— — — 8 ——— Univ.-Sibl. Giessen —-OõO——— * 8 ¹ . V 4 —. 2*»* ſh) 4 3 G 3 t Verſuche und Beobachtungen 3 uͤber die Farben des Lichtes angeſtellet und beſchrieben von Chriſtian Ernſt Wuͤnſch, Doktor der Weltw. und Heilkunde, wie auch Profeſſ. der Mathem. und Phyſik zu Frankfurt an der Oder, Sl d 13 S— 1 8 .— Mit vier Kupfertafeln.— 8 Va 2—*— ſ 4 V Leipzig, bey Johann Gottlob Immanuel Breitkopf und Comp. 1792. —————ꝛ;—ä ——— —, S— e⸗ 7) , n s 78 Vorbericht. icht einer von Newtons Gegnern, die ſeine Theorie von den Farben des Lich⸗ tes zu verwerfen, oder auch nur zu tadeln ſich erkuͤhnt haben, iſt mit gluͤklichem Winde und getreuen Kompaß geſeegelt: viel⸗ mehr haben ſie alle an dieſer Klippe ihres Ruhms gewaltigen Schiffbruch gelitten. Pa⸗ ter Pardies, Mariotte, Linus, Gaſcoig⸗ ne, Lukas, Rizetti, und andere mehr, ſind ſchon vor beinahe hundert Jahren an dieſer Scil⸗ la geſcheitert, wobei ſie ihre Ehre nur auf an⸗ dern Fahrzeugen haben retten koͤnnen. Und Gautier, welcher ſich erſt im Jahre 1750 ge⸗ gen das Farbenſyſtem des Kroßn Britten aufge⸗ lehnt ——————A——————„ 8—— 1V VWVorbericht. lehnt hat, pflegt nun in der Geſchichte der Phy⸗ ſik ganz und gar keine beneidenswerthe Rolle zu ſpielen. Was alſo Herr Doktor Marat gedacht haben mag, als er 17780 ſeine ſogenannten Dé⸗ couvertes ſur la lumiere herausgegeben, das iſt gar nicht zu begreifen. Denn ſeine zweihun⸗ dert und zwei Verſuche, die ſich alle aus der Brechung und Beugung des Lichtes nach New⸗ toniſchen Grundſaͤtzen ſehr leicht erklaͤren laſſen, mit welchen aber er beweiſen will, daß das wei⸗ ße Licht keinesweges durch die Brechung, ſon⸗ dern ganz allein durch die Beugung, in ſeine farbigen Theile zerlegt werde, dieſe Verſuche, ſag' ich, hat Newton laͤngſt ſchon mit einem einzigen, welcher im erſten Theile ſeines erſten Buchs uͤber die Optik der fuͤnfte iſt, ſaͤmmtlich zu Boden geworfen. Und ſo ſind hier zwei hun⸗ dert und zwei franzoͤſiſche Argumente von einem einzigen brittiſchen ſchon aus dem Felde geſchla⸗ gen worden, ehe und bevor ſie ihr Anfuͤhrer hat aufmarſchiren laſſen. Er muß daher wohl New⸗ tons optiſche Schriften vorher nicht fleißig ſtu⸗ dirt haben, ehe er ſich unterfangen, deſſen Theorie von den Farben widerlegen zu wollen: und Vorbericht. v und uͤber ein ſolches Beginnen koͤnnte man ſich ſogar verwundern, wenn wir nicht ſchon aus der alltaͤglichen Erfahrung wuͤßten, daß uͤberhaupt gar viele Lehren von Gegnern beſtritten werden, die es der Muͤhe nicht werth achten, den ſtrei— tigen Gegenſtand erſt genau kennen zu lernen. Welcher boͤſe Daͤmon hat aber denn dich ge⸗ plagt, werden Viele zu mir ſagen, daß du an dieſes großen Mannes Farbentheorie haſt flicken wollen? Und ich erſchrecke leider ſelbſt hieruͤber. Allein es iſt geſchehen! Ob ich nun gut oder ſchlecht geflickt habe, das moͤgen die Herren Obermeiſter beurtheilen. Finden dieſe, daß meine Arbeit ungluͤcklicher Weiſe auch nichts taugt: ſo will ich mich damit zu troͤſten ſuchen, daß ich eben nichts verworfen oder getadelt, ſon⸗ dern bloß geflickt habe, wie auch, daß ich meine Le⸗ ſer fuͤr die wenigen Groſchen, die dieſes Buͤchlein etwa koſten kann, doch mit verſchiedenen artigen Verſuchen regalire, von welchen, meines Wiſ⸗ ſens, vor der Hand noch in keinem Buche etwas geſchrieben ſtehet. Freilich war mein Wunſch, daß der Keim dieſes Buͤchleins, welcher ſchon vor vierzehn Jahren im erſten Bande meiner koſmologiſchen Unterhaltungen hervor ſproßte, 5 3 auf 4 r 1 1.— aſ—„ 8 A A— 6* V. 4 8 2 8.S 4 5„. d * 2 8 1 7 3 4 — ₰ 3 ͤ— 1 8 . ₰ 3 6 * „ 241 1 VI Vorbericht. auf einem andern Boden, als auf dem meini⸗ gen, zu einem Baͤumchen aufwachſen moͤchte: allein er hat nirgends Pflege gefunden, und ſo habe ich mich ſelbſt ſeiner wieder erbarmet. 8 Man pflegt uͤberdieſes auch zu ſagen: es iſt keine Luͤge ſo groß, ohne daß an der Sa⸗ che wenigſtens etwas wahr iſt. Alſo kann doch wohl auch wenigſtens etwas in Newtons gedachter Theorie liegen, was den Verſuchen und Beobachtungen nicht voͤllig entſpricht, folg⸗ lich zu Mißtrauen verleiten kann. Denn wir Menſchen ſcheinen ja doch, wenigſtens in der Mathematik und Phyſik, nicht ſo boͤſe geartet zu ſeyn, daß wir auch da immer noch durch⸗ aus blind ſeyn wollen, wo alles helle und klar vor unſern Augen liegt. In gedachter Far⸗ bentheorie iſt nun dieſes elwas, meiner Mei⸗ nung nach, nichts weiter, als die zu große Menge der einfachen Theile, oder der Grund⸗ farben, die Newton im weißen Lichte zaͤhlt. Ich zaͤhle nicht mehr, als drei ſolche Lichtfar⸗ ben, die rothe, die gruͤne und veilchenblaue. So lange man deren mehrere zaͤhlen wird, ſo lange wird man auch eine Menge farbiger Er⸗ ſcheinungen auf keine Weiſe hinlaͤnglich erklaͤren koͤnnen, Vorbericht. VII koͤnnen, denke ich. Selbſt unter den Verſu⸗ chen des Herrn Marat giebt es etliche, die ſich anders nicht, als aus drei Grundfarben erklaͤ⸗ ren laſſen, welches er ſelbſt auch ſehr wohl ein⸗ geſehen, aber nur die ganze Sache aus einem falſchen Geſichtspunkte betrachtet hat, wo ihm alle hieher gehdrige Gegenſtaͤnde freilich gar ſon⸗ derbar erſchienen ſind. Noch ſonderbarer iſt es jedoch, daß ein Mann, wie Herr Marat, welcher ſeine Ver⸗ ſuche uͤber ein halbes Jahr lang vor den Augen der Commiſſarien von der Akademie der Wiſſen⸗ ſchaften, Herren le Roi, Couſin und Sage, angeſtellt, und oft wiederholet hat, ſogar mei⸗ nen und ſagen kann, ſeine Hypotheſe, nach welcher alle farbige Theile des Lichtes einerlei Brechbarkeit beſitzen ſollen, ſey von Newton ſelbſt in einer beſondern Anmerkung zu einem ſei⸗ ner Verſuche beſtaͤtigt. Marat meint naͤmlich die Anmerkung zum zweiten Verſuche, Opt. Lib. I. Part. I, welchen Newton mit einem zur Haͤlfte roth, zur Haͤlfte blau gefaͤrbten Pa⸗ pierſtreifen, beim Schein einer Kerze, vermit⸗ telſt einer konveren Glaslinſe gemacht hat, und woruͤber er ſich im Scholion mit folgenden Wor⸗ ten ausdruͤckt: VII Vorbericht. „Im uͤbrigen ſoll aus dieſem Verſuche kei⸗ nesweges folgen, daß alles Licht, welches von der blauen Haͤlfte des Papierſtreifens zuruͤcke ſtromt, mehr brechbar ſey, als alles daszjenige, welches die rothe Haͤlfte reflektirt. Denn hier enthalten nicht nur die rothen Stralen, ſon⸗ vern auch die blauen, eine Menge heterogener Theile, welche verſchiedentlich brechbar ſind, in⸗ dem vom rothen Pigmente auch etwas gruͤnes und blaues Licht, vom blauen hingegen auch etwas rothes und gelbes ausgehet. Allein die Menge dieſer heterogenen Theile iſt gleichwohl im Verhaͤltniß gegen das eigentliche rothe und blaue Licht bei dieſem Verſuche faſt fuͤr nichts zu achten. Vermindert wird zwar dadurch der ſchoͤne Erfolg des Verſuchs ein wenig, aber bei weitem nicht gaͤnzlich umgeſtoßen.“ Marat glaubt aber, Newton habe, weil er die Pigmente auch Farben nennt, hier ſagen wollen, daß viele blaue Lichtſtralen ſelbſt min— der brechbar waͤren, als viele rothe, und um— gekehrt. Gleichwohl beziehet ſich dieſe ganze Anmerkung nicht im geringſten auf reine Licht⸗ farben, ſondern bloß auf Licht, welches von farbigen Pigmenten zuruͤcke ſtromt. Nun wiſ⸗ ſen Vorberichk. X ſen aber ja alle Naturforſcher, daß kein Pig⸗ ment, und waͤre es auch der ſchoͤnſte Karmin, oder das praͤchtigſte Wunderblau, reines homo⸗ genes Licht zuruͤcke giebt, ſondern außer der Grundfarbe, die es eigentlich reflektirt, noch eine Menge von allen uͤbrigen farbigen Theilen des Lichtes, wovon es erleuchtet wird, in un⸗ ſere Augen zuruͤcke ſendet. Wie mag denn al⸗ ſo Marat auf eine ſo verkehrte Interpretation des Newtoniſchen Scholions gerathen ſeyn? Scharlach, zum Beyſpiele, giebt zwar aller⸗ dings nur hauptſaͤchlich den rothen homogenen Theil des Lichtes, das ihn beleuchtet, zuruͤcke: aber ein wenig von dem gruͤnen und veilchen⸗ blauen, folglich auch ein wenig von dem gel— ben und hochblauen, reflektirt er dennoch eben⸗ falls. Dieß gilt nun von allen gefaͤrbten oder farbigen Koͤrpern; und folglich gehoͤren hie⸗ her auch die farbigen Streifen, die manche Beobachter an die Wand malen, um ſie durchs Priſma zu betrachten, und etwas neues daran zu entdecken. Faſt in einen aͤhnlichen Irrthum ſcheint nun auch der Herr geheime Rath von Goͤthe gera⸗ then zu ſeyn, als er den Stoff zu ſeiner Ab⸗ handlung —————— X Vorbericht. handlung uͤber die Farben geſammlet hat, wie ich aus der allgemeinen Litteraturzeitung erſehe. Denn die Abhandlung ſelbſt, welche gewiß in mancherlei Ruͤckſicht hoͤchſt wichtig ſeyn muß, habe ich bisher weder aus Leipzig, noch aus Berlin, noch aus Weimar erhalten koͤnnen, ohngeachtet unſer hieſiger Buchhaͤndler, Herr Kunze, nach allen dieſen Staͤdten ausdruͤcklich darum geſchrieben hat. Schwaͤrze laͤßt ſich nicht in Farben zerle⸗ gen. Denn ſie iſt kein Licht, und enthaͤlt folg⸗ lich auch keine Farbe, kann aber gar wohl in einem Pigmente ſtecken. Sie iſt vielmehr ein bloßer Mangel alles Lichtes, folglich aller Far⸗ ben, und ſie exiſtirt nur an denjenigen Stellen, wo gar kein Licht, wo gar keine Farbe iſt. Die⸗ jenigen Stellen hingegen, welche ſehr wenig Licht von allen Farben in unſere Augen ſenden, ſehen wir grau: ſo, wie wir diejenigen, welche vie⸗ les Licht von allen Farben zugleich auf unſe⸗ re Sehorgane leiten, weiß zu nennen pflegen. Weiß iſt alſo auch keine Farbe, ſondern weißes Licht ſchlechthin, ohngeachtet es weiße Pigmen⸗ te giebt, welche man im gemeinen Leben weiße Farben nennt. Sehen wir demnach durchs Priſma 1 ——. —.—2——ÿ— ————— Vorbericht. N Priſma einen ſchwarzen Streifen auf einem weiſ⸗ ſen Grunde mit Regenbogenfarben prangen: ſo muß man allemal bedenken, daß dieſe Farben keinesweges von dem ſchwarzen Streifen ſelbſt, ſondern bloß von dem Lichte des weißen Grun⸗ des herkommen: denn dieſes wird von den Priſ⸗ men am Saume eines jeden Schattens, das heißt, am Rande einer jeden Stelle, wo kein Licht iſt, in Farben zerlegt. Allein da dieſe Wahrheiten laͤngſt ſchon allen Phyſikern bekannt genug ſind: ſo will ich, um dieſes Buͤchelchen nicht gar zu theuer zu machen, derſelben weiter mit keinem Worte gedenken, Um aber endlich die Herren Schaumeiſter von der Guͤte meines eigenen Flickwerkes zu uͤberzeugen, oder ſie wenigſtens auf den rechten Geſichtspunkt, woraus man es zum beſten uͤber⸗ ſehen kann, hin zu leiten, wuͤrde ich nur die— ſes noch ſagen, daß die fuͤnfte und ſechste Reihe der Verſuche, die in dieſem Buͤchelchen beſchrieben ſtehen, die eigentlichen experimen- ta crucis waͤren, wofern ſich nicht Marat, um ſeinen Beweiſen ebenfalls die Krone auf⸗ zuſetzen, aͤhnlicher Ausdruͤcke bedient haͤtte: denn durch dieſen Gebrauch ſcheinen ſie in mei⸗ nen XII Vorbericht. nen Augen ihre ganze Staͤrke verlohren zu haben. Alſo gehe nun, mein Soͤhnchen, ohne Em⸗ pfehlungſchreiben, fuͤr dich allein hin in die wei⸗ te Welt, und verſuche dein Heil, wie du kannſt. Mag dich Niemand: ſo will auch ich dein ver⸗ geſſen. Nimt man dich aber gut auf: ſo wer⸗ de auch ich deiner mich fernerhin annehmen, wer⸗ de dir kuͤnftig weiter forthelfen, und nicht nur mit einer erweiterten, ſondern auch verſchoͤner⸗ ten Garderobe zu Dienſten ſtehen. Geſchrieben von dem Verfaſſer zu Frankfurt an der Oder in der Mitte des Aprils 1792. 1 2 — — ——. 3„ 8 7— N 4— —— 1—ò———— ihe ——————————44— —————— Verſuche und Beobachtungen uͤber die Farben des Lichts. —yB— Oewtons beruͤhmte Entdeckungen der Lichtfarben 3 9 ſind ohnſtreitig allen Freunden der Natur⸗ erkenntniß hinlaͤnglich bekannt. Wer jedoch noch nichts davon weiß, der kann ſich entweder in New⸗ tons Buͤchern ſelbſt, oder in den philoſophiſchen Trans⸗ aktionen des verwichenen Jahrhunderts, davon unter⸗ richten. Muſſchenbroeks Introd., ad Philoſ. natura- lem, Nollets Lecons de Phyſ. expéerimentale, Smiths vollſtaͤndiger Lehrbegriff der Optik, von Herrn Hofrath Kaͤſtner, und Prieſtleys Geſchichte der Optik, von Herrn Profeſſor Kluͤgeln, verdeutſcht, imgleichen Gehlers phyſikaliſches Woͤrterbuch, und viele andere Buͤcher, die in das Fach der Naturlehre gehoͤren, enthalten eben⸗ falls die noͤthigen Nachrichten hievon. Bekannt muß man aber mit gedachten Entdeckungen ſeyn, wenn man gegenwaͤrtige Bogen ordentlich verſtehen, oder uͤber die Saͤtze, die darin vorgetragen werden, richtig urtheilen will. Denn dieſe Saͤtze beziehen ſich lediglich auf jene Wuͤnſch Verſuche. A Rewte⸗ 2 Verſuche und Beobachtungen Newtoniſchen Entdeckungen, von welchen ſelbſt hier dar⸗ um keine Nachricht gegeben wird, weil ich zehen mal gedroſchene Garben nicht zum eilſten male deſchen mag, und weil ich in dieſer kleinen Schrift, nichts weiter zu ſagen habe, als daß die Reſultate, welche Newton aus den bekannten Verſuchen gezogen, wegen einiger neuern Beobachtungen, deren Beſchreibung weiter unten folgt, etwas genauer zu beſtimmen und zu berichtigen ſind. Lichtfarbe heißt in dieſer Schrift ſo viel, als der Lateiner color. Farbe ſchlechthin ſo viel, als der La⸗ teiner tinctura und pigmentum. Mithin iſt in dieſer Schrift hauptſaͤchlich nur von den Lichtfarben die Rede, und nicht von den Tinkturen oder Pigmenten, ausge⸗ nommen da, wo ich derſelben ausdruͤcklich gedenken muß. Aber ſtatt rother Lichtfarbe, gruͤner Lichtfarbe, und ſo weiter, werde ich nur ſagen: rothes Licht, gruͤnes Licht, u. ſ. f. Daß man im uͤbrigen dasjenige Weſen, welches die koͤrperlichen Gegenſtaͤnde in der Welt ſichtbar macht, licht nenne, das darf ich nicht erſt erinnern. Auch davon, daß das Newtoniſche Lichtfarbenbild auf einem farbigen Grunde ſich ganz anders, als auf ei⸗ nem weißen, ausnimmt, ſollte ich eigentlich nichts erwaͤh⸗ nen, und zwar darum, weil man ſolches ebenfalls laͤngſt ſchon weiß. Allein da dieſes Phaͤnomen mir Anlaß zu neuen Verſuchen, die ich eben weiter unten beſchreiben will, gegeben hat: ſo kann ich daſſelbe doch nicht gaͤnz⸗ lich mit Stillſchweigen uͤbergehen. Als ich naͤmlich einſt einigen Freunden die gewoͤhn⸗ liche Zerlegung des weißen Lichtes zeigte, und jenes Far⸗ benbild ———y be K ————————O———— — uͤber die Farben des Lichts. 3 dir⸗ benbild im finſtern Zimmer von ohngefaͤhr neben der mal weißen Tafel vorbei auf Scharlach ſallen ließ: da be⸗ mag, fremdete uns alle die ſonderbare Veraͤnderung, welche er zu dieſes Bild auf dem Scharlach erlitte. Das rothe Licht laus erſchien auf demſelben nicht nur weit heller und brennen⸗ nern der, als auf weißem Grunde, ſondern reichte auch im olgt Farbenbilde hoͤher, als gewoͤhnlich, hinnauf: denn der⸗— jenige Theil deſſelben, welcher auf der weißen Tafel pomeranzengelb erſchien, war hier ebenfalls lebhaft roth, 6 der und von dem gelben lichte, welches vorher auf weißem 4 b⸗ Grunde zu ſehen war, ſahen wir nun gar nichts mehr, 4 3 eſe wohl aber zeigte ſich ein Theil deſſelben, welcher unmit⸗. d, telbar an die Stelle des gruͤnen grenzte, pomeranzengelb. g⸗ Die Stelle des gruͤnen ſelbſt war mit einem gruͤnlichgel⸗ uß. ben blaſſen Scheine erfuͤllet. Aber uͤber diejenige Stel⸗„ d le, wo ſich hochblaues icht haͤtte zeigen ſollen, wenn der it Grund weiß geweſen waͤre, hatte ſich gleichſam nur ein 6 blaulichweißer blaſſer Duft gezogen. An den Stellen , endlich, wo man ſonſt den Schein des indigblauen und violetenen Lichtes ſindet, konnten wir jezt nur einen pur⸗ purfarbigen Schimmer bemerken. Kurz, man ſah auf d dem Scharlach eigentlich nur eine brennendrothe ziemlich 5. lange Ellipſe, die an ihrem obern Ende ins Pomeranzen⸗ d gelbe ſiel: von den uͤbrigen Lichtfarben hingegen war nur 5 ſehr wenig, ja faſt gar nichts zu erkennen. 5 1 ien Daß nun der Scharlach bloß das rothe Licht voll⸗ h.. kommen zuruͤcke wirft, iſt zwar allerdings nichts, was beſondere Aufmerkſamkeit erregen kann. Denn farbige fn Koͤrper erſcheinen ja nur deswegen farbig, weil ſie das* er weiße Licht, womit ſie erleuchtet werden, in ſeine farbigen bid A 2 Theile 8 4 4 Verſuche und Beobachtungen Theile zerlegen, und bloß den einen oder den andern dieſer farbigen Theile zuruͤcke geben, alle uͤbrigen Theile hingegen gleichſam ausloͤſchen, oder in ſich ziehen, und zerſtoͤren. Wenigſtens pflegen die meiſten und beruͤhm⸗ teſten Naturforſcher die Farben der Koͤrper auf angefuͤhr⸗ te Weiſe zu erklaͤren: und zweifelsohne wird auch Nie⸗ mand etwas erhebliches gegen dieſe Meinung einzuwen⸗ den haben, beſonders da ſie nicht nur auf diejenige Hy⸗ potheſe paße, welche Newton in Anſehung der Natur des Lichtes auf die Bahn gebracht hat, ſondern auch mit einer geringen Veraͤnderung im Ausdrucke der Euleriſchen hieher gehoͤrigen Hypotheſe angemeſſen iſt, wiewohl die⸗ ſe leztere gegenwaͤrtig auch ſchwerlich einigen Beifall mehr finden mag. Beſtizt alſo ein Koͤrper das Ver⸗ moͤgen, alle farbige Theile des weißen Lichtes mit glei⸗ cher Kraft zuruͤcke zu werfen: ſo ſehen wir ihn weiß, wenn er von weißem, roth, wenn er von rothem, gelb, wenn er von gelben Lichte erleuchtet wird, und ſo weiter. Vermag er aber nur den einen oder den andern farbigen Theil des weißen Lichtes zu reflektiren: ſo kann auch kei⸗ ne andere Farbe an ihm ſichtbar werden, als nur dieje⸗ nige, die er ſeiner eigenen Natur nach zu reflektiren faͤhig iſt. Und eben dieſe reflektirte Lichtfarbe muß deſto heller und blendender an ihm erſcheinen, je heller und reiner der naͤmliche farbige Theil des Lichtes iſt, wo⸗ mit er erleuchtet wird. Scharlach, welcher nur das hochrothe Licht zuruͤcke zu geben vermag, alles uͤbrige hin⸗ gegen in ſich nimt und gleichſam ausloͤſcht, oder zerſtoͤrt, kann daher freilich nur blendendroth erſcheinen, wenn ein Sonnenſtral, der in ſeine ſarbigen Theile zerlegt iſt, ihn erleuchtet. Zwar nimt man bei dieſer Beleuchtung, wie ———— 2——— uͤber die Farben des Lichts. 5 wie geſagt, auch einen matten Schein vom gruͤnen und blauen Lichte an ihm wahr; aber dieſes geſchieht bloß darum, weil auch ſogar der allerſchoͤnſte Scharlach nie vollkommen rein iſt, nie ganz aus homogenen Mate⸗ rien beſtehet, folglich nie das rothe Licht nur ganz allein, ſondern immer zugleich auch ein wenig von den uͤbrigen farbigen Theilen deſſelben reflektirt. Auf einem gelben, oder gruͤnen, oder blauen und violetenen Grun⸗ de, ſo blendend und rein er auch ſeyn mag, arfolgt eben daſſelbe. Allemal zeichnet ſich dieſenige Lichtfarbe des Farbenbildes, welche dem Grunde eigen iſt, an Glanz und Groͤße zwar vorzuͤglich aus, aber ein matter Schein der uͤbrigen Lichtfarben iſt immer auch zugleich mit ſicht⸗ bar. Denn es giebt uͤberhaupt wohl keinen einzigen Koͤrper auf Erden, welcher nur eine Lichtfarbe allein in ihrer ganzen Staͤrke, von allen uͤbrigen aber gar nichts zuruͤcke wirft. Dieſes war, wie geſagt, uns allen freilich bekannt genug, und wir wunderten uns daher uͤber die Staͤrke des rothen und uͤber die Schwaͤche des uͤbrigen Lichtes dieſes auf dem Scharlach erſchienenen Farbenbildes gar nicht. Eben ſo konnten wir auch leicht begreifen, warum das veilchenblaue Licht auf dem Scharlach einen ſchwachen purpurfarbigen Schein gab. Denn der Scharlach wird von den Sonnenſtaͤubchen, welche in dem zerlegten Stra⸗ le glaͤnzen, noch ſtark genug erleuchtet, um in der Naͤhe ſichtbar zu werden, oder ſeine rothe Farbe ein wenig ſehen zu laſſen. Dieſer ſchwache rothe Schimmer vermiſcht ſich nun mit jenem geringen Theile des veilchenblauen Lichtes, welches der Scharlach, wegen ſeiner Unvollkom⸗ A 3 men⸗ 8. V N 3 5 Verſuche und Beobachtungen menheit, nicht in ſich nimt, oder aufloͤſet, ſondern zuruͤcke giebt; und aus dieſer Urſache muß an der Stelle, wo ſich eigentlich das veilchenblaue Licht zeigen ſoll, allerdings ein matter purpurfarbiger Schein entſtehen, indem die Miſchung aus hochrothem und veilchenblauen Licht be⸗ kanntlich allemal ein purpurfarbiges Licht giebt. Aber daß der Scharlach das gelbe Licht im Farben⸗ bilde pomeranzengelb ſaͤrbte, wie auch, daß er das wenige gruͤne, welches er zuruͤcke gab, in einen gruͤnlichgelben, das hochblaue hingegen in einen blaulichweißen ſchwa⸗ chen Schein verwandelte, das war es, was meine Auf⸗ merkſamkeit vorzuͤglich reizte, und mich bewog, dieſer Sache durch verſchiedene neue Verſuche nachzuſpuͤren, welche, wie mich deuchtet, folgende fuͤnf Saͤtze unwi⸗ derſprechlich beweiſen. Erſter Satz. „Es giebt weder fuͤnf noch ſieben, ſondern nur drei einfache Grundfarben des weißen Lichtes: die rothe, die gruͤne und die veilchenblaue. Zweiter Satz. Das pomeranzengelbe und gelbe Licht iſt eine Miſchung aus dem rothen und gruͤnen. Das hochblaue und indigblaue hingegen iſt aus dem gruͤnen und veil⸗ chenblauen zuſammengeſezt. Dritter Satz. Ohngefaͤhr die eine Haͤlfte des rothen Lichtes iſt zwar allerdings minder brechbar, als das gruͤne und veilchen⸗ blaue uͤberhaupt: aber die andere Haͤlſte des rothen iſt mehr brechbar, als ein Theil des gruͤnen. Vier⸗ — do —,—„ — uͤber die Farben des Lichts. 7 uick Vierter Satz. 5 Etwa zwei Dritthel des zeinei chtes iſt zwar auch n minder brechbar, als das veilchenblaue uͤberhaupt: aber das iiiice depitcbei des gruͤnen iſt wieder mehr brechbar, ht be⸗ als ein Theil des veilchenblauen. lben⸗ Fuͤnfter Satz. enige Wenn die ſtaͤrkeren Theile des Lichtes in der That bben, mehr oder minder brechbar ſind, als die ſchwaͤchern: ſo hwa⸗ kann die Verſchiedenheit ſeiner Farben keinesweges bloß Auf⸗ in der verſchiedenen Staͤrke ſeiner Theilchen beſtehen, ieſer wie man bisher zu glauben geneigt geweſen. ren, wi⸗ Verſuche, aus welchen dieſe Saͤtze hervorgehen. Hiezu gebrauche ich fuͤnf glaͤſerne Priſmen, wel⸗ che nicht nur einerlei Groͤße haben, ſondern auch einan⸗ 7 der aͤhnlich ſind, und aus einerlei Maſſe beſtehen. Sie ſind gleichſeitig, ohne die geringſte Farbe, ohne Blaͤs⸗ chen, ohne Winden, und von einer Maſſe, die das Licht uͤberaus gut zerlegt. Geordnet ſind ſie dergeſtalt in ei⸗ nem Geſtelle uͤber einander, daß ihre Axen parallel in ne einer Vertikalebene liegen, je vier Dritthel eines Zolles ue von einander abſtehen, und ſich nach Belieben bald um eil ihre Axen drehen, bald veſte ſtellen laſſen. Der eine Fenſterladen meiner Stube hat eine ver⸗ tikale Luͤcke, welche zwei Querdaumen breit, und bei⸗ nd nah einen Fuß hoch iſt. Selbige laͤßt ſich inwend g ha⸗ vermittelſt eines hoͤlzernen Schiebers mehr oder weniger if oͤffnen und verſchließen: auswendig aber iſt ſie mit ei⸗ nem duͤnnen Bleche genau bedekt, und in dieſem Bleche A 4— befinden ——————— ———y 8 Verſuche und Beobachtungen befinden ſich in gerader Linie fuͤnf kleine Loͤcher uͤberein⸗ ander, welche, wie die Axen der fuͤnf Priſmen, je vier Dritthel eines Zolles von einander entfernt ſind, und wovon jedes im Durchmeſſer eine Linie haͤlt. Wenn daher das Geſtelle der Priſmen vertikal ſte⸗ het, oder dem Fenſterladen parallel iſt: ſo kann ich mit Hilfe des gedachten Schiebers nach Willkuͤhr bald nur einen Stralenbuͤndel durch ein Priſma, bald zwei durch zwei Priſmen, und ſo weiter, zugleich fahren laſſen, und alle dieſe Buͤndel von Sonnenſtralen ſind vor ihrem Ein⸗ tritte in die Priſmen in einer und eben derſelben Verti⸗ kalebene parallel. Unter einem Stralenbuͤndel verſtehe ich aber hier bloß den uͤberaus duͤnnen abgekuͤrzten Stralenkegel, den die Sonne durch ein jedes der gedachten kleinen oͤcher des Fenſterladens in meine Stube ſendet. Eine große vertikal ſtehende Tafel, welche ſich an einem tragbaren Stative nach Belieben erhoͤhen oder erniedrigen laͤßt, und vermittelſt einer Stellſchraube veſte geſtellt werden kann, dient mir, das Lichtfarbenbild aufzuſangen. Auf dieſer kann ich daher die verſchiede⸗ nen farbigen Lichter aller Farbenbilder, vermittelſt einer gelinden Wendung der Priſmen um ihre Axen, gar leicht mit einander vermiſchen und nach Willkuͤhr wieder zerlegen. Faſt mitten in dieſe Tafel habe ich ferner ein Plaͤttchen von duͤnnem Blech eingelaſſen und in dieſes ebenfalls ein kleines Loch, von der Groͤße einer Linie im Durchmeſſer, geſchlagen, ſo, daß ich eine Lichtfarbe, welche ich will, durch daſſelbe ſahren laſſen kann. Um endlich die Lichtfarben recht rein und klar auf ihr darzu⸗ ſtellen, uͤber die Farben des Lichts. 9 eii ſtellen, habe ich ſie an der vordern Seite zuerſt mit kdye Kreide, die in Leimwaſſer zerrieben iſt, ſtark gegruͤn⸗ und det, und mit Schachtelhalm eben geſchachtelt, hernach aber noch mit Kremſerweiß aufs feinſte uͤberzogen. An l ſte der hintern Seite hingegen iſt ſie mit Ruße dicht ge⸗ hnit ſchwaͤrzt. un Daß ich im uͤbrigen allem fremden Lchte bei lden Verſuchen den Zugang voͤllig verſperren„ und mithin dnd bei gaͤnzlich verſchloſſenem Schieber eine vollkommene Lin V Finſterniß in meine Stube bringen werde, dieſes wird et man mir hoffentlich wohl zutrauen. der Erſte Reihe von Verſuchen. 36 Bei den Verſuchen dieſer erſten Reihe ſind nur die hr. beiden unterſten Loͤcher im Fenſterladen geoͤffnet, und es koͤnnen ſolglich nur zwei Stralenbuͤndel durch die zwei unterſten Priſmen fahren. b Erſter Verſuch. Anfaͤnglich leite ich den gruͤnen Theil des untern „ zerlegten Stralenbuͤndels in den lebhaſteſten rothen r Theil des obern, ſo, daß das gruͤne und rothe Licht auf r eine und eben dieſelbe Stelle der weißen Tafel zugleich ſaͤll. An dieſer Stelle finde ich aber ſdann weder n gruͤnes noch rothes licht, ſondern bloß das lebhafteſte 6 gelbe. Um jedoch recht gewiß zu wiſſen, daß dieſes . gelbe Licht in der That aus dem rothen und gruͤnen der beiden zerlegten Stralen gemiſcht ſey, und nicht etwa 88 das gelbe des einen oder des andern Strales darſtelle, halte ich einen hoͤzernen Stift von der Dicke einer Fe⸗ A 3 derſpule, ———;—— 10 Verſuche und Beobachtungen derſpule, oder einen Bleiſtift, etwa einen halben Fuß weit von der Tafel dergeſtallt in den farbigen Stral, daß deſſen Schatten recht in der Mitte der gedachten gelben Stelle quer hindurch faͤllt. Sodann iſt aber dieſer Schatten allemal am untern Rande mit einer aus⸗ nehmend ſchoͤnen gruͤnen, am obern hingegen mit einer brennend rothen Leiſte beſezt, zum offenbaren Beweiſe, daß auf dieſer gelben Stelle rothes und gruͤnes licht zu⸗ gleich zugegen ſey. Der Deutlichkeit wegen will ich die Entſtehung dieſer farbigen Schattenleiſten noch durch eine ſinnliche Darſtellung erlaͤutern. Tab. I. Fig. 1. mag dieſes Phaͤnomen vorſtellen, wo gx einen ſenkrechten Durchſchnitt gedachter weißen Tafel bedeuten ſoll, und wo die Durchſchnitte der bei⸗ den Priſmen ſich bei p und q finden, indem rp und rg die beiden einfallenden weißen Stralenbuͤndel ſind, welche hinter den Priſmen gegen die Tafel hin zerlegt erſcheinen. Vom untern Strale iſt auf der Tafel in gh das rothe Licht, in hb das gelbe, in ba das gruͤne und ſo weiter ſichtbar. Vom obern Strale hingegen faͤllt auf fd auch das rothe, und es wird folglich dieſe Stelle, welche, wie geſagt, gelb erſcheint, von rothem ſowohl, als von gruͤnem Lichte beleuchtet. Bei ms befindet ſich ferner ein duͤnner hoͤlzerner Stab, deſſen Schatten in Hinſicht auf den gruͤnen Keil dpb den Raum amsn, in Anſehung des rothen Keils dqf hingegen den Raum emse erfuͤllet. Mithin kann freilich der Keil amc nur von rothem, der Keil nse nur von gruͤnem Lichte be— leuchtet werden: und es iſt klar, daß der Schlagſchat⸗ ten uͤber die Farben des Lichts. 1 aben g i 3 ten in en oben mit einem rothen, unten mit einem garctn gruͤnen Rande prangen muß, indem die noch uͤbrigen. it i Naͤume ef und ad mit gelben Lichte leuchten. Ruͤcke einr a ich im uͤbrigen den Stift ms etwas weiter von der Taſel nit ang ab: ſo kann der Schlagſchatten emsn dieſelbe nicht Wrniſ, mehr erreichen, und man ſiehet ſodann mitten im gelben lch Lichte df nur zwei breite aneinander grenzende Querſtri⸗ che, davon der obere roth, der untere gruͤn leuchtet. Auf eben dieſe Weiſe pruͤft man auch die andern rſtegug Lichtfarben, welche aus verſchiedenen Priſmen auf eine ſinnlich beſtimmte Stelle der Tafel fallen. Denn auf dieſe Weiſe kann man allemal mit Gewißheit erfahren, wel⸗ che farbige Theile des Lichtes eine und eben dieſelbe Stel⸗ nſllr, le beleuchten, beſonders wenn man den Stift ſehr nah waßen an die Tafel haͤlt. Und aus dieſem Grunde werde ich dr bi⸗ mich in der Folge auf dieſe farbigen Schattenleiſten oft 8 Ad berufen, ohne jedoch das Verfahren ſelbſt wieder aufs üd, neue zu erlaͤutern. erlegt ingh Zweiter Verſuch. ne und Nun leite ich den veilchenblauen Theil des untern fäll zerlegten Stralenbuͤndels in den gruͤnen des obern, ſo, Stelle, daß beide auf eben dieſelbe Stelle der weißen Tafel fal⸗ ſowohl, len. Die Miſchung iſt ſodann von dem hochblauen det ſch Lichte eines einzelnen Farbenbildes nicht im geringſten aten in zu unterſcheiden, und gedachter Bleiſtiftſchatten erſcheint amsü, in dieſem gemiſchten Lichte am obern Rande mit einer Naum gruͤnen, am untern mit einer veilchenblauen Leiſte, aber⸗ me tur mals zum offenbaren Beweiſe, daß dieſes hochblaue licht cie be⸗ auf der Tafel allerdings aus gruͤnem und veilchenblauen ußüu beſtehe ten Dritter ————Iò—————— 12 Verſuche und Beobachtungen Dritter Verſuch. Ferner laſſe ich den gelben Schein des untern Far⸗ benbildes auf den rothen des obern fallen, und finde die Miſchung, wie ohnehin leicht zu erachten, pomeranzen⸗ gelb. Auch iſt in dieſem pomeranzengelben Scheine der Scharten des Bleiſtiftes am obern Rande roth, am untern gelb verbraͤmt. Vierter Verſuch. Dann leite ich den gruͤnen Theil des untern zerleg⸗ ten Stralenbuͤndels auf den gelben Theil des obern Far⸗ benbildes, und ſinde die Miſchung auf der Tafel gruͤn⸗ gelb, indem der Schatten des Bleiſtiftes in dieſem gelb⸗ gruͤnen Lichte am obern Rande mit einer hochgelben, am untern mit einer hochgruͤnen Leiſte begrenzt iſt. Fuͤnfter Verſuch. Hierauf laſſe ich den lebhafteſten veilchenblauen Theil des untern Sonnenſtrales in den hochblauen des obern Strales fallen, ſo, daß abermals beide Theile nur eine gemeinſchaftliche Stelle der Tafel erleuchten. Auf dieſer Stelle nimt man ſodann einen hellen Schein wahr, welcher zwiſchen dem indigblauen und hochblau⸗ en das Mittel haͤlt, oder kornblumenblau iſt, und wo⸗ rin der Bleiſtiftſchatten am obern Rande lebhaft hoch⸗ blau, am untern violet erſcheinet. Sechster Verſuch. Scofort leite ich den lebhafteſten veilchenblauen Theil des untern Strales auf die rothe Stelle des obern Farbenbildes, und ſehe nun, daß dieſe beiden Lichtfar⸗ ben ——.——.ũ——j ————m———-———————— uͤber die Farben des Lichts. 13 ben auf der Tafel einen purpurfarbigen Schein erzeugen, ern Jur worin der gedachte Schatten des Bleiſtiſtes am untern findedit Rande mit einer veilchenblauen, am obern mit einer eanzen. hochrothen Einfaſſung beſezt iſt. Schein Von dem veilchenblauen Lichte iſt uͤberhaupt ein mal h, un fuͤr allemal zu merken, daß man immer nur den ſchoͤn⸗ ſten und lebhafteſten Theil deſſelben, welcher zunaͤchſt uͤber dem indigblauen erſcheint, zu dergleichen Verſuchen ge⸗ brauchen muß. Denn der uͤbrige Theil, welcher im zerleg⸗ Farbenbilde hoͤher hinnauf reicht, verliert ſich gemeinig⸗ mn Far⸗ lich gar zu ſehr, und iſt zu ſebwach, oder zu duͤnne, lgrin⸗ als daß noch merkliche Wirkungen davon koͤnnen erwar⸗ n gelb⸗ tet werden. elben. Siebenter Verſuch. Leitet man ferner den hochblauen Theil des untern Stralenbuͤndels auf diejenige Stelle der Tafel, wo das lauen lebhafteſte rothe Licht vom obern zerlegten Strale zuruͤcke n des leuchtet: ſo kann ſolches nicht geſchehen, ohne daß zu⸗ Veile gleich das indigblaue des untern Harbenbildes auf das ichten. gelbe des obern, das veilchenblaue des untern hingegen Schein auf das gruͤne des obern faͤllt, und alsdann erſcheinen hölau⸗ die Lichter dieſes großentheils doppelten Bildes der Ord⸗ nd wo⸗ nung nach von unten herauf, roth, pomeranzengelb, thoch gelb, gruͤn, weiß, blaßroſenfarbig, weiß, hochbleu, indigblau, violet, wobei noch zu merken, daß die beiden weißen Stellen eine ſchmale ſichelfoͤrmige Geſtallt haben, deren Spitzen an den vertikalen Raͤndern des Farbenbil⸗ Allauen des liegen und aufwaͤrts gekehrt ſind. Auf der untern g ben weißen Stelle erſcheint erwaͤhnter Schatten eines Dra⸗ ſoſer ches am obern Rande mit einem etwas mattrothem, am untern ——— 14 Verſuche und Beobachtungen untern mit einem ſehr lebhaft hochblauen Saume ver⸗ braͤmt. Auf der obern weißen Stelle hingegen ſindet man die untere Schattenleiſte geſaͤttigt veilchenblau, die obere blaßgelb oder vielmehr gruͤnlichgelb. Denn der untere weiße Schein befindet ſich auf derjenigen Stelle der Tafel, wo die rothe Stelle des obern Farbenbildes, von unten hinnauf betrachtet, erſt anfaͤngt vollkommen ſichtbar zu werden, ihren voͤlligen Glanz aber noch nicht erlangt hat, und zum Theil mit lebhaft hochblauen Lich⸗ te des untern Farbenbildes gemiſcht iſt. Jener obere weiße Schein hingegen liegt auf derjenigen Stelle der Tafel, wo der gelbe Theil des obern Farbenbildes in den gruͤnen uͤbergeht, und wohin zugleich der lebhafteſte veilchenblaue Theil des untern Strales geleitet iſt. Auf dem blaſſen roſenfarbigen Lichte, welches zwiſchen den beiden weißen Stellen leuchtet, ſiehet man den Bleiſtiftſchatten am obern Rande mit einem brennend rothen, am untern mit einem lebhaft hochblauen Sau⸗ me verbraͤmt. Erhebt man dieſen horizontalen Schat⸗ ten aus dem roſenfarbigen Lichte uͤber das daruͤber be⸗ findliche weiße bis in den untern Theil des hochblauen: ſo ſiehet man ihn am obern Rande mit einer lebhaft gruͤ⸗ nen, am untern mit einer minder geſaͤttigten veilchen⸗ blauen Leiſte beſezt, abermals zum offenbaren Beweiſe, daß dieſer Theil des hochblauen Lichtes im zuſammenge⸗ ſezten Farbenbilde aus dem gruͤnen Theile des obern, und dem veilchenblauen des untern zerlegten Strales beſtehe. Hebt man aber den Schatten weiter in die Hoͤhe: ſo faͤllt er uͤber die veilchenblaue Stelle des un⸗ tern Farbenbildes hinnauf, und man nimt ſodann im obern hochblauen Lichte ſowohl, als in dem uͤbrigen veil⸗ chen⸗ uͤber die Farben des Lichts. 15 chenblauen, keine farbigen keiſten mehr an ihm wahr, da wenn man ſich naͤmlich immer dch des Bleiſtiftes, da 3 oder Drathes„ von der Dicke einer Federſpule, dazu nde bedient, und ihn ziemlich nahe an die Tafel haͤlt, als 1 Süll welche beide Bedingungen bei dieſen erſten Verſuchen benbidds, uͤberhaupt allemal ſorgfaͤltig zu beobachten ſind. lkkommmen. noch nich Wegen der ſchmalen ſichelfoͤrmigen Figur der beiden auen lch weißen Stellen, die ſich bei dieſem Verſuche in dem der obere zuſammengeſezten Farbenbilde zeigen, finde ich vor al⸗ kell der len Dingen folgende Anmerkung zu machen noͤthig. gildes dde Naͤmlich, wenn man einen zu dicken Stiſt zum iet iſ. Schattenmachen gebraucht: ſo mag man ihn ſo nahe vichen an die Tafel halten, als man will, der Schlagſchatten dns der deſſelben wird allemal wegen ſeiner zu großen Breite den mittlern bauchfoͤrmigen Theil des einen oder andern Gan⸗ weißen Scheins ganz bedecken: und folglich kann man Schar da nicht ſehen, welche Lichtfarben auf dieſe weißen de ſe Stellen fallen. Aber dieſer Unbequemlichkeit kann man lagens auf drei verſchiedenen Wegen ausweichen. ſt griͦ⸗ Man kann fuͤrs erſte hiezu einen Stift nehmen, ſeilchen⸗ welcher viel duͤnner, als die mittlere Breite eines der⸗ deweiſe, gleichen weißen Scheines iſt, und mithin einen viel umenge⸗ ſchmaͤlern Schlagſchatten, aber freilich auch nur ſchma⸗ z obern, le farbige Schattenleiſten wirft. Viel duͤnner, als ei⸗ Strals ne Federſpule darf jedoch ein ſolcher Stift zu dieſem Be⸗ er in die hufe nicht ſeyn, weil ſich ſonſt eine merkliche Unregel⸗ des un⸗ maͤßigkeit in dieſer Erſcheinung zeigt, wovon die Urſa⸗ dann im che theils in der bekannten Beugung des Lichts, theils genvei darin liegt, daß ein ſehr duͤnner Stift auch in einfachen hen⸗ Far⸗ — 2 1—— 2 —jjj 16 Verſuche und Beobachtungen Farbenbildern farbige Schattenleiſten wirft, wie ich weiter unten ausfuͤhrlicher zeigen werde: jezt will ich nur dieſes hievon noch beifuͤgen, daß eben hierin der Grund lieot, warum zu dieſen erſten Verſuchen uͤber⸗ haupt, wie ſchon geſagt, kein gar zu duͤnner Stift ge⸗ braucht werden darf. — Fuͤrs zweite kann man die Tafel weit genug von den Priſmen zuruͤcke ſtellen. Alsdann dehnen ſich die Farbenbilder deſto mehr in die Laͤnge aus, und jene weißen Stellen werden fuͤr den dickeren Stiftſchatten breit genug. Aber auch auf dieſem Wege zeigen ſich oft einige Hinderniſſe, welche darin beſtehen, daß die Lich⸗ ter deſto ſchwaͤcher werden, je mehr ſie ſich ausdehnen, folglich ſodann keine recht geſaͤttigte Farbenſaͤume am Schatten des Bleiſtiftes mehr zeigen. Am beſten iſt es daher, wenn man den dritten Weg einſchlaͤgt, und mitten auf dem einen oder andern weißen Scheine da, wo er ſeine groͤßte Reinigkeit und ſeinen helleſten Glanz hat, einen Punkt bemerkt, und erſtlich den Bleiſtift vor der Tafel in ſeiner horizontalen Lage ſo weit abwaͤrts bewegt, bis gedachter Punkt mitten in der obern farbigen Schattenleiſte erſcheint. Hierauf muß man aber den Stift wieder ſo weit erheben, bis man eben dieſen Punkt mitten im untern farbigen Schat⸗ tenſaume wahrnimt, wobei man jedoch wegen der ſchein⸗ baren Bewegung der Sonne, oder des Farbenbildes auf der Tafel, ſo geſchwind verſahren muß, daß der bemerkte Punkt ſich immer noch ziemlich in der Mitte der weißen Stelle befindet, wenn man den Stift und ſeinen Schatten ſofort gaͤnzlich wieder entfernt hat. Achter uͤber die Farben des Lichts. 17 wie ich Achter Verſuch. vil ic Endlich leite ich den hochblauen Theil des untern lerin der Stralenbuͤndels auf diejenige Stelle der Taſel, wo der en ihe gelbe Lichtſchein des obern Farbenbildes zuruͤcke leuchtet. diſſt ge Alsdann aber faͤllt zugleich der gruͤne Schein des untern Farbenbildes auf den rothen des obern, und bringt mit nug von ihm einen gelben Schein hervor, ſo, daß nun dieſes zum ſch die Theil doppelte Farbenbild von unten hinnauf roth, po⸗ nd jene meranzengelb, gelb, abermals pomeranzengelb, wieder ſcharten gelb, gruͤnlichgelb, dann weiß, dann hochblau, indig⸗ ſch oft blau, und violet erſcheint. An der Stelle, wo hoch⸗ de lic⸗ blaues und gelbes licht auf einander trift, und wo der dhnen, Schatten des Bleiſtiftes am obern Rande lebhaft gelb, ne am am untern eben ſo lebhaft hochblau iſt, ſiehet man, wenn man den Stiſt oder deſſen Schatten wieder entfernt, we⸗ . der gelbes noch blaues Licht, ſondern man nimt nur die ge⸗ driten dachte weiße Stelle wahr, welche jedoch allerdings ein f wenig ins gruͤne zu fallen ſcheint. un und Bei den beiden leztern Verſuchen kann man ſich ne⸗ ntalen benher an einem uͤberaus ergoͤtzenden Farbenſpiele beluſti⸗ nitten gen, wenn man will. Man darf naͤmlich nur einen ierauf Kamm von etwa acht hoͤlzernen Stiften, welche die ge⸗ 1 bis hoͤrige Dicke und Entfernung von einander haben, vor Schar⸗ das zuſammengeſezte Farbenbild halten: und man wird ſchei⸗ leicht machen koͤnnen, daß kein weißes Licht in demſelben nbibes mehr zu ſehen iſt, indem ſodann bloß rothe, pomeran⸗ cſ d zenfarbige„ gelbe, gruͤne, hochblaue, rothe, gruͤne, Mir indigblaue und veilchenblaue Querſtreifen mit zwiſchen iſt und liegenden Schlagſchatten abwechſeln. Dieſer angeneh⸗ me Farbenwechſel ergoͤtt noch mehr, wenn man den Wauͤnſch Verſuche, B Kamm Acter 18 Verſuche und Beobachtungen Kamm langſam vor der Taſel auf und nieder bewegk, und wenn ein Gehilfe die Priſmen zugleich um ihre Axen ein wenig drehet, da dann auch purpurfarbige Querſtrei⸗ fen mit unter zum Vorſcheine kommen. Zweite Reihe von Verſuchen. Bei dieſen Verſuchen ſind anfaͤnglich die drei un⸗ terſten Loͤcher im Fenſterladen geoffnet, und es fallen da⸗ her erſt nur drei Stralenbuͤndel in die drei unterſten Priſ⸗ men parallel ein. Sodann werden vier ooͤcher geoͤffnet, und mithin vier Stralen durch eben ſo viele Priſmen ge⸗ leitet. Zulezt aber ſind alle fuͤnf Loͤcher offen, und es ziehen ſich daher fuͤnf Sonnenſtralenbuͤndel nach eben ſo vielen Priſmen parallel hin. Erſter Verſuch. Auf den lebhaſteſten rothen Schein des oberſten Far⸗ benbildes laſſe ich den hochblauen Theil des mittlern zer⸗ legten Stralenbuͤndels ſalen. Die Miſchung iſt, wie der ſiebente Verſuch der vorigen Reihe ſchon lehret, ro⸗ ſenroth. Soſort leite ich auch des dritten oder unterſten zerlegten Strales hochblauen Theil auf dieſen roſenfarbi⸗ gen Lichtflecken der Tafel, und finde, daß derſelbe nun mit vollkommenem weißen Lichte glaͤnzt. Aber der Schat⸗ ten eines Bleiſtiftes bleibt bei dieſem Verſuche auf dem weißen Lichte am untern Rande mit einem hochblauen, am obern mit einem rothen Saume beſezt, wie im ſie⸗ benten Verſuche der vorigen Reihe, nur daß der leztere hier viel breiter und heller, als dort, ausfaͤllt. Zweiter —*———— d——OQ——, —I— Od—— uͤber die Farben des Lichts. 19 beneg Zweiter Verſuch. 96) Dann laſſe ich auf die hochgelbe Stelle des oberſten lichtfarbenbildes den hochblauen Theil des mittlern zer⸗ legten Strales fallen. Die Miſchung bringt, wie wir ſchon aus dem achten Verſuche der vorigen Reihe wiſſen, ein weißes Licht hervor, welches ein wenig ins gruͤne drei in uͤberzugehen ſcheint. Auf dieſes leite ich daher noch den alen de lebhafteſten veilchenblauen Theil des unterſten zerlegten hen Puiſ Strales, und finde nun die Stelle gleichfalls vollkom⸗ geffnet, men weiß, doch ſo, daß ihr Glanz noch etwas erhoͤhet inen gee wird, wenn ich eines vierten Strales veilchenblau Theil und es darauf bringe. Der Schatten des Bleiſtiftes iſt im eben ſo uͤbrigen auf dieſer weißen Stelle am obern Rande geſaͤt⸗ tigt gelb, am untern recht geſaͤttigt kornblumenblau verbraͤmt. lzn Dritter Verſuch. mn xt Hierauf leite ich, nachdem das vierte Loch geoͤffnet 1, wie worden iſt, auf die lebhafteſte rothe Stelle des oberſten tt, w⸗ Farbenbildes, den ſchoͤnſten gruͤnen Theil des zweiten nterſten Sonnenſtrales, da dann die Stelle geſaͤttigt gelb gefaͤrbt anſabi⸗ wird, wie der erſte Verſuch der vorigen Reihe lehret. lbe nun Ueber dieſes gelbe licht lege ich ferner das veilchenblaue rSchrt des dritten zerlegten Strales und finde die Miſchung nun duf dm blaßroſenſarbig. Juͤge ich dieſer Miſchung noch den göluen hochblauen Theil des unterſten oder vierten Strales hin⸗ „ zu: ſo wird ſie ebenfalls vollkommen weiß, und in ihr k ne erſcheint jener Drathſchatten untenher uͤberaus geſaͤttigt d lae hochblau, obenhin brennend roth verbraͤmt. grin B 2 Vierter 20 Verſuche und Beobachtungen Vierter Verſuch. uth Endlich oͤffne ich auch das fuͤnfte Loch des Fenſter⸗ ſ, ladens, und leite auf den lebhafteſten rothen Schein den lc ſchoͤnſten gruͤnen Theil der beiden Stralenbuͤndel, die mu zunaͤchſt nach unten zu folgen. Die Miſchung erſcheint V aus gruͤnlichgelb. Auf dieſen hellen gruͤngelben Schein laſſe ich die beiden veilchenblauen Scheine des vierten V und fuͤnſten Strales fallen, da ſich derſelbe ſofort eben⸗ JNmwi falls in ganz weißes lLicht verwandelt. Hinter dem hes Bleiſtifte, den ich bei dieſem Verſuche, ſo, wie beim A naͤchſt vorhergehenden, ganz nahe an der Tafel quer vor u halte, nehme ich in dieſem weißen Lichtflecken oben eben⸗ a falls eine brennendrothe Leiſte, unten einen glaͤnzenden hochblauen Saum am Schlagſchatten wahr. Folgerungen aus dieſen Verſuchen. I. V ner Aus rothem und gruͤnem ichte laͤßt ſich durch die V in Vermiſchung hochgelbes Licht erzeugen, welches aus dem 45 erſten Verſuche der erſten Reihe folgt. Aber ich ſage mit Fleiß: aus rothem und gruͤnem Lichte, weil hier von Lichtfarben, nicht von Pigmenten oder Tinkturen die V 6 Rede iſt, und weil dieſe in ihren Miſchungen ſich ganz 9 anders, als jene, verhalten. Aus hochgruͤner und ſchar⸗ b d. lachrother Malerfarbe kann man, ſo ſchoͤn und rein auch V 1 dieſe beiden Pigmente, als Pigmente, ſeyn moͤgen, V niemals eine ſchoͤne gelbe durch die Miſchung hervorbrin⸗ b gen: ſie wird allemal nur ſchmuzig oder braͤunlichgelb. V Wie das zugehe, iſt leicht zu begreiffen. Das aller⸗ g ſchoͤnſte rothe Pigment iſt naͤmlich in Vergleichung mit ei rothem uͤber die Farben des Lichts. 21 rothem Lichte immer nur baͤß ich roth, oder erdfahl, Fenſe. ſo, wie das allerſchoͤnſte gruͤne Pigment, gegen gruͤnes hendn licht gehalten, allezeit haͤßlich gruͤn erſcheint: folglich dl, di muß nothwendig auch ihre Miſchung haͤßlich gelb eſchein ausfallen. Schein II. vierten Durch die Vermiſchung des gruͤnen und geſaͤttigten t Ven veilchenblauen Lichtes wird hochblaues Licht erzeugt, wel⸗ 1 dem ches aus dem zweiten Verſuche der erſten Reihe folgt. ie beim Aus der Vermiſchung der ſchoͤnſten gruͤnsn und ſchoͤnſten herher veilchenblauen Malerfarbe hingegen gehet trellichn nur n hen eine unangenehme blaue hervor. zenden III. Das lebhafteſte rothe Licht verwandelt ſich in blaßro⸗ ſenfarbiges, wenn es mit hochblauen, ein mal genomme⸗ nen, vermiſcht wird. Schoͤne Malerfarben dieſer Art ge⸗ ben, in gehoͤriger Verhaͤltniß zuſammengeſezt, gleichfalls 35 eine Miſchung, die der blaſſen Roſenroͤthe nahe koͤmmt. hſage IV. elhier Aus lebhafthochblauen und ſchwachen rothem lichte ren die aͤßt ſich durch die Miſchung weißes Licht hervorbringen. h ganz Mattrothe und hochblaue Pigmente hingegen geben nie dſchat⸗ weiße, ſondern graue Miſchungen, wie meinen Leſern in auch allen laͤngſt bekannt ſeyn wird. moͤgen, volbein⸗ V. ichgib Gruͤnlichgelbes und geſattigtes veilchenblaues Licht geallr geben ebenfalls weißes, wenn man beide auf einander ung mit ſezt. uchen B 3 VI. Wei⸗ ——————— 22 Verſuche und Beobachtungen Vl. Weißes licht, welches jedoch ein wenig ins gruͤne zu fallen ſcheint„ kann man auch aus dem hochgelben und nur ein mal genommenen hochblauen zuſammen ſetzen. Malerfarben dieſer Art hingegen geben Miſchungen, die bekanntlich mehr oder minder ſchoͤn gruͤn ausſallen, wo⸗ von ſich der Grund weiter unten wird finden laſſen. Dieſe vier leztern Saͤtze gehen im uͤbrigen aus dem ſiebenten und achten Verſuche der erſten Reihe hervor. VII. Aus dem rothen und veilchenblauen Lichte laͤßt ſich das purpurfarbige miſchen. Man ſehe hieruͤber den ſechs⸗ ten Verſuch der erſten Reihe. Schoͤne Malerfarben von dieſer Art geben die purpurfarbige Miſchung ebenfalls. VIII. Aus ein mal genommenen gelben und ein mal genom⸗ menen gruͤnen Lichte kann man das gelbgruͤne zuſammen⸗ ſetzen. Aber aus dem gruͤnen und hochblauen koͤmmt eine hochblaue Miſchung hervor, welche ins gruͤne faͤllt. Man ſehe den vierten Verſuch der erſten Reihe, und auf Tab. I, Fig. 1, den Raum 2zy, wo gruͤnes Licht, kzy, und hochblaues 2 d, in einander liegt. IX. Aus dem einfachen rothen und zwei mal genommenen hochblauen Sonnenlichte wird reiner weißer Sonnen⸗ ſchein erzeugt. Man ſehe den erſten Verſuch der zwei⸗ ten Reihe hieruͤber nach. X. Das uͤber die Farben des Lichts. 23 grine Das ein mal genommene hochgelbe Licht, verbunden chgelben mit ein mal genommenen hochblauen und ein bis zwei enſeten. mal genommenen indigblauen, bringt ebenfalls weißes gen, die Licht hervor, wie der zweite Verſuch der zweiten Reihe in, uu lehret. en. XI.S. us den Gleicherweiſe giebt auch die Miſchung des lebhafteſten -vor. rothen, gruͤnen und veilchenblauen Lichtes, jedes nur ein mal genommen, einen weißen Sonnenſchein, wenn man ihm das noch ein mal genommene hochblaue bei⸗ ißt ſch fuͤgt, wie aus dem dritten Verſuche der zweiten Reihe nſechs⸗ erhellet. den von XII. falls, Aus dem lebhafteſten rothen Sonnenlichte kann man gleichfalls den vollkommenſten weißen Sonnenſchein hervorbringen, wenn es ein mal genommen, und nicht enom⸗... Unnss nur mit zwei mal genommenen gruͤnen, ſondern auch zwei bis drei mal genommenen veilchenblauen verbunden köun ird, wie aus d ierten V rſuche der zweiten Rei fült wird, wie aus dem vierten Veri zweiten eihe 4 duif folgt. Bedient man ſich des lebhafteſten veilchenblauen un Lichtes dazu: ſo braucht man es nur zwei mal zu nehmen. z, Bedient man ſich aber des oberſten ſchwaͤchern Theils deſſelben: ſo muß man es drei mal nehmen, wenn die Miſchung recht weiß glaͤnzend werden ſoll. mnnnen 3 Hypotheſe. dan Weenn das lichtfarbenbild nach Newtons Vorſchrift, dr Opt. Lib. I. Part. Exper. 3, zum deutlichſten und ſchoͤnſten B 4 darge⸗ . Das 24 Verſuche und Beobachtungen dargeſtellet iſt: ſo beſtehet es aus drei langen Ellipſen, priß oder vielmehr Obſongen ab, cd, ef, Tab. I. Fig. 2, dann welche an ihren ſchmolen Enden abgerundet ſind und ſich vurſ allmaͤhlich verlieren, zugleich aber auch zum Theil ein⸗ dnd ander decken, und auf dieſe Weiſe das Farbenbild Fig. 3, ſeyn Tab. I, hervorbringen. Das unterſte dieſer Oblengen, V wünd oder die Stelle ab, iſt roth, das mittlere, oder cd, Noch gruͤn, das oberſte, oder ef, veilchenblau. Das Ver⸗ dbin haͤltniß der Laͤnge dieſer drei Oblongen iſt nicht nur bei dee verſchiedenen brechenden Winkeln der Priſmen, ſondern te es auch bei verſchiedener Maſſe derſelben etwas verſchieden, geb und ſie laſſen ſich wohl uͤberhaupr auch darum nicht ge⸗ V woh nau ausmeſſen, weil ſie ſehr unmerklich in einander uͤber⸗ llau gehen. Allemal aber iſt das rothe zum kuͤrzeſten. Laͤn⸗. ger iſt das gruͤne, noch laͤnger das veilchenblaue: und ch iyre Verhaͤltniß iſt gewoͤhnlich ohngefaͤhr, wie t, 2, 3, V fel zuweilen auch wie 2, 3, 4. An der Stelle be, wo ſich kent das gruͤne Oblongum zum Theil uͤber das rothe herabzie. ken! het, nimt man das gelbe Licht wahr. An der Stelle bs, de hingegen, wo ſich das veilchenblaue Oblongum zum veil Theil in das gruͤne herabſenket, ſiehet man das hoch⸗ blau blaue Licht zuruͤcke leuchten, indem zugleich zwiſchenb und e ein Theil von dem reinen gruͤnen unbedekt bleibt. Solchergeſtallt muß in ac rothes, in ob gelbes, in be ſa gruͤnes, in ed hochblaues, in dſ veilchenblaues Licht n erſcheinen. imr Erlaͤuterung. 4 Waͤre das Loch im Fenſterladen unendlich klein: ſo man koͤnnte von jedem Punkte der vordern Sonnenflaͤche nur ſelb ein einziger unendlich feiner Stral durch daſſelbe in das aus. Priſma b uͤber die Farben des Lichts. 29 Elngin Priſma fahren, und jedes der drei Oblongen wuͤrde ſo⸗ „ dann das einfache, reine, laͤnglich gezogene Sonnenbild ähn ſch vorſtellen. Alle dieſe drei laͤnglichen Sonnenbilder wuͤr⸗ lali den dann an ihren ſchmalen Enden zwar ſcharf begrenzt dig) ſeyn, weil ſie nur einfach zugegen waͤren: aber decken blengen wuͤrden ſie einander zum Theil dennoch, und folglich den⸗ dareg, noch ein Farbenbild auf die nur gedachte Weiſe hervor⸗ as Ter⸗ bringen, welches aber wegen der unendlichen Schwaͤche nun bei des einfallenden Sonnenſtrales nicht ſichtbar waͤre. Waͤ⸗ ſondern re es dennoch ſichtbar: ſo koͤnnte man bleß das rothe, 4 chieden, gelbe, gruͤne, hochblaue und veilchenblaue Licht in ihm* icht ge⸗ wahrnehmen. Von dem pomeranzengelben und indig⸗ 3 er uͤber⸗ blauen Schetne hingegen wuͤrde, zu Folge der Hypothe⸗ . Kin⸗ ſe, nichts zum Vorſcheine kommen, und zwar darum d e: und nicht, weil die drei laͤnglichen Sonnenbilder bloß einfach, 5 , 2,3, folglich an ihren Grenzen allenthalben ſcharf abgeſchnit⸗ d vo ſic ten waͤren, daher dann die auf einander liegenden Stuͤk⸗ tbzie⸗ ken des rothen und gruͤnen bloß ein ſcharf begrenztes gel⸗ Stelle bes, die auf einander liegenden Stuͤcken des gruͤnen und n zum veilchenblauen hingegen bloß ein ſcharf begrenztes hoch⸗ hoch⸗ blaues Licht erzeugen muͤßten. ſchen b bleibt. Allein bekanntlich kann kein Menſch ein unendlich⸗ in be kleines Loch machen. Denn durch ein jedes Loch, das es üch ein Menſch machen kann, laſſen ſich, ſo klein es auch immer ſeyn mag, unendlich viele Linien ziehen, in den Gedanken naͤmlich. Mithin fahren von jedem Punkte der vordern Sonnenflaͤche unendlich viele Stralen, die ſin man ſich als unendlich duͤnne vorſtellen muß, durch daſ⸗ ice ur ſelbe, und jedes der drei gedachten Oblongen muß daher nn dw aus unendlich vielen, laͤnglich gezogenen Sonnenbildern B 5 beſtehen, Neina 26 Verſuche und Beobachtungen beſtehen, weil jeder unendlichſeine weiße Stral in die drei einfachen, naͤmlich in den rothen, Heünen und veil⸗ chenblauen zerlegt wird. Aber nun koͤnnen auch dieſe unendlich vielen laͤngli⸗ chen Sonnenbilder eines jeden der drei Oblongen einan⸗ der nicht genau decken, ſondern muͤſſen am obern und untern Rande uͤber einander hervorragen, das heiſt, jedes der drei Oblongen muß am untern Ende nur all⸗ maͤhlig glaͤnzend werden, und am obern ſich auch all⸗ maͤhlich wieder verlieren, ohngefaͤhr ſo, wie Tab. I, Fig. 4, vorſtellet, wo nur etliche uͤber einander gelegte laͤnglich gezogene Sonnenbilder von einerlei Farbe vor⸗ geſtellet ſind, welche nur in de alle einander decken, in be und ed hingegen ſchon in einer geringern Menge, in ab und ſo aber in einer noch geringern Anzahl uͤber einander liegen. Aus dieſer Urſache geſchiehete es nun, daß das rothe Licht im Farbenbilde an ſeiner untern Grenze bei a Tab. I. Fig. 3, noch nicht in ſeiner ganzen Staͤrke erſcheint, ſon— dern daſelbſt unendlich ſchwach anfaͤngt, und aufwaͤrts immer lebhafter wird, bis es an derjenigen Stelle, wo alle laͤnglich gezogene rothen Sonnenbilder einander decken, ſeinen voͤlligen Glanz erreicht. Eben dieſes gilt auch von dem gruͤnen Oblongum unten bei c, wo es gleichfalls nur erſt anfaͤngt, bemerkbar zu werden, und wo das rothe noch ſeine volle Kraft beſizt. Aber aus dieſem wenigen gruͤnen und gedachtem geſaͤttigtem rothen entſtehet nun das pomeranzengelbe, welches bekanntlich den allmaͤhlichen Uebergang aus dem rothen ins gelbe darſtellet. Ueber dieſem pomeranzenfarbigen Lichte be⸗ findet —— 4 fndet welche auch d eiſh dabe her gründ geſat lebha veilch ſtall Uebe b eic St Ol nen übrie dcht gen nev uch uͤber die Farben des Lichts. 27— auß findet ſich aber immer noch rothes in ſeinem vollen Glanze, 5 1 welcher beinahe bis b hinnauf reicht, und uͤber c hat nun auch das gruͤne ſeine ganze Staͤrke erreicht: folglich muß K enlängli zwiſchen c und b das gelbe Licht zuruͤcke leuchten. Bei 8 en einan b aber verlieren ſich die rothen Oblongen allmaͤhlich: da⸗* bern und her gehet hier das gelbe Licht in das gruͤne durch das 3 dos heſſ gruͤngelbe uͤber, indem zwiſchen b und e nur noch das nur al— geſaͤttigte gruͤne ſichtbar bleibt. Aber noch in dieſem auch ale lebhafteſten gruͤnen Lichte fangen ſich nun auch bei e die Tad. veilchenblauen Oblongen allmaͤhlich an, und ſolcherge⸗* e gelege ſtallt wird bei e gruͤnblaues Licht erzeugt, welches den— the vor⸗ Uebergang aus dem gruͤnen ins hochblaue ausmacht.. decken, Ueber e liegt beinah bis d lebhaft gruͤnes und geſaͤttigtes Mange, veilchenblaues Licht auf einander: daher zeigt ſich dieſe— il ibe Stelle hochblau. Bei d ſelbſt verlieren ſich die gruͤnen* Oblongen ebenfalls, und es bleiben folglich daſelbſt nur 8 wenige gruͤne mit ſaͤmmtlichen veilchenblauen vermiſcht Lrue uͤbrig, ſo, daß hier dadurch jenes bekannte indigblaue Tädl licht entſpringen muß. Wo endlich die gruͤnen Oblon⸗ 3 ſ gen uͤber d gaͤnzlich verſchwinden, da faͤngt ſich das rei⸗ uſwärtz ne veilchenblaue Licht an, welches bei f ſich nach und le, wo nach in die Finſterniß verliert. (inander iſs gi Aus der angenommenen Hypotheſe folgt alſo, daß wo 6 es mit jenen ſieben bekannten Hauptlichtern des Farben⸗ en, und bildes folgende Bewandtniß habe. Roth iſt eine einfache Aber au Lichtfarbe, die ſich auf keine Weiſe weiter zerlegen laͤßt. m rochen Pomeranzengelb iſt aus dem lebhafteſten rothen und ſchwa⸗ kennüich chen gruͤnen Lichte zuſammengeſezt: folglich laͤßt ſich daſ⸗ is gebe ſelbe in dieſe beiden Lichter zerlegen. Gelb iſt eine Mi— ſicie be⸗ ſchung aus dem lebhafteſten rothem und lebhafteſtem gruͤ⸗ fude nen 2 4 5——————— 28 Verſuche und Beobachtungen nen Lichte, mithin ebenfalls in dieſe beiden Lichtfarben doc ic zerlegbar. Gruͤn iſt gleichfalls einfaches reines Licht, dungen, welches weiter nicht zerlegt werden kann. Hochblau iſt ſn, c aus geſaͤttigtem gruͤnen und geſaͤttigtem veilchenblauen fuuch lichte gemiſcht, folglich in dieſe beiden einfachen Lichtfar⸗ 1 ben zerlegbar. Indigblau beſtehet aus geſaͤttigtem veilx e Bre chenblauen und ſchwachen gruͤnem Lichte, daher es auch b 1cc d in dieſe beiden Lichter muß koͤnnen zerlegt werden. Veil⸗ dderw chenblau iſt gleichfalls einfaches reines Licht, und mithin eg vollkommen unzerlegbar. V ſobiſe Die uͤbrigen Nuͤanzen, durch welche dieſe ſieben V ten, lichtfarben ſich in einander verlieren, haͤngen bloß von der der and groͤßern und geringern Menge der uͤber einander hing⸗ üiin ſchobenen Oblongen ab, welche die drei einfachen Haupt⸗ das lichter darſtellen. Denn da dieſe drei Oblongen aus un- e endlich vielen laͤnglich gezogenen Sonnenbildern beſte⸗ kA u hen, folglich in acbed und f durch unendlich feine Ab⸗ V macen ſaͤtze, oder Stufen, ſich anfangen und endigen: ſo ande muͤſſen auch die Abſtufungen der Lichtfarben an dieſen regte Stellen unendlich fein und unendlich verſchieden aus. Üiine fallen. V drergit Aus dieſer Erklaͤrung erhellet ſogleich mit, warum 1 1 die indigblauen Abſtufungen bei d und jene gelbgruͤnen bei b aufwaͤrts gekruͤmmet erſcheinen muͤſſen. Wollte Iin man fuͤnf oder ſieben einfache Hauptfarben des Lichtes, An⸗ wie man bisher gethan, annehmen, oder den Urſprung nu des Lichtfarbenbildes auf die bisher uͤblich geweſene Weiſe V 7 erklaͤren: ſo muͤßten die Kruͤmmungen bei d und b eben äat ſo abwaͤrts fallen, wie die bei a und e und e, welches doch N bekanntlich der Erfahrung ſchnurſtracks entgegen waͤre. Nes r Doch b —õ———— 2 ———ÿ— itſire eines lcht dchlau ſ czeblaue en üihtfer giem vei⸗ er es aich enn. Vei nd mitzi ieſe ſeben iß von der er hinge n Haupt⸗ n aus un en heſte⸗ ine Ab⸗ een: ſo dieſen den aus⸗ warum (lbgrünen Polte s Liches, Urpprunc eneeſß und beben liches doch gen wäre. dech uͤber die Farben des Lichts. 29 Doch ich merke, daß ich noch eine Menge von Einwen⸗ dungen gegen die aufgeſtellte Hypotheſe werde heben muͤſ⸗ ſen, ehe ich dergleichen Erſcheinungen, ohne Wider⸗ ſpruch zu befuͤrchten, daraus erklaͤren darf. Auf welche Weiſe aber ein weißer Sonnenſtral durch die Brechung im Saͤulenglaſe in ſeine farbigen Theile nach dieſer angenommenen Hypotheſe zerlegt werde, oder welchergeſtallt ſelbige aus einem unzerlegten Strale hervorgehen, das mag Tab. II, Fig. 1, erlaͤutern. Da⸗ ſelbſt ſoll abof einen unzerlegten Stralenbuͤndel bedeu⸗ ten, welcher in der einen Brechungsebene bf, oder in der andern be, oder auch in beiden gebrochen, folglich in ſeine farbigen Theile zerlegt wird. So wenig nun die Seiten dieſes einfallenden Strales von der parallelen Lage abweichen, indem ſie, wie bekannt, nur einen Win⸗ kel von etwa zwei und dreißig Minuten mit einander machen: ſo ſehr gehen die farbigen Theile deſſelben aus⸗ einander, ſo, daß nicht nur die Grenzli' ien des ganzen zerlegten Strales br und od, ſondern auch die Grenz⸗ linien eines jeden einzelnen farbigen Theiles betraͤchtlich divergirend ſich fortziehen. Naͤmlich, wenn das rothe Licht zwiſchen brund et hinſtreift: ſo ſind ſeine Grenzen dieſe Linien ſelbſt, und gehen ſchon betraͤchtlich ausein⸗ ander. Mehr als dieſe, divergiren die Grenzen des gruͤnen, welches zwiſchen bn und em enthalten iſt. Noch mehr, als das gruͤne, breitet ſich das veilchenblaue aus, deſſen Grenzen durch die Linien be und ed ange⸗ deutet ſind. Wenn daher in dr die Tafel ſtehet: ſo faͤllt auf rt alles rothe Licht, auf um alles gruͤne, und auf e d alles veilchen⸗ ——;—;ÿℳO;;;; ͤ-—-———— —* 8— ₰ —db—b—ö—b—ö—ö—ö—ö—ö—ö—öo—ö—o—od—o—öo—o—ooͤſͤſooͤſo‧ͤ‧⁄o⁄aſſſ.. 30 Verſuche und Beobachtungen veilchenblaue. Mithin iſt in in bloß einſaches, in ne dſſen zweifaches, in te wieder nur einfaches, in em abermals weſße zweifaches, und in aud wieder nur einfaches Licht ent⸗ wid. halten, indemrn roth, nt gelb, te gruͤn, em hoch⸗ ſer pur blau, mad veilchenblau erſcheint. feinen Von den pomeranzengelben und indigblauen, oder tunn andern Abſtufungen iſt bloß zu bedenken, daß dieſelben, ichde wie ſchon geſagt, ganz allein wegen der unendlich vielen V den laͤnglich gezogenen, und ein wenig uͤber einander hinge⸗ V ſi 3 ſchobenen Bilder einer jeden der drei einfachen Haupt⸗ ſänmn farben entſtehen.— V ret he Sezt man aber die Taſel aus rd uͤber den Durch⸗ nage ſchnittspunkt z bis kh herein: ſo iſt in kv das rothe, d in xs das gruͤne, in Wh das veilchenblaue Licht enthal⸗ l ten, und folglich iſt hier nur das rothe und gelbe, fer⸗ ſce ner das hochblaue und veilchenblaue ſichtbar, indem da⸗ und, ſelbſt von dem gruͤnen darinn nichts zum Vorſcheine kom⸗ l⸗ 3 8 X men kann, weil in v valle drei einfachen Lichtfarben in ihrer V ganzen Staͤrke auf einander liegen, mithin in der Stel⸗ b 3 le des gruͤnen allenthalben weißes Licht hervorbringen, am ausgenommen ganz nahe an den Grenzen bei I und v, ii wo ſich das veilchenblaue an der einen Seite durch unend⸗ V d lich feine Abſtufungen anfaͤngt, ſo, wie ſich an der an⸗ Ahun dern Seite das rothe durch dergleichen Abſtufungen vere un lieret, woraus aber weiter nichts folgen mag, als daßder dem Uebergang aus dem gelben ſowohl, als aus dem hoch⸗ b u blauen ins weiße nur durch unendlich feine Abſtufungen lau erfolgt. n Auch iſt leicht zu erachten, daß der Durchſchnitts⸗ ber punkt 2z dem Priſma immer deſto naͤher liegt, je kleiner haun beſſen hes, in at abernals ich ene em hach len, oder diſſäben, lich vielen der hinge en Haups n Durdh das roth, ͤt enthal⸗ lbe, fer ndem da⸗ ine kom⸗ iinihter er Stel⸗ bringen, v und v, h unend⸗ der an⸗ zzen ver⸗ als daßder dem hech⸗ ſſtffüngen ſchik j kleiner beſſe ’ uͤber die Farben des Lichts. 31 deſſen Brechungsebene ob, oder je feiner der einfallende weiße Stralenbuͤndel iſt, und je mehr dieſer gebrochen wird. Unendlich nahe an das Priſma kann jedoch die⸗ ſer Punkt nie fallen: denn man kann keinen unendlich feinen Sonnenſtral in das Priſma leiten, vielwenigen kann man ein unendlich duͤnnes Priſma machen. Folg⸗ lich darf man ſich nicht wundern, daß auch ſogar dann in dem viel kleinern Keile bzc noch weißes Licht ſichtbar iſt, wenn man das Loch im Fenſterladen bloß mit einer feinen Steckenadel durch ein duͤnnes Bleiblaͤttchen geboh⸗ ret hat, wie Jeder leicht ſelbſt wahrnehmen kann, der dergleichen Verſuche anſtellen will. Dieſe paradoxen Saͤtze ſind es, aus welchen die auf⸗ geſtellte Hypotheſe beſtehet. Man erlaube mir nun, die⸗ ſelbe gegen alle moͤgliche Einwendungen zu rechtfertigen, und mit mancherlei neuen Verſuchen zu beſtaͤtigen. Rechtfertigung und Beſtaͤtigung der Hypotheſe. Man kann erſtlich einwenden, daß der Erfolg des achten Verſuches der erſten Reihe dieſer Hypotheſe ſchon entgegen ſtehe. Dieſer Verſuch lehrt naͤmlich, daß das lebhafteſte gelbe Licht mit eben ſo lebhaftem hoch⸗ blauen vermiſcht ein weißes Licht giebt. Nun kann man aber ſagen: die Miſchung muͤßte gruͤn ausfallen, wenn die Hypotheſe gegruͤndet waͤre. Denn zu Folge derſelben iſt im gelben das rothe und gruͤne, im hoch⸗ blauen das gruͤne und veilchenblaue zugegen. Mithin muͤßte das gruͤne in der Miſchung zwei mal vorkommen, folglich ein mal fuͤr ſich allein ſichtbar bleiben, indem bloß das zweite gruͤne nebſt jenem rothem und veilchen⸗ blauen das weiße ausmachen muͤßten. Allein ☛‿„ 4 5 ⁸₰ — — 8 2 — 3² Verſuche und Beobachtungen Allein hierauf laͤßt ſich zweierlei antworten. Fuͤrs„ erſte kann an einem Lichtfarbenbilde das einfache gruͤ⸗ vurmn ne licht im zuſammengeſezten weißen ohnſtreitig eben ſo dm wenig ſichtbar werden, als irgend eine einfache oder Tamn doppelte Lichtfarbe ſichtbar wird, welche man auf eine fämm weiße Tafel, die zugleich dem unmittelbaren weißen deri Sonnenſcheine ausgeſezt iſt, fallen laͤßt. Einfaches Nic gruͤnes licht iſt naͤmlich wohl ſechs mal ſchwaͤcher, als gri das weiße, welches aus dem hochblauen und gelben zu⸗ ren ſammen geſezt iſt, und ein ſchwaches Licht wird, wie V wie man zu ſagen pflegt, von jedem ſtaͤrkern Lichte verdun⸗ t kelt oder unmerkbar gemacht. Gleichwohl ſcheint ge⸗ V grs dachtes zuſammengeſezte weiße Licht allerdings ein wenig V har ins gruͤne zu fallen, wiewohl dieſer gruͤnliche Schein b aih aus angefuͤhrten Urſachen kaum zu bemerlen iſt. Fuͤrs m zweite iſt auch das gruͤne Oblongum im Farbenbilde V 1 beinahe doppelt laͤnger, als das rothe. Mithin kann ef man anehmen, daß das gruͤne Licht nur etwa die Haͤlfte uns voon der Saͤttigung des rothen habe: und hieraus wird läk folgen, daß man gar nicht ſagen darf, das gruͤne ſey in gi dem gelben und hochblauen zuſammen genommenen zwei enn mal, oder in doppelter Staͤrte zugegen, ſondern man lat wird es wegen ſeiner verhaͤltnißmaͤßigen Schwaͤche nur h als einmal genommen betrachten duͤrfen. Ja, da das bi veilchenblaue Oblongum gleichfalls beinahe drei mal ſo lang, ais das rothe iſt: ſo kann auch dieſes einfache Licht kaum die halbe Saͤttigung des rothen haben, und mithin ue muß man der Miſchung aus dem gelben und hochblauen allre ſogar das veilchenblaue wenigſtens noch ein mal beifuͤgen, ſf, um recht glaͤnzendes weißes dadurch zu erzeugen, wel⸗ ſion ches daher auch der zweite Verſuch der zweiten Reihe nit deutlich genug lehret.. Aus vir ——————————— uͤber die Farben des Lichts. 33 w Füts ſce gi⸗ Aus dieſer leztern Unterſuchung erhellet zugleich, ig ie warum beim ſiebenten Verſuche der erſten Reihe aus fehe de dem lebhafteſten einfachen rothen und nur ein mal ge⸗ daf an nommenen hochblauen Lichte das blaßroſenfarbige hervor⸗ n vijn koͤmmt. Man ſollte denken, wenn man die Hypothe⸗ Eiect ſe nicht genau erwaͤgt, es muͤßte weißes Licht aus dieſer Miſchung entſpringen, wenn dieſes bloß aus dem rothen, 38 3 gruͤnen und veilchenblauen, das hochblaue aber aus gruͦ⸗ d, we nem und veilchenblauen zuſammen geſezt waͤre. Allein, 4 e wim wie geſagt, man muß nur hiebei bedenken, daß im 62 enng hochblauen, zu Folge der Hypotheſe, das gruͤne nur et⸗ 55 . wa die Haͤlfte der Saͤttigung des rothen, das veilchen⸗ 4 , ae blaue aber weniger noch, als die Haͤlfte der Staͤrke des 9 rothen beſizt. Mithin kann freilich das hochblaue, E . Jis nur ein mal genommen, lange nicht ſtark genug ſeyn, 2 dnin um das einfache, aber ſehr lebhafte rothe gleichſam zu 1 erſticken, oder aufzuloͤſen, und gaͤnzlich unſichtbar zu 1 7 O EKA. 7 Haͤſe machen. Legt man aber das hochblaue zwei mal in das 6 wird lebhafte rothe: ſo iſt es eben ſo viel, als wenn man das eſey in gruͤne ſowohl, als das veilchenblaue, jedes zwei mal ge⸗ en zwen nommen in das lebhafte rothe legt, und in beiden Faͤl⸗ I man len bringt man das vollkommenſte weiße hervor, wie der üche nur erſte und vierte Verſuch der zweiten Reihe zur Genuͤge „da das beſtaͤtigen. i mal ſ ache ic Hieraus iſt aber auch ferner klar, warum der einfache nd wihin rothe Schein am unterſten Ende des Farbenbildes, wo er ochöluun allererſt anfaͤngt, ſichtbar zu werden, folglich noch ſchwach beſülyn, iſt, mit hochblauen Lichte, nur ein mal genommen, n, ne ſchon eine weiße Miſchung erzeugt, welche aber freilich in Neih nicht ſehr helle leuchtet, wie der ſiebente Verſuch der er⸗ Aos Wuͤnſch Verſuche. C ſten 34 Verſuche und Beobachtungen ſten Reihe bezeugt: und eben ſo iſt auch klar, warum 8 bei dem naͤmlichen Verſuche das gelbgruͤne Licht, oder fen b die Stelle des Farbenbildes, wo ſich die rothen Oblon⸗ gen mit ihren obern Enden allmaͤhlich verlieren, gleich⸗ falls mattweiß zuruͤcke leuchtet, wenn man das geſaͤttig⸗ te veilchenblaue nur ein mal genommen, darauf leitet. hab, Naͤmlich, auf beiden Stellen iſt nur ſchwaches rothes leime Licht zugegen, welches daher auch auf beiden Stellen ddeſſer durch das nur ein mal genommene gruͤne und veilchen⸗ V eine! blaue vollkommen geſaͤttigt wird. Man bringt aber auf ed die unterſte mattrothe Stelle dadurch das gruͤne und beveſ veilchenblaue, daß man den hochblauen Schein damit an di verbindet. Auf der obern mattrothen Stelle hingegen b duch liegt ſchon das einfache gruͤne, welches dieſelbe eben gelb⸗ V dige gruͤn faͤrbt: folglich darf man allerdings nur noch das ſam geſaͤttigte veilchenblaue darauf leiten, um ſie mattweiß d darzuſtellen. fele . Nig Aber nun kann man einwenden, daß bei keinem wm der obigen Verſuche die farbigen Theile des weißen Son: wn nenlichtes nach Newtons Vorſchriſt, Opt. Lib. I. dn ü Part. I. Propoſ. 14. Probl. 1, vollkommen von einan⸗ m der getrennt geweſen: mithin ſey leicht zu erachten, daß b f aus denſelben, da ich ſie mit einem ſo ſchlecht zerlegten V d Sonnenlichte vorgenemmen, gar kein ſicherer Schluß an folge, und folglich ſey auch die ganze Hypotheſe von den V bin drei einfachen Grundfarben null und nichtig, indem gar geen wohl aus verſchiedenen einfachen Lichtern ein drittes zu— che ſammen geſezt werden koͤnne, welches mit einem der be⸗ V liin kannten ſieben einfachen Hauptlichter der Farbe nch ä uͤbereinſtimmt. Ve Wie Dieſe , deruuc cſt, dder en Klor⸗ ’, glicch S geſttti⸗ auf lete des tothe n Stelm veilchen⸗ taber oif rüne und ein damit hingegen ben gelh⸗ noch das mattweiß keinem en Son⸗ L. I neinan⸗ ten, daß zellegten rSchl evon dem ndem gar vrittes zu⸗ im der he⸗ abe uch Diiſe uͤber die Farben des Lichts. 35 Dieſe wichtige Einwendung wird ſich folgenderma⸗ ßen beantworten und heben laſſen. Dritte Reihe von Verſuchen. Hiezu gebrauche ich drei Objektivglaͤſer von fuͤnfte⸗ halb Fuß Brennweite ohngefaͤhr. Auf jedes derſelben leime ich einen Kreiß von mattſchwarzem Papier, in deſſen Mitte ein rundes Loch beſindlich iſt, welches etwa eine Linie im Durchmeſſer haͤlt, und beim Aufleimen gerade auf die Mitte des Objektivglaſes faͤllt. Hernach beveſtige ich dieſe drei bedekten Objektivglaͤſer mit Wachs an die vordern Brechungsebenen dreier Priſmen, ſo, daß durch ein jedes ein unzerlegter Lichtbuͤndel in das zugehoͤ⸗ rige Priſma fahren kann, wenn alles uͤbrige gehoͤrig zu⸗ ſammen geordnet iſt. Wegen der betraͤchtlichen Breite der Objektivglaͤſer koͤnnen hier die Priſmen in ihrem Ge⸗ ſtelle nicht mehr ſo nahe, wie bei den beiden vorigen Reihen der Verſuche, uͤber einander liegen: und aus dieſem Grunde nehme ich jezt von den fuͤnf Priſmen nur das unterſte, das mittlere und oberſte, indem die bei⸗ den Loͤcher im Fenſterladen, welche keinem der drei Priſ⸗ men korreſpondiren, mit ſchwarzen Stoͤpſeln verſtopft ſind, weil ſie vom Schieber nicht bedekt werden koͤnnen. Die Priſmen aber ſtehen bei dieſen Verſuchen ſo weit vom Fenſterladen ab, daß die weißen einfallenden Licht⸗ buͤndel auf den ſchwarzen Kreißen der Objektivglaͤſer ziemlich große Sonnenbilder vorſtellen, von welchen aber immer nur der mittlere Theil durch die gedachten kleinen Loͤcher der ſchwarzen papiernen Kreiße, mit wel⸗ chen die Glaͤſer bedekt ſind, fallen kann. Auf ſolche Weiſe ſind alle unendlich feine Stralen eines jeden Licht⸗ KE buͤndels ———y————— o,, 36 Verſuche und Beobachtungen buͤndels einander ziemlich parallel: und ſolche parallele im Stralen will eben Newton zu dergleichen Verſuchen ge⸗ dndun braucht wiſſen. Daß im uͤbrigen die Farbenbilder nach un dieſer Anordnung ohngefaͤhr fuͤnftehalb Fuß weit hinter den Priſmen, das heißt, in der Entfernung der Brenn⸗ zelne weite der dazu angewandten Obiektidglaͤſer, zum reinſten dioge und einfachſten ausfallen, das iſt aus der lezt angefuͤhr⸗ ſ ten Stelle der Schriften des großen Newton zur Ge⸗ S nuͤge bekannt. laute Alſo laſſe ich nun die Farbenbilder in der gedachten Entfernung von den Priſmen auf meiner weißen Tafel fele abbilden, und wiederhole von den bereits beſchriebenen Verſuchen der erſten und zweiten Reihe alle diejenigen, S ſs welche ſich entweder mit zwei oder drei Priſmen anſtel⸗ her len laſſen. Aber bei allen dieſen Verſuchen zeigen ſich V g die Reſultate gerade wieder ſo, wie ich ſie finde, wenn ich die Priſmen ohne Objektivglaͤſer gebrauche, und wie und ich ſie oben beſchrieben habe. Nur dieſen einzigen Un— 10, terſchied bemerkt man, daß die farbigen Leiſten des r Bleiſtiftſchattens, den man in die gemiſchten Lichter V daß fuͤhret, bei dieſen Verſuchen weit lebhafter glaͤnzen und Gke viel ſchaͤrfer begrenzt ſind, als bei jenen, wo die Ob⸗ lch jektivglaͤſer am Apparat fehlen. u Da nun Newton, Opt. Lib. I. Part. 1. Propoſ. 4. Exper. II, ſelbſt nicht leugnen kann, daß mit Hilfe li ſolcher Objektivglaͤſer die weißen Sonnenſtralen auf die le beſchriebene Weiſe in ihre farbigen Theile vollkommen de zerlegt werden: ſo muß folgen, daß meine Hypotheſe ang den Verſuchen mit vollkommen zerlegten Lichtern nicht nur nicht entgegen ſtehe, ſondern ſogar, wegen der groͤſ⸗ m, ſern ——————— — uͤber die Farben des Lichts. 37 Haalel ſern Klarheit und Schaͤrfe jener farbigen Schattenleiſten, ſuchen ge dadurch noch mehr bekraͤftiget werde. Folglich gilt lez⸗ ider vc tere Einwendung gegen dieſelbe gleichfalls nichts. f liar Damit jedoch deſto deutlicher erhelle, wie die ein— adm zelnen farbigen Lichter im Farbenbilde durch das Objek⸗ 1 ranſe eivglas, welches vor dem Priſma ſtehet, zu Folge der* angefih aufgeſtellten Hypotheſe konzentrirt werden: ſo will ich die 5 zur Ge⸗ Sache gleichfalls durch eine ſinnliche Darſtellung zu er⸗ laͤutern mich bemuͤhen. 2 oedachke Man ſetze demnach, Tab. II, Fig. 2, daß der ein⸗ 6 hen Taft fallende Stralenbuͤndel Wotc in allen ſeinen Theilen hriebenen parallel und zugleich ſehr fein oder ſchmal ſey, uͤberdie⸗* ejenigen, ſes auch auf die vordere Brechungsebene des Priſma oc en anſtel ziemlich ſenkrecht falle, folglich erſt an der hintern ac igen ſch gehoͤrig zerlegt werde. Man ſetze ferner, daß nun alle „ wenn unendlich feine Stralen des rothen Lichtes zwiſchen cg 5 und wie und ah, alle einzelne Stralen des gruͤnen zwiſchen of und. 6 gen Un⸗ ad, alle Stralen des veilchenblauen zwiſchen ce und ab, ſen des ſo weit als man will, fortgehen. Endlich nehme man an, Lchter daß die beiden Linien cf und ah, wovon jene die unterſte nzen und Grenze des gruͤnen, dieſe die oberſte Grenze des rothen die Ob⸗ lichts bedeutet, weder parallel ſind, noch zuſammen laufen, ſondern immer deſto mehr auseinander gehen, je weiter ſie ſich vom Priſma fortziehen, und eben dieſes ₰ℳ ne 3 1 * 2 ’ K wopul; laſſe man auch von ce mit ad gelten, indem ad die un⸗ mit hit terſte Grenze des veilchenblauen, ce die oberſte Grenze en auf d des gruͤnen Lichtes vorſtellet, wie ſolches alles aus der 4 Ann⸗ angenommenen Hypotheſe nothwendig folgt. Hypolheſe...— em iict Stehet nun izt noch keine Glaslinſe vor dem Priſ⸗ ruegi ma, und befindet ſich die weiße Tafel in bg: ſo zeigt ſen. C 3 ſich„ ————— —————Zö—ö—ͤ————————ö—öoͤoͤöoͤo—oöoöͤoͤͤͤſſſſſſſ——— 38 Verſuche und Beobachtungen ſich auf ihr das rothe Licht in gh, das gruͤne in fa, das veilchenblaue in eb, und jedes derſelben beſtehet aus einer unendlichen Menge von laͤnglichgezogenen Son⸗ nenbildern, die ein wenig uͤber einander hingeſcho⸗ ben ſind. Nun ſetze man vor das Priſma die Glaslinſe bv, deren Brennweite bis g oder poder q reicht: ſo wird ſie auf jedem Punkte der Taſel zwiſchen g und b bloß die⸗ jenigen Stralen vereinigen, welche gleiche Brechbar⸗ keit haben, und es erſcheint folglich zwiſchen g und b ein langer farbiger Strich, welcher bekanntlich das Bild jener vollkommen getrennten Lichtfarben vorſtellet, und auf die Weiſe, wie Newton verlangt, hervorgebracht iſt. Aber ehe ich in der Erklaͤrung, auf welche Weiſe auch bei dieſem Verſuche die bekannten ſteben Hauptfar⸗ ben aus den drei einfachen Grundfarben entſtehen, fort⸗ fahren kann, muß ich erſt folgende Bemerkung hier einſchalten. Gedachter lange ſiebenfarbige Strich muͤßte bei dieſen Verſuchen zugleich unendlich ſchmal ausfallen, wenn alle unendlich feine Stralen oder Theile des ein⸗ fallenden weißen Stralenbuͤndels ganz vollkommen pa⸗ rallel waͤren, und wenn das Objektivglas keine aberrati- onem ob figuram verurſachte. Nun iſt es aber un⸗ moͤglich, einen Stralenbuͤndel, deſſen einzelne unend⸗ lich feine Stralen vollkommen parallel ſind, in eine finſtere Stube zu leiten, ſo klein man auch das Loch im Fenſterladen machen, und ſo weit man auch das Priſma mit ſeinem Objektivglaſe von ſelbigen entfernen mag, nicht —————,—..—.—e——,—— uͤber die Farben des Lichts. 39 n nicht zu gedenken, daß eine Glaslinſe, die gar keine zber- 1. rationem ob figuram hervorbringt, ebenſalls ein ziemlich Rn Sin unmögliches Ding iſt. Mithin behaͤlt gedachtes Far⸗ üinch⸗ benbild allemal noch eine gewiſſe Breite, und laͤßt ſich nie unedlich ſchmal darſtellen, welches, wenn es geſchaͤ⸗ he, ohnehin nicht ein mal gut waͤre, weil man ein ſol⸗ fer z6 bi t ches Lichtbild ſodann vermuthlich gar nicht wuͤrde ſehen biß de⸗ koͤnnen. Aber zehen oder zwanzig und mehr mal ſchmaͤ⸗ Vehu⸗ ler, als ein ſolches Bild ohne Objektivglas in eben dem dhdb h Abſtande vom Priſma ausfaͤllt kann man es mit Hilfe w Bd eines dergleichen Gla es allerdings machen. Viel kuͤr⸗ zer hingegen wird es jedoch dadurch ebenfalls nicht, udai ſondern nur ſo viel, als es an ſeiner Breite verlieret. achit Naͤmlich ein Lichtfarbenbild, welches etwa einen Fuß e Weſe lang und zwei Daumen breit iſt, wenn der Stral uupffi⸗ durch das bloße Priſma gegangen, bleibt hernach auch , for⸗ noch einen Fuß weniger ein paar Querdaumen lang, g hier wenn es vermittelſt eines vorgeſezten Objektivglaſes, ohne die Tafel oder das Priſma zu verruͤcken, zur Breite einer Linie gebracht worden iſt.— Doch ich kehre zur ßte bei Fortſetzung der verſprochenen Erlaͤuterung wieder zuruͤck. ſsfallen, des ein⸗ Da von jedem Punkte der ſichtbaren Sonnenſcheibe men pa⸗ ein unzerlegter Stral durch die Oeffnung des Fenſter⸗ abertati ladens, wie klein dieſe immer ſey, gehen muß, die aber u— ſcheinbare Sonnenſcheibe aber unendlich viele Punkte e unend enthaͤlt: ſo ſind, wie ohnehin ſchon bekannt iſt, in jedem in eine Stralenbuͤndel, ſo fein er immer ſeyn mag, unendlich oc in viele unzerlegte oder einzelne Stralen enthalten, und je⸗ Ahim der derſelben wird, indem er durch das Priſma gehet, un ng, in ſeine farbigen Theile zerlegt, welche ihr Bild auf die niht C 4 gegen⸗ —;— 1—= 5 4——;—ℳ—ꝛ——ö,u·––— 40 Verſuche und Beobachtungen gegenuͤber ſtehende Tafel werſen, wegen ihrer Schwaͤche ſfeine aber einzeln unſichtbar ſind. Jeder hoͤher liegende on 9. Lichtpunkt in dieſem Bilde wird von einem farbigen Stra⸗ velch le gebildet, welcher mehr brechbar iſt, als derjenige, ud der den zunaͤchſt unter ihm liegenden Punkt bildet, wor⸗ blaue aus leicht abzunehmen, daß jeder unendlich feine unzer⸗ keit legte Stral aus unendlich vielen farbigen Stralen beſte⸗ tirte he, welche alle verſchiedentlich brechbar ſind, und zwar dosl darum, weil in jedem Farbenbilde unendlich viele uͤber einander befindliche Punkte beleuchtet werden. Nun fallen aber auf dieſes einfache Farbenbild alle Farbenbil⸗ falle der der gedachten unendlich feinen unzerlegten Stralen, lel die zugleich in unendlicher Menge durch die Oeffnung ſem! des Fenſterladens herein kommen: folglich wird jeder ſcei Punkt oder jede Stelle eines jeden ſichtbaren Farbenbil⸗ anſ des von unendlich vielen Stralen hervorgebracht, wel⸗ ein che alle gleiche Brechbarkeit beſitzen, oder gleich brech⸗ Imn bar ſind, mithin auch einerlei Farbe haben. hlau Solchergeſtallt muß ein Objektivglas bev alle gleich⸗ 4 brechbare rothe Stralen, welche zum wenigſten brech⸗ we bar ſind, nahe bei g, und alle gleichbare rothe, welche am meiſten brechbar ſind, bei h vereinigen, das heißt: fan in jedem Punkte von g bis h werden mit Hilfe der Glas⸗ 1 linſe immer unendlich viele rothe Stralen von gleicher 65 Brechbarkeit zuſammen gedraͤngt. Bei f hingegen muß a das Objektivglas alle gleichbrechbare gruͤne Stralen, un welche am wenigſten brechbar ſind, und bei d alle gleich⸗ gi bare gruͤne, welche die groͤßte Brechung leiden, zuſam⸗ men vereinigen, indem von f bis d alle Stellen mit minder e . und minder brechbaren gruͤnen Stralen vollgedraͤngt er⸗ ſcheinen. ————, ¾-———— — uͤber die Farben des Lichts. 41 Strit ſcheinen. Bei e wird ferner die Glaslinſe alle diejeni⸗ an gen gleichbrechbaren veilchenblauen Stralen vereinigen, 4 Bl. welche der geringſten Brechung unterworfen ſind, und hi bei b wird ſie alle diejenigen gleichbrechbaren veilchen⸗ S rcee ll blauen zuſammen draͤngen, welche die groͤßte Brechbar⸗ 8 ine unzet keit beſitzen, ſo, wie von e bis b alle Stellen mit konzen⸗ len eſt trirtem veilchenblauen Lichte glaͤnzen, welches mehr, als 5 und zwor das bei e, und weniger, als das bei b, brechbar iſt.— viele ibee 2 M Waͤren ferner die unendlich feinen Stralen des ein⸗ 2 garbenbil⸗ fallenden weißen Lichtbuͤndels einander vollkommen paral⸗ 4 Stralen lel: ſo wuͤrden die getrennten farbigen Lichter auch in die⸗ 5 3 Deffnum ſem reinen Farbenbilde vollkommen ſcharf begrenzt er⸗„ ind jeder ſcheinen. Keine der Lichtfarben wuͤrde ſich allmaͤhlich arbenbil anfangen und verlieren, ſondern jede ploͤtzlich, und auf 8 ht, wel⸗ einmal: Mithin wuͤrde dann auch weder das pomeran⸗ j hrech⸗ zengelbe noch indigblaue, weder das gruͤngelbe noch das blaugruͤne Licht zum Vorſcheine kommen, ſondern man wuͤrde bloß das rothe, gelbe, gruͤne, hochblaue und veil⸗ egleih⸗ chenblaue, jedes vollkommen ſcharf begrenzt, wahrneh⸗ brech⸗ men. Da aber Keinem der Menſchen ein ſolcher Buͤn⸗ welch del von lauter parallelen Stralen zu Gebote ſtehet: ſo s heißt: koͤnnen auch in dieſem reinen Farbenbilde die farbigen er Glos⸗ Lichter nie ſcharf begrenzt erſcheinen, ſondern muͤſſen ſich gleiche ebenfalls, wie bei jedem andern, welches ohne Objek⸗ gen nuß tivglas hervorgebracht wird, ſanft in einander verlieren, Stralen, und folglich das pomeranzengelbe, das gelbgruͤne, das le glich gruͤnblaue und indigblaue auch zugleich mit zeigen, wie⸗ „zuſom⸗ wohl immer deſto weniger, je minder die einfallenden ir mider Stralenlinien von der parallelen Lage abweichen. rängt ei⸗ ſceinen C 5 Nimt ——————— cͤͤͤͤͤͤéAAAs 4² Verſuche und Beobachungen Nimt man zu dieſem Verſuche ein Objektivglas brc von ſo geringer Brennweite, daß die Punkte, wo es aufd gleichbare Scralen zuſammen draͤngt, uͤber den Punkt s, Ni wo die meiſt brechbaren rothen von den mindeſt brechba⸗ und; ren veilchenblauen geſchnitten werden, gegen das Priſ⸗ Bü ma herein fallen, ich ſage, wenn die Vereinigungs⸗ und punkte g..p... q... uͤder s ,n. 3..A&... herein den zu liegen kommen: ſo iſt zwar noch immer zwiſchen a Ve und S veilchenblaues, zwiſchen und gruͤnes, zwiſchen glau d und ¼ rothes licht enchalten: aber zwiſchen und 8 Ke befindet ſich veilchenblaues, gruͤnes und roches zugleich, ſs das heißt, weißes, welches oben in„ hochblau und in nie „cB violet, unten in BA hingegen gelb, und in Xs roch tet begrenzt iſt. ſag di Hieraus erhellet, warum nur Glaslinſen von be⸗ m traͤchtlicher Brennweite zu dieſen Verſuchen tauglich ſind, n wenn ſie das Lichtfarbenbild in allen ſeinen Farben recht tren rein und ſchoͤn darſtellen ſollen, und warum Glaslinſen Fin von einer zu kleinen Brennweite nirgends das gruͤne Licht iih zum Verſcheine bringen, ſondern an deſſen Statt allent⸗ gri halben, wo man auch das Farbenbild auffangen mag, vur das weiße zeigen, welches oben einen hochblauen und violeten, unten einen gelben und rothen Saum hat. Man darf daher nicht, wie bisher gewoͤhnlich geweſen, ſe ſchlechthin ſagen: eine vor das Priſma geſtellte konvere 1 Hlaslinſe ſtelle die Farben des lichtes reiner dar, als dr das bloße Priſma, ſondern man muß noch hinzufuͤgen, a daß die Brennweite der Linſe nicht zu klein ſeyn darf. bre Auch iſt zu erwaͤgen, daß die kleinen kreisfoͤrmigen be Sonnenbilder, welche nach der von Newton herge⸗ ren brachten ———————— uͤber die Farben desLichts. 43 ſitgs brachten Meinung mit Hilfe des Objektivglaſes einzeln d nn auf der weißen Tafel ſich darſtellen ſollen, zu manchen aI PAne SnanſT rſ ß 9 5 due Mißverſeindniſſen großen Anlaß zeben kann. Newton edhi und Nollet haben gedachte kleine Farbenkreiſe in ihren d ni Buͤchern ordentlich einzeln, oder getrennt, abgebildet, enigmge und nun pflegt man faſt in allen Schriften, weiche von ., herain den Lichtfarben handeln, dieſes Verfahren nachzuahmen. zvichen⸗ Wer aber von der Sache noch nicht genau unterrichtet iſt zejriche glaubt beim erſten Anblicke, man muͤſſe dieſe kleinen und Kreiße wirklich vermittelſt eines dergleichen Objektiogla⸗ z zugli ſes getrennt oder einzeln darſtellen koͤnnen, welches doch lau undn nie moͤglich, und von dieſen Maͤnnern auch nie behaup⸗ n Aroc tet worden iſt, indem ſie damit nichts weiter haben ſagen wollen, als daß das Farbenbild aus unendlich vielen in einander greifenden Kreißen beſtehe, welche von be⸗ mit Hilfe des vorgeſezten Objektivglaſes nur ſehr viel ich ſind mal kleiner gemacht, aber darum nicht von einander ge⸗ en recht trennt werden. Doch dieſe Mißverſtaͤndniſſe koͤnnen loslinſen gaͤnzlich vermieden werden, wenn man das Farbenbild rune licht nicht aus Kreißen, ſondern aus Oblongen, die in einander it allent⸗ greiffen, entſtehen laͤßt, wie oben ausfuͤhrlicher gezeigt gen mag, worden. auen und aum het. Daß aber alles, was ich bisher uͤber die dritte Rei⸗ geweſen he der Verſuche geſagt habe, der Erfahrung vollkommen e konvere gemaͤß befunden werde, davon kann ſich der Gegner, dr, d der daran zweiſelt, ſelbſt mit eignen Augen leicht uͤber⸗ näſiee zengen, wenn er dieſe Verſirche ſelbſt machen will. enn urf Freilich iſt hier auch die Rede von unendlich feinen unzer⸗ rnign legten Stralen geweſen, welche ſich keinem Verſuche un⸗ in heg⸗ terwerfen laſſen: aber man kann doch einen Sonnenſtral brachkn gar 44 Verſuche und Beobachtungen gar bald ſo fein machen, daß er ein kaum noch ſichtba⸗ res Farbenbild giebt, folglich als ein faſt unendlich fei⸗ ner gebraucht werden kann. Man erlaube mir alſo, nur noch eine einzige Betrachtung hieruͤber anzuſtellen. Wenn die Glaslinſe byv nicht in Erwaͤgung koͤmmt, und ein einfallender Stralenbuͤndel unendlich fein iſt, oder wenn die Punkte A und C, Fig. 2. Tab. II, zuſam⸗ men fallen: ſo verwandelt ſich die brechende Ebene ac in einen Punkt m. Gehet nun durch dieſen Punkt je⸗ ner nnzerlegte Stral wirklich: ſo faͤllt auch, wie ich bereits gezeigt habe, der Durchſchnittspunkt s in m, und ein einfacher veilchenblauer Stral, welcher einen beſtimmten Punkt in der hochblauen Stelle des Farben⸗ bildes beleuchtet, muß aus eben dem Punkte m kommen, aus welchem der einfache gruͤne koͤmmt, der denſelben Punkt in der hochblauen Stelle des Farbenbildes beruͤhrt. Eben dieſes gilt nun auch von dem einfachen rothen und einfachen gruͤnen, welche zuſammen einen gemeinſchaft⸗ lichen Punkt in der gelben Stelle des Farbenbildes be⸗ leuchten. Hieraus aber muß ſolgen, daß im hochblau⸗ en Lichte jeder einfache gruͤne Stral mit je einem einfa⸗ chen veilchenblauen, im gelben Lichte hingegen jeder ein⸗ fache rothe mit je einem gruͤnen vollkommen gleich⸗ brechbar ſey, wie auch, daß die rothen Stralen des gelben Lichtes im Ganzen genommen mehr Brechbarkeit beſitzen, als die in dieſem gelben enthaltenen gruͤnen, ſo, wie die gruͤnen des hochblauen Lichtes im Ganzen genommen mehr brechbar ſeyn muͤſſen, als die zu dieſem hochblauen gehoͤrigen veilchenblauen. Da e ſte⸗ endlich ſer mit al ſ, duſile ng komm hfen iſ Il zuſam Ebene 29 Punkt je wie ich ts in m, her einen Farben⸗ kommen, denſelben berüitt zen und nſchaft⸗ ldes be⸗ ochblau⸗ m einfa⸗ eder ein⸗ n gleich ralen des echbatkei grüͤnen, Ganzen zudiſſen Da uͤber die Farben des Lichts. 45 Da jedoch durch einen mathematiſchen Punkt, wie bekannt, kein Lichtſtral gehen kann, wenigſtens kein ſol⸗ cher, welcher ſich in unendlich viele farbige Theile, die ein ſichtbares Farbenbild geben, zerlegen laͤßt: ſo kann ſich der Satz, daß im gelben Lichte je zwei einfache Stralen vom rothen und gruͤnen, im hochblauen hinge⸗ gen je zwei einfache vom gruͤnen und veilchenblauen, gleichbrechbar ſind, durch Verſuche, zu welchen man ſich einen unendlich feinen unzerlegten Stral bloß fingirt, freilich nicht rechtfertigen laſſen, ſondern man muß hier ſchon damit zufrieden ſeyn, daß der Schluß aus den Praͤmiſſen richtig folgt. Indeſſen kann man auch die Sache auf nachſtehende Weiſe betrachten, und ſie ſodann den Verſuchen wirklich unterwerfen. Naͤmlich, da A C, Fig. 2, Tab. II, in allen Faͤllen eine Groͤße bleibt, welche ſich angeben laͤßt: ſo werden in allen Faͤllen, zu Folge der Hypotheſe, die meiſt⸗ brechbaren rothen Stralen von den mindeſtbrechbaren veilchenblauen in einem beſondern Punkte hinter ac, etwa in s, geſchnitten, und es laſſen ſich ſodann nachſte⸗ hende Folgerungen aus dieſen Praͤmiſſen herleiten. Ein rother einfacher Stral, welcher einen beſtimm⸗ ten Punkt f im gelben Theile des Farbenbildes beleuch⸗ tet, koͤmmt aus einem hoͤher liegenden Punkte der Brechungsebene ac, als der gruͤne, welcher denſelben Punkt f beleuchtet. Solches muß darum geſchehen, weil durch einen Punkt hoͤchſtens nur ein unendlich feiner weißer Stral fahren kann. Wenn daher ein ſolcher Stral durch c faͤhret, und ſein rother Theil nach egfort⸗ gehet: ſo wird ſich ſein gruͤner nach ef hinſtrecken, und au⸗ 42 741 N 2₰ 5 4M 46 Verſuche und Beobachtungen aus dieſem Grunde muß ein rother einfacher Stral,. iumm der den Punkt f zugleichz beleuchten ſoll, nothwendig vede aaus einem Punkte der Brechungsebene kommen, wel Aac cher uͤber c liegt. Mithin muͤſſen auf eben dieſe Weiſe i alle unendlich feine, oder einfache rothe Stralen, welche dng zwiſchen ef und ah fortgehen, aus immer hoͤher liegenden dehen Punkten der Brechungsebene heraustreten, indem die ih⸗ nen zugehoͤrigen gruͤnen aus niedriger liegenden Punkten. dieſer Ebene hervorkommen, das heißt, ein Punkt a, durch nßi welchen ein rother Stral ah hervorkoͤmmt, muß in der tin Brechungsebene a c hoͤher liegen, als der Punkt, aus grin welchem der gruͤne Stral, der den Punkt h der gelben ale Stelle beleuchtet, ſeinen Weg dahin nimt. Um ſich die Sache noch deutlicher zu machen nehme man mitten im gelben lichte einen Punkt pan, welcher darum gelb er⸗ ſch ſcheint, weil er ſowohl von einem rothen Strale mp, als Co von einem gruͤnen np beleuchtet wird. Nun aber liegt hin m allerdings hoͤher in der Brechungsebene, als n, und e es iſt klar, daß uͤberhaupt in allen Punkten des gelben rid Lichts rothe und gruͤne Stralen einander ſchneiden, auch ſder wenn die Linſe by nicht zugegen iſt. Auf gleiche Weiſe ben! muß endlich auch jeder einfache veilchenblaue Stral n q, hen der den Punkt q im hochblauen Lichte bilden hilft, aus den einer niedrigern Stelle der Brechungsebene hervorſtralen, gai als der gruͤne mꝗ, der jenen in q ſchneidet: und eine ſat vorgeſezte Glaslinſe bringt nur den Durchſchnittspunkt q m an eine andere Stelle, weiter aͤndert ſie hierin gar nichs. Har M Man ſtoße ſich bei dieſer Betrachtung nur nicht et⸗ ſict wa daran, daß hier immer nur von einer Brechungs⸗ ſnde ebene die Rede iſt, da deren doch zwei in Betrachtung the kommen, uͤber die Farben des Lichts. 47 K Süal, kommen, wenn das Farbenbild recht ſchoͤn dargeſtellt wun werden ſoll. Denn man darf nur bedenken, daß beide len, wel⸗ rorh n ſich ſehr lauf ei mige r zir ſ* d eheeet de ſherede warede V en, ſo, daß man hiebei zur eine einzige Bre⸗ n, voch chungsebene, der Sache unbeſchadet, in Erwaͤgung zu ligend ziehen noͤchig hat. demdieiß wAuntte Nach dieſer Vorſtellungsart laͤßt ſich der obige Sat, kta duch daß im gelben Lichte je zwei Stralen des rorhen und duß inde gruünen, im hochblauen hingegen je zwei Stralen des intt, as gruͤnen und veilchenblauen, gleichbrechbar ſind, auch er gelben aus wirklichen Verſuchen gar leicht rechtfertigen. nſich di itten im Aber wozu in aller Welt, wird man ſagen, giebt geld er⸗ ſich doch der Verfaſſer ſo viel vergebliche Muͤhe, ein mp) al Phaͤnomen zu erklaͤren, welches Newton laͤngſt ſchon her ſiegt hinlaͤnglich erklaͤret hat, und mit welcher Erklaͤrung al⸗ 1, und le Phyſiker vollkommen zufrieden ſind. Newton hat, gelben wird man hinzuſetzen, unwiderſprechlich bewieſen, daß , auch jeder unzerlegte Stralenbuͤndel ſieben einfache Hauptfar⸗ e Weiſe ben von verſchiedener Brechbarkeit enthaͤlt, zwiſchen wel⸗ taol ug, chen ſich aber noch unendlich verſchiedene Abſtufungen ft, aus befinden, die gleichfalls alle verſchiedentlich brechbar ſind: eſtralen, gleichwohl will dieſer Verfaſſer nur drei einfache Grund⸗ und eine farben des weißen Lichtes geſtatten, deren Brechbarkeit Spunkt an einigen Stellen gleich, an andern verſchieden ſeyn ſoll. Hat nicht, hoͤre ich noch oben drein fragen, jener große Mann durch viele Verſuche dargethan, daß jedes weiße nict ir ſicht ſich nicht nur in die ſieben Hauptſarben zerlegen, ſondern ſich auch aus denſelben allemal wieder zuſammen⸗ grnichs⸗ rechungs⸗ nacenng ſetzen oder erzeugen laͤßt? Hat er nicht auch, Opt. Lib. I. ——* 1 2 A———— — 3-——————- —.,———--/:O—-ᷓ——,—— „. 7*—— 2J—2 2—1..ö...... 48 Verſuche und Beobachtungen Part. II. Prop. 8. Probl. 3. beſonders gezeigt, warum heig im Lichtfarbenbilde, welches nicht weit hinter dem Eck⸗ nig ſaͤulenglaſe aufgefangen wird, kein gruͤnes Licht, ſondern dier an deſſen Statt nur weißes enthalten kann, wenn der bn einfallende weiße Stralenbuͤndel merklich dicke iſt.. Allein, fuͤrs erſte bin ich mit meinen Gegenbewei⸗ rer ſen lange noch nicht fertig, und fuͤrs zweite kann ich auch zunie nicht glauben, daß unpartheiiſche Richter die Newtonſche be, Aufloͤſung des hier angefuͤhrten Problems richtig und be⸗ riich greiflich ſinden werden. befind Naͤmlich zu Folge dieſer Aufloͤſung iſt in ½ △ Fig. a, ier Tab. II, zwar allerdings bloß reines rothes Licht enthal⸗ ten. Aber bei A miſche ſich, ſagt Newton, erſtlich das V pomeranzengelbe darunter, und faͤrbe dieſe Stelle gelb⸗ en lichroth. Ueber X komme das gelbe dazu, und bringe V di mit jenem rothen und gelblichrothen das pomeranzenfar⸗ dn bige hervor. Weiter uͤber miſche ſich auch das gruͤne ſin darein, und mache die Stelle, welche außerdem im⸗ Juh mer noch pomeranzenfarbig ſeyn wuͤrde, hochgelb. idch Noch weiter uͤber uͤber Xfalle nun auf dieſes gelbe auch ait das hochblaue, und faͤrbe dieſe Stelle noch mehr hoch⸗ yg gelb. Nahe bei 8 komme das indigblaue dazu, und I mache den Ort weißgelb. Endlich miſche ſich in„ ſelbſt ine noch das veilchenblaue darein, und nun entſtehe daraus deng das weiße, welches zwiſchen Zund derſcheine, und wo und alle ſieben Farben uͤber oder in einander laͤgen. Wer hen nun begreiffen kann, wie, zu Folge dieſer ſiebenfarbigen im Hypotrheſe ſelbſt, aus dem hochgelben und hochblauen dichte ſchs das noch ſchoͤnere gelbe, oder aus dem hochgelben und 1 n hochblauen vermiſcht mit indigblauen das weißgelbe ent⸗ ivi ſprin⸗ nn ; warum erdem Et. d lnden wenn da ke iſt egenbebze inn ichauch Jeveonſch tig und be⸗ àX Fig tt entha erſtlich d Stelle get⸗ und bringt anjenfor⸗ as grune dem im⸗ hochgeb. gelbe auch rehr hoch dazu, und in g ſebe ihe darc , und we en. Ve enſctbigen lauenichte geben nd ſgabe ent⸗ ſrine —————— uͤber die Farben des Lichts, 49 ſpringen ſoll, der begreife es. Mir iſt ſolches darum un⸗ moͤglich, weil nach meiner Einſicht aus der Miſchung dieſer Lichtſarben, zu Folge der gedachten ſiebenfarbi⸗ gen Hypotheſe, bloß die geſaͤttigte gruͤne hervorgehet. Auf eben dieſe Weiſe, behauptet Newton ferner, verliere ſich in 3 das rothe Licht zuerſt, und laſſe alſo zunaͤchſt uͤber dieſer Stelle nur noch das pomeranzengel⸗ be, das gelbe, gruͤne, hochblaue, indigblaue und veilchenblaue zuruͤke: folglich muͤſſe die zunaͤchſt uͤber ⸗ befindliche Stelle hochblauweiß erſcheinen. Hoͤher uͤber d verliere ſich das pomeranzenfarbige, und laſſe nur noch die fuͤnf uͤbrigen Lichter zuruͤcke: daher erſcheine dieſe Stelle nun hochblau. Noch weiter oben verſchwin⸗ de das gelbe, und laſſe nur noch die vier lezten uͤbrig, welche zuſammen genommen abermals blau geben. Dann verliere ſich das gruͤne: aber die Miſchung der uͤbrigen dreien ſey immer noch blau, jedoch tiefblau. Nach Abgang des hochblauen bleibe die Miſchung des indigblauen und veilchenblauen immer noch tiefblau, bis endlich in„ auch das indigblaue verſchwinde, folglich in oo nur das veilchenblaue noch allein zuruͤcke laſſe⸗ Wer nun hier wieder begreift, wie zu Folge der ſie⸗ benfarbigen Hypotheſe aus der Miſchung des pomeran⸗ zengelben, gelben, gruͤnen, hochblauen, indigblauen und veilchenblauen Lichtes ein hochblauweißes entſte⸗ hen kann, der mag ſolches abermals thun. Ich kann es nicht faſſen, ſondern glaube, daß aus dieſen ſechs Lichtfarben eine ſehr geſaͤttigte gruͤne hervorge⸗ hen muͤßte, wenn die Newtoniſche Hypotheſe gegruͤn⸗ det waͤre. Wuͤnſch Verſuche, D Zwar —————jñ—õ yõ————B—— ———ͤͤnͤnͤ 50 Verſuche und Beobachtungen Zwar beruft ſich Newton hiebei nicht nur auf ein ter beſonderes Problem, welches er Opt. Lib. J, Part. II. 1cß Prop. 6, aufzuloͤſen ſich bemuͤhet hat, ſondern ſagt auch, dd daß der zuſammengeſezte gelbe Schein bei§ durch eine 1 en gelbgruͤnliche Abſtufung, der hochblaue bei d hingegen d durch eine hochblaugruͤnliche Nuͤance in das weiße 6³⁹ dnh uͤbergehe. Allein was das erſte betrifft: ſo giebt er in 8 der Erlaͤuterung der angefuͤhrten fechsten Propoſition 3 des zweiten Theils des oftgedachten Werkes mit klaren V jc Worten ſelbſt zu erkennen, daß die daſelbſt nach Ver⸗ uf haͤltniß der ſieben Toͤne in einen Kreis geordneten ſieben nn Lichtfarben weiter nichts, als ein Spiel ſeiner fruchtba⸗ der ren Phantaſie, ſind, indem die ganze Anordnung eben ſcie ſo gut auf drei einfache Grundfarben, als auf ſieben V ſr oder fuͤnfe paßt. Und was das zweite anbelangt: ſo V fn kann ich mit meinen ganz reinen, ganz unfarbigen Eck⸗ V 1 ſaͤulenglaͤſern jene gruͤnlichgelbweißen und hochblaugruͤn⸗ b 3 lichweißen Abſtufungen niemals finden, ſondern ſehe im⸗ f mer nur den allmaͤhlichen Uebergang aus dem gelben f ins weiße, und aus dem weißen ins hochblaue, ausge⸗ 3 nommen, wenn ich das Bild zu nahe an s auffange, u . 1 wo die rothen und veilchenblauen Stralen nur ſucceſſive 3 „ 72„ 2. d entweichen, folglich die gruͤnen auch nur ſucceſſive, und . in zwar zuerſt an den Grenzen 83 oder 8 8, ſichtbar wer⸗ 1 den laſſen. 1 Stellt man ganz nahe unter das eine Priſma aoc. .. 2... T ein zweites, und laͤßt man durch dieſes einen zweiten n dicken Stralenbuͤndel dergeſtallt fahren, daß der obere 8 gleic farbige Lichtkeil deſſelben, welcher hochblau und violet f wie bas iſt, auf den untern ſarbigen Lichtkeil 3c8 des ſhe obern 9 ur auf en 1 kart. U. nſagrauc, durc eine R inxe weffe 9) giebt erin Nryeſtion mit karen nach Der neten ſeben r fruchch nung ehe auf ſeben elangt: ſ bigen Ele hlaugrün ſehe im⸗ n gelben e, ausge auffange, ſucceſſie eſtwe, und jſöbar we⸗ riſma a0 nen zwelte zde cere uundvielt ii zegd obern uͤber die Farben des Lichts. 51 obern zerlegten Strales faͤllt: ſo erſcheint nicht mehr bloß diejenige Stelle weiß, welche zwiſchen und, oder uͤberhaupt zwiſchen as und es enthalten iſt, ſon⸗ dern der ganze Raum von I bis unter wird nun weiß. Denn alsdann ziehet ſich in des obern zerlegten Stra⸗ lenbuͤndels gelben und gruͤnen Scheine ecf, des untern zerlegten Stralenbundels geſaͤttigter veilchenblaues Licht hin, und auf den rochen Schein fog muß des untern hochblauer Theil zu liegen kommen. Mithin wird esh auf dieſe Weiſe hochblau, und hseg weiß, oder mit weniger Worten: beide uͤber einander liegende Priſmen, die von breiten Sonnenſtralen in der gehoͤrigen Lage be⸗ ſchienen werden, geben zuſammen einen einzigen, aber ſehr großen blaßweißen oder hoͤchſtens ein wenig roſen⸗ farbigen Lichtkeil, wie asc, welcher oben ebenfalls hochblau und violet, unten gelb und roth begrenzt iſt. Gelb iſt naͤmlich aus roth und gruͤn zuſammen geſezt: folglich fehlt ihm, um weiß zu werden, nur noch das geſaͤttigte veilchenblau, welches durch obiges Verfahren eben hinzu koͤmmt. Dem rothen hingegen fehlt, um weiß zu werden, geſaͤttigtes gruͤn und geſaͤttigtes violet, welche Stuͤcken beide im hochblauen groͤßtentheils enthal⸗ ten ſind, folglich gleichfalls bei dieſem Verſuche dem rothen beigefuͤgt werden. Newton hat bekanntlich Opt. Lib. I. Part. II. Prop. 5, Exper. 13, dieſen Verſuch eben ſo gefunden, und ihn laͤngſt ſchon beſchrieben: aber er hat ihn, wie den gleich vorher angefuͤhrten, aus der Vermiſchung von ſieben einfachen Lichtfarben erklaͤrt, welches eben falſch iſt, weil die gelbe und hochblaue, die pomeranzengelbe D 2 und —————-————— — 4 1 g* 7 2* 2*— 8 2. A K— X 3 7“ 4 F. 3— 3 7 8. N 4= 1 8 8 1 1—** 5MU 1 MN — N “ ‧* ᷑ “ N 5 4 4 84 . N 8— m r—— 1 „—„ —— —.“ 52 Verſuche und Beobachtungen und indigblaue nicht einfach, ſondern ſelbſt zuſammen t68 geſezt ſind. nele Selbſt zuſammen geſezt! hoͤre ich aufs neue aus⸗ 7 rufen, und hinzufuͤgen: alſo weiß der Verfaſſer nichts ni von Newtons zwoͤlften Verſuche, Opt. Lib. I, Part. I, und nichts von deſſen fuͤnften Verſuche Lib. I, Part. II? rf Beide beweiſen ja augenſcheinlich, daß dieſe vier Licht⸗ 1 farben auf keine Weiſe durch eine neue Brechung zer⸗ V 1e legt werden, welches gleichwohl geſchehen muͤßte, wenn. ſie nicht einfach, ſondern je aus zwei andern zuſammen⸗ geſezt waͤren? V Vierte Reihe von Verſuchen. V 1 Von jenen fuͤnf kleinen Loͤchern des Fenſterladens w oͤffne ich jezt nur eins, und ſtelle fuͤnf oder vier Fuß da⸗ V 1 von das Priſma in den einfallenden Stralenbuͤndel, ſo, Er wie ſichs gehoͤrt. Ohngefaͤhr zehen Fuß weit vom rm Priſma fange ich das Farbenbild mit meiner weißen m. Tafel auf, welches daſelbſt beinah einen Fuß lang iſt. ſim Aber die Tafel ſtelle ich ſo, daß das kleine in ihr be⸗ 8 findliche Loch in das Farbenbild zu ſtehen koͤmmt; und nc nun kann ich die Tafel nach Willkuͤhr erhoͤhen oder er⸗ niedrigen, folglich eine jede Lichtfarbe durch gedachte kleine Oeffnung derſelben fahren laſſen. 3 H Erſter Verſuch. 4 Erſtlich ſtelle ich das kleine Loch der Tafel mitten in den rothen Schein des Farbenbildes, und laſſe alſo recht geſaͤttigtes rothes Licht hindurch. Nahe hinter nud der Tafel breche ich dieſen rothen Stral durch ein zwei⸗ ben tes zuſenmen nele ⸗ ſſernihs l Pat.l Part. Il? vier ich pung jet⸗ Fte, venn uſammen ſterladen „Juß dae nde, ſo eit vom weißen lang iſt n ihr be⸗ mt; und noder er⸗ ˖gedache pfel miten dlaſe oſe ighe iner ein zwei⸗ tes uͤber die Farben des Lichts. 53 tes Priſma, und laſſe ihn von einem Gehilfen in einem neuen Abſtande von fuͤnf oder ſechs Fuß an einer zwei⸗ ten weißen Tafel auffangen. Dieſer einzelne Schein iſt nun daſelbſt, wie bekannt, nicht ſehr laͤnglich, ſon⸗ dern ziemlich kreisfoͤrmig, und zeigt keine andere Far⸗ be, als nur die rothe, man mag die Tafel, worauf er ſich abbildet, noch ſo ſchief gegen ihn halten. Folg⸗ lich iſt allerdings das rothe Licht einfach, oder unzer⸗ legbar, wie wir alle auch laͤngſt ſchon wiſſen. Zweiter Verſurch. Nun ſenke ich die Tafel ſo weit nieder, bis ich die kleine Oeffnung mitten im pomeranzenfarbigen Scheine wahrnehme. Daher muß nun dieſes Licht zum Theil durch das kleine Loch der Tafel fahren, und hinter der⸗ ſelben zum zweiten male gebrochen werden. Aber der Schein, den dieſes zum zweiten male gebrochene pome⸗ ranzenfarbige Licht auf der um ſechs Fuß weit entfern⸗ ten zweiten Tafel macht, iſt keinesweges mehr ſo kreis⸗ foͤrmig, wie der vorige ganz rothe, ſondern allerdings ein wenig elliptiſch oder laͤnglich. Auch iſt er nicht mehr durchaus pomeranzengelb, ſondern untenher mit einer breiten ſcharlachrothen, oben herum mit einer brei⸗ ten mattgruͤnen ſichelfoͤrmigen Einvaſſung beſezt, be⸗ ſonders wenn ich die Taſel gege dieſes darauf fallende Licht ruͤckwaͤrts neigen laſſe. Dritter Verſuch. Sofort mache ich, daß jene kleine Oeffnung der vordern Tafel mitten in der gelben Stelle des Lichtfar⸗ benbildes zu ſehen iſt. Mithin gehet nun reines hoch⸗ D 3 gelbes 2—— n 4 ———— 4———.—„—„ „ — —2— — — 4— NB “ — 3 8 3 5 4 = ———— 2—— — d., 1*:—„*. “ * 5— 8 4. 85 — KU —dddn— 54 Verſuche und Beobachtungen gelbes Licht hindurch, welches hinter dieſer Tafel unter heft dem gehoͤrigen Winkel durch das zweite Priſma faͤhrt, blar und aufs neue ſo ſehr als moͤglich gebrochen wird. Auf der hintern Tafel ſehe ich dann einen merklich laͤnglichen gelben Schein, welcher unten herum mit einer bren⸗ nend rothen, oben mit einer eben ſo lebhaft gruͤnen hin ſichelfoͤrmigen Einvaſſung beſezt iſt. Na Aus dieſem Grunde kann ich das pomeranzengelbe V als und gelbe Licht nicht fuͤr unzerlegbar halten. V dich Vierter Verſuch. V Hierauf ſtelle ich das kleine Loch der vordern Tafel V mitten in den reinen gruͤnen Schein des Farbenbildes, V und laſſe folglich nur gruͤnes Licht hindurchfahren. Die⸗ ſes aber bildet nach der zweiten Brechung auf der zwei⸗ V o ten Tafel allerdings wieder nur einen kreisfoͤrmigen ei gruͤnen Schein, welcher weder am obern Rande noch ä am untern das geringſte fremdfarbige Licht zeigt, ſo ſchief auch die Tafel gegen ihn geneigt wird. V — Hierdurch bin ich uͤberzeugt worden, daß auch die⸗ V 5 ſes Licht einfach oder unzerlegbar iſt. 8 Fuͤnfter Verſuch. V 3 1 eh Nun ruͤcke ich die Ooffnung der vordern Tafel mit⸗ ten in den hochblauen Schein, und laſſe folglich nur hochblaues Licht hindurch gehen, um es im zweiten T Priſma, ſo viel als moͤglich, aufs neue zu brechen. 1n An der hintern Tafel nehme ich ſodann abermals einen be etwas laͤnglichen Schein wahr, welcher zwar großen⸗ theils hochblau, aber am untern Rande mit einer leb⸗— haft üͤber die Farben des Lichts. 35 f;. 12. — u haft gruͤnen, am obern mit einer geſaͤttigten veilchen⸗ d 1 blauen ſichelſoͤrmigen Einvaſſung verbraͤmt iſt. aun Sechster Verſuch. n Das indigblaue Licht giebt, auf dieſelbe Weiſe be⸗ handelt, ein indigblaues Bild, welches am untern Rande mattgruͤn, am obern geſaͤttigt veilchenblau jengebb ausfaͤllt. Mithin kann auch das hochblaue und indigblaue ſicht nicht fuͤr unzerlegbar gehalten werden⸗ en Taſil Siebenter Verſuch. nbide, Aber das reine veilchenblaue Licht giebt gleichfalls 1 die nur ein reines veilchenblaues Bild, welches weder am er iwer obern Rande, noch am untern, und uͤberhaupt nirgends ormigen einen fremdfarbigen Saum zeigt, ſo ſchief man auch de noch die zweite Tafel gegen ſelbiges ſtellen mag. gt, ſo 4, Stellt man eine Glaslinſe vor das vordere Priſma: . ſo geben dieſe Verſuche auch dann immer noch dieſelben uchdi⸗ Reſultate, nur muß die Glaslinſe eine betraͤchtliche Brennweite haben, weil man ſonſt im Farbenbil⸗ de kein gruͤnes Licht, ſondern an deſſen Statt weißes erhaͤlt. gi nn Wer dieſe Verſuche ſelbſt machen will, der hat ich 3 arßer der beſchriebenen Anordnung der beiden Tafeln zoel und Priſmen noch die folgenden zwei Sachen dabei zu beobachten. rals einen anr Fuͤrs erſte iſt zu erwaͤgen, daß das Farbenbild auf iner lb⸗ der vordern Tafel, wegen der ſcheinbaren taͤglichen Be⸗ ght D 4 wegung ——— 56 Verſuche und Beobachtungen wegung der Sonne ziemlich geſchwind fortruͤkt. Aus dieſer Uſache kann die gedachte kleine Oeffnung dieſer Tafel nie lange recht in der Mitte einer beſtimmten Lichefarbe bleiben, und man wird ſolglich wohlthun, wenn man das zweite Saͤulenglas an der hintern Seite dieſer Tafel beveſtigt, jedoch ſo, daß es gerade hinter dem kleinen Loche derſelben zu ſtehen koͤmmt, und ſich nur noch gehoͤrig um ſeine Axe drehen laͤßt. Auf ſol⸗ che Weiſe kann man die vordere Tafel wenigſtens alle Minuten aufs neue ſtellen, und geſchwind wieder da⸗ von gehen, um an der hintern Tafel den zum zweiten male gebrochenen Stral aufzunehmen, und ihn in der Naͤhe zu betrachten. Laͤßt ſich aber das Priſma nicht auf dieſe Weiſe beveſtigen: ſo muß man ſich zwei Ge⸗ hilfen zu dieſen Verſuchen annehmen. Der eine muß die Oeffnung der vordern Tafel ſtets in der mittelſten Setelle einer beſtimmten Lichtfarbe zu erhalten verſtehen. Der andere muß das zweite Priſma nahe hinter dieſer Tafel in die gehoͤrige Lage bringen, und nicht wanken oder zittern. Der Beobachter ſelbſt hingegen muß den zum zweiten male gebrochenen Stral mit ſeiner Tafel aufnehmen, und genau betrachten. Befolgt man die⸗ ſe Regeln nicht: ſo koͤnnen leicht zweierlei Lichtfarben auf ein mal durch die Oeffnung der Tafel fahren, und folglich kann man dieſe Verſuche der vierten Reihe auf eine Weiſe beſtaͤtigt finden, auf welche man ſie nicht beſtaͤtigt finden ſoll. Wegen der geſchwinden Bewe⸗ gung des Farbenbildes kann naͤmlich alsdann leicht er⸗ was vom reinen rothen Lichte zugleich durch die Oeffnung der Tafel gehen, wenn man bloß das pomeranzengelbe hindurch laſſen will, und eben ſo kann auch vom gruͤnen etwas —————-———————— — 1 uͤber die Farben des Lichts. 57 t. a etwas mit hindurch gehen, wenn man bloß das hoch⸗ ungdie blaue verlangt, und ſo weiter. ſinntn wejthu, Fuͤrs zweite iſt aus der bereits beſchriebenen An⸗ te Eit ordnung der Lichtfarben im Farbenbilde leicht einzuſe⸗ ade hin hen, daß die rothen und gruͤnen Oblongen Tab. I, 1un ſc Fig. 3, bei b und e ziemlich nahe aneinander greiffen, b duf ſhr beſonders wenn der brechende Winkel am Saͤulenglaſe Iůes ill zu klein iſt, oder wenn man daſſelbe nicht bis zur groͤß⸗ vicde de ten Brechung herum gedrehet hat, oder auch, wenn es 4 m zwein aus einer Maſſe beſtehet, welche das Licht nicht gut zer⸗ 92 n in de legt. Stellt man daher die kleine Oeffnung der vor⸗.4 ſma nict dern Tafel in einem ſolchen Farbenbilde gerade auf die zwei Gi Mitte zwiſchen b und e in das gruͤne Licht: ſo faͤhrt oft f eine muß eine Menge von Theilen der ſich daſelbſt anfangenden d mitteſſten veilchenblauen und verlierenden rothen Oblongen zugleich erſtehen. mit hindurch. Daher erſcheint nun auf der hintern Ta⸗ e dieſer fel nach der zweiten Brechung ein gruͤnes Bild, wel⸗ wanken ches unten roth und gelb, oben hochblau und violet ver⸗ muß den braͤmt iſt, folglich beinahe das Anſehen eines gewoͤhnli⸗ ner Tafel chen jedoch ſehr ſchwachen Lichtfarbenbildes hat. Um man die alſo dieſe falſchen Lichter im gruͤnen zu vermeiden, muß ctſerben man entweder das gedachte kleine Loch der Tafel nahe teen, und an die eine oder die andere vertikale Grenze der gruͤnen Neihe af Stelle fuͤhren, wo dieſelbe, wegen der bei b und e be⸗ ſee nict findlichen Kruͤmmungen der beiden uͤbrigen farbigen n Bewe Oblongen, allerdings ganz rein zu finden iſt, oder licht u man muß die Brechung im vordern Priſma ſo groß ma⸗ Offiung chen, daß die veilchenblauen Oblongen fe ſich weit ge⸗ njanele nug von den rothen ab entfernen, welches geſchiehet, n ginn wenn die einfallenden Stralen ſo ſchief auf die Bre⸗ ttva D5 chungs⸗ —;ͤöͤöͤͤſö 58 Verſuche und Beobachtungen chungsebene gelangen, daß dieſelbe den veilchenblauen Kf d Antheil derſelben nicht mehr hindurch laͤßt, ſondern zu⸗ nudden ruͤcke wirft. Alsdann hat man im Farbenbilde auf der d vordern Tafel bekanntlich nur noch den rothen, den po⸗ gübter meranzengelben, den gelben und gruͤnen Schein, wel⸗ Daher cher leztere in ſeiner Mitte nun gewiß ganz rein oder die r einfach iſt, und ſich auf keine Weiſe weiter zerle⸗ len m gen laͤßt. tizent darum, Auch kann man auf dieſe Weiſe das gelbe Licht ter der gaͤnzlich in rothes und gruͤnes, das hochblaue gaͤnzlich die d in gruͤnes und veilchenblaues zerlegen. Hiezu wird aber ein ſehr großer finſterer Saal erfodert, wo man 4 einen Stral etliche mal brechen und nach Belieben l herum leiten kann. Auch muß man dazu etliche Ge⸗ Vn hilfen und etliche weiße Tafeln haben, welche wie die Nen vorhin beſchriebene zweite hinter ihren Oeffnungen mit pehe Priſmen verſehen ſind. Man darf naͤmlich nur die unf zum zweiten male gebrochenen Stralen des gelben ſo⸗ ſein wohl, als des hochblauen Scheines, durch die zweite ſ 4 oder dritte Tafel, und ſo weiter, hindurch fahren laſſen, diſt doch ſo, daß die fremdfarbigen Saͤume jedesmal auf fige den Tafeln zuruͤcke bleiben. Denn auf dieſe Weiſe fin⸗ ſeüi det man nach etlichen Brechungen des gelben Lichtes wwat nur noch die rothen und gruͤnen Sicheln, nach etlichen ſtri Brechungen des hochblauen hingegen nur noch die gruͤ⸗ lar nen und veilchenblauen Saͤume an den Loͤchern der Ta⸗ nert feln, indem dadurch die gelben und hochblauen Stralen ſelbſt zulezt gaͤnzlich verſchwinden, welches jedoch eher Brec nicht geſchiehet, als bis zugleich auch die rothen und dn; gruͤnen, oder die gruͤnen und veilchenblauen Saͤume wiche auf 1 ſcheueue ſonden 3 dde ufde n, den pre hein, ne z rein oder eiter ſie gelbe lih je gänzac diezu wid wo mm Belieben lliche Ge⸗ e wie de nen mit nur die elben ſo⸗ ie zweite en laſſen, smal auf Veiſe fine n liches hetlicen die gri n der da Stralen doch he dchen und Siume auf — uͤber die Farben des Lichts. 59 auf der dritten oder vierten weißen Tafel unſichtbar werden. Daß man im uͤbrigen zu dieſem lezten Verſuch geuͤbter Gehilfen beduͤrfe, iſt ohne mein Erinnern klar. Daher will ich nur dieſes noch bemerken, daß man auch die Priſmen hier nicht horizontal, ſondern vertikal ſtel⸗ len muß: das heißt, man muß den Stral in einer Ho⸗ rizontalebene durch den Saal herum brechen, und zwar darum, weil man ihm gegen die Decke hinnauf und un⸗ ter den Fußboden hinnab nicht nachlaufen, vielweniger die Tafeln dahin ihm nachtragen kann. Aus dieſen Verſuchen erhellet alſo allerdings aufs neue, daß nur drei Lichtfarben einfach, die uͤbrigen hingegen je aus zwei einfachen zuſammengeſezt ſind. Newton leugnet zwar dieſes: aber die Zerlegung des gelben und hochblauen Lichtes, welche durch den dritten und fuͤnften Verſuch dieſer vierten Reihe bewirkt wird, ſcheint er doch auch bemerkt zu haben, wenigſtens laͤßt ſich aus den Worten, deren er ſich bei Beſchreibung dieſer Verſuche und ihrer Reſultate bedient, gar nicht folgern, daß er an gedachten beiden Lichtern keine ſremd⸗ farbigen Saͤume wahrgenommen habe, wenn ſie zum zweiten male gebrochen waren. Dieſe Verſuche be⸗ ſchreibt er Opt. Lib. I, Part. I, Exper. 12. Und⸗ Lib. I, Part. II, Exper. 5, fuͤgt er folgende merkwuͤrdige An⸗ merkung hinzu: „Wenn ich ſage, ſpricht er, daß durch die zweite Brechung die Lichtfarben weiter keine Veraͤnderung lei⸗ den: ſo will ich dieſes bloß von einer Veraͤnderung, welche merklich in die Sinne faͤllt, verſtanden wiſſen. Denn —ðK—Né;-—uöö—„ — 4 ———I1S1ͤöͤöoͤöͤſſſſſſſ 60 Verſuche und Beobachtungen Denn da keine der Lichtſarben, die ich da einfach nenne, ganz genau und vollkommen einfach iſt, ſondern bald an dem einen bald am andern Ende ein wenig des naͤchſtanliegenden fremdfarbigen Scheines beygemiſcht enthaͤlt: ſo muß allerdings eine kleine Veraͤnderung der⸗ ſelben durch eine zweite Brechung entſtehen.“ Groͤßer wuͤrde er dieſe Veraͤnderung oder die Zer⸗ legung der beiden oben gedachten Lichtfarben gefunden haben, wenn er die kleinen Bilder derſelben weit ge⸗ nug hinter dem zweiten Eckſaͤulenglaſe aufgefangen haͤt⸗ te. Er hat ſie aber nur zwei bis drei Fuß weit hinter demſelben aufgenommen, und zwar nicht ſchief, ſon⸗ dern ſenkrecht, wie er Lib. I, Part. I, Exper. 12, aus⸗ druͤcklich ſagt: mithin hat er jene fremdfarbigen Saͤume freilich leicht uͤberſehen koͤnnen, weil ſie in dieſem Ab⸗ ſtande vom zweiten Saͤulenglaſe, und in dieſer Lage der Tafel, worauf ſie ſich abbilden, allerdings ſein oder ſchmal ausfallen, wiewohl man ſie auch da ſchon, wegen der groͤßern Staͤrke ihres Lichtes, recht gut ſe⸗ hen kann. Doch dieſer beruͤhmte Urheber der Lehre von den Lichtfarben hat wohl uͤberhaupt gar nicht ein mal bewei⸗ ſen wollen, daß die gelben und hochblauen Lichter ganz einſach waͤren; denn ſonſt haͤtte er den Gegenbeweis in ſeinen eigenen Verſuchen gewiß gar leicht ſelbſt gefun⸗ den. Sein ganzes Beſtreben in dieſer Sache gieng wahr⸗ ſcheinlich vielmehr nur dahin, zu zeigen, daß jeder weiße Lichtſtral aus Theilen von verſchiedener Brechbarkeit beſtehe, welcher Satz damals noch vielen Gelehrten an der Seine eine Thorheit, und vielen an der Themſe ein Aergerniß lerger nüͤnſti beiha lingli aus v einant neun. hat e Nenſ zumn gelben diegr blcuen lauer meſſ gefur durc gen l kenner Hau ſens bihe lich ange nach fede drei⸗ keugn 4 6 iiech —————————— uͤber die Farben des Lichts. 61 äu Aergerniß war, jezt aber allerdings von keinem ver⸗ da a nuͤnſtigen Menſchen mehr bezweifelt werden kann. Da⸗ wenig des bei hat er aber ſreilich zugleich auch gefunden, daß das begmſte laͤngliche Bild, welches ein gebrochener Lichtſtral giebt, dand aus vielen Farben beſtehet, welche ſich zwar ſanft in einander verlieren, aber doch jene bekannten ſieben oder er di Je neun Hauptabſtufungen deutlich darſtellen: und bieraus. n gffude hat er den Schluß gezogen, welchen ebenfalls kein 8 n wit ⸗ Menſch leugnen kann, daß die unterſten rothen Theile 6 angen i zum wenigſten, die pomeranzengelben etwas mehr, die wei ſin gelben wieder etwas mehr, noch mehr die gelbgruͤnen,„„ jif, ſe⸗ die gruͤnen wieder mehr als dieſe, noch mehr die grun⸗ i blauen, die hochblauen ebenfalls noch mehr, die indig⸗ d Sun blauen noch mehr, die oberſten veilchenblauen aber zum kimn P meiſten brechbar ſind. Ueberdieſes hat er zugleich mit Aud gefunden, daß einige dieſer Hauptabſtufungen ſich 9, 5 durch keine neue Brechung weiter veraͤndern oder zerle⸗ gen laſſen, und hierin ſtimmen gleichfalls alle Sach— ſian kenner mit ihm uͤberein: aber daß er dieſes bei allen antſe Hauptabſtufungen ſo gefunden habe, das hat er wenig⸗ ſtens nicht ausdruͤcklich geſagt, nicht unwiderſprechlich von den behauptet, ſondern ſich oft vielmehr das Gegentheil deut⸗ al bewei⸗ lich merken laſſen. Man ſehe außer der bereits oben Hter ganz angefuͤhrten Stelle nur noch Lib. I, Part. II, Problem. 2, beweis in nach. Daſelbſt wird man mit klaren Worten angezeigt ſt geſue finden, das er die Entſtehung des weißen Lichtes aus ng woh⸗ drei einfachen farbigen Hauptlichtern ganz und gar nicht der weie leugnet. echbarkelt 1 mn Hieraus erhellet aber, daß mein Satz von den drei fenten einfachen Grundfarben des Lichtes der Lehre Newtons Aergrniß ſogar 62 Verſuche und Beobachtungen ſogar nicht ein mal widerſpricht, wie ſehr er derſelben 3 b auch zu widerſprechen ſcheint. ne Aber ſo viel, werden meine Gegner ferner ſagen, drlch bleibt aus Newtons Verſuchen doch gewiß, daß jeder diſ weiße Lichtbuͤndel aus unendlich vielen einfachen Stra⸗ benbe len beſtehet, welche alle verſchiedentlich brechbar ſind. r Wenn aber alle dieſe einfachen Stralen unter verſchiede⸗ len i nen Winkeln gebrochen werden, folglich alle, nach der Klſf Brechung, einzeln oder fuͤr ſich auf ihren eigenen We⸗ in de gen fortgehen: ſo wird auch jeder in unſern Sehorga⸗ gein nen eine beſondere Lichtfarbe darſtellen, weil die Ver⸗ knd ſchiedenheit der Farben bloß in der verſchiedenen Bre⸗ lnd chung der Theile des weißen Lichts beſtehet; und es tan koͤnnen folglich dennoch nicht bloß drei einfache Lichtfar⸗ d ben exiſtiren, ſondern es muͤſſen deren ſo viele wahrge⸗ ni nommen werden, als Theile von verſchiedener Brech⸗, barkeit im weißen Lichte ſtecken, das heißt unendlich er viele, welches eben Newton zu behaupten ſcheint. rund Hierauf iſt zu antworten, daß ich nicht um Na⸗ Dn men und Worte ſtreite. Wer da behaupten will, daß gen das Weſen der Lichtfarben bloß in ihrer groͤßern oder N geringern Brechbarkeit beſtehe: der muß freilich auch ſ behaupten, daß es deren in jeder Hauptfarbe unend⸗ inn lich viele giebt. Allein bekanntlich laſſen ſich die Far⸗ buu ben ganz und gar nicht genau definiren, und ich berufe derſ mich daher bloß auf die ſinnlichen Empfindungen, wel⸗ che jedem geſunden Menſchen ſagen, was roth, gruͤn ſceid und veilchenblau heißt, wie auch, was gelb oder hochblau beſt iſt. Doch da einige Menſchen, wie ich aus eigener dßd Erfahrung weiß, die gelbe gruͤn, die gruͤne gelb nen⸗ iine nen, ———— uͤber die Farben des Lichts. 63 et daſeben nen, ja da ſogar einige Gelehrte der indigblauen den Namen der purpurfarbigen beilegen, wie aus Muſſchen⸗ broeks Introd. ad Phil. natural. und aus Eberts Na⸗ eui turlehre fuͤr die Jugend erhellet: ſo fuͤge ich nur noch de en⸗ dieſes hinzu, daß ich die verſchiedenen Farben des Bar⸗ ie i benbildes eben ſo nenne wie Newton ſie genannt hat. Aber dieſe ganze unendliche Menge der einfachen Stra⸗ umſtin len eines zerlegten Lichtbuͤndels theile ich bloß in ſo viel uihde Klaſſen ein, als es einfache Lichtſarben giebt, naͤmlich genn N in drei, und behaupte, das alle Stralen der erſten in WSchag geſunden Augen die Empfindnng des rothen, alle Stra⸗ ldie Ne len der zweiten die Empfindung des gruͤnen, alle Stra⸗ enen Be len der dritten die Empfindung des veilchenblauen Lich⸗. 8 und e tes erregen, da dann leicht zu erachten, daß zu Folge e lichfur dieſer Vorſtellung jede der gedachten drei Klaſſen ſelbſt d ewahge wieder aus unendlich vielen Theilen beſtehe, davon je⸗ er Brcf der ſeinen eigenen Weg nimt, folglich mehr oder min⸗ nendlich der brechbar iſt, als die uͤbrigen Theile, die zu der int naͤmlichen Klaſſe gehoͤren: und hierin iſt eben meine un Ne Behauptung in dieſer Sache von der bisher allgemein oll, de angenommenen Meinung hauptſaͤchlich verſchieden. zim ar Newton, und mit ihm die ganze naturforſchende Welt, lic uc ſagt naͤmlich, das Licht ſtelle in unſern Sehorganen de unnd immer andere und andere Farben dar, je mehr es brechbar ſey, oder, das weiße Licht ſey aus unendlich d lu verſchiedenen Lichtfarben zuſammen geſezt, wiewohl un⸗ ih ben ſer Auge nur ſieben Hauptgattungen derſelben unter⸗ en 3 ſcheide, und jede der unendlich verſchiedenen Farben th, gn beſitze ihre eigene Brechbarkeit: ich hingegen behaupte, 1 ſchuu daß die verſchiedene Brechbarkeit nicht hinreichend ſey, utalmt eine Farbe zu beſtimmen, oder daß alle in Anſehung geb wen⸗ ihrer nen, ——Q———ů———õ, 64 Verſuche und Beobachtungen ihrer Brechbarkeit unendlich verſchiedenen einfachen Stralen eines Lichtbuͤndels uͤberhaupt nur drei verſchie⸗ dene Klaſſen geben, welche ſich weſentlich darin von einander unterſcheiden, daß die erſte auf unſern Sehor⸗ ganen das rothe, die zweite das gruͤne, die dritte das veilchenblaue Licht entwirft, wobey nur noch ſtets zu er⸗ waͤgen, daß im Ganzen genommen die Stralen der er⸗ ſten Klaſſe zum wenigſten, die Stralen der lezten zum meiſten brechbar ſind, indem die Stralen der mittlern Klaſſe zum Theil minder, als die obere Haͤlfte der er⸗ ſten, zum Theil mehr, als das untere Dritthel der lezten Klaſſe gebrochen werden, im uͤbrigen aber in Anſehung ihrer Brechbarkeit zwiſchen den beiden aͤußern Klaſſen das Mittel halten. An den Stellen alſo, wo die mehr brechbaren Stralen der erſten Klaſſe mit jenen minder brechbaren der mittlern zuſammen fallen, da bringen ſie auf unſern Sehorganen die Empfindung des gelben und pomeranzenfarbigen Lichts hervor. An andern Stellen hingegen, wo die meiſt brechbaren Stralen der mittlern Klaſſe in die mindeſt brechbaren der dritten oder obern Klaſſe fahren, da erregen ſie die Erſcheinung, die wir hochblaues oder auch indigblaues Licht nennen. Da ich nun weiter oben gezeigt habe, daß nur eines unendlich feinen oder unſichtbaren Strales einfache Theile alle, ohne ſich zu ſchneiden, zwiſchen und neben einander fortlaufen, jeder Lichtbuͤndel aber, den der Menſch in ſeiner Gewalt hat, eine beſtimmte endliche Dicke beſizt: ſo muß aus dieſer ganzen Betrachtung aufs neue folgen, daß im gelben und pomeranzenfar⸗ bigen Lichte allenthalben rothe und gruͤne Stralen, im in⸗ digblauen eiſicen ej deichi⸗ dern von ern Säher e drittedes ſets ua⸗ len de er legen zun er mittern ſte der e⸗ der lezrn Anehang n Kaaſſe die meit n minder ringen ſi ten und Stelen mitttern er obern die wir * nur eine einfach und nebn den de teendlcht etrachtung ranjenir⸗ en, mit⸗ digbenen uͤber die Farben des Lichts. 65 digblauen und hochblauen hingegen allenthalben gruͤne und veilchenblaue Stralen einander ſcheiden. Wenn das wahr waͤre, hoͤre ich ferner einwenden: ſo muͤßte doch der Schatten eines duͤnnen Stiftes auch in eines jeden einfachen Farbenbildes gelben und hoch⸗ Llauen Stellen mit fremdfarbigen Saͤumen beſezt er⸗ ſcheinen! Auf dieſe Einwendung iſt mit folgenden Verſu⸗ chen zu antworten und zu zeigen, daß die Sache ſich allerdings alſo verhaͤlt. Fuͤnfte Reihe von Verſuchen. Hiezu gebrauche ich nur ein Priſma, und laſſe folglich nur einen ſehr duͤnnen Stralenbuͤndel durch daſ⸗ ſelbe dergeſtallt fahren, daß ohngefaͤhr acht Fuß weit vom Priſma ein ſchoͤnes Farbenbild auf der weißen Tafel entſtehet. Aber der Stift, womit ich Schatten mache, iſt bei dieſen Verſuchen viel duͤnner, als jener, deſſen ich mich zu den Verſuchen der drei erſten Reihen bedie⸗ ne: denn er haͤlt nur etwa den dritten Theil einer Linie im Durchmeſſer und wird nur ohngefaͤhr einen halben Fuß weit von der Tafel in den Lichtſchein gehalten. Erſter Verſuch. Anfaͤnglich fuͤhre ich den Stift in den rothen Schein, und finde ſeinen Schatten in demſelben am obern Rande ſowohl, als am untern mit einem geſaͤttigt rothen Sau⸗ me verbraͤmt, welcher wegen der bekannten Beugung oder Inflexion uͤber den ebenfalls geſaͤttigt rothen Grund etwas hervor ſticht, im uͤbrigen aber allerdings voll⸗ kommen roth erſcheint. waͤnſch Verſuche. E Zweiter S 41 14— 2 N—— —————————„—— 5——— *( . 8 2O 4 H₰ 7272 — e W 4. 77 2 d N 3 5 3 — 8 — —.„N A ““ 66 Verſuche und Beobachtungen Zweiter Verſuch. Dann fuͤhre ich den Stiftſchatten in den pome⸗ ranzengelben Schein hinnauf, und finde, daß er am obern Rande immer noch einen ſehr geſaͤttigt rothen, am untern aber einen mattgruͤnen Saum hat. Dritter Verſuch. Hierauf bringe ich den Schatten mitten in den hochgelben Schein: und hier iſt er am obern Rande noch immer geſaͤttigt roth, am untern aber geſaͤt⸗ tigt gruͤn. Vierter Verſuch. Ferner fuͤhre ich den Schatten in den gruͤngelben Schein: und er iſt obenher mit einer mattrothen, un⸗ tenhin mit einer lebhaft gruͤnen Leiſte beſezt. Fuͤnfter Verſuch. Nun laſſe ich den Schatten in die Mitte des reinen gruͤnen Scheines fallen: und in dieſem iſt er wieder am obern Rande ſowohl, als am untern mit einem geſaͤt⸗ tigten gruͤnen Saume eingefaſſet, welcher wegen der be⸗ kannten Beugung des KLichtes ein wenig uͤber den gruͤ⸗ nen Grund hervorſticht. Sechoͤter Verſuch. Sofort bringe ich den Schatten in den Lichtſchein, welcher zwiſchen dem gruͤnen und hochblauen das Mittel haͤlt: und hier finde ich an ſeinem obern Rande immer noch eine geſaͤttigte gruͤne Leiſte, am untern hingegen zeigt ſich eine mattveilchenblaue. Siebenter ————· ——y—— uͤber die Farben des Lichts. 67 Siebenter Verſuch. de Mitten im hochblauen Lichte iſt gedachter Schatten gng am obern Rande mit einer lebhaft grüͤnen, am untern n mit einer lebhaft veilchenblauen Einvaſſung verbraͤmt. Achter Verſuch. Aber auf der indigblauen Stelle hat er am obern ten in den Rande wieder nur eine mattgruͤne Leiſte, am untern en Aande hingegen iſt er mit einem geſaͤttigten veilchenblauen ber gfüe Saume beſezt. Neunter Verſuch. Soll ich nun erſt noch ſagen, daß der Schatten veingehen im veilchenblauen Scheine abermals unten ſowohl als then, in oben keinen fremdfarbigen Saum hat? Dieſe Verſuche geben alle noch die naͤmlichen Re—. ſultate, wenn ich den weißen Sonnenſtral durch eine Oeffnung herein laſſe, die nur mit einer feinen Naͤh⸗ 1s wined nadel gemacht iſt. Auch iſt an dieſen Reſultaten gar piedr 8 keine Zweideutigkeit oder Dunkelheit zu bemerken, ſon⸗ en geſt dern ſie fallen vielmehr ſo klar in die Augen, daß alle hen der be Menſchen, wenn ſie nur die geringſte Geſchicklichkeit e den gi zum Experimentiren beſitzen, ſelbige nothwendig ſo wahrnehmen muͤſſen, wie hier geſchrieben ſtehet. Auf welche Art aber dieſe Phaͤnomene aus der veſt⸗ geſezten Hypotheſe nothwendig hervorgehen, ſolches will iiſun ich nun, der Deutlichkeit wegen, auch an einer bildli⸗ ä7u chen Vorſtellung zeigen. wu Tab. II, Fig. 3, mag dieſes Bild ſeyn, wo ac die b Breihungeehene andeutet, und wo zwiſchen b und k der Sicener 1 E 2 unzerlegte 68 Verſuche und Beobachtungen unzerlegte Stralenbuͤndel einfaͤllt. Bei dh befinde ſich die Tafel, worauf der zerlegte Stral projicirt wird. Auf hf mag ferner alles rothe Licht, und zwiſchen gP alles gruͤne fallen. Mithin muß zu Folge der Hypo⸗ theſe bei fherum gelbgruͤnes, bei g rothgelbes oder po⸗ meranzenfarbiges Licht ſich zeigen, indem der uͤbrige Raum zwiſchen g und f hochgelb erſcheint. Gerade in der Mitte vor dieſer Stelle bei V oder Xx mag endlich der Drathſtift quer heruͤber liegen. Da jeder einfache rothe Stral, welcher irgend einen beſtimmten Punkt an der vordern Seite dieſes Drathes beleuchtet, aus einer hoͤher liegenden Stelle der Brechungsebene koͤmmt, als derjenige einfache gruͤne Stral, welcher eben dieſen Punkt beleuchtet, wie ſol⸗ ches weiter oben ausfuͤhrlich gezeigt worden iſt, und worauf ich mich nun berufe: ſo moͤgen jezt alle rothe Stralen, welche zwiſchen mw und kx divergirend fort⸗ gehen, die ganze vordere Seite des Drathes Wx be⸗ leuchten, indem zugleich alle gruͤne Stralen, welche zwiſchen n wW und vx ihren Weg nehmen, auf eben dieſe vordere Seite von wXx fallen moͤgen. Aber nun verlaͤn⸗ gere man mw bis 2, und kx bis s: ſo iſt ſogleich klar, daß auf der Tafel in 28 darum kein rothes Licht ſichtbar ſeyn kann, weil es in wx aufgehalten wird: und eben ſo iſt klar, daß in oe kein gruͤnes Licht zugegen ſeyn kann, und zwar darum nicht, weil n w verlaͤngert auf o, und vx verlaͤngert auf e faͤllt, oder weil alles gruͤne, welches oe beleuchten ſoll, unterwegens in XX zuruͤcke gehalten wird. Hieraus erhellet alſo ſchon, daß in se nur das rothe, in 02 nur das gruͤne licht fehlen kann. Oben In bfnde jeittvid. wichen 8 da hye dder he der ülrig Gerchei nag adlic her irged deite diſt Stelle de ache grine , wie ſa iſt, und all tolhe end fort⸗ VX be⸗ z, welche eben dieſe un verlin⸗ gleich ka ct ſchtbe und eben gegen ean ngett af alles guin, vx ſurit „ dhiis fhlenen. Deen uͤber die Farben des Lichts. 69 Oben aber iſt auch bewieſen worden, daß die Stelle s e von gruͤnen Stralen, welche zunaͤchſt unter v, die Stelle oz hingegen von rothen Stralen, welche zunaͤchſt uͤber m durch die Brechungsebene fahren, beleuchtet wird: folglich muß der Schlagſchatten ez am untern Rande allerdings mit einer gruͤnen Leiſte se, am obern mit einem rothen Saume 2z0 beſezt erſcheinen. Aus dieſer Betrachtung laſſen ſich uͤber dieſes noch nachſtehende Folgerungen ziehen, welche den Beobach⸗ tungen ſelbſt ebenfalls aufs genaueſte entſprechen. Naͤmlich, wenn man die Tafel bis an den Punkt, wo w z und xe verlaͤngert einander ſchneiden, hinnaus ruͤkt: ſo ſiehet man vom Schlagſchatten ez nichts mehr, ſondern man nimmt daſelbſt nur zwei aneinander lie⸗ gende Querſtriche wahr, davon der obere im gelben lichte roch, der untere gruͤn erſcheint. Ruͤkt man die Tafel noch uͤber gedachten Durchſchnittspunkt weiter fort: ſo trennt ſich die rothe Leiſte von der gruͤnen, und es entſtehet mitten zwiſchen ihnen an der Stelle des Schlagſchattens ein gelber Halbſchatten, welcher aber nicht ſcharf begrenzt iſt, ſo, wie alsdann auch die bei⸗ den fremdfarbigen Leiſten ziemlich matt oder undeutlich werden, und ſich ſofort gaͤnzlich verlieren, wenn man die Tafel gar zu weit hinnaus ruͤkt. Traͤgt man aber endlich die Tafel nahe an den Drath vX herein: ſo zeigt ſich, wie leicht zu erachten, hinter dieſem faſt lauter Schlagſchatten, und es bleibt von gedachten beiden fremdfarbigen Leiſten nichts oder doch nur ſehr wenig ſichtbar. E 3 Befindet ————————, 4 4 3 1 N 3„ F 5 4 8 * 2 8 2 79 3 8 e. AI—1—— 1464— † 5 , 3 aN 4 —— 2 * 4 2 3 70 Verſuche und Beobachtungen Befindet ſich im uͤbrigen zwiſchen h und f das gruͤ⸗ ne Licht, zwiſchen p und g hingegen das veilchenblaue: ſo erſcheint zwiſchen f und g das hochblaue, und alsdann wird ein Drath Wx nicht nur die gruͤnen einfachen Stra⸗ len, die hier zwiſchen m w und kX divergirend fortgehen, ſondern auch die veilchenblauen, welche ihren Weg zwiſchen nx und vx nehmen, aufhalten oder zuruͤcke werfen, das heißt, es muß nun in sꝛ2 das veilchenblaue, in ode das gruͤne fehlen, und es muß veilchenblau, 02 hingegen gruͤn erſcheinen, indem ſich da uͤberhaupt alles wie im gelben Scheine verhaͤlt, nur daß hier hochblau ſtatt gelb, gruͤn ſtatt rorh, violet ſtatt gruͤn geſezt werden darf. Dieſe Reihe von Verſuchen meine ich eben, wenn ich oben ſage, daß man den Satz von der gleichen Brechbarkeit je zweier gruͤnen und rothen Stralen im gelben Lichte, desgleichen je zweier gruͤnen und veilchen⸗ blauen im hochblauen zichte, auch durch Verſuche recht⸗ fertigen koͤnne. Nun kann man noch einwenden, daß vielleicht auch bei dieſer fuͤnften Reihe der Verſuche weder das hochvlaue noch das gelbe Licht ganz rein und einfach zu⸗ gegen geweſen ſey, und zwar darum, weil ich nicht zugleich ein Objektivglas von gehoͤriger Brennweite vor das Priſma geſtellet habe. Allein auch dieſe Einwen⸗ dung wird ſich durch folgende Verſuche vollkommen he⸗ ben laſſen. Sechste Reihe von Verſuchen. Hier wird alles wieder ſo gemacht, wie vorhin bei der fuͤnften Reihe, nur daß man zugleich eine Glas⸗ linſe, —— 2 ᷣ☚———————,——„,——„— ————— 2—̃——— uͤber die Farben des Lichts. 2* Füdf. zeiin linſe, deren Brennweite ohngefaͤhr fuͤnf oder ſechs zau Fuß betraͤgt, ganz nahe vor das Priſma ſtellet. Dann chen Sin⸗ Wenn ich nun das Farbenbild in der Entfernung dieſer Brennweite auf der Taſel darſtelle, und einen fortzehe hren 8 duͤnnen Drath etwa einen Fuß weit vor derſelben auf dr hri und nieder fuͤhre: ſo nehme ich freilich noch in keinem czerölar der farbigen Scheine einen merklichen Schlagſchatten 1,4 mit bunten Leiſten wahr, ſondern ich ſehe nur, daß alle u⸗ farbigen Stellen der Reihe nach ſich ein wenig verdunkeln dß ſe und wieder erhellen, je nachdem der Drath vor ihnen fut gi langſam auf und nieder bewegt wird. Stelle ich aber die Tafel nur etwa in die Haͤlfte en, ven der Brennweite gedachter Glaslinſe„ und fuͤhre ich den Rlihn Drath mitten zwiſchen dem Priſma und ihr hborizontal rapn i auf und nieder: ſo zeigt ſich der Erfolg weit ſchoͤner. ziüßen Auf dem gelben und hochblauen Scheine des Farbenbil⸗ des nehme ich nun allerdings wieder einen doppelfarbi⸗ hemje gen Querſtreifen wahr, deſſen obere Haͤlfte auf der gel⸗ ben Stelle roth, auf der hochblauen gruͤn erſcheint, rillict indem die untere Haͤlfte deſſelben auf jener Stelle gruͤn, dde dos auf dieſer violet leuchtet. Aber auf den rothen, gruͤnen ach 5 und veilchenblauen Stellen ſinde ich ebenfalls nichts von ich nich fremdfarbigen Streifen, ſondern bloß die reinen einfa⸗ mweit v chen Lichter ſelbſt, welche jedoch in ihrer Mitte ein we⸗ Einwan⸗ nig matt erſcheinen, weil etwas Halbſchatten vom umman e Drathe dahin faͤllt. Kurz es erfolgt in der Hauptſache hier alles wieder genau ſo wie bei den Verſuchen der fuͤnften Reihe, nur daß die fremdfarbigen Querſtreifen 1¹ zi auf den gelben und hochblauen Stellen hier ſchmaͤler 8 und mehr geſaͤttigt erſcheinen, als dort. ein ünſe E 4 Halte ddbdddſͤſͤſͤſͤſͤſͤſ 72 Verſuche und Beobachtungen Halte ich den Drath in der ein mal angenommenen tße Entfernung vom Priſma veſt, und laſſe ich nur die gS Tafel demſelben naͤher bringen: ſo wirft er, indem ich ſch ihn vor dem Farbenbilde auf und nieder fuͤhre, nun al— s lerdings einen ſchmalen Schlagſchatten auf daſſelbe, und ſabe ſelbiger iſt im gelben Scheine obenher mit einem rothen, lehe unten mit einem gruͤnen Saume, im hochblauen Schei⸗ diim ne hingegen oben mit einer gruͤnen, unten mit einer Tyeil veilchenblauen Einvaſſung verbraͤmt. Auf die rothen, Uuni gruͤnen und veilchenblauen Stellen wirft er dann zwar älen auch einen ſchmalen Schlagſchatten: aber dieſer iſt hier dmi von allen fremdfarbigen Leiſten gaͤnzlich befreiet. Dun Bringe ich die Tafel dem Drathe noch naͤher und der immer naͤher: ſo verſchwinden die fremdfarbigen ſeger Schattenleiſten auch auf den gelben und blauen Stellen uch des Farbenbildes, und ſolches geſchiehet in eben dem bn Verhaͤltniſſe, in welchem der Schlagſchatten der Breite äuin nach waͤchſet, bis zulezt ganz nahe am Drathe in jeder ſm. Stelle des Farbenbildes nur Schlagſchatten„ ſo breit tl als der Drath ſelbſt iſt, uͤbrig bleibt. ten Warum nun auch dieſe Phaͤnomene nothwendig ſo, ine wie die Verſuche zeigen, aus der aufgeſtellten dreifar⸗ iun bigen Hypotheſe folgen muͤſſen, das mag abermals eine inm bildliche Vorſtellung deutlich, oder doch wenigſtens md klar machen. d Tab. III, Fig. 1, ſoll dieſes Bild vorſtellen, wo der 1 Durchmeſſer der Brechungsebene abermals mit ac an⸗ iij gedeutet iſt.. gnfe Wenn ich nun einen ſehr duͤnnen Stralenbuͤndel et⸗ geihn wa ſechs bis acht Fuß weit vom Fenſterladen mit einem um v großen uͤber die Farben des Lichts. 73 großen und gehoͤrig bedekten Objektivglaſe von gehoͤri⸗ Vdn ger Brennweite aufnehme ſo werden diejenigen unend⸗ mm ch lich vielen Theile deſſelben, welche mitten durch die⸗ ' lcl ſes Objektivglas fahren, vor ihrem Eintritte in daſ⸗ —r,——. 8.* AAſ“ 8 ‿8 5* 7 18 „* ö S⸗. M 8 4. onwenen h nur die 8 7. 8 8 —! A 4 8 ſete m ſelbe als parallel zu betrachten ſeyn, wie Newton ſelbſt 5 m ahen lehret. Stelle ich nun hinter dieſe Glaslinſe tz das en Shi⸗ Priſma acd: ſo wird ſie alle meiſtbrechbare gruͤne 8 ni eine Theile im Punkte g, alle mindeſtbrechbare gruͤne im— e rahen, Punkte h, alle meiſtbrechbare rothe im Punkte e, und ſann zwor alle mindeſtbrechbare rothe im Punkte f vereinigen, in⸗ 4 riſthin dem ich annehme, daß ihre Brennweite bis an dieſe 9 t Punkte reiche. Da wir nun ferner ſchon geſehen, daß. äͤher und die rothen Stralen, welche im gelben Scheine des zer⸗ d farbige legten Stralenbuͤndels eine beſtimmte Stelle VX be⸗ E Stelen leuchten, aus hoͤher liegenden Punkten der Brechungs⸗„ hen dem ebene hervor kommen, als die gruͤnen, welche die Brelte naͤmliche Stelle wx im hochblauen Scheine beleuchten: njder ſo muß gedachte Glaslinſe alle gleichbare rothe Stralen⸗ ſ brit theile, welche zwiſchen m und k durch die Brechungs⸗ ebene gehen, gegen den Punkt s, und alle gleichbrech⸗ bare gruͤne, welche zwiſchen n und v aus der Bre⸗ adiſe chungsebene hervortreten, gegen den Punkt y hin zu⸗ deäfar ſammen draͤngen. Befindet ſich daher bei W oder X nalsen ein duͤnner Drathſtift: ſo muß er nicht nur die rothen eriſens Stralentheile, welche zwiſchen m und kx fortgehen, ſondern auch die gruͤnen, welche zwiſchen n NV und VX , wo dit ihren Weg nehmen, zuruͤcke halten, und es kann folg⸗ iit ac on lich ſodann in wyx kein gruͤnes Licht, in Wox hinge⸗ gen kein rothes wahrzunehmen ſeyn. Aber wyp muß bürdll gleichwohl rothes Licht, und xsp muß gruͤnes enthalten: nitten denn Wyp iſt von rothen Stralentheilen erleuchtet oder grien E 5 erfuͤllet, —————·——— 74 Verſuche und Beobachtungen erfuͤllet, welche zunaͤchſt uͤber m aus der Brechungs⸗ ebene hervor treten, und in XSp ziehen ſich gruͤne Stra⸗ lentheile hin, welche zunaͤchſt unter v durch die Bre⸗ chungsebene heraus fahren. Daß dieſe Figur hier, um Raum zu erſparen, ver⸗ kehrt gezeichnet ſey, darf ich wohl nicht erſt ausdruͤk⸗ lich ſagen. Aus dieſer Vorſtellung folgt nun zugleich, daß yps allenthalben gruͤne und rothe Stralentheile zugleich ent⸗ halte, mithin hochblau erſcheine, indem wpx weder gruͤne noch veilchenblaue enthalten kann, ſondern den Schlagſchatten giebt. Warum aber die Winkel hinter y unds, die den Winkeln Vyx und wsx vertifal ſind, wieder gelbes Licht enthalten, iſt aus dieſem Schema ebenfalls hinlaͤnglich klar. Stellt man alſo die Tafel dahin, wo der Durch⸗ ſchnittspunkt p liegt: ſo kann ſich freilich kein Schlag⸗ ſchatten auf ihr zeigen. Man kann daſelbſt nur einen doppelten Querſtreifen auf ihr wahrnehmen, deſſen obere Haͤlfte im gelben Scheine roth, die untere gruͤn er⸗ ſcheint. Ruͤkt man aber die Tafel uͤber p hinter: ſo trennen ſich dieſe beiden fremdfarbigen Streifen, und laſſen das gelbe Licht zwiſchen ſich zum Vorſcheine kom⸗ men. Daebei werden ſie auch immer ſchmaͤler, und jener gelbe zwiſchen ihnen befindliche Schein wird im⸗ mer breiter, je naͤher man die Tafel den Durchſchitts⸗ punkten y unds bringt, bis endlich die ſarbigen Strei⸗ fen in dieſen Punkten ſelbſt gaͤnzlich verſchwinden. Stellt man ferner die Tafel uͤber p gegen den Stift vx berein: ſo zeigt ſich Schlagſchatten auf ihr, welcher 4 aber b uͤber die Farben des Lichts. 25 tug⸗ aber in den zuſammengeſezten farbigen Lichtern immer rin eie noch bunte Leiſten hat. Und je naͤher man die Taſel hue dem Stifte wa bringt, deſto breiter wird auf ihr der Schlagſchatten, und deſto ſchmaͤler werden ſeine bunten varen, da. Leiſten, bis dieſelben ganz nahe an wx ebenfalls gaͤnz⸗ ſt ausdeit lich verſchwinden, der Schlagſchatten hingegen die ganze Breite oder Dicke des Drathſtiftes erhaͤlt. „ deß yps Solchergeſtallt erhellet aus allen dieſen Verſuchen iglich en⸗ und Betrachtungen ohnſtreitig zur Genuͤge, daß die auf⸗ 1 fpx weder geſtellte dreifarbige Hypotheſe keine Hypotheſe mehr ſey, 7* endern del ſondern als ein bewieſener Satz anerkannt werden muͤſſe. 885 nkel hina Denn wenn ſich aus ihr alle dahin gehoͤrige Phaͤnomene— riikal ſnd nur eben ſo gut und leicht, wie aus der fuͤnf⸗ oder ſie⸗ Schema ben⸗ oder unendlich⸗farbigen erklaͤren ließen: ſo wuͤrde 8 ſie doch ſchon eben ſo viel, wie dieſe, gelten. Wenn. ferner die Reſultate der vier erſten Reihen obiger Ver⸗ Duch⸗ 2. 3 Sühen ſuche aus der dreifarbigen nun weit natuͤrlicher und ſchoͤ⸗ 4 ner floͤſſen, als aus der ſiebenfarbigen: ſo wuͤrde man ihr arenien ſchon einen Vorzug vor dieſer einraͤumen muͤſſen. Da 4 ſen ia aber ſehr viele Erſcheinungen der Farben, und beſonders ₰ Hüne die Phaͤnomene der beiden lezten Reihen gedachter Ver⸗ utr: ſ ſuche der ſiebenfarbigen Hypotheſe geradezu widerſprechen, fa, ind aus der dreifarbigen hingegen ganz natuͤrlich folgen, und einekin da uͤber dieſes auch alle uͤbrige Veraͤnderungen und Er⸗ ler un ſcheinungen der Lichtfarben ſehr leicht und natuͤrlich er⸗ widdin klaͤrt werden koͤnnen: ſo muß dieſe nothwendig als ein 9 rce wahrer, und jene als ein falſcher Satz betrachtet werden, 2 Otre⸗ uhs Daher ſind auch die fuͤnf Saͤtze, die ich gleich zu A b eiin Aufange dieſer Schrift aufgeſtellt habe, keine hypothe⸗ jucer tiſchen Saͤtze mehr, ſondern bewieſene Wahrheiten, 4 dber und 26 Verſuche und Beobachtungen und ich denke, daß keiner derſelben einer weitern Recht⸗ und fertigung bedarf. Wollte man mich aber in Anſehung nun, des fuͤnften dieſer Saͤtze noch fragen, worinne denn die far Natur der Farben ſonſt beſtehe, als in der verſchiedenen geke Brechbarkeit einfacher Theile der weißen Stralen: ſo nun muß ich antworten, daß ich dieſes nicht weiß. ſell Wenn ich aber, wie nur allererſt geſchehen iſt, ſage, daß außer den bisher erzaͤhlten Phaͤnomenen noch wiß viele andere farbige Erſcheinungen theils der ſiebenfar⸗ ter bigen Hypotheſe geradehin widerſprechen, theils auf eing keine Weiſe ſich mit ihr zuſammen reimen laſſen, aus Nn der dreifarbigen hingegen ganz natuͤrlich und nothwendig denr fließen: ſo kann man mit Recht von mir fodern, daß ich auch dieſe Ausſage beweiſen ſoll: und aus dieſem ſg Grunde ſehe ich mich genoͤthigt, eine Menge ſolcher V 1 Erſcheinungen hier noch anzufuͤhren, um obige Saͤtze deſto kraͤftiger zu beſtaͤtigen. 3 1 Fortgeſezte Beſtaͤtigung des bewieſenen Satzes fene von den drei einfachen Lichtfarben. nes Erſcheinungen, welche der ſiebenfarbigen Hypotheſe 6 widerſprechen, zeigen ſich in folgenden Verſuchen. 3 Wenn man einen duͤnnen Stab, zum Beiſpiele, R den Stil einer langen irdenen Tabakpfeife, quer vor ſe den einen Fenſterfluͤgel beveſtiget, und ſelbigen in der ſtt Entfernung einiger Schritte durch ein gutes Farbenpriſ⸗ ni ma unter dem gehoͤrigen Winkel gegen den reinen Him⸗ s: mel betrachtet: ſo ſiehet man von dem Stabe gar nichts und mehr, ſondern an deſſen Statt nur etliche aneinander nut liegende Querſtreifen, welche aus Lichtfarben beſtehen, 4 und —— tern Veche Arihun ne deann die rſciaene daln: ſ czehen iſ nenen noch ſüberſer⸗ theils al ſſen, au othwendi etn, daß us dieſen ge ſolche ge Siße Sae yxohhef hen. Beiſpiele quer ver en in de atberyii nen Him⸗ gr ich aneinande beſthe und ——————QO—ſñ uͤber die Farben des Lichts. 77 und bei aufwaͤrts gekehrtem brechenden Winkel der Ord⸗ nung nach von unten herauf hochblau, violet, purpur⸗ farbig, weiß und gelb ſind, indem dieſelben bei abwaͤrts gekehrtem brechenden Winkel in der umgekehrten Ord⸗ nung auf einander folgen, wie Tab. III, Fig. 2, vor⸗ ſtellet. Man muß aber zu dieſem Verſuche eine Stunde waͤhlen, in welcher der Himmel entweder durchaus hei⸗ ter, oder durchaus gleichfoͤrmig truͤbe, und nicht mit einzelnen Wolken behangen iſt, weil dieſe ſonſt an ihren Naͤndern auch Farben geben, die ſich mit jenen unor⸗ dentlich vermengen. Wie nun dieſes Phaͤnomen aus obigen Saͤtzen ſolge, ſolches mag aus Tab. III, Fig. 3, ausfuͤhrlicher erhellen. Daſelbſt ſoll ac den Durchſchnitt eines dunkeln un⸗ durchſichtigen Koͤrpers bedeuten. Ueber cw mag ſich ferner ein unbegrenzter Lichtſtrom befinden, deſſen einzel⸗ ne Stralen alle mit e w ſelbſt parallel ſeyn ſollen. Auf gleiche Weiſe mag ſich auch unter av ein ſolcher Licht⸗ ſtrom fortſtrecken, deſſen einzelne Stralen vor der Hand ebenfalls als parallel mit ew oder av betrachtet werden. Mithin kann in Anſehung dieſer parallelen Stralen zwi⸗ ſchen ab und cd gar kein Licht enthalten ſeyn. Auch iſt klar, daß die Brechungsebene bei dieſem Verſuche in zwei Stuͤcken dr und bn zerfaͤllt, welche, wegen des ganz nahe daran befindlichen Auges von d nach · und von d nach„ hin, unbegrenzt erſcheinen oder unabſehbar ſind. Wird nun der obere Lichtſtrom, wie in der That allemal geſchiehet, an der Brechungs⸗ ebene — 1 1— 1 421 —-õ———— 5———— / 78 Verſuche und Beobachtungen ebene dr in ſeine drei einfachen oder homogenen Theile m zerlegt: ſo bleiben die obern Grenzen dieſer Theile im⸗ dus mer noch unabſehbar, aber die untere Grenze des ro— then Theiles faͤllt in do, die untere des gruͤnen in dn, de die untere des veilchenblauen in de. Daher iſt zwi⸗ m ſchen do und du rothes Licht enthalten, indem zwiſchen gb du und de rothes und gruͤnes zugleich liegt, woraus gelbes entſtehet. Aber uͤber de befindet ſich nicht nur das uͤbrige vothe, ſondern auch das uͤbrige gruͤne, und m alles veilchenblaue, welches zu dieſem obern Strome ge⸗ Ete hoͤret, folglich fließen uͤber de alle drei einfache Lichtfar⸗ der . ben in einander ſelbſt fort, und ſtellen das weiße Licht eic wieder dar. Der untere Lichtſtrom leidet nun auch ennſ eine gleiche Zerlegung, welche ſich aber nur an deſſen fede oberer Grenze wahrnehmen laͤßt, ſo, wie die Zerle⸗ gung des obern bloß an deſſen unterer Grenze in Be⸗ trachtung koͤmmt: und ſolchergeſtallt ſtellt am untern zer⸗ X legten Strome bm die oberſte Grenze des veilchen⸗ beff blauen, bs die oberſte Grenze des gruͤnen, bx die ober⸗ bn ſte Grenze des rothen Lichtes vor. Folglich iſt zwi⸗ len ſchen bmm und bs nur veilchenblaues Licht vom untern dan Strome enthalten, zwiſchen bs und bx hingegen befin⸗ rij det ſich veilchenblaues und gruͤnes des naͤmlichen Stro⸗ che mes zugleich: das will ſagen, der ganze keilfoͤrmige r Raum enthaͤlt hochblaues, in ſofern daſſelbe von dem bzen gedachten untern Strome herkoͤmmt. Unter bx gehen Auf. endlich alle drei einfachen Lichtfarben dieſes untern gfl Stromes wieder in einander fort, und bilden daher erjeu ebenfalls ein weißes Lichtfeld, welches der Hoͤhe oder grü Breite nach unabſehbar iſt. Wenn ich im uͤbrigen vom ud indigblauen und pomeranzenfarbigen Lichte hier nichts rfäm erwaͤhne: ——.———— uͤber die Farben des Lichts. 79 ner Vale erwaͤhne: ſo geſchiehet ſolches darum, weil meine Leſer Pilei aus den vorhergehenden Betrachtungen ohnehin ſchon ii des u⸗ wiſſen, daß das hochblaue Licht an der Grenze bs durch nenin das indigblaue ins veilchenblaue, das rothe hingegen der ſt w an der Grenze dm durch das pomeranzenfarbige ins m zwiſhen gelbe uͤbergehet. t, woraus rich nu Wollte man daher nahe hinter dem Durchſchitts⸗ rine, und punkt z eine weiße Tafel xe aufſtellen: ſo wuͤrde die Strome ge Stelle em auf ihr gelb, die Stelle um roͤthlichweiß he lichfa⸗ oder weiß, die Stelle no purpurfarbig, die Stelle os weiße diht veilchenblau, die Stelle sx hochblau erſcheinen, und nun ach ein ſolches Farbenbild wuͤrde ſich in einem weißen Licht⸗ an deſen felde darſtellen. die Zetle ein Be Denn uͤber e werden alle Punkte von allen drei natnzer⸗ Theilen des weißen Lichtes beleuchtet. Aber auf em veilchen⸗ treffen bloß gruͤne und rothe Stralen zugleich und faͤr⸗ die ober⸗ ben folglich die Stellen gelb. Auf mu hingegen ge⸗ ˖ſſt zwi⸗ langen nicht bloß gruͤne und rothe, ſondern auch veil⸗ m untern chenblaue, welche mit jenen beiden Gattungen roͤthlich⸗ gen befin⸗ weißes oder weißes Licht geben. Die Stelle no wird hen Stro⸗ abermals nur von zweierlei Lichte beleuchtet: naͤmlich eilſormig nur von geſaͤttigtem veilchenblauen, und geſaͤttigtem ro⸗ e von den then, woraus bekanntlich das purpurfarbige entſpringt. rbr; Auf os trift bloß geſaͤttigtes veilchenblaues Licht: jedoch ſes umm geſellet ſich beis zu ſelbigem ſchon ſchwaches gruͤnes, und ldan dhe erzeugt mit ihm daſelbſt indigblaues. Auf 8X faͤllt hih ar geſaͤttigtes indigblaues und geſattigtes gruͤnes zugleich: brigen um und hieraus enrſtehet bek anntlich das hochblaue.. Unter jn tts x koͤmmt zum geſaͤttigten veilchenblauen und geſaͤttigten enine gruͤnen 80⁰ Verſuche und Beobachtungen gruͤnen endlich auch das rothe, welches jene beiden tt ho weiß faͤrbt. dnu Wollte man aber die Tafel uͤber den Durchſchnitts⸗ ſu punkt 2 herein gegen db ſtellen: ſo wuͤrde man auf ihr 1h mitten im Farbenbilde einen Schatten wahrnehmen, 1 welcher oben roth und gelb, unten violet und hochblau 3 3 begrenzt waͤre, wie die bildliche Vorſtellung ſelbſt zur g Genuͤge lehret. 1 Wenn daher die unzerlegten einfallenden Stralen, ſid wie hier angenommen wird, alle paralle! ſind: ſo kann edo! ein Auge, welches in xe irgendwo ruhet, gedachte ſmg Farbenlichter nicht alle auf ein mal ſehen, ſondern bloß Ki nach und nach: und zu dieſem Behufe muß daſſelbe ſich nng in xe auf oder nieder bewegen. d5d Gleichwohl ſtehet auf dem naͤchſt vorhergehendem llzi Blatte geſchrieben, daß man dieſe farbigen Lichter wirk⸗ I lich alle auf ein mal uͤberſehe, wenn man den Stab(irzwe durch ein Priſma gegen den freien Himmel betrachtet. hane Auch ſage ich daſelbſt, daß bei abwaͤrts gekehrtem ode brechenden Winkel der gelbe Streifen unten, der blaue In der oben erſcheine: und hier im Bilde iſt gleichwohl alles üange gerade umgekehrt vorgeſtellet. l li Wie dieſes nun mit jenem zu vereinbaren ſey, muß l ich alſo jezt noch aus den Geſetzen der Stralenbrechung 11 kuͤrzlich eroͤrtern. Naͤmlich, wenn der Koͤrper ac gegen den weiten niß freien Himmel gehalten wird, wie bei dieſem Verſuche ffing wirklich geſchiehet: ſo giebt es außer jenen beiden paral⸗ ſheden lelen Lichtſtroͤmen, deren Zerlegung wir bisher betrach⸗ nachen; tet 1 —— Pqçg —.— uͤber die Farben des Lichts. 81 jene beden tet haben, noch unendlich viele andere, welche jene bei⸗ den unter eben ſo verſchiedenen Winkeln ſchneiden. Die⸗ urciſcnits ſe unendlich verſchiedenen Lichtſtroͤme werden aber alle nan uſ h nach eben dem Geſetz zerlegt, nach welchem jener erſte ahrejnn zerlegt wird: und hieraus muß folgen, daß auch die nd ſutha farbigen Keile derſelben. die hinter der Brechungs⸗ gflt ebene liegen, nicht bloß zwiſchen de und do, oder zwi⸗ ſchen bm und ba fallen, ſondern, wie die ihnen zuge⸗ hoͤrigen einfallenden weißen Lichtſtroͤme, unendlich ver⸗ n Snt ſchiedene Richtungen haben. Denn da der farbige Keil d. ſom edo dem obern einfallenden Lichtſtrome cw zugehoͤrt: , gdoch ſo muß ein zweiter oberer Lichtſtrom„d einen farbigen den bcj Keil hinter db bilden, welcher mit mbx deswegen ei⸗ daſſltech nen groͤßern Winkel macht, als edo, weil der Sinus des Einfallswinkels zum Sinus des gebrochenen Win⸗ roehenden kels in einem und eben demſelben Priſma beſtaͤndig ei⸗ ter wirr⸗ nerlei Verhaͤltniß hat: und eben ſo erhellet auch, daß Stab ein zweiter, von unten her einfallender Lichtſtrom„½, etrachte hinter db einen farbigen Lichtkeil bilde, welcher mit gttchrem öode einen kleinern Winkel macht, als mbx. We⸗ drbme gaen der unendlichen Menge der einfallenden Lichtſtroͤme wol le gelangt alſo auf jede Stelle der Tafel xe allerlei farbi⸗ ges Licht, und es iſt leicht zu erachten, daß auf ihr auf . ſolche Weiſe gar kein Farbenbild, ſondern bloß weißes R ſey, mi Licht erſcheinen kann. lendrechund Stellt man aber das Auge in irgend einen Punkt denvein nahe hinter z, zum Beiſpiele in den Punkt o: ſo em⸗ In Nrpt pfaͤngt es gedachte Lichtfarben zwar von unendlich ver⸗ idit iri ſchiedenen Lichtſtroͤmen, aber die Richtungslinien, nach Ais welchen es dieſelben empfaͤngt, laufen alle mit jenen er⸗ het berac t Wuͤnſch Verſuche. F ſten S 2——— Oÿoo ——— 1—“ —yy———IöõöömömWMW 8² Verſuche und Beobachtungen ſten Richtungslinien, welche in der hieher gehoͤrigen Figur angedeutet ſind, vollkommen parallel, weil die Geſetze, nach welchen die weiſe Natur das Auge berei⸗ tet hat, ſolches nothwendig ſo mit ſich bringen, wie dem Sachverſtaͤndigen zur Genuͤge bekannt iſt. Man ſtelle ſich daher vor, daß der Punkt a in o liege, oder daß«p die Linie do ſey. Man ziehe fer⸗ ner af mit bx, dann æ— mit dn, und æh mit bs, endlich auch«k mit de und æg mit bim parallel. So iſt«p oder do die untere Grenze des obern rothen Lich⸗ tes, und af oder bx iſt die obere Grenze des untern rothen Lichtes, in ſofern bloß die Beleuchtung des Punktes o in Betrachtung koͤmmt. Mithin iſt zwi⸗ ſchen«p und af, in Hinſicht auf dieſen Punkt o oder a³, gar kein rothes Licht enthalten. Ueber p oder de hingegen beſinden ſich alle drei Lichtarten wieder, wel⸗ che zuſammen das weiße Lichtfeld bilden; und unter æ f oder bX iſt, wie wir geſehen haben, auch allenthalben das rothe wieder zu finden. Ferner, gleichwie das gruͤne Licht bloß zwiſchen dm und bs fehlt, ſonſt aber allenthalben zugegen iſt: eben ſo fehlt es auch nur zwi⸗ ſchen a q und«h, in Hinſicht auf den Punkt«æ‿boder o, und iſt alſo uͤber«q ſowohl als unter ah uͤberall zuge⸗ gen. Auf gleiche Weiſe iſt auch klar, daß das veilchen⸗ blaue uͤber«k ſowohl, als unter æg allenthalben zuge⸗ gen iſt, und nur zwiſchen dieſen beiden Linien in Hin⸗ ſicht auf den Punkt&³ oder o fehlt. Hieraus gehet alſo klar hervor, daß zwiſchen æp und æ hochblaues Licht in das Auge a gelangen muß: denn hier fehlt nur das rothe. Aber dhir Guge zuhe⸗ veicch folgü 96 ſchein ten w at he ah u dugeg Kea, erſch d ibanal blcues nien a langer trſce d drei G hedent weiß dbere d leren a e dſ — r.— uͤber die Farben des Lichts. 83 ohtign Aber zwiſchen«q und at kann bloß indigblaues d dahin kommen: denn hier fehlt rothes und gruͤnes ug ben zugleich. ngen, wie...„ it. Zwiſchen«f und&n iſt nicht nur das rothe wieder zugegen, ſondern es befindet ſich auch daſelbſt noch das untt aino veilchenblaue, indem nur noch das gruͤne daſelbſt fehlt: zihe ſe folglich muß zwiſchen dieſen beiden Linien purpurfarbi⸗ 2n nitd ges Licht in das Auge xα gelangen. allel. E Unter ah koͤmmt nun das gruͤne wieder zum Vor⸗ hu ſcheine, indem das rothe ſchon unter af aus dem Schat⸗ ¹ ten wieder hervorgetreten iſt, und in æk verſchwindet hiig d erſt hernach das veilchenblaue. Mithin ſind zwiſchen in iſt zwe a&h und«αe alle drei einfache Theile des weißen Achtes nit oan zugegen, und gelangen zwiſchen dieſen Linien in das Au⸗ p ederde ge«z, dem daher die Stelle hk roͤthlichweiß oder weiß der, vel erſcheinen muß. unter af anhabben Da endlich unter«f uͤberall rothes Licht, unter«h hwie dar uͤberall gruͤnes, zwiſchen a und ag aber kein veiſchen⸗ blaues zugegen iſt: ſo kann zwiſchen dieſen beiden Li⸗ ſtaber ſü nien allerdings nur gruͤnes und rothes in das Auge æ ge⸗ ta dder0 langen, und kg muß ihm daher nothwendig hochgelb eral pge erſcheinen. ss veiſchn Solchergeſtallt laſſen ſich dieſe Phaͤnomene aus den alben zut drei Grundfarben gar leicht erklaͤren. Nur iſt noch zu len in hir bedenken, daß die Stelle hk freilich nie recht geſaͤttigt weiß erſcheinen kann, und zwar darum, weil ſich das zuſthnah obere veilchenblaue Licht zwiſchen h und k ſchon zu ver⸗ angn lieren anfaͤngt, folglich nicht mehr ſtark genug iſt, um das daſelbſt befindliche rothe und ſchwache gruͤne recht F 2 vollt om⸗ 84 Verſuche und Beobachtungen vollkommen aufzuloͤſen, wie ich weiter oben ſchon aus⸗ fuͤhrlich gezeigt habe. Aber der ſiebenfarbigen Hypotheſe widerſpricht ein ſolches Phaͤnomen, welches aus dem pomeranzengelben und veilchenblauen Lichte allein das weiße oder doch roͤth⸗ lichweiße hervorbringt, ganz gerade hin, und man ſoll— te denken, ein einziger ſolcher Verſuch waͤre laͤngſt hin⸗ laͤnglich geweſen, den Satz von den ſieben einfachen Lichtfarben zu widerlegen. Nachſtehende Phaͤnomene laſſen ſich ferner aus der ſiebenfarbigen Hypotheſe nicht verſtaͤndlich machen. Auf einigen Glashuͤtten mag zuweilen die Fritte, welche weißes Glas geben ſoll, entweder nicht ſorgfaͤl⸗ tig gemengt, oder in den Toͤpfen, wann ſie ſchon ge⸗ ſchmolzen iſt, nicht gehoͤrig umgeruͤhrt werden, daher ſich dann die Metalltheilchen, welche ſich etwa zufaͤlli⸗ gerweiſe darin befinden, vermoͤge ihrer Affinitaͤt, hin und wieder zuſammen ziehen, und folglich eine ungleich⸗ foͤrmige Maſſe geben, aus welcher fleckigtes Glas ent⸗ ſtehet. Auf dieſe Weiſe werden alſo wohl jene weißen Glaͤſer hervorgebracht, welche nahe am Boden, wo ihre Maſſe betraͤchtlich dicke iſt, große farbige Winden haben. Ob dergleichen Glaͤſer haͤufig zu finden ſeyn moͤgen, weiß ich nicht: ich aber beſitze von dieſer Art eins. Es iſt ein gewoͤhnliches weißes Bier⸗ oder Waſ⸗ ſerglas, an deſſen Umfange ſich eine große ſarbige Win⸗ de ſpiralfoͤrmig vom Boden in die Hoͤhe windet, und welches auch im Boden jelbſt eine aͤhnliche große Win⸗ de hat. Betrachte ln li nn dl Undaue ſcct, nen di duche T heGrr mang Ind g Reen d dthl e gen w A ds veſf ingig tit, n dinen G ſcii remſch vermite d ein einem üchte n ſchig e Theletd dekern d dicee ——r—y—õÿ uͤber die Farben des Lichts. 85 ihe Betrachte ich nun dieſes Glas vermittelſt reflektir⸗ ten Lichtes, oder ſehe ich bloß auf daſſelbe: ſo erſchei⸗ rſricht ei nen alle dieſe Winden vollkommen hochblau, und ſind mzengäben undurchſichtig. Halte ich aber das Glas gegen das rdachti⸗ Licht, oder ſehe ich durch ſelbiges hindurch: ſo erſchei— d man ſi nen dieſelben Winden hochroth, und ſind vollkommen laͤngſthi⸗ durchſichtig. einfachen Will man nun immer noch ſieben oder fuͤnf einfa⸗ ier als d che Grundfarben des weißen lichtes behaupten: ſo ſiehet cchn man gar nicht ein, wo bei dieſem Phaͤnomen die gelbe und gruͤne und veilchenblaue bleiben ſoll, da doch von — dieſen dreien keine zum Vorſcheine koͤmmt, und auch die dit wohl keine von dem Glaſe ſelbſt zerſtoͤrt oder eingeſo⸗ J ſu gen wird. eſchon ge en, dahet Aus den oftgedachten drei einfachen Grundfarben na zufälle des weißen Lichtes hingegen folgt aber nothwendig, daß itit, bin ein Koͤrper, welcher die gruͤne und veilchenblaue reflek⸗ eunglich tirt, und nur die rothe hindurch fahren laͤßt, von der Glcs enr⸗ einen Seite durchſichtig roth, von der andern undurch⸗ ſene weiße ſichtig hochblau erſcheinen muß. Denn das gruͤne Licht, zoden, u vermiſcht mit veilchenblauen, giebt hochblaues, und ge Vinde vermittelſt dieſer beiden zuruͤcke geworfenen Theile finden ſen des einfallenden weißen Lichtes wird eben der Koͤrper zn dieſer At einem Auge ſichtbar, welches zwiſchen dem einfallenden dder Wi Lichte und ihm ſtehet. Er muß alſo demſelben undurch⸗ arbig Wr ſichtig erſcheinen, und zwar darum, weil dieſe beiden windet, un Theile des Lichtes nicht hindurch fahren, ſondern zuruͤk⸗ grße Dir ke kehren. Aber der dritte Theil des weißen einfallen⸗ den Lichtes, oder der rothe, faͤhret hindurch: folglich Seratt F 3 muß —— 1— 3 K 1 7* 4 —g———* 2 2— l— 4— —————E-„-·· 86 Verſuche und Beobachtungen muß dieſer Koͤrper dem Auge, welches ihn gegen das einfallende Licht betrachtet, roth erſcheinen. Eben dieſe Bewandtniß hat es auch mit jener be⸗ kannten Grießholztinktur, tinctura ligni nephritici, wel⸗ che ebenfalls hochroth erſcheint, wenn man ſie gegen das einfallende Licht betrachtet, und hochblau, wenn man das Auge zwiſchen das Licht und ſie ſtellet, wie aus Wolffens zweitem Theile ſeiner nuͤtzlichen Verſuche ausfuͤhrlich erhellet. Sie entſtehet, wenn man ein Stuͤckchen von dem gedachten Grießholze groͤblich ras⸗ pelt, oder zu feinen Spaͤnchen ſchneidet, und auf dieſe reines Brunnenwaſſer gießt, nur darf das Holz nicht zu alt ſeyn, wenn zes das Waſſer gehoͤrig tingiren ſoll. Ehemals haben die Aerzte den Aufguß dieſes Holzes ge⸗ gen den Nierengrieß verordnet, und aus dieſer Urſache hat man es gewoͤhnlich friſch in den Apotheken zu ver⸗ kaufen gehabt. Gegenwaͤrtig iſt aber ſelbiges ganz aus der Mode gekommen: daher laſſen auch die Droguiſten und Apotheker keines mehr uͤber den Ozean heruͤber holen. Was aber dieſelben etwa noch davon beſitzen, das hat lei⸗ der meiſtentheils weder Saft noch Kraft mehr, und iſt mithin zu keinem Gebrauche tauglich, wenigſtens habe ich nicht nur aus Berlin, ſondern auch aus Leipzig und andern Orten eine Menge davon verſchreiben muͤſſen, ehe ich ein wenig heraus gefunden, welches die gedachte Tink⸗ tur noch ziemlich gut gegeben hat, ſo, daß ich mit ſel⸗ biger folgende Verſuche habe anſtellen koͤnnen. Anfaͤnglich goß ich ſie in ein vierſeitiges weißes Glas, und ließ in meiner verfinſterten Stube einen duͤnnen weißen Sonnenſtral hinnein fahren. Dieſer ward bnde und! meine Gle ſigl nuch diſe hinge foſägo diſfech nen det trachte lin die 9 lict, Van mer n durchſ Schei felchen N chte uͤber die Farben des Lichts. 87 gehm ds ward großentheils reflektirt, und bildete auf einem ent⸗ gegen gehaltenen weißen Taͤfelchen einen kleinen hoch⸗ ni enerhe blauen Kreiß, welcher ſehr ſcharf begrenzt war. Aber rriis N derjenige Theil, welcher durch die Tinktur hindurch n ſ gae fuhr, war hochroth, und bildete auf dem hinter das lou, nen. Glas gehaltenen Taͤfelchen einen kleinen rothen Kreiß,⸗ ſelet, w welcher eben ſo, wie jener, ſcharf begrenzt erſchien. en Verich Dann zerlegte ich den einfallenden weißen Stralen⸗ n man ei buͤndel, vermittelſt eines dreiſeitigen Saͤulenglaſes, roͤblich es und leitete einen Theil des rothen Lichtes durch das Loch nd auſ diſ meiner großen weißen Tafel, hinter welche ich nun das olz nich Glas mit gedachter Tinktur in einiger Entfernung beve⸗ noiren ſil ſtigte, ſo, daß das Licht, welches durch das Loch fuhr, Holzesg⸗ auch ſie traf. Von hinten betrachtet erſchien ſodann eſer Urſc dieſe Tinktur vollkommen durchſichtig roth, von vorne tm zu ve hingegen undurchſichtig ſchwarz, das heißt, man ſah ſie s ganj ous faſt gar nicht, und auf einem entgegen gehaltenen weißen droguiſte Taͤfelchen war nur ſehr wenig von einem zuruͤcke geworfe⸗ bder holen nen rothen Scheine zu ſehen, welchen, wie leicht zu ds hatl erachten, bloß die vordere ebene Flaͤche des Glaſes, wo⸗ n, ud ſi rin die Tinktur enthalten war, zuruͤcke gab. gſtens hie Hiieerauf ſtellete ich das Loch der Tafel in das gelbe Leyzig und Licht, und ließ die Tinktur von dieſem Lichte beleuchten. müſſen,( Von hinten gegen dieſes Licht betrachtet erſchien ſie im— dachted⸗ mer noch durchſichtig roth, von vorne hingegen un⸗ jic nitt durchſichtig gruͤn, und eben ſo zeigte ſich auch der nen. Schein, den ſie auf ein entgegen gehaltenes weißes Taͤ⸗ felchen zuruͤcke warf. lige nit Nun ließ ich die Tinktur von gruͤnem Lichte auf ge⸗ 2 z dachte Weiſe beleuchten: und ſie erſchien von hinten en. D F 4 betrachtet wocd 88 Verſuche und Beobachtungen betrachtet ganz undurchſichtig und ſchwarz, von vorne hingegen immer noch gruͤn, und undurchſichtig. Sofort leitete ich das hochblaue Licht auf ſie: und ſie erſchien von vorne ſehr ſchoͤn hochblau, von hinten aber wieder ſchwarz und undurchſichtig. Endlich leitete ich auch das veilchenblaue Licht auf ſie: und ihr zuruͤcke geworfener Schein war veilchen⸗ blau, alles uͤbrige aber ebenfalls undurchſichtig ſchwarz. Man ſiehet wohl, daß alle dieſe Erſcheinungen ſich aus den drei dinſachen Grundfarben ſehr leicht erklaͤren laſſen, dahingegen dieſelben gewiß unbegreiflich bleiben, wenn man ſieben, oder fuͤnf, oder unendlich viele, ein⸗ fache Grundſarben annimmt. Wollte man aber fragen, warum denn dieſe Tink⸗ tur nur das rothe Licht hindurch laͤßt, das gruͤne und veilchenblaue hingegen zuruͤcke wirft: ſo koͤnnte ich zwar mit Wolffen antworten, daß die beſondere N Miſchung und Lage ihrer Beſtandtheilchen dieſes verurſache. Allein da man nun ferner fragen duͤrfte, wie denn die Mi⸗ ſchung und Lage der Beſtandtheilchen eines Koͤrpers beſchaffen ſeyn muͤſſe, wenn er nur den einen einfachen Theil des Lichtes hindurch laſſen, die uͤbrigen hingegen zuruͤcke werfen ſoll, und ſolches vielleicht Wolff ſelbſt jezt noch nicht ergruͤndet hat: ſo will ich lieber frei geſtehen, daß ich im Grunde nicht weiß, warum gedachte Tinktur eigentlich die angefuͤhrten Eigenſchaften beſizt, ohn⸗ geachtet gar nicht gelaͤugnet werden kann, daß die Ur⸗ ſache davon in ihrer beſondern Miſchung liegt. Nun 1 tinh beleb Ns füͤlt mit Etra aufd eſI. nicht den gewo weiße cher! felbſ daſe tothe ftllen hed Tab. mexke nend ruthes Saft Stra biid z über Schei Anfa ————— — 8.——. uͤber die Farben des Lichts. 89 8 ram Nun ließ ich mir von duͤnnen weißen Spiegelglaſe 1 ein hohles dreiſeitiges Priſma verfertigen, welches mit äfſer und beliebigen fluͤßigen Materien gefuͤllt, und wie ein ſoli⸗ unn hit des Farbenpriſma gebraucht werden kann. Dieſes fuͤllte ich mit gedachter Grießholztinktur, und ſuchte da⸗ 1 mit in der verfinſterten Stube einen duͤnnen weißen de lcht a Stralenbuͤndel zu zerlegen. Das Farbenbild ſtellte ar veiche auf der weißen Tafel nur ein rothes Oblongum dar, wie i or⸗ ef Tab. I, Fig. 2, indem von den uͤbrigen Farben auch nicht das geringſte auf ſelbiger erſchien: denn dieſe wur⸗ nungen ſch den von der vordern Seite des Eckſaͤulenglaſes zuruͤcke iht erklden geworfen, und bildeten auf einem entgegen gehaltenen ich bleiben weißen Taͤfelchen einen kleinen hochblauen Kreiß, wel⸗ viele, ei cher lebhaft genug in die Augen ſiel. Als ich das Auge ſelbſt nahe an das Priſma in das gebrochene Licht legte, da ſah ich ebenfalls weiter nichts, als eine kleine feuer⸗ dieſe dint rothe Ellipſe, die das kleine Loch des Fenſterladens vor⸗ rine und ſtellete, und welche ich Tab. III, Fig. 3, und jenes ro⸗ ich zpat the Oblongum, welches auf der großen Tafel erſchien, yung und Tab. III, Fig. 4, abgebildet habe, wobei jedoch zu be⸗ . Nlln merken, daß dieſes kleine Bild bei weitem nicht bren⸗ n die M⸗ nend genug dargeſtellet werden kann, weil es wie reines es Korpes rothes Feuer ſich zeigt. neinſochen en hingegen Dann fuͤllte ich das Priſma mit einer geſaͤttigten ff ſebſti Safrantinktur, um nun auch durch dieſe einen weißen rei geſthen Stralenbuͤndel zu zerlegen. Hier ſtellte das Farben⸗ cte dintr bild zwei Oblongen dar, ein rothes und ein gruͤnes, die eſät, ch aber zum Theil auf einander lagen, und einen gelben daß dilr Schein daſelbſt bildeten, welcher einen hohen gruͤnen g. Aufſatz, und eine faſt eben ſo große rothe Unterlage Nun§ 5 katte, 2 1+— 7— ——————— 90 Verſuche und Beobachtungen hatte, wie Tab. III, Fig. 5, zeigt. Von blauen Lichte 310 war da gar nichts zu ſehen, und es iſt leicht zu erachten, dr daß der veilchenblaue Antheil des einfallenden weißen nure Strales vom Safran gleichſam gaͤnzlich vernichtet oder mmc zerſtoͤret werde; denn auch das zuruͤcke geworfene Licht war nicht veilchenblau, ſondern gelblichweiß. Als ich din das Auge wieder nahe an das Priſma in das gebrochene m. Licht legte, da ſah ich auch nichts weiter, als eine klei⸗ ne brennend helle Ellipſe, welche bloß in der Mitte eel gelb, oben hingegen roth, unten gruͤn erſchien, wie lle aus Tab. III, Fig. 6, zu erſehen. n Hierauf goß ich eine Saftgruͤntinktur, mit ein nm wenig Wunderblau verſezt, in das Priſma, und ließ 17 einen weißen Stralenbuͤndel dadurch zerlegen. Hier rädäc war das Farbenbild wieder nur ein gruͤnes Oblongum, ele Tab. I, Fig. 2, woran von allen uͤbrigen Farben gar uh nichts erſchien. Der ſchwache zuruͤcke geworfene Theil aud war ebenfalls nicht purpurfarbig, folglich nicht roth und lf, veilchenblau, ſondern gruͤnlichweiß, woraus leicht ab⸗ Vorſt zunehmen, daß dieſe Tinktur nicht nur das veilchen⸗ Nin blaue, ſondern auch das rothe Licht zerſtoͤre, und nur ndg das gruͤne theils hindurch fahren laſſe, theils zuruͤcke werfe. Wenn ich aber ſage, daß das rothe beim Durch⸗ 34 gange durch dieſe Tinktur zerſtoͤret werde: ſo verſtehe ſ ich dadurch nur den groͤßten Theil deſſelben, denn ein g 1 wenig koͤmmt von ſelbigem noch hindurch, wenn die dbee Tinktur nicht gar zu ſehr geſaͤttigt, oder das Priſma, zn worin ſie enthalten, nicht gar zu dicke iſt. An mei⸗ wiſt nem Priſma iſt jede Seite nur einen rheinlaͤndiſchen 401 Zoll V uͤber die Farben des Lichts. 91 Aue ve Zoll breit: folglich darf ein Lichtſtral, welchen ich in den uin der Mitte zwiſchen den Kannten binnein fahren laſſe, nittan nur einen halben Zoll weit in der Tinktur fortgehen, ;offn it um an der hintern Brechungsebene wieder heraus zu . ki treten. Auf dieſem kurzen Wege kann aber die gruͤne gtni Tinktur, wie geſagt noch nicht alles rothe Licht zerſtoͤ— b aet ren. Denn wenn ich das Auge bei dieſem Verſuche 3 nn ganz nah an das Priſma in den gebrochenen Stral hal⸗ d te: ſo ſehe ich nicht nur ein kleines brennend gruͤnes Gien, ie Oblongum, ſondern auch gerade uͤber demſelben ei⸗ ne kleine mattrothe Ellipſe, welche von dem gruͤ⸗ „ nit ei nen Oblongum vollkommen getrennt, und Tab. III, und li Fig. 7, abgebildet iſt, wobei jedoch wie allemal, zu en. hit erwaͤgen, daß das darunter befindliche kleine brennend Oblongin helle gruͤne Oblongum in der Abbildung wie feurig und Farben gu leuchtend genug dargeſtellet werden kann. Aber die fene dhei gedachte kleine rothe Ellipſe erſcheint auch im Verſuche uoth ud ſelbſt nicht heller oder feuriger, als in dieſer bildlichen lacht d⸗ Vorſtellung, daher ſie ſich auch auf der hinter dem z welcher Priſma ſtehenden weißen Tafel nicht abbildet und ganz „und m und gar keinen ſichtbaren Schein wirft. is zurice-7. Sofort fuͤllte ich das Priſma mit einer Tinktur aus Wunderblau oder aufgeloͤſetem Indigo, welche bekannt⸗ im Durh lich ſchoͤn hochblau ausfaͤllt, wenn ſie nicht ſehr geſaͤttigt ſo verſch iſt. Und als ich den Stralenbuͤndel durch dieſe zerle⸗ , den in gen ließ, fand ich auf der weißen Tafel abermals zwei wenn de Oblongen, ein gruͤnes und ein veilchenblaues, welche as Prifna zum Theil in einander lagen, oder eine hochblaue Stelle In nei zwiſchen der gruͤnen und veilchenblauen bildeten, wie inländicen aus Tab. III, Fig. 8, abzunehmen iſt. Als ich jezt mein zul Auge 9² Verſuche und Beobachtungen Auge nah ans Priſma in das gebrochene licht brachte dhvich und hindurch ſah, werd ich aufs neue einen kleinen gdate einzelnen mattrothen Kreiß gewahr, unter welchem Tab. ren gc III, Fig. 9, ein langes brennend hochblaues Oblongum u: mit ſeinem gruͤnem Kopfe und veilchenblauen Fuße derie erſchien. Der gegen den Fenſterladen zuruͤcke gewor⸗ nen, fene ſchwache Theil des einfallenden Strales war nur huat blaulichweiß. Mithin zerſtoͤret die Indigotinktur we⸗ 7 e. 2 der das veilchenblaue noch das gruͤne Licht, ſondern laͤßt udle beide hindurch: das rothe aber zerſtoͤret ſie; denn auf ſ der weißen Tafel iſt außer dem gruͤnen und veilchen⸗ blauen, welche daſelbſt beide ſehr helle erſcheinen, Ee nicht im geringſten etwas zu ſehen, und was das kleine 182 mattrothe Bild betrift, welches man gewahr wird, uda wenn man durchs Priſma hindurch ſiehet, ſo verſchwin⸗ u det ſelbiges in einem viel dickern Saͤulenglaſe allerdings y zenzlich k einn Aus dieſen leztern beiden Verſuchen laͤßt ſich im Feſte uͤbrigen ſo viel mit groͤßter Wahrſcheinlichkeit folgern, 4 daß wenigſtens in jeder Farbe fuͤr ſich diejenigen Stra⸗ V 1 4 len am ſchwaͤchſten ſind, welche die meiſte Brechung b hin leiden. Von den rothen erhellet ſolches hier offenbar. i, Ich ſchließe naͤmlich ſo, was zum leichteſten zerſtoͤret V zeſſ werden kann, das muß am ſchwaͤchſten ſeyn. Nun 9 werden aber in der Saftgruͤn⸗ und Indigo⸗Tinktur deH diejenigen rothen Stralen, welche mehr brechbar ſind, n n als die mindeſtbrechbaren gruͤnen, gaͤnzlich zerſtoͤrt, in⸗ dß i⸗ dem nur von den minderbrechbaren rothen einige unzer⸗ dus G ſtoͤrt hindurch gelangen, wenn das Priſma nicht ſehr Vinke dicke iſt: folglich muͤſſen die mehr brechbaren rothen änla ſchwaͤcher uͤber die Farben des Lichts. 93 b 3 21 ſchwaͤcher ſeyn, als die minderbrechbaren. Daß aber in im Ti gedachten beiden Tinkturen wuͤrklich die mehr brechba⸗ luem ren gaͤnzlich zerſtoͤret werden, iſt zweifelsohne klar ge⸗ uen hi nug: denn ſonſt koͤnnte ſich der kleine rothe Kreiß von ce ir der kleinen grünen Ellipſe keinesweges vollkommen tren⸗ Kun n nen, und es koͤnnte unmoͤglich ein ſchmaler ſchwarzer he d Schatten zwiſchen beiden entſtehen. ande i Endlich fuͤllete ich das Priſma mit Veilchenſyrup, denn uſ und ließ auch durch dieſen einen weißen Lichtbuͤndel zer⸗ veichen⸗ legen. Auf der Tafel ſtellte ſich nun wieder ein einfaches, erſcheine aber ſchwaches veilchenblaues Oblongum dar, Tab. I,. 3 dos feie Fig. 2, welches weder blau noch roth begrenzt erſchien, ahr vid und auch ſonſt von keiner Farbe einigen Schein an ſich verſchwi wahrnehmen ließ. Ein ſolches Oblongum, nur aber alenin ſehr klein und brennend helle, nahm ich auch wahr, als 1 ich durch die Tinktur hindurch ſah; und was jenen 3 kleinen mattrothen Kreiß betrifft, welcher daruͤber ſtand, tſcm de bhion wrfehte hier boß etwas laͤnglicht und heller, Rfͤden 3 in de 3 fin wne und Indigo⸗Tinktur, ohngefaͤhr gen Sn r ab. III, Fig. 10, vorſtellet, woraus aufs neue Brchug un chedi daß dieſes Fluidum das gruͤne Licht gaͤnz⸗ refitr). as rothe hingegen, großentheils einſchlucke, oder en zetſürt zerſtöre und unſichtbar mache. —n. Nu 1 Noch iſt bei dieſen Verſuchen anzumerken, daß ich p⸗diim die Oeffnung im Fenſterladen nur mit einer Naͤhnadel d j SSiger. echurſ daß mittelmaͤßiger Dicke gemacht hatte, wie auch, zerſtn ine daß ich den weißen Stral allemal in der Mitte durch das Priſma leitete, ihn aber nie nahe am brechenden inige unde⸗ Winkel 3 Knitt Lin e durch daſſelbe fahren ließ, weil dieſe lezte Stelle un nis viel zu duͤnne geweſen waͤre, als daß nicht in jedem ſite Falle —— 2——=—-——— 94 Verſuche und Beobachtungen Falle Stralen von allen Farben in gar zu großer Men⸗ gdach ge haͤtten hindurch gelangen koͤnnen. man ken die Von den Lichtfarben der duͤnnen durchſichtigen ürm Koͤrper. der de Daß die Seifenblaſen allerlei ſchoͤne Farben ſpie⸗ 3 len, wenn ſie groß genug werden, folglich ſehr duͤnne 3 Huͤllen erhalten, das iſt eine Sache, die allen Kindern ſ 3 bekannt iſt. Aber nicht allein die Seifenblaſen, ſondern 1 uͤberhaupt jeder ſehr duͤnne durchſichtige Koͤrper ſpielt ſol⸗ che Farben, wenn er an beiden Seiten mit ſolchen durch⸗ 1 1 ſichtigen Koͤrpern begrenzt iſt, welche entweder mehr ei oder minder Dichtigkeit beſihen, ich ſage, welche das h. licht entweder mehr oder minder brechen, als er ſelbſt. uihte Je duͤnner oder feiner der zu beiden Seiten bedekte b ach, Koͤrper iſt, und je mehr ſich die bedeckenden Koͤrper in M Hinſicht auf ihre Dichtigkeit von dem bedekten unter⸗ 14 ſcheiden: deſto ſchoͤner und mannichfaltiger erſcheinen nn 1 die Farben, welche der eingeſchloſſene ſpielt. Auch iſt gar nicht noͤthig, daß der bederte oder eingeſchloſſene detd Koͤrper ein wirklicher phyſiſcher Koͤrper ſey: nein, ein Nim duͤnner leerer Raum kann ſchon deſſen Stelle ver⸗ treten, und zwar beſſer noch, als luſte oder jede andere ¹ ſehr lockere Materie, wenn die bedeckenden Koͤrper aus iaS Glas oder aus einer andern dichten durchſichtigen Maſſe weie! beſtehen... nichl Wenn man zwei recht eben geſchliffene und gut 85 polirte Glasplatten auf einander legt, und alle Luft, ſo tner gut als moͤglich, zwiſchen ihnen hinweg nimmt; ſo zeigt den) jener zwiſchen ihnen beſindliche duͤnne leere Raum die diſer gedachten uͤber die Farben des Lichts. 95 ſa Ne gedachten mannichfaltigen Farben ſchoͤner, als wenn man die Auft dazwiſchen laͤßt. Aber noch ſchoͤner ſpie⸗ len dieſe Farben, wenn man ein paar Diamanten mit ſciyn ihren platten Seiten ſo dicht als moͤglich mit einan⸗ der verbindet, und es waͤre vielleicht wohl der Muͤhe rbe fi werth, daß die Juwelierer und Goldſchmiede bei der chr dum Faſſung ſolcher Steine auf dieſen Umſtand mit Ruͤck⸗ n Kiden ſicht naͤhmen. en, ſonden. rhit Ueber dergleichen ſonderbare Farbenſpiele der dün⸗ her ut nen Koͤrper hat Newton ebenſalls zuerſt vielerlei artige ddr u Verſuche angeſtellt, und ſelbige in ſeiner Opt. Lib. Il. vich 1 Part. I, ausfuͤhrlich beſchrieben. Auch iſt ihm hierin zer nicht nur Abbe Mazeas und Muſſchenbroek, ſondern en bad auch Du Tour gefolgt. Allein ich will mich bei der Kirue Wiedererzaͤhlung der Verſuche, die dieſe Gelehrten . ee angeſtellet haben, weiter nicht aufhalten, ſondern lieber nürun nur kuͤrzlich anfuͤhren, was meine eigenen Verſuche Auc 6 mich ſelbſt in dieſer Sache gelehret, und worin meine ſchleſe Beobachtungen von den Bemerkungen jener beruͤhmten nei w Maͤnner etwa abweichen. züle e Wenn man zwei Objektivglaͤſer, welche auf bei⸗ dt he den Seiten erhoben ſind, und etwa ſechs Fuß Brenn⸗ dürhaa weite haben, erſt mit einem trockenen warmen Saͤ⸗ en Nuſ miſchleder recht rein abwiſcht, und ſodann uͤber einan⸗ der legt, und an den Raͤndern, ſo ſtark man kann, mit e und g den Fingern zuſammen druͤckt: ſo erſcheinen zwiſchen dle uſt ihnen viele konzentriſche ſchwarze und weiße Ringe, in tz ding deren Mitte ſich ein ſchwarzer Kreiß beſindet. Aber Naun d dieſer Kreiß erſcheint nur ſo lange ſchwarz, als man die dacun Glaͤſer 96 Verſuche und Beobachtungen Glaͤſer vermittelſt reflektirten Lichtes betrachtet, oder ſo üülc lange man auf ſie hin ſiehet. Siehet man durch ſie ten, gegen das Tageslicht hindurch: ſo erſcheint er weiß, racht und es kehret ſich uͤberhaupt alles um: ich ſage, die liund Ringe, welche beim Daraufſehen, weiß erſcheinen, dhale zeigen ſich beim Hindurchſehen ſchwarz, und umgekehrt. widd, Wenn man ferner ſehr ſteil darauf hin ſiehet: ſo zeigen Aged ſich die Ringe, ſowohl als der mittlere ſchwarze Kreiß niteſt ziemlich zirkelrund, und liegen allenthalben enge an die einander. Siehet man aber ſchief oder flach auf ſie den, ſ hin: ſo werden alle dieſe Ringe, wie leicht zu erachten, dder w elliptiſch, und breiten ſich nach der Richtung ihrer gro⸗ ßen Axe betraͤchtlich aus, nehmen aber in Anſehung d ihrer Menge nicht zu, und jener mittlere ſchwarze Kriiß Kreiß wird auch nicht laͤnger, ſondern nur ſchmaͤler, als weißen er bei einer mehr ſteilen Anſicht, erſcheint, wie aus meinäſe der Vergleichung von Fig. 1 und 2, Tab. 1V, zur Ge⸗ hung nuͤge abzunehmen iſt. Alles dieſes erfolgt auch eben ritm. ſo, wenn man durch die Glaͤſer hindurch ſiehet, nur geDdet daß hier alles weiß erſcheint, was dort ſchwarz iſt. Vaſſe, man käͤn Warum nun hier zwiſchen beiden Glaͤſern ein klei⸗ dieſe kre ner Kreiß entſtehen muß, welcher bei reflektirtem Lichte hriihren ſchwarz, und bei hindurchfahrendem weiß erſcheint, iſt V ljſten freilich nicht ſchwer zu begreifen. Denn dieſer kleine füchen, Kreiß iſt eben die Stelle, wo die beiden Glaͤſer einan⸗ ung te der beruͤhren, und an derſelben gleichſam eine ſtete Acchten Maſſe ausmachen, durch welche das licht ungehindert veden, hindurch fahren kann, ohne im geringſten reflektirt zu dder ſeſ werden. An andern Stellen hingegen beruͤhren die ſut. J Glaͤſer wegen ihrer konvexen Flaͤchen einander nicht: vunſ folglich uͤber die Farben des Lichts. 97 t, d folglich wird hier das Licht, wie von allen Spiegelflaͤ⸗ deh ſ chen, zum Theil reflektirt, und es iſt alſo leicht zu t viß erachten, daß das Auge von der Stelle, wo die Glaͤſer pi, de einander beruͤhren, darum kein zuruͤcke geworfenes Licht eiſhine, erhalten kann, weil daſelbſt keines zuruͤcke geworſen umgeltht wird, ſondern hindurch gehet. Wenn hingegen das „eln Auge durch die Glaͤſer hindurch ſiehet, oder ſelbige ver⸗ orſe Kreß mittelſt hindurchfahrender Stralen betrachtet: ſo muß dange an es dieſe hindurchgefahrnen Stralen allerdings empfin⸗ dc uf ſe den, folglich den gedachten mittlern Kreiß leuchtend uenudſen oder weiß wahrnehmen. ihker ge Arſchun Wie es aber zugehe, daß um dieſen mittlern ſchwere Kreiß herum ſich noch eine Menge von ſchwarzen und naͤler, ai weißen Ringen erzeugen, das iſt es, was nicht leicht wie alh einzuſehen iſt. Man koͤnnte zwar auf die Vermu⸗ anr e thung fallen, daß die Glaͤſer, durch das Zuſammen⸗ uch cben druͤcken um ihren Beruͤhrungspunkt herum wellenfoͤrmi⸗ Kt, vut ge Oberflaͤchen bildeten, ohngefaͤhr ſo wie ſtillſtehendes ziſ. Waſſer, wenn man einen Stein hinnein wirft, und man koͤnnte hinzuſetzen, daß das licht allenthalben, wo dein lle⸗ dieſe kreißfoͤrmigen Wellen der beiden Flaͤchen einander tem lich berühren, ungehindert bindurch fahren, in den ver⸗ ſchein, i tieften Zwiſchenraͤumen hingegen„wie von Spiegel⸗ eſer klein flaͤchen, zuruͤcke kehren müßte. Allein dieſe Vermu⸗ äſer eine⸗ thung kann darum nicht Statt finden, weil ſich die ge⸗ eine ſie dachten Ringe deſto mehr erweitern und immer breiter natbiddt werden, je mehr man fiach auf die Glaͤſer hinſiehet, Aanei oder je ſchiefer man ſie gegen das hindurchfahrende licht ni haͤlt. Man muß alſo vor der Hand bloß bei den Phaͤ⸗ 8 ban Waͤnſch Verſuche, G nomenen ugich 98 Verſuche und Beobachtungen nomenen ſelbſt verweilen, in deren Erzaͤhlung ich nun eſ weiter fortfahren will. ne V . Wenn man die gedachten beiden wohlgereinigten— G Objektivglaͤſer nicht zuſammen druͤkt, ſondern nur ſanft nd; auf einander legt, und unter einem beſtimmten ſchiefen and. Winkel darauf hinſiehet: ſo erſcheint jener mittlere Kreiß di nicht ſchwarz, ſondern anfaͤnglich purpurfarbig, oder Kunn karmeſinroth. Dann entſtehet in dieſem beim gelinde⸗ ſtze ſten Drucke ein gruͤner, indem ſich der purpurfarbige feni zu einem Ringe ausdehnt. Hierauf entſtehet im grü⸗ Rgen nen auf die naͤmliche Weiſe ein blauer, und in dieſem auſul ein veilchenblauer. Auch erſcheinen jene ſchmalen Rin⸗ e ge, die den mittlern Kreiß umgeben, in dieſem Falle nnſ nicht ſo zahlreich, wie im vorigen: dazu ſind ſie auch ſeſi nicht bloß weiß und ſchwarz, ſondern ſpielen ebenfalls,. Gir wie der mittiere Kreiß, verſchiedene Farben, je nach⸗ a05 dem die Glaͤſer vermoͤge ihrer eigenen Laſt einander Prhe mehr oder minder druͤcken, oder je mehr oder weniger n man dieſen Druck mit ſanfter Hand verhindert. Tab. A IV, Fig. 3, iſt ein ſolches Phaͤnomen bildlich dargeſtel⸗ let. Preßt man hierauf die Glaͤſer ſtaͤrker zuſammen: f,: 7 4,„=.. dung z ſo entſtehet mitten im veilchenblauen Kreiße ein weißer, m 3 und jener veilchenblaue wird abermals zu einem Ringe, V d welcher ſich, wie die uͤbrigen weiter ausdehnt, wenn 8 man die Glaͤſer ſtaͤrker zuſammen preßt. Preßt man 1 nil ſie alſo nun noch ſtaͤrker, oder ſo ſtark, als die Kraͤfte en d der Finger verſtatten: ſo erſcheint endlich in dieſem de be weißen Kreiße der ſchwarze, das heißt, jene erſte Fi⸗ 1 3 anf gur dieſer vierten Tafel, Fig. 1, Tab. IV, iſt wieder hergeſtel⸗ uͤber die Farben des Lichts. 99 Lih un hergeſtellet, und leidet nun durch den Druck weiter kei⸗ ne Veraͤnderung. gertigen Weit groͤßer und ſchoͤner erſcheinen dieſe Kreiße Kun ſuft und Ringe, wenn man zwei dicke, gut geſchliffene, en ſhieft und wohl polirte Planglaͤſer mit ihren ebenen Flaͤchen tleree auf einander legt. Selbige darf man bloß ein wenig an big, dde einander ſanſt reiben, ohne ſie zu drucken: und es ent⸗ m glide ſtehen ſogleich karmeſinrothe und meergruͤne Ringe zwi⸗ ruxuhg ſchen ihnen, welche nahe an der Mitte am lebhafteſten, et in gi gegen den Rand hin aber minder lebhaft und ſchmaͤler dindiem ausfallen, wie Tab. IV, Fig. 4, vorſtellet. nalerie So, wie dieſe Kreiße hier abgebildet ſind, erſchei⸗ eſan i nen ſie jedoch nur dann, wann das Auge ſehr ſteil auf nd ſe uh ſie hinſiehet, und wann die Glaͤſer nur vermoͤge ihres ebeniale Gewichts einander druͤcken. Auch iſt hiebei noch anzu⸗ „ſe nacj merken, daß diejenigen Stellen, welche hier mehr kar⸗ einander meſinroth ſind, meergruͤn, die meergruͤnen hingegen kar⸗ rwerige meſinroth erſcheinen, wenn man unter eben dem Win⸗ tt. It kel durch die Glaͤſer hindurch ſiehet, unter welchen ſie ˖dargeſtl ſich, wenn man darauf hinſiehet, wie in dieſer Abbil⸗ zuſommen dung zeigen: oder deutlicher, eben diejenigen Stellen, en wiſßt welche reflektirtes Licht unter einem beſtimmten Winkel nem Rund purpurfarbig oder karmeſinroth darſtellen, ſiehet man hnt, vem vermittelſt hindurchfahrender Stralen unter eben die⸗ Peeft un ſem Winkel gruͤn oder meergruͤn. Ueberhaupt aber fin⸗ sdie Kiſſ den bei dieſem Phaͤnomen mancherlei Veraͤnderungen ˖Hin dimn und Verſchiedenheiten Statt, welche ich daher noch ein⸗ ene eſteſe zeln anfuͤhren muß. ſt vide hn G. 2 Geſezt 100 Verſuche und Beobachtungen Geſezt alſo, die Glaͤſer, welche auf gedachte Wei⸗ ſe nur zuſammen gelegt, aber nicht zuſammen gepreßt ſind, liegen auf einem dunkeln Grunde, ſo, daß das freie Tageslicht vom Himmel darauf leuchtet: ſo ſiehet ein Auge, welches dieſelben unter einem Winkel von etwa ſiebenzig Graden betrachtet, nur etliche karmeſin⸗ rothe und meergruͤne Ringe nebſt einem zwiſchen ihnen eingeſchloſſenen Kreiße, wie die angefuͤhrte vierte Fi⸗ gur dieſer Tafel ohngefaͤhr zeigt. Neigt ſich das Auge ein wenig: ſo verwandelt ſich der mittlere karmeſinrothe Kreiß auch in einen Ring, indem in ihm ein meergruͤ⸗ ner entſtehet, welcher ſofort eben ſo groß wird, als vor⸗ her der gedachte rothe ſelbſt. Solchergeſtallt erſcheint nun ſchon ein Ring mehr, als vorher, und alle vorige haben ſich zugleich weiter ausgedehnt. Neigt ſich das Auge noch mehr: ſo entſtehet im gedachten meergruͤnen Kreiße aufs neue ein karmeſinrother, indem der gruͤne ſich in einen Ring verwandelt. Neigt man das Auge noch tiefer: ſo entſtehet im karmeſinrothen Kreiße aber⸗ mals ein meergruͤner. Auf dieſe Weiſe koͤmmt wohl fuͤnf mal ein karmeſinrother Kreiß in der Mitte zum Vorſchein, und eben ſo viele mal ein meergruͤner, bis zulezt, wenn man das Auge zum tieſſten geneigt hat, in der Mitte ein veilchenblauer Kreiß erſcheint, welcher gruͤn begrenzt iſt. Alle auf dieſe Art entſtandene Rin⸗ ge aber haben ſich indeſſen weiter ausgedehnt, und jene allererſten, welche ſich anfaͤnglich nahe um den mittlern rothen Kreiß befanden, liegen nun der Peripherie der Glaͤſer nahe, ohngefaͤhr wie Fig. 5, Tab. IV, vorſtellet. Nimt J Glaſe ſen I hin ſo derng gtenzt ge mi nigen eiſchir indem ühen g veicen duch 6 urd fär ſehet Kruſße undſöw in ehen findet ei ſoſehrm der gedac wohr„ AÄ auf die J der habe. läßt m Kepteßt„ Uj 1 ſeet m 1 edate de Wmen gj ſo, u tet: ſſchn Wirt in che krwii wiſchen tren tte dir z⸗ karmeire ein nem vird, zm⸗ ſſtalli tit nd ale ni Neigt ſchn en meergrin em der gin nan das Aug. Kreiße aber kämmt whl er Micte zm ergrüner, d5 en geneige ⸗ Geint, webe N „„don M- gſtandente 4 unng 7 8 f ſae ehnt, unn ( im den ſie (.t r inHerl Peripher — r Sarfto. .W, vorſe ——— uͤber die Farben des Lichts. 101 Nimt man hierauf den dunkeln Grund unter den Glaͤſern hinweg, und ſiehet man unter eben dem klein⸗ ſten Winkel hindurch, unter welchem man zulezt auf ſie hin ſah: ſo zeigt ſich der mittlere Kreiß nicht violet, ſon⸗ dern gelb, und iſt mit einem purpurfarbigen Ringe be⸗ grenzt, indem ſofort meergruͤne und karmeſinrothe Rin⸗ ge mit einander abwechſeln: mit einem Worte, dieje⸗ nigen ringfoͤrmigen Stellen, welche oben karmeſinroth erſcheinen, zeigen ſich unten meergruͤn, und umgekehrt, indem diejenigen, welche oben purpurfarbig ſich zeigen, oben gruͤn erſcheinen, ſo, wie diejenigen, welche oben veilchenblaues Licht reflektiren, unten bloß gelbes hin⸗ durch laſſen, und umgekehrt. Giebt man dem Auge wieder die hoͤchſte Elevazion, und faͤngt man an, die Glaͤſer zuſammen zu preſſen: ſo ſiehet man mit unverruͤktem Auge gleichfalls im rothen Kreiße einen gruͤnen, in dieſem wieder einen rothen, und ſo weiter entſtehen, indem ſich zugleich die Ringe in eben dem Verhaͤltniß erweitern. Dieſer Wechſel findet ein paar mal Statt: alsdann mag man preſſen, ſo ſehr man will, neue Kreiße und Ringe nimt man in der gedachten hoͤchſten Elevazion des Auges weiter nicht wahr, und es zeigt ſich dann ihre ganze Anordnung auf die Weiſe, wie ich ſie Tab. IV, Fig. 6, abgebil⸗ det habe. Laͤßt man die Glaͤſer ſo ſtark als moͤglich zuſammen gepreßt, und erniedrigt man das Auge nun allmaͤhlig: ſo ſiehet man wieder eine Menge farbiger Ringe auf G 3 obige ——öoöͤönnnn 102 Verſuche und Beobachtungen obige Weiſe aus der Mitte entſtehen, und ſich deſto weiter ausbreiten, je mehr man das Auge erniedriget, oder je mehr man flach auf die Glaͤſer hinſiehet. Auch beſtehet nun der Wechſel nicht mehr bloß in meergruͤnen und karmeſinrothen, oder in grasgruͤnen und purpur⸗ farbigen Ringen, ſondern er gehet vielmehr durch alle Regenbogenfarben fort. Naͤmlich zuerſt erſcheint im purpurfarbigen Kreiße, der ſofort zu einem Ringe wird, ein gelber. Alsdann wird, wenn das Auge tie⸗ fer koͤmmt, auch dieſer zum Ringe, und in ihm entſte⸗ het ein grasgruͤner Kreiß, welcher nun ebenfalls zum Ringe wird, indem ein blauer Kreiß in ihm entſtehet: in dieſem aber entſtehet ſofort ein veilchenblauer, in dieſem ein purpurfarbiger, in dieſem ein rother, in dieſem ein gelber, und in dieſem ein weißer, welcher bei der geringſten Elevazion des Auges zum Vorſcheine koͤmmt. Am Ende haben ſich die Ringe uͤber die gan⸗ en innern Flaͤchen der Glaͤſer ausgebreitet, und jeder derſelben, bloß die aͤußerſten ausgenommen, welche ge⸗ woͤhnlich nur meergruͤn und karmeſinroth erſcheinen, iſt mit allen Regenbogenfarben geſchmuͤckt, wie aus Fig. 7, Tab. IV, deutlicher abzunehmen. Siehet man unter eben dem kleinſten Winkel durch die Glaͤſer hindurch, unter welchem man zulezt auf ſie hin ſah: ſo erblikt man in der Mitte, ſtatt jenes weiſ⸗ ſen Kreißes, einen ſchwarzen, welcher mit einem veil⸗ chenblauen Ringe umgeben iſt, worauf ſofort ein hoch⸗ blauer, dann ein gruͤner, dann ein gelber, dann ein rother folgt, und ſo weiter. Naͤmlich diejenigen Stel⸗ len, uͤber die Farben des Lichts. 103 90 388 len, welche beim Daraufſehen weiß erſcheinen, zeigen 1 4 ſich beim Hindurchſehen ſchwarz: und auf gleiche Wei⸗ ln ſe zeigen ſich die veilchenblauen gelb, die hochblauen m nun roth, die gruͤnen purpurfarbig, die gelben veilchen— ee Uangie blau, die rothen hochblau, die meergruͤnen karme⸗ duch ſinroth. eiſceint i nen Jin Allerdings iſt es ein wenig muͤhſam, genau unter d lieie eben demſelben ſchiefen Winkel hindurch zu ſehen, un⸗ iin uſt ter welchem man vorher darauf ſah, und gleichwohl enfals mm muß man dieſen Winkel genau nehmen, wenn der m enſthe Verſuch ſo ausfallen ſoll, wie ich ihn hier beſchrieben blauet, n habe. Aber dieſem Uebel kann man auch dadurch rother i leicht abhelfen, daß man einen Stralenkegel auf die er, walhe Glaͤſer fallen laͤßt. Man darf naͤmlich nur mit einer Vorſchen Nadel ein kleines Loch durch ein in den Fenſterladen er die gan eingelaſſenes Bleiplaͤttchen bohren, und einen feinen und jeder Stralenbuͤndel durch daſſelbe in die verfinſterte Stube welche ge⸗ laſſen, welcher ſich in einem Abſtande von zwoͤlf bis Heinen, iſ vierzehn Fuß dergeſtallt erweitert, daß er in Anſehung aus Jig, ſeines Umfanges dem Umfange der Glaͤſer, wenn dieſe die Groͤße der gewoͤhnlichen Objektivglaͤſer haben, ziem⸗ lich gleich kommt. Berveſtigt man daher die gedachten dirkilduc Glaͤſer, welche vermittelſt etlicher Klammern zuſam— ulegt uf ſ mengepreßt erhalten werden, unter einem beliebigen, jenes wiſ jedoch ſehr kleinen Winkel daſelbſt in den Stralenkegel: teinem vil ſo prallen die reflektirten Stralen gewiß unter eben dem at einhoc Winkel ab, unter welchem die hindurchfahrenden hinter r, dn di den Glaͤſern fortgehen, und zwar darum, weil die eniSn Glaͤſer auf beiden Seiten plan ſind, oder wenigſtens b G 4 keine — 104 Verſuche und Beobachtungen keine merkliche Kruͤmmung haben. Hinter die Glaͤſer ſtelle man in einiger Entfernung eine große weiße Ta⸗ fel: ſo werden ſich auf derſelben die reflektirten Farben⸗ kreiße ſowohl als die hindurchgefahrnen nicht nur ſehr diſtinkt ſondern auch groß genug abbilden, und man wird ſich leicht mit eigenen Augen uͤberzeugen, daß alle Stellen, welche nur veilchenblaues Licht reflektiren, das gelbe hindurch laſſen, indem diejenigen, welche das hochblaue hindurch laſſen, bloß das rothe zuruͤcke wer⸗ fen, und ſo weiter. Veraͤndert man den Winkel, wel⸗ chen die Glaͤſer mit gedachten einfallenden Stralen ma⸗ chen, ein wenig: ſo verengern oder erweitern ſich zwar auch die farbigen Ringe, aber dieſe Veraͤnderung ent⸗ ſpricht in Hinſicht auf gedachten Farbenwechſel in bei⸗ den Bildern einander vollkommen. Noͤthig iſt es im uͤbrigen allerdings, daß die ge⸗ dachten Planglaͤſer eine betraͤchtliche Dicke haben: denn ſonſt biegen ſie ſich unregelmaͤßig, und ſtellen zwiſchen ſich eine Art von regenbogenfarbigen Vermicelli dar, welches bei jedem einzelnen Drucke ſeine Geſtallt und Farben aͤndert. Tab. IV, Fig. 8, habe ich etliche ſolche wurmfoͤrmige Windungen abgebildet, welche ſich ſehr leicht zwiſchen zwei Taͤfelchen von ordinaͤren Spiegel⸗ glaſe hervorbringen laſſen, die man zu dieſem Behufe nur ein wenig an einander reiben, und ſodann ſanft zu⸗ ſammen preſſen darf. Bringt man ein paar ſolche zuſammen geklammerte Glaͤſer mit ihren farbigen Ringen unter die Kampane, und —— uͤber die Farben des Lichts. 105 d und nimt man die Luft unter ihr binweg: ſo verſchwin⸗ aben den die farbigen Rünge nicht im geringſten, ſondern mefß erſcheinen eher noch ſchoͤner, als zuvor, zum offenbaren un un Beweiſe, daß der luftfoͤrmige Stoff. welcher etwa noch dic zwiſchen beiden Glaͤſern enthalten iſt, ſo lange man r, w ihn nicht hinweg gepumpet hat, ganz und gar nichts Aih a zur Erzeugung derſelben beitragen kann, ohngeach⸗ 1 tet Newton ſolches behauptet, worin ihm aber auch 60, 1 ſchon Duͤ Tour und Muſſchenbroek widerſprechen. nün ihe Man kann ferner dergleichen Glaͤſer bis zum Zer⸗ ſ znu ſpringen erhitzen, ohne dadurch ihre farbigen Ringe ier zu zerſtoͤren, und ohne die Farben derſelben im ge— dlinde ringſten zu ſchwaͤchen, vielmehr nehmen dieſe in der Hitze an Schoͤnheit und Glanze betraͤchtlich zu. Die⸗ ſes gilt jedoch nur von ſolchen Glaͤſern, die ſich in der die ge Hitze durchaus gleichfoͤrmig ausdehnen, und ſich nicht kn den kruͤmmen; denn außerdem verſchwinden die Ringe in zwiſchen der Hitze gaͤnzlich. relli dar 1 ſalt un Staub oder Schmuz, beſonders aber Feuchtigkeit, che ſche geſtatten im Gegentheil die Entſtehung derſelben nicht ſch ſi ein mal. Daher muß man auch die Glaͤſer, ehe man Spic ſie zuſammen legt, mit warmen Saͤmiſchleder ſorgfaͤl⸗ m Dehift tig abwiſchen; denn durch die Waͤrme vertreibt man n ſauſt die Feuchtigkeit am leichteſten, und vermittelſt jener weichen Flocken des Leders bringt man zum beſten den Schmuz hinweg, ohne die Politur des Glaſes zu be⸗ fklanmete ſchaͤdigen. Kanpon, Ind G 5 Troͤpfelt 1 3 82 — 4 7 —— ¹„ 1—* ——ͤͤͤſſͤͤö—Zö————— 106 Verſuche und Beobachtungen Troͤpfelt man reines Waſſer, oder Weingeiſt, oder Terpentinſpiritus, zwiſchen die Raͤnder dieſer zuſam⸗ men geklammerten Glaͤſer: ſo verbreiten ſich dieſe fluͤſ⸗ ſigen Materien nach und nach gaͤnzlich uͤber die in⸗ nern Flaͤchen derſelben, da dann die farbigen Rin⸗ ge in der Maaße verſchwinden, in welcher ſich das Waſſer, oder der Spiritus, uͤber ſie hinziehet, und zulezt ſcheinen beide Glaͤſer nur eine einzige ſtete Maſ⸗ ſe auszumachen, durch welche das Licht, wie durch anderes dickes Glas hindurch faͤhret. Bei warmer Witterung fuͤgt ſichs jedoch zuweilen, daß ein ſolcher Waſſertropfen bald hernach in einen bloßen Hauch aufgeloͤſet wird, welcher dann in Form des Fenſter⸗ ſchweißes an gedachten innern Glasflaͤchen haͤngt. In dieſem Falle kommen die farbigen Ringe wie⸗ der zum Vorſchein, und haben das Anſehen, als ob ſie in der bekannten Krayonmanier gezeichnet waͤren, oder als ob man ſie mit feinem ſchwarzen Sande weitlaͤuftig beſtreuet haͤtte. Aber in Anſehung ih— rer Farben ſowohl, als in Hinſicht auf ihre Men— ge und Groͤße, erſcheinen ſie genau wieder ſo, wie vorher, ehe man den Waſſeertropfen hinnein gelaſſen hat: und hieraus laͤßt ſich der Schluß ziehen, daß das einfallende Licht bloß in den feinen trocke— nen Intervallen zerlegt und zum Theil reflektirt wer⸗ de, in den feinen feuchten Stellen hingegen, oder in den feinen Schweißtroͤpſchen ſelbſt, unzerlegt hin— durch fahren, ohne einen Theil davon zuruͤcke zu werfen. Newton ——— 2—————— i, — ͤ—C—B3 ☛—— 8 αη———— uͤber die Farben des Lichts. 107 ih an Newton ſagt, Opt. Lib. II, Part. I, Obſerv. 10, 77 daß die farbigen Kreiße bloß einen Theil ihrer Lebhaf⸗ aie i tigkeit verliehren, und ſich enger zuſammen ziehen, de ſi wenn man einen Waſſertropfen zwiſchen die Glaͤſer laͤßt. 34 Nn Mir hat aber dieſer Verſuch nie gelingen wollen, und ſc d Muſſchenbroek meldet ebenfalls, daß er die gedachte dt, und Verengerung der farbigen Kreiße durch einen hinnein 1 Mi gelaſſenen Waſſertropfen nie habe bewirken koͤnnen. ie duch Wenn ich naͤmlich einen Waſſertropfen zwiſchen die ge⸗ wormer dachten dicken Planglaͤſer laſſe: ſo verſchwinden die far⸗ nſilcer bigen Kreiße anfaͤnglich allenthalben, wo ſich das Waſ⸗ Huuch ſer verbreitet, gaͤnzlich, und ich nehme nie wahr, daß Fenſer das Waſſer dieſe Kreiße zuſammen druͤckt oder verengert⸗ hängt Hernach kommen dieſelben zuweilen in der gedachten ge wie Krayonmanier wieder zum Vorſcheine, und ſind folg⸗ als 0 lich allerdings nicht mehr ſo lebhaft wie zuvor, aber, wͤten, wie geſagt, weder in Anſehung ihrer Farben, noch in Sande Hinſicht auf ihre Menge und Groͤße im gerinſten veraͤn⸗ ang ih⸗ dert. Aaſſe ich ferner einen Waſſertropfen zwiſchen Men⸗ die oben gedachten Objektivglaͤſer, welche nur kleine ſo, wie und enge Kreiße bilden: ſo verſchwinden dieſe Kreiße, gelaſen ſie moͤgen nun nur ſchwarz und weiß, oder blutfarbig en, di ſeyn, zwar allerdings faſt nie gaͤnzlich, aber von ge— tvte dachter Verengerung derſelben habe ich da ebenfalls tirt ver⸗ platterdings nichts wahrnehmen koͤnnen, ſo ſehr ich mich en, dde auch darum bemuͤhet. den in⸗ Von den duͤnnen Glasblaſen, deren Newton Opt. rick z Lib. II, Part. I, Obſervat. 22, gedenkt, haben mich meine eigenen Verſuche folgendes gelehret. Naabn Eine ——.—. 2. ☛—— 5 ——⏑⏑ñ:⸗n-—— B———.— 108 Verſuche und Beobachtungen Eine ſolche Blaſe entſtehet, wenn man einen ſchmelzenden Glastropfen ploͤtzlich ſo weit aufblaͤſet, bis die Blaſe zerſpringt, oder einen Riß bekoͤmmt, wel⸗ cher, wie leicht zu erachten, der Blaſe ſelbſt in An⸗ ſehung der Farben, gar keinen Nachtheil bringt. So lange dieſe Blaſen noch warm ſind, ſo lange nimt man noch keine Farbenringe an ihnen wahr: aber indem ſie ſich abkuͤhlen, kommen dieſelben eben ſo: wie bei den Seifenblaſen zum Vorſchein, jedoch ſind ſie ſchaͤrfer begrenzt und ſehr lebhaft. Auch dauern dieſe Farben ſo lange, als die Glasblaſen nicht in die feuchte Luft kommen. Wo dieſe aber feucht werden, da verſchwin⸗ den die Farben: denn die Feuchtigkeit ziehet vermuth⸗ lich das Alkali aus dieſem duͤnnen Glaſe heraus auf die Oberflaͤche, von welcher es durch bloße Erwaͤrmung nicht wieder abgetrieben werden kann, und abwiſchen kann man dergleichen Glasblaſen darum nicht, weil ſie der geringſten Beruͤhrung nachgeben oder auch zugleich zer⸗ brechen. Anfaͤnglich, wann ſich dieſe Blaſen allererſt abge⸗ kuͤhlet haben, zeigen ſie die Farbenringe, wie auch Newton ſelbſt ſagt, allerdings viel ſchoͤner und lebhaf⸗ ter, als ein paar auf einander gelegte Glaͤſer, ſo gut man dieſe auch zuſammen preſſen mag. Aber ſo leb⸗ haft und brillant, wie in einer ſoliden glaͤſernen Kugel, die ich beſitze, und welche ſonſt zu einem Kronenleuchter gehoͤrt haben mag, habe ich ſie doch lange noch nicht ge⸗ funden. Mitten durch dieſe Kugel gehet naͤmlich ein Riß, und ſelbiger bildet in der Glasmaſſe die beiden Flaͤchen, ——— —— 2— ———————·——— ————yy.,—— —y—.——-—————y —-——— uͤber die Farben des Lichts. 109 beia Flaͤchen, zwiſchen welchen ſich eben dieſer glaͤnzende 2 bi Farbenwechſel zeigt. mit, wel⸗ tn Ae Alle dieſe ſarbigen Ringe und Streifen der duͤn⸗ 3 8- nen Koͤrper erſcheinen uͤberdieſes ungemein vervielfaͤl⸗ um nan tiget, wenn man ſie durch ein Priſma betrachtet, wie dr iden Newton ſelbſt auch ſchon bemerkt hat. Naͤmlich wenn die be man die gedachten dicken Planglaͤſer abgewiſcht, und ſtürſe nur ſanft auf einander gelegt hat, ſo, daß dem bloßen e Jabe Auge noch keine farbigen Ringe zwiſchen ihnen erſchei⸗ nct uſß nen: ſo zeigt ein vorgehaltenes Priſma ſchon eine eiſcywir große Menge farbiger Halbringe, welche bei aufwaͤrts vernuth⸗ gekehrtem brechenden Winkel die hintere Haͤlfte der 6 auf de Glaͤſer Tab. IV, Fig. 9, bei abwaͤrts gekehrtem brechen⸗ ung nich den Winkel hingegen die vordere Haͤlfte, Fig. 10, ein⸗ hen kann nehmen. Druͤkt man ſodann die Glaͤſer ein wenig zu⸗ ſio der ſammen, bis die farbigen Ringe auch dem bloßen Au⸗ eic zer⸗ ge ſichtbar werden: ſo erſcheinen die Halbringe, durchs Priſma betrachtet, breiter und ſchaͤrfer, und lebhafter, als vorher. Das naͤmliche erfolgt auch zwiſchen den eſt abg erwaͤhnten Taͤfelchen von gemeinem Spiegelglas, nur wie auch daß da keine Ringe, ſondern an deren Statt bei dem d llhe ſanfteſten Drucke faſt unzaͤhlich viel feine farbige Wellen e, ſogt erſcheinen, deren Hauptſchattirung ſchwarz und weiß iſt. ber ol Aber durch ſtaͤrkern Druck werden ſie gleichfalls breiter en Kuut und buntfarbiger, wobei ſie zugleich eine mehr unordent⸗ vnleuokr liche und verzerrete Lage unter einander annehmen. hrichge— amüt an An den Seifen und Glas⸗Blaſen nimt man zwar di bidn durchs Priſma ebenfalls mehr farbige Ringe und Strei⸗ Jach, ſen ——yü r A— 3— ———ZBQQ————.„ 110 Verſuche und Beobachtungen fen wahr, als mit bloßen Augen: aber ſo ſehr vermeh⸗ ret ſich ihre Menge doch nicht, wie zwiſchen Objektiv⸗ glaͤſern und ebenen Spiegeltaͤfelchen, weil an gedachten Blaſen bloß die gelben und hochblauen Streifen weiter zerlegt, oder je in drei andere Streifen verwandelt werden: die gelben naͤmlich in rothe, gelbe und gruͤne, die hochblauen in gruͤne, hochblaue und veilchen⸗ blaue. Hier liegt alſo die Alrſache der Vermehrung bloß darin, daß die gelben und hochblauen Lichter nicht einfach, ſondern je aus zwei andern einfachen zuſam— men geſezt ſind. Was nun bei allen dieſen ſonderbaren Erſcheinun⸗ gen diejenige Urſache betrift, vermoͤge welcher die Stel— len, die beim Daraufſehen ſchwarz erſcheinen, beim Hindurchſehen ſich weiß zeigen, und umgekehrt; oder warum die veilchenblauen Stellen von der hintern Seite betrachtet, gelb, die hochblauen roth, die gruͤnen pur⸗ purfaͤrbig, die gelben veilchenblau, die rothen hoch⸗ blau, die meergruͤnen karmeſinroth, erſcheinen: ſo iſt ſelbige aus den weiter oben bewieſenen Saͤtzen von den drei einfachen Grundfarben ſehr leicht aufzufinden. Wo naͤmlich bloß die veilchenblauen Theile des ein⸗ fallenden Lichtes reflektirt werden, da gehen die uͤbri⸗ gen, oder die gruͤnen und rothen, hindurch, welche zuſammen gelbes Licht geben. Wo aber die veilchen⸗ blauen und gruͤnen Theile, welche hochblaues Licht ge⸗ ben, zuruͤcke kehren, da koͤnnen freilich nur noch die uͤbrigen, oder die rothen hindurch fahren. Kehren ferner —O—0— ——L,'——————, uͤber die Farben des Lichts. 111 unnih ferner in einer Stelle nur die gruͤnen allein zuruͤk: ſo dhſi fahren in ſelbiger die rothen und veilchenblauen hin⸗ oärcie durch, welche zuſammen die purpurfarbige Miſchung anwitr ausmachen. Fahren endlich irgendwo die rothen und uundel ein Theil der veilchenblauen hindurch: ſo müͤſſen die d gine gruͤnen ſowohl als der uͤbrige Theil der veilchenblauen veiche zuruͤcke bleiben, oder zuruͤcke kehren, und ſo weiter. mehrung ternih— Daß es aber mit angefuͤhrten Erſcheinungen wirk⸗ iſen ſich ſeine Richtigkeit habe, davon brauchen ſich meine Leſer nicht ein mal durch eigene Verſuche zu uͤberzeugen, und noch viel weniger duͤrfen ſie mir dieſes aufs Wort ſcheinn⸗ glauben, ſondern ſelbſt Newton und Muſſchenbroek ie Eul⸗ buͤrgen ſchon dafuͤr. , beim rt oder Opt. Lib. II, Part. I, Obſervat. 9, hat ſich New⸗ Seite ton hieruͤber folgendergeſtallt geaͤußert: en pur⸗ ru„Als ich die farbigen Ringe, welche zwiſchen den : ſoiſ beiden Objektivglaͤſern vermittelſt hindurchgefahrner von den Stralen gebildet wurden, mit jenen, welche von reflek⸗ tirtem Lichte hervorgebracht waren, gehoͤrig verglich: da bemerkte ich, daß die weißen Stellen den ſchwarzen, die rothen den hochblauen, die gelben den veilchen⸗ n. des iin 1— ſe u blauen, die grͤnen den purpurfarbigen entſprachen, vice oder deutlicher, daß diejenigen Stellen des Glaſes, wel⸗ veilcen⸗ che beim Daraufſehen weiß oder hochblau, oder gelb 5 trg erſchienen, beim Hindurchſehen ſich ſchwarz„ oder roth, nch oder veilchenblau zeigten, und ſo weiter.“ Kehren Und fenet 112 Verſuche und Beobachtungen Und Opt. Lib. II, Part. I, Obſerv. 20, ſpricht er ferner: „Wie ſich die Farben in der neunten Obſervation zwiſchen den Objektivglaͤſern beim Daraufſehen und Hindurchſehen veraͤndert zeigten: eben ſo veraͤndert zeig— ten ſie ſich auch an den Seifenblaſen, je nachdem ich ſie bald vermittelſt reflektirsen, bald vermittelſt hin⸗ durchgefahrnen Lichtes betrachtete. Wenn zum Bei⸗ ſpiele das reflektirte Wolkenlicht einen rothen Ring am groͤßten Umfange der Seifenblaſe meinen Augen zeig— te: ſo erſchien derſelbe Ring ſofort hochblau, wenn ich durch die Blaſe gegen die Wolken hindurch ſah, und ſo ferner. Dieſen beſtaͤndigen Unterſchied hat, wie ſchon ge— ſagt, auch Muſſchenbroek wahrgenommen, und in ſeiner Introduct. ad Philoſ. Natural. ausfuͤhrlich be⸗ ſchrieben, daher die Sache ſelbſt gewiß nicht gelaͤug— net, aber auch aus der ſiebenfarbigen Hypotheſe, wie mich deuchtet, eben ſo wenig erklaͤret werden kann, als dieſelbe aus den obigen Saͤtzen von den drei ein⸗ fachen Lichtfarben ganz natuͤrlich und nothwendig folgt. Da ich nun bisher keine anderen Saͤtze vorgetra⸗ gen habe, als nur ſolche, die aus Verſuchen und Beobachtungen unmittelbar fließen, folglich keine Hypotheſen, keine bloßen Vermuthungen, keine in⸗ dividuellen Meinungen ſind: ſo will ich auch jezt am Ende dieſes Aufſatzes dieſe Regel beobachten, und alſo nicht unterſuchen, warum die duͤnnen Koͤrper und koͤrperlichen ————————— en uͤber die Farben des Lichts. 113 ſih e korperlichen Raͤume das Licht auf eine ſo ſonderbare und vielfaͤltige Weiſe zerlegen. So viel iſt freilich wohl gewiß, daß die gedachten duͤnnen Koͤrper und Raͤu⸗ dſerni ich di ini extin me nicht allenthalben gleich dicke, ſondern an eini⸗ 3 gen Stellen mehr an den uͤbrigen minder duͤnne nhnn ſind, wie auch, daß die minder brechbaren Farben des Lichtes mehr Kraft beſitzen, als die mehr brech⸗ uii baren. Und hieraus wuͤrde folgen, daß die duͤn⸗ lü 3 nern Stellen, wegen der ſtaͤrkern Wirkung der wech⸗ Nngan ſelſeitigen anziehenden Kraft ihrer Oberflaͤchen al⸗ ügen zi lerdings ganz andere Farben hindurch laſſen und zu⸗ a, m ruͤcke werfen muͤßten, als die minder duͤnnen. Al— duth ſc lein hieraus wuͤrde doch noch nicht erhellen, warum auf einer und eben derſelben Stelle die naͤmliche Far⸗ be, zum Beiſpiele die karmeſinrothe, etliche mal ſhenge mit jener meergruͤnen abwechſelt, wenn man die än 1p Stelle immer mehr und mehr zuſammen preßt, ſolg⸗ rlch be⸗ lich immer duͤnner macht. Auch wuͤrde daraus noch nicht gllug hervorgehen, warum ſich dieſer Farbenwechſel auf Ri, wi die naͤmliche Weiſe bloß durch die verſchiedene Nei⸗ 3 kam, gung des einfallenden Lichtes darſtellet, ohne daß man drei ein d die Glaͤſer mehr oder minder zuſammen zu preſſen, ig ſogr oder uͤberhaupt einen duͤnnen Koͤrper noch duͤnner zu machen noͤthig hat. Man koͤnnte zwar dazu noch 8 annehmen, daß der Wechſel ein Naturgeſetz wä⸗ ich in re, dem auch ſogar das Licht gehorchen mit te, und nun hieraus dieſes Phaͤnomen erklaͤren. Allein ii k dieß waͤre doch eine offenbare Hypotheſe, durch wel⸗ h ſ u che wir nicht ein mal mehr erfahren koͤnnten, als bhe wir vorher wußten, weil wir dann doch die Urſa⸗ 0 örgelicen che 2— ☛* ————y—Eüg éä-⸗·»·- 114 Verſuche und Beobachtungen ꝛc. che dieſes Geſetzes nicht begreifen wuͤrden. Wuͤß⸗ te man im uͤbrigen, auf welche Weiſe oder aus wel⸗ cher Urſache das Licht bei der Beugung deſſelben die bekannten farbigen Leiſten bildet: ſo wuͤrde man zweifelsohne auch der Urſache des obigen Farben⸗ wechſels auf die Spuhr kommen; denn beide Phaͤ⸗ nomene werden ohnſtreitig von einerlei Kraͤften und auf eine aͤhnliche Weiſe hervorgebracht. ——- —— — nan 4 J. 1 —————- 8 2 4 E 8„ *——— 4 1— 1,— 5„. 8— 4— —* 5 4 1. 1 — —. 2 ⸗* 8— „„ . 4* 8 ¼ 1 — —— 8 4 8 3 1 . * 4— ne 5 ₰₰ℳ 70 4 * .— 3 1 . 4 — 8 1AesAéneJen IIen I In Mnanenes’onge oſour& Grey Sontrol Shart 33sG Blue Cyan Green Vellow Heod Magenta Grey2 Grey 3 Grey 4 Glack V Adrualalria W V 1I Wn g hangi Oem 1 2 3 4 Colſour& Grey Control Chart Blue CQyan Green Vellow Hod Magenta Wnhite— Grey ¹ 2 Grey 2 Grey 3— CGrey 4— Black