9 1S 3 2 42— . ₰ — △ d„ — 4— (t 5 — Vniv.-Bibi. Giessen „>=>>— m—— ———r } Das weise Ihor. Dre Sgnal Auppe: FUSS ar des Pixxo Btanco b. öletscher von Hacugnaga NNSICHUN EDLER eHFe YIONIE ROSA VON MACUENACNA Eıne topographische und naturhistorische EN. Sk 522 e, nebst einem Anhange € der von Herrn Zumstein gemachten Reisen zur Ersteigung seiner Gipfel. /YyIı0 re Bunde l 19 SUSRFIEr ir, k0316 \DES LASDBAL ES} \ ZU NOEGLIN/ von N:; Herausgegeben a at Ludwig Freiherın v. Welden, Oberst des k: k. General- Quartiermeister- Stabes: Miteiner topograpbischen Rarte und mehreren Steinabdrücken,; Gedruckt und verlegt bei Car) Gerold. Es donnern die Höhen, es zittert der Steg, Nicht grauet dem Wandrer auf schwindlichem Weg, Er schreitet verwegen auf Feldern von Eis, Da pranget kein Frühling, da grünet kein Reis; Und unter den Fülsen ein neblichtes Meer, Erkennt er die Städte der Menschen nieht mehr! Schiller's Gemsjagd, 8 l seltener man im Leben dem hohen Sinne begegnet, der aufs eigene Wohl so ganz verzichtet, cÄ c Ä Ä um nur das fremde zu fördern, je mehr erregt er Bewunderung und Verehrung. Möge Ihnen als Zeichen derselben das kleine Denkmahl gelten, gewidmet seinem hochgeschätzten Freunde, Herrn%h am 0:5, regulirtem Chorherrn und Prior des Hospitiums auf dem grolsen St. Bernhard, vom Verfasser. nn. nn. nnnnneen Sorehl mein Stand als meine Neigung ha- ben mich seit lange her mit örtlichen Untersu- chungen des Terrains beschäftigt; und wenn ich es so nach allen Richtungen betrachtet und ge- prüft hatte, wie weit es in militärischer Bezie- hung Interesse haben könnte; so war mir ein an- derer friedlicher Gesichtspunet eine wahre Erho- lung, nämlich die Natur für sich, abgesehen von den Zwecken, zu denen wir sie zu verwenden gedenken, zu beobachten.— Es ist natürlich, dafs hierbei das Hochgebirge am meisten die Auf- merksamkeit in Anspruch nimmt, je mehr es In- teresse gewährt, und je leichter es übersehen wer- den kann. So habe ich mich also in jeder Ge- gend, wo mich mein Geschick hintrieb, immer zuerst nach dem höchsten Berge umgesehen, und so ward der Monte-Rosa auch das Ziel meiner Forschungen, als ich vor einigen Jahren nach Se | Mailand zurückkehrte. Je weniger von ihm be- Im kannt war, je mehr mufste dadurch mein Eifer hl gereitzt- werden, vielleicht doch etwas Neues zu sen Tage zu fördern: ein Eifer, der nun einmal ın wi uns Menschenkindern liegt, und wenn nur das Neue zu ‚gutem Zwecke führt, nicht verwerflich N ul] seyn kann. So bildete sich in mir der Plan zu einer Beschreibung dieses Gebirges, die ich dem zus Publicum übergeben wollte. Ich thue es nun mit mel der, vorzüglich an alle Gelehrten gerichteten Uhr Bitte um manche Nachsicht, indem ich willig best vorausschicke, dafs ich keiner aus ihrer Mitte, nei nur ein Dilettant, aber das ein eifriger seye. lag Wenn ich meine Ansichten und Bemerkungen| ler ı über den Monte-Rosa unter gesonderte Rubriken voie bringen wollte, so geschah es, um die Leser durch| Sch die Zusammenstellung zu heterogener Gegenstände\ der nicht zu ermüden, und jedem die Wahl seines| Th: Standpunctes zu lassen; defshalb stehen die wis- Ich senschaftlichen Gegenstände für sich„— die Reise- Sau beschreibungen bilden’ ein getrenntes Ganze. Ich ung kann nicht läugnen,«dafs ich die gebildete Welt| ck, zu nähern Untersuchungen dieser Naturschönhei-| | ten verführen möchte; defswegen ist die Beschrei- ein bung der Wege, um: dorthin zu gelangen, wo| co) noch so wenige Menschen waren, etwas umständ-| nah licher geworden.— Ich habe mich nämlich nur zu‘oft selbst in dem Falle gesehen, jede, auch die kleinste Nachweisung mühsam aufsuchen zu müs- sen, und weils wie dankbar ich jedem gewesen wäre, der mir mehr hätte sagen können. Wie manchen Weg würde ich erspart, wie manchem Ungemache ausgewichen seyn!— Je weniger Stoff ich aus früheren Schriften zusammen stellen konnte, je mehr glaubte ich von meinen eigenen Erfahrungen liefern zu müssen. Übrigens muls ich noch bemerken, dafs ich nicht bestochen, oder zu sehr eingenommen von mei- nem Gegenstande spreche, denn ich war in der Lage, vergleichen zu können.— Ich habe die Thä- ler des Montblanc, des Bernhard, die Alpen Sa- voiens und der Schweiz durchwandert, manches Schöne und Grolse gesehen; immer aber hat mir der Anblick des Monte- Rosa, vorzüglich vom Thale von Macugnaga aus, einzig geschienen.— Ich glaubte mich ans Ende der Welt versetzt, und das Verschwinden aller Vegetation, wie in diesem ungeheuern Eiskessel, ist mir nirgends so vor- sekommen. In seiner Art bleibt der Monte- Rosa daher einzig, und läfst sich nicht wohl mit andern Eis- sebirgen vergleichen:— so isolirt, und doch so nahe an einem warmen Himmel, an den Hainen, wo Citronen blühen, ist nicht bald der ewige rn nn ——/) VI] mm Winter gestanden.— Man kann nämlich in acht bis neun Stunden von den immer blühenden Gär- ten der Isola bella auf dem Lago maggiore, in Macu- gnaga, am Fulse des ungeheuern Gletschers seyn. Noch mufs ich mich gegen etwaige Einwürfe verwahren. Ich habe meine wissenschaftlichen Bemerkungen dargestellt, wie sie sich mir erge- ben haben; defshalb will ich Niemand widerspre- chen oder etwas vorschreiben;— jeder kann glau- ben was er will, und sich aus den Belegen über- zeugt halten oder nicht. Gewils werden umsich- tigere Beobachter noch gröfsere Resultate liefern.— Ich wollte nur einen Grund legen, den ich über- all vermilste.— WU a0 00 Der Monte-Rosa. unan mn nn nn Wer die herrlichen Gefilde der Lombardie, das grolse Thal, welches der trübe Po bewässert, durchzogen, hat auch den Monte-Rosa aus der grofsen Alpenkette maje- stätisch hervorragen gesehen, die in nördlicher Richtung die Blicke des Reisenden ergetzt, wenn er von-Venedig’s La- gunen, durch die Gärten Mailand’s*), auf die Hügel von Turin wanderte. *) Nicht bald kann es ein gröfseres Panorama geben, als jenes von Mailand, und wenn das von Constantinopel zwey Welt- theile falst, so übersieht jenes die grölsten Gebirgsketten Eu- ropens. Die Apenninen auf einer Seite, auf der andern die ganze Kette der Craze’schen, Penninischen, Schweizer und Italienischen Alpen. Man denke sich einen ungeheuern Kes- sel, von drei Seiten von den genannten Alpen, von der vier- ten von dem Meere begrenzt. Aus grauer Ferne erhebt sich, als die südlichste Spitze, der Monte-Cimone aus den Apen- ninen. Auf ihrem Zuge in westlicher Richtung ragt te Tam- bura, der Monte-Sagro, der Monte-Cento Croci, und der Monte- Penice hervor; die Bochetta ist nur dunkel zu erken- nen. Ein endloses Meer von Bergen zieht gegen den Col di Tenda hin. Gegen West ist die unersteigliche Spitze des Monte- Viso(wo die Quellen des Po’s sind) die erste zu un: terscheiden. Nun folgt längs dem Mont-Cenis der Roche melon und der Mont-Iseran, Endlose Gebirgskuppen um- geben jetzt den Montblane, den der grofse Bernhard(d. h, der Mont-Velan auf selbem) verbirgt, und nun folgt in nördlicher Richtung der Mont-Cervin„ der Monte-Rosa, der Monte-Moro, das Fletschhorn, der Simplon; und nun die Altväter aus dem Berner Oberlande,— die Jungfrau, 1 lm, In : | 1 | } Dort, wo die eisgrauen Väter der Alpen sich zurück- ziehen, gegen den Gries und S'- Gotthard, und eine grofse Buchtbilden, in deren Schoofs der. herrliche Lago maggiore die Gewässer aller Gletscher sammelt, springt, kronenartig über alles emporragend eine grolse zackige Gebirgskante hervor. Sie bildet sieben grofse Spitzen in der Richtung vonNorden nach Süden, und eben so viele Gletscher stür- zen von ihrem Gipfel in die Tiefen. Es ist der Monte- Rosa, der wie der. letzte Eckstein die grölste Alpenkette unsers Continents, die sich aus der Dauphinee und Savoyen über den Montblane, den grofsen Bernhard, den Mont- Cervin nach der Schweiz und Tirol fortwindet, schliefst, drohend, selbst dem so selten bestiegenen Montblanc den Bang streitig zu. machen*). — er der Mönch, die Viescherhörner, das hohe Finster- Aarhorn mit ‚seiner pyramidenförmigen Spitze, der Gries, der Monte- Magno, der Gotthard, und nun näher liegend die Gebirge um den Luganer- und Comer-Sce, der Monte-Generoso, der Monte-Primo, der Legnone; und aus der Gegend des Splügens her, das hohe Tambohorn, dann die Gebirge um Leceo, der Monte-Codeno, die beiden Grigna’s, der Rese- gono, die Albenza, der Pizo d’ Ambria und Arrara, der Alben, und zwischen diesen beiden ragt in weiter Entfernung der Monte- Adamello hervor. Nun kommen die Gebirge um Bergamo und aus der Val Seriana, der Tornello, Presolano, der Pizzo Formico, der Gullen ober Brescia, und ehe sich das Auge dort in die weite Ebene verliert, welche die Etsch begrenzt, zeigt sich der flache Rücken des Monte-Baldo, die Reihe würdig zu beschliefsen. Wer hat was Ähnliches gesehen?— *) Man behauptet, bei hellem Wetter auf dem mittelländischen Meere, ehe man in den Golf von Genua einläuft, den Monte- Rosa zu erkennen, und da man den Montblane nicht von dort aus sieht, so hat man diefs als eine Ursache geltend zu machen gesucht, dafs ersterer höher sey; aber der Montblanc ist von den vorliegenden Gebirgen de Cogne und Saone ge- deckt. Der Monte-Rosa sieht frei in die Ebenen Italiens Bei ı m 3 mm ick-; A N Er ist von allen gekannt, denn er sendet seine T'häler ge nach allen Richtungen. & In nördlicher ist es das Visp- oder Matter-T'hal, wel- {ig ches sich bald mit jenem der Rhone vereiniget; in östlicher , das wilde Thal der Anza, welche der Lago maggiore auf- np nimmt; in südlicher das grofse T'hal der Sesia und jenes tür- der Lesa, Laais oder Lys, wo Gressonay liegt, und deren er Gewässer dem Po zueilen. ette Der Monte-Rosa ist das östliche Ende der pennini- NIE schen Alpenkette(Alpes summae v. penninae), so wie der Bi Montblanc das westliche Ende; von diesem ziehen sich die Ist, Crai’schen Alpen über den kleinen Bernhard, den Isaran, len nach dem Mont-Cenis, während vom NMonte-Rosa die Schweizer Alpen( Alpes Lepontiae, adulae) über den Sim- — plon, die Furca, den Gotthard, bis zum Moschelhorn horn nte- hinaus, und liegt auch dem Golf von Genua näher als sein irge Rival. Ich habe den Monte- Rosa von der ganzen Rette der "050, Apenninen, vom Sasso di Castro, ober Loiano, wo die Haupt- des strafse von Florenz nach Bologna führt, vom Monte- Cimone, » um wo die Strafse von Modena nach Pistoja, von Lacisse, wo hese- jene von Pontremoli nach Parma führt, gesehen, von der ‚ der Bocchetta aus Hingegen nicht, weil es die umliegenden Berg- mung‘spitzen hindern. Vom Col de Tenda sieht man ihn noch schr ve um deutlich; überhaupt ist er aus seinen südlichen und westli- olano, chen Seiten durch gar kein vorliegendes Gebirge gedeckt. sich Von der westlichen Seite sieht man ihn längs der ganzen Risch Gebirgskette des Mont-Üenis, über diese hinüber, von Sa- aldo, voyen aus, nicht mehr. Von der nördlichen Seite habe ich iches ihn längs der ganzen Kette, die von dem Berner Oberlande: über die Gemi und Diablerets bis an den Genfer- See herab- ‚chen ziehen, gesehen; es scheint, dafs man ihn weiter in der onte: Schweiz nicht mehr sieht, weil in allen so gut entworfenen 4 von Gebirgsansichten dieses Landes der Monte-Rosa nicht mehr nd zu erscheint, jedoch einige Male der weit niedere Mont- Cer- hlane vin oder das Matterhorn. Sollte das nicht daher rühren, dafs Wr die ausgezeichnetere Form dieses letzteren mehr gekannt ist, hens o als die minder auffallende des hohen Monte- Rosa? ı* u Ba ee | | | ziehen, wo die rhätischen Alpen beginnen. Die Strecke von der Spitze des Montblane bis zu jener des Monte- Rosa, die 40,317 Toisen beträgt, schliefst also die grölste Alpen- kette Europens in sich, ihre Endpuncte sind die höchsten, denn der Geant, der Velan, der Combin, der Colomb, das Weiflshorn, das Breithorn und der Mont-Cervin, die aus der Mitte hervorragen, sind alle niederer, Noch ist der Mont-Rosa als Grenzscheidepunct be- kannt, denn seine Crete trennt das Walliser-Land von Italien, und seine südlichste Spitze, dort wo die Sesia ent- springt, das Novarresi’sche von Piemont. Er war von den Alten unter dem Namen Mons Syl- vius gekannt, aber dieser ist in neuern Zeiten auf seinen Nachbar, den Mont-Cervin, übertragen worden. Seinen neuern Namen soll er von der zugerundeten Form erhal- ten haben, in der sich die Spitzen und Gletscher um das T'hal von Macugnaga herum drehen. Der eigentliche Monte-Rosa bildet aber mehr einen nur wenig gekrümmten Ramm, und man mülste, um eine gerundete Form heraus zu bekommen, alle Spitzen und Gletscher dazu nehmen, die sich von seiner südlichsten Spitze über den Monte-'Turlo, bis zum Pizzo bianco, und von seiner nördlichsten über die Cima di Jazı, bis an den Monte- Moro erstrecken, und dann erst fehlt noch viel, um eine rosenartige Gestalt zu erzeugen. Es muls also eine sehr warme Einbildungskraft gewesen seyn, die aus den kalten Eiszacken die Königin der Blumen hervor zau- bern konnte. Man dürfte vielleicht seinen Namen am be- sten von der Farbe herleiten, in die er beim Aufgange der Sonne, zuerst von ihren Strahlen erleuchtet, gekleidet ist. Sehr wenig ist über die Literatur des Monte-Rosa anzuführen, Scheuchzer in seinen lItinera alpina 1751, Seite 290 bis 303, ist der erste, der ihn nennt; aber er muls ihn mit einem andern Gebirge verwechselt haben, denn seine Beschreibung palst nicht. ge Gruner in seinem Traitd sur les glaciers de la Suisse, Tome I, pag. 229, nennt den Monte-Rosa nur im Vor- beigehen. Der Chevalier Robillant in einer kleinen Broschüre sur Vutilite des Voyages dans son propre pays, Turin 1790, spricht zuerst etwas deutlicher vom Monte-Rosa; er gibt ihm eine beiläufige Höhe von 2700 Toisen über demMeere, beschreibt seine südlichen Thäler, vorzüglich in minera- logischer Beziehung, und gibt eine Ansicht desselben, die aber von der Fertigkeit des Zeichners keine hohe Idee gibt. Endlich nahm sich auch Herr de Saussure, bekannt durch sein grofses Werk: Voyages dans les Alpes, Neuchatel 1796, des Monte-Rosa an, und ihm verdanken wir die erste Beschreibung, einige Messungen und Ansichten die- ses Gebirges, die wir in der Folge näher beleuchten und ausheben werden, Nachher hat Herr Ebel in seiner»Anleitung auf die nützlichste und genufsvollste Art die Schweiz zu bereisen,« ebenfalls den Monte- Rosa mit berührt; er gibt aber in seinen Rubriken: Anzaska- Thal, Vispacher- Thal, Monte- Rosa und Mont-Cervin minder neues, als Auszüge von de Saussure. Er sagt Seite 449 im vierten Theile:»diese Thäler verdienen eine genauere Untersuchung, als sie bisher gewürdigt worden sind«. Es ist gewils sehr Schade, dafs sich Herr Ebel, dem wir so interessante Gebirgsbeschreibungen, und im Gan- zen so viel Licht über unsere dunkle Erde zu verdanken haben, nicht damit befassen wollte, da er ganz der Mann dazu gewesen wäre. Dem Beispiele, blofs das zu wieder- holen, was de Saussure gesagt, sind auch die neuern Reise- beschreiber gefolgt, von denen ich die Viaggio ai ire Lagi, Mailand ı814, und Peregrinazioni di Bertolotti, Mailand 1822, aushebe, Der erste sagt durchaus nichts Neues, der zweite beschreibt den Weg von Varallo durch das Mastalone-Thal er ern gesessen Eu nn | j | L j \ \ er En MT en nn mn nach Macugnaga und die dortige Gegend, jedoch nur in romantischer Beziehung, Noch'sind einige Beschreibungen der'Thäler, die von dem Monte-Rosa ausgehen, erschienen, so über das Agogna-Thal: Osservazioni sul dipartimento dell’ Agogna, dell’ Lizzoli„. Milano’ 1802; dann über das Sesia- Thal: Quadro della Valsesia, del Canonico Sottile, Novarra 18105 dieses Werkchen hat zwar drei Auflagen erlebt, ist aber nur eine mit vielen Declamationen untermengte Aufzäh- lung aller Privilegien, die die Valsesia von Alters her hatte, mit frommen Wünschen und Vorschlägen durch- webt, ohne‘ allen wissenschAftlichen Gehalt. Vor dem Monte-Rosa, der doch auch zum Val Sesia gehört, scheint der Herr Verfasser eine solche Ehrfurcht gehabt zu haben, dafs er ıhn nur in grolser Entfernung betrachtete. Dann ist über das Anza-'T'hal Einiges erwähnt in den Össerva- zioni et richerche mineralogico- chemiche sulle vallı dell’ Ossola di G. Rosina, Milano ı819. Diese Broschüre mag viel- leicht für einen Metallurgen sehr interessant seyn, da der Inhalt meistens den Bergbau betrifft. In dem helvetischen Almanach für das Jahr ı820, Zürich bei Orell und Comp., auch: statistischer Versuch über den Canton Wallis betitelt, geschieht(jedoch nur in statistischer Beziehung) auch jenes T'heiles des Monte- Rosa Erwähnung, der zu dem Walliser- Lande gehört, nämlich des Saaser- und Matter- Thale. Das Wenige, was hierüber gesagt ist, lälst nur um so schmerzlicher den Mangel mehrerer Details über diese interessanten Gegen- den empfinden. Immerhin ist das kleine Werlihen so- wohl seiner Zusammenstellung als seines Vortrages wegen, Naturforschern und Reisenden zu empfehlen. allen Wenn hier der Monte-Rosa als der’ Schweiz ange- hörend, und als ihr höchster Berg betrachtet wird: so ist es nur um so auffallender,, dafs man selbst in der Schweiz diesen Uryater aller Alpen so wenig kennt. Noch nie isi > — en u unseres Wissens irgend eine Besteigung seiner Spitze von der Schweizer Seite her versucht worden, und doch dürfte die gerade die höchste nur eben vor daher zu ersteigen seyn. las Das Vaterland der geübtesten Bergsteiger sollte daher om, einige seiner Söhne aneifern, dafs sie die unbetretene "hal: Bahn versuchen mögen, Wer auf dem Gipfel der Jung- 10; frau war, gelangt auch auf jenen des Monte-Rosa, ber Es geschieht zwar im Moniteur vom 32. September äh- ı81ı3 in einem Artikel, vom ızter aus Genf datirt, einer her„Besteigung des Monte-Rosa Erwähnung; aber wir dürfen ch- sie nur zergliedern, um zu beweisen, dafs es nur eine em der äufsersten westlichen Spitzen war, von der die Hede int seyn konnte. 2 En, Der Reisende, ein Franzose, Herr Henri Maynard, ann begab sich den ı2. August ı813 von Chattilon im Aosta- o- Thale, durch das Val-Tournanche nach Breuil, und von ola dort noch in der Nacht auf den Col du Mont-Cervin, St. iel- Theodule genannt; von dort aus traf er um Mittag den 13. der August auf der Spitze des Monte-Rosa ein. Ein Blick auf die beigefügte Karte wird jedermann überzeugen, wie 20, weit der Reisende noch vom Monte-Rosa und dessen höch- uch ster Spitze entfernt war. Über die gemachten Beobach- nur tungen, und überhaupt über das ganze Resultat der Reise: nte- geschah keine weitere>ekanntmachung.— Im September ört, des Jahres ı817 ist Doctor Friedrich Parrot von Mailand en aus, durch das Sesia-T'hal nach Riva, über den Ollen nach Trinite, und über die Betta-Furke nach St. Giacomo an d’ Ayace gereist, und hat diese ganze Strecke mittelst eo Barometer- Beobachtungen nivellirt; wir verweisen hier- “e über auf Schweiggers Journal für Chemie und Physik, Bd. XIX, Nürnberg,$. 361, wo seine Reise abgedruckt, und Ei das Niveau in einer T'abelle beigefügt ist. n Der Zweck dieser Reise war eine genaue Bestimmung ’ der Schneegränze der Alpen, und ein Vergleich dersel- ii ben mit jener des’Caucasus und der Pyrenäen. Die Art der nn 2 Ausführung geschah vermittelst einer fortlaufenden Reihe barometrischer Beobachtungen, die im Rückwege wieder- holt wurden. Herr Parrot schlug seinen Weg von Mai- land längs der Simplon-Strafse nach dem Lago maggiore ein, ging dann über Invorio und Buccione nach dem Lago d’ Orta, von Bella über den Arolla-Rücken(die Culma) nach Varallo, längs dem Sesia-Thale über Riva, den Ollen, die Gabiet- Alpe nach Noversch. Von hier aus machte er den ı8. September in Begleitung des Herrn Zumstein einen Versuch, auf den Monte-Rosa zu gelan- gen; von der Gabiet- Alpe begab er sich durch das Indren (welches er richtig deutsch das Innere nennt), durch das Karstellet(von ihm Kaschlitz benannt), nach dem Anfange des Indren-Gletschers, und längs diesem aufwärts gegen die Vincent-Pyramide. Er hatte die Gabiet- Alpe um 4 Uhr Morgens verlassen, und hatte um ıı Uhr Mittags, auf der grolsen Schnee. und Eisfläche, die von der Vin- cent- Pyramide nach dem Indren herabzieht, etwas über das zweite Plateau hinaus, eine Höhe von 2008 P. Tois. erreicht; ein dichter Nebel, und die gänzliche Unkennt- nils der weiter zu nehmenden Richtung, bewogen ihn, hier wieder umzukehren. Sein Puls, der in der Ebene 70 Schläge that, schlug in dieser Höhe ıı0, der T'hermo- meter war— 0, 9. Seine hier angestellten Beobachtun- gen über die Schneegrenze auf der mittäglichen Seite des Monte-Rosa bestimmten ihn, dieselbe hier nach dem Mit- tel mit 96607 festzusetzen. Den 2o°ter ging er von Noversch über die Betta nach St- Giacomo d’Ayace, um des andern Tages wo möglich den Col des Mont-Cervin zu erreichen. Aber die schlechte Witterung hinderte ihn auch hier; er kam den 2ıSter um ıı Uhr Mittags nur bis an den Ayace- Gletscher, zu einer Höhe von 9036, wo er dann zurück- kehrte, und von Noversch seinen Weg über das Val-Dob- bia nach Riva, und von dort denselben Weg wieder nach Mailand zurück einschlug, den er gekommen. Es ist pecht yielse ausgt von je undi Monti einge blanc suchte F junge in den land, sig W schen | Monte schieı ten d KAT Best: noch his zı komm Bekaı san zur sie: »Dar abess recht Schade, dafs Herr Parrot, der als Naturforscher so vielseitige Kenntnisse besitzt, diese Reise nicht in einem ausgedehnteren Sinne unternommen hat. In der astronomischen Correspondenz des Herrn Ba- ron von Zach wird in dem dritten Hefte, September 1819, pag. 280; in dem fünften Hefte, November ı819, pag. 503, und in dem fünften Hefte, November 1820, pag. 481, des Monte-Rosa erwähnt. Es ist jedoch nur ein sehr witzig eingekleideter Höhenstreit zwischen ihm und dem Mont- blanc, der vorzüglich durch die im Jahre ı819 zuerst ver- suchte Besteigung des Monte-Rosa veranlalst wurde. Es vereinigten sich nämlich im genannten Jahre zwei junge Männer, Herr Zumstein und Herr Vincent, welche in dem Thale von Gressonay zu Hause, aber in Deutsch- land, und zwar in der Nähe des Konstanzer-See’s ansäs- sig waren, zu dem rühmlichen Zwecke, ihre vaterländi- schen Gebirge genauer zu untersuchen. Dem erstern verdanken wir den ersten, auf den Monte-Rosa Bezug nehmenden Reisebericht. Dieser er- schien ı820 in Turin, in einer Beilage zu den Denkschrif- ten der königlichen Akademie der Wissenschaften, Tom. XXV, pag. 230. Herr Zumstein hat in den Jahren ı820 und ı821 seine Besteigungen des Monte- Rosa wiederholt, und ist selbst noch im Jahre ı822, und zwar am ı. August, neuerdings bis zu dem Fufse der siebenten oder höchsten Spitze ge- kommen, Da ich bei meiner Bereisung des Monte-Rosa seine Bekanntschaft machte; so wollte er die zusammengetra- genen Beschreibungen seiner verschiedenen Reisen mir zur Bekanntmachung übergeben, und er übersandte mir sie auch wirklich von Turin aus mit folgender Begleitung: »Ich halte mich vollkommen überzeugt, dafs die kleine »Darstellung meiner Reisen auf den Monte- Rosa nicht »besser angereihet werden könne, als an jene, welche Hin j| a m sea TO mm »Hochdieselben herauszugeben gesonnen sind. Ich über- vgebe daher meine Sammlungen Ihnen, mit dem Ersuchen, »selbe meinen deutschen: Landsleuten in der Ihnen belie- »bigen Form mitzutheilen.« Ich habe nun diese Reisebeschreibungen ganz in der Form gelassen, wie sie mir Herr Zumstein sandte, über- zeugt, vielen Lesern dadurch einen Gefallen zu thuns denn es ist in jeder etwas Neues und Interessantes, wenn auch, wie natürlich, Wiederholungen vorkommen müssen. Herr Zumstein betreibt zwar weder Geologie noch überhaupt eine der Naturwissenschaften ausschlielsend; aber er ist ein sehr getreuer Beobachter, seine Darstel- lung ist einfach. Es kann also jeder, wasihm beliebt und interessirt, daraus mit der Zuversicht heraus heben, dafs alles wahr und richtig ist, was er sagt. Da Herr Zumstein bereits sehr anschaulich die grolsen Beschwerlichkeiten der Gletscherreisen mahlt, so wollte ich dem Leser mit Beschreibung der meinen nicht lästig fallen. Ich kann nur alles bekräfiigen, was Herr Zumstein hierüber sagt, und jedermann, der: sich in diese Regionen eines ewigen Eises wagen will, die allergrölsten Vorsichten anrathen. Ich habe meinen Weg, den ich auf die dritte Spitze ge- nommen, in der Ansicht Nro. 5, so wie auf der Karte gegeben; in derselben sind auch alle übrigen Wege des Herrn Zumstein genau bezeichnet. Die Ansichten sind von den vier verschiedenen Welt- gegenden aus, von Ost, Nro. 1; West, Nro.“IR,. Süd, Nro. Hl} Nord, Nro. IV gezeichnet. Nro. V ist vom Rothhorn auf dem nämlichen Standpuncte genommen, von wo Herr de Saussure den Monte- Rosa beschrieb. Es wird nicht schwer seyn, sich mit ihrer Hülfe in jeder beliebi- gen Stellung zu orientiren, und hat sich nur einmal das Auge die Silhuette recht eingeprägt, so erkennt man sich überall recht leicht wieder, da die Spitzen so viel Cha- rakteristisches haben. sicht} erreit folgen Sauss wese stm des Saus von ı zwist höch a, Air( Mu de tolg obeı Pizz — iI—- In Ich werde nun alle frühern und spätern Daten mit Ihen ß:. x| meinen eigenen Erfahrungen zusammenstellen, und die = Gegenstände in folgender Ordnung vortragen: A. Lage des Monte-Rosa, seine Höhe, die verschie- : I denen Verfahren, selbe zu messen, Vergleich mit über: dem Montblanc. hun; B, Die verschiedenen Wege, um zu ihm zu gelangen. en C. Seine Beschaffenheit in naturwissenschaftlicher Be- ssen, ziehung. noch Die beigefügte Karte soll ın topographischer Hin- nd; sicht, und die fünf Ansichten alles versinnlichen, was zu tel- erreichen nur immer möglich ist. Herr Zumstein’s Reisen ind folgen als Anhang, für selbe palst auch die Karte. lals ae stein S iten A. Lage des Monte-Rosa, und seine Höhe. mit u Die Lage des Monte-Rosa ist zuerst von Herrn de a5, Saussure bei seiner Reise nach Macugnaga und seiner An- Ben wesenheit daselbst Anfangs August ı789 etwas näher be- oh stimmt worden. 2 de Nach der Beobachtung seines Sohnes war die Breite arte des Dorfes Macugnaga 46°, 2°, 30‘. Nun sagt Herr„de des Saussure: Da die höchste Spitze des Monte-Hosa 62°, 48° von Süd gegen West dieses Ortes fällt, und die Entfernung lt zwischen beiden 4515 ist, so folgt daraus, dafs die id, höchste Spitze 2071t oder 2/, 10%, im Süden von Macu- om gnaga liegt, und aus dem berechnet er dann die Breite on für die Spitze, und gibt ihr 46°, o/, 10. Längenbestim- ird mungen konnte er keine machen, weil ihn der Kessel, in hr- dem Macugnaga liegt, daran hinderte. das Um die Höhe des Monte-Rosa zu messen, ging er ch folgender Malsen zu Werke. Auf den Alpen von Pedriole, 1. ober dem grofsen Macugnager Gletscher, am Fulse des Pizzo bianco, mals er eine kleine Basis, die aber nur Ba eg.—. GERT 12 Gran, _ R 20504 78ı P, Schuhe lang seyn konnte, wodurch dann der ihr gen| gegenüber liegende Winkel mit der Spitze des Monte- diese: Rosa nur 2°, 45°, 30% war. Herr de Saussure meint trotz| dieses kleinen Winkels doch nur einen Fehler yon einigen| Spit Toisen gemacht zu haben, da seine Instrumente sehr gut| sein waren, Er berechnete die Höhe seiner Basis: nach Baro-| wart meter- Beobachtungen, und fand selbe 1087t über dem| Meere. Die höchste Spitze des Monte-Rosa lag also 2430t, mung die zweite südlich nach ihr, 25981(seinen Angaben zu Stern Folge) über dem Meere. un Früher schon hatte Pater Beccaria, Astronom in Tu- Be: rin, die Höhe des Monte- Rosa oberflächlich bestimmt, er Veere hatte aber nur den Höhenwinkel über der Turiner Stern- aunihe warte genommen. Die Distanz von Turin bis zur Spitze tunet war ihm nicht genau bekannt; seiner Angabe nach, sollte; die höchste Spitze 2359 seyn. Yomb Als im Jahre 1788. Herr"Oriani mit einer Triangula- ande tion der Lombardie beauftragt war, bestimmte er auch Et die Lage des Monte-Rosa genauer; unter mehreren Win- heith kelbeobachtungen, die er von verschiedenen Puncten der a Lombardie aus, mit der höchsten Spitze zog, schien ihm Bay . das Dreieck: der. Dom von Mailand, der Monte- Generoso bi (zwischen dem Luganer- und Comer-See) und der| BR Monte-Rosa, das Beste, Er hatte unter den vielen Spi-|” tzen: dieses Gebirges wirklich die höchste gewählt, die Aa von seinen Standorten aus gesehen, oben wie etwas gespal-|\ H ten erscheint,‘Wir werden später die Ursache dieser iR: scheinbaren Spaltung erklären. x Er berechnete aus seinen Beobachtungen die Ent-| in fernung des Dom’s zu Mailand mit der höchsten Spitze” nat, x. s s-... 994148, Kä jene vom Signal auf dem Meonte- Generoso bis= zur höchsten Spitze. S R a; EEK AER Der Azimuth von Mailand aus, von Nord gegen West Di \ war 62°, 28%, 0; der Meridan- Abstand des Monte- Gene- zul i j R e nn ee A N —. ı3= der ih, roso, vom Meridian des-Mailänder Dom’s, 68°, 19°— ge- Monte. gen West; und die Entfernung von der Perpendikuläre Nm dieses Meridians, 26,654%. Eile Hieraus hatte sich denn die Breite der höchsten ehr m Spitze des Monte- Rosa mit 45°— 55’— 56, und h En seine Länge( mit der Reduetion auf die Mailänder Stern- »r den warte) mit 25°, 32°, ı// ergeben, dot, Über die Höhe machte Herr Oriani folgende Bestim- en zu mungen: Der Höhenwinkel, den er von der Mailänder Sternwarte aus nahm, mit der bereits bekannten Entfer- rn nung berechnet, gab ihm 2389, 5° Erhöhung der höch- ne sten Spitze des Monte-Rosa über dem mittelländischen “a Meere. Ein zweiter Höhenwinkel vom Monte- Generoso kizo aus beobachtet, 2390‘, 71. Das Mittel von beiden Beobach- ih tungen also 2390!. ‘ In den Jahren 1803— 6 ward die Triangulirung der Lombardie über den Ticino gegen die Sesia fortgesetzt, ; h und erstreckte sich sonach ganz nahe bis zum Monte-Rosa, S: seine Höhe und Lage konnte nun mit grölserer Genauig- Mr keit bestimmt werden, und Herr Oriani berechnete nun er seine Höhe zu 2385t; seine geographische Breite 45°, 55° in 59/, seinen Längenabstand vom Mailänder Meridian ı°, En 19/, 37°, die Seite von Mailand und Monte-Rosa 59,481!. der Man sehe hierüber in den astronomischen Ephemeriden ap: von Mailand für das Jahr ı822, den Aufsatz: Posıizione die geographica di alcuni monti oisibili da Milano di. Oriani, wo al- auch das Finster- Aarhorn mit 2203— und der Monte- ac Viso mit 1968: bestimmt wird. Die Messung des erstern stimmt bis auf 2°, 4° mit jener überein, die Herr Tralles at- von der nördlichen Seite her, und ebenfalls trigonome- tze trisch— im Jahre ı802 über das Finster- Aarhorn, be- "WW kannt gemacht hat. Als im Jahre ı82ı durch den k. k. Generalquartier- \ meisterstab der Armee von Ober-Italien, die grofse Trian- est gulirung über die Savoyischen Alpen unternommen wurde, \6= _— a Lama| ul{ name ig ef aD| Fe N a fa 7 ——ı— oo= dERF 2 er 5-7 a Re ee> m 19> SS A ei 5= A x= ai=>= on 7= el 53 2= 4 \= rn nn N Rn ES===>> a2=; 4 \= SI pl> u Sa Er== oo--2 ze= 3==-— Z====>> 1 ge= o——-= ä ==) zZ c Ss= Ss 3 a A A I} | nahm Herr.Carlini, Astronom der Mailänder Sternwarte, auch einige VWVinkelbeob achtungen vor, die die genauere Bestimmung des Monte-Rosa bezweckten. Sie waren folgende;| Die Seite 4 Logarithmen| von Mai- nn ler entgegen-| land nach kel,; re ANELET, gesetzten Sei-| dem Mont- ten in Metres. Rosa in Toisen, fi i . A |[Der Dom yon Mailand 2 2... 47% 194, ı4.| 4,9895538 I} | Erstes Dreieck y Die Sternwarte von Turin.. ı 00°, 42°, 324 ne fr 9,421| Die höchste Spitze des Monte-Rosa 71°, 58, 41%! 5,1013255 Kan den sphä- rischen Unter- fr, schied mit 27 A |: abgezogen, Der Dom von-Mailend.,—. 47°, 494, 314| 4,979968ı Zweites Dreieck Süpercarbei Try& 2. 64°, 0’, 51%| 5,0636053 Die höchsie Spizem. 2, 68°, 104, 4%| 5,0777683 der obige Unter- schied mit 26 abgezogen. we Dom von.Mailand.. 2. 174%, 554 5ru| 5,0350055 i 59,400 men am Drittes Dreieck. 2 MondowE. 2 2% 8 100,337, 55% 5,0635422 k:>=Monte-Hosa z=. 8% 64°, or, 54 5,2059614 abgezogen 46, 59,391 a Ha —[75 Yo 0» Nachdem Herr Carlini so die Seiten erhalten hatte, 3 nahm er auch die Höhenwinkel: | ag ı) Der vom Observatorium von Mailand mit | N dem Monte-Rosa war.: 4 EN N 3 2) Vom neuen Observatorium zu Turin. 2°, 119, 44/4, 3) Von der Kuppel der Superga 3 sr 0501 4) Der vom T’hurm in Mondovi.“0% Zıl, za, Mit den erhaltenen Seiten zusammengestellt, die Re- fraction zu?/,, in Anschlag genommen, erhielt Herr‘Car- lini folgende Resultate für die Höhe des Monte-Rosa: Von der.Beobachtung Nro: ı... 2374. Nro3 m SSL 3348E, h Neon sieben dr!> Nros4 uaimedig: Die sehr bedeutend differirenden Resultate glaubt Twunmgs 3 T]< 27 PAIodneu> uımo z r r UOoASs V« 2711742 -u9]Y129AZ0q esotT- O2Juoyr sap Sunu A9p NEE. Herr Carlini von der noch wenigen Bestimmtheit der For- Aber diese een mel über die Refraction herleiten zu müssen. Beobachtungen sind defshalb sehr interessant, “Dpurprenl weıl wir ; : nun, wo wir die Höhe des Monte-Rosa so genau kennen, 3 aus ihnen rückwäris auf einen Mafsstab sehlielsen können, : der bei der Refraction zu beobachten seyn dürfte; denn ° bei der Beobachtung Nro.1 nähert sich die kürzeste Linie i bis auf 2% der Wahrheit, bei der Beobachtung Nro. 4 2 entfernt sich die weiteste Linie um 53 davon. i 2 Aus den verschiedenen Dreiecken hat Herr Carlini ge das Mittel, die Entfernung des Monte-Rosa von Mailand 1 mit 59,394% 5% bestimmt, also 201 Unterschied mit der £ D ersten Bestimmung des Herrn Oriani, 5 Den Azimuth des Monte-Resa von Süd nach West 3: fand, Herr Carlinı 117°, 27’, 5al, 5 Die Entfernung vom Mailänder Meridian 52,703 O. ©: Die Entfernung der Perpendiculäre.. 27,393 N. ” Hieraus geht für die Länge des Monte-Rosa 25°, 31/531, E für die Breite.„Ar an 2455584, 97% 2 hervor. Verglichen mit den ersten Beobachtungen des [e) — 7— Herrn Oriani findet sich hier ein Unterschied von ı% für as we die Breite, und ı2‘ für die Länge, welcher vielleicht von ai der Verschiedenheit der Entfernung herrühren mag, die" r beide für die Seite von Mailand bis zum. Monte-Rosa an-| mans nahmen, und die; wie wir gezeigt, 20t betrug; auch hat| Gl? Herr Oriani nach Bambert!/,, dagegen Herr Carlini nur| schied !/ı0 als Refraction angenommen, mus Um seine Höhe auf eine andere Art zu bestimmen, versch hatte Herr Carlini die Barometer- Beobachtungen, die gleich Herr Zumstein in demselben Jahre auf der vorgeblich zwei- N ten höchsten Spitze des Monte-Rosa vorgenommen, be- om eine rechnet; letzterer schätzte die höchste um 45t noch höher. onte-] Nach verschiedenen Formeln berechnet, fand Herr fel und| Carlini die höchste Spitze, und zwar nach den Barometer- der Gip Beobachtungen verglichen mit den gleichzeitigen’ in Mai- denen hand a I ee or ae, mochte mit den gleichzeitigen in. Genf... 2. 2,387, 68, hatten ı (immer die Schätzung von 45t des Herrn Zumstein dazu fel mehi geschlagen). durch d Es war nämlich der von Herrn Zumstein beobachtete bianeo Stand der Instrumente den 3. August ı82ı auf der zweiten krone: höchsten Spitze(nach seiner Schätzung um 45 niederer I) ode als die höchste). say, Barometer Thermo- an A p- 1. 5 meter konnte im Freien,{ » | Um ı0 Uhr Morgens.., 16,5,7|+.05 ‚ genübe Em NMitlaet eur 0 16,5,7|+.9,0 letzte Denselben Tag war zu Mailand SU6nN der Stand der Instrumente fir „4 Um 5 Uhr Morgens.....:..... 2,., 7| 4 ı7 6 m “[| Um 3 Uhr Nachmittags..- 2,95 7|-+ 239 ausgn In Genf stand der Barometer, dem’ auf ı0° reducirt, am selben' war; Tage um 5 Uhr früh.. 2, 1,3|+ 14 0 Tolan um 2 Uhr Nachmittag 27,0,6|+ 25 0 ui \{ 7 — An aus welchem nun jeder nach seiner beliebigen. Formel die N Höhe berechnen mag, da die Höhen der Observations-Puncte a ‚di von Mailand und Genf bereits bekannt sind. Die Differenz EN von ı5t., die sich ergibt, je nachdem man Mailand oder auch ht Genf annimmt, kommt wohl wie natürlich aus dem ver- zrlinı nur 3 x:: co schiedenen Zustande der Atmosphäre, die an einem Tage zur selben Stunde kaum auf eine Entfernung, und in der Kummen, verschiedenen Lage, in der sich beide Städte befinden, 2, die gleich seyn kann. ch zwei. So weit waren bis jetzt die verschiedenen Versuche 2, be- zu einer richtigen Bestimmung der Höhe und Lage des höher, Monte-Rosa gediehen, immer noch fanden sich aber Zwei- | Herr fel und Unrichtigkeiten, die von der verschiedenen Wahl meler- der Gipfel, von verschiedenen Instrumenten und verschie- in Nai- denen Formeln, nach denen berechnet wurde, herrühren a0, mochten.— Meine früheren Reisen nach dem Monte-Rosa 0 hatten mir bereits über seine höchste Spitze keinen Zwei- ‚ dazu fel mehr gelassen. Eine neue Untersuchung im Juni 182% durch das Thal von Macugnaga hinauf, wo ich ven Piz20 chtete bianco aus die äufsere Form dieser: grolsen Gebirgs- weiten krone sehr genau sah, überzeugte mich nun vollends, dafs iederer von dieser Seite eine Messung am leichtesten auszuführen sey. Aber sie sollte rein trigonometrisch und so be- = schaffen seyn, dafs nach ihr keine Zweifel mehr bleiben Ya konnten, reien, Auf dem Monte-Carnera im Sesia-T'hale, Riva ge- or genüber, hatte ich noch ein Signal entdeckt; es war das ;) D letzte der grolsen Triangulirung, die in den Jahren ı803 — 6 auf die Basis am Ticino gestützt, von dem Astrono- men zu Mailand, in Ober-Italien mit grofser Genauigkeit 6 ausgeführt wurde. Einen andern Punet entdeckte ich auf 5 dem Pizzo-Moro oberhalb Banio im Anzasca- Thale. Es war also eine Dreieckseite erster Ordnung der genannten Triangulirung von 7482°, ı Toise, meine Basis; doch } \ | ! ! \ en 2 14 0 9, 0 konnte man’ vom ersten Puncte aus nicht alle Spitzen, und uno 2 ————[05 m . vorzüglich die höchste Spitze nicht sehen. Um demnach zum Ziele zu gelangen, wurden folgende Mafsregeln er- griffen. Mit einem sechszölligen Repetitions- Kreise von Pellet, der 3o Secunden genau gab, wurde von Pizzo-Moro aus, sich mit dem Signal auf dem Carnera orientirt, und dann alle Höhen- und Breitenwinkel der sechs höchsten Spitzen mit dem Carnera- Signal genommen. Zugleich wurden Winkel mit einem, auf dem Pizzo del Ruse-Berg, vor- findlichen Signale, auf einer Seite mit Carnera, auf der andern mit dem östlichen Fensterstocke des obern gewölb- ten Ganges in dem Hause Bertoletti in Ponte grande, dann mit einem Steinhaufen auf dem Scarpignano- Berge ge- nommen. Der Pizzo del Ruse ist. auf dem grolsen Gebirgsrü- cken, der sich vom Monte-Rosa östlich nach dem Lago maggiore zieht, und westlich vom Pizzo di Moro gelegen, noch zwei Stunden von den Alpen Baranca aufwärts. Ponte grande ist ein Alpendörfchen im Anzasca-Thale, auf dessen linken Ufer, Banio gegenüber, gelegen, und man hat von dort aus eine sehr freie Aussicht nach dem Monte- Rosa. Der Scarpignano-Berg liegt nordöstlich vom Pizzo di Moro, auf derselben Gebirgskette mit ihm, oberhalb dem Dörfchen Anzino, Die zweite Station ward nun in Ponte grande ge- macht, alle Winkel der sechs Spitzen des Monte-Rosa mit dem Monte-Moro, und der Winkel mit letztern und Scar- pignano genommen. Die dritte Station war der letztgenannte Berg, von dem aus die Winkel mit Ponte grande und Pizzo di Moro, und letzterem und Pizzo del Ruse genommen wurden. Zwischen diesem Puncte war also eine Basis vom Pizzo di Moro und Ponte grande erzeugt, die 3520 Tois. lang war, jedoch waren die entgegengesetzten Winkel etwas spitzig, und Ü Statio‘ Nro, heob: solch der ı nicht! durch bestimi Monte den S Felse \ Fisfeld und M ich hal Die aı vechn Mnach In El. Pelle, IM) au, d dann Pitzen urden vor- f der völb- dann a und um eine Controlle zu erhalten, wurde nun die vierte Station auf dem Monte- Carnera gemacht, Die Spitzen Nro. ı, 2, 3 und 6 wurden von dort aus zum zweiten Male beobachtet, und gaben bei der folgenden Berechnung eine solche Übereinstimmung, dafs man auch die Richtigkeit der vierten und fünften Spitze, die man von hier aus nicht wieder beobachten konnte, vorauszusetzen vermochte. Alle Winkel wurden durch mehrfache Repetitionen gemessen, die Höhenwinkel immer von allen beiden End- puncten der Basis controllirt, und dann alle auf den Punct Carnera reducirt, dessen’ Höhe, 1405 Toisen, sehr genau durch die frühere grolse Triangulation trigonometrisch bestimmt war. Da die ganze Operation so nahe an dem Monte-Rosa geschah, so konnte man sich als Signale auf den Spitzen desselben kleine Merkmahle in den höchsten Felsen wählen, nach denen also auch visirt wurde. Noch ward eine nördlich gelegene Felsenspitze, mit Eisfeldern umgeben, gemessen, die zwischen dem Saaser- und Matter-Thale liegt, und deren Namen niemand wulste; ich habe selbe mit X, oder das Mittaghorn? bezeichnet. Die angebogene Tabelle gibt nach der sorgfältigsten Be- rechnung die folgenden Resultate: Höhe Breite.| Länge.| Die höchste Spitze Nro. 5 1 2370°, a’-—|45, 55,56) 295092, 0 » zweite».612358°, 8°—|45, 56, ı3| 29;92,.8 » dritte» Nro.4 2337°, 8°—|49, 55, 38| 23.3253 » vierte» Nro.312336°, 1’—| 45, 55, 20| 25,32,24 ..-| f; » fünfte». 2 12275°, 4'—| 45, 54, 54 25,32, 2 » niedrigste| Nro. ı 12164°, 04-|45, 54, 10 25,31,29 Das Mittaghorn? oder] Berg%X( vielleicht? j2147°,5’—|46, 0, 30|25,48,26 der Monte- Fee A Ich will nun alle früheren Messungen mit den meinen n* EEE Se Wir. F N u fr vl m— zusammenstellen, um zu sehen, mit welchen sie am mei- glechz sten übereinstimmen. dem 9 Der Pater Beccaria durch Bestimmung eines Hö- jeren: henwinkels;oberflächlich.,; 327 2.1... 32; 2359| Standt Herr de Saussure bestimmte theils nach Barometer, N| reiche theils durch Winkelmessungen... 2... 2430| denn i Herr Oriani durch Winkelbeobachtungen im Her Jahre, 1780 7.7.0. S/%2390 immer Das y» Winkelbeobachtungen im nach ih Jahre, 1803... 2 135.5352385 tisch ö » als Mittel von mehrjährigen Be- metnisel obachtungen mit dem Barometer, und diese aelır mit mehreren gleichzeitigen verglichen, An mia Sion As au Ba Ne 2405 chen »’’s Berechnungen der Beobachtungen eine F mit dem Barometer von Herrn Zumstein, der Ps verglichen mit jenen in Genf, geben.. 2387 Honte- »,,.Mailand: ,,1.,.142%2372 ches au Seine trigonometrischen Messungen geben, je nach D Verschiedenheit des nahen oder fernen Stand- Behufs punctes: die erste ie NIEae Ne A DIT tt ZWEILe THIS sn 2343 . A eine A dire 2357 Er :: bis Ch Vereine ee ee Zug die von mir angegebene höchste Spitze hat.. 2370. nal Es hat sich daher Herr Carlini der Wahrheit bis auf as einige Toisen genähert, Herr de Saussure sich am weitesten, Nas nämlich um 60 T'oisen davon entfernt. Tot Ich bemerke noch, dafs alle Höhen über dem mittel- 1er Hi ländischen Meere, in Pariser Toisen berechnet, die Län- I gen und Breiten auf den Mailänder Meridian reducirt sind. ay Ich habe bei diesen Messungen jede Einmischung des Ba- Wer, rometers vermieden, da ich mich durch so viele Proben verse überzeugte, dals eine genaue Übereinstimmung nicht zu mend hoffen ist.— Nur durch eine lange Reihe fortgesetzter nn.>——>= 5 in Da Tan _ e a? E— ur 7 zu 0)j m ı mel. gleichzeitiger Beobachtungen(wie zum Beispiel die auf dem grofsen St, Bernhard und zu Genf täglich seit meh- aM reren Jahren vorgenommenen Beobachtungen des ganzen Standes der Temperatur) dürfte jene Genauigkeit zu er- 2430 reichen seyn, die wir zu Höhenvergleichungen benöthigen; denn ich habe manche frühere Barometer-Messungen des 2390 Herrn de Saussure mit trigonometrischen verglichen, und immer die gleiche Unzuverläfslichkeit gefunden; so ist 2385 nach ihm Riva 558 Toisen über dem Meere, trigonome- trisch 509— 8— Banio nach ihm 338 Tois.— trigono- metrisch 349°— 7. Meine.Barometer- Messungen haben mir für Riva 576, 5 gegeben: also immer eine Differenz 205 von 7— ıı Toisen. Das ist wenig, wenn es sich um oberflächliche Bestimmungen handelt, und viel, wenn es eine Rangs- oder Höhen- Streitigkeit gilt, wie diefs hier 28 der Fall war, wo der Höhenunterschied zwischen dem Monte-Rosa und Montblanc sollte gefunden werden, wel- ches auch eine meiner Absichten war.. Die im Jahre 1821 eingeleitete grofse Triangulirung, Behufs der Verbindung der in Frankreich und Italien be- 5 374 Be{ 3: er reits früher Statt gehabten trigenometrischen Messungen, a eine Arbeit, die von Turin über die Savoischen Alpen al bis Chambery ging, gab mir nämlich Gelegenheit an die > Hand, die Höhe und Lage des Montblanc mit einer gros- 70 sen Genauigkeit bestimmt zu erhalten, und das allgemeine u Interesse, welches dieser höchste Gebirgsstock immer er- u weckte, schien mich zu einer endlichen Berichtigung sei- ner Höhe aufzufordern. ie Der Montblanc war seit 1787 mehrere Male erstie- 7 gen worden, nachdem in diesem Jahre de Saussure den nd, Weg dahin gezeigt hatte.‘Noch. öfter ist seine Höhe durch Dr verschiedene Beobachtungsweisen, aber nie übereinstim- ven mend, berechnet worden. e Im Jahre 1778 mals bereits Herr Pictet vom Mont- er Be. mn en ee ze= Een a mm 07) em Buet aus, mit einem Sextanten die Höhe des Montblanc, Dr aber mit dem Barometer die des Mont- Buet.” Durch ein anderes trigonometrisches Verfahren hatte ab Schoukbourg im Jahre 1777 seine Höhe gemessen.| Ken Im Jahre 1787 bestieg, wie gesagt, de Saussure die I Spitze des Montblane, und machte dort mehrere Beobach- und tungen mit dem Barometer und dem Siedepuncte des Was- Nu sers. Diese Beobachtungen mit den gleichzeitigen, die Pi in Chamouny und Genf gemacht wurden, nach verschie- nach denen Formeln berechnet, gaben, wie wir gleich sehen ie werden, auch verschiedene Höhenbestimmungen. den Endlich verband im Jahre 1802— 4 Herr Tralles den Her Montblanc mit seinen trigonometrischen Messungen, die Ba er auf dem Jura und im Canton Freiburg vornahm, und fen bestimmte sonach auch seine Höhe. I Wir wollen nun alle die verschiedenen Angaben Höhen! durchgehen, um zu sehen, welche sich mit der unserigen schiene am besten vergleichen läfst. Herr de Saussure hat die man- nicht in nigfaltigsten gemacht, und zwar: Herm Nach der Methode von Tremblay und nach den: i auch g Beobachtungen in Chamouny, verglichen nach m Au der um Mittags gemachten.... 2. 2. 2hmıt romet Una lhra ee ee 2439" einem Nach derselben Methode, aber mit den Beobach- folge, tungenin Genf verglichen, nach der um Mittags 2478% des M um 2 Uhr 241828 Minim Alle diese vier Beobachtungen aber nach der 248g Methode von de Luc berechnei, geben ein iso e Miltelivon na a a er. 2yı8t bis et Herr de Saussure hatnach einem mittleren Durch- alte, Selinitie immer 0 0 A Ne 240% BEN zur Höhe des Montblanc genommen., Die Beobachtungen des de Saussure von Schoul- bourg nach einer uns nieht bekannten Formel| berechnet... 7... een ah47dt, — nee n Er ETEERE i De a be a: ER PET Ne a TU a blan \.. Ute Dessen trigonometrische Messungen, die jedoch auf einer sehr kleinen Basis beruhten, gaben 3% 294908 Herr Ebel eitirteine andere Angabe nach Schouk- ha He aber-(nach'deSaussure)>>... 19% Tale DaB OR, Re ne ne a oT, und, gane”ändere von de Euer: 21.2, II IIR Nach den frühern Messungen des Herrn A. M. Pretet..ıstö die Höhe... u„gast Aruazabt phach- Was- ‚ die chie- nach einer andern Bestimmung desselben in ehen den barometrischen Tafeln des Baron Lin- opt rege Halo Herr Tralles bestimmte trigonometrisch, wie die BärsniiZaeh’ anlührt si!„ira! aeis9 a8 2,3468}, und ferner wie Herr Ebel anführt°...:...2465t In den neuesten Zeiten ist meines Wissens über die denau angeführt den aben Höhenbestimmung des Montblanc nichts Anderes mehr er- igen schienen. Die Reisen auf seine Spitze haben entweder 1An- nicht immer einen günstigen Ausgang gehabt, wie die des Herrn Hofrath’s Hamel im Jahre ı819, theils wenn sie auch gelangen, wie die eines Engländers Herr F, Clissold im August ı822, keinen Erfolg für diesen Zweck*). Ba- rometer-Beobachtungen müssen aber, wie gesagt, oft an di einem Orte wiederholt werden, wenn sie richtige Sehluls- folgen für Höhenbestimmungen haben sollen.— Die Höhe gt des Montblanc schwankte also bis jetzt noch zwischen dem at Minimum 239ı von Herrn de Luc, und dem Maximum 2489 von Herrn de Saussure, nach Tremblay' berechnet; also eine Differenz von 98 Toisen. Allgemein hat man gi bis jetzt das von Herrn de Saussure. selbst gezogene Mittel, 2450 Toisen, um so lieber angenommen,, als es auch cine 90, et *) Man sehe hierüber das Juni, Heft ı823 der Bibliotheque uni- verselle pag. ı37, worin die Reise näher besehrieben ist, die kein anderes Resultat gehabt hat, als dafs der Reisende auf ” der Spitze des Montblane war, runde Zahl war; immer bleiben den Meisten noch grolse mil Zweifel. Gleiches Schwanken herrschte über die geogra- dm Hi phische Lage des Montblanc; nach Ebel hatte derselbe: gen Pfeite. 6.4 Sea Ma ee den Bänge in u. nee 2, area| Hiezu Herr Beaufoy hat seine Breite.... 45%, 50, 114| den bestimmt. In der Karte des Alpes von Ale Ramond erscheint die Breite.... 45°, 50°, 15% Ike » nbängersti. 1usha5 240 Based,| nachde Das hier entwickelte, und durch die beigebogene| 3 Month Tabelle versinnlichte trigonometrische Verfahren dürfte Jier und daher manchem Anstande, den man noch über die Höhe ie die des Montblanc haben könnte, begegnen.— Die franzö- Sr sischen Ingenieurs hatten bei der Messung, die zur Be- eral- stimmung einer Perpendiculäre auf die Meridian- Linie von Bin Dünkirchen, von dem Thurme von Corduan(am Aus-| We flusse der Gironde in den Ocean gelegen) bis Chambery| De fortgesetzt wurde, den Mont-Colombier ohnweit letzterer| ee Stadt als ihren östlichsten Standpunct bestimmt, und des- I. en sen Erhöhung über dem Meere nach trigonometrischen| höhung Messungen zu 737°°),, Tois. angegeben. Derselbe Co-| N lombier ward dann im Sommer 1822, wo er einer der N Puncte war, auf dem ein astronomisches Observatorium in errichtet wurde, von Herrn Carlini durch eine während| Cie mehreren Wochen fortgesetzte Reihe von Barometer-| Beobachtungen, 737°—®/,, über dem Meere ‚gefunden.| Also Durch das gute Übereinstimmen zweier verschiedener Me- Nachde thoden dürfte also jetzt über die Höhe des Colombier kein ist; so Zweifel mehr Statt finden. E Nachdem Herr Carlini eben so genau seine Längen- bestimn und Breitenbestimmungen mit jenen der Franzosen ver- Drei glichen hatte: beobachtete er den Höhenwinkel mit dem beny ı Montblanc, den man vom Colombier gegen Osten sehr land; genau sieht. 20gen Er fand bei einem Barometerstande von 23, ı0, 5, züglich — 25— va und Thermometer+ 10°, 2/ nach ı8maliger Beobachtung N den Höhenwinkel 1°, a 32’, 0/41; die Refraetion ZU:2/40 I, alı m gibt diese un unse Montblanc über in den Colombier RL U NIIT Fer Hiezu die Erhöhung des letztern über Ge Na u dem deere SER HI PN ER Also Erhöhung des Montblane über dem 154 a5 Meere ee wo 2, R2100 00, ogene nachdem er aus dem beobachteten Dreiecke: Colombier, lirfte Montblanc und Grenier die Entfernung der Seite Colom- Höhe bier und Montblanc mit 44,505 Tois.?/,, gefunden hatte, ni. wie die anliegende Tabelle näher zeigt. ie Schon früher hatte der französische Officier des Ge- eh neral-Stabs, Chevalier L’Ostende, den Höhenwinkel des \ Montblane mit dem Mont-Grenier gemessen, und ihn i er bei einem Barometer-Stande von 22‘, 6’, 4/4;'Thermo- :7 meter: 4 12°— 5/—: 1°, 38/, 234 gefunden. Nachdem erer. 3 f 4| 1 nun aus obigem Dreiecke auch die Entfernung vom Mont- n blanc mit dem Grenier bekannt war, so konnte die Er- as höhung des Montblanc über denselben mit 1470°— 9’— 2 bestimmt werden,| = Nach den französischen trigonometri- a" schen Messungen lag aber der Mont- end Grenier über. dem Meere... 2... 989— 2!— fer- Si Also Höhe des Montblanc über dem Meere 2460°— 1!—. has Nachdem der Unterschied dieser beiden Beobachtungen ı/ ee ist: so ist als Mittel die Zahl 2460° anzunehmen. Es gab noch eine andere Controlle für diese Höhen- ei bestimmungen. Die gegenwärtigen beruhten auf einem l a Dreiecknetze, das vom Ocean her über Lion bis Cham-\ ie bery zog. Aber die grofse Dreieckskette, die von Mai- ie land über Turin durch die Hochalpen nach Chambery ge- zogen wurde, um beide Linien zu vereinen, beruhte vor- 5 züglich auf einer 5530° T'ois. langen Basis, die am obern Ticino war gemessen worden; sie ward controllirt durch“ die bei Turin gelegene Basis des Pater Beccaria. Ein auf ai| dem Mont-Cenis erichtetes Observatorium, wo die Astro- ge hä nomen, Herr Plana und Carlini, mehrere Zeitbeobachteten,| zweit“ A\ und sich durch Blickfeuer mit Mailand in Verbindung setz-| wirgl |\ ten, lieferte eine zweite Controlle einer Arbeit, die wür- erst 7 4 dig war, der grolfsen Gradmessung der Franzosen, zur sehil | Bestimmung. einer Meridian- Linie von Dünkirchen bis Siehlich Formentera an die Seite gestellt zu werden. Von dieser Jahre I grolsen Dreiecksreihe, die von Turin nach Chambery ge- mal zogen wurde, war von mehreren Puncten aus der Mont- en blane sichtbar. Die vorzüglichsten Beobachtungen wur- erst Vor den gemacht: ıste®s yom Roche Mellon, östlich ,. ztens| Umstand vom Glacier«d’Ambin, westlich vom Mont-Cenis, ä3tens blane 1 vom Perron des Encombres bei St, Jean de Maurienne, sein Rt und 4tess vom Mont- Trelod zwischen der Tarantaise und— dem See von Annecy. Sowohl die Höhen- als horizontalen YD Winkel wurden mit einem ı2zölligen Theodoliten durch sch mehrfältige Wiederholun gen gemessen, und gaben folgende e Resultate für die geographische Lage und‘Höhe des| 8 Montblane:|# f di Höhe.| Breite. Länge. tt «| 2 Vom Roche Mellon aus|| 2458°, 8—|45, 11,56| 24, 44, 21| 5 » Glacier d’Ambin| 2462°, 9'—|45, 9, 8\24, 32, 46| te » Perron des En-| N combres ,.,. 2459, 9’—|45, 17,34|24% 6,44| de » Mont-Trelod 2462", 3’—| 45, 41, 18) 23, 5ı, 29 M \ i Das Mittel der Höhe dieser vier Beobachtungen wäre N demnach beiläufig 2460°— ı?/,, also ı'!/, mehr, als die Beobachtungen von Herrn Carlini und den französischen| Ingenieurs gegeben; es wäre die Höhe des Montblanc also 10° mehr, als der bisher nach Herrn de Saussure ange- nommene mittlere Durchschnitt. — 27]— N ii Da, wie gesagt, die höchste Spitze des Monte-Rosa iR aul 23700, 2! hoch ist; so wäre demnach der Montblane um Hi a 90° höher als der Monte- Kosa; letzterer indefs immer der ı, zweit-höchste Berg in Europa*). So wäre demnach, wie en seh: wir glauben, gründlich belegt, ein Streit entschieden, der Ei erst noch in der ganz jüngsten Zeit so manche Feder be- "zur schäftigte. Denn sonderbar genug ging die damals ober- . bis flächliche Schätzung der Höhe des Monte-Rosa, die im dieser Jahre ı820 alle italienischen Journale beschäftigte, erst 7 ge im Jahre 1823 in die deutschen Journale und Zeitungen Nont- über, wo sie, wie z. B. im österreichischen Beobachter, wur- erst vor ganz kurzem erschien. Vielleicht verschafft der as Umstand, dafs diese kleine Ehrenrettung des Mont- Ztens blanc in Deutschland erscheint, ihm hier um so schneller 1enne, sein Recht wieder. e und talen*) Da wir einmal mit der Berichtigung eines Höhenstreites be- urch schäftiget sind, so dürfte hier der Ort seyn, eine Rang- ende ordnung zu versuchen, in die wir die grölsten Gebirge l Europens bringen könnten. Baron Zuch, im fünften Hefte ı819 seiner astronomisehen Correspondenz, sagt nämlich ‚sehr witzig, dafs manche Bergbewohner eben so sehr auf = die Ehre und den Vortheil( wohl oft Nachtheil), den gröls- 7 ten Berg zu besitzen, halten, als auf jene, grolse Männer mi aus ihrer Mitie abstammen zu wissen.— Bisher war es " nach dem Montblane und dem Monte-Rosa immer die Or- 46 teles- Spitze, die den dritten Rang einnahm. Sie bildet | das Haupt.aller Alpen Tirols, und ist die höchste Spitze 44 der grolsen Rette, die aus der Schweiz und der Valteline 29 gegen Östen zieht. Die Orteles- Spitze ist in Italien öfters | mit dem Monte- Cristallo verwechselt worden, und diels an die Ursache, warum sie beinahe in keiner Karte zu finden ist. Bei meiner Reise auf das Stilfser Joch, im Sommer die 1823, bemerkte ich die Verschiedenheit an Ort und Stelle. hen Man sieht die Orteles- Spitze ganz nahe von dem genannten ılso Joche, und ich will die trigonometrischen Messungen genau ge- zergliedern, die zu ihrer Höhenbestimmung vorgenommen wurden.— Von drei Puncten der trigonometrischen Mes- —— 95 Ross erh Nachdem ich sonach in trigonometrischer Hinsicht stellung d die nöthigen Bestimmungen für die Höhenmalse des Monte- ne Es sung der Valteline, die sich auf die Basis am Ticino stützt, Hi konnte die Orteles- Spitze recht genau unterschieden wer- e den. Diefs gab zwei gute Dreiecke, die sich wechselseitig e controllirten, und diese folgende Resultate: Hi Corno St. ee Winkel Seite nei südlich.. 106°, 51',33°°,9— 16,782,— 0 wor Monte- Motto ee'von do 2 k 204 eb 2:4. Bormio 369, 24°,32”,6°— 10,480,— 2 sehe Orteles- Spitze öst- EM lich a2... 36°, 43,53°,5°°— 10,487,— 5 über Corno St. Colombano\. 94 ,29,27 9, 14088, 0 Da Pizzo del Ferro west-|] von m : x Mes lichau,nssti,| Bormio 47% a7 a7 1108| Er Orteles- Spitze. J; 38°, 7°,15°,1,— 8,722,— 5.|" Da die Orteles- Spitze nicht erstiegen werden konnte,| r -: in RES um. so ist der dritte Winkel von den beiden andern abgezogen,! nn R Ä 2: wün übrigens die Dreiecke so gut übereinstimmend, und die Geh 190) Entfernung so unbedeutend, dafs der ganze Unterschied| zwischen beiden kaum einige Schuh beträgt,— Über die' geographische Lage der Orteles-Spitze, die aus diesen Drei- ecken auf den Meridian von’ Mailand berechnet wurde, dürfte sonach kein Zweifel. mehr Statt finden; sie ist: Breite 46°— 30°— 16— 94”, Länge 289,194, 31,40%:-Die| Zenith- Abstände waren vom Corno St. Colombano aus:.. 87°— 34’— ı2", » Pizzo del Ferro» ae OH IL,| » Monte del Motto Dir idtunn 8895.17 25.| Der erste aber lag ı5538/,.—| Ö der zweite»» 155874, 0°— der dritte»» 13945/,°— über dem Meere. Die Höhe des Instrumentes(die 5° betrug) dazu geschlagen, erhalten wir folgende Resultate: Höhe der Orteles- Spitze über dem Meere, bestimmt vom Monte-Motto aus.. 2010°— ı/ Corno di St. Colombano 2009°— 5‘ Pizzö-del Ferro'.:.“.. 201i0°-—0/ Als Mittel... 2009%9/,0,- oder 32,059‘, 4”. _ u ET En Zeeamempn nn m u a nn TE= ie vr ui— m I af En 2 Bi we> er RS =„urn—= Se nn — 29— Hinsich; Rosa erhalten, wollte ich selbe nun auch zur Zusammen- ‘ Monte. stellung der topographischen Details benützen, um so zu St” N Nützt, Es gab aber noch eine andere Controlle. Die auf mehrere den Wer- in Österreich gemessene Grundlinien gestützte Triangulirung Iselsiti war im Jahre 1818 bereits bis an das westliche Ende Tirols vorgerückt, und von der Vernunspitze, der Hatscheroewand Seite und der Pflinnspitze aus, war die Orteles-Spitze durch "82,0 zwei gute Dreiecke verbunden, und ihre Höhe bestimmt worden: sie betrug nach dem Auszuge der Protokolle 80, 2 2040°, 3, 3° Wiener Hlafter; diese in Toisen redueirt geben 2012°, 5’, 7°— einen Unterschied, der nicht zu be- Re: rücksichtigen ist.— So sehr diese Bestimmungen unter sich ,— 0 übereinstimmen, so wenig stimmen sie mit den bisher be- kannten Angaben, die wohl nur auf flüchtigen Barometer- 10-3 Messungen beruhten, und eine beiläufige Höhe von 13400, a, ja selbst, wie Herr Mayer in seiner Reise auf die Jungfrau onnte, 14,016. gaben. Indem wir diese nun zes vergessen, gen, und die trigonometrischen Messungen vorziehen wollen, [al würden wir folgende Rang-Ordnung unter den höchsten chied Gebirgen Europens erhalten:; edle ı) der Montblane(NB. nach unsern Be-|- Drei- obachtungen) RB Sashde 14,764 15 ide, 2)» Monte-Rosa(NB. ehpche sei-[: Er ner sechs gemessenen Spitzen x 1h2a2’) 5 Die 8)» Mont- Cervin(nach Herrn"de Bi Saussure) A- A-. 13,854’ 1 3 n 4) Das Finster-Aarhorn(nach Herrn Tralles) 13,234°= [ 5) Der Geant„ östlich vom Montblanc, 2 1 nach Herrn Raymond: n. 13,044, 2 6) Eine mit Eisfeldern umgebene Spitze.\ Sie liegt 4670° nördlich von der höch 2 sten Spitze des Monte- Rosa, unter- D2 46°— 0°— 30° Breite— 25°— 48'—26°° 2 5 Länge, zwischen dem Matter- und Saas-= Br ser- Thale, ist vielleicht der Monte- 7 Fee? Ich konnte mir hierüber keine= bestimmte Auskunft verschaffen(NB.). 12,889’ 1” R 7) Die Jungfrau, nach Tralles... 12,872’ 8) Der Mönch»»... 12,066°, un nme:_ een TE GEEEE Bu u m U . mn gelangen. zummn 0) um einer klaren Übersicht dieses so verworrenen Gebirges zu Ich hatte bereits bei meiner ersten Reise nach 9) Der Grand- Pelvoux, westlich von Bri- ancon,eNB.’;... 10) Das Schreckhorn, nach Tralles. b ı1ı) Der Iseran inSavoyen, NB.... ı2)» Eigner, nach. Tralles. A 3 135) Eine mit Gletschern umgebene Fels- kuppe, nordwestlich von Briancon, sie ist nordwärts 5316 Rlaftern vom Grand- Peivoux unter 45°, 0‘, 2° Breite, und 23°, 58°, 11° Länge; man konnte uns den Namen nicht genau bestimmen, von einer Seite nannte man sie: les Glaciers de l’Agniaux, von der andern: Monte- Oursino; ob esnicht der Col de Laniere ist, von dem Herr Mayer in seiner Reise nach der Jungfrau sagt, dafs er bei Briancon liege, und 12,990 hoch sey; NB. N R&.. E ı4) Die Orteles-Spitze, NB..- E 35)» Aiguille du midi, beim Montblane ı6) Das Breithorn, unweit des Mont-Cer- vin, nach Herrn de Saussure 5 A 17) Der Glockner im Salzburgischen, nach Schiegg. R. R.. ı8) Monte-Viso, nach Herrn Plana.. 19) Der Zebru(auch die Königsspitze ge- nannt), an der Gränze von Tirol und der Valteline,, ganz nahe südlich vom Orteles, NB,€ P e. 20) Das Wetterhorn, nach Tralles. i 2ı) Der Altes»» F. 22) Die Aiguille d’Argentiere, am Mont- blanc, nach Raymond.*... 23) Die Frau, nach Tralles;.: 24) Der Dent Parrassee in Savoyen, NB.. 25)» Gallenstock, zwischen den Ursprün- gen der Rhone und Reuls, 2 12,619’ 12,560° 12,456’ 12,268’ 291927 12,059’ 12,054’ 12,012° 11,089’ 11,000° j 11.916° 11,453° 1,4337 11,4 19% 11,399° 11,388° ee dritte Classe., ar vierte Qlasse. 11,390°} zum 57— ges dem Monte-Rosa im Jahre ı821 die gröfsten Schwierig- ie nach keiten, mich zu orientiren, in dem Mangel aller eigenen m \ 26) Der Monte della Disgrazie, er gehört 2,619‘ zur Hette des Bernina an der nörd- 060‘ lichen Gränze der Valteline, NB. 11,316 1» 456° 27) Das Weifsbachhorn im Salzburgischen 11,300’ 268° 28)» Doldenhorn, nach Tralles. R 11,287 29) Der Monte- Tresero in der Valteline, südlich vom Zebru, NB, i: 11,136’ 30)» Roche St. Michel, nach de Saussure (höchste Spitze des Mont- Cenis) 11,058° 31)» Doedi,' zwischen den Ursprüngen des Rheins und der Lynth, nach Weifs“ ß- R;& 11,039° en Classe. oo > et » La Rame im Savoyen,.. 10,968’ 2 383)» Monte-Adamello, an der Gränze 3 der Valcamonica mit Tirol, NB. 10,950° 3 34) Das Sustenhorn,, zwischen diesem und dem Gallenstock.:- a 10,910°|| . 35) Der Roche Mellon, südöstlich vom 2 Mont-Genis,.NBR.; 10,878° 3 n 36)» Titlis, höchste Spitze des Surrenen-> | Gebirges, nach de Saussure,. 10,818’ 5 37) Die Aiguille d’Arve, bei St. Jean de E Maurienne in Savoyen, die höchste der drei Spitzen.: 3. 10,776’ h 38)» La Pelouse in Savoyen... 10,775’ 39) Der Mont-Perdu in den Pyrenäen: 10,518’ 40)» Monte-Confinale, zwischen dem Tresero und der Orteles-Spitze, NB. 10,392” 41)» Glacier d’Ambin, südlich vom Mont- Cenis. H A£ 2 10,380° y; 42)» Vigne male, in den Pyrenäen h 10,374° \- 43) Das Moschelhorn am St, Bernhardin, 10,280’ ‚la 44) Der Aetna, nach Schoukbourg.. 10,254’ ar 45)» Pizzo Scalino, ober dem See von 1% Puschiava in der Valteline, NB., 10,248° 46)» Liconeio, zwischen der Valteline und der Val-Bragaglia, NB,. 3 10,221°| J DR un EN Te nn ! i [A - j i A —— 37 Namen gefunden, die eine so grolse Gebirgsstrecke doch nöthig hat, um beschrieben zu werden. Jede grolse Bergspitze, nach der ich mich in der Runde von mehre- ren Stunden erkundigte, war der Monte-Hosa, und nichts Anderes konnte ich von meinen Führern herausbringen, de- ren Unkenntnifs ich dieses zuschrieb, Im Matter- Thale wie in jenem der Sesia und An- zasca, war diese ungeheure Felsspitze der Monte-Rosa, und doch war es eine ganz andere, vielleicht drei bis vier Stunden von der vorigen entlegene, um die ich früher fragte. Als ich im Sommer ı822 meine Reise durch das Lys-Thal über Gressonay wiederholte, und dort den Herren Zumstein und Vincent diesen Mangel an Namen klagte, wulsten auch diese, bis auf einige tiefer und in 47) Der Piz=-Valrhein, am Ursprunge des] Hinterrheins:< ä 10,220’— n 2 48)» Glacier de Chardon, in den Cotti-(=: schen Alpen, nach FVillars.. 10,200°—y Diefs sind unsers Wissens die höchsten trigonometrisch gemessenen Gebirge Europens(die von uns bestimmten sind mit dem Zeichen NB. versehen), nach ihrer Reihenfolge.— Wir bemerken nur noch, dafs der Combin, der Colomb, das Weifshorn zwischen dem Montblane und dem Monte- Rosa, das Fletschhorn nördlich des letztern, in die zweite und dritte Classe gehören dürften, die aber bis jetzt noch nicht gemessen sind. Gewils, liegen auch zwischen dem Gotthard und dem Orteles noch manche Hörner, wie z. B. der Monte d’Oro, die höchste Spitze des Bernina, das hohe Tambohorn, westlich vom Splügen eic., die in die vierte Classe gehören; aber diese Regionen betritt wohl nur alle Jahrhunderte einmal der Fufs eines wifsbegierigen Reisen- den; mehr Gewifsheit haben wir über die Höhen der fünf- ten Classe; sie begreift den Rest der Eisregion von 10,000’ herab bis 8000, wo die Vegetation beginnt; man findet mehrere dieser Höhen, die trigonometrisch bestimmt sind, in der beigefügten Tabelle angegeben. ihren] Benenmt Gebirg, und v Richtw I tentheil her, Ie Beschre den ver: Art, un! und ich| ganze N ben it sind el Hütten| ches:»i klang fü man sie schen\ dieUrs Thäler auf die deren die von und Bu Schnilt das mit D über bis an West We 8 durz ı ie in ihrem'T'hale gelegenen Berge, mir keine zu nalen neh, Benennung un der hiels der grofse nicht Gebirgsstock,, der sich 2 Stunden von Süd a Mar Be, de und vier von Ost nach West ausdehnte, und in dieser Richtung war der Mont- Cervin der erste neue Name. Fi Im Thale von Gressonay hatten die Gebirge gröfs- E tentheils deutsche Namen, so auch von der Walliser-Seite N a her. Ich entschlofs mich also, bei der topographischen fi En Beschreibung, die ich von diesem Gebirge machen wollte, Auher den verschiedenen T'heilen Namen zu geben; die einzige zz 15 Art, unter der ich hoften konnte, verständlich zu werden, h das und ich habe deutsche Namen gewählt, weil wirklich der ; den ganze Monte-Hosa von allen Seiten von Deutschen umge- aa ben ist, und ihnen gleichsam anzugehören scheint. Es ind in sind eben nur die letzten Dörfer an seinem Fulfse, und er alle ihn umgebenden Weiler und Alpen. In keiner dieser |: Hütten habe ich je angeklopft, ‚ohne nicht ein freundli- 128 ches:»Gott grüls euch Herr!« zu hören. Welcher Wohl- |?5 klang für ein deutsches Ohr und ein deutsches Herz, wenn ei man sich so lange Zeit unter den verschiedensten italieni- Mn schen Mundarten herumgetrieben.— Ich werde später auf lat die Ursachen zurückkommen, warum diese abgeschiedenen olomb, Thäler die Ursprache noch erhalten haben, und gehe jetzt Monte- auf die genauere Bezeichnung des Monte-Rosa über, zu zweite deren Verdeutlichung die angebogene Karte dient; essind } noch die von mir gewählten Namen der Spitzen nur mit Ziffern | En und Buchstaben bezeichnet, weilich durch die zu häufige I Schrift nicht dem Ausdrucke des T'errains schaden wollte, ae das mit aller Treue dargestellt ist. ir alle Der grofse Gebirgsrücken, der sich vom Montblane Leisen- über den Bernhard, Combin, Weifshorn und den Cervin fünf bis an den Monte- Rosa, beinahe in gerader Richtung von 0,000" West nach Ost gezogen, scheint bei letzterem plötzlich m wie gewaltsam zurückgehalten, und bildet den grofsen sındy Sturz in das Macugnaga- Thal. Nur ein kleiner niedriger 3 re i (— Ast geht,von der Spitze Nro. 3 in der vorigen Richtung ostwärts über den Turlo, den Pizzo di Moro, und en- digt am Lago maggiore. Der grofse Gebirgszug aber geht nordwärts, wo dann auch die drei höchsten Spitzen 4— 6 und 5 sich befinden. Eine tiefe Schlucht, das weilse Thor genannt, macht in dem Hauptgebirgsrücken eine weite Einsattlung. Auf ihrer andern Seite schliefst sich die Cima, die Jazzı, an diese der Monte- Moro an, und bald rechts, bald links gebogen, zieht der Rücken über den Monte-An- trona das Fletschhorn in nordöstlicher Richtung dem Simplon und Gotthard zu. Was man gegenwärtig mit dem allgemeinen Namen des Monte- Rosa belegt, ist jener grofse Gebirgsstock, der den eben beschriebenen VVendepunct des groisen Rückens bildet. Er theilt sich in zwei Haupttheile, die beinahe in einem rechten ‚Winkel aufeinander stofsen; der erste liegt von West nach Ost, und istder südliche Monte- Rosa,.oder jener des Gressonay- Thales, welches er nörd- lich begränzt. Er bildet einen breiten eisigen Felsenkamm, der in seiner Mitte am höchsten ist, und dort einen grolsen Klumpen macht, welcher der Lys-Kamm genannt wird. Herr Zumstein hat ıhn mit dem Buchstaben/ bezeichnet. Eine Menge Furchen und Felsenkanten ziehen sich von ihm gegen Süden herab, vereinigen sich aber alle im Lys- Gletscher, aus dem der Bach gleichen Namens entspringt, der das Thal von Gressonay bewässert. Sein westliches Ende ist der kleine Mont-Cervin;. sein.östliches, die Spitze Nro. ı— vom Herrn Zumstein mit A bezeichnet, von mir Fincent- Pyramide genannt, Herrn Fincent zu Eh- ren, der sie ı819 zuerst bestieg. Die ganze Länge vom kleinen Mont-Cervin bis zu dieser Spitze beträgt ı°/, deutsche Meilen. Von der sogenannten Vincent- Pyramide zieht sich der zweite Theil des Monte-Rosa nördlich: er ist der mide: mit 4 Ollen: empol ins All kurzen Jieh nu man Mu auf dei Zumste noch€ als die wend: gespa zu ers geben, in mei mehr t Nchtıng ind en. ben Jen geht a) S weilse en eine a, die 15, bald te-An- “ dem \amen stock, rolsen Inte- örd- mm, ‚sen wird, hnet, Ton Lys- ingt, ches die Monte-Rosa des Macugnaga-Thals, von dem aus man ıhn ganz übersieht. Dieser nördliche Theil bildet neun grös- sere und kleinere Spitzen, die ich der Reihenfolge nach von Süd nach Nord benennen will, Die erste Spitze ist die. eben genannte Vincent-Pyra- mide. auf meinem Plane mit Nro. ı, vom Herrn Zumstein mit A bezeichnet; sie bildet gegen Süd eine gegen den Ollen abfallende Schneefläche, aus der sie eben sehr steil empor steigt— gegen Ost stürzt sie beinahe senkrecht ins Allagna- Thal hinab. Gegen Nord macht sie einen kurzen Abfall gegen die zweite Spitze; gegen West bil- det sie einen rückenförmigen Sattel, so, dafs aus dem Thale von Gressonay ihre Pyramidenform nicht mehr zu erkennen ist. Sie ist, wie gesagt, 2164 Toisen hoch, und die niederste. Die zweite Spitze ist bald hinter der ersten, eigent- lich nur ein gegen Westen ausspringender Felsblock, den man nur von Vercelly etwas sieht, und wenn man oben auf dem letzten Plateau steht. Diesen Felsen hat Herr Zumstein mit B bezeichnet. Ich habe ihm weder Nummer noch einen Namen gegeben, und glaube ihn kaum höher, als die Pyramide. Die dritte Spitze folgt nun wieder mehr östlich ge- wendet: es ist ein felsiges schwarzes Horn, oben wie gespalten, nach allen Seiten schroff abstürzend, und nicht zu ersteigen. Ich habe ihm den Namen Schwarzhorn ge- geben. Zumstein hat selbes mit Ü’bezeiehnet. Sie hat in meinem Vermessungsplane keine Nummer, weil ich sie nicht trigonometrisch bestimmen konnte, Die vierte Spitze ist gleich nördlich von der dritten, scheint mit ihr eine Masse zu bilden, und ist auch wirk- lich nur durch eine niedere Einsattlung von ihr getrennt. Sie ist nur gegen Osten scharf in das Allagna-'T’hal ab- stürzend, gegen innen verläuft sie sich allmählich, hatoben eine kleine Vertiefung > ganz mit Schnee bedeckt, wodurch 2 6)* N m same nn ne ee a m ei u’ vr N = ||— 30 m—| % f a; A D : sich zwei Wölbungen bilden, die zusammen acht Klaftern . im Durchmesser haben. Ich habe selbe die Ludwigs-Höhe 1 grölite genannt, da ich sie an diesem Tage, den 25. August, er-| Herr| stiegen habe; ich habe sie barometrisch(nach welchem ein ei Verfahren sie 2219 Toisen hoch wäre), aber nicht trigo-| der I nometrisch gemessen; sie hat also keine Nummer. Herr Name Zumstein hat ihr den Buchstaben D gegeben. jhr in: Die fünfte Spitze ist beiläufig 2000 Schritte hinter der Zumste Vincent-Pyramide, und um ı11 Toisen höher, als diese; nur un sie bildet einen hohen Dom, der nur nach Osten scharf| nieder abfällt, Sie ist oben länglich von Nord nach Süd gezo- Di gen, flach gewölbt, immer mit Schnee bedeckt, hat nur sen en! wenige Felsenvorsprünge, und wäre meines Erachtens schen leicht zu ersteigen.— Ich habe sie die Parrot's- Spitze elen‘ genannt, Herrn Doctor Friedrich Parrot zu Ehren, der steilen wissenschaftlichen Welt durch seine Untersuchungen in yorrag Beziehung aufPhysik, seine Reisen nach dem Caucasus etc. hen. W rühmlıichst bekannt, und durch seine Nivellirung um den vermei Monte-Rosa im Jahre 1817 diesen Gegenden verwandt.— eben In meinen Messungen ist sie mit Nro. 2, bei Herrn Zum- ns stein mit E bezeichnet. an Die sechste Spitze ist ein plumper grofser Felsklum- a pen, der östlich perpendikulär in das Thal von Macugnaga, En und selbst südlich sehr steil hinabstürzt, gegen innen n i hinein wenig Fall hat, und auf einer sanft ansteigenden en Schneefläche leicht zu ersteigen ist. Sie ist der eigent- ler R liche Scheidepunct, von wo sich der Monte-Rosa nach Bi allen Richtungen theilt, und die Hauptverbindung sowohl I von.West nach Ost, als von Nord nach Süd geht über sie. oh Oben ist eine längliche Fläche, und Herr Zumstein glaubt, ha dals auf ihr am besten ein Signal zu trigonometrischen ei Messungen errichtet werden könnte, ich habe sie daher le die Signal-Kuppe genannt; auf meinen Messungen ist sie 5 mit Nro. 3, bei Herrn Zumstein mit F bezeichnet. Sie ist um 6ı Toisenhöher als die vorige. Be es 1 N\ — P>.-— ie nl ll nn Lu rn laftern u SE RE IRIEN Höhe MR le Spilze bildet eine a Pyramide, ln gröfstentheils mit Schnee bedeckt; sie ist jene, wre elchen en Zumstein une: Male en un en er en. ein eisernes Kreuz errichtet hat; sie ist 3050 Schritte von Her der Vincent-Pyramide entlegen; ich habe sie mit dem sa Namen: die Zumsteins- Spitze, belegt, ein Name, der nl ihr in so vielfacher Beziehung gebührt, und mit Nro, 4, : 5 Zumstein aber mit dem Buchstaben@ bezeichnet. Sie ist ne nur um ı3/, Toiseuhöher als die vorige, und um 33 Toisen 2 niederer als die höchste; also die dritte im Range. I Die achte Spitze ist nur 750 Schritte von der vori- Fr gen entfernt, aber durch einen tiefen Schlund, der ZWwi- eat schen beiden Spitzen entspringt, getrennt. Sie bildet 3: einen nach Ost schroff abfallenden, nach West ziehenden, ce steilen, schneidigen Felsenkamm, der oben zwei kleine a vorragende Felsen hat, die dann von Osten her angese- er hen, wo das Ganze einer Pyramide gleicht, die erwähnten den vermeintlichen Einschnitte bilden, wenn sie sich nicht Us eben decken, welches von der Richtung abhängt, in der um- man sie gewahr wird. Von Süden angesehen, erscheint diese Pyramide mehr rückenförmig, und in Turin kann Ium- man sich kaum überzeugen, dals diefs dieselbe Spitze 1452, ist, die man in Mailand so ganz anders gesehen. Von Buen ihr aus geht ein grofser, Anfangs mit Gletschern, dann den mit Felsen, endlich mit Alpen bedeckter Fufs hinab, in ent- der Richtung von Zermatt; er bildet mit dem südlichen ach Hauptrücken des Monte-Rosa die andere Barriere, zwi- ohl schen welchen das Eismeer in einem mit Gletschern an- sie. gefüllten Thale hinabzieht. Es ist die höchste Spitze ubt, 2370% 2° hoch. Ich habe ihr also diesen Namen gelas- hen sen; sie führt bei mir die Nro. 5, bei Herrn Zumstein her den Buchstaben H. sie Die neunte Spitze ist die letzte. Es ist ein kleiner ie pyramidenartiger Felsvorsprung auf dem nördlichen Ende des Monte-Rosa, der jetzt in einer ungeheuren Fels- pn ern mn 35 m El 1 kluft herab stürzt, die d veilse T'hor il 1 durch| ult herab stürzt, dıe das weilse T'hor genannt, ihn mit i der Cima di Jazi verbindet. nördie Diese letzte Spitze liegt 5000 Schritte, also eine hoch halbe deutsche Meile von der ersten, oder Vincent-Py- nern 4 ramide entfernt, istnur ı2 Toisen niederer als die höchste, Der und die zweite im Range nach ihr; sie ist ebenfalls noch| spatet nie erstiegen worden. Ich habe sie das Nord-Ende ge- Nat“ nannt, und mit Nro. 6 bezeichnet. Herr Zumstern hat au de sie nie gesehen(daher ihr auch keinen Buchstaben ge-| Tip ge ® geben), weil sie von der Richtung, in welcher er immer bis un den. Monte-Rosa erstieg, von der höchsten Spitze etwas Steg al verdeckt war. den—| Meine beigefügten Profil- Ansichten des Monte-Rosa Dı führen in der Erklärung bereits die hier angegebenen Ivsamt Namen, in den Reiseberichten des Herrn Zumstein die hier au angeführten Buchstaben. Allen andern Localitäten auf Bald a und um den Monte-Rosa habe ich die Namen gelassen, Uler un die ich in Erfahrung bringen konnte. Au Bd eg cher Fı windet B. Die verschiedenen Wege, um zu dem Monte- a are Rosa zu gelangen.| Diesen das TI Es erübriget mir noch, die Wege näher zu be-| schreiben, die zu diesem interessanten Gebirge führen. an der Es sind deren vorzüglich vier, die einer nähern Erör- bei de terung werth sind. er nun Der erste geht nördlich von der Schweizer Seite Randa - her, und zwar aus dem Rhone- Thale bei Vispach oder\ Viege(2009 Pariser Fuls über dem Meere), zwei Stunden Stund unter Brigg, durch das Vispacher- Thal aufwärts. von| Dieses Thai ist eines der tiefsten und interessante- die| sten Nebenthäler des Walliser-Landes. Es milst von vom der Fihone bis an die Gletscher des Monte- Rosa ı2 ler a Wegstunden, Zwei Stunden von Visp aufwärts wird es | me—— EIER"CH ma a mE mn ran I u Ihnnit 50 eine ent-Pr. öchste, Is noch de ge- ın hat en ge- mmer etwas Rosa Jenen ı die ı auf ssen, Nle- EEE(0) 10)|— durch einen hohen Gebirgsfuls, der vom Monte-Rosa nördlich abspringt, und dessen höchste Spitze noch 12,882° hoch ist(das Mittaghorn von mir,— von den Einwoh- nern auch die Eisalpe genannt), in zwei Theile getheilt. Der östliche bildet das Saaser- oder Rosa- Thal, das wir später näher beschreiben werden; der westliche ist das Matter- oder St. Nicolaus-Thal. Man verfolgt letzteres, um die westliche Seite des Monte-Rosa zu bereisen. Von Visp gelangt man auf: dem rechten Ufer des Visp-Baches bis unter den Weiler Eggen oder Zneggen, wo ein hoher Steg auf das linke Ufer führt, in 2'/, Stunden nach Stal- den— Halden— oder Haldried. Dieses ist ein Pfarrdorf, gleich unter dem genannten Zusammenflusse beider Thäler gelegen. ‚Man hat von hier aus eine prächtige Aussicht in alle beide Felsthäler. 3ald aufser dem Dorfe führt die Kinnbrücke auf das rechte Ufer und in das Saas- Thal.° Auf dem linken Ufer zieht aber jetzt ein beschwerh- cher Fufssteie, der sich an schauerlichen Abgründen fort- windet; dann bald wieder auf das rechte Ufer übergeht, nach St. Nicolaus(3396) in zwei andern Stunden.— Dieses ist ein ziemlich grofses Pfarrdorf, von dem auch das Thal seinen Namen führt. Bald aufser St. Nicolaus geht der Fufssteig immer an den Tiefen, in denen der Wildbach braust, fort,— bei dem Weiler Ambichl auf das rechte Ufer über, dem er nun stark aufwärts durch die Gemeinden Herbringen, Randa, Täsch bis Zermatt folgt. Von St. Nicolaus bis zu diesem Orte rechnet man 4°/; Stunden. Es ist der letzte Pfarrort im Thale, und wird von den Italienern Praborgne genannt. Zu seiner Gemeinde, die beiläufig 400 Seelen zählt, gehören noch das Thal vom Finalet, auch Findelen(Flühlen) genannt, der Wei- ler am Görner- See, und die Alphütten bei Zmutit. So wenig Unterkunft auch in Zermatt ıst, so muls — /0 man doch hier rasten, ehe man die Reise gegen den Mont- Cervin fortsetzt; man sieht ihn bereits von hier aus etwas westlich mit seiner in eben dieser Richtung gebogenen, pyramidenförmigen Spitze in die Wolken ragen. Er führt hier den Namen des Matter-Horns; die Italiener nennen ihn auch öfters Monte- Ciadello oder Sylvio. Von Zermatt geht der Fulssteig noch im Thale auf- wärts, bis an die Alphütten von Zmutt; hier scheint eine steile Felswand alles Weiterdringen unmöglich zu machen. Drei Hauptthäler, mit grolsen Gletschern angefüllt, ver- einigen sich hier; das westliche stürzt steil vom Matterhorn herab, das mittlere kommt von St. Teodule, das östliche vom Monte-Rosa. Sie bilden die Quellen der Visp. Man folgt dem mittleren, und wenn man die Felswand erstie- gen, istlinks der Görner- oder schwarze See, wo sich in endlosen Wasserfällen die Gewässer aller Gletscher des: westlichen Monte-Rosa ergielsen; mit beständigem Donner stürzen im Sommer die Eisblöcke in ihn herab. Jetzt geht der Weg auf dem Gleischer aufwärts, der sich bis St. Teodule erstreckt. Von Zermatt bis St. Teodule sind 4'/, Stunden, Der Weg geht, wie. gesagt, 2°/, Stunden aufser Zermatt auf den Gletscher, und kann von nun an nur zu Fufs ge- macht werden; jedoch gehen auch zu Zeiten Maulthiere mit Wein beladen, aus dem Aoster-Thale, diesen sehr beschwerlichen VWVeg in den heifsen Monaten des Jahres. Man bekommt in den frühen Morgenstunden, und noch besser wenn man sie Abends bestellt, für gutes Geld Führer in Zermatt. Sie rechnen bis auf die andere Seite bis Breuil, ıo Francs für jeden Mann. Man wird sehr wohl thun, mehrere zu nehmen. Dieser Weg zieht 3!/, Stunden auf dem Gletscher; er ist nur im Juli, August und halben September zu ma- chen, und dieses nicht alle Jahre; oft kann man nur bei Nacht, wenn Mondschein ist, den Weg auf den Glet- scher A zu wei und el grolseı tung, steigli 12,019 ersteige yon Heı worden, sem dir sicht übe $t. freit, Einige zungen den Ben Walliseı keit die Gränze Kleine aber P D halten matt a Thälerı In mch B St sehr Doch il \ bewo] wohl ı (4753: N en Mon. ; scher zurück legen, weil am Tage die Sonne den Schnee $ etwas zu weich macht, St. Teodule ist 10,278° über dem Meere, bos pen R n: i:; und eine Gebirgseinsattlung zwischen dem kleinen und film grolsen Mont-Cervin. Letzterer liegt in westlicher Rich-| N B. tung, er ist 13,854‘(nach de Saussure) hoch, und uner- A steiglich. Der erstere liegt in östlicher Richtung, ist| le ai 12,012’ hoch, und in drei Stunden von St. Teodule aus zu“ ' eine ersteigen. Dieser kleine Mont-Cervin ist wahrscheinlich Id achen, von Herrn de Scaussure mit dem Namen Breithorn benannt AALE worden, welches daher wohl ein und dieselbe Bergspitze vhorn seyn dürfte. Man genielst von ihr aus eine sehr freie Aus- liche sicht über die westlichen Gletscher des Monte-Rosa. Man St. Teodule ist nichts als eine Stelle von. Schnee be- rslie- freit, welchen der Sturmwind hier nicht liegen lälst. ) sich Einige Steinhaufen zeigen hier die Reste alter Verschan- scher zungen an, die in den vergangenen Jahrhunderten von igem den Bewohnern des Val d’ Aosta gegen die Einfälle der rab, Walliser errichtet wurden, und auf die gröfsere Gangbar- sich keit dieser Gegend hinweisen; hier zieht sich auch die Gränze zwischen Piemont und der Schweiz vorbei. Der den, kleine Mont-Cervin gehört noch letzterer, der grolse matt aber Piemont an. ge- Da auf der Einsattlung von St. Teodule an kein Auf- liere halten zu denken ist; so mus man den Rückweg nach Zer- sehr matt antreten, oder den Weg weiter nach den südlichen $, Thälern des Monte-Rosa fortsetzen. nd In diesem letztern Falle steigt man von St. Teodule old nach Breuil(6093°) in 3'/, Stunden herab. Der Weg ite ist sehr beschwerlich und nur zu Fuls zu machen; er zieht hr noch über eine Stunde auf dem Gletscher. Breuil ist ein elendes Alpendorf, nur im Sommer er) bewohnt, und wer in das Thal von Aosta wollte, wird a wohl thun, noch zwei Stunden abwärts bis Val Tournanche bi(4753’) zu gehen, wo man Unterkunft findet. E Wer aber in das T'hal von Gressonay zu gelangen — 2 WERE. wünscht, wendet sich östlich über einen Gebirgsrücken, der das Thal von Tournanche von jenen von Chalant schei- det, und am kleinen Mont- Cervin entspringt, Von Breuil bis auf die höchste Einsattlung, Col di Fenetre d’ayaniine—(9269/), die weilse Gräte(les Cimes blanches) genannt, steigt man in drei Stunden; von da abwärts in 2°/, Stunden bis St. Giacomo d’ ayas (5323). Der Weg ist zwar sehr beschwerlich, doch könnte er mit Maulthieren gemacht werden, die man aber in Breuil nicht findet. St. Giacomo ist das letzte Pfarrdorf im obern Thale von Chalant und der Vereinigungspunct von mehreren Gletschern, die von dem Rücken, der den Monte-Rosa mit dem Mont-Cervin verbindet, zwei Stunden ober dem Dorfe herabstürzen, und unter den Namen der Ayas-, Verra- und Aventine- Gletscher bekannt sind. Aus ihnen entspringt der Evanson-Bach. Von St. Giacomo muls man einen andern hohen Ge- birgsrücken übersteigen, der vom Monte-Rosa herab- zieht, und das Ayas-'I'hal von jenem von Gressonay schei- det; man gelangt in 3'/, Stunden auf die Betta- Furke (8126). Von hier hat man in ı?/, Stunden das Roth- horn(9130°) erreicht, wo man eine der besten Aussich- ten nach der südlichen Seite des Monte- Rosa genielst. Von da erreicht man in einer Stunde die Betta- Alpe(6771°) und steigt nun in zwei andern Stunden nach Gressonay herab( 388°). Dieser letztgenannte Weg kann mit Maulthieren ge- macht werden, die man wohl auch’ in St. Giacomo findet. In Gressonay verbindet sich der zweite Weg von Sü- den ber nach dem Monte-Rosa mit diesem. Dieser Weg geht aus dem Thale von Aosta bei Pont St. Martin(1231°) von der Chaussee von Ivrea(739°) nach Aosta ab, durch das Lys-'Thal aufwärts, über Liliane, Fontana- More, nach Issime, drei Stunden, Von da über Gabi nach St. Jean de 1st eine Dorle. v des L) hat sch pelk ob ] incent; Rosa; u muls ma Von poch vie mit Maul nach A nömliel weg his aus dem Gelegen haben, Ungege in diese ist, F den N« auch d dieses gen unn Iy-Gl Nenunte did; Ro.\ cken, Jean de Gressonay(4254) abermals drei Stunden.— Hier "schei ist eine gute Unterkunft in dem Wirthshause vor dem Dorte. | Cl Von Gressonay über Trinite(5088’) bis an den Fufs te(ie des Lys- Gleischers(6363°) sind zwei Stunden. Man 'unden; hat schon eine halbe Stunde ober dem Dorfe bei einer Ca- d ayas pelle ober dem sogenannten Castell, dem Hause des Herrn ‚ doch Vincent, die Ansicht einiger Hörner des südlichen Monte- n aber Rosa; um aber eine vollkommene Übersicht zu erlangen, muls man auf die sogenannten Teltschen steigen. Thale Von Trinite ist über die Gabiet- und Lavez-Älpen teren noch vier Stunden dahin: man kann diesen ganzen Weg Rosa mit Maulthieren machen. Überhaupt ist dieser zweite Weg t dem nach dem Monte-Rosa sehr anzuempfehlen; man kann Ayas-, nämlich bis St. Martin fahren, dort führt ein guter Reit- Aus weg bis St. T'rinite, Maulthiere muls man in Ivrea oder aus dem T'hale von Gressonay bestellen, wohin es immer Ge- Gelegenheit gibt. In St. Martin sind schwer welche zu erab- haben. Dann findet man viele, theils gebildete, mit ihrer chei- Umgegend bekannte, theils sehr dienstwillige Menschen urke in diesem Thale, welches in sieben Stunden zurückgelegt Roth- ist. Ferner ist diefs die einzige Seite für jene, welche ssich- den Monte-Rosa wirklich ersteigen wollen, wozu sie hier elst, auch den besten Vorschub finden. Ein anderer Vortheil m) dieses Weges ist die Höhe, die man durch sein Zurückle- onay gen unmerklich gewinnt. Von Pont St. Martin bis an den Lys.-Gletscher sind acht Stunden Entfernung. Der Hö- g0- henunterschied zwischen beiden Endpuncten beträgt aber det, 5132’, also über ein Drittheil der ganzen Höhe des Monte- Sir Rosa, was man so noch ohne Beschwerde erreicht. Ver Auf der andern Seite verdient das schöne Lys- Thal 31) an und für sich eine Bereisung. Nicht bald findet sich pit- ch toreske Wildheit so sehr mit aller möglichen Cuitur ge- s paart, als in diesem Thale; was die emsigen Bewohner St, dem Klima und dem Boden abgewinnen können, ist ges schehen. Überall findet man Spuren des VVohlstandes und der Industrie. Anfangs, bei Liliana, stöfst man auf Hammerwerke, wozu das Eisen ausden Thälern Chiusella und Orco hergebracht wird; dann sind es schöne Weiden, wohlbenützte Holzschläge, die nebst den wohlgebauten Häusern, den guten Brücken und der wohlerhaltenen Stralse, von dem Fleilse und Wohlhabenheit der Einwoh- ner zeugen. Überall sind Gewerbe und Verkehr sichtbar, der sich nach allen Richtungen ausdehnt. Das T'hal, wel- ches an seinem Ausgange bei Pont St. Martin so eng ist, dafs nur der wilde Bach Raum hat, und der Weg rechts oben an dem Felsen herumgeführt werden mulste, erwei- tert sich immer mehr und mehr, und ist kurz vor Gres- sonay eine Viertelstunde breit. Es ist reich an den schön- sten mahlerischen Ansichten, und da es sich immer sanft herumwindet, so sind diese mit jedem Schritte neu und überraschend; wen der Blick in die wilden Felsenthäler bei Gabi nicht anspricht, der wird sich an den Wiesen- gründen, eingefalst von schönen Waldungen, bei Issime und Gressonay ergötzen; und wenn man dann allmählich sich dem Monte-Rosa nähert, und von der Capelle St. Grat in das obere Thal von Trinite eintritt, so hat man unstreitig eines der schönsten Tableau’s vor sich, das man sich denken kann; der Vordergrund reich an schönen Al- penstaflagen, der Hintergrund vom südlichen Monte-Rosa und vom Lys-Gleischer erfüll. Vom Castell aus ist ge- gen das untere'T'hal der Lys eine sehr schöne Aussicht. Dafs man hier nicht um Unterkunft in Verlegenheit zu seyn braucht, kann ich vorzüglich einem Deutschen bestens verbürgen. Von Gressonay gehen(nebst mehreren andern) Wege, östlich in's Sesia- Thal, über den Col de Val Dob- bia(7616) nach Riva(3414) acht Stunden; dann übeı die Gabiet- Alpe(7514°), den Ollen(8748), die Ollen- Alpe(5742/) nach Allagna in neun Stunden, dann west- führt au rallo, W yereige! Thale fü wild Drau einigl sie) Weg nach Von \inken$ \alst mar Vor Farlungo den, Hi ist bis hi gemacht auch wu ter des ten, E: sich m Rıya ei Se IN trägt Weingel Ur de Weler. nämlich gen ın die yoı !eten» Werke N TE rn Hstande lich ins Challant- Thal. über den Cuneas- oder Ranzola- Man auf Pafs nach Ayas, oder über die Betta-Alpe, wie oben be- Chiusella reits erwähnt. nach T'ournanche. f Weiden, Der dritte Weg, um zu dem Monte-Rosa zu kommen, Sehauten geht durch das Sesia- Thal aufwärts, Fine gute Chaussee haltenen führt aus den Ebenen von Navarra nd Vercelly nach Va- “inwoh. rallo, wo sich das Thal des Mastallone mit jenem der Sesia ichtbar, vereiniget, und durch welches ein Weg nach dem Anzasca- l, wel- Thale führt. Von Varallo(1404°) folgt der Weg der ng ist, wild brauserden Sesia bis Guaifora 2'/, Stunde, hier ver- rechts einigt sich das Sermenta-Thal mit dem der Sesia. Ein PWei- Weg nach Macugnaga führt durch selbes. Gres- Von Guaifora( 1734°) folgt der Weg immer dem schön- linken Sesia- Ufer nach Scopello in ı'/, Stunden; hier sanft läfst man gewöhnlich die Pferde rasten. u und Von Scopello(2090/), immer im Thale fort, über 'häler Faylungo(2268), Curgo(2970°) nach Riva ist 3?/, Stun- en den. Hier geht der Weg auf das rechte Ufer über. Er ist bis hierher ein sehr guter Reitweg, der leicht fahrbar hlich gemacht werden könnte... In Riva ist Unterkunft zu finden, je St. auch wird man bei Herrn Carestia, dem Arzte und Rich- man ter des Dorfes, sehr viel Auskunft und Belehrung erhal- a ten. Es gibt auch Führer und Maulthiere hier, und wer n Al- sich in grölsere Wanderungen einlassen will, für den gibt os Riva einen guten Mittelpunct.\ Ige- Schon das Thal der Sesia selbst ist sehr interessant. icht. Es trägt ganz den italienischen Gebirgs-Charakter. Von u Weingeländen begleitet, zieht der Weg immer am linken ‚tens Ufer der Sesia aufwärts, dureh gemauerte Dörfer und | Weiler, die frühern Wohlstand ahnen lassen. Es war nämlich dieses Thal von alten Zeiten durch viele Privile- ern)£ f h\ la gien und eine selbstständige Verfassung begünstigt, und n die von den Bewohnern betriebenen Bergwerke verbrei- a teten rege Arbeitsamkeit und Wohlstand.— Diese Berg- # werke werden nun gröfstentheils von der Regierung be- ost- er—— mumen/j() mama trieben. Seit vieler Zeit kennt man in diesen abgeschie- denen Thälern keine Vorrechte mehr, und der karge Bo- den liefert trotz der industriösen Benützung lange den Be- darf nicht; daher wandern auch von hier die männlichen Einwohner als Handwerker und Wirthe in alle Theile der Welt.— Das Thal der Sesia ist Anfangs sehr breit, wird dann aber über Scopello immer enger, und der Flufs im- mer reissender, und brausend stürzt er durch mehrere sehr schön gebaute steinerne Brücken. Bei Riva erwei- tert sich das'T'hal wieder, bis es ober Allagna eine Fel- senschlucht wird, die aus dem tiefen Ressel Embours, wo die verschiedenen Quellen der Sesia sind, sich herabzieht. Die Sesia(Siccida) war schon unter den Römern wegen ihres trockenem Bettes bekannt, woher sie ihren Namen Siceitas erhalten haben soll; so reissend sich ihre Fluthen im Frühlinge durch das Thal wälzen, so trocken ist ihr Bett im hohen Sommer. Sie windet sich in der Gestalt eines$S aus den Gebirgen, und nachdem sie die Sorba, die Sermenta, viele andere Gebirgsbäche, und bei Varallo den Mastalone aufgenommen, tritt sie als ein Fluls in die Ebene heraus. Voll pittoresker Ansichten sind ihre beiden Ufer; die eine bei der Brücke von Riva, wo man zuerst drei der Eisspitzen des Monte-Rosa im Hintergrunde erblickt, ist die schönste. Von Riva sind#/, Stunden nach Allagna, dem letz- ten Orte am Monte-Rosa. Hier theilen sich drei Fufs- steige: der erste führt links auf den Ollen; er ist bereits im zweiten Wege bezeichnet, und wer von dem Sesia- Thale aus die höhern Regionen besteigen will, mufs ihn einschlagen. Der zweite folgt der Sesia über St. Nicolas nach dem wilden T'hale von Embours, wo sie aus vier Gletschern, die hier zusammen kommen, entspringt. Es ist von Allagna noch zwei Stunden bis dahin; man kann auch zur Noth reiten. Der dritte WVeg führt ober Allagna rechts über die Faler- Alpe auf dem Col di T'urlo in 3'/, Stunden; Piana- A f„ Stur zur Yol No betrelent zascdı d wenn sie hen, ın chen We; fora durel coforo ın sich der' über die am Pızz letzt geı Vor nach den den erre Vo Anzino über$ dem W: Thal,} Dı den, ist geht von wants, 1 welches dem TI, Bis ih als blol Thal q Baranc Wege( 47 summer \ brese);& 2. geschi Stunden, von da geht es ‚abwärts über die Scarpia- und Ane Da. Piana- Alpe nach Borea, und von da nach Macugnaga, Eden Be. 4'/, Stunden. Dieser Weg ist, der vielen Lawinen wegen, “nnlichen nur vom Mai bis October gangbar. heile de Noch gehen aulser mehreren Fufssteigen zwei sehr At, wind beiretene Wege aus dem Sesia-Thale in jenes von An- lufs in- zasca, die ich für jene Reisenden bezeichne, welche, nehrere wenn sie die Herrlichkeiten des einen Thales gesehen ha- erwei- ben, in das andere übergehen wollten, ohne den nämli- e Fel- chen Weg zurück zu machen. Der erste geht von Guai- 5, Wo fora durch das bereits benannte Sermenta- Thal nach Car- zieht, coforo in 4'/, Stunden. Von Carcoforo(2276°) wendet mern sich der Weg rechts.durch das Egua- Thal aufwärts, geht Ihren über die Lesselette- Alpen auf den Col d’Egua( 6627’), Ih ihre am Pizzo del Huse(81727) vorbei. Man erreicht diesen 'ocken letzt genannten Öol von Carcoforo aus, in 2!/, Stunden, 1 der Von hier aus geht es dann abwärts über die Lessel, ie die nach den Baranca- Alpen(53917), die man in ı'/, Stun- und den erreicht. ls ein Von den genannten Alpen kommt man in das Thal ichten Anzino herab, und folgt nun längs seinem linken Ufer Riva, über Soje, Cadrazetti, Piane, Rescilone, Prescinetto, an dem VWVege nach Banio und nach Ponte grande ins Anzasca- Thal. Man erreicht Baniosin 3°/, Stunden von Baranca aus. letz- Dieser Weg kann durchaus zu Pferde gemacht wer- Ei den, ist aber eine sehr starke Tagreise. Der zweite Weg as geht von Varallo aus, durch das T’'hal des Mastalone auf- a wärts, immer dessen linken Ufer folgend, nach Tobello, im welches man in vier Stunden erreicht: von hier immer ealke dem T'hale nach, über Piana bis al Campo, ist eine Stunde. ve Bis hieher ist es ein guter Reitweg, er wendet sich aber P% als blofser Fufssteig von jetzt an rechts durch das Baranca- (ih Thal aufwärts, wo man in=°/, Stunden die obgenannten Sn Baranca- Alpen erreicht, und nun dem bereits genannten 3 VVege durch das Anzino-T'hal nach Banio folgt, ı BT une > 0"> 0 en a ern an. BERNER WW En ee u URT en u en ——— 5 Der vierte Weg geht aus dem Thale von Domo d’ Össola, und zwar ı°/, Stunden abwärts von diesem Orte, von der grolsen Simplon-Stralse ab. Gegenüber von Vo- gogna, an dieser Stralse, vereinigt sich die Anza mit dem Toce; es ist die Richtung des Anza-Thales, der man nun folgt. Dieses T'hal war schon von den Römern unter dem Namen Fallis Antuatium gekannt, und nach dem Zeugnisse des Plinius, betrieben sie bereits die dortigen Bergwerke mit 5000 Sclaven. Im Mittelalter waren diese Minen noch sehr ergiebig; vorzüglich jene von St. Carlo, die einer Familie Cani(jetzt er Familie Boromeo) angehörten, welche sogar Münzen schlug, von denen noch vor einigen Jahren welche in dem Val Antrona gefunden wurden. gkeit sehr nach- gelassen, und weit über die Hälfte sind eingegangen; doch c Später haben diese Minen in ilhırer Ergiebi sind es immer noch die reichsten um den ganzen Monte- Rosa. In Vogogna läfst man den Wagen zurück, und ver- sieht sich mit Reitthieren, setzt über den Toce, und ge- langt in einer halben Stunde nach Pie di Mulera, dem ersten Dorfe am linken Ufer der Anza. Das Thal ist durch- aus so enge, dals gerade nur Raum für die wild brausende Anza bleibi; daher geht der\WVeg längs den Höhen am linken Ufer über Pie dı Mulera(10147) stark aufwärts steigend bis Cima di Mulera, Nun zieht er über die stark abwärts stürzenden Gebirgsfülse wellenförmig fort, über Castiglione, Calasca, wo eine steinerne Brücke über das Thal der Bianca führt, die hier einen der schönsten\Vas- serfälle bildet; ferner über Ponte grande( 1668’), wo eine hohe Brücke nach dem Kirchdorfe Banio( 2094’) ge- genüber führt. Ponte grande, von dieser Brücke so genannt, die auf zwei grofsen Granitblöcken ruht, die von hier an oft das Bett der Anza anfüllen, liegt in einer der reitzend- sten Lagen des wilden T'hales, das hier einen tiefen Kessel bildet, 1 und dess Rosa, d sieht, 8 Sonne, der erl ıhun, hier ist, um! hier ras erreiche! Von dem Iinke und Cany über die gleichsan Hier bet rend der Bis den We: Seiten be gestiegen Der herüher Früchte, Welt.— Lebens, über de gleich w Dom bildet, in den von allen Seiten Wasserfälle hineinstürzen, 5 Ort, und dessen westliches Ende von den Eisfeldern des Monte- no; Rosa, dessen Gipfel man hier in ihrer ganzen Grölse über- AU dem sieht, geschlossen wird. Der Auf- und Niedergang der man am Sonne, von diesem Standpuncte aus gesehen, liefert eines er den der erhabensten Naturgemälde, das kein Pinsel mahlen, Ugnisse keine Feder zu beschreiben vermöchte. Von Ponte- gwerle grande gelangt man bald nach Vanzone, von Vogogna 4!/, en noch Stunden entfernt. * einer Vanzone(214%') ist der Hauptort des Thales, und örten, man findet hier anständige Unterkunft. Wer Mittags von nigen Vogogna oder Domo d’ Ossola aufgebrochen, wird wohl den, thun, hier zu verweilen. Wer früh Morgens von dort fort nach- ist, um Abends in Macugnaga zu seyn, mufs die Pferde doch hier rasten lassen, wenn er Abends Macugnaga noch Vonte- erreichen will. Von Vanzone folgt der sehr bequeme Reitweg immer | ver- dem linken Ufer der Anza über Borgone, Ceppo Morello d ge- und Campiole; hier geht er über eine hölzerne Brücke dem über die Anza, um an einer steilen Anhöhe, die das Thal Jurch- gleichsam sperrt, und der Morgen heilst, hinan zu steigen, sende Hier beginntdas eigentliche Thal von Macugnaga, wäh- en am rend der untere Theil das'I'hal von Anzasca genannt wird. fwärts Bis hieher hat man noch unter itälienischem Himmel stark den Weg zurück gelegt, welchen VYeingelände auf beiden über Seiten begleiten;— so wie man aber am Morgen hinan- das gestiegen, ist man von der Alpen-Region umringt. Vas- Der kalte Westwind, der von den ewigen Eisfeldern ‚wo herüber weht, hindert das Aufkommen der südlichen ge Früchte, und man tritt in jeder Be-iehung in eine andere Welt.— Sprache, der Schlag der Menschen, Bauart und ‚die Lebensweise ist verschieden, seit man um ı1000/ höher € oft über dem Meere ist, Nur mühsam reift hier erst Ende vend« August einiger Roggen, und Anfangs September mufs osse) gleich wieder für künftiges Jahr gesäet werden. 4 nme — ER us Gleich über dem Morgen, über den die Anza wild herabstürzt, geht der Weg wieder auf das linke Ufer über, nach Pestarena(wo die meisten Goldbergwerke sind), nach Borca, Staffa und Macugnaga; bis hieher rech- net man von Vanzone vier Stunden. Macugnaga ist das Hauptkirchdorf des obern Anza- Thales, das sieben Ge- meinden in sich begreift. Recht sonderbar contrastirt die für diese Wildnils grofse gemauerte Kirche mit den schwar- zen hölzernen Hütten, die unter Fichten- und Tannen- gehölze an beiden Seiten des Thales herumliegen. Diese Kirche soll bereits vor 800 Jahren hier. errichtet worden seyn. Man findet in diesem Thale, wie natürlich, nur sehr kümmerliche Unterkunft, lebt am besten von dem, was man eben mitgenommen, wird aber reichlich für jede Entbehrung entschädigt, durch die aufserordentlichen Schönheiten der wilden Natur, die man von hier aus ın ihrer grölsten Pracht bewundern kann. Doch ist in Borca das Haus von Antonio Landi, und in Macugnaga der Pfar- rer des Orts zu empfehlen, wo Reisende bewirthet wer- den können. In Macugnaga ist auch noch ein Luftballon zu sehen, der im Jahre ı817 sich hier niederliefs; er trägt die Aufschrift:»le Chevalier Augustin,„aeronaule a Lyon.« Von seinem Führer ist indefs nichts zu finden. Von Macugnaga hat man noch eine halbe Stunde nach Peceto, dem letzten bewshnten Alpendorfe am Fulse der grolsen Gletscher. Wer sich mit einem blofsen Überblicke dieser grolsen Eiswelt begnügen will, besteigt am besten, und zwar in drei Viertelstunden, das sogenannte Belvedere, ein Punct über dem Fichtenwalde am Ende des grolsen Gletschers, mitten im grofsen Thale gelegen; der Weg ist mühsam aber nicht gefährlich. Hier befindet man sich dem bei zwei:Stunden langen Macugnaga- Gletscher ge- genüber, der wie eine grolse Wasserfluth, im Sturme plötzlich zu Eis verwandelt, von dem Gipfel herabstürzt. Seine Formen sind immerwährenden Veränderungen un- gerworfe sröfst da W steigt i Jar- Alı von Wo der erst dem Pız. De seinem 2 scher de bianco un Gletschei schmitter if geht eın Noro ın Weg, jet Simplon- und Hanc sehr bet vend de 1 Stun lich; ve Passıren noch auf Führer a nulste di We hat, NR namnt, ı delli, u Maer-, Di NM einem Anza yı "% 2 wer wer das eine Jahr grofse Dsralbe un bereyerke stölst das a auf ne an sn, ieherterh. a sich auf weitere u einlassen Sl> 2a ist steigt in 21/, Stunden nach a Pedriolo- vder auf die Fi- eben Ca. lar- Alpe, auf der andern Seite des grofsen Gletschers, von wo aus man die schönsten Ansichten, und zwar von astırt die=. der ersten nach dem Monte-Rosa, von der zweiten nach Ban, dem Pizzo bianco hat. en Der ungeheure Eiskessel, beinahe zwei Stunden in a dien seinem mittleren Durchschnitte, der hier durch die Glet- konn scher des Monte-Iiosa, des Cima de Pisse, des Pizzo arsch bianco und des Monte-Moro gebildet wird, ist von dem H N Gletscher, der sich beinahe bis Pecceto herabzieht,*durch- ir jede schnitten, ülichen Von Macugnaga und von Praequartera über Mandelli on Macugnaga und von Praequartera über Mande HAUHAL geht ein beschwerlicher Fufssteig über den Col del Monte- a Moro in das Saaser- Thal im Walliser- Lande. Dieser ‚Flar- Weg, jetzt von Lawinen verschüttet, war früher, ehe die ale Simplon-Strafse bestand, als der nächste Verbindungs- jallon und Handelsweg aus Ober- Italien mit dem Walliser Lande se sehr betreten und gut unterhalten; jetzt ist er nur wäh- uule 0 vend der vier Sommermonate, aber in nicht weniger als den. ıı Stunden, zu machen, und, wie gesagt, sehr beschwer- e nach lich; vergeblich habe ich Ende Juli 1823 versucht, ihn zu se der passiren: das unstäte WVetter und der tiefe Schnee, der jlicke noch auf der Einsattlung des Moro lag, schreckten meinen esten, Führer ab, mich bis ins Saaser- Thal zu begleiten, und ich dere, mulste den Rückweg nach Macugnaga einschlagen, 'olsen Wenn man den Col del Monte-Moro überschritten Weg hat, so vereinigen sich längs dem Gebirge, die Distel ge- n sich nannt, drei Fufssteige, nämlich von Macugnaga, von Man- or ge delli, und von Val Antrona, unweit des sogenannten Mack- pume maer-, Montmaar- oder Saaser- See’s, ze Dieser hat eine kleine Stunde im Umfange, und liegt un- in einem Becken, von drei Gletschern, die hier zusam- 4* m wur 92 a) men treffen, gebildet. Die Seite gegen das Saaser- Thal ist durch grolse Gletschermassen gedämmt, durch die der See seine Wässer über eine steile Felsenwand in das Thal hinabstürzt. wo sie einen Arın der Viege oder Visp bil- den.‘ Über diese Wand führt auch der Fulssteig im Zick- zack an den Ursprung des T'hales hinab. Dieses Thal wird von den diefsseitigen Italienern Val Rosa, auf der Schwei- zer Seite das Saaser-Thal genannt. So wie der Monte- Moro(10,005), hier der Mont-Mort, auch der Mont- Mar(vielleicht aus dem lateinischen Mons-Martis) heifst. Man hat über die Benennung dieses Gebirges mehrere Meinungen; nach einigen soll es seinen Namen von Lud- wıg Sforza, ıl Moro genannt, erhalten haben, der, nach dem er Novara verlassen mufste, im September ı449 hier durch, nach der Schweiz zog. Der Monte-Moro ist eigentlich mehr eine Einsattlung; eine Bergspitze, die diesen Namen führt, liegt südöstlich über dem Anzasca-T'hal, ober Banio. So wie man die genannte Felswand beim Saaser-See hinab ist, trifft man auf die ersten Wohnungen. Es ist der Weiler Meigern, unfern dessen sich das Gassen-Thal auf der linken, und jenes, so vom Fletschhorn herab kommt, aufder rechten Seite, mit dem Saaser-Thal ver- einiget. Von Meigern gelangt man ızu dem Weiler All- magell, wo man prächtige Wasserfälle sieht; von hier über das Gebirge nach dem Val Anzasca oder Antrona rechnet man, wie gesagt, ıı Stunden sehr beschwerlichen Weges. In einer halben Stunde von Allmagell erreicht man Saas, zu deutsch im Grund genaant. Es ist das Pfarr- dorf dieses Thales, und eine aus mehreren WVeilern ge- bildete Gemeinde von 760 Seelen; ein reinliches hübsches Dorf, das seinen Wohlstand der ehemaligen starken Pas- sage, und jetzt seinem Fleilse und seinen fetien Weiden zu verdanken hat. Von hier gelangt man auf einem Reitwege über den Weiler: ın zwei hal m Stunde‘ F cugnag Stunden Vo den Pas No einige Ri (narazıa das eben coforo yiana-" sieben& weg von menta-( als der ı No durch d den M nach 6 Y bis On vier Stu zurüchg Au gehen s D: schwer den m ungeh D Wird rc ser- Tin] N die der as Thal Visp bil. im Zieh. hal wird Schwei- Monte- - heilst, ahrere Lud- nach y hier tung; stlich see \s ıst -Thal herab | ver- r All- ı hier {rona ‚chen eicht farr- n ge- ‚sches ı Pas- eiden den en 33 ei Weiler Balen„ wo einer der prächtigsten Wasserfälle ist, in zwei Stunden an die Kinnbrücke, wo sich das Matter- Thal mit jenem von Saals vereinigt, und in zwei andern Stunden nach Visp u. Ss. w. Ein anderer Fufssteig geht aus dem Thale von Ma- cugnaga bei Ponte grande durch das Bianca- Thal, in acht Stunden in das Antrona- Thal. Von Borca geht der früher erwähnte Fufssteig über den Passo del Turlo in das Sesia- Thal. Noch gehen aus dem Anza-i'hale in jenes der Sesia einige Fulssteige, und zwar von Borco aus, durch das Quarazza- Thal nach Rima in sieben Stunden, oder durch das eben genannte I’'hal über den Col Bottiggia nach Car- coforo in sechs Stunden. Aus Pestarena durch das Ma- riana- Thal, über den Cima del Pizze nach Carcoforo ın sieben Stunden. Nun kommt der bereits genannte Reit- weg von Banio über die Baranca-Alpen, durch das Ser- menta- oder durch das Mastalone- Thal, welcher immer als der vorzüglichste zu betrachten ist. Noch geht von Calasca im untern Thale von Anzasca durch das Segnara-Thal über die Alpen del Lago, und den Monte-Tappezone ein Fufssteig in das Trone- Thal nach Campello, wozu man sieben Stunden benöthiget. Von Campello folgt der Weg über Forno dem Thale bis Omegna am Lago d’ Orta; man rechnet bis hierher vier Stunden, und diese Strecke kann sehr gut zu Pferde zurückgelegt werden. Aus den hier gelieferten Wegbeschreibungen er- geben sich folgende Resultate: Der erste, von dem Walliser-Lande aus, ist der be- schwerlichste, und wird nur von jenen eingeschlagen wer- den müssen, die den Monte-Rosa nach allen Richtungen umgehen wollen. Der zweite durch das Lys- Thal ist der kürzeste; er wird von jenen eingeschlagen werden müssen, die, von m re Pn 5- ee 7 < $ a & * Ei E % De mm/ mm Turin oder Aosta herkommend, den Monte-Rosa wirklich ersteigen wollen, wozu sie im Thale von Gressonay un- streitig die meiste Unterstützung finden.. Der dritte durch das Sesia-Thal dürfte jenen anzu- empfehlen seyn, die von Mailand oder Novyara her, den Monte-Rosa längere Zeit untersuchen, und dann entweder über den Ollen oder den Turlo in seine andern Thäler übergehen wollen. Der vierte Weg durch das Anzasca-Thal ist endlich am reichhaltigsten in mineralogischer Hinsicht; er ist aber auch vor allen übrigen von jenen vorzuziehen, die eben ohne grolse Unbequemlichkeiten einen kurzen Ausflug von den Baromeischen Inseln her, in das Wilde este, was die Natur nur aufstellen kann, machen wollen, um durch die schnellen Contraste'noch grölsere Genüsse zu erlangen. Die bequemste Art für derlei Reisende ist dann folgende: Man geht Morgens von Baveno, unweit den Baromei- schen Inseln, zu Wagen bis Vogogna in drei Stunden, versorgt sich dort mit Reitpferden, und ist in vier Stun- den in Vanzone. Hier übernachtet man, mit frühem Mor- gen wird dann der Weg über Macugnaga bis an den Fufs des grolsen Gletschers fortgesetzt, den man in fünf Stun- den erreicht; hier rasten die Pferde drei Stunden, mitt- lerweile wird in einer halben Stunde das Belvedere be- stiegen, von wo man die genannte Aussicht hat;— dort wird ein ländliches Mittagmahl im Angesichte der Glet- scher gehalten, wozu das Thal Milch und Butter liefert, alles andere mufs mitgebracht werden. Dann wird der Rück- weg angetreten, und in Vanzone wieder übernachtet. Wer also um 6 Uhr Morgens aufgebrochen, ist Abends 7 Uhr wieder zurück, und erreicht den dritten Tag Mit- tags Boveno, oder Domo d’ Ossola. Es ıst nicht möglich von Genf aus schneller auf den Mont en vert, und zurück zu gelangen, =, a... a... ausgede schiefer or, De um und an die scheint, horizon! N) De und Eıs M Theil: N Barakı Meere. Einige Ninceni af ein der anc liegen genan sind, | im Th Thale wirklich Oday un. C. Einige naturhistorische Bemerkungen über | den Monte- Rosa. DEN Anz. a Der ganze grolse eu u vorzüglich Thjl, in seiner obern Hälfte, aus Glimmerschiefer zu bestehen, ei der hin und wieder mit Gneifs abwechselt. Eigentlichen Granit habe ich nur am Fufse des Berges in anstehenden endlich x RN grölseren Massen bemerkt, wie im T'hale von Macugnaga. istaber Ich bin jedoch nicht versichert, ob dieser Granit eine M : eben ausgedehntere Formation ist, worauf Gneils und Glimmer-; usllug schiefer ruhen. Urkalk kommt in untergeordneten Lagern N > vor. Serpentin ist ein vorherrschendes Gebilde; er kommt If ‚durch um und auf dem Monte-Rosa' häufig vor, und steigt bis N langen, an die Eisregion, wo dann Glimmerschiefer vorherrschend\ gende: scheint. Gneifs und Glimmerschiefer sind im Allgemeinen IM 'omei- horizontal geschichtet, oder mit geringer Abweichung von" nden, 20— 25°, gegen die äulseren Gebirgsfortsetzungen geneigt.\ Stun-® Der Monte-Rosa enthält Gold-, Silber-, Kupfer- Mor- und Eisen- Minen. Fuls Merkwürdig ist, dafs diese oft in grolser Höhe, zum Stun- Theil sehr nahe an der ewigen Eisregion liegen. mitt- So befindet sich die Goldmine, unweit der dritten re be- Barake des Herrr Yincent im Indren, 9245‘ über dem - dort Meere, und ist also wahrscheinlich die höchste in Europa. Glet- Einige Hundert Schritte über der zweiten Barake des Hrn. ofert, Vincent trifft man auf eine andere, und nicht weit davon tück- auf eine dritte, worin auch Antimonium vorkommt. Auf der andern Seite, und etwas tiefer gegen das Sesia- Thal, yends liegen die goldhaltigen Minen des Herrn de Paulis(Imbours ‚ Mit: genannt), die reichhaltiger als jene aufder westlichen Seite sind, und auch leichter betrieben werden können, den Die jetzt am meisten betriebenen Gold- Minen liegen im Thale von Macugnaga beim Dorfe Pescerena, und ım Thale Quarazza. Die goldhaltigen Pyrite brechenin einem m, 36 aus Feldspath und Quarz bestehenden Gestem. Herr de Saussure hat solche Pyrite auch im Gneifs gesehen; der- gleichen ist mir aber nicht vorgekommen. Die Eız- gänge streichen nicht in einer bestimmten Richtung, ein Umstand, der den Bau erschwert. Das zu Tage geför- derte Mineral wird mit Hämmern zerschlagen, und die vom tauben Gestein gereinigten Stücke werden zwischen Mühlsteinen zu einem groben Sande vermahlen, woraus endlich das Metall durch einfache Amalgamation gewonnen wird. Herr Vincent hat einige Mühlen im Indren, Herr de Paulis deren zehn bei Imbours im Gange. Im Thale von Macugnaga mögen sich einige sechzig befinden, die in gu- ter Jahreszeit arbeiten. Auf silberhaltiges Kupfer wird im Sesia-Thale, un- weit von Allagna und bei Bodma gebaut; im Edelboden auf Eisen und Kupfer; in der Weilsalpe auf Kupfer allein;. in der Verra- Alpe und unter dem Ollen auf Eisen. Diese Minen sind aber grölstentheils aufgelassen, weil ihr B zu kostspielig ist au Ich gebe hier ein Verzeichnifs der auf meinen Excur- sionen gesammelten Mineralien: Silberhaltiger Bleiglanz, in Quarz; Kupfer- Kies, mit etwas Gold gemischt; die Gangmasse dieses Kieses ist Quarz, der manchmal krystallisirt ist, so wie auch der Schwefelkies öfter in Würfelkrystallen erscheint; Magnet- kies, der stark auf die Nadel wirkt,» dichter Graubraun- stein(Manganese gris compacte), blätteriges Titan- Eisen. Ferner Glimmerschiefer mit Granaten(die meisten auf der Nase im Mittelpuncte des grofsen Lys-Gletschers), schwarzer Glimmer, krystallisirter Quarz, Feldspath in rautenförmigen Krystallen, körnig-blätteriger Kalk, Kalk- ke) spath, Wetzschiefer, gemeine Hornblende, gemeiner Schörl, Turmalin, erdiger Chlorit, Asbest, Speckstein, Topfstein, der in Asbest übergeht, asbestartiger Strahl- stein, penli Ürs dann zu& stein, finde stein. Eisen Chlorı der 6 stallıs Asbe NMaın ! das$: Idoer: pit, A Fiser Mont führt Seite Iranzi über die Gi zum 7 Dur 3 gegu verli Glim Buch und] in scHuR een in 2. asbestartiger Tremolit, zZ Di: E pentine zo Granaten,, Eden, ldocras, Jode(20 ui), ne, ein Im Se der Er, der Is wel: an ihrem oe 2 Ursprunge, findet man die reichste mineralische Ausbeute; Ba= dann ist die sogenannte Plaine Im-Bours unter dem Ollen ui li zu empfehlen, wo ich eisenhaltigen Epidot, grünen Speck- "ischen stein, blaulichen Quarz, Talk mit Granaten etc. etc. ge- geraus funden habe. Am Indren- Gletscher vorzüglich Strahl- Tonnen stein, Epidot, Idocras, Feldspath mit Chlorit. Am Lys-Gletscher und im Fellik: Schörl und Titan: lerr de Eisen in Glimmerschiefer, Feldspath mit Halkspath und le von Chlorit, im bereits erwähnten Bergkrystalle, hin und wie- in gy- der Granit, aber selten; auf der Salzenfurke kommt kry- stallisirter Kalkspath vor; auf dem Rothhorn vorzüglich Su Asbest; bei Val Dobiola Mangan- Erz; im Richoll Statuar- boden Marmor; im Val dobbia krystallisirter Ralkspath. Ilein Auf der nördlichen Seite des Monte-Rosa, gegen Diese das Saaser- und Matterthal, kommt Bergkrystall, Granat, Bau Idocras, Strahlstein, Diobsid, Pistacit, Smaragdit, Preh- nit, Amianth, theils weich, theils hart,'Topfstein, Titan- KCUr- Eisen und Zinkblende vor. Nach Herrn de Saussure hat auch Herr Daubuison den Ries, Monte-Rosa in mineralogischer Beziehung bereist; er 1eses führt ihn einige Male in seiner Geognosie, zweitem Bande h der Seite 77 und 157 an. Er erwähnt vorzüglich eines zwei znel- französische Stunden verbreiteten Serpentin-Lagers, oft aun- über 300 Metres dick, welches am Ollen vorkommt; auch sen. die Gipfel des Monte- Rosa will Hr. D. aus diesem Gestein auf zum T'heil zusammen gesetzt gefunden haben; wır können 278), nur anführen, dafs, je höher man an dem Monte-Hosa hin gegen seine Gipfel steigt, sich der Serpentin immer mehr Kall-‘verliert, und dafs die obersten Felsspitzen durchaus nur iner Glimmerschiefer mit Quarz enthalten. Noch hat Herr e. ein, Buch in dem Magazin der naturw. Freunde etc., Band IV -hl- und VII, einer Mineral- Masse erwähnt, die mit dem Ser- ms — 55 um pentin sehr enge verbunden, auf den hohen Theilen des ir Monte-Rosa in beträchtlichen Massen, auf Glimmerschiefer: fir gelagert, vorkommt. Es ist die unter dem Namen Eupho-| tid von den französischen Mineralogen gekannte Masse; in| si italien trägt sie den vulgären Namen(Gabbro). Es ist| gelu zugleich nach Herrn vo. Buch der Wiener Pflasterstein. Ip WVenn man die so grofse Masse des Monte-Rosa be- an trachtet, so sollte man glauben, man würde bei seiner nähern Untersuchung auf manches Eigenthümliche, vor-= züglich in Hinsicht der Vegetation stofsen. Aber ich habe 1 gefunden, dafs diefs mehr bei den hervorspringenden Ge- Sch birgen, wie zum Beispiel, bei dem Monte-Baldo, dem ind; Monte-Legnone und Generoso etc, der Fall ist, als bei| pri Gebirgen, die Hanptrücken bilden. So könnte ich keine ndı Pflanze nennen, die dem Monte-Rosa eigenthümlich ange-| hörte, wie doch der Monte-Baldo mehrere, die andern| on, genannten einige, haben. Indels ist er, wie das angebo-| helveh gene Veizeichnils beweist, reich an hexrlichen Alpen- brioid pflanzen; sie nähern sich, je nachdem die Seite ist, mehr|| der schweizerischen, oder mehr der italienischen Flor.| dems Auf der nördlichen Seite wachsen mehrere, als wie| Vora Saponaria lutea, Silene valesiaca, Trifolium sawatile etc.,| noch die man auf der südlichen vergebens sucht; aber ich habe| Betu auch gefunden, dafs die östliche und westliche Lage Ein-| {lufs auf das Fortkommen der Pflanzen hat; so ist z. B. dann wenn man den Ollen vom Sesia- Thale hinaufsteigt, die| der| Vegetation ganz eine andere, als wenn man vom Lys- kom Thale gegen den Indren kommt.— Die Höhe, welche die| Vegetation am südlichen Monte-Rosa erreicht, ist sehr Genst beträchtlich. Auf der Spitze der sogenannten Nase, die 28, mitten im grofsen Lys. Gletscher steht, also aufeiner Höhe von 11,340/ wächst noch Pyreihrum alpinum mit mehreren pert Zoll Jangem Stängel, und Phyteuma pauciflorum; des Hee- salz] res von Mosen und Flechten nicht zu gedenken, das kier scho jeden vom Eise oder Schnee freien Felsen umzieht; daher en des chiefer Eupho- sse, In Es ist in, a be- einer vor- habe bei eine nge- lern bo- en- ehr wie elCıy abe Ein- gehen die Schafweiden his zu einer Höhe von 9000’, jene für das Rindvieh bis zu 7500%. Ich habe den 25. August ober dem Ollen 9639 hoch, ganze Rasen der schönen Aretia pennina und Myosotis nana gefunden, und doch war der Schnee hier erst seit drei Tagen weg; diese Pflanzen müssen sich daher unter ihm entwickelt haben. Übrigens sind beide auch hier ihrem Standpuncte ge- treu geblieben, denn ich habe sıe nie unter einer Höhe von 8000/ getroffen, und recht oft haben sie mir zu sichern Schlufsfolgen für die Höhe gedient, auf der ich mich be- fand; dagegen steigen andere, wie Pyrethrum alpinum, Le- pidium alpinum ete., die auch so hoch oben wachsen, bis in die Thäler hinab, Herr de Saussure bemerkt dieselbe Höhe der Vegeta- tion, indem er am Mont-Cervin, 10,800° hoch, Aretia helvetica, Silene acaulis, Geum montanum und Sazifraga brioides gefunden zu haben angibt.|. So wie die Alpen-Region steigt, so folgen ihr in demselben Verhältnisse auch die untern Regionen. Die Voralpen oder Wald-Region geht bis zu 7000/, wo man noch Pinus larix, picea, und cembra, Alnus glutinosa, vıiridiıs, Betula alnifolia, hochstämmig findet. Das sogenannte Krummholz, Pinus pumilio, welches dann auf unsern deutschen Alpen erscheint, ist mir auf der ganzen italienischen Alpenkette nur selten vorge- kommen, Getreide, das heifst Winter-, Sommerroggen und Gerste, reift noch bei einer Höhe von 5500 bis 6000/, als z.B. bei Bodemie unter der Gabiet- Alpe. Der Weinstock reift im Sesia- Thale noch bis Cam- pertongo, also bis zu einer Höhe von 3000. In unsern salzburgischen und steierischen Gebirgen hört aber hier schon der Getreidebau auf; über 5000/ giht es dort keine 4 A re TERETTEE m(jQ mm hochstämmigen Bäume, und über 8000/ keine Vegeta- tion mehr*). Wenn ich also aus dem eben Gesagten, und aus einer mehrjährigen Erfahrung, auf der ganzen südlichen ita- lienischen Alpenkette die eigentlichen Vegetations- Gränzen hier folgender Malsen annehme: erste Region des Getreidebaues bis... 5000/ zweite» der Moralpen,+ L=3.2.37 253° 37000! dritte»» Alpen(Schneelinie).. 9500! so zeigt sich der Unterschied von beinahe... 2000/ um welchen gesammte Regionen höher steigen, als bei uns. Und doch liegt ober ihnen eine Eisregion von gröfs- tentheils 3— 4000° Dichte, deren bis in die Thäler herab- sinkende Gletscher sie auch auf der Seite umgeben. Auf unsern Alpen liegt dagegen höchstens eine Eisregion von der Höhe von 2000 Fuls. Herr de Saussure bemerkt nämlich schon, dafs die Höhe dieser: Eisregion, die er in den Alpen 7800’(?) an- gibt, durch die gröfsere Kälte, die sie verbreitet, je be- deutender ihre Masse ist, einen Einfluls von 5— 600/ aus- übe; so dafs auf Gebirgen, wie die Alpenkette zwischen *) Ich habe in den Alpen Savoiens viele Beobachtungen über die Vegetations- Linie gesammelt, nach denen sie dort bis 88007 steigt. So beginnt auf dem Roche mellon( unfern des Mont-Cenis.) bei der Capelle d’ Asti 8710° 8° hoch, das Verschwinden der Pflanzen. Der Monte- Tabor, 9816’ 9°, hat keine Vegetation mehr; eben so der Chamberton, 9861‘, 6”. Auf demColde Caillet, 8173‘, ı, beginnt selbe zu ver- schwinden. Die Grand Arque, 7588, 0“, istnoch stark mit Pflanzen bewachsen. Der Roche de Frene, 8664’, 9°, beinahe ohne Vegetation; auf dem Perron des Encombres aber bil- den 8881’, 0” genau die Gränzlinie. Der Mont-Cervin, 7299, 2” gefügte Tabelle, inder ich sowohl die Vegetation, als auch istnoch bewachsen. Man sehe hierüber die bei- die Differenzen zwischen barometrischen und trigonometri- . sehen Höhenbestimmungen berücksichtigen wollte, dem Schne werd ben| steig spiel Splne hier d der 5 Seiten „Jinie ar zu setz reits( zen} his dı sebog Messuı hr die beinal von d ven N von bis z Schn Alpen der V/ Guies a Vegen. S einer hen ih rDänzen 5ooo! 7000/ g500/ 2000/ bei röls- rab- Auf ı von die an- be- aus- 'hen über t bis fern och, fi 1% h1', ver- mit \ahe bil- Yin, hei- uch tri- dem Montblane und Monte-Rosa, die Gränze, wo der Schnee nicht mehr schmilzt, gegen 80007 angenommen werden könne, während auf anderen Gebirgen in dersel- ben Lage, die eine Total-Höhe von 10,000/ nicht über- steigen, diese Linie bis auf 8,500/ gezogen werden müsse, - Wenn ich der Richtigkeit dieser Theorie nicht wider- sprechen kann, so darf ich doch ihre Anwendung auf die Schneegränze des Monte-Rosa nicht zugeben. So grols hier die Höhe der Gletscher ist, die 4— 5000° noch über der Schneelinie beträgt, so tief die Gletscher auf allen Seiten in die Thäler herabziehen; so ist doch die Schnee- linie an der mittäglichen Seite des Monte-Rosa auf 9500/ zu setzen. Herr Doctor Parrot gibt ihr 9660’, wie wir be- reits gezeigt haben. Ich habe diese Linie längs der gan- zen Kette der Alpen, von der Orteles- Spitze in Tirel an bis durch die Alpenkette Savoiens verfolgt, und die bei- gebogene Tabelle zeigt die Resultate der verschiedenen ® Messungen. Sie beweisen, dafs die Schneelinie, und mit ihr die Vegetations- Gränze auf der genannten Linie, die beinahe immer unter dem 46ste Breitengrade hinzieht, von der Gränze der Tiroler- Alpen angefangen, gegen ih- ren Mittelpunct, den Monte- Rosa bis zu dem Unterschiede von 1200/ steigt, dann aber gegen die Savoischen Alpen bis zu einem Unterschiede von 700° wieder herabgeht. Die Schneelinie, die in den steierischen und salzburgischen Alpen 8000‘ hoch liegt, ist im südlichern Tirol 8200, längs der Valteline und am obern Comer- See 8500’, gegen den Gries und den Simplon 8600°/*), und steigt nun am südli- *) Doctor Wahlenberg de vegetatione et climate in Helvetia septentrionali etc. setzt daselbst, d. b. also in der nördli- chen Schweiz die Baumgränze mit 5500’, die Gränze der Voralpen( Terminus subnivalis) auf 6500’, und die Gränze der Vegetation, oder die Schneelinie auf 8200 Pariser Fuls. In der südlichen Schweiz ist daher der Unterschied von r 400°, den ich angebe, leicht erklärbar, % \ REIZE inne nn mr 62 nn chen Monte-Rosa bis auf 9500/; in Savoien endigt sie mit 8800’. Ich kann mir diese bedeutenden Differenzen nur durch die freie, ganz gegen Mittag gewendete Lage des Monte-Rosa erklären, während in Ost und West, wo die Schnee- Region bis auf 8200/ und 8800’ herabgeht, ganze Reihen vorliegender Gebirge, die staffelartig bis in die entfernten Ebenen fortziehen, den Zug gang der Wärme beschränken, Aber der Monte-Rosa läuft, gerade nach Mittag, gleich in die grofsen Ebenen des Po-'Thales aus, und hat nichts vor sich, als seine eigenen, grölstentheils niederen Füfse, die schon nach 6— 8 Stunden bei Ivrea, Biella und Romagnana enden. Weniger kann ich mir unter bei- nahe gleicher Breite und unter ähnlicher Umgebung den bedeutenden Unterschied von 800° erklären, der zwischen der Schneelinie der salzburger und savoischen Alpen Statt fin- det; der Breitenunterschied beträgt kaum einen Grad. Aber wie die Schneelinie in den Pyrenäen bis auf 7500/ herabgehen soll, wie Ramond angibt, die um 3 Grad süd- licher liegen als der Monte-Rosa, ist noch unerklärbarer. Es scheint sich dieses Paradoxon nicht anders als durch einen Fehler in den Beobachtungen erklären zu lassen. Dafs die Hitze oder Kühle der Sommer darauf Einflufs nimmt, ist nicht zu läugnen. Wo ich im Jahre 1822 em Ende August keinen Schnee mehr getroffen, dort lag derselbe 1823 noch 380’ abwärts zur selben Zeit, und ist auch noch dieses ganze Jahr nicht zergangen Zwischen der Nord- und Südseite habe ich einen Unter- schied der verschiedenen Vegetations-Gränzen von beinahe 1000’ gefunden. Auf der Walliser Seite gedeiht der Wein- stock nur bis zur Höhe von 2200/, die Gerste bis 4000’, die Tanne bis 6000, und mit 9000’ findet man nur höchst selten einige Alpengräser und Saxifragen, und 8400/ wird in der südlichern Schweiz, als die Gränze des ewigen Schnee’s angenommen, Bei diesem bedeutenden Unter- tur 0 Tage l waren froren kung schön meng Geistlı Gefrieı gefund Kälte ı / witter Thale den} grölst der$ı F ven 18 und A Beide uyaı visco, Halle (bei sie mit zen nur Age des Wo die ‚ ganze in die Värme Tttag, d hat eren iella bei- den nder Iin- rad, 00/ mm() sam. schiede in den Höhen der Vegetation ist doch jener in der Zeit ihrer Reife nur unbedeutend. Gewöhnlich werden erst Ende Juni die Alpen bezogen, weil erst dann der Schnee weggeht, und im halben September müssen sie wieder verlassen werden. In den Thälern wird der Sommerroggen Ende April, der Winterroggen Mitte August gesäet; die Ernte fällt in die Mitte Septembers. i In den Alpenregionen ist der Wechsel der Tempera- tur oft sehr schnell und bedeutend, nach einem heifsen Tage im Monate August, wo wir bis 18° um Mittag hatten, waren in der Nacht die Pfützen um die Alpenhütten ge- froren; doch hat dann die Rälte keine zerstörende Wir- kung auf die bereits hervorgesprolsten Blumen, und die schöne Arnica hatte höchstens ihren Stern wieder zusam- mengezogen. Auf dem grofsen St. Bernhard haben. die Geistlichen öfter bei einer Kälte von 2 3° unter dem Gefrierpuncte noch Pyrethrum alpinum und Viola calcarata gefunden. Fin neuer Beweis wie minder empfänglich für Kälte die Natur ihre Alpenpflanzen gebildet hat. Zerstörender für die Vegetation sind die grofsen Ge- witter im Sommer, denn wenn es nach einem: solchen im Thale regnet, schneit und hagelt es dann gewöhnlich auf den Alpen. Die Lawinen gehen gewöhnlich im Mai. Die grölsten Eisschlünde aber öffnen sich durch den Einflufs der Sonne im August längs der Gletscher. Hier die Angabe aller Pflanzen, die ich in den Jah- ren 1821— 22— und 23, und zwar in den Monaten Juli und August, auf und um den Monte-Rosa gesammelt habe. Bei den seltenen sind die Standorte genauer bezeichnet: Agrostema, Flos Jovis— Arbutus alpina(am Turlo), uya ursi— Asiragalus leontinus, exscapus, campestris, viscosus(am Turlo), aristatus, uralensis(am Moro)— Halleri alpinus— Aira spicata— Allisma parnassifolia (bei Scopa)— Avena versicolor— Agrostis rubra— 1 | nn > er era re ne: PR a a N Atragere alpına— Azalea procumbens— Aguilegia alpina— Aretia rubra, vittaliana, alpina, tomentosa, pennina, fri- gida(Vill.)— Alyssum alpestre, montanum— Arnica doronicum, bellidiastrum— Achillea nana, herbarota, moschata, macrophylla, atrata— Allium alpinum, Schö- noprasum, moschatum— Artemisia glacialis, mutelina, spicata, Bocconi— Androsace imbricata(Lam.) alpina, chamaejasme, obtusifolia, carnea, villosa— Aconitum Napellus, Anthora— Anemone alpina, vernalis( bei der Faller- Alpe) nareissiflora, sulphurea, baldensis, Halleri — Astrantia minor— Arabis pumila, alpina, caeruiea(auf dem Moro)— Adoxa moschatelina-— Anthemis alpına— Antirrhinum alpinum, genistifolium— Arenaria austriaca, biflora, trinervia, Jiniflora, montana, retusa, laricifolia, grandiflora— Anthericum lhiliago, liliastrum, serotinum— Arundo montana. Asperula hexaphylla(bei Ponte Gulla im Sesia- Thale)— laevigata(von Macugnaga nach dem Turlo) taurina— Apargia Villarsi, alpina, Taraxaci, crocea, crispa— Aster alpinus— Betula nana— Brassica alpina— Biscutella aurieulata(Allagna)— Bupleurum angulosum (Allagna) caricifolium, ranunculoides,stellatum,junceum,gra- minifolium, Gerardi— Bunium bulbocastanum— Campanula Allioni, cenisia(am nördlichen Monte-Moro), incisa, barbata, rhomboidea, Trachelium, Scheuchzeri— Crepis alpina, pinnatifida— Cineraria aurantiaca,, longifolia, cor- difolia— Centaurea Rhapontica, uniflora, phrygia— Ca- rex strigosa, ciliata, bicolor, incurva, capilaris, nigra, panicea, ferruginea, frigida, juncifolia, curvula, petraea, depauperata, aproximata, firma, fimbriata(nur am Fulse des Cervin), hispidula— Colchicum alpınum— Cacalia alpina, albifrons, leucophyla, tomentosa, Vill.(am Fin- dellen-Horn)— Cherleria sedoides— Cardamine alpina, asarifolia, resedifolia— Cactus opuntia( bei der Cima di Mullera)— Cerastium gnandiflorum, glaciale, alpinum— Chrisanthemum atratum, montanum— Cnicus helengides— Cardı nus( Jata, Moro supe) phne Emp Thal) gen post fohum pureun (von veptan carpa dium alpınm sicaule des— tundıla mis,| pinum Linne stueun Im um Orchis alpina, Urum; till Turlo' dıflor: num, eutita liosa, (bei| Ihina= na, fi. Ybarotz, , Schö- utelina, alpina, onılum ‚er der Hallerı a(auf na Ylaca, Holia, um— la im ırlo) cea, —()) 0 Carduus spinosissimus, transalpinus, acanthoides, cervi- nus(Thom)— Dryas octopetala— Draba aizoides,, stel- lata, alpina, pyrenaica— Delphinium elatum( auf dem Moro)— Digitalis purpurea, lutea, ambigua— Dianthus superbus, alpinus, scaber, neglectus, plumarius— Da- phne alpina— Erigeron atticum, uniflorum, alpinum— Empetrum nigrum— Eryngium alpinum(im Mastolone- Thal)— Festuca Halleri, valesiaca— Gentiana nivalis, glacialis, imbricata, germanica, verna, bavarica, cam- pestris, punetata, purpurea, lutea— Geranium aconiti- folium(am Monte-Moro), pyrenaicum— Galium pur- pureum, aristatum(am Monte-Moro), baldense, saxatile (von Macugnaga nach dem Turlo)— Geum montanum, reptans— Gypsophila repens, prostrata— Gnaphalium carpathicum, pusillum, sylvaticum, supinum, Leondopo- dium— Hoypochaeris helvetica— Hieracium pyrenaicum, alpinum, aureum, villosum, humile, sabaudum, ample- xicaule, intybaceum, grandiflorum, villosum, prenanthoi- des— Illecebrum vertieillatum(um Allagna)— Iberis ro- tundifolia, caepaefolia— Juniperus nana— Juncus triglu- mis, luteus, maximus, Jacquini, spicatus— Lepidium al- pinum, brevicaule, petraeum— Leontodon erispuım— Linnea borealis— Laserpitium simplex(am Turlo)— Ligu- sticum austriacum(Alpen von Rima)— Lychnis alpına— Linum alpinum, austriacum— Myosotis nana, alpestris— Orchis fusca, incarnata, odoratissima, viridis— ÖOphris alpina, monorchis— Pyrola secunda, uniflora— Pyre- ihrum alpinum, corymbosum— Phleum alpinum— Poten- villa rubens, rupestris, multifida, norvegica( auf dem Turlo), niyea(auf dem Moro minima, frigida ran- ’ y°’ diflora— Pinguicula alpina, grandiflora— Papaver alpi- num, auranliacum— Pedicularis gyrollexa, comosa, re- cutita, incarnata, flammea, hirsuta, rosea, tuberosa, fo- liosa, rostrata, verticillata— Phyteunma humile, comosum (bei S. Giuseppe bei Allagna), pauciflorum, ovatum, or- 5 ni Eur z bieulare— Primula farinosa, villosa, longiflora, integri- folia, marginata— Phaca australis, alpina, frigida— Ranunculus scutatus, pyrenaeus,'I’'hora, glacialis, aconiti- folius, alpestris, montanus, rutaefolius— Rhadiola rosea— Ribes petraeum, nigrum— Silene acaulis, rupestris, val- lesiaca— Saponarıq ocymoides,, lutea(auf dem Turlo)— Salix Pontederae, myrsinites, reticulata, retusa, herbacea— Sibbaldia procumbens— Serratula alpına— Senecio uni- florus, incanus, rupestris, abrotanifolius, parviflorus, linifolius, saracenicus, Doronicum— Soldanella alpina— Spergula glabra— Smyrnium perfoliatum(im Sesia-T'hale)— Statice Armeria, plantaginea(All.)— Stachis alpina— Saxifraga pyramidalis, Aizoon, appositifolia, purpurea, aspera, moschata, androsacea, cespitosa, cuneifolia, hyp- noides, autumnalis, muscoides, Segueri, bryoides, exa- rata, pedemontana, diapensioides, biflora, caesia, tenerz (Sut.), sedoides— Sedum alsinefolium, atratum, stella- tum, saxatile, anacampseros— Sempervivum- sediforme, montanum, arachnoideum, globiferum, hirsutum— Tri- fokium alpınum, scabrum, saxatıle, cespitosum— Tusst- lago alpina— Thrincia hirta— Veronica aphylla, belli- dioides(um Allagna), urticaefolia, Allioni— Valeriana celtica, saliunca(im Nicolai-Thale)— Viola gracilis, numulariaefolia(um den Balma al campello), calcarata, Zoisii, pinnata, cenisia(Monte-Moro, auf den Alpen ‚von Rima und Rimella)— Yicia Gerardi(um Stalden im Nicolai-Thale)— Jaceinium uliginosum, Vitis Idaea. Diese ganze Flor beginnt gröfstentheiis, wie man die Höhe von 7000’ erreicht hat.— So reichhaltig sie in diesen Regionen ist, so wenig lohnend ist es, in den'Thä- lern zu botanısiren; nur hie und da stöfst man auf einen Bürger der Alpen, der durch das Heu oder eine Lawine herabgewandert ist, und hier an der Wiese seinen ganzen Charakter geändert hat. Für Liebhaber der Botanik und Mineralogie wird die Bekannt des Hei yet bes Gegen genat, Reisen wertl, W det ind jetzt nilsreich Herrn Al sehr gel für Min cugnag: gewöhnl jeder Re unwirthb \e der blül so finde! manche) Schmet warmen Zu ses und ich viele - h En dahin gr in dem leben, W mag das Pa] ‚ Intern). lieida x y Aloniti- ro rs, ral- 'urlo)— bacea= 0 1ni- villorus, Ipina— ale)— ing. Durea, a, hyp- 3, Na. tenerz stella- orme, Trı- Tussı- belli- leruuna racılis, carala, IIpen en ım a man ‚ie In Tha- einen awıne anzen Bekanntschaft des Herrn Carrestia inRiva, und der Familie des Herrn Krönig in Zermatt sehr interessant seyn, Firste- rer beschäftiget sich mit dem Studium seiner reichhaltigen Gegend, kennt daher jeden interessanten Standort sehr genau, und beide sind durch ihre Bereitwilligkeit, jedem Reisenden gerne gefällig zu seyn, gleich empfehlungs- werth. Wer die Thäler der Lys und der Anza besucht, fin- det in dem erstern an Herrn Zumstein(dieser ist jedoch jetzt in Varallo angestellt) und Herrn Vincent sehr kennt- nifsreiche Männer; ın dem zweiten zu Pestarena, an Herrn A4lbasıni, Besitzer der dortigen Goldminen, einen sehr gefälligen Wirth, dessen Bekanntschaft vorzüglich für Mineralogen ganz unentbehrlich ist. Dann ist in Ma- cugnaga ein Kaufmann aus Brigg, Herr Alexander Coursi, gewöhnlich zur Sommerszeit anwesend; überhaupt wird jeder Reisende wohl thun, sich um Empfehlungen in diese unwirthbare Thäler umzusehen. Wenn man sich vom Reiche des kalten Gesteins und der blühenden Vegetation zu jenem der Thiere wendet, so findet man ebenfalls zwar nichts Eigenthümliches, doch manchen schönen Beitrag. Die Voralpen wimmeln von Schmetterlingen, Räfern und Insecten, die sich in den warmen Sonnenstrahlen herumtummeln. 7u sehr mit den Gefahren eines immer felsigen WVe- ges und meinen Blumen beschäftigt, gestehe ich: dafs ich jede Jagd darauf unterliels, die hier auf jeden Fall etwas gefährlich seyn möchte. Auf den Gletschern selbst habe ich viele todte Schmetterlinge getroffen, die, vom Sturme dahin getrieben, dort ihr Grab fanden; dafs sie aber selbst in dem dünnen Äther 12000 hoch über dem Meere noch leben, und sich wohl befinden, habe ich öfter bemerkt. Was indefs die höhern dieser Alpen Seltenes liefern, mag das kleine Verzeichnifs geben. Papilio- Apollo, Alecto, Aelo, Ausonia, Bubastis, 5* nn—_—= P- ee nn—< EEE ——(0 0—— Belia, Callidice, Ceto, Europome, Gorge, Manto, Me- rope, Mnestra, Pales, Pyrrha, Pheretes, Phycomona, Stygne etc. Von den Insecten habe ich die sogenannte schwarze Erdspinne, über 9300/, also am höchsten getroffen, Da sie auch hier noch Nahrung finden muls,, so läfst diels auf das Daseyn anderer kleiner Insecten schlielsen, ! Aufser der europäischen Natter(Coluber Natrix), der gemeinen Viper(TVipera Berus), der schwarzen Viper (Yipera Prester), dem schwarzen Salamander( Salaman- dra alra), der gemeinen Eidechse(Lacerta agilis), dem Feuer-Salamander(Lacerta Salamandra),»dem braunen Landfrosch( Rana temporaria), und der gemeinen Rröte ( Rana Bufo), habe ich keine Reptilien gesehen. Fische gibt es aufser Forellen, die jedoch nur erst bei Gressonay vorkommen, am Ursprunge der Gletscher- Bäche keine. Die Lys, die Sesia, die Anza und der Visp- Bach sind zu reilsend und felsig, das Wasser zu kalt, als dals sich hier ein Thier lebend erhalten könnte; die weni- gen Teiche sind ebenfalls nur aus Gletschern entstandene Pfützchen,, und ich habe nur in einem einzigen einmal den Bartgründling(Cobitis barbatula) und den gewöhnlichen Gründling(Cyprinus gobio), dann die gemeine Forelle (Salmo fario) gesehen. Von Vögeln habe ich den grofsen Steingeier( Falco pygargus) bemerkt, der sich in der Eisregion aufhält, und Schafen und jüngern Gemsen sehr gefährlich ist; die Hir- ten scheinen ihn mit dem Adler(Falco melanastus) zu verwechseln, von dem sie viel zu erzählen wissen, und der an den steilen Felswänden des Monte-Rosa, nach Ma- cugnaga herab, nisten soll.( Vielleicht dafs diefs der Lämmergeier(Gypaetos barbatus) ist, der auch im Wallis vorkommt). Dann kommtnoch der grofse und rothfüssige Falke(Falco gyrofalco und rufipes) vor, ebenfalls hier Adler benannt, Ri aus dei endige Mitelt auf de die 9 groht gel 6a Jenfamı zielt, Garula| Die bürgent An Ihr Birk-, hier mi Si im Juli, sie wec] Winter sen Ber diesen kaum e hlägliel dals iel nen,$ı Iolste il ihren F bis ich gen me auch( War ye den Ar sehr ei ste al to, Ne Iyeomonı schwarze ffen, Dı diels auf trıe, der n Viper Salaman- ), dem braunen n hröte nur erst etscher- r Visp- ılt, als » WENI- andene nl den nlichen Forelle ( Falco It, und ie Hır- us) ZU , und ch Ma- ofs der Walls füssige ; hier ——ı 0 u Einige seiner Unterabtheilungen, dann einige Bürger aus der Eulenfamilie Strix bubo, flammea, aluco und nyctea, endigen das Geschlecht der Raubvögel,, das der Rabe, als Mittelding, mit dem nachfolgenden verbindet; ich habe auf den Eisfeldern, wo sie in den Felsenhöhlungen gegen die Sonnenseite gewendet, nisten, ganz aulserordentlich grolse gesehen, und RKiele von ihnen wie von einer jun- gen Gans gefunden. Nun kommt die Krähen- und Doh- lenfamilie, die sich immer mehr gegen die Thäler herab- zieht, wo die kleinste Art, die Mandelkrähe( Coracias Garrula), nur als Zugvogel erscheint. Die Spechte sind vorzüglich in den Voralpen einge- bürgert, wo sie in den Waldungen ihre Nahrung finden. An ihren obern Gränzen hält sich der Auerhähn, das Birk-, Hasel- und Schneehuhn auf; die letziern werden hier mit dem Fasan verwechselt, dessen Namen sie führen. Sie kommen sehr häufig in ganzen Kitten vor, brüten im Juli, und halten sich immer nahe an der Eisregion; sie wechseln Farbe, sind im Sommer blaulichbraun, im Winter ganz ins Weilse übergehend. Ich habe einen gros- sen Beweis von Mutterliebe und Sorge für die Jungen an diesen'Thieren bemerkt. Eine Henne, die ich mit neun, kaum einige T'age alten Küchlein überraschte, erhob das kläglichste Geschrei, und obschon ich ihr so nahe war, dafs ich sie mit meinem Alpenstock hätte erschlagen kön- nen, so war sie nicht zum Auffliegen zu bringen; ich folgte ihr eine starke Strecke Weges, den sie immer, mit ihren Flügeln die Jungen deckend, laufend zurücklegte, bis ich endlich bemerkte, dafs sie nur eines ihrer Jun- gen’ mehr bei sich habe, da flog sie endlich auf, und auch dieses letzte war verschwunden; all mein Suchem war vergebens, und ich legte mich nun‘in ein Versteck, den Ausgang zu erwarten; nicht lange, so kam die Henne sehr eilig wieder auf die Stelle zurück gelaufen, von der sie aufgeflogen, und unter einem sehr leisen Rufe von | { U N g N ji TALR | I v Bi) \ j! I N | d 71 r DEE nn Re Be ns ei I j N N bi; i 4 Gluck, Gluck, setzte sie ihren Weg in derselben Rich- tung fort, woher ich sie zuerst aufgetrieben. Nicht lange, so hatte sie die ganze Schaar wieder beisammen, die sie unter Wegs im Moose oder an kleinen Sträuchern ver- steckt hatte. Voll Ehrfurcht gegen dieses Naturgefühl, legte icb den Stein wieder nieder, mit dem ich nach ihr werfen wollte, um einen neuen Versuch zu machen, was sie beginnen würde. Die Jagd auf diese T'hiere wird hier nieht häufig ge- trieben, weil man zu weit von Städten entfernt ist, um sie verkaufen zu können; sie sind daher auch sehr zahlreich, das Repphuhn und die Wachtel aber weit seltener, weil der Getreidebau zu unbedeutendist. Die Schnepfe erscheint nur ım Vorüberziehen. Das Chor der Singvögel ist vom Juni bis Anfangs Sep- iember in den T'hälern einheimisch. Ich habe unter ihnen aus dem Geschlechte der Am- mer, Emberiza, Citrinella, hortulana, Schoniclos und ni- valis; von den Finken: Fringilla carduelis, Spinus, lı- naria, laponica, nivalis, cannabina, domestica, coelebs und montifringilla; von den Kreuzschnäbein: Loxwia chlo- ris, pyrrhula, curvirosira und coccothraustes; von dem Amselgeschlechte: Turdus merula, solitarius, iliacus, mu- sicus, pilaris, viscivorus; von den Grasmücken: Mota- cilla phönicurus, troglodytes, alba, grisola, curuca, rubecola, suecieca, erithacus, regulus; keine Nachtigall, als auf die Entfernung von 6 bis 8 Stunden von dem Monte- Rosa, wenige Lerchen und Schwalben bemerkt. Von den Meisen sah ich: Parus caudatus, major, ‚caeruleus, cri- status, ater, pendulinus, palustris. Der Stahr erscheint als Zugvogel, doch nicht in grofser Menge. Überhaupt habe ich öfters gesehen, dals die Zugvö- gel recht genau die tiefen Einsattlungen zur Passage über die Alpen wählen, und daher in den T'hälern, wo diese nicht Statt finden, wie in denen um den Monte- Rosa, sich nieht$ hard, und 6 spaltl auf d Früli bei de schrie wir\ schen tertelle V Gegen wande mach! Rusa, Tatzeı Iyne) in dem gelüre | stark dena men, ist a gehra bock heim Ies\ zu iı Die Her gesc] selbe hen Bil. Nicht lange amen, die chen yon. alungefüll, nach ihr hen, was Jäulıg ge- ', um sie ıhlreich, T, weıl no Tscheint ings de)- er Am- und ni- us, li- coelebs ia chlo- von dem us, MI ı Nota- curuca, hugall, Monte- on den Y cr? seheint e über ] diese sich DD nicht so häufig einfinden; dagegen auf dem grofsen Bern- hard, auf dem Passe bei St. Theodule, auf dem Simplon und Gotthard ziehen die meisten vorbei. Ihr früheres oder späteres Erscheinen lälst mit eben so vieler Zuversicht auf das frühere oder spätere Beginnen des Winters oder Frühjahrs schliefsen,, als die Anlegung des Winterpelzes bei den vierfülsigen Thieren; schon den ı6. August 1822 schrieb mir Herr Lamon, Prior des grolsen St. Bernhard: »wir werden einen sehr strengen Winter bekommen, denn schon jetzt bekleidet sich der Alpenhase mit seinem Win- terfelle.« Von den vierfüssigen Thieren kommt in diesen. kalten Gegenden im hohen Winter der Bär, Ursus arctos, vor, er wandert dann in die T'häler herab, wo auf ihn Jagd ge- macht wird. Viele Alpenhütten, vorzüglich eine ober Rusa, wo ein geschickter Jäger wohnt, sind mit seinen Tatzen als Siegeszeichen geschmückt. Der Lux(‚Felis Iyn&) wird seiner grolsen Schädlichkeit für das junge Vieh, in dem nördlichen Theile des Monte-Rosa, wo er hauset, gefürchtet, und oft in Fallen gefangen. Der Wolf(Canis lupus) ist häufig, und kommt in starken Wintern bis in die Thäler herab, wo er viel Scha- den anrichtet; er lebt im Gebirge nicht in Rudeln zusam- men, sondern gröfstentheils einzeln in Felsenhöhlen; er ist grols und weilslich, die Haare gegen die Spitzen wie gebrannt. Der hier sonst ebenfalls gefundene so seltene Stein- bock(Capra ilex) ist in diesen Gegenden nicht mehr heimisch, und nur noch in den südlichen Alpen des Tha- les von Aosta, auf den Gletschern von CGogne und Saone zu finden; aber auch hier wird er bald nicht mehr seyn. Die Regierung von Piemont hat zwar auf Anregung des Herrn Zumstein für die Erhaltung dieses so seltenen Thıer- geschlechtes unter dem 15. September 1821 die Jagd auf selbes bei schwerer Strafe verboten, und ınan hat gesucht, nn Tener eerr u en u et 4 u nn durch Ve:pflanzung einiger Paare nach den Alpen im Ber- ner Öberlande selbe wieder in der Schweiz einheimisch zu machen,dessen ungeachtet werden ihrer alleJahre weniger, Herr Burkhard(Traoels in Syria, London ı822) er- zählt, dafs er dieses Thier sehr häufig in dem gebirgigen Arabien, zwischen dem rothen Meere und der Gränze von Darfur gefunden habe. Doch kann der dortige Aufent- halt nur wenig Analoges mit den Gletschern haben, auf denen diese Thiere hier immer leben. In der Menagerie von Schönbrunn bei Wien haite sehr lange ein alter Bock ausgehalten; eben so in dem Thiergarten bei Salzburg mehrere Stücke, die erst im Jahre ı800 ausstarben. Ich möchte daher glauben, dafs dieses T'hier südli- chern Regionen angehört, und sich nur hier seiner Furcht- samkeit wegen in die stillere Eisregion zurückgezogen hat, wo die Race nach und.nach aussterben wird, weil sie ihrer Natur zuwider lebt. Um so zahlreicher ist um den Monte-Rosa die Gemse. Da ich mich besonders mit der Naturgeschichte dieses Thieres abgegeben, und sie so nahe zu beobachten Gele- genheit hatte— so bin ich im Stande, etwas Mehreres über sie zu sagen. Es gibt wohl nicht bald ein friedlicheres aber auch kein furchtsameres Thier; die Natur hat es ganz seiner Bestimmung gemälfs gebildet, äufserst feine Sinne, vorzüglich das Gesicht, zeichnen es aus; es hat seine grölste Stärke in den Hinterbeinen, durch die es seinem ganzen Körper jene Schnellkraft gibt, mit der wir es oft unge- heure Abgründe übersetzen sehen. Ich habe einen solchen einmal gemessen, und die Kluft 2ı Par. Fufs weit gefunden. Die Gemse springt, wie der Hase, leichter Berg auf als Berg ab; sie hat eine aufserordentliche Behutsamkeit, mit der sie sich mit den Vorderfü[sen auflegt, damit sie kein Gestein losmache, und sie besitzt eine grolse Ge- lenksamkeit in denselben. Den Hals kann sie so strecken, dals sie 7 Fuls hoch reicht; wenn sie so an mir angelehnt aufgeri derfilst [hre N: sie die wächst Pınus. spalı den, ı Schnee aber#0 mit wen! rem Mag Ob sie wel mehr d mit wel durch ei Zähne&ı trauert\ Kamerad Böcke ı bis die Weıbeh Decen] äulserst wo auch zur Fort les Alte ken kanr selzen, N srölser sten, yı bei eina den; di im Ber- Neimise) Weniger, 029) er- bireigen Gränze Aufent- n, auf nagerie r Bock zburg südh- urcht- on hat, ıhrer mse, jeses sele- über ne neres ganz inne, nzen nge- hen den, auf keit, — 73 aufgerichtet stand, empfand ieh keinen Druck ihrer Vor- derfüfse, ihre ganze Last ruhte auf den zweiHinterfülsen. Ihre Nahrung besteht aus Alpenkräutern; vorzüglich liebt sie die jungen Triebe von allen strauchartigen Alpenge- wächsen, als Rhododendron, Juniperus, Alnus, Salix und Pinus. die sie sich gewöhnlich aber für den Winter auf- spart; im Sommer geht sie nach den Küh- und Schafwei- den, und selbst in die Waldungen herab; sie trinkt lieber Schnee- als Quellwasser. Sie kann sehr lange Hunger, aber keinen Durst leiden. In strengen Wintern lebt sie mit wenig Moos, und man hat sogar öfter Steinchen in ıh- rem Magen gefunden. Obschon sie sich am meisten der Ziege nähert, hat sie weder deren Geruch noch deren Stimme: Diese ist mehr die des Rehes, äufserst sanft und still. Das Pfeilen, mit welchem sie ihre Kameraden vor Gefahr warnt, wird durch einen Stofs der Luft durch die Nase und die obern Zähne erzeugt. Sie ist ein sehr geselliges Thier, und trauert wenn sie allein ist; daher leben sie gewöhnlich in Kameradschaften von 5 bis 8 Stück beisammen, Die alten Böcke machen hievon eine Ausnahme; diese leben für sıch, bis die Zeit der Brunst herannaht, wo sie sich zu den Weibchen gesellen. Diese Brunst fällt in den Anfang December, die Setzzeit Ende Mai. Ihre Entwicklung geht äulserst langsam ‚von Statten, und erst ım dritten Jahre, wo auch ihre Geweihe ganz ausgebildet sind, ist das'T'hier zur Fortpflanzung geeignet. Dagegen können sıe ein ho- hes Alter erreichen, welches man an den Ringen bemer- ken kann, deren sie jedes Jahr einen an den Hörnern an- setzen, iedoch erst nach dem dritten Jahre. Nur wenn sie gejagt werden vereinigen sie sich in grölserer Zahl; was man von Ausstellung ihrer Wachpo- sten, von dem Anhängen mit ihren Hörnern an die Felsen bei einem jähen Sturze etc. erzählt, habe ich nie gefun- den; die Hörner sind ihnen zur Vertheidigung gegeben, und oft habe ich die Böcke kämpfen sehen; auch die alten Böcke gehen recht beherzt auf die Hunde los, wenn sie lange gejagt sind, und nicht weiter können. Ich habe verschiedene Versuche gemacht, diese furcht- samen T'hiere zahm zu machen; nur der letzte ist mir ge- lungen. Die erste Gemse, die ich aus den Alpen erhielt, war bereits ı°/, Jahre alt, wohl bereits etwas gezähmt, aber aulserst furchtsam; in dem Garten, woich sie in einer Einzäumung hatte, wollte sie lieber mit einem benachbar- ten Damhirsche, als allein seyn, und doch verfolgte sie der Hirsch in einem fort.- Bei einem derlei Anlasse sprang sie einmal an einer ı4° hohen Mauer hinauf, und auf deı andern Seite hinab, einer Magd, die eben hier grasete, auf den Rücken, aber ohne sie zu verletzen. Ich hatte sie den ganzen heilsen Juni 1822 durch er- halten, als sie schnell erkrankte. Um das letzte Mittel ıh- rer Rettung zu versuchen, hatte ich sie in eine weit von ihrem Gehäge entfernte Ecke des Gartens zum Baden tra- gen lassen: sie war sehr schwach, und konnte kaum mehr stehen; trotz dem schleppte sie sich durch Sträucher und Dornen ihrer Hütte zu, wo sie auch verschied. Bei der Öffnung fand ich ihre Eingeweide ganz verbrannt, von Aconitum, welches sie im Garten verzehrt haben mulste. Drei junge Gemsen, die ich vom Mont-Cenis mit- nahm, und von denen die Mutter geschossen war, starben kurz hinter einander, weil sie sich noch nicht allein er- nähren konnten. Endlich geiang es mir, aus dem Saaser- Thale einen jungen Gemsbock zu bekommen, der seit den ersten Wochen seiner Geburt an einer Ziege gesogen hatte. Jetzt ist er zwei Jahre alt, und so zahm, wie jedes Hausthier, er folgt mir wie ein Hund, kennt seinen Namen, alle Leute, die ihn versorgen, und macht seiner Artigkeit wegen, jedermann Freude. Er liebt leidenschaftlich Com- mils-Brot, springt wie ein Hund an jedem hinauf, der esihm vorhält, öffnet alle Thüren, wenn sie nicht ins gescilt genau| erspäht jahre, und is Haare hraun Imme und u einge gen, Stück| Salzfın Werder Hunde so Yıe verla sie ist sen, die F; die alte wenn sie se luneht- t mr ot. ı erhielt, sezähmt, in einer nachbar- gte sie sprang auf der arasele, ırch er- ıttel ıh- It Ton n tra- mehr er und yRL der it, von mulste. is mit- starben in el- aasel- jt den sogen 3 jedes \amen, pighei h(om- Schlofs gefallen sind, gibt mit seiner sanften Stimme Zei- chen von seinem Wohlbehagen, und verträgt sich sehr gut auf einem Lager mit meinem Hunde, so lange dieser nicht knurrt. Im Winter habe ich ihn in einem ungeheiz- ten Zimmer, im Sommer im Keller, recht gut erhalten; ich warne, diese Thiere in Stallungen aufzuziehen, welches zuweilen schon versucht worden. Das beste Futter für sie ist trockenes Heu, ganz frisches Gras, Gemüse und immer frisches Wasser; sie bedürfen einen Raum um Be- wegung zu machen, welches regelmälsig, vorzüglich Nachts geschieht, wo sie an allen yier Wänden herumspringen, genau die zuerst genommenen Entfernungen einhaltend. Ich halte einen grofsen Ortssinn an diesen Thhieren bemerkt; es ist hinlänglich, dafs sie ein Mal einen WVeg betreten haben, um ihn gleich wieder zu finden. Auch sind sie sehr neugierig, beriechen alles, was ihnen fremd ist, und starren oft sehr lange in die Ferne, um etwas zu erspähen. Ihre Haare wechseln sie im Herbste und Früh- jahre, der Winterpelz gleicht mehr einer dichten Wolle, und ist schwärzlich dunkelbraun; im Sommer sind die Haare lang und dünn besetzt, und die ganze Faı be Anfangs braungelblich(Isabellen-Farbe), dann gegen den Herbst immer dunkler, Ihr Gang auf der Ebene ist schleppend und ungeschickt, da ihr ganzer Bau blols für die Berge eingerichtet ist; auch können sie nicht laufen, nur sprin- gen. Ich habe sie oft in grolsen Herden von ı2:— 20 Stück beisammen gesehen, besonders an der sogenannten Salzfurke und am Oilen, wo gute Wechsel sind. Sie werden gröfstentheils auf dem Schlich, zuweilen vor dem Hunde geschossen. Indels sollie man dieses vermeiden, so viel man kann, weil die Gemsen die Gegend oft ganz verlassen, wo sie gejagt werden. Eben so nachtheilig für sie ist es, die sogenannte Fuhrziege(Vorgeils) zu schies- sen, weil oft der ganze Rudel zu Grunde geht, wenn er die Führerin vermilst. Die älteste der Bande, die ge- nn nn — 06 wöhnlich von ihren Töchtern und Enkeln gebildet ist, führt nämlich immer die Obhut, und mechanisch folgen ihr die Andern, wohin sıe zieht. Der Hirsch und das Reh kommen in den untern Thä- lern des Monte-Rosa vor. Der Biber ist an den Quellen der Visp im Matter- Thale ein Mal gespürt worden. Um so häufiger ist das Murmelthier( Arctomys mar- mota) in diesen Alpen, obschon sehr häufig Jagd auf sel- bes gemacht wird, da es ein grolser Leckerbissen, vor- züglich geräuchert, für die Einwohner ist. Man bezeich- net nämlich ihre Höhlen im Herbste mit Stangen, und gräbtsie, wenn sie schlafen, aus; wo man®sie dann oft dutzendweise beisammen findet.— Ihr gellendes Pfeifen und ihre Emsigkeit, mit der sie im Sommer Vorrath nach ihren Höhlen schleppen, hat mich oft erfreut. Diese Höhlen liegen gewöhnlich nahe an der Eisregion, und werden von ihnen im VWVinter hermetisch verstopft. Ihr Schlaf ist mehr eine Erstarrung, denn sie erwachenr an der Wärme. Er währt gewöhnlich vom October bis An- fangs Mai, also sieben Monate: er ist mit der Natur des Thieres innig verwebt, und ihm unausweichliches Beding- nıls, indem das gewaltsame Unterbrechen seinen Tod herbeiführt. Man sehe hierüber Gilberts Annalen der Physik, XLI, Seite 361, und XL, Seite 348. Das grolse Wiesel( Mustela erminea) kommt zuwei- len auf den Alpen vor. Das Mäuse- und Rattengeschlecht wohnt tiefer; doch segen 10,000/, Mäu- habe ich noch über dem Ollen, also g selöcher gesehen. Der Alpenhase( Lepus variabilis) ist gemein auf den Alpen, wo ihm wenig nachgestellt wird. Seltner ist der Dachs(Ursus meles) und der Fuchs ‚ch d Haue mehr ] Rosa\ merkt send, scher£ Reisend \ (al ohneh Gradu: durehg Fılse d ein deu sich in: \ wie ke gen V Einm: vola A den;( eingen art mel ein be ständl) wel ben, Es ist nördli lem yı t, führt ihr die ern hi Matter. 's mar- auf sel- ', Vor- zeich- und an oft Pfeifen h nach Diese und Ihr on an s An- ] ir des eding- ı Tod nt IIWEl- doch Mäu- f den Ah '10lS in den Alpen, desto häufiger kommen beide in den niede- ren Gebirgsausläufen um den Lago d’Orta vor. Dafs hier auch Wildschweine einheimisch waren, habe ich durch einige, bei einem Jagdliebhaber vorgefundene Hauer bestätigt gefunden; aber seit 50 Jahren ist keines mehr um den Monte-Rosa gesehen worden. Das Interessanteste in der Naturgeschichte des Monte- Rosa ist immer der Mensch; schon Herr de Saussure be- merkt unter den verschiedenen Eigenheiten dieser Ge- gend, dafs der Monte-Rosa wie von einer Wache deut- scher Bewohner umgeben sey, und die[s wird auch jedem Reisenden sehr auffallen. Wenn man sich nämlich auf der Süd- und Ostseite (auf der Westseite wohnt niemand, auf der Nordseite ohnehin nur Ober- Walliser, also Deutsche) aurch alle Graduationen eines französischen und italienischen Patoıs durchgewunden hat, und in den allerletzten Dörfern am Fufse des Monte-Rosa angekommen ist, entzückt plötzlich ein deutscher Klang das verwöhnte Ohr, und man glaubt sich ins Vaterland versetzt. Wenn man dann ganz erstaunt frägt: aber woher und wie kommt ihr in diese Schluchten, so ganz von der übri- gen Welt getrennt? so hört man die wunderlichsten Sagen. Einmal waren es die Alemanen, an der Brücke von Cre- vola geschlagen, deren Trümmer hier eine Zuflucht fan- den; dann bei den Revolutions- Rriegen in der Schweiz, eingewanderte Flüchtlinge. Es ist wahr, dafs die Mund- art mehr sächsisch als schweizerisch klingt. Sie sprechen ein besseres Deutsch; dann aber auch ein recht unver- ständliches Patois, welches letztere vorzüglich von dem weiblichen'Geschlechte gilt.— Dennoch möchte ich glau- ben, dafs der Urstamm dieser Deutschen, Walliser waren. g mit der nördlichen Seite des Monte-Rosa, das heiflst mit den Thä- Es ist nämlich erwiesen, dafs die Verbindun lern von Saals und Matt, vor Alters viel häufiger waren, er ei—— S___—mnn= nn= z FT Man rn m- mn denn über den Monte-Moro führten, wie gesagt, drei sehr betretene Wege. Noch vor 40 Jahren war der Weg von Macugnaga über das weilse T'hor nach Matt bekannt, welche beide durch das Zunehmen der Gletscher und Ver- schüttung ganz unbrauchbar geworden sind; selbst der jetzt nur selten betretene Weg über den Col de Cervin war sonst ein geordneter Handelszug aus dem Val d’Aosra nach Ober-Wallis, wo vorzüglich mit Wein und Vieh Verkehr getrieben wurde. Es wäre also doch am ersten denkbar, dafs die Bewohner der nördlichen Thäler des Monte-Rosa in die südlichen hinüber gezogen, und da sie dieselben an ihrem Ursprunge verlassen gefunden, sich daselbst angesiedelt haben; denn warum nur gerade die Enddörfer Macugnaga im Anza-, Allagna im Sesia-, und Gressonay im Lys-T'hale?— Einige wollen sogar in dem gebrochenen Dialecte, den man zwischen Allagna und Macugnaga, im Thale von Rima spricht, Spuren der cel- tischen Ursprache, und daher in den Bewohnern des Monte- Rosa Cimbern entdecken, die, von Marius geschlagen, hier eine Zuflucht gesucht hatten—(Siehe: Osservazioni sul Departimento dell’ Agogna del Lizzoli, Milano 1802). Ich meinerseits konnte bei dem triplex Confinium der Sprachen, wo nämlich deutsch, italieniseh und französisch zusammen treffen, und auf welchen eben Rima liegt, nichts anderes als ein Compositum aus allen drei Sprachen entdecken. Unter sich verkehren diese deutschen Dörfer weni- ger, als mit dem Thale abwärts; weil hohe Gebirge ihren Verkehr ersehweren, doch sind sie alle von demselben Stamme. Der Bau ihrer Häuser und-ihre Wirthschaft sind ganz schweizerisch, nur die Alpenhütten sind nach italienischer Sitte von Stein. Es mögen gegen 9000 See- len seyn, die, zum deutschen Stamme gehörig, den Monte- Rosa südlich und östlich umgeben: von diesen bewohnen 4000 das Lys-Thal, wo sie zwei Pfarrdörfer und mehrere a Weiler Allagna D verdan delssir Es ist Sitte,| yersehi fortbrir hein( I hal Tı und vern In dem I auswand werkss! zu eine letzte H: {el genan mögliche stein, di nay hat Heren zieht sie m die Crösus gehen; ı Jean und hohe Häi baut: A d a inrer la na) ist zerisch « Thale y. Nauptfar — ae 3, drei Weiler einnehmen; die andern 5000 sind in der Pfarre Ir Weg Allagna und jener von Macugnaga vertheilt. bekannt, ä Die Wohlhabensten sind jene im Lys-Thale. Sie und Ver. verdanken diesen Wohlstangl mehr ihrem industriösen Han- Ibst der delssinne, als einer grölseren Fruchtbarkeit des Thales. Gerrin Es ist nämlich von uralter Zeit her in diesen Thälern l’Aosm Sitte, dafs die männliche Jugend auswandert, und durch d Vieh verschiedene Handwerke in der Fremde ihre Existens ersten fortbringt. Zuweilen kehren diese Wanderer bereichert er des heim( denn sie behalten alle die gleiche Vorliebe für ihre nd da Thäler, wovon ich die rührendsten Beispiele gesehen), Resch und verwenden dann das Erworbene in ihrer Heimath. eldie In dem Lys- Thale haben sich nun seit längerer Zeit die: en auswandernden Bewohner mehr dem Handel als dem Hand- A werksstande gewidmet, und manche von ihnen sind dadurch wg zu einem bedeutenden Vermögen gelangt. So ist das aan: letzte Haus im T'hale, am grofsen Lys-Gletscher, im Staf-; one‘ fel genannt, der Geburtsort der Gebrüder Beck, sehr ver- inet möglicher Kaufleute in Augsburg;— die Familie Zum- N stein, dıe mehrere sehr wohlhabende Glieder in Gresso- Ih nay hat, besitzt ein Handlungshaus in Turin; und die ar Herren V/incent sind in Constanz etablirt,— immer aber Re zieht sie ihre Familie, die nie das Thal verläfst, wieder In in die heimischen Berge zurück, und die Schätze des ey Crösus könnten sie nicht vermögen, diese gänzlich aufzu- ER geben; delshalb sieht man in den beiden Pfarrdörfern St. 9 Jean und Trinite de Gressonay sehr hübsche drei Stock Den hohe Häuser, aber immer nur nach der Landessitte. ge- Iben baut; auch weichen die wohlhabenden Frauen nie von chall ihrer Landestracht, die sich recht deutlich vor der gan- nach zen Umgegend auszeichnet. Die vom T'hale von Gresso- den; nay ist die eleganteste, und nähert sich ganz der schwei- jonter zerischen; hier sind Mieder und Röcke gewöhnlich roth, Ihnen in Allagna. und Macugnaga braun, während im untern 110 Thale von Gressonay, in Issime und Fontana Moro die Hauptfarbe blau ist, ee an. a a in u T—geugin u$g; m Es ist im Ganzen ein schöner, kräftiger Schlag Men- schen; weilse, gefärbte Gesichter, und blonde Haare, blaue Augen, bezeugen den deutschen Stamm. Wie sich dieser, in diese Winkel eingezwängt, rein erhalten konnte, das läfst sich nur daraus erklären, dafs die Heirathen gewöhnlich nur unter Deutschen Statt fin- den, und dafs durch die häufigen Auswanderungen der Männer, die deutsche Sprache immer wieder erhalten wird, wenn sie in die Heimath rückkehren. Auch halten & auf ihre Gebräuche und deut- oO schen Sitten, und eine Art von Stolz hält sie ab, mit den die Einwohner sehr stren benachbarten Italienern sich zu vermengen, daher heifst ein Fremder bei ihnen schon der, welcher nur eine halbe Stunde von ihrem Pfarrdorfe entfernt wohnt. Man er- staunt oft über die Bildung und die Gewandtheit, die man bei den Männern dieser Thäler findet, und welche minder das Product ihrer Heimath, a!s die Folge der mannigfal- tigen Reisen ist. Die Weiber zeichnen sıch durch eine grolse Gemüthlichkeit aus. Als ich einmal spät Abends vom Ollen herabstieg, hatte mein Führer den Weg ver- fehlt, und die grofse Dunkelheit hinderte uns, nur einen Schritt zu machen, aus Furcht, in einen Abgrund zu stür- zen; da war ein einziger Ruf von ihm hinlänglich, und aus 20 Alpenhütten stürzten die Alplerinnen mit Fackeln heraus, die sie von Hanfspänen gemacht hatten, und weit- hin zeigten uns die Flammen den Weg. Als wir dann die erste Alpe erreicht hatten, geleiteten uns die freundlichen Bewohnerinnen von einer Alpe zur andern, bis ins Thal, wobei mancher die precaire Fackel die Hand oder das Ge- wand verbrannte; im Finstern nahmen sie wieder ihren Rückweg, oft ehe sie die gerne gebotene Entschädigung erreichen konnte; manche waren gar nicht zu bereden, etwas anzunehmen, »Seyd’s ja auch ein Deutscher,« war die Antwort, vund sist gern gschehen«. Di wie aul schen{ aber n pen de men di derlp hernsel und ety und But ihr Einlı We ist daher NE wegen Monte- und ıhr( zu bei, Ich sen dep zum Sch mit aller Bs dals die wird vo) schadet, Man yon ausfüllen. ziehen,| löste Pi und dar thümlie) Di Nlen 4 ——— Öf m via Im Dre Alpenwirthsehaft wird hier yon den Weibern, Du wie auf den steierischen Alpen, besorgt. Auf allen italieni- schen Alpen findet man nur Männer, Der Viehstand ist "sh AN aber noch nicht so bedeutend, dafs er für die grolsen Al- u ll pen des Monte-Rosa palste, daher ist ein Haupteinkom- Statt In men dieses deutschen Alpenvolkes, dals man die Nutzung ngen der der Alpen an Fremde vermiethet; vorzüglich sind die hö- erhalten hernSchafweiden am südlichen Monte-Rosa verpachtet. Diefs ch halten und etwas Vieh, was die Einwohner verkaufen, Holz, Käse nd deut und Butter, die Producte ihres rauhen Bodens ‚ machen mit den ihr Einkommen aus. r heilst Wein, Reifs und Korn wird eingeführt, und Brot ne halbe ist daher immer ein sehr präzioser Artikel in diesen Thälern. Man er- Macugnaga ist schon seiner mehr nordöstlichen Lage die man wegen der ärmste Theil des ganzen untern Umkreises des » minder Monte- Rosa. Die Nähe der grölsten seiner Gletscher, nnigfal- und ihr oft bemerktes Zunehmen, tragen wesentlich da- :h eine zu bei, Abends Ich habe sehr aufmerksam dieses vermeintliche Wach- ea Yer- sen der Gletscher im Allgemeinen beobachtet, und will r einen zum Schlusse meine Meinung darlegen, so wenig sie auch zu stür- mit allen frühern hierüber übereinstimmt. ch, und Es ist bei den Alpenbewohnern eine gangbare Sage, Fackeln dafs die Gletscher sich alle sieben Jahre ändern. Viel nd weil- wird von ihrem Zunehmen erzählt, weil es gewöhnlich Jann die schadet, wenig von ihrem Abnehmen. Übrigens muls dlichen man von den eigentlichen Gletschern, die, Nebenthäler Thal, ausfüllend, oft bis zum Ausgange in das Hauptthal fort- LöeH ziehen, jene unterscheiden, die oft nur vom Felsen abge- ahnen löste Fismassen sind, die in die Thäler Herabrftnehen. iioung und dort zerschmelzen. Diese letzteren sind keine eigen- reden thümlichen Gletscher ‚ und wir sprechen nur von ersteren, Diese haben die obere Masse der über 10,000 Fuls und hohen Alpen überdeckt, und ziehen sich aus dem Ursprunge h FERNER RER ge RT an en x der Thäler herab in die Eingänge der Hauptthäler, wo sie sich in Bäche auflösen. Sie bestehen in grofsen Eismassen, die sich in Schich- ten von gefrornem Schnee ansetzen. Der im Winter mehr oder weniger gefallene Schnee zerschmilzt nämlich im Sommer am Tage, gefriert aber des Nachts wieder, und geht durch diese Procedur in Eis über; wirkt nun die Sonne und wärmere Luft selbst auf dieses Eis, was im heifsen Sommer immer der Fall ist, so zerspringt es, und bildet jene Klüfte und Spalten, die dem Wanderer so gefährlich werden, und wie das Rollen des Donners,, vorzüglich gegen Abend, oft sein horchen- des Ohr treffen. Nach und nach füllen sich diese Spalten wieder mit Schnee, und vereisen sich; aber ihr Bersten hat nothwendiger Weise die Eismasse mehr abwärts.ge- drängt, das sie wieder ausfüllende Schnee-Eis wirkt nun wie ein hineingetriebener Heil, und durch einige Hundert derlei entstandene Sprünge wird der Gletscher mehr nach dem Thale gedrängt, wohin ihn schon die eigene Schwerkraft zieht. So hat also der Gletscher zugenommen, das heifst, sich mehr ins Thal herabgezogen. Er nimmt aber dort auch wieder ab, wenn nämlich die äufsere VVärme der Luft und die innere der Erde sein Schmelzen be- schleunigt. Heilse Sommer wirken also auf das Fortschie- ben der Gletscher nach den Thälern, strenge Winter fül- len die oben entstandenen Spalten und Lücken wieder aus, und in gewöhnlichen Jahren bewirkt die Wärme der Erde das untere Schmelzen der Gletscher, ihr Abnehmen ge- nannt. Während er also oben zugenommen, nimmt er unten wieder ab, bis ein heifser Sommer die Masse wie- der herabschiebt. Wenn wir beiläufig 50 Jahre zurück- gehen, so finden wir gewöhnlich alle 10— ıı Jahre einen sehr heifsen Sommer, wie der von 1791, ı801, ı811 und ı822 war, dem dann gewöhnlich ein sehr harter Winter folgt; es scheint mir also die Epoche von ı0 Jahren als ag ne—— x a nee tthaler. u.% Er a R ier, m die gewöhnliche Zeit dieser Naturveränderungen angenom- men werden zu können, die ich mir auf diese Weise am ndchial 2.= OhimSchich- besten erklärt zu haben glaube; denn in der Schöpfung ist das ewige Gleichgewicht das ‚erhaltende Pincip*). ene Schnes friert aber*) Ich möchte die hier aufgestellte Theorie durch ein Beispiel dur in Eis erläutern. Ich war den 23. Juli 1823 vom: Dorfe Rhein- selbst anf wald aufgebrochen, den oft beschriebenen Ursprung des Hinterrheins näher zu untersuchen. Es war ein sehr heis- r Fall ist ser Tag, aber die Luft ganz gewitterleer, Wir mochten yalten, die wohl drei Stunden immer im Rheinthale aufwärts gezogen das Rollen seyn, als wir auf eine groise Eis- und Schneemasse stiefsen, \ horchen- die das Thal sperrte, und über die wir hinweg mulfsten; mein Führer salı etwas befremdet aus, und ich fraete ihn se Spalten i re ö? | ob er seines Weges sicher wäre, welches er bejahend be- hr Bersten ar{ Ä antwortete. Wir wanden unsnun bald rechts an einer steilen ahwayta on.- r N len Ti abwärts gt Wand nach der Zaport- Alpe aufwärts, es war ıı Uhr , wirkt nun Mittags und sehr heifs, dumpfer Donner, der immer näher ce Hundert kam, zog meine Blicke oft ängstlich nach den Wolken, aber ‚cher mer der Himmel war rein, so weit ich ihn übersehen konnte, | Ati Endlich hatten wir um Mittag die kleine, von Bergamas- ıe else: ERS te E£ 2 kischen Schafhirten bewohnte Alpe erreicht: hier lag igenommkt, mir gerade gegenüber das hohe Moschelhorn mit allen Er nimmt seinen Gletschern, die bis an die finstern Quellen des sere Wirt Rheins fortzogen. Noch donnerte es in einem fort; aber melzen je auch der Gletscher mir gegenüber war in Bewegung. Fel- . Korteli sen und Eistrümmer rollten auf ihm herum, und ich er- ? a kannte bald, dafs der Donner nur von dem beständigen Ber- Winter sten der Gletscher herrühre. Bald sammelten sich die rol- wieder Al lenden Trümmer. zu einer sich fortwälzenden Fluth, die nun je der Erde unter einem fürchterlichen Geprassel in das Thal herab nehmen GE auf die Stelle stürzte, wo mein Führer das bedenkliche vimmt er Gesicht gemacht hatte, welches ich mir nun leicht erklären i 2 konnte. Der Fluth von Gerölle folgten bald ganze Stücke sse 1; Nas des Gletschers, und ich begann etwas vom Untergange der po zul" 3: N 2“ pe ZU Welt zu, alınen, und sehr ernstlich um meinen Rückweg poll 2.. OS hre&* besorgt zu werden, als mich ein alter Hirt, der seit 30 ygy on Jahren immer diese Alpe bezog, versicherte, dafs dieses „Inter fürchterliche Schauspiel nichts seltenes, jedoch dieses Iren als Jahr das erste Mal sey. Der Gletscher, der Morgens ganz 6* £ .“—_ ni ne Z— nn mn Die verschiedenen Gestalten von Pyramiden, Thür- men, Höhlen und Schluchten, die wir längs den Glet- schern entstehen und wieder verschwinden sehen, lassen sich auf diese Weise leicht erklären. Die äufsere Tem- peratur und Wärme der Erde haben den gröfsten Einflufs auf selbe. Bilden sich durch den untern Ablauf des Was- sers nach und nach Höhlen in den Gletschern, so stürzen diese endlich zusammen. An dem Zusammenflusse meh- rerer Gletscher bilden diese Stürze einen Eisdamm, der dann einen See erzeugt, wie diels beim Saaser- und Gör- ner-See, bei dem von Chermontaigne, im Thal von Ba- gne, bei dem Combal-Seein der Allee-blanche am Mont- blanc, der Fall ıst. Überwindet später der angewachsene See den Eis- damm, so geschehen die zerstörenden Durchbrüche, wie diels in dem Saaser- und Allee-blancher- Thale vor vielen Jahren, in dem Bagner-'T'hale erst vor kurzer Zeit, im Jahre ı818, der Fall war. Um ähnlichem Unglücke vorzubeugen, scheinen mir daher derlei Gletscheranhäufungen die grölste Aufmerk- samkeit zu verdienen, indem, wenn zeitlich für ihren Ab- fluls gesorgt wird, die Gefahr, wo nicht vermieden, doch vermindert werden kann, eben und glatt schien, und noch hoch oben stand, war jetzt mit Hunderten von Sprüngen und Furchen durchzo- gen, und drohend hing seine, gegen das Thal gekehrte Seite, in die Tiefe herab. Auch stürzte sie Abends, als ich schon, jedoch an den obern Berglehbnen auf dem Rück- wege war, donnernd nieder. Der Rhein hatte sich schon früher seinen Weg unter den Trümmern gebahnt, denn sonst würde auch hier ein See entstanden seyn. sus nn mehrer ter gel getali der 61 Bl Das: liegt de tze ges schen d vanza uı Seurlu: Stralse teline darübe Das Es lieg lich yoı Du mer- neuen MIO al Joch. Mad nördlic (en, Th. 95 den Gler chen,\assen ulsere Tan sten Einfh uf des My , SO stürzen nflusse mel- sdanım, der ?- und Gür- al von Ba je am Mont- e den Ei- üche, wie vor vielen Zeit, ım sinen mir Aufmerk- Ihren Ab- den, doch Due ve tand, war ı durchzo- | gehehrte ends, als lem Rück- ich schon denn sons! Üb CL. 5 cht mehrerer theils trigonometrisch, theils mit dem Barome- ter gemessenen Höhen zur richtigern Begründung der Ve- getations- Gränzen längs der grolsen Alpenkette, die von der Gränze Tirols, längs der Schweizergränze nach Sa- voien zieht. NB. Man hat die Puncte nach der Reihenfolge von Ost nach West aufgeführt; die Mafse sind in Pariser Fulsen über dem mittelländischen Meere angegeben. Namen und Lage der Puncte. "| Trigonome«= trisch be- stimmt, kei = Lane) [7 . > g > . Mit dem Barometer bestimmt, Bemerkungen über die Vegetation. Das Stilfser-Joch. Es liegt der Orteles-Spi- tze gegenüber, zwi- schen der Punta Ma- ranzaund dem Monte- Scurluzo: die neue Stralse aus der Val- telinenachT'irol führt darüber. Das Wormser-Joch. Es liegt gleich nörd- lich von dem vorigen, Das zweite Canto- nier- Haus auf der neuenStrafsevonBor- mio auf das Stilfser- Joch. Madonna d’ Oga, in nördlicher Richtung 7688 4602 "666 Obschon hier der Glet- scher ganz nahe ist, so ver- schwindet doch Anfangs August hier gewöhnlich der Schnee. Soldanella alpina, Azalea procumbens, Eri geron alyinum, Pytheuma humile, nur sehr wenig Saxifragen, keine die höch- steAlpenregion verrathende Pflanze, überziehet den Bo- den. Der Höhen- Unterschied beträgt zwar nur 9gı2 Schuh mit dem vorigen, doch geht der Schnee hier um einen Monat früher weg, die Vegetation ist dieselbe wie oben. Hier hört der hochstäm- mige Holzwuchs einige hun- dert Fuls höher auf, man kann also die Gränze 6500 Schuh annehmen. Einige hundert Fuls hö-, her liegen noch Getreids- 1} u Er liegt am obern Comer-See, am lın- ken Ausflusse der Adda. (Es.je3$ Namen und Lage der 3:= E5 Bemerkungen über die Puncte. 22°|E5® Vegetation, 5=! Fufs.| Fuls, gegen über von Bor- felder um die Kirche, so‘ mio. dafs also in der Valteline, d. h.an der Südseite der Gebirge die Getreidegränze bis 5000’ steigt. An der Nordseite hört sie schon mit 3800 auf. In dem be- nachbarten Tirol geht sie, in südlicher Lage noch is, 4500‘.| Boladore, ein Dorf 2664; Hier sicht man etwas ab- gegenüber von Son- N nr Re. SS ‚dolo, in der Valteline en | g j Le kann also 2600° als ihre drei Stunden aufwärts Gränze annehmen. Im süd- 'Tıirano. lichen Tirol liegen sie bis 2200°. Der Monte- Legnone. 8040. Er ist zu isolirt, um zu] einer Norm für die rich tige Begränzung der Vege tation beizutragen; es gibt manche Jahre„ wo der! Schnee in seinen Schluch- ten nicht ganz schwindet, er wird erst Anfangs August) ganz davon frei. Seine oberste Vegetation trägt ganz den Charakter der der höchsten Alpen, und hat, See, spült, und diese Höhe vom Thal aus* setzt ıhn unter die Reihe der zum Erstei- gen sehr hohen Gebirge. Hier wächst Aretia tomen- tosa ausschlielsend längs! der ganzen Gegend Der. no(a genan \zwise! hen Intely : irche, so Valteline\ Iseite der idesränze An der) sie schon) dem be- | seht sie, noch bis‘ | | etwas ab-| Iseite ‚die se, man als ıhre Im süd- ı sie bis/ | ‚um zu lie rich| ler Vege| 1, es gibt, wo der Schluch- chwindet, oA ugust Seine) n trägt ‚der der, nd hat, sebirge, es. Er, ı Gomer- Puls ber, öhe vom n unter n Brstel Gebirge Q AI, d Jans 14 ee EasloeoE Namen und Lage der|=2=:=:5| Bemerkungen über die Puncte. SE 3|E238 Vegetation. j== . Fufs, Rus, Der Monte della Gri- gna, südlicher wie der vorige, liegt er Ehen falls am östlichen Arme des See's von 'Lecco zwischen der Val-Sassına. Der Monte- Genero- so( auch Calvagione genannt). Er liegt zwischen dem Luga- ner-See und dem Val- Intelvi. Corno di Canzo, das westliche; es ist das letzte Gebirge, wel- ‚ches von den Alpen in die Ebenen der Lom- bardie ausläuft, zwi- schen Lecco und Como. 5356 4230 Seine felsige Spitze ge- hört der höchsten Alpen. region an; er verliert den Schnee im Juli, in seinen nördlich gelegenen Schluch- ten erhält sich das Eis, in de- nen ich in dem heifsen Sommer ı822, im Anfange September, 6135‘ hoch,noch welches gefunden habe. Es ist hier ein Handlungszweig für die Anwohner, die es auf den‘ Markt von Ber gamo führen, Auf seiner Spitze, aber auch nur da, kommt Papaver auranticum vor. Er trägt blofs subalpine Pflanzen, man findet hoch- stämmiges Holz, ganz nahe unter seiner Spitze; Ende Mai, oft früher noch, ver liert sich der Schnee. Eı hat, wie der Legnone, eine ganz eigenthümliche Vege: tation; seine höchstehuppe, aber auch nur sie, istmit ‚Ser- ratula alpina und Cinera ria aurantiaca bedeckt. Es ist hier vollkommene Waldregion, bis auf die zwei felsigen Hörner, die die Spitze des Gipfels be. zeichnen 5; sie sind von den interessantesten Voralpen- pflanzen umgeben; Sax: fraga Vandelii wächst nur hier. Jh Pt | Name und Lage der Puncte. Trigonome- trisch be- stimmt, Mit dem Barometer ı bestimmt, Bemerkungen über die Vegetation. Der Monte- Primo, etwas nördlicher als die vorigen, gegen die Spitze des Comer- See’s, bei Bellagio. Der Splügen, d. h. der höchste Punct der Einsattlung, auf dem dre neue Stralse von Chiavenna nach Chur führt. Der St. Bernhardin, nämlıch der höchste Punct der Stralse, die von Splügen zwischen demSchwarzhorn und Moschelhorn nach dem Misoxer- Thale führt, 6513 6584 Er ist mit fetten Alpen- wiesen bis auf seinen Gir- fel bedeckt, wo Care bal- densis vorkommt. Es ist wohl mehr die Lage von Nord nach Süd, welehe das Clima in dem Thale so rauh macht, als die Höhe. Es kommen hier schon, gleich eine halbe Stunde aulser Chia- venna 1149‘, keine Wein- berge mehr vor, der Ge- treidebau hört bei Isela 3867’ auf, der hochstäm- mige Holzwuchs ober Pia- nazza 4420°. So geringe die Entfer- nung vom Splügen, und der Unterschied der Höhe ist, so sehr viel südlicher ist die Vegetation. Auf dem Joche kommen nur subalpine Pflanzen vor. Wie man von selbem ge- gen das Misoxer- Thal hinabsteigt, findet man mit 6500° schon hoch- stämmige Bäume, ober Misox, also 4903’, fängt der Getreidebau ,„ bei Suazza 3026’ der Wein- bau an; nicht weit von hier wachsen auch schon Feigen- und Maulbeer- bäume; aber das Thal zieht von Ost nach West, welches allein ein Höher- steigen der Vegetation von 1200’ hervor bringt. \ ms, über die on, Seren en A Ipen- nen Gir; area ba]. ehr die ı Süd, >. | Ö € Name und Lage der|=+ SS: = Puncte. stimmt, Mit dem Barometer bestimmt, Fufs, Bemerkungen über die . Vegetation. in dem ht, als ommen]| ch eine er Chia- » Wein- ler Ge- ' Isela hstäm- rPia- \ntfer- und r Höhe dlieher Auf on Mur > vol. em ge: Thal man hoch- ober fängt bei Wein- t von schon Ibeer- Thal West) Iöher- tion nt. Der Gotthard„d.h, das auf seiner Einsatt- lung befindliche Ho- spiz. Der Gries, d.h. die Einsattlung,über wel- che der Fulssteig aus dem obern Wallis nach dem Formazza- Thale geht.‘ Der Simplon, d. h.|6174 der höchste Punct der Stralse, die aus dem Wallıs nach Italien führt, a S= (er: ° 17338 Er hat die nämliche Richtung, wie der Splü- gen, von Nord nach Süd, und ist daher eben so rauh. An seinem nördlichen Fufse um Hospidal, 4566’ über dem Meere, trifft man kein hochstämmiges Holz. Auf der Südseite, gegen Airolo. hinab, fin- det man es schon in der Höhe von 5000’.— Um Airolo, 3898’, fängt der Getreidebau an, derWein- bau aber erst ober Gior- nico mit ı698°. Es ist abermals die Richtung des Thals von Süd nach Nord, die diese Gegend rauher macht, als andere unter gleicher Breite. NB.Die angegebene Höhe des Hos- piciums ist nach vielfälti- genBeobachtungen. Wah- lenberg gibt sie nur 6422°. Auf beider Seiten lie- gen Gletscher ganz nahe, jedoch ist der Boden sehr üppig mit Alpenpflanzen bewachsen. Draba aizoi- des, Anthericum seroti- ee in er num, Androsace villosa kommen hier vor; gleich abwärts beginnen fette Wiesen. Das Clima ist hier rau- her, weil ‚die Schlucht ebenfalls von Nord nach! Süd geht. Jedoch trifft) man hierAlpenwiesen, und gina nn er — 90 Dia ns EEIREE- S Sera amp Name und Lage der|25:;|=582| Bemerkungen über die Re.) 2 Puncte. Berisss Vegetation, Fufs Fufs, noch keine eigentliche Hochalpen. Vegetation. Der östliche Monte- Rosa, oder die Seite von Macugnaga her, bei Ceppo Morello 2480|. Hört hier der Weinbau auf. Um Macugnaga 4802|. Wächst das letzte Ge- treide, Auf der Alpe Pe- driolo 6522|. Verschwindet alles hoch- stämmige Holz. Auf der Einsattlung des Monte-Moro. 8389. Kommen viele Hoch- alpen- Pflanzen vor. Auf dem Pizzo bı- ancoa nn WR rl. 9564 5 Trifft man keine Vege- . tation mehr, sie ver- schwindet an dem Glet- scher, der ihn bedeckt, mit 9900'. Der südliche Monte- Rosa, oder die Seite von Gressonay und der Sesia her, bei Camperiongo.. 13099]. Hört im Sesia- Thale der Weinbau auf. Bei Bodemie ober EN: 78 Trinite 5880 Reift weiter aufwärts i h noch Getreide. Auf der Betta-Alpe ä 7158 Hört der Holzwuchs auf. \\ | | I nn a D Über ie Ein se ESE tion«Name und Lage der SE Sa Bemerkungen über die -&n,n»- la* x Puncte. a Beıms= Vegetation. u Fuls Fuls, eigentlich! retation, Pr] Auf dem Ollen, der Teltschen, dem Roth- horn etc. hört mit f 9500: die Vegetation gröfs- tentheils auf, n Weinbau: | Von der Seite ge- | gen den Mont- Ceroin, letzte Ge.) istbei Val Tournanche|. 4770| Nochbeiläufig 1000 Fuls |’ aufwärts die Gränze des |-. | Getreidebaues. |“ N e= alles hoch-! Beiden Alpen Breuil 3 6162| Ungefähr noch 600 Fufs|i | höher die Gränze des | hochstämmigen Holzes. - Auf dem Col Cervin- 9948 Hört bereits: 600 Fufs| IT.| tiefer die Vegetation auf, und der Schnee schmilzt|ı nieht mehr. ne Vege- sie ver- m Glet- Im Thale von Aosta, bedeckt, gegen den St. Bern- hard zu, bei St. Remy|. 4938 Hört der Getreidebau auf. Auf dem grofsen S$t. Bernhard, beim Ho- ee’ 668| Beginnt die Vegetation Pp 7 s 8 der Hochalpen. . Thale Aufdem Col de Fe- 8990> Verschwindet die Vege- neire, gleich westlich tation mit Äretia pennina, vom erofsenBernhard etwa 100 Fuls höher bleibt ufwärts an nr ie der Schnee beständig lie- < i gen. ret zu gelangen. Col de Balme, wenn|,|7086 Trägt ,„ obschon mit jehsaul en aus‘ dem: Wallis Gletschern umgeben, noch oa. ER Bere g , oaez|v0as, Name und Lage der s5s|38.| Bemerkungen über die 9, a RE, N Puncte. ER: m33 Vegetation. "Fußs,| Fufs,. in das Thal von Cham- lange nicht die Spuren mouny geht. derHochalpen-Vegetation. Col de Ferret,wenn|, 7170, MitHuthweiden bewach- man aus dem Wallıs sen. nach Cormajeur geht. Col de la Seigne,). 7578| Huthweiden. wenn man aus der Allee blanche kommt.. Col de Bonhomme,|),|7530| Huthweiden. von letzterem nach dem Thale von St. Gervais. Der kleine Bernhard. 6750 Hochstämmiges Holz geht bis zu der Einsatt- lung, die aufallen Seiten mit Alpenwiesen bedeckt ist. Der Mont- Cenis,. 16144) Hochstämmige Bäume das Posthaus auf sel- gehen noch auf beiden bem. Seiten bis nahe an diese Höhe; das Haus umgeben fette Alpenwiesen. DieCapelle von Asti,|, 8820| Hier ist die Gränzlinie sie liegt auf dem Fuls- der Vegetation; bald auf- steige von Susa nach wärts bleibt der Schnee j liegen. dem Roche-Melon. 1288 Mont- Tabor in der 9774 9672 Trägt keine Spuren der Maurienne in Savoıen Vegetation mehr. am linken Arc- Ufer. Casetted Ambin, un- ä 7003 Die letztbewohnteHütte fern von hier. im Thale; hier hört hoch- stämmiges Holz auf. IN Monti | vente anco Ro 10 S; | | mar E;: an u A{=}.> übe die: Saslsce i e Name und Lageder|2553|=:2| Bemerkungen über die on 8.2.5| 25£ Puncte. B5% F 5. Vegetation. TE Fufs,| Fufs, Spuren e END Ei“ Der Perron des En- 8662|8608| Liegt an der Gränzlinie on! F 3% s 5 | combres in der Mau- der Vegetation; die Fel: -.. n seiner Spitze sind rienne in Savoien, En pP bewach-) 21 noch bewachsen, | gegenüber St. Jean, am rechten Ufer der Arc. N | Monte- Jovet bei 7848|8058| Ganz mit Pflanzen be- Moutiers in der Ta- wachsen. rentaise. Rocher de Frene bei 8604 8634| Ohne Vegetation, die Chambery. aber gleich abwärts be- ginnt. Belle Achat am Aus- 7642 7782| Ist noch durchaus be- Holz, gange der Maurienne. wachsen. Insatt- Seiten! Der Mont-Grenier 5916|6006| Dürchaus mit Gras be- deckt! beı Chambery. wachsen, hochstämmige Z : Bäume stehen gleich ab- wärts, Kun i La Grande Arque,. 17588 Stark bewachsen. dee nordöstl. von Aique- ngeben! belle. H Pelve du grand Mu- 9342|9354| Ohne Vegetation. In let in Piemont, nörd- auf-:= T= 7 inee lich vom Monte-Viso. Col de Caillet. i 8172 Kommen Alpenpflanzen 3 der Sr | Chaberton über Bri- 9624/9828 Reine Spuren von Ve- | ancon, getation. | En) ee£ „Hütte Rocheı dela Fleche|_|g 184| Obschon Gletscher ganz hoch- in Savoıen, nähe sind, findet man in| Name und Lage der Puncte. Mit dem Barometer stimmt, bestimmt, | Tri Bemerkungen über die Vegetation. ee La Pata Creuse in Savoıen. DerCold’Aubergean ober Pignerol in Pie- mont, Colde Fenetres, zwi- schen Susa und Fe- nestrelles in Piemont. ColLonget amMonte Viso. Col de Traversette amViso, zwischen der Dauphinee und Pie- mont. Die oberste Alpe am Monte- Viso. St. Veran am Monte- Viso,eines der höchst- liegenden Dörfer. den Felsritzen doch noch Sazxifraga Caesia und Ve- ronica Allioni, Ohne Vegetation. Ist noch stark bewach- sen. Huthweide— Alpenwie- sen. Ohne Vegetation. Ohne Vegetation. Mit Huthweiden be- wachsen. Es geht noch hochstäm- miges Holz einige hun- dert Fufs höher als der, Ort. fün core Wiss Meın Nebst Uber die ion. — Beschreibung Ioch noch aund Y. der In fünf BRersgejiauf die Spi tzeu | des bewach. Monte- Rosa, Ipenwie- BEN ausgeführt in den Jahren 1819 bis 1822, 1, durch Joseph Zumstein (dit de la Pierre aus Gressonay)s correspondirendes Mitglied der königlichen Akademie der | Wissenschaften zu Turin, des Herzogl. Sachsen- Gotha- Meinungenschen Instituts für Forst- und Jagdkunde Ehren- mitgliede, Forst-Inspector der Provinz Valsesia, chstam- e bu- als der, Nebst einigen naturhistorischen Bemerkungen und barome- trischen Höhenbestimmungen. äls de sich ai Sehwe; ten Bei einiger haben: Erste Reise auf den Monte-Rosa, im Jahre 1810: Vosw erh Arstsenimtert von Seite der königlichen Akademie der Wissenschaften in Turin, die meinen Bericht über die, während meines dreistündigen Aufenthaltes auf einem der südlichen Gipfel des Monte- Rosa, gemach- ten Beobachtungen gütig aufnahm, und den Wünschen einiger ihrer Mitglieder zu entsprechen, hatte ich mich entschlossen, diese Gletscher- Wanderung in einer gedrängten Beschreibung getreu und einfach darzu- stellen. Ich wagte es, dieses nach meiner geringen Fin- sicht in das wissenschaftliche Fach bearbeitete Product der königlichen Akademie mit der Bitte zu überreichen; dafs dieselbe es mit gütiger Nachsicht beurtheilen möge, wenn ich nicht jeden Gegenstand genügend erschöpft haben sollte: in diesem Falle würde ich jede gefällige Zurechtweisung mit dem wärmsten Danke annehmen: Der Monte- Rosa, bis jetzt; zunächst dem Montblanc, als der höchste Bergstock der alten Welt bekannt, erhebt sich aus der Hauptgebirgskette der Penninischen und Schweizeralpen, und scheidet Piemont von Wallis, Von = — ihm aus laufen viele in verschiedenen Richtungen hinzie- hende Hauptgebirgszüge, deren einzelne Namen hier an- zuführen zu weilläufig seyn würde. Seine, von ewigem Schnee und Eis bepanzerten Gi- pfel stehen frei in einem Rreise, und bilden eine Krone um ein ungeheures Eisfeld; selbst Herr de Saussure hielt sie für unersteiglich, und wirklich hat sich bis jetzt noch nie- mand gefunden, der das grolse Wagestück,, diese Eisspit- zen zu erklimmen und zu messen, unternommen hätte. Von Jugend auf gewohnt, Gebirge zu erklettern,, hatte ich und mein Landsmann, Herr Fincent, schon seit mehre- ren Jahren das Project gemacht, diesen Gebirgsstock nä- her zu untersuchen; wir wurden aber immer theils durch schlechtes WVetter, theils durch andere Hindernisse davon abgehalten. Ein jeder von uns suchte indels in den letz- ten Sommermonaten, wenn wir uns von Geschäften los- reilsen konnten, einen bequemen Weg ausfindig zu machen, der uns die Ersteigung dieses kolossalen Gebirges möglich machen könnte. Beide hatten wir auch Gelegenheit, uns den Winter über durch erforderliche Lectüre einige hiezu nöthige Henntnifs zu sammeln. Endlich bestimmten wir, bei einer neuen Unterre- dung, das Jahr ı81ı9 zur Ausführung des schon lange ge- nährten Vorhabens. Zu diesem Behufe liefs ich mir von den Gebrüdern Conti in Turin einen tragbaren Barometer a Siıphon, sammt den nöthigen Thermometern, und von Herrn Jest daselbst einige trigonometrische Instrumente verfertigen. Diese wurden mit denen der königlichen Sternwarte verglichen, und so reiste ich dann den 23. Juli nach meiner Bestim- mung ab, während Herr Tincent bereits aus Deutschland in sein Vaterland zurück gekommen war. Mein Weg ging von Turin über Ivrea nach Pont St. Martin, wo sich das Lys-I’'hal öffnet, und von dort über Liliane, Fontaine-More, Issime, in 7 Stunden Thal auf- gen ein Eishüg Reise katzı zu eis merun erfahrı Mitteln räthsch und so ungehe den,} pfels; chen] werde Iyen hinzi. Den hier an- nzerten Gi. € Krone um re hielt sp ‚tnoch nie. se Eisspit. n hätte, ern, hatte it mehre- stock nä- ils durch sse davon den letz- ften los- machen, möglich eit, uns ee hiezu Unterre- ange ge- hrüdern 1), sammt daselbst Diese glichen, Bestim- tschland Pont hi ort über al aul- == 09 wärts nach St. Jean de Gressonay, wo ich den 25. Juli Abends in meiner Heimath eintraf. Vom 26. Juli bis zum 3. August beschäftigten wir uns mit dem Zusammentragen der nöthigen Bedürfnisse für unsere vorhabende Reise, und liefsen uns zu diesem Ende wohlgestählte Fulseisen, Alpstöcke mit langen Stiften an einem, und krumm zugespitzten Haken am andern Ende, Leitern, Eisbohrer und dergleichen mehr erforderliche Geräthschaften verfertigen, die am folgenden Tage, den 4. August, Herr Fincent auf zwei Maulthieren bis zu sei- ner mittleren Erzhütte, an der Gränze des ewigen Schnee’s, beförderte. Von da, wo der Weg für Maulthiere unzu- gänglich wird, liefs er die sämmtlichen Geräthschaften durch seine Erzknappen bis zur obersten Hütte, eine Stunde oberhalb der gewöhnlichen Gletscher-Region hin- auf tragen, und bezog dort bei seinen Arbeitern das Nachtlager. Von dort aus sollte Herr Y/incent am folgenden Mor- gen eine Recognoscirung über die südöstlich gelegenen Eishügel gegen den Gipfel, den wir zum Ziel unserer Reise bestimmten, unternehmen, da wir an der Möglich- keit zweifelten, auf der Südostseite den steilen Eisthurm zu ersteigen. Er brach am 5. August bei der ersten Morgendäm- merung auf, nahm zwei von seinen Erzknappen und einen erfahrnen Gemsjäger mit, versah sich mit etwas Lebens- mitteln, und den nöthigsten, schon oben erwähnten Ge- räthschaften, sammt einem zerlegten hölzernen Kreuz, und so wanderte er bei trübem Wetter und lauer Luft über ungeheure Schneefelder unter mannigfaltigen Beschwer- den, bis an den jähen Abhang des steil aufsteigenden Gi- pfels vor, den er Vormittags ıı Uhr über jenen gefährli- chen Eissaum(den ich in der Folge näher beschreiben werde) glücklich erstieg. Er fand alles weit umher mit a tn En er= a mn nn ee ul F j, A|| Jh A an T N , de| I fi ı ER } k f Nebel umgeben, und die schöne Aussicht, die er hätte geniefsen können, war verloren.| Das mitgetragene hölzerne Kreuz wurde zusammen- geseizt, und zum Zeichen der Anwesenheit auf der Run- dung des Gipfels einige Schuh tief in den Schnee gestos- sen. Nach einem halbstündigen Aufenthalt kam er Abends 6 Uhr unter vielen Schwierigkeiten glücklich, allein ganz entstellt, zur Erzhütte zurück. Am ı0. August unternahm Herr Bernfaller, Ganonicus des Hospitiums des grofsen St. Bernhardsberges, Pfarramts- verweser:zu T'rinite, mit einem Träger, den Fulsstapfen des Herrn /incent zu folgen. Er trat seine Reise schon am Vorabend an, und be- nutzte den hellen Mondschein, indem er die ganze Nacht hindurch wanderte. Der Tag war schön, der Himmel heiter, und die Schneefelder fest gefroren, welshalb er mit viel weniger Beschwerden schon Morgens halb acht Uhr die nämliche Spitze erreichte. Nach seiner Aussage soll die Aussicht herrlich ge- wesen seyn, indem ein wellenförmiges Wolkenmeer die ganze Erdoberfläche, so weit sein Auge den Horizont erblik- ken konnte, bedeckte; nur die höhern Hörner des Monte- Rosa und andere Felsspitzen, die er nicht mit Namen zu bezeichnen wulste, ragten ringsum mit ihren weilsen Häuptern isolirt aus den Wolken hervor. Nach einem sehr kurzen Aufenthalt trat er seine Rückreise an, und stieg bei sehr schönem Wetter ins Thal herab, wo er glücklich und wohlbehalten Abends ankam. Am ııtea des nämlichen Monats, Nachmittags 3 Uhr, verlielsen Herr und ich unsere Wohnungen im Thale, und gingen mit einem, im Rlettern geübten Gems- jäger, über T'rinite, Urfsieu bis Bodemie, den letzten Hütten, die des Winters bewohnt werden; von da gelang- ten wir über frisch gemähte, etwas abhängige Wiesen (dahier gewöhnlich erst um diese Zeit die Heuernte un- ternof ersten Granz den( Gestr selten gentrül Grashi bauten. darhoten Nidelste an N setzten abweel wo em reichen ten, Die Regione die Sch en We Alpe b einem des He Wasser Hi zen, abeı wenigen len his: den sch Gletse} wenig. den er: insteig, (es He, Üie er hät ZUSammen- ıf deı Run- DEE gestos- er Abends lleı lein gan Canonicus Pfarramts- ulsstapfen und be- nze Nacht ı Himmel olshalb er halb acht ich ge- neer die nt erblik- es Monte- \amen zu ( weılsen ‚h einem an, und wo er 3 Uhr, gen im n Gems- letzten ı gela‘ Wiesen nie UN nn IOI———— ternommen werden kann), in einer halben Stunde zur ersten Sennhütte, Rigga genannt. Hier ist dann auch die Gränze des Lerchbaumes, das einzige Nadelholz des wil- den Clima. Über dieser Höhe gedeihen kaum noch die Gesträuche des herrlich blühenden Rhododendron, und seltener der Wachholder. Unser Weg ging von hier, über herab gerollte Fel- sentrümmer(hier zu Land Gufer genannt), zerstreute Grashügel, auf eine kleine Anhöhe, wo die bequem ge- bauten Alphütten, Gabiet, uns einen freundlichen Anblick darboten. Einige tausend Schritte über die sogenannte Nidelstrafse weiter, langten wir daselbst Abends 5 Uhr an. Nachdem wir-uns- mit guter Milch erfrischt hatten, setzten wir unsern Weg durch schöne grüne Weiden mit abwechselnden Guferlagern gegen den Lafets-Bach fort, wo ein schöner Wasserfall links, und im Hintergrunde die reichen Lafets- Alpen einen herrlichen Anblick gewähr- ten. Dieser Wasserfall dürfte unter die schönsten in diesen ‚Regionen gezählt werden, vorzüglich im Monat Juni, wo die Schneemassen schmelzen. Rechts an ihm führte uns ein Weg, beinahe ganz eben, nach dem Indren. Diese Alpe bildet einen Kessel, in dem die acht Erzmühlen sammt einem künstlich, von Eisenguls angebrachten Erzbrecher des Herrn Vincent sich befinden, die von dem weilslichen Wasser des Indren-Gletschers getrieben werden. Hier gedeihen kaum noch einige Kräuter und Pflan- zen, aber vonüppigerem Wuchse und erhöhter Farbe. Nach wenigen Minuten Rast stiegen wir über bedeutende Stei- len bis zur zweiten Erzhütte hinan, die eine Stunde über den schon erwähnten Mühlen steht, und wo endlich die Gletscher-Region ihren Anfang nimmt. Wir ruhten ein wenig aus, und betraten dann gleich hinter dieser Hütte den ersten ewigen Schnee, der uns eine gute Stunde steil ansteigend, zu unserem Nachtlager, der letzten Erzhütte des Herrn /incent, hinauf führte. Nach Herrn Daubuis- TEE nn nn nr OR re ee n. BEE RR augen ar nn 7.02 um son und andern, soll diese, nur während zwei Monaten des Jahres bewohnte Hütte die höchste in Europa seyn. Sie liegt auf einem, vom Monte- Rosa aus nach Süden laufen- den Gebirgskamm,, der den grofsen Indren- Gletscher vom Embours-Gletscher trennt, und ist auf.einen senkrecht abhängenden Felsen gebaut, zwischen dem ein, nur zwei Schuh breiter Fulssteig zur Öffnung der Hütte führt. Nach meinen Beobachtungen stand das Quecksilber an den Instrumenten: Baromeler.;.:02:% 4er 1:19’ Zoll, 6 Linien; Thermometer..:..’nachReaumur, aus welchem Resultate nach den Tabellen von Lindenau eine Höhe von 10,086 Pariser Fuls über dem Meere her- vorgehen würde. Am Fulse des Abhanges, auf der östlichen Seite, lie- gen die Erzstollen, wohin ein in Felsen gehauener\Veg im Zickzack hinabführt, Wir übernachteten hier, und fanden alle mögliche Bequemlichkeit, die man in einer solchen Höhe kaum erwarten kann. Die Nacht war frei von allem Gewölke, und von hellem Mondschein beleuch- tet. Ich empfand indefls eine solche Beklemmung der Brust, und eine solche Bangigkeit, dafs ich die ganze Nacht des Schlafes beraubt war.— Vielleicht war die Ursache die allzu grolse Begierde, mit der ich den Morgen kaum er- warten konnte. Mit der ersten Tageshelle standen wir auf, afsen eine kräftige Suppe, bepackten unsere Träger, einen Gems- jäger und einen Erzknappen, mit Lebensmitteln und den nöthigen Werkzeugen ete. etc.— Den Barometer, aus Furcht, er möchte nicht mit gehöriger Vorsicht behandelt werden, trug ich selbst. Mein Freund und ich versahen uns mit einem sechs Schuh langen Stock mit spitzigen Stiften und Haken;-— den Trägern diente Axt und Schau- fel zum Stock, und ein jeder von uns band scharf zuge- spitzte Fulseisen an. Herr Yincent und die zwei Träger bedet Auge Schri schw well hinde Nordı und d ten II det; ei mag,\ Stunde veld sich b Ten,( mehr ı den Ge der En den eı Felsen und zu ee mir eı gaben, bar, a zeigt schern Schner N strum sern fort; und ji Eissch Nonaten des a sen, Sie üden\aufer. etscheryon, n senkrecht , Dur zwei führt, Juccksilber inien, mur, leere her- Seite, Jie- ner Weg ier, und in einer war frei ‚ beleuch- der Brust, Nacht des sache die kaum er- [sen eine 7 Gems- ind den ter, aus pehandelt yersahe? spitael nasehat zuge” ; Träger u“ — 10) bedeckten ihr Gesicht mit Flören, ich bediente mich blauer Augengläser. In diesem Zustande betraten wir kaum 20 Schritte hinter der Hütte den Gletscher. Die Luft war schwül, doch versprachen wir uns einen schönen Tag. Als wir den ersten Abhang des Indren- Gletschers, welcher sich südwestlich mit dem Garstlet- Gletscher ver- bindet, langsam anstiegen, erblickten wir gegen West- Nordwest die höchsten Gipfel des Montblanc, des Velan und des Mont-Cervin, und den zu unserem Ziel bestimm- ten Monte-Rosa, von den ersten Sonnenstrahlen vergol- det: ein Anblick, den keine Feder zu beschreiben ver- mag. Wir wanderten über wellenförmige Eisfelder einige Stunden weiter, ohne auf Eisspalten zu stofsen, theils weil die Schneerinde am Morgen hart ist, und die dadurch sich bildenden Brücken, die oft über diese Abgründe füh- ren, den Übergang erleichtern, theils aber weil wır uns mehr rechts gegen den von der Hauptmasse herabhangen- den Gebirgskamm hielten, an welchen sich nordöstlich der Embours-Gletscher anschliefst, aus dessen Eingewei- den ein Arm der Sesia springt. Wir stiegen an diesem Felsenkamm noch einige hundert Schritte weiter aufwärts, und machten dann Halt, um uns mit einem Trunk Madera zu erquicken; ich beobachtete dann die Instrumente, die mir eine Höhe von 11,256 Pariser Fuls über dem Meere gaben. Flechten und Moose sind hier kaum noch bemerk- bar, alle Vegetation hört auf, und nur das todte Gestein zeigt sich hie und da zwischen unvergänglichen Glet- schern hervorragend, und gewährt den vom blendenden Schnee müden Augen eine wahrhafte Labung. Nach einem halbstündigen Aufenthalte rafften wir In- strumente und Geräthschaften zusammen, und setzten un- sern Weg von jetzt an über steiler werdende Eishügel fort; öfters mufsten wir ausruhen, um Athem zu holen, und nicht selten entdeckten sich uns jetzt querlaufende Eisschlünde, denen wir links und rechts auszuweichen ser GE suchen mulsten; oft auch führten uns jetzt Schneebrücken darüber hin, die am Nachmittag, durch die Sonnenvwärme erweicht, dem WVanderer unvermuthet sein Grab öflnen konnten, Durchnälst von Schweils rückten wir immer höher, und bemerkten nur selten noch die Schritte unse- rer Vorgänger. Der Horizont fing an sich zu trüben, aus dem Schoofse der T'häler erhoben sich in allen Richtungen Wolken und Nebel, welche uns nicht ohne Sorgen be- fürchten lielsen, sie möchten uns im Steigen hindern, und für uns selbst gefährlieh werden. Um die schöne Aussicht war es nun geschehen, nur hie und da erblickten wir durch die Öffnungen der lang- sam vorüber ziehenden Wolken das Blaue des Himmels. Wir hatten jetzt den letzten Eisabhang vor uns. An einem ungeheuer würfelförmig zerspaltenen Gletscher, der über uns herabzustürzen drohte, mulsten wir schnell vorbei, um nicht Gefahr zu laufen, unter seinem Sturze begraben zu werden. Er stürzte auch wirklich in der Mittagsstunde des folgenden T'ages unter einem donnerähnliehen Getöse zusammen, und bedeckte einen Theil unsers Weges. Un- weit dieser Stelle befiel Herrn Fincent eine Übelkeit, die sich aber nach wenigen Minuten verlor. Öfters ausruhend,, schritten wir immer vorwärts, bis wir endlich den letzten Gletscherhügel erstiegen hatten, und jetzt standen wir an der zu erklimmenden Pyramide. Rechts am Saum eines fast senkrechten Felsenabhanges, zeigte sich in einer Tiefe von wenigstens 1000 Tooisen der geborstene Allagna- Gletscher, und links an diesem Saume erhob sich eine überaus steile Lehne, die sich allmählich bis zur Schneehaube hinauf zog. Am Fulse der Pyramide durchschnitten einige, 4— 6 Toisen breite, und vielleicht über 100 Foisen lange Eisrisse den Abhang. Diese grün- blauen Risse waren in unergründlicher Tiefe mit\Vasser angefüllt. In der Mitte von diesen beiden Abgründen führte ein, gegen den Felsenabhang völlig überragender, scharf plieb ı zum 2 Ruhe der B Astro der da zach di Schritt ten uD5 denden| Körper, sehbarer sahen, U den rec schlinge dem Vor ruhen, Uberhar Gleichg und rec Mit der den Al) Vorsich mer link woenn plätzche, N stehen. als plät Janßsan Vincent ster Nai Se heehrücken Nenwärme ab öffnen Wir immer Pitte unse. üben, aus ichtungen orsen be- dern, und en, nur er Jang- Iinnels, \n einem der über vorbei, egraben sstunde Getöse os, Un eit, die änts, bis ı hatten, ‚ramide. hanges, en der Saume nählich ramide elleicht se grül- Wasser 1 jnden endet‘, scharfer Schneesattel steil bis zum Gipfel; keine Wahl blieb uns übrig, wir mulsten dieses einzige Mittel, auf ihm zum Ziele zu gelangen, ergreifen. Nach wenig Minuten iuhe machten wir Anstalten zur Erklimmung desselben; der Beherzteste von uns, der Erzknappe, mulste mit der Axt voraus, um Fulstritte in das Eis zu hauen, ihm folgte der Jäger mit der Schaufel, um die Tritte zu säubern, nach diesem Herr /incent, und ich zuletzt, einer in die Schritte des andern tretend. Die ersten ı5 Schritte führ- ten uns über die ausgehauene Eisleiter auf dem schnei- denden Sattel, von welchem wir mit halb überragendem Körper, über schon benannten Abhang, auf die unüber- sehbaren Zerspaltungen des Allagna- Gletschers nieder- sahen. Ungefähr 50 Schritte rückten wir in gerader Linie, den rechten Arm bis unter die Schulter über den Eiskamm schlingend, weiter. Unsere Füfse vermochten kaum, mit dem Vordertheile auf den ins Eis gehauenen Tritten zu ruhen. Neue Eisstufen waren jetzt auf der Schneide des Überhanges gemacht, wo unser Körper nur mühsam das Gleichgewicht erhalten konnte; noch erblickten wir links und rechts die schaudervollsten Abgründe tief unter uns. Mit der einen Hand in den Schnee greifend und der andern den Alpenstock ins Eis stofsend, bestiegen wir mit aller Vorsicht auch diese, und rückten dann allmählich, uns im- mer links haltend, bis gegen die Mitte des Sattels vor, wo ein nackter vorragender Felsen uns zu einem Ruhe- plätzchen schon in einiger Entfernung Hoffnung gab. Wir blieben ruhig einige Minuten in unserer Stellung stehen, mittlerweile der erste immer neue Tritte aushieb,, als plötzlich der zweite, nämlich der Jäger, erblafste, und langsam und kraftlos an die Schneewand hinsank. Herr Vincent allein konnte ihm Hülfe leisten, weil er sein näch- ster Nachfolger war. Sein Vormann konnte nicht zurück treten, und ich, —— TOD— aus Furcht auszugleiten, meine Tritte nicht verlassen, Während seine blasse Stirn der kalte Schweils überlief, ergriff Herr Vincent, mit reifer Geistesgegenwart, eine Handvoll Schnee, und rieb dem Erschöpften zu wieder- holten Malen die Stirne und Schläfe; diefs konnte wohl in einer augenblicklichen Gefahr das beste Mittel seyn, und es half auch wirklich; die Kräfte kehrten allmählich wieder, und die plötzliche Ermattung war vorüber. Die aus Vorsicht bei dergleichen Anfällen mitgenom- menen Lebensgeister blieben unbenützt auf dem Rücken des Ohnmächtigen. ‚Man kann sich leicht denken, welche Angst uns bei diesem unvermutheten Vorfall ergriff, An einer der steilsten Stellen, wo unser Leben blofs auf der Festigkeit der eingestolsenen Fersen stand, hatten wir be- reits unsere eigene Gefahr vergessen. Während dieser Crise verfertigte der Erzknappe Stufen bis zum benannten Felsen, dem wir uns behutsam näherten. Wir waren alle ziemlich erschöpft, und be- durften des Ausruhens. Unser kleiner Vorrath von Lebensmitteln wurde aus- gepackt. Ein wenig Brot und Käse, und ein Stück kalter Braten, für jeden eine Zwiebel, mit einem kleinen Trunk Wein, reichten hin, unsere Kräfte wieder herzustellen. Es war halb zwölfUhr, und wir hatten dem Anschein nach noch eine halbe Stunde zurückzulegen. Die Träger schlugen vor, uns alle an die Seile zu binden; allein ich willigte nicht ein. Wie leicht hätte nicht einer oder der andere ausgleiten, und alle viere in den Abgrund hinabziehen können. Wir schickten nun den ersten mit der Axt voraus, um neue Tritte auszuhauen. Bald hatten wir ihn einge- holt; immer steiler kletterten wir aufwärts, bis endlich die Schneekuppe sich zuzurunden anfıng. Noch 50 Schritte, und wir standen auf dem Gipfel. Es war ein Uhr vor- über, und ein Weg von 600 ausgehauenen Tritten, ko- stete uns drei mühevolle Stunden. I drei T zunde abhär Von( kette endet: l in der mit hol der bet Kreise, Gruppe Alle ü bardıe ziger] Zys-Th ten, In der Lys schnitt $ Dunke von de hier: Einflul herrsch sanft Ye N. elwase jeden, der de in ein I Pulse Dlande Cht Verlassen, veils iberliet MW, eine N ZU Wieder. konnte mil Nittel sen ' allmählich "über, 1 mitgenom- em Rüchen 2, welche sul, An Is auf der ten wir be- Erzknappe behutsam ‚ und be- wurde aus- tück kalter nen Trunk stellen, n Anschein Seile zu icht hätte yiere In xt voraus, ihn einge 15 endlich 0 Schritte, , Ihr vor“ iten, MO — 107 Der Gipfel, auf welchem wir standen, hat ungefähr drei Toisen im Durchmesser. Das Dreieck, das er bildet, rundet sich gegen Süden kugelförmig, gegen Südost scharf abhängend, und gegen Nord- Nordost halb mondförmig ab. Von diesem Puncte aus zieht sicn südlich eine Gebirgs- kette ununterbrochen bis in die Ebenen Piemonts, und endet mit der Sera bei Ciglıiano. Einzig in seiner Art war der Anblick von dieser Seite in den Kessel des grofsen Eismeeres, welches ringsum mit hohen Felsennadeln und Eiskuppen umgeben ist. Fünf der beträchtlichsten dieser Hörner erhoben sich in einem Kreise, aus dem unübersehbaren Eisfelde. Diese ganze Gruppe allein war von dem heitersten Himmel beleuchtet. Alle übrige Ansicht der Ebenen Piemonts und der Lom- bardie war uns durch ein Wolkenmeer gedeckt. Ein ein- ziger Rils dieser Wolken öffnete uns eine Aussicht ins Lys-Thal nach Gressonay, das wir Anfangs kaum erkann- ten, indem es einer finstern Felsenschlucht glich, die von der Lys, wie von einem Silberfaden, schlängelnd durch- schnitten erschien. Sonst war die Atmosphäre dunstrein, und das schöne Dunkelblau des Himmels gab nach dem Cyanometer von de Saussure 38— 40 Grad. Der Schall verschwand hier sehr geschwind, die Dünnheit der Luft mag hier Finfluls genommen haben. Eine aulserordentliche Stille herrschte um und über uns, und ein gelinder Wind wehte sanft von Südwest nach Nordost. Nachdem wir uns von der Abmattung des Steigens etwas erholt hatten, untersuchte ich die Pulsschläge eines jeden. Der Puls des Herrn Vincent that 80, meiner ı01, der des Jägers 77, und der des ersten Trägers 104 Schläge in einer Minute, Es ist allerdings bemerkenswerth, dafs gerade die Pulse derjenigen, welche auf dem Wege Übelkeiten em- pfanden, weniger Schläge thaten, u Ze nn EEE ze Während nun die andern sich an der merkwürdigen Aussicht weideten, beobachtete ich mit Sorgfalt Barome- ter und T'hermometer, Der Stand des Quecksilbers an den Instrumenten ver- hielt sich von halb zwei Uhr bis halb vier Uhr Nachmittags, nach drei wiederholten Beobachtungen, immer gleich, und zwar: Barömieter nat er a rerZollj' TosEinien; Thermometer am Barometer. ı2»= » im®Ereien-. Dorn(79849— während der Stand des Quecksilbers auf der königl. Stern- warte zu Turin am ı2. August Mittags folgender war: Barometer anti ujeraiyt er a7 Zoll, 3Einien,8 Theamomeleruni zT mt eagisnanyrai— Thermometer gegen Nord.. 24° Reaumur. Nach den Tafeln des Herrn v. Lindenau ergibt sich eine Höhe von 2320 Toisen, oder 13,920 Pariser Fuls. Appetit zum Essen empfanden wir wenig, hingegen desto grölsern Durst. Aulser einem Stück Salami, Brot und Käse, nahmen wir auch ein wenig Liqueur, welchen wir auf das Wohl der hochverdienten Naturforscher Alexander v. Humbold und de Saussure austranken. Aus Vorsicht, die Träger möch- ten im Herabsteigen zu verwegen werden, lielsen wir sie nur ein wenig Wein trinken, obwohl der Durst darnach sie sehr quälte.{ Zerstreut über dem Schnee erblickte ich eine Gat- tung silberfarbiger, halb todter Schmetterlinge, die viel Ähnlichkeit mit dem Perlmutter- Schmetterlinge hat. Beim Sammeln dieser Thierchen und beim Niederbücken wollte mich ein Schwindel überfallen; als ich mich aber schnell wieder aufrichtete, verlor sich diels sogleich wieder. Ich versuchte nun eine Messung der drei höchsten Felsnadeln, welches ich auf folgende Weise zu erzwecken hoffte. Es war ein in 360 Grade eingetheilter Compals ‚ mit ein einen hedien ] stande Gletst wärlig D reise A Nord-! N: im Hinte dikulär: Na genann wärtige Jäuhge käme,| heineswe dals die Monthl: des hö dürfte, gen hö dem Mı W welche. sich kauı Muthe, erwarte Menten par. 'achmilten, gleich, und ) Linien, sl, Stern- war! inien, 8 ] + gibt sich uls, Ingegen nahmen las Wohl ıbold und er möch- 1 wir sie darnach ine Gat- die viel at, Beim ‚m wollte ‚ schnel! der, höchsten „zmechen Compals mit einer angebrachten Wasserwage, nebst Perspectiv und einem ebenfalls graduirten Halbzirkel, dessen ich mich bediente. Der erste Gipfel, der sich vom Puncte aus, wo wir standen, in der Richtung von Nord, aus dem Allagna- Gletscher erhebt, lag 7 Grade höher über unsern gegen- wärtigen Standpunct.| Der zweite kammförmige Gipfel erhebt sich stufen- weise aus dem grofsen Lys- Gletscher in der Richtung von Nord- Nordwest. Der dritte und entfernteste endlich erhebt sich ganz im Hintergrunde gegen Nord- Nordost, beinahe perpen- dikulär aus dem Macugnaga- Gletscher. Nach annähernder Schätzung glaubte ich die drei genannten Gipfel zwischen 5— 800° von meinem gegen- wärtigen Standpuncte entfernt. Wodurch dann eine bei- läufige Höhe von 14,800° für die höchste Spitze heraus- käme. AIndefs konnte ich diese Höhenbestimmungen noch keineswegs für richtig annehmen, allein ich glaubte doch, dafs die höchste Spitze des Monte- Rosa den Gipfel des Montblanc um etwas übersteige, und demselben die Ehre des höchsten Berges unsers Continents streitig machen dürfte, indem der Montblanc nach verschiedenen Messun- gen höchstens nur 14,793 Pasiser Fuls(nach Tralles) über dem Meere sich erhebt, Wie vergnügt wir aw” diescm Gipfel verweilten, und welche Gefühle uns in cieser Höhe durchdrangen, lafst sich kaum denken; es war uns so leicht und fröhlich zu Muthe, dafs wir die Gefahr, die uns beim Herabsteigen erwartete, zu ahnen vergalsen. Nichts hätte uns den Genufs noch mehr erhöhen kön- nen, als der freie Gesichtskreis über die Gefilde Italiens. Bald hätten wir uns zu lange verweilt; es war 4 Uhr vorüber, und wir fanden uns genöthiget, unsere Rück- reise anzutreten. Die Geräthschaften wurden sämmtlich aufgepackt, der erste Träger ging voraus, und so folgten wir einer dem andern nach, in die nämlichen Fufsstapfen eintretend, die wir des Morgens verlielsen, Ungefähr tausend Schritte weiter abwärts nahmen wir von einem hervorragenden Felsen einige abgebrochene Stücke mit, die, von röthlichem Quarz mit glänzenden Blättchen durchsprengt, sogenannter Ayventurin zu seyn schienen, Von hier aus erschien uns der Weg, den wir in der Frühe zurückgelegt hatten, noch viel jäher, und indem wir über den steilen Sattel hinab glitten, bemerkten wir nicht ohne Schrecken, dafs die von der Sonne erweichte Schneerinde, welche das Glatteis verdeckte, unsern Fülsen Schritt vor Schritt wich.— Guter Rath war uns in dieser Lage theuer, indem wir unser Leben so aufs Spiel gesetzt sahen, dafs wir bereits alle Hoffnung an einer Rettung bezweifelten. Keine Wahl mehr vor uns, flöfsten wir einer dem andern Muth ein. Die früher ausgehauenen Schritte wurden sorgfältig erneuert, und die scharfen Fufs- eisen, welche das Gleichgewicht des Körpers erhalten mufsten, wurden von Schritt zu Schritt vorsichtig ins Glatteis eingestolsen, Unsern Augen enthüllten sich hier auf beiden Seiten die schaudervollsten Abgründe, wodurch wir genöthigt wurden, unsern Blick fleifsig von diesen grauen Tiefen abzuwenden. Der geringste Wind, der uns in dieser ge- fährlichen Stellung überfallen hätte, würde uns ohne Zweifel wie dürres Laub in die tiefsten Abgründe geschleu- dert haben. Mit aller Vorsicht glitten wir zitternd den steilen Schneesattel herab, bis zum Ursprunge der grolsen querlaufenden, schon oben beschriebenen Eisspalte, wo sich endlich die Gletscher mehr zu ebenen anfıngen. Wir hatten nun die gröfste Gefahr überstanden; unser Vorrath an Lebensmitteln wurde abgepackt, und die gei- stigen Getränke Preis gegeben. Eine Flasche Rum leer- ten uı8 und ih Iı ches A ein fir holun; nung T und wa den en Wir ha yir gel ablürzen ten Fiss in Vers achteter einer de his zu d sıls aufhi Leibes d; in die$ı seinen Nachgle erste, a Wir zo ten her ausweicl Nie donneräl Massen an den| Eisgevi Dı und du die E vzl Ein m mn TIGE——— 0 fole 2. ne s“ ten unsere Träger in wenig Zügen aus, und mein Freund Ystapfe und ich labten uns an dem Reste des mitgebrachten Madera. Im Schnee lagernd, liefsen wir uns nun ein herrli- > nahmen ches Abendbrot fürstlich schmecken, und stimmten dann ebrochen ein freudiges Tedeum an. Nach einer halbstündigen Er- länzenden holung rafften wir alles auf, banden uns in einer Entfer- zu. seyn nung von 20 Schritt einer von dem andern an die Seile, und wanderten so wohlgemuth, öfters bis an die Knie in yir in der den erweichten Schnee einsinkend, die Gletscher herab. nd indem Wir kamen bald zu einer etwas abhängenden Stelle, wo kten wir wir gleitend in wenig Minuten ein bedeutendes Stück Weg tweichte abkürzen konnten, ohne an die Anwesenheit der verdeck- in Fülsen ten Eisschlünde zu denken, weil wir diese Art Gefahren, in dieser in Vergleichung der schon überstandenen, nicht mehr el gesetzt achteten. Wir rutschten also mit einer Menge Schnee, Rettung einer den andern nachziehend, eine schiefe Fläche herab, ui sten wir bis zu der Ebene derselben, wo uns ein verdeckter Eis-\ Jauenen rıls aufhielt. Der erste schofs mit dem Voraertheile des 4 enFuß- Leibes darüber, die Rinde brach, und er fiel rückwärts 1 erhalten in die Spalte. Herr Vincent, der am Seile nachgezogen,\ chtig ins seinen Alpstock tief einspielste, hielt sich selbst und uns j Nachgleitende von dem Abgrunde zurück, während der ‚n Seiten erste, am Seil hängend, sich herauf zu arbeiten bemühte, genöthigt Wir zogen ihn zwar etwas erschrocken, doch wohlbehal- n Tiefen ten hervor, und schritten dann vorsichtiger den Spalten ieser ge- ausweichend weiter. 5 ohne Nicht selten hörter wir links und rechts ein dumpfes sschleu- donnerähnliches Getöse, welches die herabfallenden Lis- a den massen und die Lawinen des am Abend erwärmten Schnee’s ee an den jähen Wänden, so wie das Zusammenstürzen der hei= Eisgewölbe der Gletscher verursachten. Durch das beschwerliche Waten im Schnee ermüdet el, mer und durchnäfst, erreichten wir vor eintretender Nacht = Y die Erzhütte, die wir am Morgen verliefsen. die gel::: m ler Ein wohlthätiges Feuer und eine warme Suppe, welche ———— 112 warman uns die übrigen Erzknappen bereiteten, wartete unser, und nachdem wir selbe genossen, legten wir uns zur Ruhe. Am folgenden Morgen, den ı3. August, als wir das‘ Lager verlielsen, fühlten wir einiges Brennen der Augen und der Haut, welches vermuthlich von dem Reitze der von dem Schnee zurückgeworfenen Sonnenstrahlen und der reinen Luft herrührte; auch schälte sich einige Tage später das Gesicht so, dals wir verstellt aussahen. In Hinsicht der geologischen Beschaffenheit des Monte-Rosa, so wie über das Streichen und die Lage seiner Schichten, will ich nichts bestimmtes sagen: um so mehr erlaube ich mir, meine flüchtigen Beobachtungen über den vom Monte-Rosa gegen Süden auslaufenden Ge- birgskamm anzuführen, Dieser südliche Theil des Monte-Rosa besteht aus Gneils und Glimmerschiefer in abwechselnden Lagern und Schichtungen, Von Trinite Gressonay, links am Lysa- Bach über Ursieu, bis zu den Sennhütten von Gabiet hinauf, streicht beinahe durchgehends Urkalkstein mit gemeinem Serpentin; rechts gegen den Pals d’Olen splitteriger Serpentin und. Eisenerz; etwas mehr links findet sich asbestartiger Strahl- stein, und einige hundert Schritte höher Epitot mit ein- gesprengten Granaten. Das dort befindliche Golderz zeigt sich im Gneifs, mit Milchquarz vermischt, und die Gänge desselben streichen von Südwest nach Nordost, beinahe senkrecht. Gneifs mit abwechselnden Quarz- Adern ziehen sich von hier ohne andern Zusatz bis auf den Gipfel. Glücklicher und wohlbehalten, als wir im Anfange hoffen konnten, hatten wir endlich unsere Gletscher- Reise geendet. Die Ersteigung einer Spitze(wo noch niemand war) von Seite des Herrn /incent, und die von mir vorgenom- menen ersten Messungen dieses südlichen pyramidenarti- zingsun Licht ı einer gen a beson tet wel Aralt fe L nung 2 eine K einem nen| F aller( beständ beyohn Gelkhr, in diese y—]]5 MIELE unser $ zur Ruhe als Wir di gen Gipfels des Monte-Rosa, waren die Resultate unserer beschwerdevollen Unternehmung. Schon dieser erste der Auge Versuch dürfte in der er der pn SElaen Bi,” werden; allein es war nur eine Vorbereitung zu einer ah f weiten Gletscher- Reise, und einer weit genaueren Durch- Fer: forschung jener noch ununtersuchten Eis-Regionen, Iag Unser Plan ist, wenn uns der Himmel Gesundheit nr und günstiges Wetter verleiht, nächsten Sommer, mit allen enheit des erforderlichen Instrumenten versehen, in den Mittelpunet I die Lage der Krone jener unbekannten Eisfelder vorzudringen, und Dun daselbst durch weitere Messungen die Höhe und Form der achtungen ringsum aufstehenden Felsnadeln zu bestimmen, über enden Ge- Licht und Wärme, Schall, Siedepunct des Wassers in einer Höhe von mehr als 14000 Fuls, genaue Untersuchun- »esteht aus gen anzustellen. Unsere vorzügliche Aufmerksamkeit soll agern und besonders auf die Ersteigung des höchsten Punctes gerich- tet werden, zu dessen Erreichung es weder an Muth noch jach über Kraft fehlen soll. {, streicht Um aber zur Ausführung dieser wichtigen Unterneh- Serpentin; mung zu gelangen, mufs im Mittelpuncte dieses Eislandes pentin und eine kleine Wohnung aufgeschlagen werden, die uns zu ioer Strahl- einem vier bis fünftägigen Aufenthalt als Herberge die- )t mit ein- nen kann. Ferner sind ıo bis ı2 Individuen zur Beförderung zneils, mit aller Geräthschaften und nöthigen Bedürfnisse, und zur streichen beständigen Offenerhaltung einer Communication mit den Gneils mit bewohnten Alpen unentbehrlich, um einer unvermutheten hier ohne Gefahr, die durch augenblickliche WVeiterveränderung in diesen Höhen nicht selten erscheint, vorzubeugen, Anfange zletscher- m——„..—.....nn Hand war‘) vorgenoM“ midenarli- [6) or im Zweite Reise auf den Monte- Rosa, ım August 1820. Meine Reise im Sommer ı819 auf den südlichsten Gi- pfel des Monte-Rosa ist nicht nur von Seite der königli- chen Akademie in Turin, welcher ich zuerst die Resultate eingereicht habe, gütig aufgenommen worden, sondern selbst im Auslande schienen die in einigen öffentlichen Blättern eingerückten Notitzen Beifall geerntet zu haben. Den Vorschlag, den ich an die königliche Akademie machte, im nächsten Jahre eine zweite Reise, und zwar in den Mittelpunct der Krone des Monte-Hosa zu veran- stalten, wurde von derselben mit Vergnügen angenommen, und ich zu diesem eben so kühnen als nützlichen Unter- nehmen ermuntert. Ich wurde zu diesem Ende mit allen nöthigen Instructionen, Instrumenten etc. etc. unterstützt und so rüstete ich mich, vom höchsten Eifer und Muthe beseelt, auf eine zweite Wanderung, die ich dann auch glücklich ausgeführt habe. Möge nun dieser Bericht meiner zweiten, und in mancher Hinsicht beschwerlicheren Reise, den ich hier- mit dem Publicum übergebe, mit eben so viel Interesse, als der meiner ersten Reise, aufgenommen werden, dann ist das Ziel meiner Wünsche vollkommen erfüllt. Nachdem ich mich voriges Jahr von der Möglichkeit überzeugt zu haben glaubte, dafs auch die höchsten Gi- pfel des Monte-Rosa zum Theil ersteigbar seyen, und von Seite der königl. Akademie der Wissenschaften nebst allem Erforderlichen zu dieser gefährlichen Unternehmung auch einen Ingenieur, nämlich Herrn Molinatti, mit den vorzüg- lichsten trigonometrischen Instrumenten versehen, als Gesellschafter erhalten hatte, verliefs ich am ı2. Juli Turin, und reiste über Ivrea, wo ich bei Herrn Negri, Dot zugl acht zerstt sind, | Kleine wo ich achtun: Nord| Bar The Th Th wrelch liegt, \ Reise ı einen Instinn demie mir q Gerät Eifeer BE= Sn r er ar A Tr ne Non, Doctor der Medicin, meine Barometer verglich, und ihn zugleich bath, während dieser Epoche gleichzeitige Beob-: achtungen anzustellen, nach Pont St, Martin. i Am ı3t°n beobachtete ich hier zum ersten Male die Ichsten 6).| | Instrumente, Mittags ı?% Uhr, die mir folgende Resultate er köneli- königl gewährten: & Result Barometer... oa ls sr a 2ebhParıserZoll; 11, 2; \ sondern Thermometer am Barometer ı8° Reaumur, finliche Pont St. Martin liegt nach diesen Beobachtungen 205 au haben, Toisen über dem Meere. Am ı4. Juli folgte ich dem Akademie nämlichen Wege, den ich im vergangenen Jahre einge- und zwar schlagen, Thal einwärts nach Gressonay; zu Veran- Gressonay selbst bildet zwei Pfarren und viele kleine ‚enommen, zerstreute Dörfchen, die durchaus von Deutschen bewohnt en Unter- sind. mit allen In Noversch, eine Stunde weıter aufwärts, einem terstützt kleinen Dörfchen von zehn Häusern, liegt meine Heimath, ] Muthe wo ich Abends ankam, Ich machte hier folgende Beob- nn auch achtungen. Den 22. Juli 1820 Mittags im Schatten gegen Nord hinter meinem Hause stand der und n Buromieler.,% una gas al BA ich hier- Thermometer am Barometer,. s»+ 10%, 4; Interesse, Phermometer,im Freien.;, sv Al ine+ 15% 9; \en, dann Thermometer im siedenden Wasser.+ 75°, 5, welches also 827 T'oisen oder 4960 Fufs über dem Meere ; liegt. heit Nachdem ich alle Anstalten, die zu einer solchen Zu ci Reise nöthig sind, getroffen, kam auch Herr Molinatti, mit “ an einem trefllichen Theodoliten und andern mathematischen E lem Instrumenten versehen, die ihm ebenfalls die königl. Aka- JSLd demie der Wissenschaften übergeben hatte, am a4sten bei N ınd aucl. u) mır an. sorzüg” N& i a R n ı Den»25ster in der Frühe wurden die sämmtlichen op, 48 R: 5 2 r Mi Geräthschaften, denen noch ein Zelt, Holz und andere „Juli= Ä AR Effecten beigefügt wurden, durch Maulthiere bis zur mitt- > g* Pr m_ nn nn ne Engine Ben 5 2 37 35= 116 leren Erzhütte des Herrn Vincent geschafft. Wir folgten bis hieher durchgehends dem nämlichen Wege, den wir vor einem Jahre durchwanderten, und den ich in meiner ersten Abhandlung beschrieben habe. Kaum eine halbe Stunde vor Einbruch der Nacht ka- men wir zu unserm bereits wohl eingerichteten Nachtquar- tier. Herr Molinatti, der reinen Luft noch ungewohnt, stieg etwas mühsamer als die übrige Gesellschaft. Die Hütte, wo wir übernachteten, liegt auf einem Felsen, der gegen Norden und Osten einen Kessel bildet, gegen Süden hingegen stark in den grolsen Indren- Kessel abfällt. Sie ist nach meiner späteren Beobachtung 8845 Pariser Fufs über dem Meere erhaben, und kann für die Gränze der Vegetation, so wie für den Anfang der ewigen Schnee-Linie angesehen werden. Der Abend war heiter, und versprach uns für den folgenden Morgen schönes Wet- ter. Jedem Träger wurde noch vor dem Schlafengehen seine Ladung bereitet, damit uns an einer frühen Abreise nichts hindere. Allein wie erstaunten wir, als wir am folgenden Morgen, den 26°t®®, in der Frühe, einen Fuls tiefen, frisch gefallenen Schnee fanden, der sich selbst bis in die bewohnbaren Alpen Gabiet niederliefs; aber ge- gen ı0 Uhr, wo sich das Wetter wieder aufheiterte, be- reits zu zergehen angefangen hatte. An unsere Abreise für diesen Tag war nun nicht mehr zu denken. Wir liefsen indessen diejenigen Geräth- schaften, welche von dem Wetter nicht beschädigt werden konnten, durch einige Träger, ungefähr 2'/, Wegstunden weit, über den nordwestlichen Theil des Indren- Glet- schers bis auf einen hervorragenden nackten Felsen hinauf tragen Nicolaus Vincent, Jos. Syuindo und ich begleiteten sie bis auf diesen Felsenvorsprung(den wir von nun an das Ruheplätzchen nennen wollen), und benutzten von dort aus einen Ausilug auf das Hohelicht, ein Seitenvor- sprung des Monte-Rosa, welcher den Garstlet- Gletscher und n mung den g in de bunt mäch von(/ Thal I de Sau gen d erkläi mehr schön Thal; sen se N Fulse( staltet Bar Th Da Woran Prise Ir Vir folgten °, den yyir IM meiner Nacht ha Nachtguar. ohnt, stieg auf einem sel bildet, n- Ressel ng 6845 für die er ewigen ar heiter, nes Wet- Iengehen Ahreise wir am nen Fuls ch selbst aber ge- erte, be- un nieht ‚ Geräth- werden stunden n-Glet- 1 hinauf sleiteien nun Al ten yon pjtenFol“ Jetscher m 117 nn] —— von dem unwandelbaren und furchtbar zerspaltenen hintern Salzen- Gletscher trennt. Ich machte hier später Beobach- tungen mit dem Barometer, nach welchen das Hohelicht in einer Höhe von 10,917 Fuls über dem Meere liegt. Der Himmel war wolkenfrei, die Atmosphäre dunstrein, und der Gesichtskreis unermelslich. Der mittägliche Theil des Monte-Rosa zeigte sich uns hier in seiner ganzen Pracht, so wie der äulserst er- habene Schneebusen, wovon in Herrn de Saussure Voyages dans les Alpes, Vol. 4, pag. 373,\. 2156 die Rede ist, und welchen wir als Weg zur Ausführung unserer Bestim- mung ausersehen hatten, Gegen Westen sahen wir auf den grolsen Salzen- und Felik- Gletscher nieder, welehe in den grolsen Lys- Gletscher zusammen fliefsen ‚ und von bunten Felsenstreifen durchzogen, von beiden Seiten mit mächtigen Schuttbänken begleitet, bis an die Alphütten von Cours de Lys herabstürzen. Dieser lange, ins Lys- Thal hinabtliefsende Gletscher ist derjenige, welchen Herr de Saussure als den gröfsten, welcher von allen Richtun- gen des Monte-Rosa in die angränzenden Thäler fliefst, erklärt. Nach meinen sechsjährigen Beobachtungen ist er um mehr als ı50 Rlafter tiefer ins Thal gerückt, so dafs die schönen Alptriften von Cours de Lys, wo sich das Lys- Thal schliefst, in wenig Jahren von demselhen verschlun- gen seyn werden. Meine später, am 26. September Nachmittags, am Fulse dieses Gletschers, bei gemälsigter Temperatur veran- stalteten Beobachtungen- geben folgendes Resultat: Baromeiera.>, 1. 0 3201 DM Thermometer am Barometer...+ 8°, 67, Dasfreigfhermometer+..."ss—& 7°, Reaumur, woraus nach der Formel von Laplace eine Höhe von 6,363 Pariser Fuls über dem Meere hervorgehet. In der Richtung gegen Westen zeigten sich vom Ho- N ir ’ u 1] om henlicht aus, über graue Felsenspitzen, die mit ewigem Ef Schnee gepanzerten Häupter des Montblane und Mont-| i Velan; und west-südwestlich der nicht minder beträchtli-.t che Mont-Iseran und der Cogne-Gletscher, der einzige Auf- B: enthaltsort der heut zu Tlage noch vorfindlichen Steinböcke. Gegen Ost-Südost enthüllte sich ein aulserordentlicher| Gesichtskreis über die Ebene der Lombardie und einen Y Theil des Novaresischen. Ich erkannte hier, über eine I Reihe von Gipfeln hinblickend, am Fuls der Gebirge den reizenden Lago d’ Orta, weiter hin einen Theil des man- 6 nigfaltig gekrümmten Lago maggiore und dessen Ausflufs, ir den Tessin, der sich in seinen weitläufigen Schlangenwin- je dungen in den unüberschbaren Horizont verlor. Von Mailand selbst sah ich den Dom und eine lange u! Facade; weiter hin verlor sich alles in einen unentschie-= denen Dunstkreis. Selten ist die Atmosphäre so dunst-| da rein, wie sie es an jenem Tage war, wie hätte ich mich| nicht den Genüssen der herrlichsten Aussicht einige Stun- iu den überlassen sollen?: 2 Nach diesem schönen Schauspiele kletterten wir am sch nackten Glimmerschiefer- Gestein in einer schluchtför- Büı migen Spalte dieses Seitenjoches hinab, wo sich der vor kurzer Zeit durch die Gebrüder Thedy von Trinite- ter Gressonay zuerst entdeckte Golderzgang findet. Siehat- i| der ten früher auf diesen Goldgang nachgeschürft, und zu die- ı zum sem Behufe dort eine kümmerliche Hütte von Stein und| dafs Bretern erbaut, die nun wieder bereits zerfallen ist. Die-| Schn ser Erzgang streicht, wie bereits alle übrigen am südli- I opti chen Theile des Monte-Rosa befindlichen Gänge, von| ad Südwest nach Nordost im Gneils und Glimmerschiefer. Das Erz selbst kommt im Schwefelkies vor, der oft mit Hit Milchquarz vermischt ist, und in welch letzterem sich ich: nieht selten gediegenes Gold iindet, bis Dieser Gang ist bis jetzt noch nicht benutzt worden, ll pr Mt ewigen und Mont- betächtli. einzige Äul: Steinböche, !dentlicher und einen über eine ebirge den | des man- , angenwin- r, eine lange nentschie- so dunst- ich mich A- ge Stun n wir am hluchtlör- sich der 1 Trinite- Siehat- nd zu die- ein und ist, Die- am südli- ige, VO sschiefer cr olt nit erem sich 1 N ordel, u si Be ap$ BR wc N ol nur eine, durch Amalgamation bewirkte Probe, bewies die Heichhaltigkeit dieser Miene. Am 27. September Vormittags ı1'/, Uhr, beobachtete ich daselbst die Instrumente: dersBarömeten stand 0.„8° ,110% gerad Thermometer ım Freien..-.' 45 während ein beissend kalter Wind von West nach Osten ZOo®. Nach diesen Beobachtungen ergibt sich, dafs sich Golderz noch in einer Höhe von 10,120 Pariser Fuls über der Meeresfläche findet: wahrscheinlich der höchste. bis jetzt bekannte Golderzgang unseres Continents. Von verschiedenen Richtungen her fanden sich Abends 8 Uhr alle unsere Gefährten wieder in der Hütte versam- melt, und keiner zweifelte, dafs uns am folgenden Morgen das schönste Wetter begünstigen würde. Ich theilte noch vor dem Schlafengehen an Jeden Fufseisen, Stöcke und Flöre aus. Alles Gepäcke, Lebens- mittel, Zelt, Strieke, Leitern und dergleichen Geräth- schaften, wurden susammen gebunden, und jedem seine Bürde bestimmt, Ein dumpfes brausendes Getöse weckte uns nach Mit- ternacht aus dem Schlafe. Es war ein Wind entstanden, der sich von Stunde zu Stunde vermehrte, und endlich zum heftigsten Orkan anwuchs. Es stürmte so heftig, dafs nicht nur der noch von gestern zurück gebliebene Schnee zu Wolken erhoben, sondern selbst die Schiefer- platten, womit die Hütte gedeckt war, in die Lüfte ge- schleudert wurden. Nur mit Mühe konnten wir uns unter der Thür der Hütte aufrechterhalten. Der furchtbare Orkan, defsgleichen ich mich in den Alpen noch keines erinnern kann, dauerte bis zum frühen Morgen fort, und legte sich erst gegen 9 Uhr, a ne Er nes 4 =} Y Ba oh Rückkehr nach Noversch. Traurig beklagten wir unser Geschick; der gröfste Kummer war auf meiner Seite, und ich verlor das Ver- trauen auf den Bestand des Wetters gänzlich, so, dafs ich mich endlich entschlofs, mit der ganzen Gesellschaft die Rückreise anzutreten, um günstigere Witterung abzuwar- ten, Es wäre auch wirklich Thorheit gewesen, bei augen- scheinlicher Lebensgefahr die Reise fortgesetzt zu haben. Wir verlielsen nach einstimmigem Entschlusse um ı0 Uhr Morgens die Hütte, und kamen dann Abends auf yer- schiedenen Richtungen ım Thale an. Zu meinem grölsten Leidwesen folgten am 28. und 29. Juli, nämlich Freitag und Samstag, die schönsten und heitersten Tage. Wie sehr bereute ich, ins Thal herab gestiegen zu seyn. Mit unbeschreiblicher Unruhe blickte ich gegen den Monte-Rosa, der majestätisch und spiegel- klar in das Dunkelblau des Himmels, den kein Wölkchen trübte,, empor stieg. Wie gerne hätte ich den Augenblick dieses erwünsch- ten Wetters benützt, allein der Sonntag, der auf den 3osten fiel, und berücksichtigt werden mufste, war zu nahe. An diesem Tage, nach geendigtem Gottesdienste, versammel- ten wir uns wieder in Noversch, und um drei Uhr Nach- mittags ging die Karavane neuerdings wieder nach den Gränzen des ewigen Schnee’s, wo wir Abends 8 Uhr in unserem gewöhnlichen Nachtlager ankamen. Herr Moli- natti zeigte bei dieser zweiten Excursion schon mehr Kräfte, und schien sich bereits besser an das Glima der Eisregionen gewöhnt zu haben. Wir fanden alles, wie wir’s verlassen, und legten uns dann mit der Hoffnung zur Ruhe, den folgenden Mor- gen unter besseren Umständen‘unsere vorhabende Glet- scherreise anzutreten, Die Stunde des Aufbruches erschien, alles war fertig, und d | günst chen Glei te kam sehe den Vor his 1 | Jane umga an el ging Seile MNolır | del deckt deckt lerge vorsi rinde ohne jetzt aus, U dieser. | 1 | ervahn woich die In Barı The Theı 2= ri u Br ver —— 192%——— und das schönste Wetter schien uns mehr wie vorhin be- günstigen zu wollen. = a0ae Um 4'/, Uhr, als der Morgen zu grauen anfıng, bra- E 0as Ye chen wir auf, und betraten gleich hinter der Hütte den " Calsıch Gletscher; ı'/, Stunde über einige nackte Felsen aufklet- 'schaft di ternd, wo kaum noch einige Kräuter zu bemerken waren, g abzuwar- kamen wir endlich auf den stark gespaltenen Indren- Glet- bei augen- scher, der hier eine Art Ebene bildet. Die ersten Risse, zu haben, denen wir uns näherten, wurden zum Theil mit aller sse um ı0 Vorsicht überschritten, andere im Zickzack umgangen, s auf yer- bis wir endlich an eine klafterbreite, unergründliche Spalte kamen, die ohne einen Umweg von zwei Stunden nicht ı 2, und umgangen werden konnte. Wir setzten nun die Leitern nsten und an einer engern Stelle über diesen Abgrund hin, und alle hal herab gingen, die langen Alpstöcke auf die entgegengesetzte je blickte Seite einstolsend, gerade darüber weg, bis auf Herrn spiegel- Molinatti, der auf Händ und Füfsen nur schaudernd über ölkchen die Leiter kriechen konnte. Unweit von dieser Stelle ent- deckte ich vermittelst meines Stockes eine falsche ver- wünsch- deckte Spalte, die sich unter unsern Fülsen wie ein Rel- no: lergewölb schlofs. Auf derStelle, wo ich mit dem Stocke nahe, An vorsichtig forschend diese Spalte bemerkte, war die Schnee- same) rinde kaum vier Finger dick. Schon gingen einige Träger, hr Nach- ohne Gefahr zu ahnen, darüber hin, die andern wichen in jetzt dieser falschen Schneebrücke auf das sorgfältigste 9 Uhr in aus, und so hatten wir mit Hülfe der Leitern noch manche = Wii dieser Art Gefahren zu überstehen. n mehr Eine Viertelstunde weiter kamen wir zu dem erst Er des erwähnten Felsenvorsprunge, nämlich zum Ruheplätzchen, wo ich, während die andern ausruhten, zum ersten Male die Instrumente beobachtete. Es war 6 Uhr Morgens N} Jen Nor- Baromeiers 0. 7299, 3a bei geb Mu le Get Thermometer.”.. x.+ 4% heiterem nur vH Thermometer im Freien+ 3°, Wetter. gar lerig, 129) Ve Nach den Tafeln von La Place hat dieser Ort eine die I Höhe von 9852 Pariser Fufs. macht Wir stiegen nun den grolsen Garstlet- Gletscher die d hinan, der sich rückenförmig am rechten Arme des grolsen Pren Lys-Gletschers gegen den schon früher bemerkten Schnee- hieh busen hinauf zieht.| beit In drei Stunden, ohne auf Spaltungen zu stofsen, erreichten wir die zweite Ebene, die sich kesselförmig ten, vor uns öffnete, ling Die Spalten, welche diese Ebene vor mehreren Jah- chen ren in die Quere durchzogen, waren dieses Jahr sämmtlich{rem mit Schnee ausgefüllt, und wir wanderten ohne Gefahr oder über sie hin, bis in das Bassin, welches sich nord-nord- Ansıe östlich, des im vorigen Jahr zuerst erstiegenen südlichen sehr Gipfels des Monte- Rosa 4, erhebt. Unsere Blicke nah- cher men hier Abschied von der lebenden Welt; wir waren Ich von Gletschern umgeben, Links gegen West- Südwesten senkten sich die gräls- west lichsten Spaltungen in tausend verschiedenen Gestalten, den. die Abstürze des rechten Lys-Gletschers bildend, hinab. ee Herr Molinatti sammt einigen Trägern ruhte hier,| nen andere Träger blieben zurück, und einer wurde sogar gers krank, warf seine Bürde nieder, und kehrte zurück.| Auf diesem Standpuncte machte ich um 9 Uhr die| dert zweite Beobachtung bei sehr schönem Wetter: I aha Barometer 2.2... Sum 18%, 3 1 heiter| 1 Thermometer Eee et| und stilles lich yı Thermometer imFreien., 3°| Wetter, storbe hieraus ergeben sich 11,310 Pariser Fufs über lem Meere. Papa Bald raffte ich meine Instrumente wieder zusammen, im W die mir der vorsichtige Jäger Moriz Zumstein zum Theil kunde tragen half, und wir passirten dann langsam über ausge- henla, dehnte Schneefelder, die hier einen Fall von ı5 bis 20 samm Grad haben. I Das immerwährende Einerlei, und der Umstand, dafs Gesell “ de ein r die Sonne uns erreicht und den Schnee erweicht hatte, machte uns das Steigen beschwerlich; Sonnenstrahlen, I Gletscher des erofe die der blendende Schnee zurück warf, verursachten uns prolsen: h ten Sn Brennen der Augen, so, dais zwei unserer Führer, näm- en Schnee.° 2 lich die Tiroler, bald zurückkehren mulsten, indem sie zu stolze bereits blind wurden. sen, R i selfänm: Nachdem wir zwei Stunden Wegs zurück gelegt hat- sUlorms Ä 2> 5 a? i ten, erreichten wir endlich die Gränzscheide, welche längs des westlichen grolsen HKammes bis auf die südöstli- reren Jah-| i chen Gipfel E zieht, und welche Piemont von Wallis sämmtlich Be:: E er Geh] trennt. Hier ist auch zugleich der Eingang ın die Krone IE Leiahr 5:= ah; a oder in die Vertiefung des obersten Eismeeres.‘In der rd-nord- s i 5 s alle Ansicht des Monte-Rosa von Turin aus, sieht man ın selbe südlichen sehr deutlich hinein. Auf dieser Gränze, nahe am westli- licke nal 8: x=- chen Kamme, geht ein Felsenzahn aus dem Eise hervor. ee eten Ich will ihn den Entdeckungsfelsen nennen. Von diesem Felsenvorsprunge hat man gegen Nord- ag west eine Aussicht ins Matterthal. Bis hieher kamen ‚in a den Jahren 1778, 79, 80 sieben Gemsjäger aus Gressonay, aut unter der Anführung des Herrn Nicolaus Vincent, Vater hte her, meiner gegenwärtigen Gefährten, eines angesehenen Bür- de sogar gers seines Thales. ück, Sie hatten diese Reise drei Jahre hinter einander wie- Uhr die derholt, jedes Mal mit der Überzeugung, ein neues Thal entdeckt zu haben. ter Die Veranlassung dieses Irrthums kommt ursprüng- stilles lich von einer alten Sage her, die, wie mir der nun ver- ter, storbene Herr Yincent oft selbst erzählte, in den alten Meere. Papieren von Saas(ein nördliches Thal des Monte-Hosa omen, im Wallis) sich vorgefunden haben soll. Laut dieser Ur- m Theil kunde soll im grauen Alterthume eine Alpe, Namens Ho- e auge henlauben,, welche ein enges'T'hal bildete, dureh das Zu- shi 0 sammenstürzen zweier Gletscher untergegangen seyn. Bei dem letzten Versuche kamen nur drei Jäger der ddl Gesellschaft bis zum Entdeckungsfelsen bin, die sich end- ein u 1254— lich überzeugten, dafs das vermeinte verschüttete Thal die bewohnten Alpen im Walliser-Lande seyen. Wir machten hier Halt, und warfen zuerst unsern Blick nach dem verlornen Thale; ich überzeugte mich aber sogleich, dafs es das Matter- oder Nicolai- Thal mit sei- nen umgränzenden Gletschern war. Wir konnten sonach die bis jetzt in räthselhafter Un- gewilsheit fortdauernden Sagen, und selbst die Behauptung des Herrn de Saüssure berichtigen, dieser sagt nämlich: Pag. 374: Jai eie convaincu que la vallee qu’ils avoient vue, »eloit precisement celle de U’Alpe de Pedriolo ou nous avions »passe deux nuits dans notre pvoyage au Pic-blanc.« Selbst dieser Gelehrte wulste sich in diesen unbekannten Regio- nen nicht zu orientiren. Die Alpe Pedriolo liegt gegen Morgen, und jenes Thal, welches die besagten Jäger ent- deckt haben wollten, findet sich gegen Abend. Wir ruhten hier aus, die übrigen zu erwarten; Herr Molinatti erreichte uns, allein sehr erschöpft.— Wir ver- weilten hier eine Viertelstunde, labten uns mit Liqueur und gutem Essig, welch letzterer uns besonders gute Dienste that. Mehrere Träger waren beschäftiget, die zum Theil zu- rück gelassenen Effecten wechselweise weiter hinauf zu befördern. Bald setzten wir unsere Reise, zwar mühsam, allein gefahrlos auf festem Schnee fort. Keine Spalte zeigte mehr ihre furchibaren Furchen. Nur die immer gleich- förmigen, das messende Auge trügenden Gegenstände, und das jetzt öftere Weichen des Schnee’s verursachte uns Schmerzen und erschwerte das Steigen. Die zwei Herren Fincent und ich. betraten zuerst den Mittelpunct der eirund gestalteten Ebene. Nach einigen Minuten Erholung stellte ich die Instrumente auf, und beobachtete selbe sorgfältig. Mittags den 3ısten war ep 2.2 nme na en der E ] zur sel Genus Turn Ivrea im Ed daher riser F De helzoge M holen, Zwei ı um ein schlagen erblickt gegen d zu finde her, al: der gro ich zuei 10 Rlafı stimmte serem N; Rundung| Mein gekommen in die en tur auzust Ich] Abrils de, —— 125 chüt Nete Thy den: Barometer) a. et are 17°, 34, on,; i Thermometer im Freien„...+ 9%, 5r, zuerst er TEISE ungen zur selben Zeit war zu At Mich aha, Thermometer im Freien Barometer ! S\armmm un ‚mn 5? mu man’/ hal mit c; TE Mit x R ua Genua Nachmittags+——+ 23°, 4, 28°, 31, a, ) Turin Mittags’ 727%, 423°, 9%, 27°, 64, 8% Elhafter 77 en ter Un. Ivrea Mittags+ 20°, 9/,# 20°, ee Bel. 3 ze laptung im Edelboden Mittags+ ı4°, 54,+ 14°, 5%, 23°, 54, 14, Bine. j e i i 5° nanlich daher ist das letzte Plateau, wo wir standen, ı3,230 Pa- 9’ @rorenk vu, riser Fuls hoch, NOUS apions Der Himmel fing an sich zu überziehen,, und die Ne- »< Selbst bel:zogen gegen die Gipfel aus den dunklen Tiefen herauf. ten Regio- Meine Freunde gingen zurück, Herrn Molinatti zu liegt gegen holen. Ich allein blieb in dieser todten stillen Einöde. Jäger ent. Zwei volle Siunden wanderte ich auf diesem Chaos herum, um einen Ort zu finden, wo wir schicklich unser Zelt auf- ten; Herr schlagen und die Nacht zubringen konnten. Nirgends Wir ver- erblickte ich einen nackten Felsen, an dem wir Schutz ' Liqueur gegen diein der Nacht einfallende ungestüme Witterung ders gute zu finden hoffen konnten. Lange irrten meine Augen um- her, als ich endlich gegen den nördlich abhängenden Theil n Theil zu- der grofsen Ebene eine Vertiefung wahrnahm, auf die nnf zu ıch zueilte. Es war eine Eisspalte, die in einer Tiefe von ı0 Klaftern einen festen Grund zu haben'schien. Ich be- ım, alleın stimmte diesen etwas Schauder erregenden Schlund zu un- te zeigte serem Nachtquartier, und kehrte dann fröhlich auf die "olkichf Rundung des Plateau’s zurück. fo) Een] Meine sämmtlichen Gefährten waren noch nicht an- hte uns gekommen, und so hatte ich Zeit und Mufse einen Blick in die ewige Winterwelt zu werfen, und die erstarrte Na- tur auzustaunen. erst den Es Ich benutzte diese Zeit auch, um einen flüchtigen y einigen er R a Abrils der Gegend aufzunehmen. ul, UI; Ä 5; Ich sah mich von einem Halbzirkel von Gipfeln um- war geben, den ich später besser detailliren werde, Drei me Ps te Aka Geis en Steinkrähen umflatterten einen von den Gipfeln. Mit Ver- wal. I gnügen bemerkte ich, dafs der zu unserem Ziele bestimmte mich n Gipfel allem Anscheine nach ersteiglich sey. Dieses yorjihn grofse Eismeer, welches von keiner einzigen Spalte auf Di seiner Oberfläche durchrissen war, zeigte in seinem gan- meine( zen Umfange die blendendste Weilse, kein verwelktes Blätt- selbst I chen, deren man gewöhnlich auf tiefern Gletschern an- Jicher$ trifft, und die durch den Sturmwind oft dahin getrieben alle erf werden, befleckte diese einsamen Gefilde. die Gel Nirgends entdeckte ich den sonst häufig vorkommen- mein BI den sogenannten Blutschnee, welcher oft ganze Strecken| er mich einnimmt. Mittlerweile kamen meine Freunde mit einigen Die Trägern an, die ihre Bürden niederlegten und dann zurück bei uns: kehrten; um die Nachkommenden zu holen, Muthe v Herr Molinatti beeilte sich, nach ein wenig Erholung, be 10 seinen Theodoliten neben meinen Instrumenten aufzustel- Schutzı len, allein vergebens war sein Bemühen, kaum war er| Himmel gestellt, so schlossen sich die Wolken über uns zusam-| ters aus men, und versperrten uns jede Aussicht auf alle fernen eintritt, und nahen Gipfel, von welchen erstern besonders der| Nu Montblanc, den wir früher so deutlich sahen, unsere Auf-| ausgese! merksamkeit auf sich gezogen. Zu unserem grölsten Be-| Gletsch dauern konnte er mit diesem herrlichen Instrumente, des-| schlosse sen Transport so viele Mühe gekostet, nichts weiter un-| beleucht ternehmen, da selbst einige Gipfel des Monte-Rosa, die| langem uns umgaben, jetzt vom Nebel umhüllt waren. Be( Die Nacht näherte sich, und noch waren unsere Trä- denke sich ger nicht erschienen. Ein grofser Theil unserer Geräth- Amen schaften, namentlich das Zelt und Brennholz, waren noch herheroe| zurück, Uns wurde bange, und die Verlegenheit wuchs Di mit der zunehmenden Kälte. Es war 6 Uhr Abends, der eine Sch Thermometer stand im Freien— 7°. selbehiy! Eine so schnelle Veränderung der Temperatur von und der 15 Graden in so kurzer Frist wirkte so bedeutend auf Staffel,\ mich, dafs ich bereits einer völligen Entkräftung nahe In, Mitar dei war. Dazu hatte ich noch die Unvorsichtigkeit begangen, le E stimmt Sey. Dieses n Spalte auf mich zu leicht angekleidet zu haben, weil ich auf meiner vorjährigen Reise zu viel von der Hitze gelitten hatte. Die Kälte durchdrang mich schon dermafsen, dafs seinen man,. Kr. N 2 M Nm meine Gefährten ein Erblassen an mir wahrnahmen. Ich Velktes Blair.\ ö ES. R es Blät selbst fühlte mich äufserst muthlos, und ein unwidersteh- etschern ay-: R;} er ern an licher Schlaf wollte sich meiner bemächtigen. Als der ın getrieben alte erfahrne Jäger Joseph Beck, der älteste unter uns, die Gefahr an mir ahnete, fing er an mich zu rütteln, um ‚orkommen- mein Blut, das zu stocken anfıng, zu erwärmen, wodurch ’e Strecken er mich wieder zurecht brachte, mit einigen Die Kälte nahm immer zu, und die Verlegenheit stieg ann zurück bei uns allen aufs Höchste. Man denke sich, wie uns zu Muthe war, in einer Höhe von 13000 Fuls über dem Meere, Erholung, bei ı0o Grad Kälte, die noch immer zunahm, ohne alle ı aufzustel- Schutzmittel, ohne Feuer, auf ewigem Eis unter freiem m war er Himmel, und überdiels noch jeder Art stürmischen Wet- 15 zusam- ters ausgesetzt, welches nur zu oft in solchen Höhen le fernen eintritt. nders der Nur derjenige kann sich von der Gefahr, der wir nsere Auf- ausgesetzt waren, einen Begriff machen, der die höheren rölsten Be- Gletscher- Regionen kennt. Schon hatten wir uns ent- nente, des- schlossen, gegen die Nacht, die zu dieser Zeit kein Mond weiter uN- beleuchtete, den Rückweg anzutreten, als endlich nach Rosa, die langem Sehnen die übrigen Träger mit ihren schweren Lasten(Zelt, Decken, Holz) mühsam heranstiegen. Man nsere Trä- denke sich die Freude!— Wohlgemuth raflten wir alles .„ Geräth- zusammen und eilten der Spalte zu, die ich zur Nacht- aren noch herberge bestimmt hatte. it wuchs Am Saume dieser Spalte, gegen Nord, führte uns Jends, der eine Schneelehne, beiläufig 25 Grad abstürzend, in die- selbe hinab. Joseph Beck, der alte Jäger, war der kühnste, oratur TON und der erste, der auf ungefähr 40 vor sich hin gehauenen ontend auf Staffeln hinabkam; er versicherte uns durch vorsichtiges Kung nahe Untersuchen die Festigkeit des Bodens, der sich zwar nur ul durch den vom Winde gestäubten Schnee gebildet hatte, und so stiegen die andern nach, Wir waren alle von der heftigsten Rälte durchdrun- gen, ich halb erstarrt, ganz aufser Stande die Instrumente zu beobachten, selbst nıcht einmal beim Aufstellen des Zeltes Hülfe zu leisten, welches der unerschrockene Jäger Joseph Zumstein mit bewunderungswürdiger Fertigkeit bei der grimmigsten Kälte aufschlug, während der Marty ein freundliches Feuer zuzurichten sich bemühte, was ihm erst nach vielen Schwierigkeiten gelang. Eine gute Suppe wurde gekocht, freundlich unter uns vertheilt, aber mit kümmerlichem Appetit genossen. Wir waren unser ıı Personen unter dem Zelte, die sich alle, unter wollene und Felldecken auf die rechte Seite legend, fest an einander reihten, um die Nacht hindurch nicht zu erfrieren. So schliefen wir, uns dem Schicksale überlassend, ruhig ein. In der Mitte der Nacht überfiel mich ein ban- ges Herzklopfen, beinahe zum Ersticken. Ich drängte mich hervor, um Athem zu schöpfen, und nach einigen Minu- ten verlie[s mich diese Beklemmung wieder, ich prefste mich neuerdings zwischen meine Kammeraden, und schlief bis an den Morgen. Um 3 Uhr weckte uns ein brausender Wind. Marty ging hinaus,, ein Feuer anzumachen und eine Suppe zum Frühstück zuzurichten, allein beim Austritte empfing ihn ein so beissender Wind, der den trockenen Schnee in Menge wolkenweis in die Spalte und auf unser Zelt herab- staubte, so, dafs er genöthiget war, wieder unter das Zelt zu kriechen. Um 6 Uhr legte sich der Wind, die grim- mige Kälte liefs nach, und die freundliche Sonne begrülste uns in unserem Lager. Alles war nun in Bewegung, und verliefs das Zelt. Keiner klagte übrigens über Übelkeiten der vergangenen Nacht; nur die zwei Personen, welche die Ende wengel IN achtele welche im Seh Baroı Then Ther' Then Ans über der im Bern de Saus gleiche Sterbli Di breit, u ihre Öff ıhre Tie Sc die sıch hinein,: spiel be so weit, klein war nen konn in inergn 3his I Nüancen, Die Schnee‘, ins Hund. Lagerung erlichen bilder hatte d unchdnun- Instrument; fstellen des kene Jäger tigkeit bei Marty ein u , was ihm lich unter genossen, „ die sich chte Seite hindurch rlassend, ein ban- ‚te mich n Ninu- I prelste nd schlief d, Marty ıppe zum ping ıhn ‚chnee in lt herab- r das Zelt die grim- begrülste J \ und zung, U Ühelkaten ' welche die Enden der Reihe im Schlafen gebildet, litten mehr oder weniger Frost. Alles richtete sich auf dre Weiterreise, ich beob- achtete den Barometer und verschiedene Thermometer, welche mir am ı. August Morgens zwischen 6 und 7 Uhr im Schatten folgende Resultate gaben: Barömeters 123 5, ne a a 17 3 BU, Thermometer des Barometers...+ 9%—— Thermometer auf das Eis hingelegt.— 4% 5,— Thermometer in das Eis gesteckt.— 10%,—— Aus dieser Beobachtung ergibt sich, dafs wir 13,128’ über der Meeresfläche( ungefähr die Höhe der Jungfrau im Berner Oberlande), und 1158 Fufs höher als Herr de Saussure auf dem Montblane übernachtet haben;— in gleicher Höhe hat also, so viel mir bekannt, noch kein Sterblicher in Europa eine Nacht zugebracht. Die Spalte, in der wir übernachteten, ist 5 Rlafter breit, und zieht sich in der Richtung von Süd gegen Nord; ihre Öffnung oben, beträgt ungefähr ıo Klaftern, eben so ihre Tiefe. Schauerlich war der Blick in eine blaue Eisgrotte, die sich südöstlich am Ende der Spalte befand. Ich trat hinein, um dieses bizarre, mannigfaltig ausgestattete Schau- spiel besser bewundern zu können, und verfolgte den\Veg so weit, als ich nur immer ohne Gefahr, die hier nicht klein war, wie wir in der Folge hören werden, fortkom- men konnte. Die östliche Seitenwand dieser Spalte ging in unergründlicher Tiefe senkrecht hinab, und war mit 3 bis A Zoll breiten Bändern von mannigfaltigen Farben- Nüancen, von Nord nach Süden gerichtet, durchstrichen, Die jährlichen Aufeinanderschichtungen des ewigen Schnee’s, welche diese Bänder bezeichneten, waren bis ins Hundertfache noch bemerkbar, sodann verlor sich die Lagerung ins’Unergründliche. In der Mitte dieser fürch- terlichen Gruft prangten, von festem Schnee gebildet, die 7 Io regelmäfsigsten Würfel-, Rhomboiden-, Dreiecks- und Säulengestalten. Schwebend hingen sie über uns, so, dafs wir jeden Augenblick glaubten, unter ıhren Trümmern begraben zu werden. Unter und um uns lagen Pyramiden- Trümmer nach dem besten geometrischen Ebenmafse ge- formt, die eine sonderbare Zerstörung anzudeuten schie- nen. Der uns hier umgebende Widerschein des bläulichen: Eises versetzte uns alle in eine T'odtenfarbe, dafs keiner den andern ohne zu schaudern ansehen konnte. Ein Fieberfrost durchdrang uns, so, dals wir genö- thigt waren, die Höhle sogleich zu verlassen, in der wir sonst gerne noch länger verweilt hätten. Wir waren’ in sie ungefähr 200 Schritte immer eben hinein gegangen, und durch das Ansteigen der Fläche über uns, mögen wir dort, wo wir am tiefsten in ihr waren, wohl 40 Rlaftern Eis ober uns gehabt haben. Es war halb acht Uhr und alles zum Aufbruch bereit. Einige Träger sandte ich mit Gepäcke zurück, die übrigen folgten uns. Ungefähr eine halbe Stunde Wegs wanderten wir an den östlichen Gipfeln D, E, F über wellenförmige, gegen das Wallis eiwas abhängende Schneellächen, dann, eine Stunde etwas aufwärts steigend, gelangten wir end- lich an den pyramidenförmig zugespitzten Gipfel, welchen wir zu erklimmen uns vorgenommen. Herr Molinatti, erschöpft durch die feine Luft, ruhte von Zeit zu Zeit ein wenig aus. Die zwei Herren Fincent hingegen, von der heftigsten Begierde getrieben, zuerst den Gipfel zu betreten, eilten voraus. Ich folgte unge- fähr 50 Schritte hinter ihnen keuchend nach. Nun standen wir am Fufse der Schneewand, die am 5. Ein scharf abfallender o° LE Ess F 2 2 2 I Schneesattel führte von Südost gegen Nordwest nach un- Pyramiden- Gipfel hinauf zo serer Bestimmung. Das Klettern begann, und der be- herzte Jäger Casiel stieg voran, um mit einer Axt Tritte in das Eis einzuhauen, die uns vor dem Ausglitschen sı- chern$ Schritt$ die müh weiter\ pecht in hinauf} Glattei zu erkli den wi sen. I del über Ung Ioses Ge dem mı Spitze| den Gi] Röng, wiederhi und stec Ze Barome stunde; Sorgfalt mit eini; Jiger(ı Vorsicht: Deibes ge wickelt yo Arne halt er, mühs; glücklich Une in dieser| Nat, emp| eicels. un! uns, 0, dal, N Ümmern P, Tamıden- Mmalse gr. uten schie- bläulichen ] dalz keiner Wwır geni- 1 der wir waren’ in gegangen, mögen wi 0 Rlaftern ch bereit, übrigen ınderten lörmige, n, dann, wir end- ‚ welchen uft, ruhte nl Fincent zuerst ‚te unge ‚ die am pfallender nach un- .d der be- Axt Tritte tschen SI" chern sollten. Der jüngere Herr Vincent folgte ihm Schritt für Schritt, sein Bruder und ich holten sie, durch die mühsame Arbeit des Hauens aufgehalten, bald ein, Je weiter wir über diesen zum T'heil überragenden und senk- recht in das Macugnaga- Thal abhängenden scharfen Saum hinauf kletterten, verlor sich der harte Schnee, und das ‚Glatteis zeigte sich, welches wir mit aller Vorsicht nun zu erklimmen hatten. Im Falle des Ausglitschens wür- den wir ungefähr 8000 Fuls senkrecht hinabgestürzt seyn. Ein Glück‘daher, dafs keiner von uns vom Schwin- del überfallen wurde. Ungefähr ı0 Schritte unter dem Gipfel betraten wir loses Gestein, dessen Lücken mit Eis angefüllt waren, an dem wir, mit mehr Leichtigkeit kletternd, endlich auf der Spitze ankamen. Der jüngere Vincent war der erste, der den Gipfel betrat. Er jubelte laut auf:»Es lebe unser König, es leben alle Beförderer der Wissenschaften.« Wir wiederholten diese, unserem Innern entsprechenden Worte, und steckten sogleich eine Fahne in das Eis. Zehn Uhr Morgens war vorüber, zwei vergleichende Barometer wurden aufgestellt, und nach einer Viertel- stunde zum ersten Male von mir selbst mitaller möglichen Sorgfalt beobachtet. Wir sahen endlich Herrn Molinatt: mit einigen Führern auch herankommen. Ich schickte den Jäger Castel zurück, um ihnen hinauf zu helfen. Der Vorsicht wegen wurde er an ein Seil um die Mitte des Leibes gebunden. Castel ging, das Seil um den Arm ge- wickelt voraus, und der muthvolle Marty, ihn am linken Arme haltend, säuberte ihm die Tritte, und so kam auch er, mühsam und mehr geschleppt als gegangen, endlich glücklich zu uns herauf, Unbeschreiblich war das Gefühl, das jeder von uns in dieser Höhe, welche noch kein Sterblicher vor uns be- trat, empfand. Die lebhafteste Freude über das Glücken 92 En- nn u ar in areas. REES: r 4 un 732° der Unternehmung durchdrang uns nebst dem innigsten Im Danke gegen den Schöpfer des Weltalls.— la Place Das Wetter war sehr veränderlich, und die Wolken Bi bedeckten alle Bergspitzen des unermelfslichen Horizonts. puncte( Herr Molinatti eilte, den mitunbeschreiblicher Mühe hieher| Mitte gebrachten Theodoliten aufzustellen, um den Augenblick| Iyrea zu benutzen, bei eintretender Spaltung der Wolken einige Winkel nehmen zu können. Allein vergebens waren seine Mn A..: x obe Bemühungen. Die Nebel schwärmten, durch ungestüme Ä 3 2:. i un Windstöfse getrieben, von einem Gipfel zum andern, und| .>..| Turn so mulsten die schönen Beobachtungen, die durch dieses In-| strument hätten bewerkstelligt werden können,unterbleiben, Nur mit der gröfsten Mühe konnte ich die Barometer Di zum dritten Male beobachten, welches dann mit der nur an möglichsten Sorgfalt von halb ıı bis 3 Uhr Nachmittag ge- Nittel schah. Folgendes sind die Resultate: D. Ther& STEHE enthalte: Ort Zeit ıleTmome-| Barometer.| Witterung. ter. Ich ipf der Beobachtung.| Giplel eı meines 101/, Uhr 50%,—| 16°, 4,— Wind und sich eı /2 rm» 4 Nebel. ei Gipfel welche des 19.009 410,516 0,99 el Rolosses ınd. Monte-Rosa ech Schätzun ar:, kalter allen 3 Mittag o,—i.26 1 verschaft 2 dr A Wind. Rn ut pen eine Edelboden Mittag El 14°, 8°) 234,45 ,8| Neblicht. dann die. ich ieden ı Ivrea Mittag-L 210 2/| 27, 06,4:| Neklicht. Schätzen Ale r..)‘ j a rn Rlafier N Turin Mittag+ 24°,05/j0| 27° 9 4 Schön. emi weile ind Genua Mittag.|.-1- 23%, 9’| a8/,.3,—'| Helles en, em Wetter. ya um Zeich: \ ee M INnıgske die Wolken n Horiaont, Mühe hieher Augenblick ken einiee waren seine ungestüme dern, und | dieses In. erbleiben, Barometer it der nur hmittag ge: | tterung,| \ Tin! und Nebel, | yeissender| Vind.| halter Wind. ———| jehlicht. u) Neblicht,| — Schön. en Helles Welten| ——— — Ein geübter Rechner hat folgende Resultate nach la Place für die Höhe des Monte-Rosa gefunden, Höhenunterschied zwischen dem beobachtenden Stand- puncte des Rosa und Iyrea. Mitiel zweier Beobachtungen:. 13,543 Pariser Fuls, Ivrea über der Meeresfläche. 739»» 14,282»» Höhenunterschied zwischen Turin und dem Monte-Rosa... 13,573»» Turin über dem Meere... 708»» 14,281» 2 Die mittägliche Beobachtung verglichen mit dem Ba- rometer Stände, ven Genua u 2. 5,7. 11208 Mittel dieser drei Resultate... 2....14276% Der Wind wehte während unsers vierstündigen Auf- enthaltes höchst unbeständig von W. S. W. nach O.N.O. Ich glaubte Anfangs den höchsten der verschiedenen Gipfel erstiegen zu haben, allein ich überzeugte mich bald meines Irrthums. Ungefähr 50 Rlaftern nördlich erhob sich eine steilere, kammartige, nackte Felsenspitze, welche unersteiglich schien; nur die nördliche Seite dieses Kolosses war nicht zu übersehen. Um mir eine annähernde Schätzung von diesem Gipfel über unsern Standpunct zu verschaffen, richtete ich eine mitgebrachte Wasserwaage gegen einen Schneefleck in einer Felsenritze, auf den ich dann die Anwesenden aufmerksam machte, und so liels ich jeden von ihnen die Höhe nach dem Augenmalse ab- schätzen. Alle Meinungen vereinigten sich für die Höhe von 45 Klaftern über unserem Standpuncte. Marty bohrte mittler- weile in den obersten T'heil des Gipfels, auf dem wir stan- den, ein Loch ins Gestein, wo dann ein eisernes Kreuz, zum Zeichen unsers Hierseyns, eingerammt wurde, wäh- hermel rend der Jäger Beck unsere Namen, 6 Schuh unter dem tichen I Scheitel, ins überhängende Gestein einmeilselte. ahebe Ich untersuchte nun die Pulsschläge der Anwesenden. dorbat | Der Puls des Herrn Molinatti that 108 Schläge in einer ein at Minute, der des jüngern Herrn Fincent, des Jägers Zum-| Bi | stein, des Beck, des Castel, alle gleich 84 Schläge, des tt Marty Puls 79, und der meinige nur 76 in einer Minule,| he Der Schall wurde hier von der Dünne der Luft wie ver- N|| schlungen, und schien seine ganze Kraft verloren zu ai haben.| I Die Aussicht beschränkte sich diefsmal nur auf einen|.\ engen Kreis, weil uns die immer zunehmenden Nebel des|”\ Vergnügens, in die Ferne zu sehen, beraubten. Doch will| re h ich das Wenige, was ich gesehen, hier anführen.“s Gegen Norden hatten wir den Gipfel vor uns, den Ban ein furchtbarer tiefer Einschnitt von uns trennte. ge Gegen Süden sahen wir in die Mitte des grofsen Eis- Br meeres, welches wir durchwandert hatten. ai Gegen Osten hatten wir den beinahe 8000 Fuls senk- I recht abhängenden Abgrund vor uns, Nicht ohne Schwin- IN del sahen wir von hier gleichsam unter unsern HFüs- Was sen auf den Macugnaga- Gletscher. Er theilt sich am Fulse a dieser Gipfel in zwei Arme, und bildet dadurch eine Insel, Ni: mit Lerchbäumchen bewachsen, das 6 VVeiter unten zeigten sich uns die Dörfer Macugnaga am und Pecceti, und einzeln zerstreute Häuschen. Auch die Mae Anza, lieblich sich durch grüne Wiesen hinschlängelnd,(al iel both uns einen freundlichen Anblick dar. Ich konnte mit Bela freiem Auge alles deutlich unterscheiden, da die Entier- Ie nung des Gipfels vom Dorfe Macugnaga nach de Saussure ler nur 4515 Klafter ausmacht. Appara Von Westen her endlich zeigte sich uns das Matter- dem oder Nicolai-TI'hal, in welches sich ein Arm des grolsen stimmte Eismeeres ergols. le Wir konnten das Dorf Zermatt nicht entdecken, wohl Schnee I unter der lie, Anwesenden le age ın einer Jägers Zun. chläge, de ner Minule ut mie yo. verloren M r auf eineı | Nebel des Doch will EN, r uns, den h olsen Eis- uls senk- e Schwin- ern Für- oh amFulse .] ‚eine Inse)) Macugnaga Auch die oilängelnd, Jonnte mit Jie Entler- de Jaussut as Matier' orolsel des g1 ISb | Jochen, wohl aber mehrere höher liegende zerstreute Alpenhütten. Im süd- lichen Hintergrunde, aus einem Gletscher kegelförmig sich erhebend, zeigte das Matterhorn( Mont-Cervin) seine son- derbare Gestalt. Vom mittleren Theile der Krone zieht ein grofser, tause ıdfältig gespaltener Gletscher in meh- reren Abstürzen und Abstufungen bis tief ins Thal von Matt. Seine Oberfläche durchzieht der Länge nach ein beträchtlicher Streif von Felsengerölle, Diese Geschiebe sind bis jetzt in dieser Höhe noch von keinem Mineralogen untersucht worden, und würden gewils demselben eine reiche Ausbeute der merkwürdig- sten Mineralien darbiethen. Aufser der gewöhnlichen Unbehaglichkeit, Mattig- keit und der auffallenden Gleichgültigkeit in Allem, em- pfanden weder ich noch die Übrigen Übelkeiten, wie solche früher von de Saussure, Humboldt, und Andern erwähnt wurden, als z. B. Nasenbluten, Brausen in den Ohren und augenblickliche Erschöpfung vor Kälte. Es waren Unfälle anderer Art, nämlich, dafs während der vorigen Nacht der Thermometer sprang, dafs der Siedepunct des Wassers nicht bewerkstelliget werden konnte; das dauernd sehr unbeständige Wetter, und endlieh die beissenden Windstölse, die uns von Zeit zu Zeit überfielen, die mir das Gelingen mancher Versuche, welche ich mir zu ma- chen vorgenommen hatte, vereitelten; und dals so die wenigen Barometer-Beobachtungen so erschwert wurden, dafs ich nur mit Mühe und Ausdauer die oben angezeigten Resultate zu gewinnen vermochte. Jedem Naturforscher, der Gletscherwanderungen dieser Art unternimmt, wenn er auch mit allen nöthigen Apparaten versehen ist, dürfte es schwer fallen, auch mit dem besten Willen, höchstens die Hälfte seiner sich be- stimmten Arbeiten auszuführen. y Ich fand auf dem Gipfel selbst, auf dem verhärteten Schnee zerstreut, zum heil noch lebendig, einige In- ee z—m 1)0= secten und Mücken. Kaum als ich den Gipfel verliels, sah ich einen schönen rothgefärbten Schmetterling an uns vorüberflatiern, und indem er sich südlich hinter das her- vorragende nackte Gestein verbarg, wollte ich ihm nachklettern; es gelang mir zwar, in den Lüften hängend, an.die Stelle zu kommen, allein ich konnte ihn nicht mehr erhaschen, dafür wurde ich mit dem Funde einiger Lichen, die ich mit der grölsten Gefahr vom Gesteine vils,"für meine Mühe belohnt. Diese Moose sind vielleicht die ein- zigen, welche in der Höhe von 14,276 Fuls über dor Mee- resfläche noch gedeihen. Es war 21), Uhr Nachmittags, die übrige Gesellschaft verlie[s nun den Gipfel. Herr Molinatii wurde mit eben der Vorsicht, durch Hülfe und Gewandtheit der Führer, den steilen Schneesattel wieder hinab gelassen. Der ältere Herr Yincent und ich harrten noch einige Zeit, und nah- men von dieser seltenen Höhe noch einiges Gestein mit. Vom Gefühle des wärmsten Dankes durchdrungen, den wir dem Schöpfer und Beschützer des Weltalls darbrach- ten, verlielsen wir den Gipfel um drei Uhr, und kleiter- ten dann mit aller Vorsicht, ohne vor den Abgründen, die von allen Seiten uns umschwebten, zu schaudern, den Schneesattel wieder hinab. Watend folgten wir dem schon durch die Vorgänger bezeichneten Wege durch das grofse Eismeer an unserem Nachtquartiere vorüber, und nahmen, einen Blick hineinwerfend, auch Abschied von der schreck- lich schönen Eisgrotte. Auf der Mitte der Rundung des grofsen Eismeeres holten wir die Gesellschaft wieder ein, und so wanderten wir mit ungewöhnlicher Leichtigkeit, die mit dem be- schwerlichen Steigen lebhaft contrastirte, alle in bestimm- ter Entfernung an Seile gebunden, bis an die Waden im Schnee, die Gletscher entlang. Um sieben Uhr erreichten wir wieder das erste nackte Gestein bei dem RBuheplätzchen. Hier spürten wir nn ste Fr ze ec RN wieder wir al' ud We Jiches: Ebene| wohl u manche diese lei „hl von | glichlch Faum wa zu vage N setzten | fort,| viel we ver un d | gnges, | gend, h ven bed | Vi diesen h waren fen, so} en brich änderte ii 1ltnıns Aeklich ur {en mdh Aigen Nach Übernachi EEtER aha, Ihren sind dcklich be legen zu el verliek, ing an uns Er das har. ich ihn 1 hängen, licht mehr et Lichen, ni, für 1t die ein. der N eR- ellschaft mt eben Führer, er ältere nd nah- ın mit, ı, den hrach- leiter- en, die n, den n schon 5 grolse almen, hreck- neeres erten m be- stimm- den ım nackte 1] mr 2 a) 197 roman wieder Appetit, der uns bis jetzt gefehlt hatte, und da wir am vorigen Tage einigen Vorrath an Lebensmitteln und Wein zurück Jielsen, so schmeckte uns allen ein köst- liches Abendbrot. Wir hatten nun noch die niederste Ebene des Gletschers, auf welchem sich die Eisspalten wohl um ein Drittel während dieser Zeit vermehrt, und manche derselben sehr erweitert hatten, zu passiren: auch diese letztern und nicht wenig gefährlichen, in grolser An- zahl vorgekommenen Eisrisse überschritten wir mit Hülfe der hier zurück gelassenen Leitern, und kamen dann glücklich vor Einbruch der Nacht zur mittleren Erzhütte, Kaum waren wir unter Dach, so fing es zu schneien und zu regnen an. Nachdem wir die Nacht ruhig durchgeschlafen hatten, setzten wir am folgenden Morgen unsern Weg ins Thal fort. Überhaupt war die dielsjährige Gletscherreise mit viel weniger Schwierigkeiten in Hinsicht des Rletterns verbunden, als die erste. Bis an den Fuls der Spitze ging.es, im Durchschnitte genommen, nur sanft anstei- gend, hingegen waren wir von unzähligen andern Gefah- ren bedroht. Vierzig volle Stunden dauerte unser Aufenthalt auf diesen trügerischen Schneefeldern, und keinen Augenblick waren wir sicher, von. plötzlichen Gletscherspaltun- gen, so wie von dem Einstürzen der von Schnee gebilde- ten Brücken verschlungen zu werden, deren wir vielleicht hunderte überschritten, ohne zu ahnen, dafs wir augen- blicklich und rettungslos in die Abgründe stürzen könn- ten, und hätte uns eine regnerische Witterung in der vo- rigen Nacht überfallen, während wir in der Eisgrotte übernachteten: keiner von uns allen würde das Leben ge- rettet haben. Diese und ähnliche unvorherzusehende Ge- fahren sind es, die uft den vorsichtigsten Reisenden augen- blicklich bedrohen, und denen er ohne alle Rettung un- terliegen mufs, z— 755 mm So hatte ich dann auch diese, in mancher Hinsicht I interessante zweite Gletscher- Reise mit einer zahlrei- geogm chen Gesellschaft glücklicher ausgeführt, als ich glaubte, Ale N Keiner von allen wurde von einer empfindlichen Übelkeit Dal oder sonstigem Unglücke überfallen, wohl aber empfan- südl den wir insgesammt mehr oder weniger einiges Brennen sicht der Augen, welches dem Zurückprallen der Sonnenstrah- For len zuzuschreiben ist. Besonders aber wirkte dieses Bren- schw nen auf die drei Tiroler Erzknappen, welche das Taglicht, vermöge ihrer Arbeit in den Erzstollen, nicht gewohnt nl waren. Allein merkwürdig und auffallend war folgender lette Umstand. Alle brachten wir aufgedunsene und geschwol- da. Sin lene Köpfe zurück, ohne dafs wir diesen Umstand von inkl einigen Schmerzen begleitet an uns selbst empfunden hät- ch ten. Erst beim Anblick der ersten Hirten und unserer un Angehörigen, die uns(wie sie sagten) nicht mehr er- hin kannten, bemerkten wir erst die auflallendste Verunstal- A tung unserer Gesichter, wovon ich selbst das stärkste Ge- holt präge trug, vermuthlich weil ich während der ganzen ae Reise mein Gesicht nicht wie die andern mit Flören be- deckte, sondern zur Beschützung meiner Augen mich“ blauer Augengläser als das beste Mittel dafür bediente, En und eben defswegen am wenigsten von allen an den Augen= litt.’ ei Vier und zwanzig Stunden nach unserer Heimkunft an wurden unsere Lippen wie rohes Fleisch, und am zweiten h Tage schälten sich eines jeden Gesicht und Hände. Ich selbst m wechselte die Haut nach vier Tagen zum zweiten Male. A Meine erste Angelegenheit zu Hause war nun, einen e gedrängten Bericht der glücklichen Ausführung dieser HR Gletscher-Reise, so lange noch alles frisch meinen Augen ns vorschwebte, niederzuschreiben, und meine gemachten u Bemerkungen zu ordnen. u sen,( D nn en en nun u z ni 1er Hinsic), der Zahlıer. ich Slaubte, en Übelkeit Er emplan. 5 Brennen nnenstrah- ieses Bien. 15 Taglicht, gewohnt folgender seschwol- tand von nden hät- Ü unserer mehr er- erunstal- iste Ge- ganzen ‚ren be- en mich bediente, 0D en Augen Teimkunft n zweiten chselbst Wale. 1, einen » dieser ko) an Auge gmachten puazmurn 139 N Ich habe ın ie vorjährigen Abhandlung einiger geognostischen und mineralogischen T'hatsachen erwähnt, die in mancher Hinsicht einige Verbesserungen erheischen. Da durch die im Jahre ı819 erfolgte erste Ersteigung des südlichen Gipfels nur fünfGipfel des Halbzirkels mir zu Ge- sichte kamen, so finde ich für nothwendig, die Lage und Form dieses Gebirgsstockes nach mehrfältiger Durchfor- schung‘der Mitte der Krone zu berichtigen. Der Monte- Rosa, der der Hauptgebirgsstock der von W. S. W. nach©. N. O. ziehenden grolsen Alpen- kette zu seyn scheint, liegt nach der Angabe des Herrn de Saussure unter dem 45°, 55‘, 56% nördlicher Breite, und 25°, 32’, 18” der Länge. Die ganze Eismasse dehnt sich zwei Stunden nach der Länge von Mittag gegen Mit- ternacht, und fünf Stunden in die Breite von Morgen ge- gen Abend aus. Gegen Westen senkt sich dieses Schnee- feld durch eine grofse Öffnung im Anfange nur sanft in das Matter- Thal, wohin sich auch der gröfste Theil des Wasserablaufes richtet. Gegen Süden hingegen öffnet sich die weniger bedeutende Vertiefung gegen den Lys-Gletscher, Diese Eis- und Schneemasse ist zugleich ein uner- schöpflicher Wasserbehälter, aus dessen Tiefen die Quel- len entspringen, die die Lys, Sesia, Anza und den Visch- bach bilden, Diese erhabene Ebene ist von neun verschieden gestalteten Gipfeln und Felshörnern umgeben, sieben der- selben bilden einen kleinen Bogen in steigender Erhöhung, von$. S. O. über Ost nach Nord ziehend. Indem diese Gipfel gegen das Innere des Kessels sich verlaufen, hängt ihre äufsere Seite beinahe senkrecht auf die Allagna- und Macugnaga-Gletscher herab, die zwei andern sind zwei nackte, kammartige, wahrscheinlich unersteigliche Fel- sen, die in der Folge näher bezeichnet werden sollen. Die Gestalt des pyramideniörmigen Giplels A habe zuserncn 140 mean ich bereits in meiner ersten en Oheseiiehen ‚ sie bedarf also keiner weitern Wiederholung. Die zwei minder wichtigen Felshörner B und C wa- ren vom Schnee zum Theil enthlöfst, und sind gegen Osten scharf abhängend(beinahe senkrecht). Ihr Scheitel run- det sich unregelmälsig kuppenförmig, und ist halb mit Schnee bedeckt. Dund E sind steil aufsteigende Schnee- gipfel, die um und um minder oder mehr senkrecht ab- hängen, und nur an der östlichen oder äulsern Seite das nackte Gestein zeigen. Vom Gipfel F läuft ein Sei- ten- Gebirgsarm gegen den Pizo bianco und Monte-Turlo, trennt den grolsen Allagna-Gletscher von dem bei Macu- gnaga, und begränzt, in mehrere Nebenarme sich theilend, rechts das Sesia und links das Anzaska- Thal. Der Gipfel F ist nach innen wenig abfallend, leicht ersteigbar, und bildet auf seinem Scheitel eine Schnee- Ebene, auf weiche am leichtesten zur Ausführung einer Dreiecks- Messung ein Signal errichtet werden könnte. Südlich wie östlich stürzt derselbe senkrecht ab. G ist der Gipfel, auf welchem wir standen; ich hielt ihn für den zweit- höchsten des Monte-Rosa. Er erhebt sich pyramidenförmig, und ist gegen Osten ganz senkrechi, gegen Westen scharf, und gegen Süden, das heilst, gegen den innern Theil, in einem Winkel von 65 bis 68 Grad abhängend. Sein Scheitel ist nicht eben, sondern etwas sattelförmig gerundet, und an seiner äulsersten südöstli- chen Spitze erhebt sich ein nackter Felsen, dessen Ge- stein röthlicher Glimmerschiefer ist. Seine Schichten neigen sich etwas gegen die innere Seite. Ungefähr fünf Schuh unter dem Horizonte dieses Felsens streicht in der namlichen Richtung ein von einem bis zwei Schuh mächtiger, mit weilsem Glimmer vermischter Quarzgang. H ist endlich der schon erwähnte, zum Theil nackte, kammförmige, von allen Seiten unersteigbare, höchste Felsen des Monte-Rosa. Er ist durch eine grolse Schlueht‘ Jen Anla lieh GEB Mpen N In welcher Rosa. di Fr werd Yıt diese Haupimas zusammeDi ton Winke \om nach alle dem Moı Lys-Th l dem entle von Journ das Matter Inn südlichen etwas Zu noch nie} ist durch dest e Ip Vom Ir Meeres {en Seiten iltrer Url Vorlindet, ben desLy feinkäni, InF sich im ol h ine, Red} ‚ak bedarf und(m. egen Osten heitel Yun- t halb nit Je Schnee. krecht sh. Seite das ein Sei- te-Turlo, bei Nacu- htheilend, Jer Giplel bar, und uf welche - Messung ie östlich hi Er erhit senkrecht, st, gegen dB Grad rn elwas südösth- sen Ge- hichten ihr fünf tin der m Theu en sterodalt, stelgl ne guost Schlueht von dem grofsen Eismeere getrennt, und bildet den Anfang der von der Hauptmasse auslaufenden, anfäng- lich gegen Norden, dann nordöstlich über die Schweizer- Alpen sich hinziehenden Hauptgebirgskette. I ist der ebenfails noch nicht erstiegene Felsgipfel, welcher die südlichen und nördlichen Gletscher des Monte- Rosa, die aus dem grolsen Eismeere hinabstürzen, trennt. Er wendet sich mit seiner Schneide gegen das Plateau. Mit diesem Gipfel beginnt der südliche Theil der von der Hauptmasse auslaufenden Hauptgebirgskette. Beide hier zusammenkommende Gebirgsrücken treffen in einemrech- ten Winkel auf einander. Vom Hauptgebirgsstock gehen noch sechs Seitenarme nach allen Richtungen, wovon nur zwei unmittelbar von dem Monte- Rosa auslaufen, und das Anzaska-, Sesia- und Lys- I'hal begränzen. Die vier andern Seitenarme laufen von dem entfernieren Gebirgsrücken aus, und trennen die Thäler von Tournanche von Ayas, letzteres vom Lys- Thal, und das Matter- Thal vom Saaser- oder Rosa- Thale. In mineralogischer Hinsicht kann ich nur über«den südlichen Theil des Monte-Rosa und seine Oberfläche etwas Zuverläfsiges sagen, da die übrigen Seiten von mir noch nicht genau untersucht sind. Die Hauptgebirgsmasse ist durchaus Urgebirg, und nirgends habe ich die min- deste Spur von Flötzgebilde angetroffen, Vom Thalgrunde bis auf die Höhe von 8000 Fuls über der Meeresilache herrscht beinahe durchgehends von bei- den Seiten des Gressonay- Thales gemeiner Serpentin, älterer Urkalkstein, in welchem sich nicht selten Quarz vorfindet, auch oft Nester von Talk. Unter den Geschie- ben des Lys-Gletschers finden sich Gerölle von Hornblende, feinkörnigem Granit, Gneils und Glimmerschiefer. Im Felik, nächst dem grofsen Lys-Gletscher, finden sıch ım glimmerartigen Quarz schöne Titane und Turma- line. Rechts gegen Betolina, Talk und Glimmer, schö- ner Epitot; ferner in dem eisenhaltigen Serpentin vom Ollen schöner Steatit, Epitot, ziemlich viel Strahlstein und Kupferkies. Am Indren-Gletscher Chlerit- Schiefer mit Quarz. Über 8000 Fufs Höhe bis auf die äufsersten Puncte des Monte-Rosa scheint der gneilsartige Glimmerschie- fer die herrschende Gebirgsart zu seyn. Die Schichtung neigt sich mehr oder weniger nach den Thälern, welches an den südlich vom Monte- Rosa auslaufenden Seitengebirgsjochen bemerkbar ist, und wird sehr oft durch gleichförmig laufende Quarzbänder durch- strichen. Nicht selten finden sich Gneiflslagen, welche unmittelbar mit dem Glimmerschiefer in bedeutenden Schichten abwechseln, ihm aber jedoch untergeordnet bleiben, Über die Höhe von 8000‘ habe ich keine Spur von Granit mehr entdeckt, wohl aber eine unzählige Menge mehr oder weniger mächtige Erzgänge, welche zum Theil mit Quarz vermischt, durchaus goldhältigen Schwefelkies ( pyrite aurifere) führen, die aber wegen ihrer erhabenen Lage und des rauhen Clima wegen nieht mit Vortheil be- arbeitet werden können. Bis jetzt sind es nur dıe Herren Vincent im Indren, und Herr Depaulis zu Imbors, welche auf dieses edle Erz in dieser Höhe bauen. Bei letzterem scheint die Ausbeute ziemlich erträglich, indem er binnen sechs Monaten neun Erzknappen wechselweise in denGru- ben oder Stollen, und zehn Mühlen Tag und Nacht be- schäftiget, — u nn u nn un Ne yersichel Peobach für den 0 yeicht WE schlossen, Da derung Ir natürlich Behufe ı } die ich b lassen, da Nachtlage mir jetzt auch mit Am meine: gewählten bensmittel are In Aut cd In Ro( al den$ unsern fri vorüber, ı den Wen; heren W Fulse des Von] ttın Yon rahlstein Schiefer erschie- er nach te-Mosa nd wird durch- welche ıtenden eordnet ur von Menge Theil elkıes benen eil be- Herren welche tzterem binnen en aru- cht be- Dritte Reise nach dem Monte- Rosa, im August 1821. Mehrere auswärtige Gelehrte hatten mich neuerdings versichert, dafs nur durch wiederholte barometrische Beobachtungen eine möglichst sichere Höhenbestimmung für den obersten ersteiglichen Gipfel des Monte-Rosa er- reicht werden könne, und so habe ich mich endlich ent- schlossen, eine dritte Reise zu unternehmen. Da mir aber sehr daran gelegen war, diese Wan- derung in einem Tage zurückzulegen, so mulste ich, wie natürlich, einen kürzern Weg einschlagen, zu welchem Behufe ich mir die Hohlicht- Hütte zur Herberge wählte, die ich bereits in meiner zweiten Reise beschrieben habe. Da ich aber diese Hütte noch ganz mit Schnee und Eis augefüllt fand, war ich genöthiget, solche reinigen zu lassen, damit sie von der Sonne ausgetrocknet, zu einem Nachtlager bequem gemacht werden konnte. Es fehlte mir jetzt nur noch schönes Wetter, welches sich dann auch mit dem ı. August einstellte. Am 2. August in der Frühe verliefs ich Noversch, meine Wohnung im Thale, und stieg dann, von zwei Aus- gewählten meiner vorjährigen Führer begleitet, mit Le- bensmitteln, Holz und verbesserten Instrumenten verse- hen, auf dem gewöhnlichen Wege über Ursieu, Bodemie den Rigga, an den Gabiet- und Lafets- Alpen vorüber, bis an den Eingang des Indren-Kessels. Hier verliefsen wir unsern frühern Weg, und zogen uns links an der Teltschen vorüber, durch das Garstlet.. Wir kamen nach zwei Stun- den Wegs, von der Stelle an gerechnet, wo wir den frü- heren Weg verlassen, auf einem Felsenvorsprunge am Fufse des Hohlichts an. Von hier gelangten wir in einer halben Stunde dureh 3 a a ern 5 Feert eine kesselförmige Vertiefung, welche rechts vom Garst- let- Gletscher, links vom Hohlieht umgeben ist, über Schneefelder endlich nach der erwähnten Hütte. Wir wollen sie von nun an die Hohlieht- Herberge nennen. Die Nacht war heiter, der dunkelblaue Dom des Him- mels mit Sternen besäet. Noch ziemlich erträglich hatten wir diese Nacht ge- schlafen, und der Morgen erschien su meiner gröfsten Freude so schön und ruhig, als man ihn bei Gletscher- Wanderungen nur wünschen kann, Schiag 4 Uhr betraten wir vor der Hütte den Glet- scher, den wir dieses Jahr so hart fanden, dafs hinter uns kein Eintritt unserer Schuhe ım Schnee bemerkbar war. Wir stiegen mit einer, bei der vorjährigen Reise nicht zu vergleichenden Leichtigkeit den Gletscher hinan, und er- reichten schon in einer Stunde das zweite Plateau am Fulse des Pyramiden- Gipfels A. Wir ruhten hier ein wenig, ohne jedoch erschöpft zu seyn, und genossen die herr- lichste Aussicht auf den Montblanc und andere Gipfel, welche so eben von der Sonne sich rötheten. Von allen östlichen Gipfeln des Rosa, die den Halb- zirkel bilden, beschattet, stiegen wir immer weiter, ohne Erschöpfung, ohne Müdigkeit, auch ohne auf Eisspalien zu stolsen, und erreichten in zwei Stunden die Rundung des grolsen und letzten Plateau; dann auch den Rand der Spalte, in welcher wir voriges Jahr übernachteten, und wundervoll genug unser Leben davon gebracht hatten. Ich fand nicht mehr die merkwürdige schöne Grotte mit ihren mannigfaltigen regelmälsigen Figuren, nicht mehr die Vertiefung, in welcher wir unser Zelt aufgeschlagen, alles war verschwunden und umgestaltet. Eine ungeheure, das ganze Eismeer durchschneidende Kluft, an einigen Stellen von unermelslicher Tiefe und unübersteiglicher Breite, fand ich hier entstanden. An einer einzigen Stelle führte noch eine nicht sehr iche$el eingestül Spitze N Üb gen Nalt telstund Male an m piel Bi gen ing Schnee€1 Jieh mach Zurückp und dies auf unse überzeu, empfande waren WI 2 zu 20 hliche hır Lan ges Jahı den Fuls Macugna und auf} ich mich« Ilimmen apewehte senen Jahı Mein hin mit ei der ZWEI: Aussicht, liren Übe doch dure) om Gast. Ist, über te, Wir ennen, t des Hin- Nacht ge- zletscher- en Glet- inter uns bar war, nicht zu ‚und er- am Fulse wenig, » herr- Gipfel, n Halb- T, ohne jsspalten Rundung en Rand ‚chteten, t hatten, otte mit it mehr ‚chlagen, geheutt, | einigen eiglicher icht sehr _—_ dicke Schneebrücke darüber weg, hätte auch diese sich eingestürzt gefunden, würden wir sicher die nördliche Spitze des Monte- Rosa nie mehr erreicht haben. Über die unerwartete Vernichtung dieser sonderba- ren Naturerscheinung nachdenkend, verstrich eine Vier- telstunde, und die Sonne begrüfste uns hier zum ersten Male an diesem Morgen. Wir machten uns wieder auf den Weg, längs der Gi- pfel E und F über ausgedehnte Schneefelder. Das Stei- gen fing an mühsamer zu werden, weil die Sonne den Schnee erweicht und dadurch das Gehen sehr beschwer- lich machte; dazu kam noch das beinahe unerträgliche Zurückprallen der Sonnenstrahlen vom blendenden Schnee, und dieses wirkt, meiner Erfahrung nach, nachtheiliger auf unsern Körper, als die Feinheit der Luft, und ich bin überzeugt, dals Erschöpfungen oft nur daher rühren. Wir empfanden letztere beim Aufsteigen sehr merkbar, wir waren wirklich genöthigt öfters Athem zu holen, und von 20 zu 20 Schritten auszuruhen, wozu indels wenige Augen- blicke hinreichten. Langsam der nämlichen Richtung, welche wir vori- ges Jahr durchwanderten, folgend, kamen wir endlich an den Fufs des Gipfels G. Da der Weg nur über den nach Macugnaga überhängenden Schneesattel zur Spitze führt, und auf keiner andern Seite hinzukommen ist, so mulste ich mich dazu bequemen, ihn längs der Schneide zu er- klimmen, obgleich er dieses Jahr wegen dem vom Winde angewehten Schnee mir viel steiler vorkam, als im verflos- senen Jahre. Mein beherzter Führer Marty begann nun vor sich hin mit einer Axt Tritte ins Eis einzuhauen, dem ich und der zweite Führer vorsichtig folgten. Die schauderhafte Aussicht, die uns hier über diesen, beinahe perpendiku- lären Überhang von 8000 Fuls Tiefe zu Theil ward, wurde noch durch einige Windstöfse mit Schneegestöber gefahr- 10 — 1/0 voller, und überdiefs waren wir noch genöthigt, ungefähr 50 Tritte mehr als voriges Jahr ins Glatteis einzuhauen. So erreichten wir endlich, zwar mit mehr Gefahr verknüpft als früher, den 3. August(Jahrstag von Herrn de Saussures Ersteigung des Montblanc) um ı0 Uhr Mor- gens glücklich den Gipfel. Das voriges Jahr hier aufge- stellte Kreuz fand ich gut erhalten und unverrückt an seiner Stelle. Kein Rostfleckchen beschmutzte es. Die gewöhnliche Farbe des Eisens hatte jedoch eine durchaus gleiche glänzende Bronzfarbe angenommen, Nachdem ich Barometer und Thermometer aufgestellt hatte, damit sie die gehörige Temperatur annähmen, schols ich eine scharf geladene Pistole gegen die Richtung von Macugnaga los, ihre Explosion verursachte kaum einen Knall gleich einer Courir- Peitsche, und verschwand eben so schnell. Um ıı Uhr beobachtete ich die Instrumente, und fandiden ‚Barometer ul k u San el, Thermometer am Barometer+ 7°, Reaumur, der freie Thermometer..—, Grad. Um ı2 Uhr Mittags wiederholte ich die Beobach- tungen: Bakometer), u.a A N an T'hermometer am Barometer..+ 6°, Thermometer im Freien...— 0%. Zu gleicher Zeit stand ein vergleichender Barometer im Edelboden, ohnweit der Kirche la Trinite, am Fulfse des Monte-Rosa in einem nördlich offenen Zimmer: Barometer ER EI Thermometer a... tar Re Reaumur. Zur selben Stunde in Turin auf der Sternwarte: ders Barometer!„en a er » Thermometer im Freien..+ 25°, 2 Grade, >» Thermometer des Barometers.+ 28°, 2» Ich bemerkte später, dals auf allen Beobachtungs- ee guneien d höher W® Nat ger Stan! Nach der durch H Yirtel die Pariser F Das Jeer, all West nat Iit der 8 nun den man ın d ich mir Es wurd und rerm zu bereits hielt ich€ erhielt Ir Erste zweile dritte Hr, Nontblan während s Thermom: Eine einigen N keine andı Neh; fer, das änigen R ', ungefih, zullauen, ehr Gefahr von Heryn Uhr Mot- ler aufge. rückt an 5, Die durchaus ufgestellt n, schols lung von um einen rand eben te, und DI umur, ‚val, Jeobach- arometer ‚m Fulse er: Il ‚sh aumur. arte: | , Grade, 2 a ‚achtungs” m nn ee ne — 147 puncten der mittlere Stand des Barometers um ı'/, Linie höher war als sonst. Nach den Tafeln von Lindenau berechnet, erhielt die- ser Standpunet,eine Höhe,von.=»...».., sraz,rab, 2.114,078% . 14,054, Mittel dieser drei Resultate ns 27 E11000R Nach den neuern Formeln von MFinkler.. durch Herrn Carlini nach la Place berechnet Pariser Fuls über dem Meere. Das Wetter war schön und der Himmel ganz wolken- leer, allein ein sehr kalter und beissender Wind zog von West nach Osten, ohne jedoch den Schnee zu heben. Mit der grölsten Sorgfalt und Genauigkeit beobachtete ich nun den Siedepunct des Wassers. Da ich aber wulste, dals man in den höhern Regionen kein Wasser findet, so hatte ich mir selbes von der Hohlicht-Herberge mitgenommen. Es wurde in ein dazu eigens bereitetes Gefäls geschüttet, und vermittelst des Weingeistes zum Sieden gebracht, wo- zu bereits eine Stunde verstrich. Als es stark überwallte, hielt ich einen dazu bereiteten Thermometer hinein, und erhielt folgende Resultate: Erste Beobachtung innerhalb 2 Minuten.„ 68°, 4/ zweite»» 5» 23,00, 47 dritte»» 10» a a Mittel+ 68°, 383tel. Hr.de Saussure fand im Jahre 1787 auf dem Gipfel des Montblanc den Siedepunct des Wassers.+ 68°, ggätel, während: sein. Barometer!„3 1.°....27.2..8 0,269, 5.011, T'hermomeier 2°, 3/ unter dem Gefrierpuncte zeigte. Eine Menge Steinkrähen umflatterten uns, und aufser einigen Mücken, halb todt auf dem Schnee liegend, fand ich keine andern Insecten. Nebst diesen nahm ich einige Stücke Glimmerschie- fer, das Gestein der obersten Spitze dieses Gipfels, nebst einigen Flechten mit mir. ı0* — 15 Der Gesichtskreis an diesem ganz heiteren Tage war aufserordentlich schön, er dehnte sich über die Alpen- gebirge Savoiens und der Schweiz aus. Die Ebenen Ita- liens waren ganz mit Dunst angefüllt, selbst bis in die tiefern Spaltungen des Aosta und d’ Ossola- Thales, Zuerst wandte ich meinen Blick nach Ost- Nordost hin. Tausende von Gipfeln, mit mächtigen Gletschern ein- gefalst, entwickelten sich einer hinter dem andern. Wie Pfeiler stiegen sie aus den Schweizer, Rhätischen und Juli- schen Alpen empor, worunter ich einige sehr hohe Spit- zen bemerkte, vielleicht gar die 14,060 Fufs hohe Ortels- Spitze in Tirol. Nordwestlich überraschten mich deutlich und klar nahe vor mir die Gebirge des Berner Oberlandes, die Jung- frau, der Finsterar und die Schreekhörner, von ungeheuern Gletschern umgeben. Als ich mich nun umwandte, eröffnete sich eine neue Scene meinen bereits schon trunkenen Augen. In der Richtung von West-Südwest erhob sich eine Reihe von abermals tausenden von Gipfeln, und zwar die höchsten und merkwürdigsien Europas. Zunächst zeigte sich mir die sonderbar gestaltete ganz nackte Felsennadel des Matterhorns( Mont- Cer- vin). Dieser steigt von drei Seiten ganz insolirt zak- kenartig aus einem der Matter- Gletscher hervor, an des- sen östlichem Ende der höchste Pafs der alten Welt von Zermatt im Wallis nach Val Tournanche und Aosta führt. In der nämlichen Richtung erschien der Mont- Com- bin, und dann endlich in seiner ganzen Majestät der Mont- blanc, welcher ganz von Schnee gepanzert, über alle übri- gen gegen Himmel empor steigt, und nur allein dem Rosa den Vorrang bestreitet; weiter links der sehr hohe Mont- Iseran, Mont-Roitor, welche beide von ungeheuern Glet-. schern umgeben sind. Im weit entfernten Hintergrunde, über unzählige Grppen Yonte-Vi hoch und Jichen A Wa sich Ihm fltete, d We desten A} kungsmit der Rundı Die Nachmilt einige 9 und ei sam den teau hat uns der' licher E scher eı munter D: trübte, des Hol Göttliche Nontblan Amı trinsh; Doch im H und kan d zur Freud Zum ich über; einem Tae len auch — 149 Tage m 3m Gruppen hinblickend, bildet der gleichförmig zugespitzte ne Pen den> en ne( 12000 2 Bee u und eine der merkwürdigsten Felsenspitzen der süd- | lichen Alpen. es,> ö . Wer würde nicht zum Staunen hingerissen, wenn t- Nordost BEE 2 Br i s sich ihm unter seinen Fülsen derselbe weite Horizont ent- 'hern a faltete, der unter unsern Blicken ausgebreitet lag? ar Mi: Weder ich noch meine zwei Führer fühlten den min- und Juli- desten Appetit, auch keinen Durst. Die wenigen Erquik- ohe Spit kungsmittel, die wir bei uns hatten, lielsen wir sogar auf e Ortels- der Rundung des Plateau zurück. Die Zeit verstrich unbemerkt, es wurde ein Uhr ınd klar Nachmittag, als ich den Gipfel verliefs. Ich nahm noch die Jung- einige Stücke Milchquarz mit eingesprengtem Glimmer, geheuern und einige Moose mit, und stieg dann sorgfältig und lang- sam den Schneesattel herab. Bis auf die Rundung des Pla- ne neue teau hatten wir wenig zu waten; allein dort mulsten wir In der uns der Vorsicht wegen an Seile binden, und in gewöhn- he von licher Entfernung einer vom andern, stiegen wir die Glet- öchsten scher entlang, und kamen Abends 6 Uhr glücklich und munter in unserer Hütte der Hohlicht-Herberge an. estaltete Da auch diesen Abend den Himmel kein Wölkchen nt- Cer- trübte, so hatte ich noch das Vergnügen, auf dem Gipfel ivt zah- des Hohlichts den Untergang der Sonne zu sehen. Die an des- Göttliche verbarg eben ihre Purpurstrahlen hinter den ’elt von Montblanc. 1 führt, Am folgenden Morgen schickte ich einen meiner Füh- t-(om- rer ins Thal hinab, und ich in Begleitung des andern machte ‚y Mont- noch im Heimsteigen einen Abstecher auf die Gemsjagd, Ile übri- und kam dann glücklich am 5. August Abends gesund und em Rosa zur Freude der Meinigen zu Hause an. \e Mont- Zum Beschlufs muls ich wiederholt bemerken, dals ‚on Glet- ich über alle meine Erwartung diese Reise nicht nur in einem Tage(des eigenthümlichen Gletscher-Steigens) son- nzählige dern auch ohne alle Beschwerden ausgeführt habe. Es — I 5 oO un dies here Führer U Marty aus gränzt beinahe an das Unglaubliche, wenn ich sage, dals ich auf dem Wege, den ich zu dieser Reise gewählt, nur eine einzige Spalte zu passiren hatte, nämlich jene aufdem ne Plateau. Wir fühlten keine Augenschmerzen, kamen mit un keinen aufgedunsenen Köpfen zurück, und wir alle drei Tage fühlten gar keine Art yon Übelkeiten während unserer Bar ganzen Reise. au Yonte-R NE zit der| re.n. schäftieet. Vierte, milslungene Reise nach dem Monte- ne Rosa, im Juli 1822. Jr Bar sammelte Der Winter von ı821 bis ı822 war zu schön, die un Berge den ganzen Lenz hindurch zu schneeleer gewesen, Bee und der Sommer zu warm und einladend, als dafs ich bei® Ar solchen hoffnungsvollen Aussichten nicht eine neue Reise DR auf den Monte-Rosa hätte unternehmen sollen. Auch trug 02“ die voriges Jahr so leicht und ohne grolse Beschwerde mail ausgeführte Gletscher- Wanderung vieles dazu bei, dafs um 3, ich den festen Entschlufs fafste, im Falle die Jahreszeit siegen zu Gletscher- Reisen günstig wäre, nicht nur den Monte- Plateau; Rosa noch ein Mal, sondern auch den Montblanc zu be- 1020 1E steigen.| var zul Es war mir nämlich darum zu thun, die auf dem schönster Gipfel G veranstalteten Beobachtungen zu wiederholen, und meine ers nach glücklicher Ausführung dieser Reise dann gleich ken umzo den Montblane zu besteigen, um auf demselben Verglei- Muth chungen anzustellen,\ Motzend, Von solchen Hoffnungen beseelt, und mit guten In- Wir hatte strumenten versehen, verlie[s ich Ende Juni Turin, und die uns yo kam nach drei Tagen in Gressonay und Noversch an. Theil oe; Mein Erstes war, durch ein Paar Leute die Hohlicht- Menge Il Herberge vom Eise räumen zu lassen, damit wir dort, wie erwähnen gewöhnlich, eine leidentliche Unterkunft fänden. Als ten wir H | Sage, dafs wählt, nur ene aufdem kamen nit ir alle diei nd unserer Monte- chön, die gewesen, 's ıch bei ie Reise ich trug ;hwerde e1, dals Ahreszeit n Monte- c zu be- auf dem len, und n gleich Verglei- ten In- vin, und an, Hohlicht- Jort, wie el, Als Be nr | 2 diefs bereits geschehen war, wählte ich mir die zwei besten Führer unsers Thales, nämlich den Castel und den braven Marty aus. Nebstdem begleitete mich mein Freund Joseph Squindo, ebenfalls ein geübter Gemsiäger. Ich hatte einige Tage früher das Vergnügen, den k. k. Obersten Baron», Welden in meinem Thale kennen zu lernen, Er hatte be- reits schon voriges Jahr, am 25. August, einen Theil des Monte-Rosa vom Sesia- Thale aus erstiegen, und war eben mit der Untersuchung der Seite von Gressonay her be- schäftiget. Am ı0. Juli, bei so ziemlich schönem YWVetter, wo der Barometer ı?/, Linie über veränderlich stand, ver- sammelte ich meine Führer, und am ııter des folgenden Tages reisten wir von Noversch ab, und stiegen den be- quemsten Weg bis zur Hohlicht- Herberge hinan, wo ich vor einem Jahre zwei Mal übernachtete. Die heitere Nacht, so wie der schöne folgende Mor- gen des ı2. Juli schienen mir die Ausführung meines neuen Unternehmens vollkommen begünstigen zu wollen; um 3!/, Uhr in der Frühe verkiefsen; wir die Hütte, und stiegen ungefähr eine starke Stunde bis auf das zweite Plateau; das erste Plateau blieb uns seit der Reise von 1820 rechts eine Stunde weiter unten liegen. Das Wetter war ruhig und schön, und über uns der Himmel vom schönsten Azurblau. Nur den Montblanc, wohin ich meine ersten Blicke richtete, sah ich von schwarzen Wol- ken umzogen. Muthvoll stiegen wir immer fort, jedem Abgrunde trotzend, bis auf dieRundung des grolsen letzten Plateau. Wir hatten sieben unergründlich tiefe und breite Spalten, die uns voriges Jahr nicht so im Wege lagen, auf zum Theil gefährlichen Schneebrücken zu passiren, ohne der Menge kleineren Vertiefungen, auf die wir gestolsen, zu erwähnen. Auf der Rundung des grolsen Plateau mach- ten wir Halt; allein das Wetter fing an, mir Besorgnisse nn 152—— zu machen. Schon umzogen uns einige Nebel, die uns yeah) die Aussicht auf die schwarzen Gewitterwolken, die mit bel dem Winde gegen uns zogen, raubten. Wir gingen in- Wandern dels, ohne Schlimmes zu ahnen, nach der Grotte, in pinlih welcher wir ı820 übernachteten, und die ı8aı durch eine Gone 1 ungeheure, das Plateau durchschneidende Spalte ersetzt kenlnsi? wurde. Auch diese war verschwunden, und an der Stelle einer gi kaum noch eine mit Schnee angefüllte Vertiefung. je sich Es war neun Uhr vorüber, als wir unsere Wanderung he, u fortsetzten, immer in der Hoffnung, der Wind, der jetzt Ruthen DI anfing kälter aus dem Matter- Thale herauf zu blasen, werde alles was diese Nebel und die herumzichenden Wolken zerstreuen. denken Ve Wir blieben jetzt öfters stehen ‚ in der peinlichen Unent- ıl,ooo F schlossenheit umzukehren oder vorwärts zu gehen. Uns Schnee alle drückte die gleiche Besorglichkeit. We Ich war etwa 50 Schritte zurück geblieben, als mich uns belan ganz unbemerkt ein sanfter Schlaf beschlich. Ich weils Die zunel nicht geschah es durch einen Traum oder die Erinnerung, Weib und dals man in dieser Stimmung leicht und unbewulst in den ist keine I ewigen Schlaf übergehen könne, ich fuhr rasch zusammen, unbeschre schritt vorwärts, und zu meinem grölsten Erstaunen salsen meine Gt beide Führer in Schlaf versunken, und einige Schritte gende 6 weiter lagder Joseph Squindo, auf dem Schnee hingestreckt, banden u tief schlafend. Ich weckte alle auf, machte sie auf die 0, auch Gefahr aufmerksam, die man auf diese Art läuft, und er-\ Iennend, klärte zugleich, dafs wir schnell entweder vorwärts oder| unsere Ri zurück mülsten. Sie machten mir nun Vorstellungen, wir 4 Alsı wären bereits an unserem Ziele, das Wetter werde sich| niter zu gewils zerstreuen, und es uns reuen, wenn wir umgekehrt Richtung wären, und das Wetter sich ausheitern würde. Ich liefs Snuindo vr mir's gern gefallen, weil es niemand mehr interessirte, den Schleudern Gipfel zu besteigen, als mich. Während wir nun noch mir dien einige hundert Schritte weiter, an einigen grolsen vier- Inmer ur! eckigen Schnee- Trümmern, acht Schuh im Quadrat un- usgehen gefähr, vorüber wanderten, die wahrscheinlich vom FGi- Ihdie Bi 1, die uns A, die mi | Singen in. Grotte, In durch eine Ite ersetzt der Stelle 8. Vanderung der jetzt en, werde streuen, n Unent- ıen, Uns als mich 'h weils nerung, in den ammen, n salsen Schritte estrecht, auf die und er- ts oder en, wir de sich gekehrt ch liels irte, den ın noch en Tiel- drat un- m F- — 15) pfel sich losgerissen hatten, und am Fufse dieses Gipfels, beiläufig noch eine halbe Stunde von dem Ziele unserer Wanderung entfernt, angekommen waren, überfiel uns plötzlich das fürchterlichste Wetter, das man sich nur denken kann. Sehr schnell wurden wir von einer WVol- kenfinsternils überfallen, unter uns, über uns glich alles einer gräuen Nacht, nicht zwei Schritte weit vor oder hin- ter sich vermochten wir zu sehen. Hagel, Schneegestö- ber, Sturm und Wind peitschten uns ins Angesicht, wie Ruthen mit Nadeln, auf die unerträglichste Weise. Kurz, alles was man sich nur Schreckliches und Tödtendes zu denken vermag, überfiel uns in dieser Höhe, ungefähr 14,000 Fuls über dem Meere, auf den ausgedehntesten Schnee- und Eisfeldern. Wer vermag wohl diese Lage zu denken, in der wir uns befanden? Wer vermöchte sie genügend zu schildern? Die zunehmende Kälte, das Jammern meiner Führer um Weib und Kinder, das fortdauernde Geschrei:»für uns ist keine Rettung mehr«, wirkte auch auf mich auf eine unbeschreibliche Weise, so dafs wenig fehlte, ich hätte meine Geistesgegenwart verloren. Doch selbst die stei- gende Gefahr forderte unsern ganzen Muth auf. Wir banden uns schnell an das mitgebrachte Seil, und traten so, auch nicht einen unserer frühern Schritte wieder er- kennend, in der dicken Nebelfinsternils herum irrend, unsere Rückreise an. Als wir auf dem Plateau ankamen, wo wir einen Tor- nister zurück gelassen, an dessen Lage ich die südliche Richtung des Gletschers bemerkte, wurde der Joseph Squindo vom Sturm im Wirbel gedreht und zu Boden ge- schleudert. Er stand halb betäubt wieder auf, und wollte mir die Richtung des Weges streitig machen. Ich blieb immer unbeweglich in meiner Richtung, liefs Squindo vor- ausgehen, die zwei Führer hinter mir— und so leitete ich die Richtung des ersten. Wir waren oft genöthigt mit a u nn — 15/4 den Fülsen Schneeschrollen abzustofsen, damit wir durch Auge deren Abrollen den Abhang des Gletschers wahrnehmen nal konnten, und so setzten wir mit aller Anstrengung unserer der N letzten Kräfte, und in einem unaufhörlichen HKampfe gegen| wage! einen bereits gewissen Tod unsern Weg weiter fort.| Mehrere Male mufsten wir den Squindo, der voraus| ging, aus den Vertiefungen, in die er gesunken war, her- Fün ausziehen. Endlich erreichten wir nach sechs Stunden, de von jeder Art Beschwerde begleitet, an Kräften ganz er- schöpft, das feste Gestein, wo wir uns endlich aufser der Gefahr, und so zu sagen, wundervoll gerettet fanden, und\ aus unserer beklemmten Brust wieder freien Athem zu am 12, schöpfen begannen. gen al Wir ruhten hier ein wenig aus, und erhoben unsern genon Dank gegen Himmel, für die wundervolle Rettung. Noch warte jetzt kann es keiner von uns begreifen, wie und durch digere welches seltene Ungefähr wir uns diesem schrecklichen stellen Chaos zu entwinden vermochten. den m. Diese unglückliche Unternehmung mit allen damit daher verbundenen Unfällen genau schildern zu wollen, geht auf me über die Gränzen meiner Kräfte— und was würde es auch samme nützen? denn nur derjenige ist im Stande, sich in die Noth verspr zu denken, der die höhern Schnee-Regionen und Glet- Wand scher kenn, und welcher dem Ungestüme des Wetters D auf denselben ausgesetzt war, ı| Leichter kann man sich vorstellen, mit welch inniger gen, da Freude ich den folgenden Tag, nach so vielen ausgestan- Ich denen Unfällen, nach Hause zurück gekehrt bin, und die mein seit guten Führer gesund in die Arme ihrer Familie brin- chen; all gen konnte, ze ihrer Me Es ist nach Erzählung all dieser Unfälle, denen unser sen, Wi Körper wie unsere moralischen Kräfte durch so viele Stun- nöthigen] den in den höchsten Regionen ausgesetzt waren, doppelt hen, den auffallend, dafs wir nachher weder Schmerzen an den biet, Lafe (langen, Erir durch Yahrnehmen INE ans ns Unserer Mmpie Segen fort, der voraus War, her- Stunden, 1 Sanz er- ulser der nden, und \them zu N unsern ng: Noch nd durch cklichen n damit 1, geht die Noth ınd Glet- Wetters ı inniger sgestan- und die lie brin- en unser ‚ele Stun- doppelt au den Augen, noch Abschälen der Haut, noch irgend ein Ver- unstalten im Gesicht verspürten; gewils ein Beweis, was der Mensch durch vieles Abhärten und Gewohnheit zu er- tragen vermag. —— aa aa ana Fünfte und letzte Reise nach dem Gipfel des Monte-Rosa, am 1. August 1822, Nachdem ich die vierte Reise auf den Monte-Rosa, am ı2, Juli 1822, durch das ungünstigste Wetter milslun- gen sah, gab ich dennoch den Muth nicht, auf, meinen vor- genommenen Plan bei günstigem Wetter auszuführen. Ich wartete delswegen mit Ungeduld auf schönere und bestän- digere Tage, die sich nur erst am 27. Juli Abends einzu- stellen schienen. Sonntag den 28°ter war ein heiterer Tag, den man sich nicht schöner wünschen konnte; ich säumte daher nicht, meine gewöhnlichen Führer, welche mich auf meiner beschwerlichen letzten Reise begleiteten, zu- sammen zu rufen; indessen hatte doch, trotz der reich versprochenen Bezahlung, keiner mehr Lust, die neue Wanderung mitzumachen. Durch viele Vorstellungen liefs sich endlich der brave Mariy bereden; für Castel mufste ich einen andern din- gen, da derselbe nicht zu finden war. Ich wünschte noch Abends die Hohlicht- Herberge, mein seit zwei Jahren benütztes Nachtquartier, zu errei- chen; allein, die Führer wollten nicht, und ich mulste mich ihrer Meinung fügen, erst den folgenden Morgen abzurei- sen. Wir benutzten also den 29°t®®,um langsam, mit allen nöthigen Lebensmitteln und andern Geräthschaften verse- hen, den gewöhnlichen Weg über die Alptrifien von Ga- biet, Lafets, am Indren links vorüber nach der Hütte zu gelangen, damit wir am folgenden Morgen, ganz ausgeruht, 7 h | | | N | zu 156 nn} frühe unsere Wanderung unternehmen könnten; allein Der he der Morgen des 30. Juli erschien trübe, und die höhern| un 4 Gebirge waren mit Nebel bedeckt. Der letzte Unfall war| A noch zu frisch in meinem Andenken, und schreckte mich ı ab, zu reisen, und so entschlofs ich mich, noch den fol-| a genden Tag abzuwarten,| Reise 2 Indels, um den Tag nicht unnütz zu verlieren, un- Vorwar ternahm ich eine andere Wanderung, nämlich auf den Norgen ganz von Gletschern umgebenen Felsenkopf, die Nase ge- zuch dl nannt, welcher vom linken und rechten Arme des grolsen Abends Lys-Gletschers eingeschlossen ist, und vom grolsen Kamme bruche des Monte-Rosa/ nördlich herabstürzt. Um auf diesen schönste schroflen Felsen zu gelangen, mufsten wir die abschen- Horizon lichsten Spalten und furchtbarsten Abstürze des Salzen- allen s Gletschers passiren, welches in der Entfernung beinahe ich ihn unmöglich schien. Doch wir versuchten es, und nach verliel zwei Stunden gefährlichen Weges gelangten wir glücklich stiegen hinüber. dem Wi Wir kletterten nun bis auf seinen Gipfel, allwo ich das zwe folgende Beobachtung um 2 Uhr Nachmittags machte: piel de Baromleteras.. udt ind 5 ee, Bit: 6 dann eı Thermometer im Freien...+ 4’, 5° Reaumur. E Zu meiner gröfsten Verwunderung traf ich hier in mehrer dieser Höhe noch lebende und sogar blühende Pflanzen und nuı an. Während ich mich bemühte, einige dieser zu sammeln, aufwärts um solche zu trocknen, überfiel uns schlechtes Wetter, Grade st um 2'/, Uhr fing es an zu hageln, und es schneite und reg- Wolke vo | nete bis anden Abend fort. Man denke sich nun die gefähr- Jg vora | liche und höchst mühsame Rückkehr auf dem zerrissenen Eihitzung El Gletscher-— kurz, wir kamen halb erstarrt und durch- gelangten I nälst Abends 6 Uhr in unserer kümmerlich eingerichteten Platea, ‘2| Hütte an. Eine schöne Aussicht auf morgen!— Wein un! E; Wir brachten die Nacht unruhig zu, das Brausen und Indi Toben des Windes, welcher in der Nacht entstand, liels| Wind, im uns nicht schlafen, und puderte uns öfters mit Schnee ein. Vesten,] ten; allein die höhern Unfall war 'eckte mich ch den fol. heren, un. ch auf den € Nase ge- es grolsen en Ramme uf diesen - es Salzen- 5 beinahe ınd nach lücklich [wo ich te; hu eaumur, h hier in Pilanzen sammeln, Wetter, undreg- 2 gefähr- pissenen d durch- richteten ‚usen und and, Jiels ‚hnee el. —n 157 me Der heftige Wind dauerte auch am Morgen fort. Ich schlich um 4 Uhr aus der Hütte, und sah die Gipfel des Monte- Rosa mit einem Schneenebel bedeckt, dagegen die übrige Atmosphäre hell und dunstrein. Auch diesen Tag hatte ich noch nicht Lust, meine neue Reise zu versuchen. Die Führer wollten unter manchem Vorwande zurück, allein ich wollte noch den folgenden Morgen abwarten, und schickte einen von den Führern nach der Alpe Gabiet, um Brennholz zu holen. Als er Abends zurück kam, bereiteten wir alles zum frühen Auf- bruche auf Morgen. Der ı. August erschien, und das schönste Wetter schien uns zu begünstigen. Der ganze Horizont war wolkenfrei, und die Atmosphäre dunstrein, allein sehr kühl, und der Gletscher so hart gefroren, als ich ihn noch nie gefunden hatte. Bei diesen Umständen verliefsen wir um 4 Uhr in der Frühe unsere Hütte, und stiegen lustig und ohne Mühe, eine gute Stunde ungefähr dem Wege folgend, den wir am ı2. Juli machten, bis auf das zweite Plateau hinan. Hier sah ich die südlichen Gi- pfel des Monte-Rosa zuerst, dann den Montblanc, und dann eine Menge andere Gipfel von der Sonne vergoldet. Es hatten sich auf dieser Ebene seit dem ı2. Juli mehrere Spalten gebildet, die wir vorher nicht sahen, und nun diefsmal umgehen mufsten. Je mehr wir nun aufwärts stiegen, desto kälter wurde es, und im nämlichen Grade stieg auch der Wind, der beständig eine kleine Wolke von Schneegestöber gegen uns den Gletscher ent- lang voraus trieb. Wir achteten diefs nicht, da wir durch Frhitzung beim Steigen die Kälte minder empfanden, und gelangten schnell und ohne Ermüdung bis auf das grofse Plateau. Hier erquickten wir uns durch einen Schluck Wein und mit Brot und Räse. In dieser Zwischenzeit, es war 8 Uhr, wechselte der Wind, immer sich verstärkend, und stieg nun auch von Westen. beständig mit Schneegestöber begleitet, aus der — 158— Tiefe des Matter- Thals herauf. Das Schneegestöber, wel- die ches vorhin sich nur über die Gletscher, ungefähr 4 Schuh unse hoch, wellenförmig fortwälzte, fing nun an uns empfind- ge lich zu werden, und über Mannshöhe zu stauben, welches nuls unsoft den Athem hemmte. Dessen ungeachtet setzten wir| ders! muthvoll unsere Reise fort, bis auf die letzte Ebene, an| gesd dem Fulse des Gipfels G. Wir fanden in diesen Gegen-\ jeles den, seit unserer letzten Anwesenheit, den Schnee sehr kaum angewachsen, so, dafs die damals bemerkien grolsen and Schneetrümmer beinahe bedeckt waren, und beiläufig 6 nutzte Schuh hoch Schnee mehr lag, als das letzte Mal. und un Hier betrachteten wir nicht ohne Entsetzen den Gi- sie uns pfel der Pyramide und den steilen, scharf geschnittenen fen mu Schneesattel, der uns auf denselben führen sollte. Die würde heftigsten Windstöfse, von drei Richtungen zusammen bla- dert I send, die den Schnee zu einer Wolke in die Höhe wirbel- pfels 1 ten, brausten uns entgegen, dinneı Ich berathete mich mit meinen Führern, was bei hatten diesen gefährlichen Umständen zu thun wäre; der Marty und ı8 flölste mir Muth ein, der andere schien zu betroffen, um uns hal eine Meinung zu haben. Ich selbst bemerkte, dafs wir den, u nun zum zweiten Male so nahe am Ziele, nicht zurück hellen, könnten, und so fingen wir an, den Schneesattel auf der Leben, innern Seite des Plateau zu ersteigen. Der Schnee war Jichen B durch das Wehen des Windes so compact und hart, dafs Kreuz be wir gleich Anfangs Tritte einhauen mulsten. Marty ging land ich ı voraus, dann ich, und der zweite Führer, Bonda, folgte ine Rost auf dem Fufse mir nach. Wir stiegen ungefähr 200 überzogen Schritte, als mein nachfolgender Träger den Muth verlor. Eis gleicht Er fing an zu zittern, und bat um Gottes willen umzukeh- erholt hatt ren. Ich sagte ihm, wenn er wirklich Furcht habe, so das mitge) sollerzurückkehren, und uns am Fufse des Sattels erwarten. Hälfte af Marty nahm dessen Bürde entschlossen auf sich, und so fäls Schitt jeder Gefahr trotzend, stiegen wir furchtlos weiter. Kaum bringen a d waren wir einige Schritte höher, so verdoppelten sich Stöber, el, hr; Schuh ms emphnd. 'en, welches setzten wir Ebene. an sen Gegen chnee sehr en grolsen beiläufig b ıl. n den Gi- Chnittenen ollte, Die ımmen bla- he wirbel- was bei er Marty ffen, um dals wir ht zurück el auf der chnee war hart, d»/s larty sing a, folgte fihr 200 ıh verlor. umzukeh- habe, 50 erwarten, h, und s0 ter, Kaum elten sich die Windstöfse dermafsen, dafs wir jeden Augenblick unsere Stöcke gegen den überhängenden Rand des Ab- grundes, der senkrecht nach Macugnaga hängt, einstolsen mufsten, und den Rücken gegen den Orcan kehrend, wi- derstanden wir seiner Stärke, um nicht über den Abgrund geschleudert zu werden. Wir sahen zu unserem Glücke, jedes Mal wenn die stärksten Windstöfse sich näherten, kaum einige Secunden vorher, den Wirbel über die Schnee- wand sich zu uns herauf wälzen. Diese Augenblicke be- nutzten wir, um uns so fest als möglich anzuklammern, und uns so vor dem Tode zu sichern; zwei Mal überfielen sie uns so arg, dals wir uns schnell aufs Gesicht hinwer- fen mufsten. Vielleicht nur um einige Pfunde leichter, würde uns der Sturm gehoben, und in die Tiefe geschleu- dert haben. Hundert Schritte unter dem Scheitel des Gi- pfels fing das Glatteis an, welches überdiels noch mit einer dünnen Rinde von angewehtem Schnee bedeckt war. Hier hatten wir bei unsern frühern Wanderungen im Jahr 1820 und ı821ı schon das blofse Gestein getroffen, an das wir uns halten konnten; jetzt mulsten Tritte ausgehauen wer- den, und nirgends konnten wir mit den Händen uns fort- helfen, nur unsere Stöcke und Fulseisen bewahrten unser Leben, bis wir endlich um ı0!/, Uhr unter unbeschreib- lichen Beschwerden zu dem Gipfel, auf welchem das eiserne Kreuz befestigt ist, empor geklettert waren. Das Kreuz fand ich im nämlichen Zustande, wie voriges Jahr, ganz ohne Rost, und von einer Bronzfarbe, wie von einem Lack überzogen. Auf der Südostseite war es zwei Zoll dick mit Eis gleichförmig belegt. Nachdem wir uns hier ein wenig erholt hatten, nahm ich die Instrumente hervor. Als ich das mitgebrachte Quellwasser heraus nahm, war es zur Hälfte gefroren; die andere Hälfte, welche ich in das Ge- fäls schüttete, in welchem ich den Siedepunct hervorzu- bringen gedachte, fror an der Sonne auf der Stelle. ’ B7 ——)0 m Jeden Augenblick mufsten wir unsere Hände verstek- na ken, um sie zu erwärmen. Beim Herausnehmen des Ther- hielt, mometergraphen zeigte er fünf Grad unter dem Grfrier- 1 9 puncte. unser Ich band dieses Instrument, zu diesem Zwecke mitge- mühs: nommen, vermittelst Eisendrath fest an das Kreuz, um im Schri folgenden Jahre das Maximum von Kälte und VYärme eines ven Jahres hindurch, in dieser Höhe zu erhalten. fortwä Nur mit der gsröfsten Mühe und Anstrengung konnte uns Dli ich den Barometer beobachten, Ich g Biusstandrak mes 1 aa. 16°, 17, 0 andere Thermometer am Barometer..— 4°, Mal ın * Thermometer im Freien a a 9 el: glaubt. Nach dieser dritten Beobachtung, verglichen mit der worde gleichzeitigen von der Brera in Mailand, berechnet durch mals, Herrn Carlini, ergibt sich eine Höhe von 14,118 Fuls über Herge dem Meere. Winds Aufser dem Schneenebel, der beständig um uns wie zufried eine Wassersäule in die Luft wirbelte, war die Atmosphäre men ge dunstrein, der Horizont aufserordentlich hell, kein Wölk- Wen g chen trübte in der ganzen Umsicht den Gesichtskreis. daesı Mit meinem Fernglase, dessen ich mich wegen der glückli beissenden Kälte nur wenige Augenblicke bedienen konnte, fortdau erkannte ich deutlich den Lago maggiore, den von Varese Nachmi und den Lago d’ Orta, die Sesia, den Tessin und Po, dann Do Mailand und Turin. Dort erkannte ich den königl. Pallast ich mich und die Superga, die ganze Alpenkette lag nach allen Sei- hırz, ehe ten in einer grolsen Entfernung klar vor meinen Augen. tt Loch| Nur das gegen Westen sich herauf ziehende Nicolai- Thal, er mei welches einen Arm des Vispacher-T'hals ausmacht, war sk: nur mit Nebel angefüllt. Alle mögliche Mühe wandte ich an, Nach eine -um den Siedepunct des Wassers zu erzeugen; allein ver- men Yir; gebens war meine Bemühung. Ich brachte es binnen Mir einer Stunde bis zum 64 Grad, aber dann löschte mein Tage echo, nde verstek. ‚en des Ther. em Grfrier. 'eche Milge- euz, um im 'ärme eines ung konnte ı oN [ 10® ‚en mit der hnet durch Fuls über uns wie nosphäre in Wölk- reis, vegen der en konnte, son Varese ıdPo, dann gl. Pallast allen Sei- n Augen. lai- Thal, acht, war te ich anı „llein ver“ es binnen ‚chte mein m jJ()j Brenn- Material aus, ohne eben vom Winde, den ich ab- hielt, angetastet zu werden. Nach einem Aufenthalte von ı!/, Stunde traten wir, beinahe halb erstarrt, zitternd unsere Rückreise an;' diese war über alle Beschreibung mühsamer uud gefährlicher als das Ersteigen. Alle unsere Schritte, die wir beim Hinaufsteigen ausgehauen, waren wieder verweht und ganz unsichtbar. Immer von dem fortwährenden Wirbelwinde und Schneegestöber begleitet, uns blofs auf unsere Fufseisen verlassend, kamen wir end- lich glücklich den gefährlichen Sattel herab, wo uns der andere Träger erwartete. Er sagte, er hätte uns einige Mal in dem wirbelnden Schneenebel verloren, und ge- glaubt, wir wären von demselben in die Luft geschleuder! worden. Er selbst wurde am Fufse der Pyramide mehr- mals, indem er sich in beständig taktmälsigem Hin- und Hergehen vor dem Erfrieren bewahrte, von den heftigen Windstöflsen nieder geworfen. Trotz allem dem war ich zufrieden, dafs ich glücklich mit meinen Trägern zusam- men getroffen. Wir alsen etwas, ohne zu trinken, da der Wein gefroren war, und verdoppelten unsere Schritte; da es immer den Gletscher abwärts ging, so kamen wir glücklich und schnell, ohne uns an Seile zu binden, allein fortdauernd vom Schneegestöber begleitet, um 3 Uhr Nachmittags in unserer Hütte an. Doch hätte ich beinahe für meine Verwegenheit, dafs ich mich nicht anbinden liefs, hart gebüfst, indem ich kurz, ehe wir den Gletscher verlielsen, in ein zugeschnei- tes Loch(einem Wasserbehälter ähnlich), dessen Decke unter meinen Fülsen brach, bis unter die Arme hinein sank; nur mit Hülfe meines Stockes ward ich gerettet.— Nach einem viertelstündigen Aufenthalte in der Hütte ka- men wir glücklich und gesund Abends 8 Uhr im Thale an. Wir hatten also den Weg, der uns früher 2— 3 Tage gekostet, in ı6 Stunden hin und her zurück gelegt, ıı 14 | 13 | ne fine —[52 welches ich vorzüglich der Härte des Schnee’s zuschreibe. änzlı seiti-"m war das ermüdende Waten gänzlich beseitigte. Der Stuı. 5 Fr ne Ba selbst im Thale von Gressonay so heftig, dafs unsere Me, gehörigen sehr um uns besorgt waren. usa d wä S Yo) A> n l] b und | I (Ileme TE TUE TEE WETTE WETTE Höhenu tend und. Irrea üb: Höhenunt Turın Rosa Turin üb Nıttäglie mit( Stande lite] drei Drit Auf dem när Anstaltete nach den Gleiche}, naclı der. Gleiche Beo dureh He uschreihe, blieb, und Stumm War unsere An- Zusammengestellte Resultate aller von mir be- rechneten Höhenmafse des Monte- Rosa. (Meine während drei Jahren wiederholten Beobachtungen sind auf gleichzeitige von Turin, Mailand, Ivrea gegründet.) < Zweite Keise, am 1. August 1820. Pariser Fuls, Höhenunterschied zwischen dem beobach- tenden Standpuncte aufdem Monte-Rosa und Ivrea: s 13,545} “ macht 14,282 Ivrea über dem Meere 739 S Höhenunterschied zwischen es Turin und dem Monte- 14,281 Rosa A: in 13,070 Turin über dem Meere 708 Mittägliche Beobachtung, verglichen mit dem mittleren Barometer- stande an der Meeresfläche.» 14,266 Mittel dreier Berechnungen:» 14,276 Dritte Reise, am 3. August 41821. Auf dem nämlichen Standpuncte ver- anstaltete Beobachtungen, und nach den Tafeln von:Lindenau» 14,126 Gleiche Beobachtung, berechnet nach der Formel von FFinkler» 17,078 Gleiche Beobachtung, berechnet durch Herrn Carlini, auf die SEE m nn— u 7 3 Pariser Fufs, ...= gleichzeitigen Beobachtungen von der Brera gestutzt#9,:» 14,054 Mittel dieser drei Resultate.„» 14,086 Fünfte Reise, am ı. August 1822. Dritte veranstaltete Beobachtung auf dem nämlichen Standpuncte auf dem Monte- Rosa, verglichen mit der gleichzeitigen von der Brera in Mailand, berechnet durch die Herren Carlini und Plana. 14,118 Mittel dreijähriger Berechnung der Höhe des Monteschosası a u, ae ne 14,160 Der unersteigliche Gipfel über diesem Slandpunsler rn Un Na 270 Also der höchste Gipfel des Monte-Rosa über der Meeresfläche a 14,430. ——— nn a ie nn an Zusammenstellung einiger Höhenmessungen, vermittelst des Barometers, am südlichen Theile des Monte- Rosa. Pariser Tois, oder Fufs, ;. msn ou? Saum Horizont der Sternwarte von Turin über dem Meeres- Horizont bei Genua.. 125, 790 Ivrea, Stadt im Canavesischen Gebiete, Mittel aus achtjährigen Beobachtungen 133, 739 Pont St. Martin, an der Öffnung des Lesa- oder'Ly&-Thales en Hr 209, 1291 Gressonay, St. Johann, erstes Pfarrdorf dieses T'hales en ee 709, 4254 Noversch, ein kleines Dörfchen zwi- schen St. Johann und Trinite... 826, 4,960 j, Tin Thales Elelbod achtet Pfarrdor! Die Kühal Gibiet-A Jufeis-A Nontel un alben Iittelhohe genannt Le Pisse, len von Cours de Gletsch: Felik- Alpe Gletsche Bodemie, Gränze de Roggen Hospitium dem Me Pals Verdo Gränze des v9. » der\ ! » del >» der A a Mittlere Fıyı Überste Erzl, Tiser Puls m Amy‘ ‚054 eu 14,086 nd [2=} [2 14,490, ungen, ‚chen 137 oder Fuß, La Trinite, zweites Pfarrdorf dieses Ehalesasıe 2, Die oa een Edelboden, Weiler, wo gleichzeitig beob- achtet wurde.„4©... surfen 5 Pfarrdorf Riva im Sesia-Thale.. Die Kühalpen z’schalferino, die niederste Gabiet-Alpen, X ngchste Hühalpen S Lafeis- Alpen, J x Montel und Verdobbiola, mittlere Küh- lnen sa, sn En a Mittelhohe Schafweiden, Schellbeten genannt Ar A er a Le Pisse, ım Thale Embours, Goldmüh- len von de Paulis a N Cours de Lys, am Fulse des grolfsen* Gletschers© Wars. san Felik-Alpe, oder Plateau des nämlichen Gleischers: rn... sr ses eea 3odemie, höchste Winterwohnung R Gränze des Getreide- und Fruchtbaues, Morgen und Gerste 7 vn... Hospitium Verdoppia,(neu erbaut), über dem Meeren a ee Pals Verdobbielar: en FR, Gränze des Serpentin-Gebildes... »» Erlen- Baumes( Alnus glu- Be) TA arme » der Weils-Tanne( Pinus picea) und der Arve(Pinus cembra) » des Lerchbaumes( Pinus larix) » der Alpen-Erle(Alnus viridis) »» Alpenrosen( Khododendron) Mittlere Erzhütte des Herrn /incent Oberste Erzhütte desselben.. Pariser Tois. oder Fufs, Loch Oberste Schafweide: 2. 4, u 255 Bothhorn Bipfel us... Sara.+. Grauhaupt- Gipfel Dos a UT; Hohlicht-Herberge und} 3: 2 Golderzgang 3 und ‚Gipieb a an Seltene Höhe des Wachholderstrauches esrZollhoth) 3-.. ne Gipfel der Nase RE RN„SL Bas’Huheplätzchea-.. no. 4 Höchster Antimonium-Erzgang... Zweites Hlateu x... 2,3 2.40% Grofses Plateau PH ETR SUN Nachtlager in der Eisgrotte( vermuthlich das höchst bekamite‘):?, 2,29, 92°, Die höchsten bis jetzt bekannten Moose und. Flechten u gu 2.2©3528, Pariser Tois. oder Fufs, mama Sn‘ 1,474 1,554° 1,729, 1,686, 1,8109, 1,680, 1,892, 1,642, 1,640, I ars 8,845 9,927 10,350 10,120 10,917 10,080 11,992 9.892 9,840 11,640 13,230 13,128 14,160 D. M 4. la, B.Die zu| (. Ein Mo Übersicht Baror dung penket zergrän Beschri Erste Reise Zweite Reis Dritte Reise Vierte, milk Juli 1893 Finfte und le am 1. Aue Baltate a] Venmalse( Zusammerstl], des Barome In ha ar D.- Monte. Rosa: 5. h: i x A. Lage des Monte-Rosa, und seine Höhe i; B. Die verschiedenen Wege, um zu dem Monte-Rosa zu gelangen...:. f s. C. Einige naturhistorische Bemerkungen über‘ den Monte- Rosa i A---:. x Übersicht mehrerer theils trigonometrisch, theils mit dem Barometer gemessenen Höhen zur richtigen Begrün- dung der Vegetations- Gränzen längs der grofsen Al. penkette, die von der Gränze Tirols, längs der Schwei- zergränze nach Savoien zieht:.£ a- A: khearın 8. Beschreibung der fünf Reisen auf die Spitzen Monte- Rosa, Erste Reise auf den Monte-Rosa, im Jahre ı8ı9 2 Zweite Reise auf den Monte- Rosa, im August 1820. Dritte Reise nach dem Monte.Rosa, im August ı821 5 Vierte, mifslungene, Reise nach dem Monte-Rosa, im Juli 1822.: Ä A 3; i 5: Fünfte und letzte Reise nach dem Gipfel des Monte-Rosa, am ı. August 1822:< 2 e b&. Resultate aller von Herrn Zumstein berechneten Hö- henmafse des Monte-Rosa. e.&:: Zusammenstellung einiger Höhenmessungen, vermittelst des Barometers, am südlichen Theile des Monte- Rosa Seite Ort Or 85 des ı62 163 ned N rei CM Kae lamera | | | | I | | I | | | | | | | | | | | | | | der: Duyomomei Ze Ben CR eralionen zur nun 4 der 2 egraßhischen Lage ”) Z E PER}. Vincent Ayramıde ie zeH. \ +\ % y%\ Y 7 ri\ 52 4 Y X 7,* ker7. ---T ,>- re 2 i 7 Eee\ x rt i} z eh h .n\ ne\ RE} Der\ A --\\ _\ \ Sie II IS! Ss RK SS IS f Rn°! II ASS) AS l DNS ATS Kaas Par ı RS T N /%' s/8/ x Suralelle auf‘ den Mleredimeon- Wald Geh; Dedlansn Apnal wuf em De AHor0 Dee F%: a. 4 28. 2 N iv I (Steinhun e) um SR 1822 Lamstellung MG oIH ce Koclikle Haube, 6. Nor Ri(A FE: L 64 ee(Z dl. On IRA d .- RK, are\ --\ ie ER y '\ RL> '\\\ a7\ \\\ Ka? N\\ a,\ !\ N,> ER\ en \ ost N N EN BEN\ m‘ ve ae N\\ LEN PEN\ R Y SDN\ ga a\ ER u. 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Fizzo del Waro\ 45,55.32 95,47, 12| 1198. 6 NER\\\ N e di Ss% Ir N\ S./: 2 sig N Fizzo del Ruse\ 45, 56,50\ 95,43, 38| 1308. 4 Ss\\\ r\ A SI x\\\ F Pi Ä” 2 BE N SHanfıynun Ad,ö7,ö6\ 25, 50,53| 1166, 9 ’‘\ Y x>.e Be N Fonlegrande Fig 45,59, 8\29,48,97\| 278,4 '\ N\ Fi’ 4 1\\\ ER,, N/„|, 54,\ 25,31, 29| 2104, 0 ' N\ ve ji a Er a 2 45, 54,4) 25,32, 2| 2975,27 se= 3 45,.65,20\ 25, 32, 24-\| 2336, 4 u a ee Visa Dery S. eis, A 48,35,38\ 25,32. 3| 28378, \ ir RS N\a h$ 3 EEE a 7 45, 35,63) 25,22, 0 \,,} y£ VENEN x \\\ hc 0370, 9 2958, 6 47,5 349,7 360g, 8 \\ 4 om Sirzo di Mlaro gegen Vom lunera Rerge ge Fan Sonte grande gegen Afiy ugnano Ber 4 903 ah re De 91.38 28|Fzzodel MHlor0.J: rg EUR | Be arnera”„ 85,23%— Kuse 90.27.49 Aanfugnano u 05,49,50 Giro del Rune 0,47 1 BI 192 80185 844014 2 80.391,14 2 79,44149 [ 4 Rosa Berg I" | 2 835818 3 80204 Rosa erg 40079476 |© 3. 83,28,20 GE 81284 5 m408 8/2 3a Be; I NG AH Gr 5,3298 6 79,30.0 | FIN\Tagy lin Yerro Berg 8328.0\93 Die aufdem Cuynera Bagge|\ 6 832770. 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