—„—————— „ „ * 1 * — 4 4 4 8—* 3 — 8 — 4 8 2 1 B Mut korchre titkenden und. gls de Pob. WAlweizhe Run P datſc vuſgi .— Der Phhjiſchen Che Erſter Theil 4 M.; welcher 82 7 2 von der 5 Natur und Beſchaffenheit der Ch uͤberhaupt von ihrer Geſchichte, Zeichen, ſowol leidenden als wirkenden Werkzeugen, und endlich von den Arbeiten V und hervorgebrachten chemiſchen Coͤrpern, auf ſyſtematiſche Art handelt Aus dem ſchwediſchen ins lateiniſche uͤberſetzt und vermehrt herausgegeben von Joh. Gottſchalk Wallerius der Weltweißheit und Arzneywiſſenſchaft D. der Chemie, Metallur⸗ gie und Apothekerkunſt koͤnigk. ordentl. Lehrer, der kaiſerr. deutſchen wie auch der koͤnigl. ſchwediſchen Academie zu Stockholm Mitglied und nunmehr ins deutſche uͤberſetzt und mit einigen noͤthigen Anmerkungen verſehen von D. Chriſt. Andr. Mangold der medieiniſchen Facultaͤt, der Churf. Mainziſ. Acad. der Wiſſenſ. und des Colleg, med. zu Erfurt ordentl. Aſſeſſor; der Medicin und Philoſophie oͤffentl. Lehrer, und Mitglied der koͤnigl. Academis der Wiſſenſchaften zu Montpellier. — Mit Kupfern. arsarrordHeerche Sarcddecdc 3t Gotha, bey Chriſtian Mevins, 1761. —— —————— ——,————— ——=S8ZS — 8 ☛ A. d 24 53e. See. SNSg. Ae 22 55, 99 113 1 9 t Z948 a6 4 4½ Shle 8 4.5 5h22 s 4 ⅝ & 000000500000. 4 Vorrede des Verfaſſers. a ich mit nicht geringem Vergnuͤgen §) erfahren habe, daß denen Auswaͤrti⸗ gen meine Gedanken nicht misfaͤllig geweſen, und daß meine in ſchwediſcher Sprache geſchriebene hydrologiſche, minera⸗ logiſche und chemiſche Arbeiten, in andere Sprachen, auch bisweilen ohne mein Wiſ⸗ ſen, uͤberſetzet, und wohl aufgenommen wor⸗ den ſind, ſo habe ich es, um anderen Ueber⸗ ſetzungen, die manchmal nicht ſo aut gerathen, vorzubeugen, und dennoch dem Verlangen derer, die chemiſche Wahrheiten lieben, ge⸗ nug zu thun, meiner Pflicht gemaͤß zu ſeyn erachtet, dieſe Ueberſetzung in die gelehrte Sprache, ſelbſt auf mich zu nehmen. Ger 3 er⸗ Vorrede des Verfaſſers. chergeſtalt uͤbergebe ich, den neulich ſchwe⸗ diſch, jezt aber lateiniſch gedruckten erſten Theil der phyſiſchen Chemie, dem guͤnſtigen Urtheil geneigter Leſer und bin gewiß ver⸗ ſichent, daß ſie ihn wohl aufnehmen werden. Ich habe in dieſer nun zum andernmahl verbeſſerten Ausgabe, weder die Capitel noch Paragraphen, ihrer Zahl nach veraͤndert; aber ich habe mich bemuͤhet, dieſelben an ver⸗ ſchiedenen Orten nicht allein zu vermehren, ſondern auch meine Meinung an vielen Stel⸗ len weitlaͤuftiger an den Tag zu legen, und durch hinzugefuͤgte dienliche Wahrnehmun⸗ gen zu erlaͤutern. Es leidet zwar die gelehrte Welt an Che⸗ miſten keinen Mangel, ſondern ſeußzet viel⸗ mehr unter einer unbeſchreiblichen Menge derſelben; allein ob alle Chemiſten das Ziel getroffen? oder ob noch jemand eine wahre phyſiſche Chemie geliefert habe? mag ich nicht behaupten. Ich ſehe aus allen alten chemiſchen Buͤchern, die mir noch bisher zu Haͤnden gekommen ſind, daß man die Che⸗ mie nicht anders, als eine Kunſt, die ent⸗ weder bloß alchemiſtiſch, oder einige Arze⸗ neyen und andere der Neugierde dienende Sachen zu verfertigen, noͤthig und nuͤtzlich waͤre, ———-————— 1. Vorrede des Verfaſſers. waͤre, abgehandelt hat. Denen neueren Chemiſten aber muß ich laſſen, daß ſie wei⸗ ter und gruͤndlicher gegangen ſind. Denn ſie betrachteten die Chemie als eine phyſiſche, und zwar ſehr weitlaͤuftige Wiſſenſchaft; nur Schade, daß die meiſten bey allgemeinen Dingen ſtehen geblieben ſind. Sie geben uns einigen Begrif von den Anfaͤngen der Coͤrper; nachher aber handeln ſie von nichts als von Werkzeugen und chemiſchen Arbeiten, denen ſie einige ausuͤbende Beyſpiele, die den Aerzten einigermaſſen nuͤtzlich ſeyn koͤnnen, beyfuͤgen. Ich geſtehe aber aufrichtig, daß ich gar nicht begreifen kann, wie man die Anfaͤnge der Coͤrper finden, und ſie andern lehren will, wo man nicht vorher die natuͤr⸗ lichen Coͤrper unterſucht und zerlegt hat; mir ſcheint es wenigſtens verkehrt, ja in der That unmoͤglich zu ſeyn. Deswegen wollen wir die phyſiſche Chemie lieber auf ſyſtema⸗ tiſche Art fuͤrtragen und folgende Ordnung, vermoͤge welcher wir ſie in 3 Theile theilen, annehmen. Der erſte Theil wird fuͤrnemlich von der Natur und Beſchaffenheit der Chemie uͤber⸗ haupt handeln und ihre Geſchichte kuͤrzlich beruͤhren; hierauf ſollen die chemiſchen Zei⸗ chen, und leidende ſowol als wirkende Werk⸗ zeuge beſchrieben, und auf dieſe Gruͤnde end 4 ich Vorrede des Verfaſſers. lich eine kurze Erkaͤnntniß der chemiſchen Ar⸗ Llr beiten, ihrer Beſchaffenheit, Handgriffe und ſthe Einrichtung gebauet werden, worauf die ſoro Lehre von denienigen Materien, die durch nich die chemiſchen Arbeiten hervorgebracht wer⸗ tnie den, dieſen Theil beſchlieſſen wird. Dieſes NAyjul iſt, was ich jetzo geneigten Leſern zubeurthei⸗ ud len anheim ſtellen will, und weil ich nicht d weiß, ob ich ihrem Verlangen genug gethan V haben werde, ſo erwarte ich ihr gelindes Ur⸗ A theil. Ich weiß wohl, daß ich in der che⸗ wit miſchen Geſchichte, in Benennung der che⸗ deer miſchen Verfaſſer, keine genaue Ordnung V Yf beobachtet habe, allein ich habe mir dieſes, m in einer vollſtaͤndigen gelehrten chemiſchen imm Geſchichte, die ich dereinſt herauszugeben ea willens bin, zu thun vorbehalten wollen. fingen Dem ohngeachtet, bin ich bemuͤhet geweſen, duch e der genannten Verfaſſer, nicht allein in dem temg Zeitpunkt, in dem ſie gelebet, ſondern auch ijſwe in dem Theil der Arzneywiſſenſchaft, den ſie hyr ausgearbeitet und abgehandelt haben, ſoviel na als es die Kuͤrze zulaſſen wollen, zu ge⸗ 1 denken. eäl Gwi Der zweite Theil der phyſiſchen Chemie b 8* wird alle natuͤrliche Coͤrver, Mineralien, b, Vegetabilien, Thiere und deren Theile, in in a Anſehung ihrer Natur undZuſammenſetzung, ui. wie auch in Anſehung der hervorgebrachten hanii Coͤr⸗ Vorrede des Verfaſſers. Coͤrper, die aus ihnen kommen, ſowol fuͤr ſich als in Verhaͤltniß gegen andere Coͤrper, ſorgfaͤltig und ſoviel als möglich, und zwar nicht insbeſondere, ſondern uͤberhaupt un⸗ terſuchen, damit der Weg zu den naͤchſten Anfaͤngen der natuͤrlichen Coͤrper gebahnet, und die Beſchaffenheit nebſt der Miſchung derſelben bekannt werden moͤge. Im dritten Theile der phyſiſchen Chemie wird man von den erſten Anfaͤngen, die aus denen im zweiten Theil unterſuchten naͤchſten Anfaͤngen flieſſen, wie auch von den Farben, vom Geruch, Geſchmack, Waͤrme und an⸗ dern Eigenſchaften der Eoͤrper, die ſich auf die verſchiedene Art und Verhaͤltniß der An⸗ faͤnge der Coͤrper gruͤnden, handeln; es wird auch etwas von dem Urſprunge der Coͤrper, vom Anziehen und von Zerſtoͤrung derſelben, in ſoweit ſie nemlich von den Anfaͤngen der Coͤrper abhaͤngen, zu erklaͤren vorkom⸗ men. Solchergeſtalt ſiehet der geneigte Leſer, was ich durch die phyſiſche Chemie verſtehe, in was fuͤr ein weitlaͤuftiges Feld ich mich be⸗ gebe, und wie ſehr dieſe unſere Chemie von den Anfangsgruͤnden anderer Chemiſten, ab⸗ weiche. Man darf ſich alſo nicht wundern, wenn ich bisweilen bey der Menge von Coͤr⸗ 4 pern Vorrede des Verfaſſers. pern und Sachen, des rechten Weges verfeh⸗ let, oder wenn ich alles zu entwickeln, oder auch die mich verhindernden Zweifel wegzu⸗ raͤumen, nicht vermogt habe. Alle Coͤrper zu unterſuchen iſt nicht eines Menſchen Werk, denn die Natur iſt ſo reich, daß ſie uns eine unzaͤhliche Menge derſelben darreichet; uͤber⸗ diß habe ich hierinne niemanden zum Vor⸗ gaͤnger gehabt; doch geſtehe ich gerne, daß ich aus anderer Schriften, in denen die natuͤrli⸗ chen Coͤrper unterſucht worden, ſehr viel Nutzen geſchoͤpft habe. Dieſe, deren ich mich ſo bedienet habe, daß wenige Verſuche ſeyn werden, die ich nicht, um von ihrem Ausgange zuverlaͤßig urtheilen zu koͤnnen, wiederholet haͤtte, will ich an gehoͤrigem Orte namentlich anfuhren. Ich befuͤrchte alſo nichts weniger, als daß dieſes Werk, ſo einen unermuͤdeten Fleiß erfordert hat, von einem in dieſen Sachen Verſtaͤndigen fuͤr unnuͤtz er⸗ klaͤret werden ſolte; ſondern glaube vielmehr, daß ich einigermaſſen den Weg gebahnet ha⸗ be, auf dem dermaleinſt die Menſchen, ſo den beſtaͤndigen Wachsthum dieſer Wiſſen⸗ ſchaft vermehren wollen, zu den Geheimniſ⸗ ſen der Natur, wenigſtens zur hoͤchſten Weiß⸗ heit der Alten, werden gelangen koͤnnen. Es reri aa Vſ Ann ſch fünn ürhe Vuar ter NMich hſc titel dmn hiit Ghenmi V löſſe kann. nwy Es Vorrede des Verfaſſers. Es iſt unnoͤthig, von dem Nutzen, den die Chemie in der Haushaltungskunſt, in der Metallurgie, Arzney⸗ und in andern Wiſſen⸗ ſchaften hat, viel Worte zu machen; denn der groſſe Boerhave, dem viele nachher gefolget ſind, hat dieſe Sache voͤllig erſchoͤpfet; auch wir haben im erſten Cap. hiervon etwas bey⸗ gebracht; das aber gehet mir zu Herzen, daß viele neue Aerzte zu ſagen nicht erroͤthen, daß die Chemie einen Arzt zwar ziere, ihm aber wenig Nutzen ſchaffe. Inzwiſchen iſt jeder gelehrte Arzt voͤllig uͤberzeuget, daß weder die Urſachen der Krankheiten, noch die Kraͤfte der Arzneymittel, anders woher als aus der Mi⸗ ſchung und Zuſammenſetzung erklaͤret und be⸗ ſtimmet werden koͤnnen. Die natuͤrlichen Coͤrper nach ihrer aͤuſſerlichen Geſtalt und Bauart zu erkennen, iſt ſchoͤn und noͤthig; aber eben ſo, ja noch viel noͤthiger, ihre innere Miſchung und Natur zu begreifen; denn die Urſachen der Krankheiten und die Arzney⸗ mittel wirken nicht nach ihrer Bauart, ſon⸗ dern nach ihrer Miſchung und Beſchaffen⸗ heit. Die Arzneywiſſenſchaft hat von der Chemie ohne Zweifel mehr Nutzen gehabt, als ſie jemals von der Naturgeſchichte hoffen kann. Denn dieſe dienet meiſtens nur zur Empyrie. Im — Vorrede des Verfaſſers. t anſche ich aus ganzem Her⸗ b Im uübrigen wuͤnſche ich aus ganzem Her⸗ b e dſ unſere Bemuhungen zur Ehre V V Gottes, zum Nutzen des Naͤchſten und zur Wiſſenſchaften, gereichen maoa Aufnaſn dens geumnatg des 176oſten V Jahres. 13 b — — — — — .8 Tort 4 zlithen e1 finm Rnau! und ch Vor⸗ Aähi. . n e e i e dn e e Vorrede des Ueberſetzers. E werden Verſchiedene fragen, warum ein lateiniſches Werk ins deutſche uͤberſetzet werde, da ohnedem die lateiniſche Sprache genugſam bekannt ſey, und die gelehrten Werke in ſolcher geſchrieben werden ſolten, damit nicht jedermann mit ungewaſchenen Haͤnden in das Heiligthum der Wiſſenſchaften, zumal der gehei⸗ men, eindringen koͤnte? Dieſen Herren zu Ge⸗ fallen, will ich kuͤrzlich anzeigen, wie es damit ge⸗ kommen iſt. Nicht ſowol der Herr Verleger, als vielmehr einige gute Freunde erſuchten mich, dieſes Werk ins deutſche zu uͤberſetzen, und bevor⸗ ſtehende Leipziger Meſſe herauszugeben. Ich uͤber⸗ legte wohl, daß ich wegen vieler andern Geſchaͤfte nicht genug Zeit haben moͤchte, in einer Zeit von wenigen Monaten, dieſes Werk mit aller ndthi⸗ gen Genauigkeit zu uͤberſetzen, den Sinn des Herrn Verf. wohl zu treffen, und die darinne, in Anſehung der Schreibart, vorkommenden vielen Fehler in dieſer Ausgabe zu verbeſſern; ich bat da⸗ her den gelehrten und mir ſehr werthen Herrn Doctorand Siefert, mir in der Ueberſetzung bey⸗ zuſtehen, und vorzuarbeiten. Er hat es auch mit ſeinem gewoͤhnlichen Fleiß, und mit ſeiner Art, genau und im Zuſammenhange zu denken, gethan, und ich habe mich bemuͤhet, dasienige, was dunkel, zu kurz, und im lateiniſchen nicht allzuwohl gus⸗ ge⸗ Porrede des Ueberſetzers. b gedruckt, oder aus andern angefuͤhrt war,(welches man, ohne ſich viel Muͤhe zu geben, durch Gegen⸗ einanderhaltung des Originals mit dieſer Ueber⸗ ſetzung finden wird) zu verbeſſern, und durch eini⸗ ge zugeſetzte Anmerkungen entweder zu erlaͤutern und zu bekraͤftigen, oder in ſeine gehoͤrige Schran⸗ ken zu ſetzen, ſo daß jeder Unpartheyiſcher dieſer Ueberſetzung, wo ich nicht irre, den Vorzug vor dem Original in Anſehung der Genauigkeit in eini⸗ gen Stuͤcken geben wird. Ich will indeſſen dadurch dem beruͤhmten Herrn Verfaſſer nicht das gebuͤh⸗ rende Lob der Ordnung, Scharfſinnigkeit, und Erfahrung abſprechen; ſondern ich kan vielmehr aufrichtig ſagen, daß mir dieſe Schrift ungemein wohl gefallen hat, daß er in den meiſten Stuͤcken richtig und ordentlich denkt, und daß er die Wiſſen⸗ ſchaften, die mit der Chemie ſo genau verwandt, und ihr unentbehrlich ſind, in ſeiner Gewalt und Bekanntſchaft haben muß. Indeß haͤtte ich noch viel mehrere nuͤtzliche Anmerkungen beybringen koͤnnen, wenn die Zeit nicht zu kurz geweſen waͤre. Ich verſpare es alſo bis zu einer andern Gelegen⸗ heit, und verſichere nur noch, daß dieſes Werk ge⸗ leſen, und abermals geleſen zu haben, niemanden gereuen wird; denn auch dieienigen, die keine Ge⸗ lehrte ſind, oder ſich nicht auf die Arzneywiſſen⸗ ſchaft, und auf die ganze Chemie legen, finden hier eettwas zu ihrem Nutzen und Vergnuͤgen, und eben das iſt die Abſicht dieſer Ueberſetzung in die deutſche Sprache. Erfurt den 11. April 1761. a. D. Mangold. Das ——— —= ☛☚ — S, — SS 6 8 eyal engewe Dare Ka. deſ ibend, Jhfnger finat ſenheit d Dieſe ſche,d de Sche halcher d 19h Ae S 4 3 — 8 * 5e 4 G G 9 in- .2 88 2 e S. GOä ce o fn%* 6,H, 8 Gbe Dede. ⅞G::8 eß ede 8 84 MO 4 e 26:5S 004 d 00—8:4 5 s 8 A O ‧& AAASAAAA Das I. Capitel. Don der Chemie und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. G. amit man von der Chemie, ihrer Natur und .‿—2 A anenda eine deutliche und vollſtaͤn⸗ ſ. dige Erkenntniß erhalten moͤge, ſo kann man —— ſie, nach ihrer verſchiedenen Abſicht, in zwey allgemeine Theile: nemlich in die reine und angewendere Chemie, am beſten eintheilen. §. 2. Die reine Chemie, iſt eine Wiſſenſchaft, welche von der Miſchung der Coͤrper und ihren Anfaͤngen han⸗ delt. Der Endszweck derſelben iſt mehr lehrend als aus⸗ uͤbend, weil ſie, ſowol von den näͤheren als entlegenern Anfaͤngen der natuͤrlichen Coͤrper eine vollſtaͤndige Erkaͤnntniß giebt, und aus dieſen die innere Beſchaf⸗ fenheit der Coͤrper an den Tag leget. Dieſe Abſicht aber wird vornehmlich durch Ver⸗ ſuche, die von zweyerley Art ſind, erhalten 1) durch die Scheidung oder Auseinanderſetzung, vermoͤge welcher die natuͤrliche Coͤrper durch hiezu dienliche Ver⸗ f. Th. A ſuche — — ———— ——— — ——;—V—— 7. v 2 Cap. 1. Von der Chemie ſuche und reifliche Ueberlegung ſo lange zertheilet und die Theile wieder zerleget werden, bis man auf die erſten Anfaͤnge gekommen, welche keine weitere Aus⸗ einanderſetzung verſtatten. 2) Durch die Zuſammen⸗ fuͤgung oder Zuſammenſetzung, da man von einander abgeſonderte Theile oder Anfaͤnge, wieder aufs neue verbindet und Coͤrper darſtellet, die den natuͤrlichen entweder aͤhnlich oder unaͤhnlich ſind. Solchergeſtalt erkennet ein Chemiſt durch Huͤlfe der Warnehmungen deutlich, wie die natuͤrliche Coͤrper, ſowol zu zerlegen, als wieder hervorzubringen, desglei⸗ chen welchen Veraͤnderungen ſie unterworfen ſind, und was ſich ſonſt noch von ihnen erkennen laͤſt. Alle Coͤrper, die nur auf dem Erdͤboden angetrof⸗ fen und in den 4 Naturreichen, beſchrieben werden, ſind der Betrachtung dieſer Wiſſenſchaft unterworfen. Es gehoͤren hieher das Waſſer, die unterirdiſche Coͤrper, die Gewaͤchſe und Thiere, ſowol im ganzen, als auch nach allen ihren Theilen und Theilen der Theile. Auch die Beſchaffenheit der Luft, vornemlich, in ſo ferne ſie von fremden Theilchen, welche ſich in derſelben aufhalten, herkomt, muß hier einiger⸗ maſſen eroͤrtert werden. Hauptſaͤchlich aber muß in der Chemie von Waͤrme und Feuer gehandelt werden, weswegen ſie auch eini⸗ ge, nicht unrecht, jedoch, wenn man auf ihren ganzen Umfang ſtehet, ſehr unvollſtaͤndig, die Feuerwiſſen⸗ ſchaft nennen, als ob ſie nur vom Feuer handelte, oder durch daſſelbe allein erhalten wuͤrde. Anmerkung. Wenn in dieſem g. geſagt wird, daß man die Erkaͤntniß der natuͤrlichen Dinge nach ihrer Miſchung, Ent⸗ 40 don ſahh ad den ſ d ſius g Aſtringe dutt we Jſwi taage 2 und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. 3 Entſtehung und Auseinanderſetzung, durch zweyerley We ge erlange, ſo muß man dieſes nur von dem Wege, durch Verſuche dahin zu kommen, verſtehen. Denn wir ſind * der Meinung des Herrn Gottfr. Auguſt. Hoffmanns, nicht zugethan, der auf der 2ten Seite ſeines drniſcher Manufacturiers und Fabrieantens, die naturliche Veraͤnderungen, welche von freyen Stuͤcken vorfallen, von der Chemie ausſchließt; wir halten davor, daß bloſſe Ver⸗ ſuche nicht linteichen, den verlangten Endzweck zu erhal⸗ ten, und daß man die 2 Wahrnehmungen, welche in den na⸗ kuͤrlichen Koͤrpern ohne unſerem Bemuͤhen vor fallen, noth⸗ wendig zu Huͤlfe nehnzen muͤſſe, wenn man feſte und ſiche⸗ re Gruͤnde zu dieſer ſe hr wenläufügen W ftſcun be⸗ kommen will. Es iſt auch ſehr begreiflich, daß die Ent⸗ ſtehnng und Zerſtoͤrung der natuͤrlichen Koͤrper, welche ob⸗ gedachter Hoffmann, am angefuͤhrten Or keelnit den uͤbri⸗ gen Veraͤnderungen, in der Chemie nicht leiden will, ohne Erkaͤntniß der Anfaͤnge und Miſchung, nicht wohl ver⸗ ſtanden werden koͤnnen, ja Wnis ſie durch eine gruͤndliche Kaͤntniß der Gaͤhrung und Faͤulung ſehr Kläntein werden⸗ 6. 3. Die angewendete Chemie iſt eine ausuͤbende Wiſſenſchaft, welche von denen Bereitungen handelt, die aus Zertheilung und Zuſammenſetzung der Coͤrper entſpringen, und einigen Nutzen im gemeinen Leben haben koͤnnen. Die Abſicht dieſer Chemie iſt mehr ausuͤbend als lehrend(t heoreticus) naͤmlich, diejeni⸗ ge Dinge, ſo im gemeinen Leben nüuͤtzlich ſind, durch die chemiſche Kunſt zu verfertigen, und die Art, ſie zu verfertigen, wo es noͤthig iſt, zu verbeſſern. Daber gehoͤren hieher keine anbere Zubereitungen, als die, ſo chemiſche Gruͤnde haben und durch chemi⸗ ſche Kunſt, beſonders durchs Feuer zu Stande ge⸗ bracht werden. Inzwiſchen muß man in dieſer Chemie als bekant vorausſetzen, was in der reinen Chemie von der Na⸗ A 2 tur —————— — 4 Cap. I. Von der Chemie tur und Beſchaffenheit der Coͤrper vorgetragen wird, wenn man dieſe Arbeiten und Bereitungen zulaͤng⸗ lich erkennen, oder ſie andern bekant machen ſoll; deswegen iſt auch die reine Chemie als der Grund von der Angewendeten anzuſehen, die ſich fuͤglich in 9 Theile bringen laͤſt: 1) Die mediciniſche Chemie, welche die Arzeney⸗ mittel erkennen, unterſuchen und bereiten lehret; dieſe hat unter ſich— a) die Materiam medicam, ſo die Kraͤfte der Arze⸗ neymittel und der ſchaͤdlichen Dinge; wie auch die Art und Weiſe, wie dieſelben in den Menſchlichen Cor⸗ per wuͤrken, erklaͤret. Sie gruͤndet ſich theils in der chemiſchen Raͤntniß dieſer Coͤrper, nach ihrer Natur und Beſchaffenheit, theils auch in der Erfahrung. b) die Apothekerkunſt,(pharmacevticam,) welche die Bereitung, Erhaltung und noͤthige Unterſuchung der Arzeneymittel anzeiget. o) Die Art Becepte zu verſchreiben, welche in Abſicht auf die rechte und nuͤtzliche Miſchung der Ar⸗ zeneymittel, ganz und gar auf die vorhergehenden Thei⸗ le der mediciniſchen Chemie ſich gruͤndet. 1. Anmerkung. Wir geben zu, daß man Beſchreibungen und Kennzeichen, ſo aus der natuͤrlichen Geſchichte herge⸗ nommen ſind, wodurch man die Arzeney⸗ und Nahrungs⸗ mittel, auch den Gift erkennet und unterſcheidet, in der Materia medica haben muͤſſe; wir glauben aber anch, daß dergleichen geſchichtmaͤßige Abhandlung der Materiae medicae in der Ausuͤbung der Arzneywiſſenſchaft wenig Rutzen haben werde, woferne nicht mit derſelben zugleich eine voliſtaͤndige Erkaͤntniß, der Kraͤfte und Eigenſchaften Bedahle Mittel, und ihre Art zu wuͤrken, verknuͤpfet Daß elche hung he in r Ar⸗ Thei⸗ zungen herge⸗ rungs⸗ in der anch, aterlaë wenig zugleich ſchaften kknüͤpfet da und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. 5 Daß man aber dieſe Erkaͤntniß durch die Chemie erlan⸗ gen koͤnne, wird von vielen gelaͤugnet, denen nemlich, nach unſerer Meinung, nicht alle Mittel und Kunſtgriffe bekant ſind, deren ſich die Chemiſten, das innere der Koͤr⸗ per zu ergruͤnden, bedienen. Es iſt wahr, daß eine trocke⸗ ne und heftige Deſtillirung aus allen Gewaͤchſen, ſie moͤ⸗ gen gewuͤrzhaft oder giſtig ſeyn, einerley Dinge hervor⸗ bringt; allein wer wolte behaupten, daß man eben dieſel⸗ ben auch erhalten werde, wenn man die Dinge, die durch eine gelinde und geſchickte Deſtillirung, durch ſinnliche Empfindungen, durchs Auspreſſen, und Unterſuchen der ausgepreßten Saͤfte, durchs Ausziehen und andere derglei⸗ chen dienlichere Unternehmungen herfuͤrgebracht werden, ſchaͤrfer zu unterſuchen, ſich bemuͤhete? Wie wuͤſten zum Beyſpiel die Aerzte, daß eine ſeiffenartige Miſchung von aufloͤſender Kraft ſey? daß die erdigt⸗ſaure Koͤrper zuſam⸗ menziehen, und ſalzigt⸗oͤhligte, die Art der Seiffe an ſich nehmen, u. ſ. w. wenn es nicht die Chemiſten durch ihre Verſuche bewieſen haͤtten. Es iſt alſo auſer allem Zwei⸗ fel, daß eine vernuͤnftige Materia medica, theils auf der Erfahrung, theils auch auf chemiſchen Verſuchen beruhet, ja daß durch Huͤlfe der Chemie viele vortrefliche Arzney⸗ mittel erfunden worden ſind. Allein hievon wird ſich weit⸗ laͤuftiger in der Materia medica handeln laſſen, die wir zum Druck faſt fertig und bereit haben. Anunmerkung. Was die Art Recepte zu verſchreiben an langt, ſo halten wir davor, daß man das Verſchreiben ſelbſt und die Anwendung des verſchriebenen Mittels zu einer gewiſſen Krankheit wohl von einander unterſcheiden muͤſſe; dieſes lehret die allgemeine Geneßkunſt und beſon⸗ ders die Kunſt, jede Krankheiten zu curiren; jenes aber muß aus der Natur und Beſchaffenheit des Arzneymittels gelernet werden. Z. E. Die Zufalle einer Krankheit er⸗ fordern, daß man die Brechwurzel(Ipecacuanh.) gebe; wie nun dieſelbe zu verordnen ſey, ob ſie als ein Pulver oder auf andere Art, in dieſer oder jener Vermiſchung ge⸗ geben werden muͤſſe, kan man nicht ſowol aus der Art der Krankheit, als vielmehr aus der Beſchaffenheit dieſer Wurzel erkennen. Ein Arzt wuͤrde ſich bey dem Apothe⸗ ker ſehr laͤcherlich machen, wenn er ſie in Waſſer abge⸗ A 3 kocht, EEEE 6 Cap. 1I. Von der Chemie kocht verſchreiben wolte.* Dahero kan ein Arzt die Arz⸗ neymittel nicht eher recht verſchreiben, als bis er derſelben Natur und Beſchaffenheit hinlaͤnglich erkennt hat. 2) Die Steinchemie(Lithurgica) lehret, wie man Erde und Steine unterſuchen, und aus ihnen und ihrer Miſchung unterſchiedene im gemeinen Leben nuͤtzliche Dinge verfertigen koͤnne, Sie nimmt ihre Gruͤnde zum Theil aus der mineraliſchen Erkaͤnt⸗ niß dieſer Dinge, zum Theil auch aus der reinen Che⸗ mie her; den meiſten Nutzen aber hat ſie a) in der Toͤpferkunſt, in ſo ferne ſich dieſelbe mit der Kaͤntniß der Thone und ihrer gehoͤrigen Verhaͤrtung durchs Feuer, um nicht allzu lockere und zerbrechliche Gefaͤſſe zu machen, beſchaͤftiget. b) In der Kunſt Tobacks⸗ pfeifen zu machen, der ſie auf eben die Art, und aus eben dem * Aum des Ueberſ, Ein Apothe⸗ ker koͤnte zwar daruͤber lachen; aber nur als ein unwiſſender Apotheker, denn viele Franzo⸗ ſen bedienen ſich des mit Waſ⸗ ſer bereiteten Dranks von dieſer Wurzel in den Durchfaͤllen und rothen Ruhren mit gutem Er⸗ folge. Herr D. Koͤhler in Ingolſtadt hat ihnen dieſes Zeugniß in dem Commercio jitterario Nor. im Jahre 1744. S. 55. gegeben, und eben daſelbſt findet man S. 112, aus des oberſten Arztes der franzoͤſiſchen Armee in Bayern, Herrn Hygcinth Theodor Barons Formules des medieamens dreſſées à l' Vſage deslpitaux del'Ar- mee du Roi en Bavieren drey Formeln, in denen ein Quentgen Wurzel dreymal mit 6 Unzen Waſſer abzukochen und durchzuſeihen, gerathen wird, von welchen auch Herr D. Koͤhler ſolgende gute Wir⸗ kungen beobachtet hat, daß die erſte oͤfters laxiert, und mehr oder weniger Brechen macht, die andere den andern Dag insgemein nur laxiert, und die dritte den dritten Tag nur einen gelinden Schweiß macht, ſtaͤrkt und gelind anhaͤlt. Nur dieſe Veraͤnderung hat er darin⸗ ne gemacht, daß er zuletzt das Pulver zugleich mit hat neb⸗ men laſſen. den Rr K ſten ben, chen, e lſcht linander Fant Oteinen fänmt, nict a dn R M in dr laku vieren en ein almit en und wird, r D. Wir⸗ daß und fechen udern t, und ig nur macht, Nur darin⸗ ett das t nehe und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. 7 dem Grunde, wie ſchon gemeldet, dienet; c) in der Kunſt Ziegelſteine zu brennen, wo man drauf zu ſehen hat, daß man nicht zu trocknen, duͤrren und gro⸗ ben, noch auch allzufetten Thon waͤhle, ſondern ſol⸗ chen, der wohl zuſammen halte und ſich verglaſen laſ⸗ ſe; desgleichen auch ſolchen Sand, der ſich zu dieſer Abſicht ſchicke; und daß dieſe beyde Dinge wohl mit⸗ einander vermiſcht und gebrennt werden; d) in der Kunſt Kalk zu brennen, den man aus verſchiedenen Steinen(mineralibus) durch verſchiedenes Feuer be⸗ koͤmmt; e) in der Kunſt Gyps zu machen, damit er nicht alzuſehr gebrennt werde, und ſeine Kraft, mit dem Waſſer hart zu werden, verliere; f) in der Kunſt die Marmorſteine nach zu machen. Und endlich g) in der Kunſt Steine zu ſchleifen, oder in der Juwe⸗ lierkunſt(arte gemmaria). 3) Die Salzchemie handelt von der Bereitung und Feinmachung der Salze, und von dem, was durch ihre Vermiſchung erhalten und bereitet wer⸗ den kan. In dieſem Theile, der ſich ganz auf die phyſiſche Chemie gruͤndet, wird nicht allein die Bereitung der Salze, ſondern auch wie ſie zu de⸗ ſtilliren ſind, desgleichen das Seifenſieden u. ſ. w. vollſtaͤndig beſchrieben. Zur Bereitung der Salze gehoͤret a) die mannigfaltige Verfertigung unter⸗ ſchiedener Vitriole, nach ihrer verſchiedenen Art und Urſprung(matrice)(Vitriolmuͤttern); b) die Hervorbringung, Kochung und Feinmachung des Alauns und Salpeters; c) die Scheidung des ge⸗ meinen Salzes entweder aus dem Steinſalze oder aus dem Seewaſſer, wovon William Brownrigg in the art of Making common ſalt, d. i. in der Kunſt, das gemeine Saltz zu machen, weitlaͤuftig gehandelt hat; d) die Bereitung des Salmiaks, den, wie e A 4 in hin⸗ —— — 8 Cap. 1. Von der Chemie in Egypten gemacht wird, Haſſelquiſt in den Abhand⸗ 9. lungen der koͤnigl. ſchwed. Academie der Wiſſenſchaf⸗ ne R ten im 12ten Bande beſchrieben hat; e) des Vorapes, nitu die noch ein Geheimniß iſt*; f) die kuͤnſtliche Ver⸗ M ſ fertigung des engliſchen Salzes, oder deſſen Schei⸗ nna dung aus dem Seewaſſer; g) die Bereitung und—4 Ani Cryſtalliſirung des Weinſteins; h) die Bereitung laſ der Potaſche, welche Warren und Thomas Ste⸗ ſeula phans in the method and plein proceſs for making len ur Pot-athes, das iſt: in der Methode und voͤlligem Proceß, puher wie man die Potaſche macht, abgehandelt haben; i)y das inn Zuckerſieden und Raffiniren, nebſt dem Syrupmachen uf di und Laͤutern des Honigs. Zum Deſtilliren dieſer R Salze werden alle ſaure und laugenhafte Geiſter, die gle man aus denſelben bekoͤmmt, gezaͤhlet, von denen ſo⸗ rlen wol als von gedachten Salzen ſelbſt im 2ten Theil Ermn dieſer phyſiſchen Cchemie weitlaͤuftiger gehandelt 8 werden ſoll. Wir werden auch vom Seiffenſieden im. 5 27. Cap. dieſes Theils redeu. keoin 4) Die da * Anm. des Ueberſ. Die Berei⸗ Baums, der Sadira-Kalli trſlbe tung des Boraxes ſcheint nur genennt wird, und den Fruͤch⸗ Sihme deswegen noch ein Geheimniß ten der Tamarinden, welche iiß der E zu ſeyn, weil wir die Stuͤcke, zuſammen mit einem Stocke bott Rüſß die dazu noͤthig ſind, und die von dem Baume Margos, Duſclac Sonuenhitze von Malabar, geruͤhrt und vermiſcht werden, ni uch und andern heiſſen Gegenden, und wozu alsdenn noch Se⸗ n di nicht haben. Wenn es wahr ſamoͤl(Nal- onnei) gethan AM iſt, was Herr D. Knoll in wird, bereitet. Dieſes wird Mule, einem Schreiben aus Tranken⸗ ſolange geſchuͤttelt, bis alles und M bar, das den Miſcellaneis zu Boden geſunken iſt, und nur en und Berolinenſibus Tom, VII. ein Waſſer oben ſtehen bleibt. duch ſb p. 318 einverleibet iſt, vorge⸗ Alsdenn wird es 6 Monat lang Unche geben hat, ſo wird der Borar in der heiſſeſten Zeit an einen aus Alaun, dem milchigten Ort vergraben, wo die Sonne Saffte eines malabariſchen die meiſte Zeit des Tages uͤber ioſhen Idee ethan wird alles nd nur bleibt. nt lang meinen Sonne e uͤber hite und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. 9 4) Die Feuerchemie(Tejurgica,) handelt von Waͤr⸗ me, Feuer, den verbrennlichen Coͤrpern, und von der Art und Weiſe, wie man dieſe bereiten muͤſſe, oder wie man durch Vermiſchung derſelben, etwas im ge⸗ meinen Leben nuͤtzliches erhalten koͤnne. Demnach gehoͤret hieher die Kunſt a) Terpenthin und griechiſch Pech(Colophonium) zu machen; b) verſchiedene Oele, ſowol ausgepreſte als deſtillirte, zu verfertigen; c) Koh⸗ len zu brennen; d) Ruß, e) Schwefel f) und Schies⸗ pulver zu bereiten u. ſ. w. ja, die ganze Feuerwerker⸗ kunſt beruhet, wenn man ihre Materialien anſiehet, auf dieſem Theile der angewendeten Chemie. 5) Die Chemie, ſo mit den Metallen umgehet, (Metallurgia) iſt ſehr weitlaͤuftig weil ſie von aller Me⸗ talle und Halbmekalle ihrer Ausſchmelzung aus den Ertzen(mineris) und derſelben Verbeſſerung; auch von allem, was aus den Metallen gemacht wird, re⸗ det. Deswegen begreift ſie unter ſich a) die Kunſt, die Gaͤnge der Metalle und Halbmetalle nach der Lage der Berge, zu finden, wie auch die Art und Natur derſelben zu entdecken; b) die Probierkunſt; c) die Schmelzkunſt, welche nicht allein eine gehoͤrige Kennt⸗ niß der Erze, ſondern auch einen zulaͤnglichen Begrif, vom Roͤſten, Schlaͤmmen(elutriationis) Schmelzen, Verſchlacken, Feinmachen und Seigern(eligvationis) wie auch von den hiezu noͤthigen Oefen, und von an⸗ dern Dingen mehr, voraus ſetzt; d) die Kunſt die Mekalle zu verbeſſern; wohin nicht allein das Stahl⸗ und Meßingmachen, nebſt noch andern Verbeſſerun⸗ gen und Bereitungen der Meralle gehoͤren; ſondern auch ſelbſt die Alchimie; e) Die Kunſt Mertalle zu ſchmelzen, welche verſchiedene Metalle zu vermiſchen A leh⸗ hinſcheinen kan, wohl bedeckt, Nach 6 Monaten liegt der Bo⸗ und Steine drum herum geſetzt. rax in Stuͤcken in dem Topfe. —— 8 EEEE 10 Cap. 1. Von der Chemie lehret, um daraus Glocken, Stuͤcke, Spiegel und an⸗ dere im gemeinen Leben lilih Dinge zu verferti⸗ gen; f) das Muͤnzweſen; g) die Kuͤnſte der Hand⸗ derder. die in Gold, Stliber und Zinn arbeiten, we⸗ nigſtens zum Theil, wozu auch die Art zu Loͤthen, ja ſelbſt das metalliſche Loth, ſo man Schlagloth nennt, gehoͤren; h) die Kunſt, das, was man aus den Me⸗ tallen hervorgebracht hat, recht zu bereiten, z. E. Zinnober, Smalte, Bleyweiß, Mennige u. ſ. w. 6) Die Kunſt Glaß zu machen, welche von un⸗ terſchiedenen Glaͤſern, und Fluͤſſen, und deren Berei⸗ tung handelt. Hieher muͤſſen gerechnet werden a) die Glaßkunſt ſelbſi b) die Kunſt Fluͤſſe, oder auch c) Schmelzglaͤſer und Emaille zu machen,(teſlellaris et Ars encauſtica) ingleichen d) die Kunſt das feine Porelain zu verfertigen. 7) Die Haußhaltungschemie,(onrncn wel⸗ che vornehmlich von dem, was die Haußhaltung und der Feldbau erfordert, redet. Hier bekommt a) die che⸗ miſche Betrachtung vom Ackerbau, ihre Stelle, in ſo ferne man auf die Beſchaffenheit der Aecker und ihre Fruchtbarmachung ſiehet, worunterauch der Wieſen⸗ und Gartenbau zu verſtehen iſt; b) ferner das Blei⸗ chen der Leinwand; c) die Bierbrau- und Gaͤhrungs⸗ kunſt, zu der man das Malzen rechnen kan, wie unten im 28ſten Capitel bewieſen werden ſoll; d) die Koch⸗ kunſt, und e) Confektbaͤckerey. 8) Die Faͤrberchemie,(cromatica,) welche nicht allein von verſchiedenen Farben und deren Bereitung; ſondern auch von rechter Anwendung der Farben auf die verlangte Sache, handelt. Sie hat dahero ihren groſſen Nutzen; a) in der Mahlerey b) in der Faͤr⸗ berey, es moͤgen wollene, ſeidene oder leinene Sachen zu faͤrben vorkommen. Es gehoͤret auch die Kunſt Flecke jdeſ ern tdoc * Ahmi reger ni, d ſeV kätit gebeſe dücl hheile, und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. 11 Flecke aus den Kleidern zu bringen, hieher; c) in der Kunſt die Wolle zu den Wollarbeiten zu kochen und zu zubereiten, d) in der Kunſt Siegelwachs und Sie⸗ gellack zu machen; die in gehoͤciger Aufloͤſung harzig⸗ ter Theile und derſelben Vermiſchung mit andern Farben beſteht. 9) Die Handwerkerchemie(technica,) wo man die Art, verſchiedene Mittel und Inſtrumente zu be⸗ reiten findet, die unterſchiedenen Kuͤnſtlern hoͤchſt noͤthig ſind. Sie giebt alſo Gruͤnde und Mittel an die Hand a) feſte Theile zuſammen zu leimen, ſie möͤgen nun aus Holz, Stein oder Glaß beſtehen; b) harte Dinge als Horn und Knochen zu erweichen c) die Haare von den Fellen wegzubringen und dh die⸗ ſelben zu reinigen und feſte zu machen u. d. g. mehr. r. Anmerkung, Ich habe dieſe Theile der angewendeten Chemie, in dem Briefe, den ich vor neun Jahren in ſchwediſcher Sprache unter dem Titel herausgegeben; Bref om Cbemiens ratta beſxaffenbet, nytta och waærde d. i. Brief von der Chemie wahrer Beſchaffenhei, Nutzen und Würde, und den ich ohne mein Wiſſen ins deutſche uͤberſetzet, in den monatlichen Beitraͤgen des beruͤhmten Herrn Joh. Dan. Denſo angetroffen habe, wiitlaͤuftig abgehandelt⸗ 2. Anmerkung. Nachdem wir dieſes von den Theilen der angewendeten Chemie kuͤrzlich gemeldet haben, ſo hoffen wir, daß jedermann von dem weitlaͤuftigen Gebrauche die⸗ ſer Wiſſenſchaft, ihrem groſſen Nutzen und Nothwendig⸗ keit uͤberzeugt ſeyn werde. Wie aber unſer Vorſatz nicht geweſen, von den Nutzen und Gebrauch der Chemie aus: druͤcklich zu handeln, ſo haben wir auch die uͤbrigen Vor⸗ theile, die ſie andern Wiſſenſchaften, beſonders der Arz⸗ neywiſſenſchaft und Naturlehre giebt, nicht beybringen koͤn⸗ nen; ſondern bitte diejenigen ſo ſie zu wiſſen verlangen, daß ſie den Boerhaave, der davon in ſeiner Chemie weit⸗ laͤuftig handelt; ingleichen die Antrittsrede, ſo T. B Gaubius zu Leiden gehalten hat, und die chemiſchen In- ſtitut. des Herrn Rud. A. Vogel im 49.§. wie auch die Ver⸗ 12 Cap. 1. Von der Chemie ſen moͤgen. §. 2 Aus der kurzen Beſchreibung, die wir von der rei⸗ nen Chemie(§. 2.) und der angewendeten(§. 3.) ge⸗ geben, erhellet von ſelbſt, daß die reine Chemie groſ⸗ ſentheils eben dieſelbe ſey, welche andere die lehrende (cheoretic.) oder philoſophiſche, oder auch phyſiſche Chemie neunen; da ſie in der That eine Art der Na⸗ turlehre, in weitlaͤuftigem Verſtande genommen, iſt, wenn mir nemlich die Naturlehre auf alles, was ſich von den natuͤrlichen Koͤrpern erkennen laͤſt, ausdeh⸗ nen. Dahero enthalten die phyſiſche Schriften, ſo von einigen Aerzten vor dieſem herausgegeben wor⸗ den, vieles, ſo in dieſer Chemie ſtehen muß, als, von den Elementen der Koͤrper, ihrem Urſprunge und Zerſtoͤrung; von ihrem Verhalten gegen andere und was dergleichen mehr iſt; wie ſolches die Schriften des Hofwens, Verdries, Tauts, Scheuchzers, Vaters, Teichmeyers und anderer Naturforſcher an den Tag legen. Hingegen komt die angewendete Chemie faſt mit der überein, die von andern die Ausuͤbende genennt wird, in welcher man einige Theile der angewendeten Chemie, beſonders was in die Materiam medicam und Apothekerkunſt einſchlaͤgt, wiewohl ſehr unordentlich und verworren abgehandelt hat; doch wiſſen wir auch daß einige Chemiſten, verſchiedene Theile der ange⸗ wendeten Chemie, beſonders durchgegangen ſind. 1. Anmerkung. Ich treffe zwiſchen der reinen Chemie und einer ͤchten Naturlehre, wie ſie beyde heutzutage ge⸗ lehret werden, folgenden Unterſcheid an: in der letzten werden die Koͤrper als ausgedehnte, maſchinenmäſige und gebaute, die Kraͤfte beſitzen, Bewegungen haben, thun und leiden koͤnnen, betrachtet; in der erſten aber wird ſüre 15 Verfaſſer, ſo er unter dem Sterngen angefuͤhret hat, le⸗ EEEEE und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. 13 le⸗ Miſchung und die Eigenſchaften, ſo davon abhaͤngen, in Erwaͤgung gezogen. Denn nach unſerer Meinung, muß man dieſe Wiſſenſchaften nicht,(wie einige verlangen,) nach den verſchiedenen Mitteln, deren ſich die Naturforſcher di⸗ und Chemiſten bedienen, ſondern nur nach ihrer Abſicht, ge⸗ unterſcheiden: indem ſich die Mittel nach dem vorgeſetz⸗ oſ⸗ en Endzweck, dieſer hingegen ſich nicht nach jenen richtet. de 2. Anmerkung. Bißher haben wir die ganze Chemie nur he nach Anleitung ihrer Vorwuͤrfe eingetheilt gefunden; es a⸗ ſcheinet aber, als wenn dieſe Eintheilung folgende Unbe⸗ t, quemlichkeit habe, daß aller Nutzen, den man von einer ch und eben derſelben Sache erlangen kann, auf einmal in einen Ort zuſammen geworfen werde. Deswegen halten h⸗ wir es auch vor unmoͤglich, daß man von dieſer Einthei⸗ ſo lung, da man alle Theile der angewendeten Chemie, unter or⸗ einander vermiſcht und unordentlich erklaͤret, im gemeinen von Lehen einigen Nutzen haben koͤnne. Es iſt z. B. bekant, daß man von einem und eben demſelben Koͤrper, Kalk, und Glaß, Arzneymittel, Farben und was dergleichen mehr und iſt, bereiten kann; die letzten Bereitungen nuͤtzen allein ften Mahlern; die vorhergehenden aber nicht; welche hinge— rs, gen den Aerzten und andern, nicht aber den Mahlern, her dienlich ſind. Dieſer Unbequemlichkeit vorzukommen, und die Chemie . nützlicher zu machen, haben wir dieienige Eintheilungein⸗ mit zufuͤhren vor gut befunden, welche die Meßkuͤnſtler in ih⸗ unt ren Wiſſenſchaſten lange beobachtet haben: indem wir ge⸗ ten wiß verſichert ſind, daß die Meßkunſt zu dem hohen Gip⸗ d fel, den ſie in unſern Zeiten erſtiegen hat, niemals gekom⸗ un men ſeyn wuͤrde, wenn nicht ihre Verehrer dieſe Einthei⸗ glich lung beſtaͤndig beybehalten haͤtten. Denn wo in den Kuͤn⸗ auch ſten und Wiſſenſchaften keine ordentliche Eintheilung nge⸗ herrſcht, da koͤnnen weder die eingeſchlichenen Irthuͤmer verbeſſert, noch auch das, was fehlet, gehoͤrig entdecket 1 oder erſetzet werden. Man hat ſich alſo in der reinen Che⸗ jemie mie nur um die innere Miſchung der natuͤrlichen Koͤrper, ege und um ihre Anfaͤnge, aus denen ſie zuſammen geſetzt und 3 19 gemiſcht ſind, desgleichen auch um die Verhaͤltniſſe die ſie ehr gegen andere Koͤrper haben, ſorgfaͤltig zu bekuͤmmern; die 4 ui angewendete Chemie aber muß die Art und Weiſe anzeigen, d ir wie die hiehergehoͤrige Sachen(producta) wohl und mit Ni Nutzen 14 Cap. 1. Von der Chemie Nutzen zu machen, oder auch wie ſie zu verbeſſern und zu veraͤndern ſeyn, und was dergleichen mehr iſt⸗ 8. 5. Einige ſowol von den alten als neueren Chemiſten, ſind der Meinung geweſen, daß es der im engern Verſtande ſogenennten Naturlehre vielmehr, als der Chemie zukomme, von den Elementen und Anfaͤngen der Koͤrper zureden(§. 4.); weswegen auch einige Weltweiſe, in ihren Schriften von der Naturlehre, obgedachte Materien durchgegangen ſind, die ſie doch mehr mit leeren Muthmaſſungen und angenom⸗ menen Saͤtzen, als mit Erfahrungen beſtaͤrket haben; von der Chemie hingegen, glaubten auch ſelbſt die Chemiſten, daß ſie bloß mit einigen kuͤnſtlichen Be⸗ reitungen zuthun haͤtte, die ſie aber nur vor ſonder⸗ bahr und geheimnisvoll achteten, und nichts erſprieß⸗ liches, die Natur und Beſchafſenheit der Koͤrper zu erforſchen, von ihnen erwarteten. Denn zu der Zeit machte die angewendete Chemie, oder vielmehr ein Theil derſelben, der die Arzneywiſſenſchaft und das Huͤttenweſen(Metallurgica) angieng, die ganze Che⸗ mie aus. Dahero hielten ſie auch davor, daß die Chemie und alle ihre Theile zu den Kuͤnſten und nicht zu den Wiſſenſchaften verwieſen werden muͤſten. Das letzte wolten einige nicht zugeben, und es entſtunden daher verſchiedene gelehrte Kriege. So wie aber aus dem vorhergehenden erhellet, daß die reine Chemie ihre Wahrheiten aus eigenen Gruͤn⸗ den und Verſuchen herleitet(§. 2.); ſo iſt auch offen⸗ bar, daß ſie mit Recht eine Wiſſenſchaft genennet wer⸗ den koͤnne; die angewendete Chemie aber ſcheint unter die Kuͤnſte oder vielmehr unter die ausuͤbende Wiſſen⸗ ſchaften zu gehoͤren, wenn gleich die reine Chemie, —õõõõööömn dieſer ihren Urſprung zu danken hat. Denn die Theile zü und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. 15 Theile der angewendeten Chemie bekommen das An⸗ ſehen der Wiſſenſchaften oder der ausuͤbenden Wiſ⸗ ſenſchaften, indem ſie nach Gruͤnden errichtet werden, welche die reine Chemie hergiebt. Anmerkung. Wir reden hier nicht von der Chemie, wie ſie vor Zeiten, oder auch noch heutzutage, von einigen ge⸗ lehret wird; denn dieſe gedenken wir ſelbſt eher zuden Kuͤn⸗ ſten als Wiſſenſchaften zu zaͤhlen, indem ſie nicht bey der Erkäntniß der Dinge ſtehen bleibt, ſondern auf das 74 5, 7„A g 29Tov oder o—α d. i. auf das Werk oder Thun ſiehet, und nur allein durch Kunſt und chemiſche Verrich⸗ tungen(operationibus) erlanget wird; ſondern wir mei⸗ nen die Chemie wie ſie ſeyn und gelehret werden ſoll, oder die ihre Wahrheiten aus lehrenden oder ausuͤbenden Gruͤn⸗ den d. i. aus Verſuchen herleiten muß.. 45 eTe Ke T e he, he Je— He e 2S 35 Das 2. Capitel. Von der Geſchichte der Chemie und ihrem Namen. S. I. m von der Geſchichte der Chemie, ihrem Anfang und Fortgang eine deutliche Erkenntniß zu er⸗ langen, halten wir vor noͤthig, ſie in gewiſſe Zeiten einzutheilen, damit man deſto beſſer ſehen moͤ⸗ ge, wie ſie in jedwedem Zeitpunkt getrieben worden, und allmaͤhlig zugenommen habe. S. 2. „Den erſten Zeitpunkt muͤſſen wir am weiteſten hinaus ſetzen, weil wir nicht eigentlich wiſſen, was in den erſten Zeiten vorgegangen. Er faͤngt faſt mit der Welt an, und endiget ſich bey dem dritten Jahr⸗ hundert nach Chriſti Geburt. Ich geſtehe, daß alles, was ————õ— ———— — 1 „ 16 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie was ſich in dieſen Zeiten zugetragen hat, ſehr dunkel und mit Finſterniſſen umgeben ſey. Daher es auch kein Wunder iſt, daß ſich ſo groſſe Streitigkeiten, von der chemiſchen und philoſophiſchen Erkenntniß der erſten Menſchen entſponnen haben, welche einige vor nichtswuͤrdig, andere aber vor ſehr erheblich und lobenswuͤrdig ausgeben. Wir wollen hievon unſere Meinung kuͤrzlich beybringen, und was in der Che⸗ mie geſchehen iſt, wo nicht mit gewiſſen, doch wenig⸗ ſtens mit wahrſcheinlichen Umſtaͤnden herauszubrin⸗ gen ſuchen. Ich geſtehe zwar gerne, daß ſich die erſten Vaͤter, um die heutige abgezogene und philoſophiſche Erkennt⸗ nis der Dinge, ſehr wenig bekuͤmmert, auch daß ſie nicht viele buͤrgerliche Geſchichte,(hiſtoria civili) Sprachen, oder andere heutzutage unentbehrliche Wiſſenſchaften gebraucht haben; ich gebe auch zu, daß ſie in dem Verſtande, in welchem man die jetzige Weltweißheit nimmt, keine Weltweiſe geweſen, weil groſſe Wiſſenſchaft, dieſen Namen zuverdienen, er⸗ fordert wird: dem ohngeachtet aber wird man ihnen viele und vortrefliche Einſichten in die Art und Na⸗ tur der erſchaffenen Dinge, die ſie taͤglich vor Augen hatten, nicht abſprechen koͤnnen; denn wenn man er⸗ weget, daß Adam, bey der Schoͤpfung, ohne Zwei⸗ fel groſſe Wiſſenſchaft von den natuͤrlichen Dingen, erhalten hat, woruͤber Euſebius in Praep. Evang. und Nuartus in ſcrut. ing. nachzuſchlagen ſind, und daß dieſe Erkenntniß durch den Fall keinesweges verloren gegangen, indem bekannt iſt, daß der Teufel noch groſſe Kenntniß von natuͤrlichen Dingen beſitzet, ob er gleich auf ewig verworſen worden iſt; wenn man ferner betrachtet, daß das hohe Alter dieſes erſten Menſchen ſowol, als auch ſeiner Kinder die erwuͤnſch⸗ teſte Gelegenheit gegeben, unzaͤhlige Wahrnehmun⸗ gen EEEEEEE Darſ venig heuind lle) titem tur, wo grühen norden hedenn d ver fuͤnd niſe nehſt gelff i, o ritd, p ruch we Fitber ſeſem Lilm, tnſäger We in nie, ne Nr ſande d der nkel uch ten, tniß nige und ſere ihe⸗ ng⸗ ein⸗ ter, aut⸗ ſie vili) liche ) zu, zige weil er⸗ hnen Na⸗ agen er⸗ wei⸗ aen, und daß loren noch ob man eiſten uͤnſch⸗ zmun⸗ gen und ihrem Namen. 17 gen zu ſamlen, und mehrere, obgleich einfachere, Verſuche in ihrer Kindheit anzuſtellen, als wir, viele Geſchlechter unſerer Nachkommen mitgerechnet, nim⸗ mermehr machen koͤnnen,(denn ſie haben weder ohne Verſtand noch ohne Vernunftſchluͤſſen gelebet; viel⸗ weniger darfman glauben, daß ſie die Geſchoͤpfe nicht bewundert, und kein Verlangen getragen haͤtten, die⸗ ſelben naͤher kennen zu lernen,) und endlich, wenn wir bemerken, daß ſie auſſer dem groſſen Buche der Na⸗ tur, worinne ſie entweder zu ihrem Nutzen oder Ver⸗ gnuͤgen leſen konten, keines andern, wie ſchon geſagt worden, bedurften, ſo ſehe ich nicht, was uns ver⸗ hindern ſolte, die erſten Menſchen in dieſem Verſtan⸗ de vor Weltweiſe und Chemiſten auszugeben, die be⸗ ſtaͤndig alle Muͤhe angewendet haben, die Geheim⸗ niſſe der Natur zu ergruͤnden, und den Urſprung nebſt den Anfaͤngen der natuͤrlichen Coͤrper zu be⸗ greiffen. Dieſe ihre Erkenntniß halte ich vor eben die, ſo in der heiligen Schrift Weißheit genennt wird, wovon wir nachhero handlen wollen. Es wird auch wohl die Chemie derer, ſo vor der Sundfluth gelebet haben, nichts anders geweſen ſeyn; denn mit dieſem Namen belegten ſie, nach dem Zeugniß des Zoſimi, wie Boerhaave im I. T. Hiiſt. Ch. p. 4. fg. anzeiget, die Wiſſenſchaft von den Werken der Natur. Wir ſind alſo der Meinung, daß unſere reine Che⸗ mie, welche von den Anfaͤngen der naruͤrlichen Coͤr⸗ per handelt, in den erſten Zeiten, ſowol dem Namen als der Sache nach bekannt geweſen ſey, ob ſie gleich nicht durch kuͤnſtliche Verſuche und Werkzeuge er⸗ langt, ſondern auf einfachere und langwierige Wahr⸗ nehmungen gegruͤndet war. Allein, wenn wir gleich die erſten Menſchen als Chemiſten dargeſtellet haben, ſo folgt deswegen nicht, daß ſie auch die Alchemie getrieben, oder ſich um die 5 I. Th. B Ver⸗ 1 6 1 8 1 8 11 „ 1 d P 5 4 1 6 f * 1 „ 1 1 9 f a . f. 6 ! 18 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie Verwandlungen der Metallen, wie ſich einige einbik⸗ den, beworben hätten. Ich geſtehe, daß ſie leicht haͤtten einſehen koͤnnen, daß ſich die Natur in ihren Verrichtungen allezeit aͤhnlich ſey, und die Kunſt, je⸗ ner ihren Fußtapfen nachfolgen muͤſſe, wo ſie den natuͤrlichen aͤhnliche Coͤrper durch die Kunſt hervor⸗ bringen wolle. Inzwiſchen mag ihnen wohl die ein⸗ fache Lebensart, und die damalige Zeitumſtaͤnde nicht den mindeſten Trieb zum Goldmachen beygebracht, ja wohl nicht einmal Gedanken dazu in ihnen erreget haben. 1 Daß aber die angewendete Chemie, beſonders die, welche mit Metallen zu thun hat,(Metallurg.) im Schwange geweſen ſey, laͤſt ſich aus dem, was im 1 B. Moſ. 4, 22. vom Tubalcain, der ſonſt Volcain, und mit der lateiniſchen Endigung Vulcanus heiſt, geſagt wird, ohnfehlbar ſchlieſſen. Denn es iſt wohl unmoͤglich, daß dieſer in Erz und Eiſen hat arbeiten koͤnnen, ohne zu wiſſen, wie man dieſe Metalle aus ihrem Geſteine ſchmelzen muͤſſe. Obaber Thubal, des Japhets fuͤnfter Sohn, ein Bergmann geweſen ſey, wie es einige aus dem Namen vermuthen, wollen wir hier nicht ausmachen. Es giebt viele, die da meynen, daß ſich die Egy⸗ pter in der Chemie, beſonders in der Wetallurgie und Apothekerkunſt mehr Muͤhe gegeben haͤtten, als die Vaͤter vor der Suͤndfluth, und andere Voͤlker, und daß ſich vornemlich ihre Prieſter) die Kierophantes genennet wurden, und die ihre Wohnung und Goͤ⸗ tzendienſt in dem Vulcanustempel hatten, der in der Stadt Memphis, ſo jetzt Cairo oder Alcairo genen⸗ net wird, wenigſtens nicht weit davon erbauet war, damit beſchaͤftiget haͤtten. Andere, nemlich Conring, in ſeinem Buche de Hermet. med. Gerike in den Elem. chem. Brucker in der Hift. Ph. crit. Burnet V in — Q¶—yᷓᷓᷓ——ᷓᷓᷓỹjj·˖˖˖˖˖— — = — lWacen ufe erfan kema in eneſe Lnurr glage die aben mmn ecvo pee Ecriſt nnh Eid 4 Ly. h d à) Sen ſt⸗ ht een je⸗ den or⸗ in⸗ ht t, et ſie, im im ain, eiſt, vohl iten aus des ſe, wir Egy⸗ rgie als ölker, antes Goͤ⸗ in der genen⸗ war, ꝛring, n den durnel in und ihrem Namen. 19 in ſeiner Archæolog. Gundling in der Hiſt. Phil. Heu- mann in den Act. Philoſ. und noch andere, haben zwar dieſe Wiſſenſchaft denen Egyptern ſtreitig ma⸗ chen wollen; allein es bleibt dennoch eine unumſtoͤß⸗ liche Wahrheit, und wird es bleiben, daß dieſes Volk einen groſſen Theil der angewendeten Chemie verſtan⸗ den hat, und ſehr weiſe geweſen iſt, welches wir auch durch folgende Umſtaͤnde zu erhaͤrten gedenken. 1) ſagt die heilige Schrift, daß die Egypter mehr Wiſ⸗ ſenſchaft als als andere Voͤlker beſeſſen haben. z. B. im 7. Cap. der Apoſtelgeſchichte im 22. v. im 1 B. der Koͤn. im 4. Cap. im 30. v. und im 19. Cap. im 11. v. des Propheten Eſaias. Wolte jemand vor⸗ aus ſetzen, daß ſich dieſe Wiſſenſchaft nicht auf die Erkenntniß der natuͤrlichen Coͤrper und Dinge er⸗ ſtrecket habe, worinne doch, laut dem, was wir oben angefuͤhret, die Wiſſenſchaft der erſten Vaͤter beſtan⸗ den hat; ſo wuͤrde er meines Erachtens, die Wiſſen⸗ ſchaft des Moſes und Salomons, nicht ſowol unter⸗ drucken als vielmehr verkleinern, und ohne Grund, ja auf eine verwegene Art, die Zeugniſſe derer ver⸗ werfen und vor nichts achten, welche verſichern, daß die Egypter nicht allein in der Meßkunſt, ſondern auch in Wahrnehmungen und Verſuchen ſehr geuͤbt geweſen. Alle aͤltere Schriftſteller bezeugen, daß die Egypter eher als andere Voͤlker den Wiſſenſchaften obgelegen haben, und wenn ſie nicht geſchickter als die alten Griechen geweſen waͤren, ſo wuͤrden dieſe, um etwas zu lernen, wohl ſchwerlich ſo gerne nach Egypten gereiſet ſeyn. 2) Iſt aus der heiligen Schrift bekannt, daß die Egypter die erſten Gold⸗ und Silberarbeiter geweſen, denn im 1 B. Moſ. im 44. Cap. v. 2. wird von dem ſilbernen Becher des Jo⸗ ſephs, den er ohne Zweifel in Egypten erworben hat⸗ ke, geredet, ſo wie nach dem 2 B. Moſ. im 11. Cap. B 2 im 20 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie im 2. v. und im 12. Cap. im 35. v. die Iſraeliten ihr Gold und Silber gleichfals von den Egyptern hat⸗ ten. Es beweiſen auch ſehr alte Schriftſteller, daß von undenklichen Zeiten her in dem Lande von The⸗ ben Gold⸗und Erzhuͤtten erbauet geweſen; auch daß die Egypter ſehr wohl gewuſt haben, Gold ſowol aus einem gewiſſen marmor⸗ oder kalkartigen Geſtein aus⸗ zuſchmelzen, als auch aus dem Sande des Nils, ver⸗ mittelſt der Schlemmung zu ſcheiden, wie ſolches Diodor. ſicul. Strabo, Agatarchidas und andere mehr erzehlen. 3) Weiß man gleichfals aus der hei⸗ ligen Schrift, daß die Egypter das Einbalſamiren verſtorbener Coͤrper, welches Herodotus beſchreibet, und davon auch das 1 B. Moſ. 70, 2. Meldung thut, zuerſt erfunden, daher wir auch noch heutzutage die Mumien haben. 4) Erinnern ſowol alte als neue Schriftſteller, daß die Bierbrauerey und Gaͤhrungs⸗ kunſt von den Egyptern oder ihrer Iſis und dem Oſi⸗ ris zuerſt bekannt gemacht worden ſind; wovon Hio- Jor. Bibl. Libr. I. nachgeſchlagen werden kann; ſie haben anch Natrum, wie Strabo in der Geogr. 50. 17. berichtet, und Salmiack, zu machen gewuſt. Es iſt doch bemerkenswerth, daß die Bereitung des letz⸗ tern noch jetzo bey ihnen im Schwange geht, obgleich die Art denſelben zu verfertigen, erſt vor einigen Jah⸗ ren in Europa bekannt worden iſt. Endlich iſt auch klar, daß ſie die Glaßmacherkunſt verſtanden haben, wovon das vitrum obſidianum*) welches man in des Pfzn. Hiſt. L. XXXVI. Cap. XXVI. findet, und die cali- ⸗Anmerk. des Ueberſ. Dieſes war weilen auch durchſichtig, dick ein Glaß, das wie ein Stein, anzuſehen, und gab in den den Obſidianus in Aethio⸗ Spiegeln an den Waͤnden, an pien gefunden hatte, ausſahe. ſtatt eines Bildes einen Schat⸗ Dieſer war ſehr ſchwarz, zu⸗ ten. allce 8ap. legen giſ und.) ſchn fente Zuch Jus die Re worit ſatten dene tens ange db ſe Gob, Geviß ken un he. h Anm. Aaloa in eih, iate Eahd töhſſ hltte drun Oder ſa nic witt tü: und ihrem Mamen. 21 calices alaſſontes*), deren Forrichius de Herm. Aeg. Sap. 7. 70. Erwehnung thut, ſattſame Zeugniſſe ab⸗ legen: Sie haben auch kuͤnſtliche Edelgeſteine und Fluͤſſe gemacht, wovon uns die Tabula ſinaragdina und der Serapis Coloſſeus*†), wo ich nicht irre, ver⸗ ſichert; endlich haben ſie auch ſchoͤne und beſtaͤndige Farben verfertigt, welches Theophraſt in ſeinem Buche von den Steinen zur Gnuͤge bezeuget. Aus angefuͤhrten Umſtaͤnden wird wohl, ohne an die Beynamen 2Qοπmο, Dais ia, Vulcania, u. d. gl- womit Egypten ſonſt beleget worden, zu gedenken, ſattſam erwieſen ſeyn, daß die Egypter groſſe Kenner der natürlichen Coͤrper, in Anſehung ihres Verhal⸗ tens gegen andere, geweſen ſind, und viele Theile der angewendeten Chemie in der Uebung gehabt haben; ob ſie aber die mediciniſche Chemie, und die Kunſt Gold zu machen, ausgeuͤbt haben, laͤßt ſich nicht mit Gewißheit behaupten, ſondern nur aus den angefuͤhr⸗ ten und andern Umſtaͤnden eher bejahen als vernei⸗ nen. B 3 Man *) Aum. des Ueberſ. Die Calices Falle wuͤrde es heiſſen: klin⸗ alaſſontes hatten ohnfehlbar gende Kelche. Hier haben die Herren Kunſtrichter und Grammatici was zu ihrem Zeitvertreibe. ihren Namen von AAac, Salz, daß es alſo hieſſe: ſal⸗ zigte Kelche, weil laugenhaft. Salz dazu kam. Oder ſolte*) Aum. des Ueberſ. Serapis es heiſſen: a Aν—, ſo war ein Egyptiſcher Abgott, haͤtte man praͤchtige Kelche welchen ſie auch Oſiridem darunter verſtehen muͤſſen. und Apim nennten. Serapis Oder hat es der Herr Verfaſ⸗ coloſſeus heißt alſo ein ſolcher ſer nicht recht ausgedruckt, und Abgott, der in der Grͤſſe einer anſtatt alalazontes undeutlich groſſen Saͤule, oder Coloſſes geſetzt alaſſfontes. In jenem vorgeßellt iſt. 22 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie Man ſagt, daß die vornehmſten Meiſter der Egypker zwey groſſe Maͤnner geweſen ſind, die Hermes geheiſ⸗ ſen haben, von denen der erſte vor des Noah Enkel Mizraim ausgegeben wird, daher auch noch einige Tuͤr⸗ ken und Araber bis auf den heutigen Tag, Egypten Metzr nennen; oder wenigſtens vor einen Sohn die⸗ ſes Mizraims. Dieſen Hermes halten auch einige vor den Thor der Scythen und Egypter; oder vor den Taavtus der Phoͤnicier; oder vor den Hermes der Griechen, ja auch vor den Mercur der Roͤmer. Der andere oder juͤngere, welcher tauſend Jahre,(vielleicht egyptiſche) nach dem erſten gelebet haben ſoll, heißt Hermes Trismegiſtus. Dieſer hat angefangen, die, in Egypten verlohrne Kuͤnſte, wieder herzuſtellen, und die Erfindungen des erſten Hermes, die nach ihm theils vergeſſen worden, theils auch durch eine Ueber⸗ ſchwemmung des Nils verlohren gegangen waren, hervorzuſuchen, wie Manethus und Herodotus im 62ſten Cap. des 2ten Buchs, berichten. Von dieſem Hermes, hatten die vorgedachte egyptiſche Prieſter ihre Wiſſenſchaft und Erkenntniß von natuͤrlichen Dingen, die ſie nach und nach durch neue Wahrneh⸗ mungen und Verſuche, ſo lange verbeſſerten oder ver⸗ mehrten, bis das egyptiſche Reich zu Grunde gieng und andere Herrſchaften bekam. Ob die alten Griechen einige Erkenntniß von der Chemie gehabt? bleibt ſo lange zweifelhaft, als man nicht dargethan hat, daß in ihren dunkeln Maͤhrchen einige geheime Dinge, von der hoͤhern Chemie, ver⸗ borgen liegen; ſo viel aber iſt gewiß, daß ſie aus der abgezogenen(abſtracta) Weltweisheit, der Sitten⸗ lehre und Beredſamkeit, mehr als aus der Erkenntniß der nakuͤrlichen Dingen gemacht haben. Aus dieſer Ur⸗ ſache legten die Egypter den Griechen einen kindiſchen Verſtand bey, wie Plato und Plutarchus anfuͤhren, und ken vn und ſehen gen ciit V cen ii A e ir denen nn der — — mn. dinen bie und ihren NMamen. 23 und ſie erlaubten ihnen nicht in ihre Geheimniſſe zu⸗ ſehen, wenn gleich noch ſoviele der Wiſſenſchaften we⸗ gen nach Egypten kamen, ausgenommen dem Demo⸗ critus, dem ſie einzig und allein ihre wichtigſten Sa⸗ chen anvertrauten; deſſen Schriften aber nicht mehr vorhanden ſind. Ben den kriegeriſchen und herrſchſuͤchtigen Roͤmern, die ihre Erkenntniß den Griechen zu danken hat⸗ ten, und erſt lange nachher die Kuͤnſte der Ueberwun⸗ denen liebgewannen, treffen wir noch weniger Spu⸗ ren der Chemie als bey den Griechen an, 1. Anmerkung. Bey der chemiſchen Erkenntniß der Vaͤ⸗ ter vor der Suͤndfluth, faͤlt uns noch dieſes bey, daß Nol⸗ lius in ſeiner Phyſ. Vet. et ver. ihnen eine Kenntniß von der hoͤhern Chemie beylegen, und ſolches beweiſen wollen: 1) Aus ihrem langen Leben, welches ſie ſich durch einige geheime chemiſche Arzeneyen verſchaft haben ſollen; da es doch wahrſcheinlicher iſt, daß daſſelbe, theils von einer goͤttlichen Einrichtung, vermoͤge welcher die Erdkugel bald bevoͤlkert werden ſolte; theils von ihrer Gemuͤthsruhe, welche die Folge der Froͤmmigkeit war; theils von ihren ſtarken Kraͤften, die weder durch angeerbte noch zugezogene Fehler unterbrochen wurden; theils auch von einer groͤſ⸗ ſern Kraft der Nahrungsmittel, und endlich von einer maͤßigen Lebensart herkam; 2) Aus den zween Saͤulen, auf welche Seth, der Sohn Adams, alle Wiſſenſchaften ein⸗ gehauen haben ſoll. Dieſe Saͤulen will Joſephus auf dem Gebuͤrge Seir geſehen haben, wie er im 3. Cap. des 5. Buchs vorgiebt; Pauſanias aber in abditis Syringarum,* ſo nahe an dem Grabe des Memnons bey Thebe in Egy⸗ ten waren. Alllein, ob wir gleich nicht gaͤnzlich laͤugnen koͤnnen, daß dergleichen Saͤulen ehedem, entweder auf dem Gebuͤrge Seir in dem Lande Eſaus, oder in Egypten, welches uns faſt gleichguͤltig ſeyn kan, vorhan⸗ den geweſen ſeyn moͤchten, ſo zweiflen wir dennoch ſehr, ob 3 4 Seth *Anm. des Ueberſ. SFyringes veerborgene Oerter in den unter⸗ waren unterirrdiſche Hoͤlen; al: irrdiſchen Hoͤlen. fo heiſſen abdita Syringarum, 24 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie Seth was drauf gehauen hat, oder ob ſie was von der. hoͤhern Chemie gelehret haben. Brucker meynt, in der V 9e Hiſt. Cr. Ph. p. 59: Joſephus habe daher zu irren Ge⸗ 4 legenheit dekommen, daß er den Seth vor den Urheber des b Buchs 220 22 gehalten habe. 3) Aus der Erhal⸗ 1 tung der Thiere in dem Kaſten des Noah, die nach ihrer 3 Neinung nicht anders habe geſchehen koͤnnen, als durch 1 Ausziehung des beſten aus jedem Nahrungsmittel, und 1 vermittelſt einer feinen die Luft reinigenden Materie, wo⸗ A durch die Luft in dem feſt verſchloſſenen Schiffe, reiner 84 und zum Athmen geſchickter gemacht worden ſe)y. Wer aber erweget, daß hier eine wunderthaͤtige Hand die Thie⸗ ron re erhalten hat, der wird auch zugeben, daß alles dieſes 41' ſehr erdichtet und gar nicht wahrſcheinlich ſey. 3 2. Anmerkung. Damit man wiſſen moͤge, wie die Wiſ⸗ 3 ſenſchaften nach der Suͤndfluth, aus Aſien in Africa gekom⸗ V men ſind, ſo muͤſſen wir anmerken, daß Cham, der Sohn 6 Noah, dem, wie die Schrift ſaget, Africa und Egypten, 3 durchs Loos zugefallen waren, und der obgedachte Enkel 6 Nizraum, die Egypter ohne Zweifel ſo gluͤcklich gemacht; T ja die Nachkoͤmmlinge des Noah, moͤgen wohl von ihrem 4 Vater vieles gelernet haben, weil ſie 370 Jahre in ſeiner ſi Geſellſchaft zubringen konten. Nachher hat Abraham, 1 nach Auſſage des Joſephus im 1. B. im 9ten Cap. den Wn Egyptern viel Wiſſenſchaft beygebracht; endlich iſt auch ns wohl Joſeph ihr getreuer Lehrmeiſter geweſen. Siehe ha, Juſtin. L. 36. Cap. II. 4 3. Anmerkung. Um die Beſchaffenheit und Groͤſſe der n egyptiſchen Chemie deſto beſſer bekant zu machen, ſehe ich Til mich genoͤthiget, etwas von der Erkenntniß und Wiſſen⸗ e ſchaft des Moſe, die er nach der Auſſage der heiligen Schrift ec von den Egyptern gelernet hatte, beyzubringen. Wir be⸗ m merken alſo, 1) daß er die Kunſt verſtanden, das Gold zu r veraͤſchern und durchs Reiben in Pulver zu verwandeln, de ja dieſes Pulver ſo leicht zu machen, daß es entweder auf dem Waſſer ſchwimmen, oder ſich mit demſelben vermi⸗ T de ſchen konte, wie aus dem 2, Buch Moſe 32, 20. und aus de dem 5. Buche 9, 21. bekant iſt. Ich wuͤnſchte den Che⸗ Fnn miſten zu ſehen, der diefes noch jetzo zu thun im Stande faate nn dane und ihrem Mamen. 25 waͤre.* 2) Daß ihm die Apothekerkunſt, wo nicht ſehr gelaͤufig, doch bekant gewefen ſeyn muͤſſe, weil er das unnachahmliche heilige Salboͤl, ſeines 2ten Bnchs 30, 25. und das heilige Räucherwerk, eben dieſes Buchs im 30. Cap. im 34. v. bereiten konte. 2) Daß er auch eine mineralogiſche Kenntniß von den Steinen nach dem Zeug niß des Euſeb. in Praep. Evang. L. 9. gehabt habe, denn dieſer ſagt: Et ſane Moſes, qui lapidum etiam vires apprime callebat, non obiter, cum de ſummi ſacer- dotis ceultu diſſereret. Ueberdis muß man bemerken, daß Moſes in die Zahl der egyptiſchen Prieſter aufge⸗ nommen worden iſt, wenn man dem Joſepho trauen darf. 4. Anmerkung. Wer der erſte Hermes, der Meiſter oder erſte Weiſe unter den Egyptern geweſen, iſt noch nicht voͤl⸗ lig ausgemacht. Denn einige, als Langius, Rodericus 2 Caßtro, Kircherusz und von unſern Gelehrten, Wilde, hal⸗ ten ihn vor den Enoch, den Enkel Adams, deſſen die heili⸗ ge Schrift gedenkt; ſolchergeſtalt aber waͤre er nicht ein Egypter, ſondern ein Ebräͤer geweſen; andere, wie Joh. Chr. Rriegsmann und Borrichius ſagen, daß er der Canaan, Chams Sohn ſey, welches unſerer Meinuug ſehr nahe komt, indem Canaan und Mizraim Bruͤder geweſen find; noch andere, als Huer. und Heumann. geben dieſen Hermes am angefuͤhrten Orte, vor den Moſes ſelbſt aus; Wenn aber die Egypter ihre Wiſſenſchaft von dem Her⸗ mes gehabt haben, und Moſes von den Egyptern gelernet hat, ſo begreift man leicht, daß Hermes alter als Moſes geweſen ſeyn müſſe; endlich machen die, ſo den Mizraim, den perſiſchen Mithra und den Miſor des Sanchuniatonis vor einerley Perſonen ausgeben, unſern Hermes zu einem Sohn des Mizraims, und zwar aus dem Grunde, weil Pbilo Bibl. der den SKanchuniaton anfuͤhret, ſaget: Mi⸗ ſor hatte einen Sohn Taut, der die Anfaͤnge der Schreiberey zuerſt erfunden, und der von den Egyptern Thoyt, von den Alexandriern Thot; von den Griechen aber Eeuny genennt wurde. Siehe Conringium de Her- B 5 met *Anm. des Ueberſ. Der Hr. Prof. Wallerius hat entweder noch niemals das Gold in der Schwe⸗ felleber aufgelzſtund es damit zu Pulver gemacht, welches er doch ſchon lange aus dem Stahl haͤtte erſehn koͤnnen, oder er verſteht die Worte Moſes an⸗ ders, als ſie zu verſtehen ſind. 26 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie met. Med. p. 5. und die ſchwediſche Rede des erlauchten und hochgebohrnen Grafen und Reichsraths, wie auch Commenthurs der koͤnigl. ſchwed. Orden, G. Bonde. Ob nun der Name Hermes griechiſchen Urſprunges ſey, wie Conring meynet, oder ob er von Her und Metzer, welches Herr von Egypten bedeuten ſoll, entſtanden, wol⸗ len wir denen Philologen zu entſcheiden uͤberlaſſen. 5. Anmerkung. Daß der ate Hermes, der Trismegiſtus genennt wird, ein Sohn des Agathodaͤmons geweſen, ha⸗ ben die Schriften des Manerhonis beym SGncello bewieſen; wer aber Aaathodaͤmon geweſen ſey, iſt ſehr ungewiß. Wenn der erſte Hermes zu den Zeiten Abrahams gelebet hat, und man die tauſend Jahre, welche verfloſſen ſeyn ſollen, ehe der andere Hermes aufgekommen iſt, vor Son⸗ nenjahre annimt, ſo trift man dieſen erſt nach dem Tode Salomonis an; allein es iſt, ſo viel ich weiß, noch nicht ausgemacht, was die Egypter vor Jahre gehabt haben, und wie ſie zu zaͤhlen ſind. Bey den Hermetibus muß ich noch anmerken, daß Cicero L. III. de Nat. D. 5. ihrer 1 6 fuͤnfe zaͤhlet; Langius aber, der in der Hiſt. Med. dem Ro- derico à Caſtro nachgefolget iſt, drey, nemlich 1) den Enach, 2) den Noah, und 3) den Trismegiſt. jedoch wir wol⸗ len uns hiebey nicht laͤnger aufhalten, damit wir nicht zu weitlaͤuftig werden, „Anmerkung. Unter den Schriſtſtellern, ſo wir in die⸗ ſen Zeitpunct ſetzen koͤnten, finden ſich keine andere als die wir ſchon genennt haben, nemlich den Hermes und De⸗ mocrit, deren Schriften, aber, bis vielleicht auf des erſten tabulam fmaragdinam, verlohren gegangen ſind. Man ſagt zwar, daß dieſer Hermes 36000 Buͤcher geſchrieben haben ſoll; allein, ſie ſind untergeſchoben, und haben wei⸗ ter nichts von dem Hermes, als ſeinen Namen. Denn Jamblichus ſpricht: unſere Vorfahren ſchrieben ihre Er⸗ findungen ihm zu, und ſetzten vor alle ihre Commentarien den Namen des Mercurs. Daher geſtehet auch Borrichius, und ſelbſt der Grieche Leo Allatins, daß alle griechiſche Buͤcher, ſo ſich in der vaticaniſchen, venetianiſchen, pari⸗ ſiſchen, eſcurialiſchen, coͤllniſchen oder muͤnchiſchen Bi⸗ bliothek befinden, und unter dem Namen des Hermes, Agathodaͤmons, der Iſis, des Hori, Sophars, Moſe, Ma⸗ rid, Oſtanis, Johannis, Komars, oder der Cleopatra ber aus⸗ t zu die⸗ die De⸗ rſten Man ieben nwei⸗ Denn re Er⸗ tarien ichiut, hiſch „pari⸗ en Be⸗ ermes, e,Ma⸗ ra her⸗ qud⸗ und ihrem Namen. 27 ausgegeben, oder nicht herausgegeben worden, zu dieſem Weltalter nicht gehoͤren, ſondern untergeſchoben ſi ad, und die Namen dieſer beruͤhmten Schriftſteller, faͤlſchlich fuͤhren. 2. Anmerkung. Aus allem angefuͤhrten erhellet deutlich, daß in dieſem Zeitpunct 1) die reine Chemie in der erſten Zeit zwar gebluͤhet habe; nachher aber, wie es ſcheinet, auf gewiſſe Art allmaͤhlich wieder verſchwunden, und an deren Stelle 2) die Metallurgie mehr empor gekommen ſey, welches die metalliſche Bereitungen, als Eiſenſaffran, Kupferſchlacken, Glette, Ofenbruͤche, gebranter Alaun, und viele dergleichen Sachen mehr, die vor den Zeiten des Hippocrats bekant, und vorher ſchon angefuͤhret waren, gnugſam anzeigen. 3) Daß auch die Apothekerkunſt, laut dem, was ſchon vorgetragen iſt, nicht gaͤnzlich unbekant ge⸗ weſen, wenn man gleich nicht wiſſen kann, ob nicht auch dieſe verlohren gegangen iſt. 4) Daß aber die hoͤhere Chemie von den Egyptern ſorgfältig erhalten worden. 8. Anmerkung. Was die Chemie bey andern Voͤlkern, in dieſer Zeit, vor ein Anſehen gehabt habe, iſt unbekant genug Daß aber die ausuͤbende Chemie bey den Chine⸗ ſern uͤblich geweſen, kann durch verſchiedene Gruͤnde dar⸗ gethan werden, ja es iſt glaublich, daß ſie dieſelbe von den Egyptern erlernet, ob wir es wohl nicht ausdruͤcklich be⸗ weiſen koͤnnen. S. 3. Nachdem das egyptiſche Reich eine andere Herr⸗ ſchaft bekommen hatte, ſo laͤßt ſich muthmaßen, daß andere Voͤlker, beſonders die Griechen, dieſe Gelegen⸗ heit ergriffen, und die Geheimniſſe der Egypter entwe⸗ der mit Gewalt, oder auf andere Art, weggeſchnap⸗ pet haben. Wir fangen alſo dieſen zweyten Zeit⸗ punct mit dem dritten Jahrhundert nach Chriſti Ge⸗ burt an, in welchem die Alexandriniſche Secte, wel⸗ che ſehr vieles mit der Platoniſchen und Cabbaliſti⸗ ſchen gemein hat, ihren Urſprung nahm, und die Grie⸗ chen die hoͤhere Chemie zu treiben anfiengen, wie man aus 28 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie aus den Schriften des Porphyrii, Jamblichi, He- liodori, Zoſimi, Syneſii, und anderer, die von der hoͤ⸗ hern Chemie handeln, und im zten, aten und folgen⸗ den Jahrhunderten geſchrieben haben, ſiehet. Ob aber die Griechen dieſe Wiſſenſchaft aus ihrem eigenen Gehirne erſonnen? oder ob ſie ſie, welches wahrſchein⸗ licher zu ſeyn ſcheinet, von den Egyptern entlehnet ha⸗ ben, laſſen wir dahin geſtellet ſeyn; doch koͤnnen wir nicht verſchweigen, daß keine Metallurgiſche Operatio⸗ nen, den Griechen, dieſe Wiſſenſchaft zu erdenken, Ge⸗ legenheit gegeben haben.“ 1. Anmerkung. Auſſer den angefuͤhrten Schriftſtellern, die in dieſes Zeitalter gehoͤren, haben wir noch den Oham⸗ piodorum Alexandrinum, Theophraſtum Ereſium, Hiero- theum, Archelaum, Anepigraphum, Pelagium), Cosmas, Heraclium, Stephanum Alexandrinum, Pappum, Mi- chaèlem Pſellium, Nicephorum, Blemmidam, die insgea⸗ ſamt mit ungewoͤhnlicher Schreibart von der Goldmache⸗ rey geſchrieben haben: ſie lieben Raͤthſel, beſondere Wen⸗ dungen, Gleichniſſe, ja faſt verkehrte Worte, und ſind der pythagoriſchen, platoniſchen oder cabballiſtiſchen Sekte zugethan. 2. Anmerkung. In dieſe Zeit koͤnnen, nach unſerer Mei⸗ nung, alle cabballiſtiſche, platoniſche, und theoſophi⸗ ſche Denkſpruͤche und Ausdruͤcke geworfen werden, die man in den alten und neueren Schriften der Goldmacher an⸗ trift, und die von der alexandriniſchen Sekte herkommen; desgleichen auch die Angehaͤnge(amuleta) Taliſmans und magiſche Bilder, welche von Metallen, deren jeglichem man ſeinen eigenen Planeten anwieß, gemacht waren. Dieſe haben auch wohl ohne Zweifel zu den mediciniſchen Angehaͤngen Anlaß gegeben; denn man ſuchte in den Pla⸗ neten und Geſtirnen ganz beſondern Verſtand. 3§. 4. Das 9te Jahrhundert, giebt den Anfang zum 3ten Zeitalter, in welchem die Araber die Wiſſenſchaften wieder herzuſtellen und auszubeſſern anfiengen. Ob Geber Geber in 78e hubel vwit ge geoſe berlöh Arn giſehe bären de mede tnſengen ſen D güüche Meal ſorong 6,16. derten hinſſi n und niſhe A ſenuxſem nen wedie daß de wüühelt nit der 1 Ahm em, ſen: Ladit ſdini Nai düet ch Aum nehan 3 „H. er hoͤ⸗ olgen⸗ baber genen chein⸗ et ha⸗ wir atio⸗ „ Ge⸗ ellern, Ohm- Hiero- Cosmas, 2, Mi- insge⸗ mache⸗ eWen⸗ d ſind Sekte r Mei⸗ oſophi⸗ die man her an⸗ mmen; ans und eglichem t waren. einiſchen den Ma⸗ um zten ſchaften Ob . Geber und ihrem Mamen. 29 Geber ein Grieche oder Araber geweſen ſey, und ob er im 7ten, oder in einem andern Jahrhundert gelebet habe? laſſen wir unausgemacht; ſo viel aber wiſſen wir gewiß, daß im 7ten und 8ten Jahrhundert, eine groſſe Wildheit geherrſchet, und alle Wiſſenſchaften verlohren gegangen ſeyn wuͤrden, wenn ſie nicht von den Arabern wieder ans Licht gebracht, und der Ver⸗ geſſenheit ſowol als der Finſterniß entriſſen worden waͤren. Von dieſer Zeit an, kann man die Aufnahme der mediciniſchen Chemie ganz zuverlaͤßig zu rechnen anfangen, welche von uͤbelverſtandenen goldmacheri⸗ ſchen Denkſpruͤchen, auch verbluͤmten und hierogly— phiſchen Redensarten, die mehr die Unreinigkeiten der Metalle, als Krankheiten der Menſchen betreffen, ent⸗ ſprungen zu ſeyn ſcheinet, wie Hoerhaave Chem. I. I. S. 16. davor haͤlt. Die in den folgenden Jahrhun⸗ derten an den Tag gekommene mediciniſche und al⸗ chimiſtiſche Schriften des Alkendi, Fhazir, Auicen- nae und anderer, in denen man ausdruͤcklich, auf che⸗ miſche Art bereitete Arzneyen antrift, uͤberzeugen uns genugſam von der in dieſem Zeitalter uͤblich geweſe⸗ nen mediciniſchen Chemie. Ueberdiß iſt es bekannt, daß die Araber, die Arzneywiſſenſchaft mit der Welt⸗ weisheit mehrentheils verknuͤpften; zuweilen aber auch mit der Alchemie. 1. Anmerkung. Auſſer den ſchon gedachten Schriftſtel⸗ lern, gehoͤren auch in dieſes Zeitalter folgende Alchemi⸗ ſten: Artephius, Abohali, Vincent. Bellovacenſis ein Möoͤnch, Zadith der aͤltere, die Turba philoſophorum, Morienus, der einzige alchimiſtiſche Weltweiſe unter den Roͤmern, Tho- grai oder Abuismael und Calidis; Job. Meſue der juͤngere aber, iſt der Apotheckerkunſt zugethan geweſen, daher er auch der Apothecker Evangeliſt genennet wird. 2. Anmerkung. Ferner ſind hieher die aſtrologiſchen Er⸗ mahnungen zu ziehen, welche in den Schriften der Che⸗ mi⸗ 30 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie miſten, beſonders der Alchemiſten„ haͤufig vorkommen, vermoͤge denen die Schuͤler der Kunſt fleißig ermahnet werden, daß ſie ihre earveeß e zu dieſer und keiner andern Zeit, unter di eſer und bered andern Stellung der Geſtir⸗ ne, verrichten ſo ollen. Denn die Araber waren den aſtro⸗ logiſchen Bedeutungen ſehr ergeben. Im uͤbrigen halten wir davor, daß Fallopius ſehr geirret habe, wenn er den Anfang der ganzen Chemie von dem 7ten Jahrhundert herleiten will; daß aber die mediciniſche Chemie, und die erſten Anfänged der verſuchenden(erſerimentalis) Che⸗ mie, bis in das Ote Jahrhundert zu ſetzen ſind, das er⸗ hellet deutlich genug aus dem beſagten. §.. In dem 13ten Jahrhundert, von dem wir den 4ten Zeitpunct angehen laſſen, iſt die Chemie zu den uͤbri⸗ gen europaͤiſchen Voͤlkern gekommen, deren ferneren Fortgang Kogerinus Baco in Engelland, Albertus Bolltadiur, oder Albertus Magnus, wie er gemei⸗ niglich genennt wird, in Deutſchland, und Arnoldus de I illa noua, in Frankreich, ſehr befoͤrdert haben. Es herrſchte zwar damals die im 12ten Jahrhundert aufgekommene ſcholaſtiſche Weltweisheit dergeſtalt, daß ſie alle Wiſſenſchaften unter ihr Joch gebracht hattes dem ohnerachtet aber unterſtunden ſich dieſe dren Maͤnner dennoch in der Naturlehre frey zu denken, wiewol zuweilen mit ihrem groͤſten Schaden, unter vieler Verfolgung von Seiten der Scholaſtiker. Die mediciniſche Chemie hatte zu dieſer Zeit ſchon ſo zu⸗ genommen, daß ihre Meiſter im 14ten Jahrhundert von einem allgemeinen Arzeneymittel, oder von der mediciniſchen Alchemie redeten, von der Raimundus Lullius, welcher im 14ten Jahrhundert gelebet hat, die erſten Einfaͤlle gehabt haben ſoll. Noch zur Zeit aber hatte Niemand die mediciniſche Chemie gelehret, ſondern die Alchemiſten waren zugleich die einzigen Chemiſten. 1 1. An⸗ ——— p und ihrem Namen. 31 umen, 1. Anmerkung. Zu dieſem Zeitpunkte gehoͤrt der Engellaͤn⸗ jahnet der Rogerius Baco, ein Moͤnch zu Weſtmuͤnſter, ſo das dern Schießpulver erfunden hat, welches Barthold Schwarz Heſtir⸗ aber im 14ten Jahrhundert zuerſt bekannt gemacht hat, aſtro⸗ um deſſen Vaterland, ob es nemlich das daͤniſche Cim⸗ halten brien, wie Bartholinus, Pontanus und Munſterus meynen, er den oder Freyburg in Deutſchland geweſen, wir uns vor die⸗ indert ſesmal nicht beküͤmmern; ferner gehoͤrt hieher, Albertus d die Bollfadius, ein Schwabe, der wegen ſeiner groſſen Wiſ⸗ Che⸗ ſenſchaft der Groſſe genennt wurde; Ferrarius, der ſonſt ser⸗ auch Frater Ferrarius, und von andern Efferarius geheiſ⸗ ſen wird. Thomas Aquinas, ein Schuͤler des Alberti Ma- gni, pflegt auch zu dieſen gerechnet zu werden; allein, gleichwie er kein Chemiſte geweſen iſt, alſo ſind auch die chemiſche Schriften, welche unter dieſem Namen herum ken getragen werden, billig vor untergeſchobene zu halten. uͤdri⸗ Siehe Conring. de Herm. Med. Cap. XXVII. Arnol- neren dus de Villa nova, der ſonſt Arnoldus Gallus heiſt, aus der Stadt ville neuve, in dem narbonnenſiſchen Frankreich; Raimundus Lullius, dem die Erfindung des Brand⸗ emei⸗ weins oder Weingeiſtes zugeſchrieben wird, wiewohldieje⸗ ldus nige, ſo die mit dieſem Namen bezeichnete chemiſche bben. Schriften, einem gewiſſen Luallio Neopbyto, oder dem Ray- dert mundo de Ferraga zuſchreiben, noch zweifeln, ob er ein Falt Chemiſt geweſen ſey, da hingegen andere, worunter auch iltt, Borrichius, Robertus Conſlantinus, Seldenus Und Dickin ſon racht zu rechnen ſind, es bejahen. Thaddæus Florentinus, Gui- drey lielmus Guarignara, des vorigen Schuͤler; Petrus Bonus ken, Lombardus; Jobannes de Rupeſciſſa aus Frankreich, ein inter Franciſcaner, der Verfaſſer des Roſarii philoſopho- 6 rum, welches man mit des Arnoldi ſeinem Rofario nicht Die verwechſeln muß, Jodocus Grever, Alanus, Dionyſius Za- 5 zu⸗ charias, ein Franzoſe; Nicol. Flamellus, der pariſiſche ndert Schreiber; der Graf Bernharaus Treviſænus, ein ſehr be⸗ b n der ruͤhmter Chemiſt; Johann Iſaac Hollandus, deren eini⸗ 7 ge zwey wegen des zweyfachen Namens angeben, wiewohl mdus nur einer geweſen iſt; deſſen Werke ſind im Jahr 1746. hat, insgeſamt deutſch herausgekommen; Georg. Riplæus ein Zeit Engellaͤnder; Thovꝛas Norton aus Engelland; Samuel chret Northon aus Briſtol; Vincentius Koffsky; Baſilius Valenti- nus; Merlinus, ein Engellaͤnder; Richardus,quch aus Engel⸗ zzigen land; oOrrbolanus oder Hortulanus; Aurelins dugurellus, von Ari⸗ 1. Al⸗ 32 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie V Arimini, und Mich. Porier. In dieſe Zeit muͤſſen auch aefen die Schriften der ungenannten gebracht werden, als die V Jaße Scala Philoſophorum, opus mulierum, ludus puero- rum, correctio fatuorum, clangor Buccinæ, theſau- V ſten rus philoſophiæ, Aurelia occulta Philoſophorum ſe- icht nioris, conſilium coniugii de maſſa ſolis et lunæ, li- ſſoyfi lium inter ſpinas. drJ 2. Anmerkung. Weil alle Wiſſenſchaften zu dieſer Zeit 8 unter dem Joche der römiſcheatholiſchen Religion, und 1nd der ſcholaſtiſchen Philoſophie ſtunden, ſo iſt es kein Wun⸗ Non e der, daß man in dieſer betrubten Zeit alle diejenigen vor fndd ſe Zauberer, oder von Gott unmittelbar Erleuchtete angeſe⸗ ſͤit hen hat, die in den Wiſſenſchaſten, beſonders in der Ja⸗- fi turlehre, entweder etwas vorzügliches gethan hatten, oder V fütge andere darinne uͤbertraffen. Dahero ſahen ſich die Alche⸗ V deſt miſten, um vielleicht vielen Beſchwerlichkeiten vorzukom⸗ Rn men, genoͤthiget, goͤttliche Eingebungen vorzuſchutzen, Müh und ſich Adepten oder Erleuchtete zu nennen, ob ſie wohl V dr den erſten Stoff dazu aus den Schriften der Chemiſten, gn welche der alexandriniſchen Sekte zugethan waren, her⸗ V Jach nahmen, wie ſchon(§. z. 2. Anm.) angezeiget worden iſt. Ij''jr in Man muß auch merken, daß ſowol die aͤltern Chemiſten, 717 als auch diejenigen, die in dieſem Zeitpunkt lebten, bis b f in das 15te Jahrhundert, nicht mehr als zwey metalli⸗ N ſche Anfaͤnge, nemlich den ſchwefeligten und queckſilberar⸗ tigen zugelaſſen haben, weil ſie meyneten, daß alle Me⸗* talle aus Queckſilber, das durch Schwefel verdickt ſeoy i zuſammengeſetzet waͤren. Im 15ten Jahrhundert aber, à ſetzte Baßlins Falentinus noch den 3ten hinzu, nemlich den n. ſalzigten, welcher gleichſam den Mittler zwiſchen den bey⸗ bin den vorigen abgeben ſolte. En Prr §. 6. ther Endlich kam die erwuͤnſchte Zeit der Reformation 4 im Anfange des 16ten Jahrhundert heran, welcher dunn auch den chemiſchen Wiſſenſchaften ein anderes und rit beſſeres Anſehen gab, zu deren fernerem Wachsthim e Theophraſtus Paracelſus, oder wie er von andern 3 genennt wird, Philippus Aureolus Theophraſtus 5 Paracelſus Bombaſt aꝗb Hohenheim, gleichſam den dn erſten 1 Jeit und Vun⸗ Nvor geſe⸗ Na⸗ oder llche⸗ kom⸗ wutzen, ewohl niſten, , her: den iſt. niſten, I, bis etalli⸗ berar⸗ Me⸗ t ſey, aber, ch den enbey: nation velcher s und sthum andern ruſtus m den erſten und ihrem Namen. 33 erſten Grund legte. Er war ordentlicher Lehrer zu Baſel und der erſte, ſo die Chemie auf dem academi⸗ ſchen Catheder oͤffentlich lehrete. Wir muͤſſen ihn nicht allein als den vornehmſten Urheber der Theo⸗ ſophiſten; ſondern auch als einen groſſen Verbeſſerer der Arzeneywiſſenſchaft; ja als einen Wiederherſteller und Beſchuͤtzer aller dahineinſchlagenden Wiſſenſchaf⸗ ten, beſonders der mediciniſchen Chemie anſehen. Er fand zwar ſeine Gegner, allein ſeine Anhaͤnger ver— theidigten ſeine Lehren mit deſto groͤſſerem Eifer, je heftiger dieſelben von andern angefochten wurden. Der ſehr fleißige Georg. Agricola, welcher mit dem Parace!ſo zu einer Zeit lebte, gab ſich ſchon damals Muͤhe, die Metallurgie in einige Ordnung zu brin⸗ gen. Daher fangen wir den ſten Zeitpunct mit Recht von dem 16 Jahrhundert an, und beſchlieſſen ihn in der Mitte des 17ten Jahrhunderts. 1. Anmerkung. Die chemiſchen Schriftſteller, ſo in die— ſen Zeitraum gehoͤren, ſind,(a) von den Alchemiſten; der ſchon genannte Theophraſt. Paracelſus und ſeine Ver⸗ theidiger und Ausleger, als Petrus Severinus, aus Daͤnne⸗ mark; Joann. Oporinus, der anfaͤnglich dem Paracelſo an die Hand gieng, nachhero aber ſein Gegner wurde; Adam von Bodenſtein, oͤffentlicher Lehrer zu Baſel; der Jacob Gobory, ein Franzoſe und Lehrer zu Pgris, ſo bisweilen ſich unter dem Namen Leo Suavius verſteckte; Gerard DHornaeus Und Michae! Toxites. Auſſer dieſen Paracelſiſten, waren damals noch beruͤhmt: David Beu⸗ ther, churfuͤrſtl. ſächſiſcher Waradein(Docimaſta); Se⸗ bald Schwertzer, von dem die meiſten ſachſiſchen Hand⸗ ſchriften herkommen; Andreas Brentius; Alexander Si- donius oder Sethonius, Und Sendivogius, der des vorigen zu⸗ ruͤck gelaſſene Witwe heirahtete; Gaſto Dulco Claveus, aus Nevers in Frankreich; Alexander von Suchten; Zein⸗ rich von Batsdorf; Theobald vonogelande; Johann Groſcæus oder Chortolaſſaeus, Syudicus der Stadt Strahl⸗ ſund; Eduard Kellaeus; Petrus dArlenfis de Scudalupis, ein Prieſter(Presbyter) von Jeruſalem; Buttler; CTh. Doꝝ 34 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie Don Jan d' Eſpagnet; JohannBapt. Großſchedel von Aicha, ein roͤmiſcher Ritter; Arthur Dee, ruſſiſcher Leib⸗ artzt; Wilhelm Schroͤder; Luirinus Kullman; Jo⸗ hann Bapt. von Hellmont, und ſehr viel andere, die ſich nicht genennt haben. (b) Von mediciniſchen Chemiſten haben wir die mei⸗ ſten ſchon unter den Alchemiſten genennt, dennoch haben ſich dieſe Chemie beſonders angelegen ſeyn laſſen: Joſeph. Quercetanus; Oſw. Crollius; Tentzel; Joſ. Frantz. Borrhi, aus Meyland; Angelus Sala; Johann. Beguinus; Anton Guͤnther Bilichius, Dyncanus Bornettus; Foppius und deſſen Commentator Aericola; Petrus Potier oder Po- terius, den man, mit dem Michael Potier, deſſen wir in dem vorigen Zeitpunkt unter den Alchemiſten gedacht ha⸗ ben, nicht vor einerley halten muß, und den Friedrich Hoffmann erlaͤutert hat; Johann Hartmann, ſonſt auch Johann Hartman Beyer genannt, und Daniel Sen⸗ nert. (c) Von den metallurgiſchen Chemiſten haben wir Georg. Agricolam; Gabriel Fallopium; Andr. Libavium Andr. Cæſalpinam; Bernhard Cæſitum, und Lazaruus Ercker, der im Jahr 1574. die erſte Probierkunſt ge⸗ ſchrieben hat. (d) Zu den phyſiſchen Chemiſten koͤnnen wir viele von den vorbenannten Alchemiſten zaͤhlen; beſonders gehoͤren hieher folgende, die eigentlich Theoſophiſten ſind, Rob. Fluda de Flucttibus; Heinrich Kunrath; Aegidius Guthmann; Julius Sperber; Jacob Boͤhm; Ed⸗ mund Dickinſſon, und Th. Burnett. 2. Anmerkung. Von dem Leben und der Wiſſeſchaſt des Theopbraſti Paracelſi koͤnnen wir in dieſer kurzen Ge⸗ ſchichte kaum etwas beybringen. Wir merken alſo nur an, daß, was man wider ihn, und zu ſeinem Tadel vorzu⸗ bringen pfleget, meiſtentheils in der ſchwediſchen Schrift beyſammen angetroffen werde, die den Titel fuͤhret: Atſkillige Anmerkningar ofwer deſe tiders falſka, Aſtrologiſka, Phantaſtiſfa och Enthuſniaſtiſka prognoſtiqver, ſpaͤdomar och prophetier. Dieſe Schrift hat Magnus Gabriel Block im Jahr 1708, zu Lindkoplherausgegeben, deren 3.§. auf der 53. Sei⸗ te man nachleſen kann. Wider dieſelbe aber ſchrieb lir- 5 4 Salals — —— 2—2—··— fiů Gottfried Arnold, halten dhſ Geſellſchaft vor erdich⸗ 33 und ihrem Namen⸗ 35 banus Hierne ſeinen Prodromum, in welchem die vornehmſten Capitel, nach ihrem Innhalt angezeiget waren, die er zur Vertheidigung des Paracelt bekant machen wolte. Der Titel dieſes Prodromi heißt: Defenſionis Paracelſicae Pro- dromus, oder: Raͤrt Foremaͤle til den uͤtforliga Forswars Skrift, for den ſtora Philoſophus Theu- tonicus, Theopbraſt. Paracelſ. 1709. Die Vertheidigung ſelbſt aber iſt niemals an den Tag gekommen. So viel haben wir von dieſen ſchwediſchen Schriftſtellern ſagen wollen; wir ſetzen aber hinzu, daß in den Schriften des Paracelſi allerdings viel fehlerhaftes, und das getadelt zu werden verdienet, anzutreffen ſey, als z E, daß er die alten Aertzte ſo ſehr verachtet, und bey aller Gelegenheit verſpottet; daß er gleich den Quackſalbern und Landſtrei⸗ chern, und zuweilen mit allzugroſſer Verwegenheit, einige Curen verrichtet hat; daß er ſehr liederlich gelebet, und Tag und Nacht beſoffen, ſelten aber nuͤchtern geweſen iſt; und daß er den Gottesdienſt wenio, den Hochmuth aber deſtomehr geliebet hat; hingegen iſt auch an ihm zu lohen, daß er die Chemie wieder empor gebracht, und eine faſt neue Art, die Krankheiten zu heilen, erfunden hat; denn bisher verfuhren die Aertzte nur allein nach ſchola⸗ ſtiſchen und galeniſchen Gruͤnden; ſohald aber Theo⸗ phraſtus, ſowol mit großſprecheriſchen Reden, als auch in der That, ſeine Arzeneyen herauszuſtreichen, und die Galeniſchen zu verachten anfieng, ſo brachte er ſich zwar vielen Neid, aber auch zugleich das zuwege, daß die Aerz⸗ te in dieſem Stuͤcke mehrere Ueberlegung brauchten, und dadurch der Arzneykunſt endlich ein ganz anderes Anſe⸗ hen verſchaften. Seine vornehmſte Feinde waren, Tho⸗ mas Eraſtus, der genannte Oporinus und Hermann Conring. Er nahm auch des Baſilii Valentini che⸗ miſche Anfaͤnge, Salz, Schwefel und Mercur, deren wir im fteu Fo in der 2ten Anmerkung gedacht ha⸗ ben, nebſt andern Dingen, ſo er von gedachtem Bafilio ent ehnte, an, die nach ſeiner Zeit mit groſſem Eifer bey⸗ behalten und vertheidigt wurden. In dieſem Zeitraume, nemlich zu Anfange des 17ten Jahrhunderts, wurde die Geſellſchaft und Bruͤderſchaft der Roſenereutzer, ſo nir⸗ gend anzutreffen war, ob ſie gleich von vielen geſuchrwur⸗ de, unter den Gelehrten bekannt. Michael Breler, und tet 4 1 ſ 1 ——. 36 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie tet; Fludd aber, Sperber und andere meynen, daß ſie 1” aus Alchemiſten beſtanden habe, ſie ſoll auch, nach der Vorrede ad Ludov. Conradi Orvii occultam philoſo- fern phiam auf der 15. und folgenden Seite, noch fortwaͤhren. ſche Unnſer Vorſatz verſtattet uns nicht, in dieſer Sache weit⸗ hy lauftig zu ſeyn, weswegen wir auch nur kürzlich melden, die daß zwey hieher gehoͤrige Buͤcher zum Vorſchein gekom⸗ 89 men ſind, nemlich: Dececto fraternitatis laudabilis Roſeæ erncis, et Confeſſio fraternitatis. Beyde kan man deutſch ſch und lateiniſch leſen. b §. 7. rnſe tuen In der Mitte des 17. Jahrhunderts, von welcher lit wir den éten und letzten Zeitpunkt anzufangen geden⸗ vürd ken, gieng es den Wiſſenſchaften weit beſſer, indem lch man ſich freyer zu denken, angelegen ſeyn ließ. Denn nit Carteſius raͤumte, nach abgeſchuͤtteltem ariſtoteliſchem öpll Joche, in der Weltweisheit auf, da inzwiſchen zwey zi vortrefliche Maͤnner, Kobert Boyle, und Johann an Joachim Beccher, die faſt zu gleicher Zeit lebten, in V thu der Chemie groſſen Nutzen ſchaften. Der erſtewar ſegl ein Engellaͤnder, ſo zu ſeinem Vergnuͤgen chemiſche b 1 Verſuche anſtellte, um die Geheimniſſe der Natur, wie auch die Miſchungen der Coͤ der zu entdecken; der letz⸗ ſnit te war ein Deutſcher,V“legte den Grund zur phyſi⸗ fir ſchen, oder reinen Ce nie, ob er gleich ſein vornehm⸗ lane ſtes Abſehen auf oie unterirdiſchen Coͤrper hatte. lih Zacharias Brendel fieng ſchon im 1630ſten Jahr, u die chemiſchen Operationen in einige Ordnung zu brin⸗ nec gen, an, wodurch nachhero, zu vollſtaͤndigerer und Imm vernuͤnftigerer Erkenntniß derſelben, der Weg gebah⸗ inin net wurde. Johann Schroͤder fuͤhrte die chemi⸗ 78. ſchen Arzneyen in der Apothekerkunſt, und endlich Ultie ſelbſt in den Apothecken ein. Es wurden auch jetzo, d 1 die bisher obſchwebenden Streitigkeiten, zwiſchen den galeniſchen und chemiſchen Aerzten, gluͤcklich beygelt. l5 get. und ihrem Namen. 37 get. Man errichtete gelehrte Geſellſchaften, um den ferneren Fortgang der Weltweisheit, Arzneywiſſen⸗ ſchaft und Chemie zu befoͤrdern; man ſonderte die phyſiſche Chemie, von der pharmacevtiſchen und me⸗ diciniſchen ab, und lehrte nachher jedweden uͤbrigen Theil der angewendeten Chemie nach und nach, vor ſich beſonders. Wie aber die Chemie von dieſer Zeit an bis auf unſere zugenommen habe? wie ſie verbeſſert, und mit neuen Erſindungen bereichert worden? und was der⸗ gleichen mehr iſt, das alles kan man aus den lobens⸗ wuͤrdigen Schriften der neueren Chemiſten hinlaͤng⸗ lich erfahren, weswegen ich auch nicht noͤthig habe, mich in Erzaͤhlung dieſer Dinge aufzuhalten. Doch will ich jetzo der vornehmſten Chemiſten, die in dieſer Zeit gelebet haben, noch leben, und Gott gebe! lan⸗ ge und wohlbehalten leben moͤgen, kuͤrzlich gedenken, ohne mich ſonderlich an die Ordnung der Zeit, in der ſie gelebt haben, zu binden. Von Alchemiſten ſind in dieſem Zeitalter beruͤhmt geweſen: Watthias Erb. von Brandau, ein boͤhmi⸗ ſcher Ritter; Philaletha, welches ein erdichteter Name iſt, von dem man nicht gewiß weiß, ob viel⸗ leicht Starkey, oder Childe, ein Americaner, oder auch Thomas de VZagan, darunter verſteckt iſt. Sei⸗ ne Schrift, die den Titel fuͤhret: Introitus ad occlu- ſum regis Palatium, hat Joh. Heinrich Cohauſen, in den Eph. V. Curioſ. app. ad Vol. II. 7III. IX et X. vor kurzem erklaͤret. Irenæus Philipp. Phi- laletha, deſſen Name ebenfals erdichtet iſt; ſo, wie auch Panthaleon; Atremontius, deſſen Geheimniß Bor⸗ rich entdeckt hat; Ludov. de Comitibus, deſſen Alka⸗ heſt Borrich auf der 46ſte Seite beſchreibet: Jo⸗ hann Seger von Weidenfeld; Joh. Helwetius; C 3 Phi⸗ 38 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie Philipp Muͤller; de Nanyſement, ein Franzoſe; Joh. Chriſt. Steeb; Peter Johann Faber, koͤnigl. franzoͤſiſcher Leibarzt, deſſen alchemiſche Schrift, in des Mangetti Bibl. Chem. zu finden iſt; Chriſt. Adolph Halduinn; Joh. Otto, Freyherr von el⸗ wig, ein engliſcher Ritter; Joh. de Wonteſnyder, Joh. Hisk. Cardilucinr;, Keslerus; Kellner; Jon. Zipffel; Andreas Caſſius; lαœνſchius, der die oſian⸗ driſchen Verſuche herausgegeben hat; Kenelm Dig⸗ by; Orſchall; David Kellner; Baron Urbiger; Sincerus Renatus, vielleicht Samuel Richter; D. J. W. vermuthlich Welling; Ludwig Conrad Or- vius; Creiling, der eine ſchoͤne Probſchrift de aureo vellere geſchrieben hat; Keſpur, der mit Henckels Anmerkungen herausgekommen iſt; Hirſching; D. Beck. Von ungenannten Schriftſtellern will ich nur fol⸗ gende anfuͤhren: Chymica aunus; Aureum vellus; Mlchemia denudata reviſa et aucta; Aurea Catena Homeri; die uͤbrigen, ſo unzaͤhlbar ſind, wollen wir jetzo mit Stillſchweigen uͤbergehen.. Zu den phyſiſchen Chemiſten gehoͤren: Otto Ta- chenius, der alles von der Saͤure, und dem Lau⸗ genſalze herleitete; Kobert BHoyle, ein unermuͤdeter und aufrichtiger Unterſucher; David von der Beck, welcher, wie Thales, alles aus dem Waſſer herleitete; Jacob Barner, der erſte, ſo die Urſachen, und den Grund von den chemiſchen Operationen zu erklaͤren anfieng, und in den meiſten Stuͤcken dem Tachenius nachgieng; Joh. Bohn, des Tacheniü Gegner; Caſpar Cramer; Joh. Freind, ſo am erſten den Grund der Anziehung in die Chemie brachte, und neuerlich von dem Marsucchi erklaͤret worden iſt; Joh. Conrad Barckhuyſen; Urb. Hierne, ein Nach⸗ NMach gf Sta Bae man Bol Erll tundc hanbe ger; J Phe Hox⸗ Mh Enn hern üͤſſ Anter ibere derme der ſt ſuler. m; Naao. ſagt,u und in Micha Nuxg nunaſi Prud. vel T9 und d atf dens und ihrem Mamen. 39 Nachfolger des Paracelſi; Stiſſer; Joh. Moritz Hoffmann; Friedr. Hoffmann; George Ernſt Stahl, ein Anhaͤnger des Becchers; Hermann Boerhaave; Joh. Juncker, ein Stahlianer; Her⸗ man Teichmeyer; Peter Shaw; Gericke, ein Boerhaavianer; Macgver; Seb. Schmidt, der in Erklaͤrung alchemiſtiſcher Dinge, Gruͤnde aus der Na⸗ turlehre gebraucht hat; Hieron. Ludolf, der die hambergeriſchen Gruͤnde beybehalten; Anton Ruͤdi⸗ ger; Rud. Aug. Vogel. Mediciniſche Chemiſten ſind geweſen: Sacharias Brendel; Joh. Phar. Khumelius; Franc. de le Boe-ylvius; Chriſtoph Glaſer, deſſen franzoͤſiſche Abhandlung: Traité de la Chymie, in deutſcher Sprache unter dem Titel: chimiſcher Wegweiſer, herausgekommen iſt; Micol. de Febure, deſſen fran⸗ zoͤſiſche Schrift; Traité de la Chymie, ins Deutſche, unter dem Titel: chymiſches guͤldenes Kleinod, uͤberſetzt, und 1751. zu Paris durch du Monſtier ſehr vermehrt, in 8. in fuͤnf Baͤnden herausgegeben wor⸗ den iſt. Guern. Holfinck. der als der Wiederher⸗ ſteller der Chemie in Deutſchland angeſehen werden kan.; Eduard Berlichiur; Hadr. von Mynſicht; Nicol. Lemeri, deſſen Chemie oͤfters wieder aufge⸗ legt, und neulich durch Hrn. ZBimmermann vermehrt und ins Deutſche uͤberſetzt, herausgegeben worden; Michael Ettmuͤller; Jacob le Mort; Chriſt. Marggraf, des vorigen Gegner; P. I. Chemia ra- rionalis, davon der Verfaſſer, nach dem I. I. der Ml. Erud. Lipſ. Carolus de Mast ſeyn foll; Collecta- nea chymica Leidenſia, welche Maëtius, Marggraf und le Mort abgefaſſet haben; Aug. Quir. Riuvinus; Gottfried Roth, deſſen Anleitung mit Quelmal⸗ tzens Anmerkungen 1750. zum ſiebenden und. letzten C 4 male —————————— mmöan— 40 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie male gedruckt worden; Joh. Heinrich Schulze; Gott⸗ fried. Heinrich Burghart; Johann Cartheuſer; Malouin. Zu den pharmacevtiſchen Chemiſten rechnen wir den Joh. Schroͤder, der in ſeiner Pharmacopoeia Medico-chymica, einige chemiſche Arzneyen zu ma⸗ chen gelehret hat, ſie kam 1641. zum Vorſchein, und wurde nachhero oͤfters wieder aufgeleget, und mit Anmerkungen vermehret; den Johann Zwoͤlfer; den Lucas Schroeckius, Vater und Sohn, ſo dem vorigen zuwider waren; den Daniel Ludovici; den Thomas I'illiſius; den Moſen Charas, deſſen Phar- macopoeia regia, neulich unter dem Titel Pharma- copee Koiale 1753. in groß 4. zu Lyon, mit vielen Zuſaͤtzen wieder aufgelegt worden; den Georg Wolf⸗ gang Wedel, und den Caſpar Meumann, deſſen Vorleſungen Herr D. Keſſel, den Worten nach ſehr weitlaͤuftig, Herr Zimmermann aber kuͤrzer und reicher an Sachen herausgegeben hat. In dem metallurgiſchen Theile der Chemie, und dem ſo mit Unterſuchung der Steine zu thun hat, ſind beruͤhmt: Modeſtinus Fachs; David Beu— ther; Chr. C. Schindler; Albaro oder Alvares Alonſo Barba; Ol. Borrichius in der Probierkunſt; David Kellner; Joh. Gottfr. Risling; Joh. Friedr. Henkel; Eman. Swedenborg, Joh. Heinrich Pott; Joh. Andreas Cramer, deſſen Elementa docimaſtica, oder Anfangsgruͤnde der Pro⸗ bierkunſt, ins engliſche und deutſche uͤberſetzt worden ſind; Carl Friedr. Simmermann; Joh. Gottl. Lehmann; Chr. Andr. Schluͤter, deſſen gruͤndli⸗ chen Unterricht von Huͤttenwerken, Koͤnig ins franzoͤſiſche gebracht, Hellot aber verbeſſert und ver⸗ mehret hat; Ludwig; Joh. Gottfried Jugel, deſſen — tm t ſchrib ten;h Ö l une; Ind ſonder Alel Mac N ſtrab ſnd. Va vr 96 Mar ſten und ihrem Mamen. 41 deſſen ſeine Schriften etwas nach der Goldmacherey ſchmecken; Bayer und C. E. Gellert. In dem Theile der Chemie, der die Salze abhan⸗ delt, haben wir den Friedr. Hondorph; den W. Brownrigg; den Peter Warren, und den Th. Stephens. In der thejurgiſchen Chemie haben wir den Eber— hard, und Axten. In der Glaßmacherkunſt ſind Joh. Kunkel, Werret und Meri beruͤhmt. Von der Haushaltungschemie haben etwas geſchrie⸗ ben: Vallemont, und G. E. Stahl; von der Con⸗ fektbeckerey aber William Lewis, und Gottfr. Aug. Hoffmann. In der Faͤrberey ſind zu merken: eines Ungenan⸗ ten gruͤndlicher Unterricht von der Faͤrbekunſt. Ars tinctoria fundamentalis, welche franzoͤſiſch, und nachhero deutſch herausgekommen iſt; Arf tincto- ria experimentalis; G. E. S. Animadverſ. ad ar- tem tinctoriam, die ſich vielleicht vom Stahl her⸗ ſchreiben; Hellot Lart de teindre les laines, die von Herr Raͤſtnern ins deutſche uͤberſetzt worden; P. Caſiel SJarben-Optic; Fklihien Ir. de la Pein- ture; eines Ungenannten Lacquierkunſt. In der Kunſtchemie haben wir verſchiedene, be⸗ ſonders deutſch, unter dem Titel Kunſtbuͤcher, ge⸗ ſchriebene Buͤcher, die aber ſehr ungleichen Werths ſind; dahin gehoͤren auch Schotti Technica, und Beckers Heldenſchatz ꝛc. Was uͤbrigens Geoffroëı, Reaumur, Groſſe, Hom- berg, du Fay, Baron d' Henouville, Rouelle, und Macquer in den franzoͤſiſchen Actis; Cox, Slare, Huxham, Lewis, Pringle, und andere, in den Engli⸗ ſchen; Eller, Marggraf, Pott, in den Preußi⸗ C 5 ſchen 42 Cap. 2. Von der Geſchichte der Chemie ſchen; Brand, Schwab, Scheffer, Cronſtedt und Rinmann, in den Schwediſchen; Kuͤhnſt, Hun⸗ dertmark ꝛc. in den kayſerlich deutſchen; Mangold und Cartheuſer in den Maynziſchen; Gaubius in den Leidenſchen, und Vogel in den Goͤttingiſchen Actis, in beſondern Schriften, die gedachten Actis einverlei⸗ bet worden, oder ſonſt durch andere, zur Aufnahme der Chemie, beygetragen haben, und noch im fri⸗ ſchen Andenken iſt, wird jeder Liebhaber der Che⸗ mie mit beſtaͤndiger Dankbarkeit erkennen. 1. Anmerkung. Esdarf niemand denken, daß wir hier alle Chemiſten angefuͤhret haͤtten. Vor und nach der Zeit des Paracelſi, iſt die Chemie nur von einzelnen Perſonen getrieben, und ganz geheim gehalten, zu Zeiten auch von Unwiſſenden gelaͤſtert und verdammet worden. Inzwi⸗ ſchen iſt doch merkwuͤrdig, daß wir mehr als 7000 che⸗ miſche Schriften, die meiſtentheils, eine oder die andere ausgenommen, nach dem 3ten Jahrhundert nach Chriſti Geburt verfertiget worden ſind, namhaft machen koͤnnen, der Haudſ hriften zu geſchweigen, ſo in groſſer Anzahl herum getragen werdeu. Unter dieſen machen die alchemiſtiſchen den groͤſſeſten Theil aus, woruͤber man ſich auch nicht zu verwundern hat, weil innerhalb 1600 Jahren an nichts weiter als an die Alchemie gedacht wurde, und der Nu⸗ tzen nebſt der Beſchaffenheit der ganzen Chemie, erſt zu unſern Zeiten bekannt worden iſt. Nach den Alchemiſten trift man die mediciniſchen Chemiſten am haͤufigſten an; das kleinſte Haͤnfgen aber machen diejenige aus, welche die Chemie, ſo wie ſichs gehoͤrt, behandelt haben. 2. Anmerkung. In Anſehung der Alchemiſten kan man noch merken, daß ihre meiſten Schriften in folgenden Buͤchern zu finden ſind: Im Theatr. chemico, in 6 Baͤn⸗ den: im Muſæo bermetico, deſſen neue und verbeſſerte Auf⸗ llage von 1740. 21 beſondere Abhandlungen enthaͤlt: in Den Scriptis Philoſophiæ chymicæ quatuor vetuſtiſſtmis; in Hen 2 Baͤnden e Alchemia, davon der erſte Band 10, der enndere aber 9 kleine Abhandlungen in ſich hat; in Alche- naiae artisque Metallicae Doctrina, ebenfals in zwey Thei⸗ zen, von denen der erſte 8, und der letzte 15 kleine Wein en der Port Topol noch! Sinn heimes Gricce Porte li eyn init dem Gnie te ilh en mit Aaiber. nit dg RſesW. unter de ſtrden lapnen— rernt we fier 1 ic keh Ann enn und un⸗ old den ctis, rlei⸗ me frie he⸗ hier Zeit onen hvon azwi⸗ b che⸗ ndere hriſti men, rum ſchen t zu ichts Nu⸗ ſt zu iſten an; elche man enden Vaͤn⸗ Auſ⸗ lt: in 4; in , der lche Thei⸗ Perk⸗ chen * und ihrem Mamen. b 43 chen enthaͤlt; in den drey Baͤnden der Alchemiae arlis- que auriferae, in deren erſtem 24, im zweyten 10, und im dritten 12 Abhandlungen zu finden ſind; und endlac in denen Tractatibus chemicis ſingularibus, deren 6 ſind; einige trift man auch in des Mangetti Bibliotheca ebemica an. Was in der Triga chemica: Quadriga Aurifera, und in dem Buche, ſo den Titel fuͤhret: Tractatus ſeptem de lapide philoſophorum ſtehet, das kan man auch in dem Theatr. chem. leſen. Was wegen der Alchemie und ihren Buͤchern noch bemerkenswerth ſeyn moͤchte, ſoll in dem 26 Cap. kuͤrzlich beygebracht werden. §. 1. Der erſte und aͤlteſte Scribente, bey dem man das Wort Chemie antrift, iſt der Grieche Zoſimus Fa- nopolita, welcher im 4ten Jahrhundert, auch wohl noch weiter hinaus gelebet hat. Nach dieſes ſeinem Sinne, kan der Name Chemie, weil er etwas ge⸗ heimes oder verborgenes bedeuten ſoll, nicht von den Griechen, ſondern von den Arabern, die mit dem Worte Chema dieſen Begriff verknuͤpften, entſprun⸗ gen ſeyn; unſere chemiſche Wiſſenſchaft darf alſo nicht mit dem y oder i, ſondern mit dem e, und alſo nicht Chymie, oder Chimie geſchrieben werden; die Grie⸗ chen ſelbſt ſchrieben angassav, ohne v, auch ohne, ſon⸗ dern mit einem„. Auch iſt zu erwegen, daß die Araber wyobd, nicht mit dem ebräiſchen ſondern mit 2 geſchrieben haben; daher man den Unterſcheid dieſes Worts von dem ebraͤiſchen Namen Cham, wor⸗ unter der Sohn Noae, auch bisweilen Egypten ver⸗ ſtanden wurde, abnehmen kan. Doch kan ich nicht leugnen, daß Egypten auch zu Zeiten Chemia ge⸗ nennt worden, wie Plutarchus, den Hoerhaave in ſeiner fiſt. Chemn. anf der 5. S. anfuͤhrt, ausdruͤck⸗ lich behauptet. 1. Anmerkung. Daß das Wort chemia noch vor der Suͤndfluth uͤblich geweſen ſey, wie Boerbaave und andere auf * A 3 1 1 4 S 44 Cap. 3. Von der chemiſchen Schreibart auf Veranlaſſung des Zoſmi bewieſen haben, iſt oben im (C. 2.) angezeiget worden. Das Wort Alchemie aber findet man allererſt bey dem Jul. Firm. Matern. Libr. 3. Matheſ. cap. 15. der in dem 4ten Jahrhundert gelebet hat, und von der Alchemie, als von einer bekannten Wiſſen⸗ ſchaft zu reden ſcheinet. .Anmerkung. In den aͤlteren Zeiten iſt unſere Wiſſen⸗ ſchaft auch mit andern Namen beleget worden. Bald hieß ſie die heilige Runſt, ars /acra, bald die göttli⸗ che, ars divina, bald Imutb, bald auch Poietica, wie aus der Ueberſchrift der Buͤcher des Zoſimi, Pelagii, Eugenii, Stephani Alexandrini, Pappi, Jamblichii, und anderer Al⸗ chemiſten erhellet. Von andern wurde ſie auch(Ars Aegyptiaca) die egyptiſche Kunſt, gleichſam von ihrem Vaterlande; und endlich von ihrem Urheber, die herme⸗ tiſche Runſt genennt. In den nachfolgenden Zeiten nennte man ſie auch zuweilen nach ihren vornehmſten Ope⸗ rationen, der Aufloͤſung und Zuſammenſetzung(Cap. 1. §. 2.) die ſpagyriſche Runſt, welche Benennung von griechiſchen Woͤrtern πƷνν und a„elesu, die dieſe Be⸗ deutung haben, herkomt; desgleichen heiſt ſie auch bey einigen, wiewohl ſehr unzulaͤnglich, die Diſtillierkunſt; auch Pyroſophie(Cap. 1.§. 2.) und Pyrotechmie, ingleichen auch Philoſophia per ignem; mehrerer Benennun⸗ gen, die man bey andern Schriftſtellern findet, nicht zu gedenken. Das 3. Capitel. Von der chemiſchen Schreibart und Zeichen. §. I. Die Chemiſten gaben andern ihre Kunſt und Gedanken vornemlich auf vierfache Art zu ver⸗ ſtehen, als erſtlich durch muͤndlichen Unter⸗ richt, den aber niemand genieſſen konte, der ſich nicht durch einen Eyd zum Schweigen anheiſchig gemacht hatte; nim aber 7.* that, iſſen⸗ iſen⸗ Bald ttli⸗ wie enld Al⸗ (Ars drem :me⸗ eiten Ope⸗ ap. I. g von ſ Be⸗ hbey inſt; mie, nun⸗ ht zu 4*¾ en. und ver⸗ nter⸗ nicht nacht jatte; und Zeichen. 45 hatte; zum andern durch figuͤrliche Zeichen; zum dritten durch angenommene Charactere, und endlich durch Kunſtwoͤrter, die ſie bis auf den heutigen Tag beybehalten. §. 2. Der Hermes war, wenn ich nicht irre, der erſte (Cap. 2.§. 2. 4. Anmerk.) der die figuͤrliche Schreib⸗ art einfuͤhrete, die Zeichen von den Thieren, Gewaͤch⸗ ſen und andern Dingen entlehnete und auf Saͤulen ſchnitzte, um ſeine Gedanken andern bekannt zu ma⸗ chen. Es iſt dahero wahrſcheinlich, daß diejenige, ſo dem Hermes die Erfindung der Buchſtaben zu⸗ ſchreiben, die figuͤrliche Mahlerey mit den Buchſta⸗ ben vermengen. Dieſe Schreibart iſt auch noch bey den Alchemiſten im Gebrauch, als welche ſich oͤfters durch Drachen, Schlangen, Raben, Schweine, Tau⸗ ben, Fiſche, Loͤwen; durch Schnee, Regen, Blut, Baͤder, Meer und andere Dinge, ausdruͤcken. 1. Anmerkung. Die den Hermes vor den Moſe halten, (Cap 2.§. 2. 4te Anmerk) machen ihn auch, wie Cicero, zum Erfinder der Buchſtaben. Cicero ſpricht hievon alſo: Quartus Nilo patre natus: Quintus, quem colunt Phenetae, qui Argum dicitur interemiſſe, ob eamque cauſam dAeg'ypto præfuiſſe, atque Aegyptiis leges et literas tradidiſſe u. ſ. f. Wenn aher der 4te Mercur des Cicero, des Nii Sohn, nemlich Moſes iſt, wie es einige auslegen wollen, ſo ſcheinet Cicero dem Moſe, der ohne Zweifel die Buchſtaben erfunden und zuerſt geſchrieben hat, Un⸗ recht zu thun, wenn er dieſe Erfindung dem folgenden Sten Hermes beyleget. Solchergeſtalt iſt offenbar, daß ſowol Cicero als andere die Buchſtaben, deren ſich Moſe zuerſt bedienet, mit der figuͤrlichen Schreibart, die den Hermes zum Urheber hat, verwechſein. 2. Anmerknng. Es iſt ſehr ſchwer, die hieroglyphiſchen Zei⸗ chen zu erklaͤren, weil wir wahrnehmen, daß eine und eben dieſelbe Sache nicht allezeit mit eben denſelben Zeichen ausge⸗ druckt wird. Beccher meint in dem Oeaip. Cbem. S. 195, daß 45 Cap. 3. Von der chemiſchen Schreibart daß giftige Thiere und Gefluͤgel, die Materie, und feuerbe⸗ ſther ſtandige erdigte Sachen, die Geſtalt bedeuten; allein wir erba finden, daß dieſe allgemeine Regel nicht uͤberall ſtatt ha⸗ be, z. E. eine Schlange bedeutet bey einem Arſenie, bey enzu dem andern aber Eiſen. Ein Loͤwe bezeichnet bey einigen 9 das Gold, bey andern Eiſen⸗Vitriol, ja auch wohl Vi⸗ triol aus der Wißmuhtminer Ein Drache iſt bald das Zeichen des Salpeters, bald des Eiſens u. ſ. w. Aus dem Zuſammenhange und den Erſcheinungen, die bey den 1 Operationen vorkommen, läͤſt ſich bisweilen errathen, was 1 die Alchemiſten durch ihre Thiere und andere Sachen ha⸗ 5 ben andeuten wollen. 9. 3 Die meiſten chemiſchen Zeichen ſind Figuren aus V der Meßkunſt, wodurch die Chemiſten, entweder ihre Materien, oder Operationen, oder auch ihre Werk⸗ 1 ine zeuge, und was dergleichen mehr iſt, haben anzeigen a wollen. Wenn aber, und von wem die in der Che⸗ .-.. en, mie gebraͤuchliche Zeichen erfunden worden, kan mit hnl Gewißheit nicht geſaget werden, doch muͤſſen ſie nebſt ſceu den hierogiyphiſchen Zeichen bey den Egyptern uͤblich 3ü f geweſen ſeyn, weil der alte Grieche Democritus, ain welcher ſich 5 Jahre in Egypten aufgehalten, von dar ihnen ganz deutlich redet. Desgleichen wiſſen wir auch, daß ſich derſelben die erſten Weltweiſen, welche OEn, Magi genenner wurden, ferner die Chemiſten und llnſ Sternkundige, beſonders aber die Cabbaliſten bedie⸗ deune net haben. Ja die Chineſer und Japaneſer eroͤffnen Mer ihre Gedanken noch jetzo lieber durch Zeichen als na durch Buchſtaben.. Naner 7. 4.(ier Weil die gedachten chemiſchen Zeichen(§. 3.) durch⸗ ¹ das gehends angenommen worden ſind, ſo waͤre es eine dn) vergebliche ja ſchaͤdliche Muͤhe, wenn man ſie wieder ehre. abſchaffen wolte, und da man die meiſten chemiſchen wähler Schvriften, ohne Kenntniß dieſer Zeichen, kaum ver vamd ehen t lerbe⸗ n wir it ha bey ngea Vi⸗ Id das Aus hden was nha⸗ aus ihre Verk⸗ eigen Che⸗ mit nebſt lich cus, von wir lche und ꝛdie⸗ fnen als rch⸗ eine leder ſchen ver⸗ jehen und Zeichen. 4⸗ ſtehen kan, ſo halten wir vor noͤthig und nuͤtzlich, etwas von ihnen und ihrer eigentlichen Bedeutung anzufuͤhren. Anmerkung. Der Endzweck und Nutzen, welchen dieſe Zeichen haben, iſt: 1) Daß die Schriften, ſo die Alten geheim haben halten wollen, nicht gemein, noch die Per⸗ len vor die Saͤue geworfen werden. 2) Daß die Arzney⸗ wiſſenſchaft nicht an ſolche, die ſich bloß auf die Erfah⸗ rung verlaſſen(Empiricos) noch an die Landſtreicher und Betruͤger kommen moͤge. 3) Daß die Krankeu nicht er⸗ fahren moͤgen, was ihnen verordnet wird, und endlich 4) daß man kuͤrzer ſchreiben koͤnne. S. 5. Ob aber die erſten Erfinder dieſer Zeichen auf die innere Natur und Beſchaffenheit der Coͤrper geſehen, oder ob ſie ſie nur nach Willkuͤhr angenommen ha⸗ ben, ſtellen wir andern zu entſcheiden anheim; wie⸗ wohl uns dieſes nicht hindert, daß wir nicht weſent⸗ liche und gruͤndliche Begriffe mit dieſen Zeichen ver⸗ knuͤpfen konten, welches auch aus folgenden Umſtaͤn⸗ den noch deutlicher erhellen wird, die wir um deutli⸗ cherer Erkenntniß willen wohl beobachten muͤſſen. O Ein Cirkel zeiget die groͤſte Vollkommenheit, oder kleinſte Unvollkommenheit an. Ob nun dieſe Be⸗ deutung, von der Vollkommenheit der Figur ſelbſt, oder von der Vollkommenheit der Welt, die dem Auge die Geſtalt einer Kugel vorſtellet, oder von einer andern Urſache hergeholet werde? iſt uns einerley. à Das Dreyeck und die dreyfache Zahl ſtunden bey den Alten gleich nach dem Cirkelr in ſehr groſſer Ehre. Daher ſie auch vielleicht dieſe Figur er⸗ wehlet haben, die ſogenaunten Elemente, welche vermoͤge ihrer Natur, der hoͤchſten Vollkommen⸗ heit 48 Cap. 3. Von der chemiſchen Schreibart heit ſo nahe, und nicht ſo zerſtoͤrlich als alle an⸗ dere Coͤrper ſeyn ſolten, damit zu bezeichnen. Mit dem Creuge zeigten ſie, bekanntermaſſen, die Unvollkommenheiten der natuͤrlichen Coͤrper, ingleichen ihre Zerſtoͤrung und Untergang an; wes⸗ wegen ſie ſowol denen Coͤrpern, die ihrer Natur nach unvollkommener und undeſtaͤndiger waren, als auch denen, ſo in ihrer Miſchung etwas un⸗ vollkommenes, oder eine zerſtoͤhrende Materie hat⸗ ten, dieſes Zeichen gaben. Es iſt auch ſehr wahr⸗ ſcheinlich, daß den Alten keine andere ſcharfe Waſ⸗ ſer, noch ſaure Coͤrper bekannt waren, als die, ſo ſie im Schwefel und Eßig fanden, und daß ſie alſo ſolche vornemlich durch dieſes Zeichen andeuteten. „◻ Das Viereck zeigt eine unbekannte Unvollkom⸗ menheit, oder eine ſolche, die von allen Seiten eingeſchloſſen und verborgen iſt, an. Daher die viereckigte Figur Coͤrper vorſtellet, welche eine ver⸗ borgene Schaͤrfe beſitzen. „Anmerkung. Wilbelm Chriſtoph Kriegsmann hat in ſeiner Auslegung der chemiſchen Zeichen, nebſt noch andern, die wir mit Stillſchweigen uͤbergehen, zu zeigen bemuͤhet, daß die chemiſche Zeichen ſelbſt in der Natur der Coͤrper gegruͤndet ſeyn. 9. G. Aus dieſem Grunde(§. F.) koͤnnen die chemiſche Zeichen, wo ich mich nicht irre, folgendermaſſen er⸗ klaͤret werden. I. Die Metalle und metalliſche Coͤrper. O Die Sonne,(Sol) bedeutet Gold, wegen ſeiner Vollkommenheit und Beſtaͤndigkeit, im Feuer, Luft und Waſſer. C Der Wond,(Luna) Silber, oder Halbgold, deſſen t und Zeichen. 49 an⸗ deſſen Zeichen leicht in einen ganzen Cirkel ver⸗ wandelt werden kan, wenn nur der innere halbe ſen, Cirkel auswaͤrts gekehret wird. rper, 5 Die Venus, oder das Kupfer, hat wie das Gold ves⸗ einen ganzen Cirkel, mit einem Kreutze, das ſei⸗ G tatur ne unreine und unbeſtaͤndige Materie andeutet. ſir 3 Der Mars, oder das Eiſen, hat einen gleichſam di⸗ mit einem Creutze bedeckten Cirkel zu ſeinem Zei⸗ hat⸗ chen, wodurch angezeiget wird, daß in ihm eine 5 fluͤchtige und zerſtoͤhrende Materie ſtecke. ⸗ , ſo 24 Der Jupiter, oder das Zinn, hat das halbe Zei⸗ Lalſo ſchen des Silbers, mit einem an der Seite ange⸗ teten. haͤngten Creutze, ſo deſſen Unvollkommenheit vor⸗ kon⸗ ſtellet. deiten Der Saturnus, oder das Bley, fuͤhret gleichfals r de den halben Cirkel des Silbers, mit einem ober⸗ ver⸗ waͤrts ſtehenden Creutze, vielleicht ſeine Fluͤchtig⸗ keit anzuzeigen. Der Wercurius vivus, fydrargyrunm, oder das hat 5— 4AAe e S,e, ODet. 6 noch Queckſilber, fuͤhret in der Mitte einen Cirkel zeigen wie das Gold; obenher einen halben Cirkel gleich ur der dem Silber, und untenher ein Creutz. † Spießglaß, wird mit dem umgekehrten Zeichen des Kupfers, ſo aus dem Zeichen des Goldes und niſche der Schaͤrfe zuſammengeſetzt iſt, vorgeſtellet, ver⸗ en er⸗ muthlich wegen der im Spießglaß vorhandenen mehrern, fluͤchtigern, und empfindlichern Schaͤrfe. Von einigen Alchemiſten wird es auch chaos oder i einer ro π genennet. „uft 00 Huͤttenrauch, hat zwey Cirkel, die mit einer Linie verbunden ſind; Denn einige halten denſel⸗ sgold I. Th. D ben deſſen 50 Cap. 3. Von der chemiſchen Schreibart ben vor das beſte Mittel, die Anfaͤnge des Goldes mit einander zu verbinden. 6 Zinnober, fuͤhret das Zeichen des Goldes, durch welches ein Strich mitten durchgehet, womit auf deſſen merculialiſchen Theil gezielet wird; ſo wie das obenwaͤrts ſtehende Creutz den ſchwefelichten Theil anzeiget. Wißmuth, behaͤlt den oberſten Theil vom Queck⸗ ſilber, ohne Creutz, vielleicht, weil er leicht in Queckſilber verwandelt werden kan. 6 Zink, wird zwar mit einem Cirkel wie das Gold abgebildet, doch ſo, daß man ſeine Fluͤchtigkeit im Feuer, und ſein brennendes Weſen zugleich mer— ken kan. Q Weßing, fuͤhret das Zeichen des Kupfers mit feinem mitten durch ſenkrecht herunter gehenden Strich, welcher den beygemiſchten Zink vorſtellen ſoll. 0o Operment, iſt wie der Huͤttenrauch bezeichnet, auſſer, daß noch eine Verbindungslinie hinzugeſe⸗ tzet worden, den beygemiſchten Schwefel und Huͤt⸗ tenrauch anzuzeigen. 1. Anmerkung. Alle dieſe genennte und beſchriebene Zei⸗ chen haben nicht einerley Alter; denn die ſieben erſten ſind ohne Zweifel aͤlter als die folgenden, welche man nachhe⸗ ro erſt hinzugethan hat, daher ſie auch von den Chemiſten nicht allezeit mit eben denſelben Zeichen geſchrieben werden. Der Cobalt, das nicolaitiſche Mſetall, wie auch die Plati⸗ na und andere Mineralien mehr, haben noch keine verſchie⸗ dene und eigenthuͤmliche Zeichen erhalten, ſondern werden nur mit den Anfangsbuchſtaben geſchrieben, ſo wie auch bisweilen der Zink und Wißmuth. Anmerkung. Der beruͤhmte Herr R. A. Vogel, hat in ſeinen Inſtit. chem. allgemeine Zeichen vor die Metalle und Halbmetalle uͤberhaupt gegeben, welche man bey ihm nachleſen kan. d 2. Die d t und Zeichen. 71 old„ r 3 6 2. Die Elemente und ſchwefelichte Coͤrper. urch A Das Feuer, hat ein Dreyeck bekommen, deſſen tau Spitze nach oben zu gekehret iſt, weil es leicht und wie V fluͤchtig iſt. chten A△ Die Luft, behaͤlt das Dreyeck, womit das Feuer bezeichnet worden, jedoch iſt es mit einer Lnte, die leck⸗ dem Geſichtskreiſe gemaͤß iſt(horizontali), durch⸗ 9 ͤt in ſtrichen, anzuzeigen, daß in der Luft der Stoff zum Feuer vorhanden ſey, und daß beyde ſehr leicht Fold und fluͤchtig ſeyn; vielleicht auch, weil einige ge⸗ h itim meinet haben, daß das Feuer in Luft verkehret wer⸗ gur⸗ den koͤnne. AA v Das Waſſer, fuͤhret ein Dreyeck, deſſen Spitze s mit unterwaͤrts ſtehet, weil es die Eigenſchaft hat, die enden Coͤrper zu durchdringen, und ſich nach unten zu in ſellen und unter die Erde zu ſenken. 9 Die Erde hat auch ein Dreyeck, wie das Waſ⸗ hnet, ſer, nur daß durch dieſes ein Strich, nach der La⸗ geſe⸗ ge des Geſichtskreiſſes gehet; vermuthlich, weil in 1 Hüͤt⸗ der Erde allezeit Waſſer angetroffen wird, und die⸗ ſes in jene verwandelt werden kan. e Zei⸗ Feuer und Waſſer. Dieſes Zeichen iſt aus der Khe gedachten Coͤrper ihren zuſammengeſetzt. miſten Aà Schwefel, beſtehet aus einer brennlichen und ſan⸗ G erden. ren freſſenden Materie. Plati 1— hie:. 2. e* li 3. Salzige und kalkartige Coͤrper. dauch O Alaun, wird durch einen Cirkel ohne Mirkelpuntt l, hat vorgeſtellet. 1 in— Vitriol, wird mit einem Cirkel geſchrieben, in ki welchem ein ganzes Creutz eingeſchloſſen iſt, woran . Die 8 2 zur 72 Cap. 3. Von der chemiſchen Schreibart zur Seiten, auſſerhalb dem Cirkel, ein anderer halber Cirkel haͤnget. O Salpeter, hat einen Cirkel, der durch eine Linie ſenkrecht getheilet wird. S Gemein Salz, hat auch einen Cirkel, den eine dem Geſichtskreiſe gleichlaufende Linie theilet. SX* Salmiack, hat das Zeichen des gemeinen Salzes, wegen ſeiner Saͤure, und einen Stern, wegen der Fluͤchtigkeit. † Eßig, wird wegen ſeiner Schaͤrfe mit einem Creutz geſchrieben. † Deſtillirter Eßig, zeigt eine mehr in die Enge +. gebrachte Schaͤrfe an. G Gruͤnſpahn deutet die im Kupfer verborgene Schaͤrfe an. In Cryſtallen gebrachter Gruͤnſpahn, zeigt von ¾½einer beym Kupfer mehr in die Enge gebrach⸗ ten Schaͤrfe. Weinſtein, giebt eine verborgene Schaͤrfe mit einer merklichen Saͤure zu erkennen. 8⅜ Weinſteinſalz, bemerket, daß der Weinſtein voͤl“ lig ſcharf geworden ſey. ES Borax wird bald mit einem, bald mit dem andern Zeichen geſchrieben, weil er ein fluͤchtiges Salzweſen hat. Harn, bemerket eine in die Enge gebrachte ver⸗ borgene Schaͤrfe. Aſche, zeigt eine offenbare und merkliche, aber nicht ſaure Schaͤrfe an. G — Pottaſche, ſtellet eine ſtechende Schaͤrfe vor. Lebendiger Ralk, wird durch einen halben Cir⸗ 1 kel, an dem ein Creutz angebracht worden, aus⸗ gedruckt. Anmer⸗ und Zeichen. 53 Anmerkung. Gleichwie uns aber die Salze und deren Zeichen, welche die Alten gekennt, und durch gewiſſe Cha⸗ racteres ohnfehlbar angedeutet haben, unbekannt ſind; ſo wie wir auch faſt von ihrer ganzen Salzlehre, groͤſten⸗ theils nichts wiſſen; ſo darf man ſich auch deswegen nicht wundern, daß die Erklaͤrung dieſer Salzzeichen bisweilen ſehr gezwungen heraus komt; ja daß man hierinne ihre Meinung vielleicht noch nicht getroffen hat. Wir ſind auch faſt uͤberzeuget, daß die Zeichen der Salze neuer, als die Zeichen der Metalle und Elemente ſind. §. 7. Die uͤbrige chemiſche Zeichen, wodurch entweder die Operationen und Werkzeuge, oder durch die Che⸗ mie hervorgebrachte Coͤrper, angezeiget werden, dru⸗ cken die Natur der Dinge nicht ſonderlich aus, ſon⸗ dern gruͤnden ſich vielmehr, theils auf einige Aehn⸗ lichkeit der bezeichneten Sache mit ihrem Zeichen; theils auf die Anfangsbuchſtaben; theils auf die ge⸗ dachten Zeichen und Anfangsbuchſtaben zuſammen ge⸗ nommen; theils auch auf die Willkuͤhr und den Wohl⸗ gefallen. 3 1. Auf einige Aehnlichkeit ſcheinen ſich folgende Zeichen zu gruͤnden. ₰ Seiſt, die nach oben gekehrte Kruͤmmung zei⸗ get den Weg der Geiſter an. 2 Saurer SGeiſt, iſt das vorige Zeichen, an wel⸗ ches man zu beyden Seiten ſcharfe Pfeile angehaͤn⸗ get hat. — Miederſchlagen, zeigt, daß die Materie nieder⸗ ſinken ſoll. &ᷣ Aufſteigen, richtet die Kruͤmmung in die Hoͤhe, wie ſich hier auch die Materie beweget. 9 Deſtilliren, bemerket, daß hier die Feuchtigkeit D 3 erſtlich 54 Cap. 3. Von der chemiſchen Schreibart erſtlich in die Hoͤhe, denn ſeitwaͤrts oder herun⸗ ter ſteige. A Jluͤchtig, hat die Spitze in die Hoͤhe gekeh⸗ ret V Feuer⸗ beſtaͤndig, haͤlt die Spitze nach un⸗ ten. 8 Eine Betorte, hat eine Aehnlichkeit mit dem Gefaͤſſe. 2 Ein Recipiente, auch dieſes Zeichen iſt dem dezeichneten Gefaͤß einigermaſſen aͤhnlich. 1 Ein Kolben, ſieher faſt eben ſo aus wie ein ſolches Gefaͤß. XX. Ein Helm. Konig, traͤgt eine Krone wie die Koͤnige. 2. Mit den Anfangsbuchſtaben werden 8 folgende geſchrieben. aaa. Amalgama. aa. Von jedem gleich viel, es ſey nach dem Gewicht, oder nach dem Maaß. B. Bad. MB. Waſſerbad. VB. Dampfbad. C. Kalch, Von dieſem aber haben wir ſchon vorher ein ander Zeichen angefuͤhret. C. C. Hirſchhorn. gr. Ein Gran, iſt faſt ſo ſchwer als ein Gerſten⸗ korn. gtt. Ein Tropfen. ſb. Ein Pfund. M. Eine Handvoll. MR. Miytur. (5 Oel, man braucht beyde Zeichen, jedoch iſt es nach Unterſchied des Oeles verſchieden. p.X. rher ſten⸗ iſt es p.K und Zeichen. 18 55 p. x. Gleiche Theile. p. d. Durchs Ferflieſſen(per deliquinm.) p. So viel als man mit den drey erſten Fingern be⸗ greifen kan. Q. E. Quinteſſenz. S. H. Hermetiſches Siegel. V Weingeiſt. MN Nochmals abgezogener Weingeiſt(Spiritun vini rectificatus). S. p. d. Aufloͤſung durchs Zerflieſſen. S. S. S. Schichtweiſe. X Tinctur. X✕ Glaß. 3. Folgende Zeichen ſind aus Figuren und An⸗ fangsbuchſtaben zuſammengeſetzt: I& Scheidewaſſer. 3 , Goldſcheidewaſſer. .ν Aufgetriebenes Queckſilber oder Sublimat. 5 Niedergeſchlagenes Queckſilber. 4. Folgende Zeichen ſcheinen willkuͤhrliche . zu ſeyn. & Tag. § Macht. 6G Tag und Nacht. Ein Wonat. Pulver. 8 Ein Scrupel, der dritte Theil einer Quente, hat 20 Gran. D 4 3 Eine 56 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, 3 Eine Quente, iſt der achte Theil einer Unze, oder der 4te von einem Loth. 3 Eine Unze haͤlt 2 Loth oder 8 Quenten. Anmerkung. Bey den neueren Chemiſten trift man noch weit mehr von ſolchen Zeichen an. Weil aber die meiſten derſelben weder wohl uberlegt, noch recht gebraͤuchlich ſind, ſo halten wir auch nicht vor noͤthig, derſelben zu gedenken; ſo wie wir auch diejenigen mit Stillſchweigen uͤbergehen, welche man in einigen alchemiſtiſchen Hand⸗ ſchriften, oder anderswo findet, und die meiſtens, wie ich bemerket habe, in verſchiedenen Gegenden verſchie⸗ den ſind. SSGGSSʒGGʒGSOSS‚DSOʒUAS‚SS‚SʒS‚ Das 4. Capitel. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, Oefen und chemiſchen Kuͤtten. S. 1. Namit man die natuͤrlichen Coͤrper wohl zerle⸗ § gen, andere hingegen wieder zuſammen ſetzen und hervorbringen koͤnne,(Cap. 1.§. 2.) ſo muͤſſen nicht allein dienliche Werkzeuge und Gefaͤſſe, worinne man die Coͤrper behandeln kan, ſondern anch die benoͤthigte Mittel, welche ſowol zum Zerlegen als Zuſammenfuͤgen erfordert werden, zur Hand ſeyn. Die erſten, nemlich die Werkzeuge und Gefaͤſſe, ſo die Chemiſten leidende Werkzeuge nennen, wollen wir hier kuͤrzlich beſchreiben; die letzteren aber, nemlich die Mittel, welche ſonſt auch wuͤrkende Werkzeuge heiſſen, werden im folgenden Capitel vorkommen. §. 24* Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 57 der§. 2 — Von den chemiſchen leidenden Werkzeugen (sS. 1.) iſt zu merken, daß ſie ſowol in Anſehung ih⸗ noch rer Abſicht, und ihres Nutzens; als auch in Anſe⸗ ſſen hung ihrer Materie, woraus ſie beſtehen, ſehr unter⸗ dij ſchieden ſind. In Anſehung ihres Nutzens ſind eini⸗ zin ge als bloſſe Maſchinen anzuſehen, die meiſtentheils nd⸗ mit der Hand auſſerhalb den Oefen und dem Feuer re⸗ wie gieret werden, und im eigentlichen Verſtande chemi⸗ hie⸗ ſche Werkzeuge heiſſen; andere hingegen, die mehr chemiſch ſind, und die man in den Oefen, und im Feuer — braucht, ſind ſo beſchaffen, daß ſie die Materien hal⸗ 3⁷ ten koͤnnen, welche zu den chemiſchen Operationen be⸗ ſtimmt ſind, und dieſe nennet man eigentlich chemi⸗ ſche Gefaͤſſe; noch andere, welche ſowol die Gefaͤſſe und Materialien, als Feuer und Waͤrme enthalten nd muͤſſen, heiſſen chemiſche Oefen. Zu dieſen Werkzeu⸗ gen rechnet man auch billig verſchiedene Kuͤtte und Leime, womit die Gefaͤſſe zuſammen geleimet und halt⸗ ¹ E barer gemacht werden. rle- Damit wir aber keine unnuͤtze und zu weitlaͤufti⸗ zen ge Arbeit uͤbernehmen moͤgen, wenn wir alle Werk⸗ G ſo zeuge, die zu chemiſchen Operationen gebraucht wer⸗ iſſe, den, vollſtaͤndig beſchreiben wolten, ſo wird es genug nch ſeyn, nur die vornehmſten und gebraͤuchlichſten der⸗ als ſelben, kuͤrzlich, doch dergeſtalt anzufuͤhren, daß man eyn. die Materie, woraus ſie beſtehen, anzeige, ihre ferne⸗ ſo re Geſtalt aber, durch Kupfer, welche in gehoͤriger wir Verhaͤltniß geſtochen worden, vorſtelle, und alſo ihren nlich Nutzen deſto leichter einſehen koͤnne. euge n. 2 D F§. 8. 58 Cap. 3. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, §. z. Nan be Von chemiſchen Werkzeugen(§. 2.) und Erklaͤ⸗ V ſe rung der Kupfer, ſo auf der erſten und andern, tere wie auch zum Theil auf der dritten Tafel ge vorkommen. zven 1. Groſſe und kleine Waagen, nebſt der Waſſer⸗ Stü und Drobierwaage, wie auch denen hiezu gehoͤrigen Dan verſchiedenen Gewichten, als: gemeinen Gewichten, ſl Apotheckergewichten, Centnern, Goldeßgen und lchM Silbergewichten, und endlich kleinern Karathge⸗ nit ſt wichten, welche insgeſamt von Gruͤnſpahn, Roſt anl und Staub frey ſeyn muͤſſen. Von dieſen Waagen. und Gewichten, werden wir, ſo Gott will, in der Pro⸗ Ju bierkunſt weitlaͤuftiger handeln, weswegen wir auch vor uͤberfluͤßig halten, uns jetzo laͤnger hiebey zu ver⸗ V 7 weilen. 7 V hülde Der iſten Tafel Iſte Figur, ſtellet eine Waſſer⸗ em waage A. mit ihren Armen DD. vor, welche die eigen⸗ d8 thuͤmliche Schwere der Coͤrper im Waſſer abzuwie⸗ Nie gen, erfordert werden, wie bey B. gezeiget wird, wo wi man ein glaͤſernes Ey, in Waſſer eingetaucht, ſiehet. Krrnäi C. C. ſind ordentliche Waagen, mit denen man, ſo wie V auch mit andern, und ſelbſt mit der Waſſerwaage die V d Coͤrper in der Luft abwiegen kann. lſai Wer mehrere Nachricht von der Waſſerwaage ver⸗ ſaner! langt, kan ſolche in der ſchwediſchen Abhandlung des nche Dan. MWenlos, von der Waſſerwaage finden; desglei⸗ ſtſime chen in Gottfried Einſporns Unterſuchung, wie weit t, durch Waſſerwaagen der Metallen Vermiſchung koͤn⸗ Angeru ne beſtimmet werden, finden. ſägte 2. Moͤrſel, von verſchiedener Groͤſſe, die bald von V hn Eiſen, Metall, Stein, ſowol Marmor⸗ als Serpen⸗ V 1 tinſtein, oder Glas, bald auch von Holz ſind, mit ih⸗ Gß M ren V „ Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 59 ren berſitniſnefigen Keulen, ſo aus eben der Ma⸗ terie, als der Moͤrſel ſelbſt, beſtehen, ob man gleich bisweilen eine andere Keule, in einem aus anderer Ma⸗ terie gemachten Moͤrſel, gebrauchen kann, und auch gebrauchen muß. Flaͤchere Moͤrſel, ſiehet man an der zweyten und dritten Figur der jſten Tafel. Sie ſind den Schuͤſſeln ähnlich, oben weit, mit oder Handhabe. Die z9ſte Figur aber der zweyten Tafel, bildet Moͤr⸗ ſel ab, die oben und unten gleich weit ſind, und eigent⸗ lich Moͤrſel heiſſen; dergleichen der kleine Moͤrſel A mit ſeiner Keule B, und der groſſe Moͤrſel mit ſeiner Keule D ſind. Alle beyde haben Handhaben. 3. Muͤhlen von beſonderer Beſchaffenheit und Bauart. Die 4te Figur der iſten Tafel, ſtellet eine kleine Muͤhle, nach ihrer aäͤuſſeren Ge galt vor, deren in⸗ nere Beſchaffenheit, die Fte Figur denelten Tafel, ab⸗ bildet. Von dieſer Art pflegen die Muͤhlen zu ſeyn, die man braucht, Coffeebohnen zu mahlen. Die 4tſte Figur der 2ten Tafel, ſtellet eine ſtaͤhlerne Muͤhle vor; der Moͤrſel E F iſt von polirten Stahl, ſo, wie auch die groſſe und runde Keule geh welche vermoͤge der Handhabe K herumgetrieben wird. Die 73ſte Figur der dritten Tafel, zeigt eine phi— loſophiſche Muͤhle, welche Langelott erfunden, und in ſeiner Lpiſtola ad Præcellentiſſ. V. C. de quibusdam in chemia præter miſſis beſchrieben hat. Dieſer Brief iſt ſowol zu Hamburg im Jahre 1672. beſonders ge⸗ druckt, als auch in die ia oder Ephemer. V. C. eingeruͤckt worden, wo man auch die kurz zuvor ange— zeigte ſtaͤhlerne Muͤhle, beſchrieben und abgebildet findet. Eine andere philoſophiſche Muͤhle aber hat der Graf von Garaye erdacht, und in ſeiner bydi m⸗ ſchen 60 Cap. 3. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, ſchen Chemie, ſo franzoͤſiſch und deutſch zu haben iſt, beſchrieben und in Kupfer vorgeſtellet. Die Amalgamier⸗ oder Quickmuͤhlen kommen zwar mit den Moͤrſeln faſt uͤberein, doch ſind ſie von dieſen darinne unterſchieden, daß die Muͤhlen hoͤher, als breit ſind. Bey der oten Figur der Iſten Tafel, ſtellet m. n. o. den Moͤrſel ſelbſt vor; p. aber den Stempel. Bey dem Stempel iſt zu merken, daß er an dem unter⸗ ſten Ende, einen faſt runden Kopf haben muß, welcher die Hole des Moͤrſels faſt ausfuͤllt, und mit tieffen creutzweiſe laufenden Einſchnitten verſehen iſt, wie Q. K. bey der 7ten Figur der iſten Tafel zeiget. 4. Srtaͤhlerne Feilen, von denen einige drey⸗ eckigt ſind, wie a. b. c. d. nach der 8ten Figur der Iſten Tafel, wo die Linie c. d. die dritte Ecke vorſtellet; an⸗ dere aber haben nur zwey Seiten wie e. f. in der 8ten Figur in der 1ſten Tafel. Mit dieſen werden die Me⸗ ralle gefeilet. 5. Raſpeln oder Werkzeuge, Horn und andere har⸗ te Coͤrper zu raſpeln. Es giebt derſelben kleine und groſſe, die alle wohl gehaͤrtet, und entweder mit erha⸗ benen Stacheln, wie g. h. der ten Figur der 1ſten Ta⸗ fel vorſtellet; oder mit ſcharfen Einſchnitten verſehen ſeyn muͤſſen, ſ. die 9te Figur, der iſten Tafel l. k. 6. Scheeren, womit man die Metalle, nachdem ſie vorher zu duͤnnen Blechen gemacht worden, zerſchnei⸗ den kan, 37. Fig. Iſte Taf. 7. Auf der 10ten Fig. der iſten Tafel iſt a. b. eine di⸗ cke eiſerne Platte, mit einem dazu gehoͤrigen eiſernen Ringe CO. und Hammer DD. womit die in den Ring gelegte Minern und Steine klein gemacht werden koͤn⸗ nen. 8. Ein Amboß, welcher obenher wohl geglaͤttet iſt, Ek, mit ſeinem gleichfals geglaͤtteten Hammer, GH. 11te Fig. Iſte Tafel. 9. Un⸗ feeſe fäß u und deſ Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 61 9. Ungeglaͤttete Haͤmmer, von verſchiedener Groͤſſe I. K. und L. M. 12te Sig. Iſte Tafel. 10. Bey B und D. der 13ten und 14ten Fig. der Iſten Tafel ſiehet man groſſe und kleine durchloͤcherte Reib⸗ eiſen, womit Pflanzen und weiche Coͤrper, zu groͤbli⸗ chem Pulver zerrieben werden. Dieſe Reibeiſen ſind bey B und D von der Seite zu ſehen. 11. Zuſammengebundene Probiernadeln, ſtellet die 15te Fig. der 1ſten Tafel; den dazu gehoͤrigen Probier⸗ ſtein aber die 16te Fig. vor, von denen in der Probier⸗ kunſt weitlaͤuftiger gehandelt wird. 7 12. Die 17te Fig. der 1ſten Tafel iſt ein Porphyr ab. von hartem Stein, mit ſeinem ſogenannten Läufer, oder Glaͤttpyramide C. auf welchem, die zu Pulver gemachten Coͤrper, noch zaͤrter pflegen zerrieben zu werden. Auch die Mahler bedienen ſich eines ſolchen Porphyrs, ihre Farben darauf zu bereiten. 13. Capellen⸗Formen, werden von einem vermiſch⸗ ten Metall gemacht, welches nicht leicht zerbricht, und haben einen Stempel,ſ. die 18te Fig. der Iſten Tafel a. b. ſo bisweilen der Moͤnch genant wird; der kegelfoͤrmi⸗ ge Ring hingegen, c. d. heißt die Nonne. In dieſem Ringe werden, aus ausgelaugter Aſche, oder aus zu Kalk gebrannten und wohl ausgelaugten Knochen der Thiere, Capellen e. f. gemacht. 14. Die Formen, ſo man zu den Verglaſungs⸗ ſcherben, oder Treibſcherben braucht, kommen in vie⸗ len Stuͤcken mit den Capellenformen(No. 13.) über⸗ ein, obgleich einiger Unterſcheid, ſowol in Anſehung der Groͤſſe, als des Fußgeſtelles, unter ihnen iſt. Die⸗ ſe beſtehen auch aus einem Stempel, der der Moͤnch heißt, und einem Ringe, der die Nonne genennt wird, und deſſen unterer Rand inwendig mit einem Abſatz um⸗ 62 Cap. 3. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, umgeben iſt. In dieſem werden die ſogenennten Teſte l. m. gemacht, welche von gedachtem Abſatz einen Fuß, auf dem ſie ſtehen, bekommen; wovon aber in der Probierkunſt mit mehrerem gehandelt wird. 15. Ein Sieb, Aſche auf die Capellen zu ſtreuen, dergleichen auch in der Probierkunſt beſchrieben wird. 16. Ein Feuerſchirm,(Umbraculum,) beſtehet aus kuͤpfernem oder eiſernem Blech, ſo Hoͤlen, wie ge— druckte Halbkugeln, bald groͤſſere, bald kleinere, ſ. die 20 Fig. der Iſten Tafel a. b. c. d. oder auch halbwalzenfoͤrmi⸗ ge e. f. hat, wodurch in der Mitte g. h. ein offener Spalt gehet, durch den man, ohne den Augen zu ſcha⸗ den, ins Feuer ſehen kann, daher auch dieſe kleine Ma⸗ ſchine ein Feuerſchirm genennet worden iſt. Sie hat auch eine Handhabe i. Bey i. k. iſt der innere Theil dieſer Maſchine, oder der Durchſchnitt, abgebildet. 17. Die Innguͤſſe, ſind meiſtens von Eiſen, mit flachen halbwalzenartigen Vertiefungen, p. q. 21ſte Fig. iſte Tafel, und einem uͤberzwergen Einſchnitt r. ſ. in welche geſchmolzene Metalle gegoſſen werden. 18. Ein Gießpuckel, ſo aus gewiſſen untereinan⸗ der vermiſchten Metallen, oder aus Meſſing, biswei⸗ len auch aus gegoſſenem Eiſen, gemacht, und mit einem Geſtelle, wie auch mit Handhaben verſehen iſt. 30ſte Fig. iſte Tafel. Dergleichen muͤſſen in einer chemi⸗ ſchen Werkſtatt,(Laboratorio,) groſſe und kleine ſeyn, nachdem man viel oder wenig flieſſendes Metall aus⸗ zugieſſen hat. Sie muͤſſen auch inwendig ſehr glatt ſeyn, damit ſich nicht das Metall an den Seiten an⸗ haͤnge, weswegen man ſie auch, bevor das Metall hin⸗ ein gegoſſen wird, inwendig mit Unſchlitt ſchmieren muß. 19. Einige groſſe und kleine Trichter, beſonders glaͤ⸗ dinande nin Dr nußgee rickt de 22. preſſe ſä der dr And,g Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 63 glaͤſerne, mit engen und weiten, langen und kurzen Roͤhren. Die 343ſte Fig. der Iſten Tafel ſtellet einen ordentlichen Trichter mit ſeiner Handhabe vor. 20. Scheidetrichter, welche gebraucht werden, fluͤßige Coͤrper, die untereinander vermiſcht worden, wieder von einander zu ſcheiden, dergleichen die 29ſte Fig. die iſte Tafel abbildet. Man muß aber merken, daß die Figur nicht recht getroffen worden ſey, ſon⸗ dern daß die Roͤhre a. naͤher an dem Boden ſtehen muͤſſe. Dieſe Trichter koͤnnen auch aus Zinn, in Ge⸗ ſtalt der Flaſchen gemacht werden; die Roͤhre muß nahe am Boden ſtehen, und mit einer Schraube ver⸗ ſehen ſeyn. 21. Seihetuͤcher, die entweder aus Zinnel oder Leinwand verfertiget werden, und dichte genug ſeyn muͤſſen. Beyn der 42ſten Fig. der 2ten Tafel, ſtellet c. d. ein groͤſſeres; a. b. aber ein kleineres Seihetuch vor. Dergleichen Seihetuch heiſſet Manica Hippocra- tis. Wenn man etwas durch Loͤſchpapier laufen laſ⸗ ſen will, ſo muß man entweder von Eiſendraht, oder von zuſammen gebundenen Federn einen Kegel ma— chen, auf welchem das Papier ruhen kann, wie bey a. b. c. der 34ſten Fig. der iſten Tafel zu ſehen; wobey zu merken iſt, daß die Federn unten bey a. zuſammen gebunden werden; oben aber, bey b. c. dergeſtalt aus⸗ einander ſtehen muͤſſen, daß ſie vermittelſt eines eiſer⸗ nen Drahtes, womit jede Feder umbunden und an die nahgelegenen feſte gemacht wird, in ihrer Lage unver⸗ ruͤckt verbleiben moͤgen. 22. Preſſen, ſowol Oele, als Kraͤuterſaͤfte auszu⸗ preſſen; deren vornehmſte Eigenſchaft darinne be— ſteht, daß ihre Mutterſchraube unbeweglich iſt, und der Druck von allen Seiten gleich geſchieht. Die 74 und 7 ſte Fig. der 3ten Tafel ſtellet eine ordentliche Preſſe 64 Cap. 3. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, Preſſe vor, welche eine doppelte eiſerne Schraube hat. Die wie Keltern gemachte Preſſen, werden vor die beſten gehalten. Sie ſind in der iſten und 2ten Fig. der 19ten Tafel des oͤconomiſchen Woͤrterbuchs, ſo Georg Heinr. Zinck herausgegeben, abgebildet. 23. Waſchtroͤge, ſowol von Kupfer, als von Holz. Die erſte Gattung wird in der Probierkunſt beſchrie⸗ ben; die letzten ſind zwar bekannt genug, aber dennoch durch die 40 ſte Fig. der 2ten Tafel bey A. B. vorgeſtel⸗ let worden. Sie werden zum Koͤrnen der Metalle, oder auch zu andern Dingen, gebraucht. 24. Siebe, von verſchiedener Feine und Materie; nemlich entweder haͤrene, oder von ſeidenem Flor, oder von dickerem Taffet, groſſe und kleine. Die zo9ſte Fig. die 2 e Tafel, bildet ſie nach ihrer Flaͤche, die 60. und 61. aber ſeitwaͤrts,(transverſim,) ab. 25. Groſſe und kleine Sprengeiſen, die Glaͤſer ab⸗ zuſprengen, 76ſte Fig. 3te Tafel. Dieſe muͤſſen erſt roth gluͤhen, bevor ſie an die Glaͤſer gebracht werden koͤnnen; wenn ſie aber dran gebracht, und einige Zeit feſte an denſelben gehalten worden, ſo beſprengt man ſie ſowol, als auch die Glaͤſer ſelbſt, an dem Orte, wo ſie heiß geworden, mit kaltem Waſſer. 26. Die Feuerſchaufel iſt in der 77ſten Fig. der zten Tafel mit kleinen Loͤchergen durchſtochen, damit der Kohlenſtaub von den Kohlen ſelbſt abgeſondert werde. Denn er verhindert den freyen Luftzug, und deswegen auch die Wirkung des Feuers. 27. Die Zangen ſind von verſchiedener Materie, und auch verſchiedentlich eingerichtet, doch meiſtens von Eiſen. Kohlenzangen, 73ſte Fig. 3te Tafel, braucht man, entweder Kohlen zuzulegen, oder wegzunehmen. di gel⸗ Oefen und chemiſchen KRuͤtten. 65 gelzangen, 70ſte und 8oſte Fig. der 3ten Tafel hat man noͤthig, um Schmelztiegel, oder andere dergleichen Gefaͤſſe, entweder ins Feuer zu ſetzen oder herauszu⸗ nehmen. Zangen zu den Treibſcherben, Kaſte Fig. 3te Ta⸗ fel, womit die Treibſcherben in den Ofen gebracht oder herausgenommen werden. Capellenzangen, 82ſte Fig. 3te Tafel muͤſſen eine groſſe Schnellkraft beſitzen, damit die Capellen, ohne zu zerbrechen, behandelt werden koͤnen. Flachzangen mit Spraͤtzfedern, haben eiſerne, mit einer Schnellkraft verſehene Bleche, womit die Ar⸗ me, wenn es noͤthig iſt, auseinander geſtreckt werden koͤnnen, 28te Fig. iſte Tafel. Mit dieſen kann man Sachen ſehr feſte halten. 1 Kleine meſſingene Zangen, 29ſte Fig. Iſte Tafel, womit man entweder kleine metalliſche Koͤnige, oder kleine Gewichte angreift, ſind nicht ſo zuſammenge⸗ ſetzt. 28. Aoͤffel, von verſchiedener Groͤſſe, meſſingene oder auch von anderm Metall gemachte; mir laͤngeren und kuͤrtzeren Stielen. 83. 84ſte und 85ſte Figur, 3te Tafel. Schaumloͤffel, zum abſchaͤumen, ſind hie und da durchloͤchert, damit das fluͤſſigere ablauffen kan 89. 9oſte Fig. 3te Tafel. 29. Spatel,(Ruͤhrſchauffelgen) groſſe und kleine, von Eiſen oder andern Metall gemacht, mit laͤngeren oder kürtzeren Stielen, 87ſte Fig. zte Tafel. Einige derſelben fuͤhren an einem Ende einen kleinen oͤffel, wie bey der 26ſten Fig. der 1Iſten Tafel zu ſehen, und ſind in den Apothecken ſehr gebräuchlich; in Feuer⸗ arbeiten aber koͤnnen ſie, wegen ihres kurzen Stiels, nicht gebraucht werden. 1. Ch. E 30. 1 — ———ä —————y 66 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, 30. Eiſerne Staͤbe, 88ſte Fig. 3te Tafel, ſind mit einem groſſen oder kleinen Hacken verſehen, damit man flieſſende Meralle umruͤhren koͤnne. Wenn dieſe auf dem Treibſcherben gebraucht werden ſollen, muß ihr Hacken nach einem rechten Winkel gebogen ſeyn; im Schmelztiegel aber iſts genug, wenn ihr Hacken einen ſtumpfen Winkel macht. 31. Die Aſchenkruͤcke, 86ſte Fig. 3te Tafel, wird gebraucht, die Aſche auß dem Ofen zu ziehen, ſie iſt in der That ein kleiner eiſerner Spatel, der nach einem rechten Winkel zuruͤckgebogen wird. 2. Eine Kratzbuͤrſte, 43ſte Fig. 3te Tafel, beſte⸗ het aus duͤnnem meßingenen Draht, der wie ein Pin⸗ ſel zuſammen, und an einen hoͤlzernen Stiel gebun⸗ den worden. Man braucht auch noch andere Buͤr⸗ ſten, die entweder von Federn oder Borſten gemacht ſind, um die Glaͤſer damit zu reinigen. 33. Ein groſſes und kleines meſſingenes Cementir⸗ rohr, oder Löthroͤhrgen, deſſe n vornehmſte Eigenſchaft darinne beſteht, daß es eine ſehr enge Oefnung hat⸗ wodurch die mehr durchdringende und dichte Luft mit Gewalt durchgetrieben wird, und durchgehen kan. 34. Groſſe und kleine Blaſebaͤlge, auch doppelte, die man vor die Oefen legt. 35. Der Amboß, nebſt der Schraube und dem Te⸗ nackel, 38ͤſte Fig. Iſte Tafel, gehoͤren zwar eigentlich nicht hieher; ſie haben aber in metallurgiſchen Ope⸗ rationen ihren groſſen Nutzen. Auſſer dieſen Werkzeugen ſind in der Chemie nach⸗ folgende, ſowol noͤthig als nuͤtzlich. 36. Vergroͤſſerungsglaͤſer, um die Figur der Theilgen 8 Steinen, Salzen und andern Coͤrpern zu entde⸗ en. 37. Ther⸗ n, d mit damit dieſe muß ſeyn; dacken wird iſt in einem beſte⸗ Pin⸗ gebun⸗ Buͤr⸗ macht eentir⸗ ſchaft hat, t mit 1. elte, nTe⸗ tlich Ope⸗ ach⸗ lgen lde⸗ Lher⸗ Oefen und chemiſchen Ruͤtten. 67 37. Thermometer, mit denen man die Grade der Waͤrme in Gäͤhrungen, im Brauſen, und in Vermi⸗ ſchungen, auch in gelinden Erwaͤrmungen, und bey anderer Gelegenheik abmeſſen kann. 71. und 72ſte Fig. 28e Tafel. 38. Baromeker, welche die Schwere der Luft un⸗ ter den Operationen anzeigen. 77 und F Sſte Fig⸗ 2te Tafel⸗ 39, Eine Waſſerprobe,(Hydrometrum,) 25ſte Fig. 1ſte Tafel, mit ihrem Futteral a. b. womit man die Miſchung und Staͤrke der fluͤſſigen Coͤrper; wie auch die Staͤrke, ſowol ſaurer, als laugenhafter Gei⸗ ſter und Laugen erforſchet. Endlich iſt noch in einer wohleingerichteten ehe⸗ miſchen Werkſtatt, noͤthig, 5. Ein Wedel, um das Feuer anzuwedeln, der gleichwol in dieſen nordiſchen Gegenden faſt unbekant iſt. 41⸗ Deſtillirknechte,(Suſtentacula& ſcamna,) auf denen die Vorlagen ruhen, und ſo gemacht ſind, daß ſie bald in die Hoͤhe, bald wieder herunter geſchoben werden koͤnnen. 42* Strohkraͤntze, ſo unter die Vorlagen gelegt werden. 43: Fachbreker,(Répoſitoria,) in welchen die Ge⸗ faͤſſe zu den Operationen aufbehalten werden. Sie muͤſſen ſowol groſſe als kleine Loͤcher haben, durch wel⸗ che man die Haͤlſe der Gefaͤſſe durchſtecken kann. 44° Seihhoͤltzer, beſtehen aus vier hoͤlzernen Staͤ⸗ ben, die ins gevierte zuſammengeſetzt ſind, und in jedem Winkel einen Stift haben, woran man die Seihetuͤ⸗ cher befeſtiget, daß ſie nicht hinunter fallen. & 2 8. 4. 68 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, G. 4. Von chemiſchen Gefaͤſſen, und der Erklaͤrung der Figuren und Kupfertafeln, ſo hieher ge⸗ hoͤren. 1. Retorten, die entweder von Glas, oder Feuer⸗ feſtem Thon, oder auch Eiſen gemacht, und in Anſe⸗ hung ihrer Geſtalt und Bauart unterſchieden ſind. Eine ordentliche Retorte. 45ſte Fig. 2te Tafel B. Eine engliſche Retorte. 45ſte Fig. 2te Tafel C. ſie⸗ het wie ein krumgebogener Kolben aus. Denn der Hals dieſer Retorte, macht mit der Kugel C bey a ei⸗ nen Cirkelbogen. In einer ordentlichen Retorte B. aber, giebt der Hals b. d. mit der Kugel B. bey b. einen ſpitzen Winkel, ab. Daher ſchickt ſich eine engliſche Retorte beſſer, wenn wan ſchwere und ſchäumende Materien, oder auch ſolche zu deſtilliren hat, welche durchs Feuer ſehr ausgedehnt werden. Eine Retorte mit einer Roͤhre, 44ſte Fig. 2te Ta⸗ fel, hat bey dem oberſten Bogen eine Roͤhre E. die, ſo oft man friſche Macerie hineintragen will, vermoͤge des Stoͤpſels D. eroͤfnet und wieder verſchloſſen wer⸗ den kann, ohne daß man noͤthig hat, die Retorte vom Feuer zu nehmen. Dergleichen Retorten, werden am allerſicherſten und beſten aus Eiſen oder Thon ge— macht; denn die glaͤſerne brechen, wegen ihrer un⸗ gleichen Dicke, leicht entzwey. Topfretorten G. H. 46ſte Fig. 2te Tafel, welche ei⸗ nen kurzen, mit dem Boden gleichlaufenden Hals ha⸗ ben i. k. und l. m. werden gebraucht, wo ſchwere und heftig Feuer erfordernde Materien deſtilliret werden ſollen. Boerhaave hat ſie in ſeiner Chemie, auf der 726ſte S. beſchrieben, und auf der 10ten Kupfertafel abzeichnen laſſen. Dieſe paben drehfu Ette nter, Jece nit, u Am. hiſe Sand 4 Alen Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 69 Dieſe Deſtillirgefaͤſſe, muͤſſen bald einen laͤngern, bald kuͤrzern, bald einen weiteren und walzenfoͤrmi⸗ gen; bald aber einen engern und kegelfoͤrmigen Hals haben, nachdem ſich nemlich die Materie, ſo deſtil⸗ liret werden ſoll, mehr oder weniger ausdehnet, und mehr oder weniger ſchwer und Feuer beſtaͤndig iſt. Daher muͤſſen auch dieſe Gefaͤſſe, ſo ins Feuer ge⸗ legt werden, daß nach Beſchaffenheit einer ſchwereren oder leichteren Materie, welche deſtilliret werden ſoll, ihre Haͤlſe, mehr oder weniger abhaͤngig liegen, oder mit dem oberſten Bogen der Kugel gleich laufen; die Topfretorten hingegen muͤſſen ſo liegen, daß ihr Hals mit dem Boden parallel lauft. 2) Kolben, werden gleichfals, entweder aus Kupfer, Eiſen, feuerfeſten Thon, oder aus Glas gemacht; ob⸗ gleich die thoͤnerne ſehr wenig gebraucht werden. Man trift aber dreyerley Arten von Kolben an. 2) Ordentliche Kolben, 48ſte Figur, 2te Tafel, O. und N. groſſe und kleine. Der Durchmeſſer ihres Bauchs iſt verſchieden, und einen halben bis zwey Schuh lang. b) Scheidekolben, ſind ſehr klein, ſo, daß der Durchmeſſer ihres Bauchs, allezeit weniger, als einen halben Schuh haben muß, damit ſie auf dem Scheide⸗ dreyfuſſe gebraucht werden koͤnnen. Dergleichen Scheidekolben, ſtellet die 22ſte Figur der 1ſten Tafel unter a. b. vor; den Dreyfuß aber, ſo von eiſernen Blechen gemacht iſt, kan man bey c. d. e. f. ſehen; er wird, zugleich mit dem Kolben, uͤber gluͤhende Koh— len, wiewol ſehr behutſam, geſtellet.) E 3 c) Kol⸗ *) Anm. des Ueberſ. Es iſt allzeit ſie ſpringen auf dieſe Art leich⸗ beſſer, die Scheidekoͤlbgen auf ter, wenn man ſich nicht in Acht Sand zu ſtellen, als ſolche uͤber nimmt. gluͤende Kohlen zu ſetzen, denn 70 Eap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, c) Kolben mit Roͤhren, 4yſte Figur der 2ten Ta⸗ ſel, haben oben die Roͤhre k. welche mit dem Stoͤpſel L. auf eben die Art, wie oben bey den Retorten mit Roͤhren(No.l.) iſt geſaget worden, verſtopft, und wieder eroͤfnet werden kan; ſie ſi ſind aber nicht ſonder⸗ lich uͤblich. Die Laͤnge dieſer Kolben muß einige Verhaͤltniß gegen ihren Innhalt haben; vornemlich muß man aus der Beſchaffenheit der zu behandlenden Materie ſehen, ob der Hals ſeine Laͤnge behalten, oder ob man ihn mit dem Sprengeiſen(H. 3. No. 25.) kuͤrzer ma⸗ chen muͤſſe; 3) Phiolen ſind von den Kolben(No. 2.) darin unterſchieben, daß ſie einen engern und laͤngeren Hals haben. Man hat derſelben zweyerley Arten, nemlich, mit einem flachen Boden, 7oſte Figur, 2te Tafel, a.b. nebſt einem Stoͤpſel c. und mit einem gewoͤlbten Bo⸗ den, 70ſte Figur der 2ten Tafel, e. ⁴. mit einem Stoͤpſel t. In dieſen Gefaͤſſen, können Luft und au⸗ dere fluͤſſige Materien, wegen ihres engen und langen Halſes, der zwey, anch wohl mehr Schuhe lang ſeyn muß, beſſex zuruͤckgehalten werden, als in den vori⸗ gen. 4) Helme, ſind ſolche Gefaͤſſe, die entweder auf Kolben(No. 2.) oder Phiolen(No. 3.) beſonders aber auf erſtere geſetzt werden, um etwas zu deſtilli⸗ ven. Einen Helm vor ſich, bildet Mb. r. q. bey der 42 ſten Fig. der 2ten Taſel ab; hingegen e. f. bey der z2ſten Figur der 2ten Tafel einen, der auf dem Kolben n. g. in einem kleinen Ofen ſtehet, den wir nachhero beſchreiben werden. Eben dieſes ſiehet man auch bey b. c. der 98ſten Figur, der zten Tafel, Die Helme haben bisweilen einen Schnabel, P. J. r. 47ſte Figur der 2ten Tafel, bisweilen zwey, bis⸗ weilen Jrant rals K ren benn gemaſ torſe ſn d Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 71 weilen auch viere; bey einigen ſind die Schnaͤbel nicht offen, bey andern fehlen ſie gar, die deswegen auch blinde Helme heiſſen, aber nicht viel gebraucht werden. Die meiſten werden von Glas gemacht, wodey wohl zu beobachten iſt, daß der Schnabel P. q. mit dem un⸗ tern Rande des Helms r. in einer Lnie fortgehen muͤſſe, damit nicht der Schnabel uͤber die ringfoͤrmi⸗ ge Vertiefung des Helmes erhaben ſey; desgleichen auch, daß die Muͤndung des Schnabels bP. r. weit ge⸗ nug, und der Schnabel ſelbſt weder zu duͤnn, noch zu enge ſey. Bey dem Gebrauch dieſer Gefaͤſſe iſt ferner zu merken, daß ſie in dem Ofen etwas ſchief, gegen die Vorlage, ſtehen muͤſſen. Anmerkung. Boerhaave ſaat in dem Iſten T. ſeiner Chemie auf der 730ſten S. daß das Wort Alembic von den Arabern herkomme, die es von dem griechiſchen Wort 2.μ εαα, deſſen ſich Dioſcorides bedienet, hergenommen; desgleichen auf der 727ſten! S. daß das deutſche Wort Kolbe, von der Keule des Hercules, welcher die Kolben aͤhnlich ſind, herzuleiten, und das lateiniſche erdichtete Wort Cucurbita, von der, denen Kuͤrbiſſen aͤhnlichen Ge⸗ ſtalt, entſprungen ſey. 6) Die Blaſen ſind meiſtentheils denen bekannten Branteweinbrennergefaͤſſen gleich, ſie ſind entweder aus Kupfer, ſo inwendig verzinnet iſt, oder aus rei⸗ nem Zinn gemacht, und haben die geſchickteſte Figur, wenn ſie, den,(No, 2. a.) beſchriebenen Kolben eini⸗ germaſſen aͤhnlich ſehen, oder einen abgekuͤrzten Kegel vorſtellen, deſſen oberer Durchmeſſer 3 von dem gan⸗ zen Durchmeſſer des Bodens haͤlt, d. i. wenn ſich ihr oberer Durchmeſſer, zu dem unteren des Bodens ver⸗ hält, wie 3: 57. Im beygeſetzten Kupfer der 94ſten Fig. der zten Tafel, welcher einen im Ofen K. S. I. U. ſtehenden Kolben a. b. e. f. c. d. abbildet, iſt die gedachte Verhaͤltniß, aus Verſehen des Kupferſtechers, iche E 4 e⸗ 72 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, beobachtet worden. Inzwiſchen ſind die Blaſen, in Anſehung des Kuͤhlfaſſes auf zweyerley Art unterſchie⸗ den. a) In ordentliche Blaſen mit einem ordentli⸗ chen Helm, a. b. g. h. i. der 94ſten Fig. der zten Tafel, und zur Seite ſtehenden Kuͤhlfaß, K. L. m. n. welches unter der Deſtillation allezeit voll Eiß, oder Schnee, oder kalt Waſſer ſeyn muß, wodurch die Roͤhre, oder der Schnabel i. o. gehet, damit ſolchergeſtalt die Gei⸗ ſter, welche durch dieſe Roͤhre flieſſen ſollen, durchs kal⸗ te Waſſer in Tropfen zuſammen, und in das unterge⸗ ſetzte Gefaͤß p. beſtaͤndig ablaufen moͤgen. Hiebey aber iſt noch noͤthig zu erinnern, daß man in Verfertigung des Helmes wohl in acht nehme, was vorher bey den Helmen(No. 4.) angeführet worden, auch daß ſie niedriger, als gewoͤhnlich, und die Figur anzeigt, ge⸗ macht werden muͤſſen; es iſt auch beſſer, wenn die Helme drey oder vier Schnaͤbel, als wenn ſie nur einen haben, weil ſolchergeſtalt, die Duͤnſte deſto beſſer in Tropfen zuſammen flieſſen knnen. Das Kuͤhlfaß kann von Holz oder Leder, oder auch von Kupfer, und lieber viereckigt als rund ſeyn. b) Blaſen, auf deren Helm ein Faß ſtehet, wie bey der oſſten Figur der 3ten Tafel zu ſehen iſt. B. iſt die Blaſe, im Ofen a. b. c. d. deren Hals E. einen Helm traͤget, der mit ſeinem Schnabel in die Vorlage Orei⸗ chet. Das Faß ſelbſt c. f. g. h. pflegt entweder von Kupfer oder Meßing, in Geſtalt einer Capelle gemacht zu werden, welche am Boden zu dieſem Ende verhaͤlt⸗ nißmaͤßige Loͤcher hat, damit der Hals und Schnabel des Helms, ihren Ausgang da haben moͤgen. Auſſer dem hat das Faß an ſeinem Grunde eine Roͤhre mit einem Hahn i, vermoͤge welchem man, das warmge⸗ wordene Waſſer abzapfen kann, indem man von oben fri⸗ *Anm zwat dieſe ſcen ſczen hen, zeiſe All färn mn wie ſten deiſ did giiß weh fät N de Oefen und chemiſchen Ruͤtten. 73 friſches einfuͤllet. Wenn dieſes ſo gemacht worden, daß das Faß ganz und gar auf dem Helm ſtehet, als ob es auf demſelben angenagelt waͤre, oder, als wenn die halbkugelichte Flaͤche des Helmes und der Boden des drauf ſtehenden Gefaͤſſes einerley waͤren, ſo iſt eine ſolche Maſchine zwar bequemer und ſicherer; kuͤhlet aber nicht ſo ſtark, als wenn ſie auf vorige Art gemacht iſt. Daher wird heut zu Tage weder die eine noch die andere, wegen vieler Unbequemlichkeit ſonder⸗ lich gebraucht. Zum deſtillieren fluͤchtigerer Geiſter hat Boerhaave, wo ich nicht irre, einen Helm erdacht, den er von rei⸗ nem Zinn, wie einen Kegel, 4 Schue hoch machen laͤſt. 95ſte Fig. Zte Tafel. Wenn dieſer Helm recht gemacht worden, ſo kan er auch, wie ein anderer Helm, auf den ordentlichen Kolben gebraucht wer⸗ den.* E 5 Cir⸗ *Anmerk. des Ueberſ. Es haben zwar verſchiedene den Nutzen dieſer ſogenennten boerhaavi⸗ ſchen Maſchine in Zweifel zu ſetzen geſucht, indem ſie vorge⸗ ben, daß das Waſſer des Wein⸗ geiſtes doch auch ſo hoch ſtiege; allein ich habe es aus der Er⸗ fahrung, daß ſonderlich, wenn man die Blaſe in einen Keſſel wie zum Marienbade, ſetzt, auf zwey Deſtillationen, der Wein⸗ geiſt hoͤchſt rein und rectificirt wird; man muß aber nicht ſo geitzig ſeyn, und zuletzt, um mehr zu haben, das Feuer ver⸗ ſtaͤrken, denn da geht auch Waſſer nebſt der Saͤure aus dem ruͤckſtaͤndigen Weſen in die Hoͤhe, und frißt die Ma⸗ ſchine inwendig an; ſondern wenn der Weingeiſt aufhoͤrt, als ein ſehr feines Stroͤmgen zu laufen, welches in wenigen Stunden, nachdem man viel oder wenig deſtilliret, geichie⸗ het, ſo muß man aufhoͤren, und alles zuſetzen. Der Wein⸗ geiſt von Franzbrandwein, hat auf dieſe Art, wie Weinbluͤte, hoͤchſt angenehm gerochen, und man kan ihn, um gar nur ein⸗ mal zu deſtilliren, das Waſſer durch ein trockenes Laugenſalz vorher davon wegbringen, und alsdenn dieſes Salz mit was ſaurem ſaͤttigen. * * 1 * A 1 1 4 ½ I n 1 1 3 2* 74 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, 6) Circuliergefaͤſſe, die man auch Pelicane nen⸗ net, goſte Fig. 2te Tafel, ſind Kolben mit ſolchen Helmen, wo zuruͤckgebogene Schnaͤbel, a. b. c. d. wieder in den Hals des Kolbens gehen; welches aber nicht ſo zu verſtehen iſt, als wenn der Helm und der Kolben zwey Stuͤcke waͤren, denn der Helm und der Kolben werden aus einer und eben derſelben Maſſe auf einmal gemacht und verbunden, ſo daß gedachte Figur heraus komt. Dahero ſtellet der Helm mit dem Kol⸗ ben nur ein Glaß vor, das oben eine Oeffnung hat, die man mit dem Stoͤpſel e. verſchlieſſen kan. Es wer⸗ den aber auch dieſe Gefaͤſſe ſelten gebraucht. 7) Sublimiergefaͤſſe, die auch Aludels heiſſen, wer⸗ den allezelt von Thon gemacht, und haben zwey Muͤn⸗ dungen, nemlich an jedem Ende eine, 92ſte Fig. 3te Tafel, ausgenommen das oberſte A. ſo obenher keine Oeffnung hat, das unterſte iſt mit einer Roͤhrei. ver⸗ ſehen, welche vermoͤge des Stoͤpſels k. nach Gefallen auf und zugemacht werden kan. Uebrigens werden dieſe, den Toͤpfen aͤhnliche Gefaͤſſe, dergeſtalt uͤber einander geſetzet, daß des unteren Hals durch den Bo⸗ den des uͤber ihm ſtehenden gehe, und in dieſer Ordnung werden bald mehrere, bald wenigere zuſammengeſe⸗ tzet, nachdem es die zu ſublimirende Materie erfor⸗ dert. Allein auch dieſe Gefaͤſſe werden jetzo ſelten ge⸗ braucht.* 8) Vor⸗ *Aumerk des Uederſ. Wer frey⸗ lich die Coͤrper und ihre Thei⸗ le nicht genau will kennen ler⸗ nen, der wird dergleichen Ge⸗ faͤſſe ſelten brauchen; wer aber durch die vom Stahil und andern! nichtimit Unrecht ſo ſehr geruͤhmte gebriſche Su⸗ blimation beym Verxuffen der Metallen und Mineralien mit Sakpeter und andern Din⸗ gen, in unten gluͤhenden Ge⸗ faͤſſen, hinter deren wahre Be⸗ ſtandtheile kommen will, der wird ſich noch allzeit derſelben bedienen, weil man darinne nicht allein das, was zuruͤck⸗ bleibt, ſondern auch was in die Hoͤhe geht, behaͤlt. fabkug te Kolbe dn kän 1) Luyfer 1) duch ſe Häleun 1) und we „ nen⸗ hen 2, d. aber der der auf gur dol⸗ die ver⸗ wer⸗ ſuͤn⸗ 3te keine ver⸗ allen rden uͤber Bo⸗ ung eſe⸗ for⸗ ge⸗ or⸗ Din⸗ Ge⸗ Be⸗ der Iben inne ruͤck⸗ undie Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 275 8) Vorlagen werden meiſtens von Glaß, zuwei⸗ len aber auch von Thon bereitet; ſie ſind kugelfoͤrmig, mit einem kuͤrzeren oder laͤngeren, weiteren oder enge⸗ ren Halſe, 91. 92. und„3ſte Fig. 3te Tafel. Wenn ſie ſo groß ſind, daß ſie 60 bis 80 Pfund Waſſer hal⸗ ten, ſo werden ſie Ballons genennet. Der Hals die⸗ ſer Gefaͤſſe kan zwar verſchieden, doch nicht laͤnger ſeyn, als daß der Schnabel des Deſtilliergefaͤſſes durch denſelben bis in die Hoͤle der Kugel reiche. Ihre Groͤſſe richtet ſich nach den Dingen, die man deſtilli⸗ ren will; je mehr ſich derſelben Daͤmpfe im deſtilliren ausdehnen, je groͤſſer muͤſſen die Vorlagen ſeyn. 9) Vorſtoͤſſe ſind weite bauchigte Roͤhren, ſo zwi⸗ ſchen die Retorten und Vorlagen gelegt werden, da⸗ mit nicht die letzteren von den treibenden Daͤmpfen und allzugroſſer Hitze zerſpringen moͤgen. Man hat ſie von zweyerley Art, nemlich mit einfachen, Z/ſte Fig. Ite Tafel, und mit doppelten Roͤhren, 36. Fig⸗l⸗ Taf. denen man alſo zwey Vorlagen anlegen muß. 10) Schaalen zum Abduͤnſten, welche groß und klein, von Glaß oder Porcellan, bey gewiſſen Um⸗ ſtaͤnden auch von Zinn oder Bley ſeyn koͤnnen. Ihr Boden muß eben, und lieber ausgehoͤlet als erhaben ſeyn; die beſte Figur aber haben diejenigen, welche halbkugelfoͤrmig ſind. Dahero auch die abgeſpreng⸗ te Kolben zum Abdaͤmpfen ſehr wohl gebraucht wer⸗ den koͤnnen. 11) Keſſel oder Capellgen, ſo bekanntermaſſen von Kupfer oder Meßing verfertiget werden. 12) Eiſerne Toͤpfe, ſ4ſte Fig. 2te Tafel A, oder auch ſteinerne, von Topfſtein(Pfannenſtein) deren Hoͤle und Rand bey C. B. zu ſehen ſind. 13) Sandcapellen, haben die Geſtalt der Toͤpfe, und werden auch aus Eiſen gegoſſen; an einer Seite iſt 76 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, iſt ihr Rand ausgeſchnitten und niedrig, Fôſte Fig. 2te Tafel A. bey g. k. ſiehet man den Einſchnitt, in welchen der Retortenhals zu liegen komt; B. C. D. aber zeiget den Rand an, welcher die Capelle in dem Ofen erhaͤlt. Esiſt auch noͤthig, aber nicht gewoͤhn⸗ lich, daß der Ausſchnitt bey g. k. auch einen Rand habe, weil ſonſt die Waͤrme zwiſchen der Mauer und Capelle leicht an den Retortenhals ſchlaͤgt, und ihn zerſprenget. 14) Capellen zum Waſſer oder Marienbad ſind den vorigen(No. 13.) gleich, auſſer daß ſie am Rande keinen Ausſchnitt haben. Dergleichen wird bey A. der Föſten Fig. der 2ten Tafel zugleich mit dem Rande auf einen Dreyfuß D. C. geſtellet, abgebildet. Eine andere Art von Capellen zum Waſſerbad hat Boerhaave erfunden, die wir im folgenden Fo, wo von den Oefen gehandelt werden ſoll, beſchreiben wollen. 15) Dreyfuͤſſe zum Scheiden, von Eiſenblech ge⸗ macht, c. d. e. f. 22ſte Fig. 1te Tafel.(Siehe No. 2.) 10) Schmelztiegel, ſind ordentlich obenher drey⸗ eckigt, Z ſte und 32ſte Fig. erſte Tafel, entweder aus Thon und Waſſerbley, oder aus feuerfeſtem Thon und Sand, oder auch aus anderen erdigt⸗eiſenſchuͤßigen Vermiſchungen, die heftiges Feuer aushalten koͤnnen, gemacht. Die heßiſchen Tiegel beſtehen aus feinem Thon mit untermiſchtem Sande, und werden in die⸗ ſen nordlichen Gegenden einzig und allein gebraucht; die Ipſer Tiegel hingegen ſehr ſelten. Die eiſerne werden in einigen Apothecken zum verpuffen, wozu ſie ſich auch recht wohl ſchicken, gebraucht. Anmerkung. Wer Schmelztiegel, die im Feuer ſo dauer⸗ haft, ja wohl noch dauerhafter als die heßiſchen ſind, ſelbſt machen ſene c ge⸗ 0. 2.) drey⸗ raus und igen nnen, inem die⸗ ucht; ſerne zu ſie dauer⸗ ſelbſt. nachen Oefen und chemiſchen Ruͤtten. 77 machen will, der kan in Potts ater Fortſetzung der Li- thogeognoſie; wie auch in Vogels Inſt. chem. p. 93. §. 211. bey dem zweyten Sterngen, die vortrefflichſten Maſſen nachleſen. 17) Dutten, muͤſſen von einer Materie, ſo das heftigſte Feuer aushalten kan, gemacht ſeyn; ſie ſind bauchigt, gehen oben und unten ſpitziger zu, und ha⸗ ben einen Fuß, worauf ſie ſtehen konnen. A. 23ſte Fig. rſte Tafel, nebſt einem Stoͤpſel B. Dergleichen Gefaͤſſe werden hier in Schweden, in Schonen, nahe bey Helſingborg, aus Thon, der unter den Stein⸗ kohlenſchichten gefunden wird, bereitet. 18) Cementbuͤchſen ſind walzenfoͤrmige Gefaͤſſe, 24ſte Fig. 1ſte Tafel, die aus einer fenerfeſten Mate⸗ rie, oder einem Mengſel, ſo ſehr heftig Feuer ausſte⸗ hen kan, verfertiget werden. Obenher bey a.b. muͤſ⸗ ſen ſie ſo weit ſeyn, daß man die Hand bequem hinein bringen koͤnne, und einen Stoͤpſel c.d. haden. 19) Treibſcherben, 19te Fig. Iſte Tafel l. m. wer⸗ den aus rohem Thon, der mit gebrannten Thon ver⸗ menget worden, in dem hiezu dienlichen Form(§. 3. No. 14.) bereitet. 20) Capellen, 18te Fig. 1te Tafel e. f. werden aus gebrannten und recht wohl ausgelaugten Knochen, im Capellenform(§. 3. No. 13.) gemacht. Anmerkung. Von Bereituna der Treibſcherben und Cu⸗ pellen, wird in der Probierkunſt weitlauftiger gehan⸗ delt. 21) Zinnerne Flaſchen, ſ. die 66ſte Fig. der 2ten Tafel, und glaͤſerne, ſ. die 68ſte Fig. der 2ten Tafel. Es giebt derſelben auch einige, ſo anders ausſehen, und eine verſchiedene Groͤſſe, auch eingeriebene glaͤ⸗ ſerne Stoͤpſel haben. 22) Wein⸗ 4 78 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, 22) Uringlaͤſer von verſchiedener Groͤſſe. 23) Toͤpferne Gefaͤſſe, 60ſte Fig. 2te Tafel, be⸗ ſtehen, wie bekannt, entweder aus Thon oder Por⸗ gellan. 24) Irrdene Kannen, mit oder ohne Roͤhre, (Schneppe) 65. und 67ſte Fig. 2te Tafel, auch ent⸗ weder von Thon oder Porcellain. 25) Materialbuͤchſen, 63. und 64ſte Fig. 2te Ta⸗ fel, die theils von Holz, theils von Thon, theils auch von Porcellan gemacht, im Feuer gebrennt und gla⸗ ſurt ſind. Anmerkungen zu den chemiſchen Gefaͤſſen. 3. Anmerkung. Ob wir wohl geſtehen, daß auſſer den be⸗ ſchriebenen Gefaͤſſen noch mehrere vorhanden ſeyn, under⸗ dacht werden koͤnnen, ſo halten wir doch davor, daß die vornehmſten derſelben angefuͤhrt worden ſeyn, ſo daß wohl ſchwerlich eine Operation vorkommen doͤrfte, die nicht mit Huͤlfe dieſer Gefaͤſſe vollführet werden koͤnte Wir ſind auch der Meinung, daß von den chemiſchen Gefaͤſſen gel⸗ ten werde, was von einer jedweden Sache zu gelten pfleget: je einfacher, je beſſer, wenn man nur durch ſie zum verlang⸗ ten Endzweck gelangen kan⸗ 2. Anmerkung. Wennes moͤglich waͤre, ſolten die chemi⸗ ſche Gefaͤſſe noch folgende Eigenſchaften haben. 1) Sol⸗ ten ſie abwechſelnde Kaͤlte und Hitze, ohne zu reiſſen, ver⸗ tragen koͤnnen. 2) Durch keine fremde beygemiſchte Ma⸗ terien veraͤndert oder aufgeloͤſet werden. 3) Undurch⸗ dringlich ſeyn, und jedwede Materie halten, ohne ſie durch die Zwiſchenraͤumchen durchzulaſſen. 4) Durch das aller⸗ heftigſte Feuer weder zu Glaß werden, noch auseinandet flieſſen. Allein da dergleichen Gefaſſe nur zu wünſchen, keinesweges aber wuͤrklich ſind, ſo muͤſſen wir unterdeſſen mit ſolchen vorlieb nehmen, die den beſchriebenen am naͤch⸗ ſten kommen, mit denen wir auch, wenn ſie nur behut⸗ ſam gebraucht werden, unſern Endzweck erlangen koͤn⸗ nen⸗ 3) Anmer⸗ 1 Oefen und chemiſchen Ruͤtten. 79 3. Anmerkung. In Anſehung des Gebrauchs der chemi⸗ , be⸗ ſchen Gefaͤſſe, ſind folgende Umſtaͤnde zu merken: Por⸗ 1) Die hoͤlzernen muͤſſen von trockenem und nicht fet⸗ ten Holze gemacht ſeyn; denn wenn das Holz fett oder har⸗ zigtiſt, ſo ſchmecken die Sachen darnach, die darinne auf⸗ doͤhre, behalten werden. Sie muͤſſen auch aus eben dem Grunde ent⸗ weder gemahlet noch lakiret ſeyn. In dieſer Art Geſaͤſſen laſſen ſich die Salze und Kalke, wenn ſie nur gut bedeckt ſind, 4 ſehr wohlverwahren. Ta⸗ 2) Eiſerne Gefaͤſſ emuͤſſen nicht an ſolchen Oertern ſte⸗ auch hen, wo freſſende Daͤmpfe feſind; man muß auch keine fluͤßi⸗ gla⸗ he Dinge in ihnen halten, denn ſie roſten in beydaeal⸗ h en. ) Kuͤpferne Gefaͤſſe muͤſſen inwendig wohl verzinnet n. ſeyn, und wenn ſie neu, oder neu verzinnen ſind, ſo muß man nichts darinne kochen oder deſtiliten, als Waſßſer, H denhe⸗ ehe ſie zu ändern Oingen gebraucht werden koͤnnen. Auch under⸗ muͤſſen ſie an abgeſonderten Orten ſtehen, wenn ſie nicht daß die gruͤnſpanigt werden ſollen. Pnan 4 Die beſten chemiſche Gefaͤſſe, werden entweder b rſad voon feuerfeſtem Thon, oder Porcellan, oder von Glas ge⸗ 1 gel⸗ macht. 4 ſeget: 5) Thoͤnerne oder erdigtſteinerne, oder vorerllanene* lang⸗ Gefaſſe muͤſſen ſo hart gebrennt werhen, daßſie klingen; ſie muͤſſen auch durchaus einerley Farbe haben, woraus man ſiehet, daß ſie gut untereinander gekuetet worden, und Sol⸗ keine fremde Materie bey ſich fuͤhren, die ſich ſonſt durch del⸗ verſchiedene farbigte Flecken dichen ve rrath. Ueberdis M 4 muͤſſen ſie dicht und dick genug ſehnf Es iſt aber zu merken, di⸗ daß dergleichen Gefaſſe von zweyerley Gatiung ſud. Eini⸗ dun ge halten das Waſſer, und laſſen es nicht durchſchwiten, ·9 her welche deswegen ſehr hart gebrennt ſeyn muͤſſen, ſo daß alle alle Zwiſchenraunichen gleichſam mur Glas überzogen und ver⸗ end ſchloſſen werden. Mit diezen Gefaſſen muß man im Feuer ſchen, ſehr kluglich verfahren, ſonſt zeiſprinsen ſie von der allzu⸗ deſſen ſchleunigen Hitze; andere hingegen laſſen das Waſſer hemi⸗ 1 4 id durch, und duͤrfen deswegen nicht ſo ſeſte gebrennt ver⸗ zer den, auch nicht ſo verſchloſſene Zwiſchenraumchen haben, 1 7 ue die vorigen, welche im Feuer zerbrechitcher ſind, als ieſe. mmer⸗ Einige 4 4 80 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, Einige Chemiſten denken die thoͤnerne Gefäſſe dichter zu machen, daß ſie das Waſſer beſſer halten ſollen, indem V ſie ſie inwendig mit Wachs, und auswendig mit Unſchlitt uͤberziehen. Sie machen nemlich das Gefäſſe warm, wer⸗ b fen ein Stuͤck Wachs hinein, und welzen daſſelbe von einer Seite zur andern, daß das geſchmelzete Wachs V allenthalben hinkomme, und eben ſobeſtreichen ſie es auswen⸗ dig mit Unſchlitt, wie in des Monſtier Cours de Chy- b mie Tom. IV. p. 8. zu leſen. Da man aber nicht zwei⸗ hy feln darf, daß denen ſtuͤßigen Coͤrpern, ſo in dieſen Ge⸗ 1 faſſen behandelt werden, etwas vom Wachs ſowol als vom la Unſchlitt anhaͤnge, ſo halten wir auch dieſe Bereitung vor E unnuͤtz und ſchaͤdlich.„ Jht 6) Diejenigen glaͤſernen Gefaͤſſe werden vor die bſtern dät gehalten, diegrün ſind, und ſie werden aus der kalchige pa ten Aſche harter Hoͤlzer durchs Zuſammenſchmelzen ge⸗ V den macht, welche jedoch weniger kalchigtes und ſalzigtes We⸗ eew ſen enthalten. Doch muß man merken, daß alle Holzaſche b einig kalchartig ſey, wie nachher bewieſen werden ſoll, wenn ſie ring gleich in heftigem Feuer vor ſich zu Glaſſe ſchmelzt, und di deswegen ihre Kalkart verlieret. Wenn aber die Verr-⸗ r glaſung nicht völlig zuſtande gekommen iſt, ſo werden die fune Glaſer von ſauren freſſenden, oder auch nicht ſo ſtarken hufſch Dingen leichtlich zerfreſſen, ob ſie gleich groſſes Feuer, ſzafe ohne zu ſchmelzen, aushalten koͤnnen. Deswegen rathen r wir ſolche Glaͤſer zum Deſtilliren zu nehmen, die bis zum fune 600 Grad, nach dem Zeugniß des Boerhaave, heiß werden, ſedf ohne zu flieſſen; dergleichen ſind die gruͤnen aus harter ſn ſe Holzaſche gemachten Glaͤſer: hingegen, um mineraliſche hnact Saͤuren aufzubehalten, ſolche, die mehr aus Sand als tef aus Aſche gemacht worden ſind. bl Uebrigens iſt bey den Glaͤſern noch zu beobachten, V.9 daß ſie ¹) von gleicher Flache, ohne Sandkoͤrner und Nanſe Blaſen ſeyn ſollen, denn ſonſt zerreiſſen ſie, wegen der iche ungleichen Hitze, die ſie annehmen, leicht. 2) Daß ſie la ge allenthalben gleich dick ſeyn muͤſſen, denn wenn ſie an einem l J Theile dicker als am andern ſind, ſo werden ſie an einem 1, Theile heiſſer als am andern, und bekommen Riſſe. 3) dich Daß ſie durch wohlbedachtige Beſchickung im Feuer dauer⸗ deren hafter gemacht werden koͤnnen, wenn ſie nemlich gekocht d oder gegluͤhet, und alſo gleichſam von neuem gebrennt ete werden, und nachher ſehr langſam und mit dem Abgan⸗ V nüht ge ehn en, dichter indem nichlitt M wer⸗ de von Vachs uswen⸗ e Chy. t zwei⸗ n Ge s vom ngvor beſten alchig⸗ den ge⸗ s We⸗ olzaſche vonn ſie 7, und e Ver⸗ den die ſtarken Feuer, rathen is zum erden, harter aliſche nd als ohten, r und een der daß ſie einem einem 7. 5) Oefen und chemiſchen Kuͤrten. 81 ge des Feuers erkalten. Es behaupten zwar einige, daß, wenn man die Glaͤſer etlichemal mit Mauerrantenſaft beſtreiche, und jedesmal trockne, dieſelben nachher im Feuer nicht reiſſen ſollen; allein es moͤgen die Urheber die⸗ ſer Meinung vor ihre Wahrheit ſtehen. §. 5⸗ Von den chemiſchen Oefen(§. 2.) und der Er⸗ klaͤrung der Kupfer auf der 2. 3. und 4. Cafel. Es iſt bekannt, daß die natuͤrliche Coͤrper nicht einerley Grad der Hitze vertragen; einige halten das heftigſte Feuer aus, ohne veraͤndert zu werden, wie die meiſten Coͤrper des mineraliſchen Reiches; ande⸗ re werden ſchon bey geringerem Feuer veraͤndert, wie einige Mineralien; noch andere werden bey dem ge⸗ ringſten Feuer zerſtoͤret, wie die Coͤrper aus dem Thier⸗und Gewaͤchsreiche. Dieſer und anderen Um⸗ ſtaͤnde wegen, ſind die Chemiſten genoͤthiget worden, verſchiedene Oefen zu erfinden, in denen ſie nach Be⸗ ſchaffenheit der zu behandlenden Coͤrper das Feuer bald ſtaͤrker bald ſchwaͤcher machen konten. Es giebt die⸗ ſer Oefen zwar vielerley, dem ohngeachtet aber koͤn⸗ nen ſie alle auf zwey allgemeinere Arten zuruͤckge⸗ bracht werden, davon eine verſchloſſenes, die andere aber freyes Feuer giebt. A) Oefen mit verſchloſſenem Feuer, werden die⸗ jenigen genennt, welche ſo gebaut ſind, daß das che⸗ miſche Gefaͤſſe mit der Materie nicht unmittelbar auf den Kohlen oder dem Feuer ſteht, ſondern in eine an⸗ dere Materie, ſo man in eine Capelle thut, geſetzet wird, damit es ſeine Waͤrme von der warm gewor⸗ denen Materie, in welcher es ſtehet, bekomme. Dieſe Materie nun, in welche die Gefäͤſſe geſetzet werden, heißt ein Bad, welches auf fuͤnferley Art un⸗ terſchieden iſt⸗ 1. Ch. S 1) Das 82 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, 1) Das Waſſerbad. Wenn die Gefaͤſſe ins Waſ⸗ ſer geſetzt und von dieſem erwaͤrmet werden, welches nicht weiter als bis zum 212. Grade gehet. 2) Das Dampfbad, da die Gefaͤſſe den Daͤmpfen des kochenden Waſſers ausgeſetzet werden, und eben den Grad der Hitze, den dieſe haben, bekommen, iſt dem vorigen faſt gleich, und deswegen weniger ge⸗ braͤuchlich. 3) Die Sandcapelle, wo die Gefaͤſſe in Sand, ſo in der Capelle iſt, geſetzet und durch dieſen erwaͤrmet werden, welches bis uͤber den 600. Grad gebracht werden kan. 4) Das Aſchenbad, zu dem ſtatt des Sandes Aſche genommen wird; welche aber weniger Waͤrme annimmt, weswegen auch daſſelbe weniger im Brauch, ja auch wegen der kalchigten Beſchaffenheit nicht ein⸗ mal dienlich iſt. 5) Das Bad mit Eiſenfeilſpaͤhnen, wenn ſtatt des Sandes Eiſenfeilſpaͤhne genommen werden. Weil ſie aber weder mehr Waͤrme annehmen als der Sand, noch auch in groſſer Menge zu haben ſind, ſo iſt der Gebrauch dieſes Bades aus der Gewohnheit gekom⸗ men. Die Oefen, in denen dieſe Baͤder und Capellen angeſtellet, und alſo die Operationen bey verſchloſſe⸗ nem Feuer getrieben werden, heiſſen Capellenoͤfen, welche in Anſehung ihrer Bauart, auf zweyerley Art unterſchieden ſind, nemlich Waſſercapellen⸗und Sand⸗ capellenoͤfen. B) Oefen mit freyem Feuer werden diejenige ge⸗ nannt, in welchen die chemiſchen Gefaͤſſe mit ihren darinne enthaltenen Materien, unmittelbar auf Koh⸗ lenfeuer geſetzt werden: Sie ſind wieder unterſchied⸗ lich; V ſch; 1 icte wehe ühe fanne D frndon nm Grand dierec jeder te de die N Naan unh? 1 J9 därauf füherm tuftie, Reaufd duß, w in Eij mung, line d dinm diin kerdei ne ding la mit inſeer whed Waſ⸗ elches inpfen deben n, iſt r ge⸗ d, ſo armet racht andes gaͤrme rauch, üt ein⸗ tt des Weil Hand, ſt der kom⸗ ellen loſſe⸗ oͤfen, Art Sand⸗ e ge⸗ ihren Koh⸗ chied⸗ lich; Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 83 lich; die vornehmſten aber davon ſind folgende: Der Windofen, Reverberierofen, Cementierofen, Glas⸗ ofen, und auch die Eſſe, oder der Heerd. 1) Der Sandeapellenofen, wird auf die Art einge⸗ richtet, daß die Capelle(§. 4. No. 13.) in welcher ent⸗ weder Sand oder Aſche, oder Eiſenfeilſpaͤne ſind, uͤber Kohlen oder andere Waͤrme geſetzet werden koͤnne. Dieſe Oefen ſind von verſchiedener Bauart und Er⸗ findung: Bey der osſten Fig. der 3ten Tafel, ſiehet man einen mit einer doppelten Capelle. Auf dem Grunde A. B. wird eine Mauer gefuͤhret, ſo einen viereckigten Raum einſchlieſſet, und auswendig auf jeder Seite 23. Zoll lang iſt, wenn nun vor jede Sei⸗ te des inwendigen Raums 175. Zoll kommen, ſo wird die Mauer 3 Zoll dick; in der vorderen Wand dieſes Vierecks, muß man eine Oeffnung f. g. 4 Zoll hoch, und 7 oder 8 breit, laſſen. Wenn alſo dieſe Wand 12 Zoll hoch geworden, ſo leget man eiſerne Staͤbe darauf, die den Roſt h. i. ausmachen. Hierauf er⸗ hoͤhet man die Wand 3 Zoll uͤber den Roſt, und leget auf die eine Seite des Ofens die Capelle t. u. x. wel⸗ che auf der Wand, die nach dem Roſt zugehet, ruhen muß, wie in der Figur zu ſehen iſt. In der vorde⸗ ren Seite wird 8 Zoll hoch uͤber dem Roſt eine Oef⸗ nung, 4 Zoll hoch und ô breit, gelaſſen, welche mit einer Thuͤr, ſo man auf⸗ und zumachen kan,(oder mit einem Schieber) verſehen wird, wie die punctirten Lnien vorſtellen. Darauf wird die Mauer 12 Zoll gerade in die Hoͤhe gefuͤhret, und die Capelle l. n. o. m. eingeſetzet, daß alſo beyde Capellen von allen Sei⸗ ten mit der Mauer eingeſchloſſen ſind. Oben werden in jeder Ecke, wie aus der 10aten Fig. der zten Tafel, bey a. b. c. d. zu erſehen iſt, Loͤcher gemacht, wo die F 2 Luft 84 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, Luft durchſtreichen kan, welche Regiſter oder Zugloͤ⸗ cher genennt werden; vermoͤge dieſen wird das Feuüer entweder vermehret oder vermindert. Jedes derſelben muß 1 ½. Zoll im Durchſchnitt haben. In der un⸗ tern Capelle liegt eine Retorte d. mit ihrer Vorlage e. In der obern aber ein Kolben c. mit dem Helm b. und der Vorlage a. Dieſen doppelten Capellenofen, den Ludolf in ſei⸗ ner Einleitung in die Chymie beſchrieben hat, haben wir deswegen hier anfuͤhren wollen, damit man deſto beſſer einſehe, wie dergleichen Oefen, wenn es ver⸗ langt wird, errichtet werden koͤnnen; woferne wir aber von dieſen Oefen unſere Meinung aufrichtig ent⸗ decken ſollen, ſo koͤnnen wir ſie, wegen vieler unver⸗ meidlichen Schwierigkeiten, die jedwedem Chemi⸗ ſten leicht in die Augen fallen, kaum vor gut halten. Wir halten davor, daß man bey den Oefen eben das gedenken muͤſſe, was oben von den Gefaͤſſen erinnert worden; je einfacher, je beſſer. Dahero haben wir auch den zuſammengeſetzten Ofen nur deswegen auf⸗ zufuͤhren gelehret, damit man zugleich von der Bau⸗ art des einfacheren unterrichtet wuͤrde. Denn der zu⸗ ſammengeſetzte Ofen laͤſt ſich leichtlich in einen beſſern und einfacheren Zuſtand bringen, wenn man nur die Seitencapelle wegnimt, und an ihrer Stelle die Wand gerade in die Hoͤhe fuͤhret. Die 102te Fig. der 3ten Tafel, bildet den oberen Theil des Capellenofens, nebſt der Capelle ab. JII. Der Ofen zur Waſſercapelle iſt in Anſehung ſeiner Bauart, von dem erſten einfachen Ofen wenig unterſchieden, doch beſtehet der weſentliche Unter⸗ ſchied, den ſie untereinander haben, darinne, daß in dieſem, ſtatt der Sandcapelle, die Waſſercapelle (§4. No. 14.) gebraucht, und ein geringerer Grad der iihna ler I laav den, und bilde der; vid breit In de Defin zur T luſen fihr alle Gri ſch von ol’ in der des K 6f be der Nfaf gtet dochhe al vird 8 dr Cu als der finen tzeſt geben llich , zugloͤ Feüer ſelben er un⸗ orlage Helm in ſeie haben deſto 5 ver⸗ e wir ig ent⸗ unver⸗ Chemi⸗ halten. en das innert n wir auf⸗ Bau⸗ der zu⸗ eſſern ur die Wand rzten ofens, ehung wenig Inter⸗ „daß apelle Grad der Oefen und chemiſchen Ruͤtten. 85 der Waͤrme gehalten werden muß. Es hat Boer⸗ laave einen nuͤtzlichen Ofen zur Waſſercapelle erfun⸗ den, und in dem I. J. ſeiner Chemie auf der 740. und 741. S. beſchrieben, auch auf der XV. I. ab⸗ bilden laſſen; dieſen haben wir durch die 9oſte Fig. der zten Tafel vorzuſtellen, fuͤr gut befunden. Er wird alſo gebauet: es wird ein Viereck A. B. aufge⸗ fuͤhret, deſſen inwendiger Raum 10 Zoll lang und breit, und bis an den Roſt C. D. 6 Zoll hoch iſt. In der vorderen Wand dieſes Vierecks wird eine Oeffnung, ſo vier Zoll hoch und 6 oder 7 breit iſt, zur Thuͤr des Aſchenheerds oder zum Aſchenloch ge⸗ laſſen⸗ Ueber den Roſt C. D. wird eine Mauer ge⸗ fuͤhret, welche inwendig ey- oder walzenrund, und allenthalben 20 Zoll hoch iſt, nachdem es nemlich die Groͤſſe der Capelle e. f. g. h. erfordert, damit zwi⸗ ſchen dem Boden der Capelle und dem Roſt ein Raum von 8 Zollen bleibe, wenn nemlich die Capelle 12 Zoll tief iſt; 4 oder Zoll aber uͤber dem Roſt wird in der vorderen Wand eine Oeffnung gelaſſen, die das Kohlenloch abgiebt. An dem oberen Theil die⸗ ſes Ofens, werden ebenfals Regiſter gemacht, wie bey der 102. Fig. angezeiget worden iſt. Wenn der Ofen fertig iſt, ſo wird die Capelle e. f. g. h. hinein⸗ geſetzt und eingemauert, die bey E. F. g. h. beſonders, doch von der Seite, nebſt dem Rande bey E. F. der 1 Zoll Breite hat, zu ſehen iſt. In dieſe Capelle wird ein kuͤpferner Kolben i. k. l. m. der 15 oder 16 Zoll hoch iſt, dergeſtalt geſetzet, daß zwiſchen ihm und der Capelle Raum genug vor das Waſſer bleibe, wie aus der Figur zu ſehen iſt. Dieſer Kolben hat auch ſeinen Rand h. m. e. l. welcher 6 Zoll unterhalb dem oberſten Theile deſſelben ſo breit ſeyn, und ihn um⸗ geben muß, daß er der aͤuſſeren Capelle e. f. g. h. faſt gleich wird. In gedachtem Rande iſt bey O. auf der F 3 einen — 85 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, à einen Seite ein Loch, wodurch man, ſo oft als das Waſſer verrauchet iſt, wieder friſches einfuͤllen, und es mit dem Stoͤpſel O. verſtopfen kann. Dieſer Kol⸗ ben muß bey q. r. nicht groͤſſer ſeyn als der zinnerne, vorhin beſchriebene Helm 8. T. W.(§. 4. b. s.), da⸗ mit derſelbe bey vorfallenden Deſtillationen bequem darauf geſetzet werden koͤnne. Desgleichen muß auch der Helm X. y. ſo weit ſeyn, daß er ſich zu dieſem Kol⸗ ben ſchicke. Wenn man dieſe Einrichtung nicht noͤ⸗ thig hat, ſo kann die Capelle E. F. g. h. mit dem De⸗ ckel n. q. r. u. bedeckt, und der Helm x. y. darauf ge⸗ ſetzt werden, da man denn, wie aus einer Blaſe de⸗ ſtilliren,(§. 4. No. 5.) und ein Kuͤhlfaß, wofern es noͤthig iſt, anbringen kann. III. Es hat auch der groſſe Boerhaave einen hoͤl⸗ zernen Deſtillirofen erdacht, den man von einem Orte zum andern tragen kann, und er hat ihn den Ofen vor die Studirende genennt. Er laͤſt ſich uͤberall, ja ſelbſt in der Kammer, ſehr bequemlich brauchen, wie ich ihn oͤfters mit groſſem Nutzen gebraucht, und daher vor werth gehalten habe, hier zu beſchreiben. Die F0. SI. 72. und 53ſte Fig. der 2ten Tafel, ſtel⸗ let ihn in Kupfer vor, da er uͤbrigens auf folgende Art gemacht wird: Man laͤſt von recht trockenem eichenem Holze ein holes Viereck a. b. C. D. oſte Fig.) 9 Zoll breit und lang, und 5 Zoll hoch verfer⸗ tigen, in daſſelbe wird vorne eine Thuͤr a. b. C. D. gemacht, ſo auf und zugehet, und 4 Loͤcher, g. h. i. k. jedwedes von einem Zoll, hat, die man mit Stoͤp⸗ ſeln verſtopfen, und auch wieder eroͤffnen kann, nach⸗ dem das Feuer regieret werden ſoll. Das ganze Viereck muß inwendig mit Eiſenblech allenthalben uͤberzogen ſeyn, welches obenher noch einen Rand haben muß, auf dem ein ander viereckigtes Bret, eben⸗ fals lleh be ander d fah ge Fals dcs Kfehet gens 443 Bu einen a heit at ſthen ka ternöge bald nie bekomt d Algehn netden ka ſe nelic be Jol ſale gg. ſlſteund nan mit Uün ſönuß e dn doyf Se. ven düden n, das und Kol⸗ nerne, , da⸗ euem Fauch Kol⸗ noͤ⸗ De⸗ uf ge⸗ ſe de⸗ ern es eh hol⸗ nOtte Ofen berall, lchen, , und eiben. ſtel⸗ gende enem ſoſte erfer⸗ C. D. „h. i. ötoͤp⸗ nach⸗ ganze alben Rand eben⸗ fals Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 87 fals von eichenem Holze gemacht X. y. 72: und Fſte Fig. liegen kann, in deſſen Mitte ein rundes Loch, 5 Zoll im Durchſchnitt, gelaſſen wird; uͤberdiß, muß noch in jeder Ecke ein klein Loch, 1 Zoll groß ſeyn; und ſolchergeſtalt ſiehet dieſer Ofen ſo aus, wie ihn die 102te Fig. der 3ten Tafel einigermaſſen vor⸗ ſtellet. Dieſes Bret muß ebenfals ſowol unten als auch innerhalb den Loͤchern mit Kupfer⸗oder Eiſen⸗ blech belegt werden. Ueber dieſes Viereck kommt ein ander kleines Haͤusgen, 8 Zoll hoch, von eichenem Holz gemacht, zu ſtehen, welches vermoͤge eines Falzes auf das untere Viereck genau paſſet, doch ſo, daß es nach Belieben weggenommen und wieder auf⸗ geſetzet werden koͤnne. In eine Seite dieſes Haͤus⸗ gens wird ein viereckigt Loch m. n. q. r.(Fſte Fig.) 42* Zoll breit geſchnitten, welches mit einem eichenen Brete entweder ganz und gar verſchloſſen, oder mit einem andern, ſo ein rundes Loch, 2 oder drey Zoll weit hat, wodurch der Retortenhals p. p. F3ſte Fig. gehen kann, verſehen wird. Dieſe Breter koͤnnen vermoͤge des dazu eingerichteten Falzes, bald hoch bald niedrig geſtellet werden. Oben bey E. F. bekomt dieſes Haͤusgen eine bewegliche Thuͤr mit Fluͤgeln, deren jeder vor ſich allein auf und zugemacht werden kann; in der Mitte dieſer Thuͤren aber, wo ſie nemlich auf einander paſſen, wird ein rundes, 3 bis 4 Zoll groſſes Loch, vor den Kolbenhals g. h. 52ſte Fig. gemacht, welches mit dem Stoͤpſel Z. 50. Fiſte und ſ3ſte Fig. zugeſchloſſen werden kann, wenn man mit Retorten deſtilliret. Will man nun in dieſem Ofen Feuer anmachen, ſo muß es folgendergeſtalt geſchehen: man laͤſt bey dem Toͤpfer viereckigte Geſchirre o. u. 72. und F3ſte Fig. von Thon machen, ſo auf vier Fuͤſſen, die einen halben Finger hoch ſind, ſtehen, und nicht hoͤher, 5 4 auch — 1 — —— — — , ⸗. —— 7——————— ——— 4—*—— ———— 9—————— „ — — 88 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, auch nicht breiter ſind, als daß ſie durch das Aſchen⸗ loch a. b. C. D. Sofie Fig. bequem gebracht werden koͤnnen; dieſe Geſchirre muͤſſen auch an allen Seiten ſewol groſſe als kleine Loͤcher haben, damit die Luft allenthalben frey durchſtreichen koͤnne. Eben dieſel⸗ ben werden mit gluͤhenden Kohlen, mehr oder weni⸗ ger, angefüllet, und entweder alle, oder auch nur eini⸗ ge Regiſter g. h. i. k. nach Beſchaffenheit der Sache, geöffnet. Wer eine weitlaͤuftigere Beſchreibung von dieſem Ofen leſen will, mag den Boerhaave am an⸗ gefuͤhrten Orte S. 735. nachſchlagen. IV. Ein Wind⸗oder Schmelzofen, wird folgender⸗ maſſen errichtet: Erſtlich mache man das Geſtelle, a. b. c. d. 106te Figur, IVte Tafel, auf dieſem, den Aſchenheerd, fuͤnf Zoll hoch, mit dem Aſchenloche i. k. l. m. in der vorderen Seite, nebſt der dazu gehoͤrigen, beweglichen, eiſernen, und mit Leimen uͤberzogenen Thuͤr. Ueber dem Aſchenheerde wird der Roſt, von ſtarken eiſernen viereckigten Staͤben geleget. Ueber dem Ro⸗ ſte, wird die Mauer dergeſtalt fortgefuͤhret, daß der Ofen inwendig rund, und ſechs Zoll hoch werde, ſo iſt der Heerd fertig; uͤber denſelben wird die Mauer wie⸗ der ſechs Zoll hoch ſo fortgefuͤhret, daß der Ofen in⸗ wendig die Geſtalt eines Gewoͤlbes gewinne, n. t. u. o. und der Heerd, mit dem Gewoͤlbe zuſammengenommen, zwoͤlf Zoll in der Hoͤhe betrage. Zu der vordern Wand des Heerdes, muß eine Oefnung p. q. r. s. vor das Koh⸗ lenloch gelaſſen werden, ſechs Zoll hoch, und fuͤnfe breit, und uͤber demſelben noch ein Loch zwey Zoll breit, wel⸗ ches ſchief in den Ofen gehen muß, damit man durch daſſelse in den Ofen ſehen koͤnne. Auch muß in dem Gewoͤlbe eine Oefnung t. u. bleiben, uͤber die der Rauchfang, t. X. y. u. ſo zwey Schuh hoch, und inwen⸗ dig drey Zoll weit iſt, zu ſtehen komt. End⸗ E fedes ſenn,d tiig i nen be feccen neren, b gtber aus bie NA etde als de her g Wit vonf dell 4³˙ Dieun und iſ Jg bral dne de beh dem macht w la wer dräte, Faume ſäoch n dden d doc e üder de aſchn efeler 1 3 chen⸗ erden deiten Lft dieſel⸗ weni⸗ Feini⸗ ache, von man⸗ nder⸗ ſtelle, den 1.K.. rigen, Thuͤr. aarken Ro⸗ ß der d iſ wie⸗ n in⸗ u. O. men, Vand Koh⸗ dreit, wel⸗ durch dem 2 der wen⸗ End⸗ Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 89 Endlich ſoll auch, auf der rechten oder linken Sei⸗ te des Aſchenheerdes, ein rundes Loch, von der Groͤſſe ſeyn, daß die Muͤndung des Blaſebalges, wenn es noͤ⸗ thig iſt, durchgeſteckt werden koͤnne. Cramer hat in ſeiner Probierkunſt einen eiſer⸗ nen beweglichen Windofen beſchrieben, und in Kupfer ſtechen laſſen; ſo, wie Pott einen andern noch beque⸗ meren, in der 2ten Fortſetzung der Lithogeogn. ange⸗ geben hat. Auch gehoͤret der Becheriſche Ofen, ſo aus vielen Stuͤcken zuſammengeſetzt wird, hieher. V. Einen Glasofen, nach der Crameriſchen Art,ſtel⸗ let die ogte Figur der 4ten Tafel, ſowol von innen, als von auſſen vor. Er iſt walzenfoͤrmig, und oben her gewoͤlbet; ſeine Hoͤhe betraͤgt 48. Zoll; ſeine Weite aber 24 bis 26. Vor die Dicke der Mauer, ſo von feuerfeſtem Thon ſeyn muß, kommen vier bis ſechs Zoll. Dieſer Ofen, wird gleichſam in vier Kammern, A. B. C. D., welche alle gewoͤlbet ſind, eingetheilet. Die unterſte Kammer A, ſtellet den Aſchenheerd vor, und iſt zwoͤlf Zoll hoch, und an dem unterſten Theile 14 breit. Das Gewoͤlbe derſelben, hat oben bey c. eine Oefnung von zehn Zoll, weswegen uͤber daſſelbe, bey dem Umkreiſe ein Rand d. d, zwey Zoll breit, ge⸗ macht wird, auf welchen eiſerne Staͤbe zum Roſt ge⸗ legt werden. Zum Aſchenloche dient die ſechs Zoll breite, und vier Zoll hohe Oefnung bey a. Die 2te Kammer B. wird eben ſo hoch und breit, als die untere, jedoch mit einer dickeren Wand umgeben; ſie iſt auch oben gewoͤlbet, und hat in dem Gewoͤlbe ein rundes Loch von ſechs Zollen im Durchſchnitt, weswegen auch uͤber dem Gewoͤlbe ein Rand komt, vier Zoll breit, auf welchem ſowol eiſerne Staͤbe gelegt, als auch Gefaͤſſe geſtellet werden. Dieſe Kammer hat ſieben Thuͤren, ſo in gleicher Entfernung von einander, zwey Zoll hoch, F uͤber 90 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, uͤber dem Rande der unterſten Kammer d. d. ſtehen. Sechſe von dieſen Thuͤren koͤnnen gleich groß, nem⸗ lich ſechs Zoll hoch und breit ſeyn; die ſiebente aber muß ſieben Zoll hoch, und eben ſo breit ſeyn. Alle dieſe Thuͤ⸗ ren ſollen mit Leimen uͤberzogen werden, und genau in den Ofen paſſen, auch mit kleinen Loͤcherchen f. f. f⸗ durchbrochen ſeyn, damit man in den Ofen ſehen kan. Die zte Kammer iſt der 2ten faſt gleich, nur etwas niedriger, nemlich zehn Zoll. Aus dieſer Kammer ge⸗ het das viereckigte Loch k, ſo vier Zoll lang und breit iſt, nahe bey der Wand, durchs Gewoͤlbe in die vierte Kammer; daher wird der Rand an einer Seite breiter als an der andern gemacht. Sie hat aber eben ſo viel Thuͤren, als die 2te Kammer h. h. h., auch in eben der Verhaͤltniß und Groͤſſe. Die vierte Kammer D. iſt unter dem Gewoͤlbe nur acht Zoll hoch, welches bey O. und K gegen uͤber ein Loch hat, mit dem ein, von eiſer⸗ nen Blechen gemachter Rauchfang, ſo zwey Schuh hoch, und vier Zoll breit iſt, genau zuſammen paſſet. Dieſe Kammer hat nur eine ſechs Zoll hohe, und eben ſo breite Thuͤr l!, die zwiſchen k und o. ſtehen muß. Dieſer Ofen wird auf der 272. Seite des 2ten Theils der Cra⸗ meriſchen Probierkunſt, weitlaͤuftiger beſchrieben. Dahero will ich nur noch dieſe Anmerkung beyfuͤgen: daß er nemlich weniger Thuͤren haben kann, wodurch man ein gleichmaͤßigeres und ſtaͤrkeres Feuer erhaͤlt, weil die Thuͤren doch niemals ſo genau ſchlieſſen, als eine wirkliche Mauer, ja ich bin im Stande, nicht ſo— wol aus bloſſen Muthmaſſungen, als vielmehr aus der Erfahrung ſelbſt, zu behaupten, daß zwey, hoͤchſtens drey Thuͤren in der 2ten und 3ten Kammer, hinrei⸗ chend ſeyn. VI. Okbgleich der Deſtillir⸗ und Gluͤhofen, in An⸗ ſehung ihrer Bauart, nach der Verſchiedenheit des Feuers, 1 Fuutt wir de ben, nor heißt oerf bertun then de iiger ſoßlen ſetder dnen ſchen inwer ſechs bleit ſang ſoch Eribe fant Pürt lhezo danit Rr kän tendig deßſe det 4 Juem 8 di Krmaſ diſet t gere ret, un badece Nriie Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 91 Feuers, ſo ſie noͤthig haben, verſchieden ſind; ſo halten wir doch vor unnoͤthig, jedweden beſonders zu beſchrei⸗ ben, und es mag genug ſeyn, die Art, wie ein Atha⸗ nor gebauet werden muͤſſe, anzufuͤhren. Dieſer Ofen heißt auch bey einigen Chemiſten, der faule Heinrich, oder faule Heintze, weil er aus vielen miteinander verbundenen Oefen beſteht, die alle von einem und eben demſelben Feuer geheitzt werden, und ſowol we⸗ niger Kohlen, als auch weniger knechtiſche Muͤhe, die Kohlen herbey zu ſchaffen, und hineinzubringen, er⸗ fordern. Er wird alſo gebauet: Erſtlich fuͤhret man einen Thurm a. a. a. 103te Figur, 4te Tafel, von feuer⸗ feſtem Leimen auf, deſſen Wand, ſo ſechs Zoll dick iſt, inwendig zehn Zoll ins gevierte hat, und fuͤnf oder ſechs Schuh hoch iſt. An dem Grunde dieſes Thurms, bleibt das Aſchenloch c. welches ſechs Zoll breit und lang ſeyn muß. Der Aſchenheerd, wird zehn Zoll hoch, uͤber welchen der Roſt von viereckigten eiſernen Staͤben, und uͤber dieſem, das Kohlenloch e. e⸗ komt, das ſechs Zoll hoch, und ſieben breit iſt. Die Thuͤr vor dieſes Loch, muß inwendig mit Leimen wohl uͤberzogen ſeyn, und auf das genaueſte ſchlieſſen. Damit auch der Thurm von obenher verſchloſſen wer⸗ den koͤnne, muß die Thuͤr f. aus eiſernem Blech, in⸗ wendig mit Leimen uͤberzogen, alſo gemacht werden, daß ſie aufs beſte einpaſſe. Zwey Zoll hoch uͤber dem Roſt, muß auf der rechten oder linken Seite des Thurms, nachdem es ſich ſchicken will, eine Oefnung, g. g. die 4 ½ Zoll hoch, und 10. breit iſt, und ſich eini⸗ germaſſen nach oben zu lenket, gelaſſen werden. Bey dieſer Oefnung wird der Ofen h. h. 12 Zoll in die Brei⸗ te, gerade, bis er ſechs Zoll hoch geworden, aufgefuͤh⸗ ret, und mit einem Gewoͤlbe, ſechs Zoll hoch, h. i. i. h. bedecket; daß alſo die ganze Hoͤhe des Ofens, ſeiner Breite gleich, d.i, zwoͤlf Zoll werde. Dieſer Ofen iſt vorne 92 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, vorne her ganz offen, kan aber durch die Thuͤr k. k., ſo von Eiſenblech gemacht, und mit Leimen uͤberzogen iſt, auch in der Mitte ein rundes Loch von vier Zoll um den Retortenhals durchzulaſſen hat, verſchloſſen wer⸗ den. Zwiſchen dieſem Ofen, und dem Thurm, muß ein Spalt eines halben Zolles breit, und eilf Zoll hoch, bleiben, in welchen ein eiſerner Schieber geſetzt wird, vermoͤge dem, die Oefnung g. g. verſchloſſen werden kann. Dieſer Schieber muß von geſchmiedetem Ei⸗ ſen,* Zoll dick, eilf Zoll breit, und fuͤnf Zoll hoch ſeyn. Siehe die 107te Figur der IVten Tafel, wo pp. den Schieber ſelbſt vorſtellet, u. C. D. ſeine Handhabe, die in dem oberſten Theile Einſchnitte hatte, vermoͤge denen der Schieber an den Nagel e. ſo in den Thurm einge⸗ ſchlagen iſt, angehaͤngt werden kann, nachdem man ihn hoch oder niedrig aufziehen will. An der rechten Seite des Ofens, wird in das Gewoͤl⸗ be eine Oefnung gemacht, um einen viereckigt laͤng⸗ lichten Rauchfang darauf zu ſetzen, q. q. q. q. der 3 ½ Zoll lang, eben ſo breit, und vier Fuß hoch iſt. Dieſer Rauchfang wird oben mit dem Deckel r. welchen man nach Belieben auf⸗ und zumachen kann, bedeckt. Auf der rechten Seite des Ofens, unterhalb der Oef⸗ nung zum Rauchfange, muß ein Loch t. t. welches durch die Puncte angezeiget wird, von eben der Beſchaffen⸗ heit, wie das im Thurme, bey g. g. ſeyn, wodurch die Waͤrme in den Capellenofen U. U. U. U. geleitet wird, welcher acht Zoll hoch, und zwoͤlf Zoll weit iſt, und eine Sandcapelle hat. Daher kan man aus dem, was(No. 1.) von den Capellenoͤfen geſaget worden, leicht ur⸗ theilen, wie er gebauet ſeyn muͤſſe. Gegen uͤber, bey der Oefnung t.t. muß in dieſem Ofen eine gleichmaͤſ⸗ ſige Oefnung und Gang gemacht werden, und zwar zwey Zoll hoch uͤber dem Boden, wie bey ZJ durch die punctir⸗ Geund kl a tt ſoſ Tirme werde. Jlomm Thorm teſtl dung d durch? nenne ſen 9 Nauch Oefen und chemiſchen Huͤtten. 93 punctirten Linien angezeiget wird, durch welchen die Waͤrme in den dritten Ofen komt, ſo ebenfals ein Ca⸗ pellenofen I. I. I. I. iſt. Ueber dieſem Gange wird hin⸗ ten der Rauchfang 2.2.2.2. gefuͤhret, der dem vorigen q. q. q. q. aͤhnlich, auch eben ſo groß und hoch, und mit einem Deckel 3. verſehen iſt. Auf der rechten Seite dieſes dritten Ofens, wird wieder eine Oefnung, wie in den vorigen, durchgebrochen, welche die Puncte bey 4. anzeigen, doch in groͤſſerer Entfernung von dem Boden, als in den vorigen. Dieſe Oefnung gehet in den Rauchfang F. F. F. ſo ebenfals ihren Deckel 6. hat. Dieſen Ofen hatCramer in ſeinen Plem. Docim. I. I. p. 170. desgleichen Hieronym. Ludolff in der Einleitung zur Chymie, auf der 74. und 174. Seite, und endlich Teichmeyer in den Inſtitut. Chymiae p. 41. nebſt andern, noch weitlaͤuftiger beſchrieben. Von dem Gebrauch dieſes Ofens, waͤre noch zu mer⸗ ken: a) daß der Thurm, zum gluͤhen,(calciniren) und ſchmelzen dienen koͤnne; da man im erſten Fall eine Ziegel, oder eine Muffel; im andern aber, ein Grundlager(Geſtelle) einſetzen; ferner den De⸗ ckel f. aufmachen, den Schieber p. p. hingegen herun⸗ ter ſtoſſen muß, damit die Oefnung, wodurch die Waͤrme in die anderen Oefen dringet, verſchloſſen werde. b) Daß der andere Ofen zum ſtreichenden Flammenfeuer gebraucht werden koͤnne, wenn nur der Thurm mit dem Deckelf, wie auch das Kohlenloch e. verſchloſſen, hingegen der Gang g. g. durch Aufhe⸗ bung des Schiebers p. P, und der Rauchfang q. q. q. q. durch Wegnehmung des Deckels r. eroͤfnet werden; wenn aber, durch den Deckel r. zugleich der Rauch⸗ fang q. q. q. q. verſchloſſen, und an deſſen Statt der Rauchfang 2. 1. 2. z. von ſeinem Deckel 3. befreyet wird, — 94 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, wird, ſo bekomt die Capelle u. u. u. u. zugleich eine maͤſige Waͤrme. Wenn endlich beyde mitlere Nauch⸗ faͤnge mit ihren Deckeln r. und 3. verſchloſſen werden; der Deckel 6. aber, von dem Rauchfang des dritten Ofens weggenommen wird, ſo bekommen alle dieſe Oefen zugleich, und auf einmal, doch in gewiſſer Ver⸗ haͤltniß, mehr oder weniger Waͤrme, ſo, daß im letzten Ofen, ſolche Dinge behandelt werden koͤnnen, welche gelinde Waͤrme haben wollen; im zweyten und dritten aber, bey ſtaͤrkerem oder ſchwaͤcherem Feuer deſtilliret werden kann. Woferne man den Thurm ganz und gar mit Kohlen anfuͤllet, ſo dauret das Feuer faſt 24 Stunden ohngehindert fort, ohne daß man ſich dar⸗ um weiter zu bekuͤmmern, noͤthig haͤtte, und deswe⸗ gen heißt er auch der philoſophiſche, oder geheime Ofen, weil er ſich zu ſolchen Operationen ſchickt, die zu ih⸗ rer Vollendung viele Tage und Naͤchte erfordern. Vor dieſe allein ſoll er beſtimmt bleiben, und er iſt, in Anſehung deſſen, jedwedem Chemiſten, dem derglei⸗ chen Arbeiten am Herzen liegen, faſt unentbehrlich. Im uͤbrigen laͤugne ich nicht, daß die zuſammengeſetz⸗ ten Oefen ihre Unbequemlichkeit haben, und denen ein⸗ facheren allezeit nachzuſetzen ſeyn, wenn nemlich alles andere, was ſonſt noch bey denen Operationen vor⸗ faͤllt, in gleicher Verhaͤltniß ſtehet, wovon wir oben ſchon geredet haben. Wenn aber, wie gedacht, lang⸗ wierige Operationen vorfallen, von denen man ſich oh⸗ ne Schaden entfernen koͤnte, ſo ſehe ich nicht ein, warum man nicht durch einen kuͤrtzeren, und weniger koſtbaren Weg, zu eben dem Endzwecke kommen wol⸗ te, den man ſonſt nicht anders, als mit vielen Oefen, groſſer Beſchwerlichkeit und nicht geringen Koſten, wuͤrde erhalten koͤnnen. VII. Der V 2 le ſti d6. and danſe V gveye kinnen V deren n En (hem. V Kayfer ſen err NMau welch nd. Fu⸗ ſeren d Süt dal bre Yenn n Rr Iſch Elibe, ſa vor nieſe an ſhdßi ds eh liſen lctrund dder l.N 10. 29 daher 3 tthlte t wegn eine auch⸗ nden, ritten dieſe Ver⸗ zten elche tten iret und 2 24 dar⸗ swe⸗ dfen, u ih⸗ dern. ſt in glei⸗ lich. ſet⸗ ein⸗ lles or⸗ ben ng⸗ oh⸗ ein, ger vol⸗ fen, ten, Der Oefen und chemiſchen Ruͤtten. 95 VII. Der Streichofen, iſt obenher gewoͤlbet, wes⸗ wegen das Feuer, ſo von dem Heerde an das Gewoͤl⸗ be ſteiget, niederwaͤrts zuruͤckgeſchlagen wird, daß alſo die Gefaͤſſe im Ofen, durch das abwechſelnde Steigen und zuruͤckſchlagen des Feuers, oben und unten von demſelben beſtrichen werden. Dieſe Oefen ſind auf zweyerley Art unterſchieden. Einige ſind groß, und koͤnnen viele Gefaͤſſe einnehmen; andere ſind klein, in denen nicht mehr als ein Gefaͤſſe Raum hat. Einen dergleichen groſſen Ofen hat Boerhaave Chem. T. I. p. 742. beſchrieben, und auf der 17ten Kupfertafel vorgeſtellet, nach welcher er folgendermaſ⸗ ſen errichtet wird. Man fuͤhret eine vierſeitige Mauer, von gehoͤriger Dicke mit feſtem Leimen auf, welche einen laͤnglichtviereckigten Raum 12 Zoll breit, und 22 lang, einſchlieſſet, wie B. G. und P. T. 100. Figur, zte Tafel, der Laͤnge nach; CDE Faber der aͤuſ⸗ ſeren Breite nach, mit Linien zeigen. In der vordern Seite dieſes Viereckes, wird die Oefnung h. k. vier Zoll breit und eilfe hoch, zum Aſchenloch gemacht. Wenn nun die Waͤnde eilf Zoll hoch geworden, ſo iſt der Aſchenheerd fertig. Auf dieſen werden eiſerne Staͤbe, 14. Zoll lang, uͤberzwerg, ſtatt des Roſts ge⸗ legt, worauf die Mauer, aͤuſſerlich auf eben die Art, wie ſie angefangen worden, fortgefuͤhret wird, doch ſo, daß in der vordern Wand, eine Oefnung zur Thuͤr des Kohlenlochs o. m. ſieben Zoll breit, und neune hoch gelaſſen werde; inwendig ader muß der Ofen laͤng⸗ lichtrund ſeyn, mie L. X. O. Y. in der 101ſten Figur, oder L. N. O. Y. Z. in der 100. Figur zeigen, daß alſo L. O. 24. Zoll, und die Hoͤhe N. y. z. 22. Zoll werde, daher man auch, um dergleichen Hoͤle und Figur zu erhalten, die Ecken der Wand O. I. Z. an zwey Sei⸗ ten wegnehmen muß. In der rechten oder Uih‚es aͤn⸗ 90 Cap. 4. Von den werkzeugen, Gefaͤſſen, laͤngeren Seite muß wiederum 10 Zoll hoch uͤber dem Roſt, eine gewoͤlbte Oefnung kommen, deren Hoͤhe S. V. 12 Zoll; der Durchſchnitt Q. K. aber 20 Zoll, betragen wird, wodurch man die Gefaͤſſe ins Feuer bringen und wieder herausnehmen kan; hingegen wird in der Arbeit ſelbſt dieſe Oefnung vermauret. An der, dieſer Oefnung gegen uͤber ſtehenden Seite, kann inwendig eine Mauer faſt ſenkrecht, doch etwas duͤnne und 9 Zoll hoch gemacht werden, L. A. y. worauf die Deſtillirgefaͤſſe, wie auf einem Geſtelle, liegen konnen, daher es unnoͤthig iſt, dieſelbe, breiter als 2 bis 3 Zoll werden zu laſſen. An eben dieſer Seite, macht man uͤber der Mauer, dle wegen des Geſtelles aufgefuͤhrt iſt, ein viereckigt Zugloch 1. 2. 3. Zoll breit und 2. hoch. Endlich ſetzt man mit dem Gewoͤlbe L. N. O. die Mauer weiter ſort, und ſchlieſſet den Ofen mit demſelben, auf welches man nach Gefallen, eine groſſe Schaale oder eine Platte von gegoſſenem Eiſen mit erhabenen Raͤndern, ſetzen kan, ſo zum Verkalchen des Vitriols, ja auch zu gelinden Erwaͤrmungen und andern kleinen Arbeiten dienet. Einen kleinen Streichofen, bildet die 105 Fig. der 4 Tafel ab, welcher dem Capellenofen(No. 1.) faſt aͤhnlich iſt. Sein Aſchenheerd iſt 23 Zoll lang und breit, und mit einem Aſchenloche e. f. g. h. 7 Zoll hoch und weit, verſehen. Wenn die Waͤnde auf 13 Zoll erhoͤhet worden, ſo komt der Roſt i. k. darauf. Nach⸗ her wird die Mauer von auſſen viereckigt, von innen aber laͤnglicht rund, und ziehet ſich bey r. ſ. oben zu⸗ ſammen. Zwey Zoll hoch uͤber dem Roſte, gehet die Kohlenthuͤr an, welche eben ſo hoch und breit iſt, als das Aſchenloch. Indem der Ofen gebauet wird, kan man entweder ſogleich zwey ſtarke eiſerne Staͤbe p. q. auf welchen die Retorte bey den Arbelten ruhen kan, in die fura tere wwer müſe ander er d dem al hähe Griſe auch fegem Mg heran viele Di Cane ein ha nenner nuß be en, un terchle kLl ankge, auch mu b tnin ſt 6 wo diſrd tad dau dinzule 1 duſſer 48 en, er dem Hohe oZol, Feuer en wird . A kanu duͤnne uf die onnen, Joll dt man gefuͤhrt und 2 .N. 0. fen mwit , eine nEiſen kalchen en und Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 97 in die Wand legen, ſo, daß ſie von einer Wand bis zur andern reichen, oder, man kann in die Waͤnde meh⸗ rere Loͤcher machen, welche gegeneinander uͤberſtehen; zwey und zwey aber von denen, ſo in einer Wand ſind, muͤſſen eine andere Entfernung von einander, und eine andere Hoͤhe haben, und vier bis ſechs Zoll von einan⸗ der abſtehen, ſo, daß ein Paar Loͤcher zwey Zoll uͤber dem andern ſey, wodurch die eiſerne Staͤbe in ſolcher Höhe und Weite geſteckt werden koͤnnen, als es die Groͤſſe der Retorte erfordert. Allein dieſes kann man auch ohne Staͤbe erhalten, wenn man nur von feuer⸗ feſtem Thon, oder einem andern erdigtſteinigten Mengſel ein Fußgeſtelle machen laͤßt, ſo nach Belieben herauszunehmen, und wieder einzuſetzen iſt, dergleichen viele von verſchiedener Groͤſſe beyhanden ſeyn koͤnnen. Die Regiſter in dieſem Ofen ſind eben ſo, wie in dem Capellenofen(No. I.) Ueherdis wird zu dieſem Ofen ein halbrunder Deckel erfordert, den man den Dom nennet, und der wie ein Trichter ausſiehet r. s. t. Er muß von Eiſen, mit feſtem Thon recht wohl uͤberzo⸗ gen, und ſo groß ſeyn, daß er den Ofen bey r. ſ. genau verſchlieſſe, und ein Zugloch t. habe, welches die Roͤh⸗ re X. U, ſo man an das aͤuſſerſte Ende des Zuglochs anleget, wenn es erfordert wird, verlaͤngern kann; auch muß dieſer Deckel einen halbeirkelfoͤrmigen Ein⸗ ſchnitt, bey§. haben, der dem, im Capellenofen(§. 4. No. 13.) gleichet; wenn nun dieſer, auf den in der Mauer des Ofens ſelbſtgemachten gleichmaͤſſigen Ein⸗ ſchnitt, geleget wird, ſo entſtehet daher ein rundes Loch, wodurch der Retortenhals gehet. Es iſt aber dieſer Deckel beweglich, ſo, daß er bald weggenommen, bald aufgeſetzet werden kann, nachdem man Retorten einzulegen hat, oder nicht. VIII. Die Eſſe, iſt einer Schmiedeeſſe ſehr gleich, auſſer daß jene tiefer iſt. Denn die Eſſe a. c. b. d. I. Th. G 108te 98 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, 10 8te Figur, Ate Tafel muß ſo tief ſeyn, daß das Fuß⸗ geſtelle e, auf welchem zwey Schmelztiegel f. g. ſtehen, von denen der untere, mit dem oberen, verkehrt ſte⸗ henden, bedeckt wird, unter dem Mundloche des Bla⸗ ſebalges h. ſtehe, damit die Luft auf den Schmelztie⸗ gel f, aber nicht auf das Fußgeſtelle e. getrieben wer⸗ de. Dieſe Zuruͤſtung iſt noͤthig, wenn man vor dem doppelten Geblaͤſe A. das heftigſte Feuer erregen will, deſſen weitlaͤuftigere Beſchreibung in der Probier⸗ kunſt vorkomt. Anmerkungen uͤber die Bauart der chemiſchen Oefen, und deren Gebrauch. 1. Anmerkung. Wer auf die angefuͤhrte Beſchreibungen Acht gieht, wird leichtlich einſehen koͤnnen, daß noch meh⸗ rere, ſowol einfachere als zuſammengeſetzte Oefen, entwe⸗ der ſchon wirklich erfunden und abgeſchildert worden, oder wenigſtens erdacht werden koͤnten; wer aber alle und jede beſchreiden wolte, wuͤrde nach unſerer Meinung, vergebli⸗ che Muͤhe anwenden, woferne er ſich nicht vorgenommen haͤtte, von dieſer Materie ausdruͤcklich handeln. Es deuch⸗ tet uns, daß wir nun von den vornehmſten Oefen, ſo wir nicht unſerer Erfindung zuſchreiben, ſondern welche faſt al⸗ len Chemiſten bekant ſind, meiſtentheils von andern ent⸗ lehnte Beſchreibungen gegeben haben; allein es iſt zu dem Ende geſchehen, theils, daß ſich Anfaͤnger in der Chemie, ſowol von ihrer Bauart, als auch von den verſchiedenen chemiſchen Arbeiten, welche zu ihrem gluͤcklichen und guten Ausgange verſchiedene Oefen erfordern, einigen Begrif machen koͤnnen; theils auch, daß jedweder nach Anleitung dieſer Gruͤnde, nach ſeinem Willen, vermittelſt ſeiner eige⸗ nen Erfindungskraft, entweder die ſchon vorhandenen Oe⸗ fen verbeſſern, oder auch, wenn es angeht, andere beque⸗ mere erdenken koͤnne. So hat Teichmeyer den Topfofen erfunden, welchen Car. Chriſt. Strumpf, verbeſſert hat; ſo hat auch Ludolff viele zuſammengeſetzte Oefen beſchrie⸗ ben. Der Probirrofen kann zugleich ein Streichofen wer⸗ den, wenn man einen viereckigt länglichten Aufſatz, der ei⸗ ſerne Staͤbe hat, worauf die Gefaſſe ruhen koͤnnen, anſe⸗ tzet, Hei ftehe die doſl Und R in er da Nae t en, Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 99 5 tzet, und dieſem den Deckel, der Dom,(die Knppel) ge⸗ tehen, nennt wird, zugiebt; er kan auch ein Capellenofen wer⸗ tt ſte⸗ den, wenn man auf gedachten Aufaatz eine Capelle ſetzet, Bla⸗ u. f. w. :ehzti⸗ 2. Anmerkung. Wer ſich chemiſche Oefen zu erbanen oder zu mwer⸗ verbeſſern vorgeſetzet hat, muß wohl in Acht nehmen, daß rdem dieſe Oefen verſehen ſeyn muͤſſen 1) mit einem Aſchenheer⸗ will de, ſo den unterſten Theil, oder die unterſte Kammer des d, Ofens ausmacht, und von dem Grunde bis zum Roſt gehet. bier⸗ 2) Mit einem Roſt, auſ dem Kohlen oder Holz liegt. 3) Mit einem Heerde uͤber dem Roſt, in welchem das Feuer, wie auch die Gefaͤße ihren Platz haben. Es pflegen hen zwar die Chemiſten noch den vierten Theil, die Weriſtatt, (Ergaſtulum ſ. Laboratorium) hinzuzuſetzen, allein man kann ſich dieſelbe, als einen, vom Heerde verſchiedenen bongen Theil, kaum vorſtellen. Da die Capellen unmittelbaruüber ch meh⸗ den Kohlen ſtehen, ſo muß man die Capelle mit dem Ofen nicht vor eins halten; in den uͤbrigen Oefen aber, als in aiu dem Wind⸗ und Streichöͤfen, iſt uͤber und unter den Ge⸗ nd jede faſſen Fenc.. ergebli 3* Anmerkung. Es iſt aus der Erfahrung bekant, daß das ommen Feuuer in einem verſchloſſenen Orte verloͤſchet, und wenig⸗ deuch⸗ ſtens ſehr langſam und ſchwach wirket; in einem gar zu „ſo wir freyen Orte aber nicht mehr zuſammen gehalten wird, und faſt al⸗ nicht mehrere Gewalt hat, als an der frehen Luft. Da⸗ rn ent⸗ her iſt allerdings noͤthig, daß die Oefen ihre Oefnungen, zudem Chuͤren und Zugloͤcher haben, vermoͤge welchen das Feuer hemie, nicht nur vermehret und vermindert, ſondern auch alles, ꝛdenen was man im Ofen auszurichten hat, bequem vollendct guten werden koͤnne. Zu dieſem Ende muß bey jedwedem che⸗ Begrif miſchen Ofen anzutreffen ſeyn: a) Eine Aſchenthuͤr, wel⸗ eitung che in den Aſchenheerd gehet, und nicht allein der Luft reige⸗ fiehen Duuchzug durch den Ofen verſtattet, ſondern auch en Oe⸗ ie Aſche aus demſelben herauszuholen, dienet. b) Ein beque⸗ Kohlenloch, durch welches die Kohlen eingetragen werden, pſofen und auch das Feuer einigermaſſen regieret werden kann. ert hat; Eine Oefnung vor die Halſe der Gefaͤſſe, die aber nur ſchrie⸗ in verdeckten Oefen Statt findet. d) Eine Oefnnna vor en wer⸗ den Rauchfang, um das Feuer zu verſtaͤrken, und den der ei⸗ Rauch wegzudringen; jedoch auch dieſe iſt nur bey verdek⸗ anſe⸗ ten Oefen noͤthig. e) Regiſter, welche zuweilen auf der 1 6 2 Seite tzet, 100 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, Seite des Ofens ſind, wenn er nemlich oben offen iſt, wie b der Probierofen; zuweſlen oben, wenn ſie verdeckt ſind. un Alle dieſe Oefnungen, ſo das Feuer zu regieren, beſtimt ſ ſind, müſſen ihre Deckel haben. 0 4. Anmerkung. Die Vorzuͤge der chemiſchen Oefen be⸗ tr ſtehen darinne: 1) Daß man mit wenigen Kohlen oder Holz, den verlangten Grad des Feuers geben koͤnne. 2) Daß ſie die Warme lange, und in einerley Grad, erhalten. 1 3) Daß ſie die Gewalt des Feuers auf die Gefaͤſſe und zu V ni behandelnden Materien, richten. 4) Daß ſie der Chemiſt, V n entweder ſtaͤrker oder ſchwaͤcher Feuer zu geben, brauchen V f koͤnne. 5) Daß man endlich nicht beſtaͤndig um ſie ſeyn, et und mit ihnen zu ſchicken haben darf. V 6n 5. Anmerkung. Damit man obgedachte Vorzuͤge(4. An⸗ b 1 merk.) erlangen moͤge, ſo muß man folgende allgemeine⸗ re Regeln merken. 1) Je dicker die Waͤnde eines Ofens gemacht werden, 6 deſtomehr Waͤrme kann er annehmen, und auch laͤnger be⸗ halten. Denn es wird die äuſſere kalte Luft abgehalten, die ſonſt duͤnne Waͤnde, durch welche das Feuer ohnehin ge⸗ ſj ſchwinde dringet und durchgeht, leichtlich kalt macht. k 2) Je feſter und dauerhafter Steine und Leimen ſind, V mit welchen die Oefen gebauet werden, deſtoweniger reiſ⸗ R ſen ſie, und halten auch ein gleichmaͤßiger Feuer. an, 3) Wenn die Oefen in ihrem Bau, die Geſtalt der Im Flamme achahmen, daß ſie neilich nach oben immer ſpi⸗ 9 tziger, faſt wie ein abgekuͤrtzter Kegel zulaufen, ſo wird das 11 Feuer oberwaͤrts mehr zuſammengebracht, und auf die die Gefaͤſſe gerichtet, auch, weil die Luft aus einem weiten in nit einen engen Raum dringen muß, gewaltig verſtaͤrket. Des⸗ 9 wegen machen ſie einige ey⸗ oder linſenſoͤrmig, weil ſie aſ meynen, daß die Waͤrme, wie die Sonnenſtrahlen, von den fit Waͤnden des Ofens, nach dem Mittelpunct zuruͤckgewor⸗ fen wuͤrden, und alſo das Feuer im Mittelpunct zuſammen kame; ich ſorge aber, es verhindere ſolches nicht allein a das Zuruͤckſchlagen der Luft, ſondern zwinge auch das Feuer ef— in die Hoͤhe zu gehen, daher die ſtaͤrkſte Hitze an dem Ort 44 iſt, wo der Ofen enger wird.* ſmn 4) Wenn 8 at e *Anmerk. des Ueberſ. Der Herr was, das er nachher zu wider⸗ iaur, Verfaffer ſagt hier im Aufange legen ſcheint; es iſt aber ſo e gewiß/ n DOefen und chemiſchen Kuͤtten. 101 9 4) Wenn der Aſchenbehaͤlter ſeine verhaͤltnißmaͤßige, 3 ind. und gehoͤrige Hoͤhe hat, daß mehr Luft hineindringen kann, dſimt ſo muß auch nothwendig ein groͤſſerer Zug, und groͤſſere Hitze erregt werden. eſen be⸗ 5) Wenn das Aſchenloch nicht ſo hoch, als breit iſt, und en odet im uͤbeigen, nach der Groͤſſe des Ofens eingerichtet worden, le. 2) ſo ziehet dergleichen Oefen ſehr ſtark. halten. 6) Der Zufluß der Luft, oder der Zug, von dem die Ge⸗ und zu walt des Feuers abhaͤnget, wird ſonderlich durch das Zug⸗ zemiſt, rohr vermehret, welches entweder von Eiſen, Blech, oder auchen Holz, wie eine hole abgekuͤrtzte Pyramide, vier oder fuͤnf eſeyn, Schuh lang, auch wohl laͤnger, oder kuͤrtzer, und an der Grundflaͤche, zwey bis drey Schuh, an der Spitze aber, ſo weit gemacht wird, daß es genau in das Aſchenloch paſſet, eu Wenn dieſes Zugrohr ſo lang ſeyn kann, daß deſſen brei⸗ teres Ende, oder Grundflaͤche, an irgend eine Oefnung, ſo vref in der Wand der chemiſchen Werkſtatt gemacht worden, ngerie entweder wegen mehrerem Zuge, oder, um unnuͤtze Dinge hal hinauszuwerfen, angelegt werden kan, ſo, daß die aͤuſſere challen, Luft frey hineindringet, ſo wird das Feuer gar ſehr ver⸗ aag funrker. er ind 7) Gleichermaſſen vermehret auch der Blaſebalg das erkriſ FSeruer, welcher dieſe Wirkung, theils vermoͤge ſeiner Bau⸗ art, theils auch, vermoͤge des drauf liegenden Gewichtes⸗ Ilt der hervorbringt. ter ſpi 8) In einem Ofen, deſſen Zugloͤcher oben ſind, und rd das nebſt dem Aſchenloch offen ſtehen, bewegt ſich das Feuer, uf die wie die Luft, von unten nach oben, mit eben der Gewalt, ten in mit welcher die Luft getrieben wird. Des⸗ 9) Wenn man alſo die Zugloͤcher, und das Aſchenloch eil ſie auf, oder zumacht, ſo wird im erſten Fall das Feuer ver⸗ on den ſtarket, im andern aber vermindert oder gar ausgelöͤſchet. gewor⸗ G 3 10) Die uumen allein gewiß, und ich habe es aus der durch die eirkelfoͤrmige Figur h Feuer Erfahrung, daß eine halbeirkel⸗ zuruͤckgeſchlagen, ſondern auch m Ort foͤrmige Kuppel mit einer en⸗ ein ſehr ſtarker Luftzug erhal⸗ 1 gen Roͤhre bey den Oefen, die ten wird. Die paraboliſchen ha⸗ Wenn ſtark Feuer brauchen, die beſte ben eben den Fehler, den der wider⸗ Figur abgiebt, die man haben Hr. Verf. bemerkt hat, als die 4 ſo viel kan, weil nicht nur das Feuer elliptiſchen. gewiß 102 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, 10) Die Aufſicht, ſo man bey chemiſchen Oefen ha⸗ ben muß, wud durch den kuͤnſtlichen Bau derſelben ver⸗ mindert, wie bey Beſchreibung des faulen Heinzen(No. 6.) da ethau worden iſt. 6. Anmerkung. Auſſerdem, was man von Erbauung der chemiſchen Oefen, von der Regierung, Erhaltung, Ver⸗ mehrung und Verminderung des Feuers, zn wiſſen noͤthig hat, und in der 2. 3. 4. und ten Anmerkung ſtehet, iſt noch nachzuholen, daß dieſe Oefen dergeſtalt eingerichtet werden muͤſſen, daß man in denſelben alle Arbeiten bequem verrichten, und alles wohl beobachten koͤnne; weswegen ſie von dem Fußgeſtelle genugſam erhoͤhet, und zu dem vorgeſetzten Endzweck geſchickt gemacht werden ſollen; wo⸗ hin auch gehoͤret, daß die Gefaͤſſe, ohne zu wanken oder ſchief zu ſtehen, in ihnen liegen koͤnnen. 3 K. 6. 21 1 Ueber die angefuͤhrte und beſchriebene Werkzeuge, ſind auch verſchiedene Kuͤtte noͤthig, womit die Ge⸗ faͤſſe entweder an einander, oder ihre Spalten und Riſſe verkleibet werden: ingleichen andere feuerfeſte Materien, mit denen Oefen und Gefaͤſſe uͤberzogen werden, damit ſie der Gewalt des Feuers deſto beſſer widerſtehen moͤgen. 5 Alle dieſe Kuͤtte heiſſen zwar mit einem allgemeinen Namen luta, ſind aber nach ihrer verſchiedenen Ab⸗ ſicht verſchieden. 1) Wenn Oefen oder Gefaͤſſe mit ſolchen Mate⸗ rien uͤberzogen werden, welche die Gewalt des Feuers aushalten, ſo heiſt man es beſchlagen, und ein der⸗ gleichen uͤberzogenes Gefaͤß ein beſchlagenes Gefaͤß. Zu dieſen Beſchlaͤgen findet man verſchiedene Vor⸗ ſchriften, von denen wir nur die vornehmſten an⸗ fuͤhren wollen. a) Nehmet recht feuerfeſten Thon, 4 Theile, Zie⸗ gelmehl und Hammerſchlag von jedem ein Theil, mi⸗ ſchet ſiet berhaa als eu Meng entwe Verh gewont ))9 und ge te wen ndN d. 9 nehm Jom andder fes l M Nanſ tiſt ein dun a ſewih tntwede ſberlet di uf tesfer lugen und ge hen und feinem ſtlag, iinner M gliche 1 en ha⸗ en ver⸗ 1(No. ſung der - Ver⸗ näͤthig et, iſt richtet equem wegen dem 3 wo⸗ moder kzeuge, je Ge⸗ en und jerfeſte rzogen beſſer neinen Ab⸗ Mate⸗ feuers der⸗ fäͤß. Vor⸗ in an- Zie⸗ mi⸗ ſchet Oefen und chemiſchen Ruͤtten. 103 ſchet es untereinander, und ſetzet noch Kuͤh oder Kaͤl⸗ berhaare, auch Glette oder geſtoſſen Glaß, ſo viel als euch genug zu ſeyn duͤnket, hinzu, knetet dieſes Mengſel mit beygemiſchtem Ochſenblut und Waſſer, entweder mit den Haͤnden oder einem hiezu dienlichen Werkzeuge, ſo lange untereinander, bis es ſo ſteif geworden, daß es nicht mehr an die Haͤnde anklebe. b) Oder nehmet 4 Pfund feuerfeſten Thon, Glaͤtte und geſtoſſen Glaß, von jedem 1 Pfund, Kuhehaa⸗ re zwey Haͤnde voll, vermiſchet es mit Ochſenblut und Waſſer, und verfahret, wie vorher geſaget wor⸗ den. c) Zu geſtoſſenem und durchgeſiebetem Sande, nehmet eben ſo viel Mennige, und den dritten Theil Roggenmehl: vermiſchet dieſe Stuͤcke wohl mit ein⸗ ander, daß ſie mit einer hinlaͤnglichen Menge Waſ⸗ ſers zu einem Teig werden. Mit dieſen oder andern dergleichen wohlgekneteten Mengſeln, werden die Gefaͤſſe oder Oefen, erſtlich vermit⸗ telſt eines Pinſels, duͤnne uͤberzogen, und getrocknet, denn auf eben die Art wieder uͤberzogen; und wenn ſie wieder trocken geworden, noch einmal, aber dicker, entweder mit der Hand, oder mit einer Mauerkelle uͤberkleibet und geglaͤttet, wieder getrocknet, und wie⸗ der auf eben die Art, aber noch dicker, uͤberzogen, wel⸗ ches ferner zwey⸗ oder dreymal geſchehen kann, ſo lange nemlich, bis der Beſchlag ſeine gehoͤrige Dicke und Feſtigkeit erhalten hat. Endlich werden alle Ri⸗ tzen und Spalten, wenn welche entſtanden ſind, mit feinem Glaßpulver verſtrichen, und der ganze Be⸗ ſchlag mit Eyweiß, oder Leinoͤl, nochmals ganz duͤnne uͤberzogen. Man findet bey den Chemiſten noch mehrere der⸗ gleichen Beſchlaͤge, die wir aber nicht hier, ſondern in G 4 den 104 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, den uͤbrigen Theilen der Chemie, bey Gelegenheit, an⸗ fuͤhren wollen, weil wir in den Gedanken ſtehen, daß man aus denen ſchon angefuͤhrten begreifen werde, was das Beſchlagen eigentlich ſey. Doch moͤgen wir hier nicht verſchweigen, daß man auf leichtere Weiſe, und zwar eben ſo feſte, beſchlagen koͤnne, wenn man zwey Theile bloſſen Thon, und einen Theil Sand, ge⸗ 2 hoͤrig vermiſcht und mit Waſſer anmacht. Anmerkung. Die Chemiſten machen unter dem Beſchla⸗ gen der Gefaͤſſe, und der Oefen, einigen Unterſcheid, der gewiſſermaſſen nicht zu verwerfen iſt, ob wir ihn wohlnicht beobachtet haben, indem Oefen ſowol, als Gefaſſe, unter gewiſſen Umſtaͤnden, mit einerley Materien beſchlagen wer⸗ den koͤnnen. Wer unterdeſſen hierinne eine Wahl anzu⸗ ſtellen verlangt, derjenige mag wiſſen, daß die erſte und zweyte Vorſchrift, mehr zu den Oefen, die dritte aber zu den Gefaͤſſen tauglich ſey. Allein der beſte Beſchlag vor die Oefen, iſt der, ſo aus einem Theile feuerfeſt gebranntem Thone, einem Theile feuerfeſtem rohem Thon, ein Viertel Hammerſchlag und ſo viel als genug iſt, Schweinsborſten mit Ochſenblut, und etwas wenigem Kuͤchenſaltz, welches im Feuer gepraſſelt hat, zu einem zaͤhen, nicht klebrichten Teige gemacht, bereitet wird. II. Die Glaͤſer zu verkleiben, daß nichts durchgehe oder verrauche, werden verſchiedene Mittel und Kuͤrte erfordert, welche nach Unterſchied der Materien berei⸗ tet werden muͤſſen. Als: a) Kleiſter, welcher der gewoͤhnlichſte Kuͤtt iſt, und der aus wohl untereinander geruͤhrtem Mehl und Waſſer gemacht, und auf lange Streifen Papier ge⸗ ſtrichen wird, mit denen die Gefaͤſſe etlichemal umwi⸗ ckelt werden. Die Papiere werden alsdenn feſte an⸗ gedruckt. Noch ſtaͤrker wird dieſer Kleiſter, aus Staͤr⸗ ckemehl mit Bier, angemacht. b) Lange Streifen von Ochſen⸗ oder Schweins⸗ blaſe, koͤnnen zum Verkleiben ganz ſicher gebraucht wer⸗ n, it,an⸗ „ daß werde, en wit Weiſe man d, ge⸗ eſchla⸗ d, der hlnicht unter en wer⸗ Manzu⸗ iſte und aber zu glag vor ranntem Viertel borſten welches brichten hgehe Kuͤtte berei⸗ tt iſt/ lund er ge⸗ mwi⸗ te an⸗ Staͤr⸗ eins⸗ aucht wer⸗ Oefen und chemiſchen Kuͤtten. 105 werden, wo man waͤſſerige, gelind geiſtige, oder oͤlig⸗ te Dinge, im Feuer zu beſchicken hat. c) Ungeloͤſchter Kalch mit Eyweiß vermiſcht, auf Blaſe oder Leinewand geſtrichen, und geſchwinde auf die Ritzen der Gefaͤſſe gelegt, laͤßt nichts ausduͤnſten. Denn dieſes Mengſel wird bey der Waͤrme ſteinhart. d) Ein Theil franzoͤſiſcher Thon, mit einem Thei⸗ le ungeloͤſchten Kalch, und ½ Mehl, vermiſcht, und mit Eyweiß angemacht, giebt ebenfals einen ſtarken Kuͤtt, welcher, wie der bey(N. c.), gebraucht, alle Riſſe feſte verſchlieſſet. e) Es wird auch aus Bolus, Thon, Ziegelmehl und Firniß ein vortreflicher Kuͤtt. f) Wenn der Todenkopf von Vitriol wohlaus⸗ gelaugt, mit ungeloͤſchtem Kalch zu gleichen Thei⸗ len vermiſcht, und ſodenn mit Eyweiß angemacht wird, ſo bekomt man einen, wo nicht ſtaͤrkeren, doch eben ſo ſtarken Kuͤtt, wie der(N. d.) iſt, und er kann auch auf eben die Art gebraucht werden. g) Um zu verhuͤten, daß die ſtarke, freſſende Gei⸗ ſter, die Kuͤtte nicht zermalmen, und alſo die Geiſter durchgehen moͤgen, rathen einige Chemiſten, man ſolle ein wenig Pech in einem irdenen Geſchirre zergehen laſſen, und damit eben ſo viel Terpentin vermiſchen, in dieſes noch warme Mengſel lange Stuͤcken Leinwand tauchen, und mit denſelben, wenn ſie etwas kalt wor⸗ den, die Fugen der Gefaͤſſe belegen, daruͤber aber den bey(e) oder(f) beſchriebenen Kuͤtt kleiben. Allein, man richtet eben das, ohne ſo groſſe Weitlaͤuftigkeit, aus, wenn man bloſſen Thon mit Waſſer und Ochſen⸗ blut, oder auch etwas Leinoͤl anmacht, genug Kuͤhhaa⸗ re hinzuthut, und alles wohl untereinander knetet. III. Wenn bisweilen glaͤſerne, oder thoͤnerne Ge⸗ faͤſſe, im Feuer, von ſtarken Geiſtern zertrieben wer⸗ G den, n 8 ——.— —:—ꝛ—ꝛ—xx——————— 106 Cap. 4. Von den Werkzeugen, Gefaͤſſen, ꝛc. den, oder anderer Urſachen wegen, Riſſe bekommen, ſo hat man mancherley Kuͤtte, dieſelben zu verkl iben. Man nimt nemlich, entweder ungeloͤſchten Kalk, Rog⸗ genmehl und Sauermillch, oder ungeloͤſchten Kalch, Kaͤſe und Eyweiß; oder auch Kreide, Roggenmehl und Venetianiſches Glas, von jedem gleich viel, mit Baumoͤl und Eyweiß wohl untereinander geknetet; oder endlich Gummitragacanth in Waſſer aufgeloͤſet, und mit Pulver von gebranntem Vorayxpulver, ver⸗ miſcht. Alle dieſe Kuͤtte muͤſſen, wenn ſie gebraucht werden ſollen, auf Stuͤcken Leinwand, oder Papier ge⸗ ſtrichen, und hernach feſte an die Ritzen angedruckt werden; vorher aber beſtreichet man das Glas ſelbſt mit Eyweiß, damit der Kuͤtt deſto beſſer halte. Zu geriſſenen oder durchloͤcherten eiſernen Gefaͤſſen aber, nimt man gepuͤlverte Eiſenminer, und die Milch von den Heringen, ſo man miteinander wohl vermiſcht und knetet. Anmerkung. Dieſes mag von den Kuͤtten genug ſeyn, auſſer daß wir noch kuͤrzlich erwehnen wollen, was bey den Chemiſten der geheime Kuͤtt, latum ſapientiæ, ſey? und was bey ihnen Zermetiſch verſiegeln(Hermetice ſi- gilare) heiſſe? Das erſte hat ſeinen Namen daher be⸗ kommen, weil es ſehr geſchwinde hart wird, und die Bruͤche feſte an einander leimet. Weil aber dieſes auf mehr als eine Art geſchehen kann, ſo findet man auch bey verſchiedenen Schriftſtellen, verſchiedene luta ſapientiæ. Vornemlich bekomt dieſen Namen das Gemenge aus un⸗ geloͤſchtem Kalch und Eyweiß(N. 11. c.) oder welches aus vier Loth griechiſchem Pech, ein halb Quentchen Wachs, und 8. Loth fein geriebenem Roͤthel, untereinander vermiſcht und geſchmeltzt, gemacht wird. Hermetiſch verſiegeln, heißt, wenn man den Hals des Gefaͤſſes, es ſey nun ein Kolben, oder eine Phiole vermittelſt einer Loͤthroͤhre zuſchmeltzet, wobey man ſehr behutſam verfahren muß, damit das Glaß nicht zerſprenge. Das en, nen,ſo liden. Nog⸗ Kalch enmehl l mit netet; eoſet, jentie. us un: es aus Lachs, miſcht Hals hiole man nicht Das 25 r Sr* 107 Das 5. Capitel. Von den wirkenden chemiſchen Werkzeugen, oder Mitten. S⸗ I. Tes lehret uns die Erfahrung, daß alle natuͤrliche Coͤrper, mehr oder weniger zuſammengeſetzet oder vermiſchet ſeyn, und vornemlich auf zweyerley Art zerleget werden koͤnnen, nemlich; 1) Durch Zertheilung in kleinere Theile, die dem ganzen aͤhnlich, und von ihm faſt nur der Groͤſſe nach unterſchieden ſind, daher dieſe Zerlegung, eine Ausein⸗ anderſetzung der Coͤrper in Theile, die dem ganzen aͤhnlich ſind(in partes integrantes,) genennet wird. So wird z, E. das im Waſſer zergangene Saltz, in un⸗ endlich kleine unſichtbare Theile getheilet, die dem ohn⸗ geachtet noch wirklich Saltz ſind, und auch, wenn das Waſſer vertrocknet, wieder zu einem ſichtbaren Salz⸗ coͤrper werden. Auf eben die Art, werden die Me⸗ talle in ſehr kleine Theile gefeilet; doch bleiben auch die kleinſten Feilſpaͤhne noch wirklich Metall. 1 2) Durch Zertheilung in Beſtandtheile, indem die Coͤrper in ſolche Theile gebracht werden, aus welchen ſie beſtehen, oder woraus ſie durch die Miſchung ent⸗ ſtanden waren, welche aber dem Ganzen gar nicht aͤhn⸗ lich ſind. Dieſe heißt die Zertheilung der Coͤrper in ihre Beſtandtheile. Vermoͤge derſelben wird z. B. ein ſaltziger Coͤrper, im Deſtilliren, in ein ſaures und laugenhaftes Saltz; die Metalle aber im Verkalchen in eine entzuͤndliche und metalliſche Erde zerleget, u. ſ. w. 3. An⸗ 108 Cap. õ. Von den wirkenden Anmerkung. Man ſiebet leicht, daß die erſtere Zerthei⸗ lung, eigentlich davon zu reden, ihr Abſehen auf die Zu⸗ ſammenſetzung der Coͤrper habe; die letztere aber auf ihre Niſchung; weswegen auch die Theile, ſo man auf die erſte Art erhaͤlt, gleichartige heiſſen; die Beſtandtheile hinge⸗ gen, welche aus der letzteren Art zum Vorſchein kommen, verdienen unaͤhnliche genennet zu werden, §. 2. Wenn TCoͤrper durch Maſchinen, als Reibeiſen, Feilen, Moͤrſel, Muͤhlen u. dergl. zerleget werden, ſo nennet man dieſe Zertheilung mechaniſch; wenn ſie aber auf andere Weiſe, beſonders durch Waͤrme und Feuer aufgeloͤſet werden, ſo nennen wir ſie die che⸗ miſche. Jedwede von dieſen Zerlegungen iſt in der Chemie ſehr noͤthig. Denn ſie fuͤhren theils auf die Zerthei⸗ lung der Coͤrper in gleichartige Theile(§. 1. N. 1.) wohin vornemlich die mechaniſche Auseinanderſetzung zielet; theils auch auf die Beſtandtheile der Coͤrper, wozu die chemiſche Zerlegung dienet. S. 3. Damit man eine hinlaͤngliche Erkenntniß von der Beſchaffenheit der natuͤrlichen Coͤrper und ihrer Be⸗ ſtandtheile, als dem Hauptendzwecke der ganzen Che⸗ mie(1. Cap.§. 2.) erlangen koͤnne, ſo muß man es nicht bey der mechaniſchen und chemiſchen Zerlegung allein bewenden laſſen, ſondern alle moͤgliche Mittel erſinnen und zu Huͤlfe nehmen, die nur irgend etwas zu dieſer Abſicht beytragen koͤnnen. Vorjetzo zaͤhlen wir nur zehn unterſchiedene hiezu ſehr noͤthige Mittel, welche unſere Nachkommen vielleicht zu vermehren im Stande ſeyn werden. 1) Die aͤuſſerliche Sin⸗ nen. 2) Die nechaniſche Zerlegung. 3) Die Auf⸗ loͤſungs⸗ chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 109 5 loͤſungsmittel. 4) Die niederſchlagenden und gegen⸗ ufi wirkenden Dinge. 5) Erde. 6) Waſſer. 7) Luft. de eiſe 8) Kaͤlte. 9) Waͤrme und Feuer. 10) Die anzie⸗ I nin hende Kraft der Coͤrper. el, 1. Anmerkung. Die Chemiſten pflegen dieſe Mittel ver⸗ ſchiedentlich zu zaͤhlen; einige zaͤhlen nur zwey, nemlich das Feuer und die Aufloͤſungmittel; andere geben viere zu; als: Feuer, Luft, Erde und Aufloͤſungsmittel; oder auch, eiſen, Feuer, Luft, Waſſer und Erde, noch andere haben fuͤnfe, 1, ſo nemlich Feuer, Luft, Waſſer, Erde und Aufloͤſungsmittel. in ſie Die Urſache dieſes Unterſchiedes komt von den ver⸗ und ſchiedenen Meinungen, ſo die Chemiſten von den erſten Be⸗ che⸗ andtheilen und wirkenden Mitteln hegeten. Denn ei⸗ nige zogen nur ſolche Mittel in Erwegung, die an und vor ſich wirkſam waren, als Feuer und Aufloͤſungsmittel; an⸗ hemie dere hingegen betrachteten auch die, welche zwar an ſich 74,8,) und ihrer Natur nach, nicht wirkſam ſind; durch Beytritt erhii der Waͤrme aber, und des Feuers, wirkſam werden koͤn⸗ N.l.) nen, wie Luft, Waſſer und Erde. Daher wurde die Che⸗ ſetzung mie, von einigen kurtzſichtigen Chemiſten und andern, die den Umfang und Beſchaffenheit derſelben, nach denen da⸗ Prhe mals mehr gewoͤhnlichen Mitteln beſtimmen wolten, ſo enge eingeſchraͤncket, daß man ſich nichts mehr auszurich⸗ ten getrauete, als was durch Oefen und Feuer moͤglich war, und eben daher entſprungen die ungeſchickte Benen⸗ n der nungen, vermoͤge welchen ſie, die Feuerphiloſophie, die Feuerwiſſenſchaft, und Feuerkunſt, ja ich weiß nicht Be⸗ wie, geheiſſen wurde, mit welchen man doch den Umfang Che⸗ dieſer Wiſſenſchaft noch lange nicht anzuzeigen vermogte. n es Wir aber, ſind der Meinung, daß man die Beſchaffenheit un und Natur der Wiſſenſchaften, keinesweges aus denen gung Mitteln, ſie moͤgen ſo geſchickt oder ungeſchickt angegeben littel angegeben werden, als ſie wollen, erkennen und ſchaͤtzen twas koͤnne, ſondern allein aus ihrer Abſicht, nach welcher auch äͤhlen die Mittel erdacht werden muͤſſen. Solchergeſtalt be⸗ ittel komt man einen ſehr ſchlechten Begrif von der Chemie, 1 wenn man ihn nicht weiter, als vom Feuer, oder irgend ei⸗ ihren nem andern wirkſamen Mittel herholet, ſo wie man eben⸗ Sin⸗ fals von der ganzen Meßkunſt ſehr uͤbel urtheilen wuͤrde, Auf⸗ wenn man ſich bloß auf ihre Mittel, als Cirkel und Linial ungs⸗ gruͤnden wolte. 2. An⸗ 110 Cap. 7. Von den wirkenden 2. Antuerkung. Wenn die vorige Chemiſten, die verſchie⸗ denen wirkenden Mittel, welche zum vorgeſetzten End⸗ zwecke unumgaͤnglich erfordert werden, genau und hinlaͤng⸗ lich genug betrachtet haͤtten, ſo wuͤrde Ern. Gotth. Struve mit ſeiner Schrift, die er Paradoxum Chymi- cum ſine igne, betittelt, ſchwerlich aufgetreten ſeyn, viel⸗ weniger wuͤrde Langelott ſeine Probſchrift: de quibus- dam in chemia prætermiſſs, uͤberſchrieben haben. 8. 4. Wir ſehen uns aber genoͤthiget, um den Nutzen, welchen gedachte wirkende chemiſche Mittel(§. 3.) in Erforſchung der natuͤrlichen Coͤrper, haben, einiger⸗ maſſen zu zeigen, dieſelben, nach ihren Wirkungen auf die Coͤrper, kuͤrzlich zu beſchreiben, und diejenigen, ſo ſie weitlaͤuftiger abgehandelt leſen wollen, auf die chemiſche Unterſuchung der Coͤrper ſelbſt, und das, was die Theorie der Chemie angeben wird, zu ver⸗ weiſen. §. 5. J.) Erkennen wir, durch Vorſchub der aͤuſſerli⸗ chen Sinnen, daß einige Coͤrper hart, zaͤhe, zerreiblich, weich, trocken und feucht ſeyn; ingleichen, daß ſie rie⸗ chen und ſchmecken, und dergleichen mehr, woraus wir ſchon einige Schluͤſſe, in Anſehung ihrer inneren Be⸗ ſchaffenheit und Miſchung ziehen koͤnnen. Soſchlieſ⸗ ſen wir z. E. von ihrer Trockenheit auf den Ueber⸗ fluß erdigter, und auf den Mangel waͤſſerigter Theil⸗ chen; das Gegentheil aber aus ihrer Feuchtigkeit. Sehen wir, daß einige Saltze an der Luft zerfallen und vererdet werden, ſo ſind wir gewiß, daß dieſe we⸗ niger Waſſertheilchen anziehen, als die, welche an der Luft zerflieſſen. Von der Suͤſſigkeit ſchlieſſen wir auf eine mir oͤligten Dingen verbundene Saͤure; von einem anziehenden Geſchmack auf eine Saͤure, ſo mit einer ch iinet dinge xegle per w doß worde 1) vit und nerken wwaſe krii den ini kaung, kn pr Eifteu kanman nitRe de dir 9„o. ei⸗ dirn an veched gerſchie en End⸗ ſinläng⸗ Gotth. 1 Chmi. u, viel⸗ quibu- utzen, 3.) in niger⸗ ungen enigen, auf die d das, uj ver⸗ ſerli⸗ blich, je rie⸗ swir Be⸗ hlieſ⸗ eber⸗ theil⸗ gkeit. fallen e we⸗ an der nwir von mit einer chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 111 einer Erde zuſammengegangen; wenn unterirdiſche Dinge nach Huͤttenrauch riechen, ſo denken wir, daß dergleichen in ihnen zugegen ſey, und wenn ein Coͤr⸗ per wie faule Eyer riechet, ſo machen wir den Schluß, daß in ihm Schwefel und Laugenſaltz vereinbaret worden, u. ſ. w. §. 6. II.) Wir haben oben(im 2ten§.) erklaͤret, was wir unter der mechaniſchen Zertheilung verſtehen, und merken daher hier nur noch an, daß dieſelbe einen zweyfachen Endzweck habe. a) Der erſte beſchaͤftiget ſich, mit Zerlegung der Coͤrper, in kleinere, aber dem ganzen aͤhnliche Theile (F. 1.), welches man zu Pulver machen heißt, ſo aber an und vor ſich zur Erkenntniß der Beſtandtheile kaum etwas beytraͤget. b) Der andere gehet auf die Zerlegung der Coͤr⸗ per in ihre Beſtandtheile,(§. 1.2.) und lehret dieſel⸗ ben einigermaſſen erkennen. Es geſchiehet dieſe Zer⸗ legung, entweder durchs Auspreſſen unter einer ſtar⸗ ken Preſſe,(ſ. das 4te Cap.. 3. No. 22.) daher die Saͤfte und Oele aus ſaftigen und oͤligten Coͤrpern kommen, oder durchs philoſophiſche Reiben, welches mit der philoſophiſchen Muͤhle vollendet wird, in der die Coͤrper mit Waſſer zerrieben werden.(Cap. 3. §. 3. No. 3.) §. 7. „Ein Aufloͤſungsmittel, heißt jedwede Materie, ſo einen andern Coͤrper aufzuloͤſen vermoͤgend iſt, d. i. welche die Kraft beſitzet, andere Coͤrper zu durchdrin⸗ gen, und ſich mit ihnen, entweder durch Beyhuͤlfe des Feuers, oder auch ohne daſſelbe, dergeſtalt zu vermi⸗ — ſchen, 112 Cap. 7. Von den wirkenden ſchen, daß dieſe von jenem aufgenommen werden, und beyde miteinander vereiniget bleiben. Dahero iſt das Waſſer ein Aufloͤſungsmittel der Saltze, wenn dieſe von jenem dergeſtalt aufgenommen werden, daß ſie mit ihm fluͤßig verbleiben. Was eine Aufloͤſung ſey? und wie ſie geſchehe? wird im 2ten Capitel eroͤrtert werden. Hier aber muß nur noch gemeldet werden, daß die Aufloͤſungs⸗ mittel, nach dem Unterſcheid der aufzuloͤſenden Coͤr⸗ per, verſchieden ſeyn, und daß ſie ſich ſehr wohl in ein⸗ fache zuſammengeſetzte; beyde aber in trockne und naſſe, eintheilen laſſen. Anmerkung. Einige theilen die Aufloͤſungsmittel in na⸗ tuͤrliche und kuͤnſtliche, und dieſe wieder in einfache und uſammengeſetzte, ein, welches mit dem vorigen auf eins inaus komt; ſie werden auch, nach ihrer Staͤrke, in be⸗ ſondere, ſo dieſe oder jene Coͤrper aufzuloͤſen fahig ſind⸗ und in allgemeine, die alle Coͤrper aufloͤſen, unterſchieden. 1) Zu den einfachen trockenen Aufloͤſungsmitteln gehoͤren a) alle Metalle und Halbmetalle, die ſich, wenn ſie vom Feuer fluͤſſig gemacht werden, dergeſtalt un⸗ tereinander vermiſchen, daß eins von dem andern auf⸗ genommen, und folglich auch aufgeloͤſet wird, indem auch ein ſchwereres Metall, mit einem leichteren, ohne wieder niederzuſinken, vermiſcht bleibet, ansgenom⸗ men einige Metalle, und Halbmetalle, die ſolches nicht thun. bn Schwefel, und ſchwefelartige Coͤrper, durch welche ebenfals Metalle und Halbmetalle, mehr oder weniger aufgeloͤſet und verertzet werden koͤnnen. e) Alle Salze, ſie moͤgen natuͤrliche oder kuͤnſtliche ſeyn, als: Kuͤchenſaltz, Salpeter, Salmiac, Borax, Wunderſalz, vitrioliſirter Weinſtein, Urinſaltz, und dergleichen, wodurch nicht allein viele unterirdiſche, ſon⸗ hoͤet⸗ Ner eln ſ die seing Mlr, u glachen dn Ge Nſait a dlögere patii ſi, walc degleic dl thie ſer w en, und gero iſt wenn en, daß ſchehen pr aber ſungs⸗ Cör⸗ in ein⸗ ſe und (l in na⸗ ache und auf eins ke, in be hhig ſind, ſchieden. mitteln h,wenn alt un⸗ rn auf⸗ indem „ohne enom⸗ nicht durch r oder iſtliche Borax, 3, und diſche, ſon⸗ chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 113 ſondern auch andere Coͤrper aufgeloͤſet werden, wie nachher geſagt werden ſoll. d) Verſchiedene Erden, die zwar vor ſich der Auf⸗ loͤſung und dem Schmelzen hartnaͤckig widerſtehen, wenn ſie aber andern zugeſetzet werden, dieſelben mit Hülfe des Schmeltzfeuers aufloͤſen und fluͤſſig ma⸗ chen, einige ausgenommen; eben das gilt auch von den Steinen. Anmerkung. Alle dieſe trockene Aufloͤſungsmittel, koͤnnen ihre Kraft nicht eher beweiſen, als bis ſie, entweder durch Feuer oder Waſſer, ganz, oder nur zum Theil, fluſſig ge⸗ macht worden. Daher pflegen die Chemiſten zu ſagen: Menſerua non agunt niſi ſolata. D. i. Die Auſtoͤſungs⸗ mittel wirken anſſer dem Stande der Fluſſigkeit nicht. II. Zu den einfachen naſſen Aufloͤſungsmitteln ge⸗ hoͤret a) das Waſſer, welches man gewiſſermaſſen faſt vor ein allgemeines ausgeben kann; beſonders dienet es, die Saltze aufzuloͤſen und auszuziehen, von denen es einige geſchwinder, andere langſamer; von einigen mehr, und von andern weniger fluͤſſig macht; des⸗ gleichen auch gummigte und ſchleimigte Coͤrper aus dem Gewaͤchsreiche, und gallerigte, aus dem Thier⸗ reiche, aufzuloͤſen. b) Die Oele, ſie moͤgen gekocht, ausgepreßt oder deſtilliret ſeyn, wie auch andere oͤligte Feuchtigkeiten, zu dem auch der Weingeiſt zu rechnen iſt, welche hartzigte Dinge, aus dem Gewaͤchsreiche, desgleichen ſchwefeligte und fette, ſowol unterirdiſche als thieriſche Coͤrper aufloͤſen, und c) die Harngei⸗ ſter, welche zu dergleichen Arbeit ſparſamer gebraucht werden, das Kupfer aber aufloͤſen, und ſich mit dem⸗ ſelben blau faͤrben. d) Saure Geiſter, unter welchen Eſſig, Saltzgeiſt, Salpetergeiſt, Vitrioloͤl, und an⸗ dere ſtarke Aufloͤſungsmittel, mit begriffen find, mit denen man viele unterirdiſche Coͤrper, Metalle, und f. Th. H Halh⸗ 114 Cap. 5. Von den wirkenden Halbmetalle, mehr oder weniger, ganz oder auch nur zum Theil, nach ihrer und des gebrauchten ſauren Auf⸗ loͤſungsmittels Beſchaffenheit, aufloͤſen kann. Anmerkung. Weil die Harn⸗ uld ſauren Geiſter, durch Kunſt aus den Saltzen gemacht werden, ſo kan man von ihrer Aufloͤſungskraft allhier nicht viel gedenken. weil die Art, wie ſie bereitet werden, noch unbekannt iſt. III. Zuſammengeſetzte Aufloͤſungsmittel, ſind alle durch Kunſt gemachte, ſaltzigt⸗ ſchwefeligte Coͤrper, wohin alle brennliche ſaure Geiſter der Gewaͤchſe ge⸗ hoͤren, als oͤligte Geiſter, urinhaftweinigte, verſuͤßte Saͤuren, und andere, oder ſaltzigtſaure, dergleichen die Merallbuttern, nebſt andern, ſind, von denen in der Chemie ſelbſt, bey Gelegenheit, gehandelt werden wird. 1. Anmerkung. Wer von dieſen Auſloͤſungsmitteln weit⸗ laͤuftigere Erkenntniß zu haben, verlangt, der kann ſie aus Urbani Hierne Paraſceve, wie auch aus Potts Exercit. Chym. Diſſert. III. de Solutione corporum particularin er: halten, anderer zu geſchweigen. 2. Anmerkung. Die Alchemiſten behaupten, daß es ein allgemeines Aufloͤſungsmittel gebe, vermoͤge welchem man alle Coͤrper aufloͤſen, und in ihre erſte Materie zuruͤckbrin⸗ gen koͤnne. Dieſes haben einige Alkaheſt, Theophr. Pa- racelſ. aber Circulatum majus; andere Ignis, und Azoth, Feuer und Eſſig; noch andere das hölliſche Feuer, ſo alles verbrennet und verzehret; andere noch anders ge⸗ nennet, obgleich deſſelben Beſchaffenheit nicht, wenigſtens nicht allen bekant iſt. Einige meynen, daß dieſes allgemei⸗ ne Aufloͤſungsmittel, aus einem Laugenſaltze, ſo mit dem Vitriolſauren, und einer entzuͤndlichen Materie verbunden ſey, beſtehe; denn dieſe Stuͤcke findet man in der Schwe⸗ felleber, welche gewaltig aufloͤſet, beyſammen. Rud. Joh. Schmidt ſagt in der Diſquiſit. de menſtruis uni verſali- bus: daß dieſes Auſloͤſungsmittel von ſaltzigtſchwefeligter Art, und gleichartig ſey, einen ſuͤßlichten durchdringenden und feurigen Geſchmack habe, doch ohne freſſende Schaͤrfe, und wie eine duͤnne oͤligte Feuchtigkeit ausſehe. Lenue 6 edrm.d derdſ hemeie haben ner d wil gensh d dbir id ich nut en luf⸗ I, durch nan von weil die d alle oͤrper, ſe ge⸗ tſuͤßte leichen enen in werden eln weit⸗ ſie aus Exercit. ꝛri, el: es ein m man ſckbrin⸗ hr. Pa- Aoth, ger, ſo rs ge⸗ lgſtens gemei⸗ t dem bunden Schwe⸗ Joh. er ſali⸗ eeligter chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. I15 de Comitibus hat von dem Alkaheſt ein ganzes Buch mit vieler Dunkelheit geſchrieben. Beccher nennet daſſelbe primum ens ſolis, und giebt vor, daß es aus einer hoͤchſt⸗ durchdringenden Mercurialerde beſtehe. Andere ſind noch anderer Meynung, welche wir insgeſamt uͤberge⸗ hen. IV. Niederſchlagende Mittel(J. 3. N. 4.) werden alle diejenige geheiſſen, ſo die aufgeloͤſeten Coͤrper von ihrem Aufloͤſungsmittel ſcheiden, und ſie entweder zu Boden werfen, oder auf die Oberflaͤche bringen. Z. E. Wenn Silber in Scheidewaſſer aufgeloͤſet worden, ſo faͤlt es wie ein Kalch zu Boden, ſo bald man gemein Saltz dazu bringt; legt man aber Kupfer in die Auf⸗ loͤſung, ſo faͤlt es auch aus dem Scheidewaſſer, haͤngt ſich aber an das Kupfer; im erſten Falle vertritt das gemeine Saltz; im andern, das Kupfer, die Stelle ei⸗ nes niederſchlagenden Mittels. Wenn ein aufgeloͤſeter Coͤrper von einem nieder⸗ ſchlagenden Mittel, auf die Oberflaͤche erhoben wird, welches ſich mit denen Coͤrpern zutraͤgt, welche leich⸗ ter, als ihre Aufloͤſungsmittel ſind, ſo bekomt dieſe Materie den Namen des Rahms, weil ſie einige Aehnlichkeit mit dem Rahme hat, der ſich von der warm H 2 ge⸗ *Anm. des Ueberſ. Wer die u- Ignis⸗aquæ ac Gehennæ verlaͤſſigſte Nachricht von ei⸗ nem Beſitzer eines ſolchen all⸗ gemeinen Außzoͤſungsmittels haben will, der kan ſie aus ei⸗ Verſuche ſind in Gegenwart ner Diſſert. die Herr D. Joh. des Herru T. Alex. Came⸗ Wilh. Agricola in Re⸗ rarii angeſtellet worden, und gensburg, unter dem Vorſitze Herr Keysler hat in ſeinen des ſel. EFliæ Camerarii in Reiſen deren Wahrheit be⸗ Tuͤbingen 1731 gehalten hat, kraͤftiget und die den Titul fuͤhrt: ignis hiſtoria atque pri- ma tentamina, erhalten. Die 116 Cap. 5. Von den wirkenden gewordenen Milch, wie bekannt, ſcheidet, und oben auf ſchwimmet. Die gegenwirkenden Mittel ſind von den niederſchlagenden wenig unterſchieden; man be⸗ legt aber alle die Coͤrper mit dieſem Namen, welche entweder die Farbe, oder den Geſchmack, oder auch den Geruch der Aufloͤſungen aͤndern, mit denen ſie ver⸗ miſcht werden, und dadurch anzeigen, was vor Coͤrper in ihnen aufgeloͤſet geweſen. Auf dieſe Art kann man erkennen, daß eine Saͤure zugegen ſey, wenn der Veil⸗ chenſyrup roth wird; hingegen ein Laugenſaltz, wenn er gruͤn wied; die Gallaͤpfel verrathen durch die ſchwartze Farbe, daß Eiſenvitriol vorhanden ſey; ein dem verbrennten Schießpulver aͤhnlicher Geruch, oder ein leberhafter, zeigt die Vermiſchung des Laugenſal⸗ tzes mit einer entzuͤndlichen oder ſchwefelichten Ma⸗ terie u. ſ. w. an. Anmerkung. Die vornehmſten gegenwirkenden und nie⸗ derſchlagenden Mittel werden an ihrem Orte vorkommen. Weil aber die Aufloͤſungen, Niederſchlagungen unoͤ Ge⸗ genwirkungen unterſchieden ſind, auch unterſchiedene Coͤr⸗ per erfordern, ſo koͤnnen ſie weit bequemer bey der beſon⸗ dern Abhandlung dieſer Coͤrper angefuͤhret und beſchrie⸗ ben werden. Im üuͤbrigen nehmen wir als bekannt an, daß man durch dergleichen niederſchlagende und gegen⸗ wirkende Mittel, in jedwedem Gemenge, ſolche Dinge ent⸗ decken koͤnne, die ſonſt auf keinerley Weiſe zu entdecken ſind. Daher haben auch einige, und zwar nicht unrecht, davor gehalten, daß die Veraͤnderungen der Farben, wel⸗ che von gegenwirkenden Dingen hervorgebracht werden, mit der Differentialrechnung der Meßkünſtler, verglichen werden koͤnnten. Von dieſen niederſchlagenden und gegen⸗ wirkenden Mitteln, hat Urban. Hierne in der Para- ſceve weitlaͤuftig gehandelt, woſelbſt er auch die Art, ſie zu brauchen, und was in Anſehung der Niederſchlagun⸗ gen zu beobachten ſey, angezeiget hat. Es iſt aber bey dieſer Abhandlung zu merken, daß nach der Zeit, noch vie⸗ le niederſchlagende und gegenwirkende Mittel entdecket worden ſind; ja, daß noch mehrere entdecket und hiuzu⸗ gethan — 8 —— denauf d von nan be⸗ welche uch den ſe ver⸗ Coͤrper in man Veil⸗ „wenn ch die h; ein ch, oder zgenſal⸗ en Ma⸗ und nit⸗ ommen. und Ge⸗ ne Coͤr⸗ r beſon⸗ beſchrie⸗ aunt an, gegen⸗ nge ent⸗ ntdecken unrecht, en, wel: werden, exglichen dgegen⸗ er Para- Att, ſie ſchlagun⸗ aber bey noch vie⸗ entdecket d hiuzu⸗ gelhan chemiſchen Wirkungen, oder Mitteln, 117 gethan werden koͤnnen, und daß ſeine Schluͤſſe, die er auf die niederſchlagenden und gegenwirkenden Mittel gruͤn⸗ det, allerdings ihre Einwuͤrfe leiden. §. 9. V. Durch die Erde, welche wir unter die wirkenden Beſtandtheile(§. 3. N. 5.) gerechnet haben, verſtehen wir keine ſo einfache und elementariſche, als wir aus jedem natuͤrlichen Coͤrper, in jedem Naturreiche, er⸗ halten koͤnnen, oder was man in der Chemie auch un⸗ ter dem Worte Erde verſtehet; ſondern vielmehr rei⸗ ne mineraliſche Erden, ſte moͤgen gebrennt oder nicht gebrennt ſeyn, und im Feuer flieſſen, oder demſelben widerſtehen, wohin auch alle Arten des Sandes ge⸗ hoͤren. Obgleich dieſe Erden, an und vor ſich, nicht wirken und alſo ihrer Natur nach nicht vor wirkende Anfaͤn⸗ ge(Principia,) ſondern vielmehr vor ſolche zu halten ſind, wodurch die Bewegung der uͤbrigen wirkenden Anfaͤnge gemaͤſſiget werden kan; ſo werden dennoch folgende Umſtaͤnde zeigen, daß ſie unter die wirkenden Anfänge geſetzet zu werden verdienen. Denn wir nehmen wahr, daß 1) viele Erden eine aufloͤſende Kraft beſitzen, ver⸗ moͤge der, eine Art derſelben, die andere im Feuer fluͤſ⸗ ſig macht.(§. 7. 1. d.) 2) Daß einige Erden, beſonders die kalkartigen, eine in ſich ſchluckende und aufloͤſende Kraft beſitzen, daher ſie nicht allein Saltze und Oele zu reinigen, ſon⸗ dern auch dieſelben von einander abzuſondern, ja zu noch viel mehreren Reinigungen und Bereitungen, die wir, der Weitlaͤuftigkeit wegen, nicht anfuͤhren moͤgen, gebraucht werden koͤnnen. 3) Daß einige Erden, eine beſtaͤndigmachende und H 3 maͤſi⸗ —— — n 4 3 1 1 4 1 4 4 1 G 4 — 118 Cap. 5. Von den wirkenden maͤſigende Kraft beſitzen, weswegen man mit denſel⸗ ben gewiſſe Saltze mehr oder weniger, feuerbeſtaͤn⸗ dig machen, und ſchaͤumenden Materien, als dem Ho⸗ nig, Wachs, Blut, Harn, und dergleichen, das allzu⸗ ſtarke Schaͤumen benehmen kann. Anmerkung. Was einige Chemiſten von dem Nutzen der Erden, in Erzeugung und Vermehrung der Ertze und Me⸗ tallen, auch im Wachsthume der Gewaͤchſe, vorbringen, kann hier um deſtoweniger Statt finden, weil hier nicht von dem Nutzen der Erden uͤberhaupt die Rede iſt, ſondern nur, in ſo weit ſie, als ein wirkendes Mittel, in den chemi⸗ ſchen Bearbeitungen, betrachtet werden. Das Vermoͤgen der Erden, duͤnnere Coͤrper zu verdicken, welches Ant. Ruͤdiger, in der ſyſtematiſ. Anleit. S. 96.§. 117. denſel⸗ ben vornemlich zuſchreibt, komt von nichts anders her, als von der bloſen Einnnſchung und Unfuuͤſſigkeit einer ſolchen Erde, in dem fluͤſſigen Coͤrper, den ſie verdicket hat. §. I1O. VI. Das Waſſer wirkt nach dem Feuer und der Luft in der Natur am ſtarkſten. Es hat viererley Ei⸗ genſchaften, die eben ſo viele Urſachen abgeben, warum es unter die wirkenden Anfaͤnge, der Natur ſowol, als der Kunſt, aufgenommen werden kann. 1) Die hauptſaͤchlichſte Eigenſchaft iſt ſeine auf⸗ loͤſende Kraft, von der wir ſchon oben geredet haben, (S. 7. II. a) jetzo aber noch hinzuſetzen muͤſſen, daß der Dampf des Waſſers, die Coͤrper mehr durchdringe und aufloͤſe, als das Waſſer ſelbſt, weil er aus verdunn⸗ ten, zertheilten, und mit einer Schnellkraft verſehe⸗ nen Theilgen beſteht. Deswegen zerfrißt auch aller Dampf, mehr Eiſen, Kupfer, Spießglaß, Bley und QOveckſilber, auch geſchwinder, als das Waſſer ſelbſt. Wenn der aufſteigende Dampf des Waſſers, die lei⸗ migten und gallerigten Theile aus harten Coͤrpern, als aus Knochen, Horn uno andern, wenn ſie ſo aufge⸗ haͤn⸗ enſel⸗ eſtaͤn⸗ m Ho⸗ alhzu⸗ zen der ddMe⸗ ingen, nicht ondern chemi⸗ noͤgen Ant, denſel⸗ her, als ſolchen 1 d der ey Ei⸗ arum ol, als eauf⸗ aben, ß der gee und dͤnn⸗ rſehe⸗ jaller y und ſelbſt. ie lei⸗ en, als aufge⸗ haͤn⸗ chemiſchen Werkzeugen, oder Witteln. 119 hänget werden, daß ſie der Dampf beruͤhren kann, aus⸗ ziehet, ſo heißt dieſe Handlung das philoſophiſche Ver⸗ kalchen, und von den zuruͤckgelaſſenen trockenen Kno⸗ chen ſagt man, daß ſie auf philoſophiſche Art in Kalch verwandelt werden waͤren. 2) Die zweyte Eigenſchaft des Waſſers, iſt ſeine Fluͤſſigkeit und Bewegligkeit, vermoͤge welcher, alle mit dem Waſſer vermiſchte, oder von demſelben auf⸗ geloͤſete Coͤrper, zugleich mit dem Waſſer fluͤſſig und beweglich werden. Daher kann man auch mit dem⸗ ſelben, beweglichere von unbeweglicheren, und aufloͤs⸗ lichere von weniger aufloͤslichen Theilen, ſehr be⸗ quem abſondern, woraus der unendliche Nutzen des Waſſers, in metalliſchen und chemiſchen Bearbeitun⸗ gen erhellet. 3) Die dritte Eigenſchaft iſt die zuſammenlei— mende Kraft, die wir im Leimen und Leim, in allen Kuͤtten, beym Ziegelbrennen und Gypsmachen, wie auch bey noch ſehr vielen andern Gelegenheiten wahr⸗ nehmen; daher koͤnnen wir uns nicht genugſam wun⸗ dern, daß dieſe ſo bekannte Eigenſchaft der Waſſer faſt gar nicht geachtet worden. 4) Die vierte Eigenſchaft iſt die Fluͤchtigkeit im Feuer; weswegen es auch nur einen gewiſſen Grad der Waͤrme annehmen kann, und wenn es denſelben erhalten hat, ſehr geſchwinde in Duͤnſte zertheilet wird. Aus dieſer Urſache iſt es im Deſtilliren der Oele und Geiſter aus den Gewaͤchſen, ſo nutzbar. Wird es aber uͤber dieſen Grad erhitzet, ſo faͤhret es bisweilen mit groͤſſerem Ungeſtuͤm, als angezuͤndetes Schieß⸗ pulver auseinander, jedoch mit groͤſſerer oder gerin⸗ gerer Heftigkeit, nachdem das angebrachte Feuer groß oder klein geweſen iſt. Wenn man Waſſer in ſieden⸗ des Oel gieſt, ſo verfliegt es mit groſſem Geraͤuſche, H 4 komt 120 Cap. 5. Von den wirkenden komt es aber auf Kupfer, Eiſen oder andere im Fluß ſtehende Metalle, ſo zerſtaͤubet es mit groſſem Kra⸗ chen, und kehrt zuweilen gar das Haus um. Daher muß ſich ein Chemiſt wohl vorſehen, daß er in einem Gefaͤſſe eingeſchloſſenes Waſſer nicht zu heiß mache. G. I1. VII. Was die Luft ſey? wird ſich vielleicht im fol⸗ genden erklaͤren laſſen; hier merken wir nur an: 1) Daß in der untern Luft, ſo die Coͤrper umgiebt, und die Dunſtkugel der Erde genennt wird, viele frem⸗ de Theile, welche theils aus dem Erdboden ſelbſt, theils aus denen darauf befindlichen Coͤrpern ausduͤn⸗ ſten, angetroffen werden. Dieſe ſind zum Theil oͤligt und entzuͤndlich; zum Theil ſaltzigt, und vielleicht meiſtens ſauer; zum Theil auch waͤſſerigt; insgeſamt aber, entweder von eben der Art, wie ſie aus den Coͤr⸗ pern ausduͤnſten, oder durch Bewegung, Vermiſchung, durch Reibung an einander, und durch Waͤrme ver⸗ aͤndert, mithin von ganz anderer Beſchaſſenheit, als da ſie aus den Coͤrpern ausduͤnſteten. Mit ſolchen verſchiedenen Theilen iſt die Luft um die Erde ange⸗ fuͤllet, jedoch mit dem Unterſchiede, daß ſie an einem Orte, oder zu einer Zeit, mehr ſaure Theile; an einem andern Orte aber, oder zu einer andern Zeit, mehr entzuͤndliche oder waͤſſerigte hat, u. ſ. w. Hier⸗ aus entſtehet ſowol die verſchiedene Witterung, als auch verſchiedene Winde, wenn nemlich das Gleich⸗ gewicht unter den Theilen irgendwo aufgehoben wird. Es bekomt auch daher die ꝛuft ihre Kraft die Coͤrper zu veraͤndern; denn einige zerſtoͤret ſie, wie wir an etlichen Metallen, beſonders an Eiſen und Kupfer ſehen, das erſte verroſtet, das letzte wird in Gruͤn⸗ ſpahn verwandelt; einige Coͤrper, als: Saltze und ſaltzige ke, d in er in and Ekade Tmi bicce Fluß Kra⸗ Daher einem aͤligt elleicht geſamt nCoͤr⸗ hung, ever⸗ , als dlchen ange⸗ einem ; an Zeit, Hier⸗ als leich⸗ wird. orper ir an zupfer hruͤn⸗ e und altzige chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 121 ſalzige Miſchungen macht ſie fluͤßig, von denen wir deswegen ſagen, daß ſie zerflieſſen, weil ſie von den waͤſſerigten Theilgen, die ſie aus der Luft annehmen, flüßig werden; andere werden mehligt und zerfallen zu Pulver, weil ſie ihre waͤſſerigten Theile durch die Ausduͤnſtung verlieren; noch andere werden ihrer Na⸗ tur und Beſchaffenheit nach veraͤndert, wie wir kurz zuvor von den Duͤnſten gemeldet haben, die ohne Zweifel in der Luft veraͤndert werden. Alle dieſe Veraͤnderungen geſchehen nach der Menge und Be⸗ ſchaffenheit der Theile in der Luft, und nach den Eigen⸗ ſchaften der natuͤrlichen Coͤrper, geſchwinder oder langſamer, mehr oder weniger. 2) Iſt zu erwegen, daß die Luft an und vor ſich, ohne fremde Theile betrachtet, dreyerley Eigenſchaf⸗ ten habe, vermoͤge welchen ſie in chemiſchen Arbeiten dreyerley Wirkungen und dreyfachen Nutzen hat. Die erſte Eigenſchaft iſt ihre Verdickung von der Käͤl⸗ te; die zweyte ihre Verduͤnnung von der Waͤrme; im erſten Falle nimt ſie einen kleineren Raum, und im andern einen groͤſſeren ein, und zwar nach den Graden der Waͤrme und Kaͤlte, einen verſchiedenen. Von ihrer Verduͤnnung hat ſie die beſondere Kraft, welche ſie an eingeſchloſſenen Coͤrpern beweiſet, daß ſie ſolche gewaltig durchdringet und auseinander bringt, wovon die papiniſche Maſchine, ſo anderswo beſchrieben werden ſoll, zeuget. Daher kan man ge⸗ linde Erwaͤrmungen, geſchwinder an einem warmen als gemaͤßigten Orte, und um ſo viel geſchwinder an⸗ ſtellen, je mehr man die Luft einzuſchlieſſen vermoͤ⸗ gend iſt; es laͤßt ſich daher auch die Gaͤhrung durch die Luft verſtaͤrken, und was dergleichen mehr iſt. Die dritte Eigenſchaft der Luft iſt ihre Fluͤßig- und Beweglichkeit, die nach ihrer ſtaͤrkeren oder ſchwaͤche⸗ ren Verdickung und Verduͤnnung, mehr oder weni⸗ H 5 ger 122 Cap. 5. Von den wirkenden ger, im erſten Fall vermindert, im letzten aber ver⸗ mehret werden koͤnnen, weswegen auch die Luft das vornehmſte und einzige Mittel iſt, die Gewalt des Feuers, nach Gefallen, entweder zu unterbrechen, oder zu befoͤrdern, desgleichen die Duͤnſte zu zerſtreuen und ſtaͤrker zu bewegen. Anmerkung. Weil ſelbſt in den Coͤrpern Luft eingeſchloſ⸗ ſen iſt, ſo muß ſich ein Chemiſt mit dergleichen Coͤrpern⸗ wenn er ſie in verſchloſſenen Gefaͤſſen dehandelt, wohl vor⸗ ſehen, damit nicht die in ihnen verſchloſſene und von der Waͤrme verduͤnnete Luft, die Gefaͤſſe zerſchmeiſſe. S. 142. VIII.) Ob man die Kaͤlte(§. 3. No. 8.) als einen Mangel der Waͤrme? oder als etwas wuͤrkliches, ſo von einer beſonderen kaltmachenden Materie herkomt, zu betrachten habe? iſt noch nicht ausgemacht. So viel geven indeſſen die chemiſche Verſuche, daß einige Salze und Geiſter groſſe Kaͤlte verurſachen, wenn ſie mit Schnee oder kleingemachtem Eiße vermiſcht wer⸗ den; wovon Boerhaave Chem. I. I. p. 143.&c. Muſſchenbroeck Ph. Cap. XXV. H. 748.&c. p. 296. Ccc. und andere verſchiedene Verſuche beygebracht ha⸗ ben; zu geſchweigen, daß man eine gewiſſe Wirkung aus dem Mangel einer Urſache wohl ſchwerlich begrei⸗ fen kan. Wenn man hingegen die Kaͤlte als einen Anfang und wirkendes Mittel, bey den chemiſchen Arbeiten, betrachtet, ſo muß man merken 1) daß die Kaͤlte ver⸗ dicke, denn alle Coͤrper werden dadurch dichter und dicker, und nehmen folglich einen kleinern Raum, als in der Waͤrme ein. Daher iſt bey den Chemiſten die Kaͤlte das einzige Mittel, welches die durch Waͤr⸗ me ausgedehnte Duͤnſte und Geiſter, zuſammen und in Tropfen bringt. 2) Daß die Kaͤlte fluͤßige Din⸗ ge ſchaft nd n eben feun d 5 30 atür knin Nn v er ber⸗ eft das balt des brechen, rſtreuen geſchloſ eörpern⸗ ohl vor⸗ von der s einen ches ſo erkomt, . So ßeinige venn ſie ht wer⸗ 13. Kc. 6. 296. cht ha⸗ irkung egrei⸗ infang beiten, te ver⸗ er und im,als miſten Vaͤr⸗ en und Din⸗ ge ehemiſchen Werkzeugen oder Witteln. 123 ge zuſammengerinnend und zu Eiß mache; ausgenom⸗ men ſtarke Salzſoolen, Laugen, ſtarke oͤligte Geiſter, die meiſten weſentlichen Oele und Queckſilber, welche dennoch viel von ihrer Fluͤßigkeit verliehren, und vielleicht zu Eis werden duͤrften, wenn die Natur, oder auch die Kunſt eine ſo groſſe Kaͤlte zuwege brin⸗ gen konte, als hiezu erfordert wird; denn es iſt aus der Erfahrung bekannt, daß diejenigen fluͤßigen Coͤr⸗ per, welche in unſern Gegenden niemals zu Eiß wer⸗ den, dennoch in denen, den Polen nahe gelegenen, oder auch andern Laͤndern, wo es heftig und uner⸗ traͤglich kalt iſt, gefrieren.* Vermoͤge dieſer Eigen⸗ ſchaft der Kaͤlte, koͤnnen wir Waſſer von Kuͤchen⸗ und Laugenſalz abſondern. Denn die Salze gehen zu Grunde, ſo bald das Waſſer zu Eiß wird; auf eben die Art laͤſt ſich auch Waſſer von Oelen und Gei⸗ ſtern, wie auch vom Eßig ſcheiden, indem dieſe fluͤſ⸗ ſig bleiben, wenn jenes zu Eiß geworden. S§. 13. IX.) Feuer und Waͤrme(§. 3. No. 9.) ſie moͤgen natuͤrlich oder durch Kunſt hervorgebracht ſeyn, wir⸗ ken in die natuͤrlichen Coͤrper gewaltig, und machen den vornehmſten Trieb in chemiſchen Arbeiten aus. Ob ſie nun wohl die natuͤrlichen Coͤrper, nachdem dieſe deſchaffen ſind, oder auch mehr oder weniger Feuer bekommen, verſchiedentlich veraͤndern; ſo hal⸗ te ich dennoch dafuͤr, daß man alle Wirkungen, ſo ſie an * Anmerk. des Ueberſ. Nach den neueſten Erfahrungen aus Pe⸗ terrburg, wird das Queckſil⸗ ber zu einem ſolchen feſten We⸗ ſen, daß man ihn mit dem Hammer zerſchlagen kan,wenn man den Schnee durch Rauch von Salpetergeiſt in eine Art vom fluͤßigen Weſen gebracht hat. Alſo iſt dieſe Kaͤlte noch groͤſſer, als diejenige, die man ſonſt durch Eiß oder Schnee mit Salmiacgeiſt hervor⸗ brachte. 124 Cap. 7. Von den wirkenden an den natüͤrlichen Coͤrpern beweiſen, von zwey Eigenſchaften des Feuers hauptſaͤchlich, herleiten koͤnne. 1) Die vornehmſte von dieſen Eigenſchaften des Feuers und der Waͤrme, iſt ihre ausdehnende und verduͤnnende Kraft, vermoͤge welcher nicht allein alle feſte, ſondern auch fluͤßige Coͤrper, nach allen Sei⸗ ten ausgedehnet und groͤſſer werden, auch aus dieſer Urſache mehr Raum einnehmen. Inzwiſchen dehnen ſich nicht alle Coͤrper gleich ſtark, oder nach dem Grade der Waͤrme aus, ſondern einige mehr, ande⸗ re weniger; einige geſchwinder, andere langſamer, wenn ſie gleich in einerley Grad der Waͤrme ſind, ja es iſt noch nicht ausgemacht, woher dieſer Unterſcheid komme; denn er richket ſich weder nach der Schwere und Groͤſſe der Coͤrper, noch auch nach ihrem Zuſam⸗ menhange, ſondern komt vielleicht von dieſen beyden, in verſchi edenen Coͤrpern verſchiedenen Eigenſchaf⸗ ten, wie auch von ihrer Häͤrte, Weiche und Schnell⸗ kraft; desgleichen von der Natur der beygemiſchten Theile, vernemlich der entzuͤndlichen, entwederallein, oder von allen zugleich, her. Wir werden aber hie⸗ von im 12ten Cap. weitlaͤuftiger handeln, und hier hingegen nur noch anmerken, daß ſich die fluͤßigen Coͤrper eher als die fe⸗ ſten ausbreiten, und zwar un⸗ ter den fluͤßigen 1) die Luft. 2) Der hoch gereinigte Weingeiſt. 3) Das Steinol. 4) Terpentinoͤl. 5) Ruͤboͤl. 6) Der Eßig. 7) Das Waſſer. 8) Salz⸗ waſſer. 9) Scheltewaſſer. 10) Vitriolol. 11) Salpetergeiſt, und 12) Queckſilber. Anmerkung. Daß nicht das Feuer allein, ſondern auch das Waſſer eine ausdehnende Kraft beſitze, ſoll an gehoͤ— rigem Orte dargethan werden. Wenn 16 die Coͤrper dergeſtalt ausdehnen, daß die Theile i ihren Zuſammenhang untereinander verlie⸗ ren, ren, man Kraf daß ande ſg iele per (ötye doft. dätn gti wi kit Feu „ . . gen dr! richt kere u enſchafte rennde und alleinal en Sei⸗ dieſer ndehnen nch dem — ande⸗ ngſamer, e ſind,ja nterſcheid Schwere n Juſam⸗ n eyden, genſchfe Schnell⸗ niſchten erallein, der hie⸗ nd hier luͤßigen var un⸗ reinigte oͤl. ſ) )Sal⸗ 1. 1) dern auch an gehu⸗ en, daß t verlie⸗ ren, chemiſchen Werkzeugen oder Mitteln. 125 ren, und alſo der ganze Coͤrper fluͤßig wird, ſo ſagt man von ihnen, daß ſie ſchmelzen. Daher heiſſet die Kraft der Waͤrme, welche die Coͤrper ſo ausdehnet, daß ihre Theile, durch eine kleine Bewegung, von ein⸗ ander abgeſondert werden koͤnnen, oder daß ſie fluͤſ⸗ ſig werden, das Schmelzen. Dieſerwegen halten viele davor, daß das Feuer der einzige fluͤßige Coͤr⸗ per der Natur ſey, und daß von dieſem alle uͤbrige Coͤrper ihre Fluͤßigkeit erhalten, ja daß ſelbſt die Luft zu einem feſten Coͤrper werde, wenn ſie aller Waͤrme beraubet ſey, indem ſie durch groͤſſere oder geringere Waͤrme entweder ausgedehnt oder verdickt wird, und alſo mehr oder weniger von ihrer Fluͤßig⸗ keit haben kan, welches aber von der Materie des Feuers und des Lichts kaum zu behaupten ſtehet. 2) Die zweyte Eigenſchaft beſtehet in einer bewe⸗ genden und austreibenden Kraft; denn wir ſinden in der Natur keine Bewegung ohne Waͤrme, wodurch nicht ſowol die Coͤrper ſelbſt, als vielmehr ihre leich⸗ tere und feinere Theile weggetrieben werden. Das feſtgewordene, und in keiner Bewegung ſtehende Waſ⸗ ſer, ſo man Eiß nennet, wird von der Waͤrme fluͤſſig, beweglich, und im Daͤmpfen fortzugehen, geſchickt gemacht. Ohne Waͤrme wuͤrden weder Gewaͤchſe noch Thiere leben, oder leben koͤnnen, ſondern ſie wuͤrden erſtarren, traͤge werden, und viel unnuͤtzes Zeug, das ſonſt durch die Waͤrme fortgeſchaft wird, bey ſich be⸗ halten. Ohne Waͤrme, wuͤrden in den unterirdiſchen Coͤrpern weder Aufloͤſungen noch neue Miſchungen geſchehen koͤnnen, weil alsdenn kein beweglicher Dampf Statt finden wuͤrde. Man duͤrfte auch wohl ſchwer⸗ lich einen natuͤrlichen Coͤrper aufzuweiſen, im Stan⸗ de ſeyn, der ſich nicht von der Gewalt des Feuers, we⸗ nigſtens zum Theil, in Rauch und Dampf auſloͤſen lieſſe, . 126 Cap.. Von den wirkenden lieſſe, obgleich, vermoͤge der verſchiedenen Natur und Schwere der Coͤrper, einer eher als der andere dar⸗ ein aufgeloͤſt werden wuͤrde. Von dieſer Eigenſchaft des Feuers und der Waͤrme, ſchreibet ſich die Kraft her, vermoͤge welcher, weiche und lockere Coͤrper, haͤrter und dichter werden, welches man mit dem Namen der Verhaͤrtung beleget hat; ſie geſchiehet aber, indem die duͤnnere und fluͤſſigere Theile aus den Coͤrpern ſo vertrieben werden, daß die feſteren ſtaͤrker zuſammen⸗ hangen koͤnnen. Auf dieſe Art wird der Thon im Feuer hart. Diejenige Wirkung der Waͤrme, wodurch die leich⸗ tere und fluͤſſigere Theile der Coͤrper, in Daͤmpfe oder Rauch aufgeloͤſet und vertrieben werden, heißt man das Abrauchen. Wenn ſich ein Coͤrper, oder ſeine Theile, durch die Waͤrme in Dämpfe oder Rauch zer⸗ treiben und wegbringen laſſen, daß ſie alſo ihre Schwere im Feuer verlieren, ſo nennet man ſie fluͤch⸗ rig; daher iſts auch natuͤrlich, daß einige Coͤrper ganz und gar im Feuer davon fliegen, andere aber nur zum Theil. Wenn hingegen Coͤrper, oder deren Theile, durch die Waͤrme in Duͤnſte nicht verwandelt werden koͤn⸗ nen, auch nichts von ihrer Schwere im Feuer verlie⸗ ren, ſo ſind ſie feuerbeſtändig. Von dieſer bewe⸗ genden und treibenden Kraft des Feuers, komt es auch her, daß einige Theile der Coͤrper, die vorher nicht beyeinander waren, mit einander vereiniget wer⸗ den, wenn andere Theile davon gehen; daher denn ganz andere Zuſammenſetzungen, aus der Verbindung ſolcher Theile, entſpringen, die natuͤrlicher Weiſe von einander abgeſondert waren, und in der Zuſammen⸗ ſetzung in den Coͤrpern vorher nicht angetroffen wur⸗ den. Solche durchs Feuer zuſammengeſetzte und er⸗ ür und e dar⸗ eſchft gſt her härter men der dem die ern ſo mmen⸗ on im leiche ſe odet ßt man er ſeine uch zer⸗ ſo ihre efllch⸗ er ganz urzum durch nkoͤn⸗ verlie⸗ bewe⸗ mt es vorher tt wer⸗ rdenn ndung ſe von mmen⸗ nwur⸗ ke und er⸗ chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 127 erzeugte Theile nun, heiſſen hervorgebrachte, weil ſie in den Coͤrpern vorher nicht zu finden waren; her⸗ ausgebrachte hingegen, nennet man ſolche Theile, die in eben der Geſtalt und Zuſammenſetzung, in welcher ſie, nach ihrer Abſonderung durchs Feuer, erſcheinen, ſchon vorher in den Coͤrpern zugegen waren. Gedachte Kraͤfte, und daraus entſpringende Ver⸗ aͤnderungen, beweiſet das Feuer an den natuͤrlichen Coͤrpern, nach ihrer verſchiedenen Natur, und dem verhaͤltnißmaͤſigen Grade der Waͤrme; daher auch die Chemiſten fuͤnf groͤſſere Grade angenommen ha⸗ ben, um die Gewalt und Staͤrcke deſſelben zu unter⸗ ſcheiden, von denen wir kuͤrtzlich gedenken wollen. 1) Der erſte Grad der Waͤrme, erſtrecket ſich bis zu dem hunderten Grade des Fahrenheitiſchen Wet⸗ terglaſes, von dem Frierpunct anzurechnen. Bey den alten Chemiſten wurde dieſer Grad der(Digeſtorius) gelinderwaͤrmende genennt, und begreift nicht allein die Waͤrme, ſo der Miſt giebt, den die Chemiſten mit einem geheimnißvollen Namen den Pferdebauch heiſ⸗ ſen, welche bisweilen ſo groß iſt, daß man ein indem⸗ ſelben ſteckendes Eiſen, vor Hitze kaum halten kann; ſondern auch die Waͤrme einer bruͤtenden Henne un⸗ ter ſich. In dieſem Grad der Waͤrme, leben und wachſen alle Thiere und Gewaͤchſe; wiewol die Fiſche bey dem 34ſten Grad des Farenheitiſchen Wettergla⸗ ſes, auch noch unter demſelben, im Waſſer leben. Es werden auch bey dieſem Grade der Waͤrme, welcher zwey Grade der Waͤrme des Boerhaavens(Chem. T. I. 556.) enthaͤlt, viele chemiſche Arbeiten, ſo keine groſſe Waͤrme noͤthig haben, zu Stande gebracht. Anmerkung. Einige fangen dieſen Grad von dem 34ſten des gedachten Wetterglaſes zu rechnen an, und ſetzen ihn bis zum 94ſten, welches aber jedweder nach eigener Will⸗ kuͤhr annehmen mag, 2) Der 128 Cap. 5. Von den wirkenden 2) Der zweyte Grad der chemiſchen Waͤrme, hat 112. Grade; denn er faͤnget bey dem hundertſten des Fahrenheitiſchen Wetterglaſes an, und gehet bis zum 212ten, bey dem des Waſſer kochet. Dieſer heißt der Deſtillirgrad, weil bey demſelben Waſſer und Geiſter aus den Thieren und Gewaͤchſen abgeſondert, weſent⸗ liche Oele, auch Wein⸗ und andere fluͤchtige Geiſter deſtilliret, und einige ſaure Geiſter rectificiret werden koͤnnen. 3) Der dritte, oder Sublimir⸗ und Cementirgrad, hat 388. Grad vom 212ten, oder bey welchem das Waſſer kochet, bis zum 600ſten des angefuͤhrten Wet⸗ terglaſee, gerechnet. Bey dieſem gluͤhen die Gefaͤſſe roth; die Gewaͤchſe und Thiere werden trocken, und verkohlet; alle Oele, Saltze, Queckſilber und Vitrioloͤl, kochen und verfliegen; Zinn und Bley ſchmeltzt: Die Metalle werden dabey cementirt und gereiniget; und endlich Zinnober, Blumen, fluͤchtige Saltze, und der⸗ gleichen, aufgetrieben. 4) Der vierte Grad, kan durch die Zahlen der Gra. de des Wetterglaſes nicht beſtimmet werden; er gehet von dem 600. an, bis zu dem Grade, bey welchem das Eiſen flieſſet, den man noch zur Zeit, auf keine gewiſſe Art angeben kann. Er heißt aber, der Schmeltz⸗ Glaßmacher⸗ oder Streichfeuersgrad, bey welchem ſchwere mineraliſche Geiſter deſtilliret, Glas gemacht, Metalle geſchmelzt, und aus ihren Materien geſchie⸗ den, kalchartige Steine zu Kalch gebrennt werden, und der Thon ſteinhart wird, u. ſ. w. 5) Der fuͤnßte, als der heftigſte Grad, heißt der Brennſpiegel⸗ oder Brenglaͤſergrad, weil er vermoͤge der Brennſpiegel zuwege gebracht wird, und alle Coͤr⸗ per, die ſonſt in keinem Feuer fluͤchtig werden und ſchmel⸗ zen, in kurzer Zeit verglaſet und einaͤſchert. 2 21112 chemiſchen Werkzeugen, oder WMitteln. 129 ne, hat Anmerkung. Macqver, ſtehet in den Flem. de Cbem. Tom. gendes I. p. 33. an, dem Hombergiſchen Derſuche, der in den is zum Mem. de l Kcad. R Ae Paris 1703. p. 141. von der Wir⸗ ſißt ckung des Brennglaſes in Zerſtoͤrung des Goldes ange⸗ I der fuͤhret iſt, Glanben beyzumeſſen; allein Hirſching hat Geiſter ſich in ſeinem Verſuche auf der z7en S die angefuͤhrte n weſent Zweifel zu heben, bemühet; uns aber ſcheinet es, als ob Geiſtt man dieſe Sache beſſer durch wiederholte Verſuche, als durch vielen Wortſtreit, entſcheiden koͤnne. Hoffmann werden hat nach dem hamburgiſchen Magazin im5 Theil, Verſuche mit dem Brennſpiegel auf unterſchiedene Erden irgrad und Steine gemacht, desgleichen auch Chriſt. Friedr. ein das Schultze in ſeiner Schrift: Einige Verſuche mit ver⸗ ſchiedenen Erdarten. n Wet⸗ Gefäſt Anmerkungen uͤber das Feuer, und deſſen T dn V Begierung. 1t 6 e 1. Anmerkung. Einige Chemiſten zaͤhlen ſechs Grade der zt: D Waͤrme, und halten fuͤr den ſechſten oder erſten Grad der et; und Waͤrme, oder vielmehr der Kälte, denjenigen, ſo von der and da heftiaſten Kaͤlte bis zum Frierpuncte, oder bis zum oſten Grad uͤber denſelben hinausgehet. Allein, obgleich in der heftigſten Kaͤlte dennoch etwas Waͤrme vorhanden iſt, der En auch einige Gewaͤchſe gruͤnen und wachſen, ſo glauben wir er geht doch, daß man dieſen Grad fuͤglich entbehren koͤnne, weil hemdes keine eintzige chemiſche Arbeit, ſo durch Hülfe der Waͤrme egewiſ 3 vollfuͤhret werden ſoll, bey dieſer Kälte Statt haben kann, 3 1. und auch die Kaͤlte ſelbſt ganz andere Wirkungen hat, wie iei ſchon oben(§, 12.) rrinnert worden iſt. em hühn 2. Anmerkung. Man findet bey den Chemiſten noch an⸗ es dere Kunſtwoͤrter, die entweder das Feuer, oder deſſen geſchi⸗ Staͤrcke, ausdruͤcken. Lampenfeuer heißt dasjenige, wel⸗ werden, ches man mit einer, oder mehreren brennenden Lampen anſtellet. Offen Feuer, wenn die Coͤrper im offenen Feuer igt der behandelt werden, wie im Schmeltzofen, und auf der Eſſe; pIht(Cap. 4. 9. 5. N. 4 und§.) Suppreßionsfeuer, wenn man ermäge oben und unten, oder auch nur oben Feuer giebt, wie im leCör⸗ Deſtilliren durchs Niederſteigen; dieſes wird in Capel⸗ ſchme⸗ lenoͤfen gegeben; Cirkelfeuer, wenn das Feuer uͤberall um die Gefaͤſſe herumgeht; Streichfeuer, oder auch Zu⸗ d⸗ 7 Th. J rüch 130 Cap. 5. Von den wirkenden rückſchlagend Feuer, wird in den Streich⸗ oder Reverberir⸗ oͤfen gegeben,(Cap. 4.§. 5. N. 7.) indem die Flamme von der Kuppel, oder dem Gewoͤlbe des Ofens zuruͤck⸗ und gleichſam auf die Materie ſchlaͤget, welche ſolchergeſtalt von allen Seiten mit Feuer umgeben wird; Radfeuer, iſt ein verſchloſſen Streichfeuer, wobey die Flamme nur von obenher auf die Gefaſſe ſpielet. 3. Anmerkung. Die Grade der Waͤrme werden nicht nur durch den küͤnſtlichen Bau der Oefen,(Cap. 4. 9.5.) ſon⸗ dern auch durch die Materien, welche das Feuer unterhal⸗ ten, regieret. Dieſe Materien, ſo aus oͤligten und ſal⸗ zigten Theilen beſtehen, ſind ſehr unterſchieden, mehr oder weniger in den chemiſchen Werkſtaͤtten gebraͤuchlich, und folgende: 1) Ausgepreßte Oele, von Ruͤb⸗oder Leinſaamen, durch deren Vorſchub das Lampenfeuer(2te Anmerkung) erhal⸗ ten wird, damit man gelinde und anhaltende Waͤrme ge⸗ ben koͤnne, nur muͤſſen die Gefaͤſſe zu den Lampen recht ge⸗ macht ſeyn. 2) Weingeiſt, giebt ein reines und gleiches Feuer oh⸗ ne Rauch, mit gelinder Waͤrme, iſt aber zu dieſen Arbeiten zu koſtbar. 3) Kohlen, werden aus allerley Holz gebrennt, und in groſſen und kleinen Oefen gebraucht. Man kann aber bey denſelben folgende in der Erfahrung gegruͤndete Re⸗ geln merken. a) Je haͤrter dieſelben ſind, je ſtaͤrkere Hitze geben ſie, 4. wenn anders die uͤbrigen Umſtaͤnde einerley ſind. Eichene Kohlen ſind die haͤrteſten, auf dieſe folgen die eſchene,* denn erlene und birckene, nachdem die fichtene, und endlich die taͤnnene. Sie moͤgen uͤbri⸗ gens weich oder hart ſeyn, ſo findet ſich dennoch un⸗ ter ihnen ein Unterſcheid, nachdem ſie nemlich weicher oder haͤrter gebrannt worden ſind, wozu die Geſchick⸗ lichkeit des Koͤhlers ſowol, als auch die rechte Stellung der zu verkohlenden Holzhauffen viel beytraͤgt, denn ein und eben daſſelbe Holz giebt haͤrtere Kohlen, wenn das Feuer etwas gedaͤmpft brennt, und nicht lange ¹ Anm. des Ueberſ. Der Herr Verf. hat hier die buͤchene vergeſſen. verberir⸗ mmevon ück, und ergeſtal feuer, t nur von richt nur 5.) ſon: V interhal⸗ und ſal ehr oder ich, und en,durch Jyerhal⸗ armne ge recht ge⸗ feuer l Arbeiten ant, und ann aber dete Re⸗ geben ſe ey ſind ſe folgen hdem die gen übri⸗ noch un weicher Geſchic⸗ Stellung gt, denn Kohlen, ad nicht lange gexgeſſen. chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 131 Umſtaͤnden verkohlet wird, b) Friſche und trockene Kohlen verbrennen ge⸗ ſchwinder und mit groͤſſerer Heftigkeit als alte. Da⸗ her muß man von jenen oͤfterer nachlegen, wodurch auch mehr in den Oefen drauf geht. c) Je mehr die Kohlen feucht oder naß ſind, je ſchwerer brennen ſie, und je weniger heitzen ſie. Denn der Rauch, ſo von der Naͤſſe herkomt, verhindert das Brennen und Heitzen. Daher iſt offenbar, daß man bey dergleichen Kohlen, zu einer chemiſchen Akbeit, mehrere Zeit haben muͤſſe; wie auch, daß die Materien ſelbſt,welche man bearbeitet, in einer ſo ſchwachen und langſamen Hitze, entweder verzehret oder veraͤndert werden. d) Ausgelegene Kohlen, die von Waſſer und Lufk, doch ohne naß zu ſeyn, ein wenig durchdrungen wor⸗ den, ſind die beſten, indem ſie das Mittel zwiſchen fri⸗ ſchen und trockenen, und zwiſchen naſſen, ſowol ihrer Natur als Wirkung nach, halten. e) Wenn es die Gelegenheit leiden will, daß man die Kohlen, unter dem Brennen, ohne den Gefaͤſſen und Materien zu ſchaden, mit Waſſer anſprengen kann, wel⸗ ches doch nur in offenen Oefen und auf der Eſſe an⸗ geht, ſo verhindert man dadurch nicht allein ihr ge⸗ ſchwindes und ſchaͤdliches Verlodern; ſondern die Hitze wird auch unterwaͤrts bey den Gefaͤſſen und Materien zuſammengetrieben, wie die Erfahrung beweiſet. Denn es iſt bekannt, daß, wenn man gluͤhende Kohlen mit Waſſer beſprenget, die Flamme herausfaͤhrt, als wel⸗ che von den aus den Kohlen ausduͤnſteuden Theilen, ſo durchs Waſſer verdicket, und in die Enge getrieben werden, entſpringet. f) Wenn man die Kohlen, ehe ſie ins Feuer und in den Ofen kommen, oben auf den Seiten deſſelben, allmaͤhlig erwaͤrmet, ſo platzen ſie hernach nicht ſo ſehr im Feuer; denn durch das allmäͤhlige Erwaͤrmen, ge⸗ het die verſchloßne Luft ruhiger heraus. Tannene Koh⸗ len platzen ordentlicher Weiſe gewaltig, wenn ſie, ohne vorher warm zu ſeyn, ins Feuer kommen. lange anhaͤlt, als wenn es unter entgegen geſetzten 4) Holtz, es ſey von was Art es wolle, erwaͤrmet die J 2 Gefaͤſſe 132 Cap.. Von den wirkenden Gefaͤſſe ſehr ungleich, und macht viel Rauch. Dem ohn⸗ geachtet kann es in groſſen Arbeiten, wo man das Feuer nicht gar zu genau regieren darf, mit Vortheil gebraucht werden, weil es nicht ſo theuer iſt, als Kohlen. 5) Torf und Moorerde, werden in Schweden ſelten gebraucht, ob ſie gleich eben ſo wie das Holtz verkohlet werden koͤnnen, auch faſt eben ſolche Kohlen geben, nur daß ſie weicher und zaͤrter ſind. 6) Steinkohlen find dichter und ſchwerer, daher ſie auch eine gleichmaͤßige, ſtarke und dauerhafte Hitze geben, nur Schade, daß ſie, wegen ihrer freſſenden Saͤure, nicht wohl gebraucht werden koͤnnen. 4. Anmerkung. Bey der Regierung des Feuers iſt noch auſſerdem, was wir ſchon vorher von den Dingen, ſo das Feuer unterhalten, angefuͤhret haben, zu merken: 1) Daß die Heftigkeit des Feuers ſich derhalte, wie die Nenge der zugleich angezuͤndeten Brennmaterien. Je mehr alſo von dieſen vorhanden ſind, je ſtärker wird das Feuer; hingegen ſchwaͤcher, wenn wenigere brennen. Da⸗ hero giebt ein Ofen weniger Hitze, wenn er halb voll Koh⸗ ſeyquud mehr, wenn er bis oben zu, damit angefuͤl⸗ et iſt.- — 2) Je naͤher man Gefaͤſſe und Coͤrper an ein ſtaͤrkeres Feuer bringt, je mehr und geſchwinder werden ſie erwaͤr⸗ met. 3) Je heftiger das Feuer von der Luft, entweder durch angebrachte Zugroͤhren und Regiſter, oder durch Blaſe⸗ baͤlge getrieben wird, deſto mehr muß es hitzen. Denn durch die Luft wird nicht allein die Kraſt der Flamme ſtaͤrker und mehr zuſammengebracht, ſondern es werden auch auf einmal mehrere Feuertheilchen von den Brenn⸗ Materien zualeich ausgetrieben, und der Rauch wegge⸗ ſchafft, der die Gewalt und Wirkung des Feuers einiger⸗ maſſen hindert. §. 14. X.) Das zehende und letzte wuͤrkende chemiſche Mit⸗ tel, macht die anziehende Kraft der Coͤrper aus(§. 3. No. 10.) vermoͤge welcher die in gewiſſer Entfernung von 1 bott undo nacht komt tnat 3 niger un; dieſe en, d (ürye vand ſeben mi artig dena di Meknl fur ktr lo ). (inande thle u glſtu. daſ gleice in G den denno entwe ſande dem ohn⸗ as Feleer gebraucht den ſelten verkohlet en, nar daher ſe V ge geben, ure,nicht iſt noch ngen, ſo gerken: te, wie die erien. J. wird das anen. Da⸗ voll Koh t angefll n ſtätkens ſie erwa veder darch urch Vuſe en. Dent er Flamme es werden den Bren zuch wegge ers einige ſche Mie aus Gez, ztfernung V von chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 133 von einander ſtehende Coͤrper, von freyen Stuͤcken und ohne aͤuſſerlichen Antrieb zuſammengehen, auch nachher, wofern kein anderer Widerſtand dazwiſchen komt, mit einander vereiniget werden, oder wenn ſie genauer an einander gebracht worden, feſte an einan⸗ der hangen. Dieſe Kraft brauchen wir um deſto we⸗ niger weitlaͤuftig zu beweiſen, je mehr Verſuche und Wahrnehmungen wirklich angetroffen werden, die ſie auſſer Zweifel ſetzen; Wir merken viel lieber an, daß dieſe Kraft von einigen das Verhalten der Coͤrper gegen einander; von andern aber, die Ver⸗ wandſchaft genennet werde, und daß ſie gewiſſen Ge⸗ ſetzen unterworfen ſey, die wir, ſo viel zu unſerer Abſicht noͤthig iſt, kuͤrzlich anzeigen wollen. 1) Bemerket man dieſelbe fuͤrnemlich an gleich⸗ artigen Coͤrpern. Solchergeſtalt ziehen Erden Er⸗ den an ſich, Metalle Metalle, das Feuer die Oele, die Luft das Waſſer u. ſ. w. aber nicht ſowol Erden Metalle, oder Waſſer das Feuer, und umgekehrt. Kurz, gleiches geſellet ſich zu gleichen, nicht nur un⸗ ter lebloſen, ſondern auch lebendigen Coͤrpern. 2) Auch an ſolchen Dingen, die nur zum Theil einander gleich ſind, z. E. Salze und Waſſer, Me⸗ talle und das entzuͤndliche Weſen, Oel und Wein⸗ geiſt u. d. gl. ziehen ſich untereinander ſehr an. Allein bey dieſer Regul muß man nicht vergeſſen, daß ſich Coͤrper anziehen, deren Beſtandtheile nicht gleichartig ſind, wenigſtens ſo viel davon bekannt iſt; im Gegentheil findet man auch Coͤrper, die mit an⸗ dern gleichartige Theile zu haben ſcheinen, und die ſich dennoch nicht anziehen. Ob aber dieſe Ausnahmen, entweder von dem Mangel der Kenntniß der Be⸗ ſtandtheile, oder von einer andern Urſache, welche J 3 die 134 Cap. 5. Von den wirkenden die anziehende Kraft entweder aufhebet, oder aufhaͤlt, herkomme? wollen wir nicht entſcheiden. 3) Nicht alle Coͤrper, deren Theile gleichartig ſind, ziehen ſich mit gleicher Staͤrke an. Denn aus chemiſchen Verſuchen und Arbeiten wird klar, daß einige ſtaͤrkere, andere ſchwaͤchere Anziehungskräͤfte gegen einander beſitzen. Es ſcheinet, als wenn die⸗ ſer Unterſcheid entweder von mehrerer oder geringerer Uebereinſtimmung unter den Beſtandtheilen, oder von ihrer Groͤſſe, oder auch von der verſchiedenen Feſtigkeit, oder von der glatten und rauhen Oberflaͤ⸗ che der Coͤrper ſelbſt, oder auch von andern Urſachen abſtamme. 4) Je einfacher die Coͤrper ſind, je merklicher iſt ihre anziehende Kraft. Dahero koͤnnen auch die Theile, je weniger zuſammengeſetzt und gemiſcht die Coͤrper ſind, deſto ſchwerer von einander abgeſondert werden. 5) Die anziehende Kraft ſehr vieler Coͤrper, wird nicht eher merklich, als bis entweder die gan⸗ zen Coͤrper, oder ihre Theile, oder auch nur ein Theil des einen von beyden, in Bewegung geſetzt und wirk⸗ ſam gemacht worden, es geſchehe nun dieſes durchs Feuer, oder durch ein Aufloͤſungsmittel. Denn wir finden ſehr wenige Coͤrper, die ſich wirklich magne⸗ tiſch anziehen, und wiſſen auſſer dem Magneren, ſo Eiſen, und dem Stein Tourmalin, der Aſche anziehet, faſt keine andere Beyſpiele anzufuͤhren. 6) Die anziehende Kraft waͤchſet in der Ver⸗ haͤltniß, in welcher die Theile naͤher an einander kom⸗ men, und nimmt ab, je mehr ſie ſich von einander ent⸗ fernen. Ob ſich aber ſolches umgekehrt, wie die Entfernung einmal genommen, wie Wuſchenbroeck, wo C td 1 runge net, die rüiſſ einand nur in ſenit fuͤnde mecter dithe dn wem, d fbäl⸗ V hartig n aus daß kräfte n diee ggerer oder denen erfl⸗ achen klicher uch die ſcht die ondert oͤrper le gan⸗ Theil wirk⸗ durchs nn wit nagne⸗ en, ſo iehet Ver⸗ rkom⸗ er ente öie die roeck, wo chemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 135 wo mir recht iſt, haben will, oder nach den Entfer⸗ nungen, zweymal genommen, wie es dem Keil ſchei⸗ net, verhalte, uͤberlaſſen wir andern zu entwickeln. 7) Die anziehende Kraft verhaͤlt ſich faſt wie die verminderte Groͤſſe der Theile. Daher kommen groͤſſere Coͤrper mit geringerer Geſchwindigkeit an einander, als kleinere, weil ſich die anziehende Kraft nur in den nahe gelegenen und naͤheren Theilen aͤuſ⸗ ſern kan. 8) Die anziehende Kraft der Theilchen eines Coͤrpers, uͤbertrift zur Zeit der Beruͤhrung die Kraft der Schwere faſt unendlich, verſchwindet aber in einer gegebenen Weite ganz und gar. Denn wenn Theile durch die Zuſammenziehung vereiniget worden, ſo bleiben ſie in der Vereinigung, ohne daß ſie ſich zu fallen, oder auseinander zu fahren, bemuͤhen ſol⸗ ten. 9) Jedwede Anziehung geht entweder auf die Vereinigung oder Abſonderung hinaus. Aus dem angefuͤhrten erhellet deutlich, was die⸗ ſe anziehende Kraft in chemiſchen Arbeiten thun koͤn⸗ ne? und auf was Art ſie in der Chemie als ein wir⸗ kendes Mittel und Anfang zu betrachten ſey, ob man ſte wohl bisher zu dieſen nicht gezaͤhlt hat. Damit man aber noch beſſer ſehen moͤge, was dieſe Kraft in der Chemie vermoͤge, ſo wollen wir einige Um⸗ ſtaͤnde fuͤrbringen, ſo dieſelbe betreffen. Wir be⸗ merken alſo 2) Daß die Coͤrper durch die anziehende Kraft getheilet und aufgeloͤſet werden koͤnnen. Denn wenn den zuſammengeſetzten oder zuſammengehaͤuften Coͤr⸗ pern, ein anderer beygemiſcht wird, der einen Theil des zuſammengeſetzten oder zuſammengehaͤuften Coͤr⸗ J 4 ders 136 Cap. 5. Von den wirkenden pers ſtaͤrker anziehet, als die uͤbrigen Theile, mit de⸗ nen er in dieſer Vermiſchung verbunden iſt, ſo ziehet dieſer hinzugeſetzte Coͤrper jenen, ihm gleichmaͤßigen, Theil aus der erſten Verbindung an ſich, und macht mit ihm einen neuen gemiſchten Coͤrper aus; der an⸗ dere Theil aber, den der zugeſetzte Coͤrper nicht anzog, bleibt zuruͤck, oder wird ausgetrieben. Es ſey der Coͤrper D aus A und B zuſammengeſetzt, dieſem ſetze man den Coͤrper C zu, der eine groͤſſere Anziehungs⸗ kraft zu dem Theil A haben ſoll, als B zu A, ſo wird der Theil A von B abgeſondert, und vermoͤge der anziehenden Kraft mit Cvereiniget, B aber bleibt vor ſich und abgeſondert. Bisweilen verrichtet die zugeſetzte anziehende Ma⸗ terie dieſe Scheidung fuͤr ſich allein, bisweilen aber muß ſie vorher mit einer andern verbunden werden, woraus alsdenn ein neuer Coͤrper, der eine groͤſſere anziehende Kraft beſitzet, entſpringet. b) Daß der Urſprung und die Zuſammenſetzung der Coͤrper, durch die anziehende Kraft einig und al⸗ lein zu Stande gebracht werde; denn aͤhnliche Theile, ſe ſich unter einander anziehen, werden dergeſtalt mit einander verknuͤpfet, daß daher eine ganz neue Miſchung und ein neuer Coͤrper hervorgebracht wird, der wenig oder gar keine von denen Eigenſchaften hat, die in den Theilen, aus welchen er entſprungen iſt, vor ihrer Zuſammenſetzung anzutreffen waren, ſon⸗ dern vielmehr ſolche, die aus Vermiſchung dieſer Theile herzuleiten ſind. I. Anmerkung. Weil ſich nicht wenige gefunden haben, ſo die anziehende Kraft haben leugnen wollen, unter de⸗ nen fürnemlich P. Gerail mit ſeiner Probſchrift, ſur Pincompatibilité del' attraction et des ſes differ. loix avec les pbenoménes, und Hollmann in den Comment.§. R. S. Gotting. T. IV. ſich befinden, ſo wollen wir uns bemühen, die it de⸗ giehet higen, macht er an⸗ anzog, y der ſetze ungs⸗ wird e der t vor eMa⸗ n aber derden, roͤſſer etzung undal⸗ Theile geſtalt zneue wird, en hat, en iſ „ſon⸗ dieſer ehemiſchen Werkzeugen, oder Mitteln. 137 dieſelbe durch einige Verſuche und Wahrnehmungen zu beweiſen. Erſtlich wollen wir ſie an den feſten Cöͤrpern mit andern dergleichen, darauf an den fluͤßigen mit fluͤſ⸗ ſigen, und endlich an den fluͤßigen mit feſten Coͤrpern um⸗ gekehrt, darthun. Daß ſich die feſten Coͤrper untereinander anziehen, wird folgendermaſſen begreiflich: Wenn man zwey glaſerne Kugeln in einem mit Waſſer augefuͤllten zinnernen Gefaͤſſe, in mittelmaͤßiger Entfernung von ein⸗ ander, frey ſchwimmen laͤſt, ſo fahren ſie beyde gegen einander, bis ſie ſich beruͤhren, und haͤngen darauf der⸗ geſtalt zuſammen, daß wenn eine beweget wird, ſich die andre zugleich mit bewegt. Wenn man zwey bleyerne Kugeln ſtark an einander druckt, und gleichſam zuſammen drehet, ſo bleiben ſie feſte zuſammen haͤngen. Zwey flache reine und trockene Spiegel, zwey Marmorſteine oder auch glattgeſchliffene und ebene Hoͤlzer, haͤngen augenblicklich zuſammen, ſo bald ſie durch gelindes Rei⸗ ben erwaͤrmet und auf einander gelegt worden. Der Magnetſtein ſowol als das Eiſen, werden von einem an⸗ dern Magncten gezogen. Wenn dieſe Anziehung nicht recht von ſtatten geht, ſo kan man ihr durch einen Kunſt⸗ griff, nemlich durch die Elektricitaͤt, helfen, wozu der erwaͤrmte Bernſtein die erſte Anleitung gegeben, und da⸗ her auch den Namen Electrum davon getragen hat. Daß ſich fluͤßige Dinge untereinander anziehen, be⸗ weiſen viele Verſuche. Einige Queckſilbertropfen bewe⸗ gen ſich auf einer ebenen, glatten, nach dem Geſichts⸗ kraiſe liegenden Flaͤche, gegen einander, wenn ſie nicht gar zu weit von einander entfernet ſind, und je mehr ſie ſich einander naͤhern, je geſchwinder lauffen ſie zuſammen. Eben dieſes bemerkt man an zwey Tropfen Waſſer, Oel, Wein, oder auch anderer fluͤßigen Dinge. Die Naphtha faͤngt von weitem Feuer: Waſſer, Weingeiſt, ſaure und andere fluͤßige Coͤrper ziehen Luft an ſich; ſaure und oͤligte Dinge vereinigen ſich untereinander ſehr ſtark. Es ſind auch mancherley Wahrnehmungen und Ver⸗ ſuche vorhanden, welche beweiſen, daß feſte Coͤrper flüſ⸗ ſige an ſich ziehen. Wenn man recht neue glaͤſerne Haar⸗ roͤhren, die au beyden Enden offen ſind, an die Oberflaͤ⸗ che des in einem andern groͤſſeren Gefaͤſſe befindlichen Waſſers bringt, ſo ſteigt das Waſſer, vermoͤge der anzie⸗ J F henden 138 Cap. 5. Von den wirkenden chemiſchen ꝛc. henden Kraft in die Hoͤhe, und zwar anfaͤnglich geſchwin⸗ de, heruach aber langſamer, bis es zu einer anſehnlichen Hoͤhe gekommen iſt, wie Muſſchenbroeck in der Diſſerr. Phyſ-de Tubis Capill. Vitr. bewieſen hat. Wenn man Waſ⸗ ſer oder andere fluͤßige Dinge in ein glaͤſernes Gefaͤſſe gieſſet, ſo bekommen ſie eine ausgehoͤlete Oberflaͤche, in⸗ dem ſie an dem Rande des Glaſes allenthalben in die Hoͤ⸗ he ſteigen; wenn man dieſen Verſuchin einem eckigten Ge⸗ faͤſſe anſtellet, ſo faͤllt das Aufſteigen noch beſſer in die Augen. Queckſilber haͤnget ſich an das Gold; Laugen⸗ ſalze und reine Saͤuren ziehen das Waſſer aus der Luft an; ja man ſchuͤtte nur etwas Oel auf Tuch, ſo wird man ſehen, daß in demſelben den. Augenblick ein Flecken, den man kaum wegbringen kann, zum Vorſchein kommen wird. 2. Anmerkung. Woher aber dieſe anziehende Kraft kom— me, muß noch erſt unterſucht werden. Viele laͤugnen dieſelbe gar, und meynen, daß man alle dieſe Erſchei⸗ nungen aus andern UÜrſachen herleiten koͤnne. Daher wollen manche, einige dieſer Erſcheinungen, lieber aus dem Druck ſowol der groben als ſubtilen Luft, als aus der anziehenden Kraft, hergeleitet wiſſe, wie Sturm, Honor. Fabri, Carteſius, Malebranche, Bernoulli und andere; andere, aus der Beruͤhrung zweyer widerwaͤrti⸗ ger Coͤrper, wie Nerulamius; noch andere aus der Schwere der Materie; verſchiedene hingegen, die etwas behutſamer gehen wollen, laͤnanen zwar dieſelbe nicht, halten ſie aber für ſo dunkel, wie andere allgemeine Eigenſchaften der Coͤrper. Endlich leiten ſie einige, die ſie vor bewieſen an⸗ nehmen, von der verſchiedenen Anzahl der Loͤchergen und der Theile her, wie Freind, und noch weitlaͤuftiger Joh. Marzucchi gethan hat; oder von der Aehnlichkeit der erſten Anfänge und Uebereinſtimmung der Theile, wie es⸗ einigen, denen wir nicht entgegen ſind, gefallen hat, her.“ Jedoch wir werden hievon bey anderer Gelegenheit handeln⸗ Das ⸗Anm. des Ueberſ. Ich habe ſchon im Jahre 1757. in den Actis der churfuͤrſtl. mainzi⸗ ſchen Academie zu Erfurt, das Principium der Aehnlichkeit und Unaͤhnlichkeit, Gleichheit und Ungleichheit zu Erklaͤrung einiger Erſcheinungen auge⸗ wendet, und werde deſſen groſ⸗ ſen Nutzen anderswo ausfuͤh⸗ ren, und eben deſſelben Allge⸗ meinheit beweiſen. beiter dung trefe Biſ bind in ei t von e ſemme ter vo Dtb, mnbe hele s Ko inſol man d dhit i Virm Mach ſer in Derbit ſand then d dufs, c. ſchwin⸗ nlichen Diſert. n Waß⸗ Gefäſſ he, in⸗ V die du⸗ ten Ge. in die augen: er Luſt edman n, den wird. ſt kom⸗ ſäugnen Erſchei⸗ Daher ber aus als au Sturm, rulli Und erwaͤrt⸗ Schwere utſamer ſie aber ſten der ieſen an⸗ gen und er Joh. keit de „wie es t, her. handelr Das erklaͤrung en ange: eſſengriſ Hausfuͤh⸗ en Allge b2. 139 H Das 6. Capitel. Von den chemiſchen Arbeiten uͤberhaupt. S. 1. [dir haben ſchon vorher(im 1. Cap. im 2.§. 99)& auch im 5. Cap. im 2.§.) angezeiget, daß der fuͤrnehmſte Endzweck der chemiſchen Ar⸗ beiten, entweder die mechaniſche und chemiſche Zerle⸗ gung der Coͤrper, oder ihre Zuſammenſetzung be⸗ treffe; weil aber die Zerlegung der Coͤrper in ihre Beſtandtheile(5. Cap. 1.2.§.) und die neue Ver⸗ bindung dieſer Beſtandtheile, bisweilen auf einmal in einer Arbeit geſchehen koͤnnen, und auch auf die Art geſchehen, daß die Beſtandtheile nicht wirklich von einander abgeſondert, ſondern nur in ihrem Zu⸗ ſammenhange veraͤndert werden, ſo, daß ſie aus ih⸗ rer vorigen Verbindung, durch Veraͤnderung des Ortes, in eine andere uͤbergehen, ſo iſt klar, daß man bey einigen Arbeiten die bloſſe Verſetzung der Theile zum Endzweck habe. z. E. Die Beſtandtheile des Korns, als Waſſer, Oel, Salz und Erde, ſind in ſolcher Ordnung mit einander verbunden, das man daraus keinen Weingeiſt erhalten kan; wenn es aber in Gaͤhrung gebracht wird, wobey Luft und Waͤrme als ſtarke wirkende Mittel(Cap. 5.§. 11.13.) gedachte Beſtandtheile, nemlich Oel, Salz und Waſ⸗ ſer in Bewegung bringen, ſo werden ſie von der Verbindung, die ſie zuvor mit dem erdigten Be⸗ ſtandtheile hatten, befreyet: hierauf mehr durch eben dieſelbe Bewegung verduͤnnet, gereiniget, und aufs neue, vermoͤge ihrer anziehenden Kraft(Cap. 5.§.14.) 140 Das 6. Capitel. F.§. 14.) unter einander verbunden, woraus alsdenn der öoͤligte Geiſt, oder Weingeiſt, zum Vorſchein komt. Es werden alſo unter der Gaͤhrung gedach⸗ te Theile nicht allein von der Erde und von derjeni⸗ gen Verknuͤpfung, die ſie vorher untereinander hat⸗ ten, geſchieden, ſondern es wird auch eine neue Ver⸗ bindung und ein neues zuſammengeſetztes Weſen, ſo vorher nicht da war, herfuͤrgebracht, wie in dem Ca⸗ pitel von der Gaͤhrung weitlaͤuftiger bewieſen wer⸗ den ſoll. In der Faͤulung geſchiehet ebenfals eine ſolche Verſetzung der Theile, aus einer in eine andere Verknuͤpfung. Daher laſſen ſich alle chemiſche Ar⸗ beiten, nach unſerer Meynung in 3 Claſſen bringen, von denen die 1te) Auf die Aufloͤſung der Coͤrper ſieht; die 2 te) Die Zuſammenſetzung derſelben zur Abſicht hat, und die 3te) Die Verſetzung der Theile befoͤrdert. Anmerkung. Der meiſte Theil der Chemiſten begreift alle chemiſche Arbeiten, unter den allgemeineren, nemlich unter der Zerlegung und Zuſammenfuͤgung; auch die hoöͤ⸗ here Chemiſten bekuͤmmern ſich bey ihrem Aufloͤſen und Verdicken, weiter um keine andere. Weil nun aber vor⸗ gemeldete Veraͤnderung, oder Verſetzung der Beſtand⸗ theile, die beſonders in der Gaͤhrung und Faͤulung be⸗ merket wird, ſowol aus der Zerlegung als Zuſammenfuͤ⸗ gung zuſammengeſetzt iſt, und eben ſowol zu jener als zu dieſer gehoͤret, auch davon nicht ausgeſchloſſen werden darf, ſo haben wir, aller Unordnung vorzubeugen, fuͤr beſſer gehalten, vorgedachte drey Claſſen der chemiſchen Arbeiten, nemlich die Aufluͤſung, Zuſammenſetzung und Verſetzung feſt zu ſtellen. §. 2. Wir haben vorher(im 5. Cap.§. 2. und 6.) bewie⸗ ſen, daß ſowol die mechaniſche als chemiſche Theilung der W Rr” gan tich cher ma vie ne M haud R Nii ſend känne trgih zdenn ſchein edach⸗ etjeni⸗ r hat⸗ Ver⸗ n, o n Ca. wer⸗ eine ndere e Ar⸗ ingen, e Abſicht begreiſt nemlich die hu⸗ en und er vor⸗ eſtand⸗ ung be unenfü⸗ als zu werden ;, für miſchen ng und hewie⸗ eilung der Von den chemiſchen Arbeiten uͤberhaupt. 141 der Coͤrper ihr Abſehen ſowol auf Theile, die dem ganzen aͤhnlich ſind, als auch auf die Beſtandtheile richte, und ſchlieſſen alſo daraus, daß, woferne die chemiſche Arbeiten in Claſſen gebracht werden ſollen, man auf dieſe Eintheilung, ohne der Ordnung ſehr viele Gewalt anzuthun, nicht ſehen koͤnne, ſondern viel⸗ mehr auf den letzten Endzweck, und auf die wirkenden Mittel und Beſtandtheile, ſo zu dieſen Arbeiten ge⸗ braucht werden. Solchergeſtalt gehoͤren zur Zerlegung der Coͤrper, nicht allein diejenige Arbeiten, wodurch die Beſtandtheile wirklich auseinander gebracht werden, ſondern auch die, wodurch der Zuſammenhang unter den Coͤrpern oder Theilen vermindert wird, als das Schmelzen der Metalle(Cap. 5.§. 13.); wie auch die⸗ jenige, wodurch die Coͤrper nur in Theile, die dem gan⸗ zen aͤhnlich ſind, nur daß ſie nicht die Groͤſſe und Figur haben, wie daſſelbe, wie in einigen Aufloͤſungen ge⸗ ſchiehet, zerleget werden. Die mechaniſche Zuſammenſetzung der Coͤrper, findet in chemiſchen Arbeiten keine Statt, auſſer in Anſehung der Kuͤtte und Leimen, von denen wir oben(im 4. Cap. §. 6.) gehandelt haben. Daß auch zur Verſetzung der Theile und Anfaͤnge keine mechaniſche Werkzeuge gebraucht werden koͤnnen, ergiebt ſich von ſelbſt. §. 3. Indem aber dasjenige, ſo durch chemiſche Arbei⸗ ten hervorgebracht wird, nicht allezeit die gehoͤrige NReinigkeit hat, ſondern noch gereiniget werden muß, welches wieder auf verſchiedene Art, nachdem nemlich die Coͤrper verſchieden ſind, anzuſtellen iſt, ſo haben wir fuͤr billig gehalten, denen genennten Claſſen der chemiſchen Arbeiten(§. 1.) die vierte zuzuſetzen, wel⸗ che dasjenige zu reinigen lehret, was entweder dauch Uf⸗ 14² Da 1 8 6. Capitel. Aufloͤſung oder Zuſammenſetzung, oder auch durch Verſetzung erhalten worden, und welche uͤberhaupt alle Arbeiten beſchlieſſet. Zu dieſem Ende haben wir folgende Claſſen von den chemiſchen Arbeiten gemacht. 5. 4. Tuafel der chemiſchen Arbeiten. ( Zu den chemi⸗ ſchen Arbei⸗ ten gehoͤren 1I. die Zerle⸗ gung der Coͤr⸗ per, welche zweyfach iſt. Siehe das z. Cap.(. 2. (Analyſis) menſetzung der Coͤrper. (Syntheſis) 3 die Ver⸗ etzung der Theile. b 3. die Zuſam⸗ 4. ſcheZeꝛlegung das Auspreſſen. die Mechani⸗ das Pulveriſiren. (das Verkalchen. die Aüidlinn, das Ver⸗ d die e, quicken ꝛc. Eide dih che⸗ das Schmelzen. muf 6Ss die gelinde Erwaͤrmung⸗ Lung. Sas. Einweichung. 8 1 das Ausziehen. das Abrauchen; die Ein⸗ dickung. das Deſtilliren. Odas Sublimiren. (die Verfuͤchtigung; das Wachsthum. die Verdickung. die Niederſchlagung. Ge⸗ genwuͤrkung. 4== das Cryſialiiſiren. b das Salzmachen. Seiffenſieden. Verſuͤßen. das Verglaſen. die Wiederherſtellung. it. Wiederlebendigmachung. (Metalliſirung. ſ die allgemeine Gaͤhrung. geiſthafte Gaͤhrung. ſaure Gaͤhrung. b(Fäulung. Zernichtung. Abſcheidung. Aushellung⸗ ₰ 4. die Reini⸗ die Scheidu gung der her⸗ 4.. ihe ing das vule fuͤrgebrach⸗ Reinigung. ten Dinge.(ALerſtaͤrkung. 1. An⸗ Cap. 5. 9. 6.(das hiloſophiſche Reiben Von den chemiſchen Arbeiten uͤberhaupt. 143 durch 1. Anmerkung. Wir koͤnnen nicht laͤugnen, daß einige rhaupt Arbeiten ſo beſchaffen ſind, daß man ſie ſowol zur Zerle⸗ ben wir gung als Zuſammenfuͤgung rechnen kan; denn die einfa⸗ emacht, che Verglaſung gehoͤret zur Zerlegung, desgleichen auch die Wiederlebendigmachung. Weil aber dieſe und ande⸗ re dergleichen Arbeiten auch oͤfters durch Zuſammenſe⸗ V tzung geſchehen, und nur mit vieler Unordnung zu bey⸗ V derley Arten von Arbeiten gerechnet werden koͤnnen, ſo haben wir fuͤr beſſer gehalten, die Claſſen ſo zu ordnen, daß die Namen und der Grund von der vornehmſten Ver⸗ Neiben aͤnderung hergenommen wuͤrden. 2. Anmerkung. Sennertus und andere mit ihm, ſetzen das Ver-. noch in ihre allgemeinere Claſſen, die Veraͤnderung; .eee von welcher ſie fuͤrgeben, daß ſie bey dem Glaßma⸗ demung⸗ chen, Verſluͤchtigen und Figiren vorkomme; allein wir werden bey Abhandlung dieſer Arbeiken an ſeinem Orte .. zeigen, daß ſie theils die Zuſammenſetzung, theils auch die Ein die Ferlegung voraus ſetzen. r§. ſ. ung; das Damit die angefuͤhrten Arbeiten kluͤglich und vor⸗ ſichtig angeſtellet werden moͤgen, ſo muß ein Che⸗ zung. Ge— miſt wiſſen: ·d. 1) Von was fuͤr Natur und Beſchaffenheit der beſihn Coͤrper ſey, welcher bearbeitet werden ſoll. Dieſes wird nun theils mit den aͤuſſerlichen Sinnen(Cap. ſ. dunzn§. 5.) theils durch hiſtoriſche Erkenntniß der Coͤrper, die man aus der natuͤrlichen Geſchichte herholen muß; Gährunn theils auch durch die Aehnlichkeit und andere Umſtaͤn⸗ n de erkannt. Solche Erkenntniß iſt deswegen noͤthig, ſcötung⸗ damit man nicht Dinge in groſſem Feuer halte, die nur geringes erfordern; denn auf dieſe Art wird man 18 niemals ſeinen Endzweck erhalten. 2) Was fuͤr Werkzeuge er gebrauchen muß, die V ſich nach dem Unterſcheide der Coͤrper(Cap. 4), zu V jeder Arbeit ſchicken. , Ans 3) Was 144 Cap. 7. Vom Pulveriſiren und andern 3) Was fuͤr wirkende Werkzeuge oder Mittel (Cap. 5.) zum vorgeſetzten Endzweck erfordert wer⸗ den, auch in welcher Verhaͤltniß, oder wie viel, und wie ſtark ſolche Mittel zu der Veraͤnderung der Coͤr⸗ per muͤſſen angewendet werden; desgleichen wie und auf was Art die Bereitungen und Vermiſchungen fuͤr⸗ genommen werden muͤſſen, damit die Abſicht erhalten werde. 4) Was fuͤr Handgriffe, bey den anzuſtellenden Arbeiten noͤthig ſind. Wie aber faſt alle Arbeiten be⸗ ſondere Umſtaͤnde und Handgriffe erfordern, ſo iſt es auch dienlich, jedwede beſonders zu betrachten. Anmerkung. Aus dieſem allen erhellet, daß ein Che⸗ miſt in der natuͤrlichen Geſchichte, in der Naturlehre und Meßkunſt geuͤbt ſeyn, und die Weltweisheit verſtehen müſſe; uͤberdis muß er verſchlagen genug ſeyn, die Natur der Coͤr⸗ per zu entdecken; auf alle Erſcheinungen und Umſtaͤnde aufmerkſam; arbeitſam, und an keine bequeme Lebensart gewoͤhnet; er muß einfache Verſuche nicht verachten, noch ohne Grund weder etwas behaupten noch verneinen; auch nicht zu neugierig ſeyn; ſchaͤbliche Ausduͤnſtungen vermei⸗ den, ſich aber fur Kohlen und Ruß, wenn er gleich damit beſudelt wird, nicht fuͤrchten. 88855ε888888888:88885§8588888 Das 7. Capitel. Vom Pulveriſiren und anderen dahin gehdrigen mechaniſchen Arbeiten. G. 1. as Pulveriſiren, ſo auch Kleinmachen heißt, iſt D uͤberhaupt diezenige mechaniſche Arbeit, wo⸗ durch feſte Coͤrper, in kleinere, aber ahnliche Theile gebracht werden.(Cap. F. S. 1.) Zu dieſer Arbeit, ſo die erſte in der Chemie iſt, und zu wlch A denn tre fuſigen gkuchte de(du 4 3. Nn wer Aume nd füng eh Mittel ert wer⸗ el, und der Cor⸗ wie und gen fuͤr erhalten tellenden eiten be⸗ ſo iſt e ein Che elehre lw ehen miſt, turderCi d Umſne e Lebensm chten, ucc einen; alc gen verne⸗ leich dami Le gehdrihn heißt, 1 eit, wo⸗ äͤhnlie eiſ und V zU dahin gehoͤrigen mechaniſchen Arbeiten. 145 zu den uͤbrigen den Weg bahnet, werden folgende Ar⸗ beiten gezaͤhlet. 6. 2. 1. Das eigentlich ſo genannte Puͤlvern, vermoͤge welchem trockene Coͤrper im Moͤrſel zerſtoſſen und zer— rieben werden.(Cap. 4.§. 3. N. 2.) 1. Anmerkung. Obaleich das Puͤlvern uͤberhaupt, durchs Zerſtoſſen geſchiehet, ſo gefaͤlt es doch den Chemiſten un⸗ ter dem Puͤlvern und Zerſtoſſen folgenden Unterſcheid an⸗ zunehmen: das erſte erſtrickt ſich auf trockene Coͤrper, ſo in kleine, und dem Gantzen aͤhnliche Theile zerleget werden; das letzte aber auf weiche, ſo in Brey, oder in ein faſerig⸗ tes Weſen verwandelt werden ſollen. Wenn alſo Gewaͤchſe im Moͤrſel durch ſtampfen dahin gebracht worden, ſo ſagt man, man habe ſie zerſtoſſen. 2. Anmerkung. Wenn man trockene Coͤrper zu Pulver machen will, ſo muß man den Moͤrſel mit einer in der Mitte durchloͤcherten Decke, durch welche man die Moͤrſel⸗ keule durchſtecken kann, bedecken, aber auch mit Leinewand zubinden, damit nichts verſtaäube, noch mit der Luft dem Stoͤſſer in den Mund komme, wenn er ſchaͤdliche Dinge zu ſtoſſen hat. *§. 3. 9 9 2) Das Praͤpariren oder Feinmachen, geſchiehet, wenn trockene Coͤrper mit Waſſer, oder einer andern fluͤſſigen Materie, um das Zerſtaͤuben zu verhuͤten, an⸗ gefeuchtet, und auf einem Porphyrſteine, mit Huͤlfe des Laͤufers, den man beſtaͤndig herumdrehet,(Cap. 4.§. 3. N. 12.) zu einem ſehr feinen Pulver zerrie⸗ ben werden⸗ Anmerkung. Was hiebey vor Handgriffe zu beobachten ſind, kann beſſer durch den Augenſchein als durch Worte fuͤrgeſtellet werden. G. 4. 3) Die Alkoholiſirung wird wie das Feinmachen (§. 3.) auf einem Porphyr angeſtellet, da man nem⸗ I. Th. K lich ———— 3 4 L — 5— 2 —— —õõ— 146 Cap. 7. Vom Pulveriſiren und andern lich ſo lange reibet, bis man das Pulver unter den Fingern nicht mehr fuͤhlen kann, und bis es zwiſchen den Zaͤhnen nicht mehr knirſchet. Alsdenn heißt es ein undegreifliches Pulver.(Alkohol.) Anmerkung. Theophraſtus Paracelſus hat den Na⸗ men Alcohol in der Chemie zuerſt aufgebracht. Jetzo heißt nicht allein jedes ſeine Pulver ſo, ſondern auch oft ein hochgereiniater und rectificirter Weingeiſt, daß alſo jede Materie, ſie maa feſt oder fluͤſſig ſeyn, mit dieſem Na⸗ men beleget werden kann, wenn ſie nur auſſerſt zart und fein gemacht worden iſt. §. 5. 4) Das Feilen und Raſpeln, wird, wie bekannt, mit Feilen, Raſpeln, Reibeiſen oder Saͤgen(Cap. 4.§. 3.N. 4. 7. 10.), oder auch mitder Engelfiſch⸗ haut fuͤrgenommen, welche ſonſt Chagrin heißt, und von dem Fiſch, der wegen ſeiner ſcharfen Schuppen, Sqvatus, Squatua, oder Sqvatina heißt, genommen wird; bisweilen geſchiehet es auch mit einem Meſſer oder mit Glaßſtuͤcken. Dieſe Art zu Pulver zu machen, wird bey zaͤhen Coͤrpern und Metallen gebraucht, die ſich im Moͤrſel nicht zerſtoſſen laſſen. §. 6. 7) Das KRoͤrnen gehet auf die Metalle, wenn man ſie in kleine Koͤrner bringen will, welches auf vierfa⸗ che Art geſchehen kann. a) Indem das geſchmeltzte Metall in einen Ey⸗ mer, oder in eine Mulde, die vorher inwendig mit Kreide wohl berieben worden, gegoſſen, und die Mulde mit dem Metall geſchwinde, daß es an die Sei⸗ ten ausgi neng dieſe es ſa Ean Dei ben, fätnß ſtit au Mire tellein ungeyu täbhr ar auch me llich, nichin 1 ter den diſchen eißt es den M Jeto uch oſt aß alſo em Na⸗ art und ig mit nd die I ten ie Seie dahin gehoͤrigen mechaniſchen Arbeiten. 147 ten anſchlage, aber nicht herausſpringe, auch beſtaͤn⸗ dig, ſo lange geſchwencket wird, bis das Metall kalt geworden. b) Indem das flieſſende Metall, durch einen oͤffel mit vielen kleinen Loͤchern, den man uͤber ein an⸗ der Gefaͤß haͤlt, gegoſſen wird. c) Indem das flieſſende Metall ins Waſſer, wel⸗ ches man mit einem hoͤlzernen Werkzeug geſchwinde beweget, gegoſſen wird; man muß aber nur wenig Metall auf einmal, und etwas hoch uͤber dem Waſſer ausgieſſen. d) Indem das Metall mit Kalch ſchichtweiſe ver⸗ mengt, und nachher zum Fluß gebracht wird. Auf dieſe Art kann das Bley ſo fein gekoͤrnet werden, daß es ſtatt des Sandes, in den ſogenannten Stunden, oder Sanduhren zu brauchen iſt. g. 6. Weil aber die Oberflaͤche der Coͤrper, durchs Pul⸗ vern, Feilen und Koͤrnen, ohne Zweifel in der Ver⸗ haͤltniß zunimt, in welcher ſie immer feiner werden, ſo iſt auch offenbar, daß die wirkenden ehemiſchen Mittel(§. J.) deſto ſtaͤrker und geſchwinder auf ſol⸗ che kleingemachte Coͤrper wirken, weil mehr Beruͤh⸗ rungspuncte vorhanden ſind, in welchen ſie ſie unmit⸗ telbar angehen koͤnnen; denn eine groͤſſere Flaͤche hat auch mehr Beruͤhrungspuncte. Man ſiehet auch zu⸗ gleich, warum man das Puͤlvern den uͤbrigen che⸗ miſchen Arbeiten vorſetzt, K 2 Das 148 Cap. 8. Vom Auspreſſen. gooooocossoseedSee Das 8. Capitel. Vom Auspreſſen. §. 1. as Auspreſſen iſt diejenige mechaniſche Arbeit, § vermoͤge welcher Saͤfte oder Oele, aus Kraͤu⸗ tern, Beeren, Koͤrnern, Saamen oder Schaalen der Gewaͤchſe, ausgedruckt werden. S. 2. Solches geſchiehet nun folgendermaſſen: ) Die Kraͤuter oder Beere werden erſtlich mit reinem Waſſer gewaſchen, und von aller auſſerlichen Unreinigkeit geſaubert; darauf in einem Moͤrſel brey⸗ weich zerſtoſſen, und wenn ſie alſo bereitet ſind, wer⸗ den ſie in ein ſtarkes leinenes Tuch gewickelt, oder in einen Sack gethan und unter die Preſſe gelegt, welche vermittelſt einer Schraube angezogen wird, damit al⸗ ler Saft herausflieſſe.(Siehe das 4te Cap.§. 3. . 22.) b) Kerne und Saamen, als: Mandeln, Piſta⸗ cien, Nuͤſſe, Oliven, Ruͤbe⸗Lein⸗ und Hanſſaamen u. f. werden erſt im Moͤrſel zerſtoſſen, oder in der Muͤhle geſchrotet, darauf wird das Schrot* dem Dampfe des Waſſers ausgeſetzet, damit es von dem⸗ ſelben durchdrungen werde, hierauf wieder getrock— net, in einen Sack oder leinen Tuch gethan, ſodenn zwiſchen 4æ „Anm. des Ueberſ. Hier zu Lan⸗ ſetzt; allein der Herr Verf. hat de wird das Schrot, oder Mehl oben§0 10. 1) gezeigt, daß der einiger von dieſen Saamen nur Dampf des Waſſers die Coͤr⸗ befeuchtet, nicht aber dem per mehr durchdringe und auf⸗ Dampfe des Waſſers ausge⸗ löoͤſe, als das Waſſer ſelbſt. brauch lcte puſemn man in di ge Lome ten und R den dn a ch wit tlichen e brey⸗ , wer⸗ der in welche mit al⸗ J.3. Piſta⸗ aamen in der * dem n dem⸗ etrock⸗ ſodenn wiſchen erf. hat daß der ie Cir⸗ nd auß bſt. Cap. 8. Vom Auspreſſen. 149 zwiſchen zwey kuͤpfernen oder eiſernen warmgemachten Platten unter die Preſſe gelegt, und das Oel ausge⸗ preſſet. Anmerkung. Je waͤrmer die metalliſche Platten ſind, de⸗ ſto brenzlichter und dunkler wird das Oel, ſie muͤſſen alſo nur maͤßig warm ſeyn, welches beſonders im Winter nichts ſchadet. Es iſt auch zum Ausdruͤcken ſehr gqut, wenn das Schrot vorher feucht(an den Dunſt des Waſſers geſetzt) wird, ob es gleich viele nicht haben wollen; denn es wird dadurch weich, und laͤßt das Oel deſto leichter fahren; doch muß es vor dem Preſſen wieder trocken ſeyn. c) Citronen⸗ Pomerantzen⸗ Limonen⸗Berga⸗ motten⸗ und andere Schaalen, werden laͤnglicht zer⸗ ſchnitten, hernach zuſammen gewickelt und mit den Fingern uͤber einem hellem Glaſe ausgedruͤckt. Sol⸗ chergeſtalt wird das Oel aus den Schaalen gebracht, welches Tropfenweiſe auf das Glaß faͤlt, und von da in dem untergeſetzten Gefaͤß zuſammenlaͤuft. An den Orten, wo dergleichen Fruͤchte in Menge wachſen, braucht man das Oel daraus zu bringen, eine ſtache⸗ lichte Maſchine, welche die Schaalen auf einmal ſowol zuſammendruͤckt, als auch zerreiſſet, wie Caſp. Neu⸗ man in den Ph. Chem. Vorleſ. 7T. I. P. II. p. 502. die Keſſel herausgegeben, weitlaͤuftig beſchrieben hat. Aumerkung. Die Oele, ſo man auf dieſe Art aus gedach⸗ ten Schalen bekomt, gehoͤren zu den weſentlichen Oelen, und ſind von den ausgepreßten Oelen der Saamen und Beeren allerdings unterſchieden. Das Oel, ſo man aus den Citronſchaalen erhaͤlt, heißt oleum ae Cedro, und bey den Italiaͤnern, Oglio, oder Eſſenza de Cearo. —jõ—ÿõ— ——Vʒ::——„..—.i.— K 3 Das Cap. 9. Vom Reiben. ——— Das 9. Capitel. Vom Reiben. G. I. D' Beiben iſt ine mechaniſche Arbeit, vermoͤge welcher die Coͤrper auf einer Muͤhle durch Dru⸗ cken und Reiben zu Mehl oder klein gemacht werden. Anmerkung. Die eigentliche Pulveriſirung(Cap.⸗.§. 2.) wird durchs Zerſtoſſen; das Reiben aber durchs Zuſam⸗ mendrucken und Anreiben bewerkſtelliget. 9. 2. Das Reiben iſt dreyerley, weil man dreyerley Ab⸗ ſichten damit hat, als: 1) Pulver zu machen, zu welchem Ende entweder groſſe oder kleine Muͤhlen, nemlich Waſſermuhlen, Handmuͤhlen, ſtaͤhlerne Muͤhlen, oder auch die kleine Muͤhlen, womit man gewoͤhnlichermaſſen den Coffee und Pfeffer(Cap. 4.§. 3. N. 3.) klein macht, wie ge⸗ nugſam bekannt iſt, fuͤrhanden ſind. 2) Auszuziehen, weswegen die Gewaͤchſe, oder andere Coͤrper, zu Pulver gemacht, nachher aber mit dem ſiebenden oder achten Theile Waſſer vermiſcht, und in der philoſophiſchen Muͤhle(Cap. 4.§. 3. N. 3.) gemahlen werden, da denn das Waſſer, nebſt der rei— benden Bewegung, alles, was es nur, aus den alſo be⸗ handelten Coͤrpern, aufzuloͤſen vermag, ohnfehlbar aus⸗ ziehet, nemlich den Saft, das Oel und Saltz. Dieſe Arbeit heißt auch das philoſophiſche Reiben. Anmerkung. Wer dieſes Reiben weitlaͤuftiger beſchrieben leſen will, findet es in den Aem. ae' Acad. de Parisz 1738. wie dt we ley A⸗ ntweder nühlen, e kleine Coffe wie ge , oder ber mit cht und N. 3) der rei⸗ alſobe⸗ ar aus⸗ Dieſe hrieben 11738. wie Cap. 9. Vom Reiben. 151 wie auch in des Grafens de la Garaye Chymie Hydrauli- que, die auch ins Deutſche uͤberſetzt worden. Es iſt aber bey dieſem Reiben zu merken: a) Daß die auf ſolche Art gemachte Ausziehungen, viel erdigtes beygemiſcht haben, welches theils von dem Waſſer ſelbſt, ſo durch die Bewe⸗ gung in Erde verwandelt wird, theils von den hiezu ge⸗ brauchten Coͤrpern herkomt; daher muß man auch nach vollbrachtem Mahlen, die erhaltene Materien allerdings durchſeihen. b) Daß man durch dieſes Mahlen nichts anders erhalten koͤnne, als was das Waſſer aufloͤſen und ausziehen kann, wie bereits geſagt worden. Wenn man alſo, ſtatt dieſer gewaltſamen Bewegung, heiß Waſſer braucht, wird man, wo nicht mehr, doch eben das erhalten⸗ 3) Aufzuloͤſen, fuͤrnemlich mit dem Oveckſilber, ſo man Verquicken heißt, und in den Quickmuͤhlen geſchiehet(Cap. 4.§. 3. N. 3.) mit welchen die Kraft des Qveckſilbers im Auſloͤſen befoͤrdert wird, wovon (im IIten Cap. im 6ten§0) mit mehrerem gehandelt werden ſoll. de e S e ded ee Das 10. Capitel. Vom Verkalchen. S. 1. D Verkalchen iſt eine chemiſche Arbeit, unter welcher die natuͤrlichen Coͤrper, in ein erdfoͤr⸗ miges Pulver, das, ſeiner Natur nach, insge⸗ mein von dem vorigen Coͤrper ſehr abweichet, verwan⸗ delt werden. 1. Anmerkung. Daß nicht allein feſte Coͤrper, ſondern auch ſluͤſſige, zu Kalch und zu einem erdigten Pulver ge⸗ macht werden koͤnnen, lehret uns das Queckſilber ſehr deutlich. 2. Anmerkung. Weil die Coͤrper durchs Verkalchen oͤf⸗ ters in ihre Beſtandtheile vdeßt werden,(Cap. 5. S10 8 4 172 Cap. 10. Vom Verkalchen. ſo hat man es das philoſophiſche Pulveriſiren genannt, indem man zu dieſer Kleinmachung der Coͤrper keine me⸗ chaniſchen Werkzeuge gebraucht. §. 2. Alles Verkalchen geſchiehet auf zweyerley Art, nem⸗ lich entweder durch Waͤrme und Feuer, welches wirk⸗ lich Verkalchen heißt; oder durch trockene und fluͤſ⸗ ſige Aufloͤſungsmittel(Cap..§. 7.) welches das ver⸗ moͤgende Verkalchen genennet wird,(potentialis.) §. 3. 2 3 Zum wirklichen Verkalchen gehoͤren folgende Ar⸗ eiten: 1) Das eigentlich ſogenannte Verkalchen, wodurch Meralle und unterirdiſche Coͤrper, entweder fuͤr ſich, oder in dienlichen Gefaͤſſen, im offenen Feuer, zu Kalch, oder erdigtem Pulver gemacht werden. Wenn dieſes Verkalchen im Streichofen geſchiehet, oder auch ſo, daß die Coͤrper uͤberall vom Feuer umge⸗ ben werden, ſo heißt es, das Reverberiren. Anmerkung. Der Kalch aus dem Kalchſteine, giebt uns vom Verkalchen ein gemeines Beyſpiel, wovon viel⸗ leicht die gantze Arbeit ihren Namen bekommen hat. Der ausgeſuͤßte Todenkopf vom Vitriol, wird im Streichfeuer zu Kalch gebrannt: Desgleichen auch die metalliſche Kalche, welche man nach ihrer Aufloͤſung und Ausſuͤſſung bekomt. Man braucht hiezu entweder offene Scherben, oder ſolche, die mit andern, ſo an den Seiten Loͤcher haben, und die man umgekehrt drauf thut, bedeckt werden. 2) Die Roͤſtung,(Toſtio,) ſo hauptſaͤchlich bey den Ertzen vorkomt, theils die fluͤchtigen Theile wegzudrin⸗ gen, als ſchwefeligte, arſenicaliſche und waͤſſerige, theils auch die Ertze dichter zu machen. 1 Anmer⸗ —-— landen Aume tern hen, nenn hen, tex bie 9)d tfinen m d ſi eige dr C tr der unde dn ſe Falzie d enonnt, ine me⸗ :, nem⸗ wirk⸗ dfluſ Äs ver⸗ ) de Ar⸗ dodurch uͤr ſich Kalch chiehen umge e, gilht von vie nt. wird im auch de ung und er offene Seiten bedect dey den ubrin⸗ ſerig⸗ nmer⸗ Cap. 10. Vom Verkalchen. 173 Anmerkung. Von einigen wird dieſe Arbeit die(Uſtula- tio) geheiſſen, wiewol ſehr ſchlecht.* Wenn caleinirte Extze oder Steine, indem ſie noch warm ſind, mit Waſſer beſprengt, oder in demſelben ab⸗ geloͤſchet werden, ſo werden ſie davon bruͤchiger, und die ganze Handlung bekomt den Namen: der gedaͤmpften Roͤſtung. 3) Das Doͤrren kann nur von waͤſſerigen und ſal⸗ zigen Theilen, die man aus den Coͤrpern wegſchaffen ſoll, geſaget, und daher bey gelinderer Waͤrme verrich⸗ tet werden. Anmerkung. Man muß alſo das Doͤrren mit dem Roͤſten und Abaͤthmen nicht vermengen. Gewaͤchſe und Thiere werden bey gelinder Waͤrme gedoͤrret; wenn dieſes aber ſo weit gehet, daß ſie etwas anbrennen, ſo kann man ſie lie⸗ ber: gebraten heiſſen. 4) Das Brennen findet bey etwas haͤrteren Ge⸗ waͤchſen und Thieren ſtatt, die man im Feuer nicht völ⸗ lig zu Kalch, ſondern nur ſo ſtark, daß ſie bruͤchiger werden, brennen will. Anmerkung. Wenn Brennen und Roͤſten miteinander vermenget worden ſind, ſo iſt es wohl deswegen geſche⸗ hen, weil man viele Gewaͤchſe, die man gebrennt haͤtte nennen ſollen, geroſtet genennt hat, als geroſtete Boh⸗ nen, geroſtete Rhabarber; man haͤtte lieber gebrenn⸗ te Bohnen; gebrennte Rhabarber ſagen ſollen, ſo wie man gebrannt Hirſchhorn ſpricht u.ſ. f. 5) Die Einaͤſcherung geſchiehet, indem Coͤrper im offenen Feuer zu Aſche gebrannt werden, wie jeder⸗ K F mann ⸗Anm. des Ueberſ. Uſtulatio gen, ſo die Uſtulationem fuͤr iſt eigentlich das Abaͤthmen der Capellen, wenn ſolche un⸗ ter der Muffel, eine Viertel⸗ ſtunde, bis gantze Stunde, nach⸗ dem ſie von Beinaſche, oder Holtzaſche ſind, gegluͤhet wer⸗ den. Weil aber eben diejeni⸗ das Adaͤthmen nehmen, auch das Roͤſten Uſtulationem nen⸗ nen, z. E. Cramer, ſo iſt es freylich beſſer, einem jeden ei⸗ nen beſondern Namen zu ge⸗ ben. 154 Cap. 10. Vom Verkalchen mann bekannt iſt. Es betrift alſo nur dieſelben Ge⸗ waͤchſe und Thiere, aus welchen man dadurch mehr oder weniger Laugenſalz und Erde erlanget. Anmerkung. Je ſtaͤrker das Feuer iſt, und je trockener die Gewaͤchſe und Thiere ſind, deſtoweniger Salz und Erde erhalt man, weil ſtarkes Feuer die Theile der Coͤrper, theils zerſtoͤret, theils verfluͤchtiget; daher finden wir auch im Ruß ſowol Salz als Erde, wie an ſeinem Orte vorkom⸗ men wird. Zum vollkommenen Einaͤſchern iſt allezeit freyes Feuer noͤthig, denn bey verſchloſſenem werden die Coͤrper zu Kohlen, aber nicht zu Aſche gebrennt. Der ein⸗ zige Weinſtein giebt bey verſchloſſenem Feuer⸗ feuerbe⸗ ſtaͤndiges Laugenſalz. Kohlen, ſo bey verſchloſſenem Feuer vehennt worden, werden nachher im freyen Feuer zu e. 6) Das Verpraſſeln, iſt diejenige Arbeit, wodurch gemein Salz, nach der ihm eigenen Art, im Feuer zu Pulver, und einigermaſſen gereiniget wird. Denn dieſes Salz praſſelt im Feuer gewaltig, und zerſpringt in kleine Theilgen. Je groͤſſere Theile oder Wuͤrfel es hat, je mehr praſſelt es, ſonderlich das Steinſalz. Von dieſem Praſſeln, hat dieſe Arbeit iihre Benen⸗ nung erhalten, und das Salz, ſo dieſe Arbeit ausge⸗ ſtanden hat, die in einem nur obenhin verdeckten Ge⸗ faͤſſe, damit die Theilgen nicht herausſpringen, geſchie⸗ het, heißt verpraſſelt Salz, welches weiß ausſiehet, und ganz kleine Theilgen hat. Anmerkung. Man ſtellet dieſe Arbeit zu dem Ende an, da⸗ mit das Salz im Auseinanderfahren und Praſſeln, die Ge⸗ faͤſſe nicht zerbreche, wenn man es in verſchloſſenen Gefaͤſ⸗ ſen behandeln will. Die Urſache vom Praſſeln, wird im ten Theile, im 4ten Cap. angezeiget werden. 7) Das Verpuffen, kan eigentlich vom Salpeter geſaget werden. Wenn dieſer, mit irgend einer ent⸗ zundlichen Materie vermiſcht, mittelbar oder unmit⸗ telbar, in offenen oder verſchloſſenen Gefaͤſſen, ins Feuer Feuet g und iſt teie ſ eingemi V Anme ſihe p km, V n Fjjl 9d. waderble V nt ond ſoiegel, gebrach Anme der⸗ ler, per. Anteri denn- ſſeher d vil Nen, daur, Des be pſich d Aiſtung dexerle ungomiit, ine Aufte Judem tecnet, cenerd und Ee ver,theit auch i vorkom⸗ dallejal den die Der ein⸗ feuerhe⸗ m Feuer uer pu vodurch feuer u Dem rſoringt Wärfl fteinſa. Benen⸗ ausge⸗ en Ge⸗ geſchie oſtehet e an,da⸗ die Ge⸗ Gefiß⸗ wirdim alpeter er ent⸗ unmit n, ins Feuer den Ge V ehr oeer Cap. 10. Vom Verkalchen. 155 Feuer geſetzt wird, ſo macht er eine helle, funckelnde und ziſchende Flamme, wobey die entzuͤndliche Mate⸗ terie, ſie mag entweder vor ſich, oder andern Coͤrpern eingemiſcht ſeyn, geſchwind und voͤllig verzehret wird. Anmerkung. Auf dieſe Weiſe kann man alſo die entzuͤnd⸗ liche Materie, ſo in den Coͤrpern verborgen ſteckt, entde⸗ cken, und viele Ertze zu Kalch machen, welche mit zugeſetz⸗ tem Salpeter verpuffen, und hierdurch ihren entzuͤndlichen Theil verlieren. 8) Das Verkalchen an der Sonne, geſchiehet ent⸗ weder bloß durch die Sonnenwaͤrme, indem die Coͤr⸗ per an die Sonne gelegt werden, oder durch Brenn⸗ ſpiegel, wodurch die Strahlen derſelben in die Enge gebracht werden. Anmerkung. Vitriol, Wunderſalz, Borax, Alaun und an⸗ dere Coͤrper, zerfallen an der Sonne in ein trockenes Pul⸗ ver, und heiſſen daher an der Auft zerfallende Coͤr⸗ per. Diejenige Veraͤnderungen aber, die einige andere unterirdiſche Coͤrper an der Luft leiden, als Eiſen, indem es roſtet, Kupfer, das zu Gruͤnſpahn wird, Schwefelkieſe, die zu Pulver werden, und Schiefer, auch andere, gehoͤren hieher nicht, weil ſie nicht ſowol von der Sonnenwaͤrme⸗ als vielmehr von fremden Materien in der Luft herkom⸗ men; hier aber nur von Verkalchen durch Waͤrme und Feuer geredet wird. §. 4. Das vermoͤgende Verkalchen, ſo auch das philoſo⸗ phiſche, oder auch die Zerfreſſung genennet wird, iſt in Anſehung der aufloͤſenden Mittel(Cap. 7. g. 5.) zweyerley; nemlich das feuchte, ſo durch fluͤßige Aufloͤ⸗ ſungsmittel, oder das trockene, das durch feſte und tro⸗ ckene Aufloͤſungsmittel vollbracht wird. §.. Zu dem vermoͤgenden naſſen Verkalchen werden ge⸗ rechnet: 1) Das 156 Cap. 10. Vom Verkalchen. 1) Das Verkalchen durch Eintauchen, oder durch Aufloͤſungsmittel, welches geſchiehet, indem auf die zu zerfreſſende Coͤrper, aufloͤſende Mittel gegoſſen, oder auch jene in dieſe eingetauchet werden. Es iſt alſo in der That nichts anders als eine Aufloͤſung, von der im folgenden Capitel gehandelt wird. 2) Das Verkalchen durch Daͤmpfe, pflegt eigent⸗ lich das philoſophiſche Verkalchen genennet zu wer⸗ den, und beſtehet darinn, daß die zu verkalchenden Coͤr⸗ per, dem Rauche oder Dampfe eines aufloͤſenden Mit⸗ kels ausgeſetzet, und dadurch zerfreſſen werden. Die⸗ ſes geſchiehet nun auf vielfache Art: Denn bisweilen werden die Coͤrper, indem man die aufloͤſenden Mit⸗ tel deſtilliret, in dem Helm aufgehaͤnget, wie das Bley, wenn man Bleyweiß machen will, welches in duͤnnen Plaͤttchen in dem Helme aufgehaͤnget wird, durch wel⸗ chen der Eſſig im deſtilliren gehet; bisweilen werden ſie auch in einen leinenen Sack eingeſchloſſen, und mit demſelben in den Hals des Kolbens, unter dem Deſtilliren gehaͤnget; bisweilen werden ſie dem auf⸗ ſteigenden Dampfe, vom warmen und heiſſen Waſſer ausgeſetzet, u. ſ. w. Anmerkung. Wenn man Hirſchhorn auf dieſe Art zu Kalch gemacht hat, ſo nennt man es: philoſophiſch calci⸗ nirtes. Hieher laſſen ſich auch vielleicht diejenige Calci⸗ nirungen bringen, die in der Luft von ausdampfenden Theilchen(§. 3. N. 8. Anmerk.) geſchehen. Dieſe Auf⸗ loͤſung und Verkalchen iſt weit durchdringender als das durchs Eintauchen. 3) Das Verkalchen durchs Anſtreichen, wird ſo gemacht, daß die zu verkalchende Coͤrper mit dem Auf⸗ loͤſungsmittel beſtrichen und uͤberzogen werden, worauf man ſie vor ſich trocknen laͤßt, und nach dieſem wieder wit vorher, ſo oft als es noͤthig iſt, verfaͤhret. §. 6. Jum folgende ) D innen b unterſhi Nauch, mitel;d Nauchbon nittel bol dunf we 3 caemente entwede chen geſe ligten J in ſhicl der Ceme erden, n ſezt witd runn ſöweſe tfuſtn un i, oder Kanterma —QQꝗQʒʒÿÿÿ— V d ſenm Ge V er durch auf die ſſen,oder iſt alſ von der eigent⸗ zu wer⸗ en Coͤr⸗ en Mit⸗ Die⸗ zweilen en Mit⸗ as Ble duͤnnen irch wel werden en, und ter dem em aufe Waſee Art zl ſſch cale⸗ ge Cali— nyfenden ieſe Auf⸗ als das wird ſo :m Auf worauf wieder 9, 6. Cap. 10. Vom Verrauchen. 157 §. 6. Zum vermoͤgenden trockenen Verkalchen, gehoͤren folgende Arten deſſelben, als: 1) Das Verkalchen durchs Raͤuchern; dieſes iſt dar⸗ innen von dem Verkalchen durch Daͤmpfe(§. 5. N. 2.) unterſchieden, daß das letztere, durch Daͤmpfe oder Rauch, von einem zerfreſſenden fluͤſſigen Aufloͤſungs⸗ mittel; das erſtere aber, wovon hier geredet wird, durch Rauch von einem trockenen zerfreſſenden Aufloͤſungs⸗ mittel vollbracht wird. So zerfrißt der Schwefel⸗ dampf viele Metalle. 2) Das Verkalchen durchs Gluͤhen(Caleinatio caementatoria ſ. Caementatio) beſtehet darinne, daß entweder gekoͤrnete oder geraſpelte, oder auch zu Ble⸗ chen geſchlagene Metalle, mit ſalzigten und ſchwefe⸗ ligten Materien, oder anderen trockenen Gemengen in ſchicklichen Gefaͤſſen, nemlich in Schmelztiegeln oder Cementbuͤchſen, ſchichtweiſe uͤber einander gelegt werden, worauf das Gefaͤß, wohl bedeckt, ins Feuer geſetzt wird, damit die Theilgen, ſo durchs Feuer aus den beygemiſchten Materien verjaget werden, die ſchichtweiſe uͤber einander gelegten Metalle entweder zerfreſſen und alſo zum theil reinigen, oder verkal⸗ chen, oder dem zugeſetzten Metalle zuwachſen, und es einigermaſſen veraͤndern moͤgen. Dahero hat dieſes Verkalchen dreyerley Abſichten; nemlich: 1) Die Metalle zu reinigen, wie z. E. das Gold mit dem Goldcementpulver, das an ſeinem Orte vor⸗ kommen ſoll, ſchichtweiſe eingeſetzt wird. 2) Die Metalle zu zerfreſſen und zu zerſtoͤren, in welcher Abſicht Bley, Kupfer, Silber und andere Metalle, ſchichtweiſe mit Schwefel gelegt werden.⸗ 3) Me⸗ 178 Cap. 10. Vom Verkalchen. 3) Metalle zu veraͤndern, zu welchem Ende Kupfer, ſchichtweiſe mit Gallmey und Kohlen eingeſetzt wird; desgleichen wird auch Eiſen mit einem gewiſ⸗ ſen Mengſel ſo behandelt, damit Stahl daraus werde. 1. Anmerkung. Dieſer dreyfachen Abſicht wegen, hat das Gluͤhen(Cementiren) verſchiedene Beywoͤrter erhalten. Denn dasjenige, das man, um etwas zu reinigen, an⸗ ſtellet, heiſt das faͤrbende oder beſtaͤndig machende; das zum Zerfreſſen dienet, das ſcheidende, und das veraͤndert, des Zuſammenfuͤgende. Man ſiehet aber leicht, daß das faͤrbende Cementiren in der That zum ſcheidenden gehöͤre, nemlich in Anſehung der beygemiſchten Metalle, die zer⸗ freſſen werden ſollen. 2. Anmerkung. Es erhellet aber auch aus dem, was ge⸗ ſaget worden, daß keine Art des Cementirens zum Ver⸗ kalchen gerechnet werden koͤnne, als die beyden erſten; die letztere hingegen kan hier nicht ſtehen, auſſer in ſo ferne ſie durch Schichten vollendet wird. 3) Das verquickende Verkalchen iſt nichts an⸗ ders, als des Verquicken ſelbſt, oder eine Aufloͤſung der Metalle im Queckſilber, die im folgenden Cap. vorkommen wird. Sie gehoͤret aber in ſo ferne hie⸗ her, weil die Metalle, nachdem man ſie wieder vom Queckſilber abgeſondert hat, wie in andern Aufloͤ⸗ ſungsmitteln, zerfreſſen und zu Kalch geworden ſind, deswegen nennet man es auch das trockene philoſophi⸗ ſche Verkalchen, indem das Queckſilber nicht wie das Waſſer naß machet. §. 7. Aus den kurzen Beſchreibungen, die wir vom Ver⸗ kalchen gegeben haben, kan man einſehen, daß uͤber⸗ haupt alles Verkalchen, entweder vollkommen zu nennen ſey, wodurch die Coͤrper, nicht allein zu Pulver oder bruͤchig werden, ſondern auch fluͤchtige und b V und kleb hängen, auſamm komme zarfalen den, 0h ran geht pes Ver Peraſe dben die! niſgadſe Anme h. wal der M ber luno die m Jehli er wi niſen au m in fe en ſol, ber dasp krädenden nelch ne duurfü ingeſh dedrenne dm idng Kapſen eingeſeßt m gewiſ ls werde, , hat da erhali ggen, an ende; dis eraͤnden, daß das gehüre die zer das ga zum Va⸗ V erſten; di b ſo ferneſt V V ichts ane uflöͤſung en Cap, V erne hie⸗ der vom Aufloͤ⸗ in Per⸗ ß uͤber⸗ men zu llein zu düͤchtige und Cap. 10. Vom Verkalchen. 159 und klebrichte Theile, vermoͤge welchen ſie zuſammen haͤngen, verlieren, und mithin in ihrer Natur und Zuſammenſetzung veraͤndert werden; oder unvoll⸗ kommen, wodurch die Coͤrper nur allein in Pulver zerfallen, oder in gleichartige Theile verwandelt wer⸗ den, ohne daß etwas von ihren Beſtandtheilen verlo⸗ ren gehet. So iſt das Verpraſſeln ein unvollkomme⸗ nes Verkalchen, indem das Kuͤchenſalz unter dem Verpraſſeln keine weſentliche Theile verlieret. Auf eben die Art iſt es mit dem in ſeinem Scheidewaſſer aufgeloͤſeten Golde beſchaffen. Anmerkung. Der beruͤhmte Herr Vogel, nennet in ſeinen Inſt. Chem.§. 701. diejenige eine vollkommene Calcinirung, welche das Feuer verrichtet; eine unvollkommene aber, die mit aufloͤſenden Mitteln geſchiehet. Weil aber viele Metalle eben ſowol durch aufloͤſende Mittel als durch Feuer verkalchet werden koͤnnen, ſo haben wir gedachte Einthei⸗ lung nicht annehmen wollen, ſondern ſind lieber bey der, die mit der gemeinen Art zu reden mehr übereinkomt, geblieben. §. 8. So wie aber das Verkalchen unterſchieden iſt, ſo muͤſſen auch die Urſachen davon unterſchieden ſeyn, und ein feſter Coͤrper muß, wenn er zu Kalch wer⸗ den ſoll, eine ganz andere Urſache haben, els ein fluͤſ⸗ ſiger. Das Verkalchen feſter Coͤrper, komt von der aus⸗ treibenden und bewegenden Gewalt des Feuers her, welche waͤſſerigte oͤligte und ſalzigte theile, die im Feuer fluͤchtig und verbrennlich ſind, zugleich mit der eingeſchloſſenen Luft, aus den Coͤrpern vertreibet, verbrennet, und dadurch den Zuſammenhang unter den uͤbrigen Theilen aufhebet. Auf dieſem Grunde beru⸗ 160 Cap. 10. Vom Verkalchen. beruhet die Einaͤſcherung aller Pflanzen und Thiere; die Calcinirung einiger Salze, entweder durch Son⸗ nen⸗ oder Kuͤchenfeuer, wie auch das Verpraſſeln des gemeinen Salzes u. ſ. w. welches theils durch die Kraft des Feuers und der aufloͤſenden Mittel geſchie⸗ het, vermoͤge welcher die entzuͤndliche und ſchwefelig⸗ te Theile der Coͤrper zerſtoͤret, und dadurch ihr Zu⸗ ſammenhang aufgehoben, ſie ſelbſt aber in ihrer Zu⸗ ſammenſetzung veraͤndert werden, wie z. E. die Me⸗ kalle entweder vor ſich im Feuer, oder in aufloͤſenden Mitteln, oder auch durchs Verpuffen, verkalchet wer⸗ den: theils auch durch die anziehende Kraft der auf⸗ loͤſenden Mittel, die ſie gegen Metalle und unterir⸗ diſche Dinge haben, daher die ſalzigen Theile der auf⸗ loͤſenden Mittel, bey den Coͤrpern ſo feſte hängen bleiben, daß ſie kaum davon wegzubringen ſind. Da⸗ her ſehen wir auch, daß, durch aufloͤſende Mittel, zu Kalch gewordene Coͤrper, von ihren vorigen Eigen⸗ ſchaften und Kraͤften ſehr abweichen, wovon ſich im folgenden Capitel mehr fuͤrbringen laſſen wird. Das Verkalchen fluͤſſiger Coͤrper, von denen uns das Qveck⸗ ſilber ein Beyſpiel giebt, läſt ſich ſchwerer erklaͤren. Einige meinen, daß daſſelbe von der veraͤnderten Fi⸗ gur der kleinen Theile herkomme; andere aber geben es einer fremden, vom Feuer oder von der Waͤrme beytretenden Materie Schuld. Wir hingegen keh⸗ ren uns an dieſe ohne Beweiß angenommenen Saͤtze nicht, indem wir verſichert ſind, daß man die wahre Urſache von dieſem Verkalchen, alsdenn erſt zu ge⸗ ben im Stande ſeyn werde, wenn man erkennt haben wird, woher die Fluͤſſigkeit der Coͤrper ruͤhre, nnd worinne diejenige beſtehe, die durchs Verkalchen ver⸗ lohren gehet, welches wir im 3. Theil im Capitel von Waſſer, unterſuchen werden. Das nicct ſſt in d wd feſt Auff ſtn ſten 6( ſu V weeden . ful di af die ker von fenzü ¹) läiug lüing diſes. ſeden R i 1 BTDiiene ich Son⸗ aſſeln de durch de e geſchi hwefelg ihr J hrer zu die M floͤſenden chet wen der auf unteri der au t haͤnge ſind, D Mitte, en Eige on ſih in ird. de das Dut erkläte derten he ber geben r Wirme ſegen ki nen Site lchen ver⸗ npitel uf Daß e e 161 4*ε3† 83r 8 34 4⁵ 38*8 38 8 A** 3* 283 25 38 32 48 e5 Das I1. Capitel, Von der Aufloͤſung. §. 1. D' Aufloͤſung iſt eine chemiſche Arbeit, in wel⸗ cher verſchiedene Coͤrper und Materien, mit oder ohne Feuer, dergeſtalt untereinander ver⸗ miſcht werden, daß ſie nach ihrer Vermiſchung, durch ſich ſelbſt alſo miteinander vereiniget ſind, daß eine in die Zwiſchenraͤumgen der andern aufgenommen wird; beyde aber, in einer beſtimmten Verhaͤltniß feſt untereinander verknuͤpfet bleiben. D. i. Die Aufloͤſung iſt eine Aufnahme und Erhaltung der klein⸗ ſten Theile eines oder mehrerer Coͤrper in den Zwi⸗ ſchenraͤumgen des andern. G. 2. Es iſt aber noͤthig, daß feſte Coͤrper, ehe man ſie der Aufloͤſung ausſetzt, klein gefeilet, oder gekoͤrnet werden, damit die aufloͤſenden Mittel, wenn ſolcherge⸗ ſtalt die Oberflaͤche vergroͤſſert worden, mehr Gewalt auf die Theile ausuͤben und die Aufloͤſung deſto leich⸗ ter von ſtatten gehen moͤge. Es iſt aber die Aufloͤ⸗ ſung uͤberhaupt von vierfacher Art: §. 3. 1.) Die Aufloͤſung im naſſen Wege, oder die Auf⸗ loͤſung durch Eintauchen, welche eigentlich eine Auf⸗ loͤſung genennet wird, beſtehet darinn, daß man ein naſſes Aufloͤſungsmittel, allmaͤhlig uͤber den aufzuloͤ⸗ ſenden Coͤrper gieſſet; oder daß der aufzuloͤſende Coͤr⸗ per, in Koͤrnern, und nach und nach, in das Aufloͤ⸗ I. Th. L ſungs⸗ 16²2 Cap. ti. Von der Aufloͤſung. ſungsmittel gelegt,(Cap. 5,§. 7.) oder auch uͤber daſſelbe, wenn es ſiedet, gehaͤnget wird, damit der aufſteigende Dampf daran gehe. Daraus kan man begreiffen, daß zu dieſen Aufloͤ⸗ ſungen auch alles Verkalchen gehoͤre, welches ſowohl durchs Eintauchen, als durch Daͤmpfe und durchs Beſtreichen geſchiehet:(Cap. 10.§ F.) ingleichen, daß das Verkalchen durchs Eintauchen, entweder mit oder ohne Feuer geſchehen, und bisweilen durch Be⸗ wegung befordert werden koͤnne, Anmerkung. Wo man groſſes Aufbraußen zu befuͤrchten hat, da iſt es rathſamer, die Coͤrper gekoͤrnet, und nach und nach in das Aufloͤſungsmittel hinein zu legen; wo die⸗ ſes aber nicht zu beſorgen iſt, daiſt es auch beynahe einer⸗ ley, ob die Aufloͤſungsmittel auf die feſten Coͤrper gegoſ⸗ ſen, oder dieſe in jene gelegt werden. §. 4. 2) Die trockene Aufloͤſung geſchiehet mit einem feſten und trockenen Aufloͤſungsmittel(Cap. ſ.§. 7. N. 1.) und kann nicht anders vollbracht werden, als entweder durch Schmelzen, wo ſowohl das Aufloͤ⸗ ſungsmittel, als der aufzuloͤſende Coͤrper, flieſſen; oder durch Gluͤhen,(Cementiren), indem die Aufloͤſungs⸗ mittel ſchichtweiſe mit den aufzuloͤſenden Coͤrpern eingeſetzt werden; oder auch durch Raͤuchern, da der Dampf eines feſten aufloͤſenden Mittels, einen andern Coͤrper aufloͤſet. Von den letzten haben wir ſchon oben(Cap. 10.§. 6. N. 1.2.) geredet; von den er⸗ ſten aber ſoll im folgenden Capitel gehandelt werden. §. F. 3.) Die Aufloͤſung durchs zerflieſſen, die auch die Aufloͤſung durchs Soͤnnen oder unter freyem Him⸗ mel genennet wird, geſchiehet alſo, daß die aufzuloͤ⸗ ſen⸗ ſenden dr L bloß 4 Qvech Mual genach fungm haſcht niichtt oderi lange Qeech behan kan di ker ver näͤglich entwehe nar, iß ven uͤbet it der Auflö⸗ owohl durchs ichen, r mit Be⸗ erchten dnach wodie⸗ Keiner⸗ „gegoſ einem 8.). en, als Auflo⸗ ‚oder ungs⸗ rpern da der ndern ſchon en er⸗ rden. uch die — Him⸗ uſſul ſen⸗ Cap. 11. Von der Aufloͤſung. 163 ſenden Coͤrper, ſo entweder Waſſer oder andere in der Luft vorhandene Theilchen anzuziehen pflegen, bloß der feuchten Luft ausgeſetzet werden. O. 6. 4.) Das Verquicken ſchickt ſich allein vor das QOveckſilber, und wird alſo angeſtellet: es werden die Metalle oder Halbmetalle gekoͤrnet, oder zu Pulver gemacht, bisweilen auch in ihren gehoͤrigen Aufloͤ⸗ ſungsmitteln, die an ihrem Ort anzuzeigen ſind, ver⸗ kalchet; ſo denn mit warmgemachten Oveckſilber ver⸗ miſchet, und mit demſelben entweder in einem Moͤrſel oder in einer Qvickmuͤhle(Cap. 4.§. 3. N. 2.) ſo lange zuſammen gerieben, bis das Metall mit d Qveckſilber in eine zaͤhe Maſſe, die ſich wie Wachs behandeln laͤſt, verwandelt worden iſt. Zuweilen kan dieſe Aufloͤſung ohne Waͤrme und Feuer verrich⸗ tet werden; zuweilen aber iſt es ſowohl noͤthig, als nuͤtzlicht, daß das Metall oder der metalliſche Kalch, entweder im Feuer fluͤſſig, und alſo mit dem gleichfals warm gemachten Oveckſilber vermiſchet werde; oder daß wenigſtens die metalliſche Kalche mit dem Qveck⸗ ſilber gleich warm werden. Dieſe Aufloͤſung iſt mit dem verquickenden Ver⸗ kalchen(Cap. 10.§. 6. N. 3.) einerley. §. 7. Bey gedachten Aufloͤſungen merken wir uͤberhaupt folgende Umſtaͤnde an: 1.) Sie gehen deſto leichter von ſtatten, je kleiner die aufzuloͤſenden Coͤrper vorher gemacht worden ſind; es mag nun durch Reiben, Raſpeln, Feilen, Koͤrnen, oder daß ſie zu Blechen geſchlagen oder auch verkalchet worden, wie im(2§.) geſager iſt, ge⸗ ſchehen ſeyn. 9 2 2.) Jed⸗ * 1ö A G 6. 1 16 1 ——,—— — 1 3 4 1 8 14 ¹ 8 3 164 Cap. 11. Von der Aufloͤſung. 2.) Jedwede aufzuloͤſende Materie erfordert ihr zugehoͤriges Aufloͤſungsmittel;(Cap. 7. N. 7.) Denn ſalzige Coͤrper muͤſſen mit einem anderen Auf⸗ loͤſungsmittel, als ſchwefeligte, und dieſe wieder mit einem anderen, als metalliſche, aufgeloͤſen werden; ja von den metalliſchen erfordern einige Vitriol⸗ an⸗ dere Salpeterſaͤure u. ſ. w. Zuweilen wird auch ehen derſelbe Coͤrper von unterſchiedenen Aufloͤſungs⸗ mitteln fluͤſſig gemacht, alsdenn aber merkt man auch zugleich, daß ein ſolcher Coͤrper von einem aufloͤſen⸗ den Mittel leichter, und in groͤſſerer Menge, als vom andern aufgeloͤſet werde. 3.) Die aufzuloͤſende Materie muß mit der aufloͤ⸗ ſenden eine gewiſſe Verhaͤltniß haben. Denn ein be⸗ ſtimmter Theil eines aufloͤſenden Mittels kann nur einen beſtimmten Theil von dem Coͤrper, den es auf⸗ loͤſen ſoll, annehmen z. E. 1. Pfund Waſſer kan 12. Loth Kuͤchenſalz aufloͤſen; von Vitriol aber und Sal⸗ peter nur 8. Loth; Weinſtein hingegen nur 1. Quen⸗ te u. ſ. w. Man muß auch merken, daß man eine geſaͤttigte Aufloͤſung nenne, wo die aufloͤſende Materie von der aufzuloͤſenden ſo viel angenommen hat, als ſie anneh⸗ men und halten kan. 4.) Die Aufloͤſungen koͤnnen ſchwerlich anders als durch Huͤlfe des Feuers und der Bewegung geſche⸗ hen, wenigſtens werden ſie ohne dieſelben nur unvoll⸗ kommen. Allein dieſe wuͤrkende Mittel ſind nach Be⸗ ſchaffenheit der Coͤrper bald mehr bald weniger noͤ⸗ thig. Denn einige wollen den Grad der Waͤrme ha⸗ ben, der das Waſſer ſieden macht; andere brauchen nur eine gelinde Erwaͤrmung; und noch andere muͤſ⸗ ſen nicht allein ſolche Hitze, bey der das Waſſer ſie⸗ det, bekommen, ſondern auch zugleich beweget werden. F.) Die 5 V V b V 70) ſung: theile loͤſend ſir verni tni 5) ſendet welen! ſceine nn d 7 andet auffet vol ij enn: kn he mit Hand bo terrach ſerſ he Maned Jhf ber t Mea bon ihne fabenae Inar vßde drielg ſch ſad nen ut I t ihr 7.) er mit erden; ol⸗ an⸗ dauch ſunge⸗ nauch floͤſen⸗ s vom aufla⸗ ein be⸗ an nur es auf⸗ an 12. d Sal⸗ Quen⸗ aͤttigte on der anneh⸗ ers als geſche⸗ unvol⸗ ich Be⸗ ger noͤ⸗ rme ha⸗ rauchen re müſ⸗ ſſer ſi werden. 5, De lu Cap. 11. Von der Aufloͤſung. 565 5.) Die aufgeloͤſete Materie wird in der Aufloͤ⸗ ſung in unendlich kleine und unſichtbare Theile ge⸗ theilet, die zwar mehr eigene Schwere, als das auf⸗ loͤſende Mittel beſitzen, dennoch aber in demſelben ſchwimmen und alſo erhalten werden, ohne daß ſie vermoͤge ihrer Schwere, obgleich die aufloͤſende Ma— terie ſehr fluͤſſig iſt, niederſinken. 6.) Die aufgeloͤſete Materie macht mit der aufloͤ⸗ ſenden eine gleichartig gemiſchte Maſſe, ſo daß bis⸗ weilen keine von beyden in ihrer vorigen Geſtalt er⸗ ſcheinet; bisweilen aber nur eine unter beyden von ih⸗ rem vorigen Zuſtande abweichet. 7. In einigen Aufloͤſungen, nehmen die mit ein⸗ ander vermiſchte Materien, als die aufloͤſende und aufgeloͤſete, einen kleineren Raum ein, als jedwede von ihnen beſonders vor der Aufloͤſung einnahm, wenn man ihren Raum zuſammenrechnete. Man kan z. E. in ein Glaß, ſo bis zu einer gewiſſen Hoͤ⸗ he mit Waſſer angefuͤllet worden, faſt eine ganze Hand voll, entweder Laugenſalz, oder Salpeter, oder Zu⸗ cker nach und nach hinein legen, ohne daß das Waſ⸗ ſer ſo hoch ſteigen ſolte, daß deſſen Hoͤhe, mit der Menge des eingelegten Salzes, in Verhaͤltniß ſtuͤnde. Auf eben die Art, nehmen einige zuſammengeſchmeltz⸗ te Metalle einen kleineren Raum ein, als jedwedes von ihnen beſonders zuvor einnahm, wie wir im folgenden Capitel anzeigen werden. In anderen Aufloͤſungen hingegen ſehen wir auch, daß die verbundenen und vermiſchten Materien, eben ſo viel Raum anffuͤllen, als vor der Aufloͤſung jede fuͤr ſich haben muſte, wenn man ihren Raum zuſam⸗ men rechnete. §. 9. In Anſehung der Wirkung, die von der Kraft des 8 3— auf⸗ 166 Cap. 11. Von der Aufloͤſung. aufloͤſenden Mittels auf den aufzuloͤſenden Coͤrper abhaͤnget, ſind die Aufloͤſungen auf dreyerlen Art un⸗ terſchieden. I.) In einigen Aufloͤſungen, werden die aufzuloͤ⸗ ſende Materien, von ihrem Aufloͤſungsmittel, in klei⸗ nere aͤhnliche Theile gebracht, die in dem Aufloͤſungs⸗ mittel erhalten werden, und ſogleich wieder, wie ſie geweſen ſind, hergeſtellet werden koͤnnen, ſo bald ſie auf irgend eine Art von dem aufloͤſenden Mittel ge⸗ ſchieden werden. So verhaͤlt es ſich mit der Aufloͤ⸗ ſung der Salze im Waſſer, der Oele im Weingeiſt; des Schwefels im Laugenſalz u. ſ. w. Alle dieſe Auf⸗ loͤſungen heiſſen mechaniſche oder obenhin gemachte, 2.) In andern Aufloͤſungen, werden die aufzuloͤ⸗ ſende Materien, nicht allein in kleinere unſichtbare Theile getheilet, ſondern auch ihrer Natur nach ver⸗ aͤndert und einiger Beſtandtheile beraubet, daß, wenn dergleichen aufgeloͤſete Materien von ihrem Aufloͤ⸗ ſungsmittel geſchieden worden, ſie nicht wieder in den vorigen Zuſtand kommen, es ſey denn, daß ih⸗ nen des verlohrne wieder zugeſetzt, und einverleibet werde. Solche Aufloͤſungen heiſſen eigentlich chemi⸗ ſche oder auch weſentliche, und fallen bey denen, in zerfreſſenden Aufloͤſungsmitteln fluͤſſig gewordenen Mekallen, vor 3.) In noch andern Aufloͤſungen, werden die aufzuloͤſende Coͤrper in ihre erſte Beſtandtheile und Anfaͤnge zerleget, welches das allgemeine Aufloͤſungs⸗ mittel(Cap. F. J. 7. 2. Anmerk.) bewerkſtelligen ſoll. Man nennet aber eine ſolche Aufloͤſung, eine alchemiſtiſche oder gruͤndliche. Anmerkung. Es ruͤhmen ſich viele, faͤlſchlich ſogenannte Goldmacher, die entweder andere, oder vielleicht ſich ſelbſt betruͤgen, daß ſie das Gold gruͤndlich, d. i. in ſeine Be⸗ ſtandtheile aufloͤſen, und alſo die wahre Galdeünathrzua erti⸗ Loh (in Auſ laderen auffuld ſcw zum I 8 ) N. ihrer A ſauter G Datkrge 1)W ] Vs in de En Rebegeiſ örpet tun⸗ ßula⸗ klei⸗ ungs⸗ ie ſie ld ſie el ge⸗ sufloͤ⸗ geiſt; Auf⸗ te, fzuld⸗ ütbare ch ver⸗ wenn Aufli⸗ der in daß ih⸗ rleibet chemi⸗ en, in denen en die le und ſungs⸗ elligen , eine genannte ich ſabſt eine Be⸗ ctur bel⸗ ferv Cap. 11. Von der Aufloͤſung. 167 fertigen koͤnnten. Wenn man nun die Erkenntniß dieſer Leute und ihre Tincturen auf die Probe ſtellen will, ſo darf man ihnen nur aufgeben: daß ſie mit ihrer Tinctur, dem Silber die Goldfarbe beybringen moͤchten: iſt die Tinctur richtig, ſo muß es angehen, wie Baſil. Valent. bezeuget, und auch bey genauer Ueberlegung der Sache erhellet. Woferne ſie es aber nicht thun koͤnnen, ſo taugt ihre Gold⸗ tinctur nichts. Denn es iſt, anderer Umſtaͤnde jetzo nicht zu gedenken, leichter Gold zu machen, ais zu zerſtoͤren. §. 9. Bey den meiſten Aufloͤſungen bemerken wir auch ein Aufbrauſen, welches in einer heftigern oder ge⸗ linderen Bewegung des aufloͤſenden Mittels, und der aufzuloͤſenden Materie beſteht, wobey eine ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere Aufwallung, Aufbrauſen und Schaͤumen zum Vorſchein komt. Bey dem Aufbrauſen bemerket man: a) Bisweilen groͤſſere Kaͤlte, als die Materien vor ihrer Aufloͤſung hatten, wie man ben Vermiſchung ſaurer Geiſter mit fluͤchtigen laugenhaften, durchs Wetterglaß erfahren kann. b) Bisweilen mehr oder weniger merkliche Waͤrme. c) Bisweilen auch wirkliches Feuer, als wenn man in die Enge gebrachte ſaure Geiſter, fuͤrnemlich Sal⸗ petergeiſt, mit Oelen vermiſcht. §. 10. Endlich muͤſſen wir noch den Grund und die Urſachen, ſowol der Aufloͤſungen, als der dabey vor⸗ fallenden Eeſcheinungen(S§. 7. 8. 9.) kuͤrtzlich an⸗ fuͤhren. Wir ſind aber der Meinung: 1) Daß die fuͤrnehmſte Urſache hievon in einer ge⸗ wiſſen Aehnlichkeit des aufloͤſenden Mittels, mit 5 8 4 auf⸗ —— —— 1 G 4 1 1Ä 8 [1 M . 1 1 2 7 168 Cap. 11. Von der Aufloͤſung. aufzuloͤſenden Materie, zu ſuchen ſey. Denn wir ſe⸗ hen, daß das Oel, ſo lange es rein iſt, vom Waſſer nicht aufgeloͤſet werde; ſo bald es aber verduͤnnet, waͤſſerigter, und alſo dem Waſſer aͤhnlicher geworden, wird es auch von demſelben aufgeloͤſet, wie wir an dem Weingeiſte wahrnehmen. Gllichergeſtalt loͤſen eini⸗ ge Arten von Erden, andere ihnen aͤhnliche auf, Me⸗ talle aber nicht, und ein Metall wird von dem an⸗ dern, aber von keiner Erde aufgeloͤſet. Das Waſſer macht Gummi, aber keine Hartze fluͤſſig, weil dieſe als verdickte Oele anzuſehen ſind, jenes aber aus Waſſer und Saltz, mit beygetretenem Oel und Erde zuſam⸗ mengeſetzt iſt. Hieraus laͤßt ſich auch, nach meiner Meinung erklaͤren, woher es komme, daß verſchiedene Coͤrper, verſchiedene Aufloͤſungsmittel erfordern. 2) Daß die andere Urſache in der anziehenden Kraft, die von der Aehnlichkeit unter den Theilen her⸗ zuleiten, und deswegen deſto ſtaͤrker iſt, je aͤhnlicher dieſe Theile ſind(Cap. 7.§. 14.) anzutreffen ſey. Die anziehende Kraft muß auch groͤſſer und ſtaͤrker ſeyn, als die eigene Schwere der Coͤrper, weil dieſe von jener uͤberwunden wird, wenn ſchwere Coͤrper in leich⸗ teren Feuchtigkeiten ſchweben, und darinne erhalten werden. 3) Daß die dritte Urſache, in der Verbindung und dem Zuſammenhange des aufloͤſenden Mittels, mit der aufzuloͤſenden Materie, der von dem Anziehen ent⸗ ſpringet, zu ſetzen ſey. Denn daher ſtellet ein Theil⸗ gen der aufgeloͤſeten Materie, ſo mit einem Theilgen des aufloͤſenden Mittels, in Verbindung ſtehet, oder alſo angeſehen wird, ein vermiſchtes Theilgen fuͤr, in dem ein leichteres und fluͤchtigeres Theilgen mit ei⸗ nem ſchwereren und feuerbeſtaͤndigerem verbunden iſt, weswegen die Schwere des letzteren um ſo viel gerin⸗ ger gir wit tthebet man e V foui ben m. eines, Fauche 9⸗ ton der läſäng, fätkte kna m ne g Feue Cap. 11. Von der Aufloͤſung. 169 ger wird, ſo viel es das erſte fluͤchtig macht und erhebet. Woraus man zugleich verſtehet, warum man eine gewiſſe Menge vom aufloͤſenden Mittel ha⸗ ben muͤſſe, wenn man eine ebenfals geſetzte Menge, eines an ſich ſchweren Coͤrpers, in einer leichteren Feuchtigkeit aufgeloͤſet erhalten will. 4) Zu dieſen Urſachen denken wir noch die vierte hinzuſetzen zu koͤnnen, welche mehr zufaͤllig iſt, und von der Bewegung und dem Reiben waͤhrend der Auf⸗ loͤſung, wie auch von der dadurch erregten oder ver⸗ ſtaͤrkten Waͤrme und Feuer, herruͤhret. Deswegen kann man die Coͤrper mit zu Huͤlfe genommener Waͤr⸗ me, geſchwinder und leichter, als ohne Waͤrme und Feuer, aufloͤſen. 1. Anmerkung. Nachdem wir uns ſolchergeſtalt bemuͤ⸗ het haben, die Verwirrung in Anſehung der Aufloͤſungen und der dabey vorkommenden Erſcheinungen aus dem Wege zu raͤumen, ſo muͤſſen wir noch kuͤrzlich beybrin⸗ gen, was andere davon halten. Es wollen einige Chemiſten den Grund der Aufloͤſung in der Verhaͤltniß, und in der Figur der Theile und der Zwiſchenraͤumgen, die ein außzuloͤſender Cörper, gegen die aufloͤſenden Materien hat, ſuchen; ſie glauben, daß dieſe Zwiſchenraͤumchen, ſo von dem Bau und der Zuſammen⸗ füͤgung der Theile entſpringen, eine verſchiedene Groͤſſe und Figur haben, und daß die ſcharffe, ſpitzige, oder mit einer andern Figur verſehene Theile, des aufloͤſenden Mittels, nur in ſolche Zwiſchenraͤumchen, die mit ihrer Figur uͤbereinkommen, eindringen koͤnnen; hingegen an⸗ dere, deren Figur, gegen ihre, keine Verhaͤltniß hat, un⸗ durchdrungen laſſen muͤſſen, daß alſo die Coͤrper von die⸗ ſen Theilgen, auf mechaniſche Art, gleichſam wie von ei⸗ nem Keil, auseinander getrieben wuͤrden. Dieſe Mei⸗ nung hat K. Boyle Opp. Vol. III. p. 496. auch zum Theil Boerhaave in den Elem. Chem. p. 591.&c. nach mei⸗ ner Ausgabe, angenommen, Fridr. Hoffm. aber in den Obſ. Phyſ. Chem. L. II. Obſ. V'III. p. 182. zu widerlegen geſucht. Wir haben die Gleichheit, und das Derha 2 dieſer 6 Cap. 11. Von der Aufloͤſung dieſer Zwiſchenraͤumchen und Theilgen untereinander, um ſo vielweniger zur Urſache der Aufloͤſung machen koͤnnen, je gewiſſer wir verſichert ſind, daß die Zwiſchenraͤumchen ſowol als die Theilgen unſichtbar ſeyn, und ſich von ihrer gedachten Gleichheit und Verhaͤltniß wohl etwas muth⸗ maſſen, aber nicht das mindeſte beweiſen laſſe. Friedr. Hoffmann giebt am angefuͤhrten Orte fuͤr, daß die Aufloͤſung, durch Vereinigung der aufloͤſenden Materie mit der aufzuloͤſenden Sache vollzogen werde⸗ und daß ein fluͤſſiges, in Bewegungiſtehendes Aufloͤſungs⸗ mittel, die Theile des aufzuloͤſenden Coͤrpers ebenfals in Bewegung ſetze, und ſich auf ſolche Art mit denſelben vereinige. Allein, weil hier nicht ſowol von der bloſſen Vereinigung die Rede iſt, die wir auch ſü den Grund angegeben, warum die Coͤrper in den aufloͤſenden Mitteln hangen bleiben; aber die Aufloͤſung ſelbſt daraus nicht hergeleitet haben, als vielmehr von der Urſache, von wel⸗ cher dieſe Vereinigung gewirket wird, ſo iſt offenbar, daß Hoffmanns Meinung zum vollſtaͤndigen Begrif von der Aufloͤſung nicht zureiche. Audere meynen, die Urfache der Aufloͤſung in der Schwere der aufzuloͤſenden Materie, und in der Leichtig⸗ keit der aufloͤſenden, izu finden; vermoͤge dieſer, ſoll ein fluͤſſiger leichterer Coͤrper, einem feſten und ſchwereren an⸗ hangen, denſelben durchdringen und fluͤſſig machen. Die⸗ ſer Meinung, welche Georg. Eberh. Hamberger, nach ſeinen EFlem. Pbyſic. G. 241. u. ſ. f. in der Chemie und Na⸗ turlehre zuerſt aufgebracht hat, ſind, wonicht alle, doch die meiſten ſeiner Zuhoͤrer, gefolget, als Z. Ludolff. in der Einleitung in die Chymie S. 481. u. ſ. f. Ein⸗ ſporn und andere. Da nun aber die Erfahrung lehret, daß auch ſchwere Aufloͤſungsmittel, leichtere Coͤrper fluͤſſig machen, ſo faͤlt dieſe Meinung von ſelbſt uͤbern Hauffen, ohne daß wir erinnern duͤrfen, wie man aus derſelben gar nicht begreiffen koͤnne, warum ſchwerere Coͤrper nicht in jedem leichteren Aufloͤſungsmittel, fluͤſſig werden? Warum wird, z. E. das Gold, nicht ſo, wie das Silber, im leich⸗ teren Scheidewaſſer aufgeloͤſet? Man muß alſo in der Natur, wie wir dafuͤr halten, nicht allein auf die Groͤſſen, ſondern auch auf die Eigenſchaften ſehen. Von Vereini⸗ gung ſchwererer Coͤrper mit leichteren, werden entweder feuerbeſtaͤndige, wenn nemlich ſchwere Theile die b an Cap. 11. Von der Aufloͤſung. 171 hand behalten, oder fluͤchtige das Uebergewicht bekommen, Coͤrper, wenn leichte Theile herfuͤrgebracht, wie an ſei⸗ nem Orte bewieſen werden wird; daher haben wir aus der Vereinigung ſchwererer Coͤrper, mit leichteren Theilen, mit gutem Fuge hergeleitet, wie jene in leichteren Feuch⸗ tigkeiten ſchweben koͤnnen, ob wir gleich niemals zugeben werden, daß man daraus die Aufloͤſung erklaͤren koͤnne; man muß eins mit dem andern nicht verwechſeln. Nach anderen, ſoll die, in den Coͤrpern eingeſchloſſe⸗ ne Luft, die Urſache der Aufloͤſung hergeben. Dieſe Luft, ſoll durch die, ſo von dem 2 lufloͤſungsmittel beytritt, zu ihrer vorigen Schnellkraft und Wirkung gelangen, und vermoͤge ihrer erneuerten Schnellkraft und Ausbreitung, die Coͤrper auseinander ſetzen loͤſenden Coͤrp , und die Theile des aufzu⸗ ers,von demſelben, durch eine ſchwingende Be⸗ wegung abſtoſſen. Dieſe Meinung hat Michael Lomo⸗ noſow in den Petersburgiſchen Commentar. von den Jahren 1747. und 1748. S. 245. u. ſ. f. angenom⸗ men. Allein, man kann von dieſer erdichteten Urſache, hoͤchſtens eine mechaniſche, aber keine chemiſche Theilung der Coͤrper, die wir doch in ſehr vielen Aufloͤſungen(§. 8. N. 2.) bemerken, erwarten. Ueberdiß kann man daraus noch weniger erklaͤren, warum dieſer und kein anderer Coͤrper in eben demſelben Ar Ob aber die Luft etwas zum nachher erſt zu eroͤrtern ſeyn. ffloͤſungsmittel fluͤſſig werde. Aufbrauſen beytrage, wird Endlich behaupten einige: daß man die Aufloͤſungen aus der Aehnlichkeit der Materie des aufzuloͤſenden Cör⸗ pers, und des aufloͤſenden Mittels, ohne die anziehende Kraft zu Huͤlfe zu nehmen, e rklaͤren koͤnne. Dieſe Aehn⸗ lichkeit haben wir die Gleichartigkeit genennt, von der wir feſt verſichert ſind, daß ſiena n ſich gar nicht wirkſam ſey, und daher nothwendig noch eine andere Kraft erfor⸗ dere, welche dieſe gleichartigen Theile wirkſam machen und in Bewegung bringen koͤnne. Solche haben wir mit Recht die anziehende Kraft benennt, und im vorhergehenden be⸗ 2. wieſen. Anmerkung. Indem die es zugienge, daß die Theilge rien ſchwebeten, ſo ſind ſie verfallen. Denn ſie wurden Chemiſten erklaͤren ſolten, wie n in den aufloͤſenden Mate⸗ auf verſchiedene Meinungen gewahr, daß die aufloͤſenden Mate⸗ 17² Cap. 1I. Von der Aufloͤſung. Materien, meiſtens ſchwerer waren als die aufzuloͤſenden Coͤrper, ob ſich gleich auch zuweilen das Gegentheil fand. Hieraus erhellete, daß dieſes Schweben von zweyerley Art war, einmal ſchwebeten ſchwerere Coͤrpergen in einem leichteren Aufloͤſungsmittel; ein andermal aber, erhielte ein ſchwereres Aufloͤſungsmittel, leichtere Coͤrpergen. Bernoulli ſagt in ſeiner Probſchrift Le Efferv. et Fer- ment. G. 23: Wenn gleich die Theile ſchwerer waͤren als die aufloͤſende leichtere Feuchtigkeit, ſo koͤnnten ſie dennoch nicht niederſincken, indem ſie unbeſchreiblich klein ſeyen, denn dieſes mache, daß die beſondere Schwere eines ſol⸗ chen Theilgens,, den Widerſtand, der durch das Aneinan⸗ derreiben, oder durch ihre Rauhigkeit, vermoͤge welcher ſie fich mit den Theilgen der aufloͤſenden Feuchtigkeit ver⸗ wickelten, geſchaͤhe, nicht uͤbertreffe. Faſt auf eben dieſe Art, hat Freind in den Prælect, Chym. de digeſt. das Schweben der Theile in den Aufloͤſungsmitteln erklaͤren wollen, nemlich aus der vermehrten Verhaͤltniß der Ober⸗ flaͤchen, der, durch das Aufloͤſungsmittel, auſſerſt kleinge⸗ wordenen Theilgen, gegen ihre Schwere. Denn er be⸗ hauptet, daß die Abnahmen der gemeinen Schwere der Coͤrper, gegen ihre Durchmeſſer, in dreyfacher Verhaͤlt⸗ niß ſtehe, die Abnahme der Oberflaͤchen aber in doppel⸗ ter, und daß daher die Schwere mehr abnehme, als die Oberflaͤche: woher es denn auch komme, daß der Zu⸗ ſammenhang unter den Theilen der Feuchtigkeit, der Schwere gleich werde; denn der Widerſtand der Feuch⸗ keit, ſey in eben der Verhaͤltniß groͤſſer oder kleiner, in welcher die Oberflaͤche der Coͤrper, entweder groͤſſer oder kleiner wird. Daß aber d eſes leere Hirngeſpinſte ſeyn, hat Jeſeph. Marzucchius in Nov. et Ver. Chym. Elem. Sect. Cap. VII. de ſuſpenſione bewieſen. Denn in einigen Aufloͤſungen ſinken die Coͤrper, vermoͤge ihrer eigenen Kraft der Schwere nieder, wie wir an dem aufgeloͤſeten Silber bemerken, wenn man es in ein kupfernes Gefaͤß ſchuͤttet, in welchem Falle nichts, was entweder die Schwere vermehren, oder die Flaͤche verkleinern koͤnte, hinzukomt. Auſſer dem be⸗ weiſet es auch der Hawksbeaniſche Verſuch, den Mar⸗ tin Triewald in der Rede Ae Principtis ac cauſis gener. metall. ac mineral. die in ſchwediſcher Sprache heraus gekommen, auf der 13ten S. anfuͤhret. Er mhn bir uͤnne hit( Lucch ſarte ten berbu daſer ten öa Unſtind de dhei Nralſen ) di lütng. Cap. 11. Von der Aufloͤſung. 173 nden dünnes diereckigtes Blech, das 1 Zoll lang und breit, and. und von ſolchem Meßing, das man Lattun heiſt, gemacht Art war, urd in der Luft 482 Eß wog; er ließ auch noch inem 255 gan, duͤnne viereckigte Bleche von dem duͤnneſten hucte Meßing oder Flitter machen, die zuſammen eben ſo viel als das zorige Blech, d. i. 482 Eß wogen, daß alſo un⸗ Fer- ter der glaͤche dieſer 25 viereckigten Plaͤttchen, und un⸗ nals ter der Flaͤche des vorigen Vierecks, ein groſſer Unter⸗ noch ſchied war. Nun haͤtte ſich, nach der Freindiſchen und hen, anderer Neynung, unter der beſonderen Schwere des ſol⸗ einen Vigecks, und der uͤbrigen zuſammen genommenen, na⸗ ein groſſe Unterſcheid, auf der Waſſerwaage finden ſol⸗ ſcher len; allen man fand nichts weniger, als dieſes; denn ver⸗ das Blech aus Lattun wog im Waſſer 422 Eß, die uͤbri⸗ dieſe gen 255 Jlaͤttchen aber aus Flitter 420, daß alſo der gan⸗ das ze Unterſheid auf 2 Eß hinauslief, welches vielleicht von laren einer andern Urſache hergekommen ſeyn kann. Er hat noch Ober⸗ mehrere dergleichen Verſuche mit Glaß und andern Din⸗ einge⸗ gen angeſtillet, die eben ſo ausgeſchlagen ſind. Woraus t be⸗ alſo mehr als zu deutlich erhellet, daß die Coͤrper von ih⸗ e der rer Schwere, in Anſehung des Widerſtandes vom Waſ⸗ hält⸗ ſer oder don flüͤßigen Coͤrpern, wenig verlieren, wenn ſie ppel⸗ gleich kleiner getheilet werden, und dadurch ihre Oberflä⸗ die che zunimt wie ſolte man alſo hieraus das Schweben Zu⸗ 8 der Theile in Auftoͤſungsmittein erklaͤren koͤnnen? der Dieſemnach bleibt die Urſache des Schwebens, die euch⸗ wir(N. 2..) angeführet haben, und die mit des Mar- „in zucchii und anderen ihren uͤbereinkomt, welche ſie in dem oder ſtarken Zuſammenhange, vermoͤge welchem die aufgeloͤſe⸗ ten Theilgen, mit den Theilgen der aufloͤſenden Materie eyh. verbunden werden, ſetzen, unangefochten, indem man aus 12 derſelben, beyde Arten des Schwebens, recht gut ertlaͤ⸗ inken ren kann. were§. I1. ln Bey dem Aufbrauſen(F. 9.) kommen dreyerley oder Umſtaͤnde zu erklaͤren fur, nemlich 1) die Bewegung n be⸗ der Theile, 2) das mit der Bew⸗gung verbundene ar⸗ Brauſen und Schaͤumen der Aufloͤſung ſelbſt, und ener. 3) die daher entſtandene Waͤrme oder Kaͤlte der Auf⸗ traus loͤſun n ein g. 1) Was unnes 174 Cap. 11. Von der Aufloͤſung. 1) Was die Bewegung anlangt, ſo halten wir da⸗ fuͤr, daß dieſelbe von der angefuͤhrten anziehenden Kraft(§. 10. N. 2.) herruͤhre, wodurch die Theile unter einander verwickelt und verbunten werden. Daß dieſe fuͤr ſich allein eine ſo merkliche Bewegung herfuͤrzubringen im Stande ſey, laͤſt ſich daraus be⸗ greifen, weil, wenn dieſe Kraft ſtaͤrker wird, auch die Bewegung zunimt, die noch um ſo vel mehr ver⸗ mehret wird, je naͤher die Theile an emander kom⸗ men. 2) Kann man nicht laͤugnen, daß bey dem Brau⸗ ſen und Schaͤumen Luft zugegen ſey, die ihren Ur⸗ ſprung entweder von der in den Coͤrpern eingeſchloſſe⸗ nen, und durch das Aufloͤſungsmittel befreyeten Luft, welche nunmehro ihre vorige Schnellkreft wieder er⸗ haͤlt, nimt; oder von Daͤmpfen, die ine Schnell⸗ kraft beſitzen; denn es haben Hales, Muſſchenbroeck, Eller und andere ſchon laͤngſtens aus Verſuchen ge⸗ zeiget, daß unter dergleichen hraufenden Bewegung, entweder neue Luft erzeuget werde, oder daß die, ſo vorher keine Schnellkraft hatte und unwirkſam war, zu ihrer vorigen Schnellkraft und Wirkſamkeit ge⸗ lange. Ob man aber hievon das Brauſen und Schaͤu⸗ men herleiten koͤnne, laͤſt ſich mit Gewißheit nicht be⸗ haupten; denn dieſe kommen, wo nicht allezeit, doch oͤfters, von einiger Veraͤnderung der Theile, in der aufloͤſenden Materie her, wie im 3ten Cap. vom Waſ⸗ ſer, mit Gottes Huͤlfe bewieſen werden wird. Wir vermuthen auch nicht ohne Grund, daß eben dieſe Veraͤnderung auch bey dem Aufbrauſen ſtatt finde. 3) Iſt mehr als zu bekannt, daß von einer warm machenden Materie, und von der Bewegung der Theile, Waͤrme entſtehe; man darf ſich alſo nicht wundern, daß ſich die Waͤrme unter der Aufloͤſung nach der entzuͤndlichen Materie und ihrer ſtarkeren und b und ſch dieſe en zu ſar man a doch b den iſ den, w ſuche m richt be feſe ſaer A erod tes wi ſehen i mean herſtör fetin Amer geſte lice diejen ti be Neyn lie (inyer Ennſe alfdie negen entün nac hef drahte inden bed d da⸗ den heile den. zung be⸗ auch ver⸗ om⸗ au⸗ Ur⸗ iſe⸗ Luft, er⸗ nell⸗ eck, ge⸗ ung, ſo var, ge⸗ aͤu⸗ be⸗ och der aſ⸗ Wir ieſe de. arm der icht ung eren und Cap. I1. Von der Aufloͤſung. 175 und ſchwaͤcheren Bewegung richtert; ingleichen daß dieſe entzuͤndlichen Theile, wenn die Bewegung gar zu ſtark wird, bisweilen zu brennen anfangen; wo man aber die Kaͤlte einiger Aufloͤſungen, in denen doch bisweilen eine eben ſo ſtarke Bewegung fuͤrhan⸗ den iſt, herholen ſoll, laͤſt ſich ſo leichte nicht ergruͤn⸗ den, weil man dieſerwegen noch keine tuͤchtige Ver⸗ ſuche angeſtellet hat. Wir ſehen alſo daraus, daß nicht bey jeder Bewegung merkliche Waͤrme anzutref⸗ fen ſey; ob dieſes aber daher komme, weil nicht in jeder Aufloͤſung elaſtiſche Luft zum Vorſchein komt? oder ob die Waͤrme, von dem fluͤchtigen Salze, wel⸗ ches mit einer aͤhnlichen entzuͤndlichen Materie ver⸗ ſehen iſt, vermoͤge welcher es die Materie der Waͤr⸗ me an ſich ziehet, verſchluckt, und der Wirkung nach zerſtoͤret? oder ob hier etwas von weſentlicher Kaͤlte herfuͤrgebracht werde? muß die Zeit lehren. Anmerkung. Es haben viele Chemiſten in den Gedanken geſtanden, daß jedwede Aufloͤſung, in welcher entzund⸗ liche Materie fuͤrhanden iſt, warm werde, und daß alle diejenigen, bey welchen ſich nichts von dergleichen Mate⸗ rie befindet, kalt bleiben. Allein es widerſpricht dieſe Meynung der Erfahrung, indem wir wiſſen, daß fluͤch⸗ tige Salze, die mehr entzuͤndliche Materie als andere Coͤrper beſitzen, ja ſogar ihre Fluͤchtigkeit daher haben, zur Entſtehung der Kaͤlte ganz allein dienen. Daher bin ich auf die Meynung verfallen, daß dieſe Kaͤlte entweder deß⸗ wegen entſtehe, weil die Waͤrme mit der beygemiſchten entzuͤndlichen Materie vereiniget, und alſo ihrer Wirkung nach zerſtoͤret werde; oder weil die Kaͤlte etwas wirkli⸗ ches ſey, wenigſtens kann man die durch Kunſt hervorge⸗ brachte Waͤrme, kaum anders erklaͤren. Helvecius leitet in den Princip. Phyſ. Med. T. II. p. 183. Sc. und p. 192. Gc. die Waͤrme nicht von der Bewegung, ſondern von der entzuͤndlichen Materie, und die Kaͤlte von loßgemach⸗ ten, unſichtbaren, kaltmachenden Theilgen her. Das 176 Cap. 12. Vom Schmelzen. §88888888888888:88885888888885 Das 12. Capiteel. Vom Schmelzen. §. I. as Schmelzen iſt eine chemiſche Arbeit, ver⸗ L moͤge welcher der Zuſammenhang feſter Coͤr⸗ per, durch die Gewalt des Feuers, oder von einer anderen Urſache, vermindert oder auch aufge⸗ hoben wird, ſo, daß ſie fluͤßig werden; d. i. durch welche feſte Coͤrper, mit Huͤlfe des Feuers oder einer andern Urſache, in fluͤßige verwandelt werden. Es geſchiehet zwar alles Schmelzen im Feuer, oder in der Waͤrme, doch giebt uns der Campher, ſo im Salpetergeiſt zergehet, ein Beyſpiel, daß es auch ohne Feuer geſchehen koͤnne. 1. Anmerkung. Wir haben ſchon(im 5. Cap. im 13.§.) angeführet, daß Waͤrme und Feuer ſehr fluͤßige Mate⸗ rien ſeyn, von denen alle Fluͤßigkeit herkomme; es ergiebt ſich auch von ſelbſt, daß ſie ſich wirklich mit den geſchmelz⸗ ten Coͤrpern vermiſchen. Dahero tragen wir kein Be⸗ denken, das Schmelzen, fuͤr eine Aufloͤſung feſter Coͤr⸗ per in einer fluͤßigen Materie, mit der ſie fluͤßig werden, auszugeben, wie es einige Chemiſten ebeufals erklaren; denn die feſten Coͤrper flieſſen im Feuer eben ſo, wie die Salze im Waſſer. 2. Anmerkung. Das angefuͤhrte Beyſpiel des im Salpe⸗ tergeiſt flieſſenden Camphers, giebt uns Gelegenheit auzu⸗ merken, daß das Schmelzen von zweyerley Art ſey, nem⸗ lich mit oder ohne Feuer. Daher koͤnte man auch zwey Arten des Schmelzens feſte ſetzen. Weil aber noch zur Zeit durch keine Verſuche ausgemacht worden, woher der Campher im Salpetergeiſt aufgeloͤſet werde, und ob es nicht durch einige Waͤrme, die unter der Zuſammenſetzung dieſer Materie entſtehet, herfuͤrgebracht werde, lo wollen wir auch dieſe Eintheilung weglaſſen, und nur dasjenige Schmelzen in Betrachtung ziehen, welches mit Warme und Feuer zuwege gebracht wird. 1 §. 2. Dat den Co dem gekoen Feuer (Sie Tles Virme ſtideſ Sanner lette, uns ſe des O davon ſcieſe ) A ſnehen und entn in den S hie fürn licheher dusihren egen, deglche id, anſ 395⁸ ber⸗ Cör⸗ von ufge⸗ durch oder erden. oder ſo im auch 13. 9.) Mate⸗ ergiebt hmmelg⸗ in Be⸗ e Cör⸗ erden, laren; vie die Salpe⸗ anzu⸗ „nem⸗ ) zwey och zur her der dob es ſetzung pwollen nojenige Warme §. 2. Cap. 12. Vom Schmelzen. 177 §. 2 Damit das Feuer deſto ſtaͤrker in die zu ſchmelzen⸗ den Coͤrper wirken koͤnne, ſo iſt noͤthig, daß ſie vor dem Schmelzen ſein oder grob gepulvert, oder auch gekoͤrnet werden, nachdem es nemlich die Gewalt des Feuers, und die Beſchaffenheit der Coͤrper erfordern (Siehe den 7.§. im 7. Cap.) §. 3. Alles Schmelzen, kan entweder mit gewoͤhnlicher Waͤrme und Feuer, das nach Beſchaffenheit der Um⸗ ſtaͤnde ſtark oder ſchwach gemacht wird, oder auch mit Sonnenfeuer und Brennſpiegeln geſchehen. Das letzte, in dem alle bekannte Coͤrper ſchmelzen, gehet uns jetzo nichts an, da wir bloß die erſte Gattung des Schmelzens betrachten wollen, welche uͤberhaupt davon zu reden fuͤrnemlich auf dreyerley Art ge⸗ ſchiehet. §. 4. 1) Wird das Schmelzen ſo angeſtellet, daß die zu ſchmelzende Materie unmittelbar ins Feuer kommt; und entweder ſchichtweiſe mit Kohlen eingelegt, oder in den Oefen ſelbſt unter die Kohlen gemiſcht wird; wie fuͤrnemlich bey dem Metallſchmelzen im Groſſen geſchiehet, welches in groſſen Oefen, um die Metalle aus ihren Erzen zu ſchmelzen, oder auch anderer Abſicht wegen, fuͤrgenommen wird. Doch kann man auch dergleichen in kleinern Oefen, die darauf eingerichtet ſind, anſtellen. . 6. 7. 2) Andere Schmelzungen geſchehen ſo, daß die zu ſchmelzende Materie in dazu taugliche Gefaͤſſe ge⸗ tragen, und ſo in groſſen oder kleinen Schmelzoͤfen, (Cap. 4.§. N. 4.) ins Feuer geſetzet wird. Die . h. Ge⸗ 178 Cap. 12. Vom Schmelzen. Gefaͤſſe aber, ſo man dazu braucht, ſind wie die un⸗ terſchiedene Materie und Abſicht, verſchieden; am ge⸗ woͤhnlichſten werden dazu Schmelztiegel und Tutten (Probiertoͤpfe) genommen, zuweilen aber auch ande⸗ re Geſchirre(Toͤpfe), deren Zeug aus einer Materie beſtehen muß, die bald mehr bald weniger dem Feuer widerſtehet, nachdem es ſtaͤrker oder ſchwaͤcher ſeyn ſoll. G. 6. 3) Die dritte Art des Schmelzens, ſo man nicht unrecht die kleine Schmelzprobe nennen kann, ge⸗ ſchiehet bey der Lampe, indem man die Flamme, mit Huͤlfe einer Loͤthroͤhre, auf die Materie, die man zum Fluß bringen will, leitet und in die Enge treibet (Cap. 4.§. 3. N. 33.); dabey man den Fluß befoͤr⸗ dert, wenn man eine Kohle aushoͤlet und die Mate⸗ rie, die geſchmelzt werden ſoll, hinein leget. §. 7. Durch dieſe Arten des Schmelzens(§. 4. 5. 6.) erfaͤhret man, daß die natuͤrlichen Coͤrper von zweyer⸗ ley Beſchaffenheit ſind, nemlich ſie laſſen ſich entwe⸗ der ſchmelzen oder nicht. 6. 3. Schmelzbare Coͤrper ſind die, ſo durchs Feuer al⸗ lein, ohne weiteren Zuſatz, fluͤſſig werden. Dieſe ſind nun wieder ſehr verſchieden, indem einige ſtaͤr⸗ ker, andere ſchwaͤcher Feuer haben muͤſſen, wenn ſie flieſſen ſollen; deswegen koͤnnen ſie ſehr wohl in leicht⸗ und ſtrengfluͤſſige eingetheilet werden. Zu den leichtfluͤßigen Coͤrpern gehoͤren alle die, wel⸗ che bey gelinder Waͤrme, nemlich entweder bey dem erſten, zweiten und dritten Grad, mithin unter dem 6Ooſten(Cap. 5.§. 13.) ſchmelzen, als Eis, se aͤlte Filteg feläe zum T Kuͤchen Bl, dem de Elr⸗ uch m in alen hin gh und ied kan, d Nüxwe einande hunder aus her gen ſwa⸗ gviſt⸗ Unſüi de dieſen und gedar Eryund Vern entweder enjiende weden, fuſg, als wenn Gründen uſöſin Armai de un⸗ m ge⸗ utten ande⸗ aterie Feuer ſeyn nicht ge⸗ „mit zum reidet befoͤr⸗ Mate⸗ , 6.) peyer⸗ ntwe⸗ r al⸗ Dieſe ſtaͤr⸗ nn ſie eicht⸗ wel⸗ ˖dem rdem in der Kaͤlte Cap. 12. Vom Schmelzen. 179 Kaͤlte geſtandenes Oel, Butter, Wachs, Pech, Schwe⸗ fel ꝛc. die zum Theil den erſten Grad der Warme, zum Theil auch den zweyten noͤthig haben; Salpeter, Kuͤchenſalz, Borax, Laugenſalz, Wunderſalz, Zinn, Bley, Spießglaß, Zink, Wismuth, ſchmelzen bey dem dritten Grad. Strengfluͤſſige Coͤrper ſind ſolche, die oo und noch mehrere Grade zum Fluß erfordern, und alſo im 4ten chemiſchen Grad der Waͤrme ſchmelzen. Da⸗ hin gehoͤren Gold, Silber, Kupfer, Eiſen, Glaß, und viele Erd⸗und Steinarten. Man muß aber mer⸗ ken, daß dieſe Coͤrper, in Anſehung des Grades der Waͤrme, den ſie aushalten, ehe ſie flieſſen, ſehr von einander abweichen, und daß bey einigen wohl etliche hundert Grade angewendet werden muͤſſen, die man aus der Gewalt des Feuers und anderen Erſcheinun⸗ gen zwar einigermaſſen beurtheilen, aber durch keine gewiſſe Zahl beſtimmen kann. 9. 9. Unfluͤſſige oder ſtrengfluͤſſige Coͤrper,(§. 7.) wer⸗ den diejenige genannt, die fuͤr ſich in gewoͤhnlichem und gedachtem Feuer gar nicht ſchmelzen, wie einige Erd⸗und Steinarten. §. 10. Wenn dergleichen unfluͤſſige Coͤrper, mit anderen entweder ſchmelzbaren oder unfluͤſſigen, die einige anziehende Kraft gegen die erſten beſitzen, verſetzet werden, ſo werden ſie im ſtarken Feuer mit einander fluͤſſig, aufgeloͤſt und vereiniget. Es ſcheinet alſo, als wenn dieſe Art des Schmelzens auf eben den Gruͤnden beruhe, die wir im vorigen Cap. von der Aufloͤſung gegeben haben. 1 Anmerkung. Daß eine ſchmelzbare Materie, eine andere, die nicht ſchmelzbar iſt, aufloͤſen koͤnne, findet gar keine M 2 Schwie⸗ G 180 Cap. 12. Vom Schmelzen. Schwierigkeit, wenn man nur uͤberlegt, daß die erſtere, unter dem Schmelzen flüßig, und alſo wirkſam werde, daß ſie auf die letztere wohl wirken koͤnne(Cap. 5.§. 7. N. 1.); ſo werden unfluͤßige metalliſche Kalke, wenn man ihnen ſalzigte und entzuͤndliche Materien zuſetzet, fluͤſ⸗ ſig; auch unfluͤßige Steine und Erden, laſſen ſich mit Lau⸗ genſalz, oder Glaß, Glaͤtte, Mennige, oder Flußſpath, oder auch anf andere Art, ſchmelzen. Daß aber eine un⸗ fluͤßige Materie, eine andere, gleichfals unfluͤßige, zum ſchmelzen bringen koͤnne, ſcheinet mehr zu bewundern zu ſeyn, und dem zu widerſprechen, was(im 5. Cap.§. 7. N. 1. in der Anmerkung) geſaget worden; inzwiſchen ge⸗ ſchiehet es wirklich mit Thon und Kreide; mit Thon und Gips; mit Thon, Talk und Asbeſt ꝛc. Es komt uns aber fuͤr, als wenn dieſe Schmelzbarkeit von einigen Theilen herruͤhre, die durchs Feuer ausgetrieben worden, und die ſich in die Zwiſchenraͤumchen der andern Materie, die die Waͤrme eroͤffnet hat, begaͤben, dieſelben erweiterten, ſolchergeſtalt den Zuſammenhang verminderten, und den Fluß befoͤrderten. S. 1I. Die Materie nun, welche man unfluͤſſigen Coͤr⸗ pern, um ihren Fluß zu befoͤrdern, zuſetzet, heiſt der Fluß oder Zuſatz, welcher bisweilen ſalziger Art iſt, als Laugenſalz, Borayx und andere ſalzige Mengſel; bisweilen auch glaßartig, als z. E. Glaß, metalliſche Schlacken, und glaßarkige Steine; auch wohl kalk⸗ artig, ob er gleich ſo beſchaffen iſt, daß er fuͤr ſich im Feuer nicht flieſſet, wie der Kalkſtein, den man, Eiſen zu ſchmelzen, braucht u. d. gl.(Siehe den 10.§ in der Anmerkung); endlich auch ſchwefelicht, als Schwe⸗ fel ſelbſt, mit welchem viele Metalle geſchmelzt wer⸗ den. §. 12. Wenn man die Coͤrper vor und nach dem Schmel⸗ zen wieget, ſo findet man, daß einige, ehe ſie flieſſen, etwas von ihrem Gewichte verlieren; die nemlich ſehr fluͤch⸗ fächig V ſatige, ſen am und he noch un wie Go Aumal erie ir iihe V Fehe Ait Schmel 4) nen ke foſſe ten Naut teſae gleß und, dimnehnen ſiſindes (benvoll V dehiſen Armerku diß en ſdien meagten dahm. Goddu Site Int, d K dwe ſn den noche iſtere, herde, §7. wenn a,ſlüſ it kau⸗ je, die iterten, und den Coͤr⸗ iſt der rt iſt, gſel; liſche kalk⸗ ich im Eiſen „Hin chwe⸗ wer⸗ chmel⸗ lieſe, ch ſehr fluͤch⸗ Cap. 12. Vom Schmelzen. 181 fuͤchtige Theile, als arſenicaliſche, ſchwefeligte oder ſalzige, beſitzen; andere aber nehmen unter dem Flieſ⸗ ſen am Gewichte ab; wie die meiſten unvollkommenen und Halb⸗Metalle; und noch andere, leiden weder vor, noch unter dem Schmelzen, den geringſten Verluſt, wie Gold und rein Silber. Anmerkung. Man erfaͤhret durch die Waage zur Gnuͤge, wieviel die Coͤrper im ſchmelzen verloren haben; ſo wie wir vermoͤge des Rauchs entdecken, ob aus ihnen fluͤch⸗ tige Theile, unter, oder vor dem Flieſſen, in, die Hdhe gehen.. §. 13. Wir bemerken, daß nicht alle Coͤrper unter ldem Schmelzen, gleich ſtark ausgedehnet werden. Denn 1.) Einige nehmen unter dem Schmelzen ei⸗ nen kleineren Raum ein, als vorher, ehe ſie floſſen. Das Waſſer nimmt z. E. einen kleine⸗ ren Raum ein, als das Eiß; ja man will auch bemer⸗ ket haben, daß flieſſender Schwefel, Wismuth, Spieß⸗ glaß und Eiſen, unter dem Schmelzen weniger Raum einnehmen, als wenn ſie hart ſind. Wenn man flieſſendes Eiſen in einen Innguß ausſchuͤttet, daß er eben voll wird, ſo ſteigt es hernach uͤber denſelben in die Hoͤhe und laͤuft oͤfters uͤber. Anmerkung. Gleichergeſtalt zeigen die neueren Verſuche, daß ein Gemenge von vielerley Metallen, nach dem Fluß, einen kleineren Raum einnimmt, als jedwedes der ver⸗ mengten Metalle, auſſer der Vermiſchung fuͤr ſich ein⸗ nahm. Z. E. Gold und Bley; Gold und Wismuth; Gold und Zink; Silber und Kupfer, Silber und Bley; Silber und Zinn; Silber und Wismuth; Silber und Zink; Silber und Spießglaßkoͤnig; Bley und Zinn, Bley und Kupfer, Kupfer und Zinn, fallen mehr zuſammen — und werden dichter. Nehmet einen Kugelgieſſer, gieſſet in demſelben eine Kugel von geſchmelztem Kupfer, und noch eine, in eben demſelben Kugelgieſſer, von Zinn, ſo M 3 ha⸗ Cap. 12. Vom Schmelzen. habet ihr zwey Kugeln, die der Groͤſſe nach, einander gleich ſind. Nehmet nun dieſe beyde Kugeln zuſammen, und laſſet ſie unter einander flieſſen, gieſſet dieſes Gemen⸗ ge, aus der zinnernen und kuͤpfernen Kugel, in den vori⸗ gen Kugelgieſſer, ſo werdet ihr nicht mehr als eine Kugel bekommen, die, vermoͤge der Vermiſchung, nicht groͤſſer iſt, als jedwede von den beyden Kugeln, aus denen ihr dieſe verfertiget habet, fuͤr ſich war.* S. Becchers chymiſche Concordanz, auf der 109. S. Eben ſo koͤn⸗ nen die uͤbrigen Verſuche mit den Gemengen, die wir vor⸗ her angefuͤhret haben, angeſtellet werden. * Anmerk. des Ueberſetz. Der Herr Verf. hat hier des Bec⸗ chers Worte nicht genau an⸗ gefuͤhrt, denn dieſer ſagt: Wenn die zwey Kugeln, von Kupfer und von Zinn, zuſam⸗ men geſchmolzen, und in die vorige Kugelform gegoſſen wuͤrden, ſo gaͤben ſie alle beyde bald nicht vielmehr als eine Kugel. Glauber will ange⸗ merkt haben, daß die Schwe⸗ re uͤber ein Viertel zunehme; allein Herr Tillet hat in ſei⸗ nerSchrift: Von der Eigenſchaft der Metalle, ſich ſchlagen und ziehen zu laſſen, und von den Mitteln, dieſe Eigenſchaft zu vermehren, welche in Bour⸗ deaux den Preiß erhalten hat, gezeigt, daß zwey Unzen von rothem Kupfer nach der hy⸗ droſtatiſchen Waage 131 Gran, zwey Unzen von Zinn, 1584 Gran, und zwey Unzen von Metall, das aus dieſen bey⸗ 2.) An⸗ den zuſammen geſchmolzen iſt, 128 55 Gran, verlieren; al⸗ ſo betraͤgt es nur 3 ☚ Gran mehr, als was das Kupfer verliert, und 25 Grau und 15 weniger als das Zinn. Er hat 4 von rothem Kupfer, ſo 1 Unze, 4 Quentgen, und 37 ¾ Gran wogen, mit der Waſſer⸗ waage probiert, und gefunden, daß ſie 104 o verloren; er hat nachher x Zinn, welches 3 Quentgen, u. 145 Gr. wog, auch mit der Waſſerwaage gewo⸗ gen, und gefunden, daß ſolches 30 a verlor, alſo die zwey Unzen von Metall, das daraus entſtunde, 135£ Gran; da ſie nun 118 7 Gran alsdenn verlieren, ſo betraͤgt, wegen der, Miſchung die Verminde⸗ rung des Verluſtes, und die Vermehrung der verhaͤltniß⸗ weiſe betrachteten Schwere 7 16 Gran. 2) einen! 86 Unſch kalt ge ſo long Aunei fen oh ld dlch u Da N 3), 0h 6 enn, ein veiß mal Vimut ditheit V ſe Mene Aym dijeni nung, und un uime in tit locere ſieſen den. Gtich ba, veunte enn E in d ſahe ander unen, emene dorie Kage griſſer en ihr chers vkͤn⸗ rvor⸗ An⸗ lzen iſ en; al⸗ Gran Kupfer au und inn. Er ffer, ſo d57 Waſſer⸗ unden, en; er lches; ig/auch gewo⸗ ſolches ie zwey daraus ran; da alsdenn „wegen rminde⸗ und die häͤltniß⸗ Schwere Cap. 12. Vom Schmelzen. 183 2.) Andere werden mehr ausgedehnet und nehmen einen groͤſſeren Raum ein, als vor dem Schmelzen. Z. E. Gold, Silber, Kupfer, Bley, Zinn; auch Unſchlitt und Wachs erfuͤllen das Maaß, wenn ſie kalt geworden ſind, nicht voͤllig mehr, welches ſie, ſo lange ſie floſſen, voll machten. Anmerkung. Man ſiehet auch an vielen metalliſchen Ge⸗ mengen, daß ſie im Fluß mehr Raum einnehmen; z. E. Gold und Kupfer; Gold und Silber; Gold und Eiſen; Gold und Zinn; Bley und Wismuth; Bley und Spieß⸗ glaßkoͤnig; Zinn und Wismuth; Zinn und Zink; das letz⸗ te Gemenge wird dergeſtalt ausgedehnet, und in ſeinem Umfange groͤſſer, daß es nicht einmahl ſo dichte iſt, als Zinn vor ſich. 3.) Iſt noch nicht hinlaͤnglich unterſucht worden, ob es Coͤrper gebe, die vor und unter dem Schmel⸗ zen, einerley Ausdehnung behalten. So viel aber weiß man gewiß, daß ein Gemenge aus Kupfer und Wismuth, keine Veraͤnderung in Anſehung ſeiner Dichtheit erleidet.(Eben ſo dicht iſt, als jewedes die⸗ ſer Metalle vor ſich.) 1. Anmerkung. Es iſt gleichwohl bemerkens werth, daß diejenige Coͤrper, die im Feuer, in Anſehung der Ausdeh⸗ nung abnehmen, an ihrer beſonderen Schwere zunehmen, und umgekehrt, daß diejenigen, die in der Ausdehnung zu⸗ nehmen, an ihrer beſonderen Schwere abnehmen. Denn im erſten Falle werden die Coͤrper dichter; im letzten aber lockerer. Wenn man dahero Stuͤckergen Wismuth auf flieſſenden Wismuth wtrft, ſo ſchwimmen ſie auf demſel⸗ ben; ja wenn man flieſſenden Wismuth, auf dergleichen Stücker gießt, ſo werden dieſe auf die Oberfaͤche erho⸗ ben, welches auch dem Schwefel und andern(N. 1.) ge⸗ neunten Coͤrpern, wiederfaͤhret. Wenn man hingegen ein Stuͤckgen Gold, in flieſſendes Gold wirft, ſo geht es in demſelben den Augenblick unter, und wenn man flieſ⸗ ſendes Gold, uͤber Gold⸗Stuͤckergen gießt, ſo kommen M 4 die⸗ 184 Cap. 12. Vom Schmelzen. dieſe nicht auf die Oberflaͤche. Auf gleiche Art, verhal⸗ ten ſich alle uͤbrige(N. 2.) benennte Coͤtper. 2. Aumkerung. Wer von der Lehre der Veraͤnderung der Ausdehnung, und Schwere der Coͤrper unter dem Schmel⸗ zen, mehr zu wiſſen verlanget, kan den Gellert in Comment. Acad. Imper. Petrop. Tom. XIII. p. 252. wie auch den Til⸗ let in der Diſfert. ſur la ductilité des metaux, die im allgemeinen Magazin deutſch zu leſen iſt, nachſchlagen. §. 14. Wir bemerken ferner, daß die geſchmelzten Coͤr⸗ per, wenn ſie aus dem Feuer genommen werden, nicht in gleicher Zeit gleich ſtark erkalten; denn ei⸗ nige erkalten eher, andere ſpaͤter; einige mehr, an⸗ dere weniger; einige ſind nach ihrer Erkaltung eben ſo beſchaffen, wie vorher, als: Butter, Wachs, Un⸗ ſchlitt, Harz, Metalle und auch ſehr viele Halbme⸗ talle; andere hingegen werden nach ihrer Erkaͤltung veraͤndert, wie die meiſten Erde und Steine. Anmerkung. Die Erfahrung lehret deutlich, daß ge⸗ ſchmelzte Coͤrper, in ſehr ungleicher Zeit kalt werden; ob ſich aber dieſe Ungleichheit lediglich, nach dem Grad der Waͤrme, den die Cöorper annehmen, richte, wie man ge⸗ meiniglich fuͤrgiebt! oder ob ſie nicht zum Theil, einer gleichartigen Materie in dem geſchmelzten Coͤrper zu zu⸗ ſchreiben ſey, die die Waͤrme ſehr lange an ſich haͤlt, wie es zu ſeyn ſcheinet, hat man noch nicht genau erfahren. Solte gefloſſen Bley wohl ſo lange warm bleiben als flieſ⸗ ſendes Harz? §. 15. Gleichwie der Grund von allem Schmelzen, fuͤr⸗ nemlich darinne beſteht, daß der Zuſammenhang un⸗ ter den Theilen, durch die verduͤnnende und ausdeh⸗ nende Kraft des Feuers(Cap. J. g. 13.) vermin⸗ dert oder aufgehoben wird(§. 1.) alſo ſind wir auch der Meinung, daß man alle Veraͤnderungen, welche entweder vor, unter, oder nach dem Schmelzen vor⸗ kom⸗ kommen ze erkl 1) flüchig dig; dder ve mſchſi ethus bo ker. lüchigen nict he lch fu mact Zuſemm dern d dheile nuch de te verlee 2)] fren Ge (tnach e 13)5 uch von e Viſt innimt al dedſi ſcher ſi dn Frier detuas d Laytel ve Nana be Nuuw ii nd verdu ſeſel thal⸗ ig der hmel⸗ ment. Til⸗ ie im en. Loͤr⸗ den, ei⸗ an⸗ eben Un⸗ bme⸗ tung ß ge⸗ ; ob der gc⸗ einer u zu⸗ , wie hren. fliſ⸗ fuͤr⸗ un⸗ deh⸗ min⸗ auch elche vor⸗ kom⸗ Cap. 12. Vom Schmelzen. 185 kommen,(§§. 12. 13. 14.) aus eben dieſem Grun⸗ de erklaͤren koͤnne. Nemlich 1.) Iſt bekannt, daß einige Coͤrper im Feuer fluͤchtiger ſind, als andere, ja einige ſind gar beſtaͤn⸗ dig; ferner haben einige Coͤrper Theile, die aus mehr oder weniger fluͤchtigen und beſtaͤndigen zugleich ge⸗ miſcht ſind; von dieſen iſt es kein Wunder, daß ſie etwas von ihrem Gewichte, ehe ſie noch flieſſen, ver⸗ lieren(§. 12.) ſo wie diejenigen, welche aus weniger fluͤchtigen Theilen beſtehen, von ihrem Gewichte nicht eher etwas verlieren koͤnnen, als bis ſie wuͤrk⸗ lich flieſſen und ihre fluͤchtigen Theile beweglicher ge⸗ macht worden ſind; endlich koͤnnen TCoͤrper, deren Zuſammenſetzung nicht zerſtoͤret werden kann, ſon⸗ dern die aus feuerbeſtaͤndigen und unveraͤnderlichen Theilen beſtehen, weder vor, noch unter, noch auch nach dem Schmelzen, das mindeſte von ihrer Schwe⸗ re verlieren. 2.) Iſt auſſer Zweifel, daß Coͤrper, ſo etwas von ihrem Gewicht und ihren Theilen im Feuer verlieren, hernach einen kleineren Raum einnehmen muͤſſen; (F. 13.) daß aber dieſes bey flieſſenden Coͤrpern auch noch von andern Urſachen herruͤhren koͤnne, zeiget das Waſſer, welches allezeit einen kleineren Raum einnimt als das Eiß. Dieſes komt aber daher, daß die Theile unter dem Flieſſen naͤher bey einander d. i. dichter ſind; denn dergleichen Coͤrper werden unter dem Frieren, ausgedehnet, und locker, indem die Thei⸗ le etwas von einander weichen, wie wir im dritten Capitel vom Waſſer mit mehrerem zeigen werden. Wenn aber flieſſende Coͤrper, im Feuer einen groͤſſeren Raum einnehmen, ſo komt es von der ausdehnenden und verduͤnnenden Kraft des Feuers her. Das Waſ⸗ ſer ſelbſt iſt dieſer Verduͤnnung, ſo wie auch der Ver⸗ M dickung 186 Cap. 13. Von der gelinden Erwaͤrmung. dickung von der Kaͤlte unterworfen, ob es ſich gleich, wenn es zu Eiß wird, anders verhaͤlt. 3.) Daß einige Coͤrper, wenn ſie erkalten, veraͤn⸗ dert werden, andere hingegen ſo bleiben, wie ſie vor⸗ her geweſen, komt ebenfals von einer groͤſſeren oder kleineren Beſtaͤndigkeit und Veraͤnderlichkeit ihrer Theile im Feuer her. Solche Coͤrper, die aus min⸗ der fluͤchtigen Theilen beſtehen und in ihrer Zuſam⸗ menſetzung im Feuer unveraͤnderlich ſind, koͤnnen auch, nachdem ſie kalt geworden, nicht veraͤndert werden, indem das Schmelzen nur den Zuſammenhang der Theile vermindert, die Zuſammenſetzung aber unver⸗ andert laͤſt, weswegen auch die Theile, vermoͤge ihrer anziehenden Kraft, die vorige Verbindung wieder er⸗ halten. Solche Coͤrper hingegen, welche entweder einige Beſtandtheile verloren haben, oder in ihrer Zuſammenſetzung veraͤndert worden ſind, koͤnnen nach ihver Erhaltung, nicht wie vorher, beſchaffen ſeyn⸗ Denn die vorige Geſtalt und Beſchaffenheit gefloſſe⸗ ner Coͤrper, laͤſt ſich auf keine andere Art wieder her⸗ ſtellen, als daß eben die Theile, in eben der Verbin⸗ dung, wieder hergeſtellet werden, die ſie vor dem Schmelzen hatten. ÄA, AÄe Das 13. Capitel. Von der gelinden Erwaͤrmung, Erweichung, Beitzung und Circulirung. 6. I. S ie gelinde Erwaͤrmung iſt eine chemiſche Arbeit, wodurch verſchiedene fluͤſſige Materien, oder feſte und fluͤſſige vermiſchte, in gelinder und gehoͤ⸗ Een rit ber u fiſ zit ine ne dufl vit Re ne A dazunh als ein dam ſaten ge 1) 5 n pubee und Cy ¹) de Materien Tien wi 3) d nen Gefh undliſi berden m Pirme tuf die N in dem 6 jimlüier nuß, di g. leich, deran⸗ vor⸗ oder ihrer min⸗ iſam⸗ auch, nden, der nver⸗ ihrer der er⸗ tweder ihrer nach ſeyn⸗ ſoſſe⸗ her⸗ rbin⸗ dem bF ung, rbeit, oder rund gehi⸗ Erweichung, Beitzung und Circulirung 187 gehoͤriger Waͤrme, in einem verſchloſſenen Gefaͤß er⸗ halten werden, damit in den vermiſchten Materien eine innerliche Bewegung, und daraus entſpringende gemeinſchaftliche Vereinigung befoͤrdert werden moͤge. G§. 2. Es wird alſo eine gelinde Erwaͤrmung, entweder mit verſchiedenen fluͤſſigen Materien, oder mit feſten und fluͤſſigen zugleich, voegenommen; doch muß alle⸗ zeit eine fluͤſſige Materie dabey ſeyn, die man als ei⸗ ne aufloͤſende betrachten kan. Dahero kann man mit Recht ſagen, daß ſolche gelinde Erwaͤrmung ei⸗ ne Arbeit ſey, die gewiſſe Aufloͤſungen machen oder dazu helfen ſoll(Cap. 11.) und daß ſie nur zum Theil als eine Aufloͤſung anzuſehen ſey. §. 3. Damit ſolche Erwaͤrmungen, bequem und gut von ſtatten gehen moͤgen, ſo iſt noͤthig, daß 1.) Feſte Coͤrper, die man gelinde erwaͤrmen will, zu Pulver und klein gemacht werden(Cap. 7.§. 7. und Cap. 11. S. 2. 2.) Daß eine gehoͤrige Verhaͤltniß, unter denen Materien, die man durch gelinde Erwaͤrmung verei⸗ nigen will, beobachtet werde.(Cap. 11.§. 7. 5.) 3.) Daß alle gelinde Erwaͤrmungen in verſchloſſe⸗ nen Gefaͤſſen geſchehen muͤſſen, damit die fluͤchtigen und fluͤſſigen Theile von der Waͤrme nicht zerſtreuet werden moͤgen, und die eingeſchloſſene und von der Waͤrme verduͤnnete Luft, groͤſſere Kraft erlange, auf die Materien zu druͤcken. Man muß aber oben in dem Gefaͤſſe, wenigſtens im Anfange, und wenn ein ziemlicher Grad einer ſtarke Waͤrme gegeben werden muß, eine kleine Oefnung laſſen, wodurch die war hlofe 188 Cap. 13. Von der gelinden Erwaͤrmung, ſchloſſene Luft und ſtark treibenden Daͤmpfe, einiger⸗ maſſen herausgehen koͤnnen, damit ſie nicht die Ge⸗ faͤſſe zerſprengen. Dieſerwegen erwaͤhlet man auch zu dieſer Arbeit ſolche Gefaͤſſe, die dem fuͤrgeſetzten Endzwecke gemaͤß ſind, als Kolben, oder Phiolen,(Cap. 4.§. 4. N. 3.) oder auch andere, deren obere Muͤndung mit naß ge⸗ machter Blaſe, die man in der Mitte mit einer Nadel durchſticht, bedeckt wird. Anmerkung. Joh. Ad. Wedel hat in ſeiner Schrift: de Digeſt. comp. ratione inſtituenda, den Vortheil erdacht, daß er die Muͤndungen des Gefaͤſſes mit Kork verſtopft und in die Mitte deſſelben ein Loch macht, dadurch man eine etwas lange glaͤſerne, an beyden Enden affene Roͤhre, von der Art, wie man zu den Wetterglaͤſern braucht, aber ohne Kugel, waͤhrend der Erwaͤrmung ſtecket. 4) Daß dieſe Arbeiten, bey gelinder Waͤrme, nem⸗ lich im erſten und andern chemiſchen Grad(Cap. ſ. §. 13.) angeſtellet werden muͤſſen. Inzwiſchen wird dieſe Waͤrme, nach Befinden der Umſtaͤnde, entweder unmittelbar an die Gefaͤſſe gebracht, wenn ſie auf gluͤ⸗ hende Kohlen, oder uͤber Lampenfeuer, oder auch in Pferdemiſt geſetzt werden, oder mittelbar in der Waſ⸗ ſeraſchen⸗ und Sandcapelle(Cap. 4.§. F.) oder auch indem die Gefaͤſſe ins Dampfbad geſtellet werden. Man muß auch wohl auf die Zeit ſehen, in der dieſe Arbeiten geſchehen; denn die Erfahrung lehret, daß man mit gelinder und anhaltender Woͤrme mehr aus⸗ richte, als mit ſtarker und geſchwind vermehrter. Aumerkung. Wenn man dieſe Arbeit in der Papiniſchen Maſchine, aus welcher keine Luft heraus kann, vornimmt, ſo wird man zwar weit eher fertig; man hat aber derſel⸗ ben in den Fallen nicht nöthig, wo die Aufloͤſung leicht von ſtatten geyet, ob ſie gleich in Aufloͤſung des Horns und anderer harter Theile einigen Nutzen haben kann. §. 4⸗ Die⸗ andere wricer Fhſch w min oder diel Tfaleau ddereinen daue und Phmerk lhni drauf dadh wol an ſͤm, ohage ac ſen d derden virm al d ſabe 3, ger. Ge⸗ rbeit emaß 1.3) jge⸗ fadel rift: acht, ſopft man aͤhre, „aber nem⸗ 7.ſ. wird eder gluͤ⸗ h in Laſ⸗ nuch den. dieſe daß aus⸗ ſchen nunt, erſel⸗ leicht zund 6 4˙ Erweichung, Beitzung und Circulirung. 189 9. 4. Zu der beſchriebenen gelinden Erwaͤrmung ſollen und muͤſſen noch ſolgende Arbeiten gezaͤhlet werden: §. F. Die Erweichung, welche Knochen, Horn, und andere harte Theile angehet, in ſo ferne ſie aus hart weicher gemacht werden ſollen, und welche auch das Fleiſch weich zu machen dient. Sie wird entweder mit, oder ohne Kochen vollendet. Anmerkung. Dieſe Arbeit iſt in der Kunſtchemie ſehr gebraͤuchlich, und komt vielen Handwerkern zu ſtatten, die Holz, Horn oder Knochen zu erweichen haben, damit ſie ſie deſto beſſer bearbeiten koͤnnen; wovon an ſeinem Orte mehr vorkommen ſoll. In der phyſiſchen Chemie, kann hiezu die Papiniſche Maſchine, und bloſſes Waſſer gre⸗ braucht werden. §. 6. Die Einbeitzung, gehet auf Erweichung harter Theile aus dem Gewaͤchsreiche, entweder mit Waſſer, oder einem andern Mittel, und wird meiſtens ohne Feuer und Waͤrme vollbracht. Anmerkung. Weil gedachte Arbeiten(§. g. 5. 6.) keine Aehnlichkeit mit den Aufloͤſungen haben, ſondern nur bloß darauf hinaus laufen, daß der Zuſammenhang unter den Theilen vermindert wird, ſo darf man auch hiebey ſo⸗ wol auf die Gefaſſe, als andere Umſtaͤnde, ſo genau nicht ſehen, wie bey den gelinden Erwarmungen.(§. 3.) Dem ohngeachtet, werden ſie billig zu dieſen gerechnet, indem auch dey jenen einige Vereinigung der fluͤſſigen und fe⸗ ſten Theile geſchiehet,(§. 1.) wodurch die feſten weich werden. Daher meynen einige, daß man unter der Er⸗ waͤrmung und Einbeitzung keinen andern Uuterſcheid habe, als daß jene, vermittelſt der Waͤrme, dieſe aber ohne die⸗ ſelbe vorgenommen werden. Die Einbeitzung, braucht man 190 Cap. 13. Von der gelinden Erwaͤrmung, ac. man ſonderlich, um die Gewaͤchſe, von denen man das we⸗ ſentliche Oel deſtilliren will, zu erweichen. Zu dem Ende werden ſie zerſchnitten, geſtoſſen oder geraſpelt, und mit Salzwaſſer in dem Deſtillirgefaͤſſe vermiſchet, in wel⸗ chem ſie einige Zeit ſtehen bleiben, ehe ſie deſtilliret werden. S. 7. Das Circuliren, ſo vor dem auch Pelicaniren, von dem, ſonſt uͤblichen Gefaͤſſe, dem Pelican genen⸗ net wurde,(Cap. 4.§. 4. N. 6.) wird heut zu Tage mit zwey Kolben,(Cap. 4.§. 4. N. 3.) die ſo geſtel⸗ let werden, daß des einen Hals in den andern gehe, welche im Franzoͤſiſchen Vaitſeauax de Kencontre heiſſen, verrichtet. Anmerkung. Im Cireculiren muß eben dieſelbe Feuchtig⸗ keit, die in den obern Kolben ſteiget, wieder in den untern zuruͤck fallen, weil ſie aus dem obern nicht hinaus kann, und ſich ſolchergeſtalt, durch beſtaͤndiges Auf⸗ und Nieder⸗ ſteigen, mit der feſten Materie, die in dem untern Kol⸗ ben iſt, oͤfters vermiſchet Es koͤnnte alſo dieſe Arbeit nicht uͤbel unter die Cohobakionen gerechnet werden, von welchen nachhero gehandelt werden wird; allein weil man bey dem Circuliren nicht auf die Abziehung durch die Deſtillation, ſondern vielmehr auf die Vereinigung fluͤſſiger und feſter Theile ſiehet, ſo halten wir auch dafuͤr, daß man ſie beſſer unter die gelinden Erwaͤrmungen ſe⸗ tzen koͤnne. §. 8. Weil man die gelinden Erwaͤrmungen, wenigſtens zum Theil, als Auflöſungen anſehen kann,(§. 2.) ſo verſtehet man zugleich, daß beyde einerley Grund und Urſache haben muͤſſen,(Cap. 11.§. 10.) und daß die Umſtaͤnde bey den gelinden Erwaͤrmungen aus eben denſelben Gruͤnden erklaͤret werden koͤnnen. Anmerkung. Daher hat Freind, nebſt noch andern, die Erwaͤrmungen und Aufloͤſungen fuͤr einerley Arbeiten ges halten. Das dn Cor len wel werden eg gen(Ca eeſten n trigen, ingegen teyer u ungen, enmene, dr inen les dos a Ey sg u dal Mran „ c. 4s we⸗ LEnde id mit n wele ſäler niren, gſenen⸗ Tage eſtel⸗ gehe, ontre euchtig nuntern 5 kaan, Nieder⸗ en Kel Arbeit en, von n weil durch nigung dafür, gen ſer aſtens 2.) ſo d und aßj die eben ern, de iten ge⸗ Das 1* 191 OfccereSretrreresTerertrr, dirrtree Das 14. Capitel. Vom Ausziehen, Uebergieſſen, Abkochen und Auslaugen. §. I. Nas Ausziehen, iſt eine chemiſche Arbeit, wo⸗ D durch, vermittelſt einer aufloͤſenden Materie, nur einige Beſtandtheile(Cap. F.§. 1.) aus den Coͤrpern aufgeloͤſet, und von den uͤbrigen Thei⸗ len, welche unaufgeloͤſet liegen bleiben, abgeſondert werden. §. 2. Es ſind alſo die Ausziehungen, von den Aufloͤſun⸗ gen(Cap. 11.) nur darinne unterſchieden, daß in den erſten nur aͤhnliche Theile aufgeloͤſet, und von den uͤbrigen Beſtandtheilen geſchieden werden ſollen; da hingegen die letzteren mit voͤlliger Aufloͤſung ganzer Coͤrper umgehen. Daher ſiehet man, daß die Auszie⸗ hungen, Aufloͤſungen einiger Theile ſeyn, und unvoll⸗ kommene Aufloͤſungen heiſſen koͤnnen; indeſſen findet bey ihnen, wenn man ſie anſtellen und erklaͤren will, alles das Statt, was vorher von den Aufloͤſungen(im IIten Cap.§. S. 7⸗und 10.) geſaget worden. §. 3. Es gehoͤren aber zu den Ausziehungen folgende Arbeiten: S. 4. Das Uebergieſſen; es komt mit der ſehr bekannten „Bereitung des Thees uͤberein, und geſchiehet, indem man 192 Cap. 14. Vom Ausziehen, man einen ſiedenden fluͤſſigen Coͤrper, der das Aufloͤ⸗ ſungsmittel abgiebt, als Waſſer, Wein, oder beyde zu⸗ gleich, oder auch andere, nachdem es der vorhandene Coͤrper erfordert, auf denſelben, nachdem er vorher entweder zerſchnitten, zerſtoſſen oder zu Pulver ge⸗ macht, und in ein Gefaͤſſe gebracht worden, gieſſet, das Gefaͤſſe aber deswegen zumacht, damit das ſiedende Aufloͤſungsmittel, das man hiezu braucht, vermoͤge dieſer Waͤrme, die duͤnneren und ſubtileren Theile aufloͤſen, und aus der feſten Materie ausziehen moͤ⸗ ge; wie auch, damit nicht durchs Kochen die fluͤchti⸗ gen Theile zerſtreuet, oder groͤbere unnuͤtze ausgezo⸗ gen werden. §. F. Das Abkochen iſt bekannt genug, und wird aus verſchiedenen Abſichten fuͤrgenommen: 1) Harte Theile zu erweichen,(Cap. 13.§. 7.) 2) Beſondere Theile aufzuloͤſen, zu welchem Ende man die hiezu gewidmete feſte Materien, entweder in Pulver, oder zerſchnitten, zerſtoſſen oder geraſpelt, mit Waſſer, Wein, oder einer anderer aufloͤſenden Materie, wie gewoͤhnlich, mehrentheils in einem ver⸗ ſchloſſenen Gefaͤſſe, ſo man uͤber das Feuer ſetzt, ſo lange kochet, bis das aufloͤſende Mittel, alles, was es nur hat bezwingen koͤnnen, aufgeloͤſet, ausgezogen, abgeſchieden und mit ſich vermiſcht hat. In dieſer Abſicht gehoͤret das Kochen hieher, und begreift auch das Bierbrauen unter ſich. 3) Sowol zu erweichen, als auch einige Theile der Coͤrper aufzuloͤſen, in welcher Abſicht viele Kochun⸗ gen hieher gehoͤren, ſo in der Kochkunſt beſchrieben werden. §. 6. Das nan 1 ſaljige mit ei verſie Puslau erfalen von ale und kei auch u qpitel. ) d. iien fr Nexerer, otweder! der mieT ſhwächt W usſü Aymerku niſten, AKhale de ſe nechſe An, da dAenha ethal, hen. A aageü 1d Aufli⸗ de zu⸗ undene vorher der ge⸗ ſet, das ſedende rmäͤge Theile n moͤ⸗ luchti⸗ sgezo⸗ ird aus ſ.) Ende der in npelt, ſenden nver⸗ t, ſo vas es zogen, dieſer t auch eileder kochun⸗ hrieben 9. 6. Uebergieſſen, Abkochen und Auslaugen. 193 §. 6. Das Auslaugen beſtehet fuͤrnemlich darinne, daß man mit einem dienlichen Aufloͤſungsmittel, alles ſalzige aus den Coͤrpern aufloͤſet und ausziehet, das mit einer feſten Materie vermiſcht war: Nach der verſchiedenen Art, und der verſchiedenen Abſicht des Auslaugens, hat daſſelbe unterſchiedene Benennungen erhalten.— 1) Das eigentlich ſogenannte Auslaugen, wird zu dem Ende vorgenommen, daß man das Salz er⸗ halte, und zuruͤck behalte, welches man durchs Auslau⸗ gen hat abſondern wollen. 2) Das Ausſpuͤhlen geſchiehet, um eine Materie von allem groben und ſalzigtem Weſen zu befreyen, und rein, und ohne Geſchmack zu erhalten; daher es auch zu den Abſonderungen gehoͤret, die im 31ſten Capitel beſchrieben werden ſollen. 3) Die Ausſuͤſſung, hat zu ihrer Abſicht, die in einem freſſenden Aufloͤſungsmittel, fluͤſſig geweſene Materien, von ihrer Schaͤrfe zu befreyen; welches entweder mit Waſſer, das das ſcharfe Salz aufloͤſet; oder mit Weingeiſt geſchiehet, der die ſalzige Schaͤrfe ſchwaͤchet und zerſtoͤret, wie in dem 23ſten Capitel von 7 der Ausſuͤſſung angezeiget werden wird. 1 Anmerkung. Man darf aber nicht denken, daß alle Che⸗ miſten, den Unterſcheid, ſo wir unter den angefuͤhrten Arbeiten feſt geſetzet, allenthalben beobachten, ſondern daß ſie vielmehr, ſonderlich Auslaugen und Ausſpuͤhlen wechſelsweiſe gebrauchen, weil ſie vielleicht, bald auf dieſe Art, das Salz, welches von einer Materie abgeſondert wird, zu erhalten, bald auf die Materie ſelbſt, aus der man es erhaͤlt, und die man erhalten und zuruͤck behalten will, ſe⸗ hen; Ausſuͤſſen hingegen, wird meiſtens in dem von uns angefuͤhrten Verſtande, gebraucht. . Th. N§. 7. 194 Das 15. Capitel. S. 7. Wenn wir oben(§. 2.) erinnert haben, daß man die Ausziehungen als Aufloͤſungen anſehen muͤſſe, ſo gilt dieſes ebenfals von gedachten Arten der Auszie⸗ hung, dem Uebergieſſen, Abkochen und Auslaugen, (§. 4. 5. und 6.) die auch daher aus eben den Gruͤn⸗ den, wie die Aufloͤſungen(Cap. 11.§. 10.) zu er⸗ klaͤren ſind. Anmerkung. Wenn man das, was hier von dieſen Ar⸗ beiten geſagt worden, mit dem, was nachher im(39. Cap.) von den, durch verſchiedenes Ausziehen, zu erhaltenden und herfuͤrzubringenden Coͤrpern, geſaget werden ſoll, zu⸗ ſammen haͤlt, ſo wird man hoffentlich von denſelben eine hinlaͤngliche Erkenntniß bekommen. cðSARSUʒUSʒSS‚USʒSʒʒOʒʒSSOSASʒOS Das 15. Capitel. Vom Abdaͤmpfen und Eindicken. 1§. I. as Abdämpfen iſt eine chemiſche Arbeit, vermoͤ⸗ O ge welcher fluͤßige, fluͤchtige und leichte Theile, ſowol feſter als fluͤſſiger, oder auch auf jede Art vermiſchter Coͤrper, durch hinlaͤngliche Waͤrme in Daͤmpfen fortgetrieben werden(Cap. 7.§. 13.) 1. Anmerkung. Daß ſowol von feſten als fluͤſſigen Coͤr⸗ pern, einige Theilgen durch Waͤrme in Daͤmpfen ſorige⸗ trieben werden koͤnnen, iſt der Erfahrung ſehr gemaͤß; denn es überzeugen uns hievon alle Salze, Hoͤlzer, Kno⸗ chen, Horn ac. von deren Ausduͤnſtung die Naturkuͤndi⸗ ger gehandelt haben. Daß aber harte unterirdiſche Coͤr⸗ per, die nichts von fluͤſſiger oder fluͤchtiger Materie fuͤh⸗ ren, keine Ausduͤnſtungen haben, koͤnnen wir gerne zuge⸗ ben; obgleich Boyle denen feſten Coͤrpern einige Aus⸗ duͤnſtungen(Dunſtkreiſe) beylegen wollen. a, Ans fiun, in vo gene ur med man a ales? man e, ſo uszie⸗ ugen, rüͤn⸗ u er⸗ n Ar⸗ Cap.) enden , zu⸗ Reine D9 ermoͤ⸗ heile, fjede aͤrme 3.) n Cör ſortge⸗ geemaß; „Kno⸗ rkündi⸗ ze Cör⸗ rie füh⸗ ie zuge⸗ ge Aud⸗ 2, Alls Vom Abdaͤmpfen und Lindicken. 195 2. Aumerkung. Unter dem Abdaͤmpfen und Ausduͤnſten pflegt, in Anſehung der Coͤrper, folgender Unterſcheid beobachtet zu werden, daß jenes von fluͤßigen, dieſes aber von feſten gelte. Die unmerkliche Ausduͤnſtung komt nur lebendigen Coͤrpern, nemlich Gewaͤchſen und Thieren zu, wiewohl von dieſen Woͤrtern auch bisweilen eins ſtatt des andern gebraucht wird. 9. 2. Das Verdicken iſt eine Gattung der Abdaͤm⸗ pfung, wodurch fluͤſſigere Saͤfte von Gewachſen, Leim von Thieren, oder auch aufgeloͤſete, ausgezo⸗ gene und ausgelaugte Dinge, vermittelſt der War⸗ me, dicker gemacht werden. Daher erhellet, daß man alles Eindicken durch Abdaͤmpfen, aber nicht alles Abdaͤmpfen durch Eindicken verrichten muͤſſe. §. 34 Wenn man fluͤſſige Materien und Gemenge ab⸗ daͤmpfen und verdicken will, ſo kann es am beſten in flachen Gefaͤſſen, die einen breiten Boden haben, und nach Art der Teller und Schuͤſſeln gemacht ſind, ge⸗ ſchehen; man nennet ſie Abdaͤmpfungsſchaalen(Cap. 4.§. 4. N. 10.) Denn in flachen und zugleich breiten Gefaͤſſen, in denen weniger Materie eine groͤſſere Flaͤ— che hat, geht das Abdaͤmpfen geſchwinder von ſtatten, als in hohen und engen. Die Waͤrme muß hiebey ſehr gemaͤßigt ſeyn, und entweder in der Waſſer⸗oder Sandcapelle bey gelindem Feuer angeſtellet werden, damit die Materie nicht vom ſtarken Feuer anbrenne⸗ §. 4 Man muß aber bey dem Abdaͤmpfen folgende Um⸗ ſtaͤnde allezeit beobachten. 1) Das Abdaͤmpfen nimmt zu oder ab, nachdem die Waͤrme ſtaͤrker oder ſchwaͤcher wird. N 2 2) Das ff 1 196 Das 15. Capitel. 1) Das Abdaͤmpfen verhaͤlt ſich, wie die Ober⸗ 9) flaͤche der abzudaͤmpfenden Materie, die die Luft un⸗ Dinſe mittelbar beruͤhret, ſo daß von einer groͤſſeren Ober⸗ groſe flaͤche mehr abrauchet, als von einer kleinen. keiner Anmerkung. BHalley und Kraft haben durch ihre Verſu⸗ die ein che bewieſen, daß von einem tiefen Waſſer mehr verrau⸗ Aum a che, als von einem ſeichten, welches auch des Muſſchen⸗ ſeil broecks Verſuch, Tentam. Exper. N. P. II. p. 62. zu beſtaͤrken, ſcheinet, indem er wahrgenommen, daß aus einem hohen ril Gefaͤß mehr abdaͤmpfe, als aus einem niedrigen. Rich⸗ xwn mann beweiſet in den Comment. der Petersburg. Academie rmdl im 2. B. daß ſich die Abdaͤmpſung nicht ſowol nach der 3 Tiefe, als vielmehr nach der Menge der Materie und ih⸗ rer Flaͤche richte; ja mein Bruder, Nic. Waller. hat duͤnſtung in den Acten der Stockholmiſchen gelehrten Geſellſchaft, de Feu im 7. B, mit vielen Verſuchen dargethan, daß die Ab⸗ J 1 daͤmpfung mit der Fläche der Materie, die von der Luft ihe 1 beruͤhret wird, die näͤchſte Verhaͤltniß habe. weicher 3) Das Abdaͤmpfen wird vom Winde geſchwin⸗ i9 d b der und ſtaͤrker gemacht. Deswegen betrachtet man ir Ech auch die Luft als ein Mittel, ſo die Duͤnſte wegfuͤh— ret, wie man denn das Abdaͤmpfen, ſowel mit Bla⸗ Nachde ſebaͤlgen bey groͤſſeren metalliſchen Arbeiten, als ſͤel auch mit Wedeln, in der Kuͤche, zu befoͤrdern weiß. eſeben, 4) Das Abdaͤmpfen gehet aber auch ohne Luft, ufeeit an ſolchen Orten von ſtatten, die von Luft leer ſind; ja in verſchloſſenen Gefaͤſſen, da die aͤuſſerliche Luft)„ gar nicht zukommen kann, wie man beym Deſtilliren ſimfn ſiehet. ſütee tihrt vitd 5) Die entſtandene Duͤnſte ſteigen nicht allein im ih in der freyen Luft, in Geſtalt eines Rauchs, oder un⸗ Jene merklichen Dunſtes, ſondern auch in verſchloſſenen 44 N. Gefaͤſſen, wenn nur gehoͤrige Waͤrme angebracht drn worden, in die Hoͤhe; an luftleeren Orten hingegen, Na ſteigen ſie vielmehr nieder, und ſetzen ſich entweder zu tſat 3 Boden, oder an die Seiten der Gefaͤſſe. 1 di 6) Man u Dber⸗ ſt un⸗ Ner⸗ Verſu⸗ verrau⸗ iſſchen⸗ eſtärken meohen Nich⸗ Kademie nach der jund ih⸗ eer. hat ellſchaft die Ab⸗ der Luſt chwin⸗ man illiren allein der un⸗ dſſenen bracht gegen, eder zu Man Vom Abdaͤmpfen und Eindicken. 197 6) Man weiß aus Verſuchen, daß entſtandene Duͤnſte in ihrer Natur veraͤndert werden, und eine groſſe Schnellkraft bekommen, wenn ſie gleich von keiner Materie entſprungen oder ausgeduͤnſtet ſind, die eine Schnellkraft beſitzet. Anmerkung. Es iſt alſo kein Wunder, daß die Sonnen⸗ ſtrahlen im Dunſt anders gebrochen werden, als im Waſ⸗ ſer, wie Herr Kratzenſtein gefunden, der daher ſehr wohl ſchlieſſet, daß die Theilgen im Dunſt, von ganzan⸗ derer Figur ſeyn muͤſſen, als im Waſſer: S. deſſen Ab⸗ handlung von dem Aufſteigen der Duͤnſte. 7) Auch harte Coͤrper ſind den Geſetzen der Aus⸗ duͤnſtung unterworfen, wenn ſie durch die Gewalt des Feuers fluͤſſig gemacht worden ſind, doch ſo, daß ihre Ausduͤnſtung weit geringer, als fluͤßiger und weicher Coͤrper, auch, ſowol in Anſehung ihrer Dich⸗ te und des Zuſammenhanges der Theile, als auch ih⸗ rer Schwere, ſehr verſchieden iſt. 8. F. Nachdem wir dieſe und andere Umſtaͤnde(§. 4.), welche bey dem Abdaͤmpfen vorkommen, wohl uͤberle⸗ get haben, ſo glauben wir, folgende Schluͤſſe dar⸗ aus herleiten zu koͤnnen. 1) Iſt nicht zu laͤugnen, daß zwar alles Ab⸗ daͤmpfen a) mit dem Grad der Waͤrme und der Ober⸗ flaͤche der daͤmpfenden Materie, die von der Luft be⸗ ruͤhret wird, in Verhaͤltniß ſtehe(§. 4. N. 1. 2.) 3 dem ohngeachtet aber b) weder Luft noch eine andere Materie, auſſer der Waͤrme, dazu erfordert werde, (§. 4. N. 4. 5.) indem keine andere Materie, als die Waͤrme, durch die Glaͤſer, auf die darinne dämpfen— de Materien, in einem luftleeren Raum, oder un⸗ ter fortgeſetztem Kochen, womit man bis auf den letz⸗ ten Tropfen anhaͤlt, wirken kann; c) Man ſiehet 3 auch, ₰ 198 Das 15. Capitel. auch, daß, da die ausgeduͤnſtete Theilgen in ihrer Beſchaffenheit ſich veraͤndern, und in dem Augen⸗ blick, da ſie in Duͤnſte aufgeloͤſet werden, eine Schnell⸗ kraft annehmen, die ſie vorher, da ſie noch bey ein⸗ ander in der fluͤſſigen Maſſe, oder in den Coͤrpern waren.(§. 4. N. 6.) nicht hatten, die Waͤrme als die fürnehmſte Urſache des Abdaͤmpfens anzuſehen ſey. Wenn man die angefuͤhrte Umſtaͤnde, nebſt der wirkenden Kraft der Waͤrme, gehoͤrig erweget, ſo zeiget ſich auch, wie dieſelbe dem Abdämpfen zu ſtat⸗ ten komme. Wir ſind der Meinung, daß 1) die Waͤrme alle Coͤrper ausdehne und verduͤnne, wodurch der Zuſammenhang unter den Theilen vermindert wird, wie vorher bewieſen worden iſt(Cap. 5.§. 13.) 2) Daß auch die Theilgen unendlich klein zertheilet, und weniger, oder mehr unſichtvar werden, wie je⸗ dem bekannt iſt. 3) Daß die alſo zertheilten Theil⸗ gen, von der bewegenden Kraft der Waͤrme, mehr oder weniger, nachdem ſie zarter oder ſchwerer ſind, (S. 4. N. 7. Cap. 5.§. 13.) beweget und fortgetrie⸗ ben werden. 4) Daß die Materie der Waͤrme, oder eine jede andere feurige Materie, mit den zertheilten und verduͤnneten Theilgen, dergeſtalt vereiniget wer⸗ de, daß jedwedes derſelben mit einem Theilgen der Waͤrme, oder der feurigen Materie, ein zuſammen⸗ geſetztes Theilgen, wie bey den Aufloͤſungen, dar⸗ ſtelle; welches wir theils aus der gewaltigen Aus⸗ dehnung der Daͤmpfe im deſtilliren ſchlieſſen; theils auch, weil die Dunſte, wenn ſie kalt werden, ihre Fluͤſſigkeit verlieren, woraus man ſiehet, daß die vor⸗ handene Waͤrme die Urſache der Fluͤſſigkeit, wenig⸗ ſtens in dieſem Falle, ſey; theils auch, weil die Daͤm⸗ pfe ihre Leichtigkeit zugleich mit der Waͤrme verlie⸗ ren, ken, u von der Dal als ei Denn machen und füc verden, werden Abdämy rien, ſi alſo wi d Ge auchg den. leicher yer iſ, Cityer, do ſchw retslieg er das! ſwuß d di hähe geſchken. man mach wenn ee gauben n Atränyfe wit nun ra fiſt )). ben kon überin, im du igrer gen⸗ hnell⸗ hein⸗ kpern e als ſehen der „ ſtat⸗ ) die durch indert 9.13.) heilet, vie je⸗ Theil⸗ mehr ſind, ſetrie⸗ oder eilten wer⸗ n der mmen⸗ dar⸗ Aus⸗ theils ihre je vor⸗ venig⸗ Daͤm⸗ verlie⸗ ten, Vom Abdaͤmpfen und Eindicken. 199 ren, und dadurch zu erkennen geben, daß dieſelbe, von der mit ihnen verbundenen Waͤrme aobſtamme. Dahero behaupten wir auch, daß das Abdaͤmpfen als eine Verfluͤchtigung angeſehen werden koͤnne. Denn ſo wie wir bemerken, daß bey dem Fluͤchtig⸗ machen leichtere Materien ſchwerere mit ſich erheben und fluͤchtig machen, wenn ſie mit ihnen verbunden werden, wie im Cap. vom Fluͤchtigmachen geſaget werden wird; alſo meynen wir auch, daß bey dem Abdaͤmpfen die Waͤrme, oder gewiſſe feurige Mate⸗ rien, ſich mit den uͤbrigen Theilen verbinden, und ſie alſo mit ſich in die Hoͤhe fuͤhren, ſo bald die treiben⸗ de Gewalt der Waͤrme dazu komt, weswegen wir auch glauben, daß ſie in ihrer Natur veraͤndert wer⸗ den. Denn wenn zwey Theilgen, von denen eins leichter, das anbere aber ſchwerer als ein fluͤſſiger Coͤr⸗ per iſt, mit einander verbunden werden, daß ſie einen Coͤrper ausmachen, und die Kraft, vermoͤge welcher das ſchwerere Theilgen am Grunde des fluͤſſigen Coͤr⸗ pers liegen bleibt, kleiner iſt als die, vermoͤge wel— cher das leichtere Theilgen in die Hoͤhe gehoben wird, ſo muß der zuſammengeſetzte Theil mit einer Kraft in die Hoͤhe ſteigen, die dem Unterſcheide der entgegen geſetzten Kraͤfte gleich iſt. Aus dieſen Gruͤnden kann man machen, daß Eiſen auf dem Waſſer ſchwimmet, wenn es mis Kork verbunden wird. Solchergeſtalt glauben wir, das Aufſteigen der Duͤnſte, oder das Abdaͤmpfen, einigermaſſen erklaͤret zu haben, worauf wir nun auch das Schweben der Theilgen in leichte⸗ ren fluͤſſigen Coͤrpern erklaͤren wollen. 2) Die Urſache, daß Duͤnſte in der Luft ſchwe⸗ ben, komt, nach unſerer Meynung, mit derjenigen uͤberein, welche macht, daß aufgeloͤſete Coͤrper in ih⸗ rem Aufloͤſungsmittel(Cap. I1. S§. 10.) ſchweben⸗ N 4 Denn 200 Das 15. Lapitel. Dceenn wegen gedachter Vereinigung der Waͤrme mit waͤſſerigen Theilgen, kommen die, aus dieſen zuſam⸗ mengeſetzte ausduͤnſtende, der Luft ſehr nahe, wo ſie nicht gar mit derſelben vor einerley zu halten ſind; wenigſtens haben ſie eben die Eigenſchaften, die die Luft hat, und werden deswegen von derſelben angezo⸗ gen, und alſo ſchwebend erhalten. Daher iſts auch kein Wunder, daß dieſe ausduͤnſtende Theilgen in der Luft, wie in ihrem Aufloͤſungsmittel, in die Hoͤhe ſteigen, im luftleeren Raume aber niederfallen. Die⸗ ſes giebt die fuͤrnehmſte Urſache ab, zu welcher noch die groſſe Zartheit der Theilgen unſtreitig kommen muß, wodurch die Oberflaͤche vermehret, und ihre Verhaͤltniß gegen die Schwere deſto groͤſſer wird, je kleiner und zaͤrter die Theile geworden ſind. 3) Da ſich das Abdaͤmpfen wie die Flaͤchen, womit daͤmpfende Materien die Luft beruͤhren(§. 4. N. 2.) verhaͤlt, ſo iſt wohl zu begreifen, daß der Wind, der die auf der Overflaͤche entſtandene Duͤn⸗ ſte zerſtreuet, und die Luft, welche dieſelben aufloͤ⸗ ſet mit ſich fuͤhret, und uͤberdis noch eine fort— treibende Kraft beſitzet(Cap. F.§. 11.) das Abdaͤm⸗ pfen vermehren und deſchleunigen.(§. 4. N. 3.) Dem ohngeachtet folget hieraus nicht, daß Wind und Luft etwas hauptſaͤchliches zum Abdaͤmpfen beytragen, da zumal die Erfahrung lehret, daß es ohne allen Wind und Luft geſchehen koͤnne(§. 4. N. 4.) Wind und Luft thun hiebey faſt eben das, was bey den Aufloͤ⸗ ſungen Bewegen und Reiben verrichten. Dahero duͤnſtet auch das Eiß, nach den Verſuchen des Ba⸗ rons, Hißt. de!' Acad. Koy. des Sciences Anun. 1773. p. 296. ꝛc. nicht aus, ſondern die Luft reibet Theilgen von demſelben ab, fuͤhret ſie fort, und ver⸗ mindert alſo die Schwere des Eiſſes. 4) Daß 9 fen( menhan der luft per, vh noch äuſ einiget Rs nun trien ſafüt ti ſchwiten dieſe me Pärme gen wer ſch entr muchende Anmer vom A (uft be ſübſt n dahred dſ das dut de gen, zllaſt tn Thei un Jvi ſi me talen den mi luna ſ6 liy en de ſeäga mhd Vom Abdaͤmpfen und Eindicken. 201 4) Daß aber nicht alle fluͤſſige Coͤrper ausduͤn⸗ ſten(§. 4. N. 7.) ruͤhret von ihrem ſtarken Zuſam⸗ menhange, ihrer Schwere und Ungeſchicklichkeit, von der Luft aufgeloͤſet zu werden, her, indem dieſe Coͤr⸗ per, von der Waͤrme nicht vollkommen getrennet, noch aufgeloͤſet, noch auch gehoͤrig mit derſelben ver⸗ einiget werden koͤnnen. §. 6. Aus eben der Urſache, die das Abdaͤmpfen fluͤſſiger Materien, wovon bisher geredet worden(§. 4. 5.) herfuͤrbringet, kan auch das Ausduͤnſten und Durch⸗ ſchwitzen feſter Coͤrper erklaͤret werden; indem auch dieſe mehr oder weniger ausduͤnſten, nachdem die Waͤrme ſtaͤrker oder ſchwaͤcher iſt, ja die Ausduͤnſtun⸗ gen werden mehr oder weniger veraͤndert, wenn ſie ſich entweder mit der Waͤrme oder andern fluͤchtig⸗ maͤchenden Materien verbinden. Anmerkung. Die Naturkuͤndiger hegen vom Abdaͤmpfen, vom Aufſteigen der Duͤnſte, und ihrem Auffenthalte in der Luft verſchiedene Meinungen; die Chemiſten hingegen ſelbſt machen davon wenig Worte. Die ungekuͤnſtelte Lehre der meiſten Weltweiſen aͤlterer Zeiten, gieng dahin, daß das Waſſer in Luft verwandelt wuͤrde, und Juſti hat dieſelbe in ſeinen N. Warheiten wieder vorgetra⸗ gen, ohne daß Jemand gezeiget haͤtte, wie das Waſſer zu Luft werden koͤnne. Wir wollen aber davon im drit⸗ ten Theil weitlaͤuftiger handeln. Die Anhaͤnger des des Cartes uͤberreden ſich, daß das Waſſer, ſehr weitlaͤuftie ge Zwiſchenraͤumchen und zottigte Theilgen beſitze, die ſich'in einander falten lieſſen; dieſe verbaͤnden und verwi⸗ ckelten ſich mit dem vorbey ſtreichenden Aether, und flͤ⸗ hen mit ihm davon. Mariotte giebt, in der Abhand⸗ lung ſur les mouvem. des eaux. S. 96. in den Act.; Erud. Lipſ. 1692. p. 308. leere Raͤumchen zwiſchen den Theil⸗ gen der Luft zu, durch welche die kleinſte Waſſertheilgen ſteigen koͤnten, die groͤſſereren aber nicht. Hales meinet, daß die Waſſertheilgen von der Waͤrme in Blaͤßgen aus⸗ N 5 gedeh⸗ 202 Das 15. Capitel. gedehnet wuͤrden, deren Durchmeſſer zehnmal groͤſſer ſer als der Durchmeſſer der Waſſertheilgen ſey; daher dieſe der Blaͤßchen einen hundertmal groͤſſeren Raum einnaͤh⸗ nic men, und alſo in der Luft, die ſonſt faſt hundertmal An leichter iſt, als das Waſſer, herumſchwaͤmmen. ſa Viele von den Naturkundigern haben dieſer Meynung Bey⸗ 9 fall gegeben; den Urſprung dieſer Blaͤßchen aber und ih⸗ W ren Aufenthalt in der Luft auf verſchiedene Art erkläret; ande einige glauben, daß dieſe Blaͤßchen, von der im Waſſer dn verſchloſſenen Luft, die von der Waͤrme ausgedehnet wuͤr⸗ inne de, entſtuͤnden, S. Wolfs Ged. von den Würk. der ſur Natur Capitel 5. und Teichmeyers Naturlehre ꝛc.; an⸗ diſts dere wollen dieſe Ausdehnung, von einem, mir unbekann- rung ten, Aether, herleiten, weil nach ihrer Einbildung der dome Aether, aber nicht die Luft, durch die Glaͤſer dringen nt koͤnne; noch andere ſtehen in den Gedanken, daß dieſe nen Blaͤßchen mit Luft angefuͤllet ſeyen, da hingegen andere ſch dieſelben als leere Blaͤßchen betrachten; endlich gab es 6t noch einige, die zwar nicht in Abrede waren, daß dieſe lan Blaͤßchen, unter dem Abdaͤmpfen entſtuͤnden, allein ſie ind laͤugneten, daß ſich Duͤnſte unter dieſer Geſtalt in der Luft Fll aufhalten koͤnnten, weil ſie beſtaͤndig allmaͤhlig ihre Waͤr⸗ f me und mit derſelben zugleich ihre Ausdehnung verlieren terſc muͤſten; deswegen hielten ſie dafuͤr, daß dir in dem Waſſer neſen verſchloſſene Luft, an der Abdaͤmpfung oder Abſonderung finta der Theile von ihrer Maſſe den groͤſten Antheil hatte, Achi und die Bewegung der auſſerlichen Luft, das Aufſteigen degig derſelben befoͤrderte. S. Hambergers Phyſ.§. 476. 2c. feigen Kruͤgers Naturlehre§. 368. c. Bernh. Nieuwentyt dr D. aber fieng die Sache, in R. g. der Weltbetr. p. 270. ꝛc. dinſen ganz anders an. Er bekuͤmmerte ſich wenig um die Blaͤß: Dder uo chen, ſondern leitete die Urſache der Abdaͤmpfung, von h d der Vereinigung einer feurigen leichteren Materie mit den tatet Waſſertheilgen her. Dieſe erſtaunliche Uneinigkeit, be⸗ jädean wog endlich die beruͤhmte Academie zu Bourdeaux, dem⸗ füchin jenigen eine Belohnung auszuſetzen, der das Aufſteigen datänd der Duͤnſte am beſten erklaͤren wuͤrde. H. Hamberger Dſuc und H. Kratzenſtein, zwey, unter den Gelehrten, ſehr Mer groſſe Manner, erhielten beyde die aufgeſetzte Beloh⸗ ſtiei nung, ob ſie gleich unterſchiedene Meinungen hatten, und eanved zugleich ihre Anhaͤnger, die nachhero zu groͤſſeren Strei⸗ füſe tigkeiten Anlaß gaben, als vorher jemals geweſen waren dae ie grͤſſe dieſe ſnnah⸗ detmal aumen. ng Dey⸗ und ije rklaͤret; Vaſſer et wuͤr⸗ rk. der C., al⸗ bekann⸗ ng der diingen n dieſe mandeke gab ei aß dieſe nlein ſe derluſt re Val⸗ verlieren Waſſer nderung l hätte, fſteigen 476.20. ventyt 270. M. Bläͤß⸗ g, von mit den eit, be— e, dem⸗ uſſteigen nberger ten, ſeht Veloh⸗ ten, und n Strei⸗ rwaren; ſi Vom Abdaͤmpfen und Eindicken. 203 ſie ruͤhrten aber meiſtentheils daher, weil ſie auf die Natur der Daͤmpfe, die von dem Waſſer ſelbſt unterſchieden ſind, nicht Acht gaben, vielweniger daran dachten, daß das Ausduͤnſten und Abdampfen auch im leeren Raume von ſtatten gehe, wie gleichwohl verſchiedene Verſuche, ſowol Hombergs,(S. Steinwehrs Ph. Abh. der Academie zu Paris S. 152. 2c.) als auch Muſſchenbroecks und anderer ſehr deutlich lehren. Sollen wir nun unſere Ge⸗ danken hieruͤber weitlaͤuftiger entdecken, ſo muͤſſen wir er⸗ innern a) daß wir unausgemacht laſſen, was fuͤr Fi⸗ gur die ausduͤnſtende Theilgen haben; denn es ſcheinet uns dieſes noch nicht recht entſchieden zu ſeyn, und in Erklaͤ⸗ rung der Abdaͤmpfung wenig zu nützen, indem hier nicht vom Waſſer allein, ſondern von jeder Materie, die ſchwe⸗ rer als die Luft iſt, und in derſelben aufſteiget, geredet werden muß, daß man alſo eine allgemeinere Urſache, die ſich in jedem Falle anbringen laͤßt, vom Abdaͤmpfen und Schweben der Duͤnſte zu geben, verbunden iſt. Wir laͤugnen nicht, daß die Figur der Theile einigermaſſen ge⸗ aͤndert werde, wie im(§. 4. N. 6.) angezeiget worden; wir betrachten aber dieſe Veraͤnderung als eine Wirkung der fuͤrnehmſten Urſache von der Abdämpfung, die bey verſchiedenen ausduͤnſtenden Materien, bald da, bald ab⸗ weſend ſeyn kann. Denn wer wolte behaupten, daß die ſtinkende, oͤligt⸗erdigte und ſalzige Theile, ſo von einem Aaß in die Luft ſteigen und ſich darinne aufhalten, eben die Figur haͤtten, wie die, welche von dem Waſſer auf⸗ ſteigen. Wenn die Figur zum Aufſteigen und Schweben der Duͤnſte etwas beytragen ſolte, ſo muͤſte in jeder aus⸗ duͤnſtenden Materie, ſie moͤgte waͤſſerigt, ſalzigt, oͤligt oder von anderer Art ſeyn, eben dieſelbe Figur ſtatt haber. b) daß wir dafuͤr halten, es ſey die Urſache der Fluͤch⸗ tigkeit des Waſſes, derjenigen, ſo das Salz, oder eine jede andere ſchwere Materie, die ſchwerer iſt, als die Luft, fluͤchtig machet, aͤhnlich, mit derſelben einerley, und eine entzuͤndliche Materie, wie jeder Chemiſt weiß und mit Verſuchen beweiſen kan. Da man aber dieſe entzuͤndliche Naterie im Waſſer nicht darthun kan, ſo wird man wohl eine ihr aͤhnliche an deren Stelle ſetzen muͤſſen, nemlich entweder eine warm machende oder feurige, die in jedem fluͤſſigen Coͤrper zugegen iſt, und durch die Kaͤlte vertrie⸗ ben wird, weswegen die ſtaͤrkſte Ausduͤnſtung zu der Zeit 204 Cap. 16. Vonm Abdaͤmpfen und Eindicken. 2 Zeit geſchiehet, wenn die Coͤrper zu Eiß werden wollen. V Wenn diefe Materie mit einem Waſſertheilgen innig ver⸗ bunden worden, und dieſes aufloͤſet, ſo entſtehet daher ein zuſammengeſetztes Weſen, welches ganz anderer Art iſt, als ſeine Theile, aus denen es zuſammengeſetzt iſt. c) Vo Daß das Schweben der Duͤnſte in der Luft, mit dem Schweben der Theilgen von anderen aufgeloͤſeten Coͤrpern in ihren Aufloͤſungsmitteln, uͤbereinkomme, welches le Roy in der Geſchichte der koͤnigl. Academie der Wiſſen⸗ 68 ſchaften, vom Jahr 1751. S. 481. u. ſ. f. gruͤndlich bewie⸗— we ſen hat, aus deſſen Verſuchen und Wahrnehmungen erhel⸗ let, daß das Waſſer in der Luft wirklich aufgeloͤſet ſey, und aͤhnliche Erſcheinungen mit dem im Waſſer aufgeloͤſe⸗ durch 8 ten Salz gebe: daher auch ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere dbgeſond Waͤrme und Bewegung der Luft, bey dem Abdaͤmpfen, ſchidar mehr oder weniger Materie aufloͤſet und ausduͤnſten macht, aus der wie mehr oder weniger Waͤrme und Bewegung bey den Aufloͤſungen, mehr oder weniger Materie fluͤſſig macht. d) Vorlu Daß dieſe unſere Lehre, mit dem zutreffe, was Nieu⸗ wird, g wentyt am angefuͤhrten Orte vortraͤget, und deutlich ge⸗ worten, nng bewieſen hat, ob wir wohl eher darauf verfallen in Cin ſind, als wir ſeine Schriften zu leſen Zeit gehabt haben. ſhene Wir ſehen auch, daß ſe den Verſuchen des Hrn. Nollets ſlbene nicht entgegen ſey, die er, laut der Geſchichte der Aca⸗ torhere demie zu Paris, vom Jahr 1752. S. 57. wegen des Auf⸗ ſchein kon wallens fluͤſſiger Coͤrper angeſtellet hat, vermoͤge denen ausgemacht iſt, daß das Aufwallen, von einer ſehr ſubti⸗ Pymerkk len Materie, die durch die Gefaͤſſe dringet, und weder jfen un aͤtheriſch, noch luftig, ſondern feurig und erwaͤrmend iſt, ſainen herruͤhret. Sie ſtimmet auch mit den electriſchen Ver⸗ durchd ſuchen uͤberein, die man bey dem Franklin nachleſen Geſalt kann, und vielleicht iſt das electriſche Feuer eben dieſelbe gleichartige Materie, ſo das Waſſer fluͤchtig macht. Dem ſey nun wie ihm wolle, ſo iſt doch ſo viel gewiß, daß das Abdaͤmpfen und Auſſteigen der Duͤnſte, nicht von der ei giſt Luft, noch vom Aether, ſondern von Waͤrme und Feuer, und ihrer treibenden und fluͤchtigmachenden Kraft, her⸗ kommt.) das — ta Duuſ⸗ da Giſiß filr ana Das ſcken. vollen. g ver⸗ 4 3 tt iſ iſt 0) ſt dem örpen ches le Wiſſen⸗ bewie⸗ erhel⸗ t ſey, gelöͤſe⸗ achere mpfen, mach, bey den acht.c) Vieu⸗ lich ge⸗ erfallen haben. ollets r Aca⸗ 5Auf⸗ denen ſubti⸗ weder ind iſt, Ver⸗ cleſen ieſelbe Dem aß das on der Feuer, ft, her⸗ Das 0 2 205 4* 8 35 8 35 A** 5 48 4 ⸗ Das 16. Capitel. Vom Deſtilliren, Abziehen und Cohobiren. §. I. as Deſtilliren iſt eine chemiſche Arbeit, vermoͤge D welcher fluͤchtige und fluͤſſige Theile, ſowol von feſten als beſonders fluͤſſigen dicken Coͤrpern, durch gehoͤrige Waͤrme, in verſchloſſenen Gefaͤſſen, abgeſondert, und in Geſtalt eines ſichtbaren oder un⸗ ſichtbaren Dunſtes oder Dampfes erhoben, und alſo aus dem Gefaͤſſe, worinne die Coͤrper liegen, in die Vorlage, ſo mit dem erſten wohl zuſammengekleibet wird, getrieben werden, wo ſie, nachdem ſie kalt ge⸗ worden, wieder in einen fluͤſſigen, oder etwas dicke⸗ ren Coͤrper zuſammen laufen, verdichtet werden, und ſolchergeſtalt von den uͤbrigen Theilen, mit denen ſie vorher verbunden waren, befreyet, und rein zum Vor⸗ ſchein kommen. Anmerkung. Deſtilliren iſt alſo nichts anders als Abdaͤm⸗ pfen und Ausduͤnſten in verſchloſſenen Gefaͤſſen. Es hat ſeinen Namen daher erhalten, weil die Duͤnſte, indem ſie durch die Kaͤlte verdicket warden, in Tropfen, oder in der Geſtalt des Regens niederfallen. 6. 2. Es geſchiehet aber auf dreyfache Art: §. 3. 1) Das Deſtilliren durchs Aufſteigen, heißt: da der Dunſt, oder Dampf vom Feuer, das man unter das Gefaͤß, welches die zu deſtillirende Materie ent⸗ haͤlt, anmacht, aufwaͤrts getrieben wird, nemlich aus dem 206 Cap. 16. Vom Deſtilliren, dem Kolben in den Helm, und durch deſſen Roͤhre in die Vorlage.(Cap. 4.§. F. N. I. Taf. 3. Fig. 102.) Dieſe Art zu deſtilliren, wird bey leichteren Materien, die bald in die Hoͤhe ſteigen, gebraucht. Wenn hiebey ein Kuͤhlfaß zwiſchen dem Helm und der Vorlage angebracht wird;(Cap. 4.§. 4. N. F. Taf. 3. Fig. 94.) ſo nennet man es, aus der Blaſe de⸗ ſtilliren, welches an ſich nichts anders iſt, als durchs Aufſteigen deſtilliren, wie aus dem deſtilliren des Weingeiſtes zur Gnuͤge bekannt iſt. §. 4. 2) Zur Seite, oder aus einer Retorte deſtilliren, iſt, wenn die Duͤnſte aus der Retorte, ſo entweder um und um mit Feuer umgeben, oder unter welche nur unten ſolches angemacht wird, vermoͤge der Waͤrme, in eine zuͤr Seiten liegende Vorlage, getrieben wer⸗ den.(Cap. 4.§. F. N. 1. Taf. 3. Fig. 102. u. ſ. f.) Dieſe Art findet bey ſchwereren Materien ſtatt; wo⸗ bey noch zu merken iſt, daß man den Hals der Retor⸗ te, deſto gerader, oder auch unterwaͤrts ſtellen muß, je ſchwerer die Materie iſt, die man deſtilliren will; uͤberdiß muß man wohl zuſehen, daß die Materie nicht in der Retorte uͤberſteige. Damit aber die Vorlage nicht allzuheiß werde, wel⸗ ches entweder von heiſſen Daͤmpfen, oder von der Hi⸗ tze des Ofens leichtlich geſchehen kann, zumahl, wenn das Feuer ſtark und lange unterhalten wird, oder die Vorlage nicht weit genug von dem Ofen abſtehet, ſo bedienet man ſich eines Vorſtoſſes, der ſowol an die Retorte, als auch an die Vorlage gekleibet wird, wel⸗ che dadurch von allzugroſſer Hitze befreyet bleibt. In dieſer Abſicht hat der Verſtoß faſt eben den Nuaer als 3 die des ring wird, then ate mn S meA E einen legen d ſie in der ekann pen,be And inegt ander flach zem le⸗ ſchnitte driche chen G an den Un an, jöhnli Noc ene ein ener in — gre in 102.) terien, m und N.. iſe de⸗ zpurchs n des llliren, der um he nur zaͤrme, wer⸗ ſ.f.) „ wo⸗ Ketor⸗ uß, je wlll; faterie e, wel⸗ der Hi⸗ „wenn der die het, ſ an die d, wel⸗ t. In Nuten als Abziehen und Cohobiren. 207 als das Kuͤhlfaß.(Cap. 4.§. 4. N. 9. Taf. 1. Fig. 35. und 36.) §. S. 3) Durchs Niederſteigen deſtilliret man, indem man die Vorlage ſelbſt unter dem Gefaͤſſe, in welchem ſich die zum deſtilliren eingeſetzte Materie befindet, an⸗ bringet, worauf uͤber dieſem Gefaͤſſe Feuer angemacht wird, wodurch die Daͤmpfe niederwaͤrts, in die unten⸗ ſtehende Vorlage getrieben werden, welche mit einer Materie bedeckt werden muß, ſo die Hitze abzuhalten im Stande iſt. Zu dieſer Abſicht hat man verſchiede⸗ ne Arten zu deſtilliren erfunden. Einige nehmen zwey Toͤpfe von ſolcher Groͤſſe, daß einer auf den andern genau paſſet, zwiſchen dieſelbe legen ſie ein leinen Tuch, und auf dieſes die Materie, ſo ſie deſtilliren wollen. Dieſe Art zu deſtilliren, iſt in den Kuͤchen und Haushaltungen, ſo gar dem Poͤbel bekannt, welcher ſich derſelben, Roſenwaſſer zu bren⸗ nen, bedienet. G Andere machen es auf folgende Weiſe: Sie ſtellen eine groſſe leere Flaſche, faſt bis an den Hals, in ein ander dienliches Gefaͤß mit kaltem Waſſer; in die Flaſche ſtecken ſie einen Trichter, deſſen Hoͤle ſie mit ei⸗ nem leinenen Tuch bedecken, und darauf ihre kleinge⸗ ſchnittene oder zerſtoſſene Materie legen; auf den Trichter ſtellen ſie einen irdenen Topf, von einer ſol⸗ chen Groͤſſe, daß er auf den Trichter genau paſſe, fuͤl⸗ len denſelben mit warmer Aſche und gluͤhenden Koh⸗ len an, und verkleiben alsdenn die Fugen, wie ge⸗ woͤhnlich. Noch andere nehmen zwey Flaſchen, von denen die eine einen duͤnneren Hals hat als die andere, ſo, daß einer in den dickeren und aufrechtsſtehenden Hals der andern 20qG Cap. 16. Vom Deſtilliren, andern Flaſche, umgekehrt hineingeſchoben werden kann. Jene Flaſche, deren Hals in die andere gehet, fuͤllen ſie mit Kraͤutern an, die ſie deſtilliren wollen; die andere aber graben ſie an einem erhabenen Orte, den die Sonne uͤberall beſcheinen kann, bis an ihren Hals in die Erde, ſtecken ſodenn den Hals der vorigen hin⸗ ein, verkleiben beyde, und uͤberſchuͤtten die eingegra⸗ bene darauf vollends ganz und gar mit Erde, daß nur die erſte mit den Kraͤutern, deren Boden nach oben zu gekehret iſt, hervorrage; ſolchergeſtalt treiben die Sonnenſtrahlen, innerhalb zwey Tagen, wenn das Wetter warm iſt, ſowol Waſſer, als auch bisweilen etwas Oel, ohne allen Brand, aus den Kraͤutern. Schwere mineraliſche Coͤrper, koͤnnen auch in Schmelztiegeln deſtilliret werden; man ſetzet nemlich einen umgekehrt auf den andern, doch ſo, daß zwiſchen beyden eine thoͤnerne Platte, die mit vielen Loͤchergen durchbohret, und im Feuer hart gebrannt worden, zu liegen komme, worauf die zu deſtillirende Materie ruhen koͤnne; der unterſte leere Tiegel, wird in kal⸗ ten Sand, oder Aſche geſetzet; um den oberſten aber, der verkehrt auf dem untern ſteht, denſelden deckt, und mit ihm feſte zuſammen gekleibet wird, werden Kohlen gelegt, und das Feuer von oben angemacht. 1. Anmerkung. Wir muͤſſen hier noch anfuͤhren, daß Hr. Pott in den Miſc. Berol. L. VII. p, 275. u. ſ. f. zwey Arten an der Sonne zu deſtilliren, augegeben habe, nem⸗ lich: a) Man ſoll in eine glaͤſerne, oder irdene Schüſſel eine kleinere glaſerne Capelle, in welcher die Materie lie⸗ get, ſetzen, und beyde mit einer groͤſſeren glaͤſernen Glocke, mit einem breiten Rande, daß er an die glaͤſerne Schuͤſſel reiche, bedecken. Dieſe Maſchine ſetzt man auf einem Brete an die Sonne, ſo wird der, aus der zu behandelnden Materie, aufſteigende Dunſt in die Hoͤhe getrieben, flieſ⸗ ſet an den Seiten der Glocke zuſammen, und von da in die groͤſſere Schuͤſſel. b) Soll es noch einfacher anzeſtolet S werden, tien,a liren un ))? (ſonde iſtge ſer oder verden gehet, en; die te, den n Hals en hin gegra⸗ aß nur hoben en die n das weilen 4 uch it nemlich wiſchen cergen den, zu Naterie in kal⸗ aber, t, und ohlen daß Hr. zwey e, nem⸗ Schüͤſel erie lie⸗ Glocke, Schüſel feinem delnden en, ſieſ ain die geſtelet werden/ Abziehen und Cohobiren. 209 werden, ſo darf man nur die Materie in eine Retorte oder Kolben thun, und dieſe Gefaͤſſe an die Sonne, wo kein Schatten iſt, ſetzen; die Vorlage aber mit leinenen, und in kaltem Waſſer genetzten Tuͤchern, bedecken. Vor Zeiten deſtillirete man auch bisweilen mit Breanſpiegeln; weil es aber auf dieſe Art ſehr beſchwerlich hergieng, ſo iſt es abgekommen 2. Anmerkung. Wir wollen nicht unterſuchen, ob den al⸗ ten Griechen und Arabern, das Oeſtilliren durchs Auf⸗ ſteigen, und aus der Retorte, bekannt geweſen ſey; daß ſie aber durchs Niederſteigen deſtilliret haben, iſt wohl ohn⸗ ſtreitig: denn auf dieſe Art, machten ſie ihren Cederſaft; und es iſt wohl zu vermuthen, daß ſie ihre Waſſer nicht kuͤnſtlicher werden gemacht haben, als unſere Hansmuͤt⸗ tergen das Roſenwaſſer, nemlich durchs Niederſteigen, auf die Art, ſo wir vorher beſchrieben haben. §. 6. Zum Deſtilliren werden auch folgende Arbeiten ge⸗ rechnet, die an und fuͤr ſich betrachtet, in der That nichts anders als Deſtillationen ſind, auch auf eben die Weiſe verrichtet werden, ob man ſie wohl, in An⸗ ſehung verſchiedener Umſtaͤnde, die ſowol die Mate⸗ rien, als die erhaltenen Dinge betreffen, vom Deſtil⸗ liren unterſcheidet. §. 7⸗— 1) Abziehen heißt: wenn man natuͤrliche Coͤrper, beſonders Pflanzen, vermittelſt einer beygemiſchten fluͤſſigen Materie, deſtilliret. Hiezu pflegt man Waſ⸗ ſer oder Wein zu erwaͤhlen, von denen die aufloͤsli⸗ chen Theile der vorhandenen Materie, aufgeloͤſet, und mit ihnen, ohne einiges Anbrennen, erhoben werden koͤnnen, welches man auſſerdem nicht verhuͤten kann. Anmerkung. Alle deſtillirte Waſſer in den Apothecken ſind abgezogene Waſſer; desgleichen ſind auch die meiſten Geiſter abgezogene. Dieſe Waſſer ſo wohl, als die Gei⸗ 1. Ch. O ſter, 6 210 Cap. 16. Vom Deſtilliren. ſter, enthalten nur das, was ſich von der deſtillirten Ma⸗ terie, oder von den Gewachſen, aufloͤſen und uͤber den Helm fuͤhren laͤßt. Diejenige, ſo da behaupten, daß zum Adziehen, ein fluͤſſiger Coͤrper, der einen andern vorher aufioͤſe, erfordert werde, ſcheinen mir das Abziehen mit dem Cohobiren zu vermengen. §. 8. 2) Das Cohobiren iſt zweyerley: 2) Eine Art deſſelben beſtehet darinnen, daß man einen abgezoge⸗ nen fluͤſſigen Coͤrper, von eben derſelbigen Materie, oder von dem Uevergebliebenen, zu wiederholten ma⸗ len, aufs neue wieder abziehet b). In der andern Art, ziehet man einen abgezogenen Coͤrper, zwar von eben derſelben Materie, oͤfters ab, doch ſo, daß man jedesmal friſche Materie nimmt. Der Endzweck vom Cohobiren, iſt nach der ver⸗ ſchiedenen Art der Einrichtung, und nach der Mate⸗ rie, von der man abziehet, verſchieden; in der erſten Art ſuchet man a) entweder dickere und unbewegli⸗ chere Theile, der beym Cohobiren zuͤruͤckgebliebenen Materie, zu verduͤnnen, ſubtiler und fluͤchtiger zu ma⸗ chen, oder b) das Abgezogene zu reinigen und fluͤchti⸗ ger zu machen; wie, wenn der Weingeiſt uͤber Kalch, und ſtinkende Oele cohobiret werden, c) oder auch den abgezogenen zuſammengeſetzten fluͤſſigen Coͤrper auseinander zu ſetzen, wie mit dem Weingeiſt, der oͤf⸗ ters vom ungeloͤſchten Kalch abgezogen wird, ge⸗ ſchiehet. Die andere Art, wird deswegen angeſtellet, daß der abgezogene Coͤrper, mehr Theile aufloͤſen und ſtaͤrker werden moͤge, woraus erhellet, daß, je oͤfterer man ſluͤſſige Coͤrper, von friſcher Materie abziehet, deſto ſtaͤrker dieſelben werden. 1. An⸗ 3 T oferne vaͤſerigt beniger ſieſe Arb Augenme fondern a len uS duch dieſe Ang herf Je)zu Veh d hin gehär Lende Un 1) Ale dor dem en Ma er den aß ſum zvorher hen mit ne Att gezoge Naterie ten ma⸗ andern ar von aß man der ver⸗ [Mate⸗ rerſten ewegl⸗ liebenen zu ma⸗ fluͤcht⸗ Kalch, r auch Corper der oͤf⸗ d, Re t, daß en und öͤfterer bziehet 1. Ah Abziehen und Cohobiren. 211 1. Anmerkung. Weil fluͤſſige Coͤrper, oder Auffoͤſungs⸗ mittel, die man beym cohobiren braucht, durch das fort⸗ geſetzte Abziehen, mehr und mehr verduͤnnet und ſubtiler, oder auch immer mehr angereichert werden, nachdem nemlich die Materie, von der man abziehet, beſchaffen iſt, ſo darf man ſich auch nicht wundern, daß bey einigen Cohobationen, die fluͤſſige Coͤrper, wenn ſie zuſammenge⸗ ſetzt ſind, auseinander geſetzt werden; bey andern aber, ihre Kraft, von den aufgelöſeten Theilen, vermehret werde. 2. Anmerkung. Weil ein geſaͤttigtes Aufloͤſungsmittel nichts mehr aufloͤſen kann, ſo iſt es auch uͤberfluͤſſig, das Cohobiren noch weiter fortzuſetzen. 3. Anmerkung. Daß deſtillirte Waſſer, durch oͤfteres Co⸗ hobiren, unannehmlicher werden, komt daher, weil die anhaltende Waͤrme, die geiſtigen Theile, die den Geruch verurſachen, zerſtoͤret. §. 9. 3) Das Dephlegmiren hat hier in ſoferne ſtatt, in ſoferne es durchs Deſtilliren verrichtet wird, und waͤſſerigte Theile, von fluͤſſigen Coͤrpern, die man weniger waͤſſerigt haben will, abſondert. Weil aber dieſe Arbeit auch die Reinigung fluͤſſiger Coͤrper zum Augenmerk hat, und nicht allein durchs Deſtilliren, ſondern auch durchs Concentriren, und durchs Anzie⸗ hen zu Stande gebracht werden kann; ſo denken wir auch dieſelbe lieber unter diejenigen, die mit Reini⸗ gung herfuͤrgebrachter Materien umgehen,(Cap. 32. §. 4.) zu rechnen. §. 10. Bey dem Deſtilliren(§.§. 3. 4. 5F.) und allen da⸗ hin gehoͤrigen Arbeiten(§.. 7. 8. 9.) muß man fol⸗ gende Umſtaͤnde merken: 1) Alle Coͤrper, die man nur deſtilliren will, muͤſſen vor dem Deſtilliren, entweder zu Pulver, oder auf 2 an⸗ 212 Cap. 16. Vom Deſtilliren, andere Art klein gemacht werden,(Cap. 7.§. 7.) ja haͤrtere, als Hoͤlzer, und dergleichen, muͤſſen in der Feuchtigkeit, mit der ſie deſtilliret werden ſollen, ge⸗ beitzt werden.(Cap. 13. G. 6.) 2) Man deſtilliret entweder mittelbar oder unmit⸗ telbar. Im erſten Fall muß man wieder beobach⸗ ten, daß man eine ſolche Materie zuſetze, die zum Zweck dienet, ohne daß die Materie verunreiniget werde, oder ſonſt Schaden leide. Der Endzweck iſt viererley. a) Daß man die von den Coͤrpern abzuſondernde Materie, fleiſſig und ohne Brand bekommen möge; zu dem Ende ſetzet man zerſchnittenen, zerſtoſſenen, oder zu Pulver gemachten Kraͤutern, Waſſer oder Wein zu, damit man derſelben Oele und Salze mit ihrem natuͤrlichen Geruch und Geſchmack erhalte. b) Daß die zum deſtillirten erwaͤhlte Materien, fluͤſſiger und waͤrmer, als mit bloſſem Waſſer, auch daß die Theile der Materien mehr aufgeſchloſſen wer⸗ den moͤgen; in dieſer Abſicht miſchet man Salz un⸗ ter das Waſſer, wodurch die beſondere Schwere des Waſſers vermehret wird, daß es waͤrmer werden and ſtaͤrker wirken kann. 5) Damit das Flieſſen und Schaͤumen einiger Coͤrper, die man deswegen, mit Erde, Sand oder Aſche vermiſchet, verhuͤtet werde. d) Die Materien deſto leichter uͤbertreiben zu koͤn⸗ nen; indem ſolche Coͤrper zugeſetzet werden, die vermoͤgend ſind, die Beſtandtheile, der zum Deſtilli⸗ ren genommenen Materie, abzuſondern. Es beru⸗ cher aber dieſes Vermoͤgen in einer anziehenden Kraft, die die zugeſetzte Materie gegen einen Beſtandtheil der zu deſtillirenden, beſitzet.(Cap..§. 14.) So kann man, z. E. mit Huͤlfe der Vitriolſaͤure, din Salz⸗ Sal⸗ und K Kalch mit de Salm e) Waͤrm ſache, chenſal er deſt endig me uͤbr Be ethalte zwar: 1 ohne de oder Re len, und wiſcrig eines R in die T Lätper, esgleich olunte en oder age, wie 12)— die durch dieſelben )) L. ſgedi .) i in der n, ge⸗ unmit, kohach⸗ je zum einiget eck iſ dernde moͤge; ſſenen, r oder lze mit alte. kerien, auch nwer⸗ lz un⸗ re des en und einiger doder zukön⸗ „die eſtilli⸗ s betu⸗ Kraft, notheil 9- , den Saly Abziehen und Cohobiren. 213 Salz⸗ und Salpetergeiſt deſtilliren; mit Eiſenfeil und Kalch das Queckſilber aus dem Zinnober, mit Kalch, das fluͤchtige Salz aus dem Salmiack; und mit der Vitriolſaͤure, die Kuͤchenſalzſaͤure, aus dem Salmiack, u. ſ. f. austreiben. e) Damit die Materie einen groͤſſeren Grad der Waͤrme, ohne zu flieſſen, annehme: aus dieſer Ur⸗ ſache, miſchet man Thon oder Bolus unter das Kuͤ⸗ chenſalz, oder den Salpeter, wenn man ihre ſaure Gei⸗ ſter deſtilliret; denn wenn ſie flieſſen, ſo bleiben noth⸗ wendig nicht ſo viel Beruͤhrungspuncte fuͤr die Waͤr⸗ me uͤbrig.(Cap. 7. S. 7.) §. II. Bey dem Deſtilliren finden wir unter denen daher erhaltenen Dingen, einen merklichen Unterſcheid, und war: 1) In ihrer aͤuſſerlichen Geſtalt, indem ſich einige, ohne Dampf, tropfenweiſe, entweder in dem Helm, oder Retortenhals, wie zarter Thau, allmaͤhlig ſam⸗ len, und alſo in die Vorlage fallen, wie wir bey allen waͤſſerigten Dingen ſehen; andere dringen, in Geſtalt eines Nebels, oder eines weiſſen oder rothen Rauchs in die Vorlage, und gehen daſelbſt in einen fluͤſſigen Coͤrper zuſammen, wie ſaure⸗ und einige Harngeiſter, desgleichen auch Oele; noch andere ſammlen ſich, ſo⸗ wol unter der Geſtalt eines Nebels, als auch in Streif⸗ fen oder laͤnglichten Tropfen, und fallen in die Vor⸗ lage, wie die oͤligten Geiſter. 2) In Anſehung der Schwere, und der Zeit, in der die durchs Deſtilliren erhaltene Dinge, uͤbergehen, ſind dieſelben ſo unterſchieden, daß a) Leichtere oͤfters zuerſt kommen, und andere fuͤſ⸗ ſige Dinge, die in den vorigen zu Grunde gehen, folgen⸗ O 3 b) Daß 214 Cap. 16. Vom Deſtilliren. b) Daß oͤfters ſchwere und leichte zugleich ufſtei⸗ gen, und ſich in der Vorlage von einander abſondern. c) Daß bisweilen ſchwerere eher als leichtere, die in jenen ſchwimmen, uͤbergehen. §. 12. Aus dem angefuͤhrten kann man leicht begreifen, daß alles Deſtilliren, fuͤrnemlich auf zwey Stuͤcken beruhe, und zwar 1 1) Auf der Abſonderung ſolcher Theilgen, die ſich, von ſtaͤrkerem oder ſchwaͤcherem Feuer, aus der vor⸗ handenen Materie abſcheiden und in Daͤmpfe bringen laſſen. 2) Auf der Samlung dieſer abgeſchiedenen Thei⸗ le, in einem verſchloſſenen Gefaͤſſe, in welchem ſie von der Kaͤlte verdickt werden. 13* Anmerkung Neulich habe ich in den 7nſt. Chem. des be⸗ ruͤhmten Herr Vogels, im 258. g. des 5. Cap. geleſen: daß derſelbe das Deſtilliren, in vier Zeiten abthei⸗ let; in der erſten, werden die feineren von den groͤberen Theilen geſchieden; in der andern werden die abgeſchiede⸗ ne Theile in Duͤnſte aufgeloͤſet; im 3ten, verdicken ſich die Duͤnſte; und im Aten fallen ſie in Tropfen, in die Vorlage; da wir aber vorher gezeiget haben, daß einige Coͤrper, im deſtilliren, wie Nebel oder Rauch in die Vor⸗ lage dringen und daſelbſt zuſammengehen(g. I1. N. 1.) ſo ſiehet man wohl, daß der Unterſcheid unter der zten und 4ten Zeit, wenigſtens bey einigen Coͤrpern, wegfaͤllt; uͤberdiß kommen die Veraͤnderungen, welche zur erſten und andern Zeit gehoͤren, von eben derſelben Urſache und Behandlung her, zu geſchweigen, daß die Abſonderung der Theile und ihre Aufloͤſung in Duͤnſte, in der That einerley iſt; dieſerwegen haben wir Anſtand genommeu, gedachte Eintheilung, bey dem Deſtilliren zu beobach⸗ ten. 6. 13. Weil nun aber ausgemacht iſt, daß man im De⸗ ſtilliren, keine andere Theile, als die, ſo ſich unter dem mnſel gi (§. 1 und b hen Der! ſüllie hen, d ſich die en, ge ean, fen. dickun vermi fahru weitl zugleich daß ma keit der füſſige ondern Zuſamn übrigen haben, feuerbe ſüchtig menhar ſich of uffei dern. de die reifen, ökuͤckn Gieſſch er vor⸗ ringen n Thei⸗ hem ſe des be⸗ geleſen: abthei⸗ roͤberen eſchiede⸗ ken ſich in die ß einige ie Vor⸗ . N. 1.) der zten vegfällt; ar eiſten ache und enderung der That nommeu, beobach⸗ im De⸗ unter dem Abziehen und Cohobiren. 215 demſelben, in Duͤnſte aufloͤſen(§. 12.), erhalten kaun, ſo geſchiehet dahero auch das Deſtilliren, fuͤrnemlich (§. 12. N. 1.) durchs Abdaͤmpfen(Cap. 15. 5. 1.) und beruhet auf eben den Gruͤnden, die von demſel⸗ ben angefuͤhret worden ſind(Cap. 15.§§. 7. 6.) Der Unterſcheid, zwiſchen dem Abdaͤmpfen und De⸗ ſtilliren, ſcheinet alſo hauptſaͤchlich darinne zu beſte⸗ hen, daß bey dieſem, verſchloſſene Gefaͤſſe, in denen ſich die Daͤmpfe ſamlen und aufbehalten werden koͤn⸗ nen, gebraucht werden, und daß zu Zeiten mehr Waͤr⸗ me angewendet werden muß, als bey dem Abdaͤm⸗ pfen. Daß aber der 2te Punct, nemlich die Ver— dickung der Daͤmpfe(§ 12. N. 2.) von der Kaͤlte oder verminderten Waͤrme herkomme, wird durch die Er⸗ fahrung ſo deutlich, daß es unnoͤthig waͤre, einen weitlaͤuftigen Beweiß deswegen zu fuͤhren. Da ſich inzwiſchen leichtere Theile mit weniger Waͤrme verduͤnnen und in Daͤmpfe aufloͤſen laſſen⸗ als ſchwerere; ſo iſt wohl zu begreiffen, daß jene leichter und geſchwinder als dieſe erhoben werden. (Cap. 17. S. F1.) Wenn aber in einigen Deſtillatio⸗ nen ſchwerere Materien eher, oder mit den leichteren zugleich uͤbergehen(§. 11. N. 2.) ſo zeiget dieſes, daß man beym Deſtilliren, nicht nur auf die Leichtig⸗ keit der Theile, die beym Deſtilliren oder Abdaͤmpfen fluͤſſiger Materien allerdings ſtatt ſindet(Cap. 15.§.F.) ſondern auch zugleich auf den ſtaͤrkeren oder ſchwaͤcheren Zuſammenhang, den die abzuſondernde Theile, mit den uͤbrigen Beſ andt zeilen der Materie, die man deſtilliret, haben, ſeher muͤſſ. Daß aber Theile, die mit anderen feuerbeſtaͤndigeren feſte zuſammenhangen, nicht eher fluͤchtig und weggetrieben werden, als bis dieſer Zuſam⸗ menhang durch ſtaͤrkeres Feuer zerſtoͤret worden, iſt vor ſich offenbar. Daher darf es Niemanden befrem⸗ O9 4 den, — — ͦ— — — ꝗ— — — —õ———õõy= ———, — ——— — — —— —-— —— 216 Cap. 16. Vom Deſtilliren, den, daß ſolche, mit anderen feuerbeſtaͤndigeren, feſt zuſammenhangende Theile, wenn ſie gleich leich⸗ ter ſind, nicht anders, als mit denen ſchwereren, die nicht ſo feſt mit feuerbeſtaͤndigen verknuͤpft ſind, zu⸗ gleich, oder auch wohl nach ihnen aufſteigen, wie dieſes aus demjenigen noch deutlicher wird, was bey dem Abdaͤmpfen,(Cap. 15.§. 5.) von der Waͤrme angefuͤhret worden. Anmerkung. Diejenige, ſo die Luft, vor die fuͤrnehmſte Urſache vom Abdampfen, ausgeben, ſind gehalten, das Deſtilliren, aus eben dem Grunde zu erklaͤren; da nun aber das Deſtilliren in verſchloſſenen Gefaͤſſen, ohne Bey⸗ trit der aͤuſſeren oder friſchen Luft, geſchiehet, ſo ſehe ich nicht ab, wie man auf dieſe Art, die Erſcheinungen ſo bey dem Deſtilliren und Abdaͤmpfen vorkommen, begreiflich machen koͤnne. Ich halte alſo dafuͤr, daß die, ſo von dem Deſtilliren gehandelt, nicht an das, was ſie vom Ab⸗ daͤmpfen vorgebracht hatten, gedacht, oder daß ſie in der Lehre vom Abdaͤmpfen, das Deſtilliren aus der Acht ge⸗ laſſen haben. Ich bin nicht in Abrede, daß die in den Coͤrpern verſchloſſene Luft, das Deſtilliren erwas erleich⸗ tert, indem ſie die Auseinanderſetzung der Theile einiger⸗ maſſen befoͤrdern kann; daß aber die auſſere Luft, ſie mag nun in oder auſſer den Gefaͤſſen ſtecken, etwas zur Erleichterung der Deſtillationen beytrage, kann ich um ſoviel gewiſſer laͤugnen, je mehr es bekandt iſt, daß das Deſtilliren fortgehe, wenn gleich die Gefaͤſſe roth gluͤhen, da doch in dieſem Falle alle Luft ausgetrieben worden. Solchergeſtalt habe ich in meiner Lehre vom Deſtilliren an die Luft weder denken koͤnnen noch moͤgen. GSOSGSOʒOOrO‚SS‚OSOS‚OSSS Das 17. Capitel. Vom Sublimiren. §. I. D' Sublimiren iſt eine chemiſche Arbeit, wodurch fluͤchtige feſte Theile, vermoͤge der Gewalt des Feuers, in Geſtalt eines Rauchs, oder Dam⸗ pfes, hfes at daſelbſt fuſann Ann we dan in mel frot eben Sul lirer Die ſind ne blimir man 8 K hue f ſehſt R. ten verſ igen pe ſegl, v ſeßt wir Anmel dh. ſcho die 6 erwa Weil het, ode ülſo vor (Cap. uch al eren, leich⸗ , die 1 zu⸗ „wie ſs be zaͤrme ehmſte , das a nun Vey⸗ ehe ich ſo ben greiflch ſo von mm At— in der ſcht ge⸗ in den erleich⸗ miger⸗ ie mag s zur ich um aß das glüͤhen, vorden. ſtilliren 99) Cap. 17. Vom Sublimiren. 217 pfes, an die hoͤheren Oerter der Gefaͤſſe getrieben und daſelbſt entweder in eine ſtaubichte oder feſte Materie zuſammengehen. Anmerkung. Das Sublimiren iſt alſo vom Deſtilliren wenig unterſchieden. Denn der ganze Unterſcheid beſtehet darinne, daß im Deſtilliren füchtige und fluͤßige Theile, in Dämpfe uͤbergehen und in fluͤſſiger Geſtalt zuſam⸗ menlauſen(Cap. 16.§. 1.); im Sublimiren aber werden trockene oder feſte, aber fluͤchtige, Theile erhoben und in eben der Geſtalt wieder geſamlet. Daher wird auch des Sublimiren von einigen nicht unrecht ein trockenes Deſtil⸗ liren genennet §. 2. Die Gefaͤſſe, ſo man zum Sublimiren braucht, ſind nach den verſchiedenen Materien, die man ſu⸗ blimiren ſoll, immer anders beſchaffen; bald braucht man ſo genannte Sublimirgefaͤſſe oder Aludels; bald Kolben, mitblinden oder offenen Helmen, oder auch ohne Helmen, bloß mit Papier verſtopft(eben da⸗ ſelbſt N. 2.); bald ſchlechte Retorten, bald mit Roͤh⸗ ren verſehene; bald Toͤpfe, auf welche man einen ſpi⸗ tzigen papiernen Huth aufſetzt; bald auch Schmelz⸗ tiegel, von denen einer umgekehrt in den andern ge⸗ ſetzt wird, u. ſ. w. Anmerkung. Gleichwie die Materie, welche man in die Hoͤhe treiben will, bald gelindes bald ſtarkes; bald ver⸗ ſchloſſenes, bald offenes Feuer erfordern, alſo muͤſſen auch die Gefaͤſſe ſowol als die Oefen darnach eingerichtet und erwaͤhlet werden. §. 3. Weil ſich keine andere, als entweder fluͤchtige Coͤr⸗ per, oder die, ſo fluͤchtige Theile beſitzen(§. 1.) und alſo vor ſich, durchs Feuer erhoben werden koͤnnen (Cap. J.§. 13.) in die Hoͤhe treiben laſſen, ſo kann auch alles Sublimiren ohne Zuſatz geſchehen, wofer⸗ 5 ne 218 Cap. 17. Vom Sublimiren. ne nicht Hinderniſſe vorhanden ſind, welche daſſelbe verzoͤgern. Wir bemerken aber, daß einige fluͤchtige Coͤrper, leicht ſchmelzen und zuſammenflieſſen; ande⸗ re aber mit feuerbeſtaͤndigen ſo ſtarck zuſammenhan⸗ gen, daß ſie kaum von denſelben abzubringen ſind; daher hat man einiger Zuſaͤtze noͤthig, dieſen Hinder⸗ niſſen abzuhelfen, die aber, wie leicht zu erachten iſt, fuͤr ſich und von Natur, feuerbeſtaͤndig und von ſolcher Art ſeyn muͤſſen: a) Daß ſie den Fluß der Materie verhindern und die Theile auseinander halten; wie man deswegen, wenn man Schwefel⸗und Benzoeblumen machen will, dieſe Coͤrper mit Sand vermiſchet. b) Daß ſie entweder vermoͤge ihrer anziehenden Kraft, oder auf andere Art, die feuerbeſtaͤndige Ma⸗ terie, ſo mit den fluͤchtigen Theilen verknuͤpft iſt, und ihre Erhebung verhindert, an ſich ziehe und abſondere. 1. Anmerkung. Daß man zum Sublimiren, keine ande⸗ re Zuſaͤtze, als ſolche, die fuͤr ſich und ihrer Natur nach feuerbeſtaͤndig ſind, erwaͤhlen duͤrfe, muß ſehr wohl beo⸗ bachtet werden, wenn man der bisher gebraͤuchlichen Verwirrung, die das Sublimiren und Fluͤchtigmachen feuerbeſtaͤndiger Coͤrper, unter einander geworfen hat, ent⸗ gehen will. Zum fluͤchtigmachen feuerbeſtaͤndiger Coͤrper ge⸗ hoͤren fluͤchtige Inſäͤtze; zum Sublimiren aber fluͤchtiger Materien, bisweilen feuerbeſtaͤndige Zuſaͤtze, wie ſchon geſaget worden. Vom Fluͤchtigmachen, werden wir im folgenden Capitelhandeln. 2. Anmerkung. Da keine andere Coͤrper ſublimiret wer⸗ den koͤnnen, als die entweder fluͤchtig ſind, oder fluͤchtige Theile haben; ſo wollen wir dieſe fluͤchtige Coͤrper nur mit wenigen anzeigen. Es gehoͤren unter dieſelben: 1) Salzige, Harnhafte, Salmiackartige und ſauer⸗ oöͤligte. 2) OQveckſilberartige, laufendes Oveckſilber vor ſich oder mit andern Coͤrpern vermiſcht. 3) Schwe⸗ ſelbe ichtige ande⸗ enhan⸗ ſind; dinder⸗ ken iſ d von en und vegen, nachen henden ſe Ma⸗ , und ndere. te ande⸗ ur nach hl beo⸗ clichen machen at, ent— rper ge⸗ ichtiger ee ſchon wir im iret wer⸗ flüͤchtige per nur een: dſauek⸗ ber vor Schwe Cap. 17. Vom Sublimiren. 219 3) Schwefelartige, und ſehr viele enzuͤndliche; wie gemeiner Schwefel, Operment, Campfer ꝛc. 4) Metalliſche„ als: Huͤttenrauch, Zink, Wis⸗ muth. Dieſe ſind nicht allein vor ſich fluͤchtig, ſondern machen auch andere feuerbeſtaͤndige Coͤrper, mit de⸗ nen ſie vermiſcht werden, fluͤchtig. §. 4. Nachdem wir ſchon vorher gemeldet haben, daß das Sublimiren bey trockenen Sachen(§. 1.) ſo wie das Deſtilliren, bey fluͤſſigen, ſtatt finde(Cap. 16. §. 1.) und dieſe Arbeiten uͤbrigens darinne uͤberein⸗ kommen, daß in beyden fluͤchtige Theile, in Duͤnſte oder Rauch aufgeloͤſet, erhoben und nachgehends von der Kaͤlte in fluͤſſiger oder feſter Geſtalt wieder geſam⸗ let werden, ſo iſt leicht abzuſehen, daß das Subli⸗ miren, aus eben den Gruͤnden, wie das Deſtilliren, zu erklaͤren ſey, und mit dieſem einerley Urſache habe (Cap. 16.§. 13.) Wir bemerken alſo beym Subli⸗ miren ſowol, als beym Deſtilliren, zweyerley Stuͤ⸗ cke(Cap. 16.§. 12.): nemlich die Aufloͤſung in Duͤnſte und derſelben nachherige Verdickung; jene komt, theils von dem ſchwaͤcheren Zuſammenhange der Theile unter ſich, theils von der aufloͤſenden, zer⸗ theilenden und forttreibenden Kraft der Waͤrme: theils auch von der Verbindung der zertheilten Thei⸗ le mit der Waͤrme her(15. H.§. 17. 16. und Cap. 16.§. 13.);3 dieſe, nemlich die Verdickung der Duͤn⸗ ſte, wird ohnſtreitig von der Kaͤlte oder von der ab⸗ nehmenden Waͤrme verurſachet. Das 220 Das 17. Capitel. Ee e e e Se de dede E Das 18. Capitel. Vom Fluͤchtigmachen und Wachſen. S. 1. durch man fuͤr ſich feuerbeſtaͤndige Materien —— und Theile, vermittelſt einer zugeſetzten fluͤch⸗ tigen Materie, die mit den feuerbeſtändigen Theil⸗ gen verbunden worden, durch die Kraft des Feuers in die obere Gegend der Gefaͤſſe, in Daͤmpfen erhe⸗ ben, und daſelbſt in ſtaubigter oder feſter Geſtalt verdicken kann.„ Anmerkung. Wenn bisweilen im ordentlichen Feuer be⸗ ſtaͤndige Coͤrper, ohne eine fluͤchtige Materie zuzuſetzen, wie ein Rauch oder Pulver fortgetrieben und erhoben wer⸗ den, welches durch ſtarkes Feuer, ſo entweder mit Brenn⸗ ſpiegeln oder Blaſebalgen vermehret wird, geſchiehet, wie wir bey der Reinigung des Kupfers, und bey andern me⸗ talliſchen Arbeiten wahrnehmen; ſo kann ich nicht laͤugnen, daß auch dieſe Arbeiten unter den Fluͤchtigmachungen be⸗ griffen werden; meines Erachtens aber fuͤhren ſie dieſen Namen mit Unrecht, und koͤnten beſſer unter dem Su⸗ blimiren ſtehen, weil ſie von dieſem, wie das vorherge⸗ hende Capitel anzeiget, nur in Anſehung des ſtaͤrkeren Grades der Waͤrme unterſchieden ſind, und bey ihnen ein weſentliches Stuͤck der Fluchtigmachung, das im folgen⸗ den§. beſchrieben werden wird, fehlet. §. 2. Wir bemerken aber unter dem Fluͤchtigmachen und Sublimiren folgenden Unterſcheid: 1) Das Sublimiren gehet einzig und allein auf ſolche Materien, die fuͤr ſich fluͤchtig ſind; das Fluͤch⸗ tigmachen aber auf Materien, die fuͤr ſich feuerbe⸗ aͤndig ſind. ſiändig ſ 2) Das D' Flüchtigmachen iſt eine chemiſche Arbeit, wo⸗ in Anſe da kerien u von S. daß ma ten nät nes me Feuer 1u vil. SN eit, wo⸗ aterien 1 fluͤch⸗ Theil⸗ Feuers e erhe⸗ Geſtalt Heuer be⸗ zuſetzen, ben wer⸗ Brenn⸗ het, wie ern me⸗ (aäugnen, ngen be⸗ ie dieſen dem Su⸗ vorherge ſtaͤrkeren ihnen ein n folgen⸗ chen und lein auf 8 Fluͤch⸗ feuerbe 2) Das Vom Fluͤchtigmachen und Wachſen. 221 2) Das Sublimiren geſchiehet ohne Zuſatz einer fluͤchtigen Materie, die es befoͤrdert(Cap. 17.§. 3.); das Fluͤchtigmachen hingegen erfordert, daß man eine fluͤchtigere Materie zuſetze.(K. I.) 3) Im Sublimiren wird ein einfacher Coͤrper ohne Vermiſchung mit einer fremden Materie herfuͤr⸗ gebracht; das Fluͤchtigmachen aber giebt einen zuſam⸗ mengeſetzten, der aus der Materie, die man hat fluͤch⸗ tig machen wollen, und der zugeſetzken fluͤchtigen be⸗ ſtehet. Daher rechnen wir billig das Fluͤchtigma⸗ chen auch unter diejenigen chemiſchen Arbeiten, die mit Zuſammenſetzung der Coͤrper umgehen, das Su⸗ blimiren hingegen unter die, ſo die Coͤrper zerlegen. (Cap. 6.§. 1. und 4.) Anmerkung. Zu dieſem weſentlichen Unterſcheide, zwi⸗ ſchen dem Sublimiren und Fluͤchtiamachen, komt bis⸗ weilen noch der Umſtand hinzu, daß ſich das Sublimi⸗ ren meiſtentheils auf gewiſſe fluͤchtige Theile beziehet, die in den Coͤrpern mit anderen feuerbeſtaͤndigeren Theilgen vermiſcht und verbunden ſind, von deuen man jene zu ſcheiden verlanget; das Fluͤchtigmachen aber, deſſen einzige Abſicht iſt, feuerbeſtandige Materien zu verfluͤch⸗ tigen, erfordert jederzeit, daß alle Theile eines ſolchen feuerbeſtaͤndigen Coͤrpers zugleich erhoben werden. Es findet aber dieſer Unterſcheid nicht allezeit ſtatt. §. 3. 1 Da das Fluͤchtigmachen nur in Anſehung der Ma⸗ terien und herfuͤrgebrachten Dinge(§. 2.) aber nicht in Anſehung der Arbeit und der Art zu verfahren, von Sublimiren unterſchieden iſt; ſo ſiehet man wohl, daß man zum Fluͤchtigmachen eben dieſelben Anſtal⸗ ten noͤthig habe, als zum Sublimiren; obgleich je⸗ nes meiſtentheils ſtaͤrker und laͤnger anhaltendes Feuer, mithin auch dauerhafrere Gefaͤſſe, haben will. §. 4. 22² Das 17. Capitel. §. 4. 5 Damit wir wiſſen moͤgen, auf was fuͤr Gruͤnden das Fluͤchtigmachen beruhe, ſo muͤſſen wir merken: 1) Daß zum Fluͤchtigmachen einer jeden feuer⸗ beſtaͤndigeren Materie, eine andere an ſich fluͤchtige er⸗ fordert werde, die jene aufloͤſen und mit ſich in die Hoͤhe fuͤhren kann(§. 1. und 2. N. 2.) 2) Daß ſich alſo nicht jede fluͤchtige Materie, ohne Unterſcheid, zu dieſer Abſicht ſchicke; denn die Erfahrung lehret, daß das Aufloͤſungsmittel, von vielen Aufloͤſungen, ohne daß die aufgeloͤſete Theile fluͤchtig wuͤrden, abgeſondert werden koͤnne; ſondern 3) nur allen ſolche fluͤchtige Materien, welche ſich mehr und mehr, nachdem ſich der Grad der Waͤr⸗ me vermehret, mit der feuerbeſtaͤndigen Materie ver⸗ binden, und ſich von ihr, ſo fuͤr ſich durch die Ge⸗ walt des Feuers nicht abtreiben laſſen. Es ruͤhret alſo dieſe Verbindung von der ſtaͤrkeren anziehenden Kraft, der fluͤchtigmachenden Materie, gegen die feuerbeſtändige her. 4) Daß daher kein anderer als ein zuſammen⸗ geſetzter Coͤrper, in welchem eine leichtere Materie, mit einer feuerbeſtaͤndigeren verbunden iſt, herfuͤrge⸗ bracht werden koͤnne, deſſen Natur und Eigenſchaf⸗ ten, ſowol von der feuerbeſtaͤndigeren, als zugeſetz⸗ ten leichteren Materie unterſchieden ſind, indem er einigermaſſen von der Natur beyder Macerien etwas an ſich hat. Anmerkung. Bey groͤſſeren Schmelzwerken ſetzen ſich die ſchweren Materien oben in den Schornſtein, oder an die Seiten des Ofens, wo ſie von den Bergleuten unter dem ſchwediſchen Namen Roͤkband, d. i. verdickter Rauch, (Ofenbruch) geſamlet werden. Wenn dieſe chemiſch un, terſucht, — uͤnden eeken: feuer⸗ htigeer⸗ in die Laterie, iun die 1, von Theile ſondern welche er Vaͤr⸗ erie ver⸗ die Ge⸗ ruͤhret henden hen die nmen⸗ aterie, ffͤrge⸗ nſchaf⸗ ugeſetz⸗ dem er etwas ſch di er an die ater dem NRauch, niſch un, terſucht Vom Fluͤchtigmachen und Wachſen. 223 terſucht werden, ſo ſind ſie aus leichteren oder fluͤchtige⸗ ren Materien, als aus Spießolaß, oder Zink, oder Huͤt⸗ tenrauch, oder Schwefel, oder auch andern aus dieſen gemiſchten, und aus einer ſchwereren metallſchen, zuſam⸗ mengeſetzt. Daß aber bisweilen ein reines und ſchweres Metall, in Koͤrnern, von der Gewalt des Feuers in die Luft getrieben werden kann, aus der es, wie wenn es regnete, herunter faͤllt, wie wir in der Reinigung des Kupfers ſehen, das muß man der Gewalt des Feuers, die Wind und Blaſebaͤlge vermehren, zuſchreiben(§. I. Anmerk.). §. 5. Hieraus(§. 4.) laͤſt ſich die Urſache vom Fluͤch⸗ tigmachen leicht begreiffen. Denn wir treffen dieſel⸗ be an: 1) In der forttreibenden Kraft des Feuers, die mit deſſen Staͤrke und Geſchwindigkeit allezeit in Ver⸗ haͤltniß ſtehet. 2) In der Verduͤnnung und Zertheilung der feuerbeſtaͤndigen Materie, ſowol von der Waͤrme, als der zugeſetzten fluͤchtigen Materie, wodurch die Flaͤche, aber nicht die Schwere vermehret wird. 3) In der Verbindung der fluͤchtig zu machenden Materie, mit der fluͤchtigmachenden, die vermoͤge ihrer anziehenden Kraft, die Theile der erſten aufloͤ⸗ ſet, und mit ſich, auf die Art, wie wir bey den Aufloͤſungen erklaͤret haben, verbunden erhaͤlt,(Cap. I1.§. 10.). Dahero muß die, auf andere Coͤrper ſich beziehende Schwere der feuerbeſtaͤndigen Materie, in der Verhaͤltniß abnehmen, in welcher die Men⸗ ge und Leichtigkeit der fluͤchtigeren Materie ſtehet. Denn wir haben ſchon vorher angefuͤhret, und ſind bereit, es durch die Erfahrung zu beſtaͤrken; daß wenn zwey Theilgen, davon eins leichter, als das andere iſt, zu einer Maſſe geworden ſind, und die Kraft 224 Das 17. Capitel. Kraft, welche das ſchwere Theilgen zuruͤck haͤlt, klei⸗ ner iſt als die Gewalt, mit der das leichtere Theil⸗ gen fortgetrieben wird, die daraus zuſammengeſetzte Maſſe mit einer Kraft in die Hoͤhe ſteige, die dem Unterſcheide der entgegen geſetzten Kraͤfte gleich iſt. (Cap. 17.§. FS. N. 1.) 3 4) In der Verbindung der gedachten zuſam⸗ mengeſetzten Maſſe, in welcher ein leichteres und ſchwereres Theilchen, mit Waͤrme oder der Materie der Waͤrme, vereiniget worden, wodurch ſie noch leichter wird(Cap. 15. am angefuͤhrten Orte.) f. 6. Wachſen nennet man in der Chemie, wenn un⸗ terirdiſche Coͤrper und andere ſo kuͤnſtlich behandelt werden, daß ſie die Geſtalt der Gewaͤchſe annehmen, und wie Wolle oder Mooß, und Baumlungenkraut, oder Stauden und Baͤume, oder auch auf andere Art wachſen. Anmerkung. Man muß aber merken, daß die minerali⸗ ſchen Gewaͤchſe uͤberhaupt, entweder naturlich ſind, der⸗ gleichen die Ratur ſelbſt in ihrer Werkſtatt herfürbringet, oder kuͤnſtliche, die der chemiſchen Kunſt ihren Urſprung zu danken haben. Die erſteren gehören hieher nicht, ob ſie gleich auf eben dieſelbe Weiſe entſtehen, und aus eben dem Grunde erklaret werden koͤnnen, als die letzten, von denen wir reden. Es iſt hier aber zugleich zu erinnern, daß die naturlichen metalliſchen Gewachſe auch bisweilen andere Urſachen haben, wie in den Acten der Acade mie der Wiſſenſchaften zu Stockholm, im 16ien B. des 1755. Jahres S. 276. angezeiget worden, wovon wir anderswo handlen wollen. §. 7* Alles chemiſche Wachſen geſchiehet entweder im Trockenen und im Feuer, oder in Aufioͤſungsmit⸗ teln. §. 8. 1. tnil, und vere ung. 2 gu einem Unter de uu 3,6 acſſn DWfilit 14 t 3 klei⸗ 1 Theil⸗ ngeſetze die dem leich i zuſam⸗ res und Materie ſe noch enn un⸗ ehandelt nehmen, enkraut, dere Art ninerali⸗ nd, der⸗ nget, lrſprung icht, ob aus eben ten, don erinnern, biewenlen leadeuie es 1755. anderswo eder in ngsmit⸗ §. 8. Vom Fluͤchtigmachen und Wachſen. 225 §. 8. Das Wachſen im Trockenen wird auf zweyerley Art hervorgebracht: 1) Durchs Verkalchen,(Caleiniren,) da einige metalliſche Coͤrper und Erze, indem ſie ohne Bewe⸗ gung im Feuer erhalten werden, bisweilen wach⸗ ſen. 2) Durchs Schmelzen, wenn gereinigte Me⸗ talle bald mehr bald weniger aufſchwellen, und zu wach⸗ ſen, oder eine gewiſſe beſtimte Figur anzunehmen pfle⸗ gen, indem ſie nemlich in ſtarkem Feuer geſchmelzt, und der Kaͤlte ſchleunig ausgeſetzt, oder mit kaltem Waſſer beſprengt werden. §. 9. Das Wachſen in Aufloͤſungsmitteln, wozu unter⸗ irdiſche, in ihren Aufloͤſungsmitteln fluͤßig geworde⸗ ne Coͤrper, geneigt ſind, iſt ſowol in Anſehung des aufloͤſenden Mittels, als der Art, wie es bereitet wird, unterſchieden. Vornemlich aber hat man es an folgenden Coͤrpern bemerket. 1. Am Schwefel: Dieſer waͤchſt mit Terpen⸗ tinoͤl, wenn beyde in gehoͤriger Menge vermiſcht und vereiniget worden, unter einer gelinden Erwaͤr⸗ mung. 2. Wenn Schwefel mit Silber verbunden, und zu einem kuͤnſtlichen Glaßerz wird, ſo pflegt dieſes unter dem Verkalchen gewiſſe Figuren anzunehmen, und zu wachſen 3. Gold 9 Silber mit Queckſilber verquicket, wachſen ſowol bey gelinder Erwaͤrmung, als beym Deſtilliren. 4 Wenn man Silber in Scheidewaſſer aufloͤ⸗ ſer, Queckſilber zuſetzet, und das Scheidewaſſer ab⸗ 1. Th. P daͤmpfet, 226 Das 17. Capitel. daͤmpfet, ſo bekomt man die ſogenannten Dianen⸗ baͤume; die noch ſchoͤner berauskommen, wenn man etwas Salmiack zuſetzet. 5. Kupfer, ſo in Scheidewaſſer aufgeloͤſet wor⸗ den, giebt Kupferbaͤume, wenn man zu dieſer Auf⸗ loͤſung etwas in Scheidewaſſer aufgeloͤſetes Queckſilber und Salmiack zuſetzet, und in dieſes Gemenge ein hellgemachtes Eiſen ſtecket, das man nicht eher her⸗ ausnimmt, als bis es uͤber und uͤber mit Kupfer uͤder⸗ zogen iſt, das Eiſen ſodenn mitten auf eine glaͤſerne Scheibe ſetzet, und zwey Tropfen von gedachtem Ge⸗ menge, welches man wohl untereinander geſchuͤttelt hat, an der Seite des eiſernen Nagels mit einer Fe⸗ der aus einander ſtreichet,(ſ. Henr. Baker Employ- ment for the Microſcop. p. 195. wie auch Comment. Lipſ. Vol. III. p. 224. 6. Queckſilber, ſo zum Theil in Scheidewaſſer aufgeloͤſet, zum Theilaber verkalchet worden, waͤch⸗ ſet, wenn ihm lauffendes Queckſilber zugeſetzt wird, unter langſamen und von ſelbſt geſchehenden Abdaͤm⸗ pfen,(S. die Acten der Academie der Wiſſenſchaf⸗ ten zu Stockholm, vom Jahr 1774. S. 274. ꝛc.) 7) Wenn man mertalliſche Kalche, die nach ge⸗ linder Amdaͤmpfung des fuͤr jedes Metal ſchicklichen Aufloͤſungsmittel, in welchem ſie aufgeloͤſet geweſen, zuruͤckbleiben, mit der Feuchtigkeit vermiſchet, die man erhaͤlt, wenn man Kieſelſteine mit feuerbeſtaͤndi⸗ gem Salpeter ſchmelzt, und dieſes Gemenge an der Luft flieſſen laͤſt, ſo pflegen ſie bey gelinder Erwaͤr⸗ mung mit verſchiedenen Farben, nachdem es dieſes oder jenes Metall geweſen, zu wachſen. Dieſes heißt das Glauberiſche Gewaͤchſe, wovon Stahl in den Lundam. p. 64. Henſing de germinatione p. 21. und Creiling in der Probſchrift de Aureo vellere, p. 57. nachzuleſen ſind. 8) Sal⸗ wit, fortre durch ga, pugleic te de ihre e her, die o andern janen⸗ man etwor⸗ rAuf⸗ kfilber ge ein r her⸗ uͤder⸗ aſerne m Ge⸗ ͤttelt net Fe⸗ mploy⸗ ament. ewaſſer waͤch⸗ wird, bdaͤm⸗ ſſchaf⸗ ꝛc.) ich ge⸗ klichen weſen, t, die ſtaͤndi⸗ an der Frwaͤr⸗ dieſes es heißt in den p. 214 kere, p. Säl⸗ Vom Fluͤchtigmachen und Wachſen. 227 8) Salpeter mit Vitrioloͤl deſtilliret, giebt ein Arcanum duplicatum, welches waͤchſt, indem man es langſam zu Cryſtallen anſchieſſen laͤſt. 9) Wenn man einige unterirdiſche Coͤrper mit fluͤchtigen Materien vermiſchet, um ſie fluͤchtig zu ma⸗ chen, ſo zeigen ſich ſchoͤne wolligte oder ſtaudigte Ge⸗ waͤchſe, woferne man nur das Feuer, indem ſie an— fangen fluͤchtig zu werden, aber nicht wenn ſie ſchon fluͤchtig geworden ſind, ansloͤſchet. Anmerkung. Mehr laͤſt ſich hier vom Wachſen nicht bey⸗ brinoen, weil jede Art der chemiſchen Gewaͤchſe, vieles, was man hier noch nicht ausfuͤhren kann, zu wiſſen vor⸗ aus ſetzt. Im zweyten Theile aber werden wir jede Art derſelben beſchreiben. Inzwiſchen kann man ſich deswe⸗ gen bey gedachten Schriftſtellern Raths erholen, und auſſer dieſen die Mem. de l'cad. de Paris, et de Berlin nach⸗ ſchlagen, in deren jenen Lemery 1707. Homberg 1710. Petit 1722. Morel. 1727. Condamine 1731. und in dieſen Marggraf im Jahre 1748. von den ehemi⸗ ſchen Gewaͤchſen verſchiedene merkwuͤrdige Dinge ange⸗ fuͤhret haben. §. 10. Es duͤnket uns aber, daß man das chemiſche Wach⸗ ſen auf folgende Art erklaͤren koͤnne; nemlich 1) Das, ſo durch Schmelzen zuwege gebracht wird, ſcheinet keine andere Urſache zu haben, als die forttreibende und erhebende Kraft des Feuers, wo⸗ durch die ſchon fluͤßige und zertheilte metalliſche Theil⸗ gen, mehr oder weniger erhoben und ſublimirt; zugleich aber ſowol durch die anziehende Kraft, wel⸗ che die Theilgen untereinander haben, als auch durch ihre Schwere aufgehalten werden, daher dieſe Coͤr⸗ per, vermoͤge der doppelten Richtung, von denen eine, die vom Feuer herkomt und nach oben zugehet, der andern, die ſich vom Anziehen und der Schwere her⸗ P 2 ſchreiber 22 8 Das 17. Tapitel. ſchreibet, und unterwaͤrtst eibet, entgegengeſetzt iſt, eine gewiſſe Geſtalt annehmen muͤſſen, wenn ſie in dem Augenblick, da ſie in dieſer entgegengeſetzten Richtung bleiben, gleich der Kaͤlte ausgeſetzt werden. Dieſes zeigt das Waſſer und die waͤſſerigen Duͤnſte auch, indem ſie frieren; ja es wuͤrde das Wachſen noch oͤfterer vorkommen, wenn alle zum Sieden ge⸗ brachte Feuchtigkeiten ſo geſchwinde hart werden koͤn⸗ ten, als die unterirdiſche Coͤrper. 2) Die durch Verkalchen herfuͤrgebrachte Ge⸗ waͤchſe(H. 8. N. 1.), haben mit denen, ſo durch fluch⸗ tige Coͤrper, als Oel, Schwefel und Queckfilber(§. 9. N. 1. 2. 3.) entſtehen, wohl einerley Urſache. Sie koͤnnen nach unſerer Meinung fuͤr nichts anders als fuͤr eine Art der Fluͤchtigmachung gehalten werden. Denn ſo wie im kuͤnſtlichen Fluͤchtigmachen verſchie⸗ dene, nach der Beſchaffenheit der Materie, mehr oder weniger erhabene Gewächſe, zum Vorſchein kommen, wenn das Feuer, indem die Materien anfangen fluͤch⸗ tig zu werden, ausgeloͤſchet wird,(§. 9. N. 9.) ſo koͤnnen auch fluͤchtige Coͤrper, als oͤligte, ſchwefelig⸗ te, gueckſtlberartige, arſenicaliſche und zinkartige, ſchwerere metalliſche Theilgen, die ſie anziehen, in ge⸗ dachten Fäͤllen auf eben die Art, mehr oder weniger mit ſich erheben, und zum Theil fluͤchtig machen. Dahero beruhen auch dieſe Gewaͤchſe, zum Theil auf der Urſache der Fluͤchtigmachung(§. F.) vermoͤge wel⸗ cher die Coͤrper in die Hoͤhe getrieben werden; zum Theil aber auch auf der Schwere und gemeinſchaftli⸗ chen Anziehung, wodurch die Coͤrper nach unten zu getrieben, und unter einander verknuͤpft erhalten wer⸗ den. Anmerkung. Ob nicht die Natur ihre Gewaͤchſe, auf eben die Art herfuͤrbringe, ſtellen wir der Erfahrung und meh⸗ reren Unterſuchungen anheim; ſo viel iſt gewiß, daß a viele — — — = — — tt iſt ſeein ſeſetten verden. Duͤnſt dachſe den ge⸗ en kön⸗ te Ge⸗ hflüch⸗ ber(. e. Eie ers als werden. erſchie⸗ hroder mmen, ffluͤch⸗ d.) ſo efelig⸗ artige, in ge⸗ veniger nachen. heil auf ge wil⸗ n; zum ſchaſtli nten zu ten wer⸗ auf eben und meh⸗ daß man viele Vom Fluͤchtigmachen und Wachſen. 228 otele Silbergewaͤchſe findet, die halb aus Glaßertz, d. i. aus Silber, das mit Schwefel durchdrungen iſt, und halb aus gediegenem Silber beſtehen. 3) Was die uͤbrigen Gewaͤchſe anlangt, die man durch die Aufloͤſung erhaͤlt(§. 9. N. 4. 5. 6. 7.), ſo halten wir dafuͤr, daß ſie ſo entſtehen, daß von der Vereinigung der fluͤchtigen und fluͤſſigen Materie, die das Aufloͤſungsmittel darreichet, mit der ſchwereren metalliſchen, vermoͤge ihren gemeinſchaftlichen anzie⸗ henden Kraͤften, eine innerliche Bewegung, die bey dieſer Vereinigung allezeit anzutreffen iſt, herfuͤrge⸗ bracht werde; unter dieſer Bewegung erhebet die leichtere fluͤſſige Materie, die da abdaͤmpfet, mit Huͤlfe ihrer anziehenden Kraft, die vielleicht auch von der Luft, ſo entweder eingeſchloſſen iſt, oder ſich erſt erzeuget hat, und zugleich vom Salmiack in ihrer Wirkſamkeit unterſtuͤtzet wird, ſo viel ſchwerere me⸗ talliſche Theilgen, als ſie erheben kann. Dieſe Theil⸗ gen aber, die wegen ihrer Schwere nicht ſehr erho⸗ ben worden, ſondern gleichſam ſtehen bleiben muͤſſen, nehmen in einem dickeren Aufloͤſungsmittel die Natur der Salze an, und werden zu einem metalliſchen Sal⸗ ze, welches, indem es anfaͤngt fluͤchtig zu werden, die Geſtalt eines Gewaͤchſes bekomt. Bey dem Glauberiſchen Gewaͤchſe(§. 9. N. 7.) iſt nur dieſes zu merken, daß die Feuchtigkeit, welche man aus denen mit feuerbeſtaͤndigem Salpeter ge⸗ ſchmelzten Kieſelſteinen erhaͤlt, hier als ein Mittel an⸗ geſehen werden muͤſſe, durch welches ſowol die Erhe⸗ bung der Theilgen, oder die gedachte angefangene Fluͤchtigmachung zur Vollkommenheit gebracht wird, als auch die metalliſchen Theilgen, weil dieſe Feuch⸗ tigkeit klebrigt iſt, und in der Waͤrme hart wird, gleichſam wie ein Leim zuſammen gekleibet werden. P 3§. II. 230 Das 18. Capitel. §. 11. Hieraus(§. 10.) iſt offenbar, daß alles Wachſen, als eine Art der Fluͤchtigmachung zu betrachten ſey, die mit dem uͤbrigen Fluͤchtigmachen einerley Urſache hat. Wenn man alſo chemiſche Gewaͤchſe machen will, ſo wird dazu erfordert: 1) Eine fluͤchtige Ma⸗ kerie, die mit einer andern ſchwereren Materie ver⸗ miſcht und verbunden werden muß. 2) Muͤſſen die⸗ ſe Materien eine anziehende Kraft beſitzen, damit, wenn die Waͤrme dazu komt, die leichtere die ſchwe⸗ rere mit ſich erheben koͤnne. 3) Iſt noͤthig, daß ſie zuſammen eine feſte Geſtalt annehmen, wozu ſich klebrigte, und ſolche Coͤrper, die leicht hart werden, am beſten ſchicken; denn wenn zu der Schwere und fluͤchtigmachenden Kraft, deren Richtungen einander entgegen geſetzt ſind, noch ein zuſammenleimendes Mittel komt, ſo muß ein Coͤrper entſtehen, der eine gewiſſe Figur hat. Aumerkung. Es hegen aber ſowol chemiſche als phyſiſche Schriftſteller von dieſem Wachſen, und deſſen Urſache, verſchiedene Meinungen; einige uͤberreden ſich„daß man aus den Erſcheinungen, ſo bey dieſem Wachſen vorkom⸗ men, die wachſende Kraft der unterirdiſchen Coͤrper, ver⸗ moͤge der ſie wie Pflantzen wuͤchſen, beweiſen und dar⸗ aus die Urſachen ihrer kuͤnſtlichen Figuren herleiten koͤn⸗ ne; allein man ſiehet leicht, daß dieſe Meinung allen Er⸗ fahrungen, und der Beſchaffenheit der unterirdiſchen Coͤr⸗ per, zuwider ſey; andere halten dafuͤr, daß dieſe küͤnſtli⸗ che Gewaͤchſe durch eine Art von Niederſchlag hervorkaͤ⸗ men; noch andere ſchreiben ſie dem Cryſtalliſiren zu, und einige, beyden zugleich. Allein, es zeigen die angefuͤhrte Beyſpiele, daß hier weder das Cryſtalliſiren, noch das Niederſchlagen, ausgenommen in einzelnen Faͤllen, Stich halte. Inzwiſchen dürfte unſere Erklaͤrung genugſam ge⸗ zeiget haben, daß dieſe künſtliche Gewaͤchſe nach eben de⸗ nen natuͤrlichen Geſetzen, entſtehen, nach welchen die Na⸗ tur ſelbſt, bey anderen Gelegenheiten, faſt ahiliche 55 ei⸗ —--—-————.— chſen, n ſe nroch nachen 3 M⸗ je ver⸗ en die⸗ damit, ſchwe⸗ daß ſie zu ſch verden, ere und inander mendes er eine hyſſſche ſache, aaß man vorkom⸗ er, ver⸗ ind dar⸗ ten köͤn⸗ llen Er⸗ hen Cüte ekünſti⸗ hervorki⸗ h zu,und ngefährte noch das en, Stic ngſam ge eben de⸗ ndie 19 liche Er⸗ 155 Vom Fluͤchtigmachen und Wachſen. 231 ſcheinungen hervorbringet. Es uͤberzeuget uns hievon, das Wachſen der Salze; ingleichen des Eiſes, das man im Winter an den Fenſterſcheiben wahrnimmt, in wel⸗ chem Falle man die aͤuſſere Luft und Kalte als beſtandig⸗ machende Coͤrper; die inwendige Waͤrme aber, als einen flüchtigmachenden anzuſehen hat. Endlich beweiſet es auch der Schimmel, welcher ſich nach der Beſchaffenheit der Pflanzen ſehr richtet, und aus fluͤchtigen, ausduͤnſten⸗ den, und ſchwereren erdigten Theilgen zuſammengeſetzt iſt, nebſt andern Coͤrpern ſehr deutlich. Solchergeſtalt ſiehet man, aus was fuͤr Gruͤnden wir das Wachſen zum Fluͤchtigmachen habeu rechnen koͤnnen. Hooooreeee Das 19. Capitel. Vom Coaguliren. 8. 1. as Coaguliren iſt eine chemiſche Arbeit, wodurch § fluͤſſige Dinge, oder dunne Feuchtigkeiten, ohne merkliche Ausduͤnſtung oder Abnahme, entwe⸗ der vor ſich, oder durch gebrauchte Handgriffe, dicker oder zu feſten Coͤrpern gemacht werden. Anmerkung. Das Wort: Coaguliren, begreiſt oftmals mehr unter ſich, als wir hier angezeiget haben; denn wenn aufgeloͤſete, oder mit fluͤſſigen Dingen vermiſchte Theil⸗ gen, in einen feſteren Zuſtand verſetzet werden; wenn Duͤnſte in einen fluͤſſigen Cörper zuſammengehen, ſo pfle⸗ gen viele, auch dieſe Veraͤnderungen, ja alles, wo nur eine duͤnnere Feuchtigkeit dicker gemacht wird, zum Coaguli⸗ ren, zu rechnen. Weil aber das Coaguliren, in ſo allge⸗ meinem Verſtande genommen, viele chemiſche Arbeiten, als: Eindicken, Abdaͤmpfen, Deſtilliren, Niederſchlagen, Cryſtalliſiren, und andere mehr, zum Theil in ſ faſſet, ſo haben wir fuͤr beſſer gehalten, den Begrif dieſer Arbeit, ſo, wie wir gethan haben, einzuſchränken, als viele Arbei⸗ ten, unter eine Benennung zu werfen. P 4§. 2. 232 Das 18. Capitel. §. 12. Das Coaguliren iſt uͤberhaupt von zweyerley Art: 1) Das Gefrieren, welches mit Huͤlfe der Kaͤlte geſchiehet, vermoͤge der, alle waͤſſerigte Feuchtigkeiten, ausgenommen die, ſo wir im(Ften Cap.§. 12.) ange⸗ fuͤhret haben, in einen feſten bruͤchigen Coͤrper, den man Eiß nennet, verwandelt werden. 2) Das eigentlich ſogenannte Coaguliren, wo⸗ durch fluͤſſige Coͤrper, dicker oder feſte, aber nicht zu Eiſe werden; denn dieſe Art des Coagulirens, kann ſowol in der Kaͤlte als Waͤrme geſchehen; ſie braucht auch nicht ſo viel Kaͤlte als zum Gefrieren noͤthig iſt. G. 3.— Was aber das Gefrieren(§. 2. N. 1.) anlangt, ſo wird es auf zweyfache Art zu Stande gebracht, als: 1) Durch natuͤrliche Kalte, die wir nicht allein im Winter, wie Jederman bekannt iſt; ſondern auch zu aller Jahrszeit, auf den Gipfeln hoher Berge, in jeder Himmelsgegend, ja in den waͤrmſten Laͤndern, antreffen. 2) Durch gekuͤnſtelte Kaͤlte, die durch unter⸗ ſchiedene Salze(Cap. 5.§. 12.) herfürgebracht wird. §. 4. Das eigentlich ſogenannte Coaguliren, geſchiehet ebenfals auf zweyerley Art; nemlich, entweder ohne, oder mit Zuſatz. 8. v. Das, ſo ohne Zuſatz geſchiehet,(§. 4.) iſt wieder zweyfach, nemlich: a) Von ſich ſelbſt, welches vermoͤge der Natur . und rnemlic ts lan Koche Iewe le he )) Geiſet tufgele ſievir R iig 9 tigen wenn berden Dein Geſe haſß Att: Kälte gkeiten, )ange⸗ er, den , wo⸗ cht zu kann raucht ngt, ſo als: alein mauch ſe, in noern, unter⸗ wird. ſchiehet Vohne, wieder Natur und Vom Coaguliren. 233 und Beſchaffenheit der Coͤrper, indem ſie bloß in Ru⸗ he gelaſſen werden, von freyen Stuͤcken vor ſich gehet; ſo ſiehet man, daß thieriſche Feuchtigkeiten, Milch, Blut, Eyweiß und Eydorter ſo lange ſie vewegt wer⸗ den, fluͤſſig bleiben; wenn aber die Bewegung auf⸗ hoͤrt, dicke werden. b) Oder es wird durch Bewegung und Waͤrme zuwege gebracht, ſolchergeſtalt kann ſowol Waſſer als Queckſilber in einen feſten Zuſtand verſetzet werden, nemlich das Queckſilber durch gehoͤrige Waͤrme, in der es lange erhalten wird; das Waſſer aber, ſowol durch Kochen und Deſtilliren, als auch durch fortgeſetzte Bewegung, wovon wir mit mehrerem im dritten Thei⸗ le handeln werden. §. 6. Das Coaguliren, da man Zuſaͤtze braucht, iſt wie⸗ der verſchieden. Denn wir nehmen wahr, daß a) Waſſer und waͤſſerigte Feuchtigkeiten mit Kalch und Gyps feſte werden; daß b) Das Waſſer mit ſolchen Aufloͤſungen, da ſaure Geiſter, feſte Coͤrper, die zu Cryſtallen anſchieſſen, aufgeloͤſet, und mit ſich vereiniget haben, ebenfals fe⸗ ſte wird, wie die Entſtehung und Zerſtoͤrung der Sal⸗ ze zeiget; daß c) Das Waſſer und andere Feuchtigkeiten, mit ei⸗ nigen wohl abgetrockneten Mittelſalzen feſte werde, wenn dieſe mit jenem in gehoͤriger Menge vermiſcht werden, wie das Glauberiſche Wunderſalz, mit Waſſer, Wein und Eyweiß mit Alaun; daß d) Einige fluͤſſige Dinge ſich mit reinen ſauren Geiſtern coaguliren, z. E. Oel, Milch, Blut, Ey⸗ weiß, Queckſilber, das Kieſeloͤl,(liquor ſilicum) u. f. P y koͤn⸗ 234 Das 19. Capitel. koͤnnen ſo verdicket werden, und dieſe Verdickung iſt wohl, wo ich nicht irre, eine der fuͤrnehmſten. Daß e) entweder feuerbeſtaͤndige, oder fluͤchtige Laugen⸗ ſalze, viele Feuchtigkeiten verdicken, wie ſtarker Sal⸗ miackgeiſt, die ausgepreßten, auch zum Theil deſtillir⸗ ren Oele, ingleichen ſtarken⸗Weingeiſt, und das Kie⸗ ſeloͤl ein fluͤchtiges Laugenſalz. Hieher gehoͤret auch alle Seiffe, in der ein feuerbeſtaͤndiges Laugenſalz das Oel verdicket hat. Daß f) zuſammengeſetzte Geiſter, einige Feuchtigkeiten verdicken; wie man unter andern vom rauchenden Geiſt des Libavii ſaget. 9) Man bemerkt auch, daß das Queckſilber, von Oelen, Schwefel, Bleyrauch, und nach den neueren Beobachtungen vom Eiſenoͤl verdicket werde.(Vogel Inſt. Chem. p. 267. S. 567. Anmerkung. Die Erzeugung ſo vieler Steine uud Moe talle, laͤßt uns gar nicht zweifeln, daß ſich nicht noch meh⸗ rere Verdickungen in der Natur finden ſolten, und auch noch mehrere durch Kunſt herfuͤrgebracht werden koͤnnten, da wir nur die allerbekannteſten angefuͤhret haben. §. 7. Bey dem eigentlich ſogenannten Coaguliren(§.§⸗ 5. 6.) merken wir folgende Umſtaͤnde an: 1) Auſſer den Verdickungen, die(im ſten§. b)) benennt worden ſind, koͤnnen keine, mit andern Feuch⸗ tigkeiten, zu Stande kommen, als die entweder oͤlig⸗ te Theile haben, oder in denen gedachte Theile eini⸗ germaſſen vermiſcht, d. i. etwas klebricht ſind. Wobey noch zu merken iſt, daß das Coaguliren deſto geſchwinder von ſtatten gehe, je mehr ſich die Theilgen untereinander anziehen, oder mit ſolchen Materien vermiſcht werden, deren Theilgen ſich heftis unterein⸗ ander anziehen. 2) Die⸗ / ) rige dicke 3 b dun coag der word derun 4 eit aer 8 urſ einer nache Nunge inſ cigei Pehnü dder de ſe bi da ſeine deci luſom däch ung iſt Daß Kaugen er Sal⸗ deſtilit as Kie et auch genſah gkeiten henden er, von neueren (Vogl und Me nochmeh⸗ und auch konnten J. n(§.9. en 9. b) Feuch⸗ er oͤlige eile eini⸗ ht ſind. ten deſo Theilgen Materien unterein⸗ 2) Die⸗ Vom Coaguliren. 235 2) Dieſes Coaguliren geſchiehet meiſtens ohne ei⸗ nige merkliche Abdaͤmpfung; wodurch es ſich vom Ein⸗ dicken ſehr wohl unterſcheidet.(Cap. 15.§. 2.) 3) Bey dieſem Coaguliren, wird bisweilen eine duͤnnere und fluͤſſigere Materie von der dickeren und coagulirten abgeſondert, nicht anders, als wie wir an der Milch ſehen, wenn ſie mit ſauren Dingen verdicket worden; bisweilen aber geſchiehet dergleichen Abſon⸗ derung nicht. 4) An einigen Verdickungen merkt man mit der Zeit keine Veraͤnderung; andere aber werden hart oder zu Stein. §. 8. Vom Frieren koͤnnen wir nur eine angenommene Urſache beybringen, die entweder in der Beymiſchung einer kaltmachenden, oder im Verluſt einer warm⸗ machenden Materie allein, von der die Fluͤſſigkeit ab⸗ hanget, beſtehet.(Cap. 2.. 11. Anmerk.) Daß einige Feuchtigkeiten eher, andere langſamer, und einige gar nicht frieren,(Cap. 5.§. 12.) ruͤhret wohl ohne Zweifel von der entzuͤndlichen Materie her, in ſo weit ſie haͤufiger oder ſparſamer mit den Feuch⸗ tigkeiten vermiſcht iſt, daher ſie entweder wegen der Aehnlichkeit ihrer Theile, die Waͤrme laͤnger behalten, oder der kaltmachenden Materie widerſtehen. Deswegen frieren oͤligte und geiſtige Coͤrper, weil ſie viel entzuͤndliche Materie haben, nicht leicht. B§. 9. 8 1 4 Das eigentlich ſogenannte Coaguliren(§.§. 5. 6.) ſcheinet ſeine Urſache, theils in der anziehenden Kraft der Coͤrper,(Cap. 2.§. 14.) theils aber auch in der zuſammenklebenden Kraft des Waſſers und anderer Feuchtigkeiten(Cap. 5.§. 10. N. 5.) zu haben⸗ Io. 235 Das 19. Capitel. §. 10. Nach denen(§. 7.) angefuͤhrten Umſtaͤnden und (§. 9.) gegebenen Gruͤnden kann man das eigentlich ſo genantte Coaguliren, folgendermaſſen erklaͤren: a) Das Coaguliren, natuͤrlicher Feuchtigkeiten, oh⸗ ne Zuſatz(§. F. a) ſcheinet, daher zu kommen, daß erdigte und ſalzige Theile, die in ſolchen, zum Coa⸗ guliren geneigten Feuchtigkeiten, allezeit zugegen ſind, mit fetten und oͤligten, vermoͤge der anziehenden Kraft, die jene gegen dieſe haben, in groͤſſerer Men⸗ ge, als daß ſie laͤnger fluͤſſig bleiben koͤnten, vereini⸗ get werden, einen klebrichten Coͤrper alsdenn vorſtel⸗ len, und daß unter dieſer Vereinigung die duͤnnere und waͤſſerigte Theile, die zu dieſer Verbindung nicht geſchickt ſind, noch mit denen verdickten Theilen ver⸗ kuͤnpfet werden koͤnnen, oͤfters davon ſcheiden, und, nachdem ſie leichter oder ſchwerer ſind, entweder uͤber der verdickten Materie, oder unter derſelben ſtehen, oder auch dieſelbe allenthalben umgeben. b) Das Coaguliren mit Zuſatz(§. 6.) entſtehet 1) Zum Theil aus der Vereinigung und Anzie⸗ hung der erdigten Theilgen ſowol unter ſich, als auch indem ſich dieſe mit ſalzigen und anderen mehr oder weniger klebrichten und waͤſſerigten Theilgen verbin⸗ den und dieſelben anziehen. Denn wenn ſich dieſe in gehoͤriger Verhaͤltniß unter jene miſchen, ſo werden die erdigte Theilgen(Cap. 7.§. 10. 3.) welche die waͤſſerigten wieder in ſich ziehen und beſtaͤndig machen (Cap. J.§. 9.) an einander geleimet, wie man am Waſſer, oder am Eyweiß mit Kalk vermiſcht, am Kie⸗ ſeloͤl u. a. m. gewahr wird. 2) Zum Theil auch von der Verbindung ſalziger beſonders ſaurer, bisweilen aber auch laugenhaftee hei⸗ V V V V V dheile ſettere dieſe! nen n aufge üßig 8 5 G ſuze Einber nen ſa ſa wenn Thel einben nimnt 9); V gleiche Re Wa ſt dieſe lung, d berinden Thelen 3 Thel 9) 1 güeate fir uß der dur (Lop Anmer don ler vont heud en und gentich aͤren: en, oh⸗ n, daß n Coa⸗ n ſind, henden Men⸗ ereini⸗ vorſtel⸗ zuͤnnere g nicht len ver⸗ , und, er uͤber ſtehen, ſtehet Anzie⸗ ls auch ar oder verbin⸗ ch dieſe werden lche die machen nan amn am Kie⸗ Vom Coaguliren. 237 Theile, entweder mit waͤſſerigten(C. 6. b. f.) oder fetteren und oͤligten Theilgen(§. 6. d. e.) weswegen dieſe letztere, ſo mit den erſten vermiſcht, aber von ih⸗ nen nicht aufgeloͤſet, bisweilen aber auch von jenen aufgeloͤſet und ihnen einverleibet worden ſind, ihre fluͤßige Geſtalt verliehen muͤſſen, nachdem die waͤſſe⸗ rigte Theilgen einigermaſſen abgeſondert worden. —) Das Coaguliren fluͤßiger Coͤrper mit Mittel⸗ ſatzen(§. 6. c.) ſcheinet von einiger Vereinigung und Einverleibung dieſer Feuchtigkeiten, mit der trocke⸗ nen ſalzigen Materie, ſo die Feuchtigkeit begierig an ſich ziehet, herzukommen. Denn alle Salze erfordern, wenn ſie criſtalliſtret werden ſollen, einen gewiſſen Theil einer fluͤſſigen Materie, der den ſalzigen Theilen einverleibet wird, und mit ihnen eine feſte Geſtalt an⸗ nimt, wie die Erfahrung lehret. d) Wenn Oveckſilber, bey gehoͤrige Waͤrme, des⸗ gleichen auch Waſſer, mit Huͤlfe der Bewegung oder der Waͤrme, zu feſten Coͤrpern werden(§. F. b.) ſo iſt dieſes wohl ſchwerlich anders als eine Verwand⸗ lung, die, nach unſerer Meynung, entweder einen veraͤnderten Zuſammenhang oder eine Verſetzung der Theile zum Grunde hat, anzuſehen; wovon wir im 3. Theile handeln werden. e) Was das Coaguliren des Qveckſilbers durch zu⸗ geſetzte Materien anlangt(§. 6. g.) ſo halten mir da⸗ fuͤr daß es von Vermiſchung dieſer Materien und ei⸗ ner durch ſie veranlaſſeten Aufloͤſung herzuleiten ſey (Cap. I1. S. 6.) Anmerkung. Die Chemiſten haben wenig oder gar nichts von dieſem wahren Begrif, den wir hier mit dem Coagu⸗ liren verknuͤpfen, gedacht; warum ſie laber dieſe Arbeit vorbey gegangen ſind, iſt uns unbekannt. Wir ſind uͤber⸗ zeuget, daß dieſelbe mehr Aufmerkſamkeit, als irgend ei⸗ ne andere verdiene; ja daß ſie taͤglich ſowol von der Na⸗ tur 23⁸ Das 19. Capitel. tur als von der Kunſt vorgenommen werde und vorge⸗ nommen worden ſey. Der Urſprung ſehr: vieler feſter Coͤrper, kann, ohne Einſicht in dieſelbe, wie wir dafuͤr hal⸗ ten, nicht verſtanden werden. Wenn der Menſch und die uͤbrige Thiere aus einer fluͤßigen Materie erzeuget wer⸗ den und entſtehen; wenn der erſte Urſtof des Menſchen ei⸗ nem zuſammengeronnenem Kaͤſe aͤhnlich iſt, Hiob 10. Cap. v. 10. wenn die Knochen der Thiere aus einer kleb⸗ rigten Materie entſpringen,(ſ. Berlin Traité de l' Oſteol. p. 244. Gc. wenn uͤberdieß, unter den goͤttlichen Werken einige Aehnlichkeit angetroffen wird, wie man ohne Zwei⸗ fel in denſelben antrift und angetroffen hat, ſo wird man doch wohl befinden, daß die groſſe Welt mit der kleinen einen ahnlichen Urſprung habe? Jedoch wir behalten uns vor, bey anderer Gelegenheit davou weitläuftiger zu handeln. Weil aber das Coaauliren eine gruͤndliche Er⸗ käͤntniß, ſehr vieler Coͤrper voraus ſetzt, ſo bedauren wir, daß wir dieſe Lehre hier nicht voͤllig haben erſchoͤpfen koͤn⸗ nen, ſondern es bey dem, was wir angefuͤhret haben, be⸗ wenden laſſen muͤſſen; freuen uns aber auch, daß wir an⸗ dern in dieſer Sache weiter zu gehen, Gelegenheit gege⸗ ben haben. ESSSS-3rESES SSvESvB SS EB. Das 20. Capitel. Vom Niederſchlagen oder Faͤllen und Gegen⸗ wuͤrken. §. 1. D'e Niederſchlagen iſt eine chemiſche Arbeit, in . welcher aufgeloͤſete Corper, von ihrem Aufloͤ⸗ ſungsmittel geſchieden werden. Anmerkung. Wenn der aufgeloͤſete Coͤrper, vermoͤge ei⸗ ner Materie, die ihn zu Boden wirft,(Cap. 5.§. 8.) von ſeinem Aufloͤſungsmittel geſchieden wird, ſo heiſt man es eigentlich und im gemeinen Verſtande niederſchlagen; allein es lehret die Erfahrung, daß man dieſe Abſonde⸗ rung auch ohne niederſchlagende Materie zu Stande brin⸗ gen glläſete lſungs ttielwe ) dieſes nennet die irem A o an; 1)7 ertweder 191 und 16.) mraßße den nenl ſeroher, Nas ſtung i lunge( drange 99 3 nd vorgr⸗ dler fſte daſi hab dnſch und euget wer renſchen Hiob d, einer lli⸗ 3 9 ken. n Werka jne Zwi⸗ vird man er kleinen alten uns uftiger zu dche Er⸗ auen wie öpfen kr haben, be aß wir an nheit gege ☛☛ Gegen⸗ rbeit, in n Auft' ermöͤge e“ . K)uun heiſt man erſhlagu. eAbſode⸗ tande brir g Vom Coaguliren. 239 gen kann; ja daß die vom Aufloͤſungsmittel geſchiedene Materie nicht allezeit niederfaͤlt, ſondern bisweilen in die Hoͤhe geht, wie man gewahr wird wenn man Oel oder andere Fettigkeit von der Seiffe ſcheidet; daher haben wir fuͤr rathſamer gehalten, dem Niederſchlagen einen ſo allgemeinen Begrif, der ſich bey jedwedem Fall anbrin⸗ gen laͤſt, zu geben. §. 2. Alles Niederſchlagen iſt zweyerley. 1) Natuͤrlich, oder von ſelbſt, da ſich eine auf⸗ geloͤſete Materie, von freyen Stuͤcken, von ihrem Auf⸗ loͤſungsmittel, ſcheidet wie wir an der Ocher im Vi⸗ triolwaſſer, an dem Harnſatz u. a. m. ſehen. 2) Kuͤnſtlich, wovon hier eigentlich die Rede iſt; dieſes wird auch das erzwungene Niederſchlagen ge⸗ nennek. 1. §. 3. Die Abſcheidung einer aufgeloͤſeten Materie von ihrem Aufloͤſungsmittel, pfleget fuͤrnemlich auf zweyer⸗ ley Art zu geſchehen. 1) Durch Beymiſchung einer niederſchlagenden entweder feſten oder fluͤſſigen Materie(Cap. 7.§. 8.) 2) Durch Abdaͤmpfen oder Abziehen(Cap. 15. und 16.) da man entweder das Aufloͤſungsmittel von der aufgeloͤſeten Materie, oder dieſe von jenem, nach⸗ dem nemlich eins fluͤchtiger als des andere iſt, abduͤn⸗ ſtet oder abziehet. S. 4. 4 Was dasjenige Niederſchlagen, ſo durch Beymi⸗ ſchung einer niederſchlagenden Materie geſchiehet, an⸗ langt,(§. 3. N. 1.) ſo iſt zu merken, daß es nach der angezeigten zweyfachen Art der Aufloͤſung(Cap. 11. §.§. 3, 4.) auch auf zweyerley Weiſe angehe. 1) In 240 Cap. 20. Vom Niederſchlagen 1) Im trockenen Wegedurchs Schmelzen, wie man die Metalle aus ihren Erzen und Geſtein niederſchlaͤ⸗ get. ſchiehet. §. S. Wie man das Niederſchlagen im trockenen Wege, im Fluß,(§. 4. N. 1.) anſtellen muͤſſe, iſt im(12. Cap.) angezeiget worden, und wird noch vollſtaͤndiger, in Anſehung das Schmelzens metaliſcher Erze und Geſteine, in der Probierkunſt gelehret. Bey dem Nie⸗ derſchlagen im naſſen Wege(Cap. 4. N. 2.) muß man folgende Umſtande bemerken: a) Man muß eine ſolche niederſchlagende Mate⸗ rie, die ſich zu den gegenwärtigen Umſtanden ſchicket, erwaͤhlen, und dieſelbe in gehoͤriger Menge ſo lange in die Aufloͤſung tröpfeln, oder mit derſelben vermiſchen, oder zuſetzen, ſo lange als man noch ſiehet, daß ſich etwas niederſchlaͤget. b) Nachdem man die niederſchlagende Materie gehoͤrig zugeſetzet hat, muß man das ganze Mengſel, ſo lange ruhig ſtehen laſſen, bis ſich die vorher aufge⸗ loͤſte Theile zu Boden geſetzet, und das Aufloͤſungs⸗ mittel etwas helle und durchſichtig geworden iſt, wor⸗ auf man wieder etwas von der niederſchlagenden Ma⸗ terie zuſetzen, und nach dem des Mengſel davon mehr oder weniger trube wird, urtheilen kann, ob al⸗ les aufgeloͤſete daraus niedergefallen ſey. c) Wenn ſich die aufgoͤloͤſete Materie voͤllig abge⸗ ſondert hat, ſie mag nun oben auf ſtehen, oder am Boden liegen, ſo kann ſie von der Materie, aus der ſie niedergefallen, entweder durch Abſeihen, oder auch auf andere Art vollends leichtlich abgeſondert und dar⸗ 2) Im naſſen Wege, welches durchs Aufloͤſen ge⸗ darau werde An⸗ lenaber gnden dert dſ duß tie terie, u iſange der auc Ame von dd) wie wan dderſchla⸗ flöſen ge en Weg. 12. Cap.) iger, u erze und dem Nie⸗ 2.) muſ de Mat⸗ en ſchicke. olange in ermiſchen, daß ſch Materie Mengſel, her aufge⸗ ffloͤſungs⸗ wiſt, wor⸗ nden Mo zſel dabon nn, ob l qllig age „oder a , aus der oder aud adert un dw oder Faͤllen und Gegenwirken. 241 darauf nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde gereiniget werden.. Anmerkung. Bey dieſem Riederſchlagen im naſſen We⸗ ge, verdienet noch angemerket zu werden a) daß es bis⸗ weilen durch Zuſatz einer fluͤſſigen Materie geſchehe, wie z. E. das Silber aus dem Scheidewaſſer, vermittelſt der Salzſoole gefaͤllet wird; bisweilen aber auch, indem man eine feſte Materie in die Auflöſung hinein wirft, wie denn das Silber ebenfals aus dem Scheidewaſſer fallt, wenn man Kupferbleche hineinlegt. b) Daß bisweilen die nie⸗ derſchlagende Materie ſchwerer als das Aufloͤſungsmittel ſey, als das Waſſer, womit man Aufloͤſungen, ſo mit Weingeiſt gemacht ſind, niederſchlagen kann; bisweilen auch leichter, wie wenn man waſſerigte Aufloͤſungen mit Weingeiſt niederſchlaͤget. c)) Daß alles Niederſchlagen eben ſo wie die Aufloͤſungen, mit oder ohne merklichem Brauſen geſchehe; der Salzgeiſt ſchlaget das Silber ohne Brauſen nieder, das Kupfer aber mit Brauſen, und wenn es mit Laugenſalz niedergeſchlagen wird, ſo iſt die Bewegung und das Brauſen noch heftiger. §. 6. Wenn man nach geſchehenem Niederſchlagen, ſo⸗ wol den Niederſchlag, als auch das Mengſel, aus dem derſelbe gefallen, unterſuchet, ſo findet man oͤfters, daß die niederſchlagende Materie, wo nicht voͤllig, doch groͤſtentheils in dem Mengſel bleibe, und daß alſo daſſelbe aus dem Aufloͤſungsmittel und der nie⸗ derſchlagenden Materie zuſammengeſetzt ſey; biswei⸗ len aber vereinigt ſich auch etwas von der niederſchla⸗ genden Materie mit dem Niederſchlage, und veraͤn⸗ dert deſſen Beſchaffenheit. Hieraus ſchlieſſen wir, daß die fuͤrnehmſte Kraft der niederſchlagenden Ma⸗ terie, unter dem Niederſchlagen, oͤfters in das Auf⸗ loͤſungsmittel ſeloſt, und zwar ganz allein, bisweilen aber auch zugleich in die aufgeloͤſete Materie wirke. Anmerkung. Dieſe unſere Meinung wird durch Beyſpiele, von denen wir einige anfuͤhren wollen, noch mehr beſtati⸗ 7. Th. Q get 242 Cap. 20. Vom Niederſchlagen, get. Das Waſſer haͤngt ſich nicht an die Harze, wohl aber an den Weingeiſt; es haͤngt auch dem Camphernicht an, aber den Saͤuren, in denen der Campher aufgeloͤſet gewe⸗ ſen; ſaure Coͤrper haͤngen ſich nicht an den Schwefel, ſon⸗ dern an die Laugenſalze, in denen derſelbe aufgeloͤſet wor⸗ den; Weingeiſt hat keine Gemeinſchaft mit Salzen, ſon⸗ dern mit Waſſer, welches die Salze uͤßig gemacht haite; Langenſalz, womit man bisweilen Mittelſalze niederſchlaͤgt, haͤngt ſich nicht an dieſe Salze, ſondern an das Waſſer; desgleichen haͤngt die Vitriol Saͤure, womit man aufgeloͤ⸗ ſeten Aaun, Vitriol, ja vitrio ſehr langſam faͤllet, nicht dieſen liſirten Weinſtein, wiewoh Salzen, ſondern dem Waſ⸗ ſe an; das Eiſen, womit man Kupfer niederſchlaͤget, ge⸗ ellet ſich nicht zu dem Kupfer, ſondern zu dem Auſſoͤſungs⸗ Mittel, von dem es aufge loͤſet wird; desgleichen auch das Kupfer, mit dem man Silber faͤllet. Es erhellet alſo zur Gnüge, ohne daß wir noͤthig haben noch unzaͤhlig andere Beyſpiele anzufuͤhren, daß die fuͤrnehmſte Kraſt der nie⸗ derſchlagenden Materien in das Aufloſungsmittel ſelbſt wirke. ⸗Aumerk. des Ueberſ. Die hier angebrachten Beyſpiele bewei⸗ ſen nicht alle voͤllig das, was bewieſen werden ſoll, denn da⸗ mit ich nur einiges anfuͤhre, ſo haͤngen ſich die ſauren Coͤrper vermittelſt des Laugenſalzes, zu einigemTheile an den Schwe⸗ fel, in dem dieſer aufgeloͤſt ge⸗ weſen iſt, und es eutſteht ein etwas fixerer Schwefel durch das Mittelſalz, das ſich an ſolchen haͤngt, daraus, wie ich geſehen habe; der Weingeiſt hat vermittelſt ſeiner oͤligten Theile Gemeinſchaft mit den ammoniaealiſchen Salzen, weil dieſe auch oͤligte Theile haben, und er loͤſet ſie auf; ja er hat Daß ſogar Gemeinſchaft mit denen ſonſt ſo ſchwer aufzuloͤſenden und zu ſchmelzenden Salzen, die die Vitriolſaͤure bey ſich haben, wie ich an dem Bey⸗ ſpiele des vitrioliſirten Wein⸗ ſteines, wenn ſehr oft Wein⸗ geiſt von ihm abgezogen wird⸗ in dem erſten Bande der Actor. Acad. Elect. Mo- gunt. p. 272. et ſequ. gezeigt habe; er wird davon ſchmelzlich wie Wachs, und laͤſt ſich leicht in Waſſer und Weingeiſt aufloͤſen; der ſoge⸗ nannten geblaͤtterten Erde des Weinſteins nicht zu gedenken; das Laugenſalz, womit man Mittelſalze niederſchlaͤgt, kan zwar 36 81 all dad ſin Ijner Furf fnas diſßs dena tach 1n henn d del tin w ande dm lütte allin hloh 3 haage eng oder Faͤllen und Gegenwirken. 243 nui„Daß ſie aber auch bisweilen einige Kraft auf die auf⸗ 4 85 geloͤſete Materie verwenden, duͤnket uns aus dem Faͤllen i,m des in Scheidewaſſer aufgeloͤſeten Silbers, Bleyes und dern. Queckſilbers„vermittelſt der Satzſaͤure, und aus andern n a Beyſpielen, in denen wir finden, daß die gefallene me⸗ Irbare talliſche Kalche etwas von der niederſchlagenden Materie eichlin an ſich haben, zu folgen. Ich geſtehe aber, daß ich noch Viſe zweifele, ob dieſe Vereinigung der niederſchlagenden Ma⸗ auſ l terie mit der gefäͤlleten, unmittelbar, oder mit Huͤlfe des me dfugsnnitirl das zur Aufloͤſung gebraucht worden, 1 geſchehe; n Waſ„Hingegen kan man daran, daß in dieſen Faͤllen das get, ge⸗ Aufloͤſungsmittel von der niederſchlagenden Materie ver⸗ ſöſungs⸗ aͤndert worden ſey, wenn man nur deſſen Beſchaffenheit un⸗ uhne terſuchet, nicht im geringſten zweifeln. g andere— O2§. 7. da zwar von dieſen durch kalt niedergeſchlagen werden, das dij— woohl, daß ein Niederſchlag dadurch aufloͤßlicher als vor⸗ geſchiehet, wenn der vitrioli⸗ nit denen her, und es geht ein Theil von firte Weinßein, oder das ſoge⸗ uldſenden ihnen mit ins Waſſer; vom nante doppelte Arcanum, n Ealzen Kupfer haͤngt ſich allezeit et⸗ zu verſchiedenen Aufloͤſungen ebey ſich was ans Gilber, wenn man von Metallen und Erden kom⸗ dem Bet, dieſes ſeine Aufidſung i Eche⸗⸗ men; daß aber auch die Vi⸗ te Weil deldaſſer mit jenem fuͤlet; es triolſzure ſich ſelbſt neder⸗ eft Bin inaht, nach Cramern allezeit ſchlagen koͤnne, ſcheinet etwas ogen win⸗ 5 2/ wenigſtens Ir aus, und zu ſonderbar, und ich denke zande de wenn man in dieſe Aufloͤſung immer, weil der Herr Ver⸗ ect. No- des Kupfers, polirte Eiſenble⸗ faſſer ſagt: daß es langſam et ſegli che legt, ſo hat hingegen das, geſchehe, es werde das Ge⸗ in daun was zuerſt fäͤllt, allezeit noch menge etwas ausgedaͤmpfet, 3 md ein wenig Silber bey ſich. Ob und folglich ein Theil deſſelben dchs, 8 endlich die Vitriolſaͤure nicht ſich zu Boden geſetzt haben, Tüſſe 6 dem Alaun Vitriol, und vitrio⸗ weil das Waſſer ſolchen nicht dat 3 liſirten Weinſteine, ſondern mehr hat haͤlten koͤnnen; Es 4 Ende allein dem Waſſer, worinne iſt uͤbrigens ſchwer zu glauden, Hindi ſolche aufgeloͤſet worden, an⸗ daß die gedachten Salze nicht 4 3 hange, und ob dieſe Aufloͤſung davon ſaͤurer geworden ſeyn . zygt Waſſer weggebracht werden; allein die Mittelſalze werden voon gedachter Saͤure langſam wird die Zeit lehren; ich weiß ſolten. 244 Cap. 20. Vom Miederſchlagen §. 7· Soll eine aufgeloͤſete Materie von ihrem Aufloͤ⸗ ſungsmittel, vermoͤge einer niederſchlagenden Mate⸗ rie abgeſondert werden, ſo iſt noͤthig, daß diejenige Kraft, wodurch ſie aufgeloͤſet und ſchwebend erhalten wird(Cap. 11.§. 10.) zernichtet werde. Dieſe Kraft aber kann, nach unſerer Meynung, fuͤrnemlich auf dreyerley Art geſtoͤret werden, nemlich entweder ſo, daß die Kraft des aufloͤſenden Mittels umge⸗ kehret, und von der aufgeloͤſeten Materie gegen die niederſchlagende, welche das Aufloͤſungsmittel ſtaͤrker anziehet, gerichtet werde; oder daß ſie, nach⸗ dem die Beſchaffenheit des aufloͤſenden Mittels ver⸗ andert worden, gaͤnzlich geſchwaͤchet und gleichſam zunichte gemacht werde; oder endlich, daß die Kraft der aufgeloͤſeten Materie von dem Aufloſungsmittel umgekehret und gegen die niederſchlagende Materie gerichtet werde. Es koͤnnen alſo niederſchlagende Materien auf dreyfache Art wirken, nemlich a) ent⸗ weder in die anziehende Kraft des Aufloſungsmittels, indem ſie ſie umkehren. b) Oder in die Natur des Aufloͤſungsmittels, indem ſie ſie veraͤndern, daher auch ihre anziehende Kraft aufgehoben wird; c) oder in die anziehende Kraft der aufgeloͤſeten Materie. Anmerkung. Da wir die Lehre von der Aufloͤſung deutlich abgehandelt haben, ſo kann das, was bey dem Nieder⸗ ſchlagen vorfalt, aus dem Gegentheil leicht erklaͤret wer⸗ den. Daher verfallen diejenige, ſo die Aufloͤſungen faſt wie mechaniſche Arbeiten betrachten, und ſie entweder von der Leichtigkeit der Coͤrper oder ihrer Schwere herleiten wollen(Cap. 11.§. 10. Anmerk. 1.) in viele Schwierigkei⸗ ten und Verwirrungen, ja in offenbare Widerſpruͤche, in⸗ dem ſie das, was beym Niederſchlagen vorgehet, erklaͤren wollen. Denn einige bringen 6, andere 7 oder 8, und noch andere 9 Arten. vor, wodurch ſie den Grund vom Faͤllen geben wollen; denn ſie ſagen, daß das Niederſchla⸗ gen oder Faͤllen und Gegenwirken. 24 gen in Anſehung der aufgeloͤſeten Sache giſchehe. 1) vuff Wenn ihre Theile ſchwerer gemacht wurden. 2) Wenn Mu⸗ man mache, daß ſie mehr Raum einnehmen. 3) Wenn ihnen das, was ſie leichter gemacht hat, wieder benom⸗ ſeſenige men'werde. 4) Wenn man mache, daß ſie innerhalb den rhalte Raͤumchen des Aufloͤſungmittels naͤher an einander kom⸗ eKreſt men. In Anſehung der aufloͤſenden Sache aber meynen ich au ſie, daß das Riederſchlagen zu Stande gebracht werde. tweder 1) Wenn man die eigene Schwere derſelben, entweder groͤſſer oder kleiner mache. 2) Wenn ihre Zwiſchenraum⸗ umge⸗ chen, entweder erweltert oder verengert wuͤrden. 3) Wenn gegen ihre ganze Maſſe vermindert werde. 4) Wenn ihre ur⸗ mittel ſpruͤngliche Kraft, vermoͤge der, ihre Theile unter ſich zu⸗ nach ſammenhangen, unterbrochen werde. O Wenn man die do be⸗ innerliche Bewegung ſchwächte. S. Rud. Aug. Vo⸗ z ver gels Inffit. Chen. p. 369. g. 763. u. ſ. f. aus denen ich eichſan dieſe Arten des Niederſchlagens, die zwar auch Hieron. 4 eKraft Ludolf in der Einleitung in die Chymie S. 519. u. ſ. f. smittil und Caſp. Neuman in der Med. Chymie T. I. P. I. Jareri S. 431. aber dunkeler oder unordentlicher vorgetragen, 4 entlehnet habe. agende Um unſere Meinnng, wegen dieſer Urſachen vom Nie⸗ 1 ent⸗ derſchlagen, zu entdecken, und die Art, wie es zugehe, deſto nittels, klaͤrer zu machen, iſt noͤthig, daß man bey jedem Nieder⸗ eur des ſchlagen auf zwey Stuͤcke hauptſaͤchlich Acht habe, nem⸗ daher lich: 1) Auf die eigentlich ſogenannte Abſonderung der aun aufgeloͤſeten Materie von der aufloͤſenden, und 2) auf die 3 Befoͤrderung der abgeſonderten Materie, entweder auf iie. den Boden, oder auf die Oberflaͤche.“ Daß das letzte von der Schwere oder Leichtigkeit des aufgeloͤſeten Coͤr⸗ deutlch pers, oder welches faſt einerleyiſt, von mehrerer oder we⸗ Mieder nigerer Schwere oder Leichtigkeit des Aufloͤſungsmittels, zret wer⸗ gegen den aufgeloͤſeten Coͤrper gerechnet, herkomme, kann agen ſiſ nicht in Zweifel gezogen werden; und in dieſer Abſicht, zeder von findet die erſte und dritte von den angefuͤhrten Urſachen herleim des Faͤllens, in Anſehung des aufgeloͤſeten, und die erſte in nierigti⸗ Anſehung der aufioͤſenden Sache, bey dem Niederſchla⸗ üche, in⸗ 5 3 gen, erhären.—.. rs, und Anm. des Ueberſetz. Es ſtund uun das ein wenig hartklinget, und von hier von dem Niederſchlage ſo habe ich ein allgemeineres derſche⸗ nach der Oberflaͤche zu; weil Wort genommen. o6n 246 Cap. 20. Vom Niederſchlagen gen, ſtatt. Wie aber das erſte, wovon eigentlich die Fra⸗ ge iſt, darinne beſtehet: daß die Verbindung, vermoͤge welcher die Coͤrpergen der aufgelöſeten Sache, mit den Theilgen des Aufloͤſungsmittels, vereiniget ſind, aufgeho⸗ ben wird, ſo kann es auch keinesweges, weder von der Schwere noch Leichtigkeit, der aufgeloͤſeten Sache, oder des Aufloͤſungsmittels, herkommen, ſondern allein von der Urſache die dieſe Verbindung aufzuheben vermag. Wir koͤnnen alſo die uͤhrig angefuͤhrte Urſachen des Nieder⸗ ſchlagens, ausgenommen die dritte und fuͤnfte, in Anſe⸗ hung der auftoͤſenden Sache, die in gewiſſen Faͤllen Statt finden: und ausgenommen die erſte und dritte, in Anſe⸗ hung des aufgeloͤſeten, wie auch die erſte, in Anſehung des aufloͤſenden Mittels, die ſelbſt in dem mechaniſchen Auf⸗ und Niederſteigen bemerket werden, für nichts anders als nuchele die durch keine Erfahrung zu beweiſen ſind, alten. §. 8. 1) Was diejenigen niederſchlagenden Materien, welche auf die anziehende Kraft des Auffoͤſungsmittels ſo wirken, daß ſie dieſelbe umkehren, anlangt,(§. 7. a) ſo ſiehet man deutlich, daß ſie in ſo ferne niederſchla⸗ gen, in ſo ferne ſie eine groͤſſere anziehende Kraft ge⸗ gen das Aufloſungsmittel, als die vorher aufgeloͤſete Materien, beweiſen. Indem alſo die Kraft des Auf⸗ loͤſungsmittels, die niederſchlagenden Theile, unter ſtaͤrkerem oder ſchwaͤcheren Aufbrauſchen, welches mehrentheils geſchiehet, ergreifet, ſo wird ſie dadurch von der aufgeloͤſeten Materie gaͤnzlich abgewendet, und gegen dieſe beygemiſchte niederſchlagende Materie einzig und allein gekehret; daher kann es nicht an⸗ ders geſchehen, als daß die ſchweren Theilgen, ſo nach aufgehobener Verbindung, die ſie ſchwebend erhielt, ſich ſelbſt gelaſſen, und von den Banden des Aufloͤ⸗ ſungsmittels befreyet worden ſind, zu Grunde gehen, die leichtere aber in die Hohe ſteigen muͤſſen. An⸗ ) ſcaff ken, d te nied anziehen ſe entw tels ſch ts ſeine teri, ſe har wirt ktt werd ns chn oder Faͤllen und Gegenwirken. 247 iem Anmerkung. Bey dieſer Art niederzuſchlagen, kann man amͤge uͤberhaupt anmerken, daß alle Materien, die von ſauren ni din Geiſtern oder Salzen aufgeloͤfet worden ſind, durch eine T laugenſalzige Aufloͤſung, und im Gegentheil, von laugen⸗ dos de ſalzigen Feuchtiakeiten aufgeloͤſete Materien, durch ſaure dndda Geiſter oder Salze niedergeſchlagen werden. Wobey auch bonde dieſes zu merken iſt, daß durch eine ſchwaͤchere Feuchtig⸗ Wir keit oder Geiſt, eine duͤnnere und feinere Materie nieder⸗ Nider geſchlagen wird, als durch eine ſtaͤrkere, die dickes und rAnſe duͤnnes zugleich niederſchlaͤget. Dü Auf eben dieſe Art koͤnnen Metalle aus ihren Auf⸗ b Anſe loͤſungsmitteln, durch andere Metalle gefaͤllet werden, 1 d z B. Kupfer durch Eiſen, Eiſen durch Zink, u. ſ. w. ders als en ſad§. 9. 2) Niederſchlagende Materien, die auf die Be⸗ ſchaffenheit und Natur des Aufloͤſungsmittels ſo wir⸗ ken, daß ſie dieſelbe veraͤndern,(§. 7. b.) ſcheinen ih⸗ keerien, re niederſchlagende Kraft nicht ſowol vermoͤge der nittels anziehenden Kraft, als vielmehr ſo zu beweiſen, daß 57,) ſie entweder die aufloͤſende Kraft des Aufloͤſungsmit⸗ rſchla⸗ tels ſchwaͤchen, oder deſſen Natur ſo veraͤndern, daß aft ge⸗ es ſeine aufloͤſende Kraft, gegen die aufgeloͤſete Ma⸗ ſelſete terie, ferner nicht auszuuͤben vermag; woraus offen⸗ s Auf bar wird, daß ihre anziehende Kraft zugleich vernich⸗ unter tet werde. Daher gehet dieſe Art des Niederſchla⸗ e gens ohne Brauſen vor ſich. dadur wendet, Anmerkung. Da das Waſſer den Weingeiſt ſchwaͤchet, Mateti und ſeine Miſchung ſo veraͤndert, daß er ſeine aufioͤſende Kraft nicht weiter beweiſen kann, ſo iſt es auch kein Wun⸗ icht ane der, daß die vom Weingeiſt aufgeloͤſete Coͤrper, mit Waſ⸗ ſo nach ſer, und umgekehrt, die von Waſſer aufgeloͤſete, mit erhielt Weingeiſt, der die aufloͤſende Kraft des Waſſers veraͤn⸗ Aufi⸗ dert, niedergeſchlagen werden Daß dieſe Art des Nie⸗ derſchlagens nicht von einiger Anziehung abhange, zei⸗ egehen gen alle bey derſelben vorkommeude Erſcheinungen; daß aber die anziehende oder aufloͤſende Kraft vorher zerſtoͤret werde, iſt fuͤr ſich ausgemacht. Wenn ein geiſtiges Auf⸗ An⸗ 9 4 loͤßungs⸗ 248 Cap. 20. Vom Niederſchlagen loͤſungsmittel vom beygemiſchten Waſſer geſchwaͤcht wird, ſo ſagt man: daß daſſelbe mit Waſſer verduͤnnet werde. G 3) Die niederſchlagende Materien, ſo in die auf⸗ geloͤſeten Materien wirken,(§. 7. c) ziehen dieſelbe auf eben die Art an ſich, wie die erſtgenennte nieder⸗ ſchlagende Materien(§. 3. 1.) das Auflöſungsmit⸗ tel; denn ſie kehren ſie um, oder lenken ſie von dem Aufloͤſungsmittel ab, und gaͤnzlich auf ſich; daher muß die aufgeloͤſete, und mit der niederſchlagenden vermiſchte Materie, nachdem die vorige Anziehung, zwiſchen dem Aufloͤſungsmittel, und der aufgeloͤſeten Materie, aufgehoben worden, von dem Aufloſungs⸗ mittel, das bey dieſer Vermiſchung, mit der nieder⸗ ſchlagenden Materie, ohne Zweifel eine andere Natur angenommen hat, abgeſondert werden. 1. Anmerkung. Solchergeſtalt wird das Silber, nach mei⸗ ner Meinung, aus dem Scheidewaſſer, vermutelſt des ge⸗ meinen Salzes, oder deſſen Saͤure, gefallet; denn der Sll⸗ berkalch ziehet die Salzſaͤure ſtärker, ais die Salpeter⸗ ſaͤure an; daher ſcheidet ſich der Silberkalch aus einer Silberaufloͤſung im Scheidewaſſer, indem man Salzgeiſt, oder Salzſoole dazu gieſt, und faͤllt, vermoͤge ſeiner Schwe⸗ re, mit der Salzſaure verbunden, zu Boden. Aus eben dieſem Grunde, koͤnnen einige von ſauren Dingen aufge⸗ loͤſete Coͤrper, durch andere Saͤuren, ja bisweilen durch Mittelſalze, niedergeſchlagen werden; ſo ſchlaͤget ſich z. B. vom Salpetergeiſte aufgeloͤſetes Queckſilber, ſowol mit Vitriol⸗ und Salzgeiſt, als auch mit arcano duplicato und vitrioliſirtem Weinſtein, anderer Beyſpiele nicht zu ge⸗ denken, nieder. Wenn ſich alſo ſaure Auflöſungen, mit ſauren Dingen niederſchlagen laſſen, ſo geſchiehet es nicht deswegen, weil eine Saͤure ſtaͤrker iſt als die andere, ſon⸗ dern weil ein Coͤrper dem andern aͤhnlicher iſt, als ein anderer, und einer den anderen ſtaͤrker anziehet, wie ſich bey Unterſuchung der Coͤrper mit mehrerem zeigen wird. 2. Anmerkung. Ich weiß nicht, durch was fuͤr einen Zu⸗ fall, dieſer dritte Umſtand des Riederſchlagens, u der we⸗ ſch das nae Das welcher ſete, od zugeſes Geruch, aufläſun cit Aume⸗ Ind Will ken verti Wyywiſc ige eſ Aletſinn verſtekte merden und mit n Umſt lerwetd teales dener N metſey oder Faͤllen und Gegenwirken. 249 bein ſchwediſchen Ausgabe, ausgelaſſen worden; weswegen wir das, was dort aus Irrthum uͤbergangen worden iſt, hier nachholen muͤſſen. ie alf⸗§. Io. dieſet Das Gegenwirken iſt eine chemiſche Arbeit, in niedle⸗ welcher man, die in einem Aufloͤſungsmittel aufgeloͤ⸗ igsmite ſete, oder den Coͤrpern beygemiſchte Theile, durch eine on dem zugeſetzte Materie, die entweder den Geſchmack, oder daher Geruch, oder auch die Farbe, dieſer Coͤrper, oder genden A ſtoſnngsm iuet veraͤndert,(Cap. 5.§. 8.) entde⸗ ehung, et. lſeten Anmerkung. Der uUnterſcheid unter dem Gegenwirken dſungs⸗ und Niederſchlagen, beſtehet fuͤrnemlich darin, daß bey nieder⸗ dem Niederſchlagen, wie ſchon gemeldet worden iſt, eini⸗ (Natur ge Materie, von dem Aufloͤſungsmittel, indem ſie aufge⸗ loͤſet geweſen,(§. 1.) abgeſchieden wird; beym Gegen⸗ wirken aber, bemerket man keine Scheidung, ſondern nur nach mal eine Veraͤnderung des Geſchmacks, Geruchs, oder der jdes ge⸗ Farbe, des Mengſels, ſo von der beygemiſchten Materie der Elt herkomt. Daher nennen auch einige das Gegenwirken, alyeker ein Niederſchlagen ohne merklichen Niederſchlag. us einer dalzgeiſt 6. 11. Schwe Weil die Arbeit ſelbſt, vermoͤge der das Gegenwir⸗ Aus eben.,. 3; en außt ken verrichtet wird, ſehr einfach iſt, und in der bloſſen een durch Beymiſchung beſtehet, ſo braucht ſie keine weitlaͤuf⸗ tſcchy tige Beſchreibung; da aber das Gegenwirken zu den owol mi allerſinnlichſten Verſuchen, wodurch verborgene und idi verſteckte Theile der Coͤrper und Mengſel entdecket rhm weerden koͤnnen, gehoͤret, ſo muß es auch ſehr genau, tt s nih und mit der groͤſten Vorſicht, nemlich unter beſtimm⸗ dere, ſ⸗ ten Umſtaͤnden, und beſtimmter Verhaͤltniß, angeſtel⸗ „abs dn let werden. Denn ſo, wie die Wirkung ihrer Urſa⸗ „wi 3 che allezeit gemaͤß iſt, ſo kann man auch von verſchie⸗ ni dener Menge des gegenwirkenden Mittels, niemals ei⸗ din 5 nerley Wirkung erwarten. ſhur⸗ 27 An⸗ 250 Cap. 20. Vom Miederſchlagen Anmerkung. Die fuͤrnehmſte und gebraͤuchlichſte gegen⸗ und damit wohlvermengtem Operment, mit Waſſer ver⸗ wirkende Mittel ſind folgende: 1) Veilchenſyrup, der nicht verfaͤlſcht, oder von ge⸗ faͤrbtem Zuckerſyrnp, ſondern von Veilchenblumen ge⸗ macht ſeyn muß, womit man alles verborgene Laugenſalz entdecket, indem er davon gruͤn wird.* a) Die Aufloͤſung vom blauen Lacmuß, oder der ein⸗ gedickte und nachher wieder anfgeloͤſete Saft vom Tour⸗ neſol, mit dem man alle Saure leichtlich entdecket, indem ſich die blaue Farbe in roth verwandelt. Man kan anch blau Papier brauchen, und die Coͤrper daran reiben. Es laͤßt ſich zwar auch mit dieſer blauen Aufloͤſung das Lau⸗ genſalz, wie mit dem Veilchenſyrup die Saͤure, aber nicht ſo merklich, entdecken; denn, obgleich beyde Feuchtigkei⸗ ten, von Laugenſalz gruͤn, und von ſauren Dingen roth werden, ſo entdeckt doch der Veilchenſyrup das Laugen⸗ ſalz, und die Aufloͤſung von Lacmuß die Saure, wenn von iis Salzen wenig vorhanden iſt, geſchwinder und eichter. 3) Zu Pulver gemachte Gallaͤpfel, die alles verſteckte eiſenartige und vitrioliſche anzeigen. Es iſt aber zu mer⸗ ken, daß man lieber das Pulver derſelben, als das mit ih⸗ nen abgekochte Waſſer, nehmen muͤſſe, Jedwedes Meng⸗ ſel, das Eiſen, oder Eiſenvitriol haͤlt, wird duvon ſchwarz. 4) Reines, feuerbeſtaͤndiges Laugenſalz, das mit der entzuͤndlichen Materie, aus getrocknetem und gebrennten Ochſenblut, verſtaͤrkt worden iſt, entdecket auch das ge⸗ ringſte eiſenartige, welches von dieſem Salze blau nieder⸗ geſchlagen wird. 5) Das fluͤſſige Weſen, womit man den Wein pro⸗ biret, oder die Lauge, ſo man aus ungeloͤſchtem Kalch, fertiget. Dieſe zeigt nicht allein alles bleyartige, ſon⸗ dern „Anm. des Ueberſ. Man koͤnnte daß auch Erden, die in ſauren ſich betruͤgen, wenn man ſich Geiſtern, ſonderlich im Salz⸗ auf dieſe Probe allein verlaſ⸗ geiſt aufgeloͤſet ſind, oder ſich ſen wolte, denn es iſt jetzo, mit ihm verdickt haben, den nach des beruͤhmten Hrn. Prof. Veilchenſyrup gruͤn faͤrben. Potts Anzeige, fehr bekannt, Nr Gart tens, nic richt bo Grunden Anmer 2 zuſel dasG Nede Gener Nede oder Faͤllen und Gegenwirken. 251 lgegen⸗ deern auch ſowol ſaures⸗ als Laugenſalz an, denn von dem erſten wird ſie gelb, vom letzten aber, nach Unterſchied der don ge⸗ Umſtaͤnde, mehr oder weniger ſchwarz. üma ge Dieſe jetztgenannte gegenwirkende Mittel ſind die augenſch fuͤrnehmſten, und machen die merklichſten Veranderun⸗ 1 gen. Mit der Zeit koͤnnen noch mehrere entdeckt werden. erder ein Die uͤbrigen, von Campeſche oder Braſilienholz, einigen om Lou metalliſchen Aufloͤſungen, und dergleichen, deren man ſich et, inden zu bedienen pfleget, koͤnnen nach Geſallen hinzugeſetzet kan auc und gebraucht werden. ben. E. das Lau⸗§. 12. aber nicht 9.. vchiügie Der Grund vom Gegenwirken, ſcheinet darinne ungen uh zu beſtehen, daß die beygemiſchte Theilgen, ſowol in depnnn die aufgelöſeten Materien, als in ihr Aufloͤſungs⸗ 1 mittel, einigermaſſen wirken, ohne daß die Kraft des Aanuufloͤſungsmittels, gegen die aufgeloͤſete Materie, zer⸗ verſtecte ſtoͤret wuͤrde, weswegen auch kein ſichtbarer Nieder⸗ erzu man ſchlag erfolgen kann. Wie aber die Veraͤnderung ds miti⸗ der Farbe hervorgebracht werde, kann, meines Erach⸗ nhus tens, nicht ſo leicht erklaͤret werden. Denn man kann nicht von allem, was in der Natur vorgehet, den s wit der Grund, warum es geſchiehet, anzeigen. gebrennte inder und ich das ge Anmerkung. Urb. Hierne, der in der Paraſceve Sett. II. au nieder Eap. II. vom Niederſchlagen, und wie daſſelbe wohl an⸗ zuſtellen ſey, weitläuftig handelt, haͤlt dafuͤr, daß man Wein uu das Gegenwirken für nichts anders, als den Anfang zum em Kalh Niederſchlagen, anſehen müſſe; ſintemahl bey einigen Vaſſr e Gegenwirkungen, nach Veranderung der Farbe, einiger nge, i Niederſchlag erfolge, wenn man von der gegenwirkenden in Materie mehr hinzuthue. Allein, ob wir gleich nicht laugnen koͤnnen, daß ſich die meiſte niederſchlagende Mit⸗ e in ſun tel, im Anfange des Niederſchlagens, wie die gegenwir⸗ gim ei kede⸗ verhalten: wie man gewahr wird, wenn man in le ſ ein Mengſel, das etwas Kupfer haͤlt, Salmiackgeiſt, wo⸗ de heeu von derſelbe blau wird, gieſſet, ſo meynen wir dennoch, jche, daß man eins mit dem andern nicht verwechſeln müſſe; n färben⸗ denn dieſe Veraͤnderung der Farbe, iſt im gedachten, und ————— ————— —õÿõʒ—— — —— — 252 Das 21. Capitel. und andern Faͤllen, mit dem Niederſchlagen allezeit ver⸗ knüpft, woferne man nur eine genugſame Menge von der niederſchlagenden Materie beymiſchet; bey dem eigent⸗ lich ſogenannten Gegenwirken aber wovon hier die Rede iſt, findet man niemals einigen ſichtbaren Niederſchlag.* Suoesνινενπρννονεννιετνενν Sear et Das 21. Capitel. Vom Cryſtalliſiren. S. 14 welcher fluͤſſige und abgeſonderte Theile der Toͤrper, dahin gebracht werden, daß ſie, indem ſie ſtille ſtehen und feſte werden, eine gewiſſe ordentli⸗ D' Cryſtalliſiren iſt diejenige Arbeit, vermoͤge 1 che Figur annehmen. 1. Anmerkung. Wir nennen jeden Coͤrper, der eine ge⸗ wiſſe und beſtimmte, obgleich bisweilen etwas unordent⸗ liche Figur hat, einen Cryſtall; daher ſagt man, daß die⸗ jenige Coͤrper cryſtalliſiret werden, die, indem ſie feſte dentliche Figur, annehmen. Die Benennung des Cryſtalls V werden, dergleichen mathematiſche mehr oder weniger or⸗ 6 komt ohne Zweifel vom griechiſchen Kę009, Froſt, und rSAXG, ich ziehe zuſammen, her; denn man glaubte: daß der Bergeryſtall, wie alle andere Salze, ein von der Kaͤlte zuſammengetriebenes Waſſer, oder eine Feuchtigkeit ſey, die durch Kaͤlte hart geworden. I 2. Anmerkung. Es komt das Cryſtalliſiren ſowol der Na⸗ tur als Kunſt zu, und kann daher in das dan iliche 5 uͤnſt⸗ ⸗ Anmerk. des Ueberſ. Sogleich ſchiedene Dinge, lange ſtehn, ſo ſieht man zwar keinen Nieder⸗ wird man in allen etwas ſehn, ſchlag; man laſſe aber nur alle das ſich zu Boden geſetzt hat, im vorigen go angefuͤhrte, von und es waͤhrt ſo gar lange nicht, dem Herrn Verf. ſorgfaͤltig von daß ſie wenigſteus truͤbe wer⸗ den niederſchlagenden unter⸗ den. ——-—— 8 ——-——— ſet in wetden 9) V 1) wie the wander I 5 dohin liche Vom Cryſtalliſiren. 253 dit de künſtliche abaetheilet werden. Man muß aber allhier von 48 beyden zugleich handlen. de Reee 3§. 2.. ſchlg Zu allem Cryſtalliſiren werden 3. noͤthige Stuͤcke 46 erfordert. as 1) Muͤſſen feſte Coͤrper oder ihre Theile aufgeloͤ⸗ ſet und fluͤſſig, wenigſtens beweglich und abgeſondert werden. 2) Muͤſſen dieſe bewegliche und fluͤſſige Theile(N. 1.) wieder zur Ruhe und Feſtigkeit kommen, und mehr veridg oder weniger unter einander verbunden und feſte gell di werden. e, inden 3) Muͤſſen ſie eben dadurch, daß ſie feſte werden, ordenth“ dahin kommen, daß ſie zugleich eine gewiſſe ordent⸗ liche Figur annehmen. eine ge 5. 3..e unordet. Es zeiget die Erfahrung, daß die Theile feſter Coͤr⸗ daß die per nur auf zweyfache Art fluͤſſig oder beweglich Iſie feſte(S. 2. N. 1.) werden koͤnnen; nemlich u 1) Indem ſie mit Waſſer oder einem andern dienki⸗ duſt u chen Aufloͤſungsmittel fluͤſſig gemacht(Cap..§. 7. glaubte und Cap. 11.) und n don d 2) Indem ſie im Feuer geſchmelzt werden(Cap. euchtigket 7.§. 13.) Anmerkung. Daß feſte Coͤrper, auf andere Art, als mit 0l de Waſſer oder Feuer fluͤſſig werden ſolten, iſt uns noch un⸗ rliche un bekannt. Daß aber dieſe beyde Arten auch von der Na⸗ küäni- tur gebraucht werden iſt bekannt genug. Wenn man je⸗ 1 doch genau davon reden ſoll, ſo hat auch das Waſſer ſei⸗ nge ſeſ ne Fluͤſſigkeit vom Feuer oder der Waͤrme, wovon wir wman an einem andern Diſe han handeln werden. geſebt. 1 Theile, ſo vom Waſſer oder Feuer aufgeloͤſet und beweglich worden ſind, koͤnnen fuͤrnemlich auf drey⸗ 254 Das 21. Capitel. dreyfache Art zu einiger Feſtigkeit gebracht werden (S. 2. N. 2.)— 1) Durchs Niederſchlagen(Cap. 20.) 2) Durchs Verdicken(Cap. 19.) 3) Durch Wegnehmung der Urſache der Fluͤſſig⸗ keit, als des Waſſers oder des Feuers. W§. 5. 1 DOhbgleich fluͤſſige Coͤrper, auf die gedachte Arten (§. 4.) zu einiger Feſtigkeit zu bringen ſind, ſo koͤn⸗ nen doch die Theilgen, in jedweder von dieſen Arten, nicht zugleich dahin gebracht werden, daß ſie mit der Feſtigkeit zugleich eine beſtimte Figur, die doch zum Cryſtalliſiren hauptſaͤchlich erfordert wird, ja etwas we⸗ ſentliches daben ausmacht§.„N. 3.) annehmen ſolten. 1) Denn beym Niederſchlagen(F. 4. R. 1.) das nach unſerem Angeben zweyerley iſt,(Cap. 20. §. 3.) bemerken wir, daß die niedergeſchlagene Theil⸗ gen, nur bey der Gelegenheit eine beſtimte Figur an⸗ nehmen, wenn das Niederſchlagen auf die letzte Art, nemlich durchs Abduͤnſten verrichtet wird(Cap. 20. §. 3. N. 2.); wenn es hingegen durch ein nieder⸗ ſchlagendes Mittel geſchiehet(Cap. 20.§. 3. N. 1.) ſo wird, ſo viel als noch zur Zeit dekannt iſt, nichts cryſtalliſiret, ſondern nur eine unordentliche Maſſe hervorgebracht. 2) Was das Verdicken anbetrift(F. 4. N. 2.) ſo ſehen wir, daß in der Art, ſo man das Gefrieren nennet(Cap. 19.§. 2. N. 1.) die mehr oder weniger gefrorne Theilgen oftermals, zugleich mit der Feſtig⸗ keit eine ordentlich Figur annehmen, wie aus der Fi⸗ gur des Schnees, des Reifes, ja ſelbſt des Eiſes er⸗ hellet, weswegen ſich vielleicht einige ſowol aͤltere als neuere Naturkuͤndige und Chemiſten eingebildet ha⸗ 1 ben, hen, df ftieren tete ſtei geſtein wohl dings tur noc dieſ A cen ven durchEn ſch kaun (ine erhe den ente ſſt, dai dentlich Aume Ulond n lhſor ſo un den ſo ma hirz lungd odercc man Vendi fünde gechl Aedi Nun deir Una fühee fe mer ad 7 ) Nanch Vom Cryſtalliſiren. 255 werden hen, daß alles Cryſtalliſiren, durchs Verdicken oder Ge⸗ frieren entſtuͤnde und alle ſowohl weichere als haͤrte⸗ tere ſteinigte⸗ oder Bergeryſtallen, ja die haͤrteſte Edel⸗ geſteine, auf dieſe Art entſpraͤngen; allein, ob wir Füß wohl dieſe Art des Cryſtalliſirens, nicht ſchlechter⸗ dings laͤugnen koͤnnen, da uns alle Arbeiten der Na⸗ tur noch nicht voͤllig bekannt ſind; ſo muͤſſen wir doch dieſe Art und Weiſe der Cryſtalliſation durchs Verdi⸗ te Arte cken wenigſtens ſo lange ausſchlieſſen, bis man da⸗ ſo koͤn durch Cryſtallen herfuͤrgebracht haben wird; weil man Arten ſich kaum gedenken kann, daß diejenige Cryſtallen, ſo emit dr eine erhabene und ſpitzige Figur haben durchs Verdi⸗ doch zun cken entſtanden ſeyn ſolten, und uͤberdies ausgemacht wes w iſt, daß das kuͤnſtliche Verdicken nur eine unor⸗ en ſolten dentliche Maſſe giebt. Anmerkung. Der Verfaſſer der Probſchrift Ae genera- N. 1. tione lapidum& cryſtalliſatione Lundæ Goth. 1752. bemuͤ⸗ Cap. 20 het ſich zu beweiſen, daß die Meinung der Alten, vom ne Theil⸗ Urſprung des Bergeryſtalles, aus gefrornem Waſſer, nicht ſigur an⸗ ſo unwarſcheinlich ſey, ſondern einigermaſſen erklaͤret wer⸗ 13e den koͤnne; allein, da wir hievon anderswo handeln wollen, hte Art, ſo mag ſie bis dahin ausgeſetzt bleiben; doch halten wir Lap. 20. hier zu erinnern fuͤr noͤthig, daß man ſich die Verwand⸗ mnieder⸗ lung des Waſſers in Erde, keinesweges als ein Gefrieren „N.¹) oder cryſtalliſiren gedenken koͤnne. Auch Caſpar Neu⸗ 1 nict man ſtand in der Meinung, daß die Bergeryſtallen durchs t, ni Verdicken und zwar fuͤrnemlich aus folgendem Grunde ent⸗ he Maſe ſtſtuͤnden: weil man in denſelben viele fremde Coͤrper ein⸗ geſchloſſen antrift, die nach ſeiner Meinung, ohne einige N.2) Verdickung, nicht haͤtten eingeſchloſſen werden koͤnnen; . 2 da nun aber noch nicht bewieſen worden iſt, daß dieſe frem⸗ Geſtielen de Coͤrper nicht auch auf andere Art haͤtten hinein kommen weniget koͤnnen, ſo koͤnnen wir auch den fuͤr die Verdickung ange⸗ er Feſil fuͤhrten Grund, um deſtoweniger fuͤr zureichend erklaͤren, us der Fi je mehr wir einſehen, daß man die Lage, Hoͤhe und Spi⸗ 5 tzen der Cryſtallen mit der Veraͤnderung durchs Verdicken Eiſes 1 kaum vergleichen kann. aͤltere as 3) Bey den Zuſammenwachſungen, die durch bildet 3 Wegnehmung der Urſache der Fluſſigkeit und Beweg⸗ Kn, lich 256 Das 21. Capitel. lichkeit, als des Waſſers und Feuers, geſchehen,(§. 4. N. 3.) bemerket man, daß einige Coͤrper feſt werden und eine gewiſſe und beſtimte Figur annehmen; an⸗ dere aber, ohne dergleichen beſtimte Figur anzuneh⸗ men, zur Feſtigkeit gelangen. Auf dieſe Art kan man eben wie bey dem Niederſchlagen(N. 1.) Cry⸗ ſtallen erhalten. Um dieſe unſere Meynung zu be⸗ ſtaͤrken, haben wir nicht noͤthig, uns, auf die beſtim⸗ te und erhabenrunde Figur, ſo flieſſende Metalle ſo⸗ wol als Halb⸗Metalle, wenn ſie kalt werden, anneh⸗ men, zu berufen, noch zu den uͤbrigen Figuren der⸗ ſelben, die wir bisweilen ſehen, unſere Zuflucht zu nehmen, ſondern es giebt uns ſowol der Schwefel, welcher, wenn man ihn im Schmelztiegel bey gelindem Feuer flieſſen, und nachdem man ihn fuͤrſichtig behan⸗ handelt hat, kalt werden läͤſt, in ſpießigte Cryſtallen zuſammen waͤchſt; als auch andere metalliſche Schla⸗ ken, die man entweder ganz und gar cryſtalliſtret fin⸗ det, oder die in ihren Hölen und Ritzen ſchlackigte Ccryſtallen haben, mehr uͤberzeugende Beyſpiele an die Hand. Anmerkung. So bekannt das Cryſtalliſiren durchs Nie⸗ derſchlagen,(N. 1.) ſo unbekannt iſt bisher das Cryſtal⸗ liſiren durchs Feuer(N. 3.) geweſen. Ich weiß nicht, ob die Chemiſten an die letztere Art zu Cryſtalliſiren jemals gedacht: ſo viel iſt gewiß, daß ſie davon nicht geredet ha⸗ ben. Daher haben ſie auch nur entweder einen falſchen oder unzulaͤnglichen Begrif vom Cryſtalliſiren erlangen koͤnnen, indem ſie glaubten, daß alles Cryſtalliſiren, durchs Niederſchlagen allein geſchehen muͤſſe. Da wir aber durch die Erfahrung uͤberzeuget worden ſind, daß die Cryſtallen oder beſtimmte Figuren feſter Coͤrper, nicht al⸗ lein durch den Niederſchlag, ſondern auch durchs Schmel⸗ zen und Sublimiren hervorgebracht werden, ſo wollen wir unſer Lehrgebaude, auf dieſen allgemeineren Grund, im folgenden bauen.*† * Amnerk. des Ueberſetz. Eine liſationen, und Vegetatio⸗ groſſe Anzahl ſolcher Cryſtale Ren durchs Sublimiren und 1 Schmel⸗ 1 A ſen w lſſiren 1 ren lc und N. wechs 2) Ftuer teoder wennen V Sine ſen Ve Chemie nahu ich aus eige nn Je Axhiſch ir hxr denlic Wannde in verch lütg Vom Cryſtalliſiren. 257 be 5. 6. Gnn Aus dem was im(z.§. geſaget worden iſt, ſchluͤſ⸗ Kngr ſen wir, daß die bisher bekannte Arten des Cryſtal⸗ a 1 liſirens zweyerley ſeyn. 11) En 1) Vermittelſt der Aufloͤſung feſter Coͤrper in ih⸗ ren Aufloͤſungsmitteln, und nachheriger Abduͤnſtung ug zu be 1 n und Verminderung das Aufloͤſungsmittels(§. 5F-N. I.) ttalegſ welches Cryſtalliſiren durchs Aufloͤſen heißt. anne 2) Durchs Schmelzen oder durch Bewegung im uren der Feuer, und darauf folgende Verdickung von der Kaͤl⸗ fluct te oder Ruhe, welches wir das feurige Cryſtall iſiren Schweſt nennen. gelinden Anmerkung. Wenn einiges Cryſtalliſiren durchs Verdi⸗ ig behen⸗ cken anzutreffen ware, ſo muͤſte es ohne Zweifel zum Cry⸗ Erſel. ſtalliſiren durchs Auſloͤſen gerechnet werden, wie Jederman he Schl aus der Natur und Beſchaffenheit der Verdiekung, ſo im 8(19. Cap.) gelehret worden iſt, ſehen kann; in welchem iſiret fin Falldas Cryſtalliſiren durch Auftoͤfen zweyerley waͤre, nem⸗ chlackigtt lich entweder niederſchlagend oder verdickend; da nun alſo, piele an dieſe Art des Cryſtalliſirens durch Verdicken, wenn ſie würklich vorhanden waͤre, die gemachte Eintheilung weder uchs Nr umſtoͤſſet noch ſtoͤhret, ſondern unter derſelben ſtehet, ſo as Cryſta⸗ diau⸗ ß ucch Schmelzen werde ich in mei⸗ zu gedenken, ſo habe ich einen ren jemab nem Verſuche einer hoͤheren Sublimat von Goldtalk, geredetſe Chemie, Mediein und Phyſie, Ooeckſilber, Spießglaß, und den 5 wozu ich viel geſammelt habe, vielem Schwefel erhalten, der d f uh aus eigener Erfahrung anfuͤh⸗ wie Aehren von Brandkorn, 9 wi aber reu. Ich habe unter andern unten ſchwaͤrz, und oben gelb 1 dß d an Miſchungen mit Bleyglaß, ausſahe, und gleichſam ordent⸗ r, niht vder Hornſilber, Zinnober und liche uͤbereinander liegende hsSomt dergleichen ſehr beſondere Spelzen zund Koͤrner, in der ewollet Veraͤnderungen bemerkt, die gewoͤhulichen Figuͤr,hatte. Es Grund, in in verſchiedenen Stuͤcken ein haben ſolche verſchiedene gute Licht geben werden. Nur eins Freunde bey mir geſehn⸗ Vegrtati R zlimiea 1h Sdna 1. Th. 278 Das 21. Capitel. glauben wir dieſelbe ſo lange, bis ſie bewieſen ſeyn wird (§. 5. N. 2.) mit Recht ausſchlieſſen zu koͤnnen. S. 7. Wie man das Cryſtalliſiren durch Aufloͤſen anſtel⸗ len ſolle, wird wohl faſt jedem bekannt ſeyn, dem ohngeachtet halten wir dennoch fuͤr noͤthig, von der rechten Einrichtung des Cryſtalliſirens etwas fuͤrzu⸗ bringen. 2 1) Wenn man einen Coͤrper in ſeinem Auf⸗ loͤſungsmittel gehoͤrig aufgeloͤſet, und die Aufloͤſung nach der Art, wie im(11. Cap.) angezeiget worden iſt, genug geſaͤttigt hat, ſo muß man das Aufloͤſungs⸗ mittel, bis zu einem geſetzten Maaß durchs Abdaͤm⸗ pfen vermindern(§. F. und Cap. 20.§. 3. N. 2.). Wie weit man aber das Aufloͤſungsmittel abdaͤmpfen muͤſſe, erkennet man meiſtens aus den ſalzigen Sterngen, oder aus dem glaͤnzenden Haͤutgen auf der Oberflä⸗ che, welches aus ſalzigen Theilgen, ſo von dem Auf⸗ loͤſungsmittel abgeſondert, in naͤhere Verknuͤpfung gebracht und cryſtalliſiret worden ſind, beſtehet; da⸗ her dieſe Arbeit den Namen der Abduͤnſtung bis zum Haͤutgen erhalten hat. Anmerkung. Wegen dieſer Abduͤnſtung muß man wohl merken, daß man nicht von allen Aufloͤſungen gleich viel abduͤnſten muͤſſe, z. B. das Wunderſalz und Polychreſt⸗ ſalz des Seignette, werden alsdenn erſt eryſtalliſiret, wenn etwas von der Aufloͤſung, ſo man in eine zinnerne Schaale, oder in eine Kugel von einem gläſernen Kolben gieſſet, eine ſalzigte Haut bekomt; eine Salpeterlauge muß ebenfalß ſo weit abgeduͤnſtet werden, bis man ſiehet, daß ein auf eine kalte Schaale gefallener Tropfe verdickt wird; eine Aufloͤſung von Alaun muß ein friſches Ey tra⸗ gen, wenn ſie genug abgeduͤnſtet ſeyn ſoll; die Salzſoole erfordert eine gelinde aber fortgeſetzte Abduͤnſtung, ande⸗ rer Beyſpiele zu geſchweigen. Überdis muß jede Abdun⸗ ſtung bey gelindem Feuer geſchehen; denn heftige Wwirme macht ) Faltge dn rühi nonmene eetdehen 9 tend der, nt de, teftemte nict ale de Lin Vom Cryſtalliſiren. 259 ſen uid macht eine ſtaͤrkere Brwequng, wodurch die Theile in ih⸗ rer Richtung mehr geſtöhret werden, und eine ungeſtalte Maſſe zum Vorſchein komt. en anſil 2) Eine alſo abgedünſtete, und wenn es noͤthig yn, dem iſt, durchgeſeihete Aufloͤſung, muß an einen kalten von da vom Feuer entferneten Ort geſtellet werden; dadurch as fuͤr wird die aufloͤſende Kraft des Aufloͤfungsmittels ge⸗ ſchwaͤchet, denn wenn ein Aufloͤſungsmittel kalt iſt, en Au loͤſet es weniger auf, als wenn es warm iſt(Cap. 11. ufläſin F. 7. lit. c.) worden 1. Anmerkung. Das Durchſeihen findet alsdenn ſtatt. floͤunge wenn die Anſtoͤſung trübe und unrein iſt, oder wenn ſich Abdän⸗ unter dem Abdünſten etwas geſetzet hat, wie man bey den 2) V Außuͤſungen des Vitriols wahrnimt; in welchem Fall man ferniß auch die Gefaͤſſe verwechſeln muß. 8 fen muſt 3 3 Sterngen 2. Anmerkung. Diejenige Gefaͤſſe, ſo einen ſlachen und Dduff ebenen Boden haben, ſie moͤgen von Glaß, Porcellan, erſ Bley oder Zinn ſeyn, ſchicken ſich zum Abduͤnſten ſehr dem Auſ wohl. Ob man aber in zinnernen Gefaͤſſen ſchoͤnere und knuͤpfung groͤſſere Cryſtallen, als in bleyernen bekomme, wie einige het; de Chemiſten behaupten, uͤberlaſſen wir der ferneren Erfah⸗ 3 1 rung. Das ader iſt gewiß, daß man das Cryſtalliſtren bi6 z n glaſernen Gefaͤſſen voͤllig und am beſten beobachten ahn. man vi 3) Die abgedunſtete, durchgeſeihete, und in die gleich 1 Kaͤlte geſtellete Aufloͤſung, muß wenigſtens 24. Stun⸗ uiii den ruhig bleiben; damit die Theilgen in ihrer ange⸗ deuuas nommenen Nichtung nichtgeſtoͤret werden; denn ſonſt nen Kobn entſtehen unordentliche Cryſtallen. bernan 4) Es iſt auch noͤthig, daß die Aufloͤſung waͤh⸗ pfe verd rend der Zeit, da ſie in Ruhe ſtehet,(N. 3.) leicht he⸗ hesEyne deckt ſey, damit kein Staub aus der Luft, oder ande⸗ eSalzſoct re fremde Coͤrper hineinfallen moͤgen; doch muß man ong, un nicht allen Zutritt der Luft ausſchlieſſen; denn daß Pelim das Cryſtalliſiren dadurch befoͤrdert werde, ſchlieſſen ige nu R 2 wir 260 Das 21. Capitel. wir daraus, weil das Cryſtalliſiren einiger durch Kunſt gemachten Salze, alsdenn am beſten fuͤr ſich geht, wenn ſie nach ihrer Zuſammenſetzung einige Zeit an der Luft ſtehen; welches Boyle an dem nitrirten Weinſtein, oder au dem wiederhergeſtellten Salpeter erfahren hat. Anmerkung. Es bebaupten auch viele, daß man unter der Luftpumpe, nachdem man die Luft herausgezogen ha⸗ be, kaum einige Cryſtallen erhalte; deßwegen rathen auch viele, daß man das unter dem Eryſtalliſiren auf der Ober⸗ flaͤhhe entſtandene Hautgen zerbrechen ſoll. 5) Man muß die unter dieſer Zeit am Boden oder an den Seiten des Gefaͤſſes gewachſenen Cryſtal⸗ len, nachdem man das fluͤſſige abgegoſſen hat, be⸗ hutſam herausnehmen, und bey gelinder Waͤrme trocknen. 6) Die abgegoſſene Feuchtigkeit(N. 5.) die noch viel Salz enthaͤlt, kan man wieder, wie zuvor, abduͤn⸗ ſten und cryſtalliſiren; welches auch zum drittenmal, wem es ſo gefaͤllig iſt, wiederholet werden kann. Anmerkung. Das Cryſtalliſiren zu befoͤrdern, pflegen eini⸗ ge entweder Weingeiſt in metalliſche Aufloͤſungen, oder Holz und andere Coͤrper aus dem Pflanzenreich, an die ſich die Cryſtallen ſetzen koͤnnen, in die Laugen zu thun; andere pflegen auch Wunderſalz zuzuſetzen, wodurch alle⸗ zeit groſſe Cryſtallen werden. Deswegen iſt die Einthei⸗ lung des Cryſtalliſirens in mittelbares und unmittelbares entſtanden. Wer reine Eryſtallen haben will, thut am be⸗ ſten, wenn er ohne allen Zuſatz cryſtalliſiret. §. 8. Das feurige Cryſtalliſiren(§. 6. N. 2.) geſchiehet auf zweyerley Art; 1 1 1) Durch Schmelzen, welche das feurige Cry⸗ ſtalliſiren im Fluß genennet wird, wobey eben die Umſtaͤnde zu beobachten ſind, die(im 12. Cap.) an⸗ gefuͤhret b ſefiht geſche zeiget che da V dem che ma eenſul 189. Esl ir auff worden, Figur a andere a then die Rlk word ſtweigen denſ, Gnüge ſ ); diige Ce raführe deünne ] Feſigke deegli t Kunſ ſch geht Jät in nitritten Salpete nan unte gogen ha athen auch der Ober n Voden Cryſial hat, be⸗ Väͤru „) die nac r, abdün rittenna unn. pflegenei ngen, de gen zuthun odurch al⸗ die Einhe⸗ amittebans thurante geſchit rrige Em ˖eben de Lap.) ole gefühd Vom Cryſtalliſiren. 26 T X gefuͤhret worden; auf dieſe Art werden viele im Feuer geſchmelzte Mineralien, wie wir(. 7. N. 3.) ange⸗ zeiget haben, eryſtalliſiret. 2) Durch Fluͤchtigmachen und Sublimiren, wel⸗ che das feurige ſublimirende cryſtalliſiren heiſſet, bey dem diejenige Umſtaͤnde in acht zu nehmen ſind, wel⸗ che man im(17. und 18. Cap.) findet. Dieſe Art zu cryſtalliſiren, komt mit dem chemiſchen Wachſen(Cap. 18.§. 6.) ſehr uͤberein. Anmerkung. Bey dieſem cryſtaliiſiren iſt zu merken, daß es nach der verſchiedenen Natur und Beſchaffenheit der Coͤrper, unter verſchiedenem Grad der Waͤrme und ver⸗ ſchiedenen Umſtaͤnden angeſtellet werden, und die ge⸗ ſchmelzten oder ſublimirten Coͤrper, behutſam und all⸗ maͤhlig aus der Warme in die Kaͤlte gebracht werden muͤſſen. §. 9. Es lehret die Erfahrung, daß, wenn einige Coͤr⸗ per auf gedachte Arten(§. 7. 8.) gebuͤhrend behandelt worden, ſie, mit der Feſtigkeit, zugleich eine gewiſſe Figur annehmen, d. i. daß ſie cryſtalliſiret werden; andere aber keine Cryſtallen geben, wenn ſie gleich auf eben die Art, und mit eben der Behutſamkeit behan⸗ delt worden ſind, wie man, anderer Beyſpiele zu ge⸗ ſchweigen, an dem durch Kunſt bereiteten reinen Lau⸗ genſalz, welches fuͤr ſich nicht zu cryſtalliſiren iſt, zur Gnuͤge ſiehet. Daher erhellet deutlich, 1) Daß es nicht von ohngefehr geſchiehet, daß einige Coͤrper, mit denen man eben auf ſolche Art verfaͤhret, zugleich mit der Feſtigkeit eine gewiſſe und beſtimte Figur, und zwar allezeit dieſelbe, annehmen. 2) Daß nothwendig eine andere Urſache der Feſtigkeit, oder welche macht, daß aufgeloͤſete oder bewegliche Theile zur Feſtigkeit gelangen; eine an⸗ R 3 dere 263 Das 21. Capitel. 1 dere aber, daß ſie zugleich eine gewiſſe Figur annehe 2,2 men, fuͤrhanden ſeyn muͤſſe. Denn ſonſt wuͤrden o alle Coͤrper, die auf gleiche Art behandelt worden, N mit der Feſtigkeit eben dieſelbe beſtimte Figur er⸗ V halteu. d J. Anmerkung. Es ſcheinet, als ob einige Chemiſten, fuͤr⸗ the nemlich Caſp. Neumann in ſeinen Praelect. Pbarm. worde Chym. der Meynung geweſen, daß alles Cryſtalliſiren, net aus oder eine beſtimte Figur, vielmehr von ohngeſehr, als gen, E nach einigen natuͤrlichen Geſetzen, entſtuͤnde; indem man, ten f nach ſeiner Meinung, alle Coͤrper, ja ſelbſt die Salze, durch Cryſtalliſiren zu einer jeden beliebigen Figur brin⸗ Vunach gen koͤnte, und es alſo der Muͤhe kaum werth waͤre, auf Süüce dieſe Figuren zu ſehen. Allein, ob wir gleich nicht läug⸗ nen können, daß ſich die Figuren eryſtalliſirter Coͤrper, V nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, verandern laſſen, ſo tl0 ſind wir doch ganz gewiß verſichert, daß ſie nicht vom Ohn⸗ beriht gefehr, ſondern von den Geſetzen der Natur abhangen, weil, wenn man nur alezeit eben dieſelben noͤthigen Un⸗ ſtaͤnde beobachtet, auch allezeit eben dieſelbe Figur blei⸗ ſet un bet, und nach wiederholter Aufloͤſung wieder eben ſo zum ub Vorſchein komt. Es iſt wahrſcheinlich, daß Veumann ſ died die bewunderungswuͤrdige Erſcheinungen des Cryſtalliſſte i 1 rens nicht gehoͤrig erwogen habe, weswegen er auch in ar ſeiner Chemie, in der er von den uͤbrigen chemiſchen Ar⸗ ſchet as beiten weitlaͤuftig handelt, die Lehre und Kunſt zu cryſtal⸗ ſ puſe liſiren, beynahe ganz vorbey gegangen iſt. Vielleicht iſt fäce, er in dieſem Stuͤck eben ſo ungluͤcklich geweſen, als andere, ſingami die, indem ſie eine falſche Meinung beſtreiten wollen, auf d eine andefe eben ſo falſche verfallen. Denn indem er de⸗ eip li rer ihre Meinung, ſo die Figur der Cryſtallen für ein be⸗ däuge ſonderes Kennzeichen und fuͤr eine weſentliche Eigenſchaft de de 8 der Salze annahmen, mit allen Kraͤften beſtritte, ſo ver⸗ Dm dem fiel er daruͤber auf die gegenſeitige Meinung, daß alle die⸗ ſe Figuren zufällig und wilkuͤhrlich wären. Beyde Mei⸗ nungen ſind der Erfahrung zuwider, gis welche uns leh⸗. ret, daß ſich dieſe Figuren bey aͤhnlichen Umſtaͤnden alle⸗ Amet zeit aͤhnlich ſind, und daß hingegen die Art und Beſchaf⸗ ſch ni fenheit der Salze nicht im mindeſten geäͤndert werde, ſo mi wenn gleich ihre Figur geaͤndert, oder eine ungeſtaltete ren ſe Maſſe daraus geworden iſt⸗ nende 2. An: mn 1 Vom Cryſtalliſiren. 263 a 2. Anmerkung. Wie man Laugenſalze cryſtalliſiren koͤnne, inden ſoll an ſeinem Ort vorkommen; es iſt aber zu merken, daß wenden, fie alsdenn nicht recht rein ſind.“ gur er⸗§. 10. Die Urſache, daß Coͤrper, ſo von Aufloͤſungsmit⸗ ſten,ſin teln oder vom Feuer fluͤſſig und beweglich gemacht . Pham, worden ſind, feſte werden koͤnnen,(§. 9. N. 2.) ſchei⸗ fallſan net aus dem, was wir in der Lehre vom Niederſchla⸗ dre gen, Schmelzen und Fluͤchtigmachen angefuͤhret ha⸗ e E Sti ben, klar genug zu ſeyn; inzwiſchen muͤſſen wir hier gur bir⸗ dennoch kuͤrzlich beybringen, daß ſie auf folgenden wäͤre, al Stuͤcken beruhe: nemlich 1— a) Auf der Verminderung des Aufloͤſungsmit⸗ laſtn, tels oder der Waͤrme, weswegen ſich die Theile mehr vom Ohn⸗ beruͤhren, und ihre Bewegung vermindert wird; dinſf b) Auf der anziehenden Kraft, ſo die aufgeloͤ— ee. ſete und bewegliche Theile ſowol gegen einander, als gur blei⸗ 8 dn ſo zem auch gegen das Aufloͤſungsmittel haben. Die erſte, Jeumann ſo die Theile gegen einander ausuͤben, wird deſto ſtaͤr⸗ ä ker, je naͤher dieſelben an einander kommen; je mehr er auch u aber das Aufloͤſungsmittel abnimt, je naͤher kommen ſünn ſie zuſammen; weswegen ſie auch zuerſt auf der Ober⸗ Aleari flaͤhhe, wo die Waͤrme und die Menge des Aufloͤ⸗ rs nda ſungsmittels, in groͤſſerer Verhaͤltniß, zuerſt abnimt, volle,a(Cap. 15.§. 4. N. 2.) zuſammen gehen, oder ein 8 8 Häautgen darſtellen(§. 7. N. 1.). Die letzte Kraft, 8 die die Theile gegen das Aufloͤſungsmittel haben, iſt 3 iin aus dem offenbar, was(im 11. Cap.§. 10. im 12. dap aledie R 4 Cap. Seyde A Mi 3. - unl*Anmerk. des Ueberſ. Wenn ſie ben, die in den Actis der anden al⸗ ſich recht eryſtalliſiren ſollen, Mayniſ. Erfurtiſchen Akade vath ſo muͤſſen ſie vielmehr recht mie vorkomt, handelt. Eia ent wan rein ſeyn, wie ich unten zeigen anders iſt die Cryſtalliſation, unſann werde, wo der Herr Verfaſſer wo noch viel Mittelfalz bey 1 von der Cryſtalliſation derſel⸗ dem Laugenſalze iſt. 24 264 Das 21. Capitel. Cap.§. 1. 1. Anmerk, und im 17. Cap.§. 4.) geſagt worden; daher wird auch das Aufloͤſungsmittel, zu⸗ gleich mit den uͤbrigen Theilen, der feſten Zuſammen⸗ wachſung allezeit einverleibet. 3) Auf der vermehrten Schwere oder Leichtig⸗ keit der zuſammengewachſenen Theile, nach dem ſie nemlich entweder mit ſchwereren oder leickh teren Theil⸗ gen verbunden worden ſind; wenn de ſchwereren Theilgen uͤberwiegen, ſo fallen die zuſammengegange⸗ ne Theilgen zu Boden, wie das Cryſtalliſiren durch Aufloͤſungsmittel beweiſet; ſind aber leichtere in ge⸗ hoͤriger Menge zugegen, ſo entſtehet eine Verfluͤch⸗ tigung, die wir beym feurigen Cryſtalliſiren wahr⸗ nehmen. Anmerkung. Aus dem was bisher geſaget worden, ſie⸗ het jederman leichtlich ein, was fuͤr ein groffer Unterſcheid zwiſchen dem Zuſammenwachſen und Cryſtalliſtren(§. 9.) angetroffen werde. Die Huͤlfsmittel oder Umſtaͤnde, ſo die Chemiſten zum Eryſtalliſiren nothwendig erfordern, nemlich 1) die Abnahme des zum Aufoͤſen erforderlichen Aufloͤſungsmittels. 2) Die Ruhe der abgeduͤnſteten Auf⸗ loͤſung, und 3) die Kalte(§. 7.) gehen auf die Feſtig⸗ keit und Zuſammenwachſung, deym Cryſtalliſiren darch Auflöſungsnnttel, aber nicht auf die Figur, ob gleich die⸗ ſelde ohne dieſe Huͤlfsmittel kaum zu Stande kommen kan. Gleichergeſtalt giebt die anziehende Kraft und die Schwe⸗ re, oder das Niederſinken der Theilgen den Grund zur Feſtigkeit, aber nicht ausdruͤcklich zur Figur. Dahero ſe⸗ hen wir auch ein, daß die Chemiſten, ſo in der Lehre vom Cryſtalliſtren bey dieſen Stücken ſtehen geblieben ſind, nicht alle Erforderniſſe zum Cryſtalliſiren gehoͤrig uͤberle⸗ get haben. 8. 112. Damit wir wiſſen moͤgen, wie einige aufgeloͤſete und im Feuer bewegliche Coͤrper, mit einer gewiſſen und beſtimten Figur zur Feſtigkeit gelangen konnen, ei. Lüryer tder 3 Feuer liche zur geſeg tel, zl⸗ ſammen. kicht⸗ dem ſ Theil wereren egange n durch in ge⸗ erfuͤch⸗ a waht⸗ ren(9.9) ſſtände, ſ erforden, forderlichn iſteten du die giſi ſtuin duch bgleich ue ommen in die Shoe Grond Dahelo ſe rLehreton blieben fah orig ihere ufgelöit r gewiſſ J le d Vom Cryſtalliſiren. 265 d. i. damit wir den Grund vom Crſtalliſiren ſelbſt (C. 9. N. 2.) verſtehen moͤgen, ſo iſt noͤthig, daß wir folgende Dinge uͤberlegen: 1) Ob abgeſonderte und bewegliche Theilgen, fuͤr ſich, vor dem Cryſtalliſiren eine heſtimte Figur ha⸗ ben? 2) Ob gedachte Theilgen(N. 1.) in der Ver⸗ bindung mit dem Aufloͤſungsmittel, oder mit anderen Coͤrpern(§. 10. c.) eine beſtimte Figur annehmen, oder die, ſo ſie vorher hatten, behalten koͤnnen. 3) Wie von dieſen, entweder mit Waſſer oder Feuer aufgeloͤſeten und beweglichen Theilgen, ordent⸗ liche Cryſtallen, mit einer gewiſſen und beſtimten Fi⸗ gur erzeuget werden koͤnnen. Anmerkung. Wenn wir einen deutlichen Begriff vom Cryſtalliſiren erlangen wollen, ſo muͤſſen wir jedes von die⸗ ſen 3 Stücken beſonders fuͤr uns nehmen. Dennes iſt ge⸗ wiß, daß die Figur der kleinſten Theilgen entweder ver⸗ aͤndert oder zerſtoͤret werden koͤnne, indem ſich dieſelben mit andern Coͤrpern verbinden; es iſt auch bekannt, daß alle Theilgen, ſo eine Figur haben, zu Boden fallen koͤn⸗ nen, ohne einen figurirten Coͤrper zu machen, wenn ſie nemlich als eine unordentliche Maſſe, oder in Schichten, die aus den ſigurirten Theilgen beſtehen, niedergeſchlagen worden. Daher iſt es ganz was anders, von der Figur der Theilgen beſonders, und ein anderes von der Figur, in ſo weit dieſelben Theilgen mit andern Coͤrpern in Verbin⸗ dung ſtehen, zu reden. Ein anderes iſt es ferner: von der Figur der Theilgen entweder beſonders, oder in Verbin⸗ dung mit andern Coͤrpern: ein anderes von dem, durch dieſe figurirten Theilgen entſtandenen figurirten Coͤrpen, zu handeln. Se 12 Damit wir erkennen moͤgen, ob abgeſonderte und bewegliche Theile, fuͤr ſich, vor der Cryſtalliſirung, 5 eine —— —— ———— —.—.—— ——— 8—— — ——— —. 5— 2 — 266 Das 21. Capitel. eine beſtimte Zeit haben(§. 11. N. 1.) ſo iſt fuͤrnem⸗ lich noͤthig, daß wir die kleinſten ſalzigen Theilgen und ihren Unterſcheid unterſuchen, damit wir nach⸗ hero von den uͤbrigen Coͤrpern, die wir ohne Salz, und ſalzige Coͤrper, zu cryſtalliſiren pflegen, unſere Meinung ſagen koͤnnen. 1) Was alſo erſtlich die Salze anlangt, ſo wol⸗ len wir uns jetzo nicht auf ihren Urſprung und ihre Erzeugung berufen, von der wir an ſeinem Ortebe⸗ weiſen werden, daß ſie einzig und allein von der Ver⸗ bindung einer fluͤchtigeren, vielleicht enzuͤndlichen Materie, mit einer nicht ſo fluͤchtigen, daͤmpfenden, elaſtiſchen, und ohne Zweifel waͤſſerigen herzuleiten ſey, wodurch nichts anders, als ein figurirter Coͤr⸗ per, nemlich von der doppelten entgegen geſetzten Richtung, hervorgebracht werden kann, ſondern wir wollen nur das anzeigen, was in der Erfahrung ge⸗ gruͤndet iſt. Wir bemerken alſo: 1) Daß reine Laugenſalze fuͤr ſich nicht eryſtal⸗ liſiret werden; wenn ſie aber mit einem fluͤchtigen Geiſt, oder Salz, oder einer anderen fluͤchtigeren Materie(ſ. die Aeta Moguntina TI. I. p. 149.) vermiſcht werden; ſo nehmen ſie eine beſtimte Figar an.* 2) Starke unreines, wie dem Herrn Verf. oben von dem erynſtalliſirten „Anmerk. des Ueberſ. Ich habe daſelbſt S. 159. angezeigt, daß das Weinſteinſalz, wenn man es ſehr oft aufloͤſe, und wieder eindicke, endlich ganz durch⸗ ſichtig, und zu einem Klum⸗ pen, wie Eiß oder Marienglaß werde, der aus ſchoͤnen Cryſtal⸗ len beſteht. Hier iſt gar nichts Laugenſalze zu vermuthen be⸗ liebt hat, ſondern es iſt viel⸗ mehr das allerreinſte und feu⸗ rigſte Langenſalz. Durch des ſehr fleißigen und geſchickten Herrn D. Cartheuſers, eben daſelbſt, S. 149⸗ 158. ange⸗ gebe⸗ 1 6 ühne darau hande nen, Sche denm. gen die ſiute, de herd vnter ſeyn n ge des tie au ſehen ttten I ln, m aub biel nan ſol fen be gebene Lalg, dn ſ Vom Cryſtalliſiren. 267 ſitne⸗ 2) Starke ſaure Dinge hingegen, geben fuͤr ſich, Thalhgen ohne eine andere Materie, Eryſtallen, weswegen wir vir nach daraus ſchlieſſen, daß in ihnen diejenige Anfäͤnge vor⸗ ne Saly handen ſind, die eine beſtimte Figur annehmen koͤn⸗ 7 unſere nen. 2) Daß der fuͤrnehmſte Unterſcheid unter den ſo wol Salzen, ſo ſich cryſtalliſiren laſſen, von der verſchie⸗ und ihre denen Natur der ſauren Geiſter herkommen, weswe⸗ Ortebe⸗ gen die Vitriolſäure andere Cryſtallen, als die Salz⸗ er Ver⸗ ſaͤure, und dieſe wieder andere als die Salpeterſaͤu⸗ dlichen re hervorbringt. Daher iſt auch ausgemacht, daß pfenden, unker dieſen Geiſtern einiger Unterſcheid vorhanden rzuleiten ſeyn muͤſſe, den wir von der Beſchaffenheit und Men⸗ tter Cäͤr ge des enzuͤndlichen Anfangs oder der Beſtandmate⸗ geſetzten rie auf eben die Art herzuleiten gedenken, wie wir dern vir ſehen, daß dieſe Geiſter mit einer entzuͤndlichen leich⸗ crung z⸗ teren Materie, laͤnglichte pyramidenfoͤrmige Cryſtal⸗ len, mit einer ſchwereren aber viereckigte machen, wie aus vielen Beyſpielen, die an ihrem Orte vorkom⸗ t enſt men ſollen, erhellet. luüchtigen 3 3 ictigete Wir ſchlieſſen daher, daß jedwedes Theilgen die⸗ p. 149] ſer ſauren Geiſter, welches aus einer fluͤchtigeren Ma⸗ nte Figlt terie, ſo mit einer ſchwereren verbunden worden, be⸗ ſtehet, von der entgegengeſetzten Richtung und ver⸗ ) Surt ſchiedenen Bewegung dieſer Anfaͤnge, ſeine Figur nothwendig habe, und mehr oder weniger ſtraligt, Herrn Dei mehr oder weniger ſpitzig undwinkeligt ſey, nachdem ryſtallſtte dieſe Beſtandtheile entweder ſchwerer oder leichter. rmuhen ſind; eben ſo, wie z. B. die Eißſtrahlen oder Streif⸗ Bah fen, wenn das Waſſer zu Eiß wird, von der entge⸗ uſte und fec Durch de gen ſchickten 2 1. ein gebene Cryſtalliſation dieſer verunreiniget, ſondern viel⸗ 1 19 Salze, mit Salmiaegeiſt, wer⸗ mehr gereiniget k158. Alch air den ſolche auch keinesweges 268 Das 21. Capitel. gen geſetzten Richtung der verdickenden Kaͤlte, und der verduͤnnenden Waͤrme, entſtehen. Anmerkung. Es behaupten ſowol einige Chemiſten als Naturkündiger, daß ſie dieſe Figuren der kleinſten Theil⸗ gen durch Vergroͤſſerungsglaͤſer geſehen haͤtten, welches wir aber dahin geſtellet ſeyn laſſen. Heinrich Baker hat in dem Buch kmployment for the microſcop. nur Auf⸗ loͤſungen der Salze, aber nicht Theilgen ſaurer Geiſter be⸗ trachtet; wir lernen aber von ihm, daß die Cryſtallen einer jeden Aufloͤſung, ſo bald ſie ſich nur durchs Vergroͤſ⸗ ſerungsglaß erblicken laſſen, diejenige Figur annehmen, die ſie nachher, wenn ſie groͤſſer werden, beſtaͤndig beybe⸗ halten. Auſſer den Cryſtallen entdeckte Baker in den aufgeloͤſeten Salzen einige Figuren, die ſich von einem Puakt immer weiter, entweder nach allen oder nur nach gewiſſen Seiten zu, ausdehneten, indem ſich beſtaͤndig klei⸗ ne Salztheilgen an die ſchon zuſammengegangene anſetz⸗ ten. Wir glauben, daß dieſe Figuren, die in vielen Auf⸗ loͤſungen das Anſehen der Aeſte haben, unſre Lehrart ſehr erlautern, da ſie von eben der Beſchaffenheit zu ſeyn, und eben den Urſprung zu haben ſcheinen, als die im Winter an den Fenſterſcheiben gefrorne Aeſte von vereißten Dün⸗ ſten, auſſer daß dieſe von der verſchiedenen Richtung der Kaͤlte und der Waͤrme entſtehen; jene, oder die Salzaͤſte aber, von der gemeinſchaftlichen Verbindung einer ſchwe⸗ reren Materie mit einer leithkexen; deswegen ſind ſie auch nach dem Unterſcheide der ſchwereren ſalzigen Materie ver⸗ anderlich.. Ueberdis halten wir dafuͤr, daß wir mit eben dem Rechte, mit welchem alle Chemiſten, aus dem Geſchma⸗ cke, auf die Figur der fleinſten Theilgen aller Salzeſchlieſ⸗ ſen wollen, behaupten koͤnnen, daß die kleinſten Theilgen ſaurer Geiſter ihre Figur haben. Da alſo die ſaure Gei⸗ ſter mit einem Geſchmacke, und zwar mit einem ſehr ſcharfen begabet ſind, ſo muß man auch ihren kleinſten Theilgen eine Figur beylegen. 2) Was die uͤbrigen Coͤrper, bey denen man we⸗ der Salz noch ſalzige Miſchung findet, anlangt, ſo kar in man aus dem, was bisher geſaget worden, leicht beſtim⸗ Eſte kannter Nariin und vo deſeb ſegeti von di men. den, n oder au nenige Vom Cryſtalliſiren. 269 te und beſtimmen, ob ihre Theilgen ſchon vor dem Cryſtal⸗ liſiren Figuren beſitzen. Wir ſtehen in den Gedan⸗ mien i ken, daß man den Theilgen dieſer Coͤrper, mit eben ſen Jei dem Rechte eine gewiſſe Figur beylegen muͤſſe, mit wel⸗ „ welhe chem wir dieſelbe denen ſalzigen Theilgen zugeſtanden h Batt haben. Denn ſo wie man aus Kuͤgelchen, keinen n Wuͤrfel mit ebenen Flaͤchen, noch aus Walzen eine Eryſiule dreyeckigte Figur machen kan, ſo wird auch aus un⸗ Verait ordentlichen Theilgen, wofern nicht ein Mittel hinzu annehma, komt, durch welches dieſe Unordnung verbeſſert werden ndggbaſ kan, ſchwerlich ein ordentlicher Coͤrper bereitet wer⸗ te d den koͤnnen, wovon wir im folgenden§. reden werden. rur ud Wir halten dafuͤr, daß jede aufgeloͤſete, oder im Feuer dandig n geſchmelzte Erde, unter dem Gefrieren, indem ſie V ene anſet der Kaͤlte ausgeſetzt wird, nothwendig eine beſtimte ielen u Figur annehmen wuͤrde, wenn nicht in der Erde ſelbſt b hu oder derſelben Theilen, einige Urſache, die dieſe Figur Vunter verhinderte, vorhanden waͤre, ten Dun⸗ Ddiieſe Figur erdigter und metalliſcher Theile ent⸗ tung der ſpringet oder wird hervorgebracht: a) Von einigem Sahhäſte Cryſtalliſiren in den Auſloͤſungsmitteln(§. 6. N. 1.) rſhn⸗ auf welche Art die Berg⸗ und andere mineraliſche Cry⸗ Ainen ſtallen nach unſerer Meinung entſtanden ſind. Es muͤſſen nemlich, von erdigten und mineraliſchen Thei⸗ eben den len, die in einem natuͤrlichen, uns aber noch unbe⸗ Geſchne⸗ kannten Aufloͤſungsmittel aufgeloͤſet worden, von der alzeſchli Vereinigung der leichteren mit ſchwereren Theilgen, Thellg und von der verſchiedenen Richtung und Bewegung ſaute Ge⸗ derſelben, auf eben die Art, wie von den Salzen ge⸗ en ſaget iſt(N. 1.) Theilgen, die eine Figur haben, und 3 von dieſen ein Coͤrper, der eine Figur hat, herkom⸗ men. Cs ſind aber dieſe Figuren der Theile verſchie⸗ man we den, nach dem die irdiſche Materie, dieſe oder jene angt, ſt oder auch wohl keine Figur anzunehmen, mehr oder den,lech weniger geſchickt geweſen, b) Vom feurigen Cryſtal⸗ beſtim⸗ lifiren 270 Das 21. Capitel. liſiren(§. 6. N. 2.); denn unter dem Schmelzen oder Sublimiren, werden die Theile ſo aufgeloſet, ver⸗ miſcht und verbunden, daß dadurch zuſammen geſet⸗ te Theile entſtehen, die unter dem Erkalten eine be⸗ ſtimte, aber nach dem ſie mehr oder weniger flüchtig ſind, und langſamer oder geſchwinder kalt werden, ver⸗ aͤnderliche Figur annehmen. Anmerkung Woher die Erde, ſo man in natürlichen ſteinigten und andern Cryſtallen antrift, komme, werden wtr zu anderer Zeit anzeigen. Daß ſie aber fluͤſſig und al⸗ ſo mit einer fluͤchtigen Materie verbunden geweſen, ergie⸗ bet ſich aus den verſchiedenen fremden Materien, ſo in die⸗ ſen Steinen eingeſchloſſen ſind. Was aber dieſes fuͤr eine Materie geweſen ſey, was fuͤr Veraͤnderungen dem Waſ⸗ ſer unter der Erde zuſtoſſen, und was es thun koͤnne, wenn es andere Theile mit ſich fuͤhret, iſt uns noch unbekannt. So viel wiſſen wir, das die haͤrteſten Coͤrper von gelinde⸗ ren Feuchtigkeiten leichter, als von den ſtarkſten zerſreſ⸗ ſenden Saͤften auſgeloͤſet werden koͤnnen, ingleichen daß Zeit und maͤßige Waͤrme, mehr, als des heſtigſte Feueer auszurichten im Stande ſind; und wenn wir gleich ſehen, daß dieſe harte mineraliſche Coͤrper, in ſo ferne ſie einmal entſtanden und lange vorher erzeuget ſind, vom Waſſer oder einem andern natuͤrlichen fluͤſſigen Weſen, nicht auf⸗ geloͤſet werden koͤnnen, ſo läſt ſich dennoch nicht in Zwei⸗ fel ziehen, daß ihre erſte Anfange, von einer waͤſſerigten Feuchtigkeit aufgeloͤſet geweſen ſeyn, ſo halt z. B. der Wein, die Anfange des Weinſteins aufgeloͤſet in ſich, der doch, wenn er aus dem Wein entſtanden iſt, von demſel⸗ ben nicht eher als bis er kochet, aufgeloͤſet werden kann. Daß dergleichen ſteinigte und erdigte Cryſtallen, von kei⸗ nem beygemiſchten Salze, auch von keinem freſſenden Geiſte ihre Figur haben, beweiſen die chemiſche Verſuche. Es meinet zwar Helvetius in den Princip. Pbyſico-Med. T. II. daß ein ſalzigtes Weſen in den Steinen ſeyn koͤnne, ob man gleich daſſelbe durchs Feuer nicht herausdringen koͤnne, welches er aus dem Verſuche des du Cios in den Mem. de l' cad. R. des Scieng. im Jahr 1667. p. 26. ſchluͤſſen will, da man ein Caͤment aus Weinſteinſalz mit Sand gemacht hat, woraus ſich nichts ſalziges ausziehen neß: lſten l gen ſeh( und wien teloder Devind annegmmen Gache 3 Tpähge Vom Cryſtalliſiren. 271 ihen der ließ: allein auſſer dem, daß dieſes Caͤment nicht mit aller öſt, der Schaͤrfe unterſuchet worden, ſo iſt noch zu merken, das ſich dn das Weinſteinſalz in Erde und Waſſer leicht auseinander dn Ceſe⸗ ſetzen laͤſt. Desgleichen halt Baker am angeführten n eine be⸗ Ort p. 213. fuͤr wahrſcheinſch, daß alle Cryſtallen, Edel⸗ r flüctg geſteine und andere gegrabene Dinge, die eine beſtaͤndi⸗ rden,wa⸗ ge und ordentliche Figur haben, dieſelbe der Beymiſchung und Wirkung der Salze zu danken haͤtten. Allein dieſer . und andere beruͤhmte Maͤnner, haben nicht wohl uͤberle⸗ get, daß die Figur der Salze ſowol als der Steine, eine natünlch gemeinſchaftliche Urſache haben koͤnne, ohne erdichten zu duͤr⸗ de, welde fen, daß eins von dem andern herkomme. Nach unſerer ſig und Meinung hat die Figur der Salze, mit der Figur der eſen, elgie Steine und Mineralien einerley Urſache, die in beyden a, ſo il Re Faͤllen der Verbindung einer fluͤchtigeren Materie mit ei⸗ dſes fütene ner feuerbeſtaͤndigen, wodurch, wegen der doppelten ent⸗ dein W gegengeſetzten Richtung, und verſchiedenen Bewequng, ein könne, wen figurirter Coͤrper hervorkommen muß, zuzuſchreiben iſt. unbetan Solchergeſtalt machen die Salze die Ürſache von der Fi⸗ dun gelunde gur der Steine und Mineralien nicht aus, ſondern haben ken zerſte nur in Anſehung ihrer Figur mit dieſerzeinerley Urſache, kechen dah denn ſonſt waͤre auch alles Cryſtalliſiren im Feuer unmoͤg⸗ oſſe Jeuet lich, welches doch der Erfahrung wiederſpricht. eich ſehen, ſie eumal Daß einige Naturkuͤndiger und Chemiſten, dieſe Figur der n Vaſer ſteinigten Cryſtan, auch in den kleinſten Theilgen, geſe⸗ nih all hen zu haben vorgeben, laſſen wir dahin geſtellet ſeyn. tin Zwei vaͤſſerigten uiſbeh§. 13. üji Nachdem wir bewieſen haben, daß die Figur der kleinſten Beflandtheile ſolcher Coͤrper, die ſich cryſtal⸗ den kam⸗ nn liſiren laſſen, ſchon ehe ſie cryſtalliſtret werden, zuge⸗ freſſenda gen ſey(§. 12.) ſo muͤſſen wir nun unterſuchen, ob Dellu und wie dieſe figurirte und mit einem Aufloͤſungsmit⸗ Dne h tel oder anderen fluͤſſigen Dingen und Coͤrpern in unen Verbindung ſtehende Theilgen, eine beſtimte Figur los ud annehmen koͤnnen(J. 11. N. 2.) Damit wir dieſe 967.*19 Sache genau entwikeln moͤgen, ſo iſt noͤthig, dieſe dauſat m Theilgen, in ſo weit ſie entweder mit einer fluͤſſigen wauszehen oder eg: 27² Das 21. Tapitel. oder feſten Materie verbunden ſeyn koͤnnen, beſonders zu betrachten. 1) Was die figurirte Theilgen in der Verbin⸗ dung mit einer flluͤſſigen Materie antrift, ſo bemerken wir; a) daß cryſtalliſirte Coͤrper, ſelbſt dadurch, daß ſie den Theil vom Aufloͤſungsmittel, der in die Zu⸗ ſammenſetzung des eryſtalliſchen Coͤrpers und in ihn ſelbſt eintritt, verlieren, auch ihrer Figur beraubet werden, wie ſolches cryſtalliſirte Salze, die im Cal⸗ ciniren ihre Figur verlieren, desgleichen auch erdigte und mineraliſche Cryſtallen, die im Ausfuͤſſen ihre Figur verlieren, deutlich beweiſen. b) Daß man die Figur der Cryſtallen, faſt nach Belieben veraͤn⸗ dern, ja ſtatt eines figurirten Coͤrpers eine ungeſtal⸗ tete Maſſe, hervorbringen koͤnne, nach dem das Feuer, unter heftigem oder gelinden, ſehr ſchleunigen oder langweiligem Abduͤnſten, regieret wird c) Daß vie⸗ le Erden und Steine, auch viele Mekalle und Halb⸗ metalle, wenn ſie in gewiſſen Aufloͤſungsmitteln fluͤſ⸗ ſig gemacht worden ſind, cryſtalliſch werden, in an⸗ dern aber nicht; wenn z. B. Kalch, Eiſen, und Kupfer in Vitriolgeiſt aufgeloͤſet werden, ſo laſſen ſie ſich cryſtalliſiren, welches aber nicht angehet, wenn Scheidewaſſer zu ihrer Aufloͤſung gebraucht worden. Weil wir alſo, bey Entſtehung der Cryſtallen wahr⸗ nehmen, daß die kleineſte feſte Theilgen, die entweder vom Feuer oder Aufloͤſungsmittel aufgeloͤſet und be⸗ weglich gemacht ſind, wenn das Feuer oder das Aufloͤ⸗ ſungsmittel gehoͤrig vermindert worden iſt, in eine genauere Verbindung, ſowol unter ſich als mit einem Theilgen das Aufloͤſungsmittel, welches mit ihnen in einen Coͤrper zuſammengehet und verdickt wird (Cap. 19.§. 6.), treten, ſo iſt gewiß, daß die fuͤr⸗ nehmſte Urſache, von dem Urſprunge der Cryſtallen, von leſangs da kör n die u ni 2 ſuum b Cärper, ter ſeden nengang 0G Fur, ſad meh der weni rertörett unſere M kte Salp b nmit det ü Maet, nag dee R Yerh *Prnar Dheie ich vor 20. Dom Cryſtalliſiren. 273 dſende von der verhaͤltnißmaͤßigen Verbindung des Aufloͤ⸗ ſungsmittels mit den figurirten feſten Theilen herzulei⸗ er Derin ten iſt, wodurch von der entgegengeſetzten Richtung und o bemet Bewegung derer, vermoͤge ihrer anziehenden Kraft, zu⸗ durch, w ſammenhangenden Theile, ein figurirter Coͤrper, wie in degx ſchon oft geſaget worden, entſtehen muß(§. 12. N. und in i 1.); es verlieren aber die figurirte Theilgen bey die⸗ ir beenude ſer Vereinigung mit ihrem Aufloͤſungsmittel nicht ie in C das geringſte von ihrer Figur: hingegen iſt wahr⸗ auch enin ſcheinlicher, daß auch Theilgen, die keine beſtimte Fi⸗ sſüſſn gur haben, in dieſer Verbindung mit ihrem Auf⸗ Daß ne loͤſungsmittel zu einer gewiſſen Figur gebracht wer⸗ bben ber den koͤnnen, in welchem Fall das Aufloͤſungsmit⸗ ne ungeit tel die unordentliche Figur der Theile verbeſſern und das ſau zu einiger Ordnung bringen kann. nnigen ü 2) Was das andere Stuͤck, nemlich die Verbin⸗ ) Daß te dung figurirter Theile, mit feſten Theilen anderer und Hüb Coͤrper anlangt, ſo ſehen wir, daß die Figuren ei⸗ nitteln fi⸗ ner jeden cryſtalliſirlichen Materie, in dieſem Zuſam⸗ en, in o menhange, nachdem dieſe feſte Theile, der beſtimten Eiſer, u Figur, ſo die figurirte Theile anzunehmen geneigt 1, ſo loſt ſind, mehr oder weniger widerſtehen, entweder mehr geehet ve oder weniger veraͤndert, oder gaͤnzlich aufgehoben und it woim zerſtoͤret werden. Ein oder des andere Beyſpiel wird dalenudck unſere Meynung befeſtigen. Der, fuͤr ſich betrach— tete Salpetergeiſt, beſtehet ohne Zweifel, aus einiger, dunns mit der uͤbrigen Saͤure verbundenen, entzundlichen ſt 6 Materie, deswegen iſt er zur laͤnglichten Figur ge⸗ uuui neigt, die er auch wuͤrklich annimt, wenn er in gehoͤri⸗ acss ger Verhaͤltniß mit Laugenſalz verbunden wird;*† nig W wenn tdickt vin*Anmerk. des Ueberſ. Dieſe SFigur der Salze, und ihrer ür⸗ aß di fu Theorie koͤmt mit meiner, die ſache, aufgeſetzt, aber noch ich vor vielen Jahren von der nicht herausgegeben habe, ſo Ernſtaleh 274 Das 21. Capitel. wenn aber eben dieſer Geiſt mit einem mineraliſchen Laugenſalz verknuͤpft wird, ſo nimt er eine wuͤrfelig⸗ te Figur an, weil das mineraliſche Laugenſalz zur laͤn glichten Figur vielleicht ungeſchickt iſt; wenn fer⸗ ner eben dieſer Geiſt mit Silber verbunden wird, ſo nimt er eine andere Figur an u. ſ. w. ſo wie der Vitriolgeiſt mit dem mineraliſchen Laugenſalz, mit dem er das glauberiſche Wunderſalz macht, eine an⸗ dere Figur darſtellet, als mit dem durch Kunſt berei⸗ teten Laugenſalz aus den Pflanzen, mit dem er den vitrioliſirten Weinſtein giedt. Wenn ſaure Geiſter von den aufgeloͤſeten Coͤrpern, mit denen ſie cryſtal⸗ liſiret waren, in groͤſſerer Menge ausgetrieben und abgeſondert werden, ſo kann die zuruͤckgebliebene Maſſe fuͤr ſich, ferner nicht cryſtalliſiret werden, weil die wenige dabeygebliebene Saͤure, von der groſſen und uͤberwiegenden Menge der feſten Theile gleichſam vernichtet wird, wie man an den Laugenſalzen ſiehet. Hieraus ſchluͤſſen wir, daß feſte Coͤrper ſowohl als Laugenſalze, durch ihre Wirkung, oder in der Thut zu den Figuren nichts beytragen, ſondern daß ſie vielmehr durch ihr Leiden und Widerſtehen die bevor⸗ ſtehenden Figuren, mehr oder weniger, entweder ver⸗ aͤndern oder verhindern. Anmerkung. Aus dem, was in dieſem§. vorgebracht wor⸗ den, erhellet, daß wir drey Stuͤcke abgethan haben, nem⸗ lich. 1) Daß die Figur der kleinſten Theilgen vom Aufloͤ⸗ ſungsmittel nicht zerſtoͤret werde, ſondern daß dieſes viel⸗ mehr, zur Hervorbringung eines figurirten Coͤrpers, viel beytrage. 2) Daß aus unordentlichen Theilgen ein figu⸗ rirter Coͤrper werden koͤnne, indem das Auftoͤſungsmittel oder voͤllig uͤberein, daß ich aber⸗ ten nicht fehlen koͤnte, wenn mals, wie in vielen andern ſie nur allezeit die Sache ge⸗ Faͤllen, daraus erſehe, daß es nau uͤberlegten. an der Harmonie der Gelehr⸗ ducch nicder b von f Vexe lein ge Waeg Arblick niſten Fgur d d wir nartung füinte un )ſoſ lin aufs Sätend dſen dder au chen 15 lid mit teldeng Scenn eraliſche wüͤrfalg⸗ enſalß zu wenn fet den witd wie de ſaß, m eine on ſt berei m er den Geiſter cryſtal⸗ ben und ebliebene den, wel et groſeen gleichſen zen ſtehen owohl d der Tht daß ſt die bevor beder ver⸗ bracht te jhaben, nen⸗ vom Aufſ ditſes i örpers, ni en ein for ungamu odar ante/ vent e Salhe. Vom Cryſtalliſtren. 275 oder die feſte Theile, mit denen ſie verbunden werden, den Mangel ordentlicher Figuren erſetzen, und die Unord⸗ nung derſelben aufheben. 3) Daß feſte Theile, die mit fi⸗ gurirten Theilgen iu Verbindung ſtehen, durch ihre groͤſ⸗ ſere oder kleinere Ungeſchicklichkeit, den Figuren wider⸗ ſtehen, und deswegen die bevorſtehenden Figuren entweder veraͤndern oder zerſtoͤren. F. 14 Wie ſich aber, von fluͤſſigen und beweglichen Theil⸗ gen, Cryſtallen, mit einer gewiſſen und beſtimten Fi⸗ gur erzeugen koͤnnen(§. 11. N. 3.) iſt, wenn man das Cryſtalliſiren verſtehen will, hoͤchſt noͤthig zu wiſ⸗ ſen; aber auch ſehr ſchwer zu begreifen. Wir koͤn⸗ nen nicht laͤugnen, daß ſich bey dem Cryſtalliſiren durch Aufloͤſungsmittel, einige aufgeloͤſete Theilgen niederſchlagen(§. 5. N. 1.§. 10. c.); und daß daher, von jedem Schuͤtteln, oder Ruͤhren, und von jeder Bewegung der Aufloͤſung, das Cryſtalliſiren nicht al⸗ lein geſtoͤret, ſondern auch unordentliche Cryſtallen zu Wege gebracht werden; es ſcheinet alſo beym erſten Andlick, als wenn das Cryſtalliſtren, wie viele Che⸗ miſten meinen, von dieſem Niederſchlagen und der Figur der Theile, einzig und allein abhange; allein da wir 1) vorher erkläret haben(F. 9. und 10. An⸗ merkung) daß durch bloſſes Niederſchlagen, keine be⸗ ſtimte und ordentliche Cryſtallen zu Stande kommen; 2) ſo ſehen wir auch, daß ſich die Cryſtallen nicht al⸗ lein auf den Grund des Gefaͤſſes, ſondern auch an die Seiten deſſelben, anſetzen, und 3) bisweilen nach dem Geſichtskreiß, bisweilen ſenkrecht liegen, bisweilen aber auch von dieſer Lage mehr oder weniger abwei⸗ chen und gleichſam hangen, welches ſich wohl ſchwer⸗ lich mit dem bloſſen Niederſchlagen vergleichen laͤſſet, vielweniger dadurch erklaͤret werden kann 3 4) Scheinet es unmöglich zu ſeyn, daß man die nach 2 oben 276 Das 21. Capitel. oben zugerichteten Spitzen, der meiſten Cryſtallen, aus dem Niederſchlagen erklaͤren koͤnne, da ſie vielmehr, und viel gewiſſer, von einer erhebenden, als nieder⸗ ſchlagenden Urſache, zeugen. Wir ſchluͤſſen deswegen, daß eine andere Urſache vorhanden ſeyn muͤſſe, wor⸗ aus man dieſe Erſcheinungen, ſo, wie auch das Cry— ſtalliſiren ſelbſt, erklaͤren koͤnne. Damit wir alſo zu unſerem Zweck gelangen moͤ⸗ gen, ſo iſt fuͤrnemlich zu betrachten: daß nicht nur beym Cryſtalliſiren, ſondern auch beym Gefrieren und Wachſen, geſtaltete feſte Coͤrper, obgleich behm Wach⸗ ſen nicht ſo ordentliche, und mit beſtimmten Ecken ver⸗ ſehene, zum Vorſchein kommen; daher ſind wir ge⸗ wiß verſichert, daß dieſe Figuren eine gemeinſchaftli⸗ che Urſache haben, die man als den foͤrmlichen und wirkenden Grund derſelben anſehen muß. Es iſt dieſes um deſto gewiſſer; je unumſtoͤslicher wir vor⸗ her bey dem Wachſen und Gefrieren, eben dieſen Grund, der in einer angehenden Verfluͤchtigung, die von der verſchiedenen Richtung und Bewegung zu⸗ ſammenhangender, leichter und fluͤchtigmachender Theilgen, und ſchwererer, der fluͤchtigmachenden Be⸗ wegung, mehr oder weniger widerſtehender, herkomt, beſtehet, im(18. Cap.§. uI.) bewieſen haben. Hieraus ſchluͤſſen wir, daß es ſich beym Cryſtalliſiren eben ſo verhalte, und auch in demſelben eine doppelte Bewe⸗ gung vorkomme, von der, als von einem wirkenden und foͤrmlichen Grunde, der Urſprung der Figuren abhange, nemlich: 4 1) Bemerken wir beym Cryſtalliſiren mit Aufloͤ⸗ ſungsmitteln a) eine niederſchlagende Bewegung, wo⸗ durch die Theile, ſo bald die Menge des Aufloͤſungs⸗ mittels vermindert worden, aus vorangefuͤhrten Ur⸗ ſachen, und auf die angezeigte Art,(§. 10.) vermoͤge ihrer ißter genge die ve hen, der a beweg ) eine b Beveg jerttenn lücchtere bey eine füücti hhende And der berurſae lumer Theta uls den ß ſchen vemli then aber! die wi zu übe ads ei geſkit haben Js de glracht diß nan lch. tlen ans dielmehr ls niede⸗ deswegen, ſſe, wor⸗ das Cif ngen maͤ nicht nur ieren und m Vach⸗ Ecken ver⸗ ad wir ge⸗ einſchaftt! lichen umh Es r wir we⸗ ben dien tigung ne vegung ſ gmachende henden R r, herkom, n. Hierui ren eben elte Bene wirkenden er Fihumn mit Aui egung ufloſonge ührten bh „)vermäg ihee Vom Cryſtalliſiren. 277 ihrer Schwere, niederſinken. b) Eine dieſer entge⸗ gengeſetzte fluͤchtigmachende Bewegung, von welcher die verknuͤpfte Theile, ſelbſt unter dem Zuſammenge⸗ hen, ſo viel als moͤglich, in die Hoͤhe, oder vermoͤge der anziehenden Kraft des Aufloͤſungsmittels, ſchief beweget werden. 2) Beym Cryſtalliſiren im Feuer, finden wir: a) eine von der Waͤrme verurſachte, fluͤchtigmachende Bewegung, die von der Vereinigung und den faſt un⸗ zertrennlichem Zuſammenhange, ſchwerer Theile mit leichteren, ſo ſich untereinander ſtaͤrker anziehen, und bey einem ungleichen Grad der Waͤrme, entweder fluͤchtig werden, oder geſtehen,(ſ. den 12ten§. N. 11. b) herkomt. b) Eine dieſer entgegenſtehende nieder⸗ ſchlagende, und unter dem Zuſammengehen hartma⸗ chende Bewegung, die von der Schwere der Theile, und der verminderten Waͤrme, oder von der Kaͤlte, verurſachet wird. Aumerkung. Vor dieſem haben die meiſten Chemiſten das metalliſche Wachſen, zum Cryſtalliſiren, und zwar, wie es uns ſcheinet, mit groſſem Recht, gezahlet, weil in bey⸗ den Faͤllen, ein ordentlich geſtalteter Coͤrper, zum Vor⸗ ſchein komt; daher iſt kein Zweifel, daß beyde Arbeiten, nemlich das Wachſen ſo wohl, als das Cryſtalliſtren, aus eben denſelben Gruͤnden erklaͤret werden muͤſſen. aber noch andere, beyden Arbeiten gemeine Gruͤnde, als die wir gegeben, ſtatt haben könnten, ſtellen wir andern zu uͤberlegen anheimn. Daß das Wachſen nichts anders als ein Fluͤchtigmachen, dadurch ebenfals ein ordentlich⸗ geſtalteter Coͤrper hervorgebracht zu werden pfleget, ſey, haben wir vorher bewieſen. §. 17. Aus dem, was weitlaͤuftig vom Crhſtalliſiren bey⸗ gebracht worden, koͤnnen wir uͤberhaupt ſchluͤſſen, daß man es auf folgende Art erklaͤren koͤnne, nem⸗ lich: S 3 1) Daß 278 Das 21. Capitel. 1) Daß das Cryſtalliſiren mit Aufloͤſungsmit⸗ teln(§. 6. N. 1.) darinne beſtehe, oder daher komme: a) daß einiges Niederſchlagen, ſo von einer ge⸗ meinſchaftlichen Anziehung und Verbindung der Theile(ſ.§. 10. b u. ſ. f.) herkomt, verurſachet werde. b) Daß unter dieſem Niederſchlagen zugleich eine fluͤchtigmachende Bewegung da ſey, welche die Theile in die Hoͤhe, oder ſchief beweget, und ſie vom Nieder⸗ ſinken zuruͤckziehet, und welche von der Verknuͤpfung und anziehenden Kraft der Theile gegen das Aufloͤ⸗ ſungsmittel(ſ.§. 13. N. 1. und§. 14.) herkomt. c) Daß aber die Figuren ſelbſt mit ihren Win⸗ keln und Flaͤchen, bey den Salzen und ſalzigen Ge⸗ mengen, durch die eigene Figur der ſauren Theilgen beſtimmt werden(F. 12. N. 1.); aber auch oft von dem Widerſtande, oder der Ungeſchicklichkeit der Lau⸗ genſalze oder feſten Theile, mit denen ſie verknuͤpfet geweſen(§. 13. N. 11.) mehr oder weniger veraͤndert und geſtoͤret werden. Daß hingegen die Figuren, erdigter oder ſteinigter Cryſtallen, entweder von der den Theilen eigenen Fi⸗ gur(§. 12. N. 11.), oder von der Verbindung der Theile mit ihrem Aufloͤſungsmittel, wodurch die etwa vorhandene Unordnung verbeſſert werden kann,(§. 13. N. 1.) beſtimmet werden. 9 2) Daß bey dem Cryſtalliſiren im Feuer(§. 6. .24 a) Die Feſtigkeit, von Verminderung der Waͤrme und der gemeinſchaftlichen Anziehung der Theilgen (§. 104 à b) eutſpringe; daß aber b) die Cryſtallen unter dieſem Feſtwerden, durch einige fluͤchtigmachende Bewegung, welche von einer an⸗ antrei gen, Grad N.. 0) die eig durchi tiebeſt 1. An Sch Dur ven he b ni lei 6 MRM e heka Oa ſeinl enth berhil —— 8—— ——————— Vom Cryſtalliſtren. 279 ungsmit. 3 3 eri antreibenden Kraft der Waͤrme, gegen ſchwere Theil⸗ 3 nn: gen, ſo mit leichteren verbunden ſind, und einerley liner ie Grad der Waͤrme nicht aushalten koͤnnen,(§. 14. ung der N. 2.) herkomt, entſtehen, und daß et werde c) endlich die Figur der Cryſtallen, entweder durch eich eine die eigene Figur der Theile,(§. 12. N. 11. b) oder Theilein durch ihre Verknuͤpfung mit der verbundenen Mate⸗ Mieder⸗ rie beſtimmet werde(§. 13.). nüpfung 1. Anmerkung. Ob die Figur der Salze von der eigenen Aufloͤ⸗ Schwere der Theilgen, oder von der Schwere und dem mmt. Druck des Aufloͤſungsmittels, wie einige Chemiſten mey⸗ . nen, abhaͤnge, kann durch Vergleichung der eigenthuͤmli⸗ en Win⸗ chen Schwere der Salze mit ihrer Figur, und der Figur igen Ge⸗ mit dem Druck und Widerſtande des Aufloͤſungsmittels, Theilgen leicht beurtheilet werden. Man erkennet aber die Schwe⸗ oft v ere und den Widerſtand des Aufloͤſungsmittels, aus der t Menge des aufgeloͤſeten Salzes; ſo, wie die eigenthuͤmli⸗ der de⸗ che Schwere der Salztheilgen, durch die Waſſerwaage erknuͤpfe bekannt wird. Daher lernen wir: veraͤnden Daß der vitrioliſirte Weinſtein zwanzig Theile Waſſer zu ſeiner Aufloͤſung erfordert, ſich aber in Anſehung ſeiner ei⸗ genthuͤmlichen Schwere, zum Waſſer, wie 2298. zu 1000. ſteinigte verhaͤlt, und kleine achtſeitige Cryſtallen hat. genen gi Das Wunderſalz hat 3½ Theil Waſſer, um aufgeloͤ⸗ ndung ſet zu werden, noͤthig; ſeine Schwere iſt wie 2, 246. Es die eim hat laͤnglichte, faſt ſalpeterartige, aus fehr kleinen Wuͤr⸗ kann feln zuſammengeſetzte Cryſtallen, die eine ungleiche Flaͤche ann,” haben, und faſt nach dem Geſichtskreiſe liegen. Der Salpeter braucht 6† Waſſer zum Auflöͤſen; ſei⸗ uer(6 ne eigene Schwere iſt gegen das Waſſer, wie 1, 900. Er hat lange, faſt ſenkrecht liegende, Cryſtallen, mit ſechseckig⸗ ten Spitzen. r Waͤrne Der gruͤne Vitriol wird von zehn Theilen Waſſer auf⸗ Theilhn geloͤſet; ſeine Schwere gegen das Waſſer, iſt wie 1,880, und er giebt rautenfoͤrmige, bisweilen auch wuͤrfligte Cry⸗ ſtallen, die dem Geſichtskreiſe gleich, oder nieder liegen. n, durd Der Alaun braucht vierzehn Theile Waſſer, ſeine ei⸗ von einet gene Schwere verhaͤlt ſich zu demſelben, wie 1,714. und er ah⸗ S 4 hat 280 Das 21. Capitel. hat achteckigte, meiſtens liegende Cryſtallen, mit entgegen⸗ geſetzten Spitzen. Der Borayx laͤßt ſich mit 20 Theilen Waſſer aufloͤſen, und er verhaͤlt ſich, in Anſehung ſeiner eigenen Schwere, wie 1,720. und giebt dicke, priſmatiſche Cryſtallen. Der Salmiack zergehet in 3½ Waſſer, zu dem ſich ſeine eigen hwere wie 1, 453. verhaͤlt; er hat laͤng⸗ lichte, wolligte, oder fedrigte Cryſtallen. Das gemeine Salz erfordert zu ſeiner Aufloͤfung 34 Waſſer, ſeine eigene Schwere iſt noch nicht genau beſtimmt; er hat aber wuͤrfligte Cryſtallen. Daher iſt offenbar, daß keine gewiſſe Verhaͤltniß zwi⸗ ſchen der eigenen Schwere des Aufloͤſungsmittels und den Figuren der Cryſtallen auzutreffen iſt, wie die Beyſpiele des vitrioliſirten Weinſteins und Boraxes, oder des Wun⸗ der⸗ und gemeinen Salzes, von denen die erſten und letzten beyde faſt in eben der Menge des Aufloͤſungsmittels zer⸗ gehen, ſattſam zeugen. Wenn üuͤberdis, die Figuren der Cryſtallen, durch die ungleiche Schwere und Druck des Auf⸗ loͤſungsmittels beſtimmet wuͤrden, ſo muͤſte nothwendig einiger Unterſcheid, in Anſehung der Figur der Eryſtallen, die im Anfange des Cryſtalliſirens vorkommen, und un⸗ ter denen, die nachher entſtehen, anzutreffen ſeyn. Denn ſo, wie die Menge des Salzes im Aufloͤſungsmittel all⸗ maͤhlig vermindert wird, ſo nimt auch ohne Zweifel deſſen eigene Schwere ab, weswegen auch die Fiauren der Cry⸗ ſtallen allmaͤhlig verandert werden muͤſten. Wenn die Figuren der Cryſtallen von der Schwere, und dem Druck herzuleiten waͤren, ſo moͤchte man billig fragen: was fuͤr eine Schwere, oder welcher Druck, diejenige Figuren, ſo im Feuer entſtehen, hervorbringe? 2. Anmerkung. So wie dieſe wunderbare chemiſche und mineraliſche Figuren, den Witz vieler Manner, auf eine bewunderungswuͤrdige Weiſe beſchaftiget hat, ſo darf man ſich nicht befremden laſſen, daß viele Meinungen von den Urſachen derſelben entſtanden ſind. Es waͤre aber allzu⸗ weitlaͤuftig, wenn wir ſie alle hererzaͤhlen wolten, ob es gleich nicht unaagenehm ſeyn duͤrfte, die fuͤrnehmſten der⸗ ſelben, die die Lehre vom Cryſtalliſiren mehr, als andere, erläntern, und von den verſchiedenen Meinungen beſſer zu urtheilen veranlaſſen, anzufuühren. Man muß üoerken 1) Da bon und wiſt deſa rich ken ſe her cker dicht Grun mete ſo fol lenohr daß ei den l Tnen Theile ſan ver erwant 9'„ helche dom E fäli nolln, ten A fe,R Tnnerar haft dng nen. tentgega ſer nülin Schwete ni . zu demſch r hat lang fuͤſung 3 beſtimm, iltniß zwi⸗ s und de Veyſpie rdes Vm und letze mittels ze Figuren de zuck desu noth wendi „Erhſtala. en, und w eyn. Dan gsmitteldl weifel diſe ren der En⸗ Wenn de dem Dni n: woiſt guren, hemiſchemt ter, alf i ſo darf h igen von da faber alhl lten, b ehmſtender alé anden en beſſr aloowari 1) D Vom Cryſtalliſiren. 281 1) Daß einige, eine beſaamende Kraft, die in den Coͤr⸗ pern und der ganzen Welt verborgen liege, und die Figu⸗ ren der Cryſtallen hervorbringe, oder einen unter dem all⸗ gemeinen Saamen vorkommenden Salzgeiſt, der an ver⸗ ſchiedenen Orten veraͤnderlich ſey, erdichtet haben, (ſ. Kirchmayers Halurg. Cur. Epher. N. C. Dec. II. ann. VIII.) welche Meinung auch Libavius, Vircher, und andere gehabt zu haben ſcheinen. Heutiges Tages aber rechnet Jederman dieſe beſaamende Kraft ſowol als den gedachten Salzgeiſt, zu den Hirngeſpinſten. 2) Der Grund der Salze,(Principium Salinum) von welchem die Figuren der Cryſtallen kommen ſollen, und welchen andere angeben, iſt, in ſoweit ihn einige Che⸗ miſten, als etwas wirkendes, betrachten, von der vorigen beſaamenden Kraft wenig unterſchieden; denn er koͤnnte nichts wirkendes und foͤrmliches ſeyn, wenn er keine wir⸗ kende und in ihm liegende Kraft haͤtte; daher behaupten ſie, daß er bey dem Cryſtalliſiren eben ſo, wie die Waͤrme beym Gaͤhren, oder das Feuer beym Verkalchen(ſ. Jun⸗ ckers Conſp. chem. und andere) wirke. Aus dieſer er⸗ dichteten Kraft zu wirken, ſiehet man, was von dieſem Grunde zu halten ſey. Inzwiſchen iſt auch noch zu be⸗ merken, daß ſich dieſe Meinung auf zwey andere, die eben ſo falſch ſind, ſteiffe; daß nemlich erſtlich keine Eryſtal⸗ len ohne Salz gemacht werden koͤnnten, und fuͤrs zweyte, daß ein beſonder Salzweſen vorhanden ſey. Wie wirnun den Ungrund der beyden letzteren, ſchon im vorhergehen⸗ den angezeiget haben, und an gehoͤrigem Orte im dritten Theile: vom Urſprunge der Salze, noch ferner bewei⸗ ſen werden, ſo kann auch die erſte kein beſſer Schickſal erwarten. 3) Mit der vorigen ſtimmt dererjenigen ihre Meinung, welche urtheilen, daß alles Cryſtalliſiren, und alle Figuren vom Satze herzuleiten, und daß ohne daſſelbe kein Cry⸗ ſtalliſiren moͤglich ſey, ſich ſowohl als anderen, aufbinden wollen, uͤberein,(ſ. Zelvet. und Baker an den angefuͤhr⸗ ten Orten, u. a. m.). Allein auch dieſe faͤllt uͤber den Hauf⸗ fen, da wir bewieſen haben, daß alle Figuren, die beym mineraliſchen Cryſtalliſiren vorkommen, eine gemein⸗ ſchaftliche Urſache haben, und dieſelben von keiner bilden⸗ den Kraft eines andern Coͤrpers, hergeleitet werden koͤn⸗ nen. Daß dieſe Figuren, und das Cryſtalliſiren, von kei⸗ nem Das 21. Capitel. nem beygemiſchten ſalzigten Weſen herkomme, ſind wir um deſtomehr verſichert, je mehr uns die Erfahrung uͤber⸗ fuͤhret, daß ſich mineraliſche Cryſtallen finden, die nicht die mindeſte Spur von einem ſalzigen Coͤrper zeigen, und je gewiſſer es iſt, daß auch mit Huͤlfe des Feuers Cryſtallen gemacht werden.* 4) Es haben ſich Guilielmini im Tractat de Sali- bus, und Ludolf in der Einleitung in die Chymie das Cryſtalliſiren nach den Gruͤnden der Meßkunſt zu bewei⸗ ſen, unterfangen. Der letzte hat angenommen, daß die aufgeloͤſete Theilgen in Blaͤsgen, oder kleine hole Kuͤgel⸗ gen verwandelt wuͤrden, und dieſe, von dem Druck entwe⸗ der gegen einander, oder anderer Kuͤgelgen, eine eckigte Fi⸗ gur annaͤhmen, wie wir an dem Seiffenwaſſer, oder an⸗ dern dicken Feuchtigkeiten gewahr werden, daß die daraus, vermittelſt einer Tobackspfeiffe, in die man blaͤſet, ver⸗ fertigte Blaſen, mehr oder weniger eckigt werden, indem viele kleine zuſammen gehen, und eine groͤſſere ausmachen. Allein zugeſchweigen, daß dieſe Blaͤsgen niemals bewie⸗ ſen werden koͤnnen, ſo waͤre es dennoch, wenn ſie gleich vorhanden waͤren, unmoͤglich, die verſchiedenen Figuren der Salze und Mineralien daraus zu beweiſen. Es wird alſo ſo viel geſaget zu haben genug ſeyn, daß dieſe Mei⸗ nung nur auf das Cryſtalliſiren mit Aufloͤſungsmitteln eingeſchraͤnket, aber nicht auf das, ſo im Feuer geſchiehet, gezogen werden koͤnne. 5) Marzucchius holet dieſe Figuren in ſeinen Elem. Chym. * Aum. des Ueberſ. Wenn man die Aufloͤſungen der Coͤrper im Feuer, da ſogar fuͤr ſich un⸗ ſchmelzliche mit andern flieſſen, und einer den andern aufloͤſet, betrachtet, wovon der beruͤhm⸗ tete Herr Prof. Pott, und an⸗ dere, ſo viele Beyſpiele ange⸗ fuͤhret haben, ſo kann man ſo⸗ wol daraus, als aus den Ver⸗ anderungen, die ſie in den Auf⸗ loͤſungsmitteln und in den Ge⸗ faͤſſen machen, ganz zuverlaͤſſig ſchlieſſen, daß ſie doch was ſal⸗ zigtes bey ſich haben, ob es gleich der Herr Verfaſſer nicht zulaſſen will; ja, man ſieht alle Tage, wie umgekehrt die Salze ſich an Erden und Steine ſo an⸗ haͤngen, daß ſie keinen Ge⸗ ſchmack mehr haben, und ſich nicht mehr aufloͤſen laſſen. Doch das waͤre hier zu weit⸗ laͤuftig. Vom Cryſtalliſtren. 283 e, ſad t Chym. theils von der anziehenden Kraft, theils von dem önunzider verſchiedenen Beſtreben und Richtung der Theilgen her. n, de ih Das Beſtreben beweiſet er dadurch, daß ohne daſſelbe zeigen, unh kein Zuſammenhang ſtatt finde. Er behauptet, daß dieſe Cryſtala Richtungen und Neigungen wirklich und nothwendig in der Natur wirken, daß ſie ohne Zweifel unendlich ſeyn tat de sal koͤnnen, und verſchiedene ſonderbare Figuren aller Cry⸗ hymie de ſtallen und Figuren nothwendig machen. Ob nun wohl zu bevi Marzucchius die Sache faſt am beſten getroffen hat, ſo 7 daß d fehlet dennoch viel, daß wir hieraus alles Cryſtalliſiren, ole Küqa wie ſichs gehoͤret, erklären zu koͤnnen, meynen ſolten. ncf d⸗ Denn wir wollen das Beſtreben der Theile, ſich zu be⸗ eckte Fi ruͤhren, nicht laͤugnen, welches wir unter dem allgrmei⸗ 4 ui R nen Begrif der anziehenden Kraft verſtehen; wie aber, d 3 und aus was fuͤr Gruͤnden die Richtungen ſo veraͤnder⸗ l arauh lich ſeyn koͤnnen, laͤßt ſich aus dieſer Lehre, wie Jedermann läſt, de einſiehet, nicht erkennen, noch vielweniger, daß vermoͤge den, inda der gegebenen Richtungen, verſchiedene und beſtimmte ansmach Figuren entſpringen ſolten; weil niemals bewieſen werden mals beni kann, daß die Richtungen zu den Cuͤrpern nothwendig in ſie gai gehoͤren. Wir bemerken vielmehr, daß die Richtungen nen Fioem der Theile, unter gedachtem Cryſtalliſiren, mehr gezwun⸗ n. Ei n gen ſind, undalſo durch den geringſten Umſtand eher ver⸗ jdieſe Ne andert werden, als wenn ſie ſich ſelbſt gelaſſen ſind, d. i. ſongemine daß ſie pon einer andern Urſache und Bewegung voͤllig er geſchehe abhangen, nemlich von der im 15ten Fo angezeigten ver⸗ ſchiedenen Urſache und Bewegung, zugeſchweigen, daß die⸗ ſtinde ſe Lehre beym Cryſtalliſiren im Feuer nicht anzuwenden iſt. Chh A. K 6)Ke anz zübeniſt doch nebſ Das 22. Capitel. Meifnn Vom Salzmachen und der Verwandlung nur ähu der Salze. ehtdebi 6. 1 Steine ſ.. h Jurch das Salzmachen verſtehen wir diejenige zen un h§ chemiſche Arbeit, wodurch aus den natuͤrlichen fbſen lſr CToͤrpern und ihren Miſchungen verſchiedene hier ui vit Salze durch Kunſt bereitet werden koͤnnen. An⸗ 284 Cap. 22. Vom Salzmachen Anmerkung. Vom Salzmachen habe ich noch bis jetzo bey den Chemiſten nichts gefunden, und dieſe Arbeit iſt bey ihnen faſt unerhoͤret; denn ſie uͤberredeten ſich, daß, da die Salze nicht anders als aus einem ſalzigen An⸗ fange hervorgebracht werden koͤnnten, man ſich vergebliche Gedanken, dieſelben zu verfertigen, mache. Allein wir werden uns im folgenden, und beſonders im dritten Theile zu beweiſen bemuͤhen, daß Salze zu machen(zuverfertigen,) eben ſowol moͤglich und wirklich ſey, als Metalle zu machen, oder dieſelben zu verwandeln. Es iſt alſo fuͤr ſich ausgemacht, daß dieſe beyde Verwandlungen, mit eben dem Recht zu den chemiſchen Arbeiten zu rechnen ſind. Obgleich zu dieſer Arbeit keine beſondere Werk⸗ zeuge und Handgriffe erfordert werden, ſo verhindert die⸗ ſes dennoch nicht, daß man nicht dieſelbe, in Anſehung des Endzwecks, der hier auf die Hervorbringung eines ſalzigen Coͤrpers gehet, als eine beſondere Gattung che⸗ miſcher Arbeiten betrachten koͤnte. 1§. 2. In Anſehung der Anfaͤnge und Materien, aus welchen kuͤnſtliche Salze hervorgebracht werden koͤn⸗ nen, finden wir, daß das Salzmachen von zweyer⸗ ley Art ſey; nemlich 1) Das eigentlich ſogenannte, einer nicht ſalzigen, noch etwas ſalziges enthaltenden Materie, ein ſalzigter Coͤrper verfertiget wird. 2) Das Salzmachen durch Verwandlung, wo⸗ durch aus einer ſalzigen Materie, vermoͤge einiger Verwandlung, eine andere Gattung von Salzen, ſo von der vorigen Materie verſchieden iſt, hervorgebracht wird.. §. 3. Was das eigentlich ſogenannte Salzmachen an⸗ langt,(§. 2. N. 1.) ſo bekennen wir, daß daſſelbe noch nicht voͤllig entdecket ſey, halten aber auch dafuͤr, daß man aus folgenden Beyſpielen, ſowol deſſen Moͤg⸗ ligkeit wodurch aus lakei daße weiſe ſer I ten en reden Ip durch? ralien! uxir dela Nale weiſen C einer bringie Sublim ) 3 Derii baſer, ſiß en d ſihigen 95 und eßig herden. Anmerd ihge InN deiim och bis ftw dſegrett tel ſc, d ſatzgen we h vergeli Alein wi ritten Thel verfertige Metalt iſt alſo it lungen, ni zu rechne dere Van hindert die a Anſehun ngung eine Gattung e erien, aul werden k onn zwehir odurch a nthalken wicd. ndlung we nuͤge einge Sahfen, wvorgeduc zmochen n daſeberdt uinn eſſen Ni liet und der Verwandlung der Salze. 285 ligkeit als Wirklichkeit, einigermaſſen, wenigſtens, daß es nicht unter die unmoͤglichen Dinge gehoͤre, be⸗ weiſen koͤnne. a) Wir haben die deutlichſten Spuren von die⸗ ſer Arbeit bey den Alchemiſten, wie aus ihren Schrif⸗ ten erhellet, indem ſie von Verwandlung der Metalle reden. b) Aus der Erfahrung iſt bekannt, daß man durch Reiben(Cap. 7.§. 6.) von verſchiedenen Mine⸗ ralien und Metallen Salze erhaͤlt, die wirklich her⸗ fuͤrgebracht worden ſind, wie die vom Langelot und de la Garaye, in ihren vorgedachten Schriften, vom Reiben(Cap. 4.§. 3. N. 3.) angefuͤhrte Beyſpiele be⸗ weiſen. c) Ich ſelbſt habe es oͤfters verſucht, und von einer reinen, wohlausgewaſchenen, und mit einem braͤnzlichen Oele vermiſchten thieriſchen Erde, durchs Sublimiren(Cap. 17.) ein wahres Salz erhalten. d) Eller erzaͤhlet in den Mem. del' Academie de Berlin. Ann. 1746. daß er aus deſtillirtem Schnee⸗ waſſer, welches er nachher in einem verſchloſſenen Ge⸗ faͤß an die Sonne geſetzt hat, durch deſtilliren einen ſalzigen Geiſt erhalten habe.— *) Ob nicht auch die Beyſpiele des Weinſteins und Eßigs hieher gehoͤren, ſoll an ſeinem Orte geſaget werden. Anmerkung. Wenn wir uͤbrigens erwaͤgen, daß ein jeder ſalziger Coͤrper, nach ſeinem Urſprunge, auseiner fluͤchti⸗ gen Materie, ſo mit einer ſchwereren verbunden worden, wie im dritten Theile deutlicher bewieſen werden wird, be⸗ ſtehet, ſo iſt auch daraus leicht zu begreiffen, daß das eigentlich ſogenannte Salzmachen ſehr wohl moͤglich iſt. Und ſo wie es der Kunſt gegeben iſt, der Natur in vielen Stuͤcken nachzuahmen, warum ſolte es derſe ben nich —.———————— 2865 Das 22. Cap. Vom Salzmachen nicht auch in dieſem Stuͤcke erlaubet ſeyn? Diejenigen, weelche behaupten, daß die Salze von einer einfachen Sub⸗ d ſtanz, die vom Salze ihren Urſprung habe, und die Urſa⸗ Aelch che aller Bewegung, des Lichts und der Wärme abgebe, (ſ. Hamburg. Magazin dem XV. B. p. 190.) entſtehen* unlet vertheidigen in der That, wiewohl unwiſſend, dieſe erſte b Gattung des Salzmachens. Gleichergeſtalt ſcheinet auch G Stahl, wie alle uͤbrige Chemiſten, die Anhaͤnger von ihm ali ſind, indem er vom Kalch, der ſeine Kraft dem Waſſer ren d mittheilet, redet, dieſes Salzmachen wirklich zuzugeben. macht §. 4. Ai .„(au * Aumerk. des Ueberſ. Ich daͤch⸗ denken. Kurz, die Salze entſte⸗ 1 te, es waͤre natuͤrlicher, zu ſa⸗ hen aus einem beſtimten brenu⸗ b ſonde gen, daß das Salz einer ein⸗ lichen Weſen, einer Erde und Ace d fachen Subſtanz, die mit Waſ⸗ Waſſer, und werden wieder in t und ſer und Erde verbunden wor⸗ dieſe Theile zerleget. Der ſo⸗ wirdd den, ſeinen Urſprung zu dan: genannte phoſphofus Bal- derole ken habe, als umgekehrt, daß duini aus Salpetergeiſt und Di le dergleichen Gubüanz vom Sal⸗ Kreide, der phoſphorus Lougene ee entſpringe, und die urſache Urinae, der aus Kalch und inna aller Dewegung⸗ des kichts Salmiack, die Entzuͤndung des und der Waͤrme abgebe. Ich Sale gſh,te en ten llen ode Salpetergeiſtes mit den we⸗ glaube, daß der Herr Verf. die⸗ ſentlichen Oelen, die Erhi⸗ 84 ſe Meinung nicht hat, und wer Kriteher. 1 e hi⸗ des(auge 2nd tzung aller ſehr ſtarken Saͤu⸗ Gls dälg gleißig auf die Entſtehung der ren mit andern Coͤrpern, die e vorige Salze, ſonderlich im Kalche, e.. p 1. der ſich durch ſehr vieles Waſ⸗ ungemein leichte Entzuͤnd⸗ nt. ſer endlich faſt gar aufloͤſen lichkeit der Naphiharum 27 laͤſt, auf den Geſchmack des oder liquorum aethereorum itlalg Kalchwaſſers, der ordentlich aus den Saͤuren und Wein⸗ in ere ſuͤßlich laugenhaftig iſt, auf geiſt, die Entſtehung dieſer Süles das Waſſer, das ubergeht, und der laugenhaften Salze 3„t wenn man es deſtilliret, und aus Coͤrpern, die viel ent⸗ ſnetn M das einen etwas brennenden zuͤndliches Weſen haben, die ſta tinD und ſcharfen Geſchmack hat, Zerſtoͤrung aller Salze durchs) d und endlich auf die blaͤtterig⸗ Verbrennenöͤfteres Deſtilliren/ ſü te Erde, die zuruͤck bleibt, Kochen, Aufloͤſen und Einſie⸗ ſiges Achtung giebt, der kann ſie den, Caleiniren und Schmel⸗ Vindige auch nicht haben; vieler an⸗ zen, dieſes alles giebt uͤberzeu⸗ ſih we dern Beweiſe jetzo nicht zu ge⸗ gende Proben davon ab. en und der Verwandlung der Salze. 287 Diinin,§. 4. Pid Das Salzmachen durch Verwandeln(§. 2. N. 2.) änne d, welches den Chemiſten bekannter und allgemein iſt, Hanſtas unterſcheidet ſich auf dreyfache Weiſe: a 1) Das Salzmachen durch Verwandlung in inger onnn Laugenſalze, beſtehet darinne, daß entweder aus ſau⸗ dem Vn ren oder Mittelſalzen, durch Kunſt Laugenſalze ge⸗ Gh zazunde macht werden. 8 ½ Die erſte Verwandlung, nemlich aus ſauren Sal⸗ teGilgu zen Laugenſalze zu machen, geſchiehet, indem Thiere, Fimteumm beſonders aber Pflanzen, eingeaͤſchert werden, die diner Etein Aſche darauf ausgelauget, und die Lauge durchgeſei⸗ verden giden het und eingedickt wird; wenn dieſes geſchehen iſt, nleget der wird das erhaltene Salz, wo es noͤthig, durch wie⸗ Hpbons R derholtes Aufloͤſen, Eindicken und Gluͤhen gereiniget. lzetetgrif m Die letzte Verwandlung, nemlich aus Mittelſalzen phoiocg Laugenſalze zu machen, wird ſo verrichtet, daß die Zu⸗ is Kalch uh ſammenſetzung dieſer Salze, entweder durchs Deſtil⸗ ntiedungte liren oder Verpuffen, ſo dem Salpeter eigen iſt, oder nit den we auch auf andere Art, dergeſtalt aufgehoben wird, daß , eeh das Laugenſalz, aus dem ſie beſtehen, rein und von ſtauken Ciu⸗ 7 bi 4 Cinen, der vorigen Verbindung befreyet, zum Vorſchein hte Ertzun komt. Naphndann 2) Das Salzmachen durch Verwandlung in actherechn Mittelſalze, iſt nichts anders als eine Verbindung, en ud h eines entweder natuͤrlichen, oder kuͤnſtlichen ſauren riehng Salzes, mit einem jeden Laugenſalze, oder mit einer whatn eth andern Materie, mit welcher man durchs Cryſtalli⸗ di 8 4 ſiren ein Mittelſalz erhalten kann. ſen haben r Sͤlledut 3) Das Salzmachen durch Verwandlung in ein eredemn flüchtiges Laugenſalz, beſtehet darinne, daß ein feuer⸗ ſn mde,t beſtaͤndiges Laugenſalz in ein fluͤchtiges verwandelt und eind wird, welches die alten Chemiſten das Fluͤchtigma⸗ ggiebt Urna che davon chen 288 chen des feuerbeſtaͤndigen Salzes nennen, und wel⸗ ches durch Verbindung feuerbeſtändiger Salze mit öͤligten Materien, und durch Sublimiren dieſes Meng⸗ ſels hauptſaͤchlich verrichtet wird. Anmerkung. Weil ich noch kein einziges Beyſpiel, vom Salzmachen durch Verwandlung in ſaure, oder von Ver⸗ wandlung der Laugenſalze in ſaure Salze, als das Ge⸗ gentheil von dem Salzmachen durch Verwandlung in Lau⸗ genſalze, gefunden habe, ſo glaube ich daraus ſchlieſſen zu koͤnnen, daß man das ſaure Salz, als das erſte, ſo⸗ wol in Anſehung des Laugenſalzes, als auch der uͤbrigen, betrachten muͤſſe. 2. Anmerkung. Weeitlaͤuftiger haben wir hier von Ver⸗ wandlung der Salze nicht handeln koͤnnen, weil wir viele, den Anfaͤngern in der Chemie unbekannte Saͤtze voraus⸗ zuſetzen genoͤthiget geweſen waͤren. Wir verſpahren alſo die ausfuͤhrlichere Abhandlung vom Salzmachen bis zu anderer Gelegenheit. Wer aber mehrere Beyſpiele davon verlanget, wird derſelben ſehr viele im 2ten Theil dieſer Chemie finden. Das 23. Capitel. Vom Seiffenmachen und Verſuͤſſen. 5§. I. D' Seiffenmachen iſt diejenige Arbeit in der Che⸗ mie, vermoͤge welcher Laugen⸗oder ſaure Sal⸗ ze mit oͤligten oder fetten Theilen alſo verbun⸗ den werden, daß daraus ein ſowol im Waſſer als Weingeiſt, ohne Scheidung der Theile, zergehendes Mengſel wird. 2 Anmerkung. Seiffe, ſie mag weicher oder haͤrter ſeyn, heiſt uͤberhaupt jedwedes mehr oder weniger feſtes Gemen⸗ ge, welches ſich ſowol in Weingeiſt als Waſſer, ohne Scheidung Cap. 22. Vom Salzmachen V 9 der fertn geniſ zuldſ auch binde M einer werden Armer nict, ſifen eiſſer ſiaieh de er undale iſche ſn der hanen Arun in e un ſch Aehen, n Ommi ale dun 19 ¹ und we Sile m dieſs Nas deyſpil, m oder vond mndlanai a graus ſcliſ das erſt, h der iüne hier don. weil wir „Saätze uom verſpahten i zmachen bo⸗ zeyſpiele dir en Cheil de KF.e üſſen. t in de0 r ſaune alſo ved Vaſſr „zergehen er bätin t rfeles bene Paſr,n, Scyeden Vom Seiffenmachen und Verfuͤſſen. 289 Scheidung der Theile, aufloͤſen laͤſt. Seiffartige Coͤr⸗ per aber ſind alle diejenige, welche dergleichen Miſchung haben. Fuͤrnemlich heiſt ein dergleichen weicheres Ge⸗ menge, weichere Seiffe, ein haͤrteres hingegen, das ſich nicht an die Haͤnde haͤnget, haͤrtere Seiffe. §. 2. Weil ſich zweyerley Salze finden, nemlich entwe⸗ der ſaure oder Laugenſalze,(§. 1.) die mit oͤligten und fetten Materien ſo verbunden werden koͤnnen, daß ein gemiſchter Coͤrper, der im Waſſer und Weingeiſt auf⸗ zuloͤſen iſt, daraus entſtehet, ſo iſt das Seiffenmachen auch zweyerley, als 1) Das eigentlich ſogenannte, welches in Ver⸗ bindung der Laugenſalze mit einer oͤligten oder fetten Materie beſtehet. 2) Das Verſuͤſſen, wodurch ſaure Salze mit einer oͤligten oder entzuͤndlichen Materie verknuͤpfet werden.* Anmer⸗ * Anmerk. des Ueberſ. Ich weiß entſteht aus den recht ſtarken nicht, warum man das Ver⸗ Saͤuren, auch ſogar des Eßigs, ſuͤſſen der ſauren Geiſter zum niemals, mit recht ſtarkem Seiffenmachen mit Gewalt Weingeiſt, ein Weſen, das ſich hinziehen will. Einmal ſind im Waſſer aufioͤſen laͤſt, ſon⸗ die verſuͤßten ſauren Geiſter, dern eine Naphtha, oder ein und alle ſogenannte Boerhaa⸗ weſentliches Oel, das mit dem viſche Seiffen, 3. E. die ſuͤſ⸗ Waſſer nicht auders als durch ſen oder ſaͤuerlichen Saͤfte der ein ſuͤſſes Weſen, z. B. Zucker, Pflanzen, himmelweit in ihrer und doch nicht voͤllig, verbun⸗ Wirkung von den eigentli⸗ den werden kann, wie der ſtar⸗ chen Seiffen unterſchieden, ke Geruch, der ſich im ganzen und ſtehen dieſen gerade ent⸗ Hauſe davon ausbreitet, und gegen, wie man ſowol in der das oͤligte Haͤutgen, das Re⸗ Chymie als in der Arzneykunſt genbogenfarben hat, und oben alle Tage ſieht; und zweytens auf ſchwimmet, zeiget. Es er⸗ J. Th. T giebt ——— 2 —— — 290 Das 23. Capitel. Anmerkung. Weil nicht jede Verbindung ſaurer Salze mit oͤligten Materien, Cörper giebt, die ſich im Waſſer und Weingeiſt aufloͤſen laſſen, ſo ſiehet man daraus, daß nicht alle Verbindungen ſaurer Salze mit oͤligten Mate⸗ rien zum Verſuͤſſen gehoͤren, wenn gleich der ſaure Geiſt ſeine freſſende Kraſt dadurch ableget. So kan man z. B. aus jeder mineraliſchen Saͤure mit einem Pflanzenoͤle, einen harzigen Coͤrper darſtellen, der ſich zwar vom Wein⸗ geiſt, aber nicht vom Waſſer aufloͤſen laͤſt, und alſo auch nicht unter die ſeiffartigen Coͤrper, obgleich die Saͤure unterdrückt worden, gehoͤret. Es ſcheinet alſo, als wenn zu dieſem Verſuͤſſen ein ſehr zartes Oel, oder nur eine ent⸗ zuͤndliche ſehr reine und zarte Materie, oder ſonſt etwas noch nicht genug bekanntes, erfordert werde. §. 3. Was das eigentlich ſogenannte Seiffenmachen§. 2. N. 1.) anlangt, ſo finden wir, daß es wieder, ſo⸗ wol in Anſehung des natuͤrlichen oder kuͤnſtlichen, feuerbeſtaͤndigen oder fluͤchtigen, weniger oder mehr gereinigten Laugenſalzes, ſo man dazu brauchen kann, als auch in Anſehung der verſchiedenen Natur und Beſchaffenheit, der Fettigkeit und des Oels, welche mit dieſen Laugenſalzen verbunden werden ſollen, un⸗ terſchieden iſt. Deswegen haben wir vielerley Seif⸗ fen, die aber, weil ſie nicht alle gleich gebraͤuchlich ſind, noch ſonderlich von einander abweichen, un⸗ ter folgende 4 Arten bequem gebracht werden koͤn⸗ nen. 1) Das giebt ſich alſo auch hieraus, zuſammengeſetzt iſt, genom⸗ daß zur eigentlichen Verſuͤſ⸗ ſung derſelben kein ſehr zartes Oel, oder eine entzuͤndliche ſehr reine und zarte Materie, (ſ. die Anmerk.) ſondern eine ſalzige, die viel oͤligtes, wie der Zucker hat, und ziemlich men zu werden, brauche. Die Scheidung der Naphtharum aus dem dabey uͤbergehenden Waſſer, durch ein Laugenſalz, bekraͤftiget noch mehr, daß hier gerade das Gegentheil vom Seiffenmachen geſchehe. oder ſovol den V kannti ſäu beſch ſen Un ) til 0 Iſtem dine ſo ſtvinm nüter Sile hin Wiſe dataud öligtn a er ſaune Giſ an man d Pflanzau ar vom Var und alſai ch die Ein⸗ alſo, alewa r nut eineen er ſonſt ane de. nmachen gwieder, küͤnſtlice oder un uchen kan Natur u ls, welt ſollen, u erley Eii ebraͤucht eichen, w verden 1) d ;t iſt, gu „brauche d Napbitaru ſ uͤbengehent ein(augnd h mehr Rül zegenthel d geſchehe Vom Seiffenmachen und Verſuͤſſen. 291 1) Das gemeine Seiffenmachen. 2) Das Venetianiſche, 7 3) Das Starkeyiſche, und 4) Helmontianiſche. Anmerkung. Man darf nicht zweifeln, daß nicht alle übrige, noch ſo ſehr verſchiedene, Bereitungen der Seiffe unter dieſen vier Arten ſtehen koͤnnen. Denn einige der uͤbrigen Bereitungen, gehen von den gedachten ſehr wenig, und nur in Anſehung einiger Umſtande und Zuſatze, ohne die Hauptſache zu veraͤndern, ab. . 4. Die gemeine Verfertigung der Seiffe[das gemei⸗ ne Seiffenſteden](§. 3. N. 1.) beſtehet in Verbin⸗ dung des aus jeder Aſche ausgelaugten, und mit Kalch geſchaͤrften Laugenſalzes, mit einem groͤberen Oel, oder mit Wallfiſchthran, oder auch mit andern Fett ſowol von See⸗ als auch andern auf dem Lande leben⸗ den Thieren. Weil nun dieſe Art Seiffe zu machen genug be⸗ kannt iſt, ſo waͤre es uͤberfluͤſſig, dieſelbe weitlaͤuftig zu beſchreiben, genug, wenn wir die hauptſaͤchlich⸗ ſten Umſtaͤnde beybringen, die darinne beſtehen: 1) Man mache aus Holzaſche, die mit eben ſo viel, oder mit zwey Theilen Kalch, nachdem die Aſche mehr oder weniger Salz fuͤhret, vermiſcht iſt, eine ſo ſtarke Lauge, daß ein friſches Ey darinnen ſchwimmet. 2)) Darauf koche man dieſe Lauge, nachdem man ihr Unſchlitt, oder andere ſchon angeführte Fertigkei⸗ ten, oder auch dickere ausgepreßte Oele zugeſetzet hat, bey gelinder Waͤrme ſo lange, bis dieſe beygemiſchte Materie der Lauge vollkommen einverleibet iſt, ſo daß fie mit derſelben zu einer ſeiffigten Maſſe geworden, und bis die Seiffe ihre gehoͤrige Dicke erhalten hat. T 2 Es 292 Das 23. Capitel. Es iſt auch noͤthig, daß man dieſes Gemenge, waͤh⸗ rend dem Kochen, beſtaͤndig bewege, und mit einem Spatel oder oͤffel umruͤhre. Anmerkung. Wenn ſtatt der Aſche Pottaſche genommen wird, ſo erhaͤlt man eine reinere Seiffe; wenn man aber Aſche und Fiſchthran nimt, ſo wird daraus die gemeine weiche und dunkelgruͤne Seiffe, die man die deutſche nen⸗ net. Es pflegen auch einige zu dieſem Gemenge etwas Mehl, um die Verbindung der Fettigkeit mit dem Lau⸗ genſalz zu erleichtern, zuzuſetzen. In groſſen Seiffenſie⸗ derwerkſtaͤtten, wo die Kuͤnſtler Seiffe machen, wird die Aſche in viereckigten Faͤſſern, die am Boden ein Loch ha⸗ ben, durch welches die Lauge in die darunter ſtehende Ge⸗ fäͤſſe, die ſtark genug ſeyn muͤſſen, abtroͤpfelt, ausge⸗ lauget; nachher wird dieſe Lauge in einem groſſen eiſer⸗ nen walzenfoͤrmigen Keſſel, mit zugeſetztem Fett oder Oel, zu gehoͤriger Dicke eingekocht; die verfertigte Seiffe aber in höͤlzerne walzenfoͤrmige Gefaͤſſe, ſo den vierten Theil einer Tonne halten, bis zu 60 Pfunden in jedes Gefaͤſſe, ausgeſchuͤttet. 6. v. Die Verfertigung der Venetianiſchen Seiffe(§. 3. M. 2.) beſtehet darinne, daß man ein ausgepreßtes Oel mit Sode oder reinem Laugenſalz verbindet, wo⸗ bey folgendes zu beobachten iſt:. 7) Man mache aus zwey Theilen ſpaniſcher Sode, oder eines andern reinen Laugenſalzes, mit einem Theile ungeloͤſchten, friſchen und noch nicht zer⸗ fallenen Kalchs, und 6 Theilen Brunnenwaſſer eine Lauge, und koche dieſelbe bis auf den dritten oder vierten Theil, nemlich ſo lange, bis ein friſches Ey darinne ſchwimmet, ein. Dieſe Lauge heiſſen die Sei⸗ fenſieder die Meiſterlauge. 2) Man theile die verfertigte Meiſterlauge (N. 1.) in zwey gleiche Theile, von denen der eine mit ſo viel reinem Waſſer, daß darinne ein friſches Ey mane fenart lät nen gable T nan de Läffe dand. Anm noe wä⸗ mit ünen e genoner an man ha die gemene deutſcheno⸗ menge etwe nit dem lar⸗ en Säüfe zen, wirdi ein Loch h eſtehendebe pfelt, aueg groſſn Fett 3 te Seißf ain vierten The edes Gejiſe Seiff 6⸗ ꝛusgepreßte rindet, de mn ſpanſt nſalzes, vchnich ſ tnſt, 4 dritten 0 friſhe iſſen deei Miiſtetlan telcue enen der Ghe ein fi 0 Vom Seiffenmachen und Verſuͤſſen. 293 Ey ſogleich zu Grunde gehet, verduͤnnet wird, ſo heiſt dieſe Lauge die andere; den andern Theil muß man in ſeiner Guͤte laſſen. 3) Darauf nehme man von der andern Lauge, ſo viel als man will, vermiſche damit eben ſo viel Baum⸗oder ein anderes ausgepreßtes reines Oel, und koche dieſes Mengſel bey gelindem Feuer, unter be⸗ ſtandigem Umruͤhren ſo lange, bis es, nachdem die Feuchtigkeit groͤſtentheils abgeduͤnſtet iſt, vereiniget zu werden anfaͤngt, und ſich die Maſſe gleichſam ver⸗ dicket. 4) Nun gieſſe man zu dieſem dicken Mengſel, den dritten Theil ſo viel, als man Oel oder andere Lau⸗ ge(N. 3.) genommen hat, Meiſterlauge(N. 1.) und koche dey gelindem Feuer, unter beſtaͤndigem Um⸗ ruͤhren, ſo lange, bis das kalt gewordene Mengſel ſteif genug wird, welches man erfahren kann, wenn man einen oder den andern Tropfen von dieſem ſeif⸗ fenartigen Gemenge, auf einen kalten Teller fallen laͤſt. Denn wenn es genug gekocht und ſich vollkom⸗ men vereiniger hat, ſo ſcheidet ſich die Lauge im Au⸗ genblick von der geronnenen Seiffe. 5) Iſt die Vereinigung alſo geſchehen, ſo laſſe man das Feuer abgehen und ſcheide die Lauge von der Seiffe, vermittelſt des Durchſeihens durch Leine⸗ wand. Anmerkung. Die bekannte venetianiſche Seiffe, beſtehet aus drey Theilen Baumoͤl und zwey Theilen Laugenſalz, und hat ihre Marmorflecken, entweder vom Cypriſchen Vitriol oder einer andern faͤrbenden Materie. Thut man ein wenig Indig hinzu, ſo wird die Seiſe blau; von der Coccionelle aber roth. Wenn ſtatt des Baumoͤls ſuͤß Mandeloͤl gebraucht worden, ſo wird die Seiffe weiſſer. Die Alicantiſche, hat keine Flecken, und iſt weißlich, ins gelde ſchielenv. Sie unterſcheidet ſich von der Venetia⸗ T2 nuſchen, 2 — 4 8 294 Das 23. Capitel. niſchen, nicht allein in Anſehung des Laugenſalzes, wel⸗ 1 ches in jener das reine Salz aus der Sode iſt, ſondern auch zuſch in Anſehung des Oels.— angen 2. Anmerkung. Damit das Oel mit dem Laugenſalze reiten deſto beſſer zuſammen gehe und vereiniget werde, ſo wer⸗ ſehn, fen einige, wenn das Mengſel faſt gahr iſt, etwas Kuͤ⸗ nem chenſalz hinein, wodurch die Lauge ſchwerer wird, und ſich peie die Seiffe beſſer und leichter vom Laugenſalz ſcheidet.* V mii 3. Anmerkung. Die Zeichen daß ſich das Mengſel voll⸗ V Söm kommen vereiniget und die Seiffe fertig ſey, ſind:) Wenn ſie nicht ſcharf, noch nach Laugenſalz ſchmeckt b) V b 4, Sich im Waſſer voͤllig aufloͤſet c) und in der Luft nicht V farken zerflieſſet, noch anziehet. Wenn ſie noch ſcharf iſt, ſo muß ea Fl man, weil des Laugenſalzes zu viel iſt, mehr Oel hinzu⸗ atke thun und mit dem Kochen fortfahren; eben das muß ge⸗ alite ſchehen, wenn ſie an der Luft zerfluͤſſet; wenn man die Aüh Seiffe im Waſſer aufgeloͤſet hat, und ſiehet daß etwas Oel die d oben auf ſchwimmet, ſo muß man mehr Lauge zuſetzen cken, und mit dem Kochen fortfahren. Aum §. 6. Ind Die Verfertigung der Starkeyiſchen Seiffe(§. 3. 3 N. 3.) iſt ſchon kuͤnſtlicher und ſchwerer; ſie beſtehet 5 aber in vollkommener Vereinigung eines Laugenſal⸗ zes mit einem deſtillirten oder weſentlichen Oel. Die ſche fuͤrnehmſten Umſtaͤnde, die man bey ihrer Bereitung). in Acht zu nehmen hat, ſind folgende: fzana Anmerk. des Ueberſ. Der be⸗ de gewiß nimmermehr ein ſol⸗ gaſalh ruͤhmte Henkel ſagt ſogar in ches zuſammen geronnenes diß dara feinen kleinen mineralogiſchen Weſen werden, wenn es nicht ten(9. Schriften, die der ſel. Zim⸗ vermittelſt des Kochſalzes ge⸗ Gazl mermann herausgegeben hat, ſchaͤhe; als welches nicht al⸗ 1 and S. 232. und 233: Daß die lein alcaliſcher ſondern auch 4 3 Seiffe zwar ein Werk der Wei⸗ fettiger Eigenſchaft ſey; das da N. ber, aber eine Sache ſey, an fettige Weſen ader beſtehe ſn einen der ſich ein groſſer Verſtand meiſtentheils aus einer ſauren ſch than verſuchen koͤnne, und ſie wuͤr⸗ Schaͤrfe.. k,ucht 1) Man lnai ₰ — Vom Seiffenmachen und Verſuſſen. 295 d, 1) Man muß ein Laugenſalz haben, das ſich da⸗ Rdeauh zu ſchicket. Es haben zwar viele, mancherley Arten angegeben, wie man hiezu taugliche Laugenſalze be⸗ 8 Eangenäd reiten ſolle; die beſte Art aber ſcheinet diejenige zu 5 ſeyn, da man ein Laugenſalz gleichſam im Augendlick, V d, undſij nemlich den weiſſenFluß aus 1. Theil gepülverten Sal⸗ heidet.⸗ peters, mit eben ſo viel gepuͤlvertem Weinſtein ver⸗ 1 naſcl dol miſcht, machet; dieſes Mengſel wirft man in einen 1 „ſind:) Schmelztiegel, und ſteckt es mit einer gluͤhenden Koh⸗ d hmeckt b) le an, damit es verpuffe; worauf man die Maſſe im Luſt nich ſtarken Feuer ſchmelzen muß. Aus dieſem geſchmelz⸗ dind ten Fluß mache man in einem eiſernen Topfe, eine et ſtarke Lauge, in der man friſch gebrannten und noch nn man di gluͤhenden Kalch abloͤſchen, nach einigen Stunden Jetwas d die Lauge vom Kalch abgieſſen, durchſeihen, eindi⸗ ege zyſehn cken, und endlich wieder aufs neue ſchmelzen muß. Anmerkung. Einige nehmen das reine, wohl gebrannte und ſehr ſcharfe Laugenſalz aus dem Weinſtein, ohne eift(g⸗ Kalch; weil ſich aber dieſes Laugenſalz, wie wir aus der Er⸗ 2. fahrung wiſſen, mit den weſentlichen Oelen weit ſchwerer ſie beſth verbinden laͤſt, als ein anderes mit Kalch geſcharftes, ſo Laugenſi halten wir die angezeigte Art, ein, zu dieſer Arbeit taug⸗ Oel. De liches Laugenſalz zu bereiten, fuͤr weit beſſer. Beteitun 2) Der zweyte Umſtand, bey dieſer Arbeit Seif⸗ fe zu machen, beſtehet darinne, daß das bereitete Lau⸗ genſalz mit dem weſentlichen Oele ſo vereiniget werde, emeht eitſc naſ daß daraus eine Seiffe, ſo die gedachten Eigenſchaf⸗ wenn ehict tten(§. 7. 3. Anmerk.) hat, entſtehe. Um dieſes aber dochſalls h zu erhalten, muß man ſehr fuͤrſichtig und beſonders ies ict folgender Geſtalt verfahren; man ſchuͤttet nemlich ſrden ui das(N. 1.) bereitete und im Feuer geſchmelzte Salz haſt in; in einen eiſernen Moͤrſel, ſtoͤſſet es ſo warm, als es dr bih ſich thun laͤſt, mit einer warm gemachten Moͤrſelkeu⸗ zenn iun le, recht wohl zu Pulver, thut es ſo denn in eine weite Porcellanſchaale, die einen ebenen Boden hat, und 1) Mn T 4 eben⸗ 296 Das 23. Capitel. ebenfalß warm gemacht worden iſt; worauf man auf dieſes noch warme Salz alſobald, ſo viel weſentliches Oel gieſſet, daß es etwas uͤber daſſelbe gehet; ſodenn muß man dieſes Gemenge taͤglich gelinde erwaͤrmen und umruͤhren, auch ſobald als das Salz trocken ge⸗ worden, wieder mehr Oel zuſetzen und dieſes ſo lange wiederholen, bis ſich Oel genug vereiniget hat, und die Seiffe, welche weiß und zart, wie Rahm ſeyn ſoll, fertig geworden iſt. 1 Anmerkung. Zu einem Theile Laugenſalz muß man faſt drey Theile Oel nehmen. Die Vereinigung aber kann nicht durch Kochen geſchehen, weil das Oel auf dem Waſ⸗ ſer oder der Lauge ſchimmet, und eher als es ſich mit der⸗ ſelben!verbinden kan, im Rauch davon gehet; ja das Waſſer ſelbſt hindert dieſe Verbindung. Wolte man die⸗ ſelbe in ſehr warmen Gefaͤſſen vornehmen, ſo iſt es des⸗ wegen nicht rathſam, weil das ſehr zarte Oel bey allzu⸗ groſſer Hitze verfliegt, und das ruͤckſtaͤndige braun und har⸗ zigt wird. Durch beſtändige Bewegung dieſe Arbeit zu vollenden, ſcheinet allzuverdruͤßlich zuſeyn. Boerhaave hat dieſe Seiffe(ſ. Chem. T. II. proc. LXXIV.) aus rei⸗ nen Laugenſalze vermittelſt der Waͤrme und der feuch⸗ ten Luft, bereitet, und von ihm haben die Wuͤrtember⸗ ger ihre Beſchreibung in der Pbarm. Würtemb. von Wort zu Wort entlehnet, welches alles Anton. Ruͤdiger g. 503. S. 725. in der Syſtem. Anleit. zur Chymie, ins Deut⸗ ſche überſetzet hat. Junker hat in dem Couſp. Chem. T. II. p. 463. die Art angegeben, daß man das Weinſtein⸗ ſalz mit ungeloͤſchtem Kalch durch wiederholtes Gluͤhen brennend ſcharf machen, und es darauf in einem warmen Moͤrſel mit einem weſentlichen Oel ſo zuſammen reiben ſolle, daß ein Pfund Salz ein halb Pfund Oel in ſich ſchlu⸗ cke; nachher ſoll man es 14. Tage in gelinde Waͤrme ſetzen und denn auf einer glaſernen Tafel, zerflieſſen laſſen; das abgeſloſſene ſoll man trocknen, und mit ihm wie zu⸗ vor verfahren; auch die Arheit ſo lange widerholen, bis man eine ſeiffenartige nulchigte Maſſe erhalten habe. Dieſe Seiffe heiſt auch nach einem gewiſſen londniſchen Empirico, Matthaͤo, der mit dieſer Seiffe die dum— machen⸗ fordert V werden. . 1 ) chen, nniſcht V aug ei ) Wiinge genſa ſenn mu drause gewennet TJhels u Anmer zwar! ldere ſug, worde ſc, Das Nerbind llgee eſcnn ufmenaf veſentlihe ſet; ſodenn erwaͤrnan trocken es ſo 5 — hat, wn ahm ſe uß manf g aber kin uf dem A ſich mit de ehet; ja d olte man die ſo iſt es de el bey alhe aun und har ſe Arbeit zl Boerhaave V.) aus rii d der ſeuch Wärtemder . don Van Ruͤdiger/ ne, ius Dal⸗ 6 onſp. Che s Wanſtir ltes Güh aem warne- mmen lub in ſih ſhe Wärmeſt geſſen laſen tihm wle derhole,d halten ke hube n londaſch eiffedie dun nnache Vom Seiffenmachen und Verſuͤſſen. 297 machende Kraft des Mohnſafts verbeſſert ähat, Corre⸗ ctor Matthaͤi. §. 7. Die Verfertigung der Helmontianiſchen Seiffe (§. N. 4.) welche von den vorigen unterſchieden iſt, beruhet auf der Verbindung eines fluͤchtigen Laugen⸗ falzes, mit einem Oel oder oͤligten Geiſte. Dieſes geſchiehet, indem man nur zwey Feuchtigkeiten fuͤr⸗ ſichtig mit einander vermiſcht, dabey weiter nichts er⸗ fordert wird, als daß dieſe Materien wohl zubereitet werden. Sie wird aber auf zweyerley Art gemacht 1) Mit einem ausgepreßtem Oel, mit wel⸗ chem, der mit Kalch deſtillirte Salmiackgeiſt, ver⸗ miſcht, und das Gemenge wohl geruͤhret wird; wor⸗ aus ein ſeiffenartiges Weſen entſtehet. 2) Mit einem oͤligten⸗ oder hoch rectificirten Weingeiſt, indem man mit demſelben den mit Lau⸗ genſalz deſtillirten Salmiackgeiſt, welcher ſehr ſtark ſeyn muß, vermiſchet und vereiniget. Es entſtehet daraus ein dickes Weſen, welches Offa Helmontiana genennet wird, wovon im 9. Capitel des zweyten Theils weitlaͤuftiger gehandelt werden ſoll. Anmerkung. Dieſe angefuͤhrte dicke Coͤrper, kommen zwar nicht gaͤnzlich mit den uͤbrigen beſchriebenen Seiffen überein, gehoͤren aber billig hieher, weil ſie aus Laugen⸗ ſalz, das mit Oel, oder einem oͤligten Geiſt verbunden worden, beſtehen. Was die ſo genannte chemiſche Seiffe ſey, wird bey anderer Gelegenheit geſaget werden. §. 8. Das Verſuͤſſen(§. 2. N. 2.) gruͤndet ſich auf die Verbindung ſaurer Geiſter oder Feuchtigkeiten, mit oͤligten oder geiſtigen Materien; weswegen der faure Geſchmack und die freſſende Natur der erſteren, wie T 5 auch 298 Das 2 3. Capitel. auch die oͤligte und geiſtige Natur der letzteren derge⸗ ſtalt entweder vernichtet oder veraͤndert wird, daß daraus ein fluͤſſiges Weſen von lieblichem Geſchmack und beſonderer Eigenſchaft entſtehet. Das Verſuͤſſen erfordert alſo eine genaue und be⸗ ſtimte Verhaͤltniß eines fluͤſſigen Weſens zum an⸗ dern, und eine eben ſo genaue Verbindung beyder Feuchtigkeiten mit einander. Es iſt auch gewiß, daß man bey dem Verfuͤſſen einen doppelten Unterſchied antrift. Denn ſaure Coͤrper werden theils von oͤlig⸗ ten, theis auch von geiſtigen Feuchtigkeiten verſuͤſſet. Die erſte Art, die ſich von den Harzen unterſcheidet, gehoͤret noch allein fuͤr die Natur; die Kunſt hat ſie nicht nachahmen koͤnnen; wie man am Zucker, Man⸗ na, Moſt und an allen ſuͤſſen Fruͤchten ſiehet; denn, wenn wir ſaure Coͤrper mit Oelen vermiſchen, ſo koͤnnen wir nur Harze, aber nicht ſo ſuͤſſe ſeiffenartige Mengſel, wie die angefuͤhrte, die uns die Natur liefert, ſind, (§. 2. Anmerk.) zu wege bringen. Daher gehoͤret die letzte Art, die von der Vermiſchung ſaurer Coͤr⸗ per mingeiſtigen Feuchtigkeiten, oder mit dem hochre⸗ ctificirten Weingeiſt, abhanget, nur allein hieher. 1. Anmerkung. Wir haben oben(§. 2. Anmerk.) gezei⸗ get, daß die Saͤure ſelbſt, bey ihrer Vermiſchung mit Oelen, zwar veraͤndert und zum Theil zerſtoͤret, dadurch aber ein harzigter Coͤrper, und kein ſüſſes ſeiffenar⸗ tiges Gemenge, hervorgebracht werde: es iſt auch nicht zu zweifeln, daß die Natur auf dieſe Art ihre Harze ma⸗ chet; ob ſie aber auch ihre ſüſſe ſeiffenartige Mengſel, durch dergleichen grobe Vermiſchung ſaurer Dinge mit Oelen, zubereite, will ich gar nicht behaupten; ſondern vielmehr dafuͤr halten, daß die Natur eben ſowol als die Kunſt, aus einem verdünneten Oel d. i. aus einem gei⸗ ſtigen Welen, das mit der Säure vereiniget worden, die⸗ ſe ihre Suͤſſigkeit zuwege bringe, und daß daraus mit der Zeit Oel werde. Daher gehet das Oel nicht vor dem Ver⸗ Aus den nigen Ce fale N. e, i ein DJmſaße ode lüſigen C deniger 8 älhe uf alufäſa Vom Seiffenmachen und Verſuͤſſen. 299 ke di. Verſuͤſſen vorher, ſondern folget auf daſſelbe, oder es. wid, di muß uͤberdis eine andere, uns noch unbekannte, Materie n Geſchma zu dem naturlichen Verſuͤſſen noͤthig ſeyn, wovon mir im zweyten Theile mit mehrerem handeln werden. Dem ſey nun wie ihm wolle, ſo haben wir das natuͤrliche aue undte Verfüſſen deswegen, weil wir von dergleichen ſuͤſſen natuͤr⸗ ens zum o- lichen Coͤrpern ein wahres Oel bekommen, und das ge⸗ dung bend dachte kunſtliche, ins beſondere, angezeigter maſſen betrach⸗ Hgerſß i ten muͤſſen. UnRſt 2. Anmerkung. Weil ſaure ſreſſende Geiſter, nicht al⸗ .Anteelt lein von Oelen und geiſtigen Feuchtigkeiten verandert, ls von ih ſondern auch von einigen Mineralien, wo nicht voͤllig ten verſiſe verſuͤſſet, dennoch ſehr geſchwaͤchet werden, ſo hat man unterſchei deswegen einigen verfertigten Coͤrpern und Salzen ſolche Kunſt hri Namen gegeben, als wenn ſie durchs Verſuͤſſen entſtan⸗ den waͤren, und einige Aehnlichkeit mit den angefuͤhrten pucker, Na Verſuͤſſungen häͤtten; ſo heiſt z. E. der aus Blei mit Eßig jehet; den gemachte Salzeoͤrper, Bleizucker, und das ſublimirte n, ſo käͤnae Oveckſilber, wenn ſeine giftige und freſſende Eigenſchaft Men ſ veräͤndert und zerſtoͤret worden iſt, ſuͤſſes Qveckſilber; weil ge Wengſe aber ſolche ſuͤſſe oder unſchmackhafte Coͤrper, vom Wei⸗ jefert, ſind geiſt nicht aufgeloͤſet werden, ſo iſt auch ausgemacht, daß her gehoͤrt ſie zu dem, in dieſem Capitel angefuͤhrtem. Verſuͤſſen, ob aurer C virr ihnen gleich ihre Namen und Titel entweder in Anſe⸗ hoch hung ihres Geſchmacks oder ihrer veraͤnderten Beſchaffen⸗ nhehe heit, nicht abſprechen koͤnnen, nicht zu rechnen ſind. . zmerk.) geſ§ 2.. niſchung m Aus dem, was von der Art und Natur der ſeiffen⸗ ret, dt artigen Coͤrper, geſaget worden, erhellet deutlich, ſes ſäfin daß alle Verfertigung der Seiffe und alles Verſuſ⸗ ii uhn ſen, in einer vollkommenen Aufloͤſung, wodurch Lau⸗ te Nnn genſalze oder ſaure Feuchtigkeiten, von oͤligten oder er Dien geiſtigen Coͤrpern aufgeloͤſet, und zu mehrerer oder pten; ein weniger Feſtigkeit gebracht werden, beſtehen Denn owolbt alle Verfertigung der Seiffe und alles Verfuͤſſen, be⸗ aus unß ruhet auf eben den Gruͤnden, wie ſie in der Lehre von den d’ 4 d m der Aufloͤſung beygebracht worden ſind(Cap. 2. F. 10.) ſcht vol dl ucjt 1 Das 300 Das 24. Capitel. eEH BS EB B BS SS Das 24. Capitel. Vom Verglaſen und Verſchlacken. S. I. Ias Verglaſen iſt eine chemiſche Arbeit, bey der — feuerbeſtaͤndige Coͤrper, durch Huͤlfe des Feuers, mit, oder ohne Zuſatz, geſchmelzt und in dich⸗ te, harte, zerbrechliche, ſchmelzbare, mehr oder weniger durchſichtige Coͤrper, die man Glaß nennet, veraͤndert werden. Anmerkung. Was das Glaß ſey, wird bey anderer Gelegenheit vielleicht weitlaͤuftiger erklaͤret werden koͤn⸗ nen, da wir inzwiſchen hier nicht verſchweigen, daß die⸗ jenige Eigenſchaft, die viele Chemiſten dem Glaſſe, daß es nemlich ein unauſlößlicher Coͤrper ſey, beylegen, nicht bey jedem Glaſe angetroffen werde; denn wir ſind durch die Erfahrung überfuͤhret, daß das Glaß des Spieß⸗ glaſes, ſowol vom Wein, als auch vom Waſſer und an⸗ dern Feuchtigkeiten zum Theil aufgeloͤſet werde, und von demſelben eine brechenmachende Kraft bekomme; auch ha⸗ ben wir Beyſpiele an Flaſchen, die vom Rheinwein zum Theil aufgeloͤſet worden ſind. Wir koͤnnen aber mit meh⸗ rerer Gewißheit behaupten, daß das Glaß, ein im Feuer unveranderlicher Coͤrper ſey; Denn obgleich einige ge⸗ faͤrbte und dunkele Glaſer durch anhaltendes und heftiges Feuer durchſichnger und heller werden, ſo hoͤren ſie doch, auch im heftigſten Feuer, niemahls auf, Glaß zu ſeyn, ſondern behalten alle Eigenſchaften deſſelben. §.—4 Weil daß Glaß, fuͤr ſich, im heftigſten Feuer weder veraͤndert, noch zerſtoͤret werden kann(F. 1. Anmerk.) ſo halten die Chemiſten des Verglaſen mit gutem Grunde vor die letzte Arbeit und Veraͤnderung, die das Feuer gegen feuerbeſtaͤndige Coͤrper ausuͤben, und in Can.) in der werde auf d einen zwen — oder geäſche rur de gen M B ſen au Cüryer ten W und ſo V Flüſen 2) nit odd nach der dem Gra dunnen, nüſen. Nrerber V ſilet we man eine verichte Anmerl ta ſ tage das man erdi FAl M Vom Verglaſen und Verſchlacken. 301 5 in denſelben hervorbringen kann; denn alle Coͤrper werden endlich zu Glaſe. Das Verglaſen folgt alſo auf das Verkalchen und Einaͤſchern, und beſtehet in cken. einem vollkommenen Fluſſe, wobey nicht mehr als zwey Stuͤcke zu betrachten vorkommen: 1 1) Daß ſchwefeligte Coͤrper, und die, die ſich mehr it, byg oder weniger haͤmmern laſſen, nach der im(10ten des Fennn Cap.) angegebenen Art, erſtlich verkalchet oder ein⸗ und in ü geaͤſchert werden. Von dieſem Verkalchen werden mehr ae nur diejenige Coͤrper, ſo aus einer reineren glasarti⸗ Glaß nenne gen Materie beſtehen, und fuͤr ſich zu Glaſe ſchmel⸗ zen, ausgenommen. Doch iſt noͤthig, daß auch dieſe Coͤrper einigermaſſen verkalchet und gluͤhend im kal⸗ din un ten Waſſer abgeloͤſchet werden, damit ſie bruͤchiger, gen, dh und ſowol zum Pulveriſiren, als auch zum voͤlligen Glaſe di Fluͤſſen und Verglaſen geſchickter werden moͤgen. vn d 1 2) Daß hernach die verkalchete Coͤrper(N. 1.) f des Eyn mit, oder ohne Zuſatz, in einem tauglichen Gefaͤſſe, nſer ud nach der, im(12ten Cap.) vorgeſchriebenen Art, bey de, und te dem Grad des Feuers, der zu ihrem zarten und ſehr me; auchit duͤnnen Fluß erfordert wird, vollkommen ſchmelzen ennvein i muͤſſen. Dieſes Schmelzen muß alſo entweder im b3 83 Reverberir⸗ oder in einem beſonderen Glasofen ange⸗ ich einige! ſtellet werden; doch kan man es auch zuweilen, wenn zund hf man eine leichtfluͤſſigere Materie hat, im Windofen 31 ſe 1 verrichten. hlaß zu ſeh . 4 Anmerkung. Was weiter bey dem Verglaſen zu bemer⸗ ken iſt, muß in der Glaßmacherkunſt vollſtaͤndiger vorge⸗ tragen und auseinander geſetzet werden. Feuer v§. 3. Anmch ſ 3 Das Verſchlacken iſt eine Art des Verglaſens, da Hrarz man erdigte, ſteinigte, mineraliſche Coͤrper, oder un⸗ usüten u edle Metalle, mit oder ohne Zuſatz, zu einer harten, -” bruͤ⸗ 302 Das 24. Capitel. bruͤchigen, dicken und ungleichen, mehrentheils un⸗ durchſichtigen, bisweilen auch halbdurchſichtigen Maſſe, ſo man Schlacke heißt, flieſſen laͤßt. Anmerkung. Weil das Verſchlacken nur beym Ausſchmel⸗ zen der Metalle, aus ihren Minern, und beym Schmelzen und Reinigen der Halbmetalle und Metalle vorkomt, ſo laͤßt ſich die Lehre vom Verſchlacken, in der Metallurgie, beſſer und vollſtaͤndiger abhandeln; daſelbſt muͤſſen alſo, ſowol die Eigenſchaften der Schlacken, als auch die ver⸗ ſchiedene Arten zu Verſchlacken, ferner angezeiget werden. 5. 4. In Anſehung der Materien, aus denen mehr oder weniger durchſichtige Glaͤſer, gemacht werden koͤnnen, bemerken wir, daß das Verglaſen(§. 1.) ſo wohl als das Verſchlacken,(§. 3.) entweder mit einer einfachen Materie, ohne Zuſatz, oder mit Zuſatz, d. i. mit einer vermiſchten Materie, vorgenommen werde. §.. Das Verglaſen mit einer einfachen Materie ohne Zuſatz, d. i. mit einem mineraliſchen Coͤrper, heißt das einfache Verglaſen, welches zweyfach iſt: 1) Das einfache erdigte Verglaſen, wird mit Er⸗ den, oder Steinen, oder auch andern mineraliſchen, fuͤr ſich zu Glaſe werdenden Coͤrpern, angeſtellet. Mei⸗ ſtentheils geben dieſe einfache Materien, nicht ſowol Glaͤſer als Schlacken,(§. 3.) doch kann man auch bisweilen aus einigen Coͤrpern und Mineralien, durch heftiges Feuer, mehr oder weniger durchſichtige Glaͤ⸗ ſer erhalten. Anmerkung. Es meynen einige Chemiſten, daß keine Er⸗ de, auch kein Stein fuͤr ſich, woferne ſie nicht einige me⸗ talliſche, als eiſen⸗ bley⸗ und kupferartige Theile, bey ſich fuͤhreten, zu Glaſe geſchmelzt werden koͤnnten; allein, es lehret b ) mit gefäit ſer vi und- V d menge dreyſa 1 mit N torgeno Magſe nen(ſ. dbtr auc nehr ode andene,ei gltatti prralan Anmert fir ſe der ve den. nnyſg ſaglele d de bſt 2) D dtheils w 1 mn Auaſcn un Schm vorkomt, Metallun tmüſſen d auch dien eiget wen nmehr t rden koͤrne ) ſo wohla ner einfach i. mit eine 4 NMaterie örper, hi iſt: vird wit⸗ nineraliche ſeſtelet. M „vicht enn un man ai tralie,dut ſichuge „daß kin 6 nin e nicht einhel Thelle toſh ten; allin, 1* Vom Verglaſen und Verſchlacken. 303 lehret nicht nur jede Pflantzenerde, die, wenn ſie wohl aus⸗ gelauget worden, fuͤr ſich zu Glaſe wird; ſondern auch, wie an ſeinem Orte(im zweyten Theile) bewieſen werden wird, einige Thonarten, die gar nichts eiſenſchüſſiges noch metalliſches bey ſich ſuͤhren, anderer Steine zugeſchwei⸗ gen, das Gegentheil. 2) Das einfache metalliſche Verglaſen, geſchiehet mit verkalchten Metallen, aus denen man ſchwerere, gefaͤrbte, leichtfluͤſſige, und zum Theil auftoͤsliche Glaͤ⸗ ſer, wie z. B. das aus dem Spießglaſe, aus dem Zinn und Bley, u. a. m. erhaͤlt. 1 §. 6. Das Verglaſen mit Zuſaͤtzen, ſo auch das zuſam⸗ mengeſetzte heißt, iſt in Anſehung der Miſchung von dreyfacher Art: 1) Das zuſammengeſetzte erdigte Verglaſen, wird mit Mengſeln von verſchiedenen Erden und Steinen vorgenommen. Meiſtentheils erhaͤlt man aus dieſen Mengſeln, ſo wie aus den einfachen Erden und Stei⸗ nen(F. F. N. 1.) nichts als Schlacken; bisweilen aber auch aus einigen mineraliſchen Gemengen, ein mehr oder weniger durchſichtiges Glas, ſo, wie auch andere, einen halbdurchſichtigen, dem Opal aͤhnlichen, glasartigen Coͤrper, der auf dem Bruche glaͤnzet, und Porcellan genennet wird, geben. Anmerkung. Es giebt viele mineraliſche Coͤrper, die zwar fuͤr ſich im Feuer nicht flieſſen; wenn ſie aber miteinan⸗ der vermiſcht werden, in ein glasartiges Weſen uͤberge⸗ hen.(Cap. 12.§. 10.) Alſo werden z. B. thonartige mit gypſigten und kalchartigen Materien, vermiſchte Coͤrper, ingleichen mit Thon vermiſchter Asbeſt, anderer Beyſpie⸗ le, die man in der Lithogeognoſie des Herrn Potes nach⸗ leſen kann, nicht zugedencken, zu Glaſe. 2)) Das zuſammengeſetzte metalliſche Verglaſen, wird 304 Das 24. Capitel. wird mit Erden, oder glasartigen, und mit metalli⸗ ſchen Kalchen vermiſchten Steinen, verrichtet. Daher bekomt man durch dieſes Verglaſen, eben ſo, wie durch das einfache mit metalliſchen Kalchen(§. 7. N. 2.) ſchwerere gefaͤrbte und leichtfluͤſſige Glaͤſer, wie z. B⸗ das Bleyglas iſt, ſo aus Bleykalch oder Mennige mit zugeſetztem ſehr zarten und geglühetem Sand, oder mit Quartz⸗Pulver bereitet wird. Dieſes metalliſche Verglaſen iſt mehr oder weniger zuſammengeſetzt, nachdem es entweder mit mehreren oder wenigeren Mineralien vorgenommen wird, in welcher Abſicht die meiſten Fluͤſſe und Schmelzglaͤſer hieher gerechnet werden. Anmerkung. Ben dieſen metalliſchen Glaͤſern iſt auch zu merken, daß ſie meiſtens weicher als andere ſind, und daß ſich aus ihnen die Metalle, durch Zuſatz einer entzuͤndli⸗ chen Materie, wieder herſtellen laſſen. 3) Das zuſammengeſetzte ſalzige Verglaſen, wird durch Steine und glasartige Erden, denen man ge⸗ wiſſe feuerbeſtaͤndige Salze, die dergleichen Coͤrper im Feuer aufloͤſen, zuſetzet, zuwege gebracht. Hiezu braucht man: a) Entweder Laugenſalze, die das ge⸗ woͤhnliche Glas, welches entweder gruͤn, wie das Fla⸗ ſchenglaß, oder durchſichtig und waſſerfarbig, wie das halberyſtalliniſche Glas, oder auch ganz durchſichtig und weiß, als das Cryſtallglas iſt, geben. Es komt aber dieſer Unterſcheid, theils von den zarten und rei⸗ nen Materien, theils vom Zuſatz, der zur Helligkeit und Reinigkeit ſehr viel beytraͤgt; theils auch von der anhaltenden Gewalt des Feuers her; oder b) Bo⸗ rax, der fuͤr ſich im Feuer zu Glas wird, und den Fluß glasartiger Coͤrper befoͤrdert, daß ſie deſto leich⸗ ter und weinlicher verglaſet werden koͤnnen; weswe⸗ gen man auch bisweilen c) Salpeter nimmt. E,, 1 es Manch⸗ Vom Verglaſen und Verſchlucken. 305 nit metta. tt. 5 Manchmal werden auch, um dieſes zuſammengeſetz⸗ ,wledut te ſalzige Verglaſen zuwege zu bringen, andere Mate⸗ ..Na rien, beſonders metalliſche Coͤrper zugeſetzet, wodurch wien daſſelbe aus zuſammengeſetzten Coͤrpern, mehr oder eanigen weniger zuſammengeſetzt wird, und wodurch ſowol die Kid, A uͤnſtlichen Edelgeſteine oder Fluͤſſe, als auch Schmelz⸗ metalit glaͤſer, aus glasartigen Steinen mit einem Laugen⸗ nengſ ſalz und einem metalliſchen Coͤrper, oder auch aus vor⸗ r her zubereitetem, mit Borax, Salpeter, und einem me⸗ Vſat talliſchen Weſen vermiſchten Glaſe, verfertiget wer⸗ r gerechn den. Anmerkung. Wenn diejenige Materien„ aus denen die 3 Glaͤſer bereitet werden, zart und gehoͤrig zu Pulver ge⸗ tn iſt auc macht, durch ein ſehr feines Sieb geſchlagen und wohl mit ſind, udde einander vermiſcht worden, ſo heiſſen die Glasmacher ein ner entzün ſolches Gemenge, eine Fritte. Es giebt alſo vielerley Fritten, neinlich entweder von Sand, oder calcinirten Kie⸗ ſeln, oder halbdurchſichtigem Qvartz, mit einem jeden feuer⸗ glaſen,wi beſtaͤndigen Laugenſaltze; oder von Holzaſche, oder einer ien man ge anderen zum Verglaſen tauglichen Materie, welche alle Lir anzufuͤhren zu weitlaͤuftig und unnoͤthig zu ſeyn ſcheinet. en Lolxer Doch koͤnnen wir nicht verſchweigen, daß zu dem ordent⸗ cht. H lichen Cryſtallglas, eine Fritte aus drey Theilen caleinir⸗ e, die dus ten und pulveriſirten Sand oder Quarz, mit zwey Theilen wie disſſ Salpeter und einem Theil Borax; oder auch aus zwey Thei⸗ dig wie len des gedachten calcinirten Sandes oder Quarzpulvers, rbig,wh einem Theil feuerbeſtaͤndigen Laugenſalzes, und einem hal⸗ durchſch ben Theil Borax; oder aus zwey Theilen Bergeryſtall „ Eo khm oder Quarz, und einem Theil feuerbeſtaͤndigen Laugen⸗ eten ud ſalzes, gemacht werden kann, zu welchen Mengſeln„man rhli noch, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, entweder Huͤtten⸗ 43 rauch, Braunſtein, oder Kreide, oͤfters auch calcinirtes ls auch b Bley, zuzuſetzen pfleget. Zu denen Edelgeſteinen und oderb) 3 Fluſſen, die man entweder haͤrter oder weicher zu haben d, und R verlangt, wird entweder eine weichere Fritte aus vier e dehe ſah Theilen recht reines venetianiſchen Glaſes,mit einem Theil je f Borax, und einem halben Theil gereinigten Salpeter; oder en; we eine haͤrtere, zu einem auch haͤrteren Fluß, aus vier Thei⸗ mt len calcinirten und pulveriſirten Quarzes, oder auch Berg⸗ 2 2 Th. 1 89 306 Das 24. Capitel. cryſtalls, mit zwey Theilen gereinigten Salpeters, einem Theil Borax, und einem halben Theil weiſſen Huͤttenrauchs genommen; es erfordert aber dieſes Menaſel ein ſehr hef⸗ tiges Feuer, und wird etwas weicher, wenn man dieſem letzten Gemenge, etwas reines Laugenſalz zuſetzt. Man faͤrbet aber dieſe Mengſel entweder mit metalliſchen Auf⸗ loͤfungen, oder metalliſchen Kalchen; ſo bekomt man, an⸗ derer Beyſpiele zu geſchweigen, wovon anderswo mit meh⸗ rerem gehandelt werden ſoll, einen Rubinfluß, wenn man in eins von beyden Flußgemengen, einen oder den andern Tropfen einer Goldaufloͤſung thut. §. 7. Aus dem, was von dem Verglaſen geſaget worden, erhellet deutlich, daß daſſelbe zum Schmelzen zu rech⸗ nen ſey(§. 2.), und daß jenes ſowol als dieſes einer⸗ ley Urſachen habe, die von der ausdehnenden Kraft des Feuers, wodurch der Zuſammenhang der Theile vermindert wird, hergeleitet werden muͤſſen.(Cap. 12.§. 15.); weil wir auch eben daſelbſt(Cap. 12. §. 15.) von der allgemeinen Urſache, welche macht, daß einige Coͤrper nach ihrem Fluß, nicht eben die Figur und Geſtalt behalten, die ſie vorher hatten, welches daher komt, daß ſie unter dem Schmelzen ei⸗ nige Beſtandtheile verlieren, geredet haben; ſo iſt nur noch zu erklaͤren uͤbrig: 1) Worinne das Verglaſen hauptſaͤchlich beſtehe. 2) Was daran Urſache ſey, daß man von dunklen und dicken, mehr oder weniger vermiſchten Coͤrpern(§. 6.) mehr oder weniger durchſichtiges Glas erhalten koͤnne. 3) Was die Farbe gefaͤrbter Glaͤſer fuͤr eine Ur⸗ ſache habe. §. S. Worinne das Verglaſen beſtehe,(§. 7. N. 1.) wird uns bekannt, wenn wir nur auf die bey demſelben vor⸗ kommende Umſtaͤnde Acht zu geben. Wir ſehen aber 1) Daß 1) gehe lein! rar j eine lien, ſiben- in viſ abgeſon werden, übeigen nt, Nauch, chen an zwar ei ſchtige heftie l, wie ka Und fremden: en werde auch, daß Maer d4 — enn eehel ndin dee enegriſer bſenase teen dheil negen chle nrener Auſd „Ament de malliche W ſicht ter, einen üttentauch ein ſeht he man dieſe etzt. Man liſchen i nt man, i vo mit me „wenn mm den anden t worden en zu rech teſes einn nden Kraf der Thel en.(Cn, (Cap.n lche wach ht eben di hher hattn chmelen i ; ſo itt h beſtc pon dunkle Cörpern as erhall uͤr einel .1) wih ſelben vo ſehen abet ) ddp Vom Verglaſen und Verſchlacken. 307 1) Daß es am beſten und reinlichſten von ſtatten gehe, wenn man nur den Materien, die fuͤr ſich al⸗ lein nicht leicht flieſſen, etwas Laugenſalz oder Bo⸗ rar zuſetzet; woraus wir ſchlieſſen, daß dieſe Salze eine aufloͤſende Kraft, Erden, Steine und Minera⸗ lien, in ſo weit ſie mit jenen gleichartige Theile be⸗ ſitzen, aufzuloͤſen haben,(Cap. 11.§. 10. N. 1.) da inzwiſchen die uͤbrigen Theile im Schaum und Rauch abgeſondert werden. Dieſe Abſonderung der Theile werden wir nicht allein an der Schlacke, die von der uͤbrigen Maſſe abgeſondert wird, oben auf ſchwim⸗ met, und Glaßgalle heiſſet; ſondern auch an dem Rauch, der unter dem Verglaſen aufſteiget, inglei⸗ chen an der Zerſtoͤrung des Glaſes gewahr. 2) Daß zwar einige Coͤrper fuͤr ſich allein zu hellem und durch⸗ ſichtigen Glaſe ſchmelzen; daß aber alsdenn ein heftiges und anhaltendes Feuer, wodurch ihre Thei⸗ le, wie von einem Aufloͤſungsmittel, voͤllig geſchie⸗ den und getheilet,(Cap. 12.§. 1. 1. Anmerk.) ihre fremden Theile aber im Rauch und Schaum abgeſon⸗ dert werden, erfordert werde. 3) Endlich bemerken wir auch, daß die gemachten Glaͤſer ſchwerer ſind, als die Materien, entweder jede beſonders, oder zuſam⸗ mengenommen vor dem Verglaſen waren; woraus denn erhellet, daß dieſe Materien ſelbſt aufgeloͤſet, und in die kleinſten Theile getheilet geweſen, daß alſo eine groͤſſere Menge derſelben in einen kleineren Raum, beſonders wenn zugleich unter der Aufloͤſung die leich⸗ teren Theile abgegangen, gebracht worden iſt. Des⸗ wegen ſchlieſſen wir, daß das Verglaſen in vollkom⸗ mener Aufloͤſung der Theile der Erden und Steine, U 2 vermoͤge *Anmerk. des Ueberſ. Bey den wiegt z. B. nach der Waſſer⸗ metalliſchen Glaͤſern trift das waage 11, 310, und die Glerte gar nicht zu, denn das Bley nur 6000 bis 6044. —— ——— —— — 308 Das 24. Capitel. vermoͤge welcher die gleichartigen Theile in eine Maſſe zuſammen getrieben und vereiniget werden, die frem⸗ den Theile aber in Rauch und Schaum davon ſchei⸗ den, beſtehe. Anmerkung. Viele Chemiſten meynen, daß die Laugen⸗ ſalze durch eine Zuſammengaͤhrung das Verglaſen befoͤr⸗ deren und bewerkſtelligen, und daß dieſe Gaͤhrung von der Natur des zugeſetzten Laugenſalzes, und von einer in den glaßartigen Steinen verborgenen Saͤure hervorge⸗ bracht werde; denn ein Mengſel aus Aſche und Sand fluͤſſe eher als Aſche und Sand fuͤr ſich allein. Daher ſa⸗ gen auch einige, daß die zugeſetzte Coͤrper, die im Sande ſteckende Saͤure, ſo das Verglaſen verhindert, wegnehme. Was aber dieſe Zuſammengaͤhrung anlangt, ſo halten wir dafür, 1) daß aus dem leichteren Fluͤſſen dergleichen Gaͤh⸗ rung kaum zu ſchlieſſen ſey, weil viele gemiſchte Coͤrper ohne Zuſammengaͤhrung leichter ſchmelzen, als fuͤr ſich allein, wie aus den im 6.§. in der Anmerk. beygebrachten Beyſpielen zur Gnuͤge bekannt iſt. 2) Daß noch keine Saͤure in den glaßartigen Steinen, wie an ſeinem Ort gezeiget werden ſoll, bewieſen ſey; wir begnuͤgen uns hier nur ſo viel geſagt zu haben, daß, wenn eine Saͤure, die mit dem Laugenſalz zu gaͤhren anfienge, in den glaßarti⸗ gen Steinen zugegen waͤre, ſo wuͤrde man gewiß mit dem Kieſeloͤl durchs Auslaugen ein Mittelſalz erhalten. Daß man das Glauberiſche Mittelſalz, ſo man in der Glaß⸗ galle antrift, von einer Saͤure im Sande oder in den Kie⸗ ſeln herleiten muͤſſe, kann nicht bewieſen werden; es ent⸗ ſtehet vielmehr von den uͤbrigen Zuſaͤtzen, oder auf eben die Art, wie der vitrioliſirte Weinſtein in der friſchen Pott⸗ aſche, wovon anderswo gehandelt werden wird. 3) Und wenn ich gleich beym Verglaſen, wie bey andern Aufloͤ⸗ ſungen(Cap. 11.§. 9.) eine Zuſammengaͤhrung zugeben wolte, ſo folgt deswegen nicht, daß dieſe Gaͤhrung zum Verglaſen das mindeſte beytrage, indem ſie, nach dieſer Meinung, nurallein beyden Salzen ſtatt findet, die aber, zu⸗ fammengeſetzt und vereiniget, nicht zu Glaſe werden, und von denen auch das Verglaſen nicht herkomt; denn zum Ver⸗ aſen wird erfordert, daß ſelbſt die Erde, aber nicht Sas darinne ſteckende Salz, es ſey auch von was fuͤr Art es Vom Verglaſen und Verſchlucken. 309 neite Ma , dehe es wolle, aufgeloͤſet werde und ſchmelze. 4) Es hilft auch dauan t dieſer Gaͤhrung nichts, wenn ſich jemand auf das Brauſen 1 und Schaͤumen, welches unter dem Schmelzen, eben ſo wie bey den Aufloͤſungen, wahrgenommen wird, beru⸗ fen wolte; denn gedachtes Brauſen und Schaumen iſt wohl aß dielnur mehr von der durch das Feuer erregten Bewegung der erglaſen di duͤnneren und dickeren Materie, wie wir bey dem Eindi⸗ b Gäͤhrunn cken der Laugenſalze und anderer dicken Mengſel ſehen,* d von eine. als von dem Streit der Saͤure mit dem Laugenſalze her⸗ 4 jure denng zuleiten; denn es iſt ganz was anders, wenn man von ſche und en demjenigen Schaͤumen, ſo man unter dem Schmelzen ver⸗ in. Däün ſchiedener Erden und Steine mit verſchiedenen Salzen die in En wahrnimt, redet, und ein anderes iſt es, wenn vom Brau⸗ ert, vegaze ſen, ſo von ſalzigen Coͤrpern herkomt, die Rede iſt; je⸗ t, ſo ha nes, ſo von der verſchiedenen Art der Erden und Beſtand⸗ eeglechei theile herkomt, laͤugnen wir nicht; denn wir werden ge⸗ eniſchte in wahr, daß kalchigte Steine mit Urinſalz; gypſigte mit 1 Borax; kieſeligte, quarzigte und glaßachtiger Spath, wie i auch mineraliſche Fluͤſſe im Feuer mit alcaliſchen Salzen daß wöſe ſchaͤumen; dieſes aber, nemlich das Brauſen, findethier, an ſeuad wie wir dafuͤr halten, kaum ſtatt, weil nicht in jeder Erde Ini eun und in jedem Steine etwas ſalziges bewieſen werden kann; 3 6 3 und uͤberdis zeigen die angefuͤhrte Beyſpiele, daß dieſes 1 a Schaͤumen nicht von einem ſalzigen in den Coͤrpern ſtecken⸗ un aſün den Weſen, ſondern wie wir geſaget haben, von der Be⸗ Kgannnn ſchaffenheit der Erden herzuleiten ſey, denn wenn das erſalin 1 Schaumen von dem Brauſen der Salze unter einander nm de b herkaͤme, ſo wuͤrden die Laugenſalze nothwendig mit Gyps nderin md mehr als mit irgend einem andern Steine brauſen. Dar⸗ vahn, aus ſchlieſſen wir alſo, daß die zugeſetzten Salze, nicht oder 8 vermoͤge der Zuſammengaͤhrung, ſondern vermoͤge ihrer irſtihnge aufloͤſenden Kraft, das Schmelzen und Verglaſen, es wird. lu mag mit oder ohne Schaͤumen, nachdem es die Art der zaumi Erden und Steine mit ſich bringet, geſchehen, befoͤrdern. inn 2. Anmerkung. Weil wir in dieſem§. der Zerſtoͤrung ſe na di des Glaſes erwaͤhnet, ſo erfordert es auch unſere Schul⸗ 5 deche digkeit, mit wenigem zu zeigen, daß dieſelbe auf zweyer⸗ dnnnn ley Weiſe geſchehen koͤnne. a) Wenn man Glaß mit zwey ver an Jy Theilen eines Laugenſalzes ſchmelzet, ſo laͤßt es ſich ſowol dan en von der Luft als vom Waſſer auſloͤſen, und wenn es ſol— de, ann chergeſtalt aufgeloͤſet worden, ſo kann man die Erde ſo— fit A une kan wol durch Auslaugen als Niederſchlagen mit einem ſau⸗ uU 3 ren 310 Das 24. Capitel. ren freſſenden Geiſte, aus demſelben leicht ſcheiden. b) Wenn man das Glaß mit Schwefel ſchmelzet, oder dem⸗ ſelben im Fluß eine ſtarke Saͤure, als Vitrioloͤl, zuſetzet, ſo ſchlaͤget ſich die Erde nieder. §. 9. Daß die Durchſichtigkeit der Coͤrper(§. 7. N. 2.) darinnen beſtehe, daß ſie die Lichtſtrahlen frey durch⸗ laſſen koͤnnen, haben die Naturkuͤndiger, bey denen man die ausfuͤhrlichere Erklaͤrung hievon, welche nicht zu unſerm Zweck dienet, ſuchen muß, bewieſen; es folget aber hieraus, daß die Theile der Coͤrper in ſolcher gemeinſchaftlichen Verbindung und Lage ſeyn muͤſſen, datz ſie die Lichtſtrahlen ohne Brechung und einige Verhinderung durchlaſſen koͤnnen. Zu dieſer Verbindung der Theile aber wird nothwendig eine ih⸗ nen eigene Art und Beſchaffenheit, die wir einzig und allein in ihrer Gleichartigkeit und Aehnlichkeit zu ſu⸗ chen gedenken, erfordert; denn unaͤhnliche Theile koͤn⸗ nen keine durchaus gleiche Aufloͤſung geben, und in einer dergleichen Aufloͤſung muͤſſen allerdings zwiſchen den Theilen ungleiche Zwiſchenraͤumchen und zoͤcher⸗ gen, wodurch die Lichtſtrahlen entweder gebrochen oder zuruͤckgeworfen werden muͤſſen, bleiben. Eben das bemerken wir in andern, entweder mit Waſſer, oder andern Aufloͤſungsmitteln, gemachten Aufloͤſun⸗ gen. Weil wir alſo vorher bewieſen haben, daß das Verglaſen in einer vollkommenen und gleichen Auf⸗ loͤßung beſtehe,(§.§.) ſo ſchlieſſen wir daraus, daß es bey der Durchſichtigkeit des Glaſes auf eine voll⸗ kommene und gleiche Aufloͤſung aͤhnlicher Theile, und auf ihre gemeinſchaftliche Verknuͤpfung unter einan⸗ der, und Abſcheidung aller unaͤhnlichen Theile, fuͤr⸗ nemlich ankomme. Da aber die glaßartige Erde den wahren Grund alles Verglaſens, wie wir im uei Thei Dasd Flſe n de ſe ber remlich bo beveſſt Veriuns daß ſe im Anwer metale ſceäd. h zet, oderdhn rioldl Mese G. 7.Nr u freydund e, ben en don, vilt ;, bebiſe er Cotyer ind(age ſer Irechungw 7. 3u dii endig eine ir einzig lichkeir oi he Theileh eben, undu ings zwiſte wund Loch der gebrot iben. Ein „mit Paſe ken Jufäi ben, dißte gleiten Ni daraus, N ꝛuf eine t0 eTheit, n unter ilv Theile f iige Erdeha ir in za 1 dh Vom Verglaſen und Verſchlacken. 311 Theil beweiſen werden, ausmacht, ſo iſt auch gewiß, daß die Durchſichtigkeit des Glaſes, auf vollkomme⸗ ner Reinigung dieſer glaßartigen Erde, und auf der Aufloͤſung und gleichen Verbindung der Theile be— ruhe. Anmerkung. Aus eben dieſem von uns vorgebrachten Grunde der Durchſichtigkeit des Glaſes, nemlich aus der gleichen Auſloͤſung der gleichartigen glaßachtigen Erde, iſt nach unſerer Meinung auch die Durchſichtigkeit einiger Steine, als der Cryſtallen, des Quarzes und Sandes zu begreifen; ja das Waſſer ſelbſt hat, wie wir uns uͤberre⸗ den, hiedurch ſeine Durchſichtigkeit. Solchergeſtalt wird das, was wir oben von Erzeugung der Cryſtallen, daß ſie nemlich aus einer, in einem uns noch unbekannten Auf⸗ loͤſungsmittel, aufgeloͤſeten gleichartigen, reinen glaßarti⸗ gen Erde entſtuͤnden, beygebracht haben, einigermaſſen erlaͤutert. Was die Naturkuͤndiger von der Durchſichtig⸗ keit der Coͤrper, daß ſie nemlich von der Zartheit und Fei⸗ nigkeit der kleinſten Theile herkomme, behaupten, ſtimmet mit dieſer unſerer Lehre uͤberein, ſo bald wir nur uͤberle⸗ gen, daß die Theilgen der Coͤrper durch Aufloͤſung entwe⸗ der im Feuer oder in einem Aufloͤſungsmittel zur hoͤchſten Zartheit und Feinigkeit gebracht werden, und daß man zu⸗ gleich auf die Verbindung dieſer Theilgen zu ſehen habe. Deswegen halte ich dafuͤr, daß die erſten erdigten Anfaͤn⸗ ge der Dinge, wegen ihrer Zartheit und Feinigkeit, hell und durchſichtig geweſen.(ſ. Hierne Paraſceven p. 6. n. c.) §. 10. Was die Farben der Edelſteine und kuͤnſtlichen Fluͤſſe anlangt(§. 7. N. 3.) ſo zeigt die Erfahrung, daß ſie von einem fremden beygemiſchten Coͤrper, fuͤr⸗ nemlich von metalliſchen Theilgen herkommen. Es beweiſet dieſes nicht allein die Zuſammenſetzung und Bereitung der Edelſteine und Fluͤſſe, ſondern auch, daß ſie im anhaltenden Feuer ihre Farben verlieren. Anmerkung. Es iſt merkwuͤrdig, daß ein Theil eines metalliſchen Kalches, tauſend Theile einer jeden Feitte 83 u 4 en 312 Das 25. Capitel. ben kann; woraus man ferner ſiehet, wie zart die Coͤrper unter dem Verglaſen werden, und wie uͤberaus duͤnn hier die Aufloͤſung ſey. Da wir aber keine kunſtliche Edel⸗ ſteine, d. i. ſolche Fluͤſſe, die den natuͤrlichen an eigener Schwere gleichkommen, machen koͤnnen, ſo beweiſet die⸗ ſes, das die Kunſt die Theilgen nicht ſo zart, als die Na⸗ tur, machen kann; denn es iſt bekannt„ daß bey den na⸗ tuͤrlichen Edelſteinen mehr Materie in eben demſelben Raum vorhanden iſt, und alſo die Natur die Theile mehr als die Kunſt verduͤnnet. §. II. Bey dem Verſchlacken(§. 3.) bemerken wir nur, daß dickere, unaͤhnliche, mehr oder weniger ſchmelz⸗ liche Theilgen, nicht voͤllig aufgeloͤſet und gereiniget, ſondern nur vermiſcht und mit der glaßartigen Erde zu einer ungleichen, dicken, mehr oder weniger un⸗ durchſichtigen, und zum hoͤchſten zu einer halbdurchſich⸗ tigen Maſſe zuſammen geſchmelzt worden. Anmerkung. Was weiter bey dieſen herfuͤrgebrachten Coͤr⸗ pern zu bemerken ſey, wird in der Glaßmacherkunſt, in Anſehung des Verglaſens; in der Metallurgie aber in An⸗ ſehung des Verſchlackens, abgehandelt. BXe eed Le Fesr S es e T Das 25. Capitel. Vom Reduciren,(Wiederherſtellen,) und Revi⸗ vificiren,(Wiederlebendigmachen.) G. I. D' Reduciren iſt eine chemiſche Arbeit„ in der diejenige mineraliſche Coͤrper, ſo ihre Eigen⸗ ſchaften einigermaſſen verloren haben, dieſel⸗ ben wieder erhalten, und in ihren vorigen Zuſtand ge⸗ bracht werden. 4 §. 2. ten koͤr 1 Perkal V algeſch 9 1 linbet, Thell, a man dem Rier berl ner rachher anun kei dn Mhea ondett wer ſlun„m ſengünalch zattdie eine raus dinie ünſlichee henain äg obeweſtt t, als dex aß bey dan den denht ie Theieii en wie w. iger ſim d gereiig gartigen ei weniger albdurchi n. gebrathtn 6 nacherkunſt, rgie aberi⸗ tbeit, in ihre Elg dben, dit uſtnde ſ. ¹ nÿ—— Vom Reduciren und Revivificiren. 313 §. 2. Die Wiederherſtellung der Eigenſchaften des eini⸗ germaſſen veraͤnderten Queckſilbers, heiſt eigentlich das Revivificiren. Anmerkung. Diejenigen, ſo ſich uͤberreden laſſen, daß man zerſtoͤrete Pflanzen oder Thiere, wieder einigermaſ⸗ ſen in ihren vorigen Zuſtand verſetzen koͤnne, haben dieſe Arbeit Palingeneſie genennt; wiewohl einige dieſes Werk auch auf wiederhergeſtellete Mineralien gezogen haben. §. 3. Wir wiſſen aus der Erfahrung, daß mineraliſche Coͤrper ihre Eigenſchaften auf zweyerley Art verlie⸗ ren koͤnnen. 1) Indem einige Beſtandtheile, entweder im Verkalchen(Cap. 10.) oder Verglaſen(Cap. 24.) abgeſchieden werden. 2) Indem man andere Coͤrper mit ihnen ver⸗ bindet, wodurch ihre Eigenſchaften, wenigſtens zum Theil, aufgehoben werden. S. 4. Gleichwie mineraliſche Coͤrper auf zweyerley Weiſe ihre Eigenſchaften verlieren koͤnnen(J. 3.) alſo koͤn⸗ nen auch dieſe Coͤrper auf doppelte Art wiederherge⸗ ſtellet werden, nemlich: 1) Durch die Wiederherſtellung mit Zuſatz, da man dem wiederherzuſtellenden Coͤrper, eine Materie, die er verloren hat(. z. N. 1.) mit der dieſer Coͤr⸗ per nachher im Schmelzen verbunden wird, zuſetzet. Da nun keine andere, als entzuͤndliche Materie, von den Metallen durch Verkalchen und Verglaſen abge⸗ ſondert werden kann, ſo wird auch dieſe Wiederher⸗ ſtellung, mit Zuſatz einer ſolchen Materie, die viel entzuͤndliches enthaͤlt, als mit Kohlen oder Harz, U Un⸗ 314 Das 25. Capitel. Unſchlitt oder Seiffe, oder auch mit einer jeden an⸗ dern fetten Materie verrichtet. 2) Durch die abſondernde Wiederherſtellung, wodurch jede anhangende Materie, durch deren Ver⸗ bindung der mineraliſche Coͤrper veraͤndert war, und ſeine Eigenſchaften verloren hatte,(§. 3. N. 2.) ab⸗ geſchieden wird. Wie aber die Materien, durch de⸗ ren Beymiſchung und Verbindung mineraliſche Coͤr⸗ per veraͤndert werden, mancherley ſind, ſo muͤſſen ſie auch auf verſchiedene Art abgeſondert werden. Anmerkung. Wir halten das vorgebrachte, mit einigen Beyſpielen zu erlaͤutern, fuͤr noͤthig. Wenn Bley und Zinn im Feuer verkalchet werden, ſo verlieren ſie ihre Eigen⸗ ſchaften, die ſie durch die Wiederherſtellung mit Zuſatz, da ihre Kalche mit Kohlen vermiſcht werden, und dieſes Mengſel im Feuer fluͤßig gemacht wird, wieder bekommen. Das AQueckſilber verlieret ſeine Eigenſchaften, wenn es mit Schwefel zu Zinnober ſublimirt, desgleichen wenn es mit Salzgeiſt, vermoͤge der Sublimation vereiniget, und zu ſublimirtem Queckſilber wird; durch die abſondernde Wiederherſtellung aber, indem der Zinnober oder das ſublimirte Queckſilber, mit Eiſenfeil vermiſcht, und alſo deſtilliret werden, da denn der Schwefel im Zinnober, und der Salzgeiſt im ſublimirten Queckſilber, vom Queck⸗ ſilber geſchieden wird, erhaͤlt daſſelbe ſeine vorige metalli⸗ ſche Geſtalt. Eben dieſes geſchiehet mit Kalch und feuer⸗ beſtaͤndigen Laugenſalzen. Mit dem Hornſilber, mit dem geſchwefelten Bley, mit dem Hornbley und anderen me⸗ talliſchen durch Aufloͤſungsmittel verkalcheten, und mit denſelben vereinigten Coͤrpern, iſt es eben ſo beſchaffen; denn die freſſeude Saͤuren, werden nicht allein durch me⸗ talliſche Coͤrper, die eine groͤſſere Anziehungskraft gegen Saͤure beſitzen, als durch Eiſen, Spießglaßkoͤnig, Zinn und andere mehr; ſondern auch durch Laugenſalze und ent⸗ zuͤndliche Materien,z. B. durch ſchwarzen oder weiſſen Fluß, dder durch zugeſetzte Kohlen, nachdem es die Sache erfordert, von ihnen geſchieden. Da das Gold weder durchs Feuer noch durch Auftoͤſungsmittel, vollkommen verkalchet wer⸗ den, und ſeine entzuͤndliche Materie verlieren kunn, e b lih d V G b In die Vie 1) N. J) N kann, we ſcen, ber *Aum. den der vitd, des bod, tundlichn enn es au Atan dere vemn mana litsindf Uugen da G üict jn an es tale, ſan ſe tg den ünge ttnas dan le van ni Niaahen Vom Reduciren und Bevivificiren. 315 nerj. ſae iſts auch kein Wunder; daß man deſſen kalchartiges We⸗ ſen, entweder mit Schwefel oder mit der Saure des erherſtlun Phosphori, ſo die Kraft des obenhin anhangenden Aufloͤ⸗ dereng, ſungsmittel, entweder veraͤndern oder brechen, wieder u cetegIib. herſtellen kann. Gleiche Bewandniß hates mit dem durch et wat, Scheidewaſſer zerfreſſenen Queckſilber, denn daſſelbe .N. 2)4 wird mit Weingeiſt aus keinem andern Grunde, als weil en, durg die freſſende Kraft des Scheidewaſſers dadurch zerſtoͤret rralſſhe wird, wieder lauffend gemacht. Daher kan auch die ab⸗ 1 3 ſondernde Wiederherſtellung bisweilen ohne Zuſatz, nem⸗ ſo müſ lich durch bloſſes Auslangen der ſalzigen Theile und dar⸗ verden. aau f folgendes anhaltendes Schmelzen des metalliſchen Coͤr⸗ pers im Feuer geſchehen.*— te, wit ug inPleyun. jhre Gies 3 ee. In Anſehung der Arbeiten ſelbſt, durch welche den, undhi die Wiederherſtellung verrichtet wird, bemerken wir ader benn 1) Daß jede zuſetzende Wiederherſtellung(§. 4. 1 88 N. 1.) nicht anders als im Fluß zu Stande kommen decugg kann, weil die entzuͤndliche Materie, dem mertalli⸗ die bſrn ſchen, verkalcheten oder verglaſeten Weſen, auf keine nober oda andere niſcht, und ſel in Iin* Aum. des Ueberſ. Das Sil⸗ Herrn Marggrafens Art der, von Awe evorigenau Kalch undſe nſüber, wi Ind andenne heten, un n K ſo beſtefa allan duch Angektat a aßkönig, enſche nha er wiſuge 39 eerootd 3 arh derkalct jieren in ber wird eben ſo wenig als das Gold, ſeines fixen ent⸗ zuͤndlichen Weſens beraubet, wenn es auf die gewoͤhnliche Arten verkalchet wird, und wenn man auch was entzuͤnd⸗ liches in deſſen Wiederherſtel⸗ lungen dazu ſetzet, ſo geſchieht es nicht ſowol deßwegen, daß man es ihm wieder geben wolle, ſondern nur, um deſ⸗ ſen Fluͤchtigkeit zu verhindern; dem ohngeachtet wird allezeit etwas davon fluͤchtig, wofer⸗ ne man nicht die gedachte Wiederherſtellung nach des mit fluͤchtigem Laugenſalz und Queckſilber verrichtet, oder einen fixen Schwefel da⸗ zu bringt. Das gehoͤrt aber in die hoͤhere Chemie, und es iſt allerdings eine gute Re⸗ ductſon, einer der wichtigſten Knoten in derſelben, wovon man viel nachſchlagen, aber wenig oder nichts finden kann. Die Reviviſication des Qneck⸗ ſilbers aus dem Scheidewaſ⸗ ſer mit Weingeiſt, hat der Herr Verfaſſer wohl aus des Herrn Prof. Vogels Chemie entlehnt. 316 Das 2. Capitel. andere Weiſe einverleibet wird. Bey dieſem Schmel⸗ zen aber muß man inacht nehmen, daß die entzuͤnd⸗ liche Materie ihre gehoͤrige Verhaͤltniß gegen den me⸗ talliſchen Kalch habe, daß ſie beyde genau mit einan⸗ der vermiſcht ſeyn muͤſſen, daß der Schmelztiegel in⸗ wendig mit Unſchlitt oder Schmeer auszuſtreichen ſey, und daß endlich das Gemenge mit vieler zuge⸗ ſetzten wiederherſtellenden Materie, oder bisweilen mit gemeinem Salz, ja der Schmelztiegel ſelbſt mit einem andern, den man umgekehrt darauf ſetzt, und feſt anleimet, bedeckt werden muͤſſe, damit die aͤuſſe⸗ re Luft, ſo die Verfluͤchtigung befoͤrdert, abgehal⸗ ten, und die Sublimation der fluͤchtigen Theile, ſo viel moͤglich, verhindert werde. Bisweilen muß die⸗ ſes Wiederherſtellen durch die Deſtillation, wie z. B. in der Wiederherſtellung der Zinkblumen vorgenom⸗ men werden. 2) Die abſondernde Wiederherſtellung(§. 4. N. 2.) pflegt entweder durchs Deſtilliren, wie man das Queckſilber wieder lauffend macht, und das Horn⸗ ſilber, wie auch das Hornbley wieder herſtellet; oder durchs Schmelzen,(wie metalliſche von Saͤuren zer⸗ freſſene Kalche wieder hergeſtellet werden,) welches auf eben die Art, wie(N. 1.) geſaget worden, aber mit anderem Zuſatz(§. 4. Anmerk.) vollbracht wird, oder auch auf jede andere Weiſe, wie es die Umſtaͤn⸗ de und Beſchaffenheit der wiederherzuſtellenden Ma⸗ terie erfordern, zu geſchehen. F. 6. Was den Grund der Wiederherſtellung anlangt, ſo muß man betrachten: 1) Daß bey der zuſetzenden Wiederherſtellung (§. 4. N. 1.) die entzuͤndliche Materie, welche die mine⸗ minera mit de Schm per, kalchen meder T nach a ſchwind ſache ſe ner vori die abſe fheils in urtniyſt babd eine d Fraſt, (d.9. bundenen. deſätung gefteſende inderung ferner niche nal dieſer Eienihft tüli Nie litlch vi 1. Anmen Vedat nalläi Vom Redueiren und Revivificiren. 317 ſen Sn mineraliſche Coͤrper verloren haben, zugeſetzet, und die at mit denſelben nicht allein vermiſcht, fondern auch im gegen denn Schmelzen ſo einverleibet wird, daß dadurch ein Coͤr⸗ au wit äng per, der eben die Beſtandtheile, wie vor dem Ver⸗ hmelziegi kalchen oder Verglaſen, und auch, weil eben die auszufrte Zuſammenſetzung fuͤrhanden iſt, eben die Eigenſchaf⸗ it vile u ten, wie zuvor, habe, entſtehe. der bibbal 2) Die abſondernde Wiederherſtellung(§. 4. tegel ſühtn N. 2.) gruͤndet ſich darauf, daß diejenige Materie, auf ſet, u durch deren Verbindung die metalliſche Coͤrper, in amit dieil Anſehung ihrer Eigenſchaften, veraͤndert waren, ent⸗ ert, dge weder geſchieden oder zerſtoͤret wird. Denn, weil en Theike nach aufgehobener Urſache auch die Wirkung ver⸗ veiln mit ſchwindet, ſo muß auch ein Coͤrper, nachdem die Ur⸗ lon, vi ſache ſeiner Veraͤnderung abgeſchafft worden, zu ſei⸗ en vorzin ner vorigen Vollkommenheit gelangen. Es hat alſo die abſondernde Wiederherſtellung ihren Grund, theils in der anziehenden Kraft der Coͤrper, weil die elung(. verknuͤpften Theile von einander geſchieden werden, ſo ten, wim bald eine andere Materie, die eine groͤſſere anziehen⸗ unddahe de Kraft, als die Theile unter ſich haben koͤnnen, Herſteler,(Cap. 5.§. 14.) zu einem oder dem andern der ver⸗ n Säuran bundenen Theile hat, zugeſetzet wird; theils in der den,) vict Zerſtoͤrung oder Schwaͤchung der anhangenden und wotden, C” zerfreſſenden Materie, ſo daß dieſe die vorige Ver⸗ ölbrach ni aͤnderung und Wirkung in die natuͤrlichen Coͤrper es die Uyſb ferner nicht ausuͤben kann, und alſo die von der Ge⸗ kelenden h walt dieſer Materie befreyete Coͤrper, ihre vorigen Eigenſchaften, woferne keine andere Urſache, die die voͤllige Wiederherſtellung verhindert, vorhanden iſt, leichtlich wieder erlangen koͤnnen. zung alh 1. Anmerkung. In der Metallurgie, wo man von der Wiederherſtellung beſonders handelt, muß man dieſelbe xthertel weitlaͤuftiger ausfuͤhren. e, welcele 2. An⸗ rnih Das 25. Capitel. 2. Anmerkung. Weil wir ſchon(§. 2. Anmerk.) der Pa⸗ lingeneſie gedacht haben, ſo halten wir auch hier etwa; von derſelben kuͤrzlich beyzubringen, nicht fuͤr Unrecht; und da dieſelbe, wie wir geſagt haben, mit Wiederher⸗ ſtellung der vorigen Geſtalt und Figur, zerſtoͤrter organ⸗ ſcher Coͤrper umgehet, ſo iſt hier fuͤrnehmlich die Frage aufzuloͤſen: ob und in wie weit dieſe Wiederherſtellung der vorigen Figur und Geſtalt organiſcher Coͤrper moͤg⸗ lich oder unmoͤglich ſey? Viele der alten Weltweiſen und Gottesgelehrten, haben dieſe Palingeneſie nicht allein ſuͤr moͤglich gehalten, ſondern ſich auch uͤberredet, daß man ſie ſowohl an Gewaͤchſen als Thieren wirklich bewerkuelli⸗ gen koͤnne. Georg Franc. von Frankenau, hat in der Schrift de Palingeneſia, nebſt ſeinem Erklaͤrer, dem Joh. Chriſt. Vehring. Capitel 2. p. 18. ꝛc. viele Schrift⸗ ſteller davon zuſammen getragen. Der letzte haͤlt dieſe Palingeneſie oder Erneuerung, nebſt dem Vallemont in dem Buch Curiolités de la nature& de †' art ſur la végétation&c. uicht allein fuͤr wahr, ſondern glaubt auch, daß man dieſelbe, bey einer ſo groſſen Menge von Bey⸗ ſpielen, und bey dem Zeugniß nicht geringer Schriftſtel⸗ ler, ohne unverſchaͤmt zu ſeyn, nicht laͤugnen koͤnne. Um die vorgelegte Frage kuͤrzlich zu beantworten, muͤſſen wir unter der wahren Palingeneſie, vermoͤge welcher einige, und beſonders diejenige, die eine zweydeutige Erzeugung glauben, zerſtoͤrte organiſche Coͤrper in ihren vorigen Zuſtand wiederherzuſtellen und zu erneuren gedenken; und unter der Schattenpalingeneſie, wodurch nach anderer Meinung aus den zerſtörten organiſchen Coͤrpern, denen vorigen einigermaſſen aͤhnliche, aber nicht organiſche Coͤr⸗ per, vermittelſt der Kunſt hervorgebracht werden koͤnnen, einen Unterſchied machen. Die erſte verwerfen wir als ganz unmoͤglich; die letztere abertlaſſen wir einigermaſſen, beſonders wenn die Einbildungskraft dem Geſichte zu Huͤl⸗ fe komt, in ihrem Werthe beruhen. Diejenigen ſo be⸗ hutſamer verfahren wollen, ſagen, daß ſie durch die Pa⸗ lingeneſie, nichts anders, als ein dem Coͤrper aͤhnliches Bild, oder eine zufällige und ſcheinbare Geſtalt, oder auch eine geiſtliche Vorſtellung u. ſ. w.(ſ. Frankenau S. 252. ꝛc.) verſtunden. Denn ſo wie ein ausgedünſte⸗ tes Laugenſalz, weder Reif(gefrornes Waſſer) ſeyn, noch alſo genennet werden kann, ob es gleich demſelben ähn⸗ lich iſt, und ſo wie das in der Oeſtillation des Hirſchhorns er⸗ ehe dem ver ſch Kul delt das hehar zn, nenai tenode für ei gebt ters n getroß :rpe velſch über langt de Pa- kdee dun Ne 1 des das Küͤüiſeni icte katic jem ſalengken J deden känne Anmeril ſdalſſeu lobeite du ihte lich deße ederherſ Cörper eltwäſera nicht Aii det, dym ich benene u, hirun Ertlarer, n c. ieleEch ſette hide Valleman 2! an lnl rn glaubtu enge vond ger Schliſt en könne h u, miſerd welcher en tige Ehyoue ihren nng d gedegkenn hnach aden rörpetn, de xganiced verden ka wverfen urc Leinicenmig. jeſiche n . Santäne nausgedii, ſe) gnne enſaben i hitäin 1 Vom Reduciren und Revivificiren. 319 erhaltene, und in der Vorlage ausgewachſene Salz, ſo dem Hirſchhorn gleich ſiehet, dennoch dieſen Namen nicht - verdienet; alſo darf auch die ſcheinbare Geſtalt organi⸗ ſcher Coͤrper, die man entweder von ohngefehr oder durch Kunſt, bisweilen aus der, mit geiſtigen Dingen behan⸗ delten, Pflanzenaſche, bisweilen aus dem Pflanzenſalze, das mit ihrem deſtillirten Waſſer und Geiſt vermiſcht und behandelt worden; bisweilen aus den Kohlen der Pflan⸗ zen, die man mit ihrem Harze, Oel und Waſſer, zuſam⸗ mengaͤhren laſſen; bisweilen auch aus den, durchs Gaͤh⸗ ren oder Faulen zerſtoͤreten Pflanzen ſelbſt, erhaͤlt, niemals fuͤr eine wahre, organiſche Pflanze gehalten werden. Es giebt alſo keine andere als die Schattenpalingeneſie, die oͤf⸗ ters nur in der Einbildung zu finden iſt, und wenn ſie au⸗ getroffen wird, wie das Wachſen anderer nicht organiſcher Coͤrper(Cap. 13.§. 5. ꝛc.) betrachtet werdenzmuß. Wer die verſchiedenen Arbeiten von der Palingeneſie, die wir nur überhaupt angefuhret haben, naͤher kennen zu lernen ver⸗ langt, findet ſie in dem gedachten Buche des Frankenau, de Palingeneſia, vollſtaͤndig beſchrieben. LT T esd Lee e e T es ee Se Das 26. Capitel. Vom Metallmachen, von Verwandlung der Me⸗ talle und vom Mercuriſiciren. §. I. §Jurch das Metallmachen, verſtehen wir uͤberhaupt — diejenigen chemiſchen Arbeiten, vermoͤge denen, nicht allein Metalle aus ihren Beſtandtheilen kuͤnſtlich gemacht, ſondern auch unedlere Metalle, zur verlangten Reinigkeit und Vollkommenheit erhoden werden koͤnnen. 1. Anmerkung. So verborgen dieſe Wiſſenſchaft iſt, und ſo groſſe und tiefe Einſichten ſte erfordert, ſo groſſen Strei⸗ tigkeiten iſt ſie auch unterworfen geweſen; denn einige ha⸗ ben ihre Moͤglichkeit und Wirkuͤchkeit laͤugnen wollen; an⸗ 320 Cap. 26. Von Metallmachen, von V Vn andere hingegen haben ſich nicht allein ihre Moͤglichkeit, 33 ſondern auch durch die That ſelbſt, aus der Erfahrung, in ſowohl die Hervorbringung der Metalle aus ihren Be⸗ V d ſtandtheilen, als auch die Verwandlung unedlerer Metal⸗ t le in edele, zu beweiſen bemuͤhet. Die Urſache dieſer 1 Streitigkeiten kam daher. 1) Weil wenige die Sache vollkommen verſtanden haben, oder noch verſtehen. 2) Weil 1 diejenige, ſo ſie verſtanden, dieſe ihre Erkentniß als ein 3 Geheimniß ſehr verborgen hielten, und ſie in allerley V 3 dunkele Maͤhrgen und Meinungen verhuͤlleten, weswegen n ſich Unerfahrene in dieſer Dunkelheit die Koͤpfe zerſtieſſen, V h9 und ſowohl ihre Geſundheit als Guͤter verloren. 3) Weil ſe ſich viele Betruͤger, die anderen weiß machen wolten, als wenn ne ſie dieſe Kunſt, von der ſie doch nicht das mindeſte muſten, 1 und oftmals, wo nicht allezeit, mehr, als ſie entweder in ſelbſt, oder auch andere leiſten konten, verſprachen, fan⸗ an den und noch finden. V Daß aber die Kunſt Metalle zu machen nicht allein moͤg⸗ lich ſondern auch wirklich ſey, ſchluͤſſen wir mit Recht Dem daraus, weil eine wahre Lehre von den Beſtandtheilen deutlich der Metalle, ſattſam zeiget, daß die Metalle aus ihren richt aus Beſtandtheilen zuſammengeſetzt werden koͤnnen, und weil Werf wir in Anſehung der Wirklichkeit, beſonders der Verwanded guiſ lung, unwiderſprechliche Zeugniſſe haben. S. Kunkels te atbei Laborat. Chym. P. III. cap. 41. Leibnitz in den Miſcell. 1) 0 Berol. T. l. Joh. Chriſt. Rundmans Rariora natu- AA. ræ& artis p. 971. Memoires de l' Academie de Paris. ¹ di 1709. Joh. Fried. Henkels Anmerk. über den Reſpur alein den p. 25. deſſen mineralogiſche Schriften S. 263. und 517. d chymiſche Verſuche einer Geſellſchaft im Erzgebuͤrge 1.2. Theil, hamburgiſches Magazin 15. B. der Zeugniſſe des Hannemanns in verſchiedenen Abhandlungen und Probe⸗ b ſchriften; des Hoghelands im Buch de Alchemiæ difff- y da cultatibus; des Morhofs im Tractat de auro; des(92N. Hirſchings in dem Verſuche zur Pruͤfung des Metallver⸗ nale aus i wandelnden Meiſterſtuͤcks; des Creilings in der Streit⸗ AhH.. ſchrift de aureo vellere, und anderer, nicht zu gedenken. in Groffroy hat in den Memoires de l' Acad. de Paris 1722. wie auch Boerhaave in ſeiner Chemie hin und di M wieder, desgleichen ein Ungenannter im hamburgiſchem andere Deh Magazin, im 7. B. viele Betrugereyen wegen Verwandlung laneſt 6 der Mcetalle entdecket. ITh. 2 a. An⸗ 3 9. von Verwandl. der Metalle u. vom Mercurificir. 321 te Mäglihe 2. Anmerkung. Es wird auch noch von einigen geſtritten, der Lrjahra ob die Alchemie zur Chemie gehoͤre; ein Ungenannter, der ans ihun in dieſem Jahr eine Schrift unter dem Titel: Verſuch nedlerer N diejenigen, welche den Stein der Weisheit zu erfinden elſach n trachten, von Irrwegen abzuleiten, herausgegeben hat, enige di e behauptet, daß ſie nicht dazu gerechnet werden koͤnne, ſon⸗ rſtehen.)1 dern daß ſie von einer beſonderen goͤttlichen Erleuchtung Erkentnij, abhange, und nimmermehr ohne einen lebendigen Anfuͤh⸗ id ſiein aeh rer erlernet werde. Es mag aber hievon jeder denkeu leten, wene was er will, ſo ſind wir doch überzeuget, daß das Metall⸗ Kigfezin machen zu keiner andern Wiffenſchaft, als zur Chemie, erlt. a gehoͤret. Inzwiſchen geſtehe ich aufrichtig, daß ich ſehr woltenüe zweifle, ob der Schriftſteller dieſes Buchs, den Stein mindeſeeni der Weiſen gehabt habe, wenigſtens kann man es aus ſei⸗ als ſi an nen letzten Worten, und weil er mit wahren Weiſen be⸗ derpracen kannt zu werden wuͤnſchet, nicht ſchluͤſſen. icht allin n.§. 2. n wir miea Damit wir vom Metallmachen(F. 1.) einen en Beſtanth deutlichen Begrif erhalten moͤgen, ſo muͤſſen wir Netale ui nicht aus der Acht laſſen, daß unter dem allgemeinen tmnnn Begriffe, den wir davon gegeben haben, drey beſonde⸗ ii bebi re Arbeiten begriffen ſind. tz i daxi 1) Das eigentlich ſo genannte Metallmachen. dhn 2) Die Verwandlung der Metalle, die meiſtens über da gin allein den Namen der Alchemie bekomt. S.:63,M 3) Das Mercuriſiciren oder Qveckſilbermachen. Erzgebürael- Puin§. 32 unga mn. 1) Das eigentlich ſo genannte Metallmachen enn(§. 2. N. J.) iſt diejenige Arbeit, bey der die Me⸗ ugdes Mut talle aus ihren Beſtandtheilen hervorgebracht wer⸗ gs in dr eh den. cſtzu goa 5. 4. leui a Die Moͤglichkeit dieſer Arbeit ſchluͤſſen wir, an Ehnu andere Beyſpiele jetzo nicht zu gedenken, aus den be⸗ 1 denVmult kannteſten Verſuchen, da man aus Thon, oder einer 3 I. Th. X an⸗ c' 1N! 321 Cap. 26. Vom WMedallmachen, von andern, nur nicht kalchartigen Erde, die mit ent⸗ zuͤndlicher Materie verbunden worden, Eiſen macht. Es ſcheinet, als wenn der Kunſt, der Natur, ſo die Metalle ohne Zweifel aus ihren Anfangsgruͤnden her⸗ vorbringt, nachzuahmen, nicht gaͤnzlich verſaget wor⸗ den ſey. Daher ſaget Petrus Bonus p. 128. ſehr wohl: Die Kunſt macht aus eben denſelben oder ganz aͤhn⸗ lichen Anfangsgruͤnden, aus denen die Natur Me⸗ talle erzeuget, ihre Tinctur. Anmerkung. Wirr laͤugnen nicht, daß noch heftig daruͤber geſtritten werde, ob das Eiſen, welches man aus einer, mit enzuͤndlicher Materie behandelten, Pflanzen⸗thieriſchen⸗ oder mineraliſchen Erde, erhaͤlt, hervorgebracht oder nur ausgezogen worden ſey? inzwiſchen haben wir uns dennoch dieſes Beyſpieles, ſo unſere Sache, wo nicht beweiſet, doch erläutert, bedienet, bis wir ſie mit der That ſelbſt an ihrem Orte weitlaͤuftiger beweiſen werden. §. 5. Wer in dieſen Arbeiten, Metalle zu machen, et⸗ was weiter gehen will, muß davor ſorgen, a) Daß er die wahren Beſtandtheile, aus welchen Metalle werden koͤnnen, unterſuche und zu erlangen trachte. b) Daß er dieſe Beſtandtheile ſo vollkommen und rein, als es jedwedes Metall erfordert, mache. c) Daß er dieſelben in gehoͤriger und beſtimten Verhaͤltniß, vollkommen zu verbinden wiſſe, damit ein me⸗ talliſcher Coͤrper daraus werden koͤnne. Wenn man hierinne keine genaue Erkaͤntniß hat, ſo iſt alle Muͤ⸗ he vergeblich, ja wohl gar ſchaͤdlich, und man wird niemals, wo es ſich nicht von ohngefehr zutragen ſolte, einen erwuͤnſchten Ausgang hoffen koͤnnen. Anmerkung. Denen, die hierinne einige Verſuche anzu⸗ ſtellen geſonnen ſind, zu gefallen, muß ich noch erinnern, 3 daß f wol Oder nach te Al hinu, Sache ditten We dobenve Narogi Phſlce tranomu ter. 1 Kacen, erhan ecade Rellc dn ch ———— ———:ʒ2“⅜2————— ¹ 1 8 dd. 4 Verwandl. der Metalle u. vom Mercurificir. 323 3 mit a daß die alten Chemiſten nicht mehr als zwey Beſtandthei⸗— Eiſen nt. le, aus denen die Metalle hervorgebracht und erzeuget 3 datur, ſn wuͤrden, annehmen. Daher ſagt Raym: Lullius in gründen e 1 ſeinem Teſtamente. p. 131.„„Wenn wir auf der Erde Rrſgern„den Schwefel und das Qoeckſilber derjenigen Materie, „woraus unter der Erde Gold und Silber wird, haäͤtten, „ſo koͤnnten wir aus ihnen, Gold und Silber machen.„„ . ſir u Desgleichen ſagt Vogel p. 105.„Die Kunſt ſo der Na⸗ 5 ”„tur nachgehet, nimt nicht Qveckſilber und Schwefel zu⸗ V der ganih„ſammen, ſondern eben dieſelbe gemiſchte, und aus eben Nauur„denſelben Beſtandtheilen zuſammengeſetzte Materie, die „die Natur mit Fleiß, als eine vorſichtige Mutter, der „ Tochter bereitet, und bey der erſten Erzeugung der Me⸗ hheſtisdüe„tallen, nicht anders als in der Milch, Butter, Kaͤſe und man aus„„Waſſer mit einander verbunden hat.,, Eines von die⸗ azenthinſt ſen Beſtandtheilen, haben ſie, wie aus dem angefuͤhrten üracht den erhellet, Qveckſilber genennt; aber nicht das lauffende vir uns vne OQpeckſilber darunter verſtanden, ſondern wie ſie ſich an⸗ richt be derswo erklären, das urſpruͤngliche Qveckſilber, oder auch dr dhrſ Liquorem Saturniæ vegetabilis: das andere war bey ih⸗ G den. nen Schwefel oder vielmehr der Schwefel der Natur, oder unſer Schwefel, den ſie von dem gemeinen Schwe⸗ fel wohl unterſcheiden. Baſilius Valentinus aber, und nach ihm Theophraſtus Paracelſus und andere juͤnge⸗ machn, re Alchemiſten ſetzten den dritten, ſalzigen Beſtandtheil gen,) d hinzu; inzwiſchen muß man merken, daß dieſes in der ſchen M Sache ſelbſt keine Aenderung macht, indem ſie dieſen ngen trabl dritten ſalzigen Beſtandtheil nicht anders, als ein Mittel, wodurch die vorigen Beſtandtheile verknuͤpfet wuͤrden, an⸗ humaa ſahen. e.. 3— 15 fbe Wer von dieſen Sachen eine theoretiſche Erkenntniß zu Mehahü haben verlangt, der findet ſie in des Petri Boni Lomvardi mit ein w Margarita pretioſa; in Don Jan Eſpagnets Enchiridio Venn na Pbyficæ reſtitutæ; in des Morhofs Streitſchrift de iſ ale transmutatione metallorum; in Becchers Phyſ. ſub- u terr. Suppl. II. in des Nuyſements Tractat de ſale nd m Philoſoph. in des Baron Schroders Bedenken vom Gold⸗ fehr zutng machen, in des Clavei Philoſophia chymica; in des Joh. en können Gerhards Erklarung des Apertorii Lull. wie auch in der Decade Quæſt. Phyf. Chym. in Waizens Bedenken von Varüuche dle der Alchemie; in dem Buche eines Ungenannten, der oc aimn den chym. und alchymiſtiſchen Particularzeiger geſchrie⸗ 1 X 2 ben 324 Cap. 26. Vom Merallmachen, von den hat; im mineraliſchen Gluten; im philoſophiſchen Perlenbaum, nnd in dem eroͤfneten Cabinet der Natur u. ſ. f. 2 Folgende fürtrefliche Schriftſteller, haben hierinne die Lehre mit der Ausuͤbung verbunden, Geber, Ar⸗ tephius, Fadith der aͤltere, den man im öten B. des che⸗ miſchen Schauplatzes antrift, Avicenna; die Turba Phi⸗ loſophorum, die im 1ſten B. der artis auriferæ zu finden iſt; Morienus, der fuͤr den aufrichtigſten gehalten wird; Calid, Rogerius Baco, Ferrarius im 3ten B. des che⸗ miſchen Schauplatzes, Arnoldus de Villa nova, Raym. Lullius, Joh. de Kupeſciſſa; der philoſophiſche Ro⸗ ſengarten; Micol. Flamellus, Clangor buccinæ, Bernb. Comes Treviſan. Georg. Riplaͤus, Daſtinius, Baſi⸗ lius Valentinns, Theſaurus Philoſophiæ; Aurelia Oocculta Philoſophorum Senioris, Confilium conjugii de maſſa ſolis ac lunæ; Richardus, Ortholanus, Augurellus, Theophraſtus Paracelſus, Artephius, Beuther, Sebald Schwertzer, Alexander Sido⸗ nius, Sendivogins, Chortolaſeus, Arthur Dee, Suchten, Philaletha, beſonders in ſeinem Introitu ad occluſum Regis Palatium mit Cohauſens Erklaͤrung in den Eph. Nat. Curioſ. Volum. VII. VIII IX.& X. Pan⸗ thaleon, Atremontius, Ludov. de Comitibus, Aurea catena Homeri; vieler andern Schriftſteller, die wir ent⸗ weder in der mediciniſchen Gefchichte im 2ten Capitel an⸗ gefuͤhret haben, oder die man im chemiſchen Schauplatz, der aus 6. B. beſteht, im Muſæo Hermetico, welches 1749 verbeſſert herausgekommen, in der Triga chemica, oder Quadriga Aurifera, ſo beyde von Nicol. Bernaud, herausgegeben, und dem 3ten B. des chemiſchen Schau⸗ platzes einverleibet worden; in dem Buche: Tractatus ſeptem, die vom Stein der Weiſen herausgekommen, und vom Juſto von Balbian, aus Aloſt, ebenfals in den drit⸗ ten Band des chemiſchen Schauplatzes eingeruͤcket worden ſind; in den vier ſehr alten Schriften der Philoſophiæ che- micæ; im Buche: de Alchymia opuſcula complura ve- terum Philoſophorum; in dem 2ten Buche der Alche- miæ, artis que metallicæ doctrina; in dem 2ten Bande der Artis auriferae; in der Schrift, ſo den Titel fuͤhret: Harmoniæ imperſcrutabilis chymico philoſophicæ Dec. II. Vol, II. collectæ à Joanne Rhenano; in arte chymi- ca; dn Verwandl. der Metalle u. vom Wercurificir. 325 chibſeſt ca; im Novo lumine chymico; im Buche, das den Ti⸗ net der Aaur tel fuͤhret: Tractatus aliquot Chemici ſingulares; in Guil. Grataroli Artis Alchemiæ defenſione; oder en hietine endlich in des Mangetti Bibliotheca chemica ‚ antrift; Geber, n und vieler andern nicht zu gedenken; auch vieler Hand⸗ tn N dah ſchriften, deren ich auch einige in meiner Bibliothec habe, diedrtag nicht zu erwaͤhnen. diere ſfin Von dieſen muß man merken, daß ſie nicht alle mit gehaltani gleicher Erkenntniß, Aufrichtigkeit und Einſicht, noch auch Zten d.dch auf gleiche Art, Metalle zu machen, gelehret. Es muß wnona Joß. ſich alſo ein fuͤrſichtiger Chemiſt, der ſie leſen will, wohl in iuſehſten Acht nehmen, daß er nicht in Verwirrung gerathe. Denn auccine,Jmd ich habe gefunden, daß einige, indem ſie von den Anfän⸗ ſtinus, B gen der Metallen reden, ihre Gedanken auf ſehr entlegene phie; Arti Anfänge, ja auf die erſten Elemente aller Dinge, aus de⸗ — cai nen die naͤheren Anfaͤnge entſpringen, ausgedehnet haben; Ortholun andere aber reden von den naͤheſten Anfaͤngen, als von ſolchen, die den naͤheſten Einfluß in das Metallmachen Tf Vunuehn haben. Was alſo von einigen die erſte Materie genannt Aethur d wird, kann man uͤberall in jedem Naturreiche antreffen; an Inroi andere hingegen ſetzen ſie nur an gewiſſe Oerter. Daher s Ekklinu erinnert Lullius in Theorica ganz recht: Wenn du mi⸗ K&Xpr neraliſche Elemente haben wilſt, ſo nimm nicht die erſten, witdo Vr weil dieſe ſehr, ja allzueinfach; die letzten aber allzugrob ſer derie ſind. Wenn dich hungert, ſo nimm Brod und nicht Mehl. 1 9 Wenn du Brod backen wilſt, ſo nimm Mehl, aber keine den 3 Aehren. Daher kann mann leicht ſchluͤſſen, daß es eine ha Ehu andere Materie ſey, die das urſpruͤngliche Queckſilber dei heiſſet, und vom Lullio ein unſichtbares, und nur mit dem Irigz cſcnn Verſtande begreifliches Queckſilber, das in allen Weſen col. Bernah zugegen iſt; vom Sendivogio aber der Sternſaame, und nihast von andern der himmliſche Saame genennet wird; bey an⸗ ce: Inin dern hingegen, das wahre Queckſilber, oder auch un⸗ gehmnan ſer Queckſilber, und bey noch anderen, das urſpruͤngliche fals n dan mit dem Schwefel der Natur beſeelete Queckſilber, heiſſet⸗ gerice 8 von dem in dem philoſophiſchen Roſengarten die Rede iſt, iolepli wenn der Verfaſſer ſo ſagt: Man findet den Stein der aemhnn Weiſen von der Natur erſchaffen, und unſer Queckſilber, edr e d. i. die Materie, die das philoſophiſche Queckſilber ent⸗ zten udie haͤlt, iſt dasjenige, ſo die Natur einigermaſſen bearbeitet, WSi ün und in eine metalliſche Geſtalt gebracht, dennoch aber un⸗ oloptiee vollkommen gelaſſen hat. in anecſe X 3 Ueber⸗ 84' 326 Cap. 26. Vom Metallmachen, von Ueberdiß iſt noch zu erinnern noͤthig, daß zwar die Anfaͤnge zu den Metallen, ſelbſt in den Metallen zugegen ſind, und in denſelben gefunden werden koͤnnen; weil ſie aber nicht leichtlich und vollkommen zerleget, und in ihre erſten Anfaͤnge aufgeloͤſet werden koͤnnen, es auch fuͤr ge⸗ faͤhrlich gehalten wird, auſſer dem Naturkreiſe herumzu⸗ irren, ſo iſt der ſicherſte Weg, der Natur in ihren Arbei⸗ ten nachzugehen. Deswegen erinnert Baſilius Valen⸗ tinus ſehr vernuͤnftig: Frage dich ſelbſt: woraus du un⸗ ſern Stein bringen wolleſt, ſo wird dir bekannt werden, daß er aus keinem andern Dinge, als aus einer metalli⸗ ſchen Wurzel, woraus die Metalle ſelbſt von ihrem Schoͤ⸗ pfer geordnet worden, kommen koͤnne. Desgleichen ſte⸗ het im philoſophiſchen Roſengarten: die Materie der Metallen, iſt ein rauchendes Weſen, der Urſtof der Me⸗ talle, ſo eine ſchmierigte Feuchtigkeit enthaͤlt, aus welchem Weſen der Kunſtler eine philoſophiſche Fenchtigkeit, die zum Werke geſchikt iſt, ſcheiden mag u. ſ. w. §. 6. 2) Die Verwandlung der Metallen iſt diejenige kuͤnſtliche chemiſche Arbeit, wodurch unedle Metalle in edle verwandelt werden. Und dieſe Arbeit heißt heut zu Tage gemeiniglich die Alchemie. §. 7. Die Moͤgligkeit der metalliſchen Verwandlung be⸗ weiſen wir dadurch: a) daß alle Metalle im Grunde uͤberein kommen, und einerley einfachere Anfaͤnge ha⸗ ben; ſie ſind nur, theils in Anſehung einer groͤberen, den unedlen Metallen anhangenden Erde; theils in Anſehung der Verhäͤltniß und Verbindung ihrer An⸗ faͤnge, unterſchieden. Wenn alſo dieſe Erde oder Grobheit geſchieden, die Verhaͤltniß gereinigter An⸗ faͤnge etwas veraͤndert, und eine beſſere Verbindung unter den Theilen zu Stande gebracht wird, ſo muß aus einem unedlen ein edles Metall entſtehen. b) Aus unwiderſprechlichen, und zu dieſem Ende angeſtellten Ver⸗ Di Ve beder die⸗ Di ll ſelrhet bexgere a dücht ed den dlſ kärnen. 7 Anme Metal —ꝛ—ÿ—ÿ-Ü-õ·-a S. d in Verwandl. der Metalle u. vom Mecurificir. 327 nnenen Verſuchen, die man bey gedachten Schriftſtellern(§. Bmen, ni I. Anmerk. 1.) nachleſen muß. et, undinſ.— di acj 9 Anmerkung. Boerhaave und Fr. Hoffmann, zwey kkrie he groſſe und gelehrte Chemiſten, haben dieſe Verwandlung, aus ttiſe henn dem Gruude, weil ſie dafuͤr hielten, daß die eigene Schwere Lin ieni der Coͤrper nicht vermehret, die Verwandlung aber ohne Ver⸗ aſlius ven 4 mehrung der eigenen Schwere nicht gedacht werden koͤnnte, woralö de fuͤr gantz unmoͤglich ausgeben wollen. Allein, wenn wir die Wn Sache genau uͤberlegen, ſo entdecken wir oyne Muͤhe, daß der Kkannt nan angefuhrte Grund uͤberaus ſchluͤpfrig ſey. Denn wir find durch us einer uac die Erfahrung uͤberfuͤhret, daß die eigene Schwe e der Coͤr⸗ von ihrent⸗ per, wenigſtens zum Theil, ſſowol vermindert als vermehret Dellich werden koͤnne, und Boerhaave ſelbſt hat dieſes an dem oͤf⸗ de 4 ters deſtillirten Queckſilber erfahren. Auſſer dem iſt noch zu d Maen merken: daß weun man gleich dieſe phyſiſche Regel als eine Uliſted d wahre brauchen koͤnnte, ſo wuͤrde ſie doch bey Verwandlung dlt, aus wite der Coͤrper gar nicht angebracht werden koͤnnen, weil die Ver⸗ Functi h 8 wandlung ſelbſt anzeigt, daß ein Coͤrper nicht mehr derſelbe Di ſey, der er vor der Verwandlung geweſen. Es ſey z. B. die b. eigene Schwere des Bleyes allezeit und uͤberall gleich, ſo muß, wenn die Beſtandtheile des Bleyes ſo verduͤnnet, gereiniget und miteinander verbunden werden, daß mehr gueckſilberar⸗ tige Theilgen, als vorher, in eben den Raum zuſammen kom⸗ iſt dſelen meun, ohnfehlbar eine groͤſſere Schwere entſtehen; es iſt aber 1 auch alsdeun nicht mehr Bley, ſondern entweder Gold oder nedle Ma Platina. Wer dieſes mit mehreren Gruͤnden und Zeugniſſen eArbeit bewieſen haben will, kan die fuͤrtreflichen Probſchriften des Joh. Conr. Creilings de aureo vellere durchleſen. 4 6 §. 8. verdice Die Verwandlung der Metalle iſt zweyerley, ent⸗ nn 4 weder die allgemeine oder die beſondere. Anfängſe§. 9. ner gröden 7„„2* 27„2 2 de; thb Die allgemeine Verwandlung iſt diejenige chemi⸗ ung derl ſche Arbeit, wodurch unedle Metalle, auf ziemlich ver⸗ eſe Erech borgene, aber nicht ſo kuͤnſtliche Weiſe, vermoͤge einer einigterd hoͤchſt verduͤnnenden und reinigenden Tinctur, unter Daium dem Fluͤſſen im Feuer, in edle verwandelt werden id, bm koͤnnen. then.d d 1. Mumner ung, visdineiun⸗ eeerde zu de riuaredig nicht an und fuͤr ur na⸗ ußin Metalle braucht, iſt nich Wf naſnig, 328 Cap. 26. Vom Metallmachen, von 2. fuͤſſig, ſondern feſt und ein Pulver, und heißt der Stein der Weiſen, nicht, weil er ſteinigter Art iſt, ſondern weil ſich viele an dieſem Steine geſtoſſen haben, und indem ſie ihn ſuchen wolten, ihres Vermoͤgens beraubet worden ſind; er heißt auch Magiſterium, oder das groſſe Elixir, wiewohl Lulli us, unter dem Stein, und dem Elixir, mit folgenden Worten einen Un⸗ terſchied macht: Der Stein wird in einem Jahre; das Elixir aber im andern gemacht; man nennet ihn auch die allgemeine Medicin. Daß dieſer Stein etwas zuſammengeſetztes ſey, er⸗ hellet daraus, daß in der Kemita ſemitæ geſagt wird: wenn zu der Erde Waſſer, d. i. lauffendes Queckſilber komt, ſo waͤchſt es und nimmit zu, weil die Erde weiß wird, und denn heißt es die Schwaͤngerung; darauf wird das Gaͤhrungsmit⸗ tel verdickt, d. i. es verbindet ſich, wie gemeldet worden, mit dem unvollkommenen, zubereiteten Coͤrper, bis es mit dem⸗ ſelben, dem Anſehen und der Farbe nach einerley iſt, und denn heißt es die Geburt, weil alsdenn unſer Stein gebohren wor⸗ den iſt. Es ſtehet auch inn Lullio: Die Alchemiſten ha⸗ ben geſagt: daß der Stein aus zwey Waſſern, davon eins den Stein fluͤchtig, das andere denſelben feuerbeſtaͤndig und hart mache, zuſammengeſetzt werde. Anmerkung. So, wie unedle Metalle in edle zu verwan⸗ deln, nichts anders iſt, als die Aufaͤnge der erſten zu reinigen, zu verduͤnnen und in anderer Verhaͤltniß zu verknuͤpfen,(9. 7.) ſo kann man leicht einſehen, daß ein hiezu geſchicktes Mittel moͤglich ſey. Denn gleichwie ein wenig Hefen eine groſſe Menge Moſt, in ein geiſthaftes und duͤnnes Getraͤucke ver⸗ wandeln kann, ſo koͤnnen fluͤſſende Metalle auf eben die Weiſe, durch dieſes Mittel verwandelt worden. Dieſes Mittel iſt der Stein der Weiſen, der daher von groſſer aufloͤſenden, durchdringenden und beſtaͤndig machenden Kraft ſeyn, eine Aehnlichkeit mit den metalliſchen Anfaͤngen haben, und weil er als ein Gaͤhrungsmittel wirken ſoll, auch eine vermehrende Kraft beſitzen muß. Deswegen ſchluͤſſen wir: daß die allge⸗ meine Verwandlung, von dem Metallmachen ſelbſt(§. 5.) wenig unterſchieden iſt, weil man in beyden Faͤllen auf die metalliſchen Anfaͤnge zuruͤckgehn muß. Es bleibt der einzige Unterſcheid uͤbrig, daß in dieſer Verwandlung, die Anfaͤnge in ihrer Verbindung, und als ſolche, die in dem zu verwan⸗ delnden Coͤrper vorhanden ſind, betrachtet werden, und vor⸗ nemlich auf die Reinigung geſehen wird; bey dem Metall⸗ machen aber werden die metalliſche Anfaͤnge, die man reini⸗ gen und verbinden ſoll, auſſer der Verbindung, allein als ge⸗ geben angeſehn, und voraus geſetzet. Daher gehoͤren die ſchon (§. 5. Anmerk.) angefuͤhrten Schriftſteller, die vom Metall⸗ machen, nur zufaͤlliger Weiſe, vom Verwandeln aber mit Vor⸗ ſatz gehandelt haben, ebenfals hieher. §. 10. Die beſondere Verwandelung, die nur einige der verwe der une Arbeit, lien die derer ſchieden gezeger 7 Ahm V aufd 190 fͤret Eön 1 unre wiſe tiſc Oder 7 hder e wir di tracht ſciede ſchmel verguic ſchagen auch ce *Anmert de kepe Jefßler dbiger Neglech rauſe G ſeruun Amm de din Dei ihjoildeng ſoch von it di gti ern well ſi in ſe ihn ite nd; er ſſta ulliun Nerten eina Jhres dasdi uch di allme nengtſetesſn, geſagt winene ſefiber kin, jwird, unwe das Gähtrgen naldet wondan „ dis es min nerley ih main tein gebohtenn ie Alchemiin, rn, dauen it zeſtändig ue in edle u vene erſten zu nin erkgugfen” geſchickte ſit Hefen ene e jes Getriuden uf eben diede Dieſes Nu oſſer zuftſane Kraft ſenn haben, und n eine vernehen er: dan dſetbo en ſeltt C en Fallen af bleibt deren ng, die Wfün dem zu veen zerden, und bey dem Nul „ die man un ng, alein di gehbten deſt die von Nul eln aberwmilb ie nur in d Verwandl. der Metalle u. vom Mercurificir. 329 der unedlen Metalle in edle verwandelt, iſt diejenige Arbeit, vermoͤge welcher, aus verſchiedenen Minera⸗ lien diejenige Anfaͤnge, mit welchen, durch Zuſatz an⸗ derer Materien, etwas Gold oder Silber, auf ver⸗ ſchiedene Art, mit Nutzen gemacht werden kann, aus⸗ gezogen und geſchieden zu werden pflegen. 1. Anmerkung. Man pflegt dieſe beſondere Verwandelung auf dreyfache Weiſe vorzunehmen: . 1) Durchs Feitigen, wie man das, mit andern Minera⸗ lien behandelte Silber in Gold verwandeln kann. Henckel fuͤhret einen ſolchen Verſuch mit dem Rothguͤldenertz und Schwefel an.* 2) Durchs Ausziehen, indem aus unedlen Metallen und unreinen Ertzen, ſolche Theile, die, mit andern Materien ver⸗ miſcht und behandelt, einen Coͤrper geben, durch deſſen Ver⸗ miſchung und Behandlung mit Silber oder Bley etwas Gold oder Silber zum Vorſchein komt, ausgezogen werden. 3) Durch Scheiden, indem aus verſchiedenen Mineralien, oder ſchlechten Metallen, mehr Gold oder Silber, als man auf gemeine Weiſe daraus erhaͤlt, geſchieden wird. Wenn wir dieſe verſchiedenen Arten, die Metalle zu verwandeln, be⸗ trachten, ſo darf man ſich nicht wundern, daß man hiezu ver⸗ ſchiedene Arbeiten noͤthig hat; man muß nemlich theils ſchmelzen, verglaſen und reduciren,(wiederherſtellen); theils verquicken und mereurificiren; theils aufloͤſen nud nieder⸗ ſchlagen; theils auch ſublimiren und wachſen laſſen, oder auch cementiren. 2. Anmerkung. Unter den Schriftſtellern, die(Particula⸗ re) beſondere Proceſſe angegeben haben, ſind folgende: Keßler, Kellner, Caſſius, Raͤſch, Orſchall, Digby, Urbiger; der Verfaſſer des Tractats: Sol ſine veſte, desgleichen des Wunderdreyes, der Alchemiæ denudatæ reviſæ& auctæ; der Lunæ comparatæ& fixæ; Cabbala, ſpeculum artis& natur«; Neidhold; Wilh. Schroͤ⸗ X 5 ter; * Anm. des Ueberſ. Ich finde haft iſt, ob etwas mehr oder dieſen Verſuch in demſelben weniger Silber herauskomme, nicht; wohl aber andere mit als auf die gewoͤhnliche Art, rothguͤlden Ertz und Salzgeiſt; und gar nichts vom Golde ſagt. wo jedoch Henckel zweifel⸗ 330 Cap. 26. Vom Metallmachen, von ter; Welling; Sincerus Renatus; Benz;; der Verfaſſer der philoſoph. Brieftaſche; u. a. m.* Die beſondere Verwandlung hat mit der allge⸗ meinen, einerley Grund. Denn, ſo wie hier die beruͤhmte Tinctur, in wenig Augenblicken, die bewunderungswuͤrdige Vollkommenheit, wie in einer Gaͤhrung, zu Stande bringt; alſo machen dort gewiſſe zubereitete Coͤrper, vermittelſt ei⸗ niger Arbeiten, ſchlechte Metalle entweder vollkommen, oder vermehren das Silber und Gold. Es ſind uͤberall einerley Gruͤnde, daher man auch gemeiniglich ſaget: daß die allgemeine und beſondere Verwandlung aus einer und eben derſelben Quelle entſpringen. Ob alle edle Metalle der Eiſenerde ihren Urſprung zu denken haben, will ich nicht behaupten; allein Mangold hat ſich neulich in den Act. Acad. Mogunt. p. 279; dieſe Meinung, der einige zu⸗ gethan ſind, zu beſtaͤtigen bemuͤhet.** *Aum. des Ueberſ. Ich wuͤrde die meiſten von dieſen und vo⸗ rigen Schriftſtellern gar nicht anfuͤhren, ſondern jedem ra⸗ then, daß er vorher ſeinen Verſtand, ſeine Erfahrung, und ſeinen Beutel zu Rathe ziehen ſolte, ehe er ſich nur etwas in dieſe Wiſſenſchaften einlaſſen wolte; denn ſehr wenige haben tuͤchtige Erfahrungen augege⸗ ben, und ſolche zu unterſuchen, dazu gehoͤ3rt ſehr viel. ** Anm. des Ueberſ. Der Herr Verf. hat hier meinen Sinn nicht recht getroffen, denn ob ich gleich S. 279. geſagt habe: daß es aus dem vorhergehen⸗ den Verſuche ſchiene, als ob die edleren Metalle aus der Eiſen⸗ erde entſtuͤnden, ſo ſage ich doch ß. II. S. 28o gleich drauf:„ich „laͤugnete nicht, daß auch au⸗ „dere Metalle die Erde enthiel⸗ g„ten, aus der edlere zuwege „gebracht werden koͤnnten; ich „wuͤrde vielmehr zu ſeiner Zeit „Verſuche anfuͤhren, die dieſes „beſtaͤtigten. Ich gehe alſo nur darauf, daß die edeln Me⸗ talle meiſtens in einem Eiſen⸗ ſtein, oder deſſen Erde ſtecken, wie man aus des beruͤhmten Herrn Lehmanns Abhand⸗ lung von den Metallmuͤttern, S. 176. und 204, aus des Hrn. Gellerts metallurgiſchen Che⸗ mie, S. 38, aus des Rudolphi Elementis amalgamationis, aus ſehr vielen Orten in Hen⸗ ckels Schriften, und was das Silber ins beſondere betrift, aus Stahlens Bedencken vom Schwe⸗ verwa „* Arbeit, fendes härih 1, Jnf lib- unſe gema nter den N V den wit Echwefel, kefuß erſe und Gleyerz ſſt eibe, das Gold, Dly rict ge ni demeiſen dnnen, s dn olen Re t enilt ſ ſdllin aend dee dun denenich de ih till dieünn a Gtheigt,d dh ta vennſen da nit egen . ⸗ n Ver wandl. der Metalle u. vom Mercurificir. 331 3; ders ari f. rr. t ni na 3) Die Mercurificirung(H. 2. N. 3.) iſt diejenige hier delit Arbeit, wodurch etwas queckſilberartiges, oder lauf⸗ underungidene fendes Queckſilber aus den uͤbrigen Metallen hervor⸗ duStnndehne gebracht werden kann. der, verwin Kder valker 1. Anmerkung. Der uͤble Begriff, den ſich viele von dem phi⸗ Es ſid ie loſophiſchen Queckſilber, oder wie es die Alchemiſten nennen, von rilic ſer unſerm Queckſilber, deſſen wir(§. 5. Anmerck.) gedacht, luns ab nn⸗ gemacht haben, hat viele Gelegenheit das Mereurificiren zu 3 unnterſuchen und anzuſtellen gegeben. Die Chemie hat daraus dalle dlege den Nutzen erhalten, daß wir mit Gewißheit ſagen koͤnnen: haben, ni daß die Metalle in Queckſilber zu verwandeln ſind, oder beſſer, ſich nacn) daß man aus den Metallen Queckſilber erhalten kann. Zum no N d Zeuani dieſer Sache iſt es genug, einige Beyſpiele, die in 9 der en; en Anmerkungen unſerer Mineralogie, vorgebracht worden ſind, und die wir hier aufs neue zu erzaͤhlen, fuͤr uͤberfuͤſſig 1 halten, zu nennen. Es ſind dieſe Mercurificationsproceſſe, te in Anſehung der verſchiedenen Natur der Metalle, mehr oder weniger kuͤnſtlich, und in der Aehnlichkeit der Natur der Me⸗ leich draui talle und des Queckſilbers gegruͤndet.— 4 nict,Ni adt 2. Anmerkung. Weitlaͤuftiger von dieſen Arbeiten zu handeln alle dieEneei waͤre uͤberfluͤſſig, weil ſich vielleicht anderswo Gelegenheit fin⸗ der eälet e den wird, umſtaͤndlicher davon zu reden. Ueberdiß halte ich rerden fime hor Uneht iſinf ESchywefel, S. 249. ꝛc. zum Ue⸗ men ſteht, dazu kommt, wenn auführn,ei berfluß erſehen kann. Bley ein edel Metall hervorgebracht 1 3 thit und Bleyertze geben zwar auch wird; und hierinne bekraͤftigen dai di aün oft Silber, und in dieſem et⸗ mich des Herrn Henckels ge⸗ ns in iien i was Gold, und doch hat das heimnißvolle Worte, die er an deſſen Ede Bley nicht gerne Gemeinſchaft verſchiedenen Orten ſeiner An⸗ aus des bende mit dem Eiſen; alſo ſolte man merkungen uͤber den Reſpur hmanrs We denken, es koͤnne auch die Erde wegen der Verbindung des Bley⸗ den Meralrte dah usd eiuluiün „aus de ue analgarm elen Orta ufe ſun, une beünden it Pedenci” re Bedns 66 der edlen Metalle enthalten; es enthaͤlt ſie auch alsdenn; allein eben diejenigen Verſuche, von denen ich gedacht habe, und die ich vielleicht mit der Zeit beſchreiben werde, haben mir gezeigt, daß, etwas vom Eiſen, oder wenigſtens vom Kupfer, das mit jenem ſo nahe zuſam⸗ glautzes mit Eiſen hat fahren laſſen. Der Rudolphiſchen und Beutheriſchen, von Kunckeln angefuͤhrten, Ausziehung des Kupfers aus Eiſen, aus der ſo viel nuͤtzliches vorgeblich her⸗ vorkommen ſoll, will ich jetzo nicht einmal weitlaͤuftiger ge⸗ deneren. Das 27. Capitel. vor rathſamer, alle dieſe Proceſſe genau und vollſtaͤndig zu beſchreiben, welches wenige thun koͤnnen, als durch dunkele, unvollſtaͤndige oder verſtuͤmmelte Berichte und Beſchreibun⸗ gen, viele zu unnuͤtzen Unkoſten verleiten, und alſo wirklich zu betruͤgen. Wir wollen aber dieſe alchemiſtiſchen Lehren ver⸗ laſſen, und zu den bekannteſten Arbeiten, die ihr Abſehen auf die Verſetzung der Beſtandtheile der Coͤrper des Pflanzen⸗und Thierreiches haben, gehen. Denn wir wiſſen in der Alchemie von keiner andern Verſetzung der Beſtandtheile mineraliſcher Edrper⸗ als von der, die wir bisher kuͤrzlich beſchrieben ha⸗ en. MN8 XéÄ0 Das 27. Capitel. Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 6. I. ſe Gaͤhrung iſt uͤberhaupt diejenige chemiſche Ar⸗ § beit, wodurch, vermittelſt der Waͤrme und der wirkenden Kraft der Luft, eine innerliche Bewegung in den Beſtandtheilen der natuͤrlichen Coͤr⸗ per herfuͤrgebracht wird, aus welcher eine luftige elaſtiſche Materie entſpringet, und die Theile aus ih⸗ rer vorigen Verknuͤpfung geſetzet und aufs neue ver⸗ bunden werden(Cap. 6.§. 1.). Oder kuͤrzer, ſie iſt eine in den Theilgen des ge⸗ miſchten Coͤrpers erregte innerliche Bewegung, wo⸗ durch die Theile, in Anſehung ihres Zuſammenhan⸗ ges, verſetzet werden. Anmerkung. Weil Zales, Muſſchenbroek, Eller und andere, durch chemiſche Verſuche ſchon vor dieſem ſatt⸗ ſam gezeiget haben, daß ſich eine elaſtiſche luftige Materie unter der gaͤhrenden Bewegung erzeuge, ſo iſt es nicht noͤthig, dieſe Sache weitlaͤuftig zu erklaͤren. Doch koͤn⸗ nen wir nicht uͤbergehen, daß diejenige, die auf dieſe ela⸗ ſtiſche Materie und ihre wirkende Kraft nicht geſehen ha⸗ ben, die Gaͤhrung, wie es uns ſcheinet, und aus dem fol⸗ genden gend Sta Penm vorigen ſollen, oder ufe und heue nicl gich 1 eiſo 1) 7 nder vor 4 des Materie ijrer vor en möͤgen 2)1 ſe zerſtre tgung, o nden kann ) d Ui neuer C e, welches hewegung, 1. Anmer di des wicht bon reuerCit ſo wiſen Gätrung ta Deo dan ſon wnotfe d. Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 333 und dal, aun genden erhellen wird, hinlaͤnglich zu erklaͤren nicht im unibe Stande geweſen ſind. dd dlſovuinds, tiſchen ann* de ihr Min 87 ndeing— Wenn die Theile der natürlichen Coͤrper aus ihrer fann vorigen Verbindung in eine andere gebracht werden icig ſollen,(§. 1.) ſo kann dieſes ohne innerliche Bewegung, oder auf andere Art, als daß durch die Verſetzung und neue Verbindung ein neues Gemenge entſteht, nicht geſchehen. Daher wird zu jeder Gaͤhrung uͤber⸗ haupt erfordert:. 1) Daß in einem dazu geſchickten Coͤrper, oder ʒupt. in der vorhandenen Materie, eine innerliche Bewe⸗ gung deswegen erreget werde, damit eine elaſtiſche Materie hervorgebracht, und die Beſtandtheile aus ge chenity ihrer vorigen in eine neue Verbindung verſetzet wer⸗ tr Wimn den moͤgen. eine innt 2) Daß die Miſchung der vorhandenen Mate⸗ atitichn rie zerſtoͤret werde, welches durch die innerliche Be⸗ het in th wegung, ohne welche keine Verſetzung der Theile ſtatt e Thatn finden kann, geſchiehet. äufs nene 3) Daß aus den zuvor abgeſonderten Theilen ein neuer Coͤrper zuſammengeſetzt oder gemiſcht wer⸗ thellgah de, welches ebenfals von der anhaltenden innerlichen ewegun,, Bewegung abhanget. zulmme 1. Anmerkung. Weil wir aus der Erfahrung wiſſen, 4 Coͤrper daß die Verbindung unter den Beſtandtheilen der Coͤrper, zuhr von jeder innerlichen Bewegung aufgehoben, und ein rotk, B roder eine neue Materie herfuͤrgebracht wird uur din derfarbnm eine bloſſe innerliche Bewegung von der eboin e Gaͤhrung wohl unterſcheiden, und dieſe zwiſchen gedach⸗ e, ſeſſtt ten Bewegungen feſtgeſetzte Graͤnzen nicht uͤberſchreiten, jten. di denn ſonſt pflegen ſie gemeiniglich entweder untereinander de ufune geworfen, oder allzuweit von einander entfernet zu wer⸗ niht nigen den. dnd usde 2. An⸗ 334 2⸗ Das 27. Capitel. Anmerkung. Die Chemiſten haben die Gaͤhrung auf verſchiedene Art erklaͤret. Die Aelteren verſtunden darun⸗ ter, wo ich nicht irre, keine andere Bewegung, als die ſie bey dem Brodteige wahrnahmen; daher auch vielleicht die ganze Arbeit ihren Namen bekommen hat. Denn bey den Lateinern bedeutet fermentum, einen ſauren ungeba⸗ ckenen Brodteig, oder den Sauerteig, oder Zeug der Be⸗ cker, womit eine andere gleichartige Maſſe zum Gaͤhren und Saͤuren gebracht wird. In den neueren Zeiten wur⸗ de die Gaͤhrung vom HZelmont, Willis, und anderen ſo weitlaͤuftig gemacht, daß alle veraͤndernde und verſetzende innerliche oder aͤuſſerliche Bewegungen, kurz, alle Bewe⸗ gungen die man nur bey einem Coͤrper antraf, darunter be⸗ griffen waren. Hieraus entſprungen die beſondern, in 3· die thieriſchen Coͤrper vertheilten fermenta dieſer Schrift⸗ ſteller; hievon hat auch Cramer im Coleg. chym. p. I. die Chemie als eine Kunſt, ſo die Cörper durch Gahrung veräͤndert, zu beſchreiben Anlaß genommen Es ſcheinet auch Malouin in der Chem. med. T. I, p. 29. das Wort Gaͤhrung, in gar zu weitlaͤuſtigem Verſtande genommen zu haben, wenn er meynet, daß auch das(im 11. Cap. §. 9) beſchriebene Brauſen, darunter zu verſtehen ſey, und deswegen unter warmen und kalten Gaͤhrungen einen Un⸗ terſcheid machet, da uns doch die Erfahrung uͤberfuhret, daß es ſowol warmes als kaltes Brauſen, und mehr oder weniger warme Gaͤhrungen giebt. Andere hingegen ha⸗ ben mit dem Boerhaave und anderen, ſo ihm zugefol⸗ get ſind, die Gaäͤhrung in den neueſten Zeiten ſo enge eingeſchloſſen, daß ſie nur auf die innerlichen Bewegun⸗ gen, die entweder Geiſter, oder Saͤuren geben, gehet. Wenn wir aber die zum Gaͤhren von uns angefuͤhrte Er⸗ forderniſſe gehoͤrig uͤberlegen, ſo kann man leicht ſchlieſ⸗ ſen, daß keine von den angefuͤhrten Meinungen der Na⸗ tur der Gaͤhrung gemaͤß ſey; denn die erſte iſt gleich bey dem erſten Anblick allzn enge; die andere und dritte hin⸗ gegen allzu allgemein, und ſie verwirret die innerliche Be⸗ wegung mit der Gäͤhrung; die vierte iſt ebenfals allzu en⸗ ge, weil ſie nur die gewoͤhnlichen künſtlichen Gaͤhrungen unter ſich hat, und die natürlichen, ohne Schuld und Urſache, wie man aus der gleich weitlaͤuftiger auszufuͤh⸗ renden Art der Gaͤhrung ſehen wird, ausſchlieſſet. Anmerkung. Joh. Auguſt Hoffmann meinet im 4ten Theil S. 767. ſeiner Seonnniſch phyſicnin en ſche neue halt Cir ren. arti gen, denen gehen Im J an. Aiißae ren lau M V der d b ales undd den f ſonden Haben. Anfine kelſchie Dinge daßſeu felben mals he daß nat ende Jeue no daß alſ da deranſt nnerlche S zm vricie lere ai als diſem dn kann. im Faun, neen enf ie Gße nühm 1 rdew degung, b her auc L M Du Rſſanen ug derauͤn aſſe zum h deten zälne z, und anm deun ung. kun ale de trc dauunag e beſnan, us deſtete lg. hn. 4 rdarch Gin nen Eöſte 29. dal ſtande gamn das(in u eerſehen c rungen eaan. hruu löni 1, und wa dere hungen „ſo im ui eu Zeite hh rlchen Amee en geben, n s angeſäne nau läch ſ aungen de rſteſt ech teund dunes dieunalce. tenfab n ſchen ihnun öne Stuhn pfnger uhee oöſchleſe ann nian⸗ iſch phyſtal ich 9) t ' 1 1 ¹ Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 335 ſchen Abhandlungen, daß durch die Gaͤhrung kein neuer Coͤrper herfuͤrgebracht werde, ſondern daß die er⸗ haltene Coͤrper ſchon vor der Gaͤhrung in den gaͤhrenden Coͤrpern, aber in Blaͤßgen eingeſchloſſen, vorhanden wä⸗ ren; er ſetzt nemlich voraus, daß alle Coͤrper aus gleich⸗ artigen Theilen beſtuͤnden, und jedes von dieſen Theil⸗ gen aus Blaͤßgen, als aus ſehr duͤnnen Haͤutchen, von denen eins das andere umgebe, und von demſelben um⸗ geben werde, zuſammen geſetzt ſey. Die zwey aͤuſſe⸗ ren Blaͤßgen, machten nach ſeiner Meinung den Spiri⸗ tum ſylveſtrem oder Gas; in dieſen aber waͤren geiſtige Blaͤßgen, in den geiſtigen ſaure, und endlich in den ſau⸗ ren laugenſalzige eingeſchloſſen. Man ſiehet aber auch aus dieſem wenigen, ſo wir aus der vorangefuͤhgten Schrift ausgeſchrieben haben, daß alles dieſes von einem ausſchweiffeuden Witz herkomme, und daß, woferne es noͤthig waͤre, leicht bewieſen wer⸗ den koͤnte, daß dieſe Meinungen nicht nur keinen Grund, ſondern auch nicht einmal eine Wahrſcheinlichkeit vor ſich haben. Aus derſelben wuͤrden ſo viel Beſtandtheile und Anfaͤnge der natuͤrlichen Coͤrper herkommen, ſo viel un⸗ terſchiedene, entweder hervorgebrachte oder ausgezogene Dinge man aus ihnen erhaͤlt; ohne daran zu gedenken, daß ſaure und laugenſalzige Theile in einem und eben dem⸗ ſelben Coͤrper, ohne ſich mit einander zu verbinden, nie⸗ mals beſtehen koͤnnen. S§. 3. Daß natuͤrliche organiſche Coͤrper, durch eine gaͤh⸗ rende Bewegung ſowol erzeuget als ernaͤhret werden, und daß alſo die Natur ſowol als die Kunſt Gaͤhrun⸗ gen veranſtalte, ſchlieſſen wir daraus: 1) Weil ohne innerliche Bewegung und Verſetzung der Theile aus den verſchiedenen Nahrungsmitteln, deren ſich die Thiere bedienen, kein Milch⸗oder Nahrungsſaft, und aus dieſem kein nahrhaftes Blut zuwege gedracht wer⸗ den kann. Denn dieſe ſind weder vor, noch nach dem Kauen, in den Nahrungsmitteln ſelbſt zugegen, ſondern entſtehen erſt aus denen im Magen und den Ge⸗ 336 1 Das 27. Capitel. Gedaͤrmen durch mancherley Bewegungen zerſtoͤreten Beſtandtheilen der Nahrungsmittel. Wo aber ais Beſtandtheilen, ſo durch innerliche Bewegung zerſtoͤ⸗ ret worden, ein neuer Coͤrper hervorgebracht wird, da iſt, nach vor angefuͤhrtem(§. 2.) eine Gaͤhrung vorhanden. Aus eben dieſem Grunde halten wir da⸗ fuͤr, 2) daß die Erzeugung der natuͤrlichen Coͤrper, beſonders derer aus dem Pflanzenreiche, ebenfals durch eine gaͤhrende Bewegung beſorget werde, weil aus den Saamen oder Anfaͤngen dieſer Coͤrper, ein neues Weſen wohl ſchwerlich anders, als durch eine inner⸗ liche Bewegung, vermoͤge welcher die Verbindung der Beſtandtheile der Saamen zerſtoͤret wird, entſte⸗ hen kann. Hieraus ziehen wir alſo den Schluß, daß alle Gaͤhrungen uͤberhaupt von zweyerley Art ſind. 1) Natuͤrliche, die von der Natur ſelbſt vor⸗ genommen werden, aber nicht zu unſerm Zweck, da wir jetzo nur von chemiſchen Arbeiten handeln, ge⸗ hoͤren. 2) Kuͤnſtliche Gaͤhrungen, die wir jetzo betrach⸗ ten werden. 1. Anmerkung. In der Haushaltungschemie werden wir ausfuͤhrlicher beweiſen, daß die innere Bewegung, welche wir in den Saamen der Gewaͤchſe unter dem Kei⸗ men oder Wachſen antreffen, in dem Verſtande, in wel⸗ chem wir die Gaͤhrungen genommen, gährender Art ſey. (ſ. Langium T. I. p. †44.) Bey dieſer Gelegenheit will ich nur anzeigen, daß eben dieſes aus den Worten unſe⸗ res Heilandes, die der Evangeliſt Johann. im 12. Cap. v. 24. angemerket hat, deutlich erhellet. Denn es heiſt: Warlich, warlich ich ſage euch, es ſey denn, daß das Weritzenkorn in die Erde falle und erſter⸗ be, ſo bleibet es aileine; wo es aber erſtirbt, ſo bringets viel Fruͤchte. Man ſagt aber nicht, daß et⸗ was geſtorben ſey, woferne nicht ſeine Theile zeuſüret worden, bor der was nat Cir daß. gede vecſ zu f fäͤran fürmne alin 2. Am Jerſ tale, heha gährr diein angefl rechnen eine G. der M feu Fa ſeine Ga Arrkin Retfape 7 6 uneke Be 4 gen ſerin dchet wegung dan debtact nn eine Gihe ehalten vin rlichn Cin „(berfalegu de, wel rper, eum urch eine in dee Verbin t witd, un den Oth zwegerle ttor ſelttn erm Jwet handeln,, ſirjeto bit gschenie de 3 deneon ſe uater d Perſtande, ua qhrender A Gelegeadan den Porta„ ohann.m 8 Da h, sſ d alle und ale ber eſti uta Cheile ſan h Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 337 worden, wie ſelbſt der Augenſchein lehret. Denn wenn der Saame gekeimet hat, ſo ſind ſeine Huͤlſen leer. Man ſiehet auch aus dem, was geſaget worden, mit was fuͤr Grund die neueren Aerzte, die Alten, welche eine natuͤrliche Gaͤhrung in dem thieriſchen und menſchlichen Coͤrper annahmen, tadeln koͤnnen. Wir laͤugnen nicht, daß viele die Gaͤhrungen weiter, als ſichs gehoͤret, aus⸗ gedehnet, die innerliche Bewegung mit der Gaͤhrung ver⸗ wechſelt, und alſo Gaͤhrungen behauptet haben, wo keine zu finden waren. Was ſie aber von Erzeugung und Zer⸗ ſtoͤrung der Coͤrper gedacht, nemlich, daß des einen Zer⸗ ſtoͤrung zur Erzeugung des andern gereiche, nehmen wir als in der Erfahrung gegruͤndet, und hieher gehoͤrig, an. 2. Anmerkung. Ob die Gaͤhrung zur Erzeugung, oder Zerſtoͤrung der mineraliſchen Coͤrper, beſonders der Me⸗ talle, etwas beytrage, laͤſt ſich hier mit Gewißheit nicht behaupten. Henckel haͤlt dafuͤr, daß die Metalle ohne gaͤhrende Bewegung nicht hervorgebracht werden koͤnten; diejenigen aber, welche mit dem G. A. Zoffmann am angefuͤhrten Orte, das Roſten der Metalle zum Faulen rechnen, behaupten, daß bey der Zerſtoͤrung der Metalle eine Gaͤhrung anzutreffen ſey; wir hingegen werden in der Metallurgie an gehoͤrigem Orte beweiſen, daß im er⸗ ſten Fall eine Entwickelung der Theile, im letzten aber eine Gahrung ſtatt haben koͤnne. §. 4. Zur kuͤnſtlichen Gaͤhrung(§. 3. N. 2.) werden, wie die Erfahrung lehret, nothwendig erfordert 1) Geſchickte Materien und Anfaͤnge, die dieſe innere Bewegung ubernehmen koͤnnen. 3 2) Hinlangliche Waͤrme, nebſt genugſamer Luft, von denen, als wirkenden Anfaͤngen, dieſe innere Be⸗ wegung herfuͤrgebracht werden kann. 6. v. Wegen der Anfaͤnge und Materien(§. 4. N. 1.) die eine kunſtliche Gaͤhrung hervorbringen können, muß man merken: 1. Ch. P 1) Daß 3³8 Das 27. Capitel. 1) Daß kein Coͤrper, der nicht aus vermiſch⸗ ten oder verbundenen, waͤſſerigten, oͤligten, ſalzigen und erdigten Beſtandtheilen beſtehet, zur Gaͤhrung ge⸗ ſchickt ſey. Daher werden alle trockene mineraliſche Coͤrper, alles Waſſer, alle ganz ſalzige und oͤligte Coͤr⸗ per, die fuͤr ſich beſonders zur kuͤnſtlichen Gaͤhrung ungeſchickt ſind, von derſelben ausgeſchloſſen. Auch diejenige Coͤrper, aus denen alles ſalzige, oͤligte und waͤſſerigte voͤllig geſchieden worden, koͤnnen zum Gaͤh⸗ ren nicht gebracht werden. Anmerkung. Man muß wohl bemerken, daß wir hier allein von der kuͤnſtlichen Gaͤhrung reden, und dieſe tro⸗ ckenen mineraliſchen Coͤrpern, wie auch abgeſchiedenen Anfaͤngen der Coͤrper einigermaſſen abſprechen; es folgt aber daraus nicht, daß wir auch der Natur das Vermoͤ⸗ gen aus dienlichen mit einander vermiſchten Anfaͤngen, durch innerliche Bewegung, neue Coͤrper herfuͤrzubrin⸗ gen, abſprechen wolten. Es iſt wahrſcheinlich, daß die Natur die Metalle aus Anfaͤngen, ſo durch innerliche Be⸗ wegung verbunden worden, vermittelſt der Gaͤhrung, un⸗ ter der Erde hervorbringe. Daß die Hervorbringung und Verwandlung der Metalle, zum Theil auf dieſem Grun⸗ de beruhe, haben wir vorher(Cap. 26.§. 9. 2. Anmerk. und§. 10. 2. Anmerk.) gezeiget. Allein wir haben dieſe hoͤheren Begriffe von dem gemeinen abſondern wollen, in⸗ dem wir wohl einſehen, daß es ganz was anders ſey, von der Gaͤhrung natuͤrlicher Coͤrper, als von der Gäͤh⸗ rung, die von den vermiſchten und vereinigten Anfaͤngen herruͤhret, zu reden. 2) Daß es unumgaͤnglich noͤthig ſey, daß dieſe waͤſſerige, ſalzige, oͤligte und erdigte Anfaͤnge, in gewiſſer und beſtimter Verhaͤltniß, mit einander ver⸗ miſcht werden. Denn die Erfahrung hat uns geleh⸗ ret, daß die Gaͤhrung von allzuvielen, waͤſſerigen, oͤligten, ſalzigen oder erdigten Anfaͤngen, nicht allein verhindert, ſondern auch, wenn eins von denſelben in gar zu groſſer Menge vorhanden iſt, gaͤnzlich un⸗ terdruͤckt ferdruͦ gung, gen fe gat ni nigſch ſerigte Zveck. den vi⸗ etlctti us wäſ 3) in 6. ark, n der zuſ dichten! fenerlich ſen, wie on einer hcgen des des nicht ther N. lhter den, Päce ſor Anmerkun teAnſi fordert o vnnd he ken beſh henn⸗ niſat Das ne nnd duſt ,— dungen her meien; Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 339 aus etnig... gten ſli kerdruͤckt wird; ingleichen daß die gaͤhrende Bewe⸗ tGähnng gung, wenn einer oder der andere von dieſen Anfaͤn⸗ ne wineit gen fehlet, bevor der Mangel erſetzt wird, entweder undilgag gar nicht, oder ſehr ſchwach, nachdem viel oder we⸗ hen Gän nig fehlet, zum Vorſchein komt. Saftige und waͤſ⸗ hoſin, ſerigte Beeren, gaͤhren nicht vollkommen, noch dem ge, ülte Zweck gemaͤß, woferne nicht das waͤſſerigte geſchie⸗ mnenzung den wird; allzu trockene Beeren koͤnnen ebenfals kei⸗ ne tuͤchtige Gaͤhrung machen, es ſey denn, daß et— was waͤſſerigtes hinzugeſetzet werde. en, dßrn 3) Daß dieſe Anfaͤnge und natuͤrliche Coͤrper, und die ſo in Gaͤhrung gebracht werden ſollen, weder allzu döeß ſtark, noch allzu ſchwach, unter einander verbunden, zuice oder zuſammengedruckt ſeyn muͤſſen; denn in einem ſhten vrin dichten und zuſammengedruckten Mengſel, kann keine per herfünin innerliche Bewegung unter den Theilen erreget wer⸗ gerüch,h’h den, wie wir an den mineraliſchen Coͤrpern ſehen; ic ine von einer lockeren und weichen Verbindung aber, kann d dh wegen des haͤufigen fluͤßigen Weſens, der Zweck oͤf⸗ fäun r ters nicht erlanget werden; deswegen haben wir auch §.9. 2 W vorher(N. 2.) geſaget, daß eine beſtimte Verhaͤltniß wir hanſ unter den Anfängen, von deren Ueberſchreitung die zauih Weiche ſowol als Haͤrte herkomt, hoͤchſt noͤthig ſey. ds Ahdeds, 3 ds Anmerkung. Was fuͤr eine Verhaͤltniß unter den gedach⸗ nigten Jhih ten Anfaͤngen ſeyn muͤſſe, und wie viel Feuchtigkeit er⸗ fordert werde, wenn die Gaͤhrung von ſtaͤtten gehen ſoll, wird bey jeder Art der Gahrung in den folgenden Capi⸗ ſen de teln beſchrieben werden. Denn es iſt aus der Erfahrung Prfüg bekannt, daß nicht bey jeder Gahrung einerley Verhalt⸗ nanu niß ſtatt findet. einandeen jet niſ§. 6. „ wiſe Was die wirkenden Anfaͤnge, nemlich Waͤrme n, nctäl und Luft, von denen, wie wir geſagt haben, Gah⸗ von 1t rungen hervorgebracht werden, anlangt, ſo muß man Kmlchy merken: nuii 2) Daß 340 Das 27. Capitel. y) Daß dieſe Mittel oder Anfänge ſehr noͤthig ſind, und ohne dieſelben keine Gaͤhrungen erfolgen koͤnnen; denn ſo wie ohne Luft keine innerliche Be⸗ wegung unter den Theilen der Coͤrper erreget werden kann, wie man an einem Mengſel, das in einem ver⸗ ſchloſſenen oder luftleeren Gefaͤß aufdehalten worden, gar deutlich gewahr wird, ſo kann auch ohne Waͤr⸗ me ebenfals keine gaͤhrende Bewegung zu Stande kommen, indem die Luft ohne Waͤrme nicht beweget wird, und genugſam bekannt iſt, daß die Coͤrper von der Kaͤlte dichter, und ihre Theile nicht abgeſondert werden(Cap. 7.§§. I1. 12.) 2) Daß dieſe Anfaͤnge und Mittel, als Luft und Waͤrme, in beſtimter Verhaͤltniß zugegen ſeyn muͤſ⸗ ſen. Denn ſo wie der Mangel an Waͤrme, oder die Kaͤlte, die Gaͤhrung verhindert, ſo zerſtreuet oder verbrennet auch zum Theil eine allzugroſſe Waͤrme, diejenigen Theile, die durch die Gaͤhrung zuſammen gehen und vereiniget werden ſolten. Mit der Luft hat es eben die Bewandniß. Denn in freyer Luft duͤnſten die fluͤchtigeren Theile aus, und uͤberdis wird, den verſchiedenen Umſtaͤnden nach, die Gaͤhrung mehr oder weniger aufgehalten, wie wir ſehen, wenn man wenig von der Materie, welche gaͤhren ſoll, in einem groſſen Gefaͤſſe, da der Boden kaum bedeckt wird, zuſammen vermiſchet. Denn die Oberflaͤche der gäͤh⸗ renden Materie wird hiedurch vermehret, und alſo die Gaͤhrung von der allzuſtark beytretenden, und ſich mit der in Gaͤhrung gehenden Materie, vermiſchenden Luft, aufgehalten. 3) Daß dieſe wirkenden Anfaͤnge ihre Kraft, bis an das Ende der Gaͤhrung, ausuͤben; ſolchergeſtalt wird unter der Gaͤhrung ſelbſt, neue elaſtiſche Luft, wie man aus Verſuchen weiß, beſtaͤndig keyeuaß 1 enn 2 Denn ſind zu Aum ge dern ſen aub den kenden ab lie lichen Bewe Maſſe üche Es jei ihrung ſermiſche ſang für ſe, 09. ber gehet ſe bir an ſitt g ſm Fal ſeder in d drgen, 0d en. Dan noder ao higrang enäſwec 6 diedie Er Jeſzafen )) lin Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 341 e ſc ni noe ti Denn weder die eingeſchloſſene, noch aͤuſſere Luft, anerite ſind zu dieſem Zweck hinreichend⸗ erreget be 4 1. 2. 5.. 4 Rt en Anmerkung. Wie dieſe wirkende Mittel beym Gaͤhren in meineme gehoͤriger Verhaͤltniß anzuwenden ſind, muß in der beſon⸗ halten von dern Abhandlung jedweder Gaͤhrunggeſaget werden. Daß ch ohne N ſie zum Gaͤhren nothwendig erforderlich ſind, iſt auch dar⸗ ng g Sa aus offenbar, weil ohne ſie keine Bewegung erreget wer⸗ eidr⸗— den kan. Denn alle Bewegung, die man in einer gaͤh⸗ enicht iee renden Maſſe antrift, und die die Materie ſowol abwaͤrts die Citzen als niederwarts treibet, entſtehet entweder von der aͤuſſer⸗ icht ügete lichen, oder von der erzeugten elaſtiſchen Luft; von der Bewegung aber komt die Waͤrme, ſo man in einer ſolchen Maſſe entweder empfinden, oder durchs Wetterglaß leicht⸗ kll, als oi lich erforſchen kann. gegen ſeht arme, de 5. 7 Kuſtant Es zeigt die Erfahrung, daß einige natuͤrliche, zur groſed Gaͤhrung aufgelegte, und in gewiſſer Verhaͤltniß tung uien vermiſchte Coͤrper,(§. F.) in eine gaͤhrende Bewe⸗ Mtun gung fuͤr ſich allein, vermoͤge ihrer wirkenden Anfaͤn⸗ in ftnnt ge, G. 6.) oͤfters verſetzet werden koͤnnen; bisweilen nd überden aber gehet die Gaͤhrung, wenn gleich alle Vorſicht, Gähruge die wir angezeiget haben, dabey gebraucht worden, hen, venn nicht ſo gluͤcklich von ſtatten. Daher muß man in n ſoll bü dieſem Falle, den vorher unmerklichen Fehler, ent— n beöcin weder in dem Mengſel, oder in den wirkenden An⸗ erſchedet faͤngen, oder auch in beyden zugleich ſuchen und ſin⸗ (cet, w’ den. Damit man aber dieſe Fehler entweder verhuͤ⸗ tenden un ten oder abwenden moͤge, ſo iſt noͤthig, daß man die wvrnſt Gaͤhrung zu befoͤrdern, ſolche Mittel, die dieſem Endzweck Genuͤge leiſten, entdecke. Dieſes kann nun, e ite u wie die Erfahrung lehret, auf dreyerley Art, nach 3 ſita Beſchaffenheit des Fehlers, geſchehen, nemlich: ſelfſte 111) Indem man theils die, der Bewegung der Gaͤhrung ſchaͤdliche, Materien wegſchaft. 7 y 3 2) Theils 342 Das 27. Tapitel. 2) Theils auch, indem man die wirkenden An⸗ faͤnge, von deren ſchwacher Wirkung die Gaͤhrun⸗ gen oftmals unterdruͤcket werden, in ſtaͤrkere Bewe⸗ gung ſetzt. 3) Oder indem man diejenigen Mittel zuſetzt, durch welche die Gaͤhrung angefangen und vollendet werden kann, und die ihre wirkende Kraft ſowol gegen die Materien ſelbſt, als auch gegen die wirkenden An⸗ faͤnge, ausuͤben. . S. 1) Um die, der Gaͤhrung ſchaͤdliche Materien, (§. 7. N. 1.) wegzubringen, muß man unterſuchen, in welcher Materie das ſchaͤdliche eigentlich ſtecke; welches man entweder aus dem ungewoͤhnlichen Ge⸗ ruch, oder Geſchmack, oder der Dicke erkennen, und nach ſeiner verſchiedenen Natur, leichtlich verbeſſern oder wegſchaffen kenn. Anmerkung. Wenn man z. B. die allzuhaͤufige Saͤure in keinem gahrenden Mengſel, ſo die Gahrung aufhalt, und durch den Geruch und Geſchmack leicht entdeckt wird, ent⸗ weder wegſchaffen, oder verbeſſern will, ſo darf man nur etwas Kaich oder Pottaſche, oder andere laugenſalzige Coͤrper; ſo wie hingegen zu denen Gemengen, die laugen⸗ ſalziger Natur find, ſaure Dinge zuſetzen. Allzuhaufiges Waſſer kan entweder durch Kochen oder durch den Froſt nie weggebracht, und der Mangel deſſelben durch zugegoſſenes Waſſer erſetzt werden u. ſ. w. §. 9. 2) Die ſchwache Bewegung der wirkenden Anfän⸗ ge zu verſtaͤrken(§. 7. N. 2.) oder die Bewegung der Theilgen in einer gaͤhrenden Maſſe, worauf das mei⸗ ſte ankomt, zu befoͤrdern, muͤſſen ſolche Mittel zu Huͤlfe genommen werden, die entweder auf die inner⸗ liche kungen un ihrungs En Ge ſche ticht bin Denn die 9 dadure N) er inm enjen! angemi ſdafent 9' 1 ) Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 343 8 uenan liche Luft, oder Waͤrme, oder auf beyde, und zwar ſintand nicht allein auf die aͤuſſerliche, ſondern auch auf die, d ſo in dem Mengſel fuͤrhanden ſind, wirken koͤnnen. trlun Denn weil die aͤuſſerliche Luft und Waͤrme mehr auf Aguſetee die Oberflaͤche als in die Maſſe ſelbſt wirken, und volendetene dadurch mehr Schaden als Nutzen verurſachen(§. 6. ſwrl n N. 2.) ſo muͤſſen dieſe Materien, die die Bewegung witkenden! der innerlichen Luft und Waͤrme erregen ſollen, der ganzen Maſſe zugleich mitgetheilet, mithin derſelben beygemiſcht werden, und von der Natur und Be⸗ ſchaffenheit ſeyn, daß ſie den Mangel der Bewe⸗ diche Nen gung, ohne der ganzen Maſſe im geringſten zu ſcha⸗ ian unttit den, erſetzen. genält ſ Anmerkung. So pflegt man in einigen Gaͤhrungen Vi⸗ rwoͤhnlich trioloͤl mit Laugenſalz zuzuſetzen, von welchem Mengſel keerkennen, Brauſen, Bewegung, und etwas Luft, zu Folge den phy⸗ Helich deiſe ſiſchen Verſuchen, herfuͤrgebracht wird; andere werfen ein gluͤhendes Eiſen hinein, welches Aufſieden, Bewegung und elaſtiſchen Dampf macht, u. ſ. w. Man muß ſich aber ſehr inacht nehmen, daß man von auſſenher keine Waͤrme noch häͤufge ein laſſe hrung auſhihe Luſt zulaſſe rutdeckt wid 3 h nim 9. 10. dere luunie 3) Die Mittel, ſo man, die Gaͤhrung anzu⸗ agen,dehn fangen und zu vollenden, zuſetzt G. 7. N. 3.), heiſſen 3 naue Gaͤhrungsmittel. eer ccd N 7„„„„ unt zui Ein Gaͤhrungsmittel aber iſt eine Materie, davon ein kleiner Theil, in einem aͤhnlichen oder gleicharti⸗ gen Gemenge, mit dem er vermiſcht wird, eine gaͤh⸗ 9 rende Bewegung erregen kann. rkender Vi Weil alſo ein kleiner Theil eines Gaͤhrungsmittels, Bewegunhe die Kraft hat, die Bewegung oder Materie eines an⸗ vorafuen dern Coͤrpers, in eine ihm einigermaſſen aͤhnliche zu ſche Mmli veraͤndern, ſo ſcheinet ihm eine Kraft, ſich zu vermeh⸗ rauf eim ren, zuzukommen. 6 4 Es 8 333 Das 27. Capitel. Es ſcheinet auch, als wenn ein Gaͤhrungsmittel, die gaͤhrende Bewegung ſelbſt, entweder wirklich, oder dem Vermoͤgen nach, d. i. entweder die vorhan⸗ dene, oder einigermaſſen unterdruckte Bewegung, die hernach, wenn es mit einer gleichartigen Maſſe ver⸗ miſcht wird, und Waͤrme dazu komt, leichtlich erre⸗ get werden kann, in ſich habe. Daher wuͤrken alle Gaͤhrungsmittel ſo, daß ſie ihre bey ſich habende oder angenommene Bewegung mittheilen. 1. Anmerkung. Die wahre Beſchaffenheit der uͤberhaupt betrachteten Gaͤhrungsmittel, iſt noch nicht vollkommen bekannt; weswegen man ſich auch nicht wundern darf, daß die Chemiſten, von der Natur der Gaͤhrungsmittel ver⸗ ſchiedene Meinungen hegen. Denn einige halteu ſie mit dem Zelmont fuͤr beſondere erſchaffene Materien, oder erſchaffene foͤrmliche Dinge; andere haben ſie durch eine eingepflanzte und beſondere Kraft, wodurch die Coͤrper ver⸗ aͤndert, die erſte Geſtalt zerſtoͤret, und eine neue Beſtim⸗ mung oder eine neue Geſtalt hervorgebracht werde, erklaͤ⸗ ret. Daher hat ſie Teichmeyer für den Anfang der Ge⸗ ſtalt gehalten; denn er nimt zwey dergleichen Anfange, nemlich einen Saamen und ein Gaͤhrungsmittel an. End⸗ lich halten ſie einige fuͤr ſalzige, entweder ſaure, oder laugenſalzige, oder auch aus dieſen gemiſchte Aufange; ſo hat Barcthuyſen ein doppeltes Gahrungsmittel, ein ſaures und ein laugenſalziges, ohne die uͤbrigen Anfaͤnge auszuſchlieſſen, angenommen; das laugenſalzige Gaͤhrungs⸗ mittel nennet er das vermehrende(auctificum) und mei⸗ net, daß daſſelbe den Coͤrpern entweder gewaltſamer Wei⸗ ſe z. E. durch giftige Biſſe oder Siiche, oder auf unmerk⸗ liche Art, wie in der Peſt, beygebracht werde. 2. Anmerkung. Es verdienet bemerket zu werden, daß alle Gahrungsmittel in den gahrenden Maſſen zu Grunde gehen, und daß man von ihnen nicht allein eben ſo viel, als vorhin, ſondern auch noch mehr, weil ſich zugleich die groͤberen Hefen ſetzen, auf dem Grunde wieder finde. Daher vermindert oder verkieret ſich die Kraft, und das Vermoͤgen der Gahrungsmuttel nicht, ſondern ſie vermeh⸗ ret ſich vielmehr. 3. An⸗ jgere eln bi⸗ los un nden üngen, Pumne dae tiele rungs gehal und Gahr derde daua wond ner g. m. der Eigen duch dmc due NMa Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 345 ihranas 6 de ii 3. Anmerkung. Was fuͤr Gaͤhrungsmittel bey jeder Art W der Gaͤhrungen noͤthig ſind, wollen wir in den folgenden der die un Capitel, wo wir die Gaͤhrungen beſonders abhandeln wer⸗ Jewegun den, anzeigen. gen Miſen S 11 leichlc e„ 2 3 3 ſc„. et düni Da wir im vorhergehenden geſagt haben, daß jede 8. ch haden Gaͤhrung entweder natuͤrlich oder kuͤnſtlich ſey(F. 3.) aigi ſo kan man ſich leicht die Rechnung machen, daß die⸗ ſes ebenfals von jedem Gaͤhrungsmittel wird geſaget heitdr lete werden koͤnnen; indem jedes Gaͤhrungsmittel, wo nicht volhm nicht allezeit, doch meiſtentheils, eine vorhergegange⸗ vunden du Gaͤhrung, die es bereitet, vorausſetzt, und jede Gaͤh⸗ nerinnn rung ein Gaͤhrungsmittel noͤthig zu haben ſcheinek. eAubein Weil wir aber jetzo nur von chemiſchen Arbeiten zu den ſe dute handeln haben, ſo verſpahren wir auch eine weitlaͤuf⸗ ch die(ime tigere Abhandlung von den natuͤrlichen Gaͤhrungsmit⸗ ein nan teln bis zu anderer Gelegenheit, und bekuͤmmern uns dh eife blos um die kuͤnſtlichen, welche auch an ihrem Orte dta hn in den folgenden Capiteln bey den beſondern Abhand⸗ keina lungen der Gaͤhrungen beſchrieben werden ſollen. mnen Anmerkung. Weil wir der natuͤrlichen Gaͤhrungsmittel hrumasnauade gedacht haben, ſo wollen wir hiebey auch erinnern, daß ibrigadi viele Aerzte den Urſprng vieler Krantheiten⸗ einigen Gaͤh⸗ auigebirm rungsmitteln beygemeſſen haben. Es haben viele dafuͤr licum Wi gehalten, daß die anſteckende Materie, von der die Peſt, l—1¹) Wl he waltſowad und andere anſteckende Krankheiten herkommen, wie ein kena 8 Gahrungsmittel wuͤrke; denn die ganze Maſſe des Bluts, bit h g werde von einem unmerklichen Theil dieſer Materie unor⸗ Werde dentlich beweget. Eben ſo haben ſie vom Gift, beſonders z rein, von der giftigen Materie, die durch einen Biß verſchiede⸗ uſlg utw ner giſtiger Thiere, als Schlangen, toller Hunde und a. aſe behn m. den Coͤrpern beygebracht wird, geglaubet, daß ſie die dencnn Eigenſchaft eines Gährungsmittels an ſich habe, weil da⸗ Afcu durch nicht allein der ganze Coͤrper beſchaͤdiget werde, ſon⸗ na ux dern auch ein ſo verletzter Coͤrper, zugleich andere beſcha⸗ Rlüf 1 digen koͤnne. Auf dieſe Art ſcheinet auch die anſteckende ndan Materie in der Luſtſeuche zu wirken. Allen, unſer jetzi⸗ 9 1 J ges 346 Das 27. Capitel. ges Vorhaben leidet nicht, daß wir aufs ſorgfaͤltigſte un⸗ terſuchen koͤnten, in wie weit dergleichen anſteckende Ma⸗ terien als ein Gaͤhrungsmittel, anzuſehen ſind; ſo viel koͤnnen wir ganz ſicher behaupten, daß, wenn ein Gaͤh⸗ rungsmittel eine ſolche Materie ſeyn ſoll, die vermoͤge ih⸗ rer eigenen und eingepflanzten Kraft, in geringer Menge, die Eigenſchaften und Bewegungen einer andern Materie, ſo in Anſehung ihrer Menge, jene, weit uͤbertrift, ver⸗ aͤndern, und in eine anſſerordentliche Bewegung, und Na⸗ tur, die der ihrigen ahnlich oder gleichſoͤrmig iſt, verſe⸗ tzen kann, ſo muͤſte man die anſteckenden Materien, weil ſte als Gahrungsmittel wirken, auch ohnſtreitig als ſolche betrachten. Jedoch wir wollen in den Worten keine Schwierigkeit ſuchen, wenn wir nur in der Sache mitein⸗ ander uͤberein kommen. Denen Aezten, die anders den⸗ ken, will ich dieſe Aufgabe vorlegen: man zeige den Un⸗ terſchied, in Anſehung der allgemeinen Wirkung, zwiſchen dem Gaͤhrungsmittel und der auſteckenden Materie, d. i. ohne ſich auf dieſen oder jenen Vorwurf, auf dieſe oder je⸗ ne Materie, und dieſe oder jene Bewegung, zu bezie⸗ hen.. §. 12. Wir wiſſen aus der Erfahrung, daß man vermoͤ⸗ ge der Gaͤhrung und einer in den natuͤrlichen Coͤr⸗ pern erregten gaͤhrenden Bewegung, aus einerley Materien und Gemengen(F. ſ.) mit eben denſelben wirkenden Mitteln, nemlich bey gleicher Waͤrme und Luft,(F. 6.) nur in verſchiedener, entweder kuͤrzerer oder laͤngerer Zeit, entweder geiſtige, oͤligte oder ſeif⸗ fenartige Materien, oder ſcharfe und ſaure, oder ſtin— kende fluͤchtige, oder auch ſalzige und ſchwefeligte, hervorbringen koͤnne. Wir finden auch, daß ſich eben dieſelbe Materie, zu dieſen verſchiedenen Graden der Gaͤhrung nach und nach bequemet, und alſo die genannten Coͤrper nach und nach darreichet. Endlich werden wir auch ge⸗ wahr, daß, nachdem eben dieſelbe Materie, mit di em ſem ode weder; Gähtu in den wie al the urn üͤberest Derau in Aöſcht ſciedene ſnd. )2 te oder 2)2 Sah, 0 1. Anm und th Gähra vie die reigt u man un dergeiſ tarn,( Pferden faulen t, n lem O èund dis hefi nnd de ſen at indem lone konn, dr ma, Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 347 ſorgälnge. 9 ſem oder jenem Zuſatz vermiſcht worden, ſie ſich ent⸗ en ſcd in weder zur geiſtigen oder ſauren oder auch ſtinkenden wenn an e Gaͤhrung in ſehr kurzer Zeit anſchickt, wie Pringle di nemig in den Philoſ. Tranſ. 1751. N. 494. und N. 496. vnaſ wie auch in den Obſervations on the difeaſer of t Pnnnfn the army in camp, and garriſon, die ins deutſche vegung wh uͤberſetzt worden, zu erſt angemerkt hat. ſhr Daraus ſchlieſſen wir nun, daß die Gaͤhrungen, ſteitſt in Abſicht auf ihre verſchiedene Produckte und ver⸗ en Vortn ſchiedene Wirkung, auf dreyfache Art unterſchieden ſer Sachen ſind. Kh„„2 2.„„ e, ninn 1) Die geiſtige Gaͤhrung, bringt geiſtige, oͤlig⸗ Gitng t te, oder ſeiffenartige Materien hervor; aii, 2) Die ſaure Gaͤhrung aber, ſaure. tgung, ut 3) Die fauligte, giebt ein fluͤchtiges ſtinkendes Salz, oder auch ſchwefeligte ſtinkende Materien. 1. Anmerkung. Wir geben zu, daß man von Thieren ß men im und thieriſchen Theilen, kaum etwas geiſtiges durch die A. 1 Gaͤhrung erhaͤlt, ſondern daß ſie mehr zur Faͤuluna, gleich⸗ pirlche 3 wie die Pflanzen zur geiſtigen oder ſauren Gaͤhrung, ge⸗ aus eina neigt und geſchickt ſind; wir verlangen hingegen auch, daß eben denibe man uns eingeſtehe, daß nicht alle Theile der Thiere, von e Wirmer der geiſtigen Gaͤhrung auszuſchlieſſen ſind. Denn die Tar⸗ 1 de tarn, Coſacken und andere, machen ihren Weingeiſt aus⸗ vadet klne Pferdemilch; thieriſche Theile werden auch, bevor ſie ligte ode faulen, ſauer, wie ſowohl der Geſchmack als Geruch zei— are, oderſ get; ja es iſt nach den Verſuchen, die Pringle au gedach⸗ ſcwefit tem Ort angefuͤhret hat, ein Gemenge aus Fleiſch mit Brod oder Habermehl, bey gelinder Waͤrme, in ein ſau⸗ res hefigtes Weſen, durch die Gaͤhrung verkehret worden, be Mu und dieſe ſaure Gaͤhrung ſchreibt ſich, welches am mei⸗ ele ſten zu bewundern iſt, von dem beygemiſchten Fleiſche her, rung nachn indem von den uͤbrigen beygemiſchten Dingen, ohne Fleiſch, Ciärper keine ſaure Gaͤhrung entſtehet; wenn dieſes aber dazu⸗ mvir ac komt, ſo erfolgt auch die Gaͤhrung, uͤnd faͤngt auch wie⸗ der an, wenn ſie aufgehoͤret hat. Nach eben den Ver⸗ tei, mi 1 ſuchen 348 Das 27. Capitel. ſuchen dieſes belobten Mannes, kann eine anfangende in Faͤulung eines thieriſchen Theils, durch Zuſetzung eines 4 Coͤrpers aus dem Pflanzenreiche in eine faure Gaͤhrung verwandelt werden. Daß die meiſten, wo nicht alle Pflanzen, geiſthaft zu gaͤhren anfangen, mit der ſauren Gaͤhrung fortfahren, und mit einer zerſtoͤrenden, und we—— nigſtens ſchleimigen beſchlieſſen, zeigt die taͤgliche Erfah⸗ I rung mehr als zu deutlich. Wir wiſſen auch daß das Bier entweder leicht ſauer wird, oder aus ſeiner weinigten Be⸗ ſchaffenheit zur Faulung uͤbergeht. Wenn gleich eben Gedar derſelbe Coͤrper nicht allezeit, noch allenthalben, dieſe drey⸗ nd eben fache gaͤhrende Bewegung uͤbernehmen kann, ſo thut es N, obal zur Sache nichts, weil es doch oft geſchicht, und weil aus wig dem, was geſagt worden iſt, zur Gnüge erhellet, daß die— dſe t ſe Bewegungen in einem und demſelben Coͤrper, entwe⸗ den n der nach und nach, oder unter gewiſſen Umſtaͤnden wech⸗ zu ſede ſelsweiſe vorhanden ſind oder auch eine in die andere ver⸗ let, ur wandelt werden kann. 7 tt vo 2. Anmerkung. Die gemeinſte Meinung gieng dahin, daß tet wer man durch die Faͤulung, nichts als ein fluͤchtiges Salz er⸗ gemäß, halten koͤnne; wir aber werden im 30. Capitel von der ltunde Faulung weitlaͤuftiger beweiſen, daß ſich die Sache an⸗ ders verhalte, und daß man nicht von jeder faulen Ma⸗ laſvo terie ein fluͤchtiges Laugenſalz, ſondern vielmehr etwas ſchwe⸗ rungen! feligtes ſo mit einer Saͤure verbunden iſt, erlange. §. 13. 1! Weil ein Gaͤhrungsmittel, meiſtentheils aus ei⸗ üheruy ner vorhergegangenen Gaͤhrung antſpringet(§. 10.) thn der und in jeder Gaͤhrung ein Gaͤhrungsmittel hervorge⸗ ſchde bracht wird(§. II.) ſo iſt ausgemacht, daß die Gaͤh⸗ bractené rungsmittel, wie die Gaͤhrungen, auf dreyfache Art leſes ade unterſchieden ſind, nemlich es giebt: iren:: 1) Gaͤhrungsmittel zu geiſtigen Gaͤhrungen dagt! (s. 12. N. 1.) angen G 2) Gaͤhrungsmittel zu ſauren(§. 12. N. 2.) kui 3) Gaͤhrungsmittel zu faulen(§. 12. N. 3.) dun Anmer⸗ Ane znfent Alſetang ag ſaure Gie 1, boo nitt „nit drin Arenden 1nd e tagicei nuch daß de ner weiniga Venn gla halben,diine kan, ſo cht, undwi ethell d n Cörper, Gn Unſtindenr in die andan Jgieng dahi lüchiges E . Capiteltm ich de Eatee jeder faulal nehretwasſt⸗ ſy ellange ntheils u ringet Ge nittel heree „daß di Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 349 Anmerkung. So wie die geiſthafte und ſaure Gaͤhrungen faſt jederman bekannt ſind, ſo ſind es auch die Gaͤhrungs⸗ mittel, ſo zu dieſen oder jenen erfordert werden. Das Gaͤhrungsmittel hingegen zur Faͤulung iſt nicht ſo bekannt, weil man ſehr ſelten etwas mit Fleiß faulen laͤſt; inzwi⸗ ſchen werden wir an gehoͤrigem Orte beweiſen, daß man auch hiezu Gaͤhrungsmittel habe. §. 14. Gedachte Gaͤhrungen(§. 12.) koͤnnen in einem und eben denſelben, oder in einem aͤhnlichen Gemen⸗ de, obgleich nach und nach, erreget werden;(§. 12.) da ſie aber auch beſonders, ohne daß eine vor der an⸗ dern nothwendig vorhergehen muͤſſe, vornemlich, wenn zu jedweder Gaͤhrung eine geſchickte Materie erwaͤh⸗ let, und ein Gaͤhrungsmittel, welches die verlangte Art von Gaͤhrung erfordert, angebracht wird, verrich⸗ tet werden kann, ſo iſt es noͤthig und der Lehrordnung gemaͤß, daß jede Art der Gaͤhrung beſonders betrach⸗ tet und abgehandelt wende, zumahl, da jede derſel⸗ ben ſowol ihre beſonderen Umſtaͤnde als auch Erſchei⸗ nungen und Produckte hat. 6. I. Aus dieſem, was wir kuͤrzlich von der Gaͤhrung uͤberhaupt beygebracht haben, denken wir die Urſache, von der die gaͤhrende Bewegungen abhangen, und wie ſich die Veraͤnderungen in Anſehung der hervorge⸗ brachten Dinge, zutragen, erklaͤren zu koͤnnen. Um dieſes aber deutlich zu erkennen, iſt noͤthig ſich zu er⸗ innern: 1) Daß ohne Waͤrme und aͤuſſerliche oder erzeugte Luft, als wirkenden Anfaͤngen, keine Gaͤh⸗ rungen hervorgebracht werden koͤnnen(§. 1. und 6.); von dieſen als der fuͤrnehmſten Urſache, ſchreibet ſich alſo ſowohl der Anfang als die Fortſetzung aller Be⸗ wegung und Veraͤnderung, einzig und allein her. 2) Weil 350 Das 27. Capitel. 2) Weil aber dieſe Anfaͤnge ſelbſt, weder von jeder Materie erzeuget, noch dieſe Bewegungen und Ver⸗ aͤnderungen, in jeder, ſondern nur in einer dazu ge⸗ ſchickten Materie erreget und hervorgebracht werden koͤnnen(§. 12.); und weil von eben der Materie nach der gaͤhrenden Bewegung andere Dinge hervorge⸗ bracht werden, als man vor der Gaͤhrung davon er⸗ halten konte; ſo iſt es vor ſich ausgemacht, daß ſelbſt dieſe Materien der Gaͤhrung, entweder einige Ver⸗ aͤnderung erlitten haben muͤſſen, oder daß die Ver⸗ bindung ihrer Beſtandtheile, einigermaſſen veraͤndert worden ſeyn muß, weil nichts fremdes, wovon man dieſe ganz anders beſchaffene, hervorgebrachte, Coͤr⸗ per, herleiten kann, hinzu gekommen iſt. 3) Wenn wir uͤberdis noch erwaͤgen, daß ſowohl die in der Gaͤhrung hervorgebrachten Dinge ſelbſt, als auch die Materien der Gaͤhrung, aus waͤſſerigen, oͤligten, ſal⸗ zigten und erdigten Anfaͤngen, wie wir anderswo weitlaͤuftiger beweiſen werden, beſtehen, und nur in Anſehung der Verbindung und Zartheit der Theile unterſchieden ſind, daß nemlich in dieſen durch die Gaͤhrung hervorgebrachten Dingen, die fluͤſſigeren Anfange, als waͤſſerigte, ſalzige und oͤligte, aufs genaueſte mit einander verbunden, und zugleich hoͤchſt verduͤnnek, auch von den groͤberen und ſchwereren er⸗ digten Anfaͤngen, mit denen jedes der erſteren, vor der Gaͤhrung, verbunden war, gaͤnzlich geſchieden werden; ſo halten wir dafur, daß die Urſache und Bewegung der Gaͤhrung, folgendermaſſen erklaͤret werden koͤnne: a) Weil von der, ſowohl innerlichen, als aͤuſſer⸗ lichen Waͤrme und elaſtiſchen Luft, eine innerliche Be⸗ wegung, die ohne innerliche erzeugte Luft nicht ſeyn kann(§. 9. Anmerk.) erreget wird, b) So 5): ſerigte erdigte Unter 9)( füſſge der dhe 9 d. te heſt berbunden Paſſer, ſelden ä chen. 6) A gereinig verknuͤpf dn, wel nd von derden iſ ungen au rerden wi erelben, Armerku Piſcr, man vie uch an dlawwäſ he Vaſ ducch d düſerae nterſch Megen au nder be Gorkfr.) dere. Vom Gaͤhren uͤberhaupt. 351 dder den 1 b) So werden die leichtere und fluͤſſigere, als waͤſ⸗ ngen un ſerigte, oͤligte und ſalzige Theilgen, von den groͤberen eintr a erdigten, mit denen ſie verbunden ſind, geſchieden. bbrach nn Unter dieſer Bewegung, Thha*) Erzeuget ſich beſtändig elaſtiſche uft, die in der wungdan fluͤſſigen Materie Blaſen macht, und die Bewegung 3 de der Theile forſetzet; weswegen 9 Kuie 4) Die abgeſchiedene, waͤſſerigte, ſalzige und oͤlig⸗ ruß h te, beſtaͤndig bewegte Theile, dergeſtalt mit einander raſenkwin verbunden zu werden ſcheinen, daß von dem ſalzigen Waſſer, die oͤligten aufgeloͤſet werden, und mit den, gttragt,, ſelben ein ſehr feines ſeiffenartiges Gemenge ausma⸗ ſ JA chen. Unter dieſer Abſonderung und Aufloͤſung vohl din e) Werden die fluͤſſigeren Theile, mehr und mehr es, wovonne ſt, als uc gereiniget, verduͤnnet, und dergeſtalt unter einander en, oligta, verknuͤpfet, daß ſie nun ein zuſammengeſetztes Theil⸗ wir aut gen, welches ſich mehr oder weniger zerſtoͤren laͤſt, en, und un und von aller Unreinigkeit und Schwere befreyet deit N d worden iſt, ausmachen. Daß alle Arten der Gaͤh⸗ heer bed rungen aus dieſem Grunde erklaͤret werden koͤnnen, werden wir in den folgenden Capiteln, bey jeder Art ieſen dug ſe ftuſſe. wäti derſelben, beſonders beweiſen. dzuglech ſt Anmerkung. Daß ein verduͤnnetes und feines Oel, vom ſchwerera Waſſer, brſonders vom ſalzigen aufgeloͤſet wird, ſiehet rerſtan, man nicht allein bey Verfertigung der Seiffe, ſondern 111 n auch an den deſtillirten Waſſern, wie auch wenn man ein gich Peche oͤligtwaͤſſeriges Gemenge ſtark untereinander ſchuͤttelt. Sol⸗ de Urſoce che Waſſer kommen mit der geiſtigen Materie, die man naſen einn durch die Gaͤhrung erhaͤlt, ſehr uͤberein. Denn ein oͤligt waͤſſeriges Mengſel, iſt von einem Geiſte nur darinne unterſchieden, daß dieſer allezeit reiner, zarter, und des⸗ 7 ſuſ wegen auch leichter iſt, und daß ſeine Theile feſter mitein⸗ ea ander verknuͤpfet ſind. innerlche aſ roh ſ Gottfr. Roth meinet in ſeiner Anl. zur Chymie auf der 70. S. nach meiner Ausgabe, nebſt dem Gottfr. Aug. he Das 28. Capitel. Aug. Zofmann in den oͤconomiſch. Phyſ. Abhandl. am angef. Ort, daß die geiſtige Materie, wie auch die übrigen durch die Gahrung hervorgebrachte Dinge, ſchon vorher in der gaͤhrenden Materie zugegen ſeyn, und durch eine fortgeſetzte Auſloͤſung, von den Theilen, die ſie gleich⸗ ſam einwickeln, loßgemacht werdenz; allein, wir wiſſen aus chemiſchen Verſuchen, daß zwiſchen dem regierenden Geiſte,(Spiritu Rectore) der allezeit bey den Oelen iſt, und dem, welchen wir durch die Gahrung erhalten, und der aus oͤligten mit waͤſſerigen verbundenen Theilen be⸗ ſtehet, wie ſeine Zerlegung mit. Vitrioloͤl deutlich zeiget, ein groſſer Unterſcheid iſt, und daß dergleichen in keiner gaͤhrenden Materie vor der Gaͤhrung, durch keinen Ver⸗ ſuch zu beweiſen ſtehet; uͤberdis iſt es auch gewiß, daß der regierende Geiſt, aus einer zur Gaͤhrung gebrachten Materie zerſtreuet wird; da hingegen der durch die Gah⸗ rung entſtandene, eben derſelben Materie, recht wohl er⸗ halten werden kann. Wir muͤſſen daher dieſe vom Gaͤh⸗ ren gegebene Erklaͤrung, wo nicht für erdichtet, wenig⸗ ſtens fuͤr bloß angenommen halten.(§. 1. Anmerk. 3.) Wir koͤnnen auch die Gaͤhrung von einigem Aufbrauſ⸗ ſen zwiſchen der Saure und dem Laugenſalz, die in einer gaͤhrenden Materie vorhanden ſind, um deſto weniger herleiten, je gewiſſer es iſt, daß dieſe Salze in der gah⸗ renden Materie, niemals zugegen ſind, und auch von ihrer Verknuͤpfung nicht das geringſte bewieſen werden kann. Ueberdis iſt, wie wir vorher geſaget, ein groſſer Unterſchied zwiſchen dem Aufbrauſen und Gaͤhren, 9.§. 1. 1. Anmerk.) 888 65 658656 2698 865*8698 656 865b,658658 8656, Das 28. Capitel. Von der geiſtigen Gaͤhrung. §., 1. D geiſtige Gaͤhrung iſt diejenige Arbeit, wo⸗ durch entweder aus einem ausgepreßten oder ausgekochten, ſuͤſſen Pflanzenſaft, durch die V inner⸗ 4½ innerli fenarti hervor f Git In auch ) di dem le ) de ) di veüuuch ) de Rutlich tüchten, Gefü nd an ei dähten an —— Phfi the ttie, wiegt ache Dug de ion, n welen,deſſe alein, ne en dem ranae bey da Dar rung ehaln, Undenen Theun olil danih eraleicen n „duxchfew (s auch gean Gäͤhruug g der ducch de tere, recht u dher diſe v ür erdichte, §.I. Anmai- einigen d genſalz, dieu um deſb me Salzei dn ind, und adn ſte bewiefa ne geſaget, en und Gihkan, 3 1 S 4 hrung ige tit 1 egepeeßen aff 1 duch pee- Von der geiſtigen Gaͤhrung. 353 innerliche Bewegung und Gaͤhrung, eine duͤnne ſeif⸗ fenartige oder geiſtige Materie(Cap. 27.§. 12. N. 1.) hervorgebracht wird. 18 Anmerkung. Es behaupten zwar viele Chemiſten, daß al⸗ le Feuchtigkeiten und Theile der Thiere, hiezu nicht ge⸗ ſchickt waͤren; allein es iſt aus den Nachrichten von der Reiſe nach Siberien des Hrn. Gmelins,(ſ. der Samml. merkw. Reiſen zu Waſſer und Lande, 4ten Theil S. 273.) bekannt, daß einige Voͤlcker ihren Weingeiſt aus Pferdemilch machen, wovon nachher mit mehrerem gehan⸗ delt werden wird. Gemeiniglich aber nimmt man die geiſtigen Gaͤhrungen entweder mit einem ausgepreßtem, oder auf andere Art, aus verſchiedenen Beereu, Fruͤchten, Baͤumen und Kraͤutern bereitetem Safte; oder auch mit dem aus Maltz, d. i. aus mehligten Saamen, di man durch Kunſt zum Keimen gebracht hat, gekochten fluͤſſigen und ſuͤſſen Weſen, vor. §. 24 So, wie nun die geiſtigen Dinge, die man durch dieſe Gaͤhrung erhaͤlt, von dreyfacher Art ſind, ſo hat man auch drey verſchiedene geiſtige Gaͤhrungen. 1) Die weinigte Gaͤhrung, die uns verſchiedene Weine liefert. 2) Die Biergaͤhrung, von der man Bier bekommt. 3) Die eigentlich ſo genannte geiſtige Gaͤhrung, wodurch der Weingeiſt gemacht wird. §. 34 1 1) Die weinigte Gaͤhrung(§. 2. N. 1.) wird ei⸗ gentlich mit dem Weintrauben⸗ oder aus andern Fruͤchten ausgepreßtem Safte, den man in dazu dien⸗ liche Gefäſſe geſchuͤttet, die Gefaͤſſe nachher zumacht, und an einen kalten Ort leget, damit er langſam zu gahren anfangen moͤge, angeſtellet⸗ a04 F Th. 5 Bey 374 Das 28. Capitel. Bey dieſer Gaͤhrung ſind folgende Umſtaͤnde zu merken: a) Daß alle Trauben, Beeren und Fruͤchte, aus de⸗ ren Safte Wein werden ſoll, ſehr reif ſeyn muͤſſen, und daß, je ſuͤſſer ſie ſind, ſie ſich deſto beſſer zu dieſer Gaͤhrung ſchicken. Denn reiffe und ſuͤſſe Beeren oder Trauben habe eben die Beſtandtheile, und zwar in der Verhaͤltniß, wie zu dieſen Gaͤhrungen erfordert wird(Cap. 27.§. 5. N. 2.); man trift auch bey ih⸗ nen die gehoͤrige Dicke und Fettigkeit an. Deswe⸗ gen iſt es nöthig, daß man die waͤſſerigten und nicht recht reiffen, ehe man den Saft auspreſſet, bey ge⸗ linder Waͤrme, oder an der Sonne etwas abtrockne, damit ſie das allzuviele Waſſer verlieren, und gleich⸗ ſam reifer werden moͤgen. Denn die Erfahrung leh⸗ ret, daß der Saft der Fruͤchte auf dieſe Art ſuͤſſer und dicker wird. b) Aus den reiffen Beeren und Trauben preſſet man auf gedachte Art, mit den(Cap. 8.) beſchriebenen Werkzeugen, den Saft aus, der, wenn er aus Trau⸗ ben und ſuͤſſen Fruͤchten komt, Moſt; aus andern waͤſſerigten und ſauren Gewaͤchſen aber, eigentlich Saft genennet zu werden pfleget. Anmerkung. Den beſten Moſt bekommt man von zeitigen, rei⸗ nen und geleſenen Beeren; laͤßt man aber die Stiele an den Beeren, ſo wird der Moſt ſchlechter, und der Wein ſauer: und am ſchlechteſten wird er, wenn gute und unreine, angegangens Beere mit einander gekeltert werden.. c) Wenn der Moſt(b) gar zu waͤſſerigt iſt, und ſeine gehoͤr ige Beſchaffenheit nicht hat(a), ſo ſchei⸗ net es rathſam zu ſeyn, daß man ihn, vor der Gaͤh⸗ rung, gelinde abduͤnſte, wenn es im Sommer iſt, und im Winter einfrieren laſſe, damit das waͤſſerigte, das ſonſt die Gaͤhrung aufzuhalten pfleget, weggebrech G weerde, werde, alhuvi nicht! ren zu Bo oder geſch anpalte Gihren einen au ten Moſ Gäͤhtun Weinen miſcht. ſch un theils ſ 9) d teitete J nd genu an eine ung nät ührung nd meh uß auch amit die Nac dachdem n drten, mm gige did, ſ ſig bij ener lan Trelgan 1, ade Unſ dFrücht, reif ſon ii io beſerg und ſiſt d dtheile rungareie trift auch eit an. D ſſerigten un uspreſſet,k (etwas oht ieren, und diErſaßtun fdieſe In rauben griſt §.) beſchie enn er auti Noſt; au aber, dh tt man vertiht aber die Eil d der Vein un d urreine ahee wäſſeig Ga a)tt Von der geiſtigen Gaͤhrung. 355 werde, weil die Gaͤhrungstheilgen und Materien, in allzuvielem Waſſer, allzuſehr zerſtreuet ſind, und ſich nicht gehoͤrig beruͤhren, weswegen ſie von der duͤnne⸗ ren Feuchtigkeit, unveraͤndert abgeſondert werden, und zu Boden fallen. Will man aber den Moſt kochen oder abduͤnſten, ſo muß es mit der groͤſten Vorſicht geſchehen, damit er nicht, welches bey ſtaͤrkerer, oder anhaltender Waͤrme, leichtlich geſchehen kann, zum Gaͤhren untauglich werde. Die Iecaliaͤner heiſſen einen aus Weintrauben gekelterten und alſo gekoch⸗ ten Moſt: Zino cotto. Dieſer iſt vor ſich allein zur Gaͤhrung ungeſchickt; wird aber oͤfters, mit andern Weinen, die man ſuͤſſer und ſtaͤrker machen will, ver⸗ miſcht. Der ſogenannte Sekt, wie auch die ſpani⸗ ſche, ungariſche und andere Weine, werden mehren⸗ theils ſo gemacht. d) Der gekelterte, und angezeigter maſſen zube⸗ reitete Moſt, wird, wenn es noͤthig iſt, auf bequeme und genugſam bekannte Faͤſſer, doch alſo gefuͤllet, daß man einen leeren Raum,, theils wegen der zur Gaͤh⸗ rung noͤthigen Luft(Cap. 27.§. 6.) theils wegen der Gaͤhrung ſelbſt, unter welcher ſich der Moſt ausdehnt und mehr oder weniger ſchaͤumet, laͤßt; deswegen muß auch das Spundloch nur leicht bedeckt werden, damit die Luft frey aus⸗ und eingehen koͤnne. e) Nachdem der Moſt mehr oder weniger ſuͤß iſt, nachdem muͤſſen die Faͤſſer an kaͤltern oder waͤrmern Oertern, oder in ſolchen Kellern ſtehen, damit ſie lang⸗ ſam gaͤhren. Denn, wenn die Gaͤhrung beſchleuniget wird, ſo verfliegen die fluͤchtigen Theile, und die gei⸗ ſtige Gaͤhrung geht oft in eine eſſighafte uͤber; bey einer langſamen Gaͤhrung hingegen, werden die Theilgen mehr und mehr verduͤnnet, gereiniget(Cap. 27.§. 15.) und die Weine geiſtiger; in dieſer Abſicht 3 2 muß 356 Das 28. Capitel. muß alſo die Gaͤhrung an kalten Oertern vorgenom⸗ men werden. Weil auch in ſuͤſſeren Moſten die An⸗ faͤnge der Gaͤhrung in gehoͤriger Verhaͤltniß zugegen, und vermiſcht,(a) und ſie deswegen vor ſich allein zum Gaͤhren ſehr aufgelegt ſind, ſo koͤnnen wir auch leicht wiſſen, daß ein ſuͤſſer Moſt in kurzer Zeit, aus ſeinem geiſtigen in einen eſſighaften Zuſtand verſetzet werde. Es iſt daher noͤthig, daß ſich die Kaͤlte des Orts, in welchem Moſt gaͤhret, nach der Suͤſſigkeit des Moſtes richte. Deswegen laͤßt man den Moſt gemeiniglich in tieffen Kellern, in die man in warmen Gegenden Eiß leget, vergaͤhren. f) Wenn die Gaͤhrung vorbey iſt, die Hefen ſich geſetzet haben, und der Wein helle genug geworden, ſo wird er abgezogen und auf andere Faͤſſer, die man wohl verwahren, und verſchlieſſen muß, gefuͤllet. 1. Anmerkung. Das geiſtige Weſen, das der Weintrau⸗ benmoſt nach ſeiner Vergaͤhrung giebt, heißt eigentlich Wein; was aber aus dem Safte anderer Beeren und Fruͤchte auf eben dieſe Art gemacht wird, heißt bey den Lateinern Sicera,* bey den Franzoſen Cidre, und bey den Deutſchen Lauer. Wenn das, was nach dem Keltern der Weintrauben uͤbrig bleibt, und das man Vinacea, im Deutſchen Weintroͤſtern nennet, mit einer gehoͤrigen Menge Waſſer vermiſcht wird, daß es einigermaſſen gaͤh⸗ ren kann, ſo entſtehet daraus ein ſchwacher Wein, den die Latei⸗ Anm. des Ueberſ. Sicera iſt der Lauer. Das Wort Lurcke eigentlich alles ſtarcke Getraͤn⸗ muͤßte an andern Orten ge⸗ cke, auſſer dem Wein; und braͤuchlich ſeyn; hier ſagt man Cidre iſt Aepfelmoſt, oder ſo nicht. Uebrigens ſind in den Wein. Im Deutſchen nennt Abhandlungen der Academie zu man dieſes niemals Lauer, Dublin, N. 23⸗ 26. fuͤrtrefliche noch weniger Leir, wie der Handgriffe und Anmerkungen Herr Verf. geſetzt hat, ſondern von dem Aepfelweine zu finden. das, was er Lurcke nennt, itt. A — d — --—= lange dicer giü (idre dan diel dad Von der geiſtigen Gaͤhrung. 357 ter Teßehn Lateiner Vinum operarinm, oder Lora, die Deutſchen aber UMbſtenäe Lurcke nennen. altniß puhe 2. Anmerkung. Unter die Beeren, aus welchen in dieſen vor ſch noordlichen Gegenden, Wein oder§icera gemacht werden koͤnnen Wite kann, gehoͤren die Johannisbeeren, vom unſtachligten Jo⸗ onnen ditn. ſ 1., 3 karde d hannisbeerſtrauch, der hangende Buͤſchel tragt; die Jo⸗ zer Ji, hannisbeeren vom Johannisbeerſtrauche, der keine Sta⸗ Zuſeed beng cheln und laͤnglichte Bluͤten hat; die Hindbeere, von der ich die Ki Art des Strauchs, die fuͤnffach zuſammengeſetzte, gegenein⸗ der eiſ ander uͤberſtehende, und dreyfach zuſammengeſetzte Blaͤt⸗ ſ ter, nebſt einem rauhen Stengel hat; die Johannisbeere, b man de deren Strauch aufrechtſtehende ſtachlichte Buͤſchel, und man in wer eine glatte Frucht hat, oder die wilden Stachelbeere; die Beere vom Brombeerſtrauch, der dreyfach zuſammenge⸗ a, die Fi ſetzte Blaͤtter, einen Stengel ohne Stacheln, und viele die Hei Bluͤten hat, oder von dem Erdbeerkraut, das wie ein genug geden Strauch wächſet; die Beeren des Erdbeerkrauts, das auf Fäſſer ier der Erde fortflicht; die Heidelbeere, deren Strauch einen grül eckigten Stengel, eyfoͤrmige, ſaͤgenfoͤrmige, und leichtab⸗ 7usluhn fallende Blaͤtter hat, die Heidelbeere, deren Strauch voͤl⸗ „MsdrUn lig gantze, und leichtabfallende Blaͤtter beſitzet, und endlich öt, het an die Wacholderbeere. Iderer Ben. In dieſen kaͤltern Gegenden, kan aus Aepfel⸗ und oid, hee Birnſaft, ſelten Wein gemacht werden, welches doch in rCure Wnh waͤrmern Laͤndern, wo das Obſt wegen mehrerer Warme ncch dmir und gemaͤßigterer Luft, reifer und ſuͤſſer wird, gebraͤuchlich Snan Nhan iſt. Juncker fuͤhret in ſeinem Conſp. Chem. T. II. S. ni anr di 493. an, daß die Muſeatellerbirnen einen Wein geben, der einigemiin mit dem Malvaſier um den Vorzug ſtreitet, ſo, wie der aus — der Va u Borsdorfferaͤpfeln, dem Neckarwein an Lieblichkeit nichts ſhſet Wedine nachgeben ſoll. 1 Man macht aber den Obſtwein auf folgende Art: man zermalmet das recht reiffe Obſt, in einer zu dem Ende ver⸗ r. Dws fertigten hoͤlzernen Muͤhle, die von einem Pferde getrie⸗ in anden ori ben wird; wenn es alſo zermalmet worden, ſo wird es ſo hſennz hinſtn lange gekeltert, bis aller Saft daraus gebracht worden iſt; dabeuersſy dieſer wird auf Fäſſer gefüllet, wo er von freyen Stüͤcken uner deta zu gaͤhren anſaͤngt, endlich helle wird, und den Namen Cidre erhaͤlt. Wenn dieſer Saft mit Zucker und Weingeiſt, den man vom Obſt deſtilliret hat, oder auch mit halb ſo viel Meth vermiſcht wird, ſo bekommt man einen Wein, den die Franzoſen Ciare Royal nennen. 3 3 We⸗ N*3! 29 fäthte fe und umrir Aoyfäle u 378 Das 28. Capitel. Wegen der Beere und Fruͤchte iſt noch zu merken, daß diejenigen, ſo ſpaͤt reif werden, zur weinigten Gaͤhrung geſchickter ſind, als die fruͤhzeitigen, weil dieſe leichter fa ulen. §. 4. Weil in dem Wintertraubenmoſt, die materiellen Anfaͤnge zur Gaͤhrung, in gehoͤriger Verhaͤltniß, mit einander vermiſcht ſind, ſo gaͤhret er in gemaͤſſigter Waͤrme und Luft(§. 3. aunde) fuͤr ſich allein, ohne daß ihm ein Gaͤhrungsmittel zugeſetzet werden darf, (Cap. 27. F. 10.). Der Moſt von andern Fruͤchten und Beeren aber muß, weiler in die geiſtige Gaͤhrung nicht leichtlich geht, ſondern viel eher ſauer wird oder faulet, einen Zuſatz, der das Sauren und Faulen ver⸗ hinderr, oder die geiſtige Gaͤhrung befoͤrdert, und den man gleich bey ſeinem Auffuͤllen auf dienliche Faͤſſer (§. 3. d) mit ihm vermiſchen muß, bekommen. a) Das Sauren und Faulen zu verhindern, ſetzet man ſcharfe Gewuͤrtze, beſonders Ingwer, wo es noͤ⸗ thig iſt, zu, und ſtellet den Moſt, wie ſchon geſagt wor⸗ den, an einen etwas kalten Ort. b) Die Gaͤhrung aber befoͤrdert man durch zuge⸗ ſetzte Wein⸗ oder auserleſene Bierhefen, mit denen man die Verhaͤltniß, welche eine langſame Gaͤhrung erfordert, beobachten muß. Es iſt auch zutraͤglich, wenn man ſolche Faͤſſer erwehlet, in denen dergleichen Gaͤhrung ſchon angeſtellet worden iſt. Anmerkung. Man traͤgt ſich mit verſchiedenen Arten Beer⸗ oder Frucht⸗Wein zu machen, die doch nicht ohne Zucker oder Honig, ja Annige auch nicht ohne zugeſetztem andern Wein, augehen. Die beſte Art, ſolche Weine mit Zucker zu machen, ſoll dieſe ſeyn: man nimmt 60 Pfund Johannisbeeren, oder Kirſchen, oder wilder Stachelbeeren, oder Hindbeeren;* zer⸗ guerſchet ſie in einem hoͤlzernen Gefaͤſſe, mit einer hoͤlzeruen Moͤrſelkeule, und ſchuͤttet drey und eine halbe Panne lan⸗ icht fuͤrtrefliche Weine von Theilen der Pflanzen. So weiß, * Aum, des Ueberſ. Auſſer die⸗ ſen Beeren giebt es noch andre daß der venn er nd ſeht! dern der; ken alten truten! gelen aa dinen We dunägdch wdichh men Her anken, es, g uwin inute ihe dal die ſtr die mate Jerzälnſn in gewiſe ſich dlii it werden w indern Fritt tiſige Gin ſauerwie und Faulen ürdert, un dienlice ni komwen. erhindern, ſwer, wo ti hon geſclte nan durh fen, mitn ame Göh auch zutrg enen deagli * edeen dtii⸗ ͤt ohne zuüt tem auden t Zuckerna⸗ ſchannütemnge Hindbeern, nit tine l epult zuat Daie en d g. Eo Von der geiſtigen Gaͤhrung. 359 licht Waſſer daruͤber; dieſes Mengſel decket man darauf mit einem leinenen Tuche zu, und laͤſſet es 24. Stunden lang ru⸗ hig ſtehen; darauf nimmt man die Beere mit der Hand her⸗ aus, und drucket den Saft, ſo gut als man kann, aus, quet⸗ ſchet ſie alsdenn noch einmal, ſteckenden Saft durch ein Haar damit man allen noch darinne tuch ausdruͤcken koͤnne; dieſen ſchuͤttet man zu dem vorigen, und ſetzet beyden 20. Pfund, oder ſo viel als der dritte Theil der Beere ausmacht, Mehl⸗ zucker(Moscovade) zu, ruͤhret das Mengſel wohl durchein⸗ ander, und fuͤllet es auf e in Weinfaß, welches man mit Kork und geſchmelztem Harze wohl verwahren, und auf ei⸗ nem kuͤhlen Orte, bis die Gaͤhrung vorbey iſt, ſtehen laſſen muß. Auf dieſe Art muß der Wein ohne Zweifel gut wer⸗ den; es fragt ſich aber, ob er nicht vielmehr dem Zucker, als dem Beerenſaft, von dem er vielleicht nur den Geſchmack hat, zuzuſchreiben ſey. Es ſcheinet, daß der Zucker, auſſer ſeiner Dicke, vom Moſt faſt nicht unterſchieden ſey, weil ein eingedickter Moſt, die Stelle des Zuckers, vollkommen vertre⸗ ten kann, und wenn er gehoͤrig behandelt und erhalten wird, in wahren Zuckereryſtallen anſchieſſet. alſo wundern, daß man aus Wein machen, und ihm de ruch, der ihm ſonſt fehlet, Wie darf man ſich Zucker, vermoͤge der Gaͤhrung, n durchdringenden weinigten Ge⸗ durch zugeſetzte Gewuͤrze beybrin⸗ gen kann? ſ. Urb. Hierne Tent. Chem. P. II. Tenl. VIII. S. 181. u. ſ. f. In dieſer Abſicht, kann der Zucker, zu den Gaͤhrungsmitteln der geiſtig rechnet werden. Mit dem en Gaͤhrung, uicht fuͤglich ge⸗ Honig, den kleinen und groſſen Roſinen, hat es eben die Bewvandniß. Denn dieſe ſuͤſſe Ma⸗ terien, koͤnnen um ſo viel weniger Gaͤhrungsmittel heiſſen, je weniger ſie einer vorhergegangenen geiſtigen Gaͤhrung unter⸗ worffen geweſen,(Cap. 27.§. 10.). Ueberdiß verlohnet der Vortheil, den viele daraus zu ziehen gedenken, nicht die Muͤ⸗ he, oder wenigſtens bedeutet er nicht viel. Das beſte Gaͤh⸗ rungsmittel geben gute Hefen von ſuͤſſen Weinen, ja, wir 3 4 daß der Schluͤſſelblumenwein, wenn er recht bereitet wird, und ſehr lange liegt, von Ken⸗ nern der Weine vor einen gu⸗ ten alten fremden Wein ge⸗ truncken worden iſt. Eben ſo geben auch die Hollunderbeere einen Wein, der verſchiedene vorzuͤgliche Eigenſchaften hat, und ich habe bey einem fuͤrneh⸗ men Herrn Wacholderwein ge⸗ trunken, der was ſehr angeneh⸗ mes, gewuͤrtzhaftes und ſuͤßlich⸗ wiſſen tes hatte, und bloß durch die Zerquetſchung dieſer Beere, und durchs Aufhaͤngen derſel⸗ ben in einem Saͤckgen in ein Faß gutes Moſtes in der Gaͤh⸗ rung bereitet war. Der erſte wird, wenn er recht gut ſeyn ſoll, aus denen, von den Stielen, und den Blaͤttern des Kelchs, wohl ab⸗ gepfluͤckten Blumen, bereitet, der Saft davon ausgepreßt, und mit gutem Weine gegohren. 360 Das 28. Capitel. wiſſen aus der Erfahrung, daß man auch recht gute Bierhe⸗ fen, desgleichen auch ein kuͤnſtliches Gaͤhrungsmittel, wenn es nur wohl ausgeſonnen, und aus fuͤſſen Materien bereitet worden, an ſtatt eines Gaͤhrungsmittels gebrauchen kann. Im folgenden werden wir einige kuͤnſtliche Gaͤhrungsmit⸗ tel beſchreiben. §. 7. 2) Die Biergaͤhrung(§. 2. N. 2.) iſt diejenige Arbeit, wodurch entweder aus mehligten, gemelzten und geſchroteten Saamen, oder aus andern Früchten durch Abkochung mit Waſſer ein ſuͤſſer Saft, den man Wuͤrze nennet, ausgezogen, und vermittelſt ei⸗ nes Gaͤhrungsmittels zur geiſtigen Gaͤhrung ge⸗ bracht, nachher aber auf hiezu dienliche Faͤſſer ge⸗ fuͤllet wird. Es kommen hier alſo zweyerley Gaͤhrungen vor, die man zugleich mit dem Abkochen, beſonders be⸗ trachten muß. §. 6. Durch die erſte Gaͤhrung verſtehen wir die Berei⸗ tung des Malzes, oder die Kunſt mehligte Saamen auswachſen zu machen. Denn da der Weitzen, Rog⸗ gen, Gerſte und Hafer ꝛc. die fuͤrnehmſten Saamen ſind, aus denen man gut Bier brauet, und bekannt genug iſt, daß, wenn man dieſe Saamen und ihr Mehl mit Waſſer abkochet, nichts als ein ſchleimig⸗ tes und zaͤhes Weſen daraus wird; ſo iſt noͤthig, daß dieſe mehligte Materie, in Anſehung ihrer Beſtand⸗ theile verduͤnnet, und ihre ſchleimigte Beſchaffenheit zerſtoͤret werde; ihre oͤligte Theile hingegen mit den ſauren, einen vollkommen ſuͤſſen Coͤrper, der ſich vom Waſſer aufloͤſen und ausziehen laͤßt, geben. Da⸗ mit man nun die mehligtſchleimige Beſchaffenheit, wie gedacht, zerſtoͤren, und aus der Verbindung der oͤligten Theile mit den ſauren, gemiſchte Theile, d ſch in tthalte gemach den, u rung iſ Kunſt! ” ſtaͤne b !) pachen ud A Kn pfeg ier Kra nd Thie 9) tnſchic wohl; , wot ſet. J Gaane vo 19 —,— ſin auf Laſer d rdan ſſe der Can ſt welc Von der geiſtigen Gaͤhrung. 361 1d„ 4 e nnen ſich im Waſſer aufloͤſen laſſen, und ſuſſe ſchmecken, 1 Thehe erhalten moͤge, ſo muͤſſen alle dieſe Saamen zu Malz ſüice änn gemacht, oder zu einigem Auswachſen gebracht wer⸗ den, welches nichts anders, als eine nakuͤrliche Gaͤh⸗ rung iſt(Cap. 27.§. 3. N. 1.) wenn ſie gleich von der 2) ſſi Kunſt unterſtuͤtzet wird. ligten, ae Bey dem Malzmachen aber muß man folgende Um⸗ ande n aſtaͤnde beobachten:. ſiſt i 1) Muͤſſen die Saamen, aus denen man Malz nd vemnmh machen will, recht reif und ohne allzuviele Saͤure en Güene und Waͤſſerigkeit ſeyn, die man in unreiffen anzurref. nlche ſiſt fen pfleget. 2inedierde Deswegen taſſe en die Landsleute, die ge⸗ Gäßrungen, ſchuittene und gebundene Gerſte, einige Wochen uͤber in , beſorden freyer Luft liegen, damit ſie zum Auswachſen heſto geſchick⸗ ter werde. 2) Muͤſſen die Saamen friſch und dicht gar zu n wir he alt ſeyn. Denn, wenn der Saame gar zu trocken 9 lüut en iſt, ſo weicht er im Waſſer ſehr langſam, und hat we⸗ ncligi en niger Kraft zu wachſen, weil dieſe in den Gewaͤchſen er Weizh und Thieren mit der Zeit vergehet. 8 duhaee 3) Verſchiedene unter einander gemiſchte Saa⸗ umg ut en ſchicken ſich hiezu, weil ſie ungleich wachſen, nicht ſs ein ſcher ſo wohl; denn einige wachſen geſchwinde, andere lang⸗ oſtrittn ſam, woraus oͤfters mehr Schaden als Nutzen ent⸗ inc de ſtehet. Man muß auch ſorgfaͤltig verhuͤten, daß kein e Jſten Saame von ſchaͤdlichen Pflanzen darunter ſey ngegen w. 4) Der erwehlte Saame wird in den Malzhaͤu⸗ pb deſ ſern auf Hauffen geſchuͤttet, und daſelbſt mit kaltem fh gbah Waſſer durch und durch benetzet, oder wie man zu vicßm reden pfleget, gewaſchen, welches ſo geſchiehet, daß Verinun der Saamen unter der Zeit, da man Waſſer zugieſ⸗ 1ede ſet, welches, ſo lange bis der ganze Hauffe gewaſchen Z 7 worden, 362 Das 28. Capitel. worden, allmaͤhlig geſchehen muß, mit einer Schauf⸗ fel oder anderm Werkzeug geruͤhret und umgekehret wird, damit der Saame uͤberall gleich naß werde. Dieſes Waſchen wird, ſo oft als es noͤthig iſt, bis der Saamen weich geworden, und aufzuſchwellen an⸗ faͤngt, wiederholet. Nachher waͤſcht man ihn nicht mehr; laͤſt ihn aber auf Hauffen liegen, und wendet ihn etlichemal um, damit er gleich warm werde und gleich wachſe. So bald als man ſiehet, daß er zu wachſen anfaͤngt, ſo muß er, um ſeine Zerſtoͤrung und Faͤulung zu verhuͤten,(Cap. 27.5. 3. Anmerk.) oͤf⸗ terer umgewendet, und um beſſerer Luͤftung willen, nachdem er mehr oder weniger warm zu werden und zu wachſen anfaͤngt, allmaͤhlich duͤnner geſchuͤttet wer⸗ den, bis er ſuͤß geworden, und genugſam gewach⸗ ſen iſt. Es wird alſo zum Maͤlzen erfordert: a) Daß der Saamen durch allzuvieles Waſſer, ſo man zum Keimen deſſelben angewendet hat, nicht verdorben werde; denn wenn er Milch hat, ſo iſt er auch genug benetzet worden. b) Daß man ihn nicht laͤnger wachſen laſſe, als bis er ſuͤß ſchmeckt, wenn man ihn kauet. Denn wenn der Saamen laͤnger waͤchſt, ſo wird er verdorben, und aller Saft ſteigt in den Keim, und wird ſauer, weswegen auch das aus ſolchem Malz gebrauete Bier geſchwinde ſauret. —) Daß das Wachſen nicht eher, als bis der Saame ſuß ſchmeckt, unterbrochen werde; denn ſonſt kan die ſchleimigte Materie nicht genug verduͤnnet, noch das Malz zur geiſtigen Gaͤhrung gebracht wer⸗ den. d) Daß alle Saamenkoͤrnchen gleich ſtark wach⸗ ſen. Denn wenn ſie ungleich wachſen, ſo geben ſie nicht icht ſ räͤgt, eimten durch 4 haben ſchnadh Änd A em We Retheien 1 zäßt er berden hüten. Dab ſe Kor everhn uch bey perden. ſo geru engoch 1 Anm Getre ten S beize genae rien, haxſ 2 Wur denn d6 g8 ger, da, feich it inet She und ungit leic naß n Snithigih fuſchweln t man ihr t zen, und hen varm weeden ſehet, din ſeine eri k.3. Aumat lüftung zu werde er geſchüm nugſam ga tefordern zuvieles De endet hat, ſchhu ſi vet. Denn n er verdt und wit zgtbrauad vachſen liſ tr, abh erde; dane nug vetiin gebuc lechſutne in, ſogat Von der geiſtigen Gaͤhrung. 363 nicht ſo viel Bier. Wenn es ſich aber bisweilen zu⸗ traͤgt, daß ſie ungleich wachſen, ſo muß man die ge⸗ keimten Koͤrner, von denen die nicht gekeimet haben, durch ein grobes Sieb abſondern. e) Daß die Saamenkoͤrner genug gewachſen haben(N. 3*) kann man theils aus dem ſuͤſſen Ge⸗ ſchmacke, theils aus den erſten Keimen der Blätter und Wurzeln, deren man an der Gerſte drey, an dem Weitzen und Haber aber nur einen findet, be⸗ urtheilen. f) Wenn der Saame gehoͤrig gekeimet hat, ſo heißt er Malz, und denn muß er geſchwind gedoͤrret werden, um das fernere Wachſen und Saͤuren zu ver⸗ huͤten. Das Darren aber muß behutſam geſchehen, damit die Koͤrner nicht raͤucherig, oder bey allzugroſſer Hi⸗ tze verbrannt, oder ganz und gar ausgetrocknet, oder auch bey langem Darren und ſchwacher Waͤrme ſauer werden. Daher muͤſſen ſie unter dem Darren beſtaͤn⸗ dig geruͤhret, umgewendet, und mäßig und gleich, dennoch aber geſchwind abgetrocknet werden. 1. Anmerkung. Wie man nun angezeigtermaſſen das Getreide maͤlzet, ſo muß man auch mit anderen mehlig⸗ ten Saamen, als mit Bohnen, Erbſen, Linſen, Buch⸗ weitzen, Reis und tuͤrkiſchen Weitzen, wenn ſie zu Malz gemacht werden ſollen; ja mit Mandeln, Nuͤſſen, Caſta⸗ nien, Gurken⸗und Melonenkernen, Lein⸗ und Hanſſaamen verfahren. 2. Anmerkung. Die Erfahrung lehret, daß das Malz, wenn die Koͤrner langſam wachſen, beſſer werde, als wenn es geſchwinde geſchiehet, indem die Beſtandtheile der Koͤr⸗ ner, unter dem langſamen Keimen, mehr verduͤnnet wer⸗ den; weswegen auch das im Frühjahr geſaete Geireide reichlicher tragt, wenn nach dem Saͤen kalt Wetter ein⸗ tritt, oder wenn es mit Schnee bedecktwird. Kluge Wirth⸗ ſchafter 364 Das 28. Capitel. ſchafter maͤlzen alſo lieber bey kaltem als warmen Wetter, und fuͤrchten ſich nicht, daß ihnen der Froſt ſchaden koͤn⸗ ne, indem ſie aus der Erfahrung wiſſen, daß genetzte und vom Froſt geruͤhrte Koͤrner, andern ungefrohrnen, wo nicht vorzuziehen, doch nicht nachzuſetzen ſindd. 3. Anmerkung. Wie das Malz iſt, ſo wird auch das Bier, daher komt der Unterſcheid unter den Bieren meiſtentheils davon her. Denn einige pflegen die Koͤrner in groſſen Ge⸗ faͤſſen mit Waſſer zu begieſſen, und ſie einige Zeit, bis ſie anfangen aufzuſchwellen, ſtehen zu laſſen; ſodenn aber auf den Malzboͤden auszubreiten; andere waſchen und wenden ſie oft, andere nicht ſo oft, wodurch das Auswachſen mehr oder weniger entweder beſchleuniget oder verzögert wird (2. Aumerk); noch andere doͤrren das Malz in den Darr⸗ haͤuſern auf eiſernen oder kupfernen Blechen; andere thun es in eiſernen ſchiefliegenden Roͤhren, wodurch das Malz geſchuͤttet werden, und von freyen Stuͤcken beſtaͤndig durch⸗ laufen kann. Deswegen muß das Bier verſchieden, und an dieſem Orte raͤucherig, antjenem ſauer, und am an⸗ dern noch anders beſchaffen ſeyn; des Unterſcheides, der in Anſehung der Menge des Bieres, da einige mehr, an⸗ dere weniger, aus eben ſo vielem und eben ſo gutem Ge⸗ treide brauen, vorgeht, nicht zu gedenken. O. 7. Das gehoͤrig bereitete Malz(§. 6.) muß darauf, eehe es zum Bierbrauen angewendet werden kann, auf der Schrotmuͤhle geſchrotet werden. Bey dem Brauen aber kommen fuͤrnemlich drey Stuͤcke zu betrachten vor, a) die erforderliche Aufloͤ⸗ ſung und Ausziehung, der unter dem Maͤlzen ent⸗ ſtandenen Suͤßigkeit(§. 6.). b) Das Abziehen und Abſondern dieſer ſuͤſſen Feuchtigkeit vom Malze. c) Das geziemende Abkochen des gereinigten und ausge⸗ zogenen Weſens, und das maͤßige Verſetzen deſſelben mit Hopfen. Dieſes alles pflegt folgendergeſtalt verrichtet zu werden. 1) Wenn — wirde Kuͤbel ein we ſodem Wert damit und vo defeiſ ſe ſage noch da fani dis ſ wcc, . iſe rie, d in die u Praupf kecber, ſes Kübe dos zud es hat! den ein dn Ete en kanr nch der ben bed teinen, odet auc ſoänge le Feuch felt ah degen Von der geiſtigen Gaͤhrung. 365 q„ eee er eeeneeee har dhrun wird es gemeiſchet, oderin edardder geſchärre daß aungeinen Kuͤbel ſo viel warm Waſſer daruͤber g„8 ehen ſid. ein weiches leicht zu bewegendes Mengſel daraus wird, wnitd auchu ſodenn wird es mit einer Schauffel, oder anderem Dienn neſn Werkzeuge wohl untereinander gemiſcht und geruͤhret, Könari uni damit das Mehl keine Knollen, ſondern ein gleiches ³ ſe inteznne und wohl zerruͤhrtes Gemenge gebe. Ben den Schwe⸗ ¹ 9 Run den heiſt dieſe Bereitung Syffta, gleichſam als wenn dench ſie ſagen wolten, zum Siel richten, weil ſich hier⸗ todet renzn nach das ganze Gebraue richtet. Wenn dieſes geſche⸗ a Mahzudan hen iſt, ſo bleibt dieſes Gemenge einige Stunden ru⸗ Sichen, n hig ſtehen, bis das Malzmehl etwas aufgeſchwollen, 4 e weich, und einige Suͤßigkeit heraus gezogen iſt. V Arnnan 2) Sodenn wird die oben auf ſtehende duͤnne, V Kſouer, unn ſuͤſſe Feuchtigkeit, von der dickeren mehligten Mate⸗ günrſtan rie, die auf dem Boden lieget, abgeſondert und in Se. in die uͤber dem Feuer ſtehende kupferne oder eiſerne ken. Braupfanne, um ſie abzukochen, geſchuͤttet; das letz⸗ te aber, nemlich das Mehl, komt in ein ander groſ⸗ ſes Kuͤbel, welches ſie das Geſtellkuͤbel heiſſen, und 7) mt das zu dieſem Ende folgendergeſtalt eingerichtet iſt: werden in Es hat nemlich auf einer Seite, nahe bey dem Bo⸗ b den, ein Loch, das mit einem hineinpaſſenden hoͤlzer⸗ nen Stoͤpſel nach Gefallen auf-und zugemacht wer⸗ fürnenit den kann; der Boden ſelbſt aber iſt mit geraden, fetelch nach der Groͤſſe deſſelben geſchnittenen hoͤlzernen Staͤ⸗ em Mißg ben bedeckt, dieſe werden wieder mit Stroh, oder ds Athißt reinen Halmen von Roggen, eines Fingers hoch, ten Nt oder auch hoͤher belegt. Dieſes aber wird deswegen ſigten una⸗ ſo eingerichtet, daß das Mehl, indem die abgekoch⸗ geretze u te Feuchtigkeit durch das Stroh ſickert, und rein und helle ablaͤuft, zuruͤck bleiben moͤge; die Staͤbe hin⸗ ralt verith gegen verhindern, daß ſich das Loch vom Sreue ) 366 Das 28. Capitel. Mehl nicht verſtopfet. Das alſo eingerichtete Kuͤbel wird auf ein ſo hohes Geſtelle geſetzet, daß ein ander hoͤlzernes Gefaͤß,(der Trog) in welches die durch⸗ ſeihete abgekochte Feuchtigkeit ablaufft, unter ihm ſte⸗ hen kann. 3) Wenn der duͤnne Extract gekocht worden, ſo wird er wieder in eben das Geſtellkuͤbel, uͤber das Malzmehl, uͤber welchem er ſchon einmal, wie geſagt, geweſen,(N. 2.) getragen, damit er noch mehr Suͤſ⸗ ſigkeit aus demſelben ziehen, durch das uͤber den Staͤ⸗ ben liegende Stroh ſickern, und durch das ein wenig geoͤffnete Loch in den darunter ſtehenden Trog ablauf⸗ fen moͤge. 4) Der abgelauffene Extract(N. 3.) wird wie⸗ der gekocht, unter dem Kochen mit reinem Waſſer verduͤnnet, und noch einmal in das gedachte Kuͤbel uͤber das Malzmehl gegoſſen, damit er ferner, wie vorher(N. 3.) durchlauffen moͤge. 7) Das Kochen und Durchſeihen(N. 4.) muß, wenn es noͤthig iſt, zum drittenmal wiederholet wer⸗ den, nemlich ſo lange, bis der Extract ſtark genug iſt, da er denn Wuͤrze heiſt. 6) Die Suͤßigkeit der Wuͤrze zu maͤßigen(N.ſ.) und das Saͤuren, ſo viel als moͤglich, zu verhindern, wird die Wuͤrze endlich mit Hopfen, oder mit dem Extractz vom Hopfen, den man in einem andern Ge⸗ faͤſſe fertig gemacht hat, abgekocht. 7) Wenn alles dieſes gut von ſtatten gegangen iſt, ſo wird die Wuͤrze, die nun nicht allein nach Hopfen ſchmeckt, ſondern auch mit ſeinem Saft ver⸗ mengt iſt, in ein ander groſſes Gefaͤß, oder in den Gaͤhrbottig gefüllet, damit ſie kalt werden, und en ie — Von der geiſtigen Gaͤhrung. 367 ehitnn ſie etwas kalt geworden, die zweyte Gaͤhrung antre⸗ el, aß eian ten moͤge. welces ne. ft, unteig 1. Anmerkung. Weil nicht jedwedes Waſſer gleichviel von der ſchleimigten Suͤßigkeit des Malzes aufloͤſen und aus⸗ ziehen kann, ſo muß man bey dem Bierbrauen wohl wiſ⸗ t gkocht tg ſen, was fuͤr Waſſer und wie viel man von demſelben zu telkübel 1 nehmen habe. Wie viel Waſſer man zur erſten Auszie⸗ eAudel, h hung und Erweichung nehmen muͤſſe(N. 1,), läßt ſich aus einmal,wi der Art des Waſſers und der Guͤte des Malzes beſtim⸗ er noch un men. Was aber die Beſchaffenheit des Waſſers anlangt, das iberde ſo iſt zu merken, daß das Flußwaſſer beſſer als das Sumpf⸗ urch dosi oder Tuͤmpfelwaſſer und dieſes beſſer als das Brunnen⸗ a waſſer ſey. Auch iſt das Waſſer im Fruͤhlinge, das mei⸗ nden dugt ſtens vom zergangenen Schnee und Eiß herkomt, dem Waſſer im Sommer oder im Herbſt vorzuziehen. Des⸗ . wegen ſchaͤtzt man das Merzenbier hoͤher als andere, ja (N.3) vin es wird auch nicht ſo leicht ſauer. nit reinen a. 1 as gedache! 2. Anmerkung. Die Menge des Hopfens muß ebenfals, „5.e. theils aus der Guͤte und Staͤrke deſſelben, die ſehr ver⸗ nit e ſem ſchieden iſt, theils auch aus der Guͤte und mehreren oder . wenigeren Suͤßigkeit der Wuͤrze, beſtimmet werden. Es liegt auch viel daran, wie man den Extract vom Hopfen ihen Neghn macht, ob man ihn nemlich in einem offenen, oder zuge⸗ wiederzole deckten Gefaͤß, heftig oder gelinde kocht. Wird der Hopf⸗ rtract fun fen ſchwach gekocht, ſo giebtzer ein Bier, das geiſtiger iſt, und eher trunken macht, als wenn er ſtark gekocht wird, wodurch das Bier, wenn man nicht vorſichtig ge⸗ zu räßtga nug verfaͤhret, bitterer und brauner wird. ch, zu teſt 3. Anmerkung. Von Bereitung der Wurze koͤnnen wir en, oder nle mit Gewißheit behaupten, daß bey nahe nichts ſo gemein, tinem anden und doch zugleich verſchieden ſey, als eben dieſe. In Liefland wird ſie anders gemacht als in Curland, in Ruß⸗ t land wieder anders als in Preuſſen, anders in Deutſch⸗ ſaten e land, anders in England und noch anders in Schweden, lan ja in einem Hauſe wird ſie anders als im andern bereitet. rich 49 Denn einige nehmen beym erſten Ausziehen und Erwei⸗ ſinem Ett chen N. 1.) kalt Waſſer, andere warmes, noch andere heiſ⸗ faß, oe 1 ſes und ſiedendes, welches die Sußigkeit ſtaͤrker anfloͤſet wedan mn und ausziehet, als wenn es maͤßig warm oder 1. de Das 28. Capitel. endlich tragen einige das ganze, aus Malzmehl und Waſ⸗ ſer gemachte Menaſel(N. 1.) in die Pfanne, und ko⸗ chen es ab, wodurch zwar der Extract in kuͤrzerer Zeit ſüͤſſer wird, allein es kann auch das Mehl, wo nicht das ganze Mengſel ſtark und beſtaͤndig geruͤhret wird, leicht anbrennen, und der Extract braͤnzigt werden; andere be⸗ dienen ſich ſtatt des gedachten Geſtell⸗Kübels(N. 2.) dich⸗ terer Seihewerkzeuge, die ſie aus zuſammengebundenen Wurzeln machen, wovon das Bier einigen fremden Ge⸗ ſchmach zu bekommen pfiegt. Einige uͤbergieſſen nur den Hopfen mit der Wuͤrze, andere kochen ihn mit derſelben ab; einige kochen ihn mit Waſſer, andere erſt mit Waſ⸗ ſer, und hernach mit Wuͤrze. Endlich kochen einige die Wuͤrze ſtark, andere nicht, und erhalten dadurch ein ro⸗ hes Bier: Mehrerer verſchiedener Umſtande, die eben ſowol als die verſchiedenen Materien machen, daß das Bier in jedem Hauſe, theils anders ſchmeckt, theils üch anders ausſieht, wollen wir nicht einmal geden⸗ en. 4 6 4. Anmerkung. Wenn die Wuͤrze fertig iſt, ſo wirduͤber das Malzmehl im Geſtellkuͤbel, reines warmes Waſſer gegoſſen, damit es alle noch uͤbrige Suͤßigkeit ausziehen moͤge. Zu dieſem Ende wird das Loch verſtopft, daß das Waſſer einige Zeit darinne ſtehen bleibe, und beſſer ausziehe; wenn dieſes geſchehen, ſo luͤftet man das Loch etwas, und laſt das Waſſer, das noch einige Süßigkeit angenommen hat, ſachte ablauffen; mit dieſem verfahret man darauf eben ſo, wie von dem erſten Extract(N. 4. 5. 6. 7.) geſagt worden iſt, und erhaͤlt eine ſchwache Wuͤrze, die man mit einem Theil der erſten Wuͤrze, um ſie ſuͤſſer und ſtarker zu machen, vermiſchen kann; ſodenn kocht man ſie wie die erſte mit Hopfen ab, um Haus⸗oder Ta⸗ felbier daraus zu machen. Wenn endlich zum druten⸗ mal friſches und warmes Waſſer uͤber das Malzmehl ge⸗ goſſen wird, und man daſſelbe, wie gevacht, abtauffen und kochen laͤßt, ſo bekomt man einen ſehr ſchwachen Cylract, aus dem man Kofent machen kann, welches das ſchlechtes ſte Bier iſt. S. 8. Auf das Kochen, ſo im vorhergehenden§ro be⸗ ſchrieben worden iſt, folgt die zweyte Gaͤhrung(8.ſ.) welche welche die en iſt, ſauren, N. 4) tigkeitm muß ir rung ert zu Hülſ eir Gähtu ffen, die der Hefer leren, mittel iſt ten, und hat auch weil er g ſch gegoh Venn! dt, ſo wi ichter. 1) T t daß ſe ern laulich uneſſeſco hefen, die hhals nach ſugeſttet. datig lct hist(Cyy. b wen kann, de Gährun, und ſchkaan . 3 Von der geiſtigen Gaͤhrung. 369 mnaan welche geiſtig iſt(g. 2. N. 2.) Zu dieſer bequemt narttn ſich die Wuͤrze, ob ſie gleich mit Hopfen verſetzt wor⸗ Nahl, wg den iſt, fuͤr ſich allein, nicht, ſondern vielmehr zur gerihre un, ſauren, wie ſowol aus der Natur des Malzes(§. 6. laaſ N. 4.) als auch aus der Beſchaffenheit ſuͤſſer Feuch⸗ Rüdels 1) he glannan tigkeiten, vermoͤge der Erfahrung bekannt iſt; man anien ian muß ihr alſo, wenn man in ihr eine geiſtige Gaͤh⸗ geüberzeſan rung erregen und beſchleunigen will,(Cap. 27. 7. 10.) hen tha uie zu Huͤlfe kommen. In dieſer Abſicht braucht man andere aftt ein Gaͤhrungsmittel, wozu man entweder gute Vier⸗ dic haag hefen, die ſich in den Vierfaͤſſern zu Grunde ſetzen, u uu oder Hefen oder Gaͤſcht von andern noch gaͤhrenden daun 3 Bieren, anwendet. Denn, je friſcher das Gaͤhrungs⸗ ders ſcmch, mittel iſt, je gluͤcklicher gehet die Gaͤhrung von ſtat⸗ waacht eiml ten, und je beſſer wird auch das Bier. Deswegen hat auch der Gaͤſcht eines noch gaͤhrenden Bieres, rig ſt,e weil er geiſtiger und wirkſamer iſt, fuͤr andern unter eges Vaum ſich gegohrnen Hefen billig den Vorzug. eSißigtat ah uc un Wenn man nun ein tuͤchtiges Gaͤhrungsmittel dandeten hat, ſo wird die Gaͤhrung auf folgende Arr einge⸗ Hlüftet mun richtet. voch eunge en.— 3 1) Wenn ſich die Wuͤrze gehoͤrig abgekuͤhlet ſſen Ernau, hat, daß ſie nemlich weder zu kalt noch zu warm, ſon⸗ eneſcucte dern laulicht iſt, ſo wird ihr in dem Gaͤhrbottig, wo⸗ Lüne, mſt inne ſie ſchon iſt G. 7. N. 7.) eine gehoͤrige Menge rinnſina Hefen, die ſich theils nach der Menge der Wuͤrze, aun un theils nach der Guͤte der Hefen richtet, Loffelweiſe er das Mhe. zugeſetzet. Iſt dieſes geſchehen, ſo wird der Gaͤhr⸗ wact, aluft bottig leicht bedeckt, daß die Luft, ſo zu der Gaͤhrung Kſgaubace hilft(Cap. 27.§. 6. N. 2.) einigermaſſen dazu kom⸗ wan uß men kann. So denn laͤſt man es ruhig ſtehen, daß die Gaͤhrung, die ſich durch eine innerliche Bewegung hnan und ſichtbares Aufſteigen der Blaſen, die endlich die Gäeuns, 1. Th. 4 3 ganß W 370 Das 28. Capitel. ganze Oberflaͤche mit Schaum bedecken, offenbaret, anfangen kann. A 2) Wenn die Gaͤhrung zum hoͤchſten gekommen iſt, und der Schaum nicht mehr in die Hoͤhe geht; ſon⸗ dern ſich zuſetzen anfaͤngt, welches meiſtentheits n⸗ nerhalb 24. Stunden, auch wohl nicht ſo ſpaͤt, manch⸗ mahl auch ſpaͤter, zu geſchehen pfleget, ſo muß das junge Bier, das noch etwas gaͤhret, mit Hulfe eines Trichters alſobald gefaſſet werden, da es denn von dieſer Bewegung aufs neue zu gaͤhren anfaͤngt. Des⸗ wegen muß man die Faͤſſer nicht ganz voll fuͤllen, ſon⸗ dern Raum laſſen, damit ſich die Luft und der Schaum, der durch die, aufs neue erregte Gaͤhrung in den Faͤſſern wieder zum Vorſchein komt, ausdehnen koͤn⸗ nen, und eben deswegen muß man auch das Spund⸗ loch nur obenhin bedecken. Wenn endlich auch dieſe Gaͤhrung vorbey iſt, ſo fuͤllet man die Faͤſſer, mit eben dem jungen Biere, welches man zu dieſem Ende, in einem andern Gefaͤſſe mit Fleiß aufbehalten hat, ganz voll. Wenn dieſes geſchehen, ſo ſpuͤndet man die Faͤſſer, um alle Luft ſo viel als moͤglich, abzuhal⸗ ten, feſte zu. 1. Anmerkung. Anſtatt der ordentlichen ſonſt gewoͤhnli⸗ chen Hefen, kann man mit gutem Nutzen in den Faͤſſern zuruͤckgebliebene Weinhefen von ſuͤſſen Weinen nehmen. 2. Anmerkung. So wie die Gaͤhrung verſchieden iſt, ſo wird auch das Bier anders. Wenn die Hefen, der allzu⸗ heiſſen Wuͤrze gegeben werden, ſo bekomt das Bier einen unangenehmen Geſchmack und macht ſehr trunken; iſt die Wuͤrze aber zu kalt, ſo gaͤhret ſie langſam und ſaͤu⸗ ret leicht; ſind die Hefen ſchwach, ſo iſt die Gaͤhrung und mithin auch das Bier ſchwach. Wenn die Wuͤrze nicht eher als bis die Gaͤhrung im Gaͤhrbottig voͤllig vorbey iſt, gefaſſet wird, ſo ſchmeckt das Bier ſtumpf; wie auch, wenn in den Faͤſſern, nach geendeter Gaͤhrung, und 3 em dem ten 3. A' Vie Hal 4. Am gül kerlen Alberl iined luhe gutts) ſo hele ſonder de G ben; ſchwer ſchwi 5 Anme heit des ſcmack hahen, haupt i ingethe ſo genen auch ſo aus deſ her esi ſu Gege ſer, dch ſeneoder di de Arrdes atungde „Nml derſetig amen de liigg ſi Wan dah Von der geiſtigen Gaͤhrung. 371 cken üfat dem es ſich geſetzet hat, nicht alle Luft gaͤnzlich abgehal⸗ ten wird. ſten tefonne 3. Anmerkung. Wie man nun bey der Gaͤhrung des dhe g Bieres verfaͤhret. ſo geht man auch mit der Gaͤhrung des maſtatn Hausbieres und Kofents(§. 7. 4. Anmenk.) um htſo ſpitme 4. Anmerkung. Aus dem, was von dem Bierbrauen an⸗ gtt, ſ 3 1 gefuͤhret worden, iſt leicht zu begreifen, daß viererley Ma⸗ „ la lh terien zu demſelben erforvert werden: nemlich gutes Malz, jmit Hiſte auserleſener Hopfen, reines und hartes Waſſer, ein kraͤf⸗ da es de tiges Gaͤhrungsmittel, und uͤberdis eine vorſichtige und en anfänge kluge Bereitung, damit das Bier gut gerathe. Ein recht m val fll gutes Bier muß folgende Eigenſchaften haben, a) es muß lat ſo helle wie Wein ſeyn, b) auch ſo ausſehen c) nicht ſauer, rund derEh ſondern etwas butter ſchmecken d) bey dem Einſchenken in Gährung die Glaͤſer keinen braunen, ſondern weiſen, Schaum ge⸗ ausdehrat ben; e) es muß gut gekocht, und dem Magen nicht be⸗ auch dos e ſchwerlich ſeyn, f) und endlich durch die Harnwege ge⸗ anl 4 3 ſchwind durchgehen. dlich auc die Fißt 5. Anmerkung Auſſer der faſt unendlichen Verſchieden⸗ n udierd⸗ heit des Bieres, in Anſehung ſeiner Starke, ſeines Ge⸗ un 3 ſchmacks, Geruchs und Dicke, wovon wir oben gexredet aufbeſal haben, muͤſſen wir hier noch merken, daß das Bier uͤber⸗ w ſo ſounten haupt in Anſehung ſeiner Farbe, in weiß und Braunbier, näglih, a eingetheilet wird. Das erſte iſt nicht weiß, ob es gleich un ſo genennet wird, ſondern es ſiehet geblicht wie Wein und auch ſo helle aus; es wird oftmals aus Weitzenmalz, oder 1 4 aus dieſem, mit anderem Malz vermiſcht, gebrauet, da⸗ den ſuſ i her es vielleicht die Deutſchen Weitzenbier nennen; in die⸗ uten in da ſ ſen Gegenden aber, macht man aus Gerſte, wo nicht beſ⸗ u Wänen aihe ſer, doch eben ſo gut Bier:* Das leute, wird von Ger⸗ ſteu oder Habermalz gemacht. Man muß aber merken, ngverſchan daß die Farbe und Helligkeit des Bieres, nicht von der die efen, d Art des Getreides, ſondern einzig und allein von der Be⸗ komt d Jnc reitung des Malzes und vom Brauen, herkomt. ſir Gme Man hat auch noch andere, durch Zuſammengaͤhrung lanſin m verfertigt Biere. Es iſt aber die Zuſammengaͤhrung, ei⸗ un di Vihe g rllg ai* Anmerk. des Ueberſ. Es iſt eben ſo gut Weißbier aus Ge ſte faanf. dlch faſt gar nicht noͤthig zu erin⸗ machen kan, als in Schweden. Gigrumg 15 nern, daß man in Deutſchland Jederman weiß es. Das 28. Capitel. ne Art der Gaͤhrung, in welcher, balſamiſche gewuͤrzhaf⸗ te Dinge, der in der Gaͤhrung begriffenen Feuchtigkeit zugeſetzet, und mit derſelben zum Gaͤhren gebracht wer⸗ den, von denen ſie den Geſchmack, Geruch und Kraͤfte, annimt. Daher theilen wir die Biere in ordentliche und gewuͤrzhafte ein. Die erſten, bekomt man auf die von uns beſchriebene Weiſe; die letzteren aber durch ver⸗ ſchiedene bittere oder gewuͤrzhafte Vegetabilien, entweder wie ſchon gedacht, durch eine Zuſammengaͤhrung, da die⸗ ſe Dinge mit der Wuͤrze im Gaͤhrbottig, vor der Gaͤh⸗ rung, vermiſcht werden, oder durchs Begieſſen, indem ein Theil von gegohrnem Bier, uͤber dieſelben gegoſſen wird; oder auch durchs Abkochen, da ſie mit einem Theil gekocht werden, und das abgekochte oder zugegoſſene, in das Bier im Faſſe geſchuͤttet wird. Wer aber vorſichtig ſeyn will, muß einen Unterſcheid, unter den Vegetabilien, ſo fluͤchti⸗ gere Theile, und unter denen die beſtaͤndigere haben, zu machen wiſſen. Daher binden diejenigen, ſo gewuͤrzte Biere machen wollen, ihre, aus fluͤchtigeren Theilen beſtehende Gewuͤr⸗ ze, in ein leinen Tuch und haͤngen ſie ſo, daß ſie im Vie⸗ e eingetaucht ſind, in dem Faſſe auf; wer aber bitter Vier haben will, darf nur bittere Kräuter, deren Theile beſtaͤndiger ſind, mit einem Theil Bier abkochen und das abgekochte hernach aufs Faß zum jungen Bier fuͤllen; es ſchadet aber auch nicht, wenn man ſowohl ſolche bittere als gewuͤrzhafte Kraͤuter mit dem Bier zuſammen vergaͤhren laͤſt, um auf dieſe Art gewuͤrztes oder bitteres Bier zu machen; Denn durch die Zuſammengaͤhrung werden die Theile genauer mit einander vereiniget. Wer hingegen Kuͤchenſalz unter des Bier miſcht, oder ſtatt des Hopfens andere ſchädliche Kraͤuter braucht, der nimt unverantwort⸗ liche Dinge vor. 6. Anmerkung. Das einmal gegohrne und auf Flaſchen ab⸗ gezogene Bier, kann mit Zucker oder Honig, Gewuͤrz⸗ Nelken und Citronenſchaalen, oder auch mit Zucker, Pfef⸗ fer oder Ingwer, indem man von jedem etwas in die Fla⸗ ſchen thut, und hernach Bier daruͤber gießt, aufs neue zum Gaͤhren gebracht werden. Wenn man junges noch gaͤhrendes Bier auf Flaſchen abzieht, und etwas Citronenſchaale, Zimmet, Wurziel⸗ en V V und vun ken ini ſchald ſet, vnd aufbehe ſen de 7 Anme dbeich ſerſhn lühen deeen dabie õͤͤͤm—————— Von der geiſtigen Gaͤhrung. 373 ſauich aai 38 1. ken und Cardamomen dazu thut, darauf die Flaſchen mit Kru utt Kork feſte verſtopft, zupichet, und an einen kalten Ort 3 nd 9 ſetzt, ſo kann man auf dieſe Art Bier machen, welches be⸗ de Kodͤne ſtaͤndig, ſo bald es Luft bekomt, gähret. Denn wenn deiuntnan nachher eine Flaſche eroͤffnet wird, und die Luft dazu komt, rre aer dute ſo faͤngt das Bier an heftig zu gaͤhren, und wird faſt ganz getadiieg n und gar zu Schaum. mengihrun otig, vor an Beyde Arten gedachter Biere heiſſen die Engellaͤn⸗ „Negiſa,n der Bottlebeer, und der Deutſchen Buttelbier komt ſelbengexeſe auch wohl, wo ich nicht irre, von dieſem Wort her. teinem Thelge una di Ein ander Getraͤnke, welches Breyhan genennet uurſhigſe wird, wird auf folgende Art gemacht: Man nimt zwey drüüta ſü und einen halben Theil Gerſten, einen halben Theil Weitzen⸗ ſindige ſit und ſo viel als man will Hafer⸗und zwar Luftmalz; wenn nun alles unter einander gemiſcht worden, ſo wird es ge⸗ . ſchrotet, und auf eben die Art, wie vorher gemeldet wor⸗ vünhte dienn den iſt, Wuͤrze daraus gemacht, auſſer daß vor das Loch Khbeſeeſendes im Geſtellkuͤbel, eine Handvoll Hopfen, damit die Wuͤr⸗ e ſo, daß ſei ze dadurch ablaufen koͤnne, gelegt wird. Von derſelben auf; wer alet hebt man 3. oder 4. Kannen beſonders auf; von den uͤbri⸗ raͤuter, damd gen wird der fuͤnfte Theil eingekocht und darauf, weil es er abkochen w noch warm iſt, mit den klein geſtoſſenen Gewuͤrzen, als gen Bir iln den Wuͤrznelken, Zimmet, Corianderſaamen, Galgant wohl ſohe hne und Veilchenwurzel, vermiſcht; wenn es denn kalt gewor⸗ zuſammentant den, ſo bringt man es mit einem guten Gaͤhrungsmittel, der bitters d worunter zwey Theile Franzbrandtwein gekommen, zum giruug una Gaͤhren; hierauf gebe man genau Achtung, ob ſich die Spießgen und zugeſpitzte Thuͤrmgen, die unter dem Gaͤh⸗ ren in die Hoͤhe ſteigen, niederzuſetzen anfangen. Denn ſobald als dieſes geſchiehet, muß dieſe Feuchtigkeit gefaſ⸗ ſet, und wie ſie ſich in den Faͤſſern ſetzet, mit der vorher aufbehaltenen Würze, aufgefuͤllet werden. Endlich muͤſ⸗ et. Wer ſin der ſatt deh rnint unbelane M ſen die Faͤſſer feſte verſpuͤndet werden. tr Horig, d. ic mit acr 7. Anmerkung. An einigen Orten brauet man aus ge⸗ em ewrs wd gvetſchten Wachholderbeeren Bier; der Wein, den un⸗ ergitßt üihn ſer ſchwediſche Prediger Deckenberg in der ſchwediſchen Abhandlung vom Wachholderwein, aus Wachholder⸗ Bir uj beeren zu machen lehret, iſt nichts anders als Wachhol⸗ Iman, W. derbier. Aa 3 An⸗ 74 Das 28. Capitel. An andern Orten macht man es aus Birkenwaſſer entweder allein, oder mit abgekochtem Waſſer vom Wach⸗ holderbeeren Mehl, ſo man mit einander zum Gaͤhren bringt., Das americaniſche Getraͤnke, deſſen Bereitung, aus Tannenlaub, ſo mit Waſſer abgekocht und mit einem zu⸗ geſetzten Gaͤhrungsmittel und Zucker, zum Gaͤhren ge⸗ bracht worden, Herr Ralm in den Actis der koͤnigl. Acad. der Wiſſenſchaf. zu Stockh. 1751. im dritten Theile hekannt gemacht hat, koͤnnen wir fuͤr nichts anders als fuͤr ein abgekochtes Tannenwaſſer, welches alles, was es geiſtiges hat, vom Gaͤhrungsmiitel und Zucker bekomt, halten, indem dieſes Laub nichts ſuſſes giebt, und ohne Suͤßigkeit, keine Gährung zu Bier ſtatt findet. Der ſaͤuerliche Trank, den die Ruſſen Qvas nennen, gehoͤret eher hieher. Er wird aus Mehl oder ungeſäuer⸗ tem Brode, das mit Waſſer zu einem Teig gemacht, und bey gelinder Waͤrme zur Gaͤhrung gebracht wird, bereitet. S. Gmelins Reiſe nach Siberien, in der Samlung der Reiſen zu Waſſer und Lande, Th. 4. S. 57. Der Chineſer ihr Trank Taraſum, der zwar nichtan⸗ genehm ſchmeckt, aber dennoch wiez Wein ausſiehet und ſehr trunken macht, gehoͤret auch hieher. Sie machen ihn aus Gerſte oder Weitzen, den ſie roͤſten, mahlen, mit Waſſer anmengen und abkochen. Der abgekochten und geläuterten Feuchtigkeit, ſetzen ſie in einem Gefaͤſſe, das ſie in die Erde vergraben, chineſiſchen Hopfen zu, und laſſen es alſo in Gefaͤſſen, die in die Erde gelegt werden, gaͤhren, darauf fuͤllen ſie es in leinene Saͤcke, die ſie aus⸗ preſſen. Das ausgepreßte fuͤllen ſie wieder in Faͤſſer und verwahren es in Kellern. S. Gmelin am angef. Orte Th. 0. S. 3. zc⸗ s. Anmerkung. Es wird uns bey dieſer Gelegenheit er⸗ laubt ſeyn, auch etwas vom Meth, der in Liefland, Pohlen und andern Laͤndern, ſo wie vormals in Schweden, ſehr gebraͤuchlich iſt, zu gedenken. Die Bereitung deſſelben beſtehet darinne, das man das Honig, mit einer gehorigen Menge Waſſer, nemlich 3. 4. 6. oder 8. Theilen, nach dem der Meth ſtark oder ſchwach werden ſoll, vermiſcht. Das Mengſel kocht ua 8 mi 1 à ads di MWüſteud under an ſen Dern t und nitn t, zun eite n Adis K Fr in date ür nichts a dlches ac und zuceſe ſes gicht, n. at fndet ſen Cveer Nehlode u⸗ eig gemach, ht wird, van in der Ean 8.5. n, der tertt Wein ausſt ther. Ern ſſe riſtm, ne Der aügtt ſe in enne ſcen Hevinge Erde geletm GSäcke Vſ viederin ſſte n am angil ſer Gelgate ˖, der i he rmals mét r Pdch in Manttie 7” Von der geiſtigen Gaͤhrung. 375 mit etwas Hopfen, von dem man etwa eine Handvoll, auch mehr, auch wohl weniger, nach dem viel oder we⸗ nig Materie vorhanden iſt, in einem Saͤckchen in ge⸗ dachtes Menaſel haͤngt, ſtark ab; ſodeun giebt man ihm ein Gaͤhrungsmittel und laͤſt es in einem verdeckten Ge⸗ faͤſſe, gehoͤrig, 8. Tage auch wohl laͤnger gaͤhren, ſeihet es endlich durch, und verwahret es in guten Gefaͤſſen vor dem Beytrit der Luft. Wenn der Meth fertig iſt, ſo pflegen einige verfchie⸗ dene Gewuͤrze, nach denen er ſchmecken ſoll, oder auch ausgepreßte und mit Meth abgekochte Saͤfte von unterſchiedenen Beeren, als Kirſchſaft oder andere, zuzu⸗ ſetzen. Wenn Honig und Malz mit einander vermiſcht, und abgekocht werden, oder welches noch beſſer iſt, wenn man Wuͤrze mit Meth vermiſcht, und dieſes Mengſel hernach mit einander vergaͤhren laͤſt, ſo entſtehet daraus ein Ge⸗ traͤnke, welches ehedem in Schweden uͤblich geweſen, und Kelisoͤl oder auch Mioͤlſka genennet worden iſt. Man muß inzwiſchen vom Meth merken, was oben von dem Bier geſagt worden; er iſt auch ſowohl dem Ge⸗ ſchmack als der Staͤrke nach ſehr unterſchieden, theils we⸗ gen des Honigs, welches die Bienen bald von dieſen bald von jenen Blumen ſammeln; theils auch wegen der ver⸗ ſchiedenen Bereitungsart und Handgriffe!, wie auch we⸗ gen der verſchiedenen zugeſetzten Gewuͤrze, und anderer Wßs und Feuchtigkeiten, die man ihm beyzumiſchen pfleget. 9. Anmerkung. Daß Noa den Weinerfunden habe, zeigt die heilige Schrift an; denn von dem ungegohrnen Trau⸗ benmoſt, haͤtte er nicht trunken werden koͤnnen. Wer aber das Bier erfunden habe, kan fo gewiß nicht beſtimt wer⸗ den. Daß es den Alten bekannt geweſen und ſeine Er⸗ findung dem Gyſiris zuzuſchreiben ſey, zeigt Diodorus Siculus im 1. B. mit dieſen Worten an: wenn auch ein Land keinen Wein hervorbraͤchte, ſo hat der Koͤnig (der Egypter) Gſtris aus Gerſte ein Getraͤnke, das dem Wein, an Feuer und Lieblichkeit nicht viel nachgiebt, zu machen gelehret. Von eben dieſem Trank, ſagt auch He⸗ rodotus inEuterpe: 20 og 3vog A0 2ειο⁹α LXro uerog Aa 4 wie 376 Das 28. Capitel. wie auch Tacitus de moribus Germ Ein Getr anke aus Ger⸗ ſte oder Getreide ſo dem Wein einigermaſſen aͤhnlich iſt. S. Boerhaavens Chem. T. II. Proceſſ. XCIII. p. m. 167. 3) Die eigentlich ſogenannte geiſtige Gaͤhrung (F. 2. N. 3.) iſt diejenige Arbeit, vermoͤge welcher aus rohem, oder gemalztem, und nachher gemahlenem Getreide, oder auch aus andern ſaftigen, beſonders aus fuͤſſen Gewaͤchſen, die man zerſtoßt, mit Waſſer anmengt, und mit Huͤlfe eines Gaͤhrungsmittels, zur Gaͤhrung bringt, in hiezu dienlichen Gefaͤſſen, ein Geiſt, den man durch wiederholtes Deſtilliren, verbeſſert, de⸗ ſtilliret wird,(Cap. 4.§. 4. N. ſ.) Ehe man dieſen Geiſt erhaͤlt, gehet bisweilen, wie bey dem Bierbrauen, eine doppelte Gaͤhrung vorher, bisweilen aber auch nur eine. §. 102 Die jetzo gebraͤuchlichſten Brandeweine, werden entweder aus Wein oder Weinhefen, oder in den mittaͤgigen Gegenden von Europa, aus den uͤberbliebe⸗ nen Weintroͤſtern, oder aus Korn, wie in den nord⸗ lichen Gegenden, oder aus Zucker, wie in America, oder aus Reiß und Pferdemilch, wie in Aſien, oder aus bloſer Pferdemilch, wie bey den Tartarn, Cal⸗ mucken, und anderen, ob es gleich die meiſten Chemi⸗ ſten laͤugnen wollen, gemacht. Man kann aber auch aus andern Pflanzen und Materien, Brandewein ma⸗ chen, wie die Erfahrung lehret. Daher theilen wir dieſe Materien am fugligſten in drey Claſſen. Zur erſten rechnen wir alles Getreide und mehligte G.e)e die wir beym Bierbrauen angefuͤhret haben (§. 6 Zur zweiten, alle ſuͤſſe Saͤfte, ſie moͤgen von Pflan⸗ zen, als: Moſt, Honig, Zucker, Manna, Weie e ern, — fern,R lunder⸗ men, o men ſeyy Ur 6 I Pell! hen, ſ randewe Aus der in Claſſe aft Oe geiſtiges dewein g Thelle no meht ſ(braͤuchl Gährung Gähren z Venn weyten C uf man ge weinie der Saa lnge be fur mm ſauer werd de Neandeue trt ſauer 9. Ib l lun Eu etrina— germag ſen h el. TC g 4 geiſige Gin vermo ne thet geme enna l igen, beſ ßt, mi Ae ungsmiteh efäſſe ing en, verbeſen, t bisweile Gahrung u deweine e ,„od tn wie uetmn wie in n in Nſa Tartat, meiſten Ge kann aba Brandevidn äher h helle! uſn de M ngeführeſ ögenton ſin nna, Waun ſn 3 1—— ——————— Von der geiſtigen Gaͤhrung. 377 ſtern, Roſinen, Aepfeln, Birne, Feigen, Kirſchen, Hol⸗ lunder⸗Erd⸗Hind⸗ und Johannisbeeren, ꝛc. herkom⸗ men, oder von Thieren, wie die Pferdemilch, genem⸗ men ſeyn. Zur dritten, alle gemachte Feuchtigkeiten, als: Wein, Bier, Cider, Wein⸗ und Vierhefen. Weil nun dieſe Dinge nicht einerley Beſchaffenheit haben, ſo konnen ſie auch nicht auf einerley Art, um Brandewrin daraus zu machen, behandelt werden. Aus denen gemachten Feuchtigkeiten, die zur drit⸗ ten Claſſe gehoͤren, und die eine weinigte oder bier⸗ hafte Gaͤhrung, erlitten haben, mithin ſchon etwas geiſtiges enthalten, kann ohne fernere Gaͤhrung Bran⸗ dewein gebrannt werden. Damit aber gleichwohl die Theile dieſer Feuchtigkeiten mehr verduͤnnet werden, und mehr geiſtiges von ihnen kommen moͤge, ſo iſt es gebraͤuchlich, Bierhefen, ja ſelbſt Bier mit andern zur Gaͤhrung beſtimten Materien, um ſie aufs neue zum Gahren zu bringen, zuzuſetzen. Wenn man aus ſuͤſſen Pflanzenſaͤften, die zur zweyten Claſſe gehoͤren, Brandewein brennen will, ſo darf man ſie nur wohl auspreſſen, und fuͤr ſich allein zur weinigten Gaͤhrung kommen laſſen. Macht man aber Saamen und Fruͤchte, die ſolchen Saft in Menge bey ſich haben, durchs Keimen zu Malz, ſo thut man ſich mehr Schaden als Nutzen, weil ſie leicht ſauer werden oder faulen. Die Tartarn laſſen die Pferdemilch, bevor ſie Brandewein daraus brennen, in ledernen Schlaͤuchen erſt ſauer werden, S. Gmelin am angefuͤhrten Orte Th. 4. S. 273. Ich laͤugne zwar nicht, daß man geſchrotete meh⸗ ligte Saamen, der dritten Claſſe, ohne vorhergegan⸗ Aa genes 378 Das 28. Capitel. genes Maͤlzen, zur geiſtigen Gaͤhrung bringen, und Brandewein aus ihnen erhalten koͤnne; weil aber doch die Erfahrung lehret, daß die Theile unter dem Auswachſen mehr verduͤnnet werden, und zu Malz ge⸗ machte Frucht, mehr Brandewein giebt, als rohes und nur geſchrotetes Getreide, ſo halten wir dafuͤr, daß diejenige weit beſſer verfahren, die dergleichen meh⸗ ligten Saamen erſt maͤlzen, hernach ſchroten, und der zweyten oder geiſtigen Gaͤhrung uͤbergeben. Da nun das Maͤlzen, es mag entweder zum Bierbrauen oder Brandeweinbrennen angeſtellt werden, einerley iſt, und wir davon ſchon vorher gehandelt haben, ſo iſt nur noch uͤbrig, die geiſtige Gaͤhrung und die Deſtil⸗ lation, kuͤrzlich zu betrachten. §. I1. 1 Bey der geiſtigen Gaͤhrung hat man ſowohl die vorhergehende Bereitung, als die Gaͤhrung ſelbſt zu erwegen. 1 §. 12. Die Bereitung beſtehet darinne, daß man eine ge⸗ hoͤrige Menge Waſſer, denen zur Gaͤhrung beſtimm⸗ ten Materien zuſetzet, und dieſelben damit anmenget, damit ſich ſolchergeſtalt die aufloͤslichen Theile, zur voͤlligen Aufloͤſung im Waſſer, und zur Einmiſchung bequemen moͤgen. Daher wird zu dieſer Bereitung erfordert: 1) Daß die zur geiſtigen Gaͤhrung beſtimmte Ma⸗ terien, gehoͤrig vorbereitet werden muͤſſen. Deswe⸗ gen iſt es noͤthig a) alle mehligte Saamen, und alles Getreide, es mag gemaͤlzet ſeyn oder nicht(S. 10.) zu ſchroten; b) Die hiezu beſtimmten Beeren aber, wohl zu zerquetſchen, damit man allen Saft daraus preſſen gteſſen ſu eine gegend die Et ſtoſen migtts ie Eij fiſches ne Si fichs 2) d wit one machete tung be kann bi und auf tung hi welches! annöthig thzukoche tüͤhret w durch die oder wen engſel ) da luander lteral inneu und beſe Von der geiſtigen Gaͤhrung. 379 kung bti inr; un preſſen koͤnne. c) Alle weichere Fruͤchte mit Waſſer Theil un zu einem Brey zu kochen. d) Haͤrtere Fruͤchte hin⸗ vund uge gegen auf einem Reibeiſen zu zerreiben oder zu raſpeln, lebt db die Stuͤcke darauf mit zugegoſſenem Waſſer zu zer⸗ n nit ni ſtoſſen, durch daſſelbe zu erweichen, und in ein ſchlei⸗ edrgtd migtes Weſen zu bringen.«.) Alle dickere natuͤrli⸗ ſcrute 3 che Saͤfte, mit ſo viel Waſſer, daß das Gemenge ein ergebn 9 friſches Ey tragen kan, zu verduͤnnen. f) Alle duͤn⸗ Naatean nere Saͤfte gelinde abzuduͤnſten, und ſo lange, bis ein nden, in friſches Ey darauf ſchwimmet, einzudicken. nelt ſahe, 2) Daß man die vorbereitete Materien(N. 1.) ng und did mit einer genugſamen Menge warmen Waſſers, an⸗ machet. Es iſt aber nicht noͤthig, daß man jede Gat⸗ tung beſonders mit Waſſer umruͤhre, ſondern man kann viele Materien, von verſchiedener Art, zugleich t nan ſt und auf einmal mit Waſſer anmengen, und zur Gaͤh⸗ öihrugi rung hinſetzen. Man muß aber hiezu warm Waſſer, welches beſſer als kaltes auszieht, nehmen, doch iſt es unnoͤthig, das Getreide, wie einige thun, mit Waſſer abzukochen, genug, wenn es damit uͤbergoſſen und ge⸗ duß unte ruͤhret wird. Die Menge des Waſſers aber, wird Gigruntit durch die Art der Materien, nach dem ſie nemlich mehr Ndunt ure oder weniger Saft haben, beſtimmt. Das ganze tter d Mengſel aber muß ſo ſtark ſeyn, daß es ein Ey traͤgt. zur Eumſe 3) Daß dieſes Gemenge beſtaͤndig und wohl durch⸗ dieſer Ban einander geruͤhret werde, und zwar ſo lange, bis es uͤberall gleich, und nicht das geringſte Kluͤmpgen da⸗ rinne zu finden ſey, damit die Aufloͤſung deſto ſtaͤrker nobſinn und beſſer werde niſſ. N. duema r§. 13. krai Bey der Gaͤhrung ſelbſt hat man darauf zu ſehen: la Sſtu 11) daß die gebuͤhrend vorbereitete und vermiſchte Ma⸗ nn terien 38 Das 28. Capitel. terien(§. 12.) zur Gaͤhrung gebracht werden koͤn⸗ nen. Ob nun gleich die meiſten der gedachten Ma⸗ terien(5. 10.) ſo beſchaffen ſind, daß ſie fuͤr ſich, in der Vermiſchung, die wir im 12ten§. angezeiget ha⸗ ben, wenn ſie nur etwas warm ſtehen, in die geiſtige Gaͤhrung uͤbergehen, ſo iſt dennoch faſt unvermeid⸗ lich noͤthig, daß man der Gaͤhrung, mit einem Gaͤh⸗ rungsmittel(Cap. 27. F. 10.) zu Huͤlfe komme, und dieſelbe befoͤrdere. Denn je ſtaͤrker die Gaͤhrung iſt, je mehr werden die Theile verduͤnnet; daher richtet ſich auch die Menge des Geiſtes, den man bekommt, nach der Gaͤte und Staͤrke des Gaͤhrungsmittels. Deswegen bekuͤmmern ſich auch die Brandeweinbren⸗ ner allezeit um gute und ſtarke Gaͤhrungsmittel. Es dienen aber hiezu entweder Hefen vom ſuͤſſen Wein, oder Hefen und Gaͤſcht,(§. 3. und§. 8.) von noch gaͤhrenden Bieren, oder auch ſolche Hefen, die ſich in den Bierfaͤſſern ſetzen, oder die aus allen dieſen zu⸗ ſammen gemengt ſind, oder auch kuͤnſtliche Gaͤhrungs⸗ mittel, die man zu dieſem Ende, aus Wuͤrze und Weitzenmehl, oder auch auf andere Weiſe verfertiget. Wie viel man vom Gaͤhrungsmittel haben muͤſſe, laͤßt ſich aus der Guͤte und Staͤrke deſſelben, und aus der Menge der Materien beſtimmen; zwey oder drey Loth, eines guten Gaͤhrungsmittels, ſind zu 20. Pfund Materie genug. 2) Wenn das Gaͤhrungsmittel mit den Materien vermiſcht und wohl durcheinander geruͤhret worden iſt, ſo muß das Gefaͤß, in welchem die Gaͤhrung ge⸗ ſchehen ſoll, leicht bedeckt werden, damit die Luft eini⸗ germaſſen, und ſo viel als noͤthig iſt, dazu kommen kann, worauf man alles ruhig ſtehen laͤßt.. 3) Sobald ſich die unter dem Gaͤhren aufſteigen⸗ 8 de 22 —ÿ ze wit der 6 heter! tem. wie e zucker „ Aume h men, Mte geiſi inn daun —— —————— . Von der geiſtigen Gaͤhrung. 381 aht wana de Blaͤsgen verlieren, das Mengſel helle zu werden tr gedachng anfaͤngt, und geiſtig riecht und ſchmeckt, ſo kann man t ſe fürt die Deſtillation ſo gleich vornehmen. Kengeeg n, in 1 k 1. Anmerkung. Auſſer dem Getreide(Korn) pflegt man ſel⸗ n de ſi ten andere Dinge zum Brandeweinbrennen zu nehmen. Es h faſt Unbee brennen aber einige Wirthſchafter ſolchen auch bisweilen aus Beeren oder Fruͤchten; allein, daß ſie den ausgepreßten Saft, 1 jmit einm mit Malzſchrot vermiſchen, ihn alſo vergaͤhren laſſen und de⸗ Hälfe kemne ſtilliren. Vielleicht thun ſie es deswegen, weil ſie ſelten ſo viel rdiei 4 Beerenſaft bekommen koͤnnen, daß er allein, die Muͤhe des iͤra Brennens belohnete, Wer viel ſuͤſſe Fruͤchte, als Aeyfel oder ſet; daßer Birn hat, kan damit folgender Geſtalt verfahren: Man neh⸗ en bie me ungebackenen Hefenbrodteig, oder auch gemeine dicke He⸗ man bie fen, vermiſche dieſelben mit einer gehoͤrigen Menge Weitzen⸗ Gährungzn mehl, nemlich mit zwey, dter oder mehreren Pfunden, und Vrandeni genugſamen warmen Waſſer, knete alles wohl durcheinander, randece gieſſe daͤrauf mehr warm Waſſer zu, und endlich auch den prungsmite ausgepreßten Saft; denn ruͤhre man wieder alles wohl unter⸗ ee egeg einander, daß das Meugſel uͤberall aleich ſen; darauf laſſe vom ſſſn man es ruhig ſtehen und gaͤhren, welches oftmals laͤnger als d§.§.) an 14. Tage zu waͤhren pfleget. eHefen, diſ 2. Anmerkung. Um die Gaͤhrung zu befoͤrdern und zu erwe⸗ is allen diet ckeu, wie auch das zur Gaͤhrung untaugliche, ſo etwa dabey lchegie ſeyn koͤnnte,(Cap. 27.§.§. 8. 9. und 10.) weazuſchaffen und ſſl Aheat zu zerſtoͤren, pflegen einige, in Anſehung des erſten, auſſer den aus Wünf Hefen noch Zucker oder Honig zuzuſetzen; in Anſehung des Fe ſe nif letzten aber, entweder ein Stuͤckgen Kreide, oder Kalch, oder Peiſe reſie ein gluͤhend Eiſen hineinzuſtecken; dabey man aber wohl zu⸗ tel haben Pheiau⸗ daß man die Gaͤhrung nicht vielmehr verſtoͤre als efoͤrdere. diſeha Die kuͤnſtliche Gaͤhrungsmittel, koͤnnen entweder aus Wuͤr⸗ men; zwih ze mit Weitzenmehl, wie zuvor angezeiat worden iſt, oder nach ttel ſag der Glauberiſchen Art, aus warmen Hopfen, Waſſer, Sal⸗ ittels, ſlad, peter und Mehl; oder wie Kunckel angiebt, aus abgekoch⸗ tem Hopfen, Weitzenmehl, Eyweiß, Honig oder Zucker; oder wie es Sala macht, aus einem dicken Haferſchleim mit nitde Te Zucker, und rohem Hefenbrodteige gemacht werden. gerͤhrttne 3. Anmerkung. Ben dieſer Gaͤhrnng muß man auch in Acht di Gäheun nehmen: a) daß ſie an einem maͤſſig warmen Ort vorgenom⸗ n 1 men, b) nicht alle Luft abgehalten,(N. 2.) c) die gaͤhrende mit diebaf Materie nicht beweget oder geruͤttelt werde, weil davon das dazu orn geiſtige verſtiegt d) und daß man endlich die Gaͤhrung nicht ſ dd laͤnger, als bis die(N. 3.) angegebene Zeichen erſcheinen, läßt. dauren laſſe. ahra ufßt§. 14. — 3832 Das 28. Capitel.— §. 14. Nach vollbrachter Gaͤhrung muß man ſogleich, nach der jetzo uͤblichen Art, aus Deſtilliergefaͤſſen, oder aus einer Blaſe mit einem Kuͤhlfaſſe(Cap. 4.§. 4. N. F.) die doch ſehr zu verbeſſern waͤren, deſtilliren. Bey der Deſtillation merken wir, daß ſie doppelt ſey. Die erſte wird mit der gegohrnen Materie vor⸗ genommen, wodurch man einen waͤſſerigten Geiſt er⸗ hält; die letztere aber mit dieſem waͤſſerigten Geiſte, um ihn vom Waſſer zu reinigen, und den gewoͤhnli⸗ chen Brandewein daraus zu machen. Bisweilen folgt auf dieſe zweyte Deſtillation noch die dritte, wodurch das Waſſer vom Weingeiſt noch mehr geſchieden, und abgezogener Brandewein, oder auch, wenn er ſehr ſtark iſt, hochrectificirter Weingeiſt gemacht wird. A) In Anſehung der erſten Deſtillation muß man bemerken: 1) Daß nur zwey Theile der Blaſe mit der ge⸗ gohrnen Materie angefuͤllet ſeyn muͤſſen, damit die Materie, die ſich unter dem Kochen ausdehnet, Raum habe, und nicht in die Schnaͤbel ſteige. Insbeſon⸗ dere aber wird erfordert, daß die oben auf ſchwim⸗ mende duͤnnere Feuchtigkeit, mit der ſchwereren Ma⸗ terie auf dem Boden, mit einem Stecken unterein⸗ ander gemengt werden muͤſſe, damit das Mengſel gleich werde. 2) Anfanglich muß man dieſe Materie miteinem Spatel oder Stock ſtark umruͤhren, damit ſie ſich nicht am Boden anſetze und anbrenne, weswegen man den Helm nicht eher, als bis die Materie kocht, auf⸗ ſetzen kann. Damit nun ſolchergeſtalt, indem die Blaſe offen iſt, nicht viel vom geiſtigen verfliege, ſo muß man im Anfange, um das Kochen zu beſchleu⸗ . nigen iigen, die Ma Penn berkleit Roͤhren unten h terie dun harterſ ir einer Ang zur hert, da Feſtiges ) der Bla und iſt! nacht ne ſoch ſch ſicht erop ſlch dun ſthez auc ſbergehene fuurn we halk. 9! ſſehen, tflches ni tſern man os barme ſct kinne ſtege die ſenen u DYA 3.N Von der geiſtigen Gaͤhrung. 383 b nigen, ſtark feuren, nachher aber das Feuer, ſo bald Laſ de wineeieffe kochen angefangen hat, erenſnſs ſe den verflelbt! Aterie kocht, ſetzt man den Helm auf, er. n4, ihn mit gehoͤrigem Kleiſter, und legt an die , dh Roͤhren Vorlagen. Wenn man einen Querl, der dußſeiw unten beſchrieben werden ſoll, mit welchem die Ma⸗ tnen Aumn kerie durch das Loch, ſo in dem Helm iſt, und nach⸗ ſeiigen e her verſchloſſen werden muß, umgeruͤhret werden kann wiſtrigen in einer ſolchen Blaſe, wie Ludolff in ſeiner Einlei⸗ und en gai tung zur Chemie angiebt, braucht, ſo iſt man geſi⸗ Bisvie chert, daß die Materie nicht anbrennet, auch nichts e vitt, un geiſtiges verflieget. 8 C Phn 8 3) Iſt nun der Helm aufgeſetzet, und ſowol an bend er Blaſe als auch an den Roͤhren verkleibet worden gemactnme und iſt die Deſtillation angegangen, ſo muß man ſich ſilaiin ni inacht nehmen, daß man nachgehends weder ſtaͤrker noch ſchwaͤcher feure, als daß der Geiſt gleich ſtark Aeu atchthe denfenn eiſe Zſondgen emnenn beſtänb gen, ob⸗ niſen, im dehe ünnen Stroͤmgen, in die angelegte Borlage usdefnt l ierzegen mit der Feuer nicht laͤnger, als dis die äge pi ſaudn 16 Lrh älelt eiſeichſanefichet, undelnch dden aufſir baßalter ſſerigten und unangenehmen Geſchmack hat, r ſchwermn⸗ 9) Uncer der Deſil Stecken unne nter der Deſtillation ſelbſt muß man w nit de 1 zuſehen, daß das Waſſer im Kuͤhlfaß nußa kalt dht welches nicht beſſer bewerkſtelliget werden kann, als Nateririn 1 5. narene Stuͤcker Eiß nach und nach hineinwirft; niſt ſccht kö e Waſſer aber abzapft. Ohne dieſe Vor⸗ 3 wenen pfle e ee ſich die Geiſter nicht verdicken. Daher 4 4 Piehen Nennerebrehner nur im Winter Bran⸗ ſtalt, in,— 4 rel, 49 Nachdem die erſte Deſtillation vollbracht iſt, ten u(A. N. 1.2. 3.) ſo kommt die zweyte, die man die 1 Recti⸗ 384 Das 28. Capitel. Rectification zu nennen pfleget. Zu dieſer braucht man eben dieſelben Gefaͤſſe. Man nimt alſo die Bla⸗ ſe vom Feuer, laͤßt ſie kalt werden, macht ſie rein, und waͤſcht ſie ab; wenn dieſes geſchehen iſt, ſo gießt man den waͤſſerigten Geiſt, den man in der erſten Deſtillation erhalten hat, hinein, um ihn noch ein⸗ mal zu deſtilliren, und ihn wenigſtens von dem groͤ⸗ ſten Theil, des in der vorigen Deſtillation haͤuffig mit uͤbergegangenen Waſſers, zu befreyen. Daher iſt bey 1 dieſer Deſtillation faſt eben das, was wir kurz zuvor bey der erſten erinnert haben,(A. N. 1. 2. 3.) inacht zu nehmen, auſſer daß man hier nicht noͤthig hat zu ruͤhren, und deswegen den Helm gleich aufſetzen kann. Das uͤbrige, in Anſehung der Waͤrme, und des Ab⸗ kuͤhlens im Kuͤhlfaß, iſt mit dem vorigen einerley. Wenn aber die uͤbergehende Feuchtigkeit truͤbe wird, unangenehm und ſaͤuerlich ſchmeckt, ſo kann man dar⸗ aus ſchlieſſen, daß man mit dieſer Deſtillation auf⸗ hoͤren muͤſſe. C) Wenn man den Weingeiſt(B) zum drittenmal abziehen will, ſo geſchiehet es auf eben die Weiſe, wie bey der zweyten Deſtillation(B) gedacht worden iſt; aber meiſtens in kleineren Gefaͤſſen. Es kann auch in glaͤſernen Kolben, die man bey dem Helm und der Vorlage, mit Blaſe, wie gewoͤhnlich, ſtark ver⸗ kleibet, in der Sandcapelle geſchehen. Auf dieſe Art pflege ich den Weingeiſt allezeit abzuziehen, und mit wenig Muͤhe, viel und ſtarken hoͤchſtrectificirten Weingeiſt, der gar kein Waſſer bey ſich hat, zu bekom⸗ men. 1. Anmerkung. Oblleich die Deſtillation in das Capitel von den geiſtigen Gaͤhrungen nicht gehoͤret, ſo hab n wir dennoch die Bereitung des Weingeiſtes lieber vollſtandig beſchreiben, als ſie unvollkommen laſſen, und ein ange⸗ elwa fangenes Werk unterbrechen wollen. Das uͤbrige, was 1 elwa kani hand unte uſ cen hieln Mb loch a tinige, chen, ziehen het d dem dem: den Syie endlic einem Antere cher, ) ſch de DaG nach m techn. litung Kuufer drd, mache c n daſſhlo dr N (ſadt ühanne llge dinb, haden geſect d dr id. b Von der geiſtigen Gaͤhrung. 385 du diinte nimt alec etwa bey dieſen Deſtillationen zu beobachten ſeyn moͤchte, en, nattit kan in dem 16. Cap. wo vom Deſtilliren uͤberhaupt ge⸗ chen ſ handelt wird, nachgeſehen werden. Doch kann ich nicht dhen iß, unterlaſſen, noch folgende Stuͤcke und Handgriffe hinzu man in R zu fuͤgen. unn 1) Dem Anbrennen vorzubauen, haben viele man⸗ ſtens von a cherley Mittel erdacht; einige haben Stuͤcke Brod, oder killation huf vielmehr ganze Brodkuchen, mit denen ſie den Grund der hen, Daher Blaſe bedecken, angerathen; andere thun es mit Stroh; was wit 4 noch andere beſtreichen deswegen den Blaſengrund mit Oel; M. 3 einige gieſſen erſt Waſſer in die Blaſe, und laſſen es ko⸗ N.l. 23ſ chen, damit der Dampf davon die Seiten der Blaſe uͤber⸗ nicht nätzg ziehen moͤge; zu dieſem kochenden Waſſer ſchuͤtten ſie nach⸗ gleich afze her die vergohrne Materie, und meynen, daß ſie der an darme, unde dem Grunde und an den Seiten hangende Dunſt, fuͤr u ehhM dem Anbrennen bewahren ſoll; andere geben an, daß man i dorlgin ar den Blaſengrund und die Seiten derſelben ſo helle wie ein htigkeit rü Spiegel poliren ſolle, damit ſich nichts anſetzen koͤnne; t, ſo kanne endlich finden ſich einige, die die Materie entweder mit er Defilu einem Stock, oder mit einem Querl(N. 1.) bewegen, untereinander ruͤhren, und ſie ſolchergeſtalt weit gluͤckli⸗ cher, wo ich nichtirre, fuͤr dem Anbrennen bewahren. y zun di 2) Damit der Geiſt nicht verfliegen moͤge; kann man uf eden ſich des vorgedachten Querls mit gutem Nutzen bedienen. B) gedacte Den Gebrauch deſſelben bey dieſer Arbeit, hat Stahl, eſiſa 6 nach meiner Meynung, zuerſt erdacht, S. deſſen 2ymo⸗ 3 1 techn. Cap. XIV. Von ihm hat ihn Ludolff, in ſeiner Ein⸗ deh den hi leitung zu der Chemie geborgt; aber zugleich ſolchen in woͤpulich, ſe Kupfer ſtechen laſſen, und einigermaſſen verbeſſert. Er hen. Auſ wird, kurz zu ſagen, auf folgende Art gemacht. Man rjazechen,u macht oben in der Mitte des Helms ein rundes Loch, wel⸗ zuh h n ches vermittelſt einer Thuͤr, nach Gefallen eroͤffnet und döcſfann verſchloſſen werden kann; inwendig aber an den Seiten ſch hen un der Blaſe werden zwey Eiſen, auf welche ein anderes Eiſenblech, ſo in der Mitte ein Loch hat, in der Blaſe überzwerch gelegt und beveſtiget wird, damit es gewiß fllior in d liege, angebracht. Hernach laͤſt man einen eiſernen gchen, ſeie Stab, der durch das Loch, des queer durch die Blaſe ge⸗ dätesuand⸗ henden Eiſenblechs, ſo dieſen Stab gerade erhaͤlt, durch⸗ laſen Äw geſteckt werden kann, verfertigen. Unten an dem Grun⸗ 0 9' de der Blaſe hat dieſer Stab hoͤlzerne Fluͤgel, die ſo groß n. Dwi 1 h ſeh gel, als 386 Das 28. Capitel. als der Blaſengrund, und auch ſo geſtellet ſind; der Stab muß aber ſo hoch ſeyn, daß er beynahe oben an den Helm ſtoͤßt, wo man vermoͤge einer angebrachten Handhabe, die man durch das Loch im Helm ſteckt, die unten an dem Stab befeſtigte hoͤlzerne Fluͤgel herumdrehen, und ſolcher⸗ geſtalt alle Materie umruͤhren kann. Wer dergleichen Querl nicht hat, muß die Materie anfaͤnglich durch ſtarkes Feuer zum Sieden bringen, und wenn ſie ſiedet, das Feuer vermindern, damit ſienicht nach⸗ her, wenn der Helm aufgeſetzt worden, allzuſtark koche, und in den Helm und Schnabel uͤberlauffe, welches ſon⸗ derlich alsdenn, wenn die zu deſtillirende Materie nicht gaͤnzlich vergohren hat, ſondern durch die Waͤrme unter dem kochen zugleich in Gaͤhrung gebracht worden, zu ge⸗ ſchehen pfleget. 3) Daß der geiſtige Dampf im Helm, Schnabel und den Roͤhren, von der Kaͤlte in Tropfen zuſammen lauffe. Dieſes erhaͤlt man theils, wenn man in kaltem Wetter, und an einem kalten Orte, da die Waͤrme nicht an den Helm kommen kann, deſtilliret, theils auch, wenn man ein breites Kuͤhlfaß hat, und daſſelbe beſtaͤndig mit Eiß oder Schnee anfüllet. Zu dieſem Ende pflegen auch eini⸗ ge, nach einer Schraubenlinie gebogene, oder ſchlangen⸗ foͤrmige Roͤhren, die ſie deswegen Schlangen nennen, zu brauchen; allein bey dieſen findet ſich die Schwierigkeit, daß ſie kaum rein gemacht, und ohne Roſt erhalten wer⸗ den koͤnnen. Am ſicherſten iſtes, viele, gerade walzenföͤr⸗ mige Roͤhren, die durch ein Kuͤhlfaß, ſo zwey bis drey Ellen breit iſt, gehen, zu brauchen. Das Kuͤhlfaß aber muß unten ein Loch haben, wodurch das warm geworde⸗ ne Waſſer ablauft, indem man von oben kaltes, worinne Eiß liegt, nachfuͤllet.. 2. Anmerkung. Durch die Zuſammengaͤhrung(§. 8. F. Anmerk.) erhält man, wenn der in Gahrung ſtehenden Materie, balſamnſche, gutriechende und gewuͤrzhafte Din⸗ ge von unterſchiedenen Kraͤutern und Blumen zugeſetzet werden, brennende Geiſter, die in der Apotheckerkunſt weitläuftiger beſchrieben werden. 3. Anmerkung. Wir muͤſſen auch noch kuͤrzlich beruͤh⸗ ren, daß man nach der von uns beſchriebenen Art nicht allent⸗ Von der geiſtigen Gaͤhrung. 387 ſelet ſid de de üann allenthalben Brandewein brennet. Gmelin berichtet in ebractn ha dem 4. Th. auf der 273. S. der Sammlung der Reiſen zu jdie mmaa Waſſer und Lande, daß die Tartarn ihren brennenden Geiſt indrehen rnhee aus der Pferdemilch auf folgende ſehr einfache Art machen. Sie ſetzen ein eiſern Gefaͤß, welches ſie mit einem hoͤlzer⸗ nen Deckel, der au der Seite ein Loch hat, bedecken, auf t, muß diem einen Dreyfuß. Aus dem Loch lauft der uͤbelriechende, je⸗ Sieden diagn, doch ſtarke Geiſt, der aber den Kopf nicht beſchweret, d, damitſente durch eine krumme hoͤlzerne Roͤhre, in ein ander kleines den, allaſin Gefaͤß, welches wieder in einem andern mit Waſſer ange⸗ run, rc fuͤlleten Gefaͤſſe ſtehet. irende Maan⸗ e m Obgedachter Gmelin berichtet auch am angefuͤhrten urch die Vime 2 8* 3 1 raht donel, Orte Th. 6. 57. daß die Chineſer geroͤſteten Hafer und n Gerſte, und ein ſtarkes Decoct von Hopfen, nebſt Hefen Haln, Shni unter einander miſchen, und daraus auf folgende Art wpenm, Chh Brandewein machen: Sie ſetzen dieſes Mengſel in einem mamannan wohl vermachten Gefaͤſſe in die Erde, und laſſen es alſo gi tülm 3 gaͤhren; wenn es gegohren hat, legen fie einen Theil von Vanme nähe dieſer Maſſe auf einen doppelten Roſt, von denen der un⸗ feit auch, nan tere von Eiſen, der obere aber von Stroh iſt; beyde lie⸗ de deſtindig n gen auf einem eiſernen Keſſel, der mit Waſſer angefüllet Ende yfegen at iſt, und uͤber dem Feuer heiß gemacht wird, damit der zene, oder ſhe⸗ warme Dunſt vom Waſſer die Maſſe durchdringen koͤn⸗ 2changen m ne: wenn dieſe erſte Schicht der Maſſe vom Dunſt eini⸗ ic die Scnin germaſſen durchdrungen iſt, ſo legen ſie allmaͤhlich eine an⸗ ie Roſt ethalan dere Schicht auf eben die Weiſe darauf. Um den Keſſel ele, geradedu und ſeinen Roſt gehet ein hoͤlzernes walzenfoͤrmiges Gefaß, ß ſo wot oder ein Faß, welches feſt an den Roſt gekleibet, und mit Das Killiit eiuem Deckel wohl vermacht worden iſt; aus dem Deckel das warm a. gehet eine kupferne gebogene Roͤhre, durch welche der ohen kaltes, d Geiſt in die Vorlage lauft, und welche in ein zinnernes Gefaͤß, das in einem andern mit kaltem Waſſer angefüll⸗ fen Gefaͤſſe ſtehet, ſich endiget. Die Abbildung dieſer zaninmd Maſchine kann man in obgedachter Schriſt nachſehen. Gahrang ſh 5 neiarn Ich habe auch gehoͤret, daß man an einigen Orten dSluna ue durch bloſſes Kochen Brandewein mache, indem man die de dpetecne gegohrne Maſſe in ein hoͤlzernes Gefaͤß ſchuͤttet, das Ge⸗ faͤß ſehr feſte verſchließt, und das alſo eingeſchloſſeue 41 Mengſel einige Stunden in der Waſſercapelle kocht, nach⸗ noch klih her aber den Brandewein von den Hefen abſeihet. eejena dhl intan h⸗ Bb 2 8. je. 388 b Das 28. Capitel. §. 15. Nachdem wir die Art, geiſtige Gaͤhrungen anzu⸗ ſtellen, beſchrieben haben, ſo muͤſſen wir noch die Er⸗ ſcheinungen, die unter dieſen Gaͤhrungen vorkom⸗ men, kuͤrzlich erwegen. 1) Bemerken wir zu Anfange der Gaͤhrung, daß ſich die Theile nach oben, nach unten, und an die Seiten des Gefaͤſſes in wunderlichen Kreiſen bewegen, und daß ſich die ganze Maſſe unter dieſer Bewegung ausbreitet. In der ganzen Maſſe entſtehen ferner Blaſen, die nach der Oberflaͤche gehen, und den Schaum machen; unter dieſen Umſtaͤnden werden die groͤberen Theile von den feineren geſchieden, und jene unter der Bewegung in die Hoͤhe getrieben, wo ſie in eine ſchwammigte, obenauf ſchwimmende Rinde, die die letzteren Theile, oder den darunter ſtehenden fluͤſſigeren, und von groben Theilen befreyeten, Theil bedeckt, zuſammengehen. 2) Nach einiger Zeit, die nach der verſchiede⸗ denen Beſchaffenheit der gaͤhrenden Materie, und der verſchiedenen Waͤrme, bald kuͤrzer bald laͤnger waͤhret, ſehen wir einige Theilgen von der entſtan⸗ denen ſchwammigten Rinde(N. 1.) in die fluſſige Ma⸗ terie allmaͤhlich niederſteigen, und nachdem ſie daſelbſt vermoͤge der gleichmaͤßigen tobenden Bewegung, ober⸗ waͤrts, unterwaͤrts, und nach den Seiten einige Zeit getrieben worden, allmaͤhlig niederſinken. Daher wird die gaͤhrende Materie gleichſam in drey Theile getheilet, nemlich in die Rinde, oder oben auf ſtehende Blume, in den mittleren fluͤſſigen Theil, und in die groͤbere Materie, die ſich zu Boden geſetzet hat. 3) Endlich bemerken wir, daß die im Anfange entſtandene Rinde, unter der fortgeſetzten und(N. 2.) ange⸗ Kngeze ſchwir le, u in die rie,) gethel auch an Eal 9 liſn T en wil toſſem em erſ etwos plößlic Ver et kan barffi Fr. nac hiera ihrun ) en ſrderun uch die ſaſebſt, heddung dng und kn, ſal fenttg vAr Gih ſdn dne Re —m— — —-———— —— Von der geiſtigen Gaͤhrung. 389 zühenn angezeigten Bewegung, allmaͤhlich ganz und gar ver⸗ Anaste ſchwindet, und die ganze Maſſe wieder in zwey Thei⸗ 9 le, nemlich in die obere, fluͤſſige und geiſtige, und kungen voin in die untere, dickere, oder niedergeſchlagene Mate⸗ rie, die man Gefen oder Mutter zu nennen pfleget, e der Gijn getheilet wird. In der weinigten Gaͤhrung ſetzet ſich uten, unde auch an die Seiten der Faͤſſer ein ſauer cryſtalliniſches Kreiſn ki Salz, das Weinſtein heiſt, an. ditſer Vern 4) Es ſteiget und ſpringt inzwiſchen unter allen entſthen e dieſen Veraͤnderungen ein Geiſt oder Dunſt, den man gehen, u den wilden Geiſt oder Gas zu nennen pfleget, mit täͤnden vente groſſem Ungeſtuͤm, beſtaͤndig in die Hoͤhe. Von die⸗ ſchieden, ui ſem erſticken die Menſchen und ſterben, wenn ſie nur getrietn, etwas von demſelben durch die Naſe an ſich ziehen, fimmende h ploͤtzlich. atuntet ſet Wer mehr von dieſen Erſcheinungen wiſſen will, befttheum, der kan des Boerhaavs, der in dieſem Stuͤcke ſehr ſcharfſinnig geſchrieben hat, Chem. 1. II. p. m. 155. kewſ&c. nachſchlagen. V Matere⸗ Hieraus iſt nun offenbar, daß bey dieſen geiſtigen dzer balhl Gaͤhrungen, alles das, was wir oben(Cap. 27..⸗ von der i 17.) angefuͤhret haben, mit allen Umſtaͤnden und Ver⸗ ndieftüſtee aͤnderungen, augenſcheinlich vorkomt; und daß daher dem ſe di auch dieſe Gaͤhrungen und Veraͤnderungen, aus den Bevegung daſelbſt angefuͤhrten Gruͤnden, nemlich aus der Ab⸗ Jeite int ſcheidung der groͤberen Theile, und aus der Aufloͤ⸗ ſiatm d ſung und gemeinſchaftlichen Verbindung der waͤſſeri⸗ in den d gen, ſalzigen und öligten Theile, in ein zartes ſeif⸗ vben uf fenartiges Gemenge, leichtlich zu erklaͤren ſind. hel nnd 1. Anmerkung. Diejenige, ſo alle Bewegung unter dem ggltze Gaͤhren, von der eingeſchloſſenen oder auſſerlichen Luft, 88 einzig und allein herleiten, wiſſen vielleicht nicht, daß die in pi unter dieſer Bewegung viel Luft erzeuget, die angefangene e nhGhe Bewegung von derſelden fortgeſetzet, und die ſchwerere 9 Bb 3 Theile 390 Cap. 28. Von der geiſtigen Gaͤhrung. Theile von den anhangenden, und ſolche umgebenden Bla⸗ ſen, die von dieſer Luft entſtehen, erhaben werden. Denn ſo lange die Blaſen ganz bleiben, gehen die Theilgen in die Hoͤhe, ſo bald aber, als dieſelben zerreiſſen, fallen ſie, vermoͤge ihrer Schwere, zu Boden.(Cap. 27.§§. 6. und 15.) 2. Anmerkung. Die entſtandene Rinde(N. I.) erhaͤlt den unter der Gaͤhrung entſtanden en geiſtigen Theil, daß er nicht verrauchen kann; deswegen muß man ſie unter dem Gaͤh⸗ ren nicht zerreiſſen, noch viel weniger abnehmen. Dieſe Rinde iſt eben das, was man bey der Biergaͤhrung Bier⸗ blumen oder Oberhefen nennet; ſie enthaͤlt auch viel geiſt⸗ hafte Theile, die ſich, indem die Rinde zu Boden faͤllt, von ihr abſondern, wie aus dem, was(N. 2. 3.) geſagt worden, erhellet; deswegen iſt ſie auch wirkſamer, als die niedergeſchlagene Hefen. 3. Anmerkung. Die Chemiſten haben zwar verſchiedene Mittel, womit man die Gaͤhrung einer dazu geneigten Materie verhuͤten, oder wenn es noͤthig waͤre, die ange⸗ fangene Gaͤhrung unterbrechen koͤnne, erſonnen; allein nicht alle ſind von gleicher Wirkung und Nutzen. Daß man die Gaͤhrung ſowol durch Kaͤlte als allzugroſſe Waͤr⸗ melunterdruͤcken und verhindern kann, iſt aus dem, was im(27. Cap. g. 6.) geſagt worden, bekannt; es geſchie⸗ het auch eben dieſes, wenn man die Coͤrper in wohlver⸗ ſchloſſenen Gefaͤſſen fuͤr aller Luft verwahret. Da man aber dieſe Mittel nicht uͤberall, noch zujeder Zeit gebrau⸗ chen kann, ſo haben einige dafuͤr gehalten, daß die Gaͤh⸗ rungen durch zugeſetzte Laugenſalze, oder dergleichen Ma⸗ terien, entweder unterdruͤckt oder verhindert werden koͤn⸗ ten; weil die zum Gaͤhren noͤthige Saͤure dadurch zer⸗ ſtoͤhret wuͤrde. Allein ob gleich das Gaͤhren auf dieſe Art verhindert wird, ſo wird doch auch zugleich das ganze Mengſel verderbet. Daher haben andere gemeynet, daß ſich die ſaure mineraliſche Geiſter zu dieſer Abſicht beſſer ſchicken ſolten; aber auch dieſe verderben die gaͤhrenden Mengſel, und die Erfahrung zeigt ſogar, daß ſich die zugeſetzte Saͤuren nicht wieder abſondern laſſen. Dero⸗ wegen iſt noch unter allen bekannten Arten diejenige, wel⸗ cher ſich die Weinſchenken bedienen, die beſte: ſie ſchwe— feln nemlich die Faͤſſer, indem ſie etwas Schwefel in den⸗ ſelben verbrennen laſſen. 5 a6 —— 2 (a Es fl die ehig diee achen! us eben üprung erfürget ine fortg igkeiten! Anmerk Kegan fänged de de und ſi de ſe Denen man au Maun geette mangl Win derden ei. Gährm 1 Cap. 29. Von der eßighaften Gaͤhrung. 391 heumachendag,. 8 8 bannan R X reSrb Fv“ en die Thel 4 Krrſſ Das 29. Capitel. en.(Cy v r 1 Von der eßighaften Gaͤhrung. 8 ljid§. 1 en ei Maiei** rfimam aure Gaͤhrungen heiſſen diejenige, ſo eine ſan⸗ L 8 re Feuchtigkeit, oder ſaures Mengſel geben. ſergahrne C 12. N. 2.) athaltauch n(Cap. 27.§. 12. N. 2. 1 i n§. 2 48(N 2.3)5. huitiſane,3 Es find zweyerley ſaure Gaͤhrungen gebraͤuchlich; die eßighafte und das Brodſaͤuren. en zvor beſö iner dal ir§. 3. Vhri a Die eßighafte Gaͤhrung, die man auch das Eßig⸗ und Mata.! machen nennet, iſt eine Arbeit, vermoͤge welcher man auzalhogrſe aus eben denſelben Materien, die man zu geiſtigen „iſt ausdn Gaͤhrungen nimt,(Cap. 28.) oder auch aus geiſtigen deiannnz dn herfuͤrgebrachten Coͤrpern, als Wein und Bier, durch e n he 1. Ehenuu eine fortgeſetzte oder erneuerte Gaͤhrung, ſaure Feuch⸗ zaijcder Jit tigkeiten macht. Anmerkung. Der Weingeiſt kann zu keiner gaͤhrenden Be⸗ wegung gebracht werden, indem die Materien und An⸗ faͤnge der Gaͤhrung, und fuͤrnemlich das feinſte Oel, durch die Deſtillation, von der uͤbrigen Miſchung geſchieden, und ſeine Theile ſo verduͤnnet und verknuͤpfet worden ſind, hindert wenden Säare dadut zäͤhren auf ui u⸗ daß ſie weder durch Waͤrme noch Luft in eine innerliche fere Kaat Bewegung ferner geſetzt werden koͤnnen. Daher kann deſt lſin man aus Weingeiſt keinen Eßig, wohl aber aus denen len di gf Materien, aus welchen Weingeiſt komt, durch eine fort⸗ na, n geſetzte oder erneuerte Gaͤhrung, machen; deswegen wird mäuſſ de man auch, wenn man nur will, alle Jahre ſehen, daß ſowol ten deind Wein als Bier im Sommer ſauer und zu wahrem Eßig ebitein werden. Es gehoͤren aber eben die Materien, ſo im 28. LE Cap.§. 3. 6. und 12. benennet worden ſind, hieher. 392 Das 29. Tapitel. §. 4. Weil man nicht allein aus ſolchen Materien, die zu geiſtigen Gaͤhrungen gebraucht werden, ſondern auch aus geiſtigen Coͤrpern, als Wein und Bier, (s§. 3.) Eßig machen kann, ſo folat von ſelbſt, daß zum Eßigmachen aus Wein und Pflanzenſaften eine zweyfache, zum Eßigmachen aus Bier und mehlig⸗ ten Saamen aber eine dreyfache Gaͤhrung, das Mal⸗ zen mit gerechnet,(Cap. 28.§. 6.) erfordert wird. Da wir aber die vorhergehenden Gaͤhrungen, nem⸗ lich das Maͤlzen und die geiſtige Gaͤhrung im vori⸗ gen(28.) Cap. beſchrieben haben, ſo iſt nur noch uͤbrig zu beſchreiben, wie die ſaure Gaͤhrung entwe⸗ der mit eben den Materien, oder mit ihren geiſtigen Feuchtigkeiten, als Wein, Wuͤrze und Bier, anzu⸗ ſtellen ſey. S. F. Da die Materien, aus denen man Eßig machen kann, verſchieden ſind(§. 4.); ſo mußz auch der Eſ⸗ ſig! daraus auf verſchiedene Art gemacht werden. Wir wollen alſo dreyerley Arten Eßig zu machen her⸗ ſetzen: 1) Aus Wein. 2) Aus Kraͤuterſaͤften, und 3) Aus mehligten Saamen, oder aus denen daraus gemachten Coͤrpern, als aus Wuͤrze und Bier. §. 6. 1) Was das Eßigmachen aus Wein,(§. 7. N. 1.) ſo wir das weinigte Eßigmachen nennen wollen, an⸗ langt, ſo iſt zu merken, daß man dazu entweder eini⸗ germaſſen oder voͤllig verdorbenen Wein, oder Wein⸗ hefen, oder beyde untereinander gemiſcht, nimt. 1) Wenn 1) machen le oder rigte, deſto l alſo ei ſer und tebih hl Die in Snn nde mit nd We rode, tVi diß nac kann m fenſäure der Be ird, zu kkochten s Gefe then, un dhtet we gefnde ſee Hau tt und 1 Anm Ven Aden ſin, len. * Anr nen word ſco en Mktig, werden, ſad ein udg. t von ſe ſee flan grſein, 9 Vier und n 1 äßtung de .) Kuna Gäͤßtungen, Gährung w , ſo iſtwun :Gäßrung nit itren gi eund Pie, men Efig muß auchn gemacht ve ßigzu mata oder aut d Pärzeund ein, 6 9 nnen nule zh entebet gein, ond wiſct, m ) Von der eßighaften Gaͤhrung. 393 1) Wenn man aus verdorbenem Wein, Eßig machen will, ſo muß man ihn a) Auf zwey Dritthei⸗ le oder auf die Helfte einkochen, damit das waͤſſe⸗ rigte, und der groͤſte Theil des geiſtigen, verfliege, und deſto leichter Eßig daraus werde. b) Wenn er nun alſo eingekocht iſt, ſo fuͤllet man ihn auf tuͤchtige Faͤſ⸗ ſer und ſetzet ihm ein Gaͤhrungsmittel, das die ſau⸗ re Gaͤhrung erreget und befoͤrdert(Cap. 27.§. 10.) zu. Dieſe Gaͤhrungsmittel beſtehen entweder in ro⸗ hem Sauerteige oder Brode, das man zu dieſem Ende mit Honig, Pfeffer, Ingwer, Zimmet, Zucker und Weinſtein gebacken hat; oder auch in ſolchem Brode, wie man in Schweden auf die Feyertage mit Wuͤrze und Syrup baͤckt, und wozu man uͤber⸗ diß nach Honig und Weinſtein ſetzet. c) Auſſer dem kann man dem alſo eingekochten Weine, eine Pflan⸗ zenſaͤure, oder etwas Eßig, wodurch die Gaͤhrung oder Bewegung erleichtert und gleichſam gelenket wird, zuſetzen. d) Wenn dieſe Dinge mit dem ein⸗ gekochten Weine wohl vermiſcht ſind, ſo laͤſt man das Gefaͤß einige Wochen, an einem warmen Orte ſtehen, unter welcher Zeit das Mengſel bisweilen ge⸗ ruͤhret werden muß, damit die, unter dem Gaͤhren entſtandene, Haut weggeſchaft werde, weil ſonſt, wenn dieſe Haut zuruͤck bleibet, das Mengſel leicht verdir⸗ bet und verſchimmelt. I. Anmerkung. Aus ganz verdorbenen und waͤſſerigten Weinen, die alles geiſtige nebſt dem zarten Oel verloren haben, kann kein Eßig gemacht werden, weil ſolcherge⸗ ſtalt, die zu einem guten Eßig erforderliche Theile fey⸗ len. 2. Anmerkung. Wenn man in ſolchen Gefaͤſſen, in de⸗ nen entweder Eßig geweſen, oder ſchon vorher gemacht worden, Eßig anſtellet, ſo gehet es weit beſſer und ge⸗ ſchwinder von ſtatten, weil die ſaure Materie, die die Bb y hoͤl⸗ 394 Das 29. Capitel. hoͤlzernen Gefaͤſſe durchdringt, die Stelle des beſten Gaͤh⸗ rungsmittels vertritt. MNan kan auch aus Wein, ohne ihn vorher einzukochen, auch ohne das gemeldete kuͤnſtliche Gaͤhrungsmittel, Eßig machen, wenn man nur ſolche Gefaͤſſe, die von der Saͤure, wie geſagt, durchdrungen ſind, und Eßighefen, die man Eßiamutter nennet, und das beſte Gaͤhrungsmittel ab⸗ giebt, dazu nimt. 3. Anmerkung. Der Weineßig wird nicht von allen, die damit umgehen, auf einerley Art gemacht. Einige ko⸗ chen den Wein bis zur Helfte ein, ſetzen ihm darauf eine oder zwey Haͤnde voll Kuͤchenſalz mit etwas geſtoſſenem Pfeffer zu, fuͤllen ihn in ein Gaͤhrgefäͤß und ſtellen es an die Waͤrme. Andere, fuͤllen, in den Weinlaͤndern, zwey groſſe Faͤſſer, mit Weintraubenhülſen, die nach dem Kel⸗ tern uͤbrig bleiben, und im dentſchen Weintroͤſtern oder Weintrebern genennet werden, bis auf voll, und laſ⸗ ſen ſie hernach 4. oder 5. Tage, bis ſie anfangen warm zu werden., ruhig ſtehen; darauf gieſſen ſie in eins von die⸗ ſen Faͤſſern uͤber die warm gewordenen Weintroͤſtern, ſo viel verdorbenen Wein, daß er eine viertel Elle daruͤber gehe, und laſſen es ſo 24. Stunden, auch laͤnger ſtehen. Alsdenn gieſſen ſie den Wein von dieſem Faſſe ab, und auf das andere, welches ebenfals mit gedachten Weintroͤſtern angefüllet iſt, und laſſen es wieder 24. Stunden, auch laͤn⸗ ger ſtehen; aus dieſem Faſſe wird der Wein wieder in das andere zuruͤckgegoſſen, und das Zuruͤckgieſſen aus einem in das andere Faß ſo lange wiederholet, bis er ſauer und helle genug geworden. 2) Aus Weinhefen kan man, wie geſagt wird, folgendermaſſen Eßig machen. a) Man thut etwas langen Pfeffer aus Jamaica und Ingwer, nachdem man beyde geſtoſſen und untereinander gemiſchtzhat, in das Faß, in welchem man Eßig machen will; uͤber dieſe Gewuͤrze gießt man hernach zwey oder drey Kan⸗ nen ſiedenden Weineßig, ſpuͤndet das Faß feſte zu und waͤlzet es ſo lange bis es kalt geworden. b) Darauf ſchuͤttet man zu dem vorigen Mengſel ze9 is bis drey iin Sei ſen befr Faß un Stunde ner füle ten und! de uß tüjig le trehrer a voll igen Eß helligke dehaltin 1, Ant nachl )2 tben lic hiß man Neinſtin tuichen u ducchoge tan ſowe dach bor das Suß ſs diowe —C——C————— Von der eßighaften Gaͤhrung. 395 Srele de fi 5„. 3 bis drey Kannen Weinhefen, die man vorher durch drotha ie ein Seichetuch gedruckt und von dem groͤberen We⸗ zittundane ſen befreyet hat, ſodenn verſpuͤndet man wieder das ſſe diew nh Faß und waͤlzet es einige Zeit; worauf man es 24. Ehedſa g Stunden oder auch noch laͤnger liegen laͤſt. c) Fer⸗ ihuug ner fuͤllet man von denen, auf gedachte Art bereite⸗ ten und durchgeſeiheten Weinhefen mehr nach, ſpuͤn⸗ td rihtim, der daß Faß zu, waͤlzet es und laͤſt es, wie vorher, jemact 6 ruhig liegen; mit dem Nachfuͤllen und dem uͤbrigen ſannhh Verfahren aber, fähret man ſo lange fort, bis das ai mlt Faß voll geworden iſt. Endlich gießet man den fer⸗ en Veini kigen Eßig, der nun ſeine gehoͤrige Schaͤrfe und ſen de mhw Helligkeit hat, in ein ander Faß, in welchem er auf⸗ den Wiiniſn behalten werden kann, ab. auf wl,h.. ſe aiſmrann 1. Anmerkung. Das groͤbere, was von den Weinhefen, enſee in inen nachdem das fluͤſſigere ausgepreßt worden, zuruͤrkbleibt, nen Veinti wird getrocknet, gebrennet, und an die Buchdrucker, die, . wie Maluin in den Elem. Chem. Med. berichtet, ihre Far⸗ e viertel Elt 2 be daraus machen, verkauft. „auch linmi eſem Faſt un 2. Anmerkung. Wenn man mit den durchgeſeiheten Wein⸗ dchrötn hefen auf eben die Art verfaͤhret, wie vorher vom verdor⸗ 4Sudu benen Weine, den man uͤber Weintroͤſtern gegoſſen hatte, erVen nin(N 1. 3. Anmerk.) gemeldet worden, ſo bekomt man auch ricgieſen wn guten Weineßig. ela, bis erſan 3) Wein und Hefen untereinander gemiſcht, nir glt geben leicht Weineßig.„Esvs iſt aber zu merken. a) Man thak Daß man nicht nur Wein und Hefen, ſondern auch Weinſtein dazunehmen, alles wohl mit einander ver⸗ miſchen und in ein Faß, welches vorher der Eßig znowet, uch det gemſ. in kli durchzogen hat, fuͤllen muß; doch iſt noͤthig, daß 4 und man ſowohl vor die ſich ausdehnende Materie, als dh e 9 auch vor die Luft, Raum laſſe. Hierauf ſetzt man 4 3 das Faß an einen warmen Ort, bewegt und ſchuͤttelt t gevenne es bisweilen, bis der Eßig hell und rein iſt. So en Mahit 3 denn 396 Das 29. Capitel. denn macht man das Faß zu und hebt den Eßig auf.— Anmerkung. Der Unterſcheid in Anſehung der Art den Weineßig zu machen, iſt ſehr groß; noch groͤſſer aber in Anſehung der Beſchaffenheit der Weine und Materialien, Je beſſer der Wein iſt, je ſtaͤrker und beſſer wird auch der Eßig, deſto ſchwerer aber iſt er auch zu machen. Hier⸗ aus ſiehet man, warum die Weine, ehe man Eßig dar⸗ aus machen kann, gekocht werden muͤſſen. Dem ohnge⸗ achtet, habe ich, ſowohl aus weiſſen als rothem Wein, den ich in glaͤſernen mit Kork nur leicht verſtopften Fla⸗ ſchen, an einem ſchattigten Orte im Sommer 4. Mona⸗ the lang ſtehen ließ, ohne das geringſte zusuſetzen, auch ohne die Flaſchen zu bewegen, den ſtaͤrkſten Eßig, auf eben die Art, wie vor dieſem Beccher erhalten. G. 7. 2) Aus vegetabiliſchen Saͤften(§. 5. N. 2.) nemlich von verſchiedenen Fruͤchten, beſonders ſau⸗ ren Aepfeln, pflegt man mehrentheils folgendergeſtalt Eßig zu machen. Manzzergvetſcht die Fruͤchte, aus denen Eßig ge⸗ macht werden ſoll, und preſſet hernach den Saft ſtark aus, den ausgepreßten Saft ſeihet man durch, und fuͤllet ihn auf ein Faß, das der Eßig ſtark durchdrun⸗ gen hat. Wenn aber ein ſolches Faß nicht bey der Hand iſt, ſo muß man andern ſtarken Eßig kochen, und ihn ſiedend heiß in ein Faß ſchuͤtten, damit ſich der ſtarke ſiedende Eßig in daſſelbe wohl hineinziehe. Wenn nun der Saft in das Faß geſchuͤttet worden, ſo ſetzet man ferner etwas langen Pfeffer und Wuͤrz⸗ nelcken, nachdem man beyde Stuͤcke kein geſtoſſen und mit einander vermiſcht hat, wie auch etwas von rohem Sauerteig, oder auch von dem zuvor gemel⸗ deten Brode(§. 6. N. 1.) zu, und verfaͤhret im uͤbri⸗ gen ¶Q——¶QQ— oder au nemlich in drey 4 me d, oder ) elgender ſimt Me dls man detes wol 1 Stur 4 ger lgrauf, hder, un ſr vom d liſ ſiſehen und fele t vorh dareuf et §äy 1. Von der eißhaften Gaͤhrung. 397 ind—,. ſit tat gen bey dieſer Art Eßig zu machen, eben ſo wie von dem Weineßig(§. 6. N. I. u. 3.) geſaget worden. Anſtun ne Aus den ausgepreßten Saͤften kann man auf eben 5 giſa die Art, wie wir den Weineßig aus Hefen zu machen d dhene(§. 6. N. 2.) gelehret haben, Eßig machen. 66 5 ue Anmerkung. Den aus dieſen Materien gemachten Eßig⸗ niſſn v nennet man nicht unbillig Eidreeßig, indem er nicht, aus Faſetr. Mi Wein ſondern aus vegetabiliſchen Säften, gemacht wird. ſen als niha. Daher heiſt er auch bey den Franzoſen gemeiniglich Sidre latht dit und bey andern Sider. mn Sonma naſt ha§. 8, u ſtärkien r 4 dada 3) Das Eßigmachen aus mehligten Saamen, oder aus denen Coͤrpern, die man aus ihnen macht, nemlich aus Wuͤrze und Bier(§. F. N. 3.) theilen wir r in drey Arten ein. Man macht nemlich entweder 1(.ſ!’ aus mehligten Saamen und Mehl, oder aus Wuͤr⸗ en, deinm ze, oder auch aus Bier, Eßig. is ügn 1) Aus zermalmeten Getreyde oder Mehl pflegt folgendergeſtalt Eßig gemacht zu werden. Man us denen ei nimt Mehl von Weitzen⸗ oder Gerſtenmalz, ſo viel ac derEi als man will, gießt warm Waſſer daruͤber, und ruͤh⸗ ma dut ret es wohl untereinander; nachgehends laͤſt man es g ſtark dutt 12. Stunden ruhig ſtehen. Wenn es nun wie ein Brey geworden, ſo ſchuͤttet man ſiedendes Waſſer Feß rict 1 rken Ef darauf, ruͤhret und miſchet es wieder wohl unterein⸗ ütten mn ander, und ſeihet nachgehends das noch warme Waſ⸗ will ſi ſer vom Mehl ab, giebt ihm ein Gaͤhrungsmittel, üünt e und laͤſt es 3. Tage lang, damit es gaͤhren moͤge, ru⸗ 1 us hig ſtehen. Nach dieſem fuͤllet man die vergohrne fh ii und helle Feuchtigkeit, in ein Gefaͤß oder Faß, wel⸗ e See ches vorher vom Eßig durchdrungen worden; ſetzet Knt m darauf etwas klein geſtoſſenen Pfeffer zu, und ſtellet en unt es an einen warmen Ort, daß es ſauer werde; man erſcrtin muß 5 1 9 9 398 Das 29. Capitel. muß aber das Mengſel bisweilen ruͤhren und unter⸗ einander ſchuͤtteln.— Anmerkung. Aus der beſchriebenen Art, aus Mehl Eßig zu machen, erhellet deutlich, daß dabey das vornemſte darauf ankomme a) Daß man eine Art der Wuͤrze mache; wie man ſiehet, wenn man dieſe Art Eßig zu machen mit der im(28. Cap.§. 7.) angezeigten Bierbrauerey, ver⸗ gleicht. b) Daß dieſe durch Uebergieſſung gemachte Wuͤr⸗ ze in eine geiſtige Gahrung gebracht(Cap. 28.§. 8.) und c) die dadurch entſtandene geiſtige Feuchtigkeit, in eine eßighafte Gaͤhrung, verſetzet werde. Dieſemnach kann man leicht beſtimmen, wie viel Waſſer zu zuzugieſſen ſey. Alle andere Arten aus Mehl Eßig zu machen, kommen mit dieſen 3. vornehmſten Stücken uͤberein, wenn ſie gleich in einigen Umſtänden, wie auch beym Bierbrauen angemerkt worden iſt, davon abweichen. 2) Aus Wuͤrze Cap. 28.§. 7. macht man auf folgende Weiſe Eßig. Indem die Wirthſchafter Bier brauen, ſo nehmen ſie einen Theil ungehopfte Wuͤrze, fuͤllen ſie auf ein Gefaͤß, worinne ſchon Eßig geweſen, und das alſo von demſelben durchzogen iſt, geben ihr etwas rohen Sauerteig, oder von dem im (6.§. N. 1.) beſchriebenen Gewuͤrzbrode, laſſen das Gefaͤß 7. bis 6. Wochen an einem warmen Orte ſte⸗ hen, und ruͤhren die Materie bisweilen um. Anmerkung. Aus der bey der(2. N.) gemachten Anmer⸗ kung ſiehet man, daß hier keine weitere Zubereitung no⸗ thig ſey, da man ſchon fertige Wuͤrze nimt, und die be⸗ ſchriebene doppelte Gaͤhrung unterbrochen fortgehet, in⸗ dem eine auf die andere geſchwinde und von freyen Stü⸗ cken folget. 3) Aus Bier(Cap. 28.§§. 7. u. 8.) pflegt man alſo Eßig zu brauen: Das Bier wird aus dem Faſſe in einen groſſen Keſſel geſchuͤttet, und ſogleich in ſol⸗ chen einige gluͤhende Kohlen, um demſelben ſeine Bit⸗ 4 ter⸗ kerkeit! auf ſe Ver b ein; d worden rohen ein gaß ille an g. Ann niſt ader d an 2 49 dic n in J in? etro dan. dder, V nn, dink V dede fla tocn ba Iit T dm dit a ds l Gihtr lachte werde nan, deha dild dapſe el. Ar, aus Na dadey da m Ander Vuyn i Eßig u mar in Diadtuen gleſſüng gemahee ht(Ery.9. he Feuchtgin, de. Daſema Kſjer zu zözaxin g zu machen,zr en üͤberein„b auch bemm Jn ſchen .7. macht me die Wirſe en Theil unge worinne ſchn lben durchon oder voh kzörode, l mwormen N veilen um X)gencät eitne Jubtein rjenint, u grochen fena und bon ſtc 6 U. 5) öhi wird as in un ſglie müet Von der eßighaften Gaͤhrung. 309 terkeit und Schaͤrfe zu benehmen, ausgeloͤſchet. Hier⸗ auf ſetzt man den Keſſel aufs Feuer und kocht das Bier bis auf den dritten Theil oder auf die Haͤlfte ein; dem ruͤckſtaͤndigen ſetzet man, ſobald es kalt ge⸗ worden, langen Pfeffer, den man, klein ſtoͤßt, und rohen Sauerteig zu; fuͤllet hernach das Mengſel in ein Faß, das vom Eßig durchdrungen iſt, ſteellet daſ⸗ ſelbe an einen warmen Ort, und bewegt es biswei⸗ len. 1. Anmerkung. Dem gekochten Biere, pflegen einige nebſt dem Pfeffer auch etwas Alaun zuzuſetzen, woferne aber der Eßig nicht darnach ſchmecken ſoll, ſo iſt rathſam, daß man ſehr wenig nehme, und am beſten iſt es, ihn gar wegzulaſſen. 2. Anmerkung. Ich habe in einigen ſo genannten Kunſt⸗ buͤchern, deren Verfaſſer ſich ſelten nennen, Beſchreibun⸗ gen geleſen, vermoͤge welchen vorgegeben wird, wie man im Augenblick Eßig machen koͤnne: nemlich entwede aus getrockneten und zu Pulver geſtoſſenen ſauren Aepfeln, die man mit Waſſer oder Wein vermiſcht, und Pfeffer zuſetzet: oder aus getrockneten und klein geſtoſſenen Roſinen Kaͤm⸗ men, welche drey oder viermal mit ſtarkem Eßig einge— traͤnkt und erweicht, aber jedesmahl wieder getrocknet werden; wenn man dieſe nachher mit Wein vermiſcht, ſo ſoll er ſich in Eßig verwandeln; oder auch aus wohl ge⸗ trocknetem tartariſirten Weinſtein, den man mit ſtarkem Eßig zwoͤlfmal aufloͤſen, und wieder trocknen, endlich aber mit Wein vermiſchen foll. Nun laͤugnen wir zwar nicht daß man nach dieſen und andern dergleichen Vorſchriften eine ſaure Feuchtigkeit erhalten koͤnne; wer aber nur weiß, was unter dieſen ſauren Feuchtigkeiten und einem durch Gahrung gemachten Eßig fuͤr ein Unterſcheid iſt, der wird leichtlich urtheilen koͤnnen, daß jene, Eßige genennet zu werden, gar nicht verdienen. Wer ſerner behauptet, daß man allezeit und unauſhoͤrlich guten Eßig ohne Abgang behalten koͤnne, wenn man nur in em Eßigfaß allezen ſo viel Waſſer von oben nachfüllet, als man unren Eßig ab⸗ zapfet und in der Kuͤche verbraucht, der weiß nicht böer wil 4⁰⁰ Das 29. Capitel. will auch nicht wiſſen, daß ein reiner Eßig von einem mit Waſſer verdunneten ſehr unterſchieden ſey. §. 9. Obgleich viele geiſtige Dinge vor ſich ſauer wer⸗ den(§. 6. N. 3. Anmerk. und§. 3. Anmerk.) ſo iſt dennoch, weil hiezu viel Zeit erfordert wird, un⸗ ter welcher ſie leicht verderben koͤnnen, indem das geiſtige ausduͤnſtet, und nur ein waͤſſerigt ſaurer Schleim zuruͤck bleibt, noͤthig, dieſer ſauren Gaͤh⸗ rung mit einem zugeſetzten Gaͤhrungsmittel(Cap. 27.§. 10.) zu Huͤlfe zu kommen und dieſelbe zu be⸗ ſchleunigen. Dergleichen Gaͤhrungsmittel ſind nun 1) Die, nach dem Eßigbrauen zuruͤckgebliebenen Hefen, die man Eßigmutter nennet(§. 6. N. 1. 2. Anmerk.) 2) Hefen von ſaurem Wein, der auf al⸗ ten Faͤſſern gelegenhat. 3) Auch iſt ſaurer und mit ſeinen Hefen vermiſchter Wein, dazu gut. 4) Klein geſtoſſener Weinſtein. 5) Starker Eßig. 6) Die Saͤure, ſo ſich in die Faͤſſer gezogen. 7) Alle ſaure und herbe Fruͤchte, mit ihren Blaͤttern und Rinden (F. 6. 3. Anmerk.) 8) Sauerteig der Becker und ſauer Brod(S. Boerhaavs Chem. I. II.p. 180.) Anmerkung. Waͤrmere Gewuͤrze, als Pfeffer, Ingwer, u. ſ. w. wie auch Salz, ſetzet man deswegen hinzu, daß ſie theils die Gaͤhrung befoͤrdern, theils auch den Eſſig deſto ſchaͤrffer ma⸗ chen ſollen; an und vor ſich aber koͤnnen ſie nicht als Gaͤh⸗ rungsmittel augeſehen werden, weilgfie keine ſaure Gaͤhrung machen. §. 1O. 3 Obgleich die ſauren Gaͤhrungen,(§§. 4.. 6.) ſo wohl als die geiſtige, ſchon unter ſich(Cap. 20.) ver⸗ ſchieden ſind, ſo trift man dennoch uͤberhaupt folgen⸗ den Unterſcheid unter ihnen an. 8 3) In )3 wegung das Sch ſondern und faft ſo aufi als zur g glichvil b )) N us Man armer, de geiſig 9) B terie ruh ſebben be 3 3 ſe beyd )) Di hefen, di grüͤck. düglei turen Ga ilet und hong ihre aen aber ted in; ſt undo urenGit dnd oten beſigen l.— 97.. Von der eßighaften Gaͤhrung. 401 rEg un n, enenete de hn 1) In der ſauren Gaͤhrung iſt die innerliche Be⸗ wegung niemals ſo heftig, und die Ausdehnung und das Schaͤumen niemals ſo ſtark, als bey der geiſtigen; vot ſchan, ſondern die ſaure Gaͤhrung faͤngt mit einer maͤſſigen §. 3. Aneh und faſt unmerklichen Bewegung an. und hoͤrer auch rinundn ſo auf; deswegen kann man zu dieſer kleinere Gefaͤſſe, Ennen, iin als zur geiſtigen, wenn man gleich in beyden Faͤllen in wiſeit; gleichviel Materie hat, nehmen. dieſer ſuunnu 2) Bey der eſſighaften Gaͤhrung hingegen, wird rungsmin, das Mengſel, obgleich die Bewegung geringer iſt, und diſtké waͤrmer, und erfordert mehr aͤuſſerliche Waͤrme als ngemitteſ die geiſtige, bey welcher die Bewegung heftiger iſt. zurütga 3) Bey der geiſtigen Gaͤhrung muß man die Ma⸗ ſet(.9.R terie ruhig ſtehen laſſen, bey der eſſighafeen aber die⸗ Van, ui ſelben bewegen. W iſ ſaure u 4) Bey dieſer gehet kein wilder Geiſt oder Gas, augut 6 wie bey der geiſtigen,(Cap. 28.§. 15. N. 4.) fort. er Eßig. 0)) 9 Die eſſighafte Gaͤhrung laͤßt oͤligtſchleimigte m.) Au Hefen, die geiſtige aber dicke, ſalzige und erdigte, ittern une zuruͤck. Peh§.. A Si Li Obgleich der Unterſcheid zwiſchen der geiſtigen und gifn Imral ſauren Gaͤhrung, ſowohl in Anſehung der Gaͤhrung ſinu, di ſete ſelbſt, und ihrer Umſtaͤnde,(§. 10.) als auch in An⸗ Eſig vie ſti ſehung ihrer Wirkung, da im erſten Fall ein Geiſt, im nen ſe ſitä letzten aber eine Saͤure entſtehet, welcher ihr Unter⸗ jekkine ſun e ſcheid im zweyten Theile beſtimmet werden ſoll, merk⸗ lich und offenbar iſt; ſo ſehen wir doch, daß vor der ſauren Gahrung, die geiſtige, wie aus dem(éten, 7ten „(8.49 und Sten§.) erheller, allezeit vorher gehe, und daß die (Ew u daiſtigen Feuchtlafelen, zur ſauren Gaͤhrung, nur überzuxiid urch Beytritt der Waͤrme gedracht werden können. Daher kann man die ſaure Gaͤhrung mit Recht, fuͤr A 4 Ch. Ec nichts 40² Das 29. Capitel. nichts anders, als fuͤr eine fortgeſetzte geiſtige Gaͤh⸗ rung(Cap. 27.§. 12.), unter welcher die Beſtand⸗ theile der geiſtigen Feuchtigkeit, wo ich nicht irre, ſo veraͤndert werden, daß ſtatt einer ſeifenartigen Mi⸗ ſchung, eine offenbar ſaure entſtehet, weil die oͤligt entzuͤndliche, nun mit anderen verbundene Theile, eine ſalzigt ſaure Natur annehmen, halten. Anmerkung. Woher die Saͤure in einer geiſtigen Feuchtigkeit, bloß durch die dazu kommende Gaͤhrung komme, ſcheinet mir noch nicht recht ausgemacht zu ſeyn. Ich weiß wohl, daß die beſten Chemiſten, dieſe Saͤure von der Scheidung der oͤlig⸗ ten Theile, und dem Zuſammengehen der Saͤure, in groͤſſere Theile, herleiten; allein es ſiehet jeberman, ohne daß ich es erinnere, leichtlich ein, daß dieſe Erklaͤrung, nicht zureichend genug und geſchickt ſey, indem vor der Gaͤhrung eben ſo viel waͤſſerigte Theile, die die Saͤure verduͤnnen, als nach derſel⸗ ben, vorhanden ſind; wenn ſie glſo ſchon vor der Gaͤhrung in der Feuchtigkeit zugegen waͤre, ſo waͤre kein Grund vorhanden, warum ſie nicht vor derſelben durch die Sinnen, und aus ih⸗ ren Wirkungen entdecket werden koͤnnte, indem eben ſo viel Feu htiabenr, als nachher vorhanden iſt. Daß die oͤligte Thei⸗ e einige Saͤure verſuͤſſet, und alſo unmerklich gemacht ha⸗ ben, gebe ich zwar zu, daß aber ſo viel Saͤure, als man nach⸗ her im Eſſig antrift, auf dieſe Art verſteckt geweſen ſeyn ſolte, kaun man nicht behaupten, weil noch viel oͤligtes im Eſſig zuruͤck bleibt. Es iſt alſo wohl unſtreitig, daß hier eine wah⸗ re Verwandlung vorgehet, und das ſaure Salz, in der That, durch eine neue Zuſammenſetzung entſtehet, welches wir bey anderer Gelegenheit weitlaͤuftiger beweiſen werden. Man ſie⸗ het auch aus dem angefuͤhrten, wos von den Blaſen des Hoffmanns(Cap. 27.§. 1. 3te Anmerkung) zu halten ſey. 1 §. 12. 8 Das Brodbacken iſt eine gemeine Arbeit. Es wird dadurch aus Mehl, ſo man mit Waſſer, oder einer an⸗ dern fluͤſſigen Materie anmengt, eine Maſſe oder Teig gemacht, welcher durch ein zugeſetztes Gaͤhrungsmit⸗ tel, in eine mehr oder weniger ſaure Gaͤhrung ge⸗ bracht, und darauf im Ofen bey ſolcher Hitze, die die Gaͤhrung aufhebet, gebacken wird. An⸗ de 9 So witd mit duertei fall meh )) Mi ee, onder ommt. ſenannte hwinde. Aumen mweyfach ſeyeſ unterd well ſie diche,d difen * Anme Mad hier du danung Aren. ſette güſſieg ſche dein dich rict in ſiferauin er geiſigen Tatu ng lumne ſten Ach viißdan der Schedausi Nder Eäut,n erman,vereis Aärung nah un“ rGäprung dn, ünnen, als w. pon bar degüte ekein Grund un die Eimen ud te, indem ca . Daß di iinn unmerklich amatt elSdure, asnae ſeckt geyeſe en jviel ilas mi tig, daß ſier qnn ure Eal, in we teſet, welces n aſen werden Ne bon den Aain) rerkang) uſekn Arbeit. En ſer, der lnne Maſeche es Gäheunin te Gährun ſ her Hi, — ——————ÿÿÿÿ:ꝛ:— Von der eßighaften Gaͤhrung. 403 Anmerkung. Da dieſe Arbeit, wo uicht allen, doch den meiſten Menſchen bekannt genug iſt, ſo iſt auch nicht noͤryig, dieſelbe weitlaͤuftig zu beſchreiben. Wir wollen alſo nur aufuͤhren: daß man die Gaͤhrung deswegen anſtelle, damit das ſchleimig⸗ te und klebrigte im Mehl verduͤnnet werde, denn wenn man Mehl mit Waſſer anmengt, ſo bekommt man Kleiſter; ge⸗ backenes Brod aber iſt zum Kleiſter untuͤchtig; deswegen wird alſo das Brod lockerer und weniger klebrigt. Die Gaͤhrung aber wird durch das Backen aufgehoben, damit die vorher weichen Theile, indem wieder viel Waſſer, womit das Mehl angemengt war, weggeſchafft, und was noch klebrigtes zuruͤckgehlieben, ſolchergeſtalt zerſtoͤret wird, ſeſter werden moͤ⸗ gen. Van der Beſchaffenheit des Mehls, werden wir im zweyten Theile handeln. §. 13. Die Gaͤhrung beym Brodbacken iſt zweyerley: 8) Sauer, daher man ſauer Brod bekommt. Dieſe wird mit einem Gaͤhrungsmittel, dazu man rohen Sauerteig, oder Bierhefen nimmt, und im letzten Falle mehr Waͤrme anwendet, angeſtellet. 2) Nicht ſo ſauer oder ſuͤß; dadurch man kein ſau⸗ res, ſondern gelindes Brod, ſo Zymites heißt, be⸗ kommt. Hiezu braucht man das von den Becken ſo⸗ genannte Zeug, oder Bierhefen, und baͤckt es ge⸗ ſchwinde. 1. Anmerkung. Daß die Gaͤhrung beym Brodbacken von weyfacher Art, nemlich ſauer, und nicht ſo ſauer, oder ſuͤß, ſey, iſt jederman bekannt; daß wir aber die letzte, oder ſuͤſſe, unter die ſaure Gaͤhrungen gerechnet, iſt deswegen geſchehen, weil ſie wirklich zur ſauren uͤbergehen wuͤrde, woferne man ſie nicht, durch das Backen, unterdruͤckte; woraus man ſehen kann, daß fie in der That eine anfangende ſaure Gaͤhrung ſey. 2. Anmerkung. Es iſt auch zur Gnüge bekannt, daß man Brod ohne vorhergegangener Gaͤhrung baͤckt; allein, da wir hier nur von den Gaͤhrungen handeln, ſo geht uns deſſen Be⸗ reitung hier nichts an. Von der verſchiedenen Natur und Arten des Brodes, wollen wir im zweyten Theile handeln. Cc 2 Das 4⁰4 Das 30. Capitel. * a trshri ederdrdr ie is Das 30. Capitel. Von den Faͤulungen. G. I. ie Faͤulung iſt diejenige Art der Gaͤhrung, die 8§ in toden, und vornemlich ſaftigen und waͤſſerig⸗ ten Coͤrpern, durch Waͤrme und Luft erreget wird; dadurch werden erſtlich die beweglichen Be⸗ ſtandtheile in diejenige Verbindung, da die Coͤrper ſtinken, geſetzet; hernach aber allmaͤhlich voͤllig von einander geſchieden, daß nur ein kleiner erdigter unbe⸗ weglicher Theil zuruͤck bleibt. Anmerkung. Ohne Luft, beſonders die in den Coͤrpern iſ⸗ Waͤrme uͤnd Waſſer, kann keine Faͤulung geſchehen; daher kaun man dieſe Coͤrper als Werkzeuge der Faͤulung anſehen. Denn ohne Waſſer wird das ſalzige nicht aufgeloͤſet; ohne Waͤrme keine Bewegung erreget, und ohne Luft keine Ausdeh⸗ nung, Verduͤnnung und Verfluchtigung zuwege gebracht: in⸗ zwiſchen lehret die Erfahrung, daß das Waſſer ſo wohl als die Erde, bisweilen die Faͤulung hemmen. Das Holz fault z. B. unter dem Waſſer nicht, und in einer ſehr duͤrzen und trocke⸗ nen Erde, oder im duͤrren Sande, halten ſich die Coͤrper ſehr wohl. Denn das Waſſer haͤlt die Luft ab, und verzoͤgert die innerliche Bewegung; macht auch uͤberdiß, daß die Coͤrper, indem es erdigte Theile abſetzet, hart, ja zu Stein werden; in der trockenen Erde aber, werden die waͤſſerigte Theile, ehe ſie die ſalzigen aufloͤſen koͤnnen, geſchieden. Die Faͤulung kann ohne auſſerliche, aber nicht ohne innerliche in den Coͤr⸗ pern entweder ſchon vorhandene, oder erſt erzeugte Luft ge⸗ ſchehen. An der freyen Luft, ingleichen bey allzugroſſer Waͤr⸗ me, trocknen die Coͤrper vielmehr aus, als daß ſie faulen. Daher wird zur Faͤulung ſo, wie zu allen Gaͤhrungen,(Cap. 27. §g. 5. 6.) eine verhaͤltuißmaͤſſige und beſtimmte Menge, ſo wohl von innerlicher Luft, als von Waͤrme und Waſeer, erfor⸗ dert. §. 2. Die taͤgliche Erfahrung uͤberzeuget uns, daß tro⸗ ckene mineraliſche Coͤrper zu dieſer Faͤulung nicht auſ⸗ gelegt jelegt en und der F wolte da Veſey Tege is ſtun fellat diier ih jur ber, Slut k und en lingeg d ke ein: )) J Getenc zar Von den Faͤulungen. 4057 Lir 5e. gelegt ſind; es waͤre denn, daß Jemand das Zerfreſ⸗ 1. ſen und Zerſtoͤren der Metalle, welches doch weit von ngen der Faͤulung entfernet zu ſeyn ſcheinet, hieher rechnen wolte. Daß aber das Waſſer, es ſey Meer⸗ oder ander der Gäünn Waſſer, faule, iſt ſo gar den Schiffern bekannt. ſeigen uduc Vegetabiliſche Coͤrper, faulen zum Theil leicht, e und ufte als ſcharfe, oder die nach Knoblauch riechen; zum ie bentglte Theil aber auch ſchwerer, wie die uͤbrigen Gewaͤchſe. ng, da del Thieriſche Coͤrper, ſcheinen eigentlich und vornem⸗ mäͤhlic iln lich zur Faͤulung beſtimmt zu ſeyn. Unter denſelben einer edagne aber, faulet das Blut am geſchwindeſten, nach dem Blut kommt der Harn, nach dieſem der Stuhlgang, und endlich die feſten fleiſchigten Theile; die Knochen die in dy ohn 6 1 dlung geſchehat hingegen faulen nicht. kane ſeme Deswegen theilen wir die Faͤulung in zwey Ar⸗ iinfin ken ein: ig zuw gehat„.. 1.. deun 1) In die eigentlich ſo genannte Faͤulung, die mit un du helu Geſtanck verknuͤpfet iſt; und ſehr dunen wre ueug 2) In das Schaal werden, oder Schimmeln, wo⸗ i,ane bey ſich kein ſo uͤbler Geruch findet. öberdiß, dneie d wiſßadee Fäulung hieher, die man doch, wo ich nicht irre, lieber das liet ean Vererden heiſſen ſolte. Denn man verſtehet darunter nicht nelcn eine faulende Bewegung, ſondern eine ſchon geſchehene und ar Niu— vollbrachte Faͤulung, da die Coͤrper alles oͤligte und ſalzige 4 dnhun verlohren haben, und von ihnen nichts mehr als Erde oder aüh nr Waſſer, ohne allen Geruch vorhanden iſt. Dieſe betrachten bän wir alſo vielmehr als das Ende der Faͤulung. befimmmte 1, Irme uod S9e §. 3. Die eigentlich ſo genannte Faͤulung(§. 2. N. 1.) iſt in Anſehung der faulenden Coͤrper und Materien, „unt, M!— bn auf dreyfache Art unterſchieden: dt Cc 3 a) Thie⸗ 405 Das 30. Capitel. a) Thieriſche Coͤrper, oder ihre Theile, werden ſo⸗ wohl von der Natur, als von der Kunſt zum Faͤulen gebracht, wenn nur ihre tode und ſaftige Coͤrper an der warmen, oder nicht kalten Luft, in einem entwe⸗ ner nur leicht verſchloſſenen oder offenem Gefaͤſſe, iegen. Aumieriuna Das Ungeziefer, ſo nicht viel Saft hat, faulet nicht. b) Die Faͤulung der Gewaͤchſe, oder ihrer Theile, bringt ebenfals, ſowohl die Natur, wie man an allen unreifen Fruͤchten, als Aepfeln und Birnen ꝛc. auch an ſchaͤrferen und knoblauchartigen Gewaͤchſen, die N insgeſamt vor ſich allein an der Waͤrme faulen, ſie⸗ het, als auch die Kunſt, und zwar auf folgende Art zuwege: man zerſchneidet, und zerquetſchet ſaftige Ge⸗ waͤchſe, daß ſie faſt wie Brey werden; dieſe Maſſe legt man in ein hoͤlzernes oder anderes Gefaͤß, be⸗ ſchweret ſie mit einem Brete, und ſtellet ſie an einen warmen Ort. Solchergeſtalt faͤngt die Maſſe nach einiger Zeit in der Mitte an, warm zu werden; hier⸗ auf riecht ſie fettig, verlieret allmaͤhlich ihre naturli⸗ che Farbe und Geruch, und ſtinkt endlich gar. Wenn man Kornmehl mit Waſſer anmengt, daß das Mengſel ſo dick als Brey oder Honig wird, und es ſich ſelöſt gelaſſen, in gelinde Waͤrme zum Faulen hinſetzet, ſo faͤngt das Mengſel nach einiger Zeit an, aufzuſchwellen, nachher zu ſchimmeln, und endlich zu faulen, wie der Geruch und die darin wachſende Wuͤr⸗ mer zeigen. Man muß aber merken, daß die Ge⸗ waͤchſe, diejenigen ausgenommen, welche vor ſich leicht faulen, nicht ſo ſehr ſtinken, als die Thiere. c) Das Waſſer faulet, wenn es nur in einem nicht voͤllig verſtopften Gefaͤſſe, in maͤſſiger Waͤrme erhal⸗ ten ten wit der Tii anderse Iu ge, die zviver 1) D hekoumt 1 mau kein ds Weſ lichen T kommt, Pitriol Aume Gi ſon als die Che trog Va geiſ berſ über werden um Fa Läe 4 nem enn an Giſ ſgit har u ihter d nan an t nen k. at ächſen, faulen, olgenden t ſaftie dieſe e Gefäß, ſie an inn Meſtn verden ihte nrl endlich ſe ngt, dße ird, undd zum Fab ger Jit d erdlit ſende Tü daß di 19 or 8ſch ſic einmiüh eme ah 1 ———————— —— ů— Von den Jaͤulungen. 407 ten wird. Es iſt aber dieſes Faulen, von der Faͤulung, der Thiere und Gewaͤchſe unterſchieden, wovon wir anderswo handeln werden. In Anſehung der Wirkung, oder derjenigen Din⸗ ge, die man durch die Faͤulung erhaͤlt, iſt dieſelbe auf zweyerley Art unterſchieden: 1) Denn aus einigen Coͤrpern, als aus dem Harn, bekommt man ein wahres fluͤchtiges Laugenſalz. 2) Aus andern hingegen, die auch ſtinken, erhaͤlt man kein fluͤchtiges Salz, ſondern ein geiſtig ſtinken⸗ des Weſen, welches von der Verbindung der entzuͤnd⸗ lichen Theile, mit einer ſalzigtſauren Materie her⸗ kommt, wie, wo ich nicht irre, die Vermiſchung des Vitriolgeiſtes mit Eiſen zeiget. Anmerkung. Die gemeine Meinung war, daß jeder faulende Coͤrper ein fluͤchtiges Laugenſalz gaͤbe; allein Pringle hat ſowohl in den Philoſoph. Transact. N 495. S. 480. als auch in dem Anhange der Beobachtungen uͤber die Kranbheiten einer Armee zuerſt entdeckt, daß die Chemiſten hierinne von dem verfaulten Harne vielleicht be⸗ trogen worden ſind. Das Blutwaſſer veraͤndert die Farbe des Veilchenſyrups nicht, es brauſet nicht mit dem Vitriol⸗ geiſt, und ſchlaͤgt nur wenig von dem aufgeloͤſeten Queckſil⸗ berſublimat nieder; was von ihm in der Deſtillation zuerſt uͤbergeht, iſt kein geiſtiges Weſen, welches mit ſauren Din⸗ gen brauſete. Das Waſſer, in welchem Fleiſch verfault iſt, macht den Veilchenſyrup eher roͤthlich als gruͤn. Wennman verfaulte Eoͤrper ſelbſt deſtilliret, ſo geben ſie, auſſer dem Harn, kein fluͤchtiges Salz. Wir haben faules ſtinkendes Meerwaſſer, ſo uns gebracht wurde, deſtilliret; aber nichts, als ein helles ſtinkendes Waſſer, welches wir deswegen geiſtig nennen, aus demſelben erhalten. Dieſes Waſſer zeigte kei⸗ ne Spuhr eines Laugenſalzes, und das, was in der Retorte zuruͤckblieb, war ohne Geſtank. Weil man alſo in dieſen Faͤllen keine Merkmahle eines Laugenſalzes antrift, ſo halten wir auch dafuͤr, daß der Geſtank von der Verbindung einer entzuͤndlichen Materie mit einer Saͤure, deren beyder Gegen⸗ wart man beweiſen kann, viel eher als von einem verborge⸗ nen und verſteckten Laugenſalz, welches ſich gar nicht darthun laͤßt, herzuleiten ſey. Cc 4§. 4. 4⁰08 Das 30. Capitel. §. 4. Das Schaalwerden und Schimmeln iſt von dreyfacher Art: a) Das Schaalwerden, vermoͤge welchem ſich ſluͤſ⸗ ſige, geiſtige und ſalzige Coͤrper, in ein ſchimmelig⸗ tes, oder ſchaales und unſchmakhaftes Mengſel ver⸗ wandeln. Es pflegt dieſes zu geſchehen, wenn man die Gefaͤſſe, in denen man gedachte Feuchtigkeiten auf⸗ behaͤlt, nicht feſte genug verwahret, daher die fluͤchti⸗ gern Theile, durch Huͤlfe der Waͤrme und Luft aus⸗ duͤnſten; die beſtaͤndigeren erdigten und ſalzigen Theile aber, die vorher von den fluͤchtigeren gehalten wurden, nun zu Boden fallen, und einen ſchleimigen Satz machen, da inzwiſchen die daruͤber ſtehende fluͤſſige Feuchtigkeit, unſchmakhaft, oder, ſowohl dem Geruch als Geſchmack nach, unangenehm geworden iſt.. Anmerkung. Wenn man den ſchleimigten Salz unſchmakhaf⸗ ter und verrochener Feuchtigkeiten unterſuchet, ſo findet mau, daß er meif ſtentheils aus einer Sanee. die ſich mit erdigten Theilen⸗ vermittelſt eines klebrigten Weſens verbunden hat, eſtehet b) Der Schimmel komt eigentlich weicheren Coͤr⸗ pern aus dem Gewaͤchsreiche, oder fluͤſſigen Materien und Mengſeln zu. Ee ſcheinet aus einer fluͤchtigen Materie und gewiſſen feuerbeſtaͤndigen oder ſchwere⸗ ren Theilen, die ſich mit Huͤlfe eines kle brigten We⸗ ſens untereinander verbinden, zu entſtehen. Denn, indem unter der anhaltenden Ausduͤnſtung, die ſuͤch⸗ tigen Theile fortgetrieben werden, ſo erheben ſich auch zugleich zum Theil, die mit denſelben verbundenen be⸗ ſtaͤndigeren, werden fluͤchtig, und machen einen zu⸗ ſammengeſetzten Coͤrper, der in der Geſtalt eines Ge⸗ waͤchſes, die Oberflaͤche wie mit einem Leder, oder mit einer Haut, uͤberziehet,(Cap. 18.§. F. und 11.) a 2. An⸗ 1 1. Ann An n che welch wäch dünn Biel, jſder ken un heiſt! ſchieden bisweit rer Fat chen O gelnde alwa ſireae als und Und e ben. richt den er findet augefe und ech velche dernai 4. Anm ungsc ſörmi löchere hen? audtva en ar met. glatt khoſo Mn diln tn— teln hn temſiſl” cinu Mergll en, wern m igtann ;er d ſit und luſta⸗ und ſahhn eren gefe n ſclntg über ſtſe ſſoveßſn im genene alz urſcha t, ſo finde w ſich unt min. s verburde w icher li⸗ en Makri der flchte dder ſchen brige Je een. dan g, diſſt ben ſteah bundemane en einen ſe lt einsbe Rr,oeemt d 11.) 2. New Von den Faͤulungen. 409 1. Anmerkung. Der Schimmel iſt ſeinem aͤuſſerlichen Anſehen nach, zur Gnuͤge bekannt. Denn ſeine auſſerli⸗ che Figur ſtellet ein wolligtes oder ſchwammigtes Weſen, welches auf der Oberflache wricher Coͤrper in kurzer Zeit waͤchſet, vor, bisweilen ſiehet man auch an demſelben ſehr duͤnne Aeſtgen. Bey fluͤſſigen Dingen, als Wein und Bier, ſchwimmet dieſes Weſen oben. An feſten Coͤrpern iſt der Schimmel mehr niedergedruckt; an weicheren, oͤlig⸗ ten und ſchleimigen aber, laͤnger und hoͤher. Die Far⸗ be iſt nach dem Coͤrper, woran er ſich beſindet, unter⸗ ſchieden; er iſt gemeiniglich weißlichtgruͤn, oder blaulicht; bisweilen pflegt er auch grau, braun, oder von verſchiede⸗ ner Farbe zu ſeyn. Erſchwimmet mehrentheils auf ſol⸗ chen Coͤrpern, die wegen uͤberfluͤſſiger Saͤure und man⸗ gelnden Oels nicht gaͤnzlich faulen koͤnnen, welches jedoch allmaͤhlich erfolget, nachdem die Saͤure mit der Zeit zer⸗ ſtreuet oder abgeſondert hat werden koͤnnen. Brodteig aus Getreidemehl mit Waſſer angemengt, gaͤhret erſtlich und ſchwillet auf, denn wird er mit Schimmel uͤberzogen, und endlich faulet er, wie wir im(3.§. b.) gezeiget ha⸗ ben. Weil ſich nun der Schimmel an denen Coͤrpern, die nicht faulen koͤnnen, niemals, ſondern nur an denen, die den erſten Grad der faulenden Aufioͤſung erlangt haben, findet; ſo ſchlieſſen wir daraus, daß der Schimmel eine angefangene Faͤulung ſey. Der Schimmel ſchmeckt bitter und eckeligt, und darinne komt er mit denen Coͤrpern, in welchen ſich eine Saͤure mit oͤligten und erdigten Theilen vermiſcht hat, uͤberein. Anmerkung. Die den Schimmel durch Vergroͤſſe⸗ rungsglaͤſer betrachtet haben, verſichern, daß er walzen⸗ foͤrmige, lange und runde Stiele habe, die aus den Luft⸗ loͤchergen, der darunter gelegenen zarten Haut, ſo die wei⸗ chen Theile gleich einem Leder oder Haut umgiebet, her⸗ auswachſen. Auf den Stielen ſitzet, wie ſie vorgeben, ein rundes Knoͤpfgen, deſſen Schwere ſie bisweilen kruͤm⸗ met. Einige von dieſen Knoͤpfgen ſcheinen geſchloſſen und glatt, wie noch nicht aufgebluͤhete Poͤonien oder Mohn⸗- knoſpen, andere offen, und noch andere geſpalten zu ſeyn. Man ſagt auch, daß der Leder oder Brodſchimmel viele Haͤlme mit Knoͤpfgen zeige. S. Hooks Micrograpb. obſ. 20. p. 121. Dethardings Prdbſchrift, e ſtu correp- tis partibus corp. hum. vi vencis. p. 19. Ce 5 3·An⸗ 410 Das 30. Capitel. 3. Anmerkung. Aus dem, was wir in der vorigen An⸗ Sib merkung beygebracht haben, wollen viele Natur⸗ und be⸗ lich ſonders Kraͤnterkündiger ſchlieſſen, daß der Schimmel eine wachſende Kraft, wie andere Gewaͤchſe, habe, und auch zu delf den Pflanzen zu rechnen ſey. Dieſe Meinung behalten d de Ir neueren Krauterkündiger nicht allein bey, ſondern behau⸗ 2 pten auch noch, daß es verſchiedene Gattungen des Schim⸗ 38 mels gebe: nemlich eigentlichen ſogenannten Schimmel, 1 3 Byſfum und Tremellam,(Sternſchnupfen) von denen je⸗ Wne de Gattung unzählich viele Saamen, dadurch ſie ſich fort⸗ 2” pflanzen, und durch die Kunſt fortgepflanzet werden koͤn⸗ A nen, bey ſich habe; ſie geben auch fuͤr, daß dieſe Saa⸗ weliſ men ſehr leicht ſeyn, und uͤberall in der Luft herum flie⸗ ſende) gen. S. Gleditſch in der Hiſt. del'cad. Roy. de Berlin. dinſt 1751. p. 26. Sc. andere 8 ſamm Ich laͤugne nicht, daß mich die angefuͤhrten Gruͤnde und Anmerkungen noch nicht genug uͤberzeugen, daß der Schimmel die Natur der Pflanzen habe. Ich will die ſth Gruͤnde, ſo mich abhalten, denſelben unter die Pflanzen uuße zu zaͤhlen, kuͤrzlich beybringen; ſie ſind folgende: a) Man Luag findet ihn bey keinen andern, als ſolchen Coͤrpern, die zr ſanm Faͤulung aufgelegt, und zum erſten Grad derſelben ge⸗ 3 kommen ſind.(S. die 1. Anmerk.) b) Man bemerkt ihn) Fett auch an verdeckten und in verſchloſſenen Gefaͤſſen verwahr⸗ ſe des üt ten Coͤrpern, welches auch Joſeph Monii in den Com- en, werd ment. Bonon. T. III. p. 154. Sc. anfuͤhret. c) Er haͤngt eren nach ganz und gar von der Art des Coͤrpers ab; denn Coͤrper, 1 die lange im ſiedenden Waſſer gelegen haben, ſchimmeln ireünne nicht im geringſten. S. den Monti am angefuͤhrten Orte. dn, alse Daher verlieren auch ſchimmelichte Coͤrper etwas von ih⸗ arbe, E ren Beſtandtheilen; wie z. B. ſaure viel von ihrer Saͤure ſſa tin verlieren. d) Man hat ihn auch an lebendigen Thieren,, an ſolchen Oertern, die der kalte Brand angegriffen hatte, ha 8s entſtehen geſehen. S. Detharding am angefuͤhrten Ort. mi Theil e) Er hat keine organiſche theile, und keinen Umlauf der V und fette Saͤfte. f) Es iſt noch nicht ausgemacht, ob das Pulver, i rit das man fuͤr Saamen haͤlt, wahrer Saame ſey; S. den Montram angefuͤhrten Orte, vielweniger, daß er in der ſanes Luft gefunden werde, und in derſelben herum fliege. g) fuu Nach der aͤuſſerlichen Figur, und der aͤuſſeren Aehnlichkeit mit den Pflanzen, kann man ihn eben ſo wenig, als die haio Sil⸗ rind et wigen Nauud Schinnali be, uddn, vng Rhe, ſordente gendéset dten Sch en) don da urh ſeſt zet vedan d diben Luft heut ¹ 1 Aha fahrtn b zeugen, din . Jh ulf ter de lhe ſgende:h Lörpern, Ra od deſſäban Nan benatcn efäſen denar etäin dagr 0 Ein b; dan in ben ſcnme mgeflornno er eiwos un orihher Err ndigen Thin ngegr faiu gefthnad en Umau dh doslli meſy En 7, daß rin run fuge. ra dezrti weng, 1 N 81 ————— Von den Faͤulungen. 411 Silberbaͤume, deren Figur ebenfals den Gewaͤchſen aͤhn⸗ lich iſt, zu den Pflanzen rechnen. Daß der Simmel, wenn er abgerieben worden, wie⸗ derkomt, laßt ſich aus der erneuerten Ausdünſtung und Verfluͤchtigung, die von der ſchleimigten Rinde, welche den Coͤrper, ehe der Schimmel weggenommen wurde. üͤberzog, unterdruckt wurde, leicht erklären Denn die ausduͤnſtenden Theilgen machen hernach eine neue Rinde, auf welcher der Schimmel wieder wie vorher waͤchſt. Aus dieſem ſchlieſſen wir, daß der Schimmel fuͤr kei⸗ ne Pflanze, ſondern für eine Fuͤchtiggemachte oder wach⸗ ſende Materie zu halten ſey, vie aus einer leichteren aus, duͤnſtlichen und ſchwereren erdigten Materie, welche eine andere klebrigte Materie in ihren Theilen verbindet, zu⸗ ſammengeſetzt iſt.— Wolte aber jemand dennoch auf ſeinem Eigenſinn be⸗ ſtehen, und den Schimmel zu den Pflanzen rechnen, ſo muß er entweder mit dem Monti eine zweydeutige Erzeu⸗ gung eingeſtehen, oder zugleich alles mineraliſche Wach⸗ ſen mit zu dem Pflanzenreiche rechnen. c) Fette und eͤligte Feuchtigkeiten und Mengſel, die des uͤberhaͤuften Oeles wegen nicht faulen koͤn⸗ nen, werden nur ranzigt. Dieſe Feuchtigkeiten ver⸗ lieren nach lange anhaltender Ausdunſtung, ſowol ihre dnnere waͤſſerigte Theile, daher ſie dicker wer⸗ den, als auch ſluͤchtig geiſtige, wodurch ſie zugleich Farbe, Geruch und Geſchmack verlieren, und ſtatt deſſen bitter und ranzigt, ja gleichſam brennend ſchme⸗ cken. Es komt dieſes von den zuruͤckgebliebenen ſau⸗ ren Theilgen, und deren Verbindung mit oͤligten und fetten her. Deswegen werden ſie auch gelber oder roͤther. Anmerkung. Einige Chemiſten meinen, daß das ranzigte We ſen von der Verbindung der fluͤchtigen Theile mit dligten oder ſchwefeligten, und von eben dieſer Verbindung die Bitterkeit herkomme, die ſauren aber durch die Ausduͤnſtung zerſtreuet wuͤrden.(Hierne Tentam. T. I. p. 107.) allein es zeigen Ver⸗ Das 30. Capitel. Verſuche, daß in den ranzigten Feuchtigkeiten, ſaure Theile in groſſer ja groͤſſerer Menge vorhanden ſind, als in deuſelben, ehe ſie ranzigt geworden, vorhanden ſeyn koͤnnen. Da ſie nun auch den Geſchmack und Geruch verloren haben, ſo zeiget die⸗ ſes deutlich, daß die ſluͤchtigen Theile, die den Geruch und Geſchmack verurſachen, zerſtreuet worden ſind.— 2 S.. Wir wollen nun zu der eigentlich ſogenannten Faͤu⸗ lung(§. 3.) zuruͤckkehren, und auf die dabey vorkom⸗ menden Erſcheinungen, die in folgenden beſtehen, Acht geben. 1) Beobachten wir in dieſer Faͤulung mehr Waͤr⸗ me als in den vorhergehenden Gährungen. Sie faͤngt in dem Mittelpuncte der Maſſe, wo dieſe ohne Zwei⸗ fel am meiſten zuſammengedruͤckt iſt, an; nimt her⸗ nach kaͤglich zu, breitet ſich allmaͤhlich durch das gan⸗ zu Mengſel aus, und wird bisweilen ſo ſtark, daß daſſelbe, wenn es aus leicht entzuͤndlichen Materien beſtehet, Feuer faͤngt. 2) So wie die Waͤrme zunimt, und ſich in dem Mengſel ausbreitet, ſo nimt hingegen die Geſtalt, Farbe, Geruch und Geſchmack der faulenden Coͤr⸗ per und Materien ſelbſt verhaͤltnißmaͤßig ab; alles ſalzige, ſaure, herbe, ſuͤſſe und unſchmackhafte, al⸗ les gewuͤrzhafte und wohlriechende, alles oͤligte und angenehme vergehet; es werden alle Coͤrper einander aͤhnlich, ja aus allen einerley; kurz, die Coͤrper wer⸗ den in ein breyigtes ſtinkendes Weſen, deſſen Geſtank ſich ſehr weit ausbreitet, verwandelt. 3) Obgleich bey der Faͤulung mehr Waͤrme, als bey den uͤbrigen Gaͤhrungen(N. 1.) fuͤrhanden iſt, ſo kann man deswegen doch nicht merken, daß in je⸗ ner die innerliche Bewegung ſtaͤrker ſey, als in die⸗ ſen; daß aber die Theile in jener wirklich mehr als in in den ſo mer wit au che gal kleinen ſ eiſt Anderten 1 erſchwi tte A in An Ame dat leie 3 ſeur dan 4 ls l denſ di. d 9 à, ſozägna d deuh nannten urch dasſu oſtatt,d hen Mun nd iich ine rde Gent Alenden C ig dh; d nckzaſe, es üligtew rper eian LCäryer eſſen Gi Pärme 1 ürhande t dußin als in e n 1 — Von den KFaͤulungen. 413 in den uͤbrigen Gaͤhrungen, ob man es gleich nicht ſo merket, an einander gerieben werden, ſchlieſſen wir aus der groͤſſeren Verduͤnnung der Theile, wel⸗ che ganze Monate lang, auch noch laͤnger, aus einer kleinen Maſſe weit und breit zerſtreuet werden; denn ſo erſtaunlich klein koͤnnen ſie allein durch das Anein⸗ anderreiben gemacht werden. 4) Nach vollbrachter Faͤulung, da aller Geſtank verſchwindet, bleibt nichts als eine Erde, oder er⸗ digte Materie, ohne Waſſer, Oel und Salz uͤbrig. 5. 3. Weil man durch Kunſt ſehr ſelten etwas zum Fau⸗ len bringt, und die natuͤrliche Coͤrper fuͤr ſich mehr als zu ſehr dazu geneigt ſind, ſo hat man ſich auch bisher um die Unterſuchung der Gaͤhrungsmittel zur Faͤulung wenig bekuͤmmert. Inzwiſchen iſt aus der Erfahrung bekannt, daß ſich eben ſowol faulmachen⸗ de Gaͤhrungsmittel, als geiſtige und ſaure zu den uͤbrigen Gaͤhrungen finden. Eine elende Fliege kann viele Pfunde Fleiſch, ja einen ganzen Ochſen, und ein kleiner Faulfleck ganze Balken und Baͤume, ſehr leicht und geſchwind faulen machen. Hieraus ſiehet man zugleich, daß das geſchickteſte Mittel zur Faͤulung, entweder eine fauligte, oder zur Faͤu⸗ lung geneigte Materie ſey, welches auch Priugle durch ſeine Verſuche beſtaͤtiget hat. Denn er hat Pflanzen, die ſonſt zur ſauren Gaͤhrung geneigt ſind, durch zugeſetzte faule Theile von Thieren, zum faulen gebracht, oder ihre ſaure Gaͤhrung in eine faulende verwandelt. S. Pringle am angefuͤhrten Ort, in dem Anh. zu den Beobacht. Anmerkung. Was wir vorher(Cap. 27.§. 11. Anmerk.) von natuͤrlichen Gaͤhrungsmitteln vorgebracht haben, kan hier viel⸗ leicht ſtatt ſinden; wir hoffen auch, daß wir hierinne mit der Zeit eine groͤſſere Erkaͤnntniß werden erlangen Tanmi Am⸗ teerrn⸗ 414 Das 30. Capitel. ſteckende Materien wirken allerdings als ein Gaͤhrungsmitel, weil ſie durch den ganzen Leib dringen; will man ſie aber lie⸗ ber anſteckende Materien, als Gaͤhrungsmittel nennen, ſo kan es uns gleich viel gelten, wenn man nur das Anſtecken recht und gehoͤrig erklaͤret. Harze, ſie moͤgen fluͤßig oder weich ſeyn, Cedernzaft und andere dergleichen Coͤrper, ſind zwar anſteckend, allein ſie ſtecken nicht den ganzen Coͤrper an, und haben auch keine Kraft ſich zu vermehren. „ S. 7. Damit wir recht beweiſen koͤnnen, worinne die Faͤulung beſtehe, ſo muͤſſen wir folgendes anmer⸗ ken: 1) Ohne, beſonders innerlich, entſtandene Waͤr⸗ me und Luft iſt keine Faͤulung moͤglich,(§. 1. Anmerk.) denn die Kaͤlte macht die Coͤrper ſteif, zu Eiß und unbeweglich; aber ſie werden nicht faul, und in wohl verſchloſſenen Gefaͤſſen, die vorher von aller Luft leer gemacht worden ſind, halten ſie ſich ohne zu faulen; wenn man aber nur etwas Luft hinein laͤßt, oder wenn auch die Coͤrper ſo gemiſcht ſind, daß ſich eine elaſtiſche luftige Materie, welche die innere von der aͤuſſeren Luft und Waͤrme angefangene Bewegung be⸗ foͤrdert, erzeugen kann, ſo wird in ihnen die Faͤulung erreget. Die Faͤulung hat alſo mit den übrigen Gäͤhrungen einerley wirkende Mittel(Cap. 27. g. 15. a.), ſie erfordert auch, wie die Gaͤhrungen e ine beſtimte Menge derſelben; denn bey allzugroſſer Waͤr⸗ me, und an der freyen Luft, trocknen Pflanzen und andere Coͤrper vielmehr aus, als daß ſie faulen ſol⸗ ten; deswegen muß man auch Pflanzen, die man durch Kunſt zum faulen bringen will, zuſammendruͤ⸗ cken, damit die aͤuſſere Luft ausgeſchloſſen werde. Pringle hat am angefuͤhrten Orte angemerkt, daß die Coͤrper in verſchloſſenen Gefaͤſſen eher als in of⸗ fenen faulen; woraus zugleich erhellet, daß die inner⸗ lich erzeugte Luft, die angefangene Bewegung fort⸗ zuſetzen . re )) 1.7 faule fuchter tit d whdurch leßendes Duſt d Ur die glüſet, n Sewe gſezet — 2 diſer I ) Mgung aug ire ſ de de N den umgefe thii entwet ¹) l dhce ien b men, rcä Nadͤde Gährtne man ſe he kenna, git 5 Auiecn der nait d war nſtte und hen oriene endes ann fandereg .. Tuheh zu Eße Hund inae abee zatte ne zu ſa wlaßt, a daß ſchun mere beri Sewegung dieFäule den ütrie Cap. E. drungen en groſſeri öflnzen o e faulen 1, dien ſammen iſin ren gemerted er als in Kß die in regang en Juſi Von den Faͤulungen. 415 zuſetzen hinreichend; die haͤufig beytretende aͤuſſere Luft aber hiezu, nicht ſo dienlich iſt. 2) Ohne Waſſer iſt auch keine Faͤulung moͤglich (§. 1. Anmerk.). Denn trockene Pflanzen und Thie⸗ re faulen nicht, woferne ſie nicht mit Waſſer ange⸗ feuchtet und erweichet werden. Daraus ſchlieſſen wir, daß das Waſſer ſowol ein wirkendes Mittel, wodurch die Theile aufgeloͤſet werden, als auch ein leidendes oder weſentliches ſey, welches durch ſeinen Dunſt die fuͤrnehmſte elaſtiſche Materie darſtellet. Von dieſem werden alſo die unbeweglichen Theile auf⸗ geloͤſet, und in Bewegung gebracht; die angefange⸗ ne Bewegung der Theile aber durch eben daſſelbe fort⸗ geſetzet. 3) Endlich nehmen wir auch wahr, daß unter dieſer Bewegung alle Pflanzen und Thiere, ſowol in Anſehung ihrer aͤuſſerlichen Figur und Geſtalt, als auch ihrer inneren Miſchung und Zuſammenſetzung ſo umgekehret und veraͤndert werden, daß nun ſtatt der vorigen Beſtandtheile, eine ſtinkende Materie, die eneweder ſalzigt oder ſchwefeligt iſt(§. 3. und 5. N. 2.) zum Vorſchein komt. Dieſe Veraͤnderung der Theile aber geſchiehet in denen Coͤrpern, die aus Theilen beſtehen, ſo den gedachten Materien naͤher kommen, nemlich in den Thieren eher, als in denen, die mehr Saͤure haben, wie die Pflanzen. Nachdem wir dieſes voraus geſetzet haben, ſo ſchlieſ⸗ ſen wir, daß das Waſſer die ſalzigten Theile aufloͤſe, daß dadurch die innerliche Bewegung entſtehe, und die luftige elaſtiſche Materie erzeuget werde, durch de⸗ ren Gewalt und Bewegung die wäͤſſerigt ſalzige Thei⸗ le ferner angetrieben, mit den oͤligten, die zugleich in Bewegung gebracht worden, verbunden, und indem die 416 Das 30. Capitel. die Bewegung laͤnger anhaͤlt, verduͤnnet, und von den groͤberen erdigten Theilen, mehr oder weniger gerei⸗ niget werden. Unter dieſem Aufloͤſen, Vereinigen und Aneinan⸗ derreiben, werden allmaͤhlich, von der innerlichen Waͤrme und Bewegung, viel luftige elaſtiſche Theile und mit denſelden viele waͤſſerigte, oͤligte und geiſtige, ſo in Duͤnſte oder Rauch aufgeloͤſet werden, zer⸗ ſtreuet. Aus den vereinigten ſauer⸗oͤligten Theilen aber, entſtehet entweder ein fluͤchtiges Salz z, wenn ſie nemlich zugleich mit einem Erdtheilgen in gehoͤriger Verhaͤltniß verbunden werden; oder ein geiſtiges ſtin⸗ kendes Weſen, wenn mehr oligt⸗ oder ſchwefeligtes, ohne Erde, zugegen iſt. Denn, wenn ein fluͤchtiges Salz entſtehen ſoll, ſo wird weniger Oel, aber etwas Erde erfordert; wo aber viel Oel und keine Erdbe fuͤr⸗ handen iſt, da kann kein Salz, ſondern ein geiſtiges Weſen entſpringen, wie an ſeinem Orte, im 3. Theil bewieſen werden ſoll. Anmerkung. Da einige Chemiſten, beſonders Hierne in Pa- raſceves Appendice p. 209. und Tentam. P. II. p. 48. wohl einſahen, daß das Leben ohne Waͤrme nicht beſtehen koͤn⸗ ne, mit dem Tode alle Waͤrme aufhoͤre, und tode Coͤrper alſo⸗ bald faulen, ſo meineten ſie daher, daß die Faulung, in einer unordentlichen Bewegnng, der anzundlichen oder ſchwefeligten Theile, wodurch die oͤhligte und ſaure Theilgen, von den Coͤr⸗ pern abgeriſſen und abgeſchieden zu werden anfiengen, beſtuͤnde. Weil uus aber die Erſahrung ſchon uͤberzeuget hat, daß, ehe die Coͤrper fauleu, weder ein fluͤchtiges Saz/ noch ein ſtinken⸗ des geiſtiges Weſen, in ihnen angetroffen, ſonde ru in der TChat, unter denm Faulen en iſ erzeuget wird; auch bekant it iſt, daß die Waͤrme der natuͤrlichen Coͤrper, nicht einzig und allein von dem anzuͤndlichen oder ſchwefeligten Beſtandtheile, ſondern groͤſtentheils vom Umlauf des Bluts herkommt;(denn ſobald als die Bewe egung und der Umlauf des Biuts aufhoͤret, ver⸗ ſchwindet auch die Bewegung) ſo ſiehet man, daß die ange⸗ fuͤhrte Erklaͤrung der Faulung nicht Statt haben koͤnne. Un⸗ . ſc der herg daß ſaber fen tnerkt gäng Thei ches zu de Cap. lehet. ffema iſters und de nter dder an 67 6 degi ſaben, tntwede kinnen dah die for dſo ale Neräͤnd ſeeGag 4 Von den Faͤulungen. 41⁷ und t. Unſere Lehre aber, die wir von der Faͤulung vorgetragen, Venicee s und ſowol auf die, bey der Faͤnlung vorkommenden Um⸗ utdds ze ſtaͤnde, als auch auf die Unterſuchung verfaulter Coͤrper, ge⸗ gruͤndet haben, brauchen wir nicht weitlaͤuftig zu beweiſen. und ni 3§. 8. lageh, Daß die Faͤulung zu den Gaͤhrungen gehoͤre, ver⸗ ſichern uns folgende Gründe⸗ a) Aus denen bey der Faͤulung vorkommenden Umſtaͤnden(§. ſ.) und der gegebenen Erklaͤrung(§. 7.) erhellet deutlich, daß ſowol bey der Faͤulung als bey der Gäͤhrung die⸗ Thim: ſelbe wirkende Mittel, und in Abſicht auf die naͤch⸗ alß, der ſten Beſtandtheile, einerley Materien ſind; man be⸗ n in gaze merkt uͤberall einige Waͤrme und innerliche Bewe⸗ N geiſts gung, auch einige Verſetzung und Verwandlung der „ſchwefee Theilgen, und uͤberall neue entſtandene Coͤrper, wel⸗ wein fütir ches alles den Begriff der Gaͤhrung aus macht, und tl, dam zu demſelben erfordert wird, wie üͤberhaupt im(27. keine Eie Cap.§. 1. 24.) geſagt worden. b) Die Erfahrung lehret, daß ſich die vorher beſchriebene Gaͤhrungen oftmals mit der Faͤulung endigen; man kann auch oͤfters gährende und faulende Bewegungen in einem und demſelben Coͤrper, entweder nach und nach, oder unter gewiſſen Umſtaͤnden, wechſelsweiſe erregen, oder auch eine in die andere verwandeln, wie wir im (27. Cap. H. 12.) weitlaͤuftig bewieſen haben. c) Die Fäulung ſowol als auch die uͤbrigen Gaͤhrungen, haben auch ihre eigene Gaͤhrungsmittel, wodurch ſie entweder verſtaͤrket, angetrieben, oder befoͤrdert werden koͤnnen(. 6.). Daher ſchlieſſen wir: daß man die Faͤulung als eine fortgeſetzte Gaͤhrung betrachten koͤnne, und daß alſo alle Gaͤhrungen auf die Zerſtoͤrung und gaͤnzliche Veraͤnderung der Coͤrper abzwecken; die Natur aber die Gaͤhrung deswegen vorher gehen laſſe, damit die I. Ch. DO d Theile pn ein gif t, in 3. 41¹⁸ Das 30. Capitel. 1 Theile verduͤnnet, und zu derjenigen Feinheik, die in dieſer letzten Gaͤhrung, oder in der Faͤulung noͤthig iſt, zubereifet werden moͤgen. Anmerkung. Daß die Faulung mit einer innerlichen Bewe⸗ gung, die den Sinnen merklich werde, verknuͤpfet ſey, hat un⸗ ter den Chemiſten keinen Streit erreget. Daß aber dieſe innerliche Bewegung, zu der gaͤhrenden, und die Faͤulung ſelbſt zu den Gaͤhrungen gehöre, haben viele, beſonders aber der ſcharfſichtige Boerhaave in ſeiner Chem. Tom. II. Fer- mentat. Hiſt. p. 145. und nach ihm andere mit folgenden Gruͤnden beſtritten: 1) Man trift bey der Faͤulung einige Umſtaͤnde an, die man bey den Gaͤhrungen nicht ſiehet; denn bey der Faͤnlung iſt mehr Waͤrme, weniger merkliche, aber laͤnger anhaltende Bewegung, Geſtank und ein erdigter Satz⸗ 2) Der in der Faͤulung entſtandene Coͤrper, iſt ein ſtinkend uͤchtiges Salz, oder ein ſtinkender Geiſt, und ganz anders eſchaffen, als die Coͤrper, welche in der weinigten oder ſauren Gaͤhrung hervorgebracht werden. 3) Gedachte geiſthafte und ſaure Coͤrper, die man durch die erſteren Gaͤhruͤngen er⸗ haͤlt, bewahren die Coͤrper vor der Faͤulung, weswegen man dieſelbe nicht als eine Folge der geiſthaften und ſauren Gaͤh⸗ rung anſehen kann, weil ſie von dieſen vielmehr verhindert als befoͤrdert wird. 4) Alle vegetabiliſche und thieriſche Coͤr⸗ per, faulen entweder vor ſich, oder koͤunen doch durch die Kunſt dahin gebracht werden; man kann aber nicht aus allen von dieſen Coͤrpern, man mag auch ſo viel Kunſt, als man nur will, anwenden, etwas geiſtiges oder ſaures erhalten. 5) In er Faͤulung traͤgt ein ſalmiakartiges, ganz beſonderes ſchwe⸗ deiaden Salz, mit einem entzuͤndlichen Beſtandtheile, das ſeinige zum Faulen bey, in den Gaͤhrungen aber iſt die vor⸗ nehmſte wirkende Urfache, der feurige Anfang ſelbſt, ꝛit ei⸗ nem beſtaͤndigen Mittelſalze, welches entweder ſalpetrigt, oder kuͤchenſalzartig, oder auch von anderer Art iſt. S. Ant. Ruͤ⸗ digers Syſtem. Anl. zur Chymie§. 473. S. 575. Nun wird es wohl Zeit ſeyn auf dieſe Einwuͤrfe zu antwor⸗ ten. Was demnach das erſte Stuͤck, nemlich die Umſtaͤnde, die bey der Faͤulung anders, als bey den uͤbrigen Gaͤhrungen ſind, aulangt, ſo halten wir davor, daß die Umſtaͤnde bey der geiſthaften und ſauren Gaͤhrung, und bey dieſen und der Faͤulung ebenfals untereinander verſchieden ſind, wie jeder⸗ mann uͤberfuͤhret wird, der auf das, was im(29. Cap. G. 10.) geſagt worden iſt, Acht giebet; zudem muß man noch merken, daß die Faͤulung in vielen Umſtaͤnden, mit der eßighaften Gaͤh⸗ rung mehr, als dieſe mit der geiſthaften, uͤbereinkommt. Bey dem zweyten Stuͤck, da man den Unterſcheid der hervorgebrach⸗ ten Coͤrper anfüͤhret, iſt zu beobachten, daß dieſes bey der geiſthaften und eßighaften Gaͤhrung eben ſo ſey, indem auh aus jelen Von den Faͤulungen. 4¹⁰9 dieſen Gaͤhrungen verſchiedene Coͤrper herovrgebracht werden, denn der Eßig kommt nicht mehr mit dem Weingeiſt, als mit dem Laugenſalze oder einem ſchwefeligten Geiſte uͤberein. Es zeigt vielmehr dieſer Unterſcheid, daß die gaͤhrender geiſthafte, ſaure und faulende Bewegung nur ſtufenweiſe von einander ab⸗ mmelih d weichen, ſo daß, nachdem die Theile mehr oder weniger ver⸗ münfaſcſ duͤnnet, oder in ihrer Verbindung veraͤndert werden, auch ver⸗ Dij te ſchiedene Coͤrper entſtehen muͤſſen. Aus dem 3ten Stuͤck, nach dleptuluge welchem man vorwendet, daß man in geiſtigen und ſauren Saͤf⸗ eſonder de ten, Coͤrper vor der Faͤulung bewahren koͤnne, laͤſt ſich, wie em. Tom, l. wir davor halten, nichts weiter ſchlieſſen; als daß der Wein⸗ en nit ie geiſt oder Eßig, die Luft, auf eben die Art, wie das Waſſer drtulnn äbhalten(H. 1. Anmerk.) und ſolchergeſtalt alle innerliche riitt fan Bewegung verhindern; auſſerdem iſt auch zu merken, daß die e nakite, beſtimmte Verhaltnis der Beſtandtheile, die zu jeder Gaͤhrung, din ein wie wir vorher gezeiget haben; erfordert wird, von allzuvielen ee, ſi arit oͤligten oder ſauren CTheilgen, welche der zugeſetzte Weingeiſt t uh u oder Eßig mittheilet, geſtoͤret werden muß. Daher kommt es; Kiigtn ti daß eine gar zu groſſe Menge oͤligter Theile, ſowol die geiſtis Gcaht ge als eßighafte Gaͤhrung aufhebet, wie wir an den Harzen enddi und Oehlen, die zu keiner Gaͤhrung zu bringen find, ſehen. ttel Vingand Aus dem 4ten Stuͤck, da man vorgiebt, daß die Faͤulung auf ng, Rezddan alle, die geiſtige und weinigte Gaͤhrung aber nur auf einige nd iamn Coͤrper gehe, laͤſt ſich gar nichts folgern. Denn es iſt eben ſo dielmegt un viel, als wenn man ſagt: es giebt einige Coͤrper, die der geiſti⸗ und ine gen oder ſguren Gaͤhrung nicht unterworfen ſind, aber dennoch dcch duchhen faulen, alſo giebt es keine Coͤrper, die dieſe dreyfache innere nicht auz dn Bewegung, nach und nach annehmen köoͤnnen. Es ſiehet Ruuf, alwun jeder, daß dieſer Schluß, ohne daran zu gedenken, daß er der S aahalta Erfahrung widerſpricht, auf ſchwachen Fuͤßen ſtehe. Es iſt K beſtrdarz moͤglich und glaublich natuͤrleche Koͤrper finden die in ihrem na⸗ Geſtanäthele tuͤrlichen Zuſtaͤnde aus ſolchen Beſtandtheilen, in der Verhaͤlt⸗ gen abe ſide niß, Zartheit und Reinigkeit gemiſcht ſind, daß ſie zum Fau⸗ faug ſebi, len, keiner vorhergehenden Gaͤhrung beduͤrfen, dem ohngeach⸗ eder elerinn tet kan man daraus nicht ſchlieſſen, daß alle Coͤrper ſo beſchaf⸗ it. G An ſen ſtnd. Die Chiere naͤhren ſich von den Gewaͤchſen, daher §3. Sif wird wohl niemand zweifeln, daß die groͤberen Theile der Ge⸗ 73. O waͤchſe, in dem Munde, Magen, in den Gedaͤrmen und Gefaͤſ⸗ einrärt une ſen der Thiere, noch zaͤrter, und gleichſam verduͤnnet werden. vlch de Urt Was Wunder alſo, daß die Gewaͤchſe, ehe ſie faulen, erſt Pbrier Sähn zur geiſthaften, und hernach zur eßighaften Gaͤhrung uͤberge⸗ ni hen, da hingegen die Thiere, die aus feineren Theilen beſte⸗ s die umtann 4 3. 1 Heueir heug geſchwinder faulen? was Wunder, daß die fieiſchfreſſen⸗ k rist de Thiere eher, die kraͤuterfreſſende aber ſpaͤter faulen? neh⸗ en ſid, men nicht auch uͤberdas, die Gewaͤchſe, in den Maͤgen der 1 ,L., 4 5 4 n(astu Thiere, eine innerliche Bewegung an, oder fangen ſie nicht an Pnnnnutaß in demſelben zu gaͤhren? zeigt dieſes nicht der Weingeiſt, den tnin) man aus Pferdemilch macht? oder die Pringliſchen Verſu⸗ de benaui che, vermoͤge welchen bekannt iſt, daß alle Pflanzen, die man d des i zu eſſen pfleget, nur ſehr bittere, gewuͤrzhafte und ſaure, aus⸗ Ke'ühmn i genommen, mit den Theilen der Thiere gaͤhren, ja, daß ſelbſt fenäniſ Dd 2 die 420 Das 30. Capitel. die mit Fleiſch vermiſchte Milch, dieſer Veraͤnderung unter⸗ worfen ſey? Haben nicht die alſo faulende Thiere, die vor⸗ hergehenden Gaͤhrungen wirklich, abgleich auf eine unterbro⸗ chene und faſt verborgene Weiſe erlitten? Auf den(zten) vom Kuͤdiger angefuͤhrten Punct, antworten wir: a) Daß er die Materien mit den wirkenden Anfaͤngen vermenget habe. Van beyden haben wir im(2ſten Cap.) uͤberhaupt geredet; in den folgenden aber, werden wir insbeſondere davon han⸗ deln. b) Daß man von der Verſchiedenheit der Materien, auf den Unterſcheid der gaͤhrenden oder faulenden Bewegung kei⸗ nen Schluß machen koͤnne, indem wir vorher bewieſen haben, daß dieſe verſchiedene innerliche Bewegungen in einem und demſelben Coͤrper, erreget werden koͤnnen. c) Ueberdis hat er das beſondere ſalmiackartige ſchwefeligte Salz, das in den faulenden Coͤrpern, oder das Mittelſalz, das in den gaͤhren⸗ den ſeyn ſoll, noch nicht dargethan. Des Pringle Verſuche, die er am angefuͤhrten Orte vorbringt, und dadurch beweiſet, daß thieriſche mit mehligten Gewaͤchſen, als mit Brod, ja ſelbſt mit Mehl vermiſchte Theile, erſt zu faulen anfangen, wie der Geruch zeiget, her⸗ nach aber zur ſauren Gaͤhrung uͤbergehen, ſind unſerer Leh⸗ re nicht im geringſten zuwider, ob es gleich anfaͤnglich ſo ſcheinet, ſondern erlaͤutern dieſelbe vielmehr aufs beſte. Denn ſo wie wir den im Anfange aufſteigenden ſtinkenden Dunſt, vor eine Folge, der in den thieriſchen Theilen angegangenen Faͤu⸗ lung, halten muͤſſen, ſo zeiget die darauf folgende ſaure Gaͤhrung nichts anders, als daß die Pflanzentheilgen mit den thieriſchen vereiniget werden, und dieſelben durchdrungen ha⸗ ben, wodurch derſelben faulende Bewegung, wie von einem Heirngemnirtel geſtoͤret, und in eine gaͤhrende verſetzet wor⸗ den iſt. 6. 9. Der Endzweck, den die Natur, ſowohl bey der Faͤulung, als bey den vorhergehenden Gaͤhrungen hat, iſt das Vererden, welches andere, die zerſtoͤrende Faͤu⸗ lung nennen,(F. 2. Anmerkung, und§. 5. N. 4.) Odgleich daher die Faͤulung unter die unangenehmſten Arbeiten gehoͤret, ſo hat doch keine unter allen, eine ſo erhabene Abſicht, als dieſe, daß nemlich die Theile, um einen neuen Coͤrper darzuſtellen, zum hoͤchſten ver⸗ duͤnnet und gereiniget wuͤrden. Denn ſie werden un ter dieſen Gaͤhrungsſtufen ſo duͤnne, daß keine Ma⸗ ter ie duͤnner gemacht werden kann. Die Reinigung . 6— und Von den Faͤulungen. 421 Dabndenn de dhiee de und Verduͤnnung der Theile, nehmen in dieſen Gaͤh⸗ ufes rungen zu, und richten ſich darinne nach der Waͤrme, dni: hdh die jedem Grade dieſer Gaͤhrungen eigen iſt; die lenan 4 Scheidung der Theile aber verhaͤlt ſich wie die Abnah⸗ eenm ui me der Waͤrme, die am Ende, da alles fluͤchtige, ſalzi⸗ enm ge und oͤlggte abgeſondert, und eine feine vor ſich un⸗ Nenegue. dher meng bewegliche Erde zuruͤckgeblieben, unmerklich iſt. ungen it zan 9 lhede Anmerkung. Die Faͤulung zu verhuͤten, haben unterſchie⸗ 4n ehetan dene mancherley Mittel erdacht; es iſt auch kein Zweifel, daß es angehe, wenn man die Coͤrper mit geſchmelztem Bernſtein uͤberziehet, allein die wenigſten wiſſen, wie der⸗ ngefühttn ſelbe zu dieſem Ende behandelt werden muͤſſe. Den Al⸗ dſtent ten iſt es, wie Geſner in den Comment. Soc. R. Gœætting. gerltäugt T. II. p. 97. bewieſen hat, bekannt geweſen; ob aber en, fndwir auch Verkring davon gewuſt, kann ich nicht ſagen; Herr gleich nibtt Petzold, der Chemie offentlicher Lehrer zu Leipzig, thr auß. ſoll es noch jetzo, wie Herr Vogel in den Inſtit. Chem. p. ſinkendendri 313. fuͤrgiebt, wiſſen. Ohne Zweiſel kann man auch Coͤr⸗ Nngeeunans. der Faͤulung bewahren, wenn man ſie mit Wachs rauf ſolgene d ber voi 9.7. nentheian n uͤberziehet. Schroder raͤth hiezn gereinigten und vom en durhdrurn Weinſteinſalz abgezogenen Weingeiſt; andere Terpentin⸗ g, wem i oͤl mit Maſtix, an; allein der Weingeiſt ziehet das waͤſ⸗ drende vaſtga ſerigte aus den Coͤrpern an ſich, und macht ſie dadurch runzlicht; die Oele hingegen werden ranzigt. Nach den Verſuchen, die Prih an den angefuͤhrten Oertern, und Joh. Erfr. M. Gilbert in der Probſchrift Ae pu- ſowohl in eredine, bekannt gemacht hat, widerſtehet das Kalchwaſ⸗ Gäbrungat ſer, die fluͤchtige Laugenſalze und fluͤchtige Geiſter, der färetbeſt Faͤulung am meiſten. Unter den Salzen thut es der hetſörne Alaun; und unter den Vegetabilien, das mit der Fieber⸗ d§..I. rinde abgekochte⸗, wie auch das uͤber Chamillenblumen ge⸗ enangenhne goſſene warme Waſſer, desgleichen Pfeffer, Ingwer, unter alln, Baldrian, Schlangenkraut, Wermuth, Senf ꝛc. Wir ſch de d gehen aber nun zu den Arbeiten, da man ſich dasjenige, 1 ch 1 was man in den vorherbeſchriebenen Arbeiten, aus den un ſböſtun natuͤrlichen Coͤrpern erhalten kann, zu reinigen und abzu⸗ denn ſe 8 ſondern beſchaͤftiget. „daßäbee Di Pag A” Dd 3 Das 422 Eap. 31. Vom Scheiden, Abhellen KMNJSN S0OKuXNh Das 31. Capitel. Vom Scheiden, Abhellen, und Abſondern ver⸗ miſchter Feuchtigkeiten. §. I. L urch das Scheiden verſtehen wir diejenigen Ar⸗ beiten, da man auf verſchiedene, mehr mechani⸗ ſche als chemiſche Weiſe, gemiſchte oder ver⸗ miſchte Feuchtigkeiten wieder von einander ſcheidet. Anmerkung. In ſo ferne, als dieſes Scheiden mehrentheils mit mechaniſchen Werkzeugen, ohne auf die Beſtandtheile zu ſehen, verrichtet wird, haben wir es mehr mechaniſch als che⸗ miſch genennct.(Cap. 5.§. 2.) §S. 2. t In Anſehung der gemiſchten oder vermiſchten Materien, die geſchieden werden ſollen, iſt die Schei⸗ dung dreyfach: 1) Die eigenklich ſogenannte Scheidung, da man gepuͤlverte Materien, von Unreinigkeiten oder andern groͤberen Materien, mit denen ſie verunreiniget ſind, zu hefreyen ſucht. 2) Das Abhellen, wodurch man von einander ver⸗ ſchiedene Feuchtigkeiten reiniget. 3) Das Abſcheiden, vermoͤge welchem man verſchie⸗ dene zuſammengegoſſene Fucheigkalten⸗ von einander obſondert. 8. 3. Zur eigentlich ſogenannten Scheidung(§. 2. N. 1.) die das vorhergegangene Puͤlvern allezeit voraus ſe⸗ tzet, gehoͤren foidhe Arheiten: 1) Das glach, od Ner adg ſhe durchs A als es n Anmet die A die,( desglei men, d „) d. 1) T ſthen, ſor ſüter zu th. Man Niſer, u lißt man 1 giberen T er; wenn nü er ſe tm Theile een ds ſo AM den gffe nan das d Hncnet d 3 helle I e und Abſondern vermiſchter Feuchtigkeiten. 423 1) Das Durchſieben, welches ſehr bekannt iſt, und durch Siebe(Cap. 4.§. 3. N. 24.) von verſchie⸗ ſ dener Art und Zartheit, nach dem es die durchzuſie⸗ ſonden. bende Materie erfordert, geſchiehet. 2) Das Abwaſchen, iſt diejenige Arbeit, da die, einer zu Pulver gemachten Materie anhaͤngen⸗ de, oder beygemiſchte Unreinigkeiten und fremde Din⸗ 3 ge, mit Waſſer oder Weingeiſt, oder mit beyden zu⸗ fenen gleich, oder auch mit einer andern Feuchtigkeit aufge⸗ deſb loͤſet, abgeſpuͤhlet und abgeſondert werden. Es ge⸗ tait ſchiehet alſo nach der ſehr bekannten Art, nemlich dden nan durchs Abwaſchen und Abgieſſen, welches man ſo oft einda als es noͤthig iſt wiederholet. Anaſch oe Anmerkung. Hieher gehoͤret eigentlich, wenn man auf die Art zu verfahren und den vorgeſetzten Endzweck ſiehet, die,(im 14. Cap.(§. 6. N. 3.) beſchriebene Auſſuͤßung; desgleichen das daſeldſt(bey der 2. N.) angefuͤhrte Schlem⸗ ern men, durchs Ausziehen. „ittit ittiet 3) Das Schlemmen iſt zweyerley. dung, un 1) Das Schlemmen, da ſich Theile zu Boden en oder ehn ſetzen, ſondert, indem einige Theile eher, andere rinigeihn ſpaͤter zu Boden gehen, groͤbere Theile von feineren, ab. Man gieſſet alſo uͤber dergleichen Pulver viel lundei Waſſer, und ruͤhret ſie darinne wohl um; nachher Reihand laͤßt man das Mengſel ruhig ſtehen, damit ſich die groͤberen Theile, als welche ſchwerer ſind, ſetzen koͤn⸗ nurite nen; wenn man dieſes gewahr wird, ſo gießt man das euk o druͤber ſtehende Waſſer, welches jetzo nur die feine⸗ ren Theile enthaͤlt, in ein anderes Gefaͤß, in wel⸗ chem es ſo lange, bis das feine Pulver daraus zu 1R! Boden gefallen iſt, ruhig ſtehen muß; endlich gieſſet agllan man das daruͤber ſtehende Waſſer ab, ſammelt und Gil unaz trocknet das Pulver. )d dd4 lhs 424 Cap. 31. Vom Scheiden, Abhellen Anmerkung. Dieſe Arbeit heißt mit dem Kunſtnamen Schlemmen, und das daraus erhaltene Pulver, Scchlamm. 2) Das Schlemmen durchs Abflieſſen, gehet mit Abſonderung leichterer Theile von ſchwereren, in⸗ dem jene mit dem Waſſer leichter ablaufen, um. Es geſchiehet entweder in chemiſchen Werkſtaͤtten, im Waſchtroge(Cap. 4.§. 3. N. 23.) welches in der Probierkunſt beſchrieben wird, oder in Schmelzhut⸗ ken, auf den Schlemmwerken, wovon in der Metal⸗ lurgie gehandelt werden muß. Anmerkung. Die Bergleute und Probierer heiſſen dieſe Srbei Sun Schlich ziehen, und das erhaltene Pulver, lch. Das Abhellen, gehet auf die Reinigung verſchie⸗ dener Feuchtigkeiten(§. 2. N. 2.) und iſt dreyfach: 1) Das durchſeihen, pflegt, nach Beſchaffen⸗ heit der durchzuſeihenden Materien, verſchiedentlich vorgenommen zu werden. Denn man braucht dazu entweder Seihetrichter, von verſchiedener Beſchaffen⸗ heit und Bauart(Cap. 4. J. 3. N. 21,); wohin auch das, beym Bierbrauen gebräuchliche und im (28. Cap.§. 7. N. 2.) beſchriebene Seihe⸗ oder Ge⸗ ſtellkuͤbel, welches man auch bey andern Gelegenhei⸗ ten, wo viel durchzuſeihen iſt, gebrauchen kann, gehoͤ⸗ ret; oder einfaches oder doppeltes Loſchpapier; oder leinene oder wollene, feſt zuſammengenehete Saͤck⸗ chen, die man NManicay nennet,(Cap. 4.§. 3. N. 11.)3 oder Schaaf⸗ und Kalbleder, ſvodurch man beſonders das laufende Qveckſilber, es mag verquickt oder un⸗ rein ſeyn, durchdruckt; oder Haartuch und Haarſie⸗ be, womit man breyigte und ſihleimigte Pflanzenthei⸗ le and? durdh ſeren 4 Anm her yfl den⸗ mnüwen auch Geiſt ducch, ſali gehtee nen, 2 eiye hele ſch, inde Hfzet habe Nan brau lgkeit hat (N. 1.) un ttti ſcheide ſedie Seit ſen Auftö ſen, abzuße DNgen, di teſcer leich lch durch all; teewe eßte Säft ſinn Vod Amerkun libene, dlach ne duf de Dugeg zellen em Auſw haltene dun fitſen R ſchennai ſſen, um eriſtätm welches a n Scmag in der M ſerer heiſen erhaltene h. lgung berth iſt dreſc ch Beſchf verſchehen in brauctd ner Vitfo 21); t hliche nt e⸗ de m ott en kann, 306 ſhxeyie genchele ü 53A man beerd zuickt dde m hund ha a epfen und Abſondern vermiſchter Feuchtigkeiten. 425 le durchſeihen und von den uͤbrigen groͤberen und fe⸗ ſteren Theilen abſondern kann. Anmerkung. Saure freſſende Geiſter, die die Seihetü⸗ cher, Papier, und leinene oder wollene Saͤcke zerfreſſen, pflegen folgendergeſtalt gereiniget und durchgeſeihet zu wer⸗ den: Man fuͤllet die Roͤhre eines glaͤſernen Trichters, entweder mit feinem Sande, oder reinem Kieſel⸗ oder auch Glaßpulver an, und gieſſet darauf den freſſenden Geiſt in den Trichter, ſo laͤuft er durch das Pulver, wie durch ein Seihetuch rein ab. Auf dieſe Art koͤnnen eini⸗ ge ſalzige Mengſel und Waſſer gerkiniget werden. Es gehoͤret auch hieher eine gewiſſe Gattung von Sandſtei⸗ nen, die man Filtrirſteine nennet. 2) Das Abgieſſen, beſtehet darinne, daß man eine helle Feuchtigkeit von groͤberen Theilen, die ſich, indem ſolche ſtille geſtander., zu Boden ge⸗ ſetzet haben, durchs Neigen das Gefaͤſſes abgieſſet. Man braucht das Abgieſſen, wenn man viel Feuch⸗ tigkeit hat, die man nicht ſo geſchwind durchſeihen (N. 1.) und auf ſolche Art von ihrer groͤberen Ma⸗ terie ſcheiden koͤnte; auch wo man freſſende Geiſter, ſo die Seihentuͤcher zerfreſſen wuͤrden, von meralli⸗ ſchen Aufloͤſungen und andern niedergeſchlagenen Coͤr⸗ pern, abzuſondern hat; desgleichen auch, bey fluͤſſigen Dingen, die man von ihrem fluͤſſigeren Bodenſatze, welcher leichtlich mit der abzuſon dernden Materie zu⸗ gleich durch das Seihetuch gehen wuͤrde, befreyen will; deswegen ſcheidet man auf dieſe Art, ausge⸗ preßte Saͤfte von Fruͤchten, wie auch den Eßig von ſeinem Bodenſatze. Anmerkung. Ob das abgegoſſene beſſer als die zuruͤckge⸗ bliebene Materie, oder dieſe beſſer als jene ſey, taun hier gleich viel gelten, indem es in der Arbeit ſelbſt, die nur auf die Abſonderung vermiſchter und zuſammengegoſſener Dinge gehet, nichts andert. Dd F 3) Das 42²26 Cap. 31. Vom Scheiden, Abhellen. 3) Das Abſchaͤumen geſchiehet, indem man die Unreinigkeit, die in Geſtalt eines Schaums auf die Oberflaͤche der Feuchtigkeit ausgeworfen wird, ab⸗ nimt. 4 5 Man bedienet ſich aber hiebey, entweder eines ordentlichen oder durchloͤcherten Loͤffels(Cap. 4. S. 3. N. 28.) Zu dem Ende ſetzt man den Feuchtigkei⸗ ten, die man abſchaͤumen will, klebrigte Dinge zu, welche die Unreinigkeiten unter dem Kochen anneh⸗ men, und im Schaum mit ſich auf die Oberflaͤche, wo man ſie mit dem Loͤffel, zugleich mit dem Schaum, ab⸗ nehmen kann, erheben. Solche klebrigte Dinge ſind: in Schaum zerſchlagenes Eyweiß, womit man vegetabiliſche Saͤfte reiniget, oder in Eßig oder Waſ⸗ ſer aufgeloͤſete Hauſenblaſe, womit man ſaure Feuch⸗ tigkeiten zu laͤutern pflegt. §. F* Wenn man zuſammengegoſſene Feuchtigkeiten von einander abſondern will, ſo braucht man dazu a) Schei⸗ detrichter, wie Cap. 4.§. 3. N. 20. b) Ordentliche Scheidetrichter mit denen man ſo verfaͤhret: man haͤlt die Roͤhre des Trichters entweder mit dem Fin⸗ ger zu, oder verſtopft ſie, und gieſſet die Feuchtig⸗ keit, ſo man ſcheiden will, von oben hinein, verzie⸗ het ſodenn ſo lange, bis ſich die vermengten Feuchtig⸗ keiten von freyen Sluͤcken, vermoͤge ihrer Schwere von einander abgeſondert haben; wenn dieſes geſche⸗ hen iſt, ſo nimt man den Finger von der Muͤndung der Roͤhre des Trichters weg, damit die ſchwerere Feuchtigkeit, welche unter der leichteren ſtehet, in das untergeſetzte Gefaß laufen koͤnne, und wenn ſie ab⸗ ge⸗ damir ſ Nyr e un mac pele, ei tinkt ſe tuie zu derſelben R aber kit zuſ ma ll den, Un, Gefäß,d. ken, daß geworden, Nit zu 3. dherſten g hſctweri heber, un Dohn in aümmeten km, wenn. häen, zu Armerku worden an da läͤaht de üſbhe eentbeteran lls(En 8 den Fat tigte Dage Kochen 1 Doerfät, 1 nScyamn, leörigt da iß, vont kßig der d an ſoure han dazu)et efähret, m mit dn die gatt gnni, n gten zuc hrer Etn diefsgih der Mru de ſcven ſaher di mann ti⸗ 9 und Abſondern vermiſchter Feuchtigkeiten, 427 gelauffen, ſo druckt man'die Muͤndung wieder mit dem Finger zu, damit die leichtere Feuchtigkeit, die man nachher in ein ander Gefaͤß gieſſen kann, zuruͤck blei⸗ be. Wenn man Oel vom Waſſer ſcheiden will, ſo muß man zuvor den Trichter mit Waſſer anfeuchten, damit ſich das Oel nicht an die Seiten anhaͤnge. c) Oder Schnuͤrchen von Baumwolle, folgendergeſtalt: man macht eine lockere Schnur oder Dacht von Baum⸗ wolle, eines Fingers dick und eine viertel Elle lang, traͤnkt ſie mit Waſſer oder Oel, nachdem man Ma⸗ terie zu ſcheiden hat, ein, und legt das eine Ende derſelben in die zu ſcheidende Feuchtigkeit, das ande⸗ de aber in das Gefaͤß, das die geſchiedene Feuchtig⸗ keit aufnehmen ſoll, ſo ziehet ſich die Feuchtigkeit, ſie mag oͤligt oder waͤſſerigt ſeyn, allmaͤhlich in den Fa⸗ den, und kroͤpfelt nach der Richtung deſſelben in das Gefaͤß, das man dazu beſtimt hat; es iſt aber zu mer⸗ ken, daß man das Gefaͤß, ſobald es nur etwas leer geworden, entweder gleich wieder vollfuͤllen oder von Zeit zu Zeit neigen muß, damit die Feuchtigkeit den oberſten Rand beruͤhre. Weil aber dieſe Art ſehr beſchwerlich iſt, ſo wird ſie ſelten gebraucht. d) Oder Heber, und zwar entweder gerade, deren Gebrauch Bohn in den Oißert. Chem. gelehret hat, oder ge⸗ kruͤmmete und zuruͤckgehogene, wie die Weinſchen⸗ ken, wenn ſie die Weine aus groſſen in kleine Faͤſſer heben, zu gebrauchen pflegen. Anmerkung. Waſſer und Oel, ſo untereinander gemengt worden ſind, kann man auch mit Loͤſchpapier ſcheiden; man darf es nemlich nur vorher mit Waſſer netzen, ſo laͤuft das Waſſer allein durch, das Oel aber bleibt in dem Loͤſchpapiere, und kann hernach abgegoſſen werden. Das 428 Das 32. Capitel. 2 1S 2r A MS S Das 32. Capitel. Vom Rectificiren und Dephlegmiren. 1. 5Nas Rectificiren iſt eine chemiſche Arbeit, wodurch Cörper, die man entweder durchs Deſtilliren (Cap. 16.) oder Sublimiren(Cap. 17.) oder Fluͤchtigmachen(Cap. 18.) oder auch auf andere Art erhalten hat, durch wiederholtes Deſtilliren oder Su⸗ blimiren, von fremden, ihnen beygemiſchten, Thei⸗ len gereiniget, und zur gehoͤrigen Vollkommenheit und Staͤrke gebracht werden. Anmerkung. Weil alles Rectificiren, durchs Deſtilliren oder Sublimiren verrichtet wird, ſo iſt es keine mechani⸗ ſche, ſondern chemiſche Arbeit(Cap. 5.§. 2.). Damit es aber nicht mit dem Reinigen und Concentriren, wie ge⸗ woͤhnlich, vermengt werde, ſo haben wir das Rectificiren ſo einſchraͤncken wollen, daß nur diejenige chemiſche Arbei⸗ ten, die durch wiederholtes Deſtilliren oder Sublimiren⸗ vollbracht werden, darunter begriffen ſeyn ſolten. Das Reinigen aber und Concentriren, pflegt, wie in den fol⸗ genden Cap. gezeigt werden wird, auf andere Art zu ge⸗ ſchehen. S. 2. In Anſehung der abzuſondernden fremden Theile, iſt das Rectificiren zweyfach: 1) Das eigentlich ſo genannte Rectificiren, da man feinere, reinere und leichtere Theile, von groͤ⸗ beren und ſchwereren, die in Deſtillir⸗ oder Sublimir⸗ Gefaͤſſen zuruͤck bleiben, abzuſondern ſucht.. 2) Das Dephlegmiren gehet auf waͤſſerigte Thei⸗ le, die man von geiſtigen, ſo im Deſtillirgefaͤſſe ge⸗ blieben und gereiniget ſino, ſcheidet. A v Aum als ode das 3 ſi deß 1 Gl3- aürr SA rie n Glf berlvg ſad. dDase eſtehet derer M blimiren ret ſe ab ten Jheil nreinerel hlimir Ge Es iſß ) Dhn Nterien, t oder 6 ) Mi den Maten eende Mo V ſtet. V Anmert eifteire n, da oderg⸗ ten O hen ſo 8, wiren. eit nirn 3 Däüln 1d.1)n uf enden ten oher chte, 1 nmenhetu rchs Diln keinena :2) Dant, ktiren, niy dos Nectfen hemiſcelte r Sühlinm Rſolten. de wie indmil dere Anune nden dh rifeinn, l, vong⸗ r Subline Vom Rectificiren und Dephlegmiren. 429 Anmerkung. Im Rectificiren, werden ſowohl waͤſſerigte als andere Theile, die mit der zu rectificirenden Materie oder Feuchtigkeit vermiſcht ſind, geſchieden; es kann alſo das Rectificiren darinne vom Dephlegmiren nicht unter⸗ ſchieden ſeyn, ſondern es komt hauptſaͤchlich darauf an, daß die Unreinigkeit beym Rectificiren, im Deſtillir⸗oder Sublimir Gefaͤſſe zuruͤck bleibet, die gereinigte Materie aber in der Vorlage oder im Helm zu finden iſt; beym Dephlegmiren hingegen, muß man die gereinigte Mate⸗ rie nach vollbrachter Arbeit im Deſtillir⸗ oder Sublimir⸗ Gefaͤſſe ſuchen, da inzwiſchen die Unreinigkeiten in Dampf derinden worden, oder in die Vorlage uͤbergangen und. §. 3. 1 Das eigentlich ſo genannte Rectificiren(F. 2. N. 1.) beſtehet in wiederholtem Deſtilliren oder Sublimiren derer Materien, die man durch Deſtilliren oder Su⸗ blimiren gemacht hat. Man deſtilliret und ſublimi⸗ ret ſie aber aufs neue, damit die leichteren und reine⸗ ren Theile, in die Vorlage oder den Helm gehen; die unreineren und groͤberen aber im Deſtillir⸗ oder Su⸗ blimir Gefaͤſſe zuruͤckbleiben moͤgen. Es iſt aber das Rectificiren zweyerley⸗ a) Ohne Zuſatz, indem die erhaltene Coͤrper oder Materien, vor ſich allein durch wiederholtes Deſtilli⸗ ren oder Sublimiren gereiniget werden. b) Mit Zuſatz, da man unter die zu rectificiren⸗ den Materien, ſolche Dinge, die gegen die abzuſon⸗ dernde Materie einige anziehende Kraft haben, mi⸗ ſchet. Anmerkung. Zu dem Ende ſetzet man dem zu re⸗ ctificirenden Weingeiſte, verpraſſelt Salz oder Laugenſalz zu, damit ſie das waͤſſerigte anziehen moͤgen; Aſche aber oder gebrannt Hirſchhorn den zu rectificirenden angebrenn⸗ ten Oelen, daß die groͤberen Theile daran haͤngen blei⸗ ben ſollen. Allein die letzten werden beſſer mit kaheie Waj⸗ 430 Das 33. Tapitel. Waſſer, welches nicht ſo heiß wird, daß das groͤbere Oel aufſteigen koͤnte, reckificiret. 1 Eiinige nennen dieſes Rectificiren, die Abſonderung der Hefen, weil hier eine reinere Materie, von denen im Gefaͤß zuruͤckgebliebenen Hefen, geſchieden wird. §. 4⸗ Das Dephlegmiren(§. 2. N. 2.) pflegt ſowohl durchs Deſtilliren in verſchloſſenen,(Cap. 16.§. 9.) als durchs Abduͤnſten in offenen Gefaͤſſen, angeſtel⸗ let zu werden. 1. Anmerkung. Ob nun gleich das Rectifieiren und De⸗ phlegmiren(§. 2. Anmerk.) angefuͤhrtermaſſen, in der That verſchiedene Arbeitenſind, ſo brauchen doch die Chemi⸗ ſten dieſe Namen wechſelsweiſe, ja bisweilen garverkehrt; ſie nennen z. B. den dephlegmirten Weingeiſt oft reetifieir⸗ ten, und den rectificirten, dephlegmirten Weingeiſt u. ſ.w. Es iſt aber rathſam, mit den Woͤrtern gewiſſe und beſtim⸗ te Begriffe zu verbinden, und eins von dem andern zu unterſcheiden, damit weder Leſer noch Zuhoͤrer irre ge⸗ macht werden. 1866 8655N0S E3 58e8356.*—6-eSs S698 29)6é2S6S. Das 33. Capitel. Vom Reinigen und Scheiden feſter Coͤrper. b. T. „Nas Reinigen iſt eine chemiſche Arbeit, wodurch D ſalzige, ſchwefeligte und metalliſche Coͤrper, von ihren beygemiſchten Unreinigkeiten befreyet werden. Anmerkung Alle hieher gehoͤrige Arbeiten ſind ebenfals ehemiſche. Denn ſie werden mit chemiſchen ſowol wirken⸗ den als leidenden Werkzeugen vollbracht. 8. 2, 1 von Das reinigen Anſchu mean n den Un tolle,! 'uſh teund m fuͤhten dies liſen un ren aber die ahzu oder mit nieherſchl ſclageni Ngeln de Anmerk von de den So Nich leidet (Cap. geliſet ten beft cerei Auftſu dere d ſo kann dnd Cy veinigen ſaafdi in dieſe räöuln ——————— —yʒ3— Vom Reinigen und Scheiden feſterCoͤrper. 431 d gin§. 2. Das Reinigen iſt nicht nur in Anſehung der zu die Abende reinigenden Materien(N. 1.) ſondern auch ſelbſt in zurn Anſehung der Reinigungsart, ſehr verſchieden, und man muͤſte gar zu weitlaͤuftig werden, wenn man je⸗ den Unterſcheid und gede Art zu reinigen beſchreiben rftgt a wolte; wir werden alſo nur die fuͤrnehmſten, die wir a. in Anſehung der Materien, in ſalzige, ſchwefelig⸗ ſen, nn te und metalliſche Reinigungen theilen, kuͤrzlich an⸗ r ahe fuͤhren. tfiarnn whd§. 3. ſin ni Die Salze reiniget man durch wiederholtes Auf⸗ dhnn loͤſen und Cryſtalliſiren(Cap. 21.); das Cryſtalliſi⸗ lamte ren aber geſchiehet entweder ohne Zuſatz, d. i. ohne dinn die abzuſondernde Materie vorher niederzuſchlagen, anfni oder mit Zuſatz, da man die abzuſcheidende Materie den un niederſchlaͤget, und die Aufloͤſung nach dem Nieder— Zähöta m, ſchlagen in ein ander Gefaͤß abgieſſet, und nach den Regeln der Kunſt zum Cryſtalliſtren hinſetzet. Hen Anmerkung. Wir reden hier von keiner andern, als nur von derjenigen Reinigungsart, da man auf fremde mit den Salzen vermiſchte Coͤrper zu ſehen hat, die, weil ſie der Miſchung und Zuſammenſetzung der Salze innig einver⸗ er Cour. leibet ſind, im durchſeihen nicht geſchieden werden koͤnnen (Cap. 31.§. 4); weswegen dergleichen Salze vorher auf⸗ geloͤſet werden muͤſſen, ehe man ſie von ihren Unreinigkei⸗ ten befreyen kann. Weil ſich auch die Salze nicht zu glei⸗ geit, ved cher Zeit cryſtalliſiren, ſondern diejenige, die zu ihrer 949(in Aufloͤſung viel Waſſer noͤthig haben, geſchwinder, als an⸗ lich Em dere, die zu ihrer Aufloͤſung nicht ſo viel Waſſer erfordern, keiterkfin ſo kann man auch dieſelben durch wiederholtes Aufloͤſen . und Cryſtalliſiren allein leichilich von einander ſcheiden und reinigen. Da aber einige fremde beygemiſchte Theilgen e ſndbri auf dieſe einfache Art ſchwer zu ſcheiden ſind, ſo muß men anſti in dieſen Umſtanden, um ſie von dem aufgeloͤſeten Salze abzuſondern, das Niederſchlagen zu Huͤlfe nehmen. Sol⸗ 99 ghergeſtalt — T 433 Das 33. Capitel. chergeſtalt reiniget man unreinen mit Waſſer aufgelöſeten Salpeter, mit einer Lauge von Laugenſalz, ſo die kale chigten Theile, die das bloſſe Cryſtalliſiren nicht abzuſon⸗ dern vermag, niederſchlaͤget. 9. 44 Die ſchwefeligte Reinigung betrift den Schwefel und ſchwefeligte Coͤrper, und wird meiſtens durchs Sublimiren(Cap. 17.) mit oder ohne Zuſatz bewerk⸗ ſtelliget, indem der Schwefel in die Hoͤhe gehet, die Unreinigkeiten aber auf dem Boden des Sublimirge⸗ faͤſſes zuruͤck bleiben. Bisweilen geſchiehet es auch durchs Aufloͤſen(Cap. 11.) da man ein ſolches Auſloͤ⸗ ſungsmittel nimt, welches die beygemiſchten frem⸗ den Dinge aufloͤſen kann, als wenn der Schwefel mit einer ſalzigen Materie vermiſcht iſt. §. f. Die metalliſche Reinigungen ſind vielerlen, und nach der verſchiedenen Natur der Metallen verſchieden. Die fuͤrnehmſte, ſo hieher gehoͤren, ſind:. 1) Scheidende Auftoͤſungen, die durchs Aufloͤ⸗ ſen geſchehen(Cap. 11.) wozu man ſolche Aufloͤſungs⸗ mittel waͤhlet, die vermoͤge ihrer anziehenden Kraft entweder das zu reinigende Metall ſelbſt aufloͤſen, in welchem Fall das beygemiſchte nicht aufgeloͤſete nie⸗ der geſchlagen wird, oder die das zu ſcheidende Me⸗ tall fluͤſſig machen, da denn das gereinigte unaufgeloͤ⸗ ſet liegen bleibt. 2) Das Niederſchlagen im Fluß, wird durchs Schmelzen(Cap. 12.) zuwege gebracht, da ſich leich⸗ tere Theile von ſchwereren, welche mit einander fluͤſ⸗ ſig gemacht worden ſind, ſcheiden, indem dieſe, ver⸗ moͤge ihrer Schwere, niederſinken, jene aber in Ge⸗ ſtalt einer Schlacke oben auf ſchwimmen⸗ 3 3) Das hier mal en BAES ſſnter de V themi ſaden Mi martu mne ich z me Vom Reinigen und Scheiden feſterCoͤrper. 433 iſer ddſali 2, ſi, ſi 3) Das Seigern geſchiehet auch durchs Schmel⸗ den icläge zen.(Cap. 12.) Denn es ſcheidet ſich bey dieſer Ar⸗ beit ein leichtfluͤßiges Metall, das im Feuer zum Fluß dihcgehn worden, von einem andern, mit dem es ver⸗ miſcht war, und das in dieſem Grad des Feuers nicht 1 otn ſchmelzet. 3 49 4) Das Capelliren, ſo man auf der Capelle dig 4(Cap. 4.§. 4. N. 20.) mit zugeſetztem Bley anſtellet, 6en 1 wird auch durchs Schmelzen verrichtet. Auf dieſe Art ſti 3 wird Gold und Silber von andern beygemiſchten Din⸗ 1 N- 11 gen geſchieden. in ſolches 4 emſcke 9) Das im(10. Cap.§. 6. N. 2.) beſchriebe⸗ et Scit ne Gluͤhen,(Cementiren.) Anmerkung. Wer von dieſen Arbeiten mehrere Erkennt⸗ niß haben will, der kann ſie von denen, die von der Pro⸗ bierkunſt und Metallurgie geſchrieben, erlangen. Es waͤ⸗ hele, un re alſo uͤberfluͤſſig, wenn wir ſie hier weitlauftiger beſchrei⸗ eTeh, en ben wolten. verſchkee BX,ST E PEe2 H. Be S We e, dedurch d, ſeban ii Vom Concentriren. löſt auföſn auſgeling g. 1. ceedan nter dem Concentriren verſtehen wir diejenigen nate nu chemiſchen Arbeiten, ſo die Reinigung der Feuch⸗ tigkeiten, beſonders vom Waſſer, zum Augen⸗ , vin u merk haben, und entweder mit anziehenden und einſau⸗ t, d ftlih genden Mitteln, oder durchs Gefrieren geſchehen. t eindeh 8 dn dit Anmerkung. In ſo ferne das Concentriren mit der Schei⸗ d h dung waͤſſerigter Theilgen zu thun hat, wird es gemeini⸗ mne dt glich zum Dephlegmiren(Cap. 32. 9. 4.) gerechnet und e„ unter dieſem Titel abgehandelt; allein, ob wir gleich nicht ) d 7. Th. Ee laugnen 4³34 aCap. 34. Vom Concentriren. 2 laͤugnen koͤnnen, daß das Concentriren, in Anſehung ſ ſei⸗ naes Endzwecks, eine Art des Dephlegmirens ſey; ſo koͤn⸗ nen wir doch, weil hier andere Umſtaͤnde, als wir beym Dephlegmiren beſchrieben haben, vorkommen, dieſe Ar⸗ beiten, die auf verſchiedene Art angeſtellet werden, nicht unter einen Pilil bringen. §. 2* In Anſehung der Mittel, deren man ſich beym Concentriren bedienet, iſt daſſelbe zweyerley. 1) Das Concentriren mit einſaugenden und an⸗ ziehenden Mitteln. 2) Durchs Gefrieren. 9. 3. Das Concentriren mit einſaugenden oder anziehen⸗ den Mitteln(§. 2. N. 1.) geſchiehet auf zweyerley Art: theils mit Mitteln die das Waſſer anziehen, aber die concentrirende Materie nicht verunreinigen oder ver⸗ aͤndern, wie wenn der Weingeiſt mit Laugenſalz, ſo das Waſſer anziehet, in die Enge gebracht wird: theils mit ſolchen Mitteln, die die zu concentrirende Materie, aber nicht das Waſſer anziehen, in wel— chem Fall man erſt nachher, wenn man das Mittel, ſo die zu concentrirende Materie bey ſich hat, deſtil⸗ liret, die concentrirte Materie bekomt. So werden mineraliſche Geiſter concentriret, indem man mit ih⸗ nen metalliſche Coͤrper, als Gallmey, Zink oder Eiſen aufloͤſet, und ſie nach vollbrachter Aufloͤſung deſtilli⸗ ret, wodurch bey gelindem Feuer das waͤſſerigte aus⸗ getrieben wird; nachmals aber, wenn das Feuer ver⸗ ſtaͤrket und die Vorlage angeleget worden, auch die ſauren in die Enge gebrachten Geiſter übergehen. Auf eben dieſe Art kann man Eßig mit Kupfer oder Blei, wenn man dieſe Coͤrper in demſelben aufloͤſet, und 12 darauf darau deſtil de dem m ie ſl And det t dem ſind, zu vütftu Anm die hab ſin Han berß glüc lerne ihte wir d dhem Neſch hring te S ef e n g, 1 Cap. 34. Vom Coneentriren. 435 in Anſchnn 1— ens fe darauf den entſtandenen Gruͤnſpahn oder Bleizucker tabmg deſtilliret, in die Enge bringen. mmen, dgcd. t dedn, n 1§. 4s Das Concentriren durchs Gefrieren, geſchiehet, in⸗ dem man waͤſſerigte Geiſter oder Salzwaſſer nur in nan ſhi die Kaͤlte ſetzet, damit das Waſſer zu Eiß werden, 3 1 und der ſtarke Geiſt oder das Salzwaſſer, die nur un⸗ eherlen ter dem Eiße fluͤßig und wohl in die Enge getrieben genden un ſind, zuruͤck bleiben koͤnnen(Cap. 19.§.§.) Das Eiß wirft man weg, das fluͤſſige aber hebt man auf. Anmerkung. So haben wir, Gokt Lob! in 29. Capiteln die fuͤrnehmſten chemiſchen Arbeiten abgehandelt. Wir haben nur diejenigen Stuͤcke, die der Ueberlegung wuͤrdig oder anit ſind, etwas in Erwegung gezogen; die Zuruͤſtung und weyetlalt Handgriffe aber deswegen ausgelaſſen, weil wir gewiß mjrnn verſichert ſind, daß das kuͤnſtliche der Ehemie, beſſer und zthen, ae gluͤcklicher durch Uebung ſelbſt, als durch Vorſchriften er⸗ nigen ode lernet werde, indem faſt jede Arbeit und jede Materie Laugenſa, ihre beſonderen Umſtaͤnde hat. Solchergeſtalt beſchlieſſen dbtacht u wir die chemiſchen Arbeiten, und wenden uns zu den durch Fäth G chemiſche Kunſt gemachten Coͤrpern, deren Begriffe und coneannint Beſchreibungen wir noch mit wenigem zum Beſchluß bey⸗ een, urt dbringen wollen. das Mil 8, 6 26Ss,S65s26,6 NGSeES5. 658. 2s. B698. ez. Sſs⸗wis⸗ Cn Das 35. Capitel. m man n 3 1 Jukodercſ Von den gemachten chemiſchen Coͤrpern ſäſageft Bhta, uͤberhaupt. wäͤſſerigkäan 6 1 Ke s das Frbertn 1 8.— den, ahi([CO as man durch die ſchon beſchriebenen chemi⸗ Rrzt.M 38 ſchen Arbeiten, aus der Zerlegung oder Zu⸗ ferde di ſammenſetzung der natuͤrlichen Coͤrper, oder ubt durch Verſetzung der Anfaͤnge, herausbringt, es mag Ee 2 ſchon 436 Cap. 35. Von den gemachten ſchon rein, oder nachher erſt rein gemacht worden ſeyn, das heiſt man einen gemachten Coͤrper(Produ- ctum)(Cap. 6.) Anmerkung. Das Wort(Productum) gemachter Coͤr⸗ per, wird hier im weitlaͤuftigſten Verſtande, da es nicht allein die ins beſondere ſogenannte gemachte, ſondern auch die ausgezogene Coͤrper unter ſich begreift, genommen; die Chemiſten aber haben dieſe Coͤrper ſehr wohl und alſo unterſchieden, daß ſie unter den erſten, oder insbeſondere ſogenannten gemachten Coͤrpern diejenigen verſtehen, wel⸗ che durch Verbindung ſolcher Theile, die vorher nicht mit einander verbunden waren, unter den Arbeiten ſelbſt, mit Huͤlfe des Feuers und der wirkenden chemiſchen Anfaͤnge erzeuget und zuſammengeſetzt werden, und deswegen neue Coͤrper, die vorher in den natuͤrlichen Coͤrpern nicht fuͤr⸗ handen waren, geworden ſind; die letztere oder ausgezo⸗ gene aber ſind die, ſo vorher ſchon in dennatuͤrlichen Coͤr⸗ pern geweſen, und aus denſelben durch die wirkenden che⸗ miſchen Anfaͤnge geſchieden, und alſo nicht durch eine neue Zufammenſetzung entſtanden, ſondern nur aus ihrer Ver⸗ bindung gebracht worden ſind. So iſt der Weingeiſt kein aus dem Moſt gezogener, ſondern durch die Gaͤhrung entſtandener Coͤrper,(Cap. 28.) eben ſo iſt es mit dem fluͤchtigen Salze, welches man durch die Faͤulung erlanget, beſchaffen.(Cap. 30.) Die Saͤure aber, ſo der Vitriol giebt, iſt kein gemachter, ſondern ein aus dem Vitriol, in dem ſie ſchon fuͤrhanden iſt, gezogener Coͤrper; ſo wie die weſentliche Oele der Pflanzen, ihre weſentliche Galze, Harze und ihr Gummi, aus den Pflanzen gezogene Coͤr⸗ per ſind. 3 §S. 2. Alle dieſe, durch chemiſche Arbeiten, gemachte Coͤr⸗ per(F. 1.) koͤnnen, nach ihrem Beſtande, ſehr gut in drey Geſchlechter eingetheilet werden, als: 1) In fluͤſſige und duͤnne. 2) Weiche und dickere. 3) Feſte und harte. 2§. 3. b Zu den fluͤſſigen, und duͤnneren(§. 2. N. 1.) gehoͤren: 1) Das 4 —— —— ) Das Klüſig zu Gallne tun aß werden mate ur „ Metch Todendd iß Vom ine f keine ausl lm oder nennen die Unſcim ſcet(9. antütliche 1. Anme dſt de en( Naſt — kten— a chemiſchen Coͤrpern uͤberhaupt. 43³7 emacht in arper(he 1) Das Waſſer. 2) Geiſt und Aether. 3) Oele. 4) Fluͤſſige Extracte. 5) Fuuchtigkeiten. genating§. 4. 1 e a Zu den weicheren, dickeren aber(§. 2. N. 2.) 1) de, enme Gallerten. 2) Gummi. 3) Harze. 4) Dickere Ex⸗ kelſt, gergnn. ſor valu trackte. 5) Seiffen. „der inge 5. F. gen derſähan. Knüih Zu feſten, harten gemachten Coͤrpern(§. 2. N. 3.) Aubenen ihe werden 1) Erden, 2) Salze, 3) Schwefel, 4) Sub⸗ cemicha ne limate und Blumen, 5) Niederſchlaͤge, 6) Koͤnige, und dedten 7) Metalliſche Kalche und Kalch, 8) Glaͤſer und 9) mCöryer nat— 3 ttren Todenkoͤpfe gerechnet. dnnatiljs 880“bR vd M die wirkeant ucht durcean. rair Das 36. Capitel. sn Vom Waſſer, und waͤſſerigten gemachten enſo ſt ew— Corpern. e Fäulung aa aber, ſodede He I. un dnöi, Er flüͤßige Materie, ſo die Haͤnde naß machet, rana keinen Geſchmack noch Geruch hat, das Feuer men geegare ausloͤſchet, und unter dem Deſtilliren, in dem Helm oder deſſen Roͤhre in Tropfen zuſammenlaͤuft, nennen die Chemiſten Waſſer. , geneci 4§. 2. fande, tf Unſchmackhaftes Waſſer, ſo das Feuer ausloͤ⸗ m, al h ſchet(§. 1.) und im Deſtilliren(Cap. 15.) von den ccen.)Y”O) natuͤrlichen Coͤrpern geſchieden wird, heiſt Phlegma. 1. Anmerkung. Dieſen Namen geben die Chemiſten auch oft demjenigen Waſſer, ſo das Feuer ausloͤſchet, und eini⸗ gen Geruch und Geſchmack hat, übrigens aber wenig Krafte beſitzet; diejenige er⸗ ſo in dieſem Fall, mit einem jahe Rohf T 4³⁸ Cap. 36. Vom Waſſer einem zugeſetzten Beywort, zugleich zu verſtehen geben, von was fuͤr Art das Phlegma ſey, ſcheinen die chemiſchen gemachten Coͤrper genauer zu benennen; ſo ſagt man ein ſaͤuerliches Phlegma, wenn es ſaͤuerlich ſchmeckt; ein ſchim⸗ ligtes Phlegma, wenn es ſchimligt ſchmeckt; ein ange— hranntes Phlegma, wenn es angebrennt ſchmeckt, u. ſ. w. Ueberdieſes iſt zu merken, daß man das Waſſer, ſo man durch gelindes Abdünſten aus den Pflanzen erhaͤlt, und weder riecht noch ſchmeckt, keinesweges fuͤr ſchlecht Waſſer halten muͤſſe, indem es geſchwinder als ander Waſſer faulet, und deswegen viele fremde Theilgen bey ſich haben muß. §. 3. 93s en ee Das Waſſer, ſo im Deſtilliren aus den natuͤrli⸗ chen Coͤrpern uͤbergehet, und Geruch und Geſchmack hat, heiſt deſtillirt Waſſer. Es iſt zweyerley: 1) Das eigentlich ſogenannte deſtillirte Waſſer, welches ohne Zuſatz entweder aus den naruͤrlichen Coͤr⸗ pern, oder aus ihrem Saft und ſaftigen Theilen, mit gelindem Feuer deſtilliret wird. Wenn man na⸗ kürliche Coͤrper fuͤr ſich allein deſtilliret, ſo ſagt man, daß man das daraus erhaltene Waſſer durch eine tro⸗ ckene Deſtillation bekommen habe. 2) Das abgezogene Waſſer, ſo in den Apothe⸗ cken gemeiniglich deſtillirt Waſſer genennt wird, iſt nichts anders als rein Waſſer, das von naturlichen Coͤrpern abdeſtilliret worden, und Theile enthaͤlt, die ſich im Waſſer aufloͤſen, und mit demſelben im Deſtilliren uͤbergehen(Cap. 16.§. 7.)⸗ 1. Anmerkung. Was man in dieſen Waſſern, ſie moͤgen de⸗ ſtilliret oder abgezogen ſeyn, ſindet, iſt 1) etwas geiſthaf⸗ tes riechendes. 2) Eiwas oͤligtes, weswegen ſie manch⸗ mal weißlicht ausſehen. 3) Enwas ſalzigt fluͤchtiges, es ſey von was für Art es wolle; denn die uͤhrige Beſtand⸗ theile der Coͤrper, koͤnnen entweder vom Waſſer nich 5 ——ꝛ=n——u ſer bern. trlanget dher in d dopfen Venn Neiſſtit get worde fer. Vemn ts Renf niget wor r Ale die G Anterſchi und waͤſſerigten gemachten Coͤrpern. 439 raſtͤa, en die genſ, geloͤſet werden, oder wenn ſie in demſelben aufloͤslich ſind, ſt in nicht in den Helm oder in die Vorlage ſteigen. nekt itn 2. Anmerkung. Wenn man zu den abgezogenen Waſſern⸗ nect,„.. ſtatt des Waſſers, Wein nimt, ſo heiſſen die erhaltene ſtu, Waſſefer, deſtillirte weinigte Waſſer. Dieſe enthalten Thei⸗ Jdas Ang le, die im Wein aufloͤßlich ſind, und mit demſelben uͤber⸗ Pünnga h gehen. winder aba weges ſti 48 S.'S S Me dhn Das 27. Capitel. Von Geiſtern, gemachten geiſtigen Coͤrpern, und vom Aether. s den nal und Gſt§. I. veyettn ie Geiſter ſind duͤnne Feuchtigkeiten, ſo ſchme⸗ L cken und riechen, und wenn ſie rein und ſtark ſièe ſind, nicht frieren, ſich mit Oel ſowol als Waſ⸗ atütlda ſer vermiſchen laſſen, durchs Deſtilliren(Cap. 16.) fign èin erlanget werden, und unter demſelben in dem Helm Venn un oder in der Roͤhre des Deſtillirgefaͤſſes in laͤnglichten t, ſbſca Tropfen oder Streiffen zuſammen lauffken. durch eu G. 2. Wienn dergleichen Geiſter(§. 1.) durch einmaliges in den du Rectiſiciren(Cap. 32.) von allem Waſſer gereini⸗ deunt un get worden ſind, ſo nennet man ſie rectificirte Gei⸗ von narilic ſter. 885 Theile utt§. 3. tdenſb Wenn rectiſtcirte Geiſter(§. 2.) durch wiederhol⸗ - tes Rectificiren(Cap. 32.) oder Concentriren gerei⸗ niget worden, ſo heiſſen ſie hochrectificirte Geiſter, en fu oder Alkohol(Cap. 7.§. 4. Anmerk.) nat: rutbun 1 6 g üche, Die Geiſter ſind auf viererley Weiſe von einander knai unterſchieden. oiuntg Ee 4 1) Bren⸗ N 44o Cap. 37. Von SGeiſtern, 1) Brennende Geiſter, welche oͤligt ſind und anbrennen, werden durch die Gaͤhrung gemacht, und durchs Deſtilliren, von der vergohrnen Maſſe abge⸗ ſondert.(Cap. 38.) Sie heiſſen Weingeiſt, oder weinigte Geiſter, bisweilen anch ſchlechtweg„Geiſt. Anmerkung. Der Geiſt, der auf beſchriebene Art aus mehligten Coͤrpern gemacht wird, heiſt auch Brande⸗ wein, oder brennender Geiſt; am beſten aber Kornbrande⸗ wein. 2) Fluͤchtige, ſtinkende, beiſſende Geiſter, wel⸗ che wieder von zweyerley Art ſind; a) Salzige, die ein fluͤchtig Laugenſalz enthalten, und entweder von ver⸗ faulten Materien(Cap. 30.) deſtilliret ſind, oder aus Matcerien, die, ohne gefault zu haben, fluͤchtiges Laugenſalz bey ſich fuͤhren, kommen. Dieſe brauſen mit ſauren Dingen, und heiſſen fluͤchtige laugenhaf⸗ ite Geiſter., b) Stinkende ſchwefeligtſaure, ſtinken heftig, enthalten aber kein fluͤchtig Laugenſalz, ſon⸗ dern eine ſchwefeligte oder vielmehr eine entzuͤndliche mit einer Saͤure verbundene Matcerie(Cap. 30.) Sie heiſſen ſtinkende Geiſter, und ſind von den vorigen darinne, daß ſie mit ſauren Dingen nicht brauſen, unterſchieden. 3) Saure Geiſter ſind verſchieden, mehr oder weniger freſſend, und brauſen mit Laugenſalzen. Man bekomt ſie, indem man entweder Materien, oder Coͤrper, die dergleichen ſaure Geiſter bey ſich Jaben, deſtilliret; oder ſolche Materien, die zur ſauren Gaͤhrung aufgelegt ſind,(Cap. 29.) gaͤhren laͤßt, und ſie nach der Gaͤhrung, durchs Deſtilliren, von ihnen abſondert. Sie heiſſen ſaure Geiſter, und wenn ſie ſtark und freſſend ſind, freſſende Gei⸗ ſter.. 229 An⸗ —— ——— — —y = 1 4 ſahigte Jyeik, hen entn er Ger dutden ſ thweing u Sal Gäſteve Aled bon den der deſti Piäintrö wiackgeiſt Yiriiol; iſt, der Venn d Mate iſen ſie hümlie, niſch id Salh hong det ntweder n. 1 1 gemachten geiſtigen Coͤrpern und vom Aether. 441 Uſon Anmerkung. Hieher rechne ich die metalliſche Butter, T die in einem dicken ſauren Geift, dem etwas metalliſches deſ anhaͤnget, beſtehet. T da 4) Vermengte, ſalzigtoͤligte Geiſter, enthalten ſalzigte, mit einer entzuͤndlichen Materie verbundene ſcr ene Theile, und ſind von zweyfacher Art: a) Sie beſte⸗ dſt ach n hen entweder aus einem fluͤchtig⸗laugenhaftem Salz nader gonze oder Geiſt, der mit einem entzuͤndlichen Geiſte ver⸗ bunden iſt, dergleichen man, fluͤchtigoͤligte, oder fluͤch⸗ ne Geiing tigweinigte Geiſter nennet, b) oder aus einem ſau⸗ ) Sal ren Salz oder Geiſte, der mit einem entzuͤndlichen ntwedetn Geiſte vereiniget iſt, ſo verſuͤßte ſaure Geiſter heiſſen. tſind, abeu den, ſiit 5. 7. Ditſe han Alle dieſe Geiſter(F. 4. N. 1. 2. 3. 4.) bekommen htige lauga von den Coͤrpern oder Materien, aus denen ſie gemacht tſaure, in oder deſtilliret werden, verſchiedene Benennungen: augenſch Weintroͤſtergeiſt heißt der ſo aus Weintroͤſtern; Sal⸗ ine enniüt miackgeiſt, der aus Salmiack; Vitriolgeiſt, der aus (Cay.)s Witriol; Salpetergeiſt, der aus Salpeter; Eſſig⸗ on den un geiſt, der aus Eſſig deſtilliret wird, u. ſ. w. richt buun 15. en, mht Wenn dieſe Geiſter(§. 4. N. 1. 2. 3. 4.) von an⸗ t Kaugedhe dern Materien abgezogen werden,(Cap. 16.. 7.) ſo er Natg heiſſen ſie nachher abgezogene Geiſter, die ſowohl eigen⸗ Giſr uß thuͤmliche, als auch ſolche Theile, die ſie aufgeloͤſet und rii, wx mit ſich uͤbergefuͤhret haben, beſitzen. P. 2). ght. 7. rcs Deſühta.§. 7 dGeiftt, Solche abgezogene Geiſter(§. 6.) ſind in Anſe⸗ faſene 6% hung der verſchiedenen Geiſter, die abgezogen werden, entweder weinigt,(§. 4. N. I.) oder fluͤchtig laugen⸗ „ Ee ß haft, 442 Cap. 37. Von Geiſtern, gemachten geiſtigen ꝛc. haft, G. 4. N. 2.) oder ſauer,(§. 4. N. 3.) oder fluͤch⸗ tig weinigt,(§. 4. N. 4. a) oder endlich ſauer und verſuͤßt(§. 4. N. 4. b) 1. Anmerkung. Wenn man z. B. Weingeiſt von Loͤffelkraut abziehet, ſo heißt der abgezogene Geiſt, abgezogener weinigter Loͤffelkrautgeiſt, oder beſſert und kuͤrtzer, wenn man das Wort: abgezogener, weglaͤßt, weiniater»Loͤffelkrautgeiſt, indem es all⸗ zuweitlaͤuftig waͤre, alle dieſe Namen beyzubringen. Luf eben die Art macht man es auch in andern Faͤllen, welches den Anfaͤngern in der Chemie zu wiſſen noͤthig iſt. 2. Anmerkung. Man hat auch noch andere, mehr oder weni⸗ 4 ger zuſammengeſetzte Geiſter, als ſauerlaugenhafte, ja ſauer⸗ augenhaftoͤligte, und noch mehrere auf mancherloy Art zu ſammengeſetzte; die wir aber der Apotheckerkunſt uͤberlaſſen. §. 8. 7 Der Aether, den auch einige Naphtham nennen, iſt eine Feuchtigkeit, ſo die Chemiſten nicht lange unter den gemachten chemiſchen Coͤrpern haben; er iſt waſ⸗ ſerfarbigt, durchſichtig, ſehr duͤnne, riecht und ſchmekt lieblich, und gehet darinne von andern gemachten Gei⸗ ſtern ab, daß er a) ſehr leicht, und leichter als jeder andere Geiſt, den man noch ſo ſtark gereinigt und rectificirt hat, iſt. Denn er ſchwimmt auf denſelben. b) Er iſt ſehr fluͤchtig, daß er kaum in einem aufs ſorgfaͤl⸗ tigſte verſchloſſenem Gefaͤſſe erhalten werden kann, und c) ſehr entzuͤndlich, indem er von weitem Feuer faͤngt. d) Er laͤßt ſich mit dem Waſſer nicht vermiſchen. Anmerkung. Der Aether, oder die Naphtha, iſt weder Wein⸗ geiſt, noch Oel, ſondern hat von beyden was. Er wird ent⸗ weder durchs Deſtilliren oder gelinde Erwaͤrmung, oder durch Niederſchlagen!, aus Weingeiſt, mit freſſenden Saͤuren ver⸗ miſcht, gemacht.. Das erin neb Die d nin(Cay (Cap,5, ſe ſid di Geſchmack Päinge und Dünn erin ſa ſicite he Lſtmac trannt; m Cap. 38. Von den Oelen. 443 bän prahate ararhth eresder th eSapeenac ſaher u 5 Das 38. Capitel. g m lhn Von den DOelen. n b man dyg, autgeiſ i 8. 9. 1. dhe in Oel, iſt eine fluͤſſige Materie, die leicht Feuer dijä. 4ag faͤngt und brennt. Es laͤßt ſich mit Waſſer ensag. ni ce vermiſchen, und ſteigt unter dem Deſtilli⸗ unſa ren in lcheligeer Geſtalt auf. f mancherne eckerimben§, 2. Die Dele ſind von dreyfacher Art? 1) Weſentliche, die meiſtentheils durchs Deſtilli⸗ tjamnan ren(Cap. 16.) bisweilen aber auch durchs Auspreſſen nich langem(Cap. 8§.§. 2. c) aus den Coͤrpern gebracht werden; aben; et ini ſie ſind duͤnne, ſehr fluͤſſig, von lieblichem Geruch und ſecht unſtu Geſchmack; ſie loͤſen ſich in einer genugſamen Men⸗ gemachtad ge Weingeiſt auf, verlieren mit der Zeit ihren Geruch ſeichter uth und Duͤnnheit, und verwandeln ſich entweder in Harz, t gerengh oder in ſalzige Coͤrper, oder Campher. äf denil 2) Ausgepreßte Oele, werden ſowohl durchs Aus⸗ em auſsſt preſſen,(Cap. 8.) als durchs Abkochen,(Cap. 24.§.5.) verden iuh gemacht; ſie ſind dicker als die weſentlichen Oele, en Fauſth(N. 1.) fetter, haben auſſer einem fetten, faſt gar kei⸗ ermiſchn nen Geſchmack, und auch faſt keinen Geruch; ſie loͤ⸗ ſen ſich in Weingeiſt nicht auf, frieren geſchwinde, 9 Pat werden mit der Zeit ranzigt, und bekommen einen iag us ſccharfen Geſchmack und unangenehmen Geruch. ſahn euug. 3) Angebrannte Oele, werden allein durchs De⸗ ſtilliren, bey ſtarkem Feuer, gemacht; ſie ſind dick, an Geſchmack ſcharf, und riechen unangenehm und ange⸗ brannt; mit der Zeit werden ſie ſo dick wie Pech. An⸗ * 444 Cap. 39. Von fluͤſſigen Extracten, Anmerkung. Wenn man weſentliche Oele, lange und wohl verwahrt ſtehen läßt, ſo ſetzt ſich in denſelben eine Materie nieder, die dem aͤnſſerlichen Anſehen nach wie Salz ausſiehet. Einige haben ſie auch vor Salz, andere aber vor Campher ge⸗ halten; nach unſerm Beduͤnken hingegen iſt ſie nichts anders als eryſtalliſirt oder verdicktes Oel. Denn ſee loͤſet ſich im Waſſer nicht auf, und nimmt, wenn ſie warm wird, die vo⸗ rige Geſcalt des Oels an, die ſich bey ihrem Erkalten wieder in ein feſtes ſalziges Weſen verwandelt. Uebrigens brennet ſie im Feuer wie Oel. Wir werden aber hievon im zweyten Theile mit mehrerem handeln.. 4 t 28 Je 2 Je 86 3e 4 J2 48 35 28 Je 34 35 34 ⁵ 3**† Das 39. Capitel. Von fluͤſſigen Extracten, Uebergieſſungen ab⸗ gekochten Dingen, Tincturen und Elixiren. §. I. aſſige Extracte, ſind duͤnne, fluͤſſige Mengſel F 55 uff einem ſchicklichen Aufisfungsrnaeit (Cap. 5.§. 7.) durchs Ausziehen(Cap. 14.) be⸗ reitet worden. 4. S. 2. Es beſtehet alſo ein Extract, ſowohl aus dem ge⸗ brauchten Aufloͤſungsmittel, als aus den Anfaͤngen und Theilgen, die das gebrauchte Aufloͤſungsmittel hat auflöſen, und aus der erwaͤhlten Materie ausziehen koͤnnen.(Cap. 14.§. 2.) S. 3. Dieſe fluͤſſige Extracte ſind ſowohl nach Beſchaf⸗ fenheit des Aufloͤſungsmittels, als auch nach der Farbe, nach ihrem Beſtande und andern Umſtaͤnden verſchie⸗ den, und pflegen deswegen in fuͤnf Gattungen einge⸗ theilet zu werden, als in Uebergieſſungen, Abkochun⸗ gen, Tincturen, Eſſenzen und Elixire. §. 4. l eeb Uebe ..: fangsn ) 1 iial 9 P Pm Wiin lſüngmit Wiſ NMaſer iſt 1)) Vi liungsnit Irmerku andere, unter d dleiden Wfiüſe man,d überge und de ſes iſ Eſig racten, Uebergieſſungen, abgekochten Dingen, ꝛc. 445 de dangt Nw mſeben nun 8 4.— teneſu Aebergieſſungen, werden durchs Uebergieſſen(Cap. liseng 14.§. 3.) gemacht, und ſind, in Anſehung des Aufloͤ⸗ eunehfd ſungsmittels, von zweyfacher Art: aan gide 1) Waͤſſerigte, werden mit waͤſſerigten Aufloͤſungs⸗ 8 mitteln, ann 2) Weinigte aber mit Wein bereiter. 3 1. Anmerkung. Wer da weiß, was das Waſſer, oder 88 8 Wein aufloͤſen und ausziehen kann, wie zum afer aus dde was im(5. Cap.§. 7. N. 1.) geſaget worden iſt, erhellet, der wird auch leicht abnehmen koͤnnen, worinne der wahre Unter⸗ . ſcheid zwiſchen einer waͤſſerigten und weinigten Uebergieſſung eſſunge beſtehe. dren und 2. Anmerkung. Daß man das geiſtige aus einigen Gewaͤchſen, auch durchs Uebergieſſen mit Waſſer, ja beſſer als durchs De⸗ ſtilliren erhalten koͤnne, ſoll an ſeinem Orte angezeiget werden. Derer Uebergieſſungen, die mit Molken oder Eſſig gemacht werden kann, haben wir nur dem Namen nach gedenken 1 —:——— wollen, weil ſie ſehr ſelten vorkommen. flüſſge Nan. 1 uflſune§. 7. ſen(Coplh Die Abkochungen werden durchs Abkochen(Cap. 14.§. 7.) gemacht, und ſind in Anſehung des Auf⸗ 6 loͤſungmittels, wie die Uebergieſſungen, zweyerley: vßl aus m 1) Waͤſſerigte, bey denen das Aufloͤſungsmittel, us den Afide Waſſer iſt. läſungemin 2) Weinigte, bey denen Wein die Stelle eines Auf⸗ ſateſt a löſungsmittels vertritt. Anmerkung. In den Uebergieſſungen(9. 4.) koͤnnen keine andere, als leichtaußuloͤſende und auszuziehende Theile ſeyn; unter dem Abkochen aber verfliegen die fluͤchtigen Theile, und fl nach Aüü b leiben nur die beſtaͤndigeren, welche vermoͤge der Natur des daſ Aufloͤſungsmittels aufgeloͤſet werden koͤnnen. Daraus ſiehet nachee man, daß man Coͤrper, die fluͤchtige und feine Theile haben, ſtaänden ACh uͤbergieſſen; diejenigen hingegen, deren Theile beſtaͤndig, grod er i und dichte zuſammengefuͤget ſind, abkochen muͤſſe. Ueberdis⸗ Gatkunga ſes iſt auch zu merken, daß man zum Abkochen, Molken oder nger, Atr Eſſig, aber ſehr ſeiten braucht. 44* 5. 6. 5. 6. 446 Cap. 39. Von fluͤſſigen Extracten, Tincturen ſind ſehr fluͤſſige, durchſichtige und ſchoͤn gruͤn, gelb, roth oder blau gefaͤrbte Extracte, die durch die Ausziehung(Cap. 14.) gemacht werden. In Anſehung des Aufloͤſungsmittels ſind ſie ſechsfach: 1) Saure Tincturen; dieſe werden entweder mit ſaͤuerlichem Waſſer, oder Geiſt(Ca gemacht. p. 3.§. 4. N. 3.) 2) Laugenhafte, koͤnnen entweder mit einer Lauge von Laugenſalz, oder fluͤchtigen laugenhaftem Geiſte (Cap. 37. g. 4. N. 2.) gemacht werden. 3) Salzige, zu denen man ſalzige Aufloͤſungsmit⸗ tel, oder Waſſer, in welchem man ſo viel Mittelſalz, als es aufloͤſen kan, zergehen laͤßt, nimmt. 4) Weinigte, werden mit Wein bereitet. 5) Geiſthafte, macht man mit Weingeiſt oder Bran⸗ dewein, den man nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, mehr oder weniger rectificirt. 6) Oeligte, werden mit Oelen verfertiget. Von der Art ſind die Firniſſe, und mehrere Tincturen, die man zum Lackiren braucht. Anmerkung. Man hat auch viele zu ſammengeſetzte inctu⸗ ren, die mit vermiſchten und zuſammengeſetzten Aufloͤſungs⸗ mitteln gemacht werden; allein wir wollen ſie hier weglaſſen, weil wir in unſerer⸗ Hydrologie von die ſen Tineturen weit⸗ 4 laͤuftiger, obwohl in anderer Ordnung(Hydrolog. S. 100. u. ſ. f.) gehandelt haben. S. 7 Eſſenzen ſind fluͤſſige, etwas dickere, und nicht ſo durchſichtige Eptracte, als die Tincturen; ſie ſind dun⸗ kel, oder gar nicht gefaͤrbt; ſie werden wie die Tinctu⸗ ren durchs Ausziehen gemacht, und ſind in Anſehung der Aufloͤſungsmittel von ſechsfacher Art, nemlich: 1) Sau⸗ e piiſeri laugenſc tt ſat, und lauge ausgezog 9) macht. 9 geiſt oden dergleiche 9 1 Anme Wmn oſt ſeißt, Pärter kann, dem qn ligkeit rerlichen „Anmer „ydrol m Un b lire Uunkel v . a werde rac K Uebergieſſungen, von abgekochten Dingen, ꝛc. 447 urtſt'11) Saure, deren Aufloͤſungsmittel entweder tecntr waͤſſerigt ſauer, oder ein ſauerer Geiſt iſt. tnuf 2) Laugenhafte, werden entweder mir Laugen, ſndſe die aus ſluͤchtigen oder feuerbeſtaͤndigen Laugenſalzen ſeitie gemacht ſind, oder aus fluͤchtigen laugenhaften Gei⸗ en entnit ſtern, bereitet. d 3. ſ.n. 3) Salzige werden entweder mit Waſſer, wel⸗ ches man mit untereinander gemiſchten ſauren und nit ena laugenhaften Salzen(oder mit Mittelſalzen) geſaͤtti⸗ genhaſtatze Let hat, oder mit ſolchen Geiſtern, in denen ſaure en. und laugenhafte Salze mit einander vermiſcht ſind, aufttea ausgezogen. vviel Mih. 4) Waͤſſerigte, werden mit reinem Waſſer ge⸗ mmt. macht. ereite. 5) Geiſtige, macht man entweder mit Wein“ ngeiſtohn geiſt oder Kornbrandewein, oder mit einem andern it dr Unn dergleichen mehr oder weniger rectificirten Geiſte. 6) Weinigte werden mit Wein ausgezogen. fertigtt Den 1. Anmerkung. Wir wiſſen wohl, daß man die Tinctu⸗ ſeturen, Reu ren oft Eſſenzen, und umgekehrt, die Eſſenzen Tincturen heißt; allein wir haben hier erklaͤren wollen, was dieſe Woͤrter eigentlich bedeuten, woraus man zugleich ſehen mmennitst ann, daß die Tincturen von den Eſſenzen, mehr nach nefinuſn deem aͤnſſerlichen d. i. in Anſehung der groͤſſeren Durchſich⸗ Knnthe. tigkeit und der gedachten Farben(§.6.) als nach dem in⸗ deet mne nerlichen unterſchieden ſind. adrolbge m. - 2. Anmerkung. Wir haben auch die Eſſenzen in unſerer Hydrologie p. 101. etwas weitlaͤftiger, doch mit eini⸗ gem Unterſcheide beſchrieben. e, und uü en; ſeſopy§. 8. wie büd Eiligpire ſind dickere Extracte als die Eſſenzen und di Wih ſo dunkel von Farbe, daß man kaum durchſehen kann. Irh nemlc Sie werden meiſtens aus vielen untereinander ge⸗ ) 60— 1 men⸗ 1 448 Cap. 39. Von fluͤſſigen Extracten, mengten Materien, aus denen man das kraͤf., auig tigſte mit einem gehoͤrigen Aufloͤſungsmittel aus⸗ An ziehet, gemacht. Sie ſind nach denen Auſloͤſungs. unn mitteln von viererley Art. m 1) Saure, ſo mir einem ſauren Aufloͤſungsmit: n 0 kel gemacht werden. 2) Laugenhafte, die mit feuerbeſtaͤndigen oder fluͤchtigen laugenhaften Aufloͤſungsmitteln ausgez⸗ gli gen werden — 3) Geiſtige, werden mit Wein⸗oder einem an⸗ dern dergleichen Geiſt; 4) Weinigte aber mit Wein gemacht. b 1. Anmerkung. Mehrentheils nimt man zu den Elixiren b zuſammengeſetzte Aufloͤſungsmittel; da man aber ſolche eücht Aufloſungsmittel hier nicht beſchreiben kann, ſo haben wir dem aauch dieſe Elixire hier nicht anfuͤhren moͤgen. Cin 2. Anmerkung. Heut zu Tage werden, wie g. 7.. ſu M Anmerk. geſagt worden, die Eſſenzen nicht allein mit den 1(Ce.1, Tincturen, ſondern auch mit den Elixiren dergeſtalt ver⸗ 1 menget, das die heutige Chemiſten dieſe Benennungen Anmertun nach Gefallen verwechſeln und eine ſtatt der andern brau⸗ e ſoal chen. Die alteren Chemiſten aber hielten es anders, und Rn deswegen iſt es wohl noͤthig, den rechten Unterſchied zwi⸗ 1 fatheit u ſchen den Eſſenzen und Elixiren, nach ihrer Meinung, Keachigt anzuzeigen. Man muß alſo merken, daß ihnen zweyer⸗ Woi ley Aufloͤſungen bekannt waren; die eine nenneten ſie: un or die qpeckſilberartige(mercurialem) oder auch gruͤndliche äi de (radicalem). Dieſe wurde mit dem allgemeinen Auflöͤ⸗ eacten ſungsmittel, wodurch die Coͤrper in ihre erſte Anfäͤnge ſit aufgeloͤſet, und zur erſten Fluͤſſigkeit gebracht wurden, ge⸗: macht; den Coͤrper aber, der durch dieſe Aufloͤſung her⸗ vorgebracht wurde, nenneten ſie ein Elixir, weil die Coͤr⸗ die Feuc per unter dieſer Aufloͤſung völlig veraͤndert, und die Ane ilcht we faͤnge von ihren Unreinigkeiten befreyet wurden; die ande⸗ re aber die ſchwefeligte; zu dieſer nahmen ſie ein beſon⸗ deres Aufloͤſungsmittel, das nur einen oder den andern Theil des Coͤrpers aufloͤſete, und wenn der dadurch her⸗ 2* vor⸗ Jifenteit, —— — — — — — — — — — — — raetn nan dat t agsmitte 1 en Juſtha üfäſtng eſändin A itteln ag wodet ähae rmacht aa zu dae da man ditt kaun, ſeſän nögen. den, vie nict alenn, aren dernäütr dieſe Rennnan. t der anden e ten es aneh ten Untaſcos, h ihter Nim daß idun me eine nenaan der auch gunt dlrenernaa ihte arte di Rch Cap. 40. Von Feuchtigkeiten. 449 vorgebrachte Coͤrper, nicht helle und durchſichtig war, ſo nenneten ſie ihn eine Eſſenz; eine Tinctur hingegen, wenn er durchſichtig und ſchoͤn gefaͤrbt war. Hieraus ſiehet man, was unter einem alchemiſtiſchen und Apothecker Eli⸗ xir für ein Unterſcheid ſey; die Verwirrung aber iſt durch den Paracelſum und durch ſeine Reden vom Circulato majori, desgleichen durch die Alchemiſten, die man, ſo wie jenen, nicht wohl verſtand, entſprungen. IeE ME NMMNMH RNeM M::KMeN Das 40. Capitel. Von Feuchtigkeiten. §. 1. dem Waſſer vermiſchen laſſen, und aus feſten Coͤrpern, ohne einigen Zuſatz einer andern fluͤſ⸗ ſigen Materie, bloß durch das Zerflieſſen an der Luft (Cap. 11.S. F.) gemacht werden. Anmerkung. Man belegt diejenigen fluͤſſigen Materien die ſo gemiſcht ſind, daß man ihnen keinen andern beſon⸗ F vewen ſind fluͤſſige Coͤrper, die ſich mit dern Nahmen geben kann, oder deren Natur und Beſchaf⸗ fenheit unbelannt iſt gemeiniglich mit dem Nahmen der Feuchtigkeiten; allein in dieſem Verſtande haben wir hier⸗ das Wort Feuchtigkeik, nicht genommen, wie man aus dem von uns vorgebrachten Begrif, vermoͤge welchem wir die Feuchtigkeiten, von jedweden andern hervorge⸗ brachten Coͤrper, leicht und hinlaͤnglich unterſchieden, ſiehet.— §. 2⸗ Die Feuchtigkeiten, die durchs Zerflieſſen hervor⸗ gebracht werden(§. 1.) ſind in Anſehung ihrer Be⸗ ſchaffenheit auf viererley Art unkerſchieden. 1) Laugenhafte Feuchtigkeiten, kominen von Lau⸗ genſalzen, die, wenn ſie rein ſind, alle miteinander, 1. Th. Sf ſie 450 Cap. 41. Von Gallerten. ſie moͤgen fluͤchtig oder feuerbeſtaͤndig ſeyn, nicht al⸗ lein ſelbſt an der uft zerflieſſen, ſondern auch die fe⸗ ſten Coͤrper, die von ihnen zuvor aufgeloͤſet und mit ihnen vermiſcht waren, zugleich fluͤſſig machen. 2) Saure Feuchtigkeiten, werden von ſauren Salzen oder Geiſtern, mit denen man feſte Coͤrper aufloͤſet, und dieſe wenn ſie ſich mit denſelben verbun⸗ den haben, zu einem feſten ſalzigen Beſtande bringt, gemacht; auf dieſe Art erhaͤlt man metalliſche Salze, die an der Luft zerflieſſen. 3) Salzige Feuchtigkeiten, macht man aus Mit⸗ telſalzen, die an der Luft zergehen, und andere, von ih⸗ nen auſgeloͤſete, Coͤrper, mit ſich zum flließen bringen. % Ungeſalzene Feuchtigkeiten, bekomt man ohne Salze, aus Coͤrpern die an der Luft zerflieſſen. Anmerkung. Hieher gehoͤren auch die Saͤfte,(ſaftige Feuchtigkeiten) die entweder aus geqgvetſchten und in ei⸗ ner Retorte aufbehaltenen Gewaͤchſen, wie die Feuchtig⸗ keit aus den zergvetſchten Schwammen, und aus andern zerqvetſchten Gewachſen, oder aus thieriſchen Theilen, als z. B. aus Regenwuͤrmern, welche, wenn ſie gegvetſcht und in einen Kolben hingeſtellt werden, in eine Feuchtig⸗ keit uͤbergehen, entſpringen. Das 41. Capitel. Von Gallerten. §. I. 14 Kallerten ſind fluͤſſige, dicke, ſchleimigte Coͤrper, ] die von der Kaͤlte und vom Weingeiſt verdickt, ‿ò vom Waſſer aber aufgeloͤſet werden. Man ziehet ſie mit Waſſer aus den feſten Theilen der Thie⸗ re te, be Mark durch! 8 — 4 ——ᷣÿꝛꝛ— Mume Gec Mntel Cheil Recht di Ge ren lt ſnigtes ſen, iiie Es ſi y Arrn Galerten. 2 Hher ah NR gheade Anmerku ſchon in durc K kitit n. ſan n ern auchi glüſſt unn g machen an fenlem enſelbenäie Beſinnetir eiuliſhe t wan aan⸗ Hander,,g ließen in omt na zerfliſe e Sifte, e etſchten udi „wie diedeit 1, und ausuh hrerichn dih wenn ſegenet 1 „ in eine Juth — ſ. niatelm ngeiſ tedtt erden. N faln erd . Cap. 42. Vom Gummi oder Schleim 471 re, beſonders aus den Knochen, wie auch aus dem Mark einiger Gewaͤchſe, oder aus andern Theilen, durch langes und anhaltendes Kochen, aus. Anmerkung. Die Gallerten kommen mit dem Gummi der Gewaͤchſe ſehr uͤberein, doch findet ſich einiger Unterſcheid unter dieſen Coͤrpern, den wir an ſeinem Ort, im 2ten Theil anzeigen wollen. Ich ſehe nicht ein, mit was fuͤr Recht Herr Cartheuſer in den Radim. Mat. Med. p. 57. die Gallerten, zu den Fettigkeiten der Thiere, hat rech⸗ nen koͤnnen, zumal da ſie im Zerlegen und durch ihr ſchlei⸗ migtes Weſen, auch daß ſie ſich mit Waſſer aufloͤſen laſ⸗ ſen, an den Tag legen, daß ſie vielmehr zu den gum⸗ migten Coͤrpern als zu den Fettigkeiten gehoͤren. §. 2. Es ſind uns noch zur Zeit nicht mehr als zweyer⸗ ley Arten der Gallerten bekannt. 1) Thieriſche von thieriſchen Theilen gemachte Gallerten.. 2) Vegetabiliſche die man aus Pflanzen bekomt. Hieher gehoͤren die vom Segu oder Sego, ſo man von der cycade cireinali bekomt, gemachte Gallerten⸗ Anmerkung. Alle Gallerten ſind entweder natuͤrlich und ſchon in den Coͤrpern zugegen(S. unſere Zydrol.) oder durch Kunſt, nach der von uns angezeigten Art, gemacht. 65 3548 35 18 38 32 18 38 38 34 2 38 38 35 38 34 46 38 8 36 8 9s Das 42. Capitel. Vom Gummi oder Schleim. §. 1. in Gummi iſt ein mehr oder weniger harter, kleb⸗ rigter Coͤrper, der ſich nicht vom Weingeiſt, ſon⸗ dern vom Waſſer aufloͤſen laͤßt, weswegen man If2 es 1 452 Cap. 43. Von Harzen, es auch mit Waſſer aus den Pflanzen ziehet, und es von demſelben entweder durchs Niederſchlagen mit Weingeiſt, oder einer anderen geiſtigen Feuchtigkeit, oder indem man das Waſſer abduͤnſtet, ſcheidet. Anmerkung. Alles Gummi iſt entweder natuͤrlich, ſo von freyen Stuͤcken aus den Baͤumen quillet, und entweder bruͤchiger wie das Arabiſche, oder zaͤhe wie das Sene⸗ ga Gummi iſt; oder durch Kunſt bereitet, ſo hieher ge⸗ hoͤret. §. 2. Die Schleime, kommen dem Gummi ſehr nahe, ſie ſind klebrig und zaͤher; ſie werden aus den Pflan⸗ zen Saͤften mit Waſſer ausgezogen, wobey man das Kochen entweder zu Huͤlfe nimt, oder es auch unter⸗ laͤßt: mehrentheils iſt eine gelinde Erwaͤrmung hin⸗ reichend. 1. Anmerkung. Es finden ſich auch ſowohl in Thieren als auch einigen Pflanzen, natuͤrliche ſchleimige Saͤfte, medn man den Anfang der Harolog, nachſchlagen ann. 2. Anmerkung. Die Schleime ſind unterſchieden. Denn einige ſind oͤligter, andere erdigter und noch andere waͤſ⸗ ſerigter, nach dem Unterſcheid der Coͤrper, aus denen ſie kommen. Eben ſo verhaͤlt es ſich auch mit den Gummis. Denn auch dieſe ſind in Anſehung der Verhaͤltnis der Beſtand⸗ theile unterſchieden. EBSB TSBeES- EBD BS BSD GSv BSBESr Das 43. Capitel. Von Harzen und hervorgebrachten fetten Coͤrpern. S. 1, — Horze ſind mehr oder weniger harte und zaͤhe Coͤr⸗ 55 per, die ſich im Weingeiſt, aber nicht im Waſſer 8 aufloͤ⸗ 4 ¹' auflſe gezogen ſchlage abdün iſt dae E etn im nerlißt net, wen hrauchen, lben ticaniſche ein Saf wird, un daht der Sin Das bitd zum gen aber, gen fͤſig ils die h tenn es! Es iſtaben und indie den Pfen Pfn, nd durch ten witd. 1. Anme daohoh und hervorgebrachten fetten Coͤrpern. 473 ſ 3 aufloͤſen, und mit Weingeiſt aus den Pflanzen aus⸗ 1 atit gezogen, und von demſelben entweder durchs Nieder⸗ ſtei ſchlagen mit Waſſer, oder indem man den Weingeiſt uunti abduͤnſtet, geſchieden werden. Von dieſen Harzen ee iit das he weweer Elaſtiſche Harz, ſo ſich nicht im Weingeiſt ſon— L dern im Nußoͤl aufloͤſen, und ſich wie Leder ausdeh⸗ nen laͤßt, auch ſehr elaſtiſch iſt, unterſchieden. Es bren⸗ net, wenn es angezuͤndet wird, ohne dazu Dacht zu mmi ſien brauchen, daß man daraus Lichte machen und es ſtatt aus dſe derſelben brauchen kann. Es komt von einem ama⸗ woden a ricaniſchen Baume, aus deſſen eingeſchnittener Rinde, tes uhn ein Saft, der bey rauchendem Feuer allmaͤhlich hart wäͤrmunge wird, und das gedachte Harz giebet, troͤpfelt. S. den de la Condamine in der Hiſt. de ² Acad. Koy. owohl u he des Scienges. 1751 ſchleimig en algg, lucſche§. 2. Das Wachs komt den Harzen ſehr nahe, und erſchedn d wird zum Theil vom Weingeiſt aufgeloͤſet; im uͤbri⸗ doch enan gen aber gehet es mit demſelben in einen butterarti⸗ de, uan gen fluͤſſigen Coͤrper; in der Kaͤlte wird es bruͤchiger 37 als die Harze, in einer maͤßigen Waͤrme aber zaͤher; öunmin wenn es ruhig verbrennet, ſo laͤſt es nichts zuruͤck. ni i an Es iſt aber das Wachs ſowohl natuͤrlich als kuͤnſtlich, und in dieſer Abſicht gehoͤret auch dieſes, das nur aus „88 den Pflanzen zu erlangen iſt, hieher. §. 3. gtnftn Pflanzenbutter, die fluͤſſiger, aber dennoch dick iſt, und durch Abkochung, aus einigen Pflanzen, erhal⸗ ten wird. Püber 1. Anmerkung. Hieher gehoͤret die Butter von den Ca⸗ und ſe⸗ caobohnen, und von der Frucht des Zimmetbaums ꝛc. htin Wit qyſe Ff 3 2. An⸗ 474 Von Eyxtracten und eingedickten Saͤften. 2. Anmeykung. Die uͤbrige Fettigkeiten, und harzigte oder grobe oͤligte Theile der Pſtanzen, als fluͤſſige Balſame und Campher, ſind ganz und gar natuͤrlich, ſo daß ſie als her⸗ vorgebrachte chemiſche Coͤrper nicht wohl angeſehen wer⸗ den koͤnnen. Eben ſo iſt es mit den Fettigkeiten der Thie⸗ re, ſie moͤgen Schmeer, Unſchlitt, Marck, oder auch anders heiſſen, beſchaffen. Denn alle dieſe ſind ebenfals natuͤr⸗ lich, und nicht unter die hervorgebrachten chemiſchen Coͤr⸗ per zu rechnen. Das 44. Capitel⸗ Von Extracten und eingedickten Saͤften. —§. I. Jie eigentlich ſo genannte Extracte, ſind dickere, L nicht fluͤſſige, hervorgebrachte chemiſche Coͤrper, die aus den Beſtandtheilen der natuͤrlichen Coͤrper, ſo durch ein gewiſſes Aufloͤſungsmittel, Cap. 5.§. 7.) vermoͤge der Ausziehung(Cap. 14.) aufge⸗ loͤſet, aber auch von dem Aufloͤſungsmittel, durchs Eindicken(Cap 15. 9. 2.) abgeſchieden worden ſind, beſtehen. Anmerkung. Dieſe Extracte ſind alſo nichts anders als flüſſige Extracte,(Cap. ,9.§. 1.) ſo eingedickt, d.i. ih⸗ rer Fluͤſſigkeit beraubet worden ſind.. 5 7. In Anſchung des Aufloſungsmittels, ſind dieſe Extracte dreyfach: 1) Waͤſſerigte Extracte, die mit einem waͤſſe⸗ rigten Aufloſungsmittel gemacht werden. 2) Geiſtige, mit Weingeiſt gemachte Extracte. 3) Weinigte, zu deren Bereitung Wein ge⸗ nommen wird. An⸗ 2⸗ hungt 8 Anme Wo ſe gun nen 1 fen. 9 nit henig Aüfo henen meku Ei te, ſot eines Ei aui ife Anmer darinn mittel te Sij dickt w ittel Ks ——— e S V D her wot ln und per l und witd fenmachen 86. Win Cap. 45. Von der Seiffe. 455 d ha eölate. e 8 V Anmerkung. Wenn Gallerte, Schleime und Gummni mit daß ſechn Waſſer ausgezogen werden(Cap. 41. und 42.), ſo gehoͤren angeiza n ſie zu den waͤſſerigten Extracten, und pflegen entweder ſeienenn gummigte oder gallerartige, oder ſchleimige Extraete ge⸗ der ugann nennet zu werden. Die mit Weingeiſt ausgezogene Har⸗ ceit ut ze(Cap. 43.) gehoͤren zu den geiſtigen Extracten, und heiſ⸗ (henige 9 ſen harzige Extracte; da man aber dieſes Gummi, dieſe Nae⸗ Schleime, Gallerten und Harze, in den Extracten ſelbſt mit ſalzigten, erdigten und oͤligten Theilen, mehr oder e weniger, ja mit einem zurüͤckgebliebenen Theilgen des nd Aufloͤſungsmittel vermiſcht antrift, ſo haben wir in Anſe⸗ hung deſſen, dieſe Extracte ſelbſt, von den vorher beſchrie⸗ benen reineren Gallerten, vom Gummi, von den Schlei⸗ 5 men und Harzen, unterſchieden. Gfin. §. 3. Eingedickte Saͤfte ſind ausgepreßte Kraͤuterſaͤf⸗ ſi itn te, ſo durchs Eindicken(Cap. 15.) zum Beſtande ſtelins eines Extracts gebracht worden ſind, weswegen ſie rmiitn auch oͤfters den Namen der Extracte fuͤhren. V Anmerkung. Eingedickte Saͤfte ſind von den Extracten darinne unterſchieden, daß zu den erſten kein Aufloͤſungs⸗ 4 alfhe⸗— 9 mittel gebraucht wird, ſondern die natuͤrliche ausgepreß⸗ te Saͤfte fuͤr ſich allein, bis zur gehoͤrigen Dicke, einge⸗ rda ſad dickt werden; da hingegen die Extracte ohne Aufloͤſungs⸗ mittel nicht gemacht werden koͤnnen. d 5 hG, 39 8 34 36 3e8 3 3 36 5 34 6:343 39 5 38 1 34 ℳ 3 s Das 45. Capitel. Von der Seiffe. „fd e 1 2 F ie Seiffe iſt ein hervorgebrachter chemiſcher Coͤr⸗ dun viſ per, der aus Salz, das mit Oel vereiniget worden iſt, und einen mehr oder weniger gro⸗ Ertacke ben und harten Coͤrper darſtellet, beſtehet. Dieſer va Lücher beſet ſ ſowol im Waſſer als Weingeiſt auf, wird durch das im(23. Cap.) angezeigte Seif⸗ „ fenmachen bereitet. Siäe 3 b Ff 4 An⸗ 416 Das 46. Capitel. Anmerkung. Von der Seiffe h g. der C haben wir vorher gehan⸗ delt(Cap. 23.); hier aber wollen wir hinzu ſeber 88 ¹) man auch natuͤrliche Seiffe, oder ſeiffenartige Feuchtig⸗ V keiten, die man von einigen Pflanzen bekomt, und oft er⸗ ſtatt der kuͤnſtlichen Seiffe gebraucht werden koͤnnen, bekom finde.* jitjet NMe T F. R Fret. Se v21, m — 3 Kal Das 46. Capitel. 3 . Aalc Von den Erden. m w r. mmn Erden ſind gleichartige ſtaubigte Coͤrper, die weder riechen noch ſchmecken, weder vom Waſſer noch Je vom Oel aufgeloͤſet werden, im Feuer nicht brennen, 8 und fuͤr ſich allein weder in offenen noch verſchloſſe⸗ ähn, nen Gefaͤſſen ſublimiret werden koͤnnen. Es bleiben ſune dieſe Erden, in vielen Arbeiten, nachdem man na⸗ un di tuͤrliche Coͤrper zerleget hat., in den Gefaͤſſen zuruͤck. V Aumet anet §. 2. 4 die R Alle Erden, die man aus den naruͤrlichen Coͤrpern b erhaͤlt, kann man in 7 Arten eintheilen.)9 9) In §. 3. n dutch * Anmerk. des Ueberſ. Der Herr aus den Blaͤttern des gemei⸗ andere A Prof. Cartheuſer hat in nen Seiffenkrautes, den Bluͤ⸗ dingen, ſeiner Diſſ. de genericis qui⸗ ten der gemeinen Chamille, ſe aber i busdam plantarum prin⸗ des Melilots, und des Hollun⸗ gueinen; cipiis, hactenus plerum- ders angefuͤhrt. In wieferne 1 gliharig que neglectis, verſchiedene aber ſolche Seiffen genennet Arten von Seiffen aus Pzan⸗ werden koͤnnen, und ob ſie aus Anmerf zen, nenzlich eine aus den einer Saͤure, und ſchmierig⸗ ansei Fruͤchten des braſiltſchen Bau⸗ Pne urelete idind diel⸗ A mes Quity⸗ der Ninde des werden konnen⸗ zeit erniret m braßtliſchen Baumeslhixuman 3* 1 Von den Erden. 457 orher ae 1. 3. 1) In Kalcherde, die man durchs Verkalchen ut, umn oder auf andere Weiſe aus den natuͤrlichen Coͤrpern da ii bekomt. Dieſe Erde brauſet mit ſauren Dingen, ziehet Waſſer und Oel an, und ſließt im Feuer nicht. s Anmerkung. Im zten Theil werden wir zeigen, daß die Kalcherden ſehr verſchieden ſind. Denn wir haben bemer⸗ ket, daß harte Gewaͤchſe, nach ihrer Einaͤſcherung, eine Kalcherde, die aber im Feuer zu Glaſe ſchmelzt, geben; die Thiere geben eine andere Kalcherde, und Kalchſteine noch eine andere u. ſ. w. wovon wir an einem andern Orte ge Fadie mit mehrerem gehandelt haben. 2 V 2) In Gypserde, die man ebenfals durchs Ver⸗ 1 mtlſ kalchen, oder auf andere Art erhaͤlt; ſie brauſet mit 1 ſauren Dingen nicht, zieht auch nicht leichtlich Oel un und Waſſer an, und fließt im Feuer nicht. n uric. Anmerkung. Die Gypserde iſt nichts anders, als eine von einer Saͤure durchdrungene und veräͤnderte Kalcherde. S. die Mineralog,. dixyen§. 5. V 3) In glaßachtige Erde, die man aus den Metal⸗ §, ⁄ len durchs Verkalchen, aus andern Coͤrpern aber auf ngn andere Art erhaͤlt. Sie brauſet nicht mit ſauren ee⸗ Dingen, zieht auch kein Waſſer und Oel an, wenn Cwit ſie aber mit Laugenſalz vermiſcht wird, ſo fließt ſie ehn zu einem durchſichtigen Glaſe, und heißt deswegen Jn wiferne glaßar tig. ſu Anmerkung. Dieſe Erde iſt auch ſehr verſchieden. Denn a. aus einigen Coͤrpern bekomt man glaßachtige Erde, wel⸗ nan che leichter zu ſchmelzen iſt, als andere, ſo man aus an⸗ Inh dern Coͤrpern erhaͤlt, u. ſ. w. t crlrat F f 5 3§. 6 6 478 Cap. 46. Von den Erden. 71 §. 6. 4) In verhaͤrtende Erde, die auch, dem Feuer wi⸗ derſtehende Erde, heißt. Dieſe brauſet mit ſauren Dingen nicht, ziehet kein Waſſer und Oel an, wird im Feuer hart, aber weder zu Kalch noch zu Gyps. §. 7. 5) In fremde Erde; ſo nennen wir die fremde Er⸗ de im Mineralreiche, die man aus waͤſſerigten Ma⸗ terien, aus nicht harten Pflanzen, aus weichen und fluͤſſigen Theilen der Thiere, wie auch aus ſalzigen Coͤrpern bekomt. Dieſe Erde brauſet mit ſauren Din⸗ gen nicht, wird aber von ihnen mehr oder weniger aufgeloͤſet, und gehet mit ihnen in eine Gallerte; ſie fließt nicht leicht im Feuer. 1. Anmerkung. ſchmelzt fuͤr ſich allein im Feuer; andere nicht eher, als bis ſie im Feuer zu Kalch geworden, anderer Verſchieden⸗ heiten zu geſchweigen. Hieher rechne ich die alaunigte Erde, die Erde des Salpeters und Kuͤchenſalzes, u. d. gl. Alllein von dieſen und den vorigen Erden, wird im zten Theil der Chemie, in deſſen 2ten Cap. von chemiſchen Er⸗ den geredet werden wird, gruͤndlicher gehandelt werden. 2. Anmerkung. Wir duͤrfen hier nicht verſchweigen, daß von einigen Chemiſten zwey, von andern drey chemiſche Anfaͤnge mit dem Namen der Erden beleget worden ſind. Den erſten dieſer Anfaͤnge nennen ſie die glaßachtige Erde, die den allgemeinen und weſentlichen Aufang der Coͤrper, dem ſie ihren Grund, ihr Beſtehen, und ihre Feſtigkeit zu danken haben, vorſtellet; der andere von dieſen Anfaͤn⸗ gen heißt die entzuͤndliche Erde, oder entzuͤndlicher An⸗ fang, oder Phlogiſton, oͤfters auch ſchwefeligter Anfang. Von dieſem ſollen die Coͤrper ihre Warme, ihr Feuer und Bewegung haben, auch ſollen von ihm alle Veranderun⸗ gen, nebſt der Erzeugung und Zerſtoͤrung der Coͤrper her⸗ kommen; der dritte dieſer Anfange, den die neueren hin⸗ zu geſetzet haben,(Cap. 26.§. F. 1. Anmerk.) heißt die queckſilberigte Erde. Aus dieſer ſind, wie man nißr aͤlt, Dieſe Erde iſt ſehr unterſchieden; einige mt. 6 fung dern und Cag⸗ oder dur⸗ (Lap. 17 lich duras ) d. *Aunet. ſchen ant die eue de dan. Cap. 47. Von den Salzen. 459 haͤlt, die Metalle zuſammen geſetzt, und von ihr komt Seutt ie es, daß ſie ſich haͤmmern und ziehen laſſen. Ehe wir aber mit eurg dieſe Anfänge oder Erden beurtheilen koͤnnen, muͤſſen wir an 7 wiſſen, was fuͤr naͤhere oder er entfernete Anfaͤnge aus den vieh Corpern zu erhalten ſind. Denn die Anfaͤnge der Coͤrper duGyps. koͤnnen nic t eher beſtimt, noch ihre Eigenſchaften erkannt werden, als bis ſie, vermoͤge der Zerlegung, abgeſondert und bekannt worden ſind.* frendEr ſigten M SogeerSa Scr Se e See e eS er e. iham Da 47. Capitel. s gg aunn din. Von den Salzen. er vinige lert, ſ 4. 1. alze, ſind ſchmackhafte und im Waſſer aufloͤß⸗ . liche Coͤrger. Man erhaͤlt ſie aus den natuͤr⸗ be an V 1 lichen Coͤrpern, entweder durch die Auspreſ⸗ nw ſung des Safts und deſſelben Cryſtalliſirung(Cap. 8. dläunige und Cap. 29.) oder durchs Auslaugen(Cap. 24.§.6.) „odd oder durchs Deſtilliren,(Cap. 16.) oder Sublimiren, din zi(Cap. 17.) oder Gaͤhren(Cap. 29. 30.); oder end⸗ 493 lich durch das Cryſtalliſiren allein.(Cap. 21.) digen, da 6. 2. omſge Alles Salz, ſo man aus den natuͤrlichen Coͤrpern bne erhalten kann, iſt dekanntermaſſen von fuͤnferley Art⸗ der lina⸗ 8. 3. 84 1) Das ſaure Salz, welches ſauer oder herb dlcha d ſchmeckt. Es brauſet mit laugenhaften Dingen, eer Arfin. macht rSeuer nd uch,* Aumerk. des Ueherſ. Ich habe chen und eigentlichen erdigt⸗ chah. ſchon anderswo gezeigt, daß metalliſchen zuſammengeſetz⸗ dnſ, die qurckſilberigte, oder dritte tes Weſen ſey, und ich werde uns Erde kein wahrer Anfang, ſon⸗ es kuͤnftig noch mehr bewei⸗ hält, dern ein aus dem entzuͤndli⸗ ſen. 460 Das 47. Capitel. macht die blaue und violette Farbe der Pflanzen roth, und ſchlaͤget die von Laugenſalzen aufgeloͤſete Coͤrper meiſtentheils nieder. Anmerkung. Dem Beſtande nach iſt dieſes Salz entweder fluͤſſig, in welchem Zuſtande es, wennes rein iſt, mehren⸗ theils angetroffen wird, weil es das Waſſer heftig anzie⸗ het; oder feſt, in welchem Falle es mit andern feſten und groben Theilgen vermiſcht zu ſeyn befunden wird. 8. 4. 2) Das Laugenſalz hat einen ſcharfen oder harn⸗ haften Geſchmack, brauſet mit ſauren Dingen,(§. 3.) veraͤndert die blaue und violette Farbe der Pflan⸗ zen in gruͤn, und ſchlaͤgt Coͤrper, die von Saͤuren aufgeloͤſet ſind, meiſtentheils nieder. Es iſt in Ab⸗ ſ⸗ auf ſeine Beſtaͤndigkeit im Feuer von zweyerley rt. 2) Feuerbeſtaͤndiges Laugenſalz, welches im Feuer nicht raucht, ſondern ſchmelzt, und auch ausgelaug⸗ tes Salz genennet wird. V b) Fluͤchtig Laugenſalz raucht im Feuer, und ſchmelzt nicht; es heiſt auch Harnſalz. §. 7 3) Das Mittelſalz hat einen ſalzigen einfachen Geſchmack; bisweilen aber iſt es zugleich etwas bitter, oder auch herbe. Es brauſet weder mit ſauren(§. 3.) noch Laugenſalzen(§. 4.). Es veraͤndert die blaue und violette Farbe der Pflanzen nicht, und ſchlaͤgt keine mit Sauren⸗ oder Laugenſalzen aufgeloͤſete Coͤr⸗ per nieder. Es heißt auch Sal neutrum, und iſt in An⸗ ſehung der Beſtaͤndigkeit im Feuer von zweyerley Art. 2) Feuerbeſtaͤndiges Mittelſalz, ſo im Feuer ſchmel⸗ zet, aber nicht raucht. b) Fluͤch⸗ V 9 5 aber nit gem d dringen artiges 9 d. ti, darc Ennſtaliſ Pbkochun lla legt,) eerie; in V Anma weſen angen ftenii tet. ſind. den, ſteino ze, di fen, allweis alle in fen, ls von dee zen hen Gattu dßini verden, wir we mieroci man d richt en Phans Geſc” Von den Salzen. 461 den eh b) Fluͤchtiges Mittelſalz, das im Feuer raucht, Lärde aber nicht ſchmelzet, und wenn es mit feuerbeſtaͤndi⸗ gem Laugenſalz gerieben wird. 4. a.) einen durch⸗ artvedt dringenden Geruch giebt. Es heißt auch ſalmiack⸗ nehten artiges Salz. lig anzie⸗- dien und§. 6. 4) Die weſentliche Salze, ſo man aus den Pflan⸗ zen, durch Auspreſſung, Reinigung und fortgeſetztes henn Cryſtalliſiren des Saftes derſelben, oder auch durch 2,(. Abkochung erhaͤlt, brennen, wenn man ſie auf Koh⸗ rgun len legt, rauchen, und hinterlaſſen eine kohligte Ma⸗ Säuken terie; im uͤbrigen aber ſind ſie ſehr verſchieden. tin Ab. Anmerkung. Einige Chemiſten meynen, daß man dieſe depetle V weſentliche Salze in gewiſſe Gattungen, deren ſie auch 5. V angeben, eintheilen koͤnne, als a) in ſaure, die auch wein⸗ 4 b ſteinigte heiſſen. b) In ſuͤſſe, wohin der Zucker gehoͤ⸗ Feuer V ret. c) In bittere, die wegen ihres Geſchmacks bekannt elaug. ſind. d) In ſalzige, die auch laackenartige genennet wer⸗ V V den, und e) in vitrioliſche, die dem vitrioliſirten Wein⸗ ſtein aͤhnlich ſind. Wir aber glauben, daß uns alle Sal⸗ cmet ze, die wir in verſchiedenen Pflanzen und Thieren antref⸗ fen, noch nicht vollkommen bekannt ſind. Es gefiel dem allweiſen Schoͤpfer, ſehr verſchiedene natuͤrliche Coͤrper, die I alle ihren beſondern Geſchmack und Farbe haben, zu ſchaf⸗ nicher fen, dieſer Unterſcheid aber muß wenigſtens groͤſtentheils V von den verſchiedenen auf verſchiedene Art gemiſchten Sal⸗ züitter V zen herkommen; deswegen ſchlieſſen wir, daß faſt jede n G;) Gattung der Pflanzen ihr beſonderes Salz habe; denn ie blaue daß in verſchiedenen Pflanzen verſchiedene Salze erzeuget ſtlit werden, verdienet keine groͤſſere Bewunderung, als wenn d wir wahrnehmen, daß in dem Menſchen ein beſonderes te è,x microcoſmiſches Salz entſtehet. Man ſiehet alſo, daß tin I9 man die weſentliche Salze noch nicht genau, und auch ley Ar. nicht eher vollſtaͤndig angeben koͤnne, als bis man alle Pflanzenſalze, die jeder Gattung, oder wenigſtens jedem ſcime⸗ Geſchlechte eigen ſind, hinlaͤnglich erkannt haben wird. güc⸗§. 7. / 46² Cap. 48. Vom Schwefel. 3 S. 2. §) Oeligte Salze bekomt man aus einigen in war⸗ men Gegenden wachſenden Pflanzen, durch die De⸗ ſtillation, S. Grimms Pharmac. Inqicau; durchs Niederſchlagen aber, oder durch freywilliges Cry⸗ ſtalliſiren aus einigen Oelen,(Cap. 38. 2. Anmerk.) und endlich aus den Harzen, als aus der Benzoe ꝛc. durch die Sublimation oder durch Abkochung. Anmerkung. Dieſe oͤligte Salze ſind nicht alle von einer⸗ ley Art; einige, als die Benzoeblumen, werden vom Waſ⸗ ſer, wiewohl ſchwerlich, fluͤßig; andere aber, wie die uͤbrigen, von demſelben gar nicht aufgeloͤſet. Sie ſind auch in Anſehung des Oeles unterſchieden, und in der That zuſammengeſetzt. O2OONON C04000080030000000800050000;00O00050090 80080 Das 48. Capitel. Vom Schwefel. §. Ie Der Schwefel iſt ein feſter bruͤchiger Coͤrper, der ſich vom Feuer anzuͤndet und brennet, unter dem Brennen einen ſauren Geruch giebt, und ſich im Oel, aber nicht im Waſſer aufloͤſet. Anmerkung. Dieſer Schwefel muß mit dem ſogenanten ſchwefeligten Anfang, oder mit der entzuͤndlichen Materie⸗ die in den Coͤrpern iſt, nicht verwechſelt werden; hier re⸗ den wir vom gemeinen Schwefel, der auch den ſchwefe⸗ ligten Anfang, oder ein entzuͤndliches, aber mit andern Anfaͤngen und Theilgen vermiſchtes Weſen bey ſich hat⸗ Das 4 In) ſihens ſ fanheit. ) te und e) 1 tatheils niten Duj Innober Cap. 49. Von Sublimaten. 463 RESis EEere Ke eTerSerch rte ts So chs r ieh eda en in ba. b Das 49. Capitel. bnen Von Sublimaten. th Anmet)§, 1, nun ede Materie oder Maſſe, die mehr oder weniger 4 ₰ dichte und hart iſt, und durchs Sublimiren(Cap. lemn 17.) oder Fluͤchtigmachen(Cap. 18.) erlanget wird, enunöſe heißt ein Sublimat. el, nede . Er ſ§. 2⸗ in derdh In Anſehung des Beſtandes und aͤuſſerlichen An⸗ ſehens ſind dieſe Sublimate von zweyerley Beſchaf⸗ wherhh fenheit. 1) Eigentlich ſogenannte Sublimate, ſind dich⸗ tere und haͤrtere Maſſen. 2) Blumen ſind locker und ſtaubigk, und meh⸗ rentheils dem Reif oder Schnee aͤhnlich. §. 3. ren Ihrer Natur und Beſchaffenheit nach ſind dieſe niaim Sudlimate vierfach⸗ Win N 4 3 4 Wan 1) Salzigte, die ſich im Waſſer aufloͤſen. 2) Schwefeligte, die im Feuer brennen. ggenerin 3 Meralliſche, ſo zum Theil wieder zu Metall Nei gemacht werden koͤnnen. an V 4 Vermiſchte, welche entweder ſalzigtſchwefe⸗ taemn ligt, wie Ruß, oder ſalzigtmetalliſch, wie im ſubli⸗ hj. mirten Queckſilber, oder ſchwefeligtmetalliſch, wie im V Zinnober ſind. Das Das 464 Dcas Fo. Capitel. 496/8656 8056R956 8S96,8656-* 3656 N658.4896 8656856 8cs⸗ Das 50. Capitel. Von Niederſchlaͤgen. 8. I. Ein Niederſchlag heißt eine jede Materie, die durch das ordentliche Niederſchlagen(Cap 20.) oder durchs Niederſchlagen im Fluß(Cap. 33.§. 7. N. 2.) aus aufgeloͤſeten oder im Feuer geſchmelzten Coͤrpern geſchieden und erlanget wird.— Anmerkung. Ein Niederſchlag im allgemeinen Verſtande genommen, findet nicht allein bey denen Coͤrpern, die durchs Niederſchlagen von ihrem fluſſigen Aufloͤſungsmit⸗ teln geſchieden werden, ſondern auch bey denen, die man von einer trockenen aufloͤſenden Materie, mit oder ohne ein niederſchlagendes Mittel, abſondert, ſtatt. §. 2. Dieſe Niederſchlaͤge haben nach ihrer verſchiedenen Geſtalt, aͤuſſerlichem Anſehen und Farben, verſchie⸗ ne Benennungen bekommen. 3 1) Magiſteria, ſind Pulver, die aus einer fluͤſ⸗ ſigen und hellen Aufloͤſung, mit einem niederſchla⸗ genden Mittel geſchieden, und zu Boden geworfen werden⸗ 2) Wenn die aus einer Aufloͤſung niedergeſchla⸗ gene Pulver(N. 1.) metalliſch und weiß, oder gar nicht gefaͤrbet ſind, ſo nennet man ſie Kalcheä. 3) Sind aber dieſe niedergeſchlagene Pulver(N. 1.) gefaͤrbet, und entweder roth oder gelb, ſo heiſſen ſie Croci. 4) Fneculae werden diejenige Materien, die aus den Pflanzenſaͤften entweder fuͤr ſich, und von freyen Stuͤcken 2 — Sücke lem W. gen und Da. ſciedene ſic: ) Ert aus den ) Sc bſen, u kommen. „ in Feuen Meerie DOhee en 9 N. cher wennr NMktal geu u alein! ) Han ſn. Me ſn und ſt 6) Gum llat, ſe der, und ne Ver Wſchung; afelige uſamn Annerku Niederſ nen Ha Natur, 1 Kh. i, e nehn t20.) . 1 Ro) en Coyen en Varſint Lurpern, fſöſunten V ten, diemn der ohnen rſchiedemn „ vrtſchi Jeiterfll niteth V geworſa 31 dergeſche⸗ V oder gor 6. die al z9 ſeean Slücken er(N-) heiſnſt Vom NMiederſchlagen. 465 Stuͤcken, oder nach geſchehener Verduͤnnung mit vie⸗ lem Waſſer, oder durch einige Gaͤhrung, niederge ſchla⸗ gen und abgeſondert werden, genennet. §. 3. Die Niederſchlaͤge ſind, in Betrachtung ihrer ver⸗ ſchiedenen Natur und Beſchaffenhett verſchieden, nem⸗ lich: 2 1) Erdigt, die man ſowohl aus dem Waſſer als aus den Mineralien, Pflanzen und Thieren erlanget. 2) Salzigt, wie die Salze, ſo ſich im Waſſer auf⸗ loͤſen, und ebenfals aus allen Reichen der Natur kommen. 3) Schwefeligt, welche von der Art ſind, daß ſe im Feuer brennen, und alſo entweder entzändliche Materie bey ſich fuͤhren, oder ſelbſt Schwefel fnd. Dieſe erhaͤlt man ſelten aus den Waſſern. 4) Metalliſch, ſo zwar aͤuſſerlich erdigt ausſchen, aber wenn man ſie chemiſch behandelt, ſie wieder zu Metall gemacht werden koͤnnen. Dergleichen geben nur allein metalliſche Coͤrper. 3) Harzigt, welche im Feuer brennen und zaͤhe ſind. Man ziehet ſie mit Weingeiſt aus den Pflan⸗ zen, und ſchlaͤgt ſie hernach mit Waſſer nieder. 6) Gummigt. Dieſe ſind zaͤhe und brennen nicht leicht, ſie werden mit Waſſer aus den Pflanzen gezo⸗ gen, und mit Weingeiſt niedergeſchlagen. -) Vermiſchte Niederſchlaͤge ſind vermoͤge ihrer Miſchung unterſchieden, als erdigt ſalzigt, ſalzigt ſchwefeligt, harzigtgummigt, u. ſ. f. mehr oder weni⸗ ger zuſammengeſetzt. Anmerkung. Die hier angefuͤhrte harzigte und gummigte Niederſchlaͤge, ſind mit denen(in 42 und 43. Cap.) beſchriebe⸗ nen Harzen und Gummis, wo nicht einerley, doch von eben der Natur. 4 f. Th. Gg Das 456 Cap. 51. Von chemiſchen Koͤncgen. ee Das 51. Capitel. Von chemiſchen Koͤnigen. 6. I. 5. hemiſche Koͤnige ſind metalliſche, ſchwere, reine, und auf der Oberflaͤche glaͤnzende Coͤrper, die entweder durchs Schmelzen(Cap. 12.) oder Wiederherſtellen(Cap. 25.) oder auch durchs Nieder⸗ ſchlagen im Fluß(Eap. 33. 9. 5. N. 2.) von ihren Merallmuͤttern, oder den beygemiſchten Materien geſchieden, und unter den Schlacken angetroffen werden. Oder kuͤrtzer: Koͤnige ſind metalliſche von Schla⸗ cken gereinigte Coͤrper. Anmerkung. Geſchmelzte, und von ihren Schlacken gerei⸗ nigte Metalle, werden Koͤnige genennet, weil ſie auf der Oberflaͤche allezeit glaͤnzen, und keine Unreinigkeiten haben. Denn von dieſen ſcheiden ſie ſich, indem ſie flieſſen, von freyen Stuͤcken; uͤberdiß beſitzen ſie viele Eigenſchaften, die andern Coͤrpern nicht zukommen, zu geſchweigen, daß ihnen alle uͤbrige Coͤrper gewiſſermaſſen unterworfen find. Denn fuͤr Gold iſt alles feil. §. 2* Die chemiſche Koͤnige ſind von zweyfacher Art: 1) Einfache, die aus einem reinen Metall beſte⸗ hen.. 2) Zuſammengeſetzte, ſo aus zweyen oder dreyen mit einander vermiſchten und zuſammengeſchmelzten Metallen zuſammengeſetzt ſind. Das .— — QQ—Q—˖:2:„2.öͤyͤ— 1. Anm zen he hüng Laug laſer kartel deit ſauge wir a 2, Aum. Bleh Pulhe, Kalch, 1 ts und ſe ate, d ſaurteſtin I Das 52. Capitel. . Von Aſchen, Kalchen und chemiſchen Saffranen. vere nin§. 1. Ltpe, . 12)* ſcheliſt ein erdigtes Pulver, ſo man durch Ein⸗ chs Nit. aͤſcherung der Pflanzen oder der Thiere erlan⸗ feuerbeſtaͤndig iſt, und von einem feſten Coͤrper, ent⸗ er drgut b weder durchs Verkalchen(Cap. 10.) oder Aufloͤſen hmeein(Cap. 10. S. 5.) und Niederſchlagen 8 Cap. 50.§. 2. N. 2.) geſchieden worden iſt auch eine ganz andere MNiiſchung als der natuͤrliche Coͤrper, von dem er ge⸗ Da 69 2 macht von dre get.(Cap. 10.§. 3. N. 7.) M 1. Anmerkung. Wer ſich einbildet, daß die Aſche aller Pflan⸗ angeluife 5 zen von einerley Art und Natur ſey, irret ſehr. Denn eini⸗ ge geben eine mit Laugenſalz vermiſchte Aſche; von anderen on Eih hingegen, als vom Getreide, bekommt man Aſche, die kein Laugenſalz hat; noch andere, als Baͤume und Stauden, V laſſen eine kalchartige Aſche zuruͤck; von einigen, als von — zarten nnd nicht ſo harten Kraͤutern, ingleichen vom Getrei⸗ 4 ds pn de iſt ſie glasartig, und von einigen erhaͤlt man Aſche, die ein⸗ l ie eum ſaugender,(abſorbirender,) doch nicht Kalchigter Art iſt, wie ieä he b wir anderswo mit mehrerem beweiſen wollen. en, von fkeyer n,die addn 2. Anmerkung. Man nennet auch bisweilen metalliſche, von aß ihun il Bley und Zinn, durchs Verkalchen(Cap. 10.) gemachte Dan ſt Pulver, Aſchen, weil ſie wie die Aſche grau gefaͤrbet ſind. 4 — — §. 2. 182 ,83 1 cher At Kalch, iſt dem aͤuſſerlichen Anſehen nach ein erdig⸗ V tes und ſtaubigtes Weſen von weiſſer oder grauer 1 tal i Farbe, das ſich mit Waſſer nicht vermiſchen laͤßt, 1 468 Cap. 72. Von Aſchen, Kalchen und chemiſac. macht worden, vorher hatte, beſitzet. Der Kalch iſt verſchieden, denn es giebt 1) Pflanzenkalch, den man durch Veraͤſcherung harter Pflanzen erlanget. Dieſer blaͤhet ſich nach ſei⸗ nen Verkalchen mit Waſſer nicht auf. 2) Thieriſchen Kalch, den einige veraͤſcherte Theile der Thiere geben. Dieſer iſt von zweyfacher Art; er brauſet nemlich entweder mit ſauren Dingen, und ſchwillet nach dem Verkalchen mit Waſſer auf; oder brauſet mit ſauren Dingen nicht, wie derjenige, wel⸗ chen man aus einigen Knochen erhaͤlt, und den man fuͤr keinen reinen Kalch, ob ihn gleich einige Chemi⸗ ſten dafuͤr ausgeben, halten kann. 3) Steinkalch, welches der gemeine bekannte Kalch iſt, der aus Kalchſteinen, oder kalchartigen Coͤr⸗ pern durchs Verkalchen gemacht wird. Er ſchwillet nach dem Verkalchen mit Waſſer auf, und zerfallt darauf in ein Pulver. 4) Mertalliſchen Kalch, der auch bisweilen Aſche heißt,(§. I. 2te Anmerkung). Er iſt dem Stein⸗ kalch aͤhnlich, kann aber wieder zu Merall gemacht werden. §. 3. Chemiſcher Saffran iſt ein gefaͤrbter metalliſcher Kalch, von rother oder gelber Farbe, der entweder durchs Verkalchen,(Cap. 10.) oder Aufloͤſen,(Cap. 10.§. 5.) oder Niederſchlagen,(Cap.§0.§. 2. N. 3.) aus einigen Metallen gemacht wird; durch die Wie⸗ 5 95 der⸗ ¹ ——————— ſäf 1 d Win Feuer ſung bert Armeri gehat ſer hi unter telnen Aulwe Wisas chemi 1 venii. Cap. 73. Von Glaͤſern. 469 „Kalch. b derherſtellung aber wieder zur vorigen metalliſchen Geſtalt gebracht werden kann. tiſtenm b Anmerkung. Dieſer Kalch hat wegen ſeiner Aehnlichkeit mit ſchnchſt⸗ dem Pflanzenſaffran, den Namen des Saffrans erhalten. Gold, Kupfer und Eiſen geben dergleichen gefaͤrbten Kalch. Ret HNe ee Se Neen cher Ar;e gen, MW Das 53. Capitel. rauf tn Von Glaͤſern. ſenige e nd den a§. 1. ige Cin, laͤſer ſind feſte, gebrechliche Coͤrper, die in kei⸗ nem Aufloͤſungsmittel vollkommen fluſſig wer⸗ V den, mehr oder weniger durchſichtig ſind, und ſe bem im Feuer ſchmelzen. Sie werden durch die Vergla⸗ rtigen Ci ſung bereitet. Er ſchwlt an gſ Anmerkung. Weil wir vorher(Cap. 24.) von den Glaͤſern G gehandelt haben, ſo iſt nicht noͤthig den Unterſcheid der Glaͤ⸗ ſer hier zu wiederholen; doch koͤnnen wir anzuzeigen nicht unterlaſſen, daß es Glaͤſer gaͤbe, die in ſauren Aufloͤſungsmit⸗ eilen ch teln einigermaſſen fluͤſſig werden, ja, daß ſich reines Glas⸗ im Stei b Pulver in freſſenden Aufloͤſungsmitteln zum Theil aufloͤſe. gnif; ees— sdele Es e s Das 54. Capitel. V Von chemiſchen Todtenkopf. ꝛetallſct 1 entwedet§. 1. en,(Cp. Podenkopf heißt eine jede Materie, die nach dem 2.N. 9), Deſtilliren oder Sublimiren in den Gefaͤſſen die Vio⸗ zuruͤcköleibt. Dieſe wurde von den Alten fuͤr der⸗ Gg 3 tod pPp2 8 5 1 1 8 ———ÿ 7 — — —— 470 Cap. 74. Vom chemiſchen Todtenkopf. tod und unnuͤtz gehalten. Denn weil alles geiſtige, bewegliche und nuͤtzliche, durch die Deſtillation oder Sublimation von derſelben, nach ihrer Meinung, ge⸗. ſchieden worden, ſo nenneten ſie ſie zum Unterſcheide der drey wirkenden Anfaͤnge, des Salzes, Schwefels und Queckſilbers, die unter den Arbeiten von ihr ge⸗ ſchieden worden waren, Todenkopf. Nun koͤnnen wir zwar nicht laͤugnen, daß, wenn man dieſe zuruͤckgebliebene Todenkoͤpfe nachher wohl auslauget und reiniget, nichts als eine unſchmackhaf⸗ te Erde, von der man ſich nicht viel nuͤtzliches ver⸗ ſprechen kann, in denſelben zu finden ſey, doch be⸗ haupten wir, daß ſie, ehe ſie ausgelauget worden ſind, noch mit verſchiedenen Anfaͤngen, beſonders mit ſal⸗ zigen, die, weil ſie im Feuer nicht fuͤchtig ſind, un⸗ ter den gedachten Arbeiten nicht abgeſondert werden konnten, vermiſcht zu ſeyn pflegen. Daher verdienen die Todenkoͤpfe nicht eher, als bis ſie von allem Salz, oder von jedem andern beygemiſchten Coͤrper befreyet ſind, ſo genennet zu werden. 3 24 28 44 co △ Ppethekerf 1 —— Je⸗ üßelang üicchen Abrauchen Aſiun Wlfrdan A'waſce ljihe Aher Acenieſ kamnt 9 Acchol 13 Aadel Anboß Afänge cſt Awiehendes lin wirs Aader, id Ahbeiten is Tſcentti Lusdeheun Nasgepgh opf. s giſig, einung ge nterſchide Stwii jdaß wern ncher voſ ftas 9 liches det. „ doch be⸗ vordenſind, ts mit ſi ſind, an⸗ ert werden verdienen lem Salz, t beftehet Regſt —— —y—————— Iiarehe IeEerEeer. 5 8 aes 8 Snſ XS 5 vR o ee Regiſter. ltaeſen 425 Abhellung 4²4 Abkochen 192. Abkochung 445 Abrauchen 126. Grund davon* 1 197 Abſchaͤumen 426 Abſondern, zuſammengegoſſene Feuchtigkeiten von einander 426 Abwaſchen 23 Abziehen 29 Aether Alchemie was ſie ſey. 321. 326. ob ſie den erſten Menſchen der kannt geweſen 17. Schriftſteller davon 29. 33. 323. 329 Alcohol 146. Alcoholiſi irung. 145 Aludel 74 Amboß 52 Anfaͤnge chemiſche 35. der Gaͤhrung Anziehende Kraft 132. iſt bewieſen 173. Regel dabey 773 8 ein wirkender chemiſcher Anfang 135 Apothekerkunſt 4. Schriftſteller 40 Araber, ihre chemiſche Wiſſenſchaft 26 Arbeiten chemiſche, wie ſie eingetheilet werden 139. 142 Arzneymittel, allgemeines 3⁰ Aſchen 467 Aſchenkruͤcke 8 Aufbrauſen 167. Umſtaͤude dabey Aufloͤſung 161. im naſſen Wege oder durch Eintauchen heid trockene 152. durch Zerflieſſen ebend. Was für Umſtaͤnde da⸗ bey zu merken 163. Wirkung 56). Grund derſelben 167 Aufloͤſungsmittel 111. ſind mancherley 112. trockene ebend. naſſe 113. zuſammengeſetzte 114. allgemeines ebend. Ausdehnung der Coͤrper im Feuer 181 Ausgezogene Coͤrper 4.6 6 4 Aus⸗ ——— —— 4* 1 ———— ——— Regiſter. Auslaugen Ausſpuͤhlen Auspreſſen Ausſüſſung Ausziehen 2A Bad, iſ verſchieden Balſam— Barometer Beſchlagen Beſtandtheile Bier, deſſen Materien und Unterſcheid 371. daraus macht Bierbrauen, was dabey zu merken Blaſebalge Blaſen Blumen Bremen Breyhan Buttelbier Butter aus Pflanzen Cabbaliſtiſche Wiſſenſchaft, woher ſie in die Chemie ge men Capellgen Cape U n, Capellen zum Abtreiben. Cap lliren, Chemie, ihre Eintheilung x. wie ſie einzurichten 1 5. Nahmen 10³3 193 148 193 191 gr 454 67 102 107 wie man Eßig 398 354 66 71 463 153 373 373 453 kom⸗ 28 75 75 77 433 43. gleichgeltende Benennungen 44. wirkende Werkzeuge 107. angewendete Chemie 3. ob ſie eine Kunſt oder Wiſſen⸗ ſchaft ſey. „ reine Chemie 1. Vorwurf 2 Unterſcheid von der p 8 ſchen 12 gleichguͤltige Benennungen ebend. ob ſie eine Kuuſt 14 hyſi⸗ oder Wiſſenſchaft ſey. 14 4 m dieiniſche 4. wenn ſie angefangen 29. Schrifiſteller davon 39 „ Stein 6. Schriftſteller 40 ³ ⸗ Salz⸗ 7. Schriſtſteller 3 41 6 Feuerchemie 9. Schriftſteller 41 k mit den Metallen umgeyet. 9. Schriftſteller 34 ⸗*¹ Färberchemie 10. Schriftſteller 41 Ce⸗ —— —— —— Cement Chelni de .„ 4* :1 1711 7 Stſ Ind de dtand Chemiſt Crcgliemn (oazoliee ohobtren (oncentti Chrper ze Cörpa Inftiß gemach d dlſ untr d u geden Erſaliſ deſſeben ſen werd 261, Im Duf de Lopyleguan dſſ lrne Deſallinm: doraufſ Deſälanon Lürren duyjlſſe duntag Lucſhen Duchſieen. DArten. an d hent ebend —2 — + zemie geior A 43 3. Nahwun ⸗Warheun oder Wſſe⸗ 4 in der diyſe (e eine Kllt 14 G Schnilſele eller 3 ASNG— Regiſter. Cementbuͤchſen. 77 Chemie, Wiederherſteller derſelben in Europa 28. Geſchichte derſelben 15 Feuerchemie 11. Schriftſteller 4¹ andwerker⸗ 11. Schriften 41 Haushaltungs⸗ 10. Schriftſteller 41 „Kaͤrber⸗ 10. Schriftſteller 41. der phyſiſchen Chemie Schriftſteller 38. wie die chemiſche Erkanntniß der Vaͤter und des Moſe beſchaffen geweſen. 16. 24. chemiſche Schreib⸗ art und Zeichen 44 Chemiſt was er wiſſen muß 143 Circuliren. 190 Coaauliren. 231. wie vielerley es ſey 232. Urſache. 235 ohobiren 210 Concentriren. 4 33 Coͤrper zerfallende an der Luft 157. auf wie vielerley Art feſte Coͤrper fluͤſſig werden koͤnnen 253. und fluͤſſige feſt 253⸗263. Unfluͤßige Coͤrper 179. ob ihre Theile eine Figur haben 266. gemachte chemiſche producta) 435. was wir durch Vorſchub der auſſerlichen Sinne an ihnen erkennen 110. fluͤchtige 126. unter dem Schmelzen werden nicht alle Coͤrper gleich ſtark an gedehn t. 181 Cryſtalliſiren 252. ob es von ohngefehr geſchiehet 261. Arten deſſelben 257. ob es nach den Gruͤnden der Meßkunſt bewie⸗ ſen werden koͤnne. 282. durch Aufloͤſen 258. 275. feuriges 261. im Feuer 277 Daapf des Waſſers 118 Depoleguciren 211. 430 Deſt lirknechte 1 67 Deſulliren 205. Arten derſelben ebend. Umſtaͤnde dabey 211. woranf ſie beruhe. 214 Deſtillation des Weingeiſtes. 382 Doͤrren 153 Dreyfuͤſſe zum Scheiden 75 Dunſtkugel—„ 1420 Durchſeihen 424 Durchſieben. 423 Dutten. 77 Egypter wie ihre Chemie beſchaffen geweſen 19. ihre Weis⸗ heit ebend. woher ſie ſte bekommen 24 5 Ein⸗ 8— 2———— ——— 8—— ———— 14 — ——— —— ee —— —— Regiſter. Einaͤſcherung 4 153 Einbeitzung 1 189 Eiſerne Slaͤbe 66 Elixire 447 Erden was ſie ſind 456. fuͤnf Arten derfelben ebend. werden unter die wirkenden Beſtandtheile gerechnet 117. ihre Kraͤfte ebend. Kalch⸗Gyps⸗ Glaßachtige Erde 457. verhaͤrtende und fremde Erde. 478. Entzündliche Erde 458 Erkenntniß der erſten Vaͤter vor der Suͤndfluth 23. 27 Erwaͤrmung gelinde 185 Crweichung 189 Cſſe 97 Chig, wird aus verſchiedenen Materien auf verſchiedene Art gemacht. 392. aus Wein ebend. Eßigmutter 394. iſt das beſte Zaͤhrungsmirtel zum Eßig ebend. Sider 397. Eßig⸗ mache 391. aus Weinhefen 394. aus vegetabiliſchen Saͤſ⸗ ten 395. aus Wein und Hefen untereinander gemiſcht 395. aus me ligten Saamen 397 F obreter 627 Bau ung 404. worinne ſie beſtchet 414. warum ſie zur Gaͤhrung zu rechnen ſey. 417 Feile 60. Feilen 8 Feuchtigkeiten 449 Feuer 123. Eigenſchaften 124. Unterſcheid 129. Nahrung deſ⸗ ſelben 130. Regierung 132 Feuerſchirm 62 Figur der Theilgen in den Coͤrpern 265. der Salze, woher ſie köomme. ſ. Cryſtalliſiren Flaſchen Bichiſomachen 220. Unterſcheid vom Sublimiren bens. rund 222 Fluͤſſe zum Schmelzen 180. zum Verglaſen, woraus ſie gemacht werden 3⁰4 Foeculae 464 Formen zu Capellen 61. zu Treibſcherben ebend. Fritte 305 Gaͤhrung 332. wie vielerley 336. 347. wirkende Anfänge 340. weinigte 353. geiſtige 376. 378. Biergaͤhrung 360. eßig⸗ hafte 391. Brodbacken 402. faulende ſ. Faͤulung. Zuſam⸗ men⸗ menge Gaͤhrun 380. Galerte Garahl Geäiſ Cnriul jhaen; Gefkiern. twenvün Geit, 9 ipuce Elder 469 Fare Glühen Grichen, Gunmi b Hinne Hane. 4' Heim Hamatſch Aurmas w G Fagüſe Kae„Ki Kache Kannen ird Kehlen Unt ſi Ronäge chen Fären Kuzbürſe llte 10. uſ Glcß laans Laner dife dählihege Regiſter. 15 mengaͤhrung 371. 336. ob ſir das Verglaſen beſoͤrdere 308 Ip Gaͤhrungsmittel 343. wie vielerley Z48. geiſtiges 358. 359. 66 380. ſaures 393. faulendes 3¹4 Fend Gallerte. 450 end. tade Garayns philoſophiſche Muͤhle 59 7 ihregai Gefäſſe chemiſche 6. Eigenſchaften g. und Gebrauch 79. . welhinna Circulir⸗74. Sublimir⸗ Gefaͤſſe ebend. gläaͤſerne, was bey 6 ihnen zu beobachten 80 9,y Gefrieren 232. Urſache davon 235 1 Gegenwuͤrken 249 gegenwuͤrkende Mittel 116.250. Grund 251 1 Geiſt, 439. vielerley Arten deſſelben 439. 440 p Gießpuckel 62 6 Glaͤſer 469. 300. ihre Zerſtoͤrung 309. Durchſichtigkeit 310. rſchiedened Farbe 3 311 394. h Gluͤhen 157 r z Griechen, ob ſie Chemiſten geweſen 23. wenn ſie es geworden 26 bilſchen Gummi 451 4 ſſ F 4 4 nia Haͤmmer 68 Harze. 452. elaſtiſches 473 .,4 Heim 70 zur Gäßtn Hermatiſchſiegeln 1⁰6 9 Hermas wie viel derſelben gewefen 22. wer ſie geweſen 25 16 S 99 Iguͤſſe 62 Nahrun 4 Kaͤlte, ein wirkender Anfang 122, ihre Kraͤfte ebend. 3 Kalche 464. 467 de, tatſ Kannen irdene 78 „ Kohlen Unterſcheid und Guͤte 130. f. 7 Kolben 69 niren ünd Koͤnige chemiſche 46⁶ a Koͤrnen 145 s ſie genact Kratzburſte 66 9 Kütte 102. geheimer 105 18 Kunſt Glaß zu machen 18 0. d Langelots philoſophiſche Muͤhle 59 7 Lauer 356 nfäme eoG Löffel 65 3ah Sölhroͤhrgen 65 g. Jm Luft, Regiſter. Luft, ob ſie in der Chemie zu betrachten 2. die untere hat viele fremde Theile 120. hat dreyerley Eigenſchaften 121 Maziſtena 1 464 Maͤlzen, was dabey zu beobachten 361. iſt eine natürliche Gährung ebend. Malz 363 Materia medica 4. wie ſie vorzutragen ſey ebend. Materialbuͤchſen. 28 Mercurificirung 331 Meth.. 324 Metallmachen 321. iſt moͤglich ebend. Metallurgie iſt vor der Suͤndfluth bekannt geweſen 18. wenn mman ſie vorzutragen angefangen hat 33 Moͤrſel 78 Moſt. 354 Muͤhlen 59. philoſophiſche ebend. Quickmuͤhlen 60 MNaphta, oder Aether 442 Naturlehre, worinne ſie von der Chemie unterſchieden iſt 12 Niederſchlaͤge 464. Unterſcheid 465 Niederſchlagen 238. Grund 241 Niederſchlagende Mittel 115. wie ſie wirken 247 efen chemiſche§1. Theile derſelben 99. Oefnungen ebend. Vorzuͤge 100. mit verſchloſſenem Feuer 81. Windofen 88. fauler Heinrich 91. Capellenoͤfen 83. 84. den man von einem Ort zum andern tragen kann. 86. Streichofen 95. Glaß⸗ ofen 89 Oehle 443. wie ſie ausgepreßt werden 148 Palingeneſte 318 Phiolen 20 Porphyr 61 Praͤpariren 145 Preſſen 63 Pnuloeriſiren 144 uas der Ruſſen 374 Qurckſilberigter Anfang. 458 Roſpeln 60 Ranzigt werden 411 Reeti⸗ Rectife Reduci Rebei Räcen Neinigu late Neorl Neyerber Nrivite Auüner, ESahmac Schaalen Fſung Eifm Gaſt 374. Sae 459 weſente ddihrer Schaalwen Scheeren Echeiden Schimmel Shleim schlemmen Shhnelzbah Ehhmelzen: dun da Ehmelzgliſ etmalziage Shvefel 4 diſſ 289. weiniche thetüche ehahger nengeiſe eie teteate 1m 46 ne nürich (dend 36 dend ungen then Windofen gh an von einen n 95. Glc 1 9 16 38 70 d V 15 — — — Regiſter. Rectificiren 428. 429 Reduciren. 312. wie vielerley es ſey 313 Reibeiſen durchloͤcherte 61 Reiben 150. wie vielerley ebend. philoſophiſches ebend. Reinaungen 430. metalliſche 432. der Salze. 431. ſchwefe⸗ igte 43² Retorten 68 Reverberiren 152 Revivificiren 313 Roͤmer, ſind keine Chemiſten geweſen 23 Roͤſtung 152. gedaͤmpfte d 153 Saffran chemiſcher 464.468 Saft 374. wie man ihn auspreſſet 148. eingedickte Saͤfte 475 Salze 459. ſaure ebend. Laugenſalz 460. Mittelſalze ebend. weſentliche 461. öͤhligte 462. woher ihre Figur komme. 278. ob ihre Theile eine Figur haben. 265. Grundihrer Figuren 281 Salzmachen 283. durch Verwandlen 287 Schaalen zum Abduͤnſten 75 Schaalwerden 4⁰⁸ Scheeren 60 Scheiden 4²²² Schimmel 488 Schleim 452 Schlemmen 423. durchs Abflieſſe 424 Schmelzbahre Coͤrper 178, Grade 179 Schmelzen der Coͤrper 175. 176. wie es zugehe 177. Erſchei⸗ nungen dabey 181. Grund 184 Schmelzglaͤſer 305 Schmetztiegel 76 Schwefel 462. ſchwefeligter Anfang 458 Seife 288. 455. Helmontianiſche 297. Sterkeyiſche 294. Ve⸗ netianiſche 292. gemeine 291. Grund davon 297 Seihetuͤcher 63 Seihoͤlzer 67 Sicera 376 Sider 397 Siebe 64 Spatel 65 Sprengeiſen. 64 Staͤbe 66 Stein — ——— 1 1 1 — 5 ſſ „ 4 h 11 1 12 1 8 1 8 3 1 . . — Regiſter. Stein der Weiſen 32 Strohkraͤnze 67 Sublimat 463 Sublimiren 216. Grund davon 219 Taraſun 374 Theile kleinere und Beſtandtheile 107 Theophraſtus Paracelſus, was von ihm zu halten ſey 34 Thermometer 157 Tinctureu 445 Todtenkopf 4⁶⁹ Toͤpfe 7 Trichter. 62 U bergieſſen 191 Uebergieſſungen 445 Veraͤnderungen ob die natuͤrlichen zur Chemie gehoren 3 Verdicken 19p Verglaſen 300. wie vielerley 302 Vergroͤßerungsglaͤſer 66 Verhaͤrtung 126 Verkalchen 151. wirkliches 152. eruickenihes 158. ſcheidendes ebend. an der Sonne 155. durch Daͤmpfe 156. durchs Räu⸗ chern 157. durchs Gluͤhen ebend. fäaͤrbendes 158. durchs Anſtreichen 156. durch Eintauchen ebend. vollkommenes und unvollkommenes 159. vermoͤgendes 152. philoſophiſches 156. zuſammenfuͤgendes 158. Urſachen 159 Verpraſſeln 154 Verpuffen ebend. Verquicken 151.163 Verſchlacken 301 Verſuͤſſen 297 Verwandlung der Metalle 326 Vorlagen G 8 Vorſtoͤſſe ebend. Wachs. s Wachſen mineraliſches 224. wie vielerley e. d. wie es zu er⸗ klaͤren 227 Warme 123. Grade derſelben 127. ſ. Feuer Wagen 3 3½ röge Waichir 8 4 Waſſer, ——— Paſfer deſti Waſet Wedel Wii, auf Veinga- ſchiede Weinheft Veigheit ſe. Tarhenge Pihye 36. u drw. Amga⸗ ächen e dls,) genieſene Zertheilan mechan ; in k fheile. —. 8,93. na) dſen geh in hier gns eine 8.6.. 8.9. 3 8 Pl. Cgg bummic d üörige fanlch, lnnen. Regiſter. Waſſer, iſt ein wirkender Anfang. 118. Eigenſchaften ebend. ſ 6 deſtillirt Waſſer 438. unſchmackhaftes 437 465 Waſſerprobe 67 219 Wedel 3— 67 Wein, wie er gemacht wird 354. aus was fuͤr Beeren ebend. 71 auf was fuͤr Art zy8. wie man Eßig daraus macht 392 10 Weingeiſt, woher 376. deſſen Deſtillation 282. iſt ver⸗ *9 34 ſchieden 385 67 Weinhefen, wie man Eßig daraus machen kann 494 46¹ Weißheit in der heiligen Schrift was darunter zu verſtehen 9 ſey. 17 9 Werkzeuge chemiſche wuͤrkende 107. 109. leidende 56 66¹ Wuͤrze 366. wie ſie im Gaͤhren zu behandeln 368. und in Eßig — zu verwandeln ſey. 398 Il. ¹ Zangen. 64. Flachzangen mit Spraͤtzſedern 65 ten z Zeichen erfundene chemiſche 46. die fuͤrnehmſten 47. des Cir⸗ 19 kels, Dreyecks ebend. des Vierecks und Creuzes 48 303 Zerflieſſen an der Luft 221 6 Zertheilung der Coͤrper in Beſtandtheile 107. iſt chemiſch und 126 mechaniſch 108 ſchecdendes ⸗¹ in kleinere aber dem ganzen aͤhnliche und in Beſtand⸗ urcht Nähe theile. 111 18. ducht nmenesurd 5 ſäts— ſiae Druckfehler. 351 S. 98. nach dem Ende der VIII. N. ließ IX. Der Probier⸗ ddend ofen gehoͤret fuͤrnemlich in die Probierkunſt, weswegen wit l 16; ihn hier zu beſchreiben fuͤr unnoͤthig halten, ob er gleich uͤbri⸗ jol gens einem Chemiſten unentbehrlich iſt. S., 36. Z. 8. ließ detectio anſtatt detecto. S. 42. Z. a8. z16 l. Haͤufgen ſtatt Haͤnfgen. S. 182.Z. 3. in der Anmerk. des ſ Ueberſetz. 1. 2& Gran weniger, ſtatt 3 16 Gran mehr. the S. 233. Z. 9. ließ Bertin ſtatt Berlin. S. 451. Cap. 42. ließ vom Gummi und Schleim auſtatt vom 4 65 Gummi oder Schleim. i Die übrigen wenigen Druckfehler, die die Schrift nicht unver⸗ 5 ſtaͤndlich machen, wird der G. L. ſelbſt leichtlich verbeſſern 3 kͤnnen. 1 4 — “= — — 3— 2—— ——— 12——— d 1 8 . 3 4 4 4 — 5 4 N rh ſisſiſti 1 Tliſiſrnn ttt — — — 7)ſh d” ſh S” Mz MM, M h F, Sſ j M, 7) W WaklllddTt S 2 h S, MXO 1 18 8 734 1 iſfEIIEINTRAIEIEERRR 24. M L II9. 31. ,,, S, Spn 2— 9 N 82 N S N N 8 N X X X X X S X K N N X X X XNNNRNRNNNN RNNͥNNNNRNNRNNNRNNNNNN XN X ☛ ☛☛‿☛◻‿☛æ̊ᷓ ſ U 5 J rarker. II N m M Mll 6 ———.·⅝⅛ 1 ——yyj—— 8— 32— A 2—— 2 4— 4 3— ————.—— KKKdz —., n ſ dd ———— ʃ == — . — 5 9 4 & N 2 — 7 ——————J ÿ — EEETUE 2 nmmn L L LLLL N X NNN 2 1 fſeennt ſ M + X B N J X XNNX NX ZLAlnar — 1— 5—— — õ— 2 f 1 1f —ÿ——————ꝛe 1——— 4 — 2013. 8 1 6 8 4 9 5 V V V V - tÄeLede Anegannésnsnes-AersdeseNandan— NI,LeL.[,VI,Ä, MIn QWunagtenuninnn Mnnn Hnn! 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 3 Colour& Grey Control Chart Sen Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wunite Grey SGSrey2 Srey 3 Grey 4 Black ¶◻☛ν 9 annu rn KL 10 9 2 o Grey Control Chart Colour& Cyan Green Vellow Hed Magenta Blue — S