Maaßregel zu ſchreiten. Der Schaͤfer mußte daher gewaͤrtig ſeyn, daß ſeine Heerde vom Hunger uͤberwaͤltigt, ungeachtet des Hetzens und Wehrens der Hunde, in's erſte beſte Getreidefeld eindrang und durch nichts eher wie⸗ der fort zu bringen war, bis ſie den nagendſten Hunger etwas geſtillt hatte. Gewoͤhnlich tritt kurz nach Johannis die Rapserndte ein; da der Raps aber gewoͤhnlich ſehr dicht ſteht, ſo iſt ſelten viel Gras in den Stoppeln. Dieſe Weide war fuͤr de Sj dem Un her Leu fund, Paat d. weide z dn, ko kiftig de V ſamat iſt ſej atlter und K. Anger⸗ waren. de Ge etholte 3 to me kin S wenn Blich wemn gung! men ſi ſcoie Feicht nengg ſ⸗ die Schaafe als ein großes Gaſtmahl anzuſehen, nur mit d Sand bo dem Unterſchiede, daß nicht— wie bey Gaſtmaͤhlern rei⸗ cher Leute— etwas davon uͤbrig blieb. Was ſich darin mmſte Fal. fand, wurde mit Heißhunger verſchlungen und nach ein ſo gab Paar Tagen war die Noth wieder ſo groß, wie vorher. h hielt ſh Daß ihnen bey ſo bewandten Umſtaͤnden die Einge⸗ n Tag ühr weide zuſammenſchrumpften und daß ſie ſehr mager wur⸗ den, konnte nicht fehlen; daß ſie aber dabey immer noch nde Duͤr, kraͤftig genug blieben, die Triften zu machen; daß ihnen eallgemie die Wolle nicht auf dem Leibe abſtarb; daß ſie nicht der Nuin ſammt und ſonders ein Opfer der Bleichſucht wurden, das Schrunfur, iſt ſehr zu bewundern. Man kann es ſich nur dadurch erklaͤren, wenn man annimmt, daß die wenigen Graͤſer war, ſta⸗ und Kraͤuter, welche ſie in dieſer Hungerzeit auf Feld⸗, eft nich, Anger⸗ oder Raſenweide fanden, außerordentlich naͤhrend de Bu⸗ waren. Dieß iſt um ſo wahrſcheinlicher, da ſie ſich, nachdem den Vir⸗ die Getreide⸗Erndte begonnen, in den Stoppeln ſehr geſchwind Wennun erholten, an Fleiſch dunahmen und ſogar Fett anſetzten. , un m Jedoch mag ich nicht verbuͤrgen, daß in jener Zeit, 1, es u wo man bey dem Grundſatze: im Sommer verhungere oon kärgich kein Schaaf, gar nichts zu ihrer Unterſtuͤtzung gethan, r Erdbha wenn das Uebel gar zu ſehr uͤberhand genommen— die Bleichſucht nicht manches Opfer eingefordert hat. Zumal beeintrit⸗ t, um wenn bey anhaltendem Herbſtregenwetter die Hordenduͤn⸗ nuſte dier gung nicht mit Vorſicht geſchehen; denn dadurch bekom⸗ übemätig men ſie— wenn Hunger im Sommer ihre Naturen ge⸗ unde, in ſchwaͤcht und ſie getrieben hat alles hinterzufreſſen— ſehr 3 ther wi leicht den Reſt. in Hunge c. Ernaͤhrung der Schaafe waͤhrend der peamit Weidezeit im Preußiſchen. tt, ſo i Wenn das erwaͤhnte Schaafhungerſyſtem im Som⸗ evar fi mer in Sachſen ziemlich allgemein war, ſo hatte man ſich 2* — 20— im Preußiſchen Lande(vielleicht mit einzelnen Ausnahmen) weniger zu beklagen. Denn wenn man in Sachſen nur wenig reine Brache gehalten, weil man im Vergleich mit Preußen nur wenig Feld beſaß, ſo trieb man hier bey groͤßerem Raume ſtrenge Dreifelderwirthſchaft, wobey in der Brache nur etwas Erbſen und Wicken geſaͤet wurden. Es blieben alſo große Flaͤchen zur Weide, die, da ſie we⸗ niger beſtellt, auch weniger geackert wurden, mehr Gras⸗ wuchs hatten und in Verbindung mit der vorhandenen Raſenweide,— woran es ſelten ganz fehlte, die aber oft im Ueberfluß vorhanden iſt— dem Schaafvieh immer hinreichende Nahrung darbot. Es war auch wohl Heide zur Weide vorhanden, die bey Regenwetter ſehr gute Dienſte leiſtet und ſo kamen die Schaafe immer mit Baͤu⸗ chen wie Biertonnen des Abends in den Stall oder in die Horden. Dieß war aber auch ſehr noͤthig; denn der Boden enthaͤlt ohnſtreitig mehr Saͤuern, wie in Sachſen und daß Saͤuern enthaltender Boden ſauere Graͤſer produzirt, und daß dergleichen Graͤſer weniger naͤhrend ſind, wie fuͤße, milde Graͤſer, hat die Erfahrung allgemein gelehrt. Haͤtten alſo die Thiere hier nicht mehr Quantitaͤt zu ſich nehmen koͤnnen, wie wir von Sachſen vernommen, ſo wuͤrden die Hirten bald ihrer Dienſte uͤberhoben geweſen ſeyn, indem die Thiere nach und nach vor Mattigkeit liegen geblieben, oder in Folge der Bleichſucht abgegan⸗ gen ſeyn wuͤrden; oder mit einem Worte: es waͤre keine Schaafzucht moͤglich geweſen. Indeſſen bey der reichlichen, wenn auch weniger ſo⸗ liden, Weidenahrung wuchs das hier befindliche Vieh zu ſtarken dickknochigen, viel Umfang einnehmenden Geſtalten auf, indem die mangelnde Qualitaͤt durch die Quantitaͤt erſetzt wurde. D aͤnfach dt ge⸗ kennt wie go maviſ nach eines 2 ſeitden lp it weiſe Arwe „und dehn hab, ſehn de d dern eſc war. reich und mit Hinte in h Ina usnahmen) IV. Kapitel achſen nur rjuh mi Prinzipien der Veredlung im Allgemeinen. n hier bey wobey in. Die Veredlungsprinzipien waren damals noch ſehr tt wurden einfach und von dem ſubtilen Unterſchiede, den man in da ſene der gegenwaͤrtigen Zeit in der Wolle und in den Racen hehr Gras⸗ kennt oder zu kennen glaubt, wußte man damals ſo viel thantenn wie gar nichts. Eben ſo wenig wußte man von der ſyſte⸗ eaber oft matiſchen Charakteriſtik der einzelnen Eigenſchaften, die ieh immer nach unſern klaſſiſchen Schaafzuͤchtern die Vorzuͤglichkeit ohl Heide eines Zuchtthieres bedingt. ehr gute Wenn nicht zu verkennen iſt, daß die Wiſſenſchaft nit Baͤu⸗ ſeitdem uͤber dieſen Gegenſtand unendlich gewonnen hat; Hoderin ſo iſt auch unzweifelhaft, daß die Praxis nur ausnahms⸗ weiſe dadurch profitirt. Sey es deshalb, daß man der er Boden Anwendbarkeit der Theorie im Allgemeinen nicht traut hſen und„ und davon wenig vortheilhaften Einfluß erwartet; oder prodazit, deshalb, daß man ſie nicht genugſam kennt; oder des⸗ nd, wie halb, daß ſie nicht unter allen Umſtaͤnden anwendbar zu gelehrt. ſeyn ſcheint. Kurz, im Allgemeinen beobachtet man noch at za ſch die damaligen Grundſaͤtze. men, ſo Wir wollen aber dieſer Periode nicht vorgreifen, ſon⸗ geweſen dern erſt ſehen, wie man darin bey dem Veredlungs⸗ Nattigkeit Geſchaͤft zu Werke ging. abgegen⸗ Das Hauptaugenmerk der damaligen Schaafzuͤchter zaͤre kane war: hoͤchſte Feinheit, verbunden mit moͤglichſtem Woll⸗ reichthum. Naͤchſtdem: Bewachſenheit der Extremitaͤten und gekuddertem Halſe, und endlich: große ſtarke Statur eniger ſo eT— e Veß u mit regelmaͤßigem Wuchſe, ſo viel wie moͤglich, breites Gſtrlen Hintertheil. Einen Zuchtſtaͤhr, mit dieſen Eigenſchaften Auntit im hohen Grade verſehen, nannte man(noch vor zehn Jahren) ſchoͤn und beſonders waren dergleichen im Preu⸗ ßiſchen und wie man vernimmt, auch in den Oeſterreichi⸗ Lif ſchen Landen ſehr geſchaͤtt. In Sachſen mag man aber ſe wohl ſchon ſeit laͤngerer Zeit davon abgekommen ſeyn. Die Saͤchſiſchen Schaafzuͤchter geben ſich zwar das Anſe⸗ 3 hen, als haͤtten ſie niemals auf die letztern Eigenſchaften, nt als: Bewachſenheit des Geſichts, der Beine und Kudder ſein des Halſes— Ruͤckſicht genommen. Ich will dem auch b nicht gradezu widerſprechen; Fink erzaͤhlt uns aber in ahe der ſchon mehr erwaͤhnten Schrift, daß die damaligen hüti Saͤchſiſchen Schaafe(er hat ſeine Nachrichten zum Theil V Päüdd ſchon im Jahre 1784 niedergeſchrieben) gekuddert und im mm. Geſichte, ſo wie auch an den Beinen bis auf die Klauen, hb bewachſen waren. Und dieſe Nachrichten verdienen um ſo nnig mehr Glauben, da der Verfaſſer eines Theils als ein ſehr ſt i glaubwuͤrdiger Mann bekannt iſt, und andern Theils hatte llih er nie andere, wie Saͤchſiſch⸗Spaniſche Schaafe geſehen Un und wußte wahrſcheinlich von dem Unterſchiede, welchen legt man heut zu Tage zwiſchen Elektoral⸗ und Infantado⸗ kuun Schaafen macht, noch gar nichts. Er ſcheint auch zu den glauben, daß die erwaͤhnten Kudder und Bewachſenheit, b allgemeine Race-Eigenſchaften der Spaniſchen Schaafe Vol ſind. Am allerwenigſten iſt aber zu vermuthen, daß er de nur die, der Angabe nach, in geringer Anzahl von Spa⸗ AH nien nach Sachſen gefuͤhrten Infantados kennen gelernt; b ſond von den aber in groͤßerer Zahl eingefuͤhrten Elektorals Int (wenn je ein Unterſchied geweſen) nichts erfahren haben ben ſolle. Ich ſage, es iſt nicht zu glauben; denn er waerr Sachſen ſo nahe; in ſeiner Art ein wiſſenſchaftlich gebil⸗ ſcr deter Mann; mit Leib und Seele Schaagfzuͤchter und die b Veredlung ſein Steckenpferd. Er ſpekulirte deshalb unaufe hoͤrlich, wie ſie hoͤher zu treiben ſey. Die Sache bleibt alſo ſehr problematiſch. Die Finkſchen Nachrichten fuͤͤe am ren aber doch zu der Vermuthung, daß das gegenwaͤrtige lih Deſtetnii S man aben men ſeyn. t ds Anſe⸗ igenſhaften und Kudder U dem auc ns aber in damaligen zum Theil ert und im die Klauen, en um ſo ein ſehr ils hatte fe geſehen , Walchen dufantdd⸗ t uu in uchſenheit Schaafe a, W er von Spe⸗ en gelernt, Elektorlö hren hiben enn er war ftlich gedi⸗ ter und di halb innſ⸗ zach bliht rizun füh⸗ Vonwwaͤrdi Saͤchſiſche Elektoralſchaaf von den damaligen in der Ge⸗ ſtalt und den Eigenſchaften ſehr verſchieden iſt. Daß die Saͤchſiſchen Schaafzuͤchter auf die Geſtalten, wie ſie ſich jetzt in Sachſen vorfinden, vom erſten Anfang der Spaniſchen Schaafhaltung hingearbeitet haben ſollten, ſcheint mir auch nicht glaublich; uͤberzeugt bin ich wenig⸗ ſtens davon nicht; denn gekudderte, ſtark bewachſene Schaafe, liefern ohnſtreitig mehr Wollgewicht, wie die ſpitkoͤpfigen, duͤnnhaͤlſigen, feingebaueten Thiere, die ge⸗ genwaͤrtig in ganz Sachſen ohne Ausnahme allgemein ſind. Es iſt auch nicht anzunehmen, daß ſie dieſen des⸗ halb den Vorzug gegeben und kultivirt, weil ſie die Mei⸗ nung hatten, jene truͤgen nicht ſo feine Wolle; denn es iſt eine anerkannte Sache, daß beide Racen in der Wolle gleiche Feinheit im Durchmeſſer erlangen koͤnnen und der Unterſchied der Qualitaͤt nur in beſondern Eigenſchaften liegt, die in der Zeitperiode, wovon jetzt die Rede iſt, eaum von den Wollhaͤndlern, um ſo weniger aber von den Schaafzuͤchtern erkannt waren. Da letztere alſo nur bey der Auswahl ihrer Zuchtthiere auf Wollfeinheit und Wollreichthum ſahen, welche erſtere Eigenſchaft ſich mit der Bewachſenheit der Extremitaͤten und den gekudderten Haͤlſen ſehr gut vertraͤgt; die letztere ihnen aber ganz be⸗ ſonders eigen iſt: ſo haͤtten ſie ja ganz gegen ihr eigenes Intereſſe gehandelt, einer Race den Vorzug zu geben, bey der nur die erſtere Eigenſchaft allein anzutreffen war. Ein ſo großer Rechnungsfehler iſt von den Saͤchſi⸗ ſchen Landwirthen gar nicht zu denken, ſondern eher mit ziemlicher Gewißheit zu glauben, daß die gekudderten, ſtark bewachſenen oder ſogenannten Infantado⸗Schaafe— wenn man annimmt, daß ſie zu Finks Zeiten in Sachſen all⸗ gemein oder doch ſehr haͤufig vorhanden waren— unwill⸗ kuͤhrlich, Hinſichts der Zuͤchter von ſelbſt eingegangen ſind. Von der muthmaßlichen Urſach dieſes Ereigniſſs, werde ich in der folgenden Periode Gelegenheit nehmen, ausfuͤhrlicher zu reden; jetzt wollen wir erſt das fernere Verfahren der Veredlungsmethode hoͤren. Der damalige Schaafzuͤchter ſah im Herbſt, wenn die Staͤhre zu den Muͤttern gelaſſen werden ſollten, mit dem Schaͤfer gemeinſchaftlich die Heerden genau durch und ließ alle Thiere, die von den Muͤttern nicht zukom⸗ men, oder von den Hammeln nicht eingewintert werden ſollten, herausſetzen und ein Stutzohr geben. Dieſe wur⸗ den entweder zum Verkauf an die Fleiſcher, oder zum Schlachten fuͤr die Wirthſchaft beſtimmt. Man waͤhlte hierzu nach dem Alter; bey den Muͤttern aber hauptſaͤch⸗ lich mit Beruͤckſichtigung der Wolle. Nur Thiere, die die bedungenen Eigenſchaften(Wollfeinheit mit Wollreichthum verbunden) beſaßen, wurden fuͤr die Begattung beſtimmt. Die Staͤhre, welche man dazu gebrauchen wollte, wurden gewoͤhnlich von in gutem Rufe ſtehenden Schaͤfe— reyen angekauft, und ſogar ſolche Schaͤfereyen beobachteten dieſe Maaßregel, die ſchon Hochedel waren und in andern nichts beſſeres finden konnten, wie ſie ſelbſt zogen; denn man fuͤrchtete von der Begattung in der Blutsverwandt⸗ ſchaft— Verſchlechterung der Wolle. Es mußten des⸗ halb auch alle drey Jahre friſche Staͤhre angeſchafft wer⸗ den und beſonders, damit nicht der Vater mit der Toch⸗ ter Blutſchande treibe. Wenn dieſe Beſorgniß auch ohne Noth war(dieß behauptet man in der neuern Zeit) und der Gebrauch von fremden Staͤhren, wenn ſie nicht beſ⸗ ſer waren, unbezweifelten Nachtheil gehabt hat: ſo will mich doch beduͤnken, als wenn ein nicht laͤngerer Gebrauch von Staͤhren, wie drey Jahre, ſehr zweckmaͤßig ſey. Nicht wegen der muthmaßlichen Blutſchande, ſondern des⸗ halb, weil juͤngere Staͤhre feinere Wolle tragen, wie aͤl⸗ (ete.. Wole well ſie und ſo kinnte dinzig ten, ſin von jehe nur mit nen th d von J einer 2 M nur an nen, ab ſprong odurc meen wil au hne A d da mäannli NParthie dder V V um zu Beſſere merklich was unverken ſin, d dri J kuimſt tere. Man wird zwar einwenden, daß ſich eine groͤbere uuea Wolle nicht vererbt, wenn ſie nur deshalb groͤber iſt, d ferner. 4 weil ſie von einem aͤlteren Individuum produzirt wurde, und ſo umgekehrt mit den juͤngern feinern; aber wer koͤnnte dieß mit Gewißheit behaupten. Beweiſe, die ſich einzig und allein auf komparative Verſuche gruͤnden koͤnn⸗ henu duh ten, ſind daruͤber nicht vorhanden. Sie anzuſtellen war icht zuken von jeher ſehr ſchwierig und wird es bleiben, indem ſie tar weren nur mit hoͤchſt konſtanten Individuen und nicht mit ein- Dieſe wur zelnen Thieren, ſondern ſchon mit einer bedeutenden Par ühe zum thie gemacht werden muͤßten. Ueberdem wuͤrde eine Reihe an wähte von Jahren dazu erforderlich ſeyn, ohne ſich der Gefahr hauxnſä, einer Taͤuſchung auszuſetzen. e, die die Mit hoͤchſt gleichen konſtanten Individuen waͤren ſie reichhun nur anzuſtellen, weil man außerdem einen— zwar ſelte⸗ beſtimm. nen, aber doch ſchon ſtattgefundenen Ruͤckſchlag oder Vor⸗ en woll, ſprung des einen oder andern Theils zu befuͤrchten haͤtte, nShif, wodurch man leicht irre gefuͤhrt werden koͤnnte. Mit vhicketn mehrern Thierern muͤßten die Verſuche gemacht werden, in anden weil auch hoͤchſt gleiche konſtante Thiere nicht immer und en; denn ohne Ausnahme den Aeltern ganz gleiche Kinder erzeugen, verwande⸗ und da man annehmen muß, daß die Haͤlfte der Jungen Ften doe maͤnnlichen Geſchlechts ſind, ſo iſt eine um ſo groͤßere afft we—. Parthie dazu noͤthig, damit ſich der eintretende Ruͤckſchlag er Toch⸗ oder Vorſprung gegenſeitig ausgleicht. ich ohne Eine Reihe von Jahren wuͤrde aber dazu gehoͤren, tt) und um zu einem gewiſſen Reſultate zu kommen, weil das icht beſ⸗ Beſſere oder Schlechtere in der erſten Generation kaum ſo wil merklich, in der zweiten ein klein wenig, in der dritten Hebrauch etwas mehr und in der vierten oder fuͤnften vielleicht erſt flh ſh unverkennbar iſt. Jedem Schaafzuͤchter muß aber bekanne emn des⸗ ſeyn, daß ein ſo eben gebohrnes Zibbenlamm richtige wie al drey Jahre alt werden muß, eh es wieder ein Junges erbſt, wenn ſolten, mi 8 —-——ↄQ—— gebiert und alſo zu jeder neuen Generation drey Jahre, zu vier oder fuͤnf Generationen alſo zwoͤlf bis funfzehn Jahre erforderlich ſind. Wollte man aber die Verſuchszeit abkuͤrzen und ſtatt vierzaͤhnige ſchon Erſtlingsſchaafe zulaſ⸗ ſen, ſo koͤnnte dadurch das Reſultat ſehr unzuverlaͤßig werden, weil ſich vielleicht die Nachzucht, von nichts als noch nicht gehoͤrig ausgebildeten Muͤttern, ſowohl in der Wolle, als in den Staturen, widernatuͤrlich geſtalten moͤgte. Die feinſte Wolle wuͤrde man vielleicht auf dieſe Weiſe erhalten, beſonders von denen, die mit jungen Staͤhren gepaart wuͤrden; es koͤnnten aber auch vielleicht häufige Abſpruͤnge von dem Naturgemaͤßen(Ueberbildung) vorfallen, die bey Unvollkommenheiten der Ausbildung haͤufig zu ſeyn ſcheinen, und deshalb waͤre die Maaßregel nicht anzurathen. In Sachſen iſt es zwar faſt allgemein gebraͤuchlich, daß die Erſtlinge zu den Staͤhren kommen, wovon nur die Schwaͤchlinge ausgeſchloſſen ſind; aber es fraͤgt ſich auch, ob die behauptete Ueberbildung und Ungleichheit des Charakters der dortigen Wolle, welche man da gefun⸗ den haben will, nicht eine Folge dieſes Verfahrens iſt. Denn Erſtlinge ſind noch nicht vollkommen ausgebildet; werden dieſe nun wieder mit Erſtlingsſtaͤhren, die auch noch nicht vollkommen ausgebildet ſind, zuſammen ge⸗ paart: ſo iſt nicht ganz unwahrſcheinlich, daß die naͤchſte Generation von ſchwaͤchlicher Beſchaffenheit iſt, die grade ihrer Schwaͤchlichkeit wegen ungewoͤhnlich feine Wolle traͤgt. Dieſer Feinheit wegen waͤhlt man nun wieder Staͤhre zur Zucht davon aus und ſo entſteht eine wider⸗ natuͤrliche Generation, deren Wolle manche Fehler beywoh⸗ nen, die man mit Recht Ueberbildung nennen kann. Wenn man Vermuthungen aͤußern darf, ſo ſcheinen viele Thiere(vielleicht alle) ſo organiſirt zu ſeyn, daß ſie der M zu fid ſchaflen funden, ſſt abge Neuer Schaaf und da wiiß, ſch, dabey Bluts Ulnleug nuch- und a Zweck tur d Einwi Thjerr nch r 69 den, duhr Wegw Wſſe verſch Finge hätte, demert nch, ſennich — 22— drey Jöhr, der Menſch nach ſeiner Convenienz, wenn er die Wege ſi funſin zu finden derſteht, abrichten, geſtalten und ihre Eigen⸗ rſachez ſchaften modelliren kann. Bey vielen hat er ſie ſchon ge⸗ ſhuf aul funden, z. B. das Pferd, der Ochſe, der Hund u. ſ. w. unzunüß iſt abgerichtet zum Nutzen oder Vergnuͤgen der Menſchen. n nihls 4s6 Neuer iſt ſchon, daß Backwell die Ochſen- und vohl in de Schaafgeſtalten lieferte, wie man ſie haben wollte u. ſ. w., ch giſtlin und daß man aus groben Schaafen feine herſtellte. Wer ht auf dieſ weiß, was jener dabey fuͤr Kunſtgrifſe hatte und es fraͤgt wit jungen ſich, obser nicht auch das verſchiedene Alter der Thiere uch villlitt dabey benutzte. Dieſe ſind bis jetzt nur hauptſaͤchlich durch üerbidun) Blutsvermiſchung mit einer beſondern Race entſtanden. Ausbildung Unleugbar iſt aber, daß das ganze Verfahren bis jetzt Naaßregl noch— wenigſtens im Allgemeinen— ſehr unvollkommen und außerdem noch mancher Weg offen war, um zum äräuchüch Zweck zu gelangen; man kannte ſie nur nicht. wovon nut Es kann und wird Niemand beſtreiten, daß die Na⸗ fräht ti tur dem Menſchen hat Wege offen gelaſſen, die ſeine umlichſ Einwirkung bey der Reproduktion im Pflanzen⸗ und da gefun Thierreiche moͤglich macht. Fruͤher ahnete man vielleicht ahrens i noch nicht, in welchem Grade und auf welche Art dieß zugedidet alles moͤglich iſt. „ die auc Es wuͤrde dem Menſchen unmoͤglich ſeyn, zu ergruͤn⸗ ummen g⸗ den, wie er— ſelbſt nur ein ſchwaches Erdengeſchoͤpf— die näche dabey einwirken koͤnne, wenn die Natur nicht ſelbſt den dee ged Wegweiſer dazu abgaͤbe. Backwell wuͤrde nie zu der ine Wal⸗ Wiſſenſchaft gelangt ſeyn, ein und dieſelbe Race Vieh in nun wier verſchiedenen Geſtalten herzuſtellen, wenn er nicht, den eine vdder Fingerzeig der Natur folgend, den Weg dazu gefunden gler boyuoh haͤtte, indem er die Hinneigung zu verſchiedenen Geſtalten enn. bemerkt und durch zweckmaͤßige Paarung, vielleicht auch ſ ſcheine noch, durch uns unbekannte Maaßregeln, ſeine Abſichten dn, daß erreichte. Warum ſollten wir alſo den Umſtand, daß ein — 2— Staͤhr oder Schaaf in der Jugend feinere Wolle traͤgt, wie im Alter, nicht auch fuͤr einen Fingerzeig der Natur erkennen und fuͤr unſere Zwecke paſſend in Anwendung zu bringen ſuchen. Wir haben es zwar mit einem andern Objekt zu thun, als Backwell; aber dieß ſpricht mehr fuͤr die Sache, als dawider; denn verſchiedene Zwecke er⸗ langt man nur auf verſchiedenen Wegen, denn da die Dis⸗ poſition zur Umgeſtaltung in vielen, wenn nicht in allen Thiernaturen unverkennbar vorhanden iſt, die ſich durch eine auffallende Geneigtheit dazu fortwaͤhrend aͤußert und beweiſt; ſo ſollte man auch vermuthen: die Vorſehung wolle durch die Einrichtung, daß das junge Schaaf fei⸗ nere Wolle trage, als wenn es alt werde, ebenfalls andeu⸗ ten, daß der Menſch, wenn er den Umſtand zu nutzen verſtehe, davon zu ſeinem Vortheile Gebrauch machen koͤnne. Die Natur operirt in ihren Bildungen und Ueber⸗ gaͤngen zwar wohl nach gewiſſen Geſetzen, aber nach den Begriffen des Menſchen immer zweideutig und ſucceſſive. Aber in der Zweideutigkeit liegt eben die Aufgabe fuͤr den Menſchen, wie Vortheile fuͤr ihn daraus zu ziehen ſind. Sie erſcheint in den Geſtalten und Eigenſchaften der Kin⸗ der von ganz gleichen, konſtanten Eltern. Der Unter⸗ ſchied iſt zwar vielleicht kaum merklich, weil die Ueber⸗ gaͤnge nur ſucceſſive geſchehen, und alſo iſt die kleinſte Abweichung, wenn ſie ſelbſt voruͤbergehend iſt, geeignet, zum Vererben zu disponiren, wenn mit Konſequenz dar⸗ auf fortgebauet wird. Es iſt mir alſo nicht ganz un⸗ wahrſcheinlich, daß das Alter der Zuchtthiere auf die Ver⸗ edlung Einfluß hat, der vielleicht von ſo wirkſamer Art iſt, daß dadurch in einer angemeſſenen Zeit, ein ganz eigener Charakter hervor gebracht werden kann. Selbſt die Analogie ſpricht fuͤr dieſe Vermuthung; denn junge Thiere erzeugen, ehe ſie vollkommen ausgebil⸗ b Ven b h d ge frd rwachen auch zarter aen edler ines Thier igen Verh er zu bet Hiern 4 Koſta hurnd erd mittl in icht her durch de Charakter taͤhre Ein In wit dern si ſhlechtſt hni 1 ud da ſtehen ka nitm dadung id Wolle uüg, det find, zartere Nachkommen, die zu zartern Geſtalten der Nu erwachſen(zwar nicht ohne Ausnahme), ſie muͤſſen alſo wwendung; auch zartere Wolle bekommen( verſteht ſich, daß ihre El— inem anden tern edler Abkunft waren), indem die einzelnen Theile ſpriht meie eines Thiers immer zu einander in einem einigermaßen rich⸗ e Zweke tigen Verhaͤltniß bleiben und die Wolle auch als ein ſol⸗ da die di cher zu betrachten iſt. ht in ale Hiernach wuͤrde aber die feinere Wolle wahrſcheinlich e ſich dur auf Koſten der kraͤftigen Geſtaltung und des Wollreich⸗ außett u thums erzielt werden, was, wenn jenes Verfeinerungs⸗ Vorſehun mittel in Uebertreibung ausartete, entſchiedenen Nachtheil Schaaf fü haben koͤnnte. alls andeu⸗ Doch ich vertiefe mich in Reflexionen, die hier gar zu notn nicht her gehoͤren, und um nicht in noch weitlaͤuftige Er⸗ hen könn, oͤrterungen zu gerathen, kehre ich zu meinem eigentlichen und Uehn Thema zuruͤck. ar nach de Wir erfuhren zuletzt, daß alle drey Jahre Staͤhre dſucceſn angekauft wurden; von welcher Beſchaffenheit man ſie be für dn wuͤnſchte, und wie man ſonſt bey der Veredlung verfuhr. iehen ſind Wenn es alſo nicht fehlerhaft war, daß man junge nder Kin Staͤhre den aͤltern vorzog, ſo kann es wohl ſeyn, daß der Unte durch die oͤftere Wechſelung derſelben ein unbeſtaͤndiger die Ub Charakter entſtand, indem man nicht immer ſich gleiche dee klenſtt Staͤhre erhielt. „geeigneh Ein Hauptfehler war aber der Begriff, daß diejeni⸗ aunz da gen mit breitem Hintertheile die zweckmaͤßigſten waͤren; annz ur denn es iſt jetzt bekannt genug, daß am Hintertheile die f die Vo ſchlechteſte Wolle zu finden iſt. Je breiter aber das Hin⸗ kſamer A tertheil erwaͤchſt, deſto mehr Wolle wird davon geſchoren, iiin gan und da dieß nur auf Koſten der uͤbrigen Koͤrpertheile ge⸗ ſchehen kann, indem ein Schaaf deshalb nicht mehr Ge⸗ muthunz wicht an Wolle liefert, ſo wird das ſchlechteſte Sortiment ausg dadurch uͤberwiegend und das Ganze verliert dadurch am Werth. Man ſollte deshalb auf ein ſo ſchmales Hinter⸗ theil hinarbeiten, wie nur irgend moͤglich iſt zu erlangen. Man war damals noch von der alten Lehre befan⸗ gen— die zu ihrer Zeit ihren Nutzen haben konnte— daß man einem breitgehuͤfteten, dickſchenklichten Staͤhr viel Maͤnnlichkeit zutrauete, und ihn deshalb zum Sprung be⸗ ſonders qualifizirt waͤhnte; auch waren ſo geſtaltete Ham⸗ mel den Fleiſchern angenehm, weil ſie ſchwere Braten lie⸗ ferten, was zu ſeiner Zeit allerdings zu beruͤckſichtigen noͤ⸗ thig war, wo die Beſchaffenheit der Wolle als eine ganz gleichguͤltige Sache erſchien. Im Betreff des uͤbrigen Verfahrens— ſo glaube ich, kann man es eigentlich nicht fehlerhaft nennen; denn man erreichte dabey alle die ſubtilen Eigenſchaften, welche unſere Klaſſiſchen Schaafzuͤchter fordern. 1 Wenn die Aufgabe war: moͤglichſte Wollfeinheit auf allen Theilen des Koͤrpers bey hoͤchſtem Wollreichthum hervorzubringen, ſo erlangte man, indem man ſie zu loͤ⸗ ſen trachtete, auch Geſchloſſenheit der Vließe und regel⸗ maͤßigen Stapelbau; denn dieſe Eigenſchaften ſind immer eine gewiſſe Folge von jenen. Wo alſo bey moͤglichſter Wollfeinheit in Verbindung mit Wollreichthum und in Folge deſſen, Geſchloſſenheit der Vließe vorhanden iſt— welchen Bedingungen beyde Geſchlechter entſprechen muͤſſen, wenn ſie zur Begattung kommen duͤrfen— da wird nie, oder doch ſelten, ein Lamm gebohren werden, deſſen Vließ ſich in der Folge ſcheitelt, zwirnt, deſſen Stapel ſich in Straͤnge und Knoͤte bildet, oder was ganz kahlen Kopf und Beine nebſt nacktem Bauche hat u. ſ. w. Es geſchieht zwar doch mitunter, und ſogar in den konſtante⸗ ſten Heerden. Solche Thiere, die als Produkt eines, von dem Schoͤpfer ſehr weiſe angeordneten Naturſpiels angeſehen wetden m ſondes b diſn Ei tentlcher abet ein aach mit Tiiere ge rigſtens ſoben ere Wet ſich eft auß konn ſo nict all oll 2 Ma en Fad n der ſeltn, raͤuſelu en verb uß; d len achtet. bef enig k darmn Haltun tin, — 31— ales Hiter werden muͤſſen, ſind in der Wolle gewoͤhnlich fein; be⸗ erlanga ſonders bey den zuletzt genannten Eigenſchaften. Ein mit dähte befm dieſen Eigenſchaften begabtes Thier hat aber bey außeror⸗ bunte= dentlicher Feinheit oft nur ½ Pfund, gewoͤhnlich nicht Süihr it über ein Pfund Wolle. Im Extrem von dieſen werden Shnng auch mitunter von gleichen Eltern ungewoͤhnlich grobe altete Han. Thiere gebohren. Beyde ſind aber zur Fortzucht— we⸗ Trmten ü nigſtens fuͤr unſere Abſicht— gleich untauglich, und die ſihigen ni. oben erwaͤhnten Bedingungen ſchließen ſie auch davon aus. eine gan; Wer ſich aber verleiten laͤßt, ſolche Thiere wegen ihrer oft außerordentlichen Feinheit zur Nachzucht beyzubehalten, b gluu kann ſolche Eigenſchaften leicht erblich machen, wodurch er nen; den nicht allein am Wollgewicht verliert, ſondern auch ſeiner n, wilche Wolle Tadel verurſacht. Manche andere Fehler, als: Ungleichheit der einzel⸗ unheit auf nen Faͤden, grobe Spitzen u. ſ. w., koͤnnen hauptſachlich rächthn in der Haltung und Futterung geſucht werden, und ſind ſe zu l’ ſelten, vielleicht nie, Race⸗Eigenſchaften. Die regelrechte und tagel. Kraͤuſelung iſt theils mit den oben erwaͤhnten Bedingun⸗ ind inm gen verbunden, theils hat auch die Haltung darauf Ein⸗ woͤglchſt? fluß; uͤberdem iſt aber das Vorhandenſeyn derſelben von und in allen Wolleabrikanten noch gar nicht fuͤr nothwendig er⸗ den it— achtet. en muͤſi Was die Dehnbarkeit und walkfaͤhigen Eigenſchaften wird nie, betrifft, warum ſich die damaligen Schaafzuͤchter eben ſo a, deſen wenig kuͤmmerten, ſo hat es ihrem Produkt deshalb nicht ſen Stapt daran gefehlt. Sie ſind auch ſehr abhaͤngig von der anz kahln Haltung, und deshalb nicht eigentliche Race⸗Eigenſchaf⸗ ſ. w. 6 ten. Ikonfente Wenn ſie Fehler und Mißgriffe bey der Paarung, und beſonders bey der Auswahl der Zuchtſtaͤhre begingen, ton dm ſo geſchah es weniger, weil ihre Anſichten unrichtig wa⸗ angeſtn ten, ſondern weil ſie nicht ſtreng darauf beharrten und — θ⸗——— oft Staͤhre gebrauchten, die zwar an manchen Theilen des Koͤrpers ſehr fein und dichtwollig, an manchen andern aber ſehr harthaͤrig waren, wodurch ſie der Nachzucht be⸗ deutend ſchadeten. Man kann ein ſolches Verfahren, wenn es ſtatt fand, nicht gradezu unachtſam oder unverſtaͤndig nennen; denn damals war die Waare nicht immer fuͤr Geld von der Beſchaffenheit zu haben, wie man ſie wuͤnſchte. Die⸗ ſer Umſtand iſt aber doch die Urſach, warum man bey Schaͤfereyen, die ſchon eine lange Reihe von Jahren ver⸗ edelten, immer noch unegale Wolle und Zuruͤckſchlag an den Keulen findet. Dritte Periode. Die Schaafwirthſchaft der gegenwaͤrtigen Zeit. I. Kapitel. Rückblick. Dieſe Periode ſoll eigentlich in der Hauptſache von der Gegenwart handeln. Um aber den Zuſammenhang des Ganzen nicht zu ſehr zu unterbrechen— welches zwar nicht ganz zu vermeiden iſt, da die Bemerkungen in verſchiedenen Zeiten zur eignen Nachricht, keineswegs aber fuͤr den Druck beſtimmt, niedergeſchrieben und nicht foͤrmlich umgearbeitet, ſondern nur geſammelt und hie und da vielleicht kleine Zuſaͤtze oder Abaͤnderungen gemacht zurden- ttfin Das ochdem unh rich ufgehalt ns erſt 800 bis dſen und lſche S. dö ſchreiten eldbau tbten; reide. in nor tes H. — unur iine Sa dachtet, rng ha iſſen und kan V aber aur V Sch i vich hnſt we mogte. he hurden kelte, ſch ꝛuf onne — 33— hn Than wurden— ſo iſt es noͤthig, einen Blick ruͤckwaͤrts zu nen an werfen. Nachucht be Das fernere Fortſchreiten der Schaafveredlung wurde, nachdem ſie groͤßtentheils allgemein unternommen, wenn un es ſit auch nicht grade ganz gehemmt, doch gewiß bedeutend dig namn, aufgehalten, und zwar durch zwey beſondere Ereigniſſe. rGah uwnc Das erſte: die außerordentlich hohen Getreidepreiſe von cht. Di 1800 bis 1806. Das zweyte: der Krieg mit den Fran⸗ n mmn bey zoſen und die Beſchraͤnkung des Handels durch das poli⸗ Jahren ve⸗ tiſche Syſtem der Franzoſen. echugn Das erſte hatte inſofern uͤbeln Einfluß auf die fort⸗ ſchreitende Schaafveredlung, indem die Landwirthe dem Feldbau alle uͤbrigen Branchen der Wirthſchaft hintenan: ſetzten; denn ſie erhielten Geld im Ueberfluß fuͤr ihr Ge⸗ treide. Die Viehzucht uͤberhaupt betrachteten die mehre⸗ ſten nur als ein nothwendiges Uebel, was zur Erreichung ihres Hauptzwecks:— moͤglichſt hoͤchſte Getreideerzeugung — unumggaͤnglich noͤthig war, und man weiß wohl, daß n Zett eine Sache, die man oberflaͤchlich und nur ſo nebenbey beachtet, niemals rechtes Gedeihen und gluͤcklichen Fort⸗ gang hat. So ſtand es auch mit der Schaafzucht und deſſen Veredlung. Man ſetzte zwar die Veredlung fort und kaufte von Zeit zu Zeit auch Zuchtſtaͤhre; das war aber auch alles, was gethan wurde. Noͤthigenfalls auf die Schaafe etwas Getreide zu verwenden, daran war ſache von Lgar nicht zu denken; dieß konnte man viel zu vortheil⸗ nmeihanz haft verſilbern, als daß man Schaafe damit futtern wahs mogte. Ungern gab man ihnen etwas Kartoffeln oder matkungn Ruͤben,(die fuͤr die Viehfutterung nun ſchon bekannt ne 3 wurden), weil man das Feld nicht damit beſchmieren ch wollte, und meinte, ſie wuͤrden nicht verhungern und n ns ſich auf der Weide ſchon wieder erholen. Und ſo war die da ganze Schaafhaltungsmethode beynahe wieder auf unſere 23 — 34— erſte Periode zuruͤckgefuͤhrt. Sie ſtarben zwar nicht alle aus Hunger; aber die feinſten Thiere(die ſich ohnſtrei⸗ tig ſchwerer futtern, wie die groͤbern) gingen vor die Hunde, und an ſorgfaͤltiges Ausmerzen war nicht zu den⸗ b ken; denn man zog nicht mehr zu, wie durch Zufaͤlle und an Alterſchwaͤche abging. Im Allgemeinen wurde daher die Wolle eher ſchlechter, als beſſer. Indeſſen gab es auch Ausnahmen von der Regel und beſonders ließ man ſich in Sachſen nicht irre machen, wo auch vielleicht die Lokalitaͤt viel dazu beytrug, daß die Veredlung in fortſchreitender Zunahme blieb. Uebrigens hatte die Veredlung und die Kenntniß der⸗ ſelben ſchon zu tief gewurzelt, als daß ſie wieder haͤtte in gaͤnzliche Vergeſſenheit verſinken koͤnnen; auch gab es hin und wieder Maͤnner, die ſie durch ihr Beyſpiel friſch im Andenken erhielten. So wie ſich alles um die Sache dreht, wobey am mehreſten zu gewinnen iſt— wie man gegenwaͤrtig bey der Schaafzucht ſieht— ſo handelte es ſich damals haupt⸗ ſaͤchlich nur darum: auf welche Art, bey welchem Sy⸗ ſteme des Feldbaues iſt der hoͤchſte Koͤrnerertrag zu erzie⸗ 1 len? denn wer damals Getreide genug zum Verkauf hatte, dem fehlte es eben ſo wenig am Gelde, wie jetzt demjenigen, der eine gute, im Rufe ſtehende Schaͤferey beſitzt. Die Bemuͤhungen und das Studium, welche man damals anwendete, um hieruͤber zu einem richtigen Re⸗ ſultate zu gelangen, vervollkommnete allerdings den Feld⸗ bau, wozu die Einleitung der Engliſchen Landwirthſchaft von A. Thaer den Weg eroͤffnete. Wenn nur zu ver⸗ muthen iſt, daß vielleicht ſchon damals der Grund gelegt wurde zu der ſpaͤtern Wohlfeilheit aller landwirthſchaftli⸗ b chen Produkte, ſo iſt unzweifelhaft, daß es geſchah(wenn Viſ och und usgäch emnt, da erhäͤltne er Qua Es ſchafft m unger? De 6 Vie rung, die hac aben. So ewonnen an ab deuten er Dal ittel och et gtiſche in Fal deſſen tinmal nit eine ſchbieri Falle r mancher ſhnn ſadung fommiren dt als e ſ ar nicht ale ſich ohnſte gen vor di nichtza den durh Zufil⸗ ninen wurde mder Ree irre machen ug, daß di enntniß der vieder haͤtte uch gab ds aſpiel fiſch wobey an awaͤrtig ben mals haupt elchem Sy g zu erzie m Verkauj e, wie jib e Schäfn) welche wan ichtigen Re 8 den F ndwitthſchſt nur z ber⸗ run geleg wichſchafth chah(vn auch unwillkuͤhrlich) zur ſpaͤtern ſo ſehr verbefferten und ausgedehnten Schaͤferey. Denn man hatte einſehen ge⸗ lernt, daß die Getreide-Erndten nur immer im richtigen Verhaͤltniß des gegebenen Duͤngers, ſowohl in Ruͤckſicht der Quantitaͤt als Qualitaͤt deſſelben, ausfallen konnten. Es entſtand alſo die Frage: auf welche Art ver⸗ ſchafft man ſich den mehrſten, beſten und wohlfeilſten Duͤnger? Den mehrſten nicht anders, als durch Verſtaͤrkung des Viehſtandes; den beſten nur durch reichliche Futte⸗ rung, und den wohlfeilſten dadurch, daß man trachtet, die hoͤchſt moͤglichſte Baareinnahme vom Viehſtande zu haben. So viel Vieh, welches zur Konſumtion des bisher gewonnenen Heues erforderlich, war vorhanden; wenn man aber, um mehr zu halten und um beſſer zu futtern, bedeutende Zuſchuͤſſe von Getreide geben ſollte, ſo wurde der Duͤnger zu theuer. Man mußte alſo auf andere Mittel denken. Der Kleebau war bekannter geworden, doch er gerieth nicht immer, es ließ ſich alſo keine ſyſte⸗ matiſche Nutzviehhaltung darauf begruͤnden, wenn er auch im Fall des Gerathens außerordentlich unterſtuͤtzte. In⸗ deſſen war der Gedanke, den Viehſtand zu verbeſſern, einmal aufgefaßt und ernſtlich erwogen, und wenn es mit einer Sache ernſtlich gemeint iſt, ſo werden oft die ſchwierigſten Hinderniſſe uͤberwunden. Im fraglichen Falle waren dieſe gar nicht vorhanden. Es gab noch mancherley Auskunftsmittel, als: Anbau von Kohl, Ruͤben, Kartoffeln u. ſ. w., welches zuſammen in Ver⸗ bindung mit Klee und Luzerne wohl zu einem Ganzen zu formiren war. Man kannte alle dieſe Dinge nur entwe⸗ der als Futtermittel noch gar nicht, oder die Art und Weiſe ſie anzubauen, hatte zu koſtſpielig geſchienen. Nach⸗ ⸗ 3* — 36— dem man mit zweckmaͤßigern Kultur⸗Methoden bekannter geworden, war es ein Leichtes, ein Uebermaaß von Fut⸗ ter, und zwar in allen Bodenarten zu gewinnen; denn wo keins der erwaͤhnten Futterkraͤuter fortkam, da wuch⸗ ſen Kartoffeln, die allen und jeden Futtermangel deckten, und nur wenig anzubauen koſteten. Dadurch war die Aufgabe: mehr Vieh wie bisher halten zu koͤnnen, es beſſer zu fuͤttern und durch die beſſere Qualitaͤt und groͤ⸗ ßere Quantitaͤt des Duͤngers mehr Getreide zu gewinnen, groͤßtentheils geloſt. Ungeachtet die Viehhaltung immer noch als Mittel zum Zweck angeſehen wurde, ſo war es auch einleuch⸗ tend geworden, daß beydes recht fuͤglich vereinigt werden konnte, indem man den Nutzen vom Viehe zu erhoͤhen ſtrebte, wodurch man den Duͤnger moͤglichſt wohlfeil be⸗ kam, und durch dieſe erhielt die Nutzviehhaltung im All⸗ gemeinen, beſonders aber die Schaafzucht, neue Schwung⸗ kraft. Einen neuen Stoß bekam ſie nicht allein durch den Krieg mit den Franzoſen 1806, ſondern auch durch das damit in Verbindung ſtehende Verbot des Handels mit England; indeſſen waren die Folgen davon nicht ſo ſchlimm, als man fuͤrchtete. Wenn auch anfangs hin und wieder Vieh zur Verpflegung der Truppen requirirt wurde, ſo hatte dieß keinen bedeutenden Einfluß auf die Schaafzucht. Der Wollhandel, obſchon durch das Ver⸗ bot der Exportation nach England vorlaͤufig gelaͤhmt, kam dadurch in Thaͤtigkeit: daß die große Armee nackt und abgeriſſen, zur Bedeckung ihrer Bloͤßen, Bekleidung be⸗ durfte. Am Gelde fehlte es derſelben nicht, deſſen ſie ſich durch ihre Induſtrie im Requiſitionsweſen hinlaͤnglich zu verſchaffen wußte, wovon leider Jedermann die eigene Erfahrung gemacht hat. So laͤſtig die unaufhoͤrlichen ——.— 5 ſeiegsſtl en eie füte olle ein Die ute; de nclich u en— ü thr, od polen. Bo die mehl produtkt an ſich eln, ſor durch Di dr fian ingen au vcht in in Dat endüch, im Pre Feldbaue 6 wutt gäßte A durch de allgemei reiſe e. Ochaafe Anrthel daun mi den bekanit Kriegsſteuern auch waren, ſo erwuchs doch— da es ſel⸗ agß von zu ten eine ſchlechte Sache giebt, die nicht eine gute Seite unnn, dm haͤtte— fuͤr die Schaafzucht der Vortheil daraus, daß n, wch Wolle ein geſuchter und gut bezahlter Artikel war. Die große Armee gebrauchte aber nur Waare mittler uch wr h Guͤte; der Handel mit England,— wo damals haupt⸗ künnen,z faͤchlich und in Maſſe nur feine Gewebe fabrizirt wur⸗ tit und den— war nicht erlaubt und ſo beſchraͤnkte ſich das Be⸗ gehr, oder war wenigſtens am lebhafteſten in Mittel⸗ angel decten zu gewinna wollen. als Mit Bekanntlich liefern Schaafe, die Mittelwolle tragen, ch einkut die mehreſte Quantitaͤt, was Wunder alſo— da ſich die iigt werden Produktion immer nach dem Begehr richten muß— wenn zu ahöfn man ſich nicht allein nicht bemuͤhete, ſeine Wolle zu ver⸗ wohfäl k edeln, ſondern nur auf hoͤchſte Quantitaͤt hinarbeitete und ung in I dadurch oft Ruͤckſchritte machte. e Schnun Die Konjunktur des Getreidehandels hatte ſich nach der franzoͤſiſchen Invaſion ganz umgeſtaltet. Die Preiſe ndachw fingen an ſehr ſchwankend zu werden, wodurch die Schaaf⸗ j durch zucht in immer ſteigendere Achtung kam, die in demſel⸗ nndes m ben Verhaͤltniß zunahm, wie die Getreidepreiſe ſanken und i vißt endlich, da das Getreide beynahe bis zur Werthloſigkeit nfangs i im Preiſe herunterging, zur Landwirthſchaft mit dem 1 nauii Feldbaue gegen fruͤher im umgekehrten Verhaͤltniß ſtand. I Ar d Es wurde ihr daher— wie fruͤher dem Feldbaue— die 1ß 3 groͤßte Aufmerkſamkeit gewidmet, zumal da ihr Produkt 3 durch den freien Handel mit England, der in Folge des lihm 3 allgemeinen Friedens wieder hergeſtellt war, im guten nact 3 Preiſe blieb. Beſonders erreichte die feine Wolle einen kaidum 3 hohen Preis. Dieß war der Zeitpunkt, wo Sachſens dſn ſe Schaafe goldene Vließe trugen, und wo die Beſitzer den tritgich Vortheil genoſſen, der ihnen fuͤr ihren Fleiß und Aus⸗ näa dauer mit Recht gebuͤhrte. Denn ſie erhielten nicht allein fuͤr ihre Wolle unerhoͤrte Preiſe, ſondern von nahe und fern trafen Kaͤufer ein, die ihnen auch ihr entbehrliches Muttervieh fuͤr ſehr gute Preiſe abkauften. 4) Wer vorher und in der Franzoſenzeit ſaumſelig in der Sel⸗ Veredlung geweſen war, indem die guten Getreidepreiſe zun Vers oder der ziemlich gute Preis der Mittelwolle ihn hinlaͤng⸗ nit Zuch lich befriedigte, der ſah nun ſeinen Fehler ein und er⸗ d ſn kannte die Nothwendigkeit, das Aeußerſte daran ſetzen zu drdes zu muͤſſen, um mit der Verbeſſerung ſeiner Schaͤferey vor⸗ Qaantite waͤrts zu kommen; denn durch den Ertrag von der Wolle dohl d war nur in dem Falle der Ausfall, welcher durch den rim 2 Erloͤs fuͤr das beynahe werthloſe Getreide entſtand, zu ales übr decken, wenn ſie eine gewiſſe Qualitaͤt erreichte. 3 Durch die Verbeſſerung des Feldbaues boten ſich auſ⸗ et Gal ſerordentliche Mittel dar, die Schaͤfereyen ſowohl zu ver⸗ ſe dub ſtaͤrken, als zu verbeſſern, und da die Landwirthe einſe⸗ hellte; hen gelernt, daß durch eine reichliche Futterung ein gluͤck⸗ ürur licher Feldbau abſonderlich bedingt werde; eine gluͤckliche niſch u Viehzucht aber direkt davon abhaͤngig ſey, ſo ſorgte jeder le, Lu nach ſeinem beſten Wiſſen und Kraͤften dafuͤr. Die erſtere: lle 3 wegen der reichlichen Duͤngererzeugung, ohne welche kein J gluͤcklicher Feldbbau denkbar iſt. Die letztere: um ſo viel Sh wie moͤglich Sterben zu verhuͤten und um eine zahlreiche iſſen 6 Laͤmmerzucht zu haben; wo aber dieſe ſtatt findet und ohl hi wenig Abgang durch Sterben iſt: da kann ſcharf ausge⸗ ader m merzt werden und ſowohl die ſchlecht in der Wolle fallen⸗ erſt B den Thiere, wie die uͤbermaͤßig Alten, ſind da fortzu⸗ fin gat ſchaffen, ohne den Normal⸗Beſtand zu ſchwaͤchen. eilhaf — Pchen, ſchägten voden. n nahe ud entbehrlich imſälg u de Getreideniſ ihn hinling ein und u ran ſezen zu häferey vor on der Wele durch de niſtand, zu 3 * een ſich au wohl zu der wirthe einſ⸗ g an gläck re glückäch ſorgte jede Die erſtere welche kii um ſo dil ge zahlreich findet und hatf ausge Wolle faler d da foltz zachen HI. Kapitel. 7 a) Haltung der Schaafe im Winter. Solche Guͤter, die ganz feine oder Elektoral⸗Schaafe zum Verkauf halten, nahmen davon— in Verbindung mit Zuchtſtaͤhren und fuͤr Wolle, Geld genug ein, als daß ſie noͤthig hatten, ſich uͤber die Wohlfeilheit des Ge— treides zu beklagen. Sie verwendeten deshalb auch große Quantitaͤten zur Verfutterung fuͤr dieſelben und ſo iſt wohl anzunehmen, daß in dieſer Zeit fuͤr ſolche Schaͤfe— reien der reichlichen Futterung und zweckmaͤßigen Pflege alles uͤbrige nachſtehen mußte. Ich will zwar nicht behaupten, daß dieß allgemein der Fall war; denn der eine blieb aus Sparſamkeit bey der Futterungsart, die ich in der zweiten Periode mit⸗ theilte; ein anderer gab aus Ruͤckſicht auf die Wolle keine Koͤrner zum Futtern, und ein dritter hielt es fuͤr oͤkono⸗ miſch unrichtig, viel Koͤrner zu futtern, da man mit Klee, Luzerne⸗Heu, auch mit Kartoffeln und Ruͤben den⸗ ſelben Zweck erreichen koͤnne. In Sachſen war das Hauptnahrungsmittel fuͤr die Schaafe Heu, wo dieß nicht ausreichte, traten Koͤrner an deſſen Stelle. Im Preußiſchen Lande wurden zwar auch wohl hin und wieder Koͤrner gegeben; im Allgemeinen aber mehr Kartoffeln, die man entweder roh futterte oder erſt Branntwein davon abtrieb und die Waͤſche den Schaa⸗ fen gab. Welches von beyden die zweckmaͤßigſte und vor⸗ theilhafteſte Futterung iſt, gehoͤrt nicht hierher zu unter⸗ ſuchen, und wird bloß bemerkt, daß bey beyden die beab⸗ ſichtigten Zwecke(zwar der Sache angemeſſen) erreicht wurden. Inwieſern Uebertreibung,(beſonders der Koͤrner⸗ — 40— V Futterung) auf die Qualitaͤt der Wolle nachtheilig ein⸗ V Flee zt wirken kann, werden wir in der Folge hoͤren. futen in Wieſe, Denn die b) Haltung der Schaafe im Sommer. in; der ) Wenn auch im Allgemeinen anzunehmen iſt, daß jeder jenen I Landwirth— bey der Konjunktur fuͤr landwirthſchaftliche ſtoaden iſ 6 Produkte, wie ſie jetzt iſt— fuͤr ſeinen Schaafſtand vor fähl. T 1 allen Dingen ſorgt; ſo iſt auch zu beruͤckſichtigen, daß zur Ernd 3 Lokalitaͤts⸗Verhaͤltniſſe und manche andere Umſtaͤnde, dieß nicht dih 6 mehr oder weniger erſchweren.. ſind ſe Im Preußiſchen, wo es groͤßtentheils eigentlich nie de, w an Schaafweide gemangelt hat, iſt dieſe Aufgabe jetzt, wo denn 1 man bey ſehr bedeutendem Terrain haͤufig Koppelwirth⸗ den, ſchaften angelegt hat, ſehr leicht zu loͤſen. In Sachſen tung un iſt ſie aber ſehr ſchwierig; denn die Weideflaͤchen ſind Widen groͤßtentheils ſehr beſchraͤnkt; die Felder werden faſt alle man beſtellt, deren die Gutsbeſitzer nicht ſehr viel haben„auchh ¹ iſt der Graswuchs darauf nicht uͤppig und an Raſenweide ſi die ſelten viel vorhanden, die auch nur knappen Graswuchs ſuunau hat. Jähx a In den mehreſten Wirthſchaften wird alſo dem, in ann der vorigen Periode erwaͤhnten Hungerſyſtem noch gehul⸗ 8 digt; in manchen andern ſucht man die rechte Mittel⸗ V ſtraße aufzufinden, und in manchen, beſonders wo die V Elektoralſchaafe hauſen, uͤbertreibt man die Ernaͤhrung ſowohl im Sommer, wie im Winter. Das quest. Hungerſyſtem kennen wir hinlaͤnglich, als daß etwas daruͤber zu ſagen waͤre. 9 In Betreff der rechten Mittelſtraße thut man zwar 1 alles Moͤgliche, ſie zu treffen; aber das iſt nicht ſo leicht. den zu Durch gewoͤhnliche Mittel, als durch Anſäen von weißem mt, mmer. ſt, daß jie ithſchaftie aafſtand var htigen, daß Kande, diß hyentlich ni de jet, wo ppelwirth⸗ a Sachſen ſächen ſid en faſt al aben, auch Naſenwee Gruswuche ſo dm, in noch gehul hte Mitel⸗ ers wo de Emährung hinlinglch myy zwar tſ leicht n weißem — 41— Klee zur Weide; Anbau von rothem Klee, zum gruͤn futtern im Stalle und durch Eingeben von privativen Wieſen, erreicht man ſeinen Zweck nicht vollkommen. Denn die weiße Kleeweide wird in der knappen Zeit trok⸗ ken; der rothe Klee geraͤth nicht immer und die eingege⸗ benen Wieſen, halten, wenn die Witterung anhaltend trocken iſt, nicht lange vor, weil alsdann der Nachwuchs fehlt. Die Schaafe koͤnnen ſich daher von Johannis bis zur Erndte, aller zweckmaͤßigen Vorrichtungen ungeachtet, nicht ein einziges Mal vollkommen ſatt freſſen. Indeſſen ſind ſie doch viel beſſer daran, wie in der vorigen Perio⸗ de, wo ſie in Gefahr vor Hunger zu ſterben waren; denn wenn auch der rothe Klee nicht zum maͤhen gewor⸗ den, ſo giebt er doch zum Abweiden mehrere Tage Nah⸗ rung und nach einem erfolgten Regen, wird die ganze Weide wieder friſch und gruͤn. Wenn ſie alſo auch etwas mager wurden, ſo blieben ſie doch geſund und kraͤftig. Uebertreibung findet aber in ſolchen Schaͤfereien ſtatt, die die mangelnde Sommerweide durch reichliche Koͤrner⸗ futterung im Stalle erſetzen. Ihr Vieh iſt gewoͤhnlich Jahr aus Jahr ein in ſehr feiſtem Stande und zu hohen Geſtalten aufgewachſen. Es fragt ſich aber, ob nicht zum Nachtheil fuͤr die Wolle? III. Kapitel. Race⸗Unterſchied der Merinos. Die Verſchiedenheit der Merinos⸗Race iſt den Sin⸗ nen zu auffallend, als daß es irgend jemanden einfallen koͤnnte, ihr Vorhandenſeyn zu beſtreiten. Zwey derſelben habe ich nur Gelegenheit gehabt, genau zu beobachten. Die eine ſcheint gewiſſermaaßen das Extrem von der an⸗ dern zu ſeyn. Unſere klaſſiſchen Schaafzuͤchter nennen die eine Elektoral⸗ oder Eskurial⸗Schaafe, und die andere Infantados oder Negrettis. Jene haben ſchlanke Geſtal⸗ ten, feinen Knochenbau, duͤnne Haͤlſe, ſpitze Koͤpfe und Schnautzen, mit weniger Wollbewachſenheit der Extremi⸗ taͤten, groͤßtentheils weißen, oder vielmehr hellgelben Fett⸗ ſchweiß(die Futterung macht hierin, ſo wie bey mancher andern Eigenſchaft, einen Unterſchied) und unter allen Umſtaͤnden ſehr ſanfte, milde Wolle. Jene ſind von brei⸗ ten, viel Umfang nehmenden Geſtalten, breitem Ruͤcken, ſtarken Knochen, dicken gekodderten Haͤlſen, mitunter fal⸗ tiger Haut, breiten Geſichtern, die bis an die Naſenloͤ⸗ cher, ſo wie die Beine bis auf die Klauen, mit kurzer verworrener Wolle bewachſen ſind. Ihre Wolle hat dun⸗ kelgelben, bey reichlicher Futterung faſt braunen Fettſchweiß und die aͤußere Flaͤche iſt mit einem pechartigen Schmutz uͤberzogen. Wenn beide aus rein Spaniſchem Blute ent⸗ ſproſſen ſind, ſo koͤnnen ſie im Durchmeſſer gleich feine Wolle tragen; jedoch ſteht die von dieſen, der von jenen dadurch in der Qualitaͤt nach, daß ſie etwas barſcher im Angriff iſt. Die erſtern ſind beſonders in Sachſen anzutreffen, die letztern zerſtreut in allen Laͤndern. Der Umſtand, daß Sachſen das Elektoral⸗Schaaf in der groͤßten Vollkommenheit und gewiſſermaaßen aus⸗ ſchließlich— wenigſtens in Maſſe beſitzt, hat haͤufig Anlaß zu Eroͤrterungen uͤber die Urſache gegeben, die da⸗ durch noch auffallender ſind, da man zugleich behauptet: Sachſen habe fruͤher keinesweges muſterhaft in der Schaaf⸗ zuͤchtung verfahren. So viel ich mich erinnere, ſollte Sachſtt, Geundſe Eacktoral dhſichtli ſo ließe doch nie dmit ſ mehrer andere Hierau glauhe E das P volleoc re: ſich be Gachſ Untern andere haden kann ſch! aus aus d Anzg den Thien Spal einfac Aües men beobachin. von der an⸗ wennen die d d ondere anke Geſta Köpfe und der Extrewi⸗ gelben Fetr ey mancher unter allen dvon bei⸗ em Ruͤcken, kunter fal⸗ Naſenlo⸗ nit kurzer hat dun⸗ Fettſchweiß Schmut Blute ent⸗ ſeich feine von jenen arſcher in nzutreffen, a⸗Schaaf aßen guü⸗ hat häͤuſg , die ⸗ behauptet: Sachſen, da es fruͤher die Veredlung gar nicht nach Grundſaͤtzen und uͤberhaupt ſehr fehlerhaft betrieben, die Elektorals dem Zufalle verdanken. Wenn darunter zu verſtehen iſt, daß es zufaͤllig oder abſichtlich die ſchoͤnſten Individuen aus Spanien erhielt, ſo ließe ſich,(wenn es auch ſehr unwahrſcheinlich iſt,) doch nichts Erhebliches dagegen ſagen. Aber man ſcheint damit ſagen zu wollen, als habe Sachſen, oder vielmehr mehrere ſeiner Schaafzuͤchter immer, und einer wie der andere, zufaͤllig die beſten Thiere zur Fortzucht getroffen. Hieran nicht zu weifeln, dazu gehoͤrt ein wahrer Koͤhler⸗ glaube. Eben ſo auffallend iſt, daß jetzt, wo man behauptet: das Verfahren der Sachſen bey ihrer Schaafzucht ſey vollkommener geworden— die Wollhaͤndler dagegen erklaͤ⸗ ren: die Saͤchſiſche Wolle der edelſten Schaͤfereien habe ſich verſchlechtert! Es iſt zwar nicht zu glauben, daß die Sachſen außer dem Verdienſte: durch das erſte gluͤckliche Unternehmen der Einfuͤhrung Spaniſcher Schaafe, auch andere Staaten dazu aufzumuntern— noch ein anderes haben, um die Vorzuͤglichkeit ihrer Wolle; eben ſo wenig kann man glauben, daß die vorzuͤglichen Eigenſchaften ſich von dem Umſtande allein her leiten laſſen, daß die aus Spanien nach Sachſen gekommenen Thiere die beſten aus den edelſten Heerden Spaniens waren. Denn die Anzahl war ſehr klein und es iſt nicht glaublich, daß in den verſchiedenen Heerden nicht ſelten eben ſo ſchoͤne Thiere zuruͤckgeblieben ſeyn; zumal da die edelſten Heerden Spaniens ſich ziemlich alle gleich ſeyn ſollen, und da die einfache Veredlungsweiſe, welche man noch vor einem Jahrzehend in Sachſen und wohl(mit wenigen Ausnah⸗ men) in ganz Deutſchland anwendete, den entſchiedenen — 4— Vorſprung, welchen Sachſen ſchon damals in der Quali⸗ 1 taͤt der Wolle vor den Spaniern erlangt hatte, nicht her⸗ ſiche E beyfuͤhren konnte; ſo muß man eher vermuthen, daß ſih vorf Sachſens Oertlichkeit ſich ganz beſonders fuͤr tz abſta feine Schaafzucht eigne, und die beſondern, harakte ſo ſehr geſchaͤtzten Eigenſchaften außerordent⸗ man vo lich beguͤnſtige. Es iſt dieß um ſo wahrſcheinlicher, Eynniſ da alle Saͤchſiſche Wolle, ſie mag von ganz edlen Schaa⸗ de Der fen, von Meſtizen oder Halbſchlaͤgern gewonnen ſeyn, im⸗ Pris mer eine ungewoͤhnliche Sanftheit und Milde beſitzt, wel⸗ diſe v che Eigenſchaften ſie auch gegen ſolche voraus hat, wo uͤbertrt ſich die Heerden urſpruͤnglich aus Sachſen anſtammten. de 6 Auch beweiſt der Umſtand, daß ſchon vor Einfuͤhrung Attrakii der Spaniſchen Schaafe die Saͤchſiſche Wolle um mehr mi der als hundert Prozent beſſer war, wie die aus andern Laͤn⸗ V Kuft h dern,— fuͤr dieſe Meinung, woruͤber in der erſten Pe⸗ wahr i riode ein Mehreres geſagt iſt. dyß au es iſt u Es iſt daher gar nicht wahrſcheinlich, daß die Menge u Schaͤfereien alle zufaͤllig ein und denſelben Charakter er⸗ b d langt haben ſollten. Wenn man dagegen einwenden wollte, ſdi S daß es doch wohl moͤglich ſeyn koͤnne, da alle Saͤchſiſchen un du Schaafe einerley Abſtammung haͤtten: ſo mache ich be: nict merklich, daß ein großer, wenn nicht der groͤßte Theil allee Synni veredelten und edeln Schaͤfereien ſich fruͤher oder ſpaͤter, ſcufi entweder aus Sachſen angeſtammt, oder doch durch De⸗ b Giti ſcendenz von den zuerſt nach Sachſen gekommenen Spa⸗ und an niſchen Schaafen— wenn auch nicht gerade unmittelbar ner W aus dieſem Lande— durch Staͤhre veredelt haben. Dem⸗ Inſ ohngeachtet findet man aber die erwaͤhnten Eigenſchaften und H. nur ſelten und in der Vollkommenheit vielleicht nie in ds ein, andern Laͤndern, wenn man auch in mancher andern Hin⸗ Auue ſicht vielleicht vollkommnere Wolle antrifft. ſ nh — 45— de Quui- Eben ſo wenig iſt es wahrſcheinlich, daß das Saͤch⸗ nicht her ſiſche Elektoral⸗Schaaf, wie man es beſchreibt und wirk⸗ uhn, diß lich vorfindet, je unter den Eskurial⸗Heerden,— wovon nders füͤr es abſtammen ſoll— in derſelben Geſtalt, mit denſelben ſondern, Harakteriſtiſchen Eigenſchaften, zu finden war. Denn wie erordent man von Fabrikanten hoͤrt, ſo wuͤrde die ſchoͤnſte aͤcht ſcheinlich, Spaniſche Wolle, wenn ſie auch eben ſo vorbereitet, wie len Sjjaw die Deutſche, zum Verkauf gebracht— nicht denſelben ſan, in⸗ Preis erlangen, wie die ſchoͤnſte Saͤchſiſche; ungeachtet eſitt, wel dieſe von jener in mancher Hinſicht, der Qualitaͤt nach, hat, wr uͤbertroffen werde. Jene beſitze nicht in dem hohen Grade fammtn. die Sanftheit und Milde oder das Adhaͤſions- und fürung Attraktions-Vermoͤgen der einzelnen Faͤden, welches ſie im mehr mit der Seide gemein habe, wohingegen dieſe weniger dern Lin⸗ Kraft habe. Man muß alſo vermuthen,— wenn es eſten he wahr iſt, daß ſich die Wolle ſo bedeutend veraͤnderte— daß auch die Thiere andere Geſtalten angenommen; denn es iſt unzweifelhaft, daß das Eine mit dem Andern im⸗ ie Nng mer in einem gewiſſen Verhaͤltniſſe bleiben muß. rakler e⸗ Der ſchon mehr erwaͤhnte Fink beſchreibt uns auch en wollte, die Spaniſch⸗Saͤchſiſchen Schaafe ſeiner Zeit. Sie wa⸗ Sachſiſhen ren damals, wie er ſeine Notizen aufzeichnete, zum Theil he ich be nicht laͤngſt, zum Theil noch gar nicht angekommen aus Theil allr Spanien. Er ſah ſie alſo in ihrer urſpruͤnglichen Be⸗ er ſpat ſchaffenheit. Seine eignen Worte ſind:„Das weibliche uchh De⸗ Geſchlecht iſt nicht gehoͤrnet, die Koͤpfe ſind vor der Stirn nen Shar und am Kinnbacken bis unter die Augen mit kurzer fei⸗ mnwittelbar ner Wolle bewachſen, blos um das Maul und uͤber dem en. Dem⸗ Naſenbeine finden ſich kurze ſtraubigte Haare, die Vorder⸗ genſchftn und Hinterbeine haben keine kurze ſtraubigte Haare, wie iht n in das einheimiſche Saͤchſiſche Vieh, ſondern ſind bis an die töen Hin⸗ Klauen mit Wolle bewachſen. Unter dem Bauche findet ſich mehrere Wolle, als am einheimiſchen Vieh.“ — —— Wenn dieſe Beſchreibung auch zu unvolſſtaͤndig iſt, um daraus auf die eine oder andere Race mit Gewißheit ſchließen zu koͤnnen, ſo geht wenigſtens mit hinreichender Zuverlaͤßigkeit daraus hervor, daß das gegenwaͤrtige Elek⸗ toralſchaaf von dem damaligen merklich verſchieden iſt. Die Wollbewachſenheit der Extremitaͤten laͤßt— als charak⸗ teriſtiſches Zeichen der Infantados— dieſe Race vermu⸗ then und erkennen, ungeachtet keine andere angegeben ſind, die man in jener Zeit uͤberhaupt von dem Elekto⸗ ralcharakter noch nicht zu unterſcheiden wußte. Ueberdem haben alle die in den neueren Zeiten aus Spanien gehol⸗ ten Schaafe— ſo viel man davon erfahren hat— mehr Aehnlichkeit von den Infantados, als von den Elektorals in Sachſen. Dieß alles zuſammen genommen unterſtuͤtzte meine ſchon laͤngſt gehegte Meinung noch mehr, nemlich: daß ſowohl die beſondern Eigenſchaften der Wolle, wie die Abweichung in der Charakteriſtik und der Geſtaltung der verſchiedenen Racen, oder was daſſelbe iſt, daß die Ver⸗ ſchiedenheit der Racen ſelbſt eine Folge der verſchiedenen Nahrungsmittel und des Waſſers ſey. Ich kam alſo auf die Vermuthung, daß das Saͤchſiſche Elektoral⸗Schaaf kein abſichtliches Produkt, ſondern eine, durch die Laͤnge der Zeit und durch die Eigenthuͤmlichkeit der waͤhrend derſelben genoſſenen Futtermittel, von ſelbſt entſtandene Erſcheinung ſey, und nicht in der Vollkommenheit— wenn es eine iſt und irgend anderswo angetroffen werde. Das Vorhandenſeyn verſchiedener Nuͤanzirungen zwi⸗ ſchen den Elektoral- und Infantado⸗Racen kann denfel⸗ ben Grund haben. Jemehr die Nahrungsmittel der einen oder andern zuſagt, je mehr neigt ſie ſich dazu hin, und 1 ———— V d findi weiß, be Beſonde D jeder; Futtern von je! kine T auf W Winter handerm Biſchf dem a Geleger vorglet d ßer un Lander einen a ſert ſo⸗ dern L hafterz 3 dat we ſacht) dont d — 47— lſtindin d ſo findet man oft Schaͤfereien, wovon man ſelbſt nicht recht tGewißha weiß, was man daraus machen ſoll. hinreichenden vaͤrig El⸗ ſchieden ſ.; Is Ga 1 a ap it el, dace verme⸗ Beſondere Eigenthümlichkeit der Sächſiſchen Gräſer und angegeben Kräuter, ſo wie des Waſſers. em Clekto⸗ 1 Ueberdem— nien gh Die Schaafe in Sachſen ſind zwar immer und zu t— mt jeder Zeit auf ein und dieſelbe Art, und mit aͤhnlichen Elcktoras Futtermitteln genaͤhrt, wie es in allen andern Laͤndern von je her uͤblich war(mit Ausſchluß der ſuͤdlichen, wo keine Winterſtallfutterung noͤthig iſt) als: im Sommer ete mäne auf Wieſen, Anger-(Raſen) und Feldweiden und im niic: dij Winter: mit Grasheu, Kleeheu, Erbſen⸗, Wicken⸗ und „nie Annderm Getreideſteh. Den Unterſchied macht aber die nttung de Beſchaffenheit, Quantitaͤt und Qualitaͤt derſelben. Er iſt dee Wer dem aufmerkſamen Beobachter unverkennbar, wenn er iſhidenen Gelegenheit hatte, verſchiedene Lokalitaͤten mit einander zu n qlſ auf vergleichen. Die Graͤſer und Kraͤuter in Sachſen ſind milder, ſuͤ⸗ ßer und ohnſtreitig nahrhafter, wie in manchen andern Laͤndern. Die erſteren haben im getrockneten Zuſtande einen außerordentlich aromatiſchen Geruch. Der Klee aͤu⸗ ßert ſogar eine Verſchiedenheit, gegen den, mancher an⸗ dern Lokalitaͤten. Er ſcheint getrocknet nicht allein nahr⸗ hafter; ſondern im gruͤnen Zuſtande zeichnet er ſich ſchon dadurch beſonders aus, daß er ohne große Vorſicht gefut⸗ tert werden kann und nicht leicht die Blaͤhſucht(Wind⸗ ſucht) erzeugt, was in manchen Gegenden ſehr leicht, dort aber nur bey uͤbermaͤßigem Genuß und ſehr naſſer ral⸗Schaaf die Lange r waͤhtend entſtandene nenheit— ffen welde rungerwi⸗ anr dnfel aer einen hin, und — — — — ——— .— 48— Witterung geſchieht. Hiervon zu ſchließen, koͤnnte man faſt glauben, alle dortige Nahrungsmittel waͤren dem Viehe homogener.— Selbſt das Waſſer iſt ſo weich, oder beſitzt eine be⸗ ſondere Eigenthuͤmlichkeit, welche ſich den Sinnen dadurch am gewiſſeſten darſtellt, daß ſowohl die Woll- wie die Zeugwaͤſche eine ungewoͤhnliche Weiße erhaͤlt, ungeachtet man mit beyden ſehr wenig Umſtaͤnde macht. Bey erſte⸗ rer jagt der Schaafzuͤchter ſeine Heerde vor der Schur heute einigemal durch ein zwar tiefes, aber ſchmales Fluͤß⸗ chen, womit Sachſen in vielfacher Richtung durchfloſſen iſt, und morgen wieder; wodurch er eine Waͤſche erhaͤlt, die ſich mit jeder gewoͤhnlichen Schurwaͤſche meſſen kann. Wohingegen Schaafzuͤchter in manchen andern Laͤndern, ihr Vieh halb todt hetzen und quaͤlen; mit der Hand waſchen, und bey allem Fleiße nicht erlangen, was jene ſpielend erreichen. Die Zeugwaͤſche der aͤrmeren Klaſſe geſchieht gewoͤhnlich ohne Seife und dennoch erlangt fle in ihrer Art eine ungewoͤhnliche Weiße. V. Kapitel. Beſtätigung der vorſtehenden Meinungen durch die Erfahrung. — Wenn ein einſeitiger Beweis auch nicht definitiv fuͤr oder gegen eine Sache entſcheiden kann, ſo unterſtuͤtzt er doch im fraglichen die Behauptung: daß die Beſchaf⸗ fenheit der Nahrungsmittel fuͤr die Schaafe großen Einfluß auf die Beſchaffenheit der Wolle, die Geſtaltung und die Charakteriſtik 1d ieſer nterſach in. A ich ſichiſh eiche di waren. in ihnen ſateen, Klauen r ſic und ſenlächer us den arf, die genz ſche berzug pitzen. griffetw Die odrzirte ſe mit T Ra ſſcher N ſch ich eſer Ze känte. ungeachte man da Heerde 3 die dch die diſee S ſiche Wo känntenn dieſer Thierenhat, und fuͤhrt vielleicht zu ferneren wiren dr Aäerſtchumodn, e wodurch die angeregte Idee berichtigt wird. Alſo: ich ſah zwey ſogenannte Infantado⸗Staͤhre in einer eſibt ane be ü1* Sächſiſchen Schaͤferei, die ſo eben von einer auswaͤrtigen, ol ne welche dieſe Race ausſchließlich kultivirte, angekommen „ungattt waren. Die charakteriſtiſchen Kennzeichen jener Race wa⸗ Sy eſt ren ihnen im hohen Grade eigen, als: ſie waren von de Scu ſtarken, breiten Staturen, dicken Beinen, die bis auf die nils hü Klauen mit kurzer Wolle bewachſen waren. Die Koͤpfe durdſſſe dick und kulpig, mit breiten Stirnen und bis an die Na— iche räl ſenloͤcher mit Wolle bewachſen, ſo, daß die Thiere kaum eſen kann aus den Augen ſehen konnten. Ihre Hoͤrner waren ſehr 1 Linden ſtark, die Haͤlſe dick mit zierlichen Koddern und die Vließe dr Hin ganz ſchwarz von Farbe, die durch einen klebrigen Pech⸗ „un i uͤberzug erzeugt war. In der Wolle ſehr dicht und ohne Spitzen. Uebrigens ziemlich ausgeglichen; jedoch im An⸗ nem Kſſ griff etwas barſch, dabey aber feine Wolle. rlungt ſ Dieſe Thiere, die dabey ſehr gut gefuttert waren, produzirten ſich als recht impoſante Figuren und man ſah ſie mit Vergnuͤgen. Nach zwey Jahren, in welcher Zeit ſie auf Saͤch⸗ ſiſcher Weide und mit Saͤchſiſchem Futter genaͤhrt waren, ſah ich dieſelben Thiere wieder. Sie hatten ſich waͤhrend durch di dieſer Zeit ſo veraͤndert, daß man ſie kaum wieder er— kannte. Der pechartige Ueberzug war ganz verſchwunden, ungeachtet ſie ſehr gut genaͤhrt waren, und kaum bemerkte ririn man daran eine etwas dunklere Farbe, wie die uͤbrige Uin⸗ Heerde hatte. Wenn ſie auch noch etwas weiter geribbt, nterſtih wie die uͤbrigen Saͤchſiſchen Staͤhre erſchienen, ſo waren b Faſ⸗... e doch die tonnenfoͤrmigen Baͤuche fort. Ihre Wolle hatte d de dieſelbe Sanftheit und Milde, wodurch ſich faſt alle Saͤch⸗ i ſiſche Wolle auszeichnet, und war von letzterer kaum zu jſtil zkteriſt 1 — — 50— unterſcheiden. Kurz ſie wieſen ſich nur noch durch die dicknaſigen, breitruͤckigen Geſtalten, burch ndie Kodder und Bewachſenheit der Extremitaͤten, als Infantados aus. Letztere ſchien mir ſogar nicht mehr in ſo hoͤhem Grade vorhanden zu ſeyn. Auch glaubte ich die fruͤhere Dicht⸗ heit der Vließe zu vermiſſen; indeſſen erſchienen dieſe viel⸗ leicht nur deshalb lockerer, weil der klebrige Fettſchweiß nicht darin vorhanden war. 1 um Vergleichungen mit Wolle von ihnen, wie ſie jetzt trugen, mit ſolcher von ihren Blutsverwandten in ihrer Heimath(wohin mich mein Weg fuͤhrte), anſtel⸗ len zu koͤnnen, nahm ich einige Wollmuſter davon. Ohne ein vollkommner Wollkenner zu ſeyn, mußte man den be⸗ deutenden Unterſchied erkennen, der ſich bey der Verglei⸗ chung mit letzterer ergab, und ſelbſt der Schaͤfer dieſer Schaͤferei mußte der aus Sachſen mitgebrachten Probe den Vorzug gegen die ſeinige einraͤumen. Der Unterſchied war ſo groß, daß er weiter keinen Einwand wußte— deren dieſe Art Leute ſonſt eine Menge zu Tage foͤrdern — als daß die Schaafe, wovon ich die Muſter haͤtte, wahrſcheinlich ſehr Wollarm waͤren. Ich ſagte ihm end⸗ lich, daß die Probe von Thieren aus ſeiner Zucht ſey, was ihm zwar ſehr ſchmeichelhaft ſchien, aber dennoch wollte er es nicht glauben. Er aͤußerte zwar auch die Meynung, daß die Beſchaffenheit der Weide großen Ein⸗ fluß auf die Beſchaffenheit der Wolle habe; aber in zwey Jahren koͤnne ſie einen ſo auffallenden Unterſchied nicht erzeugen. Von den Nachkommen der erwaͤhnten beyden Staͤhre, die ſie in Sachſen erzeugt, konnte man mir nicht vorzei⸗ gen, indem ſie gemeinſchaftlich mit noch einigen Saͤchfi⸗ ſchen Staͤhren zu den Muͤttern gekommen waren; mit Gewißheit laͤßt ſich alſo gar nichts daruͤber ſagen. Ueber⸗ dem wal vollkomn die der kunn de war in ahre e ſenheit avon e ſechartig übetha deigte. N Verͤnd Thirren rung g läͤßt ſi auf di neratio tet in ten we ralſcha brauch edler ſe Na duh m rnitn .— 51— dch duchwe dem war die Deſcendenz noch zu j e zu jung und— hhde vollkommen ausgewachſen; die Vdung ce e nicht hoh A Firc Wolle war deshalb noch nicht beſtändi els fi 5 3 daher bloß in Alläememen bemerken: 8 nan den die h dwar an den beyden Generationen, die waͤhrend der z nen diſ i Jahre entſtanden, hin und wieder etwas mehr? zwey ige Fetchut ſenheit der Extremitaͤten wahrnahm; daß ein ꝛehr Bewach⸗ davon etwas ſtinmniger zu ſeyn ſhienen; daß eeſllen nnn, wieſ pechartigen Ueberzug nicht die Probe zu Knd aber vom atsverwandte uͤberhaupt kein merklicher Unterſchied i n war, und dirt) ſt zeigte. in der Wolle ſich oavon. Ohn man den b der Vergle cifer diſ VI. Kapitel. chten Prot er Vnterſch Schluß⸗Folge. nd wußte— G Tage firdern Wenn man alſo beruͤckſichtigt, welche auffallende Muſter hin Veraͤnderung in der Wolle an den vorerwaͤhnten b du ihm ind Thieren durch die Vertauſchung ihrer hentolhen ede a zuht ſ rung gegen die in Sachſen in ſo kurzer Zeit entſta rnäh⸗ laͤßt ſich faſt mit Gewißheit ein weit ſtaͤrkerer ddr ſo auf die Nachzucht erwarten. Es wird nach eini influß nerationen nicht allein jede Spur vom Iyrankado⸗ Es Ge⸗ ter in der Wolle verſchwinden, ſondern auch die onas ten werden den eigenen Charakter des Saͤchſiſchen Seſtn ralſchaafs annehmen(vorausgeſetzt, daß die zu ekto⸗ brauchten Infantados ganz fein, voͤllig ausge dwen 5 edler Abſtammung waren). Ich vermuthe zner daß 8 7 aber dennot var auch de großen Ein aber in zwen teiſched vic enden Süüt⸗ t nicl urzi⸗ di rninn Lachſ le Narhkomrnenſchaft von ſolchen Infantados, wenn ſi vmn; m auch mit Muͤttern ihrer Race gepaart waren, ¹ ſchon fe igen. Uen einigen Generationen ausartet und nach und nach 2n 4* ſiſche Elektoral⸗Wolle, ſo wie Saͤchſiſche Elektoral⸗Schaafe u un präſentirt. Man kann alſo mit ziemlicher Gewißheit be⸗ ddurt haupten: daß die beſondern Eigenſchaften der Saͤchſiſchen argalü Wolle ein Produkt der Eigenthuͤmlichkeit Saͤchſiſchen Fut⸗(rithu ters iſt. Endlich kann man vermuthen, daß jede Schaͤfe⸗ un n rei, wenn ſie bey reiner Inzucht bleibt, ſich nach Be⸗ d er ſchaffenheit der Nahrungsmittel vorzugsweiſe zu ihrem ei⸗ aig in genen Typus hinneigen wird. Je milder und ſuͤßer die doh ud Graͤſer und Kraͤuter, je weicher das Waſſer, je naͤher urlhrr wird ſie dem Elektoral-Charakter kommen und je hoͤher wird derſelbe zu treiben ſeyn. Je ſauerer, herber, harzi⸗ b 3 ger die Graͤſer, je haͤrter das Waſſer, je mehr wird die niht Wolle der von den Infantados gleichen. di u Dieſes Hinneigen zu einem gewiſſen Charakter ſcheint G m der Fingerzeig der Natur fuͤr den Schaafzuͤchter zu ſeyn, de 6e auf dem kuͤrzeſten Wege ſein Ziel zu erreichen, ſowohl renn fuͤr denjenigen, der Meſtizen beſitzt, als fuͤr den, der ſich 9 8 einen kleinen edlen Stamm ankauft und darauf fortbauet. h Alle Schaaf⸗Racen, wenn ſie auch von ganz edler und die konſtanter Abkunft ſind, behalten nicht ihren eigenthuͤm⸗ fü lichen Charakter, wenn ſie in eine andere Lokalitaͤt ver⸗ 1 ſetzt werden. In dem, wozu ſie ſich am mehreſten hin⸗ ferin zuneigen ſcheinen, wird in der kuͤrzeſten Zeit, etwas Voll⸗ kommenes ſeiner Art, etwas Konſtantes zu erlangen ſeyn. ſe me Es iſt demnach fuͤr jeden Schaafzuͤchter hoͤchſt noͤthig— fu er kultivirt eine Meſtizenheerde oder eine neu angekaufte th ſ edle Stammheerde,— auf dieſes Hinneigen aufmerkſam mn gn zu achten, um nicht einen Mißgriff zu thun, was des⸗ 3 halb ſehr leicht iſt, da ſogar die konſtanteſten Heerden, fähra wenn ſie in eine andere Lokalitaͤt verſetzt werden, außer 8— dem erwaͤhnten Hinneigen zu verſchiedenen Charaktern, in fangt der Nachzucht einzelne Abſpruͤnge machen, die mit dem 36 Hinneigen zu dem Charakter, welcher am vortheilhafteſten eei dhterar⸗Eae he Gen zu verfolgen iſt, nicht verwechſelt werden duͤrfen, weil nn eiffſch dadurch die Erreichung des Zwecks: baldige konſtante itſſta gr Ausgeglichenheit unterbrochen wird. Wenn auch die df in eiß Erreichung desjenigen Charakters, welchem die Lokalitaͤt , ſicj nuid am meiſten zuſagt, dadurch nicht verfehlt wird, indem das erwaͤhnte Hinneigen ſich immer wieder aufs Neue iſe zu ihrn 48 4 zeigt und endlich erkannt werden muß; ſo kann ſie ſich dſte, ſ t doch dadurch verſpäten, und durch Zeitverluſt kann oft viel 1 und j ſit verlohren werden. jhetber, hat⸗ 8 nnhr wid d SIn Sachſen z. B. dachte man vor 30 Jahren noch nicht daran, auf einen eignen Wollcharakter hinzuarbeiten. atniter ſchein Die zuerſt eingefuͤhrten Schaafe aus Spanien waren, von ganz andern Eigenſchaften, ſowohl in der Wolle, wie in den Geſtalten, als ihre Deſcendenz, die die Gegenwart erzeugt. Es iſt gar nicht zu glauben, daß man ihren cter zu ſeyn, achen, ſowoh enn jetzigen Charakter ſchon damals kultivirte, weil das Be⸗ 8 uue gehr damals noch nicht ſo hoch geſpannt, die Wollkennt⸗ niß noch nicht ſo berichtigt und der Schaafzuͤchter mit ſei⸗ nem Geſchaͤft noch weniger vertraut war, wie gegenwaͤr⸗ tig. Man muß ſogar vermuthen, daß dieſen jetzt ſo ſehr miͤjn di beliebten Eigenſchaften damals entgegengearbeitet iſt, weil hea Ni ſie noch nicht bezahlt wurden, und eine gewiſſe Lockerheit rinmen ſen— folglich Einbuße am Wollgewicht— davon unzertrenn⸗ ſt uütht- lich iſt. Demohngeachtet iſt jener beliebte Wollcharakter d nxiuſt in ganz Sachſen allgemein und ſelbſt in ſolchen Schaͤfe⸗ aufntiin reien, die noch vor zehn Jahren Infantado⸗Staͤhre ein⸗ mn eigenthim⸗ Walitit ver un, was de fuͤhrten, um der uͤberhand nehmenden Lockerheit zu be⸗ iſte Hann, gegnen; er hat ſich alſo gewiſſermaßen von ſelbſt aufge⸗ vaden, ae draͤngt. Hätte man ihn ſchon bey der Einfuͤhrung Spa⸗ öhrnuim m niſcher Schaafe bis auf die Gegenwart vorzugsweiſe und d nüden ohne Unterbrechung kultivirt, ſo fragt ſich: welche Hoͤhe rülheftſtn die Saͤchſiſche Schafzucht jetzt ſchon erlangt?— wenn ſie — ——— — ——ü— — 4 —* —— — 34— ſonſt der vielleicht zunehmenden Lockerheit wegen nicht hoͤ⸗ her zu treiben iſt? Ich gebe gern zu, daß der eine oder andere Charak⸗ ter— wenn er auch der Lokalitaͤt nicht zuſagt— auf laͤngere oder kuͤrzere Zeit kann feſt gehalten werden, wie z. B. bey einer Lokalitaͤt, die der Infantado-Race zu⸗ ſagt, wenn man hier Elektoral⸗Schaafe zuͤchten will. Durch eine aufmerkſame Auswahl der Zuchtthiere wird man hier zwar auf kurze Zeit ſeinen Zweck erreichen; aber ein immerwaͤhrendes Widerſtreben, ein gewiſſer Kampf mit der Natuͤrlichkeit, wird unverkennbar ſeyn. Es wer⸗ den von Jahr zu Jahr mehr ſich dem Infantado⸗Charakter hinneigende Individuen fallen und endlich die Allgemein⸗ heit deſſelben nicht mehr zu vermeiden ſeyn. Wenn man auch reine Elektoral⸗Vaͤter und Muͤtter zuſammen paart; ſie werden dennoch— wenn ſie nicht etwa immer aufs Neue von außen herangezogen werden— zum groͤßten Theil Infantado⸗Laͤmmer zeugen. Laͤnger iſt zwar ein gewuͤnſchter Charakter feſtzuhal⸗ ten, wenn er auch der Lokalitaͤt heterogen iſt, durch Her⸗ beyſchaffung fremder Zuchtſtaͤhre; anzurathen iſt dieſe Maaßregel noch weniger; denn zu einem konſtanten Charakter iſt auf dieſe Weiſe faſt gar nicht zu gelangen. VII. Kapitel. Rußzanwendung. DOb es rathſam iſt, mit Beharrlichkeit auf eine ſich willkuͤhrlich zum Ziel geſetzte Race hinzuarbeiten, ohne die Lokalitaͤt oder die Neigung des vorhandenen Stammes zu faicſe g u Schfſ gur in Es antado ſichten ird ſi ſchaften ben, d lich d gen. den C alen2 der eden irgend rakter für be aber tinger doh ferei wenn ſo gl ſey u fuhu deshe V ſie f die V icht ach RE — 55— don nict berüͤckſichtigen, iſt zwar nicht mein Zweck, hier weitlaͤu⸗ — fig zu unterſuchen, da ich mir ſelbſt die dazu noͤthige rnden Cfant Scharfſicht nicht zutraue; ich will daher meine Anſicht zun— af nur in der Kuͤrze mittheilen. vanden, ni Es iſt fehlerhaft, bey einer Lokalitaͤt, die der In⸗ ria⸗Ame z fantado⸗Race homogen iſt, durchaus Elektoral⸗Schaafe zichtn vil zuͤchten zu wollen, und umgekehrt; denn die Nachzucht dthire wu wird ſich immer den, der Lokalitaͤt zuſagenden, Eigen⸗ miichen, ahe ſchaften hinneigen, und durch ein eigenſinniges Widerſtre⸗ iſer Kangf ben, durch angekaufte Elektoral⸗Staͤhre, ein unaufhoͤr⸗ lich buntes Gemiſch der Wolbeſchaffenheit vergegenwaͤrti⸗ eyn. 4 dean gen. Man wird platte, hohe, dichte und lockere Stapel⸗ Algmin den Charakter der Elektorals und den der Infantados in Wer m allen Abſtufungen erblicken, wenn auch der Urſtamm von une par der edelſten konſtanteſten Race war, und wenn man von Runa g irgend einer Wolle ſagen kann, ſie habe gar keinen Cha⸗ gihen Ni rakter, ſo iſt es dieſe, und der Wollhaͤndler wird nie da⸗ fuͤr bezahlen, was er fuͤr Wolle, die auch nicht feiner, kin fiui aber gleicher iſt, bewilligt.. f dut b8 Man wundert ſich oft, warum man ſo ſehr viel ge⸗ üen ſ un ringer verkaufen muß gegen eine andere Schaͤferei, die doch auch keine feinere Wolle hat, und glaubt, jene Schaͤ⸗ ferei habe in ihren eigenen Beutel gelogen u. ſ. w. Oder dn gunha wenn man von der Wahrheit der Angabe uͤberzeugt wird, ſo glaubt man: die Zuchtſtaͤhre taugen nichts, oder man ſey uͤberhaupt mit dem angekauften Stamm⸗Vieh ange⸗ fuͤhrt ꝛc. Freilich taugen die Staͤhre nichts; aber nicht deshalb, weil man meint ſie ſind ſchlecht, ſondern weil 9. ſie fuͤr die Lokalitaͤt nicht paſſen. Eben ſo wenig haben die Stammthiere die Schuld, ſie werden nur nicht ſo ge⸗ zuͤchtet, wie es die Lokalitaͤt erfordert. gfa ſt Am mehreſten werden die Schaafzüͤchter irre geleitet 6 die r 7 34 durch die Sucht, Saͤchſiſche Elektoral⸗Schaafe zu erzie⸗ ummes em konſernen — — 4 — — — 56— hen. Es wuͤrde eine Thorheit ſeyn, wenn ich behaupten wollte, daß dieß keinem außer Sachſen gelingen koͤnne. Es kann ſowohl ganze Provinzen wie einzelne Lokalitaͤten außer Sachſen genug geben, die den Saͤchſiſchen mehr oder weniger gleich ſind, vielleicht ſie auch noch uͤbertreffen. Wer kann ſo genaue Kenntniß davon haben? Aber ſehr häufig iſt es auch nicht der Fall und grade das Gegen⸗ theil davon vorhanden; demohngeachtet will man aber Saͤchſiſche Elektoral⸗Schaafe erzwingen, und hier findet das Vorerwaͤhnte ſeine Anwendung und kann daher ſehr ſchaden. Ich glaube ſogar, daß durch die Vermeidung dieſes Uebelſtandes mehr gewonnen wird, als durch den Sprung aus der Hand, der doch nur die heterogene Paa⸗ rung verhuͤten ſoll; denn hierdurch kann ein gleichmaͤßiger Charakter nur auf Umwege— und alſo nicht auf dem moͤglichſt kuͤrzeſten— erlangt oder feſtgehalten werden. Ja man wird auch dadurch ſeinen Zweck nicht erreichen, wenn die Dispoſition der Heerde— welche von der Be⸗ ſchaffenheit der Futtermittel abhaͤngig iſt— nicht berech— net wird. Daß viele Schaafzuͤchter ihr vorgeſtecktes Ziel erreich⸗ ten, ohne Ruͤckſicht auf obige Bedingungen genommen zu haben, beweiſt nichts gegen meine Meinung; denn wie ich ſchon erwaͤhnte: kann es in allen Laͤndern und Pro⸗ vinzen Lokalitaͤten geben, die ſich fuͤr die Produktion von Elektoral⸗Wolle eignen, und wo man hier darauf hinar⸗ beitete, erreichte man bald ſeinen Zweck. Aber eben ſo viel Schaafzuͤchter wird man finden, die ſchon mit dem groͤßten Koſten⸗Aufwand mehrere Jahre arbeiteten und nichts Gleichmaͤßiges zu Stande brachten, ungeachtet ſie alle Regeln der beſſern Schaafzucht beobachteten. Es iſt auch nicht hinlaͤnglich, die Wahl der Race nach der Wuͤrdigung der Lokalitaͤt uͤberhaupt und insbe⸗ ſondere fi. Sthaf Es kor an, al di lett ghören man d glaubt man fenhei Landn dern z ſcüder urtheil de W einma dem und ſi gengeſ 1 dig d am m man Konſee rg, i gen, emſe 1 ckomnr ferien, V lihe —.— ij bhunm ſondere nicht danach: ob ſie reich oder arm iſt, zu tref⸗ kinn äm. fen. Beynde koͤnnen ſich zur Zuͤchtung von Elektoral⸗ ir ältin Schaafen und eben ſowohl nur fuͤr Infantados eignen. ſſt mir Es kommt mehr auf die Beſchaffenheit der Vegetabilien oh lbenfn. an, als auf ihre Menge. Obſchon die erſtern auf ſuͤßer, ¹ Alr ſe die letztern aber auf ſauerer, harziger Weide zu Hauſe zu h Gpn gehören ſcheinen, ſo iſt es doch nicht rathſam,— wenn 4 man aber man das eine oder andere zur Dispoſition zu haben d hir fnde glaubt— ſich danach uͤber die Wahl zu beſtimmen; denn m daher ſer man kann ſich leicht irren. Wenn die Lokalitaͤtsbeſchaf⸗ ⸗Lermidang fenheit in Extremen vorhanden iſt, wohl nicht; denn jeder G dur d Landwirth und jeder Schaͤfer weiß das eine von dem an⸗ nngen Aa⸗ dern zu unterſcheiden. Aber wenn ſich von beyden in ver⸗ lichmißiger ſchiedenen Abſtufungen vorfindet; ſo iſt gar nicht zu be⸗ it auf dem urtheilen, welches der uͤberwiegendſte Theil iſt, und wenn en wedden. die Weide oder Heuwerbung reich iſt, ſo reicht es nicht cht errichen, einmal hin, das richtige Verhaͤltniß genau zu wiſſen, in⸗ von der R⸗ dem die Weidethiere die ſchlechtern Graͤſer nicht freſſen, nict batc⸗ und ſich demzufolge bey ihrer Ausbildung zu dem entge⸗ gengeſetzten Charakter hinneigen, als man vermuthet haͤtte. Jil errei⸗ Um alſo keinen Mißgriff zu thun, iſt es nothwen⸗ enommen zu dig zu ermitteln, zu welchem Charakter ſich eine Heerde ; denn wie am mehreſten hinneigt(was nur dadurch moͤglich iſt, daß n und Pre⸗ man ſie genau beobachtet), und dieſer iſt es, der mit aller duktion von Konſequenz verfolgt werden muß. Es iſt aber oft ſchwie⸗ arauf hiner⸗ rig, ihn zu finden. lder eben ſ Um den ſich zum Ziel geſetzten Charakter zu erlan⸗ dn wit der gen, iſt ein Haupterforderniß: Staͤhre zu haben, die diteten um demſelben vollkommen entſprechen. Wer ſie ſich nicht zu Keraöir erziehen getraut, da iſt die Aufgabe nicht leicht, ſie zu n. bekommen; denn wenn man auch in andern edlen Schaͤ⸗ l he Ract fereien, dem ſich zum Ziel genommenen Charakter, aͤhn⸗ 7 Ih insbe⸗ liche Individuen findet, ſo geſtaltet ſich die Nachkommen⸗ —— ſchaft oft nicht grade ſo, wie man erwartete. Am eath⸗ ſamſten iſt, wenn man ſich einmal entſchloſſen hat, von dieſer oder jener Schaͤferei ſeine Zuchtſtaͤhre zu nehmen, auch dabey ſo lange zu beharren, bis man ohne Gefahr eines Ruͤckſchlages reine Inzucht treiben kann, und dieſer Zeitpunkt tritt ein, wenn die Nachkommenſchaft allgemein zu dem projektirten Charakter uͤbergegangen iſt und nicht mehr— wie etwa als beſondere Ausnahme(was auch in den aͤlteſten konſtanteſten Heerden der Fall iſt) davon abweicht. Vorausgeſetzt, daß der Urſtamm edel war; ſo iſt nach dieſer Erſcheinung kein Bedenken mehr, eigene Staͤhre zur Fortpflanzung zu gebrauchen, ſelbſt in dem Falle, wenn ſie noch nicht den hoͤchſten Grad der Fein⸗ heit erreicht haͤtten. Denn man iſt dabey am ſicherſten, wegen der Gleichmaͤßigkeit des Wollcharakters, welche wohl nur ſelten in einer ſogenannten konſtanten Heerde anzu⸗ treffen iſt. Um aber den hoͤchſten Grad der Feinheit zu erreichen, inſofern er ſich mit der gewuͤnſchten Wollmenge verträgt, iſt nun erforderlich, die ſich hierzu qualifiziren⸗ den Zuchtſtaͤhre auszuwaͤhlen und bey dem Merzen ſtrenge Ruͤckſicht darauf zu nehmen. Ob aber das Verfahren daſſelbe ſeyn darf, wenn man es urſpruͤnglich mit Meſtizen zu thun hatte? iſt eine andere Frage. Wenn ich ſie gradezu mit ja beantworten wollte: ſo wuͤrde dieß von einem ſehr großen Eigenduͤnkel zeigen, da unſere ausgezeichneteſten Schaafzuͤchter der entgegengeſetzten Meynung zu ſeyn ſcheinen. Ich unter⸗ ſtehe mich deshalb bloß zu bemerken, daß es in Preußen und Sachſen doch eigentlich nur wenige Schaͤfereien giebt (vielleicht gar keine?) wovon man mit voͤlliger Gewißheit ſagen kann: alle Thiere ſind aus rein Spani⸗ ſchem Blute entſproſſen. Demohngeachtet kauft b V man al ander man hat füähr w konſtant ſondern Auch f durch ſi der Ve ſern U Haerde iſt auc ſih al in der Heerde richt Dut 8 1 nem verddel erfonde ddele⸗ V angetr vererbe Ahnen wenn und g ſen was d varen wenn dr A 59 3 1 man aus vielen Zuchtſtaͤhre, ohne bey dem einen oder ränn andern beſſern oder ſchlechtern Erfolg wahrzunehmen, und züft man hat Beyſpiele, daß ein entſchieden aͤchter Merino⸗ un dit ſtaͤhr unedlere groͤbere Kinder erzeugt hat, als ſolche von Alami konſtanten Meſtizen erzeugte, und nicht etwa im Einzelnen, nd nt ſondern im Allgemeinen und durch mehrere Generationen. a4 u Auch findet man Meſtizen⸗Heerden, die ſich nicht allein b durch ſich ſelbſt ſchon viele Jahre in einem hohen Grade ) deu der Vollkommenheit erhalten; ſondern ſich ſogar verbeſ⸗ ſern und nicht ſelten mancher ſogenannten rein edeln ne ſi Heerde im Wollpreiſe den Rang abgelaufen haben. Es tuu iſt auch ein Zeichen der Beſtaͤndigkeit einer Heerde, wenn ſich alle Individuen moͤglichſt gleich in den Geſtalten, wie de Finn in der Wollbeſchaffenheit ſind. Wenn alſo eine Meſtizen⸗ ſcerſen, Heerde dieſen Bedingungen entſpricht, ſollte man alsdann oce düh nicht annehmen koͤnnen, daß alles urſpruͤnglich unedle 5 na Blut aus ihnen entſchwunden waͤre? inet u Die Spaniſchen Schaafe ſind von der Suͤndfluth her Vülnng auch nicht feine Merinos; ſondern ſie moͤgen wohl— Ualfßimn wenn auch ſchon ſeit Jahrhunderten— wie die unſrigen e ſtreng veredelt ſeyn. Es fragt ſich nur, ob grade Jahrhunderte V erforderlich ſind, um aus unſern Landſchaafen eben ſo ff, wem edele Thiere herzuſtellen, wie ſie gegenwaͤrtig in Spanien Rüimn angetroffen werden?— oder: durch wie viel Generation antyvorte vererben oder ſchlagen die Wolleigenſchaften zuruͤck auf die gendünte Ahnen der Muͤtter? Ich glaube kaum auf drey; denn üchtt de wenn man die Veredlung mit gewoͤhnlichen Landſchaafen Ich unne und guten Staͤhren anfing, ſo faͤllt in der dritten Gene⸗ Pyuin ration oder nach neun Jahren kein einziges Lamm mehr, rin adt was den Muͤttern, wie ſie beym Anfange der Veredlung Guſhei waren, ganz gleich waͤre. Es ſcheint mir daher, als Spani wenn eine Meſtizen⸗Heerde, die ſchon vor neun Jahren in zat kaut der Qualitaͤt det Wolle einer urſpruͤnglich edeln gleich ———— war und ſich waͤhrend der Zeit immer gleich hielt, denſel⸗ ben Werth hat, wie dieſe, und ſo moͤgen die Zuchtthiere von beyden voremmander keinen Vorzug haben. VIII. Kapitel. Welche Vorkheil iſt bey der Züchtung der Elektoral⸗ Schaafe gegen die der Infantados? Den Vortheil, welchen die erſtern gegen die letztern augenblicklich voraus haben, erzeugt nur der Wahn der Menſchen; ein ſolider, reeller iſt es nicht. Der Zweck der Schaafzuͤchtung iſt: Wolle zu erzeu⸗ gen und fuͤr dieſes Erzeugniß Geld einzunehmen. Dieſer Zweck iſt aber durch die geſchickte Zuͤchtung einer Infanta⸗ do⸗Heerde vielleicht in hoͤherem Grade zu erreichen, als wenn dazu Elektoral⸗Schaafe gebraucht werden. Es kann zwar nicht beſtritten werden, daß die Wolle von dieſen, wegen ihrer ganz beſonderen Sanftheit und Milde, der von jenen vorgezogen, und alſo beſſer bezahlt wird, in⸗ dem davon ſehr leichte, ſchoͤn glaͤnzende, weiche Gewebe gefertigt werden koͤnnen. Dahingegen hat jene den ſoli⸗ dern Vortheil, daß ſie beſſer ins Gewicht faͤllt und die daraus gefertigten Fabrikate dauerhafter und haltbarer ſind. Die Welt ſieht heut zu Tage zwar mehr auf den Schein, und will fuͤr ihr ſchoͤnes Geld hauptſaͤchlich die Sinne befriedigt haben, oder kurz, ſie will betrogen ſeyn, und deshalb der ſtarke Begehr nach Elektoral⸗Wolle. Wie kann uns dieß auch wundern; das Schoͤne wird ja immer beſſer bezahlt wie das Nuͤtzliche, dieß kann uns auch ganz gleichguͤltig ſeyn; der groͤßere Vortheil bleibt hinſite Infante uit im ſceert Stein den Pre Eumm dhült nß ſch mhm, Stein ielleic V d und a e gebiß Solte: dett in V far die b wüͤtde 1 richt a V dern Re gehr u ihrer T welcher nu t wit abe Flachen des dan d wie idſicht mitain, kt, da Juchttjn Elektoral die Agtern bah n der Ä grzeu⸗ u. Däͤſer r Infante ſchen, as Es komn on dieſen, Mlde, der wind, ir he Gewe e den ſ⸗ illt und tbarer ſ den Shin de En ſenn,n le. Schör ond z kan uns thel d 61 hinſichtlich der Wollproduktion dennoch auf Seiten der Infantados. Der Beweis fuͤr dieſe Behauptung iſt ſehr leicht zu fuͤhren, als: eine hochedle Elektoral⸗Heerde ſcheert im Durchſchnitt pro Hundert Stuͤck 10 ſchwere Stein Wolle, und das iſt viel angenommen. Sie ſoll den Preis von 36 Thlr. pro Stein erhalten, betraͤgt in Summa 360 Thlr. Eine hochfeine Infantado⸗Heerde erhaͤlt dagegen von ein Hundert Stuͤck im Durchſchnitt 12 ¾ ſchwere Stein. Wenn man fuͤr jene 36 Thlr. an⸗ nahm, ſo kann man fuͤr dieſe unbedenklich 30 Thlr. pro Stein notiren, was fuͤr 12½ Stein 375 Thlr. betraͤgt, und alſo fuͤr dieſe ein plus von 15 Thlr. pro Hundert. Das Verhaͤltniß im Wollertrage, wie im Preiſe, iſt gewiß nicht zu Gunſten der Infantados angenommen. Sollte man fuͤr die erſteren etwa 10 ¾ Stein pro Hun⸗ dert in Anrechnung bringen muͤſſen, ſo kann man auch fuͤr die lettern 13 Stein und daruͤber annehmen, und ſo wuͤrde man bey dieſen immer noch Vortheil haben. Aber ein ſo uͤberzeugendes Exempel ſetzt man gar nicht an, um die groͤßere Nutzbarkeit der einen oder an⸗ dern Race zu ermitteln; Mode, Liebhaberei und das Be⸗ gehr nach Elektoral⸗Wolle beſtimmen die Schaafzuͤchter in ihrer Wahl; am haͤufigſten aber thut es der hoͤchſte Preis, welcher fuͤr einen Stein der erſtern bezahlt wird. Hier⸗ nach zwey verſchiedene Schaafracen zu wuͤrdigen, koͤmmt mir aber grade ſo vor, als wenn man zwey verſchiedene Flaͤchen Ackerland nach dem Preiſe fuͤr ein gewiſſes Maaß des darauf gewonnenen Getreides bonitiren wollte, wenn vielleicht ein Scheffel Rocken von der einen um einige Groſchen theurer verkauft wuͤrde, als von der andern. So wie hierbey die Ertragsfaͤhigkeit in der Quantitaͤt be⸗ rüͤckſichtigt werden muß, um den wirklichen Werth zu er⸗ mitteln; ſo iſt es auch dort noͤthig; denn ein Boden, der das ſchwerſte Getreide liefert, iſt darum nicht immer der beſte, und ſo iſt eine Schaͤferei nicht immer die nub⸗ barſte, die die preiswuͤrdigſte Wolle traͤgt. Die groͤßere Nutzbarkeit der Elektoral⸗Schaafe exiſtirt daher nur ia der Einbildung. Aber durch dieſe Einbil— dung bekommen ſie eben einen hohen Werth, indem leb⸗ hafter Begehr danach iſt, der den Preis dafuͤr außeror⸗ dentlich ſteigert, ſo daß mitunter fuͤr wenige Zuchtthiere⸗ die einem im Rufe ſtehenden Elektoralſtamme angehoͤren, unerhoͤrte Summen bezahlt werden, ohne daß irgend je⸗ mand Vortheil dabey haͤtte als der Verkaͤufer. Der Kaͤu⸗ fer iſt wohl oft auf eine Lokalitaͤt angewieſen, die die theuer eingehandelte Waare einen ſehr zweideutigen Werth giebt. Man ſollte ſich daher nicht irre machen laſſen und da, wo die Lokalitaͤt der Infantado⸗Race am beſten zu⸗ ſagt, nicht par force Elektorals einfuͤhren wollen; denn eines Theils wird es uns ſchwer, vielleicht gar nicht ge⸗ lingen; andern Theils iſt die Ausſicht ſehr mißlich, im Falle des Gelingens auf eben ſo gute Preiſe beym einſti⸗ gen Viehverkauf Rechnung zu machen; denn zu der Zeit, wo man dahin gekommen iſt, haben ſich die Anſichten vielleicht bedeutend geaͤndert. Die Landwirthſchaft hat, wie die ſchoͤne Welt, ihre Moden. Einſt hatte ſie die Frieſiſchen Kuͤhe, ſpaͤter die Schweizer, dieſe wurden von Tyrolern verdraͤngt; aber auch dieſe ſcheinen ſchon wieder alltaͤglich zu werden, und ſo kehrt man, wie in dem Schnitt der Kleider, zu einer aͤltern Mode zuruͤck, naͤmlich: zu den Frieſiſchen Kuͤhen. Eben ſo will es mich mit der Schaafzucht beduͤnken. Noch vor einem Jahrzehend waren die bewachſenen ge⸗ kuͤdett egenni V torals. um Or ſauch be b dort bol dre yl zuchter tilbeſ — g und be atkalt rich. üchte ſtehend V käͤrzſ Shiſf hn jenige eben an ſeyn der zr V— 68— iht im kudderten Zuchtſtaͤhre die geſuchteſten und angenehmſten; r de mn gegenwaͤrtig die duͤnnhaͤlſigen, mitunter halbnackten Elek⸗ torals. So wie bey der Rindviehzucht jede Race an ih⸗ afe tffr rem Orte ihre beſondern Vortheile haben kann; ſo iſt ſſe Eri auch bey der Schaafzucht die eine Race hier, die andere indem 6 dort vorzuziehen, und die Infantados haben, am rechten er außen Orte placirt, gewiß einen entſchiedenen Vorzug gegen die zuürtin Elektorals. Vielleicht kommt bald die Zeit, wo ſie wieder angehrn zu Ehren gelangen. üged g Außer der Modeſucht veranlaßt auch manchen Schaaf⸗ Da gi zuͤchter die Beſorgniß: er werde als Pfuſcher in dieſer , die di vielbeſprochenen— Kunſt— kann man es wohl nennen en Werth— gelten, wenn er andere, als Elektoral⸗Schaafe zuͤchte, und beſtimmt ſich deshalb dafuͤr, ohne die dazu paſſende uiſn und Lokalitaͤt zu beſitzen. Aber wie unrichtig iſt dieſe Anſicht dümn w nicht! Fuͤr einen Kuͤnſtler oder vollkommenen Schaaf⸗ len; Aa zuͤchter kann nur derjenige gelten, der die ihm zu Gebote w tt ſtehenden Mittel ſo zu gebrauchen weiß, daß er auf dem ijlh, i kürzeſten Wege den moͤglichſt hoͤchſten Ertrag aus ſeiner im iſt Schaͤferei erhaͤlt. Es iſt ganz gleichguͤltig, ob dieſer u dr Jiit Zweck durch die Zuͤchtung von Elektorale oder durch die⸗ d de jenige der Infantado⸗Race erreicht wird. Es iſt alſo Jani eben ſo ruͤhmlich, eine hoͤchſt vollkommene Infantado⸗ Heerde zu zuͤchten und zu ſchaffen, als es nur immer Walt, in ſeyn kann, wegen der Erreichung eines hohen Ziels in ſpäter der Zucht der Elektoral⸗Schaafe. engt; a rden, un , zu einet* hen lhen unken. jſenen 9. 4 ———— X. AaFpitel. In wiefern kann man eine gewiſſe Geſtaltung der Schaafe oder die Beſchaffenheit der Wolle konſtante Race⸗Eigenſchaften nennen? Wenn man in den verſchiedenen Heerden Spaniens denſelben Unterſchied, ſowohl in den Geſtalten der Schaafe, wie in ihrer Wolle vorfindet, als in Deutſchland, was man behaupten will: ſo glaube ich, daß auch dort eher die Urſache davon in den Lokalumſtaͤnden zu ſuchen iſt, als in der Verſchiedenheit der Racen, oder der Willkuͤhr der Zuͤchter. Es iſt zwar denkbar, ſogar wahrſcheinlich, daß auch Verſchiedenheit in manchen einzelnen Heerden ſtatt findet, ohne daß die Lokalitaͤt dabey einwirkt; als⸗ dann iſt ſie aber auf dieſelbe Art veranlaßt, wie bey uns, naͤmlich: durch nachlaͤßiges Ausmerzen, fehlerhafte Aus⸗ wahl der Zuchtſtäͤhre und Unkenntniß der Zuͤchter, auch wohl ſpaͤte Veredlung der Churros, und ſo ſcheint mir koͤnne man beſondere Eigenſchaften und Geſtalten, im ganzen Sinne des Worts, nicht konſtante Race nen⸗ nen. In gewiſſer Hinſicht ſind es zwar wohl Race⸗Eigen⸗ ſchaften; denn die Eltern vererben ſie auf ihre Kinder. Sie werden aber nicht unaufhoͤrlich forterben, wenn nicht außer der ſorgſamen Auswahl der Zuchtſtaͤhre guͤnſtige Umſtaͤnde zur Vererbung vorhanden ſind, und jemehr das Futter und die Haltung derſelben entſpricht, je eher wird ſie ſtatt haben und nachhaltig bleiben. Man ſtellt z. B. das hochedle Saͤchſiſche Schaaf als Vorbild des vollkommenſten Elektoral⸗Schaafs auf. Wenn nun meine Vermuthung richtig iſt, daß es durch die ein⸗ V fache M li de noch kein erziglc kann me don wele 3 der ſten Ete dudt en erwähnt Wählt dergleic dem gl halten: der Ind er Elte gte 3e dber ir feſch D ‿ ſingt b aut vr J lder a bn⸗ Nehrere iges: vielleic altung der e bonſtante Spaniens er Schaaff, and, was jdort eher ſuchen iſt Wilkäͤhe rſcheinlich, Heelden irkt; als⸗ e dey uns, hafte Aus⸗ zter, auch ceint wir aten, im Rate nen⸗ ne⸗Eigen⸗ re Kinder. enn nicht züͤnſtige emeht das cher witd chauf als „Wenn die ein⸗ — 65— fache Ab ſicht: die moͤglichſt feinſte Wolle zu produziren, (bey der Einfuͤhrung Spaniſcher Schaafe kannte man noch keine andere) ſich in ſeiner jetzigen Geſtalt mit der vorzuͤglichen Wolle ganz von ſelbſt charakteriſirt hat: ſo kann man annehmen, daß von jedem Schaafe, es ſey von welchen Eigenſchaften es wolle, bey gleicher Lokalitaͤt mit der Zeit, wenn es nur hochedel iſt und mit den fein⸗ ſten Staͤhren fortwaͤhrend gepaart wird, bey reiner In⸗ zucht endlich eine Nachkommenſchaft erlangt, die dem vor⸗ erwaͤhnten Saͤchſiſchen Elektoral⸗Schaaf ganz gleich iſt. Waͤhlt man auch abſichtlich einen Infantado⸗Staͤhr, nebſt dergleichen Mutter, um ſie in Sachſen, oder in einer, dem gleichen Lokalitaͤt durch reine Inzucht konſtant zu er⸗ halten: ſo wird man zwar durch die abſichtliche Auswahl der Individuen in der Nachzucht, denen der Charakter ih⸗ rer Eltern und Ureltern beſonders eigen iſt, denſelben laͤn⸗ gere Zeit in der Nachkommenſchaft erhalten; er wird ſich aber immer mehr und muhr verlieren und endlich ganz verſchwinden. Dies koͤnnte aber nicht der Fall ſeyn, wenn unbe— dingt konſtante Race⸗Eigenſchaften exiſtirten; ſie ſind alſo nur unter gewiſſen Umſtaͤnden anzuerkennen. Ich weiß zwar nicht, ob jene Verſuche in Sachſen oder andern Orts von gleicher Beſchaffenheit abſichtlich ſchon gemacht ſind und glaube es kaum; da eines Theils mehrere Jahre dazu gehoͤren wuͤrden, um ein unzweideu— tiges Reſultat zu bekommen, und man andern Theils vielleicht die Idee nicht fruͤher auffaßte; aber gewiß weiß ich, daß zur Fortpflanzung ſehr edler Heerden fruͤher und ſpaͤter Infantado-Staͤhre eingefuͤhrt ſind, wegen der Dicht⸗ heit ihrer Wolle und ſtarken Konſtitution, oder aus Lieb⸗ haberey, und man hat nicht gehoͤrt, daß ſich bey der Nachzucht nachhaltend etwas Infantadoartiges in der Wolle gezeigt haͤtte. I Konſtante Race⸗Eigenſchaft der Vaͤter wuͤrde in ſol⸗ chen Faͤllen, wenn auch nicht die ganzen Heerden umge— aͤndert, doch gewiß etwas Bemerkbares fuͤr ewige oder wenigſtens lange Zeiten zuruͤckgelaſſen haben, was bey einer erblichen und beſonders ſchlechtern Zumiſchung ſo leicht ge⸗ ſchieht. Aber die Eigenthuͤmlichkeit der Lokalitaͤt hat dem ſofort entgegengearbeitet und den uͤbeln oder fremdartigen Einfluß wieder ſchnell verwiſcht, kurz der Saame iſt auf keinen fruchtbaren Boden gefallen. Sachſen hat daher nicht den Vorzug in der Nace, ſondern in der Lokalitaͤt, und wenn es ſeiner Wolle nicht durch uͤbermaͤßige Futterung der Schaafe ſchadet, oder ſonſt Fehler bey der Zuͤchtung macht, ſo wird es auch immer die beliebteſten Elekta erzeugen; denn ſo viel Saͤchſiſche Schaafe frücher und ſpaͤter aus den edelſten Heerden nach allen Weltenden ausgefuͤhrt ſind: ſo wird man nie hoͤren und nie gehoͤrt haben, daß irgendwo der Saͤchſiſchen ganz gleiche Wolle zu finden iſt. Selbſt das Stammland der Saͤchſiſchen Schaafe: Spanien, hat ſie nicht von ſo beliebter Qualitaͤt aufzuweiſen. Man legt dieß zwar den Spaniſchen Schaafzuͤchtern zur Laſt; es fragt ſich aber, ob auch mit Recht? Schwerlich liegt es an der Zuͤch⸗ tung; denn wenn ſie dabey auch nur nach denſelben Grundſaͤtzen verfahren haben, wie wir in der zweiten Pe⸗ riode, was wahrſcheinlich ſchon ſeit Jahrhunderten mit groͤßter Konſequenz geſchehen iſt, ſo wird manchen Staͤm⸗ men nicht mehr viel zu thun uͤbrig ſeyn. Dieß iſt ſchon daraus zu ſchließen, daß bey vielen Staͤmmen die einzel⸗ nen Individuen ihrer Heerden, bey hoher Feinheit eine frappante Aehnlichkeit im Wuchſe, in den Geſtalten und Qualitaͤt der Wolle, gleiche Bildung der Haarſpitzen, die ein fr Viieß Zuge a butg i ſöchſte wollte. komme — det Wolch Eigend im L gleich richt nen i ein fe Vliß, diett, Die! Wolt Von lich, und desha nen 8 ndem alſo (Ec wahr ent he ahgf d der Wale de in ſa den umge ewige oder bey einer ) leicht gr hat den emdartigen ne iſt auf der Racn, Volle nicht der ſonſt h immer Sachſiſche tden mch nie hoͤrn ſchen ganz mland der t von ſo zwar den ſcch ablr. der Zuͤc⸗ denſelben vpeiten M erten mit en Stum⸗ iſt ſche die einze mheit aine alen und ben, die ein feſtes und undurchdringliches, gleichſam ſo ebenes Vließ formiren, als waͤren die Haarſpiten mit einem Zuge abbarbiert— haben ſollen. Ich habe dieſe Beſchrei⸗ bung irgendwo geleſen, womit der Verfaſſer das Bild der hoͤchſten Vollkommenheit in der edeln Schaafzucht malen wollte. Wahrſcheinlich hatte er aber nur die hoͤchſte Voll⸗ kommenheit der ſogenannten Infantado⸗Race im Sinne — denn die aͤchte Elektoral⸗Wolle oder der Saͤchſiſche Wollcharakter vertraͤgt ſich nicht mit allen den erwaͤhnten Eigenſchaften. Die hohe Feinheit, frappante Aehnlichkeit im Wuchſe, in den Geſtalten und Qualitaͤt der Wolle, gleiche Bildung der Haarſpitzen findet man— wenn auch nicht in ſo hohem Grade, wie hier der Verfaſſer bezeich⸗ nen will— auch wohl hin und wieder in Sachſen; aber ein feſtes und undurchdringliches, gleichſam ſo ebenes Vließ, als waͤren die Haarſpitzen mit einem Zuge abbar⸗ biert, bey aͤchten vollkommenen Elektoral-Schaafen nie. Die letzkern Eigenſchaften ſetzen einen ſtarren ſehr dichten Wollwuchs voraus, der nur den Infantados eigen iſt. Von den Elektorals iſt eine gewiſſe Lockerheit unzertrenn⸗ lich, der nur auf Koſten ihrer eigenthuͤmlichen Sanftheit und Milde entgegen gearbeitet werden kann, und eben deshalb iſt ein feſtes und undurchdringliches Vließ bey ih⸗ nen nicht denkbar. Die Seidenartigkeit der Wollhaare verhindert gleichfalls die ganz ebene Oberflaͤche des Vließes, indem die Wollfaͤden nicht ſteif genug ſtehen. Wenn man alſo annimmt, daß es nur Infantado⸗Staͤmme ſind, (Elektorals, wie ſie ſich in Sachſen finden, exiſtiren wahrſcheinlich in Spanien gar nicht) die eine Vollkom⸗ menheit erreicht haben, wie der Verfaſſer jenes Gemaͤlde zeichnet; ſo kann man den Spaniern wahrlich keine feh⸗ lerhafte Zuͤchtung zum Vorwurf machen, und wie waͤr⸗ dieß auch denkbar, da ſie ſo gut wie wir wiſſen muͤſſen, . 8 5*† — — 68— daß die ſchoͤnſte Wolle am beſten bezahlt wird; denn das Intereſſe der Menſchen ſteigert immer bey Geſchaͤften und Handthierungen die Kenntniß und den Fleiß. Es iſt aber kaum glaublich, daß die Spaniſchen Schaafzuͤchter je auf die Aehnlichkeit der Geſtalten u. ſ. w. Ruͤckſicht genommen haben ſollten; wahrſcheinlich hatten ſie nur Bedacht auf eine preiswuͤrdige und alſo feine Wolle, ſo wie dieß ebenfalls in fruͤhern Zeiten auch in Deutſchland der einzige Zweck war. Um ſo auffallender muß es ſeyn, daß ſich dieſe Aehnlichkeit in jeder Hinſicht demohngeachtet eingefunden hat, und man muß ſchon da⸗ durch auf die Vermuthung kommen, daß die Beſchaffen⸗ heit der Lokalitaͤt dabey wirkſam war. Ungeachtet der einfachen Zuͤchtung, welche man noch vor einem Jahrzehend in Sachſen beobachtete, finden ſich dort haͤufig Heerden, deren einzelne Individuen ſehr viel Aehnlichkeit in den Geſtalten und dem Wollwuchſe mit einander haben. Wenn ſie nicht ſo frappant iſt, wie von mehrern Staͤmmen in Spanien behauptet wird: ſo koͤmmt dieß wohl daher, daß man nicht bey ganz reiner Inzucht geblieben und der Zeitraum noch nicht ſo ſehr lange iſt, wo man die Spanier einfuͤhrte. Sie iſt eben⸗ falls von dem Einfluſſe der Lokalitaͤt herzuleiten; denn darauf hingearbeitet hat man nie. Endlich behauptet der Profeſſor Ribbe in dem ſchon mehr erwaͤhnten Werkchen, daß alle Schaafarten— de⸗ ren er eine ganze Menge beſchreibt— ein und dieſelbe Abſtammung haben. Er giebt als Beweis fuͤr ſeine Be⸗ hauptung an: daß alle Arten einen Begattungstrieb zu einander haͤtten. Ob dieſer Beweis ausreichend iſt, wol⸗ len wir dahin geſtellt ſeyn laſſen; es ſcheint mir aber außer Zweifel, daß die ſogenannten Spaniſchen⸗ und ge⸗ woͤhnlichen Landſchaafe, oder deutſchen Churres einerley Abſtam nichts erfn riht i in der auch ſ ununte hötlih konſtar Lirm abwei V chunge zeuge ſolchen nie alh weckli alſo h was geneig edelſt denn dan ften und prniſchen en u.ſ.w. ich hutten alſo fein rauch in ffallender Hinſicht ſchon dae Geſchaffen nan noch den ſich ſehr viel aoſe mt iſt, wie oird: ſo anz rane ſo ſeht iſt eben⸗ n; denn eim ſchon — de⸗ deeſelbe ſine B⸗ etrieb zu ſt, wo⸗ wir aber und ge⸗ einerley Abſtammung haben; denn es iſt an beyden durchaus nichts verſchieden, als die Hautbedeckung. Daß die der erſtern aber ein kuͤnſtliches Erzeugniß ſey, iſt beynahe gar nicht zu verkennen; denn nicht allein bey Schaͤfereien, die in der Veredlung begriffen ſind, bemerkt man, wenn ſie auch ſchon einen hohen Grad darin erreicht haben und ununterbrochen edle Staͤhre gebraucht werden, ein unauf⸗ hoͤrliches Hinneigen zum Nuͤckſchlage; ſondern ſogenannte konſtante Merinos-Schaͤfereien erhalten auch mitunter Laͤmmer, die merklich von dem Charakter ihrer Eltern abweichen. Beſitzer der letztern werden zwar dieſe Abwei⸗ chungen nicht gern zugeſtehen; ich bin aber ſelbſt Augen⸗ zeuge davon geweſen, und jeder, wer Zuchtſtaͤhre aus ſolchen Schaͤfereien bekommen hat, wird zugeben, daß ſie nie alle gleich fein und beſonders an den Extremitaͤten oft merklich von einander unterſchieden waren. Hieraus geht alſo hervor, daß auch in ſolchen Schaͤfereien etwaͤs liegt, was ſie, wenn auch kaum merklich, zum Ruͤckſchlage geneigt macht. Dieſelbe Geneigtheit muß auch in den edelſten Heerden Spaniens vorhanden ſeyn; denn die von dort hier eingefuͤhrten ſind auch nicht alle gleich fein. Daß ſich ſowohl die Deutſchen wie die Spaniſchen Merinos auf einer hohen Stufe der Vollkommenheit er⸗ halten, auch wohl noch hoͤher ſteigen, beweiſt nichts gegen meine Vermuthung; denn jeder Zuͤchter edler Schaafe, waͤhlt vorzugsweiſe die feinſten und edelſten Staͤhre zur Fortzucht und ſchließt die Ruͤckſchlag zeigenden Muͤtter ganz oder moͤglichſt bald davon aus. Ein ſehr bedeuten⸗ der Ruͤckſchlag wuͤrde aber in Kurzem bemerklich werden, wenn man das Gegentheil beobachtete, oder wenn man nur eine ſolche Heerde hinſichts der Fortpflanzung ſich ſelbſt uͤberließe. 70. Ich trete daher der Meinung des Herrn Preofeſſor Ribbe inſofern vollkommen bey, daß die Spaniſchen Merinos und gewoͤhnlichen Landſchaafe einerley Abſtam⸗ mung haben und folglich in der Race urſpruͤnglich nicht von einander verſchieden ſind. Die Urſache des Unterſchiedes kann meiner Meinung nach nur darin geſucht werden, daß theils das Schaaf in verſchiedene Lokalitaͤten einheimiſch gemacht wurde und ſich dem gemaͤß von ſelbſt in verſchiedenen Geſtalten und mit verſchiedenen Eigenſchaften der Hautbedeckung nach und nach naturaliſirte; theils wuͤrden dieſe Geſtalten und Ei⸗ genſchaften von den Menſchen nach ihrer Convenienz durch ſorgfaͤltige Auswahl der Zuchtthiere geſchaffen. 1 Dieſe Eigenſchaften ſind nun in Extremen vorhanden und es ſcheint faſt unmoͤglich, daß ohne Zumiſchung vom Blute feinwolligen Viehes, aus dem uns von Ribbe beſchriebenen Ungariſchen Landſchaafs— Merinos zu er⸗ zeugen waͤren. Wenn man aber annimmt, daß vielleicht ſo wenig das Ungariſche wie das Merinoſchaaf dem Ur⸗ ſchaaf gleich iſt, ſondern beide nur nach dem jedesmaligen Intereſſe der Zuͤchter auf entgegengeſetzten Wegen hervor⸗ gebracht; wenn man beruͤckſichtigt, wie viel die Lokalitaͤt mitgewirkt; wenn man bedenkt, daß man, um dieſe bey⸗ den Racen hervorzubringen, vielleicht Jahrtauſende einen entgegengeſetzten Weg verfolgt hat, indem fuͤr dieſen feines Gewebe, fuͤr jenen grobe Pelze oder Haͤute vortheilhafter waren; ſo erſcheint uns eine gleichmaͤßige Abſtammung wohl als moͤglich. Eben ſowohl iſt aber auch wahrſcheinlich, daß alle Schaaf⸗Racen von ein und derſelben Abſtammung, ſo ſehr ſie auch durch die Einwirkung der Menſchen oder durch die Lokalitaͤtsbeſchaffenheit von einander verſchieden geworden, auf ihre urſpruͤnglichen Eigenſchaften zuruͤckzu⸗ —— fuͤhren rakter! diſem miſchun 8 V it ſih b dilliich der ga b terun Lokal tſſher anfan⸗ die V ſchon iin d hältne buf eine rich mite geach eigt anze nenſ ſeyn, uͤber Bab pen bhen den ſind „5 Mooſeſſ eſſe paniſch MAſ uüimn V ihh nicht Minung chaaf un⸗ und ſic und mie aach und und E⸗ en) durch rhanden g vom Ridbe os zu er vieleicht dem U⸗⸗ smaligen hervor⸗ Cekalitt dieſe bey⸗ de einen en feines heilhaften ammung V daß ale ung, ſo fen oder ſſchieden wrückzl⸗ fuͤhren ſind. Sie werden ſogar ihren urſpruͤnglichen Cha⸗ rakter von ſelbſt wieder annehmen, wenn ſie ſich in einer dieſem Prozeß entſprechenden Lage befinden und die Ein⸗ miſchung der Menſchen aufhoͤrt. 1 Daß dieß aber nicht in kurzer Zeit geſchehen kann, iſt ſehr einleuchtend; denn eine Sache, die zu ſchaffen vielleicht Jahrtauſende erforderte, kann nicht ſo bald wie⸗ der ganz von ſelbſt verſchwinden. Deſſen ohngeachtet iſt aber eine bedeutende Verſchlech⸗ terung in kurzer Zeit wohl denkbar(beſonders wenn die Lokalitaͤtsbeſchaffenheit mitwirkt), wovon man in der prak⸗ tiſchen Merinoszucht ſprechende Beweiſe hat. Sie ſcheint anfangs eben ſo raſchen Schritts ruͤckwaͤrts zu gehen, wie die Veredlung vorwaͤrts, wobey man in der erſten Generation ſchon ein Halb gewonnen hat, in der zweiten ein Viertel, in der dritten ein Achtel u. ſ. w. In demſelben Ver⸗ haͤltniſſe wuͤrde eine beabſichtigte Zuruͤckfuͤhrung auf den urſpruͤnglichen Charakter nur moͤglich ſeyn, und alſo dazu eine geraume Zeit gehoͤren. Wie viel mehr waͤre aber nicht dazu erforderlich, wenn der Menſch gar nicht dabey mitwirkte. Aber die erſten Ruͤckſchritte wuͤrden demohn⸗ geachtet ſehr merklich ſeyn, wofuͤr die unaufhoͤrliche Ge— neigtheit zum Verſchlechtern ſpricht. Ueberdem ſcheint die ganze Natur in der Vernichtung einer durch Kunſt und menſchlichen Fleiß geſchaffenen Sache viel wirkſamer zu ſeyn, als bey ihrem Entſtehen, wo ihr Widerſtreben ſich uͤberall offenbaren wird, wenn ſie der Menſch in enge Bahnen zwaͤngt. Sie laͤßt ſich zwar geſtalten und for⸗ men, und durch die ununterbrochene Thaͤtigkeit der Men⸗ ſchen auch in dieſen widernatuͤrlichen Geſtalten und For⸗ men erhalten; aber zur Beſtaͤndigkeit ohne Unterſtuͤtzung ſind dieſelben nie zu bringen. 57 — 72— Konſtante Heerden exiſtiren demnach gar nicht, oder man muͤßte ſie alle ſo nennen; denn eine Heerde, die auch nur einen ſehr mittelmaͤßigen Grad der Feinheit be⸗ ſitzt, wird denſelben durch reine Inzucht bey zweckmaͤßi⸗ gem Verfahren nicht allein erhalten; ſondern ſie wird ihn ſogar ſteigern. Eine Verbeſſerung auf dieſem Wege wuͤr⸗ de zwar— wenn ein kurzerer moͤglich iſt, naͤmlich der: durch Ankauf beſſerer Zuchtſtaͤhre, wie man ſelbſt beſitzt — fehlerhaft, aber gewiß nicht unmoͤglich ſeyn. Die Saͤchſiſchen Schaͤfereien geben hiervon den Beweis, indem ſie jetzt beſſere Wolle liefern, wie die erſten Schaafe aus Spanien mitbrachten. Ich will durch dieſe Betrachtungen keineswegs den Ausdruck konſtant bekritteln; denn jeder gebildete Schaafzuͤchter weiß genau, was er bezeichnen ſoll, und wenn ein Wort eine Sache richtig bezeichnet, ſo iſt es an ſeinem Platz. Ich wollte nur vorlaͤufig den Beweis fuͤhren, daß Meſtizen, wenn ſie eine Wolle liefern, die der von aͤchten Merinos in der Qualitaͤt gleich kommt, mit ihnen gleichen Werth haben, und daß man bey der Inzucht nicht mehr Ruͤckſchlag zu gewaͤrtigen hat, wie bey dieſen. Es verſteht ſich, daß dieſe Behauptung nur von ſolchen Meſtizen gilt, die durch eine langjaͤhrige Vered⸗ lung einen feſten gleichmaͤßigen Charakter angenommen; nicht aber von einzelnen Individuen, die ſich mitunter in ſehr ordinairen Heerden finden. Dieſe ſind nur als ein Naturſpiel zu betrachten, die gewoͤhnlich in der Nachzucht einen eben ſo großen Ruͤckſchritt thun, wie ſie ihn vor⸗ waͤrts gemacht hatten. ——— algeme Sie iſt witthe dels h unter kann b reine ſtens zum V eiſte b nachde 1 wide enorm n b was n mi, werde beſagt waren f ſehr Der! gehen erde, die ſanheit be zweämaßi⸗ e widd ihn Tage wüͤr⸗ mlich dar ebſt beſtt yn. Di eis, indem chaafe aus wegs den gebildett ol,, und ſd ſt es n Beweis. fan, die h kowmt, bey der wie bey nur von V ge Verde nommen ituntet in als un Nachzucht ihn vor⸗ icht, oder X. Kapitel. Veredlung der Schaaf- und Wollzucht im Allgemeinen. Gegenwaͤrtig iſt die Veredlung der Schaafe faſt ganz allgemein und hin und wieder ſchon ſehr weit gediehen. Sie iſt der Hauptgegenſtand des Nachdenkens aller Land⸗ wirthe geworden; denn die Konjunktur des Getreidehan⸗ dels hat ſich ſo geſtaltet, daß die Produkte des Bodens unter den Erzeugungskoſten verkauft werden muͤſſen. Es kann daher kein Landgut mehr einen Ueberſchuß(oder reine Einkuͤnfte) gewaͤhren, wenn nicht edle oder wenig⸗ ſtens veredelte Schaͤferei dabey iſt. Wird ein dergleichen zum Verkauf geſtellt oder in Pacht ausgeboten, ſo iſt die erſte Frage: wie viel Schaafe kann es halten? und je nachdem die Antwort ausfaͤllt, wird es gewuͤrdigt. Nach England darf ſeit dem letzten Friedensſchluſſe wieder Wolle ausgefuͤhrt werden und die dort gebrauchten normen Maſſen erzeugten auf den deutſchen Maͤrkten Conkurrenz, ſo, daß die Preiſe außerordentlich ſtiegen; was alſo fruͤher der Getreidehandel gethan: Geld in's Land bringen, das bewirkt jetzt der Wollhandel. Die Produktion der Wolle, ſo wie der Verkehr da⸗ mit, mußte alſo auch fuͤr die Staatswirthſchaft wichtig werden; es wurden deshalb alle Schwierigkeiten, die den beſagten Geſchaͤften etwa noch hinderlich oder beſchwerlich waren, ſo viel wie moͤglich weggeraͤumt. Zu gleicher Zeit hatte man auch Fortſchritte in der Fabrikation wollener Zeuge gemacht, ſo, daß ſich der Be⸗ gehr nach hoͤchſt feinen Wollen außerordentlich ſteigerte. Der unverhaͤltnißmaͤßig hohe Preis, welchen man dafuͤr gegen Mittelwollen bewilligte, ſteigerte das Verlangen der Schaafzuͤchter, dergleichen zu produziren, und ſo verwen⸗ dete man oft bedeutende Summen auf die Veredlung. Wenn in fruͤhern Zeiten die Schaafzucht nur als Nebenſache, oder als ein nothwendiges Uebel bey einer Landwirthſchaft betrachtet wurde; ſo ſah man ſie jetzt als die Hauptſache an und brachte alle moͤgliche Opfer, um ſie entweder zu verſtaͤrken, oder doch wenigſtens zu verbeſſern. 3 Ehemals war das Hauptaugenmerk der Schaafzuͤch⸗ ter: hoͤchſte Feinheit; jetzt iſt dieſes einſeitige Streben nicht mehr ausreichend, um die preiswuͤrdigſte Waare zu liefern. Man hat nun mancherley Fehler entdeckt, wovon der Schaafzuͤchter ehedem gar nichts wußte, und bemuͤhet ſich, ſie zu vermeiden. Ob dieſe Kunſt ſchon allgemein, oder uͤberhaupt ganz klar, oder vollkommen erreicht iſt, moͤgte wohl zu bezweifeln ſeyn. Die mehrſten dieſer Fehler, die man auf die Vererbung ſchiebt, oder darin ſucht, daß heterogene Thiere mit einander gepaart werden, finden ſich vielleicht in der Haltung und Futterung, auch in der unzweckmaͤßigen Wahl der Race, welche man zuͤch⸗ ten will, woruͤber ſchon in dem Vorhergehenden das Noͤ⸗ thige bemerkt wurde. XI. Kapitel. Elektoral⸗Wolle. Die Saͤchſiſchen Wollhaͤndler behaupten: die Wolle der edelſten Saͤchſiſchen Schaͤfereien ſey ſchlechter geworden. So wenig die dortigen Schaafzuͤchter dieß auch ein⸗ raͤumen wollen, und einerſeits den Wollhaͤndlern dieſe bahrſc aoleugn dinlr a Piſtäͤti ende2 auptun du ve anſere e E ſenſche uns b narter nit durc ſließe, der M die an Grund gen d halte Quar die G lititi (Som nicht ſtand zweck rodu Tiiere Einger Tale V ſo detben. dlung. V t nur al bdeh einer a ſie jitt iche Dyft. niſſtens a Schaafzüt⸗ e Streben Waane zu ki, wovon bemuͤhet allgemein, daͤcht iſt, ten daeſer oder dain tt werden, ung, auch nan zuͤch⸗ das Rü⸗ die Vole gerorden. auch ein en diſfe wahrſcheinliche Thatſache als eine ſpekulative Erdichtung ableugnen moͤchten; ſo hat andererſeits die Aeußerung ſo vieler Wollhaͤndler und Fabrikanten, und beſonders die Beſtaͤtigung der Sortirer gegen fremde gar nicht konkurri⸗ rende Perſonen ſehr viel fuͤr ſich. Wenn alſo dieſe Be⸗ hauptung ſich bewahrheitet, ſo kann keine andere Urſache dazu vorhanden ſeyn, als die zu maſtige Futterung; denn unſere klaſſiſchen Schaafzuͤchter behaupten im Gegenſatz: die Saͤchſiſche Schaafzucht ſey nur erſt ſeit Kurzem wiſ⸗ ſenſchaftlich und nach richtigen Grundſaͤtzen betrieben, was uns berechtigen konnte, ſehr viel Schoͤnes davon zu er⸗ warten. Eine fehlerhafte Auswahl der Zuchtſtaͤhre iſt alſo nicht anzunehmen. Wenn ſich dieſer Widerſpruch nicht durch die verſchiedene Haltung und Futterung aufklaͤren ließe, ſo wuͤrden ſich unſere Begriffe, unſer Wiſſen in der Merinoszucht ſehr verwirren, und man waͤre genoͤthigt, die angenommenen und bisher fuͤr richtig anerkannten Grundſaͤtze in der Veredlung mit ſehr mißtrauiſchen Au⸗ gen anzuſehen. 1 Ich habe ſchon mehrfach erwaͤhnt, wie ich dafuͤr halte, daß ſowohl die Beſchaffenheit wie die gereichte Quantitaͤt der Nahrungsmittel ſehr großen Einfluß auf die Geſtaltung der Thiere und die Eigenſchaften und Qua⸗ litaͤt ihrer Wolle hat. Knappe, aber ſehr nahrhafte, ſuͤße milde Graͤſer im Sommer; feines ſuͤßes nahrhaftes Heu im Winter, aber nicht im Uebermaaß gegeben, wird— wenn der Schaaf⸗ ſtand vollkommen ausgeglichen und edler Abkunft iſt, die zweckmaͤßigſte Futterung ſeyn, um die ſchoͤnſte Wolle zu produziren. Sie wirkt in der Art auf die Geſtaltung der Thiere, daß, wenn ſie wenig Maſſe zu ſich nehmen, ihre Eingeweide ſich nicht ausdehnen, und da alle einzelnen Theile des Koͤrpers aller lebenden Weſen in der Regel ſich 1 — 76— . e 12 gegeneinander in ein gewiſſes Verhaͤltniß geſtalten, ſo ent⸗ i les ſtehen unter obigen Umſtaͤnden bey der Schaafzucht ſchlan⸗ und di ke, feinknochige, duͤnnhaͤlſige, ſpitzkoͤpfige Thiere. In in d gleicher Art wirkt die Beſchaffenheit des Futters dadurch 6 9 auf die Beſchaffenheit der Wolle, daß die Haut eben ſo er Fl wie alle uͤbrigen einzelnen Koͤrpertheile nicht ſehr uͤppig ſhr kr waͤchſt, ſondern der ganzen Geſtalt angemeſſen, ſehr duͤnn und zart bleibt und unbezweifelt iſt: daß duͤnne Haut 8 feine Wolle produzirt— wenigſtens iſt ſie in den Waͤn⸗ tung, den der einzelnen Faͤden fein. Dergleichen Wolle war vor nicht einem Jahrzehend haͤufiger in Sachſen, wie gegenwaͤrtig. die W Dieß behaupten wenigſtens die Wollhaͤndler. Es iſt aber auch! auch ſehr wahrſcheinlich; denn damals wurden faſt alle Sharat Schaafe auf die vorerwaͤhnte Art genaͤhrt, wozu die Saͤch⸗ nd in ſiſche Lokalitaͤt auf natuͤrlicher Weide und Wieſen die be⸗ er Ge dingten Mittel lieferte. Jetzt miſcht ſich aber der Getrei⸗ iſjeno deſack ein und dadurch wird die Wolle ſtaͤrker und laͤnger„ ſͤters 1 im Haar. er iſ Ein Schaaf gebraucht eine gewiſſe Quantitaͤt Nah⸗ ſaher 3 rungsſtoff um leben, wachſen und gedeihen zu koͤnnen. lrſach 3 Erhaͤlt es ſehr ſuͤßes, mildes, nahrhaftes Futter, ſo ge⸗ and ſe braucht es nicht ſo viel Volumen, wie im entgegengeſetz⸗ naͤßige ten Fall, und bey dem Minimum des erſtern wird es— ine u verſteht ſich, wenn es edel iſt— die feinſte Elektoral⸗ agerg 3 Wolle produziren, ſich in der feinſten Geſtalt darſtellen. ergleie Reicht man ihm unter demſelben, ſo wird es verkruͤppeln, die Wolle ſproͤde und abgeſtorben ſeyn und bald an Bleiche ſihrn V ſucht ſterben. Bey dem Maximum wird es zu einer ho⸗ Prter hen ſtarken, aber doch verhaͤltnißmaͤßig ſchlanken Geſtalt dübey 66 empor wachſen, und ſeine Wolle wird ungewoͤhnlich lang R, einen auffallend groͤßern Durchmeſſer der einzelnen Faͤden t erlangen; aber doch, ſo viel unter ſolchen Umſtaͤnden moͤg⸗ daaa lich, eine gewiſſe Sanftheit und Milde behalten. Y in, ſo m ucht ſchlan⸗ her. In tes ddurch aut eden ſ ſehr ippi „ſehr dum ünne Hau den Waͤn le war vor egenwäͤrtig iſt aber t faſt all die Saͤch⸗ i die be⸗ der Gett und langet titat Nah⸗ u koͤnnen. tt, ſo ge⸗ gegengeſe⸗ vird es— Ehektoral darſeelln. erkruppeln an Bleich⸗ einet ho en Geſtut nlich lag in Jiden dn moͤg V — — 77— Man findet jetzt in Sachſen ſowohl die erſtere, wie die letztere; jedoch mag dieſe wohl am haͤufigſten ſeyn und dadurch noch mehr an ihrer Guͤte verlieren, daß man die Koͤrnerfutterung zu weit treibt; denn ſehr ſchoͤ— nes Heu wird ſelten in großen Quantitaͤten gewonnen; der Klee geraͤth nicht immer; die Weide iſt am haͤufigſten ſehr knapp und das Getreide wohlfeil. Wenn man auch einraͤumen muß, daß Koͤrnerfutte⸗ rung auch den Bauch nicht fuͤllt; ſo laͤßt ſich daraus nicht folgern, daß, wenn ſie in Maſtfutterung ausartet, die Wolle dadurch nicht verſchlechtert werden koͤnne, wenn auch die Geſtalten, außer der Groͤße, keinen fremdartigen Charakter annehmen. Ich weiß zwar nicht zu ſagen, ob und in wiefern die Beſtandtheile der Koͤrner von denen der Graͤſer bey der chemiſchen Analyſe verſchieden ſind; deſſenohngeachtet iſt es mir aber doch einleuchtend, daß letztere dem Schaafviehe als Nahrungsmittel naturgemaͤ⸗ ßer iſt, wie Koͤrner. Eine maſtige Koͤrnerfutterung iſt daher gewiſſermaßen widernatuͤrlich, und widernatuͤrliche Urſachen muͤſſen widernatuͤrliche Wirkungen hervorbringen, und ſo wird aus feiner Wolle groͤbere; aus einem regel⸗ maͤßigen Stapelbau ein unregelmaͤßiger, weil die Wolle eine widernatuͤrliche Laͤnge erhaͤlt. Man koͤnnte ſie mit Lagergetreide, was auf zu uͤppigem Boden gewachſen iſt, vergleichen. Ob bey einer ſolchen Zuͤchtung richtig oͤkonomiſch ver⸗ fahren wird, gehoͤrt nicht zu meinem Zweck, hier zu er— oͤrtern, ich bemerke alſo nur die Vermuthung, daß man dabey wahrſcheinlich beabſichtigt: große Staturen zu erzie⸗ hen, viel Wolle zu ſcheeren und eine gluͤckliche Laͤmmer⸗ zucht zu erlangen— um die moglichſt hoͤchſte Revenue davon zu erhalten. Wenn man die Wolle wegen ihrer geringern Quali⸗ taͤt etwas billiger verkaufen muͤßte; dadurch wuͤrde jener Zweck nicht verfehlt; eine groͤßere Quantitaͤt erſetzt den geringern Preis mehrfach; aber dadurch, daß ſolche Schaͤ⸗ fereien den guten Ruf verlieren, der ihnen wegen dem Viehverkauf ſehr noͤthig iſt, indem ihnen derſelbe das mehrſte Geld einbringen muß. Wenn die Wahrkheit, welcher Preis fuͤr die Wolle bezahlt iſt, auch noch ſo ſehr verſchleiert wird und der Kaͤufer nicht plaudert: ſo kommt wohl ein unberufenes Kennerauge daruͤber, was gar nicht zu vermeiden iſt, und die Poſaune erſchallt nach allen vier Waͤnden: dieſe und jene Schaͤferei hat ſich ver⸗ ſchlechtert!!! 1. Hat ſich aber eine ſolche Schaͤferei wirklich verſchlech⸗ tert? Dieſe Frage kann nur definitiv beantwortet werden⸗ wenn man deshalb Verſuche angeſtellt hat. Wenn ich dieß aber auch nicht gethan, ſo zweifle ich zwar nicht, daß eine durch uͤbermaͤßige Futterung verſchlechterte Wolle ſich endlich vererbt; jedoch mag wohl ein ziemlich langer Zeitraum dazu gehoͤren, wenn der umgeaͤnderte Charakter konſtant werden ſoll. Momentan oder waͤhrend einiger Jahre angewendet, wird dadurch nicht die Race verſchlech⸗ tert;; ſondern bloß die Wolle, welche man waͤhrend der Zeit einer maſtigen Futterung davon gewinnt; indem ſie auf widernatuͤrliche Weiſe hervorgetrieben iſt. Werden ſolche Thiere wieder auf naturgemaͤße Futterung geſetzk, und es iſt ſonſt bey der Auswahl der Zuchtthiere kein Fehler begangen: ſo wird das Uebel ſofort wieder gehoben und auch keine Verſchlechterung in der Nachzucht bemerk⸗ bar ſeyn.. Ich beziehe mich zur Unterſtuͤtzung dieſer Vermuthung auf die im V. Kapitel dieſer Periode erzaͤhlte Thatſache, wo zwey aͤchte Infantado⸗Staͤhre ſich in zwey Jahren, währen uffal 1 kurzer heils arten natäͤrli degang dadure werder 7— hum. naͤmi feiner Wenn finden Thjere ſtarker leiden noch Grund Zeit a Wolff nen T um? b eſonde K lich;: inge vonne! tät a hmn ac Mita ern Qun uͤrde fene rrſett d olch Sche⸗ wegen dem erſelbe di Wahrhet och ſo ſeht ſo kommt was gir ſchallt nah at ſich ver pekſchlech⸗ t werden/ Wean ich wnt wiht, ere Wole lich langer Gharaktet nd einiger erſchlech⸗ ahtend de indem ſie Werden V ng geſebe hhiere keit er gehobin ht bemet ermuthung Dhitſache Jahren, waͤhrend welcher Zeit ſie Saͤchſiſches Futter genoſſen, ſo auffallend umgeaͤndert hatten. Wenn alſo feſtſteht, daß veraͤnderte Futterung in kurzer Zeit einen eigenthuͤmlichen Race⸗Charakter groͤßten⸗ theils verſchwinden machte: ſo kann man auch wohl er⸗ warten, daß wirkliches Elektoral⸗Vieh, wenn die wider⸗ natuͤrliche Futterung eingeſtellt und der naturgemaͤße Wei⸗ degang nebſt Heufutterung wieder in Anwendung kommen, dadurch wieder auf ſeinen vorigen Charakter zuruͤckgefuͤhrt werden kann. „Auch beweiſt die aͤcht Spaniſche Wolle der Trans- humantes-Heerden fuͤr dieſe Meinung. Man behauptet naͤmlich, daß die einzelnen Faͤden derſelben abwechſelnd feiner und groͤber ſind, und aus folgenden Urſachen: Wenn die Heerden ein friſches Weiderevier beziehen, ſo finden ſie fette Weide und Nahrung vollauf und die Thiere nehmen am Fleiſche zu, die Wolle erhaͤlt einen ſtarken Faden. Wenn dieſes Revier ausgefreſſen iſt, ſo leiden ſie Hunger, und da ſie ſich demohngeachtet daſelbſt noch verweilen(ich weiß nicht mit Gewißheit aus welchem Grunde, vielleicht weil ein ſolches Revier eine beſtimmte Zeit ausreichen muß), ſo nehmen ſie wieder ab und die Wollfaͤden werden wieder feiner, und ſo ſollen die einzel⸗ nen Wollfaden mehrere dergleichen Uebergaͤnge vom Einen zum Andern haben, weshalb die Engliſchen Fabrikanten beſonders die Saͤchſiſchen Wollen jener vorziehen. Koͤrnerfutterung iſt oft noͤthig, mitunter unvermeid⸗ lich; denn in manchen Jahrgaͤngen giebt es unegale Jaͤhr⸗ linge oder das Heu iſt nur knapp oder nicht gluͤcklich ge⸗ wonnen, der Klee mißrathen oder man iſt auf eine Loka⸗ litaͤt angewieſen, wo letzterer gar nicht gebauet werden kann ꝛc. In allen dieſen Faͤllen muß der Kornboden ins Mittel treten. Man kann auch der Wolle unbeſchadet davon Gebrauch machen, nur nicht in dem Maaße und in der Abſicht: die moͤglichſt groͤßte Quantitaͤt Wolle zu produziren, wodurch die Qualitaͤt jeder Zeit beeintraͤchtigt wird. Von einigen Arten Getreide vermuthe ich dieß be⸗ ſonders, als: von Erbſen, Bohnen, Wicken, Rocken ꝛc⸗ Am wenigſten von Hafer. Die beſondere Milde und Seidenartigkeit, welche der Elektoral⸗Wolle und inſonderheit der Saͤchſiſchen in hohem Grade beywohnt, wird nicht allein durch knappe oder ma⸗ gere Weide und Futterung erzeugt, ſondern es muß da⸗ mit auch eine gewiſſe Milde der Graͤſer und Kraͤuter ver⸗ bunden ſeyn, denen wiederum eine beſondere Nahrhaftig⸗ keit eigen iſt. Die erſtere Eigenſchaft der Graͤſer(welche die Schaͤfer quede nennen) ſcheint beſonders auf die er⸗ waͤhnten Wolleigenſchaften hinzuwirken. Auf welche Weiſe dieß geſchieht, fuͤhle ich mich zu ſchwach gruͤndlich aus— einanderzuſetzen; die Sache findet ſich aber in der Praxis wirklich ſo vor; ich wiederhole daher bloß die Bemerkung: daß ein Schaaf bey dem geringen Volumen, welches es auf ſehr nahrhafter Weide oder von ſehr nahrhaftem Fut⸗ ter zu ſich nimmt, der Koͤrper des Thieres weniger aus⸗ gedehnt wird, und alſo auch der Hautwuchs weniger uͤp⸗ pig iſt, als bey dem Genuß von ſauern, harzigen Graͤ⸗ ſern. Die Wolle waͤchſt deshalb auch nicht ſo kernig und man wird bey ſolchen Thieren immer eine gewiſſe Locker⸗ heit im Stapelbau bemerken, der wie die Geſtalt ſelbſt, mehr hoch und ſchlank als platt und gedraͤngt iſt, und ſo laͤßt ſich auch vermuthen, daß die einzelnen Wollfaden mehr roͤhrenartig ſind, deren aͤußere Waͤnde ſehr zart ſeyn moͤgen und dadurch der Maſſe das ſanfte Gefuͤhl verur⸗ ſachen. Was eoͤnnte uns auch zweifelhaft machen, uͤber den Einfluß der Nahrungsmittel fuͤr die Schaafe auf ihre Wol Pien beerd Mer dung bey Haa Naaße undſ Wolee zu inträchti h dieß be⸗ Nete n. wäche d in hohem V eoder ma⸗ 3 muß da räͤuter ber Nahrhafti⸗ et(welche uf die er⸗ che Weiſe düch aus⸗ det Prapss ſemetkung:— welches es ftem Jur⸗ aiger aut⸗ enigtt un⸗ zigen Gri⸗ kernig und iſſe Locen⸗ ſalt ſelſt ſt, und ſ. Wolffaden V zart ſern ühl vern aͤher den auf ihn Wolle und Geſtalten, da man doch die groͤßere Milde der Piemonteſer Seide in den dort zarter vorhandenen Maul⸗ beerbaumblaͤttern zu finden glaubt. Eben ſo erhalten die Pferde feinere Geſtalten, wenn ſie waͤhrend ihrer Ausbil⸗ dung wenig, aber nahrhaftes Futter bekommen. Sogar bey dieſen wirkt die Nahrung auf die Haut und das Haar. Bey der erwaͤhnten bildet ſich die erſtere duͤnn und das letztere kurz und fein, und alle ſind ſich mehr oder weniger aͤhnlich, wenn auch nicht ganz gleich. Die Pfer⸗ de, welche ſich bey ſaurer Sumpfweide ausbilden, ſind ſich auch alle aͤhnlich. Sie haben dicke Baͤuche, plumpe Kno⸗ chen, kurz ſie ſind alle haͤßlich. Daß die Eigenſchaften, ſo wie die ſchoͤne Geſtalt der edeln Pferde gewiſſermaßen Race⸗Eigenſchaften ſind, kann man eben ſo wenig wie bey den Schaafen in Abrede ſtel⸗ len. Aber ſie ſind dem Urpferde nicht eigen geweſen, ſon⸗ dern ſie haben ſich theils durch den Einfluß paſſender Lo⸗ kalitaͤten von ſelbſt veredelt, theils hat der Menſch dieſe Neigung zur Veredlung durch zweckmaͤßige Paarung unter⸗ ſtuͤtzt, und ſo das Pferd in ſeiner Vollkommenheit gewiſ⸗ ſermaßen geſchaffen. Oder wenn man lieber annehmen will, daß das Urpferd in moͤglichſter Vollkommenheit vor⸗ handen war: ſo wird dadurch daſſelbe erwieſen, was ich mit dem Gegentheile darthun wollte, naͤmlich: daß ſich das Urpferd ſehr veraͤndert hat, was hauptſaͤchlich nur durch die Nahrungsmittel geſchehen ſeyn kann. XII. Kapitel. Die Wolle der Infantado⸗Rare. Nach dem Durchmeſſer der einzelnen Faͤden betrach⸗ tet, findet man ſie in derſelben Feinheit, wie die Elekta; 6 ſie hat aber mehr Kern, oder vielmehr die aͤußern Waͤnde der einzelnen Faͤden ſind ſtaͤrker, und deshalb iſt ſie im Angriffe nicht ſo ſanft wie jene, weshalb ſie der Elekta pro Stein um einige Thaler nachſteht. Dafuͤr erhaͤlt man aber bey der Infantadozucht mehr Gewicht, ſo, daß der geringere Preis dadurch hinlaͤnglich entſchaͤdigt wird. Wenn ich die Meynung aͤußerte, daß die Elektoral⸗ Wolle mehr durch knappe, ſuͤße, nahrhafte Nahrung er— zeugt werde: ſo behaupte ich von der Infantado-Race, als Gegenſatz der erſtern, daß ſowohl die dickknochigen, tonnenfoͤrmigen Geſtalten, wie ihre Wolle, mit dem ihr eigenthuͤmlichen pechartigen Ueberzug und gelben Fett⸗ ſchweiße, das Produkt einer ſaueren, harzigen, dabey aber reichlichen Nahrung iſt. Dergleichen Futtermittel— ſie werden auf der Weide genoſſen oder getrocknet im Stalle — ſind zwar weniger nahrhaft, wie ſolche, die aus ſuͤßen Graͤſern und Kraͤutern beſtehen. Die Quantitaͤt muß in dieſem Falle die Qualitaͤt erſetzen. Weide dieſer Art iſt gewoͤhnlich ſehr graswuͤchſig und die Thiere finden hier immer Fraß. Die Freßluſt derſelben wird um ſo mehr gereizt, je weniger das Futtermittel naͤhrend iſt, wovon man taͤglich Beweiſe hat. Z. B. nimmt ein Maſtochſe von dem ihm gereichten ſehr nahrhaften Futter nicht halb ſo viel Volumen zu ſich, wie ein Zuchtochſe von dem ge⸗ woͤhnlich magerern Nahrungsmittel. Die Baͤuche der Schaafe auf ſolcher Weide und im Winter mit ſolchen Futtermitteln ernaͤhrt, ſind immer an⸗ gefuͤllt, und tonnenfoͤrmig kommen ſie im Sommer des Abends in die Horden. Daß eine Futterung dieſer Art eine andere Geſtaltung der Thiere bewirkt, wie eine knappe nahrhafte Haltung, duͤnkt mich, kann beynahe gar nicht beſtritten werden; problematiſch iſt aber, ob ſie auf die Wolle einen aͤhnlichen Einfluß hat? ich glaube ja. So — n Wänze wie ſich bey einer knappen nahrhaften Haltung ſchlanke ſt ſie in feine Geſtalten bilden, und in Folge deſſen hohe lockere 5 Elekta Wollſtapel mit— dem Grade der Veredlung angemeſ⸗ für uhalt ſen— feinem Wollhaar: ſo bilden ſich im entgegengeſetz⸗ ſo, dh ten Falle, wo die Geſtalten großartiger, klumpiger in zt wird. den einzelnen Theilen ausfallen, dichtere Vließe, kernigere Elektoruk. Wolle. Alle einzelnen Theile des Koͤrper zehen aber ahrung er- mit einander in zu genauer Verbindung, als daß der eine ado⸗Rack, ſich nicht immer mit den andern nach einem gewiſſen Ver⸗ kenochigen, haͤltniſſe ausbilden muͤßte und die Wolle iſt auch ein Theil t dem ihr deſſelben. 1 lben Fett⸗ dabey aber Eine ausfuͤhrliche, treffende Definition uͤber Urſache tel— ſie und Wirkung, dieſen Gegenſtand betreffend, iſt fuͤr mich m Stalle eine zu ſchwierige Ausgabe, als daß ich mich darauf ein⸗ aus ſuͤßen laſſen koͤnnte; ich bemerke alſo nur: daß wenn eine vo⸗ t muß in luminoͤſe Nahrung einen uͤppigen Wuchs der Staturen er Att iſ F hervorbringen kann, ohne beſonders naͤhrend zu ſeyn, ein nden hür uͤppiger Haut⸗ und Wollwuchs eine natuͤrliche Folge ſeyn ſo mehr muß. Vielleicht extrahiren die einmal groͤber gebildeten „wovon Naturen aus den erwaͤhnten voluminoͤſen Nahrungsmit⸗ Maſtochſe teln zwar viel, aber nicht ſo feinen Nahrungsſtoff, wie icht habb im entgegengeſetzten Fall, der eben ſowohl einen uͤppigen dem ge⸗ Wollwuchs bewirkt, wie er eine großartige Geſtalt her⸗ vorbringt. Dieß laͤßt ſich auch kaum anders denken; denn und in wie geſagt, die einzelnen Theile des Koͤrpers werden im⸗ mmer mer in einem richtigen Verhaͤltniß zu einander bleiben. mmer des Es waͤre denn, daß der Menſch dieſer Natuͤrlichkeit entge⸗ eſer Art gen arbeitete; dieß iſt ihm zwar moͤglich, aber nur be⸗ enrwye dingungsweiſe. Feines Haar hat er ſchon aus grobem er niht geſchaffen. Aus einem dichten Vließe kann er auch ein uf die lockeres herſtellen; wenn er aber unter den in Rede . So ſtehenden Umſtaͤnden darauf hinarbeiten wollte, ſo wuͤrde G 6* er ſeiner Convenienz grade entgegen handeln; wie in dem VII. Kapitel dieſer Periode gezeigt iſt⸗ Außerdem finden in der Thierſchöpfung nie oder ſei⸗ ten Mißverhaͤltniſſe in den einzelnen Theilen ſtatt, wie wir bey den Thieren, die in der Wildniß leben, deutlich wahrnehmen. Sie unterſcheiden ſich nur durch das ver⸗ ſchiedene Alter, oder auch hinſichtlich der Nahrungsmittel, die ihnen die Natur der Lokalitaͤt gemaͤß, worin ſie leben, darbietet; immer aber in der verhaͤltnißmaͤßigen Ueberein⸗ ſtimmung der einzelnen Theile. Ungewoͤhnliche Abwei⸗ chung derſelben oder Naturſpiele in der Nachzucht, die man bey den Nutzthieren wahrnimmt, zeigen ſich eben⸗ falls bey jenen nie, die nur eine Folge der menſchlichen Kuͤnſteleien ſind; indem die Natur von dem, ihr von den Menſchen aufgedrungenen Zwange abſpriugt. Es iſt anzunehmen, daß die Natur bey der Bildung und Fortpflanzung der Haus⸗ und Nuttthiere nach denſel⸗ ben Geſetzen, wie bey derjenigen der wilden Thiere ope⸗ rirt. Der Menſch kann durch ſeine Einwirkung ihrem Wege eine andere Nichtung geben; aber oft nicht auf eine willkuͤhrliche Weiſe, ſondern nur unter beſondern Be⸗ dingungen; ſo z. B. kann wohl jedes Infantadoſchaaf in der Nachzucht durch die Paarung mit einem Elektoralſtaͤhr in dieſe Race umgewandelt werden; aber unter der beſon⸗ dern Bedingung: daß die Futterung dabey beruͤckſichtigt wird. Geſchieht dieß nicht, ſo wird man ſeinen Zweck nicht vollkommen erreichen. Eine Lokalitaͤt, die einer Heerde Schaafe Nahrung anbietet, die voluminoͤs, aber nicht beſonders kraͤftig iſt, wird ſogar jede Race mit der Zeit in Infantados umwandeln, wenn es auch nicht die Abſicht des Beſitzers iſt. Wenn ſie vorher dem Elektoral⸗ ſtamme angehoͤrte, ſo wird, wenn ſich die Geſtalten jener Race naͤhern, der Wollwuchs uͤppiger, dichter, kerniger — in den dder ſel⸗ att, wie deutlich das ver⸗ gemittel, ſie leben, Ueberein⸗ Abwei⸗ acht, die ſich eben⸗ nſchlichen bon den Bidung ſch denſel⸗ Hiere ope⸗ gg ihrem nicht auf dern Be⸗ ſchaaf in poralſtaͤr er beſon⸗ ichſichigt n Zwec ie einet s, aber mit der nicht di klektaral ten jner arniger werden; dadurch aber an Sanftheit verlieren, aber nicht an Feinheit, nach dem Durchmeſſer— wenn ſonſt die fernere Zuͤchtung nicht fehlerhaft iſt. Man findet zwar mitunter Infantados, die ganz grobe Haare unter dem Halſe, im Nacken, auch wohl an den Keulen haben; dieß iſt aber keine charakteriſtiſche Eigenſchaft dieſer Race im Allgemeinen, oder eine Folge der veraͤnderten Weide; ſondern ein Ueberbleibſel von ihren urſpruͤnglichen Stamm⸗ eltern, die entweder Spaniſche oder Deutſche Churros wa⸗ ren.(Solche Eigenthuͤmlichkeiten ſind ſchwierig ganz fort⸗ zuſchaffen, es wird wenigſtens viel Zeit dazu erforderlich ſeyn.) Dieſer Umſtand hat deshalb nichts mit dem Vor⸗ erwaͤhnten gemein. Eine ſolche Weide und Futterung wirkt mehr auf Dichtheit der Vließe oder auf Produktion mehrerer Faͤden hin, als auf Verſtaͤrkung derſelben im Durchmeſſer. Die Urſache davon kann nur in dem, mit der mehreren Koͤr⸗ perausdehnung im richtigen Verhaͤltniß ſtehenden uͤppigern Hautwuchs zu ſuchen ſeyn. Inwiefern die Nahrung dieſer Art reich oder arm iſt, wird zwar hier, wie bey den Elek⸗ torals, ebenfalls einen Unterſchied in der Wolle machen. Das Minimum in der Nahrung dieſer Art, was zum le⸗ ben, wachſen und gedeihen durchaus erforderlich iſt, wird die feinſte Wolle erzeugen, und da das Volumen der Nah⸗ rungsmittel dasjenige bey dem Minimum fuͤr die Elekto⸗ rals vielleicht um das Doppelte uͤberſteigen muß, um den Bedarf an Nahrſtoff zum leben und wachſen zu liefern ſo werden die dergeſtalt erzogenen Thiere kleine, kurze, dicke Geſtalten und verhaͤltnißmaͤßigen Knochenbau darſtel⸗ len. Iſt die Nahrung unter dem Minimum, ſo werden ſie, ungeachtet des groͤßern Volumens, welches ſie gegen die Elektorals bey demſelben erhalten, dennoch verkruͤppeln und endlich vor Mattigkeit ſterben. Bey dem Maximum iſt die Wolle am ſtaͤrkſten im Durchmeſſer der einzelnen Faͤ⸗ den und ſie liefern das mehreſte Gewicht. Sie wachſen auf zu großen, breiten, dickknochigen Geſtalten mit moͤg⸗ lichſter Wollbewachſenheit. Beylaͤufig geſagt, bin ich der Meinung, daß keine von beyden Lokalitaͤten, wo ſich die eine ganz beſonders fuͤr die Elektorals, die andere beſonders fuͤr die Infanta⸗ dos eignet, die wuͤnſchenswertheſte iſt. Bey der erſten verliert man zuviel an Wollmenge; bey der letztern zu ſehr am Preiſe und Rufe. Die vortheilhafteſte iſt dieje⸗ nige, welche mitten inne ſteht. Wenn hier eine ziemlich wollreiche Elektoralrace angeſchafft und auf Wollmenge fortgearbeitet wird; ſo iſt in kurzer Zeit, dem eigentli⸗ chen Elektoralcharakter unbeſchadet, ein ſolches Ziel zu er⸗ reichen. Bey guter Nahrung wird zwar die Wolle etwas an Sanftheit und Milde verlieren; aber immer noch ge⸗ nug davon behalten, als daß ſie nicht die Saͤchſiſche Elektoralwolle durch mehrere Geſchloſſenheit der Vließe, mehrere Kraft und Kern uͤbertreffen ſollte. Der Wollfa⸗ brikant wird ſie eben ſo gut bezahlen wie jene, weil ſie, ohne barſch zu ſeyn, mehr Leben hat. Der groͤßte Vor⸗ theil wird aber gutes Gewicht ſeyn. Man findet natuͤrliche und kuͤnſtliche Weiden dieſer Art. Die erſtere auf Feldern und Aengern(Raſen), wel⸗ che wenig Saͤuern enthalten, und deshalb— zwar nicht ſo milde Graͤſer wie in Sachſen, wo gar keine Saͤuern im Boden zu ſeyn ſcheinen, hervorbringen; aber auch nicht ſo ſauere oder herbe, wie auf der eigentlichen In⸗ fantado⸗Weide wachſen. Da aber auch der Graswuchs ſehr uͤppig iſt: ſo lei⸗ den die Thiere— wenn ſonſt die Weide nicht uͤbertrieben — nie Hunger, ohne ſich die Baͤuche uͤbermaͤßig zu fuͤllen. —————— „† V tern Weidde wwerde beſſer anger ſen n fär) müſſ wie auch V der V ſchm⸗ daß ſ V bring auf wenr theil wohl Ghat woll ein Sche eine umn und eine dere toral zewif tn d lna F j Kuͤnſtliche Weiden dieſer Art ſind ſolche, wo auf Gͤ⸗ nachſe V tern Koppel⸗ oder Schlagwirthſchaft eingefuͤhrt und die nit nig⸗ Weide-Schlaͤge mit weißem Klee oder Spargel angeſaͤet b werden. i kim Beydes ſind Futterkraͤuter, oder in unſerm Fall wohl zfues beſfer: Weidegraͤſer, die allen grasfreſſenden Thieren ſehr zafänn angenehm und homogen zu ſeyn ſcheinen. Kuͤhe und Och⸗ dr erim ſen nehmen dabeh⸗ wenn ſie hinreichend davon bekomnen⸗ ſeum ſehr bald an Fleiſch zu. Da ſie aber ſehr naͤhrend ſeyn f di⸗ muͤſſen, ſo freſſen ſie nicht ſo viel davon an Volumen, wie von manchen andern Graͤſern und behalten deshalb d Fenni auch im feiſten Zuſtande ſchlanke Geſtalten. Die Milch allmeng der erſtern iſt ſehr fett und die Butter davon angenehm eigenti⸗ ſchmeckend. Warum ſollte man alſo nicht glauben koͤnnen, ii zu er daß ſie bey den Schaafen eine aͤhnliche Wirkung hervor⸗ ale imas bringen? Daß ſie bey denſelben ebenſo, wie bey den Kuͤhen, 4 noh g⸗— auf die Milch, auch auf das Wachsthum der Laͤmmer, Sichſſch wenn ſie nach dem Abſetzen darauf geweidet werden, vor⸗ er Lüiß, theilhaft wirken, iſt erwieſen genug. Aber weniger iſt r Wolfa— wohl beachtet, inwiefern ſie auf die Wolle und auf die weitſi’ Charakteriſtik der Thiere wirkt. tißte Vo⸗ Man wuͤrde im Irrthum ſeyn, wenn man glauben wollte, eine Weide von weißem Klee oder Spargel ſey den düſ ein Arkanum gegen alle charakteriſtiſchen Maͤngel der nſen), wel Schaafe und ihre Wolle; oder man koͤnne dadurch ſofort zwar nicht eine entſchiedene Infantado⸗Race in Elektoral⸗Schaafe e Säuen umwandeln. Dieſe Behauptung wuͤrde widerſinnig ſeyn gber auch und ſo iſt es nicht gemeint. Ich behaupte nur, daß es lichen In⸗ eine ſolche Weide iſt, die ſo wenig die eine, wie die an⸗ dere Race beſonders begunſtigt. Beſetzt man ſie mit Elek⸗ iſt: ſo li⸗ toralſchaafen, ſo wird zwar die Wollmenge bis auf einen bertieben gewiſſen Punkt im Zunehmen bleiben, ohne den Charak⸗ rmißig zu ter der erſtern ganz zu verlieren; wird ſie mit Infanta⸗ — 88— dos beweidet, ſo nimmt die Wollmenge bis zu demſelben. Punkt ab und erhaͤlt denſelben Typus wie die vorerwaͤhnte. V aird Daß dieſe Umaͤnderung nicht in einigen Jahren, ſondern fe ur nur nach mehrern Generationen vollendet ſeyn kann, iſt Saͤue kaum noͤthig zu erwaͤhnen; denn jeder Schaafzuͤchter weiß, von? daß ein ſo eben gebornes Lamm nur erſt im dritten derun Jahre— auch wohl mitunter im zweyten— zum Staͤhre 4 gelaſſen und alſo volle drey oder zwey Jahre alt wird, ben C ehe es wiedet ein Junges erzeugt. Wenn man alſo an⸗ wach nimmt, daß ein Drittel des ganzen Beſtandes Muttervieh ſalben iſt; ſo waͤren mehr wie drey Jahre— da es ohne Sterb wohl und Guͤſte nicht abgeht— erforderlich, um eine neue Beſt Generation herzuſtellen. nicht Noch iſt zu bemerken, daß nicht jeder weiße Klee ein V theil und dieſelbe Wirkung hervorbringt. Es koͤmmt hierbey nicht allein auf die Art der Vegetabilien an; ſondern auch ain auf die Beſchaffenheit des Bodens, worin ſie wachſen. lnd Je weniger Saͤueren er enthaͤlt, je aromatiſcher und nahr⸗ dich hafter wird der Klee ſeyn, und jemehr wird ſich das da⸗ Jhder von genaͤhrte Vieh den Elektoraleigenſchaften naͤhern. Je Bod mehr Saͤuern er enthaͤlt, je weniger nahrhaft iſt der s Klee, deſto mehr werden alſo die Schaafe davon freſſen ſe und ſich um ſo mehr dem Infantadocharakter hinneigen. Hoͤchſt ſauerer Grund produzirt keine Weide fuͤr die V groß Schaafe, ſondern ſeine eignen Graͤſer, als: Segge, b bar Schilf, Binſen ꝛc., aber keinen weißen oder andere Arten ſe d 3 4 Klee. Sie wachſen zwar, ſo wie manche andere Graͤſer, in d 1— † die zur Nahrung fuͤr Schaafe ſich ſehr gut eignen, auf Boden, der ſchon viel Saͤuere enthaͤlt, und koͤnnen als⸗ beur dann auch ohne Nachtheil der Geſundheit von ihnen ge⸗ dener noſſen werden. Aber hier iſt die Rede von kuͤnſtlichen fer; Schaaf⸗Weiden, die Niemand auf niedrigem, ſauern nicht, Grunde anlegen wird. V in zn eem ſeldin ewaͤhnte ſondern nn, iſ ter waiß, dritten Stähre alt win, alſo an⸗ zuttervieh ne Ster eine neur Klee ein hietbey ern auch wachſen. nd nahr⸗ das da⸗ ern. J. iſt der fteſſen neigen. fur die Segge, e Arten Gräſer en, auf ten als⸗ neen ge⸗ ſtlicen ſauern 4— — 89— Beſonders wenn ſie fuͤr die Arzunen dre emn iſt, wird Pihetaden n dazl gewaͤhlt. Es kann zwar auch die⸗ ſer und ſogar lehmiger Sandboden wehr oder weniger Saͤuern delde die den darauf gewachſenen Vegetabilien von einander abweichende Beſtandtheile aneignen, die wie⸗ derum bey der Zuͤchtung der Thiere verſchieden wirken. Es iſt nicht in Zweifel zu ziehen, daß ein und dieſel⸗ ben Graͤſer ſowohl auf ſauern wie auf nicht ſauern Boden wachſen; eben ſo wenig iſt zu bezweifeln, daß ein und die⸗ ſelben Graͤſer auf beyden Bodenarten gewachſen, ſich ſo⸗ wohl durch das Anſehen als durch die ihnen beywohnenden Beſtandtheile von einander unterſcheiden; es iſt alſo auch nicht zu bezweifeln, daß die Verſchiedenheit der Beſtand⸗ theile, verſchiedene Saͤfte in den Viehnaturen erzeugen. Bey dem Getreidebau liefert Saͤuernfreier Boden duͤnnhuͤlſiges ſchweres Korn; ſolcher der Saͤuern enthaͤlt, in demſelben Verhaͤltniß, wie ſie darin vorhanden ſind, dickhuͤlſiges leichtes Korn. Wenn man nun annimmt, daß der Schaafkoͤrper mit ſeinen Saͤften der Wolle iſt, was der Boden den Pflanzen ſeyn mußf, ſo iſt die natuͤrliche Folge: daß verſchiedene Nahrung verſchiedene Wolle erzeugt, wenn ſie auch ein und derſelben Race gegeben wird. Iſt alſo die Verſchiedenheit der Nahrungsmittel ſehr groß, ſo wird der Unterſchied in der Wolle ſofort bemerk⸗ bar ſeyn; iſt ſie weniger von einander abweichend, ſo wird ſie die Thiere wenigſtens dahin disponiren, daß die Wolle in der Nachzucht einen bemerkbaren Unterſchied zeigt. Es wird ſich dabey daſſelbe Verhalten in ſeiner Art leutkunden⸗ wie bey gewiſſen Gewaͤchſen, die in verſchie⸗ denen Boden geſaͤet werden; z. B. Erbſen, Linſen, Ha⸗ fer c. Die erſtern veraͤndern ſich in manchen Boden gar zu in manchen nur in laͤngerer Zeit; in manchen ſchon im zweyten Jahre, und in wenigen Jahren werden Wik⸗ - 90— ken aus erſtern, wenn ſie auch noch ſo ſorgfaͤltig von Wickenfeldern entfernt gehalten werden. Der Hafer aͤn⸗ dert ſich in Kurzem, aus glatten ſchweren Hafer in rau— hen leichten um, wenn er von gutem Boden in Sand verſetzt wird. XIII. Kapitel. Der pechartige Ueberzug der Infantados und die verſchiedenen Farben des Fettſchweißes der Wolle. Das unleugbare Vorhandenſeyn eines pechartigen Ue⸗ berzugs, welcher den ſogenannten Infantado⸗Schaafen be⸗ ſonders eigen iſt, hat wohl verſchiedene Urſachen. In der Hauptſache ſind es wahrſcheinlich dieſelben, welche die Race ſelbſt hervorbringen. Eine maſtige Futterung; eine beſon⸗ ders poroͤſe Hautbeſchaffenheit der Thiere; der Genuß we⸗ niger feinen Nahrungsmittel ſind alles Umſtaͤnde, die dazu beytragen koͤnnen. Eine maſtige Futterung kann aber nicht die einzige Gelegenheitsurſache ſeyn; denn man bemerkt auch, wenn die Thiere ſonſt die Geneigtheit dazu haben, bey ſehr mittelmaͤßiger Beleibtheit dieſen pechartigen Ueber⸗ zug. Die poroͤſe Hautbeſchaffenheit iſt mehr Wirkung als Urſache, und deshalb nicht eigentliche konſtante Race⸗Eigen⸗ ſchaft. Hauptſachlich iſt es wohl der haͤufige Genuß ſaue⸗ rer, harziger Nahrungsmittel, die viel Beſtandtheile ent⸗ halten, welche der Schaafnatur heterogen ſind, die ſie ſich, da ſie in die Saͤfte oder in das Blut uͤbergegangen ſind, durch die Hautporen entledigt. Je ſauerer, harziger die Nahrungsmittel der Schaafe ſind, je mehr heterogene Be⸗ ſtandtheile werden in die Saͤfte uͤbergehen und um deſto klebriger wird der ſogenannte Fettſchweiß ſeyn, wovon ſich det S ſer kle wied d 3 unnig Veſtan in 4 widder d b b genth 5 der Thei terur mit in fenh die Sac ſtan V nich hiui ſt ſero wer vele nur Futt aber rgfili n d Hafer a⸗ aftt in tu n in Sand 3 und de Wolle. zrtigen lle⸗ wagfen be⸗ In der Rde Race iine beſon- Henuß we⸗ die daa aber nicht bemerkt zu haben, hen Uebet⸗- rkung ols aee⸗Eigen⸗ nuß ſaur⸗ theile en- , e ſi ſch ggen ſind, rziger die gene Be⸗ um deſto von ſih 2A— der Schaafkoͤrper durch die Hautporen entledigt. Mit die⸗ ſer klebrigen Subſtanz vermiſcht ſich Staub und dadurch wird der in Rede ſtehende pechartige Ueberzug mehr oder weniger gebildet. Iſt das Nahrungsmittel dem Viehe homogener, ſo gebraucht es nicht ſo viel Maſſe zu ſeiner Ernaͤhrung und ſchon deshalb wirft es nicht ſo viel Unbrauchbares durch die Haut fort; nun koͤmmt aber noch dazu, daß homoge⸗ nere Nahrungsmittel weniger dem Thiere unbrauchbare Beſtandtheile in die Saͤfte liefert; es braucht alſo auch in dieſer Hinſicht nicht ſo viel durch die Haut fortzuſchaffen. Man koͤnnte zwar dagegen einwenden, daß eines Theils wiederkauende Thiere eigentlich gar nicht transpiriren, und daß bey den Schaafen der vorhandene Fettſchweiß eine Ei⸗ genthuͤmlichkeit dieſer Thiere ſey, die die Beſtimmung habe, der Wolle die noͤthige Geſchmeidigkeit zu geben. Andern Theils finde man oft in einem Stalle, bey gleicher Fut⸗ terung und unter ſonſt gleichen Umſtaͤnden, einige Thiere mit ſchmieriger Wolle und einige andere, deren Wolle ganz rein ſey, was nicht ſtatt finden kann, wenn die Beſchaf⸗ fenheit der Nahrungsmittel ſo entſchieden einwirke. Was die erſtere Einwendung betrifft, ſo muͤßte, wenn ſich die Sache ſo verhielte, der qu. Fettſchweiß unter allen Um— ſtaäͤnden immer gleichmaͤßig vorhanden ſeyn. Dieß iſt aber nicht der Fall. Bey maſtiger Futterung zeigt er ſich viel haͤufiger, als bey einer gewöhnlichen. Am auffallendſten iſt dieß bey Maſthammeln, ſie werfen insgeſammt eine auf⸗ ſerordentliche Menge Fettſchweiß durch die Haut aus, und werden bey der reinſten Streue davon ganz ſchwarz, von welcher Race ſie auch ſeyn moͤgen. Dieſe Erſcheinung kann nur ihren Grund darin haben, daß von dem genoſſenen reichen Futter, die ihnen heterogenen Beſtandtheile, welche ins Blut ubergegangen ſind, durch die Hautporen fortgeſchafft werden. Im Betreff der andern Einwenbung, ſo iſt ſie eben ſo grundlos. Das Vorhandenſeyn verſchiedenartig charak⸗ teriſirker Individuen bey gleichem Futter— was nicht zu beſtreiten iſt— kann mehrere Urſachen haben. Es iſt daruͤber im Vorhergehenden das Noͤthige geſagt; um mich alſo nicht noch einmal zu wiederholen, ſo bemerke ich nur noch, daß wenn man z. B. eine entſchiedene Elektoral⸗ Heerde, die bisher milde Graͤſer und dergleichen Heu ge⸗ noſſen, auf ſaueres Gras und faueres Heu ſetzte; ſo wer⸗ den diejenigen Thiere, welche ſich zuerſt an die veraͤnderte Futterung gewoͤhnen, und am beſten freſſen, eher den Wollcharakter wechſeln, als ſolche, denen das ungewohnte Futter weniger behagt, und ſo wuͤrde man ſchon dadurch bey gleichen Nahrungsmitteln, verſchiedenartige Wollcha⸗ rakter wahrnehmen. Außerdem iſt der pechartige Ueberzug bey mager gefutterten Thieren in viel geringerm Grade, als bey reichlich genaͤhrten, wenn auch die Beſchaffenheit des Futters dazu disponirt. Trifft es ſich nun, daß das eine oder andere Thier anhaltende Unpaͤßlichkeit befaͤllt und die Nahrungsmittel ſind uͤberdem knapp: ſo erholt es ſich nur ſehr langſam, und unterſcheidet ſich von der uͤbri⸗ gen Heerde durch ganz reine Wolle; denn das Ausſchwiz⸗ zen der fetten Feuchtigkeit iſt entweder ganz unterbrochen, oder doch wenigſtens ſehr gemindert. Eben ſowohl iſt es auch nicht unwahrſcheinlich, daß zwey Thiere von gleichem Charakter und konſtanter Race in ihrem Koͤrperweſen in⸗ ſofern verſchieden organiſirt ſind, daß bey vorhandener Gelegenheitsurſache ſich das eine leichter zu einer Umaͤnde⸗ rung der Extremitaͤten hinneigt, als das andere. Endlich iſt es eine bekannte Sache, daß die Natur nie von einem Extrem zum andern uͤberſpringt; aus einer reinen Wolle kann alſo auch nicht, ſogleich ſchmierige Wolle werden, und umgekehrt. Sie findet ſich im Allgemeinen ben ab feme erzeuge wahrſe 1 5 uütig Farbe zum! ſonder ſgerer ſnn, maſti luͤnge heitsn it ſie edn ati d ch arat vas dicht zu 8 ſſt z um nic etke ich nu Elekon— en Heu ge ke; ſo wi veräͤndertt V eher d den ngewohnte h dadurch b Wolche⸗ Woberzug eim Guän, ſchaffenhe daß 13 eit befäͤlt erholt es der uͤbr⸗ lusſchwi elbrochen, hl iſt es gleichem veſen in⸗ handener Umande⸗ 2 Natlu us einer Wolle meinen nur erſt dann ein, wenn ſich das Hautgewebe und uͤbrige t*† Koͤrperweſen demgemaͤß gebildet hat, und dieß kann bey einem fruͤher, bey andern ſpaͤter geſchehen. Man wuͤrde aber nun noch fragen koͤnnen: wo blei⸗ ben aber waͤhrend der Zeit die in das Blut uͤbergehenden fremdartigen Beſtandtheile, die den pechartigen Ueberzug erzeugen ſollen? Ich kann darauf nur erwiedern, daß ſie wahrſcheinlich vorlaͤufig die Wege finden, welche alles uͤbrige dem Koͤrper Unbrauchbare abfuͤhren. Die verſchiedene Farbe des Fettſchweißes in der Wolle begruͤndet ſich ebenfalls in der Futterung, und die gelbe Farbe ſcheint gewiſſermaaßen der Uebergang von der weißen zum pechartigen Ueberzug zu ſeyn. Bey reicher und be⸗ ſonders Koͤrnerfutterung iſt er in der Regel gelb; bey ma⸗ gerer, wo viel Rockenſtroh gereicht wird, wird er nie gelb ſeyn, ſondern immer weiß. Alte Thiere, wenn ſie nicht maſtig gefuttert ſind, haben haͤufig weißen Fettſchweiß; juͤngere dagegen oͤfter gelben. Thiere, die von einem Krank⸗ heitszufall heimgeſucht wurden oder bis zur Ermattung hungerten, haben durchgaͤngig weißen oder eigentlich gar keinen Fettſchweiß. Erbſen⸗, Wicken⸗ und Haferſtroh er⸗ zeugt— wenn die Futterung ſonſt nicht zu knapp iſt— gelben Fettſchweiß. Die ſogenannten Infantados, oder vielmehr eine Nahrung, die dieſe Race erzeugt— inklinirt mehr zu gel⸗ ben, die Elektorals mehr zu weißem Fettſchweiß. Bey einer nicht zu reichlichen Nahrung wird die erſte jenen, die andere dieſen erzeugen. Unter allen Umſtaͤnden wer⸗ den aber die Infantados dunkler von Farbe ſeyn, wie die Elektorals; es waͤre denn, daß jene im Winter und Sommer weideten, dieſe aber in einem warmen Stalle reichliches Futter erhielten. Uebrigens hat es mit der dunkelern Farbe und der verſchiedenen Farbe dieſelbe Be⸗ — wandniß, wie mit dem pechartigen Ueberzug und der reinen Wolle. Daß erſterer, ſo wie der gelbe Fettſchweiß, durch eine gute Schurwaͤſche fortgeſchafft werden kann, iſt hinlaͤng⸗ lich bekannt. Gut gewaſchene Wolle dieſer Art iſt eben ſo weiß, wie weiß geſchweißte. Ob ſie aber nicht dem— ohngeachtet dadurch leidet, iſt eine andere Frage, die nicht ohne naͤhere Unterſuchung beantwortet werden kann. Ober⸗ flaͤchlich beachtet, ſcheint es, als muͤſſe ſie mit ja beant⸗ wortet werden. Denn die Wollſpitzen koͤnnten durch den angeſetzten Schmutz wohl ſproͤde werden, ſo, daß die barſche Beſchaffenheit der Infantado⸗Wolle dadurch noch vermehrt wird. XIV. Kapitel. Einfluß der Futterung auf die Wolle im Allgemeinen. Mehrfache Beweiſe geben die voͤllige Gewißheit, daß die Verſchiedenheit des Futters, Hinſichts der beſondern Schaafracen und ihrer Wolle bedeutenden Einfluß hat. Ueber das Wie und Warum theilte ich in dem Vorherge⸗ henden meine Anſicht nach Kraͤften mit. Im Gegenwaͤr⸗ tigen bleibt mir nur noch uͤbrig, Einiges uͤber den Einfluß der Futterung auf die Wolle im Allgemeinen zu ſagen. Ich erwaͤhnte ſchon in den vorhergehenden Kapiteln, daß reiche Futterung ſtaͤrkeres Haar(bey uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden) als magere erzeuge. Wenn dieß feſt ſteht, was man, abgeſehen von den eigenen Erfahrungen, um ſo weniger bezweifeln kann; da man von der Spaniſchen Tras den d haben und Halt auch eine ſehr d deutl ich n die O Klare nähen kann Heets gleich gleich Wint halter des 2 Thier ſeyn, demſe natürt ₰ prakt den, unge die b iinzel Laſch g und der durch eine it hinläng⸗ let iſt aen nicht dem⸗ ſe, die nijt kann. Dhr⸗ t ja bemt durch den *, daß die zdurch nog — lgemeinen. Pzheit, do beſondem influß ha. Vorhg⸗ Gegenoir en Cinlluih u ſagen. Kwitiln ns gleichen fiſt ſtht, en um ſp Synſſchen Tras humantes Wolle wiſſen will, daß die einzelnen Faͤ⸗ den derſelben mehrere Uebergaͤnge von grober zu feiner haben ſoll, welche Beſchaffenheit man abwechſelnder reicher und magerer Weide zuſchreibt: ſo iſt gleichmaͤßige Haltung der Wollthiere, von welcher Race ſie auch ſeyn moͤgen, ein ſehr wichtiges Erforderniß, um eine egale ſchoͤn ausgeglichene Wolle zu produziren. Aber der Ausdruck: gleichmaͤßige Haltung, iſt ſehr doppelſinnig und bezeichnet nicht eigentlich die Sache deutlich genug, welche man darunter verſtehen ſoll. Da ich mir keines andern und deutlichern zu bedienen weiß; die Sache aber fuͤr wichtig genug halte, um daruͤber ins Klare zu kommen; ſo wollen wir uns zufoͤrderſt etwas naͤher damit bekannt machen. Unter dem Ausdruck: gleichmaͤßige Haltung, kann man eines Theils verſtehen: als muͤßten die einzelnen Heerden zu jeder Zeit des Jahres— im Sommer eine gleichmaͤßige Weide, oder bey Stallfutterung immer eine gleichmaͤßige Quantitaͤt gruͤnes oder trockenes Futter; im Winter aber eine gleiche Quantitaͤt Heu, Stroh ꝛc. er⸗ halten; andern Theils: als muͤſſe bey der Ernaͤhrung des Viehes darauf geſehen werden, daß ſich alle einzelnen Thiere zu jeder Jahreszeit in der Beleibtheit ganz gleich ſeyn, und dieſelbe auch das ganze Jahr uͤber in ein und demſelben Grade behalten. Das Lekztere ſcheint zwar eine natuͤrliche Folge des Erſtern zu ſeyn; dem iſt aber nicht ſo. Davon abgeſehen, daß mathematiſche Schluͤſſe in der praktiſchen Schaafzucht uͤberhaupt keine Anwendung fin⸗ den, zumal bey großen Heerden; ſo koͤnnen auch allerley ungewoͤhnliche Ereigniſſe und beſondere Umſtaͤnde eintreten, die bedeutenden Einfluß auf ganze Heerden, ſo wie auf einzelne Individuen aͤußern, als: die Witterung, die Verſchiedenheit der Nahrungsfaͤhigkeit der Futtermittel, das — 96— verſchiedene Alter der Thiere, ob ſie kuͤrzlich geſchoren ſind oder nicht u. ſ. w. Dieß ſind alles Umſtaͤnde, die die Beleibtheit der Schaafe und alſo die Beſchaffenheit ihrer Wolle im Ganzen bedingen. Im Einzelnen ſind es die⸗ jenigen: wenn ſich einzelne Individuen bey gleichem Fut⸗ ter entweder ganz beſonders fleiſchig bis zum Uebermaaß und wieder andere ungewoͤhnlich mager halten. Hiervon erhaͤlt man zweyerley Wolle, näͤmlich lange groͤbere und kurze feinere. Dergleichen Mißverhaͤltniſſe ſind jederzeit, in manchen Jahrgaͤngen aber in hinreichender Menge vor⸗ handen, um den daraus entſtehenden Unterſchied in der Wolle nach der Schur im Ganzen bemerkbar zu machen. Sie entſtehen daher, daß manches Thier beſſer frißt, mehr ſaͤuft, beſſere Verdauungswerkzeuge hat, wie ein anderes; auch hat wohl dieſes und jenes einen Krankheitszufall ge⸗ habt, oder iſt ſchwaͤchlich geboren u. ſ. w. Der letztere Begriff des Ausdrucks: gleichmaͤßige Haltung, iſt daher meiner Meinung nach der richtigere. Um im Ganzen eine ununterbrochene gleichmaͤßige Beleibtheit zu bewirken, iſt es daher viel zweckmaͤßiger, die Heerden recht fleißig zu beſuchen, um ſich durch An⸗ ſchauen derſelben von ihrem Beduͤrfniß zu uͤberzeugen, als nach gewiſſen Grundſaͤtzen, oder um ein gewiſſes Ziel in der Wollmenge zu erreichen, im Zimmer das Maaß und Gewicht des Futters— wenn auch reichlich— zu be⸗ ſtimmen. 1 Die Fuͤtterung willkuͤhrlich zu regeln, um den er⸗ waͤhnten Zweck zu erreichen, erfordert aber einen ſichern praktiſchen Blick, ohne welchen ein bloßes Augenmaaß leicht irre gefuͤhrt werden kann; denn ein Schaaf praͤſen⸗ tirt ſich nicht zu allen Zeiten des Tages gleich gut. Hat es ſich eben recht ſatt gefreſſen oder viel getrunken, ſo ſieht es beſſer aus, als vor der Mahlzeit. Indeſſen iſt † — ui etzu unen; laic e Zun e Wo tes liſt, di iſchen noc eleib 11; ier ni W wwecks eerde nnen e -——. eine wirkliche Zunahme am Fleiſch oder ſchon die Geneigtheit hierzu fuͤr den praktiſchen Schaafzuͤchter gar nicht zu ver⸗ ien kennen; denn bey keinem Thiere iſt eine beſſere Futterung 5 b ſo leicht bemerkbar, als bey Schaafen. Wenn auch die Zunahme am Fleiſche unbemerkbar waͤre, ſo wird doch bem die Wolle ſofort einen friſchern Stand haben, was ein in beg gutes Schaͤferauge ſofort bemerkt, und die Aufgabe iſt ge⸗ miäbm loͤſt, wenn die Ernährung der Thiere von der Art iſt, daß die Wolle immerwaͤhrend im moͤglichſt gleichmaͤßigen friſchen Wachsthum bleibt, ohne daß ſie am Fleiſche weder zu noch abnehmen. Bey einem ziemlich hohen Grade der Beleibtheit mag ſich der Unterſchied nicht ſo genau marki⸗ ren; doch das kuͤmmert uns nicht; denn wir haben es hier nicht mit Maſtſchaafen zu thun. Viel Schwierigkeiten ſtellen ſich der Erreichung des Zwecks im Sommer entgegen, wo den Schaͤferknechten die ſeichmäfſſe Heerden mehr allein uͤberlaſſen werden muͤſſen, und ſie itut koͤnnen waͤhrend der Weidezeit leicht den ganzen Plan verderben. Sie ſind gewoͤhnlich fuͤr ihre Heerden ſo im⸗ portirt, daß ſie ſie nudeln moͤgten wie Gaͤnſe, beſonders, wenn ſie eignes Vieh darunter haben. So lobenswerth dieſe Fuͤrſorge auch iſt und bey knap⸗ per Weide von unbezweifeltem Nutzen: ſo taugt ſie in der Art doch nicht fuͤr meine Anſichten. Waͤhrend der Erndte pflegen ſie der vorherrſchenden Meinung:„dieß ſey die rechte Zeit, den Schaafen 1, um iiſer⸗ tuͤchtig was auf den Pelz zu huͤten, damit ſie etwas in e eine iern den Winter bringen und waͤhrend deſſelben zuſetzen koͤn⸗ ze5 Auchaß nen,“ ſo recht eigentlich zu froͤhnen, zumal wenn die zufen⸗ Stoppel Gras hat und es viel abgebrochene Aehren giebt. ch u. Hat Dieſe Meinung ſchreibt ſich noch aus den Zeiten her, wo n ſo man den Schaafen geringes Winterfutter gab, und alſo zuſt iſt ſehr darauf rechnen mußte, daß ſie von den Ribben 2 — 98— zehren konnten wie die Dachſe. Da nun den Schaͤfern nicht einleuchtet, daß die wuͤnſchenswerthe Gleichheit der Wolle dadurch beeintraͤchtigt werden kann; das Vorurtheil fuͤr jene Meinung aber mit ihrem Leben verwachſen iſt; ſo laſſen ſie ſich ſchwer davon abbringen. Um das zu Viel zu vermeiden, iſt nichts weiter noͤthig, als eine genaue Beobachtung der Heerden; eine richtige Beurtheilungskraft, ob ſie im Zunehmen ſind, oder ob ſie im gleichmaͤßigen Stande bleiben, und eine nachdruͤckliche Zurechtweiſung im erſten Fall. Dem 3 u Wenig aber muß durch Einraͤumung von Weide, oder Zuſchuß von Futter im Stalle abgeholfen werden. Be⸗ ſonders iſt das Letztere im Spaͤtherbſte haͤufig nothwendig. Eine bekannte Sache iſt, daß junges Vieh, deſſen Ver⸗ dauungswerkzeuge noch nicht vollkommen ausgebildet ſind, auch deshalb, weil es noch im Wachsthume ſteht, ſich ſchwerer futtert, wie Altes,(verſteht ſich nicht zu Altes) weshalb denn auch die Hammel das magerſte, die Jaͤhr⸗ linge ſehr gutes, und die Mutterſchaafe von der Zeit an, wo ſie hochtragend werden, bis dahin, wo man die Laͤm⸗ mer abſetzt, das beſte Futter erhalten. Bey dieſem Ver⸗ fahren bleibt nichts zu erinnern, als daß dabey ein ſol⸗ ches Verhaͤltniß beobachtet werde, nach welchem alle Thiere dem Auge eine gleichmaͤßige Beleibtheit darſtellen. Bey den Nuͤttern kann die Futterung nach der Lamm⸗ zeit ſo geſteigert werden, daß eine Uebertreibung oder ein Zuviel nicht leicht zu befuͤrchten iſt; jedoch darf die Nahrung nicht zu hitzig ſeyn, wodurch die Milch verdor⸗ ben wird, die den Laͤmmern toͤdtlich werden kanu. Wenn es nicht ſchwierig iſt, die verſchiedenen Haufen einer Schaͤferey im Allgemeinen bey einer gleichmaͤßigen und konſtanten Beleibtheit zu erhalten; ſo iſt dieß nicht ganz iſt b mehte gleich mage dage heſſe dieß ring jung den ſcha beſſel woh⸗ hatte um rung moͤg wir chen deme lichſt gleich keit die bey d viduer Jat den d chäfetn eit der urtheil — 4————— ſen iſt; weiter ; eine ſind, ad eine m zu e, oder Be⸗ vendig. Ver⸗ ſind, „ ſich Altes) Jihr⸗ eit an, Laͤm⸗ Ver⸗ in ſol⸗ n alee tellen. amm⸗ er ein rf die erdol⸗ ufen gigen nicht — — 99— ganz leicht mit den einzelnen Individuen derſelben. Es iſt bekannt genug, daß ſich unter jedem Haufen immer mehrere Thiere finden, die, ungeachtet ſie mit den uͤbrigen gleiches Futter bekommen, ſich dennoch ſehr feiſt oder ſehr mager halten, wenn man nicht bey Zeiten Maaßregeln dagegen nimmt. Es geſchieht am beſten in der Art, daß die ſchlechtern beſſeres, und die beſſern ſchlechteres Futter erhalten. Um dieß auf die leichteſte Art zu bewirken, ſetzt man die ge⸗ ringern alten Hammel unter die jungen, die geringern jungen Hammel unter die Jaͤhrlinge, und umgekehrt. Fin⸗ den ſich auch zuruͤckgebliebene Jaͤhrlinge und alte Mutter⸗ ſchaafe; ſo muͤſſen dieſe beſonders abgepfaͤhlt und ſo lange beſſer gefuttert werden, bis ſie den uͤbrigen gleich ſind. Dieſes Verfahren iſt zwar nichts Neues und mag wohl beobachtet ſeyn, ſo lange Schaafe exiſtiren. Ehedem hatte man aber eine ganz andere Abſicht dabey. Es geſchah um zu verhuͤten, daß bey der uͤberhaupt kaͤrglichen Futte⸗ rung nicht mehrere Individuen aus Ermattung ſterben moͤgten. Bey der jetzigen Schaafzuͤchtungsmethode ſetzten wir aber eine ſo reichliche Futterung voraus, daß derglei⸗ chen Ereigniſſe unter keinen Umſtaͤnden zu erwarten ſind; demohngeachtet halte ich es aber fuͤr noͤthig, um die ig. lichſte Gleichheit der Wolle zu erreichen. Wenn im Winter der Kornboden das ſchoͤnſte Aus⸗ gleichungsmittel darbietet, ſo iſt eine ſolche Gleichmaͤßig⸗ keit waͤhrend der Weidezeit um ſo weniger ſchwierig, da die Verſchiedenheit waͤhrend derſelben nie ſo groß iſt, als bey der Winterfutterung. Finden ſich aber einige Indi⸗ viduen, die Unterſtuͤtzung beduͤrfen, ſo werden ſie einige :.. e A. 4 Zeit unter die Laͤmmer genommen. Am ſchwierigſten iſt den Laͤmmern zu helfen; denn die juͤngſten bleiben immer 7—* 1 T — 1900— etwas zuruͤck. Es geſchieht am beſten, wenn man fſie et⸗ was fruͤher aufſtallt; denn im Spaͤtjahre, wo ſich der große Haufen noch gleichmaͤßig haͤlt, werden dieſe ſchlechter, was durch das Aufſtallen bey guter Futterung verhindert wird. Bey allem Fleiß, der aufmerkſamſten Beobachtung und den zweckmaͤßigſten Maaßregeln wird es doch nicht ge⸗ lingen, eine ganz gleiche Beleibtheit aller einzelnen Thiere zu bewirken. Dieß iſt aber auch nicht noͤthig; denn nicht jede kleine Verſchiedenheit in derſelben bewirkt einen den Sinnen bemerkbaren Unterſchied in der Wolle. Es ſoll mit dem Vorhergehenden auch nur angedeutet werden, wiefern eine zu große Verſchiedenheit des Zuſtandes der einzelnen Individuen der Qualitaͤt der Wolle nachtheilig ſeyn kann. ₰ fie en ſich der hlechter, etwitd. achtung iicht ge⸗ Thjete in nicht en den Es ſol en, des der htheilig —, ſour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnite Grey 1 Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black dadatantan aagassnaenesgaesnsgeeénng Oem 1— 4 5 6 7 8 9 10 11 Colour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta wetme Grey 1 Sioe Grey3z G—