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Derienige, welcher einen Waſſerbau zu beſchreiben unternehmen will, ollte die Theorie davon und die Anlagen jelbſt genaun kennen, oder daran gearbeitet haben, und die Gabe beſitzen, ſie de⸗ nen, die ſie nicht kennen, noch zu ſehen Gelegenheit haben, deut⸗ lich und augenſcheinlich darzuſtellen. Dieſe Eigenſchatten werden ſich ſelten beyſammen finden, und wenn ſie auch jemand hat, ſo hindern ihn oͤrters Geſchaͤfte, oder er hat den nur zu gemeinen Ei⸗ genſinn, andern nichts mittheilen zu wollen, und ihnen dadurch das nicht zu erleichtern, was ihm ſelbſt Muͤye gemacht hat; oder er hat das Vorurtheil, daß er entbehrlicher werde, wenn er die Sa⸗ che ſeiner Wiſſenſchaft und Kunſt bekannt machte, oder er vefuͤrch⸗ tet ſich zu ſchaden und andere zu beleidigen, wenn er das Werk ſeiner Haͤnde zu aufrichtig, und mit allen ſeinen Fehlern beſchrei⸗ ben wollte. Wahrſcheinlich ſind dieſes die Urſachen, warum wir von den wirklich ſchoͤnen, großen und nuͤtzlichen Anlagen, welche unſer Va⸗ terland aufzuweiſen hat, gar keine Nachrichten haben, und die auch mich haͤtten abhalten ſollen, ſolche von der Verwallung und Urbar⸗ machung der Warihebruͤcher zu liefern, da ich keine theoretiſche Kenntniß vom Waſſerbau habe und es mir genug bewuſt bin, daß ich, fuͤr einen Waſſerbauverſtaͤndigen, nicht ausfuͤhrlich und yſte⸗ matiſch, und fuͤr einen vaterlaͤndiſchen Statiſtiker nicht deutlich und unterhaltend ſchreiben werde. Allein, da ich ſeit 14 Jahren die wirthſchaftliche Einrichtung des groͤßten und beſten Theils des Bruchs beſorgt habe, und von den mehreſten Vorfaͤllen Augenzeuge geweſen bin, ſo habe ich mich uͤber jene Bedenklichkeiten hinweg geſetzt, und nicht nur das ganze Unternehmen erzaͤhlet, ſondern 1 meine Bemerkungen mitge⸗ (2 theilet, —%—— ͦ—— — 8 — 4 6 1 4 7. 5 1 1 8 43 1 — — theilet, was fuͤr Fehler dabey mit untergelaufen ſind, und wie ſol⸗ che verbeſſert werden koͤnnten. Durch dieſe Bemerkungen werde ich freylich am meiſten anſtoßen. Ich konnte ſie aber nicht unter⸗ druͤcken, wenn ich anders meine einzige und wahre Abſicht und innigen Wunſch zu erreichen hoffen wollte, daß dadurch einige Auf⸗ merkſamkeit auf die nothwendige und moͤgliche Verbeſſerung des Werks erregt werden moͤgte. Schmeicheley und Lob wuͤrde dieſe ganz vereitelt haben, und wenn ich einen Vorwurf hoͤren ſoll, will 1 duner lieber ein unbilliger Tadler, als ein niedriger Schmeichler eiſſen. Ich hoffe aber keinen von beyden zu verdienen, beſonders da viele Fehler, die ich geruͤget habe, auch mich ſelbſt treffen, und weit weniger entſtanden ſeyn wuͤrden, wenn ſie nicht durch Zu⸗ faͤlle veranlaßt worden waͤren, oder wenn ſich vorher jemand die Muͤhe genommen haͤtte, die Anlagen der Havel⸗der Oder⸗ und Netzbruͤcher auf aͤhnliche Art zu beſchreiben. Das ganze Geſchaͤft dieſer Urbarmachung iſt ſo weitlaͤuftig und verworren geweſen, und zum Theil mit ſo vieler geheimnisvol⸗ len Zuruͤckhaltung betrieben worden, daß bey Entwickelung deſſel⸗ ben manche Unrichtigkeit ſich eingeſchlichen haben kann, ohnerachtet ich bemuͤhet geweſen bin, vollſtaͤndige Nachrichten zu ſammeln, und ſie ganz treu und unpartheyiſch, ſo gut ſie mir bekannt geworden ſind, zu liefern. Eine jede Berichtigung derſelben muͤſte daher um ſo willkommener ſeyn, da ſie wenigſtens das beytragen wuͤrde, daß bey andern aͤhnlichen Unternehmungen nicht von neuem ganz glei⸗ che Fehler gemacht wurden. 8. Meine groͤßte Freude wird ſeyn, wenn ich dereinſt noch anzei⸗ gen kann, daß die Warthebruͤcher in den folgenden Jahren, auf die vorgeſchlagene oder eine andre aͤhnliche Art verbeſſert worden, und in ſicherer Ruhe von ſittſamen, redlichen, fleißigen und gluͤckli⸗⸗ chen Menſchen bewohnet werden. ——— —— Inhalt nhalt Der Beſchreibung der Warthe⸗Bruͤcher. 11. Beſchreibung des Warthe⸗Strohms 2. Lage der Warthe⸗Bruͤcher 3. Beſchaffenheit der Warthe⸗Bruͤcher 4. Ob ſolche vor Zeiten urbar geweſen 5. Einfluß der Oder⸗Verwallung auf die Warthe⸗Bruͤcher 6. Waͤs ſchon unter der Regierung des Koͤnigs Friedrich Wilhelm in den Warthebruͤchern geſchehen 7. Die Vermeſſung der Warthe⸗Bruͤcher 2. General⸗Charte und Entwuͤrfe des Obriſten von Petri 9. Der Plan wird genehmiget, und 350tauſend Rthlr. zur Inafszenns bewilliget 10. Eigenſchaften der Verwallungs⸗Commiſſarien 11. Jnhalt des Petriſchen Verwallungs⸗Plans 12. Dieſer Plan wird nicht befolgt 13. Anfang der Verwallungsarbeit in den obern Warthe⸗Bruͤchern bei Borkow 14. Kanal und Wall bei Landsberg 15. Bruͤkke uͤber den Kanal! 16. Verwallung beim Fichtwerder und bei Loppow und Gennin 17. Conferenz wegen der Verwallung von Wepritz ab, an der Clemente 18. Verwallung bei Wepritz 19. Verwallung des Eulenſchen Bruchs A 3 ——ͤ—————,,,, eͤN& 2 O 10 20. Cou⸗ ————— Seite 20. Coupirung der Clemente 10 21. Schleuſe bei Wepritz in Stebben und bei Albrechtsbruch 10 22. Verwallung oberhalb dem Fichtwerder und bei Koͤlſchen 11 23. Inwendige Abzugs⸗Graben und Kanaͤle 11 24. Schaͤdlichkeit der Parallel⸗Graben 12 25. Unzulaͤnglichkeit der Graben 12 26. Urbarmachung und Einleitung der obern Warthe⸗Bruͤcher 12 27. Wie es damit haͤtte gehalten werden ſollen 1² 28. Naſſe Jahre von 1770 und 1771 13 29. Anlagen von Vorwerkern und ſogenanten Entrepriſen im Obern⸗Bruch 13 1 30. Verwallung der unrern Bruͤcher 14 31. Wal bei Albrechts⸗Bruch 15 8 32. Wall bis am Sonnenburger Werder 15 33. Die Koupirung des Woxes wird noch unterlaſſen 15 34. Waſſerſchaͤden von 1775 b 15 35. Veraͤnderung mit der Verwallungscommiſſion 16 36. Projekt v. Verlaͤngerung der Waͤlle bis zum Warniker Werder u. aterhalozeriehaoin 6 37. Das Projekt wird unterſucht und genehmiget 16 4 38. Anfang der Ausfuͤhrung deſſelben 17 39. Verwallung unterhalb dem Fichtwerder 17 40. Kanal⸗Arbeit 18 41. Unterſuchung gegen die Verwallungs⸗Bediente und Annahme neuer Bebienten 18 3 42. Waſſerſchaͤden von 1780 18 43. Verwallung unterhalb dem Sonnenburger Werder 18 44. Weitere Kanal⸗Arbeit 19 45. Verwallung auf dem Tamſelſchen 19 5 46. Coupirung der ſchnellen Warthe.. 19 47. Coupirung des Woxes 28 1 48. Unterhalb Priebrow ſind keine Anlagen zrjestat und auch dergleichen nicht ausgefuͤhrt 1 2 49. Die —— —— —— 49 50. 51. 52 53 54 55 56. 57. 58. 59. 60. 61. 62. 63. 64. 65. 66. 67. 68. . . . 69. 70. 71. 72. 73. 74. 75 . Seite Die Vorſtellungen bey dem Koͤnige wegen dieſem Fehler ſind fruchtlos geweſen 2 1 Schaden welcher daraus entſtehet 21 Wie man ſolchem etwas abzuhelfen geſucht hat. 22 Urbarmachung der untern Warthe 23 Pyraͤhnſche Graben und Maſſows⸗Kanal 23 Unzulaͤnglichkeit derſelben 23 Urbarmachung der Ordens⸗Bruͤcher 1 24 Heinrichs⸗Kanal 24 Ledlings⸗Kanal und Interims⸗Wall am Woy 24 Colonien im Ordens⸗Bruch 2 5½ Einrichtung der alten Doͤrfer 25 Vorwerker in Erbzins 26 Amts⸗Vorwerker 4 26 Ordens⸗Colonien jenſeit des Friedrichs⸗Kanals 26 Ob das Werk dem Staate fuͤr alle verwandte Koſten Nutzen bringe 27 Was es den Intereſſenten koſte 27 Ob das Werk beſtehen werde 28 Ob es beſſer ſey, Stroͤhme zu verwallen, oder durch Kanaͤle abzuleiten? 28 Warum der Staat zu Erhaltung des Werks beyzutragen verbunden iſt? 3½ Beſchwerde der Intereſſenten wegen der Wall⸗Unterhaltung, und was ſie ſchon dazu verwandt haben 31 Wie dem Staate und den Intereſſenten die Erhaltung des Werks erleichtert und dieſes verbeſſert werden koͤnne 32 Kanal bey Calenzig in der Oder anzufertigen, desgleichen bey Schauenburg 32 Kanaͤle zwiſchen der Veſtung und der kurzen Vorſtadt bey Cuͤſtrin 33 Dieſe Verbeſſerungen ſind leicht auszufuͤhren. 33 Vorfluth fuͤr das Binnenwaſſer zu verſchaffen. 34 Waͤlle oberhalb Koͤlſchen zu verbeſſern 34 Waͤlle beym Schlangen⸗Werder zu verbeſſern. desgleichen beym Wox und Buchwerder und eine Schleuſe bey der Gatzke anzulegen 35⸗ 76. Ein —— 7—*— 5——— —————y.é—————.————— Seite 76. Einrichtung der alten Doͤrfer zu verbeſſern und beren Grundſtuͤcke ohne Wi⸗ derſpruch einzutheilen G 36 77. Naͤhere Vorſchlaͤge zur Verbeſſerung der Doͤrfer 36 78. Ob Anſchlaͤge von alle den vorgeſchlagenen Verbeſſerungen moͤglich und ſchicklich 37 79. Der Koͤnig Friedrich Wilhelm hat ſolche bey Koͤnigshorſt und den Havelbruͤ⸗ chern nicht erfordert 37 80. Wie derſelbe dabey verfahren laſen. 37 81. Ob nach deſſen Beyſpiel im Warthebruch zu verfahren 38 82. Was fuͤr eine Beſtimmung der Koſten moͤglich iſt 3% 83. Woher die Gelder zu den nothwendigen Verbeſſerungen zu nehmen, 38 84. Nach geſchehener Verbeſſerung ſtrenge Ordnung einzufuͤhren. 39 85. Waͤlle durch Geldbeytraͤge zu unterhalten 39 86. Vortheile welche daraus entſtehen 39 87. Teich⸗ Ufer⸗ und Graben⸗Ordnung einzufuͤhren 40 88. Teich⸗Caſſe zu errichten, und ihr einen eiſernen Beſtand anzuweiſen 40 89. Kirchen und Schulanſtalten einzurichten 42 Inhalt der Beylagen. 1. Nachweiſung der ſaͤmmtlichen Waͤlle an der Warthe 2. Nachweiſung der vom Koͤnige accordirten Gelder 3. Nachweiſung der alten Doͤrfer und neuen Colonien auf der rechten Seite der Warthe 4. Nachweiſung der alten Doͤrfer und neuen Colonien auf der linken Seite der Warthe 5. Nachweiſung der noch kheils uneingetheilten, theils der Ueberſchwemmung ausgeſetzten Grundſtuͤcke 6. Fortſetzung der Nachrichten von 1786 7. General⸗Charte vom ganzen Warthebruch Unter * 9 —— ꝛm——»»ßßh)„)aäöaöaö————————eeeeee‚——ſſe Uneet den vielen Verbeſſerungen des Landes, welche Koͤnig Friedrich der zweyte hat vornehmen laſſen, iſt die Verwallung und Urbarmachung der Warthebruͤ⸗ cher, in Abſicht ihres Umfanges und ihrer Folgen, gewiß eine der wichtigſten. Der Wartheſtrom entſpringt in Pohlen an der Oberſchleſiſchen Grenze, be⸗ Beſchreibung ruͤhrt Poſen und Schwerin in Pohlen, kommt oberhalb dem Dorfe Borkow in daede die Neumark, nimmt noch die, mit der Drage vereinigte, Nezze, bei Zantoch auf, gehet bei Landsberg vorbei, und faͤllt, dicht an der Veſtung Cuͤſtrin, in die Oder. Der Strom iſt an ſich ſchon immer, wenigſtens bis Poſen, ſchifbar geweſen; aber ſeit dem Jahre 1772, da die Nezze mit der Brahe und Weichſel durch einen Kanal verbunden worden, noch merkwuͤrdiger, weil nunmehro die Schiffarth aus einem noch groͤßeren Phni von Pohlen und Weſtpreuſſen dazu gekommen iſt. Er vertheilte ſich ſonſt, von der Pohlniſchen Grenze ab, in faſt unzaͤhlige beſondere Ausfluͤſſe, worunter die ſtaͤrkſten die Clemente, der Ledling, der Woy und die Mehlke waren. Mit dieſen ganz unregelmaͤßigen Ausfluͤſſen vereinigten ſich ſehr viele kleine von der Hoͤhe herabkommende Fluͤſſe und Baͤche, als das Alt⸗ ſorgenſche, Hammerſche und Raudenſche Fließ, der Poſtum und das Maus/ aage der War⸗ kower Iließ und die Lenze auf der linken, ſo wie das Genninſche und Viezer thebruͤcher. Muͤhlenfließ auf der rechten Seite; und dieſe verurſachten durch den beſtaͤndigen Zufluß von Waſſer, welches nicht weiter abgefuͤhrt wurde ſondern in der niedrig⸗ ſten Gegend ſtehen blieb, die unzugaͤnglichen Bruͤcher zu beiden Seiten des Hauptſtroms, welche von der Pohlniſchen Grenze ab bis nach Cuͤſtrin, in der Laͤnge 8 Meilen betragen, und zum Landsberg⸗ und Sternbergſchen Kreiſe, beſon⸗ ders zu den Koͤniglichen Aemtern Himmelſtaͤdt und Quartſchen, zur Stadt Landsberg, zum Herrenmeiſterthum des Johanniter⸗Ordens, verſchiedenen ade⸗ A lichen 2 lichen, beſonders den von Waldowſchen und von Wreichſchen Familien, und endlich zum Kietz in Cuͤſtrin gehoͤren. Sie trennten, als eine faſt ganz unbekannte Wuͤſte, die eigentliche Neu⸗ mark von dem Sternbergiſchen Kreiſe, welcher ſchon ſeit undenklichen Jahren mit dazu gerechnet wird, in der aͤlteren Geſchichte aber das Laͤndchen Sternberg ge⸗ nannt, und in der gemeinen Sprache, ſpottweiſe, mit dem Namen das blaue Laͤndchen belegt worden iſt, wahrſcheinlich weil von der Neumaͤrkſchen Seite die hohen Waͤlder in ihrem blauen Schein ſich darſtellen und die uͤbrigen guten und fruchtbaren Gegenden des ganzen Kreiſes verdecken. Beſchaffen⸗ Zu einer ſo weiten Ebene als dieſe Bruͤcher, war kein anderer Zugang als hit dehen durch Stroͤme, deren krumme Gaͤnge jeden Weg zum Labyrinth machten, und Dein jeder, der ſich haͤtte dahin wagen wollen, waͤre eben ſo als in einen der unbe⸗ kannteſten Theile der Welt verſetzt geweſen, da die hohen Gebuͤſche von Elſen, Werft und Rohr auch nicht die geringſte Ausſicht verſtatteten. Es waren darauf einige an der Hoͤhe belegene Doͤrfer mit ihrer Fiſcherei und Huͤtung angewieſen, und deren Herrſchaften hatten das Recht zur Holzung, Jagd, Roͤhrung und Graͤſerei. Allein, alle dieſe Produkte der Natur wurden nicht viel beſſer als von jedem wilden Volke genutzt, beſonders ſo lange ſie noch in der ganzen Provinz im Ueberfluß waren. Die ganze Gegend blieb alſo lange Zeit ein Aufenthalt von wilden Thieren, Woͤlfen, nicht ſelten Baͤren, Ottern und anderm Ungeziefer aller Art. Ob ſolche vor Es giebt keine Spuren, daß ſie jemals ganz angebaut geweſen ſeyn ſollte. Zeiten urbar Nur hin und wieder ſind ſogenannte Borgwaͤlle, welches wohl einen Wall um eheie ſeyn eine Burg bedeuten ſoll, und mitten im Ordensbruche, in zweien, wahrſcheinlich durch die Kunſt gemachten Huͤgeln, ſind ſchlechte wendiſche Begraͤbniß⸗Urnen, alte Degen⸗Gefaͤße und kleine bekannte Silbermuͤnzen, aus den Zeiten der Otto⸗ nen gefunden worden. Dieſes beweiſet aber noch nicht, daß die Bruͤcher ganz urbar, ſondern nur, daß ſie ſonſt trockener und zugaͤnglicher geweſen ſind, wel⸗ ches auch mehr als wahrſcheinlich und begreiflich iſt, da dem Waſſer durch — 6 menſch⸗ —O—⏑O⏑—˖—————————OQOQñO—:OUO —————. 3 menſchliche Kunſt niemals Widerſtand geleiſtet worden, und der Hauptſtrom, nachdem er einen natuͤrlichen Widerſtand durch verfallene Gebuͤſche oder Eis⸗ ſtopfungen gefunden, ſich bald auf dieſe bald auf jene Seite, bald nach der Cle⸗ mente, bald nach dem Woy oder Ledling gezogen hat, daher auch dieſe Stroͤme noch an vielen Stellen mit dem Namen der alten Warthe belegt werden. Die Fiſcher ſelbſt haben, um ihrer Fiſchwaͤſſer willen, Wehre und Graben gemacht, und auf dieſe Art die wilden Stroͤme vermehrt, und den Boden ver⸗ mindert. Die nachtheiligſte Wuͤrkung aber hat unfehlbar die Urbarmachung Linguß dar und Verwallung der Oderbruͤcher auf die Warthebruͤcher gehabt. Denn vorher Oder Verwal⸗ ging die Oder mehr als eine halbe Meile weiter auf der kurmaͤrkſchen Seite, und luns auf die konnte die weitlaͤuftigen Bruͤcher uͤberſchwemmen; nach der Verwallung hinge⸗ en ſehit gen iſt ſie in eine Enge von noch nicht 50 Ruthen, dicht an die Veſtung Cuͤſtrin, mithin auch grade bey dem Einfluß der Warthe eingeſchraͤnkt worden. hierdurch iſt die Warthe ganz ſichtlich zuruͤck gedraͤngt worden, und wenn man die nachherige Verſandung der Oder dazu nimmt, kann man ſicher rechnen, daß, nach der Oder⸗Verwallung und jetzt, das Waſſer in der Warthe allerwenigſtens um 2 Fuß hoͤher ſtehet, als es vor 100 Jahren geſtanden hat. Wenn nun eine an ſich niedrige Gegend, einen beſtaͤndigen ſo viel hoͤhern Waſſerſtand leiden muß; ſo faͤllt es in die Sinne, daß dadurch mehr Seen und Moraͤſte haben entſtehen muͤſſen. Dieſes ſind unvermeidliche nachtheilige Folgen von einem eben ſo groſſen Unternehmen, als die Urbarmachung der Oderbruͤcher war, und man muß dieſen weſentlichen Fehler mit der Eingeſchraͤnktheit menſch⸗ lichen Vorausſehens und damit entſchuldigen, daß den Maͤnnen, denen jenes Geſchaͤfte aufgetragen war, nicht zugleich die Sorge fuͤr eine ihnen ganz unbe⸗ kannte Gegend oblag. 3 Indeſſen laͤßt ſich auch nicht behaupten, daß die Warthebruͤcher bis auf Wasſchon un⸗ — 30 4, ter der Regi e⸗ unſere Zeiten ſo ganz vernachlaͤßiget worden waͤren. Die nothwendige Verbeſ⸗ nns dasedinh ſerung derſelben war dem ſcharfen Blick des großen Koͤniges Friedrich Wil⸗ Wilhelme in helms nicht ganz entgangen, der durch Landeskultur und Staatsoͤkonomie ſeine aiphenn ge⸗ Laͤnder begluͤckte. A 2 Er ————-————y————— — 4——— 2 Er hatte in den Jahren 17 ½ ſchon verſchiedene Entwuͤrfe davon machen laſſen, und es wurden einige Colonien unter den Koͤniglichen Aemtern, und auch unter dem Oeden angelegt. Merkwuͤrdig iſts, daß Er, als ein Liebhaber der Jagd, doch zum Beſten des Landes, dieſe Leidenſchaft unterdruͤckte, und den Widerſpruch der Forſtbedienten gegen ſolche Anlage kurz damit abfertigte, beſſer Menſchen als Schweine.“ 8 Allein es blieb zu damaliger Zeit bei dieſen geringen Anlagen, die noch jaͤhr⸗ lich dem Waſſer ausgeſetzt waren, und der Entwurf von der ganzen Urbarma⸗ chung wurde mit der Bemerkung ‚fuͤr meinen Sohn Friedrich“ zuruͤck gelegt. Ohnerachtet ſo viele kriegeriſche Auftritte die Regierung dieſes letztern merk⸗ wuͤrdig machen, ſo hat Er dennoch die Vorſchriften und Grundſaͤtze ſeines VWa⸗ ters befolgt, und immer an Verbeſſerungen ſeiner Laͤnder gedacht, wenn Ihm das Gluͤck ſeiner Waffen Frieden verſchaft hatte. Er ließ 1244 bis 1757 zwey große Kanaͤle, einen zur naͤheren Verbindung der Elbe mit der Havel, den andern zur Verbindung der Oder und Havel, gra⸗ ben, und den Nieder⸗Oderbruch verwallen und urbar machen. Nach Beendigung dieſer, auf den Mittepunkt des Landes naͤher Bezug habenden, Verbeſſerungen, und eines verheerenden Krieges, und nach Wieder⸗ herſtellung alles Schadens, welchen beſonders die Neumark durch den letztern erlitten hatte, wurden zuerſt die Netzbruͤcher urbar gemacht, und endlich der Entwurf zur Verwallung des Wartheſtroms von neuem zur Hand genommen. Vermeſſung Der Koͤnig trug dem Obriſten von Petri die Unterſuchung deſſelben im Ween Jahr 1765 auf. Dieſer hatte ſchon bey Urbarmachung des obern Oderbruchs iin Arbeit geſtanden, nachher die ganze Urbarmachung des Nieder⸗Oderbruchs zu Stande gebracht, ſelbſt im Warthebruch die erſten Anlagen vermeſſen, und ſich ſo gruͤndlich von dem Waſſerbau in den Niederlanden unterrichtet, daß er wieder der Lehrer der meiſten Waſſerbauverſtaͤndigen hieſiger Gegenden geworden war. Er war ein ſehr redlicher gerader Mann, und in ſeinen Verrichtungen ſo puͤnkt⸗ lich, daß er ſeinen Untergebenen, ohne eigene augenſcheinliche Ueberzeugung, ſel⸗ ten traute, welches ihm den unverdienten Vorwurf des Eigenſinnes zuzog, und wahr⸗ 8*. 8„. g 7 L— 2 5—* 1 8 3——— ———ſ—— 1ööää—— *—**————— 5 ———*—————————-—————— * — — — —— 3 G————öIſſſſſ ͤß—·, ——— ñ- õ ꝑ——— 3 wahrſcheinlich bey dieſem Unternehmen den Nachtheil hervorbrachte, daß er nach⸗. her ganz davon ausgeſchloſſen wurde. Nach dieſen Eigenſchaften war er aber gerade der Mann, deſſen Rath nicht haͤtte verachtet werden ſollen, wenn er auch zur Ausfuͤhrung ſelbſt fuͤr zu alt oder zu bedenklich gehalten worden waͤre. So aber wurden nur die ſaͤmmtlichen Warthe⸗Bruͤcher unter ſeiner Anlei⸗ Generalkarte tung vermeſſen, und nachdem er davon eine Generalkarte, die ihm immer noch und Entwürfe Ehre macht, hatte anfertigen laſſen, verzeichnete er auf ſelbiger den ganzen Ent⸗ dn Ahuen wurf zur Verwallung und Ableitung der Warthe, machte darnach die Anſchlaͤ⸗ ge, und ſtattete daruͤber im November 1766 ein ganz ausfuͤhrliches und gruͤndli⸗ ches Gutachten ab, worin er eben ſo maͤnnlich ſeinen Entwurf rechtfertigte, als er zuletzt ganz beſcheiden zugab, daß in Nebenſachen manches zu verbeſſern ſeyn wuͤrde, woruͤber er ſich gern, auch von dem juͤngſten Sachverſtaͤndigen belehren laſſen wollte, und um deswillen eine ſorgfaͤltige Ueberlegung anrieth, welches aber damahls nicht geſtattet, ſondern der Plan dem Koͤnige von dem geheimen Finanzrath von Brenkenhof vorgelegt wurde. Dieſer raſtloſe, lebhafte, thaͤtige Mann, fuͤrchtete wohl nichts mehr, als von ſeinem, von Jugend an gefuͤhrten unruhigen Leben endlich zu ruhigern, ſeinem Geiſte gar nicht angemeſſenen Ge⸗ ſchaͤften gerufen zu werden. Dieſe Furcht, der nicht tadelnswuͤrdige Ehrgeiz große Unternehmungen auszufuͤhren, und auch gewiß die Neigung Gutes zu ſtif⸗ ten, koͤnnen ihn bewogen haben, bey Vorkegung des Entwurfs alle von dem Obriſten von Petri gemachte gegruͤndete Schwierigkeiten zu uͤbergehen, und um den Koͤnig noch leichter zu bewegen, beinahe den vierten Theil von der Anſchlags⸗ Summe abzuſezzen, ja was noch mehr war, von der vorzuſchieſſenden Summe ſogleich von Anfang an die Zinſen zu verſprechen, damit ſelbige zu einem wohlthaͤ⸗ tigen Erziehungs⸗Inſtitut verwandt werden koͤnnten. Dieſes war ein aͤuſſerſt gewagtes Unternehmen; indeß hatte es, wenigſtens DerPlan wird vorerſt, den guten Erfolg, daß der Koͤnig den Entwurf genehmigte, und zu genehmiget, 9. d 350tau deſſen Ausfuhrung Zzotauſend Rchlr. im December 1766 verwilligte, und der end dde e* 2.. 3—] thlr. zur kuͤhne Mann hatte alſo das große Verdienſt die Bahn zu der wichtigen Verbeſſe⸗ Ausfuͤhrung rung zu eroͤfnen.* bewilliget. A 3 Wenn —: G —— — — ☛ — —— — — 8 — 6— * 4 Wenn er mit dieſer Kuͤhnheit und Lebhaftigkeit, womit er jeden Entwurf auszufuͤhren wagte, auch genugſame Kenntniß der Huͤlfsmittel verbunden haͤtte, um die Sache der Kunſt und die Sachverſtaͤndigen ſelbſt zu pruͤfen, ſo wuͤrde er auch in der Ausfuͤhrung gluͤcklicher geweſen ſeyn. Er glaubte, daß er den Waſſerbau verſtaͤnde, weil er im Anhaͤltſchen die Eigenſchaften Elbdaͤmme, die doch damals noch wenig Kunſt in ihrer Anlage verriethen, in da nd Aufſicht gehabt, und daß er neue Wirthſchaften einrichten koͤnnte, weil er meh⸗ larien. rere Jahre mit Gluͤck gewirthſchaftet hatte. Er bauete alles auf Erfahrung und wollte auf mathematiſche Beweiſe nicht achten. Dieſe Worurtheile verblendeten ihn auch bei der Wahl ſeiner Untergebenen. Ein Mann der im Oderbruch erzo⸗ gen und gebohren war, ſolte alles aus Erfahrung wiſſen, und die beſondere Auf⸗ ſicht uͤber die Ausfuͤhrung dieſer kuͤnſtlichen Anlage fuͤhren, ohnerachtet er vom Waſſerbau weder theoretiſche noch practiſche Kenntniſſe hatte; ein anderer, der mehr den Befehlen jener Vorgeſetzten als ſeiner Ueberzeugung und richtigen Grundſaͤtzen folgte, ſollte die Stelle eines Waſſerbauverſtaͤndigen vertreten, und endlich ein Mann, der die vorgeſchriebenen Arbeiten beim Waſſerbau maſchinen⸗ maͤßig verrichtet, und durch genaue Beobachtung ſeines Vortheils ſich uͤber ſeine Kameraden emporgeſchwungen hatte, ſollte die Ausfuͤhrung beſorgen. Es waͤre aber nach der Koͤniglichen Genehmigung und nach aller vorher gegangenen Ver⸗ handlung nun doch darauf gekommen, ob man den Entwurf des Obriſten von Petri ganz, oder zum Theil haͤtte beybehalten, oder ſich eines andern vereinigen wollen. Der Petriſche Plan beſtand kuͤrzlich darin: Inbalt despe⸗ 1. Sollte von Borkow bis Koͤlſchen, von a bis b der beiligenden Charte, ein Canal triſchen Ver⸗ gegraben, und oben mit einer Einlaß⸗ und unten mit einer Auslaßſchleuſe ver⸗ anns ſehen, auch der Kanal nach dem Bruche verwallet werden. 2. Sollte auf eben dieſer Diſtance die Warthe ſelbſt verwallet werden. 3. Sollte von Koͤlſchen bey c bis nach Cuͤſtrin bey d ein gleichmaͤßiger Kanal gefuͤhrt und verwallet werden. 4. Sollte von Wepritz ab bey e bis nach Warnicke bey f ebenfalls ein Kanal gefuͤhrt und bewallet werden. 5. Sollte ———j—'́öͤ——, ————V—B—B—B—B—B—B—B—V—B—L—V—B—V—ꝛ—V—ᷣ—ᷣ—— ᷣ. §. Sollte die Warthe ſelbſt auf eben der Diſtance bewallet werden. und endlich 6. Sollte, zu Verhuͤtung des Ruͤckſtaues der Oder, und zu Verſchaffung der Vor⸗ fluth, der Wall vorlaͤngſt der Oder bis an die Veſtung Cuͤſtrin bey f angeſchloſ⸗ ſen, und 3 Kanaͤle von h bis i gegraben werden. Mit dieſer letzten Arbeit ſollte, nach ſeinem Gutachten, der Anfang gemacht werden, weil es natuͤrlich war, daß alle Kanal⸗- und Grabenarbeiten von unten angefangen werden muͤſ⸗ ſen, um ſich die Vorfluth zu verſchaffen. Es wurde aber das ganze Projekt, ohne daruͤber mit dem ꝛc. von Petri zu Dieſer Plan eonferiren, bey Seite gelegt, und man machte, an deſſen Statt, kein neues din nicht. ho⸗ von der ganzen Verwallung, ſondern, weil man erſt Erfahrung daruͤber von Jahr zu Jahr ſammlen wollte, ſo ſollten die Entwuͤrfe auch nur jaͤhrlich und ſtuͤck⸗ weiſe angefertiget werden. Bey der folgenden Erzaͤhlung wird daher von der ausgefuͤhrten Verwal⸗ lung und Urbarmachung der Bruͤcher kein zuſammenhaͤngender Plan zum Grun⸗ de gelegt, noch angefuͤhrt werden koͤnnen, was darnach haͤtte gemacht werden ſollen, und was wuͤrklich gemacht⸗worden, ſondern es muß die ganze Beſchrei⸗ bung, theils nach der Zeitfolge, theils nach der verſchiedenen Lage der Oerter ein⸗ getheilt werden, ſo daß zuerſt der Zeitraum von 1767 bis 1774, und in ſelbigem die Verwallung der Oberbruͤcher von Borkow bis Koͤlſchen, und von Wepritz bis zum Fichtwerder, und dann von 1775 bis 1785 die Verwallung der Unterbruͤ⸗ cher von obigen Oertern an bis Warnike und Priebrow vorkommt. In der Maaße wurde der Anfang mit aller Lebhaftigkeit in dem Oberbruch Anfang der damit gemacht, daß in dem Jahr 1767 an 1170 Ruthen alter Wall, von ober⸗Verwallunge⸗ halb Borkow bis an die Zantochſche Grenze reparirt, und an 2772 Ruthen neu⸗ nrdenea er Wall bis an den jetzigen Kanal bey Landsberg angefertiget wurde. Dieſe Ar⸗Bruͤchern bey beit war nicht ſchwer, denn es war daſelbſt hohes Terrain, und ſchon ein alter Borkow. Sommerwall; ſie war auch nicht bedenklich, denn der Wall ging nur auf einer Seite der Strohms, und groͤſtentheils ſehr entfernt von demſelben, und dieſe erſte Anlage ——————————————ö——————„ 8———-r— Anlage wich noch nicht von dem Petriſchen Project ab. Allein gleich von hier ab entſtand die erſte Abweichung. Denn als man mit dem letztgedachten Stuͤ⸗ cke Wall fertig war, ſahe man wohl ein, daß es zu gefaͤhrlich ſeyn wuͤrde wenn die Warthe und Netze zuſammen, einzig und allein zwiſchen der Stadt Lands⸗ berg und der Vorſtadt eingeſchraͤnkt werden ſollte, und wollte daher ein Seiten⸗ debouchement verſchaffen. Der ꝛc. von Petri wollte ſolches ſchon von Borkow ab, bis nach Koͤlſchen nehmen. Dagegen hatte man das Vorurtheil, daß der Netze⸗Canal keine Wuͤrkung gethan habe, welches aber offenbar in der ſchlech⸗ ten Arbeit, da das Gefaͤlle vergraben war, lag, und aus dem Grunde ging man davon ab, ob man gleich die alte Schleuſe bei Borkow wieder herſtellte; und wenn die irgend eine Abſicht haben ſollte, auch ein Kanal noͤthig geweſen waͤre. 2 Kanal und Es wurde ſtatt deſſen ein Kanal von oberhalb bis unterhalb Landsberg Wall bey von 1520 Ruthen lang, 6 Ruthen breit, angefertiget. Nicht nur dieſer Kanal Landsbers. ſondern auch die ganze Vorſtadt muſte rund um mit einem Wall verſehen wer⸗ den, daß dieſe in einen Polder zu liegen kam. Auſſerdem wollte man verhuͤten daß nicht die ganze Warthe ſich in den Kanal zoͤge; und zugleich die daran liegen⸗ den Wieſen entwaͤſſern. Zu dem Ende wurden im Kanal 2 Ueberfaͤlle und im Wall nach dem Bruch eine Schleuſe gebauet. 5 Vie Wegen der durch den Kanal abgeſchnittenen Paſſage, muſte daruͤber eine 3i Walha Bruͤcke von 432 Fuß angelegt werden. Schon bei dieſen Anlagen ſcheiterte die bloße Erfahrung ohne Grundſaͤtze und Theorie, und es zeigte ſich, daß man mit Schaden nur ſtuͤckweiſe arbeitete. Denn durch die Ueberfaͤlle und die Schleuſe hat man die Wieſen niemahls entwaͤſſert, noch entwaͤſſern, noch durch die von einem Jahr zum andern weiter gefuͤhrten Waͤlle, und durch den Querwall den Ruͤkſtau verhindern koͤnnen; welches einem jedem, ohne erſt den Waſſerſtand des Winters abzuwarten, nach dem ſimpelſten Nivellement gleich in die Sinne ge⸗ fallen waͤre. So waren aber blos zur Deckung der Vorſtadt an 2480 Ruthen Wall angelegt, wovon ein groſſer Theil als uͤberfluͤßig, ſchon nicht mehr unter⸗ halten — 9 halten wird, und dafuͤr und fuͤr die Ueberfaͤlle, Schleuſen und Bruͦcken haͤtte ſicher der Kanal nach dem Petriſchen Entwurf gemacht werden koͤnnen. Von dieſen Waͤllen und Kanal bei Landsberg ab, ging nun die Warthe in der Mitte, und machte rechts von Wepritz ab, und links nach Eulen zu, gleich groſſe Bruͤcher. Hier war man in voͤlliger Ungewisheit, wozu man eigentlich ſchreiten ſollte. Verwallunz Man blieb alſo dabei ſtehen, und machte indeß einen Sprung von 3 Meilen bis deis haief zum Fichtwerder, unterhalb welchem man wieder einen alten Wall fand Loppow und Dieſer wurde ausgebeſſert, ohnerachtet ſich davon kein Nuzzen abſehen ließ, da Gennin. die Warthe ſo gut hinter als vor demſelben lief, mithin dadurch nichts gedeckt wurde. Auf gleiche Weiſe wurde der alte Sommerwall bey Loppow und Gen⸗ nin behandelt. Jetzt war beides eine bloße Flickarbeit, ohne allen Nutzen und Abſicht. Es kam noch ein Vorſchlag in Bewegung, nehmlich: die Warthe weiter ab⸗ waͤrts vom Fichtwerder in einen Kanal ſo zu leiten, daß dieſer gerade auf die Grenze zwiſchen Pyraͤhne und den Orden gehen ſollte. Die Grenze wurde um deswillen eiligſt feſtgeſetzt und die Linien durchgehauen. Zum Gluͤck unterblieb dieſes mit gewoͤhnlicher Lebhaftigkeit gemachte Projekt, und der Winter machte dem erſten Verwallungsjahre ein Ende. Im Fruͤhjahr 1768 war kein außerordentlich großes Waſſer, aber immer groß genug, daß dadurch die oberen ganz neuen Waͤlle, und die unteren beim Ficht⸗ werder, weiche hinten und vorne dem Waſſer ausgeſetzt waren, ſehr ſtarken Scha⸗ den litten. Dieſe natuͤrlichen Zufaͤlle mogten die Aufmerkſamkeit etwas mehr rege gemacht, und die bange Ungewisheit, wie weiter zu verfahren waͤre, noch ver⸗ groͤßert haben; beſonders da man nun ſchon auf der rechten Seite, den ſtaͤrkſten Ausfluß der Warthe, die Clemente, vor Augen, und von Coupirung derſelben, uͤble Folgen zu befuͤrchten alle Urſach hatte. Daher wurden verſchiedene Waſ⸗ ſer auverſtaͤndige zuſammen berufen, um ihre Meinung und Gutachten uͤber die weuere Verwallung abzugeben. B Es 10 Conferenz we⸗ Es iſt nicht wohl begreiflich, wie bey dieſer Verhandlung, der Petriſche dif nei Entwurf ſo wenig erwehnt und in Betrachtung gezogen worden, als wenn er Weyrit ab an gar nicht vorhanden geweſen waͤre. Im Grunde wurde bei der Gelegenheit der Elemente. nichts erſpriesliches fuͤr das Ganze ausgemacht, ſondern man blieb, ſo viel ſich wenigſtens aus dem Gutachten abnehmen laͤßt, blos bei dem einzelnen Punkt ſte⸗ hen, ob die Warthe oder ob die Clemente zum Hauptſtrom genommen werden ſollte. Verwallung Erſteres wurde beliebt, und dem gemaͤß, wurde nun die Arbeit auf der rechten dey Wepritz. Seite bey Wepritz angefangen. Da war noch hohes Terrain, allein bald kam man in niedriges, wo man abließ, und wieder das hohe auf der linken Seite Verwallung bey Eulen ſuchte. Es wurden dabey verſchiedene Kruͤmmen der Warthe grade ge⸗) Weiehn ſtochen, denen es von unten auf an Vorfluth fehlte, und alſo dadurch das Waſ⸗ ſer von oben immer mehr mach der Arbeit gezogen wurde, welches man durch ſehr koſtbare Verlegungen der Ufer, und durch viele nach vollendeter Arbeit ganz un⸗ nuͤtze Graben, wegzuſchaffen ſuchen muſte. In den folgenden Jahren wurde an verſchiedenen Orten von einer Seite, und von einem Ende zum andern gearbeitet, und da die beynahe ganz Deutſch⸗ land ſehr fatalen feuchten Jahre von 1770 und 1771 hinzu kamen, ſo wurde vie⸗ les von den vorigen Arbeiten beſchaͤdiget, und die weitere Verwallung aͤußerſt erſchweret. E Indeſſen war man doch bis Ao. 1772 ſo ſtuͤckweiſe mit der Verwallung auf Coupirung der rechten Seite bis gegen den Fichtwerder, und auf der linken Seite bis gegen er Clemente. Koͤlſchen gelanget. Nun kam es auf Koupirung des erwehnten obern ſtarken Ausfluſſes der Warthe, die Clemente genannt, an. Dieſe wurde wuͤrklich, im Herbſt dieſes Jahres, oberhalb, vorgenommen Man hatte hierbei wohl den Nach⸗ theil, welchen eine ſolche Einſchraͤnkung zweyer Stroͤhme auf einen haben wuͤrde, — gefuͤrchtet, und auch einigermaßen wieder an das Petriſche Projekt zuruͤck ge⸗ Schleuſe beydachk. Es war daher ſchon 1769 eine Schleuſe bey Wepritz, und 1771 eben⸗ E en uid falls eine auf der linken Seite bey Albrechtsbruch erbauet worden; und die dritte dey Albrechts am Stebben unter vorgedachter Koupirung wurde in dieſem Jahre angelegt, druch. Allein man unterließ, dahinter gehoͤrige Kanaͤle zu machen, und ſo ſind dieſe drey Schleu⸗ 1 — 8] 1 4 8 . 4 15 5 1 f 3 3 11 4☛ 5 1 3 * * 5 I Pr4441 Schleuſen niemals gezogen, und nachdem ſie durch den Nichtgebrauch ganz unvrauchbar geworden, nun ſaͤmmtlich weggeriſſen und zugedaͤmmet worden. Im Jahr 1773 ſind noch einige an den niedrigen Stellen auf der rechten Verwallung Seite oberhalb dem Fichtwerder, und auf der linken Seite oberhalb Koͤlſchen eberhalb dem liegen gebliebene Diſtancen Wall, ergaͤnzt, und die Verwallung der obern Sdee weß Warthebruͤcher beendiget worden. ſchen. Hierdurch waren aber die obern Bruͤcher blos fuͤr die unmittelbare Ueber⸗ ſchwemmung des Strohms gedeckt, und es kam nun ganz eigentlich darauf an, daß ſelbige auch vom Binnenwaſſer befreiet, und ihrer Beſtimmung nach, ganz urbar gemacht und vertheilt wurden. Jenes konnte nicht anders als durch ſchickliche Graben und Kanaͤle geſche⸗ Inwendige hen. Wie ſchon mehrmalen erwehnt worden, hatte der ꝛc. v. Petri einen Kana Abzugsgraber don Borkow ab bis Koͤiſchen, und von Wepritz bis Warricke vorgeſchlagen, in und Kanale, welchen alle kleine Abzugsgraben ſehr fuͤglich abgefuͤhrt werden konnten. Hiervon ging man bey der Ausfuͤhrung um deswillen ab, weil zugleich in den erſten Kanal bey Koͤlſchen eine Auslaßſchleuſe, oder ſogenannte Kloppſchleuſe an⸗ gebracht werden ſollte. Dieſe war allerdings wohl zur Ungebuͤhr aus den hollaͤn⸗ diſchen Polders entlehnt, wo ſolche ſich zur Zeit der Fluth zuthun, und zur Zeit der Ebbe oͤfnen, um das Binnenwaſſer herauszulaſſen, welches aber bey einem ſo langſam flieſſenden und fallenden Strohme als die Warthe iſt, die auf 100 Ruthen nur 2 Zoll Gefaͤlle hat, gar nicht anzuwenden iſt. Allein um deswillen haͤtte auch nur die Schleuſe, und nicht der Kanal ſelbſt, verworfen werden ſol⸗ len, welcher nicht da wieder in die Warthe, ſondern noch weiter im Binnen⸗ Lande, jedoch uͤbrigens dem Projekte gemaͤß, immer laͤngs dem hohen Lande haͤtte fortgefuͤhrt, und, wie jedem Kenner von ſelbſt einleuchtet, von unten auf angefan⸗ gen werden koͤnnen und muͤſſen. Beydes aber wurde unterlaſſen, und ſtatt deſ⸗ ſen, unzaͤhlige kleine Graͤben, ſo wie es die alten Stroͤhme und Laaken und das niedrige Terrain an die Hand gaben, bald oberhalb, bald unterwaͤrts, mithin immer ohne zulaͤngliche Vorfluth angefertiget. B 2 Zwar — — 5 — An —— “ 12 2 Schaͤdlichkeit Zwar wollte man ſich dadurch helfen, daß: man hinter den Waͤllen einen pa⸗ de An rallel mit ſelbigen fortlaufenden Graben, dann weiter auf der linken Seue den Brenkenhofs Kanal, und auf der rechten den Pyraͤhnſchen Graben und Maſ⸗ ſows Kanal anfertigen ließ. Aber jener kann kein Binnenwaſſer abfuͤhren, da der Strohm von außen im groͤßten Theil des Jahres hoͤher, als das Binnenland ſtehet, ſich von da das Waſſer durch die looſe Erde hereinziehet, und ſo dieſe Graben lauter eigentliches Strohmwaſſer abfuͤhren, und ſolches kaum faſſen koͤn⸗ nen, folglich nicht nur in dem Betracht, ſondern auch um deswillen mehr ſchaͤd⸗ lich als nuͤtzlich ſind, weil bey der geringſten Oefnung unter dem Wall die Durch⸗ bruͤche deſſelben noch befoͤrdert werden. Viel beſſere Bewandniß hat es nicht mit den erwehnten Kanäldn, weil ſol⸗ che groͤßtentheils auch den Waͤllen zu nahe kommen. unzulaͤnglich⸗ Aus dieſen Gruͤnden kann es nicht fehlen, daß aller ur aßligen⸗ und koſtbar keit der Gra⸗zu unterhaltenden Graben ohnerachtet, es dennoch in Ermangelung eines tuͤch⸗ W3 tigen Hauptabzugskanals, immer an hinreichendem Abfluß fehlt, und bei der ge⸗ ringſten feuchten Witterung, ſelbſt dieſe oberen Bruͤcher im Binnenlande durch V das Waſſer leiden. 3 urbarma⸗ Nachdem die Bruͤcher fuͤr die Ueberſchwemmung des Strohms ſicher ge⸗ chung undEin⸗ ſtellet, und trocken gemacht worden, ſo war nun die weitere Urbarmachung dhene und Eintheilung an neue Anbauer das naͤchſte Geſchaͤfte. bruͤchar. Dieſes wurde mit gleicher Lebhaftigkeit und in gleichem Gang mit der Ver⸗ wallung ſelbſt betrieben. V Der Plan dazu konnte dahero auch nicht im ganzen Zuſammenhang gemacht werden, ſondern ſo, nach und nach, als in dem widen Bruche ein Stuͤck trocken ſchien, wurde es vergeben und beſetzt, wodurch denn zuletzt freilich manche Irregu⸗ laritaͤt entſtanden, und oͤfters Kolonien angelegt worden ſind, ohne daß ihren Bewohnern die noͤthigen Wege dahin verſchaft waren. Wie es damit Eigentlich haͤtten die Bruͤcher erſt geradet, dann diejenigen, welche ſchon haͤtte gehalten aͤltere Rechte darauf hatten, abgefunden, und zuletzt der Ueberſchaß vergeben verden ſollen werden ſollen. Theils aber hatte der Koͤnig keine Koſten zu den Radungen be⸗ williget —— —— 4 „—————yy—“-- —— 13 williget, und ſelbige muſten mithin den neuen Anbauern, aus eigenen Mitteln zu beſtreiten, uͤberlaſſen werden, theils kam es uͤber die Abfindung der alten Ma⸗ giſtrats und Adelichen Doͤrfer zu gerichtlichen Eroͤrterungen, mit Grundherr⸗ ſchaften und Unterthanen, und deren langſamer Gang, wollte ſich mit der Eil⸗ fertigkeit, womit die Eintheilung der Bruͤcher betrieben wurde, nicht verein⸗ baren laſſen. Daher kam es, daß die neuen en Anlagen eher ausgefuͤhrt wurden, als die alten Unterthanen abgefunden worden waren, und daß dieſes umgekehrte Ver⸗ fahren von Anfang an fuͤr beyde Theile ſehr nachtheilige Folgen gehabt hat, und immer behalten wird. Gleichwohl waren unter dieſen mislichen Umſtaͤnden, und der traurigen Naſſe Jahre Jahre von 1770 und 1771 ohnerachtet, dennoch von 1767 bis 1773 die in der, von und Beilage aufgefuͤhrten Kolonien im obern Warthebruch angelegt. Wenn man er⸗? wegt, daß die darin angeſetzten Leute aus fremden Landen kamen, daß vermoͤgende und gute Leute ſelten ihr Vaterland verlaſſen, daß es aber ſolche haͤtten ſeyn muͤſ⸗ ſen, wenn ſie, wie hier erfordert wurde, ihre Grundſtuͤcke auf eigene Koſten ur⸗ bar machen, ſich ſelbſt den ganzen Beſatz anſchaffen, ſogar den Wall unterhalten, und einige Jahre ohne Ertrag von ihrem Lande, leben ſollen, ſo wird es niemanden wundern, wenn ſich anfaͤnglich die erſten Annehmer ſehr oft veraͤndert haben, und es lange dauerte, ehe ihre Beſitzungen einen gewiſſen Werth erhielten. Allein, nachdem dieſes uͤberſtanden iſt, und doch noch alle dieſe Stellen beſetzt ſind, ſo laͤßt ſich wohl hoffen, daß die Anlagen Beſtand be⸗ halten, und den feſtgeſetzten Erbzins von theils 8 und 12 Groſchen fuͤr den Morgen ertragen werden, wenn nicht die allzulaͤſtige Wall⸗Unterhaltung und oͤftere Waſ⸗ ſersgefahren zuletzt den Muth und Fleiß der Bewohner dieſer Gegend un⸗ terdruͤcken. Unter dieſen neuen Anlagen ſind auch verſchiedene Vorwerker oder ſoge⸗ Anlagen von Vorwerkern, nannte Entrepriſen, und das nunmehrige Amt Pyraͤhne befindlich. u8 Lrrmie Jene haͤtten fuͤglich wegbleiben, und zum Vortheil der Landes Kultur undeen in obern ruch Bevoͤlkerung mehrere kleine Wirthſchaften eingerichtet werden koͤnnen, beſon⸗ B3 ders Verwallung 14—— ders da ſie gerade den beſten Boden und die ſicherſte Gegend haben„ und daher die erſte Veranlaſſung zu Mistrauen gegen die Verwallungs⸗Commißion gege⸗ ben haben. Das Amt Pyraͤhne aber ſollte anfaͤnglich zu einer Stuterey angelegt, und dahin das Rothenburgſche Geſtut gebracht werden. Allein dieſes mislang gaͤnz⸗ lich, und ſchon aus dem Grunde, weu die Pferde hin kamen, ehe die Gegend ganz verwallet und troken, und ehe Weide und Futter vorhanden war. Es wurde alſo darauf zum Vorwerk, und endlich zum Amt gemacht, bleibt aber als ein ſolches immer unbetraͤchtlich und wird wenigen Nutzen gewaͤhren, ohnerachtet nun auch das Vorwerk Schuͤtzenſorge dazu gehoͤrt. So weit die Geſchichte der Verwallung des obern Warthebruchs bis zum Fichtwerder und bis Koͤlſchen. Die untern Warihebruͤcher von da an, rechts bis Warnicke und links bis der untern Cuͤſtrin waren mit in dem Petriſchen Entwurf begriffen, in den dem Koͤnige Bruͤcher. vorgelegten Plan aber, dieſes nicht ſo deutlich beſtimmt, ſondern nur auf der lin⸗ ken Seite 35000 Morgen, zur Urbarmachung fuͤr den Orden angegeben, dage⸗ gen auf der rechten Seite der untern Koͤniglichen und Adelich Wreichſchen Bruͤ⸗ cher, gar nicht erwehnt. Man hatte eigentlich wohl den Gedanken gehabt, rechts, gleich unterhalb dem Fichtwerder, bey Pyraͤhne, und links am Sonnen⸗ burger Werder aufzuhoͤren; dieſes haͤtte ſich als moͤglich und ausfuͤhrbar denken laſſen, wenn man nur darin den Petriſchen Entwurf befolgt haͤtte, daß der Ka⸗ nal von unterhalb Koͤlſchen bis Priebrow lnaͤgs dem hohen Lande gezogen worden waͤre, denn dadurch waͤre die Warthe getheilt und ſo debouchiret wor⸗ den, daß man dann unterhalb dem Fichtwerder, und demſelben gegen uͤber, ohne Nachtheil der rechten Seite, die Rehnenbruͤcher auf der linken Seite haͤtte coupiren koͤnnen. Wenn man die Gegend genau gekannt und unterſucht haͤtte, ſo muͤſte man darin beſtaͤrkt worden ſeyn, wein daſelbſt auf der linken Seite der Ledlingsſtrohm gehet, der groͤſtentheils, wenig von Limmrtz ab, eine viel groͤßere Breite und Tiefe, als die Warthe ſelbſt hat, und wahrſcheinlich ſelbſt nach der Benennung: die —————————————poo———ö——-·‧*—— —ꝛꝛꝛ 15 die alte Warthe, zu urtheilen, vor einigen Jahrhunderten, der Hauptſtrohm geweſen iſt, und bis zum Ausfluß in die Oder, einen weit kuͤrzern Weg, als die jetzige Warthe macht. Allein ſchon in den Jahren 1771 und 1772 hatte man einen Wall von der Wan bey Al⸗ alten Colonie Albrechtsbruch, bis nach die Pyraͤhnſche Hollaͤnder, angefertiget, brechtsbruch. und dann auch den Ausfluß des Ledlings, oberhalb dem Ordensbruche coupirt. Dieſer coupirte Ausfluß, ſollte durch die ſchon oben erwehnte, bey Albrechts⸗ Bruch angelegte Schleuſe, wieder erſetzt werden, es kam aber das Debou⸗ chement dahinter nicht zu Stande. Indeſſen wurde die Verwallung 1773 bis gegen den Wor, und 1774 bis Wal bis am zum Sonnenburger⸗Werder auf der linken Seite fortgeſetzt, auf der rechten Seite Sonnenbur⸗ aber, der ſchon 1767 und 1768 gemachte Wall, vom Fichtwerder bis gegen Py⸗ Ler Werder. raͤhne von neuen hergeſtellt. In jener Verwallung auf der linken Seite, blieb der groͤßte Ausfluß der Warthe, der Wor genannt, noch offen, der nun immer ſtaͤrker wurde, weil alle obern Ausfluͤſſe der Warthe ſchon zu waren, folglich der Fluß von außen geſpannt, und das Gefaͤlle nach inwendig vermehret war. Die⸗ ſer ſollte, dem Plan nach, in dem letzten Jahre auch zugemacht werden. Allein da ſchien man ſich erſt zu beſinnen, daß wenn auf der linken Seite die Verwal⸗ lung ſo viel weiter, als auf der rechten ginge, der Strohm ſich nothwendig nach der letztern ergießen, ſelbige mehr uͤberſchwemmen, und ſelbſt den ohnedem ſchon ſchwachen Abfluß aus den obern Bruͤchern der rechten Seite vollends ganz hem⸗ men wuͤrde. Man unterließ alſo die Coupirung des Wores, ließ erſt einige Intereſſenten Weewhwetug von der rechten Seite dagegen auftreten, und brachte dann die weitere Verwal⸗ vird unterlaß lung bis nach Warnicke in Anregung. Ehe aber deshalb etwas Beſtimmtes feſt⸗ dr geſetzt wurde, entſtanden im Winter und Fruͤhjahr 177 ½ verſchiedene Wall⸗Durch⸗ Waſſerſchaͤ⸗ bruͤche bey Landsberg und Koͤlſchen, welche zum Theil ſchon ſichtliche Folgen den von 1775. von der zu großen Einſchraͤnkung des Strohms, und Mangel des Debouche⸗ ments, waren, obgleich nicht zu leugnen iſt, daß der ſo geſchwinde Abgang des Eiſes und Schnees vielen Antheil daran hatte. Dieſe ————-— ö ——— —y 3 6 3 6 3 4 7 3 18 2 W— Dieſe Schaͤden konnten von den meiſt erſchoͤpften Verwallungsgeldern nicht wieder hergeſtellet werden, ſie muſten alſo dem Koͤnige angezeigt, und Anſchlaͤge davon eingereicht werden. Dabey wollte man nun noch verſchiedenes nachholen. Es wurde die Coupirung des Worſtrohms von neuen, imaleichen ein Debou⸗ chementskanal von der Wepritzſchen Schleuſe, und verſchiedene Graben und Be⸗ waͤſſerungsanſtalten, bey Dechſel, Kernein und der Roßwieſe mit veranſchlaget. Die Koſten betrugen an zotauſend Rthlr., welche der Koͤnig zwar endlich be⸗ willigte, aber daruͤber unwillig wurde, und daher Veranlaſſung nahm, den Herrn Veraͤnderung von Brenkenhof von dem Verwallungsgeſchaͤfte zu entfernen, und ſelbige dem mit der Ver⸗ wallungscom⸗ miſſion. Kammerpraͤſidenten, Herrn Grafen von Logau zu uͤbertragen. Immittelſt hatte jener noch gleich im Fruͤhjahr die Durchbruͤche wieder coupiren, und auch den Kanal und die Bewaͤſſerungsanſtalten anfangen laſſen, die letztern aber ſind nachher nicht zu Stande gekommen, weil den Kanal durch die ſchon eingetheilte Grundſtuͤcke zu fuͤhren, vielen Widerſpruch verurſachte, und die Bewaͤſſerung von keinem Nutzen war. Die abermals veranſchlagte Coupirung des Wores unterblieb ebenfalls noch, und wurde dagegen das ſchon oben erwehnte Projekt, von Verlaͤngerung der Waͤlle, von neuem in Bewegung gebracht. Dieſes beſtand darin: 1. Daß auf der rechten Seite die Warthe noch weiter vom Fichtwerder ab, bis an den Warnicker Werder verwallet, — Mesiakt on 2. Die ſchnelle Warthe an der Viezer Grenze koupirt, und dagegen ein 10 Ruthen erlc der Waͤlle bis breiter Kanal angefertiget, und zum Warni⸗ ker Werder und unterhalb Pribrow. Das Projekt wird unter⸗ 3. auf der linken Seite noch vom Sonnenburger Werder ab, 2000 Ruthen Wall an⸗ geſchuͤttet, und der Wox coupirt werden ſollte. Die Koſten hiervon betrugen, nach den angefertigten Anſchlaͤgen, an 205000 Rthlr., dieſe wurden auf Koͤniglichen Befehl von dem Mmiſter, Frei⸗ ſucht und ge herrn Waitz von Eſchen, und dem Herrn Grafen von Logau gepruͤft. Beyde nehmiget. hatten aber keinen Waſſerba uverſtaͤndigen, der der Gegend kundig war Sie muſten demjenigen trauen, der das neue Projekt gemacht hatte. Deeſſer blieb lediglich dabey ſtehen, und es wurde den Commiſſarien das Petriſche Projekt nicht ———·— ———— .——————V—— ———.— -——-õ—-———õ 17 nicht vorgelegt, ſonſt ſelbige ganz ohnfehlbar um ſo eher Ruͤckſicht darauf genom⸗ men haben wuͤrden, da der Anſchlagsverfaſſer, bey Anſchuteung der Waͤlle, die Koſten blos um deswillen hoͤher als vorher angegeben hatte, weil es an Vorfluth nach der Oder fehle, und die Erde ſo ſchwer zu erhalten waͤre. Unter dieſen Um⸗ ſtaͤnden wurde das obige neue Projekt ohne Abaͤnderung angenommen, und end⸗ lich von dem Koͤnige genehmiget. Hieruͤber ging der Sommer 1775 voruͤber, und konnte weiter nichts e eder vorgenommen werden, als daß die im vorhergehenden Winter entſtandene Waſ deſſelben. ſerſchaͤden wieder hergeſtellet wurden, und daß im Jahr 1776 auch nur ein kurzes Stuͤck Wall unterhalb dem Fichtwerder, von etwa 600 Ruthen, fertig wurde, Verwallung weil man ſich daruͤber mit demjenigen, an den bis dahin die Wallarbeit verdungen unterhalb am geweſen war, und der freylich ſehr ſtarken Vortheil dabei gehabt hatte, nicht weiter Juzunande. vereinigen konnte. Dieſes war die Veranlaſſung, daß andre Maasregeln zum ſchnellern Betrieb der Arbeit genommen, und dieſem gemaͤß, im folgenden 1777. Jahre die Verwallung von unterhalb der Viezer Ablage, fortgeſetzt, wurden auch noch im Herbſt die Radungen und Vorfluthsgraben, zu den großen, ben⸗ No. 2. erwehnten Kanal zu Stande kamen. ———yüy— —. 5 8 8 1 4. Allein im darauf folgenden Winter und im Jahre 1778 wurden die Arbeiten durch den Bayerſchen Feldzug unterbrochen, weil nicht nur der Koͤnig in der Zeit weiter keine Gelder zahlen ließ, ſondern auch der Beſtand der Verwal⸗ lungskaſſe zuruͤck genommen wurde. Dadurch gingen, von den im Herbſt des vorigen Jahres gemachten Vorrichtungen wieder viele verlohren, und es konnte in dem ganzen Jahre weiter nichts gethan werden, als daß oberhalb der Viezer Ablage noch ein Stuͤck Wall gemacht, und in den Ordensbruͤchern ein Interims⸗ Wall, zur Deckung der ſchon angeſetzten Coloniſten, angefertiget wurde, weil man nicht wiſſen konnte, wie lange, der damaligen Umſtaͤnde wegen, die weitere Verwallungsarbeit und Coupirung des Woxes noch Anſtand haben wuͤrde. Nach geendigtem Feldzuge, im Jahr 1779 ließ der Koͤnig ſogleich unterſu⸗ chen, was noch gemacht werden muͤſte, und zur Ausfuͤhrung der ganzen ſchon C vorher ——* .8G———————————nNyqyyõ——.———· — — 4 8 3 — 18 Saual⸗Arbeit. vorher angefangenen neuen Verwallung nach und nach uͤberhaupt 231089 Rthlr. 21 Gr. 4. Pf. zahlen. Es iſt darauf in gedachtem Jahre der 10 Ruthen breite Kanal, und der Wall vorlang demſelben, von der Viezer Grenze durch das Ordensbruch bis an die Tamſelſche Grenze angefangen worden, welche Arbeit aber, durch den Anwuchs der Oder, ſchon im Auguſt geſtoͤhret wurde und aufgehoben werden muſte. Unterſuchung Zu eben der Zeit wurde eine Unterſuchung uͤber das Verhalten der bey der Mardärfehr Verwallung geſtandenen Bedienten und Officianten veranlaſſet, nach deren dierts undoßn⸗ Beendigung die Geſchaͤfte, nach wie vor, von der Neumaͤrkſchen Krieges⸗ und nahme neuer Domainen⸗Cammer dirigiret, zugleich aber beſondere Verwallungsdeputirte Bedienter. aus den Intereſſenten geſetzt, ein eigentlicher Waſſerbauverſtaͤndiger zum Teich⸗ hauptmann ernannt, und demſelben noch ein Bauinſpektor und zwey Teichinſpekto⸗ res zugeordnet wurden. Dieſen war der einmal vorliegende Plan zur weiteren Ausfuͤhrung vorgeſchrieben. Ehe ſie aber dazu ſchreiten konnten, und als ſie kaum ihre Poſten angetreten hatten, entſtand das große Waſſer im Winter und Fruͤhjahr von 1779 und 1780, welches noch hoͤher, als das im Jahr 1736 geſtanden hat. Waſſerſchaͤ⸗ Dieſes war dem noch unvollſtaͤndigen Werk aͤuſſerſt nachtheilig, indem es den von 1230, an 5 Haupt⸗Wallbruͤche verurſachte, und um ſo weniger befremdlich, da zu gleicher Zeit eben ſo große Schaͤden, in dem weit laͤnger verwallten Nieder⸗ Oderbruch, entſtanden. Der Koͤnig ließ jene Schaͤden unterſuchen, und zugleich die weitere Wall⸗ arbeiten auf das Jahr 1780 einleiten. Zur Wiederherſtellung der beſchaͤdigten Waͤlle, und zu inneren Anlagen verwilligte Er die benoͤthigten Gelder, womit alles Verwallung wieder in Stand geſetzt wurde. Hierdurch wurden die neuen Waltarbeiten etwas er 8 Pl aufgehalten, jedoch auf der linken Seite, unterhalb dem Sonnenburger Werder, burger Wer⸗ an 1200 Ruthen, und auf der rechten Seite 400 Ruthen Kanal und Wall an⸗ der. gefertiget. Im Jahr 1781 wurde, ohne weitere Hinderniß, fortgefahren, und auf der linken Seite 510 Ruthen Wall bis Priebrow gemacht, ſo, daß auf dieſer Seite, ——————————x————ÿ———,¾ —,——— ——— 29 Seite, die zuletzt veranſchlagte Verwallung von 2000 Ruthen, bis auf 290 Ru⸗ then welche liegen blieben, fertig war. Auf der rechten Seite wurde der große Kanal, und der Wall laͤngs dem⸗ Weitere Ka⸗ ſelben, mit 445 Ruthen, fertig gemacht, und jener an der ſchnellen Warthe al⸗Arbeit durchgeſtochen, außerdem aber oberhalb der letztern, noch 310 Ruthen Wall an⸗ geſchuͤttet. Dieſer Kanal, jetzt der Friedrichskanal genannt, iſt an 1615 Ru⸗ then lang und 10 Rathen breit, und muß nunmehro die Warthe zum groͤßten Theil aufnehmen, da ſie links ſich nur alleine noch durch den alten Strohm, die Melke ergießt. Nach dem Plan ſollte er unten wieder in die unregelmaͤßigen Stroͤhme und Seen, auf dem Tamſelſchen, ſeinen Abfluß haben. Es ließ ſich aber vorher ſe⸗ hen, daß es theils ſchon auf der Stelle an Vorfluth fehlen werde, theils die un⸗ tere Verwallung am Warnicker Werder nicht werde ausgefuͤhrt werden koͤnnen. Ehe alſo der große Kanal durchgeſtochen wurde, wurden die untern Ge⸗ waͤſſer durch verſchiedene gerade Kanaͤle noch unter einander verbunden welches auch die beſte Wirkung that, und nur zu wuͤnſchen geweſen waͤre, daß ſie gleich in der Maaße noch weiter fort, bis an die Oder haͤtten gefuͤhrt werden koͤnnen. Auf das Jahr 1782 blieb von der neuen Verwallung weiter nichts uͤbrig, Verwallung als das Stuͤck Wall auf dem Tamſelſchen Grunde von 1221 Ruthen und deneſgen beyden wichtigen Coupirungen der ſchnellen Warthe und des Woxes. Jene wurde, des niedrigen Bodens und der vielen darin befindlichen Gewaͤſſer ungeachtet, gluͤcklich zu Stande gebracht. Die Coupirung der ſchnel⸗ Coupiruns len Warthe war ſo gefaͤhrlich nicht, da der Strohm an ſich kein ſtarkes Gefäͤllenn, ſchnellen zeigte, der große Kanal das Waſſer aufnehmen konnte, und beſonders der obere 4 Ausfluß der Warthe beim Wor noch offen war. Sie wurde daher, weil die Materialien dazu ſchon im Winter und Fruͤhjahr zur Stelle geſchaft worden waren, im Junius vorgenommen, und in 5 Tagen, ohne weitere Unfaͤlle, geſchloſſen. Die Coupirung des Wores hingegen hatte ſchon an 10 Jahr den Gegen⸗ ſtand der Berathſchlagungen und der Geſpraͤche der Waſſerbauverſtaͤndigen ausge⸗ macht, und die Aufmerkſamkeit der Bewohner daſiger Gegend auf ſich gezogen. C 2 Der ————— Coupirung des Woxes. Der Strohm war an 17 Ruthen breit und hatte in der groͤßten Tiefe 33 Fuß. Sein Gefaͤlle wurde ohngeſehr auf 9 Fuß angenommen. Es wollte ſich daher niemand finden, der dieſe Arbeit und Gefahr uͤbernehmen wollte, wes⸗ halb ſolche auf Rechnung und auf Gefahr der Caſſe vorgenommen, und von den Waſſerbauverſtaͤndigen beſorgt werden muſte. Dieſe brauchten alle, der Wichtigkeit des Unternehmens angentzſſene, Vor⸗ ſicht. Es wurden alle noͤthigen Materialien vorher zur Stelle geſchaft, und faſt alle Vorbereitungen ſo gemacht, daß jeder etwanigen Gefahr und Unfaͤllen, be⸗ gegnet werden konnte. Die Coupirung geſchahe darauf in Gegenwart des Herrn Grafen von Logau, der alle moͤgliche Sorgfalt zum ſchleunigen und richti⸗ gen Betrieb der Arbeit anwandte, in der Wall⸗Linie, und zwar auf dem hintern Banquet mit einem Packwerk von 5 Ruthen breit. Sie wurde den 17. Julius angefangen, und den 27ſten, alſo binnen 10 Tagen, geendiget, wobey aber 5 Naͤchte mit zu Huͤlfe genommen werden muſten, um die Arbeit deſto mehr zu beſchleunigen, und durch die Beſchleunigung der Gewalt des Strohms deſto eher Einhalt zu thun. Es ging alles ſo gluͤklich von ſtatten, daß auch nicht eine Faſchine aus dem Packwerk kam, noch ſolches im geringſten in ſeiner Linie verruͤckt wurde, außer auf dem Fluͤgel auf der untern Seite, wo nicht nur die groͤßte Tiefe war, und der Strohm in gerader Linie und in einen ſpitzen Winkel zwiſchen dem Ufer und dem Pakwerk anſtieß, ſondern auch dieſes noch, durch eine zufaͤllig veraͤnderte Rich⸗ tung des obern Fluͤgels, vermehret wurde, wodurch ein ſtarker Anbruch im Ufer, und ſchon eine Drehe vor dem Fluͤgel entſtand, welchem aber durch Verſtaͤrkung des Fluͤgels in einem Tage wieder abgeholfen, und alles ſo ſicher geſtellt wurde, daß ohne die mindeſte weitere Beſorgniß geſchloſſen wurde. Beym Schluß zeigte ſich hinter dem Packwerkn Fuß Fall, und vor ſelbigem 2 Fuß Stau, und ſo war das ſo lange gefuͤrchtete Unternehmen, und damit zugleich die zuletzt pro⸗ jecktirte Verwallung der Warthe gluͤcklich beendiget. Indeſſen wird einem jeden Kenner ſolcher Anlagen, bey dem erſten Anblick der Karte gleich einleuchten, daß das Werk unterhalb ſehr unvollendet ausſehe, weil der Wall, beſonders auf der linken ———õÿ 21 linken Seite, mitten im Bruch aufhoͤret, und der oben eingeſchraͤnkte Strohm unterhalb und die Kanaͤle ſich da in unendlich kleine Stroͤhme und Seen ohne einen ſichern riebrom ſind ... 2 keine Anlagen Lauf verliehren. Er wird ſehr geneigt ſeyn, dieſes fuͤr einen Fehler in der Aus⸗ jektiret u. fuͤhrung des Entwurfs zu halten, da man ſich ſchwerlich vorſtellen moͤgte, daß auch derglei⸗ der Entwurf ſelbſt mit dieſem Fehler gemacht ſey. Allein leider iſt es hier der Fall, Gen nicht aus⸗ daß der Plan zuletzt nur ſo entworfen, zur Ausfuͤhrung vorgeſchrieben, und ge⸗ zeiie mr rade auch nur dazu die Koſten bewilliget worden. Warum der Plan nur ſo weit gemacht worden, davon laͤßt ſich, wenn man anders Sachkenntniß zum Voraus ſetzt, ſchwerlich ein anderer Grund abſehen, als daß dieſes zu gelegener Zeit, ſo wie die Verwallung von 1775, hat nachgeholet werden ſollen. Dieſes hat aber nicht in gleicher Maaße gelingen wollen. Die unterhalb liegenden Intereſſenten, der Johanniter⸗Orden und die Herrſchaft zu Tamſel und Warnicke, haben allen augenſcheinlichen Nachtheil, den ihre Grundſtuͤcke be⸗ ſonders, und auch das ganze Werk, durch den Ruͤckſtau der Oder und durch Mangel der Vorfluth leiden, ſehr dringend vorgeſtellet, und gebeten, daß we⸗ nigſtens hierbey der ſechſte und letzte Abſchnitt des anfangs beſchriebenen Petriſchen Projekts noch ausgefuͤhrt werden moͤgte. Der Koͤnig hat auch dieſes im Jahr 1783 unterſuchen laſſen, es aber, nach Die Vorſeel⸗ erhaltenem Bericht, von der Hand gewieſen, weil dazu die Gelder ſchon gegeben lungen den waͤren, ohnerachtet dieſes der Fall nicht iſt, da der Plan von 1766, worauf die en. Söhs erſtere Summe accordiret worden, ganz unbeſtimmt iſt, und in den Anſchlaͤgen Fehler ſind von 1775 davon gar nichts enthalten iſt, ſondern dieſe ganz beſtimmt nur bis fruchtlos ge⸗ Warnicke und Priebrow reichen. Bey dieſem Entſchluß iſt es gleichwol geblie⸗ ben und nun nicht abzuſehen, wie das Werk vollendet werden wird. Der Schaden, der dadurch verurſacht wird, hat ſich beſonders nach Cou⸗ Schaden wel⸗ pirung des Wores gezeiget, da nach derſelben im Winter von 1783, von 1784, cer daraus und im Fruͤhjahr 1785 beſtaͤndig Wall⸗Durchbruͤche entſtanden ſind. Im er⸗ entſtehet. ſten Jahr brach der Wall bey der Eisſtopfung in den Pyraͤhnſchen Hollaͤndern aauf der linken und bey der Gatzke auf der rechten Seite; im zweyten wieder an der letzten Gegend und beym Fichtwerder und bey der Schichtmuͤnze, und im C 3 dritten — ** —öö— * — —— r —— 1 . 4 8 5 22—— 4 deitten ebenfalls bey der Gatzke, bey der Clemente, bey Klein⸗Zettritz und Koͤl⸗ ſchen duch. Und ob zwar die ungewoͤhnliche Wutterung dieſer Jahre, und be⸗ ſonders im Jahr 1785 das außerordentlich große Waſſer, welches an 22 Zoll hoͤher als 1736 geſtanden, davon die groͤßte und naͤchſte Urſach war, ſo ent⸗ ſtand doch, aus Mangel der Vorflurh, wenigſtens der große Nachtheil daß das Waſſer zu lange ſtehen blieb, und die Wiederherſtellung der Schaͤden ſehr koſt⸗ bar und ſchwer machte, welches auch leider der Fall ſo lange bleiben muß, bis darunter eine Abaͤnderung ſtatt haben wird. Unter dieſen Umſtaͤnden iſt alſo ſeit 1782 an der Verwallung weiter nichts geſchehen, ſondern ſelbige vor beendiget Wie man ſol⸗ angenommen worden. e man indeſſen den Schaden, welcher von der zu Menreeineh großen Einſchraͤnkung des Strohms, und aus Mangel des Debouchements her⸗ uicht hat. ruͤhret, zu offenbar vor Augen hatte, ſo hat man dieſen Fehler, ſo viel es ſich, in Ermangelung eines hinreichenden Fonds, hat thun laſſen wollen, bey Wieder⸗ herſtellung der Waſſerſchaden im Jahr 1784 dadurch einigermaaßen abzuhelfen ge⸗ ſucht, daß unterhalb der Zutz auf der rechten, und an dem Wierach auf der lin⸗ ken Seite, Ueberfaͤlle im Walle angeleget worden ſind. Dieſe nehmen eine be⸗ traͤchtliche Quantitaͤt Waſſer aus dem Strohme auf, allein zu geſchweigen, daß deren Unterhaltung ſehr koſtbar faͤllt, da ſie blos von Faſchinen angelegt ſind, und jaͤhrlich wieder hergeſtellet werden muͤſſen, ſo iſt auch nicht zu leugnen, daß ſie, obgleich vor der Hand das einzige, dennoch immer ein fuͤr die verwallten Bruͤcher ſchaͤdliches Huͤlfsmittel ſind, weil dadurch nicht nur die unteren Bruͤcher, ſondern auch durch den Ruͤckſtau, noch ein großer Theil der oberhalb denſelben liegenden Bruͤcher, uͤberſchwemmt werden, und alſo zu wuͤnſchen iſt, daß ſelbige zu einer voͤllig regulaͤren Anlage umgeſchaffen werden moͤgen. Sonſt ſind in dieſem Jahre die Waͤlle durch die Intereſſenten ſo ſehr verbeſſert worden, daß ſie im letzten Jahre uͤber 2 Fuß Waſſer mehr als im Jahre 1780 haben wider⸗ ſtehen koͤnnen. Allein dieſe Beſchwerde der Intereſſenten iſt auch ſo groß und faſt unertraͤg⸗ lich, daß wenn darunter nicht einige Linderung in der Folge ſtatt haben kann, ſolche am meiſten zu ihrem Verfall gereichen wird. Dieſes ———————-————————8 nrRR7p —J— 23 Dieſes waͤre alſo die Geſchichte der noch unvollkommenen Verwallung der untern Warthe⸗Bruͤcher, und es wird noch unten naͤher gezeigt werden, was an der Vollendung fehlet. Hier kommt es noch darauf an, wie ſolche weiter vom Binnenwaſſer be⸗ freiet, urbar gemacht, und eingetheilet worden ſind. Auf der rechten Seite zeigt die Anſicht der Karte, daß die Bruͤcher vom urbarma⸗ Fichtwerder ab, bis Warnicke, und von der Hoͤhe bis an den Wall nur ſchmal Heetan fallen, und darin ſchon viele eingetheilte Grundſtuͤcke der an der Hoͤhe belegenen Bruͤcher. Ortſchaften befindlich ſind. Hierdurch ſoll die Vorfluth aus dem ganzen Ober⸗Bruch, von Wepritz ab, genommen, und in den untern Bruͤchern ſelbſt das Waſſer, beſonders das Viezer Muͤhlenfließ, abgeleitet werden. 1 Es war dazu ſchon im Jahr 1774 der Pyraͤhnſche Graben und der Maſſow⸗ Loraͤbnſche Kanal angefertiget, und nach Coupirung der ſchnellen Warthe iſt noch ein Gra⸗ Hanben dn ben vorlaͤngſt der Hoͤhe von unterhalb Tamſel, und bis an das Viezer Fließ an⸗ nal, gefertiget, auch der Maſſow⸗Kanal verſchiedentlich wieder aufgeraͤumt worden. Sie wollen aber bis jetzt keine rechte Wuͤrkung thun, theils weil es unten bey Warnicke gaͤnzlich an Vorfluth fehlet, und daſelbſt das Waſſer groͤßtentheils im Binnenlande hoͤher als im Vorlande ſteht, theils, wenn der Ueberfall unterhalb den Zuͤlg laͤuft, dieſe Graben die zu groſſe Maſſe Waſſer nicht abfuͤhren koͤnnen. Die ganze Gegend iſt daher nicht viel trockener als vor der Verwallung, untulaͤnglich⸗ und da ſich in ſelbiger ſchon viel eingetheilte Grundſtuͤcke der alten Doͤrfer befinden, keit deſſelben. dieſe aber, zu ihrem eigenen, und der Landes Cultur groͤßten Nachtheil, aller Veraͤnderung bisher widerſprochen haben, ſo iſt auch nichts neues darauf etablirt, außer daß bey Klein Camin 30 Familien angeſetzt worden, und daſelbſt, und auf das Tamſelſche, Kuͤhmelkereyen angelegt werden ſollen, wozu der Koͤnig die Radungskoſten gegeben hat. Auf der linken Seite von unterhalb Koͤlſchen ab bis an die Cuͤſtrinſche Grenze gehoͤrt der groͤſte Theil des Bruchs zum Herrenmeiſterthum des Johan⸗ niter Ordens, und zum Ordens⸗Amt Sonnenburg, außer 2 Genninſche Hol⸗ laͤnder 24 jaͤnder, den Pyraͤhnſchen Wox und Viezer Hollander, und den neu ekablirten Colonien Gros⸗Rahne, Ludewigshof, Logau und Vorwerk Schuͤtzenſorge, welche Koͤniglich ſindä. Es wird daher hier nur die Urbarmachung des Ordens Bruchs hauptſaͤch⸗ lich beſchrieben werden. 1 Urbarma⸗ Fuͤr dieſen ſollten nach dem erſten Planſz stauſend Morgen trocken und urbar chung der Or⸗gemacht, und darauf 733 große, und 400 kleine oder Buͤdner⸗Familien ange⸗ densbruͤcher.⸗ ſetzt werden. Nach der Meinung und Erklaͤrung des Koͤnigs ſollte dieſes wohl, ſo wie es in den obern Bruͤchern geſchah, von der Verwallungs⸗Commiſſion auf Koͤnig⸗ liche Koſten bewuͤrkt werden; Allein der Orden muſte die Bruͤcher auf eigene Koſten vermeſſen, und im Jahr 177:1 die durch die Verwallung veraͤnderte Co⸗ lonie Albrechtsbruch ſelbſt eintheilen und einrichten laſſen. Bey dem fernern Fort⸗ Heinrichs⸗Kasgang der Verwallung wurde wegen der innern Einrichtung ſehr vieles verhandelt, iis es kam aber weiter nichts zu Stande, als daß die Verwallungs⸗Commiſſion den Poſten Flies durch den Heinrichs Kanal ableiten ließ. Der Orden muſte alſo zutreten, und die Koſten zur innern Einrichtung aufbringen. Es wurden darauf in dem Jahre 177 3 verſchiedene Hauptabzugsgraben, und Fahrdaͤmme gemacht. Der Wor war noch nicht coupirt, und die Bruͤcher blieben um deswillen immer noch dem Ruͤckſtau ausgeſetzt. Die verſchiedenen kleinen Abzugsgraben konnten nicht einmal das Waſſer von dem großen Terrain, geſchweige das aus den obern Bruͤchern aufnehmen. 1 Die oben beſchriebene Durchbruͤche und Veraͤnderungen im Jahr 1775 kamen dazu, und die Einrichtungs⸗Geſchaͤfte wurden wo nicht ganz unterbro⸗ chen, doch ſehr gehindert, bis im Jahr 1775 die Sache weiter unterſucht, und endlich im Jahr 1777 dem Orden zur Aufertigung eines Haupikanals und In⸗ terims⸗Walles am Woy einige Gelder verwilliget wurden. Leblings Ka⸗ Mit dieſem und einem anſehnlichen Zuſchuß wurde im Jahr 177 3 der erwehnte na ihe i Interims⸗Wall und der Lediingskanal angefertiget. Jener iſt, nach Coupirung um Wor. des Woxes ein Fahrdamm vom Hauptwall nach Limmritz, dieſer, der Kanal aber ——— ——— ⏑e&⏑&⏑⏑ — 25 aber, nebſt dem Heinrichs Kanal der Hauptabzug im Ordensbruch. Indeſſen fehlet es leider noch an der gehoͤrigen Vorfluth von oberhalb Limmritz bis Priebrow, welche noch beſchaft werden muß, ehe die Bruͤcher fur voͤllig trocken angenommen werden koͤnnen, und wenn auch dieſes iſt, ſo leiden ſie doch in der gegenwaͤrtigen Lage bey einem maͤßigen Waſſerſtand der Oder und Warthe, bis Limmritz, vom Ruͤckſtau ganz außerordentlich. Der Orden iſt noch Vorhabens dieſem Uebel, ſo weit deſſen Grundſtuͤcke unterhalb Priebrow reichen, durch einen Kanal, und Staudamm abzuhelfen, allein es wird dadurch nicht ganz gehoben, ſondern nur bewuͤrkt daß dieſe Bruͤ⸗ cher etwas beſſer und trockener als die uͤbrigen, aber doch nicht ſo vollkommen ſeyn, als ſie bey mehrerer Vorfluth nach der Oder ſeyn koͤnnten. Man will ſich nicht einzeln bey allen Graben und Fahrdaͤmmen aufhalten, ſondern nur bemerken, daß diejenigen, welche ſich auf der Karte zeigen, und zwar die oberhalb dem Wor und der Limmritz von 1773 bis 1781, und die unterhalb nach der Coupirung des Wopes 178 ¾ angefertiget worden ſind. Die Coloniſten im Ordens⸗Bruch ſind auf gleiche Bedingungen wie die in Colonien im den uͤbrigen Bruͤchern angeſetzt, und unter den in der Nachweiſung angefuͤhrten Ordensbruch. 545 Familien befinden ſich 263 Buͤdner oder Tageloͤhner⸗Famulien, welchen die Haͤuſer auf Koͤnigliche Koſten vom Orden erbauet worden ſind; die uͤbrigen An⸗ nehmer aber, haben den Bau aus eigenen Mitteln verrichten, und alle Wirthe die Grundſtuͤcke ſelbſt raden muſſen, wogegen ſie gewiſſe Freyjahre erhalten; je⸗ doch hat der Orden denjenigen die Grundſtuͤcke raden laſſen, welche bey den Vor⸗ werkern dienen muͤſſen. Ein jeder beſitzt ſeine Stelle auf Erbenzins, erb⸗ und eigenthuͤmlich, und zahlet fuͤr den Morgen Land 12 Gr. und diejenigen welche Haͤuſer erhalten haben, noch 3 Rthlr Hauszins: die Familien, welche dienen, zahlen gar nichts, ſondern dienen im Sommer 3 Tage, und im Winter 2 Tage mit der Hand. Die alten Doͤrfer Krieſcht und Limmritz ſind, da ſie ihre Fiſchwaſſer ver⸗ Einrichtung lohren, mit Grundſtuͤcken entſchaͤdiget, und neu eingetheilt worden; ſie haben der alten Doͤr⸗ mehr Bruchland als die Coloniſten, und gleichwohl wollen ſie dabey noch nicht fer D ſo —„„-ʒ-——..GʒGʒGʒG⁊G⁊G⁊²⁊²————————;ö———— ———— “ — — — 1 26 ſo gut als jene beſtehen, welches daher ruͤhrt, daß ſie theils zur Fiſcherey gewoͤhnt, den Ackerbau und Viehzucht nicht mit gehoͤrigem Fleiß betreiben, theils aber und hauptſaͤchlich, aller geſchehenen Bedeutung ohnerachtet, nicht zu bewegen gewe⸗ ſen ſind, ihre Grundſtuͤcke ordentlich eintheilen zu laſſen, und man es, in Erman⸗ gelung zweckmaͤßiger Zwangsmittel, wegen bekannter jetzt obwaltenden Urſachen bis zu einer gelegenen Zeit dabey hat bewenden laſſen muͤſſen. Vorwerker in An Vorwerkern ſind auf Erbzins ſchon im Jahre 1773 und 1774 die Eta⸗ Erbiins. bliſſements von Schartowsthal, Klein⸗Mannheim, Quebeck, Philadelphia, Cor⸗ ſika und Louiſa, ferner 1781 Savannah, und 1785 Havannah, Annapolis, Mierſenwerder und Florida ausgethan, und von den Annehmern gegen Freyjahre urbar gemacht worden. Amts Vor⸗ Zu den Vorwerkern oder Kuhmelkereyen aber, welche zu dem Amte Son⸗ werker. nenburg bleiben, hat der Koͤnig im Jahr 1782. 60500 Rthlr. bewilliget, und 1783 zahlen laſſen. 3 Davon ſind nun bereits 2, nehmlich zu Maryland und Worfelde etablirt, und dem Annehmer der Kuhmelkerey auf dem Boſtani Werder, welcher zur Co⸗ lonie Louiſa gehoͤrt, ein Zuſchuß gegeben worden. Sie werden jetzt nach und nach noch voͤllig in Kultur geſetzt, und wuͤrden einen ſehr guten Ertrag gewaͤhren, wenn nicht die Unterhaltungslaſt der Gebaͤu⸗ de, beſonders der Waͤlle, und eben ſo viel die Inventarien und maverneidliche Remiſſionen erforderten. G Ordens⸗Colo⸗ Es iſt uͤbrigens noch zu bemerken, daß da oben erwaͤhntermaßen der Frie⸗ nien jenſeit drichskanal mitten durch das Ordensbruch gezogen worden, dadurch ein Stuͤck nehen auf die rechte Seite der Verwallung gekommen iſt, welches, wie die Nachwei⸗ ſung beſaget, in 3 Colonien oder Entrepriſen und zum Theil zu Wieſewachs vergeben, dem Ruͤckſtau aber noch ſehr ausgeſetzt iſt, und Phwetlich Bau⸗ ſtellen gewaͤhren wird. Dieſes iſt die kurze Geſchichte der Verwallung und Urbarmachung der Warthe⸗Bruͤcher. Schon hin und wieder habe ich einige Anmerkungen einge⸗ ſtreut, und verſchiedene Fehler angezeigt, welche bey vielen den Zweifel erregen werden, — ————————— —ͤõ —————— 27 werden, ob auch das Werk beſtehen, und dem Koͤnige und dem Staat ſo viel Nutzen bringen werde, als es gekoſtet hat? das letztere Bedenken kann nur je⸗ mand machen, der als Privatmann denkt, bey dem es freylich Verſchwendung ſeyn wuͤrde, wenn er Geld geben wollte ohne ſeines Capitals und ſeiner Zinſen ſicher zu ſeyn. Allein ein Landesherr und ſein Finanzbedienter, kann und muß Ob das Werk ganz anders rechnen und urtheilen; denn wenn auch demſelben das ausgegebene dem Staat fuͤr alle verwandte Geld nicht unmittelbar zuruͤckkehret, und Nutzen gewaͤhret, ſo wuchert es doch in Koſten Nutzen der Circulation, die blos im Lande, und unter der geringſten Claſſe der Buͤrger bringe. des Staats vorgehet, ſo ſchnell und ſtark, daß ein großer Theil mittelbar wieder in die Caſſe kommt, und durch dasjenige, was ja zuruͤckbleibt, der Buͤrger, und durch ihn auch der Staat reicher wird, folglich im Grunde gar nichts verlohren gehet. Die in der Nachweiſung aufgefuͤhrte Summe der vom Koͤnige nach und nach hergegebenen einen Million, wird freylich ſehr auffallend ſeyn; allein es iſt auch ſehr leicht zu beweiſen, daß dieſe Summe, die der Staat hergegeben, bey⸗ nahe eine ganz gleiche Summe, und zwar groͤſtentheils von Auslaͤndern herbey gezogen hat. Denn die urbare Morgenzahl betraͤgt an 95tauſend Morgen; die Annehmer haben ſolche ſelbſt geradet, und bebaut; und alſo im Durchſchnitt auf Was es den einen Morgen, entweder in baaren Gelde, oder eigener Arbeit 10 Rthlr. verwen⸗ Dee ſenen 4 4 3 det, welches nach Abzug der alten Grundſtuͤcke 80otauſend Rthlr. betragen wuͤrde. Dieſes kann man ſicher annehmen, weil die Coloniſten⸗Stellen in der Maaße bezahlt werden, und daraus folgt, daß durch eine weiſe Ausgabe des Staats, viele Menſchen zu gleicher Ausgabe aus eigenen Mitteln, und zur Thaͤ⸗ tigkeit gereizt worden ſind, und durch eine Million, noch eine zweyte im Umlauf geſetzt worden iſt. Allein der Koͤnig und der Staat ziehen ſelbſt ganz unmittelba⸗ ren Nutzen von dieſen Ausgaben: a. erhaͤlt derſelbe aus den eigenen Domaͤnen anſehnliche mehrere Gefaͤlle. b. muß der Magiſtrat zu Landsberg und der Adel, zur Cadetten⸗Schule in Stolpe und zur Hofſtaatskaſſe, Zinſen geben. c. iſt die Conſumtion der Stadt Landsberg gegen das Jahr von 1768 ſehr ver⸗ b mehrt, und endlich D 2 d. betra⸗ ———y———————————:y ÿy——— k. 28— 7 d. betragen, aller uͤbrigen Artikel zu geſchweigen, blos die vom Salz, Toback und Eiſen eine ganz nahmhafte Summe; ſo daß man mit Gewisheit behaupten kann, daß der Theil der Koͤniglichen Gel⸗ der, welcher bey dem Umlauf ſelbſt nicht wieder in die Kaſſe zuruͤck gekommen iſt, mehr als landuͤbliche Zinſen traͤgt. Es kann alſo bey keinem, der den Calcul verſtehet oder anwenden will, auch nur der Gedanke uͤbrig bleiben, daß eine ſolche Ausgabe zu groß oder unnuͤtz ſey. Ob das Werk Das erſtere Bedenken hingegen, ob das Werk beſtehen werde⸗ iſt wichtiger und Leehen wer verdient mehr Aufmerkſamkeit. An ſich ſollte man es ſchon allen denen, die es in Vorſchlag gebracht und daran gearbeitet haben, zutrauen, daß ſie das nicht gethan haben wuͤrden, wenn ſie nicht von der Beſtaͤndigkeit ihres Werkes uͤberzeugt geweſen waͤren. Allein, freilich iſt deren Ueberzeugung nicht ein Beweis fuͤr andere, und es iſt ſehr verzeih⸗ lich, wenn jemand bey neuen Anlagen mistrauiſch iſt, beſonders wenn dadurch die Natur nicht geleitet, und ihr nicht blos gefolgt wird, ſondern wenn man ſie zwingen und ihr gleichſam Feſſeln anlegen will, da ſie, wie es ſchon zum Spruͤch⸗ wort geworden iſt, doch immer wieder zuruͤck kehrt. Das iſt aber eigentlich der Fall bey allen Verwallungen, wenn ſich ein Strohm von einer Ebene von bey⸗ nahe zwey Meilen Breite weg draͤngen, und auf ein Zehntheil Meile einſchlieſſen laſſen ſoll. Was iſts da Wunder, wenn er immer ſein altes Gebieth wieder ſucht? Wahrſcheinlich ſind die Verwallungen aus den Niederlanden entlehnt, aber ſehr mit Unrecht. Die mehreſten Waͤlle ſind dorten gegen das Meer ge⸗ richtet, und dieſes erleidet keine Einſchraͤnkung, wenn ihm auch einige 1000 Quadratmeilen abgehen, obgleich ſolches bey Sturm allerdings unendlich mehr Gewalt aust uͤbt, als unſere unbedeutende Stroͤhme. Ob es beſſer So lange alſo irgend eine Wahl moͤglich iſt, eine Gegend blos durch Ka⸗ ſey Stroͤme zu naͤle, oder durch Verwallung urbar zu machen, ſollte man lieber bey jenen allein u de vent ſtehen bleiben, weil dabey gar keine Gefahr iſt. Freylich koͤnnten dann in den abzuleiten. niedrigen Gegenden keine Menſchen wohnen, und keinen lickerbau treiben, allein viele koͤnnten auf den natuͤrlichen Anhoͤhen in den Bruͤchein, und noch mehrere auf ————— ———OQ———.— —— —Vʒ—ʒ——:—⅓ꝛ-3—·—— 29 auf der eigentlichen Hoͤhe, vorlang den Bruͤchern wohnen. So koͤnnte es im Netze⸗, im Warthe⸗ und im ganzen Oderbruche ſeyn. Die hohen Doͤrfer des Friedebergſchen, Landsbergſchen, Sternbergſchen, Koͤnigsbergſchen, Lebuſiſchen und Ober⸗Barnimſchen Kreiſes haͤtten vieles Land an neue Anbauer abgeben, und dafuͤr Wieſen und Huͤtung im Bruch erhalten koͤnnen, da im Gegentheil jene nun zu viel Land und keine Wieſen und Huͤtung, und dieſe kein ſicheres Land zum Ackerbau haben, und es hiſtoriſch richtig iſt, daß die hohen Doͤrfer dieſer Kreiſe nach der Verwallung ſehr zuruͤck gekommen ſind. Die naͤchſte Urſach liegt ganz augenſcheinlich in dem verminderten Viehſtand; allein es waͤre noch immer einer phyſikaliſchen Unterſuchung werth, ob nicht der Boden auf der Hoͤhe nach Verwallung der Stroͤhme zu trocken werde, wenn die Quellen einige Fuß tiefer zu liegen kommen, und der in der Gehend eines Bruchs ſtark aufſteigende Thau vermindert wird. Es wuͤrde ungerecht ſeyn, wenn man darum den großen Maͤnnern, die dieſe Werke angelegt haben, Vorwuͤrſe machen wollte. Sie konnten un⸗ moͤglich die Folgen ſo weit voraus ſehen. Man hat hierdurch nur zeigen wollen, daß bey ſolchen Veraͤnderungen, wenn noch an irgend einem Ort dergleichen an⸗ zubringen ſeyn moͤgten, aͤnßerſt vorſichtig zu Werke gegangen, und dabey nicht allein auf die naͤchſten Bewohner der Gegend, die unmittelbare Rechte und Nuz⸗ zungs⸗Aatheile daran haben, ſondern auch auf die entfernteſten, die nur auf Bute oder aus Nachſicht Nutzung gehabt, oder Tauſch und Handel damit ge⸗ trieben haben, Ruͤckſicht genommen werden, und ein jeder, der ſolche Anlagen vorſchlaͤgt nicht blos als ein Oeconom, wie hier der Fall geweſen, ſondern auch als Finanzier handeln und verfahren muͤſſe. Jedoch es kommt nicht mehr darauf an, wie das alles haͤtte eingerichtet werden koͤnnen, ſondern, ob das Werk, in ſeiner gegenwaͤrtigen Lage, beſtehen koͤnne, und da moͤgte die Frage ſich naͤher dahin beſtimmen laſſen, ob es ſchon durch ſich, und durch die eigenen Kraͤfte ſeiner Bewohner beſtehen koͤnne, oder was noch geſchehen muͤſe, um ihm Beſtaͤndigkeit und Dauer zu verſchaffen? O 3 Es —— — 8 —m — —— — 5 — — 1 4 4 36——j Es waͤre zu viel verlangt, wenn man fordern wollte, daß eine ſolche Anlage ganz eigentlich durch ſich ſelbſt, ohne Beyhuͤlfe erhalten werden ſollte. Ein Werk, das durch die Kunſt entſtanden iſt, muß auch durch die Kunſt und durch Menſchen⸗Haͤnde erhalten werden. Man koͤnnte alſo das Bedenken ſo beantworten: daß das Werk ſich ſo lange erhalten werde, als Menſchen darin wohnen wuͤrden. Im Grunde iſt das aber ein Zukel, und man muͤſte doch be⸗ weiſen, daß ſie immer darin wohnen wuͤrden und koͤnnten, und keine Urſachen entſtehen wuͤrden, die ſie daran hinderten. Allgemeine Plagen des Landes, Sterben, Krieg und feindliche Zerſtöͤhrun⸗ gen muß man hier nicht in Betrachtung ziehen, denn dagegen ſchuͤtzt nichts, und die praͤchtigſten Denkmaͤler des Alterthums haben denſelben unterliegen muͤſſen. Die friedlichen Waͤlle ſind nicht gegen Angriffe barbariſcher Feinde, ſondern ge⸗ gen Waſſer angelegt, alſo kommts auch blos darauf an, ob ſie dieſem beſtaͤndig widerſtehen, und die Gegenden dafuͤr ſchuͤtzen werden. Dieſes laͤßt ſich, aus ſehr uͤberzeugenden Gruͤnden hoffen und ſchlieſſen. Beyſpiele beweiſen in dieſer Ruͤckſicht am meiſten, und da weiß ich kein ſtaͤrkeres, als, daß ohnerachtet die Anlagen des Warthebruchs viel neuer als die im niedern Oderbruch ſind, die Warthe⸗Waͤlle doch nie allein Durchbruͤche gehabt haben, ſondern, ſo oft der⸗ gleichen darin entſtanden ſind, ſolche auch im niedern Oderbruch vorgefallen ſind, ja, daß im vorigen Fruͤhjahre, bey der ganz allgemeinen Waſſers⸗Noth, die Warthe⸗Waͤlle das Waſſer ſo hang als ſelbſt die im obern Dderhruch ausge⸗ halten haben. Daraus iſt alſo wenigſtens ſo viel mit Gewisheit zu ſchlieſſen, daß die An⸗ lagen nicht ſchlechter und nicht weniger beſtaͤndig ſeyn, als die an der Oder. Eine andere Frage iſt aber die: ob die Warthewaͤlle durch die Bewohner der Bruͤcher ſelbſt erhalten, und auſſerordentliche Beſchaͤdigungen wieder herge⸗ ſtellt werden koͤnnen, und dabey muß ich freylich geſtehen, daß das, wenigſtens in der gegenwaͤrtigen Lage, gar nicht moͤglich iſt. Die V —.-ꝛðͦ 31 — Die Oderbruͤcher ſind ſchon ſo lange etablirt, und ihre Lage iſt in vielem Betracht vortheilhafter, und doch hat der Staat noch immer zutreten muͤſſen. Wie viel mehr muß das bey den Warthebruͤchern geſchehen? Auf der einen Seite erfodert es die oͤffentliche Treue und Glaube. Der Warum der Staat hat es einmal gewollt, daß die Bruͤcher verwallet werden ſollten, und die Staat zur Er⸗ Grundherrſchaften daruͤber um ihre Beyſtimmung nicht gefragt. Gegen dieſe, ns, e und die Bewohner des Bruchs, welche er herbey rufen laſſen, hat er alſo die tragen ver⸗ aus ſeinem Unternehmen flieſſende Werbindlichkeit uͤbernommen, das Werk, bunden iſt. welches er aus eigener Veranlaſſung anfertigen laſſen, auch fuͤr ſeinen Untergang zu ſchuͤtzen. Es iſt gerade als wenn der Staat mit einladender freundlicher Stimme geſagt haͤtte: hier ſind Waͤlle, und hinter ſie eine neue Gegend ge⸗ ſchaffen, worin ihr ſicher wohnen ſollet. Dieſes Wort und dieſes Verſprechen muß er halten. Auf der andern Seite erfordert es auch ſein eigener Vortheil; Er kann die 1755 Familien, und mehr als 10tauſend Seelen nicht wieder entbehren, und nicht zugeben, daß dieſe Population und aller Nutzen, welcher aus deren Con⸗ ſumtionsartikel ihm zuwaͤchſt, wieder wegfallen, und eben ſo wenig zugeben, daß ein ſchifbarer Strohm, wovon er ganz allein die Zoͤlle genießt, in Unond⸗ nung komme. Aus dieſen Gruͤnden 1 es klar, daß der Staat zur Erhaltung dieſes Werks verbunden, und ſeines Vortheils wegen genoͤthiget ſey. MNNun iſt freylich noch die Frage, ob die Bewohner der Bruͤcher nicht auf gleiche Weiſe dazu verbunden waͤren? Allein es iſt ſchon oben beruͤhret worden, daß eben die Wallunterhaltung ſelbige endlich ganz unterdruͤcken werde. Schon die allgemeine Klage daruͤber wird dieſes, wo nicht beweiſen, da leider jetzt ſo viele ganz bodenloſe Beſchwerden vorgebracht werden, doch ſehr wahrſcheinlich machen, und Aufmerkſamkeit erregen muͤſſen. Es laͤßt ſich aber leicht zeigen, daß dieſe Klage gegruͤndet ſey, denn die In⸗ delehnweren tereſſenten muͤſſen jetzt ſchon uͤber 20tauſend Ruthen Wall unterhalten. Man⸗ain wenen en tung u. was ſie cher Wall koſtet jaͤhrlich, um ihn zu erhoͤhen und auszubeſſern an 3 Rthlr. ſchon dazuver⸗ . und wandt haben. — — — — — G —— 5 1 8 6 ¼ 1 1 — —-—— 32—— und 4 Rthlr. auf jede Ruthe. Man will im Durchſchnitt nur 1 Rthlr. anneh⸗ men, welches eine Summe von 20rauſend Rahlr macht, und in 10 Jahren 200tauſend Rthlr., die die Intereſſenten theils baar, theus durch eigene Arbeit, zur Wallunterhaltung beygetragen haben, und noch lange beytragen muͤſſen. Will man dieſes gegen dasjenige, was der Staat gethan hat, balanziren, ſo iſt es klar, daß die Intereſſenten, verhaͤltnismaͤßig, weit mehr als jener gethan haben. Wer wollte und wer koͤnnte unbarmherzig genug ſeyn, von den Leuten mehr zu verlangen? Ein Coloniſt urtheilte ganz vernuͤnftig und ſagte:„wir wiſ⸗ ſen wohl, daß die Wallunterhaltung uns rumirt, aber wir muͤſſen denken: wir arbeiten fuͤr unſere Kinder.“ Unmoͤglich habe ich dieſe wahre Anekdote unterdruͤcken koͤnnen; und ſollte ſie nicht ſchon einen jeden, der erwas vermag, anreitzen fuͤr ſolche Leute alles zu thun? In wie fern aber dieſe Unterhaltungslaſt dem Staate und den Intereſſenten erleichtert, und in dieſer Abſicht das Werk noch verbeſſert werden koͤnne, will ich zum Schluß noch kuͤrzlich zeigen. eie dem Ich habe die Fehler, die das Werk hat, ſchon angemerkt, und beſonders taate u. de deeſtn daß der groͤßte derſelben in dem Mangel der Vorfluih der Warthe des Werks er⸗ ehker 25 nach der Oder liegt. i erbeſ⸗— aewetben Hierauf hat der Obriſt von Petri ſein anfangs erwehntes Projekt bey dem ſechſten Abſchnitt gerichtet. So wie aber die Sache jetzt liegt, wuͤrde ich es mit folgenden Modificationen vorſchlagen: Kanal bey Ca⸗ 1. Hat ſich die Oder bey und unterhalb Cuͤſtrin ſeit 1766, da er ſein Projekt ena Finuder machte, noch ſehr verſchlimmert und verſandet. Es muͤſte alſo die Oder Senheee ſelbſt noch in beſſern Stand geſetzt werden. Ich will es uͤbergehen, daß die Schaumbung. neue Oder von Guͤſtebieſe bis Hohenſaaten in ſchlechten Zuſtand iſt, und dieſes einigermaaßen ſchon Einfluß auf die ganze Vorfluth hat. Dieſes hat mehr, und wenigſtens die ſtaͤrkere Beziehung auf die Oderbruͤcher. Hier will ich nur von dem Calenziger See anfangen, und von da ab a. wuͤrde eine ſtarke Kruͤmme der Oder von n bis m gerade geſtochen werden muͤſſen. — b. Bey ———— —ꝛ::— 33 b. Bey Schaumburg iſt die Oder auf der Neumaͤrkſchen Seite beym Dorfe ſehr anbruͤchig. Es liegen daſelbſt von einem Steindamme des — Markgrafen Hanſen große Steinhaufen, die den Abfluß hindern, und beweiſen, daß dieſer Strohm ſich auf der Stelle ein anderes Bette ge⸗ macht habe, und daß ſonſt ein noch kenntlicher Lauf auf der Kurmaͤrk⸗ ſchen Seite gegangen ſey. Dieſer Lauf, von! bis k muͤſte von neuem aufgenommen werden. Durch dieſe Mittel glaube ich ſicher, daß man wenigſtens von Cuͤſtrin bis zum Calenziger See 1 Fuß mehreres Gefaͤlle erhalten koͤnne. 3. Von der Oder ab, muͤßten alsdann die von demc. v. Petri projektirten Ka⸗ Kanaͤle zwi 2 chen der Ve⸗ naͤle von h bis i, zwiſchen der kurzen Vorſtadt und Veſtung bis an die Seen kungu. karrhan orſtadt b und den ſogenannten Kloſting und den großen See, angefertiget werden. Euſtrin amue EE ——— fertigen. △᷑ η———— 3. Von da ab waͤren die vielen kleinen und groͤßern Gewaͤſſer, bis an den Friedrichskanal unter einander zu verbinden. An ſich ſind dieſe Arbeiten weder gefaͤhrlich noch ſchwer, noch albzukoſtbar. Die Verbeſſe⸗ Die groͤßte Schwierigkeit liegt blos darin, daß man ſo ganz von dem Waſſer runaen ſind ſtande der Oder abhaͤngt. Iſt im Sommer und Herbſt, wenigſtens von Mitte i Kich auistae Juny bis Mitte Octobers klein Waſſer, das iſt, unter 3 Fuß am Maaß bey Cäů- ſtrm, ſo wuͤrden in dieſer Zeit die Arbeiten bey der erſten Nummer a und b fertig, und zu der bey der zweyten Nummer ein 24 fuͤßiger Vorfluths⸗Graben angefer⸗ kiget werden koͤnnen.. Wenn dadurch das Waſſer mehr abgelaufen, ſo wuͤrde ſich in dem folgen⸗ den Jahr die Arbeit bey der dritten Nummer ſchon von ſelbſt naͤher beſtimmen. Ich will die Art und Weiſe, wie dieſe Arbeiten ausgefuͤhrt werden koͤnnen, uͤbergehen, da ſie einem jeden Waſſerbauverſtaͤndigen zur Genuͤge bekannt iſt, aber zu deren Decharge muß ich nur bemerken, daß man von ſolcher Arbeit nicht gleich im erſten Jahre alle Wuͤrkung erwarten muͤſſe, denn die Kanaͤle koͤnnen wegen ihrer Breite nicht ganz ausgegraben, ſondern muͤſſen groͤßtentheils ausgekarret werden; und es iſt theils ein unnuͤtzes theils ein zu koſtbares Unternehmen dabey Schoͤpfwerke anzubringen. Man muß ſich daher begnuͤgen, die groͤßte Tiefe zu erreichen, und E 28 ————.,———————y.,——— 34.—ÿ—„4.—— es dem Strohme uͤberlaſſen, den unterſten weichen und looſen Boden nach und nach weg zu nehmen. Daß aber dazu immer einige Jahre erfordert werden, iſt klar, und daß die vooͤllige Wuͤrkung auch dann erſt erfolgen koͤnne, iſt ebenfalls klar; genug, daß ſolche, nach allen gemachten Erfahrungen, niemals ausbleibt, wenn anders die Kanaͤle die gehoͤrige Richtung gegen den Strohm erhalten haben. Waͤre aber dieſe Vorfluth beſchaft, ſo wuͤrde ſich 4. von ſelbſt zeigen, ob, nach dem Petriſchen Projekt, zuletzt der gegenwaͤrtige Einfall der Warthe nach der Oder oberhalb Cuͤſtrin ganz wegfallen, bey litt. v f coupiret und die Sternbergſche Oder⸗Verwallung mit Sicherheit und ö 1 Nutzen bis an die Veſtung heran gezogen werden koͤnne, welches verſchiedene Jahre Anſtand haben koͤnnte, bis die Kanaͤle ihre voͤllige Wuͤrkung thaͤten. Es moͤgte dieſes geſchehen oder nicht, ſo wuͤrde doch gleich, nach der Voll⸗ endung der uͤbrigen Arbeiten bey No. 1— 3. ferner Vorſtuth für 5. die Vorfluth fuͤr das Binnenwaſſer in gleicher Maaße zu beſchaffen ſeyn, 1 V das Binnen⸗ und zwar maſſr zuun a. auf der rechten Seite wuͤrde der Warnicke⸗Graben und die Gewaͤſſer 4 ſchaffen. bis an die Cuͤſtrinſche Weinberge, und b. auf der linken Seite ein Kanal von unterhalb Priebrow durch die Cuͤ⸗ ſtriner Krampe aufzunehmen ſeyn. Hiernaͤchſt waͤre auch 6. auf das weitere Debouchement der Warthe von oberhalb dem Friedrichska⸗ nal bey Wepritz Ruͤckſicht zu nehmen. Alle Beobachtungen bey den in je⸗ dem Jahre nach Coupirung des Woxes entſtandenen Durchbruͤchen, haben V es gezeiget, daß die gefaͤhrlichſten Stellen immer noch a. bey der Kruͤmme oberhalb Koͤlſchen, und 4 b. vom Schlangen⸗Werder bis zum Buchwerder ——— Waͤlle ober⸗ anzutreffen ſind. Erſteres liegt darin, daß der Strohm daſelbſt viel natuͤrli⸗ halb Koͤlſchen chen Abhang nach der linken Seite hat, und auf einmal eine große Wen⸗ zu verbeſſern.— dung nehmen muß, wobey aber ſchwerlich etwas anders gethan werden koͤnnte, ————ᷓ;’rß———— 35 koͤnnte, als daß die Waͤllee ſehr verſtaͤrkt und verbeſſert werden muͤſten. Eine Schleuſe bey Koͤiſchen, und einen Kanal von da ab, laͤngs der Hoͤhe nach dem Petriſchen Projekt annoch anzubringen, wuͤrde wegen der vielen Eta⸗ bliſſements, nicht ohne große Koſten moͤglich gemacht werden koͤnnen. Die andre Stelle vom Schlangen⸗Werder ab, hat, wie die Karte zeiget, einen ganz ſichtbaren unbegreiflichen Fehler, indem die Waͤlle bey dem Fichtwerder uͤber 30 Ruthen enger als oberhalb zuſammen liegen, und ſo auch wieder bey dem Buchwerder. Dieſes iſt, wenigſtens bey dem Fichtwerder, durch Zuruͤcklegung der Waͤlle zu aͤndern nicht moͤglich. Es kommt in dieſer Gegend noch hinzu, daß der Strohm durch Coupirung des Woxes ſehr aufgeſpannt iſt, und ſo unnaruͤr⸗ lich es klingt, wuͤrklich gleichſam einen Berg formirt. Dieſes wird ſich freylich, ſo gut als es oberhalb bey der Clemente geſchehen, nach und nach verlieren, ſo wie ſich der Strohm, vom Woy ab, bis nach der Melke und Friedrichskanal breiter und tiefer geriſſen haben wird, es werden aber dazu noch gewiß an 5 Jahre erfor⸗ dert, beſonders wenn die Vorfluth bis am Friedrichskanal kein anderes Anſehen gewinnet, und es kann durch den Fehler noch manches Ungluͤck in der Gegend verurſacht werden. Dieſem iſt ſchwerlich anders vorzubeugen, als wenn a. die Waͤlle vom Schlangenwerder ab, bis gegen den Zuͤlz auf der rechten, Wile beym werder, zu ver⸗ und .. beſſern, des⸗ b. auf der linken Seite von Albrechtsbruch bis zum Buchwerder ſehr ver⸗Lbeichen bah ſtaͤrkt und erhoͤhet werden. Beiher und c. aber wuͤrde noch zu anzurathen ſeyn, in der Gegend der Gatzke eine or⸗der Gake. dentliche Debouchements Schleuſe in dem Wall anzulegen, und d. die ganzen Waͤlle von unterhalb des jetzigen Ueberfalles beym Zuͤlz nur in Sommer⸗Waͤlle zu verwandeln. Bey dem Vorſchlag litt. c. wuͤrde das Bedenken obwalten, daß die obern Bruͤcher von dem Ruͤckſtau leiden moͤchten, wenn die Schleuſe gezogen wuͤrde; allein dagegen wuͤrden auch Vorkehrungen zu treffen ſeyn; und auf der andern Seite auch wieder der Vortheil entſtehen, daß durch eben dieſe Schleuſe, die ſaͤmmt⸗ lichen Grundſtuͤcke von Viez ab, welche ſehr torfig ſind, bewaͤſſert werden koͤnnten. E 2 Wenn 36— 2 V Wenn man aber auch, bey naͤherer Unterſuchung, dieſen Vorſchlag nicht zutraͤglich finden ſollte, ſo wird doch der litt. d. ſchon von ſelbſt Platz greifen, da dieſe beſchriebenen Waͤlle von den Intereſſenten noch nicht unterhalten werden, V alſo nach und nach zu einem niedrigen Profil herab ſinken. 4 Ddieſes wuͤrden die vornehmſten Verbeſſerungen bey der Hauptverwallung felbſt ſeyn; dagegen V 6 Einrichtung 7. iſt eben ſo viel noch in dem Innern der verwallten Bruͤcher zu verbeſſern; — arerdeß⸗ die Hauptſache dabey iſt unſtreitig die Einrichtung der alten Doͤrfer. Es iſt Guundſucken ſchon oben bemerkt, daß ſelbige zwar gehoͤrig entſchaͤdiget ſind, ſie aber ihre „Hl Wide 1. e„. pruch ordent, alten Grundſtuͤcke noch gar nicht ordentlich nutzen. lich einzutheW a. Bey den beyden alten Doͤrfern Krieſcht und Limmritz wuͤrde weiter gar nichts noͤthig ſeyn, als nur die Allerhoͤchſte Ordre und Unterſtuͤtzung, daß ihnen ihre alte Grundſtuͤcke ordentlich und in regelmaͤßigen Stuͤcken eingetheilt wuͤrden, und dieſem keiner widerſprechen duͤrfte, weil nie⸗ manden auch nicht ein Quadratfuß entzogen wird. Hingegen V b. Auf der rechten Seite ſind noch die Grundſtuͤcke der Koͤniglichen Doͤr⸗ 1 fer Vietze, Blumberg und Wilkersdorf einzurichten. Die Nachweiſung zeiget, welchen großen Antheil die beyden erſten an dem Bruch haben. Sie ſind gar nicht im Stande ſolche urbar zu machen, und als urbare Grundſtuͤcke zu nutzen, und da ſie das nicht koͤnnen, vielmehr die Bruͤcher ſo wild, als vor der Verwallung liegen laſſen, ſo koͤnnen ſie auch den Wall, nach Verhaͤltniß einer ſo großen Morgenzahl, gar nicht unterhalten, und die ganze Gegend iſt gerade das noch, was ſie vor der Verwallung war. Es wuͤrde nur auf Nachdruck und Anſehen ankommen, dieſem auf folgende Art abzuhelſen. 1 w„Taffäige J. Daß fuͤr jedes Dorf eine, ihrem Ackerbau auf der Hoͤhe, und ihrem Vieh⸗ tung der dor⸗ ſiand angemeſſene Morgenzahl an Huͤtung und Wieſewachs ausgemittelt, dp. —————— 6 II Daß dieſe Morgenzahl auf Koͤnigliche Koſten ordentlich geradet und ein⸗ V 1 getheilet 4 III. ſelbige auch durch Graben gehoͤrig trocken gemacht, und zur Bewaͤſſe⸗ rung Daͤmme und Schleuſen angelegt, IV. aber V V 37 IV. aber die uͤbrigbleibende Morgenzahl an neue, allenfalls von den Kindern der alten Wirthe, anzunehmende Wirthe, vergeben, ſelbigen, laͤngs der Hoͤhe Haͤuſer erbauet, und die Grundſtuͤcke auf gleiche Art, wie die vorigen, geradet, und trocken gemacht wuͤrden. Dieſes iſt die einzige Art die noch wilde Gegend in Ordnung zu ſetzen; aber es iſt nicht moͤglich die Leute dazu in Guͤte zu bringen, ſondern es muͤſte von ver⸗ ſtaͤndigen und gewiſſenhaften Oekonomie⸗Commiſſarien ein ordentlicher Einthei⸗ lungsplan entworfen, ſolcher dem Koͤnige ſelbſt zur Confirmation vorgelegt, und mit der Eintheilung ohne weitere Widerrede verfahren werden. Bey allen dieſen Vorſchlaͤgen zur noch nothwendigen Verbeſſerung der Hauptwaͤlle und Grundſtuͤcke im Warthebruch, hoͤre ich ſchon manchen ſagen: ſie moͤgen recht gut ſeyn; aber was wird das koſten, und wo ſoll der Fond dazu herkommen und wenn ehe wirds damit endlich fertig werden? Ob Anſchlaͤge Ein jeder hat das Vorurtheil, daß es ſchon die Ordnung, die in dem Staat von dieſen iingefuͤhret it, mit ſich bringe, Koſtenanſchlaͤge zu haben, ohne ſich darum zu be⸗ nen uſdilr kuͤmmern, ob es moͤglich iſt, ſolche ohne einen Wahrſagergeiſt zu machen. Der Feist dſn große Koͤnig, der jene Ordnung eingefuͤhrt hat, hat ſolche Anſchlaͤge niemals ge⸗ Waic a0d. fordert, wenigſtens nicht bey den großen Anlagen von Koͤnigshorſt und in denne uͤbrigen Havelbruͤchern von Liebenwalde ab. Es war ſeinem thaͤtigen Geiſt und Deed dchc ſeiner Wuͤrde nicht zu geringe, ſich ſelbſt um das Detail zu bekuͤmmern, zu er⸗ m ben a⸗ forſchen, was geſchehen konnte, dann nach jedem einzelnen gegenwaͤrtigen Bedarf borſiuneen Geld zu geben, und mit eigenen Augen zu ſehen, was geſchahe und was geſche⸗icht gefordert hen war, und was nicht hatte geſchehen koͤnnen. Wie derſede Er ließ ſich auf die Art durch keine blendende Projekte irre fuͤhren, unter⸗ en lalſen. ſtutzte aber dagegen ein einmal angefangenes Unternehmen, bis es ganz zu Ende gebracht, und ſelbſt eine ſolche Ordnung eingefuͤhrt war, die dem Werk Beſtaͤn⸗ digkeit gab. Er ſchnitt alle Weitlaͤuftigkeiten und alle ermuͤdende Widerſpruͤche kurz ab, weil er den Vortheil des Ganzen vor Augen hatte, und weil er die Arbeit und die E 3 Arbei⸗ 5——— —— 3 C AT 58 1 21 1 1 — — ——:—— 1 3 8. ———— 2 3 Arbeiter kannte, und beyde richtig beurtheilte, folglich ungegruͤndeten Klagen ge⸗ gen ſelbige kein Gehoͤr gab. Ob nach deſſen Die Warthebruͤcher waͤren gluͤcklich geweſen, wenn ſie ehen ſo wie die Ha⸗ Denſaide inh velbruͤcher, unter den Aogen des Monarchen urbar gemacht worden waͤren. wezſäbim Wahrſcheinlich waͤren alle im Anfange erwaͤhnte Hinderniſſe viel eher geho⸗ ben, und ein lebhafter Brenkenhof und ſachverſtaͤndiger Petri vereiniget und kurz alles zu einem ſichern Zweck mit Ordnung eingeleitet worden. Ich will es dreiſt behaupten, daß derjenige, der ganz treffende Auſchlaͤge vom Waſſerbau zu machen vorgiebt, es entweder nicht praktiſch ve ſtehet, und die Hinderniſſe in der Ausfuhrung nicht kennet, oder aber, um dieſe zu decken, ganz uͤbertriebene Saͤtze annimmt, um derentwillen en Werk, als koſtbar, gar nicht unternommen wird; oder wenn er dieſes zu thun nicht wagt, um das Gute nicht zu hindern, dennoch immer zu neuen Operationen ſeine Zuflucht nehmen muß. Die ganze vorſtehende Geſchichte wird dieſe Behauptung rechtfertigen, und man wuͤrde ſehr unrecht thun, wenn man gerade der Unerfahrenheit der Leute die Schuld beymeſſen, und nicht vielmehr den Grund in zufaͤlligen Urſachen ſuchen wollte. Wozu alſo Anſchlaͤge, die doch bey der Ausfuͤhrung nimmermehr ſtim⸗ men? Es iſt unrecht wenn man bey dem Waſſerbau beydes beſtimmen will, ſo viel, und nicht mehr, will ich geben, und ſo viel ſollt ihr dafuͤr machen. Die Was fuͤr eine Beſtimmung, weil doch in der Ordnung eins beſtimmt werden muß, muͤßte viel⸗ Beſtimmung der Koſten mehr ſo lauten: moͤglich iſt? ich kann jetzt nur ſo viel geben, dafuͤr macht was il koͤnnt, betruͤgt mich nur nicht; wenn ihr fertig ſeyd, ſo zeigt mir was ihr gemacht habt, gebt mir dann richtige Rechnung und Ueberſchlag von dem was ihr gemacht habt, und dann will ich noch mehr geben. Nach dieſen Grundſaͤtzen ſollte bey Waſſerbauen verfahren werden, wie vor dieſem geſchehen, und daß darnach beſonders bey Ausfuͤhrung der obigen Vor⸗ Woher die ſchlaͤge verfahren werden koͤnne, iſt leicht zu zeigen. zelder zu den Der Koͤnig giebt nehmlich alle Jahre zur Verbeſſerung in der Neumark und othwendigen Fündeſſan g zu Buͤdner⸗Etabliſſements 100tauſend Rthlr. Die einzelnen Verbeſſerungen ſind ſchwer ———— 39 ſchwer außuſuchen und bringen den Guͤterbeſitzern und dem Staat wenig Vor⸗ theil. Wenn daher, ſtatt dieſer Verbeſſerungen, wozu die Gelder, ohne ſichtba⸗ ren Nutzen einzeln verſtreuet werden, von obiger Summe nur 25tauſend Rthlr. bis Zotauſend Rthlr. jaͤhrlich ausgeſetzt, und zur Ausfuͤhrung der obigen Vorſchlaͤge unnd Verbeſſerungen des Warthebruchs angewendet wuͤrden, ſo wuͤrde dieſes ge⸗ rade eine Summe ſeyn, wofuͤr, ohne die Arbeiten zu uͤbertreiben, jaͤhrlich einige der zuerſt aufgefuͤhrten Kanaͤle angefertiget werden koͤnnten. Waͤren nun die Ka⸗ naͤle bey Calenzig und Schaumburg, und der Vorfluthsgraben bey der kurzen Vorſtadt in einem Sommer gemacht, ſo wuͤrde aus den Liſten ein ordnungs⸗ maͤßiger Anſchlag, und darnach auch die Rechnung angefertiget, und die Arbei⸗ ten ſelbſt, ſo wie ſie wuͤrklich vorhanden waͤren, von jedem, dem es aufgetra⸗ gen wuͤrde, nachgeſehen und gepruͤft. Und ſo wuͤrde alle Jahr mit der Zah⸗ lung und eben ſo mit der Arbeit fortgefahren, bis alle Vorſchlaͤge gaͤnzlich be⸗ endiget worden waͤren. Zuletzt koͤmmt es auf gute und ſtrenge Ordnung bey der Erhaltung des Nach deche⸗ Werks an. Die Intereſſenten muͤſſen zwar ſchon itzt die Waͤlle mit großer ſerung ſtrenge Beſchwerde erhalten, allein eben um deswillen, weil es Ihnen Beſchwerde iſt, Dedaun ein⸗ thun ſie es ſchlecht, und mit Unwillen, und betrachten die Arbeit nicht als zufuhren. eine ſolche, die ſie ſich ſelbſt zum Schutz ihrecs Eigenthums leiſten, ſondern als einen Hofedienſt. So viel erpprießlicher es nun iſt, jeden Naturaldienſt aufzuhe⸗ Waͤlle durch ben, und dagegen Dienſtgeld zu nehmen, wenn es nur moͤglich iſt; eben ſo weit Heidheikeäle, vortheilhafter wuͤrde es ſeyn, die Natural Wallunterhaltung in Geldbeytraͤge zu zunter verwandeln, denn dadurch wuͤrden 1. die Arbeit ordentlicher und zur rechten Zeit geſchehen, und man dabey eben Vortheile den Unterſchied finden, als wenn man ſonſt mit Hofediener oder Tage⸗ welche danaus loͤhner arbeitet. nteden⸗ 2 wuͤrde eine voͤllige Gleichheit unter allen Intereſſenten bey der Wallun⸗ terhaltung entſtehen, welche jetzt ſchlechthin nicht eingefuͤhrt werden kann, da einer ſchlechte Waͤlle und gar keine Erde, und der andre gute Waͤlle und Erde hat. 3*ĩ wuͤrde man nicht noͤthig haben, wie jetzt, bloß um einen gegen den an⸗ dern nicht zu uͤberſehen, auf allen Waͤlllen zu gleicher Zeit arbeiten zu laſſen, ſondern es koͤnnten die gefaͤhrliche Stellen zuerſt vorgenommen werden. 4† wuͤrden die Geldbeitraͤge die Intereſſenten nicht ſo beſchweren, der ein jeder, der ſolche nicht geben koͤnnte, noch wollte, ſolche bey der Arbeit ſelbſt durch Tagelohn reichlich zu verdienen im Stande iſt. Die Feuerſocietaͤ⸗ ten koͤnnen hierbey zum Beiſpiel dienen. Sonſt wurden nur Naturaifuhren und Materiahen gegegeben, welche immer unordentlich und ſchlecht er⸗ folgten, und den Verungluͤckten keine Huͤlfe waren. Jetzt werden Geld⸗ beitraͤge gegeben; und der Verungluͤkte hat geſchwindere und beſſere Un⸗ terſtuͤt ung 40———— terſtuͤtzung. Warum ſollte alſo nicht auf gleiche Weiſe eine Waſſer⸗ ſocietaͤt eingerichtet werden koͤnnen? 3 Keich, Ufer n. Um aber dieſes zu bewerkſtelligen, muͤſte, ſobald die urbare Morgenzahl voͤllig raben Ara eingetheilt, an Annehmer vergeben, und mir ſoichen beſetzt worden, eine ganz voll⸗ tigen. ſtaͤndige Teich⸗Rolle, und ordentliche Teich⸗ uud Ufer⸗und Graben⸗Ordnung ange⸗ fertiget, und eine Teich⸗Kaße errichtet werden. Dieſe muͤſte einen beſtaͤndigen Telchechaſſen Fond oder eiſernen Beſtand haben, woraus ſie die noͤchigen Vorſchuͤſſe ſo lange be⸗ bor elneneiter⸗ ſtreiten koͤnnte, bis ſolche, nach vollendeter Arbeit, durch die Beytraͤge der Inter⸗ nen Beſtand eſſenten, wieder herbey geſchaft wuͤrden, welcher Fond zuletzt von den oben erwehn⸗ anzuweiſen. ten Meliorations Geldern zu geben ſeyn wuͤrde. Serchen Und Endlich fehlet noch ein ganz weſentlicher Theil der Ordnung, ich meine die Schulanſtal: Veranſtaltungen zur oͤffentlichen Verehrung Gottes; und zum Unterricht in der den einzurich-Religion. Ich wuͤrde Unrecht thun, wenn ich deren Nothwendigkeit erſt beweiſen 7 wollte, da ein jeder davon uͤberzeugt iſt, oder ſeyn ſollte, und ich dem, der es nicht iſt, nur wuͤnſchen moͤchte, daß er mit ſo rohen Menſchen, die alle Bande der Reli⸗ gion und der Sittlichkeit zerreiſſen, und mit der Verachtung derſelben, auch Ver⸗ achtung jeder Ordnung verbinden, zu thun haͤtte. Es wird jetzt ſehr haͤufig uͤber Ungehorſam der Unterthanen, und Widerſtrebung derſelben gegen jede gute An⸗ ordnung geklagt, und wir gehen doch vor der Quelle vorbey, und ſind gleichguͤl⸗ tig bey der Widerſtrebung gegen goͤttliche Geſetze und bey jeder Aeuſſerung der Irre⸗ ligion. Sollten wir alſo dieſe nicht wieder zu verſtopfen ſuchen? Die 1746 Familien haben noch keinen eigenen Verſammlungsort, kein Bethaus oder Kirche. Der Koͤnig hat dazu auf das folgende Jahr dem Orden und dem Magiſtrat zu Landsberg einige Gelder verwilliget, und dadurch bewieſen, daß er dieſe Einrichtung fuͤr wichtig und nothwendig haͤlt. Allein es wird dieſes fuͤr ſo weit⸗ laͤuftige und zerſtreute Oerter ſchwerlich hinreichen, und dann noch immer die An⸗ ordnung guter Prediger und Schulleute und deren Belohnung uͤbrig ſeyn, wobey zu wuͤnſchen waͤre, daß fuͤr dieſe ganz fixirte Gehalte ausgemittelt, und alle Acciden⸗ zien abgeſchaft wuͤrden. Nach meiner Ueberzeugung iſt die Ausfuͤhrung dieſer Vorſchlaͤge der ſicherſte Weg, wodurch dies Werk die moͤglichſte Beſtaͤndigkeit menſchlicher Dinge erhalten kann. Ich kann es nicht verlangen, daß andere davon eben ſo ſtark uͤberzeugt ſeyn ſol⸗ len, noch viel weniger, daß meine Vorſchlaͤge ohne hinreichende Unterſuchung, und ohne ſich dabey ergebende mancherley Zuſaͤtze und Abaͤnderungen angenommen wer⸗ den ſollten; aber das kann ich von jedem Patrioten und Menſchenfreunde, dem das Wohl vieler guten Menſchen am Herzen liegt, hoffen, daß er die Vorſchlaͤge beher⸗ zigen, unpartheiiſch pruͤfen, und wenn er keine beſſere weiß und keine andere dafuͤr auf⸗ ſtellen kann, zur Ausfuͤhrung derſelben alles beyzutragen, und Hinderniſſe, die nicht in der Sache ſelbſt liegen, ſondern von bloͤden oder widrig geſinnten Menſchen gemacht werden, zu uͤberwinden, Muth genug haben werde. Nach⸗ — ——— — — — Nachweiſung der ſaͤmmtlichen Waͤlle an der Warthe. = 5 8 6 5 .’ Ieineelsden I. Auf der rechten Seite. angelegt. 7 No Ruthen. 4 1768 IVom hohen Lande bei Wepritz bis an die Clemente. 85 1565 6 1772 2 Von der Clemente bis an den Luchſengraben. 715 1770 3 Von dem Luchſengraben bis an die Taubenwieſen im Landsber⸗ 9 ger Hollaͤnder..... 720 6 1772 4 Von da bis an die Clemente.... 960 5 1773 5 Von da bis an den Fichtwerder.... 1401 ¹ 17⁸ ½ 6 Von da bis an den Pyraͤhnſchen Warthegraben.. 365 6 1775 7 Von da bis an den Schuͤttendammer Graben.. 490 6 1778 SVon da bis am Zuͤchlitz. 3...— 653* 17 ⅔ ½ 9Von da bis an die ſchnelle Warthe.... 1349 1782[10Der Friedrichs⸗Kanal und Wall.... 1615 1 1782[II Auf das Tamſelſche und Warnikſche.... 1220 Summa I11 553 II. Bei der Stadt Landsberg. 1765¾ 1An der rechten Seite des Kanals. 8.„ 915 1767 2— Der Rundungswall und vorlaͤngſt der Vorſtadt.* 375 176 ½ 3 Von der Schanze bis an die Wepritz⸗Wieſen... 900 17706 41[Oer Queerwall....... 295 — Summa. 2485 — — — In welchem Jahre ſolche angelegt. 3——— 1767 1768 1768 1769 1771 1779 1769 1770 =1 177+ 1782 1774 III. Auf der linken Seite. Recapitulatio. I Auf der rechten Seite..... II Bei der Stadt Landsberg.... III Auf der linken Seite... 3 .l Summa der ganzen Verwallung oder 14 ½⅞ geometriſche Meilen. 2 No Nutheu. I[Oberhalb Borkow von der Polniſchen Grenze bis an den Lands⸗ berger Kanal...... 39423 Wlam Landsberger Kanal...... 1300 3won da im Enlenſchen Bruche..... 518 4. daſelbſt bis an den Ziegenwerder.... 336 5 von da bis Koͤlſchen...... 2174 b 6won da bis an den Werder..... 140 b 7 von da bis an Albrechts Bruch. 900 8 vorlaͤngſt Albrechts Bruch bis an die Pyraͤhnſchen Hollaͤnder 1000 V gwon den Pyraͤhnſchen Hollaͤndern und groß Raͤhne bis an den V Wor 4...... 1250 V roſdie Woxkoupirung und Wall daruͤber.... 50 IIvon da bis an den Buchwerder.... 437 12 won da bis an den Entenwerder.... 900 13 von da bis an den großen Sonnenburger Werder.. 430 14 won da bis unterhalb Priebeow.... 1710 — Summa 1308812 60,* — accordirten Nachweiſung der von Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt Gelder. ne Rthlr. Gr. Pf. 1767 Bur Verwallung...... 350000—— 1768 Bu 1360 Buͤdner⸗Familien 4... 136000—— 1775 Zu den Waſſeerſchaͤden..... 5113527—— 177 8 Zur neuen Verwallung..... 231818˙21 4 1780 Zu den Waſſeerſchaͤden..... 36000—— 1783 Zu Kuͤhmelkereien...... 82940—— 1784 Zu Waſſerſchaͤden...... 400000—— 1785 Zu dergleicen...... 100000—— —— Summa aller Koſten.. 1027915 21]4 22 Nach⸗ ——— —— . 9 — — — — — Nachweiſung der alten Doͤrfer und neuen Colonien auf der rechten Seite der Warthe. Anzahl] Anzahl Archt net Eundſtiite⸗ Ganze der 3319 Namen der angeſetz⸗ Anzahl.! alten neuen alten tenSolo⸗ Dorfer. Colo⸗ der Doͤrfer und Colonien. Wirthe niſten⸗ nien Famil ORu⸗ Morgen then. — ENB— 1 1— Dorf Wepritz.. 45— 1976 127 21— 1[L. Colonie Gieſen.— 20 100— 3 2— A. Marwitz.. 18— 636 28 4— 2[K. Sophienaue.—— 800 5 3— L. Kietzer Baar.. 1— 536 40 6 4—[2l. Neuendorf.. 9— 25 126 2— 3 L. Gieſenaue—-— 20 864 20 81— 4[L. Ludwigsthal.—.8 400 I1 9 5— K. Kladowſche Riiſte. 1— 33 66 10 6—(K. Zanzien.. 1— 10 60 11 1— 5 9 Friedrichsthal.„— 10 4856 61 12 7— A. Beiersdorf.. 24— 522 7 131— 6[L. Johannishof— 3 380 2 14 8— K. Loppow. 21— 865 160 15 1— 7 L. Klementen Eoloniſten— 13 140— 16— 8[L. Bergenhorſt.—— 9 286 60 17 9— K. Heinersdorf.. 24— 274 98 18 10— K. Ratzdorf.. 20— 605 141 19—— K. Amt Himmeſſtaͤdt.—— 444 176 20 11— K. Dorf Gennin. 36— 1275 144 21—— L. Landsberger Haferwieſen—— 50171 22— 9[K. Blumenthal..— 5 1 282 143 23 12—(A. Hammerſche Hollaͤnder. 5— 223 54 24 13— L. Landsberger Hollaͤnder. 46— 2834 150 25— L. Schutzenkand.— 11 90 25 13 9 Iatus. 251 134 14064 162 ———————. ———— Anzahl] Grundſtuͤcke. 9 Ganze Aduaht danaht Namen Anh Trdt Anzahl. alten neuen 3 alten ten Colo⸗ Doͤrfer. Colo⸗ der Doͤrfer und Colonien. Wirthe.] niſten⸗ nien. Famil. QRu⸗ Morgen then Tranſport 251[ 134 14064 162 26— 10 2. Raumerswalde 3— 48 240— 27——(K. Genninſcher Muͤller—— 78 33 2 14— K. Friedrichsberg. 18— 562] 101 291— 11 K. Duͤringshofen—-— 32 332 132 30— I12 fL. Bergenhorſt—— 7 220— 31—— A. Koͤlſchner Wieſen..—— 103— 2— 13 2 Karlsfelde* 3— 3 200— 33— 14 9. Johannishorſt— 1 100— 3—- h15 fL. Chriſtiansberg— 1 110— 35— 16 A Loſſow 3.— 22 672 140 36— 17[A. Cocceji...— 50 1510— 371— 18 L. Gerlachsthal— 41 208 24 38 15— A. Dietersdorf. 2— 214 32 39 16— A. Stennewitz.. 18— 433 124 40 17— A. Liebenow. 20— 281 152 41 18— K. Alt⸗Genninſche Ho Uander 19— 699 164 4² 19— K. Genninſche Hollaͤnder. 62— 33235 472 43 20— K. Spiegel... 32— 1565 145 44— 19 K. Fichtwerder..— 42 247 16 43 y—— K. Zacharias Lorenz.— 1 40— 46— K. Amt Piraͤhne—— 7700 162 47— 20 K. Hop enbruch—— 10 88— 48— 21 K. Doͤllenſche Radung—— 60— 49 21 K. Dorf Pyraͤhne.. 37— 931] 131 50—— K. Zinswie ſenz Dietersdorff—— 21— 511— K. zur Diſpoſition.—— 35— 2—— K. Fiſchers Looß.—— 40, 160 53 22— A. Kleinheide..—— 165 23 54—— K. Balz...—— 23] 134 55—— K. Vietzer Radung.—— 275 65 56 23— K. Maßin... 18— 136/ 566 56 a23 21 Latus 1 487 1 392 l 28056. 38 * 3 K. Hege⸗ —————————— — —ͤͤͤ ͤͤͤͤͤͤͤͤſͤſſſſ — ſͤſͤſſſ11 — — 4 Anzahl! Grundſtuͤcke. Anzahl Anzahl Anzahl! der Banze d der Namen der ſangeſetz⸗ Anzahl.] altenneuen. 1. alten ſtenColo⸗ Dorfer. Colo⸗ der Doͤrfer und Colonien.] Wirthe ſ niſten⸗ nien. Famil. Ru⸗ Morgen then. —ͤ————rn— Tranſport 9487 392 28036 38 57— I— KK. Hegemeiſter bei Vietze.—— 811 102 58—— KK. Erbzinsguth und Muͤller 591— 22(A. Colonie bei Klein⸗Ca⸗ „ min...— 30 9000— ————— 2 59 23 1 22 Summa. 487 422 29164! 48 Anmerkung. K. bedeutet Koͤniglich. A. ⸗ ⸗ ⸗ ALeelich. 8, ⸗⸗ Landobergiſch. ——ͤ.— ——,— Nach⸗ —— E Ganze Anzahl. — O C d B + o d — ◻ν 16 152 + 0o Anzahl der alten Doͤrfer. HIeer LIIIIlIlI s l e. —1 Nachweiſung der alten Doͤrfer und neuen Colonien auf der linken Seite der Warthe. Anzahl Namen Anzahlſ urhl Grundſtücke „den, der Doͤrfer und Colonien.]„kern ſeunsbi Fr I. Im Landsberger Bruch. wiitht wüan. Ru⸗ Morgen. then. — Berkenwerder. 31— 707 153 — Altenſorge.. 38— 682— — Borkow.. 37— 2856] 139 1 Niederalvensleben.— 10 407] 137 2 Oberalvensleben.— 12 483— — Dechſel... 44— 1729 168 3 Klein Zettritz.— 50 252] 140 4 Groß Zettritz..- 40 1582 137 — Zechow.. 26— 854 70 — Lorenzdorf.. 39— 469 130 5 Blockwinkel— 1 46 1759 10 6 ‚FIglofſtein.— 4⁰ 238— 7 Rodenthal..— 22 440%—] 8 Leopoldsfahrt„.— l 23 908— 9 Seidlitz.——-— 102 554 157 10 ſLiebenthal—.— 40 205— 11 Im Gubbin.— 3 128 62 12[Schoͤnewald*— 39 1200— 13 Maſſow..— 31 1600— 14 Roßwieſe..— 20 1077 67 — Kernein.. 31— 2207 69 —[Eulen... 27— 1412 47 15 Derſchau..— 50 2509— 16 Neu Soeſt..— 4 57 90 1) Maßtkte.— 2 243 17] Latus 273 534 20762 4 Ganze Anzahl 26 27 28 29 30 31 32 33 Anzahl der alten 33 AIIaIuIr Doͤrfer.] Colo⸗ nien. Anzahl Grundſtuͤcke 4. 9 zahl der 881 8 Aazuht Namen Mdag Lanzeſ 67 neuen„⅞Ialten ztenColo⸗ der Doͤrfer und Colonien. Wirthe. niſten⸗ Famil. ORu⸗ —— Morgen then. Tranſport 273 5341 20762 4 18 Meiershof—— 6 240— 19 Eulenſche Muͤhle.— 1 40— 20 Guͤrgenaue. 2— 14 360]— 21 Jahn.. 3— 1 150˙135 22[Hagen...— 14 360— 23[Kattenhorſt..— 20 671 64 24 Plunitz...— 38 1881! 32 25 Karolinenhof..— 12 500— 25 Summa. 273 646 25165 75 Anmerkung. Das Landsberger Buͤrger⸗Bruch und die Stadtwieſen und Huͤtung ſind hierun⸗ ter nicht begriffen, und werden an 3 bis 4 Tauſend Morgen betragen. ——ℳ—Yℳ—— 6 5 icke Peernr 4 — 3 Anzah„ d 1 Gente ſLuuah! Ana Namen Anzah de Gruadfrice anze der der 1„.. er zangeſetz⸗ 5 ü Anzahl. Biten neuen der Doͤrfer und Colonien. zWieſ kiierſi⸗ Nu⸗ Doͤrfer. Colo⸗. irthe. niſten⸗ 8 then. nien. II. im adelichen Bruche. Famil. ORu⸗ 4 5 Morgen then. 3 4————,———— 2 11—=— Neuwalde.(— 3 170— 6 — 2 1— Neuwalde.* 4— 316 61 — 3 2— Hammer... 31—-— 1113 88 1 1, 4 3— Koͤlſchen... 43— 1352 15 . 5— 2 Weiberwerder..— 3 114 150 4 69 6 4— Neudorf... 9 4 309 92— 6 1 7— 3 Streitwalde 3 4— 28 816 128 5² Scheiblersbur.— 6 6 — 8— 4 Scheiblersburg. 50 306— 6 — 9— 5 Altona...— 20 100— 3 75 10 5— QArensdorf.. 14— 193 126 4 11 6— ſRanden„..—— 38 20 1 Aihie 12 7½— ſterwalde..—— 66 167 6 13 8— Herzogswalde..—— 105 157 14 9— Stubbenhagen..—— 50 101 15 10— Koͤnigswalde..—— 246 60 6 16 11— Gleißen...—— 171 86 47 12— Kalkmuͤhle...— 33 172 66 17 12 5 Summa. 101 111 5505 163 9 43 Na⸗ 4 Na⸗* 9 — 2— 4— 3—————————22ÿſl2ß2sII12 Assn/⸗άzn:,,ũàẽ——— ———————:·:—““““GGG—õy,y,, y der neuen Colo⸗ nien. Anzahl Namen der Doͤrfer und Colonien. III. im Ordens⸗Bruche. — Anzahl der angeſetz⸗ ten Colo⸗ niſten⸗ Famil b — O 0 Ad= — 11 C. Sed. 0d 8. 1- Wallmeiſter.. Albrechtsbruch.. Klein⸗Maͤnnheim. Schartowothal„ Studtgard. Beaulieu.. St. Johannes. Krieſcht... Friedrich der Große. Vorwerk Mariland. Colonie Mariland, von Bu⸗ dritzky, v. Ihlow Schnei⸗ der u Grabenmeiſter. Brenkenhofsfleiß Klein⸗Maltha. Quebek... Neudresden.. Philadelphia.. Zinswieſen von Heiners— dorf, Maͤkow, Laubow und Lowiſa—. Korſika... Lowiſa.— Savannah.. Teichinſpector. 2 Havannah. Annapolis... Saratoja. 3 Freyberg.. 3 Neulimmritz.. Brenkenhofsfleißer Zins⸗ wieſen... 33 Zur Diſooſition. ᷑— +G O———== —— 11 Latus, —————OQ———————ÿ — O Grundſtuͤcke. ORu⸗ Morgen then. 1 ² AsRlME 13— 2145 90 4922— 953— 964 37 305— 209— 2830 141 353—4 1200— 247— 436— 938 43 200— 1176— 100— 2944— 843. 5 1399 148 —2ZS 6v 233 161 30— 108— E 4— 906— 516— 562— 80— 2 48— 17516] 155 Alt⸗ Auzahl Grundſtuͤcke. — 4 2 6 4 Ganze Aazahl Anabl Namen iaen ardeg alten en Colo Auahlendern. Lalo, der Doͤrfer und Colonien. Wurhe, unſean 4 nien. Famil. ORu⸗ Ru⸗ Morgen then en.— Tranſport 121..— 3 4. por 121[408 17516 155 6 5 29 3— QAltlimmritz... 51— 2225— 90 30—— ſder Kruͤger—— 15— 1 3 31—— dder Landjaͤger..—— 40— 5 4 — 2— 24 Vorwerk—.—— 5oo— 5 37 33— 25 Vorwerk Woyfelde.- 55I 2621— V . 34— 26 Penſilvanien.— 23 695— 8 35— 27 Hampfhire..— 22 666— 41 36— 28 Florida. 8.— 1 100— — 37— 29 Mirſenswerder..— 1 100— — 30 Jamaika.— 30 906— V 31 †Sonnenburgerwerder und 4 Wallmeiſter.— 1 600— 32 † Baudachswerder.—— I 1500 * Wieſen fuͤr die hohen 3 Doͤrfer..— 1500— 4 33 † Sonnenburger Vorwer?k—]— 1000— Sonnenburger Fiſcher—— 800— Jenſeit dem Friedrichs⸗Kanal ſind belegen 34 Gros Schwarz⸗Soe.— I 300— 35[Klein Schwarz Soe.— 1 100— — 36 Vorkstowcw..— 1 400— G 37 Neuyork..—— 1 200— 1 V 38 nllrica.—— 100%— 39 Charlstown. 3—— 150— 37 3 39 Sunma. 172 1 345 32034 155 . Anmerkung. Die mit bezeichnete Etabliſſements muͤſſen noch eingetheilt, geradet und bebauet werden. „ a* 2 Na⸗ 99 12 4———— „—— 2—————.——————— —————*— e . Auzahl!] Grundſtuͤcke. Anzahl Anzahl Auzahl der Fauht de der Namen der eeheße nzahl.alten neuen alten ſtenColo Dödrfer.] Colo⸗ der Doͤrfer und Colonien. Wirthe.“ niſten⸗ nien. Famil. Ru⸗ Morgen tyen. —‚—— y—--———:— ʒ 1 1—(Genninſche Hollaͤnder. 2— 92— 2 2— Pyraͤhnſche Hollaͤnder. 13— 346 35 3— 1[Groß Rähne.— 9 370]% 23 4 3— Hollaͤnder Palike. 1— 132— 5— 2[Ludwigshof.— 1 53— 6 4— Vor⸗ und Vietzer⸗ Hollaͤnder 35— 10835— 2— 3[Logau.— 15 430— 54— 4 Borwerk Schüͤtzenſorge— 6 700— 9 5— EEntenwerder. 4— 105— —— An—— 91 5 4 1 Summa. 55 1 31 33311 58 Re- ———— e. Anzahl] Gr 3 — Anzahl Anzahl Arzahl] wen]7 Grundſeütee. afes der der R. lati der angeſetz⸗ [(Anzahl.; alten neuen— 1tulat1o. alten ſtenColo⸗F Nü⸗ 15[Doͤrfer. Colo⸗ Lcap u14819 Wirthe.] niſten⸗ er. nien. Famil. Ru⸗ en. Morgen.(then. — 59 23 22 ſa. Auf der rechten Seite der b 5 Warthe... 487 422] 29164 48 3 b. Auf der linken Seite der. — Warthe.. 4 3 33 81 25 I. Im Landsberger Bruch 273]¹1 646 1 25165] 75 17 12 5 II. ⸗ Adelichen. 101 111] 3505 163 37 3 30 ſIII.⸗ Ordens. 1721 545] 32034 155. . 8 5 3 IV.⸗ Koͤniglich S 31 3331 38. 154 51 94 Ganze Summe. 1088 17551)95201 139 8 oder 4 ½ Quadrat⸗Meilen. G Re⸗ 82 3 Nach⸗ ——1——— — 16 4* —* 9 —————— 1— u—— 4 „——— —, — —— V * 21 Nachweiſung. 2.... der noch Theils uneingetheilten, Theils der Ueberſchwem⸗ mung ausgeſetzten Grundſtuͤcke. Nro. Morgen QRut. 4 Wieſen. 2772 9 1 K. Dorf Bietzeeaa. Honthung. 62 427 wuͤſter Bruch. 449— 4 Wieſen... 1920 132 2 ¶ K.—— Blumberg. Huͤthiumg... 1208 118 V wuͤſter Bruch.. 750 36 1 3 K. Dorf Batzlow Wieſen..... 23 149 4 K. Dorf Zichert Dito....... 679] 138 5. A. Groß und Klein⸗Kammingn.. 4310]164 Wieſen. 902 85 3— 6 K. Wilkersdorf. Huͤthung. 304 36 Bruch*** 2* 60— —— 3 7 A. Tamſel 4*.**** 4. 8 4 5823 II1I 8 Vom Ordens⸗Bruche.. 9105 34 9 Kaͤſtriner Kraͤmpe, auſſer urbaren Wieſen und Huͤthung. 8748— —————e 8 Summa. 38020 179 Fort⸗ 1 S 1 —Oↄſ&qꝗOꝗ—QOQ—O—QQ—CQℳ—AͥACZypy—y—y—y·y·yͤyAyd„d ·¶·¶ ͤͤ — „ — — 4— —— ⏑&ꝙ— 179 —— Fortſetzung auf das Jahr 1786. Nen Jahr iſt fuͤr die Warthebruͤcher eins der traurigſten geweſen, ſeitdem ſie verwallet worden, ohnerachtet der Anfang deſſelben ſo guͤnſtig zu ſeyn ſchien, da das Winterwaſſer und Eis ohne allen Schaden abgingen, und darauf das Fruͤhjahr ziemlich trocken wurde, welches die Bewohner der Bruͤcher ermunterte alle moͤgliche Arbeit und Koſten auf die Beſtellung ihrer Laͤndereien zu verwen— den. Es war ein herrlicher Anblick, ſonſt oͤde geweſene Gegenden mit man— nigfaltigem Getreide und Fruchtarten prangen, und die Beſitzer endlich in Hoffnung reicher Erndten ruhig und zufrieden zu ſehen. Allein gegen das Ende des Junii fieng das Regenwetter an, und dauerte faſt ununterbrochen den ganzen Sommer und Herbſt. Die Stroͤme fiengen aus dieſer natuͤrlichen Urſach an nach und nach an⸗ zulaufen. Schon im Auguſt wurden die beſten Gegenden des Warthebruchs, theils vom Binnenwaſſer, theils von dem Ruͤckſtau der Oder uͤberſchwemmt, und gegen Ende des Monats und Anfangs September, da die Oder zu einer fuͤr Sommerwaſſer ganz ungewoͤhnlichen Hoͤhe, von 10/— 11“, angewachſen war, ſtand das Waſſer uͤber die ſchoͤnen Laͤndereien zu 2 bis 3 Fuß. Alles Getreide, alles Heu war gaͤnzlich zu Grunde gerichtet, und alles Gras ver— dorben, ſo daß das Vieh auf duͤrren Sandbergen hungern mußte. Der Anblick war klaͤglich, die Aehren aus dem Waſſer hervorblikken, und die armen Leute beſchaͤftiget zu ſehen, ſie in halber Verzweiflung unreif abzu⸗ pfluͤkken, aber noch trauriger war der Anblick als das Waſſer ablief, und Schlamm, und unertraͤglichen Geruch von den modernden Gewaͤchſen zuruͤck ließ. So waren auf einmal alle Hoffnungen dahin, und die ungluͤcklichen Bewohner die— ſer Gegenden waͤren ganz verlohren geweſen, haͤtte nicht unſer guͤtiger, huld⸗ reicher Monarch ihrer gegenwaͤrtigen druͤkkenden Noth durch eine anſehnliche Quantitaͤt Brodkorn abgeholfen. Aber wie wird es in Zukunft gehen? hoͤre ich ſchon fragen; wie ſoll! ſolchem Ungluͤck vorgebeugt werden? und wird man ſich nun wohl uͤberzeugen koͤnnen, daß die Anlagen Beſtand haben werden? Die Sprache des gemeinen Mannes, die ſo ganz unverſtellt und ohne Kunſt ſich uͤber natuͤrliche Vorfaͤlle ausdruͤckt, kann hier mehr eutſcheiden, als qllsc * 55 5 * p 5 — —— alle weit hergeſuchte Beweiſe; denn jene gruͤndet ſich auf ſimple in der Natur der Sache liegende Erfahrungen, dieſe nur gar zu oft auf Hypotheſen. Wenn ꝛch alſo einen gutmuͤthigen Coloniſten noch mitten im Ungluͤck ſagen hoͤre, wie ich es wirklich gehoͤrt habe: „es iſt wahr, unſer Ungluͤck iſt groß, wir werden es in unſerm Leben nicht „verwinden, aber es iſt doch auch ſeit 1736 kein ſolches Sommerwaſſer geweſen, „und wird alſo ſo bald nicht wiederkommen. Haben wir doch geſehen, was „unſer Boden thun kann, wenn uns der liebe Gott nur bewahren will—, ſo giebt mir dieſes die ſicherſte Anleitung zu folgenden Saͤtzen: Erſtens, der Ungluͤcksfall gehoͤrt zu den außerordentlichen und ungewoͤhn⸗ lichen. Zwar kommt oͤfters Sommerwaſſer in der Oder, und auch An. 1779 iſt es uͤber 8 Fuß geweſen, aber nie iſt es ſo hoch geweſen, und hat auch nicht ſo lange geſtanden. Geſetzt alſo, es ereignete ſich in eben der Maaße wieder nach 50 Jahren, ſo hat indeſſen eine ganze Generation gluͤcklich und ruhig ge⸗ lebt, und hat dem Staat vielen Vortheil gebracht. Dieſen balancire man ge⸗ gen die Koſten der Unterſtuͤtzung welche dann einmal der Staat wieder geben muß, ſo wird er doch immer noch zehnfach gewonnen haben. Zweitens. Vernuͤnftige Einwohner der Bruͤcher verlieren den Muth nicht, ſondern rechnen alles auf die Zutraͤglichkeit des Bodens, wie ſollten denn andre den Muth verlieren, die doch kein ſo nahes Intereſſe dabei haben? Es ſcheint nun einmal die Einrichtung der Welt ſo mit ſich zu bringen, daß die fruchtbarſten Gegenden auch mehrern Gefahren ausgeſetzt ſeyn ſollen; aber der Menſch trotzt lieber jeder Gefahr als daß er ſie verlaͤßt. So iſts auch hier. Und wollen Menſchen bleiben, und ſich da naͤhren, ſo iſt wohl keine Frage mehr, ob die Anlagen erhalten werden muͤſſen. Der beſte Koͤnig hat auch dieſes als gewiß zum vorausgeſetzt, und zu un⸗ terſuchen befohlen, wie alles fuͤr kuͤnftige Ueberſchwemmungen ſicher geſtellt werden koͤnne. Die dazu verordneten Commiſſarien haben den hauptſaͤchlich— ſten Grund der Ueberſchwemmungen in der Unregelmaͤßigkeit der Warthe und Oder, und in der Verſandung der letztern gefunden, und einen ausfuͤhrlichen und gruͤndlichen Plan zu Abhelfung dieſer Maͤngel angefertiget. Es wuͤrde zu weitlaͤuftig ſeyn, ihn hier ganz einzuruͤkken; zum Theil kommt er mit den Vor⸗ ſchlaͤgen 32. 33. ꝛc. uͤberein, nur daß er noch erweitert, und auf die ganze Oder bis Schwedt gerichtet worden iſt. Eigentlich beruhet er auf fol⸗ genden Hauptſaͤzzen: 2. Daß —— ————————— 22 ——J—————— Natur Wenn 1. Daß die Oder, von Schwedt ab, bis zur neuen Oder, oder dem Canal vie ich von Hohenſaaren bis Guͤſtebieſe in Ordnung geſetzt werden ſolle. 2. Daß die Bruͤkke bei Hohenwutzen weggeſchaft, und vorgedachter Canal nicht gehoͤrig aufgeraͤumt, dann weſen, 3. durch 2 große Kruͤmmen der Oder bei Clewitz und Calentzig Durchſtiche was angefertiget werden ſollen, wovon der letzte⸗pag. 32. ꝛc. in Vorſchlag ge⸗ l—, bracht iſt. 4. Daß ein Canal bei Schaumburg angefertiget werden ſoll, wie pag. 33 ewoͤhn⸗ bemerkt iſt. 1779 5. Daß alsdenn die Warthe nach der Oder, wie weiter oben angezeigt r wor⸗ hnicht den, jedoch nur in einem Canal geleitet werden ſolle. wieder Zuerſt kommt die ganze Sache auf die Allerhoͤchſte Genehmigung und hig ge⸗ Bewilligung der Koſten, und dann, auf eine dem weitlaͤuftigen Unternehmen nan ge⸗ angemeſſene baldige und gute ar hin di deſſelben an. Wenn jene erfolgt geben ſind, woran nicht zu zweifeln iſt, die landesvaͤterliche Guͤte unſeres beſten Koͤniges gewiß keine Grenzen hat, d bald die Erhaltung und das Gluͤck eini— Nach ger tauſend Unterthanen davon abhaͤngt, ſo wird die Ausfuͤhrung einem thaͤti⸗ en denn gen, und mit ſolchen Geſchaͤften bekannten Manne ſehr leicht vorkommen, weil 1 E alle vorgeſchlagene Arbeiten weder kuͤnſtlich noch gefaͤhrlich, vielmehr einem je— daß die den Waſſerbauverſtaͤndigen, ja ich moͤchte faſt ſagen, einem jeden Graben⸗ und aber der Wallmeiſter im Warthebruch bekannt genug ſind. Nur allein die Witterung, ich hier der Waſſerſtand, und dann Wiederſpruͤche von Seiten der Menſchen, die ent— gemehr, weder wegen ihres Amtes, oder wegen ihres Privat— N dutzens dabei intereßirt ſind, koͤnnen Schwuͤrigkeiten verurſachen. diu umn Jenen kann man in dieſem Fall nichts als Geduld und Zeit entgegen ſe— b geſtel tzen, denn an Verlegung der Ufer oder an Schoͤpfwerke und dergleichen kuͤnſtli⸗ ſachlih⸗ che Huͤlfsmittel iſt hier nicht zu denken; da die Arbeiten blos im Strohm und tbe und an verſchiedenen Stellen auf eine Weite von 3 Meilen zerſtreuet ſind, und beim hrlichen Anwachs der Stroͤhme gar nichts zu thun iſt. Nur ſo viel haͤngt dabei von ei— ürde in ner geſchickten Einleitung ab, daß, zur guten Jahrszeit, und bei niedrigem en Der⸗ Waſſerſtande, alles aufgebolen und dann weder Muͤhe noch Geld geſchonet auf di werde. nuf fo⸗ Um Widerſpruͤche zu heben dazu gehoͤrt auch Zeit und Geduld und viele Daß ſanftmuͤthige Herablaſſung, und wenn das alles nicht helfen will,— ünhen x*. ehen ——— 4 ſehen und Gewalt; keine dem orientaliſchen Deſpotismus gleiche Gewalt, um aus bloßem Wohlgefallen der Unterthanen Eigenthum anzugreifen, ſondern auf das rechtliche Obereigenthum des Staats(dominium eminens) gegruͤndete Ge⸗ walt, daß, wenn Tauſende erhalten werden ſollen, Einer leiden, und auch ſein Eigenthum hingeben muß, wenn er nur dafuͤr Entſchaͤdigung erhaͤlt. Das iſt nun hier der Fall. Es muͤſſen auf den Grundſtuͤcken einiger Doͤrfer Canaͤle gegraben werden, um 2 Stroͤme, die wahren und wichtigſten Straßen zu Waſſer, in Ordnung zu ſetzen, die Schiffahrt, und an 200 Tauſend Morgen Landes zu erhalten. Dafuͤr werden etwa 100 Morgen vergraben, welche die Stroͤ⸗ me ohnedem jaͤhrlich mehr und mehr beſchaͤdigen und verſanden, und welche die Beſitzer durch die verlaſſenen Strombette in einigen Jahren wieder gewinnen. Solte nun da die Gewalt nicht rechtmaͤßig ſeyn, den Beſizzern ihre Nuz— zungen nach einer billig maͤßigen Taxe zu verguͤtigen? und— ohne Wider— ſpruch zu graben? Ich glaube das aus Ueberzeugung ſo ſehr, daß wenn es mich ſelbſt betraͤfe, ich nicht anders denken wuͤrde; wenn aber der Plan einmal genehmiget worden, und derjenige, dem die Ausfuͤhrung anvertraut iſt, nicht auf die Art verfahren kann, ſondern ſich mit jedem unruhigen Menſchen in weit⸗ laͤuftige Eroͤrterungen einlaſſen ſoll, ſo muß er das Unternehmen aufgeben. Um indeſſen die Nothwendigkeit und die Vortheile der vorgeſchlagenen Regulirung der Oder und Warthe noch kuͤrzlich zu zeigen, ſey es mir erlaubt, den Schluß aus dem oben erwaͤhnten Commiſſariſchen Plan hiebei zu fuͤgen, welcher folgendergeſtalt lautet:„bei der Ausfuͤhrung dieſes Plans wuͤrden noch die Fragen entſtehen: ob kein anderer Weg moͤglich ſey? Ob ſolche ſo aͤußerſt noͤthig, und was fuͤr Nuzzen und Vortheil im Ganzen daraus entſtehen werde? Die erſte Frage wird ſich aus dem vorhergehenden ſchon von ſelbſt erledigen, und ob man gleich gern zugeben will, daß in einzelnen Punkten hie und da noch einige Abaͤnderungen und Modificationen moͤglich ſeyn koͤnnten, ſo kommt man im Ganzen doch immer wieder darauf zuruͤck, daß man der einmal, theils durch die Natur, theils durch die Verwallung vorgezeichneten Bahn der Stroͤme der Oder und Warthe folgen muͤſſe, und alſo nicht im Stande ſey, von dieſem Wege abzuweichen. Was hingegen die andern Fragen betrift, ſo werden ſich ſolche von ſelbſt am beſten beantworten, wenn man annimmt, was fuͤr ein Er⸗ folg entſtehen werde, wenn der Plan nicht ausgefuͤhrt, und zur Regulirung der Stroͤme nichts gethan wird. Dieſer wuͤrde darin beſtehen, daß beide Stroͤ⸗ me —ꝝ—.——,——,————— (—- 2B—8 ABͤ——.——— —2 — — e· — ————————— me ſich ſo, wie in den vorigen Jahren geſchehen, noch alle Jahr mehr erhoͤhen⸗ und alſo der Waſſerſtand darnach, bey hohem Waſſer, immer noch hoͤher wird, und zur guten Jahrszeit, niemals niedrig werden kann. Z. E. Anno 1730 iſt der Waſſerſtand in der Oder 13 Fuß † Zoll geweſen; Anno 1785, 15 Fuß 1 Zoll, und in der Maaße kann man annehmen, daß er in kuͤnftigen Jahren endlich bis auf 17 Fuß ſteigen werde. Die Folge davon wuͤrde ſeyn, daß, ſo wie in gedachten Jahren, ſo noch vielmehr in der Zukunft, Durchbruͤche in den for— midabeln Oderwaͤllen entſtehen, und dabei der Kietz, die lange Vorſtadt, und ſelbſt die Veſtung Cuſtrin in die aͤuſſerſte Gefahr geſetzt werden wuͤrde, zu deren Retabliſſement gewiß zehnfach ſo hohe Koſten als jetzt, zur Vorbeugung ſolcher Ungluͤcksfaͤlle, erfordert werden wuͤrden. Ferner hat es nun ſchon die Erfahrung ſeit 20 Jahren beſtaͤtiget, daß die unverwallten Neumaͤrkſchen Doͤr⸗ fer Schaumburg, Calentzig, Clewitz und Niederwutzen immer mehr zuruͤckge⸗ kommen, ihre aͤndereien verſandet, und ihre Ufer abgeſpuͤlt worden ſind. Acta ſprechen davon, und ein jeder wird eingeſtehen, daß, wenn die Canaͤle ſchon vor 20 Jahren gemacht, und der Strom regulirt worden waͤre, den Doͤrfern beſſer geholfen worden ſey. Sollte alſo eine vollſtaͤndige Vorkehrung noch eben wieder ſo lange Anſtand haben, ſo wuͤrde zuletzt von den Grundſtuͤk— ken dieſer Doͤrfer gar nichts mehr uͤbrig bleiben. Eben dieſes hat auch an der Warthe ſtatt. Stauet der Strom von Jahr zu Jahr hoͤher herauf, wird der Waſſerſpiegel nicht erniedriget, und erfolgt alſo auch nicht einmal im Som— mer ein kleinerer Waſſerſtand mehr, ſo erfolgen von Jahr zu Jahr mehrere Durchbruͤche. Die Intereſſenten koͤnnen die Waͤlle nicht erhalten, weil ſie kei⸗ ne Erde haben, und ſie koͤnnen weder ſaͤen noch erndten, noch ihr Vieh weiden, noch Heu machen, weil ſie zu jeder Zeit uͤberſchwemmt ſeyn, oder Ueberſchwem⸗ mung fuͤrchten muͤſſen; und hieraus wird einleuchtend genug werden, daß die groͤßten Vortheile darin beſtehen, daß ſchon etablirte Werke erhalten werden, und erhalten werden muͤſſen, und daß, durch dieſe Vorbeugungsmittel, wel⸗ che zur rechten Zeit angewandt worden, viele traurige Huͤlfsmittel, zur Zeit der Noth, erſpart werden. Man wird freilich nicht verlangen, daß dadurch alles Ungluͤck vor beſtaͤndig verhuͤtet werden ſolle und koͤnne, denn das iſt bei keinem Element, ſo wenig bei Waſſer als bei Feuer, moͤglich. Allein, ſo wenig man Feuerſpruͤtzen und Feueranſtalten verachten, und vernachlaͤßigen wird, weil doch Feuer entſtehet, und Haͤuſer und Staͤdte und Doͤrfer ab⸗ .*2. hrennen), 2 ———ixinͤ — — r —ſ — — “ —— 8 —————y —y— —— —— — ———— brennen, ſo wenig wird man auch Vorkehrungen gegen Waſſer tadeln und die darauf zu verwendenden Koſten um deswillen fuͤr uͤberſluͤßig halten, weil doch Durchbruͤche und Gefahren moͤglich bleiben. Dieſes wuͤrde hier im⸗ mer der Fall ſeyn, und man wird denken muͤſſen, daß es ſchon ein großer Ge⸗ winn iſt, Ungluͤck zu mindern, das Schickſal der Menſchen ertraͤglicher und gluͤcklicher zu machen, und Werke zu erhalten, die nun einmal da ſind, die dem Staate ſchon ſo viel gekoſtet haben, und die der Staat, ohne ſei— nen eigenen großen Nachtheil, nicht wieder miſſen kann.“ — Verbeſſerung einiger Druckfehler. Iu der Anzeige des Innhalts, Zeile 26. ſtatt Einleitung, lies: Eintheilung Seite 14. in der ſechſten Zeile von unten ſtatt Rehnenbruͤcher, lies: Rehnenbruͤche — ⸗ in der zweyten Zeile von unten, ſtatt wenig, lies: wenigſtens — 20. in der ſiebenten Zeile von oben, ſtatt faſt, lies: ſonſt— — 22. in der funfzehnten Zeile von oben, ſtatt unterhalb der Zutz, lies: unterhalb dem Zuͤlz. In der Nachweiſung der Waͤlle an der rechten Seite der Warthe, Nro. 8. ſtatt Zuͤchlitz, lies: Zuͤlz. ———— ander linken Seite der Warthe, Nro. 11. ſtatt Zu Gubbin, lies: im Gubben. In der Fortſetzung auf das Jahr 1786, auf der zweiten Seite, in der dritten Zeile von unten, ſtatt Vorſchlaͤgen 32. 33 ꝛc. lies: Vorſchlaͤgen, Seite 32. 33. c. und r im⸗ rGe⸗ icher ſind, ſe ſei d halb hltt 4 bbin, ebon 2 r. V ———————— 4 3. — —————·— 9 8 9 V GLANAAg, An 1e,eeehlele ln 1 Aah” g Tunnllanſ Rnhidun M1nnha’n'maeannena li dtnagenelaun W Oem 2 3 4 5 6 7 8 — — ——— Colour& Grey Control Chnart so Blue Cyan Green Hed Magenta — G White Srey! Grey2— — — QaBun en Luus n M N d , ſhmu N h„₰ ¹ 6 1 1 ama benue— ſh. L⸗ en eae 2 1 he 88 4— 8 See a roke zer lerrrsraee—=— 5 Benenle 8 2 Fone. aen w'aelel at uu Wee— L dn — XL⸗ K Dau — 2we te X „, 5 5 — 8 FAadeo X 4 Smorn,, Md — . 1 . 88 MAann, ℳ 8 ¹ · Pr. ene eereree, 17, 25 I. ke 7— n 2rt Jene ebeue— ₰ haK Mareeeereele . 8—. 1, *——, .„ 4.* 9.).. n 1; 4 ⁴*„ 3. 2 „ a. 4 3 7 1 ½ 2 . 71 (VEirtnnern Hoe 8 8 XN — — 4 22 „—. 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