8 ———— v—-———P————n—::...:— ————————. 4— — 4 Di Die Ernährung der Pflanzen und die Statik des Landbaues. Ei Aeof des dr — 4 ₰ „ ₰⸗ 4 n 2* — 2 127 2. ℳ Die Cah Ernährung der Pflanzen und die Statik des Landbaues. Eine von der dritten Verſammlung deutſcher Land⸗ und Forſtwirthe zu Potsdam 1839 gekrönte preisltchrikt von Dr. F. X. Hlubek, Profeſſor der Land- und Forſtwirthſchaft am Joanneum zu Grätz, Referent des Centrale der k. k. Landwirthſchafts-Geſellſchaft in Steiermark, Mitglied der k. k. Univerſität zu Lemberg und mehrerer landwirthſchaftlichen Vereine des In⸗ und Auslandes. — Prag, J. G. Calve'ſche Buchhandlung. 1841. — Motto der Preisſchrift: un Hridaa tantun Ne saturare fimo pinqui pudeat sola, neve d Effetos cinerem immundum jactarere per agros. 4 Virg. Georg. 4 ened bor — 12 A Sr. Hoheit, dem durchlauchtigſten Prinzen und Herrn Markgrafen Wilhelm von Baden, General der Infanterie, General⸗Commandant des Badiſchen Armee⸗ Corps, Präſident der Centralſtelle des Großherzogl. Badiſchen land⸗ wirthſchaftlichen Vereins zu Carlsruhe ꝛc. ꝛc. ꝛc., tiefſter Ehrfurcht gewidmet. △ 3 ſchen Eute einer Conen dam 100 6 genſta Jruch degete gend N unbel niſſ Nal Eure Hoheit! Durchlauchtigſter Prinz und Herr! Bei Gelegenheit der zweiten Verſammlung der deut⸗ ſchen Landwirthe zu Carlsruhe im Jahre 1838 haben Eure Hoheit geruht, die Statik des Landbaues zu einer Preisaufgabe zu erheben, die Beurtheilung der Concurrenzſchriften der nächſten Verſammlung zu Pots⸗ dam zu überlaſſen, und die gekrönte Preisſchrift mit 100 Ducaten zu belohnen. Die tiefe Einſicht Ew. Hoheit hat alſo einen Ge⸗ genſtand zu einer Preisaufgabe erhoben, welcher als die Frucht des phyſiologiſch⸗ chemiſchen Forſchens über das vegetabiliſche Leben und der hundertjährigen Erfahrun⸗ gen der Landwirthſchaft erſcheint. Mir waren die Schwierigkeiten einer Wiſſenſchaft nicht unbekannt, bei welcher ſo viele und heterogene Erkennt— niſſe die Grundlage bilden, und bei welcher zum erſten Male das aus ſo vielfältigen uellen geſchöpfte Mate— riale geprüft und zu einem ſyſtematiſch geordneten Gan⸗ zen zuſammengeſtellt werden ſollte. Ich fühlte dieſe Schwierigkeiten um ſo mehr, als ich die Ueberzeugung hege, daß alle unſere Erfahrungen und Beobachtungen einer mathematiſchen Behandlung fähig ſind, und daß ſie nur dadurch zu einem zuverläſſigen Führer für die künftigen Forſcher erhoben werden. Schüchtern legte ich daher die Hand an's Werk, und ſchüchtern beförderte ich meine Arbeit an das Präſidium des landwirthſchaftlichen Vereins zu Carlsruhe mit der unterthänigen Bitte: Höchſtdasſelbe wolle geruhen die Einleitung zu treffen, daß dieſelbe der zur Prüfung der Coneurrenzſchriften zuſammengeſetzten Commiſſion über⸗ geben werde. Die Herren Preisrichter: A. Block, Amtsrath zu Schierau in Preußen; L. Koppe, Amtsrath auf Wol⸗ — ₰ — 2— lup wir⸗ in dir ben mei nen ert han⸗ ich und ihig gen und um der die lup in Preußen; Dr. J. Neſtler, Profeſſor der Land⸗ wirthſchaft in Olmütz; Dr. Schulze, Rittergutsbeſitzer in Sachſen, und J. Thaer, Landes⸗Oekonomierath und Director der Ackerbauſchule zu Möglin in Preußen, ha⸗ ben in Anbetracht der Schwierigkeiten des Gegenſtandes meine Arbeit nachſichtsvoll beurtheilt und ihr unter den neun eingelangten Concurrenzſchriften den Preis zu⸗ erkannt. Wenn ich gleich die Mängel, die meine Arbeit beſitzt, zu gut fühle, ſo glaube ich doch die Grenzen der Beſchei⸗ denheit nicht zu verletzen, wenn ich die Bemerkung bei⸗ füge, daß dieſelbe nicht nur Alles umfaßt, was auf die Statik des Landbaues Bezug hat, ſondern daß ſie auch die Grundlinien zu einer Wiſſenſchaft gezogen hat, deren Verwirklichung noch den kommenden Generationen vor⸗ behalten iſt. Da Eure Großherzogliche Hoheit die Grund⸗ legung zu einer ſowohl in land- als ſtaatswirthſchaft⸗ licher Beziehung wichtigen Wiſſenſchaft veranlaßt haben, ſo wollen Höchſtdieſelben die genehmigte Dedication meiner Arbeit als den wärmſten Dank anſehen, wel⸗ chen ich im Nameen der deutſchen Landwirthe dem Prin⸗ zen des uralten und berühmten Hauſes„Zähringen“, als einem der erhabenſten Beſchützer und Beförderer des landwirthſchaftlichen Forſchens im neunzehnten Jahr⸗ hunderte, in tiefſter Ehrfurcht an den Tag lege. Grätz, den 20. April 4841. . f. X. Hlubek. 3 Dorwoöort. — Obwohl mich die Statik des geſammten landwirthſchaftli⸗ chen Gewerbes überhaupt und insbeſondere die des Ackerbaues ſeit mehrern Jahren beſchäftigt, ſo war ich doch weit entfernt, jetzt ſchon hierüber etwas zu ſchreiben und noch weniger zur öffentli— chen Kenntniß zu bringen. Ich war es um ſo weniger Willens, als ich die Ueberzeugung hege, daß die unreifen Geburten, an denen leider die gegenwärtige landwirthſchaftliche Literatur ſo reich iſt, wieder nur eine unreife Nachkommenſchaft erzeugen, und ſtatt Klarheit und Deutlichkeit nur Verwirrung anrichten. Wenn ich mich jetzt, in Folge der Erhebung dieſes Gegen— ſtandes zu einer Preisaufgabe von Seiten Sr. Hoheit des durch— lauchtigſten Herrn Markgrafen Wilhelm von Baden, ent— ſchließe, über die Statik des Landbaues zu ſchreiben, ſo iſt dieß nicht ein Zeichen, daß ich bereits das abſolut Wahre in Betreff der Erſchöpfung des Bodens und der Größe und Beſchaffenheit des zu leiſtenden Erſatzes ergründet habe; ich bin im Gegentheile der Anſicht, daß eine Statik des Acker— baues, wie ſie von einem ſtreng mathematiſchen Standpuncte XII durchgeführt werden ſoll, mit Rückſicht auf den gegenwärtigen Zu— ſtand der Pflanzenphyſiologie, die Erkenntniſſe des electro⸗galva⸗ niſchen Proceſſes unſerer Erde, und die Verſuche, welche bisher über die Erſchöpfung des Bodens durch die Culturgewächſe ein geholt wurden, gegenwärtig noch nicht zu Stande gebracht werden kann, und daß daher jede Bemühung dieſer Art als ein bloßer Verſuch, als ein Beitrag zu einer Wiſſenſchaft angeſehen werden muß, deren Zuſtandebringung künftigen Generationen vor— behalten iſt. Es iſt daher nicht ein Eigendünkel, nicht der die Wahrheit untergrabende fanatiſche Ehrgeiz, der dem Streben ſeine Befrie— digung zum Ziele ſetzt, ja nicht ein bloßes Gelüſten nach der ma⸗ teriellen Frucht die Veranlaſſung zu der gegenwärtigen Ab⸗ handlung, ſondern die Gelegenheit, ein Urtheil von Männern, die ſich mit Recht einen europäiſchen Ruf im Gebiete des landwirth— ſchaftlichen Forſchens erworben haben, zu vernehmen: ob die ge— genwärtige Abhandlung, als Beitrag zur Statik des Ackerbaues, zur Veröffentlichung nicht geeignet erſcheinen dürfte, um vielleicht Andere durch dieſelbe zum weitern Forſchen ebenſo anzuregen, wie mich die Arbeiten Thaer's, Jordan's, Burger's, Block's, Thünen’s und Wulffens angeregt haben. Wenn ich im Verlaufe der Abhandlung andere Anſichten ent— wickle und Irrthümer in den Angaben der angeführten Autoren nachweiſe, ſo iſt dieß nur ein Zeichen, daß ich ihren ausgezeichne— ten Werken ein beſonderes Studium ſchenkte, und Herder's Spruch oder Wulffen's Motto: „Wenn in einer ſchweren Sache nur der Anfang ge⸗ macht iſt, werden Mehrere gereizt, die Mängel zu verbeſſern und den unbetretenen Weg, auf wel— chem Einer auch nicht weit kam, weiterhin zu ver⸗ folgen“ zu erfüllen trachtete. Ich erkenne es nur zu gut, daß es keiner beſondern Mühe bedarf, um die Fehler Anderer zu entdecken, zu rügen und oft ein neues Compoſitum aus den gegebenen Stoffen zu bilden; lang 6 gen Id XIII ich erkenne aber auch, wie ſchwer, ja äußerſt ſchwer es iſt, auf dem Wege der eigenen Erfahrung und Prüfung etwas Neues und zugleich Beſſeres zu ſchaffen. Ich bekenne daher offen, daß, wenn es mir durch die ge— genwärtige Abhandlung gelungen ſeyn ſollte, auch nur ein ein— ziges ſicheres Zeichen zur fernern Erſteigung einer ſo erhabenen und vielſeitig verzweigten Gebirgskette auszuſtecken, ich es nur jenen Männern verdanke, welche mir mehr als den Weg zeig— ten, auf welchem man nicht wandeln ſoll, wenn man jene An— höhe erreichen will, von welcher allein die Gegenſtände klar und deutlich erſcheinen.— Was die Art der Durchführung des Gegenſtandes anbe⸗ langt, ſo ſehe ich mich hier ſchon veranlaßt, zwei Einwendun— gen zu begegnen, die gegen die Methode gemacht werden könnten. Dieſe Einwendungen ſind: 1. Daß ſich die Abhandlung zu ſehr in das Gebiet der Pflanzenphyſiologie und Chemie eingelaſſen hat, und 2. daß die mathematiſche Form keine allgemeine Verſtänd⸗ lichkeit, mithin auch keine praktiſche Brauchbarkeit beſitzt. Was die erſte Einwendung anbelangt, ſo glaube ich, daß ſie nur von Landwirthen gemacht werden kann, die noch nie über ihre eigene Beſchäftigung nachgedacht haben. Die Landwirthſchaftslehre iſt allerdings keine Naturwiſſen— ſchaft, allein ſie iſt die Anwendung der Naturwiſſenſchaften bei der Pflanzen⸗ und Thierproduction; eine erfolgreiche Anwen⸗ dung ſetzt aber die Kenntniß der Naturgeſetze voraus, weil ſie die einzigen Waffen ſind, mit welchen allein die erhabene Na— tur bekämpft werden kann. Sollen die Erſcheinungen, welche die Pflanzenproduction be⸗ gleiten, auf ihren letzten Grund zurückgeführt und Maßregeln für die Praxis aus denſelben abgeleitet werden, ſo kann dieß nicht anders, als durch das Anführen der Ergebniſſe der phyſiologi⸗ XIV ſchen und chemiſchen Unterſuchungen des vegetabiliſchen Lebens bewerkſtelligt werden.— Was die mathematiſche Form betrifft, ſo erheben ſich meh— rere Stimmen gegen dieſelbe auch in der neueſten Zeit. Die Allgemeine landwirthſchaftliche Zeitung von 1838 führt in einer ihrer Nummern die Behauptung auf: „Es iſt eine Vermeſſenheit, eine in allen Verhältniſſen an— ders, als aus der Luft gegriffene Scala der Statik geben zu wollen; die Landwirthſchaft iſt wohl zum Beobachter, aber nicht zum Buchhalter der Natur beſtimmt.“ Man würde dem Herrn dieſer Aeußerung zu viel Ehre er— weiſen, wenn man dieſelbe einer Widerlegung würdigen würde. Ich füge daher bloß die Bemerkung bei: daß ein Landwirth, ohne Buchhalter zu ſeyn, ohne ein beſtimmtes Verhältniß zwi— ſchen Urſache und Wirkung feſtſtellen zu können, in die Kate⸗ gorie der Schwätzer gehört. Nach einer andern Quelle glaubt man die beſte Statik des Landbaues darin gefunden zu haben, daß man den Acker „gut bearbeitet und hinreichend und gut düngt“, d. h. mit andern Worten: die beſte Philoſophie iſt: gut eſſen und trin— ken, und den Rauſch auf einem gut zubereiteten Bett aus— zuſchlafen. Mögen doch die Stimmen, welche ſich gegen die mathe— matiſche Form erheben, das Werk:„Novum organum scien- tiarum“, London 1820, deutſch von Brück, Leipzig 1830, des großen Bacon von Verulam zur Hand nehmen; mö⸗ gen ſie die Worte Whewell's beherzigen, welche er in ſei— nem Werke:„History of the inductive sciences“ etc., deutſch von Littrow, Wien 1839, über Bacon's Me⸗ thode ausgeſprochen hat, und welche lauten: „Das von ihm(Bacon) uns hinterlaſſene Erbtheil(ſeine mathematiſche Methode) ſoll erhalten, ſoll vermehrt werden. — — häle daſ ven mat XV Seine Methode ſoll auf die ſeitdem erworbenen neuen Er— kenntniſſe der Natur angewendet werden, und jeder derſelben ſoll, wenn möglich, jener Grad der Sicherheit und Feſtigkeit gewährt werden, deſſen wir uns in der klarſten und ſicherſten aller Wiſſenſchaften, der Mathematik, mit Recht erfreuen.“ Mögen die mathematikſcheuen Landwirthe Pascal, Fer⸗ mat, Laplace und Quttelet befragen, woher die Er— ſtern die Einheit zu ihrer Wahrſcheinlichkeits-Rechnung(Trac-— tatus de ludo aleae, Baſel 1713, und Theorie analitique des probabilités, par Laplace, Paris 1820), und Letzterer zur Berechnung der menſchlichen Fähigkeiten(Brüſſel 1837, deutſch von Dr. Riecke, Stuttgart 1838) entnommen haben. Sollen unſere Erfahrungen ſchwankender ſeyn, als der Zu— fall eines Spiels, als die Theorie über Muskel- und Nerven⸗ thätigkeit? Die Mathematik iſt eine bloße Form unſers Denkens. Sie verkörpert unſere Gedanken, Anſchauungen und Erfahrungen durch Zahlen oder Linien, und indem ſie dieſe theils unterein— ander, theils miteinander verknüpft, bahnt ſie dem menſchli⸗ chen Verſtande den Weg der Conſequenz und Zuverläſſikeit. Als die Form unſers Denkens und die bildliche Darſtellung un— ſerer Schlußfolgerungen erſcheint ſie als der Mittelpunct aller Wiſſenſchaften, aus welchem ſie, in Beziehung auf die Art ih— rer Behandlung, wie die Radien eines Kreiſes entſpringen. Die Grundſätze einer jeden Wiſſenſchaft ſind in dem Ver— hältniſſe unerſchütterlicher, als ſie ſich auf die mathematiſche Baſis ſtützen, und ihre künftige Vervollkommnung und An— wendung läßt ſich vorzugsweiſe darnach beurtheilen, ob ſie der mathematiſchen Behandlung mehr oder weniger zugänglich ſind. Die Aſtronomie, Phyſik und Chemie waren zur Zeit der Grie— chen und Römer ein Gegenſtand der Philoſophen, ein Aggregat von Muthmaßungen, einzelnen, iſolirten Thatſachen und Hypothe⸗ ſen ohne allen wiſſenſchaftlichen Werth; und erſt zu jener Zeit, XVI als mit Bacon, Galilei, Newton, Leipnitz und Köpp⸗ ler die Mathematik in Anwendung gebracht wurde, wurden die Grundpfeiler zu jenen Wiſſenſchaften gelegt, welche als ein zuverläſſiger Führer in jenen Regionen erſcheinen, in welchen die Hand der Allmacht Welten geſäet hat, welche den Lichtſtrahl ſpal⸗ ten und ſeine Geſchwindigkeit meſſen; welche die geheimnißvollſten Werkſtätten der Natur verfolgen, um den Schleier zu lüften, und durch welche ſogar Zeit und Raum bedroht werden. Die Mathematik verſchaffte ſich nicht bloß in die angeführten Wiſſenſchaften den Eingang, ſondern ſie wurde durch Hauy und Mohs in die Naturgeſchichte, durch Herbart indie Philoſophie, durch Quételet in die Anthropologie, durch Canard und Buquoy in die Volkswirthſchaftslehre, und durch Wulffen, Thünen, Seidl und meine Wenigkeit in die Landwirthſchaft eingeführt. Bei dieſer Sachlage der Inductiv⸗ und der abſtracten Wiſſen— ſchaften kann gegen die mathematiſche Behandlung der Statik des Landbaues nur von jenen Landwirthen geeifert werden, die weder mit dem Zuſtande der Naturwiſſenſchaften, noch dem ihres eigenen Gewerbes vertraut ſind. Für die Unterrichteten, glaube ich, wird es eine erfreuliche Erſcheinung ſeyn, die Statik des Landbaues, alſo die Frucht des landwirthſchaftlichen und naturwiſſenſchaftlichen Forſchens, mit mathematiſcher Folgerichtigkeit durchgeführt zu leſen. Was die algebraiſchen Formeln betrifft, deren ich mich im Verlaufe der Abhandlung bediene, ſo war ich ſo viel als möglich bemüht, dieſelben einfach und ohne Auslaſſung von Mittelſätzen durchzuführen und jederzeit mit Beiſpielen zu erläutern. Differencial- und Integralrechnung, obwohl ſie für die ap— proximative Beſtimmung unbekannter Größen die einfachſte und zuverläſſigſte Rechnungsmethode iſt, habe ich wegen ihrer be— ſchränkten Ausdehnung unter den Landwirthen nur dort in An— — wendur dung f d onder zuſtand verfolg fend: D din b dehnt ds Iſ ln wenden ſthaftl vendig Unterſ reſltat In die finden, handlun Jahre beſond nonm mch( N A laucht worden wirthf Emnih Rher Rggen XVII wendung gebracht, wo eine andere Rechnungsart keine Anwen— dung finden konnte. Der Grund, warum ich die Wulffen'ſchen Formeln, be⸗ ſonders die, welche ſich auf die Ausmittelung des Beharrungs— zuſtandes bei den verſchiedenen Ackerbauſyſtemen beziehen, nicht verfolgte, liegt in der Unrichtigkeit der Grundgleichung Wulf— fens: E= l 1. Diejenigen, welchen die gegenwärtige Abhandlung— als ein bloßer Beitrag zur Statik des Landbaues— zu ausge— dehnt erſcheinen ſollte, verweiſe ich auf die Schlußanmerkung des IV. Abſchnitts. Um die Reſultate der ausgedehnten Forſchung leichter an— wenden und mithin dieſelben zu einem Führer des landwirth— ſchaftlichen Gewerbes erheben zu können, habe ich es für noth— wendig erachtet, die ſämmtlichen Ergebniſſe der mathematiſchen Unterſuchungen in Tabellen zuſammenzuſtellen und das End⸗ reſultat der Rechnung mit durchſchoſſenen Lettern auszudrücken. In dieſen wird, hoffe ich, auch derjenige Landwirth Belehrung finden, welcher ſich nicht in der Lage befindet, die ganze Ab— handlung mit dem Rechenſteine zu verfolgen. Die Verſuche, welche ich zum Behufe der Statik bis zum Jahre 1838 angeſtellt habe, befinden ſich am Schluſſe in einer beſondern Beilage. Die weitern Verſuche konnten nicht aufge— nommen werden, weil ſie durch meine Ueberſetzung von Laibach nach Grätz unterbrochen wurden. Durch die gnädigſte Fürſorge Sr. kaiſerl. Hoheit des durch⸗ lauchtigſten Erzherzogs Johann bin ich in die Lage verſetzt worden, auf dem Verſuchshofe der k. k ſteiermärkiſchen Land— wirthſchafts⸗Geſellſchaft die nöthigen comparativen Verſuche über Ernährung und Bodenausſaugung der Pflanzen anzuſtellen, und daher will ich den Reſt meines Lebens dieſem höchſt wichtigen Gegenſtande widmen, um wenigſtens den Boden vorzubereiten, welcher einſtens den Baum der Erkenntniß ernähren ſoll. Hlubek's Statik. 1l XVIII Mögen dann künftige Generationen das noch zarte Pflänz⸗ chen mit gleicher Liebe und Ausdauer pflegen, damit es zu einem kräftigen Baume werde, und mit ſeinen ſegenreichen Früchten unſere Enkel auf dem friedlichen und biedern deutſchen Boden reichlich ernähre und mit ſeiner Krone vor den Stürmen der Zeit ſchütze. Grätz, den 10. Auguſt 1840. Der Verfaſſer. Pflänz⸗ einem üchten Boden n der 002 G 00 dd— „.„„ In h a 1. Vorwort. Einleitung. Zweck eines jeden Gewerbes. Begriff der Statik im Allgemeinen....... Beziehung der Statik zu den Gewerben... Beziehung der Statik zu der Landwirthſchaft. Methode der landwirthſchaftlichen Statik. Grundkräfte der Landwirthſchaft.. Aufgabe der landwirthſchaftlichen Statik küberhaupt. Beſchränkung der Bedeutung einer generellen landwirthſchaftlichen Statik . Gegenwärtiger Zuſtand und Literatur der landwirthſchaftlichen Statik in der engſten Bedeutung des Wortes. * 10. Geſichtspunct, von welchem die Statik ihren Gegenftand aufzufaſſen 11 12 13 1 2. und durchzuführen hat.. . Bedingungen der Löſung zhrr Aufgabe. . Fortſetzung. Ueberſicht der Abſchnitte, in welchen ſich die Statik in Beziehung auf ihre Methode entwickeln muß. Erſter Abſchnitt. A. Allgemeine Betrachtungen über das Leben der Pflanzen. .Bisherige Unterſchiede zwiſchen Pflanzen und Thieren. Nothwendigkeit einer nähern Betrachtung der Atmoſphäre, um den Unterſchied zwiſchen Pflanzen und Thieren feſtſtellen zu können . . * 5** 3. Nachweiſung, daß durch die chemiſchen Proceſſe das Verhältniß der Beſtandtheile der Atmoſphäre nicht geſtört wird.. 4. Unterſuchung, inwiefern dieſes Weriltniß durch die Organismen geändert werden kann 5. Verminderung des Sauerſtoffes in der Atmoſphaͤre durch den Ver⸗ brennungsproceß. 6 und 7. Verminderung des Sauerſtoffes in der Atmoſphäre durch den Lebensproceß.. 8. Folgerungen, welche ſich aus der Vergleichung des Verbrennungs⸗ und Lebensproceſſes mit den Beſtandtheilen der Atmoſphäre er— geben 3 9. Unterſchied zwiſch en Pflanzen und Thieren. welcher als Endreſul⸗ 6. tat dieſer Folgerungen erſcheint 1 Beſtätigung dieſes Unterſchiedes durch die unterſuchungen H a 1 es, Bonnet's, Senebier's, Sauſſure's, Griſchow's ꝛc., und der delgerungen, die ſich aus dieſem Unterſchiede zieheß laſſen..... 11* 16 XX §. 11. Erſte Einwendung gegen dieſe Folgerungen... 18 12. Zweite Einwendung gegen dieſe Folgerungen und Sauſſur e's Verſuche über die Abſorbtion der Kohlenſäure von Seiten der Pflanzen. 19 13. Nähere Betrachtung des Stickſtoffes der imoſphäre; und der Fuütter⸗ ſtoffe..*. 23 14 und 15. Folgerungen aus dieſer Betrachtung 25 B. Beſondere Betrachtungen über das Leben der Pflanzen. I. Grund⸗oder Elementarſtoffe der Pflanzengebilde. 16. Propagatio dequivoca.. 26 17. Ausdehnung der Propagatio aequivoca. 2— 18. Weſen der Lebenskraft von rein chemiſchem Standpuncte— 27 19. Gegenwärtiger Zuſtand der Geſetze, dach welchen die Müinnen⸗ gebilde erzeugt werden.. 28 20 und 21. Nothwendigkeit der Darreichung der Grundſtofe zur Er⸗ zeugung der Pflanzengebilde... 29 Kohlenſtoff. 22. Form des Erſch einens des Kohlenſtoffes im Anorganismus.— 23. Diamant, Graphit und Kohlenlager..— 24. Koblenſaure Salze und ihre Zerlegung durch die Humus⸗, Schwe⸗ fel⸗, Salpeter⸗ und Eſli bäure.. 30 25. Kohlenſaure Salze und ihre kerlegune durch den electro⸗ galvani⸗ ſchen Proceß... 32 26. Abſorbtion des Kohlenſtoffes aus der Atmoſphäre und ſein S auan⸗ tum in den Ernten im Vergleiche mit dem angewendeten Dünger 33 27. Arten der künſtlichen Zuführung des Kohlenſtoffes. 34 28. Körper, aus welchem der Kohlenſtoff in Gasform entbunden wird— 29. Humusſaure Salze, durch welche den Pflanzen der Kohlenſtoff zu⸗ geführt werden kann, ſo wie die Menge des zugeführten Kohlen— ſtoffes. 35 30. Gründe, welche für die Abſorbtion des Humusextractes ſprechen 38 31.( begengründe.. 39 32. Sauſſure's directe Verſuche über die Abſorbtion des Humus⸗ extractes und anderer Salze. 40 33. Thatſachen, welche die Anſicht widerlegen, daß die Pflanzen über⸗ haupt nicht im Stande ſind, gefärbte Flüſſigkeiten zu abſorbiren 44 34. Schlußfolgerung aus den bisherigen Unterſuchungen... Stickſtoff. 35. Thatſachen, welche die Wichtigkeit des Stiekſteſtes bei der Vege⸗ tation darthun..— 36. Einwendungen gegen die Nothwendigkeit einer directen; Z Zuführung des Stickſtoffes. 46 37. Bedingungen zu einer conſequenten Vergleichung des Stickſtoffes in den Ernten mit dem in den angewendeten Oüngerarten ent— haltenen..........49 Sauerſtoff. 38 und 39. Verhalten des Sauerſtoffes bei der Vegetation und die Folgerungen, welche ſich hieraus ergeben....... Waſſerſtoff. 40. Seine Beziehung zur Vegetation... 51 —— 4l und V 83, J 41. R 45 Und . 6 8. T &. Seit 18 51 §. Waſſer. 41 und 42. Verſuche über die Ernährung der Pranzen mit bloben Waſſer..... 43. Menge des abſorbirten und transſpirirten Waſſer 41. Reſulkate der bisherigen Betrachtungen....... II. Anorganiſche Beſtandtheile der Pflanzen. 45 und 46. Verſuche und Beobachtungen der ältern und neuern Natur⸗ forſcher über die Ernährung der Pflanzen mit anorganiſchen Stoffen..... 47. Folgerungen aus dieſen Verſuchen und Beobachtungen. 48. Wichtigkeit der Frage:„Welche Rolle ſpielt der norganiémus bei der Ernährung der Pflanzen?“ 49. Gründe für das indifferente Verhalten der Metalloryde bei der Vegetation—1 50— 52. Einzelne Wirkungen, welche durch die Metalloxyde her⸗ vorgebracht werden können..... Zweiter Abſchnit. Vom Reichthume des Bodens. A. In der eigentlichen Bedeutung des Wortes. 53. Begriffsbeſtimmungen der verſchiedenen Düngerarten.. 54 und 55. Körper, welche den eigentlichen Vodenreichtyum bilde 56. Eintheilung des Bodenreichthums. 57. Bedingungen, unter welchen der Bodeiretäͤthum als Pflanzen⸗ nahrung wirkt.„ 8. 58 und 59. Arten des Humus... 60. Milder Humus.. ö 64. Saurer Humuſſſ 62. Kohlenartiger Hitmtts... 63. Erdharziger Humus. 64. Folgerungen aus dem Verhalten der verſchiedenen Humusarten. 65. Humusertracc... 66. Grad und Charakter des Bodenreichthums 67. Verhältniß der Dauer der Wirkſamkeit des Bodenreichthums zu ſeinem Charakter.. 68. Begriffe des abſoluten und relativen Bodenreich thums.. 69. Weſtienniund des abfoluten Bodenreichthums. 70. Ueberſicht der Größe des abſoluten Bodenreichthums bei Boden⸗ arten Vvon verſchiedener Mächtigkeit a) nach dem Verfaſſer, und b) nach Wirthſchaftsrath Seidl. 71. Grenzen des Maximums und M kinimums des abſoluten Boden⸗ reichthums 72. Fall, in welchem ſich der abſolute Bodenreichthum nicht beſtimmen läßt.... 5... 73. Fall, in welchem der abſolute Reichthum des Bodens ein Maxi⸗ mum iſt......... 74. Fall, in welchem der abſolute Reichthum des Bodens ein Mini— mim dſta n ue ls. en ene, e e. de ſere wr ehhees 75. Bedingung, unter welcher die Verminderung des abſoluten Boden— reichthums und mithin auch die Größe des Erlaa3 anenütie werden kann..... 76. Beſtimmung des relativen Bodenreichthums.... . XXII . Bedingungen dieſer Beſtimmung.. 1 22. Nothwendigkeit der Erhebung der Ernten von Faul zu Fall. 79. Ueberſicht der Durchſchnittsernten der gewöhnlichen Culturpflan— zen, ſo wie ihres Werthes, im Roggenwerth ausgedrückt. 80 und 81. Verfahrungsarten, den Antheil zu beſtimmen, welchen ſich die Culturpflanzen aus dem Bodenreichthume angeeignet haben aA. Directes Verfahren, den Bodenreichthum zu beſtimmen. 82 und 83. Analytiſches Verfahren 84. Synthetiſches Verfahren. 85. a) Nach Thaer.. 86. Relative Ausſaugung der vier Hauptgeireidearten, nach 83 haer 87. b) Nach Crud.. 88. c) Nach Thünen.. 89. Relative Ausſaugung der vier Hauptgetreidearten, nach T hi ü n e n 90. Production mit einem Grad Reichthum.. 91. Quantum der Futter⸗ und Streumaterialien, um einen Grad Reichthum zu erzeugen. 92. Zuſchuß zu den Ernten, um den Erſatz für ihre liueſaugung lei⸗ ſten zu können, nach Tha e und Thünen. 93. d) Nach Kreyßig. 94 und 95. Parallele zuiſchen den ngaben Lbünen: s und Kreyßig's 96. e) Nach Block 97. f) Nach Burger 98. g Nach Wulffen. 99. Berichtigung einiger Sätze der Vorſchule der Statik.. 100. Ueberſicht der Reſultate der bisherigen Angaben, nebſt den An⸗ gaben Schwerz's und Koppe's über den Bedarf an Dün⸗ ger, um den Erſatz für die Erſchöpfung leiſten zu können 101. Durchſchnitt der bisherigen ſtatiſchen Angaben.. 102. Anwendung des ſynthetiſchen Verfahrens(der bisherigen Dürch⸗ ſchnitte) zur Beſtimmung des Bodenreichthums.. 103. Gebrechen der bisherigen ſtatiſchen Angaben... 104. Beſtimmung eines Grades Reichthum, nach dem Verfaſſer B. Indirectes Verfahren, den Bodenreichthum zu beſtimmen. 105. Thatſachen, auf welchen dieſes Verfahren beruht.. 106. Beſtimmung des Bodenreichthums aus zwei aufeinander felgenden Ernten und den atmoſphäriſchen Antheilen.. 107. Beweis, daß der atmoſphäriſche Antheil einer Ernte als ein ali⸗ quoter Theil ihrer Größe erſcheinen muß. 108 und 109. Approximative Beſtimmung dieſes Antheils..9ũ 110. Deductidn der allgemeinen Gleichungen für den Reichthum und die Ernten, wenn verſchiedenartige Pflanzen cultivirt werden 111. Allgenefie Gleichungen für den Reichthum und die Ernten, wenn gleichartige Pflanzen cultivirt werden..... 112. Verhältniß der aufeinander folgenden Früchte.. 113. Beſtimmung der Zahlen der aliquoten Antheile, welche ſich die Culturpflanzen aus dem Boden angeeignet haben. 113. Das Geſetz der Abnahme des Richihrins bei den nacheinander fol⸗ genden Früchten 114. Beantwortung der Frage: warum die erſte Ernte einen Einfluß auf den atmoſphäriſchen Antheil einer jeden nachfolgenden Ernte ausübt?. 115. Beweis, daß der Satz: Die atmoſphäriſchen Antheile betragen die Hälfte des Erzeugniſſes— keine allgemeine Giltigkeit hat — 116. Zu 3. Vo Förpe D0. 6 1M. R. 122. K 126, Un 124 Und Seite 10² §. 116. Zuſammenſtellung der Gleichungen: a) Für den Bodenreichthum, b) für die Ernten, c) für die Zahlen der aliquoten, und d) für die atmoſphäriſchen Antheile.— 117. Nothwendigkeit der Zuſammenſtellung der Durchſchnittserträgniſſe zum Behufe der Auflöſung der ſtatiſchen Gleichungen.. 118. Erläuterungen der ſtatiſchen Gleichungen. 119. Beantwortung nachfolgender Fragen durch die ſtatiſchen Glei⸗ chungen: 1. Wie groß iſt die nte Ernte? a) Im Geiſte Thünen“ s und Wulffen's b) Im Geiſte meiner Gleichungen.. .Wie läßt ſich die Bereicherung durch das Dreiſchliegen be⸗ rechnen?.. 3. Wie läßt ſich in jedem Falle berechnen, wieviel das Erzeug⸗ niß eines jeden Grades Reichthums beträgt?. . 6 * XXIII Seite B. Von den bei der Vegetation catalytiſch wirkenden Körpern, oder dem Reichthume des Bodens in uneigent⸗ licher Bedeutung. 120. Gewöhnliche Begriffsbeſtimmung der Reizmittel.. 121. Nothwendigkeit ihrer nähern Betrachtung... 122. Körper, welche in dieſe Kategorie gehören. 123. Unrichtigkeit der Torſkennng über die Art der Wirkfamkeit die⸗ ſer Körper.. 124 und 125. Thatſachen, nach welchen die bisherigen Reizmittel in die Kategorie der catalytiſch wirkenden àRärper gezählt wer⸗ den müſſen..... Dritter Abſchnitt. Von der Thätigkeit des Bodens. 126. Inwiefern hat die Statik die Beſchaffenheit des Bodens zu un⸗ terſuchen? 127. Proceſſe, durch welche das Nahrungsmaterial in Nahrung um⸗ gewandelt wird.. 128. Begriffsbeſtimmung der T hätigkeit des Bodens 129. Grad und Charakter der Bodenthätigkeit.— 130. Arten der Bodenthätigkeit nach dem Grade... 131. Aufzählung der Bodenarten nach dem Grade ihrer Thätigkeit 132. Nothwendigkeit der Unterſcheidung der Bodenarten Rach dem Cha⸗ * . ³*. . *„ rakter ihrer Thätigkeit... 133. Folgerungen aus der raſchen Bodenthätigkeit 134. Folgerungen aus der langſamen Bodenthätigkeit... 135. Folgerungen aus der mittlern Bodenthätigkeit 136. Nähere Bezeichnung der Bodenarten nach der Art ijxer Lhätigreit 137. Zeit des wiederkehrenden Erſatzes.... Vierter Abſchnitt. Von der Fruchtbarkeit des Bodens. 138. Begriff der Fruchtbarkeit. 139. Nothwendigkeit des Gährungsproceſſes, um den Bodenreichehum in Pflanzennahrung umzuwandeln.. 134 XXIV §. Sette 7 Vl 140. Formel für die Fruchtbarkeit.......... 135 In. An 141. Folgerungen aus dieſer Formel.. 136 8 po 142. Auflöſung dieſer Formel nach W ulffen. 138 l R 143. Nähere Prüfung der W u lffen'ſchen Gleichung: ei—r. t. 140 10. 144. Nähere Prüfung der Wulffen'ſchen Gleichung: ee—(r— e⸗) t. 142-. d 145. Formeln des Wrfaſſers für die Fruchtbarkeit und die Ernten.— t. 6 146. ⸗ ⸗ ⸗„ ⸗ Aliquoten des Bodenreichthums. 146 181. 147.—. ⸗ ⸗ den Bodenreichthum 147 12. N e12 d. 2 148. Directe Deduction der Gleichung: f— Se für die Frucht⸗ t g 1 62 8. barkeit.) S8n. Au- 149. Umſtände, unter welch en die bisher deducirten Gleichungen richtig 1ö. G erſcheinen.. 150 V 150. Modification, welche die ſtatiſchen Gleichungen erleiden, wenn die 186, 9. aufeinander folgenden Früchte verſchiedener Nakur ſind. 151 151. Beweis, daß bei der Aufeinanderfolge verſchiedener Pflanzen kein Geſetz in der Abnahme ihrer Ernten Statt findet 3 153 152. Scheinbar verſchiedene Formeln für die Aliquoten des Boden⸗ reichthums.. 156 153. Modiſication, welche die ſtatiſchen Gleichungen erleiden, wenn die Thätigkeit des Bodens in den Eiſeinander folgenden Jahren Ti, del verſchieden iſt. 159 dan ders 154. Vermeintliche Beſtimmungen der verſchiedenen 2 Bodenthätigkeit 160 155 und 156. Beantwortung einiger Fragen, die in 33 der ſta⸗ tiſchen Gleichungen geſtellt werden können... 161 18 Nete 157. Nähere Würdigung der ſtatiſchen Gleichungen.. 163 b 158. Modification, welche die ſtatiſchen Gleichungen in Beziehung auf. 1SS. Erl die vielen Proceſſe des Bodens erleiden müſſen.. 164 159. Form der ſtatiſchen Gleichungen, welche ſie mit Rückſicht auf die. 189. Al vorangehende Modification annehmen müſſen. 165 190. Ten 160 und 161. Weitere Deductionen aus den ſtatiſchen Gleichungen 167 h A 162 und 163. Endreſultate der bisherigen Forſchungen 14169 1 172, Dit 183, Die Fünfter Abſchnitt. n1 4, M. Von der Erſchöpfung der Grundſtuücke durch die Culturgewächſe. 195. J. A. Im Allgemeinen. ü86. 3 164. Schwierigkeit des Gegenſtandes. 171 V 1 G 165. Erfahrungen, welche bisher in Betreff der Erſchöpfung eingehet 14 9 wurden... 3— 166. Umſtände, von welchen die Größe der Erſchöpfung abhängt 173 g. ble 167. Die Erſchöpfung richtet ſich im Allgemeinen nach Familien und V 9., nicht nach Geſchlechtern und Arten der Pflanßen 176 M. Nau 168. Eintheilung der Culturpflanzen nach Maßgabe ihrer Erſchöpfung 177 Nl. Gei 169. Einfluß des Umfangs einer Pflanze auf die Abſorbtion aus der— Atmefphare............. 178. ge B. Insbeſondere. 170 und 171. Erſte Anſicht über das Verhältniß des Ertrages zur Erſchöpfung. 179 A und 172. Bedingungen, um dieſe Anſicht würdigen zu können.... 2*. 4 173 und 1714. Würdigung dieſer Anſicht.— h. 75. Zweite Anſicht über das Verhältniß des Erfatzes zur Erſch öpfung 182 15 achſe. Würdigung dieſer Anſicht.... Anſicht des Verfaſſers über die Größe der Erſch öpfung Formel für die Erſchöpfung, nach der Anſicht des Verfaſſers. Nothwendigkeit der Vergleichung dieſer Formel mit den über die Erſchöpfung eingeholten Erfahrungen.. Ourchführung der Block ſchen Angaben über die Erſchöpfung 4 Gründe, warum zwiſchen der Erſchöpfungsgleichung und den Block'ſchen Verſuchen einige Differenzen Statt finden.. Verſchiedene Geſichtspuncte, von welchen aus die Block'ſchen Verſuche durchgeführt wurden... Beweis für die Richtigkeit der§. 175 ausgeſprochenen Anſicht Auflöſung der ſtatiſchen,§. 178 aufgeſtel lten Gleichung: r— S— s Größe des atmoſphäriſch en Antheils in den Ernten bei den ein— zelnen Culturpflanzen.. Relative Erſchöpfung der einzelnen Culturpflanzen nach Maßgabe ihrer Erträgniſſe nach dem edlern, bei der Cultur veabſichtig— ken Gebilddeeded Sechster Abſchnitt. 197 Von dem Verhalten d der Futter⸗ und Streuſtoffe bei der Dunger⸗ production. Nothwendigkeit der Feſtſtellung des zegaltniſe der Dünger⸗ materialien zum Dünger... Erfahrungen, welche bisher in Betreff dieſes Ver hältniſſes bei den Futterſtoffen gemacht wurden...... Allgemeine Gleichungen für die Düngererzeugung aus dem Futter Verhältniß der Streu zum Dünger. Allgemeine Gleichungen für die Düngerprod duction aus dem Futter und der Streu. Dieſelben Gleichungen in einer einfachern Form. Dieſelben Gleichungen, abgeſondert für die Winter- und Sommer⸗ ernährung der Hausthiere Modiſicationen, welche die Oüngerptedu⸗ tionsgleichungen Feerleiden müſſen....... Verluſt des Stallmiſtes durch die Gõ ährung—. Beweis, daß der mürbe Zuſtand des Stallmiſtes als der normale angeſehen werden muß Gleichungen zur Berechnung des Stal mmiſtes im n mürben Zuſtande Gleichungen zur Berechnung des Stallmiſtes im ſpeckartigen Zu— ſtande.... Gleichungen zur Berechnung des Stallmiſtes im ſtrohartigen Zu⸗ ſtande Verluſt des Stallmiſtes durch das Zerſtreuen der Excremente. Gleichungen für die Oüngerproduction mit Rückſicht auf dieſen Verluſt Gleichungen für die Düngerproduction mit Rückſicht auf den Ver⸗ luſt, welchen der Stallmiſt durch die Gährung und das Zer— ſtreuen der Excremente erleidet... 1 Grund der Bildung von Cpecialaleic ungen für die Dünger⸗ production 204 und 205. S Specialgleichung für die D Oüngerproduction der Arbeits 206 thiere I ee... und 207. Specialgleichung für die 2 üngerproduckion des Nut⸗ rindes.... 208 209 XXVI 208 und 209. Specialgleichung für die Düngerproduction der Schafe 210 und 211. Specialgleichung für die Düngerproduction bei dem Hürdenſchlage... 212 und 213. Nothwendigkeit der Feſiſtellung des Verhältniſſes der in den Düngerproductionsgleichungen vorkommenden Größen. 214 und 215. Bedarf an Futter und Streu bei Pferden 246. Verhältniſſe der Futter- und Streumaterialien bei Pferden. 217. Anwendung dieſer Verhältniſſe auf die Düngerproduction der Pferde...... 218 und 219. Normale Ernährung des Rindes im Sommer 220. Täglicher Bedarf an Streu beim Rind.. 221. Täglicher Bedarf an Futter, wenn die Vicszut den Hauptzweig einer Wirthſchaft bildet. 222. Täglicher Bedarf an Futter, wenn der Getreidebau den Haupt⸗ zweig einer Wirthſchaft bildet und die Viehzucht vernachläſ⸗ ſigt wird... 223. Täglicher Bedarf an Futter, wenn die viezzugi weder begün⸗ ſtigt noch vernachläſſigt wird 224. Reducirter täglicher zett whedarf beim Rind in den Einzemnen 4 7* * Fällen.. 225. Jährlicher Futterbedarf in den einzelnen Fällen 226. Jährlicher Streubedarf beim Rind.. 227. Verhältniſſe der Futter- und Streumaterialien beim Rind 228. Anwendung dieſer Verhältniſſe. 229. Düngererzeugung des Rindes nach Verſchidenheit der Erns⸗ rung im Stalle.. 230. Düngererzeugung des Rindes beim Weidegange 231. Jäglicher und jährlicher Futter- und Streubedarf bei Schafen 232. Verhältniſſe der Futter- und Streumaterialien bei Schafen. 233. Jährliche Düngererzeugung der Schafe.. 234. Ueberſicht der jährlichen Düngerproduction der Hausthiere. 235. Ueberſicht der Verhältniſſe unter den Futter- und Streumateria⸗ lien bei allen Hausthieren.. 236. Nothwendigkeit der Feſtſtellung des Verhältniſſes zwiſche en dem Futter und den daraus erzeugten whieri ſchen Produrken, als: Fleiſch, Fett, Milch und Wolle. 83 a) Beim Rind. 237. Erfahrungen, welche das Verhältniß zwiſchen dem Futter und der Erzeugung thieriſcher Producte feſtſtellen IIn 238. Formel zur Beſtimmung des Fleiſch- und? Fettanſatzes 239. Ausdrücke für das Conſervations⸗ und Produetionsfulter.1. 240. Formeln zur Beſtimmung des Gewichtes eines gemäſteten Ochſen 241. Folgerungen aus dieſer Formel......... 242. Ausdrücke für die Feſtſtellung des Verhältniſſes des Futters zur Milchproduction. e 243. Folgerungen aus dieſen Ausdrücken 214. Dieſelben Ausdrücke bei der Ernährung der Kälber * b) Bei Schafen. 244. Dieſelben Ausdrücke bei der Wollproduction 245. Folgerungen. 246. Gleichungen für die Fleiſchproduction 247. Grund, warum bei der Aufzucht der Lämmer keine eigene For⸗ meln aufgeſtellt werden können. * — — n der en ur . XXVII Siebenter Abſchnitt. Von dem Erſatze der Erſchöpfung der Grundſtücke durch den Stallmiſt. 8. A. Im Allgemeinen. Seite 248. Unentbehrlichkeit des Stallmiſtes.... 248 249. Vergleichung der Erſchöpfung mit der Singererzeigung 249 250. Fortſetzung*..— 251. Gleichung für den Beharrungszuſtand....... 251 252. Fortſetzung.— 253. Erläuterung der Gleichung für den Beharrungszuſtand. 253 B. Insbeſondere. 254. Aufgabe des beſondern Theils der Erſatzlehre...... 255 . Von dem Erſatze bei den einzelnen Culturpflanzen. 255. Relative Erſchäpfung der einzelnen Culturpflanzen.— 256. zuſanenſtellund der Reſultate über die Erſchöpfung und den Erſatz.. 258 257. Stickſtoffgehalt in der Streu, nach Bou ſfing a ult. 260 258. Stickſtoffgehalt der Excremente der Menſchen und der Hausthiere 261 259. Stickſtoffgehalt im Stallmiſte..— 260. Vergleichung des Stickſtoffgehaltes des Stallmiſtes oder Erſatzes mit dem Stickſtoffgehalte der Ernten. .0 4—628 261. Folgerungen aus dieſer Vergleichung Se 263 262. Abſoluter Erſatz nach Maßgabe des Stickſtsſgehaltes in den Ern⸗ ten und dem Stallmiſte. 264 263. Vergleichung der Rechnung mit den Verſuchen H er mbſtädt's über die Bildung des Klebers nach Maßgabe des Stickſtoffes in den angewendeten Düngerarten. 267 264. Einfluß und Schädlichkeit der langen Fäulniß des Stal miſtes auf die Größe des Erſatzes.. 268 265. Verhältniß des Kohlenſtoffes in den Ernten zum Kohlenſtaffe in dem Erſatze. 269 266. Reſultate der bisherigen Forſchungen über die relative Erſchö⸗ pfung der Culturpflanzen nach Maßgabe Khe Kohlenſtoff⸗ gehaltes 270 267. Beweis, daß den perennirenden Hülfenfrüchten keine Erſchöpfung zur Laſt gelegt werden kann.. 271 268 und 269. Formeln zur Berechnung der feuerbeſtändigen Beſtand⸗ theile, welche den Pflanzen mit dem Erſatze zugeführt werden 272 270. Modification, welche dieſe Porineln durch die Gährung des Stall⸗ miſtes erleiden.. 274 271. Beweis, daß den Pflanzen mit dem ausgewieſenen Erſatze auch die feuerbeſtändigen Beſtandtheile in einer urrichenden Menge uenfſins werden e 275 b. Von dem Erſatze bei den einzelnen Wirthſchaftsſyſtemen. 272 und 251 Klimatiſche Verhältniſſe einer ſpeciellen Wirthſchaft. 276 274 und 275. Umfang und Welchafſendeit des Terrains iſer Wirth⸗ ſchaft. 277 276. Viehſtand dieſer Wirthſchaft. 2783 277. Turnus und Ertrag dieſer Wirthſchaft.—— 278. Größe der Erſchöpfung bei dieſer Wirth ſchaft.— 279. Paſſirung an Futter und Streu. 196.. 279 280. Düngerproduction der Arbeitsthiere......... 280 281. Düngerproduction der Nutzthiere...... 281 XXVIII §. Seite 5 282. Geſammte Düngerproduction und Weraisichüna derſelben mit der 313. Net Erſchöpfung.. 284 283. Heuproduction der ſpeciellen Wirthſchaft.. 282 284. Größe des Ertrages und der Erſchöpfung, wenn die in Rede ſte⸗ 4. hende Wirthſchaft keinen Kartoffelbau betreibt....—-I r 285. Verhältniß des Kartoffelbaues zu den übrigen Culturen.. 283 3 d 286. Statiſche Verhältniſſe der ſpeciellen Wirthſchaft und ihre Fol ge äls un rungen..... 284 9„ 287. Ueberſicht der Wirthſchaftsſyſteme 287 V 9. 1 99 9 F I Felderwirthſchaft. d3. hs 288. Eintheilung der Felderwirthſchaft......... 288 t A. Reine Dreifelderwirthſchaft. Ki. N 289. Statiſche Verhältniſſe einer ſpeciellen reinen Dreifelderwirthſchaft— 27 3 290. Strohproduction und Conſumtion einer ſolchen Wirthſchaft.. 293 2 p 291. Folgerungen aus dem ſtatiſchen Verhältniſſe...... 295 25 292. Verhältniß des Ackerlandes zu den Wieſen.......— ule en 293. Verhältniß der Hausthiere zur Area........ 297 11 294. Verhältniß der Ernten zur Erſchöpfung— 33 26 592, Olke B. Dreifelderwirthſchaft mit beſäeter Brache. 333, Vrre 295. Statiſche Verhältniſſe einer ſolchen ſpeciellen(B) Wirthſchaft.— 3n. Vn 296. Vergleichung der Dreifelderwirthſchaft A mit Bö. 300 297. Allgemeine ſtatiſche Verhältniſſe der Dreifelderwirthſchaft überhaupt 302 ſe 298. Beantwortung der Frage: Wie groß muß der Zuſchuß an Dün⸗ h Sſ germaterial von Außen ſeyn?. 303 P3z. Ert 299. Vergleich einiger ſtatiſcher Verhältniſſe der Dreffetderwiüthſchaft la. et überhaupt mit den Wirthſchaften A und B. 305 3 er 300. Schlechte Ernährung der Hausthiere bei der alten Grun dregel der der Dreifelderwir Ahſchaft.. 307 2— 301. Grundregel der Dreifelderwirthſchaft..... 308 30. ent 302. Verhältniß des Graslandes überhaupt zu den Aeckern.. 3410 all e 303. Verhältniß der Wieſen und Weiden zu den Aeckern.. 311 i 304. Statiſche Verhältniſſe der Dieſelderidt ſehaſt mit beſäeter Bra⸗ 9— che und Stallfütterung... 3¹² d. an 305. Nachweiſung, in welchem Falle die alte Grundregel der Srei⸗ ii felderwirthſchaft? unwendung finder.... 313 anl d 306. Neue Grundregeln der Dreiſelderwirthſchaft mit Stauf fütterung— 3. Ji 307. Steigen und Sinken der Oreifelderwirthſchaft in ihrer Producti⸗ vität nach Maßgabe des Erſatzes........ 316 C. hs 308. Nachweiſung der allgemeinen Giltigkeit der neuen Regeln der 3 Dreifelderwirthſchaft bei einem Boden von mittlerer Thätigkeit 320 309. Größe des Zuſchuſſes zu den Ernten bei einem Boden von raſcher 316, Sta Thatigkeit..... 322 Nh. Stat 310. Größe des Zuſchuſſes zu den Ernten bei einem Boden von lang⸗ ſamer Thätigkeit.. 324 38, Star 311. Allgemeine ermohn für die ſtatiſchen Verhältniſſe der Wirth⸗ ug. Etre ſchaften A und B.. 325 3io. Fun 312. Folgerungen aus den ſtatiſchen B Verhaltriſn der Sreijelderwirth⸗ K. Nef ſchaft 329 5 e En Fruchtwechſelwirthſchaft. 33. St 313. Durchführung eines riellen Falless..— öl, Neu 314. Vergleichung der ſtatiſch ſchen Verhältniſſe des ſpeciellen Falles mit den Angaben Schwerz's.. 331 dih. Etr 315. Verhältniß der Production zum Erſatze bei dem ſpeciellen Fall 332 M. A 329 99 33² XXIX Seite 316. Nothwendigkeit der Eintheilung der Fruchtwechſelwirthſchaft, um ihre ſtatiſchen Verhältniſſe conſtatiren zu können..... 332 A. Fruchtwechſelwirthſchaft mit Cerealien, Hülſenfrüchten und Wurzeln. 317. Ertrag und Erſchöpfung bei einer ſolchen Wirthſchaft... 333 318 und 319. Statiſche Gleichungen bei der Stallfütterung..— 320. Vergleichung der Strohproduction mit der Conſumtion... 335 321. Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern..... 336 322. Verhältniß des Wurzelbaues zu den übrigen Culturen... 337 323. Fortſetzung...............— 324. Fortſezung........„.... 338 325. Fortſetzung..... 339 326. Alieeine Formel für den commerciellen Wurzelbau.. 340 327. Verhältniß der Produetion zur Erſchöpfung...... 341 328. Sttelihe Gleichungen beim Bsreidegange......— 329. Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern. 3— 342 330. Steig gen und Sinken der Wirthſchaft A nach Maßgabe der Größe des Erſatzes bei einem Boden von mittlerer Thätigkeit.— zl Statiſche Gleichungen bei einem Boden von raſcher Thätigkeit. 345 Strohbedarf und Strohproduction......... 346 „Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern.. 327 S94. Verhältniß des Wurzelbaues zu den übrigen Culturen, 348 B, Sechsfelderige Fruchtwechſelwirthſchaft mit Cerealien, Hülſenfrüchten und Oelpflanzen. 335. Ertrag und Erſchöpfung. 348 336. Statiſche Gleichungen der Wirthſchaft B bei der⸗ Staufütterung 349 337. Strohbedarf und Strohproduction... 550 338. Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern.— 339. Statiſche Gleichungen der Wirthſchaft B beim Weidegange 5334 340. Strohbedarf und Strohproduction... 352 341. Statiſche Gleichungen der Wirthſchaft B bei einem Boden von raſcher Thätigkeit und der Stallfütterung..— 342. Sti hbedarf und Strohproduction unter denſelben Beding gungen.— 313. Verhäaltniß des Graslandes zu den Aeckern...... 353 341. Fortſetzung.....— 345. Jährliche Production der Wirthſchaft B. 3354 C. Sechsfelderige Fruchtwechſelwirthſchaft mit Cerealien, Hülſenfrüchten, Wurzel⸗ gewächſen und Oelpflanzen(Wirthſchaft C). 346. Statiſche Verhältniſſe dieſer Wirthſch aft. 354 347. Statiſche Verl hältniſſe dieſer Wirthſchaft, wenn die Del pflanzen den Platz der Hülſenfrüchte einnehmen ꝛc.. 355 348. Statiſche Gleichung dieſer Wtyichait bei der Staufütterung 336 349. Strohertrag und Bedarf...... 3357 350. Fortſetzung. 351. Ver hältniß des Graslandes zu den Aeckern und jährliches Erzeug⸗ niß der Wirthſchaft C.— 352. Statiſche Gleichung der Wirthſchaſt C beim Weidegange 358 353. Stroh⸗ und Graslandbedarf. 359 354. Neue Modification der Wirthſchaft 0 und ihre ſtatiſchen Ver⸗ hältniſſe... F.........— 355. St Krehelr und Bedarf....„ 360 356. Verhältniß des Graslandes zu d den Aeckern— 357 Jährliche Production der Wirthſchaft CG....... 361 §. 3 Vierfelderige Fruchtwechſelwirthſchaft. 358. Statiſche Verhältniſſe derſelbeh bei der Ställfiittewann) 359. Fortſetzung.... 360. Strohertrag und Bedarf.... 361. Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern. 362. Verhältniß des Wurzelbaues zu den übrigen ulturen 363. Fortſetzung.„....... 364. Jährliches Erzeugniß... 365. Statiſche Verhältniſſe beim Weidegange 3 366. Strohertrag und Bedarf, ſo wie das Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern.. 367. Neue Modification der Vierfelderwirthſchaft und ibre tetiſcen Verhältniſſe.... 368. Fortſetzung... 369. Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern 370. Vierfelderwirthſchaft nach Burge. 371. Neue Modiſication derſeihen Widthſchaft und ihre ſtatiſchen Ver⸗ hältniſſe... 372. Strohertrag und Bedarf... 373. Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern.——.— 374. Jährliches Erzeugniß.... 375. Eine weitere Modification der Vierfelderwirthſchaft... 376. Verhältniß des Wurzelbautresesz. 377. Verhältniß des Graslandes....... 378. Jährliches Erzeugniß... III. Koppelwirthſchaft. 379. Siebenſchlägige Koppelwirthſchaft nach von Thünen. 380. Verhältniß des Graslandes. 381. Verhältniß des Ertrages zur Erſchöpfung... 382. Bereicherung der Grundſtücke durch das Dreiſch liegen 383. Statiſche Gleichung der ſiebenſchlägigen Kopbeltdrthſchaſt. 384. Strohertrag und Bedarf.. 385. Verhältniß und Srtrio der Dreiſchen 386. Fortſetzung.. 387. Jährliches Erzeugniß.— 388. Neunſchlägige Koppelwirthſchaft nach von Len serte. 389. Statiſche Verhältniſſe desſelben. 390. Fortſetzung.. 391. Jährliches Erzeugniß... Nachtrag zu der Dreifelderwirthſchaft. 392. Statiſche Verhältniſſe der reinen Dreielderwirthſchaft mit Rück⸗ 393. 394. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402„ 403. ſicht auf die ganze Area. Verhältniß des Graslandes. Strohertrag und Bedarf. Jährliches Erzeugniß. Statiſche Verhältniſſe der Oreifeiderwiritſchaft mit beſäeter Brache und Stallfütterung 4 Verhältniß des Graslandes Strohertrag und Bedarf. Statiſche Verhältniſſe beim Weidegange Verhältniß des Graslandes Strohertrag und Bedarf. Jährliches Erzeugniß... Statiſche Verhältniſſe der Sreiſeiderwirthjchaf mit Wurzelbau auf dem ganzen Brachfelde.. *. ** ⸗.* ℳ * .A * * · r . ⸗* *.* 7.*.. —— ☛ — — — 2 2 lbau Verhältniß des Graslandes.. Strohertrag und Bedarf. .Statiſche Verhältniſſe der Sreifaderwirtzſchaft; mit Wurzelbau auf dem vierten Theile des Wraehfeides. Verhältniß des Graslandes... Strohertrag und Bevarf..........„. . Jährliches Erzeugniß.. Parallele unter den Iöirtßechafteſpttenen. . Ueberſicht der ſtatiſchen Wealtniſſe der verſchiedenen Wirth⸗ ſchaftsſyſteme. . Nothwendige Bedingungen ihrer gegenſetigen Vergleichuns. .Reſultate dieſer Vergleichung. Achter Abſchnitt. Von dem Erſatze durch anderweitige Düngerarten, als den Stallmiſt. 113. Neberſicht dieſer Oüngerarten.......... 414. Güllendüngung.. 415. Grüne Düngung, im Aulgemeinen 116. Grüne Düngung, radeſer,. 417. Lupinen... 418. Ihr Ertrag und Bedarf.. 419. Wicken........... 420, Buchweigzen......... 421. Spörgel........ 422. Noggen............ 42. Rüßſenn. 424. Knochenmehl.... 425. Beſtandtheile der Knochen nach Berze lius„ 426. Grund der Wirkſamkeit der Knochenn... 427. Werth der Kndchenrüngun ö 428. Kohle. ſſſſ 429. Spodium. 430. Oppelsdorfer Kohte. 431. Ruß.. 432. Gips...... 433. Anſichten über feine Wirkſamkeit. 434 Köchaz 435. Menge desſelben 436. Mergel.... 437. Anſichten über feine Wirkſamkeit-... 438. Grundregeln bei Laeningg des e.... 439. Aſche...... 440. Ihre Wirkungen. 441. Grundregeln, welche bei Lnwending der Aſche zu beobachten ind 442. Gebrannter Thon... 443. Bedingungen zur Wuͤrdigung des Beatſon' ſchen Syſtems. 444. Anwendung des gebrannten Thons in der Grafſchaft Suſſex 445. Veränderungen, welche der Thon beim Brennen erleidet.— 446. Ueberzeugung, daß das Thonbrennen nur ſelten mit Vortheil an— gewendet werden kann.. 447. Wirkungen des Vicgzelnehi ls. 448. Erdſtreu. 449. Vortheile der Erdſtreu.. 450. Vortheile durch Vermengung des Stallmiſtes mit Erde 402 404 408 409 410 411 412 413 414 418 419 420 421 422 425 426 XXXII V S. Seite 451. Menge der Erdſtreu bei Rindern und Schafen. 440 452. Beſchaffenheit des Erdſtreudüngers zur Verbeſſerung des Bodens 441 453. Würdigung der Erdſtreudüngung in Beziehung auf den Nein thum und die Thätigkeit der Grundſtücke... 442 454. Fortſetzung.. 5 445 455. Reſultat der Erdſtreudüngung....— Poudrette, urate und andere Dungſalze. 456. Betrachtung darüher.. ⸗........... 446 457. Pondrette, Urate............. 447 458. Jauffret's Dungſalz.— it 439. Naitbel's Nerfahren........... 448 ie 160. Rubanshoſen 3 Oünger...........— doel 461. Reinprechter s Süiger........— 462. Gyraudy's Dungpulver........... 449 daß! 463. Gelnart s Compeſt............— nyuger 464. Chaptal's Compoſt..— un 465. Franzöſiſche landesübliche Compoſtbereitung...... 450 N 466. Subſtanzen zur Compoſterzeugung....— ſchta Beilage. d d ttan I. Verſuch über die Erſchöpfung des Bodens überhaupt und die durch dnſa Kukurutz und Kartoffeln insbeſondere.. 451 der End Verſuch über die Erſchöpfung des Bodens durch erealien, ins gat e beſondere durch die Cultur des Klees.. 455 III. Verſuch über die Erſchöpfung des Bodens durch die Wicken 458 in da IV./ Verſuch über die Erſchöpfung des Bodens durch die Erbſen.. 459 terweh V. Verſuch, um die Größe der Aneignung aus der Atmoſphäre bei den Pflanzen direct zu beſtimmen. 462 VI. Erhebung der Wericherhn des Bodens durch die Rückſtände des Klees.. 464 VII. Erhebung der Bereich herung des Bodens durch die Rückſtände der do Gräſer und anderer Pflanzen bei dem Dreiſchliegen.. 465 gewicht VIII. Beſtimmung der Verhältniſſe der friſchen Futterpflanzen zu dem ne aus denſelben entſtandenen Heu oder Stroh. 468 rſac IX. Verſuch über die catalytiſche Wirkſamkeit des Spodiums, Eipſes, gewich Schwefels und des Knochenmehls beim Klee.. 470 heſt X. Verſuch über die Wirkſamkeit des Sdiss bei mehrern Kartoffl⸗ werbe ſerten......... 471 nict . Arit gen de hraſch älge em fuiige d tw Lahr aüde odens heich⸗ urch ins⸗ den des der dem ſes ffel⸗ 4⁵⁵ 458 459 464 468 Einleitung. 4. D. Aufgabe eines jeden Gewerbes iſt, die bei demſelben wirkenden Kräfte nicht nur einzeln beſtmöglich zu benützen, ſondern dieſelben auch gegeneinander in ein ſolches Verhältniß zu ſtellen, daß daraus fuͤr den Unternehmer der gröͤßtmögliche, anhaltende Nutzen(Gewerbsgewinn) hervorgehe. Iſt ein ſolches Verhältniß bei irgend einem Gewerbe mit Rück— ſicht auf ſeine Natur, die Zeit- und Ortsverhältniſſe feſtgeſtellt wor— den, dann darf an demſelben, ſo lange die es bedingenden Umſtände conſtant bleiben, keine Aenderung vorgenommen werden, wenn nicht der Endzweck einer Unternehmung vereitelt oder wenigſtens verrin— gert erſcheinen ſoll, d. h. die Kräfte einer jeden Unternehmung müſſen in den Zuſtand des Gleichgewichts gebracht werden, wenn die Un⸗ ternehmung anhaltend lohnen ſoll. 2 ₰» Da die Statik, als die Lehre von dem Zuſtande des Gleich— gewichts, die Bedingungen aufzufinden hat, unter welchen Kräfte, Urſachen und Wirkungen, Production und Conſumtion in's Gleich⸗ gewicht gebracht werden oder treten konnen, ſo kann bei jedem Ge— werbe von einer Statik die Rede ſeyn. 3. Wird die Statik auf irgend ein Gewerbe angewendet, ſo iſt es nicht hinreichend, daß ſie ſich aus dem Gewerbe ſelbſt entwickelt oder ihre Sätze aus den bei dieſem Gewerbe gemachten Erfahrun⸗ gen deducirt, ſondern ſie muß ſich bei ihren Berechnungen der alge— braiſchen Rechnungsform bedienen, wenn ſie einen Anſpruch auf allgemeine Anwendbarkeit bei einem und demſelben, unter mannich— faltigen Verhältniſſen ausgeübten Gewerbe machen will; denn da viele Thatſachen, welche unter beſtimmten Verhältniſſen conſta⸗ tirt wurden, nur inſoweit ihre Richtigkeit haben, als ſie auf gleiche Verhältniſſe bezogen werden, ſo haben die von ihnen abſtrahirten Zahlen keine allgemeine Giltigkeit. Werden hingegen für ihren nu⸗ Hlubek's Statik. 1 meriſchen Werth allgemeine Größen gebraucht und unter dieſen der erfahrungsmäßige Zuſammenhang ausgedrückt, wie es bei dem Ver⸗ fahren der algebraiſchen Rechnungsform der Fall iſt, dann erſt ver— mag ſich die Statik über die Oertlichkeit zu erheben, ihren Sätzen eine allgemeine Brauchbarkeit zu ertheilen*), und mithin als Wiſ⸗ ſenſchaft und nicht als ein vereinzeltes Reſultat zu erſcheinen. 4. Bezieht man die Statik auf das landwirthſchaftliche Gewerbe, ſo kann ihre Aufgabe keine andere ſeyn, als jenes Verhältniß zwi ſchen den Grundkräften dieſes Gewerbes, d. i. zwiſchen Grund und Boden, Capital(Betriebs⸗) und Arbeit, auszumitteln, aus welchem allein für den Landwirth der größtmögliche, anhaltende Vortheil er— wachſen kann. — 9. Dieſe in ihrer Allgemeinheit aufgeſtellte Aufgabe vermag die Statik nicht anders als auf dem Wege der Syntheſis zu löſen, d. h. ſie muß in Beziehung auf ihre Methode vom Beſondern zum Allge meinen ſchreiten, und daher die Grundkräfte des landwirthſchaftli— chen Gewerbes in ihre Theile zerlegen und die unter ihnen obwal— tenden Verhältniſſe feſtſtellen. 6. Die Theile der Grundkräfte oder der entfernteſten Mittel der Landwirthſchaft in der engſten Bedeutung ſind, und zwar: I. Vom Grunde und Boden oder dem Grundcapital: A. Das Acker⸗ und B. das Grasland. Und von dieſem a) die Wieſen, und b) die Weiden. II. Vom Betriebscapital: A. Das Inventarcapital, zu welchem a) die Wirthſchaftsgebäude, 6) die Wirthſchaftsgeräthe, und c) die Hausthiere gehören. B. Das Umlaufscapital, und zwar: a) zur Deckung der mit der Bewirthſchaftung nothwendig verbunde⸗ nen Auslagen, und *) Nur mit Hilfe der Algebra iſt es der Nationalökonomie, ja ſogar der Pſychologie(nach Herbart) gelungen, ihren Sätzen nicht nur eine An⸗ ſchauung, ſondern auch eine mathematiſche Zuverläſſigkeit zu ertheilen. —— —— —— einer ſellen nter! grhobe ſtele Nam ¹) in ſein unte 9 Javeis dandvie eſen der m Ver⸗ rſt ver⸗ Sätzen ls Wiſ⸗ werbe, iß zwi nd und helchem eil er⸗ ag die d. h. Allge haftli⸗ bwal⸗ 2l der unde⸗ ar der ne An⸗ b) zur Deckung jener Auslagen, die mit der Bewirthſchaftung in kei nem Complere ſtehen. III. Von der Arbeit: A. Phyſiſche, und zwar: a) von Seiten der Thiere, b) von Seiten der Menſchen. B. Intellectuelle Arbeit oder Intelligenz. 7. Die Statik der Landwirthſchaft muß dieſem nach nicht nur die Verhältniſſe der zunächſt wirkenden Wirthſchaftskraäfte und Mittel einer Kategorie untereinander, ſondern ſelbſt gegeneinander feſt— ſtellen, wenn ſie ihre Aufgabe löſen oder das günſtigſte Verhältniß unter den Grundkräften einer Wirthſchaft ausmitteln ſoll. 8. Obgleich der volkswirthſchaftliche Theil der Landwirthſchafts— lehre viele ſchätzbare Daten zur Entwerfung einer landwirthſchaftli— chen Statik im weiteſten Sinne geliefert hat, ſo vermag doch die Literatur der Landwirthſchaft kaum Spuren eines Verſuchs zu ihrer Entwerfung aufzuweiſen*¼). Man hat, ſtatt die Verhältniſſe einzeln unter den nähern Wirth— ſchaftskräften feſtzuſtellen, aus ihrer Mannichfaltigkeit nur ein einzi— ges, nämlich das der Dünger-Production und Conſumtion, heraus⸗ gehoben, und den Theil der Landwirthſchaftslehre, welcher die Feſt— ſtellung dieſes Verhältniſſes zur Aufgabe hat, mit dem unrichtigen Namen„Statik des Landbaues“ bezeichnet. 9. In dieſer beſchränkten Bedeutung der landwirthſchaftlichen Statik hat die Literatur der Landwirthſchaftslehre mehr aufzuweiſen; denn außer den einzelnen zerſtreuten ſtatiſchen Lehren beſitzt ſie eine Vorſchule der Statik des Landbaues*5. *) Der tiefdenkende v. Thünen iſt meines Wiſſens der Einzige, welcher in ſeinem„Iſolirten Staate“ die ſtatiſchen Grundſätze in Betreff der Grund— rente entwickelt hat. Die Fiction eines iſolirten Staates iſt der ſprechendſte Beweis von den Schwierigk iten, mit welchen man bei der Durchführung der landwirthſchaftlichen Statik zu kämpfen hat. *) v. Wulffenss Vorſchule der Statik ꝛc., Magdeburg 1830. Dieſelben Grundſätze hat v. Wulffen bereits in ſeinem Verſuch über die Erſchöpfung des Bodens, Berlin 1815, entwickelt, welche A. Thaer in den Möglinſchen Annalen, B. 2, S. 235, erläuterte. Ferner die Statik des Landbaues von Da jedoch in der Vorſchule der Statik nicht nur der Geſichts— punct, von welchem der Gegenſtand aufgefaßt und durchgeführt wer— den ſoll, unbeſtimmt gelaſſen, ſondern die Methode, wie ſie ſich aus der Natur des Gegenſtandes ergibt, unentwickelt gelaſſen wurde, ſo hat jede nachfolgende Behandlung desſelben Gegenſtandes mit ſo mehr Schwierigkeiten zu kämpfen, als ſelbſt die zum Glaubensartikel gewordene Grundgleichung(E= R. T) der Vorſchule auf einer Il⸗ luſion beruht, wie die Folge darthun ſoll*). 40. Was den Geſichtspunct betrifft, von welchem die Statik des Landbaues in der oben angedenteten Bedeutung ihren Gegenſtand aufzufaſſen und durchzuführen hat, ſo kann derſelbe, den bisherigen Erfahrungen über Düngererzeugung**) zufolge, kein anderer ſeyn, als: In welchem Verhältniſſe muß die Viehzucht zum Ackerbau ſte— hen, wenn eine Wirthſchaft den Bedarf an Pflanzennahrung durch Freiherrn von Voght, Hamburg 1826. Dieſes kleine Büchlein hatte es ſich zur Aufgabe gemacht, die v. Wulffen'ſchen Gleichungen auf eine einzelne Wirthſchaft anzuwenden. Dieſe Aufgabe löſ'te Freiherr von Voght mit Hilfe von Annahmen ohne alle Begründung und ohne ſich weiter darum zu bekümmern, ob die Gleichungen v. Wulffen's ihre Richtigkeit haben oder nicht.. Hätte Freiherr von Voght zu der genauen Angabe ſeines Bodens auch die Ernten und den angewendeten Dünger angegeben, dann hätte er ſich ein bedeutendes Verdienſt um dieſen äußerſt ſchwierigen Theil der Landwirth— ſchaft erworben. Nach A. Thaer's Angabe(Möglinſche Annalen, B. 1, S. 262) ſoll Pro⸗ feſſor Körte über die Fruchtbarkeit des Bodens geſchrieben haben. Mir iſt es nicht gelungen, in den Beſitz dieſes Werkes zu gelangen. Zer⸗ ſtreute Abhandlungen über die Statik findet man außer den in der Folge an— zuführenden Werken in den Möglinſchen Annalen: B. 1, S. 166 ꝛc.; B. 2, S. 267; B. 11, S. 393; B. 27, S. 423; B. 28, S. 223; in den Möglin⸗ ſchen Jahrbüchern B. 3, S. 292, von Profeſſor Körte; in der Beſchreibung der Wirthſchaft zu Möglin S. 273; in den Mecklenburgiſchen Annalen, 8. Jahr⸗ gang, S. 166, von v. Thünen, und in den Neuen Schriften der k. k. Land⸗ wirthſchafts-Geſellſchaft in Böhmen, 1. und 2. B., S. 86, von Wirthſchafts⸗ rath Seidl. Die letzte Abhandlung, ſo ſcharfſinnig ſie auch ausgedacht iſt, kann ge⸗ genwärtig keinen Anſpruch auf praktiſche Anwendung machen, da der Verfaſ— ſer mit 16 unbekannten Größen in den ſtatiſchen Gleichungen zu thun hat. Der Verfaſſer dieſer Abhandlung hat ſehr der Zukunft vorgegriffen, und ich muß bekennen, daß ich derſelben viel Aufſchluß über manche Puncte zu ver— danken habe. Mit beſonderer Präciſion hat der Verfaſſer die Formeln für die Dünger— Production dargeſtellt. *) Die Erhebung dieſes Gegenſtandes zu einer Preisaufgabe iſt der ſprechendſte Beweis von den ausgedehnten und gründlichen landwirthſchaftli⸗ chen Kenntniſſen Sr. Hoheit des Herrn Markgrafen Wilhelm von Baden. *) Weder Beatſon, Waibel noch Jauffret leiſteten das, was ſie verſprochen haben. den einer erha ſnna dung d eſichts⸗ rt wer⸗ ich aus wurde, mit ſo Zartikel ner Il⸗ tik des nſtand erigen ſeyn, aiu ſte⸗ durch es ſich einzelne )t mit darum t haben ns auch ſich ein wirth⸗ U Pro⸗ n. Zer⸗ Age an- „B. 2, Möglin⸗ reibung . Jahr⸗ k. Land⸗ jſchafts⸗ ann ge⸗ Verfaſ⸗ hat. en, und zu ver⸗ Dünger⸗ iſt der ſchaftli⸗ Baden. „ was 5 den Stallmiſt vollkommen decken und mithin ihre Grundſtücke in einer gleichen Ertragsfähigkeit, in Beziehung auf ihren Reichthum, erhalten ſoll? 11. Die Löſung der Aufgabe der Statik des Landbaues, von dieſem Standpuncte, iſt durch die Beantwortung folgender Fragen bedingt: 1. Wieviel Nahrung entziehen die einzelnen landwirthſchaftli⸗— chen Pflanzen ihrem Standorte? .Wieviel Dünger wird aus einer gegebenen Menge Futter und Streu erzeugt? Und in welcher Menge muß der Stallmiſt angewendet werden, und von welcher Beſchaffenheit muß derſelbe ſeyn, wenn er den, den Grundſtücken entzogenen Reichthum vollkommen decken ſoll? 6⁸‿ —⸗ — . 12. Die Beantwortung der erſten Frage erheiſcht a) eine nähere Betrachtung des Pflanzenlebens üͤberhaupt und des Ernährungsproceſſes insbeſondere; b) eine beſtimmte Feſtſtellung der Begriffe vom Nahrungsmaterial und der Nahrung, und c) eine genaue Beſtimmung derjenigen Umſtände, durch welche nicht nur das Nahrungsmaterial zur Nahrung, ſondern durch welche die Aneignung(Aſſimilation), 2 Verflüchtigung und Bin⸗ dung der Nahrung bedingt wird. 13. Dieſem nach muß ſich die Statik des Ackerbaues, wenn ſie ihre Aufgabe einigermaßen genügend löſen, d. i. den Zuſtand des Gleich— gewichts zwiſchen Dünger-Conſumtion und Production feſtſtellen ſoll, in Beziehung auf ihre Methode in folgenden Abſchnitten ent— Piierhin:. I. Abſchnitt, welcher von der Ernährung der Pflanzen handelt. II. Abſchnitt, der den Reichthum des Bodens und die Nahrung der Pflanzen zum Gegenſtande hat. III. Abſchnitt, welcher ſich mit der Feſtſtellung derjenigen Um— ſtände beſchäftigt, durch welche nicht nur der Reichthum zur Pflan— zennahrung wird, ſondern durch welche die Aneignung, euſſiühel⸗ gung und Bindung der Nahrung bedingt iſt, oder der die Thätigkeit des Bodens zum Gegenſtande hat. IV. Abſchnitt, der den Reichthum in Wechſelwirkung mit der 6 Thaͤtigkeit des Bodens behandelt, oder die Fruchtbarkeit der Grund— ſtücke in Betrachtung zieht. V. Abſchnitt beſchäftigt ſich mit den Reſultaten der Fruchtbarkeit oder den Ernten, um zu erfahren, der wievielte Theil des Boden— reichthums in denſelben enthalten iſt; d. h. er handelt von der Aus⸗ ſaugung der landwirthſchaftlichen Gewächſe. VI. Abſchnitt, welcher die Loſung der zweiten Hauptfrage zur Auf⸗ gabe hat, oder welcher ſich mit dem Verhalten der Futter⸗ und Streu⸗ materialien bei der Duͤnger⸗Production beſchäftigt, um die aus den⸗ ſelben mögliche Düngererzeugung beſtimmen zu können. VII. Abſchnitt hat die Menge und Beſchaffenheit des Stallmiſtes zum Gegenſtande, welcher in einer Wirthſchaft jährlich erzeugt wer— den muß, wenn der Erſatz für die Erſchöpfung der Grundſtücke voll— kommen gedeckt werden ſoll, oder welcher von dem Erſatze durch Stallmiſt und den Folgerungen, welche ſich hieraus in Beziehung auf das Verhältniß der direct zu den indirect verkäuflichen Pflanzen ergeben, handelt. Und der VIII. Abſchnitt muß endlich den Erſatz durch anderweitige Mit— tel, als den Stallmiſt, in eine nähere Betrachtung ziehen. In dieſen acht Abſchnitten ſoll nun der Gegenſtand dargeſtellt werden. San dal dn Grund⸗ tbarkeit Boden⸗ r Aus⸗ r Auf⸗ Streu⸗ 8 den⸗ lmiſtes t wer⸗ voll⸗ durch iehung fllanzen e Mit⸗ geſtellt Erſter Abichnitt. A. Allgemeine Betrachtungen über das Leben der Pflanzen. §. 41. Mlan hat ſich bis auf den heutigen Tag bemuͤht, Merkmale auf⸗ zuſtellen, durch welche ſich die große Kette organiſcher Weſen abthei— len und die Abtheilungen charakteriſtren laſſen. Man brachte zuerſt dieſe Kette in zwei Theile, bezeichnete den einen mit dem Worte„Thiere“ und den andern mit dem Worte „Pflanzen“, und ſuchte vor Allem das charakteriſtiſche Merkmal zwiſchen dieſen beiden Arten von Weſen feſtzuſtellen. Der Eine(Rudolphi) ſuchte den Unterſchied in der Grund— maſſe der organiſchen Weſen, indem dieſelbe bei den Thieren von dem Schleimſtoffe, bei den Pflanzen hingegen von dem Zellenſtoffe gebildet wird; der Zweite(Wahlenberg) unterſcheidet das Thier durch den faſerigen, die Pflanze aber durch den blätterigen Bau; der Dritte(Hedwig) behauptet, die Thiere ſeyen einer mehr⸗ maligen, die Pflanzen hingegen nur einer einmaligen Fortpflanzung mit denſelben Fructifications⸗Werkzeugen fähig; der Vierte erblickt in der Aufnahme der Nahrung den Unterſchied, indem man ſagt: Die Thiere haben nur eine Oeffnung(das Maul) zu dieſer Aufnahme, die Pflanzen aber mehrere Saugmundungen; der Fünfte gewahrt den Unterſchied in der willkührlichen Ortsveränderung, der Sechste in der Verſchiedenheit des Eies und des Samens, der Siebente in dem prä⸗ valirenden Kohlenſtoffe bei Pflanzen und dem Lorherrſchenden Stick— ſtoffe bei Thieren; der Achte(Ehrenberg) behauptet, bei den Thieren finde eine Vermehrung durch Trennung der Theile Statt, während bei den Pflanzen eine ſolche Vermehrungsart nicht vor— komme ꝛc. Doch alle dieſe Unterſchiede bleiben ſchwankend und vermögen nicht eine ſtrenge Scheidewand zwiſchen beiden Arten von organi— ſchen Weſen feſtzuſtellen. Als Prieſtley(1771) die Ausſchei— dung des Sauerſtoffes aus den friſchen Blättern nachgewieſen hat, fing man an zu muthmaßen, daß der durch die Thiere conſumirte Sauerſtoff durch die Pflanzen wieder erzeugt werde, und daß daher der Unterſchied zwiſchen Thieren und Pflanzen in dem Selbſterhal— tungsprincip der Schöpfung begründet erſcheine. Dieſe großartige Idee, die unſers Wiſſens noch Niemand mit mathematiſcher Folgerichtigkeit verfolgte*), dünkt uns von der höch⸗ ſten Wichtigkeit für den Haushalt der Natur. Daher ſey uns hier erlaubt, dieſen Unterſchied näher zu beleuch— ten; denn dieſe Beleuchtung, hoffen wir, wird uns dann auf den Standpunct führen, von welchem wir allein eine deutliche und klare Vorſtellung von der Ernährung der Pflanzen und von der Erſchö— pfung des Bodens— um die es ſich hier eigentlich handelt— er— halten können. §. 2. Das menſchliche Geſchlecht vermag, ſo alt es auch iſt, keine Ab⸗ weichungen von den Gravitationsgeſetzen der Vewegungen des Wel⸗ tenſyſtems nachzuweiſen. Seit der Ewigkeit iſt die gegenſeitige Attraction und der Um— ſchwung der einzelnen Welten durch ihre Maſſen und ihre gegenſei— tigen Entfernungen bedingt. Es haben ſich alſo die Weltkörper weder vergrößert noch ver⸗ mindert, ſie haben ſich wechſelſeitig weder genähert, noch vonein— ander entfernt. Dieſer Zuſtand der Beharrlichkeit iſt die Grundbedingung der jetzigen Lagerungsverhältniſſe der feſten, flüſſigen und ausdehnba— ren Körper; ja ſie iſt die Grundbedingung des Fortbeſtehens der ge— genwärtigen Organiſation unſers Planeten. Lenken wir zuerſt unſere Aufmerkſamkeit auf jenes Medium, in welchem und durch welches die Lebenskraft— das uns mit Vorſicht verhüllte Geheim— niß— wirkt, nämlich die Atmoſphäre, ſo finden wir, daß, nach dem einſtimmigen Urtheile aller bisherigen Forſchungen eines Gay— Luſſac, eines Sauſſure, eines Dalton und eines Alex. v. Humboldt, das Verhältniß der Beſtandtheile dieſes Mediums ein conſtantes iſt, und zwar: 21 Theile Sauer-, 79 Theile Stickſtoff, und 0,001 Kohlenſäure(des Gewichts der Atmoſphäre)**) *) Nach Woodhouſe, welcher noch am meiſten dieſer Anſicht huldigte, verunreinigen die Pflanzen die Atmoſphäre.(Archiv für Agricultur-Chemie von Hermbſtädt, B. 4, S. 171.) Nach Graf von Rumford wird der conſumirte Sauerſtoff aus Seide, Haaren, Wolle ꝛc. erzeugt.(Archiv a. n. O. S. 172.) ) Nach Sauſſure ſoll der Gehalt an Kohlenſäure in der Nacht, ſo wie in den höhern Regionen, größer ſeyn.— Die Kohlenſäure des Som⸗ mers verhält ſich, nach ihm, zu der des Winters wie 7:5. 8 den w ſinſ d a 1 gl denn gebund lien u ſer d ditte 41 Erſta ĩ mit höch⸗ eleuch⸗ uf den klare rſchoͤ⸗ — el⸗ te Ab⸗ Wel⸗ Um⸗ enſei⸗ hver⸗ nein⸗ g der hnba⸗ er ge⸗ zuerſt durch heim— „nach Gay⸗ Aler. diums lldigte, Lhemie ird der a. n. Nacht, Som⸗ 9 Da nun die Oberfläche der Erde in runden Zahlen 92 00000 ◻ Meilen*) beträgt, und der Druck der Atmoſphäre auf 1◻ Zoll zwiſchen 12 bis 13 Pfund bei dem Barometerſtande von 28 Pariſer Zoll ſchwankt, ſo beläuft ſich dieſer Druck: Bei 1 ◻ Fuß auf.... 18 Etr., 2 1ſ. Klafter.... 648 ⸗ 1 Joch zu 1600⁰ 1036800 ⸗ 1 ◻ cMeile.. 10368 Millionen, und „ der ganzen Erde mit 9200000 ◻ Meilen auf 95386 Billionen Ctr. Dieſe, nach dem Verhältniſſe der atmoſphäriſchen Beſtandtheile repartirt, geben: 75279 Billionen Ctr. Stickſtoff, 20011 ⸗„ Sauerſtoff, N A u⸗ 96. ⸗ Kohlenſäure, welche aus 27 ⸗ ⸗ Kohlenſtoff und 69— ⸗ Sauerſtoff zuſammengeſetzt iſt**). §. 3. Betrachten wir die chemiſchen Proceſſe unſers Planeten, ſo fin— den wir, daß durch ſie keine weſentliche Aenderung in dem Ver— hältniſſe der Grundbeſtandtheile der Atmoſphäre herbeigeführt wer— den kann. Die Herde der Kohlenſäurebildung ſind zu unbedeutend, und zu dem gelangt dieſe Kohlenſäure nur ſelten an das Licht***); denn ſie wird entweder vom Waſſer alſogleich abſorbirt, an Baſen gebunden, oder durch Condenſation zu andern brenzlichen Minera— lien umgewandelt. Entbindungen von Sauerſtoff im Haushalte der anorganiſchen *) Davon entfallen: 171834 ◻ M. auf Europa, 641093 2 ⸗ Aſien, 531638 2* Afrika, 572110 2 ⸗ Amerika, 143000. ⸗ Neuholland, und 1000000 2 ⸗ die geſammten Inſeln. 3059675 ◻ M. auf das feſte Land überhaupt und 6222141 ⸗ ⸗ die Meere. 9281816 ◻ M. zuſammen.— **) Die Kohlenſäure enthält 27 pCt. Kohlen-⸗ und 73 pCt. Sauerſtoff. Bei dieſer Berechnung ſind die kleinen Differenzen, welche in dem ſpecifiſchen Ge— wichte des Sauer- und Stickſtoffes Statt finden, nicht beachtet worden. **4) Die Hundsgrotte bei Neapel wird jedem Fremden als eine ſeltene Erſcheinung gezeigt. 10 Natur vermag die Chemie nicht nachzuweiſen, und die Conſumtion an Sauerſtoff durch die Vulcane und die Oxydation der feſten Ninde unſers ansken*) iſt ſo unbedeutend, daß ſie in keinen Betracht gezogen werden kann. Wir ſehen alſo, daß durch die gegenwärtigen chemiſchen Pro— ceſſe des Anorganismus keine Aenderungen in der Zuſammenſetzung der Atmoſphäre herbeigeführt werden können, und daß gerade in die⸗ ſer Unmöglichkeit der Grund des Fortbeſtehens der gegenwärtigen Organiſation geſucht werden muß.. Die Verſuche im Kleinen und die Beobachtungen im Großen ſind zahlreich, aus welchen ſich ergibt, daß bei Aenderung d der Grundbeſtandtheile der Atmoſphäre die gegenwärtigen Organismen nicht beſtehen können**). §. 4. Es eiiſtehr nun die Frage: ob nicht durch die Organismen eine Veränderung in den Beſtandtheilen der Atmoſphäre herbeigeführt werden köͤnne, und ob daher nicht in der Organiſation ſelbſt der Grund ihrer fernern Untauglichkeit zur Erhaltung der Thiere und Pflanzen geſucht werden müſſe? Wir bemerken einen allgemeinen Proceß, welcher im Allgemei— nen in einer wechſelſeitigen Reaction feſter und ausdehnbarer Stoffe beſteht, dem alle Organismen unterworfen ſind, und der nach den Erſcheinungen, die er darbietet, und den Reſultaten, die er lie— fert, mit den Worten: Verbrennungs⸗- und Lebensproceß, Gährung, Vierwefüng und Vrrirreunmns bezeichnet wird, für welchen aber die 3 Nach Schübler’'s unterſuchungen uerelren allerdings die befeuchteten Bodenbeſtandtheile den Sauerſtoff; ſie laſſen ihn aber bei ihrer Austrocknung wieder fahren. Man wende nicht ein: daß ſich der Sauerſtoff chemiſch mit dem Kohlenſtoffe des Humus zur Kohlenſäure verbinde und dadurch eine bedeutende Verminderung des Sauerſtoffes herbeigeführt werde. Wir werden dieſen wichti— gen Gegenſtand ſpäter zur Sprache bringen; hier bemerken wir bloß, daß im Reiche des Anorganismus, den wir jetzt im Auge haben, vom Humus keine Rede ſeyn könne. **) Daß ein großer Theil der feſten Rinde auf einem vulcaniſchen Wege ent— ſtanden iſt, darüber ſind alle Naturforſcher einig. Da bei dem Verbrennungs— proceſſe, wie die Folge darthun wird, ſehr viel Sauerſtoff conſumirt wird, ſo folgt hieraus, daß vor jener Metamorphoſe unſers Planeten die Atmoſphäre viel mehr Sauerſtoff enthalten mußte und daß daher in ihr nur eine andere oder gar keine Organiſation leben konnte. Die Geognoſie vermag keine Spuren einer Organiſation dort nachzuweiſen, wo die Metamorphoſe durch den vulcaniſchen oder kryſtalliniſchen Proceß bedingt war, und daher müſſen wir dieſe Criſis unſers Planeten als die nothwendige Bedingung der Verminderung des Sauerſtoffes, der Feſſelung des gegenwärtigen Verhältniſſes der Grundbeſtandtheile der Atmoſphäre und der Möglichkeit des Erwachens einer Kraft, für welche der Name„Leben“ entſtanden iſt, betrachten. —— eprach in der ohler L Frage rem G gasp W 1000; A dn gal Epeſen 1.3 Reche Hohhbe N jäbrich ntjal D ſumtion Ninde betracht n Pro⸗ ſetzung in die⸗ irtigen Großen ug der nismen en eine geführt bſt der ere und gemei⸗ Stoffe rnach er lie⸗ hrung, ber die euchteten rocknung mit dem heutende wichti⸗ daß im ne Rede ege ent⸗ ennungs⸗ wird, ſo noſphäre ere oder weiſen, bedingt wendige oärtigen keit des trachten. 11 Sprache, in ſeinem Genus, noch kein Wort eingeführt hat, obgleich in der Conſumtion der reagirenden Stoffe und der Wärme- und Kohlenſäure⸗Erzeugung der generiſche Charakter klar zu Tage liegt. Wir wollen dieſe Proceſſe näher beleuchten, theils um die obige Frage zu beantworten, theils um zugleich den Grundſtein zu unſe— rem Gebäude zu legen. Verbrennungsproceß. §. 5. Bei dieſem rein chemiſchen Proceſſe ſoll unſer Augenmerk ledig— lich auf den Verbrauch des Sauerſtoffes gerichtet ſeyn. Die gegenwärtige Bevölkerung unſers Planeten beträgt nach Casper*) 960 Millionen. Wir wollen ſie, wegen der Vereinfachung der Rechnung, mit 1000 Millionen veranſchlagen. Nach öͤkonomiſchen Grundſätzen beläuft ſich der jährliche Bedarf an Holz zur Erwärmung der Stuben**) und der Zubereitung der Speiſen**s) in einem gemäßigten Klima, zwiſchen dem 45. bis 48.) n. B., auf 1 bis 1 ½ Klafter 30zölligen weichen Holzes pr. Kopf. Rechnet man dieſen Bedarf nur zu 1 Klafter, ſo beläuft ſich der Holzbedarf für die geſammte Bevölkerung auf 1000 Mill. Klafter. Nach den Ausweiſen über die Montan-Induſtrie beträgt das jährliche Erzeugniß nahe an 6 Millionen Centner Eiſen, was einen Entfall von 0,6 Pfund pr. Kopf ausmacht. Da zur Erzeugung und weitern Verarbeitung von 1 Ctr. Eiſen 3— 5, alſo im Durchſchnitte 4 Schaff Kohlen à 15(genau 14,74) Cub. Fuß †) erforderlich ſind, und aus 1 Klafter 30zöll. Holzes, bei dem gewöhnlichen Verkohlungsverfahren, in dem allergünſtigſten Falle nur 30 Cub. Fuß oder 2 Schaff Kohlen erzeugt werden, ſo *) Dr. Casper’'s wahrſcheinliche Lebensdauer des Menſchen, Berlin 1835, S. 85. **) Zur Beheizung eines mittlern Zimmers werden im Durchſchnitte des weichen und harten Holzes 30 Pfund erfordert..(Hübler über Militär— Oekonomie, Wien 1821, S. 38 ꝛc.). **) Zur Zubereitung der Speiſen werden pr. Herd und Wohnpartei 18 Pfd. erfordert. Beim Militär werden bloß 12 Pfund für eine Menagehitze paſſirt. (Hübler a. a. O., S. 37.) Beim Brotbacken, wenn der Ofen von einem zum andern Male abkühlt, wer— den mit 1 Klafter 30zölligen Holzes 15 Ctr. Brot, zu welchen 10 Ctr. Mehl er⸗ fordert werden, gebacken. Nach dieſen Daten und der Annahme, daß 4— 6 Individuen auf eine Wohn⸗ partei entfallen, iſt der obige Bedarf an Holz berechnet. †) Bei gut conſtruirten Hochöfen werden zu 1 Meiler(à 10 Ctr.) 6 Schaff (à 8 Metzen) Kohlen gerechnet. 12 müſſen 12 Mill. Klafter verwendet werden, um 6 Mill. Ctr. Eiſen zu erzeugen und zu verarbeiten. Rechnet man den Bedarf an Holz bei den übrigen Montan— zweigen, den Ziegel-, Bier-, Branntwein-, Zucker-, Kalk- und Pott— aſchebrennereien, Glasfabriken und andern Feuer unterhaltenden Gewerben auch nur zu 12 Millionen Klafter, ſo beläuft ſich der ſämmtliche jährliche Brennſtoffbedarf auf 1000+ 12412=1024 Millionen Klafter. Da nun bei der Verbrennung 1 Klafter Holzes, von 30 Ctr., 87168 Cub. Fuß Sauerſtoff conſumirt werden) und 1 Cub. Fuß Sauerſtoff 620 Gran wiegt**), ſo werden, um 1 Klafter zu verbrennen, 7037 Pfund, alſo zu 1024 Mill. Klaftern 72058880000 oder näherungsweiſe 72059 Mill. Ctr. Sauer⸗ ſtoff erfordert. Da jedem Cub. Fuß Sauerſtoff 1 Cub. Fuß Kohlenſäure ent— ſpricht, und das ſpec. Gewicht der Kohlenſäure 1,524 beträgt, ſo beläuft ſich die beim Verbrennungsproceſſe von 15360 Millionen Centnern Kohlenſtoff oder 1024 Mill. Klaftern Holz entſtandene Kohlenſäure auf 98262 Millionen Centner. Bevor aus dieſer bedeutenden Conſumtion des Oxygens und der Production der Kohlenſäure Folgerungen gezogen werden, ſoll frü— her der Lebensproceß näher betrachtet werden. Lebensproceß. §. 6. Man hat die Frage vielfältig aufgeworfen: was das Leben ſey? Allein ungeachtet der Bemuͤhungen Hales's, welcher den Grund der Saftbewegung in der Capilarität erblickt; Biot's— in den hygroſkopiſchen Eigenſchaften der Organe; Oken's— in der elec— triſchen Attraction; de Candolle's— in der Contraction und Expanſion der Gefäße, und Dutrochet's, der in der Einſaugung und Ausſcheidung der Zellenhäute das Leben der Pflanzen ſieht— ich ſage, ungeachtet aller dieſer lobenswerthen und gründlichen Be— mühungen ſtehen wir in. Beziehung auf die Frage: Was iſt die Le⸗ benskraft? dort, wo wir vor Tauſenden Jahren geſtanden ſind. Wir ſind wohl im Stande, einzelne Erſcheinungen des Lebens in einen Einklang mit den bisher anerkannten Naturgeſetzen zu brin— **) Den Kohlenſtoffgehalt des Holzes zu 50 pCt. angenommen.— um 1 Ctr. Kohlenſtoff zu verbrennen, werden 5811,2 Cub. Fuß Sauerſtoff erfordert. **) Genau bloß 619,66. Ein Cub. Fuß atmoſphäriſcher Luft wiegt 562 Gran, und da ſich ihr ſpec. Gewicht zu jenem des Sauerſtoffgaſes wie 1,000 zu 1,1026 verhält, ſo läßt ſich die obige Zahl leicht berechnen. —— gen, 1 wirrich ris zuſ Fa daß di Etücker Hi reagiren girender ond D. und W 9 (angſan aufdieg Thelh igſten dan das e. Eiſn Aontan⸗ nd Pott⸗ altenden ſich der - 10⁹4 Holzes, rden*) en, um kKlaftern Sauer⸗ re ent⸗ ägt, ſo lllionen tandene und der oll frü⸗ en ſey? Grund in den er elec⸗ on und augung ſieht— jen Ve⸗ die Le⸗ n. Lebens u brin⸗ n 1 Ctr. egt 562 1,000 zu 13 gen, allein den letzten Grund der Geſammterſcheinung vermögen wir nicht zu faſſen, da uns das Wort„Materie“ ein ewiges Geheim— niß zu ſeyn ſcheint. Faſſen wir das Leben als bloße Erſcheinung auf, ſo ſehen wir, daß dieſer Proceß mit dem Verbrennungsproceß in den wichtigſten Stücken analog erſcheint.— Hier wie dort ſind Brennſtoff(Nahrung) und Sauerſtoff die reagirenden Körper; hier wie dort erfolgt eine Conſumtion der rea— girenden Stoffe; hier wie dort werden Stoffe ausgeſchieden(Rauch und Dunſt, Kohlenſäure in beiden Fällen, Aſche und Ercremente) und Wärme erzeugt. Daher haben mit Recht die älteſten Forſcher das Leben für einen langſamen Verbrennungsproceß erklärt. Doch wirft man einen Blick auf die geſammte Kette organiſcher Weſen, ſo finden wir nur einen Theil, der die Analogie mit dem Verbrennungsproceſſe in der wich— tigſten Lebensfunction, nämlich in dem Athmen, beurkundet, oder bei dem das Leben als eln eigentlicher Verbrennungsproceß erſcheint. Wir ſehen nämlich bei einem Theile organiſcher Weſen, daß mit ihren Säften(Chylus) fortwährend Sauerſtoff verbunden und in gleichem Verhältniſſe, dem Volumen nach, Kohlenſäure entbunden werden muß, wenn ſie erhalten werden ſollen, und dieſe Weſen hei— ßen„Thiere“. Der andere Theil bildet den Gegenſatz, d. h. er entbindet den Sauerſtoff und aſſimilirt die Kohlenſäure, und er umfaßt alle Weſen, welche Pflanzen heißen. Dieſe Weſen ſind alſo beſtimmt, den Brenn— und Zündſtoff zu liefern, das Gleichgewicht zwiſchen der Production und Conſumtion zu erhalten und auf dieſe Weiſe die Weisheit der Urkraft alles Seyns zu beurkunden. §. 7. Um die Wichtigkeit der Pflanzen im Haushalte der Natur dar— zuthun, ſo wie auch um mehr Aufſchluß über die Art ihrer Ernäh— rung zu erhalten, wollen wir die Conſumtion des Sauerſtoffes und die Production der Kohlenſäure von Seiten der Thiere approxima— tiv berechnen.. Nach Allen und Pepis“) verbraucht ein geſunder, ruhig ath mender Menſch in 24 Stunden 1 Pfund 21 ½ Loth Sauerſtoff und erzeugt dafür 2 Pfund 9 Loth 155 Gran Kohlenſäure; alſo jährlich *) Bibliotheque britanique. Sciens et Arts, T. 42, Nr. 3 et 4, 1809, — und Schweigger's Journal für Chemie und Phyſik, B. 1, S. 182. 14 610 Pf. 7 ⅛ Lth. Sauerſtoff und 840 Pf. 81 ½ Lth. Kohlenſäure; da⸗ her verbraucht die geſammte Bevölkerung unſers Planeten 612 5 ½ Mill. Ctr. Sauerſtoff und erzeugt 8406 ½ Mill. Ctr. Kohlenſäure. Berechnet man die Hausthiere nach Maßgabe des Flächen⸗ inhalts ſolcher Länder, in welchen die Viehzucht eine untergeordnete Nolle ſpielt, ſo entfallen auf 1◻ Meile 3000 Stück Hausthiere aller Art*). Nimmt man an, daß ſich die Hausthiere beim Athmungsproceſſe ebenſo wie die Menſchen verhalten, alſo gleiche Quantitäten erzeu⸗ gen und conſumiren, ſo beläuft ſich die Conſumtion an Sauerſtoff auf 55 129 ½ Mill. Centner und die Production an Kohlenſäure auf 75658 ½ Mill. Centner. Nimmt man ferner an, daß die Voͤgel, Fiſche, Reptilien, Inſec— ten und Wuürmer**) nicht mehr als das Menſchengeſchlecht und die Hausthiere bedürfen, ſo beträgt ihr Bedarf an Sauerſtoff 61355 Mill. Ctr. und das Erzeugniß an Kohlenſäure 84065 Mill. Ctr. Dieſem nach iſt das ſämmtliche Conſum des Thierreiches an Sauerſtoff 122610 Mill. Ctr., und das Erzeugniß an Kohlen⸗ ſäure 168130 Mill. Centner. Rechnet man dazu die Conſumtion und Production der in Rede ſtehenden Stoffe, welche bei dem Verbrennungsproceſſe conſumirt und erzeugt werden, ſo erhält man die jährliche Verminderung an Sauerſtoff mit 194669 Mill. Centner und die Vermehrung der Kohlenſäure in der Atmoſphäre mit 266392 Mill. Centner. §. 8. Vergleicht man die Conſumtion des Sauerſtoffes und die Pro— duction der Kohlenſäure mit dem Vorrathe dieſer Korper in der At— moſphäre(§. 2), ſo ſehen wir: a) daß ſich der Sauerſtoff der Atmoſphäre jährlich um 2u/10000, (genau um 2110 vermindert, alſo daß das Verhältniß des Sauerſtoffes zum Stickſtoffe von Jahr zu Jahr um dieſen Antheil verringert, mithin die Exiſtenz des Thierreiches von Tag zu Tag mehr bedroht werde; *) Dieſe Berechnung erfolgte nach den Erhebungen im Küſtenlande, Iſtrien und dem Adelsberger Kreiſe in Krain, alſo in ſehr unwirthbaren Ländern, in welchen auf die ¶ Meile 800 Rinder, 1080 Schafe, 30 Ziegen und 90 Pferde entfallen. **) Die übrigen Säugethiere wurden mit den Hausthieren, die in vielen Gegenden nicht vorkommen, comparirt, alſo die Rechnung immer unter ſehr günſtigen Vorausſetzungen für die Erhaltung des Sauerſtoffes geführt. d V gan de nm, 1 ütni din con Rgeg dühen er fegenw D von K Polee ſen, in heu den Gruado daxaniſ die helgen ihtide die innge drcd Kahſe ure; da⸗ 61 25 ½ lenſaäure. Flächen⸗ eordnete usthiere proceſſe erzeu⸗ duerſtoff lenſäure Inſec⸗ und die 6135⁵⁵ l. Ctr. ches an Kohlen⸗ in Rede nſumirt ung an ig der ie Pro⸗ der At⸗ H‚10oho- niß des dieſen des von Iſtrien dern, in 0 Pferde in vielen 15 b) daß in 100000 Jahren der ganze Sauerſtoffgehalt aus der Atmoſphäre verſchwinden und daher das Ende oder der na— tuͤrliche Jüngſtetag nach Verlauf dieſes Zeitabſchnittes für die gegenwärtige Organiſation unſers Planeten eintreten müßte; c) daß in 360 Jahren der gegenwärtige Gehalt(0,0001) an Kohlenſäure in der Atmoſphäre verdoppelt und in 100000 Jahren 27 7mal vervielfacht wird, ſo, daß nach dieſem Zeit— raume der Sauerſtoff= 0, die Kohlenſäure hingegen = 26735 Billionen Centner betragen müßte; und d) daß der noch immer myſtiſche Stickſtoff der Atmoſphäre, nach dem gegenwärtigen Standpuncte unſers Wiſſens, keine we— ſentliche Veränderungen erleidet und daher als eine conſtante Groͤße, ein bloßer Vermittler der Lebenskraft im Haushalte der Natur zu ſeyn ſcheint. §. 9. Da einerſeits dieſe Reſultate als die abſolut nothwendigen Fol— gen des thieriſchen Lebens und des Verbrennungsproeeſſes erſchei nen, und da andererſeits die Unterſuchungen lehren, daß das Ver— hältniß der atmoſphäriſchen Beſtandtheile unter allen Verhältniſſen ein conſtantes iſt: ſo muß es im Haushalte der Natur Mittel und Wege geben, durch welche das Gleichgewicht unter den Atmoſphä— rilien erhalten und mithin die Gefahr des baldigen Unterganges der gegenwärtigen Organiſation beſeitigt wird. Dieſe Mittel beſtehen, läßt ſich erwidern, in der Schoͤpfung von Weſen, die ſich zueinander verhalten wie die entgegengeſetzten Pole eines Magnets, einer voltaiſchen Säule, welche, gleich die— ſen, in ihrem wechſelſeitigen Contacte durch ihr eigenthümliches Le— ben den Zuſtand des bewunderungswürdigen Gleichgewichts, die Grundbedingung des Entſtehens und Beſtehens der gegenwärtigen Organiſation unſers Planeten, erhalten. Die Weſen, die den Sauerſtoff conſumiren und die Kohlenſäure erzeugen, heißen„Thiere“; die Weſen hingegen, welche den Gegen— ſatz bilden, heißen„Pflanzen“. Dieſem nach beſtünde der Unterſchied zwiſchen Thieren und Pflanzen in dem Princip der gegenſeitigen Erhaltung, bedingt durch die Production und Conſumtion des Sauerſtoffes und der Kohlenſäure. §. 40. Die ausgezeichnetſten Pflanzenphyſiologen, als: Hales, Bonet, Senebier, Sauſſure, Ingenhouß, Gri ſchow c., haben durch Verſuche dargethan, daß ſich die Pflanzen⸗ welt die Kohlenſaͤure nach Maßgabe der Größe, des Umfangs und der Beſchaffenheit ihrer blattartigen Gebilde aneignet*), dieſelbe unter Einwirkung des Lichtes zerſetzt, den Kohlenſtoff zur Bildung ihrer Erzeugniſſe verwendet und den Sauerſtoff ausſcheidet. Hier entſteht nun die in praktiſcher Beziehung wichtige Frage: wieviel Kohlenſtoff in dem Erzeugniſſe von einer beſtimmten Fläche auf Rechnung der Aſſimilation der atmoſphäriſchen Kohlenſaͤure veranſchlagt werden kann? Um dieſe Frage genügend zu beantworten, wollen wir von den Pflanzen, welche auf der Oberfläche des Meeres wachſen, abſtrahi— ren und annehmen, daß die feſte Ninde unſers Planeten vollkom⸗ men mit Pflanzen beſetzt erſcheint. Da die Oberfläche der feſten Rinde 3 Millionen ◻ Meilen (§. 2) beträgt, und die Kohlenſäure durch die bloße Reſpiration der Thiere um 168130 Mill. Centner jährlich vermehrt wird(§K. 7), ſo entfallen auf 1+. Meile 56043 und auf 1 n. ö. Joch(zu 1600 Klafter) 5604 Centner Kohlenſäure.. Da die Kohlenſäure 27 pCt. Kohlen⸗ und 73 pCt. Sauerſtoff enthält, ſo entfallen auf 1 n. ü. Joch 1513 Ctr. Kohlenſtoff, welchen ſich die hier wachſenden Pflanzen aneignen müßten, wenn der Zu⸗ ſtand des Gleichgewichts in der Atmoſphäre hergeſtellt werden ſoll. Da jedoch bei der intenſivſten Bewirthſchaftung des Bodens der Gehalt an Kohlenſtoff in dem jährlichen Erzeugniſſe pr. Joch nur 55 Ctr. beträgt(§. 29, Tabelle A.), ſo entſteht die Frage: wohin der Reſt des Kohlenſtoffes gelange, und woher es denn komme, daß in der Atmoſphäre keine Zunahme an Kohlenſäure wahrgenommen werden kann, da das Pflanzenreich, nach directen Erfahrungen, nicht *) Es bleibt eine unbegreifliche Erſcheinung, daß der für die Wiſſenſchaft zu früh verſtorbene Pflanzenphyſiolog Meyen dieſe Aneignung in Zweifel ziehen und behaupten kann: daß die Erfahrungen der Land- und Forſtwirthe auf Täu⸗ ſchungen beruhen, wenn ſie glauben, daß ſich die auf bloßen Sandſchellen wachſen— den Pflanzen den Kohlenſtoff aus der Atmoſphäre angeeignet haben(Meyen's Pflanzenphyſiologie, Berlin 1838, B. 2, S. 149). Hätte Meyen den Kohlen⸗ ſtoff der Ernten mit dem Kohlenſtoffe der fruchtbarſten Grundſtücke verglichen, dann hätte ihm dieſe Vergleichung mehr Aufſchluß ertheilt, als die Verſuche der genannten Pflanzenphyſiologen, und er wäre zu der unwiderlegbaren Thatſache gelangt, daß die Kohlenſäure der Atmoſphäre einen bedeutenden Antheil an dem Kohlenſtoffgehalt der Pflanzen hat. in Sta ſiure z 8 ſchung wohl Kalkbib ſoen 3 nuſen dicſt A hen 1 32 ¹)( dem Gät tidet Salerſt demehr 39 allein. drrſche auch a Dunſt an Wa Atwoſp Ar gen goh ſeoff hähenre ralches dehmoa en Wer den Ra neren dun Er ſeinie ſes Re 351 Um ſafte wade 5 dales, G ri flanzen⸗ ngs und dieſelbe Bildung Frage: Fläche lenſaure von den ſtrahi⸗ ollkom⸗ Meilen tion der §. D, 1 1600 znuerſtoff welchen der Zu⸗ en ſoll. dens der och nur wohin ne, daß nommen n, nicht ſchaft zu el ziehen auf Täu⸗ wachſen⸗ eyen's Kohlen⸗ erglichen, ſuche der Thatſache il an dem 17 im Stande iſt, die ſämmtliche durch das Thierreich erzeugte Kohlen⸗ ſäure zu zerlegen?*). Wir überlaſſen die Beantwortung dieſer Frage den weitern For⸗ ſchungen, bemerken jedoch, daß die Verminderung der Kohlenſäure wohl nicht in einer Verflüchtigung in den Weltenraum, in einer Kalkbildung des Thierreiches zum Behuf der Bindung der überſchuſ— ſigen Kohlenſäure, in einer fortſchreitenden Sättigung der Fels— maſſen mit Kohlenſäure, und in einer Abſorbtion und Condenſation dieſer Säure im Schooße der Erde geſucht werden könne**). Was die Folgerungen anbelangt, die ſich aus dem Geſagten zie— hen laſſen, ſo ſind dieſelben: a) Daß den Pflanzen mehr Kohlenſäure durch die Atmoſphaͤre zugeführt wird, als ſie bedürfen, um den Kohlenſtoffbedarf zu decken; b) daß es bei der Sorgfalt für die Ernährung der Pflanzen nicht ſo ſehr auf die Zuführung des Kohlen-, als der übrigen Stoffe ankommen ſollte*e*); c) daß die Menge der aſſimilirten Kohlenſäure nicht bloß von dem Umfange und der Beſchaffenheit der blattartigen Gebilde, ſondern auch von der Intenſität des Lichtes und(wir möch⸗ *) Erwägt man, daß jährlich Millionen von Centnern organiſcher Körper dem Gährungsproceſſe unterworfen werden und daß dabei jederzeit Kohlenſäure gebildet wird, ſo muß die Anhäufung der Kohlenſäure und die Verminderung des Sauerſtoffes in der Atmoſphäre auch aus dieſem GErunde um ein Bedeutendes vermehrt werden. **) Ober dem Waſſer iſt allerdings der Gehalt an Kohlenſäure geringer; allein nimmt man auch an, daß der Ueberſchuß an Kohlenſäure von dem Waſſer verſchluckt wird, ſo muß doch dasſelbe einmal völlig geſättigt werden. Führt man auch an, daß das Thierreich viel Kohlenſäure mit dem Waſſer conſumirt und im Dunſt und dem Urin keine freie Kohlenſäure mehr erſcheint, ſo müßte der Bedarf an Waſſer außerordentlich groß ſeyn, um den Ueberſchuß an Kohlenſäure in der Atmoſphäre zu beſeitigen.. Der atmoſphäriſch-electriſche Proceß ſcheint an der Zerſetzung der überſchüſſi— gen Kohlenſäure einen bedeutenden Antheil zu haben; allein wohin ſoll der Koh— lenſtoff nach der Entbindung des Sauerſtoffes gekangen? Läßt man ihn auch den Höhenrauch conſtituiren, ſo müßte doch die Intenſität des Höhenrauches(Hehr- rauches) und die Verminderung des Kohlenſtoffes auf unſerem Planeten wahr⸗- nehmbar ſeyn.— Wir gelangen überall, wo wir die Natur in die geheimnißvol— len Werkſtätten verfolgen, auf Erſcheinungen, bei welchen wir die unergründli— chen Rathſchlüſſe der Urkraft alles Seyns bewundern und unſere Kurzſichtigkeit anerkennen müſſen. Muthvoll wirft ſich der menſchliche Verſtand in das Meer von Erſcheinungen; er verfolgt jede einzelne bis auf ihren Grund; allein wie er ſie in ihrer Geſammtheit auffaßt, dann erſt wird er der unermeßlichen Tiefe die— ſes Meeres bewußt.. ***) Die Folge wird jedoch lehren, daß die Sorgfalt des Landmannes bei der Pflanzenernährung faſt ausſchließlich in der Zuführung des Kohlen- und Stick— ſtoffbedarfs beſtehen muß, wenn er auf die größtmöglichen Erträgniſſe Rechnung machen will. Hlubek’'s Statik. 2 ten noch hinzufuͤgen) des electriſchen Zuſtandes der Atmo⸗ ſphäre abhängt, und d) daß es in der Atmoſphäre oder in dem Weltraumre einen Pro⸗ ceß geben muß, durch welchen das Gleichgewicht unter den Atmoſphärilien erhalten wird, da ſolches das Pflanzenreich vollſtändig zu bewerkſtelligen nicht vermag. §. 141. Gegen die bisherigen Deductionen laſſen ſich manche Einwen— dungen machen, und wir ſehen uns genöthigt, bevor wir unſern Zweck weiter verfolgen, einige derſelben zu widerlegen. Die erſte Einwendung wäre die, daß der Gehalt an Kohlen— ſäure pr. Joch nicht ſo groß ausfallen kann, da dieſelbe über die ganze Oberfläche der Erde gleichförmig vertheilt iſt. Wird bloß diejenige Kohlenſäure, welche jährlich das Thier— reich producirt, in Rechnung gebracht und über die ganze Erd— oberfläche Aleich förmig repartirt, ſo entfallen auf 1 ◻Meile 168130:9,2— 18275 Etr., und auf 1 n. b. e, 18275:10000 = 1827 ½ Ctr. Kohlenſäure oder 393,3 Si ohlenſtoff. Man ſieht, daß ſelbſt in dieſem für die N Renge der Kohlenſäure ungünſtigſten Falle die Pflanzen, welche auf 1600 ◻Klaftern wach⸗ ſen, nicht im Stande ſind, 393 Ctr. Kohlenſtoff in ihre Beſtandtheile umzuwandeln, ſelbſt wenn wir uns die üppig vegetirenden Palmen der Tropenländer über die ganze Erde verbreitet denken. Eine Sago⸗Palme erzeugt in einem magern Grunde im Verlauf von 7 Jahren auf 1 n. ö. Aeche 10000 Pfd. Stärkemehl(Amylon), alſo jährlich 1428 ⁄ Pfd. Nehmen wir an, daß die übrigen Theile im trockenen Zaſtande auch 20mal größer ſind als der Staͤrkemehl⸗ gehalt, ſo würde ſt ſich das geſammte Gewicht einer Sago-Palme auf 300 Ctr. und der aſſimilirte Kohlenſtoff auf 150 Ctr. belaufen. Man ſieht alſo, daß ſelbſt die Bewohner der Tropenländer nicht einmal die Hälfte des vorhandenen Kohlenſtoffes zu binden vermögen. Nur dann wäre die tropiſche Flora im Stande, jährlich 393 Ctr. Kohlenſtoff auf 1600 ◻Klaftern zu verarbeiten, wenn ſie Pflanzen aufzuweiſen vermöchte, deren jährliches Erzeugniß auf der angegebenen Fläche bei S00 Ctr.(genau 786) beträgt. Doch über eine ſolche außerordentliche Productionskraft enthalten die Werke der Pflanzengeographen und Phyſiologen keine Thatſachen*). *) Alex. v. Humboldt's De distributione plantarum etc. Paris 1817; Meyen’'s Pfl anzengeographie, Berlin 1836; Desſelben Pflanzenphy⸗ — Unt düporbt naſſe ve Eit Grunde können, daatmrt w Einig nach L 1 1000 auf eines detthilc Wi Ein thtſche vnn üb tong eilato Erde Atmo⸗ Pro⸗ er den nreich wen⸗ nſern hlen⸗ r die hier⸗ Erd⸗ Reile 000 ſaäure ach heile men lauf on), heile ehl⸗ auf icht gen. 93 ſie der ber rke ris hy⸗ 19 Und ſelbſt die Fettpflanzen(Crasulaceen), welche das größte Abſorbtionsvermögen beſitzen, ſind nicht im Stande, eine Kohlen— maſſe von 393 Ctr. jährlich zu binden. §. 12. Eine zweite Einwendung iſt die, daß ſich die Pflanzen aus dem Grunde die geſammte Kohlenſäure der Atmoſphäre nicht aneignen können, weil nur ein kleiner Theil in einer Wechſelwirkung mit ihren blattartigen Gebilden ſteht. Ueber die Höhe unſerer Atmoſphäre ſind die Anſichten getheilt. Einige berechnen dieſelbe, nach der arithmetiſchen Waͤrmeabnahme nach Oben, mit 27, Andere hingegen mit 28 geographiſchen Meilen zu 4000 Klaftern. Es müßte dieſem nach die Kohlenſäure, welche auf einem Joche ruht, in eine Säule von 27 oder 28 Meilen Länge vertheilt gedacht werden. Wird die Vertheilung gleichfoͤrmig angenommen, obwohl de Sauſſure einen groͤßern Gehalt in den höhern Schichten, gegen die Geſetze der Schwere, bemerkt haben will, ſo entfallen auf die unterſte von 1 Klftr. Höhe und 1600 ◻Klftr. Fläche 5 Pfund Kohl tgänte im 1ſten und 6 ⸗ ⸗ 2ten Falle. Eine ſolche Vertheilung der rKohlenſäure widerſpricht den äro— ſtatiſchen Geſetzen und den landwirthſchaftlichen Erfahrungen, die man über die Verarbeitung des atmoſphäriſchen Kohlenſtoffes auf Sandſchellen(Flugſand, der keinen Humus enthält) gemacht hat. Nach den äroſtatiſchen Geſetzen wird die Kohlenſäure durch den Regen dem Boden ganz zugeführt, alſo in das Bereich der Vegeta— tion gebracht; daher kann nicht angenommen werden, daß die Os— cillationen der Kohlenſäure fortwährend zwiſchen der Oberfläche der Erde und der Höhe von 27 oder 28 geographiſchen Meilen erfolgen. Den landwirthſchaftlichen Erfahrungen zufolge beträgt das jährliche geſammte Erzeugniß der Weiß- oder Schwarzföhre oder Kiefer auf einem humus- oder kohlenloſen Sandboden 30 Centner (Holz, Laub und Harzfluß gerechnet) pr. 1 n. ö. Joch. Dieſes Erzeugniß enthält bei 15 Ctr. Kohlenſtoff, welchen ſich die Kiefer lediglich aus der Atmoſphäre angeeignet hat. Folgen auf einem ſolchen Boden Sandhafer(Avena apenaria), Spingrl. Gbenein arvensis), Heidekorn(Polygonum fagopyrum), ſiologie, 3. B., Berlin 1836, und Grundzüge einer allgemeinen Pflanzengeogra⸗ phie von Schouw, Berlin 1823. *ℳ 20 Königskerze(Verbascum Tapsus), die Brennneſſel(Urtica dioiea) u. a. niedrig wachſende Pflanzen, ſo wechſelt der jährliche Ertrag zwiſchen 3— 10 Ctr. pr. Joch, und er ſteht in dem innigſten Zuſam⸗ menhange zu der Oberfläche, welche dieſe Pflanzen der Atmoſphäre darzubieten vermögen. Der Theil des Kieferſtammes, an welchem die Aeſte und Blätter befeſtigt ſind, überſchreitet ſelten die Länge von 12; die Höhe der letztgenannten Pflanzen wechſelt auf einem ſo ſterilen Boden zwi— ſchen ½— 3“(mit Einſchluß der Königskerze). Wird die mittlere Höhe mit 1 ½“ berechnet, ſo hat man das Verhältniß der Oberfläche zum Ertrage wie 12: 1 ½= 30: X alſo x= 3% Ctr., d. h. der Ertrag des Sandhafers ꝛc. iſt achtmal kleiner als der der Kiefer, weil ſeine Oberfläche, bei gleich ange— nommener Abſorbtionsfähigkeit, ebenſo vielmal kleiner erſcheint*). Dieß ſind die Ergebniſſe im Großen. Was die directen Verſuche über die Abſorbtion der Kohlenſäure anbelangt, ſo wollen wir hier die Unterſuchungen des großen Pflan⸗ zenphyſiologen de Sauſſure wörtlich anführen, da ſein Werk über Pflanzenphyſiologie zu den Seltenheiten, ſelbſt in den Biblio— theken, gehört. „Ich ſetzte“, ſagt de Sauſſure,„eine kuͤnſtliche Atmoſphäre aus 290 Cub. Zoll von einer atmoſphäriſchen Luft zuſammen, in welcher das Eudiometer 2190 Sauerſtoffgas anzeigte, zu welcher Luft Kohlenſäuregas gemiſcht wurde, ſo daß das Kalkwaſſer darin 7 ½ pCt. Kohlenſäure anzeigte. Dieſes Luftgemenge war in einer Glasglocke enthalten und durch Queckſilber geſperrt, das mit einer dünnen Lage von Waſſer bedeckt war, um die ſchädliche Wirkung auf die Pflanzen zu verhindern, welche ſich immer zeigt, wenn die ſie um— gebende Luft unmittelbar vom Queckſilber berührt wird. Unter dieſen Recipienten brachte ich 7 Stöͤcke von Vinca per- vinca, wovon jeder zwei Decimeter(7,6)) Höhe hatte und die alle zuſammen einen Raum von 10 Cub. Decimeter(54,87 Wiener *) Dieſem nach wird ſich der Durchſchnittsertrag auf Sandſchellen belaufen auf 3 ¾ Ctr. bei 1 ½ Höhe, ⸗ 27 2* 21 ⸗ 2 21/½ͤ„⸗ 7 6½ ⸗ 5 3 ⸗ 10 2 47 3. Dieſer Ertrag, mithin auch die Aſſimilation des Kohlenſtoffes, wird in dem Verhältniſſe ſteigen, als die Vegetation auf einem Boden üppiger und die Pflan- zen blattreicher ſind.— Bei Fettpflanzen dürfte der Ertrag um mehr als das Doppelte größer erſcheinen. Leider vermag die Botanik keine landwirthſchaftliche Pflanzen aus dieſer Familie anzuempfehlen. — 6ub, 30 fi geſet Die felbarer ausgeſe Ar ſichtbar Da nehr be fimunte Net glach b duft nic lufder heitund A Amoſt Verſac dioica) Ertrag Buſam⸗ oſphaͤre Blätter öhe der n zwi⸗ dan das 30:X, ochtmal ange⸗ int*). eſäure Pflan⸗ Werk Biblio⸗ ſſphare en, in velcher darin einer t einer ng auf ie um⸗ b per- lie alle giener eaufen in dem Pflan⸗ als das aftliche Cub. Zoll) einnahmen. Ihre Wurzeln waren in ein beſonderes Ge⸗ fäß geſetzt, welches 15 Cub. Centimeter Waſſer enthielt. Dieſer Apparat wurde ſechs Tage hintereinander dem unmit⸗ telbaren Einfluſſe der Sonnenſtrahlen von 5 bis 11 Uhr Morgens ausgeſetzt. Am 7. Tage wurden die Pflanzen herausgenommen, die keine ſichtbare Veränderung erlitten hatten. Das Volumen der Luft war unverändert, ſoviel man bei An⸗ wendung einer Glasglocke beurtheilen kann, welche 13 Centimeter Durchmeſſer hat und worin daher eine Veränderung, welche unter 20 Cub. Centimeter geht, ſchwer zu bemerken iſt; aber größer kann der Fehler wenigſtens nicht ſeyn. Das Kohlenwaſſer zeigte keine Spur mehr von Kohlenſäure in dieſer Luft an, und das Endiometer be⸗ ſtimmte den Kohlenſtoffgehalt zu 24 ½ pCt. Neben dem eben beſchriebenen Apparate ſtand ein anderer ganz gleich beſchaffener, der ebenſoviele Stocke einſchloß, worin aber die Luft nicht mit Kohlenſäure vermiſcht war. Als dieſe Luft nach Ver— lauf derſelben Zeit gepruͤft wurde, fand ſie ſich hinſichtlich der Rein— heit und des Volumens nicht im Mindeſten verändert. Aus dem, was ich über die Zuſammenſetzung der künſtlichen Atmoſphäre angeführt habe, geht hervor, daß ſie vor Anfang des Verſuches enthielt: 4199 Cub. Centimeter Stickgas, 1146 ⸗ ⸗ Sauerſtoffgas und 431 ⸗ ⸗ Kohlenſäuregas. 5746 Cub. Centimeter. Aber nachdem ſie die Pflanzen verändert hatten: 4338 Cub. Centimeter Stickgas, 1408 ⸗ ⸗ Sauerſtoffgas und 0 ⸗ Kohlenſäuregas. 5746 Cub. Centimeter. Die eingeſetzten Stoͤcke hatten folglich 431 Cub. Centimeter Kohlenſäuregas fortgenommen. Hätten ſie daraus allen Sauerſtoff entbunden, ſo würde das Volumen des Kohlenſäuregaſes von einem gleichen Volumen Sauer— ſtoffgas erſetzt worden ſeyn; ſie haben aber nicht mehr als 292 Cub. Centimeter von letzterem entbunden. Die fehlenden 139 Cub. Cenu⸗ timeter Sauerſtoffgas haben ſie folglich aſſimilirt, während ſie ſtatt deſſen 139 Cub. Centimeter Stickgas entwickelt haben. Ein vergleichender Verſuch hat gezeigt, daß die 7 Stöcke von 22 Vinca pervinca vor dem Verſuche im getrockneten Zuſtande 2707 Gran gewogen, und bei der trockenen Deſtillation 0,528 Gran Kohle gegeben haben würden; aber nach beendigter Vegetation in der kohlenſäurehaltigern Luft gaben ſie bei der trockenen Deſtillation 0,649 Gran Kohle, ſo daß 0,120 Gran Kohlenſtoff aus der Luft aufgenommen worden ſind. Ich habe auf gleiche Weiſe die andern 7 Stöcke, welche in der kohlenſäurefreien Luft ſtanden, verkohlt, und habe gefunden, daß ihr Kohlenſtoffgehalt eher ab- als zuge— nommen hat.“*) So weit de Sauſſure's Verſuch. Wäre nun 1 Joch mit der Vinca pervinca bepflanzt, ſo würde ſie bei der Höhe von 7,6“ ein Volumen von 63037440 Cub. Zoll einnehmen, und im Verlauf von 6 Tagen 605177 Gran oder 1080,6 Pfund, das Pfund zu 560 Gran, Kohlenſtoff aſſimiliren. Erfolgt dieſe Aſſimilation in den nachfolgenden Vegetationsperioden gleichförmig, ſo wuͤrde ſie in einem Monate 54 Ctr. und in 6 Monaten, alſo der durchſchnitt⸗ lichen Vegetationsperiode des mittlern Europa, 324 Ctr. Kohlen⸗ ſtoff betragen. Im§. 14 iſt gezeigt worden, daß der durch das Thierreich entbundene und auf ein Joch berechnete Kohlenſtoffgehalt 393 Ctr. beträgt; daher wäre es allerdings möglich, daß ſich die Pflanzen den geſammten Kohlenſtoff der Atmoſphäre anzueignen im Stande ſind.— Wenn man aber erwägt, daß ſelbſt die üppigſte Vegeta— tion der Tropenländer hoͤchſtens nur 150 Ctr. Kohlenſtoff pr. Joch zu binden vermag(§. 11), ſo ſieht man, daß die auf künſtlichem Wege bewirkte Abſorbtion des Kohlenſtoffes in der Wirklichkeit keine Anwendung findet, und daß alſo, trotz aller Verſuche, das Pflanzenreich nicht vermag, die durch das Thierreich mit Kohlen⸗ ſäure verunreinigte Atmoſphäre ganz zu reinigen. Es iſt allerdings möglich, ja wahrſcheinlich, daß die geſammte Kohlenſäure der Atmoſphäre dem Kreislaufe des vegetabiliſchen Lebens unterworfen iſt, da de Sauſſure und Griſchow 3) dargethan haben, daß die Pflanzen nicht bloß zur Nachts-, ſondern zu jeder Zeit durch ihre nicht blattartigen Gebilde, als Stamm, Aeſte, Zweige und unreife Früchte, Kohlenſäure aushauchen***); *) Chemiſche Unterſuchungen über die Vegetation von de S auſſure. Aus dem Franzöſiſchen von Voigt, Berlin 1805, S. 37. *) Chemiſche Unterſuchung über den Athmungsproceß der Pflanzen ꝛc., Leipzig 1819, S. 102 ꝛc. ) Wollte man annehmen, daß die Kohlenſäure, welche die Pflanzen ausſcheiden, dadurch gebildet werde, daß ſich der Sauerſtoff der Atmoſphäre allein d de 2707 28 Gran tation in ſtillation der euft eandern verkohlt, s zuge⸗ mit der !6“ ein Verlauf fund zu tion in ürde ſie ſchnitt⸗ dohlen⸗ jerreich 53 Ctr. lanzen Stande egeta⸗ „Joch lchem ichkeit , das hlen⸗ mmte ſchen dern mm, ure. m c., anzen phäre 28 23 allein daß die Pflanzen nicht im Stande ſind, die geſammte durch das Thierreich erzeugte Kohlenſäure zu zerſetzen, iſt eine Thatſache, welche der ſcharfſinnigſte Verſtand wegzuraiſonniren nicht vermag. Es bleibt alſo noch immer die Frage zu beantworten: wodurch das gegenwärtige Gleichgewicht unter den Atmoſphärilien be— dingt iſt? Die Folgerung, die ſich für unſern Zweck aus dem Angeführ⸗ ten ergibt, iſt: daß Pflanzen, ſelbſt mit ſchmalen, trockenen, har⸗ zigen Blättern, im Stande ſind, bei einer Oberfläche von 2000 bis 3000 Cub. Klafter(der blattartigen Gebilde) jährlich 55 ½ Ctr. Kohlenſaͤure zu zerlegen und daraus 15 Ctr. Kohlenſtoff zu aſſimiliren. Bevor wir zu der nähern Betrachtung des Pflanzenlebens ſchreiten, ſehen wir uns noch genöthigt, einen Blick auf den myſti— ſchen Stickſtoff zu werfen. Die Phyſiologie der Thiere lehrt, daß bei dem Athmungsproceſſe Kohlenſäure, Waſſerdünſte und Stick ſtoff ausgeathmet werden; letzterer ſogar in größerer Menge, als er eingeathmet wird. Die Chemie weiſ't nach, daß die thieriſchen Erzeugniſſe aller Art(Fleiſch, Fett, Schweiß, Urin, Koth c.) eine bedeutende Menge Stickſtoff enthalten, während der Gehalt au Stickſtoff in den Ve getabilien eine äußerſt untergeordnete Rolle ſpielt. Man glaubte alſo zu der Anſicht berechtigt zu ſeyn, daß ſich die Thiere den Stickſtoffgehalt aus der Atmoſphäre aneignen, und daß daher die Ausſcheidung des Stickſtoffes aus dem thieriſchen Organismus eine bloße Hypotheſe ſey. Das Irrige dieſer Anſicht ſoll folgende Berechnung darthun: Nach Gay⸗Luſſac und Thenard beſteht die Fleiſch⸗ oder Muskelfaſer aus 53,3 60 pCt. Kohlen⸗, 19,685 ⸗ Sauer⸗, 7,021 ⸗ Waſſer⸗ und 19,934 ⸗ Sticekſcoff*). 100,000. mit dem Kohlenſtoffe der Pflanzen verbindet, ſo würde der geſammte Kohlen⸗ ſtoffgehalt der Pflanze dazu nicht hinreichend erſcheinen. Die ausgeſchiedene Kohlenſäure kann nur ein Antheil der abſorbirten ſeyn, welcher nicht zerſetzt worden iſt.. *) Davy's Agricultur⸗Chemie, Aus dem Engliſchen von F. Wolff, Berlin 1814, S. 310. Nach de Sauſſure iſt das Fett zuſammengeſetzt aus 78,843 Kohlen⸗, 12,182 Waſſer⸗, 8,502 Sauer⸗ und 0,473 Stickſtoff*). 100,000. Da die Knochen eines Thieres, welche am wenigſten ſtickſtoff— haltig ſind, im Durchſchnitte den fünften Theil des lebenden Ge— wichts betragen, ſo beläuft ſich der Stickſtoffgehalt eines magern Ochſen von 10 Ctr. Gewicht auf 160 Pfund. Wird ein ſolcher Ochs mit bloßem Heu gemäſtet, ſo lehrt die Erfahrung, daß derſelbe in vier Monaten bei einer Conſumtion von 44 Ctr. Heu 150 Pfund Fleiſch mit 25 pCt. Fett angeſetzt hat. Da das Conſervations-Futter 1 ½ pCt. des lebenden Ge⸗ wichts oder 15 Pfund Heu täglich beträgt, ſo ſind von den 44 Ctr. Heu nur 26 Ctr. zu der Production von 150 Pfund Fleiſch und Fett verwendet worden. Da das Fleiſch 22,5 Pfd. und das Fett, in dem Fetterzeug⸗ niſſe von 37,5 Pfund, 0,1875 Pfund, alſo zuſammen, oder 150 Pfund Fleiſch und Fett 22,68 Pfund Stickſtoff enthalten, und da ferner nach Bouſſingault der Stickſtoffgehalt in dem Heu 13 pCt. beträgt**), ſo beläuft ſich der Stickſtoffgehalt in den verfütterten 26 Ctr. Heu auf 33,8 Pfund. Man ſieht hieraus, daß dem thieriſchen Organismus weit mehr Stickſtoff in dem Futter zugeführt wird, als die aus demſelben entſtandenen Erzeugniſſe erheiſchen. Daher muß der Ueberſchuß, welcher im vorliegenden Falle bei einer viermonatlichen Maſtung 11,12 Pfund beträgt, durch alle Wege ausgeſchieden werden. Dieſe Ausſcheidung erfolgt auch in der That; denn nicht bloß die Excremente jeder Art, ſondern auch der Dunſt enthält eine nicht unerhebliche Quantität an Stickſtoff. Wenn man zu dieſem Ueberſchuſſe an Stickſtoff, welchen die Thiere durch das Futter erlangen, erwägt, daß faſt jedes Brun— nenwaſſer Stickſtoff führt, und ein Ochs von dem angeführten Ge— wichte täglich 24— 30 Maß oder 60— 75 Pfund Waſſer bedarf, *) Wir müſſen bedauern, daß wir ſeit Sauſſure keine Analyſe über Fett beſitzen; wenigſtens war es uns nicht möglich, eine zuverläſſige Beleh— rung in den chemiſchen Werken hierüber zu finden. **) Annal. de Chimie et de Phys. 1838, p. 408 —— ſo wir ion d Adeſ d Unſta in der bei der arhe peter mit? Tin nubſche thie die unn gchalt woſene zan un Korbe Vetrae D aus ickſto ſf en Ge— magern ort die in von öt hat. n Ge⸗ 4 Ctr. h und zeug⸗ 1⁵0 nd da Heu den nehr lben bei alle loß ine die n⸗ e⸗ 25 ſo wird man zu der Ueberzeugung geführt, daß von der Conſum— tion des atmoſphäriſchen Stickſtoffes von Seiten der Thiere keine Rede ſeyn könne*). §. 44. Dieſe Behauptung wird zur Evidenz erhoben, wenn man den Umſtand in Erwägung zieht, daß keine Abnahme des Stickſtoffes in der Atmoſphäre wahrgenommen werden kann; daß der Stickſtoff bei den chemiſchen Proceſſen äußerſt ſelten rein, als ſelbſtſtändiger Körper, ſondern jederzeit in Verbindung mit Sauerſtoff als Sal— peter oder ſalpetrige Säure, mit dem Kohlenſtoffe als Cyan, oder mit Waſſerſtoff als Ammoniak ausgeſchieden wird, und daß die Pflanzen, wie die Folge darthun wird, keinen andern Stickſtoff ausſcheiden können, als den, welchen ſie entweder aus der Atmo— ſphäre oder der Nahrung aufgenommen haben; daher erſcheintauch die unmittelbare Schlußfolgerung gerechtfertigt, daß der Stickſtoff⸗ gehalt im Thierreiche lediglich von dem Stickſtoffgehalte der ge— noſſenen Nahrung abhängt, und daß bei der Ernährung der Pflan⸗ zen und der Thiere nicht der atmoſphäriſche, ſondern der an andere Körper gebundene oder eben in die Freiheit getretene Stickſtoff in Betracht gezogen werden muß**). Dieſem nach vermag eine Wirthſchaft bei ihrer Viehzucht nicht mehr ſtickſtoffhaltige Producte zu erzeugen, als der Stickſtoffgehalt in ihren Bodenerzeugniſſen beträgt. Wer alſo die Viehzucht heben will, der muß vor Allem dafür Sorge tragen, daß der Stickſtoff— gehalt in den Ernten erhöht werde. Dieſes kann aber nur durch Anwendung von ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen, wozu die Excretio— *) Nach Oſan beträgt der Stickſtoff in einem Pfund Waſſer 0,40 bis 0,41 Cub. Zoll.(Archiv ſür Chemie und Meteorologie von Karſtner, B. 1, S. 179. m Cub. Fuß Stickſtoff 490 Gran wiegt, ſo wiegt 1 Cub. Zoll 0,15 Gran. Rechnet man das tägliche Getränk eines Ochſen mit 60 Pfund, ſo nimmt er durch die Maſtzeit von 120 Tagen 7200 Pfund Waſſer zu ſich, in welchem ihm 1080 Gran Stickſtoff zugeführt werden. Da der Stickſtoff bei dem Er— nährungsproceſſe der Thiere eine ſo wichtige Rolle ſpielt, ſo laſſen ſich aus dem Umſtande, daß manche Gewäſſer Stickſtoff führen, auch manche Erſchei— nungen erklären; z. B. daß manches Waſſer die Maſtung ſo ſehr befördert, daß manche Gewäſſer ſo nachtheilig auf den thieriſchen Organismus einwir— ken ꝛc. Sollte nicht ein bedeutender Stickſtoffgehalt des Waſſers in Verbindung mit einer zu fetten Koſt die Veranlaſſung zum Cretinismus ſeyn? **) Auf den Stickſtoffgehalt des Waſſers, es ſey Brunnen⸗, Fluß⸗ oder Regenwaſſer, kann der praktiſche Landwirth ſeinen Calcul nicht ſtützen. Ueber die Stickſtoff⸗Abſorbtion von Seiten der Pflanzen, nach Bouſſingault, wird der beſondere Theil das Nähere anführen. Hier ſoll nur vorläufig bemerkt werden, daß dieſe Abſorbtion eine bloße Illuſion der Bouſſingault'ſchen Analyſen zu ſeyn ſcheint. 26 nen der Thiere, Ammoniak und ſalpeterſaure Salze vorzugsweiſe gehören, bewerkſtelligt werden. Die Folge wird übrigens lehren, daß der Landwirth auf die zwei letztern Köͤrper nicht viel bauen kann, und daß den Grund— ſtücken der Stickſtoff in den Excrementen der Thiere in einem ge— raden Verhältniſſe mit den beabſichtigten oder wirklich erzielten Ernten zugeführt werden muß, wenn ſie im Beharrungszuſtande der gleichen Productivität erhalten werden ſollen. §. 15. Durch die bisherigen Betrachtungen gelangen wir zu der Ueber— zeugung, wie ſchwankend unſere Erkenntniſſe in Beziehung auf den atmoſphäriſchen, telluriſchen und den Lebensproceß noch ſind, und man wird daher von einer Wiſſenſchaft, wie die Statik des Land— baues, welche ſich auf die Naturwiſſenſchaften fußen muß, nicht mehr erwarten können, als dieſe zu leiſten vermag. Sie, die Frucht ſo vieler Zweige, wird nur dann zur völligen Reife gelangen, wenn jeder einzelne Zweig die Frucht zureichend zu nähren vermag. Welchen Nahrungsvorrath die einzelnen Zweige gegenwaͤrtig aufzuweiſen vermögen, ſoll den Gegenſtand der folgenden Betrach— tung bilden. 8 B. Beſondere Betrachtungen über das Leben der Pflanzen. I. Grund⸗oder Elementarſtoffe der Pflanzengebilde. §. 16. Wir ſehen, daß unter Einwirkung von Licht, Warme, Luft und Waſſer ſelbſt aus einer unorganiſirten und durch den Verbren— nungsproceß von allen organiſchen Ueberreſten befreiten Materie Pflanzen hervorgerufen werden, oder daß die angegebenen Poten— zen die propagatio aequivoca begründen, und inſofern laſſen ſich die Pflanzen als die lebendig gewordene Erde betrachten, welche an ſie, wie der Säugling an der Mutter Bruſt, gewieſen ſind*). H. 17 Dieſe generiſche Wirkung des Lichtes, der Wärme, der Luft und des Waſſers(in Wechſelwirkung mit dem Anorganismus) iſt bei der gegenwärtigen Beſchaffenheit unſers Planeten nur auf einige *) Die Zahl der Paraſiten, der Luft- und der an die Luft gewöhnten Pflanzen, wie z. B. die Ficus australis des Herrn William Magnab's (Annales d. Chim. ct d. Phys., T. XV., p. 13), iſt ſehr gering und vermag die angeführte Anſicht nicht zu entkräftigen— zugsweiſe Hauf die Grund⸗ inem ge⸗ erzielten zuſtande rUeber⸗ auf den d, und Land⸗ „nicht Frucht „wenn g. wärtig etrach⸗ inzen. de. t und bren⸗ aterie oten⸗ ch die mſte, Luft iſt nige hnten ab's rmag — — wenige celluläre Gewaͤchſe beſchränkt, und vermag nicht, trotz des hypothetiſchen Wiſſens und alles erklärenden Willens, die vermeint— liche Stufenleiter organiſcher Weſen darzuſtellen, oder nachzuwei— ſen, wie die Entſtehung einer beſtimmten Organiſation durch den Untergang eines lebenden Weſens bedingt erſcheint. Daher ſehen wir einerſeits, daß jene Pflanzen und Thiere, de— ren Eriſtenz durch die vorweltliche Beſchaſſenheit unſerer Erde be— dingt war, nicht mehr hervorgerufen werden, und andererſeits, daß die Organiſation eines beſtimmten Weſens keine, eine neue Species begründende Veränderung erleiden kann*). §. 18. Betrachtet man die Reſultate der genesis spontanea oder einer Kraft, durch welche der reine Chemismus aufgehoben oder die nicht organiſirte Thätigkeit zu einer organiſirten erhoben wird, vom che— miſchen Standpuncte, ſo wird man fin den, daß ſie binäre, ternäre oder gar quaternäre Verbindungen von Kohlen⸗, Stick⸗, Waſſer⸗ und Sauerſtoff, alſo von Elementen des Anorganismus ſind**). Dieſem nach beſteht das Weſen einer ſolchen Kraft, die man mit dem Worte„Lebenskraft“ bezeichnet, in einer Verbindung des Koh— len⸗, Stick-, Waſſer- und Sauerſtoffes in den mannichfaltigſten***) Miſchungsverhältniſſen, mit Ausnahme eines einzigen, bei welchem nämlich der Sauerſtoff den ganzen Kohlenſtoff zu Kohlenſäure um— wandelt. Mit den gleichen Elementen(8 Gwthl. Sauerſtoff= 0 und *) Die umwandlung des Roggens in Trespe, des Weizens in Gerſte ꝛc. ſind leider traurige Erſcheinungen auf dem Horizonte des landwirthſchaftlichen Forſchens.— Die Hand des Winzers hat bewunderungswürdige Veränderun— gen in der Rebe hervorgebracht; allein es iſt ihr durch einen Zeitraum von mehr als 3000 Jabren noch nicht gelungen, der Rebe den Nectar durch einen Schnitt abzuzapfen. Dergleichen Träumereien und Auswüchſe der heutigen Journaliſtik fin⸗ det man in der Kopenhagner Poſt vom 23. März 1839; im Magazin für ge— meinnützige(!) Belehrung des Coburgſchen Vereins, 1838, Nr. 1 und 2, und nach dieſem ſogar in der Wiener Zeitung vom 13. September 1838. Die Verbreitung ſolcher Abſurditäten verdient die nachdrücklichſte Rüge. **) Die übrigen 45 Elemente, welche noch ebenfalls in den Pflanzen an⸗ getroffen werden, erſcheinen niemals als Elemente der Pflanzengebilde, ſondern als Ablagerungen, welche bei der Ernährung der Pflanzen in dieſelben mit der Nahrung übergeführt werden.— Erſt dann, wenn man z. B. eigenthümliche Silicate in den Pflanzen angetroffen haben wird, wird man zu der Annahme berechtigt erſcheinen, daß durch die Lebenskraft auch die übrigen Elemente nach eigenthümlichen Geſetzen miteinander verbunden werden. ***) Die fortwährende Entdeckung von neuen Säuren, Alkaloiden und in— differenten Stoffen iſt ein ſprechender Beweis, daß die Miſchungsverhältniſſe in den Pflanzengebilden keineswegs erſchöpft ſind. 28 1 Gwthl. Waſſerſtoff= H) des Waſſers und dem Kohlenſtoffe(= C) bilden die Pflanzen Zucker, Stärke, Holzfaſer und Gummi; mit Hinzutritt von etwas mehr O entſtehen die Säuren, mit Ausnahme der Blauſäure, die eine Waſſerſtoffſäure iſt; mit etwas mehr H ent- ſtehen die flüchtigen und fetten Oele, und mit Hinzutritt von Stick— ſtoff(=— N) werden Eiweiß, Kleber und die Alkaloide gebildet. Die Möglichkeit, dieſelben Grundſtoffe unter ganz gleichen Ver⸗ hältniſſen bald zu dem einen, bald zu dem andern nähern Beſtand— theile zu vereinigen, begründet einzig und allein die Verſchiedenheit der Organiſation, der Individualität der Pflanzen, der Geſchlech⸗ ter und der Familien*). §. 19. Da die Geſetze, nach welchen die mannichfaltigen Verbindun— gen der vier Grundſtoffe erfolgen, bisher noch ganz unbekannt ſind, ſo können weder zu dieſen Verbindungen einleitende Miſchun— gen**) der Grundſtoffe angegeben, noch auch durch die Kunſt, nach denſelben Geſetzen, Pflanzengebilde erzeugt werden***). *) Die Pflanzenphyſiologie hat zwar die Grundorgane der Pflanzen bloß auf zwei Arten, nämlich die Nahrung verarbeitenden(Merenchym- und Paren- chym-Zellen) und die Nahrung zuführenden(Prosenchym-, Pleurenchym- und Spiralröhren) Zellen zurückgeführt(Meyen’'s Pflanzenphyſivl., Berlin 1837, B. 1, S. 12); allein ſo einfach und identiſch die Zellen mehrerer Pflanzen er⸗ ſcheinen mögen, ſo muß die Zelle eine andere Natur beſitzen, welche O, H und C zu einem fetten Oel vereinigt, als die gleichgeformte Zelle, welche aus den— ſelben Stoffen Stärkemehl oder Zucker zu erzeugen vermag. Man nimmt, um die Verſchiedenheit der Producte bei der Identität der innern Organiſation zu erklären, ſeine Zuflucht zu dem myſtiſchen Dinge„Leben“ und bedenkt nicht, daß es in der geſammten Schöpfung nur eine Kraft gibt, welche den Chemismus bemeiſtert und dieſe die Lebenskraft iſt. Man ſpaltet alſo unſere Unkenntniß, um eine totale Finſterniß herbeizuführen, und verſtößt gegen die Grundſätze der Oekonomie in der Haushaltung der Natur.— Es iſt kaum ein Zeitraum von zehn Jahren verfloſſen, als man die Electricität für eine von dem Magnetis⸗ mus ganz verſchiedene Kraft erklärte; gegenwärtig zweifelt kein unterrichteter mehr an der Identität dieſer beiden Kräfte; ja man hat ſogar viel Grund zu der Vermuthung, daß Licht und Wärme in gleiche Kategorie gehören.— So lange die Botanik die charakteriſtiſchen Merkmale ihrer Species in den grö— ßern und kleinern Zähnen, dem Mehr⸗ oder Wenigerbehaartſeyn der Blätter ꝛc. ſuchen wird, ſo lange verdient ſie nicht den Namen Wiſſenſchaft; denn ſie för— dert Verwirrung ſtatt Klarheit. **) Wir wiſſen bis auf den heutigen Tag noch nicht, in welchen Mi—. ſchungsverhältniſſen die Grundſtoffe in den Miſtarten ſtehen ſollen, wenn ſie ihre Aufnahme und weitere Verarbeitung(Verbindung) befördern ſollen.— Selbſt Gazzeri übergeht dieſen Gegenſtand mit Stillſchweigen. 4**) Hatchets künſtlicher Gerbeſtoff, Berard's talgartiger Körper, ſo wie der aus Eiſen, Salpeterſäure und Ammoniak erzeugte Humusextract, die Umwandlung des Fuſelöls(der Kartoffeln) in das flüchtige Oel der Bal— drianwurzel(nach Dum as), die Erzeugung des Oels der Spirea ulmaria aus der Weidenrinde(nach Pirira), die Erzeugung der Ameiſen- und Oxal⸗ 4 8 dern uchii G den, kaloid ſolln. mit And/ hei d Mauer Sc§. 20. hn Die Lebenskraft vermag die vier Grundſtoffe weder aus an— fe dern Elementen zu erzeugen, oder gar aus nichts zu bilden, noch Stitk i in einander oder ganz andere Korper einzeln umzuwandeln*). det Es müſſen daher der Lebenskraft die Grundſtoffe gereicht wer— Ver⸗ den, wenn ſie durch dieſelbe in die nähern Gebilde(Säuren, Al— gand⸗ kaloide und indifferente Stoffe) der Pflanzen umgewandelt werden . ſollen. enheit§. 21. ülii Bei der primitiven Flora unſerer Erde waren die Pflanzen mit ihren Grundſtoffen an das unorganiſche Reich allein gewieſen, und ſind es auch noch gegenwärtig in vielen Fällen, wie wir es ldun⸗ bei der Vegetation im Flugſande, im Kreideboden, auf Felſen, kannt Mauern, im Waſſer ꝛc. deutlich ſehen. hun⸗ Kohlenſtoff. nach§. 22. Der Kohlenſtoff, als der vorherrſchende Beſtandtheil, als die Grundlage aller Pflanzengebilde, erſcheint in der anorganiſchen ß Natur in einer dreifachen Form: aren-..„ wund a) Im kryſtalliniſchen Zuſtande als Diamant, oder unkryſtalliſirt 1837, als Kohlenlager, Graphit ꝛc.; n er⸗ A. 3 3 Lund b) als Kohlenſäure an Mineralien, beſonders Kalk, gebunden, und den⸗ c) als freie Kohlenſäure in der Atmoſphäre und dem Waſſer. „um on zu§. 23. u Zu a) Ob die Lebenskraft der Vegetabilien im Stande iſt, den tniß, kryſtalliniſchen Kohlenſtoff zu zerſetzen und zu aſſimiliren, darüber e der—— von ſäure, und der aus der wäſſerigen Cyanſäure mit Ammoniak erzeugte Harn⸗ etis⸗ ſtoff ꝛc. ſind allerdings Beweiſe, daß die chemiſchen Geſetze eine wichtige Rolle teter bei dem Ernährungsproceſſe der Pflanzen ſpielen dürften; allein man würde d zu ſich übrigens ſehr irren, wenn man aus der Art der Zuſammenſetzung dieſer So Körper in Violen oder Retorten auf die Art der Zuſammenſetzung durch die rõ⸗ Organismen ſchließen wollte. Doch ſind dieſe Thatſachen vom höchſten Intereſſe 29. für das weitere Forſchen; denn ſie ſagen mehr als die bloße Wahrſcheinlichkeit för⸗ aus, daß wir auf dem wahren Wege die geheimnißvolle Werkſtätte der groß⸗ artigen Natur verfolgen.— Nur die Chemie allein vermag den Schleier zu Ni⸗ lüften. ſie*) Wir werden in der Folge Gelegenheit finden, dieſen Gegenſtand näher — zu beleuchten; hier bemerken wir nur, daß Ste ffen's Behauptung: den Koh⸗ lenſtoff umwandeln die Pflanzen in Kieſelerde und den Stickſtoff in Kalkerde, nie entſtanden wäre, wenn ihm Davy's Nachweiſung, daß ſelbſt das deſtillirte act, Waſſer Kalk- und Kieſelerde enthalte, bekannt geweſen wäre.— Die Folgen, welche bei Hühnern, denen kein Kalk⸗, und Hunden, denen kein Stickſtoff gereicht wurde, entſtanden ſind, ſind die ſprechendſten Beweiſe für die ausgeſprochene ral⸗ Anſicht. 30 vermag die Phyſiologie keine Verſuche und keine Thatſachen anzu— führen. Uebrigens blieben, bei der gegenwärtigen Verbreitung des kryſtalliniſchen Kohlenſtoffes, die günſtigſten Erfolge ohne alle prac— tiſche Anwendung. Der Kohlenſtoff der Kohle kann dem Pflanzenreich nur durch den Verweſungsproceß zugeführt werden— eine Zufuhrung, welche bei den Lagerungsverhältniſſen der Kohlen in keine Betrach— tung gezogen werden kann. §. 24. Zu b) Die an die Mineralien gebundene Kohlenſäure kann den Vegetabilien auf eine zweifache Art zu Gute kommen: 1. Indem die Kohlenſäure durch eine andere Säure entbunden wird, und 2. indem die kohlenſauren Salze durch den electro-galvaniſchen Proceß der Bodenbeſtandtheile, in Wechſelwirkung mit der Vegetation und der Atmoſphäre, zerlegt und aſſimilirt werden. Unter den Säuren, durch welche eine Entbindung der Kohlen— ſäure erfolgen kann, ſollen hier nur die Humus-, Schwefel-, Sal— peter- und Eſſigſäure näher betrachtet werden. Die Humusſäure, welche in jedem Stallmiſte vorkommt, ver— mag die kohlenſauren Salze des Bodens, insbeſondere die kohlen— ſaure Kalk⸗ und Bittererde, zu zerlegen, wobei die Kohlenſäure frei wird und humusſaure Kalk⸗, Bitter-, Thonerde ec. gebildet werden. Während der im Waſſer unauflöͤsliche kohlenſaure Kalk den Vegetabilien kein Material zu ihrer Verarbeitung liefern kann, ver— mag er es in Berührung mit der Humusſäure auf eine zweifache Art zu thun: Für's Erſte, weil ihnen die freie Kohlenſäure zu Statten kommt, und fuͤr's Zweite, weil der neutrale humusſaure Kalk in 2000 Theilen Waſſer löslich iſt. Dieſe Art der Zerlegung der koh⸗ lenſauren Kalkerde iſt die durch tauſendfältige Erfahrungen be⸗ währte Thatſache, welche uns die Wirkungen des Mergels kalk— loſer Grundſtücke, ſo wie hundert anderweitige Erſcheinungen am einfachſten erklärt*). *) Ich meinerſeits erkläre die Mergelung kalkhaltiger Grundſtücke, deren übrige Beſtandtheile in einem zum Klima entſprechenden Verhältniſſe ſtehen, für ein Verfahren, das lediglich in einer eingewurzelten Gewohnheit ſeinen zu— reichenden Grund hat.— In allen Ländern, wo das Mergeln üblich iſt, hat ſich das Sprichwort bewährt:„Ohne Miſt ſind die Koſten für's Mergeln verquiſt.“ Inwiefern der Mergel, außer der Aenderung der phyſikaliſchen Beſchaffenheit nicht Kei ſär alline üren anzu⸗ ig des prac⸗ durch, rung, trach⸗ n den inden ſchen der den. 31 Vitriolhaltige Mineralien, namentlich die Opelsdorfer Kohle, bringen nur dort keine nachtheilige Wirkung hervor, wo ihre freie Schwefelſäͤure neutraliſirt oder ſtark verdünnt werden kann. Bringt man nun ſolche Mineralien auf einen kalkhaltigen Bo⸗ den, ſo bringen ſie ähnliche Wirkungen wie die Humusſäure her— vor, nur mit dem Unterſchiede, daß der ſchwefelſaure Kalk(Gyps) in 450 Theilen Waſſer aufloslich iſt, und daß den Pflanzen ſtatt des Kohlenſtoffes(der Humusſäure) Schwefel zugeführt wird (§. 50). Befindet ſich der kohlenſaure Kalk unter Verhältniſſen, welche die Bildung der ſalpeterſauren Salze begünſtigen, ſo wird derſelbe ebenfalls zerlegt und den Pflanzen ſowohl der Kohlenſtoff der frei gewordenen Kohlenſäure, als auch der Stickſtoff des leicht löslichen ſalpeterſauren Kalkes(des Mauerfraßes) zugeführt.— Nach Bequerel's Unterſuchungen ſollen die Wurzeln der Pflan⸗ zen Eſſigſäure ausſcheiden, durch welche die kohlenſauren Salze zer— legt werden, wobei eſſigſaures Kali, Natron ec. entſtehen, welche die Vegetation ſo wie die frei gewordene Kohlenſäure befördern. Da nun jeder Thon und jeder Mergel Kali, Natron ꝛc. enthält, ſo erklärt ſich die Wirkſamkeit des Mergelns von ſelbſt, wie einige Landwirthe behaupten. Obgleich die Angaben Bequerel's durch die Unterſuchungen Macaire's*) über die Excretion der Pflanzen nicht beſtätigt wurden und obgleich Röper die Macaire'ſchen Reſultate**) in de Candolle's Pflanzenphyſiologie, S. 219, ſehr in Zweifel ſtellt, ſo wird doch kein ruhig denkender Landwirth ſeine Theorie über die Ernährung(Zuführung der Kohlenſäure) der Pflanzen auf die Bequerel'ſchen Angaben ſtützen. Die Pflanzen mögen immerhin Eſſigſäure ausſcheiden; allein daß die ausgeſchiedene Eſſigſäure die Vegetation, wenngleich auf eine in— directe Weiſe, befördert, iſt eine durch keine Thatſache nachgewie⸗ ſene Annahme. Wir glauben vielmehr, daß die Excremente der Pflanzen die alleinige Urſache ſeyen, warum der Landmann mehrere Jahre— bis ſie zerſetzt ſind— warten muß, um dieſelbe Pflanze auf dem mit ihren Ercretionen verunreinigten Boden cultiviren zu koͤnnen**). des Bodens, auch dadurch zur Förderung der Vegetation beitragen kann, als er die Salpeterbildung befördert, wird in der Folge angegeben werden. *) Memoire de la société de Phys. et d' Hist. nat. de Genéve, T. V., 1832. **) Gummi, Schleim, Eiweißſtoff und Kohlenſäure ſollen die Excremente der Pflanzen ſeyn. **) Mag Braconnot in dem Topfe, wo das Nerium grandiflorum drei Jahre wuchs, keine Excremente gefunden haben(Annal. de Chimie et §. 25. Jeder aufmerkſame Beobachter wird wahrgenommen haben, daß die Wurzeln der Pflanzen das vorzüglichſte Mittel ſind, um den Verwitterungs⸗ oder Gährungsproceß des Anorganismus zu befördern. Durch die Beruͤhrungen ſo heterogener Bodenbeſtandtheile und der Wurzeln(als Leiter) entſtehen alle jene Erſcheinungen, welche wir mit dem Worte„electro-galvaniſche“ bezeichnen und durch welche Trennungen und Berbinfirgin der mannichfaltigſten Art hervorgerufen werden. Doch unſere Erkenntniſſe über dieſen Vorgang im Boden ſind noch ſo mangelhaft*), daß wir aus denſelben keine Folgerungen ziehen konnen, und daher bleiben unſere Begriffe über Reaction— Thätigkeit— des Bodens ſo lange ſchwankend, bis einſtens das electro⸗galvaniſche Verhalten der verſchiedenen Bodenarten con⸗ ſtatirt iſt. So viel lehrt die Erfahrung, daß die Luzerne. Esparſette, die Leguminoſen mit einer ſtarken Bewurzelung überhaupt, und die Weinrebe jahrelang auf humusloſen, kalkhaltigen Grundſtüiezen üůp⸗ pig vegetiren, ohne gedüngt zu werden**). Wir ſchließen daraus, daß ſie im Stande ſind, mit ihren Wur— zeln die Kohlenſäure dem Boden zu entziehen und den Kohlen⸗ ſtoffbedarf zu decken***). de Phys., Septb. 1839, p. 27— 40); mag Meyen die Nietn er'ſche Theo⸗ rie über Fruchtwechſel(Kurzer Umriß der Rotation ꝛc,, in den Verhandlungen des Gartenbauvereins zu Berlin, XIV., 1839, S. 158) als eine bloße Hypo⸗ theſe im Archiv für Naturgeſchichte, von Wiegmann, 1840, S. 4, er⸗ klären, und mögen endlich die Pflanzenphyſiologen einen noch ſo heftigen Kampf über die Excretionen der Pflanzen führen— der ruhig denkende Landmann ſagt: Die Excretionen ſind ein weſentliches Erforderniß des Beſtehens organiſcher Weſen; die Excremente erkenne ich an dem eigenthümlichen Geruche des Bo— dens, häufig an ſeinem klebrigen Weſen, und noch häufiger an dem Nicht— gedeihen einer Pflanze in ihren eigenen Excrementen. So lange uns die Pflanzenphyſiologie und Pflanzenchemie keinen haltba⸗ ren Grund für das bewährte Wechſeln der Culturpflanzen mittheilen werden, ſo lange werden wir Landwirthe das Lied ſingen: Kein Weſen nährt ſich von eigenen Excrementen und kein Weſen kann in ſeinen Excretionen gedeihen. *) Sie beſtehen in dem Wiſſen: a) Daß die Thonarten Halbleiter, kohlenſaure Kalk- und Bittererde ſehr ſchwa⸗ che Halbleiter, und Quarzſand und Humus keine Leiter der Electricität ſind; b) daß die ſämmtlichen Erdarten in ihren Auflöſungen in Säuren, z. B. Salz— ſäure, in der Kette der voltaiſchen oder galvaniſchen Säule an den negati⸗ ven oder Kupferpol ausgeſchieden, und c) daß ſie durch's Reiben negativ electriſch werden. **) Ich kenne in Illyrien, im Wippacher-Thale, Weingärten, die ſeit Menſchengedenken auf einem Mergelboden nicht gedüngt wurden. *) Das Aneignen der gebundenen Kohlenſäure wird den Pflanzen höchſt haben, d, um mus zu eile und welche durch en Art een ſind rungen ion— 1s das mcon⸗ te, die ĩd die n üp⸗ Wur⸗ ohlen⸗ Theo⸗ lungen Hypo⸗ 4, er⸗ Kampf nſagt: miſcher es Bo⸗ Nicht⸗ altba⸗ erden, ch von en. chwa⸗ ſind; Salz— egati⸗ tee ſeit höchſt §. 26. Zu c) Was die Abſorbtion der freien Kohlenſäure anbelangt, ſo iſt bereits in den§§. 10—12 hierüber das Detail angegeben worden. Obgleich die dortigen Betrachtungen und Rechnungen lehren, daß die Pflanzen nicht im Stande ſind, den durch das Thierreich entbundenen Kohlenſtoff zu aſſimiliren, und obgleich vielfältige Er— fahrungen die Vermuthung rechtfertigen, daß durch die Wurzeln die kohlenſauren Salze des Bodens zerlegt und theilweiſe aſſimi— lirt werden, ſo iſt es doch eine unläugbare Thatſache, daß die Groͤße des Ertrags in einem innigen Zuſammenhange mit der Menge des in einem Boden vorfindigen Kohlenſtoffes ſteht, daß al⸗ ſo die Erzielung des größtmöglichen Ertrags von Grund und Boden durch Anwendung kohlenſtoffhaltiger Subſtanzen bedingt iſt. Vergleicht man den Kohlenſtoffgehalt in den erzielten Ernten (Tabelle A,§. 29) mit dem Gehalte an Kohlenſtoff in dem ange— wendeten Dünger*), ſo lehrt dieſe Vergleichung, daß der Kohlen— ſtoff in den Ernten zwei- bis viermal größer iſt, als in dem an— gewendeten Dünger, daß ſich alſo die Pflanzen die Hälfte, oft ⅛ ih⸗ res Kohlenſtoffgehaltes auf andern Wegen, der Atmoſphäre, als aus dem Dünger angeeignet haben(§. 265). Nach Bouſſin⸗ gault's Erfahrungen, welche er von einer einzigen Wirthſchaft abſtrahirte, beträgt die Vervielfältigung des Kohlenſtoffgehaltes in den Ernten das Dreifache von dem in dem Dünger angewende— ten**); daher würde die Aſſimilation aus der Atmoſphäre ¼ be⸗ tragen, während ſie nach allgemeinen Erfahrungen zwiſchen ½ bis ⅞ wechſelt(§. 265)***). wahrſcheinlich dadurch erleichtert, daß durch den electriſchen Strom des Bo⸗ dens die Bildung der Silicate ſehr befördert, alſo bewirkt wird, daß die Koh— lenſäure in Freiheit geſetzt wird. *) In dem Abſchnitte, in welchem von dem Erſatze gehandelt wird, wird gezeigt werden, daß der Erſatz im Allgemeinen die Hälfte des Erzeugniſſes an mürbem, trockenem Stallmiſte betragen muß.— Da der Stallmiſt im Durch— ſchnitte 33 pCt. Kohlenſtoff enthält, ſo rechtfertigt ſich von ſelbſt die nachfol— gende Behauptung. **) Der pr. Hectar angewendete Dünger enthält 2793 Kilog. Kohlenſtoff, die Ernte dagegen 8383 Kilog.(Annal. des scienc. natur. Part. botaniq., 1839, T. XI., p. 34— 38, und Wiegmann'’s Archiv für Naturgeſchichte, Berlin 1840, Jahrgang 6, H. 2, S. 3.) ***) Hätte Bouſſingault den riückſtändigen Kohlenſtoff des Bodens bei ſeinen Berechnungen in Anſchlag gebracht, dann würden ſeine Reſultate mit den allgemeinen Erfahrungen vollkommen übereingeſtimmt haben.— Mir ſind Fälle bekannt, wo der Kohlenſtoffgehalt der Ernten ſogar das Fünffache des in dem angewendeten Dünger enthaltenen Kohlenſtoffes beträgt; allein in die⸗ ſen Fällen werden viele blattreiche Gewächſe cultivirt.— Bei der Cultur der Hlubek's Statik. 3 §. 27. Die kuͤnſtliche Zufuͤhrung des Kohlenſtoffes geſchieht bei An— wendung oder Vorhandenſeyn von kohlenſtoffhaltigen Subſtanzen auf eine zweifache Art: 1. Indem der Kohlenſtoff in Gasform bei der Fäulniß oder der Verweſung entbunden und von den Pflanzen angeeignet, und 2, indem der Kohlenſtoff in den humusſauren Salzen in die Pflanzen übergeführt wird. §. 28. Wir haben vorzugsweiſe drei Arten von Körpern, aus welchen Kohlenſtoff in Gasform entbunden wird, nämlich den Stallmiſt, den Humus und die Kohle. Bei der Fäulniß des Miſtes entwickelt ſich, außer der Kohlen— ſäure, Waſſerſtoff, Pro⸗ und Percarbonyd, geſchwefeltes und ge— phosphortes Waſſerſtoffgas, ſalpeterartige Körper und Ammoniak. Alle dieſe Stoffe ſind geeignet, von den Pflanzen aſſimilirt zu wer— den, und ſie befördern, wie Davy's*) Verſuche lehren, die Vegetation, wenn ſie nicht in zu großer Menge zugeführtwerden**). Gazzeri's Unterſuchungen lehren zwar, daß der Stallmiſt bei der Fäulniß bis zum ſpeckartigen Zuſtande die Hälfte ſeines Gewichts verliert, daß ſich alſo die Hälfte der Maſſe in die an— geführten flüchtigen Subſtanzen umwandelt, allein die Chemie hat uns noch nicht über das gegenſeitige Verhältniß aller dieſer Gas— arten belehrt, und daher ſind wir nicht im Stande anzugeben, wie— viel Kohlenſtoff ſich die Pflanzen auf dieſem Wege anzueignen ver mögen, oder der wievielte Antheil der Ernten auf Rechnung der Ab ſorbtion der gasförmigen Fäulungsproducte in Rechnung gebracht werden ſoll. So viel geht aber aus den bisherigen Unterſuchungen und Beobachtungen hervor, daß es eine der vorzüglichſten Aufgaben ei— nes denkenden Landwirthes iſt, dafür zu ſorgen, daß die bei der Gräſer und anderer mit einem geringen Blattanſatze, alſo mit einer geringen Oberfläche verſehenen Pflanzen beträgt die fragliche Vervielfältigung nur das Zweifache. *) Elemente der Agricultur-Chemie. Aus dem Engliſchen von F. Wol Berlin 1814, S. 345. liſch 3 4 ) Nach de Sauſſure's Erfahrungen wirkt die Kohlenſäure nach⸗ theilig, wenn ſie mehr als ein Zwölftel der die Pflanzen umgebenden Atmo— ſphäre beträgt.(Meyen a. a. O., B. 2, S. 160.) Meyen hat durch di⸗ recte Verſuche nachgewieſen, daß das mit Kohlenſäure verſehene Waſſer, mit welchem er die Pflanzen begoſſen hat, ungünſtig auf die Vegetation einwirkte. Fiulniß gfunzen Wil zilen len Nut 3 tritt der⸗ tonſci dn ſes Radſte d einen! Slalini⸗ Koſlenſ? aus wel Wa Kohlenſts betrachtn lich bon tvffen ds Hum ——riypy In D An Lir uncſaur bei An⸗ öſtanzen oder der net, und in die welchen tallmiſt, Kohlen⸗ und ge⸗ moniak. zu wer⸗ en, die den**. tallmiſt e ſeines die an— nie hat . Gas⸗ n, wie⸗ en ver der Ab gebracht en und ben ei⸗ bei der geringen zur das G olff, re nach⸗ Atmo⸗ urch di⸗ irkte, 3⁵ Fäulniß ſich entwickelten Gasarten nicht verflüchtigt, ſondern den Pflanzen zur Aneignung zugeführt werden. Wir glauben, daß durch dieſe Sorgfalt die Ernten in vielen Fällen bedeutend erhöht und die oft koſtſpielige Haltung der vie— len Nutzthiere vermindert werden könnte. Hat der Stallmiſt alle Grade der Fäulniß durchgemacht, dann tritt der Verweſungsproceß ein, welcher lediglich in einer Decar— boniſation, d. i. in der Erzeugung der Kohlenſäure, beſteht*), in⸗ dem ſich der Sauerſtoff der Atmoſphäre mit dem Kohlenſtoffe des Rückſtandes verbindet**). Demſelben Proceſſe ſind der Humus und die Kohle, jedoch in einem ſehr geringen Grade, unterworfen, und daher erſcheinen Stallmiſt, Humus und Kohle als die vorzuüglichſten Quellen der Kohlenſäureerzeugung, und mithin auch als eine vorzügliche Quelle, aus welcher die Pflanzen ihren Kohlenſtoffbedarf ſchöpfen. §. 29. Was die humusſauren Salze, durch welche den Pflanzen der Kohlenſtoff zugeführt wird, anbelangt, ſo ſollen hier nur diejenigen betrachtet werden, welche in dem Humus und dem Boden gewöhn— lich vorkommen und deren Baſen in der Aſche der Pflanzen an— getroffen werden. Dieſe Salze ſind: 1. Humusſ. Kali 79,03 Humusſ. u. 20,97 Kali, 2.- Natron 85,04 ⸗ ⸗ 14,96 Natron, 3. ⸗ Kalkerde 86,90 ⸗ 13,10 Kalk, 4. ⸗ Bitttererde 90,58 ⸗⸗„ 9, 42 Bittererde, 5. ⸗- Thonerde 91,80— ⸗- 8,20 Thonerde, 6. ⸗ Eiſenoxyd 88,19 ⸗ ⸗ 11,81 Eiſenoxyd und 7.- Manganorydul 81,10 ⸗* 18,90 Mang.***) Im Durchſchn. dieſer Salze 86,09 Humusſ. u. 13,91 Baſis. 5 Wird angenommen, daß dieſe Baſen in die Pflanzen als hu— musſaure Salze gelangen, ſo läßt ſich aus dem Aſchengehalte der *) Nach Einhof's unterſuchungen hört die Bildung des Ammoniaks ſchon auf, wenn der Stallmiſt den mürben Zuſtand erreicht hat.(Archiv für Agricultur⸗Chemie von Hermbſtädt, B. 1, S. 262.) **) Der Verluſt, den der Stallmiſt bei der Fäulniß erleidet, beträgt: 25 pCt. bis zur Erreichung des mürben, 50 ⸗ ⸗ 2 ⸗- ſpeckartigen, .30 90 ⸗ 2 ⸗ ⸗ humusartigen Zuſtandes, im trockenen Zuſtande berechnet. *) Sprengel's landwirthſch. Chemie, Göttingen, 2. B., 1831 u. 1832. 3* 36 Culturpflanzen derjenige Antheil des Kohlenſtoffes berechnen, welcher auf dieſem Wege von den Gewächſen aſſimilirt wird. Die beiliegende Tabelle A enthält die Reſultate der Berech⸗ nung, und es ſoll hier zur nähern Beleuchtung ein Beiſpiel durch⸗ gefuührt werden. Der Aſchengehalt des Weizens beträgt 4 8 /160 Ctr. oder näherungsweiſe 126 Pfund. Da im Allgemeinen in den humus— ſauren Salzen die Humusſäure 86 und die Baſis 14 pCt. be⸗ trägt, ſo werden durch die 126 Pfund Aſche: 86= 126:14 86.126 1. oder Xx= 774 Pfund Humusſäure dem Weizen zu⸗ gefüͤhrt. Da ferner die Humusſäure aus 58,00 Kohlen⸗, 2,10 Waſ⸗ ſer- und 39,90 Sauerſtoff zuſammengeſetzt iſt, ſo ſind in den 774 Pfund Humusſäure x: 774= 58:̃100, alſo 1=—= 448 ⁄100 Pfund, oder näherungsweiſe 4,49 Ctr. Kohlenſtoff enthalten. Auf gleiche Weiſe iſt der Kohlenſtoffgehalt bei allen in der Tabelle angeführten Pflanzen berechnet worden. Aus dieſer Berech⸗ nung erſieht man, daß nur ein geringer Antheil des Kohlenſtoff⸗ gehaltes auf dieſem Wege, in die Pflanzen gelangen kann, ungeach- tet angenommen wurde, daß die ſämmtlichen feuerfeſten Beſtand— theile mittelſt der Humusſäure in die Pflanzen übergeführt werden. Erwägt man nun, daß die Kieſelerde, welche eine Hauptrolle in der Aſche der Culturpflanzen, namentlich der Cerealien, ſpielt, mit der Humusſäure keine Verbindungen eingeht, alſo auf dieſem Wege nicht übergeführt werden kann; daß die neutrale humusſaure Kalkerde 2000 Theile und die humusſaure Thonerde 4200 Theile Waſſer zu ihrer Aufloͤſung erfordern; daß ihre baſiſchen Salze gar nicht auflöslich ſind; daß der jährliche Niederſchlag der Atmo— ſphäre in Europa nur 33 Zoll beträgt*), alſo zur Auflöſung der humusſauren Salze auf einem trockenen Boden nicht zureichend iſt; daß ſelbſt in dem kraftigſten Dünger der auflösliche Antheil oder Humusertract eine äußerſt untergeordnete Rolle ſpielt**); daß die ſämmtlichen Verſuche, welche bei der Ernährung der Pflanzen *) Dr. Klauprecht, die Lehre vom Klima, Carlsruhe 1840, S. 79. *) Gazzeri in den Mittheilungen über Dünger, von Dr. Neſtler Brünn 1835, S. 161, he⸗ ſ— — Tabelle A zu§. 29. ———˖·— Ueberſicht Zu Seite 36. ——— der Erträgnille pr. n. ö. Joch, im trockenen Zultande nach Abzug der Auslaat, ihres Alchengehaltes, ihrer organilchen Theile und des Kohlengehaltes, welcher in den Erträgnillen erſcheint, welcher den oklanzen durch ihre Metalloxyde zugekührt wird, und welchen kie auf eine andere Art empkangen müllen, um den Bedark an Kohlen- ſtolk zu decken. Ertra g ergerdee der Geſamter elſehen Organiſche Gebilde, Geſammter Koh hſte le dülen. Kohlenſtoff, wel⸗ i 2 ſto 9 3 3 8,3 Namen e e ge d nach Abzug durein Viaiſchon Beſtand lengehalt in den or⸗ n ar der cher den Dflanzen. S der ganiſchen Gebilden 3 auf einem andern 6 4 Haupt- Ueben- Haupt⸗ Neben- Haupt- Ueben- Haupt- V Ueben- der geſammten ſenitaſne wege zugeführt Pflanzen 3 1—— Zuſammen Zuſammen Ernte Ln Werden werden muſs Theilen 5 Theilen Theilen Theilen ann 1 Weizen(Winter⸗ ſ12 35 411,77(3,55 ſ0,2124 ſ1, 0560 11,2684 Ctr. 11,7876 28,9440 40,,316 Ctr. 18,73 Ctr. 4,48 Ctr. 14,25 Etr. 2 Noggen(Winter⸗) 11 35 46 1,04 2,80(0,1144(0,9800 1,0944 ⸗ 10,8856 34,0200 44,9056 ⸗⸗ʃ20,65 ⸗ 3,88 ⸗ 16,77 ⸗ 3 Gerſte(große) 12 22 34 2,39 5,24(0,2868 1,1528 1,4396 ⸗ 11,7132[20,8472 32,5604 ⸗ 14,97— 5,02 ⸗ 9,95—⸗ 4 Hafer 12 40 52 2,58 5,74 0,3096[2,0560[2,36566 ⸗ 11,6904 37,9440 49,6344 ⸗ 22,82 ⸗ 8,40 ⸗ 14,42 ⸗ 5 Hirſe 19 35 54/ 1,50 2,88 0,2850 1,0080 1,2930 ⸗⸗ 18,7150 33,9920 52,7070 ⸗ 24,24 ⸗ 4,59—⸗ 19,65 ⸗ 6 Kukurutz 54 70 124 1,31 3,98 9,7074 2,7860 3,4934 ⸗ 53,2926 67,2141 120,5066 ⸗ 55,43 ⸗ 12,47 ⸗ 42,96 ⸗ 7(Erbſen 20 30 50 2,38 4,98 0,4760 1,4940 1,9700 ⸗ 19,5240 28,5060 48,0300 ⸗— 22,09 ⸗ 7,01— 15,08 ⸗ 8 Wicken 15 25 40 2,29 5,09 0,3435[1,2725 1,6160 ⸗ 14,6565 23,7275 38,3840 ⸗⸗ 17,65 ⸗ 5,74 ⸗ 11,91 ⸗ 9 Vohnen(Pferde⸗ 22 20 42 2,14 3,12 0,4708 0,6240 1,0948 ⸗ 21,5292 19,3760 40,9052 ⸗— 18,81— 3,88 ⸗ 14,93— 10 einſen 13 12 25, 1,43 3,90(0,1859 0,4680 0,6539 ⸗ 12,8141 11,5320 24,3461 ⸗ 11,19— 2,25 ⸗ 8,94 ⸗ 11 Bnchweſgen 10 10 20/1,32 3,00(0,1320(0,3000 0,4320 ⸗⸗ 9,8680 9,7000 19,5680— 8,99— 1,40 ⸗ 7,50 ⸗ 8 V d (Samen) V 12 Slee 80 2 30 7,85 6,2800 6,2800 ‧⸗ 173,7200 73,7200 ⸗ẽ 33,949 ⸗ 22,37— 11,54— V(Samen) 13 euzerne 120 5 120 8,15 9,7800 9,7800-110,2200 110,2200 50,70 ⸗ 34,84 ⸗ 15,86— 14 Esparſette 32 32, 7,00 2,2400 2,2400 ⸗ 29,7600 29,7600 ⸗ 13,66 ⸗ 7,98⸗ 5,70— 15 Kopfkraut 132 1327,47 9,8604 99,8604 ⸗ 122,139666 122,1396 ⸗ 56,1;f( 35,12— 21,05 ⸗ 16 Runkelrüben 45 10 55, 6,26 14,62[2,8170[1,4620 4,27900 ⸗ ſ42,1830 8,5380 50,7210 ⸗ 23,33 15,21 ⸗ 8,12 17 Weiße Rüben 45 27 72 5,81 10,00 0) 2,6145(2,7000 5,3145 ⸗ 42,3855 24,3000 66,6855 ‧⸗-— 30,67 18,91 ⸗ 11,76 ⸗ 18 Mähren 45 4 49 5,09[10,42„2905[0,4168 2,7073 ⸗ 42,7095 3,5832 46,2927 ⸗ 21,29 ⸗ ⸗ 9,61— 11,68— 19 Paſtinaken 67 8 75 4,56 15,76 3,0552 1,2608 4,3160 63,9448 6,7392 70,6840 ⸗-— 32,51— 153,35 ⸗ 17,16- 20 Kartoffeln 65 10 75,[2,65 4,78(1,7225(0,4780 2,2005 ⸗ 63,2775 9,5220 72,7995 ⸗ 33,48 ⸗ 7,83 ⸗ 25,65— 21 ſLein aſ3 Flachs 3 Annen 14 2,58(7) 5,74(7) 0,2322(0,2870 0,5192 ⸗ 8,7678 4,7130 13,480 3— 6,20— 1,81 ⸗ 4,39— » Samen 22 Sauf ratr Seh 13 do. 31/ 2,58(2) 5,74 0) 0,4644 0,7462 1,2106 ⸗ 17,5356 12,2538] 29,7894-— 13,69— 4,34 ⸗ 9,33 ⸗ Samen 1 23 Rübſen 19 n 73 42 1,50(7) 3,87(0,2850(0,8901 1,1751 ⸗ 18,7150(22,1099 40,8249 ⸗ 18,77 4,09 ⸗ 14,68— 24 Raps 14 28 42 1,50 9) 3,86(0,2100 1,0808 1,290b ⸗ 13,7900 26,9192 40,7092 ⸗ 18,72— 4,59— 14,13 ⸗ 25 Krautrüben 60 30 90 7,04 12,91(4,2240 3,8730 8,0970 ‧⸗55,7760(26,1270 81,9030 ⸗ 37,67— 28,82 ⸗ 8,85 ⸗ 26 Kümmel 13 14 27 1,50 9) 8,88(0,1950 1,2432 1,4382 ⸗ 12,8050 12,7568 25,5618 ⸗ 11,75 ⸗ 5,09—- 6,66— 27 Tabak 14 Blätter 7,3100 1, 0318. 77,0318„ 12,9632. 12,9682 ⸗ 5,96— 3,63 ⸗ 2,33— 28(Krapp 15 Wurzeln 5,25 10,78750 0,78750 ⸗- 14,21250 142,1250 ⸗⸗ 65,37 ⸗ 28,07 ⸗ 37,30 ⸗ Anmerkung. Nach Gay⸗Luſſac, Thenard, Berze⸗ lius, Hermbſtädt, Prout, Will u. a. m. beträgt der Kohlenſtoffgehalt: 42 pCt. im Pflanzenſchleim, 9 42 ⸗ ⸗ Zucker, 44 ⸗ ⸗ Zucker, 44 ⸗ in der Stärke, 52 ⸗ ⸗= Holzeaſer, 44 ⸗ im Gummi, 47 ⸗= Zellengewebe, 45 E= Heu, 46 ⸗= Stroh, 52 ⸗= Pflanzeneiweiß, und 45 ⸗= Kleber. 15,9 im Durchſchnitte. Bei der Berechnung iſt der Kohlenſtoffgehalt mit 46 pCt. veranſchlagt.— Bei den ölhaltigen Sämereien von Nr. 21 bis 4 iſt der Oelgehalt mit 24 pCt. und der Kohlenſtoff der Oele mit 70 pCt. berechnet worden. Bei der Verſchiedenheit der Angaben über den Aſchen⸗ gehalt der Culturpflanzen müßten wir uns an die Angaben eines einzigen Chemikers, nämlich des Herrn Dr. Spren⸗ gel, halten, weil vorauszuſetzen iſt, daß hierbei die Ver⸗ ſchiedenheit der Localverhältniſſe nicht zu groß iſt. Wenn man die Sprengel'ſchen Angaben mit denen von de Sauſſure, Kirwan, Petuis und Davy (Scholz's Chemie, Wien 1831, Bd. 2, S. 363, und Erd⸗ mann's Journ., B. 5, Hft. 2 und 3, Bd. 7, Hft. 3, und Bd. 8, Hft. 1, 3 und 4) vergleicht, ſo findet man Diffe⸗ renzen von oft 300 pCt., und man gelangt zu der Ueber⸗ zeugung, daß die anorganiſchen Beſtandtheile der Pflanzen als bloß zufällige Ablagerungen angeſehen werden müſſen. 37 mit humusſauren Salzen oder dem ſogenannten Humusextract an⸗ geſtellt wurden, mit einem ungünſtigen*) oder nichtsbeweiſenden**) Erfolge verbunden waren; daß die Waſſer⸗ und luftwurzelnden Pflanzen ohne allen Humusertract ebenſo vollkommen ernährt werden, wie die auf Mauern, Felſen ꝛc. wachſenden, und daß ſelbſt die freie Humusſäure beim Gefrieren des Bodens, was bei uns jährlich geſchieht, ihre Auflöslichkeit, die ohnehin ſehr gering iſt***), gänzlich verliert: ſo iſt man zu der Behauptung berechtigt, daß den Pflanzen der Kohlenſtoffbedarf keineswegs durch die hu⸗ musſauren Salze oder den Humusertract zugeführt werden kann; daß die Anſicht:„der Humusextractbilde die Nahrung der Pflanzen“, lediglich eine Erbſünde der Pflanzenphyſiolo⸗ gen und Landwirthe iſt, und daß die Wirkſamkeit des Humus in ſeiner Decarboniſation oder in der Erzeugung der Kohlenſäure, indem ſich der Sauerſtoff der Atmoſphäre mit dem Kohlenſtoffe des Humus verbindet, geſucht werden muß †¼). *) Berzelius in den Möglinſchen Annalen, B. 27, S. 174, und Har⸗ tig in der organiſchen Chemie von Liebig, Braunſchweig 1840, S. 190. **) Man nahm gewöhnlich zu dieſen Verſuchen Zwiebeln, welche ohnehin ſchon einen zureichenden Vorrath von Nahrung enthalten, um die Pflanze zu einer vollkommenen Ausbildung zu bringen. **) um einen Theil aufzulöſen, werden 6500 Theile Waſſer von 00 R., 2500„ ⸗ ⸗ 15°⸗ und 160„„ 80°⸗ erfordert.(Sprengel a. a. O., B. 1, S. 308.) †) Die Bildung der Torfmoore iſt durch die Unauflöslichkeit der Humus⸗ ſäure, welche ſich bei der Fäulniß der verſchiedenen Spagnum-Arten bildet, be⸗ dingt; daher kann ſich die neue Generation keineswegs von der Humusſäure, ja auch nicht von den humusſauren Salzen ernähren, theils weil Baſen zu ihrer Entſtehung in Torfmooren mangeln, theils weil die etwa gebildeten von dem überſchüſſigen Waſſer ausgewaſchen werden. Man koche eine Moorerde und man wird finden, daß das Waſſer keine Aen— derung in der Farbe erleidet. Da das überſchüſſige Waſſer den Zutritt der Luft abſperrt, mithin die Bil— dung der Kohlenſäure verhindert, ſo iſt die Trockenlegung der Torfmoore eine unerläßliche Bedingung ihrer Beurbarung. Man kann gegen dieſe Anſicht die Einwendung machen, daß bei Reißfeldern der Zutritt der Atmoſphäre ebenfalls von den kohlenſtoffhaltigen Subſtanzen des Bodens abgeſperrt und daß doch der Reiß vollkommen ernährt wird. Der Reiß erhält, wie alle Waſſer⸗ und Sumpfpflanzen, den Kohlenſtoff theils durch die Kohlenſäure der Atmoſphäre, theils durch die, welche ſich aus der ſtar⸗ ken Düngung der Reißfelder entwickelt und von dem Waſſer verſchluckt wird. Man bemerkt bei den Reißfeldern trotz ihres Reichthums zu keiner Zeit das Waſ⸗ ſer von humusſauren Salzen gefärbt, alſo ein Zeichen, daß dieſe Salze in keine Betrachtung bei der Ernährung des Reißes kommen können. Zudem lehrt die Erfahrung, daß alle Bodenarten, aus welchen braune Ex⸗ tracte gewonnen werden können, zu den unfruchtbarſten Grundſtücken gehören. Wir wollen durch dieſe Thatſachen keineswegs die Behauptung ausſprechen, daß die humusſauren Salze nachtheilig einwirken, da die Färbung und nach⸗ theilige Wirkung auch von Eiſenſalzen herrühren kann, wie es häufig bei galligen §. 30. Dieß iſt das Ergebniß des gegenwärtigen Standpunctes der Pflanzenchemie und Pflanzenphyſiologie. Nun iſt es Aufgabe des Landwirthes, dieſes Ergebniß auf dem Probirſteine der Erfahrung zu prüfen. Bevor wir zu dieſer Prüfung ſchreiten, wollen wir früher die Reſultate des Athmungsproceſſes der Thiere und der Pflanzen hier anführen. In den§§. 10 und 11 iſt nachgewieſen worden, daß den Pflan— zen weit mehr Kohlenſäure durch die Atmoſphäre zugeführt wird, als ihr Bedarf an Kohlenſtoff erfordert. Wenn alſo die Pflanzenwelt nicht vermag, die ihr im Regen— waſſer und der Luft zugeführte Kohlenſäure aufzunehmen, zu zerle— gen und den Kohlenſtoff zu aſſimiliren, ſo fragen wir: Wozu ſoll noch künſtlich Kohlenſäure zugeführt werden?— eine Frage, deren Beantwortung mit den im Haushalte der Natur eingeholten Erfah— rungen in einem directen Widerſpruche ſteht. Um dieſen Widerſpruch anſchaulich darſtellen zu können, wollen wir die hoͤchſte Production eines Bodens zum Anhaltspuncte der Betrachtung annehmen. Dieſe Prodnction iſt die des Kukurutz mit 120 Ctr. Ertrag Pr. Joch. Da der Kohlenſtoffgehalt im Durchſchnitte 46 pCt. beträgt, ſo ſind in den 120 Ctr. 55,2 Ctr. Kohlenſtoff enthalten. Nach§. 14 entfallen in dem allerunguͤnſtigſten Falle auf ein Joch 1827 Ctr. Kohlenſäure oder 393 Ctr. Kohlenſtoff. Wird angenommen, daß der Kukurutz nur durch die Monate Mai bis Ende September das Feld einnimmt, alſo den Kohlenſtoff der Atmoſphäre durch 150 Tage aufnehmen kann, ſo entfallen auf dieſen Zeitabſchnitt 154 Ctr. Kohlenſtoff, mithin dreimal mehr, als der Kohlenſtoffbedarf des Kukurutz beträgt. Wir wiederholen alſo unſere Frage: Wozu ſoll dem Kukurutz die Kohlenſäure aus dem Humus zugeführt werden, da ſein Kohlenſtoffbedarf nur 55,2 Ctr. beträgt, während ihm die Atmoſphäre ein Quantum von 154 Ctr. Kohlenſtoff darbietet? Grundſtücken der Fall iſt; wir wollen aber damit ſagen, daß die braunen Ex⸗ tracte in Beziehung auf die Ernährung der Pflanzen nichts beweiſen(!). Dadurch glauben wir Alles angeführt zu haben, was ſich nur gegen die Er— nährung der Pflanzen mit dem Humusextracte ſagen läßt. Nun wollen wir aber die Gründe hören, welche ſich für die Ernährung der Pflanzen durch den Humus⸗ extract anführen laſſen. Le witthſe bloß d g J. huͤnnu d den N den nd ein leiht iſt u tiſhe tutha 3 aus R 3) wit nun über be neneſen Kng die Gü celleno ſtter ifen wonde ttes der gabe des fahrung üher die zen hier Pflan⸗ dird, als Regen⸗ u zerle⸗ ozu ſoll „deren Erfah⸗ wollen ccte der Ertrag Monate hlenſtoff llen auf hr, als en alſo s dem 2 Ctr. 4 Ctr. nen Er⸗ die Er⸗ vir aber Humud— 39 Lenken wir unſere Aufmerkſamkeit auf Thatſachen der Land⸗ wirthſchaft, ſo wird die Unrichtigkeit der Anſicht,„der Humus wirke bloß durch ſeine Decarboniſation“, noch augenfälliger: a) Iſt die üppige Vegetation an jenen Stellen der Aecker all⸗ gemein bekannt, an welchen die Düngerhaufen längere Zeit gelegen ſind; b) bringt die Ueberduͤngung der Saaten mit Gülle eine ſo ſchnelle Wirkung hervor, daß man bald die große Abſorbtion des Koh— lenſtoffes in den dunklern Blättern wahrnehmen kann; c) waren die Verſuche, bei welchen den Pflanzen die Kohlenſäure direct zugeführt wurde, mit einem ungünſtigen Erfolge ver— bunden, und d) iſt es eine durch vielfältige Erfahrungen erprobte Thatſache, daß gefangene Sandſchellen(Flugſand) durch das bloße Be⸗ gießen mit gefaulter Jauche fruchtbar werden. Es iſt dieſem nach kein Glaubens-, ſondern ein Erfahrungs- artikel, daß ſich die Pflanzen den Humusextract aneignen und daß er die eigentliche Nahrung der Pflanzen bildet*)(§. 32). §. 31. Gegen dieſe Behauptung kann man anführen: 1. Wie kommt es, daß der Aſchengehalt der Pflanzen mit den humusſauren Salzen des Extractes in keinem Verhaͤltniſſe ſteht? Der Umſtand, daß die humusſauren Salze mit Rückſicht auf den Aſchengehalt der Pflanzen nicht im Stande ſind, den Pflanzen den nöthigen Kohlenſtoffbedarf zuzuführen, beweiſ't nur ſo viel, daß ein Humusextract, der nicht viel humusſaures Ammoniak(und viel⸗ leicht auch Waſſerſtoff⸗Pro⸗ und Percarbonyd) enthält, unwirkſamer iſt, und daß derjenige Extract am wirkſamſſten erſcheint, der aus thie⸗ riſchen Ueberreſten gewonnen wurde, weil er viel Ammoniakſalze enthält. 2. Lehrt die Erfahrung, daß Pflanzen, welche mit dem Extracte aus Rindsmiſt begoſſen wurden, abgeſtorben ſind. *) Manchem unſerer Gewerbsgenoſſen dürfte es überflüſſig erſcheinen, daß wir nur ein Wort über die Abſorbtion des Humusextractes verlieren, da hier⸗ über kein Zweifel obwaltet. So dachten auch wir; allein nachdem ſich in der neueſten Zeit mehrere Stimmen dagegen erhoben haben, ſo ſehen wir uns ge— nöthigt, dieſen Gegenſtand zu begründen.— Vortrefflich vergleicht Schwerz die Gülle mit einem geiſtigen Tranke der Gewächſe(Top dressing par ex cellence), und mit Recht behauptet Tſchiffeli in ſeinen Briefen über Stall⸗ fütterung, Zürich 1773, daß die Einführung der Güllendüngung zu den wich— bioiten Erfindungen gehört, welche ſeit lange in der Landwirthſchaft gemacht wurden. 40 Man leſe die dießfälligen Verſuche Berzelius's in den Mög—., linſchen Annalen, B. 27, S. 169, mit Aufmerkſamkeit und man wird finden, daß dieſelben nichts beweiſen; denn ſo lange B erze⸗ lius die Pflanzen mit dem Ertracte eines gefaulten Miſtes begoß, vegetirten dieſelben ſehr freudig; als er aber den Extract eines friſchen Stalldüngers, der mit viel Urin verſetzt war, anwendete, konnte erſt eine Störung in der Vegetation wahrgenommen wer⸗ den— Erfahrungen, welche jeder praktiſche Landmann hundertfältig gemacht hat. Hätte Berzelius nach Davy's Erfahrungen den Ertract mit 200 Theilen Waſſer vermiſcht, oder denſelben faulen laſſen und dann angewendet, dann hätte auch der friſche Ertract keine ſchäd⸗ liche Wirkung hervorgebracht*). 3. Lehren die Verſuche H artig's direct**), daß die Pflan⸗ zen keinen Humusextract, und die von Daniel Cooper 42*), Link †), Sequin*†) und von Dr. Unger*), daß ſie über⸗ haupt keine gefärbte Flüſſigkeiten aufnehmen. §. 32. Was die Verſuche Hartig's anbelangt, ſo ſtehen ſie mit den gleichartigen Verſuchen des großen Naturforſchers de Sauſſure in einem directen Widerſpruche. Da die Pflanzenphyſiologie keine Verſuche aufzuweiſen vermag, welche mit mehr Umſicht und wiſſen⸗ ſchaftlicher Strenge angeſtellt worden wären, als es die Sauſſure⸗ ſchen ſind, und da dieſe Verſuche zugleich das meiſte Licht über die Pflanzencultur verbreiten, ſo wird es für die Landwirthe nicht ohne Intereſſe ſeyn, die Reſultate dieſer Verſuche hier zuſammengeſtellt zu finden. De Sauſſure wählte zu ſeinen Verſuchen das Polygo- num Persicaria und Bidens cannabiana, alſo Pflanzen, deren Wurzeln an das Waſſer gewöhnt ſind— ein Umſtand, welcher von andern Pflanzenphyſiologen, ſo wie von Hartig, zu wenig berückſich⸗ tigt wurde. Sie nahmen Pflanzen des trockenen Bodens und brachten ſie *) Nach Davy's Verſuchen ſind ſelbſt die indifferenteſten Stoffe, wie z. B. Zucker, Milch ꝛc., ſchädlich, wenn ſie den Pflanzen in concentrirtem Zu⸗ ſtande gereicht werden.(Elemente der Agricultur⸗Chemie a. a. O., S. 305.) -» Ueber Ernährung der Pflanzen von Hartig in Liebig's organiſcher Chemie, Braunſchweig 1840, S. 190. 2*9 egmann’'s Archiv für Naturgeſchichte, Berlin 1840, H. 2, S. 32. 759 Grundlehre der Anatomie und Phyſiologie der Pflanzen, Berlin 1830, † †) Annal. de Chimie, 1819, T. 89. †*ι †) Einfluß des Bodens a. a. O., S. 121. G irs W Wunder vidralit Verſuch d. rung) Häſſte die don ſaldſ . ſah „ ſir . ſalz ⸗ ühſh „ ſchwe ; Gum , Aule ⸗ Hlumn. Un findet d Etof an nen gt ð Mög⸗. man er ze⸗ begoß, eines ndete, wer⸗ xtract en und ſchaͤd⸗ flan⸗ üͤber⸗ t den ſure keine ſſen⸗ tre⸗ rdie ohne llt zu Jgo- rzeln dern 41 in's Waſſer, um ihre Abſorbtion zu unterſuchen. Es iſt alſo kein Wunder, daß die unter ganz andere Verhältniſſe, als ſie ihre Indi— vidualität erheiſcht, gebrachten Pflanzen zu Grundeg gingen und die Verſuche ungünſtige ei ſinntn⸗ Uieferiene De Sauſſure löſ'te 12 Gran de 5 Abſorbtion(Aneig⸗ nung) beſtimmten Körpers in 8 Cub. Zoll Waſſer und reichte die Hälſte der Solution den erwähnten Sbrnune in zwei bis drei Tagen. Die Aufnahme der gereichten Löſung von ſalzſaurem Kali betrug 14,7 pCt. bei Pol. Pers. u. 16 pCt. b. Bid. cann., ⸗ Natron⸗ 13 2 = 2 2 2 2 ⸗ „ ſalpeterſ. Kalk ⸗ 4 ⸗ 7. ⸗ 13 7 ⸗ ⸗ ſchwefelſ. Natrov⸗ 14,4 ⸗ 4 2 40 7* ⸗ - ſalzſ. Ammoniak ⸗ 12 ⸗„ 2 ⸗ 6 47 ⸗ ⸗ 3 ⸗ eſſigſaurem Kalk ⸗ 8 3 2 7 ⸗ 3 ⸗ 2 ſchwefelſ. Kupfer⸗ 47 ⸗ ⸗ ⸗ 2 54 48 ⸗ 2 ⸗ ⸗ Gummi 2 9 2.— 2 8 5 2 2 ⸗ ⸗ Zucker 2 29 7 5.„ 2 2 32 2 2 2 3 ⸗ Humusextract 2 5 2 5 2 2„ 6 4 ⸗) Um zu erfahren, ob eine Wahl unter den gelöſ'ten Stoffen Statt findet, d. h. ob ſich die Pflanzen lieber den einen oder den andern Stoff aneignen, machte de Sauſſure Löſungen von verſchiede— nen Koͤrpern, mit welchen die benannten Pflanzen begoſſen wurden. Die Reſultate dieſer hoͤchſt intereſſanten Verſuche waren: Pol. Pers. u. Bid. cann. In 40 Cub. Zoll Waſſer waren gelöſ't: amnen dd, Neinecan. 1¹ 00 Thl. ſchwefelſaures Natron und 11,7— 7 do. ſalzſaures.. 22— 20 . do. ſchwefelſaures.. 42— 10 2 do. ſalzſaures Kali.. 47— 17 3 do. eſſigſaurer Kalk... 8 ¼— 5 do. ſalzſaures Kall. 33— 16 1 do. ſalpeterſaurer Kalt.. 4 ½— 2 do. Salmiak(ſalzſ. Ammoniak) 16 ½— 15 3 do. eſſtgſaurer Kalk. 31— 35 do. ſchwefelſaures Kupfer.. 34— 39 3; do. ſalpeterſaurer Kalk... 17— 9 do. ſchwefelſaures Kupfer.. 34— 36 do. ſchwefelſaures Natron.. 6— 13 1 do. ſalzſaures.. 10— 16 do. eſſigſaurer Kallt. nicht ſchätzbar „ Chemiſche Unterſuchungen über die Vegetation von de Sauſſure. Aus dem Franzöſiſchen von F. Voigt, Leipzig 1805, S. 228. do. Zucker 34— 46*). Was die Folgerungen anbelangt, welche ſich aus dieſen beiden Verſuchen ziehen laſſen, ſo ſind dieſelben: a) Daß die Pflanzen das Vermögen beſitzen, die im Waſſer ge⸗ löͤſ'ten Körper zu abſorbiren. Wenn alſo Hartig behauptet, daß die Pflanzen den Humusextract bei ſeinen Verſuchen nicht aufgenommen haben, ſo iſt dieß eine Behauptung, die ſich nicht auf Thatſachen ſtuͤtzt, welche mit wiſſenſchaftlicher Strenge durchgeführt wurden. b) Daß dieſe Abſorbtion auch dann erfolgt, wenn auch der Kör⸗ per als Gift wirken ſollte. Das ſchwefelſaure Kupfer iſt ein für die Vegetation ſchädlicher Koͤrper und die beiden Pflanzen haben ſich denſelben in der größten Quantität angeeignet. Die größere Abſorbtion dieſes ſchädlichen Körpers iſt eine Folge von der Verletzung, dem Angreifen, der Wurzel; denn ſtellt man Pflanzen mit verletzter Wurzel in Gifte, z. B. verdünnte Blau⸗ ſäure, ſo werden ſie plötzlich getödtet, während ſich die mit unver— letzten Wurzeln ſelbſt in concentrirter Blauſäure einige Zeit erhalten. Es kann alſo den Pflanzen, wie Daubeny in Frorie p's Notizen 1835, S. 192 behauptet, kein Inſtinct in Beziehung auf die Auswahl der Stoffe zugeſchrieben werden. c) Die Größe der Abſorbtion hängt 1. von der Natur der einzelnen Korper, 2. von der Dichte der Solution und 3. von dem Umſtande ab, ob in derſelben bloß ein oder mehrere Körper vorkommen.. Zu 1. Das Polygonum Persicaria hat von ſalpeterſaurem Kalke bloß 4 pCt. abſorbirt, während die Abſorbtion bei der Zuckerlöſung 29 pCt. beträgt, alſo ſiebenmal mehr(bei übrigens gleichen Verhält— niſſen) vom Zucker abſorbirt wurde. Die Kali⸗, Natron- und Ammo⸗ niakſalze ſind in einem weit größern Verhältniſſe abſorbirt worden, als die Kalkſalze; es iſt daher in praktiſcher Beziehung nicht gleichgil— tig, welche Düngungsart einer Pflanze angewieſen wird. Zu 2. Die Abſorbtion des Waſſers war bei allen Verſuchen am größten; daher iſt es eine natürliche Schlußfolgerung, daß deſto Lodes Gummi 26— 21 *) De Sauſſure a. a. O., S. 237.. ſehiſi anen b nehr jgkeit d persie ker? eſaant in de ½0£ 46: ſo l genſit von de A per i wohle 7234 deter Jrſet ( 4 ähſer Muu Kak; num Lfln 21 46*) beiden ſſer ge⸗ auptet, n nicht hnicht trenge er Kor⸗ dlicher roͤßten ſt eine ſtellt Blau⸗ unver⸗ zalten. iep's ug auf jehrere Kalke löſung rhaͤlt⸗ mmo⸗ n, als ichgil⸗ en am deſto 43 mehr abſorbirt wird, je duͤnnfluͤſſiger oder ſpecifiſch leichter die Fluͤſ⸗ ſigkeit iſt. Von dem indifferenten Stoffe„Gummi“ hat das Polygonum Persicaria 9 pCt. aufgenommen, während die Aufnahme beim Zuk— ker 29 pECt., alſo dreimal mehr beträgt.— Es wäre hoͤchſt inter— eſſant zu erfahren, in welchem Verhältniſſe die beiden Zwentipnen in Beziehung auf ihre Dichte zueinander ſtehen. Die Landwirthſchaft vermag viele Thatſachen anzuführen, welche die Richtigkeit der obigen Schlußfolgerungen beſtätigen. Sie weiſ't nach, daß eine ſtärker verdin ans Guͤlle die Vegetation mäch— tiger befördert; daß die Vegetation nach ausgiebigem Regen raſch vorwärts ſühnejiet zc. Zu 3. Von ſalpeterſaurem Kalk hat das Polygonum Persicaria 4 pCt. und von ſalzſaurem Ammoniak 12 pCt. aufgenommen, ſo lange dieſe beiden Korper einzeln gereicht wurden; bei ihrer ge— genſeitigen Vermiſchung betrug hingegen die Abſorbtion 4 ¼ pCt. von dem erſtern und 16 ½ pCt. von dem letztern Körper. Aehnliche Erſcheinungen zeigen alle übrige Verſuche. Man ſieht hieraus, daß die Abſorbtion durch die Miſchung mehrerer Kör⸗ per im Allgemeinen befordert wird. Daraus läßt ſich zum Theil die wohlthätige Wirkung der Compoſte, der Mengung der Miſtarten, namentlich des Pferde-, Schaf- und Schweinemiſtes, erklären. Je heterogener die Stoffe, deſto ſtärker die Reaction, deſto ſchneller die Zerſetzung und die Aſſimilation. d) Die Natur der Pflanzen hat nicht bloß auf das Quantum, ſondern auch auf das Quale der abſorbirten Löſung einen we— ſentlichen Einfluß. Das Polygonum Persicaria nahm von ſalpeterſaurem Kalk 4 pCt. auf, während Bidens cannabiana 8 pEt., alſo doppelt ſo viel abſorbirte. Beim Polygonum Persicaria beträgt die Abſorbtion ein Marimum von ſalzſaurem Kali und ein Minimum von ſalpeterſaurem Kalk; bei Bidens cannabiana iſt dagegen die Abſorbtion ein Mini— mum vom Humusextract. Man ſieht hieraus, daß, wenn auch den Pflanzen kein Inſtinct in Beziehung auf die Wahl der Nahrung zu⸗ geſprochen werden kann, ſich die Pflanzen nicht ganz paſſiv gegen die zur Abſorbtion dargebotenen Stoffe verhalten; daß eine, es ſey auf einem chemiſchen oder katalytiſchen Grunde beruhende Affinität zwiſchen der Wurzel und dem zu abſorbirenden Körper Statt finder, und daß daher die hoͤchſte Benützung des Grundes und Bodens einzig und allein dadurch möglich wird, wenn Pflanzen von der groͤßten 44 Verſchiedenheit in ihrem Bau auf demſelben cultivirt werden. In dieſer größern oder geringern Affinitaͤt und der durch ſie bedingten Verſchiedenheit der aufgenommenen Nahrungsſtoffe, ſo wie in der Verſchiedenheit der Pflanzenercretionen und der allgemeinen Erfah— rung, daß kein organiſches Weſen in den eigenen Excrementen ge— deihen kann, liegt der zureichende Grund der Fruchtwechſel⸗ wirthſchaft. §. 33. In Betreff der Nichtabſorbtion der gefärbten Flüſſigkeiten (§. 31) wird nur bemerkt, daß dieſe Erſcheinung vor der Hand kei— nen praktiſchen Werth hat und daß Braconnot, de Candolle, Schulz und andere Naturforſcher durch Verſuche dargethan haben, daß die mit ſtark verdünnter Tinte begoſſenen Pflanzen ſchwarz und die in einer Krappbrühe gewachſenen roth wurden*). §. 34. Nach allen den bisherigen Unterſuchungen glauben wir im Geiſte der landwirthſchaftlichen Erfahrungen die Behauptung aus— ſprechen zu koͤnnen, daß die Ertracte aus gefaulten organiſchen Ue— berreſten die eigentliche Nahrung der Pflanzen bilden, die Frucht— barkeit der Grundſtuͤcke bedingen, und daß dieſe Extracte deſto wirk— ſamer ſind, je aus mehrern verſchiedenartigen thieriſch-vegetabili⸗ ſchen Stoffen ſie zuſammengeſetzt ſind. Wir Landwirthe müſſen ſo lange an unſere Erfahrungen, an die Wirkſamkeit des Extractes glauben, bis uns Naturforſcher, wie de Sauſſure und Davy, mit der Tiefe ihres Geiſtes eines Andern belehren. Wir hegen aber die Ueberzeugung, daß die kommenden Koryphaen der Pflanzenphyſiologie unſern frommen Glauben beſtä⸗ tigen werden, da zu erwarten ſteht, daß ſie ſich früher mit den Er— fahrungen unſerer Wiſſenſchaft vertraut machen werden, bevor ſie aus ihren in Toͤpfen angeſtellten Verſuchen Theorien für den Acker⸗ bau abſtrahiren. Stickſtoff. S. 35. Wenngleich die Chemie nur eine geringe Quantität an Stick— ſtoff in den Vegetabilien nachzuweiſen vermag, wie es die in der Tabelle B zuſammengeſtellten Reſultate der Bouſſingault'ſchen Unterſuchungen darthun, ſo lehrt doch die Erfahrung, daß ſtickſtoff⸗ *) Hermbſtädt's Archiv für Agricultur⸗Chemie, B. 1, S. 118. Tabelle B zu K. 35. ——— des Ertrages nachltehender 4.. Pereente des Stickſtoffge⸗ haltes in den Ueberſicht Maltsgabe ihrer Elemente. Geſammter Stickſtoff⸗ gehalt in den Haupt- Ueben- 1. 2. 3. V. Ertrag pr. 1 Joch an Kohlen- Namen vräneſcher Maſfe, oh⸗ ſioffur. F b der ne Aſche, an Viunt 1. V N f I. n 3 e n Haupt 1 eben Zuſammen vatee Sheilen Ariude 1(Weizen(Winter⸗) 1178 2894 4072 1919 2 Noggen(Winter⸗) 1088 3402 4490 2065 3(Gerſte(große) 1171 2086 3257 1498 4 Hafer 1169 3794 4963 2282 5 Hirſe 1871 3399 5270 1424 6(Kukurutz 8329 6719 15048 5543 7(Erbſen 1952 2850 4802 2209 8 Wicken 1465 2372 3837 1765 9 Bohnen(Pferde⸗) 2152 1937 4089 1881 10 Linſen 1281 1153 2434 1119 11 Buchweizen 986 970 1956 899 12 Klee(Heu) 7372 7372 3391 13 Luzerne 11022 11022 5070 4 14 Esparſette 2976 2976 1368 — 15 Kopfkraut 12213. 12213 5617 16 Krautruͤben 5577 2612 8189 3767 17(Runkelrüben 4218 853 5071 2333 18 Weiße Rüben 4238 2430 6668 3067 19 Möhren 4270 358 4628 2129 20 Paſtinaken 6394 673 7067 3251 21(Kartoffeln 6327 952 7279 3348 22Lein 876 471 1347 648 23 Hanf 1753 1224 2977 1432 24 Rübſen 1871 2212 4083 1988 25(Naps 1379 2691 4070 1947 26 Kümmel 1281 1275] 2556 1180 27(Tabak 1195 1195 548 28 Krapp 1421 1421 653 2,38 2,29 2,02 2,22 2,00 2,00 4,40 5,13 4,30 4,40 2,40 1,70 1,70 1,70 0) 3,70 2,20 1,43 4,66 2,40 2,20 1,80 6,00 6,00() 5,50 9) 5,50) 3,05(9) 4,62(9) 2,20 2) Theilen 1,57 1,570) 1,11 0,54 4,62 ¹) 4,62 4,62(9) 2,94 2,70 2,29 0,75() 0,75(5) 0,75 09) 0,75(7) 0,75(9) Zuſammen 1,70°) 3,70 6,82(²) 6,05 9,28(2) 5,34 4,90 4,09 6,75 6,75 6,25 6,25 3,82 4,62 2,20 Haupt- Reben- — Theilen 28,03 8,68 24,91 6,80 23,65 5,42 25,95 13,65 37,42 32,63 166,58 20,15 85,88 55,57 75,15 37,24 92,53 30,41 56,36 12,79 23,66 5,23 125,32 187,37 50,59 451,88 3 122,69 120,67 60,31 394,45 197,49[112,26 102,48 10,52 140,66 18,17 113,88 21,80 52,56 3,63 105,18 9,18 102,90 16,59 75,84 20,18 39,04 9,56 55,20 31,26 Zuſammen 112,39 122,94 69,15 28,89 125,32 187,37 50,59 451,88 243,36 454,76 309,75 113,00 158,83 135,68 56,19 114,36 119,49 96,02 48,60 55,20 31,26 — 6. Geſammter Kohlen- und Stickſtoffge⸗- halt 1955,71 2096,71 1527,07 2331,60 1494,05 5729,73 2350,45 1877,39 2003,94 1188,15 927,89 3516,32 5257,37 1418,59 6068,88 4010,36 2787,76 3376,75 2242,00 3409,83 3483,68 704,19 1546,36 2107,49 2043,02 1228,60 603,20 684,66 2116,29 7. Geſammter Sauer- und Waſſerſtoff- gehalt 2393,29 1729,93 2641,40 3775,95 9318,27 2451,45 1959,61 2085,06 1245,85 1028,11 3855,68 5764,63 1557,41 6144,12 4178,64 2233,24 3291,25 2386,00 3657,17 3795,32 642,81 1430,34 1975,51 2026,98 4327,40 591,80 736,53 Relative Erſchöpfung nach dem landwirthichaktlicher Pflanzen an organiſchen Gebilden, ihrer Elementarttofke, und der relativen Ericl — Zu Seite 44. —— zöpkung(Bodenauslaugung) nach 8. Kohlen- ſtaffge- halte 9. Stickſtoff- gehalte 10. Kohlen- und Stick- ſtoffge⸗- 11. Sauer- und Waſ- ſerſtoff- gehalte 1 0 0 0 0 2 0 0 79 30 ,67 93 95 04 „27 2 7ſ/7 „J*ℳ KRohlen⸗ und Stickſtoffes zum Ertrage a genau 12. Verhältniſſe des Kohlen⸗ und Anmerkung. Der Ertrag, ſo wie der Kohlenſtoffgehalt ſind aus der§. 29 angeführten Tabelle uber⸗ tragen. Der Stickſtoffgehalt iſt nach Bouſſin⸗ gault aus den Annal. de Chimie et de Phy- [sique 1838, Avr., p. 408, entnommen. Um den Sauer⸗ und Waſeerſtoffgehalt zu erhalten, iſt der Gehalt an Kohlen- und Stick— ſtoff von der Ernte abgezogen. Bei der Be— rechnung der relativen Erſchöpfung iſt der Weizen als Einheit angenommen. Die Zahlen mit Fragezeichen ſind zweifel⸗ haft, und theils nach Analogie, theils nach Durchſchnitt angenommen worden. Da den 2 Pflanzen der Kohlenſtoff durch die atmoſphä⸗ riſche Kohlenſäure zum großen Theil, der Sauer⸗ und Waſſerſtoff durch das Waſſer aber ganz zugeführt wird, ſo handelt es ſich vor— zugsweiſe um die Zuführung des Stickſtoffes, und daher gibt die Nubrik 9 den meiſten Auf— ſchluß über die relative Bodenausſaugung der Culturpflanzen. 45 haltige Subſtanzen eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Pflan⸗ zen ſpielen; ja ſie hat dargethan, daß die Fruchtbarkeit jener Boden- arten, welche ſeit undenklichen Zeiten nicht gedüͤngt wurden und den⸗ noch jährlich die reichſten Ernten abwerfen, lediglich durch ihren Stickſtoffgehalt bedingt iſt. Nach Berzelius iſt ein ſehr fruchtbarer Boden, der ſeit Menſchengedenken nicht geduͤngt wurde, aus folgenden Beſtandthei— len zuſammengeſetzt: 1,60 pCt. animaliſchem, auflöslichem Extractivſtoffe*), 1,05 ⸗ unaunfloslichem Ertractivſtoffe, 0,25 ⸗ Harz, 4,00 ⸗ verbrennbaren, unlöslichen organiſchen Stoffen, 11,10 ⸗ kohlenſaurem Kalk, 6,00 ⸗ phosphorſaurem Kalk u. Eiſen, 2,00 ⸗ kohlenſaurer Kalkerde, 1,00 ⸗ 2 Talgerde, 14,50 ⸗ unll'oslichen, fein zertheilten Mineralſtoffen, und 58,50 ⸗ Sand und Kies**). 100,00 pCt. Die ſehr fruchtbaren Grundſtuͤcke in der Hana in Mähren ent⸗ halten 1,108 bis 1,480 pECt. ſtickſtoffhaltige Subſtanzen***). Zu allen dieſen Thatſachen treten noch die Unterſuchungen Payen's hinzu, nach welchen die Wurzeln der Pflanzen eine ſtick— ſtoffhaltige Subſtanz in ſolcher Menge einſchließen, daß ſie bei der Deſtillation freies oder kohlenſaures Ammoniak geben. Der Stick— ſtoff kommt in allen Organen vor, und ſelbſt das Cambium(Früh⸗ jahrsſaft) der Holzarten enthält einen Ueberſchuß an ſtickſtoffhalti— ger Materie †). Betrachten wir überdieß noch die Verſuche Hermbſtädt's über die Abhängigkeit des Stickſtoffes in den Pflanzen von den düngenden Körpern † †), und die Erfahrungen, nach welchen ſelbſt ganz unfruchtbare, ſterile Grundſtuͤcke durch die Düngung mit ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen in einen ſehr fruchtbaren Zuſtand verſetzt werden †or), ſo werden wir zu der Ueberzeugung *) Dieſer Körper hatte das Anſehen und den Geruch des Thierleims und Berzelius hält ihn für veränderte Knorpel. **) Möglinſche Annalen, B. 27, S. 204. ) Sprengel's Agronomie, Leipzig 1837, S. 554. †) Comptes rend. Jan. 1838, p. 131 et du 21. October 1839, p. 509. Archiv für Agricultur⸗ Chemie von Hermbſtädt, B. 1. †††⁸) An der peruvianiſchen Küſte wird ein humusloſer Sandboden durch 46 geführt, daß wir nur dann die hoͤchſte Productionsfähigkeit einem Boden ertheilen können, wenn wir ihn mit ſtickſtoffhaltigen Körpern gut zu düngen vermögen(§F. 14). §. 36. Dieſe auf ſo vielfältige Erfahrungen geſtuͤtzte Behauptung ſcheint mit anderweitigen Thatſachen in einem directen Widerſpruche zu ſtehen. Wir bemerken naͤmlich: 1. Daß der Stickſtoffgehalt der Atmoſphäre mit dem der Pflan— zen in keinem Verhältniſſe ſteht, indem erſterer 74489 Bill. Ctr. beträgt(§. 2), während ſich letzterer, ſelbſt bei der intenſivſten Pro— duction der feſten Rinde unſers Planeten, nur auf 60000 Mill. Ctr. beläuft*) und daher nur den 1241483. Theil des geſammten Stickſtoffgehaltes der Atmoſphäre ausmacht. Wenn man nun erwägt, daß der Stickſtoff in der Atmoſphäre in einer Form erſcheint, in welcher er leicht von den Pflanzen auf— genommen werden kann, ſo bleibt es unbegreiflich, warum gerade ſtickſtoffhaltige Subſtanzen die Fruchtbarkeit der Grundſtücke ſo be— deutend erhöhen, da doch der Stickſtoff den Pflanzen in zureichender Menge von Seiten der Atmoſphäre zugeführt werden kann und einige Pflanzen den Stickſtoff der Atmoſphäre, wie Bouſſingault nachgewieſen haben will, aufnehmen**). den Quano(Koth von Waſſervögeln) in den fruchtbarſten Zuſtand verſetzt (Ann. de Chimie et de Phys., T. 65, p. 319).— Auf Sandſchellen können, nach ſeiner Bindung, in einem etwas feuchten Klima alle landwirthſchaftliche Gewächſe mit Vortheil angebaut werden, wenn ſie mit Stallmiſt gedüngt wer— den. Die wohlthätigen Wirkungen der ſtickſtoffhaltigen Dünſte der tüdernden Thiere auf die Fruchtbarkeit des Bodens ſind jedem unterrichteten Landwirth bekannt.— Die große Wirkſamkeit des Schuhmachermiſtes, der Horn- und Klauenſpäne, der menſchlichen Excremente und der Eintagsfliege, welche in Krain angewendet wird, rührt vorzugsweiſe von ihrem bedeutenden Stickſtoff⸗ gehalte her, und die Folge wird überhaupt lehren, daß die Wirkſamkeit der verſchiedenen Miſtarten in einem geraden Verhältniſſe mit ihrem Stickgaſe ſteht(§. 262). *) Nach der§. 35 angeführten Tabelle beträgt der Stickſtoffgehalt durch⸗ ſchnitrlich aller Gewächſe 2,00 pCt. Nimmt man den Ertrag pr. Joch mit 100 Ctr. an, ſo beläuft ſich das Erzeugniß an Stickſtoff pr. Meile auf 20000 Ctr., alſo auf 3 Mill. Meilen oder der feſten Rinde auf 60000 Mill. Ctr. **) Als Bouſſingault 188s ſeine Verſuche, die er über Stickſtoff⸗ abſorbtion von Seiten der Pflanzen anſtellte, bekannt machte, las man in al— len landwirthſchaftlichen Zeitſchriften, daß ſich die Pflanzen Stickſtoff aneig— nen, ohne die Verſuche ſelbſt anzuführen. Wir ſehen uns genöthigt, die Re— ſultate dieſer Verſuche aus der urſprünglichen Quelle anzugeben, da ſie ent— ſtellt wiedergegeben wurden. Ein Kleeſamen, welcher zum erſten Verſuche be— ſtimmt ward, enthielt vor dem Keimen 7,2 pCt. Stick⸗, 50,8 Kohlen⸗, 6,0 Waſſer⸗ und 36,0 Sauerſtoff, dagegen 7,4—⸗ ⸗ 48,0 ⸗ 5,9 ⸗ 5 341,9 ⸗ nachdem 2. von ſa wird 3. nonia Zättm 4. den Se und d ſelbſd macht dr gkkei einen zu portgeſh Keimen, welche?— 070 pt. Perſuche 3 Menat ten 32 Eticktef vermehr doß die mie geh taten be nen, daß und dh fuſiovatt herrühr de Ch . don hl ſücken a 4 ½ h) degrin d Ahand it einem Körpern ſcheint uche zu Pflan⸗ ill. Ctr. en Pro⸗ eill. Ctr. ammten oſphare zen auf⸗ gerade ee ſo be⸗ ichender d einige gault verſetzt mkönnen, ſchaftliche üngt wer⸗ tüdernden Landwirth Horn⸗ und welche in Stickſtoff⸗ mkeit der Stickgaſe alt durch⸗ Joch mit NReile auf kill. Ctr. Stickſtoff⸗ an in al⸗ ff aneig⸗ die Re⸗ ſie ent⸗ Jſuche be⸗ dagegen nachdem 47 2. Erſcheint der Stickſtoff in jedem Regenwaſſer in der Form von ſalpeterſaurem Ammoniak, welcher den Pflanzen zugeführt wird*). 3. Bildet ſich nach Faraday's Unterſuchungen jederzeit Am— moniak, ſobald der Aetzkalk der Einwirkung der Atmoſphäre längere Zeit ausgeſetzt wird**). 4. Disponirt jeder electriſche Funke, jeder befeuchtete Aetzkalk den Sauerſtoff, ſich mit dem Stickſtoffe chemiſch zu Salpeterſäuren und dieſe wieder zu ſalpeterſauren Salzen zu verbinden***), welche, ſelbſt in den geringſten Quantitäten angewendet, die Vegetation ſo mächtig zu befördern vermögen †). Und er gekeimt hatte; es hat ſich alſo der Stickſtoff um 0,2 pCt. vermehrt. Bei einem zweiten Verſuche, wo das Keimen bis zur Entwickelung der Kotyledonen fortgeſchritten iſt, betrug der Stickſtoff 7,2 pCt. vor und 7,2 pCt. nach dem Keimen, alſo keine Zunahme. Beim dritten Verſuche nahm er Kleepflanzen, welche 2—3 Monate im Sande wuchſen; die Zunahme an Stickſtoff betrug 0,70 pCt. bei zwei⸗ und 2,6 pCt. bei dreimonatlichen Pflanzen. Beim vierten Verſuche nahm er Weizen, der 3,5 pCt. Stickſtoff enthielt und den er 2 bis 3 Monate im Sande aufgezogen hat. Die zweimonatlichen Pflanzen enthiel— ten 3,2 pCt. und die dreimonatlichen 3,7⸗pCt. Stickſtoff; alſo hat ſich der Stickſtoff im erſten Falle um 0,3 pCt. vermindert und im zweiten um 0,2 pCt. vermehrt. Aehnliche Reſultate erhielt er beim Hafer.— Wenn man erwägt, daß die Beſtimmung des Stickſtoffes zu den ſchwierigſten Aufgaben der Che— mie gehört, und daß die vorſtehenden Verſuche mit widerſprechenden Reſul— taten begleitet ſind, ſo glauben wir vielmehr aus denſelben folgern zu kön— nen, daß ſich die Pflanzen gar keinen Stickſtoff aus der Atmoſphäre aneignen und daß die Zunahme an Stickſtoff entweder von dem Waſſer oder den In⸗ fuſionsthierchen, die an der Wurzel der keimenden Pflanzen entſtehen können, herrühre.(Comptes rendus den 22. Jäner 1838 und ausführlich in Annal. de Chimie et de Phys., T. 67, p. 5.) *) Die Beſtandtheile des Regenwaſſers ſind: 1. Harz, Schleim, Pyrrhin, Mukus; 2. ſalzſaures Kali, Natron und Bittererde; 3. ſchwefelſaure Kalk- und Bittererde; 4. kohlenſaure Kalk- und Bittererde; 5. Ammoniak;. 6. Kieſelerde; 7. Eiſen⸗ und Manganoxyd; 8. freie Kohlen-, Salpeter-, Salz⸗ und Schwefelſäure(Schweigger’'s Jahrbuch, B. 18, S. 153, und Kämtz's Meteorologie, Halle 1831, S. 38). **) Nach den geſchichtlichen Notizen über die Salpeterbildung von Alex. von Humboldt iſt dieſe Bildung in Ländern mit ſehr fruchtbaren Grund⸗ ſtücken am ſtärkſten(Hermbſtädt's Archiv a. a. O., B. 1, S. 179). **) Die vielen ſalpeterſauren Salze und die freie Salpeterſäure, welche Brandes, Marcet, Biſchoff und Zimmermann in dem Regen⸗ waſſer gefunden haben, ſind wahrſcheinlich durch den electriſchen Zuſtand der Atmoſphäre entſtanden.. †) Die größere Fruchtbarkeit gewitterreicher Jahre ſcheint alſo auch hierin begründet zu ſeyn, da nach Schübler's Verſuchen ſchon 1⁄30 Salpeter des Bodengewichts ſehr wohlthätig wirkt.— Eine intereſſante und lehrreiche Abhandlung über die Salpeterbildung findet man in dem Handbuch der an⸗ 48 5. findet ſich der Stickſtoff in ſehr vielen Felsarten, namentlich in der Baſalt⸗, Thonſchiefer⸗, Mergel⸗ und Kohlen⸗Formation vor*). Nach allen dieſen Thatſachen ſollte man zu der Anſicht geführt werden, daß die Pflanzen zureichend mit dem Stickſtoffe auf allen dieſen Wegen verſehen werden und daß daher die directe Zuführung dieſes Elementarſtoffes ganz überflüſſig erſcheint. Die Naturwiſſenſchaften mögen dem praktiſchen Landwirthe noch ſo viele Wege eröffnen, auf welchen den Pflanzen der Stickſtoff— gehalt zugeführt werden kann, ſo ſieht er ſich doch genöthigt, bei ſei— nen Erfahrungen ſtehen zu bleiben, ſeine Grundſtücke mit ſtickſtoff— haltigen Körpern zu düngen, wenn er reichliche Ernten erzielen will, und den Stickſtoff der Atmoſphäre als den Vermittler der ſchöpferiſchen Lebenskraft zu erklären**). Durch dieſe Anſicht wollen wir keineswegs in Abrede ſtellen, daß den Pflanzen nicht auch ein kleiner Theil ihres Stickſtoffgehal— tes auf den beſchriebenen Wegen zugeführt werden kann; denn die Flora, mit welcher die gegenwärtige Schöpfung anfing, vermag Stickſtoff aufzuweiſen, und die wildwachſenden Pflanzen, und unter dieſen beſonders diejenigen, welche Alkaloide erzeugen, enthalten ſelbſt dann noch Stickſtoff, wenngleich der Boden keine Spur eines ſtickſtoffhaltigen Düngers nachzuweiſen vermag. Wir glauben jedoch behaupten zu können, daß der Landmann auf die Abſorbtion des atmoſphäriſchen Stickſtoffes gar nicht rech— nen kann und daß er dieſen Stoff den Pflanzen direct zuführen muß***)(§. 14). gewandten Chemie von Dumas. Aus dem Franzöſiſchen voͤn Engelhart, Nürnberg 1832, B. 2, S. 764. *) Nach den Unterſuchungen Woodhouſe's und Prouſt's ſoll jede Kohle Stickſtoff enthalten(Schweigger’s Journ. a. a. O., B. 1, S. 344). **) Ohne Stickſtoff in der Atmoſphäre könnte ſich das Thierreich nicht erhalten, obwohl er bei dem Athmungsproceſſe nicht gebunden wird. Er ver— leiht alſo bloß dem Sauerſtoff die Brauchbarkeit, durch die Lebenskraft ohne Nachtheil der Organiſation gebunden zu werden. Auf gleiche Weiſe ſcheint er im Pflanzenreiche zu wirken, da in der That bei vielen Pflanzen die Aus— ſcheidung des Stickſtoffes nachgewieſen wurde(Wirkungen der Schwämme auf die Luft von Mardet in dem Journal für praktiſche Chemie, V., S. 133), und Payen dargethan hat(Memoire sur la nutration des plantes. Comptes rendus du 21. Oct. 1839, p. 509), daß der Stickſtoff in dem Cam⸗ bium eine wichtige Rolle ſpielt, obgleich ſeine Erzeugniſſe nur die drei Grund— ſtoffe(Kohlen-, Waſſer⸗ und Sauerſtoff) aufzuweiſen vermögen. ***) Nach Bouſſingault's Vergleichung enthielt eine Düngung mit Stallmiſt 157 Kilog. Stickſtoff, die Ernte hingegen 251 Kilog. Er ſchließt nun hieraus, daß ſich die Ernte 94 Kilog. Stickſtoff aus der Atmoſphäre an⸗ geeignet habe.(Ann. des scienc. nat. Part. botan. 1839, T. XI., p. 31.) — Da Bouſſingault den frühern Stickſtoffgehalt des Bodens nicht an⸗ gegeben hat, ſo iſt ſeine Schlußfolgerung falſch. V Zun Ernten werden dert; Vonſſi gar keine eiſch noöglüch Irteriſ Da haben, und 4,4 Wa meuſtlu gegehen! zar wie g. mit ihrer orbirten negen W de Sauerſt kehrten f aͤlte ſäure amentlich onvor). üt geführt auf allen uführung indwirthe Stickſtoff⸗ t, bei ſei⸗ ſtickſtoff⸗ nerzielen ttler der e ſtellen, offgehal⸗ denn die vermag nd unter enthalten zur eines indmann cht rech⸗ zufuhren gelhart, z ſoll jede „S. 34¹). reich nicht Er ver⸗ raft ohne ſcheint er die Aus⸗ imme auf S. 133), plantes.. dem Cam⸗ ei Grund⸗ gung mit r ſchließt phäre an⸗ ). 49 §. 37. Zum Behufe einer Vergleichung des Stickſtoffgehaltes in den Ernten mit dem in den verſchiedenen Duͤngerarten enthaltenen werden genaue Analyſen ſowohl der erſtern als der letztern erfor— dert; allein da wir bei den Culturpflanzen nur die Analyſen Bouſſingaults beſitzen und bei ſehr vielen Düngerarten noch gar keine, wenigſtens keine zuverläſſige aufzuweiſen vermoͤgen*), ſo erſcheint eine ſolche conſequent durchgeführte Vergleichung un⸗ möglich, obgleich ſie für die Statik des Landbaues von höchſtem Intereſſe iſt. Dasjenige, was die bisherigen Unterſuchungen hierüber gelehrt haben, befindet ſich in der§. 35 angeführten Tabelle, Rubrik 3 und 4, zuſammengeſtellt. Was die Folgerungen anbelangt, die ſich aus dieſer Zuſam— menſtellung ziehen laſſen, ſo werden dieſelben in der Folge an⸗ gegeben werden(§. 262). Sauerſtoff. §. 38. Zur Herſtellung des Gleichgewichts in der Atmoſphare tragen, wie K. 10 dargethan wurde, die Pflanzen ſehr viel bei, indem ſie mit ihren blattartigen Gebilden den Sauerſtoff theils aus der ab⸗ ſorbirten Kohlenſäure**), theils durch Zerſetzung des aufgenom⸗ menen Waſſers unter Einwirkung des Lichtes ausſcheiden***). Die Abſorbtion der Kohlenſäure und die Ausſcheidung des Sauerſtoffes ſteht, nach Griſchow's Verſuchen †), in einem ver⸗ kehrten Verhältniſſe mit der Zeit, in welcher ſie vor ſich geht, d. h. je älter die Pflanzen werden, deſto weniger vermögen ſie Kohlen— ſäure aufzunehmen und Sauerſtoff auszuſcheiden. Verlieren die Pflanzen ihre grüne Farbe, alſo nähern ſich die Culturpflanzen, namentlich die Cerealien, der Fruchtreife, dann ſcheiden ſie zu jeder Zeit Kohlenſäure aus, und abſorbiren dafür den Sauerſtoff ††). *) Dr. Sprengel hat zwar in ſeiner citirten Düngerlehre die nähern Beſtandtheile der verſchiedenen Düngerarten angeführt, allein die Angabe des Stickſtoffgehaltes vermißt man bei jeder Düngerart. **) Oe Sauſſurea. a. O., S. 37. **.) Die bleichſüchtigen, unter einem Stein gewachſenen Pflanzen ent⸗ halten viel unzerſetztes Waſſer in ihren Säften. Bringt man ſie an's Licht, ſo wixd man finden, daß das Waſſer bald eine Zerſetzung erleidet. 1⁷) Phyſikaliſch⸗chemiſche Unterſuchungen über den Athmungsproceß der Gewächſe ꝛc., Leipzig 1819, S. 41. †* †½) Nach Griſchow(a. a. O., S. 102) und de Sauſſure Hlubek's Statik. 4 50 Da, wie gezeigt wurde, die Kohlenſäure einen bedeutenden Theil des Kohlenſtoffbedarfs den Pflanzen liefert, ſo laſſen ſich aus dieſen Thatſachen folgende Schlüſſe ziehen und manche land— wirthſchaftliche Erfahrungen erklären: 1. Bei allen ſchnellwüchſigen Pflanzen iſt die Aneignung der Nahrung(des Kohlenſtoffes) aus der Atmoſphäre größer, mithin die Erſchöpfung des Bodens kleiner. .2. Eine und dieſelbe perennirende Pflanze eignet ſich um deſto mehr Kohlenſtoff aus der Luft an, je öfter ſie gemäht wird, je jünger alſo die gemähten Pflanzen ſind. Jeder unterrichtete Landmann kennt die große Differenz im Ertrage, wenn der Klee, die Luzerne ꝛc. einmal vor und das an— dere Mal nach der Blüthe gemäht werden. 3. Je blattreicher und je blattartiger der Stengel einer Pflanze iſt, deſto groͤßer iſt die Kohlenſtoffaneignung, mithin deſto geringer die Erſchöpfung des Bodens. 4. Je fleiſchiger, fetter oder dicker die Blätter einer Pflanze ſind, deſto größer iſt ihre Aſſimilation aus der Atmoſphäre*). 5. In dem Augenblicke, als die Pflanzen die grüne Farbe ver— loren haben, ſind ſie mit ihrem weitern Kohlenſtoffbedarfe an den Boden gewieſen; daher erſchöpfen ſamentragende Gewächſe ſo ſehr den Boden, während ſie, im grünen Zuſtande abgemäht, als ſcho— nende Gewächſe erſcheinen. 6. Bei übrigens gleichen Verhältniſſen hängt die Ausſcheidung des Sauerſtoffes, mithin die Aneignung der Kohlenſäure von der Größe der Oberfläche ab, welche eine Pflanze mit ihren blatt— artigen Gebilden der Atmoſphäre darzubieten vermag; daher ent— zieht eine dichte, gut beſtandene Saat weit weniger dem Bo— den, als eine mißrathene; daher ſoll der Landmann bei der Be— ——₰ rechnung des Saatquantums nicht zu karg zu Werke gehen, und daher laſſen ſich Grundſtücke, die eine üppige Vegetation hervor bringen, ſo leicht in einem gleichen Zuſtande der Fruchtbarkeit er halten. hauchen alle nicht gefärbte Pflanzentheile Kohlenſäure zu jeder Zeit aus und ſaugen dafür Sauerſtoff ein. *) Die Fettpflanzen, als: die gemeine Hauswurzel, die Cactus- und Aloe⸗ arten ꝛc., ſaugen nach de Sauſſure zu jeder Zeit und unter allen Verhält⸗ niſſen Kohlenſäure ein, und daher kommt es, daß ſie auf Dächern im bloßen Sande der Wüſten ohne allen Humus und Dünger, ja ſogar in der Luft auf— gehangen ſehr gut gedeihen do zeit un ſtof a der Gr deln, d Stofe, noſthit hned werder bindun durchd der D 1 prodacs kommer 8 des E lenſto der E. eutenden aſen ſich he land⸗ nung der „ mithin um deſto vird, je erenz im das an⸗ Pflanze geringer Pflanze re*). arbe ver⸗ ean den po ſeh ls ſcho⸗ heidung von der en blatt nher ent dem Vo der Ve n, und hervor keit er aus und ind Aloe⸗ Verhält— im bloße! Luft auf⸗ 51 §. 39. Da ſich die Pflanzen mit den blattartigen Gebilden zur Nacht— zeit und mit den nicht grün gefärbten Theilen zu jeder Zeit Sauer— ſtoff aus der Atmoſphäre aneignen, ſo kann ſich bei der Düngung der Grundſtücke nicht um die Zuführung dieſes Elementarſtoffes han— deln, da die Pflanzen den Sauerſtoff zur Bildung ihrer indifferenten Stoffe, Säuren und Alkaloide in zureichender Menge aus der At⸗ moſphäre empfangen. Da jedoch einerſeits der Kohlen- und Stickſtoff ohne Verbindung mit Sauerſtoff den Pflanzen nicht leicht zugeführt werden koͤnnen, und da andererſeits der Kohlenſtoff ohne dieſe Ver— bindung wirkungslos bleiben würde, indem ſeine Auflöslichkeit nur durch dieſelbe bedingt iſt, ſo muß der Sauerſtoff zu den Beſtandtheilen der Düngerarten gerechnet werden. Waſſerſtoff. §. 40. Ein gleiches Bewandtniß, wie mit dem Sauerſtoff, hat es mit dem Waſſerſtoffe. Denſelben erhalten die Pflanzen nicht nur durch die Zerſetzung des Waſſers, ſondern auch mit dem Ammoniak (K. 36). Sauer⸗ und Waſſerſtoff, oder Waſſer. §. 41. Es iſt§. 18 gezeigt worden, daß in den meiſten Pflanzen⸗ producten der Sauer- und Waſſerſtoff in demſelben Verhältniſſe vor⸗ kommen, in welchem dieſe beiden Elemente das Waſſer bilden. Zum Behufe der ternären Verbindungen, wie z. B. des Zuckers, des Stärkemehls, der Holzfaſer ꝛc., iſt alſo nur der Zutritt des Koh⸗ lenſtoffes erforderlich. Bei den quaternären Verbindungen muß noch der Stickſtoff hinzutreten, um Kleber, Eiweiß ꝛc. zu erzeugen. Das Weſen der Lebenskraft bei den Pflanzen beſteht dieſem nach in der Möglichkeit, a) den Kohlen⸗ und Stickſtoff mit dem bloßen Waſſer in beſtimm⸗ ten Verhältniſſen zu verbinden, und ) das Verhältniß der Elemente des Waſſers bei allen ternären und quaternären Verbindungen zu modiſiciren, d. h. bald den Sauerſtoff zu ſteigern, wie es bei der Bildung der Säuren der Fall iſt, bald den Waſſerſtoff zu erhoͤhen, wie es bei der Er— zeugung der flüchtigen und fetten Oele nothwendig iſt, bei wel⸗ chen dieſe beiden Elemente in einem andern Verhältniſſe als dem des Waſſers vorkommen. 1* & Da dieſe Vereinung und Modificirung weder durch chemiſche, noch auch durch katalytiſche Kräfte allgemein nachgewieſen werden kann, ſo muß eine von dieſen ganz verſchiedene Kraft ſo lange an— genommen werden, bis auf dem einen oder dem andern Wege die nähern Beſtandtheile der Pflanzen in den chemiſchen Laboratorien erzeugt werden koͤnnen(§. 19, Anmerk. 2). §. 42. Die Ernährung der Pflanzen mit bloßem Waſſer war ein Gegen— ſtand der vielfältigſten Verſuche, welche hierüber angeſtellt wurden. Wenn man die Verſuche, welche Crell ¹), Göppert), John ²), de Sauſſure, Giobert“), Haſſenfraz), Tillet s), Helmont), Bouſſingault), Colin“) u. m. a. über die Ernährung der Pflanzen mit bloßem Waſſer an⸗ geſtellt haben, näher betrachtet, ſo findet man, ungeachtet der vielen Widerſprüche, welche ſie enthalten, daß eine, wenngleich kümmer— liche Ernährung der Pflanzen bei Anwendung von deſtillirtem Waſ⸗ ſer allerdings bis zur Samenbildung Statt finden könne, wenn die Pflanzen des trockenen Bodens einen angemeſſenen Standort haben und der Zutritt der Atmoſphäre nicht abgeſperrt wird. Im entgegengeſetzten Falle werden ſie nur ſo lange ernährt, als der in dem Samen enthaltene Kohlenſtoff für den Anſatz der neuen Organe zureichend erſcheint. Wird hingegen den Pflanzen in beiden dieſen Fällen etwas weniges Kohlenſäure mit dem Waſſer zugeführt, dann gelangen dieſelben, beſonders im erſten Falle, zu einem voll— kommen keimungsfähigen Samen und beſtätigen eine Thatſache, welche der Landmann bei ganz ſterilen Grundſtücken ſo häufig wahr— genommen hat. 43. In praktiſcher Beziehung iſt die Frage von der höchſten Wich⸗ tigkeit: Der wievielte Theil des Erzeugniſſes muß auf Rechnung der ¹) Chemiſche Annalen von Crell, 1779, B. 2, S. 110.— Crell hat die Sonnenblume durch zwei Generationen im bloßen Sande mit deſtillir⸗ tem Waſſer aufgezogen(Schweigger’'s Journ. a. a. O., B. 2, S. 293) ²) Non nulla de plantarum nutritione, P. 22. ³) Ueber die Ernährung der Pflanzen a. a. O., S. 285. ¹) Physiologie vegetable par Senebier, T. II., p. 34. 5) Annal. de Chimie, T. XIII., p. 179. 2) Archiv für Agricultur-Chemie, B. 1, S. 102. 2) Archiv für Agricultur, B. 1, S. 100 und B. 6, S. 142. ») Recherches chimiques sur la vegetation etce.; Compt. rendus 1838, II., p. 882. 3) Comptes rendus, 1838, II. p. 979. —,— Elemen die Pfl D Menge gegebe * ration! ſchider de d drück deßd Vathal eiſcein Deſtan d der Tab dem de 100 8 Waſer beiden ſo wer der Se Wnn gen g Nubr rend — rita wi Nach. wog, in 36 Grn ſotbirt Iwergt in glei nittler und ein emiſche, werden nge an⸗ Lege die ratorien Gegen⸗ vurden. vert ¹) raz olin) ſſer an⸗ rvielen ummer⸗ m Waſ⸗ denn die t haben hrt, als rneuen beiden ſeführt, m voll⸗ atſache, gwahr⸗ Wich⸗ ing der Erell deſtillir⸗ 5, 293) rendus 53 Elemente des Waſſers geſetzt werden, oder wieviel Waſſer behalten die Pflanzen zur Bildung ihrer nähern Beſtandtheile zurück? Dieſe Frage läßt ſich nur dann genau beantworten, wenn die Menge des aufgenommenen und die des ausgedünſteten Waſſers an- gegeben iſt. So vielfältige Verſuche auch über die Aufnahme und Transſpi— ration des Waſſers angeſtellt wurden*), ſo ſind dieſelben mit ſo ver⸗ ſchiedenartigen Reſultaten begleitet, daß ſich auf dieſelben keine für die Praxis geeignete Berechnung ſtützen läßt**). Um die Menge des verwendeten Waſſers durch Zahlen aus— druͤcken zu kͤnnen, ſoll von der Erfahrung ausgegangen werden, daß die Elemente des Waſſers in den meiſten Fällen in demſelben Verhältniſſe, in welchem ſie in dem Waſſer vorkommen, zureichend erſcheinen, um in Verbindung mit Kohlen- und Stickſtoff die nähern Beſtandtheile der Pflanzen darzuſtellen. Dieſer Erfahrung zufolge ſoll angenommen werden, daß der in der Tabelle B§. 35 ausgewieſene Sauer- und Waſſerſtoffgehalt von dem durch den Lebensproceß zurückgehaltenen Waſſer herrühre. Da 100 Theile Waſſer aus 88,91 Theilen Sauer⸗ und 11,09 Theilen Waſſerſtoff zuſammengeſetzt ſind, und da ferner der Gehalt an dieſen beiden Elementen in der Ernte des Weizens 2116 Pfund beträgt, ſo werden beim Weizen ebenfalls 2116 Pfund Waſſer gebunden, da der Sauer⸗ und Waſſeerſtoff in demſelben Verhältniſſe in den nähern Pflanzenbeſtandtheilen vorkommen, wie im Waſſer. Was vom Wei⸗ zen geſagt wurde, das gilt von jeder andern Frucht; daher zeigt die Nubrik 7 der eben angeführten Tabelle zugleich die Menge des wäh— rend der Vegetation gebundenen Waſſers an*†**). *) Meyen a. a. O., B. 2, S. 94. **) Nach Senebier iſt das fragliche Verhalten bei der Mentha pipe- rita wie 3:2 und an ſehr heißen Tagen wie 15:13(Phys. veget. T. IV., p. 73). Nach Brunett nahm ein Blatt von der Sonnenblume, welches 31 ½ Gran wog, in 4 Stunden 25 Gran Waſſer auf, und da das Blatt nach dem Verſuche 36 Gran gewogen hat, ſo ſind 20 ½ Gran transſpirirt und 4 ½ Gran Waſſer ab⸗ ſorbirt worden(Meyen a. a. O., B. 2, S. 118). Nach Hales nimmt ein Zwergbirnbaum von 71 Pfund in 10 Stunden 15 Pfund Waſſer auf und haucht in gleicher Zeit 15 Pfund 8 Unzen aus(!)(VNegetale Statik etc. p. 28). Ein mittlerer Eichenbaum verdünſtet im Verlauf von 12 Stunden 30 Pfund Waſſer und eine Sonnenblume von 3 ½ Höhe 1 Pfund 4 Unzen. *☛Q) Wir haben weder den Sauer⸗ noch den Waſſerſtoff für ſich in den Ernten berechnet, weil eine ſolche Berechnung zu keinem praktiſchen Zweck führt. Wem es daran gelegen iſt, dieſe beiden Stoffe für ſich zu berechnen, der kann ſich hierzu folgender Formel bedienen: Es ſey der Sauerſtoff x, der Waſſerſtoff y und ihre Summe in irgend einer Ernte s, ſo hat man x+ y ₰s und: y= 88,91: 11,09 oder näherungsweiſe 54 Nimmt man das Verhältniß des aufgenommenen Waſſers zu dem transſpirirten nach den Verſuchen Senebier's, alſo nach den zuverläſſigſten, welche hierüber eingeholt wurden, wie 15: 10 als das richtige an, ſo läßt ſich die Menge Waſſer, welche die ver— ſchiedenen Ernten aufgenommen und wieder theilweiſe verdünſtet ha⸗ ben, berechnen. Da von 15 aufgenommenen Waſſertheilchen 5 zu⸗ rückgehalten und 10 ausgedünſtet werden, und da bei einer Weizen⸗ ernte von 4072 Pfund pr. Joch 2116 Pfund Waſſer verwendet wurden, um den Bedarf an Sauer⸗ und Waſſeerſtoff zu decken, ſo be⸗ trägt die Waſſermenge, welche die Weizenernte aufgenommen hat, 6348 Pfund, von welchen wieder 4232 Pfund transſpirirt wurden. Auf gleiche Art laſſen ſich die fraglichen Waſſerquantitäten bei den übrigen landwirthſchaftlichen Gewächſen berechnen; denn man braucht nur die Zahlen der Rubrik 7 mit 3 zu multipliciren, um die aufgenommene, und mit 2, um die transſpirirte Waſſermenge zu er⸗ halten*). Reſultate der bisherigen Betrachtungen. §. 44. Faßt man die bisherigen Betrachtungen zuſammen, ſo laſſen ſich folgende Endreſultate aufſtellen: 11 : y= 89: 11, alſo y— X. S5. Dieſer Werth in die erſte Gleichung ſub— 1¹ dn 89. ſtituirt, gibt x+x. 39— 8; mithin X— s. 100 alſo y—— Xͤ= S— s 89 100— s(1—0,89). Wendet man dieſe Formeln z. B. beim Weizen an, ſo iſt, nach Rubrik 7, s—=— 2116, mithin X= 2116. 195— 1883, 24 Pfund und = 2116(1—0,89)— 232,76 Pfund, d. h. der Sauerſtoff in der Weizen⸗ ernte beträgt 1883,24 Pfund und der Waſſerſtoff 232,76 Pfund, alſo zuſam⸗ men 2116 Pfund. *) Es ſey x die Menge des abſorbirten, y des transſpirirten und s die des verbrauchten Waſſers, ſo hat man, dem obigen Verhältniß 15: 10 zufolge, 2 X: y= 15: 10— 3:2 und x—= s, alſo=3. x. Dieſer Werth in die zweite Gleichung ſubſtituirt, gibt X— s oder x— 3. s, alſo y— 2 38— 2. 8 3 4 3 Werden die Werthe von x und y z. B. beim Weizen geſucht, ſo iſt s=— 2116, mithin x=— 3. 2116— 6348 Pfund abſorbirtes und y=— 2. 2116— 1232 Pfund transſpirirtes Waſſer. Man ſieht hieraus, daß man, ſobald für s die in der 7. Rubrik an⸗ geführten Werthe in die obigen Formeln geſetzt werden, die Zahlen erhält, welche ſowohl die Menge des abſorbirten als des transſpirirten Waſſers bei den einzelnen Ernten anzeigen. Dieſe Zahlen mit dem Niederſchlage der ein— zelnen Länder zu vergleichen iſt eine Arbeit, welche den kommenden Genera— tionen vorbehalten iſt. 1. üuter die Leb fördern zen d D auf den von E. Behſ ingl valen per, werden dem E de Ko werden gefüt nit i ſecht 4. tarR werde und ſtoſe muß Dün viſſenſ D hen R der an 4* Weihe mit d Label ſers zu ſo nach 5:410 die ver⸗ ſtet ha⸗ 15 zu⸗ geizen⸗ vendet ſo be⸗ en hat, vurden. ten bei n man um die zu er⸗ an, ſo und und Weizen⸗ zuſam⸗ s die ufolge, rth in 55 1. Der Anorganismus beſitzt noch heutzutage die Fähigkeit, unter Einwirkung des kosmiſchen Reizes, des Lichtes und der Wärme, die Lebenskraft anzuregen, neue(?) organiſche Weſen zu Tage zu fördern und den vorhandenen das Verarbeitungsmaterial zum gro— ßen Theil zuzuführen. Da das Verarbeitungsmaterial wenigſtens inſofern, als es ſich auf den Sauer- und Waſſerſtoffgehalt in den erzielten Ernten bezieht, von Seiten des Anorganismus ganz zugeführt wird, ſo erſcheint die Behauptung ganz ungegrundet:„den Grundſtuͤcken müſſe, wenn ſie im gleichen Grade der Fruchtbarkeit erhalten werden ſollen, ein Aequi— valent für die Ernten geleiſtet werden.“ 2. Daß der Kohlen-, Sauer⸗-, Waſſer- und Stickſtoff das Mate⸗ rial zu allen Pflanzengebilden liefern und daß daher nur jene Kör— per, welche dieſe Stoffe enthalten, als Duͤngermaterial angeſehen werden können*). Daß es ſich bei der directen Zuführung der Nahrung, bei dem Erſatze, nicht um den Sauer- und Waſſerſtoff, ſondern um den Kohlen- und Stickſtoff handelt; denn die beiden erſtern Stoffe werden den Pflanzen in zureichender Menge durch das Waſſer zu— geführt; die letztern allein bewirken, daß die Größe des Ertrags mit ihrer Menge und Auflöslichkeit in einem geraden Verhältniſſe ſteht*ε). Und 4. daß die relative Erſchöpfung des Bodens durch die Cul— turpflanzen nicht in ihrer relativen Ernährungsfähigkeit geſucht werden kann, da die Eigenthümlichkeit der Familien, Geſchlechter und Arten in der eigenthuͤmlichen Verbindung derſelben Grund— ſtoffe zu den verſchiedenartigſten Pflanzengebilden geſucht werden muß***). *) dZiefenigen Landwirthe, welche Licht, Wärme und Electricität zu den Düngerarten rechnen, beurkunden eine zu grobe Unwiſſenheit in den Natur— wiſſenſchaften, als daß ſie eine Widerlegung verdienten. Die Anſichten derjenigen, welche Kali, Natron, Kalk ꝛc. zu der eigentli⸗ chen Nahrung der Pflanzen rechnen, werden bei der Betrachtung der Aſche oder der anorganiſchen Beſtandtheile der Pflanzen eine nähere Würdigung finden. **) Nimmt man den Kohlen⸗-, Stick-, Sauer- und Waſſeerſtoffgehalt des Weizens als Einheit an, ſo erhält man durch Vergleichung dieſer Elemente mit den gleichartigen Beſtandtheilen der übrigen, in der§. 35 angeführten Tabelle benannten Pflanzen die Rubriken 8, 9, 10 und 11.— Vergleicht man den geſammten Kohlen- und Stickſtoffbedarf mit den Ernten, ſo erhält man die Rubrik 12, welche anzeigt, der wievielte Theil der Ernte auf Rechnung des Kohlen- und Stickſtoffes, mithin des Erſatzes veranſchlagt werden muß. — Die weitern Erläuterungen aller dieſer Rubriken werden in der Folge an— gegeben werden(§F. 256). *) Die Folge wird nachweiſen, auf welche Widerſprüche man gelangt, 56 II. Anorganiſche Beſtandtheile der Pflanzen. §. 45. Wir kommen auf einen Gegenſtand zur Sprache, über welchen die Anſichten der frühern Forſcher mit denen der Gegenwart in einem directen Widerſpruche ſtehen und welcher ſo tief in das We— ſen des landwirthſchaftlichen Gewerbes eingreift; daher erachten wir es zum Behufe der Löſung unſerer Aufgabe für nothwendig, dieſen Gegenſtand umſtändlich durchzuführen. §. 46. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts trat Wallerius mit der Behauptung auf, daß nicht nur alle nähere Beſtandtheile, als: indifferente Stoffe, Säuren und Alkaloide, der Pflanzen, ſon— dern auch alle in denſelben vorkommende anorganiſche Koöͤrper, als: Erden, Metalloxyde und Salze, aus dem bloßen Waſſer durch die Lebenskraft bereitet werden*). Bald nach ihm trat v. Helmont mit ſeinem bekannten Ver— ſuche auf. Er pflanzte eine 5 Pfund 2 Unzen(4 Loth) ſchwere Weide in einen irdenen, mit 200 Pfund humusloſer Erde gefüllten und in einen Boden verſenkten Topf, welche, mit bloßem Waſſer begoſſen, im Verlaufe von fünf Jahren um 64 Pfund an Gewicht zugenommen, während die Erde nur 2 Pfund an Gewicht verlo— ren hatte**). Auf gleiche Art hat Bayles Kürbiſſe aufgezogen, welche ein Gewicht von 14 Pfund 4 Unzen erlangten, während die Erde nur 1 ½ Pfund verloren hat***). Eller's Kürbiſſe wogen ſammt Kraut 23 Pfund 4 Unzen, die Aſche bloß 5 Unzen 2 Quentchen und 15 Gran, und die Erde von 15 Pfund 10 Unzen verlor bloß ½ Pfund †). Aehnliche Verſuche haben Tillet †), Duha⸗ mel rrd), Kraft †), Bonnetu. m. a. angeſtellt, aus wel— wenn man die relative Ausſaugung der Pflanzen auf ihre relative Ernährungs— fähigkeit ſtützt(§. 86 und 89). *) Agriculturae fundamenta chemica, p. 35. 8*) Chemista septicus. Rotterdami 1668, p. 101, und Hermb⸗ ſtädt's Archiv für Agricultur-Chemie, B. 6, S. 142. Den Helmont ſchen Verſuch habe ich in den meiſten landwirthſchaftlichen Schriften ganz entſtellt gefunden(!). ***) Chemista septicus a. a. O., S. 96. †) Denkſchriften der Academie der Wiſſenſchaften von Ger hard, 1764, T. II., p. 37. *) Hermbſtädt's Archiv a. a. O., B. 1, S. 21. +.. † ††) Mem. de l' Academ. de scienc. a. Paris p. l' ann. 1748. †† ††) Nov. Coment. imper. Petrop. 1751, T. II., p. 85. 1 P.„ 1 ——————— hen die chen zu erzeuge Un Bracl Ausſaa geten! ire N Veſtand 5 was ben; Eingan Un die nifer, nahrum, Lottaſ in wele ſnigſ nene ſolche! ſſchen üſange 6 Grund terte war, welch ſchaft einen welchen vart in 4s We⸗ rachten vendig, lerius dtheile, n, ſon⸗ orper, durch n Ver⸗ ſchwere ffuͤllten Waſſer zewicht verlo⸗ che ein de nur ſammt entchen or bloß duha⸗ s wel⸗ zgrungs⸗ rmb⸗ t'ſchen entſtellt 1764, 8. 57 chen die Folgerung gezogen wurde, daß die Pflanzen die ſaͤmmtli⸗ chen zu ihrer Ernährung nothwendigen Stoffe aus dem Waſſer zu erzeugen im Stande ſind. Um dieſe Folgerung zu rechtfertigen, haben Schrader und Braconnot den Gehalt an unorganiſchen Koͤrpern in den zur Ausſaat beſtimmten Körnern beſtimmt, die in Schwefel aufgezo— genen und mit deſtillirtem Waſſer begoſſenen Pflanzen eingeäſchert, ihre Aſche analyſirt, und gefunden, daß die Aſche weit mehr erdige Beſtandtheile enthalte, als die verwendeten Körner. Sie glaubten daher die Richtigkeit deſſen dargethan zu haben, was die vorbenannten Forſcher aus ihren Verſuchen gefolgert ha⸗ ben; dieſer Glaube fand auch bei den übrigen Pflanzenphyſiologen Eingang und erhielt ſich in ſeiner Reinheit bis zu dem Jahre 1849. Um dieſe Zeit trat der ausgezeichnete Pflanzenphyſiolog und Che⸗ miker John mit ſeiner gekrönten Preisſchrift:„Ueber die Er— nährung der Pflanzen im Allgemeinen und über den Urſprung der Pottaſche und anderer Salze in den Pflanzen“, Berlin 1819, auf, in welcher er durch die mannichfaltigſten Verſuche und die ſcharf— ſinnigſten Unterſuchungen dargethan hat, daß die Pflanzen keine neue Elemente erzeugen, die vorhandenen nicht in einander als ſolche umwandeln, und daß Alles, was in den Pflanzen an unorga- niſchen Stoffen angetroffen wird, von Außen in dieſelben mit den Löſungen, welche die Wurzeln aufnehmen, gelangt*). Es wurde durch John eine Hypotheſe beſeitigt, welche die Grundfundamente eines jeden weitern Forſchens gewaltig erſchüt— terte— eine Hypotheſe, welche, ſtatt Klarheit zu fordern, geeignet war, den menſchlichen Verſtand in ein Labyrinth zu verwickeln, aus welchem er keinen Ausweg finden ſollte, und eine Thatſache wiſſen— ſchaftlich begründet, welche der denkende Landwirth ſo vielfältig bei ſeinem Gewerbe erfahren hat. §. 47. Aus den von Walerius bis John angeſtellten Verſuchen laſſen ſich folgende für den Ackerbau wichtige Sätze deduciren: 1. Die Lebenskraft iſt nicht im Stande, die unorganiſchen Stoffe weder aus den Elementen des Waſſers, noch aus andern einfachen, bisher unzerſetzbaren Körpern zu erzeugen 5). *) Die Verſuche Laſſaigne's und Jablonski's waren mit gleichen Reſultaten begleitet(Meyen a. a. O., B. 2, S. 130 und 533). *) Es bleibt eine unbegreifliche Erſcheinung, daß man der gegentheili— gen Anſicht ſo lange huldigen konnte; denn hätte man die Reſultate der 3 Dieſe Schlußfolgerung erſtreckt ſich aber auch auf die Behaup tung: daß die Lebenskraft keinen neuen Elementarſtoff hervorzu— bringen vermag; denn eine ſolche Erzeugung könnte nur in Folge einer Metamorphoſe einer bereits vorhandenen Materie bewerkſtel ligt werden, da die Lebenskraft eine primitive, ſchöpferiſche Kraft nicht beſitzt, oder ſie vermag nicht, aus Nichts etwas zu ſchaffen*). 2. Die anorganiſchen Beſtandtheile der Pflanzen ſind bloße Ab— lagerungen, welche mit den Löſungen in die Pflanzen gelangen und hier entweder als Kryſtalle von Salzen, meiſt klee- und phosphor— ſaure**), oder aufgeloſ't im Safte erſcheinen, oder ſie werden durch die Trausſpiration der Blätter an die Peripherie der Pflauze ge— leitet, wo ſie die bekannten Inkruſtationen darſtellen***). 3. Die anorganiſchen Beſtandtheile werden den Pflanzen durch die Atmoſphäre ſelbſt dann zugeführt, wenn auch der Standort aus ganz andern Körpern, z. B. Schwefel, Spießglanz, Kohlenpulver ꝛc., beſteht. 4. Die Pflanzen können ohne anorganiſche Stoffe ebenſo we⸗ nig als die Thiere beſtehen. 4 Wir finden keinen Beſtandtheil in dem geſammten Thierreiche, Schrader'ſchen Verſuche mit landwirthſchaftlichen Erfahrungen und dem unabänderlichen Gleichgewichte der Atmoſphärilien conſequent verglichen, dann wäre man längſt zu der Abſurdität dieſer Anſicht gelangt. Nach den Schra— der'ſchen Verſuchen erzeugen 40 Halme von 1 Länge, im Schwefel gewach— ſen, 21⁄16 Gran unorganiſche Stoffe, während eine gleiche Zahl in gewöhnli— chem Boden gewachſener Pflanzen nur 2 Gran aufzuweiſen vermochte. Die Cerealien haben eine Durchſchnittshöhe von 3“ und es können auf einem Joch 1126900 Pflanzen ſtehen. Dieſe müßten, den Schrader'ſchen Verſuchen zufolge, nur einen Aſchengehalt von 227⁄16 Pfund aufweiſen, während der Aſchengehalt des Ertrags von Cerealien 150 Pfund pr. Joch beträgt. Be⸗ deckten keine andere Pflanzen die feſte Rinde unſers Planeten von 3 Millio— nen Meilen oder 30000 Millionen Jochen, als die Cerealien, ſo müßte, falls die Pflanzen aus einem der zwei Grundſtoffe der Atmoſphäre die anorgani⸗ ſchen Beſtandtheile erzeugen, die feſte Maſſe unſerer Erde jährlich um 450 Mil— lionen Ctr. größer werden— eine Zunahme, bei welcher der Sauerſtoff der At- moſphäre in 50000 Jahren oder der Stickſtoff in 175000 Jahren ganz in un⸗ organiſche Körper umgewandelt werden müßte.— Vergleicht man die 227716 Pfd. Aſche mit den feſten Beſtandtheilen des Regenwaſſers, welche nach Brandes 0,00025 pCt. betragen(§. 49, Nr. 8), und der jährlichen Regenmenge mit 33, ſo findet man, daß die feſten Beſtandtheile des Regenwaſſers, welches jährlich auf 1 Joch fällt, 22 Pfund, alſo gerade ſo viel als nach den Schra— der'ſchen Verſuchen betragen. Man ſieht hieraus, daß das Waſſer, mit wel— chem Schrader die Pflanzen begoß, ein Regen⸗ oder ein ſchlecht deſtillirtes Waſſer war. *) Jablonski's Verſuche in Wiegmann's Archiv für Naturgeſchichte, Berlin 1836, S. 206 erheben dieſe Behauptung zur Evidenz. **) Andere Salze ſollen bisher in kryſtalliniſcher Form nicht entdeckt wor— den ſeyn. Die Pflanzenkryſtalle ſind die Concremente, welche bei Menſchen, Pferden, Rindern ꝛc. nicht ſelten angetroffen werden. zerr) Unger a. a. O., S. 175. —. —— — 1 welche Körper grrecht Da wo eine aufgezog wordene bedingen Stoffe in den wendig wird ſe richen alein ih liſcen! 5,8 angeneſ beſtzen, anr ane benen kommen Näahrun, Keimen Nͤ um wi unnäg b Geſchl O ‿ unſere dererſe Geſchl d 8) den erſe ſm. Es diiut zewicht Väſen; tiif do Srudſ ehaup vvorzu⸗ ' Folge eerkſtel⸗ eKraft ſſen*). ße Ab⸗ en und zphor⸗ durch anze ge⸗ mdurch rt aus ver ꝛc., iſo we⸗ rreiche, und dem n, dann Schra⸗ gewach⸗ wöhnli⸗ e. Die eem Joch zerſuchen rend der gt. Ve— Millio⸗ te, falls norgani⸗ 50 Mil⸗ der At⸗ in un⸗ 16 Pfd. andes ge mit welches ſchra⸗ it wel⸗ eillirtes chichte, t wor⸗ enſchen, 39 in welchem nicht Natron, Kalk, Eiſen ꝛc. vorkommen würde; dieſe Körper werden den Thieren in der Nahrung und dem Getränke gereicht. Da wir noch kein Beiſpiel aufzuweiſen vermögen, daß irgend— wo eine Pflanze ohne anorganiſche Beſtandtheile gewachſen oder aufgezogen worden wäre, und da die Pflanzen, als die lebendig ge⸗ wordene Erde, an deren Brüſten ſie ſaugen, die Exiſtenz der Thiere bedingen, welche, wie directe Verſuche lehren, ohne anorganiſche Stoffe nicht beſtehen können, ſo kann das Erſcheinen dieſer Körper in den Pflanzen nicht als eine Zufälligkeit, ſondern als eine Noth— wendigkeit zur Erhaltung des Ganzen angeſehen werden. Die Folge wird lehren, daß das Quantum und ſelbſt das Quale der anorga— niſchen Beſtandtheile in den Pflanzen vom Zufalle abhangig iſt; allein ihre Anweſenheit erſcheint als Nothwendigkeit des vegetabi— liſchen und mithin auch des thieriſchen Lebens*). 5. Das Waſſer vermag Straͤucher und Bäume, wenn ſie einen angemeſſenen, wenngleich von allem Humus entblöͤßten Standort beſitzen, kümmerlich zu ernähren. Schnellwüchſige Pflanzen, welche nur einen kleinen Umfang haben, gedeihen auch unter den angege— benen Bedingungen, gelangen aber nur ausnahmsweiſe zu einer voll— kommenen Fruchtreife(§. 42), und ſterben bald ab, wenn ihnen der Nahrungsvorrath in den Samenlappen(Kotyledonen) nach dem Keimen weggenommen wird**). Jedes Samenkorn ſchließt ſo viel Nahrung ein, als nöthig iſt, um wieder wenigſtens ein Samenkorn zu erzeugen und mithin das Geſchlecht zu erhalten. Ohne dieſe Einrichtung wäre die Erhaltung der Geſchlechter unmöglich, da einerſeits Jahrtauſende vorbeifließen mußten, bevor unſere Erde durch den Humusgehalt befruchtet wurde, und da au— dererſeits noch ein großer Theil unbefruchtet iſt; alſo würden die Geſchlechter ohne dieſe Einrichtung ſehr bedroht erſcheinen. Der Landwirth hat die Erfahrung tauſendfältig gemacht, daß *) Die Erde iſt das erſte Product der Schöpfung; aus Erde ſchuf Gott den erſten Menſchen und in Staub zerfällt der Menſch, wie jedes andere We— ſen. Es kehrt in jene Sphäre zurück, aus der es entſprungen iſt, um den Tribut für die zeitweilige Benützung der Materie zu entrichten und das Gleich— gewicht im Haushalte der Natur herzuſtellen. In jene Stoffe muß ſich jedes Weſen auflöſen, aus welchen es zuſammengeſetzt wurde, wenn wir einen Be— griff von der materiellen Ewigkeit, von dem unabänderlichen Verhältniſſe der Grundſtoffe zueinander erhalten wollen. **) Das Letztere beweiſen die Verſuche von de Sauſſure, Ja⸗ blonski, Giobert, Laſſaigne und Meyen(Meyen a. a. O., B. 2, S. 129). 60 er auf das Saatquantum nicht verzichten darf, wenn er irgend eine Frucht in ganz ausgetragene Aecker anbaut. Ware die Aufgabe des Landmanns, bloß für die Erhaltung der Geſchlechter zu ſorgen, daun könnte er getroſt ohne Nutzthiere, ohne Dünger ſeine Wirthſchaft betreiben. Aus dieſen Thatſachen folgt, daß man bei Berechnung der Er— ſchpfung der Grundſtücke das Saatquantum in Abſchlag bringen muß, indem es die Grundpflicht des Anorganismus iſt, für die Er— haltung der Geſchlechter zu ſorgen*). §. 48. Von der höchſten Wichtigkeit für den Ackerbau und mithin auch für die Statik des Landbaues iſt die Frage: Welch' eine Rolle ſpie— len die anorganiſchen Beſtandtheile bei der Vegetation?— eine Frage, welche um ſo mehr eine gründliche Behandlung erheiſcht, als nicht nur unter den Naturforſchern eine große Meinungsverſchiedenheit hierüber herrſcht, ſondern als in der neueſten Zeit ſelbſt Landwirthe die veralteten, unhaltbaren Anſichten**) wieder ergreifen und auf denſelben ihre Theorien über Dünger und Pflanzenernährung ſtüz— zen, indem ſie die Behauptung ausſprechen: Kali, Natron, Kalk, Kieſel⸗, Thon⸗-, Bittererde, Eiſenoxryd, Manganoxyd ꝛc. gehoͤren zu der Nahrung der Pflanzen; daher müſſen ihnen dieſe Stoffe in ei— nem, ihrer Individualität entſprechenden Verhältniſſe zugeführt wer⸗ den, wenn ſie gut gedeihen ſollen***). Wir haben bereits geſagt, daß die Anweſenheit anorganiſcher Körper als eine in der gegenſeitigen Erhaltung organiſcher Weſen begründete Nothwendigkeit, als eine Folge des Saugens der Pflan *) Wenn man die Verſuche der Pflanzenphyſiologen über die Ernährung der Pflanzen mit bloßem Waſſer mit einander vergleicht, ſo muß man ſich über die Verſchiedenheit der Reſultate verwundern.. Der Eine ruft: Die Pflanzen ſterben bald ab; der Zweite behauptet, ſie gelangen bloß bis zur Blüthe; der Dritte: ſie leben bloß ſo lange, als der Nahrungsvorrath in den Samenlappen dauert; iſt dieſer verzehrt, dann ſterben ſie ab;z der Vierte und Fünfte(Bouſſingault und Colin, Compt. rend. 1838, p. 882 et p. 970) ſtellen die Behauptung auf, daß ſie beim bloßen Waſſer vollkommen reife Früchte tragen ꝛc., und der Naturmenſch„Landwirth“ erhebt auch ſeine Stimme und ſagt: Die Pflanzen leben allerdings auf einem hu— musloſen Boden, aber ſehr kümmerlich; ihr Stengel verkürzt ſich der Art, daß er oft ganz verſchwindet. Die Pflanzen beſtehen bloß aus Wurzeln und Blüthen, alſo jenen Theilen, welche zur Erhaltung des Geſchlechts abſolut nothwendig ſind. **) Der Feldbau, chemiſch unterſucht von J. Rückert, Erlangen 1789. Der Verfaſſer erklärt die anorganiſchen Beſtandtheile der Pflanzen als ihre Nahrung.— Tüll hat ſchon 1771 die Anſicht ausgeſprochen, daß die fein zer— riebenen Erden die eigentliche Nahrung der Pflanzen bilden. ) Dr. Sprengel's Düngerlehre, Leipzig 1839, S. 11 2c ——— zen ah Stoffe! ſan dar fſtigen Hi erganiſ denheit verdiene V gt Küma den J Indii Erdant Weſen ſich d ſer a bereit Seit 4 9 bildet; Stattf Arza tio ae organis dargett angerei dhſolut d Ga dn T deden Ka, de ren end eine gabe des en, dann rthſch ff der Er⸗ bringen die Er⸗ hin auch le ſpie⸗ Frage, ls nicht edenheit dwirthe und auf ng ſtu⸗ „ Kalk, bren zu in ei⸗ rt wer⸗ aniſcher“ Weſen Pflan hrung der Ulber die tet, ſie als der ſterben Compt. nbloßen dwirth“ nem hu⸗ ert, daß Theilen, n 1789. als ihre ein zer⸗ 61 zen an den Brüſten der Erde erſcheint, wobei die unorganiſchen Stoffe mit der Muttermilch in den Saugling übergehen und gleich— ſam das Skelett, die Stütze aller Organe und Erzeugniſſe, zu be— feſtigen*).. Hier wirft ſich nun die Vorfrage von ſelbſt auf: ob jeder un— organiſche Körper hierzu geeignet erſcheint, oder ob nach Verſchie— denheit der Pflanzen bald der eine, bald der andere den Vorzug verdiene, oder ob es Pflanzen des Sand-, Kalk-, Thonbodens ꝛc. gibt, vorausgeſetzt, daß dieſe Bodenarten, mit Rückſicht auf das Klima, im Stande ſind, vermöge ihrer phyſikaliſchen Eigenſchaften den Pflanzen Waͤrme, Feuchtigkeit und Nahrung in einem ihrer Individualität correſpondirenden Verhältniſſe zuzuführen? Im Thierreiche iſt der Kalk die Grundmaſſe des Skeletts, weil der Kalk zu denjenigen Felsarten gehoͤrt, welche faſt drei Vier⸗ tel der feſten Rinde ausmachen und unter allen Felsmaſſen die größte Aufloslichkeit beſitzen. Hätte die Kieſel⸗, Thon⸗ oder eine andere Erde dieſelbe geo⸗ graphiſche Verbreitung auf unſerem Planeten und die gleiche Lös— lichkeit im Waſſer wie die Kalkerde, ſo müßten ſie die Grundmaſſe der Knochen bilden, falls unſere Erde bei dieſen Lagerungsverhält— niſſen einer Organiſation fähig geweſen wäre. Wir ſind alſo zu der Behauptung berechtigt, daß jede andere Erdart zur Conſtituirung des anorganiſchen Theils organiſcher Weſen weit geeigneter erſcheinen würde als die Kalkerde, wenn ſie ſich durch einen hohen Grad von Elaſticität und Feſtigkeit vor die— ſer auszeichnet, und daß die Kalkerde aus keinem andern als dem bereits angeführten Grunde die Hauptrolle an der anorganiſchen Seite des Pflanzen- ſo wie des Thierreichs ſpielt*†). Alſo wäre, *) Es iſt uns nicht unbekannt, daß die Holzfaſer das Skelett der Pflanzen bildet und daß keine Analogie zwiſchen dem Skelett der Thiere und der Pflanzen Statt findet. Wir glauben aber, daß die Bildung der Holzfaſer ebenſo durch den Anorganismus bedingt erſcheint, wie die Entſtehung der erſten Zelle der genera- tio aequivoca, in welcher ſich die erſte Spur des Lebens offenbart, an den An⸗ organismus gewieſen iſt.— Kein Pflanzenphyſiolog hat noch das Gegentheil dargethan, alſo nachgewieſen, daß ohne anorganiſche Stoffe Zellen an Zellen angereiht werden können. Eine ſolche Nachweiſung erſcheint aber auch als eine abſolute Unmöglichkeit, da bei der Wegnahme der unorganiſchen Beſtandtheile des Samens ſeine Keimkraft zerſtört wird und wir noch kein Mittel kennen, um dem Waſſer und der Atmoſphäre die feſten Beſtandtheile ganz zu entziehen. **) Man vergleiche die Hausthiere des Granit-, Gneis-, Chloritſchiefer— Bodens ꝛc. mit denen des Kalkbodens, und man wird finden, daß beide zu einer Race gehören, falls Pflege, Lage und Klima gleich ſind. Nur auf die Farbe ſcheint die Beſchaffenheit des Erdreichs einen ebenſo bedeutenden Einfluß bei den Thie— ren zu üben, wie bei den Pflanzen.— Bei dem menſchlichen Geſchlechte will 62 vernehme ich die Worte, die Individualität der Materie gleichgil— tig bei der Verarbeitung der Säfte, wenn ſie nur vermag, das Skelett zu erſtarken, um der Lebenskraft als Stützpunct der Wirk— ſamkeit zu dienen. Wir ſind von der Wahrheit dieſer Worte überzeugt, weil der Schluß: die Kalkerde bildet nun einmal die Grundmaſſe, folglich kann es keine andere thun— falſch iſt, und weil tauſendfältige Er— fahrungen lehren, daß die Individualität der Metalloxyde, inwie— fern ſie ſich nicht auf die phyſikaliſchen Eigenſchaften, alſo auf die Erwärmung, Waſſeraufnahme, Cohäſion, Adhäſion ꝛc. bezieht, bei der Vegetation ganz indifferent bleibt*). §. 49. Waͤre die Individualität der Metalloxyde als ſolche bei der Vegetation nicht indifferent, ſo müßte ſich 1. ihr Einfluß bei den wildwachſenden Pflanzen am erſten und am deutlichſten offenbaren, und man müßte bei einem gleichen Wärme⸗ und Feuchtigkeitsgrade, ja überhaupt bei übrigens gleichen Verhält— niſſen eine eigene Flora auf der Kalk-, Thon-, Kieſelerde ꝛc. an— treffen. Inwiefern dieß ſeine Richtigkeit hat, muͤſſen wir uns an die Pflanzengeographen und Phyſiologen wenden, und wir wollen zuerſt unſere Aufmerkſamkeit auf die Erfahrungen und Anſichten lenken, welche Dr. Unger in ſeinem oft angeführten und gründ— lich abgefaßten Werke:„Der Einfluß des Bodens auf die Vegeta— tion“ ꝛc. ausgeſprochen hat. Der Verfaſſer erkannte die Schwierigkeiten nur zu ſehr, die Pflanzen nach ihrem Standorte abzutheilen, und daher ſchlug er den Mittelweg ein, indem er die Pflanzen a) in bodenſtete, d. i. ſolche, die ausſchließlich dieſer oder jener Bodenart angehören, alſo auf Grundſtücken von einer andern Grundmiſchung entweder gar nicht oder nur kümmerlich fortkommen, b) in bodenholde, die eine beſtimmte Bodenart allen übrigen vorziehen, und c) in boden— vage, welche an keinen Boden gebunden ſind, eintheilte. Vor Allem drängte ſich bei dieſer Eintheilung der Pflanzen die Frage auf: aus welchem Grunde die Natur einige ihrer Weſen, die man den Grund des Cretinismus in der urformation(Granit, Gneis ꝛc.) un⸗ ſerer Erde ſuchen; allein mir ſind in Kärnthen Gegenden bekannt, wo die Men— ſchen auf der Kalkformation mit demſelben Uebel behaftet ſind. Ein Gleiches vermag auch die Schweiz aufzuweiſen. *) Durch ihre Verbindungen mit andern Körpern werden allerdings an— dere Wirkungen hervorgebracht, die jedoch erſt ſpäter in eine nähere Betrach— rung gezogen werden. doch mi tiefmüt Felſen! Bürger Wärme der Nat und ih wenigen inu der b Natur an Wi graihe anderwe 9 Rdgen d ſih dder J. des Kl hen ga (ach: und? 4 ſamm nen werd ſttein nen ſo boden, aber ) Keurn. Lpre Ne d derge Karye eine gleichgil⸗ ag das er Wirk⸗ weil der folglich tige Er⸗ inwie⸗ auf die bezieht, bei der ten und Waͤrme⸗ gerhaͤlt⸗ ꝛc. an⸗ uns an wollen ſichten gründ⸗ gegeta⸗ ihr, die ſchlug er 2, d.i hehören, tweder de, die boden⸗ zen die en, die zc.) un⸗ ie Men⸗ Gleiches ngs an⸗ Betrach⸗ 68 doch mit den Guͤnſtlingen eine gleiche Organiſation beſitzen, ſo ſtiefmutterlich behandelt hat? warum ſie dieſelben an einen einzigen Felſen gewieſen hat, während ſie den übrigen die Freiheit ertheilte, Bürger aller Formationen zu werden?— Pflanzen, die denſelben Wärme⸗ und Feuchtigkeitsgrad erfordern, ſollen durch die Laune der Natur ihrer Freiheit, der Grundbedingung ihrer Verbreitung und ihrer Anwendung, beraubt erſcheinen! Wenngleich nur bei wenigen Pflanzen die Individualität der Metalloxyde nach der An⸗ ſicht des Dr. Unger in Betracht kommt, und wenn wir gleich aus der bloßen Betrachtung der Oekonomie, welche im Haushalte der Natur herrſcht, allen Pflanzen, welche ſich nicht durch den Bedarf an Wärme und Feuchtigkeit voneinander unterſcheiden, die gleiche Freiheit zuzuerkennen berechtigt ſind, ſo wollen wir doch noch die anderweitigen Erfahrungen hoͤren. 2. Haben Verſuche gelehrt, daß eine und dieſelbe Pflanze in Kieſel⸗-, Kalkerde, Schwefel, Spießglanz ꝛc., bei bloßem Waſſer auf⸗ gezogen, keinen Unterſchied in der Vegetation wahrnehmen läßt, daß ſich alſo dieſe Körper in Beziehung auf einander ganz paſſiv oder ganz gleich verhalten. 3. Iſt der Aſchengehalt der Culturpflanzen nach Beſchaffenheit des Klima und des Bodens ſehr verſchieden und von dem Gedei— hen ganz unabhängig. Weizenpflanzen mit 15 pCt. Aſchengehalt (nach Davy) gedeihen ebenſo vortrefflich, wie die mit 2, 3, 4 und 5 pCt.(Kirwan, Pertuis und de Sauſſure)*). 4. Iſt es jedem unterrichteten Landwirthe bekannt, daß die ſämmtlichen Culturpflanzen zu den bodenvagen gehoͤren, wenn ih— nen nur die nöthige Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung zugeführt werden. Man hat aufgehört, die Bodenarten nach den Früchten zu claſ— ſificiren, da eine ſolche Claſſification nur einen örtlichen, aber kei— nen wiſſenſchaftlichen Werth hat. Der Weizenboden iſt ein Thon⸗ boden, wenn der Niederſchlag aus der Atmoſphäͤre gering iſt; er iſt aber ein lehmiger Sandboden, ſobald der Niederſchlag bei einer *) Scholz's Chemie, Wien 1831, B. 2, S. 363; Erdmann’'s Journ. B. 5, H. 2 und 3; B. 7, H. 3; B. 8, H. 1, 3 und 4, und Dr Sprengel's Chemie für Landwirthe, Göttingen 1832, B. 2.— Wenn man die in dieſen Werken angegebenen Aſchengehalte einer und derſelben Pflanze vergleicht, ſo muß man über die großen Differenzen ſtaunen, und doch ſoller Körper, deren Quantum und Quale von ſo zufälligen Umſtänden abhängen eine weſentliche Rolle bei der Ernährung der Pflanzen ſpielen. 64 nördl. B. von 45° und einer mittlern Jahreswärme von 4¼ 8⁰ N. 50 bis 60 Wiener Zoll beträgt. Ein ähnliches Bewandtniß hat es bei allen Culturpflanzen. Der Kukurutz gedeiht im obern Drau- und untern Möllthale auf Granit und Gneis ebenſo vortrefflich, wie im Gailthale in Kärn— then und in ganz Krain auf Kalkboden. Wäre ein beſtimmtes Ver— hältniß und eine beſtimmte Beſchaffenheit der anorganiſchen Be— ſtandtheile zum Gedeihen des Kukurutz nothwendig, ſo müßte in der Vegetation ein Unterſchied wahrgenommen werden. Länder von gleichen klimatiſchen Verhältniſſen erfreuen ſich einer gleich üppigen Vegetation, ſie mögen zur Kalk-, Kreide-, Granit-, Baſalt- ꝛc. Forma⸗ tion gehören, wenn ſie nur ihre gleich mächtigen und gleich gelegenen Grundſtücke auch gleich reichlich düngen und ſorgfältig bearbeiten. 5. Haben Brown und Hooker dargethan, daß unſere Alpenflora, welche dem Kalk angehört, in der Polarzone wieder erſcheint, ohne an den Kalk gewieſen zu ſeyn. 6. Hat Dr. Unger ſelbſt ein Negiſter von Pflanzen angeführt, die in einem Lande auf Kalk, in einem andern auf Granit ꝛc. bodenſtet ſind. So iſt z. B. die bekannte Dryas actopetala in Lapp⸗ land ausſchließlich dem Granit, in den Karpathen hingegen dem Kalk angehörig ꝛc.*). Und werfen wir einen Blick auf das läſtige Unkraut, die Wolfs⸗ milch(Euphorbia Cyparisias), welche nach Dr. Unger ausſchließ⸗ lich dem Kalkboden angehört, ſo werden wir finden, daß ſie am häufigſten auf unſern ſchotterigen, kieſigen Triften vorkommt; man findet ſie ſogar auf gefangenen Sandſchellen wuchernd. 7. Haben die Koryphäen der Pflanzenphyſiologie und Geogra⸗ phie, wie ein Wahlenberg, Schouw, Aler. Murray, Aler. von Humboldt, de Candolle u. m. a., dargethan, daß eine und dieſelbe Pflanze bald auf der einen, bald auf der andern Felſenart gedeiht, und daß der Unterſchied in der Vegetation einzig und allein in dem Wärme⸗ und dem Feuchtigkeitsgrade geſucht wer⸗ den muß; daß alſo die verſchiedenen Erdarten nur inſofern auf die Vegetation einen Einfluß üben, als ſie die angeführten Grund⸗ bedingungen des Lebens mit ihren phyſikaliſchen Eigenſchaften zu modificiren vermögen**). Und *) Unger a. a. O., S. 185. *) The Edinburgh new philos. Journ., T. IX., Nr. 21; Dictionnaire des scienc. nat., T. 18, p. 377, und Grundzüge einer allgemeinen Pflanzen— geographie von S chouw„Berlin 1823, S. 155, d. ſimmte gddeihe durch! denn! Weiſe, elche Sabal ſchen 3 Na gen G Iür ſchlag ſer öl lane A Bitter⸗ en ber kun, dn df Mage d keit de Jegetn diept § 48 niſche ſchaftt Neint † 8' K. eflanzen. hale auf n Kaͤrn⸗ tes Ver⸗ hen Ve⸗ üßte in der von uͤppigen Forma⸗ elegenen rbeiten. unſere wieder geführt, mit ꝛc. Lapp⸗ ghen dem nt; man Geogra⸗ jrray, jan, daß andern einzig ht wer⸗ auf die Grund⸗ ften zu ionnaire Pflanzen⸗ 8 62 S. kann nicht eingewendet werden, daß die Pflanzen einer be— ſtimmten Felsart nur aus dem Grunde auf einem andern Boden gedeihen, weil ihnen der nothwendige anorganiſche Beſtandtheil durch das Regenwaſſer in einer zureichenden Menge zugeführt wird; denn die nachfolgende Berechnung lehrt auf eine unwiderlegbare Weiſe, daß die Pflanzen nur den ſiebenten Theil ihrer unorgani— ſchen Beſtandtheile dem Regenwaſſer zu verdanken haben. Nach Brandes betragen die Beimengungen und Beimiſchun⸗ gen(§. 34) des Regenwaſſers im Durchſchnitte aller Monate des Jahres 1825 0,00025 pCt.*). Da ſich der jährliche Nieder⸗ ſchlag in Europa auf 33“ beläuft(§. 28) und 1 Cub. Fuß Waſ⸗ ſer 56 Pfund wiegt, ſo beläuft ſich die auf 1 Joch jährlich gefal⸗ lene Waſſermenge auf 158400 Cub. Fuß oder 8870400 Pfund, welche 22,1 Pfund Nebenbeſtandtheile, als: kohlenſaure, Kalk—, Bitter⸗, Kieſelerde ꝛc., enthalten. Da nach der§. 29 angeführten Tabelle A der Durchſchnitts-Aſchengehalt der auf einem Joche erziel— ten Cerealien höchſtens nur mit 150 Pfund veranſchlagt werden kann, ſo folgt hieraus, daß das Regenwaſſer nicht im Stande iſt, den Pflanzen die anorganiſchen Beſtandtheile in einer zureichenden Menge zuzuführen. §. 50. Das Reſultat der bisherigen Unterſuchung über die Wirkſam⸗ keit der Metalloryde wäre dieſem nach, daß ſich dieſelben bei der Vegetation nur inſofern activ verhalten, als ſie im Stande ſind, die phyſikaliſchen Eigenſchaften des Standortes zu beſtimmen, das Skelett, die Holzfaſer, zu erſtarken und der Wirkſamkeit der Lebens⸗ kraft einen Stützpunct darzubieten. Gegen dieſes Reſultat erheben ſich die Stimmen der Land— wirthe, von welchen die eine ruft: ſie wirken nährend; die zweite: ſie ſind düngervermittelnde Subſtanzen, ſie machen die Nahrung auflöslicher, und die dritte: ſie ſind Reizmittel für die Pflanzen. Es ſey uns jetzt erlaubt, nach den vorgeſchickten Prämiſſen die §. 48 aufgeworfene Frage: Welch' eine Rolle ſpielen die unorga⸗ niſchen Korper bei der Vegetation? mit Rückſicht auf landwirth⸗ ſchaftliche Erfahrungen näher zu betrachten und in das Chaos von Meinungen eine Einheit zu bringen.— Wir wollen, um den Ge— *) Kämtz a. a. O., S. 38. Nach Bohlig enthält das Regenwaſſer in 240 Unzen oder 20 Medicinalpfunden 1,75 bis 2 Gran feſte Beſtandtheile. Dieß macht bei dem höchſten Wenu 0,00114 pCt.(Karſtner'’'s Archiv für Chemie und Meteorologie B. 8, S. 419.) Hlubek's Statik. 9 66 genſtand ſo viel als möglich erſchöpfend darſtellen zu können, alle mögliche Fälle der Wirkſamkeit der anorganiſchen Körper durch⸗ führen. 1. Wird behauptet, die anorganiſchen Körper gehören ebenſo gut zu der Nahrung der Pflanzen, wie Kohlen-, Sauer-, Waſſer— und Stickſtoff.— Obgleich ſich die Nichtigkeit dieſer Behauptung aus dem, was§. 16—45 angeführt wurde, von ſelbſt ergibt, ſo ſe⸗ hen wir uns doch genöthigt, dieſelbe noch näher zu beleuchten, weil ſie Dr. Sprengel in ſeiner Düngerlehre uſurpirte*) und unter den Landwirthen verbreitete. So weit unſere chemiſchen Kenntniſſe über die Zuſammenſetzung organiſcher Erzeugniſſe reichen, können wir die Behauptung aus— ſprechen: daß die anorganiſchen Beſtandtheile an ihrer Zuſammen⸗ ſetzung keinen Antheil haben, und daß Kohlen-, Sauer⸗, Waſſer⸗ und Stickſtoff die Elemente darſtellen, aus welchen die Lebenskraft auf eine uns noch unbekannte Art die mannichfaltigſten Zuſammen- ſetzungen bewirkt**). Die anorganiſchen Korper der Pflanzen in gleiche Kategorie mit den eben benannten vier Grundſtoffen ſtellen, heißt den Grundſaͤtzen der Chemie Hohn ſprechen und den Land— wirth in ein Labyrinth führen, aus welchem ihm kein Ausweg of⸗ fen bleibt, wenn ihm nicht die Chemie den Weg zu bahnen ver— mag***). Jedes Thier nimmt mit der Nahrung Kalk, Kali, Na⸗ tron ꝛc. zu ſich; allein es iſt noch keinem Menſchen beigefallen, die Behauptung auszuſprechen, daß dieſe Koͤrper eine gleich wichtige *) Auf Seite 45 ſagt Dr. Sprengel:„Ich fühle mich veranlaßt, Einiges anzuführen, was gegen meine Theorie der Pflanzenernährung ſpricht.“ Hätte Dr. Sprengel das Werk von Rückert, Erlangen 1789, geleſen, ſo hätte er ſich wahrſcheinlich die Theorie eines Andern nicht angemaßt, die ihm übrigens keine Ehre macht. Dieſelbe Anſicht hätte Dr. Sprengel auch in dem Werke Reu⸗ ter's:„Der Boden und die atmoſphäriſche Luft“ ꝛc., Frankfurt a. M. 1833, S. 188, finden können. Iſt übrigens Dr. Sprengel ein Bücherſchreiber von Profeſſion— denn bis jetzt beehrt er uns faſt jährlich mit einem ziemlich dick- leibigen Werke— dann iſt er zu entſchuldigen, wenn er keine Zeit findet, ſich mit der Literatur vertraut zu machen, und daher Alles ſelbſt ſchafft und ſich einen größern Ruf— aber nur nicht bei den Landwirthen— begründet. ***) Die organiſche Chemie vermag gegenwärtig nur binäre und ternäre Ver— bindungen als die Radicale aufzuweiſen. Ob es auch quaternäre Radicale gibt, in welchen Schwefel, Phosphor, Jod ꝛc. erſcheinen, kann zwar nicht in Abrede geſtellt werden, allein ſolche Verbindungen vermag die Chemie noch nicht aufzuweiſen.— Es iſt wahrſcheinlich, daß der Schwefel an den organiſchen Verbindungen mancher Pflanzen einen Antheil hat, allein der Beweis mangelt bis auf den heutigen Tag. 12) Nur die bekannten Geſetze der unorganiſchen Verbindungen können uns bei den Forſchungen über organiſche Verbindungen einen Anhaltspunct darbieten; halten wir uns nicht an dieſen, dann verlieren wir den Stützpunct und mit die⸗ ſem auch die Bahn, die zu dem Baum der Erkenntniß führt. äöleb Thiere ſtar wachſen b Fnocher „ Ketend V anderr V men ve in W M.. irald gitt d dürfen eatdeck hart b 4 haupt und d eiſte n zur Co 8 1. — en alle r durch⸗ nebenſo Waſfr⸗ ruptung t, ſo ſe⸗ n, weil d unter nſetzung ng aus⸗ ummen⸗ Laſſer⸗ nskraft mmen⸗ nzen in ſtellen, Land⸗ weg of⸗ en ver⸗ li, Na⸗ en, die vichtige „Einigts Hätte Dr. tte er ſich ens keine ke Reu⸗ 8. 1833, iber von ich dick⸗ ſich mit c einen re Ver⸗ gibt, in jgeſtellt iſen.— mancher en Tag. nen uns rbieten; mit die⸗ 67 Rolle bei der Ernährung ſpielen, daß ſie nährende Stoffe für die Thiere ſind. Im Thier⸗ ſo wie im Pflanzenreiche bildet der Anorganismus die Stuͤtze, das Skelett, der Organe; er iſt dort wie hier nothwen— dig; allein die Behauptung ausſprechen: Das Brot iſt dem Men— ſchen nicht zuträglich, weil das Korn auf einem Granitboden ge— wachſen iſt, weil es den erforderlichen Kalkgehalt zur Bildung der Knochen nicht enthält, heißt in der That den Haushalt der Natur verkennen. Wir haben bereits bemerkt, daß der Kalk aus keinem andern Grunde in einer vorherrſchendern Menge in den Organis⸗ men vorkommt, als weil er faſt ¼ der feſten Rinde ausmacht und im Waſſer am leichteſten löslich iſt. Dr. Sprengel führt fünfzehn Körper an, welche das Ma⸗ terial der Lebenskraft liefern; er bemerkt S. 53, daß es Pflanzen gibt, die von dieſen Koͤrpern nur 9, 10, 11, 12, 13 und 14 be⸗ dürfen. Auf S. 45 ſagt er, daß er in Kartoffeln und Klee Kupfer entdeckt hätte, welches jedoch nicht zur Conſtitution dieſer Pflanzen gehört. Da man bisher auch Jod, Selen, Kupfer, Silber und über— haupt mehr als 40 einfache Stoffe in den Pflanzen gefunden hat, und dieſe Stoffe in der von Dr. Sprengel S. 41 angeführten Liſte nicht getroffen werden, ſo gehoren ſie wahrſcheinlich auch nicht zur Conſtitution der Pflanzen. Stellt man an Dr. Sprengel die Fragen: 1. Warum gehören nicht auch die übrigen anorganiſchen, in den Pflanzen gefundenen Stoffe zu ihrer Conſtitution? 2. Welche ſind die, die Pflanzen conſtituirenden anorganiſchen Stoffe? Und 3. in welchem Verhältniſſe müſſen dieſelben bei den einzelnen Familien, Geſchlechtern und Arten ſtehen, oder in welchem 2 Verhältniſſe müſſen ſie den einzelnen Pflanzen gereicht wer⸗ den, wenn ſie den höchſten Grad ihrer Vollkommenheit errei— chen ſollen? ſo wird man von ihm keine andere Antwort erhalten, als die, welche der geſunde, von vorgefaßten Meinungen freie Verſtand zu geben vermag, nämlich: Die Kalk⸗, Kieſel-, Thonerde ꝛc. findet man deßhalb in den Pflanzen vorherrſchend, weil ſie am meiſten auf der Oberfläche der Erde verbreitet ſind und die Pflanzen Alles aufnehmen, was gelöſ't mit ihren Organen in Beruhrung kommt. Wären Kupfer, Silber, Gold ꝛc. ebenſo allgemein verbreitet, dann 5* 68 würde man dieſe Stoffe in den Pflanzen antreffen und als weſent— lich nothwendige erklären(!)*). 2. Wenngleich die anorganiſchen Körper als zufällige Ge— mengtheile der organiſchen Gebilde erſcheinen, ſo kann denſelben der Einfluß auf die Verarbeitung der Säfte und mithin auf die Foͤrderung der Vegetation nicht abgeſprochen werden, wie es viele Erfahrungen beſtätigen. Wir wiſſen, daß durch den Lebensproceß Saͤuren gebildet wer⸗ den und daß die Säuren in etwas concentrirtem Zuſtande nach— theilig auf die Vegetation einwirken. Findet eine Pflanze nicht zu jeder Zeit einen Korper im Boden, welcher im Stande iſt, die ge— bildete Säure zu neutraliſiren oder wenigſtens zu ſchwächen, ſo kann das eigene Erzeugniß einen nachtheiligen Einfluß auf die Mutterpflanze oder ihre übrigen Gebilde, z. B. Früchte, ausüben. So ſehen wir bei mehrern Leguminoſen(Hülſenfrüchten), na⸗ mentlich bei den Kichern, daß ſie auf einem Granitboden freie Klee— ſäure aus ihren Blattwinkeln ausſcheiden, während eine ſolche Aus— ſcheidung auf einem Kalkboden nicht Statt findet; wir ſehen fer— ner, daß die meldenartigen Gewächſe(Chenopodeen), zu welchen auch unſere Runkelrübe gehört, Kryſtalle von kleeſaurem Kalk aus— ſcheiden, daß ſie alſo Kleeſäure erzeugen. Wenn wir nun wahrnehmen, daß dieſe beiden Familien auf Kalkboden beſſer gedeihen, ſo können wir den Grund dieſer Erſchei— nung auch darin ſuchen, daß wir ſagen: Dieſer Boden vermag ih— nen den nöthigen Kalk zu liefern, um die Ablagerung und Ausſchei— dung von kleeſauren Salzen zu bewerkſtelligen und mithin den ſchad— lichen Einfluß der freien Kleeſäure zu beſeitigen. ¹ Ein gleiches Bewandtniß kann es mit der Apfel-, Eſ Wein⸗, Citronenſaͤure ꝛc. haben**) . 1A ſig⸗, -») Am Schluſſe dieſes Punctes halten wir uns für verpflichtet, die Bemer⸗ kung beizufügen, daß die ſämmtlichen Sprengel'ſchen Werke, mit Ausnahme der landwirthſchaftlichen Chemie, welche jedoch noch viel zu wünſchen übrig läßt, jeder wiſſenſchaftlichen Strenge entbehren. Das urtheil, welches der ausgezeich⸗ nete Pflanzenphyſiolog Meyen über einen Theil der Sprengel'ſchen Dün⸗ gerlehre ausgeſprochen hat, findet man in Wiegmann'’'s Archiv für Natur⸗ geſchichte, Berlin 1840, 6. Jahrg., H. 2, S. 11. Es iſt ein Verluſt für die land⸗ wirthſchaftliche Literatur, daß ein ſo kenntnißreicher Mann, wie es Dr. Spren⸗ gel iſt, nicht mehr die praktiſche Seite unſers Gewerbes auffaßt, ſeine Unter— ſuchungen auf landwirthſchaftliche, vielfach erprobte Thatſachen ſtützt, ſich vor der Bekanntmachung ſeiner Werke mit den beſtehenden Schätzen der Naturwiſſen— ſchaften vertraut macht. 4 ) Die Erzeugung der Säuren iſt ein Act, welcher jeder Fruchtbildung vor⸗ angeht und dieſe bedingt. Kann die Umwandlung der Säuren in ſüße aromatiſche Stoffe wegen Mangel an Licht und Wärme nicht vollkommen erfolgen, dann ent— „—— b 3. Kohlen getati zen di 8 aufge Stand Daßd gände d duſſte zagef allen d den 2 lC— L18 halten riſch xr g. lange weſent⸗ ige Ge⸗ denſelben auf die es viele det wer⸗ de nach⸗ nicht zu die ge⸗ hhen, ſo auf die usüben. )), na⸗ ie Klee⸗ je Aus⸗ en fer⸗ welchen alk aus⸗ ien auf erſchei⸗ nag ih— usſchei⸗ nſchäͤd⸗ Eſſig⸗ Bemer⸗ snahme g läßt, 9 zeich⸗ Dün⸗ Natur⸗ eland⸗ pren⸗ Unter⸗ vor der wiſſen⸗ ng vor⸗ natiſche nn ent⸗ 69 3. Verbinden ſich die Metalloryde mit Säuren, beſonders Kohlen⸗, Humus⸗ und Salpeterſäure, dann koͤnnen ſie bei der Ve⸗ getation auch auf die Weiſe wirkſam erſcheinen, daß ſich die Pflan— zen die gebundenen Säuren aneignen. Schon die ältern Pflanzenphyſiologen haben die Vermuthung aufgeſtellt*), daß gewiſſe Pflanzen, beſonders die Leguminoſen, im Stande ſind, die Kohlenſäure den kohlenſauren Salzen zu entziehen. Daß dieſe Vermuthung nach landwirthſchaftlichen Erfahrungen be⸗ gründet erſcheint, iſt bereits§. 25 g ezeigt wordes. Geſchieht die Verbindung mit Humus-oder Salpeterſäure, dann entſtehen, beſonders im letztern Falle, leicht lösliche Salze, welche von den Pflanzen aufgenommen und wahrſcheinlich theilweiſe wieder zerſetzt werden, wobei ſie ſich den Kohlen- und Stickſtoff anzueignen ſcheinen. Wieviel Kohlenſtoff durch die humusſauren Salze den Pflanzen zugeführt werden kann, iſt bereits§. 29 nachgewieſen worden. In allen dieſen Fällen beſteht die Wirkſamkeit der Metalloxyde darin, daß ſie den Pflanzen zwei Hauptelemente, nämlich den Kohlen- und den Stickſtoff, zuführen. 4. Die Umwandlung des Stärkemehls mittelſt der Diaſtas**), der Säuren, des Speichels und des Magenſaftes***) in Zucker, und des Zuckers mittelſt der Hefe in Alcohol ſind allgemein bekaunte Thatſachen. Bei allen dieſen Umwandlungen erfolgt keine chemiſche Verbindung, ſondern die vermittelnden Subſtanzen bleiben quanti⸗ tativ und qualitativ unverändert; ſie haben alſo in andern Kör⸗ pern eine weſentliche Metamorphoſe hervorgebracht, ohne ſelbſt eine Veränderung zu erleiden. Dieſe Art der Reaction der K örper auf— einander hat die Wiſſenſchaft mit dem Worte„Catalyſe“ bezeichnet. Es iſt aber eine durch Verſuche im Großen conſtatirte Thatſache, daß die verdünnte Schwefelſäure gleiche Wirkungen bei dem Klee hervorbringt, wie der Gips ⁴). halten die Früchte zu viel freie Säure. Gelangen mit der Nahrung auch anorga⸗ niſche Beſtandtheile, z. B. Kalk, in die Pflanzen, ſo kann dadurch die freie Säure der Früchte gemäßigt werden, wodurch ſie einen etwas angenehmen Geſchmack er⸗ langen, wie es die Erfahrung beim Weinmoſte beſtätigt. *) Schrader im Archiv für Agricultur⸗Chemie, B. 6. **) Die Diaſtas erfordert eine Temperatur von 45— 500 R., wenn das Stärkemehl in den Tegum nten eingeſchloſſen iſt; nimmt man Stärke ohne Te⸗ gumente oder die ſogenannte Amidone, ſo erfolgt dieſe Umwandlung nach Gue⸗ rin Varry ſchon bei 00 R.(Annal de Chimie et de Physique 1834, Sept., p. 108). **) Archiv für Chemie und Meteorologie von Kar ſtner, B †) Mecklenburgiſches Wochenblatt Nr. 30, S. 471, und Oeſterr. Zeitſchrift 70 Aus dieſer Thatſache geht nun hervor, daß die Wirkſamkeit des Gipſes nicht im Kalke, ſondern in der Schwefelſäure geſucht werden muß. Enthalten die Pflanzen, von welchen der Gips aufgenommen wird, viel ſtickſtoffhaltige Materie, welche jederzeit bei der Diaſtas eine wichtige Rolle ſpielt, dann kann ſelbſt die an Kalk gebundene Schwefelſäure, falls der Gips im Innern der Pflanze keine Zerſez⸗ zung erleidet, mit Hilfe der ſtickſtoffhaltigen Materie auf eine cata— lytiſche Art zu einer ſchnellern und vollkommenern Verarbeitung der rohen Säfte beitragen.— Da die meiſten landwirthſchaftlichen Ge— wächſe freie Säuren aufzuweiſen vermögen, ſo kann an der Zerle— gung des Gipſes und mithin an der Wirkſamkeit der freigewordenen Schwefelſäure kein gegründeter Zweifel obwalten. Dieſe muthmaßliche Wirkung des Gipſes gewinnt dadurch ſehr an Wahrſcheinlichkeit, daß er nur bei ſolchen Pflanzen auffallend wirkſam erſcheint, welche viel Kleber, mithin viel Stickſtoff enthalten, wie es bei den Hülſenfrüchten der Fall iſt. Wir ſind weit entfernt, dieſe Erklärung für etwas mehr als eine bloß hypothetiſche darzuſtel⸗ len; wir glauben aber, daß ſie vor allen bisher aufgeſtellten Hypothe⸗ ſen*) den Vorzug verdient, indem ſie ſowohl mit den chemiſchen Grundſätzen als den landwirthſchaftlichen Erfahrungen im Ein— klange ſteht. Uebrigens kann die Wirkſamkeit der Schwefelſaure auch darin begründet erſcheinen, daß ſie eine Zerſetzung erleidet, wobei der Schwefel einen Antheil an den nähern Verbindungen, z. B. dem Le⸗ für Landwirthe, 10. Jahrg., S. 503.— Der Grund„ warum Einhof keine Wirkung von der Schwefelſäure wahrgenommen hat, ſcheint in dem zu ſehr ver— Lünatin Vuſee derſelben zu liegen(Archiv für Agricultur-Chemie a. a. O. 1 4, S. 5** .) Nach Köllner wirkt der Gips, indem der Kalk die Eigenſchaft beſitzt, mit dem Sauer- und Kohlenſtoffe der Atmoſphäre Verbindungen einzugehen, durch welche die Vegetation befördert wird; nach Rückert, wie jede andere Nahrung; nach Mayer und Brown, indem er die phyſikaliſchen Eigen— ſchaften des Bodens verbeſſert; nach Reil, indem er einen weſentlichen Be— ſtandtheil der Organiſation bildet; nach Hedwig iſt der Gips der Speichel und der Magenſaft der Pflanzen; nach Humboldt, Girtaner und Albr. Thaer iſt er ein Reizmittel, durch welches die Circulation der Säfte beför— dert wird; nach Chaptal, indem er den Pflanzen Waſſer und Kohlen— ſäure zuführt; nach Davy ein weſentlicher Beſtandtheil der Pflanzen, weil er nur dort wirkt, wo kein Gips im Boden vorkommt; nach andern engli⸗ ſchen Landwirthen, indem er die Gährung im Boden befördert; nach Lauben⸗ der iſt er eine erregende Potenz, ohne ſich mit den Säften zu vermiſchen; nach Liebig, indem er das Ammoniak der Atmoſphäre fixirt, und nach Bracon⸗ not und Spren gel, indem der Gips den Schwefel zur Bildung des Legu⸗ min liefert(die wahrſcheinlichſte Anſicht). 7 ganin Kohlen eine? mas Aual oder! lich derei hr ere doch peni ſa fahr tlliſ Vap ni ukeit des twerden nommen Diaſtas bundene Zerſez⸗ e cata⸗ Ing der en Ge⸗ Jerle⸗ ordenen ich ſehr ffallend halten, ttfernt, zuſtel⸗ pothe⸗ niſchen Ein⸗ darin ei der em Le⸗ of keine ſehr ver⸗ .4. N. beſttt, gehen, andere Eigen⸗ en Be⸗ peichel Albr. beför⸗ ohlen⸗ „weil engli⸗ lben⸗ z nach con⸗ Legu⸗ 741 gumin, nimmt, und der Sauerſtoff entweder als ſolcher oder als Kohlenſäure entweicht, oder neue bleibende Verbindungen eingeht— eine Vermuthung, welche in Mitſcherlich's Sulfobenzid, Du⸗ mas's Analyſe des Senföls und überhaupt in den Sulfureten eine Analogie findet*). 5. Ob die Metalloxyde als ſolche nach Art der Catalyſe wirken oder als Vermittler der Lebenskraft erſcheinen, durch welche ihr mög⸗ lich wird, die Grundelemente zu den nähern Pflanzengebilden zu vereinigen, darüber mangeln nicht nur directe Verſuche, ſondern man hat nicht einmal eine Analogie für eine ſolche Vermuthung. 6. Obgleich der electro-galvaniſche Proceß der feſten Rinde un— ſerer Erde noch nicht genau unterſucht wurde(§K. 25), ſo wiſſen wir doch, daß die Wirkungen dieſes Proceſſes vorzugsweiſe von der ge⸗ genſeitigen Berührung heterogener Körper bedingt iſt. Je verſchiedenartiger alſo die Beſtandtheile des Bodens ſind, deſto ſtärker muß auch die Reaction erfolgen. Da nun einerſeits die Er— fahrung lehrt, daß der electro⸗galvaniſche Proceß ein wirkſames Mit⸗ tel iſt, Zerſetzungen und neue Verbindungen zu bewerkſtelligen und die Vegetation direct zu befoͤrdern, und da andererſeits Verſuche, welche mit einzelnen Bodenbeſtandtheilen angeſtellt wurden, um ihren Ein⸗ fluß auf die Vegetation auszumitteln, mit ungünſtigen Erfolgen be⸗ gleitet waren**), ſo folgt hieraus, daß ein Boden deſto wirkſamer er⸗ ſcheinen muß, aus je mehr heterogenen Körpern derſelbe zuſammen⸗ geſetzt iſt, was auch die Erfahrung vollkommen beſtätigt***); alſo -) Annalen der Phyſik und Chemie von P oggendorf, 1839, Nr. 6, S. 302, und Berzelius's Chemie, Dresden und Leipzig 1839, B. 8, S. 281. — Das Schwefeläthyl, Schwefelformyl und Schwefelmethyl beſtehen aus Koh⸗ len-, Waſſerſtoff und Schwefel(35 pCt.).— Wenn man erwägt, daß die Wirkung des Gipſes mit ſeiner Quantität in keinem Verhältniſſe ſteht(2 Ctr. Gips bewirken oft einen Zuwachs von 30 Ctr. Kleeheu), und daß bei der wirk⸗ ſamſten Catalyſe unmöglich ein ſo großer Zuwachs bewerkſtelligt werden kann, wenn nicht zugleich das Abſorbtionsvermögen der Pflanzen geſteigert oder die Bildung von Beſtandtheilen befördert wird, die ſonſt nicht entſtanden wären und deren Elemente ſich verflüchtigt hätten, ſo bleibt immer die Erklärung der Wirkſamkeit des Gipſes aus der Catalyſe unbefriedigend. Da nach Bracon— not das Legumin Schwefel enthält(Berzelius a. a. O., B. 6, S. 463), und dieſer mit dem Sauerſtoffe auf einer ziemlich gleichen Stufe ſeines elec⸗ triſchen, reſpective chemiſchen, Verhaltens ſteht, ſo ſcheint die Wirkung des Gipſes auch darin zu liegen, daß er mit ſeinem Schwefelgehalte die Bildung des Legumins oder des Pflanzenſchleimes und Pflanzeneiweißes befördert. **) Archiv für Agricultur⸗Chemie a. a. O., B. 2, S. 193. *) Obgleich Tüll viele Verſuche über das günſtigſte Verhältniß der Bodenbeſtandtheile angeſtellt hat, ſo wiſſen wir doch bis auf den heutigen Tag noch nicht, wie ſich dieſelben zueinander verhalten ſollen, um einen abſolut vollkommenen Boden zu erhalten. Mit Rückſicht auf die Verſchiedenheit der 72 kann die Wirkſamkeit der Metalloxyde auch in der Erregung der Elec— tricität geſucht werden, durch welche der Gährungs—, Verweſungs⸗ und Verwitterungsproceß und mithin auch die Vegetation befördert werden. Und 7. iſt es eine allgemein bekannte Thatſache, daß durch verſchie— dene Miſchungen von Metalloryden die Farben bei den Blumen, Früchten, Spelzen, Grannen ꝛc. verändert werden köͤnnen, und der Landwirth macht oft die Erfahrung, daß der Maisſame aus demſel— ben Kolben und auf demſelben Boden Pflanzen erzeugt, welche ver⸗ ſchieden gefärbte Körner haben. Der Grund dieſer Erſcheinung liegt lediglich in den verſchiedenen Miſchungsverhältniſſen eines und des⸗ ſelben Bodens. Es iſt aber dem Landwirthe auch bekannt, daß die Farbe keinen Einfluß auf das Gedeihen ſeines Mais ausübt, und daher ſieht er mit Recht die Beimiſchung von Metalloryden als etwas Zufälliges und Unweſentliches an.— Ein ähnliches Bewandtniß hat es mit dem Geſchmack und Geruch der Früchte, z. B. dem Berggeſchmack der Weine; es kann alſo die Wirkung der Metalloryde in der Aenderung der Farbe und des Geſchmacks der Pflanzentheile geſucht werden. §. 51. Abſtrahirt man von den phyſikaliſchen Eigenſchaften der Me— talloryde, ſo kann, wenn man das bisher Geſagte zuſammenfaßt, ihre Wirkſamkeit bei der Vegetation auf folgende Puncte zurück⸗ geführt werden: 1. Tragen ſie zur Verſtarkung der Holzfaſer bei; 2. führen ſie den Pflanzen in ihren Verbindungen die Grund— elemente, beſonders den Kohlen- und den Stickſtoff, auch Schwefel zu; 3. heben ſie den ſchädlichen Einfluß der freien Säuren auf; 4. beſchleunigen ſie die Verarbeitung der Säfte, indem ſie auf eine catalytiſche Art auf dieſelben einwirken; 5. bringen ſie Veränderungen in den Farben, dem Geſchmack und Geruch mancher Pflanzentheile hervor, und 6. befördern ſie durch ihre gegenſeitige Berührung alle Proceſſe, welche in der Dammerde vorgehen. klimatiſchen Verhältniſſe glauben wir die Behauptung ausſprechen zu können, daß ein abſolut vollkommener Boden gar nicht exiſtiren kann. Elec ſſungs⸗ fördert erſchie⸗ lumen, ud der emſel⸗ ever⸗ gliegt d des⸗ keinen eht er lliges t dem der rung rden. nen, — §. 52. Man ſieht hieraus, daß die Wirkſamkeit der anorganiſchen Koͤr per vorzugsweiſe in einem indirecten Einfluß auf die Vegetation ge ſucht werden muß und daß nur jene Körper des Anorganismus als Nahrung der Pflanzen angeſehen werden können, welche einen oder mehrere der vier Grundſtoffe enthalten, aus welchen die Lebenskraft die verſchiedenen Gebilde zu Tage fordert. Dieſe Art von Koͤrpern bildete zu jener Zeit, als unſer Planet aus dem ewigen Schlafe zum ewigen Leben erwachte, die primitive, natüͤrliche Fruchtbarkeit der Erdrinde. Sie ernährten die erſten Pflänzchen, den Grundpfeiler der gegenwärtigen Organiſation, und erhohten von Generation zu Generation durch ihr Wiederverſchwin den vom Schauplatze mit ihren Ueberreſten die urſpruͤngl iche Frucht⸗ barkeit der Muttererde. Und ſo lange die Erde bloß iu die Ernäh⸗ rung der im freien Zuſtande lebenden Weſen zu ſorgen hatte, ſo lange konnte ſie mit dieſen Ueberreſten, mit ihrer natuͤrlichen Fruchtbar— keit, die Pflichten einer ſorgfä ltigen Mutter erfüllen und in ihrer Ertragsfähigkeit zunehmen. Als aber durch den geſelligen Zuſtand eines einzigen Geſchlechts die Conſumtion ihrer Erzeugniſſe über ihre natürliche Produc⸗ tion geſteigert, mithin das natürliche Verhältniß zwiſchen Verbrauch und Erzeugung geſtoͤrt wurde, vermochte ſie nicht mehr den Anforde rungen dieſes Geſchlechts nachzukommen, und es ſah ſich dasſelbe genöthigt, ſelbſt dem Felſen? Leden zu ertheilen und dieſes Leben als ein Werkzeug zu einer ſchnellern und reichlichern Verbindung von unbrauchbar gewordenen Sfoſſen zu neuen, nützlichen Gebilden zu benützen, um ſeine oft entarteten B Zedürfniſſe zu befriedigen. Es ſpeiſ't den gefühlloſen Felſen, damit er, wengleic herzlos, das karg zu⸗ gemeſſene Leben friſte. Und dieſe Speiſe ſoll de n Gegenſtand des näch ſtfolgenden? Abſchnittes bilden. Zweiter Ab(rhnitt. Vom Reichthume des Bodens. §. 53. Alle Körper, durch welche die Vegetation befördert werden kann, werden im weiteſten Sinne des Wortes Dünger genannt. Nimmt man bei den Koͤrpern, welche die Vegetation befoͤrdern, auf ihre Wirkungen Rüͤckſicht, ſo laſſen ſie ſich in drei Abtheilungen bringen: 1. In ſolche, die den Pflanzen zum Vezarbeitungsmanerial oder zur Nahrung dienen; „in ſolche, welche die Zuſammenſetzung der Grundſtoffe befoͤrdern, W7 an imilationsfähiger machen, oder die catalytiſch wirken, und 3. in ſolche, welche die Nahrung vermitteln. Dieſem nach ſollte der zweite Abſchnitt in drei Abtheilungen zer⸗ fallen; allein da die Vermittlung der Nahrung durch den Boden ge⸗ ſchieht, ſo ſollen die Koͤrper der dritten Art in dem nächſten Ab⸗ ſchnitte, wo von der Thätigkeit des Bodens die Rede iſt, näher ge⸗ würdigt werden, da ſie ohnehin zu der Zuſammenſetzung der verſchie⸗ denen Bodenarten gehören. A. Vom Reichthunte oder Nahrungsmaterial in der engſten Bedeutung. §. 54. Nach§. 18 müſſen alle Körper, welche einen oder mehrere Grundſtoffe der Pflanzengebilde enthalten, als Nahrungs- oder Düngermaterial angeſehen werden. §. 55. Da organiſche Korper alle vier oder wenigſtens drei Grundſtoffe der Pflanzengebilde vereint enthalten, ſo bilden ſie vorzugsweiſe das Duͤngermaterial. — T Reich nachd ſchen Bode Ver die ſchi cai cet 1 1er zen zac zuſ zen ropf de an werden int. zrdern, lungen l oder rdern, 1, und in zer⸗ en ge⸗ n Ab⸗ her ge⸗ erſchie⸗ igſten ehrere oder dſtoffe ſe das —1 ◻ §. 56. Die Menge dieſer Körper, die ein Boden enthält, heißt ſein Reichthum, der entweder ein natürlicher oder ein künſtlicher iſt, je nachdem er durch die freie Thätigkeit der Natur oder durch die Men⸗ ſchenhand entſtanden iſt. §. 57. Soll das Düngermaterial als Dünger oder der Reichthum des Bodens als Nahrung*) erſcheinen, ſo wird hierzu erfordert: 1. Daß in dem Reichthume die Grundſtoffe in keinem ſolchen Verhältniſſe zueinander ſtehen, vermöge welchem ſie zerſtörend auf die Organiſation einwirken oder als Gifte für die Pflanzen er⸗ ſcheinen. So bringen z. B. Blauſäure und Opiumauflöſungen, nach Ma⸗ caire⸗Prinſep**)— narcotiſche Pflanzenſtoffe, nach Mar— cet**r*) und Wiegmann*†)— Kirſchlorbeerwaſſer, nach Raf⸗ ner) ꝛc. ſchädliche Wirkungen(Torxicationen) bei vielen Pflan⸗ zen hervor, und ſelbſt die ſonſt unſchädlichen Stoffe, als Milch, Blut, Zucker, Harn ꝛc., wirken nachtheilig, ſobald ſie in zu concentrirtem Zuſtande oder unvergohren gereicht werden(§. 31). Und 2. muß ſich der Theil des Reichthums, welcher von den Pflan— zen aufgenommen werden ſoll, entweder in einem ausdehnſamen oder tropfbar⸗flüſſigen Zuſtande befinden, weil die Pflanzen mit den an der Wurzel befindlichen Haaren(Saugadern) keine feſte Koͤrper aufzunehmen im Stande ſind. §. 58. Iſt das Miſchungsverhältniß auch kein Gift bedingendes, ſo iſt es doch nicht gleichgiltig, welches andere Verhältniß der Grundſtoffe in dem Reichthume ſonſt obwaltet. Soll angegeben werden, welches Miſchungsverhältniß der Grundſtoffe wenigſtens im Allgemeinen als das günſtigſte erſcheint, ſo kann es nur aus dem Verhalten der verſchiedenen Humusarten *) Schmalz nennt, Oekonomiſche Neuigkeiten 1837, S. 5, den Theil des Reichthums. welchen ſich die Pflanzen mit Vortheil aneignen können, Frucht⸗ barkeit. Inwiefern dieſe Begriffsbeſtimmung richtig iſt, wird ſich aus dem Nachfolgenden erhellen. **) Froriep's Notizen, 1826, Nr. 292. ***) Annal. de Chimie et de Physique, T. 29, und Froriep's Notizen d. a. O. †) Oken’'s Iſis, 1826, S. 165. 1//* 5—— 4) Rafner’ s Pflanzenphyſiologie, Kopenhagen u. Leipzig 1798, S. 157. bei der Vegetation indirect deducirt werden, da comparative Ver ſuche über dieſen Gegenſtand mangeln*). §. 59. Die Arten des Humus und mithin auch des Reichthums, mit Rückſicht auf das Miſchungsverhältniß der Grundſtoffe, ſind: 1. der milde, 2. der ſaure, 3. der erdharzige und 4. der kohlenartige Humus**§). §. 60. Der milde Humus beſteht aus Faſern, Humusſäure, humus— ſauren Salzen und Kieſelerde. Er iſt im Waſſer groͤßtentheils lös⸗ lich, allen Culturgewächſen zuträglich, und bildet ſich an ſolchen Or— ten, wo die Bedingungen der Gährung(Fäulniß) in einem entſpre— chenden Verhältniſſe einwirken. Gehörten die Koͤrper, aus welchen der milde Humus entſtanden iſt, zum Thierreiche(wenn auch nur zum Theil), ſo enthält er, nach Schübler's Unterſuchungen, auch noch humusſauren Ammoniak und einen vom letztern herrührenden ſtechenden Geruch. *) Man hat Schierling, Bilſenkraut, Stechapfel und überhaupt ſolche Pflanzen zur grünen Düngung vorgeſchlagen, welche Alkaloide oder viel Stickſtoff enthalten, um den Culturpflanzen auch den vierten Elementarſtoff zuzuführen; allein man hat nicht nachgewieſen, ob die Miſchungsverhältniſſe der Giftpflanzen zum Behuf der Aſſimilation nicht weit ungünſtiger ſind, als die in Pflanzen mit weniger Stickſtoff. Die Gülle, der Stallmiſt ꝛc. haben in den verſchiedenen Sta— dien ihrer Gährung ein verſchiedenes Miſchungsverhältniß ihrer Grundſtoffe; allein das für die Aſſimilation günſtigſte feſtzuſtellen, iſt dem menſchlichen Ver— ſtande noch nicht gelungen. **) Dr. Sprengel gebührt das Verdienſt, die Kenntniſſe über den Hu— mus erläutert und begründet zu haben(Karſtner's Archiv, B. 8, und Dr. Sprengel'’'s Chemie, Göttingen 1831, B. 1, S. 305 ꝛc.).— In ſeiner Bo⸗ denkunde trennt der Verfaſſer die Humusſäure, die ſtickſtoffhaltige Subſtanz, das Wachs und Harz vom Humus. Da das Vorhandenſeyn dieſer Körper durch die Angabe der Beſchaffenheit des Humus ohnehin beſtimmt iſt, ſo erſcheint eine ſolche Trennung um ſo mehr überflüſſig, als ſie zu Mißverſtändniſſen Veranlaſſung geben kann.— Alle dieſe Stoffe ſind Reſte organiſcher Körper, alſo Humus oder Reichthum des Bodens.— Hermbſtädt theilt den Humus: a) in neutralen, der weder ſauer noch alcaliniſch reagirt und unauflöslich iſt; b) in oxydulirten, der aus der Atmoſphäre nur ſo viel Sauerſtoff aufgenommen hat, daß er auflös⸗ lich iſt; c) in oxydirten, der aus der Auflöſung von b durch weitere Oxydation niedergeſchlagen wird und unauflöslich iſt, und d) in ſauren, der röthet(Archiv der Agricultur-Chemie, B. 5, S. 139). Crome theilt den milden Humus in den Stall⸗ und den Waldhumus, und den ſauren in 1. Heide-(erdharzigen), 2. Niederungs⸗ und 3. Torfhumus(Archiv a. a. O., B. 5, S. 350), Ueber die Förderungsmittel der Auflöslichkeit des Extractivſtoffes des Humus findet man in demſelben Archiv, B. 4, S. 280, einen intereſſanten Aufſatz von Einhof. Kohlenſaure und ätzende Alkalien ſind die Mittel des erſten Ranges. D ſäure, Salzb in tie keine Pflan in A de Ver— 5, mit J. der artige ſumus⸗ ls los⸗ en Or⸗ tſpre⸗ anden „nach oniak ſolche ickſtoff ihren; lanzen en mit 1 Sta⸗ dtoffe; n Ver⸗ en Hu⸗ d Dr. er Bo⸗ 3, das ich die t eine aſſung oder ralen, irten, uflös⸗ dation lrchiv us in gen), er die man hof. — —1 §. 61. Der ſaure Humus hat einen ſolchen Ueberſchuß an freier Humus⸗ ſäure, daß er ſauer reagirt; er bildet ſich an ſehr feuchten Orten, wo Salzbaſen fehlen, alſo in Sümpfen, Mooren, galligten Stellen und in tiefgelegenen Sandgegenden, da die Kieſelerde als eine Säure keine Verbindung mit der Humusſäure eingeht. Er entſpricht den Pflanzen aus den Geſchlechtern Juncus, Carex und Scirpus, welche im Allgemeinen das ſaure Heu bilden. Den Culturgewächſen iſt er ſchädlich. Diejenigen, die den ſauren Humus noch am beſten ver— tragen, ſind: Noggen, Hafer, Hanf, Reiß und Buchweizen*). §. 62. Der kohlenartige Humus charakteriſirt ſich durch einen Ueber⸗ ſchuß an Kohlenſtoff, mithin durch ſeine geringe Auflöslichkeit. Er bildet ſich beim verminderten Luftzutritte, alſo in der Tiefe des Bo⸗ dens oder an ſehr feuchten Orten, daher der kohlenartige Humus aus durch Froſt unauflöslich gewordener Humusſäure zu beſtehen ſcheint; er paßt nur für ſolche Gewächſe, welche durch ihre Lebens— kraft ſeine Decarboniſation befördern, wohin vorzüglich Pflanzen mit knolligen, rüben- oder zwiebelartigen Wurzeln gehören**). §. 63. Der erdharzige, adſtringirende oder Heidehumus iſt mit harzigen Stoffen verbunden, die ſich ſehr ſchwer aufloͤſen. Ohne Anwendung von Aſche, Kalk oder Miſt iſt er ohne allen Nutzen für die Vegeta⸗ tion. Man trifft dieſen Humus am hänfigſten in den Torfmooren. §. 64. Aus der Betrachtung der verſchiedenen Humusarten ergibt ſich nicht nur, daß jenes Miſchungsverhältniß der Grundſtoffe für das Gedeihen der Culturpflanzen am erſprießlichſten iſt, welches in dem milden Humus angetroffen wird, ſondern auch, daß der Reichthum des Bodens ſowohl in quantitativer als qualitativer Beziehung nn— terſucht werden muß. *) Auf den ſauren und erzharzigen Moorgründen in Krain ſpielt der Buch⸗ weizen eine wichtige Rolle. **) Auf dem Moorgrunde zu Laibach gedeihen die Wurzelgewächſe außer⸗ ordentlich. Unter den wildwachſenden Pflanzen findet man die Fritillaria me- leagris und die Stellaria bulbosa in der Fülle ihres Lebens prangen. Dieſer Moorgrund enthält 25 pCt. kohlenartigen Humus(Dr. Hlu bek in den Anna⸗ len der k. k. Landw. Geſellſchaft in Laibach, 1837, S. 102). §. 65. Werden die verſchiedenen Humusarten, ſo wie andere zum Theil zerſetzte organiſche Ueberreſte ausgeſüßt, ſo erhält man einen wein— gelben oder braunen Ertract, welcher nach Sauſſuress ſcharf— ſinnigen Unterſuchungen die eigentliche Nahrung der Pflanzen aus— macht(§. 31 und 32) und nach Dr. Sprengel's Analyſen aus Humusſäure und humusſauren Salzen beſteht*). §. 66. Die Menge dieſes Erxtractes beſtimmt den Grad, und ſein Mi— ſchungsverhältniß den Charakter der Wirkſamkeit der organiſchen Ueberreſte, mithin des Bodenreichthums**). §. 67. Die Zeit, die erfordert wird, um den Reichthum ganz auflöslich zu machen oder gänzlich in einen Extract umzuwandeln, beſtimmt die Dauer ſeiner Wirkſamkeit. Iſt der Reichthum ſeinem Charakter nach leicht auflöslich, ſo muß ſeine Wirkſamkeit kürzer, im entgegengeſetz⸗ ten Falle länger anhalten, d. h. die Dauer der Wirkſamkeit ſteht mit dem Grade in einem reciproken Verhältniſſe***). *) Die vorzüglichſten humusſauren Salze, die im Extracte vorkommen, ſind: humusſaures Kali, Natron, humusſaure Kalk-, Bitter- und Thonerde. Da die zwei erſten Salze im Waſſer ſehr leicht löslich ſind und, in geringer Quanti— tät angewendet, die Vegetation ungemein befördern, ſo folgt hieraus, daß jene Grundſtücke, welche Kali und Natron enthalten, bei übrigens gleichen Verhält—- niſſen viel fruchtbarer erſcheinen müſſen, als diejenigen, die dieſe Alkalien nicht beſitzen; allein einen Boden wegen Mangel an Alkalien für unfruchtbar zu er⸗ klären, wie es Sprengel that, heißt Hypotheſen ſchmieden, die mit vielfälti— gen Erfahrungen im Widerſpruche ſtehen(S. Anmerkung 4 zu§. 71). **) Wulffen a. a. O., S. 22, gebraucht die Ausdrücke Grad und Cha⸗ rakter für die Thätigkeit des Bodens, alſo für das Werkzeug, durch welches dieſe Begriffe häufig herbeigeführt oder die Auflöslichkeit und das Miſchungs— verhältniß des Reichthums zum Theil bedingt werden. Da die Düngerarten den Grad und Charakter ihrer Wirkſamkeit nicht allein dem Boden verdan⸗ ken, ſo müſſen dieſe Begriffe für dasjenige gebraucht werden, aus deſſen Na⸗ tur ſie ſich ergeben. Man wende Schaf- und Rindviehmiſt unter ganz gleichen Umſtänden an, ſo wird man bei dieſen Miſtarten doch keinen gleichen Grad und Charakter ihrer Wirkſamkeit annehmen können, wenn auch die Thätigkeit des Bodens bei beiden gleich iſt. .*) Würde der in aufeinander folgenden Jahren aufgelöſ'te Theil des Reichthums gleich bleiben, dann müßte, wenn en die Anzahl der Jahre, r den Reichthum und g den jährlichen Grad des Reichthums anzeigen, r=— g. n 8 1 ſeyn; alſon=—, d. h. der Reichthum, dividirt durch den Grad ſeiner jähr⸗ lichen Wirkſamkeit, zeigt die Anzahl Jahre an, die erfordert werden, um einem Boden den Reichthum ganz zu entziehen. Iſt ein Dünger ſchon bei ſeiner Anwendung ganz aufgelöſ't, wie es z. B. Tal- Tabelle D zu§. 70. eberſicht des Humusgehaltes nach Wirthichaktsrath Seidl pr. n. ö. Joch. Zu Seite 79. Cubikinhalt in Fuß 0‿ (0 Gu 10 41 12 pCt. d. Humus pr. n. ö. Joch bei der voranſtehenden 79 ½ 79 78 77 75 ½ 75⁵ 74 ½ abſolute Gewicht eines Cub. Fußes Dammerde bei den correſpondirenden Percenten des Humusgehaltes. 74 Pfd., als das Tiefe 4800 18 39 75 114 150 4 9600 39—75 153 225 300 1 14400 57 114 228 339 450 19200 78 153 303 453 600 240000 96 4,92 378 564 750 28800 114 228 456 678 900 33600 135 267 534 792 1047 38400 153 306 606 903 4197 43200 342 684[1017 1347 48000 192 381 759 1497 52800 21.,0 120 834 1647 57600 231 459 909 1797 Centner(Humus) 222 444 2661 0 ̈ - 3 2—O— υ O—— 0 300 651 978 1305⁵ 1632 1956 2283 2610 2934 3261 3588 3915 — 360 720 1080 1440 1800 2460 2520 2880 3240 3600 3960 4320 393 786 1179 1572 1968 2361 2754 3147 3540 3933 4326 4719 426 852 1278 1764 2430 2556 2985 3411 3837 4263 4689 5115 Zu Seite 79. NB. Ein Cub. Fuß Dammerde zu 70 Pfund angenommen. Tabelle C zu§. 70. —,.,—-———. 9 Ueberſicht des Humusgehaltes pr. n. ö. Joch zu 1600 Quadrat-Klattern. 5 Abſolutes Mächtigkeit Cubikinhalt nſoen Abſoluter Reichthum in Centnern bei dar rr Gewicht des Daummerde 1 ,5 pSt. 1 pCt. 1,5 pCt. 2 pCt. 2,5 pCt. 3 pGt. 3,5 pGt. 4 pCt. 4,5 pCt. 5 pöt. Zoll Fuß Centnern H u mu s 3 14400 10080 50,4 100,8 151,2 201,6 252,0 302,4. 352,8 ſ 403,2 453,6 ſ 304,0 4 19200 13440 67,2 134,4 201,6 268,8] 336,0 403,2 470,4 537,6 604,8 772,0 5 24000 16800 84,0 168,0 252,0 336,0 420,0 504,0 588,0 672,0 756,0 840,0 6 28800 20160 100,8 204,6 302,4 403,2 504,0 604,8 705,6 806,4 907,2 1008,0 7 33600 23520 117,6 235,2 352,8 470,4 588,0 705,6 823,2 940,8 1058,4 14176,0 S 38400 26880 134,4 268,8 403,2 537,6 672,0 806,4 940,8 1075,2 1209,6 1344,0 9 43200 3024o0 151,2 302,4 453,6 604,8 756,0 907,2 1058,4 1209,6 1360,8 1512,0 10 48000 33600 168,0 336,0 504,0 672,0 840,0 1008,0 41176,0 1344,0 1542,0 1680,0 11 52800 36960 184,8 369,6 554,4 739,2 924,0 1108,8 1293,6 1578,4 1763,2 1848,0 12 57600 40320 201,6 403,2 604,8 1806,4 1008,0 1209,6 1411,2 1612,8] 1814,4 2016,0 d §. 68. Die Maſſe organiſcher Ueberreſte, die ein Boden von einem be⸗ ſtimmten Umfange enthält, heißt ſein abſoluter Reichthum. Wird hin⸗ gegen dieſe Maſſe mit dem Erzeugniſſe des Bodens verglichen, dann erhält man ſeinen relativen Reichthum*). §. 69. Den abſoluten Reichthum meſſen, beſtimmen, heißt dieſem nach: das Verhältniß des Gewichts der organiſchen Ueberreſte zu dem Gewichte der übrigen Bodenbeſtandtheile, welche ſie einſchließen, angeben. Eine ſolche Beſtimmung kann nur auf dem Wege genauer Analyſen zu Stande gebracht werden. §. 70. Den bisherigen Boden⸗Analyſen zufolge beträgt der abſolute Reichthum der bereits in Cultur ſtehenden Grundſtücke 0,5 bis 5 pCt.**) des trockenen Bodengewichts. Berechnet man nach die⸗ ſen Procenten den abſoluten Reichthum pr. n. 6. Joch, indem man den Procentenreichthum um ½ und die Mächtigkeit der Dammerde um 1“ zunehmen läßt, ſo erhält man die in der Tabelle C zuſam⸗ mengeſtellten Reſultate, wobei bemerkt wird, daß bei der Berech— nung ein Cub. Fuß Erde zu 70 Pfund Wien. Gew. angenommen wurde***). bei der Güllendüngung der Fall iſt, dann iſt offenbar r= g, mithinen= 1, d. h. zur Conſumirung des Reichthums, der aus einer Güllendüngung er⸗ wächſt, wird nur ein Jahr erfordert. Inwiefern die Gleichungen——für die g g Dauer eines Turnus angewendet werden kann, iſt von ſelbſt einleuchtend. *) In den Ernten iſt ein Theil des Reichthums enthalten; iſt alſo die Größe und die Anzahl der Ernten bei einem beſtimmten Turnus gegeben, dann kann allerdings, wie die Folge lehren ſoll, aus den Ernten der relative, aber nicht der abſolute Reichthum beſtimmt werden. Könnte man durch die Cul— tur der Gewächſe dem Boden allen Reichthum entziehen, dann wäre es auch möglich, aus den Ernten den abſoluten Reichthum zu beſtimmen.— Der ab⸗ ſolute Reichthum iſt eigentlich die Summe aus dem nach Beendigung eines Turnus zurückgebliebenen Rückſtande und den von den Pflanzen angeeigneten Antheilen. Drückt man den abſoluten Reichthum durcher, den aſſimilrten An— theil durch a und den Rückſtand nach dem Turnus durch aus, ſo iſt r=—.+a oder a= r— 0, d. h. der Antheil, den ſich die Pflanzen aus dem Reichthume während eines Turnus angeeignet haben, wird gefunden, wenn von dem ab⸗ ſoluten Reichthume des Bodens, beim Beginn des Turnus, der Rückſtand nach beendigtem Turnus abgezogen wird. *) Wird zum Behuf der abſoluten Reichthumsbeſtimmung das Brennen des Bodens angewendet, dann erhält man viel größere Procente. Heide⸗, Moor⸗ und Marſchboden ſind hier ausgeſchloſſen; denn bei dieſen wechſelt der Humusgehalt zwiſchen 10—30 pECt. und auch darüber. .**) Das ſpeciſiſche Gewicht der unorganiſchen Bodenbeſtandtheile iſt zwar ———————Q— §. 71. Der Statik des Aickerbaues iſt es noch nicht gelungen, die Grenze für das Marimum und Minimum des abſoluten Reichthums feſtzuſtellen*). Sie vermag gegenwärtig nicht einmal dasjenige Quantum des abſoluten Neichthums beſtimmt anzugeben, das erfordert wird, wenn die Grundſtücke ohne allen Erſatz fortwährend ergiebige Ernten ab⸗ werfen ſollen. Was ſich hierüber, geſtützt auf die Agronomie und Pflanzencultur, ſagen läßt, iſt: daß in dem Falle, als der Boden geſund und tiefgründig erſcheint, kein Erſatz, ſelbſt bei den reichlich— ſten Ernten, erfordert wird, wenn der milde Humus 3— 5 FGt.*) beträgt und dafür Sorge getragen wird, daß ſeine Aufloͤslichkeit durch Abbrennen der Stoppeln, wie es noch gegenwärtig in man— chen Ländern, z. B. Slavonien, landesüblich iſt, durch Anwendung alkaliniſcher Mittel, als: des Kalkes, der Aſche ꝛc., durch öfteres Rühren ꝛc. befördert wird***). verſchieden, allein man würde ſich in der Berechnung des abſoluten Reichthums ſehr irren, wenn man die Werthsbeſtimmungen von dem ſpecifiſchen Gewichte in jedem einzelnen Falle abhängig machen wollte, weil bei der Beſtimmung der Procente des Humusgehaltes gleiche Gewichtstheile zum Grunde liegen müſſen. Nach Schübler wiegt 1 Par. Cub. Fuß Kalkſand 113,6, Quarzſand 111,3, lettenartiger 97,7, lehmartiger 88,5, kleiartiger Thon 80,3, Thon ohne Bei⸗ mengung 75,2 und kohlenſaurer Kalk 53,7 Pfund im trockenen Zuſtande. Im Durchſchnitte wiegt alſo 1 Wiener Cub. Fuß 68 Wiener Pfund. Der Boden, mit dem ich zu thun hatte, wog 68— 72 Pfund.— Ich nahm alſo bei der Berechnung der Tabelle das Mittel von beiden. In der Tabelle D ſind die Seidl'ſchen Berechnungen zuſammengeſtellt(Neue Schriften der k. k. Landw. Geſ. in Böhmen, B. 2, H. 2, S. 36). *) Thaer meint, das Maximum beim Getreidebau wären 26 pCt. Reichthum. Hätte Thaer cultivirte Torf- und Moorgründe mit in die Be— trachtung gezogen, dann hätte er auch ſeine Angabe wenigſtens um das Zwei— fache vermehrt.— Bei dem relativen Reichthume verhält ſich die Sache an— ders; denn hier läßt ſich wenigſtens näherungsweiſe ſagen, wie ſtark die Aecker gedüngt werden ſollen, wenn kein Lagern des Getreides erfolgen ſoll. **) Ich kenne Fälle, wo der Humusgehalt noch geringer iſt, und die Grund⸗ ſtücke erhalten ſelbſt bei reichlichen Ernten keinen Erſatz. Doch dieſe Fälle ge— hören zu den Ausnahmen(K. 35). .**) In einigen Gegenden der Hanna und des Banats werden die Grund— ſtücke nie gedüngt, und man bemerkt hier ſeit Menſchengedenken keine Vermin⸗ derung in den Erträgniſſen und dem Bodenreichthume. Ich glaubte über die außerordentliche Fruchtbarkeit und unfruchtbarkeit mancher Bodenarten in der bereits angeführten Sprengel ſchen Boden⸗ kunde Aufſchluß zu erhalten; allein der Verfaſſer ſchmiedet ſich— den aus— gezeichneten Bemühungen Crome's, Sch übler's, du Menik's, Ber⸗ zelius's, Davy's, Sauſſure’s ꝛc. allen Werth abſprechend— Hy⸗ potheſen, die nicht einmal mit den bisher anerkannten Grundſätzen der Na⸗ turwiſſenſchaften im Einklange ſtehen. Nach ihm ſind Kali, Natron, Chlor, Mangan, Phosphorſäure und Schwefelſäure die Grundagentien des phytiſchen Lebens; daher ſind alle Grundſtücke unfruchtbar, wo dieſe mangeln, ohne Rück⸗ d ptwi fen, turgen meuſch zu de Fs k nte des haln erſche „ im E tionsf fonnel ſicht Voden iſ, we enthält nichts Imeſſ 8 frucht deund wirtt wenn dinder nach! drel wemn nil de W Dil ghen, die chthums ium des d, wenn ten ah⸗ nie und Loden eichlich⸗ Ct.**) lichkeit nman⸗ endung öfteres hthums Hewichte nung der müſſen. 111,3, ne Bei⸗ de. Im Boden, bei der ſind die Landw. 26 pEt. die Be⸗ s Zwei⸗ ache an⸗ e Aecker Grund⸗ ille ge⸗ Grund⸗ zermin⸗ barkeit Boden⸗ en aus⸗ Ber⸗ — Hy⸗ er Na⸗ Chlor, ytiſchen nck⸗ ge Kück⸗ 81 §. 72. Wo der abſolute Reichthum der Grundſtuͤcke ſo groß iſt, daß fortwährend geerntet werden kann, ohne einen Erſatz leiſten zu dür— fen, dort iſt die Ausmittelung ſeiner Verminderung durch die Cul— turgewächſe nicht nur überflüſſig, ſondern ſogar unmöglich, da der menſchliche Verſtand hierzu keinen Anhaltspunct findet, falls er nicht zu der Analogie von relativem Reichthume ſeine Zuflucht nimmt. Es können daher ſolche Fälle, in welchen kein Erſatz für das Geern— tete geleiſtet wird, keinen Gegenſtand der Betrachtung der Statik des Ackerbaues ausmachen, da bei ihnen die Ausmittelung des Ver— hältniſſes zwiſchen Erſchöpfung und Erſatz überflüſſig, ja unmoͤglich erſcheint. §. 73. Iſt dagegen der abſolute Reichthum nicht ſo bedeutend, daß er im Stande wäre, den Grund und Boden in einer gleichen Produc⸗ tionsfähigkeit zu erhalten, wenn nicht ein Erſatz geleiſtet wird, dann können zwei Fälle eintreten; denn entweder iſt, mit Rückſicht auf die ſicht auf die Beſchaffenheit des Bodens. So führt Sprengel S. 498 einen Boden an, der 12,8 pCt. Humus enthält, der aber aus dem Grunde unfruchtbar iſt, weil er nur Spuren von Kali, Natron, Chlor, Phosphor und Schwefelſäure enthält. Die Beſchaffenheit des Humus wird nicht angegeben, weil es ſonſt nichts Neues wäre, wenn man die unfruchtbarkeit in der qualitativ nicht an— gemeſſenen Nahrung ſuchen würde. S. 500 iſt ein Boden ebenfalls aus Mangel der modernen Elemente un⸗ fruchtbar. Sein Uuntergrund enthält ſie, daher der Rath:„Menge den unter⸗ grund mit der Dammerde und du machſt ſie fruchtbar.“ Eine geläuterte Land— wirthſchaftslehre rathet dagegen: Hüte dich, den Untergrund heraufzubringen, wenn du nicht im Stande biſt, die todte Erde auszudüngen ꝛc. Wo die belieb⸗ ten Stoffe nicht fehlen und der Boden dennoch unfruchtbar iſt, dort muß ihre unpaſſende Verbindung die Unfruchtbarkeit herzaubern. So heißt es S. 502:„Kali, Natron ec. ſind an Kieſelerde gebunden; da aber Silicate ſchwer löslich ſind, ſo iſt der betreffende Boden aus dieſem Grunde unfruchtbar.“ Mit dieſen Erklärungen geräth ſogar der Verfaſſer S. 505 mit ſich ſelbſt in einen Widerſpruch; denn er ſieht den Grund des geringen Chlor— gehaltes im Boden darin, daß die Pflanzen das Chlor wieder ausſcheiden. Wenn die Grundſtücke das Chlor durch das Regenwaſſer empfangen, warum findet der Verfaſſer auf unfruchtbaren Grundſtücken kaum Spuren von Chlor, während die fruchtbaren, ungeachtet der vielen Pflanzen, die hier wachſen, einen ziemlich bedeutenden Chlorgehalt aufweiſen bönnen? Wahrſcheinlich ſcheiden nur die wildwachſenden Pflanzen das Chlor aus, während es die Culturpflanzen binden.— Zu welcher Jahreszeit, bei welcher Beſchaffenheit der Atmoſphäre, nach welchem Regen, nach welcher Frucht, zu welcher Tageszeit muß die Analyſe erfolgen, und von welcher Stelle des Ackers muß die Erde genommen werden ꝛc., wenn man 0,001 pCt. Kali, Natron ꝛc. oder bloß Spuren wahrnehmen will? Ich will dadurch keineswegs in Abrede ſtellen, daß Kali, Natron ꝛc. die Vegetation zu befördern nicht im Stande ſeyen, glaube jedoch behaupten zu können, daß der Verfaſſer ihren Einfluß auf das Pflanzenleben überſchätzt habe(§. 50). Hlubek's Statik. 6 obwaltenden Wirthſchaftsverhältniſſe, eine Steigerung in der Er— tragsfähigkeit möglich, oder nicht. Können die Erträgniſſe, mit Hinblick auf die bisherigen Erfah⸗ rungen der Pflanzencultur, nicht geſteigert werden*), dann entſteht bloß die Frage: Um wieviel iſt der Reichthum des Bodens durch die erzielten Ernten vermindert worden, und wie muß der Erſatz beſchaf— fen ſeyn, um die Verminderung zu decken? 2 Erfolgt in einem ſolchen Falle der qualitativ und quantitativ angemeſſene Erſatz, dann beharrt der Neichthum im Zuſtande der größtmöglichen Productionsfähigkeit, und eine Wirthſchaft, die dieſen Zuſtand erhalten kann, befindet ſich auf dem Beharrungs⸗ puncte der größten Productivität. §. 74. Iſt dagegen eine Steigerung möglich, dann iſt nicht hinreichend zu wiſſen, wie groß der zu leiſtende Erſatz ſeyn ſoll, ſondern es muß auch erhoben werden, um wieviel der abſolute Reichthum vermehrt werden muß, wenn die Productionsfähigkeit des Bodens um ein Zwolffaches geſteigert werden ſoll. Sind in einem ſolchen Falle die Ernten das Reſultat eines na— tuͤrlichen Reichthums, alſo ein Minimum für den gegebenen Boden, und eine Wirthſchaft leiſtet nur das Entzogene, dann verharrt der Reichthum im Zuſtande der geringſten Productionsfähigkeit, und eine Wirthſchaft, die dieſen Zuſtand erhält, befindet ſich auf dem Beharrungspuncte der geringſten Productivität. Leiſtet ſie dagegen mehr oder weniger, als das Entzogene beträgt, dann iſt im erſten Falle ihre Productivität im Steigen, im letzten dagegen im Sinken begriffen. §. 75. Es mag der eine oder der andere Fall eintreten, ſo iſt es jeder— zeit zu wiſſen nothwendig, der wievielte Theil des abſoluten Reich— thums in den erzielten Ernten enthalten iſt; denn ſo lange dieſer *) Man hat in der Landwirthſchaft ebenſowenig wie in den andern Ge⸗ werben das non plus ultra gefunden. Wenn es alſo heißt: Das Erzeugniß kann nicht geſteigert werden, ſo will das nichts anderes ſagen, als daß man bei einem den Verhältniſſen angemeſſenen Wirthſchaftsſyſtem, ſo lange die Beſtellungsart ſich gleich bleibt, durch Reichthumvermehrung keine größere Ernten erzielen kann. — Wenn Jemand z. B. bei den Cerealien 400 Pfund Stallmiſt pr. Joch alle drei Jahre anwendet, der kann die Ernten dadurch nicht ſteigern, wenn er 500 Ctr. anwendet, weil er ſonſt das Lagern des Getreides bewirken würde. Durch Aen⸗ derung des Wirthſchaftsſyſtems und der Beſtellungsart können aber die 500 Ctr. noch allerdings eine Steigerung in der Productivität eines Gutes hervorbringen. ———— C. Handelspflanzen. Er⸗ fah⸗ Ertrag an: Ge⸗ ſeht Namen Größe wicht di 3 i 5 Zulammen[n. ö. Anmerkung. Pflanzen Ausſaat Haupttheilen Uebentheilen in Metzen tiv von— bis ouuſch. 3 1 1 Metzen Pfund-·/ Metzen Ctr. Metzen Ctr. Ctr. 1 Pfund ie——-————————————õ————————-—— Flachs Annen 1 Lein 2—4—— 3—5 8— 10 4— 6[11— 16,5[13,72[55— 56 2Hanf 2,5— 3—— 6— 8[25— 30 ʃ[12— 14 28— 34 31[42— 13 Stroh end 3 Rübſen— 10— 12 24— 30 17— 222—[20— 25 37— 47 42[72— 75 ruß 4 Naps— 10— 12 24— 30 12—16—[25— 30 37— 46 41,5[51— 53 hrt 5 Mohn— 2 10—15 7— 11—[z25— 30 32— 41 36,5 74—75 ein 6 Leindotter— 2, 12—18 9—13—[15— 20] 24— 33[28,5[76— 78 7[Sonnenblume 0,2— 0,3— 40— 50—————— -⸗ 8 Safran—— o, 15-— 0,250—————— Nach Pohl im zweiten und drit⸗ . 9 Kuͤmmel—— 20— 35 9— 17— 12— 15 21— 32 26,5 45— 50 ten Jahre 46 Pfund, nach dee 10[Anis—— 20—30 8—12———— 42 Putſche's Encyclopädie im nd 11(Fenchel—— 20— 30—————— dritten Jahre 36 Pfund. em 12 Koriander—— 40— 50—————-—[32— 35 een 13[Tabak——— 13— 15————— ten 14 Waid 0,5— 41—— 320————— ken 15[Wau— 20— 24— 15— 40————— 16[Krapp——— 14—46————— JFährliche, trockene Wurzeln. 17 Saflor——- o,s8— 1 12— 16———— . 18 Senf—— 25— 35—————— h⸗ er. je⸗ ann em art nn. rei tr. en⸗ tr. Tabelle F zu§. 79. 2 82 rutto ertrag Zu Selte 33. nach Abzug der Auskaat pr. n. ö. Joch von nachkolgenden landwirthſchaktlichen Pklanzen, neblt Angabe ihres Werthes in Roggen ausgedrückt. Hurchſchnittsertrag nach Abzug der Ausſaat Werth der Ernten in Roggen Namen an Haupttheilen an Nebentheilen zuſammen von d. Hauptth.[von d. Nebenth. zuſammen 5 der che⸗ fu u ſnu⸗. Anmerkung. Pfla nzen genau waßſe genau her. genau her. genau her. genau her. genau her. —— Str. m— 1 Weizen(Winter⸗-)12,242 12˙33 30145,242 4214,58 14[2,50 3 Der Metzen zu 83 Pfd. Sommerwei⸗ zen hat den Werth 12. 2[Roggen(Winter⸗)[11,200 11ʃ35 35 146,2 46˙11,2 11[2,5 3[13,7 14 detto zu 80 Pfd. Sommerroggen zu . 10 Ctr. 3(Gerſte(große) 12,07 2122,5 22[34,57 34˙[10,22 10[4,5 5 14, 72 15 detto zu 68 Pfd. 4 Hafer 11,93 2 ˙½40 40 ˙[5 1,937 52 8,7 9[7,24 7 15,94 16 ſdetto zu 45 Pfd. 5(Hirſe 18,9 22 19˙35 35 ˙[53,922 54[2 1,5 22 7,27 7[28,77 29[detto zu 77 Pfd. 6 Kukurutz 54,264 54˙70 70˙[14,264 124[67,82 68[5,83 6[73,65 74[detto zu 84 Pfd. 7(Erbſen 20,425 20]¹29 30]/[49,425 50°21,05 21[6,88 7[27,93 28(detto zu 95 Pfd. S Wicken 14,95 15[25 25 39,95 l 40/14,51 14 6,72 7[21,23 21 ſdetto zu 92 Pfd. 9[Bohnen(Pferde⸗[21,582 22˙[21 20[49,682 4219,61 20[6,49 6[26,10 26[detto zu 97 Pfd. 10[Linſen 43,4 1 13˙12,5 121[25,61 25 ʃ13,94 14 3,2 3[17,14 17[detto zu 92 Pfd. 11(Buchweizen 10,615 10 ¹10,5 10[21,115 20 ˙10,00 10 3,6 4[13,6 14 detto zu 42 Pfd. Ernährungsfähig⸗ 12(Klee 80 80[2,5 Sam, 2 /82,5 82˙129,63 30——[29,63 30keit nach der Analyſe zu 66 pCt. 13(Luzerne 120 4120˙5,5 5˙125,5[125˙[52, 15 52—— 52,15 52 14(Esparſette 32,5 32———— 12,35 12———— 15 Kopfkraut 550 550⁰%—-——— 34,375 34——[34,375 34 16([Krautruben 500 500ʃ1250 250 750 750 ˙54,945 55 10,414 10[65,355 65[2400 Pfd. Blätter= 100 Pfd. Rogg. 17[Nunkelrüben 325 325] 80 80 405 400[29,427 ‧29 3,33 4[32,727 33 detto. 18[Weiße Rüben 500 500][300 300 800 800[35,637 36 10 10o H45,637 46[3000 Pfd. Blätter= 100 Pfd. Nogg. 19 Möhren 325 325 30 30 355[350 /41,087 41 1 42,087 42detto. 20(Paſtinaken 325 325 35 351 360 360 ʃ40,625 40] 1,16 1 41,785 41[detto. Wie Wurzel 800— 100 fd. 21(Kartoffeln 226 226 70 70¹ 296 300/B 1,016 41 2,33 2[43,346 43 Samen 22 Lein 4 Flachs 4·4,65 S. 5S. 13,65 14— 414,09 ⁰ 1111— 18 ſesen zu 55 Pfd. 33 Pfd. Samen 5 Annen 5 A.—= 100 Pfd. Roggen. 23[Hanf 7 7110,42 S. 10⁄30, 42 30— 7 13,368[13-— 20 detto zu 42 Pfd. 78 Pfd. Samen— 13 A. 13 V 100 Pfd. Noggen. 24[Nübſen 19,71 20[22,5 22 12,21 42127,375 27=—— ddo. zu 73 Pfd. 72 Pfd.= 100 Pfd. Rogg. 25 Naps 14,04 14122,5 22136,54 36 19,5 20-⸗½———— beo. zu 52 Pfd. 72 Pfd.= 100 Pfd. Rogg. B. Futterpflanzen. Er i r g g a n: Namen Gröſse der a) Haupttheilen b) Nebentheilen c) Zuſammen* *½2 a Ausſaat IrSGemen S Anmerkung. Pflanzen friſchen trockenen friſchen trockenen friſchen S von— bis uunſo. 8 —— Metz. Pfd. Ctr.— Gtr. Ctr. 1(Klee—-—[15— 24˙[222— 296 60— 100— 2— 3 Sam.— 62— 103 82,5 73[Oer Metzen Kleeſa⸗ 2 Luzerne-— 20.—30/333—666 80 160-„—6⸗— 85— 166 12,55[76] men wiegt 66,4Pfd. 3 Esparſette 4—6—[119— 190] 25— 40— 14— 16 Mtz.———— 1 Spörgel——— 10— 12—————— luuf einem loſen Sand⸗ boden erhielt ich 5Muhar(Panic. dieſen Ertrag. Mah.) 0,5—— 20—40——————GWird häufig in der 6 Wicken, allein 2— 3—[130— 174 30— 40——— 30- 40 35[e? Mäültärgränze an⸗ 1 ½ W. Lehauf⸗ 2 ½ H. 7(Wicken mit Hafer 4—[110—157]ʃ35— 50——— 35-— 50 42, 5 68 SErbſen 2—4—[150— 200 30— 40——— 30— 40 35[80 9 Kopfkraut—— 500— 600[120— 144] Blätter—— 120— 144˙132 76 10(Krautrüben——[400— 600 52— 78[200— 300[20— 30(2)[600— 900 72— 108 90 87 11[Runkelrüben— 4— 5[250— 400 35— 56 60— 100 8— 44 310— 500 43— 70 56,5[86[Bei gänzlicher Aus⸗ 12(Weiße Rüben——[100— 600 36— 54[200— 400]18— 36 ſG600— 1000 54— 90 72[91tuar ung ⸗ 13(Mohren— 6 250— 400 35— 56 25— 35 3—5 275— 435 38—61 49,5[86 14 Paſtinaken— 6 250— 400 50— 84 30—40 6—8 280— 440 56— 92 774 79 15(Kartoffeln 20— 30%—[200— 300 52— 78 60— 80 10—12 260— 380 62— 90 76[74[Oer Metzen wiegt 16(Knollige Sonnen⸗ 90400 Pfund. blume 20— 30—[200— 250 46— 50—————-— 77 Tabelle Ezu§. 79. Zu Seite 83. abelle über den Ertrag der— A. Getreidepflanzen. Gröſse der Aus Ertrag pr. n. ö. Joch ohne Abzug Namen ſſaat pr. n. d. Joch der Ausſaat(Sewicht verhältniſs E der in 1 b. c. Zuſammen ſeines n. ö. des 1e Anmerkun g. — bis Durch⸗— ewichtes Pflanzen on 16 hin Körner Stroh von ⸗— bis in zani Aletzen ai 35 Metzen Metzen Ctr. Ctr. CEtr. 1(Winterweizen 1i,5— 3 2,25 ſ16— 1830— 36ſ 45— 51 48 ſSO— 86 40,6:100 ſ Wo der Vuchweizen als zweite 2(Sommerweizen 2—3 2,5[12— 14[20— 30 30— 41 35,5[80—– 86— Frucht angebaut wird, dort 3(Spelz oder Dinkel 3— 6 4,5[32— 36[30— 36 45— 51 48 40— 43 2) 42:400(²) kommen nur 12 Metzen Er⸗ 4(Winterroggen 2—4 3 16— 18[30— 40 42— 54 48[78— 84 41,5:100 trag zu veranſchlagen. 5(Sommerroggen 2—5 3,5[12— 16[20— 30 29— 42 35,5 75 66:100(2) 6(Große Gerſte 2,5— 5 3,75 18— 25 ˙[20— 25 31— 43 37 64— 72 50,7:400 7(Kleine Gerſte 2—4 3 12— 18[10— 15———— 8 Hafer 2— 5,5 4,25[25— 40[30— 50 40— 70 55 40— 50 61,6: 100 9 Hirſe 0,3— 0,5 0,4[2o— 30[30— 40 45— 63 54 76— 78 55:100 10 Kukurutz 0,3— 0,5 0,40[60— 70 60— 80[109— 140 124,5[82— 86 78:100 11(Erbſen 02— 3 2,5[12— 36[18— 40 29— 77 53 94— 96 30:400 Von Kichern und Platterbſen iſt 12(Wicken 1,5— 2 1,75 16— 20 ˙[20— 30 33— 48 40,5[92— 93 30:400 der Ertrag geringer. 13(Pferdebohnen 2,5— 3 2,75[20— 30[18— 24 37— 53 45 96— 98[104:100() 14(Saubohnen 5— 6 5,5[30— 50 18— 24———— 15 Linſen 1— 25 1,75[14— 18[10— 15 22— 31[26,5 90— 93 106:100 16(Faſeolen 1,6— 2 1,8 25—30——— 90— 96— 17 Buchweizen 0,5—1 0,75 12— 4010— 121 14— 30 22 40— 45 ſ50,7: 100() 225 83 Antheil nicht gegeben iſt, ſo lange vermag die Statik des Ackerbaues nicht, das Verhältniß zwiſchen dem zu leiſtenden Erſatze und der Erſchöpfung feſtzuſtellen und mithin alle übrige Fragen, die an ſte geſtellt werden, zu beantworten.— Wie ſich dieſes Verhältniß nach dem gegenwärtigen Standpuncte unſers Wiſſens geſtaltet, wird die Folge lehren. §. 76. Den relativen Reichthum beſtimmen, heißt: das Verhältniß ſei— nes Gewichts zu dem Gewichte der erzielten Ernten angeben. F. 77. Zur Ausmittelung dieſes Verhältniſſes wird erfordert: 1. Eine genaue Kenntniß des abſoluten Reichthums; 2. das Gewicht der ſämmtlichen Ernten im trockenen*) Zu— ſtande, und 3. die Verminderung des abſoluten Reichthums nach der Be— endigung eines gegebenen Turnus. §. 78. Wie der abſolute Reichthum beſtimmt werden kann, iſt bereits §. 70 angegeben worden; was das Gewicht der Ernten betrifft, ſo muß dasſelbe von Fall zu Fall angegeben werden, da ſich die Sta— tik auf wirkliche örtliche Thatſachen ſtützen muß, wenn ſie für die Oertlichkeit richtige Reſultate liefern ſoll**½). §. 79, Da die Statik des Ackerbaues nicht nur bei Aufſtellung, ſon⸗ dern auch bei Anwendung ihrer algebraiſchen Formeln von den bis— her im Gebiete der Landwirthſchaft gemachten Erfahrungen aus— gehen muß, wenn ſie als Wiſſenſchaft und nicht als ein vereinzeltes Neſultat erſcheinen ſoll, ſo ſind zum weitern Gebrauche die Ergeb— niſſe in Betreff der Größe und des Roggenwerthes der Ernten der verſchiedenen landwirthſchaftlichen Pflanzen in den Tabellen E und F zuſammengeſtellt worden. Die Tabelle E gibt den Bruttoertrag pr. Joch ohne Abzug der Ausſaat; dagegen iſt in der Tabelle F die Ausſaat in Rechnung gebracht. *) Es bedarf wohl keiner Nachweiſung, daß das Gewicht im trockenen Zu⸗ ſtande erhoben werden muß. **) Die Statik bedient ſich der algebraiſchen Formeln aus keinem andern Grunde, als um die Oertlichkeit außer der Betrachtung laſſen zu können, und mithin, um ihre Sätze allgemein auszudrücken. Werden in ihren Formeln nur Durchſchnittswerthe für die Buchſtaben ſubſtituirt, dann iſt es nicht ihre Schuld, wenn ihre Reſultate bei einer beſtimmten Oertlichkeit nicht richtig erſcheinen. 6* 84 Die Reduction auf Roggenwerth erfolgte nach einem Durch⸗ ſchnitte, welcher ſich aus den Angaben der zu§. 224 gehörigen Ta⸗ belle ergeben hat.— 4§. 80. Mit weit mehr Schwierigkeiten iſt die Feſtſtellung des dritten Punctes verbunden, weil einerſeits nur wenige Verſuche über die Erſchöpfung des Bodens angeſtellt wurden und weil andererſeits die angeſtellten manche Gebrechen beſitzen, welche ihre Anwendung ſehr beſchränken*). §. 81. Um den Antheil auszumitteln, um welchen der abſolute Reich— thum durch die Cultur der Gewächſe vermindert wird, kann man auf eine directe und indirecte Art verfahren, und jede kann wieder ent weder analytiſch oder ſynthetiſch durchgeführt werden. A. Directes Verfahren, den relativen Reichthum oder die Größe der Verminderung des abſoluten Reichthunts wäh⸗ rend eines gegebenen Turnus zu beſtimnten. a) Analytiſches Verfahren. §. 32. Bei dieſem Verfahren muß der Boden nach jeder Ernte analy⸗ ſirt werden, um ſeinen Reichthum zu finden. Wird nach Beendigung des Turnus die Summe der Differenzen, die ſich nach den aufein ander folgenden Fruͤchten zeigen, von dem urſprünglichen abſoluten Reichthume, den der Boden beim Beginn des Turnus hatte, abgezo— gen, ſo zeigt der Reſt die Verminderung des Reichthums während des ganzen Turnus. Betrug z. B. der Reichthum eines Bodens von 6“ Tiefe 2 pCt. oder 403 Ctr. Humus(§F. 70) beim Beginn des Turnus, und zeigt die Analyſe nach der erſten Frucht 1,9 pCt., nach der zweiten 1,82 und nach der dritten 1,75 pCt., ſo beträgt die Reichthumsvermin— derung 0,1+ 0,08+ 0,07= 0,25 pCt. oder 50,8 Ctr.(§K. 70). Ware das Gewicht der drei Ernten z. B. 100, dann würde ſich das Erzeugniß zur Erſchöpfung wie 100: 50,8 oder 2: 1 verhalten, )„Mir ſind außer den Block ſchen Verſuchen keine andere bekannt, welche über die Erſchöpfung des Bodens angeſtellt worden wären. Ich werde in der Folge Gelegenheit finden, darzuthun, daß auch dieſe Verſuche, ſo ſchätzens⸗ werth ſie auch ſind, nicht mit wiſſenſchaftlicher Strenge durchgeführt wurden, in⸗ dem ſie auf Widerſprüche führen. 4 d di betrage g hhes i Boden nicht kleine deuten beinge überze d wendu es ein 1) den zu Klee m Ernte n hr her li die N reinig Verm in der mir a gelun Nethe ligen Dr. 6 fahren haben raddeir 137 Gt Durch⸗ en Ta⸗ dritten ber die rerſeits endung Neich⸗ nan auf der ent er die wäh⸗ analy⸗ digung aufein bſoluten abgezo⸗ waͤhrend 22 pt. nd zeigt Il 1,82 ermin §. 70).: ſich das rhalten, bekannt, werde in ſchätzens⸗ liden, in⸗ d. h. die Reichthumsverminderung würde die Haͤlfte des Erzeugniſſes betragen. §. 83, Wenn auch dieſes Verfahren als das richtigſte erſcheint, wel— ches man anwenden kann, um anzugeben, wieviel Reichthum einem Boden durch jede einzelne Pflanze entzogen wird, ſo iſt doch das— ſelbe praktiſch unausführbar, und zwar: 1. Weil es beſondere Kenntniſſe der Chemie vorausſetzt, die man ſelbſt bei gebildeten Landwirthen nicht immer antrifft, und 2. weil unter hundert Analyſen eines und desſelben Bodens nicht zwei vollkommen übereinſtimmend angetroffen werden, und kleine Differenzen in den Procenten des Humusgehaltes ſchon be— deutende Verſchiedenheiten in dem abſoluten Reichthume hervor— bringen, wie man ſich aus den§. 70 angeführten Tabellen leicht überzeugen kann*). b) Synthetiſches, empiriſches Verfahren. §. 84. Dieſes Verfahren iſt dasjenige, welches bisher die meiſte An— wendung von Seiten der Landwirthe gefunden hat; daher erheiſcht es eine beſondere Würdigung. *) Anfänglich glaubte ich an dieſer Methode den Stein der Weiſen gefun— den zu haben. Ich beſtimmte vor dem Beginn des Turnus(Kukurutz, Gerſte, Klee und Weizen) den Reichthum des Bodens ſo genau als möglich. Nach jeder Ernte wurde der Boden analyſirt; allein ich erhielt, ſobald mehrere Analyſen zur Prüfung vorgenommen wurden, keine übereinſtimmende Reſultate; da— her läßt ſich von dieſer Methode kein praktiſcher Gebrauch machen. Ich ließ die Wurzel des Kukurutz und des Klees auf einer kleinen Fläche ſammeln, reinigen und trocknen, um ihr Quantum und mithin ihren Einfluß auf die Vermehrung des Reichthums zu beſtimmen. Das Reſultat hiervon findet man in der Beilage, wo ſich meine Verſuche zuſammengeſtellt befinden. Wenn es mir auch durch die viele Mühe, die ich auf dieſe Methode verwendete, nicht gelungen iſt, die relative Erſchöpfung auszumitteln, ſo hat mich doch dieſe Methode dadurch entſchädigt, daß ſie mir einen ſtrengen Beweis über den wich— tigen Einfluß der Kleewurzel auf die Reichthumsvermehrung lieferte.— In Dr. Sprengel’s Düngerlehre a. a. O., S. 147, finde ich dasſelbe Ver⸗ fahren angegeben, um die Erſchöpfung der Wicken zu beſtimmen. Nach ihm haben die Wicken den Humusgehalt von 3 pCt. auf ½ pCt. in vier Jahren reducirt, alſo 500 Ctr. Humus auf dem Joche conſumirt, während ſie nur 132 Ctr. trockene Subſtanz in dieſem Zeitraume erzeugten(!). Dr. Sprengel ſcheint von Jahr zu Jahr dasjenige zu vergeſſen, was er geſchrieben hat; denn ſonſt würde er wenigſtens ſich ſelbſt nicht in Wider- ſprüche verwickeln. In ſeiner Bodenkunde, Leipzig 1837, S. 554, gibt er die Anglyſe eines Bodens an, der ſeit 160 Jahren nicht gedüngt wurde und der jährlich die reichſten Ernten abführt. Der Reichthum dieſes Bodens beträgt 0,612 pCt.; dieſer Reichthum muß ſeither(1837) ganz verſchwunden ſeyn, da eine bloße Wickenernte 0,5 pEt. Humus dem Boden entzieht. Einem in Reichthum ſtehenden Boden kann der Humusgehalt nur nach ſehr vielen Jah— ren ſo ſtark entzogen werden(§. 119) 86 Man fühlte allgemein die Nothwendigkeit, eine Einheit zur Beſtimmung des Bodenreichthums feſtzuſtellen, und dieſe Einheit nannte man einen Grad. Die Schwierigkeit, die bei der Feſtſtellung einer ſolchen Einheit Statt fand, war die Ausmittelung der Menge und der Beſchaffenheit organiſcher Ueberreſte, welche die Einheit ſelbſt conſtatiren ſollten. Dieſe Schwierigkeit mußte um ſo größer erſcheinen, als einerſeits die Pflanzenphyſiologie erſt aufzutauchen beginnt, und als andererſeits der landwirthſchaftliche Zeitgeiſt die von dem großen A. Joung vorgezeichnete Bahn verließ und ſich in eine endloſe Journaliſtik, der es um Ausfüllung des Blattes und Auftreibung von Abnehmern, aber nicht um Förderung der Wahrheit zu thun iſt, auflöſ'te*). Beſtimmung eines Grades Reichthums. a) Nach A. Thaer. §. 85. A. Thaer ſetzt 2 ⅛ Fuder mürben Stallmiſtes à 18 ½ Ctr. gleich 10 Grad(= 10⁰) Reichthum**); mithin ſind 100° gleich 2,25* 18,5= 41625 Ctr. mürben Stallmiſtes, alſo 10° gleich 4,1625 Ctr. Da nach ihm der zur Berechnung der Düngerproduction aus den Futter- und Streumaterialien dienende Factor=— 2,3, ſo iſt 41,625: 2,3= 18,09 Ctr. Die Menge des Futters und der Streu, die erfordert wird, um 41,625 Ctr. ungegohrenen Stallmiſt zu erzeugen, da der Miſt durch die Gährung bis zum mürben Zu⸗ ſtande den 6. bis 4. Theil ſeines urſprünglichen Gewichts verliert (§. 195), ſo ſind zur Erzeugung von 41,625 Ctr. mürben Stall⸗ miſtes oder zur Hervorbringung von 10° Reichthum(welcher in der Folge miter bezeichnet werden ſoll) 24,09 Ctr. Futter und Streu erforderlich, alſo zu einem Grad 2,409 oder näherungsweiſe 2,4 Ctr. *) Wenn ich bedenke, wie ſchwer, ja außerordentlich ſchwer es iſt, eine neue Erfahrung im Gebiete der Naturwiſſenſchaften zu machen, und auf der andern Seite das Heer von Journalen, von welchen keines, wenigſtens nicht von den mir bekannten, einen im Geiſte A. Young's oder Sinclair's angeſtellten Verſuch enthält, betrachte, dann kann nur ich mir nicht nur die Verlegenheit der Redactionen, ſondern auch den Ekel und den Hohn, den man gegen ein ſogenanntes rationelles, landwirthſchaftliches Wiſſen ſelbſt bei Män— nern von recht geſundem Hausverſtande antrifft, erklären.— Hat ſich mit der Leerheit eines Blattes auch noch die Leidenſchaft vermählt, wie es leider nicht ſelten der Fall iſt, dann hat es auch die dem Zeitgeiſte angemeſſene Würze er— halten. Doch Ehre dem, dem Ehre gebührt.. *) Thaer, rat, Landw., B. 1, S. 158. ———— Gtr.), heit zur Einheit ſtelung Nenge Einheit größer tauchen heiſt die und ſich Vlattes ung der 2 Ctr. gleich gleich n aus ſo iſt nd der allmiſt en Zu⸗ verliert Stall her in Streu Etr. t, eine nuf der z nicht air's ur die en man Män⸗ nit der rnicht rze er⸗ §. 86. Die Ausſaugung eines Scheffels Weizen beträgt nach Thaer (§. 258 d. rat. Landw.) ℳ0 Fuhren zu 20 Ctr., alſo 13 Ctr.(d. i. 12,025 W. Ctr.), eines Scheffels Roggen 10, Gerſte 7 und Hafer 5 Ctr. mürben Stallmiſtes. Rechnet man den Scheffel Weizen zu 86, Roggen zu 80, Gerſte zu 70 und Hafer zu 50 Pfund, dann werden zur Hervorbringung von 100 Pfund Weizen 15,11, ⸗ ⸗- NRoggen 12,50, 2 ⸗ Gerſte 10,00, und ⸗ ⸗ Hafer 10,00 Ctr.*) mürben Stallmiſtes erfor⸗ dert, alſo im Durchſchnitte 11,90 Ctr. Wird 1o0er zu 4 Ctr. angenommen(genau iſt 1“r= 4,1625 Ctr.), dann ſind nach Thaer 4 r= 100 Pfund Weizen, 1³1— 25 ⸗ ⸗ 30 r— 100 ⸗ Noggen, 40r= 33,33 ⸗ 2,5⁰ r= 100 ⸗ Gerſte, 45r— 40* 2,50 r— 100 ⸗ Hafer, 4= 40 ⸗ ⸗ alſo im Durchſchnitte der vier Hauptfruͤchte: 1or(= 4 Ctr. mürben Stallmiſtes)= 34 Pfund Korn, d. h. ein GradReichthum iſt ein ſolches Quan⸗ tum mürben Stallmiſtes, welches im Stande iſt, 34 Pfund Korn aller Art zu erzeugen. Um 4 Ctr. mürben Stallmiſtes zu erzeugen, dazu werden nach dem, was bereits früher geſagt wurde, 240 Pfund Futter und Streu erfordert(§. 85); alſo werden auch zur Erzeugung von 34 Pfund Korn aller Art 240 Pfund Futter und Stroh oder 7,06 Vinni für Pfund Korn erfordert. Der Grund der ſich widerſprechenden Folgerungen, welche ſich aus den Thaer'ſchen Angaben deduciren laſſen, liegt in dem un— glücklichen Gedanken, daß Thaer die Ausſaugung mit der Er— nährungsfähigkeit in eine Parallele ſtellte und die Rechnung nach dem Volumen und nach dem Gewichte führte. Das Geſagte mag *) Der Widerſpruch iſt einleuchtend: Gerſte und Hafer ſind gleich, wäh— rend ſie doch in dem Verhältniſſe 7: 5 ſtehen ſollten. 88 einſtweilen genügen; in der Folge werde ich Gelegenheit finden, die Thaer'ſchen Angaben näher zu prüfen. b) Nach Crud. §. 87. Crud*) rechnet 10 Fuhren à 20 Ctr. für 100°r, alſo 2 Ctr. mürben(2) Stallmiſtes für lor. Die weitern Berechnungen über die Erſchöpfung ſind ſo wie bei Thaer.— So veranſchlagt Crud S. 109 die Erſchöpfung von S Scheffeln Weizen mit 520 Reich⸗ thumsverminderung. Da nach Thaer für 1 Scheffel Weizen 13 Ctr. mürben Stallmiſtes erfordert werden, ſo ſind für 8 Sch. 104 Ctr. erforderlich, welche, durch 2 dividirt, 5 2 r geben. Warum Crud 1°r= 2 und nicht, wie Thaer,= 4 Ctr. mürben Stallmiſtes ſetzte, bleibt um ſo mehr unerklärlich, als ſein Werk als Supplement⸗Band der rat. Landw. von Thaer erſchei⸗ nen ſoll*). c) Nach Thünen. §. 88. Unter einem Grad Reichthum verſteht Thünen***) ein ſol— ches Quantum Pflanzennahrung, was zur Hervorbringung eines Berliner Scheffels Roggen erfordert wird. Da nach ihm durch eine Fuhre Dung von 2000 Pfund, welche aus S70 Pfund Futter und Einſtreu entſtanden iſt, 3,2 Scheffel Roggen producirt werden(bei der ſtebenſchlägigen Koppelwirthſchaft), ſo ſind 3,20r= 2000 Pfd. Stallmiſt= 870 Pfund trockener Subſtanz, alſo: 42r Z 625 Pfund= 6,25 Ctr. Stallmiſtes, oder 1⁰ r= 271,87 ⸗—= 2,7187 ⸗ trockener Subſtanz. Daher werden zur Erzeugung eines Scheffels Roggen à 80 Pfd. 6,25 Ctr. Stallmiſtes oder 2,7 Ctr. trockener Subſtanz erfordert. §. 89. Das Erforderniß an Pflanzennahrung bei den übrigen Cerea⸗ lien wird nach folgenden Verhältniſſen beſtimmt: *) Oekonomie der Landwirthſchaft von Bar. E. v. Crud, Leipzig 1823, S. 89. Aus dem Franzöſiſchen von C. F. W. Berg. **) R. Andre in ſeiner Darſtellung der vorzügl. landw. Verhältniſſe, Prag 1831, herausgegeben von Rieger, hat, was die Statik betrifft, Thaer unrein abgeſchrieben, weil er Manches unrichtig wiedergab. Wie Lit in wint ſchon dieſem großen Manne eine ſolche unlautere Ehre wider⸗ *) Thünen's Iſolirter Staat, Hamburg 1826, S. 45. ——᷑—᷑—x—⸗xxx——— ½ — — —2 de 89 eu, die Weizen zum Noggen 16:12, Gerſte ⸗ ⸗ 9:12, und Hafer ⸗ ⸗ 7:42. Dieſem nach werden zu 1 Scheffel Weizen erfordert 8,5, 2 Ch. 1 ⸗ Noggen ⸗ 6,2, nüber- 1 ⸗ Gerſte ⸗- 4, S8, und Frud 2 1 ⸗ Hafer- 3,73 Ctr. Stallmiſtes. Reich⸗ Rechnet man wieder den Scheffel Weizen zu 86, Roggen zu 80, Keizen Gerſte zu 70 und Hafer zu 50 Pfund, dann werden zur Hervor⸗ § Sch. bringung von 100 Pfund Weizen 9,88, Etr. 5- Noggen 7,75, s ſein—- Gerſte 6,85, und ſchei⸗— ⸗ Hafer 7,46*) Ctr. Stallmiſtes erfordert, alſo im Durchſchnitte 8,00**). §. 90. Da nach Thünen lor= 6,2 Ctr. Stallmiſtes iſt, ſo ſind: ſol⸗ 1,54 r= 100 Pfund Weizen, eines 1“r— 65 ⸗ ⸗ naͤherungsweiſe, eine 1,25 r= 100 ⸗ Noggen, rund 10r Z— 80 ⸗ ⸗ (bei 1,07° r=Z 100 ⸗ Gerfſte, än. 43 93,45= 5 1 1,160r= 100 ⸗ Hafer, und 1„= 86,207„⸗ ⸗; alſo im Durchſchnitte aller vier Fruchte 1lor= 81 Pfund Korn aller Art, d. h. ein Grad Reichthum iſt ein ſolches Quantum von Nahrungs⸗ di ſtoffen, welches im Stande iſt, 81 Pfund Korn“ Teis aller Art zu produciren. §. 91. erea⸗ Da aber lor= 6,2 Ctr. Stallmiſtes und zur Erzeugung von 6,2 Ctr. Stallmiſtes 2,7187 Ctr. Futter und Streu erfordert wer⸗ 4 den, ſo kann man mit 2,7187 Pfund trockener Subſtanz, welche in 1823, riſe,*) Alſo erſchöpft der Hafer den Boden mehr, als die Gerſte 69. trifft, ·*) Würde man den Verluſt, den der Miſt durch die Gährung erleidet, Wie in Rechnung bringen, dann würden die Differenzen zwiſchen dieſen und den der⸗ Thaer'ſchen Angaben noch größer erſcheinen. Sie ſind übrigens groß genug, — um ſich die Ueberzeugung zu verſchaffen, welche Einheit in den Angaben über die Erſchöpfung des Bodens herrſcht. * 90 Dung umgewandelt wird, 84 Pfund Korn aller Art hervorbringen; mithin werden zur Production von 1 Pfd. Korn aller Art 3,34 Pfd. trockener Subſtanz erfordert, oder näherungsweiſe 1 Pfund Korn = 3 Pfund trockener Subſtanz. Nach Thaer hingegen 1 Pfund Korn= 7 Pfund(genau — 7,06) trockener Subſtanz, alſo mehr als das Doppelte. Welche von dieſen um mehr als die Hälfte differirenden An— gaben iſt die wahre? Ich werde in der Folge(§. 104)*) nachwei⸗ ſen, daß im Allgemeinen weder die eine noch die andere als die rich— tige erſcheint, und daß die Statik des Ackerbaues genau die Verhält— niſſe in's Auge faſſen muß, wenn ſie von Zahlen ſtatt der algebrai⸗ ſchen Grßen Gebrauch machen will. §. 92. Bedenkt man, daß ſich im Allgemeinen die Strohernten zu den Kornernten bei den Cerealien wie 2: 4 verhalten**), d. h. daß auf 1 Pfund Korn 2 Pfund Stroh entfallen, ſo müſſen, nach Thünen, die Futterſtoffe ebenſoviel und nach Thaer das Fünffache der Kornernten betragen, wenn der Boden in einem gleichen Grade des Reichthums erhalten werden ſoll. Man müßte alſo für 100 Pfund erzeugten Korns zu der Strohernte von 200 Pfund nach Thünen 100 Pfund und nach Thaer 500 Pfund trockenes Futter hinzu— fügen und beides in Duünger umwandeln, um den Zuſtand des Gleichgewichts zu erhalten. Welcher Landwirth vermag das zu lei— ſten, was Thaer fordert? Und doch bewegen ſich Alle um ſeine Angaben wie Trabanten um eine Sonne, ohne ſich zu bekümmern, ob ihre Strahlen nicht zugleich auch blenden. d) Nach Kreyßig. §. 93. Kreyßig*m) ſagt, daß eine Getreideernte ſo viel Dungkraft dem Boden entzieht, als ihr Strohertrag, mit ebenſoviel Wieſenheu zuſammen an Nutzvieh verfüttert, an Duͤnger gibt. Da das Ver⸗ hältniß des Korns zum Stroh wie 1: 2 iſt, ſo müſſen nach dieſem Ausſpruche auf 1 Pfund Korn noch 2 Pfund Heu entfallen, alſo 29 Siehe Tabelle E,§. 79. **) Siehe auch den V. Abſchnitt, wo von der Erſchöpfung des Bodens gehandelt wird. **) Berichtigung und naturgemäße Begründung der landw. Ertragsbe⸗ rechnungen, Prag 1835, S. 40. a- eelar nan Rech niſ ingen; 4 9f. dKorn genau An⸗ wei⸗ rich⸗ whäͤlt⸗ ebrai⸗ Uden ß auf ten, der des fund nen nzu⸗ des lei⸗ ſeine nern, kraft iheu VLer⸗ eſem alſo odens gsbe⸗ 94 werden auf 1 Pfund Korn 2 Pfund Stroh+ 2 Pfd. Heu= 4 Pfd. trockener Subſtanz gerechnet. §. 94. Nach ſeinen Erfahrungen(S. 92) entfällt ein Cub. Fuß Dün- ger auf 4,33 Pfund Korn. Da(nach S. 43) 1 Ctr. Nauhfutter, halb Heu und halb Stroh, wenn letzteres nur zur Hälfte verfüttert wird, 5 Cub. Fuß Dünger liefert, ſo entfallen auf 1 Cub. Fuß Dünger oder 4,33 Pfund Korn 20 Pfund, und mithin auf 1 Pfund Korn 4,617 Pfund trockener Subſtanz; alſo bloß eine Differenz von 0,6 Pfund von der vorigen und 1,3 Pfund von der Thünen'ſchen Angabe pr. 1 Pfund Kornerzeugniß! §. 93. Da 5 Cub. Fuß friſchen Duͤngers 230 Pfund wiegen, ſo wiegt 1 Cub. Fuß 46 Pfund, welche auf 4,33 Pfund Korn entfallen; mit⸗ hin erfordern, nach Kreyßig, 100 Pfund Korn 10,62 Ctr. Stall⸗ miſtes als Erſatz, wenn der Boden in einem gleichen Grade des Reichthums erhalten werden ſoll. e) Nach Block. §. 96. Da die Block'ſchen*) Verſuche an einem andern Orte in's De— tail durchgegangen werden, ſo ſoll hier nur dasjenige herausgehoben werden, was in denſelben im Geiſte der bisherigen Angaben ent— halten iſt. Aus ſeinen Verſuchen geht hervor, daß man mit 10 Fuh— ren Stallmiſt à 18 Ctr. und 40 Cub. Fuß im Durchſchnitte 1825 Pfund Koͤrner erzeugt**), oder daß zur Hervorbringung von 100 Pfund Körnern 9,86 Ctr. Stallmiſtes oder 4,28 Pfund trocke⸗ ner Subſtanz erfordert werden. Dieſes Reſultat erhält man, wenn man die Kraft, welche der Boden durch die jährliche Weidebenützung erlangt, nicht in Anſchlag bringt, wie es Block that***); bringt man dagegen die Bereicherung des Bodens durch den Weidegang in NRechnung, dann entfallen auf 100 Pfund Korn 12,703 Ctr. Stall⸗ miſt †). *) Block's landw. Mittheilungen, Breslau 1830, B. 1, S. 199. **) Siehe die zu§. 180 gehörigen Tabellen. *) Es muß bemerkt werden, daß Block vor Beginn eines jeden Verſu— ches den Boden ein Jahr zur Weide benützte. †) Da Block die Bereicherung durch den Weidegang nirgends angibt, ſo glaubte ich ſie auf folgende Art beſtimmen zu können: Wurde nach der Düngung Roggen gebaut, ſo war der Ertrag 1150 Pfund, f) Nach Burger. §. 97. Burger*) ſetzt die Ausſaugung der Cerealien gleich ihrem Bruttoertrage an Korn und Stroh, d. h. nach ihm müſſen für 100 Pfund Ernte 100 Pfund mürben Stallmiſtes erſetzt werden. Da ſich, wie geſagt wurde, das Korn zum Stroh wie 1: 2 ver⸗ hält, oder da auf 100 Pfund Korn 200 Pfund Stroh entfallen, ſo werden zu 100 Pfund Korn 294 Pfd. Stallmiſtes oder 127 Pfd. Futter und Streu erfordert**); mithin iſt 1 Pfund Korn aller Art gleich 2,94(oder näherungsweiſe 3 Pfund) Stallmiſtes, oder es werden auf jedes Pfund Korn 1,27 Pfund Futter und Streu er⸗ fordert.— Welch' ein Unterſchied findet nicht zwiſchen dieſen und den vorigen Angaben Statt, und doch wird die Folge lehren, daß die Burger'ſchen Angaben in ſehr vielen Fällen einen Vorzug verdienen. g) Nach Wulffen. §. 98. Der Schoͤpfer der Vorſchule der Statik des Ackerbaues***) verſteht unter einem Grad Reichthum ein ſolches Quantum näh— hingegen ohne Düngung bloß 325 Pfund; alſo betrug die Wirkung der Düngung 1450— 325=— 1125 Pfund Roggen zu erzeugen. Und da Block pr. Morgen 10 Fuhren anwendete, ſo hat man die Proportion 1125: 325= 10: x und hier⸗ 325.10 aus Xx= ees—= 2,88 Fuhren, à 18 Ctr.,=— 51,84 Ctr.— 5184 Pfund. 25 Der durch die Düngung entſtandene Reichthum betrug 18000 Pfund, alſo zuſammen 23184 Pfund. Dieſe, mit dem Kornerzeugniſſe von 1825 Pfund divi⸗ dirt, geben 12,703 Pfund Stallmiſtes pr. Pfund Korn, oder 12,703 Ctr. pr. 100 Pfund Korn. *) Burger's Lehrbuch der Landwirthſchaft, Wien 1831, B. 2, S. 355. **) Es ſey* das Korn und y das Stroh, welche in 100 Pfund Ernte ent⸗ halten ſind, ſo iſt x+ y= 100 und X: y= 1:2, alſo x— 100— y und =, mithin 2= 100— y; y*= 100; 3y= 2.100; alſo y= 8 — 66,6; mithin x= 100— 66— 34 Pfund; d. h. in 100 Pfund Ernte ſind 66 Pfund Stroh und 34 Pfund Korn enthalten. Da zu 34 Pfund Korn 100 Pfund Stallmiſtes erfordert werden, ſo müſſen nach der Proportion 100 Pfd. Korn: 34 Pfund Korn— z Dünger: 100 Pfund Dünger auf 100 Pfund Korn 294 Pfd. Dünger entfallen, oder z muß gleich ſeyn 294 Pfd.— Werden 294 mit 2,3 dividirt, ſo erhält man 127 Pfund trockener Subſtanz, die in Dünger um⸗ gewandelt werden muß, um 100 Pfund Korn zu erzeugen. .*) Magdeburg 1830, S. 26, 45 und 55, und Möglinſche Annalen, B. 2, S. 258 4 render Korn T auf d treide mit? gleic ſo ha ds heſon tet( nan, derd däl Verh genon 1 6.§ gin, würdi daben ſen ſelben ihren en füͤr erden. ver⸗ en, ſo Pfd. er Art der es eu er⸗ tund daß orzug naͤh⸗ gung orgen hier⸗ „ alſo divi⸗ „ pr. 355, ent⸗ und 1— onte dorn pfd. dorn mit um⸗ 6.2, 93 render Stoffe, welche im Stande ſind, 100 Pfund oder 1 Ctr. Korn ohne Unterſchied*) hervorzubringen. Dieſes Quantum beſtimmt Wulffen dadurch, daß er ſich auf den Erfahrungsſatz ſtützte: Der Erſatz für eine bezogene Ge⸗ treideernte iſt gleich dem in Dünger verwandelten Strohe derſelben, mit Hinzufügung einer Heuquantität, welche dem Korngewichte gleichkommt. Da er das Verhältniß der Korn⸗ zu den Strohernten wie 1: 2,5 feſtſtellt**), ſo iſt nach ihm 10 r—= 2,5 Stroh+ 1 Ctr. Heu= 3,5 Ctr. trockener Subſtanz; alſo werden auf 100 Pfund Korn 350 Pfund und auf 1 Pfund Korn 3,5 Pfund trockener Subſtanz erfordert***). Werden dieſe 350 Pfund in Dünger um⸗ gewandelt oder mit 2,3 multiplicirt, ſo erhält man 805 Pfund; mithin werden zur Hervorbringung von 100 Pfund Korn S,05 Ctr. †+) Stallmiſtes erfordert. §. 99. So klar und für die Statik folgereich auch dieſe Sätze ſind, ſo hat doch Wulffen durch den nachfolgenden Satz die Statik des Ackerbaues in ein Labyrinth geführt, aus dem ſie ſich nur mit beſonderer Anſtrengung herauszuwinden vermag. Dieſer Satz lau— tet(S. 55): Ich will das wahrſcheinliche Geſetz annehmen,„daß man, ohne den productiven Werth des zu erzeugenden Düngers zu verändern, ein der Fütterung entzogenes Strohgewicht mit der Hälfte des Korngewichts erſetzen kann, und wiederum jedes Füt— *) Welch' einen Fortſchritt begründete nicht Wulffen durch dieſen Beiſatz. **) Beim Roggen iſt dieſes Verhältniß richtig; im Durchſchnitte iſt es aber wie 1: 2 bei den Cerealien, wenn die Ausſaat nicht abgezogen wird. **) Nach Thünen war 1 Pfund Korn=— 3,34 Pfund trockener Subſtanz. Der Grund dieſer äußerſt kleinen Differenz rührt daher, weil Thünen das Verhältniß der Korn- zu den Strohernten nicht ſo groß wie Wulffen an⸗ genommen hat. †) Nach Thünen ſind 100 Pfund Korn=— 8,04 Ctr. Stallmiſtes (S. 89). Wäre jeder von dieſen beiden Schriftſtellern ſeinen eigenen Weg gegan⸗ gen, dann wäre die Uebereinſtimmung in ihren Angaben etwas Bewunderungs⸗ würdiges und zugleich der ſicherſte Beweis, daß ſie den wahren Weg eingeſchlagen haben, der Natur abzulauſchen, wie ſie bei der Ernährung ihrer phytiſchen We⸗ ſen verfährt. Doch ich habe Grund zu glauben, daß ſie beide von einer und der⸗ ſelben Erfahrung ausgegangen ſind. Hätte Thünendie Anſichten W ulffens nicht getheilt, dann hätte er ſich auch der Wulffen'ſchen Gleichung: R— 7 reichthums nicht bedient, da ſie, wie die Folge lehren ſoll, auf einer Illuſion beruht. —p zur Beſtimmung des Boden— 94 terungsmittel dadurch erſtattet, daß man dem nahrungsfähigen Theile ein gleiches Gewicht an Korn und dem übrigen Theile der trockenen Maſſe des Futtermittels ein gleiches Gewicht an Stroh ſubſtituirt.“ Dieſer unverſtändlich ausgedrückte Satz hätte auch füglich ſo lauten können: Man ſubſtituire in der Gleichung 10 r= 2,5 Ctr. Stroh+ 1 Ctr. Heu für Stroh und Heu andere Stoffe nach Maß— gabe ihrer Ernährungsfähigkeit, und der productive Werth des Duͤngers, mithin auch des Reichthums, wird nicht verändert. Es iſt hier noch nicht der Ort, darzuthun, daß weder die Pflanzen⸗Phyſiologie noch die Pflanzen⸗Chemie eine ſolche An— nahme rechtfertigen kann; es ſoll hier nur bemerkt werden, daß Wulffen eine Inconſequenz beging, daß er bei der Ausſaugung der Früchte auf ihre Ernährungsfähigkeit keine Rückſicht nahm, während er doch ihre Düngerproduction nach derſelben beſtimmte. Für diejenigen, welche jetzt ſchon die Folgen ſehen wollen, die aus dem obigen Satze und der Inconſequenz entſpringen, führe ich hier bloß Folgendes an: S. 57 führt Wulffen die Gleichung an: 2 Ctr. Korn= 3 Ctr. Heu= 4 Ctr. Stroh= 9 Ctr.Kartoffeln= lor. Werden dieſe Stoffe verfüttert, dann erhält man nach der zu§. 188 gehörigen Tabelle: 106 Pfund= 129= 172= 126= ler, oder, da das Stroh nicht ganz verfuͤttert wird, 106 ⸗= 129= 229= 126= ler. Es ſind aber auch 100 Pfund Weizen= 100 Pfund Roggen — 100 Pfund Gerſte= 100 Pfund Hafer= 10° r. Welche Analyſe der thieriſchen Excremente hat ſolche Verhält— niſſe dargethan, und welche mathematiſche Conſequenz kann ſolche Verhältnißzahlen conſtatiren?— Wie leicht hätte nicht Wulf— fen eine ſolche Verwirrung vermeiden können, wenn er bloß ge⸗ ſagt hätte: 1 r iſt= 800 Pfund Stallmiſtes, wie er bei einer rationell betriebenen Viehzucht gewonnen wird. Es iſt die Aufgabe der Viehzucht, die Stoffe für einander nach Maßgabe ihrer Ernährungsfähigkeit zu ſubſtituiren, aber nicht der Statik; dieſe hat nur die Reſultate beider Zweige zu benützen, um mit mathematiſcher Strenge die Bedingungen ihres Gleichgewichts feſtzuſtellen. Name der A wit Eint ſchaft Ackerl demſe N und ähigen ile der Etroh lich ſo 5 Ctr. Maß⸗ th des l. der die he An— , daß ugung nahm, mmte. ie aus ze ich 191. 48: jnicht rd, Roggen erhaͤlt⸗ ſolche Lulf⸗ oß ge⸗ einer rnach ſcht der e, um wichts §. 400. Faßt man die bisherigen Angaben zuſammen, ſo werden zur Hervorbringung von 100 Pfund Korn, mithin auch zum Erſatze für 100 Pfund Korn erfordert: a) 11,90 Ctr. Stallmiſtes, 1. Nach Thaer b) 7,06 ⸗ treockener Subſtanz. 5— 6 a) 8,04= detto. 2. ⸗ Thunen 9 1,34 2 deled. 3. ⸗ Kreyßi b) 4, 600 2 detto. 3 9,86 2 detto. 4. 2 Blo ck 4 4,28 2 detto. b) 1,27 ⸗ detto. S,05 detto. u. 6 ⸗ W. 2 ulffen 9 34,5 Hr detto. Man dürfte hier den allgemein bekannten und anerkannten Namen„Schwerz“ vermiſſen. Ich habe ihn abſichtlich aus der Reihe ausgelaſſen, weil ſeine Angaben über den Düngerbedarf mit den hier mitgetheilten nur durch vielfältige Berech hnungen in Einklang gebracht werden koͤnnen, da Sch werz bei den Wirth— ſchaftsſyſtemen nirgends den Kornertrag angibt. Ich will zum Behufe der Rech hnung das in ſeinem praktiſchen Ackerbau, B. 3, S. 161, angeführte Beiſpiel waͤhlen, weil bei demſelben die meiſten Cerealien vorkommen. Der Turnus iſt: 1. Brache, 2. Roggen, 3. Hafer, 4. Brache gedüngt, 5. Weizen und 6. Gerſte. Der Ertrag an Stroh iſt angegeben mit: 3500 Kilogr. dr Hectar vom Roggen, 3000 ⸗„ DBafer, 3300 ⸗ 4- ⸗ Waeizen, und 2200 ⸗ 2 von der Gerſte. — Nach B. 2, S. 13— 19, iſt das Verhältniß zwiſchen Korn⸗ und Strohernten angegeben: 1:100 beim Roggen, 40:100 ⸗ Weizen, 61 100 ⸗ Hafer, und 50:400 bei der Gerſte(mit Weglaſſung der Bruͤche.) Dieſem nach erhält man, da das Verhältniß zwiſchen Kilogr. und Hectar faſt dasſelbe iſt, wie zwiſchen Wiener Pfund und ————— 96 Wiener Joch(die Diſſerenz beͤträgt nur 0,08), einen Ertrag pr. Joch: 14 Ctr. Korn und 35 Ctr. Stroh beim Roggen, 13⸗ ⸗ 33 ⸗ 2 Weizen⸗ 18 2 30- ⸗ Hafer, und 11 ⸗ ⸗ 2 22 ⸗ bei der Gerſte. 56 Ctr. Korn und 120 Ctr. Stroh zuſammen. Der Düngerbedarf wird pr. Hectar mit 36 Fuder à 90 Kilogr. (B. 3, S. 156 und 161) veranſchlagt. Dieß macht pr. Joch, mit Weglaſſung der Brüche, 320 Ctr. Da mit den 320 Ctr. un⸗ gegohrenem Stallmiſt 56 Ctr. Körner aller Art erzeugt werden, ſo entfallen auf 1 Ctr. oder 100 Pfund Korn 5,7 Ctr. oder 570 Pfund ungegohrenen Stallmiſtes. Wird der Verluſt, den der Miſt durch die Gährung erleidet, mit ⅛ abgeſchlagen, dann entfallen auf 100 Pfund Körner aller Art 475 Pfund mürben, friſchen Stallmiſtes.— Dieſes End⸗ reſultat ſtimmt mit der Angabe Kreyßig's am meiſten überein. Werden die Erträͤgniſſe nicht mittelbar gefunden, ſondern di— rect nach der§. 79 angeführten Tabelle F beſtimmt, dann be⸗ trägt das geſammte Erträgniß an Körnern 47 Ctr., und zwar: 11 Ctr. Korn, 12 Ctr. Weizen, 12 Ctr. Hafer und 12 Ctr. Gerſte; mithin entfallen auf 100 Pfund Korn aller Art 7 Ctr. Stallmiſtes(näherungsweiſe). Wird der Verluſt mit% abgeſchla⸗ gen, dann ſind auf einem Boden von mittlerer Thätigkeit zu 100 Pfund Korn aller Art 600 Pfund mürben, friſchen oder 150 Pfund trockenen Stallmiſtes erforderlich. Ich werde in der Folge durch directe Behelfe darthun, daß dieſes Endreſultat der Schwerz'ſchen Angaben, wenn die Er⸗ trägniſſe aus der Tabelle ſubſtituirt werden, das einzige iſt, wel— ches auf mit Umſicht und Genauigkeit erhobenen Erfahrungen bei Bodenarten von mittlerer Thätigkeit beruht*).— Ein glei— ches Bewandtniß, wie mit den Schwerz'ſchen Angaben, hat es mit den Angaben Koppe's**). In Putſche's Encyclopa⸗ die, Oekonomie, S. 166, Tabelle 1, gibt Koppe den Ertrag von 1000 Morgen bei der reinen Dreifelderwirthſchaft folgender⸗ maßen an: ») Siehe den Abſchnitt über die Thätigkeit des Bodens, den§. 255, ins⸗ beſondere den Schluß des§. 286, und die Beilage. **) Die Angaben Voght's übergehe ich, weil ſie bloße Compilationen von Thaer und Wulffen enthalten. Ertrag ttr. un⸗ werden, v. oder rbleidet, er aller End⸗ berein. on di⸗ un be⸗ zwar: 2 Ctr. 7 Ctr. eſchla⸗ keit zu ei oder n, daß die E⸗ I, wel⸗ rungen mglei⸗ hat es Vclopa⸗ Ertrag gendei⸗ 35 ins wilationen 97 1272 Scheffel Winterung, 933 ⸗ Gerſte, und 267„ Haſer. Die Düngerproduction wird mit 7212 Ctr. oder 450 Fu⸗ der veranſchlagt.— Rechnet man den Scheffel Winterung zu 80 Pfund(beim Roggen), die Gerſte zu 70 und den Hafer zu 50 Pfund, dann beträgt die Kornernte im Gewichte: 1017 Ctr. beim Noggen, 653 ⸗ bei der Gerſte, und t 8 133 ⸗ beim Hafer(mit Weglaſſung der Brüche). 1803 Ctr. zuſammen. Werden 7212 Ctr. Dünger mit 1803 Ctr. Korn dividirt, ſo entfallen auf 1 Pfund Korn 4 Pfund Dünger; alſo gerade ſo, wie es nach den Angaben Kreyßig's der Fall iſt*). §. 101. Aus den fünf höchſten,§. 100 angeführten Angaben ergibtſich, daß für 100 Pfund Korn aller Art 9,2 Ctr. mürben Stallmiſtes oder 4 Ctr. trockener Subſtanz als Erſatz verwendet werden, wenn der Boden im gleichen Grade der Fruchtbarkeit erhalten werden ſoll, und daß 1or nach Thaer= 4 Pfund Stallmiſt= 2, trockener Subſtanz= 34 Korn; lor nach Thünen= 6,2 Pfund Stall⸗ miſt=— 2,7 trockener Subſtanz= 81 Korn, und 1 r nach Wulf⸗ fen= 8,5 Pfund Stallmiſt= 3,5 trockener Subſtanz= 100 Korn; alſo im Durchſchnitte: 10r= 6,3= 2,86= 7 7 1⁰= 6,3= 2,8— 2 7 1,66, oder näherungsweiſe: 0 Pfund, d. h. 6,3 Pfund Stall⸗ miſtes, 2,8 Pfund trockener Subſtanz oder 70 Pfund Korn ſind einem' Grad Reichthum gleich zu halten. *) Ritter von Rieſe, welcher die Güte hatte, mir ſeine Erfahrungen über die Statik des Landbaues mitzutheilen, rechnet den Dünger, welcher aus 1 Scheffel Roggen und dem Stroh, auf welchem derſelbe erzielt wurde, ent⸗ ſtanden iſt, für zureichend, um 1 Scheffel Roggen über die Ausſaat zu erzie⸗ len. Rechnet man den Scheffel zu 80 Pfund und das Verhältniß des Korns zum Stroh wie 1:2, ſo hat man 240 Pfund Düngermaterial; alſo 240 2,3 — 552 Pfund Dünger. Will man nun wiſſen, wieviel Dünger zur Production von 100 Pfund Roggen erfordert werden, ſo hat man 80: 100— 552:; X3 100.552 alſo X— d— 690 Pfund Stallmiſt. Man ſieht hieraus, daß dieſe An⸗ 21 gabe mit den bisherigen in dem innigſten Einklange ſteht.— Die Erſchöpfung des Weizens veranſchlagt v. Rieſe mit%, die Gerſte mit 7/1 und den Ha⸗ fer mit ½ des Erſatzes für den Roggen. Dieſe Verhältnißzahlen ſtimmen bis auf den Hafer mit den Angaben von Thünen überein(§. 89). Beim Raps wird die Ausſaugung mit 1 ½, bei Klee⸗ und Luzerneſamen mit 3 pr. Schef⸗ — Hlubek's Statik. 4 98 §. 102.. Mit Hilfe dieſes Endreſultates wird der relative Reichthum des Bode ns auf folgende Lrt(ſynthetiſch) beſtimmt: Man heht zuerſt den Ertrag an Korn, wobei die Handels⸗ pflanzen(und Wurzelgewächſe?)*) in der Erſchöpfung der Ge⸗ treidepflanzen gleich gehalten werden— wenigſteus thun es die mei⸗ ſten der angeführten Schriftſteller— dann unterſucht man die Dün⸗ gerproduction aus den verſchiedenen Fuͤtterungs⸗ und Streumateria⸗ leh⸗ und vergleicht dieſe mit dem Erzeugniſſe, um zu ſehen, ob der rſatz geleiſtet werden kann oder nicht, wobei jedoch die nach einem Lin uͤbriggebliebene Kraft außer ichi gelaſſen wird. Geſetzt, man erzeugt bei dem Turnus: 1. Winterroggen, 2. Hafer und 3. Brache. a) An Korn: b) An Stroh: 1200 Pfund Roggen.... 3500 Pfund und 1200 ⸗ Haſer.. 4000 ⸗ Zuſammen 2400 Pfund dKorn.. 75⁰⁰ Pfd. Stroh. Da 100 Pfund Korn 9 Ctr. Stallmiſt vdei 4 Ctr. trockene Sub⸗ ſtanz erfordern, ſo iſt der Bedarf bei 2400 Pfund Korn= 216 Ctr. Stallmiſt oder 96 Ctr. trockener Subſtanz; alſo war der Reichthum vor dem Turnus 216 Ctr. Stallmiſt oder, da 6,3 Ctr. Stallmiſt 10 r bilden, 34,2° r. Will man den Reichthum nach der Gleichung 10r = 70 Pfund Korn beſtimmen, dann iſt 2400: 70=— 34 r. Nach der Gleichung 1or= 2,8 Ctr. trockener Subſtanz erhält man 96:2,8 = 340 r.— Man ſieht hieraus, daß man immer denſelben Reich⸗ thum erhält, man mag die eine oder die andere Methode anwenden. Da der Turnus nur 75 Ctr. Stroh erzeugt, der Bedarf an trockener Subſtanz aber 96 Ctr. beträgt, ſo muß der Abgang von 21 Ctr. entweder von Außen herbeigeſchafft oder durch Verfütte⸗ rung des Korns gedeckt werden, wenn ſich die Wirthſchaft auf dem Beharrungspuncte erhalten will. Will man gleich beim Beginn des Turnus und der erfolgten Düngung den Reichthum erfahren, ſo braucht man nur die Stärke der Duͤngung zu wiſſen, um den Reichthum in Graden ausdrücken zu konnen.— Erhält bei einem fel veranſchlagt. Bei Wurzelg gewächſen und Hülſenfrüchten beträgt die Aus⸗ ſaugung pr. Joch circa 6 Scheffel Roggen oder 6. 552= 3312 Pfund Dünger. Daß bei dieſer Gleichſtellung der Wurzelgewächſe dieſe auf trockenen Zuſtand reducirt werden müſſen, iſt eine von ſelbſt einleuchtende Sache. — beſtim tum, Pfun 1⁰ 9 in R Wend te und umn 40% Stale ichthum andels⸗ der Ge⸗ ie mei⸗ eDun⸗ ateria⸗ ob der heinem Geſetzt, oh: d und Stroh e Sub⸗ 16 Ctr. chthum miſt 1 ng lor r. Nach 66:2,8 Reich⸗ venden. darf an ng von rfütte⸗ uf dem nn des en, ſo im den einem ie Aus⸗ Dünger. trockenen he. 99 beſtimmten Turnus 1 Joch 400 Ctr. Stallmiſt, ſo iſt der Reich⸗ thum, den er dadurch erhält,— 400: 6,3= 63,3°er= 4431 Pfund Korn zu erzeugen. §. 103 Dieſe Angaben mit ihren Folgerungen werden genügen, um ſich von dem Stande einer Wiſſenſchaft zu überzengen, welche allein einen richtigen Aufſchluß über das Verhaltniß des Ackerbaues zu der Viehzucht ertheilen ſoll, wenn aus dieſen beiden Zweigen der größtmögliche Feifdein für den Unternehmer unter gegebenen Verhältniſſen erwachſen ſoll. Abgeſehen davon, daß bei allen dieſen Angaben die Viehzucht gar nicht in Betracht gezogen wurde*), läßt ſich gegen alle, oder doch zaeffte gegen einige noch Folgendes anführen: Iſt der Verluſt des Miſtes, den er durch die Gährung erlei⸗ det, dend unbeachtet geblieben; daher iſt das Verhaͤltniß zwiſchen dem K ornerzeugniſſe und dem Bedarfe an trockener Subſtanzunrichtig. Nach dem Durchſchnitte der bisherigen Angaben entfallen auf 100 Pfund Korn 400 Pfund trockener Subſtanz. Werden dieſe in Miſt umgewandelt, ſo geben ſie 400 2,3= 920 Pfund. Wendet man den Miſt im mürben Zuſtande an, dann hat er bereits 1’ und im ſpeckartigen ½ ſeines Gewichtes verloren; mithin erhaͤlt man von 920 Pfund Miſt im erſten Falle 766,7 und im zweiten 460 Pfund; alſo entfallen auf 100 Pfund Korn 460— 766 Pfund Stallmiſt oder 92— 230 Pfund*) trockene Subſtanz, mithin faſt um die Hälfte weniger, als die Angaben nachweiſen***). *) Der Landmann ſoll bei Entwerfung eines Wirthſchaftsſyſtems nicht bloß darauf ſehen, wie er den Bedarf an düngenden Stoffen decken kann, ſon— dern er darf dabei nie aus dem Auge verlieren, daß er ſeine Thiere ſo viel als möglich naturgemäß und reichlich ernähren ſoll, weil er nur dann im Stande iſt, von den Hausthieren einen entſprechenden Nutzen zu ziehen und die nicht direct verkäuflichen Erzeugniſſe im Haushalte beſtmöglichſt auszu⸗ nützen. Es iſt ein landwirthſchaftlicher Wahn, ein Heer von elend genährten Thieren zu halten. Hat der Landwirth mit Rückſicht auf dieſen Umſtand das Verhältniß der direct verkäuflichen zu den Futterpflanzen ausgemittelt, dann erſt kann er den Calcul über Erſchöpfung und Erſatz in Anwendung bringen; er wird ihn aber auch dann lehren, daß, ſobald er ſeine Hausthiere naturgemäß und reich⸗ lich ernährt, der Bedarf an Oung quantitativ und qualitativ durch ſie gedeckt wird, wenn er eine ſeinen Wirthſchaftsverhältniſſen angemeſſene Anzahl hält. **) Der mürbe iſt hier mit 70 und der ſpeckartige mit 80 pCt. Feuch⸗ tigkeit veranſchlagt. **) Nach Burger betrug die trockene Subſtanz, die erfordert wird, um den Bedarf an Stallmiſt für 100 Pfund Korn zu decken, 127 Pfund(§. 97. Man ſieht hieraus, daß ſich dieſe Angabe am meiſten den Zahlen 92— 230 nä hert; denn ihr Durchſchnitt iſt gleich 161 Pfund. 7* 1600 2. Erfolgte durchgängig die Vergleichung auf einem fal— ſchen Wege; denn man comparirte Korper, die ſich im feuchten, mit ſolchen, die ſich im trockenen Zuſtande befinden, und zwar nicht einmal nach einer und derſelben Maßeinheit*). Zu dieſer Comparation hat zwar die Erfahrung Veranlaſſung gegeben, weil der aus Futter und Streu entſtandene Dung 2,3mal mehr betrug, als ſie ſelbſt; allein der Satz iſt nicht richtig, daß die düngende Kraft des Miſtes in demſelben Verhältniſſe ſteht, in welchem ſeine Gewichtsvermehrung ſich befindet. Wenn der Schwei⸗ zer 100 Pfund Excremente mit 300 Pfund Waſſer zur Gülle umwandelt, ſo hat er doch nicht 400 Pfund Dung erzeugt; denn ſonſt hätte ſeine Düngerproduction keine Grenzen. Wer 100 Pfund Heu verfüttert, der erhält 50 Pfund trockene oder 230 Pfund friſche Excremente. Die bloße Zahlenſtatik muß nothwendigerweiſe 230 Pfund Miſt für mehr anſehen, als ſelbſt die 100 Pfund Heu, wenn ihm gleich die Hälfte ſeiner nährenden Beſtandtheile bei der Ernährung der Thiere entzogen wurde ꝛc. Man könnte hier einwenden: wie es denn komme, daß ungeachtet der falſchen Comparation richtige, mit der Erfahrung übereinſtim- mende Reſultate erzielt wurden? Daher, weil man einen Fehler durch einen andern compenſirte, d. h. man nahm die Erſchoͤpfung des Bodens um ſo viel größer an, um was die Düngervermehrung zu groß veranſchlagt ward; wenn man aber zu beiden Theilen einer Gleichung dasſelbe hinzuaddirt, ſo bleibt ſie unverändert, gerade ſo, wie es hier der Fall iſt. 3. Daß man die Ernährungsfähigkeit der Früchte zum Maß⸗ ſtabe ihrer Ausſaugung erhoben hat. Dadurch begab man ſich nicht nur in das Gebiet des bloßen hypothetiſchen Wiſſens, ſondern man ließ alle Erfahrungen, welche die Pflanzenphyſiologie in Betreff der Eruährung der Gewächſe machte, unbeachtet, und ſah ſich ge— nöthigt, alle übrige Pflanzen der Landwirthſchaft, die nicht zur Ernahrung dienen, dahin geſtellt zu laſſen, alſo unconſequent zu verfahren. Wenn auch die Pflanzenchemie bedeutende Fortſchritte gemacht hat, ſo bleiben doch die Angaben in Betreff der Ernährungsfähig— keit der Gewächſe ſehr problematiſch, und wenn auch alle Ana— Die Widerſprüche, welche entſtehen, wenn man das Hohlmaß mit dem Gewichtmaße vergleicht, ſind aus den Berechnungen bei Thaer und Thünen erſichtlich(§. 86 und 89). ſen Reſu Anhe Gen lung Ma⸗ Ern dul Erf Ta dar. bun ltt n Alia iigee Gru ſebe veren bald em fal⸗ feuchten, nd zwar nlaſſung 2,3mal g 1 daß teht, in Schwei⸗ ar Guͤlle gt; denn trockene tik muß s ſelbſt Frenden irde ꝛc. eachtet einſtim⸗ Fehler hopfung nehrung Theilen rändert, in Maß⸗ ſich nicht ern man Vetreff ſich ge⸗ icht zur uent zu gemacht sfähig⸗ e Ana⸗ maß wit ger und 101 lyſen bei einer und derſelben Pflanze vollkommen uͤbereinſtimmende Reſultate liefern, ſo gibt ihre Uebereinſtimmung allerdings einen Anhaltspunct zur Prüfung der Ernährungsfähigkeit, aber keine Gewißheit über dieſelbe, da es bisher der Chemie noch nicht ge— lungen iſt, Reagentien anzuwenden, die dem Alles zerſtörenden Magenſafte gleich ſind. Die Verſuche, die man auf dem Wege der Analyſe uͤber die Ernährungsfähigkeit der landwirthſchaftlichen Pflanzentheile ein— holte, haben durchaus keine übereinſtimmende Reſultate mit der Erfahrung geliefert, wie man ſich aus der zu§. 224 beigefügten Tabelle ſelbſt uͤberzeugen kann. Der Charakter der Geſchlechter und Species beſteht zuletzt darin, daß die Grundſtoffe in eigenthümlichen Verhältniſſen ver⸗ bunden, oder daß eigene nähere Beſtandtheile durch die Individua⸗ lität der Lebenskraft hervorgebracht werden. Wenn daher eine Pflanze dieſelben Grundſtoffe zum Kleber, die andere zu einem Alkaloid, die dritte zu einem Oel ꝛec. vereinigt, wo iſt der vernünf⸗ tige oder empiriſche Grund zu ſuchen, daß diejenige Pflanze mehr Grundſtoffe bedürfe, mithin den Boden mehr angreife, welche die⸗ ſelben zum Kleber, als die, welche ſie zu einem Alkaloid oder Oel vereinigt hat? So wie im Thierreiche eine und dieſelbe Nahrung bald in Milch, Fett, Fleiſch und bald in Wolle umgewandelt wird, ebenſo werden im Pflanzenreiche nach Verſchiedenheit der Indivi— dualität der Pflanzen dieſelben Grundſtoffe bald zu indifferenten Stoffen, Säuren und bald zu Alkaloiden umgewandelt, und doch iſt meines Wiſſens keinem Zoologen eingefallen, zu behaupten, daß aus der genoſſenen Nahrung mehr aſſimilirt wird, wenn ſie zur Bildung des Fetts, als zur Bildung des Fleiſches verwendet wird, obgleich das Fett nährender als das Fleiſch erſcheint*). 4. Iſt bei allen dieſen Angaben nirgends der abſolute Reich⸗ thum des Bodeus angegeben. Die Beſchaffenheit des Klima, des Bodens, die Beſtellungsart, ſo wie die Aufeinanderfolge der Früchte bleiben bei den meiſten der angeführten Schriftſteller unberückſich— tigt, obgleich alle dieſe Umſtände auf die Größe der Erſchöpfung, mithin auch auf die des Erſatzes Einfluß haben. Und 5. iſt auf die Erſchöpfung durch das Stroh gar keine Ruͤck— *) Siehe hierüber auch noch den erſten Abſchnitt. Die Nichtzugabe einer Analogie zwiſchen dem vegetabiliſchen und thieriſchen Leben gehörte zu den vor⸗ gefaßten Meinungen des großen Thaer's und daher mußte er ſich ein eigenes Syſtem über die Ernährung der Pflanzenwelt bilden. 102 ſicht genommen worden, als wenn eine Pflanze zur Bildung ihres Skeletts und Saftvorrathes gar keine nährende Materie des Bo⸗ dens verwendet hätte. §. 104. Die bisherigen Betrachtungen waren die Veranlaſſung zur fol⸗ genden Einheitsbeſtimmung des Bodenreichthums: Eiin Centner mürben, auf trockenen Zuſtand reducirten Stall⸗ miſtes, wie ihn eine rationelle Ernährung unſerer Hausthiere liefert, iſt= 10r, d. i. einem Grad Reichthum. Bei dieſer Begriffsbeſtim⸗ mung glaube ich nicht nur alle angeführte Mängel beſeitigt, ſondern auch folgende Vortheile erreicht zu haben: 1. Läßt ſich der trockene, mürbe Stallmiſt mit dem Humus als eine homogene*) Größe betrachten und mithin der abſolute Reich⸗ thum eines Bodens feſtſtellen. Geſetzt, ein Boden enthält 200 Ctr. Humus, und er erhält durch Düngung 100 Ctr. trockenen Stall miſtes, dann iſt ſein Reichthum= 300 Ctr.=— 300° r. 2. Bleiben alle ſonſtige, auf die Vegetation einwirkende Um⸗ ſtände ohne Einfluß auf die Rechnung, weil nicht geſagt wird, wie— viel mit einem Grad Reichthum producirt werden kann. Welcher menſchliche Verſtand vermag aber auch eine nur etwas allgemeinere Regel aufzuſtellen, wieviel Producte mit 1 Ctr. Miſt erzeugt werden koͤnnen? Wenn Jemand auch ſagt: Man erzeugt mit 1 Ctr. trockenen Miſtes 1 Ctr. Korn, ſo mag dieß vielleicht in hun⸗ dert Fällen wahr, dagegen in tauſend falſch ſeyn. Zudem wäre eine ſolche Feſtſtellung auch unnütz; denn für's Erſte iſt die Schlußfolge— rung falſch: wenn lor 4 Scheffel Korn erzeugt, ſo erzeugen 2 r 2 Scheffel; wenn alſo Jemand mit 200 Ctr. Dünger 4 Körner er⸗ zielt, ſo kann er nicht ſagen, daß mit 400 Ctr. S Körner erzielt werden können. Fuͤr's Zweite hat die Erfahrung noch nicht die ab— ſolute Menge des anzuwendenden Düngers gelehrt; wenn es z. B. heißt: 400 Ctr. Stallmiſt, pr. Joch angewendet, bringen ein Lager⸗ korn hervor, ſo iſt doch eine folche Düngung noch nicht ein Maxi⸗ mum, weil es Fruchte gibt, z. B. Kuknrutz, Bohnen ec., die ſelbſt bei 600 Ctr. keinen Schaden leiden. Dieſe Erfahrung dient dem Land⸗ nur dazu, daß er die Cerealien in ſtark gedüngte Aecker nicht als erſte Frucht anbauen ſoll, und endlich lehrt ohnehin die Rech 5 ) Der Natur der Sache nach beſteht dieſe Homogenität nicht; allein wenn man bedenkt, daß humusreiche Grundſtücke mit ſtark gedüngten, bei übrigens gleichen umſtänden, auf gleicher Stufe der Productivität ſtehen, ſo wird man dieſe Annahme gerechtfertigt finden. nung Eruten Reichth 3. heit des wellein gerlehre nicht uu daß en Grond ſt Quant ſch bei ſolene! 4 den t tang z Jang vnd Kattofe fahd auü Größen B N. welchen Es ſdathalte und nad auch ge tungsne denhei wenn alle 1) ſpetuti 2 td ig ihres des Vo⸗ zur fol⸗ Stal⸗ eliefert, ſobeſtim ſondern mmus als eReich⸗ 00 Ctr. „Stall de Um⸗ , wie⸗ etwas r. Miſt gt mit: nhun⸗ dre eine ißfolge⸗ gen 201 ruer er⸗ erzielt die ab⸗ § 3. B. kager⸗ Mari⸗ lbſt bei Land⸗ nicht Ar c in wenn brigens ud man 103 nung, wenn bei dem vermehrten oder verminderten Reichthume die Ernten gegeben ſind, um wieyiel die Production mit jedem Grad Reichthum zu⸗ oder abnimmt*). 3. Braucht die Statik des Ackerbaues nicht mehr die Beſchaffen⸗ heit des Erſatzes, welcher im Miſt beſteht, ſorgſam zu unterſuchen, weil einerſeits die Pflanzencultur im Einverſtändniſſe mit der Duͤn⸗ gerlehre und der Agronomie dargethan hat, daß der mürbe Stallmiſt nicht nur allen landwirthſchaftlichen Gewächſen zuträglich, ſondern daß er auch eine allgemeinere Verwendung mit Ruͤckſicht auf die Grundmiſchung der Grundſtücke, als der ſtroh⸗ und ſpeckartige be⸗ ſitzt**), und weil es andererſeits die Aufgabe der Viehzucht iſt, die Quantitäten der verſchiedenen Futterſtoffe auszumitteln, wenn ſie ſich bei der Ernährung der Hausthiere vollkommen ſubſtituiren ſollen. Und 4. bedarf man nur wenige landwirthſchaftliche Pflanzen auf den trockenen Zuſtand zu reduciren, um eine conſequente Verglei⸗ chung zwiſchen ihrem Ertrage, ihrer Duͤngerproduction, der Ausſau⸗ gung und dem Erſatze durchführen zu können. Geſetzt, Jemand baut Kartoffeln, Gerſte, Klee und Weizen, ſo bedarf man nur die Kartof feln auf den trockenen Zuſtand zu reduciren, um unter den ſtatiſchen Größen eine conſequente Vergleichung durchführen zu köͤnnen(§. 178). B. Von dem indirecten Verfahren, den Reichthum des Bodens zu beſtimmen. §. 105. iſt ein Satz vielfältiger Erfahrungen, daß die Größe der Ernten mit der Größe des angemeſſenen Reichthums in dem innig— ſten Zuſammenhange ſteht, oder daß ſich die Ernten, bei übrigens gleichen, auf die Vegetation einwirkenden Umſtänden, zueinander verhalten, wie die Vorräthe an Nahrung in den Grundſtücken, auf welchen ſie erzielt werden. Es iſt daher in jeder Ernte ein aliquoter Theil des Reichthums enthalten, welcher ſich nach der Größe des angemeſſenen Reichthums und nach der Beſchaffenheit der Culturpflanzen richtet; es iſt aber auch gezeigt worden, daß die Pflanzen einen Theil des Verarbei⸗ tungmiaterials von Seiten des Anorganismus erhalten***). *) Siehe das Weitere hierüber§. 412, wo angegeben iſt, wie nach Verſchie⸗ denheit des Turnus verſchiedene Quantitäten mit 10 r erzielt werden, ſelbſt wenn alle übrige Umſtände dieſelben bleiben. **) Nur für ſehr bindige Grundſtücke paßt der ſtrohartige und für loſe der 6 eckartige Miſt beſſer als der mürbe. ) D Dieſer Antheil ſoll in der Folge der„atmoſphé 1⁰4 Es kann alſo das ganze Erzeugniß nicht auf Rechnung der Ver⸗ minderung des Reichthums in Rechnung gebracht werden, ſondern V 6, es muß der aus der Atmoſphäre aſſimilirte Antheil abgeſchlagen werden. 1 b 12 §. 106. b 74 ſeich Mit Hilfe dieſer Sätze kann der Reichthum eines Bodens aus 1 b 3 eren zwei aufeinander folgenden Ernten— vorausgeſetzt, daß der Boden 5 fehlerlerfrei, geſund und der Charakter des Reichthums der Natur b leen der cultivirten Gewächſe angemeſſen iſt— auf folgende Art ange⸗ ſer geben werden:; h Es ſey r der Reichthum, en die erſte, e, die zweite Ernte,—— m 8 der aliquote Antheil des Reichthums, welcher der erſten Ernte zur .„ gon. n. Laſt geſchrieben werden muß*), und a der aus der Atmoſphare ſen, aſſimilirte Antheil; ſo iſt: de l 1 aufgenn 1)—+ a.= e, und u m Werh 5 1— 1„sle ofe Wa a 2) r——= r..(1—— der zuruͤckgebliebene Reich⸗ 3 m II 8” thum nach der erſten Ernte. let Da ſich die Ernten verhalten wie die Nahrungsvorräthe, ſo 1 1 1N 1 dn hat man: r: r.(1— u oder m: m— ün = el: e, und hieraus id d 4 b ſen, a 3) m=—, d. h. die Zahl, mit welcher der Propa 9. 62 fa w Reichthum dividirt werden muß, um das Aliquote der erſten Ernte zu finden, iſt— der erſten b 1 Ernte, dividirt durch die Differenz der 2 erſten BK Ernten.. V 3 idivid Entwickelt man aus der Gleichung—+a= e das ¹, ſo hat tan G m 3 b V man:—— el— az, und hieraus r— m(ei— aa0); wird für b J, m Ariſchul Aͤreirt necen 2.. don zur *) In der Folge ſoll dieſer Antheil, der Kürze wegen, bloß mit dem enan Worte das„Aliquote“ der erſten, zweiten ꝛc. Ernte bezeichnet werden. Lulſf er Ver⸗ ſondern ſclagen ens aus Boden ⸗Natur tange⸗ er der quote erſten rſten p han ird für mit dem en. 6 m=— der Werth geſetzt, ſo iſt: e.— ez — 2— T 1(. a=(à 2)= 6 041, h. der 1— e, ei— e? er— e, Neichehun eines Bodens iſt gleich dem Auadrate der erſten Ernte, weniger dem Producte aus der erſten Ernte und dem atmoſphäriſchen Antheile, dividirt durch die Differenz der erſten und zwei⸗ ten Ernte. §. 107. „ Sr. e1*— A1 Da in der Gleichung r-— er— e, ßen, nämlicher und a, vorkommen, ſo kann ſie nicht aufgeloͤſ't wer⸗ den, bevor eine gegeben oder durch eine zweite beſtimmte Glaitc aufgefunden wird. Aus der Betrachtung dieſer Gleichung ergibt ſich, daß der Werth von a zwiſchen O und e liegen muß, und daher durch ein ii en des e, ausgedrückt werden kann. enn waͤre a,— ez, dann wäre r negativ, was nicht ſeyn . e1*— e1 kann; iſt as= er, dann iſt—— 0, oder el— ez er— ez das Erzeugniß wäre ein reines Product des Anorganismus, was bei den auf bereits beurbarten Grundſtücken cultivirten Pflanzen nur ausnahmsweiſe, z. B. den mehrjährigen hülſenartigen Gewäch⸗ ſen, als: der Luzerne, Kearſette ꝛc., der Fall iſt, und bloß Eüen d propagatio aequivoca, den im Flugſande, Steingerölle oder auf Fe ſen wachſenden Pflanzen jederzeit oder in der Regel Statt fnden 2 2 — 1* Lr 1 Ware a,— 0, dann würde r=——, d. h. der Reich⸗ — es 2. zwei unbekannte Groͤ⸗ thum wäre gleich dem Quadrate der erſten Ernte, dividirt durch die Differenz der erſten und zwei⸗ ten Ernte 5- *) Wulffen hat(a. a. O., S. 44) dieſen unrichtigen Satz in ſeiner Vorſchule der Statik des Landbaues aus der unwahren Gleichung r.t— e, deducirt. Ich werde in de Folge Gelegenheit finden, den Widerſpruch, auf welchen die Gleichung r. t— el, wobei r den Reichthum, t ſeine Qualifica- tion zur Aneignung oder bic Thätigkeit des Bodens und en die erſte Ernte anzeigt, führt, nachzuweiſen. Ich bemerke hier nur, daß das t im Sinne § Wulffen's nothwendig einen reciproken Werth beſitzen muß, wenn die 106 Da die Erfahrung der Gleichung a.= 0 widerſpricht(§§. 16 bis 45), und a,, wie gezeigt wurde, nicht=— e, ſeyn kann, ſo ergibt ſich hieraus, daß der Werth von a, zwiſchen 0 und e, liegen muß. §. 108. Obwohl die Anzahl der Werthe, die zwiſchen O und e, liegen, ſehr groß iſt, ſo wird ſie doch in der Wirklichkeit ſehr beſchränkt, da, wie die Folge lehren ſoll, nicht die Geſchlechter, ſondern die Fami⸗ lien, zu welchen die cultivirten Pflanzen gehören, den Werth von m vorzugsweiſe beſtimmen*9. S. 109. Zum Behufe einer approximativen Berechnung ſoll für a, einſt⸗ . 0+ er weilen das arithmetiſche Mittel von 0 und en oder ange⸗ nommen werden**). 1 Gleichung r. t= er einen ſtatiſchen Sinn haben ſoll. Es ſey t=——, und III ſubſtituirt man aus der Gleichung 3(§. 106) für m den Werth, ſo hat 1 e1— man t——— 4— d. h. die Thätigkeit eines Bodens iſt em 1 e1. el— ex gleich der Differenz der zwei erſten Ernten, getheilt durch die erſte, d. i. gleich einem echten Bruche(nach Wulffen). Das Weitere hierüber wird im IV. Abſchnitte folgen. *) Jeder aufmerkſame Beobachter weiß, daß ſich die Hülſengewächſe mehr als die knöterigartigen, dieſe mehr als die Gräſer, die Fettpflanzen mehr als die Hülſenfrüchte ꝛc. Stoffe aus der Atmoſphäre aneignen und mithin den Bo⸗ den weniger angreifen. Wer aber einen Unterſchied in der atmoſphäriſchen An⸗ eignung bei den Geſchlechtern: Weizen, Roggen, Gerſte ꝛc. ſuchen wollte, der würde in ein Labyrinth gerathen, aus welchem die Erfahrung noch keinen Aus⸗ weg gelehrt hat; denn die Uebereinſtimmung in dem Halm und den Blättern bei dieſen Geſchlechtern iſt ſo groß, daß ſie außer dem Umfange, den ſie der Atmo⸗ ſphäre darbieten, keinen Grund wahrnehmen laſſen, warum ſich das eine mehr Stoffe aneignen ſoll als das andere(§. 166). **) Der Satz: Die Wahrheit liegt in der Mitte, iſt hier nicht bloß im Sprichworte, ſondern in der That richtig; denn wenn man ſagt: Die Pflanzen eignen ſich die Hälfte ihres Erzeugniſſes aus der Atmoſphäre an, ſo iſt dieß ein Satz, der von ſelbſt aus dem großen Haushalte der Natur fließt. Pflanzen und Thiere ſind ſich ſowohl in der Athmuͤng als Ernährung wechſelſeitig bedingende Weſen. Würde das geſammte periodiſche Erzeugniß des Pflanzenreiches von den Thieren conſumirt, ſo würde der nachfolgenden Generation nicht die ganze Ma⸗ terie ihrer Vorfahren, ſondern bloß die Hälfte zur Nahrung dienen können, da die andere Hälfte zur Ernährung der Thiere verbraucht wird(bekanntlich wird die Hälfte der genoſſenen Nahrung aſſimilirt). Bei dieſer Einrichtung bleibt die Vegetation nicht zurück, ſondern, wie die Folge zeigen ſoll, nimmt ſie noch zu. Es wird alſo der Pflanzenproduction nicht zu wenig auf die Debet- Seite ge⸗ ſchrieben, wenn man die Berminderung des Reichthums mit ½ des Erzeugniſſes in Rechnung bringt.(Siehe den. V. Abſchnitt über die Größe der Erſchöpfung des Bodens durch die Culturgewächſe.) pelte Ernt 6 ner, funden E — 20 den, au 10 Gtr. Nae tagen. fen ſhe daher V Keicthur Thaer 15, 0 9 Moth Methode, (§§. 16 ſo ergibt muß. zliegen, 6 ut, da, Fami⸗ rth von —, und 1 ſo hat dens iſt e, d. i⸗ hſſe mehr mehr als den Bo⸗ ſchen An⸗ llte, der nen Aus⸗ ttern bei⸗ er Atmo⸗ ine mehr bloß im pflanzen dieß ein zen und ingende von den ze Ma— nen, da ch wird eibt die och zu. ite ge⸗ gniſſes Föpfung 4107 ei(e— au) 14— ea 01 en Werth 2. ſo erhält man: r= 2 5. Pe d. h. — 62 der Neichitbhum de3 Bodens iſt gleich dem Qua⸗ drate der erſten Ernte, dividirt durch die dop⸗ pelte Differenz zwiſchen der erſten und zweiten Ernte. Es iſt alſo der Reichthum der Grundſtücke um die Hälfte klei— ner, als man ihn nach den bisherigen ſtatiſchen Grundſätzen ge— funden hat*). Es ſey e,=— 50 Ctr., und e.=— 40, ſo hat man: 50*. 2500 —————= 125 Ctr.= 1250, d. h. ein Bo⸗ 2(30— 400) 20 1 den, auf welchem eine Pflanze als erſte Frucht 50 und als zweite 40 Ctr. Ertrag abwirft, hat einen Reichthum von 125 Grad. Nach der Vorſchule der Statik müßte der Reichthum 250 be⸗ tragen. für a den Subſtituirt man in der Gleichunger=— §. 110. 612 Bevor die Gleichung r=— e e in Anwendung kommt, e1— 62 ſollen früher einige andere Formeln für den Reichthum, die Ernten und den atmoſphäriſchen Antheil aus den bisherigen deducirt wer— den. Zu dieſem Vehufr ſollen die Ernten mit ei, es, es, e.., wobei die Zahlen 1, 2, 3 ꝛc. die Indices ſind, welche bloß die wievielte *) Die frühern Analyſen des Bodens haben allerdings mehr für die Wulf⸗ fen'ſche Gleichung: r— geſprochen; allein wenn man bedenkt, daß 61— 62 durch das Ausglühen des Bodens Hydrate und kohlenſaure Salze zerlegt und daher Waſſer und Kohlenſäure verflüchtigt werden, ſo wird man ſich den großen Reichthum der Grundſtücke leicht erklären können. Wenn alſo ſelbſt der große Thaer in ſeiner Reinertragsberechnung dem Boden einen Reichthum von 10, 15, 20 pCt. ꝛc. zuſchreibt, ſo kann nicht ihm, ſondern der damaligen unrichtigen Methode, den Humusgehalt zu beſtimmen, der Vorwurf der Unrichtigkeit gemacht werden.— Ich habe, wie aus den Annalen der k. k. landw. Geſellſchaft in Krain, 1837, S. 100, zu erſehen iſt, mehrere fruchtbare Bodenarten analyſirt, aber in denſelben niemals mehr als circa 3 pEt. Humus gefunden Dagegen eplitten die Bodenarten beim Ausglühen einen Verluſt von 5— 6 pCt. Bei den Sprengel⸗ ſchen Analyſen wechſelt der Humusgehalt von 0,5—5 rSt. mit Ausnahme des Marſch⸗, Torf⸗, Moor⸗ und Heidebodens(Dr. Sprengel's Bodenkunde a. a. O. 174) 108 Ernte, aber durchaus keinen Zuſammenhang, der etwa unter den Ernten Statt findet, anzeigen; die atmoſphäriſchen Antheile mit au, a, a, a4,.., die Zahlen der Aliquoten mit m, p, q, s, z.., mit r der urſprüngliche Reichthum, und die Reſte des Reichthums nach jeder Ernte mit r,. r, Ks r, A. r... bezeichnet werden. Dieſer Bezeichnung zufolge erhält man: 1) r als den urſprünglichen Reichthum; T. -.) 1+ a.= e⸗ für die erſte Ernte, m 1m m r 1 r G 2) 1——— r(1=2——(m— 1)= ᷣe r, oder der Reichthum nach ei; 6( m— 1 5) n=(—)==d(1-2) ==d(—) e we. r; — 623 m p m p r(m— 1) ſp— 11 )—+ a,= ez; m p ꝗ r. r(m— 1) ſp— 1] r 4)—(m— 1) l1p— 11———— m p m p q m p ²- b[1—2]=(m= 1)(p= 1)( 1) „ m p q — 4 T3 r(m— 1)0(p— 1)(4— 1) d)+ a.— e.; m p q 8 . P r 5)(m— 1)(p— 1)(4— 1)— m P ꝗ. m P ꝗ (m= 1)(p 1)(4— 4) (m— 1)(p— 10(4— 10 8 m p 9 1 r. 1 ⸗(m— 1)(p— 1(4.— 1 6— D m pqs Alſ Eo maihem näher alen gende triſch vie ſe eang A du ſach um der 4:14 — 8) 109 3 Alſo erhält man fuͤr das u Glied als Endglied: eele mit r 2.. mit——(m— 15(p— 1)(q— 1)(s— 1).(2— 1)= 4 anr, und ns nach„P 452 T (u. 1) h) 1)(4 4) 6 1)( 1) ℳ aa e. m. p 2 §. 11 1. Wären die Größen m, p, q, s ꝛc. einander gleich, dann wurde man folgende Formel als das allgemeine Glied erhalten: r Aar—=—(m— 1)), und oder der mn. r en——(m— 1) n— 1+ aa. mu Fürn— o wuüͤrde folgen: 4Hr=r; fuͤr n= 1; 1 T 44 r=—(m— 10, und P m 1 T— 21; ei=— Pa wie oben(§. 106). I. So anſprechend auch dieſe beiden allgemeinen Formeln vom mathematiſchen Standpuncte erſcheinen, ſo ſind ſie doch nur 1 näherungsweiſe richtig, nämlich wenn der Gang der Witterung in —— allen aufeinander folgenden Jahren gleich und die aufeinander fol— mh genden Früchte immer. ſeden die ben daher iſt auch die geome⸗ triſche Progreſſion: 4-1 6e5) 6)(——) wie ſie Wulffen deducirt, nur unter der angegebenen Voraus⸗ ſetzung richtig. 1 r Man braucht nur aus der Gleichungt—— für m den Werth — Im m P S zu ſuchen und in die eben angegebene Progreſſion zu ſubſtituiren, 9 um den Wulffen'ſchen Ausdruck: 5 1:1— t:(1— t)“:(1—)“ ec. zu erhalten(Vorſchule, S. 43)*). — 1) ö 1 1 *) Aus t—— folgt t. m= 1, alſo m— 1 Setzt man dieſen Werth für II 110 Manchem dürfte der Zuſammenhang zwiſchen den beiden Glei— chungen und der Proportion ſchwer oder gar unmöglich erſcheinen, T da das an in der Gleichung en=—+ an in keinem Nexus Im der Multiplication mit dem r ſteht, während in der Proportion m— 1 m— 1N* G.: C,: e.= 1:—: 5.. ein ſolcher Ne— rus angedeutet iſt. Um dieſen anſcheinenden Widerſpruch zu beheben, muß bemerkt werden, daß nicht bloß die Ernten, ſondern auch die atmoſphäriſchen Antheile in einem geraden Verhältniſſe mit dem Reich thum ſtehen; denn bei Pflanzen derſelben Art hängt die Aneignung aus der At⸗ moſphäre lediglich von ihrem Umfange ab, den ſie der Atmoſphäre darzubieten vermögen. Der Umfang einer Pflanze iſt aber durch den Reichthum des Bodens bedingt. Drückt man den Umfang durch un, u⸗, us ꝛc. aus, ſo iſt offenbar die Proportion: un: ue: u....= ri: r⸗: Tra. richtig. Da aber a,, a., a, ꝛc. von dem Umfange abhaͤngen, ſo hat man: u.: ua: u....= a1: a2: a⸗.., und mithin auch: T T, Ta..= al.: a,: As. Es erſcheint alſo der Zuſammenhang zwiſchen den Gleichungen und der Proportion gerechtfertigt. 1§. 112. Da ſich die Ernten wie die Nahrungsvorräthe verhalten, ſo er— hält man: 1 —(m- 1)= 1:1——; . 2— 6l:£.— m m e,: e,=—(m 1):(m 1)( 4)=n 1.; m m y P (m= 1)(b= 4)(4— 1) r e4: e,=—(m— 1): m p m p— - —— 1 m— 1 4 4— m in den Ausdruck——, ſo hat man:— t 1=— 1— t. II 1— — t t M —— — — ) alfeinand 1 dhen,— I weden geden den Glei⸗ ſcheinen, n Nerus oportion her Ne⸗ bemerkt haͤriſchen ſtehen, der A⸗ toſphaͤre um des ffenbar n man: chungen I, ſo er⸗ 111 r. 1 ea: es=.(m— 1)(p— 1)(4— 1):—(m— 1) mpG 1 mp. qs (p— 1)(4— 1) G— 1)= 1:1—— ec.; und allgemein: 8 1 en-i: en=— 1:1——, d. h. die aufeinander folgen⸗ Z den Ernten verhalten ſich zueinander, wie die Einheit zu der um den reciproken Werth der Zahlen der Aliquoten verminderten Einheit). F§. 113. Aus dieſen Proportionen folgt: 61 1——, e2 ₰ p—, ez— ea e3. 4=——, und allgemein: e— e⸗ en. 5 2=—, d. h. die Zahlen en— en+ 1 der Aliquoten ſind gleich den correſpondirenden Ernten, dividirt durch die Differenz der zwi⸗ ſchen der correſpondirenden und der unnittel⸗ bar nachfolgenden Ernte. 50 50 50— 40 10 = 5, d. h. die Erſchöpfung der erſten Ernte beträgt den fünften Theil des Reichthums, oder es müſſen ihr 25°1* zur Laſt gerechnet werden; denn da(nach§. 109) 1= 125 und m= 5 iſt, ſo iſt r 125 ———= 25o. —— — m 5 Es ſey e.= 50 und e, 40, ſo iſt m= *) Wären die Zahlen m, p, 4... einander gleich, dann würden ſich die aufeinander folgenden Ernten verhalten wie 1:1——; und wenn man, wie 1 1 II. oben,—= t ſetzt(im Wulffen'ſchen Sinne), dann würde das Verhältniß III wie 1:1— t ſeyn; alſo gerade ſo, wie es Wulffen a. a. O., S. 414, ange⸗ geben hat(§. 111). Werden die Werthe für m, p,, S.... in den§. 1 10 angege⸗ benen Gleichungen für den Reichthum ſubſtituirt, ſo erhält man: e12 4) r—. wie§. 109; 2(ei— e2 r— rT 4 F e— ez 2) A— r— r e 2(ee=-e.) 1— 2 e1 61 e1 1 2 e— e.) 6 2 2 Naee . 2 8— e1 r. 2(e.— e.) e1 3) er=—(m- 1)(p— 1)= 2 1— e e m p 1 1 2 e.— e⸗ 61— e. e.— e3 e2 1 e12(ez— e3) e2 ez ei. 63 1 2 ei C e— e? 62— c. 2(&.³— ⁴) 6,2 64— e 4) 4ere= eem 1)0 r= 1)-1)= 2) mp. e. es . e. e2— ea ez— e⸗ e1 e² es(e.— es)(es— ea) .— 41—— er. e— e, ez— es es— e 2 ei ez es e 3 e4 1. G4 -.. C. Ca 62 e. 2(ex= cCz)“ ei. en+ 1 2(e.— e.) eines Bodens bei den aufeinander folgenden Ernten wird gefunden, wenn man die erſte mit der beireffenden(d. i. derjenigen, bei welcher der Reichthum geſucht wird) Ernte multiplicirt und das Product mit der doppelten Differenz der zwei erſten Ernten dividirt. alſo allgemein An r=„d. h. der Reichthum Gangege⸗ man: hthun genden te mit er der rt und nz der 113 Es ſey abermals e.= 50 und ee= 40, ſo iſt 50. 40 2000 4h==——= 100 r, d. h. nach der er⸗ 2(50— 40) 20 ſten Ernte verbleiben dem Boden 100° Reichthum. Dieſes Reſultat ergibt ſich auch auf folgende Art: Nach§. 109 iſtr=— 125⁰, und r 125 da ſich, nach§. 113, die erſte Ernte—=——= 250 angeeignet m 2 hat, ſo verbleiben 125— 25= 1000.. Geſchieht die Subſtitution der Werthe der Größen m, p, 4. 61 und r= in den,§. 110 angegebenen Gleichungen für 2(ei— en) die Ernten, dann erhalten ſie folgende Form: ) T 914 ei— ez 61 ) e— 4+——=— 2.— a— 4 m t e(cr Sn) ei 2* 2“' e2 e1 und hieraus a.=— e.— 2, alſo wie§. 109 angenommen wurde; 2 T 1 e1— z— e e2 6) ec.= a.+f·—(- 1)=a+.—.— m P 2(.— ez) ei 2 C1— 2 e,(e.— en) es(e,— ez) = a.+— ⸗, und hieraus: a,=— e.—— 22 2(e2— 9 2(e.—.) — er(C.= e. 7) e= a+(m— 1)(p— 1)= a. m p(. 2(e.— e,) e— e e. e,(e e.) —.—= a+——, und hieraus: 6. e. e. 2(e= e.) — e1(es e.) .= e—; 2(e.— e.) 0 T 0) e.= a.+——(m— 1)(p— 1)(4— 1)= a. m pqs 91(e⸗— e.) 64 6 64— 64(e., .—————„ und 5(e. e2) e. e e. 2(e. e,(e.) hieraus: a,= e.——— u. ſ. w 5 2 2(e. e.). Hlubek's Statik. 8 114 Alſo allgemein: nchtig, 81(en— en+ 1) Richtig en=— an+†„ und 2(e.— e) — L1(en— en+ 1) n 2(e,— e,) 4 4 2 für du d. h. der atmoſphäriſche Antheil bei jeder Ernte iſt gleich derſelben Ernte, weniger dem Producte aus der erſten Ernte und der Differenz zwiſchen der betreffenden und der unnittelbar nachſol⸗ genden, dividirt durch die doppelte Differenz der zwei erſten Ernten. Geſetzt, man will wiſſen, wieviel ſich eine Pflanze, deren Er— 6 trag als erſte Frucht 50, als zweite 40, als dritte 32, als vierte 25 Ctr. beträgt, aus der Atmoſphäre angeeignet hat, ſo erfährt man es aus der allgemeinen Gleichung. Sucht man den atmoſphäriſchen Antheil bei der erſten Ernte, 1 1 1 1 6 1 1 1 6 6 ſo hat man:., 50(50— 40) 500 1 düüd 49.= 50——= 50——= 50— 25= 25, V 2(50— 40) 20 K*= d. h. 25 Theile der erſten Ernte kommen auf Rech⸗ An nung der atmoſphäriſchen Aſſimilation zu ſtehen. diitten Für die zweite Ernte hat man: imaud 10 9ſ40.) 20= 20 3 4.= 40—— 40— 20= 20 u. ſ. w. wil 2(50— 10) a. Rnd §. 114. Es kann hier die Frage aufgeworfen werden, wie die erſte Ernte b auf den atmoſphäriſchen Antheil einer jeden nachfolgenden Ernte einen Einfluß üben könne? eafe Dieſer Einwurf hebt ſich von ſelbſt, wenn man bedenkt, daß die hnut nachfolgenden Ernten deſto geringer ausfallen müſſen, je mehr die erſte Ernte dem Boden entzogen hat, und daß die Aſſimilation aus V dent der Atmoſphäre deſto weniger beträgt, je minder vollkommen die nn Vegetation iſt, weil nicht bloß die Beſchaffenheit der Blätter, ſon— V dern vorzugsweiſe ihr Umfang auf dieſen Antheil Einfluß hat. §. 115. Wäre die Vorausſetzung, daß der atmoſphäriſche Antheil bei allen nachfolgenden Früchten die Hälfte des Erzengniſſes betrage, V 6 —— Ernte oducte iſchen achſol⸗ ferenz eren Er⸗ s vierte hrt man Ernte, Rech⸗ tehen. ſ. w. ſte Ernte n Ernte daß die ehr die ion aus nen die r, ſon⸗ heil bei betrage, 11³ richtig, dann müßte auch die Gleichung en+ 1. e.= 6..en ihre Richtigkeit haben; denn ſetzt man in der allgemeinen Gleichung: 2(en— en+ ¹) an= es——(5. 113) 2(e— e,) 8 en. für an den Werth—, ſo folgt allgemein: en e,(en— en —— en—— bu 3) und hieraus: 2 2(e.— e) en ei(en— en+ ¹) 2 2 le— e 5 én —= ſeyn, ſo muß auch e 1. G6.= e. an ſeyn; denn c1 ea—. En 4. 1 dividirt durch 2(— eg), gibt zum Quotient— und den Reſt — el en+ 1 Pez en. Dieſer Neſt iſt nur dann— 0, wenn er. en+ i= ex. en, d. h. die Producte aus der erſten mit der dritten, vierten, funften, ſechsten ꝛc. Ernte ſind gleich den Produc⸗ ten aus der zweiten mit der zweiten, dritten, vierten, fünften ꝛc. Ernte. Um mich jedoch allgemein verſtändlicher ausdrücken zu können, will ich füren die Werthe 1, 2, 3 ꝛc. ſetzen und die Specialgleichun⸗ gen deduciren: Fürn= 1 erhält man: 6.. G.= 6.. e.(identiſch); für n= 2 iſt: e.. e= e.. e.= 62, d. h. das Produet ans der 2 erſten und der dritten Ernte iſt gleich dem Qua⸗ drate der zweiten Ernte; für n= 3 erhält man: 6.. e,=.. s; alſo iſt das Product aus der erſten und der vierten Ernte= dem Producte aus der zweiten und der dritten Ernte; für n= 4 iſt: 6 65= c.. e4) n— 5: e ee= e,. e, ꝛc., mithin die allgemeine Gleichung 1 61 en.— 3 6, en+ 1=&.. en oder—=——. Dieſe Gleichung ſagt e⸗ en+ 1 8₰ 2 — 116 aus, daß das Verhältniß zwiſchen den aufeinander folgenden Fruͤch— ten eine conſtante Gröͤße ſey— ein Satz, der in der Wirklichkeit aller⸗ dings Statt finden würde, wenn immer dieſelben Früchte bei glei— üen Beſtellung aufeinander folgen würden und der Gang der Wit— erung unverändert bliebe. Zwei Bedingungen, die in der Wirklich— denr den groͤßten Seltenheiten gehoͤren. Daher hat auch die Glei— En. chung er en+ 1= e.. en keine Anwendung und an= keine allgemeine Giltigkeit*). §. 146. Na man die bisher dargeſtellten Gleichungen zuſammen, ſo ſind die Formeln: A. Fur den Reichthum: — 91 O2 01 r= und ſur den Fall: a.= 64— e. 2 e1* 4 r—-—; 2(el— ez) 2) 2=(m— 1)= nach e,; 2 ei— e) ez. e3 3) 4Ar=—(m— 1)(p— 1)——— nach er; mp 2 fe.— e*) e1. 2 4) 2 1—(m 10 1)—(—— 1——— m p d 2(ei— e,) r nach es; und allgemein 704— 1)r—=——(m— 1)(p— 1).(2—1) mp q2 —91 en+ 1 2(ea— 6z) B. Fuͤr die Ernten: T m 83 en ) Dasjenige, was von a4,—— geſagt wurde, gilt für jedes conſtante Ver⸗ n g..„. an— 7 zc., zwiſchen den atmoſphäriſchen Antheilen 3 3 und den Ernten.. hältniß, z. B. an— alſo Früch⸗ t aller⸗ ei glei⸗ er Wit⸗ irklich⸗ Glei keine hen, ſo te Ver⸗ ttheilen 2) 6, 3) e, 4) e4 5) es (m— 1)+ a.; m p 1 —(m— 1)(p— 1)+a.; m p (m— 1)(p— 1)(4— 1)+ à; mpqst (m 1)(b— 1)(4— 1¹) G— ¹)+† a⸗; mpqst alſo allgemein: An r —(m— 1)(P— 1)(4— 1)(y— 1)+† au. mpqd.Z ' Il C. Für die Zahlen der Aliquoten: 6¹1 —; und allgemein: 63— es en en— en+ 1 D. Für die atmoſphäriſchen Antheile: T() e2 61 e——(ez— e⸗)— e—— 3 1. 1 2 1 2 2 7 1 61(er— 63) 4—— 4 2(e.— ez)“ 61(e⸗— e4) e——; und allgemein: 2(es— e5) e1(en— en+ ¹) 64——*). 2(ei— e2) *) Die Kritik über die hier mitgetheilten, ſo wie über die von Andern, ins beſondere von Wulffen, aufgeſtellten Gleichungen wird in dem IV. Abſchnitte, welcher die Fruchtbarkeit des Bodens zum Gegenſtande hat, mitgetheilt werden 118 5. 117 Aus dieſen Gleichungen iſt erſichtlich, daß es bei ihrer Auflö— ſung einzig und allein auf die Ernten ankommt. Bei der großen Mannichfaltigkeit der Erträgniſſe, mit Rückſicht auf Reichthum, Klima und Culturart, muß ſich die Statik in Verle⸗ genheit befinden, einen Maßſtab für die Ernten der einzelnen Früchte aufzuſtellen. Aus dieſer Verlegenheit kann ſie ſich nur dann helfen, wenn ſie ſich auf den wahrhaft rationellen Standpunet des Ackerbaues er— hebt, und daher jene Durchſchnittserträgniſſe der Fruͤchte zum Maß— ſtabe annimmt, welche erzielt werden, wenn in den Turnus nur ſol— che Pflanzen aufgenommen werden, denen der Boden und das Klima entſprechen und die im Turnus einen paſſenden Platz finden. Die Durchſchnittserträgniſſe, welche unter den eben angegebe— nen Bedingungen erzielt werden, ſind aus den zu§. 79 gehörigen Tabellen E und F erſichtlich. §. 118. Zur Erläuterung der bisher deducirten Gleichungen will ich mich jener Beiſpiele bedienen, welche Thüͤnen und Wulffen in ihren Werken anführen, weil ich glaube, daß ſich ihre gediegenen Werke in der Hand eines jeden rationellen Landwirthes befinden und daher ein jeder die Vergleichung zwiſchen den Neſultaten dieſer Werke und denen, welche die bisher aufgeſtellten Gleichungen lie— fern, ſelbſt durch führen und mithin die Richtigkeit der letztern pruͤ⸗ fen kann. Thünen(a. a. O., S. 42) ſagt: War die erſte Ernte 100 Scheffel, die zweite bei Neicher Beſtellung 80 Scheffel, ſo be— trägt die relative Ausſaugung; mithin enthielt der Boden vor der Ernte einen Reichthum, 500 Scheffel Roggen zu erzeugen, oder von 500°.— Thünen ſetzt alſo den Kornertrag ganz auf Rechnung der Reichthumsverminderung und läßt den Strohertrag unbeachtet. Die Gleichung zur Berechnung des Reichthums iſt: 61— à1 81 61 r———, und die für den aliqusten Antheilm-—. 82— e⸗ 61— e⸗ Wendet man dieſe Gleichungen auf den vorliegenden Fall an, . 100— 0 ſo iſt e.— 100, e.= 80, und a— 0; mithin:=— : 1 7 1——— 7 1 00— 80 Ferner rückta J Antwo allen de F fonat warn üben nen weiſ legen der W lyſem Nujle⸗ dückich Verle⸗ Früchte wenn ues e⸗ Naß⸗ nur ſol⸗ Klima gegebe⸗ brigen al ich en in genen finden dieſer n le⸗ prü⸗ Ernte ſo be⸗ or der r von nung chtet. 10000 e. 100 100 = 500°r, undm=-——=—= 5, 20 9.— c. 100— 30 20 d. h. die erſte Ernte hat den fünften Theil des Reichthums conſumirt. — .. T. u Setzt man in der Gleichung:—+a,— es für r, m und an die * I 5 00— Werthe, ſo iſt e.=+ 0O= 100 Scoeffe, wie früher.— Iſt r= 500°, e,= 100, und,= 80, ſo muß nothwendigerweiſe a.— 0 ſeyn; denn es iſt(§. 116, lit. D) a,= e,——(e. e:⸗) C2 500 — 100— 100(100— 80)= 100— 5(20)= 100— 100= 0. 3 r 500 Ferner iſt ur=—(m— 1)(5— 1)=4 400 der m 6 rückſtändige Reichthum nach der erſten Ernte. Man ſieht, daß die Gleichungen auf jede Frage eine genügende Antwort geben, die der vorliegende Fall nur an ſie ſtellen kann; allein umgekehrt iſt es nicht der Fall, d. h. der ſpecielle Fall läßt die Fragen unbeantwortet, welche man an ihn ſtellt. So z. B. könnte man fragen, aus welchem Grunde das a.= 0 geſetzt wird? warum das m und r keinen Einfluß auf das ganze Erzeugniß aus— üben, oder warum die Strohernten nicht als Function des nerſchei— nen ſollen? ꝛc. Da der atmoſphäriſche Antheil, wie der erſte Abſchnitt nach— weiſ't, bei keiner Pflanze— 0 geſetzt werden kann, ſo muß der vor liegende Fall näher analyſirt werden, wenn die Gleichungen mit der Wirklichkeit übereinſtimmende Reſultate liefern ſollen. Dieſe Ana⸗ lyſe muß auf folgende Art durchgeführt werden: 100 Sch. Noggen à 80 Pfd. ſind= 8000 Pfd.— 80 Ctr. 80 ⸗ ⸗-„⸗ ⸗ ⸗—= 6400 ⸗— 64 ⸗. Auf 1 Scheffel Roggen oder 80 Pfund Korn entfallen(nach Thünen, S. 44) 190 Pfund Stroh, alſo auf 100 Scheffel 19000 Pfd.= 190 Ctr., und auf 80 Sch. 15200 Pfd.— 152 Ctr. Stroh; mithin iſt: 6.= 80 Ctr. Korn+ 190 Ctr. Stroh= 270 Ctr., e.= 64 ⸗„ Xᷣ 152 ⸗-— 216-⸗, und und e 6 270— 4 a————— 135. 2 2 Setzt man dieſe Werthe in die Gleichung: el— a er„.— r=, ſo erhäͤlt man 61 63 d 2702— 1 35. 270 72900— 36450 36450 r————————qx— 270— 216 54 54 6— — 675 r, d. h. der Reichthum muß ſelbſt dann noch 6750 betragen, wenn ſich gleich die Pflanzen die— Hälfte ihres Erzeugniſſes aus der Atmoſphäre angeeignet haben, falls man die von Thünen an⸗ 19 gegebenen Ernten erzielen will. 5 Ferner iſt: e 270 270 m==— 5; alſo 6.— 2. 270 2416 654 d 3 675 64——+ a.⸗— 35+ 135—= 270 Ctr.„ ———˖nn’—— — m 6 r 675 5 4r=—(m— 1)——(5— 1)= 5400⁰0. m 5 Ifſt r— 675, e.— 270 und e— 216, ſo muß der atmo⸗ ſphäriſche Antheil oder a,= 135 ſeyn; denn es iſt: r 675 2,=(0*.)— 270——(270— 216) e1 270 = 270— 675.—= 270— 135= 135. b 270 Dieſes Beiſpiel“*) mag einſtweilen genügen, um die Nichtigkeit V 6 der Formeln einzuſehen. b §. 119. Bevor die§. 116 zuſammengeſtellten Gleichungen verlaſſen nnhmer werden, ſollen ſie noch früͤher nachfolgende Fragen beantworten.— 10 —— nit, *) Wulffen hat er= 10, und e.=. 8 Ctr. Roggen geſetzt, um ſeine For⸗ 54 m meln zu erläutern. Da zwiſchen dieſen Zahlen dasſelbe Verhältniß beſteht wie— zwiſchen 100 und 80, ſo müſſen auch dieſelben Reſultate, mit 10 dividirt, zum 4 Vorſchein kommen; daher wäre es überflüſſig, auch dieſen Fall durchzuführen. 121 . Wie groß wuͤrde die nte Ernte ausfallen, wenn e.= 100, und und e.= 80 iſt, falls dieſelben Früchte aufeinander folgen? a) Im Sinne Thuͤnen's und Wulffen's folgender Art: Die allgemeine Gleichung für die aufeinander folgenden Ern— ten iſt: T—— 3 en=——(m— 1)(p— 1)(4— 1)(— 1)+ an. II P 4 Z 36450 Da die Fruͤchte dieſelben bleiben, ſo iſt m=p= ¶= s; alſo: 5 T.— 54 ea=—(m— 1)— 1+ au, und da an= 0 geſetzt wird, ſo iſt: in noch Imn—. en die r— er en——(m— 1)— 1; da ferner r— 500, und m—— phare m 94 3 n ez— e Ent aje 100. in ſo iſt Areue 50079 ——— 5 o iſt allgemein: esn——(5— 1)— 1 20 5 iſt, ſ allg 1 en 54( 1) 500 8 4n—¹. 5 Es ſey n— 3, ſo iſt: 500 500 e— 4—-— 16= 4. 16— 64; 53 125 n— 4 er atmo 500 3=— 3 er atmo⸗ 8= 4˙— 51,2; n— 3 -2A46) 500 18 e= 3— 4— 40,96; 5 n— 6: 500 5— 935 78 htigteit 24— 55 49= 32,768 ꝛc. Man ſieht hieraus, daß die aufeinander folgenden Ernten ab⸗ nehmen wie die Glieder einer geometriſchen Neihe, deren erſtes Glied erlſen= 100 und deren Quotient 0,8 beträgt; denn 100 multiplicirt 4 mit 0,8 gibt 80 oder ee; 80 multiplicirt mit 0,8 gibt 64 oder e⸗; lne For⸗ 64 multiplicirt mit 0,8 gibt 51,2 oder enꝛc.; alſo allgemein: ſeht wie en— 100 0,89= 1. dnt, zum Will man wiſſen, die wievielte Ernte= 0 oder für welchen ühren. 122 Wa von n, en= 0 wird, ſo braucht man nur die Gleichung — 100., 8u— 1= 0 zu ſetzen, um n mit Hilfe der Logarith— men zu beſtimmen. Nimmt man von 100 0,8u— 1= 0 den Log., ſo hat man: Log. 100 0,8— 1= Log. 100+n— 1.(Log. 8— Log. 10)=— o; alſo n— 1(Log. 8— Log. 10) — z— Log. 100 =—))— Log. 100 3n— 1— 3 2 Log. 8— Log. 10 , mithin —— Log. 100— o—Log. 100 Log. 8— Log. 10 Log. 8— Log. 10 Log. S— Log. 10 0,90309— 2— 1— 0,90309— 3— 0,90309— 1 0,90309— 1 — 2,09691— ◻+ o X+ 2,09691 ——— ◻☛„ d. h. man — 0,09691 0,09691 iſt erſt nach unendlich vielen Jahren im Stande, einem Boden den ganzen Reichthum zu entzie⸗ hen.— Setzt man hingegen den Log. von 0 gleich O, ſo hat man: Log. 100. 0,8— 1= Log. 100+(n— 1). Log. 0,8= Log. Log. 0,8— Log. 100 100+n Log. 0,8— Log. 0,8;= O alſon= Log. 0,8 Log. 8— Log. 10— Log. 100 0,90309— 1— 2 — Log. 8— Log. 10 0,903 09— 1 — 2,096941 — 0,09691— 21,6, d. h. nach 21 Jahren wäre der Reichthum des Bodens ganz entſchwunden. b) Im Sinne meiner Gleichungen geſtaltet ſich die Rechnung folgender Art: Die Ernten ſtehen in einem geraden Verhältniſſe mit dem . Reichthume des Bodens, dar, nach en,= iſt—(m— 1), 3 m 1 nach e,=—(m— 1),(p— 1) und m=— p, ſo iſt r, m p T„„. nach e⸗,=—(m— 1); mithin: m* 4 1 ei e=r:—(m— 1)— 1: 1—— zͤferner verhält ſich: m In leichung 1 r. ogarith⸗ 2,: e.=—(m 1):(m— 1)= 11—(m— 1) en Lo m m m 9 1 1.(ccg.= 1:1——; og. 10) m 6 1 d 64 Ptbi——— 5 da ferner m=—= 4 mitji s 6⸗ m— f 1n 91— e Lo;.10 e.— 270, und e,— 216, ſo iſt auch 270 270 m=————= 5; alſo 8 270— 216 54 —„ 1 7 4 41 6.= 216 4—25= 216= 172,5. h. man Ebenſo hat man: r r— ande, c,: e.=—(m— 1):—(m— 1)= 1:—(m— 1) Ntzie⸗ m m* m . 1 mialt— 1:1——, daher: — Log. m 9 1 1 4 4.1⁰0(1=)= 172.s(— 5)⸗= 172.8.— — 3 m 0 ĩ 8 — 2= 138,24; alſo allgemein: 1“ 1 Nn— 1 1 14= 1:(=„, und 1 m waͤre 1 N/— 1 4 Nn— 1 en— e. 1——= 270—— 270.0,82-, ke m/ 5 Vünu d. h. die aufeinander folgen den Ernten neh⸗ men ab wie die Glieder einer geometri⸗ nit dem ſchen Reihe, deren erſtes Glied 270 und der Quotient 0,8 iſt; alſo gerade ſo wie früher, — 1) wenn man ſtatt 100 die Ernte 270 ſubſtituirt. Wird en= 0, ſo kann das n ebenſo, wie es früher geſchehen iſt, beſtimmt werden; denn ſetzt man: 270. 0,8— 1= 0, und den Logarithmus von 0 approximativ= 0, ſo iſt: Log.(270. 0,88= 4)= Log. 270 4.(u— 1) Log. 0,8 — Log. 270+ n Log. 0,8— Log. 0,8=— 0, mithin n Log. 0,8— Log. 270 Log. 8— Log. 10— Log. 270 —— alt ſich Log. 0,8 Log. 8S— Log. 10 124 0,90309— 1— 2,43136— 2,52827 —= 27,1, d. b 0,90309— 1— 0,09691 nach 27 Ernten müßte der Neichthum ganz con⸗ ſumirt ſeyn, wenn der Boden keinen Erſatz er⸗ halten würde*). 2. Wie läßt ſich die Bereicherung des Bodens durch das Dreiſch⸗ liegen aus den erzielten Ernten berechnen? Geſetzt, ein Boden hat den Reichthum von 6750. Man gewinnt zwei Ernten ei= 270 und ez= 216, und nach der zweiten Ernte bleibt der Boden 1 Jahr als dreiſch liegen. Dar⸗ auf wird er mit einer gleichen Frucht beſtellt, und ihr Ertrag beträgt z. B. 175 Ctr., ſo kann die Bereicherung durch das Dreiſchliegen auf folgende Art beſtimmt werden: Iſt r= 6 750, ſo iſt T 675— Sr= r——= 675——= 540“ nach e,; m 5 4 1)= 675, 2r-— In)———(5— 1)= 27 16= 432 25(3 4) 7. 16 43 nach e.; r 4 675 43—=(m— 1)=— 64= 345,6 nach e⸗, wenn der m 125 Boden nicht dreiſch liegen bliebe. Da dieß geſchieht, ſo ſoll ſein Reichthum bei der dritten Ernte x ſeyn. Da ſich die Ernte ohne Dreiſchbereicherung, oder es zu der mit Dreiſchbereicherung, oder 180 wie der Reichthum nach es zu x ver— hält, oder da die Proportion Statt findet e,: 175= 432: X, ſo iſt 175. 432 480 432 D— 1. 38 X Da gher es= 1 72(Iit. b), ſo iſt= 5 172 *) In einigen Gegenden des Banats gehört es zum Weſen der dortigen Bewirthſchaftung„eine Schichte durch eine Generation oder dreißig Jahre zu benützen und dann erſt eine neue Schichte aus der Tiefe hervorzuholen. Durch dieſen Zeitraum wird der obern Schichte keineswegs der ganze Humus ent⸗ zogen, ſondern es bleibt der unauflöslich gewordene, oxydirte, todte oder ſaure Humus zurück. Werden alkaliniſche Körper, als: Mergel, Aſche, Aetzkalk ꝛc., angewendet, ſo kann auch dieſer aufgelöſ't und angeeignet werden, wozu aber, wenn ſein Vorrath groß war, neue dreißig Jahre erfordert werden, wie man das bei den Moorgründen, wenn ſie gebrannt, gemergelt oder gekalkt werden, deutlich ſieht. Enthält ein Boden keinen unauflöslichen Humus mehr, dann bleiben alle dieſe Mittel wirkungslos, falls ſie nicht zur phyſikaliſchen Verbeſſe— rung des Bodens beitragen,. 4³⁰ leegen— 3. das Er Au aüffina Ernten Adn welches I ſt A oder d — 54 4 †” Str. Er aufdie o Lfur ladings Duani 1b rS und! 85„% B. N. b vern, V di keinen d Altend denn ſ Litkun 1, d. h. nz con⸗ ſatz el⸗ Dreiſch⸗ und nach en. Dar⸗ as beträͤgt iſchliegen wenn der ten Ernte zu der mit zu X vel⸗ :X ſo ſt er dortigen g Jahre zu en. Durch Humus ent oder ſaure Aetzk kalk de., wozu aber, ,wie man lkt werden, gehr, dann n Verbeffe⸗ 125 — 43 9⁰. Daher iſt die Bereicherung durch das einjährige Dreiſch— liegen= 4390— 432⁰= 70(F. 384 ꝛc.).. 3. Wie läßt ſich in jedem einzelnen Falle berechnen, wieviel das Erzeugniß eines Grades Reichthums beträgt? Auf folgende Art: Man berechnet den Reichthum aus zwei aufeinander folgenden Ernten und dividirt die Summe der beiden Ernten durch die Summe der Differenzen des Reichthums nach beiden Ernten, und der Quotient zeigt dann das Erzeugniſ an, welches auf 10r entfällt. Es ſey wie früher r— 675 ⁰„ e,= 270 und e,= 216, ſo iſt h r= 54 00, oder der Reichthum nach e, und e n r= 4320⁰ oder der Reichthum nach er. Dieſem nach entfallen auf e.: 675⁰ — 54 00= 1350 und auf e, 540— 432= 108o, alſo auf ei- e.: 135 108 X— 2430, oder auf 270+ 216— 486 Etr. Ernte entfallen 243⁰; alſo auf 10 r 2 Ctr. Stroh und Korn. Da ſich beim Roggen das Korn zum Stroh im vorliegenden Falle wie 8: 19 verhält, ſo ſind die 2 Ctr. Eknte= 1,40 Ctr. Stroh+ 0,60 Korn= 10 r, oder mit einem Grad Reichthum werden beim Roggenbau 0,60 Ctr. Korn und 1,40 Ctr. Stroh er⸗ zeugt. Im§. 69 iſt gezeigt worden, daß mit 10r 70 Pfund Korn aller Art erzeugt werden können, während die Rechnung, geſtüͤtzt auf die bisherigen Erfahrungen über die Ernährung der Pflanzen, 60 Pfund beim Roggenbau ausweiſ't. Dieſe Differenz würde al— lerdings klein erſcheinen, wenn in beiden Fällen unter 10°r gleiche Quantitäten Nahrung verſtanden würden; da aber nach§. 69 zu 10 r 9 Ctr. mürben friſchen oder 2,15 Ctr. trockenen Stallmiſtes und hier nur 1 Ctr. erfordert werden, ſo beträgt die Differenz 35 Pfund pr. 10 r. B. Von den bei der Vegetation catalytiſch wirkenden Kör⸗ pern, oder dem Reichthume in uneigentlicher Bedeutung. §. 120. Die Pflanzencultur lehrt, daß manche Koͤrper, wenn ſie auch keinen der vier Grundſtoffe, aus welchen die Pflanzen ihre nähern Beſtandtheile bilden, enthalten, die Vegetation befördern; oder wenn ſie auch Elemente der Pflanzengebilde enthalten, daß ihre Wirkung mit dem Erzeugniſſe in keinem ſolchen Verhältniſſe ſteht, wie es bei jenen Körpern, die den eigentlichen Reichthum bilden, der Fall iſt. Die Koͤrper dieſer Art werden mit dem unrichtigen Namen„Reizmittel“ bezeichnet. 126 §. 121. Die Wichtigkeit dieſer Körper bei der Vegetation und die Un⸗ richtigkeit der Vorſtellung über ihre Wirkſamkeit ſind zureichende Gründe, warum ihre Betrachtung in einem Beitrage zur Statik des Ackerbaues einen Platz findet, ſelbſt wenn ſie auch gegenwär— tig noch nicht im Stande iſt, den Calcul auf dieſelben anzuwenden. Ihre Betrachtung wird zugleich den Beweis liefern, mit welchen Schwierigkeiten die Statik des Ackerbaues zu kämpfen hat, und daß in Ermangelung von zureichenden Erfahrungen*), um dieſe Schwie⸗ rigkeiten zu beſeitigen, gegenwärtig von einer Statik, wie ſie die Strenge der Wiſſenſchaft fordert, noch keine Nede ſeyn könne. §. 122. Wir ſehen, daß ſehr viele leicht aufloͤsliche Salze, als: Sal— peter, Kochſalz, ſalpeterſaurer Kalk, Gips ꝛc., einige Oxyde und einfache Stoffe, z. B. Schwefel, Kohle ꝛc., die Vegetation beför⸗ dern, ſelbſt wenn ſie in ſehr geringen Quantitäten angewendet wer⸗ den**), während andere, unter gleichen Verhältniſſen angewendet, nachtheilig wirken.— §. 123. Um ſich die Wirkungen der Köorper der erſten Art zu erklären, ſtellte man ſich vor, daß ſie die Organe der Pflanzen gerade ſo zu einer höhern Thätigkeit ſteigern, wie es bei einigen Koͤrpern im Thierreiche der Fall iſt, und bezeichnete dieſe Körper nach der Ana— logie mit dem Worte„Reizmittel“, ohne zu bedenken, daß dieſe Be— zeichnung mit der Wirkung in einem Widerſpruche ſteht. Einen Organismus reizen, heißt, mit Rückſicht auf die hervor⸗ gebrachte ſichtbare Wirkung, die Circulation der Säfte ſteigern. *) Die Verſuche, welche ich über den catalytiſchen Einfluß mancher Körper, äls: des Schwefels, Gipſes, der Aſche, des Spodiums ꝛc., anſtellte, findet man in der Beilage. **) Nach Schübler wirkt ⅛, Salpeter des Bodengewichts vortheil⸗ haft, der ½ 0 Theil zeigte ſchon ſchädliche Wirkungen. Eine Auflöſung von Kochſalz wirkt vortheilhaft, wenn 1 Theil Kochſalz in 100 Theile Waſſer auf⸗ gelöſ't wird; dagegen nachtheilig, wenn bloß 50 Theile Waſſers zur Auflöſung 1 Theils Kochſalzes genommen werden. Salzſaurer Kalk wirkt günſtig, wenn er ⁄½ pCt⸗ der Löſung beträgt, mit welcher die Pflanzen begoſſen wurden. Nicht minder woͤhlthätig wirken die Salze der Alkalien, wenn ſie auch in geringer Menge im Boden angetroffen werden. Nach meinen Verſuchen brachte der Gips die vortheilhafteſte Wirkung, wenn 10 Pfund pr. 100 ◻Klftr. angewendet wurden. Knochenmehl blieb wir⸗ Lungslos. Das Spodium blieb unvorbereitet bei allen Gewächſen, bei welchen es in Anwendung kam, wirkungslos. die gräßere Wir wie bein düction! der zur) deres, a Es muß aner b E. daß vie geſezte) Einfiaß der Veſ andere, tſelln nahwnen und dah hiſch! de düngun vird w dere E 5 Eleme ſ lie der N durch n — 1 in zucker thut die; Alatel, und Sau fäſture die Un⸗ rreichende ür Statit egenwar⸗ uwenden. welchen und daß Schwie⸗ bie ſie die enne. s: Sal⸗ ryde und n beför⸗ det wer⸗ wendet, erklären, ade ſo zu pern in der Ana⸗ dieſe Ve⸗ ſe hervor⸗ eigern. er Körper, det man in vortheil⸗ löſung von gaſſer auf⸗ Auflöſung g, wenn er den. Nicht in geringer Wirkung, blieb wir⸗ welchen o 127 Die unmittelbare Folge eines geſteigerten Saftumlaufes iſt die größere Conſumtion der Säfte, mithin auch der Nahrungsſtoffe. Wird alſo beim gereizten Lebensproceſſe nicht mehr Nahrung wie beim ungereizten gereicht, ſo kann von einer geſteigerten Pro— duction durch den angefachten Lebensproceß keine Rede ſeyn, falls der zur Anfachung des Lebensproceſſes angewendete Körper nichts an⸗ deres, als eine bloße Irritation in den Organen hervorbringen ſollte. Es muß alſo der Grund dieſer Erſcheinung in etwas Anderem, als in einer bloßen Irritation der Pflanzenorgane geſucht werden(§. 50). §. 124. Es iſt eine aus vielen Thatſachen*) abſtrahirte Erfahrung, daß viele Koͤrper die Eigenſchaft beſitzen, auf andere(zuſammen⸗ geſetzte) einen von der chemiſchen Verwandtſchaft verſchiedenen Einfluß der Art auszuüben, daß ſie in den Korpern eine Umſetzung der Beſtandtheile in aundern Verhältniſſen bewirken und daher ganz andere Koͤrper hervorbringen, ohne daß ſie mit ihren Beſtand— theilen nothwendigerweiſe an den neuen Producten ſelbſt Theil nehmen müſſen; d. h. ſie bringen eine eigentliche Catalyſe hervor, und daher hat ſie auch Berzelius**) mit dem Prädicate„cata⸗ lytiſch wirkende Körper“ verſehen. §. 1253. Betrachtet man jene Körper, welche bisher in der Lehre der Düngung als Reizmittel angeſehen werden, von dieſer Seite, dann wird man nicht nur theilweiſe ihre Wirkungen, ſondern auch an— dere Erſcheinungen des Pflanzenreiches erklären können. Wenn alſo Erden, Alkalien, Saäuren und Salze, die keine Elemente der Pflanzengebilde enthalten, die Vegetation befoͤrdern, ſo liegt der Grund dieſer Beförderung darin, daß dieſe Körper in der Miſchung der Pflanzenſäfte Veränderungen hervorbringen, durch welche ſie aſſimilationsfähiger gemacht werden, ohne ſelbſt *) Kirchhof hat nachgewieſen, daß die Schwefelſäure das Stärkemehl in Zucker umwandelt, ohne an dem Zucker ſelbſt Theil zu nehmen. Dasſelbe thut die Diaſtas. Nach Thenard wird das Superoxyd vom Waſſerſtoff durch Alcohol, Braunſtein, Silber, Gold und den Faſerſtoff des Blutes in Waſſer⸗ und Sauerſtoff zerlegt. Nach Mitſcherlich wird der Alcohol durch Schwe⸗ felſäure in Aether umgewandelt, ohne einen Verluſt an der Säure zu erlei⸗ den. Hierher gehören auch die Wirkungen des Fermentes, des Speichels, des Magenſaftes(§. 50), die Steigerung der Temperatür, wenn Waſſerſtoff mit Platin in Berührung kommt, wie es bei der Doͤbereiner'ſchen Zünd- maſchine der Fall iſt ꝛc. *) Berzelius's Chemie, Leipzig 1837, B. 6, S. 23. 128 eine Veränderung zu erleiden. Diejenigen Körper, welche die Vege— tation gefäͤhrden, bringen die entgegengeſetzten Wirkungen hervor. Da einerſeits der Einfluß der unorganiſchen Korper überhaupt auf die Vegetation im erſten Abſchnitt,§. 50, betrachtet wurde, und da andererſeits die mineraliſchen Duͤngerarten zum Theil den Ge— genſtand des achten Abſchnittes dieſer Abhandlung bilden, ſo mag das hier in Betreff der Reizmittel Geſagte genügen, und ich bemerke hier nur noch, daß, ſo hypothetiſch auch dieſe Anſicht er— ſcheint, ſie einen entſchiedenen Vorzug vor der bisherigen Vor⸗ ſtellungsweiſe verdient, indem ſie auf keine Widerſprüche fuhrt und mit anderweitigen chemiſchen Erfahrungen in dem innigſten Ein— klange ſteht*). *) Man vergeſſe nicht, daß eine Hypotheſe nichts anderes als eine Krücke iſt, auf welcher der unmündige, menſchliche Verſtand ſo lange hüpft, bis ihn die eigenen Extremitäten zu tragen vermögen, und daß es beſſer iſt, zu hüpfen, wenn auch mit einem Stelzenfuße, als bewegungslos der Fäulniß entgegen zu harren.„ Fragen wir, wie weit wir mit der alten Vorſtellungsweiſe gekommen ſind, ſo werden wir keine erfreuliche Antwort finden; denn wir ſtehen nicht nur mit der Erklärung der Erſcheinungen der Reizmittel, ſondern auch mit der Auf⸗ einanderfolge der Früchte auf demſelben Puncte, auf dem wir vor vierzig Jah— ren geſtanden ſind, und die Schwere der ſich hier concentrirenden Laſt droht auch noch dieſen zu verſenken. Wird der von der Urquelle jetzt ſchon getrennte Arm unſere Laſten— tragen können?— Man werfe einen Blick auf unſere Literatur.—. de überoan denkand den nar dinen Gi V gun de dar Pflanzer dieſalen in ſeinen ſeiner M dee ſteer de Veränd beding 4) iinen Ein ticäxfe mwiſcen 1¹) ſphäte un 8 Etda, K Woden al ͤdentz de Vade nude d dn de Tage⸗ hervor. berhaupt rde, und den Ge⸗ den, ſo und ich ſicht er⸗ en Vor⸗ ahrt und ten Ein⸗ ne Krücke bis ihn rhüpfen, entgegen nen ſind, nur mit der Auf⸗ zig Jah⸗ daſt droht getrennte f unſere Dritter Abtchnitt. Von der Thätigkeit des Bodens. §. 126. Den Einfluß der einzelnen Bodenbeſtandtheile und des Bodens uͤberhaupt auf die Vegetation darzuſtellen, iſt eine Aufgabe der Bo⸗ denkunde oder Agronomie. Die Statik des Ackerbaues hat den Bo⸗ den nur inſofern in eine Betrachtung zu ziehen, inwiefern derſelbe einen Einfluß auf die Veränderung, Zurückhaltung und Verfluͤchti⸗ gung des Reichthums ausübt*). §. 127. Der Neichthum, als ſolcher, iſt nicht immer geeignet, von den Pflanzen aſſimilirt zu werden und, wenn er auch angeeignet wird, dieſelben zu nähren; er muß alſo häufig eine Veränderung ſowohl in ſeinem Aggregations-Zuſtande, als auch in den Verhältniſſen ſeiner Miſchung erleiden, wenn er als Nahrung der Pflanzen, in der ſtrengſten Bedeutung des Wortes, erſcheinen ſoll(§. 57). Der Proceß, durch welchen der Reichthum die erforderliche Veränderung erleidet, iſt der durch Wärme, Luft und Feuchtigkeit bedingte Gährungs⸗(Verweſungs⸗-) Proceß**). *) Die Aufgabe der Statik iſt: alle Bedingungen darzuſtellen, welche einen Einfluß auf die Ausmittelung des Gleichgewichts zwiſchen der Boden⸗ erſchöpfung und dem zu leiſtenden Erſatze ausüben, um zuletzt das Gleichgewicht zwiſchen beiden herſtellen zu können. **) Bedenkt man einerſeits, daß durch die bloße Wechſelwirkung der Atmo⸗ ſphäre und der Oberfläche unſers Planeten fortwährend neue Körper(Bergöl, Soda, Kochſalz, Salpeter, Mauerfraß ꝛc.) gebildet werden, und andererſeits, daß durch die wechſelſeitige Berührung der verſchiedenen Bodenbeſtandtheile electriſche Strömungen und Spannungen angeregt werden müſſen, oder daß der Boden als eine große galvaniſche Säule erſcheint, ſo bleibt die Zurückführung der Bodenthätigkeit auf den Gährungsproceß immer ſehr einſeitig; allein nachdem der Boden in Beziehung auf ſein electriſches Verhalten faſt gar nicht unterſucht wurde(§. 25), ſo iſt es erklärlich, warum hier die Thätigkeit des Bodens bloß auf den Gährungsproceß zurückgeführt wird. 9 130 §. 128. Da die Zufuͤhrung der Warme, der Luft und der Feuchtigkeit durch die Grundmiſchung eines Bodens bedingt iſt, ſo iſt auch der Gang des Verweſungsproceſſes durch den Boden bedingt. Es iſt daher der Gang des Verweſungsproceſſes ein Maßſtab zur Beurtheilung eines Bodens. Schreitet der Verweſungsproceß in einem Boden wegen eines ungünſtigen Verhältniſſes zwiſchen Waͤrme, Luft und Feuchtigkeit nur langſam vorwärts, ſo heißt ein ſolcher Boden ein träger; findet das Gegentheil Statt, ein hiz⸗ ziger, und wenn weder das eine noch das andere Ertrem Statt fin⸗ det, ein milder Boden. Das durch die Grundmiſchung eines Bo⸗ dens bedingte Vermögen, den einen oder den andern Gang des Verweſungsproceſſes herbeizuführen, heißt ſeine Thätigkeit*). §. 429. Wird bei dem Gange dieſes Proceſſes bloß auf die Zeit Ruͤck— ſicht genommen, binnen welcher durch ihn der Reichthum aufgelöſ't wird, ſo hat man den Grad, wird aber auf die Qualität der Auf⸗ loͤſung Rückſicht genommen, den Charakter der Thätigkeit beſtimmt. §. 130. Nit Rückſicht auf den Grad der Thaͤtigkeit koͤnnen, dem Ge— ſagten zufolge, die Bodenarten in drei Abtheilungen gebracht werden: 1. In Bodenarten von raſcher, 2. ⸗ ⸗ langſamer, und 3. ⸗ ⸗ ⸗ mittlerer Thätigkeit*s). — Es iſt einleuchtend, daß das Klima, die Witterung und die Beſchaf⸗ fenheit des Reichthums auf den Gang des Verweſungsproceſſes einen weſent— lichen Einfluß haben; allein wollte man dieſen Einfluß in die Begriffsbeſtim— mung der Thätigkeit aufnehmen, dann müßte die Statik auf die Reinheit und Klarheit ihrer Begriffe Verzicht leiſten. Zudem erſcheint eine ſolche Aufnahme überflüſſig; denn in der Wirklichkeit kann nur die Frage aufgeworfen werden: wie ſich die verſchiedenen Bodenarten unter gegebenen Verhältniſſen(Klima, Gang der Witterung, Düngung, Beſtellungsart und Turnus) in Beziehung auf die Veränderung, Zurückhaltung und Verflüchtigung des Reichthums zu⸗ einander verhalten. —) Wulffen(S. 31) theilt den Boden aucch in drei Abtheilungen: a) in den für die Winterung, b) Sommerung, und e) für beide geeigneten Boden; dann wird wieder jede Abtheilung nach den Früchten weiter eingetheilt. Da ich den Zuſammenhang dieſer Eintheilung mit der Statik nicht einſehe, und ein Boden, der in einer Gegend bloß Sommerung trägt, in einer andern Winterung oder beide zugleich tragen kann, ſo konnte hier von dieſer Einthei⸗ lung kein Gebrauch gemacht werden. 4 In dder un boden, Ju Sindig warmuu fige- nittlerer 2pét. und de entſtande ttt ſo l ſcden! gen ihre dacte de Natur ſind*) de ſihht an ſrndth wenige als ih Sahe ſer zu ulle cher Bo 1. *)? te e ſin aüer die viele läug dheſt Nhrls Kgtiet auch der Mazſtrb sproce wiſchen ſo heißt ein hiz⸗ tott fin⸗ nes Vo⸗ aang des *). it Nuͤck⸗ fgelöſit r Auf⸗ ſtimmt. em Ge⸗ verden: Beſchf⸗ weſent⸗ fobeſtim⸗ heit und ufnahme werden: (Klima, eziehung ums zu⸗ llungen: eigneten getheilt. einſehe, er andern Einthei⸗ §. 131. In die erſte Abtheilung gehören alle Bodenarten von keiner oder nur ſehr geringer Cohäſionskraft, als: der loſe, lehmige Sand— boden, der Grand- oder Schuttboden, der Kalk- und Kreideboden. Zur zweiten Abtheilung gehören die Bodenarten von großer Buͤndigkeit, mithin von großer Waſſeraufnahms- und geringer Er— wärmungsfähigkeit, als: der lehmige, kleiartige und eiſenſchie— ßige— ockerige— Thonboden, und zur dritten die Bodenarten von mittlerer Cohäſion, als: der ſandige und ſtark kalkhaltige(über 2 pCt. Kalk) Lehmboden, der lettenartige Thonboden, der Marſch⸗ und der Mergelboden. §. 132. Wird bei dem Gaͤhrungsproceſſe nicht bloß die Zeit, in wel— cher der Reichthum zerſetzt, aufgelöſ't, wird, d. i. der Grad der Thätigkeit, ſondern auch die Beſchaffenheit der durch die Zerſetzung entſtandenen Producte, d. i. der Charakter der Thätigkeit, betrach⸗ tet, ſo müſſen die Bodenarten der drei Abtheilungen weiter unter— ſchieden werden, und zwar nach der Beſchaffenheit der Verbindun— gen ihrer Beſtandtheile mit der Humusſäure, da die vielen Pro— ducte der Gährung theils noch ganz unbekannt, theils ſo flüchtiger Natur ſind, daß ſie einer wiſſenſchaftlichen Betrachtung unfähig ſind*). §. 133. Die Bodenarten der erſten Abtheilung zeichnen ſich, mit Ruͤck— ſicht auf den Charakter ihrer Thätigkeit, dadurch aus, daß ihre Be— ſtandtheile mit den Producten der Verweſung gar keine oder nur wenige, leicht lösliche Verbindungen eingehen, da die Kieſelerde, als ihr vorherrſchender Beſtandtheil, mit der Humusſäure keine Salze bildet, und die humusſaure Kalkerde nur 2000 Theile Waſ⸗ ſer zu ihrer Löſung erfordert. Fragt man nach den Folgerungen, welche ſich aus dem Grade und dem Charakter der Thätigkeit ſol— cher Bodenarten ergeben, ſo ſind es folgende: 1. Wird der Neichthnn ſchnell zerſetzt**), und da ſeine Pro⸗ *) Wir wiſſen zwar, daß ſich bei der Fäulniß geſchwefeltes, gephosphor⸗ tes, gekohltes Waſſerſtoffgas, Kohlenſäure und Ammoniak entwickeln; wir wiſ⸗ ſen aber nichts über das gegenſeitige Verhältniß dieſer Körper, ſo wie über die vielen andern ſtinkenden und miasmatiſchen Stoffe der Fäulniß. Es iſt nicht zu läugnen, daß alle dieſe Körper den Gährungsproceß, mithin auch die Thä⸗ tigkeit eines Bodens charakteriſiren; allein der Verſtand hat bisher noch keinen Anhaltspunct, um ſie einer Berechnung unterziehen zu können. *) In einem loſen Sand⸗, ſo wie im Schuttboden werden alle Miſtarten 9* 13²2 ducte keine oder nur wenige Baſen in ihnen antreffen, auch ſehr ſchnell conſumirt oder verflüchtigt. Und 2. müſſen dieſe Grundſtücke unter allen Bodenarten am haͤu⸗ figſten gedüngt werden; dagegen darf die jedesmal angewendete Quantität nicht bedeutend ſeyn, wenn man keinen Verluſt durch Verflüchtigung erleiden ſoll. §. 134. Bei den Bodenarten der zweiten Abtheilung bildet die Thon⸗ erde, als ihr vorherrſchender Beſtandtheil, mit der Humus— ſäure Salze, welche im Waſſer gar nicht oder nur ſehr ſchwer löslich ſind*). Sind ſie zugleich eiſenſchießig, dann wird ein großer Theil der Humusſäure zur Bildung eines im Waſſer durch— aus unlöslichen Salzes, nämlich des humusſauren Eiſenprotoxydes, verwendet. Es bilden daher die Bodenarten der zweiten Abthei⸗ lung nicht bloß in Beziehung auf den Charakter ihrer Thätigkeit, ſondern auch in Beziehung auf die Folgerungen einen Gegenſatz von den Bodenarten der erſten Abtheilung. 4§. 135. Bei den Bodenarten der dritten Abtheilung bildet neben der Thonerde auch die Kalkerde mit der Humusſäure Salze; alſo ſtel⸗ len ſie auch in Beziehung auf den Charakter ihrer Thätigkeit das Mittel zwiſchen den Bodenarten der zwei erſten Abtheilungen dar. §. 136. Werden die bisherigen Betrachtungen, ohne Rückſicht auf die Mittel, durch welche der Grad und der Charakter der Thätigkeit verändert werden können, zum Behufe der Conſtatirung der Be— harrungsverhältniſſe als Anhaltspuncte benützt, dann iſt die Sta⸗ tik des Ackerbaues berechtigt, die Bodenarten der drei Abtheilun⸗ gen bei einem mittlern abſoluten Neichthume(von 1,75 pCt. Hu⸗ mus) und einer mittlern Mächtigkeit der Dammerde(von 6*), wenn ſie ſich unter ganz gleichen klimatiſchen Verhältniſſen befin⸗ ſchon im erſten Jahre ganz zerſetzt. Ich habe auf dem Verſuchshofe zu Laibach noch nie geſehen, daß im zweiten Jahre nur eine Spur von unzerſetztem Stall⸗ miſte geblieben wäre. Der Boden iſt ein lehmiger Sandboden. Im Jahre 1836 ließ ich in einem Schuttboden Maulbeerbäume pflanzen, und um die Zerſetzung der Holzſpäne, welche als Dünger angewendet wurden, zu fördern, wurden ſie mit Stallmiſt gemengt. Bei dem Nachſetzen im Jahre 1837 war von dem Stallmiſte keine Spur mehr wahrzunehmen. ) Die neutrale humusſaure Thon-(Alaun-) Erde iſt in 4200 Theilen Waſſer löslich, die baſiſche aber gar nicht(Dr. Sprengel's Chemie, Göt⸗ tingen 1831, B. 1, S. 676). deu, i ſellen: kenen, Art*), echalten 8 der e geſucht der hur raſche. gende? 1 ſo braud ditten? *) z behan 11 Keilage, 9) de honu hebungen entäume gedratte ſtehen t ſiben e dem lat auch ſeßt am haͤl⸗ ewendete uſt darch Thon⸗ Humas⸗ t ſchver wird ein er durch⸗ torydes, Abthei⸗ ütigkeit, egenſatz ben der ſo ſtel⸗ keit das en dar. auf die zätigkeit der Ve⸗ ie Eta⸗ theilun⸗ t. Hu⸗ 6 4), befin⸗ daibach Stall⸗ flanzen, rden, zu re 1837 Theilen i, Göt⸗ 133 den, in folgendes Verhältniß auf den zu leiſtenden Erſatz zu ſtellen: 1. Bodenarten von raſcher Thätigkeit erfordern 200 Gwthl., 2.„.„ miltlerer ⸗ ⸗ 150 ⸗ und 3. ⸗ ⸗ langſamer s⸗ ⸗ 100 ⸗ trok⸗ kenen, muͤrben Stallmiſtes für 100 Gwthl. Kornertrages aller Art*), wenn ſie in einem gleichen Grade ihrer Ertragsfähigkeit erhalten werden ſollen**). §. 1 37- Wird dagegen das Verhältniß des wiederkehrenden Erſatzes der Bodenarten von raſcher, mittlerer und langſamer Thätigkeit geſucht, ſo läßt ſich dasſelbe, mit Kückſicht auf die Aufloͤslichkeit der humusſauren Salze und den Umſtand, daß in Bodenarten von raſcher Thätigkeit nur wenige ſolche Salze erzeugt werden, auf fol⸗ gende Art feſtſtellen: 2:4:6, d. h. wenn bei Bodenarten von ra⸗ ſcher Thätigkeit der Erſatz alle zwei Jahre geleiſtet werden muß, ſo braucht er bei denen der zweiten alle vier, und bei denen der dritten Art erſt alle ſechs Jahre zu erfolgen***). *) Die Wurzeln ſind im trockenen Zuſtande als grasartige Getreidepflanzen zu behandeln(§. 178). **) Die nähern Daten, auf welche ſich dieſe Angaben ſtützen, enthält die Beilage, ſo wie auch der 286.§. dieſer Abhandlung. ***) Dieſes Verhältniß ſtützt ſich nicht bloß auf die relative Auflöslichkeit der humusſauren Salze, ſondern auch auf vielfältige Beobachtungen und Er⸗ hebungen zwiſchen dem zu leiſtenden Erſatze und der Erſchöpfung. Ich will gern einräumen, daß ſich dieſes Verhältniß unter günſtigen Umſtänden wie 3:6: 9 geſtalten kann; allein im Allgemeinen glaube ich bei dem frühern Verhältniſſe ſtehen bleiben zu müſſen, da im Durchſchnitte aller Bodenarten, bei einer inten⸗ ſiven Bewirthſchaftung, der Erſatz alle 3—4 Jahre erfolgen muß, während er bei dem letztern Verhältniſſe alle 6 Jahre erfolgen würde. 134 en, ub mittelt d Boden als de 2 A* und die Vierter Abtchnitt. vſa Von der Fruchtbarkeit des Bodens. V 7 thum der! §. 138. tane Ein Boden wird fruchtbar genannt, wenn er reichliche Ern— tn; ten trägt. Reichliche Ernten können nur dann erwartet werden, bande wenn den Pflanzen die Lebensbedingungen in einem durch ihre 2 Individualität beſtimmten Verhältniſſe zugeführt werden. Da die Zufuͤhrung der Lebensbedingungen bei dem landwirth— u ſchaftlichen Gewerbe nur durch den Boden geſchehen kann, ſo re— V ti ducirt ſich die Lehre des Ackerbaues auf den oberſten Grundſatz: 1 d „Weiſe einer jeden Pflanze einen ſolchen Boden an, welcher mit d1 Rückſicht auf ſeine Grundmiſchung und das Klima im Stande iſt, 1 derſelben die Lebensbedingungen(Nahrung, Feuchtigkeit, Luft und ſ 2 Wärme) in einem durch ihre Individualität beſtimmten Verhaͤlt⸗ da niſſe zuzuführen.“ in „„ 1„„—„ en Da jedoch bei ubrigens ganz gleichen Verhältniſſen die Vege⸗ unß tation einer Pflanze deſto uͤppiger iſt, je mehr Nahrung ſie in ih— dn rem Standorte antrifft, ſo iſt es eine natürliche Folge, daß die 1 Fruchtbarkeit des Bodens vorzugsweiſe als eine Function der Nah— rung angeſehen werden muß. 4 . 6. 139. Soll der Reichthum des Bodens als Nahrung den Pflanzen ute dienen, ſo iſt es nicht hinreichend, daß ſich derſelbe ganz oder zum V danr ——.. n.——— Theile in einem flüſſigen Zuſtande befindet, ſondern ſeine Ele— Nien mente, Grundſtoffe, müſſen ſich wenigſtens in keinem, fur die nef Pflanzenwelt Gifte bildenden Verhältniſſe befinden(§. 57). Es muß alſo zu dem Reichthume, falls er nicht ſchon dem Grade und ſin Charakter(§. 1 29) nach geeignet ſeyn ſollte, die Pflanzen zu näh— ii che Ern⸗ werden, rch ihre dwirth⸗ ſo re⸗ undſatz: ſcher mit ande iſt, euft und VLerhäͤlt⸗ die Vege⸗ ſie in ih⸗ daß die der Nah⸗ llanzen der zum e Fle⸗ für die 7. Es rade und zu näͤh⸗ 135 ren, noch etwas hinzutreten, wodurch ſeine Nahrungsfähigkeit ver⸗ mittelt wird, und dieſes Etwas iſt der Gaͤhrungsproceß*). §. 140. Da der Gang des Gaͤhrungsproceſſes durch die Thätigkeit des Bodens bedingt iſt(§. 127), ſo erſcheint die Thätigkeit des Bodens als der die Nahrungsfähigkeit des Reichthums vermittelnde Factor, und die Fruchtbarkeit ſelbſt als der durch die Thätigkeit des Bodens aſſimilationsfähig gemachte Reichthum. Druͤckt man die Fruchtbarkeit des Bodens durch f, ſeinen Reich⸗ thum durcher und ſeine Thätigkeit durch t aus, ſo hat man f— r. t. Der menſchliche Verſtand hat kein anderes Mittel, um die Frucht⸗ barkeit eines Bodens zu beſtimmen, zu meſſen, als die erzielten Ern— ten; daher ſind dieſe die eigentlichen Repräſentanten der Frucht⸗ barkeit der Grundſtuͤcke**). Da fuͤr die Ernten(§. 116) die Gleichung en=—+ a.=— r. 4 m r Pa aufgeſtellt worden iſt, ſo kommt es nur darauf an, dieſelbe 1 richtig zu interpretiren, um aus ihr einen richtigen Ausdruck fuͤr die Fruchtbarkeit zu finden. Die Zahl mzeigt an, der wievielte Theil des Reichthums einer Ernte zur Laſt geſchrieben werden muß, der⸗ ſelbe mag ganz aſſimilirt oder zum Theil verfluͤchtigt worden ſeyn. Dieſer Antheil iſt, bei gleicher Beſchaffenheit des Reichthums, ledig⸗ lich durch die Thätigkeit des Bodens beſtimmt; d. h. vermag ein Bo⸗ den viel Neichthum während der Vegetationsperiode einer Pflanze aufzulöſen, ſo muß derſelben der aufgelöſ'te Antheil, inſofern er aus dem Boden entſchwunden iſt, ganz zur Laſt geſchrieben, oder es muß angenommen werden, daß er ſich in dem Erzeugniſſe wieder findet. 1 Es iſt dieſem nacht=—, d. h. die Thätigkeit des Bodens iſt m *) Der Gährungsproceß hat eine weit erhabenere Beſtimmung im Haus⸗ halte der Natur, als die Bildung des Alcohols und der Eſſigſäure. Der Gäh⸗ rungsproceß iſt die Grundoperation des bildenden Lebens, geſtellt unter die Leitung eines uns unbekannten Etwas, das wir Lebenskraft nennen. Bei der Pflanzenwelt vertritt er, bevor der reine Chemismus durch den Dynamismus modificirt wird, ganz das Geſchäft der Verdauung; denn alle ſeine Endreſul⸗ tate ſind Stoffe der Aſſimilation für die Pflanzen(§. 28). *) Die Analyſe eines Bodens kann zwar ſeinen Reichthum, aber niemals ſeine Fruchtbarkeit ausmitteln, da die Miſchungsverhältniſſe des Reichthums noch nicht conſtatirt find, welche für die Aſſimilation der Pflanzen als die ge⸗ eignetſten erſcheinen. 136 gleich dem aliquoten Antheile des Reichthums, welcher den Ernten zur Laſt gelegt werden muß. 1 Setzt man dieſen Ausdruck in die Gleichung e,= r. u 4, ſo hat man e„=r. t a,, und da die Ernten die Fruchtbarkeit re⸗ präſentiren, oder en= f iſt, ſo iſt auch f= r.+ ar- Die Größe a oder der atmoſphäriſche Antheil iſt allerdings durch die Fruchtbarkeit des Bodens inſofern bedingt, als der Um— fang der Pflanzen von der Fruchtbarkeit abhängt(§. 114); allein er hat als ſolcher keinen Einfluß auf die Fruchtbarkeit des Bodens, daher erſcheint die Fruchtbarkeit nicht als Function von an, und man hat f=r. t, d. i. die Fruchtbarkeit eines Bodens iſt gleich dem Producte aus ſeinem Reichthum in die Thätigkeit*). §. 141. Die Gleichung k= r. t, in ihrer Allgemeinheit aufgefaßt, zeigt an: a) Daß mit der Zunahme der Factoren r und t die Fruchtbarkeit zunehmen und mit der Abnahme auch abnehmen muß**). Da jedoch der Boden nur ein gewiſſes Maß von Producten hervorzubringen vermag, man mag den Reichthum oder die Thätigkeit ſteigern wie man will, ſo müſſen r und teinen Werth als Maximum haben, wel— cher nicht überſchritten werden kann, wenn die Fruchtbarkeit keinen Rückſchritt machen oder gar 0 werden ſoll. Dieſes Maximum kann aus der unbeſtimmten Gleichung f= r. tnicht beſtimmt 3n), ſon⸗ dern es muß auf dem Wege der Erfahrung aufgeſucht werden. b) Muß fein Maximum werden, wennr=— t oder wenn f= p⸗ iſt, weil das Product zweier Factoren von limitirten Werthen nur ) Wulffen gebührt das Verdienſt, dieſen folgereichen Ausdruck für die Fruchtbarkeit gefunden zu haben. Ich habe hier einen andern Gang der De⸗ duction gewählt, weil ich glaubte, durch ihn mehr den mathematiſchen An⸗ forderungen zu entſprechen, den Ausdruck mit den§. 116 zuſammengeſtellten Gleichungen in Einklang zu bringen und den Gegenſtand leichtfaßlicher dar⸗ zuſtellen. Wenn auch die Folge darthun wird, daß die Gleichung f=r.t eine äußerſt beſchränkte Anwendung beſitzt, ſo bleibt ſie dennoch immer das Re⸗ ſultat eines tiefen Denkens. ) Die Gleichung f=r. t, vom mathematiſchen Standpuncte aufgefaßt, zeigt an, daß die Größen r und t jeden beliebigen Werth annehmen können; allein die Erfahrung lehrt, daß Grundſtücke, bei welchen r oder t ein Maximum wird, wie z. B. Torf⸗ und Moorgründe einerſeits, und Sand-, Kreide- und Mergelboden„andererſeits, in die Kategorie von unfruchtbaren Bodenarten ge⸗ hören. Es müſſen alſoer und t limitirte Werthe erhalten. ) Wie das r als Maximum mit Hilfe mehrerer Gleichungen beſtimmt werden kann, wird die Folge lehren. 8 dann ſind) wennd ds bei! ¹) werden dhneG man da + 1 ſt ſein anderl dt 1 Früchth Art ber und kit äu zur as dee des Dod ime aache d Si V dhun d nem Ge dere mis, 2 Vodenl ſoofed und in daun we 1) E 5—i ſo nuß au nan ſch! Ernten * rkeit n⸗ erdings er Um⸗ Hallein Vodens, nd man ich dem gefaßt, arkeit jedoch ringen en wie , wel⸗ keinen kann , ſon⸗ fer zjen nur für die er De⸗ 'n An⸗ ſtellten r dar⸗ =. t as Re⸗ gefaßt, önnen; rimum ⸗ und en ge⸗ ſtimmt 137 dann ein Marimum wird, wenn die Factoren einander gleich ſind*⁴); d. h. die Fruchtbarkeit hat dann den hoͤchſten Grad erreicht, wenn der geſammte Reichthum als geeignete Nahrung erſcheint, wie es bei der Duͤngung mit gefaulter Gülle der Fall iſt**). c) Wirder auch ein Minimum, ſo kann doch f niemals— 0 werden, oder man iſt nicht im Stande, durch fortwährende Ernten ohne Erſatz einen Boden ganz unfruchtbar zu machen; denn ſucht man das Differenciale der Gleichung f=r. t, ſo iſt es II= tdr Tröt. Wird der Boden fortwährend gleichförmig bearbeitet, daun iſt ſeine Thätigkeit eine conſtante und bloß der Reichthum eine ver— änderliche Groͤße. Dieſem nach iſt in der Differencialgleichung: df= tdr Tratder Ausdruck dt= 0, und man hat d f df= t. d y oder 12= t als die Grenze der abnehmenden T Fruchtbarkeit; d. h. wird der Boden fortwährend auf eine gleiche Art bearbeitet, der Gang der Witterung nicht bedeutend geändert und kein Erſatz geleiſtet, alſo der Reichthum ein Minimum, dann iſt ſeine zurückgebliebene Fruchtbarkeit gleich der T Thäliaſin, und Alles, was dieſe zu erhoͤhen vermag, vermag auch noch die Fruchtbarkeit des Bodens zu ſteigern. Daher kann das Brennen des Bodens(im Sinne Beatſon“s), der Stoppeln, das Kalken, Mergeln und Brachen des Bodens ſeine Fruchtbarkeit ſteigern, oder wencgſtens das Sinken derſelben eine Zeit verhindern, wenn auch ſein Reich— thum ein Minimum geworden iſt, und dader ſagt Virgil in ſei— nem Georgikon, V. 84— 85, ſehr richtig: Saepe etiam steriles incen- dere pro fuit agros, Atque levem stipulam crepitantibus urere flam- mis. Wäre es der Agronomie gelungen, eine ſolche Miſchung der Bodenbeſtandtheile feſtzuſtellen, wèlche im Stande wäre, die Grund— ſtoffe der Pflanzen aus dem Anorganismus in zureichender Meuge und in einem angemeſſenen Miſchungsverhältuiſſe zu vereinigen, dann wäre die Fruchtbarkeit der Grundſtücke eine bloße Function ) Es ſeyen x und y die Factoren, ſo iſt X. y ein Weainne⸗ wenn d XZO F; denn es ſey x † y— s, und x y— d, ſo iſt X= 8 und y s— d s+ d s— d ——, mithin X. y=õ( 5)(— 3— ¼(s— d). Soll aber 2 s2— da ein Maximum werden, 1 muß 5 0 ſeyn. Da aber d— X— y, ſo muß auch x— y— 0 oder X— y ſeyn. **) Wenn man zu der außerordent lichen Wirkſamkeit der Güllendüngung erwägt, daß das Capital, welches in ihr ſteckt, jährlich zurückkehrt, ſo muß man ſich billig wundern, warum die Landwirthſchaft von ihr einen ſo beſchränk⸗ ten Gebrauch macht. 138 einer ſolchen Miſchung oder Thäͤtigkeit, und der Landmann würde dann im Stande ſeyn, ein Ackerbauſyſtem ohne Dünger, im eigent⸗ lichen Sinne des Wortes, zu betreiben. So lange die Chemie im Einverſtaͤndniſſe mit der Pflanzen— phyſiologie eine ſolche Miſchung nicht nachweiſ't, ſo lange muß der Landmann bei der Gleichung f=r’t verharren und den Grund⸗ ſtücken den entzogenen Reichthum erſetzen, wenn er ſie in einem glei— chen Grade der Fruchtbarkeit erhalten will*). G. 142. Die Gleichung f=r.t iſt einer Aufloͤſung nicht fähig, da in ihr zwei unbekannte Größen r undt vorkommen. Es muß alſo noch ein anderes Verhältniß zwiſchen den unbekannten conſtatirt oder eine zweite Gleichung aufgefunden werden, wenn eine Aufloͤſung der Gleichung f=r. t msglich ſeyn ſoll. Wulffen(S. 21 und 42) hat ſich zu ihrer Auflöſung der Größe zweier aufeinander folgenden Ernten unter der Vorausſetzung, daß bei beiden Ernten t conſtant bleibt, bedient, und verfährt bei der Auflöſung auf folgende Art: Iſt e das erſte Erzeugniß der Fruchtbarkeit, und findet f ein Maß im Erzeugniſſe, ſo iſt die Thätigkeit oder t durch die Lebens— dauer des Erzeugniſſes begrenzt, und es wird r.t ein Ausdruck der Ertragsfähigkeit, die dem Erzeugniſſe gleich iſt, alſo: el=r. t— ſſoll heißen e= r. t+† a,[s. 1401). Iſt e, die zweite Ernte und t conſtant, ſo iſt e.—(r— ei) t; da der Reichthum nach der erſten Ernte um e, vermindert wurde, ſo muß es vonr abgezogen werden**). *) Mit dieſen mathematiſchen Deductionen ſteht das Sprichwort:„Ohne Miſt ſind die Koſten für's Mergeln verquiſt“ in dem innigſten Zuſammenhange; denn ſo lange der Boden noch einen alten Reichthum beſitzt, ſo lange wird ſeine Auflöſung durch das Mergeln oder die erhöhte Thätigkeit des Bodens befördert und mithin die Fruchtbarkeit geſteigert. Iſt aber der Reichthum ganz entſchwunden oder vermag der Mergel den rückſtändigen oxydirten Humus nicht aufzulöſen, dann bleibt der Boden unfruchtbar, man mag mergeln wie man will. r m— 1 *) Nach§. 79 iſt ex—( r)+ a.. Da die Thätigkeit als r 1 conſtant angenommen wird, ſo iſt auch m= p und man hat e.=—„(1— 5) II Im 4 1 + a. Da ferner§. 140—— t geſetzt wurde, ſo hat man ex—r. t(1—t) Imn + a., und nicht e⸗—(r— el). t. Zieht man die erſte Ernte von dem Reich⸗ thume ganz ab, ſo nimmt man an, daß ſich die Pflanzen aus der Atmoſphäre nichts angeeignet haben; eine Annahme, die der Wirklichkeit widerſpricht. Doch da ich die Baufälligkeit des Gebäudes in allen ſeinen Theilen verfolgen muß, ſo muß ich auch die Rechnung im Wulffen'ſchen Sinne fortführen. un würde in eigent⸗ Pſlanzen emuß der Grund⸗ dem glei⸗ g, da in alſo noch ztirt oder uflöͤſung ſung der öſetzung, bei der det k ein Lebens⸗ druck der 1) t; da urde, ſo rt:„Ohne menhange; ange wird es Bodens thum ganz mus nicht man will. igkeit als 7 1 1—— 8 1 ¹t(1-t) em Reich⸗ tmoſphäre icht. Doch gen moß⸗ n. Aus den Gleichungen: 1) e,= v.t und 2) e.=(r— ei) t koͤnnen r und t beſtimmt werden, da e und «. gegeben ſind. Sucht man aus der zweiten Gleichung den Werth fuͤr t, ſo iſt 6,,.—...,—„.. er= Wird dieſer Werth in die erſte Gleichung ſubſtituirt, 1— ez -„ e2 ſo iſt e.— r. oder e.(r— el)— r. e,, 1—6 r e.= e r r. 1⸗ der — ithi—.„;, r(e— e.)—a, und mithiner—„d. h. der Neich g.— e. 1 thum eines Bodens iſt gleich dem Quadrate der erſten Ernte, dividirt durch die Differenz zwiſchen der erſten und der zweiten Ernte(§. 107). e Aus der erſten Gleichung ex= r. tfolgt t= X. T e 1 2 2 Wird fuͤrer der Werth ſubſtituirt, ſo erhaͤlt mant= e, 2 e— e 2 —& 2 8 2 1 1 Bodens wird aus zwei aufeinander folgenden Ernten gefunden, wenn man die Differenz der Ernten durch die erſte Ernte dividirt*). .*) Die Rechnung nach der Summe und nach der Differenz der Ernten zu führen, wie es Wulffen that, iſt zu ſchleppend und ganz überflüſſig, da man beim richtigen Calcul keine andere Reſultate erhalten kann; denn ſetzt man: ſe,— e, 6. o. e G= 4.— d. h. die Thatigkeit eines ——— 8+ u s— u ci+ e⸗=— s und ei— ez— u, ſo iſt e.— und S.= z wer⸗ 2.—. e12 e, den für el und es die Werthe in die Gleichung r— und= 91— G2 e s+) 1 2(s+ u)* ſubſtituirt, ſo erhält man r=— 7 Tu— 1.2 u— 2 3(2 28 s+ u s— u L u G 2)„) z 22 2 u 4 u 4 und t— s+ u s u z+u⸗ alſo die⸗ 2 2 824 140 §. 143. Soll die vorſtehende Auflöſung richtig ſeyn, ſo muſſen auch die Gleichungen e=r. t und ez=(r— e).t ihre Richtigkeit haben. Was die erſte Gleichung betrifft, ſo läßt ſich gegen dieſelbe Fol— gendes einwenden: 1. Muß der Factor t nothwendigerweiſe einen reciproken Werth haben, wenn die Gleichung ex=r't einen vernünftigen Sinn be⸗ ſitzen ſoll; denn wäre t eine poſitive ganze Zahl, dann müßte die erſte Ernte um das t fache größer ſeyn, als der geſammte Reichthum des Bodens beträgt, was offenbar ein Widerſpruch iſt. Geſetzt, Jemand erntet pr. Joch 50 Ctr. Noggen, der Reich⸗ thum wäre 100° und die Thätigkeit des Bodens 2, dann müßte 50= 100 8☛ 2, was offenbar unmöoglich iſt. Dieſer Widerſpruch ergibt ſich aus der unrichtigen Wulffen'ſchen Deduction; denn wenn auch die Ernten ein Maß für die Fruchtbarkeit abgeben, ſo folgt daraus noch keineswegs, daß man einen Theil des Maßes gleich dem zu meſſenden ſetzen kann, wie es geſchieht, wenn e,=— † oder gleich der Fruchtbarkeit geſetzt wird. Die aufeinander folgenden Ernten verhalten ſich allerdings, wie die Fruchtbarkeit der Grundſtücke der aufeinander folgenden Jahre; allein daraus folgt noch keineswegs, daß die aufeinander erzielten Ernten gleich ſind der in den aufeinander folgenden Jahren vorhan⸗ denen Fruchtbarkeit, was nach der Wulffen'ſchen Deduction nothwendigerweiſe folgen muß; denn iſt rät die urſprüngliche Fruchtbarkeit,(r— el) t die nach der erſten Ernte, ei und e, die Ernten, ſo muß ſich ei: e,=rt:(r— e¹) t, oder e: r t= e.: (r— ei) t verhalten, und da e,= r. t und e,=(r— en) t, ſo muß auch rt: rt=(r— e,) t:(r— ei) t, oder 1:1— 1:41 ſeyn; d. i. jede mit ſich ſelbſt in Proportion geſtellte Größe muß die Einheit zum Vor⸗ und Nachſatze geben, oder auf die zu nichts führenden Proportionen f:f=f: f oder r:r= r:r oder t: t= t:t ec. fuͤhren. Iſt die Fruchtbarkeit nach der erſten Ernte x, ſo hat man f: X = ei: e⸗, d. h, die Ernten ſtehen mit der Fruchtbarkeit in einem ge⸗ raden Verhältniſſe. Aus dieſer Proportion iſt= 4; da aber e1 ſelben Reſultate, die Wulffen erhielt und die mit den obigen iden⸗ tiſch ſind. —,— — Tt 1,— Ernte feit. 6 Maßſt 9 fen ſih det wir G ſo, d Maßſt Suun keit ah hin au 6 e: 62( 8 20( aufger tauch die elbe Fol⸗ n Werth Linn be⸗ rüßte die eeichthum er Reich⸗ n mißte erſpruch 1¹; denn ben, ſo Maßes e.— f gs, wie Jahre; rzielten orhan⸗ duction üngliche de die t— 2 „ſo muß n; d.i. Einheit renden . t e. an f:X em ge⸗ Naber en iden⸗ 141 — r t.. f=Tt= e, ſo iſt auch X— 9= oo, d⸗ h. auch die zweite T Ernte iſt gleich der im zweiten Jahre zurückgebliebenen Fruchtbar⸗ keit. Ebenſo müßte y= e., z= e, ꝛc. ſeyn; alſo iſt jede Ernte der Maßſtab für die jedesmalige Fruchtbarkeit. 2. Noch weit auffallender erſcheint die Unrichtigkeit der Wulf⸗ fen'ſchen Deduction, wenn ſie auf irgend einen Turnus angewen⸗ det wird. Geſetzt, die Ernten bei irgend einem Turnus ſind: on o, e,..en, ſo, daß nachen Ernten ein Erſatz erfolgen muß. Da jede Ernte den Maßſtab für die jedesmalige Fruchtbarkeit abgibt, ſo muß die Summe der Ernten auch den Maßſtab für die geſammte Fruchtbar⸗ keit abgeben, d. h. ei+ e⸗ e..Pen muß=f=rt= e, mit⸗ hin auch ez+ es+ e... en= 0 ſeyn, was ein Widerſpruch iſt. Setzt man für er, ez, es.... en die Werthe, ſo iſt ee=rt. ez=(r— ¹)t=(r— rt)t=rt(1— t), e=(r— ei— ez) t—((r— rt-rt(1—t)) t=rt(1—t)“, es=(r— 6.— ez— ez) t=(r— rt—rt(1— t)— rt (1— t)“) t=rt(1— t)’, und für die n Ernte oder en=rt (1— t)„-i, und die Summe oder s= ei+ ez+† es⸗+.. en=rt (1+(1— t)+(1— t)“+(1— t)“...(1— t) 2-— 1. Soll die Summe der Ernten den Maſßſtab für die Fruchtbarkeit abgeben, oder s= r. tſeyn, ſo müſſen die Ausdrücke (1—:),(1—¹)⸗,(1—0).(1—) ¹ = 0 werden, was nur dann Statt finden kann, wennt= 1 iſt, d. h. wenn die Thätigkeit nichts multiplicirt, nichts dividirt, oder mit andern Worten, wenn ſie zum Ueberfluß in die Gleichung r.t aufgenommen wird*). *) Hätte Wulffen, wie es die Conſequenz ſeiner Deduction mit ſich bringt, nur in einem einzigen Falle(Thünen that es in allen Fällen) 1—1 geſetzt, dann wäre ſeinem ſcharfen Blicke die unrichtigkeit ſeiner Schlußfolge⸗ rung alſogleich aufgefallen; denn für t— 1 erhält man: et.=r e— r— er 663— 1(1— e2 e— r— ei ez=— 23 ei+ ee+† ez+ Sr+(v— en*(r— el— e)+(r— ei e⸗ — ez)— 4r— 13 l— 2 cz— e*5, alſo auch 1 e+ 3 e.+ 2 e+ e“— 1 1. oder 3 ex+† 2 ez. e— 41r— 1e Multiplicirt man ei— 1 mit 4, ſo iſt 4 e— 4r., alſo muß 4 r 4 ei — 0, und mithin auch 3 el+ 2c.+ 63— 0 ſeyn, wie ganz natürlich. Da die 142 Soll t nicht uͤberflüſſig erſcheinen, ſo muß es, wie bereits be— merkt wurde, einen reciproken Werth haben, wenn die Gleichung e=rt beſtehen ſoll. Iſt aber t ein echter Bruch, dann iſt 1— t, alſo die Differenzen von 1— t,(1— t)“ ꝛc. poſitiv. Sind d, d“, d“ ꝛc. die Differenzen von(1—¹)“,(t—t)“,(1—¹)“ ꝛc., dann iſt s=rt(1+ d+‿“+†.), d. h. die Summe der Ernten be⸗ trägt weit mehr als die urſprüngliche Fruchtbarkeit, was nicht ſeyn kann, wenn ſie einen Maßſtab für die Fruchtbarkeit des Bodens im Sinne Wulffen's abgeben ſoll. .§. 144. Was die Gleichung e,=(r— ei) t anbelangt, ſo iſt ſie unter der Vorausſetzung, daß ex=r.tiſt, offenbar= 0; denn da, wie eben gezeigt wurde, r= ex iſt, ſo iſt auchr— e.= 0. Setzt man dieſen Werth in die Gleichung e.—=(r— ei) t, ſo hat man 4.= 0. 1= O. Es iſt ferner gezeigt worden, daß für den Fall, als die Summe der Ernten einen Maßſtab für die Fruchtbarkeit abgeben ſoll, t= 1 werden muß. Iſt t= 1, dann hat man: ei= r, und e— r— e el e.— 2 r— e, oder e,= 2 r— 2 c; da aber 2= 2r, wenn e,= r mit 2 multiciplirt wird, ſo iſt e,= Sieht man endlich von jeder mathematiſchen Deduction ab, ſo lehrt der bloße Anblick die Unrichtigkeit des Ausdruckes r= es; denn er ſagt aus, daß alle Grundſtoffe, die in dem Erzeugniſſe ent— halten ſind, einzig und allein von dem Reichthume herrühren, was den bisherigen Erfahrungen über die Ernährung der Pflanzen of— fenbar widerſpricht*). §. 445. Nachdem die Unrichtigkeit der Wulffen'ſchen Saͤtze dar⸗ gethan wurde, entſteht nothwendigerweiſe die Frage: ob denn auch der Grundgedanke des Schöpfers der Vorſchule der Statik richtig erſte Ernte gleich der geſammten Fruchtbarkeit geſetzt, oder angenommen wurde, daß die erſte Ernte das Maß für die Fruchtbarkeit iſt, ſo konnte den nachfolgen⸗ den nichts übrig bleiben, und ſie mußten ſammt und ſonders=— 0 werden. .») Man ſucht die unrichtigkeit dadurch zu beſeitigen, daß man en bloß auf die Körner beſchränkte und das Stroh außer aller Betrachtung gelaſſen hat; allein ſelbſt unter dieſer Annahme laſſen ſich die Gleichungen Wulffenss nicht rechtfertigen. war, un des Gl wenden V W ſondern nuß di di barkeit abgeben richüg. ſdirfen geweſſ lichen Verlau gen m ſolln. N trfage barkeit ſo dß Naſſtr licht- Ennte — ereitz be⸗ Jleicung ſt1*, ind J,4, dann iſt ruten be⸗ nicht ſeyn odens im ſſe unter tda, wie Setzt man hat man Summe 1 1= da aber ſte= n ab, ſo 1. zniſſe eut ren, was anzen of⸗ itze dar⸗ enn auch it richtig nen wurde, nachfolgen⸗ en. e bloß auf laſſen hat; fen's nich 143 war, und ob ſich uͤberhaupt ein ſtrenger Calcul auf die Feſtſtellung des Gleichgewichts zwiſchen der Erſchöpfung und dem Erſatze an— wenden läßt? Wer nicht gewohnt iſt, gedankenreiche Werke durchzubläͤttern, ſondern bei dem ihm verliehenen Lichte zu leſen und zu prüfen, der muß die Frage mit Ja beantworten. Die Erträgniſſe ſind das einzige ſichtbare Zeichen für die Frucht⸗ barkeit, daher muſſen ſie auch einen Maßſtab für die Fruchtbarkeit abgeben, und inſoweit iſt Wulffen's Argumentation ganz richtig. Sollen aber die Erträgniſſe einen Maßſtab abgeben, ſo dürfen die Grundſtücke, deren Fruchtbarkeit nach ihren Erträgniſſen gemeſſen werden ſoll, nicht zu den Bodenarten von unerſchöpf⸗ lichem Reichthume*), ſondern zu ſolchen gehören, bei welchen nach Verlauf von mehrern Jahren ein Erſatz für das Entzogene erfol⸗ gen muß, wenn ſte in gleicher Ertragsfähigkeit erhalten werden ſollen.. Werden im Verlaufe der Jahre, in welchen noch kein Erſatz zu erfolgen hat, n Ernten erzielt, oder iſt nach en Ernten die Frucht⸗ barkeit landwirthſchaftlich ein wahres Differenciale, ein Minimum, ſo daß ſie= 0 geſetzt werden kann, dann ſind die n Ernten ein Maßſtab für die entſchwundene Fruchtbarkeit. Es kann alſo er nicht= f geſetzt werden, wenn zur Conſumtion des Reichthums n Ernten erfordert werden, ſondern es muß e, ein Aliquotes von f f 1 ſeyn. Es ſey f: e.= m oder e,=——; ſo iſt auch, wenn fuͤr I r.t. =r der Werth ſubſtituirt wird, e=— die Gleichung fuͤr m die erſte Ernte. Sind ei, es, es... en die aufeinander folgenden Ernten und di f,. I, ä2 f, a f... Au f die nach den Ernten zurückgeblie⸗ benen Fruchtbarkeiten, ſo erhäͤlt man folgende Gleichungen: 1) f r die Gleichung der urſprünglichen Fruchtbarkeit; 1. t a) e=— die Gleichung für die erſte Ernte. Wird die erſte m Ernte von der urſprünglichen Fruchtbarkeit abgezogen, dann er⸗ hält man: *) Man kann wohl auch hier die Fruchtbarkeit nach den Erträgniſſen meſ⸗ ſen, allein da ſich hier um keinen Erſatz des Reichthums, ſondern um die Erhal⸗ tung der Thätigkeit handelt, ſo iſt ein ſolches Meſſen ganz zwecklos. 144 mt 1 9 2)£tfSrt==r(—*) als die Fruchtbarkeit ab, da m m nach der erſten Ernte. 4) Da die Ernten mit der Fruchtbarkeit in einem geraden Ver⸗ haͤltniſſe ſtehen, oder da ſich b— 4 k e.: e Srtert(— 4) verhält, ſo hat man b diefru 1 b) e,— t 61 1 V 01 T 3 in 1.. e. 6— 8) T t m T't Wird für e.=— der Werth ſubſtituirt, ſo iſt m rt 1. b) e.= 1— 5) m m. Zieht man von der nach e, zuruͤckgebliebenen Fruchtbarkeit es ab, ſo erhält man: 4 1 X nmt 4 3) f=rt 6—*)-—(1— 2) W,. 1 4 die Gl —II1 1 1 3=rt4 1 die Frucht 1 A m m 3 m 6— V Aasd barkeit nach ez. Da ſich ferner .TÄEh 6 — 1:4—— nö verhäl, ſo iſt:. jeigt! 2 V des 9 es= e, e—*) und fuͤr b rchue Im b 6 21 1. Leann 2.—— 56— 1)der Werth ſubſtituirt, iſt: aie aeed-Jer-h. uchtbarkeit dden Ver⸗ arkeit e, Frucht⸗ ) 445 Zieht man von der nach e, zurückgebliebenen Fruchtbarkeit e⸗ ab, dann erhält man: 9(1)=r() A9.Kn die Fruchtbarkeit nach e;. Da ſich weiter: 1 6:e= 1:1—— verhält, ſo iſt , 6'— 9 und für e,= 3— 2) der Werth ubſtituirt, erhält man: 226G-h die Gechumn ih die vierte Ernte. Führt man die Rechnung ſo fort, ſo erhält man endlich die Ausdrücke: T t n- 1 I. en=———„ und II. a f= 1— 31 als die allgemeinen Formeln. 1 Da das m das Verhältniß der Ernten zur Fruchtbarkeit an— zeigt und dieſes Verhältniß conſtant bleibt, ſobald die Thätigkeit des Bodens unveranderlich iſt, wie es hier vorausgeſetzt wurde, ſo nehmen die aufeinander folgenden Ernten ab, wie die Potenzen der 1—.. Grundzahl 1—— mit den Erponenten der natuͤrlichen, poſitiven m Zahlen. Dasſelbe Geſetz findet auch bei der Abnahme der Fruchtbarkeit Statt, wie der Ausdruck Ia f=rt(— 2 deutlich anzeigt. Hlubek's Statik. 146 Deducirt man aus der allgemeinen Gleichung die Special⸗ gleichungen, indem man füren ſucceſſiv die Werthe 1, 2, 3 ꝛc. ſub⸗ ſtituirt, dann erhält man fürn= 1: rt 1 N1-1 r 1X r ..—— 1——— 1——H——; Im m m Im n. 4 5— 51 — 1 — — 3 = 3: rI/ 4 N. m m, n— 4: rt 4N 1— 64= 1— 4) ꝛc.; alſo gerade dieſelben Formeln, wie ſie fruͤher deducirt wurden. Setzt man dieſe Gleichungen in eine Proportion, ſo iſt 4 4 el: e.=rtert 1——=1.1 der m es: c.= m:m= 1 ez: es=am: m— 1 ea: e.=m:m— 1 ec. Und hieraus: m— 1 en— en-1 „d. h. die aufeinander folgen⸗ m den Ernten verhalten ſich zueinander, wie die Zahl, durch welche der Reichthum dividirt wer⸗ den muß, um den durch die Ernten conſumirten Antheil desſelben zu finden, zu ſich ſelbſt, um die Einheit vermindert(§. 79). §. 146. Aus der Proportion er: e,= m: m-— 1 folgt: e(m— 1)= e⸗ m; e, m— ½= e. m; eim— eim= e, oder(c.— e.) m= ei; e. mithinm=——=, alſo gerade ſo, wie§. 106 und 113 gezeigt e1— ex wurde. Sperial⸗ J ſib⸗ neln, wie folgen⸗ wie die rt wer⸗ mirten um die 3 gezeig 147 §. 147. . rt Subſtituirt man den Werth für miin der Gleichung e,=—, m ſo bekommt man: r t rt en— u— 93(e,— ey), oder er— e. 4 ez=rt(e.— e,), und hieraus: e12 4 r=——, d. h. der Neichthum iſt gleich dem t(e.— e,) 3 Quadrate der erſten Ernte, dividirt durch das Product aus der Thätigkeit und der Differenz der beiden erſten Ernten*). §. 148. Wird für r der obige Werth in die Gleichung f= rt ſubſtituirt, ſo erhält man: en 1— 212 d die Fruch, -e h. die Fruchtbarkeit— aber nicht der Reichthum— iſt gleich dem Qua⸗ drate der erſten Ernte, dividirt durch die Diffe⸗ renz der erſten und der zweiten Ernte(K. 107). Dieſer Satz ergibt ſich auch unmittelbar aus den zwei aufein⸗ ander folgenden Ernten; denn daf= r.t, 1— rt f 4) c,=—=—, und m m 3 01* j —) Wenn man r— mit der§. 106 angegebenen Gleichung t(el— en) el*— a e.. —— vergleicht, und bedenkt, daß hier 61— 841 und dort e=— (ei— es m 4 — Pa iſt, wobei al den aus der Atmoſphäre angeeigneten Antheil bedeutet, ſo konnte man ſchon a priori angeben, daß das t ſich auch auf die Aneignung aus der Atmoſphäre erſtrecken muß, da in der Gleichung ei= be auf den at— moſphäriſchen Antheil keine Rückſicht genommen wurde. Die Folge wird auch zeigen, daß die Gleichung er— n auch nur unter dieſer Vorausſetzung rich⸗ tig iſt. 40* 148 r t 4 f 1. 2) ec.=—(1——)=—[1—— è„bp ſo enthalten die 2 m m m m zwei letzten Gleichungen nur zwei unbekannte Groͤßen, nämlich Nund m, und mithin können ſie aufgeloͤſ't werden. Wird aus ihnen zuerſt f geſucht, ſo erhält man aus(1) 3) m= 2 und aus(2) fm— f e, u=„oder ea m= fm— f; e m— fm=— f, oder m—— m=— 2, wenn mit e, dividirt wird. 2 2 8 f Addirt man zu beiden Theilen der Gleichung 75 um ein voll⸗ e ſtändiges Binom im erſten Theile der Gleichung zu erhalten, ſo be— kommt man: f †. 1 f2 f de mn== m 12 de 4 8 4 e. d m— 47—, und hieraus: 25 f f 4——. )m 22 3. Macht man aus der dritten und vierten Gleichung eine, ſo iſt: f f f Vu⸗ worin nur eine unbekannte, nämlich 1 f f fe f ——, zum Quadrat erhoben: —, entwickelt: e 2 2 haltendie lich kund ein voll⸗ ſo be⸗ ſo iſt: naͤmlich e: 149 f 13 44 4 f ——————.—— urzt: E ae., A 1eiz c., abgekuͤrzt: f2 f f ———=——, durch dividirt: e1 e4 e e f f 1— ———=——ĩ, vom Nenner befreit: 1 e ez eꝛ .. en*. ca ea fe, e,— Ien=————=— en, oder e 2 fel(e.— e⸗)= e*, und hieraus: 2 e33 642.— 5) f=——ᷓ=Z—; alſo gerade ſo, wie auf e.(er—) e.— e⸗ indirectem Wege deducirt wurde. . f Wird für f aus(5) der Werth in die Gleichung m=— ſub⸗ 8 1 ſtituirt, ſo folgt: 822 e m—.=——, wie bereits§. 146 gezeigt el(e— en) 64— e⸗ wurde. Daf= x:, ſo folgt aus(5) 612 1 6) r. t— 4„und hieraus e— G2 2„.. 1——; alſo derſelbe Ausdruck wie in§. 147. 6(e.— e — 3 ea Sucht man ſtatt r das t, ſo folgt aus(6)t=——, r(e— e) Wird in die Gleich ung der Vorſchule, eé,=r. t, für r gleich 61 5 —— der Werth ſbſtituirt, dann erhält man: t(e— e-*) „ 2 e, ². .——=; alſo denſelben Ausdruck, wie t(er— ee) 6— für die Fruchtbarkeit, was auch eine natürliche Folge iſt, da die Vorſchule die erſte Ernte der Fruchtbarkeit gleich ſetzte 8). — 6— 612— ——— iſ *) Der Widerſpruch der Gleichung 66— 61 ſt von ſelbſt einleuch— — e2 2 150 r t Erfolgt dagegen die Subſtitution in e.= u. dann iſt e, gleich en t e4 e —=—, und dam=—, ſo iſt: mt(e,— e⸗) m(e,— ez) e.— ee , 2 4 en(à— e:). 61— e1 1=()— e,, wie ganz ꝙq(e,— e, 6.(e.— (e— e.) 1 5 2 natürlich. Es kann hier die Frage aufgeworfen werden, wie es denn komme, daß für t kein eigener Ausdruck aufgeſtellt wurde?— Die Antwort ergibt ſich von ſelbſt, wenn man bedenkt, daß dast, als eine conſtante Größe, die relativen Verhältniſſe nicht ändern und daher auch= 1 geſetzt werden konnte*). §. 149. Bei der vorſtehenden Berechnung iſt von dem Grundgedanken der Vorſchule ausgegangen, und die Formeln ſind, mit Berichtigung der vorzüglichſten Fehlſchluͤſſe, deducirt worden. Mit Hinblick auf die Endreſultate dieſer Formeln ſollte man zu der Ueberzeugung gelangen, daß ſie auf richtige Principien geſtützt ſeyn müſſen, da ſie in ihren weitern Deductionen auf keine Wider⸗ tend. Setzt man mit Wulffen ei=— 10 und ex= 8, dann müßte 10 gleich 402. 100 10—8 2 *) Aendert ſich die Thätigkeit gleich bei der zweiten Ernte auch nur in et⸗ was Weniges, dann kann für ſie auch ein Ausdruck gefunden werden. Es ſey . 7 2 r t t’ die geänderte Thätigkeit, ſo hat man f=rtz ei= 1 fSrt, =— 50 ſeyn. 1 1 d rt 1 z verhält ſich ab— mn) und 2— p(— 44). Es verhält ſich aber en: ex= r 1 zu r ti(—)— t t(— 2.)=Im t(m— 1), und hier m m — ez t m 12 aus tt—— ¹zda nun t= 1 und m—= 1 ei(m— 1) r(el— en) 91— er iſt, ſo erhält man, wenn für t und m die Werthe ſubſtituirt werden: ea 2 3 e1 012² tt=—++(.— ez). 4— 1 91 1 r(ei—.) (er— ea) 1 6— e2 Man ſieht hieraus, daß, obwohl die Thätigkeit als eine variable Größe an⸗ genommen wurde, dieſe Variablität alſogleich dadurch aufgehoben wird, ſobald die Ernten in ein directes Verhältnif zur Fruchtbarkeit geſetzt werden. ſrrüche andere D eatwik 1 und? den I 8 dillige auch Anw daß Pro⸗ fort müſe chung hen in alſo b wende deefer gen keit finden Indu Conſe s da Land 1 hnt, värm ſeder ich i chm dch Neg ſuch ſen te gleich vie ganz es denn 2— Die 1st, als ern und edanken ſſtigung man zu Jgeſtützt Wider⸗ 40 gleich nur in et⸗ en. Es ſeh =rt, =r! und hier⸗ 61 — 1— ⁰* 2 — — er) Größe an⸗ d, ſobald 151 ſpruͤche führen. Deſſenungeachtet hat es mit ihrer Richtigkeit ganz ein anderes Bewandtniß, wie gleich die Folge darthun ſoll*). Die vorſtehenden Gleichungen ſind unter zwei Vorausſetzungen entwickelt worden: 1. Daß fortwährend eine und dieſelbe Frucht angebaut werde, und 2. daß die Thätigkeit des Bodens in allen aufeinander folgen⸗ den Jahren conſtant bleibe. Bedenkt man einerſeits, daß es eine geſunde Oekonomie nicht billigen kann, nur eine einzige Frucht anzubauen, und wenn ſie es auch zum Behufe eines Verſuches billigt, ſo billigt ſie doch nicht die Anwendung ſeiner Reſultate auf die Wirklichkeit, und andererſeits, daß ſich die uns noch ganz unbekannten telluriſch⸗atmoſphäͤriſchen Proceſſe, welche eine ſo wichtige Rolle bei der Vegetation ſpielen, fortwährend ändern**), ſo wird man die Behauptung ausſprechen müſſen, daß, ſo anziehend auch die Reſultate der bisherigen Glei⸗ chungen vom mathematiſchen Standpuncte erſcheinen mögen, dieſel— ben in der Wirklichkeit keine Anwendungen finden***). Es müſſen alſo beide Vorausſetzungen aufgehoben und neue Formeln deducirt werden, wenn ſie mit der Wirklichkeit übereinſtimmende Reſultate liefern ſollen. §. 150.— Modificationen, welche die allgemeinen Gleichungen en=. 1 n- 1, 1 n 6E—— und aI=rt1—— erleiden, wenn die Im Im erſte Vorausſetzung aufgehoben wird, oder wenn die aufeinander fol— genden Fruͤchte verſchiedener Natur ſind. *) Die bloße mathematiſche Fertigkeit reicht nicht hin, um die Richtig⸗ keit von Formeln zu beurtheilen, die in einem Induſtriezweige Anwendung finden ſollen, ſo wie wieder andererſeits die bloße empiriſche Kenntniß eines Induſtriezweiges nicht zureichend iſt, ſeine Erfahrungen mit mathematiſcher Conſequenz durchzuführen. Der Mangel an mathematiſchen Vorkenntniſſen war es daher, warum die auf Widerſprüche führenden Sätze der Vorſchule bei den Landwirthen zum Glaubensartikel geworden ſind. **) Wer nur eine Woche genaue, meteorologiſche Beobachtungen angeſtellt hat, der hat ſich auch von der Richtigkeit des Geſagten überzeugen müſſen. **) Ich muß bekennen, daß Wulffen's Werk an mir vielleicht den wärmſten Verehrer gefunden hat, weil ich die Ueberzeugung hege, daß ſich jede richtige Erfahrung in eine mathematiſche Form einkleiden läßt. Obwohl ich im voraus vermuthete, daß ſich das entwickelte Geſetz in Betreff der Ab— nahme der Ernten in der Wirklichkeit nicht bewähren kann, ſo ſtellte ich doch den in der Beilage sub XI. angeführten Verſuch an, um auf dem Wege der Erfahrung hierüber Aufſchluß zu erhalten. Wenn auch dieſer Ver⸗ ſuch im Kleinen angeſtellt wurde, ſo hat er doch den Vorzug vor den im Gro— ßen angeſtellten, weil bei ihm die größtmögliche Genauigkeit beobachtet wurde r t„ Wird n= 1 geſetzt, ſo iſt e=——; für n= 2: m r t 1. e,=— 61—), für n= 3: e.= 4 1— 2 ꝛc., oder e: C.: G— 1:1—=mem— 1⸗; alſo allgemein 1 m m— 1—„ en= en-ſ]), d. h. das Verhältniß der aufein⸗ n mn 7 ander folgenden Ernten iſt eben ſo conſtant, wie das Verhältniß der den Ernten correſpondiren⸗ den, zurückgebliebenen Reichthümer. Da immer eine und dieſelbe Frucht angebaut wird, die Bearbei⸗ tung und der Gang der Witterung als conſtante Größen angeſehen werden, ſo iſt dieſes Geſetz eine natuͤrliche Folge dieſer Vorausſez— zungen. Folgt aber nach e, eine andere Frucht, dann kann das Verhältniß ihres Ertrages zum conſumirten Reichthume nicht mehr r t dasſelbe ſeyn, wie bei der erſten Frucht; d. h. war e,—— und 7 4 m h= rt— e. 5=— 3) di zwric. r t 1 gebliebene Fruchtbarkeit, ſo kann e nicht——(— 2) ſeyn, Inl I ſondern die Zahl, durch welche die zuruͤckgebliebene Fruchtbarkeit di— vidirt werden ſoll, muß eine andere ſeyn als m, weil ſonſt das Ver— hältniß ihres Ertrages zur Fruchtbarkeit dasſelbe wäre, wie bei der erſten Frucht. Es ſey Zahl p, ſo iſt: r t 1—— Da die Fruchtbarkeit nach ei oder — 6E—) war, ſo iſt ſie nach e, oder m 4 —,————,ÿÿ——— „ — hällmij rt A gahlen allgemein aufein it, wie diren⸗ gearbei⸗ ggeſehen rausſez⸗ ann das cht mehr und ezurück⸗ ſeyn, rfeit di⸗ 1s Vel⸗ bei der 1 1 rl 1 421— 6— 3)— e.— 6(— 3) 1(—) m ſ m p m 1 1 — T(—*)(—) Iſt die dritte Frucht oder es wieder eine andere, und ihr Ver— hältniß zn Fruchtbarkeit—, dann iſt: 9= 26(— 9)(—*) und die nach e, zurück— gebliebene a tbarkeit, oder: Se(Sh hee(NA AC-AA Aus gleichem Grunde erhält man, wenn s, u.. 2z die Verhältniß⸗ zahlen anzeigen: M 2CR. RN R) - RN RN RR CRM RM R. NM und daher all anin oder füren verſchiedene Ernten: -6 ,3 6-9. -- (§. 1140.) §. 1.541. Es kann hier die Behauptung ausgeſprochen werden: Da durch die Aenderung der Verhältuiß zahlen der Er rträgniſſe(verſchiedener Pflanzen) zum Reichthume die Nichtigkeit des Satzes:„Die Größe 154 der Ernten ſteht in einem geraden Verhältniſſe mit der Fruchtbar⸗ keit“, nicht aufgehoben wird, ſo müſſen auch die Proportionen ihre Richtigkeit haben: 1 14 4) e e.— rtert(E— 9)— 1;:1— mithin auch el: e=2m: m— 1, wie bereits§. 146 nachgewieſen wurde; oder — 68= — 22e..6).6 — 1 1— T=pv—.; oder auch e,(b— 1)— e.! und hieraus: b2 b=— 2r S 6.e C=NGANRM — 1 1—= 4:4— 1, und hieraus: 4 6)= c., d. h. die Früchte möͤgen ſich e3— 64 ändern wie ſie wollen, ſo findet doch unter ih⸗ nen ein Geſetz in Beziehung auf die Abnahme ihrer Ertraͤgniſſe Statt, und zwar dasſelbe, welches§. 145 für die Früchte einer Art aufge⸗ ſtellt wurde, da die Aliquoten oder die Zahlen m, p, g s ꝛc. nach demſelben Geſetze beſtimmt wer⸗ den, nach welchem das m für Früchte einer Art beſtimmt wurde. Hebt man die Verſchiedenheit unter den Früchten auf, oder ſetzt man m= p=—, ſo iſt: — er e2 e3 m—;m—„m—— c. 01— 2 62= G3 ez— e. Es iſt alſo auch: — ꝛc., mithin dasſelbe Geſetz, wie e1— 02 C2— 63 03— e4 — — 15⁵ uchta⸗ es auch ganz natürlich kommen mußte, da man durch die Behaup⸗ vnin ihre tung: Die Ernten ſtehen in einem geraden Verhältniſſe mit der Fruchtbarkeit des Bodens— die Verſchiedenheit der Früchte auf— gehoben, oder m= p= aec. geſetzt hat. Aus dieſem ganz richtigen Satze folgt noch keineswegs, daß die nde; oden Abnahme der Erträgniſſe nach einem gewiſſen Geſetze erfolgen, oder daß das Verhältniß der unmittelbar aufeinander folgenden Fruͤchte ein conſtantes ſeyn muſſe; denn wäͤre das, dann könnten die nach⸗ folgenden Ernten aus den vorhergehenden berechnet, oder die Art — und Weiſe der Ernährung, z. B. des Klees, aus der Art und Weiſe der Ernährung, z. B. der Gerſte, deducirt werden, was offenbar auf Widerſprüche führen muß. 3thin auch )=e. 3 1 Um wenigſtens ein Beiſpiel eines ſolchen Widerſpruches anzu— führen, ſey der Turnus: 1. Kukurutz pr. Joch 50 Ctr. Körner und 60 Ctr. Stroh, 2. Gerſte mit Klee ⸗ 12 ⸗= 2 20 ⸗, 1 3. Klee... 100 ⸗Hen, u. 4. Weizen- 412 ⸗ ⸗ 2 30 ⸗Stroh. Mithin iſt: .= 50 Ctr. Körner+ 60 Ctr. Stroh= 110, c.= 12 ⸗ ⸗ 20 ⸗ ⸗== 32, en ſich 6=S— 100 Hen, und ter i e.= 12 ⸗ ⸗ † 30 ⸗ ⸗= 42 Ctr. bnahne Würde ein Geſetz in Betreff der Abnahme der Erträgniſſe Statt zſelbe, finden, dann müßte die Proportion: e.: e.= es: e, richtig ſeyn. n Werden fuͤr e, e, ꝛc. die Werthe geſetzt, ſo hat man: dahle t wer⸗ 110: 32= 100: 42, oder 3,43= 2,38, was offenbar ein er Art Widerſpruch iſt. Ferner müßte ſich, im Falle einer regelmäßigen Abnahme der oder ſeht 4 e,. e Erträgniſſe, en: e.= e⸗: x verhalten, oder x müßte=— 3 8 1 32.100 — 1I— 29,09 Ctr. ſeyn, d. h. die Weizenernte müßte nur 29 Centner betragen, während ſie doch ſet, wie 42 Centner beträgt. 156 Auf ſolche Widerſprüche muß man gelangen, wenn man bei ſei⸗ nem Calcul die Pflanzen in der Art ihrer Ernährung gleichſtellt). §. 152. Wird bei den Gleichungen rt en=— 1—*) 6—).(—) und lat= T 6—*)(E— 2).(—*) die Ver⸗ ſchiedenheit der Pflanzen nicht aufgehoben, dann könnte man zu dem Glanben verleitet werden, daß die Größen m, p,..ec. auf folgende Art ausgedrückt werden koͤnnen. Es ſey: n= 1; alſo rt 64—, m — 2 . rt 4 e.— 1—— P m 1 t .== 6609(§. 150). Stellt man die Gleichungen in 55 ie dor ion ſo hat man: 2 rt. 1t. 1 1 1) e1: e 6.—————— 1——„ oder p 1 6 1 e.: 6— b. m—— p:m— 1, alſo Im E. *) Sett man in der Gleichung p= für die Ernten die Werthe, 32 4 32— 100—— 0,17. Wer vermag dieſe negative Größe in landwirthſchaftlicher Beziehung zu erklären? ſo erhält man: p= 2) bekome Und, 457 an ſi r4 1 nt 1 ichſtelte) 2) c,: c= 11—=)= 4— 1——), P m m P 1 1 1 ==(1—-= 4 1— 1, mithin: b 4 P und C— 1 e,. v ⸗.„ 4— 96—) Wird für p der Werth ſubſtituirt, dann ea die Ver⸗ bekommt man: 1) 4= ea ſex(m— 1)=(m— 1)— e⸗ —))———. an zu dem ea e2 e3 fffolgend rt 1 1X tI7 1 1 ¹ 3) e..,=(1— 1—;:(1— 4—— 1— 4 m pP/s m p 9 1 1 4 ——:—— I=S:— 1, alſo 4 8 0 4.—4— 8e, 6C); und für q den Werth geſetzt, bekommt man: e4 es ſel(m— 1)— e⸗ e(m— 1)— ez— e⸗ c)——= 5 64 e3 6. Auf gleiche Art erhält man: e e.(m— 1)— e,— e.— e d) s= 4(4— 1)— 1— 2 3 3; es es e(m— 1)— e.— es—.— e, G. 150) e) u— es(s— 1)— e6 tman: und allgemein: e1(m— 1)— e.— 6— e... en 1 er 2—— So vielverſprechend und von den vorangehenden Formeln ver ſchieden auch dieſe Ausdrücke erſcheinen, ſo enthalten ſie doch dasſelbe Gebrechen, jedoch verſchleierter als die vorigen; denn ſo wie früher die Verſchiedenheit der Gewächſe durch den Satz:„Die Ernten ſtehen im geraden Verhältniſſe mit der Fruchtbarkeit“, aufgehoben, oder m = p= a geſetzt wurde, eben dasſelbe geſchieht jetzt, ſobald die Ernten mit den Größen r und t in ein Verhältniß gebracht werden. Geſetzt, Jemand baut was immer für Fruͤchte, und er erhält: luor Gri 41=— 50; e,— 40; 82 32 und 64 25,6, wobei e und e, wenigſtens zu einer Familie gehoͤren, dann iſt: ie Werthe, 1— 50— 99 300 50—— m c. 50— 10 10* e2 50 50.4 ——— 1)——(5— 1)—— 5: P 1l) 10() 40 2 a(m 1)— e 50(5— 1)— 40 250.5 40 4— es— 32 2 1480 5 d = 32= 5, un e4 25,6 250— 50— 40— 32 128 ———— 55. 25,6 25,6 So wie man den Zahlen e,= 50, e,= 40, e.— 32, e,= 25,56 nicht gleich anſieht, daß ſie die Verſchiedenheit der Na⸗ tur der Culturgewächſe aufheben, ebenſowenig kann man es den Proportionen: .—1 tert 4. e.=n 5 1—— ꝛc. anſehen, daß dieſe identi⸗ ſchen Ausdrücke die Verſchiedenheit der Natur der Gewächſe auf— heben und das Verhältniß zwiſchen den aufeinander folgenden Früchten als eine conſtante Größe darſtellen, und dennoch iſt es der Fall; denn iſt f= 25 00¹, ſo ergibt ſich die Fruchtbarkeit nach en aus der Proportion 250 ..2 1921:= 250:15 5=, 400 6 30 Da die zweite Ernte 40 iſt, ſo iſt die Fruchtbarkeit nach ihr 160. Wie groß iſt die dritte Ernte? Es verhält ſich 200 zu *) Will man ſich übrigens überzeugen, daß m= p= g ꝛc. iſt, ſo ſubſti⸗ tuire man in den Gleichungen dieſer Größen nur den Werth für m. Beſuufte e1 e b—(m— 1); da m(nach§. 146)=— 1 iſt: 6)3(nach§) 21= ſo iſt 01 e1) e1 e2 e b—=—— 1)——.— 4 ithin p— ez Ler-— ez) ez(ei— ez.) el— ex mnitbin Pin. Auf gleiche Weiſe kann man nachweiſen, daß q= m= s ꝛc., d. h. daß das Verhältniß der aufeinander folgenden Ernten con⸗ ſtant iſt. 160= die Fru Die 16 7 3 wie d ſtante ſeine R unter g aus, d ſtiumt M Fernelt der we andern d wickelte onende die 32, 3 it der Na⸗ nan es den eſe identi⸗ achſe auf⸗ folgenden moch iſt es arkeit nach 0o. keit nach h 200 zu ſt, ſo ſubſt⸗ n. Es war: 159 160.40 200— 32, daher iſt 2 f, oder 160= 40: es, alſo es— die Fruchtbarkeit nach e.= 160— 32= 128. Die vierte Ernte oder e, ergibt ſich aus der Proportion: 160:128= 32:e., 128.32 e.— 4. 160 wie die Fruchtbarkeit, und ſtehen in einem con⸗ ſtanten Verhältniſſe zueinander*)— ein Satz, der ſeine Richtigkeit hat, ſobald Pflanzen von gleicher Individualität unter ganz gleichen Einflüſſen aufeinander folgen. Man ſieht hier⸗ aus, daß die Größen m, p, q ꝛc. auf die vorſtehende Art nicht be— ſtimmt werden können**). — 25,6, d. h. die Ernten nehmen ab, §. 153. Modificationen, welche die§. 150 angeführten allgemeinen Formeln erleiden, wenn die zweite Vorausſetzung aufgehoben wird, oder wenn ſich die Thätigkeit des Bodens von einer Frucht zur andern verändert. Dieſe Modificationen erhält man, wenn in den§. 145 ent⸗ wickelten Formeln die Thätigkeit des Bodens bei den aufeinander folgenden Ernten mit t, t“, t“, t““ c. bezeichnet wird. Dieſer Bezeichnung zufolge erhält man: a. Für die Ernten: T t e1=—(§. 145), m r t“( 9) e— 1——„ p m r t- 1 1 1 1 4= 7), 3 50 *) ei: ex— ez: e⸗, oder 50: 40= 32: 25,6, oder 10= 1,25, und 32 —— 1,25. 25,6 222 **) Wer ſich noch mehr von den Widerſprüchen, auf welche die Gleichun— m— 1. gen p= e. ꝛc. führen, überzeugen will, der wende auf ſie nur 2 das§. 151 angeführte Beiſpiel an. Er wird dann finden, daß die Kukurutz⸗ ernte nur 54, die der Gerſte 14,3 und die des Klees 76 Ctr. nach den For⸗ meln betragen müßte. 160 eeL. R 36 6 ür die Fruchtbarkeit: 1 411— r1() er= re(1— 2)(— 2) 1 4,6(2 1 §. 154. In Betreff der Beſtimmung der Groͤßen t, 1“, ¹“ ꝛc. gilt das⸗ ſelbe, was in Beziehung auf m, p,— ꝛc. geſagt wurde, d. h. t, t“, t*,... muſſen untereinander gleich werden, obald die Ernten in ein directes Verhältniß zur Fruchtbarkeit geſetzt werden, wie man ſich leicht über— zeugen kann; denn man hat: T I r t 1 1 1) G G.==(1—= u1—=), m p m m = tm: t(m— 1), weil m= p, und hieraus: ei t m e.(m— 1) Sind bloß die zwei erſten Fruͤchte einander ganz gleich, dann iſt(nach§. 14 7): e1 e1 —, alſo t——— und r(e.— e,) 1— m———; werden für t und m die Werthe ſubſtituirt, dann iſt: T (—) ꝛc., und allgemein: 1 34 18((—9 6—) 6 3. m p u' 1 1.* 5 letkouun -— N Grbße gehobe mwennde in Et ülniſe Reſtimm Gnße Aſimm V andern allgemein: 8 allgemein; 1 1—] 2 . gilt das⸗ rde, d. h. werden, niß zur iicht uber⸗ ich, daun ſabſtituirt 161 L81 4 4—1) e1— e? (e. e.) 2) c,—*)**() 9 — 3: 443 6E— ¹)= t'p: t“(p— 1); mithin: P 1 e⸗ 1 2— r(.—) e. 1 p 6— 4. Nach§. 152 iſt: , 6.(b— 1) e 11„ p=; ſubſtituirt man für t“ und p den Werth, dann e— e 2 3 bekommt man: 5) t4=— 23.. 94—— , r(— e)(e⸗-— c.)( e,—) — 2.—. e.— e3 r(e.— e)— Auf gleiche Weiſe findet man: 2 — 1.— 1— 1—————; 1——— t. r(e.— ey) r(er— 8 Nan ſieht hieraus, daß, obwohl die Thätigkeit als eine variable rreh angeſehen wurde, dieſe Variablität dadurch wieder auf— gehoben wird, daß man die aufeinander folgenden Ernten in ein gerades Verhältniß mit der Fruchtbarkeit bringt. Man iſt alſo nich un Stande, die geänderte Thätigkeit des Bodens aus dem Ver— hältniſſe der Ernten zur Fruch tbarkeit zu beſtimmen, weil bei dieſer Penena die Thätigkeit des Bodens jederzeit als eine conſtante Größe erſcheinen muß. Ein gleiches Bewandtniß hat es mit der Beſtimmung der Größen m, p, q...2; daher müſſen ſie auf einem andern Wege die Beſtimmung erhalten. §. 155. Es könnte hier die Frage aufgeworfen werden: wie es denn komme, daß eine ſo vielfältig erprobte Erfahrung auf Widerſprüche führen kann? Hlubek's Statik. 11 Die Antwort findet man in der Verſchiedenheit der Individua⸗ lität der Culturgewaͤchſe. So gibt z. B. der Klee bei einem viel ge⸗ ringern Reichthume pr. Joch 100 Ctr. Heu, waͤhrend z. B. die vorangehende Gerſte nur einen Ertrag von 32 Ctr. liefert. War der Reichthum bei der Gerſte 100°9 und man wendet den obigen 10000 32 —= 302,50, d. h. der Reichthum des Bodens beim Klee müßte 302,50 betragen, was offenbar ein Widerſpruch iſt, da er bei der Cultur der Gerſte nur 100° war. Ich glaubte anfänglich, dieſe Widerſprüche dadurch beheben zu können, wenn man die Erzeugniſſe nach Maßgabe ihrer Ernäh⸗ rungsfähigkeit auf eine Hauptfrucht reducirt. Zu dieſem Behufe habe ich die zuverläſſigſten Erfahrungen über die Ernährungs⸗ fähigkeit der landwirthſchaftlichen Gewächſe in die§. 224 an⸗ Satz an, dann hat man 32: 100= 100: x, und x= geführte Tabelle zuſammengeſtellt und den in der zwölften Rubrik enthaltenen Durchſchnitt bei den Berechnungen angewendet; doch bald führte mich der Calcul zu der Ueberzeugung, daß dieſe Wider ſprüche nicht nur nicht gelöſ't, ſondern daß neue zu Tage gefoͤrdert werden, ſobald man es wagt, die Ernaährungsfähigkeit zum Maß— ſtabe der Ausſaugung zu erheben. Nach der§. 79 angeführten Tabelle F iſt der Roggenwerth der Gerſtenernte 12 und der des Klee's 30 Ctr. War der Neich— thum des Bodens bei der Gerſte 100°, ſo hat man 100: 12 3000„ =: 30, alſo X= 12= 250, d. h. der Reichthum müßte nach der Gerſte 250° betragen, wenn man die Ernten auf Roggenwerth reducirt und die Rechnung in demſelben Sinne durchführt. Der Wi⸗ derſpruch iſt einleuchtend. §. 156. Die andere Frage, die aufgeworfen werden koͤnnte, iſt: Welche ſind die Wege, auf welchen die Groͤßen m, p, d ꝛc. und t, t“, t“c. beſtimmt werden koͤnnen? Die Antwort auf dieſe Frage iſt leicht gegeben, da ein Calcul in Erfahrungsſachen nur inſofern einen Werth hat, als er ſich durchgängig auf zuverläſſige Thatſachen ſtutzt. Die Wege der Erfahrung ſind demnach auch die Wege der Beſtimmung dieſer Größen. V ſtimmt Do 6 henden den nu Verfahee chungen 45 I Vei nndp die Frn Die Ant on ſeb 8 ſchen ſtucke ſtellen Geun Ertea V V 1 b — n neen wol V NMit die allein da ſll auh t — könnte Indioida⸗ ꝛemnvielge d 5 N ſeſert. L den obigen 10000 90 32 ein Kle erſpruch iſ beheben z ter Ernah⸗ em Vehufe näͤhrungs⸗ 224 au⸗ en Rubrik det; doch ſe Wider gefördert um. Maß⸗ geuwerth er Reich⸗ 100:,42 ichthum un man und die Der Wi⸗ Welche tI, 1“ dc. it leicht ren einen hatſachen Wege der 163 — 11 n⸗ 1 1 1 Doch da die Gleichung en—— 1—— 4— 1 Z m 1 0(—2)(§. 150) zum Behufe einer der Erfahrung entſpre⸗ 7 chenden ſtatiſchen Betrachtung eine weſentliche Abänderung erlei— den muß, wie gleich gezeigt werden ſoll, ſo wäre es überflüſſig, das Verfahren, nach welchem m, p, g, s, u ꝛc. erfahrungsmäßig be— ſtimmt werden können, zu entwickeln, bevor nicht früher die Glei— chungen eine erfahrungsmäßige Form erlangt haben*). H. 157. Nähere Prüfung der Gleichungen. r rtn- 1 f=r.t unde=—t, mithin auch der allgemeine en=— I Z 4 4 1. 4. 1—— 1—— 1—-—.. 4 1—-—]. m p 89 T Betrachtet man die Gleichungen f=rt und e=— tvom Im Standpuncte der Statik des Ackerbaues, ſo wirft ſich uns vor Allem die Frage auf: Welcher Zweck ſoll durch dieſelben erreicht werden? Die Antwort muß ſich aus dem Zwecke der Statik des Ackerbaues von ſelbſt ergeben. Der Zweck der Statik iſt kein anderer, als das Verhaͤltniß zwi⸗ ſchen der Erſchöpfung(der Reichthumsverminderung) der Grund— ſtücke durch die Culturgewächſe und dem zu leiſtenden Erſatze feſtzu— ſtellen, oder auszumitteln, wie groß der Erſatz ſeyn ſoll, wenn die Grundſtücke, in Beziehung auf ihren Reichthum, in einer gleichen Ertragsfähigkeit erhalten werden ſollen**). Da der Erſatz in der Regel im Stallmiſte beſteht, ſo iſt ihre *) Daß in dem Falle, als Jemand bloß die Größen r, m und t beſtim⸗ men wollte, drei Ernten gegeben werden müſſen, iſt eine einleuchtende Sache. Mit vielem Scharfſinn ſuchte Wulffen(S. 49) r, t undt’ zu beſtimmen; allein da ſeine Grundgleichung nicht richtig iſt, wie bereits gezeigt wurde, ſo ſoll auch ſeine Beſtimmungsart hier keinen Raum mehr finden. *) Die Ausmittelung der Thätigkeit der Grundſtücke iſt eine Aufgabe der Agronomie; die Ernten zu beſtimmen, kann nicht ihr Geſchäft ſeyn, da ſie etwas Gegebenes ſind. Das Geſetz ihrer Abnahme aufzufinden, wäre mög— lich, wenn es einerſeits einer geſunden Oekonomie entſprechen würde, fort- während eine und dieſelbe Frucht zu cultiviren, und wenn andererſeits die telluriſch⸗atmoſphäriſchen Einflüſſe als eine conſtante Größe angeſehen werden könnten. 11* 164 weitere Aufgabe, das Verhaltniß des Ackerbaues zur Viehzucht in⸗ ſoweit feſtzuſtellen, als es ſich um die Beantwortung der Frage han⸗ delt: Wie viele Thiere ſollen in jeder Wirthſchaft gehalten werden, um das zur Düngererzeugung erforderliche Futter⸗ und Srenucte⸗ riale in Dünger zu verwandeln? Die Leſung d der Aufgabe der Statik des Aickerbaues iſt dahe hedinatt 41. Durch die Ausmittelung desjenigen Antheils, welchen ſich die Pflanzen aus dem Reichthume des Bodeus aneignen, oder wie groß ihr Ausſaugungsvermögen iſt, und 2. durch das Feſtſtellen des Verhaltens der Streu⸗ und Fütte rungsmaterialien bei der Düngererzeugung, oder wieviel zur Der kung des Erſatzes geeigneten Düngers aus einer gegebenen Menge Futter und Streu erzengt werden kann. Bevor jedoch dieſe beiden Puncte ernirt werden, ſollen frühen die Grundgleichungen f=r. t unde=—— einer nähern Prüfung unterzogen werden. §. 158. Die Factoren r und ¹ ſind ihren Weſen nach ſehr eerſhicden; denn r iſt ein Neni ielab⸗ t aber ein bloß formeller Factor, d. h. zeigt den in einem Boden von beſtimmtem Umfange vorfind dgen Vor rath an organiſchen iaberreßdn aus welchen Pflanzennahrung ent ſtehen kann; t t hingegen(im weiteſten Sinne) den Inbegriff aller Proceſſe des Bodens, durch welche der Reichthum in Pflanzen uahru übergeführt und die? Zuführung der Lebenspotenzen, als: der Wärme, Feuchtigkeit ꝛc., bedingt wird. Es iſt dahert ein Inbegriff von Kräften, welche ſowohl mittel⸗ bar durch die Auflöͤſung des Reichthums, als auch unmittelbar durch ihre Neaction auf die Lebenskraft die Vegetation befoͤrdern. Dieſem nach kann das t in zwei Theile zerlegt gedacht werden, von welchen ſich der eine auf die Auflöſung des Reichthums und der zweite auf die Zuführung d er übrigen Leb zensbedingungen bezieht. Es ſey nun 6= 6+‿* und man hat f=r(à+‿)=ru Pryals den all⸗ gemeinen Ausdruck für die Fruchtbarkeit und mithin auch für die Ernten. Obgleich dieſe Gleichung d en Begriff der Fruchtbarkeit anſchau⸗ licher Dareſieſü⸗ ſo iſt dadurch die Schwierigkeit, die Groͤßen„ und“ der g 7 7 oder das t zu beſtimmen, nicht behoben; im Gegentheiſe wird die Leſtim proceſ V dem R winnt Beſtim Theil geit(l wickele aufein ner gi man d Nahrun te 3 dann n fen Er iſt darc ſt füaf g 9 raf Luad zahl ehrucht in Krage han en werden, treunate elchen ſich „dder wie und Fütte lzur Del ten Menge len früßen Prüfung eſchieden; r, d. h. hl mittel bar durch Dieſem welchen weite auf ſey nun den all für die anſchau⸗ und; wird die 165 Beſtimmung der Thätigkeit um ſo ſchwieriger, je in mehr einzelne Proceſſe dieſelbe aufgelöſ't wird. Wird das t bloß auf den Gährungsproceß, alſo auf den aus dem Reichthum aſſimilationsfähigen Antheil zuruͤckgeführt, dann ge⸗ winnt man erſt in den Erzeugniſſen einen Anhaltspunct zu ſeinen Beſtimmung; denn in dieſem Falle druͤckt das t einen aliquoten Theil des Reichthums aus, welcher ſich während einer beſtimmten Zeit, eines Jahres, aus demſelben entwickelt hat. Bleibt dieſe Ent— wickelung conſtant, d. h. iſt die Nenge der aus dem Reichthume in den aufeinander folgenden Zeitabſchnitten entwickelten Pflanzennahrung gleich groß, dann iſtt diejenige Größe, durch welche der Reichthum dividirt werden muß, um die Anzahl der Jahre zu finden, die zu ſei ner gänzlichen Umwandlung in Nahrung erſo edert werden*). Drückt man die Anzahl Jahre, die zur Umwandlung des Neichthums in T Nahrung erfordert werden, durch waus, dann iſt—= n und t Int*). Die Gleichung r= n. tzeigt an, daß der Reichthum eines Bo⸗ dens deſto groͤßer ſeyn muß, je mehr Ernten gewonnen werden, und je größer dieſe ſind oder je großeret iſt, da nur der aufgelöſ'te Theil des Reichthums die Größe der Ernten beſtimmt. Da dieſe Glei chung zwei unbekannte Größener und tenthält, ſo kann ſie nicht fruͤ⸗ her aufgelöſ't werden, bis nicht noch ein anderes Verhältniß unter ihnen feſtgeſtellt iſt. §. 159. Der während eines Zeitabſchnittes aufgelöſ'te Antheil des Reichthums muß ganz der Pflanze zur Laſt geſchrieben werden welche waͤhrend desſelben den Boden in Anſpruch genommen hat⸗ *) Beſchränkt man den Bexgriff der Fruchtbarkeit bloß auf eine Ernte, dann wird durch t bloß ein aliquoter Theil von r bezeichnet, welcher der er— ſten Ernte zur Laſt geſchrieben wird, und die Dauer der Wirkſamkeit von t iſt durch die Dauer der Lebensperiode der Pflanzen beſtimmt. »») Man täuſche ſich nicht durch den Schluß, wenn ich x in aliquote gleiche Theile aufgelöſ't denke und ihre Anzahl mit t multiplicire, ſo bekomme ich r: t oder die Fruchtbarkeit; denn dann iſt die Anzahl der aliquoten Theile nichts anderes, als die Anzahl der Zeitabſchnitte, die zur Umwandlung des Reichthums erfordert werden. Geſetzt, es iſt r— 100° oder 100 Ctr. und t—= 20, d. h. es löſen ſich in einem Zeitabſchnitte 20 Ctr, auf, ſo kann r in fünf gleiche Theile aufgelöſ't werden, welche nichts anderes anzeigen, als daß r in fünf Zeikabſchnitten ganz aufgelöſ't wird. Man ſieht alſo, daß in dem Ausdrucke r. t das x nicht mehr den geſammten Reichthum, ſondern die An— zahl der Zeitabſchnitte, die zu ſeiner Auflöſung erfordert werden anzeigt. 166 Waͤren die Grundſtoffe ihres Ertraͤgniſſes einzig und allein die Grundſtoffe des aufgeloͤſ'ten Antheils, oder hätte die Pflanze aus der Atmoſphäre keine Grundſtoffe erhalten, dann wäre das Gewicht des Erträgniſſes zugleich der Maßſtab für die Größe des aufgelöſ'ten Antheils für t, und man würde dann die Gleichung er=t erhalten. Da jede Pflanze einen Theil ihrer Grundſtoffe aus der Atmoſphäre erhält, ſo muß der atmoſphäriſche Antheil in Nechnung gebracht werden. Er ſey a, ſo iſt offenbar e.— a.= t, d. h. zieht man von dem Gewichte einer Ernte ihren atmoſphaäri⸗ ſchen Antheil ab, ſo erhält man den Theil des Reichthums, welcher einer Ernte zur Laſt ge⸗ ſchriebenwerden muß, oder um welchen die Frucht⸗ barkeit des Bodens während ihrer Vegetation vermindert wurde*). Sind en, e,, e,, e,, en die aufeinander folgenden Ernten, au, a2, aa, aa?c. ihre atmoſphäriſchen Antheile, und t., te, ts die Thaͤ⸗ tigkeiten des Bodens, oder die aufgelöſ'ten Antheile des Reich— thums während der Lebensperiode der Culturpflanzen, dann hat man: 6.— a.= 4—— 1 6z a.— t es— a.= t« ec., und für die u Ernte, oder allgemein: en— an— tn. Summirt man dieſe Gleichungen, ſo bekommt man: e.+† e.+ e+. en—(a+ a,+ a.,— au) = H I. t. t. A. in, Setzt man e † e e. † 6....= S und a a. † a.*† a....= s, ſo hat man: *) Nach der Gleichung el— al=—t läßt ſich beurtheilen, inwiefern die — r:.; Gleichung ew=—.t einen Sinn hat. Da ei— t+ a,, ſo iſt auch t InI T a——. t, was nur dann ſeyn kann, wenn r= m; denn wäre m Im r— 8, =r oder mar, dann hätte die Gleichung ei= t nicht nur gar keinen Sinn, ſondern ſie würde auf Widerſprüche führen; denn x= m gibt t † au =— t, was nur dann Statt finden kann, wenn 41=— 0 iſt. Iſtr Im, dann 3 r iſt Im ein echter Bruch, welcher nach der Gleichung t † a1= m t gleich „ d„.. 1 ſeyn müßte: 1+, was ein Widerſpruch iſt. 8— beſti der gleie Reich S derd allein kann? rund Ausde geit gedruc d nd alein e MRanze waͤre das Jräße de Keichng rundſtofe utheil in ht man ſphäͤri⸗ eil des aſt ge— Frucht⸗ etation tten, a, ie Thä⸗ Neich⸗ „dann gemein: iefern die iſt auch t mwäre m ar keinen tt, † à m, dann :t gleich 167 S— s=r), d. h. die Summe der während eines beſtimmten Turnus erzielten Ernten, weniger der Summe ihrer atmoſpäriſchen Antheile, iſt gleich dem während des Turnus conſumirten Reichthume.§. 160. Wäre in der Gleichung 8— s=r dass gegeben, wie es mit S der Fall iſt, dann waͤre ſie zur Beſtimmung der Größer geeignet; allein da s bisher noch in gar keine Betrachtung gezogen wurde, ſo kann von der Gleichung S— s= r zur Beſtimmung der Groͤßen r und t kein Gebrauch gemacht werden**), und es muß ein anderer Ausdruck zum Behufe der Beſtimmung der Groöͤßer geſucht werden. Die Großen t“, t,, t,, t, ꝛc. ſind aliquote Theile von r, voraus⸗ 1 geſetzt, daß der Boden fehlerfrei iſt; mithin kann das t durch— aus⸗ gedrückt werden. in Da t.= e,— a:, ſo iſt auch 1 6.. oder T e.—— † a,(§. 106). Im r Da der erſten Ernte der Antheil— des Reichthums zur Laſt ge⸗ m ſchrieben werden muß, ſo iſt der Reichthum nach der erſten Ernte 1 oder Ar=r—— 1 6E—*) m m Löſ't ſich von r im zweiten Jahre t, auf, und iſt* z. B. der r. r 1 pte Theil von Aar, dann hat man: t.=— 6— 9) und da Im P r 1 t= e,— a, ſo hat man: e.—— 1——+†a.. p m— Y..... 2) 8— u iſt nur dann richtig, wenn ti bei den aufeinander ſolgenden 1 Ernten conſtant bleibt; d. h. wenn ti, ta, tz, tz ꝛc. untereinander gleich ſindz denn dann iſt t+ tz= t.+†. tn Snti. Im Allgemei⸗ nen iſt aber immer t.+t.+ ts+tz+† ꝛc.— r; d. h. die Summe der in aufeinander folgenden Jahren aufgelöſ'ten Antheile des Reichthums muß gleich ſeyn dem relativen Reichthume. *) Welche praktiſche Brauchbarkeit die Gleichung 8—= r beſitzt, wird in der Folge nachgewieſen werden, 168 1 Da während der zweiten Ernte der Antheil— 16— 2) conſumirt wird, ſo iſt der Reichthum oder er, nach e,=r() —(9 AO wie die Löſ't ſich im dritten Jahre von er der Antheil t. 3 und iſt z. B. werden, t der qte Theil von dem zurückgebliebenen Reichthum, ſo hat man 6(— 2)(E— 2) dann iſt auch V d aan hi e.— a.=—(—*)(— 4) oder dihi 5— ührt: Cheild 76— 2)(E—*) a⸗ 5 ꝛc. Atnöſt I V gen der und das nte Glied iſt: die a en—— 4—— 4——.. An · n 2 m p() n. f dell cs ült od V Beſtehen wenigſtens die 19. füce Ernten in Pflanzen gleicher 7 et 1 Art, um die Gleichung zum Behufe der Beſtimmung von r benützen 4— zu können, dann hat man:.— 1 k1⸗ . e.: e.— r:rſ 1——)=m:m 1, und d im— 3 der ſt e m=. Subſtituirt man dieſen Werth in der Gleichung: V ſtan 1— 02— =—+ a, dann erhält V 3 A a, dann erhält man:. artion r vr, ſo 2=+ a; e.= r(e.— e,)+a e, und hieraus: 1 1 uchau et e. idann er— a er fen; r=; alſo denſelben Ausdruck, wie im§. 106. zu 62— e. 4. 1 — V für r ge *) Der weitere Gang iſt derſelbe, welcher bereits§. 113 weiter ver⸗ lange f folgt wurde. ſimnde gleicher benützen eichung: 106. eiter ver⸗ e— a 169 §. 162. 2 6— e as,.. Die Gleichunger=—— iſt allerdings einfacher und zur 6— 6 2 Beſtimmung des r geeigneter, als die Gleichung: r— S— s, oder 1=(e-ee e. Her...)—(a+ a, a....); allein ſie enthält ebenſo gut noch eine unbeſtimmte Größe, nämlich das a,, wie die zweite, nämlich dass; mithin kann ſie auch nicht aufgelöſ't werden, wenn nicht a, auf einem andern Wege beſtimmt wird. §. 163. Die beiden Arten der Deductionen*) der Ausdrücke für r mo⸗ gen hinreichen, um zu der Ueberzeugung zu gelangen, daß ein vom richtigen Standpuncte ausgehender Calcul zu dem Ausſpruche fuͤhrt: Da mihi factum et dabo tibi jus, d. h. ſage mir, der wievielte Theil der erzielten Ernten auf Rechnung der Aſſimilation aus der Atmoͤſphäre zu ſtehen kommt, oder wie groß das Ausſaugungsvermö⸗ gen der Culturpflanzen iſt, und ich werde dir dann auf alle Fragen eine genügende Antwort ertheilen.. So lange dieſes nicht erfüllt iſt, ſo lange muß er ſchweigen, weil es ſein Charakter nicht zuläßt, Thatſachen wegzuraiſonniren. Es muß alſo vor Allem die§. 157 ausgeſprochene Bedingung er— füllt oder die Größe a erfahrungsmäßig beſtimmt werden, wenn die Statik des Ackerbaues die Gleichungr=— 8— s oder r=— 1 6 auflöſen ſoll. 1— e2 Die Feſtſtellung dieſer Bedingung, mithin auch die Auflöſung der ſtatiſchen Gleichungen, ſoll den Gegenſtand des nächſten Ab— ſchnittes bilden. Schlußanmerkung. Fragt man mich, wozu dieſe weitläufigen mathematiſchen De— ductionen führen ſollen, da ihr Endreſultat ſchon a priori bekannt war, ſo vermag ich keine andere Antwort zu ertheilen, als: 1. Waͤre ich ein Baumeiſter, der auf einem freien Platze mit durchaus eigenem geprüften Materiale ein Haus errichten ſoll, dann würde mich der Vorwurf der Weitläufigkeit mit Recht tref— fen; allein nachdem ich ein Gebaude, welches die Anſichten der *) Es gibt noch mehrere Geſichtspuncte, von welchen aus die Ausdrücke für r geſucht werden können; allein ſo lange man keinen Fehlſchluß macht, ſo lange führt jeder Geſichtspunct auf eine nur durch directe Erfahrungen be⸗ ſtimmbare Größe. 170 erſten Lehrer der Statik des Ackerbaues beherbergt, abreißen muß, um auf ſeinem Platze ein anderes errichten zu konnen, dann iſt es meine erſte Pflicht, einen Rechtstitel zum Einreißen des alten Ge— bäudes zu erwerben. Da die Erwerbungsart nicht durch eine occupatio fortioris erfolgen kann, ſondern durch Nachweiſung der Baufälligkeit und der Unbrauchbarkeit des Baumaterials erfolgen muß, ſo iſt es nicht hinreichend, daß die hona fide posidentes bloß von der Un— bequemlichkeit und Unzweckmäßigkeit der innern Einrichtung des abzutragenden Gebäudes überzeugt, alſo bloß von einem Gemach zum andern geführt werden, ſondern ſie müſſen ſich auch die Ueber⸗ zeugung verſchaffen, daß das ſie vermeintlich ſchützende Gebäude mit fehlerhaftem Material auf Sand gebaut ſey; daher muß das Abreißen und Prüfen des Materials ſucceſſiv erfolgen und der Le— ſer meiner Weitläufigkeit mit dem Rechenſteine folgen. Und 2.„Ehre dem, dem Ehre gebührt.“ Hätte ich vielleicht den großartigen Gedanken: Die Mathematik allein verleiht den Na— turwiſſenſchaften eine höhere Weihe— mit dem vornehmthuenden und die Unwiſſenheit beurkundenden Spruche:„Es geht nicht!“ ab⸗ fertigen ſollen?— Hätte ich eine Fackel wegwerfen ſollen, weil ſie mir die Irrwege beleuchtete? Ja, hätte ich Wulffen's ſcharf⸗ ſinnige Unterſuchungen unbeachtet laſſen ſollen?— Fragen, die ſich der beantworten mag, dem der gegenwärtige Abſchnitt überflüſſig erſcheinen ſollte.. Mögen ſich doch jene Herren, welche jedes menſchliche Stre— ben wie eine Milchkuh betrachten, des erhabenen Spruches er⸗ innern: „Wer um die Göttin freit, Suche in ihr nicht das Weib.“ Von Gs en viſ banden dens dur Schwie ten Ger organiſ und Gij ſich, ur ſchreite iſt, w dern ſege Garben ſchrei Theil od Hef⸗ der ſtrſt be annigen( um Veh nendig Raerali trefen wurden ſen nuf ann iſt es alten Ge⸗ 0 Horfioris lgkeit ind ſo iſt es der Un⸗ htung des n Gemach die Ueber⸗ e Gebaude r muß das nd der ke⸗ Ind leicht den den Na⸗ thuenden cht!“ ab⸗ , weil ſe s ſcharf⸗ , die ſich berflüſſig che Stre⸗ ruches er⸗ Fünkter Abtchnitt. Von der Erſchöpfung der Grundſtücke durch die Culturgewächſe. A. Im Allgemeinen. §. 164. Es gibt keinen Theil in der geſammten Landwirthſchaft, deſ⸗ ſen wiſſenſchaftliche Begründung mit mehr Schwierigkeiten ver⸗ bunden wäre, als es gerade der iſt, der die Erſchöpfung des Bo⸗ dens durch die Cultur der Gewächſe zum Gegenſtande hat. Dieſe Schwierigkeiten werden nicht allein durch die Unkenntniß des letz⸗ ten Grundes(der Lebenskraft) der Erſcheinungen im Gebiete der organiſchen Natur veranlaßt, ſondern Unwiſſenheit, Vorurtheile*) und Eigennutz verleiten häufig jeden ſtreng wiſſenſchaftlichen Ver— ſuch, um auf dem Wege einer unparteiſchen Prüfung vorwärts zu ſchreiten; daher muß jeder Beitrag, wenn er auch noch ſo ſpeciell iſt, wünſchenswerth erſcheinen**). §. 165. Der durch die Thäͤtigkeit des Bodens in Nahrung umgewan⸗ delte Antheil des Reichthums wird in drei Theile zerlegt, von *) Man wird nicht allein von den gemeinen Arbeitern ausgelacht, ſon⸗ dern ſogar von den After⸗Rationaliſten verhöhnt und beſpöttelt, wenn man die Garben und den Dreck, wie ſie zu ſagen pflegen, abwägen läßt. Das Zeter⸗ geſchrei erreicht dann erſt den Culminationspunct, wenn dieſe Leute einen Theil oder ſogar ein ganzes Feld unbeſtellt erblicken. Ich adminiſtrirte einen Hof, der ausſchließlich als Verſuchshof im Gebiete der geſammten Landwirth— ſchaft bewirthſchaftet werden ſoll, und welche Mühe war nicht erforderlich, um einigen Einfluß nehmenden Perſonen darzuthun, daß das Brachliegenlaſſen zum Behufe comparativer Verſuche über die Erſchöpfung des Bodens noth— wendig ſey. **) Ich bin weit entfernt, dasjenige, was ich hier anführen werde, zu generaliſiren; ich glaube aber, daß die nachfolgenden Reſultate überall ein— refſen müſſen, wo die Bedingungen dieſelben ſind, unter welchen ſie erzielt wurden. 172 welchen der eine Theil von den Pflanzen aſſimilirt, der zweite verflüchtigt, und der dritte von den Bodenbeſtandtheilen gebun— den wird. Was das Verhältniß dieſer drei Theile zueinander betrifft, darüber hat die Erfahrung bisher keinen Aufſchluß ertheilt, und wahrſcheinlich wird es dem menſchlichen Forſchen nicht gelingen, irgend ein beſtimmtes Verhältniß zwiſchen den drei Theilen der Pflanzennahrung, mit Rückſicht auf den Boden, ſeine Bearbeitung, das Klima und die Culturgewächſe, feſtzuſtellen. Was die Erfahrung hierüber im Allgemeinen gelehrt hat, be— ſteht in Folgendem: 1. Daß die Verflüchtigung der Nahrung ein Marimum bei ſolchen Bodenarten erreicht, welche eine ſchnelle Thätigkeit, aber keine Baſen für die Humusſäure beſitzen; dagegen iſt die Verflüch— tigung ein Minimum, wenn der Boden eine langſame Thätigkeit und viele Baſen für die aufgeloſ'te Nahrung beſitzt. Das Mittel von beiden Fällen tritt bei Vodenarten von mittlerer Thätigkeit ein*). 2. Je ſorgfältiger ein Boden beſtellt wird, deſto mehr wird vom Reichthume aufgelöſ't und mithin auch deſto mehr verflüch— tigt**). 3. Je wärmer ein Klima iſt, deſto ſchneller erfolgt nicht nur die Zerſetzung des Reichthums, ſondern auch die Auflöſung der hu⸗ musſauren Salze; daher iſt in wärmern Ländern die Verflüchti— gung größer als in kältern, und aus demſelben Grunde müſſen auch die Grundſtuͤcke im erſtern Falle ſtärker gedungt werden, als im letztern***). Und *) Siehe hierüber den dritten Abſchnitt. **) Nach Block's Verſuchen verliert ein Boden, der 1450 Pfund Roggen zu erzeugen im Stande war, durch eine dreimalige aufeinander folgende Brache, wobei ſich der Boden nicht beraſen konnte, ſo viel von ſeiner Kraft, daß er nur 870 Pfund Roggen zu erzeugen im Stande war(Block's landw. Mittheilun⸗ gen, Breslau 1830, B. 1, S. 197). Jedermann weiß, daß die Drillcultur mehr Dünger erfordert, als die gewöhnliche; allein es mangeln noch immer ſtrenge, comparative Verſuche, um das Verhältniß des Düngerbedarfs für beide Fälle feſtſtellen zu können. Wer auf Sand- und Kalkgrundſtücken eine Drillcultur ein— führen wollte, der müßte ſich im Beſitze von beſondern Düngerquellen befinden, wenn er ſeine Wirthſchaft nicht bald verlaſſen ſoll. —**) In kalten Gegenden muß aus dem Grunde öfters gedüngt werden, weil ſich die Humusſäure beim Gefrieren des Bodens aus ihren Löſungen als ein ſchwarzes Pulver ausſcheidet, das nicht mehr auflöslich iſt. Hierin ſcheint auch der Grund der Bildung des kohlenartigen Humus zu liegen, welcher beſonders dort vorkommen muß, wö die Humusſäure keine Baſis findet, wie es z. B. beim Sand- und Torfboden der Fall iſt. 4. Frone d lüͤchtign hat, als zn derde geliſ ten Wan häagt A 1. jibt ib und ein einesb die obl behält Pflanje Erzergi der Erſch Nahti angehen 9 . Ernte haften der Na gerathe Buchwe b alſchri Sufe ſee ſich üchtigu d nnd die diehülſe aum Gr. ſehen,d 3⁸) denen S de Ele dilviſ der zweite eilen gebuen der betift rtheilt, ud it gelingan Theilen de Searbeitun ürt hat, be arimun be rigkeit, abe e Verfluc Thaͤtiglat Das Mitte Thaätigkei mehr wird r verflüch nicht uu g der hu⸗ gerflüͤchti⸗ de muͤſſen verden, ale und Roggen nde Brache, daß er nur Mittheilun cultur mehl ner ſtrenge, beide Fälle cultur ein⸗ en befinden, erden, weil en als elll ſcheint aud rbeſonder 3. B. bein 173 4. verhindern alle Gewächſe, welche den Boden mit ihrer Krone vollkommen beſchatten und die Unkräuter erſticken, die Ver⸗ flüchtigung der Nahrung der Art, daß es bei ihnen den Anſchein hat, als hätten ſie ihre Grundſtoffe einzig und allein der Atmoſphäre zu verdanken, während ſie ſich die ausdehnſamen Theile des auf⸗ gelöſ'ten Reichthums aneignen*⁴). §. 166. Was den aſſimilirten Antheil der Pflanzennahrung betrifft, ſo häͤngt er insbeſondere von nachfolgenden Umſtänden ab: 1. Von der Größe des Ertrags der Culturpflanzen. Nichts gibt über die Groͤße der Erſchöpfung der Grundſtücke einen ſo ſichern und einfachen Maßſtab, als die Größe des Erzeugniſſes während eines beſtimmten Turnus; denn die Natur der Culturpflanzen und die obwaltenden Verhältniſſe mögen wie immer beſchaffen ſeyn, ſo behält doch der Satz im Allgemeinen ſeine Nichtigkeit: daß eine Pflanze deſto mehr Grundſtoffe einem Boden entzieht, je groͤßer ihr Erzeugniß iſt**); daher muß die Statik des Ackerbaues die Größe der Erſchöpfung durch die Größe des Erzeugniſſes, ohne auf ſeine Qualität Rückſicht zu nehmen, ausdrücken, wie es auch in den vor⸗ angehenden Abſchnitten geſchehen iſt. 2. Von der Fruchtbildung. Aus den Verſuchen der§. 42 an⸗ geführten Autoren, ſo wie aus den Beobachtungen***) im Großen, beſonders wenn man trockene und feuchte Jahre einer Gegend in *) Jedermann weiß, daß nach einer mißrathenen Vorfrucht keine ſchöne Ernte erwartet werden kann. Der Grund hiervon liegt nicht allein in der krank⸗ haften Excretion der Vorfrucht, ſondern auch in der größern Verflüchtigung der Nahrung, da dieſelbe von einer mißrathenen Frucht nicht ſo wie von einer gerathenen verhindert werden kann. Wenn man den ſchön ſtehenden Klee- und Buchweizenfeldern gar keine oder nur eine ſehr geringe Erſchöpfung des Bodens zuſchreibt, ſo liegt der Grund nicht allein darin, daß ſich dieſe Pflanzen viele Stoffe aus der Atmoſphäre aneignen können, ſondern auch in dem Umſtande, daß ſie ſich die aus dem Reichthume entwickelten Gasarten aneignen und die Ver⸗— flüchrtigung derſelben durch Winde verhindern. Die Cerealien werden von Winden durchgeblaſen, der Boden ausgetrocknet und die entwickelten Gasarten(beſonders die Kohlenſäure) entführt, während die hülſenartigen Gewächſe alles das verhindern. Man ſoll ſich bei den Cerealien zum Grundſatze machen, dieſelben recht dicht anzubauen; denn je ſchütterer ſie ſtehen, deſto mehr wird der Boden erſchöpft und deſto geringer iſt die Nachfrucht. **) Aus Hermbſtädt's unterſuchungen über den Einfluß der verſchie⸗— denen Düngerarten auf die nähern Beſtandtheile der Pflanzen folgt ſogar, daß die Elemente der Düngerarten mit denen der Pflanzen in einem geraden Ver— hältniſſe ſtehen(Erdmann's Journ., B. 10, S. 1 ec.). *⸗) Die Nichtdüngung der meiſten Wieſen, die großen Strohernten in feuchten Jahren, die grüne Düngung ec. ſind die Thatſachen, welche die Verſuche beſtätigen. 174 Vergleichung zieht, geht hervor, daß die Pflanzen außer den Inpon derabilien(Wärme, Licht und Electricität), der Luft und des Waſſers nur ſehr wenig von Kohlen- und Stickſtoff bedürfen, wenn es ſich bei ihnen um keine Fruchtbildung, ſondern um die bloße Erzeugung der übrigen Theile handelt. Handelt es ſich dagegen um die Frucht— bildung, wie es bei den meiſten landwirthſchaftlichen Pflanzen der Fall iſt, daun lehrt aber auch die Erfahrung, daß eine reichliche und vollkommene Fruchterzeugung der Art durch die Fruchtbarkeit des Bodens bedingt iſt, daß im Allgemeinen ein gerades Verhältniß zwiſchen dem Kornertrage und der Fruchtbarkeit der Grundſtücke zugegeben werden muß*). Auf dieſe Erfahrungen geſtützt, haben faſt alle Lehrer der Statik des Ackerbaues ihre Theorien über die Erſchöpfung des Bodens de— ducirt, und geglaubt, daß das relative Ausſaugungsvermögen der einzelnen Pflanzen nach Maßgabe ihrer Ernährungsfähigkeit be— ſtimmt werden müſſe. Sie gingen hierbei von der Vorausſetzung aus, daß die Pflanzen deſto mehr von dem Reichthume eines Bodens erfordern, je mehr nährende Stoffe, als: Kleber, Eiweiß, Stärke⸗ mehl, Zucker ꝛc., ſie enthalten, und ſetzten auf dieſe Weiſe jede Indi— F *) Die Erfahrung der Landwirthe, daß die Pflanzen, wenn ſie im grünen Zuſtande geerntet werden, den Boden nur wenig, dagegen im reifen ſtark an— greifen, ſcheint mit der Pflanzenphyſiologie in einem Widerſpruche zu ſtehen; denn dieſe Erfahrung kann nur unter zwei Bedingungen eintreten: a) Wenn die Wurzeln zur Zeit der beginnenden Fruchtbildung ein ſtärkeres Abſorbtions⸗(Angreifs⸗-) Vermögen, verbunden mit der Auswahl der nährenden Stoffe, erhalten;z oder b) wenn der Reichthum zur Zeit der Fruchtbildung auflöslicher und aſſi⸗ milationsfähiger gemacht wird. Das Erſtere widerſpricht der Pflanzen⸗Anatomie, welche lehrt, daß die Pflanzen in allen Lebensperioden dieſelben Ernährungsorgane beſitzen, und das Letztere der Erfahrung, nach welcher die Rückſtände organiſcher Weſen von Jahr zu Jahr unauflöslicher werden. Zu allem dem tritt noch der Umſtand hinzu, daß der Stamm ſammt ſeinen Theilen ſchon zur Zeit der Blüthe den Vorrath an Nahrung enthält, welcher zur Ausbildung des Samens erfordert wird. Werden die Pflanzen zur Zeit ihrer Blüthe geerntet, ſo bleiben jene Säfte im Stamme zurück, die ſonſt zur Bildung des Samens verwendet wor— den wären, und daher iſt, vernehme ich die Einwendung, die Behauptung un— richtig: daß die im grünen Zuſtande geernteten Pflanzen den Boden nur wenig angreifen. So richtig dieſe Argumentation erſcheint, ſo hat man doch bei ihr einen Umſtand überſehen, welcher die landwirthſchaftliche Erfahrung vollkommen rechtfertigt. Dieſer umſtand iſt: daß die Pflanzen die Kohlenſäure aus der Atmoſphäre nur ſo lange aſſimiliren, ſo lange ihre Theile grün erſcheinen; iſt die grüne Farbe verſchwunden, dann ſcheiden ſie fortwährend Kohlenſäure aus (§F. 12), und die Folge davon iſt nicht bloß die, daß die fruchttragenden, gelbgewordenen Pflanzen mit ihrem Kohlenſtoffbedarf an den Boden gewieſen ſind, ſondern auch, daß ein Theil des aufgenommenen Kohlenſtoffes wieder aus⸗ geſchieden und die Verflüchtigung der Kohlenſäure durch die gelben Blätter nicht mehr verhindert wird. vidualit feit der zu dem gen St des Ko Grundſ Emaͤht 3. 1 ſchaſtlch und wei der Att kalkhäl tungon ſen und Da ter unt ſouſt ber höchſten dens zur tern un *) zäit durch Pood dolle bedeuten die Erſe der Sch fahrung ihre rel wirthſch Ausnoh) verfellen Füge un nahmen, 6. 58- zgt, auf Dängerar ſtriften 5* ſauuin K auh mu dranktei lacken deit e Ackerde en Jupon ds Vaſers enn es ſich 6 tzeugung ie Fruch⸗ lanzen der hliche und rrkeit des Lerhältniß rundſtuͤcke der Statt Sodens de⸗ mögen der jigkeit be⸗ dusſetzung 5 Bodens Stärke⸗ ede Indi⸗ im grünen n ſtark an⸗ zu ſtehen; nſtärkeres nährenden er und aſſ⸗ rt, daß de n, und dos Weſen von er Umſtand Blüthe den erfordert feiben jene endet wor⸗ ptung un⸗ nur wenig ich bei ihr poollkommen re aus der heinen; iſt ſſäure aus tragenden, gewieſen dieder aus⸗ en Blätter 175⁵ vidualität der Pflanzen— die doch zuletzt nur in der Eigenthümlich⸗ keit der Zuſammenſetzung der Grundſtoffe bald zu dem einen, bald zu dem andern Gebilde beſteht— zur Seite. Nach dem gegenwärti⸗ gen Standpuncte der Pflanzenphyſiologie hat wohl das Gewicht des Kornertrags einen Einfluß auf die Menge der aſſimilirten Grundſtoffe, mithin auf die Größe der Erſchöpfung, nicht aber die Ernährungsfähigkeit der Früchte(§. 16— 45)*). Und 3. von der Natur der cultivirten Pflanzen. Jene landwirth⸗ ſchaftlichen Gewächſe, welche viele fleiſchige, ſtark poroͤſe Blätter und weit auslaufende Wurzeln beſitzen, ſind im Stande, ſowohl aus der Atmoſphäre, als auch aus dem Untergrunde, beſonders wenn er kalkhältig iſt, ſich viele Stoffe anzueignen, die ihnen als Verarbei⸗ tungsmateriale dienen, wie dieß z. B. bei den hülſenartigen Gewäch⸗ ſen und insbeſondere den Kleearten der Fall iſt*).. Da ſolche Gewächſe zugleich den Boden beſchatten, die Unkräu ter unterdrücken und die gasartigen Theile der Nahrung, die ſich ſonſt verflüchtigt hätten, aſſimiliren, ſo kann ihnen gar keine oder höchſtens nur eine ſehr geringe Reichthumsverminderung des Bo⸗ dens zur Laſt geſchrieben werden. Betrachtet man dagegen Pflanzen mit wenigen, trockenen Blät⸗ tern und einer Anlage zur Wurzelbildung aus den Knoten ihrer *) Wenn man bedenkt, daß die Pflanzenphyſiologie erſt in der neuern Zeit durch die Bemühungen de Sauſſure's, Schouw's, Griſchow's, Woodward's, Du Hamel's, Meyen's, Dutrochet's, de Can⸗ dolle's, Juſſieu's, Davy's, Berzelius's, Hermbſtädt's u. m. A. bedeutende Fortſchritte gemacht hat, ſo wird man in Thaer's Theorie über die Erſchöpfung das Gepräge der Genialität erblicken müſſen; denn wo ſollte der Schöpfer der Landwirthſchaftslehre, in Ermangelung von zureichenden Er⸗ fahrungen über den Ernährungsproceß der Pflanzen, den Anhaltspunct über ihre relative Ausſaugung ſuchen, als gerade in dem, was das Ziel der land⸗ wirthſchaftlichen Pflanzenproduction iſt. Daß aber ſeine Gewerbsgenoſſen, mit Ausnahme Burger's und Wulffen’'s, in das jurare in verba magistri verfallen ſind, iſt eine Erſcheinung, die keine Entſchuldigung, wohl aber eine Rüge um ſo mehr verdient, als viele aus ihnen ſich nicht einmal die Mühe nahmen, die beſſere Nahrung, welche ihnen doch der tüchtige Schwerza. a. O. S. 58— 65 ſchon vor mehr als 15 Jahren ſo trefflich vorbereitet vorgeſetzt hat, aufzuſuchen, und die Verſuche Hermbſtädt's über den Einfluß der Düngerarten auf die Bildung des Klebers, die in alle landwirthſchaftliche Zeit— ſchriften übergegangen ſind, näher zu würdigen. **) Bei der Luzerne und Esparſette iſt es dargethan, daß ſie den kohlen⸗ ſauren Kalk zerſetzen und ſich ſeine Kohlenſäure aneignen. Hieraus läßt ſich auch nur die üppige Vegetation der Luzerne auf den dürren Kreidehügeln Frankreichs erklären. Wenn es einſtens gelingen ſollte, Pflanzen aus der Familie der Craſſu⸗ laceen oder Fettpflanzen in die Landwirthſchaft einzuführen, dann iſt auch die Zeit erſchienen, wo die gegenwärtigen landwirthſchaftlichen Träume von einem Ackerbauſyſteme ohne Dünger aufhören werden, leere Träume zu ſeyn. 176 Stämme, ſo iſt man zu der Annahme berechtigt, daß ſie mit ihrer Nahrung mehr an den Boden, als an die Atmoſphäre gewieſen ſind, und daher nur dann einen namhaften Ertrag erwarten laſſen, wenn ihnen ein kräftiger Boden angewieſen wird. Zu den Pflanzen von ſolcher Beſchaffenheit gehoͤren vorzugsweiſe die Cerealien. .§. 167. Die Eigenthümlichkeit der Pflanzen, mehr oder weniger Stoſſe aus der Atmoſphäre oder dem Boden aufzunehmen, richtet ſich im Allgemeinen nicht nach ihren Geſchlechtern oder gar Species, ſon— dern nach den(natürlichen) Familien, zu denen ſie gehören; daher kann auch mit bloßer Rückſicht auf die Natur der Culturpflanzen der Grad der Erſchöpfung nur nach ihren Familien beſtimmt werden. Wer den Grad der Erſchoöͤpfung der Grundſtuͤcke in der Ver— ſchiedenheit der Geſchlechter oder gar der Arten ſucht, der muß noth— wendigerweiſe in ein Labyrinth gerathen, aus welchem die Erfah— rung noch keinen Weg gelehrt hat, und ſo lange nicht lehren kann, ſo lange die Botanik keine Geſchlechter von Pflanzen, ſondern bloß von Blüthen und Früchten aufzuweiſen haben wird*). *) Der großartige Gedanke Linne's, daß Pflanzen, die in der Blüthe und der Frucht übereinſtimmen, oder wenigſtens den höchſten Grad der natur— hiſtoriſchen Aehnlichkeit in dieſen Theilen beſitzen, auch in den übrigen Thei— len eine Uebereinſtimmung zeigen— hat ſich allerdings zum großen Theil be— währt; allein es ſind die Fälle nicht ſelten, daß Pflanzen, die in dem geſamm— ten Habitus ganz verſchieden ſind(z. B. viele Arten von Euphorbia) und doch zu einem Geſchlechte gehören, weil ſie in der Blüthe und der Frucht eine Aehnlichkeit wahrnehmen laſſen, oder daß Pflanzen von großer Aehnlichkeit, nach dem geſammten Habitus, getrennt werden, weil ſie in der Blüthe und der Frucht keine oder nur eine entfernte Uebereinſtimmung beſitzen(z. B. An— dromeda und Rasmarinus, Brassica und Raphanus ꝛc.). Die Blüthe und die Frucht, als das Reſultat des ganzen oder periodi— ſchen Pflanzenlebens, tragen nichts zur Ernährung bei, ſondern ſie ſind durch eine vollkommene Ernährung bedingt. Wer alſo Pflanzen in Beziehung auf ihre Ausſaugungsfähigkeit gleichſtellt, weil ſie zu einem Geſchlechte gehören, der muß nothwendigerweiſe zu unrichtigen Reſultaten gelangen. Ein gleiches Bewandtniß hat es mit den Species, und dieß um ſo mehr, als häufig ihr Cha— rakter in kleinern oder größern Einſchnitten der Blätter, in der Art ihrer Be— feſtigung, in dem Behaart- und Nichtbehaartſeyn ꝛc. beſteht.— Wenn der un— befangene und bei ſeinem Gewerbe ergraute Landwirth ſogar in den Varietä— ten, z. B. dem Winter⸗ und Sommerweizen, einen Unterſchied in Betreff ih— rer Ausſaugungsfähigkeit wahrnimmt, ſo iſt ſeine Wahrnehmung allerdings richtig; allein unrichtig iſt ſeine Behauptung, daß dieſer unterſchied ſeinen letzten Grund in der Individualität der Varietäten habe; denn der Sommer⸗ weizen braucht nicht aus dem Grunde einen beſſern Boden als der Winter— weizen, weil er ſich weniger aus der Atmoſphäre aneignet, ſondern weil er eine kürzere Zeit das Feld einnimmt und daher einen auflöslichern Reichthum des Bodens erheiſcht. Mi Pflanze hen Ge 4)2 gen, al Eöparſe ) Kaſd Nahrur ſette u Krafte res En werden einjähri ſind und Gasarte 9) ſchöpfe nit Ni iibrigen welche Att ih Pfn emit ihrer vitſen ind ſen, venn lanzen don ger toſſ tet ſich im dies, ſon⸗ een; daher flanzen der werden. der Ver⸗ muß noth die Erfah rkann, ſo bloß von der Blüthe der natur⸗ igen Thei⸗ Theil be⸗ n geſamm⸗ rbia) und Fruht eine lehnlichkeit, Blüthe und ( B. An⸗ der periodi⸗ ſind durch iehung auf egehören, in gleiches ihr Cha⸗ ihrer Be⸗ in der un⸗ Varietä⸗ zetreff ih⸗ allerdings ied ſeinen Sommer⸗ r Winter⸗ en weil er Reichthum §. 168. Mit Rückſicht auf die ausgeſprochene Eigenthümlichkeit der— Pflanzen vermag die Statik des Ackerbaues die landwirthſchaftli— chen Gewächſe einzutheilen: a) In bereichernde, d. i. in ſolche, deren Rückſtände mehr betra⸗ gen, als ihre Ausſaugung. Hierher gehoͤren bloß die Luzerne und Esparſette. b) In erſetzende, d. i. ſolche, welche im Stande ſind mit ihren Ruͤckſtänden, als: Wurzeln und Stoppeln, die dem Boden entzogene Nahrungsmenge wieder zu erſetzen. Hierher gehören Luzerne, Espar⸗ ſette und die perennirenden, gut beſtandenen Kleearten*). c) In ſchonende, d. i. ſolche, welche dem Boden nur wenig Kraft entziehen und bei welchen im Allgemeinen der vierte Theil ih— res Erzeugniſſes auf Rechnung ihrer Bodenausſaugung veranſchlagt werden muß. Zu dieſen gehören alle blattreiche Futterpflanzen und einjährige huͤlſenartige Getreidepflanzen, wenn ſie gut beſtanden ſind und daher die Verflüchtigung der Kohlenſäure und anderer Gasarten verhindern. d) In zehrende, erſchöpfende, d. i. ſolche, bei welchen die Er⸗ ſchöpfung wenigſtens die Hälfte ihres Erzeugniſſes beträgt. Und e) in ſtark angreifende, d. i. ſolche, bei welchen die Erſchöpfung mit Rückſicht auf ihren Kohlenſtoffbedarf— im Vergleich mit den üͤbrigen Culturpflanzen— mit ¼ ihres Ertrages berechnet werden muß. Hierher gehören alle Oelpflanzen. Nimmt man bei den Pflanzen auf den Zuſtand Rückſicht, in welchem ſie den Boden nach ihrer Ernte zurücklaſſen, mithin auf die Art ihrer Cultur, ſo laſſen ſich die zehrenden und ſtark angreifenden Pflanzen weiter eintheilen: az. In verbeſſernde, d. i. ſolche, bei welchen die Unkräuter unter⸗ drückt, der Boden gelockert und der Reichthum des Bodens auflöslicher gemacht, mithin die Thätigkeit des Bodens geſtei— gert wird. Hierher gehören Kukurutz, Sirk, Rübſen, Naps, Tabak und die Wurzelgewächſe, ſobald bei allen dieſen Pflan⸗ zen die Drilleultur angewendet wird. Und nicht verbeſſernde, als: alle Cerealien und Handelspflanzen, die der Koͤrner wegen cultivirt, aber nicht behackt und behäuft werden. , *) Bereichernd iſt faſt jede Pflanze mehr oder weniger, wenn ihr Ertrag untergepflügt wird; daher muß der Ausdruck„bereichernde Gewächſe“ lediglich auf die Rückſtände beſchränkt werden. bek's Statik. 12 §. 169. Werden Pflanzen derſelben Familie cultivirt, dann haängt der relative Antheil, den ſie ſich aus der Atmoſphäre aneignen, lediglich von ihrem Umfange ab, den ſie der Atmoſphäre zu bieten vermögen (. 12). Da der Umfang der Pflanzen zuletzt durch den Reichthum und die Thätigkeit des Bodens bedingt iſt, ſo folgt hieraus, daß eine Wirthſchaft, deren Grundſtücke reich ſind und ſorgfältig bearbeitet werden, mit demſelben Düngerquantum ein weit größeres Product erzeugen kann, als eine Wirthſchaft, bei welcher das Gegentheil Statt findet. Es iſt daher eine Leichtigkeit, reiche Grundſtuͤcke in dem Zuſtande der gleichen Productivität zu erhalten, während aus⸗ geſogene Grundſtücke eine beſondere Intelligenz erfordern, um ihre Ertragsfähigkeit zu ſteigern. Geſetzt, Jemand erzeugt pr. Joch bei der Cultur des Kukurutz 40 Ctr. Körner und 80 Ctr. Stroh, alſo zuſammen 120 Ctr., ſo beträgt, wie die Folge darthun wird, der atmoſphäriſche Antheil 60 Ctr.— Werden hingegen pr. Joch nur 20 Ctr. Körner und 40 Ctr. Stroh erzeugt, alſo zuſammen 60 Ctr., dann belänft ſich der atmoſphäriſche Antheil auf 30 Ctr. Die Benützung der Atmoſphäre iſt daher im erſten Falle noch einmal ſo groß wie im zweiten, oder die erſte Wirthſchaft hat eine Kraft von 30 Ctr. mehr von der At⸗ moſphäre erhalten, als die zweite. Will man die Atmoſphäre, dieſen mächtigen Hebel einer jeden Wirthſchaft, auf das Höchſte benützen, ſo kann es nur durch ſtarke Düngung und tiefe und ſorgfältige Be— arbeitung des Bodens bewerkſtelligt werden. Dieſe beiden Bedingungen erfüllen, heißt ſo viel, als das Volu— men ſeiner Saaten vermehren und die Beſtandtheile der Atmoſphäre zu organiſchen Gebilden umwandeln*). B. Insbeſondere. §. 170. Obgleich es mit keinen beſondern Schwierigkeiten verbunden iſt, im Allgemeinen ſagen zu koͤnnen, welche Pflanzen zu den ſcho— *) Wenn man erwägt, daß durch eine tiefe Bearbeitung des Bodens, wenn ſie auch nur in einer bloßen Lockerung der unterlage beſteht, ohne die— ſelbe mit der Dammerde zu mengen, die Aufnahme des Regenwaſſers, der Dünſte, der Kohlenſäure, des Sauer⸗ und Stickgaſes in einem geraden Ver— hältniſſe geſteigert wird, und daß durch alle dieſe Körper die Fruchtbarkeit eines Bodens bedingt iſt, ſo muß man ſich billig wundern, daß nicht ſchon län die Lockerung des Untergrundes zum Grundſatze der Agricultur erhoben wurde, 4 —,——Q—— nenden Feſtſte des V baues. von ſo lüchti proeiſ welchen gualg zwiſc 3 als die Re len die Verhal denne D Nrrech werde desd zucht chen ſchne 9 h) hͤngt de n, ldiglic n vermigen hthum und daß eine bearbeitet es Product Gegenthei undſtucke in ihrend aud⸗ n, um ihre s Kukurug 9 Ctr., ſo he Antheil rner und uft ſich der ttmoſphäre eiten, oder on der At⸗ ire, dieſen benützen, altige Ve⸗ das Volu⸗ Atmoſpharz zerbunden den ſcho⸗ es Bodens, ohne die⸗ ſſers, der aden Ver⸗ uchtbarkeit nicht ſchon ur erhoben 179 nenden, verbeſſernden oder zehrenden gehoͤren, ſo gehoͤrt doch die Feſtſtellung des Verhältniſſes des Ertrages zur conſumirten Kraft des Bodens zu den ſchwierigſten Aufgaben der Statik des Acker⸗ baues.. Wenn man bedenkt, daß das Pflanzenleben als eine Function von ſo vielfältigen Größen erſcheint, und daß die Auflöſung, Ver— flüchtigung und Bindung des Reichthums von ſo mannichfachen Proceſſen abhängig iſt, dann wird man die Schwierigkeiten, mit welcher die Statik des Ackerbaues zu kämpfen hat, einſehen, und jede zu allgemein ausgeſprochene Anſicht als problematiſch erklären müſſen. F. 17 1 Die vorzüglichſten Anſichten, welche in Betreff des Verhältniſſes zwiſchen Ertrag und Erſchöpfung getheilt werden, ſind: I.„Man gebe dem Boden ſo viel an Dünger(Stallmiſt) zurück, als die geſammten auf ihm erzielten Ernten betragen.“ Bei dieſer Anſicht entſteht die Frage: In welchem Zuſtande ſol— len die Ernten und der Stallmiſt berechnet werden, und in welchem Verhältniſſe ſollen die Futter- und Streuſtoffe zueinander ſtehen, wenn von ihr die Statik einen Gebrauch machen ſoll? §. 172. Die Antwort auf dieſe Fragen kann keine andere ſeyn, als: Berechne die Erträgniſſe in dem Zuſtande, in welchem ſie geerntet werden, den Stallmiſt in dem mürben Zuſtande und das Verhältniß des Futters zur Streu nach den Grundſätzen einer rationellen Vieh⸗ zucht. Iſt dieſe Antwort die richtige, dann müſſen, um die ausgeſpro⸗ chene Anſicht prüfen zu können, einige Sätze aus dem nächſten Ab⸗ ſchnitte entlehnt werden. Dieſe Saͤtze ſind: a) Daß der Stallmiſt durch die Gährung bis zum mürben Zu⸗ ſtande ⅛ ſeines urſprünglichen Gewichts verliert, und b) daß ſich das Futter zur Streu im Durchſchnitte aller Thier— gattungen wie 4,33: 1, oder näherungsweiſe wie 4: 1 ver— halt(§. 235, VI. §. 173. Wird der obigen Anſicht zufolge der Antheil des geſammten Ertrages, welcher in Dünger umgewandelt werden ſoll, um den Er— ſatz leiſten zu konnen, berechnet, dann geſtaltet ſich die Rechnung fol— gender Art: Iſt s die Summe der Ernten und a die zu erzeugende Dünger⸗ 42* 180 menge, dann mußs= d ſeyn. Iſt x das Futter und y die Streu, dann verhält ſich 4: 1= x: y oder x= 4y. Werden x und y in Dünger umgewandelt, dann iſt y) 2*⁴) ihr Düngerquantum im ungegohrenen Zuſtande. Da jedoch nach der §. 172 gegebenen Antwort der Dünger im mürben Zuſtande an⸗ gewendet werden ſoll, und derſelbe durch die Gährung bis zur Er— langung dieſes Zuſtandes den ſechsten Theil ſeines urſprünglichen Gewichtes verliert, ſo muß von(X+ y) 2 der ſechste Theil oder (—) 2 abgezogen werden. Erfolgt dieſes, dann iſt: d=(X+ y) 2-=)= 2= y) 6E 2)= G* 25&+ P5 XPy)——(X y)—. 6 3 Da a gleich ſeyn muß s, ſo iſt auch: 5 s= G+†)=, und hieraus: ₰α X——— y. Da aber attch X= 4 y iſt, ſo hat man: 5 3 3 3 4 y==— s—), oder 5y=—= s und mithin y=— s. 5 5 25 Wird dieſer Werth in die Gleichung x= 4 yſubſtituirt, dann 42 erhlt man X=„s, d. h. es müſſen ½3 von dem ge⸗ 25 ſammten Erträgniſſe verfüttert und ½, eingeſtreut werden, wenn der zur Deckung der Erſchoöpfung der Grundſtücke erforderliche Dünger im Haus⸗ halte erzeugt werden ſoll. Alſo müßten 36 des geſammten Ertrages zur Düngerproduction verwendet werden, oder die Culturpflanzen haben ſich ihres Er⸗ trages aus dem Boden und ⁄ aus der Atmoſphäre angeeignet— ein Satz, welcher ſonſt ganz richtig wäre, wenn er nicht eine Illuſion enthielte.§. 174.— Die Illuſion beſteht einerſeits darin, daß man die Feuchtigkeit des Stallmiſtes mit ſeiner trockenen Subſtanz in eine Parallele ſtellt, *) Die Gründe, warum der Factor 2 und nicht 2,3 bei der Düngerberech⸗ nung angenommen wird, werden in dem nächſten Abſchnitt angegeben werden. und d zuſtau der F gleich Aſſim eine; durch alerd tigen 2m. es d düngu dlic nit de zu ber bas 1 der in Volkeon dardei ſdremen land, n N dinge jieren ſcrehe däher ſo le beii die Ene, h nach der ſtande an⸗ is zur Er⸗ runglichen Theil oder an: rt, dann dem ge⸗ geſtreut öpfung Haus⸗ duction zres Er⸗ tet— ein Illuſion ihtigkeit gle ſtellt, gerberech⸗ m werden. 181 und andererſeits, daß man nicht nur Koͤrper, die ſich im trockenen Zuſtande befinden— wie es bei den Getreidepflanzen durchgängig der Fall iſt—, mit feuchten, nämlich dem friſchen Stallmiſte, ver— gleicht, ſondern daß man bei der Ernährung der Hausthiere jede Aſſimilation aus dem genoſſenen Futter in Abrede ſtellt und ſogar eine zweimal größere Grundſtofferzeugung für das Pflanzenleben durch die bloße Paſſtrung durch den Darmcanal annimmt*). Werden dieſe Fehler beſeitigt, oder Alles, Ernten und Duͤngung, im trockenen Zuſtande berechnet, dann geſtaltet ſich die Rechnung folgender Art, wenn die Buchſtaben ihre frühere Bedeutung bei⸗ behalten: Bei der Ernährung eignen ſich die Hausthiere die Hälfte der geuoſſenen Nahrung an, alſo betragen ihre Excremente; mit⸗ ₰ „— X hin der Dünger im trockenen Zuſtande⸗+y. 1 Wird der Verluſt mit— in Abzug gebracht, dann iſt a gleich 2 X 1 5 ( Ey 6E— 5)=(+ y)=, und da nach der Anſicht 2 6 2 6 s—= d und 4:1= X: y oder X= 4 iſt, ſo iſt auch y gleich *) Das Gewicht der Düngermaterialien wird bei der Düngererzeugung allerdings 2— 2,3mal vermehrt; allein welche Logik kann den Schluß rechtfer⸗ tigen, daß auch die zur Aſſimilation der Pflanzen geeigneten Grundſtoffe 2 bis 2,3mal vermehrt werden? Wäre ein ſolcher Schluß gerechtfertigt, dann wäre es dem Landmanne und insbeſondere demjenigen, welcher von der Güllen⸗ düngung Gebrauch macht, eine leichte Aufgabe, die Düngerproduction in's Un⸗ endliche fortzuſetzen. Der Schweizer brauchte die thieriſchen Excremente nur mit dem hundertfachen Waſſer zu miſchen, um die Güllendüngung hundertfach zu vergrößern und mithin ihre Wirkſamkeit hundertfach zu erhöhen. Doch ſo was zu glauben, iſt noch keinem Schweizer beigefallen. Man wird wenige Län⸗ der in Europa antreffen, wo die Landwirthſchaft einen ſo hohen Grad von Vollkommenheit erreicht hätte, wie es in den bewäſſerten Provinzen der Lom⸗ bardei der Fall iſt, und man wird doch das Schnappen nach thieriſchen Ex— crementen, mit Ausnahme einiger Provinzen von Frankreich, Belgien und Hol⸗ land, nirgends ſo allgemein antreffen als hier. Würde der Lombarde mit dem Waſſer und dem im Haushalte erzeugten Dünger Alles richten können, dann würde ſeine Straßen eine Erſcheinung nicht zieren, welche für die Intenſität ſeines landwirthſchaftlichen Gewerbes den ſprechendſten Beweis liefert.— Obgleich die ausgeſprochene Anſicht eine An— näherung an das, was in der Folge über die Erſchöpfung geſagt wird, beſitzt, ſo liegt der Grund hiervon in einer bloßen Compenſation von Fehlern, die man bei ihrer Durchführung begangen hat 8S 8 8„„„„. — und 2 alſo x † y= 2. s*), d. i. die Duͤngermateria⸗ 5 lien muͤſſen in einer Wirthſchaft doppelt ſo viel betragen, als die ge⸗ ſammten Ernten, wenn ſie im Stande ſeyn ſoll, durch den Stall— miſt den Erſatz für die Erſchöpfung der Grundſtuͤcke zu leiſten.— In einem ſolchen Falle eignen ſich die Pflanzen Alles aus dem Bo— den und nichts aus der Atmoſphäre an. Da dieſer Satz in einem directen Widerſpruche mit der Erfahrung ſteht, ſo bedarf er keiner weitern Erörterung. 4 §. 175. II. Anſicht:„Man gebe den Grundſtuͤcken das geerntete Stroh und für die Kornernten ebenſoviel Heu, beide in Stallmiſt um— gewandelt, zurück, und man wird den Erſatz für die Erſchöpfung der Grundſtücke leiſten oder dieſelben in einem gleichen Grade der Fruchtbarkeit, in Beziehung auf den Reichthum, erhalten können.“ Bei dieſer Anſicht entſteht vor Allem die Frage: Wie ſind die nicht korntragenden Pflanzen zu behandeln?— Wird dieſe Frage vor der Hand nicht beantwortet und die obige Anſicht bloß bei der Getreidewirthſchaft durchgeführt, dann iſt die Berechnung mit Bei— behaltung der frühern Buchſtaben folgende: Nimmt man das Ver— hältniß des Kornertrages zum Stroh wie 50: 100 oder 1:2 4 8 an**), dann iſt das Gewicht des anzuwendenden Heues=*). Da das in Dünger zu umwandelnde Material gleich iſt s, und das Futter zur Streu in dem Verhältniſſe wie 4:4 ſteht, ſo iſt: X 5 8 *) Es iſt s= 2— 7 alſo= 2+ y; und da= 1, ſo iſt auch—= yz 1oy= S== 2. Wird dieſer Werth 4 2 8. s 8 in x— 4. y geſetzt, ſo hat man 1—4 53— alſo Xx+„ 5 2 10 3 . 5 8 s— 2 3 *) Wenn man den Kukurutz außer der Berechnung läßt, dann iſt bei den grasartigen Getreidepflanzen das betreffende Durchſchnittsverhältniß wie 49 zu 100(ſiehe Tabelle E,§. 79). —**) Es ſey x die Korn⸗ und y die Strohernte und Xx+ y= s, ſo hat man auch X: y= 1: 2 und Xx=— s— y. Da y= 2 v, ſo iſt auch x= s— 2 X oder+† 2 X= s, 3 x—, alſo x= S. füͤhrt haft ger. übere Guſtan iana hrige Verec ermaterig⸗ alsdieg⸗ den Sial⸗ leiſten.— 3 dem Ve⸗ in einem er keiner tete Stroh miſt um⸗ ſchöpfung Brade der können.“ ſind die ſe Frage ß bei der mit Vei⸗ das Ver⸗ er 2 3— er Werth 1= 2 4* 5)— 4s+ 9 4), d. i⸗ die 42 2L)(., Dunger⸗Production einer Felderwirthſchaftmußte ½ der geſammten Ernten betragen, wenn ſie ihre Grundſtücke(der ausgeſprochenen Anſicht zufolge) in einem gleichen Grade der Fruchtbarkeit erhalten ſoll. Die Pflanzen eignen ſich nicht nur nichts aus der Atmoſphäre an, ſondern es muß ſogar um mehr Düuger angewendet wer⸗ den, als ihr geſammtes Erzeugniß im trockenen Zuſtande beträgt. §. 176. Die Widerſprüche, auf welche dieſe Anſicht der Landwirthe führt, liegen keineswegs in ihrem Weſen, ſondern in der fehler⸗ haften Vergleichung der trockenen Ernten mit dem feuchten Dün⸗ ger. Die Folge wird lehren, daß dieſe Anſicht mit der Erfahrung uͤbereinſtimmende Neſultate liefert, ſobald der Dünger im trockenen Zuſtande berechnet und dann die Vergleichung bei den Getreide— pflanzen durchgeführt wird(§. 183). Dagegen gibt ſie für die übrigen landwirthſchaftlichen Gewächſe keinen Anhaltspunct zur Berechnung ihres Ausſaugungsvermögens. §. 177. III. Anſicht(des Verfaſſers)**). Werden die Wurzelgewächſe auf den trockenen Zuſtand reducirt, dann beträgt bei ihnen und den grasartigen Getreidepflanzen die Erſchöpfung des Bodens die Hälfte ihres Ertrages, oder man braucht für die erzielten Ernten der angeführten Pflanzen nur halb ſo viel Dünger, im trockenen Zuſtande berechnet, anzuwenden, um die Grundſtücke in einem *) Es ſey x das Futter und y die Streu, ſo hat man x+†= s und X: y — 4: 1, alſo x— s— y und y— 1— Subſtituirt man dieſen Ausdruck in X X— 4— X= S— y, ſo hat man x— s oder x+ 1— 5 Xk=Y= 4 3 und X 4 s X 4 8 4 Ker die Dunger⸗ — alfo y———=. ODa die Formel für die Dünger⸗ 51* 4 4 5 4 5 5 3„. production d— 2(X+ y) iſt(§. 173), ſo hat man auch durch Subſtitution ) 4 8 3— 5 der Werthe für x und y, d= 2(5+ 5/ 6 3. *) Die ſpeciellen Anſichten Thaer's, Burger'’'s, Thünen's, Wulffen's, Koppe's und Schwerz's ſind bereits bei der Betrachtung des Reichthums entwickelt worden(§. 85— 100). 184 gleichen Grade der Fruchtbarkeit zu erhalten. Dagegen kann den verſchiedenen Kleearten keine Erſchoͤpfung zur Laſt gelegt werden, da ſie die dem Boden entzogene Kraft durch ihre Rückſtände reich⸗ lich erſetzen. Bei den einjährigen, hülſenartigen Pflanzen kann die Er— ſchöpfung nur mit ½¼ ihres Ertrages veranſchlagt werden*). Was die Handelspflanzen betrifft, ſo habe ich zwar über die— ſelben keine comparative Verſuche angeſtellt, doch glaube ich aus vielfältigen Berechnungen, die ſich auf die Vergleichung ihrer Er⸗ trägniſſe mit dem angewendeten Dünger ſtützen, zu dem Ausſpruche berechtigt zu ſeyn, daß ſich die Handelspflanzen in Vetreff ihres Ausſaugungsvermögens gleich den grasartigen Getreidepflanzen verhalten und daher gleich dieſen belaſtet werden müſſen, ſobald ſte nicht im grünen, alſo unreifen Zuſtande geerntet werden. Bei den Oelpflanzen muß jedoch ihre Erſchöpfung mit? ⸗ ihres Erzeugniſſes veranſchlagt werden, da ſich in ihrem Erzeugniſſe, dem Oele, der Kohlenſtoffgehalt zu dem der Cerealien im Allgemei— nen wie 70: 50 verhält und der Kohlenſtoff die Grundlage des zu leiſtenden Erſatzes bildet**). *) Nur bei den Bohnen, wenn ſie gedrillt werden, dürfte die Erſchöpfung ihres Ertrages betragen. **) Drückt man die Erſchöpfung der Oelpflanzen durch x aus, ſo hat man, .„ 1. wenn ⁄½ die Erſchöpfung der Cerealien ausdrückt, 52: X—= 50. 70, alſo xX — 70 2 1 — 100— 0,7 oder approximativ—=— 5⸗ d. h. mit Rück ſicht auf den Koh⸗ 9 lenſtoffgehalt der Oelpflanzen muß ihre Erſchöpfung mit [ ihres Erzeugniſſes veranſchlagt werden. Bei meinen botaniſchen Excurſionen hat mich oft der Gedanke beſchäftigt, ob ſich nicht etwa die Pflanzenwelt aus dem Anorganismus gerade ſo viel aneig⸗ net, als die Aneignung im Thierreiche aus der genoſſenen Nahrung beträgt; allein bei näherer Betrachtung fand ich immer, daß zwiſchen dieſen beiden Aſſi⸗ milationen kein Gleichgewicht Statt findet, ſondern daß die erſtere, ungeachtet der Beſtimmung der Inſecten— der allzugroßen Vermehrung der Pflanzenwelt Schranken zu ſetzen—, ein Uebergewicht beſitze und daß daher bei der gegenwärti⸗ gen Flora zum großen Theil jene Grundſätze gelten, welche bei der vorweltlichen, aus Nichts entſtandenen, herrſchten. Wenn nun das landwirthſchaftliche Gewerbe durch Thatſachen ein umgekehr— tes oder gleiches Verhältniß zwiſchen den beiden Aſſimilationen nachweiſ't, ſo iſt dadurch das allgemein ſich in dem großen Haushalte der Natur beurkundende, vorwiegende Verhältniß des Pflanzenreiches zum Thierreiche noch nicht aufgeho— den, ſondern ſie beweiſen nur, daß von dem Reichthum des Bodens ein großer Theil durch ſeine vielfältige Bearbeitung verflüchtigt werde. Wäre es möglich, dem Boden, ohne ihn zu wenden, zu lockern, zu ebnen und zu reinigen, eine für die civiliſtrte Menſchheit zureichende Maſſe von Producten abzugewinnen, dann würden die bloßen Abfälle hinreichend erſcheinen, ihm das Entzogene reichlich zu erſetzen, wie es bei der Forſtwirthſchaft der Fall iſt.— Was die Thatſachen anbelangt, auf welchen die voranſtehenden Angaben beruhen, ſo oder⸗ wori chen an tann den egt welden, tande waih⸗ in die Er⸗ n 9). be ich aus ihrer Er Ausſpruche etreff ihres idepflanzen en, ſobald den. it ihres tzeugniſſ, Allggemei⸗ dlage des Erſchöpfung ſo hat man, 70, alſo x den Koh⸗ fung mit beſchäftigt, viel aneig⸗ ng beträgt; beiden Afſi⸗ ungeachtet flanzenwelt egenwärti⸗ weltlichen, umgekehr⸗ ift, ſo ein großer ebnen und Producten „ihm das ſt.Was eruhen, ſo §. 178. Wird dem Geſagten zufolge die Erſchöͤpfung bei irgend einem Turnus mit e, der Ertrag der grasartigen Getreidepflanzen oder Cerealien mit g, der Handelspflanzen mit h, der hülſenartigen Ge— treidepflanzen(Leguminoſen) mit l, der Wurzelgewächſe mit w be zeichnet, und die Feuchtigkeit der letztern mit 80 pCt. veranſchlagt, dann erhält man folgende Gleichung für die Erſchöpfung der Grundſtucke bei jedem beliebigen Turnus: g 4 w. 20 A 4 1 w Gene, 1 100.5... 3 VB e.2e) t. 1 127 1 W ddere=,(++† 1.)* h. die Erſchoͤpfung der Grundſtücke von mnittlerer Thätigkeit iſt gleich der Summe aus den grasartigen Getreidepflan⸗ zen, den Handelsgewächſen, der Hälfte der huül⸗ ſenartigen Getreidepflanzen und dem fünftfen Theile der Wurzelgewaͤchſe, dividirt durch 2*). §. 179. Es koͤnnte hier die Frage aufgeworfen werden, wie es denn komme, daß die bisher gemachten Erhebungen und Berechnungen über die Erſchöpfung der Grundſtücke ein von der obigen Glei— chung abweichendes Endreſultat liefern? Da die Literatur der Landwirthſchaftslehre keine andere mit Genauigkeit angeſtellte Verſuche aufzuweiſen hat, als die Block ſchen**), ſo bleibt nur darzuthun, inwieweit die Block'ſchen Verſuche von den meinigen abweichende Reſultate liefern und worin der Grund der Abweichung***), wenn eine beſteht, zu ſu chen ſey. befinden ſich dieſelben theils in der oft erwähnten Beilage, ſorwie§. 275—286 zuſammengeſtellt. *) Bei Bodenarten von raſcher Thätigkeit iſt die Gleichung: .(+ h+ 1+„) und von langſamer: 3 2 5 —(* h † 1.+ 2)(§. 255). 6 2 5 **) Beſtehen noch andere, wo ſind ſie zu finden? **) Da ich die Verhältniſſe, unter welchen ich die Verſuche anſtellte, genau in der Folge angeben werde, ſo werden diejenigen, welchen die Wirthſchafts⸗ verhältniſſe von Schirau bekannt ſind— denn Block gibt weder die Beſchaffen— heit des Bodens, noch die des Klima's und der Witterung an— geringfügige 186 Da jedoch Block bei ſeinen Verſuchen ganz andere Reſultate erhielt, als er ſie vielleicht beabſichtigte, da bei ihm einerſeits die Ernährungsfähigkeit der cultivirten Gewächſe eine wichtige Rolle ſpielt, und er andererſeits auf die Verſchiedenheit der Pflanzen, die zu verſchiedenen Arten, ja ſogar Abarten einer Species gehören, ein zu großes Gewicht, in Beziehung auf das Ausſaugungsvermo— gen, legt, ſo ſehe ich mich veranlaßt, ſeine Verſuche in's Detail zu betrachten. §. 180. Um die Erſchöpfung des Bodens durch die Cultur der ver— ſchiedenen landwirthſchaftlichen Pflanzen zu finden, wählte Block einen Morgen Ackerlandes erſter Claſſe, der ſeine Früchte abgetra— gen hat.(Von welcher Beſchaffenheit iſt in Schirau ein Boden er— ſter Claſſe?)*). Er benützte denſelben ein Jahr zur Weide(war— um?), düngte denſelben Ende Juni mit 10 Fuhren Stallmiſt à 18 Ctr.(von welcher Beſchaffenheit war der Stallmiſt?) und ließ jene Pflanze als erſte Frucht folgen, deren Kraftausſaugung er erfahren wollte. Der Hafer ſolgte als zweite, der Klee als dritte und der Roggen als vierte Frucht. Da die zweite und dritte Frucht dieſelben blieben, ſo glaubte Block aus dem Ertrage des Roggens im vierten Jahre auf die zurückgebliebene Kraft des Bodens, mithin auf die Ausſaugung der erſten Frucht ſchließen zu können. Um die beim Beginn des Turnus ſtattgefundene Kraft des Bodens zu beſtimmen, baute Block den Roggen als erſte Frucht und erhielt einen Ertrag von 4200 Pfund. Dieſen reducirte er auf Roggenwerth und erhielt 1450 Pfund Roggen. Dieſen Werth nahm er als den Maßſtab für den Reichthum des Verſuchsackers an. Man kann hier fragen: Wieviel beträgt der Reichthum? und iſt die Antwort genügend: 1450 Pfund Roggen zu erzeugen, ſo entſteht die weitere Frage: Wie groß iſt der Reichthum bei dem Verſuche mit Weizen, deſſen Ertrag den Roggenwerth von 1636 Pfund hat? Die Conſequenz gibt die Antwort: 1636 Pfd. Roggen zu erzeugen. Wie groß iſt der Reichthum bei dem Ver— Abweichungen, welche ihren letzten Grund in örtlichen Verhältniſſen haben, nicht als etwas Weſentliches betrachten. *) Wann wird einmal die Alles verwirrende. Gewohnheit aufhören, die Grundſbüütle allgemein mit 1, 2, 3 ꝛc., oder Weizen⸗, Gerſten⸗ ꝛc, Boden zu be⸗ zeichnen? Troctener Natu⸗ 8(Große der Erſchöpfung à 2— 2 1(E t 55 durch die erſten drei Verhältniſ des tti Talrinag an 33 Früchte ——— 5˙5— ſumirt b. geſammten X 8S„ 2 Dunger a. conſumirten Turnus 2 2 5 2e s au uiger angewendeten Anmerkung. 28 2S 5SS— friſchen trockenen friſchen trockenen r 2 13382 trocke⸗ vel⸗.=—— 3 S friſchen nen Düngers zu dem dar⸗- Oüngers zu dem ge— loch———-—— Qaus erzeugten Pro⸗ ſſammten Ertrage in 6 Pfd. Pfd. Pfd.] Pfd. P fd. Pfd. ducte in drei Jahren vier Jahren g⸗—.———————— 2 ü—— er S. 4. Pferde ſc 4 3 2148 847 a. 2,7:1 imn friſchen, war⸗ bohnen 760— 1000 2) 1860 84 3 b. 0,689: 1 im trockenen lmiſt 2. Hafer 650 I 560 2210810 Zuſtande. und 3. Klee 1100— 1100323 Den Ertrag an Bohnen⸗ ————— 59 5 ,— ſtroh hat Block nicht ung Summe 25 10 2 6 6 0 1 70 1980 638 11 22 7 2806 1.4 0,5 1 04 1 angegeben; er iſt hier eitte 2—— 1— zu 1100 Pfd. angenom⸗ ritte 4. Noggen. 487 1950(2437 812 men, wovon 6 Pfund ———— 1 Pfund Roggen. ni Summe 29974610 7607 2792.,35:1 0,837: 1 18 fdie 9.[1. Roggen. 900[3300 4200 1450 Se de der 2. Klee 2200— 2200 647 a. 0,99: 1, 3. Klee 880— 880]258 b. 0,24: 1;3 und wenn .—— dem Klee als zweite des Summe 3980 /[00 7280 2355 363 6368˙1592 0,87:4 0,218:1 Frucht keine Erſchöpfung ucht 323 b zur Laſt gelegt wird, 4. Noggen. 675 2475[3150 1087 dann iſt: te er——,[a. 1,54: 1. erth Summe 4655⁵5˙5775 1430 3442 2,45:1 0,64:1 1. 0,38:1. an. 10. 11.Kartoffeln3150% 385 3535 1935 doe de und V 2. Hafer 700 4 680 2380 873 2.2,111 f 2 2 6—.. S,1. 1, ſo 3. K lee.11 045— 1045 307 b. 0,55: 1. de—₰ 20—[‿,/- een Summe 1895 2065[69603115 /S18 13019, 3254 1,74:1] 0,48:1 von d. 4. Noggen. 385[1485[1870]632 zer⸗ Summe 5280/3550 8830/3747 2,88:1]0,74:1 11. 1. Kohlrüben2002 257[2259 1827 de. de. 0. 7423»[„ 24223 900 nicht ⸗ Hafer. 743 1680 2423 90 a. 2,68: 1 3. Klee. 1100—[1100ʃ 323 V b. 0,67:1. die 5— 2- 1. 53 be⸗ Summe 3845[193 5782[3159 715 125 75 3143 2,13:1 0,53:1 4. Noggen. 435[1800 2235 735 V Summe4280[3737 ſS017 3894 3,14:41 0,785: 92 S 5 12. 1. Nunkel⸗— 5 2 do. do. 5S 5⸗ 8 ruͤben 23 10 539[2849 311 708 a. 2,38:1, 2. Hafer 743 1680[2 Pee 909 b. 0,59: 1. 3. Klee 1100— 1100 323 Summe Roggen. Summe 2940 28 39 3675 Klee. .Noggen Winter⸗ raps. Hafer.. Summe Summe 787 1335 2122[1248 796 1800[2596 974 1100— 11 323 2683 465 3148¼ do. do. a. 2,66: 1, b. 0,66: 1. Roggen . Lein. ‚Klee. Summe 900/[3300 4200] 1450 360ʃ1230 1590˙1297 4530 do. do. a. 2,03: 1, Noggen 1800 0 Summe[2730/[6330 9060 3848 2,81:1]0,70: 15.[1. Kopfkohl.4224 528 ſ[47521291 e. 2. Hafer. 796 1800 2596 974 n. 1,60: 1, 3. Klee[1155— 1155] 339 b. 0,4: 1. Summe 6175 ˙23 28 8503/2 604/[670[11783[2945 1,38:1]0,34:1 4. Noggen. 455/1950 J2405] 780 Summe 66: 30 4278 119083384 2,33: 0,58:1 4 Durchſchnitt.— V— 11847][2969/1,933:40,496:1/3,02:1 0,757:42. W,a3ce1 Tabelle H zu§. 180. Zu Seite 186. —--——— Tabellariſche Darſtellung der Block lchen Verluche über die Ertchöpkung des Bodens. Trockener Natu⸗ 2 ⁵ Größe der Erſchöpfung . 8 durch die erſten drei i ral⸗Ertrag an 35 Nrianft 5 Verhältniß des =—==SS—— 5 2 3 3 an Dunger b, geſammten 2 Turnus 5 25 5 5 22 2⸗ 9 a. conſumirten angewendeten Anmerkung. 8 2282 Sz 9ν ☛ι 5. 8 5³ feiſchen trocke friſchen trockenen friſchen trockenen e3 Aðᷣ 88 5 riſchennen(Düngers zu dem dar⸗[Düngers zu dem ge⸗ — aus erzeugten Pro⸗ ſammten Ertrage in Pfd. Pfd. Pfd. Pfd. Pfd. Pfd. Pfd.(ducte in drei Jahren vier Jahren .11. Weizen 929[2850[3779 1 636 Wird die entſchwundene 1 1e 3 9. 85⁰ 3 94 1„ Kraft bloß den erſten 2. Hafer... 562[1440 2002 716 zwei Früchten zur Laſt 3. Klee... 880— 880 258 gelegt, dann iſt das Ver⸗ hältniß des conſumirten S. v. 1., 2., 3. 2371[4290[6661[2610 790˙[125 70[3142 1,8:1[0,471:1 Vüherich zum Ertrage — 4 5 olgendes: 4. Roggen.. 385 /1650[2035*660 2 2eiin friſchen, ————— b. 0,5: 1 im trockenen Zu⸗ Summe 2756 5940S696 3270[25502[6375 2,9:1 O0,7321 ande. 3 . ſt 2./1. Noggen.. 00ʃ3: 4200[1450— 2. S dn 3 94 22 Unter derſelben Voraus⸗ 2. Hafer... 650[1560 2210 811 ſetzung iſ das fragliche 3. Klee 990— 990 291 Verhältniß: a. 2,0: 1 im friſchen, Summe 2540 4860 7400 2552[730[12838[3209 1,73:1 0,43:1 ne eeader inn teyeemmsu⸗ 4. Roggen. 420[1800 2220 720 3 Summe 2960/66 60/96 20]73272 25502[6375 1,65:1 0,669:1 3.11. Sommer⸗ 1a. d weizen 661·˙1260 ʃ[1921 994 1 2,8 1 2 ee 2. Hafer..[650 1560˙[2210814. b. 0,745!1. 3. Klee 1045—(1045 307 Summe[2356 2820[5176[2112[700[12311[30772,3:1[0,575:4 4. Noggen. 450[1800ʃ[2250 750 Summe 2806/4620/7426/ 2862²2 do. do. 3,4: 0,85:1 4. 1. Große Gerſteſ 980[1920 ⁰2900]1221 de d 2. Hafer.650 ʃ[1560˙[2210 841 1 2311 3. Klee 1045— 1045 307 b. 0,576 71. Summe 2675[3480[6155˙[12339 6 70˙[11783ʃ 29 45 1,9:1[0,475:1 . Noggen. 480˙[1800 2280 780 Summe[3155[5280/S4 35 31419 do. do. 3,0 2:1 0,7521 5. 1. Hafer. 900[2166˙3066ʃ1123 8, e 2. Hafer... 600 1440 2040 748 2 2153 1. 3. Klee... 990⁰%¶— 990 291 b. 0,628 11. Summe 2490[3606 12838 3209 Noggen. 420 ⁄51800⁰°2220 720 Summe 2910/55406 ˙8316/28822 3,06: .1. Hirſe[656 900 ʃ1556] 963 2. Hafer 562 1350 1912 701 935 0,76:4 8 0⁸‿ 6‿ — ◻ (0 — ‿ — G& Summe[21 3178 2,9:1.[0,72521 5 4. Roggen.. 480[1485[1965] 727 Summe[2633 3735 6368 2649 4,0:1] 1,01— 7. 1. Erbſen 414˙1755/2169 816 5 de d 2. Hafer 700[1680 2380 873 2 2,1 1 3 3. Klee 1100%— 1100 323 h. G/6*4 Summe[2214[3435[5649˙[2012638[11227[2806] 1,9:41[0, 495:1 4. Noggen 4871950 ˙[2437 812 8086 2824 3,15:1/0,7 Summe[2701 5385 Tabelle G zu H. 180. Erſchö 5 pfung eines Morgen Ackerlandes erter Claffe dellen urſprüngliche Kraft war, 1450 Ptund Raögen zu etennen, oder 25502 Pfund krilchen oder 6375 Pfund trockenen Miſt durch nachkolgende Pflanzen(nach Block, 1, S. 197— 209). Zu Seite 186. —ͤ—— 1* Verminderung der Wert! Zuruckgebliebene. 3 atural⸗Ertrag an Werth Verm Sur werthder ältni N a um en Naturel Crtrag des na- Kraft des Bodens der Er⸗ Kraft des Bodens zurück⸗ Vrehiltris Werth des Dün⸗ m 3;. tural- Aü ö- dü ebliebe- 8. a) Haupttheilen v) Rebentheilen Zuſammen Tra. Ree Lun Dünger ſchö- Rog⸗an Dünger wen ſraf mirten Dün⸗ gers, den er durch die Anmerkun Nr. der= Alru gen zu im fri⸗ im trocke⸗ pfung gen zu im fri- ſim trocke⸗ des Bo- gers zum ge⸗ ſchied Pfl g. in ſerzeu⸗ 3 erzeu⸗ 5 4 8 verſchiedenen Pflan⸗ P 6 lan z en friſchen trockenen friſchen trockenen friſchen trockenen ges ſeriein ſchen Zu- nen Zu⸗ di ſ ſchen Zu⸗ nen Zu⸗ dens ſammten„ Koggen V gen ſtande ſtande Roggen gen ſtande ſtande E zen erhält — rtrage —f.[Ppfd. pfd. Pfd. Bpfd. pfd. Pfd. Pfd. Ppfd. Pfd. Pfd. Pfd. Bfo. Pfd. Pfd.... öC“*²“ 1(Kartoffeln 12600[3150— 385— 3535 1980 848[13019 3254 848 632 12483 3121 632 1:1,08 1,64= 1 Pfd. Roggen Um die Erſchöpfung des Bodens zu fin⸗ 2(Weizen— 929— 2850— 3779 14636 790 12570 3142 790 660 Went 3233 660 1:4,09 2,1— 1 do. den, baute Block jene Pflanzen als erſte 3[Roggen— 900— 3300— 4200 1450 730 12838 3209 730 720 12664 3466 720 1:1,30 2,2=: do. Frucht, deren Kraftausſaugung er ausmitteln 4 Hafer— 900— 2166— 3066 1128 2730 12838 3209 730 720 deeen 3166 720 1.0,95(2,8— do. wollte. Dann ließ er den Rispenhafer als 5 Hirſe— 656— 900— 1556 963 723 12715 34 78 723 727 12787 3197 727 10,48(3,09—4 do. zweite, den Klee als dritte und den Roggen 6(Winterraps— 787— 1335— 21.,22 124BV 21.5 1.2575 3143 745 735 1,2927 3232 735 1:0,67 2,51—41 do. als vierte Frucht folgen. Der Ertrag des 7 Kohlruͤben 15400[2002 1980 257 17380 2259 1827 715 12575 34143 715 735 12927⸗ 3232 735 1.:0,74(4,72—1 do. Roggens im vierten Jahre der Düngung 8(Runkelrüben 16500[2310 3850 539 20350 2849 4708 745 12575 3143 7145 1735 12927 3232 735 10,9 1,84—41 do. ſollte die dem Boden zurückgebliebene Kraft 9 Buchweizen— 43— 750— 4187 562 700 12311 3077 700 750 13494 3298 750 1.0,38(5,47=—1 do. anzeigen. So war bei dem Turnus: 1) Kar⸗ 10(Große Gerſt— 980— 1920— 2900 12214. 670 41783 2945 670 780 13749 3430 780 4:0,98(2,41= 1 do. toffeln, 2) Hafer, 3) Klee und 4) Roggen 11[Lein— 360— 1230— 1590 1297 670 11783 2945 670 780 13719 3430 78⁰ 1;0,54[2,27=—1 do. die zurückgebliebene Kraft 632 Pfd. Roggen 12 Kopfkohl 17600 4224 2200 528 19800 4852 1291. 670 41783 2945 670 780] 13719 3430 78⁰ 141,64[2,27=1 do. zu erzeugen; da die urſprüngliche Kraft 13[(Erbſen— 414— 1755— 2169 816 638 11227 2806 638 812 14275 3569 812.1 0,77(3,434 do. 1450 Pfund NRoggen war, ſo beträgt die 14 Klee— 11540 Heu——— 1540 452 181 3184 796 4814 1269 22318 5579 1269 4.: 1,93 1.,76—1 do. entſchwundene Kraft 818 Pfund Roggen. 15(Durch Zjährige Brachbearbeitunßg——————— 580 10200 2550 5800 870 10302 3825—— (Durchſchnitt, ohne Nr. 15———-— 2686 1255 676 14793]/ 2947]/ 676 774] 15708 3427] 774 1:0,96 2,53— 1 do. — . 7- 0 pin kaanzen derung der es Bodens Dünge fri⸗ ſim trock dr nen 3u 12 hei —0 ‿‿⏑̈ — —0=0=e = So e 187 ſuche mit Kartoffeln, deren Ertrag den Roggenwerth von 1935 Pfd. hat? Antwort: 1935 Pfund Roggen zu erzeugen. Man kann die Fragen bei jedem Verſuche wiederholen und man wird jedesmal eine andere Antwort erhalten, wie man ſich aus den Tabellen G und H überzeugen kann, welche die Block'ſchen Ver ſuche zuſammengeſtellt enthalten. Um die Frage zu beantworten, wie groß der urſprüngliche Reichthum bei den Block'ſchen Verſuchen war, muß man früͤher erheben, wieviel die Bereicherung durch die einjährige Weide nützung beträgt. Da Block nach erfolgter Düngung mit 10 F ren 1450 Pfund Roggen erzielte, dagegen ohne Düngung bei de bloßen Bereicherung durch die Weidenutzung nur 325 Pfund Nog de erhielt, ſo beträgt die Bereicherung durch das Dreiſchliegen 88 Fuhren à 18 Ctr. oder 5184 Pfund Stallmiſt*). Werden dieſe 5184 Pfund zu der Düngung mit 10 Fuhren oder 18000 Pfund addirt, dann erhält man 23184 Pfund friſchen oder 5794 trockenen**) Stallmiſtes, als den urſprüglichen Reich— thum des Verſuchsackers. D jedoch der Acker nach der Bereicherung durch den Weidegang nur 325 Pfund produciren konnte, und Block nicht angibt, wieviel er vun dieſe Bereicherung zu produciren im Stande war, ſo ſoll, um der Rechnung mehr Zuverläſſigkeit zu er theilen, die Bereicherung durch das einjährige Dreiſchliegen einſt— weilen außer Acht gelaſſen, alſo der urſprüngliche Reichthum bloß mit den 10 Fuhren oder 18000 Piamnd friſchen oder 45⁰0 Pfund trockenen Stallmiſtes veranſchlagt werden. Erſter Verſuch: Weizen, Hafer, Klee und Roggen. Bei dieſem Verſuche beträgt das geſammte Erzeugniß in allen vier Jahren 8624 Pfund; alſo entfallen auf 100 Pfd. trockenen oder 400 Pfd. friſchen Stallmiſtes 191 Pfund des geſammten Ertrages; mithin betraͤgt die Erſchöpfung naͤherundsnbeiſe die Hälfte des geſammten Erzeugniſſes. Zweiter Verſuch: Roggen, Hafer, Klee, Roggen. Der geſammte *) Da die Wirkung der Düngung mit 10 Fuhren à 18 Ctr. 1125 Pfund und die des Dreiſchliegens 325 iſt, ſo verhält ſich 1125: 325= 10: x, alſv = 325 10— 2,88 Fuhren à 18 Ctr. oder 5184 Pfund. 1425 ) Bei Berechnung des trockenen Zuſtandes wurde angenommen, daß der von Block angewendete Stallmiſt 75 pEt. Feuchtigkeit enthielt, wie er es an andern Stellen ſeiner Mittheilungen ſelbſt angegeben hat.— Die Tabellen find nach dem preuß. Gewichte berechnet, daher erſcheinen die Zaßlen auch um etwas größer. 188 Ertrag beläuft ſich auf 9620 Pfund, alſo entfallen auf 100 Pfund trockenen oder 400 Pfund friſchen Stallmiſtes 213 Pfund des Er⸗ trages; mithin beträgt die Erſchoͤpfung nur 0,469 des geſammten Erzeugniſſes. Dritter Verſuch: Sommerweizen, dieſelben. Der Ertrag iſt 7426 Pfund, alſo entfallen auf 100 Pfd. trockenen oder 400 Pfd. friſchen Stallmiſtes 165 Pfd. vom Ertrage; mithin beträgt d Erſchöpfung 0,609 Pfund. Vierter Verſuch: Große Gerſte, dieſelben. Der Ertrag iſt 8435 Pfund, alſo entfallen 187 Pfund; mithin die Erſchöpfung 0,534 Pfund. Fünfter Verſuch: Hafer, dieſelben. Der Ertrag iſt 8316 Pfund, alſo entfallen 184 Pfd; mithin die Erſchöͤpfung 0,543 Pfd. Wie keiiit es, daß der Haſer den Boden mehr erſchöpft, als die Gerſte? Sechster Verſuch: Hirſe, dieſelben. Ertrag: 6368 Pfd; alſo ent⸗ fallen 141; mithin die Erſchöpfung 0,709 Pfd. Soll die Hirſe unter allen landwirthſchaftlichen Gewäͤchſen den Boden am meiſten an— greifen? Sind nicht ausgeruhte, wenn auch nicht reiche Grundſtücke ihr wahres Element? Siebenter Verſuch: Erbſen, dieſelben. Ertrag: 8086 Pfund, Entfall: 179 Pfd., Erſchopfung: 0,558 Pfd. Eignen ſich die Huͤl⸗ ſenfrüchte weniger Stoffe aus der Atmoſphäre an, als die Gräſer? Liegt der Grund von der großen Erſchöpfung der Erbſen nicht in ihrem häufigen Mißrathen? Achter Verſuch: Pferdebohnen, dieſelben. Ertrag: 7607 Pfd., Entfall: 168 Pfund, Erſchöpfung: 0,594 Pfd. Sollen denn die Bohnen in einem friſchgedüngten Boden erſter Claſſe nur 760 Pfund abwerfen?*). Neunter Verſuch: Roggen, Klee, Klee, Monne Ertrag: 10430 Pfund, Entfall: 231 Pfund, Erſchöpfung: 0,432 Pfund. Zehnter Verſuch: Kartoffeln, Hafer, Klee, Roggen. Ertrag: 8833 Pfund, Entfall: 196 Pfund, Erſchöpfung: 0,510 Pfd.— Entziehen die Hackfrüch te weniger, als die hülſenartigen Gewaͤchſe? Man vergleiche Nr. 7 mit Nr. 10. Eilfter Verſuch: Kohlrüben, dieſelben. Ertrag: 8117 Pfund, Entfall: 180 Pfund, Erſchöpfung: 0,555 Pfund. Zwoͤlfter Verſuch: Runkelrüben, dieſelben. Ertrag: S8607 Pfd., Entfall: 191 Pfund, Erſchöpfung: 0,523 Pfund. 2*) Wenn man von Pferdebohnen pr. Joch nur 12 Ctr. als Ertrag rechnen kann, ſo müſſen fie offenbar mißrathen oder die Angabe muß falſch ſeyn. „—ę—᷑Q—O—O—ñO—CSZ=:— D Pfund Vode diſ Abwe mit? der( worde de faur chen chene nux uf 100 Uiund Pfund des Gi⸗ es geſanaten er Ertrag f der 400 M. 1 betragt di Ertrag iſ „GErſchopfung 83 16 Pfünd, 13 Pf. W. die⸗Gerſte! fd; alſo ent Hirſe unter meiſten an— Grundſtücke 986 Pfund, ſch die Hul⸗ die Gräͤſer! ſeen nicht in 7607 fd. len denn die :760 Lfund Ertrag: 132 Yfund. . Ertrag: dgfh.— Gewaͤchſe 17 Tfund, 6607 Pfd., rtrag rechnen ſeyn. 189 Dreizehnter Verſuch: Winterraps, dieſelben. Ertrag: 7963 Pfund, Entfall: 176 Pfund, Erſchöpfung: 0,568 Pfund. Vierzehnter Verſuch: Roggen, Lein, Klee, Noggen. Ertrag: 060 Pfund, Entfall: 204 Pfund, Erſchöpfung: 0,457 Pfund. Fünfzehnter Verſuch: Kopfkohl, Hafer, Klee, Noggen. Ertrag: 1090 Pfund, Entfall: 242 Pfund, Erſchöpfung: 0,4 15 Pfund. Durchſchnitt: Ertrag: 8560 Pfund, Entfall: 190 Pfd., Erſchoͤpfung: 0,520 Pfund. §. 181. Aus dieſen Verſuchen ergibt ſich, daß die Erſchöpfung des Bodens im Durchſchnitte aller landwirthſchaftlichen Gewächſe die Häͤlfte ihres Erzengniſſes betrage, mithin, daß keine bedeutende Abweichung von der über die Erſchöpfung aufgeſtellten Gleichung, mit Ausnahme der huülſenartigen Gewächſe, Statt findet; denn in der Gleichung iſt die Erſchöpfung des Klees gleich Null geſetzt worden, während ſie hier mit ¹ſ in der Rechnung erſcheint. Der Grund dieſer großen Differenz liegt in Folgendem: a) Veranſchlagt Block den Ertrag vom Klee im Durchſchnitte nur mit 1030 Pfund. Dieß macht pr. n. d. Joch von 1600 Klaftern 18 Ctr., während ich bei meinen Verſuchen S0— 100 Ctr., alſo 5— 6mal mehr, erhielt. Mithin würde, wenn in Schirau der Klee einen den bisherigen Erfahrungen angemeſſenen Ertrag*) abgeworfen hätte, ſeine Erſchöpfung nur 19¼12— 0 betragen. Und b) gibt Block den Ertrag der Erbſen mit 414 Pfund und den der Bohnen mit 760 Pfund pr. Morgen an. Dieß macht pr. Joch 7 Ctr. von Erbſen und 12 Ctr. von Pferdebohnen. Soll denn Schleſien, mein Vaterland, ſeit der Zeit, als ich verlaſſen habe, ſo unproductiv geworden ſeyn?**) erden dieſe beiden, den bisherigen Erfahrungen wider— ſtreitenden Angaben beſeitigt, dann findet zwiſchen den Block— ſchen Reſultaten und den in der Erſchöpfungsgleichung ausgeſpro— chenen Erfahrungen eine ſolche Uebereinſtimmung Statt, wie ſie nur bei Gegenſtaͤnden dieſer Art erwartet werden kann. e ¹ — — 8 9 o 8 9 *) Mir bleibt es unbegreiflich, wie der Klee durch zwanzig Jahre, nach verſchiedenen Gewächſen folgend, auf einem Boden erſter Claſſe in ſeinem Ertrage pr. Joch dem Strohertrage der Linſen gleich bleiben ſollte(!). **) Uebrigens veranſchlagt Block den Roggenertrag jedesmal mit 4200 Pfund, als wenn beim Roggen allein die Lebenspotenzen durch zwanzig Jahre conſtant geblieben wäten! 190 §. 182. Da Block mit ſeinen Verſuchen die Erſchöpfung der einzel— nen Pflanzen beſtimmen wollte, ſo muß hier noch angezeigt wer— den, wieviel dieſe betrage. Nach ihm beträgt die Erſchöpfung, wie aus der vierten Rubrik der Tabelle H zu entnehmen iſt, bei den Kartoffeln 818 Pfund, . beim Weizen 790 ⸗ k. Noggen zu erzeugen, d. h. war der urſprüngliche Reich⸗ thum des Bodens 1450 Pfd. Noggen zu erzeugen, und erzeugt man nach den Kartoffeln im vierten Jahre bloß 632 Pfund Noggen, ſo haben die Kar⸗ toffeln dem Boden entzogen: 1450— 632—818 Pfd. Noggen zu erzeugen c. Ich erlaube mir noch einmal an den tuͤchtigen Praktiker die Frage zu ſtellen: Was iſt die Erſchöpfung bei den Kartoffeln, d. h. der wievielte Theil des Reichthums hat ſich die Kartoffelernte angeeignet, und wieviel muß ich daher dem Boden zurückgeben, wenn er in Beziehung auf den Reichthum in einer gleichen Er— tragsfähigkeit erhalten werden ſoll? Ich finde in ſeinen Mittheilungen keine andere Antwort, als: Die Erſchöpfung der Kartoffeln beträgt S18 Pfd. Roggen zu erzeugen*). Da von Seiten derjenigen, welche die Block'ſchen Verſuche nicht fluͤchtig geleſen haben, der Einwurf gemacht werden koͤnnte: Da Block angegeben hat, wieviel Dunger erfordert wird, um 1450 Pfund Roggen zu erzeugen, ſo läßt ſich auch leicht berech— nen, wieviel Dungkraft zu der Production von 818 Pfund Nog⸗ gen erfordert wird, oder wieviel die Erſchöpfung der Kartoffeln beträgt, ſo ſehe ich mich zu einer ſolchen Berechnung genöthigt. Zum Behufe dieſer Berechnung ſoll der Satz dienen, daß die Er⸗ *) Davy, der große Naturforſcher, hat nur künſtliche Köder für den Fiſchfang erfunden; der gegenwärtigen Literatur iſt es aber bereits gelungen, Köder für den Menſchenfang zu erfinden, d. h. Titelblätter zu ihren Werken zu erſinnen, mit welchen ſie das leſeluſtige Publicum zu fangen trachten.— Großer Davy! du warſt noch ein Schüler in deiner Kunſt. Vergleicht man das Titelblatt mit dem Inhalte des Block'ſchen Werkes, ſo wird man ſelbſt bei dieſem, unter den in der neueſten Zeit erſchienenen ſchätzbarſten Werke die Wahrheit des Geſagten beſtätigt finden. Hätte Block auf dem Titel— blatte das Wort„Grundſätze“ geſtrichen, dann hätte ihn der erwähnte Vor— wurf nicht getroffen. Doch man muß gegen die Literatur auch gerecht ſeyn, da die Schuld zum Theil der Zeitgeiſt trägt; denn der Buchhandel will nicht honoriren, wenn auf dem Titelblatte nicht: Triumph, Lichtfunken, durch fünf⸗ zigjährige Erfahrungen erprobte Grundſätze, aus der Tiefe der tiefſten Oeko⸗ nomie geſchöpft, oder ähnliche Floskeln enthalten ſind. ſchy liiſe . trocke zeugt „ N verhi toff ent Err Kre der erha Kart de ig der äiel ingezeitt we vierten Nabnt 1s Pfund, 0 ⸗ iche Reich erzeugen, m vierten en die Kar⸗ —818 Pftd Praktiker de Kartoffeln dartoffelerne zurückgeben, gleichen Er⸗ ort, als: Die nerzeugen) hen Verſucht erden könnte ert wird, un leictt bert Pfund N der Kartofiln ng genthigt „daß die Er⸗ Köder für de ereits gelungen, ihren Werken en trachten.— Vergleicht mal ird man ſelbſt barſten Werke uf dem Titel⸗ rwähnte Vol⸗ gerecht ſeyn, ndel will nicht en, durch fünf tiefſten Oeko⸗ 194 ſchöpfung mit dem erzielten Ertrage in einem geraden Verhält⸗ niſſe ſteht. Die urſprüngliche Kraft des Bodens betrug 4500 Pfund trockenen Duͤngers und mit dieſem ſind 1450 Pfund Roggen er⸗ zeugt worden, alſo werden zur Erzeugung von 818 Pfund Roggen Pfund Kraft erfordert. Da ſich aber 1450: 818— 4500: Xx 818.4500 1450 toffeln haben dem Boden 2538,6 Pfd. Reichthum entzogen, und es verbleiben daher nach ihrer Ernte bloß 1961,4..Pfd. NReichthum, oder eine Kraft, 632 Pfund Roggen zu produciren. Wenn der Reichthum bloß zur Hervorbringung der erſten und der letzten Frucht verwendet worden ware, dann hätte auch das erhaltene Reſultat ſeine Richtigkeit; allein da Block zwiſchen den Kartoffeln und dem Roggen den Hafer und Klee einſchaltete und die Erſchopfung des erſtern mit 730 Pfund und die des letztern mit 181 Pfund Noggen zu erzeugen veranſchlagte, ſo muß die Erſchöpfung, 818 Pfund Noggen zu erzeugen, welche Block bloß den Kartoffeln zugeſchrieben hat, unter die drei erſten Fruͤchte des Turnus nach dem Verhältniſſe S18: 730:181 repartirt werden— Bei dem Turnus: Kartoffeln, Hafer, Klee und Roggen ſind mit 4500 Pfund trockenen Düngers 8833 Pfund trockene Sub⸗ ſtanz erzeugt worden, von welcher 6963 Pfund auf die erſten drei Ernten entfallen. Man hat alſo, wenn x die auf die erſten drei Ernten entfal— lende Bodenkraft anzeigt, 8833:6963= 4500: x; mithin verhält, ſo iſt x—— 2538,6.Pfd., d. h. die Kar⸗ d. h. zur Erzeugung der drei erſten Ernten werden 3547 Pfd. trockenen Düngers verwendet. Dieſe muſſen daher auch nach Maßgabe der Ausſaugung unter ſie vertheilt werden. Dieſe Vertheilung geſchieht nach der bekannten Geſellſchafts— rechnung auf folgende Art: Es ſey x der auf die Kartoſſeln, y der auf den Hafer und ⸗ der auf den Klee entfallende Antheil des conſumirten Dungers pr. 3547 Pfund, ſo erhält man, da die Erſchoöͤpfung dieſer drei Früchte gleich iſt: S18+ 730+ 181= 1729, folgende Pro⸗ portionen: —— — 192 c. 547:1729-Y x:SS818, 3547:4729= y: 730, und 3547: 4729=⸗: 181»h, und hieraus: 3547.818. 1 17259= 1679(mit Weglaſſung der Brüche, 3 72* 3547.730 v== 1497, und 1729 3547.181 371 —=3 371. 3 1729 Zuſammen 3547 Pfund. Alſo verbleiben noch für den Roggen, als letzte Frucht, 953 Pfund trockenen Düngers. Da der Ertrag der Kartoffeln 3538 Pfund, des Hafers 2380 und der des Klees 1045 Pfund iſt, ſo beträgt die Erſchöpfung: Bei den Kartoffeln 0,476, beim Hafer O0,632 und ⸗ Klee 0,356 Pfund des trockenen Duͤngers. Erſchöpft der Hafer den Boden mehr als die Kartoffeln, und iſt die Erſchöpfung des Klees nur um ½ kleiner als die der Kar— toffeln?— Da man auf ſolche Widerſpruͤche faſt bei allen Block⸗ ſchen Verſuchen gelangt, ſo wäre es überflüſſig, dieſelben weiter zu verfolgen. Wer ſich von den Widerſprüchen auf eine einfachere Art ie zeugen will, der vergleiche bloß die Reſultate des Turnus: Kar— toffeln, Hafer, Klee und Roggen(in der Tabelle Verſuch 1 0) mit den Reſultaten des Turnus: Hafer, Hafer, Klee und Roggen(in der Tabelle Verſuch 5). Im erſten Falle werden mit 4500 Pfund Dunger 8833 Pfd. trockene Subſtanz oder 3747 Pfund Roggen, im zweiten dagegen nur 8316 adfünd trockene Subſtanz oder 2882 Pfund Roggen producirt. Wo liegt der Grund, aus welchem die Kartoffeln den Boden inehr angreifen, als der Hafer? Nach den eflitgenden Re ſultaten muß das Gegentheil gefolgert werden. Hätten die Kar— toffeln mit dem Hafer ein gleiches Erzeugniß dem Gewichte nach *) Wem die Einſicht in dieſe Verhältniſſe ſchwer erſcheinen ſollte, der kann die Rechnung auch nach den Anſätzen: X+ y+ 2—= 35 47, X: J— 818: 730, und F:2— 730: 181 führen. geliefert gens in ſchließen Schlußf Da führt ſchäpfin Mar nung fü Vodens bracht man d Vereich angfüt R Klee ln di Voden auch! ſoll m ſo tůch 6 Flock denen dxfa ilwiß A ſihn Iloch Fählen Hlu letzte Frucht Hafers 2380 Erſchopfung. Duͤngers. toſſeln, und die der Kar⸗ allen Vlock ben weiter zu ere Art üͤber⸗ urnus: Kar ſuch 10) mnt Roggen(in .8833 Yf ten dagegen und Roggen teffeln den ggenden Re en die Kal wichte nach en ſollte, 193 geliefert, dann hätte man aus der Differenz des Ertrages des Nog⸗ gens im vierten Jahre auf die Erſchöpfung dieſer beiden Früchte ſchließen koͤnnen; allein da dieß nicht der Fall iſt, ſo ſind die Schlußfolgerungen unrichtig. Da die vorſtehende Berechnung durchaus auf Widerſprüche fuͤhrt, ſo beantwortet ſie nicht die Frage: Wie groß iſt die Er— ſchpfung des Bodens durch die Cultur der Gewächſe? Man köoͤnnte hier noch die Einwendung machen: die Berech⸗ nung führe deßhalb auf Widerſprüche, weil die Bereicherung des Bodens durch die einjährige Weidenützung nicht in Rechnung ge— bracht wurde. Um auch dieſe Einwendung zu beſeitigen, findet man die Reſultate, welche die Rechnung mit Berückſichtigung der Bereicherung durch den Weidegang liefert, in der bereits§. 180 angeführten Tabelle II zuſammengeſtellt. Hebt man aus dieſer Tabelle den Turnus: Kartoffeln, Hafer, Klee und Roggen, heraus, ſo wird man folgendes Reſultat erhalten: Die Erſchöpfung der Kartoffeln beträgt 818 Pfund, ⸗ des Hafers ⸗ 730 ⸗— ⸗Klees 181 ⸗ und ⸗ ⸗ ⸗ Noggens- 730 ⸗ Zuſammen 2459 Pfund Roggen. Nun beſaß der Verſuchsacker nur eine Kraft 1450 Pfund Roggen zu erzeugen; er erzeugte aber 2459 Pfund Roggen, wozu 10408 Pfund trockenen Düngers erfordert werden, während der Boden nur einen Reichthum von 6375 Pfund hatte. Alſo führt auch dieſe Art der Berechnung auf Widerſprüche. Welchen Weg ſoll man einſchlagen, um in die zwanzigjährigen Erfahrungen eines ſo tuͤchtigen Landmannes einen Sinn zu bringen? Der einzige Geſichtspunct, der ſich noch darbietet, um die Block'ſchen Reſultate über die relative Ausſaugung der verſchie— denen Culturpflanzen zu verfolgen, iſt der, daß man die Er— ſchpfung irgend einer Frucht als Einheit annimmt und das Ver— hältniß der Erſchöpfung der übrigen Früchte zu der Einheit feſtſtellt. Hebt man die Erſchöpfung durch den Roggen zur Einheit, oder ſetzt man 730— denn das iſt die Erſchöͤpfung des Roggens nach Block— gleich der Einheit, dann erhält man folgende Verhältniß⸗ zahlen für die relative Erſchöpfung der nachfolgenden Pflanzen: 730:730= 1,00 Erſchöpfung beim Roggen, 730:730= 1,00— ⸗ Hafer, 2 Hlubek’'s Statik. 82 715:730 Z= 0,98 A „- Win8terraps. 790:730= 1,08 Erſchöpfung beim Weizen, Voggen 670:730= 0,93 ⸗ bei der Gerſte, 100 9% 723:730= 0,99—-„ Hirſe, aren 700:730=Zé 0,96 ⸗ beim Buchweizen, merforder 638:730— 0,87 ⸗ bei den Erbſen,. V di 638: 730= 0,87— ⸗ ⸗ Pferdebohnen, an Ve 818:730= 1,12 ⸗ ⸗ ⸗ Kartoffeln, nen Gul 715: 730= 0,98 ⸗ ⸗Nunkelrüben, velchem 715.730= 0,98 ⸗ ⸗ Kohlrüben, zurict 670:730= 0,963 ⸗ beim Kopfkohl, V 670:730= 0,93 ⸗ ⸗ Lein, und V er 4 Man ſollte glauben, daß, wenn die Erſchöpfung irgend einer 4 der hier genannten Pflanzen gegeben iſt, dann die Erſchöpfung da fir der uͤbrigen mit Hilfe dieſer Verhältnißzahlen berechnet werden könnte; doch die Sache hat ein ganz anderes Bewandtniß, wie und der gleich nachgewieſen werden ſoll. Geſetzt, der Satz iſt richtig, daß die Roggenernte im vierten Jahre bei dem Turnus: Roggen, Hafer, Klee und Roggen, einen 3 Maßſtab für die Erſchöpfung abgibt, oder daß ſich der Roggen im ſande erſten Jahre ſo viel von dem Reichthume angeeignet habe, um was die Roggenernte im vierten Jahre geringer ausfällt. ſinndet Da die Noggenernte im erſten Jahre, nach Block, 4200 Pfd. r oder 1450 Pfund Roggenwerth und im vierten nur 2220 Pfund dar oder 720 Pfund Roggenwerth beträgt, ſo iſt die Erſchöpfung des Fer Noggens 1450— 720= 730 Pfund. Da der Reichthum 10 Fuh⸗ b Gra ren à 18 Ctr. oder 4500 Pfund trockenen Düngers beträgt, ſo aas hat man: 4500: x= 1450: 730 und tri 4500.730 X=—= 3644 Pfd., d. h. der Roggen hat Sa, 1450 jene ſich von dem Reichthume pr. 4500 Pfd. 3644 Pfd. an⸗ ſelt geeignet, mit welchen 1450 Pf d. Roggenwerth oder b 4200 Pfd. trockene Subſtanz erzeugt wurden; mit⸗— hin werden zur Erzeugung von 100 Pfd. Roggen⸗ V y werth 251 Pfd. Bodenkrafterfordert. Der Reſt der Boden⸗ V eunni kraft iſt dieſem nach gleich 4500— 3644—856 Pfd., welche den drei Ei nachfolgenden Ernten, dem Hafer, Klee und Roggen, übrig bleiben. fin Da dieſe drei Früchte, nach Block, einen Ertrag von unir 1822 Pfund Roggenwerth abwerfen, ſo entfallen auf 100 Pfund V n en, . oohnen, eln, üben, den, ps. Jirgend eine e Erſchöpffn jchnet werde andtniß, wi te im vierten toggen, einen er Koggen in zabe, um wau 7, 4200 R; 2220 Pfund ſchopfung d thum 10 Fll 6 beträͤgt, ſ oggen hat 1 Pfd. ar⸗ verth odei den; mit⸗ Nogget⸗ ſt der Voden⸗ elche den dre brig bleiben Ertrag vol 1100 Pinnd 195 Noggenwerth 46 Pfund Bodenkraft, oder zur Erzeugung von 100 Pfund Roggenwerth werden nur 46 Pfund, während bei der erſten Frucht 251 Pfund Bodenkraft zu 100 Pfund Roggenwerth erfordert worden ſind. Dieſe Widerſpruͤche verhindern jede Anwendung der angegebe⸗ nen Verhältnißzahlen über die relative Erſchöpfung der verſchiede⸗ nen Culturpflanzen, und daher iſt auch dieſer Geſichtspunct, von welchem gegenwärtig die Blocke'ſchen Reſultate betrachtet wurden, zu nichts führend*). §. 183. Ein ganz anderes Bewandtniß hat es mit der§. 175 angegebe⸗ nen Anſicht über die Erſchöpfung des Bodens, wenn Dünger und Ernten in einem gleichen trockenen Zuſtande berechnet werden; denn da für den Zuſtand des Gleichgewichts zwiſchen der Erſchöpfung 4 8 N 5 und der Dungerproduction die Gleichung d= 2 6 12) 3 5* 3 5.8 9.„—— =, aufgeſtellt wurde(§. 1 75), wenn der Duͤnger im friſchen Zu— ſtande berechnet wird, ſo iſt die Duͤngerproduction im trockenen Zu 4 8N5 68 5 5 1 ſtande oder d“= 1.)e 6 öei5,=sen. 10 5 /6 10 6 10 der im trockenen Zuſtande berechnete Dünger braucht nur die Hälfte der geſammten Ernten zu betragen, um die Grundſtücke in einem gleichen Grade der Fruchtbarkeit zu erhalten, oder, das Ausſaugungsvermögen der Getreidepflanzen be⸗ trägt nur die Hälfte ihres Erzeugniſſes— ein Satz, welcher die in der Erſchöpfungsgleichung(§. 178) ausgeſpro— chene Erfahrung über die Erſchöpfung des Bodens zum großen Theil beſtätigt. *) Vielleicht wird das Comité, welches bei der Verſammlung deutſcher Landwirthe zu Carlsruhe und Potsdam zur Erhebung ſtatiſcher Daten gebil⸗ det wurde, und an welchem Block⸗Theil nimmt, einen neuen und richtigen Geſichtspunct mittheilen, von welchem aus alle bisher angedeuteten Wider⸗ ſprüche verſchwinden.— So tüchtige Männer auch an dieſem Comité Theil nehmen, ſo zweifle ich doch, daß es ihnen gelingen werde, einen neuen und zugleich richtigen Geſichtspunct aufzuſtellen.— Diejenigen, welchen die De⸗ taillirung der Block'ſchen Verſuche zu weitläufig erſcheinen ſollte, verweiſe ich auf die Schlußanmerkung des vierten Abſchnittes. 13* 196 §. 184. Die§. 159 angeführte Gleichung r= S— s iſt durch die Glei⸗ 1 1 chung fuͤr die Groͤße der Erſchoͤpfung: e=( s+†*† 9 (§. 178) ganz beſtimmt; denn fuͤr den Zuſtand des Gleichgewichts muß nothwendigerweiſer= e, d. h. bei jedem beliebigen Wirthſchaftsſyſtem muß der Boden ſo viel an Reichthum zurück erhalten, als ihm während der Dauer eines Turnus durch die Culturgewächſe entzogen wurde, wenn er in einer gleichen Er⸗ tragsfähigkeit in Beziehung auf ſeinen Reich⸗ thum erhalten werden ſoll. Betraͤgt z. B. der Ertrag pr. Joch bei dem Turnus: Kukurutz. 110 Ckr. Gerſte mit Klee. 32 ⸗ Klee 100„⸗ Weizden. 40- zuſammen 282 Ctr., 1 1 wW dann iſt in der Gleichung e=—(+h † 2*† 2) 9— 110 4 0 + 32+ 40= 182 Ctr., h= 0, 1= 0 und w= 0; mithin 1* ₰ 11 e=—. 182= 91 Ctr., d. h. die Erſchöͤpfung beträgt 2 bei einem ſolchen Turnus 91 Ctr., mithin muß der Bodenauch 91 Ctr. Reichthum erhalten, oderr muß gleich 91 ſeyn, wenn der Boden in gleicher Er⸗ tragsfähigkeit erhalten werden ſoll. §. 185. In der Gleichung r= 2WÜ— s, iſt S die Summe der Ernten und s die Summe der atmoſphäͤriſchen Antheile, welche ſich die Pflanzen während ihrer Vegetation angeeignet haben(§. 159). Werden nun Pflanzen aller Art gebaut, dann iſt S8= g+ h W + 5 wenn die ⸗Wurzelgewächſe im trockenen Zuſtande ge⸗ rechnet werden. Da aber für den Zuſtand des Gleichgewichts urch degle, — †/+ 8 5 Jleichgevict beliebigen o viel a ihrend de irgevaͤchſe eichen Er nen Neit⸗ ) g= 1 — 0; mithi ne betrigt n muß der oder r muß eicher Er Ernten und die Pflanzen 2g34” uſtande ge⸗ eicggewicht 197 r h 2 2 2 2 N. 1 16 iſt, ſo muß auch S— „ 2 4 190 Wird für S der Werth ſubſtituirt, dann erhält man: 8 h — W— 8* h † 1 † W d. 3 3 1 10* und hieraus: s—= — W g h 1 W g h 4 à+ 1+ 9)-+‿ 4)=2* 6 4 10 3 W 1 1+ 10 d. h. der atmoſphaͤriſche Antheil be⸗ trägt: a. Bei den grasartigeuGetreide⸗ und Handels⸗ pflanzen ½; b. beiden hülſenartigen Getreidepflanzen“”(„ und c. bei den Wurzelgewächſen aller Art 0 ihres trockenen Ertrages. §. 186. 1 1 W. Da nach der Gleichung e=— 7(+ h 9) die Größe der Erſchöpfung des Bodens durch die Culturpflanzen durch aliquote Theile ihrer Erträgniſſe ausgedruͤckt wird, ſo läßt ſich auch die relative Ausſaugung der Culturgewächſe durch ihre Durchſchnittserträgniſſe, wie ſie in den Tabellen E und F§. 79 enthalten ſind, ausmitteln.* Nimmt man die Ausſaugung des Roggens als Einheit an oder ₰ 8. ſetzt man beim Roggen 2= 1, dann erhält man folgende Zah⸗ len, welche die relative Ausſaugung der nebenſtehenden Pflanzen, nach Maßgabe ihres Ertrages an den edleu Theilen, die beabſich⸗ tigt werden, anzeigen: 1,00 als die Ausſaugung beim Roggen, 1,09⸗. ⸗ 2 ⸗ Weizen*), *) In der Tabelle F,§. 79, iſt der Ertrag des Roggens mit 11 und der des Weizens mit 12 Ctr. veranſchlagt; alſo iſt das Verhältniß 11: 12 oder 1,00: 1,09. Auf gleiche Weiſe ſind die übrigen Verhältnißzahlen beſtimmt worden. 198 0,90 als die Ausſaugung bei der Gerſte, 0,90 ⸗- ⸗ ⸗ beim Hafer, 1,17-⸗—-⸗ 3 bei der Hirſe, 4,90 ⸗ ⸗— beim Kukurutz, 0,90=⸗ ⸗— bei den Erbſen, 0,68 ⸗ ⸗—- ⸗ Wicken, 1,00 ⸗ ⸗—- ⸗ Vohnen), 0,60(genau 0,5 9) ⸗ Linſen, 0,90 beim Buchweizen**), 6,00(genau 5,90) bei den Krautruͤben, 4,13- ⸗ Nunkelrüben, 4,09= weißen Rüben, 4,183- ⸗ Möhren, 6,00(genau 5,90) ⸗- ⸗ Kartoffeln, 1,54 beim Hanf, 0,90„- Lein, 1,81 ⸗Ruübſen und 1,27 ⸗ Naps. Werden z. B. dem Roggen 50 Reichthum auf Rechnung der Bildung der edlern Theile(des Samens) zur Laſt gelegt, ſo müſ— ſen den Kartoffeln 300 als Erſchöpfung angerechnet werden, da ſich die relative Erſchöpfung des Roggens zu der der Kartoffeln verhält wie 1:6, oder, um mich genauer auszudrücken, da ſich der Durchſchnittsertrag des Roggens(an Samen) zu dem der Kartoffeln im trockenen Zuſtande wie 1:6 verhält(§. 179). Das ſind die Ergebniſſe der bisherigen Erfahrungen über die re— lative Erſchöpfung der Grundſtücke durch die Culturgewächſe. Bevor jedoch angegeben werden kann, wie dieſe Erſchöpfung durch den Stallmiſt zu decken iſt, muß früher das Verhalten der Futter- und Streuſtoffe bei der Düngererzeugung näher unterſucht werden; da— her bildet dieſes Verhalten den Gegenſtand des nächſten Abſchnittes. *) Werden die Bohnen behackt, dann muß ihre Erſchöpfung mit 1,33 (d. i. mit 1¹ ihres geſammten Ertrages) veranſchlagt werden. *) Hier erſcheint der Buchweizen mit der Hälfte ſeines geſammten Er⸗ zeugniſſes belaſtet. Aus der Ernte ohne und mit Buchweizen, als zweite Frucht, und der Menge des in beiden Fällen angewendeten Düngers ergibt ſich, daß dem Buchweizen die Erſchöpfung nur mit ⅓ ſeines Erzeugniſſes zur Laſt ge— legt werden kann, mithin daß ſeine relative Erſchöpfung gleich 0,60 iſt. Tab. I zu§. 188. Zu Seite 199. ——N— Ueberſicht der Düngerproduction nach Block(8. 1, S. 212 1c.). — ₰ᷣ Quantum des aus 100 Pfd. der voranſte⸗Quantum des aus 5 100 Pfund Streu-Quantum der Namen henden Fruchtmittel erzeugten Düngers ſtroh erzeugten Feuchtigkeit, die .. der Dünger im Nr. der beim KRind bei den Schafen bei den Pferden Düngers natürlichen Zu⸗ .= alt im narür⸗ im trocke⸗ſim narür⸗ſim trocke⸗ im natür⸗im trocke⸗ſim feuch⸗ſim trocke⸗ ſtande enthält Futter und Streumaterialien lichen Zu⸗ nen Zu⸗ llichen Zu⸗ nen Zu⸗ lichen Zu⸗ nen Zu⸗ ten Zu⸗ nen Zu⸗ ſtande ſtande ſtande ſtande ſtande ſtande ſtande ſtande Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund I Pfund Pfund pCt. 1 Roggenkörner..———— 212 53—— 75 2 Hafer. 5——— 204 51—— 75 3.—— 144 49———— 66 4 Heiii....———— 172 43—— 75 5—— 123 2———— 66 6 275 44—————— 84 7 Roggenſtroh als Häckſel..———— 168 12—— 75 8 2 2 5 268 43—————— 84 9 ⸗ ⸗ ⸗.—— 117 40———— 66 10 Weizenſtroh 14 Serſeür Wie beim Roggen⸗ ſtroh 13 Erbſenſtroh 14 Kartoffeln(bei 72 pCt. Feuchtigkeit) 87 ½ 14—————— 84 15 ⸗ 7 2 ⸗—— 38 13———— 66 16 Runkelrüben(bei 75 pCt. Feuchtigkeit) 371⁄½2 6————— 84 47 Möhren(bei 87 pCt. Feuchtigkeit) 37 ½ 6————— 84 18 Kohlrüben(bei 79 pCt. Feuchtigkeit). 62 10————— 84 19 Waſſerrüben(bei 91 pECt. Feuchtigkeit) 34 ½ 4 ½————— 87 20 Grüner Klee(bei 79 pCt. Feuchtigkeit). 65 ¾ 9 ⅓—————— 86 21 2 ⸗ 5 2.—— 37 12———— 67 22 Roggenſtroh(bei Pferden)„—————— 228 96 58 23 ⸗(beim Rind)—————— 269 97 64 2 ⸗(bei Schafen).—————— 206 95 54 Anmerkung ad 22, der Miſt lag 8 Tage im Stalle; ad 23, nachdem der Miſt 3 Wochen im Stalle gelegen iſt; ad Das Stroh von Sommerfrüchten als Streumaterial gibt um 2 Pfund weniger Dünger im trockenen Zuſtande. Aus dieſer Darſtellung ergibt ſich: 24, nach achtwöchentlichem Liegen gewogen. 1. Daß 100 Pfd. trockenes Futter im Durchſchnitte(bei allen Thiergattungen) 187 Pfd. feuchten und 45 ⅞ Pfd. trockenen Dünger geben; daß aus 100 Pfd. Wurzeln im Durchſchnitte beim Rind 54 Pfund feuchten oder 8,1 Pfund trockenen, bei den Schafen aber 37 ½ Pfund feuchten oder 10 ¾ Pfund trockenen Düngers erzeugt werden; 2. daß 100 Pfund trockenes Futter beim Rind und bei Pferden 216 ½ Pfund feuchten oder 46 Pfund trockenen, bei den Schafen aber 128 Pfund feuchten oder 42 ¾ Pfd. trockenen Dünger geben; 3. daß der Stallmiſt ſchon in den erſten Tagen ungefähr 16 ⅞ pCt. des trockenen Gewichts verliert. gen. im den; fd. 199 Hechster Abrchnitt. Von dem Verhalten der Futter⸗ und Streuſtoffe bei der Dünger⸗Production. §. 187. Der Frage: Wieviel Dunger muß in jeder Wirthſchaft erzeugt werden, um die Grundſtücke in einem gleichen Grade der Frucht⸗ barkeit zu erhalten? geht nothwendigerweiſe die Frage voraus: Wie verhalten ſich die Futter- und Streumaterialien bei der Duͤnger— production? denn die Aufgabe der Statik des Ackerbaues beſchränkt ſich nicht bloß auf das Quantum, ſondern ſie muß auch das Quale des Erſatzes, d. h. das Verhältniß der kräftigen zu den gehaltloſen Futtermaterialien und des Futters überhaupt zur Streu betrach⸗ ten, oder das Verhältniß zwiſchen den direct und indirect verkäuf⸗ lichen Pflanzenproducten conſtatiren, wenn eine Wirthſchaft nicht nur den Erſatz für die dem Boden entzogene Kraft vollkommen decken, ſondern auch aus ihren Zweigen, nämlich dem Ackerbau und der Viehzucht, den größtmöglichen Nutzen ziehen will. §. 188. In Betreff der Düngererzeugung aus dem Futter hat die Er— fahrung folgende Sätze feſtgeſtellt: 1. Betragen die Excremente im trockenen Zuſtande die Hälfte*), und im natuͤrlichen das Doppelte**) der genoſſenen trockenen Nahrung. *) Die Behauptung, daß ſich die Thiere nur 53 der genoſſenen Nahrung aneignen, iſt falſch, wie es ſich aus der beigefügten Tabelle von ſelbſt ergibt. **) Der Factor, mit welchem die Futter- und Streumaterialien multi⸗ plicirt werden ſollen, um das aus ihnen erzeugte Düngerquantum zu finden, beträgt nach Mayer 2,3 bis 3,15, Thaer 2,3, Gerike 2,28, Schwerz 2, Burger 2, und nach Block im Durchſchnitte bei allen Thiergattungen 1,87. Bedenkt man einerſeits, daß der Landmann die allzugroßen Factoren bei ſeinen Berechnungen ſorgfältig vermeiden ſoll, und andererſeits, daß durch den Factor 2 die Berechnung der Düngerproduction ſehr vereinfacht wird, ohne Iſt d der Dünger im trockenen und d' im natürlichen Zuſtande, f und f das trockene Futter, ſo iſt d=— und d'= 2 k beim Rind und Pferde; bei den Schafen iſt dagegen= f†. 1,28. 2. Findet bei den grasartigen und hülſenartigen Futterpflan⸗ zen, wenn ſie friſch verfüttert werden, dasſelbe Verhältniß in Be— ziehung auf die Düngerproduction Statt; nur müſſen ſie früher auf den trockenen Zuſtand reducirt werden. Dieſe Reduction muß nach dem Verhältniſſe, daß 100 Pfd. dergleichen Futterpflanzen 25 pCt. trockene Subſtanz liefern, erfolgen*). Bezeichnet man das Grünfutter mit g und behalten d und d' die . 1 1 1 2 fruͤhere Bedeutung, dann iſt d— 1 und d1= 2. g.—= 2 4 . 100— Iſt= 100, ſo geben 100 Pfund Gruͤnfutter—= 12,5 — b 100 trockene, und= 50 Pfund friſche Excremente**). Und der Wahrheit Abbruch zu thun, ſo wird man den Ausſpruch: Die friſchen Ex⸗ cremente betragen das Doppelte der genoſſenen trockenen Nahruna, gerechtfertigt finden.— Bei den Schafen muß jedoch eine Ausnahme von dieſer Regel gemacht Tecen da bei ihnen, nach Block's intereſſanten Unterſuchungen, der Factor 1,28 iſt. *) Beim Gras wechſelt allerdings das Verhältniß zwiſchen 30— 50 pCt. und beim Klee, Luzerne, Eſparſette, Wicken, Erbſen, Linſen, Bohnen und Platterbſen zwiſchen 20— 25 pCt.; allein wenn ein entſprechendes Verhältniß zwiſchen Ober- und untergras auf den Wieſen Statt findet, und die Mahd zur gehörigen Zeit vorgenommen wird, ſo wird man ſich um ſo weniger von der Wahrheit entfernen, wenn man das Verhältniß 100: 25 ſtatuirt, als die Plusmacherei, beſonders bei dem landwirthſchaftlichen Gewerbe, fern gehalten werden ſoll. Wer bloß Gras verfüttert, der kann bei der Düngerproduction 100 Pfund Gras= 30 Pfund Heu und beim Klee 100— 20 Pfund Heu ſez— zen.(Hortus Gramineus Woburnensis, von Herzog von Bedford, Stuttgart 1826. Meine Erhebungen über das Verhältniß des Grünfutters zu dem dar⸗ aus entſtehenden Heu finden ſich in der Beilage sub VIII. zuſammengeſtellt). **) Die Angabe Mayer's, daß 2 Pfund Gras 1 Pfund friſchen Dün⸗ ger geben, habe ich beſtätigt gefunden.(Mayer's Grundſätze zur Verferti— gung ec. richtiger Pachtanſchläge, Hannover 1805, S. 25.) Für den Fall, als bloß hülſenartige Gewächſe verfüttert werden, geben 100 Pfund bloß 10 Pfund trockenen Dünger. Block(Bd. 3, S. 137) erhielt aus 100 Pfd. Klee 9,2 Pfd. trockenen Dünger; mithin d= 10 Bei der Fütterung mit bloßem Gras geben 100 Pfund 15 Pfund trocke⸗ ..0 3. 4— 2. 5 nen Dünger, daher iſt d= 52 Alſo im Durchſchnitte d=(Hrse.) 1= 1 8— ———:——— g.— 125 g 16+ 26 8 410— 5 8 oder 12,5 pCt. 3. zuſtand ten Ju Da tigkeit A 8 nährt ſchnit ſchen Zuſtnd 9 g 4 2e bein Rind „8. Futterp⸗ altniß in L⸗ ſſen ſie fruh leduction mi Jutterpflanze Q̈ ten dund üdi ⁵). Und die friſchen Er⸗ o, gerechtfertigt r Regel gemadt gen, der Facte en 30— 50 pt. n, Bohnen und ndes Verhältni und die Mahd ſo weniger mm ſtatuirt, als di de, fern gehalte üng gerproduct jon Yf und Heu ſez⸗ ord, Stuttgart s zu dem dar⸗ mmengeſtellt). friſchen Dün⸗ zur Verferti⸗ verden, geben .137) erhielt Pfu und trocke⸗ (re, 10 2 140 2 * 201 3. iſt bei den Wurzelgewächſen der Dünger im trockenen Zuſtande gleich der Hälfte ihres trockenen Gewichts und im feuch⸗ ten Zuſtande das Sechsfache des trockenen Miſtes. Da die Wurzelgewächſe(w) im Durchſchnitte 82 pCt. Feuch⸗ tigkeit*) enthalten, ſo iſt „ und d— oder näherungs⸗ W. 2.5,55 11,111 11,11 W 6. w 12 und d“— 10 Iſt w.= 100, ſo geben 100 Pfund Wurzeln aller Art weiſe d= zo— 9,0 Pfd.*) trock d 660 54 P 148444 Pfd.**) trockenen und—= 5⸗— 11,1411„0 Pfd. 19) 1 Pfund fri ſchen Duͤnger. Werden ausſchließlich Kartoffeln(k) verfuttert, dann iſt k 4 d.= 7, und d‿ 5 k, da 100 Pfund Kartoffeln 80 Pfd. friſchen und 14 Pfund trockenen Düngers geben. Bei der alleinigen Fütterung mit den übrigen Wurzeln iſt W 2 1 d.= 17* und dꝗ— 5 da 100 Pfund 7 Pfund trockenen und 40 Pfund friſchen Düngers liefern***). §. 189. Werden unſere Hausthiere mit gemiſchten Futterſtoffen ge— nährt, dann dienen zur Berechnung ihrer Excremente folgende Formeln, wobei die Buchſtaben die frühere Bedeutung haben: *) Der Ourchſchnitt iſt aus der§. 79 angeführten Tabelle gezogen. 29 Block(B. 3, S. 135) erhielt aus: 100 Pfund Kartoffeln 14 Pfund trockenen Dünger, 2. Runkelrüben 6 ⸗ ⸗ ⸗ 2 Möhren 6 ⸗ ⸗ 2 ⸗. Krautrüben 16 ⸗ ⸗ und ⸗.;z alſo im Durchſchnitte Waſſerrüben 4 ½ 8,1 Pfund. *) Nach Block(B. 2 212) liefern: 100 Pfund Runkelr when 5 Pfund friſchen Dünger, ⸗ Möhren 37,5 ⸗. . ⸗ Krautrüben 62..— 5- Waſſerrüben 34,5 ⸗ 3„alſo im Durch— ſchnitte 42 Pfund. f g W— g8, 3w —— 4—— o 1. 1= e und II. d*. 2 1. 5 oder f g k. 8 4 k I. d= 2 †*†, und II. d— 2 1283 Se, wenn bloß Kartoffeln neben andern Futterſtoffen gereicht werden. Geſetzt, es werden an einen Ochſen im Verlaufe eines Jahres verfüttert: 180 Ctr. Klee, 9* Heu, 27 ⸗ Stroh, und 60 ⸗ Wurzeln aller Art, dann iſt f= 9+ 27 = 36, g= 180 und w= 60, mithin d= 18+ 22,5+5 = 45,5 und d= 72+ 90+ 36= 198 Ctr., d. h. die jähr⸗ lichen Excremente eines ſo genährten Ochſen be⸗ tragen 45,5 Ctr. im trockenen und 198 Ctr. im natürlichen Zuſtande. Beſtehen dagegen die Wurzeln in bloßen Kartoffeln, dann be— tragen die Excremente 49 Ctr. im trockenen und 210 Ctr. im na⸗ tuͤrlichen Zuſtande*). §. 190. Bei den Streumaterialien(s), wenn ſie in einem entſprechen— den Verhältniſſe zu den Futterſtoffen angewendet werden, beträgt die Düngerproduction im trockenen Zuſtande ſo viel, als das Ge— wicht der trockenen Streu, und im feuchten das Doppelte des Streu— gewichts(§. 188); dieſem nach iſt d= s, und d'— 2.8. §. 191. Stellt man die Gleichungen, die zur Berechnung der Dünger— production ſowohl aus den Fütterungs⸗ als Streumaterialien die— nen, zuſammen, dann erhält man: f 8 W 1 g 3 w 1. d= 2+ 3 1- 12 Bo», und II. 1=2Ee als die allgemeinen Gleichungen zur Berechnung des Stallmiſtes ſowohl im trockenen als im ganz friſchen, ungegohrenen Zuſtande. -) So geringfügig auch die für die Kartoffeln ſprechende Differenz er⸗ ſcheint, ſo iſt ſie doch beim großen Betriebe von Bedeutung, und iſt zugleich der ſprechendſte Beweis, daß die Kartoffeln in der Düngerproduction einen Vorzug vor allen übrigen Wurzelgewächſen verdienen. ———ꝛ—ꝛ——— Die Ackerbau 1. Mais be 2. folgende 21.4 T Ve lich 30 da aller A 8 Winte Fale keine W t—, wena 9 erden. eines Jahtat 1H k 22,54 die jäͤhr⸗ chſen be Ctr. in dann be⸗ tr. im na⸗ ntſprechen⸗ en, betra ls das Ge⸗ des Streu⸗ r Dünger⸗ jalien die⸗ w —+ 23 ) tallmiſtes ſtande. feerenz er⸗ ſt zugleich ttion einen §. 192. Dieſe beiden Gleichungen konnen zum Behuf der Statik des Ackerbaues unter folgenden zwei Bedingungen: 1. Daß das Grünfutter aus Klee, Luzerne, Wicken, Erbſen und Mais beſteht*), und 2. daß nicht ausſchließlich Kartoffeln verfüttert werden**), folgende ere Pein„ ahtn, 1. 4=2: f 1 G 6*+s= 10 G+†v) †+ ⸗ und — 3 w 3 II. d=2 s 2.= 2(de s)+†=(e-Ew). 2 Bei der§. 189 angegebenen Fütterung bedarf ein Ochs jähr— lich 30 Ctr. Streuſtroh, mithins= 30. Da f—= 36, g= 180 Ctr. Klee und w= 60 Ctr. Wurzeln aller Art, ſo iſt: 36 240 — 19+ 30= 70 Ctr. und 1= 2.36 240,3 4+ 30.2 2= 276 Ctr., d. h. ein ſo ge⸗ fuͤtterter Ochs ee jährlich 70 Ctr. trockenen und 276 Ctr. friſchen Stallmiſtes; mithin beträgt der trockene Stallmiſt den vierten Theil des friſchen. §. 193. Will man die Gleichungen der Düngerproduction bloß für die Winter- oder Sommerfütterung haben, ſo braucht man nur im erſten Falle g= 0 und im zweiten w= 0 zu ſetzen***), und man wird A. Für die Winterfütterung erhalten: — 3 3. g *) Bei dieſen Futterſtoffen iſt d— 5 und d— 5. 0 *) Bei gemiſchten Wurzeln iſt: W 6 w 4 d=—, und di=.„alſo auch näherungsweiſe: 11,111 11,11 W 3. W d——, und d——: 10“ 5 —) Es verſteht ſich für den Fall, als den ganzen Sommer hindurch keine Wriele verfüttert werden. 204 f w 3 w 4— 10 und d.— 2 f+—= 2s; und 9 B. für die Sommerfütterung: 1 3 3 G 4=-10 1„ undd= 214 28. 2 1 5 Modificationen, welche die zur Berechnung des Stallmiſtes dienlichen Gleichungen in der Wirklichkeit erleiden. §. 194. 1 1 Die Gleichungen d=—„+ 10(+ w)+s, und d= 2f † 7(+) Puss erleiden in der Wirklichkeit weſentliche Mo⸗ dificationen, da einerſeits die Excremente, ſobald ſie den Darmcanal verlaſſen, von der Gährung ergriffen und andererſeits von den Haus⸗ thieren zum Theil zerſtreut werden. Es muß daher dieſer doppelte Einfluß auf die Düngerproduction in Rechnung gebracht werden, wenn man aus obigen Gleichungen mit der Wirklichkeit überein— ſtimmende Reſultate erhalten will. Verluſt des Stallmiſtes, den er während der Gährung erleidet. § 195. Der friſche Stallmiſt erleidet gleich in den erſten Tagen, wenn die Bedingungen der Gährung in einem günſtigen Verhältniſſe ein— wirken, einen Verluſt von 5 pCt. Iſt die Gährung ſo weit fort⸗ geſchritten, bis die Streumaterialien mürbe geworden ſind, dann be— trägt der Verluſt 15 pCt. Iſt der Stallmiſt zum Theil ſpeckartig, die Streumaterialien aber noch nicht humusartig geworden, dann beträgt ſein Verluſt 25 pCt. Hat die raſche Gährung ihr Ende erreicht, tritt an ihre Stelle der Proceß, den man mit dem Worte Verweſung bezeichnet, und kann von dem organiſchen Gefüge der Streumaterialien nichts mehr wahrgenommen werden, dann erleidet der Stallmiſt einen Verluſt von 50 pCt. ſeines urſpruͤnglichen Gewichts*). „») Die genaueſten unterſuchungen über den Verluſt, welchen der Miſt während der Gährung erleidet, verdanken wir Gazzeri(Degl' in- Die aur jene welchen Bed ſuchunge nem Ver arten, d das Am kraftig meiſten lichen: muß d Stalln weiter gegen fahren, do Gazi beträg f . . V grassi Firen und Stallmiſte erleiden. jdd¹— A ntliche Mo⸗ Darmcanal den Haus⸗ er doppelte ht werden, eit uberein⸗ Gährung gzen, wenn iltniſſ ein⸗ weit folt⸗ , dann be⸗ ſpeckartig, den, dann ihre Stelle gnet, und ichts mehr en Verluſt en der Miſt Gegl i 205 §. 196. Die Statik des Ackerbaues muß zum Behuf ihrer Berechnungen nur jenen Zuſtand des Stallmiſtes als den normalen anſehen, in welchem derſelbe am vortheilhafteſten angewendet werden kann. Bedenkt man einerſeits, daß nach den Gazzeri'ſchen Unter⸗ ſuchungen die aufloͤsliche Materie mit dem erlittenen Verluſte in kei⸗ nem Verhältniſſe ſteht; daß die bei der Gährung entweichenden Gas— arten, das geſchwefelte, gephosphorte und gekohlte Waſſerſtoffgas, das Ammoniak und die Kohlenſäure(nach Davy) die Vegetation kräftig befördern“), und andererſeits, daß der mürbe Stallmiſt den meiſten Grundſtuͤcken in mechaniſcher**) und allen landwirthſchaft⸗ lichen in phyſiologiſcher***) Beziehung vollkommen entſpricht: ſo muß die Statik des Ackerbaues nicht nur den mürben Zuſtand des Stallmiſtes als den normalen anſehen, ſondern jede Geſtattung einer weitern Gährung des bereits mürbe gewordenen Stallmiſtes als ein gegen alle Grundſätze einer geſunden Oekonomie anſtoßendes Ver⸗ fahren erklären †). §. 4197. Da der Verluſt des Stallmiſtes im mürben Zuſtande, nach Gazzeri, den ſechsten Theil oder 16,66. pCt. ſeines Gewichts beträgt, ſo beläuft ſich derſelbe bei einem Miſte, der durch 1 1 3 + I(+ v)+s oder 21+† 5(+ w)+ 28 ausgedrückt wird, auf: f 1 1 3 1 4 15(g+ w)+) 6 oder( f+ 5(g+†w)+-). 6 grassi e del piu utile ragionevole impiegato di essi nell'agricoltura Firenze, 1819). Ihm ſchließen ſich ehrenvoll Block(Mittheilungen a. a. O., B. 1, S. 218 und 248), Einhof(Archiv für Agricultur⸗Chemie von H Eanh lef.t⸗ B. 1, S. 262) und Körte(Möglinſche Jahrbücher, B. 3, S. 286) an. *) Elemente der Agricultur⸗Chemie von Davy, a. a. O., S. 347. **) Der ſpeckartige Miſt paßt nur für den Sandboden, und der ſtroh⸗ artige für den ſehr bündigen Boden beſſer, als der mürbe, weil im erſten Falle der Boden mehr Feuchtigkeit erhält, weniger erhitzt und nicht loſer ge— macht wird. Das Gegentheil findet im zweiten Falle Statt. ***) Im mürben Zuſtande beſitzt der Stallmiſt bereits ſo viel aufgelöſ'te Materie, daß ſchon die erſte Frucht in ihm ein hinreichendes Material zur Erzeugung ihrer Gebilde findet. †) Hieraus ergibt ſich auch die Nothwendigkeit, den Stallmiſt in ſeiner Zerſetzung zu hemmen, wenn er nicht ſogleich angewendet werden kann, ſobald er mürbe geworden iſt. 206 Bringt man dieſen Verluſt in Abſchlag, dann erhält man fol— gende Gleichungen: f 4 6 G+„) †s((g⸗k 9.*). (ederenn„(¹ 2)( ricer.), 3, und II. Ee(er Sere e⸗⸗(2rr eryre⸗)” ( 1-45 e yr*.)(—)⸗(A g+w)+) zur Berechnung des Stallmiſtes im mürben Zuſtande*). §. 198. Für die Duͤngerproduction im ſpeckartigen Zuſtande findet man auf gleiche Weiſe die Gleichungen: 4 9=(Ererer)(-) ⸗(2 SGr r.)—, und II. r=(rr3* w)+ 2)(- 2) —(2†3&—2⸗)². F§. 199. Zur Berechnung des Stallmiſtes im ſtrohartigen Zuſtande die— nen die Formeln: Lee(2n 5g-r w)+— (* *) Bei den Schafen iſt bei größerer Genauigkeit: 1 1 =ü(rr*⸗)(1—), und 2 2 1 d(e 5 6 ⸗)(e I. d— „ und 20 —,.,— Vermie Uo konnen Nenge dem e daß in ges un kann“ Ee thiere, Thes dlcß a Nath ſe wi exere von alt ma findet man ſtande die 207 3. 1 d.— 2— 2 2—— II. d f+ 5(+† v)+†„( 5) 7 3— 19 — 21(Get-)*. 2s 20 Verminderung der Düngerproduction durch das Zer⸗ ſtreuen der Exeremente. §. 200. Um dieſe Art der Düngerverminderung in Rechnung bringen zu können, muß von den Erfahrungen ausgegangen werden, daß die Menge der Streumaterialien mit der Zeit, welche die Thiere außer dem Stalle zubringen, in einem verkehrten Verhältniſſe ſteht, und daß im Allgemeinen die Differenz zwiſchen den Excrementen des Ta ges und der Nacht ſo gering iſt, daß ſie füglich— 0 geſetzt werden kann*). §. 201. Es ſey x ein aliquoter Theil des Jahres, welchen die Haus thiere außer dem Stalle zubringen, ſo muß der Verluſt 1 3„ 5 Yr.) x, oder(2r 5(† v)+) x ſeyn. Zieht man dieſen Verluſt von den§. 194 angegebenen Glei⸗ chungen ab, ſo erhält man: f 1 f 1 1d= 66 30 ereyr.)— C 116(.).) X f 1 8 — G+ 16(+† w)+)(1—„), und 3 3 II. ve(zurer+)-Ers(e)+† 28) xX 3 —(aer(+ w) res)(1— D*). *) Nach Mayer verhalten ſich die Excremente der Nacht zu denen des Tages wie 5: ⅞. Bedenkt man, daß das Zerſtreuen der Excremente nicht bloß auf der Straße erfolgt, beſonders bei den Arbeitsthieren, und daß die Nutzthiere häufig um die Mittagszeit eine geraume Zeit im Stalle zubringen, ſo wird man der Wahrheit keinen Abbruch thun, wenn die Tag- und Nacht— excremente zu gleichen Theilen veranſchlagt werden. *—*) Die Modificationen dieſer Gleichungen für die Schafe ergeben ſich von ſelbſt. 208 Verluſt des Stallmiſtes durch Gährung und Zerſtreuung der Exeremente. §. 202. Bringt man beide Verluſte, welche man bei der Duüngerproduc⸗ tion unſerer Hausthiere erleidet, zugleich in Rechnung, dann erhäͤlt man folgende zwei allgemeine Gleichungen zur Berechnung der Pro— duction des Eealniſä und zwar: 122(2 66.)(= 3—) f de trockenen, und 3 1 II. d—(24—(g+ w) 2)(E— 6—) für den 9 feuchten, mürben Zuſtand. §. 203. Da in dieſen beiden Gleichungen die Gröͤßen ſowohl von der Verwendung, als auch der Art der Ernährung der Hausthiere ab⸗ hängen, ſo müſſen dieſelben, mit Rückſicht auf dieſe beiden Puncte, in Specialgleichungen aufgelöſ't werden, wenn ſie für den praktiſchen Gebrauch geeignet erſcheinen ſollen. Mit Rückſicht auf die Verwendung unterſcheidet man Arbeits⸗ und Nutzthiere; daher müſſen beſondere Gleichungen, ſowohl für die erſtern als auch für die letztern, deducirt werden. Gleichungen zur Berechnung der Düngerproduction bei den Arbeitsthieren. §. 204. Die Anzahl der Arbeitstage bei den Hausthier en kann im Durch— ſchnitte mit 260 Tagen veranſchlagt werden). *) Die Anzahl der Arbeitstage bei Pferden beträgt: Nach Borgſtedt 255, - Benckendorf 660, -⸗ Podewill.. 290, ⸗ Mayer.260, Schweitzer 250, - Block 250 bei ſchwerem Boden, 2 ⸗ S.. 270 ⸗ mittlerm und 3 ⸗. 285 ⸗ leichtem Boden, alſo im Durchſchnitte 268. Bei Ochſen iſt dieſelbe Zahl anzunehmen. Diejenigen, welche die Ochſen nur 180— 200 Tage arbeiten laſſen, müſſen= ⁄¼ ſetzen. S zeit, Monat oder n Arbe Theil ſtituir erſtreunng ngerprodee dann ehit ng der Pu ) für de — fürde ohl von der sthiere ab Puncte, in praktiſchen an Arbeit⸗ wohl fürd uction bei rim Durch⸗ die Ochſen 209 Sind die Arbeitsthiere in der Nacht im Stalle, dann beträgt die Zeit, die ſie außer dem Stalle zubringen, 130 Tage oder 4,3.. —.. 4,3—. 4 5 Monate, mithin 132„des ganzen Jahres. Alſo iſt x=, —* 4 1 oder näherungsweiſe— 2= 3 des ganzen Jahres*), d. h. die Arbeitsthiere bringen in der Regel den dritten Theil des Jahres außerhalb des Stalles zu. §. 205. 1 Wird in den obigen Gleichungen für x(=)de Werth ſub⸗ ſtituirt, dann erhält man: 1. 1= 4 4 1 1 4 4 .=(eerne h 1 f 1 1 =(a—u 49) 2. und II 1 21 42 ·½+ v)+ 2 1 3 1 .G ee(21 3(s s 6 3 3 1 — 214* v) 2*) 2 Gleichungen zur Berechnung der Düngerproduction bei den Nutzthieren. a. Beim Rind. §. 206. Wird das Nind das ganze Jahr hindurch im Stalle genährt, dann iſt X= 0, und mithin: 1 5 — 2+ 75(+ w)+) 6 und *) Dieſe Annäherung iſt nicht grundlos, wenn man bedenkt, daß die Abweſenheit außerhalb des Stalles nicht die Hälfte von 24 Stunden iſt, und daß der düngervermehrende Factor nicht mit 2,3, ſondern bloß mit 2 in Rech⸗ nung gebracht wurde. **) Bei Ochſen, die nur 180— 200 Tage arbeiten, muß für den Factor ½ die Zahl /1* geſetzt werden. Hlubek’'s Statik. 14 nu. te(Er 4e.29)(— 1) )⸗ =(zta FG w)+ 2 1 Beim Weidegange durch 6 Monate iſt x= 1. durch 5 Monate 5 1— 1 =——, durch 4 Monate——, d 3 Monate=—— und durck 1) 6' urch do 8) 5 2 Monate= 12 daher iſt der Factor nicht— 6 wie im vorigen§., 7 ſondern: im erſten Falle—, 12 5 ⸗ zweiten s⸗. . 2 ⸗ dritten ⸗ 3 47 ⸗ vierten s 24 und fünft 3 „ fuͤnften s⸗. 4 9„ 2 8 2 T 9 Werden in den Gleichungen des vorigen§. für 6 dieſe Factoren ſubſtituirt, ſo wird man die Gleichungen für die einzelnen Fälle er— halten. Da jedoch dort, wo die Weidewirthſchaft üblich iſt, die Weide⸗ zeit im Allgemeinen 6 Monate dauert, ſo wird man auch zum Behufe der Düngerberechnung bei der Weidewirthſchaft folgende Gleichun⸗ gen aufſtellen können: — f(+ w) 4 1 22(.)(1* 5-*) † =(** 4+ s:») 7 12 und II.= 21 † 4 1 *— 5+* 2)(=7 3 7 (e* 5(5 v) 22) 12 3 angeg geliſt futtern 6 halt! J U. wobei Werth danr 1t hh 5 Monge 1 — und durch 8 vorigen z. eFactoren n Faͤlle er⸗ die Weide⸗ zum Vehui Gleichun⸗ §. 207. Zur leichtern und ſichern Anwendung können die im vorigen§. angegebenen Gleichungen in zwei weitere Specialgleichungen auf⸗ gelöſ't werden, wenn man die Sommerfütterung von der Winter⸗ fütterung abſondert. .) Für die Winterfütterung, dax= 0 und g= 0 ſind, er⸗ hält man: Lae(N3 8-)G—)⸗(2 5 5+»)2—, und —[2— 8——:— 5 II. d(eurn 5+ 2 96- 5 e⸗)s 9) Für die Sommerfütterung, da x== 2 undw= O ſind, iſt: 1. 4— 1—-—=— G 4. 5. 9)5 2)=( 8.); und II.— Geeeen wobei die Buchſtaben die frühere Bedeutung, nur mit veränderten Werthen, beibehalten. b. Bei den Schafen. §. 208. Werden die Schafe im Stalle das ganze Jahr hindurch genährt, dann iſt x= 0, und mithin: 1. 3 21 1 2 .d= d 10 15 8) 2 2 f 1 5 4. 10(4) 43 5. und 5 2 1 II. d—(. 1,28 4 6) ²)(—) 2 5 —(uε⁸ 1.) X 2⸗) 6 §. 209. Bei ſechsmonatlicher Weide erhält man: .) Für die Winterfütterung, dax= 0 und g= 0 ſind: 14*¾ 212 . an 5 2 w II. d= ff. 1,28+—+† 2s—. 5 6 u 8 7„ 7 1 6) Für die Sommerfütterung beim Weidegange, da x= 5 und w= 0 ſind, hat man: 4A=r(111ſere Ies ſ¹, und e4 10 z 2)=( 16 /53. un 2G 1 1 II. d= ſf. 1,28+—+ 28)(1———— 5 6 2 2 g 4 — 1. 4,28 †. 2s §. 210. Zur Berechnung des Düngers bei dem Hürdenſchlage ſind die obigen Gleichungen nicht ganz geeignet, da ſie einerſeits Größen enthalten, die bei der Düngung durch das Pferchen in keine Betrach— tung kommen, und andererſeits Groöͤßen nicht enthalten, auf welche es bei der Berechnung der Pferchdüngung vorzugsweiſe ankommt. Die Größen der erſten Art ſind: f, s und 4. da ſie bei der Pfer⸗ chung= 0 ſind. 6 Die Größen der zweiten Art ſind: die Anzahl der Schafe(m), die der Nächte, durch welche gepfercht wird(n), und die Dauer einer Nacht(t). Iſt g' das tägliche Weidefutter eines Schafes, ſo iſt g*. m das 7. m Futter fuͤr m Schafe, und d= 5 der Ausdruck für die trockenen und do= g'm.5 für die friſchen Excremente von m Schafen in 24 Stunden; mithin in einer Stunde: 1. m d a sm 2 ——, un—.. 10 24 24 5 „ 4) Wo die Schafe bei der Weide gar kein Rauhfutter erhalten, dort iſt f= 0. Daß die Buchſtaben in den Specialgleichungen veränderte Werthe erhalten, bedarf wohl keiner Erwähnung. Uah mente . bele eſind die Groͤßen Vetrach⸗ ruf welche ommt. der Pfer⸗ hafe(w), auer einer 7. m das rockenen afen in ten, dert Werthe Alſo int Stunden oder in einer Pferchnacht: g. m g. m 2.t d=, und d—— 10. 24 24 5 Iſt die Anzahl der Pferchnächten, ſo hat man die allgemeinen Formeln zur Berechnung der Pferchdüngung: g.m. ten I1. 4——, und 10 24 m 2 II. d———..n. 24 5 Bekommt z. B. ein Schaf auf der Weide 10 Pfund Gras, und werden 500 Schafe zur Pferchung durch 10 Stunden aufgeſtellt, ſo iſtg= 10, m=— 500, n— 1 undt= 103 mithin iſt: 40. 500 10 5000 d———= 208,3, und 24. 40 24 . 19 500 10 2. ag e Peund d— 24— 88„2 Pfun §. 211 Sucht man nach Mayer's, Gericke's, Burger's und Pabſt's Angaben*) einen Durchſchnitt für die Menge der Excre- mente, die zu einer ſtarken, mittelmäßigen und ſchwachen Pferchung pr. Joch erfordert werden, ſo erhält man: 10000 Pfund für die ſtarke, 8000 ⸗ ⸗ mittelmäßige und 6000 ⸗ ſchwache Pferchdüngung. Es muͤſſen alſo im Falle einer ſtarken Pferchdüngung: 2 g. m.ten 10000——— 5 24a bei einer mittelmäßigen: 2 e. m.. 2 n. 8000—2—.—, und bei einer ſchwachen: 5 24 2 x. m.t.n 6000———— ſeyn. 5 24 *) Mayer a. a. O., S. 204, 205 und 217; Gericke in den Mögliner Annalen, B. 2, S. 613; Burger in ſeinem ausgezeichneten Lehrbuche der Landwirthſchaft, Wien 1831, B. 1, S. 164, und Pabſt in dem trefflichen Werke: Allgemeine Grundſätze des Ackerbaues, Darmſtadt 1832, B. 1, S. 177. 214 Da bei jeder Wirthſchaft die Anzahl der Schafe und die Dauer einer Pferchnacht gegebene Größen ſind, ſo bleiben nur noch die Groͤ⸗ ßen g“oder die Menge des täglichen Grünfutters eines Schafes, und n oder die Anzahl der Nächte, durch welche die Schafe auf dem zu pferchenden Felde gehalten werden müſſen, um die eine oder die an⸗ dere Pferchdüngung hervorzubringen, zu beſtimmen. Sucht man aus den obigen Gleichungen das n, ſo erhält man: 40000 24. 5 600000 n—— für die ſtarke, 2-—8 m g. m. S000 24 5 480000 1— — für die mittelmäßige, und t g m t 6000. 24.5 360000 2 g. m. für die ſchwache Pferchdüngung. 4— 2 8 m. t gam. Iſt z. B. m= 500, g*= 10, und t= 10, ſo iſt: 600000 n—— 12 in erſten, 10.500 10 480000 1— 10 500 16— 9,6 im zweiten, und 360000. n— 10 500 10— 7,2 im dritten Falle, d. h. will Je⸗ mand 1 Joch Ackerland mit 500 Schafen, bei 10 Pfund täglichem Grünfutter pr. Stück und zehnſtündiger Dauer einer Pferchnacht, ſtark düngen, ſo muß er die Schafe auf demſelben durch 12, bei einer mittelmäßigen durch 9,6 und bei einer ſchwachen Pferchdüngung durch 7, 2 Nächte halten; mithin nimmt 1 Schaf in jeder Pferchnacht einen Raum, und zwar: im erſten Falle von ⸗ zweiten⸗ ⸗ ⸗ dritten- ⸗ 2) Nach Pabſt beträgt der Raum 10, 15 und 20 Fuß pr. Stück. Nach Mayer pferchen 11 Schafe durch 210 Nächte ſtark, 31 2 2 2 8 mittelmäßig, und 25 2 ⸗ 5 2 ſchwach ein Joch. Nach Burger pferchen 500 Schafe 1 Joch in 11 ½ Nächten ſtark, in 8 mittelmäßig und in 5 ³ ſchwach. Im letzten Falle würde das Joch nur 41794,6 Pfund erhalten. Da Burger(a. a. O., B. 1, S. 180) eine Dün⸗ 9,596, 11,994 und 15,998 ◻ Fuß ein*). —ᷣ—ᷣ—’—ꝛꝛ.õ — —;ÿ., 3 D in Bet genüg Landt ſchaft len, Land welche 8 desp lichen auen meln der e kann frieden ührerd ainege àn enth Ver nen aung! llärt d die Daue och die ot Schafes,m eauf den z oder die a⸗ Sucht mn ißige, und chdüngung will Je⸗ n, bei uck und , ſtart mſelben 9,6 und ch 7,2 ferchnacht Stück. ſtark„ in Joch nur eine Dün⸗ §. 212. Die bisher deducirten Gleichungen geben zwar auf jede Frage, die in Betreff der Düngerproduction unſerer Hausthiere geſtellt wird, eine genügende Antwort; allein dem volkswirthſchaftlichen Theile der Landwirthſchaftslehre, deſſen Aufgabe es iſt, die bei der Landwirth⸗ ſchaft wirkenden Kräfte in ein ſolches Verhältniß zueinander zu ſteb⸗ len, daß daraus der größtmögliche Vortheil aus beiden Zweigen der Landwirthſchaft reſultire, kann nicht jede Antwort, ſondern bloß die, welche ſeinen Grundſätzen entſpricht, genügen. Da die Statik der Landwirthſchaft nicht bloß die Erfahrungen des phyſikaliſchen, ſondern auch die Grundſätze des volkswirthſchaft⸗ lichen Theiles der Landwirthſchaftslehre mit mathematiſcher Conſe⸗ quenz in die, die Erfahrungen und Grundſätze veranſchaulichenden, For⸗ meln darzuſtellen hat, und die Statik des Ackerbaues ein bloßer Theil der Statik des geſammten landwirthſchaftlichen Gewerbes iſt, ſo kann ſich auch die Statik des Ackerbaues nicht mit jeder Antwort zu⸗ frieden ſtellen, ſondern ſie muß jene Bedingungen bei der Auflöſung ihrer Duͤngerproductionsgleichungen ſtets im Auge behalten, welche eine geläuterte Oekonomie zu ſtellen berechtigt iſt. §. 213. Die allgemeinſten,§. 202 angeführten Gleichungen: f 1 1 14=(EG*.) 6—») und 3 1 II. d'(ar* A* 2)(4—4) 5 enthalten die Größen f, g, wund s*), zwiſchen welchen noch kein Verhältniß ſtatuirt wurde, und daher iſt die Beſtimmung der einzel⸗ nen Größen unmöglich. gung von 60—72 Ctr. Stallmiſt pr. Joch jährlich als eine ſchwache Düngung erklärt, ſo iſt offenbar die Zahl 5 ¾ zu gering. Nach Gericke werden 1200 Schafe zur Ausdüngung eines Morgens in einer Nacht erfordert; alſo pr. Joch 2742 Schafe, was offenbar eine ſehr ſchwache Düngung iſt. Nach der in Oeſterreich üblichen Praxis wird eine Pferchung mit 150 Schafen in 41 Nächten als eine mittelmäßige Düngung pr. Joch angeſehen. Da in einem ſolchen Falle 27 Fuß pr. Stück entfallen, ſo iſt offenbar auch dieſe Düngung ſehr ſchwach zu nennen. *) Wie die Größe X beſtimmt werden muß, iſt bereits angegeben; da— her ſoll ſie bei der gegenwärtigen Betrachtung mi Stillſchweigen übergangen und bloß dasjenige, was von ihr geſagt wurde, ſeiner Zeit in Anwendung ge⸗ bracht werden. 216 Soll eine Aufloͤſung möglich ſeyn, ſo muß fruͤher das Verhältniß zwiſchen dieſen Größen oder zwiſchen dem Rauh-, Grün- und Wurzel⸗ futter, ſo wie zwiſchen dem Futter überhaupt und den Streumateria— lien aufgefunden werden.. Zu dieſem Behufe ſoll jene Fütterung und Wartung(in Bezie— hung auf die Einſtreu) unſerer Hausthiere zum Anhaltspuncte die— nen, bei welchen ſie nicht nur am beſten gedeihen, ſondern auch dem Landmanne den größten Nutzen abzuwerfen im Stande ſind. Von dem Bedarfe an Futter und Streu: a. Bei Pferden. §. 214. V Den bisherigen Erfahrungen zufolge braucht ein Wirthſchafts⸗ V pferd, wenn es fortwährend bei Kräften erhalten werden ſoll: 8— 10 Pfund Hafer, 10— 12 ⸗ Heu und 2— 4 ⸗ Haäckſel täglich; alſo jaͤhrlich an: 29,2— 36,5 oder im Durchſchnitte 32,8 Centner, Hater 3 ⸗ ⸗ 3 65,5 Metzen. Heu 36,5— 43,8 ⸗ ⸗ 8 40 Centner, Häckſel 7,3— 1 4,6= EE 5 1 0,9= 3). §. 215. An Streuſtroh bedarf ein Wirthſchaftspferd bei der vorſtehenden Ernährung, wenn es nur in der Nacht im Stalle verweilt und alle flüſſige Excretionen aufgefangen werden ſollen, 5 Pfund täglich, alſo 18,25 Centner jährlich**). *) Nach Thaer(Rat. Landw., B. 1, S. 76) braucht ein Wirth⸗ ſchaftspferd 62 Metzen Hafer und 33 ½ Ctr. Heu; nach André(S. 42) 62 Metzen Hafer, 36 ½ Ctr. Heu und 3,12 Ctr. Häckſel; nach Flotow (S. 44) 68 Metzen oder 34 Ctr. Hafer, 26,5 Ctr. Heu und 7,5 Ctr. Häck⸗ ſel; nach Block(B. 2, S. 54) 72,5 Metzen Hafer, 16,61 Ctr. Heu und 28,23 Ctr. Häckſel; nach Sturm(B. 3, S. 84) 69— 91 Metzen Hafer, 40— 45 Ctr. Heu und 33 Ctr. Stroh; nach Mayer(S. 89) und nach Federsdorf und Podewill 28— 36 Ctr. Hafer, 25— 31 Ctr. Heu und 24 Ctr. Häckſel. Erfolgt die Ernährung mit einer andern Körnergattung, ſo muß die Sub⸗ ſtitution nach der zu§. 224 gehörigen Tabelle geſchehen. f 1 41* *) Da inder Gleichung: d=(2*16(g+ w)+*)( 6— 9) auf die Verminderung der Einſtreu während der Arbeit Rückſicht genommen wurde, ſo muß bei der Subſtitution der Werthe für s darauf geſehen werden, —— daß dieſe Verminderung nicht doppelt in Rechnung gebracht werde. hetra⸗ Theil A weiſe= Hel) ſtroh 9). Hafer ) 3Nhn Nethäldi und Lurge treumatein⸗ in Vaji⸗ puncte di en auch den nd. 1: irthſchafts⸗ poll: entner, tetzen. entner, ⁴). ſtehenden und alle glich, alſo in Wirth⸗ (S. 4²) Flotow tr. Häck⸗ Heu und en Hafer, und nach Ctr. Heuu die Sub⸗ 1—-) — X 5 enommen werden, §. 216. Vergleicht man die Gröͤßen f, g, wunds der§. 205 angeführ⸗ ten Gleichungen mit den vorſtehenden Angaben, ſo ergibt ſich: 1. daß bei den Pferden g und w= 0 ſind; 2. daß f—= 32,8 Ctr. Hafer(h)+ 40 Ctr. Heu(h0+ 10,9 Etr. S äckſel-h”)= 83,7 Ctr., und . daß s= 18,25 iſt. Hieraus ergeben ſich folgende Pro— SrtieHan. 1) f: s= 83,7: 18,25= 4,542: 1; alſo——, dder näherungsweiſe:: s=— bei einer ſparſamen, und — ●— 8= bei einer reichlichern Einſtreu, d. h. die Streu beträgt bei den Pferden den vierten bis fünften Theil des geſammten Futters. Arhe de h“= 72,8: 10,9= 6,7: 1, oder näherungs⸗ weiſe=— 7: 1, d. h. das kräftige Futter(Haſer und Heu) iſt ine größer, als das gehaltloſe Futter— ſtroh. 3) R: h= 32,8: 40= 1:1,21.2, d. h. auf 1 Pfund Hafer entfallen 1,2 Pfund Heu. 4) h⸗: h“ 0: 10,9= 3,66:41, oder näherungsweiſe: l Ke en: 1 bei einer ſtärkern, und h’: h= 4:1 bei einer ſchwächern Häckſelanwendung, d. h. auf 1 weri Häckſel 1 3 dis 4 Pfund, alſo im Durchſchnitte 3,5 Pfd. Heu angewendet werden. 5) h“:(à“+ 8) 1ois 15 1,34:1; alſo h“ s 4 —= Ler d. h. der geſammte Strohbedarf bei einem Pferde wird gefunden, wenn der Heubedarf durch 1,34 dividirt wird, oder auf 1,34 Pfund Heu ſoll Pfund des geſammten Strohbedarfs entfallen. 6)-kh+h):(h“+ s)=(32,8+ 40): 110,Ne ſeee oder(h h0:(h“+ 3= 72,8: 29,15— 2,498 1; alſo näherungsweiſe— 2,5: 1, d. h. 1 Pfund des eſs mer e Strohbedarfs beefiln auf 2,5 Pfund kräftigen Futters, oder man findet den geſammten S Stroh⸗ 218 bedarf, wenn man das geſammte kräftige Futter mit 2,5 dividirt. Und 7) h":s= 10,9:18,25= 1:4,67, oder näherungsweiſe: = 1:1,7 bei einer reichlichern, und = 1:4,6 bei einer geringern Ein— ſtreu; alſos= h“. 1,67, d. h. das Streuſtroh wird ge⸗ funden, wenn der Häckſelbedarf mit 1,67 multi⸗ plicirt wird. §. 217.. Will man bei der normalen Fütterung die Duͤngerproduction eines Wirthſchaftspferdes finden, ſo dienen hierzu die§. 205 ange⸗ gebenen Formeln: f 1 1 d=2* 10(&).) 2 und 3 1 d-=6 f+(+- v)+- 2)— denn man braucht nur fuͤr kunds die bereits§. 21 6 angegebenen Werthe zu ſubſtitui⸗ ren, dag †w= 0 ſind. Erfolgt dieſe Subſtitution, ſo erhält man: 83,7 1 131,7— d=(— 24 7˙——— 32,92 Centner 2 2 4 trockenen, und 215.4 —. 7 d=(2.83,7 12.24)=—= 107,7 Centner feuchten, mürben Stallmiſtes**).—— *) Der Grund, warum für s nicht 18, ſondern 24 geſetzt wurde, liegt darin, weil x im vorliegenden Falle— 5(§. 204). Will man alſo die Dünger⸗ 3 3 3 1 verminderung nicht doppelt in Rechnung bringen, ſo muß zu s oder zu 18.— 0 oder 6 hinzuaddirt werden, um es in der Formel abziehen zu können. **) Unterrichtete Landwirthe werden die Richtigkeit der Reſultate und mithin auch die Richtigkeit der Formeln einſehen. Für die übrigen ſollen noch folgende Beweiſe dienen: 1. In den Annalen der niederſächſiſchen Landw.(Jahrg. 5, S. 129) wird die jährliche Düngergewinnung eines Wirthſchaftspferdes mit 105 Ctr. (friſchen Stallmiſtes) veranſchlagt. 2. Thaer(B. 1, S. 180) rechnet von 72 Ctr. 87 Pfd. Futter und Stroh 112 Ctr. friſchen Stallmiſtes. 3. Sturm(B. 2., S. 386) bei der früher angegebenen Fütterung 117 Centner. 4. Block(B. 2., S. 38) 137 Ctr. 27 Pfd. preuß. Gew. oder 113 Ctr. Wiener Gew., wobei das Pferd täglich erhielt: 3 Pfd. Roggen, 7 Pfd. Ha⸗ fer, 8 Pfd. Heu, 8 ½ Pfd. Futterſtroh und 5 Pfd. Streuſtroh ꝛc. Man ſieht hieraus, daß dieſe Angaben mit den Reſultaten der Gleichungen übereinſtimmen. ——— -—— So zuſtell widerſ des Ri (d cerirens gemäße Ausmi E mit fti und in A cin Etie Klee ale V Sol vuß da neſſener bloß au Geſcha Gi und wj das Fu Indrä in Wien Albörühen 246 G. Vendaun ſcoffgaſe k dr ige Futten ungsweiſe, glichrn, ud ringern Ei⸗ hwird ge 667 multe gerproductie §. 20O5 ange nan brauch zu ſubſtitu erhält man. 92 Centner 77 Centner twurde, lieh ſo die dünger⸗ 1 der zu 18.— der zu 18 3 nnen. eſultate und —n ſollen noch S. 12⁰) nit 105 Ct. Futter und fütterung u g 7 3 Man ſiehl rreinſtimmen 219 b. Beim Rind. §. 248. So leicht es auch bei den Pferden iſt, eine Normalfuͤtterung feſt⸗ zuſtellen, ſo ſchwer muß es erſcheinen, aus dem Chaos von oft ſich widerſprechenden Angaben den richtigen Maßſtab für die Fütterung des Rindes aufzuſtellen. Läßt man die wunderbaren Wirkungen des Dämpfens und Ma- cerirens*) der Futterſtoffe außer Acht, dann wird man in der natur— gemäßen Ernährung des Rindes den ſicherſten Anhaltspunct zur Ausmittelung einer Normalfütterung finden. F§. 219. Eine naturgemäße Fütterung des Rindes im Sommer iſt die mit friſchem Futter, als: Gras, Klee aller Art, Wicken, Erbſen ꝛc., und im Winter mit Heu, Stroh und Laub. Bei der naturgemäßen Sommerfütterung des Rindes erfordert ein Stück von mittlerer Groͤße täglich 100 Pfd. Gras oder 90 Pfd. Klee aller Art, wenn es vollkommen genährt werden ſoll. Soll dieſes Futterquantum beſtmöglichſt ausgenützt werden, ſo muß dafür geſorgt werden, daß dasſelbe auch ein dem Panſen ange— meſſenes Volumen beſitze, weil das Volumen der Futterſtoffe nicht bloß auf die Abſonderung des Magenſaftes, ſondern auch auf das Geſchäft des Ruminirens**) den weſentlichſten Einfluß ausübt. Gibt man zu dem angegebenen Futterquantum 5 Pfund Stroh, und wird dieſes Gemenge in 3 Notationen verfüttert, dann erhält das Futter ein dem Panſen des Rindes angemeſſenes Volumen**); *) Siehe über die Maceration der Futterſtoffe in den Oekon. Neuigk., von André, Nr. 3, 16, 28 und 51 von 1836; dann Verh. der k. k. Landw. Geſ. in Wien, B. 3, S. 99 und B. 4, S. 124. Meine Bemerkungen über das Abbrühen, Dämpfen und Maceriren der Futterſtoffe findet man in den Anna⸗ len der k. k. Landw. Geſ. in Krain, 1837, S. 44. **) Ueber den Einfluß des Volumens der Nahrung auf das Ruminiren findet man ſehr intereſſante Bemerkungen in Dr. F. M üller's Phyſiologie, Coblenz 1835, B. 1, S. 483. ***) Der Panſen eines mittlern Rindes beträgt 2500 bis 3000 Cub. Zoll. Ein Ctr. Gras nimmt den Raum von 5500— 6000 Cub. Zollen ein. 5 Pfd. Stroh füllen einen Raum von circa 500 Cub. Zoll aus. 30 Pfd. Waſſer, welches ein Rind täglich braucht, nehmen 925 Cub. Zoll ein; daher nehmen die tägliche Nahrung und das Getränk 6900— 7400 Cub. Zoll ein. Erfolgt die Ernährung in drei Rotationen, ſo füllt das Rind den Panſen zu 2300 bis 2466 Cub. Zoll aus. Der übrige Raum dient zur Beherbergung der bei der Verdauung entwickelten Gasarten, nämlich des Schwefel⸗ und Kohlenwaſſer— ſtoffgaſes, ſo wie der Kohlenſäure. Mehreres hierüber in den Annalen der k. k. Landw. Geſellſchaft in Krain, 1837, S. 45, von Dr. Hlubek. 220 daher dienen bei der Sommerernährung 100 Pfd. Gras und 5 Pfd. Stroh als tägliche Normalfütterung bei dem Rinde. §. 220. Werden die Thiere im Stalle genährt, ſo bedürfen ſie täglich pr. Stüͤck 10, beim Weidegange bloß 5 Pfund Einſtreu. §. 224. Bei der Winterernährung kommt es darauf an, ob die Viehzucht oder der Ackerbau eine Hauptrolle einer Wirthſchaft ſpielt. Iſt es die Viehzucht, dann werden auf 1 Stück Rind mittlerer Größe täglich veranſchlagt: 25 Pfd. Heu und 10 Pfd. Stroh, oder 40 Pfd. Wurzeln(beſonders Kartoffeln)*) und 20 Pfd. Stroh, wenn dasſelbe nicht bloß dem Gewichte der nährenden Theile der Futterſtoffe, ſondern auch dem Volumen nach vollkommen genährt werden ſoll. In einem ſolchen Falle entfallen auf 1 Pfd. Nauhfutter 2 Pfd. Wurzeln, von welchen 2 Pfd.= 1 Pfd. ſüßen Heues geſetzt werden. Beſteht das Nauhfutter zur einen Hälfte aus Heu und zur an— dern aus Stroh, dann bedarf ein Rind hiervon täglich 16 Pfd. und nebſtbei 24 Pfd. Wurzeln. Bei einer ſolchen Ernährung entfallen auf 2 Pfd. Nauhfutter bloß 3 Pfd. Wurzeln**). §. 222. Iſt dagegen der Getreidebau die Hauptſache einer Wirthſchaft, dann ſpielt das Stroh eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Haus⸗ thiere, und der Wurzelbau wird, in Ermangelung eines zureichenden Verhältniſſes der Wieſen zum Ackerland, nur inſoweit betrieben, um das Stroh einigermaßen vortheilhaft im Haushalte ausnützen zu können. Das Rind erhält täglich 20 Pfd. Stroh und kaum 10 Pfd. Heu, oder ein kräftiges Aequivalent(Wurzeln) für das letztere***). *) 1 Centner Wurzeln im verkleinerten Zuſtande füllt einen Raum von 1441 Cub. Zoll, 1 Ctr. Heu von 24506 Cub. Zoll, und 1 Ctr. Häckſel von 30632 Cub. Z. aus. Mit Rückſicht auf die Größe des Panſen und des Volu⸗ mens dieſer Futterſtoffe ergibt ſich, daß die angegebene Fütterung auch dem Volumen nach zur vollkommenen Ernährung hinreichend erſcheint. **) Bei einer beſondern Begünſtigung der Viehzucht werden 3—4 Pfd. Wurzeln auf 1 Pfd. Rauhfutter gerechnet. 8 —) Ich kenne Wirthſchaften, in welchen bloß 5 Pfd. Heu paſſirt wer⸗ den. Dort, wo es ſich darum handelt, das kahle Leben der Thiere den Winter hindurch zu erhalten, wie es bei der Alpenwirthſchaft meiſtens der Fall iſt, dort ſind hierzu 5 Pfd. Heu allerdings ein zureichendes Mittel. NB. Bei der Fütterung der Pferde werden, nach vielfältigen Erfahrungen, 1 Metzen Hafer gleich geſetzt ½ Metzen Roggen, Bohnen, Wicken und Mais, und% Metzen Buchweizen und Gerſte. Nach den Verſuchen, welche Pabſt zu Hohenheim im J. 1825 unternommen hat, gewinnt man mit 100 Pfund Heu nicht mehr Milch, als mit 210 Pfund Runkelrüben, 170 Pfund Kartoffeln und 190 Pfund Topinambours(Correſpondenzblatt des würtembergiſchen landwirthſchaftlichen Vereins von 1828). Nach Franz Ritter von Moro’s Verſuchen ſind bei der Milchproduction 100 Pfd. Heu gleich zu ſetzen 125 Pfd. Kleeheu, detto Miſchlingsheu(?), 300 Pfd. Runkelrüben(von den Runkelrübenmarke gibt er das Verhältniß zu 325), detto Krautrüben, 375 Pfd. Runkelrübenblätter, 350 Pfd. Kraut⸗ rübenblätter und 420 Pfd. Kartoffeln(Annalen der Kärnthneriſchen Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft, 2. H., S. 14, von 1833). Petri's und Raumer's Wrſuche wurden bei Schafen, die der Uebrigen beim Rinde, meiſtens in Betreff der Milchproduction, angeſtellt. Nach Pabſt's Verſuchen vird die Ernährungsfähigkeit der Futterſtoffe(vorzugsweiſe des Strohes, wenn es mit einem andern Futter gemengt wird) durch das Abbrihen um 20— 25 pCt. erhöht.— Bouſſingault ſetzte 100 Pfd. Heu= 51 Pfd. Roggen. Um ſeine Angaben mit den übrigen in Enklang zu bringen, wurde der Roggen zur Einheit erhoben. Die kleinen Brüche ſind bei der Rechnung ausgeſchloſ⸗ ſen, die größern zur Enheit erhoben. Die Oelkuchen vom Rübſen haben eine relative Stickſtoffhältigkeit von 21; alſo wären 100 Pfd. Roggen= 41 Pfund dhelkuchen(!)(Annal. de Chim. et Phys., T. 63., p. 225). Nach Schübler's Agricultur⸗Chemie enthalten Ahornlaub 77, Eichenlatb 82, Eſchenlaub 81,6, Ulmenlaub 81,1, Weißbuchenlaub 76,6, Rothbuchenlaub 72,5, Akazienlaub 67,85 und Pappellaub 76,3 pCt. nährende Theile. Welch' eine ungeheure Ernährungsfähigkeit— doch zum Unglück bloß auf dem Papier! . Nach de Donbasle(Seſterr. Zeitſchrift für Landwirthe, 4. Jahrgang) ſind 100 Pfund Luzerne oder gutes Wieſenheu gleich 57 Pfund Oelkuchen, 47 Pfund Gerſte, 187 Pfund rohen und 162 Pfd. geſottenen Kartoffeln, 220 Pfd. Runkelrüben und 307 Pfd. Möhren; er ſtellte ſeine Verſuche bei Schafen an.— Nach Percy und Vauquelin enthalten 100 Pfd. Brod 80, friſches Fleiſch 35, Bohnen 92, Erbſen 92, Luſen 94, Küchenkräuter und Rüben 14, und Kartoffeln 25 pCt. nährende Theile.— Die nährenden Theile ſind: Stärkemehl(Amylon) Pflanzeneiweiß und Pflanzenleim(Kleber). Die beiden letztern Stoffe werden mit dem Worte„Gluten“ be⸗ zeichnet. Nach den gegenwärigen Analyſen enthalten die nachfolgenden Getreidepflanzen in 100 Theilen: Weizen.... nach Prouſt detto.Vogel 4 Winterweizen.. ⸗ Dayvy Sommerweizen.. ⸗ Weizen aus der Berberei Sicilianiſcher Weizen... Spelz. nach Voge! Gerſte... ⸗ Dawy ⸗„......, BVoge . Noggen..... ⸗ Daby Hafer.... ⸗ ⸗ .. Vogel Carolina⸗Reiß.. ⸗ ⸗ Piemonteſiſcher Reiß ⸗ ⸗ Erbſen Einhof Saubohnen.... ⸗ ⸗ Schminkbohnen Linſen...... ⸗ Buchweizen... ⸗ Zenneck So lange die Intenſität in der Ernährungsfähigkeit des Glutens zu dem Stärkemehl erfahrungsmäßig nicht ausgemittelt iſt, ſo lange läßt ſich aus den bloßen Analyſen die relative Ernährungsfähigkeit der angeführten Getreidearten nicht ausdrücken. 74,50 Amylon, 12,50 Gluten, 87,00 zuſammen; 68,00 77,00 70,00 74,00 75,00 74,00 79,00 87,00 61,00 59,00 59,00 85,07 83,80 32,95 34,00 46,00 32,00 52,00 ⸗ — 24,00 19,00 24,00 23,00 21,00 22,00 6,00 3,00 5,00 6,00 0,00 3,60 3,60 17,58 10,70 22,00 36,00 10,47 2 7 ⸗ · 92,00 96,00 94,00 97,00 96,00 96,00 85,00 90,00 66,00 65,00 59,00 88,67 87,40 50,53 44,70 68,00 68,00 62,76 Tabelle K zu§. 224. —————— W„—— erthvergleichungs⸗Tabelle landwirthlchaftlicher Producte nach Malsgabe ihrer Ernährungskähigkeiten. —————————*————— 1. 2. 3. 1. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. Namen nach nach nach nach nach nach nach nach Kirchhof nach nach Bouſſin-„ V Nr b Lauit Pepeente der nih⸗ Durh Aunmcrkung 1. er Block Thaer Pabſt petri Andre Klebe Einhof iſ 4 Wer 100 pf w Raumer ſind nach dem ſchnitts⸗. erl. und. relativenStick⸗ i P r 0 d ucte ſind 300 Pfd. Scheffel Rog⸗ Roggen ſind ſind 300 Pfd. hatidren. renden Theile werth ſind 100 Pfund Roggen gleich Heu gleich gen gleich gleich Heu gleich 1eee 1 Roggen 10⁰ 100 100 100 100 100 1,83 Metzen 1 Schffl. 100 132 100 70 100 In der 12. Rubrik ſind ie chemiſchen Analyſen, ſo 2 Weizen 80 80—— 90— 1,2 0,8 90 112,4 96 83,4 85 wie Bouſſingault's Agaben, nicht enthalten. 3 Gerſte 100 133—— 112— 2,14 1,5 120 129,6 116 65,73 118.— 4 Hafer 118 171—— 133— ,7 127 120,6 106 63,46 137 5 Hirſe 88—————————— 77,80 88 6 Kukurutz———— 80————— 124 80,95 Graham 80 7 Buchweizen 10⁰————— 18—— 146,8 98 66,07 Zenneck 100(²) Block hat offenba ihren Werth zu niedrig, da— 8 Erbſen 89 96———— 1,38 0,39 101 131,1 60 73,58 2 79 gegen Kirchhof zu hoh angegeben. 9 Pferdebohnen 114—————— 0,39 101— 39 70,13 3 1140 10 Saubohnen——————————— 67,73 2(120) 11 Wicken 100————— 1,45 0,39 101— 47— 103 12 Linſen—————— 1,36——— 50 74,00 Einhof(94) 2— 13 Gutes Wieſenheu 300 300 300 300 200 300 300 200 Ctr. 250 300 196 60/77 Sprengel 280 Tbacr hat ſeiner Remertragsberecunn die 14 Esparſette 300 270 270 255 180 300 272 5—— 68,0 263 ahl 250. vrheſane auf die deitzahden Pre⸗ 15 Luzerne 340 270—— 180 300———— 147 64,3 4 272 ducte iſt die Zahl 300 die richtige. 16 Kleeheu 300 270 300 270 181 300 272——— 129 70 3 270 17 Wickenheu 350 270 300 375 18¹1 300———— 145— 296 18 Spörgelheu 340(() 270— 270— 300—————— 295 19 Linſenſtroh— 450 450 426 240— 400 300 37—— 61,5 2 390 le 1 4 Mo 40 Erbſenſtroh 158 400 490 426 240 375 291 300 375* 69,8 421 84 Andrélegt dem Linſenſtroh einen zu hohen Werth 21 Wickenſtroh 450——— 260 375 391 300 375—— 56,5 372 22 Bohnenſtroh— 1200(°²)— 333——— 300 375—— 48 339 Schwerz i it Blä 23 Gerſtenſtroh 579 600 600 459 300 450 450 4⁰⁰ 500— 1⁰¹9 49,5 199 Shent aan de Paun mendg ih nienen 24 Breinſtroh 400 750()— 543— 450————— 61,5 ⸗ 4841 25 Haferſtroh 600 900 600— 380 450 450 400 500— 1072 52 3 55² Die Angabe Thaers iſt offenbar unrichtig. Wird 26 Maisſtroh 1200 G)— 1200 5——— 14 1,200 ddas Maisſtroh zerhackt und abgebrüht, dann dürfte 27 Weizenſtroh 600 1500 900 1500 1000 1500 ſ1500 900 1425— 1⁰¹19 48 1,315 ſeine Ernährungsfähigkeit durch 900 ausgedrückt werden 28 Roggenſtroh 600 1800 1050 1998 1320 1500 1800 900 1125— 1198 52. 1,399 8 3 29 Buchweizenſtroh 600 834———— 391———— 46,2 3 568 Zuſolge der Analyſe. 30 Kartoffeln 648 600 510— 600 600 400 600 600 3,2 Schffl. 412 381 551 16,69 551 31 Topinambours 1098 798 570— 1*—— Se——— 15,7 Braconnot 570 32 Möhren V 1098— 750 750 532— 818——— 680 8,99 Einhof 791 33 Paſtinaken 1098——— ſammt Blätter 5————— 9,32 Crome 757 Allein, ſoll die Ernä„e: M e 2, Kbaühen 700 14 10 750 990 ¹700 1200 1090 5 625— 727 7. o,7l Einhof L10 ſÜurzßer ſegg us die der Muann Skeit der Paſtinaken 35 Runkelrüben 1098 1500 630— 750 1500 920 1200 11285 4 625 45,75 784 10,75 11⁰1 3 Weiße Rüben 1599 1575 1350 1800 1050 1200(°)—— 1250(2)— 1200 5,5 3 140 3 Kopfkraut 1500 1800 1500 1800 1200 1800—— 1500—— 10,4 Davy 1600 4 Zu Seite 221. V V ungs alsgale i ——. — 8. girchof rl. 100 Pfund og⸗ Roggen ſid gleich —— —— — 100 49 4⁰⁰ Fal it — — §. 223. Wird dagegen die Viehzucht weder begünſtigt noch auch ver⸗ nachläſſigt, dann müſſen zur täglichen Winterernährung eines Nin— des von mittlerer Größe 15 Pfd. Stroh und 15 Pfd. Heu, oder ein kräftiges Aequivalent für das letztere veranſchlagt werden. §. 224. Werden in den vorſtehenden Fällen die ſämmtlichen Futterſtoffe auf Heu reducirt— welche Reduction nach der 12. Nubrik der bei⸗ gefügten Tabelle K erfolgen muß—, dann kann die tägliche Ernäh⸗ rung eines Rindes während des Winters, und zwar: im 1. Falle mit 25— 30 Pfd. Heu, alſo 2 ½— 3 pCt. des lebenden Gewichts, im 2. Falle mit 15— 20 Pfd. Heu, alſo 1 ½— 2 pCt. des lebenden Gewichts, und im 3. Falle mit 20— 25 Pfd. Heu, alſo 2— 2 ½ pCt. des lebenden Gewichts, veranſchlagt werden. Bei dieſer Veranſchlagung ſind 1 ½ pCt. als Conſervations⸗ und das Uebrige als Pro⸗ ductionsfutter zu betrachten. §. 225. Wird der jährliche Futterbedarf geſucht, dann beträgt derſelbe den bisherigen Angaben zufolge: A. Wenn die Viehzucht begünſtigt wird: a. Im Sommer, von 180 Tagen: 180 Centner Gras oder 162 Centner friſchen Klee und 9 Ctr. Stroh, und b. im Winter, von 185 Tagen: 44,4 Ctr. Wurzeln, täglich 24 Pfd., 15 ⸗(genau 14,8 Ctr.) Heu, und 45» Stroh⸗ Werden die kräftigen Futterſtoffe auf Heu reducirt, dann iſt der jährliche Futterbedarf: 91,25, oder in runden Zahlen 90 Centner Heu und 24 Ctr. Futterſtroh. B. Wenn der Getreidebau den Hauptzweig einer Wirthſchaft ausmacht: a. Im Sommer: 180 Ctr. Gras, und 9 ⸗ Stroh; b. im Winter: 37 Ctr. Stroh, und 18 ⸗(genau 18,5 Ctr.) Heu. Alſo das jährliche Futter: 72 Ctr. Heu, und 46 ⸗ Stroh*). C. Wenn die Viehzucht weder vernachläſſigt noch begünſtigt wird: a. Im Sommer: 180 Ctr. Gras oder 162 Ctr. Klee, und 9 ⸗ Stroh; und b. im Winter: 28 Ctr.(genau 27,75 Ctr.) Heu, und 28 ⸗ Stroh; alſo im ganzen Jahre: 82 ⸗ Heu und 37 ⸗ Stroh. §. 226. Der jährliche Bedarf an Streuſtroh kann im Durchſchnitte mit 30 Ctr. pr. Stück veranſchlagt werden. §. 227. Mit Hilfe der in den zwei vorangehenden§§. angeführten Da⸗ ten vermag die Statik des Ackerbaues die gegenſeitigen Verhältniſſe der Futter⸗ und Streumaterialien feſtzuſtellen. Zu dieſem Behufe ſoll kdas ſämmtliche kräftige Futter, wenn es auf Heu reducirt wird, g das Grünfutter, h das Heu, w die Wurzeln, s' das Futter- und s das Streuſtroh anzeigen. Werden dieſe Gröͤßen mit den für die einzelnen Fälle angegebenen Zahlen verglichen, dann wird man fol— gende Proportionen erhalten, und zwar: A. Für den Fall, als die Viehzucht begünſtigt wird: 4.f:S= 90: 24= 3,75: 1, oder naͤherungsweiſe: = 4: 1, d. h. das jährliche kräaftige, auf Hen reducirte Futter iſt 4mal größer als das Futter⸗ f ſtroh, oder s— 1 2. f:(s+)= 90: 54= 1,66.: 1, d. h. auf 1 Pfd. des geſammten Strohbedarfs entfallen 1,6, oder näherungsweiſe 1 ½ Pfd. kräftigen Futters, oder *) Wenn 60 Ctr. Heu und 60 Ctr. Stroh veranſchlagt werden, dann kann auf eine nutzbringende Ernährung kein Anſpruch gemacht werden. —.,———— begünſtituin rchſchnittem geführten Da⸗ Verhaltniſe m Vehufe ſoll ꝛducirt wird, Futter⸗ und t den für die vird man ſo⸗ vird: weiſe: „auf Hel s Futter⸗ auf 1 Pfd. 1,6, oder ters, oder werden, denn werden⸗ 223 f f 2f s ℳ s=-—==—, d. h. der geſammte 1,6. 1 1ſ 3 Strohbedarf beträgt ⅜ des geſammten kräftigen Futters. 3. g: s= 180: 9= 20:1, d. h. bei der Sommer⸗ fütterung muß 1 Pfund Futterſtroh auf 20 Pfd. Grünfutter entfallen, oder 8u= 4. w:s= 44: 15= 3: 1(näherungsweiſe), d. h. bei der vortheilhafteſten Ausnützung des Futterſtro⸗ hes müſſen 3 Pfund Wurzeln auf 1 Pfund Stroh⸗ F futter entfallen, oder 8=. 5.(i+. s):s= 114: 30= 3,8: 1, oder näherungsweiſe: — 4:1, d. h. das geſammte Futter iſt 4mal gro⸗ f s 115 6. h: s—= 15:15= 1: 1, d. h. für den Fall, als bei der Fuͤtterung Wurzeln in dem durch die vierte Proportion ausgedrückten Verhältniſſe angewen⸗ det werden, iſt der Bedarf an Futterſtroh gleich dem an Heu, oder h= s“. Und 7. S: 84= 30: 24= 1,25: 1, d. h. auf 1. Pfund Futterſtroh entfallen 1,25 oder 1 ¼ Pfund Streu⸗ ßer als die Streu, oders=— ſtroh, oder s“== I.= 5. d. h. das Futterſtroh beträgt“ des Streuſtrohes. B. Für den Fall, daß die Viehzucht nicht begünſtigt wird: 1. f: s ⁸⁹= 72:46= 1,56: 1, d. h. auf 1 Pfd. Futter⸗ ſtroh entfallen 1,56. oder näherungsweiſe 1 ½ Pfund kräftigen Futters, oder: f f 2 f— 8==—=—, d. h. das Futterſtroh be⸗ trägt des kräftigen Futters*). 7 8 *) Bei der Winterfütterung iſt f=— 2 d. h. das kräftige Fut⸗ ter beträgt nur die Hälfte des Futterſtrohes. 224 In Fällen, wo die Viehzucht gänzlich vernachläſſigt wird, findet nicht einmal das entgegengeſetzte Verhältniß Statt, ſondern da iſt 8“ 1 4 häufig f=— 1 bei der Winterfütterung*). 2. f:8 4 s= 72: 76= 1: 4(näherungsweiſe), d. h. das kräftige Futter iſt gleich dem ſämmtlichen Strohbedarfe, oder 1=s+s⸗*s). In Fällen der gänzlichen Vernachläſſigung der Viehzucht hat man bei der Winterfütterung: f:s+†s= 9: 70, oder näherungsweiſe: — 1 8, alſo=— d. h. das kräftige Winter⸗ futter beträgt pr. Stück nur den achten Theil des Winterſtrohbedarfs. 3. f S1:s= 118:30= 3,9: 1, oder näherungsweiſe: = 4:1, d. h. das Geſammtfutter iſt 4mal grö⸗ 3. fs⸗ ßer als die jährliche Streu, oders— —«. 4 4. S:8“= 30: 46= 1:1,5, d. h. auf 1 Pfd. Streu . 8* 2. S entfallen 1½ Pfd. Futterſtroh, oder—, 71 2 3 d. h. das Streuſtroh beträgt /1 des jährlichen Futterſtrohes. Werden im vorliegenden Falle für die 10 Pfd. Heu(§. 222) im Winter 20 Pfund Wurzeln gereicht, dann iſt w= 185 20 = 3700 Pfd. oder 37 Ctr., und man hat: 5. W:S 37: 37= 11, d. b. auf 1 Pfd. Stroh⸗ futter entfällt 1 Pfd. Wurzeln, oder w=s“ *) Erhält das Rind im Winter 30 Pfd. Stroh und nur 5 Pfd. Heu, dann hat man: 1: s= 9 35— 16,14, alſo: 8 1— 5 näherungsweiſe. **) Wenn die Thiere täglich im Winter 5 Pfd. Heu und 30 Pfd. Stroh erhalten, dann iſt f—=— 9 und 8— 55; ſetzt man die Streu für den Winter mit 15 Ctr. an, dann iſt s+ s—= 55+ 15— 70;3 alſo f: s+ s= 72: 70, oder approximativ= 1:1. Nach Thaer(B. 1, S. 183) iſt das betreffende Verhältniß wie 44: 44 oder 1: 1. Wie aber Thaer in den Neuen Anna⸗ len(B. 3, S. 763) ſagen konnte, daß das Stroh mit dem kräftigen Futter in dem Verhältniſſe wie 3: 1 am vortheilhafteſten ausgenützt werden kann, bleibt unbegreiflich. twidd fi ondern d ſ weiſe),d mutlichen Liehzucht h e Winter Theil des ungsweiſe: mal gro 5 Pfd. Hel, Pfd. Stroh rden Winter 8— 7: 10, as betreffende Neuen Anna⸗ ftigen Futter werden ka C. Fuͤr den Fall, als die Viehzucht weder begünſtigt noch vernachläſſigt wird: b 1. f:s4= 82:37= 2,21. 1, alſo f 84— 22 näherungsweiſe, oder 7 f 5 f. 7 —=—, d. h. das Futterſtroh beträgt ſudes 2 447 kräftigen Futters.. 2. f:s+s= 82:67= 1,268: 1; alſo f f 4 4 8==—=— naäͤherungsweiſe, d. h. der ſämmtliche Strohbedarf beträgt des kräftigen Futters. 3. fs:s= 129: 30= 4,3: 1, und hieraus fs fs 3 6+ s) 8=—— näherungsweiſe, d. h. 3 4,3 4 ½ 13 Perund meiſe⸗ 3 die Streu beträgt„ oder näherungsweiſe des geſammten Futterbedarfs. 4. S:s= 30:37 1:1,23..; alſo 8*. 8. 4,23 1 1 ſtroh beträgt P des Futterſtrohes. 5. h:s—= 28:28= 1:41, d. h. das Winterheun iſt gleich dem Futterſtroh. Werden im vorliegenden Falle(§. 223) für die 15 Pfd. Heu 30 Pfd. Wurzeln gereicht, dann iſt w= 185. 30= 5550 Pfd. oder 55,5 Ctr., und man hat: 6. w:s= 55,5: 28= 2: 4 näͤherungsweiſe, d. h. auf 1 Pfund Futterſtroh entfallen bei der Winter⸗ fütterung 2 Pfund Wurzeln, oder w= 2. 3“ §. 228. Aus den vorſtehenden Verhältnißzahlen ergibt ſich, daß, ſobald die Art der Haltung des Nindes gegeben iſt, man aus einer einzigen gegebenen Große alle uͤbrige berechnen kann. Fragt man z. B. für den dritten Fall, wieviel das Futterſtroh betragen ſoll, wenn die Streu 30 Ctr. beträgt, ſo beantwortet dieſe Hlubek's Statik. 15 8S— 4 s* —— näherungsweiſe, d. h. das Streu⸗ 2 226 4 Frage die Gleichung sub C. 4., oder 8= 5 s8“, wenn man für s(= 30) den Werth ſubſtituirt. Man hat: 4 5 1350 30=—. s“, und hieraus: 8= 30. 1== 57, 5 4 Ctr.; alſo gerade ſo viel, als§. 225 sub C. angegeben wurde. Will man das ſämmtliche kräftige Futter aus dem Futterſtroh erfahren, ſo braucht man nur für s= 37 in der Gleichung sub C. 1. 5 f oder 8== 11 den Werth zu ſetzen. Man hat dann: 5 37= 11 f, und hieraus: 37. 11 1—= 841,4 Ctr. ꝛc. §. 229. Wird das Rind das ganze Jahr im Stalle genährt, dann die⸗ nen zur Berechnung der Düngerproduction die§. 206 angegebenen Gleichungen: f 1 5 I. d—(e**). und 3 5 II. d=( fer. S.(8.4. V)* ²*³) 76* Werden für die Buchſtaben ihre Werthe aus dem§. 225 an⸗ gegebenen Futter⸗ und Streubedarfe ſubſtituirt, dann erhält man, und zwar: A. Im Falle die Viehzucht beguͤnſtigt wird, iſt(nach 8. 225.): f= 15 Ctr. Heu+ 24 Ctr. Futterſtroh= 39 Ctr., g—= 180 ⸗ Gras, w= 44 ⸗ Wurzeln und 8= 30 ⸗ n t mithin: d— 39 (*2 15(180+ 44)+ 60) 7⸗—= 59, 9, oder naäͤ⸗ herungsweiſe= 60 Ee und — 3 5 r=(2.34 5. 224 30. 2) 3= 226 Gn. 9 ' und wenn manſn 50 1— 37. n wurde, em Futterſrch hungsah0. , dann die angegebene §. 225 an erhält man, —§. 225): Ffr., , oder na⸗ Ctr. 0⸗— 227 B. Im Falle, als die Viehzucht nicht begünſtigt, alſo viel Stroh verfuttert wird, iſt: f= 18 Ctr. Heu+. 46 Ctr. Stroh= 64 Ctr., g= 180, w= O, und s= 30; mithin: 64 4 5 d=(—+—. 180+ 30)—= 66, und 2 10 6 — 3 5 „(2 64 180+ 2 30) 3= 210 Ctr.*). C. Im Falle die Viehzucht weder begünſtigt, noch auch ver⸗ nachläͤſſigt wird, iſt: f= 28 Ctr. Heu+ 37 Ctr. Futterſtroh= 65 Ctr. g= 180, w= 0, und s= 30)z mithin: 65 1 5 d— 16 180*+ 0)= 8 Ctr., und 3 5 d“—=(.65 180+†r.. 30) G= 248 Ctr. §. 230. Werden die Thiere im Sommer durch 180 Tage auf der Weide genährt, dann erhält man(nach§. 206) die Duͤngerproduction, wenn man in den allgemeinen Gleichungen des vorigen§. die in den Klammern eingeſchloſſenen Zahlen ſtatt mit ⅝ mit ½ multi⸗ plicirt. Daher bekommt man: Für den erſten: 39 1 7 d=—(1 44 30)—= 41 Ctr., 2—* 16(480—)+)5 und 3 ⸗ 7 d= ſ2. 39+— 224 4 2. 30)= 158 Ctr.; b 5 12 für den zweiten: 24 4 7 d.— 5 190* 30,12= 46 Ctr., und 3 7 r=(. 64 4 5 180+ℳ2 o) K⸗i*s Ctr.; *) Werden für das Heu(18 Ctr.) Wurzeln gereicht, dann iſt d— 162 und d— 235 Centner. 15* 228 und fuͤr den dritten Fall: 5 4 7. d= 33+—. 180*)=— 46 Ctr., und ₰ 3 7 „(. 65+-—. 180+2.) 2—= 173 Ctr., mit 5 Weglaſſung der Brüche*). c. Bei den Schafen. §. 231. Ein Schaf bedarf täglich, und zwar: a. Im Winter: 2 Pfund Heu oder andere, auf Heu reducirte Futterſtoffe und ½ Pfd. Streuſtroh, und— b. im Sommer: 10 Pfd. Gras und ½ Pfd. Stroh, an Streuſtroh bei der Stall⸗ fütterung 1 Pfd. und beim Weidegange ½ Pfd. Alſo beträgt der Bedarf a. im Winter zu 185 Tagen: 3,7 Ctr. Heu, und 0,62 ⸗ Streuſtroh, und b. im Sommer zu 180 Tagen: 18 Ctr. Gras oder 5,4 Ctr. Heu, 0,9 Futter⸗ und 0,9— 1,8 Ctr. Streuſtroh. Werden die kräftigen Futterſtoffe auf Heu reducirt, dann iſt der jährliche Bedarf eines gutgenährten Schafes: 9,1 Ctr. Heu, 0,90 ⸗ Futterſtroh, und 4 1,52— 2,42, oder im Durchſchnitte 1,87 Ctr. Streuſtroh. §. 232. Behalten f, s und die frühere,§. 227 angegebene Bedeutung, dann hat man: 1. f: 8 ⁹= 9,1: 0,9= 10: 1 näherungsweiſe, d. h. auf 10 Pfd. kräftigen Futters entfällt 1 Pfd. Stroh⸗ futter. *) Nach jenen Autoritäten, welche bei der Düngerberechnung der Pferde §. 217 angeführt werden, wechſelt die Düngerproduction eines Rindes zwiſchen 150— 250 Ctr. im natürlichen Zuſtande. danni „und 173 6k, utterſtoff und bei der Stal⸗ betraͤgt d dann iſt der treuſtroh. Bedeutung, d. h. auf Stroh⸗ ng der pfer indes zwiſhin 229 2. f:(s-+ s)= 9,1:(0,9+ 1,87)= 9,1: 2,77, oder näherungsweiſe: — 3:1, d. h. auf 3 Pfd. kräftigen Futters be⸗ trägt der Strohbedarf 1 Pfund. 3. 84:s 0,9: 1,87= 9:18,7, oder näherungsweiſe: = 1: 2, d. h. auf 1 Pfund Futterſtroh müſſen 2 Pfund Streuſtroh gerechnet werden. 4.(ff+ s-):s=(9,1+ 0,9): 1,87= 10: 1,87, oder näherungsweiſe: — 5:1, d. h. auf 5 Pfd. des geſammten Futters entfällt 1 Pfd. Streuſtroh; und 5. g:s“= 18: 0,9= 20: 1, d. h. auf 20 Pfd. Gruͤn⸗ futter entfällt 1 Pfd. Futterſtroh. §. 233. Zur Berechnung der Düngerproduction dienen die§. 208 au⸗ gegebenen Gleichungen: 2 f 1 5 4— 5 10 E u) Hs 6 un 2 5— d(.1,28+(+ v)+) 6 weun die Schafe nicht geweidet werden. Der§. 231 angegebenen Fuͤtterung zufolge iſt: f= 0,9+ 3,7= 4,6; 8= 18, w= Ounds= 1,87; mithin: 2 1 5 14—(—.4,6+—. 18+ 1,87)—= 4,59, und 6 105 18 4 J 2 5 Werden die Schafe durch 6 Monate auf der Weide ernährt, dann iſt: 4= 1,406 Ctr., und d= 4,01 Ctr. während der Weide, und d— 2,3 ⸗ 4˙‧— 8,85 2 2 des Winters; alſo zuſammen: d= 3,706 Ctr., und d= 12,86(§. 195 und 209). §. 234. Den bisherigen Angaben über die Normalfütterung der Haus- thiere zufolge beträgt die Düngerproduction: 230 A. Bei den Arbeitsthieren. Aus a. Bei Pferden. Schaſe 33 Centner trockenen, mürben, oder b dünger 107 ⸗ feuchten, mürben Stallmiſtes. luünen Alſo iſt das Verhältniß des erſtern zum letztern wie 1: 3,2. dia 1 v. Bei Ochſen. lund 40 Centner trockenen, muͤrben, oder V pfad 150 ⸗ feuchten, mürben Stallmiſtes. uder⸗ Alſo das Verhältniß: 1: 3,75, oder näherungsweiſe: 1:4*). 1 B Bei den Nutzthieren. V F a. Beim Nind. iltniſ «. Bei der Stallfüͤtterung: 1g1 1. Beim Wurzelfutter: loſe, u 60 Centner trockenen, mürben, oder auflöſ 240 ⸗ feuchten, mürben Stallmiſtes**). 98 Verhältniß des trockenen Miſtes zum feuchten: 1:4. Erroſh 2. Ohne Wurzelfutter: 9 66 Centner trockenen oder)) 250 ⸗ friiſchen Stallmiſtes.—) Verhältniß: 1:3,8. in d 6. Bei ſechsmonatlicher Weide: Ernt 44 Ctr. trockenen, mürben(zum Behufe der nachfolgen⸗ dueir den Berechnungen bloß mit 40 Ctr. veranſchlagt) und. halte . 168 Ctr. feuchten, mürben Stallmiſtes. ſolle Verhältniß: 1: 3,8, oder näherungsweiſe: 1:4. T b. Bei Schafen. «. Bei der Stallfütterung: 5 Ctr. trockenen, muͤrben, oder dh 14 ⸗ feauchten, mürben Stallmiſtes.. 1 Verhältniß: 1:3. iun 6. Bei ſechsmonatlicher Weide: P 3,7 Ctr. trockenen, mürben, oder 12,8 ⸗ fauchten, muürben Stallmiſtes. rch 1 — ſol, d 160: *) Hier iſt angenommen, daß die Ochſen 266 Tage arbeiten und nach Regger §. 225, lit. C. genährt werden. Wo die Ochſen nur durch 180— 200 Tage 1ri. zur Arbeit verwendet werden, dort muß ihre Düngererzeugung bei gleicher düer; Ernährung mit 46 Ctr. trockenen und 173 Ctr. feuchten, mürben Stallmiſtes betras veranſchlagt werden. Einſt **) Nach dem Durchſchnitte der§. 225 angegebenen Fütterungsarten. krift e1.3,2 eiſe: 1:49) nachfölgen⸗ ſchlagt) und 1.4 und nach 200 Tage ei gleichet Stallmiſtes 234 Aus der Vergleichung der Düngerproduction des Rindes, der Schafe und Pferde ergibt ſich, daß nur dann 12 Schafe in der Duͤngererzeugung gleich einem erwachſenen Rinde geſetzt werden koͤnnen, wenn der Dünger dieſer beiden Thiergattungen im trockenen Zuſtande berechnet wird. Im ſeuchten Zuſtande kann keine Ueberein ſtimmung Statt finden, da die Feuchtigkeitsprocente verſchieden ſind. Wird das Rind im Stalle genährt, dann ſind näherungsweiſe 2 Pferde= 1 Nind, und beim Weidegange 4 Pferde=— 3 Rindern in der Dungerproduction. . 235. Faßt man die in den§§. 216, 227 und 232 entwickelten Ver⸗ hältniſſe zwiſchen den Größen f, g, w unds zuſammen, indem man = k+s“ ſetzt, d. h. das Nauhfutter in das kräftige und gehalt⸗ loſe, und letzteres in das Winter—(= 8)) und Sommerſtroh(—s9) auflöſ't, oder s“= s“ Psſetzt, ſo ſind ſie folgende: I. Verhältniß des geſammten kräftigen Futters zum geſammten Strohbedarfe: a) Bei Pferden(§K. 216): k:s““+s— 2,5: 1; b) beim Rind(§K. 227, lit. C. 2): K: 8+s—= 1,2: 1; c) bei den Schafen(§K. 232): k: s“+s= 3: 1; mithin im Durchſchnitte: k: s“ν †+s= 2,3: 1, d. h. auf 1 Pfund Ernteſtroh ſollen 2,3 Pfd. kräftigen, auf Heu re⸗ ducirten Futters entfallen, wenn beide im Haus⸗ halte eine vortheilhafte Ausnützung erhalten ſollen*). II. Verhältniß des Grünfutters zum Nauhfutter: a) Beim Rind: g:s“= 180:9= 20: 1, und b) bei Schafen: g: s“= 18:: 0,9— 180:9= 20:1, d. h. auf 20 Pfd. Grünfutter muß 1 Pfd. Rauh⸗ futter entfallen, oder 8“= 25 ſeyn. *) Block(B. 1, S. 297) ſagt: Wo eine vollkommene Ausnützung, ſo⸗ wohl der kräftigen Futtermittel als des eingeernteten Strohes, Statt finden ſoll, dort muß ſich der Werth der erſtern zu dem des letztern verhalten wie 160: 100. Da nach ihm 3 Pfd. Heu oder 6 Pfd. Stroh gleich ſind 1 Pfd. Roggen, ſo müßte das Verhältniß dem Gewichte nach ſeyn: 480: 600 oder 4:55.— Ich kann nicht begreifen, aus welchen Daten ſeines ſonſt trefflichen, aber zu ſehr generaliſirten Werkes Block dieſes Verhältniß deducirte; denn betrachtet man ſeine Angaben(B. 2, S. 121) in Betreff der Fütterung und Einſtreu, ſo ergibt ſich ein noch weit größeres Verhältniß zu Gunſten der kräftigen Futterſtoffe, als ich es angegeben habe. III. Verhältniß der Wurzeln zum Strohfutter: 9 a) Wenn die Viehzucht begünſtigt: w: 3: 1; alſo 8; b) wenn zu viel Stroh verfüttert: w:s= 4:1; alſo s= w; und c) wenn die Viehzucht nicht vernachläſſigt, aber auch nicht be⸗ jünſtigt wird: w:s= 37: 18,5= 2:1; alſo s= 2 IV. Verhältniß des geſammten kräftigen Futters zum Futter⸗ ſtroh: a) Bei Pferden k:s“= 7:4(. 216); b) beim Rind(§. 227, C. 1) k:s“= 2,2: 1, und 5 bei den Schafen(§K. 232) k:s“= 10:1. V. Verhältniß des Futterſtrohes zum Sirinſeh. 9) bei Pferden s“:s= 1:1,67; b) beim Nind 8““:s= 1,23:1, und c) bei Schafen:s= 1:2. Alſo im Durchſchnitte aller Thiergattungen: s“:s= 1,07: 1,55 oder 2:3 näͤherungsweiſe, d. h. in gut betriebenen Wirthſchaften ſoll das Ernteſroh mit zwei Theilen als Futter⸗ und mit drei Theilen als Streuſtroh veranſchlagt werden. VI. Verhältniß des geſammten Futters zur Streu: a) bei Pferden k+ s“:s= 4:1; b) beim Rind k+† 8:s= 4:1, und c) bei Schafen k P s“:s= 5:41. Im Durchſchnitte(kk+ s):s= 4:1; d. h. das Streu⸗ ſtroh beträgt den vierten Theil des geſammten Futters. §. 236. Die bisher entwickelten Formeln beziehen ſich lediglich auf die Ernährung und Düngererzeugung der Hausthiere, ohne den Zu⸗ ſammenhang zwiſchen der Nahrung, dem Körpergewichte und der Erzeugung der Nutzungen näher anzuzeigen. Um auch dieſen Zweck zu erreichen, muß ſich die Statik des Landbaues auf die allgemeinen Erfahrungen, welche zwiſchen der Conſumtion und Production eingeholt wurden, ſtützen und von dieſen die Formeln deduciren. Da jedoch einerſeits die Vorurtheile gegen den Genuß der Producte der Pferde noch nicht beſeitigt ſind, und andererſeits die Erfahrungen über die Schweinezucht einer ſtatiſchen Betrachtung futten beda I Fett d emſel t 5 derden z alſosD. 0 ſ 8—v; m auch nicht e 8 zum Fut⸗ „Und chnitte alle erungsweiſe ſoll daß ⸗ und mit t werden. as Streu⸗ eſammten glich uffdi ne den Zu⸗ hte und der Statik des wiſchen der n und von Genuß der rerſeits di etrachtung 233 noch nicht fähig ſind, ſo ſoll das fragliche Verhältniß bloß beim Rind und den Schafen unterſucht werden. A. Rind. §. 237. Die Erfahrungen, auf welche ſich der Calcul beim ausgewach⸗ ſenen Rind ſtuͤtzen kann und muß, ſind: a) daß mit 100 Pfund Heu oder auf Heu reducirten Futterſtoffen S Pfund Fleiſch und Fett oder 80 Pfund Milch, nebſt der Er⸗ nährung des Kalbes, erzeugt werden können, und b) daß das Conſervations⸗ oder Erhaltungsfutter 1 ⅛ pCt. des lebenden Gewichts und ebenſoviel das Productions⸗ oder Nutzungsfutter beträgt. Bezeichnet man das lebende Gewicht eines Rindes mit g, die Zeit ſeiner Ernährung mit n und den täglichen Futterbedarf mit x, 2 ſo hat man: 100: 13—&: X; alſo 1 100= Le r Se, da he has X= 13= 300 25, h. das tägliche Conſervationsfutter beträgtden 60. Theil des le⸗ benden Gewichts. Druͤckt man den Futterbedarf in der Zeit n mit X aus, ſo iſt X E= 55„n der Futterbedarf für n Tage. Da das Nutzungsfutter ebenſoviel, wie das Conſervations⸗ futter beträgt, ſo gelten die Formeln auch für den erſtern Futter⸗ bedarf. §. 238. Will man nun wiſſen, um wieviel ein Rind an Fleiſch und Fett durch einen beſtimmten Zeitraum zugenommen hat, wenn man demſelben täglich das Futterquantum f reicht, ſo kann dieſe Frage mit Hilfe der angeführten Sätze auf folgende Art beantwortet werden: Iſt das Gewicht des Thieres g und ſeine tägliche Zunahme z, ſo hat man: e das anfängliche Gewicht, g+ 2 das Gewicht nach einem Tag, g+† 22 ⸗.„ zwei Tagen, g+ 31 ⸗ 2„ drei Tagen, g+ 42 das Gewicht nach vier Tagen; alſo g+z*)⸗ ⸗ n— Druͤckt man das Gewicht des Thieres nach u Tagen durch G— aus, ſo hat man G= g+. n2. Das Conſervations⸗Futter dieſer Gewichte beträgt: g— am erſten Tage 60 rſten Tage, g2+†. 60 am zweiten Tage, g+ 2 2 60 g+ n2 60 Werden dieſe Ausdrücke ſummirt, ſo erhält man das ganze Con⸗ uißianafte(c) in der Zeit en, oder e n)(2& † n 2) n 56 2 60 2 Da f das tägliche Aun7, anzeigt, ſo iſt f. n das in u Tagen ge⸗ reichte Futter. Wird von dem geſammten Futter das zur Erhaltung des Thieres in statu quo erforderliche Futter oder c abgezogen, ſo erhält man das Productionsfutter oder p= f. n— e, und für c der Werth geſetzt, gibt: t 2 gTnzYn 120 f. n— 2 gn— n2 p— 1. n—=S— am dritten Tage ꝛc.; alſo am nten Tage. 60 2 129 Da mit 100 Pfund Heuwerth 8 Pfund Fleiſch und Fett erzeugt werden und das Erzeugungsfutter p beträgt, ſo hat man, wenn man das ganze Erzeugniß mit F bezeichnet, 100: 8= p: F; alſo: *) Das letzte Glied ſoll g+(n— 1) 2 ſeyn; allein da dadurch die For— meln ſehr complicirt erſcheinen würden, ſo iſt für den erſten Tag die Zahl 0 ſtatt 1 zu ſetzen, um das urſprüngliche Gewicht des Thieres zu erhalten. .. g g+ z g+ 22 g+† n2.. -—— —) Die Ausdrücke: 66⸗ 76 665:. 66 bilden eine g+nz 60 arithmetiſche Reihe, bei welcher 55 das erſte und das letzte Glied iſt. Da aber die Summe einer ſolchen Reihe gleich iſt dem erſten, mehr dem letzten Gliede, multiplicirt mit der halben Anzahl der Glieder, ſo hat man: 4 † 3„ 1—)2. da n Glieder ſind. 60 alſo Lagen durc agt: 48 ganze Gon⸗ in Tahen ge⸗ ur Erhaltung gezogen, ſi e, und für n— E2 Fett erzeugt 7, wenn mau h; alſo: zurch die For⸗ Jdie Zahl 0 erhalten. bilden eine letzte Glied , mehr dem ſo hat mah! 8 p 2. p 100 25 Wird für p der Werth ſubſtituirt, ſo erhält man: — 120 f. n— 2 gn— n2 2 25 12⁰ Da bei ausgewachſenen Thieren die Zunahme am lebenden Ge⸗ wicht in dem Anſatze von Fleiſch und Fett beſteht, und 2 die täg— liche, alſo z. n die geſammte Zunahme anzeigte, ſo iſt auch n. 2.— F d 2 7/120 f. n— 2 gn—*2 0 3.———— er n. 2 25 LU 120 F Wird dieſe Gleichung miten dividirt und dann reducirt, ſo er⸗ 120 f— 2 g— n2 1500 1500 z+n z= 120 f— 2, oder 2z(1500+ n)= 120 f— 2:, mithin hält man z=; alſo 120 f— 29, 4 — als die tägliche Zunahme des Thieres, 1500 Tn. nachdem es n Tage genährt wurde. Geſetzt, Jemand ſtellt einen Ochſen von 1000 Pfund Gewicht zur Maſtung auf und verfüttert täglich, während vier Monaten oder 120 Tagen, 33 Pfd. Heu, ſo iſt= 1000, f= 33 undn= 120, 120. 33— 2. 1000 1960 1,22 5 Pſund —— 1 Pfund, 1500+ 120 1619 4 Pf mithin 2= d. h. der Ochs nimmt täglich näherungsweiſe um 1 Pfund zu. Da aber G= g+ n 2;n— 120; g= 1000 und 2= 1,225, ſo iſt auch G= 1000+ 120. 1,225= 1147 Pfund; d. h. ein Ochs von 1000 Pfund wiegt nach 4 Monaten 1147 Pfund, oder ſeine Zunahme an Fleiſch und Fett beträgt 147 Pfund. Da im Durchſchnitte bei 100 Pfund Zunahme das Unſchlitt 18 Pfund beträgt*), ſo ſind die 147 Pfund Zunahme zuſammen⸗ geſetzt aus 120,54 Pfund Fleiſch, und 26,46 ⸗ Fett. *) Reſultate der k. k. ſteiermärk. Landw. Geſ., von Dr. Hlubek, Grätz 1840, S. 73. §. 239. Werden in die Gleichungen: 2 g Pn 2 120 fn— 2 gn— 2 =(ur⸗ udr= 5 120 für die obige Werthe geſetzt, ſo erhält man ( 1000— 420.1, 22 S)a⸗ 2147 120 — 2 60 2 2147 Pfund als das ſonte Conſervationsfutter, und 120.33. 120— 2. 1000. 120— 120. 120. 1,225 12⁰ = 1813 Pfund als das geſammte Productionsfutter, alſo zuſam⸗ men 3960 Pfund Heu*). P— §. 240. Setzt man in die Gleichung G= g+n2(§. 238) für 2= 120 f— 2 g den Werth, ſo hat man 1500 Tn. — 120f— 2g 1500- †ag-†(120— 2) 5( 1500 n) 1500+n 1500 g Png+. 120 nf— 2ng 1500+† 120 nf— ng 1500 Tn 1500£+‿n als die allgemeine Formel zur Beſtimmung des Gewichts eines ge⸗ mäſteten Ochſen. Es ſey, wie fruͤher: g= 1000, n ꝛ= 120 und f= 33, ſo er⸗ hält man durch Subſtitution: 1500. 1000+ 120.33. 120— 120. 1000 1500+ 120 1975200— 120000 1620 §. 238 nachgewieſen wurde. = 1146 Pfund; gerade ſo viel, als *) Die kleine Differenz, die zwiſchen den beiden Futterarten Statt fin⸗ det, rührt daher, weil das tägliche Futterquantum mit 33 Pfund und das Gewicht des Ochſen mit 1000 Pfund veranſchlagt wurde. Dieſem nach be⸗ trägt die tägliche Fütterung 3,3 pCt. des lebenden Gewichts, während ſie den §. 237 angeführten Erfahrungen zufolge 3,33 pCt. betragen ſollte. Aus das Gett den kann ſtung un ſelnen E hekannte 4) der Naf G. 150 der Muſt Geſe Rrung entſteht Frage 8= 11 r, alſo ziſan 238) für z⸗ hts eines ge⸗ = 33, ſo e⸗ ten Statt ſi⸗ pfund und di teſem nach be⸗ während ſe de lte. 2 ₰ §. 241. 1500.g-+‿ 120 fn—gn. 4 2u— 8“ nach welcher 1500+n. das Gewicht eines gemäſteten Ochſen zu jeder Zeit berechnet wer⸗ den kann, ſobald ſein urſprüngliches Gewicht, die Dauer der Ma⸗ ſtung und das tägliche Maſtfutter gegeben ſind, laſſen ſich die ein— zelnen Größen leicht berechnen, falls man ſie ſucceſſiv als un— bekannte anſieht. a) Sucht man aus dieſer Gleichung zuerſt das n oder die Zeit der Maſtung, ſo hat man: G.(1500+ n)= 1500 g+ 120 fn— ng, oder 1500 G+nG= 1500 g+ 120 fn— ng, 1500 G— 1500g— 120 fn—nG ng, 1500(G— g)= n(120 f—(G+ 9)), und hieraus: ꝗ1500(6— 9) 120f—(G+ 9) der Maſtung. Geſetzt, ein Ochs von 1000 Pfund ſoll bei einer taͤglichen Füt⸗ terung mit 33 Pfund ein Gewicht von 1146 Pfund erhalten; es entſteht nun die Frage: Wie lange ſoll er gemäſtet werden? Dieſe Frage beantwortet die eben entwickelte Gleichung füren; denn es iſt G= 1146, g= 1000 und f= 33; alſo 1 800(1446 100)— 50000 120 n= 120.33—(1146+ 1000) 1860 d. h. die Maſtung muß durch 120 Tage fort⸗ geſetzt werden, wenn der Ochs um 146 Pfund zu⸗ nehmen ſoll. b) Wird das f geſucht, ſo hat man: 1500(G—)= n. 120 f— n(6+), und hieraus: 1 1500(6G— g)+†n(G+ g)— 25(6= G+ g 120 n 2 n 120 als die allgemeine Gleichung für den täglichen Futterbedarf. Soll ein Ochs von 1000 Pfund ein Gewicht von 1146 Pfd. in 120 Tagen erlangen, ſo entſteht die Frage: Wieviel Futter muß er täglich erhalten? Da g= 1000, G= 1146 und n= 120 iſt, ſo iſt auch: 25 1146+ 1000 —(1146— 1000)+†— 2.120 120 Aus der Gleichung G= als die allgemeine Gleichung für die Dauer ——y 3650 2146 —= 15,2 17,8= 33 Pfund. 240 420. 2t 17 Pf c) Will man das geſammte Maſtfutter wiſſen, ſo braucht man nur die sub b angeführte Gleichung mit der Dauer der Maſtung oder n zu multipliciren. Bezeichnet man dieſes Futter mit F, ſo 25 dGPo. hat man: F—S 2(G— g)+ 6 Iſt abermals G= 1146, g= 1000 und n= 120, ſo iſt: 25 3650 = 2(1146— 1000)+ 1146+ 1000=„, + 2146= 3971 Pfund; d. h. es müſſen 3971 Pfund verfüttert werden, wenn der Ochs in 120 Tagen um 146 Pfund zunehmen ſoll. d) Auf gleiche Weiſe erhält man G(1500+ a)— 120 f. n 8— 9) als die allgemeine Formel 1500— n zur Beſtimmung des anfänglichen Gewichts eines ausgemäſteten Ochſen. Haben die Buchſtaben die vorigen Werthe, dann iſt — 1146(1500+ 120)— 120. 33. 120— 3 1500— 120 1856,520— 475200 1380 Man kann alſo aus dem Gewichte nach der Maſtung, dem täglichen Futterbedarf und der Dauer der Maſtung das urſprung⸗ liche Gewicht eines Ochſen beſtimmen. §. 242. Um die Gleichung für die Milchproduction zu finden, muß zu⸗ gleich auch von der Erfahrung ausgegangen werden, daß bei einer gut melkenden, ausgewachſenen Kuh das geſammte Productions⸗ futter oder p zur Erzeugung der Milch und der Ernährung des Fötus verwendet wird**). Iſt g das Gewicht einer Kuh, ſo iſt das tägliche Conſerva⸗ = 1000 Pfund. g„ g. n tionsfutter oder ce=— 3——. f c 60⸗ alſo für n Tage= 60 *) Eine gut melkende Kuh wird ſelbſt bei der reichlichſten Ernährung nicht dedeutend fett. 9 des F die geſt 10 Pfund. ſo brauctan er der Maſu uutter mit h neine Fotn ausgemäſten dann iſt — laſtung, den das urſprün⸗ den, muß zu⸗ daß bei eine roductiond⸗ aͤhrung des e Conſerva⸗ rnährung rit 239 Da das ganze Futter n. f iſt, ſo iſt das Productionsfutter E. 60 f=An 60 .(604ss) oder p—nf— Da ferner mit 100 Pfund Heuwerth nebſt der Ernährung des Fötus 80 Pfund Milch producirt werden, ſo hat man, wenn die geſammte Milcherzeugung mit m bezeichnet wird: 80. p 4 — 1 100 5 100:80= p:m, alſo m= Setzt man für p den Werth, ſo erhält man: 4 HI n. 3 m= 50(60f: g)= 75(60 f— 9) als die allgemeine Gleichung zur Berechnung der Milchproduction aus einer beſtimm⸗ ten Menge Futters. Geſetzt, eine Kuh von 600 Pfund lebenden Gewichts erhält täglich 20 Pfund Heu oder auf Heu reducirtes Futter, und man will wiſſen, wieviel Milch eine ſolche Kuh jährlich liefert, ſo er⸗ hält man die Antwort, wenn man die Werthe für die Buchſtaben in der Gleichung m= 77(60 f— g) ſubſtituirt.. Es iſt näm⸗ lichn= 360 Tage, 1= 20 Pfund und g= 600 Pfund, mit⸗ hin m=(60. 20— 600)= 21009= 2880 Pfund 7⁵ 75 Milch. Rechnet man die Maß zu 2 ½ Pfund, ſo geben 2880 Pfd. 1112 Maß Milch. Setzt man dieſelben Werthe in die Gleichungen g. n —— 60 n „ und p= 0(601 5)) ſo hat man: — 600 360= 3600 d 6 60—„ un 360 P—— 60 1 d. h. die Kuh hat die eine Hälfte des Futters zu ihrer Erhaltung und die andere zur Milchproduc⸗ tion und der Ernährung des Fötus verwendet. (60 20— 600)= 3600 Pfund, §. 243. n Betrachtet man die Gleichungm= 5(60 f— 9) näher, ſo laſſen ſich aus derſelben mehrere Folgerungen ziehen: 1. Iſt das Gewicht der Kühe einer Wirthſchaft gegeben oder iſt g conſtant, dann hängt die Milchproduction lediglich von der Fuͤtterung ab, und man kann aus der Milchproduction die Fütte⸗ rung berechnen; denn man hat: 75. m= 60 fn— gu, oder 75 m †gn= 60 fnz alſo 75 m+gn f=. Es ſeym= 2880, n= 360 undg= 600, 60 n ſo hat man: — 75 2880+ 600 360 432000„0„ e 60 360= s o Pide, da eine Kuh von 600 Pfd. lebenden Gewichts, wel⸗ che jährlich 2880 Pfd. Milch liefert, muß täglich 20 Pfd. Futter im Herwerihe erhalten. 2. Die Form der Gleichung m= 5(60 f— g) zeigt an, daß 0 mnur dann ein Marimum wird, wenn 60f— g ein Marimum iſt. Dieſer Ausdruck kann aber nur dann ein Marimum werden, wenn g= 0, d. h. wenn es möglich wäre, das ganze Futter in Milch zu verwandeln, ohne einen Theil zur Erhaltung des Thieres zu ver⸗ wenden. Da dieß unmöglich iſt, ſo kann ſich der Ausdruck einem Ma⸗ rimum nur dadurch nähern, wenn f größer und g kleiner wird, d. h. eine kleine Race, reichlich genährt, gibt mehr Milch als eine große, wenngleich nach Verhältniß ihrer Zahl und ihres Körpergewichts dieſelbe Menge Futters verwendet wird. Wären die Kuͤhe bloße Maſchinen, dann waͤre es in Beziehung auf die Milchproduction ganz gleichgiltig, ob man 40 Pfd. Futter einer Kuh von 1200 Pfd., oder 2 Kühen von 600 Pfd. Gewicht reicht; denn es 3 m— 5(60 40— 1200)= 5760 im erſten, und 2. 360 m— (60 20— 600)= 5760 Pfd. Milch im zweiten Falle. Da Menge Gleicht der Lan bei der Thiere 3. keunt m ner Küh beſtium 75 Tungvi⸗ Erfahr Jüng daß m Gewic iinem de *9) näher gegeben an iglich von de on die giit⸗ fn; alſo mdg=(o00 0 Pfd., d hts, wel z täͤglit zeigt an, di Varimum iſt rden, wenn in Milch zu eres zu ver⸗ keinem M⸗ rwird, d. zeine große pergewich Beziehung Pfd. Futter d. Gewicht „und . Micch im 241 Da jedoch jedes Individunm einer Art nur eine beſtimmte Menge thieriſcher Stoffe zu erzeugen vermag, ſo erhält dadurch die Gleichung eine Beſchränkung in ihrer praktiſchen Anwendung, und der Landmann wird nicht nur bei der Milchproduction, ſondern auch bei der Maſtung naturgemäß verfahren, wenn er nicht zu koloſſale Thiere hält*). 3. Sind in einer Wirthſchaft die Größen fund m gegeben, oder kennt man das tägliche Futter und die jährliche Milcherzeugung ſei⸗ ner Kühe, ſo läßt ſich auch mit Hilfe dieſer Größen ihr Körpergewicht beſtimmen; denn man hat: 75m= 60 fn— gn, oder gn= 60 fn— 75 m, und hiermit: 60 fn— 75 m 75 m —— f —Q—— 11 n Iſt m= 2880, n= 360, und f= 20, dann hat man: 75.2880 9— 60. 20—— 1 360 d. h. eine Kuh, die jährlich 2880 Pfd. Milch er⸗ zeugt und täglich 20 Pfd. Heu zu ſich nimmt, hat ein Gewicht von 600 Pfd. §. 244. Zum Behufe der Ausmittelung gleichartiger Formeln für das Jungvieh, von der Geburt bis zur Zeit der Paarung, muß von der Erfahrung ausgegangen werden, daß der tägliche Futterbedarf beim Jungvieh den vierten Theil ſeines lebenden Gewichts beträgt, und daß mit 100 Pfd. Productionsfutter 10 Pfd. Zunahme am lebenden Gewichte erzielt werden**). 8 — 1200— 600= 600 Pfd., *) Die Lebenskraft iſt die Urſache der Umwandlung der Vegetabilien in thieriſche Stoffe; allein ihre Intenſität ſteht nicht im geraden Verhältniſſe mit dem Körpergewichte, oder ein Thier von 1200 Pfd. Gewicht vermag nicht aus dem Grunde noch einmal ſoviel thieriſche Stoffe zu erzeugen, als ein an⸗ deres von 600 Pfd., weil es noch einmal ſoviel frißt. Werfen wir einen Blick auf das geſammte Thierreich, ſo finden wir ſehr viele Erſcheinungen, welche die Behauptung rechtfertigen, daß die Intenſität des Lebens in Beziehung auf die Propagation und die Erzeugung thieriſcher, direct nutzbarer Stoffe in einem reciproken Verhältniſſe mit der Größe der Thiere einer Species ſteht; und ich halte es für einen Mißgriff vieler Landwirthe, welche bei der Paa⸗ rung und Pflege ihres Rindes die Erzeugung von Elephanten beabſichtigen. **) Rechnet man bei jungen Thieren das Verhältniß des lebenden Ge— wichts zum Schlächtergewichte wie 2: 1, ſo werden mit 100 Pfd. Heuwerth bloß 5 Pfd. vom letztern Gewichte erzeugt, und hierin liegt der Grund, war⸗ um ſich junge Thiere nicht ſo leicht mäſten laſſen, als bereits ausgewachſene. Würde das Jungvieh den Mehrbedarf an Futter bloß zur Vermehrung der Knochen verwenden, dann würde ſeine Fleiſch- und Fettproduction ebenſo Hlubek's Statik. 16 Behalten die Buchſtaben die vorige Bedeutung, dann hat man: 1— füͤr das tägliche Futter; 6G g Pnafür das Gewicht nachen Tagen; Ag E n2N n,. =——— d— für das Conſervations⸗, und 60 2 120 fn— 2gn— nz pP— für das Productionsfutter(§. 238). 120 Da mit 100 Pfd. Heuwerth 10 Pfd. Zunahme am lebenden Gewicht erzielt werden, ſo hat man: 10 p p„— 100:10= p: xz alſo x=——=—:; und fürp den Werth 100 10 ſubſtituirt, erhält man: 120fn— 2gn— n 2 X— 1200 Da die tägliche Zunahme mit ² bezeichnet wurde, ſo beträgt die— ſelbe nachen Tagen n. z, und es iſt nz= x; alſo auch: 120 fn= 2 gn=n.—. n2— 1200„mit n dividirt und reducirt: 1200 2z+n2= 120f— 2; alſo: 120 f- 2 G 1200 n Zunahme nachen Tagen. Setzt man in 6= g Pnz für 2 den Werth, dann erhält man: 120fn— 29n 1200 g+†gn+ 120 fn— 2 g1 als den allgemeinen Ausdruck für die tägliche G g.+— 200 1n 1200+n 1200 g+ͤ120 fn— gn s dis al de Glen d des — 1200+n als die allgemeine Gleichung für da Gewicht des Kalbes nachen Tagen. Q Daf= T ſo iſt auch: groß ſeyn wie bei ausgewachſenen Thieren; denn da die Knochen den fünften Theil des Körpers betragen, ſo muß von der Zunahme pr. 10 Pfund der fünfte Theil abgezogen werden, und es verbleiben 8 Pfd. als die Production an Fleiſch und Fett. 9 C 66 nach 6 7 ſelbe wegen Wolle - Gewie nicht fürd ſo dann hat ue „ und utter(g. 295 e am lebenden ür p den Vent beträgtd nd reducirt. die tägliche ahäͤlt mn Ofu— 291 — 1 ung für das n den fürfte 10 Pfund der je Produtin 1200g+O 120 gn— g 4 4800 G̃+ℳ 120 sn—1 gu 1200+n. 5 4800+ 4n 4800+ 116 gn 4800+ 41 Hat das Kalb bei der Geburt ein Gewicht von 60 Pfd., ſo wiegt es nach einem Jahre: 4800.60+ 116.60.360 2793600 6——— 447. Pfd. 4800+ 4. 360 6240 Die weitern Folgerungen aus dieſer Gleichung können auf die— ſelbe Weiſe gezogen werden, wie es§. 241 geſchehen iſt. B. Schafe. Bei ausgewachſenen Schafen, welche bloß der Wollproduction wegen gehalten werden, muß das Nutzungsfutter oder p bloß der Wolle zur Laſt gelegt werden. Rechnet man das Erhaltungsfutter zu 1 ½ pCt. des lebenden Gewichts, und das Thier nimmt bei der„lrzengu an Körper 2 2+n⸗ nicht zu, dann iſt ebenfallsce=-6———) der Ausdruck für das Conſervationsfutter eines Srh r n i wagen, wobei ſich 2z lediglich auf den Wollzuwachs bezieht, welcher fortwährend bis zur Schiu auf dem Körper ernährt werden muß. Das Productionsfutter öden 1 iſt ebenfalls 120fn— 2 gn— n:* 120 Da mit 100 Pfd. Heuwerth im Durchſchnitte 1,25 feine oder 2,5 Pfd. grobe Wolle producirt werden, ſo hat man: 100:1,25= p:X für den erſten, und 100: 2,5=— p:y 6=— für d iten Fall tthi 1,25 p d 2,5 p ür den zweiten Fall; mithin: x=—, undy=—. 3 Jall; mithin:= 100 9100 Wird für p der Werth ſubſtituirt, ſo ergibt ſich: 1,25 120fn— 2 gu— n2— 170 fo Ten n⸗ ————, und 100 12o 9600 2,5 120 fn)— 2 gn— n?*2— 120h 234 u 2. ———————— x. 1400 120 41800— *) Da der tägliche Zuwachs im zweiten Falle ein anderer iſt wie im erſten, ſo muß das ²z auch ein anderes ſeyn; daher iſt es mit ²' bezeichnet worden. 16* 244 Da der tägliche Zuwachs iſt, ſo iſt. n der Zuwachs nach n Tagen, und es iſt.n= x, und 2.,= y. Es iſt daher auch: 120 fn— 2 gn— n122 12— 9600„ und 120fn— 2 gn— n*2 n 2— 1306„oder 1201 13 d — un 4 9600+n 120 f— 2 „— — als der allgemeine Ausdruck fuͤr den täͤg⸗ lichen Zuwachs an Wolle. Drückt man den Zuwachs nach n Tagen durch Z und Z' aus, dann erhält man die allgemeinen Gleichungen für das Wachſen der Wolle durch n Tage. 120 fn— 2 gn — 9600 Tn. — 120fn— 2gn 480⁰0 Will man wiſſen, wieviel ein Merinoſchaf von 80 Pfd. Gewicht, welches täglich 2 Pfd. Heuwerth erhält, jährlich Wolle erzeugt, ſo braucht man nur für f= 2, n= 360 und g= 80 die Werthe zu ſubſtituiren, und man erhält: 120.2. 360— 2.80. 360 28800 2—.—— 3 Pfund, 9600 9 600 d. h. ein Merinoſchaf von 80 Pfund Gewicht gibt bei der täglichen Ernährung mit 2 Pfund Heu⸗ werth in einem Jahre 3 Pfund Wolle. „ und §. 245. Was die Folgerungen anbelangt, die ſich aus der Gleichung: 120 fn— 2 gn 9600+n ſich aus ihr die einzelnen Größen, wenn ſie alternativ als unbekannte angeſehen werden, ebenſo beſtimmen laſſen, wie es§. 241 bereits angegeben iſt. ziehen laſſen, ſo wird bloß bemerkt, daß — — muß! gen 3 pb! Heum werde 3 tung, uTa lin! bedat den gew wert dieſ ford beres ſchen wurde nce Erha auße vachs nach her auch für den i und Z aus Wachſen der d Gericht, rzeugt, ſo Werthe zu „3 Pfund icht gibt nd Heu⸗ hung: nerkt, dah nbekannte I bereitz 2‿ — —₰ §. 246. Wird bei den Schafen die Fleiſchproduction beabſichtigt, dann muß bei der Aufſtellung der Formeln von der Erfahrung ausgegan⸗ gen werden, daß das geſammte Futter bei erwachſenen Schafen 3 pCt. des lebenden Gewichts beträgt*), und daß mit 100 Pfd. Heuwerth als Productionsfutter 12 Pfd. Fleiſch und Fett erzeugt werden**). Behalten die§. 238 angegebenen Buchſtaben dieſelbe Bedeu⸗ tung, dann hat man G= g Pnzals das Gewicht des Thieres nach n Tagen. Da das Conſervationsfutter die Hälfte des geſammten, alſo 1 ½ pCt. des lebenden Gewichtes g beträgt, ſo hat man den Futter⸗ bedarf fuͤr einen Tag: 100: 1 ½— g: x; alſo: 3 g 200 Am zweiten Tage iſt das Gewicht des Thieres g+ 2; alſo das Erhaltungsfutter oder y: 3 100: 1 ½=2g+z:y, y=—(g †*). X— 200 Auf gleiche Art erhält man das Conſervationsfutter am nten 3 Tage, oder X= 200(g+† u 2). *) Bei den ſehr feinen Merinos glaube ich es mit 3 ½ pCt. veranſchla⸗ gen zu müſſen. Nach ſehr vielen Vergleichungen hat ſich ergeben, daß das Ourchſchnitts⸗ gewicht der Schafe mit 70 Pfd. und das tägliche Futter mit 2 Pfd. Heu⸗ werth veranſchlagt werden müſſen. Dieß beträgt 2,85 pCt. Obgleich man mit dieſem Futterquantum in ſehr ſorgſam betriebenen Schäfereien auslangt, ſo fordert doch die Natur unſers Gewerbes, daß die Voranſchläge nicht zu knapp berechnet werden, und daher rechtfertigt ſich der Anſatz mit 3 pCt. **) Bei Berechnung dieſer Production habe ich mich an die Raumer⸗ ſchen Verſuche gehalten, weil ſie mit wiſſenſchaftlicher Strenge durchgeführt wurden.(Möglinſche Annalen, B. 6, S. 96.) Nach dieſen Verſuchen beträgt die in Rede ſtehende Production 13 Pfd., wobei bemerkt werden muß, daß ich bei der Ausmittelung dieſer Zahl das Erhaltungsfutter gleich dem Productionsfutter geſetzt und die Wollproduction außer Acht gelaſſen habe. Die weitern Folgerungen dieſer intereſſanten Verſuche ſind: 1. Daß die Futterſtoffe bei den Schafen in dem,§. 224, Tabelle K, Rub⸗ rik 9, angegebenen Verhältniſſe zueinander ſtehen; 2. daß ſich das Schlachtgewicht zum lebenden wie 100: 184 ohne, und 100: 199, oder näherungsweiſe wie 1: 2 mit Wolle verhält, d. h. 184 P fd. lebendes Gewicht geben 100 Pfd. Fleiſch und Talg; und 3. daß ſich das Fleiſch zum Talg wie 680: 100 verhält, d. h. auf 680 Pfd. Fleiſch entfallen 100 Pfd. Talg. 246 Sar man den Futterbedarf der einzelnen Tage oder 3. g 3 —( †+† 2Z2).. 200 ‧200(8+ ²) 60* 9). 200 u2), ſo er hält man das geſammte Erhaltungsfutter oder 3 3 3 nZX n G. 238), od ————(S§. 23 oder =(2u s+ 200+ 200) 2 ( n 200 2 Iſt das tägliche Futter= f, ſo iſt nf das Futter, welches n Tage erfordern, und mithin: 6 g+†3nzX n nf— 2= p oder das Productionsfutter. Da mit 100 Pfd. Heuwerth 12 Pfd. Fleiſch und Fett erzeugt werden, ſo hat man: 100: 12= p: x, und x—=—„, und für p den Werth ſubſtituirt: 6(ne n 6 1a9(e 200 2) 56 100 1200 fn— 18gn— 9 n22— =— als den Ausdruck für den geſammten 10000 Zuwachs. Da aber dieſer auch= n. 2, ſo hat man: 1200 fn— 18gn— 9n 2 42—„oder 10000 41 200 f— 18 10000 9 n 1200 fn— 18ng 10000+ 9 das Thier durchen Tage gemäſtet wurde. Geſetzt, man mäſtet einen Hammel von 70 Pfd. durch 120 Ta⸗ ge, wobei das tägliche Futter 2 Pfd. Heuwerth beträgt, und man will wiſſen, wieviel er an Gewicht zugenommen hat, ſo hat man: f= 2, g= 70 und n= 120; alſo: Sals den täglichen, und als den geſammten Zuwachs, wenn 7— — Genau- Im durhg die guna her erze von dem gattunge wichts, 30 ſd der Odh Haume haltniß Be wie tsg ſich dan dbe fleiſc man bezal fekgeſte V E die A zuverl verwe Ninde 3 enſive ſind biirki täßig Taxe an 1 2), ſo t , oder lches uT jctionsſute. Fett erzeun für p d gn— 5 6, wenn 120 Ta⸗ und mant man: 200 2. 120— 18. 120. 70 126800 10000+9. 120 11080 (genau 11,44..) Pfund. Im§. 240 iſt gezeigt worden, daß ein Ochs von 1000 Pfd., durch gleichen Zeitraum gemäſtet, um 146 Pfd. zunimmt, waͤhrend die Zunahme bei einem Hammel von 70 Pfd. 12 Pfd. beträgt; da⸗ her erzeugen 12 Hammel ſoviel thieriſche Producte, als ein Ochs von dem angeführten Gewichte. Berechnet man bei beiden Thier— gattungen den geſammten Futterbedarf mit 3 pCt. des lebenden Ge⸗ wichts, alſo das tägliche mit 2,1 Pfd. bei den Hammeln und mit 30 Pfd. bei den Ochſen: ſo erfordern die 12 Hammel 3024 und der Ochs 3600 Pfd. Heuwerth durch 120 Tage, und der Preis des Hammelfleiſches ſtellt ſich zum Preiſe des Rindfleiſches in das Ver— hältniß 3024: 3600, oder näherungsweiſe wie 100: 120. Berechnet man hingegen dem Ochſen das Futter mit 3 ⅛ pCt., wie es ganz erfahrungsmäßig iſt, und den Hammeln mit 2 Pfd. täg⸗ lich, dann hat man 2880: 4000, oder näherungsweiſe 100: 140, d. h. wenn man für eine beſtimmte Menge Hammel⸗ fleiſch den Geldbetrag von 100 bezahlt, ſo muß man für ein gleiches Quantum Rindfleiſch 140 bezahlen— ein Verhältniß, welches mit dem durch den Verkehr feſtgeſtellten im Allgemeinen vollkommen übereinſtimmt. .§. 247. Es wüuͤrde noch eruͤbrigen, die erforderlichen Gleichungen für die Aufzucht der Lämmer aufzuſtellen; allein in Ermangelung von zuverläſſigen Erfahrungen ſehen wir uns genöthigt, auf dasjenige zu verweiſen, was in Betreff der Ernährung des Jungviehes bei dem RNinde geſagt wurde. Wenngleich die bildende Seite des Lebens bei dem Schafe in⸗ tenſiver erſcheint, ſo werden doch die Reſultate der für das junge Nind entwickelten Formeln keine bedeutende Differenzen mit der Wirklichkeit bilden, wenn nur für die Buchſtaben die erfahrungs⸗ mäßigen Werthe ſubſtituirt werden. 3 — — 1 SGiebenter Abfſchnitt. Von dem Erſatze der Erſchöpfung der Grundſtücke durch Stallmiſt. A. Im Allgemeinen. §, 248. Es ſind viele Verfahrungsarten, Dünger künſtlich zu erzeugen, theils projectirt, theils auch ſchon wirklich ausgeführt worden; allein keiner iſt noch bisher gelungen, den Stallmiſt entbehrlich zu machen*). *) Die Bereitung der Poudrette und Urate iſt ein Verfahren, welches in Sanitäts-Rückſichten bei großen Städten ſeine Begründung findet und von Seiten der Küchengärtner eine Beachtung verdient. Jauffret's Verfahren wird wahrſcheinlich bald ſeine Leiche zu Grabe begleiten; denn daß man aus 10 Ctr. Stroͤh durch eine Lauge, Erde und Gährung 40 Ctr. des kräftigſten Düngers erzeugen könne, iſt ein Hohn, wel⸗ ſe der Pflanzenphyſiologie und Chemie dargebracht wird(Dingler's Journ., B. 66, S. 442 Die ungünſtigen Reſultate des Waibel'ſchen Verfahrens, das in einer Mengung des Stallmiſtes mit Erde beſteht und die Salpetererzeuguug zum nächſten Zwecke hat, findet man in den Oekonomiſchen Neuigkeiten 1838, S. 129. Ueber das Beatſon'ſche Verfahren habe ich meine Anſicht in dem Wirthſchaftskalender der k. k. Landw. Geſellſchaft in Krain, 1838, ausgeſpro⸗ chen. Ich bemerke hier nur, daß auf dem Titelblatte des Beatſon ‚ſchen Syſtems der Beiſatz„ohne Dünger“ ſo lauten ſoll: ohne Dünger, den ich nicht hinausführen, ſondern in dem Darmcanal der Thiere auf die betüderten Grundſtücke tragen laſſe, und daß, außer der Veränderung der phyſiſchen Be⸗ ſchaffenheit der Bodenbeſtandtheile, der Grund der Wirkſamkeit des Brennens des Bodens in der Fara day'ſchen Ammoniak⸗Spurenbildung zu ſuchen iſt. In Betreff der Ideen zur Begründung eines rationellen Düngerſyſtems von Joh. C. Lieber, Weimar 1836, iſt zu bemerken, daß Herr Lieber lieber hätte ſchweigen, als ein Gewäſche ſchreiben ſollen. Davy, der große Naturforſcher, hat nur künſtliche Köder für den Vogel— . und Fiſchfang erfunden. Den meiſten gegenwärtigen Literaten— beſonders de⸗ nen der Landwirthſchaft und Medicin— iſt es bereits gelungen, Köder für den Menſchenfang zu erfinden— d. h. Titelblätter zu ihren Werken zu erſinnen, mit welchen ſie das leſeluſtige Publicum zu fangen trachten.— Großer Davy! welch' ein Schüler warſt du noch in deiner Kunſt! 1 2 V Stallniſ G. A. Dünger Eo werden, keit, in di. in ven, mn ſixin V Vü ſhöpfur nockene Rinder faet b N d: ſindd und d V Rtung arin, nzeiger ſendern duß, — ¹) vict, Verhäl müng Hrundſtuct zu erzeugen ührt worden entbehrlich ihren, welches indet und von eiche zu Grabe *, Erde und ein Hohn, we⸗ gler's Jaur, a, das in eine rerzeuguug zun 1888, S. l Anſicht in den 38, ausgeſpti eatſon ſch nger, den ic die betüdertnn ohyſichen de des Brennels zu ſuchen if. düngerſyſtem derr Liebel ir den Togll beſonders de⸗ döder für de erſinnen, un er D ab)! 249 §. 249. Die Gleichung fuͤr die Erſchoöͤpfung des Bodens iſt: 1 1 W 51+ b.- 5)(F. 178). — 1' e Da für jeden Grad Erſchöpfung 1 Ctr. trockenen, mürben Stallmiſtes erfordert wird(§. 104), ſo muß die Gleichung: f 1 1 1———(2 3——* —10*‿ε τ)- 6) (§. 202) zum Behufe der Vergleichung der Erſchöpfung mit der Dungerproduction angewendet werden. Soll eine Wirthſchaft auf dem Beharrungspuncte erhalten werden, d. h. ſollen die Grundſtücke in einer gleichen Ertragsfähig— keit, in Beziehung auf ihren Reichthum, verbleiben, ſo muß d= e, d. i. in einer Wirthſchaft müſſen jährlich ſo viele Centner trocke— nen, mürben Stallmiſtes erzeugt werden, als die jährliche Er— ſchöpfung der Grundſtücke Grade beträgt. Würde z. B. bei einem gegebenen Turnus die jährliche Er— ſchoͤpfung 24000 betragen, ſo müßten 2400 Ctr. mürben, auf den trockenen Zuſtand reducirten Stallmiſtes erzeugt oder 40 Stück Rinder naturgemäß im Stalle genährt werden, wenn die Erſchöpfung gedeckt werden ſoll. §. 250. In der Gleichung: 17 4=— 10(t). 1 ſind die Gröͤßen f, g, w und s*) mit Kückſicht auf die Verwendung und die Art der Ernährung der Hausthiere beſtimmt worden. Wird aber d— e geſetzt, dann muſſen dieſe Größen eine Aen— derung in ihrer Bedeutung erleiden, und dieſe Aenderung beſteht darin, daß f, g, w und s nicht mehr das Futter- und Streuquantum anzeigen, welches eine beſtimmte Thiergattung jährlich erfordert, ſondern ſie zeigen au, wieviel Futter und Streu erzeugt werden muß, um den Erſatz für die Erſchöpfung leiſten zu können. *) Die Größe x, welche die Zeit der Abweſenheit außer dem Stalle an— zeigt, hat wohl einen Einfluß auf die Düngerproduction, nicht aber auf das Verhältniß der Größen f, g, w und sz daher erſcheint ihre nähere Beſtim— mung bei der gegenwärtigen Betrachtung überflüſſig. 250 Um die Aenderung der Bedeutung in der Gleichung ſelbſt er— ſichtlich zu machen, ſollen für f, g, w unds die Gröͤßen F“, GÄ, W’und S“ geſetzt werden. Dieſem nach iſt: 1* 4 4-(r 5 19,)(4—45———) §. 251. Da für den Beharrungszuſtand einer Wirthſchaft e= d“, ſo 1. w 10 1 1 iſt auch:(+ h 45 10(6+ W 6**) 1 (— 6—)(§K. 249) Da nach§. 178 die Buchſtaben g, h, l und w die Größe der Ernten der verſchiedenen landwirthſchaftlichen Pflanzen anzeigen, ſo werden die Werthe von F, G“, W“ und S'nicht mehr durch die Individualität der Thiergattungen und die Art ihrer Ernährung, ſondern durch die Größe der erzielten Ernten beſtimmt. Es entſteht nun die Frage, ob dadurch, daß die Groͤßen F“, G“, W“ und S“ als Functionen der Ernten erſcheinen, nicht ihre gegen— ſeitigen Verhältniſſe geändert werden, da durch eine ſolche Aen— derung ihrer wechſelſeitigen Beziehung eine neue Schwierigkeit in ihrer Beſtimmung, mithin auch in der Feſtſtellung des Verhältniſſes zwiſehen den direct und indirect verkäuflichen Pflanzen, eintreten würde? Dort, wo es ſich bloß darum handelt, den Erſatz für die Er⸗ ſchöpfung leiſten zu können, ohne die Viehzucht zu berückſichtigen, kann eine Aenderung der obigen Verhältniſſe zugegeben werden; wo hingegen die Viehzucht neben dem Ackerbau auf eine den Grund— ſätzen einer geſunden Oekonomie angemeſſene Art betrieben werden ſoll, dort kann von einer Aenderung der gegenſeitigen Verhältniſſe der Größen F“, G“, W“ und Sekeine Rede ſeyn, weil die Statik des Ackerbaues das Verhältniß des Ackerbaues zur Viehzucht nur dann feſtzuſtellen vermag, wenn die Hausthiere auf eine naturgemäße Art ernährt werden. Weder das Hungernlaſſen noch das Mäſten der Hausthiere bie— tet einen Anhaltspunct zu der Ausmittelung dieſes Verhältniſſes. Wenn alſo auch F“, G“, We und S'als Functionen der erzielten Ernten erſcheinen, ſo darf an ihrer gegenſeitigen Beziehung nichts geändert! und 232 dhiergatt lchen Fut Wirthſcha hen Eite Umj Futter⸗ un iiver dhie R haltend die Goß Wir 4 der Ausd udirt, ſ 4 auf ſd Etee '*4 216- Ftreut bedatſ zahld En W und hält ma da dalten n Frſchp ⸗ ung ſelſt ⸗ roßen P ie Größe de gen anzeign, ehr durch i Ernaͤhrung roößen F, 6, ihre gegel⸗ ſolche Aen⸗ ierigkeit in ſerhältniſſes , eintreten für die Er rückſichtigen, werden; ſo den Grund⸗ eben werden Verhältiſt Statik de jt nur daul gemäße Ri sthiere bi⸗ ltuiſſes er erzieltel aug nichte 251 geändert werden, d. h. jene Verhaltnißzahlen, welche§. 216, 227 und 232 zwiſchen dem Futter- und Streubedarfe der einzelnen Thiergattungen feſtgeſtellt wurden, müſſen auch zwiſchen dem ſämmt⸗ lichen Futter- und den Streumaterialien Statt finden, welche in einer Wirthſchaft erfordert werden, wenn ſie ihre Grundſtuͤcke in einer glei— chen Ertragsfähigkeit erhalten ſoll. Um jedoch das Verhältniß, welches zwiſchen dem geſammten Futter- und Streubedarfe einer Wirthſchaft Statt finden ſoll, von einer Thiergattung unabhängig zu erhalten, ſo ſeyen die Anzahl der zu haltenden Thiere, durch welche das Futter und die Streu, oder die Größen F“, G“, W“ und 8' in Dünger umgewandelt werden ſollen. Wird aus der Gleichung 12 1 1 „=(Æ= 16 G,4+w) Ts⸗ 6-4— 2 10 6 der Ausdruck: F++ G£‿ W+ S’ herausgehoben und durch n di⸗ vidirt, ſo gibt der Quotient die Menge des Futters und der Streu, welche auf ein Thier entfällt. Da aber fg w Ps den Futter⸗ und Streubedarf eines unbeſtimmten Thieres anzeigen, ſo iſt: F+ GW+8“ I1 =n+g+†w+s), d. h. der geſammte Futter⸗ und Streubedarf iſt gleich dem Futter⸗ und Streu⸗ bedarfe eines Thieres, multiplicirt mit der An⸗ zahl der zu haltenden Thiere. Subſtituirt man in der obigen Gleichung für die Größen F, G“, W und S“ die auf ein einzelnes Thier entfallenden Theile, ſo er— hält man:— f 1 1 d(2+ 1⁰ 6+*)(1—5—) als die Düngerproductionsgleichung füren Thiere.. fTg †yw Ps; alſo F+ 6GW 8 §. 252. Da in einer Wirthſchaft, welche auf dem Beharrungspuncte er⸗ halten werden ſoll, die jährliche Düngererzeugung den Erſatz für die Erſchöpfung leiſten muß, ſo muß: 1 g 1 W f 15 8 e— 26˙3+h †+† 2+ 5)=e” 21). 1* 6———) als die Gleichung für den Beharrungszuſtand er⸗ 6. ſo erhält man die viel einfachere Gleichung: e= a. n. e Aus dieſer Gleichung folgt: n=—, d. h. die Anzahl der wegen Düngererzeugung zu haltenden Thiere ſteht mit der Größe der Erſchöpfung in einem geraden, und mit der Düngerproduction eines Thieres in einem reciproken Verhältniſſe. 590 Iſt z. B. e= 500°, und 4= 350, ſo iſt n— 56— 10, oder es werden 10 Thiere, von welchen jedes 50 Centner trockenen Düngers erzeugt, erfordert, um eine Erſchoͤpfung von 500 ˙zu decken. Da bei einem conſtatirten Wirthſchaftsſyſteme e als eine con⸗ ſtante Größe angeſehen werden kann, ſo hängt in der Gleichung 6 1.— der Werth von n einzig und allein von dem veränderlichen 8 Werthe des a ab. Da jedoch a von dem Futter und der Streu, welche ein Thier erhält, abhängt, ſo muß n deſto kleiner ſeyn, je reichlicher, und deſto größer, je karger die Thiere genährt werden, d. h. der⸗ jenige, welcher ſeine Hausthiere karg ernährt, muß ein Heer von elend ausſehenden Thieren halten, wenn er ſeine Wirthſchaft auf dem Beharrungspuncte erhalten will. Da mit der Anzahl der zu haltenden Thiere einerſeits das In⸗ ventar⸗ und Betriebs⸗Capital zunimmt, und andererſeits die karg genährten Thiere keinen oder doch keinen angemeſſenen Nutzen ab⸗ werfen, und zudem vielen Krankheiten unterworfen ſind, ſo ruft die rationelle Oekonomie der Statik des Ackerbaues zu: Gebe dem Neu— e.. ner in der Gleichungen=— einen großen Werth, oder erhebe eine a reichliche Ernährung der Hausthiere zum Maßſtabe deiner Einheits⸗ bildung*). *) Die Wundermänner, welche mit Dampf und Maceration ihre Thiere zu nähren wähnen, werden die§. 224 zum Maßſtabe angenommene Fütte⸗ rung allerdings zu ſtark finden; allein da ich nicht für den Glauben, ſondern für die Einſicht ſchreibe, und dieſe in dem Geſagten einen zureichenden Grund In de it wiſch dder es i worden, einander! Sol den Aee ſellungd Gobald auf den! welchem Gewächſe ſchaft das tmerzeug M dd deß üönnwe 9 zu Dur Idarf It niſſe be niß der Ge de Grun und ſie duuſigt Slle — finden di Punder Waſſr Kann 8 trungszuſtad, 1 4. n. . die Aui enden Thie ng in ein uction eine tniſſe. 500 Sl Fentner träm 1500 ˙zu di e als einen der Gleich veraͤnderlic r Streu, well „je reichliche en, d. h. der ein Heer do Wirthſchaft ai erſeits das I⸗ erſeits die in enen Nutzen al ind, ſo rit Gebe dem Ner der erhebe eine iner Einhei tion ihre dlin nommene düt⸗ lauben, ſudn eichenden biu 253 §. 253. In der Gleichung fuͤr die Erſchöpfung: =(.. 2 5 iſt zwiſchen den Groͤßen g, h, l und wekein Verhältniß feſtgeſtellt, oder es iſt bei ihrer Aufſtellung darauf keine Rückſicht genommen worden, wie ſich die Getreide⸗, Handels⸗ und Futterpflanzen zu⸗ einander verhalten ſollen. So lange das zur Duͤngererzeugung benoöͤthigte Material auf den Aeckern nicht erzeugt wird, ſo lange erſcheint auch eine Feſt⸗ ſtellung der Verhältniſſe unter den Größen g, h, l und w überfluͤſſig. Sobald aber das Düngermaterial ganz oder wenigſtens zum Theil auf den Aeckern producirt werden, dann erſt entſteht die Frage: In welchem Verhältniſſe müſſen die direct und indirect verkäuflichen Gewächſe auf den Grundſtücken angebaut werden, wenn eine Wirth⸗ ſchaft das zur Deckung der Erſchöpfung erforderliche Düngerquan⸗ tum erzeugen ſoll? Mit Rückſicht auf die Groͤße der Ernten der Culturpflanzen wird dieſe Frage im Allgemeinen durch die Beharrungsgleichung: 17 kK-Kn, HenſeesrrLres)(1=4 (— 42.)= 2110061 ,)(s beantwortet(§. 25 1). In dem zweiten Theile dieſer Gleichung zeigten die Anzahl der zur Düngerproduction erforderlichen Thiere, und f, g, wunds den Bedarf an Futter und Streu eines Thieres an. Iſt die Thiergattung mit Rückſicht auf die Wirthſchaftsverhält⸗ niſſe beſtimmt, dann iſt auch der Werth, mithin auch das Verhält⸗ niß der Größen f, g, w unds gegeben. Geſetzt, bei irgend einer Wirthſchaft iſt die jährliche Erſchöpfung 1 1 W der Grundſtücke 690⁰‧˙, oder—(+h+† 5+ 2)— 6902, und ſie hält zur Düngererzeugung bloß Ninder, welche, ohne be— günſtigt noch auch vernachläſſigt zu werden, das ganze Jahr im Stalle genährt werden, dann iſt, nach§§. 223 und 225, lit. C.: finden dürfte, ſo bedarf es keiner weitern Entſchuldigung, warum ich an ihre Wunderſprüche nicht glaube. So eben leſe ich: Eine Hand voll Heu, in 6 Maß Waſſer gekocht, iſt in der Wirkung gleich 100 Pfd. trocken verfüttertem Heu. Kann es eine größere Unverſchämtheit geben? = 28 Ctr. Heu+ 37 Ctr. Futterſtroh— 65 Ctr., g= 180 Ctr. Gras, w= 0, unds= 30 Ctr. Streu. Da die Thiere im Stalle genährt werden, ſo iſt x= 0. Setzt man dieſe Werthe in die obige Gleichung, dann erhält man: 170=(2*e)*)=. n(32,5+ 18+ 30)= n 67, und hieraus: n=—= 10, d. h. die Wirthſchaft muß 10 Stück Rinder halten, um den Erſatz für die Er⸗ ſchöpfung der Grundſtücke leiſten zu können. Da der Bedarf an Futter und Streu bei einem Rinde gegeben iſt, ſo beträgt er bei 10 Rindern: 1800 Ctr. Gras oder 1620 Ctr. Klee, 280 ⸗ Heu,. 370 ⸗ Futter⸗, und 300 ⸗ Streuſtroh. Soll der ganze Futterbedarf auf den Aeckern durch die Cultur des Klees erzeugt werden und gibt dieſer einen Ertrag von 100 Ctr. Heu pr. Joch, dann muß eine ſolche Wirthſchaft: 6 Joch mit Klee,. 12 ⸗ ⸗ Sommerung, und 12 ⸗- ⸗= Winterung beſtellen, wenn ſie den Futter- und Streubedarf decken ſoll, d. h. der Futterbau muß ſich zum Halm— getreidebau verhalten wie 1:4. Die Düngerproduction der 10 Rinhe erhält man nach der all⸗ 5. gemeinen Gleichung: d= 6 r2— 5+ w)+†) 5 für die Stallfütterung, wenn für die Buch Faußen die Werthe geſetzt werden. Es iſt im vorliegenden Falle: f= 280+ 370= 650,g= 1800, 650„ 1800 5 = 0, und s= 300, daher d=—(+ 2c0) 5 2 ‿—‿ = 670 Ctr.; mithin gerade ſo viel, als die Erſchöpfung beträgt. Tabelle L zu§. 255. Zu Seite 255. Ueberſicht der relativen Erſchöpkung und des Erlatzes bei nachkolgenden Culturpklanzen. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. V Erſatz an mürbem V Namen Abſoluter Relative 8 im Bed en e erfen n den Werth des Erſatzes im Abſolute Menge, um en Stickſtoff bedarf zu der Ertrag Erſchö⸗ trockenen natürlichen 3 zn ezeunh i, a deelen, Von A nmer k u n g Pflanzen pfung Zultande Futter Streu Zuſammen Koggen Gelde Menſchen- Schaf- Pferde- RKinds- Gülle V— Pfunde Metzen kr. Ercrementen(Kinds-) V Koggen 4600 1,000 7706 3050 ſ 16580 920 4660 5,6 13 15 ſ 335 1152 1441 1865 8536 bee Weizen 4200 0,913 2100 7350 3360 840 4200 4,90 12 15 1079 1311 1668 2159 6118 Das Verhältniß des trockenen zum friſchen mürben Miſte Gerſte 3400 0,739 17⁰0 5950 2720 680 3400 3,96 9 55 855 1038 1321 1710 4845 iſt wie 1:3,5. Hafer 5200 1,130 2600 9100 4160 1040 5200 6,06 15 410 1149 1395 1775 2298 6511 Aus 100 Pfund trockenen Futters und Streu werden Hirſe 5400 1,173 2700 9450 4320 1080 5400 6,30 15 45 2060 2501 3184 4130 11675 a. 0nde doleenen mürden Stallmiſtes erzougt Kukurutz 12400 2,695 6200 21700 9920 2480 12400 14,46 36 10 549=2 6666 8487 10934 31121 inenieennch ger ürrneent undnt, vwinan⸗ Erbſen 5000 0,543 1250 4375 2000 500 2500 291 7 171. 4160 350561 6429 8320 23573 CmnGentner mirben ſeſhen Stalntet eſet 10 k. G. m. . 2 et 10 kr. C. M. Wicken 4000 0,434 1000 3500 1600 400 2000 2,33 5 50 3305 4013 5108 6611 18731 und der Metzen Roggen 2 fl. 30 kr. Mit Hilfe die⸗ Bohnen(Pferde⸗) 4200 0,456 1050 3675 1680 420 2100 2,45 6 7 ½ 3615 4390 5588 7231 20490 ſer Daten ſind die Rubriken 4, 5 und 6 berechnet Linſen 2500 0,271 625 2187,5 1000 250 1250 1,45 3 28 2033 2469 3143 4067 11525 worden, wobei die Brüche ausgelaſſen wurden. Buchweizen 2000 0,217 500 1750 8⁰0 200 1000 1,16„ 35 849 1031 1313 1699 18t5 a lihire eiſt. ei r. arichieit ieieiaer ben Klee(Hen) 8000 0,869 2000 7000 3200 800 4000 4,66 11 40 3685 4475 5696 7371 20886. e a, r ihnehhen Sne ee ſihe Luzerne 12000 1,304 3000 10500 4800 1200 6000 7,00 17 30 5510 6691 8516 11021 31228 üni den dedeitsdeio ae waße ineten, deenn Esparſette 3200 0,345 800 2800 1280 320 1600 1,80 4 40 1487 1806 2299 2975 8431 in vielen Fällen den Boden noch hereichern⸗ Kopftraut 13200 2,869 6600 23100 10560 2640 13200 15,40 38 30 13290 16133 20540 26531 75313 Belcher Erſaz dr. Foch dei dan verſchiedenen Foirthithaſto⸗ Nunkelrüben 5500 1,195 2750 9625 4400 1100 5500 6,41 16 A 13375 16241 20670 26750 75793 ſyſtemen geleiſtet werden muß, zeigt die§. 410 an— Weiße Rüben 7200 1,565 36600 12600 5760 1440 7200) 3,40 21l— 6110 11062 14079 18220 51625 Hr Helhnee aiel. Krantrüben 9000 1,956 4500 15750 7200 1800 9000 10,50 26 15 7137 3691 11061 14315 40369 ſmvatee in erichennneneen d de Lrnnes un MMüheen 4900 1,065 2450 8575 3920 980 4900 5,71 14 171 3323 4035 5136 6647 18833 den Excrementen erfordert wird, um den vorſtehenden Paſtinaken 7500 1,630 3750 13125 6000 1500 7500 8,45 21 52G 4671 5672 7219 9342 26471 Pflanzen den Stickſtoffbedarf zuzuführen. Kartoffeln 7500 1,630 3750 13125 6000 1500 7500 8,45 21 52 ½ 3990 4845 6167 7981 22613 Sieſe Rubrik zeigt nicht nur den relativen Werth der an⸗ Lein 1400 0,406 934 3269 1494,4 373,6 1868 2,17 5 256% 1652 2006 2554 3305 9365 e⸗rithiten Züngeranten am⸗ ſöndera ſie Haiſt zuae Hanf 3100 0,898 2066 7231 3305,6 826,4 4132 4,82 12 3 1 3363 4084 5198 6727 19060 nch, wie Wemig man bedarf, um die Pllanten i Rübſen 4200 1,217 2800 9800 4480 1120 5600 6,53 16 20 3514 4267 5431 7028 19915 deeen e, ge iheettns e de, Veznnnn da . 8 3 g es iſt, die Excremente der Gährung zu über— Raps 4200 1,217 2800 9800 4480 1120 5600 6,53 16 20 2824 34²9 4364 5648 16003 laſſen, bei welcher der Stickſtoff in der Form von Am⸗ Tabak 1400 0,304 700 2450 1120 280 1400 1,63 4 5 1623 1971 2509 3247 9200 moniak entweicht. Kümmel 2700 0,586 1350 4725 2160 540 2700 3,15 7 52% 1429 1735 2209 2858 8100 Krapp 1500 0,326 750 2625 l 1200 300 1500 1,75 4 22 919 1116 1421 1839 5211 atzes bei — 6. Erſatzes i Gelde fl. kr 12 55 12 15 9 55 5 10 5 45 36 10 . 17 5 350 6 7 3. 2 1 4⁰ 11 30 4 40 38 30 16 2 A 5— 6 15 4 14 1 52 1 52 5 26 13 16 20 16 A 41 ¹13 52 112 B. Insbeſondere. §. 254. Die Aufgabe des beſondern Theils der Erſatzlehre kann keine andere ſeyn, als die in dem allgemeinen Theile entwickelten Grund— ſätze und Regeln auf die einzelnen Culturpflanzen und Wirthſchafts- ſyſteme anzuwenden, oder in beiden Fällen das Verhältniß zwiſchen der Erſchöpfung des Bodens und dem zu leiſtenden Erſatz durchzu⸗ führen und mithin auch das Verhältniß zwiſchen den direct und in— direct verkäuflichen Pflanzen feſtzuſtellen. Dieſem nach muß der beſondere Theil der Erſatzlehre in zwei Unterabtheilungen zerfallen, von welchen die eine die einzelnen Culturpflanzen und die andere die einzelnen Wirthſchaftsſyſteme zum Gegenſtande hat. a. Von dem Erſatze bei den einzelnen Culturpflanzen. §. 255. Im§. 186 iſt die relative Erſchöpfung der Culturpflanzen nach Maßgabe ihrer Durchſchnittserträgniſſe an denjenigen Theilen angegeben worden, welche bei ihrer Cultur vorzugsweiſe beabſichtigt werden; da jedoch eine ſolche Trennung der Erzeugniſſe von dem Erzeugenden den bisher anerkannten Grundſätzen über Pflanzen- ernährung widerſpricht, ſo muß die relative Erſchopfung nach dem geſammten Erzeugniſſe berechnet werden. Zum Behufe einer ſolchen Berechnung ſoll die Erſchöpfung des * 9 g 4600 Roggens als Einheit angenommen, alſo 2 oder—= 2300 = 1000 geſetzt werden*9. 2 Da der Ertrag des Weizens 4200 Pfd., alſo ſeine Erſchöpfung 4200 = 2100 beträgt, und die des Roggens 2300, ſo hat man: *) Es darf jedoch nicht vergeſſen werden, daß dieſe Erſchöpfung nur für einen Boden von mittlerer Thätigkeit gilt, d. i. für einen ſolchen, bei wel— chem 150 Pfd. trockenen Stallmiſtes zureichend ſind, den Erſatz für 100 Pfd. Kornernte zu decken; denn da für 100 Pfd. Ernte 50 Pfd. Erſatz gerechnet werden, und das Verhältniß des Korns zum Stroh wie 1:2 iſt, ſo hat man, wenn x die Korn⸗ und y die Strohernte anzeigt: X+† y= 100, und xX: y= 1:2, oder y=— 2 x;z mithin Xx+. 2*— 100; alſo X— =— 33,33.„d. h. in der Ernte von 100 Pfd. ſind 33,33 Pfd. Korn enthalten, für welche ein Erſatz von 50 Pfd. gelei⸗ ſtet wird. Alſo werden für 100 Pfd. Kornernte 150 Pfd. trockenen Stall⸗ miſtes erfordert. 2100. 1,00 2300 2300: 2100= 1000: x; mithin x== 0,913 als die relative Erſchöpfung des Weizens. Der Ertrag der Gerſte beläuft ſich auf 3400 Pfd., alſo ihre 3400 = 1700. Erſchöpfung auf 2 Dieſem nach hat man: 2300: 1700= 1000: y; mithin 1790 4099 0,739 als die relative Erſchöpfung d ——— 7 a ie relati rſchöpfung der — 2300 Hopiung Gerſte. Auf gleiche Art kann die relative Erſchoͤpfung aller Cultur— pflanzen nach der allgemeinen Gleichung: T(e t.. e = 2( 1 5 berechnet werden(§. 178). Um die Ausführung ſolcher Rechnungen den praktiſchen Land⸗ wirthen zu erſparen, ſo ſind die Berechnungen bei allen Cultur— pflanzen durchgeführt und in der beiliegenden Tabelle L zuſammen⸗ geſtellt worden. Um jedoch dieſer Tabelle die großtmögliche prak— tiſche Anwendung zu verſchaffen, ſind in dieſelbe außer dem zu lei— ſtenden Erſatze auch noch der Bedarf an Futter und Streu, welche erfordert werden, um den Erſatz zu decken, ſo wie der Werth des Er— ſatzes aufgenommen worden. Die erſten drei Rubriken bedürfen keiner weitern Erläuterun⸗ gen, da bereits gezeigt wurde, wie die Zahlen der dritten Rubrik er— halten werden können. Bei der vierten Rubrik iſt das Verhältniß des trockenen zum friſchen Stallmiſte wie 1:3,5 angenommen worden, weil es das Ver— hältniß iſt, welches ſich nach den Reſultaten des VI. Abſchnittes als Durchſchnitt ergibt. In der fünften Nubrik iſt die Berechnung der Futter⸗ und Streu⸗ materialien nach dem Verhältniſſe 4:4 durchgeführt worden, weil das Futter zur Streu bei einer rationellen Ernährung unſerer Haus⸗ thiere in dieſem Verhältniſſe ſteht(§. 235, VD. Um den Werth des Düngers in der ſechsten Rubrik beſtimmen zu können, iſt der Durchſchnittswerth des mürben Stallmiſtes zum Anhaltot Eiſahru Der darnach die den Ant genden zu berec Un wir, do der Lor brik au erzielt, preis p I der Er Pfd. n leiſtet + *) —= ffd., aſt 90:7 rit rſchöping, —Haller Gui ktiſchen er allen Cult eL zuſamme nigliche pui er dem zu l streu, wele zerth des(i n Erläutern ten Rubrik trockenen zu eiles das de bſchnitt r⸗ und Etn vorden, u mſerer di rik beſtinm allmiſtsi 257 Auhaltspunct angenommen worden, welcher nach den bisherigen Erfahrungen 10 kr. C. M. pr. Ctr. beträgt*). Der Preis des Roggens iſt mit 2 fl. 30 kr. veranſchlagt und darnach der Werth des Miſtes in Roggenwerth berechnet worden. Die ſechste Nubrik bietet dieſem nach der doppelten Buchführung den Anhaltspunct, wie ſie den einer jeden Frucht zur Laſt zu le— genden Stallmiſt oder den Erſatz für die Erſchöpfung des Bodens zu berechnen hat. Um jedoch allen Mißverſtändniſſen zu begegnen, wiederholen wir, daß die in der Tabelle zuſammengeſtellten Reſultate nur unter der Vorausſetzung ihre Nichtigkeit haben, als die in der erſten Ru⸗ brik ausgewieſenen Ernten auf einem Boden von mittlerer Thätigkeit erzielt, die Hausthiere naturgemäß ernährt werden und der Roggen— preis pr. Metzen mit 2 fl. 30 kr. C. M. veranſchlagt wird. In allen übrigen Fällen muß die Erſchöpfung und mithin auch der Erſatz nach der allgemeinen Gleichung: 1 1 w e==ſa h.-— 2 2 5 für Bodenarten von mittlerer Thätigkeit berechnet werden. Für Bodenarten von raſcher Thätigkeit, d. i. bei welchen 200 Pfd. trockenen Stallmiſtes für 100 Pfd. Kornernte als Erſatz ge⸗ leiſtet werden müſſen, iſt die Gleichung: *) Nach Thaer w.„.. 8,4 kr. ⸗ Gaspartn.......... 27,0 ⸗ -⸗ Mayer. 8,6 » Klebe........ 9,0 ⸗ „» Honſtedt. 7o Zu Avignon, beim Krappbau. 15,4 ⸗ ⸗ Straßburg, beim Tabakbau 15,4 2 Marſeille, beim Weinbau...... 13,3 ⸗ „ Bödingheim in Baden 12,0 ⸗ „ Laibach in Krain 5,0 ⸗ ⸗ Grätz in Steiermark. 6,0 2 Wien......*...... 12, 2 In Böhmen 7 2 8 ⸗ 9 ⸗ ⸗ Mähren(Herrſchaft Selcwit) „» Steiermark. Durchſchnitt. 410 kr. (Reſultate der Wirkſamkeit der k. k. Landw. Geſellſchaft in Steier⸗ mark von Dr. Hlubek, Grätz 1840, S. 2.) Der Preis in den öſterr. Städten iſt derjenige, um welchen der Miſt da⸗ ſelbſt gekauft werden kann. Hlubek’'s Statik. 17 — õM——ʒ—ʒ—B—K—ʒ—ʒ—ʒ—ꝛ—B——— ² ren, Alkaloide und indifferente Stoffe, zu erzeugen. Nn Da aber den Pflanzen der Bedarf an Waſſer in zureichender umd Et Menge durch die Atmoſphäͤre zugefuͤhrt wird, ſo handelt es ſich bei ſſofen 258 2 v der direlte e—(*) und bei langſamer Thätig⸗ pfanzen keit, bei der die Haͤlfte des Erſatzes zureicht, iſt die Gleichung: aihde 6—= 3(+ h+ 4+ 5) anzuwenden. V den Zur Erlaäuterung des Erſchöpfungs⸗Coefficienten ⅛ ſoll Fol⸗ Tdle gendes bemerkt werden: rülnn d Iſt die Thaͤtigkeit des Bodens von der Art, daß 200 Pfd. trok⸗ bedirſ kenen Stallmiſtes für 100 Pfd. Kornernte als Erſatz erfordert wer— Grnde zn den, ſo entfallen auf 1 Pfd. Korn 2 Pfd. Stallmiſt. zuſtande Da in 100 Pfd. Ernte überhaupt nur 33,33 Pfd. Korn ent⸗ der Atno halten ſind, ſo werden für 100 Pfd. Ernte 66,66 Pfd., d. i. 6 baben. Ernte als Erſatz erfordert. in Auf gleiche Weiſe erhaͤlt man den Coefficienten ½, wenn der Di Erſatz von 100 Pfd. zureichend iſt, die Erſchöpfung zu decken. vhu b 719 §. 256. V Das Ich hals in dem V. Abſchnitte die Anſichten Anderer, ſo wie die 151l meinigen über die Erſchöpfung des Bodens entwickelt, und es er— Das übrigt mir nur noch durchzuführen, inwieweit die chemiſchen Unter⸗. gchaltei ſuchungen der Ernten und des zu leiſtenden Erſatzes, des Stall— veiſe!: miſtes, mit dieſen Anſichten übereinſtimmen. V dir d Dieſe Durchfuhrung iſt erſt jetzt möglich geworden, da der Er— Grize ſatz für jede einzelne Erſchöpfung eben ausgemittelt wurde. und L Zum Behufe einer ſolchen Vergleichung ſind die Elementar— Vaſſe beſtandtheile der landwirthſchaftlichen Pflanzen in der§. 35 ange— Au führten Tabelle B zuſammengeſtellt worden. ahele In dieſer Tabelle iſt zugleich der relative Bedarf an den einzel⸗ dieſer g nen Elementarſtoffen, mithin auch die relative Erſchöpfung berechnet turpfl worden, wie aus den Rubriken 8, 9, 10 und 11 erhellt. Aneig Im§. 18 iſt gezeigt worden, daß in den Pflanzen der Gehalt Aalfte an Sauer- und Waſſerſtoff in demſelben Verhältniſſe vorkommt, in konmt welchem dieſe beiden Elemente in dem Waſſer angetroffen werden, V ſpharit und daß die Aufgabe der Lebenskraft lediglich darin beſteht, mit dem V Kün Waſſer den Kohlen- und Stickſtoff in entſprechenden Verhältniſſen al dm zu verbinden, um die nähern Beſtandtheile der Pflanzen, als: Säu⸗ afi ſaner Thi eichung: n 15 ſoll 1 200 Pfd. ne erfordertwe Pfd. Kome Pfd., di 16, wenn u decken. fer, ſo wien t, und es niſchen Un , des Stal da der E nde. »Elemente. H. 35 alc mn den einz ung berechue l 2 I der Cehl orkomut, ffen werden eht, witde gerhällniſt als: Gal⸗ zareichnde des ſch e 259 der directen Zuführung des Verarbeitungsmaterials bloß darum, den Pflanzen den Kohlen⸗ und Stickſtoff in zureichender Menge zu— zuführen. Vergleicht man die Quantität dieſer beiden Elementarſtoffe in den erzielten Ernten mit dem abſoluten Ertrage der Culturpflanzen pr. n. ö. Joch, ſo erhält man das in der zwölften Nubrik derſelben Tabelle(§. 35) angeführte Verhältniß, welches anzeigt, den wie⸗ vielten Theil des Ertrags die Pflanzen an Kohlen- und Stickſtoff bedürfen, oder wieviel Kohlen- und Stickſtoff dem Boden nach jeder Ernte zurückerſtattet werden muß, wenn derſelbe in einem gleichen Zuſtande des Reichthums verharren ſoll, falls ſich die Pflanzen aus der Atmoſphäre weder den Kohlen⸗ noch den Stickſtoff angeeignet haben. Ein Beiſpiel ſoll das Geſagte erläutern. Die Ernte des Weizens beträgt 4072 Pfd.(§. 35, Tabelle B, Rubrik 2), der Kohlenſtoffgehalt 1919 Pfd. und der Stickſtoff 36,71 Pfund. Die Summe dieſer beiden Elemente beläuft ſich dieſem nach auf 1955,71 Pfund. Das Verhältniß der Weizenernte zum Kohlen⸗ und Stickſtoff⸗ gehalte iſt daher 4072: 1955,71, oder 1: 0,48, oder näherungs⸗ weiſe 1: ½, d. h. der Kohlen⸗ und Stickſtoffgehalt in der Weizenernte beträgt nur die Hälfte ihrer Größe, und die andere Hälfte bilden der Sauer⸗ und Waſſerſtoff, welche der Weizen durch das Waſſer der Atmoſphare empfangen hat. Auf gleiche Art ſind die übrigen Zahlen der Rubrik 12 derſelben Tabelle berechnet worden, und der approximative Durchſchnitt aller dieſer Zahlen beträgt ½, d. h. im Durchſchnitte aller Cul⸗ turpflanzen beträagt die Erſchöpfung oder die Aneignung des Kohlen⸗ und Stickſtoffes die Hälfte ihrer Erträgniſſe, und die andere Hälfte kommt auf Rechnung der Aneignung des atmo⸗ ſphäriſchen Waſſers zu ſtehen. Könnten ſich alſo die Pflanzen keinen Kohlen⸗ und Stickſtoff aus dem Anorganismus aneignen, ſo würde ſich hieraus die Grund⸗ regel für den Ackerban ableiten laſſen: Man gebe den Grundſtücken nach jeder Ernte ſo viel Kohlen⸗ und Stickſtoff zurück, als der Gehalt an dieſen beiden Elementar— ſtofſen in den Ernten beträgt, und man wird dieſelben in einem 17 260 gleichen Reichthume und, bei einer gleichförmigen Bearbeitung(und gleichfoͤrmigem Gange der Witterung), auch bei einer gleichen Thä⸗ tigkeit erhalten. Inwieweit dieſe bloß aus chemiſchen Analyſen abſtrahirte Re⸗ gel ihre Richtigkeit hat, muß auf dem Paohilteine der Erfahrung gepruͤft werden. Die landwirthſchaftlichen, ſtatiſchen Erfährungen lehren, daß, ſobald für die erzielten Ernten die Hälfte ihres Gewichts an trok— kenem, mürbem Stallmiſt, wie ihn ein rationeller Betrieb der Vieh⸗ zucht liefert, als Erſatz für die Erſchöpfung des Bodens geleiſtet wird, die Grundſtücke in einem gleichen Grade der Fruchtbarkeit er⸗ halten werden. Es kommt alſo nur darauf an, nachzuweiſen, daß dieſes Dünger⸗ quantum ebenſoviel Kohlen⸗ und Stickſtoff enthalte, als die Grund⸗ regel fordert. Zum Behufe dieſes Beweiſes ſind zuverläſſige Analyſen, ſowohl der Ercremente als der Streumaterialien, nothwendig, welche leider der gegenwärtige Zuſtand der Chemie nicht aufzuweiſen vermag, da die vorhandenen Analyſen zwar die nähern, aber nicht die entfernten Beſtandtheile der Excremente und der Streumaterialien angeben. Es erſcheint alſo eine gründliche Vergleichung der Grundſtoffe der Ernten mit den Grundſtoffen des Erſatzes unausführbar. Um jedoch den künftigen Forſchern über dieſen äußerſt wichtigen Gegenſtand wenigſtens die Bahn zu bezeichnen, die ſie zu betreten haben, um zum Ziele zu gelangen, ſo will ich die vorhandenen Ma⸗ terialien benützen und das zu beobachtende Verfahren bei der in Rede ſtehenden Vergleichung entwickeln. §. 257. Aus den Unterſuchungen Bouſſingault's über den Stick⸗ ſtoffgehalt der Stroh- und mithin der gewöhnlichen Streuarten er— gibt ſich, daß das Stickgas in der Streu im Durchſchnitte mit 0,28 pCt. veranſchlagt werden kann*). Wir wollen, um die Rechnung zu vereinfachen, dieſen Gehalt mit 0,3 pCt. in Rechnung bringen.. §. 258 Betrachtet man die Analyſen der Excremente der Hausthiere von Berzelius, Macaire, Marcet, Morin, Fourcroy, *) Annal. de Chimie et de Physique, 1838, pag. 408. Lauque nan, daß 1. 1 2, F 3, al 4.6 ln u. ent Dieel uß dieſer ſer Eleme dierten K — 1 Harh⸗, E Brunner ebeitng(oh Jleichende nbſtrahittn, der Efine lehren, d vichts ant trieb der U odens gli ruchtbartet⸗ dieſes dimn as die Gemn alyſen, ſete , welchell n vermaz die entfenn mangeben. er Grundſii hrbar. erſt wichtih ſe zu betret⸗ andenen M⸗ ei der in Re er den Lit⸗ Streuarten“ itte mit 0,5 dieſen Ge Hansthin 1 b, Fourel 261 Vauquelin, Einhof, Zierl und Sprengel, ſo findet man, daß dieſelben 1. Waſſer, 2. Faſerſtoff, 3. anorganiſche Koͤrper, und 4. Schleim, Fett, Gallenſtoff, Extractivſtoff, Eiweiß, Bubu⸗ lin ꝛc. enthalten. Die letzten Beſtandtheile ſind es, welche Stickſtoff enthalten. Es muß dieſem nach, in Ermangelung von directen Beſtimmungen, die— ſer Elementarſtoff nach Verhältniß der Menge der Beſtandtheile der vierten Kategorie beſtimmt werden. Dieſe Menge beträgt: 21,7 pCt. bei den Excrementen der Menſchen, 18,1 2= 2 ⸗ Schafe, 1 3,9 3* 82— Pferde, 1 0,5 5 E Rinder. Wird nun angenommen, daß dieſe Beſtandtheile 1 5,71 pCt., alſo gerade ſo viel Stickſtoff enthalten, als das Eiweiß*), ſo beläuft ſich der Stickſtoffgehalt auf: 3,4(genau 3,4 09) pEt. bei den Excrement. der Menſchen, 2, 8(genau 2,843) ⸗—⸗— ⸗ Schafe, 2,2(genau 2,1836) ⸗ ⸗—⸗ ⸗ ⸗Pferde, und 1,7(genau 1,6595) ⸗ ⸗ ⸗ ⸗- Ninder; alſo auf 2,2 pCt. im Durchſchnitte der Hausthiere**). H. 259. Verfüttert man 100 Pfd., ſo erfordern dieſe an Einſtren 25 Pfd., da ſich das Futter zur Streu wie 4:1 verhält(§. 235, VD. *) Das Eiweiß beſteht aus: 52,88 pCt. Kohlen⸗, 33,87 ⸗ Sauer⸗, 15,71 ⸗ Stick⸗, und 7,54 ⸗ Waſſerſtoff 100,00 **) Berechnet man den Stickſtoff des Urins des Hornviehes nach dem Harn⸗, Eiweißſtoff und Schleimgehalte, ſo erhält man beinahe 2,5 pCt. Da die Gülle gewöhnlich mit 300 pCt. Waſſer verſetzt wird, ſo erhält ſie 0,625 pCt. Stickſtoff, wenn der Stickſtoffgehalt des Waſſers in keine Rechnung ge⸗ bracht wird. Nach Oſan enthält ein Brunnenwaſſer in 100 Pfd. 41 Cub. Zoll Stickgas.(Archiv für Chemie und Meteorologie, von Karſten, B. 4, S. 179.) Da 1 Cub. Fuß Stickgas 505,8 Gran wiegt, ſo enthalten 100 Pfd. Brunnenwaſſer 12 Gran oder 0,0015 pCt. Stickgas. Aus dieſem Dungermaterial von 125 Pfd. erhält man 250 Pfd. friſchen Dünger(§. 188), welcher aus 50 Pfd. trockenen Er⸗ crementen, 25 Pfd. Streu und 175 Pfd. Feuchtigkeit beſteht“). Es beträgt dieſem nach die Streu den zehnten Theil, und die Excremente%0 des erzeugten Düngers. Es ſind alſo in 100 Pfd. Stallmiſt 10 Pfd. oder 10 pEt. Streu und 90 Pfd. oder 90 pCt. Excremente enthalten. Da die Streu 0,3 pCt. und die Excremente 2,2 pCt. Stickgas enthalten, ſo beläuft ſich der Gehalt an Stickſtoff im Stallmiſte auf 2,01 pCt.**). Um mich den Bouſſingault'ſchen Angaben mehr nähern und den Calcul vereinfachen zu können, ſo ſoll der Gehalt an Stick— gas im Stallmiſte mit 2 pCt. veranſchlagt werden. §. 260. Wendet man dieſes Endreſultat über den Stickſtoffgehalt des Stallmiſtes auf den in der Tabelle L,§. 255, ausgewieſenen Erſatz an, ſo findet man, daß derſelbe im Stande iſt, den Bedarf an Stick⸗ ſtoff bei den einzelnen Ernten vollkommen zu decken; denn es iſt z. B. der Erſatz beim Roggen mit 8050 Pfd. Stallmiſt berechnet worden. Da 100 Pfd. 2 Pfd. Stickſtoff enthalten, ſo hat man: 8050:100=*22; mithin 8050 2 1 Ard. Stickaas 3— 1641 Pfd. tickgas. Nach der§. 35 angeführten Tabelle beträgt der Stickgasgehalt beim Roggen 31 Pfd.; daher wird dem Roggen der Stickſtoff in *) Drückt man die trockenen Excremente durch x, die Streu durch y, die Feuchtigkeit durch, und den Dünger, welcher aus einer gegebenen Menge Futter und Streu erzeugt wird, durch d aus, ſo iſt, nach dem oben angege— 2 d d 7. d benen Verhältniſſe, x— 76*= 103 und 2— 10 **) Bouſſingault gibt den Stickſtoffgehalt eines Miſtes, den er nicht näher bezeichnet, im Durchſchnitte mit 1,9 pCt. an.(Annal. des sciens. natur., Paris 1839, pag. 37.) Man ſieht hieraus, daß zwiſchen der directen Ausmittelung und der Be⸗ rechnung nur eine Oifferenz von 0,11 Statt findet— eine Differenz, welche dichnhe eait des Verfahrens, den Stickſtoffgehalt indirect zu beſtimmen, eſtätigt. 3 Die ältere Analyſe Macaire's und Macet's über die Excremente der Pferde weicht mehr ab, da ſie den Stickgasgehalt nur mit 0,8 pEt. ver⸗ anſchlagen.(Bibliotheque univers. 1832, pag. 389, und Erdmann’s Journal, Jahrg. 1832, B. 2, S. 439.) dem auds zugefühtt Auf, nachweiſ in einer fordett diſ daß der ſcofgehalt als 53 d man kei an Etic Ku, wie M ſoofbedan geſährtr 1 aneigne viel ge⸗ hi d Erfahru d denkt Pflanz zoch, 15 Kechnet o Yfd außeror dor, verma Miſte ſ ſo gro dierns dem ausgewieſenen Erſatze in kinem fünffach groͤßern Verhältniſſe tbeſet zugeführt, als ſein Bedarf an dieſem Elemente beträgt. Theil 4 Auf gleiche Weiſe läßt ſich bei allen uͤbrigen Culturpflanzen Wi, m nachweiſen, daß ihnen der Stickſtoff in dem ausgewieſenen Erſatze die igc in einer weit größern Menge zugefuͤhrt wird, als es ihr Bedarf er— fordert. d. Dieſe groͤßere Zuführung erklärt ſich einzig und allein daraus, Poöt. Eiche daß der Stickſtoffgehalt im gegohrenen Stallmiſte nach dem Stick⸗ n Stallnittt ſtoffgehalte der friſchen Excremente berechnet wurde. Bedenkt man aber, daß bei der Gährung des Miſtes pft mehr n mehr nit als ¼ des Stickſtoffes im Ammoniak verflüͤchtigt werden, ſo wird vehalt an en man keine große Differenzen zwiſchen dem Bedarfe und der Leiſtung an Stickſtoff wahrnehmen, und zugleich zu der Ueberzeugung gelan⸗ gen, wie richtig der Erſatz berechnet wurde 486). kſtofgehaltd§. 261. wieſenen bit Aus der vorſtehenden Nachweiſung, daß den Pflanzen der Stick⸗ edarf an Ei ſtoffbedarf in dem ausgewieſenen Erſatze in zureichender Menge zu⸗ n; denn ai geführt wird, ergeben ſich zwei wichtige Folgerungen: lmiſt beracr 1. Daß ſich die Pflanzen den Stickſtoff der Atmoſphäre nicht aneignen koͤnnen, weil ſonſt die Erfahrung einen verhältnißmäßig nan: viel geringern Erſatz ausweiſen müßte, und daher ſtehen die Ver⸗ ſuche Bouſſingault's in einem directen Widerſpruche mit der Erfahrung(§K. 36). Die Unrichtigkeit der Reſultate dieſer Verſuche, nach welchen .. ſich die Pflanzen die Hälfte ihres Stickſtoffgehaltes aus der Atmo⸗ Stikgaage ſphäre aneignen ſollen**), ergibt ſich aus der bloßen Betrachtung er Stickſuf! des unveränderlichen Gleichgewichts unter den Elementen der At⸗ moſphäre. tret duch Wären die Angaben Bouſſingault's richtig, und man egebenen Aas denkt ſich die feſte Rinde unſerer Erde mit Buchweizen, alſo einer em oben age Pflanze, welche den geringſten Stickſtoffgehalt(mit 28 Pfd. pr. Joch,§. 35) aufzuweiſen vermag, jährlich bepflanzt, dann müßte Mifes, dn⸗ al. des Scies-*) Der Stickſtoff, im Erſatze für eine Roggenernte, beträgt 161 Pfd. 3 Rechnet man auf die Verflüchtigung oder 106 Pfd., ſo verbleiben nur noch g und der b 55 Pfd. Stickgas, welche 31 Pfd. zu decken haben. Daß die Verflüchtigung ferenz, vil außerordentlich groß erſcheinen muß, geht aus Einhof’'s Unterſuchungen her— zu beſtinmn, vor, nach welchen der mürbe Stallmiſt keinen Ammoniak mehr zu entwickeln 1 vermag.(Möglinſche Annalen. B. 1, S. 262.) die Eteremene 15) Den Stickſtoff berechnete Bouſſin g ault in dem angewendeten 0, pöt. ue Miſte mit 157 und in dem Erzeugniſſe mit 320 Kilogramm; alſo faſt doppelt ſo groß.(Aunal. des sciens. natur., 1839, p. 34.) im Verlaufe von 14 Millionen Jahren, welche unſer Erdball wahr⸗ da ſcheinlich ſchon oftmals zuruͤcklegte, der ganze Gehalt an Stickſtoff(§. 35, conſumirt werden*), und die jährliche bedeutende Aufnahme an die— J. ſem Elemente müßte eine Veränderung in der Organiſation der ge— werden genwärtigen Schöpfung wahrnehmen laſſen. 10 Da dieß nicht der Fall iſt, und die Erzeugung neuer Elemente, V ſo wie die Umwandlung der Elemente in einander mit den bisher an— b I erkannten chemiſchen Grundſätzen im Widerſpruche ſteht, ſo kann den eine? Reſultaten der in Rede ſtehenden Verſuche um ſo weniger eine Richtig⸗ Stroh keit beigemeſſen werden, als ſich die AIngaben Bouſſingault's Meuſt ſelbſt widerſprechen und nur in den Hunderteln, alſo in der zweiten 9 Decimalſtelle, eine kleine Aufnahme des Stickgaſes aus der Atmo⸗ den hr ſphäre aufweiſen(§, 3 6).— 10 Der Landwirth muß alſo bei der Behauptung verharren: daß den Pflanzen der Stickſtoff ganz zugeführt werden muß, und daß der /. Stickſtoff, welcher den Pflanzen in der Form von Ammoniak oder ſalpeterſauren Korpern von Seiten des Anorganismus zugeführt 4 wird, nur eine kümmerliche Vegetation bei den Culturpflanzen zu Statt erhalten vermag(§. 12). Die zweite Folgerung iſt: daß das Faulenlaſſen des Stallmiſtes zu den gröbſten Mißgriffen gehört, welche noch heutzutage in der 4⸗ Landwirthſchaft nicht ſelten angetroffen werden. 1 §. 262. b 18- Um dieſe Mißgriffe mit mathematiſcher Evidenz darſtellen zu können, ſoll die abſolute Menge der verſchiedenen Excremente be⸗ 3 rechnet werden, die, ohne die Excremente gähren zu laſſen, erfor— dert wird, um den Bedarf an Stickſtoff in den Ernten zu decken. ö. Nach§. 258 beträgt das Stickgas: T 3,4 pECt. in den Excrementen des Menſchen, 4 2,8— der Schafe, 1 2,2 2„ z,— der Pferde, V ans 1,7„*2 ⸗ ⸗ des Rindes, und 0,625 ⸗der Güuͤlle. *) Die feſte Rinde beträgt 3 Mill. ◻ Meilen oder 30000 Mill. Joch. Da ſich der Buchweizen 14 Pfd. Stickſtoff aus der Atmoſphäre pr. Joch b aneignet, ſo beträgt die jährliche Aneignung 5200 Mill. Ctr. Stickgas. Da b au et, nach§. 2 der Stickſtoffgehalt in der Atmoſphäre 74489 Billionen Ctr. be⸗ Sti trägt, ſo würde in 14324807 Jahren das ganze Stickgas conſumirt worden— ſeyn und unſer Planet hätte ſchon längſt aufhören müſſen, ein paſſender b 11) Wohnplatz für eine Organiſation zu ſeyn, wie wir ſie heutzutage antreffen. b ſt= Erdbal ui it an Sütiſe fnahme and iſation de 9⸗ euer Elenen, den bisher ht, ſo kanad er eine Nichte ſſingaulit in der zwein aus der Am⸗ derharren: d 5, und daßd Immonigt ad nus zugefin urpflanzen es Stalmmiſts tutage in d darſtellen reremente be⸗ laſen, erfbr zu decken Mil. Luc äre pr. J Stichas. d ſen Etr. be mirt wotden ein paſende antreffen 265 Da der Stickſtoffgehalt der Weizenernte 36 Pfund beträgt (§. 35, Tabelle B), ſo erhält man: 1. Im Falle als die menſchlichen Excremente angewendet werden: 100: 3,4= X: 36; mithin: 36. 100 36000 1———— 1058 Pfund, d. h. um 3,4 34 eine Weizenernte von 12 Ctr. Korn und 30 Ctr. Stroh zu erzeugen, dazu werden bloß 10 Ctr. Menſchenkoth erfordert. 2. Im Falle als die Excremente der Schafe angewendet wer⸗ den, hat man: 100: 2,8— v: 36; mithin: 36. 1009 36000 1= 2,s 28 3. Bei Anwendung der Pferdeercremente findet die Proportion. Statt: 100 2,2— 2. 36; alſo: 36.100 36000 2.——— 1636 Pfund. 5 5 55 — 1286 Pfund. 4. Bei der Dungung mit Rindskoth hat man: 100 1,7=: 36; mithin: 36100 36000 1——= 2112 Pfd. lUind 1,7 17 5. hat man bei der Anwendung der Gülle: 100: 0,625=: 36; alſo: 36 100 3600000 —————= 5760 Pfd. 0,625 625 Aus dieſer Berechnung folgt, daß ſich gegenſeitig: 1058 Pfd. Ercremente des Menſchen, X 1286—— der Schafe, 1636 ⸗— der Pferde, 211,7 ⸗ ⸗ der Rinder, und 5760 ⸗ Gülle vollkommen ſubſtituiren, um den Bedarf an Stickſtoff bei einer Durchſchnittsernte des Weizens zu decken*). *) Baut man zum Behufe einer grünen Düngung Wicken(ihr Stickſtoff iſt= 1,57 pCt.) an, ſo erhält man die Größe der Ernte, die erfordert wird, 266 Nimmt man die menſchlichen Excremente als Einheit an, dann Jumal ergibt ſich folgendes Verhältniß der vorſtehenden Düngerarten zu⸗ Hornvie einander: 100:121: 154: 200: 544: 867, d. h. 100 Pfund Le Excremente der Menſchen ſind in ihrer Wirkung V ve Wi gleich: V Stickkef 121 Pfund Excrementen der Schafe, ſch uns 151 ⸗—„ Pferde, wit 200 ⸗ 2- Ninder, 1 dung der 544 ⸗ Gülle, und 867 ⸗ friſchen Wicken als grüne Duͤngung 9). Wird den Hausthieren ein und derſelbe Körper im gleichen vethält Verhältniſſe untergeſtreut, dann drücken dieſe Zahlen auch den re⸗ d. lativen Werth der verſchiedenen Stallmiſtarten gegeneinander aus. Da in der Wirklichkeit die Menge der Streu durch den Feuchtig⸗ keitszuſtand der Excremente bedingt iſt und dieſer 66 pCt. bei den Auswürfen der Schafe, KA 76 2 ⸗ ⸗- Pferde, und h d S86— ⸗ ⸗ Ninder beträgt, oder in hauß dem Verhältniſſe 100: 115: 130 ſteht, ſo muß auch die Strei bers n in dieſem Verhältniſſe ſtehen und mithin auch die relative Wirkſam⸗ gande keit der Stallmiſtakten in dieſem Verhältniſſe abnehmen. b Nimmt man nun den Schafmiſt zur Einheit der Vergleichung,, dann ſind 100 Pfund Schafmiſt gleich 146 Pfd. Pferde⸗ und 214 lun Pfund Nindviehmiſt**), d. h. die Wirkſamkeit des Schafmiſtes iſt um den Stickſtoff einer Weizenernte zu decken, aus der Proportion: 100: 1,57 360000. 1 — 24. 36; alſo 2—— 2293 Pfd. trockene oder 9172 Pfd. fri⸗ 9 .. 157 3 ver Ve ſche Maſſe, d. h. die Wicke muß wenigſtens 23 Ctr. trockene Sub⸗ des R. ſtanz abwerfen, wenn der Gehalt an Stickſtoff bei der Ruggen Weizenernte gedeckt werden ſoll. Würde man Pflanzen zu dieſem Behufe anbauen, welche viel Stickſtoff enthalten, wie z. B. Giftpflanzen, die Hermbſtädt vor mehr denn 30 die Statik des Landbaues mitzutheilen. Nachdieſen Erfahrungen verhält ſich der Schaf— miſt zum Rindmiſte wie 2: 3. Hier iſt das Verhältniß 121: 200, oder 2:3,2. Man ſieht, wie richtig der relative Werth der Miſtarten nach ihrem Stickſtoffgehalte veranſchlagt werden kann. *.) Es ſind 121 Pfd. Schafercremente gleich 154 Pfd. Pferdeercrementen; G alſo 100 Pfd. von erſtern gleich 127 Pfd. von letztern⸗ und da die Excre⸗ Vatül Jahren anenppfohlen hat(Archiv a. a. O., B. 1, S. 79), dann würde oft die e V Hälfte des angegebenen Wickenertrags zureichend ſeyn, um den Stickſtoffbedarf älft, des Weizens zu decken. Sollen wir Aufſchluß über die Wahl der zur grünen s st Düngung geeigneten Pflanzen erhalten, ſo müſſen uns früher die Herren Na Chemiker mit deren Stickſtoffgehalt bekannt machen.. däch den *) Herr Ritter von Rieſe hatte die Güte, mir ſeine Erfahrungen über die V ³ b iheit an,a ungeratten, 100 Pfam er Lirimg zung*). ver in gleih en auch den. eneinander a den Feuchi rägt, oden auch die En ative Wirkſe t. Vergleichun erde⸗ und 2¹ Schafmiſtes rtion: 100 11ℳ r 9172 Pfd. f trockene Elt toff bei di ze viel Etit itie mehr denn n würde iſti Stickftoffbede⸗ der zul g grünc- her die Heul deercremente 1 da die Grati 267 1 ½mal ſo groß als die des Pferde⸗, und 2mal ſo groß als die des Hornviehmiſtes*). §. 263. Vergleicht man die entwickelten weraltnieah en über die rela⸗ tive Wirkſamkeit der verſchiedenen Ercremente nach Maßgabe ihres Stickſtoffgehaltes mit der erfahrungsmäßigen Wirkſamkeit, wie ſie ſich aus Hermbſtädt's Verſuchen ergibt, ſo findet man, daß ſi ſich die Wirkung der menſchlichen Ercremente in Beziehung auf die Bil— dung des Klebers zu den Excrementen der Schafe wie 100: 97, . ⸗ ⸗- Pferde ⸗ 100: 40, und ⸗ ⸗ ⸗ ⸗- Rinder ⸗ 100: 33 verhält**). Das Verhältniß der Wirkſamkeit nach dem Stickſtoffgehalte war: 1002121, 100: 154, und 100: 200(§. 262). Vergleicht man dieſe beiden Verhältniſſe miteinander, ſo ſieht man, daß im erſten Falle die erfahrungsmäßige Wirkſamkeit mit der chemiſchen im Ganzen übereinſtimmt, d. h. daß die Bildung des Kle— bers mit der Groͤße des ausgemittelten Stickſtoffgehaltes in einem geraden Verhältniſſe ſteht, oder daß man mit dem Menſchenkothe um mente in ihrer Wirkſamkeit, durch die größere Mengung mit Streu, in dem Verhältniſſe wie 100: 115 abnehmen, ſo hat man: 400: 115—= 127: x; alſo 115 127 —— 160—= 146,05 Pfund. Auf gleiche Weiſe findet man das Verhältniß für den Hornviehmiſt. *) In den Möglinſchen Jahrbüchern, B. 3, S. 283, iſt ein comparati⸗ ver Verſuch über die Wirkſamkeit verſchiedener Düngerarten auf den Ertrag des Roggens angegeben. Nach dieſem Verſuche betrug die Production des Roggens: 134 Gwthle. beim friſchen Rind-, 189 2 2 ⸗ Pferde⸗, und 249 2 ⸗ Schafmiſte. Dieß gibt das Verhältniß: 134: 189: 249, oder 53: 76: 100, d. h. die Wirkſamkeit des Hornviehmiſtes beträgt nur die Hälfte, und die des Pferdemiſtes ¾ von der Wirkſamkeit des Schafdüngers. Man ſieht hieraus, daß dieſe erfahrungsmäßige Wirkſamkeit mit der nach dem Stickſtoffgehalte berechneten vollkommen übereinſtimmt. **) Der Klebergehalt beim Sommerweizen betrug: 33,9¼ pCt. bei der Anwendung des Menſchenkothes, 32,90 ⸗ ⸗ der Schafexcremente, 13,68 ⸗ 2 2 der Pferdeexcremente, und 11,96 ⸗. der Rindexcremente. Vergleicht man dieſe Zahlen miteinander, ſo erhält man die obigen Verhältnißzahlen, mit Weglaſſung der kleinen Brüche. ſo viel mehr Kleber erzeugt, als ſein Gehalt an Stickgas groͤßer iſt, als bei den Ercrementen der Schafe. Im zweiten Falle iſt die erfahrungsmäßige Wirkſamkeit des Menſchenkothes 2,5mal und die chemiſche nur 1,5mal größer, als die der Pferdeexcremente. Im dritten Falle wirken die menſchlichen Excremente nach der Erfahrung Zmal, nach der Analyſe aber nur 2mal ſtärker, als die Rindexcremente. So groß auch Manchem die Differenzen in den beiden letztern Fällen erſcheinen mögen, ſo ſind ſie doch nicht im Stande, die Nich⸗ tigkeit der bisherigen Deduction zu erſchuͤttern, da ſich einerſeits eine Uebereinſtimmung zwiſchen der Erfahrung und der Analyſe heraus⸗ ſtellt, wie ſie nur in Gegenſtänden dieſer Art erwartet werden kann, und da andererſeits Hermbſtädt nicht angegeben hat, womit die Thiere genährt wurden, deren Ercremente er anwendete, und in welchem Zuſtande ſich dieſelben bei ihrer Anwendung befanden. Hat Hermbſtädt die Excremente von ſchlecht genährten Pfer⸗ den und Kühen und von gut genährten Menſchen genommen, dann ſind die Differenzen eine naturliche Folge eines ſolchen Verfahrens. §. 264. Nach dieſen Vorerinnerungen kehren wir zu dem§. 262 berühr⸗ ten Gegenſtande zurück. Im§. 262 iſt gezeigt worden, daß 2117 Pfd. Rindexcremente erfordert werden, um den Stickſtoffbedarf einer Durchſchnittsweizen— ernte zu decken. Nach§. 255, Tabelle I., iſt der Erſatz für eine ſol⸗ che Weizenernte mit 7350 Pfd. friſchen, mürben Stallmiſtes berech⸗ net worden.; Schlägt man die Streu mit ½, ab, ſo erhält der Miſt 7350 — 735—= 6615 Pfd. thieriſche Excretionen, welche, mit dem ab— ſoluten Bedarfe verglichen, das Dreifache betragen. Der Landmann wendet alſo Zmal mehr Dünger an, als noth wendig iſt, um den Stickſtoffgehalt in den Ernten zu decken, und die ſer Mehrbetrag kommt einzig und allein auf Rechnung der Verflüch⸗ tigung des Stickgaſes während der Gährung des Miſtes zu ſtehen. Eine geläuterte Lehre des Ackerbaues muß daher das Faulen.— laſſen des Stallmiſtes als eine herkömmliche Gewohnheit, als Un- kenntniß, ja in vielen Fällen als Indolenz erklären und den Prakti⸗ kern zurufen: Trachtet alle thieriſche Ercretionen aufzufangen und ihre Zerſetzung durch Mengung mit Erde, alkaliniſchen und ſchwer zerſetbe treten, der Ko wurden den aus dafür 8 oder der d dem ¹ gehalte zugefü ganger 33 6 Na Durchſe Tabele d wer eignu l5, üir 2 gas grizaſ irkſankeit d al größer mente nach de tärker, ald beiden lten ande, die Ra⸗ einerſeits en lnalyſe heraue t werden kan zat, womitd endete, undi befanden. enäͤhrten Nie ommen, dau en Verfahrene 262 berühr indererement hnittsweizen zfür eine ſ lmiſtes berel⸗ er Miſt 71350 , mit dem dt. n, als not cen, und di der Verflic ſes zu ſtehe das Faulel eit, t, als th— — den Pra fi ufangen nnd und ſchwn 269 zerſetzbaren, organiſchen Koͤrpern, Waſſer, durch's Gefrieren, Feſt⸗ treten, baldiges Unterackern u. dergl. zu verhindern. Werfen wir einen Blick auf dasjenige, was uͤber die Aufnahme der Kohlenſäure der Atmoſphäre von Seiten der Pflanzen geſagt wurde(§K. 12), ſo ſind wir zu der Behauptung berechtigt, daß wir den ausgewieſenen Erſatz bedeutend vermindern können, wenn wir dafür Sorge tragen, daß der Stallmiſt durch die Gährung gar keinen oder den geringſten Verluſt erleidet. F. 265. Der zweite Hauptelementarſtoff, welcher den Pflanzen außer dem Stickgas zugeführt werden muß, iſt der Kohlenſtoff. Um nachweiſen zu können, der wievielte Theil des Kohlenſtoff— gehaltes in den Ernten der Pflanzen durch den ausgewieſenen Erſatz zugeführt wird, muß von der Analyſe Bouſſingault's ausge gangen werden, nach welcher der trockene Stallmiſt im Durchſchnitte 33 pCt. SePenüef enthält*). Nach K. 35, Tabelle B, beträgt der Kohlenſtoffgehalt einer Durchſchnittsweizenernte 1919 Pfd., und der Erſatz, nach§. 255, Tabelle L, 2100 Pfd. trockenen Stallmiſtes. Da 100 Pfd. 33 Pfd. Kohlenſtoff enthalten, ſo hat man: 2100:400= X 33; alſo 2. 2¹ 00. 3 3 1 e 693 Pfd. Kohlenſtoff, welcher dem Boden für eine Weizenernte erſetzt wird. Sein Verhältniß zu dem Kohlenſtoff der Ernte iſt dieſem nach: 693:1919, oder 100:263, d. h. mit 100 Pfund Kohlenſtoff werden 263 Pfd. Kohlenſtoff erzeugt, oder die An⸗ eignung dieſes Stoffes aus der Atmoſphäre beträgt pr. Joch 1226 Pfd., d. h. beinahe das Doppelte des Dargereichten, beim Weizen. Der Erſatz beim Roggen beträgt 2300 Pfund und enthält: 2300: 100—= y 33, 2300.33 —=—= 759 Pfund Kohlenſtoff. · 100 59 Pf Fohlenſtoff Da der Kohlenſtoff beim Roggen 2065 Pfd. beträgt, ſo hat man: 759:2065, oder 100: 272, d. h. mit 100 Pfund werden 272 *) Annal. des sciens. naturel., 1839, pag. 37. Pfd. Kohlenſtoff erzeugt, oder der Roggen hat ſich 1306) Pfd., d. i. beinahe das Doppelte des angewendeten Kohlenſtoffes, lenſtoft aus der Atmoſphäre angeeignet. Ge Auf gleiche Weiſe findet man das Verhältniß: age 561: 1498 oder 100: 267 bei der Gerſte, Kohleuſ 858: 2282 ⸗ 100: 265 beim Hafer, Pflanze 2046: 5543 ⸗ 100: 270 beim Kukurutz, ernden. 412: 2209 ⸗ 100: 536 bei den Erbſen, Iu 330: 1765 ⸗ 100: 535 bei den Wicken, ik des⸗ 165: 899 ⸗ 100: 544 beim Buchweizen, fenſtoff 1237:3348 ⸗ 100: 270 bei den Kartoffeln, ſcht auf 924: 1988 ⸗ 100: 216 beim Rübſen, achte R 2475: 6534 ⸗ 100: 264 beim Krapp*), d. h. mit 100 Pfund Kohlenſtoff des Erſatzes werden in runden Zahlen: d. 260 Pfd. Kohlenſtoff bei den Cerealien, Wurzelgewächſen und den Alee, d nicht ölhaltigen Handelspflanzen, ſes len 530 ⸗ ⸗ bei den hülſen⸗ und knöterichartigen Gewäch⸗ herden, ſen, und fuxre 200 ⸗ ⸗ bei den Oelpflanzen producirt, oder mit an⸗ A dern Worten: weijäh Der Kohlenſtoffgehalt in den Pflanzen der erſten Abtheilung iſt Subſtar 2,6mal, der zweiten 5,3mal und der dritten 2mal größer, als in dem letrager ausgewieſenen Erſatze. Und im Allgemeinen iſt bei den Cultur⸗ di pflanzen der Kohlenſtoff um 2,3 größer, als in dem als Erſatz ge⸗ nen, w leiſteten Stallmiſte**). E. §. 266. Itand Da der Kohlenſtoff den Grundſtoff im Pflanzenreiche bildet, ſo en z bietet derſelbe den ſicherſten Anhaltspunct, um die relative Erſchoö⸗ G pfung der Culturpflanzen auszumitteln. Weizen Zum Behufe einer ſolchen Ausmittelung werden iyfheh a) genaue Analyſen über die Menge des Kohlengehaltes in den ine Ernten, und V Shidſo *) Das Verhältniß bei den übrigen Hülſenfrüchten, Wurzelgewächſen, 3 Oel- und den übrigen Handelspflanzen iſt ſo wie bei den Erbſen, Kartoffeln, 2 96 Rübſen und dem Krapp. ſag vich **) Bei den Pflanzen der erſten Abtheilung um 1,6, deken 2 2 ⸗ ⸗ zweiten ⸗- 4,3, un „* ⸗ ⸗ dritten ⸗ ⸗² 1,0. V werden —, E Im Ourchſchnitte 3— 2,3. V den 5 V hat ſich 13003 Kohlenſtß, 1 n, d. h. mit N in runde achſen undde hen, tigen Gevit oder mit Abtheilnngi er, als in der den Cultur⸗ als Erſatz h⸗ iche bidt, elative Giſe ſehaltes in de durzelgevitſn ſen, Kartfi 271 b) genaue Beſtimmungen des zur Düngung angewendeten Koh⸗ lenſtoffes erfordert. Geſetzt, eine Pflanze enthält 100 Theile Kohlenſtoff, und die Menge des angewendeten und während der Vegetation conſumirten Kohlenſtoffes beträgt 25 Theile, ſo muß die Erſchöpfung dieſer Pflanze mit ¼ und ihr atmoſphäriſcher Antheil mit ¼ veranſchlagt werden. In Ermangelung dieſer beiden Erforderniſſe vermag die Sta⸗ tik des Landbaues nicht, die relative Erſchöpfung nach dem Koh—⸗ lenſtoffe conſequent durchzuführen, und was ſich hierüber, mit Rück⸗ ſicht auf die bisherigen Erfahrungen, ſagen läßt, das enthält die achte Rubrik der§. 35 angeführten Tabelle B. §. 267. Da in der Folge bei den perennirenden Huͤlſenfrüchten, als: Klee, Luzerne ꝛc., bei welchen die Erſchöpfung mit ¼ ihres Ertra⸗ ges berechnet wurde, kein Erſatz geleiſtet wird, ſo muß dargethan werden, daß dieſer Erſatz durch die rückſtändigen Wurzeln und Stoppeln geleiſtet werde. In der Beilage sub VI wird gezeigt, daß die Rückſtände eines zweijährigen Kleefeldes 7012 Pfd. friſche oder 2824 Pfd. trockene Subſtanz auf 800 ◻ Klaftern, alſo 14024 Pfd. auf einem Joche betragen. Die Erſchoͤpfung des Klees beläuft ſich auf 2000 Pfd. trocke⸗ nen, murben Stallmiſtes(§. 255, Tabelle L). Es iſt alſo nachzuweiſen, daß die 14024 Pfd. Rückſtände im Stande ſind, die 2000 Pfund Stallmiſt auch qualitativ vollkom⸗ men zu decken. Geſetzt, es wird nach dem Klee Weizen gebaut, ſo erfordert der Weizen, um eine Durchſchnittsernte zu erzeugen und ſeinen Stick— ſtoffgehalt zu decken, 2117 Pfd. Rindercremente oder 9172 Pfd. gruͤne Pflanzentheile, welche im trockenen Zuſtande 1,57 pECt. Stickſtoff enthalten(§. 262). Da die Kleeruͤckſtände 14024 Pfund betragen und der Klee 1,7 pCt. Stickſtoff enthält, ſo folgt hieraus, daß dieſelben den Er— ſatz nicht bloß quantitativ, ſondern auch qualitativ vollkommen decken, und daher kann dem Klee kein Erſatz zur Laſt geſchrieben werden. Ein gleiches Bewandtniß hat es mit den übrigen perenniren— den Hülſenfruchten. &◻ §. 268 Es erübrigt noch nachzuweiſen„ daß mit dem in der Tabelle I. (§. 255) angegebenen Duͤngerquantum den Pflanzen die unorga⸗ niſchen Beſtandtheile in einer zureichenden Menge zugeführt wer⸗ den, und daß der Landmann keine beſondere Sorge ob der Zufüh⸗ rung des Kali, Natrons, Chlors, der Kieſel-, Thon- und Kalk— erde ꝛc. zu tragen hat, falls die Linſicht auch gegründet wäre, daß die Pflanzen dieſe Köͤrper zu ihrer vollkommenen Ausbildung ebenſo benöthigen, wie die bekannten vier Elementarſtoffe. Der Aſchengehalt in den Stroharten, alſo in den gewöhnlichen Streumaterialien, beträgt im Durchſchnitte 4,32 pCt.(§K. 29, Tabelle A). Die Excremente, nach Sprengel lisfern 6 pCt. Aſche bei Pferden, 6 ⸗ ⸗ beim Rind, und 9,6 ⸗„ bei den Schafen; alſo 7,2 pCt. im Durchſchnitte*). Die feuerbeſtändigen Beſtandtheile des Urins betragen: 5,3 pCt. bei Pferden, nach Vauquelin, 2,1 ⸗ beim Rind, und 1,2 ⸗ bei den Schafen, nach Sprengel; alſo 2,86 pCt. im Durchſchnitte. Dieſen Angaben zufolge, ſoll der Gehalt an feuerbeſtändigen Beſtandtheilen veranſchlagt werden mit: 6 pCt. bei den Excrementen, 4 ⸗ ⸗ ⸗ Streumaterialien, und 3 ⸗ ⸗ der Jauche oder Glle. §. 269. Da die eben angeführten Theile des Stallmiſtes, nach§. 259, betrugen, und zwar: 2.4 1= 462 d „= 70 und 7. d Z— 0 *) Dr. Sprengel's Oüngerlehre a. a. O., S. 103, 106 und 135. b n Verech dn Sn Vir nn drei Niu zut ande mit ö feuckfeſte Dem cremente der Tabele n die unan zugefitt e ob der zit hon⸗ und 8 det wäre, i Bbildung e en gewhnii pCt..¹ etrragen: in, engel; uerbeſtändige , nach.29 zund 135 273 ſo wird man, wenn ihre anorganiſchen Beſtandtheile mit x, y“ und 2 bezeichnet werden, erhalten: 2 d 100—— 6 Bx“, 10 d 100:——=⁴ 4:y“, und 10 1 7 100:—= 3 2; alſo ſind 10 2 d.6 12 4 ——.———; 10 109 1000* 4 d 4 d ——„ und 100 10 1000 4 7 d. 3 24. d 40 100 1000 zur Berechnung der anorganiſchen Stoffe, welche dem Boden mit dem Stallmiſte zugeführt werden. Wird die Jauche für ſich angewendet, ſo wird ſie in der Regel mit drei Theilen Waſſer verdünnt. die allgemeinen Formeln Nimmt man an, daß ſie zu einer Hälfte aus Excrementen und zur andern aus Urin beſteht, ſo müſſen ihre feuerbeſtaͤndigen Theile mit 5 pCt.(genau 4,5) veranſchlagt werden. Da das Waſſer im Durchſchnitte 0,3 pCt. feſte Theile enthält, 59. d 4000 3. d. 0 als die Formel für die Berechnung der feuerfeſten Beſtandtheile der Guͤlle. ſo hat man: z=„oder näherungsweiſe: 3. d Dem Geſagten zufolge beträgt das Waſſer 1 und die Ex⸗ d cremente und der Urin alſo hat man: 6 d 100:— 0,3:x, und 100*= 5„, oder Hlubek'’'s Statik. 9. d 5. d 9. d 5.d — und y=—, mithin † y=. *= 060⸗ 400 hin †.=1000* 100 59 d ———, wie bereits geſagt wurde. 4000 geſag! §. 270. Die vorſtehenden Formeln für die feuerbeſtändigen Beſtand— theile des Miſtes ſind entwickelt worden, ohne auf den Verluſt Rück— ſicht zu nehmen, welchen die Streumaterialien und die Excremente während der Fäulniß erleiden, wodurch das Verhältniß dieſer Be⸗ ſtandtheile zu den übrigen organiſchen geſtört wird, d. h. das Ver— hältniß der feuerbeſtändigen Beſtandtheile in dem durch Faͤulniß mürbe gewordenen Stroh iſt ein anderes, als in dem friſchen Stroh. Um dieſen Einfluß der Fäulniß auf das Verhältniß der un— organiſchen Theile ausmitteln zu können, muß von der Erfahrung ausgegangen werden, daß die Streu und die Excremente durch die Fäͤulniß bis zum mürben Zuſtande den ſechsten Theil ihres Gewich⸗ tes verlieren. Wenn alſo 100 Pfund Stroh mürbe geworden ſind, ſo wiegen ſie bloß 83 ½ Pfund, welche die ſämmtlichen anorganiſchen Beſtand⸗ theile des friſchen Strohes, die mit 4 pEt. veranſchlagt wurden, enthalten. Ein gleiches Bewandtniß hat es mit den Excrementen. Will man nun erfahren, wieviel anorganiſche Beſtandtheile in 100 Pfund mürben Strohes und mürber Excremente enthalten ſind, ſo hat man: 83: 100= 4: y, und 83 ½: 100= 6: x, und hieraus: 100.4 12⁰00 y= 4,8 pCt., und 83 j½ 250 — 100.6 1300—„ unst X5 eiſh 750 d Da, wie§. 259 nachgewieſen wurde, die Streu Tound die Ex⸗ 2 cremente 15 in dem mürben Stallmiſte betragen, ſo erhält man, wenn und y’ die feuerbeſtändigen Beſtandtheile anzeigen: 1 §. 25 beſtänd Feucht N ob den dünger wechend d ſein? 2 V E b den Verluſtg d die Ere ältniß diſſ d. h. dasd andtheile en Stta oh. hältniß de n der Giftie emente du il ihres Ga ndigen di ſind, ſo i riſchen Beſt ſchlagt wun en Excremen Beſtandthel teenthaltenſ und ☛ υ —1 —₰4 2 d. 100; 10—= 7,2:X“, und . 0 100:—= 4,8: y“ und hieraus: 10 X————„und 10 100 10000 d 4,8 48. d 210 d —— = 10. 100 10000 10000 §. 259) als die allgemeinen Formeln zur Berechnung der feuer— beſtändigen Beſtandtheile in mürben, friſchen Miſtarten, ohne die Feuchtigkeit zu berückſichtigen. §. 271. Mit Hilfe dieſer Formeln läßt ſich nun die Frage beantworten: ob den Pflanzen mit dem in der Tabelle L.,§. 255 ausgewieſenen Düngerquantum auch die anorganiſchen Beſtandtheile in einer zu— reichenden Menge zugeführt werden? Der Erſatz für den Weizen iſt mit 7350 Pfund berechnet und ſein Aſchengehalt pr. Joch mit 126 Pfund ausgewieſen worden (§. 29, Tabelle A). Es iſt alſo d= 7350, mithin: . 144 d 144.7350 1 10000 10000 48. d 48.7350 v*= 10000 10000 bleibt unverändert, — 105,84 Pfund, zuſammen 144,12 Pfund feuerbeſtändige Beſtandtheile. Da die Aſche der Weizenernte pr. Joch 126 Pfund beträgt und mit dem Erſatze 144 Pfund geleiſtet werden, ſo ergibt ſich ein Plus an Erſatz der feuerfeſten Beſtandtheile von 18 Pfd. pr. Joch. Könnten durch den Erſatz dem Boden bloß 105 Pfd. feuerbeſtän⸗ dige Beſtandtheile zugeführt werden, ſo würde das Deſicit, z. B. beim Weizen, mit 2Pfund 1 vollkommen durch den atmoſphäriſchen Nie⸗ derſchlag gedeckt werden; denn im§. 47 iſt nachgewieſen worden, daß die feſten Beſtandtheile des Regenwaſſers auf 1 n. ö. Joch 21 Pfund bei einem jährlichen Niederſchlage von 33“ betragen. Rechnet man dieſe zu den 105 geleiſteten Pfunden, ſo erhält man 18* die Zahl 126, welche den Bedarf an feuerfeſten Koͤrpern beim Wei⸗ zen mit 126 Pfund vollkommen deckt. Auf gleiche Art kann bei den übrigen Pflanzen nachgewieſen werden, daß mit dem angegebenen Erſatze den Pflanzen auch die anorganiſchen Beſtandtheile in einer zureichenden Menge zugeführt werden, und daher erſcheinen die An— gaben über die relative Erſchöpfung und den zu leiſtenden Erſatz auch von dieſer Seite gerechtfertigt. B. Von dem Erſatze bei den einzelnen Wirthſchaftsſyſtemen. §. 272. Bevor zur Löſung dieſer Aufgabe geſchritten wird, ſoll früher jene Wirthſchaft durchgeführt werden, auf deren Reſultaten viele der in dieſer Abhandlung angeführten Formeln beruhen; dadurch wird die Kritik in die Lage verſetzt, zu beurtheilen, inwiefern die hier ausgeſprochenen Ergebniſſe der Statik des Ackerbaues einen An— ſpruch auf eine allgemeine Anwendung zu machen berechtigt ſind. §. 273. Das Gut befindet ſich in K, unweit K, welches unter dem 46,40 n. B. bei einer. Elevation von 237 Klftr. über die Meeresfläche ge⸗ legen iſt. Der atmoſphäriſche Niederſchlag beträgt hier nach einem drei— undzwanzigjährigen Durchſchnitte 32,8 Par. Zoll, die jährliche mittlere Temperatur 7,80 R. und der Durchſchnittsbarometerſtand 26°9“ Par. Maß. Der Gang der Witterung iſt von der Art, daß im Durchſchnitte 201 heitere, 74 regneriſche, 72 trübe(um— wölkt oder nebelig), 18 ſchneeige Tage und 24 Gewitter entfallen. Der Fruͤhling beginnt mit dem 25. März und dauert 52, der Sommer 101, der Herbſt 65 und der Winter 147 Tage. Der Kuku⸗ rutz gedeiht hier beſonders gut, wenn der Niederſchlag vom Mai bis September nicht viel unter 19“, die mittlere Wärme in dieſer Zeit nicht unter 14 R. und die vom Juli und Auguſt 16—18 R. be⸗ trägt. Bei einer niedrigen Temperatur und einem Niederſchlage un— ter 11“ mißrathet der Kukurutz. Der Weizen verträgt vom Sep⸗ tember bis Juni einen Niederſchlag von 26“ noch gut— ein größerer iſt ihm ſchädlich—, ſo wie eine Trockenheit unter 10“ vom December bis Juni*).— Der Roggen gedeiht, wenn der Niederſchlag vom *) Hier beträgt der Niederſchlag vom September bis Juni 23“, und vom December bis Juni 14,5“ im Durchſchnitte. Septem wenni 10, 1 trägt. cember ſchlag mehr, überal die vor Maib mißtat gedeih wird, Mai er, we feln ſ dageg geſeßt vern bein We rt kann baln m angegeben, dtheile in i cheinen deg eiſtenden Eit haftsſyſtene dird, ſol nin Reſultaten d ruhen; ddun wiefern diet nues einen echtigt ſind ater dem 40, Leeresfläche ch einem die die jährlich arometerſtan von der Ai trübe(un witter entfalln auert 52, d ge. Der Kli⸗ vom Mili in dieſer gi - 18e R b derſchlage i gt von Ei⸗ ein gröfen om Deeune erſchlag den . 9 97¹, Und uni 2371 277 September bis Juni nicht über 23“ beträgt; dagegen mißrathet er, wenn im Juni, alſo zur Zeit ſeiner Bluthe, der Niederſchlag über 4“¹, und ebenſo, wenn er vom December bis Juni unter 8“ be⸗ trägt.— Die Gerſte gedeiht bei 16—18“ Niederſchlag vom De⸗ cember bis Juni incluſ.; dagegen mißrathet ſie, wenn der Nieder⸗ ſchlag vom März bis incluſ. Juni unter 8“ beträgt, und dieß um ſo mehr, je hoöͤher die Temperatur iſt.— Der Hafer iſt hier, wie überall, gegen Trockenheit und Näſſe viel weniger empfindlich, als die vorangehenden Früchte.— Die Kartoffeln gedeihen, wenn vom Mai bis October der Niederſchlag 20— 25“ beträgt; dagegen mißrathen ſie bei einem viel niedern Niederſchlage*).— Der Klee gedeiht, wenn Gerſte und Hafer, mit welchen Früchten er angebaut wird, gerathen.— Beträgt der Niederſchlag vom März bis incluſ Mai nicht 6“ und er wird mit Hafer angebaut, dann mißrathet er, wenn auch noch der Hafer eine anſehnliche Ernte liefert. §. 274. Das Gut beſitzt 80 Joch Ackerland, 40 Joch Buchenwald, 10 Joch Wieſen, von welchen das Joch im Durchſchnitte 40 Ctr. Heu liefert, und einen Hausgarten von 3 Jochen. §. 275. Der Boden, ein lehmiger Sandboden, bildet beim Pfluͤgen im feuchten Zuſtande zuſammenhängende Schollen, die beim einmali⸗ gen Uebereggen zerfallen, und beſteht aus 33,33 pCt. Steinen, von der Groͤße einer Erbſe bis zu der leeiner mittlern Kartoffelknolle, meiſtens Kalk und Kieſelſteine, 21,39 ⸗ feinen Sandes, 2,52 kohlenſauren Kalkes, 2,48 ⸗ Humus, und 40,28 ⸗Thon, mit einem geringen A heile von Eiſen⸗ peroxydhydrat. 100,00. Die Mäaͤchtigkeit der Dammerde beträgt im Durchſchnitte 9“ Die Unterlage iſt ein Kies- und Kalkgerölle. *) Im Jahre 1834 betrug hier der Niederſchlag 15 6, und die Kartof⸗ feln ſind gänzlich mißrathen. Sie hatten ein Kraut von 3—4“ Höhe erreicht, dagegen ſehr wenige Knollen, von der Größe einer Erbſe oder Haſelnuß, an— geſetzt §. 276. Der Viehſtand der Wirthſchaft beträgt: 4 Pferde, 6 Arbeits⸗ ochſen, 25 Kühe, 9 Stück Jungvieh, von welchem 3 in der Er⸗ nährung gleich einem erwachſenen Rinde gehalten werden, und 1 Stier. §. 277 Das Ackerland iſt in vier Felder eingetheilt, à 20 Joch, auf welchem folgender Turnus betrieben wird: 1. Kukurutz zu 15 und Kartoffeln zu 5 Joch, 2. Gerſte und Hafer*) mit Klee,. 3. Klee, und 4. Weizen und Noggen**). Nach einem zehnjährigen Durchſchnitte wird nach Abzug der Ausſaat pr. Joch geerntet: Vom Kukurutz 50 Ctr.(60 Metz.) Korn+ 60 Ctr. Stroh= 110 Ctr. ⸗ Weizen 12 ⸗„(15 ⸗) ⸗ 30 ⸗— 2 Von der Gerſte 12(17 ⸗) ⸗+. 22 ⸗— 31 Von den Kartoffeln 230 ⸗⸗ Knollen X 70 ⸗Kraut— 300 ⸗ Vom Klee 80 ⸗⸗ Heu......— 80„⸗ Dieſem nach beträgt der jährliche Ertrag von 80 Joch an: a) Korn, b) Stroh, c) Kartoffeln, d) Kleeheu. 750 Ctr. Kukurutz 900 Ctr. 1150 Ctr. Knollen. 1600 Ctr. 240 ⸗ Weizen 600 ⸗ 350 ⸗Kraut. 240 ⸗ Gerſte 440 ⸗ 1230 1940 1500... 1600 Ctr. ———— 3170 Ctr. F. 278. Will man die Erſchöpfung der Grundſtücke durch die angege— benen Ernten erfahren, ſo dient hierzu die K§. 178 für die Er⸗ ſchöpfung entwickelte Gleichung: 1 1 w .— 2- 4 5 1 *) Ich will vor der Hand den Hafer außer der Betrachtung laſſen, um evidenter darthun zu können, daß dieſe bei uns ſo verkannte und ſtiefmütter⸗ lich behandelte Frucht einer Wirthſchaft die weſentlichſten Dienſte leiſtet, in⸗ dem ſie den Landwirth in den Stand ſetzt, den Bedarf an Futter- und Streu— ſtroh zu decken. **) Der Roggen wird nur in geringer Ausdehnung angebaut; daher will ich ihn, um die Rechnung einfacher darſtellen zu können, bei dem nachfolgen⸗ den Calcul außer Acht laſſen. 1 paſſin e, G Albeit 3 in de werden, w 1” 20 Joch, ich Abzuh troh= 1106 — — t aut— 30 — 4. 80 Joch u d) Kleche 7. 1600(, — .1600 G' die augeg füͤr dieb ng loſfa n n fiſmi⸗ ſte leiſtet, ä r⸗ und Sttii t; daher vil m nachſölhe⸗ 279 Wendet man dieſe Gleichung auf den vorliegenden Fall an, ſo iſt: 9= 3170, d. i. die Summe der Ernte der grasartigen Getreide⸗ pflanzen, h= 0, weil keine Handelspflanzen, 1= 0, ⸗ ⸗ huülſenartige, die Erſchöpfung nicht deckende Getreidepflanzen angebaut werden, und w= 1500. Mithin iſt: 1 7 1300„ e= 2 31470+†— z 1735°, d. h. die jährliche Reichthumsverminderung beträgt 1735 Ctr. trok⸗ kenen, mürben Stallmiſtes. §. 279. Bei der betreffenden Wirthſchaft werden jährlich pr. Stuͤck paſſirt: a) Bei Pferden: 18 Ctr. Kukurutz, 40 ⸗ Heu, 15 ⸗ Häckſel, und. 15 ⸗ Streuſtroh. b) Bei den Arbeitsochſen: ) Im Sommer, durch 180 Tage: 160 Ctr. Klee, 9 ⸗ Futter⸗, und 12 ⸗ Streuſtroh. 3) Im Winter, durch 185 Tage: 18 Ctr. Heu, 36 Futter⸗, und 15⁵ Streuſtroh. c) Bei den Kühen: . Im Sommer: 1 60 Ctr. Klee, 9 ⸗ Futter⸗, und 18 ⸗ Streuſtroh. 5. Im Winter: 30 Ctr. Kartoffeln, 15 ⸗ Heu, 2. 12 ⸗ Futter⸗, und 12 ⸗ Streuſtroh. N V 280 Dieſem nach betraͤgt der jährliche Futter⸗ und Streubedarf: a) Bei den 4 Wirthſchaftspferden: 72 Ctr. Kukurutz,. 160 ⸗ Heu, 1= 6 60 ⸗ Häckſel, und 60 ⸗ Streuſtroh. b) Bei den 6 Arbeitsochſen: gu⸗ 960 Ctr. Klee, tin 108 ⸗ Heu, 270 ⸗ Futter⸗, und 1 162 ⸗ Streuſtroh. es da c) Bei den 29 Stück Nutzthieren: 4640 Ctr. Klee, G 870 ⸗ Kartoffeln, 435 ⸗ Heu, V 609 ⸗ Futter⸗, und 870 ⸗ Streuſtroh. 6 Wird der Klee auf trockenen Zuſtand reducirt, wobei 100 Pfd.* Klee 20 Pfd. Heu liefern, dann beträgt der jährliche ſämmtliche 3 Heubedarf 1723 Ctr., und der des Strohes 1921 Ctr. 1 §. 280. V Die Gleichung für die Düngerproduction der Arbeitsthiere iſt b*0 f 1 1 3 4=(* 10(+ vV)+(§. 205). V 8, Wird dieſe Gleichung auf die angegebene Fütterung der Pferde angewendet, dann iſt nach§. 279:.. f= 18+ 40+ 15= 73, deri g= 0, ww= 0 und 8= 15; mithin: 73 1 ⸗(2+ 5):—= 25,75 Ctr. die jährliche Dünger⸗ aſp z D erzeugung eines Pferdes; alſo bei 4 Pferden 25,75 4—= IPrr. 103,00 Ctr. E ſas Wird die obige Gleichung auf die Arbeitsochſen angewendet, diſſe dann iſt f= 18+ 45= 63,. Neode g= 160,„. die G wZ= 0, und s= 27; mithin: müßte Streubedan, 1 =(31,5+ 16+ 27)= 38 Ctr. Alſo erzeugen 6 Arbeitsochſen 38* 6— 228 Ctr. Dün⸗ ger; daher beträgt die jährliche Düngerproduction der Arbeits- thiere: 103+† 228= 331 Ctr. §. 281. Die Gleichung fuͤr die Dünger-Production des Rindes, wenn es das ganze Jahr im Stalle genährt wird, iſt laut§. 206: f 1 5 a=(z(g+ w)+ 15 Im vorliegenden Falle iſt: 1= 15 4r 21== 36, wZ 30, und vobei 100 30; mithin: iche ſammtit, 1— Ctr 1——(460 30 3S0+ . d=CO) 0) . 5——— beitsthtere=(18+ 16+3+ 3 J—= 55 Ctr. Alſo beträgt die jährliche Duͤngerproduction von 29 Rindern 55*✕ 29= 1595 Ctr. Fütterung de§. 282. Die ſämmtliche jäͤhrliche Düngerproduction dieſer Wirthſchaft beträgt dieſem nach 331 Ctr. von Seiten der Arbeits⸗ und 1595„*⸗ ⸗. Nutzthiere; lee diuß alſo zuſammen 1926 Ctr. Da nach§. 278 die Erſchöpfung 1735° beträgt, und mit 1 Ctr. mürben, auf trockenen Zuſtand reducirten Stallmiſtes der 75 x% 15 2 4 3 77 2 dſa für einen Grad vollkommen geleiſtet wird, ſo erhält ſich evundi dieſe Wirthſchaft nicht nur auf dem B zeharrungspuncte d der gleichen enden, ang Production, ſondern ſie erzeugt jährlich 191 Ctr. mehr Dung, als die Erſchöpfung beträgt. Würden die 191 Ctr. dem Ackerlande zu Gute kommen, dann müßte dasſelbe in der Ertragsfähigkeit zunehmen; allein da einer 282 ſeits der Stallmiſt nicht immer angewendet werden kann, wenn er den mürben Zuſtand erreicht hat, und daher manchmal einen groͤ⸗ ßern, als den hier mit ¹e berechneten Verluſt erleidet, und da an⸗ dererſeits die 3 Joch Hausgarten ebenfalls mit demſelben Stall— miſte gedüngt werden, ſo erklärt ſich, warum die Grundſtücke ſeit den letzten zehn Jahren in der Ertragsfähigkeit nicht zugenommen haben, obwohl jährlich ein Plus von 191 Ctr. Stallmiſtes er⸗ zeugt wird. S §. 283. Das in dieſer Wirthſchaft producirte Heu beträgt: vom Klee 1600 Ctr. und von den 10 Joch Wieſen 400 Ctr., mithin zu⸗ ſammen 2000 Ctr.*); das Stroh hingegen 1940 Ctr. Da der jährliche Heubedarf 1723 Ctr. und der des Strohes 1921 Ctr. beträgt, ſo kann die Wirthſchaft den Bedarf an Heu und Stroh vollkommen decken, und nur in ungünſtigen Jahren ſieht ſie ſich ohne Anbau des Hafers genöthigt, zur Waldſtreu ihre Zuflucht zu nehmen. Wird im zweiten Jahre zur einen Hälfte, alſo auf 10 Joch, Gerſte und zur andern Hafer angebaut, dann iſt der Strohertrag: a) von der Gerſte à 22 Ctr. pr. Joch= 220 Ctr., und b) vom Hafer a 40—= 400 ⸗ . zuſammen 620 Ctr., mithin der ſämmtliche Strohertrag 900 vom Kukurutz+ 600 vom Weizen+ 220 von der Gerſte+ 400 vom Hafer= 2120 Ctr.; alſo um 199 Ctr. mehr, als der Hausbedarf erfor⸗ dert, und die Wirthſchaft bedarf keiner Aushilfe mehr von Außen. §. 284. Werden die Kartoffeln aus dem Turnus weggelaſſen, wie es vor etwa zwanzig Jahren auf dieſem Gute der Fall war, der Er— trag des Klees mit 100 Ctr. pr. Joch veranſchlagt, wie man ihn in günſtigen Jahren erzielt, und im zweiten Jahre Gerſte und Ha⸗ fer zu gleichen Theilen angebaut, dann geſtaltet ſich die Rechnung folgender Art: Der Ertrag beträgt: *) Würde man von einem Joch 100 Ctr. Kleeheu erhalten, dann wür⸗ den auf 20 Jochen 2000 Ctr. erzeugt werden, und die Wieſen wären entbehrlich. 19) 5 inde hetra kann, wen 1 mal einen gi det, und dan emſelben Si Grundſtucke cht zugenonne Stallmiſtes, 6 rägt: von gi dtr., mithin n ·0 Ctr. der des Eirt Vedarf an de ünſtigen Juün Waldſtreu i ſo auf 10 R er Stroherira 0 Ctr., und 0⸗ Etr., urutz † 60 dom Hafer⸗ usbedarf erfe⸗ ehr von Alha llaſſen, wi war, der b⸗ , wie man i gerſt undye die Rechnun dann wär⸗ lten„d thriit iren entbe 0 α5 283 a) an Körnern, b) an Stroh, c) an Heu. 1000 GCtr. 1200 Ctr. vom Kukurutz, 2000 Ctr. 120 ⸗ 220 ⸗ von der Gerſte, 120—⸗. 400 ⸗ vom Hafer, und 240 ⸗. 600 ⸗ ⸗ Weizen. 1480 Ctr.. 2420 Ctr. 22000 Gkr. 1480+ 2420 Die Erſchöpfung oder e iſt— 5= 19500. Die Düngerproduction der Arbeitsochſen erleidet keine Ver⸗ änderung, weil an ihrer Ernährung nichts geändert wird; dagegen beträgt der jährliche Dunger eines Pferdes 31 Ctr., da ſie ſtatt 18 Ctr. Kukurutz 30 Ctr. Hafer erhalten, und die eines Nutzviehes 62 Ctr., weil keine Kartoffeln verfuͤttert werden konnen. Dieſem nach beträgt die jährliche Düngerproduction von den 6 Arbeitsochſen. 229 Ctr., - z 4 Pferden 31 4= 124 ⸗ - ⸗ 29 Nutzthieren 62* 29= 1798 ⸗ zuſammen 2151 Ctr. Da die Erſchöpfung im vorliegenden Falle 19500 beträgt, ſo kann die Wirthſchaft nicht nur den Erſatz leiſten, ſondern ſie er— übrigt noch jährlich 201 Ctr. Dünger. §. 285. Vergleicht man zuerſt den Wurzelbau(hier den der Kartoffeln) mit dem der Halmgetreidearten, ſo ergibt ſich, daß derſelbe auf dem 16. Theile des geſammten Ackerlandes oder dem 12. der Area des Getreidebaues betrieben wird. Da jedoch von den 11 50 Ctr. Kartoffeln, welche jährlich auf 5 Jochen erzielt werden, bei 300 Ctr. im Haushalte verwendet und 870 Ctr. an die Nutzthiere verfüttert werden, um das Futterſtroh vortheilhaft ausnützen zu können, ſo folgt hieraus, daß das obige Verhältniß des Kartoffelbaues zum Anbau des Getreides zu groß iſt, wenn es ſich bloß darum handelt, ſo viel Kartoffeln zu erzeu— gen, als eine beſtmögliche eienitzung des Futterſtrohes erheiſcht. Da in der betreffenden Wirthſchaft 30 Ctr. Kartoffeln auf 12 Ctr. Futterſtroh pr. Stuͤck paſſirt oder jährlich 870 Ctr. an 29 Stück Nutz⸗ thiere verfüttert werden, ſo reichen 4 Joch hin, um dieſes Quan— tum an Kartoffeln zu erzeugen; daher id ſich der Wurzelban zum Getreidebau in das Verhältniß wie 1:15, d. h. wer das 284 Futterſtroh im Haushalte gut ausnützen will, der rechne auf 100 Pfd. Futterſtroh 250 Pfd. Wurzeln, oder der beſtelle zu 15 Jochen Getreide ein Joch mit Wurzeln(Kartoffeln); wobei noch bemerkt werden muß, daß das Rind nebenbei auch noch mit Heu genährt wird(§. 279). Wird das Heu(15 Ctr.) durch Kartoffeln erſetzt, dann entfallen 60 Ctr. Wurzeln auf 12 Ctr. Futterſtroh, und der Wurzelbau zum Anbau des Getreides muß ſich dann wie 1:7,5 verhalten, oder auf 7,5 Joche Getreide muß 1 Joch mit Wurzeln beſtellt werden. Da jedoch in einem ſolchen Falle die Thiere dem Volumen nach nicht vollkommen genährt werden, indem das tägliche Futter pr. Stück nur circa 4000 Cub. Zoll einnimmt*), während es 6000 Cub. Zoll einnehmen ſoll, ſo muß das Strohfutter 18 Ctr. betragen, oder die Thiere müſſen täglich 15 Pfd. Stroh neben den 32 Pfund Kartoffeln erhalten, wenn ſie auch dem Volumen nach vollkommen ernährt werden ſollen. 1 In einem ſolchen Falle verhält ſich der Wurzel- zum Getreide— bau wie 1:12(genau 1:11,55)**). §. 286. In dieſer Wirthſchaft beträgt: a) Das jährliche, kräftige Futter: 1723 Ctr Heu, 72 bis 120 Ctr. Körner, und 217 ECtr. Kartoffeln(870 Ctr. im naturl. Zuſtande). Zuſammen 2012 bis 2120 Ctr. b) Das Futterſtroh: 60 Ctr. bei den 4 Pferden, 2709 ⸗= ⸗ 6 Ochſen, und. 609 ⸗ ⸗= ⸗ 29 Nutzthieren. Zuſammen 939 Ctr. *) Das Thier erhält 32 Pfund Kartoffeln, welche 1420 Cub. Zoll und 8 Pfund Stroh, die 2560 Cub. Zoll einnehmen, als tägliche Nahrung. —) In dem Falle, wo die Streu von Außen herbeigeſchafft und das Stroh ſämmtlich verfüttert wird, wie es bei der Alpenwirthſchaft in der Regel ge⸗ ſchieht, dann kann das Verhältniß des Wurzelbaues zum Getreidebau wie 1: 6 ſeyn. In einer noch größern Ausdehnung den Wurzelbau zum Behufe der Viehzucht zu betreiben, vorausgeſetzt, daß mit der Wirthſchaft keine Maſt⸗ anſtalt verbunden iſt, halte ich für unvortheilhaft. ſaude eſe fwaft en will d d. Vurſel de ein Jot t werden m vird 6. 27 dann enffa der Warzelh 7,5 verhaltn Lurzeln beſt 1 dem Volum, tagliche Fun ), waͤhren, hfutter 18 6 l · Stroh neben d 7 Volumen um zum Getrede ael. Zuſtande) Cub. Jol m rahrung. und das Elli der Regel 9e debau wie 1 6 a m Beiun, 1 ft keine 1 ) Das S 285 treuſtroh: 60 Ctr. bei den 4 Pferden, 462 ⸗ ⸗ ⸗ 6 Oehſen, 870 ⸗ ⸗=29 Nutzthieren zuſammen 1092 Ctr. Alſo erhält man das ſämmtliche Stroh mit 93 + 1092= 2031 Ctr., und das ſämmtliche Düngermaterial mit 2012+ 2120 — 4132 Ctr. 4) Die Ernte der edlen Gebilde: 750 Ctr. Kukurutz, 240 ⸗ Weizen, 120 ⸗ Gerſte, 120 ⸗ Hafer 300 ⸗ Kartoffeln(trocken). Zuſammen 1530 Ctr. e) Die Ernte des Strohes: 900 Ctr. vom Kukurutz, 600 ⸗ ⸗ Weizen, 220 ⸗ von der Gerſte, 400 ⸗ vom Hafer, und 50 ⸗ von Kartoffeln. Zuſammen 2170 Ctr. 3 Alſo die ſämmtliche, auf die Erſchöpfung*) des Bodens ent⸗ fallende Ernte 1530+ 2170= 3700 Ctr. Aus dieſen Thatſachen ergeben ſich folgende Folgerungen: 1. Verhält ſich das kräftige Futter zum geſammten Stroh— bedarfe einer Wirthſchaft, welche bloß die Rindviehzucht betreibt, wie 21 20: 2031, oder näherungsweiſe 1: 1**). 2. Verhält ſich das kräftige Futter(durchaus im trockenen Zu— ſtande berechnet) zu dem gehaltloſen oder dem Futterſtroh wie 2120:939 oder 2,2: 1(§. 22 7, Lit. C. 1)***), d. h. auf 2 ⅛ Pfd. kräftigen Futters entfällt 1 Pfund Futterſtroh. 3. Entfallen auf 100 Gwthle. der edlen Gebilde 270 Gpthle. *½) Die 1600 Ctr. Klee bleiben hier unbeachtet, weil dem Klee keine Erſchöpfung zur Laſt gelegt werden kann(§. 267). **) Werden die Kartoffeln im natürlichen Zuſtande berechnet, dann be— trägt das kräftige Futter 2665 Ctr., mithin das Verhältniß 2665: 2031 oder 1,3: 1; alſo gerade ſo, wie es bereits früher§. 227, Lit. C angegeben wurde. *) Bei Berechnung der Kartoffeln im natürlichen Zuſtande iſt dieſes Verhältniß 2,73: 1. 286 Duͤngermaterial; denn es verhaͤlt ſich 1530:4132, 1: 2,7 oder 100: 270⸗ Da der Dünger, welcher aus 270 Gwthlen. Düngermaterial er⸗ zeugt wird, nicht immer ſogleich verwendet werden kann, wenn er mürbe geworden iſt, ſo wird der Wahrheit kein Abbruch gethan, wenn dieſes Verhältniß näherungsweiſe wie 100:300 angenom⸗ men wird*), d. h. eine Wirthſchaft vermag ſich auf dem Beharrungspuncte der gleichen Production zu erhalten, wenn ſie für jede 100 Gwthle. der ed⸗ len, vegetabiliſchen Gebilde, als: Samen und Wurzeln(dieſe im trockenen Zuſtande berech⸗ net), 300 Gwthle. Düngermaterial in Dünger um⸗ zuwandeln vermag**). Da ſich in dem Falle, als die Düngermaterialien im Einklange mit einer angemeſſenen Ernährung ſtehen, das kräftige Futter zum geſammten Strohbedarfe wie 1:4(beim Rind) verhalten muß (§. 227), ſo müſſen auch die 300 Gwthle. Düngermaterial aus 150 Gwthln. kräftigen Futters und 150 Gwthln. Stroh beſtehen, oder der Erſatz für 100 Gwthle. edler Gebilde iſt= 150 kräftigen Futters mehr 150 Gwthlen. Stroh. Da ſich das Futterſtroh zum Streuſtroh verhält wie 939:1092, oder näherungweiſe wie 1:1 (genau 1:1,16), ſo müſſen von den 150 Gwthlen. Stroh 75 Gwethle. zur Verfütterung und 75 Gewthle. zur Einſtreu verwendet werden. Dieſem nach beſteht das Düngermaterial von 300 Gwthlen. aus 225 Gwthln. Futter und 75 Gwthln. Einſtreu. Der daraus ent⸗ — 225 5 ſtandene muͤrbe Duͤnger beträgt(—+ 3= 156,25 Ctr. (§. 206), oder, wegen des oft unvermeidlichen Fortſchreitens der Gährung über den mürben Zuſtand,= 150 Ctr., d. h. eine Wirthſchaft, welche bei einem Mittelboden(§F. 136) im Stande iſt, für 100 Gewthle. edler Pflanzen⸗ gebilde 150 Gewthle. trockenen, mürben Stall⸗ miſtes als Erſatz zu leiſten, vermag ſich auf dem Beharrungspuncte der Productivität zu erhal⸗ ten*). *) Unter derſelben Vorausſetzung, wie ſie S. 285, Anmerkung 2 an⸗ gegeben iſt, iſt dieſes Verhältniß 100: 300. *) Nach Thünen(§. 91) werden 334, und nach Wulffen(§. 98) 350 Pfund Düngermaterial für 100 Pfund Kornerzeugniß erfordert. **) Hierin liegt der Beweis, warum§. 136 der Boden von mittlerer Thätigkeit dadurch charakteriſirt wurde, daß er für 100 Gwthle. Kornertrages 1 Aust ungermaterin kann, wem Abbruch geth :300 angene mag ſich an Produetin wthle der Samen ur ande bexec di üngeru ien in Einiir iftige Futter n ˖verhaltmn mi ngermaterin .Stroh beſ befe 9 — 150 kri raſtn Futterſtroh i ggweiſe wie! troh 75 Gn rwendet werd 300 Gwehle Der daraus ile Jurnauu 287 4. Vermag eine Wirthſchaft bei einem Mittelboden ohne alle Aushilfe von Außen den Erſatz zu leiſten und ihre Arbeits- und Nutzthiere(Rind) naturgemäß zu ernähren, wenn ſie auf dem vierten Theile des Ackerlandes den Kleebau betreibt und pr. Joch 80 bis 100 Ctr. Heu erntet. Soll jedoch in einem ſolchen Falle das Futterſtroh beſtmöglichſt ausgenützt werden, dann müſſen auf 100 Gpwthle. Futterſtroh 250 Gwthle. Wurzeln entfallen, oder der Wurzelbau muß ſich nebſt— bei zu dem Anbau der grasartigen Getreidepflanzen verhalten wie 1: 12(§. 285). Und 5. werden bei dieſer Wirthſchaft mit 10 Erſatz 2,7— 2,92 trok⸗ kener Subſtanz uͤberhaupt oder 0,758 Ctr. Korn aller Art erzeugt. §. 287. Nachdem jjene Wirthſchaftsweiſe durchgeführt wurde, auf deren Ergebniſſe ſich die deducirten Sätze zum großen Theil ſtützen, ſo ſoll auch ihre Anwendung bei den verſchiedenen Ackerſyſtemen nach⸗ gewieſen werden. Bei dieſer Anwendung ſoll die gewoöhnliche Eintheilung der Ackerbauſyſteme in I. Felder⸗, II. Fruchtwechſel-, und III. Koppelwirthſchaft zur Grundlage dienen*). aller Art 150 Gwthle. mürben, trockenen Stallmiſtes erfordert. Da an demſel— ben Orte auch geſagt wurde, daß der Erſatz bei einem Boden von raſcher, 200 Gwthle., und von langſamer Thätigkeit 100 Gwthle. mürben Düngers be⸗ tragen ſoll, und der feuchte, mürbe Stallmiſt das Vierfache des trockenen be— trägt, ſo können die Grundſtücke auch dadurch charakteriſirt werden: a) Bodenarten von raſcher Thätigkeit erfordern einen Erſatz von 800 Gwthlen., b).- mittlerer ⸗ 2 ⸗ ⸗ ⸗ 600 ⸗ c) 2„ langſamer ⸗ ⸗ ⸗. ⸗ 400 ⸗ mürben, natürlichen Stallmiſtes für die auf denſelben erzielten 100 Gwthle. edler Pflanzengebilde.(Siehe auch Beilage Nr. I. und II. *) Da in der Statik des Ackerbaues die verſchiedenen Ackerbauſyſteme eine nähere Auseinanderſetzung nicht finden können, ſo halte ich es für noth— wendig, jene Werke anzuführen, welche bei den hier mitgetheilten Eintheilun— gen und Berechnungen benützt wurden: Thaer'’s rat. L., B. 1, S. 187;v; Desſ. engl. L., B. 3, S. 56, und in den Annalen des Ackerbaues 1805, S. 241 ꝛc.; Sinclair, S. 25, 302 bis 305; A. YPoung in ſeinen Reiſen, beſonders durch Frankreich, B. 1, S. 104 bis 132; Burger in ſeinem Lehrbuche, B. 2, S. 380, und der Reiſe durch Oberitalien, B. 2, S. 248— 254; Schwerz in der Belg. Landw.„ B. 1, S. 147 ꝛc., und in ſeinem praktiſchen Ackerbau, B. 3, S. 181 ꝛc.; Weber, B. 1, S. 147; Sturm, B. 3, S. 88; Lengerke, B. 1, S. 99, und Put⸗ ſche in ſeiner Encyclopädie, Agricultur, S. 290 ꝛc. J. Felderwirthſchaft. §. 288. Die Felderwirthſchaft zerfällt, mit Rückſicht auf den Umſtand, ob Brache gehalten wird oder nicht: a) in die reine Brachwirthſchaft, und b) in die Wirthſchaft, bei welcher das alte Brachfeld(gewöhn⸗ lich mit Sömmerung) beſtellt wird. Die erſtere zerfällt weiter in die Drei-, Vier⸗, Fünf-, Sechs⸗ und Neunfelderwirthſchaft*), je nachdem alle 3, 4, 5 ꝛc. Jahre die Brache auf demſelben Felde gehalten wird. Die Dreifelderwirthſchaft wird eine reiche, wenn das Brachfeld alle 3, eine mittelmäßige, wenn es alle 6, und eine ſchwache, wenn das Brachfeld nur alle 9 Jahre gedüngt wird, genannt. A) Reine Dreifelderwirthſchaft. §. 289.. Betreibt Jemand auf einem Boden von mittlerer Thätigkeit den Turnus: 1. Noggen, 2. Hafer und 3. Brache, und das Areale beträgt 300 Joch, dann ſtellt ſich die ſtatiſche Berechnung unter der Vor⸗ ausſetzung, daß der Roggen 15 Metzen à 80 Pfund, nach Abſchlag der Ausſaat, und 35 Ctr. Stroh, dagegen der Hafer 30 Metzen à 45 Pfd. Korn und 40 Ctr. Stroh pr. Joch liefere, folgender Art: Der Ertrag beträgt: Korn Stroh a) vom Noggen pr. 100 Joch 1500 Metz. oder 1200 Ctr. 3500 ECtr. h) ⸗ Hafer ⸗ 100 ⸗ 3000 ⸗ ⸗ 1350 ⸗ 4000 ⸗ Zuſammen 2550 Ctr. 7500 Ctr. Die allgemeine Gleichung für die Erſchöpfung iſt: — 4 h 41 5—(K. 178) *= 3(422*. 32 Da keine Handels-, huͤlſenartige Getreidepflanzen und keine Wurzelgewächſe angebaut werden, ſo iſt: h= 0, 1= 0, und w= 0. Dagegen iſt: g= 2550+ 7500= 10,050 Ctr.; mithin: 10,050 6= 5025, d. h. die jährliche Er⸗ ſchöpfung bei einer ſolchen Wirthſchaft beträgt *) Die Sieben⸗ und Achtfelderwirthſchaft wird, meines Wiſſens, nirgends angetroffen. ————⏑—᷑——ᷣůꝑℳůꝛ—ꝛñꝛ—ꝛ—ÿ—ꝛ—ꝛ–YB ·— die ii 4347 ſahit Wbei ff 4 dhur theilt uf den Unſt in das Vragff eſchwache, ne nnt. ift. 1 Thaͤtigkäte s Areale beint unter der be „nach Alſch afer 30 Nehn folgendern Stroh tr. 3500 Gt ⸗ 4000⸗ Ctr. 7500(d. 1. Ctr.; nih rliche b ft betrit! ſſens/ nitgende 289 5025 Grad, oder ihre jährliche Dungerproduction muß 5025 Ctr. Stallmiſtes, in mürbem, trockenem Zuſtande berechnet, betragen, wenn ſie ſich auf dem Beharrungspuncte erhalten will. An Arbeitsthieren bedarf eine ſolche Wirthſchaft 6 Pferde und 12 Ochſen*. Werden die Ochſen von Jugend auf an einen ſchnel— lern Gang gewöhnt, dann iſt das Verhältniß wie 3:2. Ihre Düngerproduction beträgt nach§. 234, und zwar: Bei den Pferden 33 6—½ 198, und - ⸗ Ochſen 40*Q 12= 480 Ctr. Zuſammen 678 Ctr. Da der jährlich zu producirende Dünger 5025 Ctr. beträgt, ſo müſſen durch die Nutzthiere 5025— 678= 4347 Ctr. mürben Stallmiſtes erzeugt werden. Werden als Nutzthiere bloß Rinder gehalten und dieſe durch 6 Monate auf der Weide genährt, dann beträgt nach§. 234, lit. B, die jährliche Düngererzeugung pr. Stück 40 Ctr. Da der durch die Rinder zu producirende Duͤnger 4347 Ctr. betragen ſoll, ſo müſſen 4347: 40—= 108 Stück naturgemaͤß genährte Rinder gehalten werden, um den Bedarf an Duͤnger zu decken und die Wirthſchaft auf dem Beharrungspuncte zu erhalten. Was das Verhältniß des Ackerlandes zum Graslande einer ſol⸗ chen Wirthſchaft betrifft, ſo läßt ſich dasſelbe auf folgende Art be— rechnen: Eine Kuh von mittlerer Groͤße, wie ſie hier vorausgeſetzt wird, bedarf zu ihrer vollkommenen Ernährung auf der Weide täglich 100 Pfund Gras. Iſt der Graswuchs der Weiden von der Art, daß ihr Erträgniß pr. Joch nur mit 5 Ctr. Heu veranſchlagt wer⸗ den kann, dann werden zur Ernährung eines mittlern Rindes durch 180 Tage 10,8 Joch erfordert**); mithin für 108 Kühe *) Bei der Dreifelderwirthſchaft von mittlerem Boden entfallen im Durch⸗ ſchnitte auf 2 Wirthſchaftspferde 50 Joch Ackerlandes. Das Verhältniß der Arbeit der Pferde zu der der Ochſen iſt hier wie 2:1 angenommen. Wenn ich bei den nachfolgenden Berechnungen die Arbeitsthiere zu einer Hälfte aus Pferden und zur andern aus Ochſen beſtehen laſſe, ſo glaube ich dadurch ein Verhältniß feſtzuſtellen, welches in den meiſten Fällen die vor— theilhafteſte Anwendung findet. **) Bei 5 Ctr. Heuertrag werden pr. Stück erfordert 10,8, 6 27 2 ⸗ 2 2 2 9, 2 7 2 2 2 2 ⸗ 7, ⸗ 8 ⸗ 2 2 ⸗ 2 6,75, 2 9 ⸗ E 2 6, und — 5,4 Joch Wei⸗ uA — — — 1 1 N N Hlubek's Statik. 19 290 10,8 l 108= 1476,4 Joch Weideland. Alſo verhält ſich das Acker⸗ zum Weideland wie 300:1176, d. i. wie 1:3,92 oder näherungsweiſe wie 1:4. Kann dagegen das Erträgniß von einem Joch Weideland mit 10 Ctr. Heu veranſchlagt werden, dann iſt dieſes Verhältniß wie 1:2. Bei 7—8 Ctr. Heuertrag iſt das be⸗ treffende Verhältniß wie 1:3*). Der Heubedarf einer ſolchen Wirthſchaft beträgt, wenn die Viehzucht nicht vernachläſſigt wird, und zwar: a) Bei den 6 Pferden: 6* 40= 240 Ctr.(§. 214). b) Bei den 12 Arbeitsochſen: Im Winter durch 185 Tage 27,75 12= 333 Ctr. (§. 225, lit. C); im Sommer 180 12= 2160 Ctr. Gras —= 648 Ctr. Heu**)(§. 225, lit. C); alſo zuſammen 333+ 648=Z= 981 Ctr. c) Bei den 108 Stück Rindern: 27,75 108 2997 Ctr.(§. 225). Der geſammte Heubedarf beträgt dieſem nach 240+ 981 + 2997= 4218 Ctr. Wird dagegen die Viehzucht vernachläſſigt oder viel Stroh ver⸗ füttert, wie es meiſtens bei der Dreifelderwirthſchaft der Fall iſt, dann iſt der Bedarf an Heu im Winter bei den 12 Arbeitsochſen 18,50 12= 222 Ctr., und bei den 108 Stück Nindern 18,50 ₰ 108= 1998 Ctr.(§K. 225, lit. B); alſo der geſammte Heu⸗ bedarf 240+(222+ 648)+ 1998= 3108 Ctr. Druͤckt man den Ertrag an Heu pr. Joch Wieſen durch x und die Anzahl der Joche durchen aus, dann hat man: a) für den Fall, als die Viehzucht nicht begünſtigt, aber auch nicht vernachläſſigt wird: X. n= 4218, alſo 4218 — ; und den; die über 10 Ctr. Heu liefern, werden in der Regel als einſchürige Wie⸗ ſen behandelt. 2) Ich habe bei der Feſtſtelluug dieſes Verhältniſſes auf die Stoppel⸗ und Wieſennachweide keine Rückſicht genommen, weil ſich dieſe beiden Gegen— ſtãnde einem ſtrengen Calcul nicht unterwerfen laſſen. Wem es daran gelegen iſt, ein günſtigeres Berhältniß zwiſchen dem Acker- und dem Weidelande mit Rückſicht auf die Nachweide auf den Wieſen feſtzuſtellen, für den füge ich die Mayer'ſche Tabelle in M bei. 3**) Das Gras iſt auf Heu nach dem Verhältniſſe, daß 30 Pfund Heu aus 100 Pfund Gras erzeugt werden, reducirt worden(Beilage sub VIII). —,— A Tab. M zu§. 289. Zu Seite 290. ——O————— fehit tſchw bie 1:3,geh ragniß y 5 nät Weideertrag ertrag it in nach Mayer'’s Pachtanſchlägen(S. 13). A. Bei zweiſchürigen Wieſen, vom 15. September bis trä ragt, wenn Ende Oetober. Brutto⸗ Weideertrag Anzahl der Ta— 1———— ge, durch welche Nr. 8 rag pr. a. An friſchem. eine Kuh weiden 12= 33369 Joch Heu Gras b. An Heu ſkann, wenn ſie 9 6( Gheh 1— täglich 79 Pfd. 160 r Ctr. Pfund Pfund Gras bedarf uſammen 3394————ͤ— 1 1978 351 26 2 36 4798 319 24 3 32 6 8 28 0⸗ h 240 49. e k 34 9 2 1438 255 19 5 24 1258 223 16 viel Stroh u—— ..„„„„-A aft der Fu B. Bei einſchürigen Wieſen, vom 1. September bis Ende 2 Arbeitsodſ October. Nindern 181.—— 3— 8 1 24 1708 30 22 geſaumte gi 3 24 V 883 55 19 Ctr. 6 5. r Gde. e, iiy aber ai Bei der Reduction des Graſes auf Heu ſind 5 Pfd. gleich 1 Pfd. Heu„geſetzt. Schweitzer, in ſeinem Lehrbuche der Land— wirthſch aft(Bd. 2, S. 140), ſchlägt den Weidewerth der zweiſchuri⸗ gen zu 10 pCt. und den der einſchuͤrigen Wieſen zu 15 pCt. des Bruttoheuertrages an. Wer weiß, daß eine kleine Kuh 70—80 Pfund, eine mittlere inſchürige Vi⸗ 90— 100 und eine große 100—120 Pfund Gras zu ihrer voll⸗ kommenen, täglichen Ernährung bedarf, der kann den Weideertrag die Stuypi- fed Gegur ſeiner Wieſen leicht berechnen, wenn er die Anzahl Tage kennt, durch adnie welche ſein Rind auf einer beſtimmten Fläche vollkommen ernährt Geidela er en fige it i wird. 3o Yfund N. Hel g zub einzig 291 b) für den Fall, als viel Stroh verfüttert wird: X. n= 3108, alſo 3108 n—— X Um die Größe des Wieſenlandes zu berechnen, kommt es alſo einzig und allein auf den Werth von x oder den Ertrag der Wie⸗ ſen an. Es ſey X= 80 Ctr., dann iſt für 4218. a) n— 80= 52,72, und fuür 3108 b) 1— 26— 38,85 Joch; X= 70 4218 3 a)— 70— 60,25, und 31408 b) n=—= 44, 4 Joch; X.= 60 4218 2) 11.— 50— 70,3, und 3108 b) n=—60= 51,8 Joch; X= 50: 4218 a) n=— ,0= 84,36, und 3108 b) n= 39= 62,16 Joch; 50 X= 40: 4218— a) n— 6= 105,45, und 3108 b) n=—= 77,7 Joch; 40 X= 30 a) n— 42415— 140,6, und 30 19* 3195 103,6 Joch; ») n= 30—„6 Joch; X—= 20 a) n= 4218= 210,9, und 3108 b) n== 155,4 Joch. Und 20 X= 10: 4213 121,Sunt 4——— un 2) n= 10. 9408 b) n=—3:—= 310,8 Jo ) Joch. Welcher von dieſen Werthen der wahre iſt, muß von Fall zu Fall ausgemittelt werden. So viel geht aus der Vorftchenden Be rechnung hervor, daß ſich im guͤnſtigſten Falle das Ackerland zum Wieſenlande wie 300:52,72 oder 5,69:4, alſo ibenin een 6:1; dagegen in dem edinſter wie 300: 421,8 oder 1:1, alſo naͤherungsweiſe wie 1:4 ½ verhalten muß, d. h. im krſten Falle braucht das Wieſenland nur ⅛ des Acker⸗ landes zu betragen; im zweiten hingegen muß es l ½ mal größer ſeyn als das Ackerland, wenn der Bedarf an Futtermaterial gedeckt werden ſoll, und die Viehzucht weder begünſtigt, noch auch vernachläſſigt wird. Mithin im Durchſchnitte wie 300:237,27, oder näherungs— weiſe wie 5:4, d. h. auf 5 Jych Aeccker 4 Joch Wie⸗ ſen. Wird dagegen ſehr viel Stroh verfüttert, dann iſt das be— treffende Verhältniß: a) Im günſtigſten Falle 300: 38,85 oder 7,72: 1, alſo nä⸗ herungsweiſe wie 8:1, und b) im ungünſtigſten Falle 300:310,8 oder 1:1,03, alſo näherungsweiſe wie 1:1. Mithin im Durchſchnitte wie 300:474,82 oder näherungs⸗ weiſe wie 15:9(genau 15:8,74), d. h. auf 15 Joch Acker land müſſen 9 Joch Wieſenland entfallen. Bei die ſen Berechnungen iſt die ganze Area des Ackerlandes pr. 300 Joch mit dem Graslande verglichen. Erfolgt die Vergleichung bloß mit dem beſtellten Boden oder mit 200 Joch, dann müſſen die Vor⸗ derſätze im Fall nachl denn lit. C uß von Fall rſtehenden d⸗ Ackerland zn“ iherungsweſſ Joder 1:1,4, . im erſten des Acken gen muße „wenn de erden ſoll „noch aui der naͤherugi Joch Wie ann iſt das e 22:, aſſ 1:1,03, „ ſi⸗ er näͤherng 293 derſätze der Verhältniſſe um ½ vermindert werden; alſo wird man, im Falle die Viehzucht nicht vernachläſſigt wird, erhalten, und zwar: a) im günſtigſten Falle 4:1, und b) im ungünſtigſten Falle 10:21; alſo im Durchſchnitte 7: 11, d. h. es müſſen auf 7 Joch beſtellten Bodens 11 Joch Wieſen entfallen. Im Falle, als zu viel Stroh verfuttert wird, erhält man: a) im günſtigſten 20: 4 oder 5:1, und b) im ungünſtigſten Falle 20:31; alſo im Durchſchnitte 840:731 oder näherungsweiſe wie 8:7, d. h. zu S Joch beſtellten Bodens ſind 7 Joch Wie⸗ ſen erforderlich. §. 290. Die Frage: ob die Wirthſchaft den Strohbedarf decken könne? kann nach§. 216 und§. 227 leicht beantwortet werden. Bei den Pferden verhält ſich das Heu zum Haäckſel wie 3,5: 1 (§. 246, lit. d); da der Heubedarf der Pferde im vorliegenden Falle 240 Ctr. beträgt, ſo hat man 240: X= 3,5: 1; alſo x= 240— 68 Ctr. Häckſel. 3,5 Der Häckſel verhält ſich zum Streuſtroh wie 1:1,67(§. 216, lit. g); alſo iſt 68:X= 1:1,67,*= 68:1,67= 113 Ctr. die jährliche Streu für 6 Pferde. Bei dem Rind beträgt der Strohbedarf, und zwar: a) wenn die Viehzucht nicht begünſtigt, aber auch nicht ver— nachläſſigt wird: .Q.) bei den 12 Arbeitsochſen 444 Ctr. Futterſtroh; denn es verhält ſich das Heu zum Futterſtroh wie 2,21: 1(§. 227, lit. C) und der Heubedarf 984 Ctr. beträgt. Man hat daher die Proportion 981:X= 2,21: 1, alſo x= de —— 444 Ctr.(mit Erhebung des Bruches zur Einheit). 2,2 Da ſich das Futterſtroh zum Streuſtroh wie 5:4 verhält (K. 227, lit. C), ſo hat man 444:X= 5:4; alſo — 352,2 Ctr. als die jährliche Streu für 12 Arbeitsochſen 5) Bei den 180 Stück Nutzthieren: 2997 Ctr. Futter⸗(§. 227) durch den Winter, und 2916 ⸗ Streuſtroh*). Zuſammen 5913 Ctr. b) Wird dagegen viel Stroh verfuͤttert, oder die Viehzucht ver— nachläſſigt, dann iſt der Strohbedarf: .) Bei den 12 Arbeitsochſen: 552 Ctr. Futter⸗(§§. 225 und 227, lit. B), und Zuſammen 876 Ctr. 6) Bei den 108 Stück Nutzthieren: 4968 Ctr. Futter⸗(§§. 225 und 227, lit. B), und 2916 ⸗ Streuſtroh. Zuſammen 7884 Ctr. Mithin beträgt der ſämmtliche jährliche Strohbedarf: a) Wenn die Viehzucht nicht vernachläſſigt wird: 68 Ctr. zum Häckſel, Mfop 133 ⸗ zur Streu für 6 Pferde. 444 ⸗Futter⸗ und 1 122 352 ⸗ Streuſtroh für 12 Arbeitsochſen 2997 ⸗ Futter⸗ und für 108 Stück Nutzthiere 2916 ⸗ Streuſtroh(Aind). Zuſammen 6910 Ctr. ) Wenn zu viel Stroh verfüttert wird: 68 Ctr. zum Häckſel 3 1 zum Häͤckſel, für 6 Pferde. 133 ⸗ zur Stren 552 ⸗ Futter⸗ und 324 ⸗ Streuſtroh 4968 ⸗ Futter⸗ und 2916 ⸗ Streuſtroh Zuſammen 8961 Ctr. Da die Wirthſchaft 7500 Ctr. Stroh erzeugt, ſo ergibt ſich, daß ſie im erſten Falle nicht nur den Strohbedarf decken, ihre Thiere naturgemäß und mithin auch nutzbringend ernähren, ſon⸗ dern auch ihre Grundſtücke auf dem Beharrungspuncte vollkommen erhalten kann. für 12 Ochſen. für 108 Kühe. *) Der jährliche Streubedarf pr. Stück iſt mit 27 Ctr. bere chnet ——:—:;—— do — 14 res M ſchöpf mit E warten K die Re haltiiſ des Re fers v A daß ei Thati ſich nic ihre Ha handen D 5832 Ninden iſt der bentnen d Winter, md e Viehzudt e it. B), und 4). lit. B), und eeitsochſen stuͤck Nutzthie dind). ſ ergöt ſh decken, ihe nähren, ſi te vollkomme bere dhel 295 Dagegen hat ſie im zweiten Falle ein Deficit von 8961— 7500 = 1461 Ctr. Stroh, welches durch die Waldſtreu oder ein ande⸗ res Material gedeckt werden muß, wenn ſie den Erſatz für die Er⸗ ſchöpfung leiſten ſoll. Zudem kann ſie bei der zu ſtarken Fuͤtterung mit Stroh von ihren Hausthieren keinen angemeſſenen Nutzen er⸗ warten.. Kann die Wirthſchaft dieſes Deficit nicht decken, dann beträgt die Reichthumsverminderung 810°, da die 1461 Ctr. in dem Ver⸗ hältniſſe ³: ⅛ verfüttert und eingeſtreut werden ſollen. Der Ertrag des Roggens muß dann von 15 Metzen auf 12,5 und der des Ha⸗ fers von 30 auf 22 Metzen ſinken. §. 291. Aus den vorſtehenden Berechnungen ergibt ſich die Folgerung, daß eine reine Dreifelderwirthſchaft bei einem Boden von mittlerer Thätigkeit und Wieſen und Weiden von mittlerer Ertragsfähigkeit ſich nicht nur auf dem Beharrungspuncte erhalten, ſondern auch ihre Hausthiere naturgemäß ernähren kann, wenn ſich 1. das Ackerland zum Weidelande wie 1: 3, und 2. das Ackerland zu den Wieſen wie 3:1 verhält, oder wenn auf 1 Joch Ackerland 3 Joch Weiden(à 7— 8 Ctr. Ertrag) und ⅛ Joch Wieſen(à 30— 40 Ctr. Ertrag) entfallen. §. 292. Beſitzt die Wirthſchaft keine Weiden, dann wird das Verhaͤlt⸗ niß des Ackerlandes zu den Wieſen auf folgende Art berechnet: Nach§. 289 beträgt der Bedarf an Heu, wenn Weiden vor⸗ handen ſind, 4218 Ctr. Die Grasproduction der Weiden muß 19440 Ctr. Gras oder 5832 Ctr. Heu betragen, wenn auf demſelben 108 Stuͤck mittlere Ninder durch 180 Tage vollkommen genährt werden ſollen; alſo iſt der ſämmtliche jährliche Heubedarf 1218+ 5832— 10,050 Centner. Behalten x unden die vorige Bedeutung, dann iſt: n. X= 10,050; mithin 10,050 121— X 1) Iſt der Ertrag der Wieſen 80 Ctr. pr. Joch, oder X= 80, 10,050 dann iſt;: n— 0= 125,6 Joch, und das Verhält niß des Ackerlandes zu den Wieſen wie 300: 125 oder 2,4: 1, d. h. auf 12 Joch Ackerland müſſen 5 Joch Wieſen entfallen. 2) X= 70: 10,050— n= 76= 143,5 Joch; alſo das Verhältniß: 300: 143 oder 2,098:41, und näherungsweiſe wie 2,1:1, d. h. zu 21 Joch Ackerlandes werden 10 Joch Wieſen erfordert. 3) X—= 60: 10,050 wr. n— 60= 167,5 Joch; alſo das Verhältniß: 300: 167, oder 1,8: 1 näherungsweiſe, d. h. auf 9 Joch Ackerlandes müſſen 5 Joch Wieſen ent⸗ fallen. 4) x— 50 10,050 201 S —— 2014 Joöch. IU 50 △ ch; alſo 300: 201, oder näherungsweiſe 3: 2, d. h. zu 3 Joch Aecker werden 2 Joch Wieſen erfordert. 5) X— 40: 10,050 3 n— 16— 251,25 Joch; alſo: 300: 251, oder näherungsweiſe 6: 5. 6) X— 30: 10,050„ n=F= 335 Joch; mithin: 9 300:335, oder 9 10. 7) X= 20: 10,050 5 h- 502, Joch; mithin: 20 3 300: 502, oder 6:10. 8) X—= 10 10,050 n— 10= 1005; alſo: 300: 1005, oder 6: 20. Es entfallen dieſem nach auf 1 Joch Ackerlandes mithin Joch ſene erzel dann ij Ackerl Veide d thiere! 7 24(Ge 16 G. 28 G 200 erford der de und di reine; and niſſe jaltniß: eiſe wie?. den 10 ä hältniß: 7 d. h. auf! Lieſen en 9 .. zu 3 Jo oodert. a. im günſtigſten Falle ua, und b. im ungünſtigſten Falle ½ Joch Wieſenlandes; alſo im Durch⸗ ſchnitte dieſer beiden Falle ½4, d. h. zu 24 Joch Ackerlandes werden 45 Joch Wieſenlandes erfordert. Wechſelt dagegen der Ertrag der Wieſen zwiſchen 30— 40 Ctr. pr. Joch, dann iſt das Verhältniß 1: 1, oder zu 1 Joch Ackerland wird 1 Joch Wieſen erfordert. Geſchieht die Vergleichung bloß zwiſchen dem beſtellten Acker— lande und den Wieſen, dann iſt das Verhältniß: a. Im günſtigſten Falle 200: 125, oder 8: 5, und b. im ungünſtigſten 200: 1005, oder näherungsweiſe 1: 5; mithin im Durchſchnitte dieſer beiden Falle: 16:45, d. h. zu 16 Joch beſtellten Ackerlandes werden 45 Joch Wie⸗ ſen erfordert, wenn das Joch nur bei 20 Centner erzeugt. Wechſelt dagegen der Ertrag pr. Joch zwiſchen 30— 40 Ctr., dann iſt das Verhältniß 2: 3, d. h. auf 2 Joch beſtellten Ackerlandes entfallen 3 Joch Wieſen, wenn keine Weiden vorhanden ſind. §. 293. Vergleicht man bei der reinen Dreifelderwirthſchaft die Haus— thiere mit dem Ackerlande, ſo findet man, daß zu 2,4(genau 2,38) Joch des Ackerlandes überhaupt 1 Hausthier, 1,6(genau 1,58) ⸗ ⸗ beſtellten Bodens 2 2 2,8(genau 2,77) ⸗ ⸗ Ackerlandes überhaupt 1 Nutzthier (Rind), 2,0(genau 1,85) ⸗ ⸗ des beſtellten Bodens ⸗. erfordert wird, wenn ſich dieſelbe, bei einer naturgemäßen Ernährung der Hausthiere, auf dem Puncte der gleichen Productivität erhalten und die Durchſchnittsernten auf einem Mittelboden erzielen will. §. 294. Geſchieht die Vergleichung des Kornertrages(2550 Ctr.) mit dem zu leiſtenden Erſatze(5025 Ctr.), ſo lehrt die Rechnung, daß mit 1 Ctr. mürben, trockenen Stallmiſtes oder 1 Erſatz bei der rei nen Dreifelderwirthſchaft 0,57 Ctr. Korn und Hafer erzeugt werden. B. Dreifelderwirthſchaft mit beſäeter Brache. §. 295. Dieſes Ackerbauſyſtem ſoll unter gleichen Bedingungen wie die reine Dreifelderwirthſchaft betrieben werden. 298 Das Brachfeld ſoll mit Wicken, deren Ertrag pr. Joch 30 Ctr. Wickenheu beträgt, beſtellt werden. Das jährliche Erträgniß von 300 Joch beträgt dieſem nach: Korn Stroh ————ℳ— a) Vom Roggen pr. 100 Joch 1500 Metzen oder 1200 Ctr.. 3500 b) ⸗ Hafer⸗ ⸗ ⸗ 3000 ⸗ ⸗ 1350 ⸗ 4000 c) Wicken⸗ ⸗ ⸗. 3000 Wird die Gleichung für die Erſchöpfung 1 1 W mit dem vorliegenden Ackerbauſyſteme verglichen, ſo ergibt ſich: g= 1200 Noggen+† 1350 Hafer+ 7500 Centner Stroh — 10050 Ctr. 1= 3000 Ctr. h= 0, und w= 0; mithin: 10050 3000 *=—*— 5025 750= 57750. An Zugthieren bedarf die Wirthſchaft 8 Pferde und 20 Ochſen. Die Duͤngerproduction beträgt: Bei den Pferden 33 8= 264 Ctr., und ⸗ ⸗ Ochſen 40 20= 800 ⸗ zuſammen 1064 Ctr. Da der zu leiſtende Erſatz 5775 Centner beträgt, ſo muß die Düngerproduction der Nutzthiere 5775— 1064= 4711 Ctr. ſeyn. Geſetzt, die Wirthſchaft verfüttert die friſchen Wicken und deckt den Abgang durch Gras, oder ſie nährt ihre Nutzthiere im Stalle auf folgende Art: a) Im Sommer, durch 180 Tage: 100 Pfund friſche Wicken, und 5 ⸗ Stroh. b) Im Winter: 15 Pfund Heu und 15 Pfd. Stroh täglich. Der jährliche Bedarf an Futter beträgt daher pr. Stück: 180 Centner Wicken, 28 ⸗ Heu, und 37 ⸗ Futterſtroh. Die jährliche Einſtreu pr. Stück beträgt 30 Ctr. D nach d d= gefund Fnnen. müſſen, nur wi werder D alſo het 3 d. Joch goſh tdieſem m. — 00 Ctr. Ji 50⸗. 40 ergibt ſich: Centner Et 50 775 nd 20 Ochſe nd gt, ſo mß 1711 Ctr ſe Licken und d hiere im Sn Stück: 299 Die Düngererzeugung aus den vorſtehenden Materialien wird nach der Gleichung: =(E*2 5 6— 9) 2 10 G r- S 6 gefunden. Es iſt nämlich: f—= 28+ 37— 65 Ctr., g= 180, V= O, s— 30, und x= 0, da die Thiere im Stalle ernaͤhrt werden. Werden dieſe Werthe in die obige Gleichung ſubſtituirt, dann erhaͤlt man: d 35. 4 18“ † 30)( 1 2 10— 6 — 67 Ctr. mürben, trockenen Stall⸗ 216 =(32,5+ 18+ 30) miſtes pr. Stück. Da der durch die Nutzthiere zu producirende Dünger 4711 Ctr. beträgt und 1 Nind 67 Ctr. producirt, ſo werden 4711: 67= 70 Stück Ninder erfordert, um den Erſatz für die Erſchöpfung leiſten zu koͤnnen. Werden dagegen die Nutzthiere auf der Weide genährt, dann müſſen, da die Düngerproduction in einem ſolchen Falle pr. Stuͤck nur mit 40 Ctr. veranſchlagt werden kann, 118 Stuͤck gehalten werden; alſo um 48 Stück mehr, als bei der Stallfütterung. Der jäͤhrliche Heubedarf der Wirthſchaft beträgt: a) Bei den 8 Pferden: 8* 40= 320 Centner(§. 2414). b) Bei den 20 Arbeitsochſen: 4) Im Winter, durch 185 Tage: 27,75* 20= 555 Centner(§. 225); 6) im Sommer: 180 20= 3600 Centner Gras= 1080 Ctr. Heu. c) Bei den 70 Stück Rindern: Qα.) Im Winter: 28* 70 Z= 1960 Centner; 6) im Sommer: 180 70—= 12600 Ctr. Gras= 3780 Ctr. Heu; alſo beträgt der geſammte Heubedarf: 320+(555+ 1080)+(1960+ 3780)= 7695 Ctr. 300 Da der Heuertrag der Wicken 3000 Ctr. betraͤgt, ſo iſt das Deficit an Heu 7695— 3000= 4695 Ctr. Es muß alſo X.= 4695, wobei x den Heuertrag pr. Joch Wieſenlandes unden die Anzahl der benöthigten Joche anzeigt. Iſt x= 80, dann iſt: 4695 4 —= 58,6 Joch; alſo verhält ſich das Ackerland zu den Wieſen wie 300: 58, oder näherungsweiſe wie 5:1, d. h. auf 5 Joch Ackerland 1 Joch Wieſen. X= 10: 4695 = 10= 469,5; mithin das Verhältniß wie 300: 469,5, oder näherungsweiſe 5: 8, d. h. auf 5 Joch Aecker S Joch Wieſen. Alſo im Durchſchnitte des günſtigſten und ungünſtigſten Falles: 300: 264, oder näherungsweiſe wie 15: 13, d. h. auf 15 Joch Ackerlandes müſſen 13 Joch Wieſen*) ent⸗ fallen, wenn eine Wirthſchaft von den angegebe⸗ nen Verhältniſſen nicht nur ihre Hausthiere voll— kommen ernähren, ſondern auch den Erſatz für die Erſchöpfung der Grundſtücke decken ſoll. Wechſelt der Ertrag der Wieſen zwiſchen 30— 40 Ctr. pr. Joch, dann iſt das Verhältniß 300: 136,8, oder näherungsweiſe 15:7, d. h. zu 15 Joch Ackerlandes werden 7 Joch Wieſen erfordert. Die Berechnung für die einzelnen ſpeciellen Fälle geſchieht mit Hilfe der Gleichung x.= 4695 gerade ſo, wie im§. 292 gezeigt wurde. §. 296. Vergleicht man die reine Dreifelderwirthſchaft mit der gemiſch— ten, ſo ergibt ſich aus dieſer Vergleichung: 1. Daß die erſtere, unter gleichen Verhältniſſen betrieben, um ½— 2 Joch Wieſenlandes auf 1 Joch Ackerlandes mehr be⸗ darf, als die letztere, wenn ſie ſich auf dem Beharrungspuncte erhalten will**); *) Der Ertrag der Wieſen beträgt bei dieſem Verhältniſſe 18— 19 Ctr. pr. Joch. **α) Nach§. 292 iſt bei der reinen Oreifelderwirthſchaft das Verhältniß des Ackerlandes zu den Wieſen wie 16: 45 oder 1: 2,8125, bei der gemiſch⸗ — ——ùꝑ —— ———ñꝰ/“·————,,— == — ten dage Wieſen i alſo da wirthſch auszudü Mi Na 1 Nind 33 erzeugu der Di zu der und der Ctr. K rägt, ſo itie lertrag pr. he anzeigt das Ackerland, vie 5:1, d vie 300 469, ecker 8 Jo rſtigſten Fall d. h. auf l eſen*) en angegebe thiere voll Erſat fl n ſoll. — 40 Cir. naͤherungse rden 7 Joc alle geſchiehte n. 292 g6 mit der gewſt betrieben,” ndes mehr jarrungsun 5. ältniſſe 1— tdas Gatin bei der Geniſt 304 2. daß bei der reinen Dreifelderwirthſchaft 1 Rind zur Ausdün gung von 2,4 Joch erfordert wird*), während bei der Drei— felderwirthſchaft mit beſamter Brache 3,4 Joch auf ein natur⸗ gemaͤß genährtes Nind entfallen, wenn das Zugvieh in Bezie⸗ hung auf die Duͤngerproduction auf Rind reducirt**) und im letztern Falle die Stallfütterung betrieben wird; 3. daß die Dreifelderwirthſchaft mit beſamter Brache ſelbſt bei einem geringern Betriebs- und Inventarcapitale ihre Haus⸗ thiere beſſer nähren und mithin vortheilhafter ausnützen kann, und 1. daß mit 1 r bei der reinen Dreifelderwirthſchaft nur 2 Ctr., während bei der gemiſchten 2,25 Ctr. oder 2 1 Ctr. trockener Subſtanz producirt werden; dagegen erzeugen beide mit 200“ Neichthum im Durchſchnitte nur 100 Ctr. Korn aller Art***). ten dagegen(§. 295) wie 15: 13 oder 1:0,86; daher iſt das Plus der Wieſen im erſten Falle 2,81— 0,86= 1,95, oder näherungsweiſe= 2. Wechſelt dagegen der Ertrag der Wieſen pr. Joch zwiſchen 30— 40 Ctr., dann iſt das Verhältniß für die reine Dreifelderwirthſchaft ohne Wei⸗ den 1:1(§. 292), und für die gemiſchte 15: 7 oder 1:0,466(§. 295); alſo das Plus im erſten Falle 1— 0,466=— 0,534, oder näherungsweiſe— ½. *) Wird das Rind ſchlecht genährt, wie es bei der reinen Dreifelder⸗ wirthſchaft meiſtens der Fall iſt, dann reicht 1 Rind kaum hin, um 2 Joch auszudüngen. Mir ſind Fälle bekannt, wo 2 Rinder auf 3 Joch gerechnet werden. Nach der in Niederöſterreich üblichen Praxis rechnet man 2 Joch auf 1 Rind. **) Die Reduction geſchieht auf folgende Art: Die Düngerproduction von 6 Pferden iſt 33 6= 198 Ctr. Ein Rind erzeugt beim Weidegange jährlich 40 Ctr., und ebenſoviel ein Arbeitsochs. Dividirt man 198 durch 40, ſo erhält man den Quotienten 5(näherungs⸗ weiſe), d. h. 5 Rinder ſind in der Düngerproduction— 6 Pferden. Dagegen ſind bei der Stallfütterung, wo 1 Rind nach der angegebenen Fütterung 67 Ctr. Dünger erzeugt, 2 Kühe=— 4 Pferden, und 3 Kühe— 5 Arbeitsochſen in der Düngererzeugung. Da bei der reinen DOreifelderwirthſchaft 6 Pferde, 12 Ochſen und 108 Nutzthiere gehalten werden, und 6 Pferde gleich ſind 5 Rindern in der Dünger— erzeugung, ſo hat die Wirthſchaft 125 Stück Thiere, die in der Dünger⸗ production gleich ſind; mithin verhält ſich das Ackerland zu der Rinderzahl wie 300: 125 oder 2,4: 1. Im zweiten Falle hält die Wirthſchaft 8 Pferde, 20 Ochſen und 70 Nutz⸗ thiere; da aber 2 Pferde— 1 Kuh, und 5 Ochſen= 3 Kühen in der Dünger⸗ erzeugung zu ſetzen ſind, ſo hat die Wirthſchaft 86 Stück Thiere, welche in der Düngerproduction einander gleich ſind; mithin verhält ſich das Ackerland zu der Rinderzahl wie 300: 86 oder wie 3,48: 1. *) Die Erſchöpfung der Getreideernten beträgt in beiden Fällen 5025⁰, und der Ertrag an Korn 2550 Ctr.; mithin ſind näherungsweiſe 2000— 100 Ctr. Korn. 302 §. 297. Die bisherigen Berechnungen ſind mit Rückſicht auf einen be— ſtimmten Turnus der Dreifelderwirthſchaft und den Umſtand, daß die Dreifelderwirthſchaft den Erſatz für die Erſchöpfung vollkommen zu decken im Stande iſt, durchgeführt worden. Um jedoch den Calcul von einem beſtimmten Turnus unabhän— gig zu machen, die Abnahme der Ernten, wenn der Erſatz nicht er— folgt, darzuſtellen, und mithin den Gleichungen: 1h d .=(s*1 5)' un d 41 1 1 1 6 41 4*) eine allgemeinere und zugleich für die Praxis leichtere Anwendbar keit zu verſchaffen, ſo ſoll die Rechnung von folgendem Geſichtspuncte durchgeführt werden: Den bisherigen Erfahrungen zufolge beträgt der Durchſchnitts ertrag der Cerealien pr. Joch, mit Ausnahme des Kukurutz und der Hirſe, nach Abzug der Ausſaat— welche im Allgemeinen mit 3 Metzen oder 2 Ctr.(näherungsweiſe) veranſchlagt werden kann— 12 Ctr. Körner und 30 Ctr. Stroh; daher iſt das Verhältniß des Kornertrages zum Strohertrage wie 12: 30 oder 1: 2,5, d. h. auf 1 Pfund Korn über die Ausſaat*) entfallen 2 ½ Pfund Stroh. Da bei der Dreifelder- oder Getreidewirthſchaft in der Regel keine andere Früchte als die Cerealien angebaut werden, ſo iſt in der Gleichung für die Erſchöpfung: h— 0, 1= 0, und w— 0; 8 mithin iſt e— 7 Wird die Rechnung bloß auf 1 Joch beſchränkt, dann iſt g= 12 2 — Ctr. Korn+ 30 Ctr. Stroh= 42 Ctr; daher iſt e== 2 10, d. h. bei der Dreifelderwirthſchaft beträgt die jährliche Erſchöpfung pr. Joch beſtellten Bodens im Durchſchnitte 21 oder 21 Centner trockenen, mürben Stallmiſtes, oder 14 pr. Joch der ganzen *) Wird die Ausſaat mitgerechnet, dann iſt das Durchſchnittsverhältniß 1:2. Area ernte D 12 Et trocken aller? D beträg Dung Etreu gen I Rüͤckſt Gtr. v iht auſein en Umſtand, pfung vollem rurnus unglhn er Erſat niht, 1 tere Anwendte nGeſichtspun Durchſchnitt. eukurutz und! lgemeinen r werden kann⸗ s Verhältnißd er 1: 2,5,1. 1* entfalle zaſt in der dh werden, ſo — 0, undv= „dann its= 9 42 itteverhälti 13 303 Area), wenn ſie das Sechsſache der Ausſaat erntet. Da die Dreifelderwirthſchaft mit den 21 Centnern Stallmiſtes 12 Ctr. Getreide erzeugt, ſo braucht ſie 175 Gwthle. mürben, im trockenen Zuſtande berechneten Stallmiſtes, um 100 Gwthle. Korn aller Art zu erzeugen. Das Duͤngermaterial, welches die Dreifelderwirthſchaft liefert, beträgt im Durchſchnitte 30 Ctr. Stroh pr. Joch. Werden dieſe in Dünger umgewandelt, ſo müſſen, da im Allgemeinen das Futter zur Streu in dem Verhältniſſe wie 4:1 ſteht und bei der gegenwärti⸗ gen Berechnung auf die Art der Ernährung der Hausthiere keine Rückſicht genommen wird, von den 30 Ctr. Düngermaterial 24 Ctr. verfüttert und 6 Ctr. eingeſtreut werden. Es iſt daher in der Gleichung: f 1 1 d— 16 2*)(— 4—) 1= 24,= 0, w= 0,s=— 6. und X= 0. Werden dieſe Werthe in der Gleichung ſubſtituirt, ſo erhält man: 0 4 25) 7= 15 Ctr., d. h. die Dreifelder⸗ wirthſchaft vermag im Durchſchnitte mit dem Dungermaterial, welches das beſtellte Ackerland liefert, nur 150 zu decken, während ſie 240° dechen ſoll, wenn ſie ſich auf dem Beharru ngspuncte der Productivität erhalten wlll. Es entſtehen nun zwei Fragen: 1. Wieviel muß der Zuſchuß an Düngermaterial von Außen be⸗ tragen, wenn ſie den Erſatz für die Erſchöpfung pr. Joch des beſtellten Bodens vollkommen(wenigſtens dem Quantum nach) decken ſoll? Und Jauf welchen Grad der Productivität muß die Dreifelderwirth⸗ ſchaft gelangen, wenn ſie einen kleinern oder größern, als den normalen Erſatz leiſtet? §. 298. Die erſte Frage läßt ſich auf folgende Art beantworten: Es ſey Xx das auf trockenen Zuſtand redneirte Futter— und y das υ‿ *) Die Erſchöpfung während des ganzen Turnus oder 3 Jahren beträgt 42⁰; alſo die jährliche 140. 304 Streumaterial, welches erfordert wird, um mit dem aus beiden ent— ſtandenen Dünger die Erſchöpfung von 219 vollkommen decken zu können. Es muß alſo, unter der Vorausſetzung, daß die Umwandlung des Dungermaterials in Dünger im Stalle erfolgt: 1)(») 3= 21°(s§. 206). Da die Wirthſchaft 30 Ctr. Dungermaterial erzeugt, ſo muß auch, wenn 2I den Abgang anzeigt: 2) 30- z=xPy.. Da ſich ferner das Futter zu der Einſtreu wie 4:4 verhält, ſo hat man: 3) X:y= 4 1. Werden die Größen v, y und 2 mit Hilfe dieſer drei Gleichun gen*) geſucht, ſo erhält man: X= 33, 6 Centner, y— 8,4, Xx-y= 42, und 2= 12, d. h. es muüſſen 33,6 Etr. verfüttert und 8,4 Ctr. eingeſtreut, oder 42 Ctr. Futter und Streu in Dünger umgewandelt werden, wenn die Dreifelderwirthſchaft den Erſatz für die Erſchoͤ⸗ pfung vollkommen decken ſoll; und, um dieß thun zu *) Die Gleichungen ſind: X 5 G»)=u, X: y= 4: 1, und 30+ z— XTy. Aus der erſten Gleichung folgt: X 21.6 21.6.2 3 2 †y=— alſo x——,— 2 y, und aus der zweiten: 21 6.2 X=O 4y; mithin 5— 23y= 1 y, oder 3 21. 6.2 252 3 5——— alſo F 5 5, alf 233 1 — 30— 8,4; folglich X—= 4,84— 33,6, und 2— Xx+ y— 30— 33,6+ 8,1— 30— 12. konnen, Außen! Da aller A Dünge ris Ein A ein a Korne bens einer Be Ackerla 6 Joche, zu 1 lande tern iſh 12 Jo ν Fü em aus b ſhr ena kommen decg die Unwand berzeugt, ſom 4:4 becht, er drei Gleiche t. verfütt r. Futter! en, wennd. die Erſte um dieß th⸗ s der zweiten 305 können, muß ſie im Durchſchnitte 12 Ctr. Düngermaterial von Außen beziehen. Da die Dreifelderwirthſchaft im Durchſchnitte 12 Ctr. Korn aller Art pr. Joch producirt, alſo gerade ſo viel, als der Abgang an Düngermaterial beträgt, ſo mußte ſich die einfache Regel in der Pra⸗ ris Eingang verſchaffen: Man gebe zu dem Ernteſtroh ſo viel Heu oder ein anderes, auf Heu reducirtes Futter, als die Kornernten betragen, verwandle beides in mür⸗ ben Stallmiſt, und man wird die Grundſtücke in einer gleichen Ertragsfaäͤhigkeit erhalten. Bei Befolgung dieſer Regel geſtaltet ſich das Verhältniß des Ackerlandes zum Graslande folgender Art: Es ſey x der Ertrag an Heu pr. Joch, und n die Anzahl der Joche, ſo iſt: X. n= 12, alſo 12 n——. X Iſt x= 10, alſo der ungünſtigſte Fall, ſo iſtn= 1,2, d. h. zu 1 Joch Ackerlandes werden 1,2 Joch Gras⸗ landes erfordert; oder das Verhältniß des erſtern zum letz⸗ tern iit wie 1:1,2 oder 10:12, d. h. auf 10 Joch Aecker 2 Joch Grasland. Für X= ˖80, alſo für den günſtigſten Fall, erhält man: 42 n= Se—= 0,15 Joch; daher iſt das Verhältniß 100: 15, oder zu 100 Joch Ackerlandes werden 15 Joch Wieſen erfordert. Das Durchſchnittsverhältniß dieſer beiden Fälle iſt dieſem nach: 1:0,675, oder näherungsweiſe 1: 0,7 oder 10: 7, d. h. zu 10 Joch Ackerlandes werden 7 Joch Graslandes erfordert, wenn das Joch vom letztern eirea 18 Ctr. Heu liefert. Wechſelt dagegen der Ertrag des Gras⸗ landes zwiſch en 30— 40 Joch, dann iſt das Verhältniß 1: 0,35 oder 100: 35, d. h. zu 100 Joch Ackerlandes werden 35 Joch Graslandes erfordert. §. 299. Vergleicht man dieſes Verhältniß mit dem§. 292 entwickelten ſſe Durchſchnittsverhältniſſe 1: 2,812(oder 16: 45), ſo ergibt ſich, Hlubek’'s Statik. 20 306 daß bei dem gegenwaͤrtigen Calcul das Grasland 2,812: 0,7 = 4,03, oder näherungsweiſe 4mal kleiner erſcheint, als bei den Berechnungen im§. 292. Der Grund dieſer großen Verſchiedenheit in dem Verhältniſſe des Ackerlandes zum Graslande liegt in Folgendem: Es iſt§. 298 gezeigt worden, daß das Düngermaterial aus 33,6 Ctr. Futter und 8,4 Ctr. Streu beſtehen muß, wenn ſich die Wirthſchaft auf dem Beharrungspuncte erhalten ſoll. Die Wirthſchaft erzeugt 30 Ctr. Düngermaterial, von welchem 8,4 Ctr. eingeſtreut und 21,6 Ctr. verfüttert werden. Da nun der Abgang an kräftigem Futter(Heu) 12 Ctr. be⸗ trägt, ſo iſt das Verhältniß des kräftigen Futters zum Futterſtroh wie 12: 21,6, oder näherungsweiſe 4: 7; dagegen iſt bei einer naturgemäßen Fütterung, wie ſie im§. 227 vorausgeſetzt wurde, das Verhältniß des kräftigen Futters zum Futterſtroh, nach§. 227, lit. C, wie 2,2 1 oder 22: 10. Da das Verhältniß 4:7, oder)= 0,57 faſt 4mal kleiner iſt, als das Verhältniß 2,2: 1, ſo iſt es eine natüͤrliche Folge, daß auch das Verhältniß des Graslandes zum Ackerlande 4mal*) geringer ſeyn kann, wenn man die Hausthiere zum groͤßten Theil mit Stroh ernähren und mithin auf jede vortheilhafte Benützung derſelben Verzicht leiſten will. Zu allem dem tritt noch einerſeits der Umſtand hinzu, daß ſich eine ſolche Wirthſchaft in die groͤßten Verlegenheiten verſetzt ſieht, ſobald die Ernten auch nur um etwas geringer ausfallen, als ſie der Durchſchnitt der Jahre gibt, und andererſeits bleibt bei dem Aus— ſpruche: Erſetze die Kornernten durch kräftige, auf Heu reducirte Futterſtoffe, die Ernährung unſerer Hausthiere nach dem Verhält— niſſe 12: 21 praktiſch unausführbar; denn welche Theorie kann eine Sommerfutterung irgend eines Hausthieres rechtfertigen, bei welcher auf 12 Gwthlen. kräftigen Futters 21 Gwthle. Futterſtroh entfallen? So einfach und praktiſch alſo auch die§. 298 ausgeſprochene Negel in Betreff des Erſatzes erſcheint, ſo iſt ſie doch äußerſt un— praktiſch und ganz dazu geeignet, ſtatt Klarheit und Deutlichkeit nur Verwirrung anzurichten, ſobald ſie allgemein ausgeſprochen wird“*). 2—) Werden 2,2 durch 0,57 dividirt, ſo iſt der Quotient 3,85. **) Die Folge wird darthun, daß die obige Regel nur dann richtig erſcheint, wenn die DOreifelderwirthſchaft die Stallfütterung betreibt, und unbekümmert bleibt, wie die Hausthiere ernährt werden(§. 305), ſo wie auch in dem Falle, als man mit dem Erſatze von 156 pr. Joch ausreicht(§. 310, lit. f). V V 5 E daß„T Futter nicht der 30 9 nämlic gen we E. ter⸗p für d Somu hbetragt Vir ſeyn U und 2,812:1 heint, Jatie dem Vetzin m: ingermaterinln :i, wenn ſih l. rial, von wict den. deu) 12 Gt. es zum Futtri egen iſt bei an ausgeſetzt wun roh, nach g.A mal kleineri Folge, daß u mal) gerin, Theil wit Enn rützung derſe hinzu, daß ten verſezt it fallen, als ſei eibt bei den ai auf Heu ridnnn n dem Verhi che Theotie in rechtfertgen, wthle. Futtn S ausgeſprote doch äußerſn Deutlichketl vrochen wit mn eriüti eſtei und unicirnn auch in dem dule ſit. f). 307 §. 300. Es kann gegen das Geſagte die Einwendung gemacht werden, daß, wenn die 12 Centner Abgang an Düngermaterial(kräftigen Futters) für die Winter- und Sommerfütterung repartirt werden, nicht nur der Erſatz fuͤr die Erſchöpfung geleiſtet, ſondern auch eine der Zeit angemeſſene Fütterung erfolgen könne. Zum Behufe dieſer Repartition ſoll von dem gewöhnlichen Falle, nämlich von der Ernährung des Rindes auf der Weide, ausgegan⸗ gen werden. Es ſey x das Winter- und das Sommerfutter, y die Win⸗ ter- und y' die Sommerſtreu, ſo iſt(2+) 5 der Ausdruck 2 — X“ 1 für die Duͤngerproduction im Winter, und 16 r„) 3 im Sommer(§§. 206 und 209)*). Da die Erſchöpfung bei der Dreifelderwirthſchaft pr. Joch 219 beträgt, ſo muß bür den Zuſtand des Gleichgewichts 1 ()e r(Tv) 2= 21, 89. der im Winter und Sommer erzeugte Dünger muf gleich ſeyn der Erſchöpfung. Um dieſe Gleichung auflöſen zu können, müſſen noch andere Verhältniſſe unter den unbekannten Größen conſtatirt werden. Dieſe Verhaͤltniſſe ſind: X:y= 4:1, da im Winter das Futter 4mal größer iſt, als die Streu; X: y= 20: 1, da beim Weidegange das Futter 20mal größer iſt, als die Sunn und F: y= 2:1, da bei der Ernährung im Stalle noch ein⸗ mal ſo viel miſten wird, als beim Weidegange. Mit Hilfe dieſer Proportionen erhält man: X= 70 Ctr. Gras, X— 28 ⸗ Nauffutter, 1*) Man ſetze in der dortigen Gleichung f= 0, da kein Rauhfutter, und — 0, da beim Weidegange keine Wurzeln verfüttert werden, und man erhält die oben angegebenen Gleichungen, ſobald man die Düngerproduction des Win⸗ ters und des Sommers für ſich berechnet. 20* ö 308 y— 7 CEtr. Winter⸗, und y— 3,5 ⸗⸗ Sommerſtreu*), d. h. eine reine Dreifelderwirthſchaft, welche ihre Hausthiere (Rinder) durch 6 Monate auf der Weide ernährt, muß 70 Ctr. Gras und 28 Ctr. Rauhfutter(Heu und Stroh) verfüttern und 10,5 Ctr. einſtreuen, wenn ſie den Erſatz für die Erſchöpfung des Bo⸗ dens pr. Joch vollkommen decken ſoll. Es kann alſo mit 12 Ctr. Zuſchuß keine angemeſſene Ernah⸗ rung erfolgen, ſondern derſelbe muß, wie der folgende§. nachwei⸗ ſen ſoll, 24 Ctr. betragen. §. 301. Die Wirthſchaft erzeugt 30 Ctr. Stroh, von welchem 10,5 Ctr. zur Einſtreu, alſo 30— 10,5= 19,5 Ctr. zum Futter verwen⸗ det werden. Da jedoch das Winterfutter 28 Ctr. betragen ſoll, ſo iſt der Ab— gang an Winterfutter: 28— 19,5= 8,5 Ctr. Heu, oder ein anderes auf Heu redu⸗ cirtes Aequivalent. Das Weidegras enthält 75— 80 pCt. Feuchtigkeit; alſo ge— ben 70 Ctr. Gras 14— 17 Ctr. Heu. Der Bedarf an Heu beträgt dieſem nach: 8,5+ 14= 22,5 bis 8,5+ℳ 17— 25,5 Ctr.; alſo im Durchſchnitte: *) Aus der Proportion X: y= 4:1 folgt: 3 X 5* 1 a) Xx= 4 y. Dieſer Werth in(—+) 6+ 10+ 5) 3= 21 geſetzt, gibt: 1 4* 5 X* N 4— 21. ) 2*) 6+ 10+ 2) 3— 21. Ferner folgt aus den Proportionen:: y= 20: 1, und y: y= 21. c) X 20 v, und d) y= 2“. Werden dieſe Werthe in b ſubſtituirt, ſo erhält man: 5 20 1 4 v“ 2 v)——„—— (4» †. 2 v) 6*(15*„) 3— 21, oder 6 5 7 1— 1 21 S 6 r5y“. 3—= 21, 6 y— 21; alſo y— 5— 3,5 Ctr. Dieſer Werth, in die Gleichung d geſetzt, gibt: y= 2. 3,5= 7 Ctr., und in die von e ſubſtituirt, erhält man: X—= 20 3,5— 70 Ctr. Wird für y— 7 Ctr. der Werth in a geſetzt, ſo erhält man: X= 42 7 — 28 Centner. 1 dT V gebene für die tution Gleich zaugen 6 ₰ A zeräde ſch, werd das troch beid ſein Pro werd treib eine den Dauathi, ide ernahn futter(a einſtreng Ung desd. meſſene Enn nde d. nagn chem 10,56 Futter verwe „ſo iſt der auf Heu red keit; alſo Ctr.; alſd 309 22,5+ 25,5 48 5 ——= 24 Centner. 2 Werden die 24 Ctr. Heu mit dem Ernteſtroh unter den ange⸗ gebenen Verhältniſſen in Dünger umgewandelt, ſo wird der Erſatz für die Erſchöpfung vollkommen gedeckt, wie man ſich durch Subſti⸗ tution der§. 300 aufgefundenen Werthe für x, X⁴, y und y“' in die 79 7 X 5 X* 1— 7„ H Gleichung+ y+ 10+ y= 241 leicht uͤber— 2 3 1 8 zeugen kann. Setzt man für x den Werth 28, 2 7? ⸗ 2 70, ⸗-⸗ y-⸗— 7, und 2 y“ ⸗— 3,5, ſo hat man: 2 ₰ 5 1 21 6 10,5.——= 21, oder 17,5+ 3,5—= 24; alſo gerade ſo viel, als die Erſchopfung beträgt. Da die Dreifelderwirthſchaft im Durchſchnitte 12 Ctr. Korn aller Art erzeugt, und der Zuſchuß an Duͤngermaterial 24 Ctr. be⸗ tragen muß, ſo ergibt ſich hieraus die einfache, praktiſch durchgrei⸗ fende Regel für die Dreifelderwirthe, welche keine Stallfütterung be— treiben: Das auf dem Graslande erzeugte Futter muß im trockenen Zuſtande noch einmal ſo groß ſeyn, als die Kornernten, wenn mit dem aus dem Ernteſtroh und dem kräftigen Futter entſtande⸗ nen mürben Stallmiſte der Erſatz für die Er ſchöpfung der Grundſtücke vollkommen gedeckt werden ſoll, oder: man gebe zu dem Ernteſtroh das Doppelte der Kornernten an kräftigem, im trockenen Zuſtande berechneten Futter, umwandle beides in Dünger, und mau wird mit demſelben ſeine Wirthſchaft auf dem Beharrungspuncte der Productivität erhalten(§. 300). Wer dieſe Grundregel beobachtet, von dem kann allein geſagt werden, daß er ſeine Wirthſchaft nach rationellen Grundſätzen be— treibt. 310 §. 302. Da eine Wirthſchaft, wie ſie hier vorausgeſetzt wird, Wieſen und Weiden haben muß, ſo iſt noch die Frage zu beantworten: in welchem Verhältniſſe das Grasland zum Ackerlande überhaupt, und in welchem das Ackerland zu den Wieſen und den Weiden insbeſon— dere ſtehen müſſen, wenn der Dreifelderwirth die eben angegebene Grundregel beobachten ſoll? Iſt x der Ertrag pr. Joch Graslandes und n ihre Anzahl, ſo iſt, da der Zuſchuß 24 Ctr. Heu beträgt, X.n— 24. Betraͤgt der Ertrag pr. Joch 10 Ctr., oder iſt= 10, ſo iſt: 24 n= 5— 2,4 Joch, d. h. auf 1 Joch Ackerland muſſen 2,4 Joch Grasland entfallen. 24 — 20,.— 25= 1,2 Joch; alſo das Verhältniß: 1:1,2, oder 10: 12; 24.„ X— 30, n— 30= 0,8 Joch; alſo das Verhältniß: 1:0,8, oder 5. 4, 24 X= 10, 1— 10— 0,6 Joch; alſo das Verhältniß: 1:0,6. — 24 Und für den günſtigſten Fall, oder für= 80, iſtn=— 30 = 0,3 Joch; alſo das Verhältniß: 1: 0,3, oder 10:3. Der Durchſchnitt von dem ungünſtigſten(—= 10) und dem günſtigſten(= 80) Falle iſt: 1* 1,35, oder 20: 27, d. h. auf 20 Joch beſtell⸗ ten Bodens müſſen 27 Joch Grasland entfal⸗ len, von welchem das Joch 18 Ctr. abwirft. Kann der Ertrag des Graslandes pr. Joch mit 30— 40 Ctr. veranſchlagt werden, dann iſt das Verhältniß 1: 0,7, oder 10:7, d. h. zu 10 Joch Ackerlandes werden 7 Joch Gras⸗ land erfordert. Sucht man dagegen den Durchſchnitt der Fälle, wo für x die Zahlen 10, 20⸗, 30 ꝛc. bis 80 geſetzt werden, ſo erhält man das Verhältniß: 1:0,815, 1000: 815, oder näherungsweiſe 5: 4, d. h. auf lande, angew d des A Stall t wird, Vi beantvorten,, überhaugt m Leiden insbenn eben angege te Anzahl, ſoi 1— 10, ſoit h Ackerlam ltuiß: 1:1, altniß: 1:0 altniß: 1:03 4 0, iſtn=J .3. „10) und de wch beſtel nd eutfe! irft. 0- 40(. oder 10:0 och Grab wo für zd alt mau di 1, d.. D 311 5 Joch Ackerland müſſen im Durchſchnitte 4 Joch Grasland gerechnet werden. §. 303. Um das Verhältniß der Wieſen und Weiden ſowohl zum Acker⸗ lande, als auch untereinander feſtzuſtellen, muß folgendes Verfahren angewendet werden: Die allgemeine Gleichung zur Berechnung des Verhältniſſes des Ackerlandes zum Graslande bei der Dreifelderwirthſchaft ohne Stallfütterung iſt: n. X= 24, wobei 24 den Zuſchuß an Futter pr. Joch anzeigt. Nach der§. 301 angeführten Berechnung entfallen von dem Zu⸗ ſchuſſe pr. 24 Ctr. kräftigen Futters 16 Ctr.(genau 15,5 Ctr.) auf die Sommer⸗- und S Ctr.(genau 8,55) auf die Winterfütterung. Da aber vorausgeſetzt wurde, daß die Thiere durch 6 Monate auf der Weide ernährt werden, ſo muß ſich die Grasproduction der Weiden zu der der Wieſen verhalten wie 16: S oder 2: 1. Es ſey y der Ertrag pr. Joch Wieſen, und m ihre Anzahl, z der Ertrag pr. Joch Weiden, und p ihre Anzahl, ſo muß: m. y— 8, p 2= 16, und m. y+p z= 24, d. h. die Summe der Erträg⸗ niſſe der Wieſen und Weiden muß gleich ſeyn dem benöthigten Zuſchuſſe. 1) Es ſey y= 10, und z= 5, ſo iſt 8. m— 10— 0,8, und 16 p=—= 3,2; mithin das Verhältniß: 5 a) Des Ackerlandes zu den Wieſen wie 1: 0,8, oder 5:4; b) des Ackerlandes zu den Weiden wie 1:3,2, oder 10:32. 2) y= 20, und 2= 6 geben: 8 m— 20— 0,4, und 16 e = 6— 2,66; alſo das Verhältniß: a) 1: 0,4, oder 5: 2, und b) 1: 2,66, oder 5: 13(näherungsweiſe). 3)= 30, und z= 7. 8 m———= 0,266, und 30 16 =— 2,28; alſo das Verhältuiß: a) 1: 0,26, oder 50: 13(näherungsweiſe), und b) 1:2,28, oder 25: 57 /c. Geben die Wieſen im Durchſchnitte einen Ertrag von 30 Ctr. und die Weiden von 7 Ctr. Heu pr. Joch, dann müſſen bei der Drei— felderwirthſchaft auf 50 Joch beſtellten Bodens 13 Joch Wieſen und 114 Joch Weiden gerechnet werden, wenn die Grundſtücke in einer gleichen Ertragsfähigkeit erhalten und die Hausthiere nicht karg ge— nährt werden ſollen..*4 §. 304. Fuͤr den Fall, als die Dreifelderwirthſchaft ihr Brachfeld be— ſäet und die Stallfütterung betreibt, geſtaltet ſich die Berechnung für den Zuſtand des Gleichgewichts folgender Art: Es ſey x das Winter⸗ und X das Sommerfutter, y die Win⸗ ter⸗ und y’ die Sommerſtreu, ſo iſt X 5 ) der Ausdruck fur die Düngerproduction im Winter, und X* 5 9. 9. 75*r) 5 der Ausdruck für die Düngerproduction im Sommer(§. 20 7). Da die Erſchöpfung der Dreifelderwirthſchaft pr. Joch mit Ce— realien beſtellten Bodens 21 beträgt, ſo muß wieder für den Zuſtand des Gleichgewichts: X 5 xA 5 85( 219 63*) 6(7s*) 6— Zur Auflöſung dieſer Gleichung dienen die Proportionen: X y= 4 1, X⁵: y= 10:4(da bei der Stallfütterung die Streu *) Ich will vor der Hand die Erſchöpfung bei dieſer Wirthſchaftsweiſe ſo groß annehmen, wie bei der reinen Dreifelderwirthſchaft, um die Parallele zwiſchen beiden leichter durchführen und die Erfahrungen mit der Rechnung mehr in Einklang zu bringen. Würde das Brachfeld mit Hülſenfrüchten be— ſtellt und dieſe friſch abgemäht, dann beträgt die Differenz in der Erſchö⸗ pfung bei der Wirthſchaft nur einige wenige Grade. den ze oder y Wint G ſchaf 20( ſtreu pt. kom! 8 2 Ranhf ſchnitte trägt, das d Ieding dieſelb ernah dem? — 9 6 V »), und ig von 306 en bei der d ſoch Wieſen un dſtucke in in jnicht kng Irachfeld zerechnumgſt y die Win production. productien Joch mitb⸗ e den guſtwe tionen: g die Stul thſchaftoriſ die Pud alli dnise en e der 5 313 den zehnten Theil des Grünfutters beträgt) und y.yY= 1:1, oder y= y’(§§. 219 und 220), d. h. es wird Sommer und Winter gleichviel eingeſtreut. Erfolgt die Auflöſung*) dieſer Proportionen, dann erh ält man: X= 50,4, X— 20,16, = 5,04, 1 und F= 5,04), d. h. eine Dreifelderwirth⸗ ſchaft mit I e taben muß 50 Ctr. Grün⸗ und 20 Etr. Nauhſutter verf füttern, und 10 Ctr. ein⸗ ſtreuen, wenn ſie den Erſatz für die Erſchöpfung pr. Joch mit Cerealien beſtellten Bodens voll⸗ kommen decken ſoll. §. 305. Da die Wirthſchaft 30 Ctr. Düngermaterial erzeugt, alſo das Nauhfutter und die Streu deckt, die 50 Ctr. Grünfutter im Durch— ſchnitte 12,5 Ctr. Heu liefern und der Ertrag an Korn 12 Ctr. be⸗ trägt, ſo ſagt die eben ausgeſprochene Regel nichts anderes als das, was bereits§. 298 geſagt wurde, nämlich: Man gebe zu den Stroh ernten ſo viel kräftiges Futter, als die Kornernten betragen, und man wird den Erſatz für d ie Erſchöpfung leiſten können. Man ſieht hier— aus, daß dieſe zum Glaubensartikel gewordene Regel nur unter der Bedingung bei der Dreifelderwirthſchaft Anwendung findet, wenn dieſelbe die Stallfütterung betreibt und aufeine nutzbringende Winter— ernährung der Hausthiere Verzicht leiſtet(§. 310, lit. 1). §. 306. Soll einerſeits die Viehzucht einigermaßen im Einklange mit dem Ackerbau betrieben und der falſche Satz, daß eine Wirthſchaft *) Die Auflöſung geſchieht ebenſo, wie im§. 300 gezeigt wurde **) Werden dieſ Werthe zur Priſn in die Gleichung: —. 7—— 2 9 5*5)+(5*) 6 21 ſubſtituirt, dann erhält man: (n 0 5 5 — 5———)——, 5⸗* 6*(e+ 5, 15 — 5 5 (10,08+ 5,04)—+(5,04+ 5,04)+= 21, 5 25,2—— 241 6 126,0 ——— 21; alſo 6 314 alles Ernteſtroh in Dünger umzuwandeln vermag, nicht zur Regel erhoben werden, dann muß der im vorigen§. ausgeſprochene Satz folgende Modification erleiden: Man rechne zu 5 Ctr. Kornertrag 7 Ctr. kräf⸗ tige Futterſtoffe als Zuſchuß zu dem Ernteſtroh, und man wird, ohne die Viehzucht zu vernachlaͤſ⸗ ſigen und mit dem Stroh in Verlegenheit zu ge⸗ rathen, im Stande ſeyn, den Erſatz für die Er⸗ ſchöpfung des Bodens vollkommen zu leiſten. Die Wahrheit dieſer Negel ergibt ſich aus folgender Berechnung: Es ſey x das Stroh- und zꝛ das kräftige Winterfutter, y die Winter⸗- und y“ die Sommerſtreu, das Grünfutter, ſo iſt: X 2 5 3 2 P y 5 der Ausdruck fuͤr die Duͤngerproduction des Winters, und — X 9..*„ 10 5) 6*) der Ausdruck für die Dungerproduction des Sommers. Fuͤr den Zuſtand des Gleichgewichts hat man: X 24 5 4. X* 5 1 da d ———— 2„ d dle 2L*) 6 10„/6 Se Erſchöpfung bei der Dreifelderwirthſchaft 210 pr. Joch beträgt. Für den Fall, als die Viehzucht nicht vernachläſſigt werden ſoll, muß ſich; X: 2= 2: 1.**) verhalten, oder b) x= 22 ſeyn(§. 235, IV). Ferner verhält ſich: c)(X*+- 2) y— 4: 1, d) X: y= 10: 1, oder 10 v⸗, und e) y: cy= 1 4, oder y= F“, da die Einſtreu Winter und Sommer gleich bleibt. Wird X= 2 zin a geſetzt, ſo erhält man: 3 5.4..„ 1 21 ) 2* 6 10 *) Daß hier der Factor ˙6 und nicht ⅛, wie im§. 300 ſteht, hat in der Stallfütterung ſeinen Grund(§. 207). **) Nach§. 235, IV iſt das Verhältniß genau 2,2: 1. (12 3 man, ſicht z ge eſorochenee Ctr. itn. Ernteſte vernachla⸗ heit zug ür die Er leiſten. er Verechun, terfutter,) ſo iſt: gerproduene vroductiond = 21, A! c beträg igt werden Erfolgt für X= 22 die Subſtitution in c, ſo hat man: 2 z+ z): y= 4:1, und hieraus: 4. g) z=—. v. Dieſer Werth, in fgeſetzt, gibt: 8„ 5 4 5 Sy+ 4y 5 5 b)(r,)nr(5rn⸗ 21. Da nach d)= 10.y“, und nach e) y»= y, ſo bekommt man, wenn dieſe Waerth e in h) ſubſtituirt werden: — 10 y 5 y 16*= 21, oder 0 3y.——— 21 *. 6+ 2y 6, 15 y+ 10.y= 21. 6, und hieraus: 21. 6 y— 25-=Z= 5,04 Ctr. Dieſer Werth, in g) geſetzt, gibt: 4 2=— 8 ₰ 5,04= 6,72, und in d) ſubſtituirt, iſt: X= 10 ₰̈ 5,04= 50,4 Ctr. Wird fuͤr= 6,72 der Werth in b) geſetzt, ſo erhält man X— 2.6,72= 13,44. Man hat dieſem nach: 1— 50,4 Ctr. Grünfutter, 2= 6,72 ⸗ Heu als Winterfutter, X— 13,44 ⸗ Linterſtrohfutter, F— 5,04 ⸗ Winter⸗ und y= 5,04 ⸗ Sonmerſtreu; d. h. eine Dreifelderwirthſchaft mit Stallfütte⸗ rung muß 50,4 Ctr. Grünfutter, 6,72 Ctr. Heu, oder ein anderes auf Heu reducirtes kräftiges Futter und 13,44 Ctr. Stroh verfüttern und 10,08 Ctr. einſtreuen, wenn ſie nicht nur den Er⸗ ſatz fuͤr die Erſchöͤpfung pr. Joch beſtellten Bo dens leiſten, ün dan auch ihre Thiere(Rinder) nicht vernachläſſigen ſoll. Werden die 50,4 Ctr. Grünfutter auf trockenen Zuſtand redu⸗ cirt, dann erhält man 10,08 Ctr. Heu; alſo beträgt der Heubedarf 10,08+ 6,72= 16,8 Ctr. Da die Wirthſchaft 12 Ctr. Korn 316 erzeugt, ſo iſt das Verhältniß des letztern zum erſtern wie 12:16,8 oder 5:7(näherungsweiſe); d. h. man rechne auf 5 Ctr. Kornertrag 7 Ctr. kräftige Futterſtoffe, im trok— kenen Zuſtande berechnet, als Zuſchuß zu den Strohernten, und man wird, ohne die Viehzucht zu vernachläſſigen, im Stande ſeyn, den Erſatz für die Erſchöpfung vollkommen zu leiſten. Da der Strohbedarf oder+ y † y= 13,44+ 5,04 + 5,04= 23,52 Ctr. beträgt, die Wirthſchaft aber 30 Ctr. er⸗ zeugt, ſo erübrigt ſie 6,48 Ctr. Stroh pr. Joch, welches ſie zu an⸗ derweitigen Zwecken verwenden kann. Man ſieht hieraus, daß der Landwirth bei Befolgung dieſer Grundregel allen Anforderungen entſpricht, die an ſeine Wirthſchaft vom rationellen Standpuncte geſtellt werden können. §. 307. Nachdem nachgewieſen wurde, welchen Erſatz die Dreifelder— wirthſchaft zu leiſten hat, wenn ſie ſich auf dem Beharrungspuncte der gleichen Productivität erhalten ſoll, ſo erübrigt nur noch, zu zeigen, auf welchen Grad der Ertragsfähigkeit ſie gelangen muß, wenn ſie weniger oder mehr erſetzt, als ihre normale Erſchöpfung beträgt(§. 29 7). Zur Beantwortung dieſer Frage dient der Satz, daß die Summe der Ernten bei einem gegebenen Turnus in einem geraden Verhältniſſe mit der Menge der im Boden vorfindigen nährenden Stoffe ſteht a) Da die Dreifelderwirthſchaft bei dem Erſatze von 210 42 Ctr., und zwar 12 Ctr. Korn und 30 Ctr. Stroh auf einem Boden von mittlerer Thätigkeit erntet, ſo iſt die Ernte x bei 20 Erſatz aus der Proportion zu beſtimmen: 42:X= 21:20, woraus folgt: Da ſich in der Ernte das Korn zum Stroh wie 1:2,5 ver⸗ hält, ſo beſtehen die 40 Ctr. Ernte aus: 11,42 Ctr. Korn, und 28,58 ⸗ Stroh*). *) Um eine Formel für die Repartition zu haben, ſo ſey x das Korn und y das Stroh in den Ernten. Im vorliegenden Falle iſt x+= 140, und XK: y= 1:2,5 oder y— 2,5. x. Wird dieſer Werth für y in x+= 40 geſetzt, ſo hat man X+ 2,5 X= 40, oder 3,5 X= 40 und hieraus —,— 317 1ni ie 12 b) Beträgt der Erſatz 19 ⁰„ dann hat man: auf 5 g 40:X= 20: 19, und hieraus: fe, in 19. 1 1 X=Z= 40—— 38 Ctr. huß zu d 20 e Viehut Dieſe enthalten: den rſa 10,85 Ctr. Korn, und iſten. 27,15 ⸗ Stroh. 3,44 4 0„ ;44+ c) Iſt der Erſatz— 18, ſo erhält man: O5 ſE—. der 30 Ct. 38:X= 19:18, und hieraus: lches ſie zu. 18— X= 39.—= 36 Ctr. 19 efolgung din Dieſe enthalten: Fie nerffeh ieſe ent eine Vitſti 10,28 Ctr. Korn, und 1 25,72 ⸗ Stroh. Auf gleiche Weiſe findet man den Erſatz: d) von 1 70: ie Dreifelde 1 X= 34 Err. 9,71 Ctr. Korn, und rrrungspung— in in beſtehend aus(24,29 ⸗Stroh; 7 2 e) von 16⁰ elangen mi 3 ee X=Z 32) 9,17 CEtr. Korn, und eſchopfen. d e do.(22,83 ⸗ Stroh; len dere 9) von 15⁰: ernus in ein x 30) 8,37— ne efindie. etto en vorfſt do.(21 ,13. — g) von 14⁰ rſatze von. 28 8 net 4 7„eßt otto troh auf önn do.(20 de to rnte x bei h) von 13⁰: X=[26 7,42 detto do. 618, 58 ⸗ ¹) von 120: = 246 6,85 ⸗ X— ᷣ 9— 9 detto — 1:2,5 W do. 417,15 ₰ k) von 11⁰: — 40— 2 xX— 5= 400: 35— 11,42; alſo y— 40— 11,42— 28,58. Drückt fun man die dem jedesmaligen Erſatze correſpondirende Ernte durch e aus, ſo hat ey X der 0 man zum Behufe der Repartition die Gleichungenx+† y— e, und y— 2,5. e. in 4 ians . ⸗ Stroh; 1) von 10⁰: X= 20 do. X= ·22) 6,28 Ctr. Korn, und do 15,72 detto X= 18 5,14 5 do. 4 86 deite n) von 80: X=·˖16 4,58 ⸗ do. zn„ delle 0) von 70: XS= 14 4 — detto do. 13 ⸗ p) von 6⁰: — 12 3,42 do. V 6,58 ⸗ detto 4) von 50: X=/ 10/ 2,85 ⸗ detto. do. 7,15 ⸗ Alſo erhält man im letzten Falle nur ſo viel, als die Ausſaat beträgt. Man erſieht aus dieſer Deduction, daß mit jedem Grad Neichthumsabnahme die Kornernten näherungsweiſe um 0,57 Ctr. und die Strohernten um 1,43 Ctr. abnehmen. Iſt alſo bei irgend einem Grad der Ertrag gegeben, ſo kann er bei jedem andern leicht berechnet werden. Um fur eine ſolche Berechnung eine Formel zu erhalten, ſo ſey x der Korn- und y der Strohertrag bei mo, und man erhält: a) für die Kornernten folgende arithmetiſche Reihe: X; X 0,57; X 2.0,57; xX— 3. 0,57 ꝛc. bei mo m— 1 m— 2 mo— 3 ꝛc., „—(n— 1) 0,57X. bei welcher das allgemeine Glied=(o— 6n=4) iſt, und b) für die Strohernten: bei mo mo— 1 m— 2 mo— 3 y—(n— 1) 1,43 3 und das ine Glied»= allgemeine Glied y mo(n- 1) „ alſo 7 men, für d ba als die Auit mit jedem b ſe um 0,57l: talſo bei inn dem andern t eine Form rag bei wn ſeihe: . 9⁰, ji⸗ — 319 Geht man bei dieſen Reihen von den Normalerträgniſſen bei lor aus, dann ſind die allgemeinen Glieder: — 12—(n— 1) 0,57 Ib 21°—(n— 1) 3 X 30—(n— 1) 0,57— 5—„da der Ertrag an Korn 12 21°—(n— 1) und an Stroh 30 Ctr. beträgt, und der Normalerſatz in 21 beſteht. Will man die Ernte bei 20“˙ wiſſen, ſo iſt n= 2, alſo: X— 12— 0,57= 11,43, und y— 30— 1,43— 28,57. Die Ernten bei 14, dan= 8, ſind: X= 12— 7. 0,57— 12— 3,99 8,01, und v= 30— 7. 1,43= 30 10,01.— 19,99:c.; alſo dieſelben Zahlen, welche die unmittelbare Deduction lieferte. VI Da die Ernten nach demſelben Geſetze mit jedem Grad zuneh— men, wie ſie mit jedem Grad abgenommen haben, ſo ſind die Neihen fuͤr die Zunahme der Ernten mit einem Grad Reichthum folgende: x; Xx+ 0,57; x+† 2= 0,57; X+ 3* 0,57 c., bei mo mo+† 1 m. 2 mo+ 3 Erſatz; y; y+ 1,43; y+ 2 1,43;y+ 321,43 ꝛc. mo m+ 1 m+† 2 mo+. 3. Alſo ſind die allgemeinen Glieder: (ee ahee , und — mo(n— 1) +(— 1) 1,43 „—. m+(n— 1) Werden die allgemeinen Glieder für die Ab⸗ und Zunahme der Ernten zuſammengefaßt, dann erhält man: — x+(— 1) 0,57 d 1 m+(n— 1 un y+(— 1) 1,43 *( m+(n— 1) drücke für die Berechnung der Ernten der Dreifelderwirthſchaft bei jedem beliebigen Reichthumserſatze. Da die Normalerträgniſſe bei 21° 12 Ctr. Korn und 30 Ctr. Stroh betragen, ſo ſind auch: als die allgemeinſten Aus⸗ 6 — —(3*= 1) 0.57 und 1 2 1°+(n— 41)/ 1 30+(— 1) 1,43 —( 24°+(n— 1)*) Berechnung der Erträgniſſe der Dreifelderwirthſchaft bei jedem be— liebigen Erſatze. Will man z. B. den Ertrag bei einem Erſatze von 150 wiſſen, ſo iſt 21°—(n— 1)= 15, alſon= 7. Wird dieſer Werth in die zwei letzten Gleichungen ſubſtituirt, ſo hat man: X= 12—= 6.0,57= 12= 3,42= 8,58 Ctr., und y— 30— 6.1,43= 30— 8,58= 21,42 ⸗ Wird der Ertrag z. B. bei 240 Erſatz geſucht, ſo iſt: 21(néT 1)= 24; alſo n= 4; und dieſer Werth, füren ſubſtitnirt, gibt: X= 12+3.0,57= 12 †. 1,71= 13,71, und y= 30+ 3. 1,43= 30+† 4,29= 34,29 Ctr. y ſdie allgemeinen Formeln zur Man ſieht aus der Anwendung der allgemeinen Gleichungen, daß ihre Reſultate mit denen der ſucceſſiven Deduction von Grad zu Grad bis auf die Einheiten der 100tel vollkommen übereinſtimmen. §. 308. Die Groͤße des Zuſchuſſes zu dem Ernteſtroh für die verſchiede— nen Grade des Erſatzes und mithin auch für die verſchiedenen Ern— ten auszumitteln, wäre eine überflüſſige Arbeit, da die Ernten in dem Verhältniſſe ab- und zunehmen, in welchem der Erſatz ab- und zunimmt; daher bleibt das Verhältniß zwiſchen den Ernten und dem Zuſchuſſe conſtant, nämlich 5:7(K. 306). Will man ſich hiervon üͤberzeugen, ſo braucht man nur die Gleichung für den Zuſtand den Gleichgewichts bei dem Normalertrage der Dreifelderwirthſchaft in Anwendung zu bringen. Dieſe Gleichung iſt: xX+ 2 5 X* 5 —=L== 24(S§. 306). ( 2 12)5(rr)⸗ nus 306) Leiſtet die Wirthſchaft nur einen Erſatz: a) von 200, ſo iſ. Xx+ 2 5 2 2+ y 5)= 0. *) Dieſe Größe ſteht mit der über ihr ſteh henden in keinem Zuſammen⸗ hange, ſondern ſte iſt ein bloßer Index, der die Grade des Erſatzes anzeigt, bei welchem die obern Ausdrücke die denſelben correſpondirenden Ernten an— zeigen. 9l. ſen Forma ift bei jden u Ekſazen nen 7. ingen ſubſiin 3 ds En, 2442 oiſ: und Jtr. n Gleichunne n von Grad bereinſtimm r die verſchi ſchiedenen E da die Ernten Erſatz al⸗ Ernten und de nan ſich hiene den Zuſtand derwirtzſchen 306), inem Zuſamne, Erſaßes ali9 5 nden Erniin 321 Die Aufloͤſung dieſer Gleichung geſchieht auf dieſelbe Art, wie bereits§. 306 gezeigt wurde. Die Hilfsgleichungen, die a. a. O. entwickelt wurden, ſind: 1*— 10. F, 4 2— y. 4 ½— 2—. Vy;, = y, und 8 = 21. 25 Wird in der letzten Gleichung fuͤr 21 die Zahl 20 geſetzt, ſo er⸗ 6 halt man: y= 20= 4,8 8 Ctr. Winter⸗, y= 4,8 Semmerſtreu, X— 10.4,8= 48 Gruͤnfutter, 4 2=—. 4,8= 6,4 kräftiges Winterfutter, 4„ xXxZ= 2. 4,8=— 12 S Strohfutter. Da die 48 Ctr. Grüͤnfutter 9,6 Ctr. Heu geben, ſo iſt der Heu⸗ zuſchuß 9,6+ 6,4= 16 Ctr., und da die Wirthſchaft in einem deithen Falle 11, 42 2 Ctr. Korn ergengt G. 307, lit. a), ſo hat man: 11,42:16, oder näherungsweiſe 5:7 das Verhältniß des Korn⸗ Steue zum Zuſchuſſe von kräftigen Futterſtoſfen. b) Iſt der Erſatz= 19, dann ſetze man in der Gleichung — 6 9. 6 v= 21.„ für 21 die Zahl 19, und man erhält: 29 6 vy= 19.—= 4,56 Ctr., — 25 y= 4,56, X,— 10.4,56= 45,6, 4 z=—. 4,56= 6,08, und 4 x— 2.—. 4,56= 12,16. Hlubek's Statik. 21 Da 45,6 Ctr. Grünfutter= 9,12 Ctr. Heu, ſo iſt der Zu⸗ ſchuß: 9,12+ 6,08= 15,2 Ctr., und da ferner mit 190 Erſatz 10,85 Ctr. Korn erzeugt werden(§K. 307, lit. b), ſo hat man: 10,85: 15,2 oder 5: 7 näherungsweiſe ꝛc.*). Man ſieht hieraus, daß das Verhältniß des Zuſchuſſes zu dem Korn conſtant bleibt. §. 309. Ein ganz anderes Bewandtniß hat es mit dieſem Verhält niſſe, wenn man den Normalertrag auf Bodenarten von verſchiede— ner Kraft und Thätigkeit erzielen will; denn in einem ſolchen Falle muß das erwähnte Verhältniß nach Verſchiedenheit der Kraft und Thätigkeit des Bodens auch verſchieden ſeyn. Um die Veränderlichkeit dieſes Verhältniſſes einfach darſtellen zu können, ſo ſoll zuerſt die Thätigkeit als eine veränderliche, die Kraft des Bodens aber als eine conſtante Größe angeſehen und bei der Rechnung von der mittlern Thätigkeit ausgegangen werden. Bei einem Boden von Vidtleies Thätigkeit war: X+ 2z 5 +»)a*— 5 2)2 6== 21, und das Verhält⸗ niß des Kornertrages zum ef uſſe wie 5:7 Steigt die Thätigkeit des Bodens der Art, a) daß der Erſatz 22° betragen muß, um den Normalertrag zu erzielen, dann iſt: (e.-). GEr e Wird dieſe Gleichung nach dem bereits angegebenen Verfah— ren aufgelöſ't, dann ergibt ſich der eiihe mit: 10,56+† 7,04 = 17,6 Ctr.; alſo das Verhältniß der Kornernten zum Zuſchuſſe wie 12 17,6 oder 5:.7,3. b) Iſt der Siſdt= 239, dann gilt die Gleichung: (“ 2)=—= 23, welche aufgelöſ't das Verhaͤltniß 12:18,4 oder 5:7,66 gibt. c) Iſt der Erſatz= 24, dann iſt: *) Der Fehler der Annäherung beträgt 0,00008. —½ÿ——n P2 2P—— 152 Thät Korn — Gl gen, d Erſat ſätzen iſt ger nicht Grun 6 gen m ſo iſt de nit 19 Eh hat man. huſſes zude iſem Vargat on verſchie⸗ ſolchen Fal⸗ er Kraft und ich darſtelle derliche, di geſehen und gen werden. a Lerhält ormalertra enen Veriit 7 6 6+ 7,0! um in giſtuſ g: he aufgtüſt 323 — )⸗(Ben)aan und dieſe Gleichung aufgelöſ't t gibt das Verhältniß 12:19,2 oder 5: 8S. d) Bei einem jährlichen Erſaz von 250, oder bei Bodenarten, die alle zwei Jahre einen Erſatz von 200 Ctr. mürben Stallmiſtes pr. Joch erhalten müſſen, iſt: X X+ Z e) 4(54„)r es. Dieſe Gleichung wfieiiſ giht den Zuſchuß 12+ 8= 20 Ctr. und das Verhältniß 3: e) Bei einem Erſatz von 26 iſt das Verhältniß 12: 20,8, oder 3:5,2. 0 Iſt der Erſatz= 27, ſo iſt das Verhältniß 3:5,3. g) Bei einem Erſatz von 28° hat man 3:5,6 h) Iſt der Erſatz 29°, dann hat man 3:5,8. i) Bei einem Erſatz von 300 iſt das Verhältniß 12:24 oder 1:2, d. h. bei Bodenarten von beſonders raſcher Thätigkeit muß der Zuſchuß das Doppelte der dornernten betragen(§. 304). Sollte der jährliche Erſatz noch mehr als 30° pr. Joch betra⸗ gen, dann vermoͤgen die Grundſtücke mit ihren Strohernten den Erſatz mit dem Zuſchuſſe, wie er nach den hier mitgetheilten Grund— ſätzen berechnet wurde, nicht mehr zu decken, und die Wirthſchaft iſt genöthigt, auf Dis Rormalermeigniſſe Berzicht zu leiſten, wenn ſie nicht beſondere Quellen der Dungerproduction beſitzt, oder ſolche Grundſtücke nur zeitweiſe mit Fruͤchten zu beſtellen. Geſetzt, ein Boden iſt von der Art, daß der Erſatz 310° betra⸗ gen müßte, wenn die Normalerträgniſſe erzielt werden ſollen, ſo iſt: (). 465-»)*=au. wobei X— 10. y, 4 z—, — 1 — 2. ——„ V;, v y, und y—= 31*).—= 7,44(§. 306). 8‿ C◻ Wird für= 7,44 der Werth ſubſtituirt, ſo erhält man: 1—= 74,4 Ctr. Grünfutter, 4. 2= 7,44— 9,92 Ctr. Hen, 4 4— 2 7,44= 19,84 Futterſtroh, und y“= 7,44 Sommerſtreu. Da die 74,4 Ctr. Grünfutter 14, 88 Ctr. Heu liefern, ſo iſt der Zuſchuß an Heu 14,88+ 9,92= 24,8 Ctr.; alſo das Ver⸗ hältniß des Korns zum Zuſchuß wie 12:24,8 oder 3:6,2. Der Strohbedarf berdoe 14,88 Ctr. Streu+ 19,84 Ctr. Futter= 34,72 Ctr.; die Wirthſchaft erzeugt aber nur 30 Ctr. Stroh; alſo kann ſie den Strohbedarf nicht mehr decken. Sind die Grundſtücke von raſcher Thätigkeit zugleich arm, wie es gewoͤhnlich der Fall iſt, dann geſtaltet ſich das Verhältniß zwiſchen Ertrag und Zuſchuß noch weit ungünſtiger, und es tritt der Fall ein, daß man ſolche Bodenarten als drei-, ſechs-, neun— und zwölfjähriges Roggenland behandeln muß, wenn man nicht productivern Grundſtücken den vollkommenen Erſatz entziehen und mithin antiökonomiſch verfahren will. §. 310. Iſt dagegen die Thätigkeit des Bodens unter der mittlern, dann kann erſt der Fall eintreten, wo man mit einem geringern, als dem mittlern Erſatz die Normalernten zu erzielen im Stande iſt. a) Geſetzt, man beſitzt einen Boden, bei welchem der Erſatz von 20¹ hinreicht, um die Normalerträgniſſe zu erzielen, ſo erhält man zur Berechnung des Zuſchuſſes die Gleichung: (*‿4 5 72 4.= 0 wobei. X— 10. 4,8— 18, 2— 4.8= 6,4, „ 6.- 2) 2 Daß in der§. 306 angeführten Gleichung: v= 21. für 21 die Zahl 31 geſetzt wurde, liegt darin, weil im vorliegenden Falle der Erſatz 310 betragen ſoll. ſchuß ein wel reit bed Fut. ſem könn des Forn ält man. liefern, ſoi ilſo das Le⸗ 3.6,2. 19,84 Gh nur 30 Ctr. n. gleich arm, Verhaltniß und es tritt echs⸗, neun⸗ n man rich ntziehen umn ittlern, den gern, als d de iſt der Ekſatz e w erhält m vobei. 4 1— 2. 4,8— 12,8, 3 „“—— 4, 8, di = 20. 25= 4,8 Ctr.(§. 306). Da die 48 Ctr. Grünfutter 9,6 Ctr. Heu liefern, ſo iſt der Heuzuſchuß 9,6+ 6,4= 16 Ctr., ehin das Verhältniß des Korns zum Zuſchuß wie 12: 16 oder 34 d. h. eine Wirth⸗ ſchaft, die einen Boden n bei welchem 200 Erſatz für die Normalerträgniſſe zureichen, be⸗ darf auf jede 3 Ctr. Kornernte nur 4 Ctr. kräf⸗ tiges Futter, um mit dieſem und dem Ernteſtroh den Erſatz vollkommen zu leiſten. z) Reicht der Erſatz pr. 19 aus, dann iſt der Zuſchuß=— 9,12 + 6,08— 15,2 Ctr.; alſo das B Verhältniß 12: 15,2, oder 4.5,06. c) Beim Erſatze von 180 iſt der Zuſchuß— 14,4 Ctr.; alſo das Verhältniß 12:14,4, oder 3:3,6. 4) Braucht der Erſatz nur 170 zu betragen, danm iſt der Zu⸗ ſchuß 13,5 Ctr., und das Verhältniß 12:43,5, oder 3:3,375. e) Reicht man mit dem Gra von 160 aus, dann iſt der Zu⸗ ſchuß 12,8, und das Verhältniß 12:12,8, oder 3:3, 2. †) Reicht endlich der Erſatz von 15° aus, dann beträgt der 3 ſchuß 12 Ctr. und das Verhältniß iſt 12: 12 oder 1: 1, d. eine Wirthſchaft mit kräftigen Grundſtcken, bei welchen ein jährlicher Erſatz von 15 pr. Joch zu⸗ reichend iſt, um die Normalernten zu erzuelen, bedarf ebenſoviel kräftiges, auf Heu reducirtes Futter, als die Kornernten betragen, um mit die⸗ ſem und dem Ernteſtroh den Erſatz decken zu können.. Man ſieht hieraus, daß die§. 298 aufgeſtellte Regel der Statik in gewiſſen Fällen ihre volle Anwendung findet. §. 311. Aus den bisherigen Berechnungen laſſen ſich für den Zuſtand des Gleichgewichts der Dreifelderwirthſchaft foͤlgende allgemeine Formeln aufſtellen: 326 A. Für den Fall, als die Dreifelderwirthſchaft das Brachfeld nicht beſäet und die Thiere durch 6 Monate auf der Weide ernährt: X+ Zz 5 X. 1 1)—+ y 6 16**= ⸗ wenn der zu lei⸗ ſtende Erſatz mit e bezeichnet wird, und 1 2) a) X— 20.,— 10. e.—, 3 4 4 1 b) 2— 3 e 3 1 v= 4 4 1 0*= 2.3.= 2 5 e— und — 1 995 Die letztern Gleichungen beruhen auf den oft angeführten Pro— portionen:(X+ z): y= 4:1, X 2= 21, X* y= 20 1, und vY= 2:4(S. 306). Werden aus den Proportionen für x, z, x und y' die Werthe in die Gleichung 1 geſetzt, ſo erhält man: 844 5 20.— y 1 3+yN+† A= dder 2 10— 3 5 vN 5 1 1 2————= e, 3—+ 3y.——e, oder (2 A. 15 y+ 3y= 6. e, und hieraus: 6 18 Wird dieſer Werth in die sub 2 angeführten Gleichungen ſub— ſtituirt, ſo erhält man die rechts von den Klammern angeführten Ausdrücke. Daß alle dieſe Ausdrücke von e dependiren, iſt einleuchtend, da 1 y e— e.—, als den obigen Ausdruck. J —— das. einzie des ausg gen Betr auch 249 Duf laſſ hun ber ouſe An) al- N derh zuſſ ſoii Gre das Beniſ eide enin. un der zul⸗ uhrten Pro⸗ die Wart hungenſit angefihrun uchtend, d 327 das anzuwendende Futter⸗ und Streuquantum, ſtatiſch betrachtet, einzig und allein durch die Größe der Erſchöpfung, und mithin auch des Erſatzes, beſtimmt wird. Hat man fur irgend einen Boden die Groͤße der Erſchöpfung ausgemittelt, ſo vermag die Statik mit Hilfe der obigen Gleichun⸗ gen und der Größe der Erſchöpfung alle Fragen, welche an ſie in Betreff der Verhältniſſe der Futter- und Streumaterialien, ſo wie auch des Ackerlandes zum Graslande geſtellt werden, zu beantworten. Will man z. B. dieſe Verhältniſſe bei einer Erſchöpfung von 210 pr. Joch wiſſen, ſo findet man ſie auf folgende Art: Da e= 21, ſo iſt: 1 K= 10.21.—— 70, 4 1 2—— 241—— 9,33, 5 3 v— 21—= 3,5,* 6 4 4 1 X— 2— 21—— 8,67 3 3 7 7 1 = 21—— 7 3 Der Zuſchuß beträgt dieſem nach, da 70 Ctr. Weidegras im Durchſchnitte 15 Ctr. Heu liefern, 15+ 9= 24 Ctr.(mit Weg⸗ laſſung der Brüche); daher iſt das Verhältniß des Kornertrages zum Zuſchuß wie 12: 24 oder 1:2; alſo dasſelbe Verhältniß, wie es bereits§. 301 deducirt wurde. Drückt man den fur irgend einen Erſatz, z. B. e, zu leiſtenden Zuſchuß durch z aus, die Grasproduction pr. Joch durch x und die Anzahl der erforderlichen Joche, um den Zuſchuß zu erzielen, durch n aus, ſo iſt x. n= 2 die allgemeine Gleichung zur Berechnung des Verhältniſſes des Ackerlandes zum Graslande. Will man z. B. dieſes Verhältniß bei dem eben ausgemittelten Zuſchuſſe pr. 24 Ctr. berechnen, ſo iſt= 24, alſo x. n= 24. Iſt der Ertrag des Graslandes pr. Joch 12 Ctr. oder Xx= 12, 5 ſo iſtn=.—= 2 Joch; mithin müſſen auf 1 Joch Ackerland? Joch 2 — Grasland entfallen ꝛc. B. Fuͤr den Fall, als! die Dreiſelderwirthſchaft die Stallfütterung betreiben ſollte, ſind die Formeln: 96*=)r(334*NE u 1 b —⏑ʒy——.,: η/ — — b her e 2) a) X.10.77* 19-e b ſchen 4 4 36 einen )⸗=J.v6= 3. 25. ſchaft 3 5 25 llat 6 rne.. richt 4——— 1 c) y y=e. d— 2 4 1 5 4 6 unun —— 3 and 6 prob e) y— e.rn. der; 89 dens, Will mun z. B. den Zuſchuß bei der Erſchöpfung von 21o er kandu fahren, ſo iſt e— 21°; mithin: ſolen. 6. 6 = 10.21—— 50,4 Etr. Gru er. X 25, t rünfutter, und 1 dh 4 27 6 2 Erg, 3 2= 24 25= 6,72 Ctr. kräftigen, auf Heu reducirten feit a Winterfutters. ne Da 50,4 Ctr. rüifuter 10,08 Ctr. Heu liefern, ſo iſt der duct Zuſchuß 10,08+ 6,72= 16,8 Ctr.; alſo das Verhältniß des nähr Kornertrages zum hrt wie 12:16,8 oder 5:7(§. 30 6). b Drückt man den Zuſchuß durch z, den Ertrag pr. Joch Gras⸗ Cen landes durch x und die Anzahl der Joche durchen aus, wie es bereits 26 2. sub A geſchehen iſt, dann erhält man X. n= zV, und hieraus n=— X als die Gleichung zur Berechnung des Verhältniſſes des Graslandes V V zum Ackerlande. Will man z. B. dieſes Verhaͤltniß bei einem Erſatze von 210 er⸗ V. d fahren, ſo iſt 2= 16,8. Iſt der Ertrag pr. Joch Graslandes ſn 16,8 12 Ctr. oder X= 12, dann iſt n=—= 1,4 Joch; alſo das. Verhältniß des Ackerlandes zum Graslande wie 1: 1,4 oder 5: 7, Stalfütenn ou 219er⸗ u redueinn , ſo iſtde haltniß de . 306), Joch Grii⸗ ie es bertit 2 1us=— 1 Graslandes don 24“el⸗ zraslandes Jalſo dad oder?: 7 329 d. h. auf 5.Joch beſtellten Bodens müſſen 7 Joch Grasland entfallen ꝛc. §. 312. Wer ſeine Wirthſchaftsverhältniſſe kennt, dem werden die bis⸗ her entwickelten Formeln einen ſichern Anhaltspunct zu ſeinen ſtati— ſchen Berechnungen abgeben; wer hingegen glaubt, daß man ſie wie einen Leiſten anwenden kann, ohne die Individualität der Wirth— ſchaft zu berückſichtigen, der mag lieber bei ſeinem Schlendrian ver⸗ bleiben, als Dinge in Anwendung bringen, deren letzten Grund er nicht einzuſehen vermag. Durch die bisherige Anwendung der Formeln iſt zugleich der unumſtößliche Beweis geführt worden, daß das Generaliſiren in der Landwirthſchaft nicht nur Unheil anrichte, ſondern ſelbſt das er⸗ probte Wiſſen in einen Mißcredit bringen müſſe; daher muß bei je⸗ der Wirthſchaftsweiſe die Größee, oder die Erſchöpfung des Bo⸗ dens genau erhoben werden, wenn die allgemeinen Formeln dem Landwirthe zu einer getreuen und zuverläſſigen Führerin dienen ſollen. Dasjenige, was ſie mit Rückſicht auf den Reichthum und die Thätigkeit eines Bodens im Allgemeinen ſagen können, iſt: 1. Daß bei Bodenarten von mittlerem Reichthum und Thätig⸗ keit auf 5 Ctr. Kornertrag 7 Ctr. kräftige, auf Heuwerthe reducirte Futterſtoffe gerechnet werden müſſen, wenn ſich eine Dreifelder⸗ wirthſchaft nicht bloß auf dem Beharrungspuncte einer gleichen Pro— ductivität erhalten, ſondern auch ihre Hausthiere naturgemäß er⸗ nähren ſoll, und 2. daß bei Bodenarten von langſamer Thätigkeit auf jeden Centner des Kornerzeugniſſes 1 Ctr., und bei raſcher Thätigkeit 2² Ctr. kräftige Futterſtoffe entfallen müſſen. II. Fruchtwechſelwirthſchaft. §. 313. Der Turnus auf einem Boden von mittlerer Thätigkeit ſoll ſeyn:*) 1. Kartoffeln auf 50 Joch, 2. Gerſte mit Klee„ *) Schwerz's praktiſcher Ackerbau, Bd. 3, S. 165. 330 3. Klee auf 50 Joch,. 4. Weizen- ⸗ ⸗ 5. Wicken⸗-⸗ ⸗ 6. Roggen⸗ ⸗ Der Ertrag pr. Joch nach Abzug der Ausſaat iſt: 1. Von Kartoffeln 230 Ctr., alſo von 50 Joch 11500 Ctr. 2. ⸗zà der Gerſte 12 Ctr. Korn und 20 Ctr. Stroh 1600 ⸗ 3. Pom Kleo... 80 ⸗ Hen 4000 ⸗ 4. ⸗ Weizen 12 Ctr. Korn. 30 ⸗Stroh 2100 ⸗ 5. Von Wicken... 30 ⸗ Heu 1500 ⸗ 6. Vom Roggen 12 Ctr. Korn 35 ⸗Suroh 2350 ⸗ Wird die Gleichung 4 die Erſchöpfung: .) auf den vorliegenden Fall angewendet, ſo iſt: „= 1600 Gerſte+ 2100 Weizen+ 2350 Noggenernte — 6050 Ctr., 4 h= 0,. 1= 1500*), und w= 11500/; mithin 1500 141500 e=(6s 0+ 3 3—)⸗ 4550 +— Werden die N hiere im Stalle der Art genährt, daß bei der Winterfütterung 2 Pfund Larauſele auf 1 Pfund Strohfutter ent— fallen, dann iſt die jährliche Dungerproduction eines Rindes 60 Ctr.(§. 234 lit. B). Es werden Veſäi nach 4550: 60= 76 Stuͤck Rinder erfordert, um den Bedarf an Dünger zu decken. Es entſteht die Frage: ob die Wirthſchaft mit den Erzeugniſſen des bloßen Ackerlandes im Stande ſey, die 76 Stück Rinder der Art zu ernähren, daß jedes Stück 60 Ctr. trockenen, muͤrben, oder 240 Ctr. friſchen Stallmiſtes liefert, d. h. ob eine ſolche ſechsfelderige Fruchtwechſelwirthſchaft ohne ä u⸗ ßere Aeſhilſe betrieben werden koͤnne? Nach§. 225 erfordert ein Rind: 180 Ctr. feiſches Futter(— 54 Ctr. Heu), 44 ⸗ Wurzeln, 24— Futterſtup, *) Dem Klee darf keine Erſchöpfung zur Laſt gelegt werden, da er den Erſatz für dieſelbe mit ſeinen Rückſtänden vollkommen deckt(§. 267). 11500. 1600⸗ 4000⸗ 2100⸗ 1500⸗ 09 2350⸗ Roggenern h. „ daß beide rohfutter in eines Runde 50:602 N decken. Erzeugriſe c Ninder d mürben, o ine ſolc ohne j ) en, do ei d den, da 267), . — — 15 Ctr. Heu, und 30 ⸗ Streuſtroh; alſo iſt der jährliche Bedarf für 76 Rinder: 5244 Ctr. Heu, 3344 ⸗ Wurzeln(Kartoffeln), 1824 ⸗ Futter⸗ und 2280 ⸗ Streuſtroh. Die Wirthſchaft producirt: 1) 4000 Ctr. Kleeheu, und 1500 ⸗ Wickenheu, zuſammen 5500 Ctr.; alſo verbleiben ihr noch 5500— 5244= 256 Ctr. Heu. 2) 1000 Ctr. Gerſten⸗, 1500 ⸗ Weizen⸗ und 1750 ⸗ Roggenſtroh, zuſammen 4250 Ctr.; mithin verbleiben der Wirthſchaft 4250— 4104= 146 Ctr. Stroh, und 3) 11500 Ctr. Kartoffeln; alſo verbleiben 11500— 3344 — 8156 Ctr. Kartoffeln. Die Wirthſchaft iſt dieſem nach im Stande, den Bedarf an Futter und Streu zu decken und mithin den Erſatz zu leiſten; kann dagegen der Ertrag des Klees nur mit 50 Ctr. pr. Joch veranſchlagt werden, dann beträgt die geſammte Heu— production 4050 Ctr. Da aber die Wirthſchaft 5244 Ctr. Heu erfordert, ſo beträgt das Deficit an Heu 1194 Ctr., und es werden 30 Joch Wieſen, von welchen das Joch 40 Ctr. Heu liefert, erfordert, wenn der Ab— gang gedeckt werden ſoll, und das Ackerland muß ſich zum Wieſen— lande verhalten wie 300:30 oder 10:1, d. h. zu 10 Joch Ackerland muß 1 Joch Wieſenland zu 40 Ctr. Er⸗ trag gerechnet werden. §. 344. Da das vorſtehende Beiſpiel aus Schwerz entnommen wurde, ſo iſt noch zu zeigen, inwiefern die Schwerz'ſchen An gaben mit den mitgetheilten übereinſtimmen. Die jährliche Erſchöpfung beträgt bei 300 Joch 4550⁰; es werden daher 4550 Ctr. trockenen oder 4550 4= 18200 Ctr. friſchen, mürben Stallmiſtes erſordert, um den Erſatz leiſten zu kön— 332 nen; daher entfallen jährlich auf 1 Joch 18200:300= 60,6 Ctr. friſchen Miſtes. Schwerz, a. a. O. S. 165, berechnet das anzuwendende Dungerquantum mit 54 Fuder friſchen, ungegohrenen Stallmiſtes, à 900 Kilogramme, d. i. zu 16 Wiener Ctr. pr. Hectar, d. i. pr. 1 ¾ Joch auf 6 Jahre; es eutfallen dieſem nach auf 1 Joch jährlich 82 Ctr. friſchen, ungegohrenen Miſtes. Da der Miſt bis zum mürben Zuſtande wenigſtens ⅛ ſeines Gewichts verliert, ſo erhält man aus den 82 Ctr. ungegohrenen 66 Ctr. gegohrenen Miſtes; mithin beträgt die Differenz 5 Ctr. fri⸗ ſchen Miſtes oder circa 1 Reichthum— eine Differenz, welche bei Berechnungen dieſer Art ſehr geringfügig erſcheint und zugleich die Nichtigkeit der hier entwickelten Grundſätze auf das Unzweideutigſte beſtätigt*). §. 215. Vergleicht man die Größe der Erſchöpfung von 4550 mit dem Erzeugniſſe pr. 14550 Ctr. trockener Subſtanz, ſo ergibt ſich, daß bei der ſechsſchlägigen Fruchtwechſelwirthſchaft mit lor 3,2 Ctr. trockener Subſtanz überhaupt oder 0,4 Ctr. Körner producirt werden. §. 316. Um die ſechsfelderige Fruchtwechſelwirthſchaft mit Kleebau mehr allgemein betrachten zu können, ſoll ſie in drei Abtheilungen gebracht werden, und zwar: A. In eine ſolche, bei welcher Cerealien, hülſenartige Getreide⸗ früchte(Erbſen, Wicken, Kichern ꝛc.) und Wurzelgewächſe angebaut werden; *) Der Grund, warum Schwerz den Abgang an Miſt bei dieſer Wirth— ſchaft mit 6 ½ Fuder pr. Hectar veranſchlagt, kann nicht darin geſucht wer⸗ den, daß Schwerz den Kleeertrag pr. Joch nur mit 51 Ctr. in Rechnung bringt, da nach ihm die ganze Kartoffelernte, alles Stroh und Heu in Dün— ger umgewandelt werden, und doch reicht derſelbe nicht hin, um den Erſatz für die geringen Ernten zu decken, obgleich die Hälfte des Ackerlandes m it Futterpflanzen beſtellt wird. Hätte Schwerz den Ertrag vom Weizen mit 26, den der Gerſte mit 36 Metzen pr. Joch ꝛc. veranſchlagt, wie es Bloom⸗ field in den Möglin'ſchen Annalen, Bd. 1, gethan hat, dann wäre es begreif— lich, wie man mit dem Dünger nicht auslangen kann, wenn man die eine Hälfte des Ackerlaͤndes mit Futterpflanzen(Rüben, Klee und Wicken), und die andere mit körnertragenden Früchten beſtellt. So aber bleibt ſeine Be— hauptung unbegreiflich, da die Hälfte des Bodens mit indirect verkäuflichen Früchten beſtellt wird, und dieſe ganz nebſt den Strohernten zur Düngererzeu⸗ gung verwendet und nur mittlere Ernten erzielt werden. △ A. F der punct 9 4 Durc 42 Ct 40 — 50,36 anzuwenden jStallnine ctar, d.. Joch jäne us 1 ſäine ungegohrenn n; 5 Ctt.ſ⸗ 3, welchel dzugleich d weideniiſ 50 mit den t ſich, da r 3,2 Ckl. evroduein Kleebau mi agen gebrah ige Getrede chſe angelnu ei dieſer Vi in geſuctt wie 1. in Redhaun „Heu in M. um den biſt (ckerlandes n m Weie n ees Bloon⸗ äre es beil man die ehne Wicken), 1 eibt ſeine d, verkäuflite Dinguand 333 B bei welcher ſtatt der Wurzeln die Oelpflanzen, und C. bei welcher alle Arten von Pflanzen cultivirt werden*). A. Fruchtwechſelwirthſchaft mit Cerealien, Hülſenfrüchten und Wurzelgewächſen.(Kürze halber: Wirthſchaft A.) §. 3 1. 7. Um für dieſes Syſtem die ſtatiſche Gleichung zu erhalten, muß der Durchſchnittsertrag der angeführten Pflanzen zum Anhalts⸗ puncte des Calculs erhoben werden. 4 358 Aus der§. 79 angeführten Tabelle F ergibt ſich, daß der Durchſchnittsertrag im trockenen Zuſtande beträgt: 42 Ctr. bei den gewöhnlichen Cereallen(12 Ctr. Korn und 30 Ctr. Stroh), 40. Hülſenfrüchten(10 ⸗ ⸗ ⸗ 30 ⸗ ⸗), 70 2 2 2 2 Wurzelgewächſen. Folgen nun dieſe Früchte auf den Grundſtücken, ſo beläuft ſich die Erſchöpfung auf 210 bei den Cerealien, 10 ⸗= Hülſenfrüchten, und 35 ⸗= Wurzelgewächſen. Da bei der in Rede ſtehenden Fruchtwechſelwirthſchaft die Ce⸗ reglien dreimal, die Hulſenfrüchte und die Wurzelgewächſe aber nur einmal im Verlaufe von 6 Jahren auf demſelben Felde erſcheinen, ſo beträgt die Erſchöpfung in 6 Jahren 21. 3+ 10+ 35= 1083³; alſo jährlich 1 80. Da nach§. 297 die jährliche Erſchöpfung bei der Dreifelderwirth— ſchaft 140 pr. Joch des Bodens überhaupt, und 21 des beſtellten be⸗ trug, ſo ſieht man, daß durch die Einführung der Fruchtwechſelwir h⸗ ſchaft, wie ſie sub Aangegeben wurde, die Grundſtücke überhaupt jährlich um 40 mehr und gegen die beſtellten um 3° weniger an⸗ gegriffen werden. 3 4 §. 318. Die ſtatiſche Gleichung für die Dreifelderwirthſchaft mit Stall⸗ fütterung war: 1 5 ſX 3) 2.*(75))(§. 304) ——) 10 *) Bei dieſer Eintheilung ſind unter den Handelspflanzen nur die öl⸗ haltigen beſonders herausgehoben worden, weil nur bei dieſen die Erſchöpfung größer iſt, als bei den Cerealien. Erſcheinen im Turnus die übrigen Handels— pflanzen, ſo ſind die einzelnen Fälle im Allgemeinen nach der sub A angeführ⸗ ten Abtheilung zu behandeln. Unter den Hülſenfrüchten werden hier bloß die einjährigen verſtanden, weil die mehrjährigen die Erſchöpfung mit ihren Rückſtänden vollkommen decken(§. 267). **) Werden die Thiere im Sommer auf der Weide ernährt, dann muß hier der Factor ½ ſtatt% ſtehen. *) Für 1 Joch des beſtellten Bodens, für 1 Joch der Area überhaupt, 334 Da gegenwärtig die Erſchöpfung 180 beträgt, ſo hat man: 8 5 X 5. ( 7)a(ot)s= 18 als die ſtatiſche Glei— chung für die Fruchtwechſelwirthſchaft A, deren Aufloͤſung nach den §. 304 entwickelten Regeln erfolgt. §. 349. So lange keine wiulzzelaeiwhſe verfüttert werden, erſcheint die Gleichung: 2)e r(+ y R⸗— 18, ganz richtig für den 3 ſtand des Gleichgewichts bei der Fruchtwechſelwirthſch aft A. Werden aber die Thiere auch noch mit Knollen genährt, dann muß ſie folgende Modification erhalten: Nach den bisherigen Erfahrungen über die Ausnützung des Nauh- und des ſaftigen Wurzelfutters müſſen 2,5 Pfund von letz terem auf 1 Pfund Rauhfutter gerechnet werden. Drückt man das Wurzelfutter durch z und das Rauhfutter durch x aus, ſo hat man:z= 1:2,5 als diejenige Gleichung, welche zur Beſtimmung des Wurzelfutters dient. Da die Duͤnger⸗ production aus Knollen nur den zehnten Theil ihres Gewichts be— Z. trägt, ſo iſt die Düngererzeugung aus zKnollen= 16 Bringt man dieſen Ausdruck in die Gleichung: .ſ(. Pr i8.ſohatanun (63*)*(15**) 18, ſo hat man X 2 5 X 5 ——— 7—— 91=— 2 1 10 6+ 10+ y 6= 18, als den allgemei— nen Ausdruck für den Beharrungszuſtand der in Rede ſtehenden Fruchtwechſelwirthſchaft. Zur Auflöſung dieſes Ausdrucks dienen die Proportionen: 1) X: z= 12,5, oder 2= 2,5 X, 2) X+† 2:)= 4:1, oder x: 2,5:y= 4:1, oderx= 5 — — iſt die Erſchöpfung= 140(§. 297). In der Folge ſoll die ſtatiſche Gleichung der Dreifelderwirthſchaft auch in Beziehung auf die Erſchöpfung(14⁰) der Area überhaupt durchgeführt werden. hat man. ſtatiche G ſung nacd den, erſchen g für den aft 4.. rnäͤhrt, dmn zmnüßung de ind von le⸗ Nauhfutten Gleichum die Dünge Gewichts den alleme⸗ de ſtehende tionen: ſche Gleich 3 ung( 1) d 3) X*= 10:1, oder= 10. y“, und 4) y: y= 1:41, oder y= y“(§. 304)*). Butennen man ſucceſſiv dieſe Werthe in die Hauptgleichung, ſo erhält man: 4. y 10 y— C. 19. 7 8—= 18, dder 4.y— 5 — S= 18, 7 6 5 5 (20= 10*- 35„) 5+-70 y.— 18.35, oder: 2)— 65 y+† 70 y= 18.42, — 18.42 756 135= 18. 42; y=—— 5,6; 13⁵ 135⁵ mithin y= 5,6, = 10= 10.5,6= 56, 4 y 4 ——=— 5,6= 6,11, und 3,5 3,5 : 12—= 2,5. X= 2,5. 6,4= 16, d. h. eine Fruchtwechſelwirthſchaft muß jährlich pr. Joch 56 Ctr. Grünfutter(Gras oder Klee), 16 Wurzeln, 6,4 ⸗ Nauhſutter verfüttern, und 41,2 ⸗(» X† y) einſtreuen, wenn ſie den Erſatz für die Erſchöpfung pr. Joch Bodens von mittlerer Thätigkeit leiſten und ihre Hausthiere naturgemäß ernähren ſoll. Da das Grünfutter 56:4= 14 Ctr. Heu und die Wurzeln 16:2—j S Ctr. kräftiges, auf Heu reducirtes Futter liefern, ſo braucht die Fruchtwechſelwirthſchaft K. 14+ 8= 22 kräftige Futterſtoffe, um neben 6,4 Ctr. Futter⸗ und 11,2 Ctr. Streuſtroh den Bedarf an Dung pr. Joch zu decken. §. 320. Das Stroherzeugniß der Wirthſchaft beträgt in ſechs Jahren 30. 3+ 30= 120, alſo jährlich 20 Ctr. *) In dieſem§. war bloß die Proportion x: y= 4: 1; allein da zu dem Rauhfutter x noch die Knollen oder z hinzukommen, ſo iſt das geſammte Win⸗ terfutter x+ 2z, und die Proportion erhält die Form: X+† 2: y= 4:1. 336 Der Bedarf an Stroh beläuft ſich auf 6,4+ 11,2= 17,6 Ctr.; mithin vermag die Wirthſchaft den Strohbedarf zu decken, und b 2 V überdieß noch 2,4 Ctr.(pr. Joch) zu anderweitigen Zwecken zu V 4 1 verwenden. 4 b Joch V§. 321. Sras Der Bedarf an kräftigem Futter ohne Wurzeln beträgt jähr— 6 lich 14 Ctr., und ſollen dieſe durch den Ertrag des K lees gedeckt l werden, ſo muß ſich derſelbe auf 14.6= 84 Ctr. pr. Joch be⸗ ſo wie laufen. b tigen; Um einen allgemeinen Ausdruck für die Berechnung des Gras⸗ NAra, landes zu finden, ſey a die ganze Area der Wirthſchaft, ſo iſt V zeln, .) die Area des Kleefeldes, e, der Ertrag des Klees pr. Joch, mit⸗ zur B 1 2 Peda bin—. e, der Kleeertag von— Jochen; e, der Ertrag des Gras⸗ d 1G.. g 6 Sehenz e ag V mithin a. er V 5 landes unden die Jochzahl des letztern, ſo hat man P e n 92 — 14 a*), als den allgemeinen Ausdruck zur Berechnung des e,. ſt, 55 Verhältniſſes des Graslandes zu den Aeckern, wenn ſich die ſechs— 1 felderige Wechſelwirthſchaft auf dem Beharrungspuncte erhal⸗ V ten will. edar Es ſey e.= 50, und e.= 30, ſo hat man: 6 . A 6 50+ 30 ·n= 14. a, oder 30.n= 142— 8—3 a, und hieraus: 4 rige 14 a— 8 ½ a 17 au g 4——— a Joche Graslandes, 30 90 W d. h. das Ackerland verhält ſich zum Graslande li wie 90: 17 oder näherungsweiſe wie 8:1. Iſt ei= 84, dann hat man: V a 2 =84 Pe. n= 14. a; alſo 66 6 beſtue *) Will man dieſe Gleichung unabhängig von einem beſtimmten Turnus 1 darſtellen, ſo braucht man nur 14, z. B.— k und 6=— m zu ſetzen, und man Vſie hat ganz allgemein:—+ e. n— kL. a. — d, u decken, m en Zwetn beträgtjid⸗ Klees gadat „pr. Joch i⸗ ing des u „. jaſt, ſo iſ- pr. Joch, mi⸗ ag des m⸗ .(2 + 6. I echnung der ich die ſech zuuncte erie graslan ;1. inmtn Im ſi ma 9 A e. n= 14.a— 84 5= 0, d. h. gibt der Kleepr. Joch 84 Ctr., dann kann ſich die Wirthſchaft ohne Grasland auf dem Beharrungspuncte erhalten. .§. 322.. Um das Verhältniß des Wurzelbaues zu den übrigen Culturen, ſo wie den Antheil der Wurzeln zu beſtimmen, welcher zu anderwei— tigen Zwecken, als der Verfütterung, verwendet wird, ſey a die ganze Area, e der Ertrag der Wurzeln, und u der Ueberſchuß an Wur— A. O 1 zeln, ſo hat man:— 1= 16. a uals den allgemeinen Ausdruck 2 zur Beſtimmung der eben angeführten Größen*); denn es iſt der Bedarf an Wurzeln pr. Joch 16 Ctr.(§. 319), alſo für a Joch 16 a; mithin 16 a Pader jährliche Bedarf an Wurzeln. „ 5— d— Da die Area des Wurzelfeldes 6 und der Ertrag pr. Joch e⸗ ) ..—„ 5 A iſt, ſo iſt der geſammte Ertrag an Wurzeln= 6. ei, welcher den A Bedarf decken oder 6.= 16. a Xu ſeyn muß. — Es ſey a= 6, e.= 300, ſo hat man: 6 6 300= 16.6+uz; alſo: — u= 300— 96= 204 Ctr., d. h. die ſechsfelde⸗ rige Wirthſchaft kann jährlich 204 Ctr. Wurzeln zu anderweitigen Zwecken verwenden. Bei dieſem Maximum der Verwendung ſtellt ſich der Wurzelbau . 9. 5 a— zu den übrigen Culturen in das Verhältniß: vder 1 5. ) 0 §. 323. Soll der Wurzelbau nur inſofern betrieben werden, als es die beſtmögliche Ausnützung des Nauhfutters erfordert, dann iſt u= 0, —) Will man den Ausdruck unabhängig von einem beſtimmten Wirthſchafts— ſyſteme erhalten, ſo braucht man nur für 6, z. B. m, und für 16, z. B. w, zu .. 2 61 ſetzen, und man hat allgemein:— w. à Pu. I ‿ ◻ Hlubek 18 Statik, 338 und die Wurzeln folgen nicht mehr auf den ſechsten, ſondern auf ei- nen aliquoten Theil, z. B. mten Theil, des Flächenraumes. Setzt man das Wurzelfeld=— n, und den Ertrag pr. Joch=— e, ſo iſt der Ertrag= ei n auf dem ganzen Wurzelfelde. Da der Futterbedarf an Wurzeln pr. Joch 16 Ctr., alſo 16 a bei a Joch iſt, ſo iſt offenbar.. 1 6 a e.. n= 16. a, oder n—— als der allgemeine Ausdruck 81 zur Beſtimmung des Wurzelbaues zu den übrigen Culturen bei der ſechsfelderigen Wechſelwirthſchaft A*. Es ſey a= 6, und e.= 300, ſo hat man: 16 6 96 24 ———.—Z4— Joch, d. werden ähr⸗ n. 00 300 8 3b h. jühr lich Joch des Hackfeldes mit Wurzeln beſtellt, dann kann die Wirthſchaft den Bedarf an Wurzel⸗ futter decken und— des Hackfeldes mit andern Pflanzen beſtellen. §. 324. Um den Theil des Hackfeldes, welcher zu andern als den Wurzelgewaͤchſen verwendet werden kann, allgemein zu beſtimmen, ſeyr dieſer Antheil. a 16 a Da die Area des Hackfeldes und der Wurzelbau 71 beträgt, ſo iſt: a 16 a ac.— 16 a. 6 ——— als die allgemeine 6 e1 6 e Gleichung zur Beſtimmung der Größe r. Geſetzt, Jemand betreibt auf 600 Joch dieſechsfelderige Wechſel— wirthſchaft, und er will wiſſen, wieviel Joch des Hackfeldes mit an⸗ dern Lſianzer als den Wurzeln, beſtellt werden können, ſo ertheilt *) Will man die Gleichung unabhängig von einem beſtimmten Turnus erhalten, ſo braucht man nur 16 einer allgemeinen Größe, z. B.— w, zu ſetzen, und man hat ganz allgemein: W. à2 /—. 81 gend alſoy q T A ten? V aufge ſein ſtell nat nit Gl hat ondern af raumes, e — e ſ ü tr, alſo l. eine Ausdnt ltturen beide rden jah n beſtell Wurze tander ern als d zu beſtinme 14 rzelban— die allere erigeGch feldes rita⸗ en, ſate 339 die obige Gleichung die Antwort auf dieſe Frage, ſobald der Ertrag der Wurzeln gegeben iſt. Es ſey e.= 300, ſo hat man: 600 300— 16 600. 6— 180000— 57600 6.300* 1800 122400 6 Ca, d —— 68 Jo h. es ko 58 1800 J, h önnen 68 Joch des Hackfeldes zu andern Culturen verwendetwerden. „. 1 16 a Der Wurzelbau wird im vorliegenden Falle aufn=— 2 16. 600 ——— 32 Joch betrieben. 300 Von der Nichtigkeit dieſer Gleichung kann man ſich auch auf fol— gende Weiſe überzeugen: Der jährliche Bedarf an Wurzelfutter pr. Joch beträgt 16 Ctr., alſo pr. 600 Joch 600 16= 9600 Centner. Da man vom Joch 300 Ctr. Wurzeln erhält, ſo müſſen 9600 zu 300= 32 Joch mit Wurzeln beſtellt werden, um den geſamm⸗ ten Wurzelbedarf zu decken. §. 325. Nachdem die allgemeine Gleichung für den Wurzelbau oder w aufgeſtellt wurde, iſt es nicht ſchwer, den allgemeinen Ausdruck für ſein Verhältniß zu den geſammten übrigen Culturen oder k aufzu— ſtellen. —. 16 a Die geſammte Area iſt a und der Wurzelbau—; mithin: C 1 16 a a e.— 16 a a——= kz alſo hat man: e. e 16 a ae,— 16 a w: Kk-—:——= 16:e— 16 61 e Es ſey e.= 300, ſo hat man: W: k= 16:300— 16= 16 284= 1. 18 approri⸗ mativ, d. h. zu 18 Joch anderer Culturen muß 1 Joch mit Wurzeln beſtellt werden, um den Zuſtand des Gleichgewichts zu erhalten. Iſt e.— 200, alſo ein Minimum des Wurzelertrages, dann hat man: 340 wSK= 16:200— 16= 16.184— 2:23, d. h. in dem allerungünſtigſten Falle müſſen zu 23 Joch anderer Culturen 2 Joch mit Wurzeln beſtellt werden. §. 326. Im§. 322 iſt der Ausdruck 6.= 16 a Tu unter der Vor⸗ 6 ausſetzung entwickelt worden, daß das Hackfeld ganz mit denſelben Wurzelgewächſen beſtellt werde. Da jedoch eine Wirthſchaft den Wurzelbau den Handelsconjunc- turen gemäß einrichten muß, ſo iſt es nothwendig, einen Ausdruck zu finden, der, ohne das Gleichgewicht der Wirthſchaft zu beirren, an— gibt, auf dem wievielten Theile der Wurzelbau betrieben werden muß, um auch der Nachfrage nach Knollen aller Art nachzukommen. ae— 16a. 6 6 e 1 Sollen auf dieſem Reſte u Ctr. anderer Wurzeln, als die zur Verfüt— terung beſtimmten, erzeugt werden, und iſt ihr Ertrag= e,, ſo hat man: Der Reſt des Hackfeldes war, nach§. 324,— a el— 16 a. 6 u:.— 55.. 1; alſo: 1 6 e. Beſtimmung der jährlich zu veräußernden Knollen. Geſetzt, eine Wirthſchaft hat 600 Joch Area und baut Kartof⸗ feln zur Verfütterung und Nunkelrüben zur Veräußerung, und ſie will wiſſen, wieviel ſie jährlich Rüben verkaufen kann, ohne ihre ſta— tiſchen Verhältniſſe zu beirren. a e.— 16 a. 6—. n— e, als den allgemeinen Ausdruck zur Iſt der Ertrag der Kartoffeln 300 Ctr., oder iſt e,= 300, und der der Ruͤben 250, oder e.= 250 Ctr., dann hat man: 250(600.300 16.600. 6 u—= 250.68— 17000 Ctkr., 6. 300 d. h. es können 17000 Ctr. Rüben jahrlich ver⸗ äußert werden, ohne die Wirthſchaft in ihrem Gange zu ſtören. den n 0,42 ₰ ee 9 8 ange mter der va⸗ mit denſele ndelsconiner Ausdruc beirren, m⸗ leben werde chzukommmn — 16a.0 6 4 zur Verfüt 88= e., Ausdruck baut Karte ng, und ſe hne ireſt — 900, Nnd 700068, 0 hel⸗ 1 ihre 341 Werden auf dem Reſte des Hackfeldes dieſelben Wurzeln culti virt, ſo hat man: ei(a e.— 16 a2 6) ae— 16 a. 6*) 6 e⸗— 6 3 §. 327. Das jährliche Erzeugniß der Wirthſchaft pr. Joch beträgt: 7,66 Ctr. Korn aller Art, 11,66 ⸗ trockene oder 50 Ctr. friſche Wurzeln, 8,34 ⸗ Heu(Klee), und 20,00 ⸗ Stroh. 47,66 Ctr. Da die Wirthſchaft einen Erſatz von 180 zu leiſten hat, ſo wer⸗ den mit 1 producirt: 2,64 Ctr. trockener Subſtanz üͤberhaupt und 0,42 Ctr. Korn aller Art. §. 328. Werden bei der Wirthſchaft A die Thiere auf der Weide ernährt, dann iſt ihre ſtatiſche Gleichung: 4+=+ 2 10** Die Verhältniſſe unter x, z und y ſind dieſelben, wie ſie§. 319 angegeben wurden; dagegen verhält ſich beim Weidegange X: y“ 6.0o ₰ 9₰ y — 20 1, oder X= 20 v“, und y: y— 1: 2, oder y— 5 Werden dieſe Werthe ſubſtituirt, ſo wie für x und 2z die§. 319 angegebenen, ſo hat man: 65 5 3 y 18, o ———— 1 oder 35 6 2 4 65 y+† 21 y= 18. 42, und hieraus: 1842 136 Ss Gt ——=— Z— ztr., *= 65+ 21 86 „) Will man u oder die zu veräußernden Wurzeln ganz allgemein aus— drücken, dann braucht man nur 6= m und 16=— w(§§. 323 und 324) zu ſetzen, und man hat ganz allgemein: na el— wa. m ——. Inl — 342 y 8,8 1———— 4, 5—=— 4,4, X— 20 y— 20 4,4— 88, — 4— 4 8,8— 10 d à— y— 8,8— 10,605, un 2 2,5 X öh— 2,5 10,05 88 Ctr. Gras, 25,12 ⸗ Wurzeln, 10,05 ⸗ Rauhfutter verfüttert, und 13,2 ⸗(y+†) eingeſtreut werden, um den Erſatz leiſten zu können. Da das Gras 88: 3= 29,33 Ctr. Heu liefert, und das Rauh⸗ futter wenigſtens zu ½ aus Heu beſtehen muß, wenn die Wirthſchaft den Strohbedarf, welcher nach Abzug des Drittels 13,2+ 6 = 19,2 Ctr. beträgt, decken ſoll, ſo iſt der Bedarf an Heu= 29+ 4 — 33 Centner. 1 25,12, d. h. es müſſen §. 329. Dieſem nach ergibt ſich das Verhältniß des Graslandes aus der Gleichung: 4 6 e 35 a. Iſt e.= 50, und c.= 30, oder gibt das Kleefeld 50 und das Grasland 30 Ctr., dann hat man: A 5 50+ 30 1n R= 33.,. a, und hieraus: 33 a— 81⁄1 a 74 a 37 a 2 n==————, d. h. das Acker⸗ 30 90 45 land muß ſich zum Graslande wie 45:37 verhalten. §. 330. Um das Steigen und Sinken der Fruchtwechſelwirthſchaft A ebenſo darſtellen zu können, wie es§. 307 für die Dreifelderwirth⸗ ſchaft geſchehen iſt, muß a) von dem jährlichen Durchſchnittsertrage, welcher 47 Ctr. pr. Joch beträgt, und b) von dem Erfahrungsſatze, daß die Erträgniſſe mit der Frucht⸗ barkeit des Bodens in einem geraden Verhältniſſe ſtehen, aus— gegangen werden. ſter d „es nüſſe und erden, In und das Naul die Wirthſcht 3 13,2+ deu=— 29† undes aus h Id 50 und d das Aäen verhalte hwittſihi 7 reifelderwit er 47 Gir. it der Fruc eſthen n 343 Da die Wirthſchaft A, wie§. 317 gezeigt wurde, 180r erfor⸗ dert, um 47 Ctr. zu erzielen, ſo fragt ſich, wie die Erträgniſſe mit der Zunahme des Reichthums ſteigen und mit der Abnahme ſinken müſſen? Leiſtet die Wirthſchaft nur einen Erſatz von 17°, dann hat man: 47:1X= 18:17; alſo 47 417 14,39 —= 44,39. 18 7 Bei 16° Erſatz iſt: 47 16 „== 41,78 Bei 15⁰: 47.15 3 ————— 4 9,6 8 18 Bei 14: 147.14 X— 18— 36,55 u. ſ. w Das Geſetz der Abnahme iſt bereits einleuchtend; denn man ſieht, daß die aufeinander folgenden Ernten abnehmen, wie die Glie⸗ der einer arithmetiſchen Reihe, deren erſtes Glied 47 und die Diffe renz 2,64 iſt. Drückt man das allgemeine Glied mit und die Anzahl der Glieder miten aus, ſo hat man: 2— E 3) als den allgemeinen Ausdruck dieſer arithmetiſchen Reihe, wobei 180—(u— 1) bloß den zu lei⸗ ſtenden Erſatz anzeigt. Will man die Größe der erſten Ernte wiſſen, ſo iſtn= 1; mithin: z= 47—(1— 1). 2,61= 47, und 18⁰—(1— 1)= 18 Iſtn= 2, ſo hat man: 27— 47 2,61= 44,39, und 180—(2— 1)= 18— 1= 17; n= 3 2= 47=(3 1) 2,61= 47= 5,22— 41,78 18—(3— 1)= 18 ⸗ + 1 ᷣ — 344 n= 4. 2= 47—(4— 1) 2,61= 47— 7,83= 39,16, und 18⁰5—-(4= 4)= 150. Man erſieht hieraus die Richtigkeit der allgemeinen Gleichung. Da das Verhältniß der Ernten bei irgend einem Erſatze con— ſtant bleibt, ſo hat man auch ganz allgemein: X—(n— 1). 2,61 —.2 7 85 † 3— d 2—( me==(u 1)) wenn für 47 die Größe x un für 18 m geſetzt werden. Da aber die Ernten, wie man ſich durch die Deduction leicht überzengen kann, nach demſelben Geſetze von Grad zu Grad zuneh⸗ men, wie ſie für jeden Grad abgenommen haben, ſo hat man auch für das Steigen in der Productivität der Fruchtwechſelwirthſchaft: ſi 1). 2,61 1 m+(n— 1) Zieht man dieſe beiden Ausdrücke zuſammen, ſo hat man: XX.(n— 1) 2,641 — 9 1( 2—( 7o. G 1))*s die allgemeinſte Gleichung ſowohl für die progreſſive Zu- als Abnahme der Productivität einer Fruchtwechſelwirthſchaft. Die Anwendung dieſer Gleichung geſchieht auf dieſelbe Weiſe, wie es bereits§. 307 gezeigt wurde. Geht man bei dieſer Anwendung von einem Boden von mittle— rer Thätigkeit aus, ſo kann für x der Normalertrag von 47 Ctr. und für m der Erſatz von 180 geſetzt werden, und man hat dann: 1 47 ₰(n— 1) 2,61 1 18⁰+(n— 1) Will man z. B. das Durchſchnittserträgniß einer Fruchtwechſel— wirthſchaft erfahren, welche einen Erſatz von 20 ſtatt 180 zu leiſten vermag, ſo iſt zuerſt 18+(n— 1)= 20; alſo n= 20— 18+ 1= 3. Wird dieſer Werth ſubſtituirt, ſo erhält man: 2= 47 4=(3— 1) 2,61= 47+ 5,22= 32,22 Ctr., d. h. eine ſechsfelderige Wechſelwirthſchaft, wel— che einen Erſatz von 20° ſtatt 180 leiſtet, erzielt einen Durchſchnitts ertrag von 52,22 Clr. ſtatt 47 Ctr. pr. Joch. G Küm auwe ſchen leiſter fur werde 39,16, 7- en Gleich KErſaze ae Gröſexn duction lact Grad zundh jat man auc virthſchaft. nan: eGleichmn tivitat eine eſelbe Veit von mitie von 476(t. at dann: uchtvechſ Sozu leiße 841=3 345 Kann die Wirthſchaft nur einen Erſatz von 160 ſtatt 18 lei⸗ ſten, dann iſt 18—(n— 1)= 16, und n= 18— 16+ 1 = 3; mithin; 1= 47—=(3— 1) 2,61= 417 5,22= 11, 78, d. h. der Ertrag von 47 Eir. ſinkt bei dem Erſatze von 160 auf 41 GCtr. §. 331. Soll ſich die Wirthſchaft Aauf dem Beharrungspuncte der glei— chen Productivität(47 Ctr. pr. Joch) bei Bodenarten von verſchie⸗ dener Thätigkeit erhalten, ſo muß der zu leiſtende Erſatz nach ihrer ſtatiſchen Gleichung: —+= 4 4 5 3= 18 G. 319 2 10. I GS. 349) berechnet werden, wobei bemerkt wird, daß die Auflöſung dieſer Gleichung nach jenen Regeln vorgenommen wird, wie ſie bereits §§. 304 und 319 angegeben wurden; nur wird für den normalen Erſatz von 180 der erfahrungsmäßige ſubſtituirt. Geſetzt, Jemand muß, mit Rückſicht auf den Boden und das Klima, alle 3 Jahre 300 Ctr. mürben, friſchen Stallmiſtes pr. Joch anwenden, um die Normalernten zu erzielen, ſo ſind 100 Ctr. fri⸗ ſchen oder 25 Ctr. trockenen Stallmiſtes, oder 25⁰° der jährlich zu liee Vange und man h — 250. Da die Verhältniſſe unter den unbekannten, nach§. 319, fol⸗ gende ſind: X: 2Z2= 1 2,5, bder 2— 2,5-X, 4 y +‿ 2:y= 4:1, oder X+ 2,5 X:y= 4:13 alſo x= 3, 3,5 **y= 10 1, mithin X= 10 v“, und y: y“= 1: 1, alſo y= y“: ſo erhält man durch eine allmählige Subſtitution dieſer Werthe in die ſtatiſche Gleichung: X„3* 5 49 5 —— y—— 25 zo 2 10 10 y 6= 5, wenn für z= 2,5, für= 10 y“, und y= y die e Werthe geſetzt werden. den Werth, ſo hat man: 40 10 5 5 (22*) 4 2. S.= 35, 5 (20 107 4. 35* 35 2v. S.= 2535, 4 1 (20v- 10»- 33») 1. 70 5— 25 7, 9 9— 65y †- 70y= 25.7 6, 135 y— 25.7. 6, und 25 7 6 1050 = 7,77 Ctr.; mithin auch: „ 13585 135 y— 7,77 X= 10y— 10 7,77= 7 7,7, 4. ½„ 3,88, und ———— 7, 77 ꝛ— 88, un 8 3,5 3,5* 2= 2,5 X= 2,5. 8,88—= 22,2 Ctr., d. h. eine Frucht⸗ wechſelwirthſchaft muß 77,7 Ctr. Grünfutter(Gras oder Klee), 22,2 ⸗„ Wurzeln, 8,88 ⸗ Nauhfutter verfüttern, und 15,54 ⸗ G † y¹) einſtreuen, wenn ſie den Erſatz für die Erſchöpfung eines Bodens von raſcher Thätigkeit pr. Joch decken und ihre Haus⸗ thiere naturgemäß ernähren ſoll. Da das Grünfutter 77,7: 4= 19,42, oder näherungsweiſe — 20 Ctr. Heu, und die Wurzeln 22,2: 2= 11,1, oder nähe⸗ rungsweiſe= 12 Ctr. auf Heu reducirtes Futter liefern, ſo braucht die Fruchtwechſelwirthſchaft 20+ 12= 32 Ctr. kräftige Futter⸗ ſtoffe, um neben 8,88 Ctr. Futter⸗ und 15,52 Ctr. Streuſtroh den Bedarf an Dung pr. Joch zu decken und ihre Hausthiere naturgemäß zu ernähren. §. 332. Das jährliche Stroherzeugniß der Wirthſchaft Abeträgt 20 Ctr. (§. 320), der Strohbedarf hingegen 8,88+ 15,52= 24,40 Ctr.; dahe wed zur pun — ===ò 11 hin auch; ine Frut r Klec), , und un ſie dil odens del ihre Hals aherungiri 1, oder Tahe ern, ſ heu räftige Fütte Struſteſu e naturgen „90 Gt tragt20, A1dhölei 347 daher vermag ſie den Strohbedarf nicht zu decken, und ſie muß ent— weder das Rauhfutter zur Hälfte aus Heu beſtehen laſſen*) oder zur Waldſtreu ihre Zuflucht nehmen, um ſich auf dem Beharrungs⸗ puncte zu erhalten. Thut die Wirthſchaft das Erſtere, dann iſt ihr Bedarf an Heu 20+ 4,44= 24,44 Ctr. Sollen dieſe durch den Klee gedeckt werden, ſo muß ſein Ertrag 24. 6—= 144 Ctr. pr. Joch betragen— ein Ertrag, auf welchen man ſelbſt unter den günſtigſten Verhältniſſen nicht rechnen kann, und daher muß die Wirthſchaft A, auf einem Boden von raſcher Thä⸗ tigkeit betrieben, neben dem Kleebau Wieſen oder Weiden beſitzen. Um das Verhältniß des Graslandes zu den Aeckern im vorlie— genden Falle feſtſtellen zu können, dazu dient die§. 324 aufgeſtellte Gleichung: 0A e1 — e, n= ka. m Im vorliegenden Falle iſt m= 6, und K= 24; alſo: a e 6 Iſt der Klecertrag 50 Ctr., oder e.= 50, und der der Wieſen 30 Ctr., oder e.= 30, ſo hat man: a 50 2 —+ 30 n= 24a; alſo: 1. PHe, n—= 24 a. 6 24 a— 50 a 47 a = 55 oder näherungsweiſe — 30 · 4 3, 2 —= d h. das Grasland muß die Hälfte der geſammten Area der Aecker betragen, um den Zuſtand des Gleichgewichts zu erhalten. A *) Durch Wurzeln kann die Hälfte des Rauhfutters nicht mehr gedeckt werden, da dann circa 8 Pfund Wurzeln auf 1 Pfund Rauhfutter entfallen würden. §. 334. Um das Verhältniß des Wurzelbaues zu den übrigen Culturen . 5 w a feſtzuſtellen, dazu dient die§. 323 aufgeſtellte Gleichungn=—, e 1 wenn für w die Zahl 22 geſetzt wird, da der Bedarf an Wurzeln pr. Joch 22 Ctr. beträgt. 00 a — Dieſem nach hat man: n= 3 1 Iſt e.= 300, ſo iſtn==— 1 — 3— U er„. Sooß— 300 2 der näherungsweiſe 5 des geſammten Ackerlandes. B. Sechsfelderige Fruchtwechſelwirthſchaft mit Cerealien, Hülſenfrüchten und Oelpflanzen.(Wirthſchaft B.) §. 335. Dieſe Wirthſchaft ſoll unter ganz gleichen Verhältniſſen wie die sub A angeführte betrieben und nur ſtatt der Wurzelgewächſe Oel— pflanzen cultivirt werden. Der Durchſchnittsertrag beträgt: 12 Ctr. Korn+ 30 Ctr. Stroh— 412 Ctr. bei den Cerealien, 10 ⸗⸗ 30 ⸗ ⸗—=40 ⸗ ⸗ Hülſenfruchten, 17 ⸗ ⸗+. 25 ⸗ ⸗— 42 ⸗ Oelpflanzen (Rübſen und Naps). Die Erſchöpfung beläuft ſich auf: 42 0.. 2— 21 bei den Cerealien, 40 0 n„ 1 100⸗ ⸗ Hülſenfruͤchten, und 42.2 1 3= 289⸗ ⸗ Oelkpflanzen. Da die Cerealien im Verlaufe von 6 Jahren dreimal das Feld einnehmen, ſo beläuft ſich die Erſchöpfung während des ganzen Tur— nus auf 210. 3+ 10+ 28= 101°; alſo jährlich auf 101:6 — 16,83. Bei der Wirthſchaft A betrug die jährliche Erſchopfung pr. Joch 18⁰(§. 317); daher bedarf man bei dem Wurzelbau nur um 1,17 mehr Reichthum, als bei den Oelpflanzen. Da aber dieſe zur Dünger— erzeugt Folge, hältniſ U irrige Naps ren all Rnu Joch 1e 8 Kleef Jüſch brigen Gultn chungue- ef an Vusi 8 ungsweiſ 3 t Cerealien haft B.) tiſſen wie d wachſe Oel⸗ erealien, ülſenfrüchtn elpflanzen nal das F ganzen di⸗ auf 101” run 1,7 tr Düngir⸗ 349 erzeugung nur ſehr wenig Material liefern, ſo iſt es eine natürliche Folge, daß ſich eine ſolche Wirthſchaft nur unter ſehr günſtigen Ver⸗ hältniſſen auf dem Beharrungspuncte erhalten kann. Um dieß mit mathematiſcher Evidenz darzuthun, und manche irrige Anſichten, die in Betreff der Ausſaugung des Rübſens und Raps beſtehen, zu berichtigen, ſoll das bei A angeführte Verfah— ren auch hier Anwendung finden. §. 336. Die ſtatiſche Gleichung für die Wirthſchaft B iſt: A.(2..r)= 6 8, dateinrAfenf zeln verfüttert werden, der Erſatz nur 16,80 beträgt und die Stall⸗ fütterung vorausgeſetzt wird. Die Verhältniſſe unter den unbekannten ſind: X:y= 4 1, oder X—= 4 y, X: y= 10: 1, oder X= 10 /", und y v= 1: 1, oder y= v»“(F. 31 9). Werden dieſe Werthe in die ſtatiſche Gleichung ſubſtituirt, ſo hat man: 4 S. 5+ 10 y+ 5 16, — 5„— 13 8 2h 10) 15 y 10 y ———= 16,8, 6 25 y= 16,5. 65 alſo: 16,8.6— 5——= 4,01, oder approximativ= 4 Ctr. zmithin: 25 y= y= 4; X= 4. y= 4. 4= 16, und X= 10y= 10.4= 40 Etr., d. hedie Wirthſchaft B muß 40 Ctr. Grün⸗, 16 ⸗◻ Nauhfutter verfüttern, und 8 ⸗( †y0 einſtreuen, um den Erſatz pr. Joch zu decken und die Hausthiere naturgemäß zu ernahren. Da die 40 Ctr. Grünfutter 10 Ctr. Heu liefern, ſo muß das Kleefeld einen Ertrag von 60 Ctr. Heu abwerfen, um den jährlichen Zuſchuß mit 10 decken zu können. 350 §. 337. Das Stroherzeugniß der Wirthſchaft beläuft ſich im Verlaufe von 6 Jahren auf:— 90 Ctr. bei den Cerealien, 30 ⸗ ⸗ ⸗ Hülſenfruͤchten 25 ⸗ 2 ⸗ Oelpflanzen. 145 Ctr.; alſo das jährliche auf 24 Ctr.. Der Strohbedarf beträgt 16+† 8= 24 Ctr.; mithin vermag die Wirthſchaft den Strohbedarf zur höchſten Noth zu decken. Da einerſeits das Stroh auch zu andern Zwecken verwendet wird, und da andererſeits der Strohertrag der Huͤlſenfrüchte und der Oelpflanzen ſehr ſchwankend iſt, ſo folgt hieraus, daß ſich die Wirthſchaft B mit ihren eigenen Kräften auf dem Beharrungspuncte zu erhalten nicht vermag, trotz dem, daß ſie nur einen Erſatz von 16,8 pr. Joch zu leiſten hat. Zudem müßte ſie ohne Hilfe von Außen(ohne Grasland) die Viehzucht ganz vernachläſſigen, da das Nauhfutter ganz aus Stroh beſteht. Soll die Viehzucht nicht vernachläſſigt werden, ſo muß das Nauhfutter wenigſtens zur Hälfte aus Heu beſtehen, und der Be⸗ darf an Heu beläuft ſich dann auf 10+ 8 18 Ctr., und der an Stroh auf 8+† 8= 16 Ctr., welche die Wirthſchaft ohne Rückſicht auf das Stroh der Oelpflanzen decken und überdieß noch 4 Ctr. pr. Joch zu anderweitigen Zwecken verwenden kann. §. 338. Das Verhältniß des Graslandes beſtimmt die Gleichung: A 2 1 7 21 6 e+ e.n= 18a, da der jährliche Bedarf an Heu 18 Centner beträgt. Iſt e.= 50, und e.= 30, ſo hat man: A 5 50+ 30 e,= 18a, und hieraus: 18 a— 50. a 29 d. 3 „——— a, oder naͤherungswei e. 6 90 ‧², h 9 1. —— a, d. h. ſoll die Wirthſchaft B den Er⸗ 2 ſatz leiſten, die Viehzucht nicht vernachläſſigen ſch im Vall mithin vermn zu decken. ecken verwend llſenfrüchte m ³, daß ſich d harrungspumn nen Erſatz w hne Hilfe w chlaſſigen ſo muß do und der d. Ctr., und d zirthſchaft oie uberdieß we en kann. die Gleichan, den 18 Gun rungswiſt B deu br w hläſſige 351 und den Verlegenheiten wegen Strohmangels be⸗ gegnen, dann muß ſie zu 3 Joch Aecker 1 Joch Grasland, zu 30 Ctr., haben. §. 339. Hält die Wirthſchaft keine Stallfütterung, dann iſt ihre ſtati— ſche Gleich Pnna 1 — 5) 5 r(5*) ₰— 16,8, wobei die Verhaͤltniſſ zwiſchen x und y die§. 336 angeführten ſind, wäh⸗ rend ſich: y= 20: 1, oder X= 20 y“, und y: y= 1:2, F oder y»—— verhalten. 2 Werden die Werthe der unkekannten in die Gleichung geſetzt, ſo erhält man: 15 y — 8, oder: 6 18»— 16,8. 6, und 16,8. 6 /=— 5,6, y 5,6 ===———= 2,8.„ 4— 20= 20. 2,8—= 56 Ctr., d. h. es werden 56 Ctr. Grün⸗, 22,4 ⸗ Nauhfutter, und 8,4 ⸗(y †ᷣy) Stveu erfordert, um den Erſatz zu leiſten. Da das Gras 56:3—= 18,36 Ctr. Heu liefert, und das Rauh⸗ futter wenigſtens zur Hälfte aus Heu beſtehen muß, ſo iſt der ge— ſammte Heubedarf= 18,36+ 11,2= 29,56 Ctr. Dieſem nach iſt das Verhältniß des Graslandes durch die Glei— chung e.+ ern= 29. a gegeben. Iſl e,= 50, und e.= 30, ſo hat man: 29 a— 50. A 62 a. 9 .——„oder approximativ: 6 90 30 — a, d. h. zu 3 Joch Aecker werden 2 Joch Grasland, zu 30 Ctr., erfordert. §. 340. Das Stroherzeugniß der Wirthſchaft ohne dem der Oelpflanzen beträgt 20 Ctr., und der Bedarf an Stroh 11+ 7,8= 18,8 Ctr.; daher vermag die Wirthſchaft den Strohbedarf zu decken und mit Hilfe des Graslandes den Erſatz zu leiſten und die Thiere natur— gemäß zu ernähren. F. 341. Wird die Wirthſchaft B auf einem Boden von raſcher Thätigkeit betrieben, dann müſſen alle 3 Jahre wenigſtens 300 Ctr. Stall miſtes, alſo jährlich 100 Ctr. oder 250 pr. Joch angewendet werden, und man hat dann: 25 6 y— 5) 6, — v— y— 6, X= 1»= 4. 6— 24, und X= ꝛ10= 10.6— 60(§. 336), d. h. in einem folchen Falle müſſen 60 Ctr. Grün⸗, 24 ⸗ Nauhfutter verfüttert, und 12 ⸗ G† y) eingeſtreut werden, um den jährlichen Erſatz pr. Joch leiſten zu köͤnnen. Das Grünfutter gibt 60: 4= 15 Ctr. Heu, und daher müßte das Kleefeld 90 Ctr. pr. Joch abwerfen, um den jährlichen Zuſchuß an kräftigem Futter zu decken. §. 342. Das jaͤhrliche Stroherzeugniß der Wirthſchaft beläuft ſich auf 24 Ctr.(§. 33 7), und der Strohbedarf auf 36 Ctr.; alſo ein jähr⸗ liches Deficit von 12 Ctr. pr. Joch. J ſchaft puncte Grasla — N angew un 2—, geoßen Kohle ſtande er Oelpflange decken und wi Thiere nan jer Thaͤtigii ) Ctr. Stall udet werden zalſo: „ in einen und en, um di nnen. ddaher nnüft ſichen zuſte auft ſch Alf iſſo ein jaht 0 = 353 Beſteht das Nauhfutter zur Hälfte aus Heu, dann iſt der Bedarf an HOeu= 15+ 12= 27, und der an Stroh= 12+ 12= 24 Ctr., welche die Wirthſchaft zur Noth decken kann. §. 343. Das Verhältniß des Graslandes folgt aus der Gleichung: A S6 er+e,n= 27 a, weil ſich der Heubedarf auf 27 Ctr. beläuft. Iſt e.= 50, und e,= 30, ſo hat man: 27 a— 50 a 56 a 3. 7 u= 6= 0, oder näherungsweiſe:=— 1* 30 Man ſieht hieraus, daß eine ſechsfelderige Fruchtwechſelwirth⸗ ſchaft mit Oelpflanzen ſelbſt dann nur mit Noth auf dem Beharrungs⸗ puncte erhalten werden kann, wenn ſich gleich das Ackerland zu dem Graslande wie 11: 7 verhält. §. 344. Iſt dagegen der Boden von der Art, daß 300 Ctr., alle 6 Jahre angewendet, zureichen, um den Erſatz zu leiſten, dann lehrt die Rech— nung, daß der Zuſchuß an kräftigem Futter nur 13 ½ Ctr. und der Strohbedarf 12 Ctr. betragen. Der Ertrag an Klee braucht ſich nur auf 7 ½. 6= 45 Ctr. und der an Stroh auf 18 Ctr. zu belaufen, um den Erſatz leiſten und die Hausthiere naturgemäß ernähren zu koͤnnen. Die Einführung der Oelpflanzen kann alſo vom ſtatiſchen Stand⸗ puncte nur dort anempfohlen werden, wo ſich entweder die Grund— ſtücke in einem ſo hohen Grade des Reichthums befinden, daß ein jährlicher Erſatz von 12, 5 zureichend iſt, um dieſelben in einer glei— chen Productivität zu erhalten, oder wo einer Wirthſchaft beſondere Mittel, wie üppige Wieſen, Waldſtreu, Stadtdunger ꝛc., zu Gebote ſtehen. Der Grund dieſer Erſcheinung liegt keineswegs in ihrer allzu— großen Ausſaugung— denn dieſe beträgt, mit Rückſicht auf ihren Kohlenſtoffgehalt, nur% ihres Erzeugniſſes—, ſondern in dem Um⸗ ſtande, daß ſie zur Düngererzeugung nur ſehr wenig Material, höch⸗ tens etwas Streu liefern. olubeks Statirk. 9 §. 345. 8 Das jaͤhrliche Erzeugniß pr. Joch beläuft ſich auf 7,66 Ctr. Korn aller Art, 2,84 ⸗ Oelſamen, 8,34 ⸗ Kleehen, und 24,16 ⸗ Stroh. 43,00 Ctr. trockener Subſtanz uͤberhaupt. Da der Erſatz 16,5 beträgt, ſo entfallen auf 10: 2,60 Ctr. trockener Subſtanz uͤberhaupt, und 0,636 ⸗ Samen aller Art. C. Sechsfelderige Fruchtwechſelwirthſchaft mit Cerealien, Hülſenfrüchten, Wurzelgewächſen und Oelpflanzen. (Wirthſchaft C.) §. 346. Bei der Durchführung dieſer Wirthſchaftsweiſe ſoll zuerſt von der Vorausſetzung ausgegangen werden, daß der Wurzelbau nur in— ſoweit auf dem Schlage der Oelpflanzen betrieben wird, als es die vollſtändige Ausnützung des Rauhfutters erheiſcht. Zum Behufe der 16.a Berechnung des Wurzelbaues dient die Gleichungn=—(§. 323). 1 3 a Da die ganze Parcelle, auf welcher die Oelpflanzen folgen, iſt, ſo kann zur Cultur dieſer Pflanzen nur ein Flächenraum von 3 16 a ae.= 16. a. 6 6— Joch verwendet werden 6 e 6 e. 1 Da die Erſchoöpfung pr. Joch bei den Cerealien 24“, bei den Huͤlſenfruchten 10“, den Oelpflanzen 26 und den Wurzelgewächſen 35 beträgt, und erſtere während des Turnus dreimal vorkommen, ſo beläuft ſich die geſammte Erſchöpfung auf: a a 50 a 63 3450 a„ — 21. 3—— 63——— bei den 6 6 300 300 Cerealien; a 50. a. 10 500 a. — 10———— bei den 6 300 300 Hülſenfruͤchten; 30 bei der bei der oder n Storu theile wirkt ¹ M wind de folgend und it Cerealien lpflanzen. ol zuerſt de elbau nurit d, als es! um Vehnſe 16,4 171 —(6.⁰9, et zen folgen. achenraun de lrze rrzelgevit güſſ Au romma ·5014 — hei d 00 0Oa d hi 90 16 a— 560 a 300*) 300 bei den Wurzeln, und a.— 16 a. 6 a. 300— 16a. 6 26— 784 a 6 er 6.300 300 4994 bei den Oelpflanzen; alſo zuſammen auf anf Z05 a— 16,64 a, der näherungsweiſe= 17 a, und a= 1 gibt die Erſchöpfung pr. Soh mit 17. Da bei der Wirthſchaft A die Erſchöpfung 180 betrug, ſo ſieht man, daß durch die Aufnahme der Oelpflanzen in den Turnus keine Störung im Zuſtande des Gleichgewichts herbeigeführt, im Gegen— theile eine progreſſive Zunahme im Reichthume um 10 pr. Joch be⸗ wirkt wird. §E 347. Nehmen die Oelpflanzen den Platz für die Hülſenfrüchte ein und wird der Wurzelbau auf dem ſechsten Theil der Area betrieben, alſo folgender Turnus:. 1. Wurzelgewächſe, 2. Gerſte oder Hafer mit Klee, 3. Klee, . Weizen, .Oelpflanzen, und 6. Noggen gehalten, dann iſt, wenn a die ganze Area an— zeigt, die Erſchöpfung: A&- A —. 21. 3 bei den Cerealien, 6 a. 6. — 35 ⸗ Wurzelgewächſen, und 6 a— —. 26= Oelpflanzen. 6 A 7—. Zuſammen— 124= 20,66 a; und iſt a= 1, ſo beträgt die jährliche Erſchöpfung pr. Joch 20,66, oder approrimativ 2 19. *) Der Ertrag der Wurzeln iſt mit 300 Ctr. veranſchlagt, alſo er— 300 geſetzt. 23 Im§. 304 iſt nachgewieſen, daß die Dreifelderwirthſchaft eben— falls einen Erſatz von 21 pr. Joch des beſtellten Bodens zu leiſten hat, um ſich auf dem Beharrungspuncte dergleichen Productivität zu erhalten.— Man ſieht hieraus, daß dieſe beiden Wirthſchaften in Beziehung auf den zu leiſtenden Erſatz auf gleicher Stufe ſtehen, wenn man bei der Dreifelderwirthſchaft bloß den beſtellten Boden in Vergleichung zieht. Der Unterſchied, der zwiſchen beiden in ſtatiſcher Beziehung 92 Statt findet, beſteht darin, daß der Fruchtwechſelwirth in keine Ver— legenheiten wegen einer naturgemäßen Ernährung ſeiner Hausthiere verſetzt wird, während dieß bei dem Dreifelderwirthe in Ermange lung eines zureichenden Graslandes in der Regel eintritt. §. 348. Zur nähern Würdigung dieſer Wirthſchaftsweiſe dient ihre ſta tiſche Gleichung: Wird dieſe Gleichung aufgelsſt t 68 349), ſo erhält man: 24 4 2*) ———— 6,53 Ctr., 135 v=.= 6,53, = 10 y= 10 6,53= 65,3, 4— 4 ðℳ 6,53 X——— 7,18, und 3,5 3,5 2= 2,5 X= 2,5. 7,18= 17,95 Ctr., d. h. es müſſen -65,3 Ctr. Grün⸗ 7,18 ⸗ Nauhfutter, und 17,95 ⸗ Wurzeln verfültert, und 13,06 ⸗ eingeſtreut werden, wenn die in Ned ſtehende Wirthſchaft den Erſatz decken und ühre Hausthiere naturgemäß ernähren ſoll 4 8. 42— ) Nach§. 319 war y= 135 wobei die Zahl 18 die Erſchöpfun 135 anzeigt; da dieſe gegenwärtig 210 beträgt, ſo hat man: F— — zuſame D ſo dern und ſe dem V bder M ◻ — Neeieſn Das Grünfutter gibt 65:4= 16,12 Ctr. Heu; alſo müßte deed n das Kleefeld 16 6— 96 Ctr. pr. Joch abwerfen, wenn der Be⸗ 14 darf an kräftigem Futter gedeckt werden ſoll. en in Vezi§. 349. wenn um Der Strohertrag der Wirthſchaft beträgt in 6 Jahren: in Verglei 90 Ctr. von den Cerealien, und 25 ⸗ ⸗ ⸗ Oelpflanzen, er Sizihn zuſammen 115 Ctr.; alſo der jährliche: 115: 6= 19,16. th in keine d Da ſich der Bedarf an Stroh auf 7+ 13= 20 Ctr. beläuft, ner Hausth ſo vermag dieſe kaiuthihaſt nur mit Noth den Strohbedarf zu decken, ein Emm und ſie kann ſich ohne Hilfe von Außen, z. B. ohne Waldſtreu, auf tritt dem Beharrungspuncte nicht erhalten. §. 350. dient ibreſt Geſetzt, die Wirthſchaft deckt die Hälfte des Strohfutters (7,18 Ctr.) durch's Heu, ſo iſt der jährliche Bedarf an Heu: 16,12 + 3,39 19,51, oder approximativ= 20 Ctr., und der Stroh⸗ bedarf— 3,39+ 13,06= 16,45; daher koͤnnen jährlich 19,16— 16,45= 2,71 Ctr. Stroh zu andern Zwecken verwen— det werden. §. 35 Um in einem ſolchen Falle das bertßigt Grasland auszumit— teln, dazu dient die Gleichung: + ern= 20 a, da in der allgemeinen Gleichung: — Te,n= ka(§. 321) für den vorliegenden Fall m= 6, und k— 20 iſt. Gibt das Kleefeld einen Ertrag von 50 Ctr. und das Gras— land von 30 Ctr., oder iſt e— 50, und e,= 30, dann hat man: 50 ⸗— —+ 30. n= 20 a; alſo: 6 20 a— 50 a 20 a— 8 a 11 G a 35 ——————— a— 0,388 a, 6 30 30 90 30 2 approximativ—— a, d. h. es muß das Grasland 2 — der Aecker betragen, wenn die Wirthſchaft den Erſatz leiſten, ihre Hausthiere naturgemäß ernähren und mit dem Strohbedarfe in keine Verlegenheit kommen ſoll. Das jährliche Erzeugniß pr. Joch beträgt: 6 Centner Korn aller Art, 2,84 ⸗ Oelſamen, 11,66 ⸗ trockene oder 50 friſche Wurzeln, 8,34„ Kleeheu, und 19,16 ⸗ Stroh. 48,00 Centner überhaupt. z Da 210 als Erſatz erfordert werden, ſo entfallen auf 4⁰ 2,28 Centner trockener Subſtanz uͤberhaupt und 0,42 Ctr. Samen al⸗ ler Art. §. 3 Ernährt die Wirthſchaft ihre ihre ſtatiſche Gleichung: 1) 2 4, welch —+—+y)————= 21, welche, 2 10 76 10 z 8 nach§. 328 aufgelöſ't, folgende Werthe gibt: 21. 42 8) 882 5: Lhiere auf der Weide, dann iſt ) 86 86— 10,25, y 10,25 v5=——— 5,12, 2 2 X= 20 y— 20. 5,12— 102,4, 42 4 10,2 11,71 d ——— 25— 71, un 1, 4 2= 2,5 X= 25 11,71= 209,27 Ctr., d. h. 85 werden 102,4 Ctr. Grünfutter, 29,27 ⸗ Wurzeln, 11,71 ⸗ Nauhfutter, und “ 18. 42 *) Nach§. 328 war y— 6 da hier die Erſchöpfung nicht 18, ) 2142 ſondern 210 beträgt, daher iſt y=— 5. ſicit? lander Mlall n betrie mit§ wirdd, dert, 15,37 Ctr.(y+† Erſat zu leiſten. F) Streu erfordert, um den §. 353. Beſtuͤnde das Nauhfutter bloß aus Stroh, dann würde der Strohbedarf 11,71+f 15,37= 27,08 Ctr. betragen. Da jedoch die Wirthſchaft bloß 19,16 Ctr. Stroh erzeugt, ſo beträgt das De⸗ ficit 27,08— 19,16= 7,92 Ctr. pr. Joch, und die Wirthſchaft vermag ſich auf dem Beharrungspuncte ohne Aushilfe von Außen nicht zu erhalten. Deckt ſie den Aügan durch's Heu, ſo beläuft ſich ihr Heubedarf auf 7,92+ 34,13= 42,05, oder approximativ=— 42 Ctr., da das benöͤthigte Gras To75: 3= 34,13 Ctr. Heu liefert. Dieſem nach iſt die Gleichung für das Verhaͤltniß des Gras d landes: 5 e.+ezn= 42 a. Iſt e.= 50 und e.= 30, ſo hat 101 a 3 10 a man n— 6— 30 oder naherungsweiſe— d. h. 30 zu 9 Joch Aeckern müſſen 10 Joch Graslandes à 30 Ctr. gehalten werden, um den Zuſtand des Gleichgewichts zu erhalten. §. 354. Wird die§. 347 angeführte Wirthſchaft mit der Modification betrieben, daß das Hackfeld zur Hälfte mit Wurzeln und zur Hälfte mit Kukurutz beſtellt, alſo der Wurzelbau nur inſoweit betrieben wird, als es die beſtmögliche Ausnützung des Nauhfutters erfor dert, dann iſt die Erſchopfung: 50 a 2A A A —. 21. 3= Z— 63=. 63.2 bei den Cerealien, 6 6 2 A A —. 26=— 26. 2 ⸗=Oelpflanzen, 6 12 à,. a——. —. 35=—— 35„ ⸗ Wurzeln, und 12 12 d A —.60= 5 60 beim Kukurutz, A— A zuſammen(126+ 52+ 35+ 60)=— 12 — ◻ 360 273= 22,75 a, und a= 1, gibt die Erſchöpfung pr. Joch mit 230 näherungsweiſe. Dieſem nach iſt die ſtatiſche Gleichung dieſer Wirthſchaft bei der Stallfütterung: (*( 5 54 10 76 105f 76. Wird dieſe nach§. 319 aufgelöſ't, ſo erhält man: 23. 42 966. v=, 15, 5= y— 7,15, X= 1.0 v“= 190. 7,15= 71,5, 4 4 X———-. 7,15= 8,01, 3,5 3,5 2=— 2,5*—= 2,5 S,01= 20,02 Str., d. h. es werden 71,5 Ctr. Grün⸗, 8,04 ⸗ Nauhfutter, 20,09é Wurzeln, und 14,30 ⸗(Py“) Streu erfordert, um den Erſatz zu leiſten. Da das Grünfutter 71,5:4= 18 Ctr. Heu liefert, ſo müßte das Kleefeld 18. 6= 108 Ctr. Heu abwerfen, wenn der Bedarf an Heu gedeckt werden ſollte. §. 355. Der Strohertrag der Wirthſchaft beträgt in 6 Jahren pr. Joch: 90 Ctr. bei den gewöhnlichen Cerealien, 25 ⸗ ⸗ 2 Oelpflanzen, und 35 ⸗ beim Kukurutz, zuſammen 150 Ctr.; alſo der jährliche 150: 6= 25 Ctr.; der Strohbedarfbeläuft ſich hingegen auf S,01 14,30= 22,31 Ctr.; daher vermag die Wirthſchaft dieſen zu decken und den Zuſtand des Gleichgewichts zu erhalten. §. 356. Zur Beſtimmung des ahi nühis des Graslandes zu den Aeckern dient die n= 18a. Iſt e= 50 und e.— 30, dann hat man: 5⁰ Da Errten — geht d 4. b A 11 11 —9& 7 a 50 6+ 30.n= 18a, und — n=———— 9,322 a, 30 90 oder approrimativ= ½ a, d. h. das Grasland muß den dritten Theil des Ackerlandes betragen, um das Gleichgewicht zu erhalten, falls das Kleefeld einen Ertrag von 50 und das Grasland von 30 Ctr. pr. Joch abwerfen. §. 357. Das jährliche Erzeugniß pr. Joch beträgt: 13,00 Ctr. Korn aller Art, G& 5,83 ⸗ trockene oder 25,06 friſche Wurzeln, 8,34 ⸗ Kleeheu, und 25,00 ⸗ Stroh. 52,17 Ctr. überhaupt. Da der jährliche Erſatz 23 beträgt, ſo entfallen auf 1⁰ 2,26 Ctr. Ernte überhaupt, und 0,56 Korn aller Art. VBierfelderige Fruchtwechſelwirthſchaft. §. 358. Werden bei der§. 313 angeführten Fruchtwechſelwirthſchaft die zwei letzten Früchte, Wicken und Roggen, ausgelaſſen, dann geht die ſechsſchlägige in die vierſchlägige(vierfelderige) Frucht— wechſelwirthſchaft: 1. Kartoffeln, 2. Gerſte mit Klee, 3. Klee, und 4. Weizen über. Bleibt der Ertrag derſelbe, wie er§. 313 angegeben wurde, dann beträgt die Erſchoͤpfung pr. Joch in vier Jahren: 230 von Seiten der Kartoffeln, 160 ⸗ Gerſte, und 240 ⸗ ⸗ des Weizens, zuſammen 6 0“. Werden zur Düͤngererzeugung der Ertrag des Klees mit 80 Ctr., die Strohernte von der Gerſte mit 20, und vom Wei zen mit 30 Ctr. pr. Joch verwendet, dann müſſen von dem 362 ſämmtlichen Düngermaterial pr. 130 Ctr. 104 Ctr. verfüttert und 26 Ctr. eingeſtreut werden, da ſich das Futter zur Streu im All— gemeinen wie 4:4 verhält(§K. 235, VI. b). Der daraus erzeugte Dünger beträgt nach der Gleichung f 5 1⁰⁴4 5 5 d= 6 26 S he alſo um 50 mehr, als die Erſchöpfung beträgt. Wendet dagegen die Wirthſchaft den Stallmiſt erſt dann an, wenn er ſich dem ſpeckarti⸗ gen Zuſtande nähert, oder wenn er denſelben bereits erreicht hat, d. h. wo der Stallmiſt bereits einen Verluſt von oder gar ½ ſeines urſprünglichen Gewichts erlitten hat, dann beträgt der aus 130 Ctr. Dün⸗ germaterialien erzeugte Dünger im erſten Falle 58,5 und im zweiten nur 39 Ctr., und die Wirthſchaft iſt nicht mehr im Stande, ſich auf dem Beharrungspuncte zu erhalten. Man ſieht hieraus zugleich, welch' ein großer Nachtheil einem jeden Ackerbauſyſtem daraus erwächſt, wenn der Miſt vor ſeiner Anwendung zu lange der Gährung ausgeſetzt bleibt*). §. 359. Werden die Ertraͤgniſſe bei der vierſelderigen Fruchtwechſel⸗ wirthſchaft ſo groß wie bei der ſechsfelderigen augenommen, alſo mit 42 ECtr. bei den Cerealien, und 70 ⸗ ⸗= ⸗ Wurzeln veranſchlagt, dann iſt 21. 2+ 35= 779 die Erſchöpfung in vier Jahren, alſo 77:4 ½ 19 ⅛¼ in einem Jahre. Ihre ſtatiſche Gleichung bei der Stallfuͤtterung iſt demnach: 1r(5*) 19 ⅛ 2 10 76 10 J6sß Wird dieſe aufgeloͤſ't, ſo erhält man: 19 ¼. 42 A=,= 6 approximativ(§. 3 19), *) Man irrt nicht, wenn man die Behauptung ausſpricht, daß die gro— ßen Angaben in Betreff der Bodenausſaugung der einzelnen Culturpflanzen ihren letzten Grund zum Theil in einer Unwirthſchaft haben, welche man ſo häufig bei der Düngerproduction antrifft. Vergleicht man das angewendete Düngermaterial mit dem erzielten Erzeugniſſe, ſo wird man bei der angegebe⸗ nen Unwirthſchaft allerdings finden, daß das erſtere oft 2— 3mal größer ſeyn muß als das letztere, während man im Allgemeinen bei gehöriger Oekonomie mit einem, dem Erzeugniſſe gleichen Quantum ausreicht. d jähr lich Da ſtreni rialien für. 15 Ct u† kann d bei 54 hafteſte 4½ 1SaAf muß, 363 ir Streu in y= y= 6, *= 10 v“= 10.6—= 60, der Glat 4 4 6 240 1——. yʒ= 6=— 6,85, und „ 5 3,5 3,5 35⁵ — 2= 2,5.X= 2,5.6,85= 17,1.,25 Ctr., ndet dagecen d. h. es werden 60 Ctr. Grün⸗, ch dem ſtet 7 5 Raul, eits erreictt 17„ Wurzelfutter, und Verluſ 12 ⸗„(+†d y) Streu erfordert, . um den Erſatz pr. Joch zu leiſten. 90 1 enan Da das Grünfutter 60: 4= 15 Ctr. Heu liefert, ſo müßte erte 4 das Kleefeld einen Ertrag von 15.4= 60 Ctr. abwerfen, wenn tiſcii ſ der Bedarf an Heu gedeckt werden ſoll. erhalten.§. 360. Nachtheil ei Der Strohertrag beläuft ſich auf 60 Ctr. in vier Jahren, alſo Miſt vor ſe jährlich auf 15 Ctr.. 3 Da der Bedarf an Stroh 7+ 12= 19 Ctr. beträgt, ſo kann die Wirthſchaft dieſen nicht decken, und ſie muß entweder zur Wald⸗ ſtreu ihre Zuflucht nehmen oder das Futterſtroh durch andere Mate⸗ Fruchtwet rialien zum Theil erſetzen. Erfolgt der Erſatz für das Fehlende, alſo 1 dl für 4 Ctr. Stroh mit Heu*), dann iſt der Bedarf an Stroh= 15 Ctr., alſo gerade ſo groß als das Erzeugniß, und der an Heu 15+- 4= 19 Etr. Jahren,§. 364. Das Verhäͤltniß des Graslandes zu den Aeckern in dieſem Falle it demnac ergibt ſich aus der Gleichung: e a—+ern= 19 a**). 4 Iſt e.= 50 und e.= 30, ſo hat man: 50— a—+†-30 n= 19 a, alſo 4 *) Mit Wurzelgewächſen, welche die Wirthſchaft im Ueberfluß beſitzt, kann der Abgang nicht gedeckt werden, weil dann auf 1 Pfund Rauhfutter bei 5 Pfund Wurzeln entfallen würden, welche nicht mehr auf das Vortheil— hafteſte ausgenützt werden können. 6 ** ⁸△ 5 8 ¶ 2„„. f 1 1 ) Daß in der Formel der ſechsfelderigen Wirthſchaft: a 6+ een= 18 a für den Nenner 6 die Zahl 4 und für 18 die Zahl 19 geſetzt werden muß, geht aus der Natur der vierfelderigen Wirthſchaft hervor. 364 19 a— 12 ½ a 13 a 5 1——=—= 5”, 30 60 23 d. h. das Grasland muß den ½ Theil des Acker landes betragen, um den Zuſtand desGleichgewich— tes zu erhalten, die Hausthiere reichlich zu näh⸗ ren und den Verlegenheiten wegen Strohmangels zu begegnen. §. 362. Um den Antheil der Wurzeln, welcher zu andern Zwecken als der Verfütterung verwendet werden kann, zu beſtimmen, dient die a er e §. 322 angeführte Gleichung= Wa Xa, wenn in ihr fuͤr m die Zahl 4 und für w die Zahl 17 geſetzt werden, da der Bedarf an Wurzelfutter im vorliegenden Falle 17 Ctr. beträgt und die Aecker n 4 Schläge eingetheilt ſind. ae, Man hat dieſem nach: 1= 17 a Pua. Es ſey der Ertrag an Wurzeln 300 Ctr. pr. Joch, alſo e.= 300 und a= 4, ſo iſt: 300= 17.4+u, alſo u= 300— 28= 272 Ctr. die Menge an Wurzeln, welche von 4 Jochen zu anderweitigen Zwecken verwendet werden kann, alſo pr. Joch jährlich 272:4= 68 Ctr. §. 363. Wird der Wurzelbau nur inſoweit betrieben, als es nöthig iſt, das Nauhfutter beſtmöglich auszunützen, dann kommt die Gleichung WA—. =—(§. 323) in Anwendung, wobei w= 17 iſt, da der ge⸗ 2 1 „.—. 17 a genwärtige Wurzelbedarf 17 Ctr. beträgt, und man haten=— 61 — 47. a- Iſt er= 300, ſo iſt n— 506= 0,0233 a oder näherungs⸗ 7 1— weiſe 15 a⸗ d. h. der Wurzelbau muß auf dem 42. Theile des Ackerlandes betrieben werden, Eum den Wurzelfutterbedarf zu decken. 5 A trockene J0. W da 10,74 falls d Defei tin hat E §. 364. Das jaͤhrliche Erzeugniß dieſer Wirthſchaft pr. Joch beträgt 1 des Att 6 Ctr. Korn aller Art, leichgevit 17,5⸗ trockene oder 75 friſche Wurzeln, lich zu nat 12,5⸗ Kleeheu, und trohmanze 15 ⸗ Stroh. 51,0 Ctr. Da hierzu 19 ½ erfordert werden, ſo entfallen auf 10 2,68 Ctr. dern gwekn; trockener Subſtanz überhaupt, und 0,31 Ctr. Korn aller Art. zmen, diem§. 365. eun in ſe Wird bei dem in Rede ſtehenden Turnus keine Stallfütterung betrieben, dann ni 5 ei Ve Pande a der Idni 8 4 1 1 1 t und die Aei—— 19—, 16 26*† 4 elche nach§. 352 zefſ die Werthe gibt: 4* 9 ⅓* 42 ———— 9, 4, 2 86 y 9,4— 3— 2— 2— 4, 7 7 zurzeln,u= 20y= 20. 4,7= 94, t werden imn 4 —6 J— 9,4— 10,74, und 3, 5 3,3 z— 2,5. X= 26,5. 10,74= 26,85 Ctr., d. h. es werden as es nathig 94 Ctr. Grün⸗, t die Gleic 10,74⸗ NRauhfutter, , 26,85⸗ Wurzeln, und llt nua 4,1 ⸗◻(†+† y) Streu erfordert, um den Er atz leiſten zu köoͤnnen. hatn=,§. 366. Das Stroherzeugniß beträgt 15 Ctr., dagegen der Strohbedarf er nah ,74 141= 24,84 Ctr., oder näherungsweiſe= 25 Ctr., zai das Nauhfutter ganz aus Stroh beſteht; es verbleibt alſo ein duf der Deficit von 10 Ctr., welches die. Wirthſchaſt von Außen zu dek— zauf! ken hat. 7 n werdel Erfolgt die Deckung durch's Heu, dann iſt der geſammte Heu⸗ 366 bedarf 10+ 31= 11 Ctr., da die benoͤthigten 94 Ctr. Gras 31 Ctr. Heu geben. Dieſem nach iſt die Gleichung für das Verhältniß des Gras⸗ a e landes: el es n= 41 a. Iſt e.= 50 und e.= 30, dann hat man: — 5 50 47+ 30.n= 4la, und hieraus: n— 4=—, oder näherungsweiſe=— a, d. h. das Grasland muß ſo groß wie das Ackerland ſeyn. §. 367. Wird der Reſt des Hack- oder Wurzelfeldes, oder a 17.a der 17 a 4 ———=—— mit Kukurutz beſtellt, dann 4 e, 4 e, hat man: A d³ A —. 21.2=—. 42= 42.75*) die Erſchöpfung bei den 4 300. Cerealien, 47 47h a —. 35 die Erſchopfung bei den Wurzeln, und a. 35 300 a e.— 17 a4 a 300— 17a 4 58. a. 60 60—[— 60— 4.e 4. 300 300 4 beim Kukurutz; alſo zuſammen: A 300 d— 00(3156+ 595+ 34 8⁰)= 2 *) Dieſer Ausdruck iſt bloß auf den gemeinſchaftlichen Nenner von 30⁰ gebracht und zu dieſem Behufe mit 75 multiplicirt worden. Der Ertrag der Wurzeln iſt mit 300 und der des Kukurutz mit 120 Ctr. veranſchlagt. Die Er⸗ ſchöpfung der Cerealien beträgt 21, der Wurzeln 35 und des Kukurutz 600. den 9 19 Gt werfen 8 8 berech cipf hettiebe verwind Produe nur 3 auf der Ge n 94 Crr. Heo Altniß des Gr⸗ weiſe= ,J beſtellt, d 4 be cho pf ung de 367 A — 7225— 24,08 300 pr. Joch mit 240⁰. Dieſem nach iſt die ſtatiſche Gleichung: (+**(5* M= t, und wird dieſe nach§. 319 aufgelöͤſ't, ſo hat man: a, und a= 1 gibt die Erſchöpfung . 24. 42 — 133= 7,47, oder approximativ— 7,5, 132 4= y— 7,5, xX 10y= 10. 7,5= 75, 4 1 X— 3 5 v7= 3 5- 7,5— 8,57, und 4 3,9 z— 2,5. X= 2,5. 8,57—= 21,4 25 Ctr., d. h. es müſſen pr. Joch - Nauhfutter, e Wurzeln verfüttert, und 5 ⸗ G+ yô eingeſtreut werden, um den Erſatz zu leiſten. Das Grünfutter liefert 75:4= 18,75 oder näherungsweiſe 19 Ctr. Heu, und daher müßte das Kleefeld 19.4= 76 Ctr. ab⸗ werfen, wenn der Bedarf an Hen gedeckt werden ſoll. 5.X= 75 Ctr. Grün⸗, 57 5. §. 368. 17 a Die Erſchöpfung von 24 iſt bei dem Wurzelbau vonn=— 61 berechnet worden; da aber der Bedarf an Wurzeln bei dieſer Er⸗ 2 1* t ſchöpfung 21 Ctr. beträgt, ſo muß der Wurzelbau aufn=— 61 betrieben werden, wodurch die Erſchöpfung des Bodens um etwas vermindert, alſo die Wirthſchaft bei dem Erſatze von 240 in ihrer Productivität geſteigert wird, da die Erſchöpfung bei den Wurzeln nur 35⁰, waͤhrend ſie beim Kukurutz 60° beträgt, und letzterer nur a 2 4 a auf der Area——— betrieben wird. e1 Geben die Wurzeln einen Ertrag von 300 Ctr. oder iſt e.= 300, 68 dann hat man fuür die Area des Kukurutz——— h f* 60 300 9. a 30 36 Iſt a= 4, dann iſt die Area für den Kukurutz= und für 0 4 36 14 die Wur———— die Wurzeln 1 50= 56 Erntet man vom Kukurutz 50 Ctr. Korn und 70 Ctr. Stroh, und von den Wurzeln 300 Ctr. pr. Joch, dann erhält man vom Kukurutz 36 Ctr. Korn und 50,4 Ctr. Stroh und an Wurzeln 84 Ctr. Der geſammte Strohertrag beträgt dieſem nach in 4 Jahren: 60 Ctr. von den Cerealien, und 50,4⸗ vom Kukurutz, 110,4 Ctr., alſo der jährliche 110,4: 4= 27,5 Ctr. Der Bedarf an Stroh beträgt dagegen 9+ 15= 24 Ctr.; alſo vermag die Wirthſchaft denſelben nicht nur zu decken, ſondern jährlich ſogar 3 Ctr. Stroh pr. Joch zu anderweitigen Zwecken zu verwenden. §. 369. Da der jährliche Bedarf an Heu 19 Ctr. beträgt, ſo iſt die Gleichung für das Verhältniß des Graslandes: à e + e, n= 19 a. 8 e.= 50, und e,= 30, ſo hat man: 2A 1 50+ 30. n= 19. a, und hieraus: 50. a 19 a 1 13 9 h W 12=— 4 g—— a, d. h. zu 60 Joch Acker 60%. 30 land werden 13 Joch Grasland erforde §. 3 370 Burger(a. a. O. B. 2, a7 375) führt folgenden Turnus au, — — 2 welcher ſich ſelbſt erhal hne einer Aushilfe von Außen zu dürfe n⸗ 369 1. Kukurutz, auf 25 Joch, 2. Gerſte mit Klee, do. 3. Klee, und do. 4. Weizen, do. — Ertrag beträgt: .Vom Kukurutz pr. Joch: a) an 1ar 30 Metz. od. 24 Ctr. ir alſo v 25 Joch 600 Ctr. Köoͤrn. b)⸗ Stroh 30 ⸗ ⸗ 24 ſrso ⸗ Stroh zuſammen 1350 Ctr. 2. Von der Gerſte pr. Joch: a) 20 Metzen oder 13,2 Ctr. b) 25 Ctr. 5 alſo von 25 dwch)as S B zuſammen 955 Ctr. 3. Vom Klee pr. Joch: 100 Ekr., alſo pr. 25 Joch....... 2500 Ctr. 4. Vom Weizen: a) 16 Metzen oder 13,12 Ctr. i von 25 doch)528 Ctr. Koͤrn. b) 30 CGtr... 750 ⸗ Stroh zuſammen 1078 Ctr. Wird dieſer Fall nach den hier entwickelten Grundſätzen be— handelt, dann ſtellt ſich die Rechnung folgender Art: Die Erſchöpfung beträgt: 27° pr. Joch, alſo 675 pr. 25 Joch beim Kukurutz, 49,10 ⸗ ⸗ 477,50⸗⸗ ⸗ bei der Gerſte, 21,560 ⸗ ⸗ 5390 ⸗ ⸗ ⸗ beim Weizen, zuſammen 67,666. 16 91,50 die jährliche Erſchöpfung, der ganzen Wirthſchaft. Zur Duͤngererzeugung werden verwendet: 2500 Ctr. Kleeheu, 750 ⸗Küukurutz⸗, 750 ⸗ Weizen⸗, und 625 ⸗ Gerſtenſtroh, zuſammen 4625 Ctr.. Da ſich das Futter zur Streu wie 4:41 verhält, ſo muͤſſen von den 4625 Ctr. Düngermaterial 3700 Ctr. zum Futter und 925 Ctr. zur Streu verwendet werden. Der daraus erzeugte Dünger beträgt: Hlubek's Statik. 24 (+ 25);— 2775 84= 2110 Ctr; 2 6 6 1 mithin würde die Dungerproduction über die Erſchöpfung betra— gen: 2110— 1691= 419 Ctr. Die Wirthſchaft muͤßte alſo in der Productionsfähigkeit zu⸗ nehmen, was jedoch, nach Burger's Angabe, nicht der Fall iſt; wie ganz natürlich, da einerſeits das Düngermaterial nicht ganz bei Nutzthieren verwendet wird, welche das ganze Jahr hindurch im Stalle ernährt werden, und da andererſeits der Verluſt des Miſtes, durch die Gährung mit ¼ veranſchlagt, und der Ertrag des Kukurutz, in Vergleich mit den übrigen Cerealien, zu gering angenommen wird, wodurch die Erſchöpfung um Vieles geringer ausfallen muß. Die Wirthſchaft erfordert 4 Pferde und S Ochſen als Zug— thiere. Ein Pferd verbraucht von den 4625 Ctr. Düngermaterial 40 Ctr. Heu und 28 Ctr. Stroh; mithin erfordern 4 Pferde: 160 Ctr. Heu und 112 Ctr. Stroh, alſo zuſammen 272 Ctr.; dagegen bedarf ein Arbeitsochs 82 Ctr. Heu und 67 Ctr. Stroh, mithin bedürfen 8 Ochſen 656 Ctr. Heu+ 536 Ctr. Stroh — 1192 Etr. Es kommen alſo von den 4625 Ctr. Düngermaterial auf Rech⸗ nung der Zugthiere 1464 Ctr. in Abſchlag; es verbleiben dieſem nach für die Nutzthiere noch 4625— 1464= 3161 Ctr. Werden dieſe nach dem Verhältniſſe 4:41 bei den Nutzthieren verfüttert und eingeſtreut, ſo erhält man an Dünger: 25²29 N3*) 3 + 632)= 1896.1= 1422 Ctr. 2 Wird die Düngererzeugung der Zugthiere mit 452 Ctr. in Rechnung gebracht**), dann beträgt der geſammte Dunger 1422+ 452= 1874 Ctr., und das Plus der Düngerproduc⸗ tion reducirt ſich auf 1874— 1691=183 Ctr. Bringt man endlich den Ertrag des Kukurutz in Einklang mit den uͤbrigen Cerealien, ſo, daß er auch nur 40 Metzen beträgt, dann iſt die Erſchöpfung desſelben pr. Joch nicht 27°, ſondern 3 10; mithin die des ganzen Turnus 17919. *) Der Factor ¾ ſtatt% iſt hier aus dem Grunde gewählt, weil Bur⸗ ger den Verluſt des Miſtes durch die Gährung mit ¼ ſtatt ⅛⁶ veranſchlagt. **) Die Düngerproduction der Pferde iſt 33. 4= 132, und der Ochſen 40 8= 320, alſo zuſammen 452 Ctr. — 7 es na ehäͤlt luſt n zu an der T 2ᷣ Bur 46²⁹ 6 Gewie 6937 ( 6997 erzeug Hälß 4 der W im t wurd trocke die T ner S rechne rend tragt ſchop durch gelbſ nach Ctr. 4) rſchopfung ionsfähigket, icht der Falii terial nicht en ge Jahr hindre der Verluſd und der Ernn alien, den Vieles geru Ochſen als zu Dungermarn dern 4 Tfen nen 272 Gn 67 Ctr. St — 36 Cir. Et aterial anfAt erbleiben diſr 161 Cn. den Nuztdie ger: Cir. nit 452(t. ſammte Dulg 3 ff Duͤngerpron in Einklang Metzen betra e, ſondendl 371 Da aber die Wirthſchaft 1874 Ctr. Dünger erzeugt, ſo iſt es natürlich, daß ſie ſich nur mit Noth auf dem Beharrungspuncte erhält, falls man den Dünger ſo weit gähren läßt, daß der Ver— luſt mit in Rechnung gebracht werden muß, und etwas Stroh zu anderweitigen Zwecken verwendet. Im Geiſte Burger's geſtaltet ſich die Berechnung folgen— der Art: Die Erſchöpfung beträgt nach ihm: 1350 Ctr. friſchen Stallmiſtes beim Kukurutz, 955 ⸗ ⸗ ⸗ bei der Gerſte, 1250 ⸗ 2 ⸗ beim Klee, und 4078 ⸗ ⸗ 2 ⸗ Weizen, zuſammen 4633 Ctr. Da das Düngermaterial 4625 Ctr. ausmacht und nach Burger der Factor der Düngervermehrung ꝰ iſt, ſo geben die 4625 Ctr. Duͤngermaterial 9250 Ctr. friſchen Stallmiſtes. Der Verluſt durch Gährung beträgt ¼ des urſprünglichen Ei i his oder 2312,5 Ctr.; alſo verbleiben 9250— 2312,5— 6937,5 Ctr. friſchen, murben Stallmiſtes. Sn die Erſchöpfung 4633 Ctr. und die Düngerproduction 6937,5 Ctr. betragen, ſo iſt das jährliche Plus in der Duͤnger— erzeugung 6937,5— 4633= 2304,5 Ctr., alſo faſt um die Hälfte größer, als die jährliche Erſchöpfung. Der Grund des Widerſpruches zwiſchen der Rechnung und der Wirklichkeit liegt hier vorzugsweiſe darin, daß die Erſchöpfung im trockenen, dagegen der Dünger im naſſen Zuſtande berechnet wurde. Reducirt man die 6937 Ctr. friſchen Stallmiſtes auf den trockenen Zuſtand, ſo erhält man 1734 Ctr.; alſo faſt ſo viel, als die Erſchöpfung nach der oft angeführten Gleichung beträgt. Da jedoch Burger die Erſchöpfung mit 4633 Ctr. trocke⸗ ner Subſtanz veranſchlagt, ſo reicht der im trockenen Zuſtande be— rechnete Dünger nicht hin, um die Erſchöpfung zu decken, wäh⸗ rend er im friſchen Zuſtande das Doppelte der Erſchöpfung be⸗ trägt. Man mag die Burger'ſchen Angaben in Betreff der Er⸗ ſchöpfung von was immer für einem Geſichtspuncte auffaſſen und durchführen, ſo gelangt man auf Widerſprüche, die nicht anders gelöſ't werden können, außer man behandelt den vorliegenden Fall nach den Gleichungen: 72 361 442+*) und 1 8 1⸗(2*7+ 5(g+ v)+*)(—*) wi es Bi geſchehen iſt.. §. 371. Wird bei der vorangehenden Wirthſchaft der Ertrag mit 120 Ctr. beim Kukurutz(50 Ctr. Korn und 70 Ctr. Stroh), und „ 42 ⸗ bei den Cerealien(12 Ctr. Korn und 30 Ctr. Stroh) veranſchlagt, dann iſt 60+ 21. 2= 102“ die Erſchöpfung in 4, alſo 102: 4= 25,50 in einem Jahre, und mithin ihre ſtatiſche Gleichung: 25 5 ): r(rr)e= 25,5(S. 306)*). 10 6 Wird dieſe Mr aufgelöſ't, ſo erhält man: 25,5.6 25 — y— 6,12, v—— 6,412 5, 4 4 1= JY= 6,/12. 3= 8,16, 2=2X= 2.8,16=Z— 16,32. X= 10.y= 10.6,12= 61,2 Ctr., d. h. es müſſen 61,2 Ctr. Gras oder Klee, 16,32 ⸗ Heu, S,16 ⸗- Stroh verſättert, und 12,24 ⸗(y †y“) eingeſtreut werden, um den Erſatz zu decken. Da das Grünfutter 61,2:4= 15,3 Ctr. Heu liefert, ſo be— läuft ſich der ſämmtliche Heubedarf auf 15,3+ 8,16= 23,46, oder approximativ= 24 Ctr., und das Kleefeld müßte pr. Joch 2 *) Das 2² kann hier nicht unter der Form 1 6 erſcheinen, weil keine Wur⸗ zeln, ſondern Heu im Winter verfüttert wird. Ade z zeigt hier das kräftige Winterfutter an. 21. 6 **) Nach§. 306 war y=—; da aber hier die Erſchöpfung 25,5 25,5. 6 251* ſtatt 21 beträgt, ſo iſt für den vorliegenden Fall— 24. den komn oder des „wie es ben⸗ 6 müuſſſe 373 24. 4= 96 Ctr. abwerfen, wenn der Heubedarf gedeckt wer— den ſoll. §. 372. Der Strohertrag dieſer Wirthſchaft iſt gleich: 60 Ctr. von den Cerealien, u d 70 ⸗ vom Kukurutz, alſo 130 Ctr. in 4 Jahren; mithin 32,5 Ctr. jährlich. Der jährliche Bedarf an Stroh beläuft ſich auf 16,32+ 12,24 —= 28,56 Ctr.; daher vermag die Wirthſchaft dieſen Bedarf voll— kommen zu decken. §. 373. Das Verhältniß des Graslandes beſtimmt die Gleichung: a e. — Pezn—= 24. a. 4. Iſt e.= 50 und e.= 30, ſo hat man: a. 50 1+ 30.n= 240, und hieraus: 11— — oder näherungsweiſe—% a, d. h. das Grasland muß des Ackerlandes betragen. 5 §. 374. Das jährliche Erzeugniß pr. Joch betraͤgt: 32 ½ Ctr. Stroh, 18 ½ ⸗⸗ Korn, und 12 ½= Klee, zuſammen 63 ½ Ctr⸗ Da hierzu 25,5 Grad Reichthum erfordert werden, ſonentfalle auf 1⁰ 2,49 Ctr. trockener Maſſe uͤberhaupt, und 0,82 Ctr. Korn aller Art. §. 375. Soll das Heu(S,16 Ctr.), welches im Winter gereicht wird, mit Wurzeln erſetzt werden, dann iſt die ſtatiſche Gleichung dieſer Wirthſchaft: 374 5 (5»)(5)e= 25,5, welche, auf⸗ gelöſ't, die Werthe gibt: 25,5.42„.„. v= 35= 7,93, näherungsweiſe= S „= y.= 3, X= 10 y= 10.8= 80, 4. 4 8 320 9,17, und =— y=—. 8——— un S. 3,5 35 2= 2,5= 2,3 9,1 2= 22,92= 23 Ctr.(§. 34 9), d. h. es müſſen: 80 Ctr. Grün⸗, 9 ⸗ Nauh⸗(Stroh⸗) Futter, 23 ⸗„ Wurzeln verfüttert, und 16 ⸗ G6-) eingeſtreut werden, um den Er⸗ ſatz leiſten und die Hausthiere vollkommen er⸗ nähren zu können. Da das Grünfutter 80: 4= 20 Ctr. Heu liefert, ſo müßte das Kleefeld 20* 4—= 80 Ctr. pr. Joch abwerfen, wenn der Heubedarf gedeckt werden ſoll. §. 376. Das Verhältniß des Wurzelbaues wird nach der Gleichung 23 a n— beſtimmt(§. 323). Erhaͤlt man pr. Joch 300 Ctr. Knollen oder iſt ei= 300, 23 a dann hat mann=— 2 — 0,0766 a, oder näherungsweiſe= Ian d. h. ½ der Area muß mit Wurzeln beſtellt werden, und es verbleiben für den Kukurutz: a 1a 13a— 4 a 9 a 1 ———————— U 1 13 5. Iſt a= 4, ſo werden 3 Joch mit Kukurutz und 1 mit Wurzeln beſtellt. Da der Ertrag vom Kukurutzſtroh 70 Ctr. beträgt, ſo erhält man von Jochen 48 Ctr. Der Strohertrag der Cerealien beläuft ſich in 4 Jahren auf „welche, n Im den E ommen der Glachenn In beſte kkuruh. 375 60 Ctr., alſo zuſammen auf 60+ 48= 108, mithin jährlich auf 108: 4= 27 Ctr. Der jaͤhrliche Strohbedarf iſt= 9+ 16 = 25 Ctr.; daher vermag die Wirthſchaft den Erſatz vollkommen zu decken, die Hausthiere reichlich zu nähren und den Verlegenheiten wegen Strohmangels zu begegnen. §. 377. Zur Beſtimmung des erforderlichen Graslandes dient die Gleichung: 2 G + e⸗n= 20 a, weil der jäͤhrliche Heubedarf 20 Ctr. be⸗ trägt. Iſt der Ertrag des Klees oder e.= 50 und der des Gras⸗ landes 30 oder e⸗= 30, ſo hat man: a 50 30. n= 20 a, und hieraus: 2„ 1. 5 n— 20 1 12 4— 15 a— 1 a, d. h. z u 4 J 0 ch 30 60 4 Ackerland wird ein Joch Grasland erfordert. §. 378. Das jaͤhrliche Erzeugniß pr. Joch dieſer Wirthſchaft beträgt: 31,19 Ctr. Stroh, 17,56 ⸗ Korn, 12,5 ⸗Klee, und 5,75 ⸗ Wurzeln, welche ſämmtlich mit 25,5 producirt werden; es entfallen alſo auf 1⁰ 2,48 Ctr. trockene Maſſe üͤberhaupt, und 0,68 Ctr. Korn aller Art. Koppelwirthſchaft. §. 379. Bei Anwendung der hier mitgetheilten Grundſätze über die Er— ſchopfung des Bodens auf die Koppelwirthſchaft ſoll von jenen An⸗ gaben ausgegangen werden, welche Thünen und Lengerke in ihren gediegenen Werken angeführt haben. Thünen, a. a. O. S. 48, führt folgendes Beiſpiel einer ſie— benſchlägigen Koppelwirthſchaft, jeden Schlag zu 1000 meklen— burgiſchen ³◻ Ruthen(— S,47 Magd. Morgen= 3,7 n. ö. Joch) gerechnet, an: 376 1. Noggen, 2. Gerſte, 3. Hafer, und 7. B Brache. Der Ertrag beträgt: 1. Vom Noggen: a) an Sürnain 100 Siheſi à 80 Aſe= 8000 Pfd.= 80 Ctr. 4)⸗Strch-)... 490 ⸗ zuſammen 270 Ctr. 2. Von der Gerſte: a) an Körnern 100 Scheffel, à 70 gaid. e= 7000 Pfd.= 70 Etr. b) Stroohghdl.. 93 ⸗ zuſammen 163 Ctr. 3. Vom Hafer: a) an Koͤrnern 120 Scheffel, à 50 Pfd.= 6000 Pfd.= 60 Ctr. b) ⸗ Stroh„ 64,5⸗ 44 zuſammen 124,5 Ctr. 4. An Heu(S. 95) in einem Jahre 89,8 Ctr., alſo in 3 Jah⸗ ren=— 269, 4 Ctr. Die Erſchöpfung beträgt, oder: 270+ 160+ 124,5— e iſt== 277,25. 2 Zur Düngererzeugung werden verwendet: 190 Ctr. Roggen⸗, 93 ⸗ Gerſten⸗-, und 64,5⸗ Haferſtroh, zuſammen 347,5 Ctr. Ferner 26 9,4 Ctr. Heu, alſo insgeſammt 616,9 Ctr.***). Geſchieht die Umwandlung des Düngermaterials in Dünger durch das Rind, dann verhält ſich das Futter zur Streu wie 4: 1, oder von den 616,9 Ctr. werden 493,2 Ctr. zum Futter und 123,7 Ctr. zur Einſtreu verwendet. *) Die Strohernten ſind nach den S. 44 von Thünen angegebenen Berhältniſſen berechnet. **) Bei Thünen iſt das Haferſtroh aus Verſehen mit 77 Ctr. in Rech— nung ge bracht. Der Heuertrag iſt auf S. 18 mit 263 Ctr. gerechnet, wäh⸗ rend er auf S. 95 mit 269,4 Ctr. angegeben iſt; es verſteht ſich pr. 1000 DR. in 3 Jahren. *) Nach Thünen 623 Ctr., aus früher angeführten Gründen. — alſog laſſen G worde ſo ka punch der? umen 160 br — 60 Cn 64,5. n u 124,5( alſo in 331 Der daraus erzeugte Dünger beträgt: 493,2 (²+ 123,).—=— 308,5 Ctr., wenn der Stallmiſt 2 alſogleich angewendet wird, wie er den ſtrohartigen Zuſtand ver— laſſen hat. Erfolgt ſeine Anwendung erſt dann, wenn er ganz mürbe ge— worden iſt, dann beträgt er nur: 493,2 3 2 4 Da die Erſchöͤpfung, wie gezeigt wurde, 277,25 beträͤgt, ſo kann ſich eine ſolche Wirthſchaft allerdings auf dem B eharrungs⸗ puncte erhalten, wenn ſie den Stallmiſt nicht ſo lange gaä ähren läßt. Führt man die Rechnung nach den Grundſätzen Thünen's, dann geſtaltet ſie ſich folgender Art: ach Thünen werden laut§F. 89 dieſer Abhandlung zu 100 Pfd. Roggen 800 Pfd.(genau 7,75), — 2„ Gerſte 685 ⸗ und ⸗ ⸗ Hafer 746 ⸗ Stallmiſtes erfordert; mithin iſt der Bedarf an Dung: 800 8000—. 106= 64000 Pfd.— 640 Ctr. für den Roggen, 685. 7000„ —rrree= 47950 ⸗—= 479,5⸗ ⸗ die Gerſte, 100 746. 5000 373. den g ——ęPP———-— 2=2)—— 4 O g== S. 100= 37300 ⸗ en Hafer, zuſammen 149250 Pfd.= 1492,5 Ctr. Das Düngermaterial beträgt im vorliegenden Falle 616,9 Ctr., und da Thünen bei der Düngerberechnung den Factor 2,3 ge⸗ braucht, ſo iſt der aus 616,9 Ctr. Material producirte Dünger = 6416,9* 2,3= 1418,87 Etr. Würde der Dünger bei der Fäulniß von ſeinem urſprüngli— chen Gewichte nichts verlieren, dann könnte ſich die Wirthſchaft mit Noth auf dem Beharrungspuncte erhalten, da ihr jährliches Deficit an friſchem Dung nur 1492— 1418= 74 Ctr. beträgt, und dasſelbe bei der Spätbrache im ſiebenten Jahre zum Theil (nach Thuͤnen mit 40 Ctr.) erſetzt wird. Wird dagegen der Verluſt, den der Dünger während der Gäh— 378 rung erleidet, bloß mit ⅛ in Rechnung gebracht, dann beträgt die 5 Düngerproduction 1418 6= 1181 Ctr., und das jaͤhrliche Deficit an Dung 1492— 1181= 311 Ctr., welches die Wirth⸗ ſchaft zu decken nicht vermag und daher in der Productivität ſin⸗ ken muß. Da ſich die fragliche Wirthſchaft in der That auf dem Behar⸗ rungspuncte erhält, ſo folgt hieraus, daß Thuͤnen die Erſchoͤpfung des Bodens gerade um ſo viel zu niedrig angenommen hat, als der Verluſt des Düngers durch die Gahrung beträgt. Es iſt§. 286 durch directe Verſuche bei der Fruchtwechſel— wirthſchaft dargethan worden, daß der Erſatz bei den Cerealien auf einem Boden von mittlerer Thätigkeit 150 Pfund trockenen oder 600 Pfund friſchen, murben Stallmiſtes für 100 Pfund Kornernte betragen muß, wenn die Grundſtücke in einer gleichen Ertragsfähig⸗ keit erhalten werden ſollen. Vergleicht man im vorliegenden Falle die Kornernten mit der Düngerproduction, dann wird man finden, daß dieſe Erfahrung auch bei der ſtebenſchlägigen Koppelwirthſchaft Statt findet; denn die Kornernten betragen: 80 Ctr. an Roggen, 70 ⸗ſ Gerſte, und 50 ⸗ ⸗SHafer, zuſammen 200 Ctr. Der muͤrbe, friſche Dünger beträgt dagegen 1181 Ctr., mithin entfallen auf 100 Pfund Korn aller Art, 590,5 Pfund oder nähe⸗ rungsweiſe 6 Ctr. friſchen, mürben Stallmiſtes; alſo gerade ſo viel, wie bei der Fruchtwechſelwirthſchaft. Bedenkt man überdieß noch, daß bei der Koppelwirthſchaft die Bereicherung der Grundſtücke durch das Dreiſchliegen nicht unerheb— lich iſt, ſo iſt man zu der Behauptung berechtigt, daß ſich eine Kop— pelwirthſchaft, wie ſie hier in Frage iſt, ohne fremde Beihilfe auf dem Beharrungspuncte vollkommen erhalten kann, während ſie nach Thünen’'s Berechnung 311 Ctr. Miſtes von Außen herbeiſchaffen müßte, um ſich in gleicher Ertragsfähigkeit zu erhalten. Der Wider⸗ ſpruch der Rechnung mit der Wirklichkeit verſchwindet, ſobald man die Bereicherung durch das Dreiſchliegen mit 77 Ctr. veranſchlagen kann, da das Deficit an Dung im trockenen Zuſtande ſo viel beträgt. —/;;O—Q—Q—QCQC—C—CQ—ꝑ——O—’—⸗—⸗—,—Q—Q—Q—⸗Q⸗-—ꝑõ— A die Kr D ſo iſt 14 1f was n 3110 reicher A cher ir beträͤg ſchlaͤgie haupte B heit be Dreiſe hält ſ an frij die růc do kenen T ann benägt d das jihnt iches die Vi dneHAn dducnvitat ſi e N., auf dem Deba io(C4ur die Erſchopf en hat, alsn 2 3 Fruchtwech n Cerealien trockenen d fund Kornen Ertrageſat ernten mu gſe Erfahr Rfindet; da 21 Ctr., wih „ der n und oder na „edo ſob gerade d wirthſchit nich tunethe ſich eine da de Beihiſt 1' brend ſtu herbeiſhef Der Wie⸗ „ſobad un verauſclage viel betra 379 Aus der Beilage sub VII. ergibt ſich, daß ſich bei den Gräſern die Krone zur Bewurzelung wie 1:4 verhält. Da nach Thünen 270 ORuthen 2380 Pfd. Heu produciren, ſo iſt der Heuertrag auf 1000 ORth. 8844 Pfund oder 88 Ctr. 14 Pfund. Die Rückſtände betragen dieſem nach 88 Ctr., alſo et— was mehr, als das Deficit an Dung beträgt. Es werden alſo die 311 Ctr. friſchen oder 77 Ctr. trockenen Stallmiſtes durch die Be⸗ reicherung des Dreiſchliegens vollkommen gedeckt. §. 380. Vergleicht man das beſtellte Ackerland mit dem Graslande, ſo erhält man das Verhältniß 3: 3 oder 1: 1, d. h. eine ſieben⸗ ſchlägige Koppelwirthſchaft vermag ſich auf dem Beharrungspuncte zu erhalten, wenn die Gras⸗ production der Weiden von der Art iſt, daß 270 meklenburgiſche ◻ Ruthen(näherungsweiſe— 1 n. ö. Joch) im Stande ſind, 2380 Pfund Heu zu liefern*). §. 381. Aus der Vergleichung des geſammten Brutto-Ertrages, wel⸗ cher im vorliegenden Falle, mit Weglaſſung der Brüche, 816 Ctr. beträgt, mit der Erſchöpfung von 272“˙, folgt, daß bei der ſieben⸗ ſchlägigen Koppelwirthſchaft mit 10 r 3 Ctr. trockene Subſtanz über⸗ haupt oder 0,735 Ctr. Korn producirt werden. §. 382. Bevor die ſiebenſchlägige Koppelwirthſchaft in ihrer Allgemein— heit behandelt wird, iſt es nothwendig, die Bereicherung durch das Dreiſchliegen zu conſtatiren. Die dargeſtellte Koppelwirthſchaft er— hält ſich auf dem Beharrungspuncte, obwohl der jährliche Abgang an friſchem Duͤnger 74 Ctr. beträgt. Es muß daher dieſer durch die rückſtändigen Wurzeln des Dreiſchliegens erſetzt werden. Da die 74 Ctr. friſchen Stallmiſtes 74:4= 18,5 Ctr. trok⸗ kenen Dungers oder 18,50 liefern, ſo muß die Bereicherung durch das Dreiſchliegen 18,5° betragen Die Richtigkeit dieſer Veran— ſchlagung der Bereicherung durch das Dreiſchliegen ergibt ſich auch aus folgender Betrachtung: a) Thünen veranſchlagt dieſe Bereicherung mit 44 Ctr. *) Thünen rechnet S. 43 auf eine Kuh täglich 17 Pfund Heu; dieß macht durch 140 Tage 2380 Pfund, welche auf 270 Rth. producirt werden. 380 Stallmiſt; da er bei Berechnung des Stallmiſtes den Factor 2,3 an⸗ wendet, ſo betragen die 44 Ctr., auf den trockenen Zuſtand reducirt, 44:2,3— 19,13 Cltr. oder 19. b) Der Durchſchnittsertrag der Cerealien beträgt 12 Ctr. Korn und 30 Ctr. Stroh. Da dieſe bei der ſiebenſchlägigen Koppelwirth⸗ ſchaft dreimal das Feld einnehmen, ſo beläuft ſich ihr Ertrag auf 36 Ctr. Korn und 90 Ctr. Stroh, alſo zuſammen auf 126 Ctr.; mithin beträgt die Erſchöpfung des Bodens durch dieſelben in 7 Jah— ren 126: 2= 630, alſo jährlich 63:7= 90. Dieſem nach wäre die ſtatiſche Gleichung der ſi eerzſihläginn Koppelwirthſchaft: ( 1*):*(5*= 92(§. 300), falls ſie die Thiere auf der Weide nährt. Wird dieſe Gleichung nach den§. 300 entwickelten Regeln auf— gelöſ't, dann erhält man: X= 20.y= 20. 1,5= 30 Ctr., d. h. es müßten 30 Ctr. Grün⸗, 12*⸗ Nauhfutter verſttert, und 4,5⸗ G+y“) eingeſtreut werden, wenn der jährliche Erſatz pr. Joch geleiſtet werden ſoll. Da das Gras 30: 3= 10 Ctr. Heu liefert, ſo beläuft ſich das geſammte Futter auf 10+ 12—= 22 Ctr. Rechnet man dazu die Streu, ſo erhält man 22+ 4,5= 26,5 Ctr.= 27 Ctr. als das erforderliche Duͤngermaterial. Die Wirthſchaft erzeugt in ſieben Jahren: 30 3—= 90 Ctr. Stroh, alſo jährlich 90:7= 12,85, und 20 3= 60 ⸗ Hel, ⸗ 60:7= 8,.87, zuſammen 21,40. Da das benöthigte Düngermaterial 27 Ctr. beträgt und die Wirthſchaft nur 24 Ctr. erzeugt, ſo müßte ſie in der Productivität abnehmen; da ſich jedoch die Wirthſchaft auf dem Beharrungspuncte *) Im§. 300 iſt ⅛; da hier die Erſchöpfung nicht 21, ſondern nur 9 beträgt, ſo hat man»=%. ahäͤlt, und dal erſcheit träͤgt, die ge ſteht, Dreiſch bloß 4 E. dem S werden zu 2„, de in! der Lod tocken di reichern 245 45:7 den m D Koppe⸗ I 2 ten folg Factor 23, zuſtand ru erhält, ſo muß der Abgang durch das Dreiſchliegen erſetzt werden und daher die Erſchöpfung 69) in der ſtatiſchen Gleichung kleiner gt 12t g erſcheinen. Da dieſe bei dem D Düngermaterial von 27 Ctr. 92 be⸗ Koddlt trägt, ſo muß ſie bei 21 Ctr. Erſatz X: 9= 21: 27 oder X= 9 2 ihr tti 2— 7 betragen, alſo um 9— 7= 2 kleiner ſeyn, als ſie die mauf 126G 2 ſelben urde ſtatiſche Gleichung ausweiſ't. . Dicſm n Da dieſe 20 durch das Dreiſchliegen erſetzt werden, ſo beträgt ppelwirtſt die geſammte Bereicherung in den ſieben Jahren 14°, und man ſieht, daß durch die Veranſchlagung der Bereicherung durch das ), fals ſer Dreiſchliegen mit 18⁰° kein Fehler begangen wird, da die Differenz bloß 4 Ctr. trockenen Stallmiſtes in ſieben Jahren beträgt. Endlich kann c) die Richtigkeit dieſer Veranſchlagung auch aus lten Regelnt dem Stickſtoffgehalte des Stallmiſtes und der Rückſtände gefolgert werden. Nimmt man, nach§. 258, den Stickſtoff in dem Stallmiſte zu 2 pCt. und in den Pflanzenrückſtänden zu 1 pECt. an, ſo ſind die in der Beilage sub VII ausgewieſenen 30 Ctr., durch welche der Boden bereichert wird, in Phre Wirkſamkeit gleich 15 Ctr. trockenen Stallmiſtes oder 150 zu halten. mußten§. 383. d Die geſammte Erſchöpfung beträgt 63, und da ſich die Be— peugt Herit. durch das Dreiſchliegen auf 18 beläuft, ſo iſt 63— 18 dey b— 450° die Erſchöpfung in ſieben Jahren, alſo die jährliche pr. Joch 45: 7— 6,4280 oder approrimativ= 6 ½,, welche erſetzt wer⸗ Rſo beläm den muß. hnet unn d Dieſem nach iſt die ſtatiſche Gleichung der ſiebenſchlägigen = N7 Gt Koppelwirthſchaft: X 5 X 6+ 9) 6*(56* 5— 6,5, welche für die unbekann⸗ 5 167) ten folgende Werthe gibt: — e4 6,5 en 21,40 94— 56= 1,08(s. 300), 6 vims y= 2 y“= 2.1,08= 2,16, Peodl 1 X= · 4. y= 4. 2,16= 8,64, und nrungene X= 20 y= 20. 1,08— 21,6 Ctr., d. h. es müſſen 1,6 Ctr. Gras⸗—, cht 21, b 8,64 ⸗ Nauhfutter verfüttert, und 382 3,24 Ctr.(y+† y) eingeſtreut werden, um die Erſchöpfung pr. Joch zu decken. Das Gras liefert 21,6: 3= 7,2 Ctr. Heu. Gibt die Dreiſche pr. Joch 20 Ctr., ſo erhält man in drei Jah— ren 60 Ctr., und dieſe, auf 7 Jahre repartirt, geben S,57 Centner jährlich; mithin vermag die Wirthſchaft den Heubedarf zu decken. §. 384. Der Bedarf an Stroh beträgt 3,24+ 8,64= 11,88 Ctr., das jährliche Erzeugniß an Stroh hingegen 12,85 Ctr.; daher iſt die Wirthſchaft im Stande, den Strohbedarf mit Noth zu decken. §. 385. Bei den vorſtehenden ſtatiſchen Verhältniſſen der ſtebenſchlägi— gen Koppelwirthſchaft iſt die Viehzucht im Winter ganz vernachläſ— ſigt, da die Fütterung faſt ausſchließlich in Stroh beſtehen muß. Soll dieſem Uebelſtande, ſo wie den Verlegenheiten wegen Stroh⸗ mangels begegnet werden, ſo muß das Rauhfutter oder x wenigſtens zur Hälfte aus Heu beſtehen. Enthält das X= 8,64 die Hälfte Heu, dann iſt der jährliche Heubedarf 4,32+ñ 7,2= 11,52, oder näherungsweiſe— 12 Ctr. §. 386. Um einen allgemeinen Ausdruck für die Erträgniſſe der Drei⸗ ſchen, ſo wie für die erforderlichen Außenſchläge aufzuſtellen, ſey a die Area, e der Ertrag der Dreiſchen, e, der der Außenſchläge, undn a e. ihre Jochzahl, ſo iſt der geſammte Ertrag der Dreiſchfelder, und enn der der Außenkoppeln. Da der jährliche Heubedarf pr. Joch 12 Ctr. beträgt, mithin 8 .A. Gi — 12 a für die ganze Area, welcher durch und exn gedeckt wer⸗ den muß; daher iſt: ο 3 dA 1 een= 12. a, oder 7 3 ae — 1 e, n— 12 a— der allgemeine Ausdruck zur Be⸗ — rechnung des erforderlichen Graslandes, welches außerhalb des Turnus liegt. den, ſ en— 1— oder a welch ganze Falle gema⸗ Stro D felder! — zuſamm da 4,746( anz vernaclt. ſttehe en muß. wegen En er x wenigſ der jahr deiſe= 120 — ₰△ aniſſe der Lu gniſ d iſtellen, ſehal nſchlage, r Dreiſchfel „ mifh betragt, dectu e. ngedecich 383 Will man z. B. wiſſen, wann keine Außenkoppeln erfordert wer⸗ den, ſo beantwortet dieß die eben angeführte Gleichungs denn da en= 0 ſeyn ſoll, ſo iſt: 45— 3 12 a— 7 en oder 3 12—. ei; alſo: 12 7 84.. e— 28, d. h. gibt jede Dreiſche 9„ 28 Ctr. Heupr. Joch, dann ſind keine Außenkoppeln nothwendig, um das Gleichgewicht zu erhalten. Iſt ei= 20 und e,= 20, dann hat man: 3 20 n= 12 a—— a. 20; alſo: 7 12 a— 3 a. 20 84 a— 60 a 24 a 6 n————— a 7 140 140 35 ¹ 20 oder approrimativ—— ⅛ a, d. h. die Außenſchlaͤge, auf welchen bloß Futter erzeugt wird, müſſen ⅛ der ganzen Area betragen, wenn im vorliegenden Falle der Erſatz geleiſtet, die Hausthiere natur⸗ gemaäß ernährt und den Verlegenheiten wegen Strohmangels begegnet werden ſoll. §. 387. Das jäaͤhrliche Erzeugniß pr. Joch, wenn der Ertrag der Dreiſch⸗ felder mit 30 Ctr. Heu veranſchlagt wird, beträgt: 5,14 Ctr. Korn aller Art, 12,85 ⸗ Heu, und 12,85 ⸗ Stroh, zuſammen 30,84 Ctr. Da hierzu 6,5 erfordert werden, ſo werden mit 1 producirt 4,74 Ctr. trockener Maſſe überhaupt und 0,79 Ctr. Korn aller Art. §. 388. Die gewöhnlichſte Fruchtfolge der neunſchlägigen Koppelwirth⸗ ſchaft iſt?): 5 Lengerke a. a. O., B. 2, S. 113, und Stelzner im 16. Bande der Möglinſchen Annalen. 384 1. Weizen oder Roggen, 2. Gerſte, 3. und 4. Hafer, 5.— 8. Weide, und 9. Brache. Ber Ertrag pr. n. 5. Joch ſoll nach Abzng d der Ausſaat ſeyn: . Vom Noggen: a) An Körnern 15 Metz. à 80 Pfd.— 1200 Pfd.= 12 Ctr., b) ⸗ Stroh........— 35 Gtr., zuſammen 47 Ctr. 2. Von der Gerſte: a) An Körnern 18 Metz. à 67 Pfd.= 1206 Pfd.= 12 Ctr., b) ⸗ Stroh....=— 20 Etr., Suun 32 Ctr. 3. Vom Hafer: a) An Körnern 30 Metz. à 45- 1350 Pfd.= 13,5 Ctr., b) ⸗ Siroh.. 40 Elr., Fnue 53,5 Ctr. 4. Vom Hafer...50,5 Ctr.; alſo in beiden Jahren 107 Ctr. 5. An Heu in Jahre 20 Ctr.; alſo in 4 Jahren— 80 Ctr. Die Erſchöpfung des Bodens beträgt dieſem nach: 47 32 107 2 Zur Düngererzeugung dienen: 35 Ctr. Roggen⸗, 20 ⸗ Gerſten⸗, 80 ⸗ Haferſtroh, und 80 ⸗ Heu, zuſammen 215 Ctr. An. Dieſe, an Rind verwendet, nach dem Verhältniſſe 4: 1, geben: 172 + 4 33)*—= 105 Ctr., oder 0 — — 2.); 1— 93 Ctr. mürben, trockenen Stallmiſtes, je nachdem er früher oder ſpäter angewendet wird; mithin vermag ſch d ſelbſt Dreiſ felder „ 8 Cerea veran und! jäͤhtl 8 bei d daß d ſo uu ſtell Hl Ausſaatſe 1 Pfd.= 12G; — immen 476' Pſd.=12En —, mmen 326 8.— 13,56 40 6 nen 53,5( 53,56: —— en 107 K 1— 80 En h: 1 ſe 4:1, 110 en Stalnnilte nithin berm 1 385 ſich die neunſchlägige Koppelwirthſchaft auf dem Beharrungspuncte ſelbſt dann zu erhalten, wenn auch die Bereicherung durch das Dreiſchliegen in keinen Anſchlag gebracht wird, wenn nur die Drei— felder einen Ertrag von 20 Ctr. pr. Joch abwerfen. §. 389. Wird bei der neunſchlägigen Koppelwirthſchaft der Ertrag der Cerealien mit 42 Ctr., und zwar 12 Ctr. Korn und 30 Ctr. Stroh, veranſchlagt, ſo iſt der geſammte Ertrag= 42. 4= 168 Ctr., 168 und mithin die Erſchöpfung in 9 Jahren=—= 84 ˙; alſo die fäßrliche= 84:9= 9,33.= 91/3.. §. 390. Die Bereicherung durch das dreijährige Dreiſchliegen betrug bei der ſiebenſchlägigen Koppelwirthſchaft 18. Wird angenommen, daß dieſe Art der Bereicherung mit der Anzahl der Jahre zunimmt, ſo muß die Bereicherung bei der neunſchlägigen Wirthſchaft x: 18 18. 4. 2 = 4 3, oder X—— 24 betragen. Da die Erſchöpfung 84 beträgt, ſo verbleiben nur noch 84— 24= 600 in 9 Jahren; alſo jährlich 60: 9= 6,6 zu erſetzen. Da der jährliche Erſatz pr. Joch bei der ſiebenſchlägigen Koppel— wirthſchaft 6,5 betrug, ſo ſteht man, daß dieſe beiden Wirthſchafts— ſyſteme in ſtatiſcher Beziehung auf einer gleichen Stufe ſtehen, und daß jene Gleichungen, welche bei der ſiebenſchlägigen Koppelwirth— ſchaft aufgeſtellt wurden, auch bei der neunſchlägigen ihre Anwen— dung finden. §. 391. Das jährliche Erzeugniß pr. Joch, wenn der Ertrag der Dreiſch⸗ felder mit 30 Ctr. veranſchlagt wird, beträgt: 5,34 Ctr. Korn, 13,33 ⸗= Heu, und 13,33= Stroh, zuſammen 32,00 Ctr. trockener Subſtanz. Da hierzu 6,6 erfordert werden, ſo werden mit 1 producirt: 4,84 Ctr. trockener Maſſe überhaupt und 0,809 Ctr. Korn aller Art. §. 392. Um die bisher betrachteten Wirthſchaftsſyſteme in eine Parallele ſtellen zu konnen, ſehe ich mich genoͤthigt, die ſtatiſchen Verhältniſſe Hlubek's Statik. 25 386 der Dreifelderwirthſchaft auch pr. Joch der geſammten Area nach⸗ träglich darzuſtellen, da eine ſolche Darſtellung bei den uͤbrigen Sy⸗ ſtemen Statt fand. Iſt die Area der reinen Dreifelderwirthſchaft mit Brache a, ſo iſt 2 a die Erſchoöpfung bei derſelben 21, weil die Cerealien auf der Area vorkommen und ihre Erſchöpfung pr. Joch 24 beträgt. Iſt a= 1, ſo iſt die Erſchöpfung pr. Joch der geſammten Area: 2 24 142 3 2 2 Ihre ſtatiſche Gleichung beim Weidegange iſt dieſem nach: xX 5 X* 1 Wird dieſe ieh 1. man: 14 „== 2, 33, y— 2= 2 2,33—= 4,66, X= 4y= 4.4,66— 18,64, und X= 20y= 20. 2,33= 46,6 Ctr., d. h. es müſſen 46,6 Ctr. Grün⸗, 18,64 ⸗ Nauhfutter verfüttert, und 7,00 ⸗( †X† y“) eingeſtreut werden, um den Erſatz pr. Joch der ganzen Area leiſten zu können. Da das Gras 46,6: 3— 15,5 Ctr. Heu liefert und da das Rauhfutter oder xwenigſtens zur Hälfte aus Heu beſtehen muß, wenn die Viehzucht nicht ganz vernachläſſigt werden ſoll, ſo bedarf die Wirthſchaft 15+ 9= 24 Ctr. Heu; alſo noch einmal ſo viel, als das Kornerzeugniß pr. Joch beträgt. §. 393. Das Verhäͤltniß des Graslandes zu den Aeckern ergibt ſich aus der Gleichung een= 24 a. A.„ 24 4 8 Iſt e.= 30, ſo iſtn= 30 a= 5 a, d. h. das Gras⸗ land muß des geſammten Ackerlandes betragen. §. 394. Der Strohertrag der Wirthſchaft beträgt in 3 Jahren 60 Ctr., alſo jährlich 20 Ctr. pr. Joch; der Bedarf an Stroh hingegen 7 Ctr. Strei hern 26t dieſe ſamm 89 — Streu+ 9 Ctr. Futterſtroh— 16 Ctr. Die Wirthſchaft vermag da⸗ her nicht nur den Strohbedarf zu decken, ſondern ſogar jaͤhrlich 4 Ctr. trache pr. Joch zu anderweitigen Zwecken zu verwenden. §. 395. Das Erzeugniß dieſer Wirthſchaft pr. Joch beläuft ſich jährlich auf 8 Ctr. Korn und 20 ⸗ Stroh, 28 Ctr. Da hierzu 14 erfordert werden, ſo werden mit 1° producirt: 2 Ctr. trockener Subſtanz überhaupt und 0,57 Ctr. Korn aller Art. §. 396. 00„ Wird die Brache mit hülſenartigen Futterpflanzen beſtellt und dieſe im Durchſchnitt mit 40 Ctr. Heu veranſchlagt, dann iſt die ge— ſammte Erſchöpfung: 3 3 3 3 3 und iſt a= 1, dann beträgt die Erſchöpfung pr. Joch approxima⸗ tiv 179. h. es niſ Betreibt dieſe Wirthſchaft die Stallfütterung, dann iſt ihre ſtati— ind ſche Gleichung(»)2 1( 4) 3=— 17, wobei unter den unbekannten die oft angeführten Verhältniſſe: X:F= 4 1, vder Xx= 4y, X y= 10 1, oder X= 10 y“, y: y— 1: 4, oder y= y⸗ Stalt ſinden. Dieſe Werthe, in die Gleichung geſetzt, geben: 2 4 42 10 52 a. 24. 4-= a. 10= aſ—+— a.—= a. 1 7,3.,; »—= 4,08, X= 10y= 10. 4,08= 40,8, und X= 4y= 4. 4,08= 16,32 Etr., d. h. es werden 8 Ctr. Grün⸗-, 3 1 das Gt 40, 14 16,32 ⸗ Nauhfutter, und zbetragel 8,16 ⸗ Streu erfordert, um den Erſatz pr. Joch zu decken. 1G Beſteht das Grünfutter aus Huͤlſenfrüchten, ſo gibt es 40,8: 4 hrer— 10,2 Ctr. Heu. —₰ G 388 Soll die Viehzucht im Winter nicht vernachläſſigt werden, ſo muß das Rauhfutter oder x wenigſtens zur Hälfte aus Heu beſtehen. Dieſem nach beläuft ſich der Heubedarf auf 10,2+[ 8,16= 18,46 Centner. §. 397. Zur Beſtimmung des Graslandes gilt die Gleichung: 2A 3 e.+† en= 18. a, weil die Wirthſchaft auf den dritten Theil der Area den Futterbau betreibt und ihr Heubedarf 18 Ctr. beträgt. Geben die Futterpflanzen einen Ertrag von 40 Ctr. und das Grasland von 30 Ctr., oder iſt e= 40, unde.= 30, dann hat man: 2 —. 40+ 30n= 18a, und hieraus: 18a— 40 a 18 a— 13 ½ a 14 a 7 n=——— o= 152, d.h. 3 30 90 das Grasland muß 1 der geſammten Area be⸗ tragen. §. 398. Das jährliche Stroherzeugniß pr. Joch beträgt 20 Centner, der Bedarf hingegen 8,16 Ctr. Futter⸗+ 8,26 Ctr. Streuſtroh —= 16,42 Ctr.; daher vermag die Wirthſchaft den Strohbedarf zu decken und überdieß noch 3,6 Ctr. pr. Joch zu anderweitigen Zwek⸗ ken zu verwenden. §. 399. Betreibt die Wirthſchaft keine Stallfütterung, dann iſt ihre ſta⸗ tiſche Gleichung: X 5 X*. 1 2 6 4 10 3= 17, welche aufgelöſ't die Werthe gibt: 47 J— 6— 2,83, y= 2 5 ü= 2. 2,83= 5,66, X= 4y= 1 5,66= 22,64, und X—= 20 y= 20. 2,83= 56,6 Ctr., d. h. es müſſen dueirt aler gewe T ng: auf den d S bedarf Ctr. NaAnnb ), dannh 1 40 5 NA en Areg at 20 bettne gt 2 ban Ctr. En Strohbe r MPII 1I p f ann 2 he aufgelſſ „A m ſſel es mll 389 56,6 Ctr. Gras und 22,64 ⸗ Nauhfutter verfüttert, und 8,49 ⸗(y+ y“) eingeſtreut werden, um den Erſatz zu decken. Das Gras gibt 56,6: 3= 18,86 Ctr. Heu, und da das Rauhfutter wenigſtens zur Häͤlfte aus Heu beſtehen muß, ſo werden 18,86+e 11,32= 30,18 Ctr. Heu erfordert. §. 400. 8 Dieſem nach iſt die Gleichung 3*2l+e n= 30 a zur Be⸗ ſtimmung des Graslandes. Iſt abermals e.= 40, und e,= 30, ſo hat man: 2à —. 40+ 30n= 30a, und hieraus: 30 a— 40 a 30 a— 13 ½ a 50 5 n—— 3= 50= 50à4=*, d. h. 30 das Grasland muß% der ganzen Area betragen §. 401. Der jährliche Strohbedarf iſt— 11,32+ 8,49= 19,81 Ctr., und das jährliche Stroherzeugniß=— 20 Ctr.; daher vermag die Wirthſchaft den Bedarf an Stroh zur Noth zu decken. §. 402. Das jährliche Erzeugniß dieſer Wirthſchaft pr 8 Ctr. Korn aller Art, 30 ⸗ Stroh, und 13,3 ⸗ trockenes Futter, 41,3 Ctr. Da hierzu 17 verwendet werden muͤſſen, ſo werden mit 1 pro⸗ ducirt: 2,5 Ctr. trockene Subſtanz überhaupt und 0,47 Ctr. Korn aller Art. .Joch beträgt: §. 403. Beſtellt die Dreifelderwirthſchaft ihr Brachfeld mit Wurzel⸗ gewächſen, dann 4 die geſammte Erſchöpfung: 2 a 444. 35 505 4— 2—— a.. 125,a 3 3 390 alſo pr. Joch= 26 näherungsweiſe. Mithin iſt ihre ſtatiſche Glei⸗ chung beim Weidegange und der Wurzelfütterung: S) 21 16 f 16 3 Die Verhältniſſe unter den unbekannten ſind: X: Zz= 1: 2,5, oder 2= 2,5 x, weil 2,5 Pfd. Wurzeln auf 1 Pfd. Nauhfutter entfallen; X 2:y= 4 1, :. y= 20:1, und y„— 2:1(§S. 300 und 319). Dieſe Werthe, in die Gleichung ſucceſſiv geſetzt, geben: 26. 42 y— 36= 2,7, 6,35, 2 2 X= 20 y= 20. 6,35= 127,0, 4. y 4 X— 3,5— 3,5. 4 2,7= 14,51, und 3 2— 2,5 X= 2,5. 14,51= 36,27, d. h. es werden 127,0 Ctr. Gras, 36,27 ⸗ Wurzeln, 114,514 ⸗ Rauhfutter, und 19,05 ⸗( †+ y) Streu erfordert, um den Erſatz zu leiſten. Da das Gras 127,6: 3= 42,5 Ctr. Heu liefert und das Rauhfutter oder x zur Hälfte aus Heu beſtehen ſoll, ſo iſt der jähr— liche Heubedarf— 42,5+ 7,25= 49,75 Ctr., oder näherungs⸗ weiſe—= 50 Ctr. §. 404. Dieſem nach ergibt ſich das Verhältniß des Graslandes aus der Gleichung e,n= 50 a. Iſt e,= 30, ſo hat man: 50 a 5 30n= 50 a, undn=——— a, d. h. das Gras⸗ 30 3 land, von welchem das Joch 30 Ctr. liefert, muß der geſammten Area betragen. Da Stroh iühii lich ſie ſi ſich turgen n wirt tſſh hilfe an ſaugen! Vo Theile NMea,! 3. 3. re ſtatſcheg§. 405 Den Stroherzeugniß beträgt 20 Ctr., dagegen der Bedarf an 6 Stroh 19,05+ 7,25= 26,30 Ctr.; alſo muß die Wirthſchaft jährlich 6 Ctr. Streumaterialien pr. Joch von Außen beziehen, wenn ſie ſich auf dem Beharrungspuncte erhalten und ihre Hausthiere na⸗ fd. Whrtit⸗ turgemäß ernähren ſoll. Man ſieht hieraus, daß eine Dreifelder⸗ Ma wirthſchaft d durch die Einfuͤhrung der Wurzelgewaͤchſe ohne dieſe Aus⸗ hilfe an Streu und Grasland ihre Grundſtt ücke außerordentlich aus— ſaugen und zuletzt auf das Minimum ihrer Productivität ſinken muß. §. 406. Betreibt die Wirthſchaft den Wurzelbau nur auf dem vierten' Theile des Brachfeldes, alſo auf dem zwölften Theile der ganzen Area, und beſtellt den Reſt oder 2mit huͤlſenartigen Futterpflanzen, z. B. Wicken, dann beträgt ihre Erſchöpfung: 5 — a. 21 bei den Cerealien, 15 35 bei den Wurzeln, und 3 a 12: 10 bei den Futterpflanzen; alſo zuſammen: 5. es b 2 a 3 a 168+ 35+ 30 a. 24+—. 35+†f— 10— 3 12 12 12 233 L. 1* 2. ert, un dn= a. 12= 19,41 a, und a= 1, erhält man die jährliche Er⸗ ſchöpfung pr. u mit 19⁰˙; daher die ſtatiſche Gleichung: liefert und d nabes(2a 410 10 36;* 8(5 2— 19 beim Weide⸗ der n gange. Wird iſe aufgelöſ't, ſo erhält man: 19.4„28(§. 3 1 57—— 9,28(K. 300), landes e 86 y 9,28 72— 6—— 4 64 2 2 as be X= 20 y= 20.4,64= 92,8, d 4 4 371,2 X—— y=—.9,28=== 10,60, und 392 — 10 z—= ˖2,5 X= 2,5. 10,60= 26,50 Centner, d. h. es werden 92,80 Ctr. Gras, 26,50 ⸗ Wurzeln, 4 10,60 ⸗= Nauhfutter, und 13,92 ⸗ G+† y“) Streu erfordert, um den Erſatz pr. Joch leiſten zu konnen. Das Gras gibt 92,8: 3= 30,90 Ctr. Heu, und da das Rauhfutter oder x zu aus Heu beſtehen ſoll, falls die Thiere reichlich, alſo ſo wie bei der Fruchtwechſelwirthſchaft genährt wer⸗ den, ſo iſt der geſammte Bedarf an Heu 30,3+ 7,06= 37,36, oder näherungsweiſe 37 Ctr. §. 407. Dieſem nach hat man für das Verhältniß des Graslandes 3 + e, n= 37 a, weil die Wirthſchaft auf 133 den Futter⸗„ bau betreibt. Geben die Wicken einen Ertrag von 40 Ctr. und das Gras⸗ 3a4. 40 12 — 37 a— 10 a land von 30 Ctr., oder iſt e.= 40, und e.= 30, dann hat man: + 30= 37a, und hieraus: 1— muß der 10 Joch Aecker 9 Joch Grasland gehalten wer⸗ den, thiere reichlich genährt werden ſollen. wenn 30 2 d. h. das Grasland = 30= 10 d. h. da raslan Area betragen, oder es müſſen zu der Erſatz geleiſtet und die Haus— V §. 408. Das Erzeugniß an Stroh beträgt 20 Ctr. und der Bedarf an Stroh 13,92+ 3,54= 17,46 Ctr.; daher vermag die Wirth⸗ ſchaft den Strohbedarf zu decken. §. 409. Das jährliche Erzeugniß dieſer Wirthſchaft beläuft ſich pr. Joch auf: 8 Ctr. 5,85* 10,0 ⸗ 20 3 43,85 Ctr. Korn aller Art, trockene oder 25 Ctr. friſche Wurzeln, Futter(Wicken), und Stroh, Tabelle N zu§. 410. Au Sells Faes —— 93. — ⁰ᷣ—— Ueberſicht — ₰..*** ⸗*„** 2.* ‿ der Wirthichaftstyſteme in ihren ttatitchen Verhältnitten. ————,——·— —„..=„..—-. 4 4 Jährlicher Bedarf an Material, um den zu leiſtenden Erſatz zu 53⁵ Jährliches Erzeugniß pr. Joch Mit 1⁰° Er⸗ Bedarf an Rind, um den ‚— Benennun 8 Erzentgen.5 ſatz werden Erſatz pr. Joch zu decken 8—— g 5 Erſatz pr. Joch 4. E 3— a. b. c. d. e. erzeugt 4 6— S 588. 5 Arahe— 3. 2 2 er——y— 86 88— KAen. Trok- a. b.—— 5 — V 5 Slullhei Ai en 3 5sz Samen Wurzeln an kene Sa- CTroch jährlich während des==. Anmerkung. 5 irthſ[=S 9 reducir⸗— 8 5«. Klee⸗, Str d Sa- Trocke-„ Tnr, Bewirthſchaftungs⸗ e 5 Grün⸗ Heu Wurzeln ſtes kräf- Stroh Ins⸗— 5 2 aller——— 37 dhn⸗ Str oh Sub⸗ men(ne Sub- ganzen Curnus—— ——.. 2—— 18.— 7 0— 7——— a. trocke⸗ b. fri⸗ tiges Fut⸗ geſammt. 2 4.— enheu, aller ſtanz. Beimſ;. Bel ſa. Beimſ. Bei= 5. arten V 5 B nar b ſcher ten ſiher⸗— 5 2 Art trockene friſche[„. ande⸗ ſtanz Art Füerr⸗ Weide⸗ derStall⸗ Weide⸗ derStall⸗ 2 2 - haupt——— res überhpt. Igange ffütterung gange ffütterung B Grade Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund l Pfund Pfund Pfund Pfund Joch Pfund]1 Pfund Pfund*Pfund Pfundſ Pfund Pfund Pfund Stück Stück Pfund 1 V V 00 41 1 00 V 200 2 b 14 14 12 4 I .. 4 1 00 2— 85 932 7.— 8——— 2 2— 4 2 42.— Reine Dreifelderwirthſchaft 14 1400 1900 V 4600 932 2482 932 31411 700 11 V 0 800 57 200 49 16 6 36 977 s. 393, 394 und 395. mit Brache(§F. 392). 1 4 4 Oreiſelderwirthſchaft mit be V 5 7 7 1 51 , 7 595 566 3— 32 50 848 1999 2 9— 330„ 200V 47 3 1 1 5 5. fartter Brahhe und ohns 17 1700 5950 5660 1132 3018 113 1150 849 19. V 80⁰⁰ 1330; 000 1130 17 250 44 1 1 10 1452 S. 400, 401 und 402. Stallfütterung(§. 399).. 4 V Dieſelb it lteamter Brache V V V V V ſ p Dieſelbe mit beſamter Brache„ 395 816— Sage 7 7 8. (Wicken) und Stalfütte⸗ 17 170⁰0 5950 1080 816 1816 8 V 2632 815 3448 5 800 1300„ 2000 4130 47 250 b———— b 1452 8. 397 und 398. rung(§. 396). V Dieſelbe, B 85 zu i mit V V V V 9 V b Dieſelbe, Brachfeld zu G mit g 65 928 706 265 506 5 5415%% 392 8 800 35 25 90„, 385 4 19 19 57 57 2 Wurzeln und 3¹¼ Wicken, 19 V 1900 6650 9280 06 650 5061 354 V 5415 V 1392 6807 56 V 800 585 2500 1000) 2000 4385 42 231 V 16 7 16 53 1780 V§. 407, 408 und 409. Weidegang(§F. 406). 5 w Y Sechsfelderige Fruchtwechſel— V 11— wirthſchaft mit Wurzeln, Ce⸗- 18 1800 6350 5600— 1600 V 2200 640 28 40 112 3960 4 766 1166 5000 831 α%) 2000 4766 42 264 18 15 108 108 2153. 318 bis incl. 327. realien, Klee und hülſenarti⸗ I 10 40 60 40 60 gen Getreidepflanzen, mit V V 4 Stallfütterung(§. 317). V — F. 8 V V Dieſelbe mit Weidegang(§.] 18 180⁰⁰ 6350 8800⁰ 100 251² 1589 600 5189 1320 6509— 766 1166 5000 831% 2000 1766 V 42 261———— 2153 328 und 329). 9 VII. ſ Dieſelbe mit Cerealien, hül⸗ V 1 16,5 16,5 99 99 Derueret ſenartigen Getreidepflanzen, 16,8 1650 5775 V 1000 800— 1800 800 2600 800 I 3400 5 1050*)—— 834«%—G 2416 4300 63 260 40 60 10 60 1558 2Drn Al Piaud Del⸗ Oelpflanzen und Stallfütte⸗ V V V. 336, 337 und 338, rung(§. 335). V V ſ 2 Dieſelbe mit Weidegang(S. 16,8 1650 5775 5600 1120— 2956 1120 4076 840 4916— 1050—— 834 G 2416 4300 63 260— V——— 1558 b— 339 und 340). V 3 V IX.— Sechsfelderige Wirthſchaft mit V 2. 1 V. 126 4* Darunter 284 Pfd. Oel⸗ Cerealien, Oelpflanzen und 21 2100 7350 6530 359 1795 2868 359 3227 V 1306 4533- 884**) 1166 5000 83 1& 1916 1800 42 228 241 2A 135 60 2244 See zatvidr hal. Wurzeln, und Stallfütte⸗ V 5 V 40 60 10 6 V§. 347 bis incl. 331. rung(§. 346). V V V X b V, 10. V V Dieſelbe mit Weidegang(8. 21 2100 7350 10240 792 2927 5728 379 6107 1537 0 7641— 881 1166 5000 831 1916 1800 42 228—— V—— 2244 352 und 353).„ ſ 3 V p V V V V V Dieſelbe, nur mit dem Unter— V V ſchiede, daß die Wurzeln nur 1 V 23 23 138 138 auf den Futterbedarf betrie⸗ 23 2300 8050 7150— 2002 2801 801 3602 1130 5032 3 1300 583 2506 834 d. 2500 5217 56 226 10 60 40 60 2262§. 355, 356 und 357. ben, der Reſt mit Kukurutz, V 4( und Stallfütterung(§. 354).) V V Vierfelddernenlhaff mit Klee 1 00 00 V. 3 V. 5 V V 19,25 19,25 77 77 5 7 1 925 3737 3 712 275 8 3056 2 4256— 300 75 7500 525 5 5 4 56—————.. Cerealien und Wurzeln, und 19 4 19 25 67 6000 100 471 756 300 3056 V 1200 1256 3 600 1750 7500 1250 α 1500 5100 31 268 10 60 40 60 2527(S. 359 bis incl. 364. Stallfütterung(§. 358). XIII. Dieſelbe mit Weidegang(§. 19 ¼ I 1925 6737 9 400 1000 2685 5412— 5442 1410 5852 1 600 1750.7500 1250% 1500 5100 31 268———— 2527 365 und 366). V V XIV. V Dieſelbe, nur iſt der Wurzel⸗ bau auf den Bedarf be⸗ 1 24 24 96 96 ſchränkt, und der Reſt des 24 2400 8400 7500— 2112 2946 857 3803 13500 5303— 1500 3⁴0 2100 1250 α 2750 5800 62 243 40 60 40 60 2568§. 368 und 369. Wurzelfeldes mit Kukurutz 5 6 4 beſtellt; Stallfütterung(§. 362): V XV. Dieſelbe, nur daß keine Wur⸗ 2 25,8 25, 102 9 zeln, ſondern auf dem gan⸗- 25,5 2550 8925 6120 1632— 2316 816 3162 1224 4386— 1850—— 1250%%-3250 6350 82 2¹9 29,3. 224 8 402 2583§. 371 bis incl. 374. zen Schlage Kukurutz gebaut 5 40 60 40 60 wird(§. 370). MVI. ſ——— Siebenſchlägige Koppelwirth⸗ 6,5 650 2275 216 132— V 1152 132 1584 24 19908— 514—— 1285 66 1285 3084 79 474 6,5 6,5 42,3 25 1080. 383 bis incl. 387. ſchaft(§. 379). 40 60 40 Vñ.. , 3; 6 6,6 59,1 59,4— Neunſchlägige Koppelwirth⸗ 6,6 660 23¹0 219 135- 1155 135 1590 27 b 1917— 534—— 1333 1333 3200 81 481 25 9,6 V 255 5 1121[§. 389, 390 und 391. ſchaft(§. 388). V 10 660 60 . 24. 17,8 17,8 83 83 V Durchſchnitt..... 17,8 1780 V 6230 V 5935 735 2225 3005 V 685 V 3699 1061 4751 45 912 1071 490 1057 2016 4531 53 273 10 60 10 60 1896 2 2 — 93 Da hierzu 19 erfordert werden, ſo entfallen auf 1 2,3 Ctr. trockener Subſtanz überhaupt und 0,42 Ctr. Korn aller Art. §. 410. Um die Ueberſicht der hier durchgeführten Wirthſchaftsſyſteme zu erleichtern und zugleich ihre Vortheile und Nachtheile anſchauli— cher darſtellen zu können, ſind dieſelben, in Beziehung auf ihre ſtati— ſchen Verhältniſſe, in der beigefügten Tabelle N zuſammengeſtellt worden. In der erſten Rubrik kommt die Bezeichnung der Wirthſchafts— ſyſteme vor, und die§§. weiſen auf das Detail ihrer Unterſuchungen. Die zweite Rubrik enthält die Erſchöpfung in Graden oder Cent— nern trockenen, mürben Stallmiſtes pr. Joch der geſammten Area, auf welcher der Turnus betrieben wird; alſo nicht des beſtellten Bodens. Bei der Dreifelderwirthſchaft beträgt die Erſchöpfung während eines Turnus von 3 Jahren 42 pr. Joch; alſo die jährliche 149. Bezieht man aber die Erſchöpfung auf das beſtellte Land, alſo bloß auf 2 Jahre, ſo würde die Erſchöpfung 210 betragen. Da bei der Fruchtwechſelwirthſchaft, bei welcher ſo verſchieden— artige Pflanzen aufeinander folgen, die jährliche Erſchopfung pr. Joch erſt nach Verlauf des ganzen Turnus geſucht werden konnte, ſo war es nothwendig, die Erſchöpfung des Bodens bei der Drei— felderwirthſchaft auf 3 Jahre auszudehnen und nicht bloß auf das beſtellte Terrain zu beſchränken, um dieſelbe mit der Wechſelwirth— ſchaft in eine Parallele ſtellen zu koͤnnen. Die dritte Rubrik enthält den Erſatz, den Stallmiſt, der erfor— dert wird, um die jährliche Erſchöpfung pr. Joch bei den einzelnen Wirthſchaftsſyſtemen zu decken. Das Verhältniß des trockenen Miſtes zum friſchen iſt im Durch— ſchnitte bei allen Thiergattungen wie 1:3,5; und nach dieſem Ver⸗ hältniſſe iſt die Colonne b berechnet worden. Beim Rindviehmiſte iſt das Verhältniß 1:4. Die vierte Rubrik enthält das erforderliche Material, um den Erſatz leiſten zu koͤnnen. Es iſt dieſes Material nicht nach dem alten Schlendrian berechnet worden, nach welchem man den Miſt mit 2,3 dividirt, um das Futter und die Streu aus dem Miſte zu berechnen, oder indem man die letztern mit 2,3 multiplicirt, um aus ihnen den Miſt zu berechnen. Die Futter- und Streumaterialien ſind nach jenen Grundſätzen 394 berechnet worden, welche allein einen rationellen oder vernünftigen Betrieb der Viehzucht begründen. Wer alſo die angegebenen Quantitäten ſeinen Thieren reicht, der wird nicht nur den größtmöglichen Nutzen von denſelben ziehen, ſondern auch den Erſatz für die Erſchöpfung, ſowohl quantitativ als qualitativ, vollkommen leiſten und den Verlegenheiten wegen Strohmangel begegnen können. Bei der Reduction des Grünfutters auf Heu iſt die Erfahrung in Anwendung gekommen, daß 100 Pfd. Gras 33 Pfd. Heu, und 100 Pfd. friſche, hülſenartige Pflanzen 25 Pfd. trockene Subſtanz liefern. Von den Wurzeln ſind 200 Pfd.= 100 Pfd. Hen geſetzt worden. Die fünfte Rubrik iſt unter der Vorausſetzung berechnet wor— den, daß das Grasland 30, die hülſenartigen Futterpflanzen, als Wicken, Erbſen ꝛc., 40, und der Klee 50 Ctr. pr. Joch abwerfen. Wo die Erträgniſſe anders ſind, dort muß das Verhältniß des Graslandes nach der allgemeinen Gleichung: . G —+ e,n= k. a(§. 321) berechnet werden. Die ſechste Rubrik iſt nach den Reſultaten der§§. 218— 234 berechnet worden, nach welchen ein gut genährtes Rind beim Weide— gange 40 und bei der Stallfütterung 60 Ctr. trockenen, mürben Stallmiſtes erzeugt*). Nach dieſer Rubrik kann jede Wirthſchaft das wegen der Duͤnger⸗ erzeugung zu haltende Nutzvieh berechnen, ſobald die Zahl der Zug— thiere gegeben iſt, da ihre Duͤngerproduction bekannt iſt(§. 204). Geſetzt, Jemand betreibt auf 36 Joch Mittelboden die Drei— felderwirthſchaft, hält 2 Pferde und ernährt das Rind auf der Weide, ſo iſt 14: 40=%%0, oder näherungsweiſe ⅛ die Stuͤckzahl, um die jährliche Erſchöpfung pr. Joch zu decken; alſo ½. 36= 12 die Stückzahl für 36 Joch. Da jedes Nind 40 Ctr. Miſt liefert, ſo iſt die Düngerproduction= 12 40= 480 Ctr. Da ferner jedes Wirthſchaftspferd 33 Ctr. Dünger erzeugt, ſo müſſen durch das Rind 480— 66= 414 Ctr. gedeckt, alſo nur 416: 40= 10% oder 11 Rinder gehalten werden. *) Eine Kuh erzeugt beim Weidegange 44 Ctr.(§. 234) und ein Ar⸗ beitsochs 40 Ctr. Dünger. um jedoch einerſeits die Rechnung vereinfachen und andererſeits unvorhergeſehenen Verlegenheiten leichter begegnen zu kön⸗ nen, ſind die weidenden Kühe in der Düngerproduction den Arbeitsochſen gleichgeſetzt worden. . Uu der bel jäͤhrlich 1 die— die An undp! gung h da die decken! I. n. rung; T undd ſind, nende 395 Um jedoch die Berechnung der zu haltenden Nutzthiere bei je— n Thitnen der beliebigen Wirthſchaft zu erleichtern, ſey a die Area, e die o, u jährliche Erſchopfung pr. Joch, alſo a.. e die bei der ganzen Area; n die Anzahl der Pferde, ſo iſt n. 33 ihre Düngererzeugung; m die Anzahl der Zugochſen, ſo iſt m. 40 ihre Düngerproduction, und p die Zahl des zu haltenden Rindes, ſo iſt ihre Düngererzeu— gung p. 40 beim Weidegange und p.. 60 bei der Stallfütterung. iſt die G 95 Da die Dungererzeugung der Hausthiere die geſammte Erſchöpfung . decken muß, ſo hat man: de Slh n. 33+ m. 40+p. 40— a. e für den Fall der Weide, und Tſd. Dan n. 33 m. 40+p. 60= a. e für den Fall der Stallfütte⸗ 1 rung; alſo: berechnet 20 vrreähpnelig dedeae rger d b 8 tterpflanzen, P= ür den erſten, un en dr 40 2 azſg g a. e— n. 33— m. 40„— Verhann p=— für den zweiten Fall. 60 Werden dieſe Gleichungen auf die eben angeführte Dreifelder— 3 wirthſchaft angewendet, ſo iſt a= 36, e= 14, n= 2, und 6&. 248- m.= 0; alſo: kod Ngſr gh 36.14— 2.33 304— 66 438 nd beim ehn P———— 11 Ninder fenen, nit 40 40 40 beim Weidegange. gen der dun⸗ Wird die Stallfütterung betrieben, ſo iſt: e Zahl der öu 36.14— 2.33 438 ℳ P——— 7 Rinde ant iſ G. M 60 60 ldn 5 Da das e aus der zweiten Rubrik entnommen werden kann 1 und die Größen a, n und min jeder einzelnen Wirthſchaft gegeben ſind, ſo ſieht man, daß die obigen Gleichungen in jedem vorkom— menden Falle leicht aufgelöſ't werden können. Wird das Rind durch Schafe erſetzt, ſo gilt die Grundregel, daß 10 auf der Weide gut genährte Schafe gleich ſind einem wei— denden Rinde in der Düngerproduction. Dort, wo das Nut bvieh auf der Weide genährt wird, können gerden. die Arbeitsthiere in der Duͤngererzeugung dem Nutzviehe gleich— geſtellt werden, und die Colonne ac der Rubrik 6 zeigt an, wie viele Thiere überhaupt gehalten werden müſſen, um den Erſatz bei den verſchiedenen Syſtemen leiſten zu können, ſobald die ganze Area gegeben iſt. 396 Geſetzt, es wird auf 36 Joch die Dreifelderwirthſchaft betrie— ben, ſo iſt ¼. 36= 11 die Zahl der zu haltenden Hausthiere. Bei der Sechsfelderwirthſchaft V iſt die Zahl der zu haltenden Thiere= 7 36= 16. Bei der Wirthſchaft XIV 2¾. 36= 22 u. ſ. w. Man ſieht hieraus, daß man nur die Zahlen der Colonne a« mit der Area zu multipliciren braucht, um die Zahl der zu halten— den Thiere zu beſtimmen. Die Rubrik 7 iſt auf die Weiſe berechnet, daß das Erträgniß vom Joche während des ganzen Turnus erhoben und durch die Anzahl der Jahre dividirt wurde. So gibt z. B. die Dreifelderwirthſchaft in 3 Jahren pr. Joch 24 Ctr. Korn und 60 Ctr. Stroh; alſo iſt das jährliche Erträg⸗ niß 8 Ctr. Korn und 20 Ctr. Stroh pr. Joch. Bei der Reduction der Wurzeln auf den trockenen Zuſtand iſt der Erfahrungsſatz angewendet, daß 4,3 Pfund friſche Wurzeln 1 Pfd. lufttrockene Subſtanz liefern. Der Ertrag des Klees iſt in allen Fällen mit 50 und bei den Dreiſchen der Koppelwirthſchaft mit 30 Ctr. Heu veranſchlagt. Die Außenſchläge, ſo wie das benöthigte Grasland der übri— gen Wirthſchaften, ſind hier in keine Betrachtung gezogen, da es ſich nur darum handelt, den jährlichen Ertrag derjenigen Grundſtücke darzuſtellen, welche im Turnus der einzelnen Syſteme vorkommen. Die Colonne e, Nubrik 7, zeigt an, wieviel trockene Subſtanz überhaupt jährlich pr. Joch erzeugt wird, mithin auch die Inten— ſität der Benützung des Bodens bei den einzelnen Wirthſchafts⸗ ſyſtemen. Die Zahlen der achten Rubrik werden erhalten, ſobald man das jährliche Erträgniß(Rubrik 7) mit der Erſchöpfung(Rubrik 2) comparirt. So iſt z. B. das Erträgniß an Samen bei der reinen Drei⸗ felderwirthſchaft 800 Pfund und die Erſchöpfung 14; alſo werden mit 10 erzeugt 800:14= 57, wobei die Brüche ausgelaſſen ſind. Da der Samen meiſtens aus Getreideſamen beſteht, ſo zeigt die Colonne a zugleich an, welches Syſtem zur Production von Getreide am geeignetſten erſcheint. Die Colonne b zeigt zugleich an, wie die einzelnen Wirth— ſchafsſyſteme den zu leiſtenden Erſatz auszunützen im Stande ſind, oder wieviel Producte mit 10 bei den einzelnen Syſtemen erzielt werden können. Ve dem Ro belle 1. 270% die ſyſteme werden Ve ſchaftsf früͤher 4 Schler ohnen rialie tionel C T Haupt Liehzu bedden Naten zucht wen kann zum S 4 47. tdſchaft bete en Hauztzen p zu 1 1 zM halvenden w. er Col Dloyh 4 dlonnez, dor z 1„ der zu haltn. das Eragii „n) 9. ſhhe Nnr friſche La 0 und a ranſchlar Gand der i reinen du⸗ „lſg wenden alſo 345* laſſon ſand gelaſſel 8„ 4 ht, ſo nih ductin in ⸗ lnen Wih drande ſi emen trſi Bei Berechnung der Rubrik 9 iſt der erzeugte Samen gleich dem Roggen geſetzt, von welchem nach der§. 224 angeführten Ta⸗ belle 100 Pfund gleich ſind 280 Pfund Wieſen⸗ oder Wicken-, 270 Pfd. Kleeheu, 560 Pfd. Wurzeln und 1200 Pfd. Stroh. Die neunte Rubrik zeigt zugleich an, bei welchem Wirthſchafts— ſyſteme der hoͤchſte Brutto⸗Ertrag im Roggenwerthe pr. Joch erzielt werden kann. §. 411. Bevor die Folgerungen, die ſich aus der Ueberſicht der Wirth— ſchaftsſyſteme ergeben, beſonders herausgehoben werden, muß noch früͤher bemerkt werden: 1. Daß alle Wirthſchaftsſyſteme bei einem Boden von mittle— rer Thätigkeit durchgeführt wurden; 2. daß der Ertrag mit 12 Ctr. Korn und 30 Ctr. Stroh bei den Cerealien, 10 ⸗ ⸗ 30⸗ ⸗- ⸗ Huͤlſenfruͤchten, 2 50=⸗*- 70 ⸗ ⸗ beim Kukurutz, 17⸗ 2 2 25 ⸗ ⸗ bei den Oelpflanzen, 70 ⸗ trockenen oder 300 Ctr. friſchen Knollen bei den Wurzel⸗ gewächſen, ⸗ 50 ⸗ Heu beim Klee, ⸗- 40 ⸗ ⸗ bei dem Brachfutter(Wicken), und 30 ⸗-=⸗ ⸗= den Dreiſchfeldern veranſchlagt wurde; 3. daß bei der Berechnung des Erſatzes nicht der bisher übliche Schlendrian— nach welchem die Düngererzeugung berechnet wird, ohne die Viehzucht zu berückſichtigen, indem man die Duͤngermate— rialien mit 2,3 multiplicirt—, ſondern die Grundſätze eines ra— tionellen Betriebes der Viehzucht in Anwendung gekommen ſind. Die Aufgabe der Statik kann keine andere ſeyn, als die beiden Hauptzweige der Landwirthſchaft, nämlich den Ackerbau und die Viehzucht, in ein ſolches Verhältniß zueinander zu ſtellen, daß aus beiden unter gegebenen Verhältniſſen der größtmögliche, anhaltende Nutzen für den Unternehmer hervorgehe. Es iſt aber ein Satz vielfältiger Erfahrungen, daß die Vieh— zucht nur dann den größtmöglichen Nutzen abzuwerfen vermag, wenn die Thiere naturgemäß und reichlich genährt werden; daher kann die Statik des Landbaues auch nur eine ſolche Ernährung zum Anhaltspuncte ihrer Berechnungen erheben. Bei dieſer Erhebung erſcheint der erzeugte Miſt nicht bloß 398 quantitativ, ſondern auch qualitativ ganz zureichend, um die Er⸗ ſchöpfung zu decken und mithin die verſchiedenen Wirthſchaften auf dem Beharrungspuncte der gleichen Productivität zu erhalten. Und 4. iſt bei der Durchführung von der Vorausſetzung Gebrauch gemacht, daß den verſchiedenen Wirthſchaftsſyſtemen keine Mittel von Außen, außer dem Graslande, zu Gebote ſtehen; daß dieſes 30 Ctr. Heu abwerfe und daß ſie ſich alſo mit ihren eigenen Kräͤf— ten auf dem Beharrungspuncte zu erhalten haben, ohne wegen Stroh— mangel in Verlegenheiten verſetzt zu werden. §. 412. Was die Folgerungen anbelangt, welche ſich aus der Verglei— chung der verſchiedenen Wirthſchaftsſyſteme ergeben, ſo wollen wir hier nur die wichtigſten beſonders herausheben: 1. Die Rubrik 2 und 3 in der Tabelle weiſen nach, daß die⸗ jenige Wirthſchaft den größten Erſatz erheiſcht, welche Kukurutz und Wurzelgewächſe, alſo Hackfrüchte überhaupt, in den kürzeſten Zeit— abſchnitten folgen läßt, und daß die Koppelwirthſchaft zu denjeni— gen Bewirthſchaftungsarten gehört, welche mit dem geringſten Düngercapital am leichteſten auf dem Beharrungspuncte der glei— chen Productivität erhalten werden können*). 2. Aus der Rubrik 4 erhellt mit mathematiſcher Evidenz, welch' einen verderblichen Einfluß der Weidegang auf die Erhaltung des ſtatiſchen Gleichgewichts einer Wirthſchaft ausübt; denn während bei der Stallfütterung ein Düngermaterial von 30— 40 Ctr. zu⸗ reichend iſt, um den Erſatz für die Erſchöpfung pr. Joch leiſten zu können, müſſen bei dem Weidegange 50— 60 Ctr. angewendet werden, um den gleichen Zweck zu erreichen**). 3. Kein Wirthſchaftsſyſtem, mit Ausnahme der Koppelwirth— ſchaft, vermag ſich ohne Grasland auf dem Beharrungspuncte der gleichen Productivität zu erhalten, wenn die cultivirten, blattarti— gen Futterpflanzen nur einen Ertrag von 50 Ctr. Heu pr. Joch abwerfen und die Hausthiere naturgemäß und reichlich genährt werden. 4. Fruchtwechſelwirthſchaften, bei welchen die Wurzeln mit dem Rauhfutter in dem Verhältniſſe wie 2,5: 1 verfüttert werden *) In einem warmen, der Luzerne und Esparſette zuſagenden Klima und bei einem tiefgründigen Boden kann die Koppelwirthſchaft mit Hilfe die⸗ ſer Pflanzen auch ohne allen Zuſchuß an Dünger erhalten werden. **) Man muß ſich billig wundern, wie noch heutzutage ganze Vereine die Frage in ihre Discuſſion aufnehmen können: ob die Weide oder die Stall⸗ fütterung vortheilhafter ſey? und b anſchle guſtan und ji ken ve 5 wendt gewic Area Turn⸗ ſung über) 4 Vei 7 Vei N Vei- 1 räume co„ it d, un di⸗ ſirthſchemm e Rerhalte. h zung Gelrag ten keine Ni hen; daßdie R eigenen t newegen en, us der Lag a, ſo wollng nach, did che Knkere n kürzeten haft zu dia dem gerwin punce de Enrder, wec Erhaluug de den wigrend —¹ Sr Jochliſen Ftr.angevand Warzelt fütter ved ſagenden. gſa 1 tmit Hiſt ir 399 und bei welchen der Ertrag an Klee mit 80— 100 Ctr. ver⸗ anſchlagt werden kann, können ohne alle Beihilfe von Außen den Zuſtand des Gleichgewichts erhalten, die Thiere reichlich ernähren und jährlich 2— 3 Ctr. Stroh pr. Joch zu anderweitigen Zwek⸗ ken verwenden. 5. Je länger der Turnus, alſo je ſpäter der Duͤnger in An⸗ wendung kommt, deſto ſchwerer iſt es, den Zuſtand des Gleich— gewichts zu erhalten und den Dünger beſtmöglich zu verwerthen*). 6. Werden die angeführten Bewirthſchaftungsarten auf einer Area von 36 Joch betrieben und der Dünger nach Verlauf des Turnus angewendet, dann iſt der Bedarf an Rind, mit Weglaſ⸗ ſung der kleinen und Erhebung der großen Brüche(½ und dar⸗ über) zur Einheit, folgender: A. Bei der Dreifelderwirthſchaft, und zwar: Bei Nr. I 12 Stück beim Weidegange und S Stuͤck bei der Stallfütterung, II und III 15 Stück beim Weidegange und 10 Stück bei der Stallfütterung, ⸗ IV 17 Stuͤck beim Weidegange und 11 Stück bei der Stallfütterung. Bei der ſechsfelderigen Fruchtwechſelwirthſchaft, und zwar: Bei Nr. Vund VI 16 Stück beim Weidegange und 10 Stück bei der Stallfütterung, VIIund VIII 15 Stück beim Weidegange und 10 Stück bei der Stallfütterung, ⸗IX und X 19 Stück beim Weidegange und 13 Stuͤck bei der Stallfütterung, 2 XI 21 Stück beim Weidegange und 14 Stuck bei der Stallfütterung. C. Bei der Vierfelderwirthſchaft, und zwar: Bei Nr. XIIund XIII 47 Stück beim Weidegange und 12 Stück bei der Stallfutterung, ⸗² XIV 22 Stück beim Weidegange und 14 Stück bei der Stallfütterung, XV 23 Stück beim Weidegange und 15 Stuͤck bei der Stallfütterung. D. Bei der t Kophehwirthſehaſt, und zwar: „ Nur jene W Zirthſchaften, welche den Dünger in den kürzeſten Zeit— Täeter Len Dende, ſind in der Lage, die höchſten Zinſen von dem Dünger⸗ capital zu beziehen. 400 Bei Nr. XVI 6 Stuͤck beim Weidegange und 4 Stück bei der Stall⸗ fütterung, ⸗= XVII 6 Stuͤck beim Weidegange und 4 Stuck bei der Stall⸗ fütterung(nach Rubrik 6). Da die Nenner in der Rubrik 6 bei einer gleichförmigen Er— nährung der Thiere als conſtante Größen(40 und 60) erſcheinen, ſo iſt die Anzahl der zu haltenden Thiere lediglich durch die In— tenſität der Bewirthſchaftung bedingt und wechſelt innerhalb der Verhältnißzahlen 1 und 4. Die extenſive Koppelwirthſchaft erfordert 6 Stück, wahrend die intenſive Vierfelderwirthſchaft zu einer gleichen Area 23 Stück bedarf. Es iſt alſo das Verhältniß des Nutzthierbedarfs in beiden Fällen wie 1:4. 7. Die Fruchtwechſelwirthſchaft ohne Kukurutz, ſo wie die Koppel— wirthſchaft ſtehen der Dreifelderwirthſchaft in Beziehung auf die Production des Getreides, alſo jenes Materials, durch welches das Daſeyn des menſchlichen Geſchlechts bedingt iſt, weit nach; denn während die Dreifelderwirthſchaft jährlich 800 Pfd. Getreide pr. Joch producirt, beträgt dieſe Production bei der Fruchtwechſel— wirthſchaft 766 und bei der Koppelwirthſchaft ſogar nur 514 bis 534 Pfund. S. Der Kukurutz gehört zu denjenigen Pflanzen, welche den Landwirth in die Lage verſetzen, das jährliche Erzeugniß an Ge— treide pr. Joch um mehr als das Doppelte deſſen zu ſteigern, was ſelbſt die Dreifelder- oder Getreidewirthſchaft zu produciren ver— mag(Rubrik 7, lit. a)*). 9. In Beziehung auf die abſolute Benützung des Bodens ſteht die Dreifelderwirthſchaft am tiefſten und die vierfelderige Frucht— wechſelwirthſchaft mit Kukurutz am höchſten; denn die erſtere ver— mag dem Boden nur 2800 Pfd. organiſche Subſtanz pr. Joch ab⸗ zugewinnen, während die letztere auf einer gleichen Fläche 6350 Pfd. producirt; alſo mehr, als jede andere Fruchtwechſelwirthſchaft, und daher erſcheint ſie als die intenſivſte Bewirthſchaftungsweiſe. 10. Was die abſolute Verwerthung des Erſatzes anbelangt, ſo wird die Koppelwirthſchaft von keiner andern Bewirthſchaftungs⸗ *) Wenn man erwägt, daß der Kukurutz den erſten Rang unter den landwirthſchaftlichen Pflanzen einnimmt und daß er bei einer n. B. von 46, in einer Höhe von 300— 400 Klafter über die Meeresfläche noch recht gut gedeiht(in Krain und Kärnthen), ſo muß man ſich billig wundern, warum er ſeit mehr denn 50 Jahren keine größere geographiſche Verbreitung er— langt hat. wiſ ſchaft b ſchlag ¹ Brutt 95 wirthſ wechſe ¹ nen 6,6 nur! 1 jährl (475 u.J Akerl ſanz! Stal ten y d Nogg 24. 51 hförnigen 6 60) uſchenn durch de innerhal 5 tück, wibnn 401 weiſe übertroffen; denn während die intenſivſte Fruchtwechſelwirth⸗ ſchaft XII 1° Erſatz mit 263 Pfd. verwerthet, vermag es die neun⸗ ſchlägige Koppelwirthſchaft mit 484 Pfd. zu thun(Rubr. S, lit. b). 11. Steht die reine Dreifelderwirthſchaft in Beziehung auf den Brutto⸗Ertrag im Noggenwerthe allen übrigen weit nach, indem ſie pr. Joch nur 977 Pfd. Noggenwerth erzielt, während die Koppel⸗ wirthſchaft auf einer gleichen Fläche 1080—1121, und die Frucht⸗ wechſelwirthſchaft ſogar 2583 Pfd. produciren(Rubrik 9). 12. Hat die neunſchlägige Koppelwirthſchaft einen entſchiede⸗ nen Vorzug vor der ſiebenſchlägigen; denn während erſtere mit 6,60 1121 Pfd. Roggenwerth producirt, erzielt letztere mit 6,59 nur 1080 Pfund. Und 13. a) beträgt im Durchſchnitte aller Wirthſchaftsſyſteme die jährliche Erſchopfung pr. Joch 18⁰ und das Düngermaterial (4754 Pfd.) ſo viel als das jährliche Erzeugniß(4531 Pfund) pr. Joch; 4 b) werden im Durchſchnitte 1 ¾, Joch Grasland zu 1 Joch Ackerland erfordert, und mit 10 Erſatz 273 Pfd. trockener Sub⸗ ſtanz überhaupt und 53 Pfd. Korn aller Art pr. Joch producirt; c) müſſen im Durchſchnitte beim Weidegange 2 und bei der Stallfütterung 1 ½ Rinder auf 1 Joch der beſtellten Area gehal⸗ ten werden; und. d) beläuft ſich der Brutto⸗Ertrag pr. Joch auf 1896 Pfd. Roggenwerth oder 60 fl. C. M., falls der Metzen Roggen mit 2 fl. 30 kr. veranſchlagt wird. Hlubek'’'s Statik. 26 402 Achter Abfchnitt. Von dem Erſatze durch anderweitige Dünger⸗ arten, als den Stallmiſt. §. 413. Wenngleich die Statik des Landbaues noch nicht im Stande iſt, ihre Methode auf anderweitige Erſatzmittel für die Erſchöpfung der Grundſtücke, als den Stallmiſt, mit mathematiſcher Folgerichtigkeit anzuwenden, ſo fordert es doch theils die Vollſtändigkeit des Gegen— ſtandes, theils die Verſchiedenheit der Anſichten über ihre Wirkſam⸗ keit, daß dieſelben, wenigſtens die vorzüglichſten, in eine nähere Be⸗ trachtung gezogen werden. Die Erſatzmittel, welche hier einen Platz finden ſollen, ſind: .Die Guͤlle, 2. die grüne Düngung, 3. das Knochenmehl, 4. die Kohle überhaupt, 5. das Spodium, 6. die vitriolhältige Braunkohle, 7. der Ruß, 8. der Gips, 9. das Kochſalz, 10. der Mergel, 11. die Aſche, 12. der gebrannte Thon, 13. die Erdſtreu, 14. die Poudrette, Urate und andere Dungſalze, und 15. die Compoſte. — Gülle. §. 414. Kein Duͤnger vermag eine ſo ſchnelle und auffallende Wirkung hervorzubringen, als ein Gemiſch von einem Theile Rind-Excrementen ernah 5000 mer p Landn pflanz man! 8 82 lach uu den 15 dem T bereit 6 zenger Kuh; komm nach land ſende überd vird. Rleite werde Gul kelnd auf und 3 bis 6 Theilen Waſſer, oder die Guͤlle; daher vergleicht Schwerz mit vollem Recht die Gülle mit einem geiſtigen Tranke (Topdressing par excellence) der Gewächſe. Was die abſolute Menge anbelangt, welche anzuwenden iſt, um bei den einzelnen Culturpflanzen den Stickſtoffbedarf zu decken, ſo ergibt ſich dieſelbe aus der§. 255 angeführten Tabelle L. Nach dieſer Tabelle wechſelt die anzuwendende Menge zwiſchen 4 11675 bis 75793 Pfd., oder 117 bis 758 Eimern, den Eimer zu 100 Pfd. gerechnet. e Dinge⸗ Nach Schwerz wendet man zu Hofwyl in der Schweiz 3⸗bis 500 Eimer pr. Jochart an*). Dieß macht im Durchſchnitte 685 Ei⸗ mer pr. n. ö. Joch. In den Niederlanden, wohin die Güllendüngung der um die in eindi Landwirthſchaft hochverdiente Tſchiffeli aus der Schweiz ver— Lrſchiyingn pflanzte, werden beim Lein 278 Eimer pr. Joch angewendet, und Foleiii man betrachtet dieſe Menge als eine ſtarke Duͤngung. feit dalbnn Die Gülle wird hier meiſtens zu gleichen Theilen aus Menſchen— ihre Viie koth und Rind⸗Excrementen zuſammengeſetzt. In Oberöſterreich wer⸗ (ne nihe den 150 Eimer Gülle auf 1 Joch Kleefeld angewendet, welche außer hier einnie dem Waſſer zu gleichen Theilen aus Menſchenkoth und Rindsharn ¹ bereitet wird. Da dieſe Quantitäten zureichen, um eine Ernte vollkommen zu ernähren, und eine Kuh jährlich 400 bis 600 Eimer Gülle zu er⸗ zeugen vermag, ſo folgt hieraus, daß bei der Güllenbereitung eine Kuh zureicht, um den jährlichen Bedarf an Duͤnger pr. Joch voll⸗ kommen zu decken, während bei der gewöhnlichen Duͤngerbereitung nach der§. 412 angeführten Tabelle 1 ½— 2 Kühe auf 1 Joch Acker⸗ land gehalten werden müſſen. Wenn man erwägt, daß bei den gewöhnlichen Dungſtätten Tau⸗ ſende Eimer des kräftigſten Düngers durch das Regenwaſſer— das überdieß noch durch die Dachtraufen auf die Dungſtäͤtten geleitet wird— aus dem Stallmiſte ausgewaſchen, in Gräben oder Pfützen geleitet und hier in Dunſt und mephitiſche Gasarten umgewandelt werden; daß die Pflanzen-Pathologie kein wirkſameres Mittel als die d Guͤlle vorſchreiben und der Landmann anwenden kann, um krän— kelnden Pflanzen— beſonders den kümmernden Winterſaaten— aufzuhelfen; daß die Düngerlehre keinen Dünger aufzuweiſen ver— nde Witin 1*) Beſchreibung und Reſultate der Fellenbergz'ſchen Landwirthſchaft elte zu Hofwyl, von Schwerz, Hannover 1816, S. 110. 404 mag, bei welchem das in ihm ſteckende Capital ſo ſchnell einer Wirth⸗ ſchaft wieder zufließen wuͤrde, wie es bei der Guͤlle der Fall iſt, und endlich, daß wir beim Grasland und bei den Kleefeldern keinen beſ— ſern Dünger anwenden können, als die Guͤlle, ſo ergibt ſich hieraus nicht nur die Unwirthſchaft in der Düngerbereitung und Aufbewah— rung, ſondern auch die Nothwendigkeit der Güllenbereitung, wenig— ſtens inſofern, als ſie die Pflanzen⸗Pathologie und die Graslandcultur erheiſchen*). Grüne Düngung. Im Allgemeinen. §. 415. Wenngleich die Wirkſamkeit der grünen Düngung weit gerin⸗ ger iſt, als die eines guten Stallmiſtes, ſo verdient ſie doch eine weit größere Beachtung, als ihr bisher von Seiten der deutſchen Land⸗ wirthe zu Theil geworden iſt, theils weil die Pflanzen eine ihren Säften bereits homogenere Nahrung erhalten, und theils weil ſie in vielen Fällen um Vieles wohlfeiler zu ſtehen kommt, als die Dün— gung mit Stallmiſt. Die Anforderungen, die an eine Pflanze geſtellt werden müſſen, welche zum Behufe der gruͤnen Düngung cultivirt werden ſoll, ſind folgende: 1. Daß ſie im Stande iſt, viele Stoffe aus der Atmoſphäre zu aſſimiliren, alſo die mit ihrer Nahrung mehr an die Atmoſphäre, als an den Boden gewieſen iſt. Die Pflanzen des erſten Nanges, die dieſer Anforderung ent— ſprechen, ſind die Fettpflanzen oder Craſſulaceen**), und unter den landwirthſchaftlichen die hülſenartigen Gewächſe, der Buchweizen und Spörgel. Da den letztern Pflanzen nur eine Erſchöpfung von 1¼ ihres *) Bei einem ausgedehnten Getreidebaue wird die Güllendüngung immer eine untergeordnete Rolle ſpielen, theils wegen ihrer Koſtſpieligkeit, theils wegen ihrer geringen phyſikaliſch-chemiſchen Einwirkung auf die Bodenthätig— keit, da ſie bei bindigen Bodenarten nicht im Stande iſt, jene Reaction her⸗ vorzubringen, welche bei der Anwendung des Stallmiſtes wahrgenommen wird, und die theilweiſe als die Bedingung ihrer Wirkſamkeit erſcheint.— Wenn man aber die Gülle nicht einmal in den angeführten Fällen an⸗ wendet, und den Stallmiſt dem Regen und der Sonne auf der Dungſtätte preisgibt, oder in kleinen Haufen auf den Feldern ſo lange liegen läßt, bis die kräftigſten Ingredienzen verflüchtigt ſind, ſo ſind dieß die ſicherſten Merkmale, um über eine Wirthſchaftsweiſe den Stab zu brechen. **½) Leider vermag die Botanik den Landwirthen keine Pflanze dieſer Familie aufzuweiſen, die im Großen cultivirt werden könnte. teocken Bereit nen E 6G virten ſtauz, 15¹, zielen. 9 der folgen der E welch 9 ivirt der V nachfe ſind,d 8 Veſta gau ſamn gung dl einet Ven⸗ r Tal i,m dern keine rbf ſit ſch inns 15 Ariat bih reitung,win Graslandelh zung weten ſe doch einme deutſchen anzen aneſ theils wlſ „als dean werdenni derden ſal, ſ dn Vrimt 9 von ü endüngun 5 „ ne Reackih rgenonma i eint. rten g Fäln 7 diſ Pfianze 405⁵ trockenen Erzeugniſſes zur Laſt gelegt werden kann, ſo beträgt die Bereicherung des Bodens durch ihre Unterackerung ¾ ihres trocke⸗ nen Ertrages. Geſetzt, der Ertrag der zum Behufe der gruͤnen Duͤngung culti— virten Wicken beträgt 20 Ctr. trockener oder 80 Ctr. friſcher Sub⸗ ſtanz, ſo belaͤuft ſich die Bereicherung des Bodens auf 15 Ctr. oder 150⁰, welche zureichend ſind, um eine mittlere Getreideernte zu er⸗ zielen. 2. Die Pflanze muß im Stande ſeyn, den Stickſtoff, welchen ihr der Boden und die Atmoſphäre reichen, zu binden, um bei der nach— folgenden Culturpflanze den Stickſtoffbedarf decken zu konnen. Im erſten Abſchnitte dieſer Abhandlung iſt gezeigt worden, daß der Stick⸗ und Kohlenſtoff zu den wichtigſten Elementen gehören, welche den Pflanzen zugeführt werden müſſen. Werden zum Behufe der grünen Düngung ſolche Pflanzen cul— tivirt, die nur wenige ſtickſtoffhältige Beſtandtheile beſitzen, wie z. B. der Buchweizen und einige Cerealien, ſo bleibt ihre Wirkung bei der nachfolgenden Culturpflanze unerheblich, da ſie nicht im Stande ſind, den Stickſtoffbedarf zu decken. Das Gegentheil muß bei Pflanzen mit vielen ſtickſtoffhältigen Beſtandtheilen, als z. B. den alkaloidführenden, Statt finden; da— her hat Hermbſtadt vor mehr denn 30 Jahren den Schierling, das Bilſenkraut, den Stechapfel und überhaupt, die viel Stickſtoff enthaltenden Giftpflanzen zum Behufe der grünen Dungung vor— geſchlagen). Betrachtet man die Culturpflanzen, mit Rückſicht auf ihren Stickſtoffgehalt in den Stengeln und Blättern, nach den Bouſſin— gault'ſchen Analyſen, wie ſie in der§. 35 angeführten Tabelle zu⸗ ſammengeſtellt ſind, ſo erſcheinen ſie zum Behufe der grünen Duün⸗ gung in folgender Ordnung geeignet: 1. Die Blätter der weißen Rüben(Brassica Rapa), welche 4,66 pCt. Stickſtoff enthalten**); *) Hermbſtädt's Archiv a. a. O., B. 1, S. 79. Die Allgem. landw. Zeitung von Rüder, 1838, Auguſt⸗Heft, hat aber⸗ mals den Hermbſtädt ſchen Vorſchlag als eine neue Erſcheinung zur Spra⸗ che gebracht, ohne eine einzige Thatſache anzuführen.— Gibt es denn auf dem deutſchen Boden kein Mittel, um dem Geſchwätz in den landw. Journa⸗ len Einhalt zu thun? Wie lange wird noch dieſen Unfug der Verein der deut— ſchen Landwirthe ungerügt anſehen?— **) Da der Rübſen und Raps die größte Aehnlichkeit mit dieſen Ruͤben beſitzen, ſo läßt ſich nach der Analogie der Stickſtoffgehalt ihrer Blätter mit 4,66 pCt., ſo lange ſie friſch ſind und die Pflanzen noch keinen Samen an⸗ 406 2. die Blätter der Nunkelrüben mit 4,62 pCt. Stickſtoff; 3. die Blätter des⸗Kopfkrautes mit 3,7 pCt. Stickſtoff; 4. die Blätter der Krautrüben; 5. der rothe Klee, 1,7 pCt. Stickſtoff; 6. die Luzerne, 1,7 pCt. Stickſtoff; 7. die Wicken, 1,57 pCt. Stickſtoff; S. die Erbſen, 1,05 pCt. Stickſtoff(nach Bouſſingault); 9. die Lupinen, 0,43 pECt. Stickſtoff friſch, oder 0,086 pCt. trocken; 10. der Spörgel, 0,4 pCt. Stickſtoff friſch, oder 0,08 pEt. trocken; 11. der Roggen, 0,22 pCt. Stickſtoff friſch, oder 0,044 pECt. trocken, und 12. der Buchweizen, 0,2 pCt. Stickſtoff friſch, oder 0,04 pCt. trocken(nach Dr. Sprengel). Würden die angeführten Pflanzen auch den übrigen Anforderun— gen entſprechen, ſo ließe ſich ihre Brauchbarkeit zum Behufe der grü— nen Duͤngung auch nach der angeführten Ordnung feſtſtellen. In— wieweit dieß ſeine Richtigkeit hat, wird die Folge lehren. 3. Muß ſich die Pflanze, die zum Behufe der grünen Düngung cultivirt werden ſoll, durch Schnellwüchſigkeit auszeichnen und einen großen Ertrag an Stengeln und Blättern liefern. In Beziehung auf den erſten Umſtand folgen die Pflanzen auf— einander: Buchweizen, Spörgel, Himalaya-Gerſte, Wicken, Erb⸗ ſen, weiße Rüben, Rübſen, Lupinen, die Winter-Cerealien, die Runkel⸗ und Krautrüben und das Kopfkraut. Die Kleearten, obwohl ſie der erſten Anforderung vollkommen entſprechen, wachſen in der erſten Periode nur ſehr langſam; daher verwendet man hier und da bloß den dritten Schnitt im zweiten Jahre beim Klee als grüne Düngung. Bei der grünen Düngung muß das Augenmerk vorzugsweiſe dahin gerichtet ſeyn, daß man nicht bemüßigt wird, auf eine Haupt— ernte Verzicht zu leiſten. Dieſes wird in nördlichen Gegenden nur durch die Cultur des Buchweizens, des Winterrübſens und des Winterroggens erreicht. In wärmern Ländern können überdieß geſetzt haben, veranſchlagen. Daraus läßt ſich erklären, warum der Winter⸗ rübſen in der Normandie mit einem ſo guten Erfolge zum Behufe der grü— nen Düngung für den Weizen cultivirt wird.— Aus demſelben Grunde ver— wendet der Niederländer die Blätter des Kopfkrautes mit ſo gutem Erfolge zur Düngung. Nach Dr. Sprengel enthält der friſche Raps nur 0,35 pECt., alſo der trockene 06,07 pCt. Stickſtoff(1!).(Düngerlehre a. a. O., S. 265.) noch Haup. nachfe welche zen a gende nicht könn 6 wend Länd werd die ihre antſ eult wir R. Stiſtf Bicſuf. uſſſingaul oder* 0,086 9, 6 80, de 0,, „oder O,04 rigen Anfee m Vähudr. ng feſtſelann lehren. grünen din zeichnen win die Pfereu ſte, in b⸗ ter⸗Sanlen d erung volkewen rlangſan d dnitt in wei erk vor nagini auf eine Hu T Gegende m übſens ndd onnen itent rum ur Ee Behuft de lben Grunden w germ it 3 h pbt⸗ alb d 295,) 407 noch die Lupinen und Wicken angebaut werden, ohne auf die Haupternte eines Jahres zu verzichten, wenn der Cinquantin die nachfolgende Frucht iſt. In Beziehung auf die Groͤße des Ertrages, welchen die gewoͤhnlich zur grünen Düngung angewendeten Pflan— zen auf einem magern Boden liefern, iſt die Aufeinanderfolge fol⸗ gende: 1. Lupinen geben ſammt Wurzeln im Durchſchnitte pr. Joch 300 Ctr. friſche oder 60 Ctr. trockene Subſtanz, 2. Rübſen u. Raps 150 Ctr. friſche u. 30 Ctr. trockene Subſt., 3. Wicken 120 ⸗„ ⸗ 25 ⸗. 2 4. Buchweizen. 100 ⸗ ⸗- ⸗2 20 ⸗ ⸗ ⸗ 5. Noggen. 90 ⸗- 2 30 ⸗ ⸗- u. 6. Spörgel. 80 ⸗„ 16⸗. 2 4. Darf der Samen der zur gruͤnen Duͤngung beſtimmten Pflanze nicht koſtſpielig ſeyn; alſo muß man denſelben leicht gewinnen können. Der Samen der Lupinen hat bisher keine vortheilhaftere Ver— wendung, als die der Düngung bei den Feigen; daher kann er in Ländern, in welchen er zur vollen Reife gelangt, wohlfeil bezogen werden. Die Erbſen ſind zur gruͤnen Dungung— in Beziehung auf die Größe des Eintrags— weit geeigneter als die Wicken; allein ihr Samen iſt noch zu koſtſpielig, als daß ſich der gemeine Landmann entſchließen knnte, dieſelben zum Behufe der grünen Düngung zu cultiviren. Die Menge des Samens, die zur Ausſaat pr. Joch erfordert wird, beträgt: 4— 5 Metzen bei Lupinen, 3 ⸗ beim Roggen, 2* bei Wicken, 1 ½ ⸗ beim Buchweizen, 15— 20 Pfund beim Spoͤrgel, 42—⸗ ⸗ Rüubſen und Raps. 5. Die zur gruͤnen Duͤngung beſtimmten Pflanzen ſollen ſo viel als möglich tiefe Wurzeln treiben, damit ſie ſich die im Untergrunde befindliche Nahrung aneignen und den darauf folgenden Pflanzen zuführen können. In dieſer Beziehung ſtehen die Kleearten, insbeſondere die Lu— zerne, oben an; dann folgt der Rübſen, die Lupinen, die Wicken, der Roggen, der Buchweizen und Spörgel. 408 Insbeſondere. -§. 416. Die Pflanzen, welche bisher zum Behufe der gruͤnen Düngung angewendet werden, ſind: Die Lupinen, die Wicken, der Buchweizen, der Spörgel, der Roggen, der Rübſen und Raps*). Lupinen. §. 417. Die Lupinen gedeihen unter allen landwirthſchaftlichen Pflan⸗ zen am beſten, ſelbſt in ſolchen Bodenarten, die keine Spur von Hu— mus aufzuweiſen vermögen**); daher hat man ſie mit Recht ſchon in den älteſten Zeiten zum Behufe der grünen Düngung cultivirt. Ihrer Anwendung in den nördlichen Landern ſteht jedoch der Umſtand im Wege, daß der Lupinenſamen nicht alljährlich zu einer vollkommenen Reife gelangt und daher aus wärmern Ländern be⸗ zogen werden muß***⁸). §. 418. Um den Ertrag der Lupinen zu berechnen, welcher erfordert wird, um den Bedarf an Stickſtoff bei den einzelnen Culturpflanzen zu decken, dazu wird eine genaue Analyſe der Lupinen erfordert, welche jedoch die Literatur nicht aufzuweiſen vermag, da Bouſſin— gault ſeine ſchwierigen Unterſuchungen auf die Lupinen nicht ausdehnte. *) Man hat in der neuern Zeit Unkräuter, ohne dieſelben näher zu be⸗ zeichnen, zum Behufe der grünen Düngung vorgeſchlagen. Den ungünſtigen Erfolg, den ich mit mehrern Unkräutern erzielte, erſieht man aus der Beilage sub Nr. II. Nach meiner Anſicht verdienen unter unſern wildwachſenden Pflan— zen die Königskerze(Verbascum Canatum und Thapsus), die Brennneſſel, der Sandhafer und die Nachtleuchte(Oenothera biennis und muricata) auf einem ſterilen Boden eine beſondere Beachtung. **) Wer ſich hiervon überzeugen will, der lege einige Samen in bloßen Sand und begieße denſelben mit reinem Waſſer. Die Lupinen werden bei zu⸗ reichender Feuchtigkeit und Wärme üppig vegetiren, blühen und bei zureichen⸗ der Wärme auch Samen anſetzen. *) In den Jahren 1835 bis 1839 erhielt ich auf dem Verſuchshofe zu Laibach bloß 1836 vollkommen reifen Samen. In den übrigen Jahren blüh⸗ ten die Lupinen bis in den November und ſetzten nur wenig vollkommen rei⸗ fen Samen an; daher bleiben mir manche Angaben unbegreiflich, welche Schlich in ſeinem Werke:„Die Düngung mit Lupinen“ ꝛc., Berlin 1838, anführt, und wie ſie bei Wulffen auf Pietzpuhl bei Magdeburg, wo er die Lupinen ſeit mehrern Jahren im Großen mit dem beſten Erfolge anwendet, reifen Samen tragen können.— Da die blaue Lupine(Lupinus coeruleus) bei mir immer vollkommen reifen Samen getragen hat, ſo glaube ich, daß dieſe Pflanze Fer nördliche Länder weit geeigneter erſcheinen dürfte, als die weiße Lupine. Ihr Ertrag iſt jedoch bedeutend geringer als bei der weißen. P 83 ilſ 34.4 Lupi das ſtoff weiz geſe Weiz d N Lupi anen dinze ◻2 d porge. w aftlihen gir eSpur vonge mit niß sung ealiuit ſteht järon ljähr wim nern känden welcher e Culturpivye pinen eienn da vorſir e Lupixnrlit wachſenden. die Bemmnſt d muricataſ Samen uri mwerden bi n bei urite Vrfſziin n Jahrin lüt vollkommel riflic/ ralh „Berlin 8 Irg, wo trdi plge anweldl 18 cienken 3 ich, 3 , ale d 15 vein 409 Wird der Stickſtoffgehalt der Lupinen nach der Analogie der Erbſen mit 1,05 pCt. veranſchlagt(Tabelle zu§. 35), ſo läßt ſich die Gröͤße des Lupinenertrages mit Hilfe dieſer Tabelle leicht be— rechnen, welche erfordert wird, um den einzelnen Euliu pſlanz en den Etiil ſkoſſbedarf zuzuführen. Der Stickſtoff der Weizenernte beträgt, nach§. 35, 36 Pfund, und da 100 Pfund trockenen Lupinenkrautes 1,05 Pfund Stickſtoff enthalten, ſo hat man: 36: 1,05= X: 1,00, alſo 36.100 X= 65— 3428 Pfund, oder 34 Ctr. trockener, oder ,05 34.4= 136 Ctr. friſcher Subſtanz, d. h. der Ertrag der Lupinen muß pr. Joch 136 Ctr. betragen, wenn das grün untergeackerte Lupinenkraut den Stick ſtoffbedarf einer gewöhnlichen Durchſchnitts⸗ weizenernte vollkommen decken ſoll, voraus⸗ geſetzt, daß der ganze Stickſtoffgehalt von dem Weizen aſſimilirt wird— eine Vorausſetzung, welche in der Wirklichkeit nicht eintritt, und daher reicht auch die Ernte der Lupinen, mit 300 Ctr., gewöhnlich nur für eine Frucht. Nach der Analyſe Sprengell's ſind in den 300 Ctr. Lupi⸗ nenkrautes 129 Pfund Stickſtoff enthalten, von welchen ſich der Weizen nur 36 Pfund aneignet. Auf gleiche Art läßt ſich der Ertrag der Lupinen für die übrigen Eulturpflanzen berechnen, vor welchen die Lupinen zum Behufe der grünen Düngung cultivirt werden, da ihr Stickſtoffgehalt in der §. 35 angeführten Tabelle angegeben erſcheint. Wicken. §. 419. Was die Lupinen für ein warmes, das ſind die Wicken fuͤr ein kaltes Klima. Sie ſind zur grünen Düngung in Beziehung auf den Stickſtoffgehalt weit geeigneter als die Erbſen, da der Stickſtoffgehalt ihrer Stengel 1,57 pCt. beträgt(Tabelle zu§. 35). Die Menge, die angewendet werden muß, um den Stickſtoff— bedarf bei den einzelnen Culturpflanzen zu decken, läßt ſich ebenſo wie bei den Lupinen berechnen. Nach§. 35 beträgt der Stickſtoffgehalt einer Durchſchnittsernte beim Weizen 36 Pfund, daher hat man: 410 36: 1,57 2X: 100, alſo 36.100 1,5 trag der Wicken muß 23 Ctr. trockener oder 23.4 — 92. Ctr. kriſcher Subſtanz betragen, wenn durch ihre gruͤne Duüngung der Bedarf an Stick⸗ ſtoff bei dem nachfolgenden Weizen gedeckt wer⸗ den ſoll. Nach den Erfahrungen Chance y's ſollen die Wicken weit wirkſamer ſeyn als der Stallmiſt, und die Koſten, welche ſie zum Behufe der grünen Düngung verurſachen, nur 1, des Werthes einer Stallmiſtdüngung betragen(1)*). — 2292 Pfund oder 23 Ctr., d. h. der Er⸗ X+— Buchweizen. §. 420.. Wenngleich der Buchweizen auf einem magern Boden einen verhältnißmäßig großen Ertrag abwirft, ſo erhält doch ſein Kraut unter allen landwirthſchaftlichen Pflanzen den geringſten Stickſtoff, und daher iſt er zur grünen Düngung bei Weitem nicht ſo geeignet, wie die hülſenartigen und die andern blattreichen Culturpflanzen. Spörgel. §. 421. Ein ähnliches Bewandtniß hat es mit dem Spöͤrgel, wie mit dem Buchweizen; da er jedoch noch unter weit ungünſtigern Ver⸗ hältniſſen gedeiht, als der Buchweizen, ſo verdient er in kältern**) Gegenden auf ſterilen Grundſtücken, die als drei-, ſechs-, neun- ꝛc. jähriges Roggenland behandelt werden, eine weit größere Beach— tung, als ſie ihm bisher zu Theil geworden iſt. Roggen. §. 422. Schon im vorigen Jahrhunderte hat man hier und da den Rog⸗ gen zum Behufe der grüͤnen Düngung angewendet, und 1819 hat Giobert***) den Roggen als eine vorzügliche grüne Duͤngung, *) Comptes rendus travaux de la société d' agric. de Lyon pour 1821, p. 166. **) In warmen Gegenden ſind die Lupinen die geeignetſte Pflanze, die man zur grünen Düngung, ſelbſt auf den ſterilſten Grundſtücken, anwenden kann. ) Del sovescio e nuovo systema di cultura fertilizzante senza dispendio di concio. Torino 1819.— Mit ſehr viel Scharfſinn hat der He Fa der d der ⸗ er oder 9 gen, ven if an Sit gedecktn⸗ olln diri ſien, walchſ 11 des Wtg. ern Voden u t doch ſaie ngſten eiti nicht ſoin Lulturpfinn vpör nlri nginſigmbe er in lulkni ſechs⸗Teul⸗ tgrößer Na nd da du rund[8109 une Dürgu dde IFo” hlli 411 beſonders zu Mais, erklärt. Comparative Verſuche über die grüne Düngung mit Roggen ſtellte Kaineville an, nach welchen 6 Pfund grünen Noggens gleich ſind 6 Loth getrocknetem Blute*). Da nach Derosne 1 Pfd. trockenen Blutes gleich iſt 3 Pfd. Knochenmehl oder 72 Pfund Pferdedünger, ſo wären 32 Pfund grünen Noggens 72 Pfund Pferdedünger in der Wirkung gleich zu ſetzen**). Wenn man erwägt, daß das Roggenſtroh nur 0,2 pCt. Stick⸗ ſtoff enthält und ſein Ertrag nur 30 Ctr. beträgt, ſo muß man die obigen Angaben als gewöhnliche franzöſiſche Uebertreibung erklären. Man mag was immer für einer Dungerart das Wort noch ſo gelehrt führen, ſo bleibt doch die Behauptung unerſchuͤtterlich ſtehen, welche der ſchlichte, aber geſunde Menſchenverſtand ausſpricht: „Trotz eurem gelehrten Weſen über Düngerſurrogate iſt doch keines im Stande, den Stallmiſt vollkommen zu erſetzen.“ Rübſen. §. 423. Der Winterrubſen wird in der Normandie ſeit undenklichen Zeiten als gruͤne Düngung zum Weizen cultivirt. Man verfährt hier auf folgende Art: Der Rübſen wird das erſte Mal im Herbſte angebaut, im darauf folgenden Frühjahre untergeackert und der Boden mit Erbſen beſtellt. Nach der Ernte der Erbſen wird der Boden zum zweiten Male, Mitte Auguſt, mit Rübſen beſtellt, dieſer umgepflügt und das Feld mit Winterweizen beſtellt***). Für magere Grundſtücke iſt der Winterrübſen nicht geeignet, weil ſein Ertrag bis zur Zeit der Un terackerung zu unbedeutend iſt. Ueberhaupt iſt die Bereicherung ſehr erſchöpfter Grundſtücke durch die grüne Düngung, mit Ausnahme der Lupinen, unerheblich, und daher kann ſie nur dort mit Vortheil in Anwendung gebracht werden, wo die Grundſtücke noch einen Vorrath von altem Humus enthalten †). —— Verfaſſer in dieſem Werke den Dünger behandelt und der grünen Düngung das Wort geführt. *) Cuitivateur 1832, T. 5, p. 88. **) Agricultur Manuf., Avril 1832, p. 22; Dingler's Journ. B. 11, Heft 43 und Univerſalblatt von Putſche, B. 4, S. 126. *) Dingler’'s Journ., B. 5, S. 110. †) Die Wirkſamkeit der grünen Düngung durch ſtatiſche Grade in jedem Falle auszudrücken, wie es Freiherr von Voght„Ueber manche Vortheile der grünen Düngung“, Hamburg 1834, gethan hat, getraue ich mich nicht, da Knochenmehl. §. 424. Seit mehr als zwanzig Jahren währt der Kampf unter den Landwirthen üͤber die Wirkſamkeit der Knochendüngung, und fragt man nach den Thatſachen, auf welche ſich die Verſchiedenheit d der Anſichten ſtützt, ſo wird dieſe Frage nicht nur unbeantwortet gelaſ⸗ ſen, ſondern man findet, daß die Begründung der einen ſo wie der andern Anſicht auf einer Polemik beruht, die ihre Prämiſſen nicht einmal aus der Betrachtung des Pflanzenlebens deducirt. Bei dieſem Sachverhalte uͤber die Knochendüngung glauben wir keine überflüſſige Arbeit zu unternehmen, wenn wir dieſen Ge— genſtand in der Statik des Landbaues kritiſch durchführen. §. 425. Die Knochen(Rinds-) ſind nach Berzelius zuſammen⸗ geſetzt aus: 55,450 phosphorſaurer Kalkerde, 3,850 kohlenſaurer 2 3,450 Natron mit Spuren von Kochſalz, 2,950 kohlenſaurer Kalkerde, 1,000 Fluorcalcium, und 33,300 Knorpel, Geäder und Fett. 100,000. Nach Karſten enthalten die Knochen 60 pEt. erdartige Stoffe, 30 pCt. Gelatine und 10 pECt. Fett*). D'Arcet veranſchlagt die thieriſche, verbrennbare Subſtanz in den Knochen(Nind?) mit 43,86 pCt. und den phosphorſau⸗ ren Kalk mit 56,14 pCt.**). Der Durchſchnitt der thieriſchen Subſtanz(Kabipelh in den Knochen beträgt dieſem nach 40 pCt.(genau 39,05). Die Knor⸗ pelſubſtanz iſt zuſammengeſetzt aus: 8,28 Kohlen⸗, 27,59 Sauer⸗, 16,09 Stick⸗, und 8,04 Waſſerſtoff. hierzu noch weit mehr Erfahrungen erfordert werden. Dieſes Werk enthält viel Belehrendes. *) Erdmann's Journ., Jahrg. 1832, B. 1, 64. *) Bulletin de la Societé d'Encouragement, SNr. 220, p. 385, und Dingler's Journ., B. 23, S. 244. ſen ipf untee d dtwor tergeg⸗ einen ſol wieͤe Prmiſin ct Ueirt. ngung ſi wir dieſe be ühren. us zſcwne pét ddadg Ibate ubſen ploebhere norpel) in ). Die Ai „hthalt Werk elttt h, p 385, n §. 426. Nach dieſen Angaben reducirt ſich die Wirkſamkeit der Knochen a) auf die unorganiſchen, und b) auf die thieriſchen Beſtandtheile. Zu a) Was die Wirkungen der unorganiſchen Beſtandtheile bei der Vegetation anbelangt, ſo wäre es überflüſſig, hierüber et⸗ was Näheres anzuführen, da das Detail über den Einfluß der un— organiſchen Koͤrper auf die Vegetation in den§§. 45 bis 51 an- gegeben wurde. Hier genügt die Bemerkung, daß die unorganiſchen Beſtand— theile der Knochen bei ihrer Wirkſamkeit nur eine untergeordnete Nolle ſpielen, welche in der Verminderung der Cohäſion des Bo— dens, alſo in der ſchnellern Austrocknung und Erwärmung, ſo wie in der Neutraliſirung oder Bindung der Säuren beſteht. Zu b) Im erſten Abſchnitte dieſer Abhandlung iſt nachgewie⸗ ſen worden, daß es ſich bei der Ernährung der Pflanzen vorzugs— weiſe um die Zuführung des Stick- und Kohlenſtoffes handelt. Da dieſe beiden Elementarſtoffe in den Knochen enthalten ſind, ſo folgt hieraus, daß die Wirkſamkeit der Knochen aus dieſen er— klärt werden muß. Damit ſich aber die Pflanzen den feſtgebunde— nen Stick- und Kohlenſtoff aneignen können, dazu wird erfordert: 1. Daß die nicht ausgelaugten Knochen in ein feines Mehl um— gewandelt, und 2. auf einem Boden zu ſehr ſtickſtoffhaltigen Pflanzen angewen— det werden, wo die Bedingungen der Gährung, als: Wärme, Feuchtigkeit und Luft, in einem entſprechenden Verhältniſſe einwirken, damit ſie allmählich zerſetzt und die entbundenen Stoffe den Pflanzen zugeführt werden können. Ohne dieſe beiden Bedingungen bleibt die übertrieben an— geprieſene Kno riiir it ohne allen Erfolg; denn iſt der Boden zu bindig, das Klima nicht ſehr warm, und man wendet nicht eine ſo große Menge Knoch Knnehl an, daß dadurch die phyſikaliſche Beſchaffenheit des Bodens verändert werden kann, ſo bleiben die Knochen im Boden unzerſetzt, oder die Zerſetzung erfolgt in einem ſo geringen Grade, daß die entbundenen Stoffe keine ſichtbare Wirkung hervorzubringen vermögen. Bei einem lockern, warmen Boden und einem trockenen, war— men Klima ſchreitet die Gährung raſch von Statten; allein da wegen Mangel an Regen die entbundenen Stoffe den Pflanzen mit 114 dem Waſſer nicht zugeführt werden können, ſo bleiben die Knochen nicht nur wirkungslos, ſondern ſie wirken ſogar nachtheilig auf die Vegetation, indem ſie den ohnehin lockern Boden noch hitziger ma— chen, alſo ſeine Austrocknung befördern*). Werden dagegen die Knochen auf einem lockern Boden bei einer feuchten Atmoſphäre angewendet, dann ſchreitet die Gährung regelmäßig vor, und die entbundenen Gasarten werden den Pflan— zen mit der Feuchtigkeit zugeführt, alſo die Vegetation befördert, falls die Culturpflanzen viel Stickſtoff zur Bildung ihrer nähern Beſtandtheile bedürfen. Die bei der Gährung der Knochen ent— bundenen Gasarten ſind faſt durchgängig ſtickſtoffhältig. Werden nun nach der Knochendüngung Pflanzen cultivirt, die wenig ſtickſtoffhältige Beſtandtheile zu erzeugen vermögen, als: die Cerealien überhaupt, und insbeſondere der Roggen, Hafer und die Gerſte ꝛc., ſo bleibt doch das Knochenmehl ohne erhebliche Wirkung, ungeachtet die Bedingungen ſeiner Zerſetzung in einem entſprechen— den Verhältniſſe eingewirkt haben. Folgen hingegen nach der Knochendüngung Pflanzen, deren blattartige Gebilde viel Stickſtoff aufzuweiſen vermögen, wie z. B. die weißen Rüben(Turnips), die Kleearten, der Rübſen, der Hanfec. (Tabelle zu§. 35), dann erſt vermag dasſelbe auffallende Wir⸗ kungen hervorzubringen und die Widerſpruche in den Angaben zu rechtfertigen. §. 427. Um den relativen Werth der Knochen- zu der Stallmiſtdüngung beſtimmen zu können— welcher äußerſt verſchieden angegeben wird—, ſoll von der abſoluten Menge, welche erfordert wird, um den Culturpflanzen den Stickſtoff zuzuführen, ausgegangen und angenommen werden, daß die Wirkung einer Knochendüngung durch vier Jahre anhalte. Bei dem Turnus: 1. Weiße Rüben, 2. Gerſte mit Klee, 3. Klee, und 4. Wei⸗ zen, werden in vier Jahren: *) Um die ſchnelle Zerſetzung des Knochenmehls zu verhindern, ſetzt man demſelben in Frankreich etwas Salpeter und in Deutſchland Kochſalz zu. Gulletin a. a. O., Nr. 220, p. 385, und Dingler's Journ., B. 23, 2 S. 559.) 1 do in den⸗ h) Knocht 776⁵ den! zu de 9 A —n die 15 ſthelü haüg wi 1 ch hi hizige Rer me⸗ ern Badn i et die Gaher dbeng tden den engzu Hll gation beit ag ihre 1 r Kno chen ii alt iig. en cultioinä mögen, ae i Hafer und ebliche Viin, nem entſuce Pflanzen i nögen viſ bſen, dezunn auffalntedi den Aunta taliniſdinnn eden uxäe ordert widn 6 uen 1 mi rguunr Wi⸗ und 4. 39 dern, et u nd Kotſtl Journ, ³* 1 415 307 Pfund Stickſtoff bei den Rüben, 29 ⸗— ⸗ der Gerſte 125 ⸗. beim Klee, und 36 ⸗— ⸗ Weizen, zuſammen 497 Pfund erzeugt(§. 35, Tabelle). Da die Knorpelſubſtanz 16 pECt. Stickſtoff enthält und dieſe in den Knochen 40 pECt. beträgt, ſo hat man: a) 497: 16=: 100, mithin 497 100 Sa h—= 3106 Pfund Knorpelſubſtanz, und 3106. 100 b) 3106: 40= y: 100, alſo y—— 7765 Pf. 40 Knochen, d. h, es müſſen pr. Joch in vier Jahren 7765 Pfund Knochen angewendet werden, um bei den voranſtehenden Pflanzen denStickſtoffbedarf zu decken. Da nach Tabelle L,§. 255, im vorliegenden Falle: 18220 Pfund Rinds⸗Excremente bei den Rüben, 4770 ⸗ ⸗ ⸗ der Gerſte, 737,1A ⸗ beim Klee, und 1865 ⸗ ⸗ ⸗- Weizen, zuſammen 19226 Pfund Rinds⸗Excremente erfordert werden, um den Stickſtoffbedarf zu decken, ſo iſt das Verhältniß der Knochen— zu der Stallmiſtdüngung wie 7765:19226, oder 100:247, d. h. 100 Pfund Knochenmehl ſind gleich 247 Pfund Rinds⸗Excrementen. Da ferner§. 255 nachgewieſen wurde, daß 100 Pfund Stall⸗ miſtes auf 10 kr. zu ſtehen kommen, ſo haben 100 Pfund Knochen⸗ mehl bei der landwirthſchaftlichen Ausnützung einen Werth von 25 kr., während ihr gegenwärtiger Verkehrspreis 30 bis 60 kr. beträgt. Wenn man zu allem dem erwägt, daß der Preis der Knochen bei der fortſchreitenden Zuckererzeugung aus Runkelrüben fortwährend im Steigen begriffen, und daß die Knochendüngung nur in weni— gen Fällen mit einem günſtigen Erfolge verbunden iſt, ſo muß man ſich billig wundern, daß noch heutzutage die Repräſentanten der landwirthſchaftlichen Intelligenz in Deutſchland bei ihren Zuſam— menkünften ſo viel Weſen mit der Knochendüngung machen, und 416 viele derſelben ſich ſogar entbloͤden, derſelben, wenngleich auf Koſten der Wahrheit, in den öffentlichen Blättern das bloße und leere Wort zu führen. Um in der Folge eine jede Polemik über dieſen viel zu viel be— ſprochenen Gegenſtand leichter würdigen zu können, ſtellen wir noch die bisherigen Erfahrungen und Anſichten über die Knochendüngung zuſammen: Nach Wred's Verſuchen zeigt ſich das Knochenmehl als ein bloßes Lockerungsmittel des Bodens*). Nach Dombasle’'s Verſuchen war die Wirkung ungünſtig**). Freiherr von Voght fand das Knochenmehl unwirkſam, und ebenſo Kuͤrte*nn), Papſt und Lengerke*). Als eine der wirkſamſten Düngerarten wird das Knochenmehl von Ebner geſchildert †). Derosne ſetzt 3 Pfund Knochenmehl gleich 72 Pfd. Pferde⸗ dunger ††). Nach Freiherrn von Ehrenfels wird 1 Ctr. Knochenmehl 12 Ctr. Stallmiſt gleichgehalten. Nach engliſchen Erfahrungen iſt das Verhältniß der Wirkung der Knochen zu dem Stallmiſte wie 7:5 in Beziehung auf die Güte des Korns, 54 ⸗ ⸗=⸗ ⸗ Menge des Korns, und 32 ⸗ ⸗- ⸗ Dauer der Wirkung 1 ††). Die Doncaster agriculture assotiation ernannte eine Commiſ⸗ ſion, welche ein Gutachten über die Wirkungen der Knochendüngung abgeben ſollte. Das Weſentlichſte dieſes Gutachtens iſt: 1. Daß das Knochenmehl nur auf einem Sand-, Kalk-, Kreide— und Torfboden als ein ſchätzbarer Dünger erſcheine, dagegen auf einem ſchweren Boden wirkungslos bleibe. Nach andern engliſchen Erfahrungen wirkt das Knochenmehl auch auf einem bindigen Boden, wenn derſelbe humusreich iſt und pr. Acre 45— 60 Buſhel angewendet werden, daß aber durch dasſelbe die Anwendung des Stallmiſtes nicht entbehrlich wird rrt). *) Möglinſche Annalen, B. 17, S. 147. **) Annal. agric. de Roville, Paris 1824, p. 213. **) Möglinſche Annalen, B. 17, S. 344, und B. 29, S. 224. ***) Univerſalblatt von Putſche und Schweitzer, B. 5, S. 28. *) Knochenmehl als der wirkſamſte Dünger, Heilbronn 1829. †9) Agricultur Manuf., Avril 1832, p. 22, und Dingler's Journal, B. 41, Hft. 1. †*) univerſalblatt, B. 13, S. 61. †r) Univerſalblatt, B. 5, S. 11. Il 158,1 Verhan N weit hhieriſ Ma 1 97 und R 3— 1 auf! - en! ſtiſche cher! ſteht, der? von linſch 51 eich auf Feſan und leereAan diel zndi ſtellen wir n nochendürgn⸗ ſenmehl a3 ounginſig) euwiriſin, m 4) as Krochenmd tr. Kuocun iß der ain waine Corwi⸗ nocendingng 11 Kalk⸗ Kredd⸗ geine, dgt SKnochenne V if und aher durch nnt rtti er Geauenu. 417 In der Encyclopadie der deutſchen Landwirthſchaft, 1837, S 158, heißt es: daß es bloß auf feuchtem Boden wirke. Nach den Verhandlungen der königl. ſchwediſchen Academie, Jahrg. 1833 und 1834, wirkt es bloß auf trockenen Grundſtücken. 2. Daß es mit Stallmiſt vermengt am meiſten wirke; 3. daß es in dem Falle, als es mit anderem Dunger nicht gemengt iſt, mit dem Samen ausgeſtreut werden ſoll, und 4. daß von gemahlenen Knochen 25 Buſhel(à 0,57 Metzen) und von ungemahlenen 40 Buſhel pr. Acre(1125 Wiener ◻ Klftr.) angewendet werden müſſen, um die beabſichtigte Wirkung hervorzubringen*). Nach franzöſiſchen Erfahrungen ſollen die gekochten Knochen weit wirkſamer(!) ſeyn, als die ungekochten, weil bei erſtern die thieriſche Subſtanz mit der Knochenerde nicht ſo innig verbunden iſt, als bei den letztern**). Nach den comparativen Verſuchen des Domänenpächters Maier betrug der Ertrag der Kartoffeln bei der Knochendüngung 97 und auf dem ungedüngten Felde ebenfalls 97 Gwthle.***). Nach Lampadius wirkt das Knochenmehl nur dann, wenn 3— 4 Scheffel(à 225 Pfd.), welche 132 Pfd. Gallerte enthalten, auf 150 ◻ Ruthen angewendel werden †). Nach meinen im Laufe d. J. eingeleiteten comparativen Verſu— chen uͤber die Wirkſamkeit von 472 Düngerarten zeigt ſich das aus friſchen Knochen gewonnene Mehl am wirkſamſten beim Hanf, wel— cher bei dem mit Knochenmehl gedüngten Verſuche weit üppiger ſteht, als ſelbſt beim Pferde- und Rindviehmiſt. Dieſe widerſprechenden Angaben ſind zureichend, um ſich von der Art und Weiſe unſers Forſchens eine klare und deutliche Vor— ſtellung zu verſchaffen. In den meiſten der angeführten Fälle iſt we— der die Beſchaffenheit des Bodens, des Klima, der Culturpflanzen, der Erzeugniſſe, der angewendeten Knochen, noch der Betrag 5 Koſten angegeben, und doch bemüht ſich Jeder„Wahrheit“ z verkünden. Durch die vorangeſchickten Andeutungen glauben wir dieſen Ge— genſtand auf eine zuverläſſigere Grundlage zurückgeführt zu haben. *) British farmers magazine, Vol. III., p. 208, und univerſalblatt von Schweitzer, B. 6, S. 129. **) Annales de l'agric. française, par Tessier, Nr. 67, und Mög⸗ linſche Jahrbücher, von Körte, B. 1, S. 36. ***) Möglinſche Jahrbücher, B. 1, S. 39. †) Erdmann’'s Journal, Jahrgang 1828, B. 1, S. 23, Hlubek’'s Statik. 27 Kobhble. §. 428. Seit der Einführung der Zuckererzeugung aus Runkelrüben wird die Frage verhandelt: ob das gebrannte und in den Zucker— fabriken bereits benützte Knochenmehl oder Spodium als Dunger mit Vortheil angewendet werden koͤnne? Um dieſe Frage genügend beantworten zu können, iſt es vor Allem erforderlich, die Eigenſchaften der Kohle überhaupt und die des ausgenützten Spodiums insbeſondere näher zu betrachten. Dieſe Eigenſchaften ſind: 1 . 70‿ Beſitzt die Kohle zertheilt und angefeuchtet keine Cohäſion; daher werden durch ſie bindige Grundſtücke gelockert; beſitzt ſie vermöge ihrer dunklen Farbe die größte Erwärmungs— fähigkeit unter den bekannten Düngerarten und Bodenbeſtand— theilen; daher knnen durch ihre Anwendung kalte Grundſtücke in ihrer Erwärmungsfähigkeit und mithin in ihrer Thätigkeit geſteigert werden*); hat die Kohle ein ſehr große es Abſorbtionsvermögen für die verſchiedenartigſten Gasarten und Dünſte; ſie vermag alſo den Pflanzen die Elementarſtoffe aus der Atmoſphäre zuzufüh— ren, ihre Excretionen zu verſchlucken und mithin die Vegetation auf dieſe zweifache Weiſe vermöge ihrer Abſorbtionsfähigkeit zu befördern; wirkt die Kohle antiſeptiſch oder fäulnißwidrig; daher kann ſie das weitere Umſichgreifen der Fäulniß verhindern, von welcher die Pflanzen angegriffen ſind; beſitzt ſie eine große Verwandtſchaft zum Sauerſtoffe, mit wel chem der Kohlenſtoff die Kohlenſäure bildet, welche als die vorzüglichſte Nahrung der Pflanzen erſcheint; 6. beſteht die Thierkohle aus: 88 Theilen phosphor-, kohlen- und ſchwefelſaurem Kalke, etwas Schwefeleiſen und Eiſenoxyd, 10 ⸗ Kohlenſtoff, und 2—⸗ Kohleneiſenſilicium**); und *) In Norwegen wird der Schnee auf den Feldern mit Kohle oder Aſche beſtreut, um ſein Schmelzen zu befördern. In der Gärtnerei wendet man Kohlenpulver an, um die Südfrüchte, wie z. B. Melonen, zur vollkommenen Zeitigung zu bringen. **) Die Runkelrübe, i ihr Anbau und die Gewinnung des Zuckers aus der⸗ ſelben, von Dr. F. Hlubek, Laibach 1839, S. 66. T werde Berli⸗ Düng 4 ſchaft ſtellte grüt wirth Rege 1 — ³ Kaukelage in den zuc⸗ um als Dinae nen, iſt s w ahaupt ude etrachten, Tiſ keine ohiin gelockert teErwätmun d Vodenbeii alte Grndit ihrer Dii ermöge n ſie derung ſpharezewit ndie vegettin büenäftigket ig; dober ien erhindern, dn oft, nitwe welche ae d eurem Kalke, — 7 ohle oder Nich ie Eldftici” ſcers aue dei⸗ 419 7. enthält die bereits in den Fabriken angewendete Thierkohle überdieß noch Schleim, Farb- und Eiweißſtoff, Spuren von Zucker, Kali und Kalk. §. 429. Nach dieſen Eigenſchaften ſollte man zu der Folgerung geführt werden, daß die Kohle, und insbeſondere die in den Zucker- und Berlinerblaufabriken bereits benuͤtzte Thierkohle, zu den kräftigſten Düngerarten gezählt werden könne. Nach den Verſuchen, welche ich im Auftrage der k. k. Landwirth⸗ ſchaftsgeſellſchaft in Krain mit dem ausgenützten Spodium an— ſtellte“*) und von welchen die wichtigſten in der Beilage sub X an- geführt erſcheinen, ſo wie nach den Erfahrungen, welche die Land⸗ wirthe um Krainburg in Krain eingeholt haben, laſſen ſich folgende Regeln in Beziehung auf die Wirkſamkeit des Spodiums aufſtellen: 1. Das unvorbereitete Spodium, es mag auf welche Art und bei welchen Pflanzen immer angewendet werden, bleibt auf einem ſandigen, trockenen Boden wirkungslos; 2. bei bindigen Bodenarten erſcheint das unvorbereitete Spo— dium, wenn es in größerer Quantität angewendet wird, als ein Verbeſſerungsmittel der Bodenmiſchung; 3. mit Erde, Straßenkoth oder Grabenſchlamm vermiſcht zeigt es ſich, auf feuchten Wieſen ausgeſtreut, wirkſam, und 4. bringt es, mit thieriſchen Excrementen— beſonders der Schafe und Pferde— vermengt, günſtige Wirkungen hervor; vor— zugsweiſe aber dann, wenn es über den Buchweizen ausgeſtreut oder in die Kartoffelreihen gebracht wird**). * Oppelsdorfer Kohle. §. 430. Eine beſondere Art der Kohle iſt die ſogenannte Oppelsdorfer Kohle, welche bei Zittau in Sachſen gewonnen wird. *) Die Veranlaſſung zu dieſem Auftrage war die Ausfuhr des benützten Spodiums aus der Laibacher Zuckerraffinerie nach Marſeille, wo es die Win— zer um den Preis von 20 kr. pr. Ctr. bei den Reben anwenden ſollen. um die Ausfuhr zu verhindern und das Spodium im Lande zu verwen⸗ den, war ich beauftragt, dasſelbe bei den verſchiedenartigſten Pflanzen an— zuwenden, um über den Erfolg zu relationiren. **) Durch die Beimiſchung mit thieriſchen Excrementen wird die Gäh—- rung befördert, und das hierbei entſtandene Ammoniak ſcheint die Urſache der Auflöslichkeit der organiſchen Beimiſchungen der Thierkohle, ſo wie des Koh⸗ lenſtoffes zu ſeyn. 227* Nach den Analyſen des Dr. Schmid in Jena iſt dieſe Kohle zuſammengeſetzt aus: 12,500 pCt. hygroſkopiſchen Waſſers, 19,166 ⸗ waſſeerleeren Vitriols, 14,001 ⸗Thons, 7,885 ⸗ Schwefelkieſes, und 46,448 ⸗ organiſcher Subſtanz*), 100,000 pCt. Sie wird in dem benachbarten Böhmen auf kalkhältigen Grund⸗ ſtücken, welche im Stande ſind, den Vitriol zu zerlegen und Gips oder ſchwefelſauren Kalk zu bilden, mit dem beſten Erfolge ange⸗ wendet. Das Verfahren, welches man hierbei beobachtet, iſt: Man bringt 1500— 2000 Scheffel dieſer Kohle in Haufen von 3 Höhe und läßt dieſe der Einwirkung der Atmoſphaͤre, der Ver⸗ witterung, mehrere Monate ausgeſetzt; darauf wird die ſtark ver— witterte Kohle gedroſchen, um ſie zu zerkleinern, durchgeworfen, abermals das Grobe gedroſchen, durchgeworfen und endlich im Herbſte in ſehr verſchiedenen Quantitäten angewendet**8). Die Wirkung der Oppelsdorfer Kohle ſtimmt mit der des Gipſes überein, nur iſt dieſelbe, nach den Verſuchen des als Landwirth und Staatsmann ausgezeichneten Grafen von Hartig, gegenwärtigen Staatsminiſters in Oeſterreich, weit größer als beim Gips***). Ru ß. §. 431. Nach Braconnot ſind die Beſtandtheile des Rußes: 30,20 Ulmine, 20,00 thieriſche Stoffe, die im Waſſer leicht löslich ſind, 0,20 Ammonium-Acetat, *) Erdmann’'s Journal, B. 17, S. 463. **) Er dmann’'s Journal, Jahrgang 1833, B. 1, S. 444. ***) Oekonomiſche Neuigkeiten, 1818, S. 86, und Reſultate der f. k. Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft in Steiermark, von Dr. Hlubek, Grätz 1840, Seite 5. In Pohl's Archiv, B. 11, S. 577, wird behauptet, daß die ausge⸗ laugte, alſo in den Vitriolfabriken bereits gebrauchte Kohle weit wohlthätiger wirken ſoll, als die friſche, weil ſie nicht mehr ätzend iſt. So lange die vitriol— hältige Kohle nicht mit Kalk verſetzt oder auf einem kalkhältigen Boden an⸗ gewendet wird, ſo lange muß ihre Wirkung auf die Vegetation nachtheilig erſcheinen, weil das Eiſenvitriol, ſelbſt in geringen Quantitäten angewendet, die Pflanzen zerſtört. — Jour 9. g. dieſel ſeen,i nach auffe kung Klee B.; ſi diſn a iligen omi gen und git⸗ 9 Erſolg un⸗ iſt: in Haufarwe häͤre, de h d die ſint durchgenen ind endiir et**). der des n Landvithun uunüth jre in Gips rr). 33 kate der k. kri 1810, ß z die ausge⸗ wohlt lthtige ge di di vitt triol⸗ en Voden al an⸗ ur nactt theili angewend det, 421 0,50 ein eigener ſcharfer und bitterer Stoff, 3,85 kohliger, in Alkalien unlöslicher Beſtandtheil, 4,10 Pottaſche⸗Acetat, 0,36 Pottaſſium⸗Chlorür, und 40,79 Kalk⸗, Kieſel⸗, Bittererde und Spuren von Eiſen⸗ Acetat 39, 100, 00. Aus den organiſchen Stoffen, dem Ammonium und der dunklen Farbe des Rußes erklärt ſich ſeine wohlthätige Wirkung, wenn auch nur 8— 10 Ctr. pr. Joch angewendet werden. Gip s8. §. 432. Die Erfahrungen, welche bisher uüͤber die Art der Anwendung und die Wirkungen des Gipſes eingeholt wurden, beſtehen in Fol— gendem: 1. Der Gips zeigt ſich nur dort beſonders wirkſam, wo die Grund⸗ ſtuͤcke keinen ſchwefelſauren Kalk enthalten**); 2. fordert derſelbe eine feuchte Atmoſphäre im Frühiahre, beſon⸗ ders im Monate Mai; 3. iſt ſeine Wirkſamkeit deſto gröͤßer, je ſtaͤrker die Grundſtücke mit Stallmiſt gedüngt werden; 4. bei trockenen Bodenarten und einem trockenen Fruͤhjahre, wenngleich der Sommer feucht iſt, bleibt ſeine Wirkung un⸗ erheblich; 5. je älter die Pflanzen(Kleepflanzen) ſind, alſo je ſpäter der Gips angewendet wird, deſto größer iſt ſeine Wirkung***); *) Annales de Chimie et Physique, 1826, p. 37, und Dingler's Journal, B. 21, S. 351.— Dr. Sprengel gibt in ſeiner Düngerlehre a. a. O., S. 410, eine ganz andere Analyſe an, ohne zu bemerken, von wem dieſelbe herrühre und wo ſie zu finden ſey. Von thieriſchen, alſo ſtickſtoffhältigen Beſtandtheilen, als den wirkſam— ſten, iſt in dieſer Analyſe keine Rede, welche auch überflüſſig erſcheinen, da nach Dr. Sprengel die unorganiſchen Stoffe zureichend erſcheinen, um die auffallenden Wirkungen des Rußes zu erklären. **) Ich kenne mehrere Gipsbrüch e, in deren Nähe die Gipsdüngung wir⸗ kungslos blieb. Dieß iſt namentlich in der Gegend von Aßling in Krain der Fall. **) Nach den Verſuchen des Profeſſors Körte in Möglin beträgt der Kleeertrag: 100 Pfund beim ungegipſ'ten, 132 ⸗ am 30. März gegipſ'ten, „ 13. April ⸗, und 2 27...(Möglinſche Jahrbücher, 140 156 B. 1, S. 85.) Mit welchem Erfolge die in Schleſien, meinem theuren Vaterlande, an⸗ u N 6. der in Mehl umgewandelte Gips ſoll auf befeuchtete Pflanzen, alſo nach einem ausgiebigen Thau oder Regen, angewendet werden; 7. jede Menge, die 150— 200 Pfd. pr. Joch überſchreitet, bleibt ohne allen Erfolg; 8. durch Beimiſchung von etwas Kochſalz wird ſeine Wirkſamkeit erhöht; 9. kann der Gips in geringen Quantitäten nur bei den huͤlſen⸗ artigen Gewächſen, namentlich den Kleearten, mit Vortheil angewendet werden; bei den übrigen Pflanzen, welche kein (ſchwefelhältiges) Legumin führen, wirkt der Gips vorzugs— weiſe als Mittel, durch welches die Thätigkeit des Bodens geſteigert, wenn er in großer Menge angewendet wird, und 10. ſollen gebrannten Gipſes ebenſo wirkſam ſeyn, wie 1 Himp⸗ ten pr. Morgen*). §. 433. Was die Erklärung oder die verſchiedenen Anſichten über die Wirkſamkeit des Gipſes anbelangt, ſo ſind dieſelben bereits in einer Anmerkung zu dem 50.§. zuſammengeſtellt, und wir erlauben uns hier bloß eine einzige Anſicht näher zu würdigen, welche J. Liebig in ſeinem Werke:„Die organiſche Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Pflanzenphyſiologie“, Braunſchweig 1840, ausge⸗ ſprochen hat. Auf Seite 80 heißt es: „Die ſo in die Augen fallende Wirkung des Gipſes auf die Ent— wickelung der Grasarten(D, die geſteigerte Fruchtbarkeit und Uep— pigkeit einer Wieſe, die mit Gips beſtreut iſt, ſie beruht auf weiter nichts, als auf der Firirung des Ammoniaks der Atmoſphäre, auf geſtellten Verſuche, bei welchen das Gipſen vorgenommen wurde, als der Klee unter der Gerſte zum Vorſchein kam, verbunden waren, iſt mir ſeither nicht bekannt geworden; ich erlaube mir daher an diejenigen, welche dieſe Verſuche im 8. B., S. 97 der Möglinſchen Annalen angekündigt haben, die Bitte zu ſtellen: auch ihre Reſultate zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. *) Annalen der niederſächſiſchen Landwirthſchaft, von Albrecht Thaer, 1799, erſter Jahrgang, S. 384 und 408; zweiter Jahrg., 2. Stück, S. 298; zweiter Jahrg., 3. Stück, S. 162; dritter Jahrg., 2. Stück, S. 407; dritter Jahrg., 3. Stück, S. 3; Möglinſche Annalen, von A. Thaer, B. 4, S. 65, und B. 8, S. 97; Pohl's Archiv, B. 3, S. 358; B. 11, S. 3 3 B. 13, S. 425 und 624; Hermbſtädt's Agricultur⸗Chemie, B. 5, S. 19; die Kunſt, den Boden fruchtbar zu machen, von Telnart, aus dem Franzöſi⸗ ſchen von Haumann, Ilmenau 1830, S. 141; Möglinſche Jahrbücher, von Körte, B. 1, S. 85, und in meiner Beilage sub IX findet man die Er⸗ fahrungen, auf welche ſich die obigen Angaben ſtützen. abrit moni Nunm dte Muna en, angewend, rſchreitt, eine Vifmte rbei den iſe en, mit Luri zen, welcein r Gips tenn⸗ kkeit des don endet wid n On, wie lhr nſichten Ven bereitztin vir erlalan velche J kitne eArwendungu 1840, uh⸗ ſes ar deEm⸗ garkit ud eruht al wiie Atnoſchire u rde, als der M nir ſeither nich he dieſe Lerſuche c, die Bitte d 423 der Gewinnung von derjenigen Quantität(Ammoniaks), die auf nicht gegipſ'tem Boden mit dem Waſſer wieder verduͤnſtet wäre.“ „Das in dem Regenwaſſer gelöͤſ'te kohlenſaure Ammoniak zer— legt ſich mit dem Gips auf die nämliche Weiſe wie in den Salmiak— fabriken; es entſteht lösliches, nicht flüchtiges, ſchwefelſaures Am⸗ moniak und kohlenſaurer Kalk.“ „Die Zerſetzung des Gipſes(S. 82) durch das kohlenſaure Ammoniak geht nicht auf einmal, ſondern allmählig vor ſich, wor⸗ aus ſich ergibt, daß ſeine Wirkung mehrere Jahre anhält.“ Faßt man dieſe Worte näher in's Auge, ſo muß man ſich über die Unwiſſenheit wundern, welche ein ſo ausgezeichneter Chemiker in der Landwirthſchaft an den Tag legt, und der ſich ſogar entbloͤdet, ein neues Syſtem im Ackerbaue aufzuſtellen und uns ſchlichte Land⸗ wirthe des Unſinns, den wir bei unſerem Gewerbe begehen, zu zeihen. Vor Allem fragen wir den Herrn Liebig: In welchem Lande, in welcher Wirthſchaft oder in welchem gediegenen landwirthſchaftlichen Werke er die Erfahrung ge— macht hat, daß der Gips die Vegetation der Grasarten ſo ſehr befördere? Oder hält der neue Landwirth die Grasarten oder Gramineen für identiſch mit den Hülſenfrüchten oder Legumi⸗ noſen, bei welchen der Gips allein eine auffallende Wirkung hervorzubringen vermag? „Zeigt das Regenwaſſer nach den Analyſen Bran des, Zim- mermann's, Morcet's und Biſchoff's*) nur Spu⸗ ren von meiſt ſalpeterſaurem Ammoniak**)? Sollen nun dieſe Spuren die auffallende Wirkung hervorbringen, oder hat Herr Liebig eine größere Quantität Ammoniaks in dem Regen— waſſer entdeckt? 3. Erlauben wir uns den genialen Chemiker zu fragen, ob das Ammoniak eine größere Verwandtſchaft zum Gipſe, als zum Aetzkalke beſitze, da nach unſern Erfahrungen der auf Klee ausgeſtreute Aetzkalk wirkungslos bleibt, alſo nach Herrn Liebig's Anſicht das Ammoniak nicht firirt? 4. Können wir weder die Fixirung des kohlen⸗, noch des ſalpeter⸗ ſauren Ammoniaks begreifen, da dieſe Salze 2— 3 Theile kalten Waſſers zu ihrer Löſung erfordern, alſo ebenſoviel, als D . ‿ *) Schweigger's Jahrbücher, T. XVII, S. 153, und Kämtz's Me⸗ teorologie, Halle 1831, S. 38. **) Nach Herrn Liebig's Mittheilung enthält das Regenwaſſer bloß kohlenſaures Ammoniak(!). das firirte ſchwefelſaure Ammoniak, und ſehen uns daher ge— nöthigt, den neuen Rathgeber in unſerem Fache um Aufklä⸗ rung zu erſuchen. Und 5. müſſen wir unſere Unwiſſenheit auch in der Beziehung einge⸗ ſtehen, daß wir nicht einzuſehen vermögen, warum die Spuren von kohlenſaurem Ammoniak jahrelang zu ihrer Zerſetzung er— fordern und mithin die jahrelange Nachwirkung des Gipſens hervorbringen. Wir ſchlichte Landwirthe erklaͤren die größere Fruchtbarkeit der gegipſ'ten Kleefelder gegen die ungegipſ'ten aus dem Grunde, weil Profeſſor Körte in Moglin nachgewieſen hat, daß ſich die Rück— ſtände des gegipſ'ten Klees zu denen des ungegipſ'ten wie 98: 72 verhalten*), d. h. bei dem gegipſ'ten Kleeſind die Wurzeln ſtärker und mithin die Bereicherung des Bodens an organiſchen Subſtanzen größer**). Dieß iſt die neueſte, auf chemiſche Grundſätze geſtützte Erklä— rung der Wirkſamkeit des Gipſes, welche der Verfaſſer auch auf den gebrannten Thon ausdehnt; dieß iſt die Anſicht eines Mannes, der den Ackerbau auf feſte Grundſätze zurückzuführen beabſichtigt, über welche noch Niemand nachgedacht hat, als Herr Liebig, der die Verſuche der größten Pflanzenphyſiologen, als: Sauſſure's, Davy's, Chaptal's, Pelletier's, Schouw's, Gö⸗ pert's, de Candolle's, Woodward's, Kylbel'’'s c., für Unſinn erklärt, ohne einen einzigen eigenen Verſuch über die Ernährung der Pflanzen anzuſtellen, und der zur Begründung ſeiner Anſichten einmal den Aſchengehalt der Weizenſtengel(!) nach Davy mit 15,5 pCt.(S. 137) und das andere Mal nach Sauſ⸗ ſure mit 4,3 pCt., alſo nur mit dem vierten Theile des Davy⸗ ſchen veranſchlagt(1 64). Zur Begründung einer dritten, vierten, fünften ꝛc. Anſicht hätte Herr Liebig noch die Zuflucht zu den Analyſen Kirwan's (4 pCt.), Pertuis(4—5 pCt.), Sprengel'’'s(3,5 pECt.) ꝛc. nehmen koͤnnen, um den Ackerbau auf feſte Grundſätze zurückzuführen. Wollten wir dieſes, die Unwiſſenheit in der Landwirthſchaft in allen ſeinen Theilen beurkundende und Hypotheſen über Hypotheſen ſchmiedende Werk weiter verfolgen, ſo müßten wir die Grenzen der gegenwärtigen Abhandlung zu weit überſchreiten; wir erlauben uns *) Möglinſche Jahrbücher, B. 1, S. 90. 1 **) Nach dem angegebenen Verhältniſſe beträgt die größere Bereicherung 5265 Pfund oder 2 ½ Fuder Stallmiſt à 2000 Pfund. nur, unſ zu warn Daf getation da dasſe mann ni Quantit einer Ko Um tern, ſo Im ſalzdüng er zu be können, du die Engl wrigh Auiwer ten übe M *) verſchiede Runtelri ren nach rens, de wir har gehalt i keine ge landwirt ſere näch dan, Galzen d unſer aus . Kämpfer die Gatn Kohlenſi Hätte u ſachen d uns zu den Tag unberufe ich behe beleuchte 2½ Dingl Kuns diher 3 che un Auffg⸗ drucintde n Grunde, we aß ſich dezut⸗ ten wie 98 n lee ſind de cherung dei roͤßer'. geſtüͤzrebi ſſer auch umn § Marne rabſichtg iebig, d Sauſſuren ngel(-) V alnach Salf⸗ ledes Dabl⸗ „Arſicthin Firvwan 35 p6t) N. rickufähren nichſchaft in yxethſa Grenzen de elauben ui „Bertiherun 425 nur, unſere Amts- und Gewerbscollegen vor den falſchen Propheten zu warnen*). Kochſalz. §. 434. Daß das Kochſalz, in geringer Quantität angewendet, die Ve⸗ getation zu befördern vermag, iſt außer allem Zweifel geſtellt; allein da dasſelbe in Deutſchland der Art koſtſpielig iſt, daß es der Land— mann nicht einmal bei ſeinen Hausthieren in einer entſprechenden Quantität anwenden kann, ſo kann gegenwärtig in Deutſchland von einer Kochſalzdüngung keine Rede ſeyn. Um jedoch die Ueberſicht der bisherigen Erfahrungen zu erleich— tern, ſo ſollen dieſelben hier einen Platz finden. Im Jahre 1748 hat der Engländer Brownrigg die Koch⸗ ſalzdüngung durch ein Werk ſehr in Anregung gebracht, in welchem er zu beweiſen ſuchte, daß ganze Königreiche dadurch reich werden können, wenn viel Kochſalz in dem Boden vorkommt**). Zu Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts haben beſonders die Engländer Parkes, Darvin, Hollingsherd, Cart⸗ wrigh u. m. a. dieſem für England wichtigen Gegenſtande ihre Aufmerkſamkeit gewidmet und mannichfaltige Verſuche und Anſich— ten uͤber die Wirkſamkeit des Kochſalzes aufgeſtellt. Nach dieſen Autoritäten wirkt das Kochſalz: *) Wir ſchmachten ſeit Gazzeri nach einer genauen Unterſuchung der verſchiedenen Miſtarten; wir warten ſeit Einhof auf eine gute Analyſe der Runkelrübe, des Mergels und der Bodenarten; wir ſehnen uns ſeit 25 Jah— ren nach einer Unterſuchung der verſchiedenen Wollwaſchmittel, des Verfah— rens, den Kalkgehalt bei Läuterungen und Raffinirungen genau zu beſtimmen; wir harren ſeit Marggraf(1747) auf ein einfaches Mittel, den Zucker⸗ gehalt in den Rüben zu beſtimmen; wir beſitzen bis auf den heutigen Tag keine genaue Analyſe des Fleiſches, des Fettes, der Wolle und vieler anderer landwirthſchaftlicher Erzeugniſſe ꝛc. Doch unſere deutſchen Chemiker, alſo un— ſere nächſten Freunde, laſſen uns warten, unbekümmert unſerer Noth, und nur dann, wenn ihre Phiolen und Rebſorten nach Humusſäure und humusſauren Salzen duften, würdigen ſie uns eines Blickes, durchſtreifen mit demſelben unſer ausgedehntes, in einen ewigen Kampf verwebtes Gebiet, erblicken die Kämpfer ſchwach ausgerüſtet und ermattet. Ihre Herzen ſchmelzen, und ſie, die Gutmüthigen, reichen uns mitleidsvoll die ſcharfen Waffen in einem mit Kohlenſäure, Stickſtoff und Waſſer gefüllten Becher zu dem harten Kampfe. Hätte uns Hr. Liebig über die angeführten Gegenſtände belehrt, alſo That— ſachen conſtatuirt, ſtatt ſich in bloße Hypotheſen einzulaſſen, dann hätte er uns zu dem wärmſten Danke verpflichtet, den wir ihm auch bereitwillig an den Tag gelegt hätten; ſo aber ſehen wir uns genöthigt, denſelben als einen unberufenen Rathgeber zu erklären. Das Geſagte mag einſtweilen genügen; ich behaltte es mir vor, das Liebig'ſche Werk ſeiner Zeit im Oetail zu beleuchten. **) On the Art of making common Salt. London 1748, p. 158, und Dingler's Journal, B. 1, S. 158. 426 a) Als Reizmittel; b) als Schutzmittel der Pflanzen gegen die Anfälle der Inſecten und Würmer; c) als Vertilgungsmittel dieſer Thiere, da dieſelben, mit Kochſalz beſtreut, ſpeien und zu Grunde gehen, wie man erſteres bei den mit Kochſalz beſtreuten Blutegeln wahrnehmen kann, wel— che dann das aufgenommene Kochſalz wieder von ſich geben; d) als Vertilgungsmittel mancher Unkräuter; e) als Schutzmittel gegen den Brand und Roſt; †) als Leiter der Bodenelectricität(Pelletier), und „) indem es die Feuchtigkeit und mit dieſer die K ohlenſäure der Atmoſphäre anzieht und den Pflanzen zuführt(ſehr richtig). §. 435. Die Menge, die in England und Schottland angewendet wird, beträgt: Auf Aeckern 10, 12, 16, 20 und 25 Buſhel(à 0,57 n. 6. Metzen) pr. Acre(1125 n. 6. ◻ Klftr.); in Gärten 8 Loth pr. 3 ◻ Fuß, und bei Obſtbäumen wird der Boden aufgeriſſen und bloß mit Kochſalz beſprengt. In Sachſen wendete man 50 Pfd. pr. ſächſiſchen Morgen mit einem günſtigen Erfolge an, und nach Schübler's Erfahrungen waren 100— 200 Pfd. Pfannenſtein, welcher 50 pECt. Kochſalz enthielt, pr. Morgen zureichend, um eine ſehr günſtige Wirkung, be— ſonders beim Klee, Dinkel, Weizen und Naps, hervorzubringen. Eine Menge von 6 Ctr. wirkte nachtheilig. Nach anderweitigen comparativen Verſuchen Sch übler's wirkte das Kochſalz am vortheilhafteſten, wenn es 0,004 pEt. der Erde betrug, alſo wenn 25 Pfd. pr. würtemb. Morgen angewendet werden. Vom Salpeter konnte die doppelte und vom Gips die zwan— zigfache Menge angewendet werden*). 5 Mergel. §. 436. Um in die vielen und ſich oft widerſprechenden Erfahrungen und Anſichten über die Wirkungen des Mergelns Einheit zu bringen und *) Die Quellen, aus welchen die mitgetheilten Angaben geſchöpft wur⸗ den, ſind: Repertory of Arts etc., 1820, Nr. 222, p. 362 3 Biblioteca italiana, Nr. 106, p. 98, und Nr. 107, p. 2413 Dingler'’s Journal, B. 1, S. 181; B. 9, S. 350; B. 16, S. 245 Correſpondenzblatt, Stutt⸗ gart 1833, S. 132; Erdmann'’'s Journal, Jahrg. 1831, B. 1, S. 70; Jahrg. 1833, B. 3, S. 366, und Jahrgang 1838, S. 293, und Univerſal⸗ blatt von Schweitzer, B. 6, S. 170. die Uebe nen Ge ſihten? über die Die ſind folg N 3 * Witki wiſt he⸗ dig befe 12 zw here d er den linſche denn gert, ſhal delt, S. 11 kalkhäl alle der Injein ben, wit Kaſ eman eeſters dhmen knnn we erdan ſch geben 1), uud ſe Kohlenſrede hrt(ihr ultg 1 angewenderwin ſhel(Ahnne ärten d uit rgeriſſanw ſchen Mann er s Erfihra 30 pt Hocſ ſie Wrrun vorzabringa. en Schübler! 30,00496d ergen angevane Gips dü zol⸗ riahrungen mu zabringen mn zpft w en geſchöpft 8 Biblioleus r's Juurm Stutt⸗ denluit,, B. 7 g / TL Nnibetſ „und G 427 die Ueberſicht der bisherigen Erkenntniſſe über dieſen vielbeſproche— nen Gegenſtand zu erleichtern, war es nothwendig, zuerſt die An ſichten Anderer mitzutheilen und dann die bewährten Erfahrungen über die Mergelung zuſammenzuſtellen. §. 437. Die bisherigen Anſichten ͤber die Wirkſamkeit des Mergelns ſind folgende: 1. Werden durch das Mergeln die phyſikaliſchen Eigenſchaften mancher Bodenarten weſentlich verbeſſert(ſehr richtig); befördert der Mergel die Auflöslichkeit der nährenden Stoffe, aber er nährt nicht ſelbſt; daher das uralte Sprichwort: „Ohne Miſt iſt das Geld für Mergeln verquiſt“(Schwerz)); 3. beſteht die Wirkſamkeit des Mergels nach Parmentier, Makirron, Noſier und Puris lediglich in ſeinem Kalkgehalte; daher bleibt er auf Grundſtücken, die mit Vi— triol(Schwefelſäure) aufbrauſen, wirkungslos(ſehr ein ſeitig)**); 4. der Mergel enthält animaliſche Subſtanzen und daher ver- mag er den Pflanzen den Stickſtoff zuzuführen und mithin die Vegetation zu befördern(Dr. Gerke). Beim Muſchelmergel, ſo wie bei denjenigen Mergelarten, wel— che durch die Alluvion entſtanden ſind und in welchen Millionen von Thieren ihr Grab gefunden haben, iſt der Gehalt an ſtickſtoff— hältigen Subſtanzen etwas merklicher; bei den übrigen Mergel und Thonarten iſt nichts mehr als der bloße Geruch übrig geblie— ben; daher iſt dieſe Erklärung ſehr ungenügend und einſeitig. ‿ *) Nach Binder’'s Erfahrungen bringt der Mergel bei Wieſen keine Wirkung, und beim Lein, Kartoffeln, Hafer ꝛc. Mißwachs ohne Stall⸗ miſt hervor. Erſt nach der Düngung mit Schafmiſt ward die Vegetation kräf— tig befördert(Möglinſche Annalen, B. 7, S. 251). Nach ihm ſollen 100 bis 120 zweiſpännige Fuhren auf den Morgen aufgeführt werden, da jede grö— ßere oder geringere Menge ungünſtig wirkt. Auf einem ſandigen Boden will er den Ertrag mit dieſer Menge von 2 auf 5 Scheffel erhöht haben(Mög— linſche Annalen, B. 15, S. 462). **) Der Kalk ſpielt allerdings eine wichtige Rolle bei der Mergelung; denn es wird durch ihn nicht nur die Thätigkeit eines trägen Bodens geſtei— gert, ſondern der kohlenſaure Kalk wird, nach den Unterſuchungen Mar— ſhall's, durch die Wurzeln der Esparſette, Luzerne ꝛc. in Staub verwan— delt, zerlegt und die Kohlenſäure aſſimilirt(Erdmann's Journal, B. 7, S. 117); allein die Erfahrung lehrt, daß ſelbſt ein Thonmergel auf lockern, kalkhältigen Grundſtücken vortheilhaft wirkt. 428 5. Die Wurzeln der Pflanzen ſcheiden(nach Bequerel) Eſ⸗ ſigſäure aus, welche den kohlenſauren Kalk zerlegt und die Kohlenſäure frei, alſo aſſimilationsfähig macht. Da nach Macaire die Excremente der Pflanzen in Gummi, Schleim, Eiweißſtoff und Kohlenſäure beſtehen*), und da Röper ſelbſt die Macaire'ſchen Reſultate in Abrede ſtellt*r), ſo muß dieſe Hypotheſe als ganz unrichtig erklärt werden. 6. Der Mergel ſteigert die Abſorbtionsfähigkeit der Ackererde gegen die den Pflanzen gedeihlichen Gasarten und befördert ihre Verbindungen zu Koͤrpern(meiſt ſalpeterſauren Salzen), welche die Vegetation, ſelbſt in kleinen Quantitäten angewen— det, ſehr befoͤrdern(Profeſſor Körte). Dieſe, mit den Grundſätzen der Salpetererzeugung in dem in— nigſten Einklange ſtehende**), mit den Erfahrungen Schübler's über die Wirkſamkeit der ſalpeterſauren Salze übereinſtimmende und das oben angeführte Sprichwort(Nr. 2) beſtätigende An⸗ ſicht über die Wirkſamkeit des Mergels iſt diejenige, welche nicht nur mit dem gegenwärtigen Standpuncte der Naturwiſſenſchaften im Einklange ſteht, ſondern den meiſten Aufſchluß über das Vor⸗ kommen der Salzkryſtalle in den Pflanzen ertheilt. Wenn wir erwägen, daß ſich ſalpeterſaure Salze auch ohne alle ſtickſtoffhältige Subſtanzen bilden können, wie wir das beim Mauerfraß(ſalpeterſauren Kalk) deutlich ſehen, ſo können wir nicht in Abrede ſtellen, daß der Mergel, ſelbſt auf Sandſchellen an— gewendet, bei einem entſprechenden Zuſtande der Atmoſphäre den Stickſtoff der Atmoſphäre disponirt, ſich mit dem Sauerſtoffe che— miſch zu Salpeterſäure zu verbinden, welche den kohlenſauren Kalk des Mergels zerlegt, ein leicht lösliches, die Vegetation förderndes Salz bildet und die Kohlenſäure in einen aneignungsfähigen Zu⸗ ſtand verſetzt. Wenn wir zu dieſen Thatſachen noch hinzufügen, daß ſich in Ungarn, im Debrecziner Comitate, in Spanien und in Amerika das kohlenſaure Natron(Soda) fortwährend durch die Wechſel— wirkung der Atmoſphaͤre mit der Oberfläche der feſten Erdrinde *) Memoires de la société de phys. et de hist. natur. de Geneve, T. V, 1832. **) De Candolle’s Pflanzenphyſiologie, S. 219. ***) Handbuch der angewandten Chemie von Dumas, aus dem Fran⸗ zöſiſchen von Engelhart, Nürnberg 1832, B. 2, S. 764, und Alexander von Humboldt über Salpeterbildung in Hermbſtädt's Archiv a. a. O., B. 1, S. 179. bildet, cleeteiſ Bodens moſphä dieſer tha hat nit ſtic plantag nimmt, fer ſind luriſch⸗ das Re der Atn ſcheinen N als dem dert wo R Mergel regeln 1.1 t ¹ uereh c. derlegt und d ſt. u in Guwu, dd Köpn 1 1i), ſo m tr Ackrede feen und befnden erſuren Sha titäten uenn. ugung in dwir gen Schütlen übereiniie beſtatgene vieni a ti „ſo bomnan wir Smdigalwe Ameſöhin d Saue Kſtfti h vhlerſauren bi ation nu 33 gol A rnosfähigen n, daß ſch i und ij„ Aurit wechſel⸗ hd NM 7 ſan Gidrind Frol⸗ 1 d unna usti 16,5 129 bildet, und daß dieſe Bildung lediglich durch den Feuchtigkeits- und electriſchen Zuſtand der Atmoſphäre und die Grundmiſchung des Bodens bedingt iſt; daß das Meerſalz einzig und allein dieſem at— moſphäriſch⸗telluriſchen Proceſſe ſeine Entſtehung verdankt; daß dieſer Proceß einen mächtigen Antheil an der Bildung der Naph— tha hat, und daß die Grundſtücke bei der fortwährenden Düngung mit ſtickſtoffhaͤltigen Koͤrpern in der That als natürliche Salpeter— plantagen erſcheinen, deren Wirkſamkeit in dem Verhältniſſe zu— nimmt, in welchem die Salpeterwände höher oder die Furchen tie— fer ſind: ſo werden wir zu der Ueberzeugung geführt, daß der tel— luriſch⸗atmoſphäriſche Proceß eine weſentliche Modification durch das Mergeln erleidet; daß daher das Mergeln nach Beſchaffenheit der Atmoſphäre und des Bodens bald günſtig, bald ungünſtig er— ſcheinen kann. Nach dieſer Anſicht heißt„einen Boden todtmergeln“ ſo viel, als dem Boden die wirkſame Reaction auf die Atmoſphäre— das Leben unſerer Erde— benehmen. 7. Jede Mergelart enthält außer Kalk, Thon und Sand, Kali, Natron, Bitter⸗-, Knochen- und Kieſelerde, Eiſen- und Manganoryd, ſtickſtoffhältige Subſtanzen, Schwefel, Chlor ꝛc. Da nun alle dieſe Stoffe zur Ernährung der Pflanzen erfor— dert werden, ſo erklärt ſich— argumentirt Dr. Sprengel— die Wirkſamkeit des Mergels. Da in den§§. 45— 51 dieſe An— ſicht umſtändlich widerlegt wurde, ſo wäre es überflüſſig, hierüber noch etwas anzuführen. .Nach Schnaubert zieht der Kalk des Mergels Sauerſtoff aus der Atmoſphäaͤre, welcher ſich mit dem Kohlenſtoffe des Humus zur Kohlenſäure, als der vorzüglichſten Pflanzen— nahrung, verbindet. Und 9. iſt der Mergel, nach Bönnighauſen, das wirkſamſte Mittel, um die Wucherblume(Chrysanthemum segetum) aus- zumerzen. . §. 438 Faßt man die bisherigen Erfahrungen und Anſichten über die Mergelung zuſammen, ſo laſſen ſich aus denſelben folgende Grund— regeln abſtrahiren: 1. Man mergele nur dort, wo es ſich darum handelt, die Thä⸗ tigkeit des Bodens zu ſteigern, alſo den Gährungsproceß zu erhöhen, und mithin die Auflöslichkeit und Aſſimilation der Pflanzennahrung zu befördern; 2. man mergele ſandige, hitzige Grundſtuͤcke mit einem Thon— mergel, um ihre Waſſeraufnahms- und Waſſeranziehungs⸗ fähigkeit zu erhoͤhen und mithin ihr ſchnelles Ausdörren zu verhindern; 3. man ſorge in dem Verhältniſſe für eine gröͤßere Stallmiſt— production, in welchem die Thätigkeit der Grundſtücke durch die wiederholte Mergelung geſteigert wird; 4. man wende nach Beſchaffenheit des Bodens, des Mergels und des Klima 20, 30, 40 und auch 50 Fuhren pr. Joch an und wiederhole dieſe Quantitäten alle 10, 15 und ſpäteſtens alle 20 Jahre; und 5. man vergeſſe nicht, daß Lein, Klee, Hafer, Gerſte und Moͤh— ren in Brabant zu denjenigen Pflanzen gerechnet werden, welche auf gemergelten Grundſtücken beſonders gut gedeihen*). Aſche. §. 439. Die Beſtandtheile der unausgelaugten Aſche ſind: 1. Oryde, als: Kieſel- und Thonerde, Eiſen-, Mangan- und manchmal Kupferoxyd, und 2. Salze, als: kohlen-, ſchwefel- und ſalzſaures Kali, welche die Pottaſche bilden**), kohlen- und ſchwefelſaures Natron, koh⸗ -) Außer den bereits angeführten Quellen ſind noch folgende zu bemerken: Die Monatsſchrift von und für Meklenburg, 1790. In dieſer findet man einen vortrefflichen Aufſatz, in welchem der Forſt— Inſpector Beker nachweiſ't, daß bei der Mergelung der Stallmiſt nicht aus⸗ bleiben darf, und daß es eine Verſchwendung ſey, mehr Humus aufzulöſen, als ſich die Pflanzen ohne Nachtheil(Lagern) aneignen können. Die auf Theorie und Erfahrung gegründete Anweiſung zum Mergeln von Tobieſen, Altona 1817, eine von der ſchleswig⸗holſteiniſchen Landwirth⸗ ſchaftsgeſellſchaft gekrönte Preisſchrift.— Möglinſche Annalen, B. 1, S. 494; B. 4, S. 206; B. 7, S. 156⁶ und 255 B. 8, S. 164— wo Freiherr von Voght ohne alle Thatſachen behauptet: daß der Mergel ſtatt des 7. das 10. Korn beim Weizen, ⸗„ S8. ⸗ 16. ⸗ bei der Gerſte, ⸗„10. ⸗ 14. ⸗ beim Hafer gibt(1)— 3 B. 9, S. 359; B. 10, S. 543;3 B. 15, S. 462; B. 29, S. 163, wo behauptet wird, daß der Mergel durch ſeinen Ammoniakgehalt wirke. Archiv für Agricultur-Chemie, von Hermbſtädt, B. 1, S. 190. Erdmann’'s Journal, Jahrgang 1835, B. 5, S. 337. Univerſalblatt a. a. O., B. 9, S. 13. Gill's technical Repository, 1827, p. 83. 1 Dingler's Journal, B. 26, S. 261, und Amtlicher Bericht der Pots— damer Verſammlung, Berlin 1840, S. 168. **) Nach Hermbſtädt's unterſuchungen liefert die von mehrern Holz⸗ arten gemengte Aſche im Durchſchnitte 10 pCt. Pottaſche(Erdmanns Journal, Jahrgang 1828, B. 1, S. 379). . * aſche mann durch zieht Journa⸗ un 1 Nahrun Arhid ten, d ihrer! — alſ ai fällige, entwed per— als: d der Staub t einen de iſernniühng à Ausderre dhere Snln rundſtückdat des Merge dergals n ren pr. I. 5 und ſounfen dr Gerſte we herechnet ved rs gut gediſn ind: , Nmr s Kal'velher res Yaten, di ſande utemath welcen der 6 4l Subri Rrict a Sunss urfuhi nnen. 5 g zum Mage dan rriſten! dand dwird⸗ 7, 6. li 3 Lc That dtſate Beiitt dr hrer„ rn9 bal mehle don m ann? (Er Frdn 431 len-, ſchwefel⸗ und phosphorſaurer Kalk, kohlen⸗ und ſchwefel⸗ ſaure Bittererde und phosphorſaures Eiſenoryd. Die ausgelaugte, ſo wie die Seifenſiederaſche enthält keine Pottaſche; dagegen enthält die letztere etwas Fleiſchfaſer, Fett und mehr Kalk, als die andern Aſchenarten, mit Ausnahme der, welche in den Bleichereien gewonnen wird. §. 440. Die Wirkungen der Aſche beſtehen: In der Lockerung, alſo in der Erhoͤhung der Thätigkeit vieler Bodenarten; 2. in der Neutraliſtrung der Säuren, oder in der Entſäurung der Grundſtuͤcke*), mithin in der Befoͤrderung des Keimens von Kleearten und guten Gräſern, und in der Verminderung der Ried⸗, Binſen- und Simſengräſer, welche gewöhnlich das ſaure Heu liefern; 3. in der Vertilgung der Mooſe, wenn Wieſen mit Aſche beſtreut werden, beſonders wenn ſie früͤher übereggt wurden; 4. in der Zuführung der Elementarſtoffe, beſonders des Stick— ſtoffes, wenn Seifenſiederaſche angewendet wird, und 5. in der Zuführung von anorganiſchen Beſtandtheilen, mithin in der Erſtarkung des Pflanzen-Skeletts, beſonders wenn die Aſche auf Grundſtücken angewendet wird, welche nur aus ſehr wenigen nähern Beſtandtheilen zuſammengeſetzt ſind(§. 45 bis 51)*). 1 *) Einen intereſſanten Aufſatz über Entſäurung des Bodens durch Torf⸗ aſche findet man in den Möglinſchen Annalen, B. 8, S. 519, von Tiede⸗ mann. **) Manche engliſche Landwirthe behaupten, daß die Aſche beſonders da⸗ durch wirke, daß ſie Feuchtigkeit und Kohlenſäure aus der Atmoſphäre an⸗ zieht Ceedinüeen Philos. Journ., Nr. 15, p. 195, und Dingler’s Journal, B. 11, S. 391). Diejenigen, welche die Wirkungen der Aſche da⸗ durch erkl rem leas ihre Beſtandtheile, beſonders das Kali, den Pflanzen zur Nahrung dienen, wollen überdieß noch die genauen Analyſen Sauſſure's im Archiv a. a. O., B. 1, S. 475 einſehen; ſie werden dort finden, daß Fich— ten, die ſowohl auf einem Kalk⸗ als Granitboden gleich gut gedeihen, in ihrer Aſche 7,36 pCt. Kali im erſten, und 3,6 pCt. Kali im zweiten Falle — alſo um die Hälfte weniger— enthalten. Wäre eine beſtimmte Quantität des Kali zum Gedeihen einer Pflanze abſolut nothwendig, oder würde dieſer Körper eine weſentliche und keine zu— fällige, untergeordnete Rolle bei der Vegetation ſpielen, ſo dürfte die Fichte entweder in dem einen oder dem andern Falle nicht gedeihen. Wenn alſo Kör⸗ per— deren Quantitäten in der Pflanzenaſche von rein zufälligen Umſtänden, als: der Beſchaffenheit des Bodens, der Richtung und Heftigkeit der Winde, der Beſchaffenheit der nahen Gebirge, des Straßenmaterials, welches als Staub in die Atmoſphäre getragen wird, ꝛc. abhängen, und bei welchen — (2 ‿ §. 441. Die Regeln, welche bei der Anwendung der Aſche beobachtet 3 werden ſollen, ſind: e ——— 2 insbeſol 1. Soll die Aſche jederzeit etwas befeuchtet angewendet und nur den ſehr ſeicht mit den Bodenbeſtandtheilen gemengt oder ober— zu zerſto flächlich ausgeſtreut werden*); zu zen arten zu 2. bei Grundſtücken mit ſaurem oder kohlenartigem Humus ziehe doch die man die nicht ausgelaugte Aſche der ausgelaugten vor; V ſation, 3. man wende nach Beſchaffenheit des Bodens und der Aſche dne 10— 30 Ctr. pr. Joch an und wiederhole dieſe Düngung A alle 3— 4 Jahre, und nem po .— n. 1„ b Pfluc 1 4. man vergeſſe nicht, daß dieſe Duͤngung eine größere Stallmiſt— V din production erheiſcht; daß es die Huͤlſenfruchte, insbeſondere Gegelf 1 H.(07„— 2.„9„ A egen die Kleearten, der Lein, die weißen Rüben und die Möhren iſcen ſind, welche vorzugsweiſe auf geäſcherten Grundſtücken gut N. gedeihen, und daß die Aſche, mit Grabenſchlamm, Straßen— nier koth u. dergl. mineraliſchen Stoffen gemengt, den beſten Dün— 3 ſ ger— beſonders für feuchte Wieſen— liefert**). 15 1 95 gen des die Pflanzen, ungeachtet ihrer außerordentlichen Verſchiedenheit in der Menge, 3 6 gleich gut gedeihen— in eine Kategorie mit den Elementarſtoffen der Pflanzen⸗ Kenntn gebilde geſtellt werden, ſo heißt dieß die Natur der Erſcheinungen verkennen— und einſeitige Hypotheſen aufſtellen. 1 *) Die Flandern ſind diejenigen, welche die Aſche als Dünger am meiſten zu würdigen verſtehen; daher wird mit ihr in Flandern ein großer Verkehr getrie⸗ 1 3) 1¹ ben; ſie wird hier nie friſch und jederzeit befeuchtet angewendet. Vorthei **) Der Bericht der Ackerbau⸗Commiſſion in Brabant über die Anwendung p. 212; der Aſche enthält folgende Puncte: Journal 1. Die Aſche von dem geringſten ſpecifiſchen Gewichte iſt die wirkſamſte, d. i.. diejenige, von welcher der Berliner Scheffel nicht über 60 Pfund(Amſter⸗ venwärt damer) wiegt; E. 2. die Aſche muß ſehr trocken aufbewahrt und bei naſſer Witterung— April mmi Hil oder Mai— angewendet werden; V Kaum if 3. die Menge ſoll 7— 15 Scheffel pr. Morgen betragen, je nachdem die Aſche welcer von guter oder ſchlechter(Spuntdorf- oder Moder⸗-, Braunkohlen⸗ und den it Torfaſche) Qualität iſt; die ige 4. auf Kleefeldern zeigt ſich die Aſche, nach jedem Schnitt und auch gleich nach der Aun 4 der Saat angewendet, am wirkſamſten; der Ertrag der geäſcherten Klee— tit iber 3 felder wird doppelt ſo groß veranſchlagt; und kräftigſ 5. ſoll ſie bei Mooswieſen und Weiden keine Wirkung hervorbringen, wenn ſie tiefdurch nicht übereggt und die Aſche nicht mit verſchiedenen Erdarten gemengt der wiſ wird; dagegen auf Niederungswieſen mit einer rothen oder braunen Unter⸗ falſch ſe lage(Sand oder Lehm) der Art günſtig wirken, daß ſogar der erhöhte geſunke Grummetertrag im Stande iſt, die Auslagen der Düngung zu decken wird zu 1(Möglinſche Annalen, B. 2, S. 518). Glautt 6 Hlu — Aſche babat ewendet undm. engt oder di⸗ en Hunuiſ gten vot, s und der g edieſe da dm Göſeͤden hte, indt und de gee Gr unit 1 Zlamv enrin deu tindr⸗ 1) inger an mäftni fer ertehr gel der die Unwende wirkſamf ſte,d 09 fund(a Amſer Jori terun 1o machdem de I raunkohlen⸗ W ih gleie leich nac üſtarm n ui 3 3 433 Gebrannter Thon. §. 442. Schon in der ergrauten Vorzeit haben verſchiedene Völker, und insbeſondere die Iſraeliten, das Feuer als ein vorzügliches Mittel angewendet, um Wurzelwerk, Unkräuter, Inſecten und andere Thiere zu zerſtoͤren, durch die beigemengte Aſche die Lockerheit der Boden— arten zu erhoͤhen und auf dieſe Weiſe ihre Fruchtbarkeit zu ſteigern; doch die bewährten Erfahrungen der Alten erregten keine Sen— ſation, und man wendete das Feuer bis zum neunzehnten Jahrhun— derte ohne Geränich an, um die angeführtrn Zwecke zu erreichen. Als aber 1828 ein Engländer, Namens Beatſon, unter ei⸗ nem pomphaften Titel ein neues Ackerbauſyſtem„ohne Dünger, Pflug und Brache“*) veröffentlichte, ward die deutſche Journaliſtik ſturmbewegt, und glaubte an dem, was lange vor Beatſon ein Sezenſtand der ſorgfältigſten Prüfung der ausgezeichnetſten eng— liſchen Landwirthe war**), den Stein der Weiſen gefunden zu haben. Man plagte ſich ab mit der Aufſtellung von Hypotheſen, um die außerordentlichen Wirkungen des gebrannten Thons zu erklaͤren, ohne ſich um ihre Exiſtenz zu bekümmern***). §. 443. Um das Beatſon'ſche Syſtem und mithin auch die Wirkun— gen des gebrannten Thons würdigen zu können, wird a) eine genaue Kenntniß der Wirthſchaftsverhältniſſe der Grafſchaft Suſſer, wo das ) Aus dem Engliſchen von G. H. Haumann. Ilmenau 1828. *) Siehe die Verſuche, welche Edmund Cartwrigbht ſeit 1818 über die Vortheile des Thonbrennens anſtellte, in Repertory of Arts, 1822, Nr. 212, p. 212; in Gill's technical Reposztory, 1826, p. 383, und in Ding ler s Journal, B. 10, S. 362, und B. 23, S. 84. ***) Ich kann nicht umhin, hier eine Th helſache anzuführen, weil ſie das ge⸗ genwärtige landwirthſchaftliche Forſchen trefflich charakteriſirt. Es iſt bekannt, daß der Engländer Groos vor drei Jahren vorgegeben hat, mit Hilfe einer Volta'ſchen Säule aus Kieſelerde Thierchen zu erzeugen. Kaum iſt dieſe Abſurdität bekannt geworden, als ein vielſchreibender Landwirth, welcher auf der Wiener-Neuſtädter Heide Wunder wirkt, auftrat und in ö ffentli⸗ chen Blättern ein Verfahren bekannt machte, dieſe Heide in der kürzeſten Zeit in die üppigſten Fluren zu verwandeln. Dieſes Verfahren oder Wunder be ſteht in der Anwendung einer Volta'ſchen Säule oder in der Erzeugung von Electrici⸗ tät überhaupt, durch welche die Kieſelſteine dieſer Heide in Thiere, alſo in den kräftigſten Oünger umgewandelt werden. Kaum iſt ſeit der Veröffentlichung dieſes tiefdurchdachten Verfahrens ein Zeitraum von vier Wochen verfloſſen, ſo erkl lärte der wiſſenſchaftliche Verein zu Liverpool, daß die Angaben Groos'’s durchaus falſch ſeyen.— So weit führt eitle Ruhmſucht, ſo weit iſt unſer Journalweſen geſunken!— Eine bloße Hypotheſe, eine Erdichtung— oft eines Abenteurers— wird zur Grundlage eines durchgreifenden Mittels, ja eines neuen Syſtems.— Glaubt an Petrus, aber nie an Petri. Hlubek's Statik, 28 434 Thonbrennen angewendet wird, und b) eine genaue Unterſuchung der Veränderungen erfordert, welche der Thon durch das Brennen erleidet. §. 444. In der Grafſchaft Suſſer ſind die Grundſtuͤcke bindig und eiſen⸗ ſchüſſig, und das Klima feucht. Um die Cohäſion der Grundſtücke zu vermindern, ihre Erwär⸗ mungsfähigkeit zu ſteigern, ihre Waſſeraufnahme zu verringern und ihre Austrocknung zu beſchleunigen, mithin die Thätigkeit dieſer kal— ten und feuchten Grundſtücke zu erhoͤhen, gehörte und gehört noch das Kalken derſelben zu der landesüblichen Cultur dieſer Graſſchaft. Um das koſtſpielige Kalken zu beſeitigen, verfielen ſchon vor mehr denn 20 Jahren die engliſchen Landwirthe auf das Brennen des Thons, da ihnen die Eigenſchaften des Ziegelmehls bekannt wa⸗ ren, und haben ſtatt der Brachwirthſchaft(1. Brache, 2. Weizen, 3. Hafer und 4. Klee) folgenden Turnus: 1. Winterwicken oder Turnips, . Weizen, .Hafer mit Klee oder Raigras, und 4. Klee oder Raigras eingeführt. Die Winterwicken, die Turnips, der Klee und das Raigras werden auf dem Felde verfüttert oder abgetüdert; alſo der Stallmiſt nicht auf Wagen, ſondern in dem Darmcanal der Thiere auf die Aecker gebracht, und daher muß der Beiſatz in dem Beatſon'ſchen Syſteme:„ohne Dünger“, dahin modificirt werden:„ohne bemüßigt zu ſeyn, den Stallmiſt auf Wagen auszuführen.“ Nach dieſem factiſchen Sachverhalte vertritt der gebrannte Thon nicht die Stelle des Stallmiſtes, ſondern bloß des Kalkes, welcher bisher zur Verbeſſerung des kalten und feuchten Thonbodens nicht nur in Suſſer, ſondern überall angewendet wird. §. 445. Betrachtet man die Veränderungen, welche der Thon beim Brennen erleidet, ſo kann demſelben auch keine andere, als die eben ausgeſprochene Wirkung beigelegt werden. Die Veränderungen, welche der Thon durch das Brennen er— leidet, ſind: 1. Wird durch das Brennen die Cohäſion und mithin die Bindig— keit des Thons vermindert; 2. durch die verminderte Bindigkeit eines kalten, feuchten Bo⸗ 0 5 Eir ker that gebranl fndea moniak d. Salzen Atmoſt breunen ind ſcheint 5,* N ‿ Thons — 3 hier ein ſcädlich (Erdm Wer oryduls, ſeyn, d men?- wenneer weiſen, Compoſ 1½ dem vr luflis von R Thons ſ duteiute ch das Bene indig udiſ en, ihre Etwi⸗ verringen tigkeit diſee und geſettnt dieſer di rfielen ſcee auf das Irme tehlsh dn ume ache,? 3 ind das Jäin ſe ar Enl dei Thier aud üeng Wir mi gebt rant kte dhe Falkes, we wt ſonbo odens uit G e Dhon ber aſ die ebe als die Brennen e idiebudd fetn d 435 dens wird ſeine Thätigkeit, alſo auch ſeine Fruchtbarkeit ge— ſteigert; 3. wird bei einem eiſenſchüſſigen Thone das Eiſenorydul höher orydirt oder in Eiſenoryd umgewandelt, und das Waſſer zer— legt, wobei der Sauerſtoff zu der höhern Orydation und der Waſſerſtoff zur Bildung des Ammoniaks mit dem Stickſtoffe der Atmoſphäre verwendet werden kann. Eine ſolche Verwendung hat unſeres Wiſſens noch kein Chemi— ker thatſächlich nachgewieſen, und daher läßt ſich die Wirkung des gebrannten Thons nicht aus der Ammoniakbildung deduciren; und fände auch eine ſolche Bildung Statt, ſo kann den Spuren von Am— moniak keine erhebliche Wirkung beigemeſſen werden*). 4. Werden bei Anwendung des Feuers die kohlenſauren Salze, insbeſondere die kohlenſaure Kalkerde des Thons zerlegt. Da jedoch ein zäher, eiſenſchüſſiger Boden nur wenig von dieſen Salzen enthält und ihre Baſen ſich bald wieder mit der Kohlenſäure der Atmoſphäre verbinden, ſo kann der Grund der Wirkſantkelt des Thon⸗ brennens um ſo weniger in dieſer Veränderung geſucht werden, als in der Regel die Temperatur in der ganzen Maſſe nicht ſo hoch er— ſcheint, um eine ſolche Zerlegung durchgängig zu bewerkſtelligen. Und 5. werden beim Brennen des Thons Ruß und Aſche erzeugt, und da dieſe Stoffe die Vegetation befördern, wie bereits gezeigt wurde, ſo folgt hieraus, daß die Wirkſamkeit des Thonbren— nens auch in der Erzeugung dieſer beiden Koͤrper geſucht wer— den muß**). §. 446. Wenn man zu den angegebenen Wirkungen des gebrannten Thons erwägt, daß die feſte Rinde unſeres Planeten faſt zu ¾ aus *) unſer Alles ſchnell und leicht erklärende Dr. Sprengel hat ſich auch hier eine Hypotheſe ausgedacht. Er ſagt: Das Eiſenoxydul iſt der Vegetation ſchädlich, und da dieſes beim Brennen in Eiſenoxyd umgewandelt wird, ſo ꝛc. (Erdmann'’'s Journal, Jahrg. 1831, B. 1, S. 86.) Wer hat die Schädlichkeit des mit andern Mineralien gemengten Eiſen— oxyduls als ſolches nachgewieſen? und ſoll es dem Dr. Sprengel unbekannt ſeyn, daß die Eiſenoxyde in den Grundſtücken in der Regel als Hydrate vorkom— men?— Uebrigens würde Dr. Sprengel der Chemie einen Dienſt erweiſen, wenn er die Methode bekannt machen würde, die man anwenden muß, um nachzu— weiſen, daß das Eiſenoxydul im Boden als ſolches, und nicht als Hydrat oder eine Compoſition von Eiſenoxydulhydrat und Eiſenoxydhydrat vorkommt. **) Der tüchtige Hermbſtädt ſucht die Wirkſamkeit des Thonbrennens in dem von der Erde abſorbirten Rauche und Ruße, ſo wie in der Förderung der Auflöslichkeit des alten, beſonders ſauren Humus; da jedoch der Rauch und Ruß von Nadelhölzern nicht lösbar ſind, ſo rathet er, Laubholz zum Brennen des Thons anzuwenden(Erdmann's Journal, Jahrgang 1833, B. 1, S. 457). 28* 436 kohlenſaurem Kalk beſteht, und daß viele Pflanzen denſelben zerlegen und die Kohlenſäure, das vorzüglichſte Nahrungsmittel, aſſimiliren; daß das Thonbrennen wegen des zunehmenden Holzmangels, der ei⸗ genen Vorrichtungen der Feldöſen*) oder Gräben, wie ſie Cart— wright eingeführt hat**), und der vielen Arbeiten, die es er— heiſcht, weit koſtſpieliger iſt, als die Anwendung des verwitterten kohlenſauren oder ätzenden Kalkes, und wenn man endlich die Er— fahrungen, welche Cartwrightiin Beziehung auf die Wirkſamkeit des gebrannten Thons eingeholt hat, nicht überſieht**n): ſo wird man zu der Ueberzeugung gelangen, daß das Thonbrennen nur in ſehr ſeltenen Fällen mit Vortheil zur Bodenverbeſſerung angewendet werden kann †). *) Eine Beſchreibung der Feldöfen findet man nicht nur in dem ange⸗ führten Werke von Beatſon, ſondern auch in dem Werke:„Das Bren⸗ nen der Erde als ein bewährtes Düngermaterial, von Ritter von Schind⸗ ler“, Wien 1832. Der Verfaſſer ſtützt ſich auf ſeine dreijährigen Erfahrun⸗ nen und glaubt das Thonbrennen als ein bewährtes Düngermaterial anzu⸗ empfehlen. Inwiefern dieſe Anempfehlung gegründet erſcheint, ergibt ſich aus dem bisher Geſagten. **½α) Um die Errichtung der Feldöfen entbehrlich zu machen, ließ Cart⸗ wright auf den zu brennenden Aeckern Gräben ziehen, die mit einem aus Ziegeln oder Lehm durchlöcherten Gewölbe verſehen waren— damit die Flam⸗ me durchziehen könne— und auf welches der zu brennende Thon gelegt wurde (Gill's technical Repository etc., 1826, p. 283). ***) Nach ſeinen Verſuchen betrug der Ertrag bei der Ueberdüngung: mit gebranntem Thon(296 Pfd. pr. Acre) 6 Tonnen Turnips, mit Ruß..(292„ ⸗ do.. mit Holzaſche(293 ⸗ ⸗ 2) do., und ohne Ueberdüngungg. 5 Tonnen Turnips. Bei den übrigen Verſuchen war der Ertrag auf den überdüngten und nicht überdüngten Grundſtücken ganz gleich(Repository of Arts, 1822, Nr. 212, p. 79). Für die Anſtellung und Mittheilung dieſer Verſuche erhielt Cartwright die goldene Medaille. Es iſt bei den Engländern eine bemer⸗ kenswerthe Erſcheinung, daß ſie zu Entwendungen von Seiten der Arbeiter ihre Zuflucht nehmen, wenn die Natur ihre vorgefaßten Meinungen nicht be— ſtätigen will; dabei gebührt ihnen aber die Ehre, daß ſie die Reſultate in der Regel gewiſſenhaft angeben. So that es Cartwright, als der ge⸗ brannte Thon nicht mehr Turnips abwerfen wollte, als das ungedüngte Feld; ſo der gelehrte Dr. Ure, als er im Auftrage der Regierung Verſuche über die Reſultate der Zuckerraffinirung anſtellte und ein ungünſtiges Verhältniß zwiſchen den raffinirten Sorten und der Melaſſe erhielt, und ſo thaten es mehrere Andere. Ich glaube, England hat verhältnißmäßig nicht mehr Diebe aufzuweiſen, als andere Länder. †) Den meiſten praktiſchen Landwirthen Oeſterreichs gebührt die Ehre eines ruhigen, vorurtheilsfreien Prüfens. Als Flik das Thonbrennen auf der Herrſchaft Jamnitz in Mähren einführte, hat die k. k. Landw. Geſellſchaft in Wien den ausgezeichneten und für unſer Fach zu früh verſtorbenen Prakti⸗ ker, Freiherrn von Bartenſtein, und den durch ſeine Schriften allgemein bekannten Freiherrn von Ehrenfels nach Jamnitz abgeordnet, um über das dort eingeführte Beatſon'ſche Syſtem ein Gutachten abzugeben. In dieſem ſagen die Abgeordneten mit vollem Rechte: daß das von Beatſon 1 A ziegel pad 1 welchen jeden, verbau W ſtüͤcke Gütage ihnen J und H dieſe! Iahxge D At Leipß Tül auch Ehr Fett einzel b organ ben Iſelben za tel aſiniin mangels,de wie ſie Gat äitn, diecn des derwitenn dendlich de. fdie Vitft ſt**): ſ di onbrennen nei rung anxwe p 1 ft nur in en m derke: titter vin tin 23) th on gelegt an Lt, adürgu leb un Turiid müberdängtn rof Ats, lie er Verätze diſ indern eine bene⸗ eiten der ln, einungen nicl die Reſultalt t, ab det 9 ungedüngte Fen ing Verſuche ii fins Verhält i ſo thaten ſicht mehr Dit — bührt die bi brennen aij d ſelſſh §. 447. Nach dieſen Andeutungen laſſen ſich auch die Wirkungen des Ziegelmehls würdigen, über welches der ergraute und thätige Lam⸗ padius mannichfaltige Verſuche im Kleinen angeſtellt hat und aus welchen er leider die Schlußfolgerung zu ziehen glaubt, daß es gleich jedem andern Dünger wirke*). Erdſtreu. §. 448. Die Erdſtreu iſt das gegenwärtige Loſungswort der Landwirthe, und Männer von ausgezeichneten Anlagen und ausgedehnten Kennt⸗ niſſen haben es ſich zur Aufgabe ihres Lebens geſetzt, jede andere, oder doch wenigſtens die Waldſtreu aus unſern Wirthſchaften zu verbannen. Der menſchliche Verſtand nützt ſich ab in Entwerfung der Frag⸗ ſtücke, und die Säle von Carlsruhe und Potsdam geben noch heut— zutage ein dumpfes Echo von den heftigen Discuſſionen, welche in ihnen über dieſen Gegenſtand gefuͤhrt wurden. Man raiſonnirte a priori und überließ es der Zukunft, den Be⸗ weis a posteriori zu führen. Nachdem wir am Ende unſerer Abhandlung ſind, alſo die Grund— ſätze über die Ernährung der Pflanzen und den Duͤnger mitgetheilt haben, ſind wir in die Lage verſetzt, ohne uns in eine nähere Erör⸗ angewendete Mittel, ſeinen Klaiboden zu pulvern, weder in theoretiſcher noch praktiſcher Beziehung dem Zwecke entſpreche(Univerſalblatt a. a. O., B. 4, Seite 161). *.) Erdmann's Journal, Jahrgang 1832, B. 3, S. 299 und 446; Jahrgang 1833, B. 3, S. 253; Otto Linne Erdmann'’'s Journal, B. 9, S. 129— 143 ꝛc. Schon 1773 hat Tüll die Anſicht aufgeſtellt, daß die fein zertheilten Erden die eigentliche Nahrung der Pflanzen bilden, und Hayward war zu Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts bemüht, dieſe Anſicht zu beſtätigen(Archiv a. a. O., B. 1; Erdmann's Journal, Jahrgang 1838, und Dingler'’s Journal, B. 1, S. 200). Diejenigen, welche es vorziehen, die Erſcheinungen auf eine wunderbare Art zu erklären, finden in Ehren berg's Lehre über Infuſionsthierchen, Leipzig 1838, den ſchönſten Anhaltspunct, um nicht nur die Behauptungen Tüll's und Hayward's auf ihren letzten Grund zurückzuführen, ſondern auch das Eſſen der Erde von einigen Völkerſtämmen zu begreifen, da nach Ehrenberg die Infuſorien vollkommene Organismen, alſo mit Fleiſch und Fett verſehen ſind, und 1 Cub. Zoll Dammerde oft mehr als 41000 Mill. einzelner Thierchen enthält. Welchem Landmanne wird es wohl noch beifallen, ſeine Grundſtücke mit organiſchen Stoffen zu verſehen oder zu düngen, da Milliarden Thiere dieſel— ben zureichend befruchten? C!)— 438 terung uͤber die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der bisherigen Dis— cuſſionen einzulaſſen*), dieſen Gegenſtand näher zu beleuchten. Die Erde wurde bei der Düngererzeugung und der Viehzucht in der Vorzeit, und wird gegenwärtig in folgenden Abſichten ange— wendet: 1. Um die fluſſigen Excretionen aufzufangen und ihren Verluſt zu verhindern; 2. um die Gährung und mithin die ſchnelle Zerſetzung und Ver⸗ flüchtigung der kräftigſten Nahrungsſtoffe des Stallmiſtes zu hemmen oder wenigſtens zu vermindern; 3. um den Thieren, in Ermangelung eines gewöhnlichen Streu— materials, ein trockenes Lager zu verſchaffen; 4. um die phyſikaliſchen Eigenſchaften eines Bodens mit dem aufgeführten Dünger zu verändern oder ſeine Thätigkeit zu modificiren, und um die Dungermaſſe durch die beigemengte Erde zu vermeh— ren und den Bedarf an gewöhnlicher Streu zu vermindern. §. 449. Zu Nr. 1. Wenn man erwägt, daß ſelbſt bei einer ſorgfältigen Einſtreu nicht alle Excretionen vollkommen aufgefangen werden, und daß der Stallmiſt, ſobald er auf die Dungſtätte gebracht wird, viel von ſeinen flüſſigen Stoffen durch das bloße Verdunſten und Abflie— ßen verliert, ſo hat man mit vollem Rechte ſchon in den älteſten Zei— ten Erdarten aller Art auf den Dungſtätten angewendet, um den Verluſt der leicht verflüchtbaren Beſtandtheile des Stallmiſtes zu verhindern. In Italien werden ſeit undenklichen Zeiten die Dungſtätten mit einem Dache verſehen und der Boden 2— 3 Fuß hoch mit Erde beſtreut, um die Verdunſtung zu vermindern und das Abfließende aufzufangen. Die geſchwängerte Erde wird hier als der vorzüglichſte Dünger bei der Wieſencultur angewendet**). &● — *) Oekonomiſche Neuigkeiten 1838, Nr. 109, S. 869; 1839, Nr. 68;. 1839, S. 81;3 1840, Nr. 9 und 52; 1841, Nr. 3; Amtlicher Bericht über die Verſammlung zu Carlsruhe, 1839, S. 269, dann zu Potsdam, Berlin 1840, S. 429, und Block über Erdſtreu, Breslau 18335. **) Die zweckmäßigſte Einrichtung dieſer Art fand ich bei Dr. Brera in Crescenzago bei Mailand, der mich verſicherte, daß dieſes Verfahren in Italien ſeit undenklichen Zeiten beſtehe. In dieſer Beziehung, ſo wie auch in Beziehung auf das ſorgfältige Sammeln der Excremente, dienen die italie⸗ niſchen Landwirthe als Muſter der Nachahmung für die Deutſchen. Zun mag ſau Vi wählen theile d 3u daß der tande! tende V der näh d. Landwe Länder Krain, mit Er der beg alſotbit da d arten auf da oder w J zugeſet die Ke eine? Theil ſäure T ner la und du bilig de git ſen ne undd * Grund per; Entwe bisherigen d beleuchten der Jatutt Abſichten a nd ihren ai ſetzung wd 5Sunluiis ohnlichen enn Vodens ni d ne Thiifſi Erde zu um uverminden eine ſegiin ngen wede w bracttwid d rfim undalfi⸗ dn ancken g⸗ vendet, un de Stalniſts d ie Durgküte ſoch ni Ene as Abflähen borzihlih 839, Rr. Gö Berit ltn Kerli öl, Dr. Brete Vaxfotren N ſ vie uh, nen die tali⸗ en, 44 139 Zum Behufe der Erreichung dieſes Zweckes iſt jede Erde, ſie mag ſauer, kohlenartig, erdharzig, mager, fett ꝛc. ſeyn, geeignet. Will man aber mit einer geringen Menge Erde ausreichen, ſo wähle man eine Erde von großer Waſſeraufnahmsfähigkeit und zer⸗ theile dieſe ſo fein als moͤglich. §. 450. Zu 2. Im VI. Abſchnitte dieſer Abhandlung iſt gezeigt worden, daß der Stallmiſt durch die Gährung bis zu ſeinem ſpeckartigen Zu⸗ ſtande die Hälfte ſeines Gewichts verliert, und daß der ſehr bedeu— tende Verluſt gerade in ſolchen Stoffen beſtehe, welche zur Bildung der nähern Pflanzenbeſtandtheile abſolut nothwendig erſcheinen. Die Nachtheile dieſes Verluſtes haben ſchon die unterrichteten Landwirthe der Vorzeit anerkannt, und daher finden wir in vielen Ländern, namentlich in Italien, dem Küſtenland, in Steiermark, Krain, Kärnthen ꝛc., das Verfahren, den Stallmiſt ſchichtenweiſe mit Erde auf der Dungſtätte zu ordnen. Dadurch werden die von der vegetabiliſchen Streu nicht aufgenommenen Stoffe von der Erde abſorbirt, die Maſſe feſtgedrückt, die Einwirkung der Luft vermin⸗ dert, die Gährung verzögert, die Verfluchtigung der erzeugten Gas⸗ arten vermindert und auf dieſe Weiſe jeder Verluſt des Stallmiſtes auf das Minimum reducirt. Dieſer Zweck wird durch jede Erde mehr oder weniger vollkommen erreicht. Iſt aber die Erde kalkhältig, oder wird derſelben etwas Aetzkalk zugeſetzt, ſo wird der Zweck am vollkommenſten bewerkſtelligt, weil die Kalkerde mit den fetten, ſchleimartigen Theilen der Excremente eine Art ſchleimiger Seife bildet, welche nicht gährt, die andern Theile gegen die Gährung ſchützt und die Entweichung der Kohlen⸗ ſäure und anderer Gasarten am meiſten verhindert 9. Die Vortheile dieſer Art der Behandlung des Stallmiſtes bei ſei— ner längern Aufbewahrung auf der Dungſtätte ſind ſo augenfällig und durch ſo vielfältige Erfahrungen erpropt worden, daß man ſich billig wundern muß, daß es noch im neunzehnten Jahrhunderte Län⸗ der gibt, welche die kräftigſten Ingredienzen des Stallmiſtes abflie— ßen und verdunſten laſſen, ſtatt ſie auf die beſagte Art aufzufaſſen und die Fruchtbarkeit ihrer Grundſtücke zu erhöhen. *) Man ſtreut auf die Leichname in den Gräbern aus keinem andern Grunde Aetzkalk, als um mit dem Fette einen ſchmierigen, ſeifenartigen Kör— per zu bilden, welcher die Leichname umhüllt und die Bildung und ſchnelle Entweichung ſtinkender Gasarten zum großen Theil verhindert. §. 454. Zu 3. Werfen wir einen Blick auf die Alpenwirthſchaft, ſo wer⸗ den wir am ſchnellſten zu der Ueberzeugung geführt, welchen mäch— tigen Antheil die Noth und die Localverhältniſſe an jenen Grund⸗ regeln und Verfahrungsarten haben, welche bei unſerem Gewerbe wahrgenommen werden. Der Alpenwirth iſt in der Regel in der Lage, im Sommer mehr Thiere zu halten, als er im Winter naturgemäß zu nähren vermag. Er ſieht ſich nun genoͤthigt, das ſämmtliche Stroh zu verfüttern und den Streubedarf aus dem Waldbeſtande zu decken, d. h. er be— treibt die Alpenwirthſchaft auf Koſten der Waldwirthſchaft. Dieſes nationalwidrige Verfahren des Alpenwirthes wendet nicht ſelten auch der Landmann des flachen Bodens an, wenn ſein Beſitzſtand zu klein, wenn Mißjahre eintreten, oder wenn er kein entſprechendes Verhältniß zwiſchen den direct und indirect verkäuflichen Gewächſen in ſeinem Turnus feſtgeſtellt hat. Er greift, gleich dem Alpenbewoh— ner, den Waldbeſtand an, und unbekümmert ſeines fernern Gedei— hens und der fortſchreitenden Vermehrung der Bevölkerung, unbe— kümmert der mit Rieſenſchritten eilenden Induſtrie und der Alles zur Anſchauung bringenden Buchdruckerpreſſe oder der ſich täglich mehrenden Eiſenbahnen, ja unbekümmert um die Noth, welche der Menſchheit ob des Holzmangels droht, entkräftet er ſeinen Boden, verkrüppelt das Wachsthum und verwandelt oft die ſchönſten Forſt⸗ beſtände in ewige Gletſcher. Wenn nun bei dieſer Sachlage Maäͤnner, wie Block und Dr. Neſtler, die Erdſtreu in Schutz nehmen und dieſe mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln anempfehlen, ſo müſſen wir ihre Bemühun⸗ gen als die Ergebniſſe eines fernen Blickes und eines menſchenfreund— lichen Strebens anerkennen. Ob durch die Erdſtreu die gewöhnliche vegetabiliſche Streu in ſtabiliſcher Beziehung erſetzt werden koͤnne, werden wir§. 453 näher betrachten; hier wollen wir bloß die Eigenſchaften jener Erde näͤher angeben, welche geeignet iſt, den Thieren ein trockenes Lager zu verſchaffen. Trockene Raſen⸗, Torf⸗ und Modererde, ſo wie jede magere, ſandige, beim Befeuchten und Treten keinen Teig bildende Erde, die nicht mit Steinen verſehen iſt, erſcheinen als die geeignetſten, den Thieren ein trockenes Lager zu verſchaffen. Dagegen erſcheint zu die— ſem Ende eine bindige Erde ganz unbrauchbar, man mag ſie noch ſo ſchr mit den R d vegeta und die R ſchaffer ſtreu iſ fomme 31 dnger veraͤnd Erde Bodens d aasoe Das 83 ten mu V U rechnen beſſern gewich D Fuß G zu verl — 8) Aewerfen Schlamn Uoberſte erhalten 29) Fuß me * ½ hältig, 3 57,600 ſo betr If ſnn om⸗ velchen mi⸗ jenen Gnn nſerem Genet nSonnani ähren ve rung oh zu verithn en, d.heel⸗ thſchaſt diß ꝛdet nict iin ſein diſ ſi entſprahen ichen bri em Alprtbeue ferner ba⸗ ltermg i : und da l der ſic g t, bhh ſairer oder, douien Foſ⸗ lock und h allen iznenz fres wihun⸗ riere zaund⸗ ſce Erai 17 nißer gn näͤher zeager zu de magere e Ende die etſten, dn eint zu di⸗ ſie loch ſ 441 ſehr mit einer andern Streu belegen laſſen, um das Durchtreten und den Moraſt in den Stallungen zu verhindern*). Die Menge, die täglich erfordert wird, um mit Hilfe von etwas vegetabiliſcher Streu den Thieren ein trockenes Lager zu verſchaffen und die Excretionen vollkommen aufzufaſſen, beträgt: — 2 Cub. Fuß pr. Stuͤck beim Rind, und 16— ¼ ⸗ 7 2 bei den Schafen**). Nach der Beſchaffenheit und der Stärke der Fütterung, der Be— ſchaffenheit und der Menge der Erde und der vegetabiliſchen Ueber— ſtreu iſt die eingeſtreute Erde nach Verlauf von 4— 8 Tagen voll⸗ kommen geſättigt und muß durch eine andere erſetzt werden. §. 452. Zu 4. Handelt es ſich darum, mit dem aufgeführten Erdſtreu⸗ duͤnger die phyſikaliſche Beſchaffenheit eines Bodens allmählig zu verändern, ſo muß ſich die bei der Düngerproduction angewendete Erde nach der gegenwärtigen Beſchaffenheit des zu verbeſſernden Bodens richten. Hat man es mit einem ſehr bindigen Boden zu thun, ſo darf die anzuwendende Erde keine oder nur eine ſehr geringe Cohäſion beſitzen. Das Gegentheil findet bei einem loſen Boden Statt. Im erſten Falle kann die Erde als Streu angewendet, im zwei— ten muß ſie auf der Dungſtätte dem Stallmiſte beigeſetzt werden. Um die Menge der in dieſem Falle anzuwendenden Erde zu be⸗ rechnen, muß von der Erfahrung ausgegangen werden, daß das Ver⸗ beſſerungsmittel im ee niintn wenigſtens 5 pCt. des Boden⸗ gewichts betragen ſoll 1. e6) Dieſem nach müſſen pr. n. ö. Joch 1152 Ctr. oder 1440 Cub. Fuß Erde aufgeführt werden, um denſelben zu einer Tiefe von 6 Zoll zu verbeſſern †). d *) Ich verſuchte bei meinen Kühen einen ganz ausgetrockneten und durch— geworfenen Grabenſchlamm anzuwenden, allein er wurde bald wieder in Schlamm umgewandelt, und es mußte eine ungewöhnliche Menge Stroh als Ueberſtreu angewendet werden, um die Thiere wenigſtens theilweiſe rein zu erhalten. **) Schmidt wendete bei 54 Rindern täglich 4— 5 Fuhren à 16 Cub. Fuß magerer, ſandiger Erde an; dieß macht pr. Stück 1,4 Cub. Fuß. ***) Iſt die Erde, die man als Verbeſſerungsmittel anwendet, ſehr kalk— hältig, ſo wird ein bindiger Boden ſchon mit 3 pCt. weſentlich verbeſſert. †) Ein n. ö. Joch hat zu einer Tiefe von 6“ einen Rauminhalt von 57,600 ½=— 28,800 Cub. Fuß. Rechnet man einen Cub. Fuß zu 80 Pfd., ſo beträgt das Bodengewicht 28,800 80= 23,04,000 Pfd. oder 23,040 Ctr. Iſt x die Menge der anzuwendenden Erde, ſo hat man: 442 Wird täglich einem Rinde 1 Cub. Fuß dergleichen Erde ein⸗ geſtreut, ſo beträgt dieſe in einem Jahre 365 Cub. Fuß oder 292 Ctr.; und der Stallmiſt von 4 Kühen enthält ſo viel Erde, als erforderlich iſt, um einen Boden bis zu einer Tiefe von 6 Zoll zu verbeſſern. Wenn alſo Jemand in der Nähe ſeiner Wirthſchaft eine zu der beabſichtigten Verbeſſerung geeignete Erde beſitzt, ſo findet er in dem angegebenen Verfahren das einfachſte und ſicherſte Mittel, um ſeine Grundſtücke in ihrer Grundmiſchung zu verbeſſern und ihre Damm— erde zu erhöhen“). §. 453. Zu 5. Um die Frage: ob die Düngermaſſe durch die Erdſtreu direct vermehrt und die gewöhnliche vegetabiliſche Streu erſetzt wer— den knne? genügend beantworten zu können, muß der Erdſtreu— dünger, ſowohl in Beziehung auf den Reichthum als die Thätigkeit der Grundſtucke, näher gewürdigt werden. Was den Reichthum der Grundſtücke oder die eigeutliche Nah— rung der Pflanzen betrifft, ſo iſt im I. und II. Abſchnitte dieſer Ab— handlung dargethan worden, daß nur jene Koͤrper hierher gezählt werden können, welche in ihren Verbindungen die Elementarſtoffe der Pflanzengebilde, insbeſondere den Kohlen- und Stickſtoff, auf⸗ zuweiſen vermögen. Da anorganiſche Koͤrper, alſo auch die Erdſtreu, die beiden letz⸗ tern Elemente nur ausnahmsweiſe in einer, den praktiſchen Zwecken entſprechenden Menge mit ſich führen, ſo folgt hieraus, daß die Erd— ſtreu trotz aller Theorien und Anpreiſungen nicht im Stande iſt, die vegetabiliſche, Kohlen- und Stickſtoff enthaltende Streu zu erſetzen, 23,040. s 23,040: X= 100: s; alſo x=—= 1152 Ctr. oder 1440 Cub. Fuß, den Fuß zu 80 Pfd. gerechnet. *) Wenn einmal die Landwirthe ihre Zugthiere zu einer Zeit, wo die Feldarbeiten ruhen, dazu anwenden, um ſich eine zu der Verbeſſerung ihrer Grundſtücke geeignete Erde zu verſchaffen(die man an Abhängen, Rainen, Gräben ꝛc. überall antrifft), dieſe auf die eine oder andere bisher angegebene Art bei der Düngererzeugung behandeln und dann auf ihre Aecker, Wieſen und Weiden anwenden, dann werden wir das häufige Verſäuern und Ausdör⸗ ren der Saaten und Wieſen nicht mehr wahrnehmen; dann werden Schollen⸗ hämmer und Schollenwalzen als abgenützte Werkzeuge erſcheinen, Flechten, Mooſe, Ried-, Binſen- und Simſengräſer allmählig von dem Graslande ver— ſchwinden und unſere Fluren den denkenden und thätigen Landmann verkündi⸗ gen; und zu allem dem wird erfordert: daß wir unſere Wirthſchafts⸗ kräfte benützen, und verhindern, daß ſich die beſten In⸗ gredienzen des Stallmiſtes nicht verflüchtigen können. und inſ die Vi V Abfließ ſeine ſeitigt zu der von Er gewöhl minder u Gahrn 1845: Sucſt N folgen Muge Tabel werde pCt. Vedarf rungin daher! auffzuf hinden l zu err gegan, mager chen Erde e oder a als erfonde ni chaft ei einezade findet er ind Nittel, un ſi nd ihre dmm. rch die Edi streu etſetwe iß der Edin⸗ ls die edin ſpoie eigentlche⸗ hnitte diſed⸗ hierze hil eElenarrint Sticſtf, u⸗ „die keidey fiſcher gwecen dimbn⸗ Standeit de reuw zu gfbe der 1310 Gld. r zit, o die Khiſerung ih ihrer unn, Nainen, ger ungegeben lecker, Wieſen n u und Auodo sdär⸗ Schollel n, Flethen Sraaune e bel⸗ unn rati⸗ können 443 und inſofern iſt die Behauptung richtig: daß die Düngermaſſe durch die Beimengung von Erde nicht vermehrt werden kann. Wenn man aber erwägt, daß durch die beigemengte Erde das Abfließen der kräftigſten Ingredienzen des Stallmiſtes verhindert, ſeine Zerſetzung verzögert und die Verflüchtigung von Gasarten be— ſeitigt oder wenigſtens bedeutend vermindert wird, ſo gelangt man zu der Ueberzeugung, daß die Dungermaſſe durch die Beimengung von Erde bedeutend erhoͤht, oder, um mich richtiger auszudrücken, der gewoͤhnliche bedeutende Verluſt beſeitigt oder wenigſtens ſehr ver⸗ mindert wird. Um dieſen weſentlichen Vortheil der Erdbeimengung ſtatiſch dar— ſtellen zu können, dazu dienen die§. 255, Tabelle L, zuſammen- geſtellten Ergebniſſe in Beziehung auf den zu leiſtenden Erſatz für die den Grundſtücken entzogene Kraft. Nach dieſer Tabelle werden 1865 Pfd. Rind⸗Excremente erfor⸗ dert, um den Bedarf an Stickſtoff bei einer Roggenernte zu decken. Werden dieſe nicht aufgefangen, ſo beträgt der Verluſt durch die Gährung die Hälfte oder 932 Pfd., und die abſolute Menge von 1865 Pfd. erſcheint unzureichend, um bei einer Roggenernte den Stickſtoffbedarf zu decken. Wird dagegen ſo viel Erde angewendet, daß keine Gährung er— folgen kann, ſo wird der Verluſt beſeitigt, und die ſtatiſch berechnete Menge reicht zu, um den Roggen mit Stickſtoffhinreichend zu verſehen. Die erfahrungsmäßige Menge Stallmiſt beträgt nach derſelben Tabelle 8050 Pfd., wenn der Erſatz für eine Roggenernte gedeckt werden ſoll. Da nach§. 259 die Streu im Stallmiſte durchſchnittlich 10 pCt. beträgt, ſo beſtehen die S8050 Pfd. aus: 7245 Pfd. Excrementen, und 805 ⸗ Streu. eſaltht man dieſe Excremente mit der abſoluten Menge des Bedarfes an Dünger mit 1865 Pfd.„ſo ſieht man, daß die erfah— rungsmäßige Menge viermal größer erſcheiut, als die düſeiege und daher handelt es ſich bloß darum, um die 7245 Pfd. Excremente aufzufangen und ihre weitere Zerſetzung und Verflüchtigung zu ver— hindern. Um die Menge Erde, welche erfordert wird, um dieſen Zweck zu erreichen, berechnen zu knnen, muß von der Erfahrung aus— gegangen werden, daß 1 ½ Cub. Fuß oder 120 Pfund trockener, magerer Erde zureichend ſind, um die täglichen Excretionen einer 444 gut genährten Kuh, oder 60 Pfund, vollkommen aufzufaſſen, und den Thieren mit Hilfe von etwas vegetabiliſcher Oberſtreu ein trok— kenes Lager zu verſchaffen. Bezeichnet man den Bedarf an Erde, um 7245 Pfund Excre⸗ tionen aufzufangen, mit x, ſo hat man dieſer Erfahrung zufolge: 60:120= 7245:w, alſo 7245. 120 X— rfere= 14490 Pfd.= 145 Ctr. oder 14 Fuh⸗ ren, d. h. 14 Fuhren trockener, magerer Erde vei⸗ chen zu, um den erfahrungsmäßigen Erſatz an Excrementen für eine Roggenernte vollkommen aufzufangen und den Stickſtoffbedarf zu decken. Um die Frage beantworten zu können, ob die aufgefangenen Excremente zureichend erſcheinen, den Kohlenſtoffbedarf der Rog— genernte zu decken, muß auf folgende Art verfahren werden: Nach der§. 35 angeführten Tabelle beträgt der Kohlenſtoff einer Roggenernte 2065 Pfund oder nahe an 21 Ctr. Da von den 21 Ctr. die Haͤlfte auf Rechnung der atmoſphäriſchen Aſſimilation zu ſtehen kommt, ſo müſſen einer Roggenernte 14 Ctr. Kohlenſtoff in dem Erſatze zugeführt werden. Da ferner die Rindsexcremente 80 pCt. Feuchtigkeit enthalten, ſo geben die 7245 Pfund mit Erde aufgefangenen Excremente: 7245: 400—= x: 20, oder 7245. 20 X—= 1449 Pfund trockener Subſtanz. Rechnet man den Kohlenſtoffgehalt dieſer Subſtanz mit 50 pCt., ſo ſind darin 7 Ctr. Kohlenſtoff enthalten, welche in dem Erdſtreu⸗ dünger dem Roggen zugefuhrt werden. Da aber dem Roggen 11 Ctr. zugeführt werden ſollen, ſo ſieht man, daß die 805 Pfund vegetabiliſcher Streu, welche 4 Ctr. Koh⸗ lenſtoff enthalten und mit dem Kohlenſtoffe der Excremente den Be— darf an dieſem Elemente in der Roggenernte vollkommen decken, durch die Erdſtreu nicht erſetzt werden koͤnnen, falls die als Streu angewendete Erde keinen aſſimilationsfähigen Kohlenſtoff enthält, was in der Regel nicht Statt findet. Man mag alſo der Erdſtreu noch ſo ſehr das Wort führen, ſo vermag ſie dennoch nicht den Kohlenſtoff der vegetabiliſchen Streu, alſo das Hauptelement der Pflanzen, zu erſetzen, und daher kann der Erdſtreudünger nur dort jahrelang mit gutem Erfolge angewendet V V werde dern, hen ſ auf d zeigt weiſe Bode ange rung ufaſin, w ſtreu ein ie HPfund En g zufolh: t. dder lli⸗ er Erden. n Erſaß an vollkonnen rf zu decen e aufgefdeene bedaif d⸗ werden: der Kollanf ſtigkitanguin Ererenente lhſtaut nz mit ölp dem Gidſii⸗ flen, ſfſ he16.Kc gte di be⸗ Knnn decken di als Sttal ſcff eathält üſiim, iſchen Stren, nber eun d eaugevende 445 werden, wo die Grundſtücke mit einem kohlenartigen oder einem an— dern, den Culturpflanzen unzuträglichen Humus reichlich verſe— hen ſind. §. 454. Nicht minder unzureichend erſcheint die Erdſtreu in Beziehung auf die Thätigkeit mancher Bodenarten. Im III. Abſchnitte iſt ge— zeigt worden, daß unter den vielen chemiſchen Proceſſen vorzugs— weiſe der Gährungsproceß es iſt, durch welchen die Thätigkeit eines Bodens bedingt iſt. Wird nun ſtatt der gewöhnlichen Streu Erde angewendet, dann hat man eine weſentliche Bedingung der Gäh— rung des Stallmiſtes entzogen. Die ſtickſtoffhältigen Ercretionen, das vorzüglichſte, ſeptiſche Ferment, ſind in ihrer Reaction auf ſich ſelbſt beſchränkt, da ſie in der anorganiſchen Beimengung keine Zerſetzung, keine Entbindung von Gasarten und keine Erwärmung, alſo keine gährungsfähige Veränderung hervorbringen konnen. Enthält alſo ein Boden keine organiſche Ueberreſte, welche die vegetabiliſche Streu in dem Erdſtreudünger zu ſubſtituiren vermö— gen, dann fehlt ein Subſtrat der gegenſeitigen Reaction, mithin die Grundbedingung des vegetabiliſchen Lebens. Es kann alſo die Erde die gewöhnliche Streu auch in Beziehung auf die Thätigkeit der Grundſtücke nicht vollkommen erſetzen*). §. 453. Welche Wirkungen die dem Stallmiſte beigemengte Erde als ſolche bei der Vegetation hervorzubringen vermag, iſt bereits in den §§. 45— 51 nachgewieſen worden. *) Es iſt bereits geſagt worden, daß der Gährungsproceß im Haushalte der Natur eine weit erhabenere Beſtimmung hat, als die der Erzeugung von Bier, Wein, Branntwein, Eſſig ꝛc. Die Gährung iſt, ſo paradox es Man⸗ chem erſcheinen mag, das Grundprincip des Lebens, geſtellt unter eine uns noch unbekannte Kraft; daher ſehen wir die propagatio aequivoca dort ih⸗ ren Culminationspunct erreichen, wo eine raſche Gährung Statt findet, oder wir nehmen eine reichliche Bildung der Pilze und anderer cellulären Ge— wächſe, ſo wie mancher Thiere nur dort wahr, wo organiſche Körper zerſetzt werden; daher prangen nur jene Grundſtücke mit der Fülle ihrer Erzeugniſſe, wo animaliſche, vegetabiliſche und anorganiſche Stoffe in einem entſprechen— den Verhältniſſe aufeinander reagiren, ſich gegenſeitig zerſetzen und erwärmen; daher erſcheinen die bei dem Verdauungsproceſſe entweichenden Gasarten über— einſtimmend mit jenen, welche die freie, von keiner Lebenskraft geleitete Gäh— rung erzeugt ꝛc., und daher können wir mit Recht behaupten, daß die Aus— drücke:„die Gährung der Grundſtücke ſteigern, oder ihre Fruchtbarkeit erhö⸗ hen“, identiſch ſeyen; eine Steigerung der Gährung in den Grundſtücken iſt aber bedingt: a) durch die Anwendung heterogener, organiſcher Körper, und b) durch eine ſorgfältige Bearbeitung derſelben. 446 Faßt man nun das dort, wie hier Geſagte zuſammen, ſo laſſen ſich folgende Grundregeln in Betreff der Erdbeimengung zum Stall— miſte aufſtellen: 1. Man verhindere das Abfließen vom Stallmiſte durch Bei— mengung von was immer einer Erde; 2. man ſuche die Gährung des Miſtes in jenen Fällen durch Zwiſchenlagen von was immer einer Erde zu hemmen, in welchen der Miſt längere Zeit, beſonders während einer warggen Witterung, liegen bleiben muß; 3. geſtatten es die Localverhältniſſe, ſo wähle man eine ſolche Erde, welche geeignet iſt, die phyſikaliſche Beſchaffenheit der Grund— ſtücke zu verbeſſern; 4. iſt man durch die Umſtände genöthigt, Erde als Streu an— zuwenden, ſo wähle man Heideplaggen, Moor- oder eine andere, mit vielen organiſchen Rückſtänden verſehene trockene Erde, und in Er— mangelung dieſer nehme man Sand oder eine dieſem ähnliche Erde, und vergeſſe nicht, daß täglich circa 120 Pfund pr. Stück Groß⸗ vieh nebſt etwas vegetabiliſcher Ueberſtreu erfordert werden, um den Thieren ein trockenes und weiches Lager zu verſchaffen; und 5. verwende man den Erdſtreudünger dort, wo ihm die Boden— kunde nach Maßgabe der Beſchafſenheit der Grundſtücke und der an— gewendeten Erde den Platz anweiſ't, alſo auf bindige die magere, und auf loſe Gruͤnde die fette, bindige Erde, und halte ſtets vor Augen, daß der Erdſtreudünger, ſo wie alle erdige Düngerarten, am vortheilhafteſten zur Ueberdüngung der Saaten, der Wieſen und Weiden verwendet werden können. Poudrette, Urate und andere Dungſalze. §. 456. Der muͤßige, unausgebildete menſchliche Verſtand findet in der Zuſammenſetzung der Excretionen und anderer werthloſen Dinge den ſchönſten Anhaltspunct, um ſich dem Müßiggange und den La— ſtern zu entziehen, die Aufmerkſamkeit der nach allem Abſurden ha— ſchenden Journaliſten*) auf ſich zu lenken, und auf dieſe Weiſe noch für ihre Ungereimtheiten die Schriftſtellers- oder Schriftſtehlers⸗Ehre *) Es iſt unglaublich, daß die neue Theorie über die Gährung faſt in al— len techniſchen Journalen Eingang finden konnte. Sie lautet: Die Hefe be— ſteht aus lauter Eiern; dieſe werden ausgebrütet, die Thiere freſſen den Zucker und ſchmeißen Wein, Alcohol, Branntwein und Eſſig— verſteht ſich nach Verſchiedenheit des Geſchlechts und der Species. werde und d und u 4 und: eine! menſe ſtreut Einr raden disſel 6 n d ande drüch ſo laſen N Snle Sen durc 3 welchen iterung Tne ſlce Grun⸗ S tra dere,mit din E⸗ r he Eie St onf 3 un u 8— Vade⸗ A der al⸗ 3 viher, its vor f ratten, S ien und 4△ Ftin der Dinge renl ka⸗ Jen ha⸗ ſe noch SEhre aſt in al Hefe be⸗ eſſen den ſteht ſich 447 zu ernten. Wollten wir alle dieſe Ausgeburten der landwirthſchaft— lichen Literatur— die vor uns liegen— im Detail anführen, ſo müßten wir eine gegründete Beſorgniß hegen, daß wir die tüchtigen Praktiker— die wir ſtets im Auge feſthalten ſollen— langweilen werden; daher wollen wir nur kurz die Recepte der vorzüglichſten und doch beachtungswerthen Dungſalze und Dungſurrogate angeben und unſere Anſicht hieruͤber beifügen. a) Poudrette, Urate. §. 457. Die Bereitung der Poudrette und Urate iſt allgemein bekannt, und ſie verdient in Sanitätsruͤckſichten in der Nähe großer Städte eine beſondere Beachtung. Auf dem flachen Lande iſt die Menge der menſchlichen Ercremente gering, und dieſe wird überdieß noch zer— ſtreut, falls man nicht von der vermeintlichen Fellenberg'ſchen Einrichtung Gebrauch macht, und den Arbeitern bewegliche Reti⸗ raden auf die Felder folgen läßt; daher iſt es am vortheilhafteſten, dieſelbe zu einer Compoſt-Erzeugung zu verwenden. Ein Hauptübelſtand der gegenwärtigen Poudretten⸗Erzeugung i*ſt die geringe Menge des angewendeten Gipſes, Kalkes oder einer andern Erde, wodurch, wie ſich der Veteran Schwerz aus— drückt, eine Fuhre Dung auf eine Schnupftabakpriſe reducirt wird. Die Chineſer wenden ſeit undenklichen Zeiten ſo viel Erde bei ihren Dungziegeln an, daß die menſchlichen Excretionen vollkommen aufgefangen werden können. Die Menge, die man von den in Rede ſtehenden Dungſalzen anwendet, beträgt 4— 6 Scheffel pr. Morgen bei loſen, und 6— 10 Scheffel bei kalten, ſchweren Bodenarten*). b) Jauffret's Dungſalz. § 458. Der Franzoſe Jauffret will eine Lauge entdeckt haben, mit deren Hilfe die holzigen Subſtanzen, ſo wie Erdarten in den kräf⸗ tigſten Dünger umgewandelt werden, und von welchen 10 Ctr. in der Wirkung gleich ſeyn ſollen 40 Ctr. des beſten Stallmiſtes**). *) Monatsblatt der königl. preuß. märkiſchen ökon. Geſellſchaft, Jahr— gang 1824, S. 174. *) Dingler's Journ., B. 66, S. 442, und Oek. Neuigkeiten, 1837, S. 247. Das 1837 in England patentirte Verfahren des Francois Roſ⸗ ſer's, aus allen möglichen Subſtanzen Dünger zu erzeugen, ſcheint das Jauffret'ſche zu ſeyn(Dingler's Journ., B. 68, S. 133). 448 Obgleich dieſe Angabe als Hohn für die Chemie und Pflanzen⸗ phyſiologie erſcheint, ſo hat doch die société royale et centrale in Frankreich eine Commiſſion zuſammengeſetzt, um das Jauffret— ſche Verfahren zu prüfen. Das Parere dieſer Commiſſion lautet: „Das Verfahren Jauffret's hat nichts Eigenthümliches und gehoͤrt in die Kategorie der gewöhnlichen und bereits bekann— ten Compoſt-Düngerbereitungsarten“*). c) Waibel's Verfahren. §. 459. Dieſes Verfahren beſteht in der Mengung des Stallmiſtes mit Erden, um die Bildung des Salpeters, des vermeintlich kräftig— ſten Düngers, zu befördern. Die nähere Würdigung dieſer Me⸗ thode ergibt ſich aus dem, was§. 436 über den Mergel und §. 449— 453 über die Erdſtreu geſagt wurde**). d) Rubanshofen's Dünger. §. 460. Die Ingredienzen dieſes Düngers ſind Kalk, Waſſer, Melaſſe und Blut, welche in dem Verhältniſſe: 30 Pfund oder ½ Cub. Fuß Kalk, 166 ⸗ Waſſeer, zur Bildung der Kalkmilch, 204 ⸗ Melaſſe, und 40 ⸗- Blut angewendet werden. Von dieſem Gemiſche rechnet der Erfinder 120 Kilogramme oder 253 Pfund bei ſandigen und 90 Kilogr. bei andern Bodenarten pr. Hectar(?!).. Bei Weinſtöcken ſoll die Erde weggeſchoben, mit dem Gemiſche begoſſen und dann wieder an die Stöcke angezogen werden**n). Die Ungereimtheit dieſer Duͤngerbereitung liegt zu Tage und bedarf keiner Erläuterung. e) Reinprechter's Dünger. §. 461. Um einen Morgen auszudungen, ſchlägt Reinprechter vor: 1 Ctr. Knochenmehl, 3 Ctr. Aſche, 10 Pfund gemahlenen Gips *) Landwirthſchaftliche Mittheilungen des weſtpreuß. landwirthſchaftlichen Vereins zu Marienwerder, 1838, Nr. 3, und Oek. Neuigkeiten 1839, S. 114. **) Die ungünſtigen Reſultate ihrer Anwendung findet man in den Oek. Neuigkeiten 1838, S. 129. ***) Dingler's Journal, B. 70, S. 239. und 2 Jauche bis ſie dem Ee di tenen9 b ner⸗ ul veriſirt Dieſer Erfind d jede G mit) bedeck — * fall de Uniber ſeinen bring ſcher! Pienhe ceutral i d auffr ei⸗ 2 thümüihe 2es bekanr⸗ d miſtesm 4 ch kuſſt Pjieſer R⸗ ergal un 9., M onmeoder denarten „Hemiſche dage und er vor: n Gips 449 und 20 Pfund ungelöſchten Kalk zu nehmen, dieſe Stoffe mit Jauche anzuruhren und ſo lange(3— 4 Tage) gähren zu laſſen, bis ſie einen eigenthümlichen Geruch entwickeln, wo ſie dann vor dem Samen ausgeſtreut werden*). f) Gyraudy's Dungpulver. §. 462. Die Ingredienzen dieſes Pulvers ſind: Gallerte aus geſot— tenen Knochen, pulveriſirter Kloackenduͤnger(?⁷), Thierkohle, Hüh⸗ ner⸗ und Taubenmiſt, Extract aus allen uͤbrigen Miſtarten, pul⸗ veriſirte Kreide(), an der Luft zerfallener Kalk(!) und Soda. Dieſer Extract aus den wirkſamſten Düngerarten ſoll, nach dem Erfinder, um ¼ größere Ernten abwerfen als der Stallmiſt**). Dieſer Erfolg, ſo wie die Art der Zuſammenſetzung, machen jede Erläuterung entbehrlich. g) Celnart's Compoſt §. 463. Sein Verfahren beſteht in Folgendem: Zuerſt wird eine 3—4“ mächtige Schichte Erde ausgebreitet, welche 3— 4“ mit Stallmiſt bedeckt und dieſer mit gebranntem Kalk meſſerdick beſtreut wird. Auf den Kalk kommt wieder Erde, und auf dieſe Miſt zu liegen, und ſo wird der Turnus wiederholt, bis der Haufen eine Höhe von 8“ erreicht hat †**). h) Chaptal's Compoſt. §. 464. Nach ſeiner Methode bildet Kalk, Schutt oder eine andere kalkhaltige Erde die Unterlage. Auf dieſe kommt Schaf- oder Pferdemiſt zu liegen, welcher mit Mergel, Straßen-, Menſchenkoth, Abfällen von Stroh und Heu bedeckt und das Ganze mit Jauche übergoſſen wird 1¼). *) Freimüthige, auf Selbſterfahrung gegründete Anſichten über den Ver⸗ fall des Ackerbaues ꝛc., von Reinprechter, Bamberg 1837, S. 70, und Univerſalblatt a. a. O., B. 15, S. 61. Der Verfaſſer beabſichtigt, durch ſeinen Mengdünger den gefallenen Ackerbau in Oeutſchland auf die Beine zu bringen. Die peſtartigen Gasarten, unter ſeine Naſe gebracht, werden ihm ſicherlich aufhelfen. **) Journal des connais. usuelles, 1834, Aprilheft, und Univerſalblatt a. a. O., B. 8, S. 101. **) Die Kunſt, den Boden fruchtbar zu machen, von Celnart. Aus dem Franzöſiſchen von Haumann, Ilmenau 1830, S. 152. †) Celnart a. a. O., S. 151. Hlubek's Statik. 29 450 i) Franzöſiſche, landesübliche Compoſtbereitung. §. 465. Man verfährt in Frankreich bei der Compoſtbereitung auf folgende Art: Es wird hinter den Stallungen eine Grube von 6—8 ◻“ Oberflaͤche und 11* Tiefe gegraben und mit Lehm waſſerdicht ge— macht. In dieſe leitet man den Urin, bis er eine Höhe von 40 bis 50“ erreicht hat, und wirft in denſelben 10 Schubkarren Stallmiſt, Federmiſt, Garten- und Küchenabfälle, Quecken und ſonſtige Unkräͤuter. Darauf wird das Gemenge mit Gips und Kalk beſtreut und wieder dem Zufluſſe des Urins ausgeſetzt*). §. 466. Dieß ſind die vorzüglichſten Arten der Dungſalz⸗ und Compoſt— bereitung, und indem wir noch des in der neueſten Zeit angeprie⸗ ſenen Miſtdampfes erwähnen**), fügen wir noch die Bemerkung bei, daß ſich die Compoſterzeugung in der Landwirthſchaft ledig— lich auf ſolche Subſtanzen, welche für ſich allein nicht vortheilhaft angewendet werden können, als: Menſchenkoth, Abfälle von Kü— chen, Scheuern, Heuböden, Kehricht, Unkräuter aller Art u. dgl., beſchränken ſoll, und ſchließen unſern Gegenſtand mit dem ſehn— lichſten Wunſche, daß unſere Enkel mit gleicher Liebe und Sorg— falt die Statik des Landbaues, das noch zarte Pflänzchen des deut⸗ ſchen Bodens, pflegen moͤchten, damit es zu einem kräftigen Baume emporſtrebe und die biedern Germanen mit ſeinen Fruͤchten reich⸗ lich nähre, und du, Lenker unſerer Schickſale! laſſe dieſes Pflänz⸗ chen von der Sonne des Friedens beſcheinen. *) Journal des connais. usuelles 1833, p. 77, und Univerſalblatt a. a. O., B. 7, S. 88. ) Miſtdampf von Waibel, St. Gallen 1835— erlebte drei Auf⸗ lagen(1); Annales de l' Agricult. français. 1837, p. 189, und Univerſal⸗ blatt a. a. O., B. 9, S. 36, und B. 13, S. 47. Wenn Alles im 19. Jahrhunderte dampft, ſo will auch der Landmann in dieſer Beziehung nicht zurückbleiben, und da es ihm noch nicht gelungen iſt, ſeinen Pflug oder Wagen dampfen zu ſehen, und das gewöhnliche Miſtdampfen zu wenig Geräuſch verurſacht, ſo läßt er nun ſeinen Miſt zeitgemäß, alſo künſtlich dampfen, um das Geräuſch zu erhöhen und aus 1 Fuhre 20 Fuder des beſten Stallmiſtes zu erzeugen.— Der Glaube macht ſelig, warum nicht auch hier? u· ͤQ——QO—— ſtonz. eitung reitung a 2 6-80 ſerdicht Oöhe von Schubinn Auechen in 1 Gips w deſett) iid Gonte t angeun⸗ Vemaru. Kjihaft la Hyorthelle Jle von Mrrt n. d. dem ſihn vlkd Sorg⸗ a des deut⸗ „gen Baume hten reich 8 Pline falblatt a.0 te drei Ui ad univerſt⸗ aandmami gelungen j Miſdamyfe gemäß, al re 29 Fude warum nih Beilage. I. Verſuch über die Erſchoͤpfung des Bodens überhaupt und die durch Kukurutz und Kartof⸗ feln insbeſondere. Zum Behufe dieſes Verſuches iſt der Acker Nr. IV des Verſuchs⸗ hofes zu Laibach, welcher ſeine Früchte abgetragen hat, in zwei glei— che Theile à 300 ◻ Klftr. abgetheilt worden. Jeder Theil wurde mit 7 Fuhren à 15 Ctr. Rindviehmiſt von 80 pCt. Feuchtigkeit ge⸗ düngt; auf jeden Theil entfielen dieſem nach 21 Ctr. trockene Sub⸗ ſtanz. Die eine Hälfte wurde mit Kukurutz und die andere mit Kar⸗ toffeln, in Reihen von 24“, am 7. Mai beſtellt. Beide Pflanzen ſind während der Vegetation zweimal mit dem Jordan'ſchen Anhäufe— pfluge bearbeitet worden. Bei der am 23. September vorgenommenen Kartoffelernte war der Ertrag: a) An Knollen 84 Metzen à 90 Pfund, oder 7560 Pfd., und b) ⸗ trockenem Kraut 560 ⸗ zuſammen 8120 Pfd. Am 22. September ſind bei der einen Hälfte des Kukurutz die Gipfel der Halme bis zu den Kolben gleich oberhalb eines Knotens abgeſchnitten und die untern Blätter abgenommen worden. Man er— hielt dabei von 150 ◻ Klftr. 800 Pfund friſches oder 320 Pfd. trockenes Futter*). Bei der am 10. October vorgenommenen Ernte des Kukurutz zeigte ſich, daß die Vollkommenheit der Körner bei beiden Partien ganz gleich war. *) 100 Pfd. friſche Blätter und Halme gaben 40 Pfd. trockene Subſtanz. Das Abblatten und Abgipfeln ließ ich wegen einer hier ſtattgefundenen Meinungsverſchiedenheit über die Vortheile dieſes Verfahrens vornehmen. 29* 4⁵52 Der Ertrag von beiden Partien betrug: a) An Kolben ſammt Deckblättern 880 Pfd., und b) ⸗ trockenem Stroh 944 ⸗ zuſammen 1824 Pfd. Werden die Kartoffeln auf trockenen Zuſtand reducirt, ſo beträgt die Kartoffelernte: 1890 Pfd. trockene Subſtanz von Knollen, und 560 ⸗ trockenes Kraut, zuſammen 2450 Pfd. Das Reſultat des erſten Jahres war dieſem nach: 2450 Pfd. trockene Subſtanz von Kartoffeln, und 1824 ⸗ ⸗— ⸗ Kukurutz, zuſammen 4274 Pfund. Im zweiten Jahre ſind beide Hälften des Verſuchsackers mit Gerſte und Klee beſtellt worden. Das Kartoffelfeld gab 167 Paar Garben oder 668 Pfd., da im Durchſchnitte 30 Paar Garben 60 Pfd. gewogen haben*). Die Gerſtenernte vom Kukurutzfelde gab 625 Pfd. Beim Abdruſche erhielt man von beiden Theilen gleichviel Kör⸗ ner, naͤmlich 7 Mirling(3 ½ Metzen), von welchen der Mirling 38 Pfd.(geſtrichen) wog. Dieſem nach gab a) das Kartoffelfeld: 266 Pfd. Gerſte, und 402 ⸗ Stroh, zuſammen 668 Pfd.; b) das Kukurutzfeld: 266 Pfd. Gerſte, und 359 ⸗ Stroh**), zuſammen 625 Pfd. In demſelben Jahre, Mitte October, iſt der Klee noch gemäht worden, und der Ertrag betrug: 650 Pfd. Heu auf dem Kartoffel⸗, und 600 ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ Kukurutzfelde; alſo zuſammen 1250 Pfd. .*) Die Ernte wurde zur Erzielung einer größern Genauigkeit mit der Sichel vorgenommen. **) Die kleine Differenz im Strohertrage rührt daher, weil der Klee auf dem Kartoffelfelde ſchöner war, als auf dem Kukurutzfelde. 45⁵³ Das Ergebniß des zweiten Jahres war alſo: a) Auf dem Kartoffelfelde: 668 Pfd. Gerſte(Korn und Stroh zuſammen), , ſ teni 650 ⸗ Heu, nollen, ud zuſammen 1318 Pfd. b. Auf dem Kukurutzfelde: 625 Pfd. Gerſte, und X . 600 ⸗ Heu, deln, und 4 zuſammen 1225 Pfd. M Alſo die Totalſumme des zweiten Jahres: 2543 Pfd. trockene Subſtanz. közacai i Im dritten Jahre kam der Klee zur Nutzung; der Ertrag betrug „1 bei zwei Schnitten: kahe Auf dem Kartoffelfelde 1800 Pfd. Kleeheu, und 4 auf dem Kukurutzfelde 1600 Pfd. Phvieli⸗ Das Ergebniß des dritten Jahres war dieſem nach: eer Nuim 3400 Pfd. Kleeheu von beiden Theilen. Rach dem Klee folgte auf dem ganzen Verſuchsfelde der Weizen ohne Ueberdüngung. Der Ertrag im vierten Jahre betrug: a) Auf dem Kartoffelfelde: 7 Mirling(½ Metzen) à 43 Pfd.; alſo 301 Pfd. Weizen, und 675 28 Stroh, zuſammen 976 Pfd. b) Auf dem Kukurutzfelde: 6,5 Mirling à 43 Pfd. 279 Pfd. Weizen, und ch gemit 636 ⸗ Stroh, zuſammen 915 Pfd. Das Reſultat des vierten Jahres war alſo: 1330 Pfd. trockene Subſtanz vom Kartoffel⸗, und 4237⸗ 3— ⸗ Kukurutzfelde, keit mit di zuſammen 2567 Pfd. eil der Ale In den vier Jahren ſind dieſem nach gefechſ't worden: 454 Erſtes Jahr 4274 Pfd. trockene Subſtanz von Kartoffeln und vom Kukurutz, zweites-— 1293 ⸗ trockene Subſtanz von der Gerſte, drittes ⸗ 4650 ⸗ ⸗ ⸗ vom Kleeheu, und viertes ⸗ 1891— ⸗ ⸗ vom Weizen, zuſammen 12108 Pfd. oder 121 Ctr. Da die geſammte Düngung im trockenen Zuſtande 4200 Pfd. beträgt, ſo ſind mit 1 Ctr. Dung(oder 1° Reichthum) circa 3 Ctr. trockene Subſtanz ohne Unterſchied erzeugt worden. Da der Klee, wie ein nachfolgender Verſuch zeigen wird, den Boden nicht nur nicht erſchöpft, ſondern mit ſeinen rückſtändigen Wurzeln und Stoppeln ſogar bereichert, ſo muß der Reichthum von 4200 Pfd. den übrigen drei Fruͤchten zur Laſt geſchrieben werden. Wird der Ertrag des Klees von dem geſammten Ertrage ab⸗ gezogen, dann verbleiben 7458 Pfd. trockene Subſtanz, welche mit 4200 Pfd. Stalmiiſ, im trockenen Zuſtande berechnet, producirt worden ſind. Mithin entfallen näherungsweiſe auf 100 Pfd. trocke⸗ nen Ertrag 50 Pfd. trockenen Düngers, oder mit 100 Pfd. Reich⸗ thum werden bei der Cultur der Kartoffeln, des Kukurutz, der Gerſte und des Weizens— wenn der Klee als Vorfrucht des Weizens ein— geſchaltet wird— 200 Pfd. trockene Subſtanz erzeugt, oder die Aus⸗ ſaugung dieſer Früchte beträgt nur die Hälfte ihres Ertrages, im trockenen Zuſtande berechnet. Werden dagegen die Kartoffeln in ihrem natürlichen Zuſtande gerechnet, und ebenſo der Dünger, dann würde die geſammte Ernte 17778 Pfd. und die Düngung 21000 Pfd. betragen; mithin wer⸗ den näherungsweiſe, bei dem angegebenen Turnus, auf 100 Pfd. Ernte 112 Pfd. friſchen Stallmiſtes entfallen. Wäre ſtatt den Kartoffeln Kukurutz auf dem ganzen Felde an— gebaut worden, dann wäre der Ertrag an Körnern in den vier Jahren: 1600 Pfd. Kukurutz, 532 ⸗ Gerfſte, und 580 ⸗ Weizen; alſo zuſammen 2712 Pfd. Da die Duͤngung 4200 Pfd. beträgt, ſo rfalen auf 154 Pfd. Dunger 100 Pfd. Körner aller Art, oder es werden näherungsweiſe 150 Pfd. trockenen Düngers zur Erzeugung von 100 Pfd. Körnern erfordert. Da im Durchſchnitte zur Erzeugung von 150 Pfd. trockenen, murben dut we b für jede Streun umwan cher 8 ertrag trag in herun. ger 1 betraäc reocke keinen gung I. dre 11200 p rirca3 Gh. L wid, de ckſtindie Ehthun de 21wandan t itrage ⸗ welche wi * produeit Gfd. tuc⸗ Olfd. Rii⸗ der Ge ihens di⸗ die Alb⸗ Oyyes, in Züſtande Pt⸗ Ernte thin ni⸗ 2100 d. Fadde a⸗ „Jahren: 154 Nf ungsweiſe Körnern rockenen, 455 murben Stallmiſtes 300 Pfd Futter⸗ und Streumaterialien erfor⸗ dert werden, ſo muß eine Wirthſchaft, bei dem angegebenen Turnus, für jedes Kornerzeugniß von 100 Pfd. 300 Pfd. Fütterungs⸗ und Streumaterial(Alles im trockenen Zuſtande gerechnet) in Dünger umwandeln, wenn ſie ihre Aecker(lehmigen Sandbodens) in glei— cher Productionsfähigkeit erhalten will. Wird zu dem Kornertrage pr. 2712 Pfd. der geſammte Stroh⸗ ertrag pr. 3960 Pfd. hinzuaddirt, dann beträgt der geſammte Er⸗ trag in den vier Jahren ohne Kleehen 6672 Pfd.; alſo entfallen nä⸗ herungsweiſe in einem ſolchen Falle auf 100 Pfd. trockenen Duͤn⸗ ger 160 Pfd. Getreideernte(Korn und Stroh gerechnet). Mithin beträgt die Ausſaugung der grasartigen Getreidepflanzen ihres trockenen Erzeugniſſes. Man wird jedoch, wie die Folge nachweiſen ſoll, der Wahrheit keinen Abbruch thun, wenn man im vorliegenden Falle die Ausſau⸗ gung der Cerealien mit ℳ oder ½ veranſchlagt). II. Verſuch über die Erſchöpfung des Bodens durch Cerealien, insbeſondere durch die Cultur des Klees. Zum Behufe dieſes Verſuches iſt der Verſuchsacker Nr. I, wel⸗ cher 800 ◻ Klafter oder ½ Joch mißt, und der aus: 55,20 abſchlämmbaren Theilchen, 25,00 Sand, 15,00 Steinen von der Größe einer Erbſe bis zu der einer mitt⸗ lern Kartoffelknolle, 2,50 Kalk, und 2,30 Humus beſteht**), gewählt worden. Nachdem dieſer Acker Kartoffeln, Gerſte mit Klee, Klee, Rog⸗ gen und Buchweizen als zweite Frucht abgetragen hatte, wurde derſelbe mit 14 Fuhren gegohrenen Rindviehmiſtes à 18 Ctr., alſo mit 5006 Pfd. trockener Subſtanz gedüngt.***). *) Ein gleicher Verſuch auf demſelben Felde iſt gegenwärtig bis zum dritten Jahre fortgeſchritten. Die bisher erzielten Reſultate zeigen mit den mitgetheilten eine bewunderungswürdige Uebereinſtimmung. **) Es iſt der beſte Acker, welchen der Verſuchshof beſitzt. ***) Ich beabſichtigte bloß Fuhren von 15 Ctr.; allein bei dem Abwä⸗ gen zeigte ſich, daß die Fuhren im Durchſchnitte 18 Ctr. gewogen haben. 456 Im erſten Jahre folgte Kukurutz, und ſein Ertrag war: b 64 Mirling à 43 Pfd., oder 2752 Pfd., und 3500 ⸗ Stroh; alſo zuſammen 6252 Pfd. 9 Im zweiten Jahre iſt der Acker in zwei gleiche Theile, jeder zu pfung 400 ◻ Klftr., getheilt und die eine Hälfte A mit Gerſte und Klee, Doing und die andere B bloß mit Gerſte beſtellt worden. ninde Der Ertrag war, und zwar bei A: d 9 Mirling à 35 Pfd., oder 315 Pfd., 3 Strophh. 1500 ⸗, und Kleehen 800 ⸗ zuſammen 2615 Pfd.— Bei B: 10 Mirling à 35 Pfd., oder 350 Pfd., und Strorrhs. 1000 ⸗ zuſammen 1350 Pfd. Im dritten Jahre blieb der Theil B, nachdem er im Herbſte des zweiten Jahres zur vollen Tiefe gepflügt wurde, unbeſtellt. Er wurde ganz mit Unkräutern, worunter Alsine media, Veronica he- derifolia, Panicum Crus-Gali und Thlaspi Bursa Pastoris den erſten— Platz einnahmen, überzogen. rn Der Theil A gab im dritten Jahre 2000 Pfd. Kleeheu. Im 4 vierten Jahre folgte auf beiden Theilen Weizen. Bevor die Parcelle B mit Weizen beſtellt wurde, iſt das Un— V gic kraut auf einer Hälfte oder 200 ◻ Klftr. weggeſchafft worden, um Korn einerſeits den Einfluß der natürlichen grünen Düngung zu beſeiti⸗ 1 gen und andererſeits ihre Wirkſamkeit zu erheben. V hält Der Ertrag betrug bei A: ſer zu 11 Mirling à 42 Pfd., oder 462 Pfd., und l. an Stroh..... 750 ⸗„ treit zuſammen 1212 Pfd. a Bei B, und zwar:* 1. a) Auf der vom Unkraute befreiten Parcelle: 2 6 Mirling à 43 Pfd., oder 258 Pfd., und 100 au Stroh... 340 ⸗„, zuſammen 598 Pfd. Lr: le, ſän * und al, Sn Hai re ſtellt E — iea Je- en erſten a beu. In das Ur⸗ zrden, un rru beſeiſ⸗ 457 b) Auf der Parcelle mit untergeackerten Unkräutern: 4 ½ Mirling à 42 Pfd., oder.. 189 Pfd., und an Stroh, welches viele Unkräuter enthielt, 580 ⸗ zuſammen 769 Pfd. Aus dieſem Verſuche ergibt ſich, daß dem Klee keine Erſchoͤ⸗ pfung zugeſchrieben werden kann*) und daß die natürliche grüne Düngung den Strohertrag vermehrt, dagegen den Kornertrag ver⸗ mindert hat. Faßt man die Getreidearten zuſammen, ſo erhält man: a) An Köoͤrnern: 2752 Pfd. Kukurutz, 665 ⸗ Gerſte, und 907 ⸗ Weizen, zuſammen 4324 Pfd. b) An Stroh: 3500 Pfd. vom Kukurutz, 1500 ⸗ von der Gerſte, und 1670 ⸗ vom Weizen, zuſammen 6670 Pfd. Die Totalſumme iſt 10994 Pfd. Da die Düngung 5006 Pfd. beträgt, ſo entfallen auf 100 Pfd. trockene Düngung 219 Pfd. Getreideernte(Korn und Stroh ge⸗ rechnet), oder das Erträgniß verhält ſich zum angewendeten Dünger wie 1: 0,456. Wird bloß die Kornernte mit dem angewendeten Dunger ver⸗ glichen, dann entfallen auf 115 Pfd. trockenen Dünger 100 Pfd. Körner aller Art. Da nach dem vorangehenden Verſuche das eben erwähnte Ver⸗ hältniß wie 1: ⅞, oder 1: 0,625 war, ſo iſt der Durchſchnitt die⸗ ſer zwei Verhältniſſe 1: 0,540, oder näherungsweiſe wie 1: 1½, d. h. die Erſchöpfung des Bodens durch die Ge⸗ treidepflanzen beträgt die Hälfte ihres teocke⸗ nen Ertrages. Da zur Erzeugung von 100 Pfd. trockenen Düngers 200 Pfd. trockenes Duͤngermaterial erfordert werden, ſo müſſen in einer Wirthſchaft von dem angegebenen Boden und Turnus auf jede 100 Pfd. trockene Ernte, mit Ausſchluß des Klees, 100 Pfd. *) Siehe überdieß noch die Erhebung und Berechnung Nr. VI. V 1 458 Duͤngermaterial entfallen, wenn ſte ihre Grundſtücke in einem glei⸗ chen Grade der Fruchtbarkeit erhalten will. Wird bloß der Kornertrag der beiden Verſuche mit der Düun⸗ gung verglichen, dann entfallen im Durchſchnitte auf 134 Pfd. trockenen Dünger 100 Pfd. Körner aller Art, d. h. eine Wirth⸗ ſchaft von den angegebenen Verhältniſſen muß für jedes Pfd. Kornertrag 1,3 Pfd. trockenen Dünger produciren, wenn ſie ihre Grundſtücke in einem gleichen Grade der Productionsfähig⸗ keit erhalten will. Mit Rückſicht auf die hier mitgetheilten Verſuche und die Re⸗ ſultate des Gutes, deſſen Bewirthſchaftung bereits in der Abhand— lung auseinandergeſetzt wurde, erſcheint die Behauptung gerecht— fertigt, daß nach Beſchaffenheit des Bodens, des Klima und der Fruͤchte, die in den Turnus aufgenommen werden, 1— 2 Pfd. trockenen Düngers auf 1 Pfd. Korn aller Art gerechnet werden müſſen. Bei Wirthſchaften, bei welchen die zwei letztern Umſtände con⸗ ſtant ſind und bloß der Boden verſchieden iſt, läßt ſich folgende nähere Beſtimmung in Beziehung auf den Erſatz feſtſtellen: 1. Bodenarten von ſchneller Thätigkeit erfordern 2 Pfd., 2. Bodenarten von mittlerer Thätigkeit 1,5, und 3. Bodenarten von langſamer Thätigkeit, wenn ſie übrigens fehlerfrei und nicht arm ſind, 1 Pfd. trockenen Duͤnger für 1 Pfd. Kornertrag aller Art als Erſatz, wenn ſie in gleicher Ertragsfähigkeit erhalten werden ſollen. Da in der Abhandlung nachgewieſen wird, daß ſich im All— gemeinen der trockene Zuſtand des Stallmiſtes zu dem friſchen wie 1:4 verhält, ſo folgt hieraus, daß der Erſatz für 100 Pfd. Korn aller Art bei zehrenden Grundſtücken 800 Pfd., bei milden 600 Pfd. und bei trägen 400 Pfd. friſchen, mürben Stallmiſtes be⸗ tragen muß, wenn ſie auf dem Beharrungspuncte der gleichen Pro⸗ ductivität erhalten werden ſollen.. 1III. Verſuch über die Erſchöpfung des Bodens durch die Wicken. Zum Behufe dieſes Verſuches ſind zwei Parcellen à 200 ³◻ Klftr. auf dem Verſuchshofe gewählt worden, auf welchem früher verſchiedene Kartoffelſorten nach einer friſchen Düngung angebaut wurden. Beide Parcellen wurden auf gleiche Art mit Roggen beſtellt. zuſſ ( 40⁄¾ Klhen ben 6 angeſt ſid einen ge t der di. 134 R Ze Virt iſen muſ rockenen Endſuc ind di R⸗ Arr Aan. A grect⸗ iu m — eatet wadd T kandem⸗ 1 h fohh Jen: —fd, ülrigens unger für in gleche 1 in riſchen wi Pfd Kord ilden 00 niſtes b richen du⸗ Zodeni u à 20 hem frihe jan gebani en eſtel 459 Die Ernte betrug, und zwar bei der Parcelle A: 175 Pfund Korn, und 500 ⸗ Stroh; bei der Parcelle B: 180 Pfund Korn, und 493 ⸗ Stroh. Nach der Ernte des Noggens iſt Mitte Juli die Parcelle A mit Wicken beſtellt worden, während die Parcelle B uneſel, blieb. Die Ernte der Wicken erfolgte Mitte October und betrug 375 Pfd. Im nächſten Jahre wurden beide Parcellen auf gleiche Weiſe mit Gerſte beſtellt. Bei der Ende Juli vorgenommenen Ernte ergab ſich folgender Ertrag, und zwar: Bei der Parcelle A: 100 Pfund Gerſte, und 185 ⸗ Stoh, zuſammen 285 Pfund. Bei der Parcelle B: 141 Pfund Gerſte, und 234 ⸗ Stroh, zuſammen 375 Pfund. Es gab dieſem nach die Parcelle Beeinen um 375— 285= 90 Pfund größern Ertrag als die Parcelle A, welche im vorher⸗ gehenden Jahre mit Wicken beſtellt wurde. Da die Wicken einen Ertrag von 375 Pfund abgeworfen ha⸗ ben und die durch ihre Cultur bewirkte LErtragswermninderung 375 4,16 90 Pfund beträgt, ſo iſt die Ausſaugung der Wicken * 75— 4— —(näherungsweiſe), weil 90 in 375 4,16mal enthalten iſt, d. h. die Erſchöpfung der Wicken beträgt den vier⸗ ten Theil ihres trockenen Ertrages. IV. Verſuch über die Erſchöpfung des Bodens durch die Erbſen. Dieſer Verſuch wurde anfänglich gerade ſo wie bei den Wicken angeſtellt; da aber die Erbſen als zweite Frucht gänzlich mißrathen ſind, ſo ſah ſich Referent zur folgenden Modification genöthigt: 460 Es wurden 2 Parcellen à 200 Klafter, welche durch 5 Jahre zu einer Maulbeerbaumſchule verwendet wurden, geduͤngt und mit verſchiedenen Runkelrübenſorten beſtellt. Im zweiten Jahre war die eine Parcelle(A) mit Erbſen be— ſtellt und die andere(B) blieb bis Auguſt leer. Die in der erſten Hälfte des Monats Auguſt vorgenommene Ernte der Erbſen betrug: 187 Pfund an Koͤrnern, und 496 ⸗ ⸗ Stroh, zuſammen 683 Pfund. Mitte Auguſt wurden beide Parcellen mit dem Staudenkorn*) (Secale cereale multicaule) auf gleiche Art beſtellt, nachdem auf der Parcelle B die Unkräuter, worunter Xanthium Strumarium und Mercurialis annua den erſten Rang eingenommen haben, weg⸗ geſchafft wurden. Ende October iſt das Staudenkorn das erſte und Mitte April des folgenden Jahres das zweite Mal gemäht worden. Von beiden Malen erhielt man auf A 10 Ctr. und auf B 15 Ctr. friſches oder circa 2— 3 Ctr. trockenes Futter. Die Ernte des Roggens erfolgte Mitte Juli und betrug: Auf A: 148 Pfund Korn, und 376 ⸗ Stroh, zuſammen 518 Pfund. Auf B: 1 150 Pfund Korn, und 461 ⸗ Stroh, zuſammen 611 Pfund. Dieſem nach beträgt die geſammte Ernte auf:— *) Theils der traurkge Anblick der verwilderten Parcelle, theils aber die oft inhumanen und unüberlegten Bemerkungen, die man über das Brach⸗ liegenlaſſen auf einem Verſuchshofe(!) hervorbrachte, haben mich zur Wahl dieſer Frucht bewogen, die ich bereits ſeit mehrern Jahren mit dem beſten Erfolge cultivire. Ungeachtet der Vorzüge, welche dieſe Pflanze beſitzt, wäre es doch zweckdienlicher geweſen, eine allgemein cultivirte Pflanze zu wählen; allein ich hoffe, die angeführten Gründe werden meine Wahl rechtfertigen.— Bei keinem Induſtriezweige hat das Forſchen nach der Wahrheit mit mehr Schwierigkeiten zu kämpfen, als bei der Landwirthſchaft; denn nicht die Ele⸗ mente, nicht die Unkenntniß und das unbegrenzte Heer von Vorurtheilen ſind es allein, mit welchen der Kampf ausgekämpft werden muß, ſondern ſelbſt die Bosheit erhebt ihr Meduſenhaupt, und ſucht den Embryo ſchon im Entſtehen zu vergiften. 2denien dem aufde Aariaun und uhben, we⸗ r Mtedxr. * Vonbedn Ftr. fiſt 3rs Napwe yeils aber ui das Brut⸗ h zur Va 4 dem bein eſiht, wäte zu wätlan Itfertigen, eit mit n ih die 3 urtheilen M zern ii di in Grtfeher 461 A. 518+ 200—= 718 Pfund, und auf B. 611+- 300= 911 ⸗ Die Differenz im Ertrage von beiden Parcellen iſ daher= 911— 718= 193 Pfund. Da dieſe Differenz durch die Cultur der Erbſen hervorgebracht wurde, und 193 in den Ertrag der Erbſen pr. 683 Pfund 3,53mal enthalten iſt, ſo iſt die Er⸗ 683 ſchopfung des Bodens durch die Erbſen= 3,53 weniger zu produciren, oder das Ausſaugungsvermögen der Erb⸗ = 193 Pfund ſe Da ſich der Ertrag der Wicken zu ihrer Ausſaugung wie 416: 100 verhielt, und bei den Erbſen dieſes Verhältniß wie 353:400 iſt, ſo iſt der Durchſchnitt dieſer beiden Verhältniſſe 385:400, oder näherungsweiſe 4:1, d. h. die Erſchöp pfung der Wicken und Erbſen beträgt den vierten Theil ihres trockenen Ertrages. Als zweite Frucht folgte nach dem Staudenkorn auf beiden Parcellen der Buchweizen. Der Ertrag war bei A: 100 Pfund Korn, und 460 7 Stroh, zuſammen 260 Pfund. Bei B 102 Pfund Korn, und 164 ⸗ Stroh, zuſammen 266 Pfund. Alſo beträgt die Differenz nur 6 Pfund— eine Differenz, welche in keine Betrachtung gezogen werden kann. Man ſieht hier— aus, welch' ein trauriges Bewandtniß es mit unſern Erkenntniſſen über die Erſchöpfung des Bodens hat. Ein der Cultur einer Pflanze günſtiger Gang der Witterung vereitelt unſern Calcul; eine Modification im Turnus ſetzt uns in die größten Verlegenheiten in Betreff der Ausmittelung der ſta⸗ tiſchen Größen, und ſelbſt der eiſerne Wille erbebt vor den Hinder⸗ niſſen, welche ihm die verhuͤllt ſeyn wollende Natur in den Weg legt. Der Einzelne fühlt ſich zu ſchwach, den ungleichen Kampf auszufechten. Es werden Bündniſſe geſchloſſen, in der Meinung, 462 mit vereinten Kraͤften den Sieg davon zu tragen; allein auch ſie blieben und bleiben dort fruchtlos, wo man mit andern, als den der Natur eigenen Waffen in die Schlachtordnung ſich reiht. Die Bildung eines Comité zum Behufe der Conſtatirung von ſtatiſchen landwirthſchaftlichen Thatſachen iſt ſehr loͤblich; allein ſoll das— ſelbe ſeiner Beſtimmung wenigſtens zum Theil entſprechen, ſo iſt vor Allem nothwendig, daß ein Plan entworfen werde, nach wel— chem die einzelnen Glieder zu wirken haben, weil im entgegen— geſetzten Falle in unſern Endreſultaten keine Einheit, mithin auch keine Brauchbarkeit angetroffen werden kann. So ſtellte der tüchtige Block durch zwanzig Jahre Verſuche über die relative Ausſaugung der Pflanzen an, und fragt man: Was iſt das Endreſultat derſelben für die Praris? ſo wird man in denſelben keine Antwort finden, man mag dieſelben von was immer für einem Standpuncte auffaſſen und durchfuhren*⁴). V. Verſuch, um die Größe der Aneignung aus der Atmoſphäre bei den Pflanzen direct zu be⸗ ſtimmen. Um die Menge der Stoffe, welche ſich die Pflanzenwelt aus der Atmoſphäre aneignet, direct beſtimmen zu können, glaubte Ne— ferent auf folgende Art verfahren zu können: Es wurde auf dem oft erwähnten Verſuchshofe eine ſonnig gelegene Stelle von 20 ◻Klaftern gewählt, in ihrer Mitte eine Grube von 2“Tiefe und 2“ in's Gevierte ausgeworfen und ſtark gedüngt. Von dieſer Grube wurden 1 ½, tiefe und 1“ breite Rillen in's Kreuz ausgegraben und ebenfalls gedüngt. Der angewendete mürbe Stallmiſt von 75 pCt. Feuchtigkeit betrug 3 Ctr. Auf dem ſo vorbereiteten Platze wurden Ende Mai 3 Körner von dem Melonenkürbiß angebaut. Von den drei aufgegangenen Pflänzchen blieb bloß das kräftigſte ſtehen. Ende Juni wurde die Erde von der Pflanze in der Nähe der Wurzel etwas weggeſchoben und abermals mit circa 10 Pfund Stallmiſt gedüngt. Während der Vegetation wurde dafür Sorge getragen, daß die Ausläufer ihre aus den Knoten entwickelten Wurzeln in die oben erwähnten Rillen einſenken konnten. *) In der Abhandlung iſt der Beweis zu dem Geſagten geführt worden. woge und dieg in 4 len! reini 304 dd Ane ſcher ein auc In, als de rait. d. zu ſiſtn dn ſül de kichen, ſoi , nach we Arentyege à nithin an Sre Wrih Afragt un. wid un an bvon ne 11) 3 nvelt ali nabie R P ue ſong 2 Mite eine raküile ind det münt 13 Lüne gangenen wurde di aäufer iie riten Rilen lhxt wetde 463 Bei der Mitte⸗October(12. 1837) vorgenommenen Ernte er⸗ gab ſich folgendes Reſultat: Der Kuͤrbiß ſetzte S0 Früchte an, von welchen Nr. 1 105 Pfund = 2 9 6 2 2 3 94 ⸗ 4 90 ⸗ ⸗5 68 ⸗ 6 66 ⸗ ⸗- 7 45 ⸗„, und die übrigen 73 Stück 20 ½ Pfund ge⸗ wogen haben; alſo zuſammen 564 ½ Pfund. Die Stengel, Blätter und Wurzeln hatten ein Gewicht von 511 Pfund; mithin betrug die geſammte Ernte einer einzigen Pflanze, welche ihren Lebenslauf in 4 ½ Monaten vollendete, 1075 ½ Pfund. Nach der Ernte wurde der noch unzerſetzte Dünger aus den Ril— len und der Grube herausgehoben, von der anhaͤngenden Erde ge— reinigt und ſein Gewicht beſtimmt. Es betrug im trockenen Zuſtande 30 Pfund.— Wird nun angenommen, daß ſich die Pflanze den Reſt des angewendeten Düngers ganz angeeignet habe, ſo beträͤgt dieſe Aneignung 75— 30= 45 Pfund trockenen oder 180 Pfund fri⸗ ſchen Stallmiſtes. Da das Erzeugniß 1075 ½ Pfund beträgt, ſo iſt die Menge der aus der Atmoſphäre angeeigneten Stoffe= 1075 ½— 180= 895 ½ Pfund; alſo verhält ſich bei den Kürbiſſen die Aneignung aus dem Boden zu der aus der Atmoſphäre wie 1:5,08. Um die ruckſtändige Kraft in den Rillen und der Grube zu be⸗ ſtimmen, iſt im l. J. der Platz, auf welchem im v. J. der Melonen⸗ kürbiß angebaut wurde, mit Runkelrüben beſetzt. Die Differenz zwiſchen dem Ertrage auf den gedüngten und nicht gedüngten Stellen wird zeigen, wieviel der rückſtändige Duͤn⸗ ger in den Rillen und der Grube beträgt. Da man gegen den angeſtellten Verſuch vom ſtreng ſcientifiſchen Standpuncte manche Einwendungen mit Recht machen kann, z. B. daß in dem Erzeugniſſe die erdigen Beſtandtheile nicht beſtimmt, der Boden früher nicht analyſirt wurde ꝛc., ſo ließ Referent eine höl— zerne Truhe von 3 Tiefe, 2 ½ Länge und 2 ½ Breite anfertigen, dieſelbe mit genau analyſirter Erde füllen, mit 1 Ctr. ganz aus⸗ gegohrenen Miſtes düngen, in einen humusloſen Boden verſen— ken und im l. J. mit einem gleichen Kürbiß bepflanzen. 4 64 das Reſultat dieſes Verſuches mitgetheilt werden*). Nach der Ernte ſoll die Erde in der Truhe genau analyſirt und VI. Erhebung der Bereicherung des Bodens durch die Rückſtände des Klees. Um das Verhältniß der Rückſtände, welche auf dem Acker ver⸗ leiben, zum Ertrage des Klees feſtzuſtellen, iſt von dem Acker Nr. III des Verſuchshofes die Ernte des Klees im erſten Jahre ſo— wohl friſch als trocken abgewogen worden. Sie betrug im erſten Jahre pr. 800 Klftr. oder ½ Joch: 3000 Pfund im friſchen, und 600 ⸗„ trockenen Zuſtande. Bei der erſten Ernte im zweiten Jahre war der Ertrag: 10800 Pfund im friſchen, und 2700 ⸗ trockenen Zuſtande. Der zweite Schnitt gab: 8000 Pfund im friſchen, und 1700 ⸗- trockenen Zuſtande. Die drei Schnitte gaben zuſammen: 21800 Pfund friſchen, und 5000 ⸗ trockenen Klee. Bevor die Kleeſtoppel zum Weizen umgeackert wurde, ſind an drei verſchiedenen Stellen, jede zu 10 Klafter, die Wurzeln des Klees mit einem Spaten ausgehoben, gewaſchen und abgewogen worden. Das Gewicht betrug: a) Von einem Ende des Ackers: 75 Pfund friſch, und 30 ⸗ trocken; b) vom andern Ende: 90 Pfund friſch, und 36 ⸗ troocken; und c) von der Mitte des Ackers: 98 Pfund friſch, und 40 ⸗ trocken. Alſo beträgt der Durchſchnitt: *) Durch meine Beförderung nach Grätz iſt dieſer Verſuch vereitelt worden. — ———— dalhſitt un ens durc E Acerte. 3 dem Aua Kn Iötre ſe 2. Joch: cre ſidm csurxln des 2 abgewogen eitelt werze. 263 —= 87,66 Pfund friſch, und 106 — 35,33 ⸗ trocken. Dieſem nach betragen die Ruͤckſtände(Stoppeln und Wurzeln) des Klees pr. 800 ◻Klftr.: 7012,8 Pfund friſch, und 2824 o⸗ trocken. Vergleicht man die Ruͤckſtände mit dem Erträgniſſe, ſo erhält man folgende Verhältniſſe: a) Im friſchen Zuſtande: 21800: 7012, S oder 3,1: 1, und näherungsweiſe wie 3: 1, d. h. die Rückſtände betragen den dritten Theil der friſchen Kleeernte; und b) im trockenen Zuſtande: 5000: 2824 oder 1,77: 1, und näherungsweiſe wie 9: 5 d. h. die trockenen Rückſtände betragen der trok⸗ kenen Kleeernte. Aus dieſer Vergleichung ergibt ſich die Folgerung: daß dem Klee, ſelbſt in dem Falle, als ſich der Klee auch nicht mehr Stoffe aus der Atmoſphäre aneignen ſollte, denn die Cerealien, durchaus keine Erſchoöͤpfung zur Laſt gelegt werden kann, da ſeine Rückſtände faſt die Hälfte ſeines Erzeugniſſes betragen, und mithin dasjenige hinreichend erſetzen, was ſeine Aneignung aus dem Boden beträgt*). Wenn alſo im Verlaufe der Statik des Ackerbaues der Klee in den Gleichungen für die Erſchöpfung des Bodens nicht belaſtet er— ſcheint, ſo wird man zu einem ſolchen Verfahren in den hier mit— getheilten Verſuchen und Erhebungen den zureichenden Grund finden. VII. Erhebung der Bereicherung des Bodens durch die Rückſtände der Gräſer und anderer Pflanzen bei dem Dreiſchliegen. Da in der Gegend, wo ich lebte, die Koppelwirthſchaft nicht be— trieben wird, ſo ſah ich mich genöthigt, auf folgende Art zu verfah— ren, um die Bereicherung des Bodens durch das Dreiſchliegen we⸗ *) Schwerz, in ſeinem praktiſchen Ackerbau, B. 3, S. 48, zählt den Klee ſogar zu den bereichernden Gewächſen, wenn auch nur der dritte Schnitt untergepflügt wird. Hlubek's Statik. 30 466 nigſtens näherungsweiſe auszumitteln. Es wurden die vorzuüglich⸗ ſten Wieſen- und Weidepflanzen aus dem Geſchlechte Poa, Bromus, neng Festuca, Phleum, Lolium, Anthoxanthum, Triticum, Alopecurus, Tri- zum folium und Plantago, welche in dem landwirthſchaftlichen Garten zu Laibach, mit Ausnahme des letzten Geſchlechts, ſeparirt auf Beeten von 180 ◻ Fuß angebaut wurden, im vierten Jahre nach)4 ihrer Ausſaat zur Zeit ihrer beginnenden Blüthe abgemäht, gewo⸗ ja gen, getrocknet und wieder gewogen; darauf wurde jedes Beet für 5e ſich umgeſtochen, die Wurzeln ſorgfältig geſammelt, gewaſchen und 4 7 ihr Gewicht ſowohl im friſchen als trockenen Zuſtande beſtimmt. Das einſtweilige Reſultat dieſer Erhebung war Folgendes: A 1. Der Wieſenſchwingel(Festuca elatior) gab: Zn„een efſas her. 124 Pfund friſch, R a) An obern Theilen 5 36 ⸗ urvaken;. Mun a. 56 Pfund friſch, ) an irzalh t. 22 ⸗ trocken; daher geben 100 Pfd. Gras b 30 Pfd. Heu und 100 Pfd. Heu 64 Pfd. trockene Wurzeln. fhn. 2. Der Schafſchwingel(Festuca ovina); Spa a) An obern Theilen 2* Pfund friſch, 6. 30 ⸗ trvcken;„ 100 b) an Wurzeln 80 Pfd. trocken; daher 100 Pfd. Gras= 33 Pfd. 1 Heu, und auf 100 Pfd. Oeu entfallen 266 Pfd. trockene Wurzeln. 3. Das Timotheusgras(Phleum pratense): V V 7 a) An obern Theilen 27 Vſnd eäten b 19 a. 56 Pfund friſch, N b) an Wurzeln 9. 17 ⸗ trocken; mithin 100 Pfund Gras— V toc 28 Pfund Heu, und auf 100 Pfd. Heu entfallen 60 Pfd. trok⸗ kene Wurzeln. ago 4. Das Knaulgras(Dactylis glomerata): 4 wen a) An obern Theilen. 202 Pfund friſch, V ii 6. 67 ⸗* trocken;. dutfc b) an Wurzeln 22,5 Pfund trocken; alſo ſind 100 Pfd. Gras= b 33 Pfund Heu, und auf 100 Pfund Heu kommen 33 Pfd. trok⸗ dan, kene Wurzeln. rich 5. Der gemeine Lolch(Lolium perenne): «.. 50 Pfund friſch, 6. 17 ⸗ trycken; b) an Wurzeln 50 Pfd. trocken; daher 100 Pfd. Gras= 34 Pfd. Heu, und auf 100 Pfd. Heu entfallen 300 Pfd. Wurzeln. a) An obern Theilen vorzii a, Dromax Ueurus. hen Garin zeparirt ai Jatte mi Jahf, gebbe⸗ des Veet fu aſchen un de beſtiwnt mles: JPſd. örs 4 Wunzah 467 Der Lolch war mit Poa annua und Festuca ovina etwas ge— mengt— Pflanzen, welche auf das Verhältniß der Bewurzelung zum Ertrage einen großen Einfluß ausüben. 6. Der Wieſenfuchsſchwanz(Alopecurus pratensis): α.. 106 Pfd. friſch, 6. 35 ⸗ trocken; b) an Wurzeln 24 Pfd. trocken; mithin 100 Pfd. Gras= 33 Pfd. Heu, und auf 100 Pfd. Heu entfallen 70 Pfd. Wurzeln. 7. Die Quecken(Triticum repens): — x. 120 Pfd. friſch, a) An obern Theilen ſe 60⸗ trocken; b) an Wurzeln 70 Pfd. trocken; alſo geben 100 Pfd. Gras 50 Pfd. Heu, und auf 100 Pfd. Heu entfallen 116 Pfd. trok⸗ kene Wurzeln. Die Bewurzelung der Quecken zu ihrem Ertrage dürfte größer ſeyn; allein die zu tief auslaufenden Wurzeln konnten mit dem Spaten nicht ganz erreicht werden. S. Poa annua gab 100 Pfund Gras, 45 Pfd. Heu, und auf 100 Pfd. Heu ſind 111 Pfd. Wurzeln zu rechnen. 9. Bei der weichen und der Wieſentrespe(Bromus molis und pratensis) ſind 100 Pfd. Gras= 33 Pfd. Heu, und auf 100 Pfd. Heu entfallen 105 Pfd. trockene Wurzeln. 10. Beim Ruchgras(Anthoxanthum odoratum) ſind 100 Pfund Gras= 50 Pfd. Heu, und auf 100 Pfd. Heu entfallen 93 Pfd. trockene Wurzeln. 11. Beim weißen Klee(Trifolium repens), dem Wegetritt(Plan- tago lanceolata und media) und den Quecken(Triticum repens), wenn dieſe Pflanzen untereinander gemengt ſind, geben 100 Pfd. friſche Theile 24 Pfd. trockene Subſtanz, und auf 100 Theile Heu entfallen 400 Pfd. trockene Wurzeln. Die Grasnarbe, bei welcher dieſe Verhältniſſe beſtimmt wur— den, war eine alte Weide, bei welcher zu dieſem Behufe ein Stück nicht benützt wurde. Der Durchſchnitt von den Gräſern iſt dieſem nach folgender: a) 100 Pfd. friſche Theile ſind gleich 35 Pfd. trockenen, und b) auf 100 Pfd. Heu entfallen näherungsweiſe 100(genau 106) Pfd. trockene Wurzeln, wenn bei dem Durchſchnitte Nr. 5 und 10 oder die größten Verhältniſſe wegbleiben. 30* a) An obern Theilen V 468 Es iſt alſo der oberirdiſche Theil vierjähriger Gräſer, zur Zeit ihrer Bluͤthe, gleich dem unterirdiſchen, beide im trockenen Zuſtande erhoben*).— Iſt der Ertrag einer Koppel gegeben, ſo ſind mit demſelben zu⸗ gleich die Rückſtände bekannt, durch welche dieſelbe bereichert wird. Gibt eine Koppel in 3 Jahren 60 Ctr. Heu, ſo beträgt die Be⸗ reicherung durch die Ruckſtände 30 Ctr., da ſich die Gräſer die Hälfte ihres Verarbeitungsmaterials aus dem Boden aneignen. VIII. Beſtimmungen der Verhältniſſe der fri⸗ ſchen Futterpflanzen zu dem aus denſelben ent- ſtandenen Heu oder Stroh. Um die relative Ertragsfähigkeit der vorzüglichſten Kleearten unter ganz gleichen Verhältniſſen auszumitteln, wurden dieſelben auf einer Fläche von 400 ◻ Klftr. lehmigen Sandbodens neben⸗ einander angebaut. Die hierher gehoͤrigen Reſultate nach der erſten Mahd ſind fol— gende: 1. Der rothe Klee gab: 5400 Pfd. friſche, oder 1200 ⸗ trockene Subſtanz; alſo ſind 100 Pfd. Klee = 22 Pfd. Heu. 2. Die Luzerne: 5200 Pfd. friſche, oder 1300 ⸗ trockene Subſtanz; mithin ſind 100 Pfd. friſche Luzerne— 25 Pfd. Heu. Die Luzerne war 4 Jahre alt, als die Erhebung gemacht wurde. 3. Die Esparſette(Hedysarum onobrichis): 4000 Pfd. friſche, oder 980 ⸗ trockene Subſtanz; daher ſind 100 Pfd. fri⸗ ſche Esparſette— 22 Pfd. Heu. Die Esparſette war im vierten Jahre, und das Mähen erfolgte beim Beginn der Bluthe. Sie ſtand ſchütter und war ſtark mit wei— ßem Klee durchwachſen. 4. Der Incarnatklee(Trifolium incarnatum): *) Beim Kukurutz geben 100 Pfd. friſche 40 Pfd. trockene Theile. Auf 100 Pfd. trockene Subſtanz entfallen nur 20 Pfd. trockene Wurzeln. Die Rückſtände pr. Joch betragen beim Kukurutz 12— 15 Ctr. ‿⏑ ( 8 — — gah Fütter W Garter den. 2 — ſer zur 91 en Zuſan emſelbe 1 ichert wi eägt did. 1Gräͤſe d iignen der fei ben ene d Kleartr un diſſahen Jens neben⸗ Ad ſind ⸗ —y4 12d Klee nl00 Äf. aht wurde 1 Jfd ſi jn erfolgte mit wei⸗ heile. Af tzeln. M 469 3920 Pfd. friſche, oder 800 ⸗ trockene Subſtanz; mithin ſind 100 Pfd. — 20 Pfd. Heu. Der Incarnatklee wurde Anfangs September 1836 angebaut, gab Ende October einen unerheblichen Schnitt, 15 Ctr. friſches Futter, und wurde Anfangs Juni 1837 gemäht. Die nachfolgenden Huͤlſenfrüchte ſind auf 100 ◻ Klftr. im Garten des Verſuchshofes nebeneinander gleichzeitig angebaut wor— den. Die Ernte erfolgte zur Zeit der beginnenden Blüthe. 5. Die Erbſen gaben: 893 Pfd. friſche, oder 250 ⸗trockene Subſtanz; daher 100 Pfd. friſche Erbſen=— 28 Pfd. Stroh. 6. Die Wicken gaben: 940 Pfd. friſche, oder 188 ⸗ trockene Subſtanz; alſo 100 Pfd. Wicken — 20 Pfd. Heu. 7. Die Linſen: 410 Pfd. friſche, oder 80 ⸗ trockene Subſtanz; es geben dieſem nach 100 Pfd. friſche Linſen 19 Pfd. Stroh. S. Die Platterbſen(Lathyrus sativus): 1300 Pfd. friſche, oder 312 ⸗ trockene Subſtanz; alſo geben 100 Pfund friſches Material 24 Pfd. trockenes. 9. Bei den Bohnen geben 100 Pfd. friſche 22 Pfd. trockene Theile. Die Verhältniſſe des friſchen Materials zu dem trockenen bei den voranſtehenden hülſenartigen Gewächſen ſind dieſem nach: 100: 22 beim Klee, 100: 25 bei der Luzerne, 100: 22 ⸗ ⸗ Esparſette, 100: 20 beim Incarnatklee, 100:28 bei den Erbſen, 100:20 ⸗ ⸗ Wicken, 100:19 ⸗ ⸗ Linſen,* 100: 24⸗ ⸗Platterbſen, und 100: 22 ⸗ ⸗ VBohnen; daher iſt das Durchſchnittsverhält⸗ niß 100: 22,5. Wenn man bedenkt, daß ſelbſt bei dem ſorgfältigſten Trocknen der hülſenartigen Gewächſe immer ein Theil der Blätter abfällt, 470 ſo wird man der Wahrheit keinen Abbruch thun, wenn man bei den benannten Pflanzen das betreffende Verhältniß wie 100: 20 an⸗ nimmt, oder 100 Pfd. friſches Material bei den landwirthſchaft⸗ lichen Leguminoſen mit 20 Pfd. Heu veranſchlagt. Bei den Gräſern, wie an einem andern Orte nachgewieſen wurde, iſt das fragliche Verhältniß wie 100: 35. Bei Wieſen ergaben ſich folgende Verhältniſſe: a) 100: 40, wenn ſie faſt ausſchließlich aus Obergras be⸗ ſtehen. Die Wieſe, auf welcher die Erhebung erfolgte, beſtand aus: Poa pratensis und annua, Festuca elatior, Bromus gigantheus, pra- tensis und molis, Rhinanthus Crus-Galli und Chrysanthemum Leu- canthemum. b) 100: 35. c) 100: 30. Die Wieſe enthielt: Trifolium pratense und re- pens, Medicago Lupulina, Tritieum repens, Lolium perenne, und Bromus pratensis und molis. d) 200: 25. e) 100: 20, wenn die Wieſe vorzugsweiſe aus Untergras beſteht. Die Wieſe, bei welcher die Erhebung erfolgte, enthielt: Plan— tago media et lanceolata, Trifolium pratense et repens, und Leon- todon autumnale. Der Durchſchnitt iſt 100: 30. Dieſes Verhäͤltniß iſt bei der in der Abhandlung vorkommen— den Berechnung zur Baſis angenommen. IX. Verſuch über die catalytiſche Wirkſamkeit des Spodiums, Gipſes, Schwefels und des Kno— chenmehls beim Klee. Zum Behufe dieſes Verſuches iſt das Feld Nr. III des Verſuchs⸗ hofes, welches zu Kartoffeln ſtark gedüngt wurde, bei der nachfol— genden Beſtellung der Gerſte in acht ganz gleiche Beete à 100 ◻½ Klftr. getheilt worden. Der Klee wurde mit der Gerſte angebaut. In dem darauf folgenden Jahre, in welchem der Klee zur Nuz— zung kam, iſt das Beet Nr. I am 10. März mit 90 Pfd. Spodium, III e 22 A80 ⸗.. 111 ⸗. 5 ⸗ Kgnochenmehl, 2 IV=⸗ ⸗. 5 ⸗ Schwefel, 2 V 2 2 ⸗ 10 ⸗ Gips am 5. Mai, gend — nan beide wirthſchn. zachgewiſen erguns ⸗ Aeſtand an à heus hr- Kemmum len- Z 8e Und re- rrenle, und n Untergee Tielt: Dan- 2 und Leon- zorkommen⸗ iſankeit ges Kne— B Verſuche⸗ er nachfe⸗ veete à 100 angebant de zur Ru 471 Nr. VI am 10. März mit 15 Pfd., ⸗ VII ⸗ ⸗ ⸗- 20 ⸗ beſtreut worden, und ⸗ VIII blieb ohne Ueberdüngung. Bei der am 27. Juni vorgenommenen Ernte ergab ſich fol⸗ gendes Reſultat: Nr. I gab 360 Pfd. friſchen, oder 85 Pfd. trockenen Klee, -⸗ II ⸗ 490 ⸗ ⸗ ⸗ 117 ⸗ ⸗- III ⸗=⸗ 579 ⸗ ⸗ 2 137 ⸗ 2 ⸗ 5 IV 579 2 137* Sü ⸗ V 1105 ⸗ 3 264 ⸗ 4. 2 VI ⸗ 974 ⸗ ⸗ 2230 ⸗ ⸗ 2 ⸗ VWII⸗ 842 ⸗ ⸗ 4 499 ⸗—. ⸗ VIII⸗ 834 ⸗ ⸗ 4126 ⸗ 2 Bei der zweiten, Mitte September erfolgten Ernte war der Ertrag faſt derſelbe. Die groͤßte Differenz betrug 50 Pfd., mit Ausnahme der Beete Nr. J und II, von welchen erſteres 580 Pfd. friſchen oder 140 Pfd. trockenen, und letzteres 800 Pfd. friſchen oder 193 Pfd. trockenen Klee lieferte. Bei der nachgefolgten Weizenernte war kein Unterſchied im Ertrage der einzelnen Beete ſichtbar. Aus dieſem Verſuche ergibt ſich, daß nur der Gips eine nam— hafte Wirkung bei dem Klee hervorgebracht habe. Nach der Vergleichung von Nr. I und II mit Nr. VIII ſollte man glauben, daß das Spodium nachtheilig auf den Klee gewirkt habe, was Referent anfaͤnglich auch glaubte. Bei näherer Unterſuchung zeigte ſich der Grund in einem etwas abweichenden Mengungs— verhältniſſe der Bodenbeſtandtheile der Beete Nr. J und II, als Randbeete des Feldes, auf welchem der Verſuch angeſtellt wurde*). X. Verſuch über die Wirkſamkeit des Spodiums bei nachfolgenden Kartoffelſorten**). Dieſer Verſuch iſt in der Art angeſtellt worden, daß von jeder der nachfolgenden Kartoffelſorten vier ganz gleiche Reihen, jede 48 Fuß lang und 1 ½ Fuß breit, beſtellt wurden. *) Wer von verſchiedenen Stellen eines Joches Land die Erde analy⸗ ſirt hat, der mußte zu der Ueberzeugung gelangen, daß unter 100 Analyſen nicht 2 vollkommen miteinander übereinſtimmen. **) Der Grund, warum gerade die nachfolgenden Sorten gewählt wur⸗ den, liegt darin: Die Geſellſchaft erhielt dieſe Sorten von ihrem oberſten Protector, Sr. k. k. Hoheit dem Erzherzoge Johann von Oeſterreich ꝛc., und da es ihr Wunſch war, die relative Ertragsfähigkeit dieſer Sorten zu 472 In die erſte Reihe iſt das fruͤher mit Erde gemengte Spodium vor dem Einlegen der Knollen eingeſtreut worden. Die zweite Reihe wurde bloß mit Spodium beſtreut, nachdem die Knollen bereits mit Erde bedeckt waren. Bei der dritten Reihe geſchah beides zugleich, d. h. das Spo⸗ dium iſt ſowohl ober- als unterirdiſch angewendet worden. Die vierte Reihe erhielt gar kein Spodium. In jede Reihe wurde von jeder Sorte eine gleiche Anzahl von nicht geſchnittenen Knollen Ende April gelegt. Bei der am 20. September vorgenommenen Ernte iſt der Er⸗ trag einer jeden Reihe, ſowohl dem Volumen als auch dem Ge⸗ wichte nach, beſtimmt worden. Das Ergebniß dieſes Verſuches war, und zwar: I. Bei den neuen, gelben Kartoffeln: Erſte Reihe gab 33 Pfd., zweite ⸗ 2 30 ⸗ dritte ⸗ 34 ⸗ vierte ⸗- 34 ⸗ zuſammen 131 Pfd. Der ungegupfte Metzen wog 86, der gegupfte 100 Pfd. II. Bei den weißen, braſilianiſchen Kartoffeln: Erſte Reihe gab 43 Pfd., zweite ⸗ 2 43 dritte ⸗ ⸗- 44 ⸗ vierte ⸗ 42 ⸗ zuſammen 172 Pfd. Der Metzen wog wie bei I. III. Bei den blauen, braſilianiſchen, Kartoffeln: Erſte Reihe gab 38 Pfd., zweite. 38 ⸗ dritte ⸗ ⸗- 39 ⸗ vierte⸗ ⸗ 37 ⸗ zuſammen 152 Pfd. Der ungegupfte Metzen wog 94, der gegupfte 108 Pfd. IV. Bei den neuen Jakobi-Kartoffeln: Jede Reihe gab ohne Unterſchied 31 Pfund, alſo zuſammen 124 Pfund. erheben, ſo wählte ich dieſe Sorten um ſo lieber, weil die meiſten unter ih⸗ nen eine beſondere Aufmerkſamkeit von Seiten der Praktiker verdienen. ————————O—O—————— VII. de Spodinn t, nachden das ehe en. Anzal de diſt de E⸗ 2) den Ge⸗ CTfd. unter ihſe een. Der Metzen wog wie bei I. V. Bei den veilchenblauen, ſchottiſchen Kartoffeln: Erſte Reihe gab 34 Pfd., zweite ⸗ 31 ⸗ dritte ⸗ ⸗ 35 ⸗ vierte ⸗ 32 zuſammen 132 Pfd. Der ungegupfte Metzen wog 90, der gegupfte 104 Pfund. VI. Bei den röthlich geſtreiften, ſchottiſchen Kartoffeln: Jede Reihe gab 32 Pfd., alſo zuſammen 128 Pfd. Der ungegupfte Metzen wog 84, der gegupfte 94 Pfd. VII. Bei den Ragout⸗Kartoffeln: Erſte Reihe gab 29 Pfd., zweite ⸗ 5 28 2 dritte ⸗ 2 30 vierte ⸗ 28 ⸗ zuſammen 115 Pfd. Die Folgerungen ſind: 1. Daß dem gebrannten und bereits benützten Knochenmehl gar keine Wirkung zugeſchrieben werden kann, und 2. daß die vorſtehenden Kartoffelſorten, wenn der Ertrag der Nagout⸗Kartoffeln als Einheit angenommen wird, mit Rück⸗ ſicht auf ihre Ertragsfähigkeit in folgender Ordnung auf— einander folgen: 4. Nagout⸗Kartoſſfelnlnlnl.. 1000, 2. neue Jakobi⸗Kartoffeln... 10278, 3. röthlich geſtreifte, ſchottiſche Kartoffeln 1113, 4. nene, gelbe Kartoffeln..—4439, 5. veilchenblaue, ſchottiſche Kartoffeln 1148, 6. ganz blaue, ſchottiſche Kartofferln.. 1321, und 7. weiße, braſilianiſche Kartoffeln 1486. XI. Verſuch zur Prüfung der Gleichungen. 2 a) r=—(von Wulffen,§. 142), .— e, ) 3 G§. 109) ———.„ 2(e.— e,) 474 6 ce) m=——(s§§. 106 und 113), und e,— 6 1 2 m— 1 d) en— en-— 1()(§. 150). m Zum Behufe dieſes Verſuches ſind zwei Parcellen à 40 ◻Klftr. im Garten des Verſuchshofes gewählt worden, welche durch ſechs Jahre zur Pflanzſchule dienten und durch dieſen ganzen Zeitraum nicht gedüngt wurden. Jede Parcelle wurde mit 10 Ctr. mürbem Kuhmiſte von 75 pCt. Feuchtigkeit gedüngt, mit dem Spaten um— geſtochen und mit 4 Pfd. Roggen bisher in drei aufeinander folgen⸗ den Jahren beſtellt*). Das Reſultat der Ernten war: a) Auf der erſten Parcelle: 1) 30 Pfd. Korn und 70 Pfd. Stroh, 2) 25 ⸗ ⸗ 71— 3) 26 ⸗ 2 ½ 64 ⸗ 2 b) Auf der zweiten Parcelle: 1) 35 Pfd. Korn und 88 Pfd. Stroh, 2) 32 ⸗ 2 86 2 3) 25 2 5 2 66 ⸗ 2 Dieſem nach iſt: — ⸗— e.= 30+ 70— 100 bei a, 9.— 35 88= 123 ⸗ 1, e.= 25+† 71— 96 ⸗ a, e,— 32-86— 118 b. Werden dieſe Werthe in der Gleichung: 1 r ſubſtituirt, dann erhält man, und zwar: 61 e. a) In Folge der erſten Parcelle: — 2 100 10000* r——— 2500 Pfd., oder 25 Ctr. 100— 96 4 b) In Folge der zweiten Parcelle: — 2 123 15129 ———= 3025,8 Pfd., oder 30 Ctr. 123— 118 5 ieeuaeide (näherungsweiſe). *) Im laufenden Jahre ſind die Parcellen zum vierten Male mit Roggen beſtellt. Nach Verlauf des vierten Jahres wird derſelbe Turnus von Neuem beginnen. 2,5 nun gr run nah der ihr 1 tirc der no ſul gej 475 Da der angewendete Reichthum nur 10 Ctr. friſchen, oder 2,5 Ctr. trockenen, mürben Stallmiſtes beträgt, ſo zeigt die Rech⸗ nung im erſten Falle einen 2,5mal, und im zweiten Falle 3mal größern Reichthum, als er in der Wirklichkeit iſt. 410 Oag Geſchieht die Enbſtitution in der Gleichung: durch ſt nn Zeitruu(ei e.) Didir hat mian. (t mürben a) Im erſten Falle: 1— ldateu m. 100 10000 5 tder fagen⸗ r= 3(100 6)— 8—=— 1250 Pfd., oder nähe⸗ rungsweiſe 12 Ctr. b) Im zweiten Falle: — 123 15129 2(123— 118) 10 näherungsweiſe 15 Ctr. mürben Stallmiſtes. Man ſieht hieraus, daß auch die zweite Gleichung keine mit der Erfahrung ganz übereinſtimmende Reſultate liefert, obwohl ihre Differenzen viel kleiner ſind, als bei der von Wulffen auf— geſtellten Gleichung. Wird der urſprüngliche Reichthum in Rechnung gebracht, der circa 6 Ctr. Humus pr. 40 ◻Klftr. beträgt, da der Boden bei der Analyſe 1 pCt. Humus zeigte, dann erſcheinen die Differenzen noch viel größer. — 1512,9 Pfd., oder e Werden die Werthe für e, und e in die Gleichung m= e,= er ſubſtituirt, dann hat man: a) Im erſten Falle: 100 100 ——- 25, und 100— 96 4 b) im zweiten Falle: 123 123 ——— 20,6. ar: m— un———— 123—118 5 er 30 Ehr 4 1 m— 1 Werden dieſe Werthe in die Gleichung: en— en-—1() m gen beſtäl, m beginnen,— 25— 1 geſetzt, dann muß für n= 3 im erſten Falle e,=„ 25) 476 Da aber die zweite Ernte oder e,= 96, ſo iſt die dritte Ernte 96.24 1 — 92,08 Pfd., und im zweiten Falle e,= e, oder e.— 20,6—1 9,6 10 1 26,6= 11 8. 206= 7,4 Pfd. In der Wirklichkeit beträgt die dritte Ernte im erſten Falle 90 Pfd. und im zweiten Falle 91 Pfd.; alſo beträgt die Diffe⸗ renz zwiſchen der Rechnung und der Wirklichkeit 9?9— 90= 2 bis 107— 91= 16 Pfd. Man ſieht hieraus, daß die Reſultate der Rechnung, mit Aus— nahme derjenigen, welche die Wulffen'ſche Gleichung liefert, mit denen der Wirklichkeit eine ſolche Uebereinſtimmung beſitzen, wie ſie in Erfahrungsſachen dieſer Art nur erwartet werden kann. 2 2 Werden in die Gleichung r= für die Ernten auch e.— e2 nur die bloßen Kornerträgniſſe ſubſtituirt, wie es Wulffen that, ſo werden die großen Differenzen dennoch nicht beſeitigt, da ſie, wie die nachfolgende Rechnung zeigt, nur umgekehrt werden. Setzt man e—= 30, und e,=— 25, ſo iſt: 50⸗ 900 180 afdd uid —————— Pfd., un 1 60 25 5 — 30— 6 1n. Iſt dagegen e.= 35, und e,= 32, dann hat man: 85 1 408,3 Pfd d —————„un 33—32 5 G 35 m—— 141,66. 35— 32 Da der angewendete Reichthum 10 Ctr. mürben, friſchen, oder 2,5 Ctr. trockenen Stallmiſtes beträgt, ſo folgt hieraus, daß die Reſultate der Rechnung ſelbſt in dem Falle, als bloß die Korn⸗ ernten in die Gleichungen ſubſtituirt werden, weit hinter der Wirk— ſamkeit zuruͤckbleiben, welche Differenzen noch weit groͤßer er— ſcheinen, wenn zu dem angewendeten Reichthume noch der natür⸗ liche hinzuaddirt wird. —— ritte Erne lle 1 — drſten gule die dife .90= Druckfehler. 4, mit Al⸗ aung lifi S. 10, 3. 3 v. unten ſt. Feſſelun ies? .„ 3. 3 v.. g lies Feſtſtellung. aig beſtzen„ 19, ⸗ 11 ⸗ oben ⸗ 27 2 7. rden ienn. 13 ⸗ ⸗= 27. 27. ⸗ ⸗ ⸗ 11 ⸗ unten ⸗ 227 s 27- uten auch- la, ⸗ apenaria ⸗ arenaria. . ⸗- 21, ⸗ 14 ⸗ oben ⸗ Kohlenſtoffgehalt lies Sauerſtoffe. effen tha⸗ 7 24, ⸗ 22 ⸗ 7. 2 13 2 1, 3. 39, da ſi 2 26, ⸗ 9 ⸗ unkten ⸗der die. 2 27, ⸗ 22 ⸗ 2. 2 0(Null) O. Sden.. 28, ⸗ 3 ⸗ oben ⸗ 0(do⸗)*2 0. ⸗ 36, Tabelle A, ſoll der Decimalſtrich in den 4 letzten Rubriken beim Krapp um eine Stelle gegen links ſtehen und der Kohlenſtoff in der Anmerkung nicht mit 15,9, ſondern mit 45, 9 veranſchlagt erſcheinen. ⸗ 50, 3. 7 v. unten ſt, nicht gefärble lies nicht grün ge⸗ färbten. ¹„ 61, ⸗ 2 ⸗ oben ⸗ und ⸗ um. 2 75, ⸗ 6 ⸗ unten ⸗ erhellen- ergeben. n: ⸗ 82,⸗ 18 ⸗ oben⸗ Zwölffaches ⸗ nfaches. ⸗ 86, ⸗ 20 ⸗ unten⸗ Die 2 die. 2 125, ⸗ 14 ⸗ oben ⸗ 108 xX. 2 108. ⸗ 157,⸗ 13 ⸗ unten lit. e ſtatt u ² v. „ 2 14 ⸗ ⸗ ⸗- d ⸗ 8 2 u. 2 5 158, ⸗ 1 ⸗ oben ſt. 1— 1— 51 61— ez el— e? 9, friſhen„ 160,⸗ 6 ⸗ unten ⸗ t1— e u= elmn ez(m- 1) ei(m— 1) raus, daß 2 2 e1 1 die Korn⸗ 2 ⸗ 3 2 2rt—8— rt—— der Vit⸗ 61 der W Ebenſo muß in den nachfolgenden Ausdrücken en ſtatt engeſetzt werden. rößer 5* 164, 3. 6 v. unten ſt. ru+ r v lies r Pr?. jer natür⸗ 2 166, A 4 2 2 2 t.—— 21 t+ 21 a an 2 2 1 ⸗ ⸗ 2 1+— ⸗ 1+— t t —.,— —— —1 4 1 8. — 17/8 ¹ 5 /— 1— , -, e. ee — 2 18 A ANn A — 2 —1— 8 2 — —— 5— 8 ”. 9. II 82. 5* = n R ☛ a A u 2 n S 2 5 N u 2 28 B 3 8 u un a u 1= 2= d do H c, A u u n N — ◻—————— e 0— A R 8 8„ — 2 2 00 Q G uU u U U elb beg qꝗqM—ꝗ— Im Verlage der J. G. Calve'ſchen Buchhandlung in Prag iſt erſchienen, und durch jede Buchhandlung zu beziehen, nachſtehende für Gutsbeſitzer, Landwirthe und Forſtmänner ſehr empfehlenswerthe Zeitſchrift: Oekonomiſche Neuigkeiten und Verhandlungen. Zeitſchrift für alle Zweige der Land⸗ und Hauswirthſchaft, des Forſt— und Jagdweſens im öſterreichiſchen Kaiſerthume und dem ganzen Teutſchland. Begründet von C. C. André und fortgeſetzt von Emil⸗Andreé. 31ſter Jahrgang für 1841. Dieſe ſeit dem Jahre 1811 ununterbrochen beſtehende, von dem ver— ewigten Hofrath C. C. André begründete, nun den 31ſten Jahrgang beginnende Zeitſchrift gewinnt immer mehr den Beifall und die Theil— nahme des landwirthſchaftlichen Publicums, wie das die ſtets ſich meh— rende Anzahl der Herren Abnehmer und Mitarbeiter beweiſ't.— Es erſcheinen jährlich 120 Nummern oder gr. Medianbogen, mit den dazu nöthigen Abbildungen ꝛc., wovon 80 die landwirthſchaftliche Abtheilung, 24 das landwirthſchaftliche Literaturblatt und 16 die Forſt- und Jagd⸗ abtheilung enthalten. Der Preis für das Ganze iſt im Buchhandel jährlich 12 fl. Conv. Münze(8 Rthlr.). Landwirthſchaftliches Converſations⸗Lexicon für Praktiker und Laien. Herausgegeben von Dr. Alexander v. Lengerke, Mitgliede der patriotiſchen und ökonomiſchen Geſellſchaften in Kopenhagen, Altona, Ro ſtock, Celle, Potsdam, Caſſel, Dresden, Carlsruhe, München, Wien und Breslau. Vier ſtarke Bände. gr. 8§. 1837 und 1838. Steif gebunden 24 fl. C. M.(16 Rthlr.) Mehrere der geachtetſten landwirthſchaftlichen Zeitſchriften haben ſich über dieſes ausgezeichnete Werk gleichgünſtig ausgeſprochen. 2 Anleitung zum prahtiſchen Wieſenbau. Mit beſonderer Berückſichtigung des Zuſtandes und der Bedürfniſſe der norddeutſchen, namentlich der Meklenburg'ſchen Wieſenwirthſchaft, entworfen von Dr. Alexander v. Lengerke. Mit s lithographirten Zeichnungen. gr. 8. 1836. Geb. 3 fl. 20 kr. C. M.(2 Rthlr. 12 ggr.) Reiſe durch Deutſchland, in beſonderer Beziehung auf Ackerbau und Induttrie. Von Dr. Alexander v. Lengerke. Mit 7 lithograph. Tafeln und einer Titel⸗Vignette, Hohenheim darſtellend. gr. 8. 1839. Geb. 5 fl. C. M.(3 Rthlr. 8 ggr.) Darſtellung der vorilglichſten landwirthtchaftlichen Verhält- nille, inſofern ſie auf Bewirthſchaftung des Grundes und Bodens und die da— mit verbundenen Nebenzweige der Oekonomie Bezug haben. Ein Handbuch für praktiſche Tandwirthe und Freunde der Landwirth⸗- ſchaft. Verfaßt von Rudolph Andre, und mit Anmerkungen von Auguſtin Rieger. „ Vierte verbeſſerte Auflage. gr. 8. 1840. Broſch. 1 fl. 40 kr. C. M.(1 Rthlr. 6 ggr.) ——y—— arſtellend. O em Colour Grey Control Chart VellowW HNeod Blue Cyan Green Magenta Grey Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black Sesnder 8“ 1