1 1 V1 4 d * 8 , n * f . Beitraͤge z ur Kenntniß und Behandlung 1 4 d er Wolle und Schaafe. . Nebſt einem Verzeichniß mehrerer Schaͤfereien. V Zum Gebrauch fuͤr b —. angehende Landwirthe und Fabrikanten. Von Johann Philipp Wagner. 5 2n. 9 2e. Mit, 5 einem Vorwort 4 g, vom 8—ſn — Herrn Staatsrath Thaer. V Berlin, 1820. Bei Ernſt Heinrich Georg Chriſtianf,. Schloßplatz⸗ und Breiteſtraßen⸗Ecke Nr. t⸗ U ihre2 Droduc linigen Erraic beide und die ſchr d kamen llos ir der d —ꝗʒʒʒᷓʒᷓʒᷓʒᷓᷓnnQ— Ur Lh k i de s— Herrn Staats⸗Raths Thaer ⁴ 5 e r das vorliegende Werk. Ucber die mannigfaltigen Qualitaͤten der Wolle, ihre Begriffe und Benennungen, mußten ſich die Producenten mit den Fabrikanten verſtehen und ver⸗ einigen, wenn nicht Unſicherheit und Fehlgriffe bei Erreichung ihres Zwecks obwalten ſollten. Da aber beide Theile in den meiſten Faͤllen zu weit getrennt, und die Forderungen der letzteren in manchen Stuͤcken ſehr verſchieden und oft widerſprechend waren, ſe kamen die Wollhaͤndler als Mittelsperſonen nicht blos im Handel, ſondern auch in der Beurtheilung der Qualitaͤten dazwiſchen. 1Vv Aber dennoch blieben die Anſichten ſo verſchie— den, und die Ausdruͤcke ſo doppelſinnig, daß der Producent, der in der Leitung ſeiner Zucht ſich gern nach dem wahren Wunſch ſeiner Abnehmer gerichtet haͤtte, nicht wußte, woran er war und was er thun ſolle. Oft wurde er durch unbegruͤndete Forderungen und Tadel, die ihm beim Handel gemacht wurden, ganz irre geleitet, und von dem rechten Wege, den er ſchon eingeſchlagen hatte, abgefuͤhrt. Daher war es fuͤr die Wollproduction ſehr er⸗ wuͤnſcht, daß ſich ein Mann, der ſich mit Wolle ſchon in der fruͤhen Jugend befaßt, und ſpaͤterhin die Wolle der vorzuͤglichſten ſaͤchſiſchen Schaͤfereien, theils auf dem Koͤrper, theils nach der Schur, ge— nau zu unterſuchen Gelegenheit gehabt, die Sorti⸗ rung in Magazinen geleitet, die Sortimente nach dem verſchiedenen Begehr eingerichtet, ſie nach ver⸗ ſchiedenen Landern verſandt und den Handelsgang kennen gelernt hatte— daß dieſer Mann ſeine Dienſte ganz dem Intereſſe der Wollproducenten und Schaafzuͤchter widmete. Aufgefordert von Vielen zur Unterſuchung der Heerden, orientirte er ſich noch mehr uͤber den Zuſtand derſelben, und erhielt Gele— genheit zu mannigfaltigen Beobachtungen uͤber die grrſch Veredlu E guter ſchftlch klare un und O ſimmte Scheift und ein ben.. jelten matſſch ſelbſt ſo bege ſe als men w zur S ter Pr niger( Und ſo nu eine ſhr — Fortſchritte und Hinderniſſe, oft Nuͤckſchritte der Veredlung. Er hatte ſich bei ſeinem Gewerbe durch Leſung guter techniſcher, merkantiliſcher und Staatswirth⸗ ſchaftlicher, auch naturwiſſenſchaftlicher Schriften, an klare und praͤciſe Begriffe, logiſche Ordnung und Entwickelung der Gedanken und be⸗ ſtimmte Ausdruͤcke gewoͤhnt, und ſo entſtand dieſe Schrift, welche bisher ohne allen Zweifel die beſte und einzig gute iſt, welche wir uͤber die Wolle ha⸗ ben. Wenn auch manche Saͤtze noch auf zu verein— zelten Beobachtungen beruhen, und vorerſt proble⸗ matiſch bleiben— wofuͤr ſie der Verfaſſer auch ſelbſt angiebt— ſo ſind doch viele der wichtigſten ſo begruͤndet, ſo klar und beſtimmt dargeſtellt, daß ſie als zuverlaͤßige Erfahrungs-Reſultate angenom⸗ men werden muͤſſen. Jene Saͤtze aber ſind dadurch zur Sprache gebracht, und ihre Anſicht iſt zu naͤhe⸗ rer Pruͤfung und etwanniger Berichtigung ſcharfſin⸗ niger Schafzuͤchter und Fabrikanten klar aufgeſtellt. Und ſo iſt die ganze Lehre von der Wollerzeugung zu einer ſo wiſſenſchaftlichen Verhandlung, wie ſie Erfahrungs⸗Sachen geſtatten, eingeleitet. vI Ich zweifle alſo nicht, daß Alle, die an dieſer fuͤr den Schafzuͤchter ſowohl, als fuͤr den Fabrikan⸗ ten und Wollhaͤndler ſo wichtigen Angelegenheit An⸗ theil nehmen, dieſes Buch mit derjenigen Aufmerk⸗ ſamkeit, die es allerdings erfordert, leſen werden. Ich werde in den Moͤgliner Annalen Gelegenheit nehmen, das Ganze ſowohl, als einzelne Saͤtze ge⸗ nauer zu analyſiren, und dieſe ſtehen auch Andern zur Mittheilung gruͤndlicher Gedanken daruͤber offen. Moͤglin, den 14. Januar 1820. D N. en d Titel A. Thaer. 3 Volle gergliede ungen, tur nach Eigenſch zu könne da Prrgu ju wen B 9 r. oed e. Dan Zweck der vorliegenden Abhandlungen zeigt der Titel. Ich habe es verſucht, die Eigenſchaften der Wolle als eines Dinges an ſich naͤher zu zergliedern, als bisher geſchehen iſt, um die Forde⸗ rungen, die ſich an die Wolle als Stoff ihrer Na⸗ tur nach machen laſſen, ſo wie die Merkmale ihrer Eigenſchaften in dieſer Hinſicht davauf zuruͤckfuͤhren zu koͤnnen. Das Prinzip der Gleichartigkeit habe ich hervorzuheben geſucht, weil es im Allgemeinen noch zu wenig beachtet wird. VIII Dem Begriff von der Nothwendigkeit des hoͤchſten Grades einer unbedingten Elaſticitaͤt habe ich entgegenzuſtreben geſucht, weil er dem eigentlichen Zweck des Gebrauchs der Wolle geradezu widerſpricht. Ich habe mich bemuͤht, den Einfluß der Raſſe des Thieres von dem Einfluß ſeiner Haltung und zufälliger aͤußeren Einwirkungen auf die Wolle zu ſondern, um das Schaaf an ſich deſto richtiger beurtheilen zu koͤnnen. Eine oberflaͤchliche Auseinanderſetzung der Tuch⸗ Fabrikation und des Wollhandels hielt ich fuͤr noͤthig, um dem angehenden Landwirthe die Nothwendigkeit einer zweckmaͤßigen Haltung der Schaafe und Darſtellung der Wolle als Waare deſto anſchaulicher zu machen, nicht aber um den Fabri⸗ kanten belehren zu wollen. Dieſer wird ſich dagegen aus den uͤbrigen Ab⸗ handlungen einigermaßen ſchon einen Begriff vom Wachsthum der Wolle verſchaffen koͤnnen, wenn er —— ich auf lugt ha P heit in Ehenſc ſireben, mivitk weden. E d W niſſe d jur W gen be Pel⸗ d ich die gen w * P. 1X noch auf keinem andern Wege Kenntniß davon er⸗ langt hat.— Wegen der bisjetzt noch herrſchenden Unbeſtimmt⸗ heit in manchen Begriffen von den erforderlichen Eigenſchaften der Wolle wird hoffentlich jedes Be⸗ ſtreben, zur Verbreitung richtiger Anſichten etwas mitwirken zu wollen, mit Nachſicht aufgenommen werden. Eine vielſeitige Uebung in der Beurtheilung der Wolle auf den Schaafen und allgemeine Kennt⸗ niſſe von der Btrarbeitung derſelben haben mich zur Bekanntmachung der nachſtehenden Abhandlun⸗ gen bewogen, welche ich nur als Beitraͤge zur Woll⸗ und Schaaf⸗Kunde zu betrachten bitte. Nach den darin enthaltenen Grundſaͤtzen ſuche ich die Zuchtthiere aus, deren Ankauf mir uͤbertra⸗ gen wird. In wie weit ich dem allgemeinen Zweck durch dieſe Abhandlungen naͤher gekommen bin, muß ich der Beurtheilung von Sachkennern uͤberlaſſen. Die — Wahrheit wird gewinnen, wenn ſich auch Manches in der allgemeinen Erfahrung anders bewaͤhrt finden ſollte, als es mir vorgekommen iſt. Mit Sorgfalt werde ich alle Berichtigungen ſammeln, die mir in oͤffentlichen Blaͤttern nur zu Geſicht kommen werden. Geſchrieben in der Mitte Dezembers 1819. Joh. Phil. Wagner, in Berlin, Landsberger Straße No. 11. —ꝛ— — Erſier A Zweiter Dritter; Pierter ¹ Erſter. Zweiter Duitter Erſter! Zweiter Dritter Lierter dünfter dechſet Giäe Inhalts⸗Verzeichniß. Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. Erſter Abſchnitt. Einleitung.§., 1—7. Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle.§. 8— 38. Dritter Abſchnitt. Ueber das Wachsthum der Wolle.§. 39— 62. Vierter Abſchnitt. Ueber die Verſchiedenheit der Wolle. §. 63— 66. Zweite Abtheilung. Ueber die Wollgattungen insbeſondere. Erſter Abſchnitt. Von der groben Wolle.§. 67—79. Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle.§. 80— 101. Dritter Abſchnitt. Von veredelter Wolle.§. 102— 106. Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemeinen. Erſter Abſchnitt. Ueber Thierraſſen uͤberhaupt.§. 107— 111. Zweiter Abſchnitt. Ueber die Haut im Allgemeinen.§. 112— 113. Dritter Abſchnitt. Ueber die Haut der Schaafe.§. 116— 118. Vierter Abſchnitt. Ueber Wollergiebigkeit.§. 119— 124. Juͤnfter Abſchnitt. Vom Einfluß des Geſchlechts auf die Wolle.§. 125. Sechſter Abſchnitt. Verſchiedenheit aller Individuen einer Raſſe.§. 126. Siebenter Abſchnitt. Wirkung des Wachsthums des Koͤrpers laͤauf die Wolle,§. 127— 130, XII Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaaf⸗Raſſen. Erſter Abſchnitt. Im Allgemeinen.§. 131— 134. Zweiter Abſchnitt. Von grobwolligen Schaafen.§. 135— 136. Dritter Abſchnitt. Von feinwolligen Schaafen.§. 137— 145. Vierter Abſchnitt. Von veredelten Schaafen.§. 146— 148. Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung der Haltung der Schaafe auf die Beſchaffenheit ihrer Wolle. Erſter Abſchnitt. Ueber Zuſtand und Haltung im Allgemei— nen.§. 149— 155. Zweiter Abſchnitt. Bedingungen des gehoͤrigen Zuſtandes. S. 156— 157. Dritter Abſchnitt. Von dem abweichenden Zuſtande der Wolle. §. 158— 169. Vierter Abſchnitt. Von dem abweichenden Zuſtande des Koͤr⸗ pers.§. 170— 172. Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber Nahrung. 9. ¹73— 180. Sechſter Abſchnitt. Ueber den Genuß der freien Natur. §. 181— 169. Siebenter Abſchnitt. Ueber freie Bewegung.§. 190. Achter Abſchnitt. Ueber die Wirkungen des koͤrperlichen Kraft⸗ aufwandes.§. 191— 195. Neunter Abſchnitt. euif die Folgen aͤußerer Einwirkungen §. 198— 201. Zehnter Abſchnitt. Ueber die Folgen der Ruheſtoͤhrung.§. 202. Eilfter Abſchnitt. Wiederholung der einwirkenden Urſachen auf . Koͤrper und Wolle.§. 203. Zwoͤlfter Abſchnitt. Ueber den Antheil des geſunden Koͤr⸗ pers an dem Zuſtande der Wolle.§. 204. Sechſte Abtheilung. Von beſonderer Fehlerhaftigkeit der Schaafe in Bezug auf Wolle.§. 208— 214. Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften der Wolle als Stoff. Erſter Abſchnitt. Von den Wollſorten aus der erſten Hand. 8. 208— 214¼. — ———— zräüer/ deitter A Diertr2 Faniter ert Erßer A zweitet Dritter Dierter Fänfter erſter waͤter Dritte ⸗ — XIII Zweiter Abſchnitt. Vom Gebrauch der Wolle.§. 215— 217. Dritter Abſchnitt. Vom Spinnen der Wolle.§. 218— 219. Vierter Abſchnitt. Von den verſchiedenen Gattungen wollener Zeuge.§. 220— 221. 1 Fuͤnfter Abſchnitt. Von den erforderlichen Eigenſchaften und der Zubereitung des Tuches.§. 222. Sechſter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der erforderlichen Ei⸗ genſchaften der Wolle.§. 227— 231. Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. Erſter Abſchnitt. Von der Einrichtung der Fabriken.§. 232— 233. Zweiter Abſchnitt. Ueber das bisherige Verfahren mit der Wolle und deſſen Folgen fuͤr Verkaͤufer und Kaͤufer.§. 234— 237. Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel.§. 238— 244. Ueber die Beſtimmung der Feianheitsgrade. §. 245— 248. Ueber die Beſtimmung der Kraft.§. 249. Ueber das Werthverhaͤltniß der verſchiedenen Sorten.§. 250. Behandlung der Wolle beim Sortiren.§. 251. Unkoſten beim auswaͤrtigen Commiſſions⸗ Verkauf.§. 252. Von auswaͤrtigen Marktpreiſen der Wolle. §. 253— 254. Vierter Abſchnitt. Von inlaͤndiſchen Marktpreiſeu.§. 255— 258. Fuͤnfter Abſchnitt. Vom Verhaͤltniß der Ein⸗ und Verkauf⸗ preiſe.§. 259— 262. Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung der Wolle. Erſter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchung vom Koͤrper abge⸗ nommener Wolle.§. 263— 276. Zweiter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchung der Schaafe in Bezug auf Wolle.§. 277— 278. Dritter Abſchnitt. Allgemeine Bemerkung.§. 279. XIV Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung der Heerden und der Zucht. Erſter Abſchnitt. Ueber den Zweck der Schaafzucht.§. 280. Zweiter Abſchnitt. Ueber die Errichtung einer feinen Heerde“ §. 281— 284. Dritter Abſchnitt. Ueber die Veredlung.§. 283— 297. Vierter Abſchnitt. Ueber die Paarung.§. 298— 299. Eilfte Abtheilung. Einige Beitraͤge in Betreff der Haltung. Verhaͤltniß der Nahrhaftigkeit der verſchie⸗ denen Futterarten nach Einhoff.§. 301. Allgemeine Regeln, gegen welche am meiſten gefehlt wird.§. 301. Einige Bemerkungen uͤber die Einrichtung der Staͤlle.§. 302— 304. Zwoöͤlfte Abtheilung. Ueber die Sicherung des Erfolgs bei Verſuchen. §. 305. Dreizehnte Abtheilung. Ueber die Behandlung der Wolle bei der Schur. §. 306— 315. Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung des Ertrags einer Schaͤferei. §. 316. Verzeichniß mehrerer gemuſterten Schhaͤfereien. Seite 297 und ferner. —— Druckffehler. Die Ueberſchrift der zweiten Abtheilung muß heißen: Woll⸗ gattungen anſtatt Wollengattungen. Seite 45 65 ⸗ 91 99 104 „ 106 209 2 115 „ 125 130 131 6 131 145 „ 145 5 151 5 169 2 169 173 8 275 „ 1276 190 s 203 6 215 „ 304 304 4 305 §. 67 6 101 125 N 138 141 s 141¹ N 6 141 4 150 4 164 5 174 2 7 Wollhaar ohne Komma, annſtatt mit dem⸗ ſelben. 1 bis 1 ½ Zoll, anſtatt 1 bis ½ Zoll. von einem Theil der Mutterſchaafe, anſtatt des Mutterſchaafes. einen breiteren Kopf, anſtatt einen brei⸗ ten Kopf. nicht recht begreifen, anſtatt nicht Recht — egreifen. der Licch je weniger dagegen der en, anſtatt die vͤckchen. 1 3 das gewiſſeſte Zeichen, anſtatt das groͤ⸗ ßeſte Zeichen. Die Anlage u ſ w. iſt, anſtatt ſind. in die friedliche Wohnung, anſtatt in ihre. letzte Zeile: entfernen, anſtatt enter⸗ nen. mit reinem Waſſer, anſtatt mit reinen. fuͤr Koͤrper und Wolle, anſtatt nach Koͤr⸗ per und Wolle. 4 am Schluſſe: Ungemaͤchlichkeiten, an⸗ ſtatt Uneigenmaͤchtigkeiten. daß aber, anſtatt das aber umfaſſen, anſtatt umfaſſen. daß die Zeuge langehin, anſtatt daß die Zunge langehin. bei unſchaͤtzbar fehlt). gewalkt, gerauhet und geſchoren, anſtatt gerauft. erſte Zeile: Leim⸗Waſſer, anſtatt Lein⸗ Waſſer. vierte Zeile: Auf⸗ und Abſpuhlen, an⸗ ſtatt Abſpuͤhlen. mechaniſche Behandlungen u. ſ. w. ma⸗ chen, anſtatt Behandlung. muß die Parentheſe mit der letzten Zeile, anſtatt oben ſchließen wo es heißt: in wie weit der Staub u. ſ. w. — fehlt der Nachſatz:„der Fehler wird ebenſo beurtheilt, als ſtammte er von der Raſſe.“ unten:„ſtockt nun der Handel mit den Fa⸗ brikaten, anſtatt Fabrikanten“ Zeile 5 von oben: Wiececzin, anſtatt Wincer⸗ 4 zin. und 5 von unten: Oſtrowitt, anſtatt Oſtrowick; und Kries anſtatt Gries. Pantenau, und nicht Pantenan. Ue Berlin, gedruckt bei Leopold Krauſe, Adlerſtraße N o. 6.. — —2ꝑ Bx — Iltaie Joht Valei hergene 1 . al goöͤßer — — — — — Erſte Ablheilung. Neber Wolle im Allgemeinen. Erſter Abſchnuitk. Einleitung. F. I. Begriff von Haar. Erzeugniſſe der thieriſchen Haut beſtehen entwe⸗ der in Schildern, Schuppen, Borſten oder Haaren. Haar nennen wir jeden Koͤrper, der ſich auf der thieriſchen Haut aus einer hornartige en Ma⸗ terie zu einer mit einem fluͤßigem Mark verſehenen Roͤhre bildet. §. 2. Begriff von Wolle. Der Ausdruck Wolle iſt ſinnver Wallen, Welle, Wogen, und von ihrer Geefzat hergenommen. Mit dem Namen Wolle belegen wir indeſſen alle Arten von Haaren, welche unter ſich einen groͤßeren natuͤrlichen Zuſammen! Hang haben, als an⸗ 11 —y 2 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. dere Arten derſelben. Daher ſagen wir nicht allein Schaafwolle, ſondern auch Baumwolle. Im Großhandel wird dieſe Benennung noch auf mehrere andere Arten von Haaren ausgedehnt. Dagegen ſagen wir unter andern nicht Kaͤlber⸗ Wolle, ſondern Kaͤlber⸗Haare, weil ihnen jener natuͤrliche Zuſammenhang fehlt. §. 3. Gegenſtand dieſer Abhandlungen. Die gegenwaͤrtigen Abhandlungen haben nur allein Schaafwolle zum Gegenſtande. §. 4- Eintheilung der Abhandlungen uͤber Wolle. Die Wolle laͤßt ſich in doppelter Ruͤckſicht be— trachten: erſtlich, an und fuͤr ſich, oder: als Ding uͤberhaupt, und alsdenn: als ein zu verſchiedenen Zwecken brauchbarer Gegenſtand. §. 5- Eintheilung der erſten Abhandlung. Als Ding an ſich betrachtet, bietet uns die Wolle, wie jeder andere Gegenſtand in der Natur, folgende Punkte zur Unterſuchung dar: 1) ihr Weſen; 2) ihr Entſtehen, oder ihr Wachsthum; 3) ihre Verſchiedenheit; 4) die Veranlaſſungen dieſer Verſchie denheit. Lor tin wel her gen kern bet me zel nur len die ur, Erſter Abſchnitt. Einleitung. 3 §. 6. Von der Nothwendigkeit, das einzelne Haar zu⸗ erſt zu unterſuchen. Die Wolle beſitzt, als ein Inbegriff mehrerer einzelnen Haare, meiſtens nur ſolche Eigenſchaften, welche aus den Eigenſchaften dieſer einzelnen Haare hervorgehen. Daher iſt es nothwendig, dieſe Ei⸗ genſchaften erſt am einzelnen Haar kennen zu lernen, und alsdenn ſolche Eigenſchaften ſpaͤter zu betrachten, welche ſich nur aus einer Vereinigung mehrerer Haare ergeben. §. 7. Ueber die Beibehaltung des Ausdrucks Haar fuͤr das einzelne Wollhaar. Da das einzelne Wollhaar mit andern Arten von Haaren aͤhnlichen Urſprung, aͤhnliches Weſen, aͤhnliche Geſtalt und wahrſcheinlich gleiche natuͤrliche Beſtimmung gemein hat, und zur Unterſcheidung der Schaafhaare von andern Arten von Haaren der Ausdruck Wolle ſchon gebraucht wird, ſo be⸗ halte ich im Verfolg dieſer Abhandlungen den Aus⸗ druck Haar zur Bezeichnung eines jeden einzelnen dieſer Koͤrperchen bei. 4 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Volle. §. 8. B e g r i f f. Unter dem Weſen des Wollhaares werden ſo⸗ wohl ſeine aͤuſſeren Beſtandtheile, in welche es ſich zergliedern laͤßt, als ſeine Geſtalt uͤber⸗ haupt, und ſeine Grundſtoffe, die es enthaͤlt, mit den Eigenſchaften und Kraͤften, welche davon abhangen, begriffen. §. 9. Von den duſſeren Beſtandtheilen des Woll⸗ haares. Das Wollhaar beſteht, in ſo weit es ſich auſſer— halb der Haut beſindet, aus der eigentlichen Roͤhre und aus einem vermittelſt eines Sonnenmikroskops deutlich zu erkennenden Zellgewebe im Inneren dieſer Roͤhre, worin ſich im geſunden Zuſtande des Thieres und Haares ein leimartiges, oͤligtes Mark oder ein Saft befindet, der wanhrſcheinlich aus der Wurzel koͤmmt. Das menſchliche Haar wird noch von einem beſonderen Oberhaͤutchen umgeben, und ſoll an den Seiten noch mit mehreren kleineren Roͤhrchen ver⸗ ; ſo, wie jede einzelne Faſer einer Feder re Seitanſa ſern hat. Ob das Wollhaar ebenfalls von einem ſolchen 42 „22 Ꝙ en Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 3 hhen umgeben werde oder nicht, duͤrfte fallen zu unterſuchen. 5 r t auch unter dem Mikroskop wieder Auswuͤchſe. Dieſe haben aber geringſte Aehnlichkeit mit der Geſtalt der gren, ſondern beſtehen meiſtens nur in C „ Unfoͤrmlichkeiten; auch ſindet in ihrer gegenſei⸗ 3 kein Ebenmaaß Statt. Dazu ſie von anhaͤngenden tdehe en hr ſchwer zu unterſcheiden ſind. 1 Anterſuchung ein Bei der Unterſe zelner Haare knt man daher wohl, wenn man ſie vorher mit einem Pin⸗ ſelchen abſtreift. Geſtalt des Wollhaares. 12 p 219 EA 3— ihr zu unterſcheiden: HBo Sig hoſßhs— d 4514 5 911 EG 3 168 z lche die Rohre der ange nach —⁹ Oꝗæ „SASApg 82 ₰ 12 22 Umſe an 1953 age. F. I1, Von der durchgaͤngigen Figur, welche die Roͤhr der Laͤnge nach bildet. 8 Unter der Figur der Laͤnge wird die Richtung der Roͤhre von einem Ende bis zu dem andern ver⸗ ſta den. Dieſe kann geradlinigt, oder von der geraden G 1 A re n, AX⅜, 3, Sſ au, 5 Anie abweichend ſein. Im erſten Fall nennen wir 56 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. das Wollhaar: ſchlicht, gerade, und im andern: gekruͤmmt, gekraͤuſelt oder geſchlaͤngelt. §. 12. Von der Oberflaͤche. Die Oberflaͤche eines Wollhaares kann, wenn ſie auch von Auswuͤchſen frei iſt, ebener und un⸗ ebener ſein. §. 13. Von der Geſtalt des Umfangs. Die Geſtalt des Umfangs eines Wollhaares iſt in der Regel rund. Durch den verſchiedenen Licht⸗ ſchein auf der Oberflaͤche, der da entſteht, wenn man ein Wollhaar mehrere Male um ſich ſelbſt windet, wurde ich fruͤher ebenfalls verleitet anzu⸗ nehmen, daß es Wollhaare mit bedeutenden Ab— plattungen geben muͤſſe, wenn ich mich nicht durch die Verſuche mit dem Sonnenmikroskop uͤberzeugt haͤtte, daß ſowohl das grobe, als das feine Woll⸗ haar rund iſt; daß aber gleichwohl die Roͤhren keine vollkommnen Cylinder im ſtrengſten Sinne des Worts bilden, ſondern beim erſten Blick hin und wieder Abweichungen zeigen, deren Daſein bei einer veraͤnderten Richtung der Haare gegen das Mikroskop ſich beſtaͤttiget. Auf ſolchen Stellen, z. B. wo ein Haar ganz kurz gebogen, oder gleichſam eingeknickt iſt, da hat auch ſein Umfang eine etwas veraͤn⸗ derte Geſtalt. Eine andere Urſache mag ohne Zwei⸗ 661 3 Aan; Sahrunaee.„, fel im Mangel an gehoͤrigen Nahrungsſaͤften liegen, eenn In⸗ .—, — Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 7 wodurch das Haar zuruͤckgehalten wird, ſich nach allen Seiten hin gleichmaͤßig auszudehnen. Dieſe Abweichungen von der runden Geſtalt auf einzelnen Stellen ſind aber gegen das Ganze zu unbedeutend, als daß eine Eintheilung der Woll⸗ haare in runde und platte damit gerechtfertiget wer⸗ den koͤnnte. Und da ſowohl grobe, als feine Haare, in der Regel groͤßtentheils rund ſind, und Ab⸗ weichungen von dieſer Geſtalt hoͤchſt wahrſcheinlich nur durch Zufaͤlle veranlaßt werden, welche meiſtens in der Haltung liegen moͤgen, ſo duͤrften noch we⸗ niger Gruͤnde aufzuſtellen ſein, dergleichen Ab⸗ weichungen fuͤr Eigenthuͤmlichkeiten beſtimmter In⸗ dividuen oder gar ganzer Raſſen halten zu wollen. Wenn uͤbrigens die Cylinderform des Woll⸗ haares noch eine Beſon rhee an ſich hat, ſo moͤchte dieſe darin beſtehen, daß beſonders die laͤn⸗ geren Haare in ihrer ganzen aanas noch ein oder einige Mal um ſcch ſelbſt gewunden ſind; ungefaͤhr ſo, wie ſich eine Bohnenranke allmaͤhlig herumdreht. Wenigſtens iſt eine ſolche Geſtalt an laͤngeren Haa⸗ en bemerkbarer, als an kuͤrzeren. nd en n 22 §. 14. Vom Durchmeſſer des Umfangs⸗ Wenn vom Durchmeſſer des Umfangs der Roͤhre die Rede iſt, ſo nimmt man an, daß ſich der Umfang des Haares auf allen Stellen gleich ſei. Bei Wergleichungen heißt dasjenige Haar, welches 4 8 2(* 31G g 154,(— den groͤßeren Durchmeſſer auf den meiſten Stellen * 8 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen⸗ hat, das groͤbere, und das, welches den kleine⸗ ren hat, das feinere Haar. Die Begriffe von grob und fein werden alſo nur beſtimmt durch Vergleichungen oder durch be⸗ ſtimmte Maaßſtaͤbe. Auſſer dieſen Bedingungen ſind ſie keiner Anwendung faͤhig. §. 15. 1 Von der Groͤße der Laͤnge. Ein Wollhaar kann laͤnger oder kuͤrzer ſein. Beide Begriffe ſind aber eben ſo, wie die ven Grobheit und Feinheit, nur dann erſt beſtimmbar, wenn ſie ſich auf wirkliche Vergleichungen beziehen, oder durch gegebene Maaßſtaͤbe gemeſſen werden. §. 16. Von der durchgaͤngigen Geſtalt eines Wollhaares. Unter der durchgaͤn äen Geſtalt des einzelnen Saar 8 wird ſeine Geſtalt in Bezug auf jede Stelle der Lange begriffen, naͤmlich von einem Ende bis um andern. Ein Wollhaar kann z. B. in Betreff der Fi⸗ gur, die es bildet, oder in Betreff ſeiner Run⸗ dung, oder ſeiner Feinhe it Rrgenfe gleich, es kann aber auch in dieſen Beziehungen durchgaͤngig groͤßeren oder kleineren Abweichungen unterworfen ſein. 19 talt Die durchgaͤngige veſul des einzelnen Woll⸗ g ₰ ne ⸗,— haares iſt uͤbrigens bei der Beurtheilung der Wolle Uberhaupt einer der wichtigſten Punkte. zwilte Pon de Die Pallhaar ſt ach tend dem gldenn natärlich Ausdel Seiten ihrer O nuͤe de inſteume wahl ſ 35 ſer 6 9 — 1 ine⸗ laſ 9 de ligen Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 3 Von der natuͤrlichen Laͤnge eines Wollhaares. Die natuͤrliche Geſtalt, in der das einzelne Wollhaar gewachſen iſt, oder ſein natuͤrlicher Wuchs iſt auch ſeine n reretge Lange. Hat es ſich waͤh⸗ — 15, rend dem Wachſen gekruͤmmt, und bringt man es ., IS. HK 7 30 alsdenn in eine n Richtung, ſo iſt dies keine 82 7 naturliche Lange mehr, ſondern eine Laͤnge in der eo aeenſkeihe cnt or Malſ SuunChe n ft Die natuͤrliche Laͤnge der Wolle druckt man oft 0 * 1 4* 5 S— 536;„, 8 9 durch Wuchs aus. So ſagt man: die Wolle hat inen langen oder kurzen Wuchs. 8 §. 18. Von der inneren Geſtalt des Wollhaares. 1. Die innere Geſtalt des Wollhaares üranſſt die Seiten oder die Waͤnde der Ro ne und die Weite ihrer Oeffnung. Sie ſind fuͤr die meiſt en Menſchen nur vermittelſt zuſammeng Löſerern arcRifs rungs⸗ inſtrumente zu erkennen, und bei der ſtrengen Aus⸗ wahl ſehr fin er Zuchtth diere nicht zu uͤbergehen. Im Verſolg wird unter Geſtalt nur die aͤuſ⸗ ſere. G gſaln verſtand — §. 19. Von den Grundſtoffen der Wolle. Borſten, Haare, Wolle, u. ſ. w. beſtehen nach Lehrbuͤchern der Chemie uͤberhaupt aus Faſer⸗ ſtoff und Gallerte. W 10 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. Der Faſerſtoff iſt im reinen(deſtillirten) Waſſer, ſo, wie 1 Alkohol oder Spiritus, un⸗ auflösbar; in aͤtzenden Laugen aber bis zur Zerſtoͤrung aufloͤsbar; in Saͤuren ebenfalls aufloͤsbar, doch etwas ſchwieriger; in der Waͤrme trocknet er zu einer hornaͤhnlichen Subſtanz aus. Die Gallerte bildet in der Kaͤlte eine ſchluͤpfrige Maſſe, iſt in reinem Waſſer loͤsbar, aber nicht im Alkohol, und trocknet in der Waͤrme ebenfalls zu einer hornartigen Subſtanz aus. Was die Wolle insbeſondere betrifft, ſo ſoll ſie Kalk, Schwefel, wenigſtens ſchweflichten Stoff, eine freie Saͤure(nach Treffy, freie Phosphor⸗ ſaͤure,) und noch unbekannte Stoffe enthalten. Den Schweiß der Wolle hat man ſchon ge⸗ nauer zerlegt. Die Beſtandtheile des Menſchenhaares beſtehen, nach Burdach, in Gallert, Eiſen, Phosphorſaͤure, Kalkerde, vielem Schwefel und einem eigenthuͤm⸗ lichen Oele, das ſich in Alkohol leicht aufloͤſet und lebhaft mit Funken eihen Das Menſchenhaar Saͤuren machen es reichir und entfaͤrben es. Aetzendes Kali aber, oder Lauge, loͤſet es 15 §. 20. Von dem Zuſammenhang der Maſſe der Haar⸗ roͤhre. Die Materie oder Maſſe, aus der das einzelne Wollhaar beſteht, hat, wie alle anderen feſten Koͤrper, gwät dcen get gewiſſe Naſch hehr ha kann m ſe F meht. Von U waden ſere vecſta entaag ee von d — Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 11 einen gewiſſen Grad von Zuſammenhang, oder eine gewiſſe Feſtigkeit, wovon ihre Eigenſchaften, in Ruckſicht der Bewegungs⸗ oder mechaniſchen Ge⸗ ſetze, abhangen. In ihrem geſunden Zuſtande auf dem Koͤrper des Thieres iſt die Röhre des Wollhaares zwar mehr hart, als weich; allein dieſe letzte Eigenſchaft kann man ihr deshalb nicht ganz abſprechen, weil ſie zugleich dehnbar iſt. Hieruͤber im Verfolg mehr. §. 211 Von den mechaniſchen Eigenſchaften der Wolle. Unter den mechaniſchen Eigenſchaften der Wolle werden ſowohl ihre Empfaͤnglichkeiten fuͤr aͤuſ⸗ ſere mechaniſche Eindruͤcke, als auch die Kraͤfte verſtanden, dieſen Eindruͤcken zu widerſtehen oder entgegen zu ſtreben. Es laͤßt ſich aber keine deutliche Vorſtellung von dieſen Eigenſchaften erlangen, wenn man ſie nicht eben ſo, wie die Geſtalt, zuerſt am einzel— nen Haar, und alsdenn an mehreren zuſammen⸗ genommen unterſucht. §. 22. Von den Empfaͤnglichkeiten des Wollhaares fuͤr mechaniſche Eindruͤcke. Das Wollhaar iſt: 1) biegſam; 2) dehnbar, und: —,——,————₰— ———————————2 ———— ☛ A.2— — — — . 1 A ꝗꝙ 2=. 11 N 4— 3 5. 23 833 33 2——. G G 2 ——— 8S—— „ ◻ ₰——=* 5 = 2 S Z 2 3 7 6 8 2 2 ₰½— 2=——,—— 22 . 22 5—2— ρ̈——— == 2 G 1—, 23——== 2 88 8—— 65——₰.—2— 2— 8—,= X S S— 8̈ 2 PX .. 8 5 2 S 23— ₰ι= 5 — 2* 2—2 5——— △ 2 SE ☛— ₰ 8—₰—₰— S— 2 L S — S ᷣέ—2 ᷣ ν ☛— AAX——— g⸗—— ————— ◻☛☚——2— ——-—= 0 8 S ———— 2————— ☛—— G—) 2—— 8 —— 53 8— 2— 2— ——. ₰ 5 5=S —)—— 33— 2— 82 ₰ —— ◻ ◻η 2— B— B η— 8—— 1 Q— 8 6* ———— B 6— —— 22 ₰—— s— B ₰ 2 ½—* ̈— 2— —— η—— 4 ◻☛ 2——— 8— 22—— d———;—— 2—— -— 2————5 1— 2 N— 22 G&☛= S 2 ·— G 22—— S 8—— 8 22s 5— eo— ₰ 2.—— 8— ————* ꝙ+——, 2 — ⏑— 20 E————.— —— 2 1—= 2—.——— ☛—+.——— —— ☛‿——— E—)— —— 2——— 8 .—————————— 8—— 2 B— —— ☛— 3—— S— 2=„.— ꝙ 2= S 2— 2 5 ☛— 3 3 8 —. 0 8 8 —2——½ 8—— △‿. 2— 1 1 A —— 8— 2) α=— 2—2 2. G A —————&☛ 3 5 x==Z—=—. 2 2 ——½—₰— ☛—̈OR 4 3 2———* A 2 ₰ 32——— 7—.—— 3— —‿— 65 G—₰— 2—(& ₰—— — 8—— 42————— 8— 82.—— 8 25——₰ 8 2 2 8) S ‿——2 G 2——— 1—2 5———— S8 3 282ͤ=—. —— S=ͤS — SG—̈ 3 ‿ 8—— N SE S S 8 5ͤ= Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 13 3) ner Maſſe zuſammendruͤcken zu laſ kleinern; oder, was dasſelbe iſt: ohne daß ſich das Maaß des Raumes, welchen ſie ein⸗ nehmen, vergroͤßert oder verkleinert. Der Raum, den die Theile einnahmen, wird nur gewechſelt. 3. B. Venn man Reben biegt oder gerade ſtreckt, oder ein gewundenes Seil gerade zieht. Es giebt aber auch andere feſte Koͤrper, deren Maſſe ſich zuſammendruͤcken laͤßt, es ſei von zwei oder von allen Richtungen her, wie eine Feder, ein Stuͤck Korkholz, Gummi elaſtikum u. ſ. w. Sobald aber die Maſſe eines verkleinert ſich auch der Raum, den er vorher einnahm. Im eeſten Fall, wenn naͤmlich ein Koͤrper nur von zwei Richtungen her zuſam⸗ mengepreßt wird, entſteht eine Verkuͤrzung des Raumes, wenn aber von allen Richtun⸗ gen her, ſo entſteht eine Verengung deſſel⸗ ben, oder eine Verkleinerung des Koͤrpers. Die Eigenſchaft eines Koͤrpers, ſich in ſei⸗ ſ ück ſſen, koͤnnte man wohl ſchlechtweg ſeine Zuſammen⸗ druͤckbarkeit heißen. Die Unterſuchung dieſer Eigenſchaft faͤllt aber hei den Woll⸗ 1 haaren weg. 1. Koͤrpers zuſammengedruͤckt wird, 9 Ferner giebt es Koͤrper, deren Maſſe ſich uͤber ihren natuͤrlichen Zuſammenhang hinaus aus⸗ dehnen laͤßt, wenn ſie auch nicht, vermoͤge 7 4 8 G SA;/ 5 ₰ ſ ihrer Geſtalt, zuſammendruͤckbar ſind. 14 Erſte Abcheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. 4) Betrifft eine ſolche Ausdehnung nur eine Richtung, z. B. bei laͤnglichen Koͤrpern, ſo iſt ſie nur eine Verlaͤngerung des Rau— mes, den der Körper vorher einnahm; dieſer Raum mag nun gewechſelt werden, oder nicht. Werden aber alle Theile des Koͤrpers nach allen Richtungen hin ausgedehnt, ſo entſteht eine Vergroͤßerung des Koͤrpers, oder eine Erweiterung des Raumes. Dieſe Ei⸗ genſchaft heißt Dehnbarkeit. Endlich laſſen ſich eine Menge einzelner ela⸗ ſtiſcher Korper loſer oder dichter zuſammenge⸗ druͤckt denken. In dieſem Fall wird der Um⸗ fang des Raumes, den alle zuſammen einneh⸗ men, als ein Ganzes betrachtet, und dieſer Raum wird, bei der gewaltſameren Zuſam⸗ mendruͤckung der einzelnen biegſamen oder druͤckbaren Koͤrper, verkleinert, ſo wie er bei einem leichteren Druck groͤßer bleibt. Dieſe Verengung und Erweiterung des Raumes be⸗ ruht alsdann auf der großeren oder gerin⸗ geren Biegſamkeit und Schnellkraft der einzelnen Koͤrper. Was nun die Wollhaare betrifft, ſo haben ſie mit dergleichen Koͤrpern folgendes gemein. §. 24* Von der Biegſamkeit der VWolle insbeſondere. Begriff von Geſchmeidigkeit. Ein Wollhaar kann auf zweierlei Weiſe gebo⸗ — kräͤu dlls, ſdigen Naſe Keim dieg mit re. ho⸗ Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 15 gen werden, entweder, indem man es druͤckt oder kruͤmmt, oder indem man es gerade richtet, wenn es vorher gekraͤuſelt war. In beiden Faͤllen aͤußert ſich keine andere Eigenſchaft, als Biegſam⸗ keit. Seine Theile wechſeln nur den Raum, ohne ſich weder zu vergroͤßern noch zu verkleinern. Selbſt die Verlaͤngerung des Koͤrpers bei einer Entkruͤmmung iſt nur ſcheinbar. Die Biegſamkeit eines Wollhaares kann ſich, wenn man es blos an einem Punkte feſthaͤlt, nur auf einem Punkte und in einer Richtung, oder auch auf mehreren Punkten und in mehreren Richtungen zu erkennen geben. Bei Vergleichungen heißt ein hoͤherer Grad von Biegſamkeit der Wolle Geſchmeidigkeit, und ein geringerer Grad derſelben, Starrheit, Steifheit, Sproͤdigkeit, und in Bezug auf Reibung, Muͤrbheit. §. 23. Von der Dehnbarkeit des Wollhaares. Ein Wollhaar laͤßt ſich ferner nicht blos ent⸗ kraͤuſeln, ſondern auch uͤber die Entkraͤuſelung hin⸗ aus, in ſeiner Maſſe noch ausdehnen, oder eigentlich verlängern. Dieſe Dehnbarkeit ſeiner Maſſe muß alſo nicht mit der Dehnbarkeit ſeiner Kruͤmmungen verwechſelt werden, welche nur in Biegſamkeit beſteht. Mangel an Dehnbarkeit ſollte man ebenfalls mit einem beſonderen Ausdruck bezeichnen, ſo wie 16 Erſte Abtcheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. Mangel an Geſchmeidigkeit, z. B. blos mit Starr⸗ heit, ſo ſollte auch Mangel an Dehnbarkeit blos Sprodigkeit heißen, wenn nicht noch ſchicklichere Ausdruͤcke ihre Stelle erſetzen koͤnnen. C. 26. Begriff von Schwaͤche des Wollhaares. Der Begriff von Zerreißharpeil erklaͤrt ſich von ſelbſt. Bei Vergleichungen heißt ein höherer Grad von Zerreißbarkeit Mattheit, Schwaͤche. Von den Kraften des Wolthaares, mechanzſchen Eindruͤcken zu widerſtehen. Indem das Wollhaar geſchmeidig, dehnbar und zerreißbar iſt, beſitzt es auch zugleich die Wider⸗ ſtrebungskraͤfte, welche jenen Empfaͤnglichkeiten gegenuͤberſtehe Es zeigt naͤmlich: 1) das Beſtreben, nach erlittener Veraͤnderung in der Richtung ſeiner Theile die vorige Geſtalt wieder anzunehmen; z. B. wenn es gebogen oder gedruͤckt wird, ſo ſtrebt es ſich wieder aufzurichten; wenn es entkruͤmmt oder entkraͤuſelt wird, ſo ſucht es ſich wieder in ſeine vorigen Feründnungen zu begeben; 2) zeigt es eine andere, mit jenem Beſtreben ſehr verwandte Neigung, naͤmlich nach erlittener Ausdehnung ſeiner Maſſe, ſich in ſeinen Dol d nach volige derke 3 auf vie dnen, wieder einen! der jie nen; ei ald, un lſamm Ei beſed Feden oll Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 17 vorigen Raum wieder zu ſam men, oder ſich in ſich ſelbſt wieder zuruͤckzuziehen; 3) eine gewiſſe Staͤrke, vermoͤge deren es der Trennung ſeiner Theile oder dem Zerreiſſen zu widerſtehen ſucht, und welche es mit alle feſten Koͤrpern nach Verhaͤltniß ſeines Baues gemein hat. Die beiden erſten Kraͤfte, vermoͤge deren das Wollhaar nach erlittener Veraͤnderung ſeine vorige Geſtalt wieder anzunehmen ſtrebt, verdienen noch beſonders erwogen zu werden. §. 28. Von Federkraft oder Elaſſticitaͤt uͤberhaupe⸗ Diejenige Kraft, vermoͤge deren ein Koͤrper nach erlittener Veraͤnderung in ſeiner Geſtalt ſeine vorige Geſtalt wieder anzunehmen ſtrebt, heißt Fe⸗ derkraft, Elaſticitaͤt im Allgemeinen. Eine Federkraft kann ſich aber in einem Koͤrper auf viererley Art aͤußern. Nehmlich: einen gewun⸗ denen, gebogenen oder gedruͤckten Koͤrper richtet ſie wieder gerade, wenn er fruͤher dieſe Richtung hatte; einen urſpruͤnglich gewundenen oder gebogenen Koͤr⸗ per zieht ſie nach ſeiner Ausſtreckung wieder zuſam⸗ men; eine zuſammengedruͤckte Maſſe dehnt ſie wieder aus, und eine ausgedehnte Maſſe zieht ſie wieder zuſammen. Eine jede dieſer Erſcheinungen erfordert eine beſondere Bezeichnung der ſich dabei aͤußernden Federkraft, 1*4 18 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. Bei laͤnglichen Koͤrpern, die gebogen und ge⸗ druͤckt, aber wieder aufgerichtet werden, koͤnnte ſie Schnellkraft, Spannkraft, Strebekraft heißen; bei krummen Koͤrpern, die gerade gerichtet werden, ſich aber wieder zuſammenziehen, Kruͤmp⸗ kraft,(als Neigung, ſich wieder zu kruͤmmen), bei Koͤrpern, deren Maſſe zuſammengedruͤckt, aber wieder ausgedehnt wird, Dehnkraft, Stoßkraft, (extenſive Elaſticitaͤt), und bei Koͤrpern, deren Maſſe ausgedehnt wird, ſich aber wieder zuſammen⸗ zieht, Zuſammenziehungskraft,(intenſive Ela⸗ ſticitaͤt.) §. 29. Von der Aeußerung der Federkraft an der Wolle insbeſondere. 3 Schnellkraft oder Spannkraft beſitzt jeder feſte Koͤrper waͤhrend ſeinem Wachsthum in groͤße⸗ rem oder geringerem Grade, die Wolle aber vor⸗ zuͤglich. Ein von Natur gerade gewachſenes Haar mag gebogen, oder ein von Natur gekruͤmmtes Haar noch mehr gekruͤmmt oder auch ausgereckt werden; immer wird es ſtreben die vorige Richtung ſeiner Theile wieder anzunehmen, wenn es ſie auch nicht vollkom⸗ men wieder erreicht. Eben ſo hervorſtechend iſt bei gekruͤmmter oder gekraͤuſelter Wolle die Zuſammenziehungs⸗ oder Kruͤmpkraft nach vorhergegangener Aus⸗ ſtreckung. richt kraf uͤber ich, in ein Vehhe V ſtattet vorige 5. 8. ¹ſcen befnaͤ Abnah dies Don de 8d an de gebenen de da Palhar widet a ſch en diuſete Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 19 Dehnkraft der Maſſe kann bei der Wolle nicht in Betracht kommen. Die eigentliche Zuſammenziehungs⸗ kraft aber aͤußert ſich nach erlittener Ausdehnung uͤber die Entkraͤuſelung hinaus, obgleich nicht ſo merk⸗ lich, wie die andern Federkraͤfte, doch immer noch in einem bemerkbaren Grade, aber niemals in dem Verhaͤltniß, als ein Wollhaar die Ausdehnung ge⸗ ſtattet. Selten, daß ein ſehr dehnbares Haar ſeine vorige Geſtalt ganz wieder annimmt. Daher kann z. B. ein entkraͤuſeltes oder unregelmaͤßig gebildet ſcheinendes Haar, das ſich nicht mehr auf der Haut beſindet, das wohlgeſtaltetſte geweſen ſeyn. Bei der Abnahme der Proben und ihrer Behandlung iſt dies wohl zu beruckſichtigen. §. 30. Von der Beurtheilung der Groͤße der Federkraͤfte an einem Wollhaar. Der Grad einer jeden Federkraft wird erkannt an der Schnelligkeit, mit der ſie ſich unter ge⸗ gebenen Umſtaͤnden aͤußert, und an dem Raum, der dabei zuruͤckgelegt wird. So auch bei den Wollhaaren. Ae Je ſchneller und je mehr ein Wollhaar nach erlittener Veraͤnderung ſeine vorige Geſtalt wieder annimmt, naͤmlich: je ſchneller und je mehr ſich ein gebogenes Haar wieder aufrichtet, ein ent⸗ kraͤuſeltes ſich zuſammenkruͤmpt, und ein ausgedehn⸗ 20 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. tes ſich wieder zuruͤckzieht, deſto hoͤher iſt der Grad einer jeden der ſich dabei aͤußernden Kraͤfte. §. 31* Von der Staͤrke des Wollhaares. Diejenige Kraft, vermoͤge deren ein Wollha ein gewiſſes Gewicht traͤgt, und ſeine Stärke heißt, kann groͤßer oder kleiner ſeyn. §. 32. Ueber die allgemeine Bezeichnung der mechani⸗ ſchen Kraͤfte. Alle Federkraͤfte nebſt der Staͤrke laſſen ſcch, ſo bald von ihnen allen und von keiner beſonders die Rede iſt, durch Kraft im A llgemeinen aus⸗ druͤcken. Wired aber eine von jenen Kraͤften befonders gemeint, ſo muß ſie auch ſo bezeichnet werden, daß keine Verwechslung moͤglich iſt. Mehr, als die angegebenen Eigenſchaften un Kraͤfte in mechaniſcher Hinſicht ſind am Wollhaar nicht aufzudecken; Begriffe und Ausdruͤcke muͤſſen ſich alſo darauf beziehen laſſen koͤnnen. 11. 7 Aber Verwirrung der Begriffe und ihrer Be⸗ zeichnung wird immer entſtehen, ſo lange man von den einzelnen Kraͤften ſelbſt noch keine richtige Vor⸗ ſtellung hat und ſie nicht zu unterſcheiden weiß⸗ Die Ausdruͤcke Natur oder Nerv ſind zu unbe⸗ ſtimmt. Eine Abhandlung dber die Eindruͤcke, welche . örad ani⸗ ſich, ders aus⸗ nders daß Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 21 einzelne Wollhaare oder Wolle auf unſer Gefuͤhl machen koͤnnen, gehoͤrt nicht hieher, weil dies keine draft betrift. Sie koͤmmt in der Abhandlung uͤber die Unterſuchung der Wolle vor. S. 35 Von den chemiſchen Eigenſchaften der Wolle. Da ſich die Ane wohns der Grundſtoffe des Wollhaares an ſich und in Bezug auf andere Grund⸗ ſtoffe und Koͤrper wayrſcheinlich noch weiter als bis⸗ her ausdehnen, und feſtere Regeln daruͤber begruͤn⸗ den laſſen werden, und da es auch hier die Abſicht nicht ſeyn ſoll, einen geordneten Inbegriff techniſch⸗ chemiſcher Grundſätze in Betreff der Wolle zu lie⸗ fern; ſo mag hier von dem uͤber die chemiſchen Ei— genſchaften der Wolle bereits Entdeckten nur ſo viel ſtehen, als zur Behandlung der Wolle und Schaafe in Bezug auf Wolle fuͤr die gewoͤhnlichſten Faͤl le zu wiſſen nuͤtzlich ſein kann. Ihrer unverkennbaren Beſtimmung zufolge wi⸗ derſteht zwar die Wolle auf dem geſunden Koͤrper des Schaafes lange Zeit den gewoͤhnlichen Eindruͤk— ken der aͤußeren Natur, der Kaͤlte und Waͤrme, und ſelbſt der Naͤſſe; allein: anhaltende Feuchtigkeit ſcha⸗ det ihr doch unter allen Einwirkungen am erſten und meiſten, und demnaͤchſt ein oͤfterer Wechſel zwiſchen Naͤſſe und Hitze oder auch ſcharfe en Winden. Alle Theile der einzelnen Haare, welche davon be⸗ rroffen werden, erweitern ſich, nnd nehmen ihre fruͤhere „Geſtalt nicht wieder an.(Man ſieht hieraus, wie —————. 22 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. wichtig auch ſchon in dieſer Hinſicht ein dichter Wuchs und eine natuͤrliche Neigung der Wolle ſein muß, ſich im Stapel zu ſchließen.) Hitze allein muß weniger Einfluß auf das Woll⸗ haar haben. Dicht neben einer Flamme veraͤndert es ſich wenigſtens nicht gleich. Durch Kochen loͤſet ſich die Gallerte der Wolle auf; ſie wird dadurch ſproͤde und bruͤchig. Wie andere Umgebungen, ſo wie Behandlun⸗ gen auf die Wolle wirken, koͤmmt weiterhin an ſei— nem Orte vor. §. 34. Von den Eigenſchaften der Volle in Bezug auf Electrizitaͤt. Die Wolle iſt ein elektriſcher Leiter, wie das menſchliche Kopfhaar. Zu gutem Siegellack zeigt ſie eine auffallende Neigung. Oft habe ich gefunden, daß die ange⸗ brannte Spitze einer Stange noch nicht brauchte an— gerieben zu werden, um ein Wollhaar an ſich zu ziehen. Ich erinnere mich dabei aber auch einer Er⸗ ſcheinung, daß ſich ein Wollhaar bei der Annaͤherung einer Stange zuruͤckbog. Vielleicht lag wohl der Grund in den Beſtandtheilen des Siegellacks. Ueber die Anwendung des Siegellacks zur Un⸗ terſuchung der Wolle im Verfolg mehr. Im Laufe dieſes Sommers waren irgendwo uͤber funfzig Stuͤck auf ein Mahl, dagegen in der T ſch g ſo als W kann z.B. in I. der R gerechr macht ſ gen d Gewich deacken gleiche ſeren E haate a dinander udern füt jer we Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 23 Heerde zu Moͤglin bei einem Schlage nur eins durch den Blitz getroffen worden. §. 35. Von der ſpezifiſchen Schwere der Wolle⸗ Das Wollhaar ſchwimmt nur ſo lange, bis es ſich geſaͤttiget hat. Alsdenn geht es unter. Sollte ſich nicht aber auch die Maſſe der Roͤhre ſo ausgetrocknet denken laſſen, daß ſie ſchwaͤmme? Der augenblickliche Zuſtand des Wollhaares kann nur die Grade dieſes Verhaͤltniſſes bedingen, z. B. ein reichlicherer oder minder reichlicherer Saft im Innern, die groͤßere oder geringere Feuchtigkeit der Roͤhrmaſſe, den aͤußeren Fettſchweiß noch ab⸗ gerechnet, welcher das Haar im Waſſer noch leichter macht. 3 Die ſpezifiſche Schwere wird aber ſchwerlich je genau zu beſtimmen ſein. Daß ſich von groͤberer und magerer Wolle dem Gewicht nach nicht ſo viel in einen gewiſſen Raum drucken laͤßt, als von feinerer fettigerer Wolle bei gleichem Druck, davon liegt die Urſache in der groͤſ⸗ ſeren Sproͤdigkeit oder Starrheit der groͤberen Woll⸗ haare auf der einen Seite, und in dem dichteren An⸗ einanderkleben der fettigeren geſchmeidigeren auf der ndern Seite. Iſt aber feine Wolle ſehr rein, ſo faͤlt jener Unterſchied mehr oder weniger wieder weg. 24 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. §. 36. Von der Durchſichtigkeit der Roͤhre des Woll⸗ haares. Die Durchſichtigkeit der Roͤhre iſt nur unter ein m zuſammengeſetzten Mikroskop erkennbar, doch auch bei den feinſten Haaren nur auf der Mittel— linie. Die beiden Seiten erſcheinen dunkel. Nicht alle Arten von Wolle laſſen das Mittel der Roͤhre durchſichtig erſcheinen. Es iſt wohl anzunehmen, daß eine Roͤhre um ſo durchſichtiger ſei, je zarter ihre Beſtandtheile und je duͤnner ihre Waͤnde ſind. §. 37. Von der natuͤrlichen Farbe der Wolle. Es gibt bekanntlich mehrerlei natuͤrliche Farben an der Wolle, außer der weißen noch gelbliche, roͤthliche, braune und ſchwarze. Von dem Mark oder Haarſaft allein koͤnnen die Farben nicht herruͤhren, ſondern dieſe muͤſſen ſich bei ihrem Uebergang in die feſte Maſſe zum Theil noch erhalten. Denn alle dunkle Farben an der Wolle blaſſen immer mehr ab, je weiter ſie an Licht und Luft treten. Die Klarheit der Wolle im gereinigten Zuſtande zeigt ſich in verſchiedenen Schattirungen von dem Schein der Zinnfarbe an bis zur Weiße der Kreide. ——:———xꝛꝛ———⁴—— git 1 — — Drs aüt t din Aiſäung dzer i dem yid. Leber Jii Hauk aus fere, d Geſiat aar vdwnd Jeevetrict Acung duch des ſeron, und uit raßh dn düer b Nemn nnnſnſ ltel Zweiter Abſchnitt. Ueber das Weſen der Wolle. 25 §. 38. Was bis hierhin uͤber Wolle geſagt worden iſt, gilt dieſen Gegenſtand im Allgemeinen und ohne Beziehung auf den Koͤrper des Schaafes, worauf aber in dem folgenden Abſchnitt Ruͤckſicht genommen wird. Driteer Abſchnitl. Ueber das Wachsthum der Wolle. §. 39. Hervortreten des Haares. Beim Menſchenhaar gehen im Innern der Haut aus der Wurzel mehrere einzelne Faͤſerchen hervor, die ſich, mit einer Huͤlſe umgeben, in der Geſtalt einer Roͤhre in der Haut noch vere inigen, und von dieſer Huͤlſe begleitet werden, bis das Haar hervorbricht. Es durchbohrt alsdenn in ſchraͤger Richtung die aͤußeren Lagen der Haut und dringt durch das Schleimnetz und das Oberhaͤutchen hervor, und zwar nach Einiger Meinung durch be⸗ reits vorhandene dazu beſtimmte Poren, nach An⸗ dern aber bahnt es ſich ſelbſt den Weg. Wenn das Wollhaar denſelben Geſetzen unter⸗ worfen ſein ſollte, ſo waͤre es keinesweges gleichgu eltig, 25 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. durch welche Art von Oeffnungen es zum Vorſchein kaͤme. Denn, waͤre es der Fall, daß zur Aufnahme der Wollhaare beſtimmte QOeffnungen oder Poren bereits vorhanden waͤren, ſo waͤre der Zuſtand der Wollhaare auch noch mehr dem Zuſtande der Haut und ihren Veraͤnderungen unterworfen, als wir ſo davon vermuthen koͤnnen. 4§. 40. Art zu wachſen. Das Wollhaar verlaͤngert ſich von der Wurzel aus, oder mit andern Worten, es treibt oder ſchiebt ſich gleich jedem andern Haar vorwaͤrts. Dasjenige Ende, welches jetzt auf der Haut zum Vorſchein koͤmmt, bildet ſpaͤterhin das obere Ende. Man kann ſich davon leicht uͤberzeugen, wenn man ein Buͤſchel⸗ chen Wolle auf dem Schaaf unterbindet und es ſtehen laͤßt, oder auch wenn man kurze Wolle mit einer Farbe bezeichnet. Band und Farbe werde ſich ſpaͤterhin mit der Wolle immer weiter von der Haut entfernen. Das Wollhaar waͤchſt ferner beim geſunden Zu⸗ ſtande des thieriſchen Koͤrpers und bei fortwährender Un terha ltung deſſelben ununterbrochen fort. Nie iſt gaͤnzlicher Stillſtand des Wachsthums. Die Schnelligkeit des Wachsthums iſt groͤßer oder geringer, je nachdem die Wolle grob oder fein, das Thier jung oder alt, die Nahrung mehr oder weniger zutraͤglich und hinreichend iſt, und je nachdem die Wolle von aͤußern Einwirkungen Orile — reſchont Pallhoc ſchon ſrigen Die w t Don de T auf ci tenden ds i 6& vottl. Poll Volhe ihnüch haure tungen nch n Naht er a Iiw Dritter Abſchnitt. Ueber das Wachsthum der Wolle. 27 verſchont bleibt. Nach dem Abſcheeren waͤchſt das Wollhaar dem Anſchein nach ſchneller, als wenn es ſchon einige Laͤnge erreicht hat, weil man mit der ſteigenden Laͤnge die Zunahme weniger bemerken kann. Die wirkliche Zunahme aber von Zeit zu Zeit, iſt ſehr ſchwierig zu erkennen. §. 41. Von den Veraͤnderungen des Wollhaares waͤhrend dem Wachſen. Die Veraͤnderungen, welche mit der Wolle auf einem und demſelben Thier mit dem feortſchrei⸗ tenden Alter vorgehen, betreffen ſowohl ihre Geſtalt, als ihre Kraͤfte. So wie das Haar an Laͤnge zunimmt, wird es gegen das obere Ende hin dicker, die außerſte natuͤrliche Spitze abgerechnet, und zwar bei langer Wolle oft in einem ſolchen Grade, daß ſich das Wollhaar getrennt, in ſeinen Theilen nicht mehr aͤhnlich ſieht. Ueber die beſonderen Eigenſchaften der Lamm⸗ haare, koͤmmt das Naͤhere bei den beſonderen Gat⸗ tungen von Wolle vor. In den erſten Jahren erlangt das Wollhaar noch nicht die Kraͤfte, welche der darauf folgende Nachwuchs bekoͤmmt, wahrſcheinlich, weil der Koͤr— per anfaͤnglich zu ſeiner Ausbildung noch zu viel Nahrung erfordert. .. ſttet 28 Erſte Abtheilung: Ueber Wolle im Allgemeinen. dr — . ſe auch .§. 42. nähmen Von der erreichbaren Laͤnge des Wollhaares. Wie lang Wolle von der laͤngſten und kuͤrze⸗ ſten Art werden koͤnne, wuͤrde man alsdann erſt er⸗ zundt fahren, wenn die zu dieſer Beobachtung beſtimmten 1 Schaafe eine dieſem Zweck zuſagende Wartung und 1 Pflege erhielten. hie Uebrigens waͤre dies blos eine Aufgabe fuͤr die Shac Naturgeſchichte. Schwerlich waͤre fuͤr den Gebrauch 1 ¹ ein beſonderer Nutzen dabei abzuſehen. Auf alle in de V Faͤlle aber iſt fuͤr das Schaaf ſelbſt ein vieljaͤhriger lir i Wollwuchs nachtheilig. Dies hat ſchon die Erfah⸗ tuſt rung bei aͤhnlichen Verſuchen bewieſen. lirt d uc d ben H §. 43. Von dem erretchbaren Alter der Wolle auf dem ſort Schaafe. D Wie mit der erreichbaren Laͤnge, eben ſo ver⸗ rict i haͤlt es ſich auch mit dem erreichbaren Alter. Den pherſt wenigſten Naturforſchern mag dieſe Beobachtung. wohl von jeher vergoͤnnt worden ſein; denn es er⸗ Thier geht ja der Wolle wie den Trauben. Drei Jahre duch n lang hat man ſchon die Wolle ſtehen zu laſſen ſllben, verſucht.. Uebrigens ließe es ſich ſchwerlich wohl ſo leicht widerlegen, wenn man annaͤhme, daß die Wolle Int auf einem beſtaͤndig geſunden Koͤrper wahrſcheinlich ſo alt werden koͤnne, als das Thier ſelbſt, wenn 1 Dritter Abſchnitt. Ueber das Wachsthum der Wolle. 29. ſie auch noch auf demſelben anfinge, wieder abzu⸗ nehmen. §. 44. Von dem Abnehmen des Wachsthums des Wollhaa⸗ res auf dem Schaafe. Außer dem Alter koͤnnen noch andere Urſachen die Abnahme des Wollhaares auf dem Koͤrper des Schaafes herbeifuͤhren. Das erſte Zeichen ſeines Abnehmens erſcheint in der oberen Spitze. Dieſe ſtirbt ab. Sie ver— liert ihre urſpruͤngliche Geſtalt; wenn ſie fruͤher ge— kraͤuſelt war, ſo wird ſie gerade oder ſchlicht, ver⸗ liert die gehoͤrige Elaſticitaͤt und Staͤrke, wird gelb⸗ lich oder braun, und ſpaltet ſich, beſonders bei gro⸗ ben Haaren, entzwei. Dennoch faͤhrt das Haar in dieſem Zuſtande fort zu wachſen. Die Spitze des Lammhaares faͤngt, wenn ſie nicht im Laufe des erſten Jahres abgeſchoren wird, zuerſt an abzunehmen. (Es kommen aber auch zuweilen erwachſene Thiere vor, deren Wolle im Laufe des Schurjahres, auch wenn ſie keine Lammwolle mehr tragen, den⸗ ſelben Zufall unterworfen ſind.) §. 45. Von dem Wachsthum der Wolle nach der Schur. Wenn ein Wollhaar einmal abgeſchnitten iſt, , titte 30 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. 4 — ſo erlangt es ſeine natuͤrliche Spitze nicht mehr 1, wieder, ſondern es bleibt ſtumpf. 3 Inbegf Uebrigens erſcheint anfaͤnglich die Stop— pel jedes abgeſchnittenen Haares noch in derſelben Geſtalt, wie das untere Ende des abgeſchornen, 3 indem es die Fortſetzung davon iſt. Wenn ſich nun die Spitzen der Wollhaare nicht wieder vergroͤber— ten, je laͤnger und aͤlter ſie werden, ſo wuͤrde bei Aun de der naͤchſten Schur die Wolle in den obern Spitzen has ſo fein ſein, als auf dem Grunde, was aber duch nicht der Fall iſt. D Ueber den Einfluß der Behandlung der Wolle nj ide zur Schurzeit auf ihre Eigenſchaft und uͤber die 6 dabei mitwirkenden Nebenumſtaͤnde im Verfolg an nn auf ſeinem gehoͤrigen Orte das Weitere. nter d cyunge §. 46. heit d Derh Von der Geſtalt des neuen Haares nach dem Ausfallen. dgen Nach dem Ausfallen, oder auch bei einer Narbe, hit . bezeich treibt das neue Haar wieder eine Spitze, die der d N Spitze des Lammhaares aͤhnlich ſieht. V AUeber Narben etwas mehr in der Abhandlung 4 8 uͤber die Haut. 7 R .. 1. bühe, dds dieſ §. 47. ddurch Von der Geſtalt mehrerer Wollhaare in Verbin⸗ dä u dung, oder von ihrer Stellung. daſt Die Geſtalt mehrerer Wollhaare in Verbin⸗ 6 dem tbe, der lung bin⸗ erbin⸗ Dritter Abſchnitt. Ueber das Wachsthum der Wolle. 31 dung, oder eigentlich: die Geſtalt der Wolle als ein Inbegriff mehrerer Haare, ſchließt in ſich: 1) ihre gegenſeitige Entfernung; 2) ihre gegenſeitige Lage; 3) ihre Stellung gegen den Koͤrper. §. 48. Von der gegenſeitigen Entfernung der einzelnen Haare, oder von dem Grade der Dichtheit ihrer Stellung. Die Wollhaare wachſen auf der Haut in groͤße⸗ rer oder geringerer Entfernung von einander. Eine gedachte beſtimmte Menge von Wollhaa⸗ ren auf einer beſtimmten Hautflaͤche begreifen wir unter dem Ausdruck Dichtheit, und bei Verglei⸗ chungen druͤcken wir einen hoͤheren Grad von Dicht— heit durch Gedrungenheit, Gediegenheit, Derbheit des Wuchſes, einen minderen Grad da⸗ gegen durch Lockerheit, Losheit, Duͤnnheit, Schuͤtterheit deſſelben aus; den letzten Begriff bezeichnen auch die Fabrikanten durch Hohlſein der Wolle. Staͤrker gekraͤuſelte Haare nehmen einen groͤße⸗ ren Raum ein, als weniger gekraͤuſelte auf derſelben Flaͤche, oder vielmehr, jene beruͤhren ſich dichter, als dieſe, bei gleich dichtem Grunde, und geben dadurch, dem Anſchein nach, eine großere Dichtig⸗ keit zu erkennen, als wirklich unter ihnen vorhan⸗ den iſt. 1 Eine dichte Stellung unter den Wollhaaren 32. Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. befoͤrdert ihren Wachsthum und die Regelmaͤßigkeit ihrer Geſtalt. Das eine treibt eher das andere mit ſich fort, und das eine bildet ſich mit nach dem andern. Es gelten hier dieſelben Geſetze, die in der Pflanzenwelt herrſchen. Doch ſcheint es, als ob einem gewiſſen Grade von Feinheit auch nur ein gewiſſer Grad von Dichtheit zutraͤglich ſei, wenn ſich die Geſtalt des Haares gehoͤrig entwickeln ſoll. Allzudichtſtehende feine Wolle erlangt zum Beiſpiel nicht immer in ihren Kraͤuſelungen denjenigen Grad derſelben, welcher ihr eine gewiſſe Elaſticitaͤt gibt, wodurch ſie als Stoff einzig in ihrer Art wird. Ueber dieſe Eigenſchaft an gehoͤrigem Orte mehr. §. 49. Von der gegenſeitigen Lage der Wollhaare. Alle, auch die ungleichartigſten Wollhaare zei⸗ gen eine auffallende Anhaͤnglichkeit, und gleichartige Wollhaare ſelbſt eine gewiſſe Neigung gegeneinander. Bei den meiſten Gattungen von Wolle lie⸗ gen die einzelnen Haare bei einigem Grade von Dichtheit, entweder durcheinander, oder ſie leh⸗ nen ſich wenigſtens an einander an. Je ubereinſtimmender ſie aber in Geſtalt und Groͤße ſind, deſto mehr ſind ſie es auch in ihrer Richtung oder in ihrem Laufe. Eine gleichlaufende Richtung heißt wiſſenſchaftlich: eine parallele Richtung, ein paralleler Lauf; in der gewoͤhnli⸗ chen Sprache ein regelmaͤßiger Wuchs, und das Gegentheil daven, ein verworrener Wuchs. §. 50. Diͤtte Von ih Ri ic benn ſiche I Püle. do in nati ds Ei lung ei wuͤrde d Du ſch nam nur beri dere Ab die man Jusdruck Die inaen; ſige Lge Dritter Abſchnitt. Ueber das Wachsthum der Wolle. 33 S. Zor... Von ihrer gegenſeitigen Verbindung in beſon⸗ deren Abtheilungen. Vom Stapel. Niicht leicht moͤchte es in dem Reiche gewoͤhn lich benutzter Dinge einen Koͤrper geben, der eine ſl⸗ Vielſeitigkeit in der Geſtaft zeigie⸗ als die Wolle. Das einzelne Haar hilft mit ſeines Gleichen im natuͤrlichen Zuſtande Figuren auf dem Koͤrper des Schaafes bilden, die man ſich bei der Vorſtel⸗ lung eines einzelnen allein ſchwerlich ſo anſchaulich wuͤrde denken koͤnnen. Durch ihre gegenſeitige Zuneigung verbinden ſich naͤmlich die einzelnen Haare, inſofern ſie ſich nur beühen koͤnnen, mehr oder weniger in beſon⸗ dere Abtheilungen oder Floͤckchen, Buͤſchelchen, die man im Handel Stapel nennt. Dieſfer letzte Ausdruck wird im Verfolg beibehalten. Die aͤußere Geſtalt des Stapels iſt von ſeiner inneren zu urerſßetden. welche blos die gegenſei⸗ tige Lage der Haare unter ſich begreift. * §. 514 Von der aͤußeren Geſtalt der Stapel. Bei der aͤußeren Geſtalt der Stapel ſind zu unterſcheiden: 1) ſeine Grundflaͤche; 2) ſeine Spitzen; XN ————— — — ——————— 34 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. 3) ſeine Figur, die er der Laͤnge nach bildet; 4) ſeine Laͤnge ſelbſt. §. 52. Von der Grundflaͤche der Stapel. Die Grundfläͤche der Stapel naͤhert ſich ge⸗ woͤhnlich der Rundung. Daß dieſe aber nie voll— kommen iſt, noch ſein kann, laͤßt ſich leicht begrei— fen, indem es unmoͤglich ſein wuͤrde, auf irgend einer bewachſenen Flaͤche die darauf befindlichen Ge— waͤchſe nach gleichen Kreiſen eintheilen zu wollen, wenn ſie auch in ziemlich gleicher Entfernung ſvon einander abſtuͤnden. Es wuͤrden immer Figuren ubrig bleiben, welche die Form des Kreiſes nicht haͤtten. Die Grundflaͤche der Stapel kann ferner groͤßer oder kleiner ſein, und mehrere Stapel koͤnnen un— gleiche Grundflaͤchen haben. Ihre Groͤße haͤngt ab von der Laͤnge und Feinheit und von dem Grade der Dichtheit der Stellung der einzelnen Haare. Nach der Schur ſoll ein wiederholter ſanfter Regen zur fruͤheren Vereinigung der einzelnen Haare vieles beitragen. §. 53- Von den Stapelſpitzen. Die Grundflaͤche eines Stapels kann ſowohl in eine, als in mehrere Spitzen auslaufen. Die Spitzen enthalten die engere Vereinigung mehrerer Haare, und geſtalten ſich verſchiedentlich, nem! der e mit in o⸗ Kixjere einem dlöjure genaue Dritter Abſchnitt. Ueber das Wachsthum der Wolle. 35 theils nach der Groͤße der Grundflaͤche des Sta⸗ pels, theils auch nach der Geſtalt der einzelnen Haare ſelbſt. Hieruͤber bei der Abhandlung uͤber grobe und feine Wolle an ſeinem Orte das Naͤhere. §. 54. Von der durchgaͤugigen Figur des Stapels. Die Figur des Stapels uͤberhaupt bildet ſich nach ſeiner Grundflaͤche, und nach der Geſtalt und Laͤnge der einzelnen Haare, hauptſaͤchlich aber nach der Richtung derſelben unter ſich. §. 55. Von der Laͤnge des Stapels. Die Laͤnge eines unausgereckten Stapels in ſei⸗ nem natuͤrlichen Wuchs haͤngt nicht von der Laͤnge der einzelnen Haare in ihrer Ausdehnung, ſondern mit von der natuͤrlichen Geſtalt und Richtung ab, in der ſie gewachſen ſind. Die Haare in einem kuͤrzeren Stapel koͤnnen laͤnger ſein, als Haare in einem laͤngeren Stapel. Die Ausdruͤcke, kurze und lange Wolle koͤnnen daher nicht immer ohne naͤhere Bezeichnung gebraucht werden. Wenn man einen Stapel geradezurichten oder auszurecken ſucht, ſo hat man darum noch nicht die genaue Laͤnge der laͤngſten in ihm enthaltenen Haare. Auch bei den gleichlaufendſten finden immer noch Abweichungen von der Richtung in dem Grade ſtatt, daß eine ſo vollkommene Ausſtreckung im Stapel nicht moͤglich iſt. 36 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. ar „ e 2 2 2 5 2 2 Die Laͤnge eines Stapels in ſeinem natuͤrlichen Ac 1 eli Lenn Vauch Wuchs hat man alſo, ſo wie beim einzelnen Haar, deſel von der Laͤnge in ſeiner Ausdehnung wohl zu un⸗ terſcheiden. Die beiderlei Laͤngen dienen aber bei der Unterſuchung der Eigenſchaften der Wolle mit Begr zu Anhaltungspunkten.- §. 56. Haare Von der gegenſeitigen Richtung der Stapel ſanm unter ſich. kn) Wenn mehrere Stapel ſich in ihrer Richtung gegeneinander neigen, ſo entſteht eine Art von nn Saum, den die Naturforſcher eine Haar⸗Nath nennen. ge Die Stellung der Stapel haͤngt ab: 1 1) Von der Laͤnge der einzelnen Haare; 2) Von der Uebereinſtimmung oder Abweichung auſe derſelben in ihrer Geſtalt; tder z 3) Von dem mehr oder minder dichten Wuchs; felt 4) Von der groͤßeren oder geringeren Geſchmei⸗ lunt digkeit der Wolle. S. 57. Don der Begriff von einem Fließ⸗ ken an Eine Haut mit ihrer Wolle heißt Pelz, die 5 o von der Haut im Zuſammenhang abgeſchorne Wolle ied aber Fließ. Der Zuſammenhang eines Fließes ane im kann groͤßer oder geringer ſeyn. Wenn man ein larn be Fließ vor ſich ausgebreitet denkt wie eine Haut, ſo la 1 dlande bildet die Wolle von dem Kopf, den Beinen, dem —— ſ, am d 7 am d α☛. — ei⸗ Dritter Abſchnitt. Ueber das Wachsthum der Wolle. 37 Bauche und dem Schwanze die aͤußerſten Theile deſſelben, oder den Rand. §. 58. Begriff von Wuchs in allgemeiner Beziehung. Geſtalt, Laͤnge, Dichtheit, Lage der Haare, Stellung der Stapel und ihr Zu⸗ ſammenhang oder ihre Anhaͤnglichkeit(Kruͤmp⸗ kraft?), begreift man unter dem allgemeinen Aus⸗ druck, Wuchs. So ſagt man, die Wolle hat einen regelmaͤßigen, langen, dichten Wuchs, u. ſ. w. §. 59. Begriff von Gleichartigkeit des Wuchſes. Unter der Gleichartigkeit des Wuchſes verſteht man bei verſchiedenen Haaren, Stapeln oder Fließen, ihre Uebereinſtimmung in Ge⸗ ſtalt, Laͤnge, Dichtheit, Richtung und Zu⸗ ſammenhang. ad§. 60. Von der Aeufſerung der mechaniſchen Eigenſchaf⸗ ten an mehreren Wollhaaren in Verbindung. 1 g] Jede Eigenſchaft, welche eine Wollmaſſe nur in irgend einer Beziehung haben kann, geht als eine Summe aus den naͤmlichen in allen einzelnen Haaren befindlichen Eigenſchaften hervor. Alle mechaniſchen Eigenſchaften laſſen ſich aber, ſo lange noch von unverarbeiteter Wolle die Rede iſt, am deutlichſten an den einzelnen Haaren unter⸗ B——y—y’ 38 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. ſuchen und erkennen, mit Ausnahme der Ge— ſchmeidigkeit und der ihr entgegenſtehenden Spannkraft oder Schnellkraft. Da jedes einzelne Haar biegſam iſt, ſich aber nach erlittenem Druck wieder anders zu richten ſtrebt, ſo iſt auch eine Menge von Wol ollhaaren mehr oder weniger denſelben Geſetzen unterworfen. Die Wiederausdehnung einer gepreßten Wolle ſcheint nur gleichſam eine ſolche Ausdehnung nach allen Richtungen hin oder eine Erweiterung zu ſeyn, welche einzelne elaſtiſche Koͤrper nach er— littenem Druck aͤußern; im Grunde aber beſteht dies Str eben nur in dem Streben aller einzelnen Haare, ſich ihre vorige Rich htung wieder zu geben, alſo in der Schnellkraft derſelben, nicht aber in der Wieder⸗ ausdehnung einer zuſammengepreßten zuſammenhan⸗ genden Maſſe. Ein Sack voll Gummi elaſticum oder Kork⸗ pfropfen und ein Sack voll Wolle werden zwar nach erlittenem Druck eine aͤhnliche abſtoßende Kraft aͤußern, aber die Dehnkraft eines Sacks voll Wolle beruht auf ganz andern Elementarkraͤften, wie ſich aus dem Vorhergehenden ergibt. §. 60. Von dem aͤußeren Schweiße der Wolle. Der Schweiß iſt mehr eine Eigenthuͤmlichkeit des Koͤrpers als der Wolle. Er haͤngt ſich nur an die Wolle von auſſen an, und iſt von dem inneren Saft der Roͤhre zu unterſcheiden. Er koͤmmt aus unterſ mehrer ſchkeit ur an nneren nt als Dritter Abſchnitt. Ueber das Wachshum der Wolle. 39 beſonderen Poren der Haut, iſt aber noch mit einem beſonderen Fett verbunden, welches ſich im bloßen Waſſer nicht aufloͤſet. Vauquelin hat im Schweiße folgende Grund⸗ ſtoffe entdeckt: 1) wahre thieriſche Kali-Seife; 2) uberfluͤßiges kohlenſaures Kali; 3) eine ziemliche Menge eſſigſaures Kali; 4) Kalk, ohne deſſen Zuſtand noch naͤher erkannt zu haben; 5) eine Spur von ſalzſaurem Kali, und 6) eine thieriſche Subſtanz, welche als Urſache des ſonderbaren Geruchs des Schweißes an— genommen wird, der ſich auch durch den Ge⸗ ſtank beim Verbrennen und durch ſehr merk⸗ liche Spuren von Ammonium bei der Deſtil⸗ lation zu erkennen gegeben hat. Der Schweiß iſt alſo entweder ſchon genauer unterſucht worden, als die Wolle ſelbſt, oder er bietet mehrere Grundſtoffe, als dieſe dar. §. 61. Von der Farbe des Schweißes. Seine Farbe iſt entweder dunkelgelb, oder hell⸗ gelb, oder weißlicht. Es iſt noch nicht ausgemacht, ob die Farbe des Schweißes mehr eine Eigenthuͤmlichkeit gewiſſer Raſſen, als eine Folge der Nahrung iſt. Ueber die Erſcheinungen der beſondern Gattun⸗ 49 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. gen von Wolle in ihrem beſonderen Schweiße an gehoͤrigem Orte das Naͤhere. §. 62. Vom Glanz der Wolle. Auf den Schaafen erſcheint eine Wolle glaͤn⸗ zender, als die andere, wenn man die Stapel von einander ſcheidet. Die Urſache davon liegt zum Theil in der Natur der Wall und zum Theil in der Natur des Schweißes. Nur bei parallel oder gleichlaufenden Haaren iſt der Se ie einer gewiſſen Klarhalt, oder auch ſelbſt ein Glanz moͤglich. Je edler die Theile des Schweißes ſind, deſto glaͤn⸗ zender iſt er. Dunkler Schweiß Z fuͤhrt niemals Glanz bei ſich, eben ſo wenig verworrner Wuchs. Beide geben einen truͤben Schein. Vierter Abſchnitt. Ueber die Verſchiedenheit derſelben. §. 63. Ueber die Merkmale ihrer Verſchiedenheit. eaü a verſchieden ſeyn in Geſtalt, Fein⸗ heit, Laͤnge, Dichtheit und Regelmaͤßigkeit des Wuch⸗ ſes, Iandaghnert, Geſchmeidigkeit, Dehnbarkeit, Staͤrke, in Hinſicht der Gleichartigkeit uͤberhaupt, und der Farbe, Eint ihre, einigen ſerſch andern drſac an gln⸗ von zum lein oder iſſen —— ————— Vierter Abſchnitt. Ueber die Verſchiedenheit derſelben. 41 Die Verſchiedenheit in Geſtalt und Wuchs iſt aber noch nicht ſo groß, als die Verſchiedenheit in Kraͤften. Da aber jede beſondere Gattung von Wolle ih⸗ ren eigenthuͤmlichen Wuchs hat und ſich auch dabei in ihren Kraͤften von andern Gattungen unterſcheidet, ſo iſt die Eintheilung der Wolle nach der Verſchie⸗ denheit ihrer Geſtalt und der Art zu wachſen jeder andern Eintheilung vorzuziehen. 9 zuz §. 64. . Fe In dieſen Abhandlungen iſt nur von weißer §. 65. Eintheilung der Wollhaare in echte und unechte. Zunaͤchſt unterſcheiden ſich die Wollhaare durch ihre Farbe oder eigentlich durch ihren Schein. Bei einigen Wollhaaren naͤhert ſich derſelbe dem Waſ⸗ ſerſchein oder der Zinn⸗ oder Blei⸗Farbe, bei andern mehr dem Schein der Kreide, wovon die Urſache vielleicht in der hoͤheren oder minderen Durch⸗ ſichtigkeit der Roͤhre liegt, wenn wir dies auch mit den bloßen Augen nicht ſo genau bemerken koͤnnen. Diejenigen Haare, welche den Waſſerſchein haben, heißt man gewoͤhnlich nur Wollhaare im engeren Sinne; und die andern, welche den Schein der Kreide haben, Hunds⸗ oder Ziegenhaare, weil ſie ſowohl in der Geſtalt, als im Schein den letzten am naͤchſten kommen,. 42 Erſte Abthellung. Ueber Wolle im Allgemeinen. Die Hunds⸗ oder Ziegenhaare liegen ent⸗ weder zwiſchen andern Wollhaaren zerſtreut umher, und ſind alsdenn kurz und gemeiniglich ohne alle Kruͤmmungen, dabei im Ganzen etwas gebogen; oder ſie wachſen zwiſchen andern Wollhaaren gleichzeitig, in der Regel aber laͤnger als dieſe auf. Den kurzen hat man noch den beſondern Na⸗ men Stichel⸗ auch Sichel⸗Haare, ihrer Form wegen, gegeben; dagegen begreift man blos die lan⸗ gen kreidefarbigen Haare unter den Namen Hunds— oder Ziegenhaaren. Ob aber dieſe beiden Arten von Haaren von den eigentlichen Wollhaaren in ihrem Weſen und Urſprung ſo verſchieden ſein moͤchten, daß ſie blos in dieſen Beziehungen die Benennung unechter Haare verdienten, ſteht wohl noch dahin. Denn es gibt dergleichen langen Haare, welche blos in der oberen Haͤlfte den Ziegenhaaren, in der unteren aber den eigentlichen Wollhaaren aͤhnlich ſind. Auch waͤre es moͤglich, daß die(kurzen) Stichel— haare blos in unvollkommen gewachſenen Ziegenhaa⸗ ren beſtaͤnden.— Alſo nicht ſo ſehr in Ruͤckſicht ihres Weſens und Urſprungs, als vielmehr wegen der Verſchiedenheit ihres Scheins erfordern ſowohl die kurzen als die langen Ziegenhaare von andern Wollhaaren eine ge⸗ hoͤrige Unterſcheidung. Die Unterſcheidung iſt aber um ſo nothwendiger, als ſich die erwaͤhnte Gattung von Haaren noch be⸗ ſonders durch einen Grad von Sproͤdigkeit in der Viertet — Regll nicht 4( wenn licht Struhg tuf d über i . DVon d und ren el⸗ und Vierter Abſchnitt. Ueber die Verſchiedenheit derſelben. 43 ₰ Regel auszeichnet, der bei andern Wollhaaren gar nicht angetroffen wird. Ihre Roͤhre knickt ſich naͤmlich, beſonders, wenn ſie ein gewiſſes Alter nach dem Abſcheeren er— reicht haben, durch verſchiedentlichen Druck wie ein Strohhalm ein, ein Umſtand, der ihren Gebrauch auf die gemeinſten Gegenſtaͤnde beſchrankt. Hier⸗ über im Berſolg mehr. §. 66. Von der naͤchſten Eintheilung der Wolle in grobe und feine. Die Wolle laͤßt ſich nicht nach den verſchiede⸗ nen Schaafraſſen bis zu Spielarten hin eintheilen, ohne entweder mit der Beſchreibung der Raſſen, oder mit der Beſchreibung der Wolle, die jede traͤgt, in Verwirrung zu gerathen, indem von ein⸗ ander ſehr verſchiedene Schaafraſſen aͤhnliche Wolle tragen, oder auch bei aͤhnlichen Schafraſſen eine ſehr verſchiedene Wolle gefunden wird. Um bei der bis ins Unendliche gehenden Ver⸗ ſchiedenheit der Wollgattungen gewiſſe Anhaltungs⸗ punkte feſtzuſetzen, waͤre es wohl am zweckmaͤßigſten, zunaͤchſt von der laͤngſten und groͤbſten, und als⸗ dann von der kuͤrzeſten und feinſten auszugehen, welche beide Gattungen ſich noch hauptſaͤchlich in ihrer Geſtalt unterſcheiden. So wie wir mit der Unterſuchung der erforderlichen Eigenſchaften der Wolle, als eines Stoffs, nicht auf das Reine kom— men wuͤrden, wenn wir nicht auf ihre Eigenſchaf⸗ 44 Erſte Abtheilung. Ueber Wolle im Allgemeinen. — ten, als eines Dinges an ſich, zuruͤckgehen wollten, eben ſo wenig wuͤrden wir auch im Stande ſein, die unendlich verſchiedenen Abweichungen von Wolle einigermaßen zu ordnen, wenn wir nicht von den. beiden Endpunkten, der laͤngſten und groͤbſten, und der kuͤrzeſten und feinſten Art ausgehen wollten. Die lange grobe iſt entweder ganz gerade oder leber ſchlicht, oder hoͤchſtens nur unregelmaͤßig ge⸗ kruͤmmt, die kurze feine dagegen, regelmaͤßig geſchlaͤngelt oder gekraͤuſelt. Jene Gattung ließe ſich demnach bezeichnen durch lange, ſchlichte, grobe, und dieſe durch kurze, gekraͤuſelte, feine Wolle. In der Sprache des Verkehrs nennt man auch die erſte ſchlechtweg die grobe, und die letzte die feine Wolle. Da Da unſere einheimiſchen Schaafraſſen nur vöhnl grobe Wolle getragen haben, ſo verſteht man dieſe. eines auch unter dem Namen, gemeine Landwolle, 1 Z0 und da die feine Wolle bei uns zunaͤchſt von ſpa⸗ 1 niſchen Schaafen herruͤhrt, ſo begreift man dieſe unter dem Namen, ſpaniſcher Wolle, obgleich nicht alle Schaafe in Spanien feine Wolle tragen. ä rih Npier iſerun m⸗Mi A den Khürin 435 Zweite Abtheilung. 8 Ueber die Wollgattungen insbeſondere. Erſter Abſchnitt. Von der groben Wolle. §. 67. n g e. Das kangs, ſchlichte, grobe Wollhaar, erlangt ge⸗ woͤhnlich bei einem ausgewachſenen Thier, im Laufe eines Jahres, eine Laͤnge von 6 bis 8, zuweilen 12 Zoll und noch daruͤber. §. 68. Durchmeſſer. Sein Durchmeſſer betraͤgt ohngefaͤhr 3z5 Zoll. Um dies Verhaͤltniß ſo Hefrijnine wie moͤglich erfahren zu koͤnnen, ſchnitt ich 2☚ Zoll genau in Papier aus, und maaß es nachher in ſeiner Ver⸗ groͤßerung bei ſcharſen Grenzlinien unter dem Son— nen⸗Mikroskop ab. Das Papier enthielt 31¾ Zoll. Bei den nachherigen dhanerſüchäſgin blieb alles in gehoͤriger Ordnung. 46 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛc⸗ — Ein ſogenanntes Hundshaar, welches ſegar amme einige ſchwache, aber regelmaͤßige Kruͤmmungen ven⸗J oder Bogen enthielt, hatte bei einer ſehr großen Mitte Ungleichheit einen Durahmneſſer von 11½ Zoll ver⸗ folgli groͤßertes Maaß, alſo nahe 268 Zoll. Inner Ein langes, ſchlichtes, grobes Wollhaar hatte, chen! bei einer ſehr Peße en Ungleichheit, einen mittleren cuszun Durchmeſſer von 135 Zoll vergroͤßertes Maaß, oder 1255. Ein zweites Haar dieſer Gattung zeigte einen B Durchmeſſer im vergroͤßerten Maaß, nach unten von 4¼ Joll⸗ ddet nach oben aber von 4 Zoll; Krüͦt hieraus ergiebt ſich ein mittlerer Durchmeſſer von 43, oder reduzirt oͤhngefaͤhr von 1—½ Zoll. —Eiin drittes Haar dieſer Gattung hatte einen Durchmeſſer im vergroͤßerteu Maaß: b gegen das untere Ende hin von 1 Zoll, diht gegen die Mitte zu von 1256 Zoll,. und gegen das obere Ende hin 135 bis 1 ½8 Zoll. dhe Ein viertes Haar dieſer Gattung hatte bei einer faſt durchgaͤngigen Gleichheit der Seiten einen Durchmeſſer im vergroͤßerten Maaß, nach unten von ½s Zoll,. nach ollen yon 1 Zoll. the b §. 69. fene In Innere Geſtalt. N Zur Unterſuchung des Verhaͤltniſſes der Hoͤh— 6 d tung der Roͤhre zu ihren Waͤnden, laſſen ſich zu— von mnen Zoll. bei anen Erſter Abſchnitt. Von der groben Wolle. 47 ſammengeſetzte Vergroͤßerungsglaͤſer beſſer, als Son⸗ nen⸗Mikroskope gebrauchen, indem dieſe auf das Mittel der Roͤhre den Regenbogenſchein werfen, folglich taͤuſchen können. Wohl aber laſſen ſich im Innern der Roͤhre regelmaͤßige Abſaͤtze oder Knoͤt⸗ chen bemerken, welche den innern Bau der Roͤhre auszumachen ſcheinen. §. 70. Aeußere Geſtalt. Das grobe Wollhaar iſt entweder ganz ſchlicht, oder es hat ſehr unregelmaͤßig laufende Kruͤmmungen. §. 71. Stellung der einzelnen Haare. Grobe Haare wachſen in der Regel nicht ſo dicht, als feine. Ihre gegenſeitige Lage iſt ſelten gleichlaufend oder regelmaͤßig, ſondern gewoͤhnlich verworren. §. 72. Stapel. 9 Die Stapel grober Wolle haben in der Regel eine breitere Grundflaͤche, als feine. Oft betraͤgt jene 1 ½ bis 2 Zoll. Meiſtens laufen ſie auch nur in eine Spitze aus. Dieſe Spitze beſteht aus den mittelſten laͤngſten Haaren des Stapels, an die ſich die umſtehenden 48 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛe. — und kuͤrzeren Haare ſchraͤg anlehnen, in ſo fern es 3 ihnen die Verworrenheit des Wuchſes geſtattet, da⸗ bunder hin zu gelangen. Die umſtehenden Haare koͤnnen nihers alſo um ſo weniger das oberſte Ende des Stapels Dahnl erreichen, je weiter ſie von dem Mittelpunkte deſſel⸗ ben abſtehen. der K Die durchgaͤngige Figur des Stapels iſt ent⸗ ſchen weder gerade ausgehend, oder ſie beſteht in groben faden oder weitlaͤuftigen Wellen, oder bildet einen Schrau⸗ ſaſich bengang.(Man muß die Figur des Stapels von der Figur der einzelnen Haare wohl unterſcheiden.) widder — Die Stellung der Stapel gegen den Koͤrper iſt nſoe in der erſten Haͤlfte des Schur-⸗Jahres ziemlich ſenk⸗ Grind recht, mit der zunehmenden Laͤnge aber werden ſie ils 6s ſchraͤger. viiße al Ender 5.§. 73. aufrole Gleichartigkeit in der Geſtalt. Grobe Haare ſind weit weniger gleichartig unter ſich, als feine. Sowohl in der Laͤnge als in der d Geſtalt uͤberhaupt weichen ſie in einem und dem— d ſelben Fließ ſehr von einander ab. Bole: . feine, n §. 74. indem a Kraͤfte⸗ fun Nach Verhaͤltniß ſeiner Dicke iſt das grobe Haar auch ſtaͤrker, als das feine, unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden, und aus eben dem Grunde V ſproͤder, oder von groͤßerer Schnellkraft, als jenes. In Erſter Abſchnitt. Von der groben Wolle. 49 8 Inn wie weit aber die Dehnbarkeit damit ver⸗ d bunden oder nicht verbunden ſei, bedarf noch einer nan naͤheren Unterſuchung, indem ebenſowohl grobe Haare pdls Dehnbarkeit aͤuſſern, als feine. ſllx Die Kruͤmpkraft aber, oder das Zuſammenziehen der Kruͤmmungen nach ihrer Ausſtreckung, iſt bei nt⸗ ſolchen groben Haaren, bei denen ſich dergleichen en finden, groͤßer, als bei feinen, weil dieſe Kraft haupt⸗ l⸗ ſaͤchlich auf der Dicke der Roͤhre mit beruht. 1 Dagegen fehlt dem groben Haare bei weitem 7. wieder die eigentliche Zuſammenziehungs⸗Kraft,(in⸗ iſt tenſive Elaſticitaͤt), die dem feinen eigen iſt. Durch uf⸗ Gruͤnde wuͤrde ſich dieſes ſchwieriger erweiſen laſſen, ſe als es ſich in der Erfahrung bewaͤhret. Man zer⸗ reiße aber ein feines auf eben die Weiſe, und jedes Ende wird ſich ſchnell und dicht nach der Hand hin aufrollen, §. 75. ter 3 Widerſtand gegen aͤußere Einwirkungen. m⸗ Ob in Hinſicht auf aͤußere Einwirkungen grobe b Wolle mehr oder weniger auszuhalten vermoͤge, als feine, moͤchte ſo leicht noch nicht zu beſtimmen ſein, indem alle dergleichen Unterſuchungen eine Gleich⸗ ſtellung aller uͤbrigen Verhaͤltniſſe verlangen. oöbe. 76. ens Durchſichtigkeit, n Je dicker die Roͤhre iſt, deſto weniger iſt ſis In V 14 1 50 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛc. durchſichtig, deſto mehr erhoͤht ſich aber auch ihr dbe weißer Schein bis zur Kreidefarbe. 3 1 d§. 77. K Wachsthum. b Die grobe Wolle erſcheint ſchon auf dem neu— gebornen Lamm oft einen Zoll lang und daruͤber. e Ihre Figur iſt entweder gerade, oder beſteht in ſche weitlaͤuftigen Kruͤmmungen, wodurch ſie ein wellen— bar foͤrmiges Anſehn bekommt. Im erſten Fall iſt ihre kii Richtung gegen den Koͤrper mehr liegend, und im ghu letzten mehr aufgerichtet. Auch iſt ihre Dicke von hal derjenigen, die ſie ſpaͤter erlangt, wenig verſchieden. ſil Ihr Wuchs iſt locker, und ihre gegenſeitige Anhaͤng⸗ lichkeit ſchwach. Sproͤdigkeit iſt an ihnen nicht zu verkennen, obgleich noch nicht in dem Grade, als ſpaͤterhin. b Es gibt feine Schaafraſſen, deren Laͤmmer mit ner eben ſolchen Haaren zur Welt kommen. Allein bei aber dieſen findet der Unterſchied ſtatt, daß ſie ſolche hell Haare alle wieder verlieren, und dagegen neue feine bekommen. Hieruͤber im Verfolg mehr. Bei den grobwolligen Raſſen iſt dies aber nicht der Fall, ſondern ſie wachſen bei denſelben fort. Das grobe Haar waͤchſt ſchneller, als das feine. nige, Dies iſt oft in verdoppeltem Grade der Fall. Nach feiner der Schur z. B. bleibt die feine Wolle laͤnger zu⸗ Haure ruͤck, als die grobe. nerkli So wie das grobe Haar aus der Haut weiter rihe hHervor und an Licht und Auft tritt, erweitert ſich der Fugs ˖ihr neu⸗ er ht in ellen⸗ ihre d im evon leden. ang⸗ üt zu „ols er mit in bei ſolche feine Erſter Abſchnitt. Von der groben Wolle. 51 obere Theil ſeiner Roͤhre in einem fuͤr das bloße Auge ſehr bemerkbaren Grade, ſo daß daſſelbe, nach⸗ dem es einige Laͤnge erreicht hat, einem umgeſtuͤrzten Kegel gleicht, wenn wir die aͤußerſte natuͤrliche Spitze abrechnen. Das grobe Haar ſpaltet ſich zuweilen an der oberen Spitze und faͤngt an, muͤrbe zu werden, wahr⸗ ſcheinjich das Anzeichen von ſeiner aͤußerſten erreich⸗ baren Laͤnge in einem gewiſſen Zuſtande, ob wir gleich keine Gruͤnde haben vorauszuſetzen, daß nicht die grobe Wolle auf dem geſunden und gehoͤrig unter⸗ haltenen Koͤrper ſo alt werden koͤnne, wie dieſer ſelbſt. 2.§. 78. Schweiß. Zwiſchen der groben Wolle zeigt ſich weit ſelt⸗ ner Schweiß, als zwiſchen der feinen. Wenn dies aber der Fall iſt, ſo iſt er mehr dunkelbraun, als helle. §. 79. Von verſchiedenen Arten grober Wolle. Es gibt mehrere Arten von grober Wolle. Ei⸗ nige, und zwar die meiſten, ſind noch mit kuͤrzeren feineren, aber ebenfalls mehr oder weniger ſchlichten Haaren vermiſcht, andere aber nicht, oder doch un⸗ merklicher. Zu den erſten gehoͤret die meiſte einhei⸗ miſche gemeine Landwolle, zu den letzten aber vor⸗ zugsweiſe die Eiderſtaͤdter im Holſteiniſchen. Eine 52 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ts. 6 Veredlung dieſer Art in ſich ſelbſt wuͤrde ihre Fein—— 1 heit erhoͤhen und ihr zugleich, die Schlichtheit iun laſſen. Dadurch wuͤrde ſie einen Werth bekommen,. den ſie bei einer Vermiſchung mit ſpani ſchan Raſſen den vielleicht nie erlangen wuͤrde. uii Alles uͤbrige, was noch uͤber grobe Wolle zu Pärn ſagen waͤre, iſt in der vorhergehenden Abhandlung uͤber Wolle im Allgemeinen bereits enthalten, 6 3 5 haare linie Zweiter Abſchnitt. ni Von der feinen Wolle. gentli 8. ch Geſtalt des einzelnen Haares. joden Das feine Wollhaar iſt geſchlaͤngelt oder Schen gekraͤuſelt. Die Meinung, daß die Sonnenhitze iu ſte das Kopfhaar der Neger wellenfoͤrmig bilde, moͤchte Pelnen wohl auf die Wolle nicht anwendbar ſein, weil ſie Fighr ſonſt unter andern Himmelsſtrichen deſto leichter aus⸗ Naſch arten wuͤrde. Nichtu Eher laͤßt ſich wohl annehmen, daß die Neigung 1 der feinen Wolle, ſich zu kraͤuſeln, auf einem oder ſehen d etlichen vorherrſchenden Grundſtoffen in der Materie des uht, ſ Haares, oder auf beſonderen Verhaͤltniſſen derſelben Iade; beruhen moͤchte. Selbſt die Hoͤrner haben die Nei— ſo, a gung, ſich auf ihrer Oberflaͤche wellenfoͤrmig zu bilden. und un oder nhitze dchte al ſie aus⸗ gung oder ie des elben Rii⸗ bilden⸗ Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle.“ 53 Die Schlaͤngelungen der feinen Wolle beſtehen in kleinen Bogen, in der Geſtalt von Strickmaſchen. Wenn wir uns eine waggerechte gerade Linie denken, und auf dieſer ein geſchlaͤngeltes Wollhaar mit den Bogen aufrecht geſtellt; ſo haben wir an jedem dieſer Bogen zu bemerken: 1) ſeine Grundlinie, 2) ſeine Hoͤhe und 3) ſeine Umfangslinie, oder den Bogen ſelbſt. Die Hoͤhe der Bogen iſt bei einigen Woll⸗ haaren groͤßer, bei andern kleiner, als die Grund⸗ linie. Ihr Verhaͤltniß habe ich zuweilen gefunden, wie ohngefaͤhr 4 zu 3, aber auch umgekehrt. Die Umfangslinie des Bogens, oder der ei⸗ ntliche Bogen laͤuft entweder gerade aus, oder er rrha lt Kruͤmmungen in ſeiner eigenen Richtung. In den meiſten Faͤllen iſt die Stellung eines jeden Bogens an ſich etwas ſchraͤg, ſo daß der eine Schenkel etwas rechts, und der andere etwas links zu ſtehen ſcheint. Durch dieſe Richtung jedes ein⸗ zelnen Bogens bildet das ganze Haar ohngefaͤhr die Figur eines aufgezogenen Strumpffadens, deſſen Maſchen ebenfalls keine gerade, ſondern eine ſchraͤge Richtung haben. Außerdem, daß die Schenkel etwas ſchraͤg ſtehen, ſtehen die Bogen ſelbſt nicht bei allen gerade auf⸗ recht, ſondern laufen bei manchen nach dem aͤußerſten Rande zu etwas ſeitwaͤrts, oder neigen ſich, ohngefaͤhr ſo, als wenn man ſie uͤber eine Stricknadel gelegt und von beiden Seiten angedruͤckt haͤtte. Wenn man 54 Zweite Abtheilung. Von den Wollgattungen ꝛc. daher die Bogen der einen Seite in ihrer gehoͤrigen Lage erkennt, ſo erſcheinen die Bogen der andern Seite etwas beigedruͤckt. Bei echten feinen Wollarten ſind dieſe Bogen unter ſich ſo uͤbereinſtimmend, wie die Ruͤckgrad— wirbel. Abweichungen ſind, wenn erſtlich die Bogen unter ſich ungleich geſtaltet ſind, und dann auch, wenn ſie ſich in verſchiedenen Richtungen ein— ander folgen. §. 81. Lange. Wenn man ein gekraͤuſeltes Wollhaar ſo nimmt, wie es gewachſen iſt, ſo hat man es zwar in ſeinem natuͤrlichen Wuchs, oder in ſeiner natuͤrlichen Laͤnge. Wenn man es aber voͤlii entkraͤuſelt ohne es gewaltſam noch weiter auszuziehen, ſo hat man ſeine Laͤnge in der Ausdehnung. In ihrer Kraͤuſelung, oder in ihrem natmuͤrlichen Wuchs erreicht die feine Wolle eine Laͤnge von 1½ bis 2 ½ Zoll, ſelten mehr; entkraͤuſelt aber 2 bis 4 Zoll, ſelten daruͤber; und die Ausdehnung des ganzen Haares uͤber die Entkraͤuſelung hinaus gibt ſeiner Lange noch etwa einen Zuſatz von X½ bis 1 JZoll. Wenn unter zweien Haaren von gleicher Laͤnge das eine in ſeinem natuͤrlichen Wuchs kuͤrzer er⸗ ſcheint, als das andere, ſo ſind bei dem erſten die Kraͤuſelungen entweder groͤßer, oder ſie ſtehen ihese als bei dem letzten. 4 haares zoom. geſich und 1 I 131 der 5 Berli zall ge ſchon d leren wollen Un der A decken Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle. 53 In der Anwendung bleibt aber die Laͤnge der unzuverlaͤßlichſte Maaßſtab da ſie mit von der Nahrung und dem koͤrperlichen Zuſtande des Thieres abhaͤngt. §. 82. Feinheits⸗Grad. Der mittlere Durchmeſſer des feinſten Woll⸗ haares ohne gewaltſame Ausdehnung faͤllt bei einer 300 maligen Vergroͤßerung zwiſchen ¾ und 3 Zoll. Herr Rudolph André hat an verſchiedenen aus⸗ geſuchten Fließen die Feinheitsgrade zwiſchen 1100 und 1600 Theilen eines Wiener Zolls gefunden. Bei derjenigen Feinheit, welche zwiſchen ¾ und x Zoll faͤllt, gehen von den beſchriebenen Bogen der Kraͤuſelungen ohngefaͤhr 24 bis 26 auf einen Berliner Zoll. Es gibt zwar Faͤlle, wo 30 bis 40 auf einen Zoll gerechnet werden koͤnnen, allein mit 28 fangen ſchon die Ausnahmen an; ſobald wir auf den mitt⸗ leren Grad hochfeiner Heerden Ruͤckſicht nehmen wollen, wie ſie ſich gegenwaͤrtig noch finden. J. 83. Von der durchgaͤngigen Geſtalt des feinen Woll⸗ haares. Auf der Oberflaͤche des feinen Haares ent⸗ decken ſich mehrere Unebenheiten, als am groben. 56 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛc. Ob ſie aber alle in fremden anhangenden Theilen be⸗ ſtehen, wie ich bei einigen gefunden habe, wage ich nicht zu entſcheiden. Sie waren aber alle unfoͤrm— lich und ungleich geſtaltet, auch herrſchte in ihrer Aufeinanderfolge keine Qrdnung. Zwiſchen ſolchen zerſtreuten Unebenheiten iſt uͤbrigens die Düſtſin che ſehr glatt.— Der Lauf der Roͤhre geht in der Regel un— unterbrochen fort. An ſolchen Haaren, deren vollkommenen Wuchs man ſchon mit dem bloßen Auge erkennen kann, kommen keine Vertiefun— gen auf der Oberflaͤche vor. Daß indeſſen auch das allerfeinſte Haar in der Regel nach oben zu groͤber iſt, als un—⸗ ten, erkennt man ganz deutlich unter dem Sonnen⸗ Mikroskop, aber auch ſchon mit einem bloßen ſihor⸗ fen Auge. Die Vergroͤberung des feinen Wol llhaares nach der oberen Spitze hin iſt auch wahrſcheinlich die Urſache, warum die Bogen an dem oberen Theil des Haares um ſo weitlaͤuftiger ſind, je naͤher ſie der Spitze ſtehen, und der obere Theil des Haares oft bis auf ein Drittel, ſogar bis zur Haͤlfte der Laͤnge ganz ſchlicht oder gerade wird. Nur in den aͤußerſt ſeltenſten Faͤllen findet man zwiſchen allen Bogen von einem Ende des Haares bis zum andern eine voͤllige Uebereinſtimmung. ——— up ſöt 3 denae h deaſſ Hetenſe 2 Re haa gewunde fitg in dß dee in Fg ——ÿ——ʒ— Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle. 57 §. 34 Die innere Geſtalt des feinen Wollhaares duͤrfte ſich von der Geſtalt des groben darin unterſcheiden, daß vielleicht beim feinen die Oeffnung der Roͤhre im Verhaͤltniß zu der Dicke der Waͤnde groͤßer iſt, als beim groben. §. 85. Dichtheit. Die feine Wolle waͤchſt dichter, als die grobe; von feiner Wolle wachſen naͤmlich auf einer gleichen Flaͤche mehrere Haare. Ihr dichterer Wuchs gibt ſich ſchon durch einen dichteren Anſchluß zu er⸗ kennen, ohne daß man noͤthig hat, auf einer be⸗ ſchornen Haut die Stoppeln auf einer kleinen Qua⸗ dratflaͤche zu zaͤhlen. §. 86. Gegenſeitige Lage oder Stellung der einzelnen Haare. Bei gehoͤrigem Zuſtande des Schaafes wachſen die Haare weder durch einander noch um einander gewunden, ſondern neben einander, aber gegen⸗ ſeitig angelehnt, gleichlaufend(parallel) fort, ſo daß die eine Figur des einen Haares neben derſel⸗ ben Figur des andern Haares ſteht. 58 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛe. §. 37. Innere Geſtalt der Stapel. Durch dieſen gleichlaufenden Wuchs der Bo⸗ gen aller einzelnen Haare bilden ſich im Stapel Er⸗ hoͤhungen und Vertiefungen, oder Ruͤcken und Kerbe, die ſich ganz nach den Bogen der einzel⸗ nen Haare richten, von denen ſie gebildet werden. Sind dieſe klein, ſo ſind es die Ruͤcken und Kerbe auch. Je flacher aber die Bogen der einzelnen Haare ſind, deſto weniger laſſen ſich die Kerbe oder die Ruͤcken des Stapels erkennen. §. 88. Grundflaͤche der Stapel. Da feine Wolle nicht ſo lang waͤchſt, als grobe, ſo ſind auch die Grundflaͤchen ihrer Sta⸗ pel kleiner, indem ſich kuͤrzere Haare nicht von ſolcher Weite her vereinigen koͤnnen, als laͤngere, die ſich nach ihren Spitzen zu eher erreichen. Auch koͤnnen ſich, je verworrener die Wolle durch einander waͤchſt, deſto weniger kleine Abthei⸗ lungen auf dem Grunde der Haut bilden. Im Gegentheil veranlaßt eine allzugroße Verworrenheit der Haare oft einen durchgaͤngigen Filz ohne alle Stapelabtheilung. Dagegen koͤnnen ſich um ſo ungehinderter kleine Abtheilungen bilden, je freier die einzelnen Haare ſich an einander lehnen. Bei hochfeiner Wolle ſindet man auch wirklich heommt de Eti dinet t ner N Namen A den. reilu du ſ gevond Haure) a el ge ſtr 3 linem ſclifen de wihnlch tics db inm ug adef d Waei Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle. 59 die Staͤpelchen ſo klein, daß ſie ſich von der Staͤrke einer toͤnernen Pfeifenroͤhre an bis zur Feinheit ei— ner Nadel zeigen, und bei dieſen Formen mehr den Namen von Faͤden, als von Stapeln verdienen. §. 89. Spitzen der Stapel. Die Form der Stapelſpitzen zeigt ſich verſchie⸗ den. Sind die Spitzen der einzelnen Haare nur weitlaͤuftig geſchlaͤngelt oder auch gerade auslaufend, oder ſind dieſe gar ſpiralfoͤrmig(ſchraubenfoͤrmig) gewunden, und ſtimmen die Spitzen der einzelnen Haare uͤberhaupt in ihrer Geſtalt nicht uͤberein; ſo bekommt der Stapel oben keinen Schluß, ſondern er bleibt offen, und ſieht alsdenn mehr oder weni— ger ſtrauch⸗ oder buſchfoͤrmig aus. Je gleichfoͤrmiger aber die einzelnen Haare von einem Ende zum andern gebildet ſind, deſto eher ſchließen ſich die Stapelſpitzen abgeſtumpft zu. Bei hochfeiner Wolle gehen die Stapel ge— woͤhnlich in mehrere ſtumpfe Spitzen aus. §. 90. Aeußere durchgaͤngige Figur der Stapel⸗ Ein Stapel laͤuft immer von unten nach oben etwas abgeſpitzt zu. Allein bei feiner Wolle und einem regelmaͤßigen Wuchs bekoͤmmt er auch eine Cylinderform, oder eine durchgaͤngig gleichmaͤßige Dicke, und zwar um ſo mehr, je dichter der Wuchs iſt. 1 —— 2———ꝛ¶ꝛr’õõU Oͤͤͤ ——4 60 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛe. —— vil me §. 91. 3 niſe Laͤnge der Stapel. he; Die Laͤnge eines Stapels iſt hoͤchſtens die Laͤnge biden der einzelnen Haare in ihrem natuͤrlichen Wuchs, Eulzn eher aber noch etwas kuͤrzer, indem die Richtung ſr uf der einzelnen Haare doch nie durchgaͤngig ſo gleich⸗ laufend ſeyn kann, daß nicht Abweichungen darin unter ihnen Statt finden ſollten. A §. 92. de det Ausdehnungsfaͤhigkeit und Kruͤmpkraft der Eie h Gegpei niſt ſ Die gegenſeitige Lage aller einzelnen Haare in glerli einem Stapel iſt nie ſo uͤbereinſtimmend, daß ſich anewed ein Stapel vollkommen ausſtrecken ließe. niſtn! So ſelten, wie das einzelne Haar, nimmt auch mäſe ein ausgereckter Stapel ſeine vorige Geſtalt wieder Täles an. Je mehr er ſich ihr aber wieder naͤhert, deſto di ch geſchmeidiger iſt die Wolle. Hieruͤber in der Ab⸗ durbſhn handlung uͤber die Unterſuchung der Wolle mehr. 9 dam de §. 93. 1 ſa, Vereinigung mehrerer kleinen Stapel in einem V nnkt zu groͤßeren., e Ai gißte Es iſt nur hochfeiner Wolle eigen, daß ſich de mehrere kleine Staͤpelchen oft nur von der Staͤrke Bl de einer Nadel zuſammen zu einem groͤßeren Stapel ari verbinden. 1nn S ie C. In dieſem Fall geht der groͤßere Stapel in ſo Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle. 61 viel mehrere Spitzen aus. Auf weniger dicht be⸗ wachſenen Thieren ſchließen ſich auch die Staͤpel⸗ chen zuweilen reihenweiſe hinter einander an, und bilden ſo breite platte Stapel mit gleich hohen Spitzen. Dies iſt auch faſt bei allen feinen Schaa⸗ fen auf dem Ruͤcken der Fall. §. 94. Unbeſtimmtheit der Stapelform. Von einer genauen Regelmaͤßigkeit iſt unter den Abtheilungen der Stapel nichts wahrzunehmen. Sie halten ſich vielmehr um ein gewiſſes Mittel, wofuͤr ſich nur ein ſehr weitlaͤuftiger Maaßſtab an— geben laſſen wuͤrde, der in manchen Faͤllen gar nicht angewendet werden koͤnnte. So z. B. iſt es in den meiſten Faͤllen gewiß, daß Stapel, deren Durch⸗ meſſer ohngefaͤhr einen Zoll betraͤgt, nicht ſo feine Wolle enthalten, als Stapel eines andern Fließes bei einem Durchmeſſer von einem halben Zoll im Durchſchnitt. Wollte man aber eben dieſer Unbeſtimmtheit wegen den Begriff von Stapel gaͤnzlich fahren laſ⸗ ſen, ſo wuͤrde man zugleich einige Anhaltungs⸗ punkte zur Unterſuchung der Wolle weniger haben. Die groͤßten Schwierigkeiten wuͤrden ſich zur Feſt— ſetzung der Begriffe uͤber Geſtalt und Bildung der Wolle finden, wenn man vom einzelnen Haar ſo⸗ gleich auf ein ganzes Fließ uͤbergehen wollte. Waͤ⸗ ren keine Stapelabtheilungen vorhanden, ſo waͤre man noch eher genoͤthiget, welche hineinzudenken, 62 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛc. um ſich einander verſtaͤndlich machen zu' koͤnnen. Nun ſind ſie aber doch in der Wirklichkeit da. Und eben ihre groͤßere oder geringere Uebereinſtimmung ſelbſt, ſowohl auf demſelben Fließ, als zwiſchen mehreren Fließen, gibt uns mitbeſtimmende Merkmahle fuͤr andere Eigenſchaften an die Hand. F. 95. Stellung der Stapel. Die Stellung oder Lage der Stapel feiner Wolle gegen den Koͤrper iſt, wenn ſie einige Laͤnge erreicht haben, ſchraͤger, als bei grober Wolle von gleicher Lange, weil feine Wolle an ſich in der Re⸗ gel geſchmeidiger iſt, als grobe. Da aber grobe Wolle von gleichem Alter laͤnger iſt, als feine, und die groͤßere Laͤnge ebenfalls eine ſchraͤgere Lage mit ſich bringt, ſo laſſen ſich hieruͤber keine heſüimmien Regeln angeben. Auch ſtehen die Stapel feiner Wolle wieder um ſo weniger ſchraͤg, je dichter die Haut be⸗ wachſen iſt. §. 96. Durchgaͤngige Gleichartigkeit aller Haare in ei, nem Fließ. Die Natur liefert nicht ein einziges Fließ, welches ſich in allen Theilen durchgaͤngig gleich waͤre. Wenn daher von Gleichartigkeit der Wolle die Rede iſt, ſo kann darunter nichts anders, als eine annaͤhernde Gleichartigkeit verſtanden werden. — Lanm ſer, W wader Vind legt perotir 3- burt w da dai Pärme Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle. 63 §. 97. Durchſichtigkeit der Roͤhre. Die Roͤhren feiner Wollhaare ſind oft ſo durch— ſichtig, daß dies ein ſehr ſcharfes Auge ohne alle Inſtrumente zu erkennen vermag. Je durchſichtiger eine Roͤhre iſt, deſto fei⸗ ner muß ſie auch wohl in der Regel ſeyn. §. 93. Wachsthum. Die feine Wolle bildet auf dem neugebornen Lamm dicht gewundene Loͤckchen, die oft nicht groͤ— ßer, als ein Gerſtenkorn ſind. Beim weiteren Vorruͤcken waͤchſt das Haar wieder eine Strecke gerade aus, ehe es ſich in die Windungen begiebt, die ihm nachher eigen bleiben. Ligt dieſer Unterſchied wohl im Wechſel der Tem— peratur? Im Mutterleibe war es warm. Bei der Ge⸗ burt wurde das Haar der Luft ausgeſetzt, und erſt bei einiger Laͤnge der Haare entſtand wieder etwas Waͤrme zwiſchen ihnen. Daß feine Laͤmmer auch in langen Haaren ge⸗ boren werden, kommt in der Abhandlung uͤber fein⸗ wollige Schaafe vor. Das feine Lammhaar iſt immer zarter und weicher, aber auch zugleich ſchwaͤcher, als ſein Nachwuchs. Feine Wolle waͤchſt langſamer, als grobe. Ihr 64 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛc. ohngefaͤhr zwiſchen ½ und à Zoll fuͤr jeden. Auch das feine Wollhaar wird groͤber, je mehr es an die Luft tritt.“ Gleich nach der Schur ſind die Stoppeln, welche eine Fortſetzung der abgeſchornen Wolle ſind, noch fein und in gehoͤriger Form; nach und nach aber verlieren ſie ihre Kraͤuſelungen und werden grober. Wie lang und wie alt feine Wolle auf dem Thier werden koͤnne, iſt noch ungewiß. Wachsthum auf alle Monate gleich verheilt, faͤllt §. 99. Abnahme des Wachsthums. Die Spitzen der Lammhaare ſterben zuerſt ab. Sie werden gelb oder braͤunlich und matt. Wei⸗ tere Anzeichen des Abnehmens ſind noch nicht be⸗ kannt. Sie zeigen ſich zuweilen an der Wolle er⸗ wachſener Thiere im Laufe des Schurjahres, aber ſelten. Das Ausfallen kann nicht dazu gerechnet werden, weil dies vom ſchlechten Zuſtande des Thieres herruͤhrt. S. 100. Schweiß. Bei einer guten Haltung entſtehen beſonders in der feinen Wolle fluͤſſige durchſichtige Fettaugen. Ob dieſe vom Schweiß allein, oder von der fetten Hautſchmiere mit herkommen, bleibt noch zu un⸗ terſuchen. 3 Die —ꝗʒᷓaʒʒęQęQ—— — kräuſe ir Jiſden ſct i ſonders raugen⸗ fiten au une ₰ Die Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle. 65 Die meiſte feinſte Wolle in mancher Heerde erſcheint in der Regel in weißem oder in hellgel— bem Schweiße, obgleich auch das Gegentheil Statt indet. SF. 101. Von zwei verſchiedenen Hauptarten feiner Wolle. Es gibt zwei beſondere Arten feiner Wolle, die ſich ſowohl in ihrer Laͤnge und Geſtalt, als in der Menge des Schweißes, den ſie mit ſich fuͤhren, unterſcheiden. Im Laufe eines Jahres wird die eine nur 1 bis Zoll im Stapel lang, waͤhrend dem die an— dern eine Laͤnge bis zu 2 Zoll und daruͤber erreicht. Dir kuͤrzer wachſende iſt gemeiniglich tiefer ge— kraͤuſelt, oder hat hoͤhere Bogen als die laͤngere; ihr Haar hat eine faſt durchgaͤngig gleichfoͤrmige Bildung; nur ſind die Haare unter ſich in Ruͤck⸗ ſicht ihrer Feinheit meiſtens ſehr verſchieden; durch ihre ſtaͤrkere Kraͤuſelung iſt aber ihr gegenſeitiger Anſchluß dichter und die Stapel ſind ſtumpfer und breiter; daher widerſtehen ſie um ſo leichter dem Druck der Hand, und geben den Anſchein einer groͤßeren Dichtheit des Wuchſes von ſich, als die laͤngere Art, welche die hoͤchſten Grade von Fein⸗ heit mit ſich fuͤhrt. Damit ſoll aber keineswegs ge⸗ ſagt ſeyn, daß alle laͤngere Wolle die feinere ſey, oder daß alle von der kuͤrzeren Art nicht fein ſeyn koͤnne. Dichtheit des Wuchſes und Vill⸗ 3 4 5 66 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛc. wolligkeit, kommen in der Abhandlung uber die Schaafe vor. Die kuͤrzere Art feiner Wolle zeichnet ſich von der laͤngeren, außer dem Unterſchied ihrer Geſtalt auch noch durch eine groͤße Menge fetten Schwei⸗ ßes, in der Regel aus, welcher meiſtens mehr ins braͤunliche als ins hellgelbe fäͤllt. 1et Da wir einmal unſere feine Wolle nach ihrem Urſprung ſpaniſche heißen, wogegen bis jetzt Nie⸗ mand etwas einzuwenden gehabt hat, ſo iſt es eben ſo folgerecht, wenn wir natuͤrliche Verſchiedenhei⸗ ten beſonderer Staͤmme, welche im Ganzen Wich— tigkeit haben, nach dieſen Staͤmmen bezeichnen; ſo wie wir den Hochheimer vom Johannisberger unterſcheiden. Jedermann wird daher die Benen— nungen der laͤngeren feinen Wollart mit Escurial, und der kuͤrzeren mit Negretti(oder auch Gua— daloupe,) welche der Herr Staatsrath Thaͤr da⸗ fuͤr angenommen hat, ganz angemeſſen finden. Die Urſpruͤnglichkeit beider Wollarten ſindet man aber in den wenigſten unſerer feinen und veredelten Heerden mehr in ihrer vollkommnen Abzeichnung. Aus den meiſten ſaͤchſiſchen Schaͤfereien hat man die kuͤrzere Art allmaͤhlig zu entfernen geſucht. In andern Gegenden ſind durch Vermiſchun⸗ gen der beiden Arten, ſo wie durch die Verfeine— rnng der gemeinen Wollarten durch beide feine Raſ— ſen ſo viele Zwiſchenſpiele entſtanden, daß ſich we⸗ der die Escurial⸗ noch Negretti-Art in ihrer Rein⸗ heit mehr auffinden laͤßt. 3 Zweiter Abſchnitt. Von der feinen Wolle. 67 — r di Um aber mehr Klarheit in unſere Begriffe zu bringen, iſt es erforderlich, daß wir alle Abſtufungs⸗ ih dan Merkmale, ſo wie alle Graͤnzpunkte auffaſſen Geſat welche uns nur die Gegenſtaͤnde darbieten. Als Schwi⸗ Graͤnzpunkte muͤſſen wir auch die Escurial- und die x is Negretti⸗Wolle unter der feinen ſpaniſchen anſehen 5 zwiſchen welchen es unuͤberſehbare Abweichungen ihrem V gibt. ßt Ni⸗ es eben dene Dritter Abſchnitt. ichnen; Von veredelter Wolle. sberger§. 102. Vener Begriff von veredelter Wolle. 8 Die Wolle aller Schaafe. welche aus einer lien Sanniſne feiner ſpaniſcher Staͤhre mit groben Schaafen unmittelbar oder von einem nachfolgenden n. 1 Geſchlechte herruͤhrt, heißt veredelte, verfei⸗ det me nerte, halbſpaniſche, halbſchlaͤgige, Me— geedelten tis- oder Meſtitzen-Wolle, ſo lange dergleichen nug Arten noch nicht die Eigenſchaften der feinen ſpa⸗ 1u9 niſchen Wolle angenommen haben. geſucht. 4 ur⸗§. 103. gerfeine⸗ Allgemeine Merkmale der veredelten Wolle an he Ri ihrer Geſtalt, wodurch ſie ſich von der groben 1 5 und eiües Wolle unterſcheidet. r Nar Der groben Wolle naͤhert ſie ſich, ſo lange ſie noch nicht die mittleren Grade der Veredlung 68 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛc erreicht hat, mehr in Laͤnge, Dicke und Sproͤ⸗ digkeit, dagegen ſchon in den erſten Stufen der Veredlung der feinen mehr in der Kraͤuſelung, obgleich dieſe noch ſehr unregelmaͤßig bleibt. Der Umfang des einzelnen Haares iſt aber bei veredelter Wolle, ſelbſt noch auf den hoͤhern Stufen, ungleicher, als bei grober Wolle. Da aber die Grundlage und das Fortſchreiten der Veredlung von der Wahl der Zuchtthiere und ſo vielen andern Umſtaͤnden abhaͤngt, und es daher immer etwas ſehr Unbeſtimmtes bleibt, fuͤr die Veredlung bis zu ihrer Vollendung ohngefaͤhre Grade annehmen zu wollen, die ſich doch mit in der Ge⸗ ſtalt der Wolle(und nicht in der Geſtalt der Thiere allein,) zu erkennen geben muͤſſen; ſo wird es genug ſeyn, zwiſchen den beiden Hauptgattungen, der gro— ben und der feinen Wolle, hier ein ohngefaͤhres Mittel aufzuſtellen, welches fuͤr jede andere dazwi⸗ ſchen fallende Gattung einigermaßen zum Vergleich dienen kann. F. 104. Vergleichung einer veredelten Wolle auf ihrer ohngefaͤhren mittleren Stufe mit grober und feiner Wolle. Eine halb veredelte Wolle hat bei einer ohn⸗ gefaͤhren Laͤnge in der Ausdehnung von 3 bis 5 Zoll mit der feinen Wolle ſchon die Kraͤuſelun⸗ gen gemein. Nur ſind die Bogen derſelben noch groß und weitlaͤuftig. Auf einen Berliner Zoll ge⸗ die güb bei eiger fäineren ks Fl he Gi di dcſthei Bei old daa Geſtl 1 kzer! Dritter Abſchnitt. Von veredelter Wolle. 69 hen, wenn der Wuchs ſchon Regelmaͤßigkeit hat, ohn⸗ gefähr 12 bis 14 Bogen auf einer Seite. Mei⸗ ſtens aber ſind ſie in Groͤße und Stellung noch ſehr verſchieden. Oft hat ein jaͤhriges Haar nur bis auf zwei Drittel der Laͤnge, auch nur bis zur Haͤlfte einige Regelmaͤßigkeit in der Figur. Das obere Ende ent⸗ haͤlt entweder ſehr wenige, oder gar keine Kraͤu— felungen. Der Durchmeſſer eines Haares von halbver⸗ edelter Wolle betrug unter dem Sonnen-Mikroskop auf den verſchiedenen Stellen—eres, alſo im Mit⸗ tel 55 Zoll. Die Feinheit eines ſolchen Haares nimmt alſo, ſo wie das grobe, von oben herunter ab, je mehr es an Luft und Licht tritt. Verrdelte Wolle waͤchſt dichter als die grobe, und ſcheint hierin ſelbſt die feine Wolle zu uͤber— treffen. Der Grund davon liegt aber darin, daß die groͤberen Haare auch bei geringerer Dichtheit bei einer groͤßeren Laͤnge mehr Maſſe geben, als die feineren. Daher wiegt auch gewoͤhnlich ein veredel— kes Flies ſchwerer, als ein feines Flies von glei⸗ cher Groͤße. Die veredelte Wolle erlangt aber diejenige Dichtheit noch nicht, welche die feine Wolle hat. Bei veredelter Wolle bilden ſich noch nicht alle Haare von gleicher Laͤnge, Feinheit und Geſtalt; einige ſind auf derſelben Stelle feiner, kuͤrzer und regelmaͤßiger, andere groͤßer, laͤn⸗ 70 Zweite Abtheilung. Ueber die Wollengattungen ꝛc. ger und unregelmaͤßiger. Daher bleibt die Stellung der Haare unter ſich noch ſehr irregulaͤr, Sie laufen wegen ihrer ungleichen Kraͤuſelung nicht gleich oder parallel, ſondern richten ſich noch gegen einander und durch einander. Aus demſelben Grunde bildet veredelte Wolle in der Regel noch Stapel von einer großen Grund— flaͤche, ſeltner mit mehreren Spitzen, oͤfterer mit einer. Die groͤberen Haare ragen darin wegen ih⸗ rer groͤßeren Laͤnge am meiſten hervor, und beugen ſich oben uͤber, waͤhrend dem die feineren kuͤrzeren ſich an jene nur anlehnen. Das obere Ende des Stapels iſt daher ſpieß⸗ foͤrmig und entweder ſchlicht oder gewunden, und zwar entweder in gerader Richtung oder ſchrau⸗ benformig, ſo lange ſich die veredelte Wolle noch mehr nach der groben neigt; er wird aber ſtumpfer; ſobald die veredelte Wolle mehr die Eigenſchaften der feinen annimmt. Stumpfere Stapelſpitzen ſetzen ſchon gleichere Läͤngen der Haare voraus, und zeigen alſo in der Veredlung der Wolle eine hoͤhere Stufe an. Bei der Ungleichheit der Haare loͤſen ſich oft die ſtaͤrkeren, welche an der Auſſenſeite eines Sta— pels ſtehen, von dieſem los, und lehnen ſich an die nebenſtehenden Stapel an. Man bemerkt derglei— chen ſchraͤgliegende Haare, wenn man zwiſchen die Stapel eine Zeit lang ruhig hineinzublicken ſucht. Bei dieſer Lage der Haare kann man auch zugleich Stye is Ei 1 dine ſ rehund käit und und fü an ihr ünter 1” feit de di hanre, zuweilen indem Thnen a gaben I Auch rude 1 Aa, 1 Dritter Abſchnitt. Von veredelter Wolle. 71 den ohngefaͤhren Grad ihrer geringeren Feinheit ſehr deutlich wahrnehmen. Die Form der Stapel ſchreitet indeſſen der Feinheit der einzelnen Haare und ihrer Anſchließung oſt voraus. Zuweilen trifft man in einem ſchon ſehr duͤnnen und ſtumpfen Stapel noch den verwor— renſten Wuchs mit ungleich groben Haaren an. Daher darf man es bey der Unterſuchung der Wolle uͤberhaupt nie blos bei der Beurtheilung der Stapel bewenden laſſen, ſondern man muß auch ins Einzelne dringen. An der veredelten Wolle zeigt ſich gewoͤhnlich eine ſehr große Sproͤdigkeit mit großer Schnel lkraft verbunden; dagegen oft weit weniger Geſchmeidig— keit und zuruͤckziehende Kraft, als an der groben und feinen Wolle, und nicht ſelten entdeckt man an ihr im Vergleich mit dieſen Hauptgattungen unter gleichen Umſtaͤnden eine groͤßere Schwaͤche. Wahrſcheinlich wird dieſe durch die Ungleich⸗ heit der Bildung des einzelnen Haares verurſacht. Die Sproͤdigkeit der unregelmaͤßig gebildeten Haare, verbunden mit Schnellkraft, gibt ſich auch zuweilen beim Ausziehen der Stapel zu erkennen, indem ſich dieſe zugleich in der Mitte mehr aus— dehnen als unten; eine Erſcheinung, die ſie mit der groben Wolle gemein haben. Auch in Betreff der chemiſchen Eigenſchaften, wuͤrde zwiſchen den beiden Hauptgattungen von Wolle, veredelte Wolle wahrſcheinlich in der Mitte 72 Zweite Abtheiluug. Ueber die Wollengattungen e. ſtehen, wenn wir den Unterſchied der groben und feinen Wolle darin ſchon kennten. §. 105. Von ihrem Wachsthnum. Auf dem Lamm koͤmmt die veredelte Wolle oft ſchon in der Geſtalt der feinen hervor. Allein bei genauerer Unterſuchung wird man ſinden, daß die kleinen Löͤckchen dennoch groͤber ſind, und wei⸗ ter aus einander ſtehen, als bei feiner Lamm— wolle. Sie erſcheint aber auch noch wie grobe Wolle, und ſetzt ſo ihre ſchlichte Geſtalt noch eine Zeitlang fort, indem ſie ſich erſt ſpaͤter zu ſchlän⸗ geln anfaͤngt. §. 106. Zuſammenſtellung d er Eigenſchaften, wie ſie ge⸗ woͤhnlich in Verbindung erſcheinen. Regelmaͤßigkeit in den Kraͤuſelungen des Haares iſt in der Regel mit der groͤßeren Fein— heit und Dichtheit verbunden. Mit der Feinheit geht auch die Gleichartigkeit gleichen Schritt. In Ruͤckſicht der Kraͤfte hat das gröbere Haar groͤßere Starrheit, Schnellkraft, Sproͤdigkeit, Kruͤmpkraft, Zuſammenziehungskraft und Staͤrke, als das feinere; dieſes dagegen groͤßere Geſchmei⸗ digkeit, geringere Schnellkraft, ſchwaͤchere Kruͤmp⸗ kraft, Zuruͤckziehungskraft und weniger Staͤrke, als das groͤbere. —ͥᷓ́ᷓ́ᷓ— — 7 1 cls b hält lin 9 4 Nael. helche wwiſh das n rie ſch in der noch n ine an⸗ ——O— Dritter Abſchnitt. Von veredelter Wolle. 73 Dehnbarkeit aber kann owohl bei feineren, 9 als bei groͤberen, in gleichem und ungleichem Ver⸗ haͤltniß Statt finden. Bei gemeiner und veredelter! Wolle jiſt ldas laͤngere Haar in der Regel auch das gröbere. Bei Wolle von feinen Raſſen faͤllt aber die ſe Regel ganz weg. Eher findet zwiſchen feiner Wolle, welche die mittlere Laͤnge ohngefaͤhr erreicht, und zwiſchen ſolcher, welche etwas dahinter zuruckbleib das Lur Jebehrie Verhaͤltniß Statt. Doch kann man nie ſicher darauf rechnen. Wolle von alten Thieren in derſelben Raſſe z. B. faͤllt kuͤrzer, aber noch nicht groͤber aus. S darum Dritte Abtheilung. a Ueber Schaafe im Allgemeinen. — S Erſter Abſchnitt. Ueber Thierraſſen uͤberhaupt. i 8. 107. in ein Begriff von Thierarten oder Naſſen. fälter Thiere unterſcheiden ſich nach der Verſchiedenheit in der Beſtandtheile und der Geſtalt ihres Koͤrpers, nach der Verſchiedenheit ihrer Hautbedeckung und G ihrer Farbe, und nach Verſchiedenheit ihrer Lebensart. lſa Je nachdem ſie nun eine geringere oder groͤßere uilhe Menge von Eigenſchaften mit einander gemein haben, 4 theilen wir ſie in allgemeinere oder beſondere Abthei⸗ nuchd lungen ein. ſdifer Die allgemeineren Abtheilungen begreifen wir unter Klaſſen, Gattungen, Ordnungen, Ge⸗ ſchlechtern, und diejenigen, deren weitere Einthei⸗ Segr lung fuͤr uns nicht moͤglich oder auch gleichguͤltig iſt, heißen Arten oder Raſſen. V Die Unterſcheidungsmerkmale zwiſchen einzelnen Knnlei verwandten Arten betreffen entweder gewiſſe Theile tinmt thir Erſter Abſchnitt. Ueber Thierraſſen uͤberhaupt. 75 des Koͤrpers, welche nur die eine Art, die andere aber nicht hat, oder die Groͤße der Geſtalt, oder die Verhaͤltniſſe beſonderer Theile zum Ganzen, oder auch die Farbe der Hautbedeckung. Eine beſtimmte Abtheilung von Zuchtthieren einer Art heißt Stamm. §. 108. Urſachen ihrer Verſchiedenheit. Beſſere oder ſchlechtere, haͤufigere oder kaͤrglichere Nahrung; die Art ihres Wechſels; der Aufenthalt unter einem heiterern oder truͤberern Himmelsſtrich, in einer trockneren oder feuchteren, waͤrmeren oder kaͤlteren Luft; die laͤngere oder kuͤrzere Dauer der taͤglichen freien Bewegung oder des Stillliegens; die oͤftere oder ſeltnere Stoͤhrung des behaglichen Lebens, und, wer weiß, wie viele andere allgemeine Urſachen mehr, beſtimmen die Eigenthuͤmlichkeiten, welche jede Thierart beſonders auszeichnen. Im Zuſtande der Wildheit bildet ſich eine jede nach den allgemeinen Einwirkungen einer gleichbe⸗ ſchaffenen Gegend beſonders aus. §. 109. Begriff von der mittelmaͤßigen Geſtalt einer Thierraſſe. Wenn man einer Menge einzelner Thiere von einerlei Art das Maaß von der Groͤße ihrer Geſtalt abnimmt oder abmerkt, ſo bildet ſich daraus ein ohngefaͤhres Durchſchnitts⸗ oder Mittelmaaß, 76 Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemeinen. oder die Vorſtellung davon, welches der Wirklichkeit um ſo naͤher koͤmmt, je groͤßer die Anzahl der Stucke iſt, von denen die einzelnen Maaße herruͤhren. Ein ſolches Mittelmaaß einer beſonderen Thierart heißt ihre mittelmaͤßige, oder mittlere Groͤße.(Wir duͤrfen hier den Ausdruck mittelmaͤßig nicht in dem Sinne einer Geringſchaͤtzung nehmen.) Zur Beſtimmung einer mittelmaͤßigen Groͤße duͤrfen keine Seltenheiten von Ausnahmen weder von dem Zugroß noch Zuklein genommen werden, je ge⸗ ringer noch die Anzahl iſt, worauf ſich jene gruͤndet. NRimmt man ferner von mehreren Thieren einerlei Art die Verhaͤltniſſe der Theile unter ſich und zum Ganzen, ſo laſſen ſich mittlere Verhaͤltniſſe bilden, welche man die mittleren Sheildekgattniſſſe r Glieder nennt. Beide, die mittlere Groͤße und die mittleren Theikverhaͤltniſſe machen die mittlere Geſt alt einer Thierart aus, worin ſich eben verwandte Arten un⸗ terſcheiden. Das groͤßere Ganze erfordert nun auch den ver⸗ haͤltnißmaͤßig groͤßeren Theil, das kleinere Ganze den kleineren Theil. Einen chieriſchen Koͤrperbau nennen wir zart, wenn im Vergl leich zu der mittleren Geſtalt das Langenverhaͤltniß groͤßer iſt als das Verhaͤltniß der Breite. So wenig wir aber Urſache haͤtten, einem Thier mit einem groͤberen Bau blos um dieſes Umſtandes er willen Geſundheit zuzuſchreiben, eben ſo wenig haben ——— 0 in i 8 als au Hautbe ſot eins Varjal Pelle ſcrite, de göß drejt Sel haͤdetung, viicungen üanfals in Jede lauſi uſt ſc licken 1 ——————-—Q—Q—Q—C—— Erſter Abſchnitt. Ueber Thierraſſen uͤberhaupt. 77 wir auch Urſache, einen Köoͤrper mit einem zarten Bau, blos darum fuͤr ſchwaͤchlich oder krank anzu⸗ ſehen, weil er zart iſt. Zartheit und Schoͤnheit der Geſtalt ſind im geſunden Zuſtande gewohnlich mit einander verbunden. Der zartere Koͤrperbau hat in der Regel auch die feinere Haut und die feinere Wolle. §. IIO. Von der Fortpflanzung einer Raſſe. Jede Thierart pflanzt ſich auf ihre Nachkommen in ihrer Eigenthuͤmlichkeit, die ſie ſo wohl in Ruͤck⸗ ſicht der Beſtandtheile und Geſtalt ihres Köorpers, als auch in den Theilverhaͤltniſſen deſſelben und ihrer Hautbedeckung hat, nicht ohne alle Veraͤnderung fort. Dieſe Veraͤnderung findet aber nur innerhalb eines gewiſſen Spielraumes um das mittlere Verhaͤltniß ſtatt, in denen das Ganze zu ſeinen Theilen ſteht. Bald wird es theilweiſe über— ſchritten, bald nicht voͤllig erreicht, waͤhrend dem ſich der groͤßere Theil des Ganzen um ſeinen Mittelpunkt dreht. Selbſt die Veraͤnderung der Farbe der Haut⸗ bedeckung, welche bei zahmen Thieren groͤßeren Ab— weichungen unterworfen iſt, als bei wilden, haͤlt ſich ebenfalls in einem gewiſſen Mittel. Jede Thierart bleibt bei ihrem Spielraume ſo lange fuͤr ſich, oder dauert in ihrer Eigenthuͤm⸗ lichkeit ſo lange fort, bis eine von den folgen⸗ 78 Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemeinen. den Urſachen eine Veraͤnderung bewirkt: entweder Wechſel des Aufenthalts und der Lebensart oder zu⸗ faͤlige Beſonderheiten einzelner Stammthiere, oder Vermiſchung mit andern verwandten Arten. G. ITI. Folgen der Bezaͤhmung. Die naͤchſte Veranlaſſung zu Abarten gibt der Uebertritt aus dem Zuſtande der Wildheit in den zahmen. Die Verſchiedenheit der Lebensart ver⸗ aͤndert den Koͤrper nach und nach. Die gewoͤhnlichſten Folgen ſind: Verluſt an Groͤße und Ebenmaaß des Baues; Verluſt an Staͤrke und an Beſtaͤndigkeit der Farbe. Fuͤr unſere Zwecke ſind dieſe Veraͤnderungen in unendlich vielen Faͤllen von Nutzen. Ohne ſie haͤtten wir ſchwerlich die geſchmeidige Wolle. Zweiter Abſchnitt. UNUeber die Haut. §. 112. Anerkannte Wichtigkeit derſelben. Die Wichtigkeit der Haut fuͤr die Wollzucht haben die Alten erkannt. Sie beſchmierten ſie nach der Schur mit Oel, damit die Wolle laͤnger und ſanfter wuͤrde. 35 8. S. —— Zweiter Abſchnitt. Ueber die Haut. 79 4— Dem Gebrauch der Okkererde in Spanien mag 6 urſpruͤnglich ein äl lichen Zweck zum Grunde gelegen 1 haben. Haſtfer ſagt: „Es iſt weiter zu bemerken, daß man in der mechaniſchen Structur der Schaafe, das iſt ihrer ganzen Leibesverfaſſung, ſowohl in der Abſicht der Gebeine, der Sehnen, des Ge⸗ den bluͤts, als des Fleiſches und Felles, die ber⸗ Arrſachen des Wachsthums und der Guͤte der 1. Wolle findet, welche Anmerkung uns eine An— nicht geringe Anleitung zu unwiderſprechlichen n Grundwahrheiten in der Sthaͤfermeſſen. ſchaft darreicht.“ gn.(Ueberſetzung von 1754 aus dem Schwediſchen.) ſ Vielleicht wird manchem Leſer eine naͤhere Be⸗ - V ſchreibung der Haut nicht unvollkommen ſein. §. 113. Von der menſchlichen Hautz(uus einigen anatomiſchen Schriften gezogen). Die eigentliche Haut beſteht aus einem weichen, biegſamen, aber feſten und verdichteten Zellgewebe, welches ausdehnbar und zugleich faͤhig iſt, ſich wieder zuſammenzuziehen. Ueber der Haut beſindet ſich ein Schleim⸗ ucht netz, welches von der Natur zu vielerlei Zwecken nach beſtimmt zu ſein ſcheint, und uͤber dem Schleimnetz ond ein Oberhaͤutcchen, welches haͤrter iſt, als die ei⸗ gentliche Haut, aber feiner und duͤnner, als dieſe; — 80 Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemernen. dabei einfach,(nicht aus verſchiedenartigen Theilen zuſammengeſetzt), auf einigen Stellen durchſichtig, etwas weiter als die Haut, und zugleich etwas dehn⸗ bar. Es hat die Farbe der unter ihm liegenden Schleimn haut, odren ade auch die Haare annehmen. Alle dieſe Theile zuſammengenommeu werden, wenn von keinem befeerd Khxit die Rede iſt, die Haut genannt.— Zunaͤchſt unter der Haut befindet ſich ein lockeres Zellgewebe, die Fetthaut, weil ſie auf den meiſten Stellen mit Fett ausgefuͤllt iſt. Wenn das Oberhaͤutchen ſtark gerieben wird, ſo erzeugt ſich eine Schwiele, oder eine verdickte, haͤrtere, hornartige Oberhaut, welche ſich in deſto mehr Blaͤttchen zerthetlen laͤßt, je dicker ſie wird. Von aͤtzendem Laugenſalze wird das Oberhäu⸗ chen leicht aufgeloſet. Bei Hautkrankheiten Eeſfirhe daſſelbe und ſondert ſich ab.. Das Schleimnetz, zunchſ unter dem Ober⸗ haͤutchen, erſcheint da nicht wieder, wo die aͤußeren Lagen der Haut durch Verletzungen zerſtoͤrt worden ſind, und Narben entſtehen. Auf der aͤußeren Oberflaͤche der Haut beſßaden ſich eine Menge Oeffnungen oder Poren. Ein Theil dieſer Poren enthaͤlt die Haare, ein anderer dient zur Ausduͤnſtung der Haut, und ſteht mit den Schlagadern in Verbindung; ein an⸗ derer Theil zur Einſaugung, und noch ein ande⸗ rer dienet unter dem Namen der Schmierhoͤhlen zur Bl duch dadige falt. Niut bjſt gende käler 1 den C Jeſe Kappe vexung Inden und jan Gege hepeh 8 ſeinac nein. da ind bösha. eilen chig, dehn⸗ enden men. den, die keres den wird, ickte, deſto d. haut⸗ eondert Dber⸗ ßeren orden inden are, und an⸗ ande⸗ ohlen jüt Zweiter Abſchnitt. Ueber die Haut. 81 zur Aufnahme des Druͤſenfettes oder der Haur⸗ ſchmiere, wodurch die Haut geſchmeidig erhalten wird. Es liegen naͤmlich unter der Haut kleine runde Baͤlge oder Talgdruͤſen, deren Ausfuͤhrungsgaͤnge durch die Haut gehen und ſich auf dem Oberhaͤutchen endigen. Dieſe ſind mit jener Hautſchmiere ange⸗ fullt. Dieſelbe ſondert ſich auf der Oberflaͤche der Haut in einem oͤligen ſchmierigen Zuſtande ab, und loͤſet ſich im Waſſer nicht auf. In waͤrmeren Ge⸗ genden findet ſich die Baürſühenieie haͤuſiger, als in kaͤlteren. Die Haut enthaͤlt viele Blutgefaͤße. An eini⸗ n Stellen 55 Blutadern dicht unter ihr hin. 40 83 Je feiner ſie iſt, deſto mehr ſchimmern dieſe durch. Die Hent iſt haͤrter an maͤnnlichen und alte Koͤrpern, ferner an ſolchen, welche viel M tlelbo wegung haben, und an ſolchen, welche in kalten Ge genden leben; dagegen wieder weicher an weiblichen und jungen Koͤrpern, an ſolchen, welche in warmen Gegenden leben und an ſolchen, welche ſich wenig bewegen. So weit von der menſchlichen Haut. Wahr⸗ ſcheinlich hat die thieri ſche Haut ſehr vieles mit ihr gemein. Das Drüſenfett, velches ſie mit dem Schweiß in de Wolle findet, iſt im Waſſer ebenfalls unauf⸗ loͤsbar..s ibe e — ⁴☛ — 82 Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemeinen. §. I114. Von den auf den Zuſtand der Haut einwirkenden Urſachen. Bei Kaͤlte, Froſt, Jurcht u. ſ. w. ſchrumpft ſie zuſammen. In trockner warmer Auft iſt ihre Thaͤtigkeit groͤßer, als in feuchter, kalter; in heißen Gegenden aber erſchlafft ſie. Einfluß auf die Haut haben uͤberhaupt: Nahrung, nach Einiger Meinung auch die Getraͤnke, Licht, Luft, Hitze, Kaͤlte, Feuch⸗ tigkeit und Staub. Oel ſoll beſonders wohlthaͤtig auf ſie wirken. Fette Erden desgleichen. §. 1135. Ueber den Einfluß des Zuſtandes der Haut auf die Poren, und dieſer auf die Haare. Ob mit der Erweiterung der Haut waͤhrend dem Wachsthum auch neue Poren entſtehen, oder ob ſich die vorhandenen Poren mit dem fortſchrei— tenden Wachsthum nur erweitern, dieſes waͤre wohl noch zu unterſuchen. Das Zuſammenſchrumpfen der Haut hat auch das Zuſammenziehen der Poren zur Folge, ſo wie ſie ſich auch beide mit einander erweitern. Welche Wirkung aber mag wohl die Erweite⸗ rung oder Verengung der Poren, wenn eine dieſer Veraͤnderungen von einigem Beſtand iſt, auf die Wolle haben? Und: laſſen die Poren einer dun— neren Haut eine groͤßere Exrweiterung zu, als die Poren einer dickeren Haut? lnrt tmhaan Zweiter Abſchnitt. Ueber die Haut. 83 Ob uͤberhaupt eine groͤbere Haut weitere Po⸗ ren haben mag, als eine feinere, nnd ob die Po⸗ ren beim feinen Haar auch wirklich enger ſeyn moͤ— gen, als beim groͤberen— dies Alles ſind leicht aufzuſtellende Fragen, deren Beantwortung aber nicht ſo leicht ſeyn duͤrfte, obgleich von ihrer Ent— ſcheidung manche Maxime in der Haltung der Schaafe abhangen duͤrfte. Dritter Abſchnitt. Ueber die Haut der Schaafe⸗ §. 116, Von der unmittelbaren Wirkung der Beſchaffen⸗ heit der Haut und ihrer Unterlagen auf die Wolle. Die feinere Haut erzeugt auch in der Regel die feinern Haare in derſelben Raſſe. Je dicker die Stelle einer Haut iſt, deſto groͤbere Haare erzeugt ſie. Die Beweiſe dazu liefern uns die Koͤder, die Falten u. ſ. w. Je knorpeliger oder hornartiger die Unterlage einer Haut iſt, deſto kleiner, dicker, zie⸗ genhaar aͤhnlicher waͤchſt darauf auch die Wolle. Man unterſuche unter andern die Wolle um die Hoͤrner der Staͤhre. Knochen unmittelbar unter der Haut, geben nur eine Art kurzer Haare, die mit der Wolle keine —————B— 34 Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemeinen⸗ — Aehnlichkeit zu haben ſcheinen. Mit dem Mager⸗ werden des Thieres greifen dieſe weiter um ſich. S. 117. Folgen der Veraͤnderung der Haut auf, die Wolle. Jede Veraͤnderung der Haut auf irgend ei— ner Stelle bringt andere Wolle hervor. Durchſtoßene Kopfhaut und jede Narbe z. B. geben groͤbere und irregulaͤr gebildete Wolle. Im krankhaften Zuſtande der Haut leidet zunaͤchſt die Wolle mit. Nicht allein, daß ihr da— durch die noͤthigen Saͤfte entzogen werden koͤnnen, wird die Wolle auch noch durch Auswuͤchſe und Aufloͤſungen der Haut verunſtaltet, z. B. durch ver⸗ klumpten Schweiß, Pocken u. ſ. w. §. 118. Einfluß der Feinheit der Haut auf Dichtheit und Gleichartigkeit der Wolle. In wie weit ein dichter Wuchs und die Gleichartigkeit der Wolle von der Feinheit oder Dicke der Haut abhange, iſt zwar noch nicht ſo ganz ausgemacht. Indeſſen laſſen ſich doch mehr Gruͤnde dafuͤr aufſtellen, daß eine feinere Haut eine beſſere Grundlage ſey, als eine groͤbere, bei glei— cher Nahrung beide Erforderniſſe zu befoͤrdern. Von tund d de oder ht ſo mehr teine glei⸗ Vierter Abſchnitt. Ueber Wollergiebigkeit. 85 Vierter Abſchnitt. Ueber Wollergiebigkeit. §. 119. Von der Neigung der verſchiedenen Koͤrpertheile d ſich zu bewachſen. Alle der Luft ausgeſe tzten Theile des Koͤrpers bewachſen ſich. Wo das Schaaf keine Wolle mäige⸗ da hat es kurze Haare, wie andere Thiere z. B. auf der Naſe und an den Unterbeinen. Man begreift ſie unter dem Namen Beinhaare, Beinwolle. Aber ſelbſt unter dieſen Haaren iſt ein großer Unterſchied. Auf der einen Haut ſind ſie mit kurzen dicken Ziegen- oder Stichelhaaren vermiſcht, auf der an⸗ dern nicht. Im erſten Fall iſt in der Regel auch die Haut dicker, und die Wolle ungleichartiger und ſproͤder; im andern Fall iſt die Haut gemeiniglich duͤnner, und die Wolle gleichartiger und ſanfter. Dieſer Unterſchied zeigt ſich ſchon bei den Laͤmmern. Zu den beſtaͤndig wolltragenden Stellen der „Haut im geſunden Zuſtande des Thieres gehoͤren alle, welche eine fleiſchichte Unterlage balen⸗ und ſich nicht reiben. Zu den ſeltner wolltragenden desrgen die Stirne, die Backen, der Hinterbauch, die inneren Beinſeiten, die Unterbeine und der Hohenſack. 86 Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemeinen. Die Bewachſenheit der Schaafe ſcheint mehr von der Haltung derſelben, als von der Raſſe ab⸗ zuhangen. In Schaͤfereien, wo den Schaafen ein reichlicher Unterhalt ertheilt werden kann, ſind alle mit einander tiefer bewachſen, als Schaafe von aͤhn⸗ licher Raſſe in andern Schaͤfereien, wo dies weni— ger der Fall iſt. Daß nicht eine Raſſe vor der andern bewach⸗ ſen ſeyn ſollte, lehrt ſchon eine oberflaͤchliche Be— obachtung, eben ſo auch, daß einige Schaafe vor andern fruͤher anfangen an den minder bewachſenen Stellen kahl zu werden. Allein, die Bewachſenheit iſt allem Anſchein nach diejenige Eigenſchaft, welche ſich unter allen Eigenſchaften zuerſt einer Raſſe oder Heerde in wenigen Generationen mittheilen laͤßt. Die kleineren Raſſen ſcheinen mehr dazu geeig⸗ net zu ſeyn, als die groͤßeren. Bewachſenheit und Dichtheit ſind gemeiniglich mit einander verbunden. Beide haben aber auch ſehr haͤufig Ungleichartigkeit der einzelnen Haare zum Gefolge. Ein wichtiger Punkt bei der Wahl Zuchtthiere. §. 120. Ueber die Verſchiedenheit der Wolle auf den ver⸗ ſchiedenen Koͤrpertheilen. Alle Theile des Koͤrpers, welche die dneren Theile des Fließes bilden, tragen die ſchlechtere, alle üubrigen dagegen die beſſere Wolle, noch jel v veiche inn. Vierter Abſchnitt. Ueber Wollergiebigkeit. 87 ——— t mehr Jene koͤnnte man die unedleren Stellen oder Raſſe o⸗ Theile, und dieſe die edleren nennen. zafen ei Zu den unedleren Stellen gehoͤren: der Nacken, ſind ale der Scheitel, der Koder, die Kragen, die on aͤhn⸗ Stirne, die Backen, der Schwanz, der Hode— weni. ſack, die Schenkel und der Unterkoöͤrper. V Der Nacken traͤgt um ſo ſchlechtere Wolle, bewach⸗ je weiter ſich die dickere Haut, welche die Sirnen he Be⸗ umgibt, herab verbreitet. ofe vor Scheitel, Koder und die meiſten Kragen icſenen erzeugen gemeiniglich eine ſchlichtere, ſeidenartig hſenheit glaͤnzende, laͤngere und groͤbere Wolle, als die uͤbri⸗ welche b gen Theile, von deren Wolle jene auch in den ͤbri⸗ ſe oder gen Eigenſchaften meiſtens abweicht. Die Urſache ſt. dieſer Erſcheinung liegt in der dickeren Haut. geeig⸗ V Stirne und Backen haben, wenn ſie be⸗ V wachſen ſind, gemeiniglich eine ſehr kurze, unregel⸗ iiglich V maͤßig und mit Stichelhaaren durchwachſene Wolle. auch Die Wolle auch des feinſten Schwanzes Haare kömmt nie mit der Wolle auf den edleren Theilen Vahl V nan uͤberein, wenn ſie auch von Ziegenhaaren gaͤnz⸗ lich befreit iſt. In den meiſten Fällen iſt aber auch 3 noch die Wolle in der Gegend der Schwanzwur⸗ zel von der Wolle auf den edleren Stellen ſehr ab⸗ 1 weichend. Die Wolle des Hodenſacks kann fein ſeyn, jeren ſie hat aber, wie alle am hinteren Theile des Un⸗ hire terbauchs, gemeiniglich keinen Zuſammenhang in den Stapeln. 1— 83 Dritter Abſchnitt. Ueber Schaafe im Allgemeinen. Die Wolle der Schenkel und des Unter⸗ korpers wird durch das Aufliegen des Koͤrpers gedruͤckt. Durch dieſes Druͤcken wird die Wolle erſtlich in ihrem Wachsthum behindert. Sie erlangt weder ihre gehoͤrige Geſtalt noch Laͤnge und waͤchſt verworren durcheinander. Alsdenn wird ſie auch noch durch das Reiben, welches von dem Aufliegen des Korpers entſteht, zugleich groͤber, und durch d Hemmung des Laufs der Saͤfte, wenn auch an nigkeit wenig mitwirkt, ſproͤder, als es ſonſt dieſe Stellen der Haut mit ſich bringen wuͤrden. Je ſchwerer das Thier iſt, deſto mehr artet die Wolle in der Gegend des Bruſtbeins aus. Ueber die mindere Brauchbarkeit aller Wolle, welche auf den unedleren Stellen waͤchſt, koͤmmt im Verfolg am gehoͤrigen Orte das Naͤhere vor. K§. 191. Von der Ungleichartigkeit der einzelnen Haare und der Ungleichartigkeit der Wolle auf den verſchiedenen Koͤrpertheilen. Zwiſchen der Wolle der unedleren und der edleren Stellen ſindet gemeiniglich ein gewiſſes Feinheitsver⸗ haͤltniß ſtatt. Je mehr beide ſich in ihrer Gleichar— igkeit naͤhern, deſto gleichartiger ſind auch gemeinig⸗ lich die einzelnen Haare auf jeder einzelnen Stelle; e ehr aber jene abweichen, deſto mehr weichen auch — Es gibt aber auch gieris zuweil en Ausnahmen. 9. ber Ne den velch ater⸗ depers h de Unrei⸗ dieſe et die Volle, m im daare den eleren itsver⸗ eichar⸗ geinig⸗ Sötelle; auch ahrnen. —¼ Vierter Abſchnitt. Ueber Wollergiebigkeit. 89 §. 122. Grundlagen der Schwere eines Fließes. Die Schwere eines gehoͤrig gereinigten Fließes beruht auf der Laͤnge der Wolle, der Dichtheit ihres Wuchſes, und der Groͤße des Fließes. In der Anwendung dieſer Beſtimmungen auf Schaafe werden ſie unter dem Namen Vielwollig— keit verſtanden. Dieſe Beſchaffenheit eines Schaafes bekoͤmmt aber erſt Wichtigkeit durch die moͤglichſte Gleich— artigkeit der Wolle auf allen Stellen des Koͤrpers. F. 123. Ueber das Verhaͤltniß der Wollmenge aller uned⸗ leren Stellen zur Wollmenge aller edleren. Wenn wir die Menge der Wolle, welche auf den edleren Theilen waͤchſt, mit der Menge der Wolle, welche auf den unedleren waͤchſt, vergleichen, ſo ent— ſteht zwiſchen beiden ein Verhaͤltniß, welches vor⸗ theilhafter oder nachtheiliger ſein kann, je nachdem die eine oder die andere Abtheilung das Uebergewicht hat. Zuweilen gibt es unter feinen Raſſen einzelne Thiere, welche ohngefaͤhr nur ein Drittel unbedingt brauchbarer Wolle liefern. Wolle von den unedleren Stellen wiegt gewoͤhnlich ſchwerer, als Wolle von einer gleichen Flaͤche der edleren Stellen. —ꝛ—⸗—⸗:⸗—⸗⸗⸗⸗⸗⸗⸗⸗⸗⸗xxxxx—————. - 90 Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemeinen. Bei der Schur laſſen ſich die Zuchtthiere in dieſer Hinſicht am bequemſten unterſuchen. §. 124. Ueber die zur Wollzucht geeignetſte Geſtalt eines Merino⸗Schaafes. Urſpruͤnglich hochbeinige Raſſen haben ſelten ſo feine Wolle, als die niedriggebauten. Damit ſoll aber nicht geſagt ſein, daß alle Raſſen von geringerer Hoͤhe beſſere Wolle truͤgen. Hohe Beine ſind gemeiniglich mit Schenkeln verbunden, welche ſpitzer zulaufen, als die von nie— drigeren Beinen, welche abgerundeter ſind. Auf jenen waͤchſt die Wolle in der Regel groͤber, als auf dieſen. Je groͤßer der Umfang des Vorderkoͤrpers gegen den Hinterkoͤrper iſt, deſto vortheilhafter fuͤr die Wolle. Ein breites Kreuz bei einer ſchmalen Bruſt iſt es weniger. Breite Flaͤchen auf den Seiten eines ſchmalen Halſes haben mit die beſte Wolle; ein Hals aber, der ſich oben auf mehr ausbreitet, hat ſie nicht ſo gut. 8 e in Fuͤnfter Abſchnitt. Vom Einfluß des Geſchlechts ic. 91 Fuͤnfter Abſchnitt. Vom Einfluß des Geſchlechts auf die Wolle. §. 125. In beſtaͤndigen Raſſen haben die Mutterſchaafe eine kuͤrzere, dabei aber eine feinere und ſanftere Wolle, als die Staͤhre, die gehoͤrige Haltung und Schonung der Kraͤfte vorausgeſetzt. Diejenige Heerde, bei welcher dies nicht wenig— ſtens von einem Theil des Mutterſchaafes geſagt werden kann, darf entweder noch nicht unter die fei⸗ nen, oder nicht unter die gut gehaltenen gezaͤhlt werden. Die Hammel⸗ oder Schoͤpswolle ſteht zwiſchen beiden in der Mitte. Durch die Veraͤnderung ihrer Natur und die Schonung der Kraͤfte behaͤlt ihre Wolle die meiſten Vorzuͤge in jeder Hinſicht. Daß bisjetzt die meiſte Hammelwolle gegen die Wolle der beiden Geſchlechter fuͤr die geringſte ge⸗ halten wurde, kam blos von der Zuruͤckſetzung in der Haltung her. 92 Dritte Abtheilung. Ueber Schaafe im Allgemeinen. Sechſter Abſchnitt. Verſchiedenheit aller einzelnen Stuͤcke einer Raſſe. §. 126. So wie kein einzelnes Thier mit einem andern ſeiner Art in Ruͤckſicht ſeines Koͤrperbaues vollkom— men uͤbereinſtimmt, ſo iſt es auch derſelbe Fall in Ruͤckſicht der Wolle. Geſtalt, Laͤnge, Feinheit, Dicht⸗ heit und Gleichartigkeit ſind auf jedem Thiene i in derſelben Raſſe verſchieden. Siebenter Abſchnitt. Wirkung des Wachsthums des Koͤrpers auf die Wolle. §. 127. Größere Schwaͤche der Lamm⸗ und Jaͤhrlingswolle. Vor Verlauf der beiden erſten Jahre des Al⸗ ters des Schaafes erreicht die Wolle ſelten diejenige Geſtalt und Kraft, welche ſie bei gehoͤriger. Haltung ſpaͤter erlangt. §. 128. Von der Veraͤnderlichkeit der Wolle auf einem und demſelben Thier. Eine aufmerkſame Beobachtung uͤber einzelne Thiere wird aber lehren, daß ſich die Wolle der er⸗ auf elne Siebenter Abſchnitt. Wirkung des Wachsthums ꝛc. 93 wachſenen auch nicht jedes Jahr gleich bleibt, ſon— dern zuweilen Abweichungen zeigt, die ſo wohl vor— uͤbergehen, als nach Beſchaffenheit der vorhergegan— genen Umſtaͤnde mehr oder weniger von Beſtand ſein koͤnnen. §. 129. Avnahme der Bielwollugkeit. Wenn die Wolle wegen Kraftloſigkeit des Koͤr⸗ pers auf die eine Art abnimmt, ſo nimmt ſie auch gewoͤhnlich auf die andere ab. Mit der Laͤnge laͤßt auch die Dichtheit des Wuchſes und die Bewachſenheit nach. §. 130. Von den zuerſt kahl werdenden Stellen. Die Unvermoͤgenheit der Haut, Wolle zu er— zeugen, faͤngt mit der Entbloͤßung der aͤußerſten Theile an. Unterbeine, Kopf und Bauch bleiben zuerſt ohne Wolle, und ſo verbreitet ſich die Ent— bloͤßung immer weiter. Der Wollfraß durch Laͤmmer und Marter unter dem Bauche der Schaafe unterſcheidet ſich von den von ſelbſt kahl werdenden Stellen durch die zuruͤck⸗ bleibenden Stoppeln; dagegen zeigt ſich auf dieſen gar keine Wolle mehr. 94 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. Erſter Abſchnitt. Im Allg emeinen,. §. 131. Ueber die Nothwendigkeit bei der Unterſcheidung der Schaafraſſen die Wolle mit zuzuziehen. Die Wolle iſt ſo gut ein beſtaͤndiger Theil des Körpers, als andere. Jede urſpruͤnglich verſchie⸗ dene Raſſe hat auch, allen Nachrichten zufolge, die uns daruͤber zu Theil geworden ſind, eine von an— dern verſchiedene Art von Wolle. Daß ſich die Wolle mit dem Koͤrper eben⸗ falls zugleich veraͤndert, wiſſen wir aus Erfahrung. Durch die beſtaͤndigen Veraͤnderungen der Schaafraſſen aber hat ſich ihre Wolle in ſo unend— liche Verſchiederheiten veraͤndert, daß man die ver— ſchiedenen Hauptraſſen ohne Beſchreibung ihrer Wolle nur ſehr ſchwer von einander unterſcheiden kann. Z. B. Eine Cachemirziege(oder Schaaf) kommt bei dem ohngefaͤhren Mittel einer Hohe von — o bi mit wir auf n. ung des ſchie⸗ die an⸗ eben⸗ ung. der nend⸗ vek⸗ ihrer eiden haaf) e von Erſter Abſchnitt. Im Allgemeinen⸗ 95 20 bis 24, und einer Laͤnge von 36 bis 40 Zoll mit den Merinos ziemlich nahe uͤberein. Wenn wir aber ihre Wolle am Unterkoͤrper gegen 5, und auf dem Oberkoͤrper gegen 19 bis 20 Zoll lang fin⸗ den, ſo werden wir beide Raſſen in unſerer Vor⸗ ſtellung nicht mit einander verwechſeln. §. 132. Haupteintheilung. Es gibt duͤnnſchwaͤnzige, und dick⸗ oder fett⸗ ſchwaͤnzige Schaafe. Die fettſchwänzigen haben eine große, hirſch— aͤhnliche Geſtalt, und erlangen eine Schwere von 150 bis 250 Pfund, wovon der Schwanz allein oft den ſechſten Theil ausmacht. Sie haben Rams— koͤpſe, und tragen kurze, borſtenartige Haare. Unterarten von ihnen gibt es eine ſehr große Menge. Bei einigen kann man die Lebensart als halb wild anſehen. Aber auch die gezaͤhmteſten haben kurze, und keine ſo geſchmeidige Wolle, als die duͤnn⸗ geſchwaͤnzten. Unter den duͤnngeſchwaͤnzten gibt es ebenfalls ſehr vielerlei Unterarten in Ruͤckſicht der Groͤße des Koͤrpers, der Laͤnge des Schwanzes und der Hoͤrner. Was die Wolle betrifft, ſo finden ſich unter ihnen zwei Hauptgattungen, von denen die eine 96 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. zweierlei, und die andere nur einerlei Woll⸗ haare traͤgt. Die Wolle, welche in zweierlei Arten von Haaren auf einem Schaafe waͤchſt, iſt ſchon im Vorhergehenden unter dem Namen grober Wolle beſchrieben worden.. Zu derjenigen Schaafgattung, welche dieſe grobe Wolle traͤgt, gehoͤren außer vielen andern in andern Welttheilen alle im noͤrdlichen Europa ein— heimiſchen urſpruͤnglichen Landesraſſen in ihren ver⸗ ſchiedenen Geſtalten. 4 Diejenige Schaafgattung aber, welche nur ei— nerlei Wolle traͤgt, begreift vorzugsweiſe alle fein⸗ wolligen Arten unter ſich. §. 133. Eintheilung der Schaafraſſen fuͤr den Zweck dieſer Abhandlungen. Da bei den gegenwaͤrtigen Abhandlungen haupt⸗ ſäͤchlich nur die Wollzucht im nordlichen Deutſchland zum Augenmerk genommen worden iſt, ſo wird es auch genuͤgen, unſere Schaafe, ſo wie die Wolle, in drei Hauptklaſſen einzutheilen; naͤmlich: in grob⸗ wollige oder Landesſchaafe, in feinwollige oder ſpaniſche und in veredelte Schaafe. §. 134. Begriff von der Wollgattung einer Schaafraſſe. Wenn von der Wolle eines einzelnen Thieres im Allgemeinen die Rede iſt, ſo verſteht man dar— unter — zur ſind vich gib lrer ſen die Vol⸗ en von on in Volle dieſe een in da ein⸗ en ver⸗ nur ei⸗ fein⸗ dieſer Haupt⸗ ſchland eird es dole, in 1 grob⸗ ge oder fralſe. Thjierei unter Erſter Abſchnitt. Im Allgemeinen. 97 unter den groͤßeren Theil des Fließes auf den beſſeren Stellen, indem ein feinwoll iges Schaaf auch grobe Wolle an ſich tragen kann. Und wenn von der Wolle einer ganzen Raſſe im Allgemeinen die Rede iſt, ſo verſteht man dar⸗ unter das mittlere Verhaͤl e der Eigenſchaften der Wolle, welche der groͤßere Theil der Raſſe an ſich hat, weil nicht zwei Stuͤcke von einer Raſſe ſich voll⸗ kommen gleich ſind, und weil auch die Wolle von einzelnen Thieren aus ganz verſchiedenen Raſſen zu⸗ faͤlligerweiſe ſehr gleichartig ſein kann. Zweiter Abſchnitt. Von grobwolligen Schaafen, §. 135* Das grobwollige Lamm koͤmmt mit Wollhaaren zur Welt, welche einen halben bis einen Zoll lang ſind. Es waͤre fuͤr die Naturgeſchichte des Schaafes wichtig zu erfahren, ob es grobwollige Schaafraſſen gaͤbe, deren Lammer ihre erſten Wollhaare alle ver⸗ loͤren, wie dies bei einigen feinen Raſſen der Fall iſt. Bei den meiſten grobwolligen Schaafarten wach⸗ ſen zwiſchen den lanan Wollhaaren auch noch kuͤrzere, die zugleich feiner, als die andern ſind. E2. —;—;ÿ;—OCU——— —— 98 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. Die laͤngeren Haare beſtehen in den meiſten Faͤllen in den ſogenannten Hundshaaren, und werden bei einigen Raſſen 8 bis 12 Zoll lang. Nach der Schur bilden die Stoppeln in ver— ſchiedenen Richtungen Linien oder Furchen, die ſich ſchon von weitem kenntlich machen. Dieſe Furchen durchſchneiden ſich in verſchiede⸗ nen Richtungen und bilden oft Vierecke. Sie machen die Abtheilungen der Stapel aus. Je weitlaͤuftiger dieſe Linien von einander ab— ſtehen, deſto groͤßer iſt die Grundflaͤche der Stapel, folglich deſto groͤber in der Regel die Wolle. Nach der Schur waͤchſt die grobe Wolle in ſtarr ſtehenden, ganz ſpitzen, oft entgegengeſetzt gerichteten Stapeln ſchnell wieder heran. Wenn grobe Schaafe alt werden, ſo faͤngt ihre Wolle an ſich auf dem Ruͤcken zu filzen. Wenn ſie alsdenn geſchoren ſind, ſo ſcheinen ſie einen Ueberzug von Moos zu haben. . 136. Verſchiedenheit der 3ecdrde Kge Schaafraſſen. Unter unſern urſprunglich einheimiſchen Raſſen, die ſich aber immer mehr verlieren, findet ſich ein ſolcher Unterſchied in Ruͤckſicht der Gleichartigkeit der Wolle und der Koͤrperſtellen, daß ihre Veredlung eben ſo wohl ſchnell befoͤrdert als auf Jahrhunderte hin verfehlt werden kann. Denn wo einmal Ungleich⸗ artigkeit aller einzelnen Haare zum Grunde liegt, da von des ſen. · Fällen den ba in ver⸗ die ſich hiede⸗ nachen er ab⸗ Stapel, n ſtorr hteten gt ihre denn ſie eberzug raſſen⸗ Naſſen, ſch ein keit der edlung underte ngleich⸗ jegt, d Zweiter Abſchnitt. Von grobwolligen Schaafen. 99 pflanzt ſie ſich auch noch in der hoͤchſten Veredlung, obgleich in geringerem Verhaͤltniß fort. Dritter Abſchnitt. Von feinwolligen Schaafen. §. 157. Groͤße der Merinos. Die Staͤhre haben am Voͤrdertheil eine Hoͤhe von ohngefaͤhr 25, und vom Scheitel bis zur Wurzel des Schwanzes eine Laͤnge von ohngefahr 54 Zoll. Die Mutterſchaafe ſind dagegen 21 bis 22 Zoll hoch und ohngefaͤhr 50 Zoll lang. Der Wollwuchs macht dabei einen Unterſchied in der Hohe von einigen Zoll aus. §. 138. Von den beiden Hauptraſſen der Merinos. Zwei Raſſen zeichnen ſich unter den Merinos durch ihre Wolle und Geſtalt auffallend aus, naͤmlich die Eskurial⸗ und die Negretti⸗Raſſe. Jene traͤgt die im§. 101. beſchriebene laͤngere, und dieſe die ebendaſelbſt beſchriebene kuͤrzere Wolle. In Betreff des Koͤrpers, ſo haben die Schaafe der Negretti⸗Raſſe meiſtens einen groͤßeren Bau, eine faltigere Haut, einen breiten Kopf, eine groͤßere Nei⸗ gung, ſich zu bewachſen und dabei eine groͤßere 100 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. Menge klebrigten Schweißes, als die von der Es⸗ kurial⸗Raſſe. Ein Hauptunterſchied zeigt ſich aucß noch in der Wolle, in welcher ihre Laͤmmer fallen. Die von der Negretti⸗Raſſe werden in laͤngeren Haaren, und die von der andern in kuͤrzeren Lockchen gebohren. In Ruͤckſicht des Koͤrperbaues laſſen ſich die Merinos⸗ Raſſen noch weiter eintheilen. So gibt es z. B. Schaafe mit Ramsnaſen, und mit anderen, wenn auch minder bedeutenden Auszeichnungen; allein keine ſondern ſich durch Geſtalt und Wolle zugleich in dem Grade, wie die vorerwaͤhnten aus; alle uͤbri⸗ en neigen ſich, was die Wolle betrift, entweder zu 9 g„ du der einen oder zu der andern hin. Eine jede dieſer beiden Hauptraſſen, der Es⸗ curial⸗ und der Negretti⸗Stamm, hat ihre Vorzuͤg⸗ lichkeiten und ihre Maͤngel, uͤber deren Uebergewicht jedesmal nur die einzelne Beſchaffenheit der Thiere ſelbſt entſcheiden muß, ſie moͤgen nun mehr zu der einen, oder zu der andern Raſſe gehoͤren. So kann z. B. ein Schaaf oder eine Heerde, die ſich mehr zu dem Negretti⸗Stamm neigen, vor andern aus dem Escurial⸗Stamm bedeutende Vor⸗ zuͤge beſitzen. Was die Fortpflanzung einer jeden Raſſe be⸗ ſonders betrift, ſo kommt es noch erſt darauf an, daß von einer jeden eine beſtaͤndig planmaͤßige Zucht in den vorzuͤglichſten Thieren angelegt und unterhal⸗ ken werde. Bisjetzt wird die Erfahrung noch ſchwer de N gen be mahr Span bei de Hinn Kdaupt aed in N noch in de von „ und ten. h die lbt es deren, allein agleich ubri⸗ er zu Es⸗ orzüg⸗ ſewicht Lhiere u der eerde, vor Vor⸗ „ ſe be⸗ f an, Zuch: terhal chwer —— ͦ—Q—ꝭ—ÿOℳ—ÿ;–ͦ˖——B 1 Dritter Abſchnitt. Von feinwolligen Schaafen. 101 lich daruͤber entſcheiden koͤnnen, es betreffe denn das Gewicht der Fließe. §. 139. Neber den Unterſchied des Wollertrages der Ne⸗ gretti⸗ und Escurialraſſe. Jede von beiden Raſſen in ihrer urſpruͤngli⸗ chen Geſtalt und in gleicher Haltung angenommen, wird die Negrettiraſſe wegen ihrer groͤßeren Bewach⸗ ſenheit und ihres haͤufigeren Fettes bei gleich ſchei— nender Reinheit in der Regel das groͤßere Gewicht liefern. §. 140. Ueber die Anſicht nnſerer Schaafraſſen in Ver⸗ haͤltniß zu jenen beiden. 4 Da ſich aber beide, ſowohl die Escurial- als die Negrettiraſſe durch die unuͤberſehbaren Miſchun⸗ gen bei nns aͤußerſt ſelten in ihrer Urſpruͤnglichkeit mehr vorſinden, und dies auch jetzt vielleicht in Spanien ſelbſt der Fall ſeyn mag; ſo koͤnnen wir bei der Anwendung jener Namen nur die groͤßere Hinneigung unſerer Raſſen zu einem der beiden Hauptſtaͤmme zu verſtehen geben. Wir erſparen aber dabei ein Heer unnuͤtzer Namen. Allenfalls: ein Negretti⸗Escurial in die Mitte, — 102 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraßfen. §. 141. Von den Kennzeichen der erforderlichen Eigen⸗ ſchaften feinwolliger Schaafe. Wenn ſich auch ganze Klaſſen und Arten von Schaafen neben der Verſchiedenheit ihrer Geſtalt noch durch die Verſchiedenheit ihrer Wolle unter— ſcheiden, und zwiſchen der Geſtalt ihres Koͤrpers und ihrer Wolle ein bleibendes Verhaͤltniß herrſcht; ſo iſt doch ein ſolches Verhaͤltniß bei einzelnen Thieren einer und derſelben Raſſe Abweichun⸗ gen unterworfen. Die hoͤchſten Eigenſchaften der Wolle ſind nicht ſo genau an eine beſtimmte Geſtalt, an eine beſtimmte Groͤße und an ein beſtimmtes Glieder— verhaͤltniß gebunden, daß man nicht noͤthig haben ſollte, die Wolle ſelbſt auf allen Stellen genau zu unterſuchen. FSolgende Eigenſchaften an Koͤrper und Wolle erſcheinen indeſſen gemeiniglich mit einander in Verbindung: Mittlere Groͤße der Merinos, zar⸗ ter Bau, und feine Haut mit hoher Feinheit, Sanftheit und Gleichar⸗ tigkeit der Wolle, doch mit der Be⸗ ſchraͤnkung, daß dieſe Eigenſchaften der Wolle jene Eigenſchaften des Koͤrpers öfterer bei ſich haben, als daß ein Koͤrper mit jenen Eigenſchaften auch immer Wolle mit dieſen Vorzuͤglichkeiten beſitzt. —ꝛ—ꝛ—— ——⸗—x—x—x—J———-— gſen. Dritter Abſchnitt. Von feinwolligen Schaafen. 103 Nur Dichtheit des Wuchſes und ausgebreitete Bewachſenheit ſind dabei noch ſelten im Gefolge. Ein Skaͤhr, welcher die mittlere Geſtalt der Merinos weit uͤberſchreitet, hat aͤußerſt ſelten en von feine Wolle.. heſtalt Was die einzelnen Koͤrpertheile anbetrifft, ſo unter⸗ haben die Raſſen mit breiteren Koͤpfen in der drhets Regel groͤbere Wolle, als die mit ſpitzeren errſcht; Koͤpfen. So auch Alles, was Falten oder Kragen Eigen⸗ 6 traͤgt hat ſelten hochfeine Wolle. Ungehoͤrnte Stlaͤhre liefern meiſtens eine 4fid Zucht mit ſanfter Wolle, ob ſich gleich auch oft di geeade das Gegenrheil davon zeigt. leedr Die Neigung der Haut, ſich nur mit ſanf⸗ heber ten Haaren zu bewachſen, muß ſchon auf den blos nau z behaarten Stellen, welche keine Wolle tragen, ſicht— bar ſeyn. Die auf denſelben befindlichen Haare Poll duͤrfen mit keinen Ziegenhaaren vermiſcht, ſon⸗ er in dern muͤſſen davon rein„, und beim Aufſtreichen 3 ſanft ſeyn. 1 Die Wolle ſelbſt darf nicht weit hinter der 14 mittleren Laͤnge zuruͤckbleiben, wenn ſie noch fi t Sanftheit oder Geſchmeidigkeit beſitzen ſoll. Se⸗ Moͤglichſte Gleichartigkeit der Wolle aber le auf allen Theileu des Koͤrpers iſt der ſicherſte Vor⸗ „ bote von allen uͤbrigen guten Esgenſchaſten der⸗ kt der ſelben. den(Kein Baſtard aus den erſten Generationen wird ſie aufweiſen koͤnnen. Fruͤherhin ſcheint man ——O—BO—„.:————j 104 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. es mit Wolle und Thier nicht ſo genau genommen zu haben. Daher konnte man beim Gebrauch ſol⸗ cher Feinlinge das Zuruͤckſchlagen der Wolle in der Nachzucht noch nicht Recht begreifen.) Die Dichtheit des Wuchſes wird Niemand unbeachtet laſſen. §. 142. Ueber die Vorzuͤglichkeit der einen oder andern Naſſe. Beſitzt nun ein Schaaf die vorbeſchriebenen Eigenſchaften ohne Fehler, die noch in ihrer Be⸗ gleitung ſeyn koͤnnen; ſo koͤmmt es alsdenn weni— ger darauf an, ob es ſich mehr zu der einen, oder mehr zu der andern Hauptraſſe neiget; wenn man nur verſichert iſt, daß es aus einem feinwol⸗ ligen Stamme herruͤhrt. Wolle und Haut haben den Koͤrper zur Grund⸗ lage. Jene aͤußeren Theile koͤnnen zuweilen Ab— weichungen zeigen, welche fuͤr unſere Zwecke mehr oder weniger geeignet ſind. Aber die innere Ma⸗ ſchine des Koͤrpers, worauf Haut und Wolle be⸗ ruhen, veraͤndert ſich in dem ihr angewieſenen Spielraum, ohne Vermiſchung mit anderen Raſſen nicht ſo ploͤtzlich; dies kann nur bei einer Ver⸗ aͤnderung des Aufenthalts und der Lebensart ſehr langſam in der Folge mehrerer Geſchlechter, ent⸗ weder zum Beſſeren oder Schlimmeren geſchehen. Aus dieſem Grunde kann man ſich auf Spiel⸗ arten in den erſten veredelten Geſchlechtern noch gar Dritter Abſchnitt. Von feinwolligen Schaafen. 105 nicht verlaſſen, und daher muß man ſich der Ab⸗ ch ſa ſtammung oer Thiere aus feinwolligen Heerden ver⸗ in der ſichert halten. Hieruͤber noch Einiges im Verfolg. emand §. 143. Ueber die Seltenheit der Vereinigung hoher Feinheit, Gleichartigkeit, Dichtheit und reich⸗ licher Bewachſenheit. lin Solche Schaafe, deren Wolle ſchon dem ge⸗ ſunden Auge in Feinheit und Geſtalt auf allen Stel— nn len des Unter⸗ und Oberkoͤrpers hochſt gleichartig 5 erſcheint, finden ſich nicht haͤufig. Pai Es iſt ſchon ein hohes Verhaͤltniß, wenn der cer dritte Theil oder die Haͤlfte einer Heerde ſo be⸗ uinn ſchaffen iſt. woi⸗ Solche aber, bei denen ſich mit der Gleich⸗ artigkeit der Wolle noch Sanftheit, dichter rund⸗ Wuchs und reichliche Bewachſenheit vereinigen, ⸗ muß man bis jetzt noch als Seltenheiten betrach— nehr ten, welche gegen Zuchtvieh von geringeren Eigen⸗ Na⸗ ſchaften nicht allenthalben gehoͤrig geſchaͤtzt worden e br⸗ ſind, da ſich doch die Moͤglichkeit der Fortpflan⸗ eſenen zung dieſes vereinten Ziels aller Wuͤnſche, wenn laſſen auch erſt, in mehreren Geſchlechtsfolgen, bewaͤhrt Ver⸗ findet. ſehr ent⸗§. 144. en. Von den Laͤmmern. Spie Das feinwollige Lamm bringt, ſo wie das ch gar grobwollige, ſeine Wollhaare mit zur Welt. ————OQ⏑·SBů˖:·ꝛ/L’:ͤÿͤõÿỹ— 106 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. Es wird entweder mit kurzen Haaren, oder mit langen, bald ausfallenden, oder mit langen und kurzen zugleich geboren.. Lammer von der erſten Art gehoͤren zur Es⸗ curial⸗ und die von der zweiten Art zur Negretti⸗ raſſe; die von der dritten ſind wahrſcheinlich ver— miſchten Stammes.“ Die kurzen Lammhaare von der erſten Art, er— ſcheinen ſchon gleich im Augenblick der Geburt in der Geſtalt kleiner Löckchen, indem ſich die Haͤr— chen darin zuſammengewunden haben, ſo groß wie ohngefaͤhr ein Gerſtenkorn, bis zur Feinheit der Perlgraupen.(Der Ausdruck glatt, iſt hier nicht anwendbar.) Je kleiner dieſe dockchen ſind, deſto feiner wird die kuͤnftige Wolle; je kleiner der Zwiſchenraum zwiſchen ihnen, deſto dichter der nachherige Wuchs; und je gleichformiger ihre Geſtalt auf dem ganzen Korper, deſto hoͤher iſt die kuͤnftige Gleichartigkeit. Jei weniger dagegen die Lockchen, oder je offe⸗ ner und groͤßer ſie ſind, je groͤßer die Zwiſchenraͤu⸗ me zwiſchen ihnen erſcheinen, und je ungleicher ſie ſich ſchon auf den edlen und unedlen Theilen zei— gen, deſto weniger fein, dicht und gleichartig wird der Nachwuchs. Die Anzahl ſolcher Löckchen auf der Flaͤche ei⸗ nes Quadratzolls 6 Wochen nach der Geburt, waͤre ein Maaßſtab fuͤr das Thier auf ſeine Lebenszeit. Die verſchiedenen Koͤrperſtellen bringen nun einmal verſchiedene Wolle hervor. Eni drlig ( Haa zanz eeſte leßter tinige über ufs Naj —ÿ—ℳ——ᷣ—ͦ—ÿ—’xn˖Bn—— ͤ ſe. Dritter Abſchnitt. Von feinwolligen Schaafen. 107 — in Je weniger aber dieſer Unterſchied auf dem en und Lamm unſerem Auge bemerkbar iſt, deſto hoͤhere .8 Eigenſchaften hat die kuͤnftige Wolle. b Hauptſaͤchlich hat man zu unterſuchen: die der Vorderblaͤtter, die Lenden und den Bauch. Man kann dieſe Theile mit den uͤbrigen am , er. beſten vergleichen, wenn man das Lamm in' der nin Kage halt, in der es gewoͤhnlich daniederliegt. Man f. zieht naͤmlich die Vorder- und Hinterbeine an den n Koͤrper heran. Hat es die Anlage zu verſchieden— de artiger Wolle, ſo zeichnet ſich auch der obere Kor⸗ nlhr per vom untern durch die abweichende Wolle, wie durch eine Linie aus. Der Unterkoͤrper gibt als⸗ nied denn, außerdem, daß er groͤbere Haare zeigt, auch taumn noch einen weißlicheren Schein von ſich, als der Aühe Oberkoͤrper. Je weniger Auszeichnendes aber die 81 Staͤpelchen auf dem Unterkoͤrper haben, deſto gleich⸗ 1 artiger in der Regel wird auch die Wolle. iſe⸗ Diejenigen Laͤmmer, welche blos mit langen vin. Haaren gehoren werden, verlieren dieſe entweder d ſe ganz, oder nur zum Theil, oder gar nicht. Im zei⸗ erſten Fall folgt ganz feine Wolle, in den beiden vid letzten aber nur gemiſchte nach. Das Ausfallen der erſten Lammhaare iſt bei hr⸗ einigen Thieren oft in den erſten vier Wochen vor— vare uͤber; gewoͤhnlich ein Zeichen von Gleichartigkeit dt. auf dem groͤßten Theile des Koͤrpers. nun JeV beſſer die Pflege der Laͤmmer von dieſer Raſſe iſt, deſto ſchneller perlieren ſie die langen 103 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. Haare, wenn ſie ſonſt zum Abwerfen derſelben ge⸗ neigt ſind. Dieſe langen Haare liegen dicht an einander, und ſind entweder ganz gerade oder wellenfoͤrmig ge⸗ ſtaltet. Die wellenfoͤrmigen ſtehen ſchraͤg, die ge— raden aber haben eine verſchiedentliche Richtung. Zuweilen liegen ſie an dem Körper glatt an, ge⸗ woͤhnlich ein Zeichen von hoher Feinheit, in ſo fern ſie bald ausfallen. Die Beurtheilung auf der Stelle der mit lan— gen Haaren gebohrnen Laͤmmer in Ruͤckſicht auf ihre kuͤnftige Wolle bleibt aber immer ſehr unzuverlaͤßig. Nur eine aufmerkſame Beobachtung des Ganges ih⸗ rer Entwickelung bis zum gaͤnzlichen Abwerfen der langen Haare innerhalb vier bis ſechs Wochen, kann ein ſicheres Urtheil begruͤnden helfen. Wenn das Lamm noch gar keine langen Haare auf dem Oberkoͤrper verloren hat, ſo zeigen ſich die kleinen Loͤckchen doch ſchon am Hodenſaͤckchen, und demnaͤchſt an den Stellen, welche ſich reiben; vor⸗ zuͤglich aber dicht hinter den Vorderbeinen an der Seite des Bauches. Sind ſie hier grob und weit⸗ laͤuftig gewachſen, ſo iſt am ganzen Lamme nichts Vorzuͤgliches zu erwarten. Im Allgemeinen aber kann auch ſchon die Gleich- oder Ungleichartigkeit der Lammhaare in Geſtalt, Richtung und Dichtheit, zum Anhaltungspunkt bei der Beurtheilung der kuͤnftigen Wolle dienen. Auch iſt ihr Eindruck auf das Gefuͤhl entweder ſanfter oder barſcher, wenn nan ſie aufwaͤrts ſtreicht. — merg käne don Wül bei tiſhe inmer „ 8 lamn on d der 1i erkenn lefun Dritter Abſchnitt. Von feinwolligen Schaafen. 109 9 — Je laͤnger das Auswerfen der langen Haare dauert, deſto weniger gleichartig wird die Wolle. Und wenn gar welche ſtehen bleiben, ſo iſt dieſes das groͤßte Zeichen von Ungleichartigkeit. Eine Ausnahme hierin machten indeſſen die ſogenannten Monceys in der koͤniglichen Stamm⸗ ſchaͤferei zu Frankenfelde, welche ſie gar nicht verloren. Die Laͤmmer der meiſten feinwolligen Raſſen aber, welche ihre langen Haare, mit denen ſie zur Welt gekommen ſind, behalten, ſind als Abarten zu betrachten. Eben ſo bringen auch zuweilen feinwollige Laͤm⸗ mer gleich Anfangs Stichelhaare mit zur Welt, welche keine ſonderliche Laͤnge erreichen, ſondern ſich bald von der Haut los machen, und ſo in der uͤbrigen Wolle liegen bleiben. Bei vielen verſchwinden ſie; bei manchen erneuern ſie ſich aber auch wieder, und erſcheinen in der Wolle des erwachſenen Schaafes immer fort. Die Feinheit der Haut kann man bei den Laͤmmern am leichteſten ſowohl an der Roſen⸗ oder an der ſogenannten Fleiſchfarbe der Augenbegraͤnzung, der Lippen und Ohren, als an dem duͤnnen Schwanze erkennen, der bei der Wurzel gewoͤhnlich eine Ver— tiefung oder eine Rinne zeigt. Auch laͤßt ſich die duͤnnere Haut bei leichten Wendungen des Koͤrpers beobachten, indem ſie ſich gewoͤhnlich in feine Falten wirft, die aber mit den Wendungen wieder aufhoͤren. Es ſoll auch ein gutes 110 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. Zeichen mit ſein, wenn ſich die Haut auf den Laͤm— mern leicht hin und her ſchieben laͤßt. Die Haare auf der Naſe und an den Unterbei⸗ nen duͤrfen keine Ziegenhaare enthalten, ſondern jene muſſen rein ſein und ſich ebenfalls ſanft anfuͤhlen laſſen, wenn man ſie aufwaͤrts ſtreicht. §. 145. Lentu geſchonter Kraͤfte im Alter auf feine Wolle. Dögleich Altersſchwaͤche uͤberhaupt nachtheilig auf die Wolle wirkt, ſo behaͤlt doch zuweilen feine Wolle im hoͤheren Alter der Thiere noch gewiſſe Vorzuͤge, wenn ſie ihre Kraͤfte haben ſchonen koͤnnen. Die Wolle waͤchſt zwar kuͤrzer, aber eben des⸗ wegen bekommen die Haare auch nicht ſo grobe Spitzen, wie bei juͤngeren Thieren. Auch bleibt ſie bei guter Nahrung ſanfter, a als die Wolle anderer gleichfeinen aber juüngeren Thiere, welche zur Zucht ihre Kraͤfte zuſetzen muͤſſen. Ueber die Dauer ihrer Penſion entſcheidet denn zuletzt gewoͤhnlich das Gewicht ihres Fließes und der Zuſtand ihrer Zaͤhne. ————;— lm⸗ ntehi pn jene fühlen eine heilig fane ewiſſe nnem des⸗ yihen, 4 r, als Phiere, t denn und der Vierter Abſchnitt. Von veredelten Schaafen. 111 Vierter Abſchnitt. Von veredelten Schaafen. §. 146. Unterſcheidung derſelben von grob⸗ und fein⸗ wolligen Raſſen. Dieſes Bruchſtuͤck gehoͤrt eigentlich in die Abhand⸗ lung uͤber die Veredlung geringwolliger Schaafe, welche noch nachfolgt. Da es aber einen beſonderen Theil fuͤr ſich darin ausmachen und die Beſchreibung der Merkmale veredelter Schaafe zuweit von den beiden vorhergehenden Abhandlungen getrennt ſtehen, folglich die Vergleichung deiehin anriede⸗ ſo kann es, dem Zuſammenhang un- beſchadet, hier ſeinen Platz einnehmen. Es iſt bei den veredelten Schaafen derſelbe Fall, wie bei der veredelten Wolle, daß man bei ihrer Beſchrei⸗ bung nur von einem mittleren Grade ausgehen kann, um ſich eine einigermaßen feſte Vorſtellung zu bilden. Eine veredelte Naſſe iſt eine ſolche, welche von fein⸗ wolligen Staͤhren und geringwolligen Müttern abſtam⸗ men, und deren Wolle zwiſchen die Wolle beider fällt. Diejenigen Koͤrpertheile, welche von Geſchlecht zu Geſchlecht am laͤngſten zuruͤckbleiben, ſind: der Unter⸗ koͤrper, die Schenkel, der Ruͤckgrad und der Nacken. Bei einigen Raſſen ſind es die Schenkel, bei andern der Ruͤck⸗ grad und der Nacken, welche ſich auf dem Oberkoͤrper zu⸗ letzt verfeinern, und ſo lange auf dieſen Stellen ungleich⸗ artige Haare tragen. Der Unterkoͤrper und der Schwanz bleiben aber unter allen am laͤngſten zuruͤck. ——V—:ÿ—OQQBBOC—Z—⸗—ꝛ—ꝛ:—:——-:—— 112 Vierte Abtheilung. Von verſchiedenen Schaafraſſen. Ob die Bewachſenheit veredelter Schaafe in der Regel groͤßer ſey, als bei feinen, laͤßt ſich darum nicht mit einiger Gewißheit entſcheiden; weil die Verſchiedenheit dergleichen Maſi en bei uns wenig⸗ ſtens zu groß iſt. Nach der Schur zeigen ſich auf dem Ruͤcken ebenfalls Furchen, wie bei grobwolligen Schaafen, und im hohen Alter des Thieres ſilzt ſich die Wol le ebenſo, wie bei jenen. §. 147- Wachsthum. Die Laͤmmer werden meiſtens noch mit langen Haaren, welche meiſtens ſitzen bleiben, ſelten mit ooͤckchen, ſehr oft aber mit beiden zugleich gebohren. Diie Hckchen ſind aber bei weitem dicker, und ſtehen auch weitlaͤuftiger von einander, als bei den feinwolligen Laͤmmern. Die blos behaarten Stellen und der Schwanz, ſind bei den meiſten Laͤmmern veredelter Schaafe, haͤufig noch mit Ziegen⸗ oder Stichelhaaren beſetzt. Daß ſchon in der dritten, vierten Generation ſehr feine Staͤhre fallen ſollen, davon muͤſſen die Beiſpiele außerordentlich ſelten ſeyn⸗ §. 148. Keber das Gewicht veredelter Wolle im Vergleich mit dem Gewicht grober Landwolle Ob ein grobwolliges Schaaf mehr Wolle trage, als ein veredeltes von gleicher Groͤße, koͤmmt auf Raſſe und Haltung an. Im — 0 wegen Stähl ſpiele auf ſind N Kolert von der iber d ſteßn. — chant in ſch duun well d 5 wengg Raͤcken haafen, Wolle langen n mnit ohren. „ vod bei den hwanz, ſchhaafe, deſetz. geration ſſen die ergleich e trage, nnt alf Int Vierter Abſchnitt. Von veredelten Schaafen. 113 Im Allgemeinen duͤrfte ſich das Uebergewicht, wegen der dichteren Anſtammung durch feinere Staͤhre auf die Seite der veredelten neigen. Bei⸗ ſpiele aus der Vorzeit gelten nicht, wenn ſie nicht auf eine planmaͤßige Haltung begruͤndet geweſen ſind. Mit der Zunahme der Veredlung nimmt der Wollertrag etwas ab.* en Im Vergleich mit hochfeinen Schaafen laͤßt es ſich nur als ein ſehr unbeſtimmtes Verhaͤltniß an⸗ nehmen, daß Schaafe von mittlerer Veredlung 25 bis 30 Procent Wolle bei gleicher Groͤße, Haltung und Waͤſche mehr geben. 222 In wie weit es vortheilhafter ſey, Schaafe von der einen oder andern Gattung zu halten, dar⸗ uͤber die hiernaͤchſt folgende Abhandlung. — 05 —— 114 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung der Haltung der Schaafe auf die Beſchaffenheit ihrer Wolle. Erſter Abſchnitt. Ueber Zuſtand und Haltung im Allge⸗ meinen. 1 §. 149. Von der Faäͤhigkeit des thieriſchen Koͤrpers, eine gewiſſe Gattung von Wolle zu erzeugen. Die Faͤhigkeit, das Vermoͤgen oder die Anlage(½) eines Individuums, eine gewiſſe Gattung Wolle zu erzeugen, liegt in ſeinem Koͤrper. Da ſie allein in der Natur deſſelben begruͤndet iſt, ſo veraͤndert ſie ſich auch nur mit dieſer. Bringt einmahl ein Schaaf der natuͤrlichen Einrichtung ſeines Koͤrpers gemaͤß eine lange grobe ſchlichte Wolle hervor, ſo werden ſich dieſe Eigen— ſchaften unter keinerlei Umſtaͤnden, und durch kei⸗ nerlei Mittel dahin umaͤndern laſſen, daß auf dem⸗ ſelben Koͤrper eine kurze feine regelmaͤßig gekraͤuſelte Wolle waͤchſt. Unte ig der hrer Nge⸗ s, eine gen. lage() zolle zu e allein erandett türlichen g grobe Eigen⸗ uch kei f dem lmaͤßig Erſter Abſchnitt. Ueber Zuſtand und Haltung ꝛc. 115 Wohl aber kann die Entwickelung und Aus⸗ bildung einer urſpruͤnglich begruͤndeten Eigenſchaft der Wolle mit der Anlage des Koͤrpers ſelbſt z u⸗ ruͤckgehalten oder gaͤnzlich unterdruͤckt werden. §. 150. Unterſcheidunb der urſpruͤnglichen Anlage gewiſ⸗ ſer Eigenſchaften von zhrer wirklichen Beſchaffenheit. Die Anlage zu Eigenſchaften der Wolle, welche nur allein auf dem Weſen des thieriſchen Koͤrpers beruht, ſind alſo von dem Erfolg ihrer Entwicke⸗ lung und Ausbildung, das heißt von ihrer wirk⸗ lichen Beſchaffenheit zu unterſcheiden. Die Anlage bedingt gas moͤglich Erreichbare, die wirklich Beſchaffenheit aber begreift das wirk⸗ lich Erreichte. Unter der Beſchaffenheit der Wolle oder des Koͤrpers eines Schaafes werden demnach alle ihre Eigenſchaften verſtanden, wie ſie wirklich ſind, und nicht, wie ſie ſeyn koͤnnten. §. 151. Beriff vom Zuſtand der Wolle und des Schaafes. Das Weſen der Wolle und des thieriſchen Koͤrpers ſind veraͤnderlich. Ihre Eigenſchaften, wie ſie jeden Augenblick ſind, oder ihre jedesmalige Beſchaffenheit druͤcken wir aus durch Zuſtand. Denjenigen Zuſtand, welcher die aͤußere Ge⸗ 116 Faͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkang te. ſtalt der Wolle oder des thieriſchen Koͤrpers betrifft, heißt: ihr aͤußerer Zuſtand, und derjenigen, wel⸗ cher das innere Weſen derſelben betrifft, ihr inne⸗ rer Zuſtand.. Unter dem bloßen Worte Zuſtand wird hier der beiderſeitige verſtanden. §. 152. Begriff von gehoͤrigem und abweichendem Zuſtande. Unter dem gehorigen Zuſtande der Wolle und des Koͤrpers eines Schaafes begreift man ei⸗ nen ſolchen, der diejenige Vollkommenheit ohngefaͤhr erreicht hat, welche dieſelbe Gattung von Wolle und Raſſe in der Regel zu erreichen faͤhig iſt; unter ei⸗ nem abweichenden Zuſtande aber ein ſolcher, welcher ſich nicht in dem Grade entwickelt hat, als es der Anlage nach haͤtte geſchehen koͤnnen. Z. B. Eine Wolle, welche nur einen, anſtatt, wie in der Regel, zwei Zoll Laͤnge, oder ein Schaaf, welches nur 15, auſtatt 22 Zoll Hoͤhe bei einem gewiſſen Alter hat, ſind nicht in gehoͤrigem Zu⸗ ſtande. So auch in Bezug auf die Kraͤfte und die außere Reinlichkeit. 22 §. 153. Grundlagen des Zuſtandes des thieriſchen Koͤrpers. Der Zuſtand des thieriſchen Koͤrpers haͤngt ab: 1) von der Nahrung; tels 3 voh m SD ſerer und densa ten, ſcha Pal t. betiift hen, we⸗ hr inne⸗ ird hit dem Wolle man ei⸗ ngefaͤhr lle und nter ei⸗ ſolcher, at, als anſtatt, Schaaf, aAnem em Iu⸗ und die chen Angt o. Erſter Abſchnitt. Ueber Zuſtand und Haltung ꝛc. 117 2) von dem Genuß und der Einwirkung der freien Natur; 3) von der Aeußerung ſeiner Lebensthaͤtigkeit; und 4) von den Einwirkungen aͤußerer Dinge und Kraͤfte. §. 154. Grundlagen des Zuſtandes der Wolle. Der Zuſtand der Wolle eines Schaafes haͤngt theils von denſelben Grundlagen ab, auf denen der Zuſtand des chieriſchen Koͤrpers beruht; theils auch von unmittelbaren aͤußeren Einwirkungen beſonde⸗ rer Dinge. §. 155, Begriff von Haltung. Die Sorge fuͤr Nahrung und Geſundheit un⸗ ſerer Hausthiere, begreifen wir unter Wartung und Pflege oder auch unter Haltung. Die Re⸗ densart: das Thier wird gut oder ſchlecht gehal⸗ ten, iſt in dieſer Beziehung die gebraͤuchlichſte. Unter Haltung der Schaafe wird im Verfolg ſowohl die Sorge fuͤr den gehoͤrigen Zuſtand der Wolle als des Thieres verſtanden. 118 Faͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ec. 3we Zweiter Abſchnitt. o Bedingungen des gehoͤrigen Zuſtandes. §. 156. Der thieriſche Koörper. Der gehoͤrige Zuſtand des thieriſchen Koͤrpers fuͤr ſich beruht: 1) auf einer zutraͤglichen, oder geſunden, hin⸗ b I reichenden und mit Ordnung vertheil⸗ ten Nahrung; V 2) auf dem Genuß der freien Natur und b 3) nur einer maͤßigen Einwirkung der⸗ ſelben; er 3) auf freier Bewegung; 4) auf Schonung der Kraͤfte und Pflege; V 5) auf einer ungeſtoͤrten Lebensruhe und b ſe 6) auf der Verhuͤtung ſchaͤdlicher Ein⸗ lu wirkungen von auſſen. en §. 157. Be Bedingungen des gehoͤrigen Zuſtandes der ſan Wolle. V als Die Bedingungen des gehoͤrigen Zuſtandes der Wolle ſind dieſelben, welche den gehoͤrigen Zuſtand des Thieres begruͤnden, mit dem Unterſchied, daß den erforderlichen Eigenſchaften feiner Wollgattun— gen nur ein gewiſſer Grad von Wohlgenaͤhrtheit des Koͤrpers zutraͤglich iſt, woruͤber im Verfolg das 8 Naͤhere geſagt werden wird. nati — — —2 — Zweiter Abſchnitt. Bedingungen des gehoͤrigen Zuſtandes. 118 Der Zuſtand der Haut, welche auf die Wolle ſo vielen Einfluß hat, iſt mit unter dem Zuſtande des. des Koͤrpers begriffen. Körpers , hin⸗ Dritter Abſchnitt. etheil⸗.. 4. heil Von dem abweichenden Zuſtande der Wolle. r und 9 del⸗§. 158. Sin abweichender Zuſtand iſt entweder voruͤber⸗ gehend oder bleibend. ſee Abweichungen in Geſtalt und Kraͤften, koͤnnen k n ſowohl in der Eigenthuͤmlichkeit der Thiere, als in eim beſonderen Umſtaͤnden der Haltung und in aͤußeren Einwirkungen liegen. Im erſten Fall ſind ſie in Bezug auf das einzelne Thier entweder als veraͤn⸗ — derlich oder als bleibend, und im andern blos als veraͤnderlich anzuſehen. des der zuſtand§. 159. 4 daß Eigenſchaften, bei denen eine Ai eichuis Stats gattun finden kann. ührtheit Ein dhibeichendet Zuſtand kann ſowohl den olg dos Wuchs, als die Kraͤfte, die Fearbe iu und ihre natuͤrliche Reinheit betreffen. 8 125 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛc. §. 160. Beſchreibung eines unvollkommenen Wuchſes mit Erwaͤhnung der hauptſaͤchlichſten Urſachen. er 68 ¹) Grobe Spitzen haben ihren Urſprung ſowohl in aͤußeren Einwirkungen, als in der Eigen⸗ thuͤmlichkeit der Raſſen. Feuchtigkeit, Duͤnſte und Naͤſſe loͤſen, wenn ſie anhaltend ſind, die hornar⸗ tige Maſſe des Haares auf, oder erweitern die Roͤhre, ohne daß ſich dieſe wieder ver⸗ engt. Am ſchaͤdlichſten iſt oͤfterer Wechſel zwiſchen Naͤſſe und Hitze, obgleich Hitze an ſich, bei hinreichender Nahrung, der Wolle nicht ſehr zu ſchaden ſcheintt. Die groͤbere Wolle auf dem Nacken ruͤhrt zwar auch meiſtens von der Raſſe her; allein ſie vergroͤbert ſich um ſo mehr, je ofte⸗ rer die Schaafe Gelegenheit haben, den Nacken zu reiben. Und dies geſchieht ſehr haͤuſig unter zu hoch ſtehenden Krippen oder auch durch das Wuͤhlen im rauhen Futter bei zu weitlaͤuftig ſtehenden Sproſſen in den Raufen. 12 Braune Spitzen entſtehen entweder an der Lammwolle, wenn ſie nicht bei Zeiten abge⸗ ſchoren wird; oder ſie entſtehen durch das Perklumpen des Fettes und Schweißes, wenn die Schaafe zu gedraͤngt ſtehen, an den Sei⸗ Dritter Abſchnitt. Von dem abweichenden Zuſtande ze. 121 — ten, wodurch denn die Spitzen gleichſam ver— . brennen. 1 n Es giht aber auch Schaafe, denen ſie ei⸗ gen ſind. g ſovohl 3) Eine unregelmaͤßige Geſtalt uͤberhaupt be⸗ Eigen⸗ koͤmmt das Wollhaar durch den Druck des „ Koöorpers waͤhrend dem Aufliegen am Unter⸗ Näſſe koͤrper und an den denden um ſo mehr, je hotnar. 3 rauher und feuchter die Unterlage iſt. Nicht erweitern 1 weniger leidet die Geſtalt der Wolle auf dem der ver⸗ Oberkoͤrper durch Feuchtigkeit und Naͤſſe, in— dem es ſich dadurch entkraͤuſelt, hauptſachlich Vechſel aober durch Sand, Staub und Schlamm u. Hize an ſ. w., welche die Geſtalt an ihrer Entwicke⸗ Volle lung verhindern. 4) Das feſte Zuſammenkleben der Haare der Racken Laͤnge nach, wobei ſie in der Geſtalt zuſam⸗ laſſe her; mengeſponnener Faͤden erſcheinen, findet ge⸗ ſe dſte⸗ woͤhnlich bei ſchwachen Haaren ſtatt, und 1, den mag zum Theil ſeinen Grund in unzureichen— eht ſe den und verdorbenen Saͤften oder auch in einer pyen odet beſonderen Beſchaffenheit des Schweißes haben. en Futtt Dieſer Fehler iſt indeſſen manchem Stamme en in den eigenthuͤmlich, und trift ſehr haͤufig die aller⸗ feinſte Wolle beſonders auf dem Nuͤckgrad. er an der Auch erſcheint er mehr bei duͤnnem, als bei jten abge⸗ dichtem Wuchs. durch dos Gewoͤnlich finden ſich dergleichen Haare zes, wen in eingeſunkenen oder ſtrauchfoͤrmigen Stapeln, den S die ſich nicht haben aufrecht erhalten koͤnnen. 182 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛe. 6) 9) — Steckt der Fehler in der Raſſe, ſo haͤlt es ſchwer, ihn aus einer Heerde zu verbannen. Man begreift ihn gewoͤhnlich unter dem Aus⸗ druck Gezwirntſein. Verworrenheit und Verfilzung der Wolle ſind die Folgen von Unzulaͤnglichkeit oder Ungeſundheit der Nahrung, oder von Krankheiten des Koͤrpers. Durch die beſtaͤndige Fortdauer einer un⸗ zweckmaͤßigen Haltung koͤnnen dieſe Uebel erblich werden und ſich in ganzen Geegenden verbreiten. Knoten auf den Spicen der Stapel und zuſammengerollte Wolle in der Form von Stricken laͤngs den Seiten hin, haben ihren Urſprung im Reiben bei allzudichter Stel⸗ lung oder beim Draͤngen, und entſtehen am erſten bei matter und loſe anſitzender Wolle. Eine ungewoͤhnliche Kuͤrze einer beſtimm⸗ ten Gattung von Wolle hat zunaͤchſt ihren Grund im Mangel an Unterhalt oder auch in der Schwaͤche des Koͤrpers. Kraͤnklichkeit deſſelben aber zieht nicht un— dedingt einen kurzen Wuchs nach ſich, indem 8) ſich zuweilen gerade das Gegentheil zeigt. Unterbrechung des Wuchſes zeigt ſich auf verſchiedene Weiſe; einmal, wenn das Haar nicht auf allen Stellen ſeiner ſelbſt in gleichem Umfang fortwaͤchſt, ſondern auf einigen Stellen feiner, als auf andern erſcheint; und bei ver⸗ —y—— Dritter Abſchnitt. Von dem abweichenden Zuſtande ꝛc. 123 9) anderten Umſtaͤnden an Umfang wieder zunimmt; alsdenn auch, wenn ſich einige Haare von der Haut loͤſen, waͤhrend dem andere um ſie her ſtehen bleiben, und bei veraͤnderter Haltung neue wieder zum Vorſchein kommen. Im letz⸗ ten Falle nennt man die Wolle zweiwuchſig. Ign beiden Faͤllen bekommen die Stapel in ihrem Lauf eine duͤnnere Stelle, wo ſie ſich gewoͤhnlich biegen oder einknicken und das Zupfen nicht aushalten koͤnnen. Die Urſachen davon liegen entweder in einem ploͤtzlichen Mißverhaͤltniß des Unterhalts oder in Schwaͤche oder Kraͤnklichkeit der Haut und des Korpeas. Sehr oft wird man dieſen Zehler an den Mutterhaufen gewahr, wenn ſie nicht gehoͤrig gehalten, oder durch zu uͤppig gepflegte Läͤmmer auf zu lange Zeit zu ſehr entkraͤftet worden ſind. Aber auch jeder ploͤtzliche Uebergang vom Schlechteren zum Beſſeren riuet aͤhnliche Wir⸗ kungen hervor. Das Ausfallen der Wolle berußt auf den⸗ ſelben Urſachen, welche hierzuvor angegeben ſind, zugleich aber auch auf der Verſaumung der Schur zur gewohnten Zeit. Die Reigung der Thiere, die Haare ab⸗ zuwerfen, kann in ganzen Heerden erblich werden. 10) Die Veraͤnderung der Wollhaare in Zie⸗ 124 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛc. genhaare auf der naͤmlichen Stelle, wo vor⸗ her echte Wollhaare wuchſen, entſteht durch Verwundungen wenn ſie Narben hinterlaſſen, und bei den Staͤhren auf dem Kopfe, beſon⸗ dres um die Horner, ſobald ſie ſich zu ſtoßen anfangen. Die Spuren ihres Muths muͤſſen ihnen daher nicht uͤbel gedeutet werden, wenn ſie ſonſt ihre Tauglichkeit bewaͤhren. §. 161. Urſachen des Mangels an Geſchmeidigkeit. Obgleich die Geſchmeidigkeit mit von der Feinheit und von der Anlage beſonderer Raſſen ab⸗ haͤngt, ſo beruht doch der Grad von Geſchmeidigkeit, den eine Gattung Wolle von einer gewiſſen Raſſe moͤglicherweiſe haben kann, hauptſaͤchlich auf der Haltung. Alle ſaͤuernde Nahrung wirkt auf Sproͤdig— keit hin, und demnaͤchſt jedes Mißverhaͤltniß zwiſchen trockner und fluͤßiger Nahrung uͤberhaupt, es ſei auf der einen oder der andern Seite. Aber nicht nur der innere Zuſtand des Thieres, ſondern auch aͤußere Eindruͤcke wirken auf die Ver⸗ minderung der Geſchmeidigkeit hin, naͤmlich Naͤſſe, hauptſaͤchlich oͤfterer Wechſel zwiſchen Naͤſſe und Hitze und Staub. Der letzte magert die Wolle ab. Hitze ſchadet zwar auch der Wolle in Ruͤckſicht ihrer Geſchmeidigkeit, aber dann erſt, wenn die Wolle ab⸗ geſchoren iſt und je aͤlter ſie alsdenn wird. 21—2 Dritter Abſchnitt. Von dem abweichenden Zuſtande ꝛc. 125 Auf dem wohlgenaͤhrten Koͤrper ſcheint ſie im Gegentheil wenig oder nichts davon zu leiden. §. 162. Urſachen des Mangels an Kraft. Der Grad von Kraft, welcher einer gewiſ⸗ ſen Gattung Wolle eigen ſein kann, wird zuruͤck— gehalten durch Mangel an Nahrung, Schwaͤche und Kraͤnklichkeit des Koͤrpers und ebenfalls durch aͤußere Einwirkungen, beſonders durch den Staub. §. 163. Urſachen des beſonderen Scheins der Wolle, Anhaltende Krankheiten geben der Wolle oft ein gelbliches, gruͤnliches oder blaͤuliches Anſehen und benehmen ihr uͤberhaupt den gehoͤrigen waſſerklaren Schein. §. 164. Ueber Flecken und ihre Urſachen. Die Veranlaßungen der Flecken koͤnnen in aller⸗ lei Gegenſtaͤnden und Vorfaͤllen ihren Grund haben. Die gewoͤhnlichſten Urſachen ſind: ſchwarze oder graue, zu wenig zugerichtete Hunde mit ihren er⸗ ſchreckenden Angriffen; Ueberraſchung durch dieſelben beim Aus⸗ oder Eintritt in ihre friedliche Wohnung; nach Einigen auch bunte Traͤnke, ſelbſt ſchon der bloße Wechſel gewoͤhnlichen Waſſers; das neu— gierige ſchnell auffaſſende Auge des Schaafes unter⸗ ſucht anhaltend jeden neuen Gegenſtand; wahrſchein⸗ 125 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛc. lich tragen alſo auch die braunen zum Theil bunten Salzklumpen, vorzuͤglich beim Gegenſchein, in dem luſternen Auge, die Naͤhe bunten, ſchwarzen Viehes, ein neuer Anzug des Schaͤfers und dergleichen Ver⸗ anlaßungen mehr, das Ihrige dazu bei. §. 165. Vom Gelb⸗ und Braunwerden der Wolle am Unter⸗ korper. Die einzigen ur ſachen ſind der Duͤnger und der Harn; beide dringen in die Maſſe des Haares ein. Das Gelbe zu verdraͤngen, reichen gewoͤhnliche Mittel nicht hin. Durch Ordnung und Aufmerkſamkeit iſt aber ſehr vieles zu verhuͤten. Gelbe und braune Wolle betraͤgt oft den ſechsten Theil des ganzen Fließes an Gewicht. §. 166. Verdickter Schweiz. Ertſveber eine beſondere Beſchaffenheit des Sae ſchweißes oder allein eine ploͤtzliche Unterbrechung der gehoͤrigen Nahrungsſaͤfte veranlaſſen eine Vertrock⸗ nung des Schweißes in der Wolle. In dieſem Zu⸗ ſtande ſetzt er ſich in der Form von Mehlkluͤmpchen feſt. Aai e endrs derungen ſind durch die gewoͤhnliche Waͤſche aus der Wolle zu bringen, Weder vertrockneter Schweiß, noch Hautabſon⸗ Drit nen dern derſ Dte ſtan läßt M il d Fle ſit dnne Dritter Abſchnitt. Von dem abweichenden Zuſtande ꝛc. 127 — dute§. 167. Von der Verunſtaltung der Wolle durch Haut⸗ öühes auswuͤrfe. Alle Art von aufgeloͤſeter Haut, die ſich vom Koͤrper trennt, waͤchſt mit der Wolle in die Hoͤhe und ein jeder ſolcher Theile klebt die Haare zuſam— men, ſo weit er reicht. Außerdem, daß jeder krankhafte Zuſtand der Haut ſchon nachtheilig auf die Wolle wirkt, verhin⸗ dern auch noch ſolche Abſonderungen das Wachsthum der derſelben. ein. kirtel tiſt nter 6. 168. Aeußere Unreinigkeiten. Außer dem Sand, Staub u. ſ. w. gehoͤrt dar⸗ ſse unter auch vorzuͤglich das Futter und der Futter⸗ ſtaub bemerkt zu werden. Das eingefallne Futter laͤßt ſich bisjetzt noch durch keine allgemein bekannte Maſchinen aus der Wolle vertreiben, ohne ſie ſelbſt zu vernichten; ob man gleich deren in Fabriken hat. Oft betraͤgt der damit behaftete Theil eines zar Fließes ein Drittel deſſelben. Der Futterſtaub ſetzt ſich wegen ſeiner Feinheit am feſteſten an. g da tock⸗§. 169. Zu⸗ Bezeichnung der Volle mit Theer. ſcen b Die Unzweckmaͤßigkeit dieſes Varſabrens bedarf bher keiner Auseinanderſetzung. 1s der— 8 4 128 Fuͤnſte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung 1e. Vierter Abſchnitt. Von dem abweichenden Zuſtande des Koͤrpers der Schaafe. F. 170. B 2 ri f f. Der Zuſtand des thieriſchen Koͤrpers iſt Ae weichend, wenn er nicht ſeine gehoͤrigen Kraͤfte und ſeine gehoͤrige Geſundheit beſitzt. - §. 1)1. B ur ſachen. Alles, was auf die Wolle nachtheilig wirkt, iſt auch unter ſehr wenigen Ausnahmen mehr oder we⸗ niger dem Koͤrper nachtheilig. Und da das Gegentheil von dem, was Wolle und Korper ſchaͤdlich iſt, beiden frommen muß, ſo bedarf in Ruͤckſicht der Zuſammenſtellung der ein⸗ wirkenden Urſachen jeder Hauptfall auch nur einer, einmaligen Erwaͤhnung, mit gehoͤriger Unterſcheidung der Schaͤdlichkeit oder der Zweckmaͤßigkeit der Wir⸗ kungen auf Wolle und Koͤrper.. 1. „ §. 172. Reber die Zuſammenſtellung der Urſachen des ver⸗ ſchiedenen Zuſtandes der Wolle und der Schaafe. Die naͤchſtfolgende Abtheilung wird zum T Theil das wiederholen, was die vorhergehende enthaͤlt. Aber des⸗ halb wird ſie nicht uͤber fluͤßig ſeyn. Etwas anderes iſt es, keine nur mecho und. lung, nur! pers und Vierter Abſchnitt. Von dem abweichenden Zuſtande te. 129 es, die Wirkungen fuͤr ſich, jeden Theil in einer gewiſſen Ordnung aufzuſtellen. Die allgemeinen Geſichtspunkte, unter welchen in der naͤchſten Abhandlung die hauptſaͤchlichſten auf Wolle und Koͤrper gemeinſchaftlich wirkenden Urſachen aufgeſtellt ſind, begreifen den Lebensunterhalt, die uͤbrigen Bedingungen der Erhaltung der Lebens⸗ thaͤtigkeit und die Folgen des Kraftaufwandes in ſich. Der unmittelbare Einfluß eines abweichenden Zuſtandes des Korpers auf die Wolle erfordert hier keine weitlaͤuftige Auseinanderſetzung mehr. Er wird nur§. 197. nochmals angedeutet. Derſelbe Fall iſt es mit der Einwirkung aͤußerer mechaniſchen Kraͤfte und aͤußerer Dinge auf Wolle und Koͤrper, ſo wie mit der erforderlichen Behand⸗ lung, welche im naͤchſten Abſchnitte mit wenigem nur beruͤhrt werden. Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber Nahrun g. §. 173. Ant des Futters. Jedes Thier ſucht ſich zwar diejenigen Nah⸗ rungsmittel ſelbſt aus, die ihm am zutraͤglichſten ſind, und uͤbergeht diejenigen, die ihm ſchaͤdlich find; allein dies gilt nur in der Vorausſetzung, 191 130 Faͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛe. — wenn es keinen Heißhunger hat und die Wahl ha⸗ ben kann. Bei karger Stallfuͤtterung und magerer Weide, und bei kurz vorhergegangener Salzfuͤtte⸗ rung, werden ſie, wie der Menſch, leichter verlei— tet, das Schaͤdliche zu genießen. Aber nicht alle dem Schaaf geſunde Nahrung iſt der Wolle gleich zutraͤglich. Das natuͤrliche, ſaftreiche Futter gibt ihr bei gehoͤriger Menge die beſten Eigenſchaften. Je weniger nahrhaft, je trock— ner und ſaͤuernder daſſelbe iſt, deſto mehr wirkt es auf Sproͤdigkeit und Grobheit hin. Wenn es zu vermeiden iſt, ſo mache man kein Wurzelgewaͤchs allein zum Hauptfutter, ſondern halte mehrere Nahrungsmittel zugleich, oder wechsle damit ab.— Die Temperatur des Futters iſt ebenfalls nicht gleichguͤltig.. §. 174. räaͤnke. Daß das Schaaf, wie das Kameel, der Traͤnke auf lange Zeit entbehren kann, iſt ausgemacht. Allein, von der Nothwendigkeit, das Schaaf den Sommer uͤber gar nicht traͤnken zu muͤſſen, wird ſich wohl Niemand mehr uͤberzeugt halten; nur in Ruͤckſicht des erſten Genuſſes des friſchen Gruͤnes iſt man daruͤber noch verſchiedener Meinung. Je weniger ſaftreich das Futter iſt, deſto noth⸗ wendiger iſt die Traͤnke, um von der Wolle die daraus entſpringenden uͤblen Eigenſchaften zu ent⸗ fernen. Das Wieyiel oder Wiewenig uͤberlaſſe — man Gele lich liſh de L Knnt nögl klehen auch d Saͤuer 9 ſcaden wind. ] anders des F Trieb m Fuukete heit eie Futter in lebe Kllpers, Sriͤdig hän vir Da b 4 ahl ha⸗ magerer alffltte verla⸗ ahrung irliche, age die he trock⸗ irkt es an kein n halte damit enfalls Taaͤnke aaf den „ wid nur in Grunes to nokh⸗ olle di zu ent⸗ überloſe Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber Nahrung. 131 man dem Thiere ſelbſt. Man biete ihm nur die Gelegenheit dazu dar. Nicht jedes Waſſer iſt der Wolle gleich nuͤtz⸗ lich. Je mehr ein Waſſer mit erdigen oder metal⸗ liſchen Theilen vermiſcht iſt, deſto weniger kann es der Sanſtheit der Wolle guͤnſtig ſein. Allgemeine Kenntniſſe hieruͤber fehlen aber noch. Gemiſchtes Getraͤnke muß vor der Saͤuerung moͤllichſt verwahrt werden. Der an den Gefaͤßen kleben bleibende Schleim und dumpfe Stallluft, auch die Naͤhe von Schweineſtaͤllen, befoͤrdern die Saͤuerung ſehr leicht. Oelkuchen⸗Traͤnke kann weder Thier noch Wolle ſchaden, wenn ein gehoͤriges Maaß dabei beobachtet wird. Mit gemiſchter Traͤnke iſt es naͤmlich etwas anders, als mit reinen Waſſer. Von dieſem nimmt das Thier in der Regel ſo viel zu ſich, als es ſein Trieb mit ſich bringt. Nach einer gemiſchten oder Futtertraͤnke aber, kann das Schaaf durch Gewohn⸗ heit eine ſolche Begierde, als wie nach trockenem Futter bekommen, und ſie nach Koͤrper und Wolle im Uebermaaß genießen. Allzuviel Feuchtigkeit des Koͤrpers aber gebiert Grobheit, Verunſtaltung und Sproͤdigkeit der Wolle. Die offenbaren Beiſpiele haben wir an beſtaͤndig feuchten oder naſſen Weiden. §. 175. Salzlieche. Das Satz iſt zwar ein Mittel, das Gleichge⸗ 132 Fuaͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛe. wicht zwiſchen trockener und fluͤßiger Nahrung wie⸗ der herzuſtellen oder zu erhalten. Allein, wenn auch durch dieſelbe die Erhaltung der Geſundheit des Thieres erreicht wird, ſo iſt es doch nicht aus⸗ gemacht„ ob nicht demungeachtet die Wolle fuͤr ſich minder gute Eigenſchaften annimmt, als wenn das Uebermaaß von Feuchtigkeit im Koͤrper verhuͤtet worden waͤre. Zu viel Salz trocknet den Koͤrper wieder, gleich hitzigem Futter, zu ſehr aus. Daher laſſe man die Salzlecke frei, ſtelle ſie aber allen Schaafen in nicht zu weiter Entfer⸗ nung zugaͤnglich hin. b §. 176. Allzugroße Fettigkeit des Koͤrpers⸗ Daß waͤſſerige Saͤfte der Wolle ſchaden, dazu liefert eine allzugroße Fettigkeit des Koͤrpers mit einen Beweis. Jede Wolle auf einem nur wohlgenaͤhrten, aber aicht fetten Koͤrper, haͤlt ſich im Mittel der Eigen⸗ ſchaften ihrer Gattung. Man vergleiche aber da— gegen Wolle von fetten Thieren derſelben Raſſe. Wenn dieſe auch nichts weiter gelitten hat, ſo hat ſie wenigſtens an Sanftheit verloren. Beim Schlachten fetter Haͤmmel findet man die nachſte Unterlage der Haut ganz waͤſſerig. §. 177. Folgen des Mangels an Nahrung. Hat nun jedes Uebermaaß des Beſſeren ſeine bege gel, Nahr Han gehr viß Ant brach ter na men! winn am verſier mager bhit ſiien der da inme g we⸗ wem ſundhet ht aus⸗ ür ſich in das ethüͤtet Kagper elle ſi Entfer⸗ 1, dazu ers mit n, aber Eigen⸗ der da⸗ Naſee b Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber Nahrung. 133 nachtheiligen Folgen fuͤr die Wolle, ſo trifft dage⸗ gen Mangel, Thier und Wolle mit harteren Schlaͤgen. Gibt auch ein ſchwächlich oder zart gebauetkes Schaaf eine zarte ſanfte Wolle, ſo iſt dies keines⸗ weges der Fall bei Koͤrperſchwaͤche aus Man⸗ gel an Nahrung. Bei der Verminderung der Nahrungsſaͤfte nimmt der Koͤrper die erſte und das Haar die zweite Stelle ein. Was an der Nahrung gebricht, davon wird der Wolle ſogleich ein weit groͤßerer Theil entzogen, als ihr verhaͤltnißmaͤßiger Antheil an einer zureichenden Nahrung mit ſich braͤchte, deren Mittelmaaß jeder erfahrne Beobach⸗ ter nach Alter, Groͤße und Geſchlecht zu beſtim— men weiß. Iſt der Koͤrper in gehoͤrigem Stande, ſo ge— winnt mit der Zunahme der Nahrung die Wolle am erſten, mit der Abnahme der Nahrung aber verliert ſie am erſten. Beſonders halte man bei magerer Weide kein großes Vieh. §. 178. Folgen der Nahrungs⸗Veraͤnderung. Wenn ſich aber einmal das Gleichgewicht des gehoͤrigen Zuſtandes der Wolle veraͤndert hat, ſo behaͤlt ſie fuͤr beſtaͤndig die Spuren davon auf der⸗ jenigen Stelle, wo ſie zur Zeit der Veraͤnderung aus der Haut hervortrat. Ungleichheit des einzelnen Haares iſt immer die Folge einer zu ſehr abweichenden Nah⸗ 134 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛe rungsveraͤnderung, es ſei nun durch Vermehrun g oder durch Verminderung der Nahrhaftigkeit und Menge des Futters. Die Nahrhaftigkeit des Futters wird ſchon ver⸗ mehrt durch beſſeres Futter, wenn auch die bis⸗ herigen Abtheilungen oder Portionen dieſelben bleiben. Sie wird aber doppelt vermehrt durch beſſeres und haͤufigeres Futter zugleich. Die gewoͤhnlichſten Futterarten ſind bekanntlich in ihrer verſchiedenen Nahrhaftigkeit unterſucht. Mit ihren Verhaͤltniſſen geht es aber oft, wie bei den Schaafen. Das Futter, welches das beſſere ſein ſollte, kann zuweilen das ſchlechtere ſein. Jedes Futter erfordert eine genaue Unterſuchung. §. 179. Nachtheilige Folgen ploͤtzlicher Veraͤnderungen. Jede Veraͤnderung zum Schlimmeren kann nur Schlimmes hervorbringen. Aber auch jede Verbeſ⸗ ſerung kann in der Art, wie ſie vor ſich geht, ſchaͤdliche Wirkungen haben. Jeder ploͤtzliche Uebergang in zu großen Ab⸗ ſtufungen, auch zum Beſſeren, ſchadet der Wolle ſo ſehr als dem Thier. Die wichtigſten Zeitpunkte in dieſer Ruͤckſicht ſind unſtreitig der erſte Genuß friſcher Gewaͤchſe und der letzte der Stoppelweide, ſo wie die Be— nutzung guͤnſtiger Augenblicke zur Abweidung der Winterſaat. Allmaͤhlige Angewoͤhnung, allmaͤhlige . lindern Ent den tel, wird rich zol ander dufme dra dolge D und der ſeiten, Nanung nich ric dct empor.— — Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber Nahrung. 135 marug Entwoͤhnung und angemeſſener Wechſel mit tet und den verſchiedenen Futterarten, ſind die beſten Mit⸗ tel, das Gleichgewicht zu erhalten. Jedermann ünn ue wird das Beſte waͤhlen, was Oertlichkeit und Ein— die bis richtung zu gewaͤhren vermoͤgen. gleiben. beſſeres§. 180. Folgen des ploͤtzlichen Wechſels mit der Traͤnke⸗ anntüch Nicht minder folgereich, als die Nahrungsver⸗ teſucht aͤnderung, ſoll auch ſchon, nach den Behauptungen vie bei aufmerkſamer Beobachter, der bloße Wechſel der beſſere Traͤnke ſein. e ſein. uchung.— tunzen Sechſter Abſchnitt. ann nu Ueber dau Genuß der freien Natur. Vekbeſ⸗ geht,§. 131. Jolgen der Entbehrung des Lichts, und reiner en Ab⸗ Luft. Pole ſo Dunkelheit und dumpfige Stallluft ver⸗ hindern nicht nur das Wachsthum des Koͤrpers Rückſicht und der Wolle, ſondern verurſachen auch Krank— jewachſe heiten. In alten Zeiten war es die herrſchende die Be⸗ Meinung, daß die Wolle den Winter uͤber gar ung der nicht wuͤchſe. Licht im Stall lockt auch die Duͤnſte eher naͤhlige empor.— ——————— 136 Faͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung te. — Zu grelles Licht ſoll dagegen nachtheilig auf die Augen der Schaafe wirken. §. 182. Wirkungen anhaltender Feuchtigkeit und Naͤſſe. Anhaltende Naͤſſe, welche die Haarmaſſe auf⸗ weicht, wird in den Staͤllen durch zu. niedrige Bau— art oder zu hohen Stand und durch die Ausdun⸗ ſtungen warmer, ſelbſt kalter Getraͤnke unterhalten. Der aufſteigende Dunſt der Schaafe und die Daͤm⸗ pfe der Fluͤſſigkeiten ſchlagen nach einiger Zeit in verdichteten Tropfen zuruͤck und ſetzen ſich oben auf die Wolle an.— Thau und Nebel haben dieſelben Folgen fuͤr die Wolle und wirken außerdem ſo wie feuchtes La⸗ ger auch auf den Koͤrper nachtheilig ein. Reine, trockne und warme Luft iſt dagegen bei⸗ den wohlthaͤtig. §. 183. Wirkungen der Waͤrme. Ohne Waͤrme entwickelt ſich Nichts zu ſeiner Vollkommenheit und ohne Waͤrme fuͤhlt kein leben— des Weſen Wohlbehagen. Die Erfahrung der meiſten Beobachter der Schaafe ſtimmt darin uͤberein, daß eine maͤßige Waͤrme dem Koͤrper und der Wolle am meiſten zuſage. — -———— F. lig af daſſe. e auf⸗ Val⸗ asdün⸗ halten. Daͤm⸗ Jeit in 3 en auf en für tes Lar gen bei⸗ 1 feiner n leben⸗ hter der maͤßige wmeiſten —— —— Sechſter Abſchnitt. Ueber den Genuß der freien Natur. 137 §. 184. Wirkungen der Hitze.— Allzu große Hitze aber lockt den Schweiß zu ſehr hervor, beſonders wenn Wohlgenährtheit des Korpers Statt ſindet; dadurch bekoͤmmt aber die Wolle einen zu großen Andrang von Saͤften, wo⸗ durch ſich die Röhre zu ſehr erweitert und verdickt. Schon Haſtfer bemerkt, daß durch allzugroße Stallhitze die groͤbſte Wolle zum Verſchein komme. Magere Koͤrper ſchwaͤcht dagegen große anhal⸗ tende Hitze ebenfalls, und brennende Sonnenhitze macht die Wolle eines ſolchen noch trockener und ſproder. Ueber die mittleren Grade der Temperatur der Stalle iſt man ſo ziemlich einverſtanden. §. 185. Folgen eines ſchnellen nndoͤfteren Wechſels zwi⸗ ſchen Naͤſſe und Hitze. Geſtalt und Kraͤfte der Wolle verliehren aber am meiſten bei ſchnellem und oͤfterem Wechſel zwi— ſchen Naͤſſe und Hitze. Beide wirken auf Erwei⸗ terung und Entfettung der Roͤhre hin, und keine anf die Wiederherſtellung ihres fruͤheren Zuſtandes. §. 186. Wirkungen der Zugluft. Zugluft kann hauptſachlich nur auf den Koͤr⸗ per wirken. Vor Allem ſind die Lämmer davor zu ſchuͤtzen, deren Haut ſich erſt bilden ſoll. 138 Fuͤnfte Abtheitung. Ueber die Mitwirkung ꝛe. Auch ihre Geſundheit iſt dabei gefaͤhrdet. Die Erfahrung lehret, daß unſer Koͤrper jedes⸗ mahl mehr oder weniger leidet, wenn nur einige Theile von einer verſchiedentlich temperirten ein⸗ dringenden Luft getroffen werden, und die uͤbri⸗ gen davon verſchont bleiben. Zugluft in den Staͤl⸗ len trift aber immer nur einen Theil des Köͤrpers der Schaafe, und kann je nach der Beſchaffenheit der Staͤlle ſehr heftig werden. H. 1987. Wirkungen der Sturmwinde. Sturmwinde wirken auf die Geſundheit der Schaafe im Freien um ſo nachtheiliger, als ſich Sand und Staub eher auf die Haut ſetzt, als daß dieſe aus der Wolle verweht werden. Zudem ſind heftige Winde meiſtens kaͤltend. §. 188. Wirkungen der Kaͤlte. Daß jede Raſſe von Schaafen einen hohen Grad von Kaͤlte ertragen kann, iſt bekannt. Allein es iſt noch nicht bewieſen, daß Kaͤlte der Wolle und der Haut nicht ſchaͤdlich ſei. Die Natur verwahrt doch alle Thiere bei Annaͤherung der Kaͤlte mit laͤngeren, groͤberen, oder eigentlichen Winter— Haaren. Das Stillſtehen der Schaafe in Naͤſſe und Kaͤlte iſt unbedingt nachtheilig fuͤr ihre Ge⸗ ſundheit. ½ Get Sechſter Abſchnitt. Ueber den Genuß der freien Natur. 139 §. 189 Wirkungen des zuoͤfteren und zu großen Wechſels der Temperatur. Am wenigſten aber wird die Vermuthung wi⸗ derlegt werden koͤnnen, daß ein zu oͤfterer Wechſel der Temperatur der Luft, wenigſtens der Geſundheit des Thieres ſehr ſchaͤdlich ſein muͤſſe. In Betreff der Einwirkungen der Temperatur auf Haut und Wolle ſind aber uͤberhaupt noch zu wenige Beobachtungen bekannt. — gü Siebenter Abſchnitt. Ueber freie Bewegung⸗ F. 190. So wie die Entbehrung des Tageslichts und reiner Luft Koͤrper und Wolle zuruͤckhalten, eben ſo ſchaͤdlich ſind die Folgen des Mangels an freier Bewegung fuͤr beide. Ohne ſie bleiben, auch bei gehoͤriger Nahrung, die Saͤfte derſelben zu ungedeihlich und werden an ihrer gehoͤrigen Vertheilung verhindert; je reichlicher in dieſem Falle die Nahrung iſt, deſto ſchlimmer muſſen die Folgen ſein. In wie weit aber Mangel an freier Bewe⸗ gung auf die Wolle insbeſondere Einfluß habe, dar⸗ uͤber ſind wohl erſt noch naͤhere Beobachtungen an⸗ zuſtellen. — 140 Faͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ge. Es ſcheint indeſſen, als wenn beſonders die feine Wolle nicht ihre gehoͤrige Geſtalt erlangte, ſondern zu ſchlicht bliebe, wenn die Schaafe zu wenig Be⸗ wegung haben. Bei dem ſchwaͤchlichen Geſchöpfe, das ohnehin einen ſo warmen Pelz traͤgt, iſt dagegen jede uͤber⸗ triebene Kraftanſtrengung gleich ſorgfältig zu ver⸗ meiden. Achter Abſchnitt. Ueber die Wirkungen des koͤrperlichen Kraft⸗ aufwandes. 1 §. 191. Uebermaͤßige Bewegung. A* So heilſam und zutraͤglich eine freie Bewegung dem Schaaf und der Wolle iſt, ſo nachtheilig fuͤr beide iſt ein anhaltend langwieriges Treiben und Jagen. Die Wolle wird mit Staub und Schweiß üͤberladen, wenn auch der Koͤrper noch nicht entkraͤfter wird. §. 192. Wiedererzeugug der Wolle nach der Schur. Allzulange Wolle belaͤſtiget das Schaaf beſonders in der Hitze durch Vermehrung der Hautwaͤrme und anderer dadurch entſtehenden Ungemaͤchlichkeiten, und ¶Q Achter Abſchnitt. Ueber die Wirkungen ꝛc. 141 ie ſ ſi kann nur zur Entkraͤftung des Koͤrpers fuͤhren. Aber ig 3 auch das Abſcheeren der Wolle bewirkt wahrſcheinlich, außer den Strapazen bei der Waͤſche und Schur, 10, einige Entkraͤftung des Koͤrpers durch das ſchnellere bnehi Wiederhervortreiben der Wolle. Denn jeder Verluſt üher eines Theils der organiſchen Koͤrper ſucht ſich, mehr per oder weniger, ſchneller wieder zu erſetzen, als er bei einiger erlangten Groͤße fortwaͤchſt. Bei der Wolle iſt dies zwar noch nicht erwieſen, allein der Fall ſcheint eher moͤglich zu ſein als nicht, und erforderte wohl mit eine Beruͤckſichtigung, beſonders wegen der Ein⸗ theilung der Weide. Daß im Gegentheil das oftere Abſcheeren der raft⸗ Wolle ihren Wuchs verdichte, ließe ſich erſt als⸗ denn annehmen, wenn der Zuſatz an Kraͤften in gleichem Verhaͤltniß unterhalten wird. Im entgegen⸗ geſetzten Fall bewirkt es offenbar gerade das Gegen⸗ theil. gfür§. 193. und Wirkung der Zucht auf die Wolle. ei Beide Geſchlechter verlieren an den Eigen⸗ kräſtt ſchaften der Wolle, ſobald ſie anfangen zur Zucht gebraucht zu werden, ihre koͤrperlichen Eigenſchaften moͤgen ſein, welche ſie wollen. Die ſeltenſten Aus⸗ nahmen koͤnnen hier nur Statt finden. k Die Wolle gewinnt indeſſen wieder, ſobald die onders Thiere ihre Kraͤfte ſchonen koͤnnen. Mutterſchaafe, ne und welche ein Jahr uͤbergehen, ohne zu tragen, zeich⸗ n und nen ſich beim Heranwachſen der Wolle durch die 142 Faͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛe. Regelmaͤßigkeit und Sanftheit derſelben, unter allen uͤbrigen von ſonſt gleichen Eigenſchaften auf den erſten Griff und Blick aus. Durch anhaltendes ſtarkes Saͤugen leidet die Wolle der Mutterſchaafe mehr, als die Wolle der Staͤhre durch anhaltendes uͤbermaͤßiges Springen. Wenn die Mutter allzuviel Kraͤfte aufopfern muͤſſen, ſo wird die Wolle von all' den Nachtheilen betroffen, welche eine Schwaͤchung des Koͤrpers uͤber⸗ haupt zur Folge hat. Die Stapel durchbrechen ſich, oder die Wolle loͤſet ſich gar ab, wird zweiwuͤchſig, an den Lenden, am Bauch u. ſ. w. feſt, oft filzig und verliert uͤber⸗ haupt die erforderliche Geſtalt und Kraͤfte. Das zu lange Saͤugen und das uͤbermaͤßige Fuͤttern der Laͤmmer macht dieſe um ſo ſtaͤrker, und fuͤr die Muͤtter zu kraftvoll. Das zu oͤftere Saͤugen am Tage uͤber ſtoͤrt zu— ſehr ihre Ruhe. Ob die Milch grober Schaafe, welche bei fein— wolligen Laͤmmern zu Ammen gebraucht werden, auf Koͤrper, Haut und Wolle gar nicht nachrheilig wirke, waͤre wohl noch eine Frage. Kuhmilch iſt mit dem Koͤrper des Lammes nicht ſo nahe verwandt, wie Schaaf⸗ und auch Ziegenmilch. S. 194. Von den Folgen des Melkens. Die Schonung der koͤrperlichen Kraͤfte erforder ebenfalls, daß kein Schaaf gemolken werde, außer ſe Wolle enden, über⸗ däßige „und et zu. fein⸗ alf virke, dem wie edeet außer „Achter Abſchnitt. Ueber die Wirkungen ꝛc⸗ 143 in den Faͤllen, wo es als eine Cur zu betrachten ſein duͤrfte. §. 195. Ueber die Abkuͤrzung der Paarungs' Periode. Der Verſuch, die Paarungs⸗Periode immer mehr zu verkuͤrzen, um im Laufe einiger Jahre eine Lammung mehr zaͤhlen zu koͤnnen, duͤrfte ſich, wenn auch Waͤſche, Schur und Futtermangel keine Hinder⸗ niſſe in den Weg legten, ſchon allein durch die be⸗ ſtaͤndig ſchlechte Wolle des Mutterhaufens derb be⸗ ſtrafen, wenn demſelben zwiſchen dem Aufhoͤren des Saͤugens und dem Wiedertraͤchtigwerden Jahr aus Jahr ein, noch nicht zwei bis drei Monat zur Er— holung bleiben ſollten. Jede einmalige Verſetzung der Paarungs⸗Periode fuͤhrt ſo ſchon ihre Uneigenmaͤchtigkeiten mit ſich. 6. 196. Wirkung des uͤbermaͤßigen Schweißes auf die Wolle. Der Schweiß macht die Wolle keinesweges ge⸗ ſchmeidig, ſondern es iſt das davon wohl zu unter⸗ ſcheidende Fett, welches der Wolle bei einer guten Nahrung eigen iſt. Das aber in einem ſolchen Zuſtande der Thiere die Neigung zum Schwitzen groͤßer iſt, als bei einer minder guten Ernaͤhrung, iſt leicht begreiflich. Um ſich zu bereegen, wie nachtheilig allzue viel Schweiß in der Wolle ſei, darf man nur ſtark 144 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛc. in Schweiß getriebene Wolle mit ſolcher verglei⸗ ani chen, welche von den Schaafen in einem Augenblick per abgenommen wird, deren Zuſtand ſeit langer Zeit 3 gleichmaͤßig geblieben iſt. in Fruͤher war ich auch der Meinung, daß ein er⸗ 1- preßter Schweiß der gewaſchenen Wolle ihre geho-⸗ rige Geſchmeidigkeit wieder gaͤbe. Allein dieſer macht die Wolle ſproͤde, klebrig und ſogar hart, und kann nur das Gewicht ver⸗ mehren helfen. Die gehoͤrige Geſchmeidigkeit aber bekoͤmmt die Wolle nach der Waͤſche bei guter Haltung ſchon in 1 einigen Tagen von ſelbſt wieder.“ Die Folgen eines uͤbermaͤßigen Schwitzens moͤ⸗ gen in Hinſicht auf die Wolle noch nicht genug be— obachtet worden ſein. Oft enthaͤlt dieſe einen ge⸗ b klumpten Schweiß in der Geſtalt von Mehl, ohne ijres daß man es einer ſchlechten Ernaͤhrung Schuld ge— verun ben köoͤnnte.. §. 197. an Gegenſeitige Einwirkungen dss ſichlechten Zuſtan⸗ 6 des der Wolle: und des Koͤrpers. 1 Die Unfaͤhigkeit eines Stuͤcks, ſich im Haufen in hm gleich andern ernaͤhren zu koͤnnen, iſt ein Fehler, We ric welcher alle uͤbrigen nach ſich zieht. Daher iſt ſeine däͤrn Abſonderung vom Haufen nothwendig. nihjn Vertrockneter Schweiß, Filz und Hautaus⸗ rathe wurfe aller Art begleiten die Kraftloſigkeit und den iderſi unre⸗ 3 6. · dagglei⸗ lugenblt nger Jeit ein er⸗ klebrig ſcht ver⸗ nmt die ſchon in ens mi⸗ nug be⸗ nen ge⸗ ”, ohne huld ge⸗ Zuſtan Haufen Fehler, iſt ſeine Hantahs⸗ und del unee⸗ Achter Abſchnitt. Ueber die Wirkungen zc. 145 unegelmaßigen Wuchs der Wolle als Folgen koͤr⸗ perlicher Krankheiten. Dagegen hemmt wieder ein verworrener Buchs und Filz der Wolle von ſeiner Seite die gehoͤrige Tusdünſiundah des Koͤrpers. Neunter Abſchnitt. Ueber die Folgen unmittelbarer aͤußerer Einwirkungen auf Wolle und Koöͤrper. §. 198. SOekfteres Angreifen. Das zu ofte Angreifen der Thiere waͤhrend ihres Wachsthums haͤlt ihren Koͤrper zuruͤck, und verunſtaltet den Wuchs ihrer Haare. 8 Bei der Wolle iſt dies beſtäͤndig der Fall. EE= 5. 199..— Von den Folgen des Reibens, Drückens und Ge⸗ draͤngtſtehens der Schaafe. Wenn ſich die Schaafe, waͤhrend dem ſie ſcc im Haufen bewegen, reiben und druͤcken, ſo iſt dies nicht nur fuͤr ſie ſelbſt ſchaͤdlich und gefaͤhrlich, ſondern auch fuͤr die Wolle nachtheilig. Eine der naͤchſten Folgen davon iſt, daß ſie in Schweiß ge⸗ rathen, wodurch ſie ermatten, und womit die Wolle uͤberfluͤßig beladen wird, 1 101 146 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ²0. — Fuͤr die Wolle beſonders iſt es unmittelbar nachtheilig. Spitzige Stapel fangen an ſich in Faͤ⸗ den zu rollen, und verbreiten ſich, beſonders wenn zufaͤlliger Weiſe die Wolle nicht feſt anſitzt, oft uͤber eine ganze Seite hin. Dadurch wird aber die Wolle, zur Bearbeitung auf den Werkzeugen, ganz⸗ lich untauglich gemacht. Ein beſtaͤndiges Gedraͤngtſtehen hat noch beſtimmtere, groͤßere Nachtheile, als das Reiben. Die Wolle bleibt in ihrem Wachsthum zuruͤck, und dem einzelnen Thiere fehlt die Gelegenheit, ſich frei und ungezwungen bewegen zu koͤnnen, fuͤr den Koͤrper ein ſo nothwendiges Erforderniß. Das Schwitzen wird vermehrt. Wo der Haufen zu dicht ſteht, da fehlt auch der gehoͤrige Platz bei der Raufe. Das Druͤcken dabei iſt unausbleiblich. Die Schwaͤcheren und Langſameren kommen dabei am meiſten zu kurz. §. 200. Wirkung des Waſchens auf die Geſtalt der Wolte⸗ und Verhalten derſelben nach der Waͤſche. Durch das Waſchen und der dabei ſtattfinden⸗ den Behandlung leidet die Regelmaͤßigkeit des Wuch⸗ ſes der Wolle ſehr.“ A Je mehr ſich aber eine Wolle in ihrer urſpruͤng⸗ lichen Geſtalt erhalten hat, deſto vorzuͤglicher ſind ihre Eigenſchaften, doch je nachdem waͤhrend der Waͤſche die Behandlung geweſen iſt. Wenn Schaafe gut gehalten werden, ſo bekoͤmmt 8 — inmittelbee ſch in Fo ders went ſiczt, oſt aber die n, gänz⸗ hat noch Reiben. ück, und eit, ſih für den . Das zu dicht bei der olebbüch. hen dabei Wolle⸗ Kche. rattfinden⸗ 6s Vüch⸗ urſpräng⸗ ſcher ſind hrend dei bekonm. Neunter Abſchnitt. Ueber die Folgen ꝛe. 147 die Wolle Fett und Schweiß. Beide ſind damit unzertrennlich verbunden und zugleich die Anzeichen von den erforderlichen Kraͤften. Allein es kann ein gewiſſes Uebermaaß von beiden in der Wolle geben, welches ſich eben nicht nach der Probirwaage beſtimmen laͤßt, wohl aber dem Produzenten und dem Hiifer gleich theuer zu ſtehen kommen kann. Erſt nach der reinſten Woͤſche zeigt ſich a in wie weit eine Wolle geſchmeidig iſt. Der Schweiß trocknet an gewaſchener Wolle fruͤher oder ſpaͤter aus. Je mehr waͤſſerige Theile e er enthaͤlt, deſto fruͤher geſchieht dies. 3 Durch das Vertrocknen des Schweißes werden die Haare ſo aneinandergeklebt, daß ſie oft nicht, ohne zu zerreißen, von einander getrennt werden koͤnnen. Nur in warmem Waſſer loͤſet ſie ſich wieder auf. Kaͤlte macht den Schweiß um ſo fruͤher ſteif, je weniger edel ſein Fett iſt. Oft brechen die Haare mit vielem Schweiß und Staub in der Kaͤlte beim Behandeln entzwei. Es hat den Anſchein, als wenn der Haarſaft nicht lange nach der Trennung des Haares von der Haut in fluͤſſigem Zuſtande bliebe. Abgeſchorne Wolle, die vor dem Licht und feuchter Luft nicht verwahrt wird, haͤlt ſich nicht ſehr lange. Sie wied bald eine Beute der Motten oder der Faͤulniß. Im letzten Fall wird ſie muͤrbe, loͤſet ſich 148 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛc. endlich ganz auf und gibt dieſen Zuſtand zugleich durch einen dumpfigen Geruch zu erkennen. Aber auch wohl verwahrt verliert ſie, unverar⸗ beitet, in wenigen Jahren Geſchmeidigkeit und. Kraft. Im dritten Jahre nach der Schur wird ihr ſchon ein geringerer Werth beigelegt. . Das hoͤchſte Alter abgeſchorner unverarbeiteter Wolle duͤrfte indeſſen nur ſehr unbeſtimmt angegeben werden koͤnnen, wenn man nicht Verſuche von man— cherlei Art mit verſchiedenen Gattungen anſtellen wollte. Ungewaſchene Wolle erhaͤlt ſich wegen hes na⸗ tuͤrlichen Fettes laͤnger als gewaſchene. Ob aber feine Wolle uͤberhaupt laͤnger ausdauern koͤnne als grobe, daruͤber ſind die Meinungen noch verſchieden. §. 201. Wirkung fremder Koͤrpertheile auf Wolle und Thier. Nachſt dem gehoͤrigen Unterhalt iſt die erſte Bedingung der inneren Lebensthaͤtigkeit des Thieres freie Ausduͤnſtung. Wir wiſſen es aus der taglichen Erfahrung, daß jeder lebende Koͤrper leidet, wenn jene anhal— tend gehemmt wird. Bei den Schaafen kann die Hautausduͤnſtung, in ſo weit es aͤußere Einwirkungen betrift, durch jede Art von ſitzen bleibender Unreinigkeit zuruͤckge⸗ halten oder gar unterdruͤckt werden. ¹ 8e kommm angebo ſonen 1 Wdbe nit noch t hr. — id zuglech n. „ unyerar Fkeit und widd ihr farbeiteter angegeben von man⸗ anſtel en ihtes no⸗ Ob aber önne als rſchieden. lle und die exſte 5 Veerès Sfahrung, ne anhal⸗ dänſtung, f dorch zyruüchge 4 54 Neunter Abſchnitt. Ueber die Folgen ic. 149 Hierauf aber wirkt ſchon Alles hin, was die Wolle belaſtet, verwirrt und zuſammenkittet, wie Duͤnger, Harn, Nadelhoͤlzer, Futter, Sand, Staub, Schleim von der Traͤnke, wenn die Krippen zu un— rein gelaſſen werden, und verklumpter Fettſchweiß, der die Spitzen zuſammenklebt. Alles, was in dieſer Art dem Koͤrper nach— theilig iſt, iſt der Wolle unmittelbar ſchaͤdlich. Alle fremden Koͤrper, die ſich in die Wolle ſetzen, benehmen ihr die gehoͤrige Geſtalt und Ge— ſchmeidigkeit; Staub ſchadet ihr in dieſer Hinſicht am meiſten, und Futter macht ſie zu ihrer ſonſt moͤglichen Beſtimmung untauglich. Zehnter Abſchnitt. Folgen der Stoͤhrung ihrer eemrn he⸗ §. 202. Alle Beobachter der Lebensweiſe der Schaafe kommen darin uͤberein, daß dieſe Thiere bei ihrer angebohrnen Gutmuͤthigkeit und Furchtſamkeit der ſchonendſten Behandlung verdienen. Alles, was den ruhigen Gang ihres Lebens und beſonders ihren Hang zur Geſelligkeit ſtoͤrt, wirkt auf ihre Verkuͤmmerung hin. Wie viel mehr noch koͤrperliche Mißhandlungen, beſonders bei dem 15 0 unkfte Abiheilung. Ueber die Mitwirkung ec. Gebrauch der Peitſchen, bei üͤbel abgerichteten Hun⸗ den und dem Qualen durch unnoͤthiges Hetzen! Eilfter Abſchnitt. Wiederholung der einwirkenden Urſachen in Bezug auf Koͤrper und Wolle insbeſondere. §. 203. Der Wolle ſind unmittelbar ſchaͤdlich: Fettigkeit des Koͤrpers, ſauernde Nahrung, Mißverhaͤltniß zwiſchen trockener und fluͤßi⸗ ger Nahrung, oͤfteres Reiben, Krankheit des Koͤrpers und der Haut. Der Wolle und dem Koͤrper zugleich nach— theilig ſind: Mangel an zuträͤgliche Nahrung, Mangel an Ordnung in der Wartung und Pflege, Mangel an Licht, Mangel an reiner Luft, Feuchtigkeit, Duͤnſte und Naͤſſe, ſchneller Wechſel zwiſchen Hitze und Naͤſſe, Koth, Staub undDruck. vun Ger R hal de die Fri nuß zete g u. — üteten hi hehen chen in d Niſſe, Eilfter Abſchnitt. Wiederholung der einwirkenden re. 131 Dem Koͤrper beſonders nachtheilig ſind: feuchtes Lager, Mangel an Bewegung, uͤbermaͤßiger Kraftaufwand und Beunru⸗ higung. Die Haut fuͤr ſich leidet noch durch Ver⸗ wundungen. Die Anwendung der aus den allgemeinen Grundſaͤtzen der Haltung der Schaafe fließenden Regeln gehoͤren in eine ausfuͤhrliche Lehre uͤber die Haltung der Schaafe insbeſondere, welche ſowohl die Einrichtung der Gebaͤude und Gefaͤße, als auch die Behandlung der Schaafe im Stall und im Freien, beim Lammen und in Krankheiten nmfaſſen muß. 1 2 Zwoͤlfter Abſchnitt⸗ Ueber den Antheil des geſunden Koͤrpers an dem Zuſtand der Wolle. H. 204. Was fuͤr Einfluß das Wachsthum des Koͤrpers und ein abweichender Zuſtand deſſelben auf die Be⸗ ſchaffenheit der Wolle habe, die er traͤgt, iſt ſchon geſagt worden. Es fragt ſich nun: welche Grundlage hat auf die Beſchaffenheit der Wolle eines ausgewach— ſenen geſunden Schaafes den groͤßeren Einfluß, die 1 152 Fuͤnfte Abtheilung. Ueber die Mitwirkung ꝛc. 5 5— Haltung oder die Si enhuinlichteit des Koͤrpers? Ungleichartigkeit der Wolle iſt keine Zolg der Haltung. Sie liegt urſpruͤnglich im Koͤrper. Bebrigens lehret die Erfahrung, daß auch die vorzuͤglichſte Haltung keine Gattung Wolle ploͤtzlich umaͤndert, ſondern daß ſie nur die Ei⸗ genſchaften der Wolle, welche ſie als Gattung von andern Gattungen auszeichnen, naͤmlich Laͤnge, Feinheit und Geſtalt in ihrer Vollkommen⸗ heit darſtellt. Bei gleich guter Haltung bildet ſich jede Wollgattung in ihren Eigenthuͤmlichkeiten be⸗ ihrer Geſtalt unter ihnen wenigſtens nicht ſo bald verloren geht. Dieſer Umſtand berechtiget zu dem Schluß: daß die Geſtalt der Wolle uberhaupt ih— ren Grund mehr in der Anlage des Koͤrpers habe, Daß dagegen der Kraftzuſtand einer Woll⸗ gattung mehr von der Haltung abhange, laͤßt ſich wohl mit ziemlicher Gewißheit annehmen, weil eine Wollgattung bei ihren urſpruͤnglichen Anlagen zu groͤßerer Geſchmeidigkeit und Dehnbarkeit den— noch mehr Haͤrte und Sproͤdigkeit, oder auch bei einer Anlage zu groͤßerer Staͤrke mehr Schwaͤche zuweilen bei ſich fuͤhret, als eine andere mit gerin⸗ geren Anlagen zu dieſen Eigenſchaften. Allein, weder koͤrperliche Anlage noch Haltung koͤnnen von der gegenſeitigen Mitwirkung auf die Sace — ene ausg nes ſcm d5 außer ngn ſonde bes Ein Riſch dger Aufm biiden ig e. üfeit ds e Jolge de per. auch oͤe g Vole t die Ei⸗ ttung don Aange, ommen⸗ bildet ſich keiten be⸗ rſchied in ſo bald zu dem haupt ih⸗ Körpers er Vol— he, läßt en, wäl Anlagen keit den⸗ auch bei Schwaͤche nit gerin⸗ Haltung auf di Zwoͤlfter Abſchnitt. Ueber den Antheil ꝛc. 153 eine oder andere Beſchaffenheit der Wolle gaͤnzlich ausgeſchloſſen werden. In Ruͤckſicht des Kraftzuſtandes der Wolle ei— nes Schaafes bleibt es beſonders, was die Ge— ſchmeidigkeit betrift, um ſo ſchwieriger den Grad des Einfluſſes des Koͤrpers, der Haltung oder der aͤußeren Einwirkungen dabei beſtimmen zu wollen, je mang elhafter die Haltung geweſen iſt. Erſt bei einer gehoͤrigen Haltung und be— ſonders noch bei moͤlichſter Verhuͤtung des Stau⸗ bes ergibt ſich genauer, was an dem bleibenden Einfluß des Koͤrpers liegen kann, ſobald dieſelben Beſchaffenheiten der Wolle wiederholt erſcheinen. Daß ſich mit der Zeit ganze Naſſen mit ihrer Wolle durch vorzugliche Haltung und durch Aufmerkſamkeit bei der Leitung der Zucht umr bilden laſſen koͤnnen, iſt uͤbrigens eine ansdeuraihte Paehhe 8 154 Sechſte Abtheilung. Von beſonderer Fehlerhaftigkeit des Schaafe in Bezug auf Wolle. §F. 203. Gewoͤhnliche Fehler einzelner Stuͤcke. Einzelne Schaafe koͤnnen an ſich noch mit be⸗ ſonderen Fehlern behaftet ſein, welche die Beſchaf⸗ fenheit der Wolle und ihre Menge betreffen, die ſich aber dann erſt als Eigenthuͤmlichkeiten des Koͤrpers ergeben, wenn an der Haltung nichts verſehen worden iſt. Die gewoͤhnlichſten beſtehen: 1) in einer allzugroßen Ungleichheit der Haare auf jeder einzelnen Stelle, und lauf den ver⸗ ſchiedenen Koͤrpertheilen; dieſer Fehler iſt blei⸗ bend; die folgenden ſind es mehr oder weniger⸗ Dieſe beſtehen: 2) in allzu duͤnnem Wuchs; 3) in zu geringer Bewachſenheit des Koͤrpers uͤberhaupt; 4) in zu fruͤhem Kahlwerden der wolltragenden Otellen; Sechſte der S dergle 1 ſa, gleich ſid, i uder d eines Stan 8or dn e, mit ber Beſchafe , die ſic Koͤrpers verſehen :Haaxe den vere iſt blei⸗ weniger⸗ Körpers ragenden Sechſte Abtheilung. Von beſonderer Fehlerhaftigkeit ꝛc. 155 5) bei den Zuchtthieren in der Neigung, fleckigte Laͤmmer zu bringen, wenn ſie auch ſelbſt keine Flecken an ſich haben; 6) im Abwerfen der Wolle; 7) in ungewöhnlicher Schwaͤchlichkeit oder auch in beſtaͤndiger Kraͤnklichkeit, und 8) in der Gewohnheit, Wolle zu freſſen. Ob ein Fehler von Beſtand ſei, laͤßt ſich bei der Schur am erſten wieder erkennen, wenn man ſich dergleichen Thiere beſonders bezeichnet. Und ob ein Thier allein fehlerhaft beſchaffen ſei, ergibt ſich von ſelbſt, wenn nicht mehrere von gleichem Stamm, Geſchlecht und Alter vorhanden ſind, welche einerlei Wartung und Pflege mit ein— ander genoſſen haben und daſſelbe zeigen. Ungleichartigkeit der Wolle iſt ſelten der Fehler eines einzelnen Thieres, ſondern gewoͤhnlich ſeines Stammes. H. 2⁰6. Bon Ider Fortpflanzung der Fehler der Schaafe als Thiere. Ob ſich von einem Schaaf auch ſolche Fehler des Koͤrpers und der Wolle auf die Zucht fortpflan⸗ zen, welche ihm urſpruͤnglich nicht eigen waren, ſondern erſt durch Zufall an ihm entſtanden ſind, daruͤber waͤren wohl noch Beobachtungen zu ſammeln. 156 Sechſte Abtheilung. Von beſonderer Fehlerhaftigkeit ꝛc. .H. 207. 1 Von dar Feplerhafsbateßt ganzer Raſſen. Was Fehler einzelner Schaafe ſind, koͤnnen auch Fehl er ganzer Raſſen ſein oder werden. Die vorzuͤglichſten ſind: 1) zu duͤnner Wuchs; - 2) zu geringe Bewachſenheit des Karpers 3) zu fruͤhes Kahlwerden der Dolleeogendei Stellen; 4) die Neigung, fleckigte Lämmer zu bringen;; 5) das Abwerfen der Wolle; 6) das Wollfreſſen. 2) die Ungleichartigkeit der Wolle iſt in der de eine Eizziſthof Pinzer Staͤmme. 4 dond der Ein M Schaa lammn ttwach eintheil die cheder m u dr dn nenns uh eis in ha haftigkei n.. 1—„ e n. a 15 72 aſſen. wN ehe.. 11 jkima Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften der Wolle als Stoff. — L Erſter Ab chnite ngen; Von der Eintheilung der Wolle, wie ſie aus der erſten Hand in den Handel koͤmmt, oder von den Schurſorten. er Negel§. 208. Eintheilung der Wolle nach dem Alter der 1 Schaafe. Alle Wolle wird zunaͤchſt nach dem Alter der Schaafe, von denen ſie herruͤhrt, eingetheilt in Lammwolle und in Wolle von aͤlterem oder erwachſenem Schaafvieh. b §. 209. Eintheilung der Wolle von erwachſenen SGaafen Die Wolle von Erogehſenen, Schaafen unter⸗ 2 und nennt ſie fa der enn der De uue Bäe Lafe eines Jahres. Wolle von Schafen, welche in dieſer Zeit nur einmal geſchoren werden, die 158 Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften ꝛc. folglich ein Jahr alt wird, heißt einſchuͤrige, und von ſolchen, welche zweimal geſchoren werden, die folglich nur ein halb Bade alt wird, zwei⸗ ſchuͤrige Wolle. F. 210. Eintheilung der zweiſchuͤrigen Wolle. Diejenige Wolle, welche den Sommer uͤber gewachſen iſt und im Herbſte geſchoren wird, heißt Sommer⸗Wolle, und diejenige, welche waͤhrend dem Winter gewachſen iſt, und im Fruͤhjahr ge⸗ ſchoren wird, Winter⸗Wolle,. §. 211. unterſchied des Wuchſes zwiſchen Lammwolle and ein⸗ und zweiſchuͤriger Wolle. Die Lammwolle ballt ſich zwar zuſammen, faͤltt aber auch um ſo leichter wieder auseinander, je kuͤrzer ſie iſt. In eben dem Grade iſt auch ihre Elaſticitaͤt gering. Unter allen Sorten von derſel⸗ ben Raſſe iſt ſie am weichſten. Die Sommerwolle, welche ſchon etwas laͤnger waͤchſt, hat auch ſchon einen groͤßeren Zu⸗ ſammenhang, bildet aber noch keinen zuſammen⸗ hangenden Stapel, und eben deshalb auch noch kein zuſammenhangendes Fließ. Sie iſt weicher, als die Winterwolle von denſelben Schaafen, wenn die Sommerweide nicht allzuweit hinter der Win⸗ terfuͤtterung zuruͤckgeblieben iſt⸗ — guter deſſe Wol gelm in 3 uht wyn 90 wie di daſeri ſid. die ain gleiche Ei ire Ge ze en ſchfter on den lſerm da den übtt Lange, r g pie fug in glaſterat beingere d, lu Erſter Abſchnitt. Von der Eintheilung ꝛc. 159 —— ſchünige Ddie Winterwolle waͤchſt aber ſchon bei einer en werden, guten Haltung in regelmaͤßigen Stapeln, die in⸗ d, zwei⸗ deſſen noch ſtumpfer bleiben, als bei einſchuͤriger Wolle. Die Figur des Haares erſcheint ſchon re⸗ gelmaͤßig. Selten aber, daß ſchon ein ganzes Fließ im Zuſammenhang bleibt. Beim Druck aͤußert ſie le. mehr Elaſticitaͤt als die Lamm- und Sommerwolle von gleicher Art, und fuͤhlt ſich auch nicht ſo ſanft, 3 wie dieſe, an, weil ihre Haare ſchon laͤnger und 4 hei daher in den Spitzen groͤber und ſproͤder geworden während ſind. Sie bleibt indeſſen feiner und ſanfter als jahr ge die einſchuͤrige Wolle von denſelben Sihaſen bei gleicher Haltung. Eine gut gewachſene Winterwolle wuͤrde, was ihre Geſtalt betrifft, oft nicht von einer etwas kur⸗ olle and zen einſchuͤrigen Wolle, bei uͤbrigens gleichen Eigen⸗ ſchaften, zu unterſcheiden ſein, wenn man ſie nicht ſammen/ an den ſtumpferen Stapelſpitzen, und an dem etwas einander, loſeren Zuſammenhang erkennen koͤnnte. nuch ihre Die einſchuͤrige Wolle unterſcheidet ſich von z derſel⸗ den uͤbrigen Sorten gleicher Raſſe, außer ihrer Lange, noch durch groͤbere Spitzen, durch mehr zu⸗ en etas geſpitzte Stapel, durch einen groͤßeren Zuſammen⸗ een 3u⸗ hang in Stapel und Fließ, und durch eine groͤßere ſſemmer⸗ Elaſticitaͤt beim Druck, und zugleich durch eine uch nch geringere Sanftheit. 4 weicher, 3§. 212. n, wenn* Schlachtwolle⸗ er Win 8 Wolle, welche von Schlachtvieh fruͤher abge⸗ 160 Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften ꝛc. — ſchoren wird, als es die Schur mit ſich briast heißt Schlachtwolle⸗. 8 §. 213. 1 Gerberwolle. Wcoolle von Schaaffellen, welche erſt bei ihrer Vorbereitung zum Gerben davon abgenomnmnen wird, hendt Gerberwolle. 2 §. 214. Kaufwolle. Alle Wolle, welche von krankem oder gefallenem Vieh abgenommen wird, heißt Raufwolle, von Abrupfen. E Zweiter Abſchnitt. Vom Gebrauch der Wolle⸗ §. 215. Vom Gebrauch der Wolle im Allgemeinen. 8 miſcht, dienet ſie zum Auspolſtern, und mit Baumwolle vermiſcht zum Wattiren. Endlich gibt ſie auch in kange aufgeloͤßt eine Seife. §. 216. Wolle laͤßt ſich zu allerlei Zwecken verwenden. Wegen ihrer Anhaͤnglichkeit laͤßt ſie ſich fil⸗ zen; wegen ihrer Geſtalt und ihres Zuſammenhan⸗ ges laͤßt ſie ſich ſpinnen; mit Pferdehaaren ver⸗ * ſchie ineue ch nittiſ einer ve 6* don 8 Gro ſo verarb oir die tbgeſonder nungen ve „Da d he de Fan d5 tan, uce aitan dc. ſch biagt, bei ißrer en wird, gfelenen lle, von. 2 3 einen. erwenden. ſch file mmenhau⸗ zaren ver⸗ und mit lüößt eine §. 216. —özFrBÿ—OęOQ—CQC—C—⸗—⸗⸗ꝛ⸗⸗—---———B⸗—⸗—ꝛ—ꝛ—ꝛ—ꝛ—:O;OCBC——:— Zweiter Abſchnitt. Vom Gebrauch der Wolle. 161 §. 216. Vom Gebrauch der beſonderen Schurſorten. Lammwolle wird zu Huͤten, Struͤmpfen, ver⸗ ſchiedenen Zeugarten und auch in Vermiſchung mit anderer Wolle zu Tuch verwendet. Deer Verbrauch der Sommerwolle beſchraͤnkt ſich blos auf ordinaire Tuͤcher und auf ordinaire und nüceekeiſe Zeuge und ordinaire Struͤmpfe. Die Winterwolle aber wird vorzugsweiſe zu Tuch verbraucht, alsdann auch zu Zeugen, Struͤmpfen u. ſ. w. Die einſchuͤrige Wolle wird ſowohl zu Zeugen, als zu Tuch verbraucht. Gerberwolle und Raufwolle iſt ebenfalls einer verſchiedenen Anwendung faͤhig. 4 §. 217. Vom Gebrauch der groben Wolle insbeſondere. Grobe und halbveredelte Wolle wird entweder ſo verarbeitet, wie ſie ſich auf dem Schaaf vorfindet, oder die laͤngeren Haare werden von den kuͤrzeren abgeſondert und belde Sorten zu beſohdemn Beſtii⸗ mungen verwendet. Das Abſondern der laͤngeren Haate von den kuͤrzeren heißt Kaͤmmen und die ſich dazu äanende Wol lle Kamm wolle. 4 Das Kaͤmmen geſchieht mit ſolchen Inſtrumen⸗ ten, welche Aehnlichkeit mit einer Hechel haben⸗ 1 111 162 Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften 10. Um die Wolle geſchmeidiger zu machen, wird ſie eingeoͤlt, und damit ſowohl das Oel deſto fluͤſſiger, als auch die Dehnbarkeit der Haare befoͤrdert werde, werden die Kaͤmme waͤhrend der Arbeit in gluͤhenden Kohlen erwaͤrmt. Dieſe Erwaͤrmung bewirkt aber auch, beſonders je heißer ſie gemacht werden, den Nachtheil, daß die Wolle nach dem Kaͤmmen ſproͤder iſt, als ſie vorher war. Je laͤnger, ſchlichter und geſchmeidiger eine Wolle iſt, deſto eher eignet ſie ſich zum Kaͤmmen. Dritter Abſchnitt. VBom Spinnen der Wolle, §. 218. Von den Eigenſchaften der Wolle in Ruͤckſicht des Spinnens.. Beim Spinnen windet ſich ein Haar um das andere. Um vollſtaͤndige, anſchließende, moͤglichſt gerade Windungen von einem beſtimmten Durchmeſſer zu geben und das Winden ſelbſt aushalten zu koͤnnen, muß der Stoff bei einer gewiſſen Dicke oder Fein⸗ heit der Faſern, auch eine gewiſſe Laͤnge, Geſchinas digkeit und Kraft beſitzen. Je kuͤrzer, groͤber und ſproͤder die zu ſpinnenden Haare zugleich ſind, deſte wenigere Windungen neh⸗ Bei den! nen, vf her 1 ig, die g ds F geſch beide ſch k gggnen, ſch an widder Stell leſand len.. 7. 2 3— 4 Dritter Abſchnitt. Vom Spinnen der Wolle. 163 — ie, nid men ſie an und deſto ſchwieriger laſſen ſie ſich ſpinnen. füſtge, Bei gleicher Feinheit gibt die geſchmeldigere Wolle der wade den laͤngſten Faden. glühende Um in Bezug auf Oberflaͤche und Feinheit ei⸗ nen gleichfoͤrmigen Faden zu bilden, iſt erforderlich, beſonders daß ſich die Enden der Haare in moͤglichſt glei— daß die cher Entfernung hinter einander folgen. ſie vorher Sind nun die zu ſpinnenden Haare ungleichar— tig, ſo kann dies um ſo weniger ſtatt finden und ine Woll die groͤberen und ſproͤderen werden von dem Laufe . des Fadens am weiteſten abſtehen, die feineren und geſchmeidigeren ſich aber mehr anſchließen, mithin beide eine ungleiche Oberflaͤche bilden; ferner, wo ſich kuͤrzere feinere Haare mit laͤngeren groͤberen be— gegnen, da bleiben die groͤberen gerader und ziehen 5 ſich aus den Windungen der feineren um ſo leichter 1l wieder heraus, oder es verurſacht wenigſtens ungleiche Stellen, von denen die duͤnnſten am erſten zerreißen, keſit beſonders da ſich der meiſte Draht auf dieſe hinwirft und ſie ſprengt. t un das Ferner erfordert die Gleichfoͤrmigkeit eines Fa⸗ dens, daß die einzelnen Haare gleiche Kraͤfte beſitzen hſt gerade und daß ſich kein fremdes Koͤrperchen waͤhrend dem Drehen im Spinnſtoff befindet. jun Auch ein Sandkoͤrnchen verhindert die gleich⸗ de Fu maͤßige Vertheilung des Drahts und Haare von oſcu ungleichen Kraͤften geben auch einen ungleich ſtarken Faden. Knuerder Eine Wolle iſt alſo zum Eninnen um ſo beſſe er ſin geeigenſchaftet: ungen n 164 Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften ꝛc. 1) je feiner, 2) je geſchmeidiger, 3) je gleichartiger in Geſtalt und Kraͤften, und 4) je reiner ſie iſt. §. 219. Unterſchied zwiſchen dem Geſpinnſt aus langer grober und aus kurzer feiner Wolle. Lange ſchlichte Wolle gibt, geſponnen, einen fe⸗ ſten, wenig elaſtiſchen, glatten, flachsaͤhnlichen Faden, auf deſſen Oberflaͤche um ſo wenigere Enden zum Vorſchein kommen, je laͤnger die Haare ſind, je feiner der Faden geſponnen und je feſter er ge⸗ drehet wird. Dagegen gibt kurze gekraͤuſelte Wolle einen lo⸗ ſeren, mehr elaſtiſchen Faden, auf deſſen Oberflaͤche um ſo mehrere Enden zum Vorſchein kommen, je kuͤrzer die Haare ſind, je groͤber der Faden geſponnen und je weniger feſt er gedrehet wird. Lange grobe Wolle laͤßt ſich daher zu einem feineren Faden ſpinnen, als kurze feine. Vol und Cane Hb Abſah Helg da K wenig bedech ſlize Und w ggehh heug Fei battunge 1 obe Hane ded vethider ſlhen u langet lle. einen fe⸗ hen Faden, enden zum ſind, je er er ge⸗ eeinen lo⸗ Oberfläche mmen, je geſponnen zu einem Vierter Abſchnitt. Von den verſchiedenen Gattungen ꝛc. 165 Vierter Abſchnitt. Von den verſchiedenen Gattungen wollener Zeuge. §. 220. — Zeuge aus langer ſchlichter Wolle. Lange gekaͤmmte Wolle wird zu Strumpfgarn und glatten Zeugen, wie Merinos, Bombaſſins, Camelotten, ferner zur Kette von Flanell, Raſch, Halbtuch, und andern tuchaͤhnlichen Zeugen, und der Abfall von gekaͤmmter Wolle zum Einſchlag dieſer Zeuge verwendet. Ungekaͤmmt wird die ordinaire Wolle auch zu den Kanten oder Leiſten der Tuͤcher genommen. Glatte Zeuge nehmen zwar Staub und Schmutz weniger an, als ſolche, deren Oberflaͤche mit Haͤrchen bedeckt iſt, wie die verſchiedenen Tucharten; ſie ſchuͤtzen aber nicht ſo gegen die Witterung, wie jene, und werfen auch den Farbenſchimmer nicht ſo an— genehm zuruͤck. §. 221. Zeuge aus kurzer feiner gekraͤuſelter WVolle. Feine ſpaniſche Wolle, ſo wie hochveredelte Gattungen eignen ſich zum Kaͤmmen weit weniger, als grobe Wolle, in ſo fern die Schlichtheit der Haare dadurch bezweckt werden ſoll. Ihre Kuͤrze verhindert nicht nur das gehoͤrige Ausziehen der— ſelben aus den Kaͤmmen, ſondern ſie verliehrt auch 166 Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften ꝛc. ihre Kraͤuſelungen um ſo weniger, je hoͤher die Bo— gen derſelben ſind und je groͤßer ihre Federkraft iſt. Nur die Wolle ſolcher Schaafe, die in der Veredlung noch nicht weit vorgeſchritten ſind, und welche die Kuͤrze der feinen Wolle noch nicht er— reicht hat, kann zum Kaͤmmen noch ſchicklich ge— braucht werden. Ungekaͤmmt bleibende zum Verſpinnen be⸗ ſtimmte Wolle, heißt nach den Handwerkzeugen, auf denen die Haare geloͤfet und zum Spinnen in Ord⸗ nung gebracht werden, Streichwolle und das daraus gewonnene Garn, Streichgarn. Ein Zeug aus kurzer feiner gekraͤuſelter Streich⸗ wolle, dem man durch Weben und Walken, Dicht⸗ heit und eine Decke von kurzen gleichlaufenden Haͤr⸗ chen gibt, heißt Tuch. —— Fuͤnfter Abſchnitt. Von den erforderlichen Eigenſchaften und der Zubereitung des Luches. §. 222. Ueber die Erforderniſſe unſerer Bekleidung. Die Bedeckung der Pflanzen und Thiere waͤhlt auch der Menſch zu der ſeinigen. Aus Haaren und Federn macht er Filz; Baſt, Federn und Haare Kftn t. Fͤnfter Abſchnitt. Von den erforderlichen Eigenſchaften e. 167 — her die ſpinnt er zu Faͤden, und aus ſeinen und des Sei⸗ derkaft ſt denwurms Geſpinnſten vollendet er die Gewebe. die in de Zeuge laſſen ſich in Ruͤckſicht des naͤheren ſind, und Zwecks ihrer Verwendung zur Bekleidung betrach⸗ h nicht er. ten, entweder als Mittel zur Befriedigung noth⸗ hicklich ge⸗ wendiger Beduͤrfniſſe, oder als Mittel fuͤr Bequemlichkeit, und als Gegenſtand des Auf⸗ innen be⸗ wandes zugleich. eugen, au In der erſten Beziehung ſoll eine Bekleidung en in Ord— 1) was der Begriff ſelbſt mit ſich bringt, zur und das Bedeckung dienen, und als ſolche muß ſie 1 5 biegſam und geſchmeidig ſein; ſie ſoll ter Streich⸗ ferner en, Dicht 2) Staub, Wind und Naͤſſe, Hitze und Kaͤlte enden Hät⸗ abhalten, alſo zum Schutz und zugleich zur Erwaͤrmung und Kuͤhlung dienen; folg⸗ lich ſelbſt von Staub, Wind oder Naͤſſe, Hitze oder Kaͤlte ſo wenig wie moͤglich durch⸗ dringlich ſeyn.. Eine Bekleidung iſt um ſo vollkommner, je mehr außer dieſen Hauptzwecken noch fol⸗ gende Nebenzwecke durch ſie erreicht werden koͤnnen: ften und a) Leichtigkeit; 3. b) Annehmlichkeit fuͤr die Haut; c) Annehmlichkeit fuͤr das Auge; lleidung. c) ſchnelle Reinigung und Austrocknung; e) Erhaltbarkeit ihrer Form und ihres Stoffs nach erlittenen Einwirkungen; f) Kraft, dem Druck, dem Reiben und dem Aus⸗ hiere wähl Haaren und und Hare 168 Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften ꝛc. dehnen zu widerſtehen, alſo Haltbarte und Dauerhaftigkeit. Bequemlichkeit und Luxus fordern vorzuͤg⸗ lich Leichtigkeit und Sahunheir und ſesen die eöihenbſe. Sarſcjaftin ſae 1n 230 Crns§. 943. Ueber die vorzuͤglichſten Eigenſchaften der ver⸗ ſchiedenen Kleidungsſtoffe und uͤber die Eigen⸗ ſchaften der Wolle in dieſer Beziehung insbeſondere. Uuter den Mitteln und Stoffen; Haute, Dlan zenfaſerne Halme, Baumwolle, Seide, Haare und insbeſondere Wolle, laſſen ſich Felle und Seidengewebe am geſchmeidigſten darſtellen. Gegen Wind und Näſſe läͤßt ſich kein Geflechte, es ſei Filz oder Gewebe, bei gleicher Dicke ſo dicht und ſo wenig durchdringlich machen, als eine Haut. Dagegen iſt das beſte Schutzmit⸗ tel gegen Kaͤlte und Hitze zugleich in der Wolle zu finden,(bei dunklen Farben in der Kaͤlte, und bei hellen in der Hitze, nach den Wirkungen des Licht- und Waͤrmeſtoffs.) Die Roͤhren der Haare bilden, in ſo fern ſie nicht durch die Behandlung in dieſer Beziehung gelitten haben, nur maͤßige Waͤrmeleiter; den Schweiß ziehen wollene Zeuge am meiſten an ſich, und erhalten die Ausdunſtung durch unmittelbare Reibung, beſonders wenn ſie nicht zu glatt zubereitet ſind. Denn eine Beklei⸗ dung unmittelbar auf der Haut iſt in der Hitze um Förite — b glat iſt ſch de 1 ſ Far ſin dem werde zuber de Statt ( weni nit rohl. dr( terle vird un Fune temug ühe, aften. — tbarkeit und dern vorjig ſezen d der vere e Eigen⸗ hung Käute, imwolle, ſe, laſſen idigſten t ſch kein di gleicher c machen, Schuzmit⸗ r Wolle alte, und ungen des der Haare zehandlung ur mäßige ene Zeuge ſsdünſtung wenn ſie de Beklei⸗ Hite un Fuͤnfter Abſchnitt. Von den erforderlichen Eigenſchaften ic. 269 ſo brennender, in der Kaͤlte aber um ſo kaͤlter, je glatter ihre Flaͤche iſt. Geplaͤttete Leinwand z. B. iſt kaͤltender, als ungeplaͤttete. Bei ſtrenger Kaͤlte ſchlaͤft ſich dagegen unmittelbar auf feinen wollenen Decken am beſten. Außer der Gewaͤhrung dieſer Vortheile laͤßt ſich die Wolle ſelbſt zu ſehr leichten, jede Farbe annehmenden, feſten und dabei noch ſo ge⸗ ſchmeidigen Zeugen verarbeiten, daß ſie von je⸗ dem Menſchen unmittelbar auf der Haut getragen werden koͤnnen, oder zu einer ſolchen Dichtheit zubereiten, daß ihre Zunge langehin dem Regen und der Naͤſſe widerſtehen koͤnnen. Das Austrocknen geht um ſo angfeme von Statten, je dichter ſie ſind. Ihre Form aber verlieren ſie alsdann. um ſo weniger. (Fuͤr jede tengo Witterung iſt indeſſen ein mit kurzer Wolle dicht beſetzter Schaafpelz die wohlthaͤtigſte Bekleidung. Fuͤr den Bivouak waͤre der Gebrauch langer Weſten, welche den Un⸗ terleib bedeckten und von den Hoſen unngeben wuͤrden, unſchaͤtzbar. Was aber allen Eigenſchaften feiner Wolle die Krone aufſetzt, iſt die Elaſticitaͤt oder Federkraft, vermoͤge deren ſie dem Druck und der Reibung wi⸗ derſteht, und welche durch einen Grad von Ge⸗ ſchmeidigkeit ni denzeheleän wird, um nicht in Slhr⸗ heit uͤberzugehen, Dieſe Eigenſchaften vereinäͤgt beſitzt keiner 170 Siebente Abtheilung. BVon den Eigenſchaften zc. — — unter allen uns bis jetzt bekannten Kleidungsſtoffen und keine Kunſt wird ſie einem andern Stoffe ſo leicht anzueignen vermoͤgen. §. 224. Erforderliche Eigenſchaften eines feinen . Tuches. Ein feines Tuch muß ſo viel als moͤglich fo gende Eigenſchaften beſitzen: 1) Feinheit; 2) Sanftheit; 83) dichtes Gewebe; in den Fabriken theilt man nach Scheibler die Tuͤcher in Hinſicht der Dichtheit in drei Klaſſen ein, in lederhafte oder doppelt brochirte, ſtarke und duͤnne feine; 0) dichte Decke; ſie darf keinen Faden durchſchei⸗ nen laſſen; diejenigen Tucharten ausgenom⸗ 1 men, welche abſichtlich leicht gemacht und 4 wenig gewalkt werden, wie die ſogenannten Levantiner Tuͤcher; 5) Leichtigkeit bei der Dichtheit; V V 6) Dauerhaftigkeit, und 2) Lebhaftigkeit der Farbe. Die Feinheit des Zeuges wird nicht allein V durch die Feinheit der Wolle erlangt, ſondern auch zugleich durch ein feines und regelmaͤßiges Geſpinnſt, und durch die weitere Behandlung. Das Tuch wird um ſo ſanfter, je ſanfter urſpruͤnglich die Wolle iſt, und je weniger dieſe waͤhrend der Bearbeitung an ihrer Sanftheit ver⸗ haften.p, — odungeſtſe en Euſt feineg nöglich fole theilt man inſicht der lederhaſte nne feine; durchſchei⸗ ausgenom⸗ nacht und genannten icht allein nern auch Geſpinnſt, ſe ſanfter uger dieſe ſthet ver⸗ Faͤnſter Abſchnitt. Von den erforderlichen Eigenſchaften ꝛc. 171 liert, oder auch je mehr ſie in dieſer Ruͤckſicht ge— ſchont wird. Die gehoͤrige Dichtheit wird dem Tuche theils durch das Weben und theils durch die Walke gegeben. Aus feinerer Wolle laſſen ſich bei gleicher Schwere dichtere Gewebe verfertigen, als aus gro— ber. Der Grad der Dichtheit wird aber nach dem Zweck verſchiedentlich beſtimmt. Dem Gewebe wird die moͤglichſte Dichtheit gegeben, indem man den Einſchlag ſo loſe ſpinnt, daß er oft kaum den Schuß durch die Kette aushaͤlt, und, um den Fa⸗ den doch haltbar zu machen, das Einſchlaggarn an⸗ feuchtet, welches zugleich mit dazu dient, den Fa⸗ den deſto dichter einſchlagen zu koͤnnen. Ein allzu loſer Einſchlag ſoll indeſſen ein Fehler ſein. Auch gibt man zu gleichem Zweck der Kette den Drath rechts, und dem Einſchlag den Drath links. Deſto leichter neigen ſich beide in der Walke zum gegen⸗ ſeitigen Filzen. Die Decke wird um ſo ſanfter und dichter, je ſanfter und dichter das Gewebe ſelbſt iſt. Bei dichten Geweben laſſen ſich die Haͤrchen einer gleich— artigen und geſchmeidigen Wolle in eine ſolche Lage bringen, daß kein Faden mehr zu ſehen iſt. Eine ſolche Decke wird um ſo vollſtaͤndiger, je feiner Wolle und Faden ſind, je dichter das Gewebe iſt, und je kuͤrzer die Haͤrchen geſchoren werden. Doch hat dieſe Kuͤrze ihre Graͤnze, ſowohl um die Faͤden nicht wieder durchſcheinen, als auch die Farbe an— genehm ſpielen zu laſſen. ———— 172² Sitbenge hdika Von den Eigenſchaften ccä.— Auch hei einem dichten Grunde kann ein V Hae Tuch zugleich leicht gemacht werden. Dieſes er⸗ und hoͤhet noch ſeine Annehmlichkeit. 8 Beide Eigenſchaften aber koͤnnen nicht ohne ſa ein feines g leichartiges Geſpinnſt und gleichartige tät kraftoolle Wolle miteinander vereiniget werden. 1 dh Haltbarkeit begreift die Widerſtandsfäͤhig⸗ V keit gegen aͤußere Einwirkungen ohne Unterſchied, Kii und iſt von Feſtigkeit oder Staͤrke zu unterſcheiden, wel worunter man blos den Widerſtand gegen eine zer⸗ ſcha reißende Kraft verſteht. Die Bedingungen der Haltbarkeit eines Luches ſind: urſpruͤngliche Kraft ſo des Stoffes und moglichſte Schonung deſſelben tegel waͤhrend der Bearbeitung; Gleichartigkeit deſſelben oder und zweckmaͤßiges Wirken und Bereiten des Tuches R ſeibſt 83 eA. 1 ſpre aange ſchlichte Wolle iehe zwar einen fateren ¹ Fiheh als kurze gekrauſelte, wenn es auf das Zer⸗ ar; reißen ankommt, aber in Ruͤckſicht des Aushaltens des Reibens, kann ein Tuch von loſer geſponnenen 458 V V Faͤden aus feiner Wolle, durch Huͤlfe der Zuberei⸗ dad b tung weit dauerhafter gemacht werden, als glatte Zeuge je dazu geſchickt ſind. Wenn naͤmlich die Reibung auf der Oberflaͤche des Zeuges an den on) Spitzen der Haare geſchieht, ſo geben dieſe in dem 143 Grade nach, als ſie geſchmeidig ſind; daſſelbe iſt d 4 der Fall, wenn die Reibung der Lage der Haare ſat ve entgegen gerichtet iſt. In beiden Faͤllen aber wer⸗ hoxnde den feine geſchmeidige, dicht auf einander ſſtehende türle en u. — kann än Düſſes er icht one lichortige den. endoſähig⸗ nterſchid, rſcheiden, eine zer⸗ ingen der he Kruft deſſelben deſſelben Luches feſteren das Zer⸗ shaltens ponnenen Iuberei⸗ as glatte nich die an den ein dem ſſebe iſt Haare ber wer⸗ ſtehende Fuͤnfter Abſchnitt. Von den erforderlichen Eigenſchaften ꝛc. 173 Haare laͤnger Widerſtand leiſten, als arobe„ ſproͤde und weniger dicht ſtehende. Um dem Reiben zu widerſtehen, müſfen die Haare ferner weder zu ſproͤde, noch zu ſchwach ſein, ſondern einen gewiſſen Grad von Elaſtici⸗ taͤt beſitzen, der bis jetzt noch blos nach der Er⸗ fahrung jedes Sachkundigen beſtimmt wird. Endlich wird ein Gewebe, deſſen Faͤden un— gleichen Stoff und ungleichen Drath enthalten, und welches ungleich gewirkt, gewalkt, gerauft und ge⸗ ſchoren worden iſt, weniger dauerhaft ſein. Wenn im Fäͤrben nichts verſehen worden iſt, ſo wird der Farbenſchimmer nur allein durch die regelmaͤßige Lage der Haͤrchen auf der Oberflaͤche, oder der Decke, bewirkt. Dazu duͤrfen aber die Haͤrchen nicht gar zu kurz geſchoren, und nicht zu ſproͤde ſein, damit ſie ſich deſto leichter fuͤgen. Ein Tuch behaͤlt die Lage ſeiner Haare je diach der Dauer des Preſſens. Sproͤde Wolle verliert aber ihre Lage fruͤher, als geſchmeidige, folglich auch die Schönheit des Farbenſchimmers.. 9 §. 124. 1 Von der Behandlung der die Wolle und die dar⸗ aus verfertigten Tuͤcher unterworfen ſind. Die feine Wolle muß, um verarbeitet und ge⸗ faͤrbt werden zu koͤnnen, zunaͤchſt von allen ihr an⸗ hangenden fremden Theilen und von ihrem naz tuͤrlichen Fettſchweiß befreiet werden. Unrei⸗ 174 Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften ꝛe. nigkeiten von Futter, Faſern, Sand, Staub u. ſ. w., verderben nicht nur die Maſchinen, ſondern veran⸗ laſſen auch das Zerbrechen der Faͤden beim Spin⸗ nen und Weben, oder entſtellen, wenn ſie mit ein— geſponnen worden, das Tuch, und veranlaſſen Loͤcher. Das Reinigen der Wolle von feſten Theilen ge— ſchieht auf mancherlei Weiſe, hauptſaͤchlich durch Ausleſen und Ausklopfen. Diejenigen Theile eines Fließes, in welchen das Futter haͤufig ſteckt, ſind auf keine Weiſe ohne Beſchaͤdigung der Wolle rein darzuſtellen, und dazu bedarf es noch beſonderer Anſtalten. Das Reinigen vom Staube u. ſ. w., verurſacht natuͤrlich Verluſt am Gewicht. Zur Annahme der Farbe iſt die gaͤnzliche Rei⸗ nigung und Entfettung noͤthig. Sowohl ver⸗ faulter Harn, als flandriſche Seife werden dazu angewendet. Bei dem Gebrauch dieſer Seife laͤßt man die Temperatur auf 20 Grad Reaumur ſtei⸗ gen, und die Wolle ¾ Stunde lang im Bade um⸗ ruͤhren. Der Verluſt an Gewicht betraͤgt in der Regel noch 15 bis 20 pCt., wenn die Wolle auf den Schaafen eine gehoͤrige Waͤſche bekommen hat, ſo daß 5 Pfd. nur 4 Pfd., nach Beſchaffenheit der erſten Waͤſche aber auch nur 3 Pfd. ganz reine Wolle geben. Hierauf wird ſie zum erſten Mal gefaͤrbt, wenn es noͤthig iſt. Um der leichteren Bearbeitung willen wird die Wolle eingeoͤlt. Als⸗ dann geht ſie mehrere Bearbeitungen durch, um ſie zum Spinnen vorzubereiten. Zur Vermehrung der Feſtigkeit wird die Kette iiten 6 — un u.,n, dern veran⸗ deim Spin⸗ ſiee mit ein⸗ ſeen böcher, heilen ge⸗ lich durch heile eines teckt, ſiid Wolee rein beſonderer ¹. ſ. w., liche Rei⸗ wohl ver⸗ eden dazu Seife läͤßt rumur ſtei⸗ Bade um⸗ agt in der Wolle auf mmen hat, ſſchafenheit ganz relne eſen Mal tleichteren dſt. Ads⸗ h, um ſte die K Fuͤnfter Abſchnitt. Von den erforderlichen Eigenſchaften ic. 175 in Leinwaſſer getaucht, und waͤhrend dem Weben zur Befoͤrderung des Schiffchens, das den Ein⸗ ſchlag enthaͤlt, mit ſchwarzer Seiſe beſtrichen. Durch das verſchiedentliche Auf- und Abſpuͤh⸗ len des Garns leidet daſſelbe, ſo wie durch das Weben. Nach dem Weben werden die Unreinigkeiten in Stampf⸗ oder Walkmuͤhlen wieder herausgewaſchen, und den Zeugen wird zugleich durch Wiederholung des Waͤlkens die gehoͤrige Dichtheit gegeben. Zur Annahme der Farben werden Beizen ge⸗ braucht, welche das Weſen der Wolle mehr oder weniger angreifen. Zur Bereitung der Oberflaͤche der Zeuge wer⸗ den dieſe naß gemacht, die Haare in eine gerade, gleiche Lage geſtrichen und zum Theil hervorgeholt, damit das Scheeren, welches an feinen Tuͤchern ſehr oft wiederholt wird, deſto gleichmaͤßiger geſche⸗ hen koͤnne. Nach dem Scheeren werden ſie auf Rahmen geſpannt, um ſie in eine gleiche Form und Eben⸗ heit zu bringen, und hierauf gepreßt. Bei hoch⸗ feiner und geſchmeidiger Wolle beduͤrfen die Tuͤcher keiner Anfeuchtung und keiner warmen Preſſe. In England war bekanntlich ſchon vor langen Zeiten auf das Warm⸗Preſſen der Tuͤcher ein Strafverbot gelegt. Das Gelingen eines Fabrikats hangt alſo ab von der Beſchaffenheit der Zuthaten und der Werk⸗ 176 Siebente Abtheilung. Von den Eigenſchaften ꝛic. zeuge, von der Behandlungsart und von der Be⸗ ſchaffenheit des Stoffes. un Ob nun gleich die Wolle nicht far jedeng Ge⸗ brauch und fuͤr alle Zeugarten ſo behandelt wird, ſo iſt eine ſolche Zuſammenſtel lung dennoch noͤthig, um die Ruͤckwirkung dieſer Behandlungsarten auf die Eigenſchaften der Wolle zu uͤberſehen. §. 225. Von der Veraͤnderung der Eigenſchaften der — Wolle durch ihre Behandlung⸗ ge Die hauptſachlichſten blos mechaniſchen Be⸗ handlungen kommen alſo vor beim Klopfen, Aus⸗ recken, Kaͤmmen, Spinnen, Spuhlen, Weben, Walken, Faͤrben, Waſchen, Rauhen, Scheeren, Rahmen und Preſſen.. Mechaniſche Behandlung nur in einem gewiſſen Grade und bei einiger Langſamkeit angewandt, machen die Wolle in der Regel milder. Zu ſchnelles und zu anhaltendes Bearbeiten auf den Werkzeugen aber ſchwaͤcht und niache ſie kuͤrzer. Das Material der Iuſtauntents außert auch dabei ſeine Wirkungen. Metall macht ſproͤder als Holz. 1—.. 47 Chemiſch wirken waͤhrend der Bearbeitung folgende Zubereitungs⸗ und Huͤlfsmittel ein: Oel, warmes und kaltes Waſſer, Leim, Saͤuren, Laugen, ünd ſo viele andere Koͤrper und Kraͤfte in den Farbeſtaffen. Darunter ſind der Wolle nur zutraga⸗ lich ai ch Wa gen ſe auch de. in de derle aht gan pein je wer beif -or 6 ab ge O länge eine d d tnel n hnen Au ti nr aften. — don der Bte ſda be delt wid, ch nöthig, arten auf N ften der ſhen Ber en, Aus⸗ Weben, Schetten, mgewiſſen ngewandt, earbeitet nd nacht ſer auch ed 4 1 proder d erbbeitung in: Oel, laugen, ein den r zurrig⸗ ich Fuͤnfter Abſchnitt. Von den erforderlichen Eigenſchaften ꝛc. 177. lich Oel und oͤligte Koͤrper; kaltes und warmes Waſſer dagegen, Leim, Salze, Saͤuren und Lau— gen filzen und ſchwaͤchen die Wolle, oder loͤſen ſie gaͤnzlich auf. Heiße Preſſe macht ſproͤde, ſo wie auch jeder ſchnelle Wechſel des naſſen Zuſtandes mit der Hitze uͤberhaupt. Durch das Anſetzen ſo vieler fremden Theile in der Farbe muß die Feinheit der Wolle natuͤrlich verlierr.icrcr. Die urſpruͤngliche Geſtalt des feinen Wollhaares geht indeſſen bei dieſen vielerlei Behandlungen nie ganz verloren, wenn die Wolle nur einigermaßen ur⸗ ſpruͤngliche Kraft beſitzt. Sie erhaͤlt ſich um ſo mehr, je weniger ſie durch Behandlung und Zuthaten an⸗ gegriffen wird. §. 226. Vom Unterſchied der groben und feinen Wolle als Stoff. Feine Wolle haͤlt bei gleicher Maſſe waͤrmer, als grobe, und widerſteht auch laͤnger der Reibung. In Hinſicht auf die Verarbeitung gibt ſie einen laͤngeren Faden, laͤßt ſich beſſer einſchlagen und gibt eine dichtere Decke, als grobe Wolle. Dagegen laͤuft die grobe Wolle beim Walken ſchneller ein, und ſoll auch ſchneller die Farben an⸗ nehmen.- Auf dem Schaaf laͤßt ſich feinere Wolle ſchwie⸗ riger waſchen und ſcheeren, als groͤbere. [121 178 Siebente Abtheitung. Von den Ereigniſſen ꝛe. zuſammenſtellung der erforderlichen Eigen⸗ Sechſter Abſchnitt. ſchaften der Wolle. §. 227. Von ihrem erforderlichen Zuſtande. Die Wolle muß, je nachdem ihre Beſtimmung ſein ſoll: 3) 4) eine gewiſſe Laͤnge haben, unter und uͤber welcher ſie zu dem feſtgeſetzten Zweck um ſo weniger tauglich bleibt, je weiter ſie ſich von der beſtimmten Laͤnge entfernt. Je laͤnger die Wolle, deſto weniger Decke auf der Oberflaͤche des Tuches, je kuͤrzer aber, deſto weniger haͤlt es die erforderliche Behand— lung aus. e Sehen die Fabrikanten auf Dichtheit des Wuchſes, wahrſcheinlich weil in der Regel ein kraftvoller Zuſtand damit verbunden iſt, obgleich ſich nicht beweiſen laͤßt, daß Wolle von einem duͤnneren Wuchs blos darum auch weniger Kraft beſitzen muͤſſe, da die Dichtheit des Wuchſes mehr vom Koͤrper, die Kraft aber mehr von der Haltung abhaͤngt. Muß die Wolle um der leichteren Verarbeitung und anderer Urſachen willen regelmäßig ge⸗ wachſen ſein. Muß die Wolle Geſchmeidigkeit in Ver— bindung mit einem gewiſſen Grade von iſſen e en Eigen⸗ nde. eſtimmung und uͤber vdeck um ſo le ſich von iger Decke nzer aber, e Behand⸗ theit der der Regel unden iſt, daß Walle arum auch Dichtheit die Ktaft . rrarbeitung naͤßig ge⸗ t in Ve⸗ rade vn Sechſter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der erforderlichen ꝛc. 179 Elaſticitaͤt beſitzen, um ſowohl ein ſanftes Gewand zu geben, als auch dem Druck und der Reibung Widerſtand leiſten zu koͤnnen. 5) Sie muß dehnbar ſein und 6) Staͤrke beſitzen, um das Bearbeiten deſto eher aushalten zu koͤnnen. 7) Die Gleichartigkeit der Wolle, das Haupt⸗ erforderniß, gehoͤrt zu den Eigenſchaften der Gattung. Was noch Elaſticitaͤt insbeſondere betrift, ſo lehrt die Erfahrung, daß ſich der hoͤchſtmoͤglichſte Grad der fortſchnellenden Kraft mit Geſchmeidigkeit nicht vereinbaret. Folglich kann auch Elaſticitaͤt uͤberhaupt nicht als ein unbedingtes Erforderniß der Wolle dargeſtellt werden. Die Walkfaͤhigkeit der Wolle muß noch erſt bezeichnet werden. Meines Wiſſens hat noch Niemand die Kennzeichen derſelben beſchrieben. Die hauptſaͤchlichſten darauf Bezug habenden Fragen waͤren folgende: Iſt das Walken ein rein mechaniſcher, oder auch wegen der dabei gebrauchten Laugen und Fettes und Waſſers zugleich ein chemiſcher Prozeß? Wie wirken die mechaniſchen Eindruͤcke auf feinere, wie auf groͤbere Wolle?(Ganz grobe walkt ſich fruͤher ein, als feine.) Wie wirken die Zuthaten auf feine, wie auf grobe Wolle? Daß ſich ein lockereres Geſpinnſt und Gewebe dichter walkt als wenn beide dichter ſind, liegt am 180 Siebente Abtheilung. Von den Ereigniſſen ic. Tage, ſo auch, daß ſich eine kraftvollere Wolle nicht ſo leicht filzen laͤßt, als eine ſchwaͤchere. Auf keinen Fall aber beſitzt die Wolle in Bezug auf Walkfaͤhigkeit eine beſondere, von den auseinan⸗ der geſetzten Grundkraͤften verſchiedene Kraft, ver⸗ moͤge deren ſich ein Zeug vor dem andern leichter walken oder kruͤmpen laſſen, oder einlaufen ſollte. Dieſer Unterſchied kann nicht blos in der Verſchie⸗ denheit einer, ſondern mehrerer Eigenſchaften liegen, und dies ſowohl in Ruͤckſicht der Geſtalt, als der Kraͤfte. Aber eine ſogenannte Kruͤmpkraft, als beſondere Kraft, iſt hier nicht denkbar. Das Kruͤmpen eines Zeuges iſt keine Kraft⸗ aͤußerung, ſondern ein leidendes Verhalten, wel⸗ chem die Federkraft der Wolle in einem gewiſſen Grade entgegen ſtrebt. §. 2283. Fe ſchlechter eine Wolle beſchaffen iſt, deſto be⸗ ſchraͤnkter iſt ihr Gebrauch. Wolle von kranken Thieren und Gerberwolle nehmen Walke und Farbe entweder im Uebermaaß oder zu wenig und zu ungleich an. So z. B. gibt Wolle von ungeſunden Thieren ſchwarze Flecken bei hellen Farben. Alle ſproͤde Wolle gibt auch eine ſproͤde Decke. Die Lage der Häaͤrchen iſt nicht gleich. Sie wird um ſo ungleicher, je kuͤrzer die Haͤrchen geſchoren niſſen d. Vole iich le in Be en auseinan⸗ Nraft, ver er leichter ffen ſollte. Verſchie⸗ ten liegen, t, als der beſondere ne Kraft⸗ ſten, wel⸗ geviſſen deſto be⸗ herberwolle lebermaaß . B. gibt Jlecin bei dde Decke Sie witd geſchore Sechſter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der erforderlichen c. 181 werden. Die Decke bekoͤmmt keinen ſanften Griff und keine Schoͤnheit der Farbe. Daß, zumal zur Kette, keine ungleichartige Wolle genommen werden darf, iſt handgreiflich, weil dadurch die Staͤrke der Faͤden verliert. Alle vergelbte Wolle, alle Wolle von krankem Vieh und alle Gerberwolle nehmen die Farben weit weniger an, als weiße Wolle im geſunden Zuſtande. Vergelbte Wolle kann ohnehin nicht mehr jede Farbe annehmen. Zeuge aus Wolle von krankem Vieh nehmen die Farben, deren ſie empfaͤnglich ſind, noch nicht auf jeder Stelle in gleichem Maaße an, ſondern bekommen gewoͤhnlich Flecken. Gerberwolle wider— ſteht allen Farben, die ſich mit dem Kalk nicht vertragen. Der Walke kann alle kraftloſe Wolle weit we⸗ niger, als Wolle im gehoͤrigen Zuſtande, widerſtehen. Deshalb filzt ſich die Raufwolle meiſtens ſchnell zu— ſammen. Dagegen widerſtrebt alle Gerberwolle, welche ſchon Kalk eingeſogen hat und ſonſt bei Kraͤften iſt, dem Zuſammenwalken am meiſten. Laͤßt ſie ſich gut walken, ſo liegt dies in natuͤrlicher Schwaͤche. Ohne vorhergegangene genaue Unterſuchung ſolcher Be⸗ ſchaffenheiten, laͤßt ſich uͤber den Erfolg kein richtiges Urtheil faͤllen, 182 Siebente Abtheilung. Von den Ereigniſſen ꝛc. 9. 229. Von der erſorderlichen Gattung der Wolle. Zu einer beſonderen Art von Zeugen laͤßt ſich die dazu erforderliche Gattung von Wolle nicht in jeder Abweichung gebrauchen. Es waͤre ein Irrthum, zu behaupten, es laͤge hauptſaͤchlich an der Zubereitung, einer Zeugart ihre gehoͤrige Schoͤnheit und die uͤbrigen Erforderniſſe zu geben; die Wolle ſelbſt koͤnnte minder gute Eigen— ſchaften beſitzen. Im Gegentheil, wer bei einer ge⸗ hoͤrigen Zubereitung zugleich eine feinere, geſchmei— digere und kraftvollere Wolle zum Grunde legt, wird auch ein um ſo vorzuͤglicheres Fabrikat liefern. Vor Allem iſt die Gleich artigkeit der Wolle in allen Eigenſchaften erforderlich. Schon das einzelne Haar muß durchgaͤngig moglichſt gleich⸗ artig ſeyn. Abgeſtorbene Spitzen verurſachen beim Spinnen, wenn ſie ſich begegnen, das Zerreißen des Fadens; ſie nehmen auch nicht gleiche Richtung und gleiche Farbe an. Ferner muß, ſo viel wie moͤglich, ein Haar, wie das andere, geſtaltet, oder alle muͤſſen moͤg— lichſt gleich fein ſeyn, gleiche Geſchmeidig— keit und gleiche Kraft beſitzen, um ſich deſto gleichmaͤßiger verarbeiten zu laſſen, wodurch nur hauptſaͤchlich die Dauerhaftigkeit und das Anſeben des Zeuges erlangt werden kann. Tuch, welches aus gleichartigerer Wolle ver— fertiget iſt, wird auch bei minderer Feinheit derſel⸗ 2— ſſen. er Wolle. n läßt ſch nicht in jes laͤge ugatt ihre derniſſ z te Eigen⸗ einer ge⸗ geſchmei⸗ inde legt, liefeun. eeit der Schon iſt geih ceen beim eißen des rung und ein Hagt, ſen möͤg⸗ meidig⸗ ſch deſ urch nur Anſehen olle der⸗ et derſe⸗ Sechſter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der erforderlichen ꝛc. 183 ben, Vorzuͤge in Griff und Farbe vor einem andern haben, welches aus feinerer, aber ungleicherer Wolle beſteht, den gehoͤrigen Kraftzuſtand bei beiden vor⸗ ausgeſetzt. Daſſelbe finden wir auch an den Huͤten und an baumwollenen Fabrikaten. §. 230. er Hindoſtaner, die Cachemirwolle Verfahren d geſchmeidig zu machen. Man macht Dampfbaͤder von der Aſche der Bananenblaͤtter und von mergelartigem Thon. Dar⸗ auf wird ſie in Waſſer eingeweicht und auf 100 Pfd. Wolle mit 20 Pf. Mehl der Munga⸗Bohne, wel⸗ ches vorher mit Waſſer zu einem Teig geknetet iſt, ausgewaſchen. Dieſe Behandlung ſoll nicht nur ihre Ge⸗ ſchmeidigkeit, ſondern auch ihre Weiße und Feſtig⸗ keit(²) erhoͤhen. §. 231. Von der Vermiſchung mehrerer Wollgattungen zu beſonderen Zwecken. Was der einen Partie Wolle an Eigenſchaften fehlt, ſucht der Fabrikant durch Vermiſchung einer andern Wolle mit derſelben zu erſetzen. 184 Siebente Abtheilung. Von den Ereigniſſen ꝛc. — Dieſes ſetzt aber nicht nur die gehoͤrige Beur⸗ theilung der Eigenſchaften jedes Theils voraus, ſon⸗ dern erfordert auch, daß jeder Theil fuͤr ſich ſchon ſo gleichartig wie moͤglich ſey, um bei der Beſtim— mung des gegenſeitigen Weibäimiſſes deſto ſicherer gehen zu koͤnnen. ———— ſiſſen d. — örige Ban dorans, ſon ür ſih ſte der Beſtin⸗ eſto ſichern 185 Achte Abtheilung. Vom VWollhandel. Erſter Abſchnitt. Von der Einrichtung der Fabriken. §. 232. Nicht jeder Fabrikant kann jede Gattung von Wolle gebrauchen. Alle beſonderen Gattungen von Fabrikaten, oft kleine Abweichungen in denſelben, erfordern beſon— dere Gattungen von Wolle, beſondere Einrichtungen und Geſchicklichkeiten zu ihrer Verfertigung und be— ſondere Mittel und Wege zum Abſatz. Eine Fabrik dehnet ſich bei einerlei Gattung von Stoff, z. B. Wolle, mit Vortheil nur auf ſolche Fabrikate aus, deren Verfertigung eben keine zu verſchiedenen Einrichtungen, Beſchaͤftigungen und Wege zum Abſatz, auch keine zu getheilte Aufſicht erfordert. Daher kann nicht jeder Wollenfabrikant alle Gattungen Wolle gebrauchen. Eine Fabrik, fuͤr welche es die Gelegenheit des Abſatzes mit ſich bringt, ſehr abweichende und ganz verſchiedenartige Gegenſtaͤnde in ihren Handel mit 186 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. aufzunehmen, kann, je nachdem die Nebengeſchaͤfte bedeutend ſind, nicht mehr als eine beſondere Fa⸗ brik, ſondern muß als eine Geſammtanſtalt fuͤr meh— rere Fabriken betrachtet werden, wovon eine jede fuͤr ſich wieder dieſelben Beruͤckſichtigungen bei ihrer Einrichtung erfordert, welche hier zuvor angege⸗ ben ſinnd.— Sehr viele Gruͤnde beſtimmen den Fabritan⸗ ten, alle Materialien, vorzuͤglich die Hauptſtoffe ſei⸗ ner Fabrikate in einer gewiſſen Menge, als den wahrſcheinlichen Bedarf auf eine gewiſſe Zeit, be⸗ ſtaͤndig vorraͤthig zu halten. Die Wollvorraͤthe ei⸗ nes einzigen Fabrikorts von einiger Bedeutung ſind oft ſo groß, daß man mit dieſen allein eine große Meſſe anſtellen koͤnnte, ein Umſtand, der im Groß⸗ handel auf die Preiße nicht wenig einwirkt. §. 235. Grundſaͤtze, nach denen der Fabrikant beim Ein⸗ kauf der Wolle verfaͤhrt. Der Fabrikant ſieht alſo bei der Waßl d der Wolle 1) auf die fuͤr ihn brauchbarſte Gattung nach den Beduͤrfniſſen ſeines Gewerbes; 2) demnaͤchſt auf die Eigenſchaften, von denen er die groͤßte Ergiebigkeit im Faden vermu— thet; darunter gehoͤrt vor allem Geſchmei— digkeit und Reinheit; 3) auf die Kraft der Wolle im lgemeinen und 2 1. — tbengeſ iſ ſondere g it fir me ine jide ſir bei ihta or angege⸗ Fäbrifan⸗ otſtoffe ſ⸗ „als den Fäit, be⸗ orrathe d⸗ jtung ſind ine geße in Groß⸗ eim Ein⸗ Dahl der nach der don denen n vermu⸗ eſchmei⸗ gemeinen, Erſter Abſchnitt. Von der Einrichtung der Fabriken. 187 4) auf die Gleichartigkeit derſelben in Ge— ſtalt und Kraͤften. Große Schaͤfereien, deren Heerden ziemlich gleichartig und gleich gut gehalten ſind, haben fuͤr den Fabrikanten, dem ſie nicht zu groß ſind, den Vortheil, daß die Wolle auch in allen uͤbrigen Ei— genſchaften in der Regel eine groͤßere Ueberein⸗ ſtimmung gewaͤhrt, als mehrere kleinere Partien, aus verſchiedenen Schaͤfereien zuſammen genommen, folglich auch ein durchgaͤngig gleichartiges Fabrikat liefert. Zweiter Abſchnitt. Ueber das bisherige Verfahren mit der Wolle auf den meiſten Schaͤfereien, die Art des Verkaufs und die Folgen deſſelben fuͤr Verkaͤufer und Kaͤufer. §. 234 · wie gewoͤhnlichſte Darſtellung der Wolle zum Verkauf. 1) Unſere Heerden enthalten noch mehr oder we⸗ niger Schaafe mit ſehr vermiſchter Wolle, eine unausbleibliche Folge der fortſchreitenden Veredlung. 2) Die Wolle der unedleren Theile wird von den edleren noch nicht ſorgfaͤltig genug abge— ſondert. 188 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. 3) Sie wird oft noch zu unrein dargeſtellt. 4) Ein Jeder verkauft gern das Ganze auf einmal. §. 235 Folgen fuͤr Kaͤufer und Verkaͤufer. Je verſchiedenartiger und unreiner eine Wolle iſt, mit deſto weniger Wahrſcheinlichkeit laͤßt ſich ihr Werth uͤberſchlagen. Was nun der eine Kaͤufer im vorigen Jahre zu viel bezahlt, gibt der andere im folgenden zu wenig. §. 236. Folgen fuͤr den Kaͤufer insbeſondere. Iſt eine Partie Wolle ſehr verſchieden, ſo kauft der Fabrikant zuweilen etwas mit, was er nicht an— zuwenden weiß. Will er das Entbehrliche wieder verkaufen, ſo kann er dies, je nachdem ſeine Lage beſchaffen iſt, nur mit Verluſt. Der Verdacht, daß er das Beſſere fuͤr ſich behalte, oder auch bloßer Neid, ſtehen ihm im Wege. Will er aber das Schlechtere ſelbſt verbrauchen, ſo ſchadet er dadurch dem Rufe ſeiner Waare. In dem letzten Umſtande liegt mit einer der hauptſaͤchlichſten Gruͤnde, warum ſo mancher Fabri⸗ kant keine beſſeren Fabrikate liefern kann. 3w reien am um nur ütte mal werd jeg lieh nach den gente Vo nit d ein del. — axgeſtellt Gnnze a ufer. eine T eit la ißt ſch rgen Jegre ſtgenden zu ere. i ſo kauſt nicht an⸗ ufen, ſo afen iſt efür ſich im in brauchen, are. iner der e Fabti⸗ Zweiter Abſchnitt. Ueber das bisherige Verfahren ꝛc. 189 §. 237. Folgen fuͤr den Verkaͤufer insbeſondere. Da nun wegen der Groͤße ſo vieler Schaͤfe— reien und wegen der Verſchiedenheit ihrer Wolle, am Handel aus der erſten Hand ſolche Fabrikanten um ſo viel weniger Antheil nehmen koͤnnen, welche nur gewiſſer Gattungen Wolle in geringeren Quan⸗ titaͤten beduͤrfen, ſo hat dies zur Folge, daß manch— mal kleinere Partien zu hoͤheren Preißen bezahlt werden, als groͤßere von gleichem Werthe, und daß, je groͤßer eine Partie iſt, ſich um ſo viel weniger Liebhaber darum bewerben koͤnnen, folglich auch nach Umſtaͤnden ein niedrigerer Preiß gegeben wer⸗ den wird, als ihn das Verhaͤltniß der Qualitaͤt ei⸗ gentlich mit ſich braͤchte. ——. Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandeh §. 238. Seine Entſtehung. 1 Der Produzent kann in der Regel weder eme Wollen⸗Waaren⸗Fabrik betreiben, noch auch ſich mit dem Abſatz ſeiner Wolle in der Ferne befaſſen. Dieſer Umſtand macht den Zwiſchenhandel auf der einen Seite nothwendig. ₰ 190 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. Die Nothwendigkeit der Gelegenheit, gewiſſe Gattungen von Wolle in jeder beliebigen Quantitaͤt zu jeder Zeit kaufen zu koͤnnen, ſo wie die Ent— fernung eines Fabrikorts von dem Mittelpunkte von Schaͤfereien, haben ihn auf der andern Seite her— beigefuͤhrt. (Fabriken laſſen ſich nicht immer dahin verle⸗ gen, wo ihre Hauptſtoffe erzeugt werden.)“ Solche Anſtalten, welche ſich mehr fuͤr den Welthandel, als fuͤr die naͤchſten Umgebungen eig— nen, ſiedeln ſich oft da an, wo ſie ſich eines vor⸗ zuͤglichen oder ſeltenen Huͤlfsſtoffes oder Huͤlfsmit⸗ tels auf immer verſichert halten koͤnnen, gewoͤhnlich aber, wo ſich die ſchicklichſte Gelegenheit zum Trans⸗ port ihrer Beduͤrfniſſe und Erzeugniſſe darbietet, und zuerſt bei ſolchen Voͤlkern, welche durch Geiſt und Geſchicklichkeit zu ſoͤlchen Unternehmungen vorzuͤg— lich aufgelegt ſind. Haben ſich dann einmal Fabriken in einer Ge— gend einheimiſch gemacht, und kann man fuͤr jede dazu erforderliche Kunſt und Verrichtung beſtaͤndig geuͤbte Menſchen haben, ſo gehen ſie nur durch Ge— walt oder mit dem Beduͤrfniß, das ſie liefern, ſelbſt unter, und halten jede Mitbewerbung unvollkom⸗ menerer Anſtalten ihrer Nachbarn aus. Die Anlegung neuer Fabriken erfordert Pflanz⸗ ſchulen fur jeden Zweig, fuͤr jede einzelne Ver⸗ richtung, wenn ſie gedeihen ſollen. Mit jedem ein⸗ zelnen Kuͤnſtler ſtirbt eine Wurzel ab. dl. — eit, geviſe en Quuntit ie die Ent⸗ lpunkte de Seite het chin verle⸗ r für den ungen eig⸗ eines vur Hülſsmit. ſewoͤhnlich m Trans⸗ jetet, und Geiſt und n votzüg⸗ iner Ge⸗ für jede deſtändig durch Ge⸗ en, ſelbſt nvollkon⸗ pflanz⸗ e Ver⸗ dem ein⸗ Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 191 Der jedesmalige Zuſtand auch bekannter Schaͤ⸗ fereien iſt nie mit Gewißheit vorauszuſetzen. Der entfernter wohnende Fabrikant iſt aber nicht immer darauf eingerichtet zu reiſen oder reiſen zu laſſen. Er wuͤrde auch oft der Gefahr eines ver— geblichen Zeit- und Koſtenaufwandes, beſonders in Hinſicht auf diejenigen Gegenden ausgeſetzt ſein, welche keine Maͤrkte in der Naͤhe haben. Die Ungewißheit des Vorhandenſeins, die Schwierigkeit in der Entfernung von Handelsoͤrtern einen bequemen Mittelpunkt zum Sammelplatz der Partien und zur Abmachung der Zahl ung zu finden, die Ungewißheit einer baldigen Transportgelegenheit: alle dieſe Schwierigkeiten vereinigen ſich, um man⸗ chen entfernt wohnenden Fabrikanten zu bewegen, ſeinen Bedarf lieber von einem Kaufmann zu neh⸗ men, von welchem er mit groͤßerer Gewißheit be⸗ ſtimmte Sorten in beliebigen Quantitaͤten den groͤß⸗ ten Theil der Zeit uͤber haben kann, als ſich dem Einkauf an der Quel lle zu unterziehen. Die Ve nutzung des Credits Auminſt dich dazu. §. 259. Vom Commiſſionshandel. Schon ſeit vielen Jahren hat der Wollhandel die Richtung genommen, daß die Kaufleute ihre Wolle nach Fabrik⸗ oder Handelsoͤrtern in Commiſſion ſchicken, wodurch dem Fabrikanten die Auswahl und der Ankauf des eben à Benrligeen Dedaeſ erleichtert werden. 1 192 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. §. 240. Nothwendigkeit der Sortirung. Der entfernt wohnende Kaͤufer, welcher etwas enkbietet, will wiſſen, was er bekoͤmmt, indem man ihm ſagt, was er bezahlen ſoll. Dceerjenige Kaͤufer, welcher auf einem Commiſ⸗ ſionslager die Wahl hat, ſucht ſich zu uͤberzeugen, was er kauft, und gibt unter den Gattungen, welche ſich zu ſeinem Gebrauch eigenen, zunaͤchſt denjenigen den Vorzug, welche die gleichartigſten und die reinſten ſind. Die Abweichungen der einzelnen Schaafe in der Guͤte und Beſchaffenheit ihrer Wolle, auch in den gleichartigſten Heerden, und die Verſchiedenheit der Wolle an jedem einzelnen Stuͤck machen daher dem Kaufmann eine gewiſſe Sortirung ſeiner Waare nothwendig. §. 2414 Ari der Handelsſortimente im Allgemeinen. Gut eingerichtete Fabriken erfordern oft fuͤr kleine Abweichungen in ihren Fabrikaten, und uͤber⸗ haupt fuͤr die feineren Unterſchiede zwiſchen Kette und Einſchlag, ſo wie fuͤr die Art der Walke und der Farbe, eine ſehr genaue Auswahl der dazu ſich eignenden Wolle. Mit einer ſo genauen Sortirung aber, als das vielſeitige Beduͤrfniß der Fabriken erfordert, kann ſich der Zwiſchenhͤndler nicht befaſſen, ſobald er es mit Do⸗ lich auf kon dan unt 9. cher eiwu ndem man Conmif erzeugen, i, welche enjenigen und die chacfe in auch in ledenheit en daher er Waare einen. oſt für und üͤber⸗ en Kette alke und dzu ſch als das tt, kann ald er es mit Drnter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 193 ₰ mit Abnehmern zu thun hat oder haben will, deren Beduͤrfniſſe verſchieden ſind. Theils wuͤrde er ihren Forderungen nicht immer Genuͤge leiſten koͤnnen, kheils wuͤrde ein ſolcher Zweck zu weitlaͤuftige Anſtalten erfordern und auch einen zu großen Zeitverluſt fuͤr den Umſatz des Capitals nach ſich ziehen. Der Zwiſchenhaͤndler ſortirt daher mehr im All⸗ gemeinen, und uͤberlaͤßt die genaueren Unterabthei⸗ lungen dem Fabrikanten. §. 242: Von der Abtheilung der Sortimente in Spanien und Sachſen fuͤr den Großhandel. In Spanien werden die Schaafe von eigent⸗ lichen Wollhaͤndlern vor dem Waſchen ſortirt, hier⸗ auf nach den verſchiedenen Koͤrpertheilen auf die be⸗ kannte Weiſe mit Unterbrechung geſchoren und als⸗ dann wird erſt die Wolle gewaſchen. Sie koͤmmt in 4 Sortimenten in den Handel, unter dem Namen: Refina, Prima, Secunda, Tercera. Der Abfal koͤmmt beſonders. Waͤhrend der letzten Unruhen in Spanien haben zwar die beſten Heerden ſehr gelitten, ſeit einigen Jahren faͤngt maͤn aber wieder an, vorzuͤgliche Wolle in guten Sortimenten zu liefern, obgleich die ſaͤchſi⸗ ſchen feinen Gattungen jetzt noch immer den ſeit 1 131 — — 194 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. mehreren Jahren auswaͤrts errungenen Vorzug be⸗ haupten. §. 243. Von den Sortimenten feiner ſaͤchſiſcher Wolle. Wenn ſich nun auch von Sachſen aus manche edle Staͤmme in andere Laͤnder verbreitet haben, ſo iſt es doch die Wiege der feinen Schaafzucht fuͤr die Nachbarlaͤnder geweſen, und wird bisjetzt in der Viel⸗ heit feiner Schaͤfereien auf gleichem Raume noch von keinem uͤbertroffen. In Sachſen haben ſich die erſten Sortimentshandlungen gebildet, und in die— ſem Lande iſt man auch bei einer Verfahrungsart in Betreff der Waͤſche ſtehen geblieben, worin eben mit eine Hauptbedingung der Vorzuͤge liegt, welche der feinen ſaͤchſiſchen Wolle vor der ſpaniſchen in den neueren Zeiten gegeben worden ſind. Mit Recht koͤnnen wir alſo bei der Benen— nung aller ſpaniſchen Wolle, die bei uns erzeugt wird, unter dem Namen ſaͤchſiſcher ſtehen bleiben. Bis jetzt noch koͤmmt ſie ebenfalls in 4 Haupt⸗ ſorten in den Handel, unter folgenden Namen: Electoral-Wolle,(churfuͤrſtliche) Prima, Secunda, Tertia. Aus Electoral hat man in der neueren Zeit auch angefangen electa, auserleſen, zu machen. Mehrere Wollhandlungen theilen die beiden er⸗ 1 — Tukzug k er Volle⸗ us manche haben, ſo it für die nder Vill⸗ zume noch en ſich die nd in die⸗ arungsart orin eben t, welche niſchen in r Benen⸗ s erzeugt mbleiben. 4 Hallt⸗ amen: ihe) jeren Zeit machen⸗ beiden e Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel⸗ 195 ſten Sorten noch in zwei Unterabtheilungen, unter der Bezeichnung a und b. Unſere veredelten Schaͤfereien laſſen noch meh— rere Abtheilungen geringerer Sorten zu, deren Aus⸗ einanderſetzung hier aber ohne ſonderlichen Nutzen ſein wuͤrde. §. 244. Von den bei einer Sortirung zu befolgenden Grundſaͤtzen. Die naͤchſte Grundlage zur Abtheilung der Sor⸗ timente liegt nicht im Kraftzuſtand der Wolle, ſondern in ihrer Geſtalt. Nicht von jenem, ſon— dern von dieſer haͤngt die Mannigfaltigkeit der wol— lenen Zeugarten ab. Eine grobe, aber geſchmeidige Wolle, wird zwar eine annehmlichere Zeugart liefern, als eine ſproͤdere von derſelben Gattung, aber dar⸗ um wird man noch kein feines Tuch daraus verfer⸗ tigen koͤnnen, wie es die ſpaniſche gewaͤhrt. Die mittlere Feinheit, die ein Fließ im Durchſchnitt hat, beſtimmt ſeine Klaſſe. Das gleichartig gewachſene Haar hat den Vorzug vor dem ungleichartig gewachſenen. Alle Wolle, deren Haare groͤbere Spitzen haben, als andere, uͤbrigens von gleicher Beſchaf— fenheit, wird minder geachtet, weil ſie das Fabri⸗ kat nicht liefern kann, was ein durchgaͤngig gleich⸗ feines Haar zu liefern faͤhig iſt. Die Schoͤnheit des Zuſammenhangs eines Flie⸗ 196 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. ßes gibt dieſem noch keinen hoͤheren Werth ohne hoͤhere Feinheit. Ferner: dasjenige Fließ, deſſen einzelne Haare unter ſich gleichartiger ſind, hat den Vorzug vor dem, welches mehr ungleichfeine Haare hat. Bei uͤbereinſtimmender Geſtalt entſcheidet fer⸗ ner die Uebereinſtimmung in Sanftheit und Kraft. Was ſproͤder oder ſchwaͤcher iſt, als es die mittleren Grade dieſer Eigenſchaften in einem Sor⸗ timent mit ſich bringen, wird niedriger geſetzt. Der Dichtheitsgrad eines Fließes kann bei einer Sortirung zu keinem Anhaltungspunkte dienen, eben ſo wenig ein unbedeutender Laͤngenun⸗ terſchied, weil mit dieſem die nbrigen Eigenſchaf— ten in keinem ſich gleich bleibenden Verhaͤltniß er⸗ ſcheinen. Endlich iſt bei einem Sortiment Uebereinſtim⸗ mung in Schein und Reinheit der Wolle er— forderlich. So unweſentlich eine Gleichheit des Scheins oder der natuͤrlichen Weiße der Wolle ſcheinen mag, ſo wenig iſt ſie es im Grunde. Der Schein iſt die Wirkung der aͤußeren und oft der inneren Beſchaffenheit der Wolle, welche eben in Bezug auf Abgang und Behandlung von Wichtigkeit ſind. 2. — Derc thre einzelne hat der ichfeine eidet fer⸗ eit und als es dit nem Sor⸗ ſett. kann bei edienen, agenun⸗ igenſchof⸗ Almniß er⸗ rreirſtim⸗ Pole er⸗ Scheins nen mag, eri und „welche tung von Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 197 §. 245. Veber die Beſtimmung der Feinheitsgrade⸗ Bis jetzt iſt noch kein Maaßſtab im Gebrauch, der ſo bequem und allgemein verſtaͤndlich waͤre, die Abſtufungen fuͤr Wolle genauer zu bezeichnen, als es durch die bloßen Namen der Sorten geſche⸗ hen kann. Nichts iſt noch ungewiſſer, als dieſe Abthei⸗ tungen. Ohne beſtimmten Maaßſtab beruhen ſie entweder auf der bloßen Vergleichung vorliegender Gattungen, deren Erfolg nur die Erkenntniß eines Unterſchieds ohne Angabe ſeines Verhaͤltniſ⸗ ſes ſein kann, oder auf bloßen Idealen ohne allen Anhaltungspunkt. Im erſten Fall wird die vor⸗ handene feinſte Wolle, wie ſich von ſelbſt verſteht, die hoͤchſte Sorte ſein, und im andern Fall wird die erſte Abtheilung entweder zu hoch, oder zu niedrig punktirt, das Mittel aber in den wenigſten Faͤllen getroffen werden. Wer aber den Feinheitsgrad einer vorgelegten Wolle ohne Vergleichung beurtheilen will, der muß ſchon das Hoͤchſte dieſer Eigenſchaft aus der Er⸗ fahrung kennen, und zwar nicht blos in einzelnen Ausnahmen, ſondern auch hauptſachlich in den mitt⸗ leren Graden, die ſich aus der Vergleichung der einzelnen Schaafe in mehreren der feinſten Heerden ergeben. In der Beurtheilung der Wolle nach einem bloßen Ideal, kann es nun Jemand allerdings zu 198 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. einer ſehr großen Fertigkeit und annaͤhernden Ge⸗ wißheit bringen, allein es bleibt ihm doch unmoͤg⸗ lich, Andern von verſchiedenen Feinheitsgraden be⸗ ſtimmtere Vorſtellungen beizubringen, als er hoͤch⸗ ſtens ſelbſt davon hat. Wie unzuverlaͤßig ſind aber ſo wandelbare Anſichten oder Beurtheilungen in Faͤllen von Wichtigkeit. Dieſe gelten dann eben ſo viel, als wenn unſere Encyclopaͤdien ſagen: die Wolle muß lang, ſanft, weich, elaſtiſch u. ſ. w. ſein; Beſchreibungen, welche ſich auch auf ein Buͤndel Weidenzweige unveraͤndert anwenden laſſen. Eine unausbleibliche Folge dieſer Unbeſtimmt⸗ heit iſt, daß man bei der Feſtſtellung der verſchiede⸗ nen Sortimente leicht in Abweichungen verfallen, bei jeder neuen Wolle von einer andern Anſicht aus⸗ gehen und ſich beſonders noch durch Wuchs, Waͤſche und Licht um ſo leichter taͤuſchen laſſen kann. Da— her fallen eben die Sortimente, welche einerlei Na— men tragen, von verſchiedenen Handlungen, ſo ver⸗ ſchieden aus, und dies verurſacht auch, daß man ſich auf Handelsoͤrtern bei der Anſetzung des Prei⸗ ßes fuͤr jede Sorte einen ſo großen Spielraum vorbehaͤlt. Kuͤnſtliche Feinheitsmeſſer ſind zwar in ver⸗ ſchiedener Art vorhanden und auch bei der Auswahl einzelner Zuchtthiere ſehr empfehlenswerth. Indeſ⸗ ſen fuͤr den gewoͤhnlichen Gebrauch ſind ſie nicht. Auf dem Markte und unter der Heerde laͤßt ſich nicht immer das Vergroͤßerungsglas zur Hand nehmen. A — ernden Ge⸗ och unnig Sgraden he⸗ s er hoch ſind aber lungen in ann eben azen: die u. ſ.d. auf ein n laſſen. nbeſtimmt⸗ verſchiede⸗ verfollen, ſcht aus⸗ „Viſche nn. Da— nerlei No⸗ , ſo ver⸗ daß man ds Prei⸗ Spielraum in ver⸗ Auswahl Irdeſ⸗ ſe nicht. läßt ſch jr Hand Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 199 Die Natur hat uns aber einen ziemlich ſiche⸗ ren und beſtaͤndigen Feinheitsmaaßſtab in der Ge— ſtalt der Wolle, in den Kraͤuſelungen gegeben, welche von jedem geſunden Auge hinreichend erkannt werden koͤnnen. 2 Ohngefaͤhr 12 Bogen auf einen Zoll gerechnet bezeichnen den mittleren Grad der Veredlung und 26 das Mittel hoher Feinheit. Vier Sortimente wuͤrden nun folgende Stu— fenleiter bekommen: iſte Klaſſe— 26 Grad, faͤngt an mit 24. 2lke ⸗— 22 ⸗ ⸗ 2 20,. 3te ⸗— 18. ⸗„ 2. 16. 4le.— 14 e* ⸗ 12. Oder fuͤnf Sortimente: iſte Klaſſe— 26 Grad, faͤngt an mit 24. 2te 25— 23 5 5 2 21. 3le ⸗— 20* ⸗ 2 18. 4te ⸗— 1„*„ 15. 5 te.— 14 2* 2 4* 12. Nach meiner bisherigen Erfahrung muß es ſchon eine feine Wolle ſein, an welcher im Durchſchnitt 24 Bogen auf einen Berliner Zoll gezaͤhlt werden koͤnnen. 1 Dagegen zaͤhlt ein regelmaͤßig gewachſenes Woll⸗ haar von einer in der mittleren Veredlung ſtehenden Gattung ohngefaͤhr 12 auf einen Zoll. Nehmen wir nun fuͤr alle feine und veredelte Wolle dieſe beiden Grade als Graͤnzpunkte an, ob 20⁸ Achte Abtheilung. Vom Wollthandel⸗ es gleich noch feinere und groͤbere Wolle gibt, und denken uns noch 3 Klaſſen zwiſchen beiden, ſo be— kommen wir eine Stufenleiter von folgenden Graden: 24, 21, 18, 15, 12. Nur die beiden erſten Klaſſen, von 24 und 21 Grad, wuͤrden blos gleichartige feine Wolle enthalten, oder Wolle, deren Haare moͤglichſt durch— gaͤngig gleich in Feinheit und Geſtalt waͤren. Die erſte Klaſſe enthielte bloß ſolche Wolle, welche in den Spitzen die wenigſten Abweichungen zeigte, und die zweite Klaſſe ſolche, welche zwar noch durchgaͤngig gleichartig waͤre, aber ſchon in den Spitzen anfinge abzuweichen. Die dritte Klaſſe wuͤrde alle Woll aufnehmen, welche hin und wieder ſchon abweichende Haare in Feinheit und Geſtalt zeigte, die aber groͤßtentheils noch mehr gleichartig und fein, als ungleichartig und grob waͤre. Die vierte Klaſſe begriffe ſolche Woll, welche noch gleiche Geſtalt, aber groͤßtentheils Ver— ſchiedenheit in der Gleichartigkeit und Feinheit zeigte. Eine fuͤnfte Klaſſe enthielte nun Alles, was in Feinheit und Geſtalt zugleich durchgaͤngig verſchieden waͤre. Dieſer Maaßſtab wuͤrde freilich immer noch ſehr unbeſtimmt und wandelbar bleiben, und zwar in doppelter Hinſicht. Auf der einen Seite iſt nicht jede Gattung gii ner Wolle denſelben Formgeſetzen unterworfen, indem es ſehr viele feine Wolle gibt, die ſich nur durch . — e gibk, un ſiden, ſo be den Geaden on 24 und eine Voll ichſt durch⸗ ren. che Wole, weichungan ezwar noch den Syitzen ruufneßimen, Haare in ßtentheils ichartig und all, welche eils Ver⸗ colt zeigte les, was in vetſchjdn er noch ſehr d zwar in Gattung fü⸗ ffen, inden h nut dun Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 201 unmerkliche oder auch gar keine Kruͤmmungen oder Bogen auszeichnet; auf der andern Seite wuͤrde ſich die Abmeſſung ſelbſt nicht immer bequem verrichten laſſen, ohne einmal darauf Ruͤckſicht zu nehmen, daß die Wolle ſchon durch das Abſchneiden und Behan⸗ deln Veraͤnderungen erlitten haben kann. Allein dieſe Unbeſtimmtheit hebt ſich immer mehr, wenn wir noch andere Beſtimmungen zu Huͤlfe nehmen. Die naͤchſte betrift die durchgaͤngige Geſtalt des einzelnen Haares. Ein Haar von einer ſehr feinen und gut ge— haltenen Wolle, hat eine faſt durchgaͤngig gleichfoͤr⸗ mige Geſtalt. Seine Feinheit iſt oben faſt wie unten und ſeine Figur ebenfalls dieſelbe unter ſehr geringer Abweichung. Dagegen artet ein Haar von einer mittleren Veredlung faßt ſchon von der Haͤlfte an und noch tiefer aus, indem es nach oben zu groͤber wird und ſich immer mehr entkraͤuſelt. Es werden demnach an dem oberen Ende mehr oder weniger ihre Form verlieren: iſte Claſſe von 24 Graden faſt Nichts. zlte ⸗- 21— ⸗ 3 Grade weillaͤufti⸗ gere Kraͤuſelung. 3te 3 18— 2 4—— 4te 15— 2 3—— 3 te ⸗ 12—* 6—— Zu dieſen Kennzeichen koͤmmt noch ein drittes, das zwar an ſich noch unbeſtimmter iſt, als die vor— hergehenden, durch deſſen Zuziehung aber dieſe beiden noch groͤßere Beſtimmtheit bekommen. Es iſt dies 202 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. die Laͤnge, welche mit dem Steigen der Feinheit ohngefaͤhr in folgendem Verhaͤltniß abnimmt: zte Claſſe Ate* 3Zte 5 2te* Iſte 5 — 42 Zoll.. — 44 Verhaͤltnißzah⸗ — 4 len bei gleicher —-— 2¾ ⸗ Haltung. -— 31½ ⸗ §. 246. Zuſammenſtellung der mit dem bloßen Auge ſchnell aufzufaſſenden Hauptmerkmale der Abſtufun⸗ gen der Feinheit. ——— Die einzel⸗ Ohngefaͤhres Auf einen, Grad der rheinlaͤndi nen Faade Laͤngenmaaß Ueberein⸗ ſchen Dezi⸗ Herliexen des einzel 4 u von oben des einzelnen Claſſe. ſtimmung al u ze ehe nach unten Haares in ſei⸗ ler einzelnen Bogen als mehreed we ner Entkräuſe⸗ 1 niger. Haare. Tuiseigf Feinheit und lung in rh. —k krhaͤttm Form a. Zoll. Dezimallzoll. 4( I voellkom— 26— 3 ½ 3 men gleich⸗ V 8 artig. —. d 4 I 3 S2 nur in den 23 4 3 ¾ Spitzen 4. abweichend (3 mehrgleich⸗ 20 3 4 3' als un⸗ 5 gleichartig. 89 tel— I 3 3 I 2) mehr un 7 4 4 ½ 5 gleichartig 2 5 lals gleich⸗ 14 1 4 ½ artig. Die Zahlen dieſer beiden Columnen betrachte man mehr als Verhaͤltnißzahlen, als wie als wirkliches Maaß. an ſtell an! der V noch ſaͤh gew als del. — da Fenza imm. thällnißi ei gleiche altung. ige ſchnell bſtufun⸗ dhrgefähres ingenmaaß sSeinzelnen aares in ſei⸗ rEntkraͤuſe sung in rh. Dezimallzoll 32 O +—— 11 41 41 ſieſer beiden achte man ltnißzaylen, ms Nach Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 203 So unzuverlaͤſſig auch jedes dieſer Merkmale an ſich iſt, ſo gewinnt doch durch ihre Zuſammen— ſtellung die Wahrſcheinlichkeit und ſelbſt die annahernde Gewißheit, indem mit Ausnahme der Laͤnge die uͤbrigen Merkmale unter zehn Faͤllen noch nicht einmal im entgegengeſetzten Ver⸗ bältniß erſcheinen werden, In wie weit der Staub auf die oberen Spitzen gewirkt habe, kommt bei der Claſſiſication der 5 le als Waare nicht in Betracht. Dieſer Fall verdient nur Beruͤckſichtigung bei der Beurtheilung des Zuchtviehes, in wie fern naͤm— lich die Folgen dieſer Einwirkungen nicht der Raſſe zuzuſchreiben ſind. §. 247. Ueber die Beſtimmung des mittleren Verhaͤlt⸗ niſſes des hoͤchſten Feinheitsgrades insbeſondere. Die Natur wechſelt mit den Formen der Dinge in einem gewiſſen Spielraum. Uns liegt es ob, ſie in ihrem Gange darin zu beobachten. Das Seltnere koͤnnen wir nicht fuͤr etwas Gewoͤhnliches annehmen, wenn wir uns Maaß⸗ ſtaͤbe bilden wollen. Eben das Seltnere iſt am ver⸗ aͤnderlichſten in ſeinen Eigenſchaften. Was wir auch in der Natur fuͤr noch ſo ſchoͤn und vollkommen halten moͤgen, wir ſind doch nicht gewiß, daß ſich nicht die Natur in demſelben Gegenſtande zu einer andern Zeit gleichſam noch uͤbertreffen ſollte. Wollten 204 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. — wir z. B. das, was wir zuweilen als das allerfeinſte von Wolle entdecken, mit in die Reihe unſerer Maaß⸗ ſtaͤbe aufnehmen, ſo koͤnnte es ſich zutragen, daß wir vielleicht nicht unter zehntauſend Schaafen ein einziges Stuͤck faͤnden, welches eine aͤhnliche Selten— heit von Wolle truͤge, oder mehrere Jahre koͤnnten vielleicht hingehen, ehe in derſelben Heerde wieder ein aͤhnliches geboren wuͤrde. Auch fuͤr den Verkehr haͤtten ſolche Auswahlen keinen Nutzen. Was hoͤlfe es einer Wollhandlung aus 20,000 Stein nur 100 als das Allerworzha⸗ lichſte herausleſen zu laſſen? Bei der Feſtſetzung eines Maaßſtabes zur Be⸗ ſiinnna der Feinheit der Wolle fuͤr den gewoͤhn⸗ lichen Verkehr muͤſſen wir bei dem mittleren Verhaͤltniß von Feinheit ſtehen bleiben, welche ſich aus der Zuſammenſtellung der einzelnen Stuͤccke hochfeiner Heerden eegeben. Und da werden wir finden, daß ohngefaͤhr 1258 Zoll ſchon ein ſolcher Grad von Feinheit iſt, den wenigſtens bis jetzt noch ſchwerlich irgend eine feine Heerde im D achſchnin erreicht hat. Das mittlere Verhaͤltniß von 26 Kränſetuggen auf einen Zoll ſtimmt ohngefaͤhr damit uͤberein. Daß man aber in der neueren Zeit angefangen hat, die Abtheilungen der Wollſortimente fuͤr den Großhandel nicht nur zu vermehren, ſondern auch die Qualitaͤt der erſten zu erhoͤhen, iſt andem, ſie ſtehen aber mit dem, was unſere Schaͤfereien bis jetzt noch im Durchſchnitt an Feinheit geben, in keinem Uebe del. — das aleriiſ nſere N utragen, i Schaafen an liche Selcen hre koönnten terde wieder Auswahlen ollandlung Alervorzüg⸗ es zud Be⸗ en gewohne nittleren den, welche lnen Stc werden wit ein ſolcher s jett noch Durhſſchrite dräuſeiungen berein. angefangen nie für den andern auch andem, ſi ien bis jeh „ in keinn Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 208 Verhaͤltniß. Hieraus laͤßt ſich das Mißverhaͤltniß unter den Preiſen der verſchiedenen Sortimente eben erklaͤren. Der Grad der Seltenheit iſt es, der hier wirkt. §. 248. Ueber die Nothwendigkeit der Einfaͤhrung eines beſtimmten Feinheits⸗Maaßſtabes. Sowohl um der gegenſeitigen Verſtäͤndigung uͤberhaupt, als um einer ſicheren Entſcheidung wil⸗ len in beſonders wichtigen Faͤllen, waͤre es wuͤn⸗ ſchenswerth, neben den zuvor angegebenen Maaß⸗ ſtaͤben einen genaueren zur Beſtimmung der Fein⸗ heit allgemein einzufuͤhren. Es kaͤme darauf an, in wie weit es anwend⸗ bar waͤre, ein 10,000 Zoll zum Grunde zu legen, worauf jedes Maaß reduzirt werden muͤßte. Wir haͤtten es alsdann blos mit den Zaͤhlern des Bruchs zu thun. Da ſich nun das feine Wollhaar zum groben ohngefaͤhr verhaͤlt wie 1 zu 4, ſo wuͤrden wir bei 8 anzunehmenden Klaſſen folgende Steigerung be⸗ kommen: 10. 15. 20. 25. 30. 35. 40. 45. Gehoben duͤrften die Zaͤhler nicht werden, da⸗ mit die Vorſtellung des Nenners nicht verloren ginge. Der Anfang jeder Klaſſe waͤre: 8. 13. 18. 23. 28. 33. 38. 43. Mikroſkope ohne Gradzeiger helfen dem Be⸗ 206 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. buͤrfniß eines Feinheitsmeſſers gar nicht ab. Bei Vergleichungen koͤnnen ſie nur zeigen, welches das feinere oder das groͤbere, aber nicht, welcher Un⸗ terſchied zwiſchen beiden ſei. Mehrere Haare neben einander auf einem ge— wiſſen Raume oder auch mehrere Windungen eines Haares um eine abgemeſſene Axe koͤnnen truͤgen, in⸗ dem noch Zwiſchenraͤume zwiſchen ihnen moͤglich ſind. Daher muß ein Feinheitsmeſſer ſo eingerichtet werden, daß ſich erkennen laͤßt, den wie vielten Theil einer angenommenen Einheit der Durchmeſſer eines Wollhaares ausmacht. Ein Sonnenmikroſkop wird aber immer eins der bequemſten Inſtrumente zur Beſtimmung der Feinheitsgrade bleiben. Auch nimmt ein ſolches auch ſchon einen Theil von einem Stapel auf, um die Regelmaͤßigkeit des Wuchſes u. ſ. w. zu un⸗ terſuchen. Ddie Wolle erfordert aber zwei von einander verſchiedene Meſſer, naͤmlich den einen fuͤr die Fein⸗ heit und den andern fuͤr die mechaniſchen Ei⸗ genſchaften. §. 249. Ueber die Art eines Elaſticitaͤts⸗Meſſers. Zur Beſtimmung des Verhaͤltniſſes der Ge⸗ ſchmeidigkeit zur CElaſticitaͤt ließe ſich ebenfalls ein Gradmeſſer ausmitteln, mit dem auch noch zugleich ein Feinheitsmeſſer verbunden werden koͤnnte. del. — t ab. A. welches de welcher. f einem ge ungen eines nen moͤglich eingerichte wie vielten Durchmeſſe mmer eins mmung der ein ſolches el auf, un w. zu un⸗ in einander ae die Fäin⸗ iſchen E Neſſett 3 der Ge⸗ henfolls ein och zugleih unte. Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 207 Man nehme z. B. ein ſehr genau und feſt ge— arbeitetes Kaͤſtchen von ſehr dichtem Holz oder von Metall, damit es ſich nicht entwerfe. An den inneren Waͤnden wuͤrden Grade be⸗ zeichnet. Wir wollen Linien annehmen. In dieſes Kaͤſtchen paſſe genau ein einzuſen⸗ kender Deckel, deſſen gehoͤrige Schwere bei dem er— ſten Verſuch leicht auszumitteln waͤre. Dieſer duͤrfte naͤmlich die in den Kaſten zu legende Wolle nie— mals dicht aufdruͤcken. Bei einer jedesmaligen Pruͤfung nehme man gleichviel Wolle an Gewicht, gleichmaͤßig ent— fettet und trocken, und auf Krempeln die mit der Weite des Kaſtens beinahe uͤbereinſtimmen, gleich locker gekrempelt, lege die Blaͤtter ſchicht⸗ weiſe uͤbereinander, ohne Falten, und laſſe die Wolle jedesmal gleich lange Zen bei derſelben Temperatur darin liegen. Das Sinken des Deckels wuͤrde den Grad der Widerſtandsfaͤhigkeit anzeigen. Welcher Grad von Elaſticitaͤt aber bei jeder beſonderen Wollgattung fuͤr die Fabrikatur am ge— eignetſten ſei, dies haͤtte nun die Erfahrung zu be⸗ ſtimmen. Alle Wolle, welche den mittleren Grad jeder Gattung nicht erreichte, oder uͤberſchritte, wuͤrde entwe⸗ der zu ſproͤde, oder zu ſchwach heißen. Ueber dem Deckel koͤnnte zu groͤßerer Beauem⸗ lichkeit, wie bei den Garnwaagen, noch ein Zeiger 208 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. angebracht werden, welcher mit dem Deckel in Ver⸗ bindung ſtaͤnde. Nach der Ausmittelung der Elaſticitaͤt Lönnte auch die Feinheit gepruͤft werden. Die feine Wolle nimmt die Eindruͤcke ihres Behaͤlters an. Der Deckel des Kraftmeſſers koͤnnte zu dem Ende inwendig mit ſehr feinen und nach dem an— dern Ende zu allmaͤhlig groͤber werdenden Kreuzein⸗ ſchnitten verſehen werden. Wenn nun der Deckel auf dieſelbe Quantitaͤt Wolle mit einer abgemeſſenen Kraft aufgeſchraubt und die ſo gepreßte Wolle eine beſtimmte Zeit ſtehen bliebe, ſo wuͤrde man den Grad ihrer Feinheit auch ſchon an den feineren Eindruͤcken des Deckels, 0 weit dieſe reichten, er⸗ kennen koͤnnen. §. 250. Ohngefäͤhres Werthverhaltniz der 4 erfss Hauptſortimente. Ites 2tes 3tes ates Sortiment. 6. 5. 4. 3. Verhaͤltnißzahlen des ahngefähren gegenſeitigen Werthes. Wenn demnach das 4te Sortiment 3 gilt, ſo gilt das 2te Sortiment ohngefaͤhr 2 n. ſ. w. Im Werth ſind ſich alſo ohngefaͤhr gleich: von dem iſten 2ten 3ten 4ten Sortiment. roh re 1zch 20. — §. 251. Oritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. 20 —— nes„. 5—. eclel in a C. 231. ieität kunne Von der Behandlung der Wolle beim Sorriren. Von jedem einzelnen Fließ wird alle etwa noch daran befindliche braune, gelbe und gelbliche, ſo wie auch alle weiße, nur in irgend einer Ruͤckſicht ab⸗ te zu dem weichende Wolle getrennt; z. B. Wolle vom Kopf, ih dem an⸗ Koder, Nacken, Bauch, Hinterbein u. ſ. w., alle Kreläi⸗ mit Filz, Grind, Pocken u. dgl. behaftete Wolle. rücke ihtts der Deckel Das Hauptfließ wird nun beurtheilt zu wel⸗ bgemeſſenen cher Claſſe es gehoͤre. Weichen ſeine Haupttheile Poll eine noch von einander ab, ſo werden auch dieſe getrennt. e man den Das Sortiren zerſtuͤckelter Wolle erfordert viel feineren Koöſten⸗ und Zeitaufwand und verhindert alſo einen ichten, er⸗ ſchnellen Umſchlag. Feucht zuſammengeſchlagene und ſogleich ver⸗ packte Wolle verklebt zuletzt die Haare mit dem Fett ſo zuſammen, daß alles Aufklopfen und Auftreten Nichts hilft, und daß ſich die Fließe nicht anders aie von einander loſen laſſen, als daß man Stapel fuͤr Stapel behutſam abſondern muß, ſo daß auf et. ein einziges Fließ oft eine Viertelſtunde und noch füahlu ds mehr Zeit verwendet werden muß.. 5 Außer dem Sortiren iſt in einer Wollhandlung dt, p nooch eine zweite Verrichtung erforderlich, naͤmlich Ju das Reinigen der Wolle. Keine fremden Sachen 8 duͤrfen in der Wolle ſitzen bleiben. Vunhen Das Reinigen beſteht theils im Ableſen und Suriment Beſchneiden, theils im Klopfen der Wolle auf Hoy⸗ en, welche mit Gurten beflochten ſind. 210 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. 8—————;— — Das Klopfen erhoͤhet zwar ihre Geſchmeidig— keit. Allein es verurſacht außer dem Koſten⸗ und Zeitaufwand, auch Verluſt am Gewicht, je nachdem die Wolle beſchaffen iſt. Oft betraͤgt dieſer Verluſt 8 bis 10 vom Hundert..“ Alle ſortirte einſchuͤrige Wolle, welche auf den Schaafen gewaſchen iſt, wird wieder in Bundel von 16 bis 20 Pfund verpackt. Das Anſehen dieſer Buͤndel wird um ſo ſcho⸗ ner, je unverletzter die Fließe ſind, welche zu Unter⸗ lagen dienen. Auch geht alsdann bei ihrer Zuſam⸗ menlegung nicht ſo viel Zeit verloren. 9 Erſt, wenn die Wolle ſortirt und gereiniget iſt, kann der Zwiſchenhaͤndler berechnen, was ſie ihn koſtet. ee. Der Fabrikant, welcher die Brauchbarkeit eines Stoffs erkennt, wird ſich an aͤußere Uebelſtaͤnde nicht ſo leicht ſtoßen, wenn er dies auch nicht laut geſteht; der Zwiſchenhaͤndler aber, der noch nicht weiß, in weſſen Haͤnde ſeine Waare faͤllt, hat noch weit mehr Urſache, auch auf eine aͤußerliche gute Beſchaffenheit der Wolle Ruͤckſicht zu nehmen, vor⸗ zuͤglich auf gleichen Schein und gleichartigen Wuchs, beſonders in Ruͤckſicht der Dichtheit, Erforderniſſe, die ſich der Produzent hauptſaͤchlich zu merken hat. Je beſſer die Wolle auf den Schaͤfereien be⸗ handelt iſt, deſto preiswuͤrdiger iſt ſie alſſ. Bei einer guͤten Behandlung muß die Wolle von den unedleren Stellen nur ohngefaͤhr* betragen. Dieſer weiße Abfall iſt ohngefaͤhr die Haͤlfte der † 2 rein gef zug Si eine dehan ezen 4. — Geſchm de Koſten⸗ und „je nachden jeſer Vaut . che auf den in Bündel um ſo ſche e zu Unter ter üſen ereiniget iſ as ſie ihn rachhartä Uebetänd j aicht lat noch nicht hat noch rliche aut thmen, vur igen? Vuchs 4 gf Sfderiſe, nakken haf. ifetin be⸗ 1 bettogel⸗ Hülei ———:— Dritter Abſchnitt. Vom Ziſchenhandel, 2 11 reinen Wolle werth, dagegen aller ge bbe Abfall ohn⸗ gefaͤhr 1. Dieſe Angaben bleiben indeſſen wegen der all⸗ zugroßen Verſchiedenheit des Abfalls ſehr unbeſtimmt. Sie dienen aber doch dazu, um die Preiswuͤrdigkeit einer gehoͤrig behandelten Wolle vor einer ſchlecht behandelten von übrigenns Alelcher Ark ins Licht zu ſetzen. „. 252. Verzeichniß der Unkoſten, welche mit dem Com⸗ miſſionsverkauf beſonders in England verbunden ſind. Manchem Leſer duͤrfte es vielleicht angenehm ſein, von den mit auswaͤrtigen Commiſſionsverkaͤufen verbundenen Unkoſten eine Ueberſicht zu bekommen. In Hamburg muß man von dem Verkaufpreis abrechnen: 4 Prozent Zoll, 1—„a ad. 4— Ausſch hlag, auch wohl weniger, 1— fiuͤr baare Zahlung, 1— Mallergebuͤhren, 2— Verkaufs⸗Proviſion, ¼— Arbeitslohn, mehr oder weniger, alſo ohngefaͤhr 6 Prozent außer der Frach und Buͤrgſchaft. In den Niederlanden geſchieht der Verkauf gewoͤhnlich auf 6 oder 9, mitunter auch auf 12 Mo⸗ nat Zeit. 3 1„f ————— ————————. ———ᷣ—ᷣ—————— —,———=——— ᷣ-———õ——õE 3 — 212 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. Die Fracht aus der Gegend von Leipzig züin betraͤgt 4 bis 5 Thaler vom Centner. In London finden folgende Unkoſten ſtatt: 2) Unkoſten, welche auf die Quantitaͤt fallen. Vom Centner von 112 18 ohngefaͤhr mit dem unſrigen gleich, werden bezahlt: 1) an Zoll ſonſt 8 Schilling, jetzt 36 Schilling. 12) Eingang u. ſ. w..„ 1 l⸗ 3) Seefrachh. 3 ⸗ 4) Lichter und Wachtgeld, 1 ⸗* 5) ans Land bringen.. 1 ⸗ 6) vom Ufer nach dem Magazin ⸗ vhnge⸗ 72) auf das Lager bringen 5 ⸗ kar. 8) Wiegen... 5 9) Ausbeſſern-... 4* 10) Lagermiethe von 16 Wochen 15 ⸗ 11) Papier und Muſterziehen ⸗ 12) vom Lager nehnen ⸗ 13) Wiegen... 5 66 ½ Schilling. eo Schilling zu 6 Rthl. 8 Gr.— Rthl. 21.— mehr oder weniger, ohne die Landfracht und die Unkoſten bei der Ver⸗ ſchiffung. in H in d —————— 1 Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel⸗ 2 13 kanjg uin 1 b) Unkoſten, welche auf den Werth fallen: *) Verſicherung gegen Seegefahr 1¾ Prozent, mehr ſten ſtatt im Winter 3— 4 Prozent; oder weniger; an) gegen Feuersgefehr.. 3 3) Verkaufs⸗Proviſion. 2 ie mit dem 4) Proviſion fuͤr Buͤrgſchaft. 2 bs 3 5) Abzug fuͤr baare Zahlung 2— ¾ — Schiling 6) Wechſelverluſt, Briefporto ꝛc. 2 I ⸗— ⸗ 111 Prozent, mehr L oder weniger. 7 Die Preiſe werden beſtimmt: . in Hamburg vom Pfund in Schillingen Bankgeld, ohngefaͤhr 9 Pfennig Courant; das Gewicht 3 iſt 4 Prozent ſchwerer als das Berliner; 8 1 in den Niederlanden vom leipziger Centner, oder 1 auch in dortigem Gewicht in Thaler, den Carolin zu 6 ⅞ Rthl. gerechnet, oder auch in Franks; — in England vom Pfund in Schilling Sterling; pSchiling das Gewicht des Centners von 112 c differirt ſ n.= vom Berliner Centner nur um eine nicht zu 4 achtende Kleinigkeit. e er Die Preiſe von ſpaniſcher und franzoͤſi⸗ * ſcher Wolle muß man als Preiſe bei einer Fabrik⸗ Waͤſche verſtehen, alſo mit einem Unterſchied von 15 bis 20 Prozent im Gewicht. — 214„Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. 1.§. 253. 6Von dem zum Wolthandel erforderlichen Fond. Große Fabriken kaufen einzelne Sortimente in großen Qugntitaͤten. 8 Wenn nun eine Wollhandlung auch nur drei⸗ ßig Centner extrafeine Wolle zuſammen haben will, und die Wolle von den Schaͤfereien erſter Claſſe nicht mehr zu haben iſt, ſo ſieht ſie ſich genoͤthiget, Wolle von geringeren Schaͤfereien zu kaufen, und kann, nachdem die Umſtaͤnde ſind, erſt aus ein- bis zweihundert Centnern, das verlangte Sortimenther⸗ aus bekommen. 135 Man ſeeht leicht, welches Kapital dazu gehoͤrt, aus vermiſchten Heerden mehrere Sortimente von einiger Bedeutung zuſammen zu bringen. MNehmen wir nun auch noch hinzu, daß die Waare um der Bearbeitung willen, oder auch bei gehemmter Schifffahrt mehrere Monate lang auf dem einheimiſchen zager liegen muß, und auch noch nach Erreichung des Beſtimmungsorts im Fall des Com⸗ miſfionsgeſchaͤfts die Zeit des Verkaufs ungewiß bleibt, ſo muͤſſen ſich die Verlagszinſen noch ver⸗ mehren.. §. 254. Von den auf die auswaͤrtigen Marktyreiſe der Wolle einwirkenden Urſachen. Da der Begehr nach Wolle auf auswaͤrtigen — Hand dem es ſi ten erfolg men. den agli muß nach ſoſern ande 1l 4 chenfa i Ce dere. hand zum Weſte inen higen zuch vmm hen Fond. ortimente in hnur drei⸗ haben will, iſter Uaſſ genothiger aufen, und aus ein⸗ bis kortimenther azu gehort, mente von * u, daß die der auch bei elang auf d auch noch Jaldes Ci⸗ uſs ungeviß en noch ver⸗ preiſe der S. auswärtige Dritter Abſchnitt. Vom Zwiſchenhandel. Handels- oder Fabrikoͤrtern in der Regel nur von αA SH„ A 28 2 dem Abſatz der Fabrikate abhangen kann, ſo laͤßt es ſich leicht begreifen, warum auch in ruhigen Zei⸗ ten nicht immer ein gleichmaͤßiger Abſatz der Wolle erfolgt. Wir wollen England und Frankreich neh⸗ men. Kommen von Colonien oder aus andern Län⸗ dern Waaren an, auf deren Abſatz der Einkauf engliſcher oder franzoͤſiſcher Tuchwaaren beruht, ſo muß dieſer unterbleiben, wenn jene Waaren erſt nach langer Zeit oder gar nicht abgeſetzt werden, in⸗ 215 ſofern die Bezahlung der Tuchwaaren auf keinen andern Gegenwerth angewieſen iſt. Die Europaͤiſchen Handelshaͤuſer verſchicken ebenfalls in andere Welttheile ihre Waaren, theils in Commiſſion, theils zur Vertauſchung gegen an⸗ dere. handelsoͤrter mit Tuchwaaren auf eine gewiſſe Zeit zum Ueberfluß verſehen, ſo koͤnnen weder viele neue Beſtellungen eingehen, einen Grund, ſeine Vorraͤthe in der Ferne unnoͤ⸗ thiger Weiſe zu vermehren. auch annehmen, daß Flotten nicht ſo beſtimmt an— kommen koönnen, als Landpoſten. Stockt nun der Handel mit den Fabrikanten, ſo wirkt dies auch ſogleich auf den Wollhandel zu⸗ ruck, weil in dieſem Fall die Fabriken ihre Kapita— lien in der Waare behalten und auch beſtändig mit geringeren oder groͤßeren Vorraͤthen verſehen ſind, Sind nun in jenen Gegenden die Haupt⸗— Zudem muͤſſen wir noch findet der Fabrikant— 215 Achte Aöbtheilung. Vom Wollhandel. um guͤnſtigere Gelegenheiten fuͤr ihren Handel oder auch wohlfeilere Wollpreiſe abwarten zu koͤnnen Vierter Abſchnitt. „Aa inlaͤndiſchen Marktpreifen⸗ §. 255. Folgen der Stockung des auswaͤrtigen Wollhamg dels fuͤr die Wollhandlungen im Inneren. Die Wollhandlungen beruhen auf Anſtalten, wozu ſie Arbeiter noͤthig haben, die beſtaͤndig un⸗ terhalten werden muͤſſen, weil man ſie eben nicht nach Gefallen wieder bekommen kann. Denn da d Beſchaͤftigung dieſer Leute ihr einziges Fach iſt, ſo koͤnnen ſie ſich nur unter Sohnaerhardm it etwas Anderem abgeben. Wenn alſo die Vorraͤthe der Wollhandlungen zu Ende gehen, ſo muͤſſen ſie wieder erneuert werden. Geht nun der auswaͤrtige Handel langſam, ſo bleiben den Handlungen„ die ſich damit befaſſen, die Capitalien eben ſo in der Waare ſtecen, wie den Fabrikanten. Bei neuen Ankaͤufen ſind ſie alſo genoͤthiget, ſich fremder Capitalien mehr zu bedienen, als ſonſt. Die Anſchaffung derſelben iſt aber einer gro⸗ 7. — Hudel dn ukinnen ſen aneren. Anſtalen, tandig un⸗ diiht nach rleute ihr nur unter ben. andlungen erneuert nüſan, 1 t heſaſſen tcken vje enthbn, dds ſouſt bhe go Vierter Abſchnitt. Von inlaͤnd nd. Mark epreiſen. 21 1 ßen Ungewißheit und großen Koſten unterworfen, wenn ſie in Augenblicke faͤlle, wo die Capitalien auf den erſten Handelsoͤrtern mit groͤßerem Vor⸗ theil zu andern Unternehmungen, z. B. in Getraide, Subſidien oder Staatspapieren, verwendet werden koͤnnen; in dergleichen Faͤllen iſt auch der Wechſel⸗ curs bedeutenden Veraͤnderungen unterworfen. Endlich kann auch die Anbringung von Wech⸗ ſeln ſchwierig ſeyn, wenn durch große Fallimente Schuͤchternheit, oder auch wohl Verdacht gegen den guͤnſtigen Gang des Handels in dem Artikel ſelbſt entſteht. 8 Da nun die Wollhaͤndler mit den Fabrikanten die Marktpreiſe der Wolle beſtimmen, ſo haben dergleichen Umſtaͤnde im Großhandel, wenn ſich auch die inlaͤndiſchen Fabriken eines guten Fortgangs zu erfreuen haben, auch außer den Zeiten der Unruhe und des Krieges einen bedeutenden Einfluß auf die inlaͤndiſchen Marktpreiſe. Wenn Armeen im Lande augenblicklich beklei⸗ det werden muͤſſen, ſo ſteigen natuͤrlich nur die dazu brauchbaren, oder die geringſten Gattungen von Wolle, welche noch aufzutreiben ſind, waͤhrend dem die feineren Gattungen, je nachdem die Verhaͤlt⸗ niſſe mit qauswaͤrtigen Fabriken ſtehen, leicht unbe⸗ gehrt liegen bleiben koͤnnen.(Beſtaͤndige Magazine von Montirungen beugen dem erſten Fall vor, wo⸗ bei in der Regel ſelten der Fahrikanr, ſondern oft Geldbeſtzer zuerſt ſich Fricge) 218 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. §. 256. Von der Verſchiedenheit der Beduͤrfniſſe der Wollhandlungen in ihrem Artikel. So wie verſchiedene Gegenden, Oerter und zabriken im Allgemeinen beſondere Gattungen von 9 9 Wolle gebrauchen, faſt eben ſo verſchieden bilden ſich auch die Geſchaͤfte und zum Theil ſelbſt die Sortimente der Wollhandlungen, je nachdem ſie in dem Mittelpunkt gewiſſer Claſſen von Heerden lie⸗ gen oder ihre Canaͤle zum Abſatz haben. Daher kann nicht die eine Wollhandlung gewiſſe Gattun⸗ gen von Wolle eben ſo vortheilhaft gebrauchen als die andere. Dies hat aber zur Folge, daß Je⸗ mand, wenn er ſich genothigt ſieht, Wolle ohne Be⸗ ſtimmung mit zu kaufen, nur einen um ſo geringe⸗ ren Preis geben kann, je weniger er ihre Veraͤu⸗ ßerung ohne Verluſt vorausſieht. Es giebt indeſſen ſehr viele Fabriken, welche von jeder Gattung Wolle Gebrauch machen koͤn⸗ nen, ſo wie auch die meiſten Sortimentswollhand⸗ lungen. §. 257. Wirkung auswaͤrtiger Concurrenz auf die Preiſe im Innern. Bei einem fuͤr den Welthandel freigegebenen Artikel gehoͤren alle Laͤnder mit zur Concurrenz des Verkaufs, welche ihn liefern, wie dies auch mit der Wolle der Fall iſt. S.— fniſſe der jel. Derter und ungen von den bilden ſelbſt die dem ſie in eerden lie⸗ . Daher ſe Gattun⸗ uichen ols daß Je⸗ ohne Be⸗ ſd geringe⸗ re Verdu „welche hſen kon⸗ uülhane je Preiſe gegebenen rrenz des mit der Vierter Abſchnitt Von inlaͤnd. Marktpreiſen. 219 Die Preiſe in dem einen Lande helfen die in dem andern mit beſtimmen. Eben ſo verhaͤlt es ſich auf der Seite der Kaͤufer aus mehreren Laͤndern. Jeder Verſuch von der einen oder andern Seite, Preiſe bei dieſem Artikel erzwingen zu wollen, wuͤrde vergeblich ſeyn. DSpolche Wollgattungen aber, welche nur einen beſchraͤnkteren Kreis fuͤr ihren Abſatz haben, ſind der allgemeinen Concurrenz der Verkaͤnfer weniger unterworfen, ſo wie ſie auch auf das Ganze wieder weniger zuruͤckwirken. 1 Es kann z. B. in einer wheſſe Gagend grobe Wolle ſehr theuer ſeyn, waͤhrend dem die feine bei ſehr niedrigen Preiſen gar nicht begehrt iſt. H— 5 5. 253: Wirkang der beſonderen Beſchaffenheit der Wolle auf den Preis. Eine gemiſchte Schaͤferei wird für ſßee Wall, wenn auch die Verhältniſſe der Sorten, welche ſie enthaͤlt, bekannt ſind, nie den Preis erlangen, den jede einzelne Sorte fuͤr ſich in einer groͤßeren Quan⸗ titaͤt erlangen wurde. Die Urſache davon liegt in der Sache ſelbſt am Tage. Ein Wollſorement, das aus mehreren Par⸗ tien zuſammen geſetzt worden iſt, hat einen gerin⸗ geren Werth. Sind auch Geſtalt und Schein ohngefaͤhr gleich, 2202 Achte Abtheilung. Vom Wollhandel. — „ 5 liegt doch immer noch ein Unterſchied in den Kraͤften der Wolle. Auch ſind die Vorurtheile der Kaͤufer in Be⸗ treff der Gegenden noch ſo allgemein und ſo groß⸗ daß man z. B. fuͤr eine Partie Wolle von einer unmittelbar aus Sachſen in eine andere Gegend verpflanzten ausgeſuchten Heerde, dennoch in den neiſten Faͤllen den Preis noch nicht erwarten darf, den ſie am erſten Orte erlangen wuͤrde. Dieſes Schickſal theilen faſt alle feinen Heerden mit ein- ander, welche außerhalb Sachſen erſt in der neueren Zeit errichtet oder vervollkommnet worden ſind. Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber das Verhaͤltniß der Verkaufspreiſe u den Einkaufspreiſen beim Zwiſchen⸗ handel. §. 259. Hinderniß der Beſtimmung deſſelben in der Ver⸗ ſchiedenheit der Heerden. Das Verhaͤltniß der Verkaufspreiſe ſortirter Wolle zu den Einkaufspreiſen unſortirter Wolle, wuͤrde ſich jedesmal nach einem Durchſchnitt fuͤr alle Schaͤfereien ohngefaͤhr uͤberſchlagen laſſen, wenn die Heerden gegen einander nicht ſo verſchieden, und wenn jede einzelne Heerde nicht ſo vielfaͤltigen Ver⸗ — ed in den tr in Be ſo guß, von einer Giegend Hin den keen derf, Dieſes mit ein⸗ e neneren did⸗ bpreiſe ſchen⸗ der Lei⸗ ſotittr r Toll, gnit für n, wenn den, und gen Per⸗ Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber das Verhaͤltniß ic. 225 — aͤnderungen unterworfen waͤre, welches beſonders bei der fortſchreitenden Veredlung der Fall iſt. §. 260 Anwendung auf feine und gleichartige Heerden. Dieſe Vergleichung laͤßt ſich daher nur auf ſolche Heerden anwenden, welche als die feinſten und gleichartigſten gelten koͤnnen. Um aber zu zeigen, auf was fuͤr Grundlagen eine ſolche Berechnung beruht, iſt im Vorhergehen⸗ den die Behandlung der Wolle als Waare beſchrie⸗ ben, und das Unkoſtenverzeichniß von einigen Oer⸗ tern beigefuͤgt worden, welches zu keinem andern Zweck geſchehen iſt. Aber auch die feinſte und gleichartigſte Heerde enthaͤlt noch immer von einander abweichende Schaafe und manches einzelne Thier iſt nicht ohne ungleiche Stellen, wenn ſie auch nicht ſehr auffal⸗ len. Außerdem bringt der Zufall ſo manches Feh⸗ lerhafte mit ſich, die Veranlaſſung mag nun in dem Zuſtand der Schaafe ſelbſt, oder in aͤußeren Ur⸗ ſachen liegen.. Es muß ſchon eine ſehr feine Heerde ſeyn, de⸗ ren Wolle ſich in folgende Sortimente theilen ſoll: rſte 2te 3te Claſſe. Weißer und gelber Abfall. r e 22 Um alſo ein Verhaͤltniß zwiſchen den Ver⸗ kaufpreiſen der Sortimente und ſeiner eigenen Schaͤ⸗ ferei feſtzuſtellen, iſt die genaueſte Kenntniß ihres Gehalts nothwendig, außerdem, daß man die mit 222 Aichte Abtheilung. Vom Wollhandel. dem auswaͤrtigen Handel verknuͤpften Unkoſten ale Art wiſſen muß. §. 261. Unbeſtandigkeit dieſes Verhaͤltniſſes. Das Verhaͤltniß zwiſchen den Verkaufpreiſen ſortirter Wolle und den Einkaufpreiſen unſortirter Wolle kann aber nach dem Laufe der Dinge nie von Beſtand ſein. Entweder locken angenblicklch hohe Verkauf⸗ preiſe eine Menge Concurrenten zum Einkauf her⸗ bei, und eben die Concurrenz, die beim Einkauf Statt fand, ſtellt ſich auch, wenn der Begehr nach der Waare abnimmt, beim Verkauf wieder ein, zu⸗ mal da Wolle nicht viele Jahre alt werden darf; oder der Fall iſt umgekehrt, daß naͤmlich allzu nie⸗ drige Verkaufpreiſe die Unternehmer muthlos ma⸗ chen, dadurch aber bei wieder belebtem Handel ei⸗ nen Mangel des Artikels auf den Handelsoͤrtern veranlaſſen, und ſo den wenigen Speculanten ihre wohlfeilen Einkaufe durch groͤßeren Gewinn be⸗ lohnen. §. 262. Ueber die Ungewißheit die Wolle verſchiedener Schaͤfereien nach ihrem Werthe zu vergleichen. 6 Wie ſchwierig es ſeyn muͤſſe, den Werth d Wolle aus zwei verſchiedenen, ſich uͤbrigens Jlach ſcheinenden Heerden, bei ohngefaͤhr gleicher Hal⸗ tung gegen einander abzumeſſen, ergibt ſich ſchon .. — „ J. nikiſten de ſſes. kaufpreiſen unſortirter ge nie von Verkauf⸗ nnkauf her⸗ n Linkauf egehr nach ein, zu⸗ den darf; allzu nie⸗ thlos wa⸗ Handel ei⸗ nelsortern zuten ihre winn be⸗ ſchiedener gleichen.) Wert) der ens gleich her Hal⸗ ch ſchon — daraus, daß die Sortimente jeder einzelnen Schaͤ⸗ Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber das Verhaͤltniß ꝛc. 223 ferei um ſo Lieitgr zu uͤberſehen ſind, je ge⸗ miſchter ſie iſ iſt FSgolgende Beiſpiels werden aber dieſe Schwie rigkeit noch deut üja vor Augen legen. ie 2e 4 Claſſe mit dem Abfa Wenn unter zwei Schaͤf ereien die Sortimente der einen geſchaͤtzt wuͤrden, wie: 1. 2. 23 13 und der andern, wie: 1. 2 2 4 2 zum Werthverhaͤltniß 6. 5. 4. Wurde man da wohl Anſtand nehmen, einer von beiden beim erſten Blick nicht den Vorzug zu geben, die Gleichartigkeit aller uͤbrigen Eigenſchaf⸗ ten vorausgeſetzt? In ihrem Werthe ſind ſie ſich Pndeſſen gleich. Iſt es aber nicht ein Gluͤckstreffer, wenn der wirkliche Gehalt mit der Abſchaͤtzung uͤbereinkömmt? Den groͤßten Ausfall bei der Berechnung gibt in der Regel der Abfall, beſonders aber der weiße Abfall von den unedleren Stellen. Wie waͤre Je— mand im Stande, dieſen bei einer oberflachlichen Unterſuchung mit einiger Genauigkeit beſtimmen zu wollen, wenn er die Heerde oder die Wolle nicht kennt. Ob das Verhaͤltniß ſei: 1. 2¼. 24. 2. oder 3. 2. 2. 2¾— muß er erſt erwarten. Ein zweiter Unterſchied liegt nun noch in der Reinheit. Es geht hieraus hervor, wie wenig zwei ein— ander gleich ſcheinende Heerden in Ruͤckſicht des Prei⸗ ———— 234 Alchte Abtheilung. Vom Wollhandel. ſes ihrer Wolle mit einander verglichen werden koͤn⸗ nen, aber auch wie vortheilhaft es fuͤr Käufer und Verkaͤufer ſein muß, die Wolle ſo wenig wie moͤg— lich in gemiſchten Partien und in Unreinigteit dar⸗ zuſtellen. Die Gleichartigkeit der Wolle erlangt der Produzent durch die Gleichmachung der Heerden, durch die Beruͤckſichtigung der Gleichartigkeit jedes einzelnen Stuͤckes und durch die gehoͤrige Abſonde⸗ rung aller zu abweichenden Wolle bei der Schur, und ihre Reinheit erlangt er durch gehoͤrige Vor⸗ ſorge und Behandlung. Die Einrichtung der Heerden und die Scho⸗ nung und Behandlung der Wolle ſollen die Gegen⸗ ſtaͤnde der naͤchſten Abhandlungen ausmachen, denen aber die Unteiſüahng der Wolle noch vorhergehen ſoll. Neunte Ueh d und tun⸗ und rend gewi ſeern ſtat Ein rſi l. — werden fin Käüſer in g wie ma nigkeit dar klangt der Heürden, geit jedes Abſonde⸗ er Schur, rige Vor⸗ die Sche ⁵ Gegen⸗ en, denen ahergehen Neunte „ 2 225 Neunte A lötheilung. Ueber, die unterſuchäne der Wolle.* Erſter Asſchntet. neder die Unterſuchung vom Koͤrper abge⸗ nommener Wolle. 1 §. 263, Zufand des Unterſuchenden. Bai der Unterſuchung muß der Koͤrper in Ruhe und der Blick heiter ſein. Erhitzung oder Ermat⸗ tung der Augen, Blendung, Wechſel zwiſchen Licht und Schatten, Rauch u. ſ. w. duͤrfen weder waͤh⸗ rend, noch kurz vor der Ihen ſichaite auf den Blick gewirkt baben . 264. Beſchaffenheit des Lichts. Man waͤhle keine kuͤnſtliche Erleuchtung, ſon⸗ dern den Schatten des hellen Tageslichts. Der Sonnenſchein greift manches Auge zu ſtark an und veraͤndert daher zu ſchnell den Blick. Einzelne Haare laſſen ſich indeſſen leichter darin un⸗ terſuchen, als ein ganzes Fließ⸗. I 15] 226 Neunte Abtheilung Ueber die Unterſuchung ꝛc. — Das Licht darf auf keine Weiſe gehemmt ſeyn. Dies geſchieht durch große und hohe Gebaͤude in der Naͤhe, durch zu hohe und zu niedrige Fenſter, hervorragende Daͤcher, ſtarke Pfoſten, Pfeiler und Baͤume. Am allertaͤuſchendſten iſt der Stand in der Tiefe der Gebaͤude. §. 265. Beſchaffenheit des Gegenſcheins⸗ Die Wolle halte man nicht dem Lichte entge⸗ gen, ſondern man laſſe es von der Seite darauf⸗ fallen. 15 Ueber einem Haufen Wolle oder uͤber einem ausge⸗ breiteten Fließ iſt ein einzelnes Wollhaar um ſe ſchwieriger zu erkennen, je naͤher es demſelben ge⸗ halten wird. 116n Der Gegenſchein darf uͤberhaupt von keinem hellen und weißen, am allerwenigſten aber von einem hellgrauen Gegenſtande herkommen, ſondern dieſer muß dunkel und ohne Glanz ſein. §. 266. Behandlung der einzelnen Haare bei der un⸗ terſuchung. Jede gewaltſame Ausdehnung des Haares ver⸗ aͤndert ſeine Geſtalt und mit ihr die Art, ſeine Kraͤfte zu aͤußern. Es wird nicht nur feiner, ſon⸗ dern verliert auch einen Theil ſeiner Keraͤfte. Man erhaͤlt ein einzelnes Haar am unverſehr⸗ teſten, wenn man einen Stapel langſam in die Queere auseinander zieht, ſo daß zuletzt nur noch ei⸗ r. — mmt ſehn. ebaͤude in h Fenſe, feiler und Stand in hte entge⸗ e darauf⸗ tem ausger er um ſe ſelben ge⸗ n känem von einem een dieſer der Un⸗ aares ver⸗ let, ſeine iner, ſon⸗ le. unverſehe m in d ur noch ſ Erſter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchung ic. 227 nige wenige zuſammenhangen; alsdann laͤßt man ſie ſoweit wieder zuſammen ‚ſchießen, daß ſie in ihren natuͤrlichen Kruͤmmungen erſcheinen. In dieſer Lage kann man ſowohl die Kruͤmmungen fuͤr ſich, als auch die durchgaͤngige Bildung der einzelnen Haare am beſten uͤberſehen, und zum Theil arch noch ibre Schnellkraft pruͤfen. §. 267. Unterſuchung der Geſtalt. Einzelne Wollhaare laſſen ſich, wenn es blos auf die Unterſuchung ihrer Geſtalt abgeſehen iſt, am allerbequemſten auf einem Spiegel beurtheilen, wenn man ſie frei darauf legt. Man muß nur verſuchen, in welcher Richtung man ſie am deutlich⸗ ſten erkennt. Der Spiegel darf weder blenden, noch matt glaͤnzend erſcheinen. Hier zeigen ſich die Haare nicht nur frei von aller Umgebung, ſondern auch in ihrem Schatten eben ſo deutlich, als an ſich ſelbſt. Im Stapel ſind die Figuren gernerRiglich be⸗ merkbarer, als im einzelnen Haar, oft aber findet auch das Gegentheil ſtatt. Daher unterſuche man die Geſtalt der Wolle zuerſt im Stapel und zwar im abgeſchnittenen, indem ein ſolcher der Veraͤnde— rung am wenigſten unterworfen geweſen iſt, und her⸗ nach im einzelnen Haar. ſ Nicht in jeder Lage kann man an den Stapeln die Figuren gleich deutlich erkennen. Man muß die bequemſte erſt durch verſchiedene Wendungen ſuchen. 228 Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ic. — ͥ ꝓ— Will man ſie mit einem Maaßſtabe verglei hen, ſo nimmt man dazu am ſchicklichſten einen ſolchen, der in Linien eingetheilt iſt, weil ſich das Auge beim Zaͤhlen der Bogen leicht ermuͤdet. §. 268. Kennzeichen der Feinheit fuͤr das bloße Auge. Wiederholung.⸗ Ein Wollhaar iſt in der Regel um ſo feiner: 1) je kleiner die Bogen ſeiner Kraͤuſelungen ſindz 2) je weniger die Hoͤhe der Bogen ihre Weite uͤberſchreitet; 3) je weniger ſchraͤg die Richtung derſelben iſt; a) je gleichfoͤrmiger dabei die durchgaͤngige Ge⸗ ſtalt iſt;. 5) je durchſichtiger die Roͤhre iſt, und 6) je weniger es bei einer gewoͤhnlichen Hal⸗ tung des Thieres die mittlere Laͤnge ſeiner Gattung, 3 bis 4 Zoll in der Entkraͤuſelung, uͤberſteigt. Ein Fließ iſt um ſo feiner, je kleiner die Grund⸗ flaͤche ſeiner Stapel, je geſchloſſener ihre Spitzen und je groͤßer die Gleichartigkeit aller Haare in den zuvor beſchriebenen Eigenſchaften ſind. Keeine mechaniſche Kraft kann fuͤr einen unbe⸗ dingten Beweis füͤr oder gegen die Feinheit gelten, weil alle mechaniſchen Kraͤfte bei einerlei Gattung Wolle weniger von der Raſſe, als von dem Zuſtande und der Haltung der Thiere abhangen. So kann z. B. Geſchmeidigkeit bei einem minder feinen Haar Vo⸗ ng ke. verglelhen, en ſolien, Ange beim Auge. bfeiner: ggen ſind re Weite lben iſt gige Ge⸗ hhen Hal nge ſeiner rauſelung, ie Geurd⸗ e Spißen ler Haare ind. nen unbe⸗ eit gelten, Gattung Zuſtande So kam einen Haut Erſter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchung ꝛc. 229 in hoͤherem Grade ſtatt finden, als bei einem feineren. 1. §. 269. Von der Arc, die mechaniſchen Eigenſchaften der Wolle zu pruͤfen. Kraͤfte werden durch Kraͤfte gepruͤft. Bei Ver⸗ gleichungen iſt erforderlich, daß der Pruͤfende ſo viel wie moͤglich in demſelben Zuſtande ſei, und daß jede gleichartige Behandlung auch gleichmaͤßig geſchehe; daß dabei nicht einmal ſchneller verfahren oder mehr Kraft angewendet werde, als das anderemal, und daß die zu vergleichende Wolle in gleichem aͤußeren Zuſtande, z. B. ungewaſchen oder gewaſchen und gleich gut gereiniget, auch bei gleicher Temperatur ſe de k. 3§. 270. Kennzeichen der Geſchmeidigkeit oder Sanftheit. Der Eindruck der Wolle auf unſer Gefuͤhl kann ſanfter, oder rauher ſein. 4 Der Eindruck, den die Oberflaͤche der Woll⸗ haare bei ihrer Beruͤhrung auf unſer Gefuͤhl macht, iſt von der Art von Eindruͤcken zu unterſcheiden, welche die Wollhaare vermoͤge ihrer Wid Leſed de⸗ faͤhigkeit zu aͤußern vermoͤgen. Die Sanftheit der Oberflaͤche pruͤfen wir, indem wir die Haare durch die Finger gleiten laſſen, oder zwiſchen denſelben reiben, oder von der Seite druͤcken. Bei ungewaſchener Wolle iſt die Wirkung —— 230 Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ꝛe. des Fettes oder des anklebenden Staubes nicht genau von dem Eindruck der Haare ſelbſt zu unterſcheiden. Will man gewaſchene Wolle in dieſer Beziehung mit einander vergleichen, ſo iſt vorher eine gaͤnze liche Entfettung derſelben nothwendig. Die Sanftheit der Oberflaͤche gibt ſich ſchon mit in der Geſtalt zu erkennen. Schlichte Wolle aͤußert ſich in der Regel ſanfter als gekraͤuſelte, und regelmaͤßig laufende Kruͤmmungen ſanfter, als un⸗ regelmaͤßig laufende. Die oberen Spitzen der Haare, welche mehr der Luft ausgeſetzt geweſen ſind, fuͤhlen ſich rauher an, als die bedeckt gebliebenen Theile. Es iſt aber nicht die Sanftheit der Ober⸗ flaͤche allein, welche der Wolle dieſe Eigenſchaft in dem Grade gibt, der uns im Tuch und tuchaͤhn⸗ lichen Zeugen gefaͤllt. Wenn dies der Fall waͤre, ſo wuͤrden wir aus ſchlichter Wolle ſanftere Geſtricke und Gewebe bekommen, als aus gekraͤuſelter. Ge⸗ kaͤmmte Wolle in gleicher Lage in die Hand gelegt, fuͤhlt ſich beim Druck ſanfter an, als gekraͤuſelte, und loſer gewachſene Wolle wieder ſanfter, als dicht gewachſene. Gut zubereiteter Hanf laͤßt ſich von der Seite weicher anfuͤhlen, als Wolle. Die Eigenſchaft der Wolle, welche auf dem Tuch eine ſanfte oder geſchmeidige oder weiche Decke gewaͤhrt, beſteht vielmehr in einem gewiſſen Grade von Nachgiebigkeit oder Geſchmeidigkeit neben ihrer fortſchnellenden Kraft, oder nur in einem gewiſſen Grade von fortſchnellender Kraft, den man eine ſanfte Elaſticitaͤt nennen n g. — nicht gena terſcheiden. Bezithing ine gaͤng ſch ſchon zte Vole ſelte, und als un⸗ er Haare, d, füͤhlen DVeile er Obet⸗ igenſchaft tuchähn⸗ zall wäre, eGeſteick lter. Ge⸗ d gelegt, krauſelte, 1 auf dem iche Deck ſen Grade idigkeit ft, dder cnellende at nennat als diht ſch ven Erſter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchungꝛc. 231 koͤnnte, die fuͤr jede Wollgattung nach ihren beſon⸗ deren Beſtimmungen nur durch Verſuche und Er⸗ fahrung feſtgeſetzt werden kann. Hierin liegt eine der ſchwierigſten Aufgaben fuͤr den Fabrikanten, der ſich ſelbſt uͤberzeugt haͤlt, daß nicht der hoͤchſte Grad von Elaſticitaͤt einer Wolle unbedingt ein Erforder⸗ niß derſelben zu allen Zwecken ſei. Daß es aber nicht moglich ſein ſollte, den er— forderlichen Grad von Elaſticitaͤt oder die erforderliche Geſchmeidigkeit einer Wollart nach ihren beſonderen Beſtimmungen ohngefaͤhr auszumitteln, unterliegt keinem Zweifel, indem ſich dieſe Eigenſchaft an der Welle ſelbſt in ihren Abſtufungen ſehr genau erfor⸗ ſchen und erkennen laͤßt. Am einzelnen Haare zeigt ſie ſich in ſeiner Be— weglichkeit in freier ſtiller Luft. Man haͤlt es an einem Ende feſt und richtet es in die Hoͤhe. In dem Grade, als es geſchmeidig iſt, wird es ſich nicht blos bei dem Punkte, wo es feſtgehalten wird, ſon⸗ dern auch in ſeiner ganzen Figur mehr oder weniger bewegen, oder ſtarr ſtehen, in dem Grade als es ſproͤde iſt. Ganz zarte Haare bewegen ſich auch noch an beiden Enden, wenn man ſie in der Mitte faßt. Bei Vergleichungen muß man auf die Ver⸗ ſchiedenheit der Laͤnge Ruͤckſicht nehmen, auch jedes Haar an beiden Enden pruͤfen. Will man an einer Wollmaſſe die Geſchmei⸗ digkeit durch das Gefuͤhl pruͤfen, ſo druͤckt man die Stapel nicht blos von der Seite, ſondern von allen —-—— b 232 Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ze. —— Richtungen her auch auf die Spitzen zuſammen de und beobachtet neben der Sanftheit oder Barſchheit S des Eindrucks auf die Haut auch ihren Widerſtand 1 und den Grad und die Schnelligkeit ihrer Wieder⸗ ſo ausdehnung nach ihrer Loslaſſung. de Jee ſchneller die Wiederausdehnung efolgk ſan deſto groͤßer iſt blos die Elaſticitaͤt, aber je lang⸗ da ſamer und anhaltender ſie ſich zeigt, deſto ge— ſe ſchmeidiger iſt die Wolle. Ferner kann man die Geſchmeidigkeit der Well di pruͤfen, indem man die Haut auf der Hand oder im tre Geſicht mit den Spitzen reibt. 1 Auch den Ton, den die Wolle von ſich gir un wenn man ihre Haare ſanft auseinander zieht, nimmt 3 man als ein Merkmal ihrer Sproͤdigkeit oder Ge⸗ 3e ſchmeidigkeit an.. als b Den Ton beim wirklichen Zerreißen darf man ſi aber mit dem Ton beim bloßen Auseinanderziehen m nicht verwechſeln. Wie taͤuſchend und unbeſtimmt bleibt aber die g Beurtheilung der Wolle nach ihren Eindruͤcken auf der Gefuͤhl und Gehoͤr! Sie ſetzt eine beſtaͤndig gleiche 1 Pruͤfungsart, einen gleichen Zuſtand der Wolle und di des Unterſuchenden, ſo wie beſtimmte Maaßſtaͤbe der 1 Eindruͤcke voraus, welche etwas Unmoͤgliches ſind. ſch b Es gibt dagegen noch zwei andere ſichrere Wege V zur Pruͤfung der Geſchmeidigkeit auf der Stelle ohne in Inſtrumente. Dieſe beſtehen in der Beobachtung 68. der Anhaͤnglichkeit, der Zuruͤckziehungskraft und der ßes Geſtaltung der Haare nach ihrer ſanften Auseinan⸗ nich d. — uſanmen Barſchhät erſtand Wieder⸗ erfolgt, elang⸗ d ge er B oder im nimmt der Ge⸗ iſ nun derziehen aber die fen auf ggläch bolle und lihe der ſind. e Vͦge ele ohne dahtung und der kuseina Erſter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchung ꝛc. 233 derziehung; und alsdann in der Beobachtung ihrer Schnellkraft beim Zerreißen. Die Geſchmeidigkeit der Wolle iſt naͤmlich um ſo groͤßer, je groͤßer die gegenſeitige Anhaͤnglichkeit der einzelnen Haare iſt, wenn man einen Stapel ſanft auseinander zieht, je langſamer ſie ſich nach der Trennung wieder zuſammenziehen und je mehr ſie dabei ihre regelmaͤßige Geſtalt behalten. Die Wolle iſt dagegen um ſo ſproͤder, je ſchneller ſich die Haare bei gleich langſamem Ziehen von einander trennen und zuruͤckſpringen, und je mehr ſie nach einer gelinden Anſpannung ihre Figur veraͤndern und die Regelmaͤßigkeit derſelben verlieren. Ein geſchmeidigeres Haar zieht ſich endlich beim Zerreißen mit groͤßerer Schnelligkeit und mehr zuruͤck, als ein ſproͤderes. Von dieſem bleiben die Enden ſtarrer ſtehen. Beim Zerreißen muß ein Haar im— mer gleich lang gefaßt werden. Endlich kann man die Geſchmeidigkeit der Wolle ſehr anſchaulich am ganzen Fließ pruͤfen, in⸗ dem man es flach hinlegt und es an einem oder mehreren Enden zugleich anzieht. Mit je groͤßerer Leichtigkeit ſich alle Haare auf ihm in Bewegung ſetzen laſſen, deſto geſchmeidiger iſt es in der Regel. Auch zeigt es alsdann ſeine netzfoͤrmige Geſtalt in deſto gleichfoͤrmigerem Zuſammenhang. Die Staͤrke des Zufammenhanges eines Flie⸗ ßes, in wie weit es ſeine eigene Laſt tragt, oder nicht traͤgt, kann als kein Maaßſtab der Ge⸗ 234 Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ꝛc. — ſchmeidigkeit betrachtet werden, indem gar zu viele andere Umſtaͤnde dabei mitwirken. Daß die Geſchmeidigkeit nicht blos von der Feinheit abhaͤngt, iſt ſchon geſagt worden. In Ruͤckſicht der Geſtalt iſt uͤbrigens ein Haar mit einer regelmaͤßigen Bildung geſchmeidiger, als ein anderes mit einer unregelmaͤßigen Bildung, gleiche Gattung und gleichen Zuſtand vorausgeſetzt⸗ Unter den regelmaͤßig gebildeten ſind diejenigen wieder am geſchmeidigſten, deren Kraͤuſelungen die kleinſten, niedrigſten und geradeſten Bogen haben, und deren durchgaͤngige Geſtalt am gleichartigſten iſt⸗ Die Kennzeichen der Geſchmeidigkeit ſind auch mehr oder weniger die der Dehnbarkeit, indem beide Eigenſchaften gewoͤhnlich mit einander verbunden ſind. 88 §. 271. Kennzeichen der Dehnbarkeit. Ein feines Wollhaar iſt in der Regel um ſo dehnbarer, je geſchmeidiger es iſt. Die Verſchiedenheit der Laͤnge ſcheint keinen Einfluß darauf zu haben. Zur Pruͤfung dieſer Eigenſchaft muß man die Haare jedesmal gleich kurz faſſen. Je laͤnger ein Haar gefaßt wird, deſto eher zerreißt es⸗ ⁹ g — iu viee von her in Haar her, als bildung, usgeſeßt. hejenigen gen die haben, gſten iſt d auch en beide rhunden lum ſo keinen nan die ger ein Erſter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchung ꝛc. 235 1§. 272. Kennzeichen der Zuruͤckz ehungskraft oder der intenſiven Elaſticitaͤt. Dieſe geht weder mit der Feinheit, noch mit der Geſchmeidigkeit gleichen Schritt. Im Gegen—⸗ theil ſcheint es, als ob gerade die geſchmeidigſten und feinſten Haare, ihre Geſtalt nach erlittener Aus⸗ dehnung uͤber die Entkraͤuſelung hinaus am wenig⸗ ſten wieder annaͤhmen. S. 273.. 8.2 Kennzeichen der Staͤrke. In der Regel iſt bei ungleich feinen Haaren das groͤbere, und bei gleich feinen Haaren dasje⸗ nige das ſtaͤrkere, welches dürchgängig die regelmaͤ⸗ ßigſte Bildung hat. Man pruͤft die Staͤrke der haaben indem man ſie zerreißt.. Da ſich mit der Zeit die Kraͤfte der Wolle und mit ihnen der Geruch verlieren, ſo nimmt man die Lebhaftigkeit oder Mattigkeit deſſelben auch fuͤr ein Kennzeichen der noch vorhandenen oder ver— ſchwundenen Kraͤfte, ſo wie des ohngefaͤhren Alters der Wolle an. Der friſche Geruch der Wolle an ſich iſt uͤbri⸗ gens auf jeder Schaͤferei verſchieden. Wahrſchein⸗ lich ruͤhrt dies von der verſchiedenen Art der Nah— rung her. So hat die Wolle aus Spanien auch noch nach der Waͤſche eine Art gewuͤrzhaften Ge⸗ 236 Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ꝛe. ruch. Es koͤnnte ſein, daß ſie denſelben in der Waͤſche erſt bekaͤme. Uebrigens liegt die Unzuverlaͤſſigkeit der Be⸗ urtheilung der Staͤrke der Wolle, aus der Art ib⸗ res Geruchs allein, klar am Tage. Die Wolle darf indeſſen nicht nach dinpſeger Luft riechen, weil dieſe leicht das Zeichen eines an⸗ kazgenden Werderbens ſein kann. Wirkung des verſchiedenen Zuſtandes der Wolle bei der Unterſuchung. Die Wolle, welche man unterſuchen will, 6 rrocken und rein ſein. Naͤſſe bewirkt einen gröberen Schein, einen haͤrteren Griff, Entſtellung der Figur und fur den Augenblick groͤßere Staͤrke. Im Fett zeigt die Wolle rehr Sunſcher als gewaſchen. Nach der Väſche ſcheint die Wolle ſogar gröber zu ſein, als vorher. Die Urſache davon liegt in der verworreneren Lage, welche durch das Waſchen gewoͤhnlich entſteht. Ob die Einwirkung des Waſſers ſelbſt etwas dazu beitrage, laͤßt ſich bei der kurzen Dauer wohl nicht annehmen. Auch im wohlgebildetſten Stapel wird ſich nach den bloßen Abdruͤcken im Waſſer die Wolle ſcheinbar groͤber zeigen, eben weil ſch die zage der Haare veraͤndert hat. des n. in der der Be⸗ Att i npfger hes an⸗ Volle muß einen ur den als ſagit teneten üſteht. 3 dazt lnicht lwird Polle⸗ ge der 31 Erſter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchung ꝛc. 237 Bei Vergleichungen kann man daher nur un⸗ gewaſchene Wolle gegen ungewaſchene, und gewaſchene gegen gewaſchene, uͤbrigens jeden Theil fuͤr ſich im ungewaſchenen und gewaſchenen Zuſtande unter⸗ ſuchen. Vollſtaͤndige Probecharten müſſen neben den ungewaſchenen Proben auch zugleich Smweſtheno von denſelben Stellen enthalten. §. 275. Von der Unterſuchung der mechaniſchen Eigen⸗ ſchaften der Wolle im Stapel insbeſondere. An mehreren Wollhaaren in Verbindung, oder an der Wolle in Maſſee, laſſen ſich nicht alle Siden⸗ ſchaften pruͤfen. Nur die Geſchmeidigkeit, oder ihr Gegentheil, die Sproͤdigkeit laͤßt ſich einigermaßen erkennen, wenn man naͤmlich einen Stapel gelinde ausdehnt und ihn alsdann loslaͤßt. Die Schnelligkeit mit der er ſeine vorige Geſtalt wieder zu erlangen ſucht, zeigt den Grad der Zuſammenziehungskraft der Wolle an. Ein hoͤherer Grad dieſer Schnelligkeit iſt ein Zeichen von Sproͤdigkeit.— Die Wolle iſt dagegen um ſo aiimenig je langſamer ſie ſich zuruͤckzieht. Ferrner: je weniger veraͤndert ſich die asget. maͤßige Lage der einzelnen Haare nach der Ausreckung des Stapels zeigt, deſto geſchmeidiger iſt die Wolle, je verworrener ſie aber erſcheint, deſto ſproͤder, und — 238 Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ꝛc⸗ zwar in einem um ſo hoͤheren Grade, je kuͤrzer der Stapel iſt. 12ge Endlich findet ſich auch ein Merkmal der Ge⸗ ſchmeidigkeit oder ihres Gegentheils in der Ver⸗ laͤngerung des Stapels durch die Ausreckung deſe ſelben. Bei niedrigeren Kraͤuſelungen wird ſich nͤm— lich ein einzelnes Haar nicht in dem Grade verlaͤn⸗ gern laſſen, als ein anderes, welches weitlaͤuftigere und hoͤhere Kraͤuſelungen oder Bogen hat, die ein Beweis von groͤßerer Sproͤdigkeit ſind. Daſſelbe Verhaͤltniß zeigt ſich aber auch bei einem regel— maͤßigen Wuchs im Stapel. Nur darf der Schluß nicht gemacht werden, daß alle Wolle, die ſich im Stapel nicht weit ausdehnen ließe, geſchmei⸗ dig waͤre. Hier kann gerade das Gegentheil ſtatt finden, wenn naͤmlich der urſpruͤngliche Wuchs der Wolle ſchon verworren, folglich ungleichartige oder ſproͤde Wolle vorhanden war. Verworren durch einander liegende Wolle wird ſich naͤmlich nie ſo weit aus— dehnen laſſen, als eine andere, deren Haare bei glei⸗ chen Kruͤmmungen mit einander gleichlaufend ſind. Die Unterſuchung der Geſchmeidigkeit der Wolle in der groͤßeren oder minderen Verlaͤngerung des Stapels kann alſo nur auf regelmaͤßig gewachſene Wolle angewendet werden. 3 Die Dehnbarkeit uͤber die Entkraͤuſelung hinaus kann im Stapel nur unbequem unterſucht und nicht ſo genau, als am einzelnen Haar erkannt werden. ſchm gr. — tzer de der e er Vet⸗ ung deſe ch naͤm⸗ verlaͤn⸗ uftigere die ein Daſſelbe tegel⸗ aef der le, die ſchmei⸗ finden, Wole ſorode inander it aus⸗ d gla⸗ ſind. Volee ng des achſene nſlung terſucht erkannt Crſter Abſchnitt. Ueber die Unterſuchung ꝛe. 239 Die Staͤrke der Wolle laͤßt ſich im Stapel ebenfalls nur ſehr unzuverlaͤſſig pruͤfen. Schwaͤchere Haare, welche parallel liegen, werden eine groͤßere Spannung aushalten, als ſtaͤrkere bei einer verwor⸗ renen Lage. Aber auch ſelbſt bei gleicher Lage koͤmmt es bei Vergleichungen immer noch auf die Menge der Wolle, auf den Zwiſchenraum zwiſchen beiden Haͤnden und auf die Schnelligkeit oder Lunaſantiäit an, mit der das Zerreißen geſchieht. 1 Bei einem verworrenen Wuchs kann die Laͤnge der Haare in der Ausdehnung des Sandels eben ſo wenig erkannt werden. §. 276. Von mittelbarer Erkenntniß und Pruͤfung der Eigenſchaften der Wolle. In der Geſtalt der Dinge und in der Art, wie ſie uns erſcheinen, haben wir ziemlich ſichere Vorboten von ihren inneren Eigenſchaften. 3 In genauer Verbindung ſtehen Geſtalt und mechaniſche Kraͤfte. Wo z. B. geſunder und regel⸗ maͤßiger Wuchs iſt, da iſt auch Kraft vorhanden. Solche Eigenſchaften, welche durch unmittelbare Anwendung der Sinne gar nicht, oder nur unvoll⸗ kommen erkannt werden konnen, muͤſſen auf andern Wegen erforſcht werden. Ein ſehr anwendbares Mittel z. B., die Ge⸗ ſchmeidigkeit eines Haares zu erforſchen, iſt guter 240 Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ꝛ.. Siegellack. Je leichter ſich mit einer angeriebenen Stange ein Wollhaar, ohne es zu beruͤhren, nach allen Richtungen hin locken laͤßt, und je kuͤrzer es dabei gefaßt wird, deſto geſchmeidiger iſt es. Zweiter Abſchnitt. Von der Unterſuchung der Schaafe in Bezug auf Wolle. S. 277,— 2 Unterſuchung ihrer Wolle. 1 Zuerſt iſt an einem Thier die Beſchaffenheit der Wolle ſelbſt zu unterſuchen, und zwar in ihrem natuͤrlichen Zuſtande, wie ſie auf ihm waͤchſt. Unmittelbar auf der H aut laſſen ſich vorzuͤglich gut erkennen: Geſtalt, Laͤnge, Regel— maͤßigkeit und Dichtheit des Wuchſes und das ohngefaͤhre Verhaͤltniß der Geſchmeidigkeit zur Elaſticitäͤt, wenn die Wolle ſchoͤn einige Lange erreicht hat. Die Geſchmeidigkeit pftegt man auf dem Schaaf durch Aufdruͤcken der Haͤnde oder durch Eingreifen mit den Fingerſpitzen zu pruͤfen. Je kuͤrzer aber die Wolle iſt, deſto mehr Uebung wird dazu erfordert. Wenn ſich auf einem Fließ einander entgegen laufende Stapel zeigen, welche ſogenannte Haarnaͤthe bilden, deſto groͤßer iſt gemeiniglich die Sproͤdigkeit der Wolle. Die pri eing und ihre duf, hlabe — da H gaͤngi Uaterſ abrimn nicht a Hhaxuus Die dder inte 4 Haut ge Zupfen, Do m gegen Jaut in i Dihfheit Do elef hanicſen, d hud ü nnr Grvic à Jnen lichm. du m hen eig 9 8. — * geriebenen gren, nach kirjer s 5 haffengeit in ihrem ß. nſen ſih Regel⸗ und das digkeit n einige m Schauf ingreffn aber die fyrdert. entgegen uarnärhe gridigkeit die Zweiter Abſchnitt. Von der Unterſuchung ꝛc. 241 Die Elaſticitaͤt der Wolle auf dem Schaaf pruͤft man gewoͤhnlich, indem man die Stapel von einander theilt oder ſie windet und wieder los laͤßt, und dabei die Schnelligkeit beobachtet, mit der ſie ihre vorige Lage wieder einzunehmen ſuchen. Hierbei darf aber der Grad der Dichtheit nicht unbeachtet bleiben. Weniger genau laſſen ſich unmittelbar auf der Haut erkennen die Feinheit und die durch⸗ gaͤngige Geſtalt der einzelnen Haare. Zu ihrer Unterſuchung iſt es alſo beſſer, daß man die Wolle abnimmt, und, wo es auf Genauigkeit ankoͤmmt, ſie nicht auszupft, ſondern abſchneidet und behutſam heraus nimmt. Die Dehnbarkeit, Zuruͤckziehungskraft, oder intenſive Elaſticitaͤt der Wolle laͤßt ſich auf der Haut gar nicht, die Staͤrke aber allenfalls durch Zupfen, aber doch unvollkommen erforſchen. Die Dichtheit der Wolle kann man nur in dem gegenſeitigen Anſchließen der Haare auf der Haut in ihrem Innern, und nicht in der ſcheinbaren Dichtheit der Oberflaͤche des Fließes allein erkennen. Das oberflaͤchliche Angreifen der Wolle iſt dazu nicht hinreichend, indem eine laͤngere groͤbere Wolle eher die Hand fuͤllt, als eine kuͤrzere feinere, ohne gerade mehr Gewicht zu enthalten; ſondern man muß in das Innere dringen und den Schluß der Haare un⸗ terſuchen.. Kurz nach der Schur zeichnen ſich die grobwol⸗ ligeren Schaafe gewoͤhnlich durch Kreuz⸗ und Queer⸗ [261 842 Reunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ꝛ0. Linien in den Haarſtoppeln aus, in der Regel um ſo weitlaͤuftiger von einander laufen, je groͤber die Wolle iſt. Zieht man die Wolle aus, ſo gibt ſich die Sproͤdigkeit der Haare auch ſchon in der Art zu er⸗ kennen, wie die unteren Enden, welche in der Haut geſeſſen haben, aus einander fahren. Je weiter ſie ſich ausbreiten, deſto ſproͤder iſt gemeiniglich die Wolle. Bei Vergleichungen muß aber die Wolle gleich lang ſein. Wenn man die Wolle auf dem Schaaf nur auf die Art unterſucht, daß man ſie von einander ſcheidet und ſie blos auf der Haut betrachtet, ohne weitere Unterſuchungen anzuſtellen, ſo taͤuſcht man ſich um ſo leichter. Spitzen, welche durch Fettklumpen zuſammengeklebt ſind, muſſen auseinander genommen werden. §. 278. Unterſuchung des Koͤrpers. In Hinſicht auf die Gleichartigkeit muß die Wolle auf allen Stellen und beſonders das Ver⸗ haͤltniß der unedleren zu den edleren, ſowohl in Hin⸗ ſicht auf die Grade der Abweichungen, als auch der Menge der Wolle, welche die unedleren Stellen tragen, moͤglichſt genau unterſucht werden. Demnaͤchſt kommt die Bewachſenheit des ganzen Koͤrpers, die Beſchaffenheit der Haut und zuletzt die Groͤße des Thieres in Betracht. In der Beurtheilung der Haut uͤbt man ſich +. e/—/—— ng n. — Regll im gröber d bt ſich de Art zu en der Haut weiter ſie glich die die Volle f nur auf der ſcheidet ne weitere in ſich um lumpen genommen teit muß das Ver⸗ ohl in Hin⸗ z auch der n Stellen des ganzen zuletzt die t mah ſi Dritter Abſchnitt. Ueber die Beurtheilung ꝛc. 243 bald, wenn man in dieſer Beziehung zwiſchen grob⸗ und feinwolligen Laͤmmern oder Erwachſenen Ver⸗ gleichungen anſtellt. Uebermaͤßige Roͤthe bei einem kraͤnklichen Zu⸗ ſtande des Thieres kann man nur durch Uebung von der geſunden Fleiſchfarbe einer feinen Haut unter⸗ ſcheiden lernen. Da die Vielwolligkeit eines Thieres, welche auf der Laͤnge der Wolle, der Dichtheit ihres Wuchſes und der Groͤße des Fließes beruht, ohne Gleich⸗ artigkeit einen um ſo geringeren Werth hat, als dieſe fehlt, ſo muß man bei der Schur ein Fließ erſt mit allen ſeinen Theilen, und nachher von allen abweichenden Stellen befreit wiegen. 1 Dritter Abſchnitt. Ueber die Beurtheilung der Wolle, der Schaafe und der Heerden noch einige Bemerkungen. §. 279. Von der Nothwendigkeit, bei der Beurtheilung ſowohl der Volle als der Schaafe mehrere Anzeichen zuſammenzuſtellen. Bei der außerordentlichen Menge und Verſchie⸗ denheit der moͤglichen Urſachen, welche auf Wolle und Schaafe einwirken koͤnnen, wuͤrde es ſehr gewagt ſein, blos von einer Eigenſchaft auf eine oder mehrere andere, oder von einem einzelnen Zuſtand auf den 244 Neunte Abtheilung. Ueber die Unterſuchung ꝛe. andern ſchließen zu wollen. Auch darf man nicht gleich ſchließen wollen, wenn eine gewoͤhnlich beglei— tende Erſcheinung fehlt, daß alsdann das Gegentheil ſchlechterdings vorhanden ſein muͤſſe; z. B. hochfeine Wolle hat in der Regel weißen oder hellgelben Schweiß bei ſich; dieſer Satz berechtiget aber noch nicht zu dem Schluß: wo der weiße und hellgelbe Schweiß fehlt, da iſt auch keine feine Wolle, u. ſ. w.; ſondern es iſt noͤthig, daß bei der Unterſuchung einer Eigenſchaft mehrere Kennzeichen, die ſich gewoͤhnlich begleiten, zuſammengeſtellt werden. Zur Beurtheilung eines Haares iſt die Unter⸗ ſuchung mehrerer Eigenſchaften, zur Beurtheilung eines Stapels die Unterſuchung mehrerer Haare, zur Beurtheilung eines Fließes die Unterſuchung mehrerer Stellen, zur Beurtheilung einer Partie Wolle die Unterſuchung mehrerer Fließe, und zur Beurtheilung einer Heerde die Unterſuchung mehrerer Stuͤcke nothwendig, wenn man ſich in den Stand ſetzen will, nur ein ohngefaͤhres Urtheil faͤllen zu koͤnnen. Je weniger Angaben dazu geſammelt wer⸗ den, deſto unzuverlaͤſſiger iſt es. Das vollkommenſte Urtheil nach eines Jeden beſonderer Anſicht kann ſich erſt auf die moͤglichſt genaue Unterſuchung aller Theile begruͤnden. b ng e. nan aich lich begle⸗ Gegenthel „hochfeige hellgelben aber noch hellgelbe uſw; hung einer ewohnlich die Unter urtheilung Haare, erſuchung r Partie und zur mehrexer n Stand faͤlen zu welt wer⸗ ommenſte icht kann ung äller 245 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung der Heerden und der Zucht. Erſter Abſchnitt. Ueber den Zweck der Schaafzucht. §. 280. Im Allgemeinen. Mit der Haltung einer Schaͤferei koͤnnen drei be⸗ ſondere Zwecke verbunden werden, naͤmlich der Ver⸗ kauf von Schlachtvieh, der Verkauf von Zucht⸗ vieh und der Verkauf der Wolle. Ungewoͤhnliche Groͤße und Fettigkeit haben ſich bis jetzt noch im Allgemeinen der Wolle nacheheilis bewieſen. Wo Gelegenheit zum Verkauf des Zuchtviehes vorhanden iſt, da ſchlage man bei Errichtung einer Schaͤferei den Ertrag nicht zu hoch an. Erſtlich iſt der Handel mit Zuchtvieh vielfaͤltigeren Veraͤnderun⸗ gen unterworfen, als der Wollhandel, und denn haͤngt er auch mehr von der Laune des Rufes und des Neides ab. 246 Zehnte Abcheilung. Uebet die Einrichtung te. Welche Gattung von Wolle aber hauptſaͤchlich zu erzielen ſei, muͤſſen die Zeitumſtaͤnde beſtimmen. Man ſetze ſich nur in den Stand, die gehoͤrigen Vergleichungen daruͤber anſtellen zu koͤnnen. Vor Allem unterrichte man ſich von der Zutraͤglichkeit der oͤrtlichen Lage fuͤr eine fremde Schaafraſſe und demnaͤchſt von der Verſchiedenheit der Anſchaffungs⸗ und Unterhaltungskoſten der verſchiedenen Schaaf⸗ raſſen und ihres Wollertrages, um ſie nach den lau⸗ fenden Preiſen gegen einander vergleichen zu koͤnnen⸗ Daß nicht jede Schaafraſſe allenthalben gleich gut fortkoͤmmt, beweiſet die allgemeine Erfahrung, und daß die Anſchaffung einer feinen Heerde, ſo wie die Umaͤnderung eines wirthſchaftlichen Syſtems große Kapitalanlagen erfordert und anfaͤnglich Verluſt mit ſich bringen, weiß Jedermann. Weniger einverſtanden iſt man aber uͤber die Verſchiedenheit der Unterhaltungskoſten verſchiedener Schaafraſſen. Jeder Landwirth richtet ſich nach ſei⸗ ner Lage ſo gut ein, als er kann. Was da, wo augenblickliche Umſtaͤnde eben keine Fuͤlle des Un⸗ terhalts geſtatten, durch Beobachtung der Ordnung in allen Punkten geleiſtet werden kann, iſt bewun⸗ dernswuͤrdig. Mir ſcheint es indeſſen, als erforder⸗ ten Schaafe mit feinerer Wolle mehr Futter, als andere mit minderfeiner Wolle, ohne dabei am Koͤr⸗ per zu gewinnen. Bei Schaafen von ziemlich glei⸗ cher Feinheit wird dies aber in keinen Betracht kommen. Es gibt ganz feine Heerden, welche mehr zu t. — ptſachlch ſtimmen. gehorigen m. Vor iglichkei aſſe und affungs⸗ Schacf⸗ den lau⸗ koͤnnen. leich gut ng, und wie die 5 große luſt mit über de chiedener nch ſei⸗ da, wo des Un⸗ Adnung bewun⸗ erforder⸗ ter, als im Kör⸗ i glei⸗ Betracht mehr ſl Erſter Abſchnitt. Ueber den Zweck der Schaafzucht. 247 unterhalten koſten, als was die Wolle einbringt. Sie ſind nur auf den Verkauf der Zuzucht berechnet. Da ſich das Gewicht der Fließe von feinwolligen und veredelten Schaafen im Durchſchnitt ohngefaͤhr verhaͤlt: wie 9. 10. 11. 12. 13 in der 1ſten, 2ten, 3ten, aten, 5ten Klaſſe, wenn ſo viele angenommen wuͤr⸗ den, ſo laͤßt ſich, wenn man die laufenden Preiſe kennt, leicht ein Ueberſchlag machen, ob es vortheil⸗ hafter ſei, eine feinere Heerde bei minderem Gewicht, oder eine minder feine Heerde bei einem groͤßeren Gewicht der Fließe zu halten, die Zinſen des Stamm⸗ kapitals und die Unterhaltungskoſten gehoͤrig in Er⸗ waͤgung gezogen. Veredelte Wolle bleibt aber auf alle Faͤlle brauchbarer als gemeine Landwolle. Wo die oͤrtliche Lage es nicht mit ſich bringt, große Maͤrkte in der Naͤhe benutzen zu koͤnnen, da waͤhle man diejenigen Gattungen, auf deren ſicheren Abſatz in der nachſten Umgebung gerechnet werden kann, oder, wo dies der Fall nicht iſt, nur ſolche, welche weite Transportkoſten vertragen koͤnnen, das heißt feine. Ob es bei veredelten Schaͤfereien beſſer ſei, die Wolle ein oder zwei mal im Jahr zu ſcheeren, werden die oͤrtliche Lage in Ruͤckſicht des Clima's und die Gelegenheit zum Abſatz beſtimmen. Fuͤr entle⸗ gene Fabriken und ſolche, welche nur feine Waaren verfertigen, eignet ſich Sommerwolle nicht. Feine Wolle kann aber in den meiſten Faͤllen nur mit Nachtheil zweimal geſchoren werden. 248 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung ic. Wer ſich zur Haltung einer feinen Heerde ent⸗ ſchließt, der ſuche keine Beſonderheiten zu erſtreben, welche die Natur zu keiner Regel macht. Wenn auch der Fabrikant kaum bemerkbare Unterſchiede in der Wolle nach der Verſchiedenheit ihrer Be⸗ ſtimmung macht, ſo wuͤrde man doch vergeblich er⸗ warten, daß ſich eine ganze Heerde innerhalb einer ſolchen Wollart lange Zeit ohne Abweichungen er⸗ halten ſollte, waͤre auch ihr Stamm noch ſo ſorg— faͤltig dazu auserleſen. Ueberhaupt: je beſchraͤnkter der Verbrauch einer Wollgattung iſt, und je mehr derſelbe auf einer vor⸗ uͤbergehenden Mode oder auch auf dem loſen Ver⸗ bande eines auswaͤrtigen Handels beruht, deſto ge⸗ wagter iſt jede koſtſpielige Unternehmung darin, z. B. bei Cachemir⸗Wolle. Zweiter Abſchnitt. Ueber die Errichtung einer feinen Heerde. §. 281. 1 Wahl der Mutterſchaafe. Bei der Errichtung einer neuen feinen Heerde koͤmmt es naͤchſt der Feinheit und Sanftheit haupt⸗ ſaͤchlich auf die Gleichartigkeit der einzelnen Stuͤcke in Wolle und koͤrperlicher Geſtalt bei der mindeſten Verſchiedenheit des Alters an. Man huͤte ſich, t. Q· herde en erſreben Nenn kerſchide rer Be⸗ lich er⸗ (b einer ngen er⸗ ſo ſorg⸗ c einer ner vor⸗ in Ver⸗ iſto ge⸗ „„B. eer de⸗ Herde haupt⸗ Stucke ndeſten te ſih, Zweiter Abſchnitt. Ueber die Errichtung ic. 249 eine Heerde groͤßtentheils nur aus alten ſchwachen, oder auch nur aus zu jungen Schaafen zuſammen zu ſetzen. Die von mittlerem Alter nehmen ſich ihrer Laͤmmer am erſten an. §. 282. Wahl der Staͤhre. Man vermeide Staͤhre von einer ungewoͤhnlich großen Natur, wenn ſie nicht zugleich ganz vorzuͤg⸗ liche Wolle tragen, und waͤhle ſie lieber von mitt⸗ lerer Groͤße. Jener Fall ſindet aͤußerſt ſelten Statt. Staͤhre mit kurzen Stapeln haben ſehr ſelten hochfeine Wolle. Unter mehreren Staͤhren deren Wolle gleiche Feinheit hat, gebe man denen den Vorzug, welche die geſchmeidigſte Wolle beſitzen. Es iſt kaum glaublich, welcher Unterſchied ſich in der Nachzucht dabei findet. Erſt, wenn dieſe Forderungen be⸗ friediget ſind, ſehe man auf die Bewachſenheit. Ob ein Staͤhr, der ſeine fruͤheren Kraͤfte durch einen mehrjaͤhrigen Verbrauch ſchon verlohren hat, außer einer ſchwaͤcheren Nachkommenſchaft auch eine geringere Wolle mit derſelben hervorbringe, muß noch beobachtet werden. Auf Fleckenloſigkeit wird zwar von vielen Land⸗ wirthen wenig geachtet. Ich habe aber in ſolchen Heerden, welche fleckige Staͤhre oder Muͤtter ent⸗ hielten, bei einem groͤßeren Theil der Laͤmmer die Flecken uͤber das Fließ ausgebreiteter gefunden, als — —QO—H——— 250 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung ꝛe⸗ — in andern Heerden, wo jenes gar nicht oder weni⸗ ger der Fall war. Was das Temperament der Staͤhre betrift, ſo haben wilde Staͤhre ſelten ſanfte Wolle⸗ So wie bei den Schaafen ſehe man auch bei den Staͤhren auf die moͤglichſte Gleichartigkeit un⸗ ter ihnen, damit dieſe Eigenſchaft in der Nachzucht deſto eher erhalten werde. Ein oͤfterer Wechſel mit Staͤhren auch von den vorzuͤglichſten Eigenſchaften wirkt auf Ungleichartigkeit der einzelnen Thiere hin, weil nicht ein Staͤhr wie der andere ausfallt. Die Gruͤbelei uͤber die Folgen der Blutsver⸗ wandſchaft iſt in Bezug auf die Woltzucht ohne Grund. Mehr als eine Heerde liefern die Beweiſe dazu. Allein, das Vollkommnere artet in einer Reihe von Geſchlechtern aus demſelben Stamm eher aus, als daß es noch vollkommner wird. Un⸗ vermiſcht erhaltene Geſchlechter koͤnnen in Ruͤckſicht der Wolle nach und nach Eigenthuͤmlichkeiten an⸗ nehmen, welche dem Zweck ihres Gebrauchs zuwi⸗ der ſind. Daher haben alle aufmerkſamen Beob⸗ achter fuͤr die Nothwendigkeit entſchieden, die vor⸗ zuͤglichſten Eigenſchaften der Wolle von Zeit zu Zeit durch Staͤhre aus fremden Schaͤfereien zu erneuern, wenn ſich auch aͤhnliche Individuen unter der Heerde ſelbſt beſinden ſollten. riſt, ſ ich bei it un⸗ dhucht ſel mit chaften ee hin, litsver⸗ ohne eweiſe aner tamm Un⸗ ickſcht en all⸗ zuwi⸗ Beohb⸗ ie vor⸗ it zu een zu unter Zweiter Abſchnitt. Ueber die Errichtung zc. 251 §. 283. Vom Ausmerzen in einer feinen Heerde. Koͤrperliche Fehler beduͤrfen keiner Erwaͤhnung. Ihre Ausſonderung verſteht ſich von ſelbſt. Sobald eine Heerde vollzaͤhlig iſt, muß kein Stuͤck unter ihr gelitten werden, deſſen Wolle ſich von der Wolle der ganzen Heerde zu ſehr durch ge— ringere Eigenſchaften auszeichnet. Eine beſondere Aufmerkſamkeit erfordern alle Zuchtthiere, deren Wolle auf dem Ruͤckgrade ge⸗ zwirnt oder ſpiralfoͤrmig gewunden erſcheint. Wolle von hoher Feinheit, verbunden mit einem duͤnnen Wuchs, wird gewoͤhnlich davon betroffen⸗ So oft ſich bei der Schur irgend ein Fehler in der Wolle wiederholt, iſt es ein Beweis, daß er bleibend und eine Eigenthuͤmlichkeit des Thieres iſt, in ſo fern ihn die andern Stuͤcke bei gleicher Wartung und Pflege nicht haben. Er kann ſich alſo vererben. Worin die gewoͤhnlichſten Fehler der Wolle beſtehen, iſt fruͤher geſagt worden. Zur Unterſuchung der Wolle jedes einzelnen Stuͤckes bietet die Schur die ſchicklichſte Gelegen⸗ heit dar⸗ 1§. 284⸗ Ueber die Auswahl des Zuwachſes⸗ Auch bei der gleichartigſten Heerde darf die fernere Zucht derſelben nicht dem Zufall uͤberlaſſen werden. Bei jeder Lammung fallen ausartende Laͤm⸗ 252 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung ꝛe. mer. Wird eine Heerde ſich ſelbſt uͤberlaſſen, indem man die Zuchtthiere weiter nicht auswaͤhlt, ſo iſt das naͤchſte Geſchlecht ſchen nicht mehr ſo, wie die Stammheerde war. Die Vorliebe fuͤr junge Thiere muß dem Haupt⸗ zweck geopfert werden. Die Kennzeichen der fein⸗ wolligen Lammer ſind im Vorhergehenden auseinan⸗ dergeſetzt worden.“ Dritter Abſchnitt. b geber die Veredlung einer Schaafraſſe⸗ F. 285. Bildſamkeit der Schaafe. Korper und Wolle einer Schaafraſſe laſſen ſich durch Vermiſchung mit einer andern Raſſe ver⸗ aͤndern. Der Koͤrper laͤßt ſich verlaͤngern und verkuͤr⸗ zen; die Beine laſſen ſich erhoͤhen und erniedrigen⸗ Die Wolle laͤßt ſich verfeinern und vergroͤbern. Man darf nur die Zuchtthiere ſo waͤhlen, wie ſie dem einen oder andern Zweck am meiſten zuſagen. Auch laſſen ſich die Schaafe an eine periodiſche Schur gewoͤhnen. Wird dieſe uͤbergangen, ſo faͤngt die Wolle an auszufallen, oder waͤchſt nicht ſogleich in gehoriger Regelmaͤßigkeit fort. Dies hat früͤher lit Dritter Abſchnitt. Ueber die Veredlung ꝛic. 253 — 1 udm Veranlaſſung gegeben, gewiſſe Schaafarten in ein⸗ 3 und zweiſchuͤrige einzutheilen. wie die §. 286. Haupt Begriff von Veredlung⸗ er fein Eine Schaafraſſe veredeln heißt ihre Zucht ſo teinan⸗ leiten, daß ſich mit den folgenden Geſchlechtern ihre Wolle verfeinert. §. 287. Arten der Veredlung. Die Veredlung einer Raſſe laͤßt ſich auf zwei⸗ erlei Weiſe bewirken, entweder, indem man die b dazu tauglichſten Individuen aus ihrer eigenen Mitte afſe,. nur zur Zucht aushebt, ſo wie man zum Saatkorn nur das Beſte waͤhlt, oder, indem man Staͤhre aus fremden feineren Raſſen mit den zu veredelnden Schaafen paart. Jene Methode heißt Inzucht, ſen ſich dieſe heißt Vermiſchung, Kreuzung⸗ t vr§. 288. verkͤr⸗ 3 n z u ch t. digen. Scoll eine Inzucht von ſchnellem Erfolg ſein, goöbern ſo muͤſſen nur diejenigen Individuen gewaͤhlt wer⸗ wie ſe den, welche außer dem, daß ſie die feinere Wolle ſagen⸗ tragen, auch noch die moͤglichſte Gleichartigkeit der ridiſche Haare mit jener Eigenſchaft verbinden. fangt Eine Inzucht kann nur jede Wollgattung in ſogleih ſich ſelbſt verfeinern, keineswegs aber eine der an⸗ t frühe dern aͤhnlich oder gleich machen. 254 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung c. — Eine lange ſchlichte Wolle wird auch bei er— hoͤheten Eigenſchaften lang und ſchlicht, und eine gekraͤuſelte Wolle in demſelben Fall gekraͤuſelt bleiben. §. 289⸗ Gang der Veredlung durch Vermiſchung. Bei der Fortſetzung der Vermiſchung der fol⸗ genden Geſchlechter aus verſchiedenen Raſſen be⸗ koͤmmt das maͤnnliche Geſchlecht mit der Zeit das Uebergewicht uͤber das weibliche, nicht blos in Ruͤck⸗ ſicht der inneren Eigenſchaften, ſondern auch in Ruͤckſicht der Geſtalt. Auch bei den Pflanzen geht die weibliche Geſtalt durch Vermiſchung nach und nach verlohren. Bei den Schaafen veraͤndert ſich durch Ver⸗ miſchung nicht nur der Koͤrper, ſondern auch die Wolle. Die veredelten Lämmer werden in den erſten Generationen noch mit langen Haaren gebohren, welche ſitzen bleiben. Bei den folgenden Genera⸗ tionen zeigen ſie ſich ſchon mit kleinen Lockchen, un⸗ ter den langen Haaren gemiſcht. Ob ſie ſpaͤterhin ganz ohne lange Haare fallen, haͤngt von der Raſſe der Staͤhre ab. Das Ausfallen der langen Haare dauert bei den veredelten Laͤmmern laͤnger, als bei den feinen, und dann verlieren auch die unedleren Stellen dieſe Haare ſelten alle. 1 — beij e And eine ſekräuſit g. der fol⸗ ſen be⸗ eit das Ruͤck⸗ nuch in en geht c und h Per⸗ zuch die erſten bohren, Genera⸗ en, un⸗ äterin rNaſſe ett bei feinen, in dieſe Dritter Abſchnitt. Ueber die Veredlung ꝛc. 255 Bei veredelten Laͤmmern zeichnen ſich die ver⸗ ſchiedenen Koͤrperſtellen ausfallend aus. Die Löckchen, mit denen ſie gebohren werden, ſind an ſich dicker und ſtehen weitlaͤuftiger ausein⸗ ander, als bei Laͤmmern von feinen Raſſen. Der Oberkorper verfeinert ſich fruͤher, als der Unterkoͤrper, mit Ausſchluß des Nackens und oft des Ruͤckgrades. Am Oberköoͤrper ſind das Kreuz und die Len⸗ den die letzten Stellen. Schaafe, welche noch einen groben Ruͤckgrad haben, wenn ſich die Lenden den uͤbrigen Theilen ſchon ziemlich genäͤhert haben, ſind zur Fortpflan⸗ zung wenig tauglich, ſo wie uͤberhaupt diejenigen Stuͤcke, welche bei der fortſchreitenden Veredlung einer ganzen Heerde am laͤngſten ungleichartige Haare in Feinheit und Geſtalt beibehalten, unter denen die laͤngeren groͤberen ſparſam uͤber den kuͤr⸗ zeren, beſonders auf dem Ruͤcken, hervorragen. Die Feinheit der Wolle und Gleichartigkeit in der Geſtalt ſchreiten indeſſen ſchneller vorwaͤrts, als daß ſich eine angeſtammte Sproͤdigkeit in gleichem Verhaͤltniß verdraͤngen ließe, wenn in dieſem Punkte bei der Wahl der Staͤhre ein Verſehen begangen worden iſt. Bei den erſten Geſchlechtern iſt die Veraͤnde⸗ rung der Geſtalt der Wolle auffallender, als ſpaͤ⸗ terhin. Das Uebergewicht des maͤnnlichen Geſchlechts uͤber das weibliche iſt aber im Laufe der Vered⸗ 256 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung zc. lung für die maͤnnnliche Nachkommenſchaft wirkſa⸗ mer, als fuͤr die weibliche, ſo daß die Staͤhrlaͤm— mer jedesmal im Durchſchnitt fein- und ſanftwolli⸗ ger fallen, als die Mutterlaͤmmer. §. 290. Einrichtung der Mutterheerde⸗ Nicht aus allen Schaafraſſen koͤnnen ſich die verſchiedenen Geſchlechter leiden. So koͤnnen die Vagas in der Danziger Niederung keine gehoͤrnten Staͤhre leiden. In dieſer Art muͤſſen alſo Ver⸗ ſuche vorhergehen. Daß naͤchſte Erforderniß iſt, daß alle Schaafe, wenn auch grobe, doch moͤglichſt gleichartige Wolle ſowohl auf jeder einzelnen, als auf den ver— ſchiedenen Koͤrperſtellen haben, und alſo diejenigen entfernt werden, welche ſich durch allzugroße Un⸗ gleichartigkeit auszeichnen. Die Gleichheit der Schaafe in Ruͤckſicht der Groͤße ſteht nach. Untaugliche Haͤmmel koͤnnen eher noch bleiben, als untaugliche Muͤtter. Jene koͤnnen die Wolle der ganzen Heerde nur eine kuͤrzere, dieſe aber eine laͤngere Zeit ſchlecht machen. 3 Man kaufe nie ſchlechtere Schaafe, als die Heerde ſelbſt enthaͤlt. §. 291. Wahl der Staͤhre. DObgleich anfanglich Zuchtſtähre von bober Fein⸗ 5 — 3 Stäͤhrlän⸗ ſanſtwli⸗ ſich die nnen die ehörnten ſſo Ver⸗ Schaafe, zartige den ver⸗ iejenigen koße Un⸗ ſicht der blelben, ie Wole aber eine als die n böhe Fein Dritter Abſchnitt. Ueber die Veredlung ꝛc. 257 Feinheit mit groͤßerem Vortheil anzuwenden ſein moͤchten, daruͤber ſind die Meinungen noch getheilt. Verſuche daruͤber ließen ſich leicht anſtellen. Man waͤhle nur zwei oder drei moͤglichſt gleichartige Mutterſtaͤmme mit verſchiedenen Staͤhren, und laſſe ſowohl dieſe, als ihre Nachzucht, wenn es nur moͤglich iſt, bis zur zweiten, dritten Generation von denſelben Staͤhren wieder beſpringen. Sobald aber die Staͤhre gewechſelt werden, kann man mit weit weniger Zuverlaͤſſigkeit daruͤber urtheilen. In Betreff der Geſtalt wird der groͤßere Staͤhr bei kleineren Schaafen auf die Eigenſchaften der Lammer mehr wirken, als der kleinere Staͤhr bei groͤßeren Schaafen. Wenn nicht gleich anfaͤnglich ganz feine Staͤhre zur Veredlung gemeiner Schaafe genommen worden ſind, ſo muͤſſen zu jeder Generation, die ſich ſchon den gebrauchten Staͤhren in der Feinheit naͤhert, wieder feinere Staͤhre genommen werden. Staͤhre von blos veredelten Raſſen bringen mit Schaafen, welche ihnen ohngefaͤhr gleich kommen, zuweilen eine Zucht hervor, deren Fließe die mannig⸗ faltigſte Verſchiedenheit der Wolle in Geſtalt und Wuchs liefert. Man nehme alſo im Anfang der Veredlung die minderfeinen Staͤhre, wenn man nicht gleich ganz feine anwenden will, ebenfalls aus feinen Schaͤfereien. 258 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung ꝛe. §. 292. Dauer der Veredlung. Nur auf dem Papier bei den geduldigen Zahlen nimmt bei der Veredlung die Grobheit in arithme⸗ tiſcher Progreſſion ab. In der Wirklichkeit aber giebt es keine ½, 4, † Entfernung von der Feinheit. Die Natur zeigt Verzoͤgerungen und Spruͤnge, die ſich ſchwerlich jemals vollſtaͤndig werden ergruͤnden laſſen. Die Dauer der Veredlung kann kuͤrzer oder länger ſein, je nachdem Staͤhre und Mutterſchaafe zur Zucht gewaͤhlt werden. Bis ſich die Mutterſchaafe, ſelbſt bei einer be⸗ ſtaͤndig zweckmaͤßigen Auswahl der Staͤhre und ohne alle Widerwaͤrtigkeiten, zu einer Feinheit der zweiten Klaſſe erheben, dazu gehoͤrt eine Reihe von wenig⸗ ſtens ſechs bis ſieben Geſchlechtern, folglich ein Zeit⸗ raum von 12 bis 14 Jahren. §. 293. Von den Zufaͤllen, welche die Forjſchritte der Veredlung hemmen koͤnnen. Dieſe Vorausſetzung iſt aber mit keiner Wahr⸗ ſcheinlichkeit anzunehmen, wenn auch gleich anfaͤng— lich die feinſten Staͤhre genommen wuͤrden. Denn erſtlich wird es nie in unſerer Gewalt ſtehen, in ei⸗ ner ſo langen Reihe von Jahren hintereinander weg die Staͤhre in ſolcher Gleichartigkeit der Feinheit und Sanftheit der Wolle auszuwaͤhlen, daß von Jig. unn 9. gen Jahlen arithme kkeit aber Feinheit. inge, die eigrunden rzer oder terſchaafe einer be⸗ und ohne t zweiten on wenig⸗ ˖ein Zeit iitte der ner Wahr⸗ h anfang⸗ n. Deng hen, in i⸗ under weg r Feinheit daß vol Dritter Abſchnitt. Ueber die Veredlung ꝛc. 259 dieſer Seite kein Ruͤckſchlag der Zucht zu befuͤrchten ſei. Nun ſind fuͤr's andre aber auch die allergleich— artigſten Heerden von dergleichen Zufaͤllen nicht frei. Von den feinwolligſten Eltern kommen oft nur mittelfeine Laͤmmer. Derſelbe Fall ſindet auch in Betreff der Sanftheit Statt. Um wie viel gewiſſer iſt nun nicht ein Ruͤckſchlag bei ſolchen Staͤhren zu erwarten, welche von ihren Vorgaͤngern in einer dieſer Eigenſchaften abweichen. Alsdann koͤmmt noch der Umſtand hinzu, daß das Gelingen der Aufzucht zuweilen fehlſchlagen, und die Vermehrung der Stuͤckzahl der feineren Thiere auf einige Jahre etwas zuruͤckhalten kann. Nehmen wir nun alle dieſe moͤglichen Wider— waͤrtigkeiten zuſammen, ſo muͤſſen wir der Dauer der Veredlung einer urſpruͤnglich grobwolligen Mut⸗ terheerde einen noch etwas laͤngeren Spielraum, oder einige Generationen mehr geſtatten, ſo daß wir mit der achten, neunten Generation, ohngefaͤhr in ſieben⸗ zehn, neunzehn Jahren das Ziel zu erreichen hoffen koͤnnen. Wohlfeil ſcheinende Ankaͤufe koͤnnen auch dazu verleiten, eine Heerde wieder zu verſchlechtern. §. 294. Noͤglichſte Erhaltung der Gleichartigkeit und unmittelbare Befoͤrderung der Feinwolligkeit der Heerde waͤhrend der Veredlung. In der Veredlung begriffene Heerden werden * 26⁰0 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung ꝛc. ſchon durch die gleichzeitige Erſcheinung verſchiedener Generationen an ſich ſelbſt vermiſcht erſcheinen, wenn auch die Veredlung der Geſchlechter noch ſo guͤnſtig von ſtatten geht. 8 Die Verſchiedenheit der Schaafe nimmt zu, bis die erſten Staͤmme anfangen abzugehen, und hoͤrt nicht eher auf, als bis alles Ungleichartige aus der Heerde entfernt iſt. Dieſe nothwendig erfolgende Verſchiedenheit wird ſich aber noch vermehren, wenn ungleich feine Staͤhre und ein ungleich feiner Mutterſtamm zur Zucht gewaͤhlt und beibehalten werden. Es iſt daher zur moͤglichſten Befoͤrderung und Erhaltung der Gleichheit der Heerden nothwendig, daß fuͤr die ganze Heerde, nach der Ausſonderung der ſchlechteſten Mutterſchaafe, ſo weit es nur die erforderliche Groͤße der Heerde erlaubt, in der Wolle moͤglichſt uͤbereinſtimmende Staͤhre bei jeder Erneuerung genommen werden. Die ſogenannte Paarung aus der Hand befoͤrdert den Zweck auf dem mindeſt koſtſpieligen Wege. Je weiter die Heerde in der Feinheit der Wolle vorwaͤrts ſchreitet, deſto nothwendiger wird es, bei der jedesmaligen Wahl der neuen Staͤhre, neben der Gleichartigkeit in der Feinheit, auch auf die Sanft— heit ihrer Wolle Ruͤckſicht zu nehmen. Sonſt ver⸗ zweiget ſich doch die Verſchiedenheit der Schaafe ins Unendliche. K. ſchiedene en, wenn o ginſti hnt zu, / n, und tige aus ledenheit ich feine mm zur ung und wendig, uderung nur die Volle ei jeder enannte auf dem er Wols 6, b eben der Sanft⸗ uſt ver⸗ Schaafe Dritter Abſchnitt. Ueber die Veredlung ꝛe. 261 §. 295. Vom Ausmerzen. Bei dem Zutritt einer neuen Generation muͤſſen die Ausſonderungen auf folgende Weiſe geſchehen. Alles, was gegen den groͤßten Theil der Heerde zu ſchlechte Wolle traͤgt, muß ohne Ruͤckſicht des Alters aus derſelben heraus, ſo weit es nur die uͤbrige Beſtimmung der Heerde zulaͤßt. Sind die Muͤtter- und Schoͤps-Heerden nach ihrer Wolle in Klaſſen eingetheilt, deren Anzahl der Eigenthuͤmer zu beſtimmen fuͤr gut gefunden hat, ſo werden die Zutreter nach eben dem Verhaͤltniß ein— getheilt. Die geringſte Klaſſe der Zutreter, welche den auszuſondernden Stuͤcken in der Eigenſchaft der Wolle gleichkommen, wird bei Seite geſtellt. Die Anzahl der Beſſeren von der neuen Generation be— ſtimmt nun die Anzahl der Auszuſondernden unter den aͤlteren Generationen von der geringſten Klaſſe. Iſt Ueberfluß an Mutterſchaafen vorhanden, ſo entferne man zuerſt die Mutterſchaafe der geringſten Klaſſe und hierauf erſt greife man zu den Schoͤpſen. Iſt die beſtimmte Zahl der zu entfernenden noch nicht voll, ſo nehme man die naͤchſtfolgende beſſere Klaſſe vor, und darunter zuerſt die Schoͤpſe, ſobald die Zahl der Mutterſchaafe nicht mehr verringert werden darf. Daß die geringſte Klaſſe der neuen Generation gar nicht mit eintreten kann, verſteht ſich von ſelbſt, da es hier die Gleichmachung der Heerde in Hinſicht 262 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung ꝛe⸗ der Wolle gilt. Das kraͤftigere Anſehen der juͤngeren Schaafe laͤßt leicht in den Fehler der Vorliebe ver⸗ fallen. Ein aͤlteres feinwolligeres Schaaf muß aber dem juͤngeren grobwolligeren vorgezogen werden. §. 296. Beibehaltung der feineren Schoͤpſe. Da bei der Vermiſchung verſchiedener Raſſen der Einfluß der Muͤtter ſich nur langſam verdraͤn⸗ gen laͤßt, und die maͤnnliche Zucht vor der weib⸗ lichen waͤhrend der Veredlung in der Regel die meiſten Vorzuͤge in Ruͤckſicht der Wolle behaͤlt, ſo erhoͤhet man die Feinheit der Wolle einer ganzen Heerde um ſo eher, wenn man die jungen feineren Schoͤpſe an die Stelle der groͤberen Muͤtter ſetzt, ſo viel dieſer nur entbehrt werden koͤnnen. Dieſe Maaßregel iſt aber dann erſt von Er— folg, wenn die Schoͤpsheerden ebenfalls gut ge⸗ naͤhrt und gepflegt werden. Die Moglichkeit, ſie mit geringerem Futter er⸗ halten zu koͤnnen, gibt keinen Grund ab, ſie auch ſo halten zu muͤſſen, wenn Wollzucht der Haupt⸗ zweck ſein ſoll. Es iſt ſchon einmahl geſagt wor— den, daß Schoͤpſe, gut gehalten, ſanftere Wolle geben, als wenn ſie uncaſtrirt geblieben waͤren. §. 297. Vom Ankauf feinerer Mutterſchaafe zur Aufhel⸗ fung einer veredelten Heerde. Es koͤnnen hier zwei Faͤlle Statt finden. Ent⸗ ng 0. — der jüngeren Gorliebe der⸗ f muß aber werden, pſe. ner Raſſen n verdraͤn⸗ der weib⸗ Negel die behält, ſo ner ganzen en feineren ütter ſetz, t von Er⸗ S gut ge⸗ Futter er⸗ e, ſie auch der Haupt geſagt wor⸗ ſtee Wolle waren. ur Aufhels den. Ent⸗ Dritter Abſchnitt. Ueber die Veredlung ꝛc. 263 weder ſind fuͤr den beſonderen Zuwachs beſondere Staͤhre beſtimmt, und alsdann iſt derſelbe als eine beſondere Stammheerde zu betrachten, oder: die an⸗ zukaufenden Schaafe ſollen unter die ganze Heerde vermiſcht und von denſelben Staͤhren beſprungen werden, wie die uͤbrigen Schaafe. Im letzten Fall thut Jemand wohl, keine ſolche Schaafe zu waͤhlen, welche in ihrer Feinheit vor dem Ganzen der Heerde zu weit voraus ſind. Eine ſolche Zuſammenſtellung unterhaͤlt die Ungleichheit der Heerde unnoͤthiger Weiſe; auch wird die feine Wolle nicht nach Verhaͤltniß bezahlt, ſo bald ſie nur den geringeren Theil der Partie ausmacht; und ſind die Zuchtſtaͤhre etwa noch gar geringer, als die angeſchafften Mutter, ſo iſt das Geld geradezu weggeworfen. Beim Ankauf von Zuchtſchaafen, wobei keine freie Auswahl geſtattet wird, kauft man beſſer et— was mehr, als der Bedarf erfordert, um das Ge⸗ ringere zuruͤckſetzen zu koͤnnen. 264 Zehnte Abtheilung eb er die Einrichtung ꝛe. Vierter Abhſchnitt. Ueber die Paarung insbeſondere. §. 298. Ueber das zur Paarung erforderliche Alter der Zuchtthiere. Die zu fruͤhe Zulaſſung vor vollendetem Alter duͤrfte wohl niemals eine Rechtfertigung zu erwar⸗ ten haben. Fuͤr die Wolle haben ſich keine Vortheile dar⸗ aus ergeben, und die Erhaltung einer geſunden, kraftvollen Raſſe, beruht doch auch wohl auf dem Gegenſatz. b §. 299. Ueber die Paarung⸗ Wenn bei der Beſtimmung der Paarungs⸗ zeit im Laufe eines Jahres die Futtervorraͤthe und der Zuſtand der Weide keine Beruͤckſichtigungen er⸗ fordern, ſo waͤhle man ſie ſo, daß die Lammzeit gegen das Ende Novembers oder im April er⸗ folge. Die Wolle gewinnt an Feinheit und Sanft⸗ heit in einem merklichen Grade. Wahrſcheinlich liegt der Hauptgrund in der guten Herbſtweide, und dann auch wohl mit in der Witterung. Da⸗ gegen bleiben alle Lammer, welche in den Winter⸗ Wactet — monaten dnſebe Gegen gen we ef Aele wügich tfal d nit d Vale tung de de netn ni tt a noch in Indere lage ſ le ſed etvd d bunden Ein dne d nſch die lin uc de 1 ter der im Alter lerwar⸗ eile dar⸗ ſunden, uf dem kungs⸗ the und ggen er⸗ ummzeit ril, er⸗ Sanſt⸗ heinlic ſiweide, Da⸗ Winter⸗ Viecter Abſchnitt. Ueber die Paarung insbeſondere. 265 monaten bis Ausgangs Maͤrz gebohren werden, in denſelben Heerden weit hinter jenen zuruͤck. Das Gegentheil iſt mir, in ſo weit es ganze Abtheilun⸗ gen von Heerden betrifft, noch nicht vorgekommen. * Haltung der Muͤtter und Laͤmmer. Erfordern aber die wirthſchaftlichen Umſtaͤnde andere Einrichtungen, ſo ſorge man ſo viel wie moͤglich dafuͤr, daß weder Alt noch Jung zum Nach— theil des Andern vorzugsweiſe gehalten werde, da— mit nicht der zuruͤckgeſetzte Theil an Koͤrper und Wolle mehr verliere, als durch die beſſere Hal⸗ tung des andern gewonnen werden kann. Den Begriff von Spaͤtlingen unter den Laͤm⸗ mern nimmt man verſchiedentlich. Einmahl bedeu— tet er im Allgemeinen diejenigen Laͤmmer, welche noch im April und Mai gebohren werden, und fuͤr's andere kann jede Heerde fuͤr ſich wieder ihre Spaͤt— linge haben, welche ſpaͤter als die uͤbrigen gefal— len ſind. Dies nur beilaͤufig fuͤr den Fall, daß etwa ein feſter Begriff mit dieſem Ausdruck ver— bunden werden koͤnnte. Ueber das oͤftere Paaren. Eine oͤftere Paarung im Laufe mehrerer Jahre, als eine auf ein Jahr gerechnet, bringt nicht nur an ſich die koͤrperlichen Kraͤfte mehr zuruͤck, ſondern kommt auch noch mit der Schur in Beruͤhrung. Die Schaafmutter bedarf ſo ſchon nach dem 266 Zehnte Abtheilung. Ueber die Einrichtung ꝛec. Tragen, Lammen und Saͤugen der Erholung. Sel⸗ ten iſt's, daß auch die Wolle nicht leidet. Wird ihr die Erholung waͤhrend einer Zeit von einigen Monaten nicht gewaͤhrt, ſo kann der vergroͤßerte Nachtheil fur Thier und Wolle nicht ausbleiben. Es iſt hier nur von feinen und veredelten Schaafen die Rede. 10 M Rd Ijo Pſd. 19 M. 5oo M l. — ing. Eie * Wid n einigen erglößerte bleiben. Schaafen 267 Eilfte Abtheilung. Noch einige Bemerkungen uͤber die Hal⸗ tung der Schaafe und die Art ihrer Bezeichnung. §. 300. Verhaͤltniß der Nahrhaftigkeit der verſchiedenen Futterarten nach Einhof. Der Weizen enthaͤlt von 100 Theilen 28 nahrhafte, Roggen 70 Gerſte 5 65— 70 Hafer„ ⸗ 58 Linſen ⸗. ⸗ 78 Erbſen ⸗ ⸗ 735 1 Scminlbohnen 25 Saubohnen⸗ ⸗ 692 ¼ Pferdebohnen ⸗ 23 Heu ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 50 100 Pfund Wieſenheu ſind gleich: 90 Pfd. gutes Kleeheu, Luzerne und Esparcette, 120 Pfd. Linſenſtroh, 130 Pfd. Erbſen und Wickenſtroh, 150 Pfd. Gerſtenſtroh, 190 Pfd. Haferſtroh, 5⁰0 Pfd. Weizenſtroh, 268 Eilfte Abtheilung. Noch einige Bemerkungen ꝛc. 666 Pfd. Roggenſtroh, 200 Pfd. Erdtoffeln, 266 Pfd. Moͤhren. 350 Pfd. Rotabaga, 460 Pfd. Runkeln, 524 Pfd. Waſſerruͤben. §. 301. Allgemeine bei der Schaafzucht zu beobachtende Regeln, gegen welche am meiſten gefehlt 5 1) . 2) 3) d 4) 5) wird. Die Stuͤckzahl ſtelle man in ein gehoͤriges Verhaͤltniß zum Durchſchnitt der Weide und der Futter⸗Erndte; bei magerer Weide halte man kein zu großes Vieh; die anfaͤngliche Ernaßrung der ananer ſei ſo, daß ſie ſpaͤterhin mit dem Wachschum eini— germaßen im Gleichgewicht erhalten werden kann; man beachte jederzeit das Verhaͤltniß der Nahr⸗ haftigkeit der verſchiedenen Futterarten; man unterlaſſe nicht, jedes Futter gehoͤrig zu unterſuchen, ob es dumpfig geworden ſei, und halte die Schaͤferknechte ja zum jedes⸗ maligen Aufſchuͤtteln des rauhen Futters an, damit es vom Staube gereiniget und von fri⸗ ſcher Luft durchzogen werde; die Salzſtuͤcke vertheile man niche zu weit⸗ laͤuftig; gen u. achtende ehlt gehdriges zeide und u großes er ſei ſo, um eini⸗ werden er Naht⸗ 8 thorig zu den ſei, m jedes⸗ tters an, von fri⸗ zu weit⸗ Eilfte Abtheilung. Noch einige Bemerkungen ꝛe. 269 7) bei der Abtheilung der Haufen beruͤckſichtige man nicht blos Geſchlecht und Alter, ſondern hauptſaͤchlich auch die koͤrperliche Beſchaf⸗ fenheit; 8) das Futter laſſe man nie in Gegenwart der Schaafe einlegen, damit die Vertheilung mit deſto mehr Ordnung geſchehen koͤnne und auch das Einfallen des Futters in die Wolle ver⸗ hindert werde; bei naſſem Wetter und Wege koͤnnen waͤhrend dem Einlegen Schoppen oder Remiſen auf dem Hofe zum Aufenthalt dienen; 9) die Stalltraͤnke ſei in der Naͤhe, damit man nicht noͤthig habe, die Schaafe auf weiten naſſen Wegen dahin zu treiben; 10) in der Kaͤlte laſſe man die Schaafe nie lange ſtill ſtehen, damit die Fuͤße nicht erfrieren; 11) man laſſe keine Streue von Nadelhoͤlzern ge⸗ brauchen, wenn ſie nur durch irgend etwas anderes zu erſetzen iſt; 12) das Getraͤnke halte man außerhalb des Stal⸗ les, um die Duͤnſte zu vermeiden; 13) keinen Haufen laſſe man mit Schwaͤnzen ge⸗ hen, um deſto weniger die Wolle dadurch zu entſtellen; es ſei denn bei den zum Verkauf geſtellten Staͤhren; 3 14) man mache jeden Schaafimeiſter mit einem Rezeptbuch bekannt; d 15) man ſtelle die Schaafe im Stalle nicht dich⸗ ter, als 6 Quadratfuß auf ein Stuͤck gerech⸗ 270 Eilfte Abtheilung. Noch einige Bemerkungen ꝛc. net, beruͤckſichtige aber wohl, daß durch die Pfeiler noch weniger Raum zu benutzen iſt, als ſie ſelbſt einnehmen; 16) der Hunde halte man ſo wenig wie möͤgljich, richte ſie gut ab, und vermeide das unnoͤ⸗ thige Hetzen; 17) der Schaafmeiſter ſehe wohl zu, daß die Schaafe von den Jungen nicht mißhandelt werden; 18) er gewoͤhne die Schaafe an ſeine Stimme und mache ſie nicht mißtrauiſch gegen ſich. §. 302. Einige Bemerkungen uͤber die Einrichtung der Staͤlle. Feuchte gagerſtellen muͤſſen vermieden werden. Die Geſundheit der Schaafe und die Reinheit der Wolle leiden beide gleich ſehr. Hohe Lage des Stalles, Austrocknung durch Sand, nur nicht durch Erde, Erneuerung der Sand⸗ lagen und— gehoͤrige Streue halten das Uebel ab. Zum Schutz gegen heftige und kaͤltende Zug⸗ winde, welche Alt und Jung mehr ſchaden, als die groͤßten Stuͤrme im Freien, lege man die Thuͤren nicht gerade gegenuͤber an, ſondern ſo, daß jede Thuͤre einen Theil der Wand gegen ſich uͤber hat. Die Thuͤren theile man ſo ab, daß unten ein Theil derſelben nach Gefallen zum Ueberſchreiten ſtehen bleiben und zum Durchgang der Schaafe ge— oͤffnet werden kann, damit nicht bei der Oeffnung 6 — einet Sce kann ſein. durc und ſehe der! gang, den! daß Sch und Din Einig 1 wille ſch a Jälo offnen üüge dig e ſonde weil die an Vur ingen d. aß durch de benuzen ſß vie mägich das unne daß die mißhandelt e Stimme gen ſich. btung der en werden. keinheit der ung durch der Sand⸗ Uebel ab. tende Zug⸗ en, als die die Thuͤren daß jede üͤber hak⸗ unten ein zeſchreiten ſchaafe ge Oeffnung Eilfte Abtheilung. Noch einige Bemerkungen ꝛc. 271 einer ganzen Thuͤre der Luftſtoß geradezu auf die Schaafe und beſonders auf die Laͤmmer losfahren kann. Bleibende Doppelthuͤren wuͤrden zu unbequem ſein. Will man aber die Temperatur eines Stalles durch Verhinderung des Eindranges von Zugluft und Winden moͤglichſt gleichmaͤßig erhalten, ſo ver⸗ ſehe man die Eingangsthuͤren im Innern des Stalles, oder noch beſſer von Auſſen mit einem Seiten⸗Ein⸗ gang, wie man ſolche gewoͤhnlich bei großen Gebaͤu⸗ den hat, und richte das Geſtelle deſſelben ſo ein, daß es nach Gefallen weggenommen werden kann. Das Licht muß ſowohl auf den Stand der Schaafe, als von oben herein fallen, damit Schaafe und Wolle ſeiner theilhaftig werden, aber auch die Duͤnſte ſich nicht zu ſehr unten herum aufhalten. Einige Luken oder Fenſter koͤnnten daher hoͤher ſte⸗ hen, als andere, oder auch, um der Regelmaͤßigkeis willen, uͤber einander angebracht werden. Anſtatt zu vieler koſtſpieligen Fenſter ließen ſich auch Luken mit beweglichen Holzgittern oder Jalouſien verſehen, die man nach Gefallen leicht oͤffnen und ſchließen koͤnnte, je nachdem der Wind zoͤge, oder das Eindringen friſcher Luft fuͤr nothwen⸗ dig erachtet wuͤrde. Bei neuen Anlagen ſorge man fuͤr ein abge⸗ ſondertes Lazareth, doch nicht auf der Mittagsſeite, weil die Suͤdwinde die aufloͤſendſten und daher auch die anſteckendſten ſind. Auch fuͤr die Zubereitung des Futters von Wurzelgewaͤchſen beſtimme man einen beſonderen 272 Eilfte Abtheilung. Noch einige Bemerkungen ec. Platz unter Obdach an der Seite des Stalls neben einer Thuͤre. Pfeiler im Stalle verderben mehr Raum, als der Platz betraͤgt, wo ſie ſtehen. Um ihrer zu ent⸗ behren, legt man jetzt hin und wieder die Staͤlle nur ſo tief an, als eine Balkenlaͤnge betraͤgt, oder man verſieht ſie auch mit Hangeboͤden. Sowohl in der Naͤhe des Stalles, als des Waſchplatzes, iſt ein trockner mit niedrigen Baͤumen nicht zu dicht bepflanzter Raſenplatz von vielfaͤltigem Nutzen. §. 3⁰3. Von der oͤftern Unterſuchung der Heerde. Die Schaafe zu oft beunruhigen zu wollen, waͤre zweckwidrig. Allein eine vierteljaͤhrige Unter⸗ ſuchung aller einzelnen Stuͤcke iſt doch nothwendig. Das Plagen mit den Augenaufreißen iſt aber ohne andere ſchlimme Nebenanzeigen noch nicht einmal noͤthig. Es bedarf nur des Verſuchs, ob die Wolle in gewoͤhnlicher Feſtigkeit aufſitzt. Man merkt dies ſchon, wenn man an einer Stelle den Star! nur anzieht, ohne ihn auszureißen. Die Wiederholung des Zupfens an demſelben Thiere aber taͤuſchet, in⸗ dem es ſchon gleich beim erſten Verſuch die Haut zuſammenzieht. S. 304. Vom Bezeichnen der Schaafe. Hoͤchſtens bei Zuchtſtaͤmmen und bei Verſu⸗ chen iſt die Numerirung jedes einzelnen Stuͤcks einer Eil — äner die K horet ſind ſie in odet laſſen fen au bringt beſtän fuͤr e nicht lich d 8 kerben eignen nen d ſtamm gen e. tall neben laum, ad ter zu en die Staͤl agt, oder als des Bäͤumen elfaltigem erde, wolen, ge Unter⸗ thwendig. aber ohne t einmal die Voll nerkt dies tan nut derholung ſchet, in⸗ die Haut Verſi⸗ n Stück einer Eilfte Abtheilung. Noch einige Bemerkungen ꝛc. 273 einer Heerde von Nutzen. Außerdem iſt es genug die Klaſſe zu bezeichnen, unter welche ein Stuͤck ge⸗ hoͤret, und zur Bezeichnung der verſchiedenen Klaſſen ſind allgemeine Merkmale hinreichend. Man kann ſie in der Form einer Rundung, oder eines Winkels, oder auch einer zuſammengeſetzten Figur beſtehen laſſen. Entweder brennt man die Zeichen den Schaa⸗ fen auf der Stirne ein, wie in Spanien, oder man bringt ſie an den Ohren in nicht zu großen, ſondern beſtaͤndig erkennbaren Figuren an. Beide Ohren bieten ſechs verſchiedene Stellen fuͤr eben ſo viele Klaſſen zur Bezeichnung dar, die nicht mit einander verwechſelt werden koͤnnen, naͤm⸗ lich die beiden Spitzen und die vier Seiten. Bei den Staͤhren ſind die Hoͤrner zum Ein⸗ kerben der Nummern in roͤmiſchen Zahlen am ge⸗ eignetſten, und die inneren und aͤuſſeren Seiten koͤn⸗ nen dazu genommen werden, je nachdem man die Ab⸗ ſtammung zugleich mit bezeichnen will. 274 Zwoͤlfte Abtheilung. Ueber die Sicherung des Erfolgs bei Ver⸗ ſuchen in Betreff der Schaafzucht. §. 305⸗ Ausgemachte Wahrheiten uͤber dieſen oder jenen Erfolg in Betreff der Veredlung koͤnnen ſich nur auf zuverlaͤßige Kenntniſſe von den Eigenſchaften der Wolle und der Schaafe und auf zuverlaͤßige Beobachtungen des Ganges der Sache und aller da— bei verknuͤpften Umſtaͤnde in Betreff der Haltung und aͤußerer Einwirkungen gruͤnden. Es laſſen ſich in dieſen Beziehungen folgende Fragen aufwerfen: 1) wie war die Geſtalt der urſpruͤnglich gemeinen Mutterraſſe im Verhaͤltniß zu den zugelaſſe⸗ nen Staͤhren? und welches Verhaͤltniß herrſchte ohngefaͤhr zwiſchen den beiderſeitigen Raſſen uͤberhaupt von denen die Zuchtſtaͤhre genom⸗ men wurden? 2) Wie war die Wolle der Muͤtter in Ruͤckſicht ihrer Gleichartigkeit beſchaffen? 3) Nach welchen Prinzipien ging man, inſofern es eine ganze Heerde betraf, bei der jaͤhrli— chen Ausſonderung zu Werke. Uebe derſuc Stat Zwoͤlfte Abtheilung. Ueber die Sicherung ꝛc. 275 — 4) Hatte man ſich der Individuen der verſchie— denen Generationen bei den Muͤttern verſichert? 5) Wie waren die Zuchtſtaͤhre in Ruͤckſicht der Wolle beſchaffen? Von welchem Feinheits⸗ H grade? Wie in Ruͤckſicht der Sanftheit? Wie 5 in Ruͤckſicht der Dichtheit und der durchgaͤn⸗ bei Ver gigen Beſchaffenheit am ganzen Koͤrper? ucht, 6) War die Paarung durch beſtimmte Zuchtthiere von beiden Seiten geſichert? 2) Wie verhielt ſich der ſpaͤter bei dem jungen der jenen Schaaf gebrauchte Staͤhr in ſeinen Eigen⸗ ſch mr ſchaften zu dem fruͤher bei der Mutter deſſel⸗ genſchefen ben gebrauchten? werläßige 8) Wie verhielt ſich das Alter der einzelnen Zucht⸗ allee da⸗ thiere bei den jedesmaligen Paarungen? dattun 9) War die Paarungszeit dieſeibe? liſen ſ 10) Wie waren Nahrung, Wartung und Pflege? fwerfer 11) Wie Weide und Witterung waͤhrend den 8 Jahreszeiten, in denen die Muͤtter traͤchtig genenn gingen? zugelaſſe⸗ F herrſc en Naſen Ueber die Einrichtung der Verſuche in Be⸗ 3 treff der Wollzucht. te genom⸗ ¹) In Ruͤckſicht der Fortpflanzung Ruücſſcht verſuche man die Wirkung eines und deſſelben Staͤhres mit Muͤttern von verſchiedener Wolle, von verſchiedener Geſtalt, er jähi von verſchiedenem Alter, und verſchiedenem Zuſtand, 276 Zwoͤlfte Abtheilung. Ueber die Sicherung ꝛc. bei verſchiedener Nahrung und bei verſchiedener Paarungszeit; umgekehrt: Die Wirkung mehrerer Staͤhre bei den⸗ ſelben Verſchiedenheiten, die hier zuvor angegeben ſind, mit mehreren Muͤttern von moͤglichſt glei— cher Beſchaffenheit in Ruͤckſicht der Wolle, der Ge⸗ ſtalt, des Alters und Zuſtandes, und unter glei⸗ chen Umſtaͤnden der Nahrungs⸗ und Paarungszeit. 2) In Betreff der Haltung. Die Wirkungen verſchiedener Futterarten ver⸗ ſuche man eine lange Zeit hindurch mit einerlei Futter, Getraͤnke und Salzlecke, wie bisher in gleicher Quantitaͤt auf meh⸗ rere Stuͤcke von verſchiedenem Geſchlecht und Alter, uͤbrigens unter gleichen Ver⸗ haͤltniſſen; mit einerlei Futter in verſchiedenen Quan⸗ titaͤten auf mehrere Stuͤcke von verſchiede⸗ nem Geſchlecht, uͤbrigens unter gleichen Ver⸗ haͤltniſſen; mit einerlei Getraͤnke verfahre man eben ſo, waͤhrend dem Futter und Salzlecke wie bis⸗ her gelaſſen werden; desgleichen mit einerlei Salzlecke, waͤhrend dem Futter und Getraͤnke gleich bleiben. 3 Hierbei iſt nun die Hauptregel zu beobachten, daß, waͤhrend dem zu dem einen Zweck Verſuche angeſtellt werden, in allen uͤbrigen Verhaͤltniſſen tung d. — 3 kahrung un aarungszet, te bei der t angegeben ichſt glei⸗ lle, der Ge⸗ unter glei⸗ ꝛrungszät. erarten ver⸗ Salzlecke auf meh⸗ Geſchlecht ichen Ver⸗ ten Quan⸗ verſchiede⸗ dchen Ver⸗ n eben ſo, ke wie bis⸗ dem Futter beobachten ek Verſuch Verhäldiſt Zwoͤlfte Abtheilung. Ueber die Sicherung ꝛc. 272 nicht die mindeſten Veraͤnderungen vorgenommen werden duͤrfen. Eine Verbindung mehrerer Verſuche, welche nur einen und denſelben Zweck betreffen, kann erſt dann nach Grundſaͤtzen angewendet werden, wenn man die Wirkungen der verſchiedenen einzelnen Ver⸗ ſuche ſchon kennt. 3) In Betreff der Paarungszeit. Die Wirkung einer und derſelben Paarungs⸗ zeit auf die verſchiedenen Raſſen und ſelbſt auf das Geſchlecht, beobachte man unter der ſtrengſten Hal⸗ tung einer gleichen Futterung, Behandlungsart und Pflege, und eines gleich temperirten Aufenthalts. Zur Erforſchung der Wirkungen verſchiedener Paarungszeiten auf die Zucht von moͤglichſt gleich⸗ artigen Muͤttern in jeder Hinſicht, beobachte man ebenfalls gleiche Behandlung, und, ſo weit es die Winterzeit betrifft, eine Temperatur, wie ſie ge⸗ woͤhnlich gehalten worden iſt. 4) In Betreff der Temperatur. Zu Verſuchen uͤber die verſchiedenen Einwir⸗ kungen der Waͤrme und Kaͤlte auf Thier, Haut und Wolle, nehme man moͤglichſt gleichartige Thiere von einerlei Geſchlecht bei gleicher Nahrung, War⸗ tung und Pflege. Mit Laͤmmern von gleichem Alter bei moͤg⸗ lichſt gleicher Haut und Feinheit der Wolle, wuͤr⸗ den ſich dieſe Verſuche am leichteſten anſteilen laſ⸗ 278 Zwoͤlfte Abtheilung. Ueber die Sicherung ꝛc. ſen; eben ſo wichtig waͤren ſie aber auch bei er— wachſenen Schaafen. Dergleichen Aufgaben zu loͤſen iſt nicht Jeder⸗ manns und auch nicht eines Mannes Sache, weil beſondere oͤrtliche Einrichtungen, Koſten und die Umſtaͤndlichkeit einer beſtaͤndigen Aufſicht damit ver⸗ knuͤpft ſind. Wohl aber eignen ſie ſich fuͤr Ver— eine, von denen jedes Glied nach Gefallen etwas von anzuſtellenden Verſuchen uͤbernehmen koͤnnte. Erſt, wenn ſie planmaͤßig angelegt und wiederholt werden, laſſen ſich Wahrheiten aufſtellen. In dem Fall, daß man mit gewiſſen Verhaͤlt— niſſen noch ganz unbekannt iſt, lege man die Ver⸗ ſuche ſo an, daß der Erfolg unfehlbar erkannt wer⸗ den muß, und zwar durch Erhoͤhung der Quantitaͤt, ſobald es nicht auf die Unterſuchung einer Qualitaͤt ankoͤmmt. Wo es aber dieſe gilt, da mache man die Verſuche mit der Einwirkung auf das Schwaͤchere. Uebe Ein de A zwecm 8 Reing Gleich 8 ¹ vill wi der N Alſches de Zu Stnre einzanen deren) line R d. — it Jo⸗ ache, veil und die amit hek⸗ ür Ve k. en etwas könnte. iederhol Verhaͤlt⸗ die Ver⸗ nt wer⸗ antität, Malitat mache auf das Dreizehnte Abtheilung. Ueber die Behandlung der Wolle bei der Schur. §. 306. Darſtellung der Wolle⸗ Eine Hauptſorgfalt des Produzenten muß die ſein, den Werth der Wolle als Waare durch keine un⸗ zweckmaͤßige Behandlung zu vermindern. Die Behandlung der Wolle betrift ſowohl ihre Reinheit, als ihre Darſtellung in einer gewiſſen Gleichartigkeit. §. 307. Vorzuͤge der Waͤſche auf den Schaafen⸗ Um den natuͤrlichen Zuſtand des Fließes ſo viel wie moͤglich zu erhalten, ſo iſt das Waſchen der Wolle auf den Schaafen dem Waſchen nach dem Abſcheeren vorzuziehen. Das letztere vernichtet mehr den Zuſtand des natuͤrlichen Wuchſes, bringt die Stapel aus ihrem Zuſammenhange, verwickelt die einzelnen Haͤrchen, verbirgt zum Theil ihre Spitzen, deren Beurtheilung doch ſo nothwendig iſt, macht eine Nachſortirung unmoͤglich, verdirbt die Woͤlle 280 Dreizehnte Abtheilung. Ueber die Behandlung ꝛc. noch durch angreifende Ingredienzen oder Zuthaten, und beguͤnſtiget ihre Vermiſchung mit allerlei anderer Wolle. §. 308. Vom Waſchen⸗ Daß ſich groͤbere Wolle leichter waſchen laͤßt als feinere, kommt daher, daß die feinere nicht allein wegen ihrer beſſeren Haltung, mehr Schweiß und Fett an ſich hat als die groͤbere, ſondern auch weil ſie wegen des dichteren Wuchſes und der Kruͤmmun⸗ gen die anklebenden Unreinigkeiten nicht ſo leicht fahren laͤßt, als loſe und ſchlicht gewachſene Wolle. ggwiſchen dem Einweichen und der eigentlichen Waͤſche darf man die Wolle nicht trocken werden laſſen. Hartes Baſſe verhaͤrtet das Mark, ſchließt die Poren und verdichtet den aͤußeren Schweiß. Alles Waſſer, das zur Haushaltungswaͤſche vorzuͤglich tauglich iſt, iſt auch fuͤr die Wolle brauchbar. Das Trocknen der Schaafe in brennender Son⸗ nenhitze macht die Wolle ſproͤde. Es iſt beſſer, ſie kommen an einen freien Ort in den Schatten. Bei niedrigen Gewaͤſſern, in denen gewaſchen werden muß, lege man unbewegliche Floͤße mit grob abgehobelten Brettern verſehen, an, ſo daß weder durch die Waͤſcher, noch durch die Schaafe der Grund getruͤbt werden kann. Wer etwas mehr Koſten anwenden will, der —˖OOQO—QO——:—;—:——ᷣ—:—’—x—— 8A — baue Stell Waſſ Waſ ſch Sht Auss 3 bei ma wil wert dew che des wen noc hers 1os ſt ung r. — äthatn lei andete ſhen laͤßt nict allein weiß und auch weil Krümmun⸗ ſo leict ne Woll. gentlichen a werden chließt de gswaͤſche de Wolle ander Sor⸗ beſſer, ſe tten. gwriha mit grob daß weder der Grund will, de Dreizehnte Abtheilung. Ueber die Behandlung ec. 281 baue vor einem Waſſerfall, oder vor einer ſolchen Stelle, wo ſich einer anbringen laͤßt, wenn auch der Waſſerſpiegel nur ſo hoch reichen ſollte, daß das Waſſer ſo eben uͤberlaufen kann, einen Kaſten, der ſich mit Waſſer anfuͤllen und durch angebrachte Schuͤtzen ſich wieder davon entledigen laͤßt. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß das Ein⸗ und Austreiben ſo geſchehen muß, daß das zufließende Waſſer gar nicht getruͤbt werde. Geſchieht die Anlage bei einer Muͤhle, ſo muß bei oberſchlaͤchtigen Rinnen der Waſſerfall, wenn man ſich deſſelben zum letzten Abwaſchen bedienen will, nicht zu hoch herabſtroͤmen, ſondern gemaͤßiget werden, was durch ſchraͤge Lagen von Brettern leicht bewerkſtelliget werden kann. Die Hauptſache bleibt aber immer das ſanftere Waſſer und das Verhuͤten des Aufruͤhrens des Grundes. Ob Teich⸗ oder Flußwaſſer, iſ üürigens gleich, wenn es nur weich iſt. §. 309. Vom Scheeren. Wer ſeine Wolle lieb hat, der laſſe die Woll noch nicht ſcheeren, ſo lange ſie feucht iſt. Der Scheerplatz muß moͤglichſt rein gehalten werden. Der feine Staub der ſich nach dem erſten Ausfegen wieder ſetzt, iſt fuͤr die Wolle der aller⸗ ſchlimmſte. Eigentlich muß der Boden eines Scheerplatzes 282 Dreizehnte Abtheilung. Ueber die Behandlung ꝛc. mit behobelten Brettern belegt werden, und nach der Mitte hin abſchuͤſſig ſein. Vor dem Scheerplatz und üͤber demſelben darf nichts liegen, was der Wind leicht daruͤber wehen kann. Die verſchiedenen Haufen nehme man nach der Reihe vor, theile aber jeden Haufen vorher in ſeine verſchiedenen Sorten ab, und fange bei der feinſten an, damit man den Abfall davon zuletzt beiſammen habe. Die Scheeren muͤſſen etwas hohl und faſt un⸗ merklich ſtumpf geſchliffen ſein. Die Wolle darf nicht zu dicht abgeſchoren werden, damit ſowohl Verletzungen verhuͤtet und die Inſekten deſto eher abgehalten, als auch das Bren⸗ nen der Sonne deſto mehr verhindert und die ſo nothwendige Wiederzuſammenſchließung der Stapel nach der Schur befoͤrdert werde. Auch muß die Wolle allenthalben gleich hoch, nicht ſtufenfoͤrmig abgeſchoren werden. Die aͤußere Geſtalt der Haare bleibt dabei am gleichfoͤrmigſten. Auf drei bis vier Scheerer beſtimme man eine Perſon zum Halten der Schaafe beim Abſcheeren und hauptſaͤchlich zum Herumwenden derſelben, damit die Fließe moͤglichſt unverſehrt bleiben. Wer die reine Stuͤckwolle auflieſt, darf die un— reine nicht mit aufleſen, damit jene, wenn ſie ſonſt fehlerfrei iſt, mit eingebuͤndelt werden kann. Eine beſonders dazu beſtimmte Perſon muß fuͤr die beſtaͤndige Reinhaltung des Platzes ſorgen. lben der er wehen nach der in ſeine feinſten ſammen faſt un⸗ eſchoren und die Bren⸗ die ſo Stapel hoch, außere nigſten. an eine ſcherren damit die un⸗ eſanſt muß gen Dreizehnte Abtheilung. Ueber die Behandlung ꝛc. 283 §. 310. Scheeren der Laͤmmer⸗ Wenn die Laͤmmer ſo fruͤhzeitig fallen, daß ihre Wolle bei der Schur die Laͤnge eines Zolls ohngefaͤhr erreicht, ſo iſt gewaſchene Lammwolle im⸗ mer ein ſehr begehrter Artikel. Das Scheeren der Laͤmmer darf dagegen nicht unterlaſſen werden, weil ſie ſonſt vom Ungeziefer zu ſehr geplagt werden, hauptſaͤchlich aber, weil ſich die natuͤrlichen Spitzen der Lammwolle mit dem fort⸗ ſchreitenden Wachsthum faſt gaͤnzlich entkraͤuſeln, ſproͤder und groͤber werden, und auch fruͤhzeitig an— fangen ſich zu entfaͤrben und abzuſterben. Dadurch vermindert ſich der Werth der naͤchſten Wolle um Vieles. Im Sortiment muͤſſen dergleichen Fließe jedesmal um eine Klaſſe zuruͤck geſetzt werden, folglich erniedrigen die Spitzen der Lammwolle die Fließe um einen Werth von 4 bis 6 Thalern auf den Stein. §. 311. Vom Sortiren der Wolle auf den Shaͤfereien. Wenn Alles, was die Wolle entſtellen kann, von den Fließen abgenommen worden iſt, ſo wuͤrde eine weitere Zerſtuͤckelung der Fließe nach der Ver— ſchiedenheit der Theile vergeblich ſein, indem ein ſolches Verfahren eine beſtaͤndige Bekanntſchaft mit den Sortimenten und ihren Veraͤnderungen im Groß⸗ handel unumgaͤnglich erfordern wuͤrde, wenn auch 284 Dreizehnte Abtheilung. Ueber die Behandlung ꝛc. die Heerden an ſich groß genug waͤren, um fuͤr mehrere Sortimente bedeutende Quantitaͤten zu liefern. Selbſt die genaueſte Kenntniß der Wolle wuͤrde dabei noch kein ſicherer Fuhrer ſein, weil man nicht wiſſen kann, welche Art von genauerer Sortirung em Kaͤufer genuͤgen moͤchte. Das erſte, was der Produzent zu thun hat, wenn alle abweichenden Theile am Rande eines Fließes weggenommen ſind, iſt im Gegentheil das Zerſtuͤckeln des Haupttheils zu verhuͤten. Dieſer muß moͤglichſt unverſehrt ge⸗ llaſſen werden. Daß aber eine Sortirung in gan⸗ zen Fließen ſowohl fuͤr Kaͤufer, als Verkaͤufer, nur vortheilhaft ſein konne, dieſes bedarf keines Beweiſes. Offene Darſtellung einer Waare verhuͤtet Taͤu⸗ ſchung. Sobald die Abtheilung ganzer Fließe in gewiſſe Sorten nur auf die Art geſchieht, daß nur Nichts dadurch verdorben wird, ſo entſteht der Vortheil fuͤr beide Theile, daß de Verkaͤufer eher weiß, was er verkauft, und der Kaͤufer, was er kauft. Widerſinnig wuͤrde es ſein, von dem Pro⸗ duzenten fordern zu wollen, daß er alles Abwei⸗ chende von Wolle in der ganzen Partie verſteckt laſſe. Dieſes Verlangens erwaͤhne ich hier nur im Vorbeigehen, weil es hin und wieder zuweilen ge⸗ aͤußert worden iſt. Der Nutzen einer ſolchen Ver⸗ miſchung iſt fuͤr beide Theile nur abwechſelnd, und — ſbih det J boing gibti gewaſ terſt einge wandt wyac Un ſ nach um fu ttaͤten z olle wunde nan aicht Sortieung vas der eichenden nen ſind, up theil ſehrt g⸗ in gan⸗ ekiufen keines tet Tau⸗ ließe in iß nur entſteht akaufer *, was m Pbo⸗ Abwei⸗ verſteck nr im len ge⸗ a Per⸗ d, und Dreizehnte Abtheilung. Ueber die Behandlung ꝛc. 283 der Verluſt wird nicht immer dem rechten Erben wiedererſtattet. §. 312. Vom Verpacken in Buͤndeln. Das Verpacken der Wolle in Buͤndeln ge⸗ ſchieht noch hin und wieder mit Wickeln, die aus der Wolle ſelbſt gedreht ſind. Dieſes Drehen aber bringt die Wolle aus ihrer natuͤrlichen Geſtalt; es gibt ihr das Anſehen, als waͤre ſie nach der Schur gewaſchen, erſchwert die Sortirung, und der Fut⸗ terſtaub wird durch dieſes Einwickeln noch feſter eingedruͤckt.. Uebrigens wird die Scheerſeite nach unten ge⸗ wandt und Kopf bei Kopf gelegt. §. 313. 34 Vom Liegenlaſſen unverpackter Wolle. Der Ort ſei nicht feucht. Wenn man einen Sack Wolle auch nur 8 Tage auf trockener Erde ſtehen laͤßt, ſo faͤngt die Wolle ſchon an zu ſtocken. §. 514. Vom Verpacken in Saͤchen. Alle Schlacht⸗ und Raufwolle wird beſonders verpackt; desgleichen auch alle Lammwolle. Die Unterſcheidung der uͤbrigen Wolle nach dem Ge— ſchlecht oder Alter iſt nicht noͤthig, ſobald die Fließe nach ihrer Feinheit von einander abgeſondert ſind. 286 Dreizehnte Abcheilung. Ueber die Behandlung ic. Die Saͤcke mache man nicht zu eng. Je en⸗ ger der Sack, deſto ſchwieriger das Eintreten, deſto mehr erfordert er Zeug und ſetzt eine groͤßere Ober⸗ flaͤhhe der Wolle dem Staub und Regen aus, als ein weiterer Sack. Man mache ſie ohngefaͤhr 4 Ellen weit und 5 Ellen lang. Das Einſacken muß behutſam geſchehen, da⸗ mit kein Fließ zerriſſen werde. Ddiichtes Einſtopfen verhindert das Eindringen des Regens. §. 315. Vom Verladen. Wenn die Wolle uneingeſackt in bloßen Buͤn⸗ deln verladen wird, ſo ſorge man dafuͤr, daß ſich auf den Planen keine Verriefungen ſetzen, in denen ſich der Regen ſammeln koͤnnte. fodd luſt der Ider word Nut ein Un Ver ung. — . Jeer eten, deſt zere Ober aus, als gefähr den, da⸗ ndringen n Büͤn⸗ ſc n denen 287 Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung des Geldertrags einer Schaͤferei. §. 316. Bei allen Unternehmungen, welche Kapitalien er⸗ fordern, wird der Erfolg oder der Ertrag und Ver⸗ luſt mit der Groͤße der verwendeten Kapitalien ver⸗ glichen, es ſei unter der Benennung von Zinſen oder Prozenten oder unter andern Benennungen. Entweder gehen die Kapitalien bei jeder neuen Unternehmung zugleich mit dem Ertrag auf einmal oder theilweiſe wieder ein, oder die Kapitalien blei⸗ ben in den Gegenſtaͤnden, auf die ſie verwendet worden ſind, ſtehen, und werfen einen beſtaͤndigen Nutzen ab. Dieſe heißt man die ſtehenden, und jene die laufenden Kapitalien. Eiine Schaͤferei iſt ein Gegenſtand, der ſowohl ein ſtehendes, als ein laufendes Kapital erfordert. Das ſtehende Kapital betrifft diejenigen Ge⸗ genſtaͤnde, welche die Grundlagen zu ſeiner beſtaͤn⸗ digen Nutzung ausmachen, und in einem gewiſſen Umfang beſtaͤndig vorhanden ſein muͤſſen, deren Veraͤußerung alſo in ſo weit dem eigentlichen Zweck 288 Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung ꝛc. der Unternehmung zuwider laufen wuͤrde. Die Be⸗ ſtandtheile des ſtehenden Kapitals ſind: 1) die Heerden; 2) die Grundſtucke; ſowohl die Gebaͤude, als die Laͤndereien, welche ausſchließlich fuͤr die Schaͤferei beſtimmt ſind; e 3) beſondere Anſtalten; z. B. Waſſerleitungen, Waſch-Anſtalten u. ſ. w. 4) Geraͤthſchaften, welche ausſchließlich zur Schaͤ⸗ ferei gehoͤren, und bei einem nicht ganz un⸗ bedeutenden Werthe auf immer oder auf laͤngere Zeit brauchbar ſind. Das laufende Kapital dagegen betrifft alle Ge⸗ genſtaͤnde und Unkoſten, deren Anſchaffung und Be⸗ ſtreitung jaͤhrlich wiederkehrt. Eine Rechnung, welche die Nutzung eines Ka⸗ pitals darſtellen ſoll, heißt eine Geld⸗Ertrags⸗ Rechnung. Die Auseinanderſetzung der Nutzung einer Schaͤ⸗ ferei wird erreicht, wenn die Summe des ſtehenden und laufenden Kapitals mit ihren Zinſen auf der einen Seite gegen die Summe des Werths vergli⸗ chen wird, welcher aus der Schaͤferei gezogen wor⸗ den iſt, oder gegen den rohen Ertrag mit Zuzie⸗ hung ſeiner Zinſen und des Werths aller der Schaͤ⸗ ferei verbliebenen Beſtaͤnde. Nach jedem Rechnungsabſchluß gibt das letzte Inventarium die Grundlage fuͤr die naͤchſte Ertrags⸗ rechnung. In dieſer wird der Werth des letzten Inventariums mit Zuziehung des Kapital⸗ Zuſchuſſes und Gier: b und der den folg Beſtände de machen nommen benden, nung o gegeng 2 manh den) ferei be ung ale und wid wd, d Danſa D ſebenn ſtehen ten ke Dee hin alsge Eine ing n. · Die Be⸗ eude, ad fur die 7 eitungen, ur Scha⸗ dder auf alle Ge⸗ Und Be⸗ ines Ka⸗ Ertrags⸗ Schä⸗ tehenden auf der z vergl⸗ zen wor⸗ t Zuzie⸗ er Schä⸗ as leßte Ertrags⸗ letzten nſchuſts und Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung ꝛc. 289 und der laufenden Ausgaben wieder verglichen gegen den folgenden Ertrag mit Zuziehung der nächſen Beſtaͤnde. Das Vorhandene und das Hinzukommende machen die erſte Abtheilung, und das Herausge⸗ nommene oder Abgehende mit Zuziehung des Blei⸗ benden, die zweite Abtheilung einer ſolchen Rech⸗ nung aus, wovon die eine gegen die andere im ent⸗ gegengeſetzten Verhaͤltniß ſteht. Bei der Fuͤhrung der ganzen Rechnung hat man hauptſaͤchlich zu bemerken, daß Alles, was aus den Mitteln der Schaͤferei wieder zu ihrem Beſten verwendet wird, z. B. Futter von den Schaͤferei⸗ Grundſtuͤcken oder Duͤnger, welcher wieder auf die⸗ ſelben hinkoͤmmt, in beiden Theilen der Rechnung mit gleichen Werthanſaͤtzen eingetragen wird. Zur Ausmittelung des Geldertrags einer Schaͤ⸗ ferei bedarf es zwar nicht nothwendig der Anmer⸗ kung alles deſſen, was aus der Schaͤferei herkoͤmmt und wieder unmittelbar zu ihrem Nutzen verwendet wird, allein unvollſtaͤndig bleibt in dieſem Dall d die Darſtell ung immer. Die Hauptabtheilungen der Rechnung koͤnnen in der⸗ ſelben nach einander folgen, oder auch auf zwei gegenuͤber⸗ ſtehenden Seiten gefuͤhrt werden. Ihre Ueberſchrif⸗ ten koͤnnen ſein: Kapitalbeſtand und Abgang. Die erſte enthaͤlt das letzte Inventarium mit den hinzugekommenen Ausgaben, und die zweite die her⸗ ausgezogenen Gelder und das neue Inventarium. Eine jede dieſer Unterabtheilungen laſſe man fuͤr [ 19 1 290 Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung ꝛc. ———— ſich allein. Die Ueberſicht eines jeden iſt mehr werth, als die anſcheinende Bequemlichkeit einer Tabelle, welche die Ordnungsfolge der Theile auf⸗ hebt, die der Zweck der Rechnung erfordert. Die Rubrikenfolge, welche man in den In— ventarien einmahl einfuͤhrt, duͤrfen nicht ohne Noth veraͤndert werden; eben ſo wenig die Rubriken fuͤr den Zuſchuß des laufenden Kapitals und fuͤr die herausgenommenen Gelder und den Abgang. Von Allem, was aus den Mitteln der Schaͤ⸗ ferei ſelbſt, ohne baare Auslagen, wieder zu ihrem Beſten verwendet wird, bringe man den Werth in eine beſondere Summe, ſo wie von Allem, was baare Geldauslagen erfordert hat. Alles Verkaufte, alles zu beſonderen Zwecken ohne Geld⸗Einnahme Verwendete, und alles, was verloren geht, bringe man uner, beſdndene Rubriken. Die Werrchanſaͤtze von Allem, was ohne Geld⸗ einnahme abgeht, muͤſſen den Anſatzen im vorher⸗ gehenden Inventarium, oder in dem Kapitalzuſchuß im Laufe des Jahres, gleich ſein. Zur Unterſuchung des Ertrags iſt noch erfor⸗ derlich, daß im neuen Inventarium von den Me⸗ liorationen, deren Nutzung ſich auf einige Jahre hinaus erſtreckt, die noch ruͤckſtaͤndige Nutzung in Anſchlag gebracht werde, ſobald die Meliorationen, auch wenn ſie aus den eigenen Mitteln der Schaͤ⸗ ferei herruͤhren, unter dem Kapitalzuſchuß aufge⸗ fuͤhrt worden ſind. ung u. — iiſ mr hkeit einer heile af t. den Ire ne Nih rifen ſür far die er Scha⸗ zu ihrem Verth in m, wa Zwecken d alles, beſonden Geld⸗ vorher⸗ lzuſchuß h erfor⸗ en Me⸗ Jahr zung in retnen, , Scha aufge⸗ —j— —O Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung ꝛc. 291 —— Eben ſo muß von allen Gegenſtaͤnden, welche ſich in ihrem Werthe nach und nach vermindern, ein gewiſſer Werth in Abzug gebracht werden. Durch die Vergleichung des Werthes des vo⸗ rigen Inventariums mit Zuziehung des Kapitalzu⸗ ſchuſſes im Laufe des Jahres gegen den Werth al⸗ les Abgangs mit Zuziehung des Werthes des neuen Inventariums, ergibt ſich der Erfolg im Rein— Ertrag oder im Verluſt. Um aber bei einer großen Schaͤferei deſto deut⸗ licher uͤberſehen zu koͤnnen, nicht nur wie ſich ihr Ertrag zu den auf ſie verwendeten ſtehenden und laufenden Kapitalien verhalte, ſondern auch, ob der Gewinn oder Verluſt von voruͤbergehenden Zufaͤllen, oder von den Verhaͤltniſſen der Einrichtung zu dem Werthe der Produkte abgehangen habe, iſt erfor⸗ derlich, daß die Nachweiſung des ſtehenden Kapi⸗ tals abgeſondert werde von der eigentlichen Ertrags⸗ Rechnung, welche das laufende Kapital nebſt den Zinſen von dieſem und dem ſtehenden Kapital ver⸗ gleicht, gegen den rohen Ertrag mit Zuziehung des Werthes aller Beſtaͤnde, welche von dem ſtehenden Kapital keine Beſtandtheile ausmachen. In dieſem letzten Fall hat man nur zu bemer⸗ ken, daß alle Meliorationen, welche auf die Kapi⸗ tal-Rechnung als Zuſchuß kommen, und ſich ab⸗ nutzen, bei der naͤchſten Inventur eine verhaͤltniß⸗ maͤßige Minderung des Werthes erleiden muͤſſen. Werden ſie aber auf die Ertragsrechnung als eine reine Auslage gebracht, ſo muß bei der naͤchſten 292 Dieröeß nte Abtheilung. Ueber die Berechnung ꝛe. Inventur die noch ruͤckſtaͤndige Nutzung nach Ver⸗ A haͤltniß in Anſchlag gebracht, und dem 2 t des 1 V Inventariums zugefuͤgt werden. Die abgeſonderte Kapital⸗ Nechnuna enthält im erſten Theil: bii a) das letzte Inventarium des kihenden zech Kapitals, naͤmlich: umd V 1) den Werth der Heerden, n A 2) der Grundſtuͤcke und Anſtalten, 1 V 3) der dauernden Geraͤthſchaften von Werth. 2)! b) den wachsſazanfe des Rechiungä h Jahres: 9 1) aus den Mitteln der Heerde ohne Geldauslagen, Iin einer abgeſonderten Summe, r 2) in Kapitalzuſchuͤſſen,. luan a) fuͤr angeſchafftes Vieh,. b) füͤr angeſchaffte Grundſtuͤcke, c) fuͤr neue Anlagen anderer Art, kau d) fuͤr dauernde Geraͤthſchaften, nch wieder in einer beſonderen Summe.— füt Der zweite Theil enthaͤlt: bei 1) allen Abgang. ¹i a) Alles Verkaufte, nach den Rubriken: Vieh, ag⸗ Grundſtücke, Geraͤthſchaften, gleich viel ob gegen Jwe gleich baare Zahlung, oder auf Borg; dieſe Aus⸗ einanderſetzungen gehoͤren anders wohin. und, b) Alles zu andern Zwecken Verwendete, iſ aallenfalls mit den Unterabtheilungen: 1) zur der Haushaltung, 2) zu Anlagen, nach dem Werthe des Inventariums oder des Ankaufs. 1) t. — nch Va⸗ erthe des khalt im denden th. nungs⸗ uslagen, Vieh, bgegen ·ſe Aus⸗ ndete, ) zur ch dem lnkauß — ——ʒ:;ʒ—⅓·—————— Bierzehnte Abiheilung, Ueber die Berechnung ꝛc. 293 c) Alles rein Berſavaggegoingene, ebenfalls nach dem Werthe des Inventariums oder des Ankaufs, unter denſelben Rubriken, wie bei a. Man verſuche hierbei keine Aenderung der Ru⸗ briken. Die Sachbeſtaͤnde ſind in beſonderen Ver⸗ zeichniſſen zu uͤberſehen. Hier handelt es ſich nur um die Art der Vermehrung und Verminderung des Kapitals. 2) alle Beſtaͤnde, oder das neue Inventarium a) von Vieh, nach einer neuen Taxe, b) von Grundſtuͤcken, und c) von Geraͤthſchaften, mit Beieſchäges ihrer Abnußuns⸗ Der Kapital⸗Rechnung gebe man 2 Haupt⸗Co⸗ lumnen fuͤr den Geldbetrag, die erſte fuͤr die einzelnen Poſten, und die zweite fuͤr die Summe jeder Rubrik. Wenn man im zweiten Theil die Rubrik ver⸗ kauft und alsdann das ganze neue Inventarium noch mit 2 beſonderen Columnen verſieht, die eine fuͤr den Gewinn und die andere fuͤr den Verluſt bei jedem einzelnen Poſten im Vergleich mit den Anſaͤtzen derſelben im erſten Theil, ſo leiſtet eine ſo eingerichtete Kapital⸗Rechnung den Forderungen ihres Zwece Genuͤge. Bei der Vergleichung des vorhandenen Kapitals und des Zuſchuſſes gegen den Abgang und den Beſtand iſt nämlich zuletzt noch die Nachweiſung der Verän⸗ derung des Kapitals erforderlich. Dieſe Veraͤnderung wird nachgewieſen, 1) in den vermeyrenden Theilen: 294 Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung ꝛc. a) im Zuwachs aus der Schaͤferei ohne baare Auslagen; b) im neuen Kapital⸗Zuſchuß; c) im Gewinn beim Verkauf; ventarium; V 2) in den vermindernden Theilen: V a) im Verkauf mit Verluſt; V b) zu andern Zwecken verwendet; fuͤr die Haus⸗ haltung, zu andern Anlagen; c) im reinen Verluſt oder in verloren gegan⸗ genen Gegenſtaͤnden; d) in der Erniedrigung des Werthes im neuen Inventarium. Jede neue Kapital⸗Rechnung erfordert die Wie⸗ derholung des letzten Inventariums in dem erſten Theil, doch ohne die Rubriken mit Gewinn und Verluſt. Die abgeſonderte Ertragsrechnung enthaͤlt im erſten Theil: den Kapitals: 1) alle zu Anfang des Rechnungsjahres vorhande⸗ nen Futtervorraͤthe und Streumittel; 2) alle noch zu nutzenden Meliorationen, welche in der Kapital⸗Rechnung nicht aufgefuͤhrt ſind; 3) allen Duͤngervorrath; 4) alle Wollvorraͤthe, 5) alles vorraͤthige junge Vieh, welches noch nicht in die Kapital⸗Rechnung uͤbergetragen iſt; d) in der Erhoͤhung des Werths im neuen In⸗ 2) das letzte Inventarium des laufen⸗ — nach nelen tdo tariun lumn Haus⸗ gegtn⸗ neuen Wie⸗ erſten n und t im ufen⸗ hande⸗ lche it ſind; ˖tich ſt; Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung ꝛc. 295 ſaͤmmtlich mit ihrem veranſchlagten Werthe. b) Futter, im Laufe des Jahres aus den Laͤndereien der Schaͤferei ge⸗ nommen. c) Futter von andern Guͤtern. d) Baare Auslagen. 1) fuͤr Fucter und Streue, 2) fuͤr Lohn aller Art, 3) fuͤr kleinere Geraͤthſchaften. e) Zinſenbetrag vom laufenden und vom ſtehenden Kapital. Die Ertrags⸗Rechnung enthaͤlt im zweiten Theil:— 1) allen Abgang; a) alles verkaufte Vieh, Futter und Geraͤthe, b) alles zur Haushaltung genommene Vieh, c) alles zu andern Zwecken verwendete Futter und Geraͤthe; 2) alle Beſtaͤnde; a) alle Vorraͤthe von jungem Vieh, Wolle, Duͤnger, Futter und Streumittel; b) alle ruͤckſtaͤndigen Nutzungen. In der Ertragsrechnung werden alle Beſtaͤnde nach einem laufenden Werthe angeſetzt, und in der neuen Rechnung eben ſo aufgefuͤhrt. Nach dem Schluß laͤßt ſich auseinanderſetzen, was an den Gegenſtaͤnden des vorjaͤhrigen Inven⸗ tariums gewonnen oder verloren worden iſt. Die Ertragsrechnung kann mit 2 Haupt⸗Co⸗ lumnen in jedem Theil gefuͤhrt werden, die eine fuͤr 296 Vierzehnte Abtheilung. Ueber die Berechnung ꝛc. die einzelnen Poſten, und die andere fuͤr die Sum⸗ men der Rubriken. Fuͤr Gewinn und Verluſt an dem vorjaͤhrigen Inventarium koͤnnen 2 beſondere Columnen vorgeſetzt werden.. Die Haupttheile der Rechnungen koͤnnen zur Ueberſchrift haben: Auslagen und Ertrag. Sie laſſen ſich ſowohl nach einander, als gegen einander uͤber fuͤhren. Sowohl die jaͤhrlichen Kapital⸗ als Ertrags⸗ Rechnungen ſind nur allgemeine Auszuͤge, denen die ſpeziellen Beſtand⸗Rechnungen in beſonderen Buͤchern oder auch die Journale zur Grundlage dienen muͤſſen. Kein ſolches Formular iſt dazu geeignet, als Tagebuch zur erſten Aufzeichnung der Vorfaͤlle ge⸗ braucht zu werden. 8 π☛ Ju. — de Sun⸗ rjährigen vorgeſett nen zur g. ls gegen enen die Buchern muͤſſen. net, als alle ge⸗ MPerzeichniß derjenigen Schaͤfereien, deren Heerden mir bis in den December 1819 genau bekannt geworden ſind. Mit Recht kann hier die Koͤnigliche Stammſchaͤ⸗ ferei zu Frankenfelde bei Wriezen an der Oder vorangehen. Waren auch die verſchiedenen Staͤmme derſel⸗ ben bei ihrer Ankunft in ſich noch vermiſcht, ſo enthielten ſie doch, wenn auch in der minderen Zahl, ſolche Individuen, beſonders unter den Staͤhren, daß ſie in Ruͤckſicht ihrer Wolle als einzige Muſter aufgeſtellt werden konnten, deren Erlangung fuͤr den Staat ein dauernder Gewinn bleiben wird. Zum Beweis davon dient nicht nur der wie⸗ derholte hoͤchſte Marktpreiß der Wolle— ſelbſt in dieſem Jahre wurden im Durchſchnitt 32 Rthlr. fuͤr den Stein, und von einem zweiten Kaͤufer dem erſten 33 Rthlr. auf der Stelle wiederbezahlt— ſondern das Geſagte beſtaͤtiget ſich auch durch den Erfolg der Paarung der vorzuͤglichſten Staͤhre aus der Stammſchaͤferei in andern Heerden, deren Be⸗ ſitzer ſich ſeitdem damit verſehen haben, z. B. in den Heerden zu Reſewitz und Polſchildern. 299 Verzeichniß derjenigen Schaͤfereien ꝛc. Wenn aber nicht alle Schaͤfereibeſitzer, die daran Theil genommen haben, mit dem Erfolg zu⸗ frieden geweſen ſind, ſo hat dies wohl mit an der Auswahl oder an der nachherigen Haltung gelegen. Zur Vorbeugung von Mißgriffen fuͤr Diejeni⸗ gen, welche mit den erforderlichen Eigenſchaften ei⸗ nes Zuchtſtaͤhres noch nicht bekannt genug ſind, hat es die Koͤnigliche General-Adminiſtration fuͤr gut befunden, bei den Auctionen von jedem Individuum, ſo wie es zum Verkauf geſtellt wird, die Klaſſe angeben zu laſſen, in welche es in Ruͤckſicht der Feinheit ſeiner Wolle gehoͤrt. Die Abtheilung der Stammſchaͤferei, volche nach Panten bei Liegnitz gekommen iſt, hatte zwar bei der Verlooſung zufallig einen groͤßeren Theil, ſowohl von Staͤhren als Schaafen mit minder vor⸗ zuͤglichen Eigenſchaften bekommen, deren Verkauf ihr bei den Beſitzern eigener guter Heerden noch nicht den Ruf begruͤnden konnte, den man nach dem Zweck einer ſolchen Anſtalt beſonders in Schleſien und gerade in der Gegend erwartet hatte; allein der Ankauf der geringeren Zuchtthiere lag in Jedermanns freiem Willen, und dann waren ſie doch auch ſelbſt bei ihren minder guten Eigenſchaften eine wirkliche Verbeſſerung fuͤr manche der dortigen Heerden. Nunmehr, da alle geringwolligen Stuͤcke beider⸗ lei Geſchlechts aus dieſer Stammſchaͤferei entfernt find, und die Zucht mit einer Einſicht und Sorgfalt von der Adminiſtration geleitet wird, bei der nichts mehr zu wuͤnſchen uͤbrig bleibt, laͤßt ſich voraus⸗ 8 —B— ncche Halt Krar vervo Verzeichniß derjenigen Schaͤfereien ꝛc. 299 ſehen, daß dieſelbe in wenigen Jahren ſchwerlich von einer andern in durchgaͤngiger Feinheit und Gleichartigkeit uͤbertroffen werden wird, indem ſie eben ſolche vorzuͤgliche Individuen, wie die zu Fran⸗ kenfelde, unter der Heerde zaͤhlt. b Da zugleich die Haltung der Schaafe ſowohl zu Panten als zu Frankenfelde muſterhaft und die Lokale ſo zweckmaͤßig wie moͤglich eingerichtet ſind, ſo empfehlen ſich beide Anſtalten allen angehenden Landwirthen und Schaafmeiſtern, die ſich in der Be⸗ urtheilung der Schaafe und Wolle, ſo wie in der Haltung, und beſonders in der Behandlung der Krankheiten unter dem Adminiſtrator Lezius noch vervollkommnen wollen, von ſelbſt. Bevor ich das weitere Verzeichniß derjenigen Schaͤfereien folgen laſſe, welche ich bisher durch eine genaue Unterſuchung habe kennen lernen, halte ich es nicht fuͤr uͤberfluͤſſig, denjenigen Gutsherren und Schaͤfereibeſitzern, die mit dem Zweck und der Art einer ſolchen Muſterung noch nicht genau bekannt ſind, folgende kurze Erklaͤrung daruͤber zu geben. Fuͤr alle Heerden werden 5 Klaſſen von In⸗ dividuen feſtgeſetzt.— In die erſte kommen alle Individuen, welche eine Feinheit von 24 Graden und daruͤber haben. Durchgaͤngige Gleichartigkeit auf dem ganzen Koͤrper wird vorausgeſetzt. In die zweite kommen diejenigen, welche zwar noch durchgaͤngig gleich, aber minderfein ſind, und ohngefaͤhr mit dem 2oſten Grade anfangen. 390 Verzeichniß derjenigen Schaͤferein ꝛc. In die uͤbrigen drei Klaſſen kommen alle mit ungleichartiger Wolle, ebenfalls nach dem Unterſchied ihrer abnehmenden Feinheit und Gleichartigkeit. Jedes Stuͤck wird an den Ohren durch Ein⸗ ſchnitte bezeichnet. Die Staͤhre werden noch genauer beurtheilt. Zur erſten Klaſſe kommen diejenigen, welche auch am ganzen Unterkorper gleichartige hochfeine Wolle tragen; nur mit ſolchen werden die 3 erſten Klaſſen der Schaafe belegt. Zur zweiten Klaſſe kommen zwar auch noch gleichartige, aber minderfeine Staͤhre. Dieſe bleiben fuͤr die uͤbrigen Schaafe. 3 Kein Staͤhr mit ungleichartiger Wolle wird zur Zucht genommen. Der Eigenthuͤmer oder der Disponent kennt nun das Schlechtere und das Beſſere. Er weiß, was zuerſt aus der Heerde zu entfernen und was beizubehalten iſt. Bei der Leitung der Paarung geht er um ſo ſicherer, und uͤber das Werthverhaͤltniß der Wolle ſeiner Heerden bekommt er eine um ſo zuver⸗ laͤſſigere Ueberſicht. Iſt einmal eine Heerde ſo geordnet, ſo laͤßt ſie ſich leicht dabei erhalten. Wer ſich ſelbſt immerfort in der Unterſuchung der Wolle uͤbt, ſchreitet in der Kenntniß immer weiter, vorausgeſetzt, daß er voll⸗ kommene Muſter beſtaͤndig vor Augen haben kann, oder ſich von ihren Merkmalen eine richtige Vorſtel⸗ lung zu erhalten weiß. Ein Leitfaden dabei moͤgen die gegenwaͤrtigen Abhandlungen ſein. Vo eher halt Ver Pr vil eine det lung wie lernen Verzeichniß derjenigen Schaͤfereien ꝛc. 30¾ Welcher Landwirth wird nun nicht ſeine Zucht⸗ ſchaafe aus ſolchen Heerden nehmen, von denen er uͤberzeugt iſt, daß alles geringe Vieh daraus entfernt gehalten und die Paarung nach richtigen Grundſaͤtzen geleitet wird, indem jede erſte Klaſſe von Schaafen und Staͤhren, als ein vollkommener Zuchtſtamm zu betrachten iſt? Die hiernaͤchſt vergeichneren Schaͤfereien kann ich aber nicht bloß dem Landwirth, ſondern auch dem Fabrikanten empfehlen. Wer das Beſſere will, liebt auch Ordnung in der Haltung der Schaafe und in der Darſtellung der Wolle als Waare. Obgleich mancher Schaͤfereibeſitzer in den letzten Jahren durch eine vorzuͤgliche Behandlung der Wolle bei der geringeren Concurrenz von Kaͤufern eher Schaden als Nutzen gehabt hat, ſo wird ſich der Werth und der Ruf des Beſſeren doch nur er⸗ halten. Ich bin daher uͤberzeugt, daß das nachſtehende Verzeichniß Manchem, der die darin angegebenen Provinzen zu dieſem Zweck zum erſtenmal bereiſen will, ſehr willkommen ſeyn wird. Daher fuͤhre ich einige Schaͤfereien mit auf, deren Ruf ſchon begruͤn⸗ det genug iſt, als daß es einer eigentlichen Empfeh⸗ lung derſelben noch beduͤrfte. Ich werde ſie in der Ordnung folgen laſſen, wie ich ſie mit der Zeit nach einander habe kennen lernen. 3⁰2 Verzeichniß derzenigen Schaͤfereien ꝛc. Daß ſie nicht alle auf gleicher Stufe ſtehen koͤnnen, iſt leicht begreiflich. Es wird aber Niemand verlangen koͤnnen, daß ich hier der einen vor der andern vorzugsweiſe er⸗ waͤhnen ſollte. Außer mehreren Beruͤckſichtigungen wird ſchon der einzige Grund mich deshalb entſchul⸗ digen, weil eine Heerde, welche dieſes Jahr noch V ungleichartig war, ſich nach einigen Jahren durch V eigene Zucht und fremden Zuwachs den erſten gleich gehoben haben kann. — d — t ſehe en, daß veiſe er⸗ tigungen entſchul⸗ r noch durch gleich —xxOeWfxͤ—— 303 Verzeichniß der von mir bis zum Dezember 1819 gemuſter⸗ ten Schaͤfereien. —— Neuhardenberg bei Berlin, mit einem vor— trefflichen ſpaniſchen Zuchtſtamm, Sr. Durchlaucht dem Fuͤrſten Staatskanzler gehoͤrig; die Muſte— rung iſt 3 Jahre lang wiederholt worden. Moͤglin bei Berlin, dem Herrn Staatsrath Thaͤr gehoͤrig; ob ich gleich dieſe Schaͤferei nicht ge⸗ muſtert habe, indem ſie beſtaͤndig gemuſtert ge— halten wird, ſo fuͤhre ich ſie blos darum hier auf, weil ihr mit die erſte Stelle gebuͤhrt; ſo auch Cunersdorf, dem Herrn Grafen von Itzen⸗ plitz; Bretzel, dem Herrn Baron von Eckart— ſtein; Trampe, dem Herrn Grafen von der Schulenburg gehoͤrig, und Parez unter dem Koͤniglichen Oberamtmann Herrn Uebel. In Hinterpommern. Chotzlow bei Stolpe; Herr Hauptmann Koͤhn von Jaski; 304 Verzeichniß der von mir bis zum Dezember 119 ꝛc. Chmelenz, Herr Graf von Krokow; Rettkewiz, Herr Hauptmann von bei Stolpe Selchow; und Tauenzien, Herr Major von Bonin; Neuſtadt. Winceczin, Herr von Eberts; Manow bei Coͤslin, Herr Rittmeiſter von Gla⸗ ſenapp; Wendiſch⸗Tychow bei Schlawe, Herr von Kleiſt. Finkenſtein mit den zugsſörigen Guͤtern, der Frau Obermarſchal lin, hezin. von Dohna ge⸗ hoͤrig. In— Belſchwitz bei Rieſenburg, Herr Oberſt von Bruͤneck. In Weſtpreußen. Subkau bei Dirſchau, der koͤnigliche Oberamt⸗ mann Herr Hein; Oſtrowick bei Marienwerder, der koͤnigliche Ober⸗ amtmann Herr Gries. Im Großherzogthum Poſen. Owinsk, dem Herr Canonicus von Treskow gehoͤrig. ò +. i Stulye und Neuſtadt. n Gla— derr von n, der hna ge⸗ erſt von beramt⸗ e Ober⸗ reskow Verzeichniß gemuſterter Schaͤfereien. 305 In Schleſien. Reſewitz mit den zugehoͤrigen Guͤtern bei Oels und Bernſtadt; die Muſterung iſt durch mich ſchon dreimal wiederholt worden; dem ſchleſiſchen Herrn General⸗Landſchafts⸗Direktor, Grafen von Dyhrn gehoͤrig; Pohlſchildern bei Liegnitz mit Rettkau; die Muſterung iſt hier ebenfalls, mit Ausſchluß der verpachteten Guͤter, ſchon dreimal durch mich wie— derholt worden; dem Herrn wirklichen geheimen Ober⸗Regierungsrath und Departemen ts⸗Direktor Grafen von Hardenberg gehoͤrig; Schierau bei Haynau, dem koͤniglichen Oberamt⸗ mann Heran Block gehoͤrig; dieſe Schaͤferei war von dem Beſitzer ſelbſt gehoͤrig geordnet; Pantenan bei Liegnitz mit den zugehoͤrigen Guͤ⸗ tern, dem Herrn Cammerherrn Baron von Roth⸗ kirch⸗Trach gehoͤrig; die fernere Muſterung der Heerden iſt mir ebenfalls aufgetragen; Petersdorf, Herr Oberamtmann Bies; auch hier wird die Muſte⸗ rung fortgeſetzt; Blumenberg, Herr Major Baron H bei von Zedlitz; desgleichen; Haynau, Steinsdorf, Herr Landrath von Johnſtone. Leiſersdorf bei Goldberg, Herr Kern; Zobten bei Loͤwenberg, dem Herrn Oberſt Grafen von Noſtitz gehoͤrig; die fernere Muſterung iſt mir auch hier aufgetragen; 2/ — 396 Verzeichniß gemuſterter Schaͤfereien. Weißenrode bei Liegnitz, Herr Frommhold; Caſimir und Groͤhnig bei Leobſchuͤtz, dem Herrn geheimen Oberſinanz⸗Rath von Prittwitz ge⸗ hoͤrig; die fernere Muſterung diefer Heerden wird durch mich fortgeſetzt werden; Grotz⸗Elgut bei Leobſchuͤtz, Herr von Gräͤvez Oberglogau mit den zugehoͤrigen Guͤ⸗ tern, Frau Graͤfin von Oppersdorf; Doberau dosgleichen; Herr Graf von Seherr⸗Toſt; ei Dombrowka, Herr Major von 3 1 Oppeln Dallwig; und 7 F 2? e n Damerau mit den zugehoͤrigen Guͤ⸗ Brieg. tern, Herr Regierungs⸗Rath von Ziegler; Schoͤnewitz, Herr Major von Arn⸗ ſtaͤdt; Bernſtadt, Herr Amtsrath Fiſcher; Buchelsdorf bei Namslau, Herr Oberamtmann Buchwald; Wartenberg die freie Standesherrſchaft, mit Aus⸗ ſchluß der verpachteten Guͤter, Sr. Durchlaucht dem Prinzen von Curland gehoͤrig; Bankau bei Creuzburg, Herr Graf von Be⸗ thuſi; Greß ſchweinern bei Creuzburg, Herr Landes⸗ lteſier von Spiegel; Sternatig, Hr. Oberamtm. Bieneck; bei Ro⸗ Schoͤnwald mit Zubehoͤr, Herr Land⸗ ſenberg. rath von Jordan; —, 2—, — — hold dem Herrn twitz ge eden witd taͤve; 8* amtmann mit Aus⸗ urchlaucht von Be⸗ Landes⸗ bei Ro⸗ enberg⸗ Verzeichniß gemuſterter Schaͤfereien. 307 Wierusczow bei Kempen, Sr. Exzellenz dem Herrn Oberpraͤſidenten Zerboni di Spoſetti gehorig; Kloſter Camenz mit den uͤbrigen Domainen Sr. Majeſtaͤt des Koͤnigs von Holland; und Baͤrtelsdorf mit den uͤbrigen Guͤtern, dem Herrn Cammerherrn von Mutius gehoͤrig, ſind be⸗ kannt. Da es hier nur meine Abſicht iſt, derjenigen Schaͤ⸗ ſereien zu erwaͤhnen, die ich genau habe kennen lernen, ſo verweiſe ich die Leſer, welche von den uͤbrigen Schaͤfcreien beſonders in Oberſchle⸗ ſien naͤhere Kenntniß zu haben wuͤnſchen„ auf die ökonomiſchen Neuigkeiten. In der Mittelmark. Carow bei Fehrbellin; Sr. Exzellenz dem Herrn General- Lieutenant und General⸗Adjutant Sr. Majeſtaͤt, von dem Kneſebeck gehoͤrig; Liebenwalde bei Oranienburg; der koͤnigl. Ober⸗ amtmann Hert Runde; Booſen bei Frankfurt a. d. O., dem Herrn ge⸗ heimen Rath Nicolai gehoͤrig; Trebnitz bei Muͤncheberg, dem Herrn Laͤndrath von Pannewitz gehoͤrig; Reichenberg bei Neuhardenberg, Herr von Te⸗ tenborn; 308 Verzeichniß gemuſterter Schaͤfereien. Im Koͤnigreich Hannover. Schloß Hardenberg mit einem echten ſpaniſchen Zuchtſtamm, Sr. Exzellenz, dem koͤnigl. Preuſ⸗ ſiſchen Herrn Geheimen Rath und Großkreuz, Grafen von Hardenberg gehoͤrig. In Hinterpommern. Knipphof bei Naugard, Herr Rittmeiſter von Bismark; Plath mit den uͤbrigen Guͤtern, Herr von Oſten; Heydebreck bei Plath, Herr von Knobelsdorf; Treptow an der Rega, der koͤnigliche Oberamt⸗ mann Herr Frohnhoͤfer. Trieglaff, die Erben des Herrn Major von Oerzen. er von ſten; dorf beramk or von 6 8 L 9 1AageJenanaéahean . — LeLLAAILLTLI ſ1l' Hlnatdnn V 1 hn L el Wauqdanaa ananhnn 1 ſh th nnunnag mnnin 0 u 2 3 4 5 7 8 9„ 10 Colour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnhite Grey Grey 2. 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