Univ.-Bibl. Giessen V b 1 5 5 1 1 ’ 1 1 4 * V V 1 durch Ober⸗ Jtali. e Von D. Johann Burger. Zweiter Theil. I BIB pg /D. oain 1 1 1 1 ₰ — Gre den! der Heilkl me Ver durch Ober⸗IJtalien, mit vorzuͤglicher Rückſicht auf den gegenwärtigen Zuſtand der Landwirthſchaft, die Größe der Bevölkerung, Bodenfläche, Beſteuerung und den Kauf⸗ und Pachtwerth der Gründe. Von Johann Burger, der Heilkunde Doctor, Kaiſerl. Königl. Gubernialrathe zu Trieſt, Mitgliede mehrerer Geſellſchaften zur Beförderung der Landwirthſchaft. N8 2— N EIBILIOGTNII D. XK0NIEILIGHIN Zweiter Theil. Mit zwei Kupfertafel! Wien, 1832. Verlag von Anton Dolls Univerſitäts⸗Buchhandlung. Wen Zeihen ſen, ei prachthe don ſe denen andern ale Ge werden, ſch bewe⸗ lich auf: daß es noch ſo Privath. thum her ſchtlih Gedruckt bei Chr. Friedrich Schade. 6 Bergr iinen ſe l. Beſchreibung der Landwirthſchaft Ober⸗Jlalien. (Fortſetzung.) E. Über die Seidenerzeugung und die Cultur der Maulbeerbäume. Wenn man nach der Lombardie kommt, und allenthalben die Zeichen allgemein verbreiteten Reichthums ſieht: prächtige Stra⸗ ßen, eine Menge Canale, die ſchönſten ſteinernen Brücken, prachtvolle Kirchen, Landpalläſte, eine ungemein große Anzahl von ſtadtähnlichen Flecken mit großen, ſchönen Landhäuſern, in denen die reichen und großen Gutsbeſitzer wohnen, mit vielen andern gut gebauten, zum Theil ſchönen Häuſern, in denen alle Gewerbe der Nothwendigkeit und des Luxus betrieben werden, und in ſolchen Flecken viele wohlgekleidete Menſchen ſich bewegen; ſo draͤngt ſich dem Fremden die Frage ſehr natür⸗ lich auf: Welche außerordentliche Einnahme hat dieſes Land, daß es außer dem, daß es eine große Bevölkerung ernahrt, noch ſo viel erübrigen kann, alle dieſe, theils öffentlichen, theils Privatbauten zu beſtreiten, und den Wohlſtand und Reich— thum hervorzubringen, der im Haushalte der Einwohner überall ſichtlich iſt? Iſt es ein bedeutender Handel, den es treibt; ſind es Bergwerke, die es ausbeutet; ſind es Fabriken; oder hat es einen ſo fruchtbaren Boden, wie es jener von Egypten oder vom II. 1 ——— ——8— 2 Landwirthſchaft von Ober-Italien. .. Q Bannate iſt?— Es hat aber als Binnenland keinen andern Handel, als den, welcher mit dem Verkaufe der überflüſſigen Landesproducte, und dem Ankaufe der aus der Fremde zuge⸗ führten Bedürfniſſe verbunden iſt; Bergwerke hat es nicht: denn jene wenigen, welche in der Nähe von Brescia vorkom— men, gehören nicht zur alten Lombardie; Fabriken hat es gar wenige: es erzeugt nicht ſeinen eigenen Bedarf an Tuch und Baumwollenzeugen, und gibt für dieſe zwei Artikel bedeutende Summen aus; und was ſeinen Boden betrifft, ſo iſt der größte Theil deſſelben zwar allerdings fruchtbar, allein keineswegs von der Art, daß er ohne Dünger und viele Müͤhe reichliche Ern— ten gäbe. Und doch iſt es nur der Ackerbau, der dieſen Reich⸗ thum hervorbringt; aber freilich iſt es nicht der gemeine Acker— bau, der nur Weizen und Roggen erzeugt, der in Sicilien ſo gut als am baltiſchen Meere betrieben wird, und der unter den gegenwärtigen Verhältniſſen nur in außerordentlichen Mißjah— ren einige Speculanten bereichert; ſondern ein ſehr induſtriöſer, der in den niedrigen Gegenden auf der Bewäſſerung des Bodens, und in den höher gelegenen, oder auch niedrigen, aber nicht bewaſſerungsfähigen, auf der Seidenerzeugung beruht. Ich werde in dem folgenden Abſchnitte über das erſtaunens— würdigſte Werk, was die Induſtrie und ein durch Jahrhun— derte fortgeſetzter Fleiß der Landwirthe je hervorgebracht hat, die lombardiſche Bewäſſerung, weitläufiger ſprechen; hier habe ich bloß zum Ziele, meine Landsleute mit dem ungemein großen Nutzen bekannt zu machen, den die Lombardie aus dem Sei— denbaue bezieht; ihnen zu erzählen, was die Seide einbringt; wie man daſelbſt den Maulbeerbaum pflegt, und welchen Ertrag er da abwirft; um ſie auf dieſen höchſt wichtigen Gegenſtand aufmerkſam zu machen, und in ihnen nicht ſowohl die Luſt, als vielmehr den feſten Willen zu erregen, die Cultur des Maul— beerbaumes bei ſich einzuführen, der in unſerm Clima ſehr wohl fortkommt, deſſen Pflanzung geringe, unbedeutende Voraus— lagen erheiſcht, der ſo ſchnellwächſig iſt, daß Jeder, der ſich mit 1. Von der Seidenerzeugung ꝛc. 3 der Cultur deſſelben befaßt, in wenigen Jahren auch ſchon die Früchte, die Blaͤtter nämlich, davon ernten kann, und deſſen Er— trag viel weniger gefahrdet und von einem größeren Geldwerthe iſt, als jener der Obſtbäume. Von der Menge der Seide, welche von der Lombardie in das Ausland verkauft wird, und dem Geldwerthe derſelben. Der verſtorbene Graf Dandolo hat ſich um ſein Vaterland durch ſeine Schriften über den Seidenbau ein ſehr weſentliches Verdienſt erworben. Er war es, der zuerſt ſeine Landsleute mit allen, auf die Pflege der Raupen ſich beziehenden Verhältniſſen, ſo wie mit den dießfaͤlligen Ausgaben und Einnahmen vollkommen bekannt machte, und aus den Zollregiſtern die überraſchend große Summe nachwies, die an den Gränzen des früher beſtan— denen Königreichs Italien als Geldwerth der ausgeführten Sei— denwaaren aller Art angegeben worden war. Nach ſeinen An— gaben wurde an roher und geſponnener Seide ausgeführt: Im Jahre 1807 für den Werth von 19, 390,000 Gulden C. G. „„ 1808»„„» 19,8900,000„„ „„ 1309»„» 21,816,666„„ „„ 1810»„» 50,200,000„ 2 „ y 1.6 11»„„» 18,580,000„„ „„ 1812» p„„ 23,523,355„„ „„ 1315»„ 2» 22,176,666„„» 100,676,665„„ Mittlerer Durchſchnitt dieſer ſieben Jahre 22,955,309 fl. C. G. Hierzu rechnet er noch eine jährliche Ausfuhr von 10 bis 11 ½ Mil⸗ lionen Gulden an gefärbter Seide, Stoffen, Bändern u. ſ. w., wornach ſich die bare Einnahme des Königreichs für Seide und aus Seide erzeugten Stoffen auf 55 bis 34 ½ Millionen Gul⸗ den belaufen hat. 1* 4 Landwirthſchaft von Ober-⸗Italien. Hierbei iſt aber nicht zu überſehen, daß Dandolo von dem Königreiche Italien ſpricht, welches außer den Landern, die gegenwartig das lombardiſch⸗venezianiſche Königreich bilden, noch aus den päpſtlichen Provinzen: Ferrara und Bologna, aus den Herzogthümern Parma, Piacenza und Modena, und aus einem Theile des ſüdlichen Tirols beſtand. Wenn man aus der folgenden Überſicht entnimmt, daß jetzt das Gebiet des mailaͤndiſchen Guberniums allein ſo viele Seide ausfuͤhrt, als vor ſechzehn Jahren das ganze Königreich Italien; ſo iſt dieß der ſprechendſte Beweis der raſchen und ungeheuren Zu⸗ nahme der Seidencultur in der Lombardie. Ich habe Gelegenheit gehabt die von der Zolldirection in Mailand verfaßten tabellariſchen Überſichten der im Jahre 1824 Statt gehabten Ein- und Ausfuhr aller Waaren in und aus dem Bezirke des mailandiſchen Guberniums zu ſehen, und habe mir daraus folgenden Auszug gemacht. Geldwerth der Waare, Gattung Ne⸗ — tri⸗. der der der ſches Einfuhr. Ausfuhr. Einfuhr. Ausfuhr. Ge⸗ Waare. wicht. 2 24 Lire— Lire= auſtriache. auſtriache. ◻ Galetten. Zentn. 128 8e 1, 17940 83,73860ſ. 827,507 9 Rohe Seide.(Pfund 30,548[200 312,809 60%)1,619,054 6017,522, 377 60 Geſponnene Seide.„ 93— 634,593 10 5,998 5 0 41, 883, 144 60 Andere Sei⸗ denſorten.„ 590%40 9, 113 30 7,269 16 764,380 4 d, 3e 60, 997,41014 Seidenmanu⸗ facturen.„—— 22,91910—— 3, 291, 896,50 Summe der Ausfuhr... 64, 289, 306 64 Wird hievon die Einfuhr abgezogen mit. 1,716, 060 86 So beträgt die Ausfuhr mehr.. 62,573,245 78 in Gulden 20,857,748 35 kr. Von der Seidenerzeugung ꝛe. 5 In dieſer Tafel erſcheint aber bloß die aus dem Gebiete des mailaͤndiſchen Guberniums in das Ausland verführte Seide, und es iſt darunter nicht die aus dem Venediger Gubernialgebiet unmittelbar dahin geſchickte begriffen; auch erſcheint darin nicht die Seide, welche nach Wien und in die Provinzen des öſter— reichiſchen Staates, theils als roher Stoff, zum Behufe für die Manufacturen, und theils als verarbeitete Waare verkauft worden iſt. Auch darf nicht überſehen werden, daß hier bloß die bei den Gränzzollämtern angegebenen Quantitäten, und die von den Kaufleuten angegebenen Werthe figuriren, und daß man einen ſehr bedeutenden aliquoten Theil des Ganzen für Contrebande und zu gering angegebene Werthe hinzufügen müßte, wenn man den wirklichen Geldwerth der aus der Lombar⸗ die ausgeführten Seide beſtimmen wollte.*) Da ich gegenwärtig gar keinen Anhaltspunct habe, weder die Größe der Ausfuhr der Seide in die deutſchen Provinzen des Reichs, noch den muthmaßlichen Entgang durch die Con— trebande zu berechnen; ſo muß ich mich enthalten über die wirkliche Geldſumme, welche die Lombardie für die Seide ein— nimmt, etwas feſtzuſetzen: es iſt aber klar, daß ſie mehr als 20,857,748 Gulden, vielleicht wohl 25 Millionen Gulden beträgt. Bedenkt man, daß dieſe Summe alljährlich, ſeit einer lan— gen Reihe von Jahren ſchon eingenommen wird, und daß man für Käſe, Reiß und anderes Getreide auch mehr als eine Mil— lion Gulden einnimmt; daß die Einfuhrs-Artikel jene der Aus— fuhr um 10 Millionen Gulden überſteigen, und daß ſich der Über⸗ *) In der Provinz Friaul rechnet man nach einer Mittheilung des Dele⸗ gaten, Grafen Stratico, daß jährlich 6600 metriſche Zentner= 11,787 Zentner W. G. Galetten erzeugt würden. Wenn 8 Pf. Galetten ein Pf. Seide geben, ſo beträgt das ganze Erzeugniß: 147,337 Pf. W. G. Seide. Wird das Pfund W. G. roher Seide von Friaul nach der Börſenliſte von Venedig, Mai 1828, auf 0 fl. 10 kr. gerechnet, ſo beträgt dieſer Artikel, bloß allein für Friaul, die Summe von 1,415,655 Gulden. 1 —— —P—— 6 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. ſchuß der Bilanz über den kleinen Raum von 355 G ◻ Mei⸗ len zertheilt, denn das iſt der geſammte Flächeninhalt der Pro⸗ vinzen des gegenwartigen mailandiſchen Guberniums, von denen noch überdieß mehrere nur auf einem kleinen Theile ihrer Grün— de Maulbeerbäume ziehen, wie z. B. die Provinzen Son— drio, Bergamo, Como, wo man auf den hohen Bergen keine Seide erzeugt; ſo wird es begreiflich, wie ſich bei der ſparſamen Lebensweiſe der Einwohner die Menge des Geldes allgemach ſo anhäufen mußte, daß man zufrieden iſt, wenn man daſſelbe, bei dem Ankaufe liegender Gründe, zu 3 bis 3 ½ pr.% benützt. Ehe ich aber zeige, wie viel von dieſer Geſammtſumme den einzelnen Grundbeſitzern zukommt, däucht es mir zweckmäßig zu ſein, vorerſt zu erzählen, wie die Maulbeerbäume gezogen wer— den, welchen Ertrag ſie nach Verhaltniß ihres Alters, und ihres Durchmeſſers und der Art ſie zu pflegen und ihnen das Laub abzunehmen, abwerfen, und um welchen Preis die Galetten und die rohe Seide verkauft werden. Von der Cultur der Maulbeerbäume. Die Maulbeerbäume werden in der Lombardie nur ſelten von denen, welche ſie in die Gründe verpflanzen, auch geſaäet, gepfropft, und ſo lange gepflegt, bis ſie erwachſen genug ſind in die Felder überſetzt zu werden. Es iſt dieß gegenwärtig ein Geſchäft der Gärtner, die ſich nicht ſelten wieder in zwei Abthei— lungen ſcheiden, wovon die einen bloß Samenbeete haben, und die Pflänzchen nur zwei Jahre lang im Grunde ſtehen laſſen, und ſie dann hundertweiſe(das Hundert ſonſt zu 3 Lire= 52 kr., jetzt aber um die Hälfte wohlfeiler) an die andern verkaufen, die ſie ſogleich pfropfen, oder erſt verſetzen, und dann im folgenden Jahre pfropfen. In den Umgebungen von Mailand, vor den Thoren Por⸗ tello und Borgo degli Ortolani werden die Felder als — Von der Seidenerzeugung ꝛc. 7 Gärten benützt. Man ſieht große Beete von allerlei Gemüſe⸗ und Wurzelwerk, ſehr rein gehalten, ſtark gedüngt, und ſo— bald es Noth thut, gewaͤſſert; denn alles Land in der Naͤhe der Hauptſtadt iſt bewäſſerungsfähig. Unter dieſen Gartenge— waͤchſen ſieht man dann in einer ſehr großen Menge von Beeten Millionen von ſolchen jungen Bäumchen ſtehen, und da man nur die vorigjährigen bemerkt, die dießjährigen noch gar nicht ſieht, ſo kann man ſich dadurch von dem jäaährlichen Nachſetzen und der zunehmenden Ausdehnung der Maulbeercultur einiger— maßen eine Idee machen. Mancher Gartner hat 2 bis 300 ◻ Klaf⸗ ter zweijähriger Bäumchen. Bei einigen Gartnern fand ich Samen⸗ und Pflanzſchulen: bei andern wieder nur Pflanz⸗ ſchulen allein. Auch bei Privaten fand ich oft wohlgeordnete Samen- und Pflanzſchulen, wie z. B. bei dem Fiscaladjuncten Olivi in Treviſo; bei dem Grafen Barni zu Roncadello bei Lodi; in Monza u. ſ. w. Man kann zu zwei verſchiedenen Zeiten den Samen der Maulbeerbäume ſaen, naͤmlich gleich, nachdem der Same mit der Frucht zeitig, und durch Zerdrücken und Waſchen mittelſt Sie— ben von ſeiner Umgebung geſchieden worden iſt, oder im Früh⸗ ling des folgenden Jahres. Gewöhnlich iſt allenthalben nur die zweite Saatzeit, ob⸗ wohl Alle geſtehen, daß man ein Jahr bei der erſten Methode gewinnt, und aus mehreren Verſuchen erhellet, daß der Froſt des Winters den jungen Pflanzen nicht ſchadet. Man fürchtet aber mehr die Trockniß des Sommers, die große Hitze, und die Inſecten, und will die Sommerſaat gar nicht wagen, weil man mit der Frühlingsſaat ſicherer fährt. Das Samenbeet muß im vergangenen Jahre gedüngt wor⸗ den ſein, und wird vor der Saat tief umgegraben, und dann geebnet: hierauf wird der Same in Furchen, die 6 Zoll von einander entfernt ſind, ſchütter eingeſtreut, mit Erde leicht verhüllt, und mit Stroh oder Heu dünn bedeckt, um die Erde 8 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. vor dem Vertrocknen zu ſchützen und das Keimen der Saat zu begünſtigen. Wenn der Regen fehlt, wird fleißig gegoſſen. Die Pflanzchen müſſen gejatet, und leicht behackt, und wo ſie zu dicht ſtehen, verdünnt werden. Sie wachſen im erſten Jahre nur wenig, bleiben klein und unanſehnlich. Im zweiten Jahre werden ſie überſetzt, und auf ein Auge zurückgeſchnitten. Im dritten Jahre, im April, wird der ganze Trieb wieder bis auf das vorletzte Auge weggeſchnitten, und der Stumpfen ge— pfropft, was unter günſtigen Umſtanden öfters ſchon im zwei⸗ ten Jahre in der Samenſchule geſchieht, wenn man, wie Viele thun, und wie Verriräth(Saggi di agricolt. prat. sulla coltivazione dei gelsi, e delle viti, del Conte Carlo Verri. IV. Ediz. Milano, 1825), die Pflänzchen im zweiten Frühling nicht überſetzt, ſondern ſie jetzt pfropft, und dann im dritten Jahre überſetzt, bei welcher Gelegenheit ihnen unter ei— nem die Pfahlwurzel weggeſchnitten wird. Das Pfropfen geſchieht hier größtentheils à la fluͤte, was wir im deutſchen Röhren nennen, doch wird auch hin und wieder copulirt. Nur bei erwachſenen Baͤumen wird in den Spalt oder hinter die Rinde gepfropft.“ Ich ſah am 17. Mai bei Herrn Olivi in Treviſo viele Tauſend kleiner Bäumchen, die im April gepfropft worden waren, und jetzt Triebe von A bis 5 Zoll hatten. Die Pfropfreiſer machen in demſelben Jahre noch Trie— be von 4 bis 5 Schuh Höhe. Im vierten Jahre im Frühling werden ſie zu jener Höhe abgeſtutzt, die man der Krone geben will; die neuen Triebe bilden die künftigen Hauptäſte, welche im fünften Jahre durch den Schnitt die becherartige Form erhalten, die als die angemeſſenſte für Obſt- und Maulbeer— bäume anerkannt iſt. Im fünften Jahre, das heißt nach vollendetem vierten Jahre, werden die Bäumchen aus den Pflanzſchulen genommen und verkauft, oder in die Felder überſetzt; denn ſie werden nun zu groß, und haben in dem engen Raume der Pflanzſchule nicht mehr Platz. Von der Seidenerzeugung ꝛe. 9 Der ſchnelle und kraͤftige Wachsthum der jungen Baͤume hängt vorzüglich von der Zubereitung der Pflanzſchule ab. Wer dieſelbe 1 ½ Fuß tief umgraben und mit animaliſchen Abfällen aller Art reichlich düngen ließ, darf ſicher ſein, daß ihm dieſe Auslage durch den beſchleunigten Wachsthum und das ſchöne Ausſehen der Baͤume reichlich erſetzt wird. Ich habe im Juni 1828 Baͤume geſehen, die 4 Zoll Durchmeſſer hatten, und erſt im Maͤrz 1826 gepfropft und im Jahre 1827 über⸗ ſetzt worden waren. Hier muß ich einer Spielerei erwähnen, auf die man in eini— gen wenigen Gegenden der Lombardie ein Gewicht zu legen ſcheint, und deren auch Verri in ſeiner Abhandlung beifällig gedenkt: naͤmlich die Maulbeerbaͤume nach Art der Weinreben durch Ab⸗ leger fortzupflanzen. Ich ſah das Verfahren zuerſt in Locate, einer Beſitzung des Grafen Alfonſo Caſtiglioni, und der Gärtner nannte es alla bergamasca; warum, weiß ich nicht, denn in Bergamo höͤrte ich nichts von dieſer Vermehrungsart. Es beſteht darin, daß man in das hiezu beſtimmte Gartenbeet, in 9 Fuß weit von einander abſtehende Reihen, ſo tief als möglich an der Wurzel gepfropfte Maulbeerbaumchen, 3 Fuß von einander einſetzt. Nach ein Paar Jahren wird der Stamm am Boden, doch immer über der Pfropfſtelle weggeſchnitten, und treibt nun eine Menge Aſte aus, wovon man im folgenden Jahre die ſchönſten zu beiden Seiten ſanft niederlegt, mit Erde bedeckt, und am Ende mit einem Auge zur Erde hervorragen läßt. Dieß Auge macht gleich im naͤmlichen Jahre noch einen Trieb von 5 bis 6 Schuh Höhe, der einen bis anderthalb Zoll dick wird. Solche Triebe läßt man noch zwei Jahre an der Stelle, worauf ſie ausgegraben und verſetzt werden. Der Mutterſtock wird nun wieder bloß gelegt, und ganz kahl beſchnitten, wie früher. So dauert dieſe Vermehrungsart ſo lange fort, bis der Mutterſtock ſtirbt, was man in Locate noch nicht erfahren hat, weil man erſt ſeit wenigen Jahren dieſe Vermehrungsart da eingeführt hat. 10 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Obgleich dieß Verfahren beim erſten Anblick viel Anziehendes hat, und nützlich zu ſein ſcheint, indem man das Pfropfen er- ſpart, und Maulbeerbäume gewinnt, die in allen ihren Theilen, ſammt der Wurzel veredelt ſind, und obgleich man dadurch mit wenig Mühe ſchon im erſten Jahre Triebe von 5 bis 6 Schuhe, und nach drei Jahren vollkommen ſtarke Bäume zum Üüberſetzen in die Felder erhalt, ſo ſcheint es doch wegen des großen Raumes, den es erheiſcht, und der kleinen Ausbeute, die es gewährt, im Großen nicht vortheilhaft zu ſein. Die Maulbeerbaͤume werden gepfropft, damit ſie viel Laub tragen: denn der gemeine weiße Maulbeerbaum(Morus alba, Gelso selvatico) mit unregelmaßig herzförmigen, ausge⸗ zackten Blättern und ſtachlichten Aſten gibt zwar den Raupen eine ſehr treffliche, ja nach allen Erfahrungen, die beſte und zuträglichſte Nahrung, bei welcher ſie das feinſte Geſpinnſt er— zeugen; allein es iſt das Erzeugniß dieſer Bäume an Bläͤttern ſo gering, daß man zu viele Baͤume haben und zu großen Auf— wand machen müßte, um ſich genügend Blätter für eine große Raupenzucht zu verſchaffen, weßwegen man andere Arten von Maulbeerbäumen auf dieſe pfropft, die herzförmige, große und dunkelgrüne Blätter haben, und ſich faſt doppelt ſo ſtark belauben, als die gemeine, wilde Sorte. Dieſe edlen Maulbeerſorten zer— fallen aber wieder in viele Unterarten, je nachdem das Blatt mehr oder weniger dick, groß und heller oder dunkler gefärbt iſt.*) Woher dieſe beſſeren Sorten(Gelso gentile) rühren, weiß Niemand; wahrſcheinlich ſind ſie mit den gemeinen zugleich nach Europa gebracht worden, gleich der, die gegenwaͤrtig viel Aufſehen macht, und unter dem Namen: Morus chinensis, M. macrophylla, ſich raſch in der Lombardie verbreitet. Herr *) über die Arten der Maulbeerbäume überhaupt, und die verſchiedenen in Italien cultivirten Abarten insbeſondere gewährt die neueſte Schrift des Prof. Moretti vollkommene Aufklärung: Sui gelsi e sui bachi da seta, istruzione compilata dai Dottori G. Moretti e Carlo Chiolini. Milano, 1829. Von der Seidenerzeugung ꝛe. 11 D. Joſef Moretti, Profeſſor der Botanik und Landwirth⸗ ſchaft an der Univerſität zu Pavia, gab von dieſer neuen Art zuerſt in der Bibbl. ital., Jahrgang 1325, Nachricht; ſpäter ließ einer ſeiner Schüler über dieſe Baumart und eine Art von Seidenwürmern, die ſich dreimal nach einander im naͤmlichen Jahre einſpinnt, eine kleine Abhandlung drucken(Sopra una nuova Specie di gelso, coltivato nell'I. R. Orto agrario dell' università di Pavia, e sopra una varieta di bachi, dai quali possonsi ottenere piùu annue raccolte, da Fran- cesco Gera. Pavia, 1826). Ich ſah die drei Maulbeer⸗ bäume, von deren Samen und Zweigen alle die vielen Tauſende von Nachkommen herrühren, die man in der Lombardie in Gaͤr⸗ ten, und zum Theile ſchon in Feldern ausgeſetzt findet. Sie ſtehen im Garten, welcher zu landwirthſchaftlichen Verſuchen beſtimmt iſt, an einem unſchicklichen Orte, ſind von andern Baͤumen umgeben, zum Theile von den Aſten derſelben durchzogen, ſchlecht gepflegt und völlig vernachlaͤſſiget. Die auffallenden Ei— genthümlichkeiten, wodurch ſich dieſe Maulbeerart von der gemei⸗ nen weißen, edlen auszeichnet, beſtehen darin, daß die Frucht nicht weiß, ſondern ſchwarz iſt, daß der weibliche Baum, den ich im Garten ſah, viel kleinere Blatter hat, als die daneben ſtehenden zwei männlichen, und daß aus dem Samen dieſes Baumes mit dem Mutterſtocke ähnliche Baͤume zum Vorſchein kommen, was bekanntlich bei dem gepfropften Maulbeerbaume, ſo wie bei den gepfropften Obſtſorten nicht der Fall iſt. Übrigens hat er eirunde, am Grunde herzförmige, große Blaͤtter, die auf beiden Seiten glatt ſind, und ſägeartig ausgezackte Ränder haben, Ob dieſe neue Art mehr, oder ſo viel Blaͤtter gibt, als der gepfropfte weiße, gemeine, iſt noch nicht erhoben, wohl aber ſcheint aus zweijährigen Verſuchen hervorzugehen, daß die Seide, welche aus dieſen Blaͤttern erhalten wird, merklich feiner iſt, als die, welche die Raupen liefern, wenn ſie mit den Blaͤttern der gepfropften Bäume gefüttert werden, wie aus den Seiden— proben erhellet, die ich bei Herrn Profeſſor Moretti ſah, und 12 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. die er von den gewöhnlichen Seidenraupen nach Verſchiedenheit der Nahrung erhalten hatte, die man ihnen vorlegte. Die feinſte Seide erhielt er von wilden, d. h. unge⸗ pfropften Baͤumen; die zweit feinſte bekam er von der neuen Art Baume; die dritte Sorte vom gepfropften weißen Maul⸗ beerbaume, und die letzte endlich vom ſchwarzen Maulbeer⸗ baume. Sollte es ſich bewähren, daß die Blätter der neuen Baumart eine feinere Seide hervorbringen, als die der gepfropften, und gibt dieſer Baum eben ſo viel Bläͤtter, als in gleichen Jahren der gemeine, ſo würde ſein Nutzen ſehr bedeutend ſein, und er müßte allgemein eingeführt werden; denn man gewänne nebſt der größten Feinheit der Seide auch noch ein Jahr in ſeiner Erziehung, weil man ihn nicht zu pfropfen braucht. Leider braucht man aber zu ſolchen vergleichenden Verſuchen viele Jahre, vielleicht ein Jahrhundert, bis man ſich von den Eigenthümlich— keiten dieſes Baumes genügende Kenntniſſe erworben hat, um mit Sicherheit beſtimmen zu können, in wie ferne er dem weißen gepfropften vorgezogen oder nachgeſetzt zu werden verdient!— Die Fortpflanzung der Maulbeerbäume durch Schnittlinge ſcheint in Italien unbekannt zu ſein, denn die Schriftſteller ſchweigen hievon, und bei keinem Landwirthe oder Gärtner ſah ich ſie angewendet, und doch dünkt mich, daß ſie große Auf— merkſamkeit verdiene, waͤre es auch nur, daß man hiebei das Pfropfen erſpart, wenn man veredelte Reiſer einlegt. Das Ausſetzen der Baͤume in die Felder geſchieht immer im Maͤrz. Man macht ſchon im Herbſte große Gruben, und füllt ſie jetzt im Grunde mit vegetabiliſchem Dünger, und oben über mit guter Erde, die mit abgefaultem Stalldünger zum Theile gemiſcht iſt. Man iſt allenthalben von der Nothwendigkeit ſo ſehr überzeugt, den jungen Baumen einen guten Standort zu be— reiten, in dem ſie anfanglich ihre Wurzeln verbreiten, daß man es in dieſer Hinſicht ſelten wo fehlen laͤßt, beſonders da, wo der ſandige und ſteinige Boden an und für ſich zu wenig — Von der Seidenerzeugung ꝛc. 13 Nahrungstheile in ſich hat, und daher mit denſelben verſehen werden muß. Nur ſelten wo ſieht man Pfaͤhle zugleich mit den jungen Baͤumen ausſetzen, und ſie daran befeſtigen, obgleich dieß zur Sicherheit der Bäume und zum ſchönen geraden Wachsthum derſelben weſentlich beitragen würde. Es mögen mancherlei Ur— ſachen ſein, daß man hier die Pfahle minder nothwendig häͤlt, als anderswo: z. B. daß die Winde ſelten und nie heftig wehen, daß das Vieh in den Ackern oder an den Rainen nur an Stricken herumgeführt wird, daß die Pfaͤhle von hartem Holz ſehr theuer, und Weiden- und Pappelpfaͤhle von gar keiner Dauer ſind u. ſ. w., demohngeachtet ſcheint es mir, nach den Vergleichungen, die ich über das Gedeihen der angebunde⸗ nen und frei ſtehenden Baͤume anſtellen konnte, außer allem Zweifel zu ſein, daß die Koſten des Pfahls durch die größere Sicherheit des Baumes, und ſein ſchöneres, und auch ſchnelle⸗ res Wachsthum reichlich erſetzt werden. Wenn man nur ſelten wo die jungen Baume an Pfaͤhle an⸗ gebunden ſieht, ſo bemerkt man aber dafür deſto haufiger, jedoch nicht allgemein, daß man die jungen Baͤume mit einem aus Stroh geflochtenen Seile vom Boden an, bis zur Krone umwickelt, und ſie in dieſem Zuſtande erhält, bis ſie 6 Zoll Durchmeſſer haben. Auf mein Befragen, welchen Nutzen dieß ha— ben ſollte, gaben mir die Einen an, ſie wollten die Bäume dadurch vor der Kälte; die Andern, ſie wollten ſie vor der großen Hitze ſchützen. Es iſt aber in dieſem Theile von Italien nie ſo kalt und auch nicht ſo heiß, daß der Baum darunter leiden könnte; auch würde das Einwickeln des Stammes nicht verhindern, daß der Froſt die Aſte tödtete, oder die Hitze die Blätter verdorren machte, wenn der Baum wirklich ſo empfindlich für Kälte und Waͤrme waͤre. Es liegt demnach eine andere Urſache dieſem Ver— fahren zum Grunde, und dieſe meine ich, wenn mich nicht Alles trügt, darin ſuchen zu ſollen, daß man in früheren Jahren dieſe Bäume durch das Strohband gegen den Zahn der Haſen, + 14 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. V vielleicht auch gegen den der Schafe, die man damals mehr, als V 0 jetzt hielt, zu ſchützen für nöthig fand und es auch ſonſt den 0 Baumen zuträͤglich hielt, weil man nach Abnahme der Hülle die Rinde glatt und ſchön, und nicht mit Moospflanzen bedeckt 5 d fand. Jetzt ſind Haſen und Schafe, wenn auch nicht ganz, J doch größtentheils aus jenen Gegenden entſchwunden, wo Sei— 1 denzucht im Großen getrieben wird; allein das Verfahren, die 5 Baume einzuwickeln, iſt geblieben, und obgleich man nirgendwo W aus Überzeugung den Nutzen deſſelben kennt, ſo traut man ſich A doch nicht es aufzugeben, weil man ſieht, daß mit demſelben d ſchöne Bäume gezogen werden, und weil es bisher faſt allgemein n ublich war. Ich ſage: faſt allgemein, denn völlig allgemein iſt. es nicht mehr, und man ſieht nicht ſelten bedeutend große neue Pflanzungen, wo die Baͤume nicht eingefatſcht ſind. Am allge— d meinſten iſt dieſe Methode, zum Beweiſe der Richtigkeit meiner Vermuthung, in jenen Gegenden, von welchen die Seiden— ger cultur in Ober-Italien ausgegangen iſt: im Gebiete von Vero— na und Bergamo. Nur ſelten ſieht man dieß Verfahren in Friaul, und völlig unbekannt iſt es im Görzerkreiſe. Je länger man die ausgeſetzten Bäume nicht entblaͤttert, je ſchneller wachſen und um ſo kräftiger werden ſie. w Die Maulbeerbäume werden bei Kaͤufen und Verkaufen, d ſo wie bei Verpachtungen, wo allezeit ein förmliches Grund— di Inventar über die gegenwaͤrtige Anzahl und Größe aller zu Baäume, von was Art ſie immer ſein mögen, ſo wie aller Re— bed ben, aufgenommen wird, von den lombardiſchen Schätzmän— 4 da nern(Agrimenſori periti) folgendermaßen mitgetheilt: nan Von 1 bis 2 Oncie Durchmeſſer, heißt er Palo; w „ 2— 3„„„„» Palone; die „ 3— 4»„„»„„ Cantilo; b vitt „ 4— 5„„»„»„ Cantilone; b ſ 5— 6»„„„ Terzero; inle „ 6— 7»„„„» Somero. len Baäͤume, die dicker ſind, benennet man nach der Zahl der dlt Von der Seidenerzeugung ꝛc. 15 Oncie, einen Somero von 3, 0 oder 10 Oncie. Eine Oncia di Milano iſt faſt gleich 2 Wiener Zollen. Außer den hochſtämmigen Maulbeerbäumen ſieht man in der Lombardie auch eine, ſich von Jahr zu Jahr vergrößernde Menge von niedrig gehaltenen Bäumen, die ſie fälſchlich Hecken — Siepi— nennen, denn ſie bilden nirgendwo eine Hecke, ſondern erhalten einen Schnitt, wie Zwergobſt. Der Vortheil ſolcher Baume ſoll darin beſtehen, daß ſie früher Blätter austreiben, und von dem Spätfroſt weniger leiden, wie die hochſtämmigen. Übrigens daͤucht mir, daß ein gegebe— ner Raum viel weniger Blätter abwerfen müſſe, wenn er mit Zwerg⸗, als wenn er mit hochſtämmigen Baumen bedeckt iſt. Die Maulbeerbaume als Stocktriebholz— Bosco ce⸗ duo— zu benützen, d. h. ihnen alljährig, oder alle zweite, dritte Jahr, die Wurzelſchößlinge wegzuſchneiden, habe ich nir⸗ gendwo geſehen, auch nirgendwo ſprechen davon gehört. Von dem Ertrage der Maulbeerbäume. Der Ertrag der einzelnen Maulbeerbaͤume an Blättern wird in der Lombardie von gemeinen Bauern ſo gut, und viel⸗ leicht beſſer als von den Periti abgeſchätzt; denn da es in dieſem Lande allgemein üblich iſt den Laubertrag der Baͤume zu ſchätzen, und einen beſtimmten Preis für den Zentner zu bedingen; ſo wird ſehr häufig das abgepflückte Laub einzelner Bäume gewogen, und darnach die Zahlung berichtigt, wodurch man ſich einen ſehr richtigen Blick in Hinſicht der Abſchätzung der Baͤume erwirbt. Ich habe ſehr haͤufig Gelegenheit gehabt die Gewandtheit der Schaͤtzmaͤnner ſowohl, als der Land⸗ wirthe in Abſchätzung der Bäume zu bewundern„ und wenn ich ſie um die Urſache fragte, warum ſie oft zweien ſich ziemlich ähnlichen Baͤumen ein ungleiches Erträgniß beimaſſen, ſo ga⸗ ben ſie mir immer ſo einleuchtende Gründe an, daß ſie mich völlig zufrieden ſtellten. 16 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Dieſe Kenntniß iſt aber auch nothwendig, wenn man mit der Ernährung der Raupen nicht in große Verlegenheit kom— men und am Ende der Fütterungszeit vielleicht um ſo theuren Preis fremdes Laub ankaufen ſoll, daß darüber der ganze Nutzen der Unternehmung zu Grunde gehet. Hier weiß Jeder— man, wie viel er Laub für eine Unze Raupenſamen bedarf; er kennt den Stand ſeiner Baͤume, und weiß, wie viel er Laub im großen Durchſchnitte, wenn kein Hagel oder Reif kommt, erhalten wird, und wie viel er Raupeneier ausſchliefen laſ⸗ ſen darf. Das Erträgniß der Maulbeerbaͤume hängt bei gleichen übrigen durch Boden und Clima bedingten Verhältniſſen, von der Art ab, wie man ſie beſchneidet. In dieſer Hinſicht findet man im lombardiſch⸗venezianiſchen Königreiche drei unter ſich ſehr verſchiedene Methoden. Die erſte und allgemeinſte, die ich die lombardiſche nennen will, da ſie in dieſem Lande die üblichſte iſt, beſteht darin, daß man den Baͤumen alle vierte Jahr nach dem Ent— lauben alle Aſte abhauet, und ihnen nichts als den Stümmel der Hauptaſte läßt. Im erſten Jahre nach dieſer Operation wird das Laub von den neu ausgetriebenen Bäumen nicht abge— ſtreift; im zweiten Jahre aber geſchieht es, und im vierten Jahre haben ſie wieder Aſte von 3 Zoll Durchmeſſer, uns ſehen, wenn ſie anders geſund ſind, ſo buſchig aus, als waͤ⸗ ren ſie nie entäſtet worden. Die zweite Methode will ich die friauliſche heißen, weil ſie, außer dieſer Provinz, nur noch im Treviſaniſchen üblich iſt. Sie beſteht darin, daß man den Baumen alljahrlich alle jähri— gen Zweige mit Ausnahme eines kurzen Stümmels weghaut, und die Zweige mit den Blaͤttern nach Hauſe führt, wodurch ſich der Baum in der Beäͤſtung zwar alljahrlich etwas vergrößert, aber nur kurze einjährige, blatttragende Zweige hat. Die dritte Methode nenne ich die bergamaskiſche, weil ſie nur in dieſer Provinz allgemein üblich iſt. Sie beſteht dwein hand wegn zuri ſer Ert mei dole zit lan lomd dher b v ſo w gut, kben lodi bis n boden lniſer I — —— Von der Seidenerzeugung ꝛc. 5 17 darin, daß man die Maulbeerbäume, wie die Obſtbäume be⸗ handelt, ihnen nur die dürren oder zu dicht ſtehenden Aſte wegnimmt, und die langen Ruthen, die Enden der Hauptäſte, zurückſchneidet. Es iſt nicht ſchwer in Voraus zu beurtheilen, welche die— ſer Methoden die natürlichſte ſei, und welche den höchſten Ertrag abwerfen werde. Allein ſo hartnäckig haͤngt der ge— meine Menſch am Hergebrachten, und ſo groß iſt ſeine In— dolenz ſich um das, was einige Stunden von ihm entfernt geſchieht, nicht zu kümmern, daß die letzte Methode nur äußerſt langſame Fortſchritte in den Umgebungen von Brescia und den Huͤgeln der Brianza macht und man tauſend nichtige Vorwände aufſucht, das bisherige Verfahren als nothwendig für die Ortsverhaͤltniſſe darzuſtellen. Wenn man den Lombarden erzählt, daß ihre Nachbarn in der Provinz Bergamo die Bäume nie verſtümmeln, daß dieſe da groß und geſund ſind, und immer doppelt ſo großen Blaͤtterertrag geben, als in der Lombardie, ſo wagen ſie es zwar nicht dieſe Thatſache zu laugnen; allein ſie behaupten, daß dieſe Methode nur allein in dem tiefen und fruchtbaren Boden von Bergamo Nutzen bringe, und daß in der Lem— bardie alle Maulbeerbäume, wenn man ſie nicht alle vier Jahre „yrer Aſte beraubt, abſterben würden; wobei ſie aber überſe⸗ hen, daß das nicht ſeltene Abſterben der Baͤume nur in der Lombardie, nicht aber in Bergamo bemerkt wird, und daß es daher nur eine Folge ihrer barbariſchen Methode, die Baͤume ſo oft und ſo grauſam zu verſtümmeln, ſein müſſe. Eben ſo wenig als in der Provinz Bergamo aller Boden tief und gut, und dem Gedeihen der Maulbeerbaͤume zuſagend iſt, eben ſo wenig iſt aller Boden der Provinzen: Mailand, Lodi, Pavia u. ſ. w. ſchlecht. Weil aber von Lecco an bis nach Vaprio in jeder denkbaren Miſchung und Tiefe des Bodens die Bäͤume nach Bergamasker Art behandelt, einen größeren Ertrag abwerfen, und eine mindere Sterblichkeit II. 2 48 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. zeigen, als in den lombardiſchen Provinzen, ſo iſt es wohl keinem Zweifel unterworfen, daß die Urſache dieſer Verſchie⸗ denheit nur allein im Schnitte liege. Ich finde bei der lombardiſchen Methode nur allein den Vortheil, daß das Abſtreifen der Bläͤtter von kurzen Aſten we⸗ niger Mühe macht, und mit geringerer Gefahr für den Ar— beiter verbunden iſt: allein der erſtere iſt ſehr unbedeutend, und der letztere läßt ſich durch Vorſicht, oder dadurch, daß ſich der Arbeiter anbindet, erreichen. Es iſt daher unklug, ſich einer unſtatthaften Idee, oder einer kleinen Gemaächlich⸗ keit wegen, um einen großen Theil des Blatterertrages zu bringen, und es nicht einmal der Mühe werth zu achten ver— gleichende Verſuche über dieſe zwei verſchiedenen Methoden an⸗ zuſtellen, um ſich von dem Vortheile oder Nachtheile derſel— ben zu überzeugen. Ein Haupt-Motiv, daß das alle vier Jahre wiederkehrende Verſtümmeln der Bäͤume von den Colonen als abſolut nothwendig behauptet wird, liegt zuverläſſig auch darin, weil ihnen das Beſchneiden weſentlichen Vortheil gewährt; denn je geringer der Schatten iſt, den die Baͤume auf das Feld werfen, je größeren Vortheil gewährt es ihnen, weil das Er— trägniß der Felder den Colonen, jenes der Bäͤume den Herren gehört; auch eignet ſich der Colon das Holz der entaſteten Baäume zu, und geht der Baum zu Grunde, ſo zieht er da⸗ von nur Nutzen, nicht Schaden. Für die friauliſche Methode weiß ich keinen andern Grund, als daß die Blättergewinnung aͤußerſt bequem und wohlfeil iſt. Statt daß man in der Lombardie mehrere Maͤnner zum Entlauben der Bäume nöthig hat, da man im großen Durchſchnitte nicht mehr als 120 Pf. Mail.= 160 Pf. W. G. Blätter als das Tagwerk eines Laubſammlers rechnen kann, iſt hier die leichte Arbeit eines Mannes von wenigen Stunden genügend, der mit einem Beile die jährigen Triebe mehrerer Baͤume abhaut, und am Boden in Bündel zuſammenbindet, die er am Wagen nach Hauſe führt, wo er von den dickeren Aſten die dünneren abbricht, und das Laub am lbe es wohl Verſchie⸗ lein den ſen we⸗ den Ar⸗ eutend, h, daß nklug, ichlich⸗ ges zu en ver⸗ een an⸗ derſel⸗ Jahre en als arin, aͤhrt; Feld 8 Er⸗ derren aſteten er da⸗ Hrund, feil iſt. lauben dt mehr agwerk tt eines Veile den in tt, wo Laub Von der Seidenerzeugung ꝛc. 29 ſammt den feineren Aſten den Raupen vorlegt; wobei ſich noch überdieß das Lager der Raupen viel leichter reinigen läßt. Da die friauliſche Methode offenbar den kleinſten Arbeits⸗ aufwand erheiſcht, und einem Lande zuſagt, das nicht ſo im Übermaß, wie die lombardiſchen Provinzen, bevölkert iſt, ſo dürfte ſie für die gegebenen Verhältniſſe vielleicht vortheilhafter wie jede andere ſein; nur bedarf ſie, um das gleiche Gewicht Seide hervorzubringen, in dem Verhältniſſe mehr Bäume zum Entlauben, als man bei dem jährigen Abſchneiden aller Aſte von jedem Baume weniger Laub gewinnt, wie bei den anderen zwei Methoden, und als die Baume hinfälliger ſind, wie bei der Bergamasker Behandlungsart. Über den wirklichen Blätterertrag der Maulbeerbaͤume unter beſtimmten Verhältniſſen findet man bei den italieniſchen Schrift⸗ ſtellern nichts aufgezeichnet. Verri ſchweigt ganz hierüber, und Dandolo gibt nur unvollkommene und allgemeine Nachrichten über den Blätterertrag ſeiner Bäume, ohne ſich über den Er— trag einzelner Baͤume zu erklären. Alles, was mir über dieſen Gegenſtand zur Kenntniß gekommen iſt, ſind zwei Beobachtun— gen, die der Erzprieſter: Gerolamo Bruni im II. Band der Atti della Societa patriotica di Milano S. 36, Jahrgang 1785, erzählt. Der Zweck ſeiner Abhandlung iſt zu zeigen, daß die Maulbeerbäͤume, die er im Jahre 1755 pflanzte und im folgenden Jahre pfropfte, im Jahre 17831, alſo nach 25 Jah⸗ ren, jeder 400 Pf. W. G. Blätter, frei von allen Zweigen, gaben, und daß ein anderer Baum, den er im Jahre 1761 fe⸗ derdick pflanzte, und im folgenden Jahre pfropfte, im Jahre 1770, als er das erſtemal entlaubt wurde, ſchon 54,4 Pf. W. G. und im Jahre 17381, folglich 19 Jahre nach dem Pfropfen, 459 Pf. W. G. Blätter ertrug. Er war während dieſer Zeit, d. h. vom Jahre 1770 bis zum Jahre 1781, immer entlaubt und mehrmal etwas beſchnitten worden. f Die Nachrichten, welche A. Noung über den Artikel: Sei⸗ denbau, im III. Theile ſeiner Reiſen durch Frankreich und einen 2* 20 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Theil von Italien in den Jahren 1787 bis 1790(deutſche Li Überſetzung. Berlin 1795) mittheilt, ſind voll Unrichtigkeiten legen, und ganz unbrauchbar. Er muß die Leute nicht verſtanden oder wichht ihre Nachrichten falſch aufgeſchrieben haben. 3 Die von mir über den Blaͤtterertrag der Baͤume in verſchie⸗ Colo denen Gegenden des lombardiſch-venezianiſchen Königreiches ge— thei ſammelten Angaben habe ich in folgender Tafel zuſammengeſtellt, und aus der man den poſitiven Blaätterertrag der Bäume nach Ver— de ſchiedenheit ihres Durchmeſſers erſieht, den ſie unter beſtimm— dagen ten, vom Boden und der Art ſie zu beſchneiden, abhaͤngenden L Verhältniſſen gewaͤhren. a 5 he V Uberſicht G . 1 3„ des jaͤhrlichen Durchſchnittsertrags der Maulbeerbäume an tna Blättern nach Verſchiedenheit des Durchmeſſers ihres Stam— biu V mes, und der Methode ſie zu entblättern. ut I. 1. aul In Wiener Maß und Gewicht. üi uug Methode Durchmeſſer der Bäume in Zollen. V der 8 Entblätterung 41l6l2I3[9 ſ:oſ 11ſi2 ſ 13.r4 ſ15 d und Angabe des Ortes. P f un d e. ¹ Ä” Bergamas⸗. anj kiſche. 4 G Bergamo.— 27, 4⁰,8———————— 102 Locate(Como).——=—,—————— 100 Vareſe, 18jahrige Bäume.— 23,0—— 47,6——————— nui Lombardiſche. in Mailand. Sehr gu⸗ h ter Boden.————— 32,6 40, 8— 61,2—- 68 54, 4 Al — Guter Boden.——[27,2————— 43, 47,6—— —— Etwas ſchlech⸗ 4 auf terer Boden.——[21,7 34, 0———————— Monza. Sorgfältige ten, Cultur, mitt⸗ lerer Boden.— 27,2—(40, 8——————!—— bon Friauliſche. 3 Udine.— l19,31125,56˙22,—[24,43 30, 166—[4 8————„ Lenwo⸗ eutſche gkeiten 1 oder erſchie⸗ hes ge⸗ eſiellt, Ver⸗ timm— enden e an tam⸗ Von der Seidenerzeugung ꝛc. 21 Baͤume von 2 Schuh Durchmeſſer, völlig friſch und gut ge⸗ legen, wurden in Bergamo auf 150 bis 180 Pf. Mail. Ge⸗ wicht geſchätzt(— 204 bis 244 Pf. W. G.). Im großen Durchſchnitte werden die Maulbeerblätter den Colonen überlaſſen, die dann die Galetten mit dem Grundherrn theilen. Der Colon gibt die eine Hälfte des Raupenſamens, und leiſtet alle Arbeit bei der Pflege der Würmer; der Herr gibt die andere Hälfte des Samens und die Blatter. Reichen die am eigenen Felde ſich befindlichen Bäume nicht hin; oder iſt das Laub durch Hagel oder Reif verderbt geworden, und muß Laub zugekauft werden, ſo muß nicht, wie billig wäre, der Grund⸗ herr das fehlende Laub herbeiſchaffen, ſondern es muß auch der Colon die Halfte der Ankaufskoſten tragen. In den Pachtcon— tracten behält ſich der Grundherr allenthalben die Maulbeer— baͤume vor, um immer freie Hand zu haben, darüber disponiren zu können, wenn es ihm mehr Vortheil bringt das Laub zu ver— kaufen, als in den Theilungsvertrag mit ſeinem Colon ein— zugehen. In der Umgebung von Bergamo gibt der Grundherr dem Colon nur eine ſehr beſchränkte Menge Blätter. Gewöhnlich haben dieſe nicht mehr Raum in ihren Wohnungen, als um 2 Unzen Raupenſamen ausſchliefen zu laſſen. In dieſem Falle, und auch dann, wenn ſie doppelt und dreimal ſo viel Samen anſetzen, gibt er ihnen für eine jede Unze Samen nur 60 Peſi = 370 Pf. W. G. Blaͤtter. Weil man aber für eine Unze Samen 100 Peſi Blätter= 1451 Pf. W. G. erforderlich haͤlt, ſo muß der Eolon die fehlenden 40 Peſi vom Herrn kaufen, und ihm die Hälfte des curſirenden Blätterwerthes dafür zahlen. Als Grund dieſes Verfahrens geben die Grundbeſitzer an, daß ſie auf dieſe Art einen Theil des Blätterwerthes ſicher bezahlt erhal⸗ ten, wahrend die Einnahme für den andern gefährdet iſt, und von dem Glücke und der Geſchicklichkeit des Colons abhängt. Wenn die Maulbeerblatter verkauft werden, ſo läßt man gewöhnlich durch die Periti zu Anfang des Frühlings oder 23 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. auch wohl ſpaͤter, im Falle eines außerordentlichen Bedarfes, den muthmaßlichen Ertrag der einzelnen Baͤume abſchätzen, und verſtändiget ſich über den Preis des Gewichtes. Keine Waare iſt ſo ſehr den größten Preisveraͤnderungen ausgeſetzt, als die Maulbeerblätter. In den erſten Wochen des Lebens der Seidenraupen bedürfen dieſe wenig Nahrung, und wenn auch jetzt die Maulbeerbaͤume ihre Blätter noch nicht ganz entwickelt haben, ſo iſt doch allgemein ein Überfluß von Futter vorhanden. In den letzten zwei Wochen aber, wo die Raupen unglaublich viel freſſen, erhebt ſich überall der Preis, und ſteigt wohl auf eine unverhaltnißmaͤßige Höhe, wenn der Hagel eine Gegend verheert, und die ihres Laubes beraubten Raupenzüch⸗ ter ihren Bedarf in der Nachbarſchaft ankaufen müſſen. Eben ſo gäh fällt er wieder, wenn die Raupen anfangen ſich ein— zuſpinnen. In Vareſe wird mit den Blättern ein ſehr bedeutender Handel getrieben, und manche Landwirthe beziehen von ihren Baäumen einen unglaublichen Gewinn. Die Blaͤtter werden nicht zu Markte gebracht, ſondern der, welcher kaufen will, wendet ſich an einen Mäkler, der ihm einen Verkaͤufer zuweiſet. Man ſchätzt das Gewicht der Blätter am Baume und behandelt den Preis; der Käufer nimmt dann ſelbſt die Blätter ab. Heuer (1828) wurde der Zentner Blätter am theuerſten(24. Mai) um 20 Lire, und am wohlfeilſten(153. Juni) zu 15 Lire ver⸗ kauft; d. i.: 3 fl. 15 kr. bis 4 fl. 20 kr. der Zentner W. G. In Bergamo mußten die Coloni ihren Herren 30 Soldi pr. Peſo zahlen. 1 Peſo in Bergamo= 10 Libbre a 30 On⸗ cie= 14,51 Pf. W. G. Zu 30 Soldi gerechnet, betragt der Wiener Zentner 5 fl. 2 kr. In der letzten Periode ward aber in Bergamo der Peſo nur mehr zu 20 Sold gezahlt; wor⸗ nach ſich der Zentner auf 2 fl. berechnet. In Tramezzina, am See von Como, ward heuer der Zentner Blätter um 15— 20 Lire mil. verkauft; ſo wie in Vareſe. darfes, ;häßen, rrungen hen des 3, und t ganz Futter aupen ſteigt el eine nzüch⸗ Eben ein⸗ ender hren erden will, eiſet. ndelt Heuer Mai) ver⸗ j. Aldi On⸗ t der er in wor⸗ r der ie in Von der Seidenerzeugung ꝛe. 23 Der Ingenieur Milleſi in Bergamo ſagte mir, daß 100 Pf., zu 30 Oncie, zu 10— 30 Lire di Milano ver⸗ kauft werden: das ware in W. Gew. und Geld: 100 Pf. zu 2 bis 5 fl. In Malland verſicherten mich die Kunſtverſtändigen, daß bei Kaufen und Verkaufen der Grundſtücke 100 Pf. um 6—7 Lire(=— 1 fl. 18 kr.— 1 fl. 31 kr. der Wiener Zentner) veran⸗ ſchlagt würden. In der Umgebung von Mailand war der Preis des Lau⸗ bes, am 4. Juni d. J., der Zentner Mail. Gewicht 14 bis 15 Lire= der Wiener Zentuer 3 fl. 9 kr. Zwei Wochen frü— her war er 6 bis 2 Lire(= 1 fl. 18 kr. bis 1 fl. 31 kr.) der Zent⸗ ner W. G. Wer ſelbſt keine Bäume hat, und doch Seidenraupen ziehen will, oder wer deren nicht genug ſelbſt beſitzt, iſt in Zeiten beſorgt ſich den erforderlichen Bedarf an Blaͤttern da⸗ durch zu verſichern, daß er im März und April ganze Baͤume zum Entbläͤttern pachtet, weil er auf dieſe Weiſe am wohffeil— ſten das Laub erhält. Wem aber durch Reif oder Hagel das Fut⸗ ter für die Raupen zerſtört wird, muß Blätter zukaufen, und ſich jenen Preis gefallen laſſen, den die größere oder kleinere Concurrenz hervorbringt. Nicht ſelten wird dadurch der Preis ſo hoch getrieben, daß der ganze Nutzen der Unternehmung darüber verloxen geht; ja man hat wohl Beiſpiele, daß die Ausgabe, für den Blätterankauf größer war, als die Einnahme für die Galetten. In der Lombardie, ſo wie im Bergamaskiſchen wird das Laub am Baume von den Aſten abgeſtreift, indem der Arbeiter jeden Aſt am dickeren Orte umgreift, und in einem Zuge alle Blätter bis zur Spitze abſtreift, und endlich den dießjährigen Trieb ſelbſt abbricht, wenn er bei dem Zuge nicht mitgegangen ware: in Friaul aber werden, wie ich bereits gemeldet habe, alle jährigen Aſte abgeſchnitten, und zu Hauſe von dem dickeren Holze abgebrochen, und den Raupen vorgelegt, was die Arbeit * 24 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien, ungemein abkürzt, und die Reinigung des Lagers bedeutend er— leichtert, da man die Raupen, welche die auf den feinen Aſten häangenden Blätter bedecken, leicht überträͤgt. Vom Geldwerthe der rohen und geſponnenen Seide. Der Preis der Galetten war in dieſem Jahre zur Zeit des Einſpinnens um 25% höher, als im vergangenen Jahre, und faſt allgemein, ſowohl im Mailaͤndiſchen, als in Bergamo und Vareſe, wurde das Wiener Pfund um 52,5 bis 54,27 Kreu⸗ zer verkauft.(In Bergamo koſtete der Peſo 43 Lire, im Mailändiſchen die Libbra A Lire 4 Soldi= 34 Soldi.) Spä⸗ ter ging die Mailäͤnder Libbra auf 3 Lire 10 Soldi herunter; = 45,58 Kreuzer das Wiener Pfund. Da man zur näaͤmlichen Zeit in der Umgebung von Udine, ſo wie in Görz, das Wie⸗ ner Pfund um 30 bis 32 Kreuzer zahlte, ſo erhellet, welchen Gewinnſt Jene machen, die an dieſen vom großen Seidenmarkte entfernten Orten Galetten kaufen. Es iſt intereſſant zu ſehen, zu welchen Preiſen die Galetten in Vareſe in früheren Jahren verkauft worden ſind. Dandolo gibt an(Opera postuma. S. 73), daß er ein Pfund Peſo groſſo verkauft habe: Im J. 1800 zu Soldi 51 Im J. 1810 zu Soldi 63 „ „ „ 1901 v» 56 vy„ 1811„„ 54 „ 1902»» 52 z»» 1812»» 44 „» 1303 y„ 62» y 1813»„ 51 „„ 1 3804» v 59»„ 1814„» 78 „ 1805 s»„ 66„ y 1815„ 80 »„„ 1800„„ 50»„ y 1816»„ 105 »„ y 1807„ 58„ y 1317* 121 ¼ »„» 1808„„ 50 2 y 1818 y„ 110 „» 1609„„ 48 ½»„ y 1819»„ 106 Das Mittel dieſer 20 Jahre iſt 2 Lire 16 ½ Soldi= 36,3 kr. das Wiener Pfund. Die ungeheuren Preiſe der letzten vier Jahre V ten hein jhrer ſric nich Nerg eine eſen Ge 23 Ahf 160 dng und tauch daß d dis 6 Antert er⸗ ſten Von der Seidenerzeugung ꝛc. 25 ſind bloß Handelsſpeculationen zuzuſchreiben, und waren vor— übergehend. Von den Seidenſpinnereien. Die Galetten werden von den Inhabern der Seidenſpinne— reien— Filande— gekauft, welche die abgeſponnene Seide dann entweder an verſchiedene, mit Seiden handelnde Kauf— leute in der Provinz, oder auch wohl unmittelbar nach Frank— reich, England oder Deutſchland verkaufen. Es gibt allenthalben eine große Menge von Filande, und es iſt ein froͤhlicher Anblick, wenn man in einen großen bedeck— ten Gang zu ebener Erde eintritt, und in zwei Reihen die an kleinen Keſſeln ſitzenden Spinnerinnen— Maestre— jede mit ihrer Haspendreherinn— Inserviente— unter fröhlichem Ge— ſprach oder Geſang arbeiten ſieht. Es ſind gewöhnlich junge, nicht ſelten hübſche und geputzte Madchen, die im Sommer von Morgens 4 Uhr bis Abends 3 Uhr arbeiten, und nur Mittags eine Stunde Raſt machen, während welcher ſie ihren Reiß eſſen. In Vareſe bekam eine Spinnerinn 26 ½¾ Soldi, und ihre Gehülfinn 10 Soldi nebſt Reiß Mittags; anderswo bekamen ſie 25 Soldi, dafür aber auch ein Abendmahl. Zu Ende Juni und Anfangs Juli bringt eine Spinnerinn des Tags 25, ſpäter 16 Oncie Seide auf. Es iſt eine Arbeit, bei der ſie ihre Finger den ganzen Tag abwechſelnd in heißes Waſſer von 70—750 R., und zur Abkühlung wieder in kaltes danebenſtehendes Waſſer tauchen, und mit großer Aufmerkſamkeit Acht haben müſſen, daß der Faden, der auf einmal geſponnen wird, und aus 3— 4 bis 6 Galettenfäden zuſammengeſetzt iſt, gleichförmig und un— unterbrochen dieſelbe Zahl dieſer Faden erhalte. Ich habe gehört, daß man in Roveredo eine Filanda von 200 Keſſeln habe: ich habe aber keine größere, als die des Kaufmanns Cariſſimi in Bergamo mit 60 Keſſeln geſehen, 26 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. die durch einen gemeinſchaftlichen Keſſel erwärmt wurden, aus welchem die Dampfe des kochenden Waſſers durch Röhren in die kleinen geleitet werden. In Vareſe ſah ich die Filande der Herren Rubbioni mit 48, Giudici mit 42 und Caſtiglioni mit 36 Keſſeln. Erſte⸗ rer hat 40,000, der zweite 36,000 Pf. Mail. Gewicht Galetten gekauft, die ſie bis Ende September abſpinnen wollen. Die Kunſt oder vielmehr Fertigkeit des Abſpinnens iſt von großer Bedeutung, denn es haͤfngt größtentheils von der Spin— nerinn ab, daß man mehr oder weniger Seide von den Galetten bekommt. Im Großen rechnet man, daß 5 ½ Libbre, Peſo groſſo, Galetten, eine Libbra ſottile Seide geben, d. h., daß 100 Pf. Wiener Gewicht Galetten 7,79 Pf. Seide geben. Indeſſen weiß ich aus andern Erfahrungen, daß 100 Pf. Ga⸗ letten auch 11,59 Pf. Seide, und anderswo wieder zwar nur 3,07 Pf. Seide, aber daneben eine große Menge Struſa ge⸗ geben haben. Es gehört zu den Eigenthümlichkeiten des Gebietes der Pro— vinz Verona, daß man daſelbſt keine großen Filande antrifft, ſondern daß da Jedermann im eigenen Hauſe ſeine Galetten ab— ſpinnt. Ich ſah daher in der Stadt Verona in vielen Häuſern Seide abſpvinnen. Daß dieſer Gebrauch der Seidenerzeugung nicht zutraͤglich ſein könne, weil ſich die Spinnerinnen nie jene große Fertigkeit erwerben konnen, die zu dieſem Geſchaͤfte erfor— derlich iſt, ſcheint mir außer allem Zweifel zu ſein, und wurde mir auch von Unparteiiſchen beſtätiget. Die feinſte Seide wird in der Umgebung der Stadt Ber— gamo, und dann in der Provinz Como, in der Umgebung von Vareſe und in den Hügeln von Brianza erzeugt. Je nachdem man mehr oder weniger Galettenfäden in einen Faden beim Abſpinnen vereinigt, je nachdem wird dieſe feiner oder gröber. Die feinſte Seide beſteht aus 3, die gröbſte aus 5, auch wohl aus 6 Galettenfäden. Um die Qualität der Seide, ihren Titolo, zu beſtimmen, mit Von der Seidenerzeugung ꝛc. 27 wird von den Seidenſtraͤhnen eine beſtimmte Laͤnge eines Fadens mittelſt eines kleinen Haspels abgewunden und gewogen. Die feinſte Seide aus 3 Fäden koſtete in Vareſe am 2. Juli 1823 24 Lire das kleine Pfund; das Wiener Pfund 12 fl. 9 k.; die Seide mit 4 Fäden koſtete 23 Lire und mit 5 Faden 22 Lire. Wenn die Beſitzer der Filande das Pfund Galetten zu 52 Kreuzer zahlten, und für die feinſte Seide nur 24 Lire er— hielten, ſo war ihr Gewinnſt dieſes Jahr ziemlich gering; denn angenommen, daß 100 Pf. Galetten 3 Pf. Seide geben, und daß eine Spinnerinn im großen Durchſchnitte 1 Pf. W. G. Seide aufbringt, ſo koſtet das Abſpinnen von einem Pfunde 40 Kreu— zer und von 3 Pfund 5 fl. 20 kr., 100 Pf. Galetten koſten 36 fl. 40 kr., dazu 5 fl. 20 kr. für das Spinnen= 92 fl.; 3 Pf. Seide à 12 fl. 9 kr.= 972 fl. 12 kr.; bleiben demnach nur 5 fl. 12 kr. übrig, oder mit andern Worten: es bringt das ausgelegte Capital 5,6% für die kurze Zeit ein, als es im Um⸗ lauf ſich befindet; wobei man aber nicht vergeſſen muß, die Zin⸗ ſen des Gebäudecapitals ebenfalls in Rechnung zu bringen. Ausdehnung und zunehmende Vergrößerung der Seiden⸗ erzeugung. Die Seidenerzeugung iſt in Italien ein Gegenſtand, mit dem ſich alle Claſſen von Menſchen beſchäftigen: die wenigen auf dem Lande wohnenden Edelleute ſowohl, als ihre Verwalter; Bürger; Bauern(Maſſari) und Häusler(Pigionanti). Der Vortheil, der aus dieſem Zweige der Landwirthſchaft her— vorgeht, war von jeher ſehr bedeutend, und wurde in den letzteren Jahren durch die Preiſe, zu welchen die Seide vom Jahre 1814 an ſtieg, faſt auf das Doppelte erhöht; und da zu gleicher Zeit der Graf Vincenz Dandolo durch ſeine Schriften ſeine Landsleute auf die Vortheile einer vernünftige⸗ ren Behandlung der Seidenwürmer aufmerkſam machte, und die große bare Geldeinnahme nachwies, die der Staat, und die 28 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. einzelnen Bürger deſſelben hievon bezogen: ſo erhielt die Cul⸗ tur der Maulbeerbäume einen Umſchwung, von dem man ſich kaum eine Idee machen kann, wenn man nicht das Land ſelbſt und die große Menge jener Maulbeerbaume ſieht, die in den letzten dreizehn Jahren gepflanzt worden ſind. Vorzüglich iſt es in der Lombardie, daß die Pflanzungen der Maulbeerbäume von Jahr zu Jahr ſich auffallend vergrößern, ſo daß man ohne Übertreibung ſagen kann, daß vielleicht a aller vorhandenen Baume nicht älter als 30, und daß von dieſen die Hälfte, folglich 37% aller Baume, nicht älter als 15 Jahre ſeien. Die größte Menge der Maulbeerbäume findet man in den trocknen, nicht bewaſſerungsfähigen Ebenen; von Mailand nach Vareſe; von Mailand nach Como; zwiſchen Lecco und Bergamo und in der Umgebung von Bergamo, bis zum Adda, wo man den Weinbau faſt allenthalben aufgegeben, und dafür die Maulbeerbaume als Nebenfrucht in die Acker ge⸗ ſetzt hat. Die Ausſicht, die man von der Anhöhe der Stadt Berga⸗ mo genießt, iſt eine der ſchönſten, die man in der Lombardie findet. Man ſieht die Berge von Brescia, von Bergamo, und die weite Ebene der Lombardie. Das Land, welches der Stadt zunächſt liegt, iſt wie ein Obſtgarten anzuſehen: nur ſind ſtatt der Obſtbaume bloß Maulbeerbaume, die aber hier eben ſo viel, vielleicht noch mehr, wie die Obſtbäume eintra— gen, denn wenn ein zehnjähriger Obſtbaum vielleicht nur eini— ge wenige Pfunde Obſt eintraͤgt, ſo iſt der Blätterertrag eines Maulbeerbaumes ſchon 25— 30 Pf., und wenn man rechnet, daß 100 Pf. Mail. Gew. Blätter im Durchſchnitte 15 Lire koſten, ſo beträgt die Einnahme eines Baumes von 25 Pf. Blätter 3 ¾ Lire= 34 Pf. W. G. 1 fl. 5 kr., und da ein zwanzigjähriger hier mehr als das Doppelte an Blattern ab⸗ wirft, ſo erſieht man, daß 7 ½, ja wohl auch 10 Lire das gewöhnliche Ertraͤgniß eines ſolchen Baumes iſt. In den bewäſſerten Provinzen der Lombardie, in der Nie⸗ Von der Seidenerzeugung ꝛe. 29 derung des Herzogthums Mailand, in den Provinzen Pavia und Lodi, iſt die Seidenzucht von geringer Ausdehnung: doch fand ich auch hier viele neue Maulbeerpflanzungen, und ich zweifle keinen Augenblick, daß ſie ſich binnen wenigen Jahren auf das Doppelte des gegenwärtigen Standes erheben werden. Zwiſchen Pizzighettone und Cremona und weiter bis Mantua, werden die Maulbeerbäume bald haͤufig, bald gering, bald verſtandig, bald unverſtändig cultivirt: im Ganzen aber wird daſelbſt dieſer Erwerbszweig noch viel zu ſehr vernach— läſſiget, und es zeigt ſich auch hierin die geringe Induſtrie der Einwohner, die mit jener der Lombarden in keiner Hinſicht zu vergleichen iſt. Die größte Menge von Maulbeerbaͤumen findet man aber in dem unfruchtbaren und ſteinigen Boden der Provinz Vero— na, und namentlich von Veronabis Deſenzano und von Caſtelnuovo über Valleggio nach Roverbello. Die Oberflache des Bodens beſteht bloß aus Rollſteinen, womit die von den Alpen niederſtürzenden Flüſſe in den verfloſſenen Jahr— tauſenden die Erde bedeckten, in der jetzt die Cultur der Getrei— dearten nur kaͤrglich die Mühe lohnt, in der aber die Maulbeer— baume, die einen ſandigen Boden lieben, fröhlich wachſen, wenn es ihnen anders nicht an Pflege mangelt. Schade, daß man in dieſer Provinz das Vorurtheil hegt, daß die gepfropften Maul— beerbaume im ſteinigen Boden bald zu Grunde gehen, und daß die vielen friſchen, geſunden und alten gepfropften Maulbeerbäume, die man hin und wieder in dieſer Provinz antrifft, den großen Troß der Landwirthe noch nicht eines Beſſern zu belehren vermochten. So wie man über die Gränze dieſer Provinz hinaus kommt, hört auch die Cultur der Maulbeerbäume auf, unznin den Pro⸗ vinzen Vicenza, Padua und Treviſo triffa man ihrer nur eine geringe Anzahl, in weiten Strecken derſelben gar kei— ne an; nur in der Provinz Friaul waren ſie von jeher ein— heimiſch, und obgleich ſie ſich in derſelben bei weiten nicht in dem Maße vermehrt haben, wie in den lombardiſchen Provin⸗ 3⁰° Landwirthſchaft von Ober-Italien. zen, ſo ſind ihrer doch immer eine bedeutende Menge, wie ich gleich Anfangs dieſer Abhandlung zu bemerken Gelegenheit gehabt habe.— Es erhellet aus dieſer Darſtellung der Ausdehnung und ge⸗ genwärtigen Größe der Cultur der Maulbeerbäume, daß bei dem Umſtande, daß der größte Theil der Bäume noch im ju— gendlichen Zuſtande ſich befindet, und daher von Jahr zu Jahr ein größeres Blättererträgniß abwerfen wird, die Seidenerzeu— gung auch Jahr für Jahr zunehmen, und daß, wenn nicht durch einen außerordentlichen Umſtand die Nachfrage um Seide erhöht wird, der Preis derſelben Jahr für Jahr herabgehen werde, wo⸗ bei aber der Nutzen der Landwirthe aus dieſem Zweige der Land⸗ wirthſchaft vielleicht gleich groß bleiben wird, wenn im Verhält— niß des geſunkenen Preiſes die vermehrte Menge des Erzeugniſſes den Ausfall deckt. Bare Geldeinnahme der Grundbeſitzer aus der Seidenzucht. Wie groß die bare Geldeinnahme ſei, welche die Grundei— genthümer und Colonen aus dem Ertrage der Maulbeerbäume beziehen, erhellet aus einigen Vormerkungen, die Dandolo in ſeinen Schriften(Opera postuma. S. 102) hinterlaſſen hat, und aus anderen, die ich erhoben habe. Dandolo ſagt, daß ihm ſein Maſſaro: Pietro Ber⸗ nascari, von Malnate, der 132 Pertiche Land bewirth⸗ ſchaftet(= 15 Joch), 311 ½ Libbre= 425,98 Pf. Galetten zur Theilung gebracht habe. Der Maſſaro: Enrico Mongiardino von Vara⸗ no, der 100☛ ertiche(= 11, 357 Joch) bewirthſchaftet, brach⸗ te 268 ½ Lübbre Galetten= 365,16 Pf. W. Gew. Der Maſſaro: Giuſeppe Vascon, der eine gleich große Fläche Grundes bewirthſchaftet, erzeugte 185 ½ Libbre Galetten= 249,56 Pf. W. Gew. Die Brüder Zanzi zu Buffalora in Varano, die Von der Seidenerzeugung ꝛc. 31 70 Pertiche Land bewirthſchaften= 7,959 Joch, erzeugten 202 Libbre Galetten= 274,94 Pf. Die heurige Erzeugniß Dandolo's an Galetten beſtand, zu Folge der Angabe des Wirthſchaftsverwalters, in den eigenen zwei Wirthſchaften.. Libbre: 363 Die Haͤlfte der Erzeugniß der Colonen„ 1332 Libbre: 1700 oder 2312 Pf. Wiener Gewicht. Ein Maſſaro des Herrn Foſcarini in der Nähe von Vareſe hatte aus 6 Oncie Wurmſamen 404 Pf. Galetten erhalten, wovon ſeine Hälfte, zu 3 ½ Lire berechnet: 707 Lire ausmacht;= 549 Pf. W. G., deren Werth zur Häͤlfte 203 fl. 33 kr. beträͤgt. Dieſer nämliche Foſcarinierhielt in dieſem Jahre 3200 Pf. Galetten, die, zu 3 ½ Lire, 12.000 Lire, folglich für ſei⸗ nen Antheil 6000 Lire ausmachen;= 4052 Pf. W. G. Der Antheil des Herrn beträgt 1770 fl. Eine ungemein große Einnahme mit ſo geringen Vorausla— gen erworben! Zucht der Seidenraupen im Großen. Dandolo hatte in ſeinem Werke: Dell' arte di gover- nare i bachi da seta. Milano 1819, die Vortheile einer gro— ßen fabriksmäßigen Erzeugung der Galetten nachzuweiſen ſich bemüht, und hatte zu dieſem Behufe in Vare ſe ein ſolches Locale errichtet, und die Seidenerzeugung bis zu ſeinem Tode darin betrieben. Es hatte für mich ein großes Intereſſe, zu ſehen, in welchem Zuſtande ſich die von ihm erbaute große Bigattkeca jetzt be⸗ findet, und welche Meinung man von den Anſtalten Dando— lo's in ſeinem eigenen Hauſe nach neun Jahren hegt. Ich verfüg⸗ te mich daher zu dieſem Behufe in ſeine Beſitzung, und ließ mich von dem Wirthſchaftsbeamten des gegenwärtigen Beſitzers, ſei⸗ 3² Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. nes Sohnes, der aber nicht zu Hauſe war, herumführen. Es war mir unangenehm zu ſehen, daß man ſeit dem Tode des Gra— fen die große Bigattiera nicht mehr benützt hatte, weil im letzten Jahre ſich Krankheiten unter den Raupen gezeigt, und den ganzen Seidenertrag zerſtört hatten. Statt den Urſachen nachzuforſchen, die dieſes Unglück herbeiführten, ſtatt die offen— baren Gebrechen, die dieſes Gebäude an ſich hat, zu verbeſſern, fand man es gerathener und vortheilhafter, aber wahrlich nicht ehrenvoller, die ganze Anſtalt aufzugeben, und dadurch gewiſ⸗ ſermaßen den Ruf des Erbauers zu compromittiren. Dandolo hat dieſe Bigattiera in dem oben bemerkten Werke beſchrieben, worauf ich meine Leſer verweiſe, und hier bloß bemerke, daß ſie viele und große Mangel hat, worunter der wichtigſte wohl der iſt, daß ſie gegen die Hitze viel zu wenig geſchützt iſt, indem die Tafeln, worauf die Raupen ausgebrei— tet lagen, bis hart unter das Dach reichten, und daß dieſes unter den Ziegeln nur eine einfache Bretterverſchallung hat, folglich die oberen Schichten der Raupen einer ungemein großen Hitze ausgeſetzt waren. Nun iſt aber die Hitze, wie Alle be— haupten, den Raupen viel nachtheiliger, als die kühle Tem— peratur, die man zur Noth durch Ofen und Kamine wohl er— höhen kann, und es mußte daher die drückende Hitze in der Nä— he des Daches hier den Raupen um ſo mehr ſchaden, da die er— wärmten Ziegel noch lange nach Untergang der Sonne die er— haltene Hitze ausſtrömen. Bei dieſer Gelegenheit fiel es mir ein, daß es vielleicht für das Gedeihen der Seidenwürmerzucht von großem Vortheile ſein dürfte, wenn man ſich eines Kälte verurſachenden, oder Waͤrme verſchluckenden Mittels, zur Zeit der Hitze und Gewit— ter, wenn die Luft mit Electricität überladen und ſchwül iſt, bediente. Das Aufſpritzen des Waſſers im Zimmer gibt zu wenig aus: allein Eis in die Bigattiera gebracht, und auf mehre⸗ ren Puncten aufgeſtellt, dürfte vielleicht ein wirkſameres Mittel ſein, das auf alle Fälle verſucht zu werden verdient. —,— Von der Seidenerzeugung ꝛc. 33 Außer dieſer großen Bigattiera in Vareſe iſt noch eine mittelgroße in Quiſtello in der Provinz Mantova, die der Graf Cocaſtelli vor einigen Jahren ganz neu auf— bauen und in der er 20 Oncie Samen ausſchliefen ließ. Weil aber im vergangenen Jahre(1322) die Würmer krank wurden, ſo getraute er ſich heuer nicht mehr die Verſuche fortzuſetzen. Mir ſchien er von den Vortheilen dieſer Methode nicht vollkommen üͤberzeugt, und von den Vorurtheilen der gemeinen Bauern nicht frei zu ſein. Wahrſcheinlich wird die Bigattiera nicht mehr benützt. Er bekam 5 Peſi Galetten pr. Oncia; ſeine Colonen erzeugen deren nur zwei. Wartung der Seidenraupen in den Häuſern der Bauern. Da es mich in Italien mehr intereſſirte zu ſehen, wie die Bauern in dem beſchränkten Locale, das ihnen gegeben iſt, die Seidenwürmerzucht betreiben, als wie ſie in den geräumigen Häuſern der Wohlhabenden, oder in eigens zu dieſem Behufe errichteten Gebäuden betrieben wird; ſo benützte ich einen Aus— flug, den ich nach Mozzate machte, um daſelbſt in den Häu— ſern der Colonen des Grafen Alfons Caſtiglioni die ein⸗ fachen Vorrichtungen anzuſehen, welche man da für die Sei— denwürmerzucht genügend erachtet. In kleinen Häͤuſern wird das einzige Zimmer, das der Co⸗ lon hat, und worin auch ſein Herd mit dem Polentakeſſel ſich befindet, den Würmern eingeräumt: oder man gibt ihnen auch wohl die Küche ſammt der Nebenkammer, und behilft ſich waͤh⸗ rend der letzten drei Wochen, wo beide Zimmer mit den Raupen erfüllt ſind, ſo gut es angeht. Die Tafeln, worauf die Rau⸗ pen liegen, ſind von Schilfrohr, 2 ½ Fuß breit, und 2 ½ bis 3 Klafter lang. Bei einem Colon fand ich in zwei neben einander befindli⸗ chen Stuben 17 Tafeln, jede zu 16“ Länge und 2 ½ Breite. II. 3 34 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Man rechnet auf eine Quadrat-Elle(Mail. Maß) ein Mailaͤn⸗ der Pfund Galetten. Dieſe Tafeln ſind mit Stricken aneinander gebunden, und an den Oberboden befeſtigt, von dem die höchſte Tafel nur 2 Schuh entfernt iſt, eben ſo weit iſt die unterſte vom Boden abſtehend. Die Fenſter ſind mit Papier, ſtatt Glas, gegen den Luft— zug verwahrt, und haben gegen die Hitze, ſtatt der höͤlzernen Balken, eine Strohdecke. Die Thür beſteht aus einem Stücke alter Leinwand. Innerhalb dieſer Stuben herrſcht eine vollkommene Finſter— niß, und man muß mit Lampen Fütterung und Reinigung der Würmer vornehmen. Wo in der Küche auch Raupen gehalten werden, da wird zwar noch immer darin gekocht, nur ſorgt man, daß nach der Bereitung der Speiſe das Feuer gleich wie⸗ der weggeſchafft wird. Hier bei den Colonen des Grafen Caſtiglioni fand ich allenthalben Weingeiſtthermometer, welche bloß allein die 4 Grade von 16 bis 200 R. anzeigen. Als ich am 9. Juni da war, zeigte der Thermometer 16— 17 ½°%)R. Es iſt wohl gut, daß ſie mittelſt dieſes ſehr einfachen Werkzeuges den Warmegrad kennen lernen, der in der Stube herrſcht; allein es ermangelt dieſen guten Leuten an Mitteln die Temperatur zu reguliren, wenn ſie zu hoch oder zu niedrig wird. Von 120 bis 150 Pf. Mail. Gewicht Galetten iſt das ge— wöhnliche Erzeugniß eines Colon in Mozzate und Locate. Wird hievon das Mittel= 135 Pf. angenommen, ſo beträͤgt die ihm davon gebührende Hälfte 67 ½ Pf., zu 4Lire= 270 Li⸗ re= 79 fl. 42 kr., eine, für dieſe Claſſe Menſchen, und für die kurze Zeit der Mühe, allerdings ſehr bedeutende Summe. Seidenraupenſamen, oder Eier. Noch muß ich hier in Erinnerung bringen, daß man in manchen Gegenden eine ſehr bedeutende Einnahme aus dem Seid dheil terli m Von der Seidenerzeugung ꝛe. 35 Seidenraupenſamen bezieht, und daß man daher einen großen Theil der Galetten in ſolche Verhäͤltniſſe ſetzt, daß die Schmet⸗ terlinge ausſchliefen. Eine ſolche Induſtrie ſah ich in der Wirthſchaft des Hrn. Fos⸗ carini in der Nähe von Vare ſe betreiben, der ſo viel Schmet⸗ terlinge ausſchliefen ließ, um 200 Oncie Eier zu bekommen. Auch Dandolo will heuer 200 Oncie Wurmſamen er⸗ zeugen, wovon er aber für ſich und ſeine Colonen nur 52 Oncie braucht. Sein Vater trieb dieſen Handel wahrhaft ins Große, und erzeugte bis 2500 Oncie= 121,51 W. Pfund. Heuer koſtete die Oncia 4 ½ Lire= das W. Loth 51,3 Kreuzer. Zum Schluſſe dieſer Abhandlung glaube ich meinen Leſern ein angenehmes Geſchenk zu machen, wenn ich ihnen die Reſul⸗ tate der Erfahrungen Dandolo's über die Seidenwuürmer⸗ zucht in einer Reihe von Überſichten aus ſeinem großen Werke: Dell' arte di governare i bachi da seta, Milano 1819, mittheile, in denen die verſchiedenen Größen-Verhältniſſe auf Wiener Maß und Gewicht reducirt, dargeſtellt ſind, die zwi⸗ ſchen den Eiern und Raupen, zwiſchen dieſen und ihrem Futter— bedarfe in den verſchiedenen Perioden ihres Lebens, ihrer Zu⸗ nahme an Gewicht und Größe, und ihrem Erzeugniſſe an Ge⸗ ſpinnſt, Statt haben. Üüberſicht der Thatſachen, welche auf die Eier der Seidenraupen und ihr Ausbrüten Bezug haben. 1) Ein Loth Raupeneier von der größten Art, die ſich vier— mal häutet, enthält Stücke 24074. Da ohngefähr 110 Stücke dieſer Galetten ein Pfund wie— gen, ſo würde 1 Loth Samen 213,4 Pf. Galetten geben, wenn jedes Ei eine Raupe, und jede Raupe eine Galette lieferte. Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. 02 ₰△☚̈ꝙ 2) Ein Loth Raupeneier, von der gewöhnlichen Art, die ſich viermal häutet, enthalt Stücke 25185. Da 262 Stücke dieſer Galetten ein Pfund wiegen, ſo würde ein Loth Raupenſamen, 96,1 Pf. Galetten geben, wenn jedes Ei eine Raupe, und jede Raupe eine Galette lieferte. 3) Ein Loth Raupeneier von der Art, die ſich nur dreimal häutet, enthält Stücke: 31004, und da 440 dieſer Galetten ein Pfund wiegen, ſo würde ein Loth Same 70,4 Pf⸗ Galet⸗ ten geben. Wenn man dieſe Verhaͤltniſſe kennt, und dann weiß, wie viel Pfunde Galetten man von einem Loth Samen in einem ge⸗ gebenen Falle wirklich erhalten hat, ſo erhellet, von welchem Werthe das Verfahren war, das man bei der Wartung der Raupen beobachtete. Der Raupenſamen verliert an Gewicht von dem Zeit— puncte an, als er gelegt worden, bis zur Zeit, als man ihn zum Ausbrüten verwenden will, folglich durch 9 Mo⸗ nate, nur 1%. Von dem Zeitpuncte an, als man den Raupenſamen (Nr. 2) in das warme Zimmer bringt, bis zu den erſten Kenn— zeichen des Ausſchliefens der Schmetterlinge, verliert er: 0,081. Die Schalen der Raupeneier, nachdem die Raupen aus— gekrochen ſind, betragen vom ganzen Gewichte: o,201. Zieht man von dem urſprünglichen Gewichte der Eier die vorſtehenden Abzüge ab, ſo ergibt ſich, daß die in einem Lothe Samen enthaltenen Raupen nach dem Ausbrüten nur 0,708 Loth, oder daß 55522 friſch ausgeſchlofene Raupen nur erſt ein Loth wiegen. Die aus einem Loth Samen hervorgekrochenen 25185 Rau⸗ pen haben am erſten Tag ihres Lebens auf einer Fläche von 200 ◻ Zoll hinlänglich Raum, um darauf gefüttert zu werden. Von die , ſo ben, Neette imal erten alet⸗ wie ge⸗ bem der Von der Seidenerzeugung ꝛe 37 Von dem Naume, den die Seidenraupen in den verſchie⸗ denen Perioden ihres Lebens bedürfen. Die von einem Loth Eier ausgekrochenen Raupen bedürfen Raum: nerſten Zeitalter von 2,28 ◻ Fuß. zweiten„ y„ 4,56„ 2 dritten»»» 10,33„» vierten»„ 25,65»„ fünften»»»„ 57,—»» 2 2 8 Von der Menge der Blätter, welche die Raupen in den verſchiedenen Perioden ihres Lebens verzehren. Zufolge genauer Beobachtungen verzehrten die aus einem Loth Eier ausgekrochenen Raupen 959 Pfund Bläͤtter, die aber, nachdem ſie gereiniget worden, nur mehr 794,5 Pfund wogen. Davon verzehrten ſie im erſten Zeitalter 3,5 Pfund. » zweiten»» 10,5„ » dritten»» 35,—„ » vierten»„ 105,—» » fünften»» 640,5„ 794,5 Pfund. Die mangelnden 144,5 Pfund ſind aber nicht bloß auf Rech⸗ nung der Abfalle bei der Reinigung der Blätter zu bringen; ein Theil des Verluſtes rührt auch von der Verdünſtung der Blaͤtter her. Die Abfaͤlle wiegen 33,1 Pfund. Die Verdünſtung beträgt 61,4 144,5 Pfund. Hiezu die Blätter. 794,3 2 939 Pfund. Von den obgeſagten 794,5 Pf⸗ Blättern erhält man an 38 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Abfällen: 434,8 Pf., davon entfallen auf die verſchiedenen Perioden folgende Quantitaͤten: Auf die erſte Periode o,9 Pfund. »„» zweite„ 2,7„ »» dritte„ 11,3„ „»„ vierte„ 34,9» „„ fünfte» 584,9* 434,7 Pfund. Dieſe Abfalle beſtehen aus Koth und Überbleibſeln der Blät— ter. Der erſtere beträgt 0o,24; d. h. 105,5 Pf. Wird das Gewicht der Excremente von 105,5 Pf. von dem geſammten Gewichte der Abfälle von 434,8 Pf. abgeſchlagen, ſo zeigt ſich, daß in demſelben 329,3 Pf. vegetabiliſche Körper: Stängel, Rippen, Blätterſtückchen u. ſ. w. vorhanden ſind, die von den Raupen nicht verzehrt worden ſind. Werden dieſe von dem Gewichte der den Raupen vorgelegten ge⸗ reinigten Blätter von 794,5 Pf. in Abſchlag gebracht, ſo zeigt ſich, daß die Raupen nicht mehr, als 465,2 Blätter verzehrt haben. Da man aus der Erfahrung weiß, daß man 13,4 Pf. Blät⸗ ter, ſo wie ſie vom Baume kommen, bedarf, um 1 Pf. Galet⸗ ten zu erhalten, ſo braucht man 939 Pf. Blaͤtter, um 70 Pf. Galetten zu erhalten, die man im Durchſchnitte von einem Loth Raupeneier bekommt. Zieht man aber das, was bei der Reinigung der Blatter abfällt, ſo wie das, was verdünſtet, ab, ſo ergibt ſich, daß 11,35 Pf. Bläͤtter ein Pf. Galetten liefern; und wenn man auch die Abfälle in Abſchlag bringt, ſo ſieht man, daß 6,64 Pf. wirklich verzehrter Blätter ein Pf. Galetten geben, oder daß 465,2 Pf. wirklich verzehrter Blätter 70 Pf. Galetten hervorbrachten. Da aber von dem Gewichte von 794,5 Pf. den Raupen vor⸗ gelegten Blättern, nur 434,7 Pf. Abfäalle und 70 Pf. Galet⸗ ten, zuſammen 504,7 Pf. an feſten Subſtanzen aus dem Zim— mer gebracht worden ſind, ſo erhellet, daß 289,8 Pf. in Dunſt und Luftgeſtalt entwichen ſind= 0,56; und da ſich zeigt, daß 4 — Von der Seidenerzeugung ꝛc. 39 derſch jeemm 5z dieſer 289,8 Pf. ſich im Verlaufe der letzten ſechs Tage der fünf⸗ ten Periode verflüchtigen, ſo erſieht man, daß in dieſen Tagen, in einem Zimmer, worin man Seidenraupen hält, auf ein Loth Raupeneier täglich 25 bis 40 Pf. feſter Subſtanzen in Dunſt und Luftgeſtalt entweichen. Wenn daher in einem Zimmer die Raupen von mehreren Lothen Eier gepflegt werden, ſo begreiftzman leicht, wie groß die Maſſe ſolcher Effluvien, und wie nothwendig die Sorgfalt der Ali⸗ ſei, dieſelben möglichſt ſchnell aus dem Zimmer zu bringen, da ſie höchſt wahrſcheinlich die weſentlichſte Urſache der großen Sterb⸗ ton dem lichkeit der Raupen in der letzten Lebensperiode ſind. ſtlagen, 3 ſunr Von der Zu- und Abnahme der Naupen an Gewicht Kan und Größe. en ge⸗ 100 Raupen, die ſo eben aus den Eiern tſch, ausgekrochen ſind, wiegen ohngefähr. 0,648 Gran. ben. Nach dem erſten Schlafe wiegen dieſelben 9,220» Blit⸗„„ zweiten»„ v 60,912* Halet⸗„» dritten„„„ 259,200»* 0 Pf.»„ vierten„„„ 1051,704»* nLoth„„ fünften,» wenn ſie zur größ⸗ ten Dicke gelangt ſind. 4. 6156,00o0» Lotter In ohngefähr 30 Tagen hat daher die Seidenraupe ihr Kör⸗ „daß pergewicht 9500mal vermehrt. auch Die kaum ausgeſchloffene Raupe hat eine Län⸗ kklich ge von ohngefäͤhr..— 1,892 Linien. z;f. Nach dem erſten Schlafe.... 2, 526 2 »» zweiten»— 4 4 11,202* Ibor⸗»» dritten»—... 22,594» zale⸗»„ vierten» 3.. 52,640» zur„» fünften» werden manche lang bis 75,230* dunt In 28 Tagen iſt dieſes Thier zu ſeiner größten Lins⸗ gekom⸗ men, und hat ſich aomal vergrößert. 40⁰ Landwirthſchaft von Ober-Italien. 100 Seidenraupen von der größten Art, wenn ſie zur Reife gekommen, wiegen nicht mehr, wie oben angezeigt worden iſt, 6156 Gran, ſondern nur mehr. 5028,480 Gran. 100 Puppen wiegen—.. 2522,000» 100 weibliche Schmetterlinge.. 1932,520» 100 männliche Schmetterlinge.. 1101,600„» 100 weibliche Schmetterlinge, nachdem ſie die Eier gelegt... 655,040» 100 weibliche todte Schmetterlinge, die Eier gelegt hatten, und nun völlig trocken ſind 226,300» Im Verlaufe anderer 28 Tage iſt die Seidenraupe auf das Dreißigſtel ihres Gewichtes geſchwunden. Auch die Länge der Raupe vom Zeitpunct ihrer größten Läange bis dahin, daß ſie ſich verpuppte, hat um“ abgenommen. Es gibt indeſſen eine Zeit, wo der weibliche Schmetterling an Gewicht zunimmt, und dieß geſchieht wäͤhrend und gleich nach der Begattung, und rührt von der Flüſſigkeit her, die das Männ— chen in den Leib des Weibchens ſpritzt. 100 weibliche Schmetter⸗ linge, die vor der Begattung 1937,520 Gran wiegen, haben dann gleich nach dieſem Acte: 2075,600 Gran. Während der letzten 28 Tage ſeines Lebens, d. h. von dem Zeitpuncte, als die Raupe zur Reife gelangt iſt, bis dahin, daß ſie als Schmetterling ſtirbt und Tag für Tag an Gewicht abnimmt, frißt das Thier nichts, lebt bloß von der eigenen Subſtanz, und verrichtet dennoch die wichtigſten Geſchaͤfte ſei— nes Lebens. Von den Galetten mit den darin enthaltenen lebenden oder todten Puppen. Sobald die Galetten vollkommen gebildet worden ſind, ver— lieren ſie in den erſten vier Tagen ohngefähr/%= 0,0075 täglich. In den folgenden Tagen verlieren ſie noch etwas mehr. en er⸗ Von der Seidenerzeugung ꝛc. 41 1000 Gewichtstheile Galetten im vollkommenen Zu⸗ ſtande beſtehen aus lebenden Puppen.„ 342 aus Häuten, welche die Würmer ablegen, wenn ſie ſich verpuppen...... 4,5 aus Seidenfäden oder der leeren, Galette. 183,5 In einer geſunden Galette iſt daher mehr als der ſiebente, ja otel des ganzen Gewichtes an Seide enthalten; deſſen ohngeach— tet iſt es nur zu gewiß, daß die Seidenſpinnereien im Durch— ſchnitte nicht mehr als den 12ten Theil= 0,85533 an geſpon⸗ nener Seide von den Galetten erhalten, und daß ſie nur ſelten höher, etwa auf 12 Theil kommen. Von dem Verhältniſſe zwiſchen den Galetten und der ge— ſponnenen Seide. Das Verhäͤltniß zwiſchen den Galetten und der geſponne— nen Seide kann, nachdem die erſtern mehr oder minder vollkom— men gerathen ſind, oder mehr oder minder geſchickt geſponnen wurden, abweichen; doch ſcheint das Verhältniß, daß 100 Pf. Galetten 3 Pf. geſponnene Seide geben, das angemeſſenſte zu ſein. 1 Das Verhäͤltniß zwiſchen dem Gewichte der Galetten, die verſponnen werden, und jenem der Galetten, die nicht ver— ſponnen werden können, weil ſie mangelhaft ſind(Straccie), iſt im Durchſchnitte wie 19 zu 1, oder wie 100 zu 5,268. Weil aber 100 Pf. Galetten mit Puppen, 15 Pf. Galetten ohne Puppen gleich ſind, und 100 Pf. der erſteren an geſpon⸗ nener Seide und Straccie nur 13,596 Pf. liefern, ſo zeigt ſich ein Abgang von 1,140 Pf., der aus dem Häautchen, das die innere Flaͤche der Galette umgibt, und aus einer gummiähn— lichen Subſtanz beſteht, die ſich wäͤhrend des Spinnens in Waſ⸗ ſer auflöſt. Das Verhältniß zwiſchen der Seide, die man von den gu⸗ 4² Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. ten Galetten erhält, und den Straccie oder der Struſa iſt, wie 1000: 0,365, d. h. 100 Gewichtstheile leerer Galetten geben an geſponnener Seide 55,55. „ Straccie 30/03. » Abfällen und Verluf 2,77. Im Allgemeinen kann man rechnen, daß 100 Pf. Galetten ohngefähr 1 Pf. Doppelgaletten enthalten, d. h. ſolche Galet⸗ ten, die von zwei Raupen gearbeitet worden ſind, und die um die Hälfte weniger gelten, als die einfachen Galetten. Ein Seidenfaden, der von den Galetten abgezogen wird, deren Raupen ſich nur dreimal häuten, muß 801 Schuh lang ſein, bis er einen Gran wiegt. Die Galette einer ſolchen Raupe gibt 1,4929 Gran Sei⸗ de, wenn nämlich im Durchſchnitte 440 Galetten ein Pfund wiegen, und 100 Pf. Galetten 8,553 Pf. Seide liefern, und der Seidenfaden, den jede Galette liefert, wird daher 1195,81 lang ſein,= 200 Klafter. Ein Pfund Galetten liefert 388000 Klafter. 755 Schuh Laͤnge des Seidenfadens der Raupen von der gewöhnlichen Art, die ſich viermal haͤutet, wiegen einen Gran. Die Galette einer ſolchen Raupe gibt 2,462 Gran geſpon⸗ nene Seide, wenn 262 Galetten ein Pfund wiegen, und 100 Pf. Galetten 3,333 Pf. Seide liefern. Eine derlei Galette gibt einen Seidenfaden von 1806,22“ = 301° Länge. Ein Pfund Galetten gibt einen Seidenfaden von 78862 Klaf⸗ ter Länge. 668 Schuh Laͤnge des Seidenfadens der Raupen der gro⸗ ßen Art), die ſich viermal haͤutet, wiegen einen Gran. Die Galette einer ſolchen Raupe gibt 5,971 Gran geſpon⸗ nene Seide, wenn 110,2 Galetten ein Pfund wiegen, und 100 Pf. Galetten 3,535 Pf. geſponnene Seide liefern. Eine derlei Galette gibt daher einen Seidenfaden von 30360 faden — Gale died cia ruſa letten von Von der Seidenerzeugung ꝛc. 43 5988/= 6640 Länge. Ein Pfund Galetten gibt einen Seiden⸗ faden von 75040 Klafter Länge. Unter dieſer Seide iſt jene nicht begriffen, die man von den Galetten abnimmt, ehe man ſie ſpinnt, und auch nicht jene, die der Seidenſpinner nicht abziehen kann, und die als Strac— cia behandelt wird. Die Galetten, in welchen ſich die Schmetterlinge entwichalt haben, müſſen deßwegen, weil ſie von den Thieren durchbohrt ſind, und der Zuſammenhang des Fadens unterbrochen iſt, eine geringere Menge geſponnener Seide liefern. Ein Pfund dieſer leeren Galetten enthält aber mehr Seidentheile. Von 1000 Gewichtstheilen Galetten, aus denen die Schmetterlinge ausgekrochen ſind, bleiben übrig: leere Galetten„.. 170 an Wurmhäuten bei der Verpuppung.. 5½ „ Puppenhauten ⸗... 7 185 Es haben daher dieſe Galetten ein groͤßeres Gewicht an Sei— dentheilen um 0o,o17, als jene, in denen die Puppen lebten. Bis jetzt iſt immer nur von ſolchen Galetten gehandelt wor— den, in denen friſche, geſunde Raupen ſich befinden. Es iſt aber nothwendig, daß man das Verhältniß zwiſchen den Be— ſtandtheilen der Galetten auch kenne, in denen ſich todte Pup— pen befinden. Wenn die Seidenraupen ſich im kranken Zuſtande einſpin— nen, ſo haben die davon entſtehenden Galetten das Eigen— thümliche, daß ſie ſpecifiſch leichter ſind, als jene, die von ge— ſunden Raupen herrühren, was dem Umſtande zugeſchrieben werden muß, daß die ſich einſpinnenden kranken Raupen gegen die geſunden weniger wiegen, und abgemagert ſind, daß die Raupe beim Verpuppen abſtirbt, und daß die thieriſche Materie verdünſtet. 44 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Die hieher gehörenden Galetten müſſen nach der Natur der Krankheit, von der die Raupen befallen waren, je nachdem ſie an Calcinaccio oder Negrone, Mal di Segno, gelitten haben, in zwei Claſſen getheilt, und ferners in ſolche unterſchieden wer— den, an denen man entweder von außen nichts ſieht, wodurch man ſie von jenen der geſunden Raupen unterſcheiden könnte, oder in ſolche, bei welchen man von außen Flecken bemerkt. 1. Galetten von Raupen, deren Puppen todt und mit einem weißen Pulver bedeckt ſind(Calcinaccio). 100 Gewichtstheile dieſer Galetten enthalten: Puppen, die mit einer trocknen, ſalzigen Subſtanz be⸗ weißt ſind....... 64,2 Reine Galetten....— 35,8 100 Ein gleiches Gewicht von Galetten, die von geſunden Rau⸗ pen geſponnen worden ſind, liefert nur 15 Theile leere Galet— ten, und da beiderlei Galetten dieſelbe Menge von geſponnener Seide liefern, ſo erhellet, daß man von den erſteren 2 mal mehr Seide erhält, als von den letzteren; denn 15 verhal⸗ ten ſich zu 35, wie 1 zu 2..— 100 Pfund ſolche Galetten geben an geſponnener Seide....: 20,357 Pf. an Straccie und anderen Subſtanzen, die ſich verlieren....: 15,357» 35,714 Pf. während man von den geſunden Galetten nur erhaͤlt an geſponnener Seide 8,355 Pf. an Straccie. 5,263» Es ware daher ein größerer Vortheil für den Käufer, wenn er Galetten mit kranken Puppen um denſelben Preis nach dem Gewichte kaufte, als ſolche mit geſunden Pup⸗ pen, da er von den erſteren 2mal mehr Seide erhält, als von nicht leich r der m ſie aben, wer⸗ durch inte, nem Von der Seidenerzeugung ꝛe. 45 von den letztern; wenn ſie ſich leichter abſpinnen ließen, und nicht ſo häufig aus dem Waſſerbecken ſpraͤngen, weil ſie gar zu leicht ſind.- 303 Galetten dieſer Art wiegen erſt ein Pfund, während von den mit geſunden Puppen 262 Stücke ſchon ein Pfund wiegen. II. Galetten von Raupen, deren Puppen todt, ſchwarz und verdorrt ſind(Negrone, Mal di Segno), die von außen keine Flecken haben. 100 Gewichtstheile dieſer Galetten enthalten Puppen 60 Reine Galetten..—.. 1. 940 — 100 Obſchon hier in einem gegebenen Gewichte Galetten noch mehr Seidenſubſtanz vorhanden iſt, wie in dem vorhergehenden Falle, ſo gelten dieſelben doch viel weniger, weil die ganze Ga— lette mehr oder weniger verdorben iſt, und die Seidenſpinne— rinn nie weiß, wie viel ſie davon wird abſpinnen können. Oft bekommt ſie von einem Pfunde ſolcher Galetten kaum die Haͤlf— te von dem an Seide, was ſie von dem gleichen Gewichte ge— ſunder Galetten erhalten hat. Obgleich man in einem ſolchen Falle viele Stracciebekommt, ſo wird man doch dadurch nicht entſchaͤdigt, weßwegen man mit Recht für ein Pfund derſelben weniger zahlt, als für ein Pfund geſunder Galetten. 7354 Stücke wiegen ein Pfund. III. Galetten von Raupen, deren Puppen todt, ſchwarz, aber nicht verdorrt ſind, und die von außen manchmal Flecken bekommen. Von dieſen Galetten kann man die Puppen nicht abſondern, die faſt immer in eine ſchwarze Seife verwandelt ſind, und feſt an dem Innern der Galetten anhängen. 46 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Ein Theil dieſer Galetten läßt ſich ſpinnen; oft verderben die Flecke nicht im mindeſten die Seide, allein die Spinnerinn weiß nie, was ſie von derſelben erhalten wird, und ſchaätzt ſie daher ſehr gering. 631 Stücke wiegen ein Pfund. Hauptüberſicht 100 Pfund Blaͤtter, ſo wie ſie vom Baume der hier angegebenen Verhältniſſe. kommen, geben an Galetten 7,692 Pfund.⸗ 100» Galetten mit lebenden Puppen geben leere Galetten.. 15,—„ 100„» Bllutter geben daher an leeren Galetten.... 4,133„ 100» leere Gaͤletten geben an geſpon— nener Seide... 55,555„ 100» Galetten mit Puppen geben an geſponnener Seide.. 83,333„ 100» Blaͤtter geben an geſponnener Seide.... 0,65398» 150„» Blätter geben an geſponnener Seide ⸗ 2.. 1/—„ Über die Samenerzeugung. Von 262 geſunden, guten Galetten, die ein Pfund wiegen, wird vorausgeſetzt, daß ſie gleich viel mannliche und weibliche Schmetterlinge liefern werden. Jeder der 131 weiblichen, befruchteten Schmetterlinge wiegt 20,736 Gran, alle zuſammen 2716 Gran. Nach drei bis fünf Tagen hat jeder Schmetterling ohnge— fähr 510 Eier gelegt, die nicht völlig 8 Gran wiegen, da 105 einen Gran wiegen. rden rinn t ſie n, he Von der Seidenerzeugung ꝛc. 47 131 Schmetterlinge legen daher 66810 Eier, die 656 Gran= 2,65 Loth wiegen. Nach Verlauf von vier Tagen wieget ein weiblicher Schmet— terling nur 6,48 Gran, alle 131 daher nur 85838 Gran, und da die Eier nur 656 Gran wiegen, die mit den lebenden Schmet— terlingen zuſammen 1494 Gran betragen, ſo erhellet, daß ſie binnen dieſer Zeit 1221 Gran an flüſſigen, trockenen und luftförmigen Stoffen verloren haben. Wenn die aus einem Pfunde Galetten erhaltenen Eier jedes eine Galette gäbe, ſo erhielte man 255 Pfund Galetten. Da man aber, ſelbſt bei ſehr guter Behandlung der Raupen, von einem Lothe Eier nur 70 Pf. Galetten erhält, folglich von 2,65 Loth Samen 185,5 Pf., ſo gehet hieraus hervor, daß 0,27 der Raupen vor dem Einſpinnen ſtirbt, oder vor und während der Verpuppung erkranket, und daher ſpecifiſch leichtere Ga— letten liefert. Von der Dauer der verſchiedenen Perioden des Lebens der Seidenraupen. Dandolo gibt in dem Werke, wovon ich hier einige Re— ſultate anführe, die täglichen Veränderungen an, die ſich bei den Raupen während ihrer Lebensperiode wahrnehmen laſſen. Nach ſeinen Beobachtungen iſt die Dauer der verſchiedenen Le— bensperioden folgende: Erſte Periode& Tage. Zweite 1„ Dritte»» 6„ Vierte»» 7„ Fünftey»„ 10» 32 Tage. Hier ſind aber die Tage nicht in Rechnung gebracht, welche erforderlich find, um die Eier zu bebrüten, oder die ſie im war— men Zimmer zubringen, wo man ſie auskriechen läßt. Eben ſo 48 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. bringen ſie in der letzten Periode auch noch einige Tage mit dem Einſpinnen zu. Es iſt einleuchtend, daß die Dauer der verſchiedenen Lebens— perioden von der Witterung gar ſehr abhängt, wenn man in den Zimmern keine Vorrichtung hat, die Wärme der Tempera⸗ tur zu erhöhen oder zu vermindern, je nachdem es die Natur der Raupen erheiſcht. Die oben angegebene Zahl Tage trifft nur zu, wenn die Temperatur nach den Vorſchriften Dandolo's geregelt wird. In kühlen Jahrgängen dauert in Ober-Italien der Lebens— proceß der Seidenraupen nicht ſelten 45 bis 53 Tage. In Deutſchland verdenen die ſogenannten chineſiſchen Seidenraupen, welche glänzendweiße, aber etwas kleinere Ga— letten liefern, ganz beſonders cultivirt zu werden, weil ſie in kürzerer Zeit ihre Lebensperioden vollenden, von ſtärkerer Na⸗ tur ſind, den Krankheiten weniger unterliegen, weniger Nah— rung bedürfen, und im Verhältniß zum Gewichte des Futters zwar weniger Seide liefern, die aber dafür mehr Geldwerth hat: in Italien weerden ſie aber kein Glück machen, da hundert Pfund Galetten der gemeinen Raupen mehr Seide liefern, als ein gleiches Gewicht Galetten der chineſiſchen, da die weiße Seide nicht verhältnißmäßig theurer bezahlt wird, da man den geringern Futteraufwand bei den letztern nicht ach— tet, und das günſtige Clima weniger Gefahr für das Leben der Raupen befürchten laßt, wie in Deutſchland. dem bens⸗ an in pera⸗ latur nur lo's 49 F. Von der Anlage, Pflege und dem Ertrage der Wieſen. a. Die Bewäſſerung der Wieſen. Nichts erregt ſo ſehr das Erſtaunen eines reiſenden Landwir⸗ thes, als die Größe und Ausdehnung, die man der Bewäſſerung der Felder in der Lombardie gegeben ſieht. Es ſind nicht einzel— ne Wieſen, nicht die Wieſen einzelner Gemeinden; es ſind die Felder ganzer Provinzen, Acker und Wieſen, die bewäſſert werden, und das reizende Schauſpiel der thöchſten Fruchtbarkeit gewahren. Wann die heiße Sonne und lang anhaltende Trockniß in den nicht bewäſſerten Gegenden alle Pflanzen welken macht, oder wohl gar tödtet, ſieht man in dieſen Gegenden, denen die Waͤrme wohl bekommt, weil ſie Waſſer zur Genüge durch Kunſt zugeführt bekommen, die üppigſte Vegetation. Der Sommer des Jahres 1828 war in ganz Italien einer der trockenſten, ſo wie er jenſeits der Alpen einer der näſſeſten war. Die Sommerfrüchte mißriethen in Italien überall, wo keine Bewaſſerung Statt findet; ja im Mantuaniſchen ſah ich im dortigen trocknen, leichten Boden, Ende Juli, den Mais am Stängel ganz ver⸗ trocknet mit weißen Blättern, und die Wieſen wie verbrannt, während Mais und Wieſen in den Provinzen Lodi, Pavia und Mantua, in ſo weit die Bewäſſerung reicht, von einer unübertrefflichen Schönheit waren, und die reichſte Ernte ge⸗ waͤhrten. Der Überfluß des Waſſers, den man da den Feldern zu geben im Stande iſt, in Verbindung mit der Waͤrme des Clima und der reichlichen Düngung, welche der große Viehſtand gewahrt, bewirken, daß die lombardiſchen Wieſen die ſchönſten und ergiebigſten ſind, die man in der Welt ſehen kann, und weßwegen es allein ſchon ſich verlohnte, daß jeder Landwirth, II. 4 60 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. der die Koſten dieſer Reiſe zu beſtreiten im Stande iſt, ſich dahin verfügte, um dieſe Felder und Bewaͤſſerungs⸗Anſtalten zu be⸗ wundern, und ſich von den großen Wirkungen des Waſſers zu überzeugen, um dann zu Hauſe ſo viel davon in Anwendung zu bringen, als die örtliche Lage ihm geſtattet. Wenn wir in Deutſchland auch nicht das unglaublich große Erzeugniß der lom— bardiſchen Wieſen hervorbrächten, weil uns das italieniſche Clima mangelt, ſo würden wir doch immer mit verhältnißmaͤßig geringen Auslagen, die ſich ſehr hoch verzinsten, den Ertrag unſerer Wie⸗ ſen bedeutend vergrößern, und mittels der dadurch bewirkten Vermehrung des Viehſtandes und daraus hervorgehenden höhe⸗ ren Körnererzeugniß unſeren reinen Wirthſchaftsertrag ſehr an⸗ ſehnlich erhöhen. Wenn die Bewäſſerung in der Lombardie zu einem ſo großen Umfange gediehen iſt, als man ſonſt nirgendwo in der Welt ſieht, ſo trugen ſicherlich die ebene Lage dieſes Landes, und die vielen Waſſer, die es durchſtrömen, mächtig dazu bei, und gaben Veranlaſſung, daß man dieſe Anſtalten, die wahrſcheinlich ſeit den Zeiten der früheren Cultur unter den Römern noch hin und wieder beſtanden, und wahrend den Einfällen der Barbaren nicht ganz verfallen waren, im Mittelalter allgemach vergrößerte, und als man ſich von dem auffallenden Nutzen derſelben über— zeugte, ſo brachte man ſie im Verlaufe von tauſend Jahren endlich zu jenem Grad des Umfanges und der Vollkommenheit, in dem wir ſie gegenwärtig bewundern. Indeſſen darf der Scharfſinn, der Muth, und die Induſtrie des Volkes und der patriotiſche Ei⸗ fer der Regierung nicht überſehen werden, welche die Möglichkeit zur Wirklichkeit umſchufen, und Werke in Ausführung brachten, welche alle landwirthſchaftlichen Verbeſſerungen, die man ir— gendwo ſieht, weit hinter ſich laſſen. Um meine Leſer mit dieſem wichtigen Gegenſtande, ſo ſehr es mein Zweck erlaubt, näher bekannt zu machen, will ich nach einer vorlaͤufigen Aufzählung der Flüſſe, Bache und Ca⸗ nale, deren Waͤſſer zur Befruchtung der lombardiſchen Felder L. Von der Cultur der Wieſen. 5* benützt werden, die Geſchichte der Bewäſſerung kurz erzäͤhlen, dann von ihrer gegenwärtigen Ausdehnung, von der Eintheilung der Wieſen, von der verſchiedenen Art die Bewaͤſſerung anzule— gen, vom Bedarfe und Werthe des Waſſers, von der Wieſen⸗ cultur und endlich von dem Ertrage der Wieſen das anführen, was ich ſelbſt im Lande ſah, und von den verſtändigſten Land⸗ wirthen hörte, oder in Hinſicht des geſchichtlichen Theiles in den beſten Werken las. 1. Von den Flüſſen, Baͤchen und Canalen, die zur Bewaͤſſe⸗ rung benützt werden. Alle Waͤſſer, welche die weite Ebene der Lombardie bewaͤſſern, ſtrömen von den Anhöhen der Alpen herunter, und ergießen ſich mit kleinen Ausnahmen in die großen Seen, die höher liegen, als die Ebene. In dieſen weiten Waſſerbehaltern erſtirbt die Wuth der Wildbäche, und ſetzt ſich das Geröll ab, das ſie von den Bergen herabgeführt haben. Darum iſt die Lombardie den Verwüſtungen nur weniger Wildbäche ausgeſetzt, und hat den Vortheil, daß der größte Theil dieſer weiten Fläche von den klaren Waͤſſern der Seen befruchtet wird. Das gähe Zuſtrö⸗ men des Waſſers in die Seen hat auf ſein Ausſtrömen nicht dieſelbe Wirkung, wie bei einem Wildbache; denn da es faſt immer nur ein oder der andere Bach iſt, der durch ein Gewitter angeſchwollen, ſich mit Ungeſtüm in den See ergießt, ſo wer— den die Waͤſſer deſſelben erſt auf die ganze Oberfläche vertheilt, um dann im ganz ruhigen Zuſtande abzufließen; während bei den Wildbäͤchen die Wuth des von den Flaͤchen der Berge niederſtürzenden Waſſers nirgendwo gebrochen wird, und unge— bändigt die tiefer liegenden Ebenen verheeret, wie dieß z. B. beim Lambro und Serio in der Lombardie, und bei allen Bächen und Strömen der venezianiſchen Provinzen der Fall iſt. Daher rührt es, daß der Waſſerſtand des Ticino, des Adda, des Oglio, nur langſam ſteigt und fällt, während der Piave, 4* 22 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. ◻2 der Tagliamento und der Iſonzo oft in wenigen Stun⸗ den zu einer furchtbaren Höhe anſchwellen, und weithin die anſtoßenden Ebenen überfluthen. Den lombardiſchen Seen muß es vorzüglich zugeſchrieben werden, daß die Ebene von den Wäſſern der benachbarten Alpen nicht verwüſtet wird, daß ſie der Segen des Landes, und nicht die Geißel deſſelben ſind, wie in den venezianiſchen Pro⸗ vinzen. Folgende Flüſſe und Bäche ſtrömen von den Bergen des Hochlandes herab, um ſich in den Po zu ergießen, nachdem ſie früher die kleinen Bäche der Hügel und der Ebenen aufgenom⸗ men haben, die hier nicht aufgezählt ſind. Der Ticino; er iſt der Ausfluß des Lagomaggiore, und mündet ſich gleich unter Pavia in den Po. Der Olona kommt von den Bergen ober Vareſe, und fließt nach Mailand, wo er ſeinen Namen, in dem Zuſammen⸗ treffen mit andern Waͤſſern, für eine Weile verliert, und ihn erſt in der Nähe von Binasco wieder annimmt, wo ſich ſeine Waͤſſer aus dem Naviglio di Pavia ſcheiden, und über Corte Olona dem Po zueilen. Der Seveſo, ein kleiner Bach, der von Barlaſſina kommt, und ſich vor Mailand mit dem Canal di Marteſana vereinigt. Der Lambro kommt aus dem Val d'Aſſina, durch⸗ ſtrömt Monza, durchkreuzt bei Creſcenzago den Canal di Marteſana, und vereinigt ſich bei Melegnano mit dem Waſſer des Muzza, worauf er über S. Angelo nach Corte d'Eſte lauft, wo er in den Po faällt. Bei S. Angelo vereinigt ſich der Lambro mit einem andern Fluſſe, der von Mailand kommt, und auch Lambro heißt, welcher gleich außer der Stadt aus dem Naviglio grande ausgeleitet worden iſt, und hierauf den Naviglio di Pavia durchkreuzt hat. Der Bach von Vimercate kommt aus den Hügeln ————-— m Von der Cultur der Wieſen. 53 der Brianza herab, und vereinigt ſich bei Cornegliano mit dem Muzza. Der Adda iſt der Ausfluß des Lago di Como bei Lecco, er iſt nach dem Tieino der größte Fluß; mündet ſich bei Cre— mona in den Po. Der Brembo kommt aus dem Val Brembana und mündet ſich bei Vaprio in den Adda. Der Serio kommt aus dem Val Seriana, läuft Crema vorbei, und vereinigt ſeine Wäſſer mit denen des Adda bei Bocca di Serio, ober Pizzighettone. Der Oglio kommt aus dem Lago de Iſeo, und geht über Portevico in das Mantuaniſche, wo er ſich mit dem Po vereinigt. Außer mehreren kſeinern, von dem Adda und dem Brem⸗ bo abgeleiteten, ſind folgende größere Canäle in der Lombardie die merkwürdigſten: Naviglio grande. Sein Waſſer iſt bei Tornavento aus dem Ticino ge⸗ leitet. Bei Abbiategraſſo theilt er ſich in zwei Arme; der eine geht mit der früheren Richtung parallel bis Bereguardo gegen Pavia; der andere bis zur Stadt Mailand. Länge des Canals von Tornavento bis Abbiategraſſo 16 Miglia. „»*„ Abbiategraſſo nach Bereguardo 10„ „„*» Abbiategraſſo nach Mailand. 12„ Breite des Canals: 47 Schuh Wiener Maß. Naviglio de Pecchi oder di Marteſana. Sein Waſſer iſt aus dem Adda ober Vaprio abge⸗ leitet, und wird über Gorgonzola nach Malland geführt. Ihn durchkreuzen der Bach von Vimercate und der Lam⸗ bro. Außer Mailand nimmt er den Seveſo auf. Lange 20 Miglia. 54 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Aus dem Zuſammenfluſſe der Wäſſer des Navigliogran⸗ de und di Marteſana, ſo wie des Fluſſes Olona wird gebildet der Naviglio di Pavia. Ein maͤchtiger Canal, der von Mailand bis in den Tieino ſchiffbar iſt. Länge 17 ½ Miglia. Der Canal Vettabbia empfaͤngt ſein Waſſer ebenfalls aus dem Zuſammenfluſſe der beiden Navigli und dem Olona. Er iſt es, der den Unrath der Stadt Mailand vorzüglich aufnimmt und auf die benachbarten Felder bringt. Er iſt 12 ital. Meilen lang, und ergießt ſich unter Melegnano in den Lambro. Der Canal Muzza. Gleich unter Caſſano wird aus dem Adda wieder ein großer Canal ausgeleitet, der nach eini— gen Stunden Laufes den Bach von Vimercate aufnimmt und durch ihn verſtärkt nach Melegnano kommt, wo er ſich mit dem Lambro vereinigt. Ehe er aber nach dieſem letzten Orte kommt, wird der größere Theil ſeines Waſſers in den ei— gentlichen Canal Muzza geleitet, und mitten durch die Pro— vinz Lodi geführt, deren Felder durch ihn bewäſſert werden. Unter Caſtiglione fließt das überbleibende Waſſer wieder in den Adda zurück. Seine Läͤnge von Caſſano bis Ca⸗ ſtiglione beträgt 30 ital. Meilen. Der Foſſo bergamasco, oder Canale di Treviglio. Auch dieſer Canal empfängt ſein Waſſer aus dem Adda, gleich da, wo ſich der Brembo in dieſen Fluß mündet. Der Canal fließt von N. W. nach S. O. und vereinigt hier den Adda mit dem Serio. Er iſt beſtimmt das Gebiet von Tre— viglio und die Ghiara d'Adda zu bewaͤſſern. Länge 11 ita⸗ lieniſche Meilen, Breite 47 Schuh, Tiefe 3 Schuh. In der Provinz Mantua ſind mehrere Canäle aus dem Mincio zur Bewäſſerung des Landes abgeleitet. Der bedeu⸗ tendſte iſt der Canale Mandrillo, der beſtimmt iſt, die Reißfelder von Oſtiglia zu bewaͤſſern. *—„ n—— vird Von der Cultur der Wieſen. 55 2. Geſchichte der lombardiſchen Bewaͤſſerung. Mit dem Verfalle der Macht der deutſchen Kaiſer aus dem Hauſe Sachſen erhoben ſich die lombardiſchen Städte, die den Nachkommen Carls des Großen unterthänig waren, in eben ſo viele Freiſtaaten, die ſich häufig unter einander bekriegten, und es bald mit der Partei des jeweiligen Kaiſers, bald mit der entgegengeſetzten hielten. Mailand ward in kurzer Zeit ein bedeutender Staat, und erregte die Furcht der benachbarten Re⸗ publiken, die ſich mit Kaiſer Friedrich dem Erſten verban⸗ den, und die Stadt im Jahre 1162 von Grund aus zerſtörten. Allein das Kriegsglück wandt ſich, und Friedrich ward von den Mailaͤndern und ihren Bundesgenoſſen im Jahre 1176 geſchla⸗ gen, und gezwungen mit ihnen Friede zu machen, und Mailand erhob ſich ſtärker als jemals. Die Energie und Betriebſamkeit, welche dieſer kleine Frei— ſtaat entwickelte, zeigte ſich nicht ſowohl in ſeinen kriegeriſchen Unternehmungen, als nach Beendigung derſelben, in ſeinen innern Einrichtungen, worunter vorzüglich die im Jahre 1178 begonnene, bloß zur Bewäſſerung der Felder beſtimmte Anle⸗ gung des Naviglio grande war. Anfänglich führte man dieſen Canal nur bis Abbiategraſ⸗ ſo, oder vielmehr man ſtellte den in früheren Jahrhunderten von den Bürgern von Pavia gegrabenen, und in der Folge wieder verfallenen Canal her; 30 Jahre ſpaͤter aber, d. i. im Jahre 1257, ward er bis zur Stadt Mailand verlängert. Nach dieſem Jahre fing man an ihn zu erweitern, damit er nicht bloß ausſchließlich zur Bewäſſerung, ſondern auch zur Waſſer— ſtraße dienen möge, und im Jahre 1271 ward er auch ſchon beſchifft. Die Fruchtbarkeit, die dieſer Canal über das benachbarte Land verbreitete, war ſo groß, und der aus einer ſolchen Unternehmung hervorgehende Nutzen ſo einleuchtend, daß man ſchon im Jahre 1220 den Canal di Muzza anzulegen began. 56 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Im Jahre 1269 ward der uralte Canal di Vettabbia, deſſen ſchon im Jahre 1037 Erwähnung gethan wird(Giulini, Storia di Milano T. IV.) vergrößert und verlängert. Im Jahre 1305 ward der Canal di Treviglio oder Foſſo bergamasco angelegt. Im Jahre 1460 ließ der Herzog Franz Sforza den Ca⸗ nal di Marteſana graben. Sein Zweck war hiebei weniger eine Waſſerverbindung zwiſchen dem Adda und der Stadt Mai— land herzuſtellen, als der Bewäſſerung des Landes einen grö⸗ ßeren Umfang zu geben; denn nur an zwei Tagen der Woche war die Schiffahrt im Canale erlaubt, und fünf Tage lang ward er zur Bewaͤſſerung benützt. Der Naviglio di Pavia ward nach dieſer Epoche ange⸗ legt, und zu verſchiedenen Zeiten immer weiter fortgeſetzt. Ein Beweis, daß man dieſen Canal erſt anlegte, als die Umgebung von Mailand ſchon bewaͤſſert wurde, ſind ein Paar kleine Ca⸗ näle, die nicht weit von der Stadt, quer und unter dem Na— viglio durchgeführt ſind; folglich ſchon beſtanden hatten, als man dieſen errichtete. Dieſe Durchführung iſt aber auch bei dem Naviglio grande zwiſchen Mailand und Corſico zu ſehen, welcher Theil des Canals bekanntlich auch erſt in ſpätern Jahrhunderten ausgegraben worden iſt. Erſt in unſern Tagen ward der wichtigſte Theil dieſes Canals, nämlich ſeine Verbindung mit dem Ticino mittelſt fünf Schleuſen, die das Waſſer dieſes Fluſſes 50 Schuh hoch ſteigen machen, vollendet, und Mailand mit dem Meere in Verdindung geſetzt. Es iſt dieß eine der ſchönſten und ſolideſten Arbeiten, die man ſehen kann; ein Denkmal der Weisheit des Fürſten und des Reichthums des Landes, das ein ſolches ungeheures Werk in wenigen Jah— ren zu Stande brachte. Wenn man ſich im utten und 12ten Jahrhunderte entſchloß große Canäle bloß zum Behufe der Bewäſſerung anzulegen, ſo iſt dieß ein Beweis, daß die Überzeugung von ihrem Nutzen auch ſchon allgemein war, und daß die Kunſt der Bewaͤſſerung, der Von der Cultur der Wieſen. 57 gleichfoͤrmigen Vertheilung des Waſſers über die Felder, unter dem Volke ſchon ſehr verbreitet geweſen ſein müſſe. Es iſt daher mehr als wahrſcheinlich, daß man bewaͤſſerte Wieſen in bedeu— tender Menge ſchon im 10ten Jahrhundert anlegte. Im uiten Jahrhundert machten ſich die Mönche von Chia— ravalle und Vicoboldone um die Bewaͤſſerung ſehr ver— dient, und es ſcheinen vorzüglich die erſtern dieſe Kunſt in ein Siſtem gebracht zu haben, da ſie ſich in einem Kaufcontracte, der vom Jahre 1133 vorhanden iſt, ſchon ausbedingten: ut monasterium possit ex Vectabia trahere lectum(einen Ca⸗ nal) ubi ipsum monasterium voluerit, et si fuerit opus liceat facere eidem monasterio fossata super terram ipsius Joannis(des Verkäufers) ab una parte viae et ab alia— etc. possit firmare et habere clusam(Schleuſe) in prato ipsius Joannis. Ein ähnlicher Contract iſt vom folgenden Jahre und noch verſchiedene andere bis zum Anfang des 13ten Jahrhunderts vor— handen. Das ganze Waſſer des Vettabbia gehörte mittler— weile ihnen, und ſie wurden in deſſen Beſitz durch ein Diplom Friedrichs II. beſtatigt. Der Ruf der Geſchicklichkeit dieſer Möoͤnche in der Kunſt der Bewaͤſſerung war ſehr groß, denn ſie wurden, nebſt den obengenannten andern Mönchen, der Be— rathung beigezogen, die der Machthaber von Mailand, Napo— leone della Torre, im Jahre 1269 anordnete, wie dem Waſ⸗ ſer des Stadtgrabens von Mailand ein ſchicklicher Abzug zu ver— chaffen ſei, und ſchon früher hatte ſich der Kanzler des Kaiſers Friedrich des Erſten, Rinaldo, nachmaliger Erzbiſchof von Kölln, bei ihnen Raths erholt, wie der klägliche Zuſtand ſeiner Lander zu verbeſſern ſei. Ihre Hauptbemühungen gingen auf die Bewäſſerung, und dieſe verſtanden ſie ſo gut, daß ſie ihr überflüſſiges Waſſer ver⸗ kauften, und den Nutzbrauch und Beſitz eines Theiles davon nach Stunden, Tagen und Wochen beſtimmten. In 200 Jahren kamen ſie zum Beſitz von 60,000 Pertiche meiſt bewaſ⸗ 58 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. ſerten Landes. Man hat Urſache zu glauben, daß das Ver⸗ fahren bei der Bewäſſerung im 13ten Jahrhunderte nicht weſent— lich von dem gegenwärtigen verſchieden war; denn in den Do⸗ cumenten des Archivs des Kloſters aus jener Periode findet man ſchon die Benennungen: Chiuse(Schleuſen); incastri(die Saͤulen, zwiſchen welchen die Schwellbretter höher und nie— derer geſtellt werden); bocchilli, foratori(Sffnungen in den Canälen) u. ſ. w. Mehr hierüber in dem II. Band der Atti del- la Societa patriot. di Milano, in welchen der Abt dieſes Klo⸗ ſters, Angelo Fumagalli, eine Geſchichte der Bewäſſerung mittheilt, und die Verdienſte ſeines Kloſters geltend macht. Der Canal Muzza iſt ſchon mit ſolcher Vollkommenheit angelegt, daß der gelehrte Friſi(Nuova Raccolta d'autori che trattano del moto delle acque, 1768. T. VII.) von ihm ſagt: daß er mit der höchſten Kunſt angelegt, und ein vollkom— menes Meiſterwerk ſei. Noch mehr Erſtaunen erregt der Canal di Marteſena, der ſein Waſſeer, wie ich bereits ſagte, ober Vaprio aus dem Adda erhält, der hier durch eine ſtei⸗ nerne, auf Felſen ruhende Wehre geſtauet wird. Das Waſſer des Canals laͤuft dann fünf italieniſche Meilen lang von einer feſten, ſteinernen Mauer eingeſchloſſen, 12 ½ Wiener Klafter über dem Bette des Adda, und mit dieſem parallel. Zu Gorgonzola geht der Canal über den reißenden Lambro auf einer Brücke von drei ſteinernen Bogen. Zu Creſcenzago durchkreuzt ihn der Lambro; er laäuft nämlich in den Canal und ver⸗ läßt ihn wieder. Um nun zu verhindern, daß zur Zeit, wenn der Fluß angeſchwollen iſt, die Daͤmme des Canals nicht zerriſſen werden, oder das Waſſer überfließe; ſo befinden ſich oben, unterhalb und gegenüber der Vereinigung 19 Sca— ricatori im Canal. Dieſe Scaricatori ſind Canaäle, die aus dem Hauptcanal deſſen Waſſer aufnehmen, wenn ihre Thore geöffnet werden, und die es in verſchiedenen Entfernungen wie⸗ der in den Lambro zurückführen. Schleuſen(Conche) ſind neuen Urſprungs; denn erſt im ———QOOñꝭꝑ—Qę—C—— Von der Cultur der Wieſen⸗ 59 Jahre 1431 wurden die erſten Schleuſen am Canal di Brenta zwiſchen Venedig und Padua angebracht. Darum ſieht man auch an den alten lombardiſchen Caͤnälen keine Schleuſen, we⸗ der am großen Naviglio, noch an dem di Marteſena, noch am Muzza⸗Canal; nur erſt im Jahre 1497 wurden zur Verbindung der beiden erſteren Canaͤlle bei Mailand ſechs Schleu⸗ ſen von Leonardo da Vinci gebauet. 3. Ausdehnung der Bewäſſerung. Die Bewäſſerung der Felder hat in der Lombardie dieß und jenſeits des Po in den früheſten Zeiten ſchon eine ſehr bedeu— tende Ausdehnung erhalten, die zweifelsohne Folge eines ur— alten Geſetzes in dieſem Lande iſt, das alle Waͤſſer als ein Ei— genthum des Landesfürſten erklärt, und nur ihm allein das Recht einraͤumt über daſſelbe dergeſtalt zu verfügen, daß Jeder, der von ihm entweder aus einem Fluſſe, Bache, oder einem von der Regierung gegrabenen Canal Waſſeer kauft, daſſelbe überall hin über die Gründe Anderer führen darf, wenn er den Eigenthümern derſelben den Werth des durch die Waſſerführung ihnen entzogenen Grundes erſetzt. Nur durch Gaͤrten oder Luſt— örter, oder unter einem ſchon beſtehenden Canal, darf man eine ſolche Waſſerleitung nicht führen. Mittlerweile wurde allen Waſſerleitungen, ſie mochten das Waſſer unmittelbar oder mittelbar von der Regierung gekauft haben, daſſelbe Recht ertheilt, und nun kauften Einige von der Regierung eine große Quantität Waſſer, die ſie in einem Canal weit hinein in das Land leiteten, und es theilweiſe wie— der an die benachbarten Gutsbeſitzer verkauften. Endlich wurde das gleiche Recht auch Jenen zugeſtanden, die auf ihren Gründen Quellen hatten, oder ſie in der Folge fanden. Auch dieſe führen das Waſſer derſelben durch andere Gründe und verkaufen es entweder, oder bewaͤſſern damit ent— legene eigene Grundſtücke, wovon ich ein ſehr merkwürdiges 60 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Beiſpiel unweit Legnano ſah, wo die Straße von Mailand nach Gallarate über den Olona führt. Von hier bis Mai⸗ land führte ein Privatmann: Diotti, das Waſſer einer Quelle 15 ital. Meilen weit, um einige Gründe zu Hauſe wäͤſſern zu können. Er iſt, wie man mir erzählte, und wie auch voraus— zuſehen war, darüber zu Grunde gegangen, allein er hat das ſpre— chendſte Beiſpiel für die Freiheit der Waſſerführung aufgeſtellt. Pietro Verri, in ſeiner Storia di Milano, ſagt, daß die auf die Benützung des Waſſers ſich beziehenden Verord⸗ nungen ſchon von der Republik Mailand im Jahre 1216 in eine Sammlung gebracht worden ſeien. Auf Befehl Carls V. wurden dieſe Verordnungen durchgeſehen und aufs neue geſam— melt, und die Constitutiones Dominii Mediolanensis De- cretis et Senatus Consultis. 1747, gelten noch heute. In dem ehemaligen venezianiſchen Staate iſt der Grund⸗ ſatz zwar ebenfalls aufgeſtellt, daß die Regierung über alle Wäſ— ſer zu verfügen habe; allein die Ausleitung des Waſſers iſt da viel größeren Hinderniſſen ausgeſetzt, daß es wahrſcheinlich dieſem Um— ſtande zuzuſchreiben iſt, daß man daſelbſt im Verhältniſſe zu Piemont und dem Malläͤndiſchen nur wenig Wäſſerungen antrifft. In dem ehemaligen Herzogthum Mantua iſtein abgeſchmack— tes Geſetz noch immer nicht aufgehoben, welches der Ausdehnung der Bewäſſerung ein nicht unbedeutendes Hinderniß entgegen— ſetzt. Man darf da mit dem Waſſer, das man von der Regie⸗ rung gekauft hat, nur eine beſtimmte Oberfläche bewäſſern, und darf über den Abfluß nicht disponiren, den ſie ſelbſt wieder verkaufen will, und ſich dadurch in eine Menge von Proceſſen wegen zu wenig erhaltenen Waſſers, wegen nicht gehörig be⸗ wirkten Abfluſſes deſſelben u. ſ. w. einläßt. Da ſind die Geſetze von Malland viel einfacher und die Induſtrie der Menſchen ſpornender. Es wird an den Privaten eine gegebene Menge Waſſer verkauft, ohne daß ſich die Regierung darum kümmert, ob er viel oder wenig Land damit bewäſſert, und wie er des Waſſers, das er nicht mehr bedarf, wieder los werden will. Von der Cultur der Wieſen. 61 Der Mangel eines den Ackerbau ſchützenden Geſetzcodex iſt die Urſache, daß man in Deutſchland die Bewäſſerung faſt ganz vernachläſſiget ſieht; daß die Wieſen in trocknen Sommern in der Nähe von Baͤchen und Flüſſen, ja ſelbſt, wenn das Waſ⸗ ſer mitten durchfließt, verdorren, weil man kein Waſſer aus denſelben nehmen kann, ohne ſich einen Schwarm von Müllern über den Hals zu ziehen, oder ſich von den Flußangränzern vor Gericht geladen zu ſehen, um Sicherheit zu ſtellen für all' den Schaden, der möglicherweiſe aus einer ſolchen Bewäſſerungsan⸗ ſtalt entſtehen könnte. Ich möchte zwar nicht, daß es Jedermann erlaubt würde ohne Rückſicht auf beſtehende Rechte, und ohne die gehörige, bei Waſſerbauten vorzüglich nothwendige Fürſicht, Wehren und Schleuſen in die Flüſſe zu machen, und nach Be— lieben Waſſer zum eigenen Vortheile daraus abzuleiten; allein ich wünſchte, daß es klare Geſetze gäbe, vermöge welcher be— ſtimmt wäre, wo das Recht auf das Waſſer eines Baches oder Fluſſes für eine Mühle beginnt, und wie viel Waſſer ihm ge— bührt; wie weit zurück, den Fluß hinauf, eine Waſſerſchwelle für den Schaden verantwortlich iſt, der bei hohem Waſſer daraus hervorgehen kann; und daß es erlaubt würde durch die Gründe der Nachbarn einen Waſſercanal zu ziehen, wenn man ihnen den doppelten Werth des Bodens bezahlt, der durch den Waſſergraben, und den neben dieſem erforderlichen Weg einge— nommen wird. Die Bewäaͤſſerung der Felder hat von ihrem Mittelpuncte, Mailand, aus, im Verlaufe der Zeit eine iſehr bedeutende Ausdehnung erhalten, und dehnt ſich auch in unſeren Zeiten noch immer mehr aus. Es fängt die Bewäſſerung an für den Reiſenden, der von Brescia nach Mailand geht, merklich zu werden, ſobald er den Adda bei Caſſano paſſjirt iſt. Er ſieht dann fortwährend bewäſſerte Felder auf der Straße nach Mailand, und wohin er ſich von der Hauptſtadt auch immer wenden mag, nach Lodi, Pavia, Abbiategraſſo; überall ſieht er bewäſſerte Wieſen 6² Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. und AÄcker. Der Strich Bodens, der von dem Ad da und dem Ticino, und einer Linie, die ein Paar ital. Meilen nördlich der beiden Navigli von Weſten nach Oſten, von Buffalo⸗ ra nach Vaprio gezogen wird, iſt mit geringen Ausnahmen, alles Land bewaͤſſert. Jenſeit des Adda iſt der Bezirk von Treviglio, und außer dieſem große, unregelmäßig begraͤnzte Strecken in den Provinzen Cremona und Mantua bewäͤſ⸗ ſert. Das, was in den vormals venezianiſchen Provinzen Ber— gamo, Brescia, ſo wie in Verona und Vicenza geſehen wird, iſt zu unbedeutend, als daß es erwähnt zu werden verdiente. Der wahre Mittelpunct der Bewaͤſſerung iſt das Land von Abbiategraſſo, über Mailand langs des Vettabbia nach Lodi, und von dort längs des Canales Muzza über Mele⸗ gnanello, Vittadone nach Pizzighettone. Der Weg von Lodi nach dieſen Ortſchaften gewährt eben ſo viel Unterricht als Vergnügen; denn nicht leicht kann man laͤngs einer Straße die Leitung und Zertheilung des Waſſers aus den größeren in die kleineren Canäle, ihre Führung in verſchiedenen Höhen über dem Boden, ihre Durchkreuzung, ſo genau betrachten und überſehen, als hier; und ſchwerlich gibt es eine Gegend in der Welt, die ſich ſchönerer Wieſen rühmen könnte, als dieſe. Bei Caviago und weiter hinab, ſind drei große Canäͤle neben ein— ander, nur wenige Klafter von einander entfernt, doch jeder in einem anderen Horizonte, die nach mancherlei Gegenden ihr Waſſer abgeben, oft von quer kommenden anderen Canälen über⸗ ſchritten werden, deren Wäͤſſer bald in ſteinernen, bald in höl— zernen Rinnen, größtentheils aber in ausgemauerten Gaͤngen darüber geführt werden. Das Land iſt völlig eben, in große Stücke eingetheilt, die mit hohen Ulmen, Rüſtern, Pappeln, auch wohl Eichen eingefaßt ſind; zwiſchen denen eine dichte Wei— denpflanzung Statt hat. Die zertheilten Wäſſer des Muzza ſammeln ſich mittlerweile in zwei Canälen, die ſich von der oberen Ebene in die untere, 8 Klafter hoch, durch zwei, nicht —+—„—— d dem ordlich ffale⸗ ahmen, ark von räͤnzte bewaſ⸗ Ber⸗ eſehen derden d von nach ele⸗ Bei ein⸗ jeder ihr ber⸗ höͤl⸗ ngen große eln, Wei⸗ Izia der nicht Von der Cultur der Wieſen. 63 weit von einander entfernte, ſchief gelegene, gemauerte, und mit Abſätzen verſehene Canäle hinabſtürzen, und unten in einen Fluß ſich ſammeln, der gleich wieder ſeine Waſſer zur Befeuch— tung der umliegenden Felder hergibt. Das Waſſer, welches die Canäle aus dem Ticino und dem Adda herbeiführen, würde eine ſo große Strecke Landes nicht zu bewaͤſſern im Stande ſein, wenn nicht eine Menge kleiner Bache ebenfalls zu dieſem Behufe verwendet würde, die ihr überflüſſiges Waſſer in die Canäle abführen; aus welchem Um— ſtande die wunderbare Erſcheinung zu erklären iſt, daß z. B. der Naviglio di Pavia am Ende ſeiner Laufbahn nicht merklich weniger Waſſer hat, als bei ſeinem Anfange bei Mailand, obſchon er während ſeines Laufes von der Hauptſtadt bis Bi— nasco eine große Menge der bedeutendſten Waſſerabzüge durch Ausleitungen erlitten hat. 4. Eintheilung der Wieſen. Die Wieſen werden eingetheilt in trockne und bewaͤſſerte, und dieſe letzteren werden in der Lombardie in bewäſſerte Wieſen ſchlechthin— Prati adacquatorj— und in Win— terwieſen— Prati marcitorj, Prati a marcita— unter⸗ ſchieden. Die erſtere Art der bewäſſerten Wieſen wird nur vom 25. März bis 3. September bewäſſert; die andere aber das ganze Jahr, und insbeſondere wahrend der Wintermonate. Trockne Wieſen findet man in der Lombardie nur in den trocknen, höher gelegenen, hügligen oder bergigen Gegenden. In der Ebene, in ſo ferne ſie nicht bewäſſerungsfähig iſt, ſieht man nur ſelten wo Wieſen, weil ſie bei der Hitze des Sommers austrocknen, und einen ſchlechtern und geringeren Ertrag ge— ben, als Futterpflanzen: Luzerner oder rother Klee. Wo Bewaäͤſſerungs⸗Vorrichtungen getroffen ſind, hängt es von der Menge des Waſſers ab, über die man zu verfügen hat, ob man ſich begnügen muß den Sommer über bloß die Wieſen, 64 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. oder auch die Gärten und Acker zu bewäſſern, oder ob man nebſt dieſen, alle, oder einen Theil der Wieſen auch im Winter bewaſſern kann. Bei kargem Waſſerzufluſſe werden bloß die Sommerwieſen; bei reichlicherem, wenn gleich nicht beſtändigem, Waſſerzufluſſe auch die Felder bewaſſert. Nur bei reichlichem und beſtändigem Waſſerzufluſſe kann man Winterwieſen anlegen. Auf der Bewäſſerung der Felder beruht es, daß man in der Lombardie, die ein kühles und feuchtes Clima fordernde und daher nur in den gebirgigen Gegenden des ſüdlichen Deutſchlands, ſo wie in den Ebenen des nördlichen Deutſchlands und in Eng— land übliche Wechſelwirthſchaft eingeführt ſieht, bei wel— cher das Land, wenn es zwei bis drei Ernten abgetragen hat, drei und mehrere Jahre zu Wieſen liegen bleibt, welche Felder man hier Aratorj adacquatori a vicenda heißt, und von de⸗ ren Vortheilen und hohem Ertrage ich im Verfolge dieſes Ab⸗ ſchnittes ſprechen werde. 5. Von der verſchiedenen Art die Felder zu bewäſſern. Wenn es ſich darum handelt ein gegebenes Feld, das bis— her trocken gelegen iſt, in eine bewäſſerte, beſtändige Wieſe, oder in ein bewäſſertes Wechſelfeld umzuſtalten, ſo wird hier dieſelbe Art der Waſſerführung und Ausleitung beobachtet, die man auch in anderen Landern ſieht. Es wird der Zuleitungsgraben auf der höchſten Stelle des Feldes fortgeführt, und durch von Zeit zu Zeit angebrachte Schleuſen wird das Waſſer zum Übergehen genöthiget, das ſich dann auf eine oder auf beiden Seiten des Canals über die be— nachbarten, etwas abhaͤngigen Wieſen oder Felder ergießt, wenn der Zuleitungsgraben faſt horizontal liegt, d. h. nur ein ſehr geringes Gefäll hat; oder es wird durch kleine Offnungen, die in den Rand des Canals angebracht ſind, ausgeleitet; und in einem kleinen Graben, wenn es eine Wieſe iſt, oder in der man Linter dieſen; ufluſſe digem in der e und unds, Eng⸗ wel⸗ hat, elder de⸗ Ab⸗ Von der Cultur der Wieſen. 65 Furche des Ackers fortgeleitet, und dann in einer näheren oder weiteren Diſtanz durch ein Vorſteckbrett zum Übergehen oder Aufſtauen genöthiget. Nur darin ſind die lombardiſchen bewäſ⸗ ſerten Wieſen von den übrigen mir bekannten unterſchieden, daß die Waſſerführung allenthalben mit der größten Umſicht und den gegebenen örtlichen Verhaͤltniſſen völlig entſprechend ange⸗ legt iſt; daß man zur Vertheilung des Waſſers am Felde ſelbſt keine Schwellbretter nöthig hat; daß die Waſſergebaude ſolid und gewöhnlich gemauert, oder auch wohl von gehauenen Stei⸗ nen gemacht ſind; daß die Wieſen und Acker in eine dem Falle des Waſſers angemeſſene Ebene gebracht ſind, und daß man da⸗ her bei einer etwas bedeutenden Unebenheit des Bodens, oder größerem Abhange deſſelben das Feld oder die Wieſe in mehrere Flachen abtheilt, die ſich gegenſeitig das Waſſer mittheilen, das ſie nicht mehr bedürfen.— Allenthalben iſt es nur die Me— thode der Überrieſelung, und nicht der Überſtauung, die man bei den Wieſen anwendet, und nur bei den Reißfeldern ſtauet man das Waſſer auf, ſo daß es einige Zoll hoch über den Bo⸗ den ſtehet, läßt aber fortwaͤhrend friſches Waſſer zufließen, wo— für am unterſten Orte eben ſo viel anderes abfließt, das den langſamen Gang durch das ganze Feld gemacht hat, weil ſonſt das Waſſer faulen und die Pflanzen zu Grunde gehen würden, nicht gerechnet den noch größeren Schaden, daß die Ausdünſtun⸗ gen dieſes Sumpfes tödtliche Krankheiten unter den Menſchen hervorbringen würden. Es iſt aber die Bewäſſerung der Winterwieſen von jenen der Sommerwieſen und bewaſſerten Felder merklich verſchieden, weßwegen ich es nöthig erachte, dieſen Gegenſtand hier etwas näher anzugeben. Die Winterwieſen— Prati a marcita— ſind beſtimmt, den Melkkühen von der Mitte des Hornung an friſches Gras zu liefern. Es muß daher die Vegetation auf denſelben im fortwährenden Gange erhalten, und es muß alles aufgeboten werden ihr Stocken zu verhindern. II. 5 66 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Wenn das Clima der Lombardie ſo mild waͤre, wie jenes von Sicilien, ſo bedürfte es keiner beſonderen Kunſt auf den gewöhnlich bewäſſerten Wieſen auch im Winter hinlänglich Gras hervorzubringen: allein es iſt keinesweges ſo mild, daß kein Schnee fiele, daß dieſer nicht manchmal mehrere Tage liegen bliebe, daß es nicht fröre, und daß das ſtehende Waſſer nicht oft mit einer Eisrinde bedeckt würde. Es war daher keine geringe Aufgabe einem ungünſtigen Clima entgegen, und unter Schnee, Froſt und Eis die Wieſe grünend zu erhalten. Man gelangte durch ein ſehr einfaches Mittel zu dieſem Ziele. Die Beobachtung, daß auf ſolchen Stellen der Sommer— wieſen, die zufällig den Winter über mit einer genügenden Menge Waſſer, nicht zu langſam, überrieſelt wurden, der Wachsthum der Pflanzen durch Reif und Schnee und geringen Froſt nicht unterbrochen ward, gab den Fingerzeig zum Verfahren, und bald hatte der Verſtand und die Kunſt des Menſchen eine Erſchei⸗ nung hervorgebracht, die aller Welt unmöglich däuchte, weil ſie den Geſetzen der Natur entgegengeſetzt zu ſein ſchien. Die Erfindung des Verfahrens ſolche Wieſen anzulegen, gehört den Lombarden; auch findet man, meines Wiſſens, au— ßer dem Thale des Po, nirgendwo Winterwieſen, ſelbſt nicht unter viel günſtigeren climatiſchen Verhältniſſen. Nach den in— tereſſanten, über dieſen Gegenſtand angeſtellten Unterſuchungen des Herrn Domenico Berra, der eine erſchöpfende Abhand⸗ lung über die Geſchichte, Anlegung und Behandlung der Winter— wieſen geſchrieben hat(Dei prati del basso Milanese, detti a marcita, di Domenico Berra. Milano 1322), ſind es die Ziſterzienſer Mönche von Chiaravalle und die Umi— liati von Vicoboldone zuerſt geweſen, welche das Waſſer des Vettabbia in der Nähe der Hauptſtadt zu dieſem Behufe gebrauchten. Das älteſte Document, das dieſer Wieſen erwähnt, iſt ein vom Dottore Teſſeri verfaßter Kaufcontract zwiſchen FrancescoCroce und dem Abate commendatario della Prepoſitura di Vicoboldone vom 25. April 1566 über ein tich fand (or wieſe geſt mer ge enes den hras kein egen nicht inge nee, eſem wer⸗ enge hum ticht und hei⸗ ſie gZen, au⸗ nicht in⸗ ngen and⸗ etti ſind mi⸗ zaſſer ehufe hnt, ſchen ella rein Von der Cultur der Wieſen. 67 Stuͤck Grund, das der erſtere dem letzteren verkaufte, worin fol⸗ gende Stelle vorkommt: Item jus irrigandi dictum. poetium- (pezzo, Stück) terrae ex et de aquis Vettabiae omnibus singulis quindecim diebus semel, et jus dictum pratum marcendi ex et de dictis aquis omni anno juxta solitum. Marcire heißt eine Wieſe den Winter über bewaſſern, pra- tum marcitorium, und auf italieniſch Marcita, prato a marcita, prato marcitorio, ſind Winterwieſen.*) Die Mönche der reichen Certoſa erbten die Beſitzungen der Umiliati in Carpiano an dem Vettabbia, und ließen ſich, gleich ihren Vorgangern, die Vermehrung der Winter— wieſen ſehr angelegen ſein, ſo daß ſie zur Zeit des Cenſo, 1726, in der Gemeinde Carpiano allein ſchon 486 Per⸗ tiche und 2 Tavole derſelben beſaſſen. Zur nämlichen Zeit fand man im Umfange des ſtaͤdtiſchen Gebietes von Mailand (Corpi ſanti genannt) 5356 Pertiche 13 Tavole Winter⸗ wieſen, deren Zahl gegenwärtig wohl auf 7000 Pertiche geſtiegen ſein mag. Die Bewäͤſſerung der Winterwieſen iſt von jener der Som⸗ merwieſen darin unterſchieden, daß die erſteren eines beſtändi— gen und ununterbrochenen Waſſerzufluſſes nöthig haben; daß das Waſſer, in dem es ſich über die Oberfläche der Wieſe verbrei— tet, in einer etwas geſchwinderen Bewegung ſich befindet, und daß daher die Ausleitungsgräben viel näher aneinander gerückt ſein müſſen, damit die erforderliche Menge Waſſer allenthalben hingebracht, und die Wieſe fortwährend in allen ihren Theilen mit demſelben überronnen werde, und nirgendwo auf derſel— ben ſtaue. *) über die Etymologie des Wortes: Mareire, Maroita, Mareitorium, ſind die Italiener noch immer nicht einig. Mir däucht es natürlich, daß die Alten dadurch eine Wieſe anzeigen wollten, die ſchon im März gemaäht wird. Daßt man das Wort mit einem e und nicht mit einem- geſchrie⸗ ben findet, däucht mir kein Grund dieſem Worte eine andere Bedeu⸗ tung unterlegen zu wollen, die keinen Sinn hat, denn eslfault(mar⸗ eire) doch nicht die Wieſe, die mit dem üppigſten Graswuchſe prangt. 5 2 68 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Es werden daher die Acker oder Wieſen, die man zu Mar⸗ cite umſtalten will, durch mehrmaliges Pflügen, wobei die Erde immer gegen die Mitte aufgehäuft wird, in breite Beete gebracht, deren Richtung der Neigung des Bodens entſpricht. Auf dem Rücken des Beetes, der etwa 3—4 Zoll höher iſt, als der obere Rand des Abzuggrabens, wird der Waſſergraben (Roggetta) angebracht, der das Waſſer aus dem Zuleitungs— canal(Roggia— Roggia adacquatoria) empfangt, und über die beiden Flügel des Beetes verbreitet, und die Furchen der Beete ſind die Abzugsgräben(Rigagnoli, Scolatori), die das Waſſer in einen andern Canal leiten, aus dem es wieder zur Bewäſſerung einer tieferen Flaäͤche ausgeleitet wird. Die Breite dieſer Beete iſt gewöhnlich 6—8 Wiener Klaf⸗ ter; eine Seite, oder ein Flügel— Ala— eines ſolchen Bee— tes iſt 3— 4 Klafter breit. Die Länge ſolcher Beete iſt ſehr verſchieden, und hängt von der Neigung des Bodens ab. Je weniger er geneigt iſt, je län— ger kann ein ſolches Beet ſein, und umgekehrt. Denn da das Waſſer, das längs dem Rücken des Beetes läuft, beſtimmt iſt, gleichförmig zu beiden Seiten des Waſſergrabens überzugehen, und ſich über die abhängende Fläche der Beetflügel zu verbreiten, ſo würden die Seiten dieſes Waſſergrabens an ſeinem unteren Ende zu hoch aufgedämmt werden müſſen, wenn man das Beet bei einer bedeutenden Neigung des Bodens zu lang machte. In einem ſolchen Falle wird dann entweder der Ableitungsgraben von der Furche auf die Höhe des Beetes geleitet, und zum Zu— leitungsgraben, oder man ſtauet das Waſſer im Verlaufe des Zuleitungsgrabens auf verſchiedenen Puncten, wodurch man verſchiedene Waſſerhöhen erreicht; oder man zieht quer über die Beete einen Graben, in dem die Abzugscanäle ihr Waſſer ent— leeren, aus dem man dann daſſelbe in die tiefer gelegenen Fläͤ— chen neu ausleitet. Es iſt nicht mein Zweck hier ein vollkommenes Detail des Verfahrens bei der Anlage ſolcher Wieſen zu liefern; theils, Yar⸗ i die Beete richt. iſt, raben ungs⸗ über der das von län⸗ das iſt, hen, iten, teren Beet Jn 4 Von der Cultur der Wieſen. 69 weil es zu wenig Intereſſe für meine Landsleute hat, die nie ſolche Wieſen auf ihren Gütern anlegen können, und theils auch, weil die, welche ſich gründlichere Kenntniſſe über dieſen Gegenſtand erwerben wollen, in dem obenangeführten Werke des Herrn Berra eine vollkommenere Anleitung erhalten, als ich hier zu liefern im Stande bin. Zu meiner Abſicht genügt es, aus dieſem Werke die bildliche Darſtellung der verſchiedenen Ar⸗ ten der Waſſerleitungen in den Winterwieſen, mit der hiezu gehö⸗ rigen Erklärung meinen Leſern mitzutheilen, die ich für hinlaͤng— lich halte, Jedem, der etwas mit Wieſenwäſſerungen bekannt iſt, ein völlig klares Bild der lombardiſchen Bewäſſerung zu geben. Siehe im Anhange die Figuren I, II und III, nebſt ihrer Erklärung aus Berra's Werk. Das, was mir in den bewaͤſſerten Wieſen der Lombardie auffiel, war der Abgang aller Vorſteckbretter in den Waſſerlei— tungen auf der Wieſe ſelbſt. Schleuſen, Waſſerſchwellen— In— castri, Chiuse— ſind nur in den Zuführungsgräben; auf der Wieſe ſind die Waſſerführungen ſo trefflich und verſtändig eingerichtet, daß ſich das Waſſer allenthalben über dieſel— ben verbreitet, ohne daß, wie bei uns, eine Menge von ſol— chen Schwellen vonnöthen wäre, mittelſt welcher man das Waſſer über die verſchiedenen Theile der Wieſen verbreitet. Bei Winterwieſen iſt dieß eine abſolute Nothwendigkeit, denn dieſe müſſen fortwährend mit fließendem Waſſer bedeckt ſein, weil ſonſt bei kaltem Wetter jene Stellen, die nicht damit bedeckt, oder zu wenig damit bedeckt ſind, oder wo das Waſſer zu lang— ſam floͤſſe, frieren, und das Gras zu Grunde gehen würde. Allein auch in Sommerwieſen findet man nur höchſt ſelten ſolche Schwellen, und man zieht es vor, lieber bei der Anlage der Be⸗ wäſſerungsanſtalt eine größere Auslage für Canäle und Ebenle— gung des Bodens zu machen, als alljährlich den Unterhalt ſol⸗ cher Vorrichtungen zu beſtreiten, die ſo ſchnell zu Grunde gehen, und zu ihrer Regulirung ſo viel Zeit und Geldaufwand er⸗ heiſchen. 7⁰ Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Die Anlegung von bewaͤſſerten Wieſen wird in der Lom⸗ bardie von einer eigenen Claſſe Menſchen geleitet, die da unter dem Namen»Camparis bekannt iſt. Sie beſorgen auf größe⸗ ren Wirthſchaften die richtige Vertheilung des Waſſers, öffnen und ſperren die Schleuſen, die das Waſſer zu- und abführen, beſſern die Maͤngel aus, die ſich in den Waſſerführungen er— geben, und erwerben ſich bei dieſem Geſchäfte jene practiſchen Kenntniſſe, wie das Waſſer über eine gegebene Fläche am vor⸗ theilhafteſten zu vertheilen, und wie die Bewäſſerung mit den geringſten Koſten zu bewerkſtelligen ſei, ſo daß man allenthal— ben nur ihnen, und nicht Geometern, die Leitung der Arbei⸗ ten bei neuen Anlagen überläßt— 6. Vom Bedarfe und Werthe des Waſſers. Da, wo man den Werth des Waſſers kennen gelernt hat, wird es auch ſehr hoch geſchätzt, und man erkennt den Werth deſſelben, wenn man den Pachtzins übrigens gleicher Gründe vergleicht, wovon die einen mit einer genügenden Menge eige— nen Waſſers verſehen ſind, die andern es kaufen müſſen. Iſt die Wieſe trocken, ſo erhält man etwa ô bis 10 Lire für die Pertica; iſt ſie aber bewäſſerungsfähig, ſo bekommt man 12 bis 40 Lire Pacht, je nachdem man über weniger oder mehr Waſſer verfügen kann. Das Waſſer iſt in der Lombardie ein Gegenſtand des Kaufs und Verkaufs. Es gibt Menſchen, deren einzige, ſehr bedeu— tende Einnahme in dem Waſſerverkaufe beſteht. Sie ſind Be— ſitzer von einer gegebenen Menge Waſſers, das ſie aus einer der großen Waſſerleitungen, Naviglj, beziehen, und dem Staate abgekauft haben: oder ſie haben mehrere unbedeutende Quellen und Waſſerabflüſſe— Scolatoj— zuſammenge⸗ kauft, und in einen Canal vereinigt, den ſie nur ſo weit füh— ren, bis das darin enthaltene Waſſer Gefäll genug findet, um zur Bewäͤſſerung gebraucht werden zu können. erth nde Von der Cultur der Wieſen. 71¹ Die meiſten Grundbeſitzer ſind zugleich auch entweder ganz, oder theilweiſe Eigenthümer der Waſſercanaͤle, aus denen ſie zunaͤchſt das Waſſer beziehen; doch gibt es deren viele, die deßwegen, weil ſie ihre bewäſſerten Felder vergrößerten, nicht genug Waſſer haben, und das mangelnde kaufen müſſen. Die Vertheilung des Waſſers geſchieht überall nach feſtge⸗ ſetzten Terminen, auf deren Einhaltung genau geſehen wird, und weil man ſie haufig zu überſchreiten ſich bemüht, eine reich— liche Quelle von Streit und Proceſſen ſind. Jedem iſt Tag und Stunde anberaumt, wann er eine beſtimmte Schleuſe zu öffnen und wieder zu verſchließen hat, und die Campari ſind wachſam, daß ſie vom Nachbar nicht überliſtet werden. Die Menge des Waſſers zur Bewaͤſſerung wird in der Lom⸗ bardie nach Oncie gerechnet. Eine Oncia Waſſeer iſt all' uso Magistrale Milanese, die Menge deſſelben, die aus einer Offnung hervordringt, die 3 Oncie(1 Oncia= 1,382 Wie⸗ ner Zoll) breit, 4 Oncie hoch, und über der Offnung 2 On⸗ cie hoch mit Waſſer bedeckt iſt; folglich vom Grunde der Off— nung bis zum Spiegel des Waſſers 6 Oncie Höhe hat. Die Offnung hat demnach 42,5 ◻ Zoll Wiener Maß, und über der Offnung, die das Waſſer durchläßt, ſind 3,75 Zoll hoch rinnendes Waſſer. Eine ſolche Oncia Waſſer gibt nach den dießfälligen Ver— ſuchen in einer Minute 2,18555 kubiſche Meter Waſſer, wo— mit man in 24 Stunden ohngefähr 43 Pertiche(4,380 Joch) einer ſandigen und nicht ſehr regelmäßigen Wieſe, oder 36 Per⸗ tiche Ackerland(4,093 Joch) zu bewäſſern im Stande iſt. Für die Winterwieſen braucht man aber viel mehr Waſſer, und 1 Oncia deſſelben bewäaͤſſert nicht mehr als 8 Pertiche, = 0,909 Joch, wenn die Zuleitungscanäle von einem Ende des Stückes zum andern gehen. Wenn es aber inzwiſchen ge⸗ ſtauet, oder durch einen Quergraben aufgefangen, und neu ausgeleitet wird, ſo langt man damit für 12,15 bis 20 Per⸗ tiche= 1,36— 2,274 Joch aus. — ᷣ—— ——-—— — 7³ Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Nachdem das Waſſer eine Handelswaare geworden, ſo war es natürlich, daß man auf ein Mittel ſann es zu meſſen, um den Preis genau der Menge anzupaſſen. Das älteſte und na⸗ türlichſte war, daß man in den Hauptcanal eine Offnung von einer beſtimmten Weite und Tiefe machte: allein da eine ſolche Offnung zu leicht verändert werden konnte, auch die Waſſermenge zu ſehr von der zufälligen und wechſelnden Höhe des Waſſerſtandes im Canal abhing, und man daher nie ganz ſicher war die ge— wünſchte Menge des Waſſers zu erhalten, und bald mehr, und bald weniger ausfloß, als man contrahirt hatte, ſo erſann man eine andere, eben ſo einfache als ſinnreiche Methode das Waſſer in einer beſtimmten Menge aus den Hauptcanälen abzuleiten. Um meinen Leſern einen deutlichen Begriff von dieſer Vor⸗ richtung zu geben, theile ich ihnen aus dem Werke des Inge— gnere Franc. Bern. Ferrari: Descrizione del mo- do con cui sono formate le bocche che estraggono l'acque dalli Naviglj di Milano, 1850. 2⁴* Ediz., die Zeichnung einer ſolchen Schleuſe ſammt ihrer Erklärung mit. Siehe Fig. IV. Der Geldwerth des Waſſers wechſelt, je nachdem man daſ⸗ ſelbe zur Bewaſſerung von Gärten, Wieſen oder Feldern ver⸗ wendet; je nachdem es entweder unmittelbar aus einem großen Canal, oder einem Bache herrührt, oder ſchon über mehrere Felder gefloſſen iſt. Je mehr die Producte des bewäſſerten Bo— dens werth ſind, je mehr das Waſſer pflanzennährende Be⸗ ſtandtheile mit ſich führt; je theurer kann es bezahlt werden. In der Umgebung von Mailand wird daher das Waſſer aus dem Vettabbiaum vieles höher bezahlt, wie jedes andere, und überall ſchaͤtzt man das Abflußwaſſer höher zur Bewäſſerung, als das unmittelbar aus dem Bache oder Canal gezogene. Man zahlt für eine Oncia Waſſeer beſtändigen Zufluſſes gegenwärtig in der Umgebung von Mailand, worunter ich aber das Waſſer des Vettabbianicht rechne, 6 bis 800 Lire jähr⸗ lichen Pacht. Für den Winter allein aber zahlt man nur 60 bis 70 Lire. Beim Kaufe hat man in günſtigen Lagen für eine Von der Cultur der Wieſen. 73 Oncia Waſſer wohl manchmal 20,000 Lire gezahlt. Breis- lak, Descrizione geologica della Provinzia di Milano. Der hohe Geldwerth des Waſſers war die veranlaſſende Ur— ſache, daß man anfing das unnütz dahin fließende Waſſer der Quellen zur Bewaſſerung zu verwenden. Zu dieſem Behufe ſieht man an vielen Orten, wo ſich Quellen zeigten, dieſelben aufgedeckt, indem eine weite Strecke des Erdreichs ausgegra— ben und der freie Ausfluß des Waſſers dadurch befördert wird. Man graͤbt dann da, wo man das Waſſeer hervorquellen ſieht, durchlöcherte Fäſſer in die Erde, die mit ihrem oberen offenen Ran⸗ de an die Oberfläche des Bodens reichen, und das Ausſtrömen des Waſſers aus der untern Schichte des Bodens in dieſe Ton— nen befordern ſollen; was aber ſicher völlig überflüſſig iſt, indem die durchweichte Erde ohnedieß dem Emporſteigen des Waſſers kein Hinderniß entgegenſetzt. Solche Quellen ſieht man bei Roſerio an der Straße, die von Mailand nach Saronno führt: auch in Caſaretto und Creſcenzago bei Matlland ſah ich ſolche. Ihr Waſſer führt zwar keine befruchtenden Theile mit ſich, und iſt im Som— mer kalter, wie das Waſſer der Bäche und Canäle, daher für Sommerwieſen von geringerem Werthe, dafür aber für die Winterwieſen von deſto größerem; denn da das unter dem Boden daher fließende Waſſer immer denſelben Temperaturgrad hat, ſo verhindert es im Winter bei ſehr kalten Tagen am wirkſamſten die Bildung des Eiſes und das Stocken der Vegetation. Das Waſſer ſolcher Quellen hat auch in ſehr kalten Wintertagen da, wo es zum Vorſchein kommt, noch immer 10 bis 11 R. Wär⸗ me, und wenn es auch noch einige Grade Waͤrme verliert, bis es auf die Wieſe kommt, ſo iſt doch noch genug darin enthalten, um das Frieren zu verhindern. Endlich muß ich hier auch noch der Waſſerräder erwaͤh⸗ nen, deren ich in der Nähe von Verona mehrere ſah, die aus der Etſch auf einer bedeutende Höhe das Waſſer hoben. Es ſind aber dieſe Vorrichtungen in Deutſchland gemeiner, wie in ————õõ 74 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Italien, und ihre nähere Beſchreibung hat daher für meine Leſer zu wenig Intereſſe: überdieß ſind ihrer ſo wenige, daß ſie auf die Cultur des Landes keinen merklichen Einfluß haben. —— b. Die Cultur der Wieſen. Um dieſen Gegenſtand, der für den Landwirth von der größten Wichtigkeit iſt, gehörig zu beleuchten, daß man ihn wenigſtens in ſeinem Umriſſe genau erkenne, weil der Zweck des Werkes nicht erlaubt, in ein zu großes Detail einzugehen, will ich ihn in drei Abſchnitte theilen, und von der Cultur der drei verſchiedenen Arten von Wieſen, die man in der Lombardie ſieht, der Wech— ſelwieſen, der beſtändigen Sommerwieſen und der Winterwieſen abgeſondert das Merkwürdigſte anführen. 1. Von den Wechſelwieſen. Wechſelwieſen— Prati a vicenda— auf lombardiſch, Spianata, auch wohl Erbatico— ſind ſolche Wieſen, die nicht zum beſtändigen Graswuchſe beſtimmt ſind, ſondern abwechſelnd mehrere Jahre auch zur Körnererzeugung verwendet werden, wie ich bereits zu ſagen Gelegenheit gehabt habe. Dieſe Wieſen ſind die haͤufigſten in der Lombardie, und der glücklichen Verbindung des Gras- und Köͤrnerbaues, die auf demſelben Felde in einer ſchicklichen Abwechslung wiederkehren, iſt der zahlreiche Viehſtand, das reiche Milcherträgniß und die große Körnererzeugung der bewäſſerten Gegenden zuzuſchreiben. Nur durch reichliche Bewaſſerung iſt es möglich in den war— men und trocknen Sommern, welche dieſen Gegenden eigen ſind, Wechſelwieſen zu haben, die man nur in den Bergen von Kärnten, Ober⸗Steiermark und Salzburg antrifft, wo ſie Egarten heißen, und wo die ſtarke Düngung, und die küh— len, feuchten Sommer dieſe Culturart begünſtigen. —-— ößten ſſtens erkes yn in ꝛdenen be ch⸗ d der n. diſc, nicht ſelnd erden, id der auf jren, d die ben. war⸗ eigen zergen wo ſe eküh⸗ · Von der Cultur der Wieſen. 7⁵ Wer in der Lombardie reichlich ertragende Wechſelwieſen ha— ben will, traͤgt Sorge, daß er den Acker ein Jahr früher, ehe er ihn liegen läßt, mit einer Frucht beſtellt, die eine vollkom— mene Reinigung und Lockerung des Bodens erfordert, oder zu— läßt. Man fngt daher den Fruchtwechſel entweder mit Mais, Hirſe oder Lein an, und ſaͤet im zweiten Jahre Weizen, oder ſdet auch wohl im erſten Jahre Lein, und zur Nachfrucht Hir— ſe, dann im zweiten Jahre Mais, und erſt im dritten Jahre Weizen, um dann das Feld drei andere Jahre lang zur Wieſe liegen zu laſſen. Eine oder auch wohl beide dem Weizen vorausgehen— de Pflanzenſaaten erhalten aber regelmäßig eine brachähnliche Vorbereitung des Bodens;— Coltura maggenga, wenn ſie im Frühling, und Coltura agostana, wenn ſie im Spatſom— mer Statt hat, von der ich an ſeinem Orte geſprochen habe. Alle Landwirthe ſind der Meinung, daß wenn die Wechſel— wieſe einen guten Ertrag abwerfen ſoll, der Boden nicht nur allein wohl gedüngt, ſondern auch von allem Unkraut möglichſt gereiniget werden müſſe. Man ſieht daher nicht ſowohl da, wo Klee oder Grasſamen in das Feld geſaͤet werden, das zu Futter beſtimmt iſt,— als auch da, wo das Hervorkommen ſolcher Pflanzen der Natur überlaſſen wird, die ſorgfältige Vorbereitung des Bodens gleichförmig beobachtet. deu angelegte Winterwieſen werden überall mit engliſchem Reigras— Lolium perenne— beſäet. Auf Wechſelwieſen wurde ſonſt das Hervorkommen der Futterpflanzen der Natur überlaſſen, die hier nicht ſäumet die Felder ſehr bald mit wei— ßem Klee zu überziehen; welches Verfahren aber, wie ich mich überzeugte, immer mehr beſchrankt wird, weil man ſich über— zeugt, daß das Hervorkommen und die allgemeine Verbreitung der Futterpflanzen über den Boden nach weggebrachter Vorfrucht und in dem darauf folgenden Frühlinge ein zu geringes Futter— erträgniß abwirft, und es daher räthlicher findet auf den Weizenacker gemeinen rothen Klee zu ſaͤen, der aber nur im Herbſte des erſten und im Frühlinge des folgenden Jahres das 76 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Feld einnimmt, hierauf allgemach verſchwindet und dem weißen Klee Platz macht, der beim zweiten Schnitte ſchon die Häͤlfte des Feldes bedeckt und bis zum Herbſte den rothen Klee ganz verdrangt hat. Für Viele iſt es ſehr auffallend, daß in den Wechſelwieſen der Lombardie, dort, wo der Boden nicht zu ſeicht und die Erde nicht gar zu bündig iſt, wo die Acker reichlich gedüngt, und nicht zu ſparſam bewaͤſſert werden, die Felder ſich von ſelbſt mit aller- lei Graͤſern, und vorzüglich mit weißem Klee, Trifolium repens, auf lombardiſch, Trifoglio ladino, überziehen; allein da ich dieſelbe Erſcheinung auch in den Egartwieſen der obgenannten deutſchen Länder ſah, ſo überzeugte ich mich, daß gleiche Urſachen bei gleichen Verhältniſſen überall gleiche Wir⸗ kungen hervorbringen, und daß, wenn in den Egartwieſen der kaͤltern Länder die Bewäſſerung fehlt, das regneriſche und kühle Clima genug Feuchtigkeit zum Gedeihen des weißen Kleees lie— fert, wenn nur die Acker hinläͤnglich ſtark gedungt ſind. Daß der weiße Klee in den Feldern die ganze Oberflaͤche überzieht, glaubte man dadurch zu erklären, daß der Wind den reif gewordenen Samen dieſer Pflanze fortwährend über alle Theile des benachbarten Landes verbreitet, und daß ſich die aus ihm aufkeimenden Pflanzen ſogleich des Bodens bemächtigen, und alle nebenſtehenden verdrängen, ſobald das Feld nicht be— arbeitet wird; mir ſcheint es aber, daß man dieſe Erſcheinung ungezwungen dadurch erklärt, daß man annimmt, daß die Pflanzen des weißen Klees während der Jahre des Getreide— baues nur unterdrückt, nicht aber vertilgt werden konnten, und ſogleich kräftig zu wachſen beginnen, ſo wie der Boden ſtark gedüngt, fleißig bewaſſert und nicht mehr geackert wird. Ich habe mich von der Thatſache dieſer Erſcheinung auf dem Gute Moggio, Gemeinde San Novo, in der Nähe des Naviglio grande, und dann zu Ronchero, zwiſchen Pavia und Lodi überzeugt. Im erſtern Orte ſah ich am 12. Juni den Klee das zweitemal mähen, der jetzt größten⸗ eißen Hlfte Janz wieſen eErde nicht aller⸗ blium tigen, ht be⸗ inung ß die reide⸗ und ſtark uf dem he des wiſchen ich am oßten⸗ Von der Cultur der Wieſen. 77 theils aus weißem Klee beſtand, nachdem beim erſten Schnitte, nach der Verſicherung der arbeitenden Menſchen und des Fatto— re, nur bloß rother Klee ſichtlich war, deſſen Same im vergan— genen Jahre(1322) in das Weizenfeld geſäet worden war. Im zweiten Orte betrachtete ich am 22. Juni 18328 mit großer Aufmerkſamkeit und Verwunderung ein Feld, das jetzt mit weißem Klee wie überdeckt war, in welchem im Frühlinge des vergangenen Jahres rother Klee unter Olkohl(Colzat) geſäet worden war. Schon im vergangenen Jahre war das Feld nach abgeernteter Kohl⸗ ſaat viermal, und im laufenden ſchon dreimal abgeweidet worden, und jetzt war der weiße Klee ſchon ſo weit wieder bewachſen, um binnen acht Tagen den Kühen neuerdings zur Weide zu dienen. Wenn das Feld nicht bewaͤſſert wird, ſo dauert der rothe Klee, wie überall, durch 2—5 Jahre, und geht dann allmählig aus und macht andern Pflanzen Platz: ſobald aber das Feld bewäſſert wird, geht er hier ſchon zu Anfang des zweiten Jahres aus, und wird dann vom weißen Klee erſetzt. Ob das überall ſo der Fall ſein würde, auch da, wo kein weißer Klee in der Umgebung wächſt, oder nicht in großer Menge vorhanden iſt, traue ich mich nicht zu behaupten; ſicher aber iſt es eine ſehr unzeitige Furcht, die gegen— waͤrtig noch manche Gutsbeſitzer hegen, der rothe Klee möchte ihren guten Wechſelwieſen ſchädlich ſein, und das Aufkommen des weißen Klees hindern, da man ſich durch hundertfältige Ver⸗ ſuche überzeugt hat, daß der rothe Klee in bewäſſerten Feldern dem weißen Klee ſehr bald unterliegt. Jetzt iſt nur der Reißbau noch einigen Pächtern aus demſel— ben eitlen Grunde verboten; denn ich ſah die ſchönſten Wechſel— wieſen in ſolchen Wirthſchaften, wo der Reiß mit in den Frucht, wechſel aufgenommen iſt. In den meiſten Fällen läßt man ſolches Feld drei Jahre lang zu Wieſen liegen; in ſeltenen Faͤllen aber auch vier Jahre. Wäh— rend dieſer Zeit wird es in einigen Gegenden alljährlich, in an— dern aber alle zweite Jahre gedüngt. Zu dieſem Behufe wird der Dünger im Verlaufe des Sommers aus den Staällen auf 78 Landwirthſchaft von Ober-⸗Italien. die Wieſen geführt, und in länglich viereckige Haufen gebracht, in denen er gährt, und ſich ſtark zerſetzt, ſo daß er dann im Winter, wenn er auseinander geführt und über die Wieſen verbreitet wird, mit Leichtigkeit zertheilt werden kann. Größtentheils iſt es der Stalldünger, der zu dieſem Behufe verwendet wird; man gebraucht aber auch alle anderen Arten poſitiv düngender oder düngervermittelnder Subſtanzen. Zu den erſtern gehört die Jauche aus den Grüben, die neben den Ställen der Schweine ſich befinden; die Olkuchen; der Ruß; und frucht— bare, d. h. mit Humus gemengte Erde, die man manchmal bei Bodenebnungen abgräbt. Zu den letztern gehören die Aſche, die friſche ſowohl, als ausgelaugte, und der Bauſchutt. Von dieſem letzteren ſah ich in der Provinz Lodi einen gro— ßen Gebrauch machen: man führte von Lodi vecchio weit und breit ſolchen Bauſchutt, der aber mit vieler Gartenerde ge— miſcht war, in die Felder. Ehe man die Wieſen im Fruͤhlinge bewaͤſſert, werden ſie von allem, was dem Graswuchſe hinderlich ſein könnte, ge— reinigt und geebnet, damit das Waſſer ſich allenthalben hin verbreite, und nirgendwo ſtocke. Alle über Winter entſtandenen Maulwurfhügel werden geebnet, und alle Unebenheiten, wel— che der Tritt der weidenden Thiere und die Wagen verurſacht haben, entweder erniedriget, oder erhöht. Zu dieſem Behufe ſind die Arbeiter mit hölzernen, mit Eiſen beſchlagenen Schuhen und mit einer Schaufel verſehen; die Erhöhungen werden mit den Füßen niedergetreten, und die Vertiefungen durch eine oder mehrere Stiche mit der Schaufel aufgehoben. Es leuchtet von ſelbſt ein, daß der Ertrag ſolcher Wieſen, die ſo ſtark bedüngt und auf das ſorgſamſte gewäſſert werden, in einem Clima, wo die Vegetation nur kurze Zeit im Jahre ſtockt, ſehr groß ſein müſſe. Es iſt aber ſchwer ſich hierüber auf⸗ zuklaren, da dieſe Wechſelwieſen nach der Sitte des Landes zum Theile abgeweidet, und zum Theile nur, und gewöhnlich ab— wechſelnd mit der Weide gemahet werden. zweit wei duut auf bracht, nn in Wieſen Behufe Arten Zu den jtallen rucht⸗ chmal Iſche, gro⸗ weit ge⸗ Von der Cultur der Wieſen. 79 In Vittadone, Provinz Lodi, in einem fruchtbaren gut bewäſſerten Boden, und in einer gut betriebenen Wirth⸗ ſchaft, gab mir der Pachter, ein verſtaͤndiger, wohl unterrichte— ter Mann, folgenden Ertrag ſeiner beſten Wechſelwieſen an. Eine Pertica gibt im erſten Jahre in 3 Mahden, 3 Faſcj Heu, und eine Weide im Herbſte; im zweiten Jahre gibt die Wieſe daſſelbe Erträgniß; im dritten Jahre etwa? Faſcj. Das W. Joch berechnet ſich bei 8 Faſej auf 95 Zentner Heu. So groß dieſes Ertragniß aber auch immer ſein mag, ſo halte ich es nicht für übertrieben, denn man muß den dichten Pflanzenwuchs auf dieſen Wieſen ſehen, um ſich von ihrem Ertrage einen vorläufigen Begriff zu machen: auch wurde ich in dieſer Meinung durch die im Jahre 1726 vorgenommene Cata— ſtralſchätzung beſtärkt, wo der Commiſſar für die erſte Claſſe ſol— cher Wechſelwieſen in Vittadone im erſten Jahre 6, im zweiten Jahre 6, und im dritten Jahre 5 ½ Faſcj; dann für die zweite Claſſe dieſer Wieſen für 3 Jahre 16 Faſci, und für die dritte Claſſe 15 ½ Faſcj angenommen, und für die benachbarte Gemeinde Melegnanello, 138,16 ½ und 15 ½ Faſej pr. Pertica, als dreijährigen Ertrag feſtgeſetzt hat.*) Wenn man weiß, wie niedrig man bei Gelegenheit der Cataſtralſchätzung den Ertrag veranſchlagt, und die ſeit 100 Jahren vergrößerte Bewäſſerung und den vermehrten Viehſtand in Rechnung bringt, ſo erklärt ſich der vom Paͤchter angege— bene Ertrag ſehr ungezwungen. 2. Von den beſtändigen Wieſen. Der bewäſſerten Wieſen, die nicht in den Fruchtwechſel aufgenommen ſind, werden in der Lombardie von Tag zu Tag *) Dandolo(Opera postuma S. 123) rechnet, daß ihm ſeine Wieſen in Vareſe im Durchſchnitte auf 3 Mahden erwas mehr als 6 Zentner pr. Pertica= 7132 Pf. pr. Joch geben. Sie werden gedüngt, konnen aber nicht regelmäßig bewäſſert werden⸗ 80 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. weniger. Man überzeugt ſich immer mehr, daß es größeren Vortheil bringt, den durch die Bewäſſerung, die Düngung und die Gras⸗ wurzeln bereicherten Boden einige Jahre zur Körnererzeugung zu verwenden, als ihn fortwaͤhrend zu Gras liegen zu laſſen. Der Anblick der beſtändigen Sommerwieſen iſt von dem der Wechſelwieſen darin unterſchieden, daß man die Kleearten nur in ſehr geringer Zahl darin vorfindet, wofür die eigentlichen Grasarten mit denſelben andern Pflanzen vorkommen, die man auch in unſern und allen europaiſchen Wieſen antrifft. Dann ſieht man auch haufig, jedoch nicht allenthalben, die Ränder der Zuleitungsgräben mit der Bandweide, Salix vimi- nalis, eingefaßt, die man von Zeit zu Zeit wenige Zoll ober dem Boden abſchneidet, und aus deren Verkauf an die Korb⸗ flechter man einen nicht unwichtigen Ertrag bezieht, wie ich ſo— gleich näher angeben werde. Die Cultur iſt dieſelbe, wie bei den Wechſelwieſen, ihre Benützung aber iſt immer nur auf die Gewinnung des Heues gerichtet; und ſie werden daher nicht, wie dieſe, den Sommer über abgeweidet, ſondern dienen bloß im Herbſte nach der letz⸗ ten Mahd dem Viehe zur Weide. Sie werden vom 25. März bis 3. September bewäſſert. Die Art der Bewäſſerung iſt dieſelbe, wie bei den Wechſelwie⸗ ſen: das Feld iſt in ebene gering geneigte Beete getheilt: in die Furchen, die dieſe Beete theilen, wird das Waſſer aus dem Zuleitungscanal gelaſſen, ſtauet am Ende deſſelben an, und tritt zur Seite über die Oberflaͤche des Beetes. 3. Von den Winterwieſen. Jene Wieſen, die beſtändigen und genügenden Waſſerzufluß haben, können zu Winterwieſen benützt werden, wie ich bereits oben ſagte, wenn ihre Oberflache früher in eine ſolche Geſtalt gebracht worden iſt, daß ſich das Waſſer mit Leichtigkeit, und ohne irgendwo zu ſtocken, über die ganze Wieſe bewegt. ortheil Gras⸗ ugung ſſen. em der en nur tlichen , die trifft. die VIml- lober Korb⸗ i ſo⸗ ihre eues nmer letz⸗ ſſert. elwie⸗ t: in aus an, Von der Cultur der Wieſen. 81 Es muß daher der Boden, der zu Winterwieſen geſtaltet werden ſoll, aufgebrochen, gepflügt, die Grasnarbe zerſtört, und die Oberfläche ſo zugerichtet werden, daß das Waſſer mit Leichtigkeit und in genügender Menge darüber fließe. Sie wer— den allenthalben mit Reigras beſaͤet, das Viele ganz allein ausſtreuen, Andere mit etwas rothem Klee, auch wohl mit an— deren Grasſamen, oder dem Kehricht des Heubodens verſetzen. In den jungen Winterwieſen iſt die prävalirende Pflanze immer das Lolium perenne, wohl 7uꝛo des Ganzen; dann kommt Bromus mollis, rother Klee; nicht ſelten ſind auch Arten von Ranunculus und hin und wieder Sauerampfer— ſtöcke. So wie die Wieſen älter werden, auch wohl in den ſpätern Mahden eines jeden Jahres, kommen Kleearten zum Vorſcheine. Obgleich man ſich bemüht die Wechſelwieſen ſowohl, als die beſtändigen Sommerwieſen ſo oft als möglich zu düngen, ſo geſchieht es doch nicht ſelten, daß man die Letzteren gar nicht oder nur ſelten düngt, und es vortheilhafter findet den Dünger den Ackern zuzuwenden: allein eine Winterwieſe nicht all⸗ jährig zu düngen, wird allgemein als ein weſentlicher Fehler betrachtet. Ein ſo theures Grundſtück wie eine Winterwieſe iſt, kann namlich nur dann ſich entſprechend verzinſen und die auf⸗ gewendete Mühe lohnen, wenn es einen dieſen Auslagen ange— meſſenen rohen Ertrag abwirft, deſſen Größe immer, bei glei— chen übrigen Verhältniſſen, von der Größe der Dungung ab⸗ hängt; auch bedürfen die Pflanzen, wenn ſie in einer, ihr Wachsthum ſo wenig fördernden Temperatur gedeihen ſollen, wie ſie im Spätherbſte und Winter Statt findet, mehr als ge⸗ wöhnliche Nahrung. Man ſieht daher allenthalben in den Win— terwieſen Düngerhaufen, die im Sommer vorbereitet werden, um im Herbſte auseinander geführt und ſo gleichförmig als möglich über die Oberflaͤche der Wieſen verbreitet zu werden. Zu Ende September führen Jene, welche in der Mitte December ſolche Wieſen mähen wollen, den Dünger aus⸗ II. 6 8³ Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. einander, und beginnen gleich darauf die Bewäſſerung; Jene aber, die erſt Ende Octobers, oder gar im November zu waͤſ⸗ ſern beginnen, können erſt im Hornung die erſte, und dann im Maärz und April die zweite und dritte Mahd vornehmen. Der Dünger muß wohl abgefault ſein, damit er ſich ſo klein als möglich zertheilen laſſe, und um dieß möglichſt zu bewirken, wird der anfänglich durch Miſtgabeln zerſtreute Dünger mit einer Buſchegge überfahren. Wer im Herbſte nicht genügend animali— ſchen Dünger hat, alle ſeine Winterwieſen zu bedüngen, ſtreuet im Früͤhlinge über den nicht gedüngten Theil Aſche oder Olkuchen. Der Dünger wird mit Schlitten auseinander geführt, weil die Räder der gewöhnlichen Wagen die Wieſen durch ihre Fur— chen verderben würden. Dieſen Nachtheilen beugt man aber eben ſo ſicher durch breitfelgige Rader vor, die ich ſchon mehrfältig in Anwendung ſah. Die Winterwieſen werden anfaäͤnglich maͤßig bewaͤſſert, da— mit ſich der Dünger allgemach auflöſe, und ſich dem Boden ein— verleibe: auch wird ihnen das Waſſer an ſchönen und ſonnigen Tagen ganz genommen. Später wird ihnen mehr Waſſer gege— ben, und am meiſten bedürfen ſie deſſelben, wenn die Tempera⸗ tur unter den Gefrierpunct fäallt. An ſolchen Tagen fordern die Wieſen die größte Aufmerkſamkeit, daß das Waſſer in möglichſt großer Menge über ſie dahin laufe, und nirgendwo ſtocke, wo— durch allein der Bildung des Eiſes am wirkſamſten vorgebeugt wird. Iſt die Kälte ſo ſtark, daß ſie eine bedeutende Eisrinde bil— det, ſo muß das Zufließen des Waſſers ſchnell gehemmt werden. Auf dieſe Weiſe iſt eine dünne Eisdecke in der Höhe, und der Bo— den eisfrei, und wenn die große Kälte nicht zu lange dauert, ſo löſ't das ſpäter wieder zugelaſſene Waſſer die Eisdecke auf, und es bleibt das Gras unverſehrt. Iſt aber die Kalte gar zu groß, und frieret der Boden, ſo wird dadurch auch das auf der Wieſe befindliche Gras zerſtört, und man verliert eine Mahd. Doch ſind ſolche Fälle ſelten, und man macht ſich auch nicht viel aus denſelben. h eine gev Ote ſel 8 Jene zu waſ⸗ d dann nen. ſo klein wirken, it einer nimall⸗ ſtreuet kuchen. :, weil re Fur. er eben efaltig „ da⸗ ein⸗ nigen gege⸗ npera⸗ ern die öglicht , wo⸗ ebeugt de bil⸗ erden. r Bo⸗ wert, „ und groß, uf der Mahd. 1 diel Von der Cultur der Wieſen. 83 Da die Käſeerzeugung den weſentlichſten Theil der baren Einnahme ausmacht, ſo mußte es den Landwirthen ſehr daran gelegen ſein den Kühen den größten Theil des Jahres ſaftiges Futter zu geben, weil von demſelben die Menge und Güte der Milch vorzüglich abhäͤngt. Dieß beſtimmte ſie die Winterwieſen anzulegen. Was wir im Norden von Europa nur durch Wur⸗ zelgewaͤchſe und nahrhafte Getränke und in beiden Fällen nur mit großem Aufwande erreichen, das erzielt der Lombarde mit ſeinen Winterwieſen viel vollkommener, die ihn 9 bis 10 Mo⸗ nate lang mit Milchgras und Weide verſehen. Über den Ertrag ſolcher Winterwieſen ſagt Berra in dem obenangeführten Werke S. 157, daß er ſich zum Behufe einer genauen Rechnung über den Futterbedarf eine Brückenwage habe machen laſſen, und daß er alles grüne Futter, das ihm eine beſtimmte Fläche ſolcher Wieſen das ganze Jahr über ab⸗ geworfen, habe wiegen laſſen, und daß er ſich dadurch in den Stand geſetzt habe, den Ertrag ſolcher Wieſen, ſowohl, wenn ſie bloß zu Grünfutter eingemäht, als wenn ſie zum Theile auch zu Heu verwendet werden, mit Beſtimmtheit zu erheben. Wenn das Gras dieſer Wieſen grün verfüttert wird, ſo geben ſie das größte Product. Man fängt ſie Mitte Hornung an zu mähen, und mäͤht ſie dann im Verlaufe von 7 Monaten fünf⸗, auch wohl ſechsmal, worauf ſie erſt noch beweidet werden. Folgendes iſt nach Berra das Ertraͤgniß einer Pertica an Gras: Im Hornung.... Pfunde 1049. „ Mäarz ⸗...» 1573. v Mai....„ 1639. » Juli.. 8„ 918. » Soptember...„ 786. Pfunde 5965. Ein Wiener Joch gibt dieſem zu Folge 714 Zentner Gras. Wollte man das Gras auf Heu reduciren, und davon für Waſſer abziehen, das beim Trocknen verdünſtet, ſo bleiben 6* 84 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. 178 Zentner Heu. Weil aber das im Hornung, März und September gewachſene Gras viel mehr Waſſer hat, als das im Sommer gewachſene, und weil überhaupt ſolches Gras nie zu jener Ausbildung gelangt, wie jenes, welches auf Wieſen wächſt, deren Erzeugniß zu Heu beſtimmt iſt, ſo darf man, meint Berra, nur ⅛ des Productes als Heu annehmen, wor⸗ nach das Erträgniß eines Joches 142 Zentner Heu beträgt. Wird das im Hornung und Maͤrz gewachſene Gras grün gefüttert, und das nachfolgende zu Heu gedörrt, ſo rechnet Berra 350 Pfund Heu pr. Pertica= 100 Zentner Heu pr. Joch. Nach den genauen Berechnungen über Einnahmen und Aus— gaben zeigt ſich, daß, wenn der Wiener Zentner Heu zu u fl— 5 kr., und 100 Pf. Gras zu 13 Kreuzer veranſchlagt werden, die Pertica einer ſolchen Winterwieſe nach der verſchiedenen Art, ſie entweder ganz zu Gras, oder zum Theile zu Heu ſelbſt zu benützen, oder ſie an die Kühwirthe, Bergamini, wovon ich in der Folge ſprechen werde, zu verpachten, ohne den Werth des Düngers, der gewonnen wird, 36 ½ bis 39 4 Lire, und mit dem Werthe des Düngers von 11 Lire 17 Soldi, einen reinen Ertrag von 48 6 bis 51 Lire pr. Pertica,= 125 bis 152 Gulden für das Joch einbringe, ohne noch erſt den Nutzen in Anſchlag zu bringen, den die Bandweiden abwerfen, womit die Waſſergraͤben eingefaßt ſind, die Berra mindeſtens auch noch zu 3 Lire pr. Pertica anſchlaägt; 2 Gulden jährlich für das Joch. Nach einer anderen Rechnung, die Berra in dem ange— führten Werke S. 150 mittheilt, hält er 135 Pertiche = 15 ⅛ Joch, Winterwieſen für genügend 50 Kühe durch ſieben Monate mit Grünfutter zu verſehen, und 100 Pertiche = 11 ⅛ Joch, um das Heu für die drei Wintermonate zu liefern. Es iſt alſo kein Wunder, wenn man die Pexrtica ſolcher Wieſen bis zu 1000 Lire verkaufen ſieht. und das im nie zu Wieſen man, „ wor⸗ gt. grün echnet r Heu Aus⸗ 1 fl. den, denen ſelbſt ovon Lerth und einen 125 ſt den rfen, ſiens Ilden ange⸗ iche durch tiche e zu cer Von der Cultur der Wieſen. 85 In früheren Jahren dünkte mir dieſer hohe Ertrag der Win— terwieſen übertrieben(ſiehe mein Lehrbuch der Landwirthſchaft, zweite Auflage, II. Theil S. 112); jetzt aber, ſeit ich dieſe Wie⸗ ſen ſelbſt geſehen, und den berühmten Verfaſſer des Werkes»Dei prati del basso Milanese,« Herrn Berra, kennen gelernt, und mich von ſeiner Genauigkeit im Beobachten überzeugt habe, bin ich von ſeinen Angaben vollkommen überzeugt, um ſo mehr, da ſie auch mit den Mittheilungen übereinſtimmen, die mir von andern verſtändigen Landwirthen gemacht worden ſind. Schließlich will ich hier noch eine Beobachtung meinen Le— ſern mittheilen, die ich über den Ertrag ſolcher Wieſen ſelbſt gemacht habe. Auf einem Spaziergange vor der Porta Vercellina am 28. Mai, fand ich auf einer der vielen Marcite, die bis zur Stadtmauer reichen, das Gras in Häufel gebracht. Ich maß die Fläche der Wieſe, und zaͤhlte die Häͤufel. Die Wieſe hatte 2% Joch, und es waren darauf 50 Reihen Häufel, deren eines von dem andern in der Breite, 2,4 Klafter, in der Linie aber 3,5 Klafter entfernt war. Es befanden ſich 575 Häufel auf der Wieſe. Dieſe Haufel waren ſehr groß. Ich ſchaͤtzte eines zu 25 Pf. Heu, wornach ſich für das Joch 52,5 Zentner Heu berechnen. Das war eine einzige Mahd. Anlage zur Bewaſſerung der Winterwieſen.*) Fig. I. II. III. Erklärung. Fig. I. Das Waſſer tritt in den Hauptzuführungsgraben AB bei A ein, und in der Vorausſetzung, daß eine Schleuſe in B ange⸗ *) Aus Berra's Werke: Dei prati del basso Milanese. Milano. 1828. Eine Zeichnung für die Anlage gewöhnlicher bewäſſerter Wieſen, oder bewaſ⸗ 86 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. bracht ſei, fließt es in die Bewäͤſſerungsgraͤben a aa, aus denen es zu beiden Seiten, nach ihrer ganzen Länge über die Beete oder ſchiefen Flachen boöb übergeht, weil es in 1 2 3 im Fortſtrömen aufgehalten wird. Es ſammelt ſich hierauf in die Abzugsgräben cc, aus denen es in die untern Bewäͤſſerungs⸗ graben d d kommt, über deren Raͤnder es, ſo wie über die oberen, fließt, und die Flaͤchen eee, d. h. den unteren Theil dieſer Wieſenbeete bewaͤſſert. Es fällt nun in die Abzugsgräben ff, die in den großen, gemeinſchaftlichen Abzugscanal GII münden. Die Dreiecke aca oder jener Theil der Wieſe längs des Haupt— zuführungsgrabens, der von den Bewaͤſſerungsgräben kein Waſſer erhalten kann, wird durch jenes bewaͤſſert, das man aus dem Hauptcanal dadurch überfließen macht, daß man ein Stück Brett bei der Mündung des Bewäſſerungsgrabens anbringt, welches dazu dient, das Waſſer im Hauptcanal etwas höher zu ſpannen. Die unteren Dreiecke kdf werden durch das wenige Waſſer befeuchtet, welches aus dem Ende der Bewaͤſſerungs⸗ canale d d übergeht. Es iſt einleuchtend, daß in dieſer Figur die Ränder der Be— waͤſſerungscanäle a1 a nach ihrer ganzen Länge völlig horizon⸗ tal haben gemacht werden müſſen, wenn die Wieſe allenthalben gleichförmig ſoll bewäſſert werden. Der Bewäſſerungscanal a 3 iſt aber durch zwei Schleuſen gig, oder auch nur Verengungen des Raumes, in drei Theile getheilt, deren jeder eine verſchiedene Höhe des Waſſerſpiegels hat, ſo wie ihn die Neigung des Bodens fordert. Das Waſſer, welches reichlicher zufließt, als zur Be⸗ waͤſſerung des oberen Theiles der Beete erforderlich iſt, tritt durch die kleine Offnung, die im Vorſteckbrette angebracht iſt, oder durch die Verengung des Bewaͤſſerungscanals ſelbſt, in die un— teren Theile des Canals, und bildet dadurch drei Ebenen, wovon ſerungsfähiger Äcker, in denen der Getreidebau mit Graswuchs abwech⸗ ſelt, befindet ſich in der trefflichen Schrift des Hrn. Antonv. Witt⸗ mann:» unterricht über die Bewäſſerung der Wieſen und Felder nach lombardiſcher Weiſe. Wien. 1810.⸗ Von der Cultur der Wieſen. 87 die zweite niederer, wie die erſte, und die dritte niederer, wie die zweite iſt. Fig. II. Das Waſſer tritt in den Hauptzuführungsgraben CD bei C ein, und fließt in die Bewäͤſſerungsgräben hah, ſobald die Schleu⸗ ſe D geſperrt wird. Der Unterſchied dieſer Figur gegen die vor— hergehende beſteht darin, daß die Abzugsgräben ii das Waſſer gerade in die Bewaͤſſerungsgraͤben ll führen, ohne quer durch das Beet gezogen worden zu ſein. So wird auch der obere Theil der Wieſe laͤngs des Hauptzuführungsgrabens durch einen klei— nen Abzugsgraben bewaſſert, der mit dem Hauptzuführungs— graben parallel gezogen iſt, der das nöͤthige Waſſer aus dem⸗ ſelben mittels einer in ihm gemachten kleinen Offnung erhält. Endlich wird man eine Veraäͤnderung in den Schleuſen, oder vielmehr Verengungen mim des Bewäſſerungscanals h4 bemer⸗ ken, indem die Verbindung des Waſſers von einem Theile dieſes Canals zum andern, nicht wie in Fig. I. mittels der geraden Offnungen gg, ſondern durch den ſchmalen, krummen Canal un geſchieht. Fig. III. Das Waſſeer tritt in den Hauptzufährungsgraben EF bei E ein, läuft durch die Bewäſſerungsgräben ooo, bewäſſert die geneigten Flaͤchen pp p, ſammelt ſich hierauf in den Abzugsgrä⸗ ben qqg und ergießt ſich in den Canal II., aus dem es ſich, wenn man den Abfluß in x durch eine Schleuſe ſperrt, in die Bewäſſerungsgräben rrr ergießt, und die niedriger gelegene Wieſe, oder die Beetesss bewäſſert, worauf es erſt mittelſt der Abzugsgräben tit in den großen Abzugscanal GlH geleitet wird. Um die Bewaͤſſerung des untern Theils der Wieſe zu er— leichtern, iſt der Canal z von vielem Vortheil, mittels welches man, wenn es erforderlich iſt, die Menge des Waſſers in dem Graben IL vermehren kann. Wenn man bei übermäßig zuſtrö⸗ 6 88 Landwirthſchaft von Ober-⸗Italien. mendem Waſſer die Schleuſe in x öffnet, ſo wird dieſem Abzug verſchafft, und dadurch eine gleichförmige Bewäſſerung der gan⸗ zen Wieſe bewirket. Die punctirten Stellen der Bewäaſſerungsgräͤben aa, hh, oo da, wo ſie aus dem Hauptzuführungscanal hervorkommen, bezeichnen die Orter, wo zur Bequemlichkeit der Überfahrt mit den Wagen, hölzerne gedeckte Rinnen angebracht ſind, und die gleich bezeichneten Stellen ff, qq. tt der Abzugsgräben bezeich⸗ nen die Orter, wo für denſelben Zweck die Überfahrt durch eine breitere Vertiefung des Bodens Statt hat. Ein lombardiſches Waſſerthormit der Vorrichtung, das zur Bewaͤſſerung der Felder beſtimmte Waſſer zu meſſen. Fig. IV. Erklärung. In der Richtung des Ufers ſind zwei rechtwinklichte Säulen von Steinen AT, die ſenkrecht im Boden befeſtiget ſind, und ſo weit von einander abſtehen, als es die Breite der Waſſer⸗ mündung erheiſcht. Zwiſch en, den Säulen iſt das Schutzbrett, in der Lombardie Paradopa genannt, das innerhalb den Rinnen dieſer Saulen auf und ab bewegt werden kann. Am Boden der Saulen iſt in T der Grundſtein, der mit dem Bo— den des Canals in gleichem Horizonte ſteht. An dieſe Schleuſe iſt ein gedeckter Canal angehängt— Tromba coperta, Ca- lice, oder Castello, der aus zwei parallelen Mauern OP be⸗ ſteht, die o Braccia lang ſind. Der Raum MO iſt 5 Oncie von der Offnung MM entfernt, d. h. ſo viele Oncie breit. Die Höhe des gemauerten Canals richtet ſich nach dem Bedürf⸗ niß. Auf den Wanden deſſelben ruht das Gewölbe E, das ihn ganz deckt. Vom Bodenſteine T wird ein horizontaler Boden TH bis zum Ende dieſer Waͤnde gelegt, und in Heine Quermauer ge⸗ N — Abzug 4 gan⸗ u kh, mmen, rt mit ind die dejeich⸗ h eine tung, aſſer ulen und Laſſer⸗ brett, » den . Am Bo⸗ gleuſe Ca- P be⸗ neie breit. edurf⸗ gand H bis er ge⸗ Von der Cultur der Wieſen. 89 macht HG, die 3 Onoie hoch iſt. In G wird die in Voraus feſtgeſetzte Mündung für das Ausſtrömen des Waſſers ange— bracht, die aus einem Stücke Stein beſteht, deſſen innere Lichte in der Höhe dem Raume GEF gleich iſt, der immer aus Oncie beſteht; die Breite Qiſt gleich der Mündung MM und iſt verſchieden nach der Menge des Waſſers, die man ableiten will. Die innere Lichte dieſes mit Eiſen verkleideten Regulators heißt Modulo oder Modello. Der Boden dieſes Waſſerganges THiſt gemauert und entweder horizontal von T nach H, oder auch wohl aufſteigend nach der Linie TłG gezogen; im letzten Falle bildet das Ende dieſes Bodens die Quermauer GII. Hin⸗ ter dem Thore liegt nach der Quere des Canals ein Stück Stein Nin einer Höhe von 12 Oncie über den Grundſtein T in gleicher Linie mit dem obern Rand F des Regulators, auf dem eine Mauer ruht, die den hohlen Raum des Gewölbes nach vorne ſchließt, und der Luft nur in B einen ſchmalen offenen Zugang zur geſchloſſenen Tromba geſtattet. Unter dem Gewölbe wird dann ein Oberboden CD entweder von fla— chen Steinen, oder von gut gefügten Brettern gemacht, der über der Höhe des Bodens 14 Oncie genau horizontal, und allenthalben gleich dick angebracht iſt, ſo daß die Räume FD, Nú‿ nicht mehr als 2 Oncie betragen. Dieſer Oberboden heißt der todte Himmel— Cielo morto.— Endlich wird auch über den Regulator eine Mauer aufgeführt, die den ganzen hohlen Raum des Gewölbes ſchließt. An den gedeckten Canal und den Regulator ſtößt ein an— derer offener Canal— Tromba scoperta,— der ebenfalls ge⸗ mauert und 9 Braccia lang iſt. Seine Waäͤnde Rs ſind ſenk— recht, und von der inneren Lichte des Regulators in R, 2 Oncie entfernt. Die Richtung deſſelben iſt etwas ſchief aus einander⸗ gehend, ſo das ſie in S um 3 Oncie weit von einander ab⸗ ſtehen. Der Boden dieſes Canals liegt in Ieine Oncia tiefer, als der untere Rand des Regulators, und neigt ſich bis zu ſei— nem Ende in L noch um eine Oncia. Über dieſes Ziel hinaus 90 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. tritt dann das Waſſer in die Verfügung der Nutznießer deſ⸗ ſelben über. Erklärung der Wirkung und des Gebrauchs dieſer Vorrichtung. Wenn das Schutzbrett der Schleuſe aufgezogen wird, ſo ſtürzt ſich das Waſſer in den Raum des gedeckten Canals mit einer Schnelligkeit, die der Höhe deſſelben über der Mündung, d. h. dem Drucke, den es ausübt, gleich iſt. Es findet aber ein Hinderniß an der Quermauer, die 8 Oncie unter dem Lichte des Regulators über den Boden hoch iſt, und die Gewalt des Waſſers bricht und bändigt. Es muß ſich erhöhen, um bei der Mündung des Regulators ausſtrömen zu können. So wie der ganze Raum des gedeckten Canals bis unter den todten Him⸗ mel mit Waſſer erfüllt iſt, ſo kann keine Bewegung deſſelben mehr Statt haben, und es bleibt ihm kein anderer Raum ſich zu erheben, als in der ſchmalen Spalte B. Aus dieſen geht hervor, daß, wenn man eine gegebene be⸗ ſtimmte Menge Waſſer aus dem großen Waſſercanal mittels einer ſolchen Schleuſe ablaſſen, oder vielmehr, wenn man einen gleichförmig ſtarken Ausfluß von Waſſer aus der Mündung des Regulators bewerkſtelligen will, man das Schutzbrett ſo hoch oder niedrig ſtellen muß, daß das Waſſer in dem Raume B, das zur Scale für die Meſſung des Druckes auf die Einmündung dient, immer gleich hoch ſtehe. Je größer die Waſſermenge iſt, die ober der Einmündung auf das einſtrömende Waſſer drückt, je niedriger muß das Schutzbrett geſtellt werden; und umgekehrt, je kleiner der Waſſerſtand iſt, je mehr muß es aufgezogen wer— den, um das Waſſer im geſchloſſenen Canal in B auf dieſelbe Höhe zu drücken, oder es mit derſelben Gewalt aus der Mün— dung des Regulators ausſtrömen zu machen. 27/ 2 5. · 1 3), h 2. g Ar g o a, n a 82 2ℳ Moꝛ 7a A 7 7 . 7 0 33.„e O⸗ SH, K 2* A. 7., 7 4.. O, 1 fterelenl. Mauain —õ— 11 1— — 2 7 7 7 7, D f 73 7 a 7—⸗ 2 7* 7 „„ Z. 2 2— 7— z 6 2 27„. AM 4 72„ I 5„ I,n t Aus, 0U 7, 7 7 AAr aA. 2 4 ₰ 72 91 G. Von der Menge, dem Geldwerthe und der Benü⸗ tzung der Hausthiere, und insbeſondere der Kühe. 1. Von der Menge der Hausthiere und ihrem Verhält⸗ niſſe zur Oberfläche des Bodens. Wie groß die Menge der Thiere in der Lombardie in frühe— ren Zeiten geweſen ſei, wird nirgendwo angegeben; denn erſt ſeit 25 Jahren wird der Nutzen ſtatiſtiſcher Darſtellungen von den Regierungen eingeſehen; indeſſen habe ich ein Datum in einem Werke des Grafen Verri(Dell'annona S. 126) angetroffen, aus welchem die ungemein ſchnelle Verbeſſerung des Landbaues und Ausdehnung der Bewäſſerung in der Lom— bardie hervorgeht. Er gibt nämlich die Zahl der Käaſefabriken — Casoni—, der Kühe und Kaͤſelaibe an, wie ſie in den Jahren 1753 und 1763 angetroffen wurden, deren Vergleichung mit der gegenwartigen Zahl der Kühe ein überraſchendes und erfreu— liches Bild darſtellt. Käſe⸗„„,. fabriken. Kühe. Kaſelaibe. Provinz. 1753·/1708%1755 1763] 1753 1768 Ducato di Mi⸗ lano.» 97 179 5333 9189 25124 40926 Principato di Pavia. 26] 102 4115 6912 21201 24992 Contadodivo⸗ di 1041 210/l11428˙21615] 56243] 59422 Zuſammen 50⁷p 491 10876 57710 1023731125540 Dagegen vergleiche man den Viehſtand, wie er im Jahre 1323 erhoben ward. —————— 92 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Überſicht der Zahl des Horn⸗ und Schafviehes in den lombardiſchen Provinzen im Jahre 1323. ———— 1 . 1 1 1 I 6. Stie⸗ Jung⸗ Provinz 2 8 1 Provinz. Ogjer Aähe re. vish. Schafe. 1 — Mailand. e, 40089 517 4920 4669 Bergamo 14216/ 49301 590 1225780579 Brescia 33374 15837] 278] 27795 23365 5 2 Pavia. 6060 21698] 584 4215 489 Como. 17033 52511 2.32 15271 340 70 Mantua. 50624 10835] 223] 12110 12755 Lodi und Crema 10142 26180 7900% 6405 ß2805 Sondrio. 1835 46499 ß470] ß9201 45600 Cremona 15880 179 171 128384] 2169 1 — 226479 Zuſammen[146576 271788 5908 8555 In der erſten Tabelle iſt die Anzahl der Kühe, die in dem Contado di Lodi im Jahre 1768 vorhanden geweſen ſein ſoll, zuverlaͤſſig irrig; denn während ſie in der Provinz Pa⸗ via nur um etwas mehr als 50% geſtiegen iſt, ware ſie in Lodi faſt um das Doppelte geſtiegen, was zwar hätte Statt haben können, wenn es mit der Käſeerzeugung übereinſtimmte. Weil ſich dieſe aber im Jahre 1768 gegen 1753 nur um 5% erhöhet hat: ſo iſt es nicht wahrſcheinlich, daß die Vermehrung der Kühe in einem andern Verhältniſſe Statt gehabt habe. Wiee ſich die Menge des Hornviehes und der Schafe gegen den Flächeninhalt des Bodens verhalte, und insbeſondere, wie viele Kühe überall vorhanden ſeien, zeigt die nachfol⸗ gende Tafel, in welcher berechnet iſt, wie viel auf eine geo— grafiſche gevierte Meile in jeder Provinz Kühe, Hornvieh aller Art und Schafe entfallen. Menge, Geldwerth und Benützung der Hausthiere. 93 ſie in Statt umte. um die Statt gegen ndere, ocfol⸗ e geh⸗ Haler Auf eine geografiſche gevierte Meile kommen: Hornvieh In der Provinz Kühe. aller Art Schafe. ſammt den Kühen. Mailand..... 1295 2013 15⁰ Bergam o.„ 701 11⁰0 1161 Brezcia.... 239 1044 425 Pavdio 1278 1923 29 Como. 1137 1870 1125 MNa ni tt... 281 1591 329 Lodi und Crema. 1322 2193 141 Sondrio.. 4⁵⁷ 623 7⁰⁸ Cremona. 69¹ 1652 94 Im Durchſchnitte des ganzen Landes, deſſen Flaächeninhalt 354 10 gevierte Meilen beträgt, kommen auf jede Meile 1405 Stück Hornvieh, und 693 Schafe. 2. Von den Arbeitsthieren, ihrer Art und ihrem Geld⸗ werthe. In dem lombardiſch-venezianiſchen Königreiche ſind es vor— züglich die Ochſen, welche im Zuge vor Wagen und Pflug ge— ſpannt werden. Pferde ſieht man nur in den Provinzen Lodi und Pavia, wo ſie in einigen Wirthſchaften zu allen Arbei— ten verwendet und keine Ochſen gehalten, wogegen ſie wieder in anderen niemals in den Pflug geſpannt, ſondern bloß zu den übrigen Arbeiten gebraucht werden, wie z. B. zu Ron— caro in der Provinz Pavia, wo man auf 5064 Perti⸗ che(548 Joch) Ackerland 18 Ochſen und eben ſo viele' Pfer— de hält. Indeſſen findet man allenthalben in größeren Wirthſchaf⸗ 94 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. ten einige Pferde, die zu allerlei Arbeiten im Haushalte, nur nicht zum Pflügen verwendet werden. Was die Körperform der Pferde, ihre Raſſe betrifft, ſo iſt es ein Mittelſchlag, den man gewöhnlich bei den Landwirthen antrifft, im Durchſchnitte 14 Fauſt hoch(56 Zoll Wiener Maß), mehr ſchmächtig, als breit in Bruſt und Kreuz, und, bei der ſchlechten Nahrung, die dieſe Thiere erhalten, ſind ſie auch nur ſchwäͤchlich. Es iſt nämlich allgemeine Sitte in Ita— lien den für den Betrieb der Landwirthſchaft beſtimmten Pferden kein Getreide zu geben, und ſie bloß mit Gras und ſchlechtem Heu zu füttern; weßwegen ſie auch nicht geeignet ſind anſtrengende Arbeiten anhaltend zu verrichten, und un— tauglich für den Pflug ſind. Die Ochſen ſind das allgemeine Arbeitsvieh in Italien, und hierin thut man in einem Lande ſehr wohl, das eine ſo große Bevölkerung, ſo viel Ackerland, und ſo wenig Wieſen mit ſaurem Heu hat, das nur allein für Pferde verwendet wer— den kann. Man findet im Durchſchnitte ſowohl in den venezianiſchen, als in den lombardiſchen Provinzen ſchöne Ochſen, groß, und gut gebaut, und von weißer oder grauer Farbe. In den hügli⸗ gen und gebirgigen Gegenden ſind ſie kleiner und ſchmaͤchtiger, als in den bewaͤſſerten wieſenreichen Gegenden, wo ſie oft eine überraſchende Größe erlangen. Sie haben viele Ahnlichkeit mit den unterſteieriſchen Ochſen aus dem Pößnitzthale, und halten das Mittel zwiſchen den ungariſchen und oberſteieriſchen. Die venezianiſchen Provinzen erziehen viele Ochſen und verſehen damit zum Theile ihre Nachbarn im öſterreichiſchen Kü⸗ ſtenkande und in der Lombardie, welche letztere auch aus Par— ma, Piacenza, Modena und Piemont Ochſen zukau⸗ fen, da die trocknen Provinzen zu wenig Futter haben, um eine dem Bedarfe zuſagende Viehzucht betreiben zu können, und die bewaſſerten Provinzen ihren großen Futtervorrath in die Kühe verwenden, um Käſe zu machen. ——— 2—— 2) nur ſo iſ virthen Weener „ und, ind ſe Ita⸗ umten s und reignet d un⸗ „und große mit wer⸗ hen, „ und hügli⸗ htiger, t eine t mit und chen. und Kü⸗ Pat⸗ ukau⸗ neine nd die gi Menge, Geldwerth und Benützung der Hausthiere. 95 über den Geldwerth und das körperliche Gewicht der lombar⸗ diſchen Ochſen geben folgende zwei Daten einiges Licht. Ein Paar fünfjährige Ochſen, die der Pächter Moretti von Roncaro heuer in Crema gekauft hatte, koſtete ihm 60 Ducaten. Für ſeine übrigen 8⸗bis 10 jährigen Ochſen, meinte er, für das Paar 60 bis 65 Ducaten bekommen zu können. Sie mögen 10 Zent— ner Wiener Gewicht in den vier Vierteln ſchwer ſein. Herr Berra hatte die Gefälligkeit in meiner Gegenwart auf ſeiner Beſitzung in Creſcenzago bei Mailand ein Paar ſeiner Ochſen zu wägen, die ausgemuſtert, und ſeit zwei Mona— ten mit Heu und etwas Kleien gefüttert worden waren. Der eine wog 1363, der andere 1400 Pfund Wiener Gewicht. Daß ſolche Thiere überhaupt von großer Raſſe ſein müſſen, erhellet aus dem Gewichte eines vier Tage alten Kalbes, das vor mir gewogen ward, und 130 Pfund W. Gewicht ſchwer war. Die Ochſen ziehen mit einem hölzernen Joche, das ihnen über den Nacken gelegt wird. Man ſpannt größtentheils vier große Ochſen in den Pflug; nicht ſelten ſah ich noch zwei junge hinzugefügt. Längs des Po, in der Naͤhe von Oſtiglia ſieht man durchgehends ö, auch wohl 8 Ochſen im Pfluge. Wenn man dieſen Landwirthen bemerkt, daß eine ſolche Anzahl von Zugthieren der Arbeit weder zuträglich, noch ein ſolcher Kräf— tenaufwand nothwendig ſei: ſo behaupten Alle, daß man mit einer geringeren Zahl von Zugvieh dieſe ſchwere Arbeit zu vollfüh— ren nicht im Stande ſein würde; woran ſie wohl auch ſo lange Recht haben mögen, als ſie ihren Pflügen nicht eine zweckmäßi— gere Form geben, wovon ich an ſeinem Orte Meldung gemacht habe. Allein auch abgeſehen von der großen und ſchädlichen Rei— bung, die ihre Pflüge an vielen Theilen erleiden, wodurch ein größerer Kraftaufwand nothwendig wird, iſt es doch eine Ver— ſchwendung von Kraft, in dem leichten mürben Boden, der in der Lombardie der vorherrſchende iſt, und bei der geringen Tiefe, zu welcher man die Erde wendet, ſo viele Thiere anzuſpannen. Wenn ſich ein dortiger Landwirth entſchließen wollte, mit einem 96 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Kraftmeſſer zu unterſuchen, welche Kraft zur Fortziehung des 1 Pfluges bei dem gewöhnlichen Pflügen erforderlich iſt, ſo würde er ſich überzeugen, daß er entweder weniger Vieh nothwendig hat, oder den Pflug tiefer gehen laſſen kann. Indeſſen gibt es aber auch wieder Gegenden, wo man nur mit einem einzigen Ochſen das Feld ſtuͤrzt, wie ich z. B. bei Buſto Arſizio ſah, wo man am 30. Juni zu Hirſe und Cinquan— tin pflügte, und bei dem letzteren den Dünger mit der Hand in die ſeichte Furche zu den Körnern legte. 3. Von der Zahl und dem Geldwerthe des in die Lom⸗ bardie eingeführten Hornviehes. Wie groß die Menge des in die Provinzen des mailändi⸗ ſchen Guberniums eingeführten Hornviehes ſei, erhellet aus folgender Überſicht, die aus den öffentlichen Zollregiſtern ent— nommen iſt, und von Herrn Berra in einer ſeiner letzteren Schriften*) angeführt wird. Ochſen Jahr. und Kalben. Stiere. Kühe. Kälber. Zu⸗ Terzen. ſammen. 1815 7397 8444 560 15519 19459 51559 1816 6944 11997 707 15233 20048 54929 1 917 10074 2513 502 11289 9707[30035 1318 9800 16402 554 14100 15020 55856 1819 10109 8215 666 15257 1u 55788 Für die folgenden fünf Jahre iſt der Geldwerth beigeſetzt; allein die Unterſcheidung der Arten iſt weniger genau, und mehrere Arten ſind in einer Rubrik vereinigt. — 8— *) Sull' attuale avvilimento del prezzo dei grani e suggerimenti agrarj per porvi riparo. Milano 1823. S. 62. g des würde bendig nurmit Buſt nquan⸗ and in Lom⸗ rarj pet Menge, Geldwerth und Benützung der Hausthiere⸗ 97 Überſicht des in die Lombardie in den nachfolgenden Jahren eingeführ⸗ ten Hornviehes nach Art, Zahl und Geldwerth. In Gulden Conv. Geld. 1820. 1821. 1822. Art des Viehes. Men⸗ Geld⸗ Men⸗ Geld⸗ Men⸗ Geld⸗ ge. werth. ge. werth. ge. werth. Ochſen und Stiere. 7616 661071O97100 834201 8016 742931 Kühe und Jungvieh über 1 Jahr. 12446 424475 19330 632949 18874 7⁰6807 Kälber unter: Jahr. 1200215402613983]1179448 15606 203658 Zuſammen 32064 1230572 43 23 160050813396 16550006 / 1825. 1824. Ochſen und Stiere. 9802 930012710673 Kühe und Jungvieh über Jahr. 15820 59200716174 Kälber unter Jahr. 1264 164004 1⁰491 Zuſammen d ehsssde 973383425 160 Ich fürchte, daß bei dem Jahre 1324, wo ich aus Berra's Schrift die Anzahl des eingefuͤhrten Hornviehes genommen, den Geldwerth des eingeführten Viehes aber ſelbſt aus den offi— ciellen Acten extrahirt habe, ein Verſtoß von meiner Seite un— tergelaufen iſt, indem dieſelbe Stückzahl im Jahre 1324 nicht doppelt ſo viel koſten konnte, wie im Jahre 1823, und daß unter der allgemeinen Benennung: Vieh, die eingeführten Schafe und Schweine mit dem Hornvieh begriffen ſind. Weil in den Jahren 1815 bis 1810 das eingetriebene Vieh nicht unter den gleichen Rubriken erſcheint, wie in den nachfol— genden Jahren 1820 bis 1824: ſo iſt es unmöglich über die Zu⸗ oder Abnahme dieſer Einfuhr mit Beſtimmtheit etwas an⸗ Il. 7 98 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. zugeben; doch ſcheint es, daß die Einfuhr der Ochſen faſt immer auf demſelben Puncte geblieben ſei, die Einfuhr der Kühe und Kaͤlber aber ſich bedeutend vermindert habe. Der bei den Graͤnzzollämtern angegebene Geldwerth des im Jahre 1824 in die Lombardie eingetriebenen Viehes aller Art be— trug 3,425,160 Gulden; der Geldwerth des ausgetriebenen aber nur 242,706 Gulden, folglich mehr die Einfuhr um 3,132,454 Gulden. Für Häute und Pelzwaaren wurden um 678,951 Gul⸗ den ausgeführt. Für 100 Ochſen, die man vom Auslande bezieht, ſind es faſt regelmäßig 150 Kühe, die man einfuͤhrt, eines Vorurtheiles we— gen, von dem ich im folgenden Abſatz Meldung machen werde. 4. Von den Kühen, ihrer Raſſe, ihrem Geldwerthe und Milchertrage. In den bewaͤſſerten Gegenden der Lombardie iſt die Milch— erzeugung der weſentlichſte Wirthſchaftszweig, weßwegen die Kühe unter dem Nutzviehe den erſten Rang einnehmen. Die Zahl der Kühe iſt in der Lombardie ſehr groß, wie man ſchon aus der großen Menge der jährlich vom Auslande einge— führten ſchließen kann, und wie man aus der(zum Abſatz 1) gelieferten Überſicht erſieht. Von den bewäſſerten Provinzen hat Lodi die meiſten Kühe, dann folgt Mailand, und endlich Pavia. Von den trockenen Provinzen iſt Como am meiſten mit Kühen, und überhaupt mit Vieh verſehen. Hier, ſo wie überhaupt in den trocknen Provinzen dienen die Kühe bloß zum Hausbedarf, und zur Zucht, und da jeder der kleinen Coloni eine oder zwei Kühe hält, ſo erklärt ſich der große Viehſtand. In den bewäͤſſerten Provinzen ſind aber nur verhältnißmäßig wenige Wirthſchaften, weil jede einzelne groß iſt, und, da man doch mehr Kühe in denſelben auf der Flaͤche einer gevierten Meile antrifft, als ſelbſt in der Provinz Como: ſo ergibt ſich hieraus, mer und es im Art be⸗ nabet 7454 Gul⸗ s faſt s we⸗ erde. Und lch⸗ die man inge⸗ 6 1) eiſten den und den und Küͤhe naßig man Meile aus Menge, Geldwerth und Benützung der Hausthiere. 99 daß die Anzahl der Kühe in den einzelnen Wirthſchaften ſehr groß ſein muß. Ich traf Wirthſchaften mit 50, 60 bis 90 Kühen. Die meiſten Kühe fand ich auf einer Beſitzung, die dem Grafen Calderara in Melegnanello, Provinz Lodi, gehört. Der Pachter hatte 91 Kühe und 2 Stiere. Sein Nachbar, der Paͤchter des Grafen Caſtiglione in Vittadone hatte 58 Kühe und einen Stier. Der erſtere hatte genügend Milch, um alle Tage aus der eigenen Erzeugung einen Käͤſelaib zu machen; der zweite bekommt aber noch von dem Gute des Grafen Crivelli die Milch von 24 Kühen, die er dann mit jener, welche ihm ſeine Kühe liefern, zuſammen in den Keſſel gießen läßt. So fand ich es in Ta⸗ vezzano, Provinz Lodi, wo der Pächter des Herrn Pirola die Milch von 27 Kühen, die er im Stalle hält, ſeinem Nach⸗ bar Frarri ſchickt, der deren 63 hat; und ſo fand ich es überall, wo der eigene Viehſtand nicht 30 Kühe groß iſt. Da man nur große, 30 bis 70 Pfund mailändiſches Gewicht ſchwere Käſelaibe macht(— 40 ½ bis 94 ½ Pfund Wiener Ge⸗ wicht), und mit Recht dafür hält, daß kleinere Formen nicht jenen Geſchmack bekommen, der den Lodiſaner, oder wie man ihn gewöhnlicher nennt, Parmeſankaſe auszeichnet, und daß er auch zu ſchnell vertrocknen würde: ſo ſieht man ein, daß man viele Milch braucht, um ſo ſchwere Käſelaibe zu be⸗ kommen. Nur in ſehr wenigen Wirthſchaften der bewäſſerten Provin⸗ zen findet man Viehzucht getrieben. Faſt allenthalben wird der jährliche Abgang des ausgemerzten Viehes durch Ankauf erſetzt. Theils meint man, daß es nicht Vortheil bringe, ſelbſt Vieh nachzuziehen; theils aber iſt man der Meinung, daß das in der eigenen Wirthſchaft aufgezogene Vieh nicht ſo milchreich ſei, als das von den Schweizern gekaufte.— Was den erſten Punct betrifft, ſo mag er vielleicht richtig geweſen ſein, ſo lange der Preis des Käſes höher, und der Preis des ſchweizeriſchen Viehes niedriger ſtand, wie jetzt. Nun iſt aber, und ſeit mehreren Jah⸗ ren ſchon, der Preis des Kaſes bedeutend niedriger, wie vor 7* 100 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. 20 Jahren, und der Preis der Kühe iſt derſelbe, oder nur wenig niedriger; wornach es nicht Schaden, ſondern nur Nutzen brin⸗ gen kann, ſeinen Bedarf an Vieh ſelbſt zu erziehen. Was den zweiten Grund betrifft, ſo iſt er durch keinen ver⸗ gleichenden, mir bekannten Verſuch erwieſen worden, und be⸗ ruht ganz auf einem Vorurtheile, das aber jetzt allgemein zu ſchwinden beginnt; weil ich wirklich mehrere Landwirthe antraf, die ihren ganzen bedeutenden Jahresbedarf durch die eigene Nach— zucht erſetzten; worunter ich Herrn Berra in Creſcenzago, und den Grafen Barni in Roncadello an die Spitze ſetzen muß. Der Erſtere hat zur Belehrung ſeiner Landsleute eine kleine, ſehr intereſſante Schrift herausgegeben, deren Titel ich oben(Abſatz 3) angegeben habe, worin er durch genau ange⸗ ſtellte Verſuche nachweiſet, daß ſich das zur Erziehung der Kühe verwendete Futter eben ſo hoch rentirt, als wenn es zur Milch⸗ erzeugung waͤre verfüttert worden, ſo wie daß die im Hauſe bei der Stallfuͤtterung mit Milch, Leinſamen, und ſpaͤter mit Gras und Heu aufgezogenen Kühe nicht weniger Milch geben, als die ſchweizeriſchen, und mancherlei Vorzüge vor dieſen haben. Ich glaube, daß es meinen Leſern nicht unangenehm ſein wird, wenn ich ihnen das Reſultat der Gewichtszunahme der zu dieſem Verſuche verwendeten Thiere aus Berra's Schrift mittheile. Herr Berra wog am 28. März 1326 vier Kälber, die fünf Tage alt waren, und wog ſie im folgenden Jahre am nämlichen Monatstage wieder, und fand folgende Differenz: 1320. 182t. Art. Metr. Pf. Wien. Pf. Metr. Pf. Wien. Pf. Maͤnnliches Kalb 58 103 585 687 Weibliches Kalb A. 59 105 274 489 detto B. 59 69 265 473 detto C. 37 66 260 464 Zuſammen 195 543 1184 2115 venig bin⸗ ver⸗ nd be⸗ in zu ntfaf, Nach⸗ ago, ſetzen eine tel ich ange⸗ Küß ilch⸗ bei Pras als n. wird, dieſem eile. —, die e am Menge, Geldwerth und Benützung der Hausthiere. 101 Es zeigt ſich aus der Rechnung, daß dieſe vier Kälber im Verlaufe eines Jahres ſich um mehr als das Sechsfache dem Ge— wichte nach vergrößert haben= 100: 615; und aus dem Fut⸗ teraufwande, deſſen Detail ich weglaſſe, ging hervor, daß ſich derſelbe ſammt den Koſten der Wartung durch die Gewichtszu⸗ nahme der Thiere eben ſo gut bezahlte, wie bei der Verfütterung in die Melkkühe. Der Gebrauch, die alteren nicht mehr genug Milch gebenden oder ſonſt eines Fehlers wegen untauglichen Kühe nicht durch eigene Nachzucht, ſondern durch den Ankauf junger Kühe zu erſetzen, rührt, nach meinem Exachten, von den herumziehenden Kühbeſitzern her, die man in der Lombardie: Bergamini, in Brescia aber: Malgheſi nennet, von denen ich ſpäter ſprechen werde. Daß dieſen die Nachzucht nicht Vortheil bringen kann, iſt einleuch— tend; denn dieſe wandernden Käſefabrikanten befinden ſich unter ganz andern Verhältniſſen, als die anſäſſigen Landwirthe; allein ſo groß iſt die Macht des Vorurtheiles und der blinden Nachah— mung, daß auch die Letzteren waähnen, ſie könnten nur dann gute Kaſe machen, wenn ſie das bei den Erſteren, ihren muthmaßli— chen Lehrern, beobachtete Verfahren blindlings nachahmten. Die Schweizer haben einen ſehr bedeutenden Nutzen von dieſem Glauben ihrer Nachbarn; denn ſie verkaufen ihnen 15 bis 16000 Stück Kühe und Kalbinnen alljährlich, und beziehen dafür anderthalb Millionen Gulden. Waͤhrend der erſten Halfte des Octobers iſt in Lugano, einer Stadt im Canton Ticino, beſtaͤndiger Kühmarkt, den die Lombarden häufig beſuchen, um ſich daſelbſt ihren Bedarf anzukaufen. Auch bringen die Schweizer während dieſes Mo— nates in die benachbarten Städte der Lombardie ihr Vieh auf die Markte zum Verkauf. Junge Kühe, die etwa 4 Jahre alt, und mit dem zweiten Kalbe hoch trächtig ſind, werden am meiſten geſucht, und ver⸗ haltnißmäßig am beſten bezahlt. Eine Kuh, die mehr als 5 Käl⸗ ber gehabt hat, iſt nicht mehr Marktwaare. — 102 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Ich habe mich des Kaufwerthes dieſer Kühe wegen allent⸗ halben genau erkundigt. Folgendes iſt das Ergebniß meiner Forſchungen: Eine junge Kuh, die mit dem zweiten Kalbe trächtig iſt, koſtet 21 bis 22 Ducaten; die mit dem dritten und vierten Kalbe traͤchtig iſt, 24, und wenn ſie beſonders groß und ſchön iſt, auch 26 Ducaten. Der Verkäufer muß gutſtehen, daß ſie aus allen vier Zitzen Milch gibt. Eine Kuh, die für ſchön gehalten werden ſoll, muß ſchwarz⸗ braun ſein, und weiße Hörner mit ſchwarzen Spitzen haben. Die Raſſe dieſer Kühe hat einen langen Körper, über dem Rücken einen weißen, oder wenigſtens lichter gefärbten Streif, und wird nach 3 bis 10 Jahren bedeutend groß und ſchwer; wovon ich mich durch das Meſſen des Umfanges und der Läͤnge dieſer Thiere ſowohl, als durch das Wägen auf der Brückenwage überzeugte. Herr Berra hatte die Gefälligkeit, fünf von ſeinen Kühen ſammt dem Stiere zu waͤgen, und ihre Lange vom Schulter— puncte bis zum Ende des Körpers, und ihren Umfang hinter den vordern Füßen zu meſſen. Die folgende Tafel zeigt die Er⸗ gebniſſe dieſes Verſuches: Name Alter. Umfang. Länge. Gewicht. des Thieres. Jahre. Wiener Zolle. Wien. Pfd. Juliana... 7 74 2a90 56 4100 1088 ,10 Cobell... 9 73 207 5 4 ³ 1128 Bellacora.. 7 23 32 52 17 1071 Caſera. 5⸗ 28 53 53 1169„ Pernis.. 5 V5 2* 51 0 1053/ Stier.. 3 51,*) 30 7 1329 2/ *) Ich glaube, daß hier ein Schreibfehler obwaltet. In der vor mir lie⸗ genden Note ſchrieb Herr Berra ſelbſt: Circonferenza, Oncie; 37 1/2. — Lunghezza, Oncie 43.— Peso metrico, Quintali: 7, 45. —— Menge, Geldwerth und Benützung der Hausthiere. 103 Dieſe Thiere ſind von Schweizer Abkunft, doch ſchon in der zweiten Generation in Creſcenzago geboren, d. h. die Großaltern waren noch Original-Schweizer. Die gegenwärtige Zucht unterſcheidet ſich aber noch nicht im geringſten von den in der Schweiz gebornen Thieren. Die Kühe dauern, nach der Angabe der Landwirthe, 7 bis 8 Jahre, und laſſen hierauf zu ſehr im Milchertrage nach, als daß ſie die Koſten der Fütterung noch genügend lohnten. Sie werden nun an die Fleiſcher oder ſolche Leute verkauft, die ſie früher noch etwas maſten, ehe ſie geſchlachtet werden. Ausge⸗ merzte Kühe werden wohlfeil verkauft. Es iſt ein allgemeines Sprichwort, daß man für eine alte Kuh ſo viele Scudi bekommt, als man Ducaten für die junge gegeben hat. Der Ertrag der Kühe an Milch haͤngt von ſo vielen Um— ſtaͤnden ab, daß man nicht wohl einen Durchſchnitt annehmen kann, ohne derſelben zu erwähnen. Wo die Kühe reichlich ge⸗ nährt werden, und ſchon im Hornung grünes Gras von den Winterwieſen— Marcite— bekommen, und bis Ende No⸗ vember auf den Wieſen weiden, da geben ſie, bei gleichen übrigen Umſtänden, den größten Ertrag, wie dieß in der Um— gebung von Mailand der Fall iſt, wo es, nach Herrn Berra's Verſicherung, große, beſonders ſtark genährte Kühe gibt, die in den 4 bis 5 Sommermonaten täglich 35 bis 33 Boccali(10 bis 21 W. Maß), und im Durchſchnitte des ganzen Jahres täg— lich 24 Boccali(13 ⅛ W. Maß) Milch geben ſollen. In⸗ deſſen rechnet Herr Berra in ſeiner eigenen Wirthſchaft, die aus 52 Melkkühen ohne die Nachzucht und die Stiere be⸗ ſteht, bei ſorgfaͤltiger Wartung der Kühe, für 300 Tage, wo ſie im Verlaufe eines Jahres Milch geben, nur 12 Boccali (6 ⅜ W. Maß) täglichen Milchertrag, mithin für das ganze Jahr 3600 Boccali(2000 W. Maß). Obgleich ich mich in vielen Wirthſchaften, die ich beſuchte, allenthalben um den jährlichen Milchertrag der Kühe erkundigte: ſo konnte ich doch nur in einer einzigen eine förmliche Vor⸗ 104 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. merkung hierüber antreffen; in den übrigen wußte man mir bloß die Käſeerzeugung anzugeben, aus der ich aber auf die Milcherzeugung zu folgern mich nicht getraute, weil der ver⸗ kaufte Kaſe ein verſchiedenes Alter hat, und weil die Anzahl der Kühe fortwährend wechſelt. Ich mußte mich daher begnü⸗ gen, in den übrigen Faͤllen die Anzahl der gegenwärtigen Kühe und den Milchertrag deſſelben Tages, an dem ich gegenwärtig war, vorzumerken, um von dem Ertrage dieſes Tages, mit Hülfe der zuerſt erwähnten Milchertrags⸗Vormerkung, auf den Jahresertrag zu ſchließen. Dieſe genau geführte Rechnung rührt von dem Päͤchter des Herrn Pirola in Tavazzano vecchio her. Die folgende Überſicht ſtellt den monatlichen Milchertrag dieſer Wirthſchaft dar. Anzahl Monatli⸗ zah cher Milch— ahr der Kuͤhe; ertraa. Anmer⸗ Jahr. Monat. kungen trocken⸗ milch⸗ Bren⸗ Sec⸗ ſtehende. gebende. V te. chie (Juli. 6 24 50o—* 2 Auguſt. 4 26 9o— 2. S—2 1 322 Gedteſh ger 4 26 38 222358 October. 2 28 79 2 3S November. 3 27 69 1 3 2⸗ 23 December 4 ecember. 5 25⁵ 62 11a2=S (Jaͤnner. 6 24 6⁰ 2 2852g Hornung. 2 23[sSs— 2. Mäaͤrz. 3 22 52 2[22⸗ 13². 2=Ag 84 April. 9 21 62 1 3 2 2 Mai. 10 2o 65 2 5, Zuni. 3 22 56 2¹ 22 Zuſammen 72 288 7951—( 55 Jede der 30 Kühe dieſer Wirthſchaft gab im Verlaufe eines Jahres nicht mehr als 26,453 Brente Milch(1411 W. Maß), W. MNaß. ,SSS nes . Menge, Geldwerth und Benützung der Hausthiere. 105 Wenn ich aus dieſer Rechnung, und aus dem Ertrage, den ich da, und in vier andern Wirthſchaften im Monate Juni antraf, auf das Milcherträgniß des ganzen Jahres in den übrigen Wirthſchaften ſchließen dürfte, ſo würde ſich folgendes Reſultat für eine Kuh ergeben: Milch⸗ Wiilch⸗ Name Name Anzahl ertrag ertrag, der auf der des der des eine Kuh — 1— Tages. 5 Beſitzung. Pächters. Kühe. entfällt. B occa li. Moggio Lucini 7 3. 9 Tavazzano Pirola 30 20 8 6,93 „» Frarri 65 48⁰ 7,61 Melegnanello Tonnari 91 322 9,53 Vitadone Pennaro 3² 764 9,31 Zuſammen 2735 2367 Von einer Kuh entfallen nach dieſen Vormerkungen auf einen Tag faſt genau 9 Boccali Milch(5 Maß). Weil aber der Monat Juni, in dem ich dieſe Daten ſammelte, nicht das Mittel des Milcherträgniſſes gibt, welches zufolge der Rechnun— gen des Herrn Pirola um 17% im Durchſchnitte aller Monate größer iſt*): ſo müſſen zu o Boccali Milch 17%, d. i. 1,53 Boccali hinzuzeſetzt werden, wornach ſich 10,53 Boccali (5,354 W. Maß) als tägliches Milcherträgniß ergeben. Das jähr⸗ liche Milcherträgniß einer Kuh berechnet ſich ſonach auf 2136 Maß, welches nur um ein Geringes von der Angabe des Herrn Berra abweicht, und die Wahrheit ſeiner Angabe beſtätigt.**) *) Werden 703 Brente Milch durch 12 getheilt, ſo entfallen auf einen Monat 66,08 Brente. Der Monat Juni hat aber nur 56 Brente Milch, folglich um 17% weniger als den mittleren Durchſchnitts⸗ ertrag des Jahres gegeben. **) In dem neueſten Werke des Herrn Berra: Del modo di allevare il 7 196 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Ein ſo großer Milchertrag ſticht freilich gewaltig ab gegen unſern in Deutſchland, wo wir bei unſerer Stallfütterung uns was darauf zu Gute thun, wenn wir es auf 1000 oder 1100 Maß des Jahres bringen!— Wenn wir aber die großen ſchwei⸗ zeriſchen Kühe, die man in der Lombardie hält, die reichliche und nahrhafte Fütterung, welche die Kühe da erhalten, den Umſtand, daß ſie ſchon im Hornung, ſicher aber im März grü⸗ nes Futter bekommen, und bis Ende November eine treffliche Weide auf den Wechſelwieſen finden, und daß ihnen im kur⸗ zen Winter kein Stroh, ſondern immer bloß Heu vollauf ge⸗ geben wird, in Betrachtung ziehen: ſo wird uns dieſer Ertrag wohl begreiflich, um ſo mehr, als wir ihn auch unter uns, in den Niederlanden, in der Umgebung von Hamburg, und überall beobachten, wo man große Kühe ſehr reichlich füttert. Der Boccale abgerahmte Milch wurde in den Monaten Juni und Juli 1828 in der Stadt Mailand um 3 Soldi (die Wiener Maß um 1,59 Kreuzer) verkauft; der Boccale Rahm koſtete 16 bis 18 Soldi(die Wiener Maß 9 ½ Kreuzer), das mailändiſche Pfund Butter koſtete 25 bis 28 ½ Soldi(das Wiener Pfund 16 bis 18 ½ Kreuzer). Wo die Milch zu Käſe verwendet wird, da gibt es drei ver⸗ ſchiedene Methoden, ſie zu benützen oder zu verwerthen. Ent⸗ bestiame bovino e formarne puone razze nostrali. Milano. 1829. S. 90. wird der Milchertrag der Kühe in der Lombardie folgendermaßen an⸗ gegeben: In der Umgebung von Nailand, wenn die Winterwieſen nach der Mitte des Hornungs können gemäaͤht werden, jährlich 45 Brente,= 2400 W. Maß. Im Gebiete von Lodi, 40 Brente,= 2133 Maß. In allen übrigen Gegenden, wo der Boden oder das Waſſer weniger fruchtbar ſind, oder wo man keine Winterwieſen hat, 30 Brente, = 1600 Maß. Spater däucht ihm aber auch dieſe Angabe zu groß zu ſein, und er meint, daß im großen Durchſchnitte eine Kuh im Lodiſaniſchen nur 30— 32 Brente,= 1600— 1706 Maß, und in der Umgebung von Mailand 30— 40 Brente,= 1920— 2153 Maß Milch liefere. zum eim hal gegen -g uns r uloo ſchwa⸗ reichlic n, den irz gri⸗ teffliche im kur⸗ lauf ge⸗ Ertrag er und, burg, reichlich onaten boldi ccale reuzer), di(as drei ver⸗ n. Ent— — . S. 9o. sßen an⸗ nach der nte,* eweniget zrente, , und er ſchen nur tung von Menge, Geldwerth und Benützung der Hausthiere. 107 weder man hat ſo viele Kühe, daß man ſelbſt im Sommer alle Tage, und im Winter alle zweiten Tage einen Käſelaib von der üblichen Größe erzeugt; oder man gibt die Milch ſeinem Nachbar, der einen Kaſemacher halt, und theilt dann in der Folge das Erzeugniß jedes einzelnen Monates nach dem— ſelben Verhäͤltniß, als man während deſſelben zur gemein— ſchaftlichen Käſeerzeugung beigetragen hat; oder man verkauft dem Kaſemacher die Milch des ganzen Jahres zu einem beſtimm— ten Preis für die Brenta. Da die größere Zahl der Wirthſchaften nicht 30 Kühe haält: ſo iſt die zweite Art der Milchbenützung die üblichſte; indeſſen habe ich die dritte Methode faſt eben ſo oft angetroffen, ſo, daß ich glaube, ſie dürfte der Zahl nach nicht geringer als die zweite ſein. Solche Käſemacher beſitzen nichts, als die Geraͤthe, welche zum Aufſtellen der Milch erforderlich ſind, den Keſſel, und einige Formen. In der Wirthſchaft, welche die meiſten Kühe halt, miethen ſie Wohnung, Küche und Magazin, und ar⸗ beiten da das ganze Jahr. Sie bezahlen die Milch zu verſchie— denen Preiſen: am theuerſten fand ich ſie in Caſaretto bei Mailand verkauft, wo der Kaͤſemacher für die Brenta 8 ½ Lire(die Wiener Maß um 2,62 Kreuzer) bezahlte; Herr Berra bekommt für die Brental(Lire 13 Soldi(die W. Maß 2, 60 Kreuzer), Herr Lucini in Moggio erhaͤlt aber für die Brenta nur 6 Lire(die W. Maß 2 Kreuzer). So anſcheinend gering auch der Geldwerth ſein mag, den man für die Milch bekommt: ſo iſt doch der Nutzen, den der Kaſemacher bei den gegenwärtigen Preiſen des Käſes und der Butter für ſich übrig behält, von keiner geringen Bedeutung, wie ich in dem folgenden Abſchnitte, über die Käſeerzeugung, ge— nauer auseinander ſetzen werde. Hier nur ſo viel voraus!— Wenn 12 Pfund Milch ein Pfund Käſe geben, und die Wie— ner Maß zu 2,6 Pfund um 2 Kreuzer gezahlt wird: ſo kommt dem Käſemacher ein Pfund Kaſe auf 12,32 kr., der Zentner auf 108 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. 21 fl. 22 kr. zu ſtehen; was gerade der Preis iſt, den ihm die Käſehändler im Juni 1323 bezahlten. Für ſeine Mühe und Ausgaben wird der Käſemacher entſchädigt durch die Butter, die er von der Milch nebenbei gewinnt, durch den Zieger(Schot⸗ tenkaͤſe) und die Molken, die er zur Schweinmaſtung verwen⸗ det. Die Einnahme für den Zieger iſt von keiner Bedeutung, wichtiger iſt die Benützung der Molken; allein die Hauptein— nahme gewährt die Butter; denn es wird die Abendmilch abge⸗ rahmt, und auch von der Morgenmilch wird der Rahm, der ſich nach dem Melken bis zur Zeit des Verkaſens aufwirft, ab⸗ genommen, und zu Butter verwendet, ſo daß man rechnen kann, daß beinahe die Hälfte der in der Milch vorhandenen Butter dem Käſe entzogen wird. Man ſagte mir, daß 100 Pfund Milch 3 Pfund Käſe und 2½ Pfund Butter geben. Weil nun die Ausgabe für die Milch durch den Verkauf des Kaſſes gedeckt wird: ſo gehört die Einnahme für die Butter dem Käſemacher. Wenn er ſo viele Milch bekommt, um täglich einen Käſelaib von 40 Pfund mai⸗ landiſches Gewicht(54 Pfund Wiener Gewicht) zu machen, ſo gewinnt er bei 256 Maß(648 Pfund) Milch, die hierzu erfor⸗ derlich ſind, 15 Pfund Wiener Gewicht Butter, für die er etwa 3 fl. 12 kr. einnimmt; und da der Zieger und die Molken wohl auch einen Gulden werth ſein mögen: ſo erſieht man, daß der Käſefabrikant für ſeine und ſeines Gehülfen Arbeit, und für ſeinen Riſico genügend, wenn gleich nicht reichlich ge⸗ lohnt wird. ger hm die de und Lutter, (Shet⸗ verwen. uutung, zuptein⸗ h abge⸗ n, der ft, ab⸗ rechnen uandenen id Kaſe für die rt die viele d mai⸗ en, ſo uerfor⸗ die et Molken man, Arbeit, ich ge⸗ 109 II. Von der Erzeugung des Parmeſankäſes. Der Kaͤſe, der in den bewaͤſſerten Provinzen der Lombardie gemacht wird, iſt unter dem Namen Parmeſankaäͤſe in Deutſchland bekannt. Er führte denſelben Namen auch in der Vorzeit in Italien: jetzt aber heißt er in der Lombardie: Lodiſaner Kaͤſe, For- maggio Lodisano. Zuerſt ward dieſer Kaͤſe im Gebiete von Parma gemacht, welches daraus erhellet, daß man dieſer eigenthümlichen Art Käſe, die ſich von allen andern Arten unterſcheidet, den Na— men Parmeſankäͤſe ſchon in den fruheſten Zeiten gab, und ſie noch damit bezeichnet. Ob die Einwohner von Pavia im J. 1400 die hundert Laibe Parmeſankaſe, die ſie dem franzöſiſchen König Ludwig XII. bei ſeinem Einzuge in dieſe Stadt zum Geſchenke brachten, auf ihrem Gebiete, oder auf ihren Beſitzungen in Parma er— zeugt hatten, ſagt der Advocat Muralto von Como nicht, der bei dieſem Einzuge gegenwärtig war.(Atti della Società patriotica di Milano. Vol. II. S. 220, 221.) Dieſer Käſe muß aber ſchon damals eines großen Rufes ge— noſſen haben, und gegen andere verhältnißmaßig theurer gewe— ſen ſein, weil man ihn ſonſt nicht zum Behufe eines Geſchen— kes gewählt hätte. Er kam auch bald im Welthandel vor, und Guicciardini macht ſeiner Meldung in der von ihm zu Ant— werpen 1567 herausgegebenen Beſchreibung der Niederlande; zu— folge welcher von Mailand und ſeinem Staate eingeführt wurden: » Viele Sachen, wie Gold und Silberſtoffe, Seidenzeuge, »Barchent von verſchiedener Güte, Scharlach und andere Tücher; »viel Reiß und gute Waffen, vortreffliche Waaren verſchiedener »Art, und endlich Parmeſankäſe(Formaggio appellato Par- »migiano).« 110 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Im Verlaufe der Jahre dehnten die Bewohner der Provin⸗ zen Lodi und Pavia die Käſeerzeugung immer mehr aus, und ſtatt des alten Verfahrens ward nach und nach jenes der Landwirthe von Parma eingeführt; und weil man ſah, daß dießſeits des Po dieſe Art Kaſe ſo gut gerieth, wie jenſeits; ſo ward ſie allgemach ſo ausgedehnt, daß man im Jahre 1324, 28490 Zentner Wiener Gewicht, mit einem Geldwerthe von 959711 Gulden in das Ausland ſchickte, ohngerechnet deſſen, was in die italieniſchen und deutſchen Provinzen unſeres Reiches gegangen, und dort verzehrt, oder auch wohl von den letzteren in das Ausland geſchickt worden iſt. Allein nicht ſowohl in Hinſicht der Menge der Erzeugung hat die Lombardie den Staat von Parma weit überflügelt; auch die Qualität des Lodiſanerka ſes iſt vorzüglicher, ſo daß dem letzteren Lande nichts als der Ruhm überbleibt, dieſen Käſe zuerſt erzeugt zu haben. Wahrſcheinlich iſt die Güte des Parmeſankäſes noch dieſelbe, wie ſie vor 50 Jahren war, allein, ſeit dieſer Zeit hat man in der Lombardie die alte Methode mit dem Beſchweren des friſchen Käſes verlaſſen, hat erſt geringe Laſten auf den Käͤſe gelegt, und ſie mittlerweile ganz weggeworfen, während man in Parma noch bei der alten Methode blieb, wenigſtens zur Zeit, als Arthur Noung die Käſe⸗Fabrication in Lodi und in Parma beſah. Der Lodiſaner, oder, wie man ihn gewöhnlicher nennt, Parmeſankaſe, gehört zu den beliebteſten Käſen der Welt, ſowohl wegen ſeines eigenthümlichen guten Geſchmackes, als auch, weil er ſich mehr, als irgend ein anderer Käſe gut erhält, und nie jenen ranzigen oder gar fauligen Geſchmack und Geruch bekommt, den die meiſten andern weichern Käſe annehmen, und der für viele unertraͤglich iſt. Er wird in einem Alter von drei Jah⸗ ren eben ſo theuer bezahlt, wie die vortrefflichen ganz fetten Schweizer⸗ oder Hollaͤndiſchen Käſe, obgleich er nur ein halbfet— ter Käſe, und von einem Materiale erzeugt iſt, das weniger ———QZOCOꝭ——P—BD2öAö„y. — Provin⸗ ſr aus, enes der c, daß ſeits; ſo e 132,, the von deſſen, Reiches letzteren zeugung rflügelt; ſo daß n Kaſe ſelbe, aan in riſchen gelegt, Parma it, als und in eennt, Welt, „als erhält, Geruch n, und ei Jah⸗ fetten albfet⸗ eniger Von der Erzeugung des Parmeſankäſes. 111 innern Werth hat, als jenes, wovon die Schweizerkäſe gemacht ſind. Die Kaſeerzeugung im Mailäͤndiſchen wirft demnach einen größeren reinen Ertrag ab, als in der Schweiz, wovon man auch die Wirkungen an der Wohlhabenheit Jener wahrnimmt, die ſich mit dieſem Erwerbszweige beſchäftigen. Da ich es, der Meinung der Lombarden entgegen, nicht für unmöglich halte, dieſe Käſeart auch in Deutſchland zu erzeugen, ſo ließ ich es mir beſonders angelegen ſein, das Verfahren des Käſemachens auf das genaueſte zu beobachten; und da es unmög— lich iſt, auf einmal alle Umſtaände zu üͤberſehen, und es ſich darum handelte, zu unterſuchen, in wie fern das von verſchiedenen Käſemachern in verſchiedenen Gegenden der Lombardie beobachtete Verfahren unter ſich abweicht, ſo wohnte ich der Käſeerzeugung in einer großen Wirthſchaft des Grafen Belgiojoſo, unweit San Novo, dann in Tavezzano, in Melegnanello, in Vittadone, und in Roncaro bei, und beſprach mich noch überdieß mit erfahrnen andern Käſern, deren Fabricate ich anſah: ſo, daß ich meine, dieſen Gegenſtand ſo vollſtaͤndig be— obachtet zu haben, um eine Beſchreibung des üblichen Verfah— rens liefern zu können, die der Wahrheit völlig gemäß iſt. Die Kühe werden zweimal des Tages gemolken: das erſtemal mit Anbruch des Tages, ja wohl auch noch früher. So ſagten mir die Kühknechte in Melegnanello, daß ſie jetzt(19. Juni) um 2 ½ Uhr Morgens, und Abends um 5 Uhr die Kühe melken. Es geſchieht dieß zweifelsohne, um der Morgenmilch noch Zeit zu laſſen, einen Theil des Rahmes aufzuwerfen, der dann, gleich dem der Abendmilch, abgenommen und zu Butter benützt wird. Die gemolkene Milch wird in große kupferne, flache Schüſ— ſeln, die etwa 6—7 Maß enthalten, ausgegoſſen, und bleibt bis zur Zeit des Käſens in einem kühlen Orte ruhig ſtehen. Die auf dieſe Art abgerahmte und gemiſchte Milch der beiden Melkzeiten ward jetzt im Sommer, im Monate Juni, um 8 Uhr Morgens in den Käſekeſſel gegoſſen, und mit einem Flammenfeuer gering erwaͤrmt, um zur Temperatur von 22 — 112 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. bis 250 R. zu gelangen, worauf man das Lab zuſetzte, das die Form einer halbfeſten Kugel von der Größe eines Hühnereies hatte. Man bereitet das Lab(Caglio, oder Pressame), indem man die Mägen der getödteten Kalber mit der darin befindlichen geronnenen Milch am Feuer, oder an der Sonne trocknet, hierauf mit einem Meſſer zerſchneidet, und mit etwas Salz miſcht, um das Faulen zu verhindern, worauf man Alles in einem wohl— geſchloſſenen Gefäße zum Gebrauche aufbewahrt. Obgleich der Magen mit der darin befindlichen geronnenen Nilch das eigentliche Gerinnungsmittel iſt, ſo meinen doch Einige es verbeſſern zu ſollen, indem ſie etwas Eſſig zuſetzen, oder indem ſie jedem Pfunde von 28 Unzen Lab, 2 Unzen guten, geriebenen Lodiſanerkäſe und eine Unze Pfeffer bei— geben. Die Menge des erforderlichen Labes haͤngt ab von der Nenge der Milch, und von der mehreren, oder minderen Ge⸗ neigtheit derſelben zum Gerinnen, die wieder von der Jahrszeit, von dem Grade der Waͤrme der atmoſphariſchen Luft, von der Electricität derſelben u. ſ.w. abhängt. Gemeiniglich nimmt man 3 Unzen und etwas mehr auf 12 Brente Milch. Nachdem die Milch jenen Wärmegrad erlangt hat, den man für nöthig erachtet(22— 240 R.), der aber nach den ſo eben auf— geführten Umſtänden auch minder groß ſein darf, ſo wickelt man das Lab in ein ſchütteres Leintuch, bringt es in die Milch und drükt es mit den Fingern, bis man findet, daß es größten— theils aufgelöſt iſt, wahrend welcher Zeit eine andere Perſon die Milch beſtändig umrührt. Der Milchkeſſel wird nun zugedeckt, und das Feuer ausge— löſcht.— Nach einer Stunde oder ½ Stunden, iſt die Milch ge— ronnen, und nun wird ein raſches Flammenfeuer von Pappel⸗ holz unter dem Keſſel gemacht, und der Käſer nimmt einen dicken, mit Querſpitzen verſehenen Stock, und rührt die Maſſe fleißig und fortwährend um, um den Topfen gut zu zertheilen. Sobald das die mereies indem ndlichn hierauf cht, um nwohl⸗ nnenen en doch zuſetzen, Unzen er bei⸗ n der n Ge⸗ rozeit, on der int man en man den auf⸗ wickelt Milch ößten⸗ Perſon ausgen dilch ge⸗ Poppel⸗ dicken, feifig Sobald Von der Erzeugung des Parmeſankäͤſes. 113 dieß erfolgt iſt, wird fein gepülverter Safran zugeſetzt, der etwa auf 600 Wiener Maß 30 Gran betragen mag. Nachdem das erſte Feuer abgebrannt iſt, wird in einer Viertelſtunde darauf ein zweites, raſches Feuer angemacht, und das Rühren mit einem andern Stocke, der an dem untern Ende einen kleinen Teller hat, ohne Unterbrechung ſo lange fortgeſetzt, bis die Waͤrme der Fluſſigkeit allgemach auf 250 R. gekommen iſt.— Der Kaͤſer nimmt nun wieder den Spitzenſtock, und bemüht ſich den Topfen möglichſt fein zu zertheilen. Iſt ihm dieß ge— lungen, ſo bedient er ſich wieder des Tellerſtockes zum Rüh—⸗ ren, womit er ohne Unterbrechung fortfährt.— Nun zün⸗ det er ein neues Feuer unter, um die Flüſſigkeit allgemach ſo weit zu erhitzen, daß er den Vorderarm nicht mehr in der— ſelben zu erleiden vermag, was einer Wärme von 42—44 R. gleich iſt, wie ich allenthalben bemerkte. Ich konnte bei den wiederholten Beobachtungen der Käſeerzeugung, denen ich bei⸗ wohnte, zuletzt ſelbſt ohne Beihülfe des Thermometers dieſen Hitze— grad beſtimmen, mußte mich aber doch wundern, daß ſich dieſes Gefühl für die Hitze bei den Kaſern nicht mehr abſtumpfte, denn ſie wußten alle, einer wie der andere, dieſen Hitzegrad genau anzugeben. Es ſollen einige Kaſer ſein, die ſich zu dieſem Behufe des Thermometers bedienen, und wenn ich Eigenthümer ware, ſo würde ich ihn meinem Kaſer vorſchreiben, weil die Qualitat des Käſes nothwendig gleichförmiger ausfallen muß, wenn ſeine Fabrication gleichförmig geſchieht; ich ſah aber keinen ſolchen Käſer, und alle beurtheilen den Wärmegrad nur durch das Gefühl. So wie die Flüſſigkeit auf dieſe Höhe der Waͤrme gelangt iſt, wird der Keſſel vom Feuer gerückt, und dieſes mit Waſſer aus⸗ gelöſcht. Man laͤßt nun den Inhalt des Keſſels eine Viertelſtunde ruhig ſtehen, waͤhrend welcher ſich der Topfen zu Boden ſetzt, worauf die überſtehenden Molken mit einem Schaffe ſo weit ab⸗ geſchöpft werden, daß etwa nur 10 der Molken die Käſetheile am Boden des Keſſels bedeckt. Der Käſer gießt hierauf über den II. 8 4 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. 114 Inhalt des Keſſels vorſichtig ein Schaff kaltes Waſſer, und gleich darauf wieder ein Schaff voll der kaum geſchöpften Molken. Die Flüſſigkeit iſt nun lau, und man kann die Hand leicht darin erleiden. Jetzt beugt ſich der Kaſer über den Rand des hohen Keſſels und drückt den Topfen mit beiden Händen zuſammen, was ohngefähr in fünf Minuten bewerkſtelligt wird, worauf er ein Leintuch unter der Käſemaſſe und den Boden des Keſſels durch— arbeitet, ſo daß der Käſe ganz auf dem Tuche liegt. Er häͤlt die Enden des Tuches, und ein Anderer füllt den Keſſel mit den ausgeſchöpften Molken an, die auf alle Falle wieder in den Keſſel kommen müſſen, um da zur Scheidung des Ziegers neuerdings erhitzt zu werden.— Wenn das Anfüllen des Keſſels mit den Molken zur Zeit geſchieht, als der Käſe noch im Keſſel liegt, ſo liegt die Urſache darin, daß dadurch das Herausheben des Käſes merklich erleichtert wird, weil ſich die ſchwere Käſemaſſe ohne Be⸗ ſchwerde in der Fluſſigkeit zur Oberfläͤche des Keſſels heben läßt. Zwei Menſchen heben den Käſe mit dem Tuche aus dem Keſſel, und legen ihn ſammt dem Tuche in ein durchlöchertes Schaff, ſchlagen die Tuchenden oben zuſammen, und laſſen auf dieſe Art das Waſſer ablaufen. Nach einer Stunde kommt der Käſe aus dem Schaffe in die Form, immer von dem Tuche umgeben. Dieſe Form iſt ein hölzerner, runder, breiter Reif, der mit einem Stricke, welcher am dünnern und ſchmälern Ende befeſtigt iſt, übereinander gezwängt wird, um den Käſe dadurch etwas zu preſſen. Bis zum Abend ſteht der Käſe in der Form auf einem etwas geneigten Tiſche, ohne von oben mit etwas beſchwert zu werden, und wird dann in das Käſegewölbe geſtellt, wo ihm am folgenden Tage das Umſchlagtuch weggenommen wird.— Hier ſteht er dann vier Tage in der Form ruhig, worauf man anfaͤngt ihm Salz zu geben. Darin, daß man die Käſetheile auf das feinſte zertheilen und daß man die Hitze nicht über 44° R. bringen dürfe, ſind alle Käſer, ſo viel ich deren zu beobachten und zu ſprechen Ge⸗ dgleich Jolken. d leicht Heſels n, was fer ein z durch⸗ Er halt mit den en Keſſel terdings mit den egt, ſo Kaͤſes ne Be⸗ läßt. 8 dem chertes laſſen kommt Tuche rReif, n Ende adurch Form etwas geſtellt ommen ruhig/ rtheilen e, ſid en be⸗ Von der Erzeugung des Parmeſankäſes. 115 legenheit hatte, derſelben Meinung; ob man aber die Flüſſig⸗ keit nach dem Gerinnen nur ſehr langſam oder ſchleunig zur Waärme von 44° R. bringen müſſe, oder dürfe, waren ſie ver⸗ ſchiedener Meinung, und beobachteten ein abweichendes Ver⸗ fahren. In Tavazzano fing man die geronnene Milch um 9 ⅓ Uhr an zu rühren, und um 9 Uhr 40 Minuten ward der Keſſel ſchon vom Feuer gerückt: in Melegnan ello fing man auch um 9 ½ Uhr an die geronnene Milch zu rühren, brachte die Flüſſigkeit aber erſt um 10% Uhr zum nöthigen Hitzgrad; und in Vittadone fing man um 9 1 Uhr an zu rühren, und fuhr damit bis 12 Uhr, 10 Minuten fort. Im erſten Falle war der Topfen nur 15 Minuten, im letzten aber 2 Stunden 25 Minu⸗ ten über dem Feuer. Und doch iſt das Reſultat daſſelbe: denn ich konnte an dem Käſe in dieſen beiden Fabriken nicht den ge— ringſten Unterſchied wahrnehmen, auch genoſſen beide Fabriken einen gleich guten Ruf. Wichtiger iſt der Warmegrad beim Zuſetzen des Labs, und hierin müſſen die Kaſer beſorgt ſein zu allen Jahreszeiten die gleiche Temperatur zu beobachten. Daß man die Milch im Juli und Auguſt, bei großer Hitze, manch— mal gar nicht mit Feuer zu wärmen brauche, verſicherten mich einige Käſer; daß man ſie aber zu dieſer Jahreszeit ſelbſt mit Eis abkühlen müſſe, wie Noung ſagt(III. Theil S. 222), habe ich nirgendwo gehört. Wahrſcheinlich iſt es, daß man das Eis zum Buttern braucht, was auch bei uns mit Nutzen geſchieht. Wollte man den Verſicherungen einiger dieſer Käſer und ihrer Herren glauben, ſo wäre die Kunſt des Käſemachens ſehr verwickelt und man hätte eine große Menge Rückſichten in den verſchiedenen Jahreszeiten, und bei verſchiedener Fütterung der Kühe zu beobachten, um die Milch während ihrer Gerinnung, und den Topfen im Keſſel ſo zu hehandeln, als es die verſchie⸗ dene Natur der Milch und die verſchiedene Jahreszeit erheiſcht, um einen gleichförmigen Kaͤſe hervorzubringen. Es iſt aber nur zu gewiß, daß jeder Käſer das von ihm beobachtete Verfahren das ganze Jahr gleichförmig fortſetzt, und daß ſeine ganze 8* 116 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Kunſt darin beſteht, den Wärmegrad der Milch beim Zuſetzen des Labs und beim Erhitzen des Topfens richtig zu erkennen. Wie ſoll auch er da ein verſchiedenes Verfahren bei der Fabrication beobachten, wo die Milch von Kühen herrührt, die er nur zum Theile oder gar nicht ſieht? Immer und überall ſind alt- und neumelke Kühe in den Herden, deren Milch ihm zum Verkäſen gegeben wird; die einen weiden, die andern werden im Stalle gefüttert, die einen bekommen heute Wieſengras, morgen Wieſenklee; und da die Umſtaͤnde der Fütterung und Wartung der Kühe nie völlig gleich ſind, ſo kann man auch kein veränder⸗ tes Verfahren der Kaſeerzeugung darauf gründen. Zudem ſind dieſe Käſer ganz materielle Leute, die nichts als das von ihren Meiſtern erlernte Verfahren kennen, und daſſelbe blindlings befolgen, woran ſie auch wohl thun, und denen es nie in den Kopf kommt, tagtäglich ihr Verfahren nach dem Futter und der Witterung zu modificiren, da ſie ſich laͤngſt überzeugt haben, daß ſie bei der Beobachtung der gleichen Methode, auch immer das gleiche Product erhalten. So wie ich hier die Käſeerzeugung angegeben habe, ſo wird ſie auch von meinem Vorgänger, Arthur Young (III. Theil S. 217), beſchrieben, nur war man damals noch der Meinung, daß man den Käſelaib am erſten Tage etwas beſchwe⸗ ren müßte, zu welchem Behufe man ein 3 Zoll dickes, mit Ei— ſen beſchlagenes Brett auf den in der Form liegenden Käſe, und daruber einen drei Mannsköpfe großen Stein legte. In Vit— tadone zeigte man mir noch einen ſolchen Stein, den man in früheren Jahren zum Beſchweren des Kaſes verwendete, ſeit langen Jahren aber nicht mehr braucht. Schon zu den Zeiten Youngs war man gegen ſchwere Gewichte, und meinte, daß ſie eher ſchadlich, als nützlich ſeien, und hat ſie nun ganz ab⸗ geſchafft. Die Kaſekammer, welche von dem Käſemagazine wohl un— terſchieden werden muß, von dem ich in Verfolge dieſer Ab⸗ handlung ſprechen werde, iſt ein kleines Gewölbe zu ebener Erde, —,— züſetzen n. Wie dication nur zum alt⸗ und Verkaſen Stalle morgen artung eränder⸗ eein ſind n ihren indlings in den und der daben, immer be, ſe houng noch der beſchwe⸗ mit E⸗ ſe, und /Vit⸗ n man te, ſeit Zeiten te, daß anz di⸗ ohl ul⸗ eſer A er Ende/ Von der Erzeugung des Parmeſankaͤſes. 117 deſſen Fenſter wo möglich gegen Norden gerichtet, und mit Balken verſchloſſen iſt, damit kein Luftzug darin Statt habe, oder die Luft ſich nicht darin erwärme. In dieſe Kammer ſtellt man, wie ich oben bereits ſagte, am Abende des erſten Tages den Käſe, nimmt am folgenden Tage das Tuch weg, und läßt ihn andere drei Tage noch ruhig ſtehen, worauf man anfaͤngt ihn zu ſalzen. Dieſes Salzen beſteht darin, daß man auf die Oberfläche des Käſelaibes Meerſalz ſtreuet, das ſich in dem Waſſer, wel— ches verdünſtet, auflöſ't, und allgemach in die Maſſe des Käſes eindringt. Die erſten 20 Tage wird der Laib täglich gewendet, und immer neu mit Salz beſtreut, die folgenden 20 Tage wird er nur jeden zweiten Tag gewendet und geſalzen. Man rechnet ½ Unzen Salz auf ein ſchweres Pfund Käſe. Wo der Raum beengt, ſtellt man die erſten 20 Tage auch zwei Laibe aufein— ander. So lange der Kſe in der Kammer ſteht, iſt er immer mit dem Reife umgeben. Nach 40 Tagen iſt er feſt, und geſalzen genug, um in das Magazin transportirt werden zu können. Dieſes Magazin iſt ein anderes, geräumiges, wo möglich hohes Gewölbe, das trocken ſein muß, in dem man aber auch der Sonne allen Zugang verwehrt. In dieſem Magazin liegen die Käſe einzeln auf Brettern, die an den Waͤnden aufgerichtet ſind: ehe man ſie in das Magazin bringt, werden ſie abgeſchabt, mit heißen Molken übergoſſen, und mit einem flachen Holze, das durch Querſchnitte eine ſpitzige Oberfläche erhalten hat, gedrückt, um die Rinde feſter zu machen, worauf ſie mit Leinöl einge— ſchmiert werden. In dieſem Magazin wird jeder Laib während ſei⸗ nes Aufenthalts taͤglich gewendet, und anfangs täglich, dann alle zweite Tage eingeſchmiert. Man verkauft nur zweimal des Jahres Kaäſe: zu Peter und Paul, und zu Michaelis. Ich ſah im Juni noch überall den Kaͤſe, der im October des vergangenen Jahres erzeugt worden war. 118 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Gewoͤhnlich ſind es Käſehändler, die von dem Landwirthe ſein Erzeugniß kaufen, und es in ihren großen Magazinen auf⸗ bewahren, bis ſie es nach allen Theilen von Italien, Deutſch⸗ land u. ſ. w. abſetzen.. Der Käſehandel iſt vorzuͤglich in den beiden Orten: Cor⸗ ſico und Codogno concentrirt. Die Magazine in dieſen Orten, deren ich mehrere anſah, ſind zu ebener Erde, nicht gewölbt, 172—18 Wiener Fuß hoch, mit großen Fenſtern, die man bei Tag an der Süuͤdſeite ſchließt, in der Nacht aber auf⸗ macht. An den Wänden ſind allenthalben vom Boden bis zur Decke querlaufende hölzerne Stellen, die durch verticale Pfoſten unterſtützt werden. Solcher Stellen ſind 16 übereinander. In einem jeden der zwei Magazine, die ich ſah, waren 2000 Laibe. Der älteſte Kaſe war vier Jahre alt, vieler zwei bis drei Jahre, es gab auch manchen von acht Monoten. Die ſchwerſten Laibe wägen 70 Pf. Mailaͤnder Gewicht (95 ½ Pf. W. G.), die leichteſten 30 Pf.(40% Pf. W. G.) Man ſchätzte in dieſen Magazinen den Zentner des acht Monat alten Kaſes 120 Lire, des drei Jahre alten 175 Lire, und des vier Jahre alten 20o Lire, doch waren dieſe nur die Schäͤtzungs⸗, nicht die Verkaufspreiſe, die wahrſcheinlich 10% niedriger waren. Das Inventar eines ſolchen Magazins mag 30 bis 4 000 Gulden betragen. Der Preis des ſechs Monate alten Käſes in den Fabriken ward mir um 90, 100 bis 110 Lire der Zentner geſchätzt(100 Pf. Wiener Gew. 19 fl. 55 kr. bis 21 fl. 45 kr.). Die Geſundheit eines ſolchen Käſes, d. h. ob nicht in ſeinem Innern verſchimmelte Stellen vorkommen, wird mit einem dünnen eiſernen Hammer unterſucht, mit dem man auf die beiden Flachen des ſenkrecht aufgeſtellten Käſelaibes leicht ſchlägt, um aus dem Tone zu urtheilen, ob der Laib, wie ſie ſagen, geſund iſt. Die verſchimmelten Stellen ſind compact und geben einen helleren Ton. Nachdem ich die Erzeugung des Kaſes ſo ausführlich als wirthe nauf⸗ Kulſch⸗ Cor⸗ dieſen , nict n, die er auf⸗ bis zur Pfoſten er. In Laibe. Jahre/ wicht §.) acht Lire, sur die 110% s mag nward 0 Pf. einem einem uf die ſchlägt, ſagen, geben h Von der Erzeugung des Parmeſankaͤſes. 119 moͤglich behandelt habe, iſt es noch nothwendig, daß ich von der Erzeugung des Ziegers— Ricotta— auf lombardiſch: Mescherpa, ſpreche. Die Molken, die man wieder in den Keſſel zurückgegoſſen hat, werden neuerdings über das Feuer geſetzt, und bei beſtän— digem Umrühren über 70° R. erhitzt, bei welcher Wärme ſich der Zieger verdickt, und auf der Oberfläche der Flüſſigkeit zum Vorſchein kommt. Man läßt die Flüſſigkeit durch ein Tuch lau⸗ fen, und macht aus dem Topfen kleine Käſe. Es iſt aber noch immer etwas Kaſe in der Molke; ſie wird neuerdings in den Keſſel gegoſſen, mit Molkeneſſig verſetzt, und zum Sieden gebracht, wobei ſich der letzte Reſt des Käſes abſcheidet. Die Lombarden nennen dieſe zweite Art Zieger: Mas⸗ cherpa con agro. Dieſer Käſe wird gerauchert, um ihn vor dem Verderben zu ſchützen, und dient zum Hausgebrauch. Wie viel 100 Pf. Milch an Kaſe, Butter und Zieger geben, und in wie fern es ſich erwahre, was Berra gegen mich be⸗ hauptete, daß die Milch in den bewäͤſſerten Theilen der Lom— bardie viel mehr Butter und Käaſe gebe, als die unſere, fand ich nirgends durch genau angeſtellte Verſuche genügend aufge— klärt. Berra rechnete gegen mich, daß 18 Pfund Milch, im Durchſchnitte des Jahres 1 Pfund Butter geben. Wir erhalten dieſen Ertrag nur auf Alpenweiden, oder im Herbſte, bei altmelken Kühen, und bei Weide auf Kleefeldern Er gab mir über das Verhäͤltniß der Milch zu Butter und Käſe folgende Daten an: »In den Käſefabriken von Mailand's Umgebungen kann »man rechnen, daß man im Sommer von jedem Stajo »Milch(13 ½ W. Maß) 2 Pf. Käſe,(2 ½ W. Pfund) »bekommt(4,32 Maß Milch 1 Pf. Kaſe oder 12 Pf⸗ Milch „ 1 Pf. Käſe). In der Jahreszeit von Michaelis bis Georgi „bekommt man noch etwas mehr; von 3 Staja Milch » 7 Pfund Kaſe.« 120 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Bei uns in Deutſchland iſt es gerade umgekehrt. Wir ha⸗ ben aber auch keine ſolchen Wechſelwieſen, die man bis Ende November beweidet, und keine Winterwieſen, die man Mitte Hornung mäht. »Im Sommer gibt ein Stajo Milch nebſt dem Käͤſe noch »ohngefähr Pfund Butter. In der Winterperiode bekommt »man auch wohl 1 Pf. Butter(13 ½ Maß geben 1,36 Pf. But⸗ „ter, oft noch einige Unzen mehr). Es iſt aber eine allgemeine »Erfahrung, daß, wenn man von derſelben Milch weniger »Butter macht, man mehr Kaͤſe erhält, und umgekehrt.« Das Erzeugniß von Kaſe, welches man nach Berra von einer gegebenen Menge Milch erhalten ſoll, iſt dem, was an— dere Schriftſteller angeben, und ich aus eigener Erfahrung weiß, ganz angemeſſen; allein, daß man nebſt dieſem Käſe auch noch ſo viel Butter bekommen ſoll, wie hier behauptet wird, hatte ich nicht erwartet. Nach Berra's Angaben werden von 100 Pf. Milch er⸗ zeugt: an Käſe 8,53 Pf.— an Butter 53,05 Pf. Da er früher angibt, daß in 18 Pf. Milch 1 Pf. Butter enthalten ſei, ſo waͤren in 100 Pf. Milch 5,55 Pf. Butter, und da von 100 Pf. zu Käſe verwendeter Milch 5,05 Pf. But⸗ ter hinweggenommen werden, ſo erhellet, daß in dem Kaͤſe, der aus 100 Pf. Milch, gemacht worden iſt, nur 2 ½ Pf. But⸗ ter enthalten ſeien, d. h. daß beinahe die Häͤlfte der in der Milch vorhandenen Butter weggenommen worden iſt, ehe dieſe ver⸗ käſet wurde.*) *) In ſeinem neueſten Werke: Del modo di allevare il bestiame bovino etc-. 1320, S. 91 gibt Herr Verra folgende Erträgniſſe der Milch an But⸗ ter und Käſe an: 100 Pfd. Milch geben im Lodiſaniſchen, an Butter: 2,38 Pfd. „ Käſe. 6,37» „ Mailändiſchen» Butter: 2,16» „» Käſe: 6,13» „ Papeſiſchen» Butter: 1,94» „ Käſe 5,38» Es ſcheint aber, daß die angegebenen Erzeugniſſe mehr nur die Propor⸗ ir ha⸗ Ende Mite iſe nohh ekommt f. But⸗ emeine veniger & :a von as an⸗ hrung Käͤſe wird, h er⸗ zutter ttter, But⸗ Käſe, But⸗ Mcch ver⸗ . 3 7 * ) ) topol⸗ Von der Erzeugung des Parmeſankaͤſes. 121 Arthur Young berichtet(III. Th. S. 216), man habe ihm geſagt, daß die Milch zu einem Käſe von 40 Pf. noch nebſtbei 12 Pf. Butter liefere. Wenn zu 3½ Pf. Käſe 100 Pf. Milch erforderlich ſind, ſo ſind zu 40 Pf. Käſe 482 Pf. Milch nothwen⸗ dig: und wenn dieſe 12 Pf. Butter bei der Käſeerzeugung ge— ben, ſo würden von 100 Pf. Milch nur 2 ½ Pf. Butter nebſt dem Käſe erzeugt, und nicht 3,05 Pf., wie Berra behauptet. Der Paͤchter von Melegnanello, Herr Tonari, war ſo gefallig, mir aus dem Notatenbuche ſeines Vaters folgende zwei Verſuche mitzutheilen. » 23. April 1795. *» 400 Pf. friſcher, nicht abgerahmter Milch gaben 47 Pf. »Kaäͤſe, drei Tage nach der Erzeugung gewogen(100: 11 4). »Nach 40 Tagen, nachdem er geſalzen worden war, wog er »„noch 40 Pf.(100 Pf. Milch 10 Pf. Käſe, 40 Tage alt).« » 426 Pf. Abendmilch, von der man Morgens den Rahm »genommen hatte, gaben 36 ½ Pf. Kaͤſe, drei Tage nach der »Erzeugung gewogen(100:7(3). Nach 40 Tagen wog er nur „mehr 33 Pf.(100 Pf. Milch, 6, 92 Pf. Käſe, 40 Tag alt).« Die Differenz der Käſeerzeugung in dieſen beiden Beobach— tungen betraͤgt auf 100 Pf. Milch, 3,08 Pf., um welche die abgerahmte Milch weniger Käſe gegeben hat. Wenn in 100 Pf. Milch 5,55 Pf. Butter enthalten ſind, ſo ſind in dem Käſe, der aus 100 Pf. Milch gemacht worden iſt, nur 2,47 Pf. Butter enthalten, oder mit anderen Worten, in dem Parme— ſankaſe ſind nur 45% des urſprünglichen Buttergehaltes der Milch enthalten, was mit der Angabe Berra's genau über— einſtimmt. Mir ſind zu wenig comparative Verſuche über dieſen Gegen— ſtand bekannt, als daß ich es wagen dürfte, mit einiger Beruhi— gung einen Voranſchlag machen zu können, wie viel man bei tion zwiſchen Butter und Milch in den venezianiſchen Provinzen, und des Gehaltes der Milch zwiſchen den angegebenen Provinzen, als den abſoluten Gehalt anzeigen ſollen. 122 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. dieſer Art Kaͤſebereitung Butter erhält. Wie viel man auf eine Kuh Käſe rechnet, erhellet aus folgenden Angaben: In dem Magazine des Herrn Tonari fand ich 173 Käſe⸗ laibe, die vom 1. October bis Georgi gemacht worden waren. Die Laibe wogen 30—70 Pf. Der Kaͤſer ſchätzte einen Laib im Durch— ſchnitte auf 57 Pf. Dieß betrüge 9861 Pf., und wenn man für die andere Halfte des Jahres auch nur einen gleich großen Ertrag annehmen wollte, ſo waͤren dieß 19722 Pf. und es entfielen für eine der 91 Kühe, die er hält, 216 Pf. Käſe des Jahrs. In Roncoaro fand ich in der Käſekammer des Paͤchters Herrn Moretti 40 Laibe, und im Käſemagazin 206 Laibe, die vom 26. September 1827 bis 15. Mai 13828 gemacht wor⸗ den waren. Er ſchätzte einen Laib im Durchſchnitte auf 42 Pf⸗ Hiernach wurden in 264 Tagen 3652 Pf. Käſe gemacht, und nach dieſem Verhältniß entfallen auf 365 Tage 11962 Pf. Käſe, und auf jede einzelne der 60 Kühe, die er hält, 199 Pf. Dieſe beiden Angaben über den Kaͤſeertrag einer Kuh ſind wenig verſchieden, und ſtimmen zugleich mit jener überein, von der Arthur Young Meldung thut(III. Theil S. 215), wo man ihm auf einer in der Nahe von Malland befindlichen, dem Hauſe Litta gehörigen Wirthſchaft angab, daß bei 555 Kühen jährlich 320 Käſe zu 40 Pf. erzeugt wurden, wor⸗ nach ſich 252 Pf. für eine Kuh berechnen. Die Abweichungen in dieſen drei Daten rühren von dem ungewiſſen Gewichte her, welches man einem Laibe zuſchreibt, das nur annäherungsweiſe beſtimmt worden iſt, da man das ganze Jahreserzeugniß nicht gewogen hat. Was Young weiter von der Käͤſeerzeugung in Lodi er— zählt, zu Folge deſſen in einer großen Wirthſchaft von 9b Kühen ſich jede derſelben auf 240 Pf. Kaͤſe berechnete, muß ich dahin geſtellt ſein laſſen, da ſie auf eben ſo unſichern Gründen beruht, wie meine eigenen Erhebungen. Dieſer großen Käſeerzeugung ent⸗ gegengeſetzt iſt das, was man ihm in Codogno ſagte, wo man —— —— 2 Von der Erzeugung des Parmeſankaͤſes. 123 uß ene für eine Kuh nur 100 Pf. Käſe, und 30 Pf. Butter gelten . laſſen wollte. 3 5 Der Profeſſor Bignami in Bologna nimmt 233 Pf. dn Käſe, und 102 Pf. Butter als das mittlere Erträgniß in der nDu⸗ Provinz Lodi an.(Annali d'agricoltura di Filippo Ré. n anad T. I. p. 223.) DKroßen Ich glaube demnach von der Wahrheit nicht ſehr weit abzu— und di weichen, wenn ich annehme, daß man in einer gewöhnlichen, f. Käſe ohne ausnehmende Induſtrie betriebenen Käſefabrik 200 bis 230 Pf. Käſe, und 60 bis 70 Pf. Butter von jeder Kuh er⸗ Pächterz halte. Dieß beträͤgt in Wiener Gewichte 272 bis 3135 Pf. Kaſe, Laibe, 31% und 95 ½ Pf. Butter. ht wor⸗ 42 Pf. Von der Pflege und Fütterung der Kühe. t, und „Käͤſe, Wenn man in den übrigen Theilen des Feſtlandes für die Pf. Weidewirthſchaft einen plauſiblen Vorwand in der geringen Be— uh ſind völkerung und in dem geringen Werthe von Grund und Boden verein, findet, ſo iſt es ſchwer, ſich zu erklären, wie ſich dieſelbe in der .215), Lombardie ſo lange erhalten hat, und zum Theile noch gegen— dlichen, waͤrtig erhält; in einem Lande, wo die Menſchenmenge größer daß bei iſt, als irgendwo in Europa, und wo der Grund und Boden wor⸗ theurer iſt, wie in England. Hier ſieht man die Kühe aber ngen in nicht auf magern Weiden herumlaufen, wie anderswo, ſondern t her, e weiden auf den ſchönſten bewäſſerten Wechſelwieſen, um die psweiſe 7 uns beim erſten Anſehen jammert, daß ſie von den ſchweren Fnict und muthwillig herumlaufenden Thieren ſo zertreten werden; und um den Gegenſatz gegen das anderswo beobachtete Verfah— odi er⸗ ren vollkommen zu machen, werden die Kühe nicht Morgens und Kihen Abends, ſondern nur in der gröͤßten Mittagshitze auf die Weide häuym getrieben, und ſtehen die übrige Zeit zu Hauſe im Schatten. beruhh Dieß iſt das alte lombardiſche Verfahren das im Jahre n en 1790, als Arthur Young dieſes Land bereiſ'te, noch allge— bo nn mein eingeführt war, und dem man die Eigenthümlichkeit des 124 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. Parmeſankäͤſes zuſchrieb. Nach dieſer Zeit ward das Verfahren bei der Fütterung und Wartung der Kühe vielfältig modificirt, und da man ſich überzeugte, daß überall, wo die Kühe reichlich und gut genährt werden, und ein gleichförmiges Verfahren bei der Käſebereitung beobachtet wird, dieſelbe Qualität von Käſe zum Vorſchein kam, man mochte die Kühe im Stalle füttern, oder auf die Weide treiben, ſo iſt die alte Methode bei weitem nicht mehr allgemein, ſondern wird nach und nach von der Stallfütterung verdrängt, die in einigen Decennien ſicherlich allgemein ſein wird. Die alte Methode in ihrer ganzen Reinheit fand ich von ſie— ben großen Käſefabriken, die ich in den drei bewäſſerten Provin⸗ zen mit Aufmerkſamkeit beſah, nur allein in jener des Herrn Tonari in Melegnanello, Provinz Lodi, gehandhabt. Bei ihm findet folgende Fütterungsmethode ſtatt: Die Kühe wurden im Juni Morgens um 2 ½ Uhr gemolken, bekamen dann um 6 Uhr 5 bis 6 Pf. Heu, und wurden um 11 Uhr in die Wechſelwieſe auf die Weide getrieben, von wo ſie Nach— mittags um 4 Uhr zurückkehrten, und eine Stunde darauf ge— molken wurden. Sie bekamen Abends keinerlei Futter, und wurden weder Morgens noch Abends gewaͤſſert. Eine kleine Abweichung von dieſer Methode war die, welche ich in der Gemeinde San Novo auf einem Gute ſah, das dem Grafen Belgiojoſo gehört, ſo wie bei dem Pächter Herrn Moretti zu Roncaro in der Provinz Pavia, wo⸗ die Kühe Morgens und Mittags wie in Melegnanello ge⸗ halten, Abends aber zu Hauſe mit Gras gefüttert wurden, das man ihnen am erſten Orte vollauf, im letztern aber in be⸗ ſchränktem Maße reichte. Eine bedeutendere Abweichung iſt jene, welche mir der Päch— ter Pennaro in Vittadone angab, der ſeine Kühe nur im Frühling und Herbſt unter der Mittagszeit die Wieſen ab⸗ weiden läßt, im Sommer aber im Stalle füttert. Herr Berra häͤlt ſeine Kühe bis zur Mitte des Septembers 2— fahren ufeit, weichlch gren dei on Kaſe lüttern, weitem don der ſcherlich von ſie⸗ Provin⸗ Herrn nhabt. Kühe amen »Uhr Kach⸗ auf ge⸗ e, und welche h, das pächter a, wo. ſo ge⸗ urden, in be⸗ pül⸗ he nur en ab⸗ Anbers Von der Erzeugung des Parmeſankäſes. 125 im Hauſe, wo ſie zweimal des Tages mit gemaͤhtem Graſe ge⸗ füttert werden. Nach der Mitte des Septembers, und ſo lange es die Witterung im Herbſte geſtattet, beweiden die Kühe dann die abgemähten Wieſen. Dieſelbe Methode beobachten auch die Pachter Frarri in Tavazzano und Bignami in Caſaretto. Da der Kaͤſe aller dieſer Wirthſchaften von gleicher Qualität iſt, und jener des Pachters Tonnari in Melegnanelloum nichts theurer bezahlt wird, als der des Frarri, ſo erhellet daraus, daß es in Hinſicht auf die Güte des Käſes einerlei iſt, ob man die Thiere nach der einen oder der andern Art füttert; nur in Hinſicht der Koſten wird es nicht einerlei ſein, ob man die Weide- oder die Stallfütterung beobachtet. Die Weidewirthſchaft hat viele Gemäͤchlichkeiten, ſie er— ſpart alles Einmaͤhen, Heimführen und Vorlegen des Futters; allein ſie braucht mehr Land, weil die Thiere durch ihr Herum⸗ laufen mehr Futter zertreten, was beim Maͤhen gewonnen und zu Gute gebracht wird, und man gewinnt weniger Dün— ger. Da die zum Melken der Kühe beſtimmte Anzahl Menſchen (auf 15 Kühe ein Mann) bei der Stall- und Weidefütterung gleich groß iſt— bei jener um das Futter herbeizuſchaffen, bei dieſer, um zu verhüten, daß die Kühe nicht das ganze Feld auf einmal überlaufen und mehr als die Hälfte des Graſes unge⸗ nützt zertreten—, und da außerdem bei der Weidewirthſchaft der mehrere Futteraufwand und der Düngerentgang gewiß iſt, ſo ſcheint es außer Zweifel zu ſein, daß die Stallfütterung auch in der Lombardie vor der Weidewirthſchaft Vorzüge habe. Im Winter ſind die Kühe in Stäͤllen, über deren Oberboden das Heu in der Scheuer aufgeſchichtet wird. Der Oberboden iſt nur ſchlecht mit Brettern über die Trambaume belegt, und die untere Schichte des Heues muß daher mit dem Stallgeruch ganz erfüllt ſein. Die Ställe ſind ſehr niedrig, kaum mehr als 6 Schuh hoch, mit kleinen Fenſtern. Im Sommer werden aber die Kühe im Barco gehalten, in einem gedeckten Gange im Wirth⸗ —— —yyyy———— — 126 Landwirthſchaft von Gber⸗Italien. ſchaftshofe, deſſen vordere Seite offen, die hintere aber, wo der Futterbarren angebracht iſt, mit Brettern geſchloſſen iſt. In mehreren Wirthſchaften hat dieſer Barco entweder ein Dach, das weit genug vorragt, die Kühe ganz gegen die Sonnen⸗ ſtrahlen zu ſchützen, oder man hat ihm eine ſolche Richtung gegeben, daß ſeine Offnung gegen Norden ſieht, und dann lei— den die Thiere von der Hitze und den Fliegen nur wenig: allein leider! ſah ich nur zu haufig, daß die Thiere von beiden ſehr ge— plagt wurden, und bei Tage nicht die mindeſte Ruhe genießen konnten. Die Kühe werden allenthalben reichlich, im Sommer ſowohl, als im Winter gefüttert, und man ſieht es bei der Stallfüt— terung mit Recht als eine ſchlechte Speculation an, wenn man am Futter ſparen wollte. Es wird ihnen daher Gras gegeben, ſo viel ſie freſſen wollen, oder können; und im Winter rechnet man täglich für eine Kuh 20 Pf.(27 Pf. Wiener Gewicht) Heu, das ihnen ungeſchnitten und ohne Stroh vorgelegt wird. Daher geben ſie aber auch, wie ich gezeigt habe, doppelt ſo viel Milch, wie bei uns; und weil die große Maſſe Stroh, die man in dieſen Gegenden erhält, ganz zur Streue verwendet wird, ſo iſt die Menge des Düngers, die man gewinnt, auch außerordentlich groß, und bringt, nebſt dem Waſſer, jenes große Wieſen⸗ und Ackererzeugniß hervor, das uns in Erſtaunen ſetzt. Werfe ich einen Blick auf die verſchiedenen Ümſtände, wie die Kühe gehalten und mit was ſie genährt werden, und ſehe ich, daß ſie bald fortwährend, bald periodenweiſe geweidet, bald ganz, bald theilweiſe im Stalle gehalten, bald mit dem Graſe der Winterwieſen, das faſt ganz aus engliſchem Reigraſe beſteht, bald mit dem Graſe der Sommerwieſen, bald mit dem der Wechſelwieſen, bald wieder mit rothem Klee, und im Win— ter mit dem Heue verſchiedener Wieſen genährt werden, und daß bei aller dieſer verſchiedenen Nahrung doch immer dieſelbe Qualität Käſe im Sommer ſowohl, als im Herbſte, Winter und Frühlinge erzeugt wird, ſo glaube ich berechtigt zu ſein, d, wo niſ. der ein Sonnen⸗ ichtung ann lei⸗ allein fehr ge⸗ enießen ſowohl, tallflit⸗ in man en, ſo t man „ das geben „ wie dieſen iſt die dentlich en⸗ und e, wie d ſeße heidet, t dem eigraſe iit dem Pu⸗ , und ieſelbe Linter ein, Von der Erzeugung des Parmeſankaͤſes. 1247 ſchließen zu dürfen, daß auch anderswo die Milch gut und reich⸗ lich genährter Kühe dieſelbe Art Kaſe liefern werde, wenn ſie auf dieſelbe Art bereitet wird, wie hier. Ich weiß wohl, daß man allgemein glaubt, man könne den Parmeſankaſe nirgend— wo nachmachen, und es haͤnge der eigenthümliche Charakter, der ihn von den andern Käſearten auszeichnet, von dem hieſigen Futter ab, weßwegen alle Verſuche in andern Gegenden von Italien und Deutſchland mißlungen waͤren; allein ich weiß auch, wie viele Mißgriffe bei ſolchen Verſuchen gemacht werden, wie leicht man ſich bei dem erſten Mißlingen abſchrecken läßt, und wie viele Hinderniſſe man auch im Vorurtheile der Abneh— mer findet, die dem anderswo erzeugten, wenn auch ganz glei— chen Producte doch nicht den gleichen Geldwerth zugeſtehen wollen. Anfaͤnglich ward dieſer Käſe nur im Staate von Parma gemacht; jetzt wird beſſerer nördlich von Mailand, 27 geogra⸗ fiſche Meilen weit von Parma erzeugt, und wer weiß, ob nicht in 50 Jahren in den Niederungen der Provinzen Padua, Rovigo und Friaul die Bewaͤſſerung des Bodens einge⸗ führt, und Parmeſankaͤſe und Reiß eben ſo gut neben einander erzeugt werden, wie dieß in Lodi und Parma Statt findet, und daß nach andern 50 Jahren von Ungarn aus ganz Deutſch— land und der Norden mit dieſer Art Käſe verſehen werden wire. Sicherlich waren Die von Parma eben ſo ſehr überzeugt, daß man ihren Käſe nicht nachmachen könne, als es jetzt die Mailander ſind, und ſo wie ſich Jene geirrt haben, werden ſich Dieſe irren, und ſich höchlich verwundern, daß man auch jen— ſeits der Berge eine Käſeart hervorzubringen vermochte, von der ſie meinten das Monopol zu beſitzen. Von den wandernden Kuhbeſitzern. Man nennt ſie, wie ich bereits ſagte, Bergamini oder Malgheſi. Ihrer gibt es in der Lombardie und den Provin⸗ zen von Mantua und Verona nocch viele, obſchon ſich 128 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien. ihre Zahl gegen die frühern Jahre, wie man mir ſagte, ſehr vermindert hat. In den Bergen von Brescia und Bergamo gibt es, ſo wie in der Schweiz einzelne Viehbeſitzer, die in der Heimath nur ſo viel Land beſitzen, um ihre Kühe den Sommer über ernähren zu können, und die daher im Herbſte in die Ebene kommen, um für dieſe Jahreszeit und den darauf folgenden Winter für ihre Herde Futter zu ſuchen. Weil ſie von Bergamo kommen, hieß man ſie Bergamini, und mitt⸗ lerweile nannte man ſelbſt die zur Käſeerzeugung beſtimmte Kuh— herde Bergamina. Sie kommen Mitte des Septembers in die Lombardie, wo ſie mit den Landwirthen zuerſt um die Weide in den Wieſen, und dann um das Winter⸗- und Frühlingsfutter für ihren Vieh— ſtand handeln. Sie ſchlagen ihr Winterquartier in jenem Pachthofe auf, wo ſie das Winter⸗ und Frühlingsfutter gekauft haben, und der Pachter gibt ihnen und ihren Leuten Wohnung, und räumt dem Viehe den Stall ein; er gibt ihnen ferners eine beſtimmte Menge Holz für die Küche und den Käͤſekeſſel und verſieht ſie mit genügender Streue für die Kühe. Es iſt dieß für die Landwirthe eine ſehr gemächliche und ge— fahrloſe Methode ihr Heu und Gras zu verkaufen, ohne den Dün— ger, der aus der Verfütterung dieſer Materialien hervorgeht, zu verlieren. Indeſſen müſſen doch damit ſehr viele Unbequem⸗ lichkeiten verbunden ſein, die dieſe Vortheile wieder aufheben, weil ſich die Landwirthe immer mehr entſchließen das zur Ver— zehrung des Futters erforderliche Vieh ſelbſt anzuſchaffen, und die Milch entweder im eigenen Hauſe, oder in Geſellſchaft mit den Nachbarn, durch einen eigens aufgenommenen Käſer verar— beiten zu laſſen, oder ſie einem ſolchen Käſer um einen beſtimm— ten Preis für die Brenta zu verkaufen. te, ſehr egamo die in zuhe den Herbſte n darauf lIſie von nd mitt⸗ te Kuh⸗ die, wo Wieſen, en Vieh⸗ fe auf, nd der räumt tmmte leht ſie und ge⸗ en Dün⸗ porgeht, dequem⸗ fheben, er Ver⸗ 1, und aft mit rverar⸗ eſtimm⸗ III. Von der abſoluten und relativen Größe der directen Steuern und ihrer Umlage in den Provinzen des lombardiſch-venezianiſchen Königreichs. II. 9 I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern und ihrer gegenwärtigen Umlage in den lombardiſch-vene- zianiſchen Provinzen. ˖——O— Wenn es in ſtatiſtiſcher Hinſicht überhaupt von der größten Wichtigkeit iſt, die auf den Betrieb der Landwirthſchaft unmit— telbar laſtenden, ſogenannten directen Steuern zu kennen, ſo hat dieſe Kenntniß für die Lombardie ein erhöhteres Intereſſe, weil es ein Land betrifft, das ſich durch ſeine hohe Cultur, ſeinen Reichthum und ſeinen Cataſter auszeichnet. Ich habe mir daher viele Mühe gegeben, in den verſchiede— nen Provinzen des lombardiſch-venezianiſchen Königreichs, vor— züglich aber in den altlombardiſchen Provinzen jene Behelfe zu ſammeln, welche nothwendig ſind, um das Verhältniß des Grundertrages zur Größe der Steuer zu beſtimmen. Dieſe Behelfe beſtehen in der Erhebung des wirklichen Pacht— zinſes, den die Grundbeſitzer von ihren Gründen einnehmen, und in der Erhebung des wirklichen Betrages, den ſie für Grund— und Gemeindeſteuer von dieſem Pachtertrage an den Steuer— einnehmer abführen. Werden ſolche Erhebungen von mehreren Gütern gemacht, und ſind dieſe von einer nicht ganz unbedeu— tenden Ausdehnung, ſo geben ſie einen Durchſchnitt, der ſich dem wirklichen Verhältniſſe ziemlich nähert.— Nur allein auf dieſe Art gelangt man zu einer klaren Anſicht des Gegenſtandes, und überzeugt ſich, ob die Provinzen gleichförmig beſteuert, welche höher, welche niedriger belaſtet ſind, und wie viel Procent des Grundertrages die Steuern wegnehmen. 9* 132 I. Abſchnitt. Von der Groͤße der direcken Steuern Die nachfolgenden Berechnungen werden über dieſe Frage einiges Licht verbreiten, und wenn ſie den Gegenſtand auch nicht erſchöpfen, und für die trockenen Provinzen der Lombardie, ſo wie für die venezianiſchen Provinzen ihrer Geringfügigkeit wegen auch angefochten werden können, ſo haben ſie doch immer ihren relativen Werth, und die davon abgezogenen Folgerungen müſ⸗ ſen in ſo lange als richtig angeſehen werden, als man nicht im Stande iſt, durch ausgedehntere Berechnungen das Gegentheil zu erweiſen. 6 A. Lombardiſche Provinzen. Als im Jahre 1760 die Grundſteuer nach den Ergebniſſen der endlich zu Stande gebrachten Cataſtralſchätzung in den alt— mailändiſchen Provinzen, mit Ausnahme des Herzogthums Mantua, umgelegt wurde, betrug der geſammte Cataſtral⸗ werth der Gründe: 64,207,965 Scudi 3 Lire 6 Denari. Die Provinzen waren folgendermaßen geſchätzt: Seudi. Lire. d. Stadt und Provinz Milano 34,004,092 2 2 as Gebiet Triviglio 509,213 3 2 ¹„ Stadt und Provinz Pavia 5,254,262 5 657 „» 2„ Cremona. 11,335,650 1 3 v„ Die von Cremona abgeſonderten Gebiete von Soncino, Fonta⸗ nella, Pizzighettone und Caſtel Leone..... 932,123 11 7 Stadt und Provinz Lodi. 9,5318,334— 6 Stadt und Gebiet Comoe 1,278,659 1 1% Grafſchaft Como..... 556,026 1 Thal Intelvi.. Stadt und Provinz Caſal Mag⸗ giore........ 1,052,220— 6 Summe 64,207,965 3 6 62,326 5— 1 Frage uc nicht adie, ſo ii wegen nerWihren gen müſ nicht im xgentheil gebniſſen den alt⸗ othums taſtral⸗ nari. . d. und ihrer Umlage in den lombardiſch⸗venezian. Probinzen. 133 Als Staatsbedarf ward in dieſem Jahre ausge— ſchrieben die Summe von.. Lire 5,8340,650. Weil aber die Hauſerſteuer betrug Lire 34,606 10 „ Perſonalſteuer»„ 705,022 10 „ Gewerbſteuer»„ 69,152 5 Summe Lire 808,781 5 und der Betrag dieſer drei Steuern von der Grundſteuer abge⸗ zogen wurde, ſo blieben für dieſe letztere nur zu vertheilen Lire 5,051,368: 15. Wird die Summe von Lire 5,031,868:15 auf 64,207,965 Scudi 3 Lire 6 Denari umgelegt, ſo zeigt ſich, daß jeder Scudo Grundcapitalwerth an Grundſteuer zu bezahlen hatte: Soldi 1, Denari 6 ¾ 22 14½= 13,348 Denari, d. h. 100 Scudi Capitalwerth mußten 1,306 Scu⸗ di Grundſteuer zahlen. Wahrend des Decenniums 1780— 1700 betrug die Grundſteuer vom Scudo Capitalwerth, 24 Denari, d. h. 100 Scudi Capitalwerth zahlten 1 Scudi Grundſteuer, und bis zum Jahre 1799 ward ſie auf 48 Denari gebracht; = 100 Scudi Capitalwerth zahlen 3 ScudiGrundſteuer, auf welcher Höhe ſie gegenwaͤrtig noch ſteht.— Gegen das Jahr 1760 iſt demnach die gegenwärtige Grund⸗ und Hauſerſteuer 2 ½ Mal ſo hoch; allein ſie iſt in der That viel höher, weil in den früheren Jahren die Gemeindelaſten, die als Zuſchlag zur Grundſteuer erhoben werden, etwas ganz Unbedeutendes be⸗ trugen, jetzt aber in manchen Gemeinden den Gutsbeſitzern ſehr beſchwerlich fallen. So ſagt Dandolo(Opera postu-— ma S. 98), daß er im J. 1819 in Vareſe vom Scudo Ca⸗ pitalwerth 24 Denari, und in Velate 31 Denari zahlte. Berra(Sull' attuale avvivilimento del prezzo dei Grani, 1825, S. 15) behauptet, daß ſie 12 Denari, alſo die Haͤlfte der landesfürſtlichen Grundſteuer betraägt. Im Ganzen beträgt aber dieſe Steuer gegenwärtig nicht mehr als 10— 20% der Grundſteuer. 4 Im Jahre 1826 betrug die Grund⸗ und Haͤuſerſteuer, 134 I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern wie ich bereits ſagte, 48 Denari, oder 177 Centeſimi auſtriaci per Scudo Cataſtralwerth. In demſelben Jahre betrugen die Gemeindelaſten im Durch⸗ ſchnitte aller 9 Provinzen 3,055 Centeſimi per Scudo, d. h. 100 Scudi Grundſteuer mußten 17,2 Scudi Gemeinde⸗ ſteuer zahlen. Es iſt aber dieſe Gemeindeſteuer in den Provin— zen ſehr ungleich; ſie beträͤgt 9,024 Centeſimi in Sondrio; 4,865 Centeſimi in Como; 3,548 in Milano; 2,536 in Mantova u. ſ. w. Der gegenwartig in den Cataſtralbüchern vorgeſchriebene Capitalwerth der Gründe und Hauſer iſt zwar noch derſelbe, wie er im Jahre 1760 eingetragen ward; allein die Summen ſtimmen nicht mit den früheren, wie man aus der beiliegenden Überſicht wahrnimmt, in welcher der Capitalwerth der Gründe in den Provinzen mit der Untertheilung in die früher geſchätzten (Estimo censuario regolare) und in die ſpäter geſchätzten (Estimo provvisorio) erſichtlich gemacht worden iſt. Üüberſicht des Cataſtralwerthes der Gründe und Häuſer in den lom— bardiſchen Provinzen im Jahre 1826. Definitive Proviſoriſche Provinz. Schätzung. Schätzung. Zuſammen. Scudi..ſd-] Scudi. L.ſd.] Scudi. ſL. d. Bergamo⸗ 2,114,707 3 3%10,670, 119 2 3 12,784, 626 5 7 Brescia.„»» 17,947,216— 717,947,216— 7 Eomo. 9,527,947 5 6 13,573—— 9,541,520) 5 6 Cremona 14,832,3809—,—„„» 14,832,3889—— Lodi und Crema 12,352,935 4 4 2,296,890% 1 3 14,649,825 5 7 Mantova. 14,666b,08713 739,283 ²2 5 15,405, 370 4— Milano.. 24,785, 03 5 2„»„»» 24,785, 103 5 2 Pavia... 12,545,328 ¹ 4„»„»»„ 12,545,328 1 4 Sondrio.„„»» 1,682,093 2 7 1,682, 093 2 7 5,8-4,992 1 s,3i9,ns 4-n 124, 174, 175 2] 3 teſimi Durh⸗ 8,dh. emeinde⸗ Provin⸗ ndrio; 1,556 hriedene derſelbe, zummen egenden Grunde haßten atzten und ihrer Umlage in den lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 135 Unter definitiver Schätzung wird die mailändiſche und mantuaniſche Cataſtral⸗Vermeſſung und Schätzung verſtan⸗ den; unter proviſoriſcher Schätzung aber die unter der vorigen Regierung vorgenommene Gleichſtellung der venezianiſchen Pro⸗ vinzen mit den lombardiſchen. Warum der hier angegebene Be— trag der alten Schätzung mit dem früheren vom Jahre 1759 nicht übereinſtimmt, rührt von der Einverleibung des Gebietes von Mantova, mehrerer Gemeinden von Piacenza, undal⸗ ler früher ſteuerfreien Gründe; dann von der Veränderung des Laufbettes der Flüſſe her, wie aus folgender Überſicht erhellet. Darſtellung der Steuerkörper, welche den Cataſter der altlombardiſchen Provinzen bilden. Am 15ten Jänner 1760 betrug der Ca⸗ pitalwerth der beſteuerten Gründe. Scudi 64,207,965 Hierzu wurden einige durch Vertrag er⸗ haltene Gründe geſchlagen mit.„ 18,125 Scudi 64,226,090 Veraͤnderungen. Zuwachs. Abgang. Durch die vom K. Joſef II. aufgehobene Steuerfrei⸗ heit der Kirchengüter, wurde die Geſammtſum— me des Scutato auf Scudi 74,6 19,685 ge⸗ bracht, wornach ſich ein Zuwachs ergibt von.. 10,595,595 Die Cataſtralſchätzung der Provinz Mantova, die im J. 1785 beendet wor⸗ Scudi 10,395,5953—— 64,226,090 136 I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern Betrag des Cataſtral⸗ Zuwachs. Abgang. werthes. ———,— Übertrag 10,395,595—— 64,226,090 den war, betrug Scu⸗ di 19,331,174 und ward auf landesfürſtlichen Be⸗ fehl vermindert auf.. 14,490,3 80 Cataſtralſchätzung einiger Gründe in der Provinz, die früher ſteuerfrei wa⸗ ren, unter der franzöſi⸗ ſchen Regierung... 56,605 Cataſtralſchatzung der Con⸗ vente, Klöſter, Colle⸗ gien, des Cameral⸗ und ſtädtiſchen Eigenthums, in wie ferne es noch ſteuerfrei war. 684,454 Cataſtralſchätzung von an⸗ dern im Jahre 1795 aufgehobenen Klöſtern, Bruderſchaften, Kirchen f. ſ. w... 230,530 Berichtigung des Cataſters im Jahre 1778 läangs der Flüſſe Ticino, Ad⸗ da, Po und Lam⸗ bro.. 4 62,548 Berichtigung längs der Flüſſe Secchia, Oglio, Mella und CEhrefſe.. 58,655 Scudi 25,856,062 121,203 64,226,090 Jetrag Cataſtral⸗ derlhts. —,— A0ho — 66,090 und ihrer Umlage in den Übertrag Vermehrung des Steuer⸗ objectes durch die im Jahre 1797 vorgenom⸗ menen Aufhebungen von geiſtlichen Körperſchaf⸗ ten, Kirchen u. ſ.w. Einverleibung der Lehen von Campione, Ci⸗ vina, Limonta und Cremnago. Aufhebung von geiſtli⸗ chen Körperſchaften in den Jahren 1798 bis 1307..... Einverleibung von 22 Ge⸗ meinden des Staates von Parma, die am linken Ufer des Po lagen.. Dritte Berichtigung der Flußufer, Einverleibung des erzbi— ſchöflichen Lehens Val⸗ ſolda im J. 1310-. Einverleibung mehrerer geiſtlichen und Kirchen⸗ güter in den Jahren 1814 bis 1820.·.. Vierte Berichtung der Fluͤſ⸗ ſe 1819 ⸗ lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 137 Betrag des Cataſtral⸗ ZBuwachs. Abgang. werthes. 25,356,062 121,203 64,226,090 66,222 16,397 56,951 364,970 40,135 12,714 11,876 32,762 Scudi 26,925,882 155,965 64,226,090 138 I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern Betrag des Cataſtral⸗ Zuwachs. Abgang. werthes. Übertrag 26,925,882 155,965 64,226,090 Einverleibung eines Grun⸗ des in Caſtelleone 1920.. 36 Summa Scudi 26,925,918 155,965 Wird der Abgang abgezogen mit 153,965 So zeigt ſich ſeit dem Jahre 1260 ein Zuwachs von 26,771,9553—— 26,771,953 Summe des Cataſtralwer⸗ thes der Gründe in den altlombardiſchen Provin⸗ zen......... Scudi 90,998,045 Die hier ausgeſetzte Summe von 90,9986,043 Scudi weicht von jener, die ich in der früheren Überſicht angegeben habe, wo ſie nur 90,324,999 Scudi beträgt, um 175,044 Scu di ab. Welche die wahre iſt, weiß ich nicht anzugeben: beide rühren von authentiſchen Quellen her. Indeſſen habe ich wichtige Gründe die kleinere Summe für die wahre zu halten, da ich weiß, daß auf der Grundlage derſelben die Steuerausſchreibungen vorgenommen werden. und ihrer Umlage in den lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 139 Be Die Grund⸗- und Hauſerſteuer, ſo wie die Gemeindeſteuer, werthes., Ae Se betrugen im Jahre 1326 nachſtehende Summen. der Grund⸗, Haͤuſer⸗ und Gemeindeſteuern in den lombardi— ſchen Provinzen im Jahre 1826. Gemeinde⸗ ſteuer Zuſammen. 4 Grundſteuer. Provinzen. In Lire und Centeſimi auſtriaci. Bergamo 2,262, 921 o0ſ m431,921[57 2,604,842 57 Brescia.. 3.,176,749 15 397,228[40 3,573,977 64 771,955 Como..,638,792 46 ſ464,013 2, 152,8⁰6 36 Cremona. 2,624, 154°8 ß366,762[2,9000,917 5 Lodi und Cre⸗ ma 2,505,347(5 411, 253[25] 3,006, 600/0 Mantova.. 3,046, 139[26/ 373, 170 o4*)3,516,2 27 70 Milano 4,368, 164 30 879,536[38% 5,247,7⁰0 68 Pavia 2,220,48²2 18/ 318,249 0 2,538,73127 996,005 Sondrip... 297,730 53 151,303[00 449,534 43 22,280, 480[6 1 3,793,930[5026, 171,338 60 di weicht habe, wo cudi ch. de rühren unme für grundlage den. *) Bei Ma ntova muß bemerket werden, daß hier in der Totalſumme nebſt den vorſtehenden zwei Parzialſummen noch überdieß Lire 9,601,340 hinzugerechnet ſind, die man in dieſer Provinz für Provinzial⸗Auslagen erhebt.— 140 I. Abſchnitt. Von der Groͤße der directen Steuern Verhältniß des Flacheninhalts und der Bevölkerung zur Grund⸗, Hauſer⸗ und Gemeindeſteuer in den lombardiſchen Provinzen in den Jahren 1826 und 1827. N. B. Die obere Zahl in den mit einem bezeichneten Colonnen bezieht ſich auf das Jahr 1820; die untere auf das Jahr 1827⸗ S 25 Geſammt⸗ Flächen⸗ SE8 2. betrag inbalt„„ 8. 2 88 der Grund⸗ in 4ja2SSS . und Bevöl⸗ Q. Meil⸗ ℛ☛*½2 5 5 Provinz. Gemeinde⸗ à 3 5 526. ſteuern. kerung. 10000⁰ wvᷣ✕μ 2.25= 5 Joch 28== 2 Wiener z8 Lire S= Maß.= 2 Lire auſtriache. 2 ſauſtriache. . 4. Bergamo 2,,604,842 57 323,583 69, 40 4662 38830% 8,32 * 3 327,087 47²⁷ 5,23 Brescia 3,573, 977 641 327,932 54,83 5980%)65182 10,89 ¹ 329, 100 6002 10,86 Como, 152,806, 36 338,883] 46,02 7363 46779 6,35 345, 152 75 ¹ 6,23 Cremona 2, 990, 9175 176,968 22,95 7711130323 16,90 178, 199 7764 16,84 Lodi und Cre⸗ ma 3,,006,600 90 198,926] 19,80 10048 156898 15,61 199,639 10082 15,06 Mantova 3,516, 227 70% 239, 1830 38,68 6148 90906 14,70 241,044 6231 14,58 Milano 5,247,700 68] 460, 88% 30, 94 142 43]169608 11,33 467,46 15106 11, 22 Pavia... 2,538, 73127 148, 404%16,98 8729]1495 13] 17,08 . 146,679 8638 17,3⁰ Sondrio. 449,534 43 83,949 55,31 1517 8127 5,35 .[I 33,947 1517 5,35 26, 171,338 veeeeenn 354,91*) 2,318, 253 Es fällt von ſelbſt auf, und ich brauche nicht darauf auf— merkſam zu machen, wie ſtark die ganz in der Ebene liegenden Provinzen bevölkert, und wie es vor dieſen wieder jene in einem vorzüglichen Grade ſind, die bewäͤſſert werden; wohin Pavia, *) Es ſind eigentlich 20,476,931 Pertiche cenſuarie= 355,685 Qua⸗ drat⸗Meilen. Der kleine Unterſchied rührt von der Reduction her. —y 4 Häuſer⸗ een in den enen bezieht Lire 6,32 9²3 10,86 79 6,35 6,23 323]016,90 16,8 1 15,61 15,6 906 14,70 14,59 9606] 11,30 11,21 V 17,00 7,30 5,35 5,35 9513 1127 auf auf— liegenden in einem † ab 0 — 85,555 Ll het und ihrer Umlage in den lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 141 Lodi mit Crema, und zum Theil Milano, Cremona und Mantova gehören. Die Beſteuerung richtet ſich nach der Schaͤtzung des Grund— ertrages; es entfaͤllt daher auf die gevierte Meile in den bewaſ— ſerten Provinzen auch die größte verhältnißmäßige Steuer, weil da, wo man Acker und Wieſen nach Gefallen bewäſſern kann, das Grundertraͤgniß ungleich größer iſt, als wo das Gedeihen der Früchte von dem zufälligen Regen abhangt. Auch muß ich hier aufmerkſam machen, daß, weil hier der geſammte Flächeninhalt zur Baſis der Berechnung angenommen worden iſt, in den gebirgigen Provinzen: Bergamo, Brescia und Como auf die gevierte Meile des cultivirten Bodens mehr Steuer entfallen würde, als hier angenommen worden iſt. Außer der Grund- und Häuſerſteuer hat man aber in dem lombardiſch-venezianiſchen Königreiche noch zwei andere directe Steuern, nämlich die Kopf- und die Gewerbeſteuer(Tassa personale, und Tassa Arti e Commercio). Die Kopfſteuer muß von jedem Menſchen entrichtet wer— den, der zwiſchen 14 und 60 Jahre alt, und im Stande iſt, ſich ſeinen Unterhalt zu verdienen. Im Jahre 1826 wurden in den lombardiſchen Provinzen 540723 ſteuerfähige Köpfe gezählt, von denen jeder an die Staatscaſſe 3,68 Lire, und an die Gemeindecaſſe 2,51 Lire: zuſammen alſo= 6,19 Lire zahlen mußte, was in den neun Provinzen für die Staatscaſſe betrug Lire 1,974,070: 06 »»y Gemeindecaſſen»» 1,377,020: 58 Zuſammen Lire 3,351,090: 64 Der Gewerbſteuer waren in dem obgemeldeten Jahre in den neun lombardiſchen Provinzen 60928 Perſonen unter⸗ worfen geweſen, wovon jede im Durchſchnitte Lire 11,792 zahlte.— Davon floß in die Staatscaſſe die Summe von Lire 537,057: 03 »» Gemeindecaſſen»„„ 1931,4372: 44 Zuſammen Lire 718,494: 47 14² I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern Der Geſammt⸗Betrag dieſer drei directen Steuern in den neun lombardiſchen Provinzen war im Jahre 18326 folgender: Geſammt⸗Betrag der directen Steuern in den lombardiſchen Provinzen im Jahre 1826. Bergamo Lire 3,202,559: 20 Byescia.„ 4,152,304: 51 Como..» 2,785,113: 13 Cremona.» 3,316,403: 57 Lodi und Crema.»„ 3,368,544: 91 Mantova.» 3,968,411: 66 Milano.»„ 5,980,563: 71 Pavia.....»„ 2,785,425: 54 Sondrio.„ 591,299: 438 Lire 30,240,925: 71 Die directen Steuern werden in dem lombardiſch-veneziani— ſchen Königreiche nicht durch landesfürſtliche Steuereinnehmer, ſondern durch Unternehmer eingehoben, die zu den mindeſten Procenten dieß Geſchäft übernehmen. Der Paächter muß eine hinlängliche Bürgſchaft leiſten, und muß monatlich das feſtge— ſetzte Steuer-Ratum an die Staatscaſſe abführen, er mag es eingenommen haben, oder nicht. Dafür hat er das Recht von den Saumſeligen 5% für die Zeit des Ausſtandes zu fordern, und wenn ſie in der vorgeſchriebenen Zeit nicht zahlen, ſie zu pfanden, und das Gepfändete auf ihre Koſten zu verkaufen. Der Betrag der erſten Rubrik iſt ziemlich bedeutend, und bildet einen weſentlichen Theil der Einnahmen der Steuerpächter. Folgende Überſicht gibt über die mehr oder mindere Leich— tigkeit, mit der die Steuern eingebracht werden, und über die derſelben zum Grunde liegende größere oder mindere Zahlungs— faͤhigkeit der Steuerpflichtigen genügendes Licht. der ein den Acender. vvinzen eneziani⸗ nnehmer, nindeſten nuß eine as feſtge⸗ mag es echt von fordern, „ſie zu ffen. d, und wachter. ere leic⸗ über die zhlungs⸗ und ihrer Umlage in den lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 143 Geſammt⸗Betrag der Koſten, welche Diejenigen abführen mußten, die die Grund⸗, Perſonal⸗ und Gewerbſteuer im Jahre 1826 nicht zu gehöriger Zeit abführten. 55 25 37 Koſten des . Pfän⸗ öffentlichen Prorvinz. Verzugs⸗ Derbes Verkaufes Zuſammen. koſten. der koſten. gepfändeten Sachen. Bergamo. 33,921[20% 0,462 35 1,386 66 44,77030 Brescia.. 24, 184 77 13,87066 692[4738,747 0 Como.. 23,753 ʃ35 7²²62 3⁰¹9 24,500[06 Cremona. 18,385 2,794 1 85 ˙54 21, 26552 Lodi und Crema.. 19,550¹70 4,970 58 126[26 24,64754 Mantova. 37, 143 /56 13,61364 736[23] 51, 493 43 Milano. 18,258 136 2,723609 43— 21,024 82 Pavia.. 11,528 03 755 06 13]1/— 12,297/89 Sondrio.. 13,250¹(62 2,972[51 483 55]16,700/68 Lire 199,977 32)51,886 2% ⁷3,506[80 255, 46014 So gering auch die Steuerſumme iſt, welche die Provinz Sondrio(das Valtellin) abführt, ſo iſt ſie doch im Verhält— niſſe zum Reinertrage der Gründe dieſer unfruchtbaren Provinz zu groß, denn um 100 Gulden Steuer einzubringen, werden 2,82 fl. Straf⸗, Pfändungs⸗ und Verkaufskoſten erfordert, waͤhrend in der Provinz Pavia 100 fl. Steuer nur 5,4 Kreuzer, und in der Provinz Milano gar nur 4,3 Kreu— zer Koſten für Zwangseinbringung verurſachen. Darum findet ſich auch in Valtellin kein Steuereinnehmer a scosso e non scosso, wie man ſie da nennt, d. h. ein Solcher, der das Steuerquantum abführt, er mag es von den Steuerpflichtigen eingenommen haben, oder nicht. 144 I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern Die geſammte Summe, die den Steuereinnehmern fuͤr die Einbringung der directen Steuern in den neun lombardiſchen Provinzen im Jahre 1826 von den eingehobenen Geldern ver⸗ gütet ward, betrug... Lire 414,506: 88, wornach ſich zeigt, daß die Einbringung von 100 fl. nur 1,03 fl. koſtete. Wird aber, wie ſich gehört, zu dieſer Summe auch jene hinzugerechnet, die ſie für Verzug, Pfändung und Ver⸗ kauf einnehmen, welche Lire 255,460: 14 betraͤgt, ſo erſchei— nen für 100 fl. Steuer, 2,19 fl. als Einnahme für den Steuer⸗ einnehmer. Wird zur Summe der in den Staatsſchatz fließenden Lire 30,240,923: 71 auch der von den Unterthanen gezahlte Strafbetrag gerechnet mit Lire 255,460: 14, ſo zeigt ſich eine Totalſumme von Lire 30,496,5383: 35, welche auf jeden einzelnen Menſchen in den Provinzen vertheilt, folgende Betraͤge darſtellen: K Bergamo... Lire 10: 31 Brescia.„ 12: 76 Como.„ 3: 2 Cremonaga..„ 13 36 Lodi und Crema.» 17: 05 Mantova.» 16: 30 Milanodd.„ 13: 02 Pavia...„ 13: 35 Sondrio.„ 7: 24 Im Durchſchnitte aller neun Provinzen entfällt auf einen Menſchen an directen Steuern der Betrag von= Lire 13,21, d. h. 4 fl. 24 Kreuzer. B. Venezianiſche Provinzen. Waͤhrend der Zeiten der Republik wurden in dem alten Gebiete von Venedig, vom Ausfluß des Iſonzo bis zum n an für die undihen geden ver⸗ 506 38, nur/ ſ umme aug und Ver⸗ ſo erſchei en Steuer⸗ fließenden en gezahlte zeigt ſch elche auf folgende auf einen re 15/21/ dem alten dhis zun und ihrer Umlage in den lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 145 letzten Arme des Po die Decima, auf der Terra ferma aber die Gravezza di mandato dominicale eingehoben. Die Decima war urſprünglich der zehnte Theil des Roher⸗ trages der Gründe, der in der Folge in eine Geldſteuer verwan— delt wurde, die dem zehnten Theile des Einkommens gleichkom— men ſollte. Letztere mußte daher erhoben und zu Geld veran— ſchlagt werden, wobei man aber nicht ſehr genau verfuhr, und manches Induſtriale, Regale u. ſ. w. auch unter dieſe Rubrik brachte. Die geiſtlichen und die weltlichen Beſitzungen wurden abgeſondert in verſchiedene Bücher eingetragen. Die Ertragsſchätzungen waren auf Faſſionen gegründet, und wenn der Ertrag Naturalien betraf, ſo wurden dieſe nach dem Preiſe des Jahres 1660 angeſetzt, und durch Abzüge für Cul— turkoſten depurirt. Dieſe Schätzungen ſollten alle 10 Jahre berichtiget werden, — Redecima— was aber nur ſehr ſelten geſchah. Die letzte der weltlichen Güter geſchah Anno 1740, der geiſtlichen Güter Anno 1769. Der ausgemittelte reine Ertrag ward in Lire di fia aus⸗ gedrückt, deren jede einen Werth von 100 Ducati(zu 6 Lire 4 Soldi) reinen Einkommens darſtellt.— Von 100 Ducati oder 620 Lire wäre die Zehntelſteuer zu 62 Lire entfallen; da jedoch die Steuer in Ducati effettivi berichtigt werden mußte, die 8 Lire enthalten, ſo betrug die Steuer 30 Lire. In den übrigen Provinzen wurden die Gravezze di man-— dato dominicale unter den Benennungen von allerlei Kriegs⸗ ſteuern gezahlt, und ſtellten die urſprünglichen Leiſtungen vor, welche die Provinzen zur Unterhaltung der Land⸗ und Seemacht beiſteuerten. Die Repartition geſchah ebenfalls nach Schätzungen, bei welchen aber die Regierung keinen Einfluß nahm; weßwegen faſt für jede Stadt und Diſtrict Particularſchätzungen nach abweichenden Normen beſtehen. Außer dieſer Steuer zahlten alle Grundbeſitzer auch noch das Campatico, welches eine Beſteuerung des Bodens, nach ſei⸗ II. 10 146 1. Abſchnitt. Von der Große der direrten Steuern nem Flaͤcheninhalte iſt, ohne Rückſicht auf den Ertrag.— In jeder Provinz wurde feſtgeſetzt, wie viel von einem Campo Acker, Wieſe, Wald gezahlt werden ſoll. Dieſe Steuer wurde im Jahre 1655 eingeführt, und für die allibrati ai fuochi veneti auf 30 Soldi vom Acker⸗ und Weinfelde; 20 Soldi von Wieſengründen, und 10 Soldi von Thal⸗ und Wald⸗ gründen für einen Campo feſtgeſetzt. Die Gebiete von Vero oin a und Friuli zahlten nur Vs die⸗ ſer Taxe. Während der erſten Occupation des Gebietes von Venedig durch die Oſterreicher, machten dieſe gar keine Anderung in Hinſicht der Beſteuerung des Landes. Der Ertrag der Deeime, der Gravezza und des Cam⸗ patico wahrend der Republik und der erſten öſterreichiſchen Beſetzung wird ſammt den auf das Einkommen, wie ſolches zu Anfang des gegenwartigen Jahrhunderts geſchätzt war, entfal⸗ lenden Procenten, folgender Geſtalt ausgewieſen: 1A Betrag Pro⸗ Woher die Steuern bezogen werden. in Libe veneke.„n. Von den zum venezianiſchen Cataſter ge— hörigen Gütern der Laien.... 3,060,000 3 detto» Geiſtlichen. 862, 1 9 Von der Provinz Padua.. 880,000 7 „»„ Wicenzg... 620,000 6 »»»„ Verona dießſeits der Etſch.... 114,000 5 »»»n Treviſo. 500,000 5 „„„ Feltre und Belluno 35,000 2 »„»»„ Friult... 250,000 5 Zuſammen 6,371, 172 L. ven. ¹ Lampo det wurde ai fuoch o Soldi nd Wald ur zs die⸗ Venedig erung in es Cam⸗ richiſchen lches zu entfal⸗ und ihrer Umlage in den lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 147 Hier iſt bloß von den venezianiſchen Provinzen die Rede, in ſo ferne ſie nach dem Luneviller Frieden zu Oſterreich gehörten. Die Franzoſen erhoͤhten dieſe Steuer im Juli 1306 auf 12,250,000 Mailaͤnder Lire, die nach den alten Ertrags⸗ ſchätzungen repartirt wurden. Da die Regierung fühlte, daß die Umlegung dieſer bedeu— tenden Steuerſumme nach dem beſtehenden Maßſtabe zu große Ungleichförmigkeiten verurſachte, und ein beſſeres Proviſorium ein dringendes Bedürfniß war, ſo ſchickte ſie in jedes Departement einen kunſtverſtändigen Commiſſär, welcher den Auftrag erhielt, ſich über die ſtatiſtiſchen, ökonomiſchen und finanziellen Verhält— niſſe des Departements die möglichſten Aufſchlüſſe zu verſchaf— fen, und nebenbei zu erheben, ob das ganze Departement, oder einzelne Theile deſſelben, mit einer, und welcher der lombar— diſchen Provinzen in Parallele geſtellt werden könnte. Dieſe ohne zeitraubende Erhebungen bloß aus eigener Anſicht und aus Un— terredungen mit gehörig unterrichteten Perſonen geſchöpften Da⸗ ten ſolite der Commiſſar der Generalſteuer⸗Direction berichtlich vorlegen, und dabei einen beiläufigen Anſchlag machen, wie hoch ſich der Capitalwerth des Grund und Bodens ſowohl nach Maß der Pachtſchillinge, als des Ertrags an Producten belaufe. Sobald dieſe Berichte vorgelegt, und insgeſammt beendigt waren, berief die Regierung im März 1807 aus jedem venezia⸗ niſchen Departement einen Deputirten, um durch Zuſammen⸗ haltung dieſer Daten mit den Localnotizen und Erläuterungen, die von den Deputirten erwartet wurden, ein der Wahrheit möglichſt nahes Reſultat zu erhalten. Die Verhandlungen der Deputirten wurden dem Staats— rathe vorgelegt, der ſie neuerdings einer Berathung unterzog und modificirte, worauf ſie erſt dem Vicekönig vorgelegt wurden, von welchem für die venezianiſchen Departemente folgender Scutato(Capitalwerth der Gründe) in Scudi di Milano feſtgeſetzt ward 10* 2⁴ 148 I. Abſchnitt. Von der Große der directen Steuern Departement Adige 6,155,049 „„ Aldrig...... 7/055,355 »„ Bacchiglione 15,6153,400 Brenta. 10,430,541 Paſſeriano 238,536,875 Piave. 2,342,052 Tagliamento. 13,954,667 Summe Scudi 90,898,440 Hiezu der Theil des rechten Etſchufers, in ſo ferne er zu dem Departement Adige gehört.... Aſe e ,525,205 Scudi 90,422, 145 Theils in Folge der Reclamen, welche vorzüglich von dem De⸗ partement Paſſariano gegen die Höhe des ihm zugemutheten Steuerobjectes erhoben wurden, und eine zweimalige Reduction des Scutatozur Folge hatten, und theils in Folge von veräͤnder⸗ ten Territorialeintheilungen, fand ſich der Sc utato im J. 1814 in folgender Geſtalt zwiſchen den Departementen vertheilt. Departement Adria Scudi 8,5312,822 d ½ᷣb ν—1„½£1£ v*½$☚¶ ◻ „„„Adige. 1,4,975,9 14 „»„ Baecchiglione»„ 15,650,460 „„ Piave.. 2,342,052 „» Tagliamento» 18,954,667 „ 2 Paſſeriano» 17,522,492 „„ Brenta„ 22,909,524 Total⸗Summe: Scudi 98,670,981 Als der für den Staatsſchatz einzubringende Grund⸗ ſteuerbetrag wurden 48 Denari von jedem Scudo, welche 5 ⅛ pr.% vom Cataſtral⸗Capitalwerth ausmachen, beſtimmt und ausgeſchrieben, welcher Betrag aber bei außerordentlichen Umſtaͤnden, oder für ſpecielle Fälle auch erhöht ward.— Für die Departements- und Communal⸗Bedürfniſſe mußte durch be⸗ ſondere Zuſchläge zu den directen Steuern geſorgt werden. Die Steuerſumme betrug 3,285,771 Scudi=— 19,714,266 Lire milaneſi= 17,476,695 Lire auſtriache. ern 5,069 d5 död 15,400 0,51 6,675 2,052 6,440 5,705 oon dem De⸗ gemutheten Reduction verander⸗ n J. 1614 heilt. 1522 ,914 0„460 2,052 4,667 7492 0,574 de Grund⸗ do, welche 1, beſtimm ordentlicen ud.— Ju zte durh be werden. 19 71chuhd und ihrer Umlage in den lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 149 Die Steuerumlegung geſchah in jeder Provinz nach eigenen Grundſaͤtzen.— Größtentheils benützte man die alten Cataſter, in denen der Werth der Güter bald im Capital, bald im Ertrage, nach einer ſehr verſchiedenen idealen Münze ausgeſprochen iſt, und weßwegen es überall nothwendig iſt das Verhältniß der Cifra locale zum Scutatozu kennen. Im Juni 1814 ward das Object der Grundſteuer, der Capital— werth der Grundſtücke und Gebaude, bedeutend verändert. Man erkannte, daß dieſe Provinzen zu hoch beſteuert ſeien, und ſetzte den Capitalwerth der Gründe von 98,670,983 Scudi auf 81,591,2385 Scudi herab. Im folgenden Jahre ſetzte man feſt, daß die venezianiſchen Provinzen, öſtlich des Mineio 12 Millionen ital. Lire Steuer zahlen, und daß man den Reinertrag der Gründe und Haͤuſer auf 60 Millionen veran⸗ ſchlagen könne, die dann mit Zuhülfnahme der alten Schäͤtzungen, und der in einigen Provinzen vorgenommenen Veränderungen des Schätzungswerthes der Gründe umgelegt wurden. Weil aber dieſe Umlage nur mit Hülfe der alten Proportional⸗ zahlen des Grundwerthes in den Provinzen(Cifra locale) bewirkt werden konnte, ſo ſind dieſe Zahlen auch jetzt noch der Schlüſſel für die Berechnung der Steuerumlage, die jährlich neu gemacht werden muß, weil die gleiche Steuerſumme nur auf der Provinz, nicht aber auf den Grundbeſitzern laſtet, die durch die Verheerungen der Flüſſe Ab- und Zuſchreibungen an Steuern erhalten.— Mittelſt dieſer Localziffer, die verſchiedene Benennungen hat, Lire, Ducati, Scudi, Soldi, wovon zum Beiſpiel im Territorio Trevigliano 100 Lire gleich 95,636 Scudi des Scutato provviſorio; oder im Territorio Veroneſe a deſtra ein Soldo gleich 154,281 Scudiiſt u. ſ. w., wird der, unter der vorhergehenden Regierung eingeführte Capitalwerth der Gründe(Scutato) rectificirt, und die Steuer für den einzelnen berechnet, die man dann mit 5 multiplicirt, um dadurch den reinen Grund— ertrag darzuſtellen. 1 150 I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern Statt, daß man in den lombardiſchen Cataſtralbüchern nur allein den Scutato der Gründe angegeben ſieht, und wenn man weiß, wie viel der Scudo an Steuer zu bezahlen hat, ſogleich dieſe letztere zu berechnen im Stande iſt, ſieht man in den venezianiſchen Provinzen drei Factoren angegeben, wovon aber nur der erſte wirklich einer iſt, denn der Seutato, und die Rendita cenſibile ſind nur Quozienten, und 100 Scudi des proviſoriſchen Scutato ſind gleich Lire 79,5048 der Renditacenſibile, und Lire 100 der Ren⸗ titacenſibile ſind gleich Scudi 125,7785. Es iſt die Steuerberechnung in den venezianiſchen Provin⸗ zen eben ſo complicirt als abgeſchmackt, ſo, daß ich es nicht ge⸗ rathen finde ſie hier näher anzugeben. Auch finde ich es von zu geringem allgemeinen Intereſſe hier anzuführen, welche Erhö⸗ hungen und Verminderungen in der Beſteuerung einzelner Pro⸗ vinzen in den erſten Jahren der öſterreichiſchen Regierung vor— genommen wurden. Ich ſchreite daher unmittelbar zur Darſtellung des gegen— wärtigen Zuſtandes der Größe und Umlegung der directen Steuern in dieſen Provinzen. Überſicht des Cataſtralwerthes der Gründe und Häuſer in den venezia⸗ niſchen Provinzen öſtlich des Mincio im Jahre 1827. Provinzen Proviſoriſcher Scutato. Rendita cenſibile. 5 2 Sceudi. Lire. Venezia. 11,673,703— 3 9,281, 130 76 Padovo 16,193,735— 7 12,874,8⁰03 57 Novigo.. 5,549,211— 2 4,411,891 409 Verongd.. 12,9 44. 137 5 3 10,291, 216 35 Vicenza 13,670,687/ 5 110,868,3368 81 Treviſof 13,175,15909)—— 10,474,389 37 Belluno. 2,432,333—— 1,034,259 81 Udine... 1 1,104,187 15 5 8,828,367 09 86,743,794 5 5 68,965,517 25 üchern nur und wenn adlen hi, eht man in n, wovon outato, nten, und leih Lire der Ren⸗ n Provin⸗ s nicht ge⸗ es von zu ſche Erhö⸗ ner Pro⸗ ung vor⸗ gegen⸗ directen venezia⸗ 627. — eenſibile. 6 und ihrer Umſage in den lombardiſch⸗venezian. Provinzen. 151 Von dem hier angegebenen Grundwerthe bezahlten die Pro⸗ vinzen an gemeiner und außerordentlicher Grundſteuer, ſo wie an Gemeindeſteuern folgende Summen. Uberſicht der Grund⸗, Häuſer⸗ und Gemeindeſteuern in den veneziani⸗ ſchen Provinzen öſtlich des Mincio im Jahre 1827. In Lire auſtriache. Gewöhnliche Beſondere Grund⸗ und Auflage 4 Provinz. Hauſerſteuer 8 Gemeinder Zuſammen. von 12 Mill. 1,900,000 ſteuer Lire Lire* itgliane. italiane. Venezia. 7,356, 216 16ſ 295,905 ſ63 429,035 70 2,579,187749 Padova. 2,574,96071 4⁰7,702[16 557,036[35 3,539, 699 16 Rovigo 882,378 3 0%% 139,7⁰09 900 194, 174 9 1,216, 263/14 Verona. 2, 058, 243 ˙2 7 325,983 50 365, 161[28 2,749, 293 ˙ 6 Wicenza. 2,173,771 76 344, 180 55]0 ß530,636 60 3,048, 588,91 Treviſo 2,09 4, 977 37% 331,704 34 366,013 80 2,792, 696 51 Belluno. 386,85 196 61, 251 56 30, 210[20 528,313 72 udine.. 1,765, 673 4² 2279,564 96 287,495 81 2,335,734 19 13,793, 1031451ſ2,183,908 ſo5., 2,809,761[68 18,786,77618 Verhältniß des Flächeninhaltes und der Bevölkerung zur Grund⸗, Haͤu⸗ ſer⸗ und Gemeindeſteuer in den venezianiſchen Provinzen öſtlich des Mincio im Jahre 1827. In Lire auſtriache. lã. ſ E ſ 2 3 en⸗- 228—— Geſammt⸗ Flächen⸗ 5582 4 r. inhalt 2=F3ſ=gs N 4 betrag Vevöl⸗ in E2 42 ,*2 3 5 rovinz. 2. 2 23 1 z det 1 Q. Meilen 2F22G8 2 angehobenen kerung. 5222S=G Steuer. 4 10,000- 2225S= S 1 Joch. S 3S 3 SESASSS Benezta. 2,579, 187.49] 251,998]/ 47,537 5301]1 54 256] 10, 23 Padova 3,539, 699.16 287,811 37,405 7694 94632 12,29 Rovigo. 1,216,263. 14 135, 35 19, 25 ²2 7⁰030% 63175 8,98 Verona 2,749, 293.06 280,778 49, 243 57111 55833 9,79 Vicenza. 3,046,588.91 304, 182 48,763 6238] 62518 10, 02 Treviſo 2,792,696.51 242,942 42,824 5673 65 213 11,49 Belluno— 528,313 72 122, 863 55, 302 2201 9467 4, 30 Udine. 2,335,734.19 345,523] 113,380 3⁰47 20600 6,76 118,786,776.18 1,971,4511 414,106*) *) Es ſind eigentlich 23,884,478 Pertichesenſuarie= 413,201 Quadrat⸗ Meilen. Der kleine Unterſchied rührt von der Reduction auf Meilen her⸗ 152 I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern ꝛe⸗ Der Kopfſteuer unterliegende Perſonen wurden in den venezianiſchen Provinzen im Jahre 1327: 434,564 aufgefun⸗ den; die in demſelben Jahre die Summe von Lire 1,599,195 in den Staatsſchatz abführten, und an die Gemeindecaſſen zu 2 ½ Lire pr. Kopf: 1,086,410 Lire zahlten. Zuſammen alſo= Lire 2,685,605. Die Gewerbſteuer trug dem Staatsſchatz ein Lire 441,763 „„„» den Gemeindecaſſen» 149,243 Zuſammen: Lire 591,006 Die directen Steuern der venezianiſchen Provinzen öſtlich des Mincio betrugen dem Vorausgeſchickten zu Folge: an Grund- und Häuſerſteuer..Lire 18,786,776 » Perſonalſteuer.» 2,685,605 .„„ Gewerbſteuer» 591,006 Zuſammen: Lire 22,065,387 Wornach im Durchſchnitte aller 3 Provinzen auf einen Menſchen an directen Steuern der Betrag von Lire 11, 13 entfällt,= 3 fl. 45,6 Kreuzer. Kit welchen Koſten die Einbringung der Steuern in den venezianiſchen Provinzen verbunden iſt, wie viel die Verzugs⸗ zinſen der verſpaͤteten Steuerzahlungen, die Pfandungen, Lici— tationen, betragen, verabſäumte ich zu erheben, was mir jetzt ſehr leid thut, weil ich vermuthe, daß ſie in den verhältniß— mäßig armern venezianiſchen Provinzen mehr betragen, als in den lombardiſchen, und man mir in mehreren Gegenden der erſteren geſagt hatte, daß die Einbringung der Perſonalſteuer von den armen Colonen nur gar zu haufig mit Zwangsmaß— regeln bewirkt werden muß. k. en in den alfgefun⸗ 15590,195 deraſen zu Zuſamwen e 441,755 140,245 2 501,006 zen oͤſtlch lge: ,775 ,605 06 if einen e 11, 18 in den Verzugs⸗ gen, Lici⸗ Fmir jett erhaltniß⸗ , als in nden der nalſteuer angomaß⸗ 153 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund- und Hänſerſteuer in den lombardiſch⸗venezianiſchen Provinzen zur wirklichen Grundrente. Die Grund- und Haͤuſerſteuer mit den Gemeindeſteuern beträͤgt in den lombardiſchen Provinzen.. Lire auſtr. 26,171,538 in den venezianiſchen Provinzen..»„ 18,768,776 Zuſammen: Lire A424,958, 114 Dieſer Betrag muß von dem der Grundſteuer unterzogenen fruchtbaren Boden bezahlt werden. Die geſammte Grundflaͤche des Königreichs beträͤgt: Perkiche cenſuarie 44,301,400 =— Meilen.... 767,4552 Davon ſind für Waſſer und Straßen angegebeen,n„Pert. cenſ. 1,962,225 = ◻ Meilen 33,9464 Bleiben für den ſteuerfäahigen Boden Pert. cenſ. 42,399, 1 35 = ◻ Meilen 733,5063 Wenn man annehmen könnte, daß die ganze Fläͤche von 735,5 ◻ Meilen gleich fruchtbarer Boden waͤre, ſo entfiele auf die Meile 61,292 Lire Steuer; auf ein Joch, 6,1292 Lire= 2 fl. 2,58 kr. Da es aber mehr als wahrſcheinlich iſt, daß die Alpen und hohen Berge, welche Italien von Kärnten, Tirol, der Schweiz und Piemont ſcheiden, und ſich weit herab in das Königreich erſtrecken, in ſo ferne ſie aus unfruchtbaren Felſen, geringen 154 II. Abſchnitt. Verhaͤltniß der Grund⸗ und Haͤuſerſteuer Weiden, und noch ſchlechtern Wäldern beſtehen, entweder gar keinen, oder einen nur unbedeutenden Ertrag liefern, und wohl ¼ der ganzen Flaͤche ausmachen werden; ſo wird dadurch der Grundſteuerbetrag nur über 550,2 ◻ Meilen vertheilt wer⸗ den dürfen, und jede Meile hat nun Lire 81712 beizulegen; das Joch 3,1712 Lire,= 2 fl. 43,42 Kreuzer. Eine ſolche Rechnung iſt aber zu allgemein, und gibt keinen ſichern Anhaltspunct zur Vergleichung der Grundrente, oder des Pachtertrages mit den directen Steuern. Hiezu iſt es erfor⸗ derlich, daß man in allen Provinzen von mehreren Wirthſchaf— ten das Flächenmaß und den Schätzungswerth, und dann den in Geld oder in Naturalien abgeführten Pachtertrag kenne. Aus den erſteren wird erſichtlich, was die Wirthſchaften im Durch— ſchnitte aller Culturarten und Claſſen geſchätzt ſind und Steuern zu zahlen haben; und aus dem letzteren, wie groß ihre Einnahme war. Wenn man dann erhoben hat, wie viel z. B. ein Joch an Steuern zu zahlen hat, und wie viel es bei der Verpachtung einträgt, ſo iſt dadurch das Verhältniß ausgeſprochen, das ge— ſucht wird. Aus folgenden Angaben wird dieß Verhältniß einigermaßen erſichtlich werden. A. Lombardiſche Provinzen. In Lodi entfallen im Durchſchnitte aller Culturarten auf die l Meile, Lire 156,398 Grund⸗ und Gemeindeſteuer, d. h. für das Joch, Lire 15,6898,= 5 fl. 15,73 kr. In dieſer Provinz habe ich von folgenden Wirthſchaften den Pachtzins erhoben. LoSr. 2)/ꝰSauter in der Drovinus Wberſicht Smnachbe ——„„„»„„ Dabellariſche zur wirklichen Grundrenke. teuer „ Pvranv 2a1 112/701: autmunlzänve 218 zcpvut ea1 999/0 2 1-1 hvöan„an aa2o 199/16 z5vazeg daz vic O’Lon uog autun ag ipiaaaege ie eee eie 732 pvdaoa alß aoduvjwe ee d ech ee he 99da4 09˙5 nv zcppch aog pi ane ee eegee ie i aag gn eeezec aoch 6 anu avas 40 1ppch a0 a a(. 6 p 4291 r& ee⸗ 1 prégr elnn 188= a0n⸗ urj m F hoggon aduanvzuH. 98 91⁰1(oQ= 9 ½,92 eo⸗ 8 elLor 2u l 926 179* 69 6998[ 9 68801&... u⸗ boc vuvb 9zci ſvarazs un duaue 47130 va0 e o vloaluvZ 1779 179 y 9geoy—— e89 c 92 h6[ 03420 13120 voon d 6762 14rn 19*6Cghr r L967 6 6gen.-.. 02)7 30 11120.O0312 uo 8ʃ⁰⁹ 176—.o981— orohg 9 Hyor[. 03720 17120 oaao L duvaS 8 1 9. 4ʃ6—.0490—— tge?r e 166. oubogo 0Inata T 1130 epzaoch vloa* ue 61 S 4ʃ91 LL,r6161 4— 8191 4 9Oso.. ouvocoH„wouvj e e en van u b28 3. anv aa V hoüLon uuinS tt/g1 0976(LroO—1 1999 9 rreh ren. rasd oTovouo zuod“go wuav 88˙62 11 69 1 0e9%—- 969 61 0ggI[u 5α I uv b212 2 oInjoch vavaaejvS 1 u 841 pr t9Ohrie ſ 1h 69 10⸗ 61 1991 a⸗lu„ge udeee eeeede w Lo⸗p( 09˙6 9e901 S r 61Sg1 or ü68:.. ozan! Dudira 10 19 Bidnrſoniis 83˙*⁵G 01 2208 9 ‧◻ 0492 9 198.... vuv 7 83. 5 uv ut a1*uvn aa13=uuvDd e og 0utoorS ysanc 2 — 10g „—. — 5 255 uv u S ur qaaai vT 2—pn3 SSSAev1z c ⸗cpvch, ⸗IvagivzvH u⸗—„a09oG 80- ie bunge ne 5e⸗ 26 ang 253 v.„50 ziwaun uue d aes Sa29e 820 1 V 92& 42 16 55 2 suia pvch 0 V 01 vn eu p vL V tweder gar fſern, und 1oJ Lugoce a0, e ee enwe ieeee e n baop id dedurch ) —= 2=ͤ—= — S=—— F= ę/=Ze—ꝛiũ ——ÿ—=—+—— ———+—— S ———.———— —2——————— ———— 2——— +===== —,—,———— 1Glaoan 2c 1 bIl? dv T und ſind ihre groß Joch an erdachtung n, das ge— „ nigermaßen Lrarten auf eindeſteuer, 82 5g940 420 In diſſet 6 —₰ . Pahtznd 156 II. Abſchnitt. Verhäͤltniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer Die den frommen Stiftungen in Malland zugehörigen ſechs letzteren Beſitzungen ſind offenbar verhältnißmäßig viel höher beſteuert, wie die fünf erſteren Beſitzungen, was nach meinem Dafürhalten dem Umſtande zuzuſchreiben iſt, daß ſie ſich noch mit ſehr geringen Veränderungen in demſelben Zuſtande befinden, in dem ſie zur Zeit der letzten Steuerregulirung waren, wie man aus dem kleineren Pachtzinſe erſieht, den ſie für die Per⸗ tica beziehen. Dadurch, daß man durch Verbeſſerung des Bodens den Ertrag erhöht, und für die Verbeſſerung und den vermehrten Ertrag keine Steuer zahlt, vermindert ſich das Verhältniß zwiſchen dem Pachtertrage und der Grundſteuer, indem der eine ſteigt und die andere gleicht bleibt. P a v i a. In der Provinz Pavia entfallen auf die Meile, Lire auſtriache 149,513 an Grund⸗ und Gemeindeſteuer, d. h. für das Joch, Lire 14,9513= A fl. 59 kr. In dieſer Provinz habe ich nur von wenigen Wirthſchaften den Pachtertrag und die Steuern berechnen können. Es ſind folgende. zur wirklichen Grundrente. fteuer zcpvch 2a1 01 Iuv vo lzaoch—g g O — Aug uadaoa zaeegae deeee e eet a ee e e iee ee ne gee e c 71vzus oC une Inv dLutgoach usduvd aoe 211up pan C un uean eee eee ee ee e —„zSuraog duabnuob Ivz dvomnv 8216212bSnv ue cpnv u eeee en e ee eeee e fl*b — uozqavad 31v g141 bav auo] 2Je e ee i g ee e(⸗ PoC 16/§00= — /1:ucp cpanC törge——„gerog o⸗ erh uevne aunv da13 a 65 UIr 99/91(. or 9Oogg 9 ogoo ger ocgs... 03.015 ouve 1a o uv oosvud zuong outsva) ⸗Hoe 12 auoch ouv] vgo 144 09 1M L 9˙91 98˙⁰⁷ L118 1r 4699 9 g90u. opPvabozv qas e 1 d ons ⸗vün ooang Pviaglnvſaang .44(9 Hl 9 1791 01 2 9og 1—.01 5o⸗9 r9og vuvzzo] vud von C—a ucp Gpan C ⸗vchuvd oavouo 138u 09818 v13 uu uene our e 1041 uy 316 v og SrC 2103](f 5355 o uv pAlL. 1 Hunz 22 non u1d Gza a. 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Bollate, Boldinas— 5 G 8 2. 0„... 433 1 5203. 2. 5 37⁰9 8,5 29,7 8=*— Caſſina Maragna Milano. Melegnano, Col⸗ 85— ⸗ 2 e S. Brera. turano. 762 9 8⁰86. 5. 6] 5747% 7,5 29,9 2— 212= 2 Cuſſina Campor⸗ AQuinto Sole, Mi⸗ E 8 B——₰ 2 V 3 Sal lano. 259 12 2725. 3. 2½ 2883 11,1 20, — 2 85 2 uinto Sole. S.——+— BValbigno. Melegnano, Bal⸗ 2 3 2 2— biamo.... 440— 4883. 5. 7 4170 9,4 24,7 8—— Borgonuovo. Melegnano, Buſti⸗ A2 B 2 ghera. 1110— 11379. 2.— 630 5,6 38,2 —— 2 2 2 Majocca. Mediglia... 6⁰9 23 6184. 1. 5 331 7,1 33,— — Z z=Z zES Ceſate, ed uniti. Ballate, Ceſate. 8⁰³55 18 28⁰45.—. 7 31149 3,8 9⸗ 8 2 2 2 2 Grande di Linate. Milano, Linate 1836 y— 13829.—. 213166 7,— 30,2 8 22 Vigo, Barlaſſina, detto. 1027— 15933. 3. 41 9²39 5,6 I 38,8 := 2 3 Croce, Saleſina. ——* Nolino dt ſotto. detto. 35² 7 4144.—.— 33900%)9,6 25,8 2= 25 Magrettge Trial⸗ Milano, Incugna⸗ ◻, Or, ᷑ lg. Ja.... 1052 4 7671. 3. 1 3946 98,8 18, 2 S 120* 11 17)* 1599 41. 2. resgG9 27,16 2—— 2279,59 Joch. 1 4 3——— —— 4 4 8—————— eer den in den uithſchften Bun 9 11S= 32G 32 11t 26 — Sa09 822 2 mr d 7Ja1928 aulo ued 421 =ovnS — -Ga anar 9 2 2 5 2 — 8 av Z — Heſammter jachtzins⸗ — achtzins fll epetticg Miland — 100 Lire acht gebeln — zur wirklichen Grundrente. 15 9 Man ſieht hier das Verhältniß der Pachtrente zur Summe der Grund⸗ und Gemeindeſteuer von 18,2 bis 46,3 wechſeln. Die Urſache dieſer Differenz iſt bereits früher bei der Provinz Lodi angegeben worden. Nur ſcheint in den hier aufgezählten Wirthſchaften noch weniger für die Verbeſſerung des Bodens gethan worden zu ſein, wie in Lodi, weil die Steuern hier gegen die Pachtrente bedeutend höher ſind. Aus dem trockenen Theile dieſer Provinz habe ich nur ein Paar Geldpachtungen aufgefunden, die ich hier zuerſt anführe. Die übrigen Erhebungen ſind Berechnungen des Ertrages der Colonenwirthſchaften, die ein weniger ſicheres Reſultat ge— Steuern wahren. „ 5 5 5 2 22 E Name Name Bezirk Flächen⸗[Scutato 2 5 e der des 7 inhalt. oder 2=V,ö= Gemeinde.— Cataſtral⸗=. Beſitzung. Beſitzers. Per⸗ Ta⸗ werthy.=SSE=ESS e1 Ta⸗ 59==g tiche.[vole. 2A= Lire au⸗ Lire au⸗ ſtriache. ſtriache. Salbiate con Luogo pio Vimercate, Brentano. di Salbtate.. 2105 ⁰— 12 395.1.5] 18948 9,013,8 Draga. Milano.ſ Gorgonzola, Inzago.. 52o0— 3978.3.— 4630% 8,0 18, 1 2625[— fehnus 23578 7 Theilungswirthſchaften, die in der Provinz Mailand ge— legen wären, habe ich keine berechnet. C o m o. 1. Die Wirthſchaft des Herrn Luigi Caſtiglione, in der Nahe der Stadt Vareſe, beſteht im Ganzen aus 150 Pertiche= 127,055 Joch, und iſt zuſammengeſetzt: Pertiche 13 Tav. 3 „ 15 Fürtrag: Pertiche 22 Tav. 23 aus Wieſen. » Weiden „ v 4 160 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer übertrag: Pertiche 22 Tav. 23 aus Holz„»„ 3 0 11 8 „ Weinhügel„ 9„»„— 2 Haide.»„ 5 4 » Nacktes Ackerland»»„ 36» 11 »„ Berebtes Ackerland»»„ 52 5 , Hofraum y» 14 2 9: 28 Pertiche 150 Tav. 19 Das Ackerland gehört mit geringen Ausnahmen zur dritten Claſſe, wovon die Pertica des nackten ſowohl als des bereb⸗ ten zu 6 ½ Scudi geſchäͤtzt iſt. Der ganze Scutato dieſer Beſitzung beträgt 950 Scudi 3 ½ Lire.— Die auf dieſe Wirthſchaft entfallende Grund- und Gemeindeſteuer beträgt 61 fl. 21 Kreuzer; auf das Joch kommen 3 fl. 59 Kreuzer. Der Ankaufswerth dieſer Wirthſchaft im Jahre 18322 war 32,000 Lire milaneſi= 9456 fl.; das Joch koſtet 554,4 fl. Verhältniß des Cataſtralwerthes zum gegenwärtigen Kauf— preis= 100: 530. Für das nackte oder mit Maulbeerbaͤumen beſetzte Land bekommt er 2 ½ bis 3 Stara Weizen Pacht= 7,334 Metzen pr. Joch; für das berebte 2½ Stara= 5,547 Metzen. Für die Wieſen bekommt er 10,12 Lire pr. Pertica Pacht; dann erhäͤlt er die Hälfte des Weinerzeugniſſes und die Hälfte der Galetten, die von 147 4— 5jahrigen, 21 3— 10»y y 112 alterwachſenen Bäͤumen gewonnen werden. Hiernach ergibt ſich folgende Rechnung: 56 Pertiche 11 Tav. nacktes Acker⸗ land à 22 Stara.. Weizen 141,25 Stara. 52 Pertiche 5 Tav. berebtes Acker⸗ land à 2 Stara.»„ 110,66„ 251,91 Stara. — 74,817 Metzen. 919 zur dritten des bereb⸗ ato dieſen eauf dieſe ter beträͤgt reuzer. 1322 war 54,4 f. en Kauf⸗ etzte Land 54 Mehen Netzen. Pertice gniſſes und zur wirklichen Grundrente. 161 Man rechnet zwar pr. Pertica des berebten Ackerlandes eine Brenta Wein ganzes Erzeugniß, das waͤre 11,72 Eimer pr. Joch; wir wollen aber nur die Hälfte annehmen, namlich ½ Brenta pr. Pertica, und ½1 als parte dominicale. Von 52 Pertiche 5 Tav. zu a Brenta beträgtt. 153,05 Brenke. = 12,356 Eimer. Von 9 Pert. Ronco= 1,023 Joch, à 12 Eimer pr. Joch, die Haͤlfte 23,356 Eimer. 18 c Pertiche Wieſen à 10 Lire. 133 Lire. = 54 fl. 4,2 kr. Wird der Metzen Weizen veranſchlagt zu 4 fl., ſo betragen 74,817 Metzen.. 209,263 fl. Der Eimer Wein zu 5 fl., ſo betragen 23,256 Eimer. a. e. C.. 116,780» Pachtgeld für die Wieſen..... 54,070» 470,113 fl. Die 4% Zinſen des Ankaufcapitals betragen. 373,24 fl. Die Steuernt...... 61,32 v 439,56 fl. Der Gutsbeſitzer aber nahm ein. 470, 115 fl. Folglich bleiben ihm, außer dem ganzen Er—— trage der Maulbeerbäume noch übrig.. 30 fl. 13 kr. Die Seide trägt aber leicht, ja wohl gewiß ſo viel ein, um ſein Capital nicht zu 4, ſondern zu 5 pr.9o zu verzinſen. Es zeigt ſich aus dieſer Rechnung, daß in dem vorliegenden Falle die Steuern höchſtens nur 13,4 pr.% der Pachtrente be⸗ tragen. 2. Die Beſitzung, welche bis zum Jahre 1826 den Brüdern Negroni in den Gemeinden Oggiono, Ello und Im—⸗ bevido in der Provinz Como gehörte, ward in den Jah⸗ ren 1825 und 1826 in zwei Parthien, um 134100 Lire verkauft. Der Flaͤcheninhalt der ganzen Beſitzung beträgt 53,342 Joch; II. 11 162 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer darunter ſind aber 15,304 Joch Waldung, wovon man keine baare Geldeinnahme hat, weil man ſie den Colonen überlaſſen muß, um daraus für die Weinrebencultur, und den Heerd das nöthige Holz zu beziehen; bleiben demnach nur 37,538 Joch Acker⸗, Wieſen⸗ und Weinland. Der Scutato der ganzen Beſitzung beträgt 2329 Scudi 3:11: der Scudo d'Eſtimo zahlt in der Provinz Como für Grund⸗ und Gemeindeſteuer 22,565 Centeſimi auſtriaci, folglich die ganze Beſitzung Lire 525,60= 163 fl. 31,93 kr. Auf das Joch entfäallt 3 fl. 17 kr. Daß dieſe Grundſteuer im Verhaͤltniß des in dieſer Gegend allgemein üblichen Kaufwerthes der Gründe ſehr mäßig ſei, geht aus folgender Berechnung hervor. Bei dem Verkaufe dieſes Gutes ward die Beſitzung, ge— nannt Trescano, beſonders abgeſchaͤtzt, ſie beſteht aus fol— genden Theilen: Flächeninhalt Scutato Scutato Cuſlturart. der einer der Par Parzelle. Pertica milaneſe. zellen In den Claſſe Claſſe; Claſſe 1.. m. 2 22 Gegenwärtige. Cataſtralbüchern u8* 3 5 22 3 eeeierhe 1. 11 1II. Claſſe. Claſſe. Claſſe⸗ 5. 5. Weingärten. Weingärten.—— 2.9— 4-⸗3.— 11 3 1 Detto. Detto.—— 2.——— 4. 3.—— 9—— Detto. Detto.—— 18.18¹6—— 4.—.— 75—— Berebtes Acker⸗ Ackerland.— 25.6—— 7.—.—— 176 4 4 land mit Maul⸗ beerbäumen. Detto. Berebtes Acker⸗ land.—— 13.121—— 6.—.— 8—— Garten. Garten. 1.3——[12.——— 13 3— Bauernhaus. Bauernhaus.— 20—— 12.——— 10— Wald u. Wein⸗ Weingärten.—— 1.3—— 4. 3.— 5—- 3 garten. Wald. Wald. 2.12—— 3.——— 7 3— Detto. Detto. 1.18—— 3. 3—— 6— 6 Detto. Detto. 11.1——-— 3.—.—— 33— 6 Detto. Gebuſch.— 17.10%——— 31 421 ——— 3.17 38. 19 55.4 435]55 tich ſeuer man keine überlaſen Haund das 755t Jöch 829 Seudi Comofür uſtria ci, 51 96 kr. eſer Gegend maßig ſei, tzuung, ge⸗ aus fol⸗ — — = —]I zur wirklichen Grundrente. 163 Der Flächeninhalt der Beſitzung Trescano beträgt Per⸗ tiche 97, Tav. 106= 11,1046 Joch. Sie ward um 30,000 Lire di Milano veranſchlagt, = 9865 fl., die Pertica um 307 Lire, das Joch um 793 fl. Auf dieſe Beſitzung entfällt ein Scutato von 455 Scudi 5,5, folglich an Grund- und Gemeindeſteuern 32 fl. 47,4 kr., das Joch 2 fl. 57 kr. Wenn der Käaufer hier dieſelben Einkünfte pr. Joch ſich er⸗ wartet, wie Herr Caſtiglioni in Vareſe, und es iſt kein Grund das Gegentheil zu glauben, da er das Joch um 793 fl. zahlte, während es in Vareſe nur 534 fl. koſtete, ſo müßte er vom Joch 22,15 fl. beziehen, wofür er nur 2 fl. 52 kr. Steuer zahlt, alſo nur 10,9 pr.% des Pachtertrages. Aus dem Munde des vorhergehenden Beſitzers, des k. k. Oberſt⸗Lieutenants von Negroni, der dieſe ganze Be⸗ ſitzung von 55,342 Joch mehrere Jahre lang ſelbſt verwaltete, weiß ich, daß ihm nach Abzug aller Auslagen jährlich 4300 Lire = 1270 fl. als Renten übrig blieben; wornach ſich das Kauf⸗ capital nur zu 3,2 pr.% verzinſen würde, wenn die neuen Be⸗ ſttzer nicht induſtriöſer ſind, wie der vorhergehende. Unter den örtlichen Verhältniſſen, in welchen dieſe Beſitzung auf dem ſteinigen Abhang eines Berges liegt, kann ſich aber ein ſo ungeheuerer Kaufpreis nur dann höher verzinſen, wenn durch vermehrten Anbau der Maulbeerbäume und beſſere Cul— tur der Reben, der Ertrag dieſer Beſitzung vermehrt wird, deſſen er allerdings fähig iſt. Im Vorbeigehen muß ich hier bemerken, daß wenn hier in Trescano, wo die gegenwärtige Cultur des Bodens von jener, wie ſie vor 100 Jahren beſtand, ſehr wenig abweicht, und wo man das Joch theurer, wie in Vareſe bezahlt, die Steuer geringer ausfällt, als im letztern Orte, dieß zum Theile davon herrührt, daß die alten Schätzungen die Ronchi der dritten Claſſe nur zu 4 Scudi, das berebte Ackerland derſelben Claſſe aber zu 6 Scudi veranſchlagen, was offenbar unrichtig iſt, 11* 164 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer denn beide Culturarten liegen in faſt ganz gleichen Verhältniſſen, und die Ronchi ſind daher offenbar zu gering in Rechnung gebracht, und ſollten im Verhäͤltniſſe zur dritten Claſſe der Arat. vit. doppelt ſo hoch ſtehen; zum Theile aber liegt die Urſache in der ſpätern Ausdehnung und Vervollkommnung der Cultur der Maulbeerbäume. Die alten Cataſter führen in der ganzen Beſitzung Negroni von mehr als 55 Joch nur 79 ſteuerfähige Maulbeerbäume, und in der Maſſeria Trescani gar keine ſolche Bäume an, waͤhrend gegenwärtig vielleicht 500 darauf ſtehen. Noch will ich hier die Steuer- und Pachtertragsberechnung von vier Colonien herſetzen, die ich aus den Wirthſchaftsrech⸗ nungen des Grafen Caſtiglioni, in Mozzate, Bezirk Appiano, Provinz Como, auszog: Der Flächeninhalt dieſer vier Beſitzun— gen iſt. 559 Pert. 6 Tap⸗ = 63,532 Joch. davon ſind aber nur Ackerland ohne Wein 203 Pert. 9 Tav. = 23,123 Joch. mit Wein 111 Pert. 2 Tav. = 12,629 Joch. Zuſammen an Ackerland 35,752 Joch. Das übrige Land beſteht aus Haiden 205 Pert. 10 Tav. = 23,355 Joch. aus Holzland 4,425 Joch. Die Pertica Haideland iſt nur zu einem halben, das Holzland zu 5, 4, 3, und auch zu einem Scudo Capitalwerth im Cataſter veranſchlagt. Das Ackerland gehört faſt ganz zur zweiten, dritten und vier— ten Claſſe, wovon die Pertica des nackten zu 6 ½, 5, und 3 ½ Scudiz des berebten zu 7½, 6, 4 ½ Scudi geſchätzt iſt. Der ganze Scutato dieſer vier Beſitzungen beträgt Scudi 2113. 3. 7. Da der Scudo d' Eſtimo in dieſer Provinz an Grund⸗ und Gemeindeſteuer bezahlt 22,563 Centeſimi, ſo entfallen ſteuer ethltnſſen, h Nathnung Caſſ der der liegt die unnung der Negroni beerbaume, che Baume en. berechnung ſſchaftore⸗ te, Veirk och. alben, ded apitalwet en und vie⸗ 4, 5/ und geſchttit en bettagt all Grund⸗ entfalen zur wirklichen Grundrente. 165 auf dieſelben: Lire 476,90, oder 158 fl. 58 kr. Auf ein Joch 2 fl. 30 kr. An Pachtzins nimmt der Grundbeſitzer ein: Weizen: 36,434 Metzen à A fl.: 345,736 fl. Roggen: 54,572»» 3»y 163,716» Hirſe: 45,290„» 3„v: 135,370» 645,322 fl. Da der Pachtzins nur allein von dem Ackerland geßogen und Weide und Holz dem Pachter, als zum Betrieb der Wirth— ſchaft gehörig(Scorta) ohne Entgeld gegeben wird, ſo entfal— len auf ein Joch Ackerland an Pacht: Weizen..(Metzen: 2,41 Roggen.„ 1,52 Hirſe⸗„ 1,26 Metzen 5,19 Das Weinerträgniß war vor kurzem in dieſer Gegend noch von ſo geringer Bedeutung, daß der Graf von ſeinen Colonen nicht ſo, wie allenthalben geſchieht, die Hälfte des Erzeugniſſes forderte. Erſt ſeit wenigen Jahren läßt er mehr Wein pflanzen, und dann wird er auch den Pacht zweifelsohne ändern. Von den Galetten muß jeder Colon als Zins für die ihm überlaſſenen Maulbeerbäume die Hälfte abgeben. Da ein Colon nach der Angabe des Fattore 120 bis 150 Pf. Galetten, im Durchſchnitte 135 Pf. erzeugt, ſo gibt dieß Product auf vier Co⸗ lonien 540 Pf.; die Haͤlfte davon, die dem Herrn gehöͤrt, macht 270 Pf. aus, zu 4Lire= 1080 Liredi Milano= 310, 14 fl.; faſt genau die Hälfte deſſen, was der Getreidepacht einbringt. Vom Getreidezins allein beträgt die Steuer 24 pr.%. Rech⸗ net man aber zu der Einnahme auch die Galetten, wie billig, hinzu, ſo zahlen 100 fl. Ertrag nur mehr 16,4 fl. Hier kann ich mich nicht enthalten meinen Leſern das mitzu— theilen, was Arthur Noungim Jahre 1790 über dieſen nam⸗ lichen Gegenſtand ſchrieb. Er war auch in Mozzate, und be— rechnete da das Verhältniß der Pachtrente gegen die damalige Grundſteuer.— Folgendes ſind ſeine Vorausſetzungen: 166 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer 100 Pertiche Land geben an rohen Producten, Getreide, Wein und Seide: Lire 1836. Dem Grundbeſitzer kommen für ſeinen Theil hievon zu: Lire 7885. Eine Pertica gibt alſo Pachtrente: Lire 7,85. Dieſe 100 Pertiche zahlen von dem gegebenen Pacht⸗ werthe Steuern: Lire 72,5. Nach dieſen Vorausſetzungen iſt es klar, daß 100 Lire Pacht 9,37 Lire Steuer zahlen; allein Young rechnet dieß Verhaältniß anders. Er ſagt: wenn keine Steuer beſtände, ſo würde der Grund⸗ beſitzer von 100 Pertiche einnehmen: Lire 785, und Lire 77,5, zuſammen Lire 862,5; da er nun gegenwaͤrtig von die⸗ ſem Lande Lire 77,5 zahlen muß, ſo iſt das Verhältniß zwi— ſchen dem Pachtertrage und der Steuer= 100: 3,96. Es iſt dieß aber ein völlig irriger Calcul, der Etwas voraus⸗ ſetzt, was ganz falſch iſt; denn bei der Theilungswirthſchaft erhält der Grundbeſitzer ſeinen Antheil am Ertrag, es mag der Grund ſteuerfrei ſein oder beſteuert. Im erſtern Falle wür— den ihm die Lire 785, die in dem vorliegenden Falle ſei⸗ nen Antheil bilden, ganz bleiben; im letztern Falle muß er Lire 77,5, d. h. 9,87 pr.% davon dem Staatsſchatze zahlen, allein ſein Antheil am Rohertrage der Producte bleibt immer derſelbe. Sein Reinertrag würde dadurch allerdings erhöht, wenn die Steuer aufgehoben würde: allein dann fällt auch der Gegenſtand der Frage weg, welches das Verhältniß zwi⸗ ſchen Pachtertrag und Grundſteuer ſei. Er bekommt z. B. die Häͤlfte aller Erzeugniſſe, die in dem vorliegenden Falle Lire 785 betragen ſollen, die ihm ganz blieben, wenn er keine Steuer zu entrichten hätte. Er bekommt aber vom Pachter auch nicht mehr als Lire 785, wenn er davon Lire 77,5 Steuer zahlen muß; weßwegen man den Betrag der Steuer nicht zur Pachtrente ſchlagen, und nicht behaupten kann, daß man von einem ſteuer— freien Grund mehr Pachtzins einnehmen würde, als von ei— nem beſteuerten. iicten; We ſch de hacht 100 Lit ſm, 16, Wehaltn nun auf tlagbe alhesi N de Perb duf das beche eller BGttredde, hiegon du. * nen Paht⸗ 1o Lire ehynet dieß der Grund⸗ und Lire lig von die iltniß zwi⸗ 96. s voraus⸗ irthſchaft „es mag Falle wür⸗ Falle ſä lle muß er ätze zahlen, leibt immer gs erhoht, fällt uuh altniß jui⸗ t z. B di Lire 135 Steuer iu nicht mil ahlen nuß Pattani nem ſtaun ls von ei zur wirklichen Grundrente. 167 Young ſetzt in dieſer Berechnung ferners voraus, daß ein Scudod'Eſtimo2b Denari, d. h. 1 Soldo und 6 Dena⸗ ri, an Steuer zahle, worin er abermal irrt, denn ein Sol— do hat nicht 20, ſondern nur 12 Denari, polglich ſind 1 Soldo und 6 Denarigleich,= 13 und nicht 26 Denari. 18,848 Denari Grundſteuer pr. Scudo d'Eſtimo iſt die urſprüngliche Umlage vom Jahre 1760, wie ich zu Anfange dieſes Abſchnittes gezeigt habe. Daß im Jahre 1790 ein Scudo noch nicht mehr als 18 Denari bezahlte, möchte ich faſt be— zweifeln; denn nach den von mir hierüber eingezogenen Nach⸗ richten zahlte er bereits 24 Denari. Werden 24 Denari pr. Scudo angenommen; ſo erhöht ſich die Steuer von Lire 77,5 auf Lire 103,3, und 100 Lire Pacht zahlten 13,15 Lire Steuer. Jetzt zahlen in-Mozzate 100 Lire Pacht, nach den im Jahre 1828 beſtandenen Prei⸗ ſen, 16,4 Lire Grund⸗ und Gemeindeſteuer, folglich iſt das Verhältniß zwiſchen Pachtrente und Steuerprocent, wenn man auf die Gemeindeſteuern Rückſicht nimmt, die ich in An⸗ ſchlag brachte, Noung aber weggelaſſen hat, daſſelbe geblieben, welches im Jahre 1290 beſtand, was nur möglich wird, wenn die Verbeſſerung des Bodens und der erhöhte Werth der Pro— ducte gleichen Schritt mit der Erhöhung der Steuer halten, wie dieß hier der Fall zu ſein ſcheint. So groß auch in abſoluter Hinſicht in dem vorliegenden Falle der Pachtzins ſcheinen mag, ſo iſt er doch in relativer Hinſicht, gegen die Nachbarſchaft in Vareſe und Ello, ſehr mäßig; denn wenn auch der ganze Pacht bloß allein auf das Ackerland repartirt wird, ſo entfallen doch nur erſt 12 fl. 6 kr. auf das Joch, waͤhrend ein Joch in Vareſe und Ello an Getreide- und Weinabgaben, ohne die Galetten, 22 fl. 40 kr. bezahlen muß. Der Graf Dandolo ſagt(Opera postuma S. 102): daß ihm einer ſeiner Colonen in Malnate, unweit Vareſe, in der Provinz Como, zwei Stara Weizen pr. Pertica Pacht gab, und daß eine Pertica ſolchen Bodens 3 Seudi geſchätzt ſei. 168 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer 2 Stara pr. Pertica= 5,22 Metzen Pr. Joch à 4 fl 2o fl. za kr. 8 Scudi Cataſtralwerth pr. Pertica geben an Steuer pr. Joch. 5 fl. 10 kr. 100 fl. Ertrag geben an Steuern 2 fl. 12 kr. Im Jahre 1819 betrug aber die Halfte der Galetten, die ihm dieſer Colon als parte dominicale brachte: 165 Pfd. zu 4 Lire; nach dem Preiſe vom laufenden Jahre beträͤgt die⸗ ſer Artikel allein: 660 Lire= 195,03 fl., die auf 15,008 Joch vertheilt(ſo groß iſt dieſe Beſitzung), auf das einzelne Joch 13 fl. betragen. 13 fl.+ 20 fl. 52 kr.= 55 fl. 52 kr. verhalten ſich zu 5 fl. 17 kr. wie 100: 15,59. Drei andere Colonen in Verano, die 270 Pertiche Land= 50,5699 Joch bearbeiten, wovon mehrere Stücke berebt ſind, geben Pacht: an Weizen Metzen 46,926 àa 4 fl. 187,704 fl. » Roggen» 34,646» 3„ 163,944* » Hirſe„» 32,076» 3 9 96,223» Werth des Weines 113,200» 566,076 fl. Jeder dieſer drei Colonen gibt Pacht pr. Joch an Weizen. Meetzen 1,52 ⸗ Roggen....„ 1,77 » Hirſe.„ 1,04 »„ Weingeldbetrag 5 fl. 51 kr. Auf jedes der 30,60 Joch enfällt ein Pachtzins für Getreide und Wein 18,44 fl. Dieſe drei Colonen erzeugten im J. 1819 an Galetten 654 Pfd. Mail. Gew. à 4 Lire milaneſi= 2616 Lire, wovon die Hälfte mit 1308 Lire= 386,5 fl. dem Herrn gehört. Auf jedes der 30,69 Joch entfaͤllt ein Ertrag am Werthe der Galetten für den Grundbeſitzer von 12,59 fl., und mit Zu⸗ rechnung der früheren 18,44 fl. ein Geſammtertrag von= 51/05 fl., welcher große Ertrag uns nun den ungeheuren Kaufwerth der Gründe in dieſer Gegend erklärt. der geudi. deb Lenteſit teſimi4 duje Enuun b fnüſen 10 Sedenert kag nur der in! ühor das zur wirklichen Grundrente. 169 Der Scutato betraͤgt à 7 Scudi pr. Pertica: 1890 . zu kr.; Scudi. Die Grund⸗ und Gemeindeſteuer betragen ſonach zu 22,565 f. lo k. Centeſimi pr. Scudo, Lire auſtriache 426, Cen⸗ ).. 1 nn teſimi 44. etten, di Auf ein Joch entfallen Lire 13,30= 4A fl. 37 kr. Wird die 165 o. Steuer bloß auf den Getreide- und Weinertrag berechnet, ſo ttragt die⸗ müſſen 100 fl. Pachtertrag 25 fl. Steuer geben; wird aber der .. 5 10s Joch Seidenertrag hinzugerechnet, ſo entfallen auf 100 fl. Pachter⸗ Vn s Jcch 1ſ trag nur mehr 14,85 fl. Steuer. halten ſch lonen in Zuſammenſtellung earbeiten. 1 der in den lombardiſchen Provinzen aufgefundenen Daten über das Verhältniß der Groͤße der Pachtrente zur Größe 1 der Grund⸗ und Gemeindeſteuer. lli Betrag der Grund- In dem Betrag fu 1. Toheſt ein 5 und Gemeinde⸗ Lorli Gegend Doch: ſteuer für 1 Joch: genden und Falle ge— — j Zahl 6 1 3 8 Provinz. der nach dem für die ben 100 berechteten niedrige Durch⸗ vorlie⸗ Gulden Laren höchſter. mittlerer. ſchnitteſ genden Pachter⸗ 4 ſter. der Fälle be⸗ trag an Provinz. rechneter Steuer⸗ fl. ſ kr. fl.[kr. ſ fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. Lodi. 11 Daten aus verſchiedenen rkr. Gegenden..40— 20 4 26 52 5 13 6 53 26,46 Pavia. 3 Daten ver— Getrelde ſchiedener Ge⸗ 5 genden...26— 22 52 25 16 4 59 3 58 16,— J. 181¹9 Milano. Bewäſſerter — Theil: neſt= 15 Daten ver⸗ 396/5 ſchiedener Ge⸗ 5⁵⁰ ſt genden... 43 46 16 24 18 14„» 4] 57 27, 16 Trockner Theil: 5 39 2 Daten. 26 6 26— 26 7„„ 3 17 14,70 Wertſe Como. Vareſe. Luigi 1 Caſtiglioni.——- I—-[—-[27 33 1» 3 59 13,40 mit Zu⸗— Dandolo 1I.———— 33 1l„» 5 17 15,59 —— Dandolo. II.(———— 31 1 33 437 14,85 von= Gllo. Trescano.——=— ⸗ 33 2 57 10,70 — Mozzate. Conte geheulen Eaſtigliont.— 1—6—[— 15 10»„» 2 30 16,46 170 II. Abſchnitt.⸗Verhaͤltniß der Grund⸗ und Haͤuſerſteuer Wenn man aus der vorliegenden Zuſammenſtellung erſieht, daß die Provinz Lodi und der bewaſſerte Theil der Provinz Mailand 26,46 und 27, 16 pr.% der Pachtrente als Steuer zahlen, waͤhrend die drei Wirthſchaften, die ich in der Provinz Pavia berechnet habe, die gleich den in Lodi gelegnen bewäſ— ſert ſind, nur 16 pr.% Steuer geben, ſo darf man deßwegen noch nicht ſchließen, daß zur Zeit der Steuerregulirung die Gründe in der Provinz Pavia niedriger, wie in Lodi geſchaͤtzt worden ſeien; denn man ſieht, daß im ganzen Durchſchnitte faſt gleich viel Steuer auf ein Joch in dieſen beiden Provinzen entfaͤllt. Es iſt daher ein bloßer Zufall, der mich in Pavia drei Wirth⸗ ſchaften finden ließ, die ſeit der Errichtung des Cataſters bedeu— tend verbeſſert worden ſind, jetzt hoch verpachtet werden, und doch nur ein kleines Steuerprocent zahlen, weil die auf Grund und Boden laſtende Steuer ſeit 100 Jahren nicht verändert worden iſt. Auffallend aber und grell iſt der Unterſchied des Steuer— procentes zwiſchen den bewaͤſſerten und den trockenen Gegenden. Waͤhrend es in den erſtern 26— 22 pr.% beträgt, betraͤgt es in den letztern kaum mehr als 15 pr.%¼. Dieſe Ungleichförmigkeit der Beſteuerung muß in einem Lande überraſchen, von dem Jedermann vermuthet, daß darin die möglichſt gleichförmige Vertheilung der Grundſteuer Statt haben müſſe, weil der Umlage derſelben die Reſultate der voraus— gegangenenz Cataſtralſchätzung zum Grunde liegen. Um dieſe Erſcheinung zu erklären, muß ich auf das ver— weiſen, was ich in dem Abſchnitte von dem mailaͤndiſchen Cata— ſter anführe, worin die Urſachen angegeben ſind, weßwegen jeder Cataſter nach einer Reihe von Jahren ſeinen Zwecken nicht mehr entſpricht, wenn er nicht reformirt wird. Gei wer ſeh Ga die ki de Et mit viſ G uer Guſieht, e Nrouin; als Shuer der Prvding nen beviſ m deßwegen ulirung die di geſchatt hnitte faſt en entfallt. drei Virt⸗ ſters bedeu⸗ rden, und zuf Grund veranden Steuer⸗ Hegenden. rägt es in in einen daß darn euer Stait der vorall⸗ f das ver⸗ chen Lata⸗ weßwegen vecken nict zur wirklichen Grundrente. 171 B. Venezianiſche Provinzen. In welchem Verhaͤltniſſe in dieſen Provinzen die Größe der Grundrente zur Größe der directen Steuern ſtehe, konnte ich weniger genau erheben. Mein Aufenthalt in dieſen Provinzen war zu kurz, und zu ſehr auf andere Gegenſtaͤnde der Landwirthſchaft und die im Gange befindliche Cataſtralſchätzung gerichtet, als daß ich auf die beſtehende Umlage der Steuern mehr Zeit hätte verwenden können. Indeſſen bin ich nicht ganz leer zurückgekehrt, und Daten, welche mir über die Größe der Pachterträge und das Steuer⸗Procent in den Provinzen Vicenza, Padua, Udine mitgetheilt worden ſind, und die ich ſelbſt in der Provinz Tre⸗ viſo erhoben habe, ſind hinlänglich genügend, uns über dieſen Gegenſtand aufzuklären. 172 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer Tabellariſche der Größe des Pachtertrages und der Beſteuerung Diſtriect. Gemeinde. Verpächter. Pächter. Camiſano. Vicenza. Camiſano. Lonigo. Valdagno. idem. Barbarano. idem. idem. Maroſtica. Thiene. Barbarano. Vicenza. Camiſano. Maroſtica. Lonigo. Camiſano, Groſ⸗ ſa. Vivaro. Lance. Lonigo. Selva di Triſſi⸗ no. Cornedo. Albettone. Soſſano. idem. Sandrigo. Novoledo. Villago. Arcugn. Fimon. Carmign. Ca⸗ mozz. Breganze. Pojane maggio⸗ re. Vanzenato Patrizio. Marcheſini Vittoria. Galvanin Frances⸗ co. Seſſi Francesco. Deputazione comu⸗ nale. Barbieri e Maffei. Gozzi Gaspare. Poletto Antonio. Delle ore Pietro. Porto Giulio. Fantoni Griſelda. Maroni Domenico. Terrenato Toniato. Valmarani Nazar. Baldiſerotto Ant. Di velo Velo Muz⸗ zani. Balleſtrin Zighiotte Giovanni Portello Gaetano. Piccoli Giovanni. Faggioni Giovanni Pelizzaro Giovanni Preto Giovanni Bonacoſſi de Salvi Thiene Enrico. Birotto Giulio.. Caſagrande Batt.. Fina Bortolo. Domen. Trentin Giovanni. Dal Pozzo Tommaſo Mantovani Vinc.. Chiarotto Dome⸗ nico.... der Lufang 2 ' = S deuer zur wirklichen Grundrente. 173 llgtiſche überſicht Beſte 222—. ſeaunng nachbenannter Landgüter in der Provinz Vicenza. — 1 — ₰— S„ Fe⸗ 5 5 2 Flächen⸗ 1 Ge 1 Joch=.= 2 8 ſammter 2 8[8 Scecutato. Pacht⸗ gibt 2 5 E i 4 MPacht. S äctet= inhalt betrag. Pacht ſs. 5 5 B— 2 B 8— 5 AE 2 Pertiche ½Scu⸗ 2 d. Lire Lire eire 9 V S 602 cenſ. di. auſtr. S auſtr. tte Giobann 1823]15 5⁰⁰¹ 86 3470)5 4 2528 8128 35 95 5⸗= △ Gaetand.„ 6 498 27 4790 13 3545 40 30 28 2 2 2 3 3 Giovanni.„ 8 156[43 9PH83 3 71 737 93 27 29 5 b 2 E Giovann» 2²0 703[95 5246] 4— 6534 130 53 17.—= Giovanni„ 9 313 35 24] 5 34 18]1,5 6 5 —2 Ziovanni„ 15 181[o6] 1548] 422600 10 83 13 ſ 2 ſovann 3 9 22 ſii de Sabi„ 1 159 31 1700 1 5 1295,/7 47 29 2 8 A 9/ 2„. Enrico.. 9 200 85 420 4 1134 39 34 23 2 BGiulio. 1824— 498[27 3504 o 525605729 31 6 — 2, 2 ande Batt. 2 9 386 26 34922 52556[80 38 3⁰0 28 orkolo„ 9 194[58 1506 2 41620 48 21— 5 4„ 2b1 ⸗5 in nuun 2 5 494 4120720 1772 4520 26 2, Giovanni V 55 14255, 0 4 1610 09 19 19 Sa toumni⸗ 5 Tartwſ„ 9357[77 2175 5 31891 30 30 25 3 50 5— — 1825] 25 154 ooõ 7711 0h1 620[28 23 28 22 dani Vinc. Dorte⸗ G to Dolte⸗„ 12 510[83 2817 4 43155 5735 19 2 5796[27 36045 4] 2. 34309 11 34,2124 =— 1002,708 Joch. 174 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer Im Durchſchnitte aller dieſer Beſitzungen gibt ein Joch: an Pacht..Lire auſtriache 34,21= 11fl. 8 kr. zahlt an Steuer.. 2» A4» 100 Lire Pacht geben an Steuer Lire 24. Man ſieht nebenbei, wie gering in den Jahren 1823, 24 und 25 die Gründe in dieſer Provinz gegen Geld verpachtet worden ſind. Schlägt man vom mittleren Pachtertrag von 11 fl. 3 kr. die Steuer mit 2 fl. 44 kr., und etwa 24 kr. pr. Joch für Unterhaltung der Gebäude, ab, ſo bleiben nur noch 3 fl. als Zinſen für das Ankaufscapital übrig. Vergleicht man den geringen Pachtertrag der Gründe dieſer ſchönen Provinz, ſo muß man nothwendig auf die geringe Er⸗ zeugung und den Mangel an Induſtrie ſchließen, die hier Statt haben.— Die Maulbeercultur iſt hier nur erſt im Beginnen, und außer Getreide und Weinerzeugniß kennt man keine andere Er⸗ werbszweige. Doch darf hiebei nicht außer Acht gelaſſen werden, daß dieſe Pachtungen in Jahren abgeſchloſſen worden ſind, wo die Producte den niedrigſten Stand erreicht hatten, weßwegen nothwendig ein geringerer Pacht und ein höheres Steuerprocent zum Vorſchein kommen müſſen. Tabellariſche iberſicht —,—— 22. 175 qog: vuuun S zur wirklichen Grundrente 3 8 3„ 2 8 8 Lo'* hr’rn vumuns 5 G 289or 09.r9 ogr rei„a Jen aad 2Snged sußsnvyC ang 2⸗ 35———— org 9 oy ve e 6———— 0900 09 9/(1 016b0 u oolochoa 0100 2 oaaag 2zucd e zuoſt 8 3 SeAlze 069⸗— 0g— 0g&.&&&&.... 1191 0oS0 28 2 adued e ü eeS 2 3=lrr ve'h—“20t——“ur olo hoe dunlch e 5 8a———— /000& 3 8& 4 vgo mau 5 vanzv?ao L o ulaae 5 5 S=99 00%r— oorg—"oorg& 6&&. 49121 5 3 2uοιιd ☚ ozaozuvad * 9 2 ☚- 998,92 09, 1g8[89/16 a en 11o a41d“augn ang T S—— 9762 9'o ce eve e Se E———— v9 v9 Nulo Sivc 66⸗———— 009 090 or 0bboe üee ao⸗D vadavoS ouvqn SAS, lre eg’6 L9“999: L9999u————— 09691.... 9121 lov 91 „5e E 22„ pPv a Unv 2 4 1 F 2SGſ2 e B 85— c rſ eeg b gvE z pnaL 222822 25 zPpna L 12D 5„—zgF 22 2 29 9 2== pvh ¹30 4312 a138 53cpnaL rd n 28522S 845oS 8 2 8 1916 aun a1⸗*H uiaavv q 23G 33[⸗us* aauvnavct 2 ra=—— 8°( uated 5 8ᷣ poC 7nnse ud uS Hvaze S1act— zjvqu 2 u v *bl[ lul nurle AI nuS 8½ 7 55 5 1. 22 ſteuer dungoach a eeg ewe ieee een eec e ee ———— ————— ———2— ——— ——+— ——=— ———— —— ——-—— ——2—————— 1 laoq P 1avIlo vT ———————==— ——— 55= 2ͤ= S 2 5 2 —ε =— 2 2— 2— —— S=S 2 2——— == 2Z 2 2 g”2 ——— ——+½— 176 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer Alle ſechs Beſitzungen betragen an Flächeninhalt...... 562,42 Joch. zahlen an Steuern Lire auſtr. 3846,09 folglich zahlt ein Joch»„ 6,944 Im Durchſchnitte der ganzen Provinz zahlt ein Joch 9,465, folglich müſſen die Gründe der hier berechneten Wirthſchaften beſonders gering beſteuert ſein, oder aus vielen Weiden und ſchlechten Claſſen von Ackern beſtehen, was auch ſehr wahrſchein— lich iſt. Im Ganzen zahlen L. 11,141 an Steuern: L. 3846; folg⸗ lich oo Lire Pacht: 34 Lire Steuer. 1 Joch gibt Pacht: Lire 19,31= 6 fl. 30 kr. Auch dieſer geringe Pacht iſt ein Beweis von geringen Cul— turarten und ſchlechten Claſſen. Wollte man von dieſen wenigen Daten auf die relative Gröͤße der Beſteuerung der Gründe in dieſer Provinz ſchließen, ſo waͤre ſie ſehr überbürdet. Es ware aber ein ſolcher Schluß zu gewagt, da die Baſis, von der man ausgeht, zu klein iſt, und nicht alle Culturarten und Claſſen von vielen Gegenden der Provinz in ſich enthält. Provinz Treoiſo. In der Nähe der Hauptſtadt dieſer Provinz beſitzt der Kauf⸗ mann in Venedig Herr Joſef Reali ſieben Beſitzungen, mit 79 Colonen und 14 Hauslern, d. h. Tagelöhnerfamilien, die er zwiſchen den Jahren 1303— 1322 von verſchiedenen Perſonen und bei verſchiedenen Gelegenheiten und Anlaͤſſen ge— kauft hat. Die Größe dieſer Beſitzungen, ihr Kauf- und Cata— ſtralwerth, und die davon entfallene Steuer, iſt in folgender Tafel dargeſtellt. ZTabellariſche lberſichr erſchiede „STrevifo. Q̈* rſteuer —2 zur wirklichen Grundrente. 66 frg z960oy 98(99 9 9or 29 H021 ua wanzvic aun 1 u re:— 2 or oy 9 99 pe 9°9* 499 0y 9-. 9 aaoU -a uS 8²:— 69 9 09 1 99 fgr 849⸗ 96 v9ε L6 frr 1uaagoch 'ua ſivanzv u⸗zumlag 6²½:— 00 01 96 83 99 06 Orgr 981[9299 99 0og u uv L ed uS 6:— 919 19 1 98 689 8866[(9 S8879 es 99.. 1 and zuuvgaqun———— g6 1 gg 46 begh 89 oger 9Q4œ. oon oluv ue uaC or 4 qun uo9 r 19.— 0G 6 60 e geEr fpghe zor[r899 ge 99 1u v u a S : gyb zpychockuv D gv-*zaucpaaag dug uas 9g: ooi 08 6 9 ⁰ 9 08 999 1 99961 Vri ooooy oh 6. 8iau 3ja ⸗& unzpyct ualaa ua οα 2ι‿ „ 91v„ 0/. 0/%. 0/0. uoaln 0/o qoQ a0noS JA ¹ vaid zuc 4H] awa nvao an? 2 494 b 15 ato lozuaazcpvch 8 ⸗uuiv u ploah uoa uo bunza e 42 89 Sf̃QC uaane⸗ a0na.23 ug 8 1nev) vqun ru a u a0 ct 299a48 2u1⸗ uad e ee 453 2us 3— 490 33uf anvlzu⸗ gun u f pL 4³⁸ g1ujpqag! bvazao pvh oQ 1 kra e,wne 41a 4 u ⸗ v V V In N ar ui.„ - rana T Lujacach a e eee nee ieeee ae en eec e ge oc —= S==g=— —— —+—=—— ————— 8= S= r—2——— 1— „————— 1 rla* q alov T —— — = — —— —= —— die relatibe ßen, i ſchlie — S — —— ——₰ — — — —2ꝑ— —— —B— h enthält. tt der Kalf⸗ * B eſitzungen, nerfamilen, verſchiedenen ⸗ und Cot⸗ in folgende 12 . — 178 II. Abſchnitt. Verhaͤltniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer Der Geldwerth der Naturalien iſt berechnet nach den gegen⸗ waͤrtigen Preiſen(Mai 1823), nämlich ein Metzen Weizen zu 3 fl. 20 kr., ein Eimer Wein zu 3 fl.— 100 Lire Cifra locale ſind gleich 75,73 Lire Rendita cenſibile;— 100 Lire Cifra locale zahlen in der Provinz Treviſo an Impoſta, Sovr'impoſta und Gemeindeſteuer Lire au— ſtriache 20,71. Die Steuer iſt in den vorliegenden Beſitzungen allerdings ziemlich richtig nach dem Verhältniß der größern oder kleinern Pachtrente umgelegt: allein ſie iſt ſehr hoch, und war in den Jahren 1824, 25, 26, wo die Productenpreiſe viel niedriger ſtanden, als die hier zum Grunde der Berechnung gelegten, für die Grundbeſitzer ſehr drückend. Im Durchſchnitte der gan— zen Provinz fällt zufolge der Überſicht auf das einzelne Joch aller Culturarten und Claſſen 6,52 Lire auſtriache= 2 fl. 10 kr. Wird die vom königlichen Demanium gekaufte Wirthſchaft aus der Berechnung weggelaſſen, weil ihr Pachtertrag unbekannt iſt, ſo gibt ein Joch 7 fl. 25 kr. Pachtertrag, und 100 fl. Pachtertrag haben 32,3 fl. Steuer zu zahlen. In den vorliegenden Beſitzungen entfällt auf ein Joch im Durchſchnitte 7,43 Lire auſtriache= 2 fl. 28 kr. Ein Beweis, daß die Gründe der Provinz, den hier zu— ſammengeſtellten äͤhnlich, und denſelben ziemlich gleich geſchätzt worden ſind. Nebenbei erſieht man aus dieſer Üüberſicht, auf welch niede⸗ rer Stufe der Cultur die Landwirthſchaft hier ſteht, da man 1205 Joch Grundſtücke, größtentheils Ackerland von guter Miſchung, zu Weizen und Mais qualificirt, mit einem ſehr ſchönen und gerdumigen Herrenhauſe, 79 Colonen und 14 Tage⸗ löhnerwohnungen, um die Summe von 103486 fl. kaufen konnte. Die Weincultur iſt hier gar ſehr vernachläſſigt, und Maul⸗ beerbaäume trifft man nirgendwo an. Unt. ſöthten 3h in relat liegend im d. Afl. den V Menge mehr, mit ein gewalt was zj Borre fl. 2. diſttur d rſteuer den gegen⸗ n Wähen zu Lire Lifta ſibile,- Treviſo a Lire au in allerdings der kleinern war in den el niedriger ag gelegten, tte der gan⸗ nzelne Joc riache= Kirthſchaft undekannt und 100 f ein Joch in e. den hier ſ lich geſht welch niede ht, da ma von gutet einem ſeft nd 10 Tuhe ſ kaufa und Nall zur wirklichen Grundrente. 179 Unter den venezianiſchen Provinzen ſcheint Treviſo am höchſten beſteuert zu ſein. Ich fürchte, daß ſie es nicht ſowohl in abſoluter, als auch in relativer Hinſicht ſein wird; wenigſtens laͤßt mir dieß die vor— liegende Berechnung mit vollem Grunde vermuthen; denn wenn im Durchſchnitte aller Culturarten und Claſſen auf ein Joch 2 fl. 10 kr. Steuer entfallen, ſo müſſen in einer Provinz, die den Verheerungen der Flüſſe Sille und Piave, und einer Menge von Wildbächen ausgeſetzt iſt, und deren Oberfläͤche mehr als zur Hälfte aus Steingeröll beſteht, das nur kärglich mit einer fruchtbaren Erdkrumme gedeckt iſt, die beſſern Gründe gewaltig hoch beſteuert ſein, um die ſchlechtern zu compenſiren; was zum Theile auch aus der zuletzt beſchriebenen Beſitzung Borra hervorgeht, wo jedes der 5,4 Joch berebten Ackerlands 6 fl. 24 kr. Steuer geben muß. Der hohe Pacht, den dieſe kleine Beſitzung abwirft, iſt nur zufällig, und hat ſeinen Grund in der Wohnung und anderweitigen Vortheilen. 12* V 180 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer b ht Tabellariſche iiuri 1 ter der Größe des Pachtertrages und der Beſteuerun niͤmm ß Pach g g— d — P aſch⸗* Scutato,— Flä⸗ 1 5 en. Name chen⸗ ausge⸗ In Fr u d⸗—— drückt et Gemeinde. des inhalt. 1 3 as e in N ame Name 3 ds druc Beſitzers. der des 5 Nhes oi Per⸗ Lire[2 Srucht. Maßes⸗ 6A tiche 2 1 5— cenſ. Sſitalian. — 1 Pozzuolo. Folini Giuſeppe. 9452 2⁰85 54◻Weizen Stajo di dene 3114 1 86, i Udine„2 15310, Wein Conzo 18 luns 40 idem. Sabbadini Stefa⸗ 86— 1823 32 Weizen Stajo„ demn 28 ½ lhn Lei⸗ no.— Wein Conzo J 1 8,1 1 Campoformio⸗ Kirche in Campo⸗ 1A, formio 103]51 1386/29 Weizen Stajo idem[20 ½ 56 317 Premariano. Florianini Orſola. 6344 798 57 Weizen Stajo di Cividaleſ18 505271,4 Geflügel— idem. Mangilli Lorenzo.] 100 85 1390 18 ꝙWeizen Stajo di Cividale 30 1506 A Wein Conzo idem— ¾ Nd Geflügel— idem. Benvenuti Giov.. 175 35 2363 13 Weizen[Stajo idem 31 15,08 46, Wein Cnao» 4 1137 Geflügel— idem. Mangilli Lorenzo. 108 5 1859 23 Weizen Staio idem[20 önd 30 Wein Conzo„ 4 1374. Geflügel— . idem. idem. 146 37 072 60 Weizen Stajo idem 34 Roggen„„ 6 Wein Conzo v— ¼ Geflügel— idem. Silio Paolo.. 100% 152725 Weizen Stajo idem 25 Wein Conzo„— 15 Geflügel— Summe 988 0915306 20% y»[ 2»*„ 2 Joch 171[09 V An Steuer entfällt. 2„ L. 79⁰⁶ 00»„„„ y 9„ b»y y Auf ein Joch kommen Steuern„»[2L. 4 61d. i. 1 Gulden 32 Kreuzer. Im Durchſchnitte der ganzen Provinz entfallen auf ein Joch an Steuern Lire do⸗ entfallen, ſo ſind hier Grundſtücke enthalten, die zu den beſſern der Provinz ſchönen. — Stajo dum aus J4 „afo] Stalo„ 5 In Conzo) Stajo ider Stajo di Ciw uͤgel Stajo di Ciri Conzo d Sügel Stajo Ket Conzo ſugel Stajo ſdt Conzo fluͤgel Stajo 4 Conzo eflügel . Stalo Conzo flügel überſicht zur wirklichen Grundrente. 181 nachbenannter Landgüter in der Provinz Friaul. Lire 2,05. Da in den gehören. vorliegenden Wirthſchaften Er t r.. S Ein 2 t en. Ge⸗ 2 In ſammter, Joch 8 baarem ſin baarem 4₰2 8. V Betrag Gelde Gelde gibt*5 Bemerkungen. z Lis do 8 elde 8 2 Prei deet oder und Pacht* 2 Fruch Geld⸗ Werthe acht=G Maßes. Gind werthe. der 2 g Früchte. 8£ Lireauftriache. 14,18 446,67 5„ 2„Die Productenprei nd vom Mo⸗ 478 16,67 57,— 814,17 49,8 13,2 e Productenpreiſe ſi m M 17,25] 310,50 ⸗ 5. nate März 18238. 14,18 4⁰4, 13 1 E/„, 2 2— 5406, 36 17,2.S.: 17,25 142,31 1 e 77[[17,21 Metzen Weizen Wiener Maſz in Udine zu 3 fl. 56 kr. 14,18 288,27— V 283,27 16,9[24,8 15,08 271, 44—— Eimer Wein zu 4 fl. 6 kr. —— V 3 30 274,74 26,2 15,0 15,08] 452, 40——— Metzen Weizen in Cividale 11,37 5,68—,—— zu 4 fl. 5 kr. —— 5,30 463,38 26,5 15,4 15,08 467,48 V——— 1 Eimer Wein zu 3 fl. 5 kr. 11,37 5,68———— V —— 5,50 178,66——[oo Lire Cifra locale ſind 15,08 301,60———— gleich 19,65 Rendita cenſi⸗ 11,37 49,74——— bile. —— 5,50 356,84 18,9 26,0 15,08 512,72————[oo Lire Renditacenſibile 11,73 70,63———— müſſen an Impoſta, Sovr“⸗ 11,37 2,27———— impoſta und Comunale — 5,5⁰0 591,17 23,3 18,0 entrichten Lire 26,38: folglich 15,08 377,————— zahlen roo Lire Cifraloca⸗ 11,37 7,95———— le, Lire auſtriache 5,162. —— 4,50 389,40 20,5 20, 2 „ 9U ꝰ y y» o» 42²03,07„„» „„»„»»ã»»»„»»„ 24,5 18,8 Li re 4,61 auf ein Joch 182 II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund⸗ und Häuſerſteuer ꝛc. Zuſammenſtellung der in den venezianiſchen Provinzen aufgefundenen Daten über das Verhältniß der Größe der Pachtrente zur Größe der Grund⸗ und Gemeindeſteuern. Betra Be 1 4 a g der Grand In den pachtſchillings und Gemeinde⸗ dürde 2 euer Gegend und Zahl für 1 Joch: fürlt Joch: Fallen e Provlinz. der nach nach 300 L. dem den Pacht⸗ .Ilhöch⸗ niedrig⸗ mittle⸗Durch⸗ vorlie⸗ berechneten Daten ſchnitte genden ertrag ſter. ſter. rer. der Fallen Steu⸗ Pro⸗ berech⸗ ern. vinz. ſ neter. Luvee. Lire. Lire Vicenza. 16 Wirthſchaften in 83 19 34,² 1 6,25 9,20 24 der ganzen Pro⸗ vinz zerſtreut. Padua. 5 Wirthſchaften. 6² 94 19,81 9,46 6,94 34 Treviſo 7 Wirthſchaften in 60⁰,6 15,48 22, 29 6,5² 7,43 32,3 der Nahe von Tre⸗ viſo. Friaul.. 9 Wirthſchaften bei 49,8 16,9 24,5 2,06 4,61 18,8 Udine und Ciyi⸗ dale. So mangelhaft auch immer die Daten ſein mogen, die den Berechnungen des Pachtertrages in den venezianiſchen Provin— zen zum Grunde liegen, die ich bei dem Ausweiſe für jede Pro— vinz ſelbſt angegeben habe, ſo kommt doch aus denſelben das nicht zweifelhafte Corollarium zum Vorſchein, daß die veneziani— ſchen Provinzen einen ungleich geringern Pachtertrag vom Joch abwerfen, und verhaltnißmaͤßig höher beſteuert ſind, als die trocken gelegenen Provinzen der Lombardie. ſer de. nen Daten zur Griße — etrag „Grund⸗ 9 Gemeinde⸗ ſteuer 1 Joch: Fal „rch 8 V 1 den h⸗ vorlie⸗ te ggenden Fallen„ ⸗ bberech⸗ . neter. ir e.(it 1, die de n Prorir⸗ jede Pwo⸗ ndas iiht veneziani vom Iac , abs d IV. Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe e r Gr ün d e in den Provinzen des lombardiſch-venezianiſchen Königreichs. Von A Jn der ſchen in der 1 2 Giüſe vng Ki Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens im lom⸗ bardiſch⸗venezianiſchen Königreiche. Vom Kaufwerthe. J Hinſicht des Kaufwerthes der Gründe iſt ein ſehr bedeuten— der Unterſchied zwiſchen den altlombardiſchen und veneziani— ſchen Provinzen, denn er iſt in den erſtern ungleich höher, als in den letztern. Da aber das Clima und die Bodenbeſchaffenheit, ſelbſt die Größe der Bevölkerung, in den in der Ebene gelegenen Pro— vinzen des lombardiſch-venezianiſchen Königreiches auf gleichen Flächen wenig verſchieden ſind, ſo kann dieſer Unterſchied nur von der höhern Pachtrente herrühren, welche die Grundbeſitzer in den lombardiſchen Provinzen von ihren Gütern beziehen; von dem Unterſchiede den Boden zu benützen, oder von den kleineren Zinſen, welche die auf Grund und Boden gelegten Capitalien ertragen. Mir dünkt, daß alle dieſe drei Umſtände concurriren den Kaufwerth des Bodens in den lombardiſchen Provinzen zu er— höhen, wie aus den Daten erhellet, die ich mir über den Kauf— preis des Bodens zu verſchaffen im Stande war. In der Umgebung von Malland haben die Winterwieſen (Marcite) den höchſten Geldwerth, vorzüglich jene, welche im Süuden der Stadt von dem Canal Vettabbia bewäſſert werden können, die nicht gedüngt zu werden bedürfen, weil deſ— ſen Waſſer aus der Vereinigung des Seveſo und des Canals von Martiſana beſteht, der die Stadt durchfließet, und 186 Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens allen Unrath derſelben in ſich aufnimmt. Hierauf folgen jene, welche in der naͤchſten Umgebung der Stadt gelegen ſind, und von den zahlreichen, hier ſich concentrirenden Canälen und Flüſſen gewäſſert werden. Man ſagte mir, daß man für eine Pertica der erſten Wieſen bis 600 L.(Lire di Milano), für die andern 4— 500 Lire bezahlte, d. i. für das Joch im erſtern Falle 1568 fl., im letztern 1038 ‧⁄ bis 1293 fl. Da man für eine Pertica der erſtern bis 40 Lire, für die letztern 25 bis 30 Lire Pacht zahlt, ſo waren mir dieſe An⸗ gaben nicht unwahrſcheinlich. Der Preis des bewäſſerungsfähigen Bodens hangt mehr von der Quantität des Waſſers ab, über die man zu disponiren hat, als von der Beſchaffenheit der Bodenmiſchung. Die Winterwie⸗ ſen bedürfen eines doppelt ſo ſtarken Waſſerzufluſſes, als die Sommerwieſen, und wer daher nicht eigenes Waſſer zur Genüge hat, und daſſelbe zum Theile kaufen muß, bringt, wie ſehr natürlich, die dafür zu machende Auslage in Anſchlag: daher der verſchiedene Preis des Ankaufes und der Pachtung ſolchen Bodens. Die hier angeführten Preiſe beziehen ſich aber auf Winter⸗ wieſen, die hinlänglich mit Waſſer verſehen ſind. Sonſt iſt der Preis des bewäſſerungsfähigen Bodens in der Umgebung der Stadt 250— 500 Lire pr. Pertica= 645% bis 784 fl. pr. Joch. In den Provinzen Lodi und Pavia zahlt man ſolchen Boden im Durchſchnitte aller Claſſen: 200 Lire. Die Beſitzung Moggio zu St. Novo in der Provinz Pavia beſteht aus folgenden Theilen:*) *) Ich habe den Auszug aus den Cataſtralbüchern in italieniſcher Sprache hergeſetzt, damit der Leſer zugleich durch ein Beiſpiel die Einrichtung ſolcher Bücher und die Werthſchätzung der Gründe erſehe, wobei ich bloß bemerken muß, daß der Cataſtralwerth nicht der jährliche Rein⸗ ertrag, ſondern der Capitalwerth des Grundes iſt. 5 Es ſi nung pbauf da und obſe tig üon ſen, Iſad, und ancken und a der eiſte die andenn erſtern Fale re, für die ur dieſe An⸗ zt mehr von oniren hat, Winterwie 5, als die tr Genüge wie ſehr ag: daher ng ſolchen uf Winter⸗ ens in der = b451 nan ſolchen er Provin — ſher Sriate e Einrichtung e, wobti ch üörlice Be im lombardiſch⸗venezianiſchen Königreiche. 187 Valore ſcatastra- Pertiche Qualità censuaria.! ⁵⅔ le d'una Scudi d'estimo. 3. pertica[milanesi. ſin scudi. Prato adacquatorio II 12 27 16 332—/— Arativo vitato ad- acquatorio..[unica 9 4 19 22 189 1 2 Aratorio adacqua- torio..III 6 12 7 73 4 4 Bisdara. III 9 262— 2353—— Casa di Massaro con Orto 9 8 16 786—— Somma—— 353 13 V 3030 5 6 Bei der Nachmeſſung fanden ſich um 30 Pertiche mehr. Es ſind daher 390 Pertiche, die mit der erforderlichen Woh— nung für das Dienſtvolk im Jahre 1812 um 50000 Lire mil. gekauft wurden, wornach ſich die Pertica nur auf 123 Lire, das Joch auf 390 fl. berechnet. Das Verhältniß zwiſchen dem Cataſtralwerth vom J. 1726, und dem Kaufwerthe vom Jahre 1812 iſt hier, wie 100 zu 277. Man hielt den Ankauf allgemein als höchſt vortheilhaft, obſchon der Boden ſelbſt zu den ſchlechten gehort, und ganz rich— tig claſſirt ſein mag, wie ich mich ſelbſt überzeugte. Wenn man den Preis des bewäaͤſſerten Bodens hoch, aber nicht unbegreiflich findet, ſo fällt aber der des trockenen Bodens deſto mehr auf, und wird nur erſt erklärlich, wenn man den Pacht dagegen hält, welcher für denſelben gezahlt wird. Die Gebrüder Negronihatten in den Gemeinden Ello, Imbevido und Oggiono zwei Beſitzungen, die ſie in den Jahren 1325 und 13826, jede für ſich, und nicht derſelben Perſon verkauften. Die Verkaͤufe und reſpective Kaufe, ſind von der Art, daß ſie von der einen Seite weder aus Noth, noch von der andern Seite aus Sucht ſich zu arrondiren, geſchahen. Die erſte Beſitzung hat drei dürftig ausgeſtattete Häuſer für Colonen, und enthält an Grundſtücken 215 Pertiche 20 Tav. 188 Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens 24,55 Joch. Es ward dafür gezahlt 44100 Lire,= 13031 fl. 33 kr., die Pertieca berechnet ſich auf 204 Lire; das Joch auf 531 fl. Die zweite Beſitzung hat ein Herrenhaus, und zwei dürfti— ge Colonenwohnungen. Das Herrenhaus iſt um 15000 Lire, die Gründe mit den Colonenwohnungen um 75000 Lire veranſchlagt worden; 22165 ½ fl. Der Flächeninhalt beträgt Pertiche 262, Tav. 4= 29,30 Joch. Entfallen 286 Lire pr. Pertica= 2704 fl. pr. Joch. In dieſer letzten iſt eine Colonialbeſitzung, Trescano, abſonderlich geſchätzt, wobei ich das Detail in der hervorge⸗ henden Abhandlung genauer angegeben habe. Die Pertica berechnet ſich da auf 307 Lire, das Joch auf 798 fl. Dieſe beiden Beſitzungen liegen in der Nähe des Städtchens Oggiono, am Abhange eines nicht unbedeutend hohen Berges. Beinahe die Hälfte, wenigſtens mehr als ein Drittheil des ganzen Flächeninhalts beſteht aus einem Kaſtanienwalde, der aber nur als Stocktriebholz benützt wird, wie man aus der oben⸗ angefüͤhrten Berechnung deutlicher erſehen hat. Sie ſind in vier Maſſerie(Colonialbeſitzungen) getheilt, und nebenbei ſind noch vier Häuſer für Tagelöhnerfamilien vorhanden, für deren Verpachtung man jährlich 300 Lire= 83 2„ fl. einnahm. In Vareſe wurden im verfloſſenen Jahre 11 Pert. eines außerſt vernachläſſigten Ronco(auf Hügeln gelegenen berebten Ackerlandes) um 2000 Lire gekauft. Es berechnet ſich hier die Pert. auf 181 Lire,= 1 Joch zu 501 fl., das Joch auf 475 Ein Anderer kaufte eine Beſitzung von 325 Pertiche um 70000 Lire=— 215 Lire pr. Pertica. Die Wirthſchaft des Herrn Luigi Caſtiglioni, deren Kauf⸗ und Pachtwerth ich früher zergliedert angegeben habe, berechnet ſich auf 213 L. pr. Pert.= 554 fl. 24 kr. das Joch. In den Umgebungen von Como, und laͤngs den Geſtaden die⸗ ſes ſchönen Sees wird der Boden zu ungeheuern Preiſen bezahlt. Die öſtlichen, mit Reben bedeckten Hügel, in der Näͤhe von Com In T erſter fürd tice mit geza legen 5 aSt ſ 23 d Jch zwei dirfte 500 Lite, 5000 Lire halt beträg en 286 Lire Trestand, der hervorge Staͤdtchens en Berges. ttheil des valde, der z der oben⸗ bie ſind in d nebenbei anden, für fl. einnahn. dert. eines en berebten ſich hier die jauf r3f rtiche um ni, derel eben hube . das Joc⸗ eſtodendi⸗ ſen bazal. „Nahe vol im lombardiſch⸗venezianiſchen Königreiche. 189 Como haben einen Kaufpreis von 500 Lire pr. Pertica. In Tremezzo bezahlt man für einen gut beſtellten Ronco erſter Claſſe eben ſo viel; für die zweite Claſſe 350—400, und für die dritte Claſſe 250—300 Lire.(100 Lire für die Per⸗ tica= 259%¾ fl. für das Joch.) In der Umgebung der Stadt Bergamo wird die Pert. mit Maulbeerbäumen bepflanzten Ackerlandes zu 3— 400 Lire gezahlt. Hierunter ſind aber nicht die der Stadt zu nächſt ge— legenen Felder verſtanden. Aus dieſen Daten erhellet der ungemein große Capitalwerth der Gründe in den altlombardiſchen Provinzen, den man in den bewäſſerungsfähigen Gegenden, ſo wie längs den Hügeln, welche die Ebene einſchließen, im Durchſchnitte aller Culturar— ten und Claſſen, auf 150 Lire pr. Pertica= 389 70 fl. pr. Joch veranſchlagen kann. Der ſeichte und mit Steingeröll erfüllte Boden zwiſchen den Abhängen der Hügel, und der ihnen zunächſt gelegenen Ebene, in ſo weit er nicht bewäſſerungsfähig iſt, hat aber einen geringern Werth, etwa 100— 150 Lire. Daß aber das auf den Ankauf verwendete Capital ſich doch, obgleich nur ſelten höher, als zu 4% verzinſe, iſt zum Theile in der Abhandlung über die Größe und Umlage der Steuern ſchen gezeigt worden, und wird durch folgende Berechnungen noch klarer: In der Provinz Pavia iſt der Flaͤcheninhalt des Er— trag gebenden Landes: 1899504 Pertiche di Milano; die Geſammtſumme der Grund- und Gemeindeſteuer beträgt 2538731 Lire auſtriache. Es entfallen auf die Pertica 2,6 Lire auſtriache: faſt gleich 3 Lire milaneſi. Wenn der Pacht 10 Lire beträgt, wie wir von einigen Wirthſchaften angegeben haben, und für die Steuer 3 Lire, dann für die Adminiſtration eine Lira, zuſammen 4 Lire pr. Pertica abgezogen worden, ſo bleiben nur 6 Lire als Zinſen für das Grundcapital, wornach man die Pertica nicht hoͤher als zu 150 Lrre Kaufwerth veranſchlagen darf, wenn das Capital 4 Procente Zinſen tragen ſoll. 190 Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens In der Provinz Lodi zeigt ſich nur eine geringe Verſchie⸗ denheit von der ſo eben angegebenen; denn die Provinz hat 1094486 Pertiche Ertrag gebenden Landes, und zahlt an Grundſteuer 3006600 Lire auſtriache, entfäͤllt pr. Per⸗ tica 2,73 Lire auſtriache. Der Pacht beträgt in den oben ausgewieſenen Wirthſchaften zwar nur 9146 Lirez allein es iſt darunter die größte mit einem im Verhäͤltniſſe zur ganzen Pro— vinz offenbar zu geringen Ertrag begriffen, welches zum Theile von dem vernachläſſigten Zuſtande der Felder herrührt, in wel— chem dieſelben noch vor Kurzen waren. Die hohen Steuern, welche gegenwärtig auf dieſen zwei Provinzen laſten, weil ſie zur Zeit des Cenſo ſich beinahe in demſelben Zuſtande der Cultur befanden, wie jetzt, macht, daß ſie nun verhältnißmäßig wohlfeiler verkauft werden, als die tro— cken gelegenen, die ſeit dem Cenſo durch die Verbeſſerung des Bodens, Umwandlung der Culturarten, und durch die ausge— dehnte Verbreitung der Maulbeerbaͤume, ein viel höheres Er— trägniß abwerfen, und immer noch nach dem früheren Zuſtande der Cultur beſteuert ſind, daher aus doppelten Rückſichten einen hohen Werth erlangt haben, wie ich in der früher benannten Abhandlung durch Beiſpiele gezeigt habe. In den venezianiſchen Provinzen habe ich der Güter des Hauſes Reali in der Provinz Treviſo bereits erwähnt, und den Kauf- und Pachtwerth derſelben im Ganzen und im Einzelnen dargeſtellt. Eserhellet, daß 1250 Joch um 103486 fl. gekauft worden ſind; daß von den am theuerſten bezahlten Fel— dern das Joch um 183 fl., von den wohlfeilſten um 52 fl. gekauft ward, und daß ſich dieſe Preiſe noch niedriger ſtellen, weil man den auf dieſen Beſitzungen zerſtreuten vielen Wohn— und Wirthſchaftsgebäuden, die in den Kaufpreis mit eingeſchloſ— ſen ſind, einen nicht unbedeutenden Werth beilegen muß. Ich zweifle, daß Grund und Boden anderswo in den Pro— vinzen dießſeits des Mincio, ſelbſt in den gebirgigen Theilen derſelben, geſchweige erſt in einer fruchtbaren Ebene, und ei⸗ nem ſo milden Clima, ſo wohlfeil iſt, wie hier. Und doch be— lützt wenn Porſe erihr ratu Rech 4 G Auslo Deth Em das im nich als Kau und Juge B derſcie⸗ Noring hat d hlt m t. Jer⸗ n den oben allein e ſt anzen Pto⸗ zum Theile tt, in wel⸗ dieſen zwe beinahe in nacht, daß als die tro⸗ erung des ie ausge⸗ deres Ex⸗ Zuſtande dten einen benannten Hüter des erwaͤhnt, n und in 105436 hlten Fel un 57 f er ſtellen, en Woht⸗ ingeſchl⸗ tuß. den Pro⸗ I dheiln , und di doch b⸗ im lombardiſch⸗venezianiſchen Königreiche. 191 nuͤtzt der Eigenthümer ſein ausgelegtes Capital kaum zu 5%, wenn die Steuern, Adminiſtrationskoſten, verlorene Zinſen auf Vorſchüſſe, die er den Colonen machen muß, Nachlaͤſſe, die er ihnen bei vorfallenden Unglucksfällen gewährt, Gebaäuderepa⸗ raturen u. ſ. w. in Abſchlag gebracht werden, wie folgende Rechnung beweiſt. Die Beſitzung Berlendis mißt 592,4 Joch: gibt Pacht pr. Joch 10,75 fl., folglich 4210 fl. Die Steuer beträgt 1356,8 fl. Es geben alſo 45000 fl. Ankaufscapital, 2855 fl. 36 kr. jährliche Einnahme. Nach Abſchlag der Steuer: 100 fl. Kauf⸗ capital 6 fl. 13 kr. Zinſen. Das Capital, welches zum Ankauf der Beſitzung Grimani verwendet wurde, berechnet ſich auf 7,9%. Jenes der Beſitzung Curiel auf 6,2%. Allein von dieſen 6 und 7% müſſen erſt die obgenannten Auslagen beſtritten werden, die ich aus den genau geführten Wirthſchaftsregiſtern des Beſitzers ausgezogen, und mit der Einnahme zuſammengeſtellt habe; zufolge welcher Berechnung das geſammte, auf den Ankauf der Güter verwendete Capital im Jahre 1827 4,8% Zinſen abwarf; welch geringer Ertrag nicht den hohen Steuern, denn Reali kannte die Steuern, als er die Güter kaufte, und brachte ihren Capitalwerth vom Kaufſchilling in Abſchlag, ſondern dem Mangel aller Induſtrie und der elenden Bewirthſchaftung der Gründe durch die Colonen zugeſchrieben werden muß. Werden in der Folge in dieſen Grün— den, wie ſich's gehört, Weinreben und Maulbeerbaume ge— pflanzt werden, ſo werden ſie doppelt ſo hohen Ertrag abwer— fen, und die Colonen werden ſich beſſer ſtehen, wie jetzt, wo ſie ihren Herrn 7042 fl. ſchuldig gehen, und, wie ſich aus der Rechnnng ergibt, jährlich mehr ſchuldig werden. Das zum Ankauf liegender Güter verwendete Capital ver⸗ zinſet ſich in allen gut cultivirten Ländern nicht ſehr hoch, weil die Sicherheit, daß es nicht verloren werden kann, und daß man der Verzinſung gewiß iſt, eine große Concurrenz von Ca— pitalbeſitzern oder Geldandietern bewirkt. Dieſe Zinſen müſſen 19²³ Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens um ſo niedriger ſein, je groͤßer die Concurrenz iſt, und dieſe wird um ſo größer ſein, je mehr die Bewohner des Landes von ihren jährlichen Einkünften erſparen, und als fruchtbringendes Capital wieder anlegen wollen, und je weniger ſie Gelegenheit oder Neigung haben, ihr Geld auf Handel- oder Gewerbunter— nehmungen zu verwenden. Beide dieſe Umſtände finden vorzüglich in den altlombardi— ſchen Provinzen Statt. Der Grund und Boden in den bewaͤſſerungsfähigen Pro⸗ vinzen iſt in den Händen von wenigen reichen Familien, und wenn die Zahl der Grundbeſitzer in den trocken gelegenen Pro— vinzen auch verhältnißmäßig größer iſt, ſo iſt es immer nur die Claſſe der Wohlhabenden, welche Gründe beſitzt. So gering auch die Zinſen ſind, die ſie von ihren, in den Gutern liegenden Capitalien beziehen, ſo erſparen ſie doch, bei der frugalen Le— bensweiſe, die in Italien allenthalben eingeführt iſt, alljährlich einen bedeutenden Überſchuß, den ſie gleich wieder zum Ankauf von Hauſern oder Gründen verwenden wollen, um das Capital nicht todt im Kaſten, mit Gefahr für ihre perſönliche Sicherheit, hüten zu müſſen. Es zeigen ſich daher überall eine Menge Käufer, ſobald eine Realität ausgeboten wird, wodurch ſich der Preis derſelben nicht nur auf derſelben Stufe erhält, ſon— dern von 10 zu 10 Jahren erhöht. Es gibt zwar viele und reiche Kaufleute im Lande, und der Verſchleiß der Landesproducte in das Ausland, und die Einfuhr und der Verkauf der auswärtigen Erzeugniſſe beſchäftigt viele Menſchen, und ſetzt ein ſehr bedeutendes Capital in Bewe— gung; allein dieſes Capital iſt beſchränkt, und der Nutzen, den es abwirft, wird nicht für den Handel auf auswärtigen Plätzen, ſondern zum Theile auch wieder auf Realitäten verwendet. Endlich iſt der Mangel an inländiſchen Fabriken eine der mächtigſten Urſachen, daß die jährlich ſich mehrenden Capitalien den liegenden Gründen zugewendet werden. Die Eiſenfabriken in Brescia und in der Nähe dieſer Stadt, ſo wie einige Seiden-, Baumwoll⸗, Glas⸗ und Lederfabriken abgerechnet, die aber alle uſamm hat da die Re die ut li hardiſc den ho vinzen über Pachte üͤber d lleibt i denen2 dun R. à in de wohlh von d „Eelte nen unde werde D Bear Gpet Veſl an d dact wen) nilie llein Il d) und dieſe 3 Landes on ctngende e Gelegendet Gewerbunte. altlombarde fähigen Pro⸗ amilien, und legenen Pre nmer nur d . So gerin ern liegende frugalen Le alljahrlich um Ankauf das Capital eSicherhei eine Menge wodurch ſch erhalt, ſen⸗ ne, und de die Einiuhr häftigt vil al in Vebe⸗ Nutzen, del gen Pläba, wendet. ken eine de m Capitalin jiſenfabrin ige Sede⸗ die aber ale im lombardiſch⸗venezianiſchen Königreiche. 193 zuſammen von geringer, kaum wahrnehmbarer Bedeutung ſind, hat das ganze Land keine jener nothwendigen Anſtalten, in denen die Reichen ihre Capitalien nutzbringend anlegen könnten, und die übergroße Bevölkerung Arbeit und entſprechenden Lohn fände. Vom Pachtwerthe. Über die Bedingungen, zu welchen die Gründe in dem lom— bardiſch⸗venezianiſchen Königreiche verpachtet werden, und über den poſitiven Ertrag des Pachtſchillings in verſchiedenen Pro— vinzen, habe ich bereits in der vorhergehenden Abhandlung: über das Verhaltniß der Größe der Steuern zur Größe des Pachtertrages, alle jene beſtimmten Daten angegeben, die ich über dieſen Gegenſtand in jenen Ländern geſammelt habe. Es bleibt mir nur übrig, hier im Allgemeinen noch von den verſchie⸗ denen Arten der Pachtungen, und in welchem Verhältniſſe ſie zum Naturalertrage ſtehen, zu ſprechen. Zuvörderſt muß ich hier melden, daß alle in der Ebene und in den Hügeln gelegenen Wirthſchaften, in ſo ferne ſie den wohlhabenden oder gebildeteren Claſſen der Einwohner gehören, von dieſen jederzeit verpachtet werden, und daß es zu den großen Seltenheiten gehört, wenn irgend ein ſolcher Grundbeſitzer ei⸗ nen kleinen Theil der ihm gehörigen Felder durch Dienſtboten und eigenes Vieh bearbeiten läßt. Den Grund dieſes Verfahrens werde ich in der folgenden Abhandlung näher auseinander ſetzen. Die Paͤchter ſind entweder Pachtunternehmer oder Bearbeiter der gepachteten Gründe. Die erſtern ſind Speculanten, die von den großen Grundeigenthümern ihre Beſitzungen gegen Geld in Pacht nehmen, und ſie dann einzeln an die Colonen wieder verpachten; die letztern bearbeiten die ge— pachteten Gründe ſelbſt, entweder durch Tagelöhnerfamilien, wenn ſie groß ſind, oder mittelſt der Mitglieder der eigenen Fa— milie, mit Zuhülfnahme einiger wenigen Dienſtboten, wenn ſie klein ſind. II. 13 194 Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens Pachtunternehmer gibt es in den lombardiſchen ſowohl, als in den venezianiſchen Provinzen. Sie gewähren den großen Grundeigenthümern bedeutende Vortheile, weil ſie die Laſt der Adminiſtration übernehmen und alle Gefahr, die mit der Auslage bedeutender Capitalien verbunden iſt, die man den Colonen in die Hände geben muß. Zur zweiten Art gehören ſowohl die Pächter in den be⸗ wäſſerungsfaͤhigen Provinzen: Mailand, Lodi und Pavia, wo die Käſeerzeugung allein, oder in Verbindung mit Reißbau, der Hauptgegenſtand einer Wirthſchaft iſt, die viele Vorausla⸗ gen, ein großes Inventar und ein bedeutendes Betriebscapital erheiſcht; als auch die Colonen(Coloni) und Kleinhaus⸗ ler(Pigionanti, Chiusuranti). Die erſtern haben eine Fläche von 40 bis 150 Pertiche= 4 ½ bis 12 Joch, die letztern nur ½bis 1 Joch zu bearbeiten. Letztere ſind Tagelöhner, und muſſen außerdem, daß ſie für den Grund einen in Getreide ſtipulirten Zins abſchütten, und für die Hütte, in der ſie wohnen, einen Geldbetrag abführen, auch noch dem Grundherrn um einen niedrigeren Taglohn arbeiten, wie ich weiter unten näher ange⸗ ben werde. Der Colon iſt ein ſolcher Pachter, der ſeinen Pachtſchilling in Naturalien bezahlt. Er gibt dem Grundeigenthümer entweder eine beſtimmte Men⸗ ge von Getreide alljährlich— Affitto fiſſo— oder gibt von den Ackern einen beſtimmten Zins in Geld und von den übrigen Erzeugniſſen, Wein und Seide, einen aliquoten Theil des rohen Ertrages; oder er theilt die Erzeugniſſe des Acker- und Weinlandes mit dem Grundbeſitzer nach einem übereingekomme— nen Verhaͤltniſſe. Solcher Pacht⸗, oder eigentliche Theilungs⸗ verträge gibt es eine ſehr große Zahl. Wo die einzelnen Wirthſchaften— Colonie, Maſſerie, Poderi-— nicht zu klein ſind, und der Boden fruchtbar iſt, findet man gewöhnlich, daß die Colonen für das Ackerland einen be— ſtimmten Canon in Getreide und für das Weinland die Halfte ds L fütdi Arbei tr ſchult hoch fiſſe ſein? felbſt muß dann wasi Probe terpach Da walhe Lire fürd Gart bis: imſoohl den geeßen de Lat de der Auslog en Colonen in den de⸗ d Pavia, it Reißbau, Peransla⸗ riebscapita leinhaus⸗ eine Flach letztern nur ind muſſen ttipulirten en, einen um einen aher ange⸗ achtſchilling nmte Mer⸗ er gibt don den üͤbrigen Theil dei Acker⸗ und ngekonne⸗ Theilunge Paſſerie, riſt nde einen be⸗ die Hilie im lombardiſch⸗venezianiſchen Königreiche. 195 des Weines; für die Wieſen den Pacht in Geld zahlen, und für die Wohnung theils Geld, theils Naturalien abführen. Das Arbeitsvieh ſammt dem Wirthſchaftsgeraͤthe gehört dem Colon. Iſt der Pachtzins mäßig, ſo bringt ſich der Colon durch und iſt ſchuldenfreier Eigenthümer ſeines Viehes; wenn aber der Zins hoch und der Boden minder fruchtbar iſt, hört der Affitto fiſſo ſehr bald auf: denn es verarmt der Colon, er verliert ſein Vieh, und es muß nun der Grundeigenthümer das Vieh ſelbſt anſchaffen, oder das dazu erforderliche Geld herleihen; er muß die Geräthe und den Samen herbeiſchaffen, und theilt dann mit dem Colon das Erzeugniß. So viel als Einleitung zum richtigeren Verſtändniß deſſen, was ich über den Pachtwerth der Gründe in den verſchiedenen Provinzen anführe. Das bewaͤſſerungsfähige Land wird allenthalben gegen Geld verpachtet. Man zahlt, wie ich bereits angegeben habe, in der Umgebung von Mailand für die Winterwieſen, und jene, welche von dem Canal Vettabbia ihr Waſſer erhalten, 40—50 Lire für die Pertica= 105,63 bis 129,55 fl. pr. Joch; für die übrigen bewäͤſſerungsfähigen Felder, die zum Theile von Gaͤrtnern benützt werden, 25— 30 Lire pr. Pertica= 64,76 bis 77,71 fl. pr. Joch. In Caſaretto, eine halbe Stunde von Mailand, zahlt der Pächter 18 Lire= 46 fl. 48 kr. pr. Joch. Die nicht bewaͤſſerungsfähigen Ackerländereien in gleicher Entfernung geben 2— 2 ½ Stara Weizen pr. Pertica. 5,22— 6,52 Metzen pr. Joch, und die Hälfte des Weines und der Galettenerzeugung. Die Wieſen müſſen die Coloni ins— beſondere gegen Geld pachten. In Monza zahlen die Colonen 1 ½ bis 1 4 Stara Roggen pr. Pertica(5,207— 4,489 Metzen pr. Joch) und geben die Hälfte des Weinerzeugniſſes. Das Laub der Maulbeer— bäͤume gehört dem Herrn, und wenn ſie Seidenwürmer ziehen, ſo theilen ſie mit dem Herrn den Ertrag der Galetten. 3* 196 Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens Füͤr eine Pertica Wieſen müſſen ſie 10—18 Lire Pacht zahlen. Sie haben kein Holz, und müſſen es kaufen. Das Geld zur Anſchaffung des Inventars wird ihnen vorgeſtreckt, und ſie müſſen es verzinſen. Der Boden iſt ſchlecht, ſeicht, ſandig und mit vielem Geröll gemiſcht, er iſt das alte Flußbett des Lambro. Die Wein⸗ cultur iſt nicht ſehr bedeutend, denn ich überzeugte mich bei der Durchſehung der Wirthſchaftsregiſter, daß ein Joch im günſtig— ſten Falle, im Durchſchnitte der Jahre 18324— 27 nur auf 4 ½ Eimer, im Ganzen aber kaum auf A Eimer ganzes Erträgniß zu ſtehen kam, wovon die Haͤlfte dem Herrn gehört. Die Maul— beerzucht iſt größtentheils noch jung. Die Colonien ſind aber groß, 100— 300 Pertiche= 11,52 bis 34,11 Joch, und die Leute verdienen ſich viel Geld durch Zug- und Handarbeit, die ſie theils im königlichen Park, theils in der Stadt leiſten, und ſind daher größtentheils ſchuldenfrei. Was die Paächter in Mozzate ihren Grundherren geben müſſen, habe ich ſchon früher näher auseinander geſetzt. Es ent⸗ richtet jeder im Durchſchnitte für das Joch an Weizen 2,41 Metzen, » Roggen 1,52„.. „» Hirſe 1,26 v„, ferner die Hälfte des Weines, die unbedeutend iſt, weil der Boden theils zu ſchlecht für die Reben, theils die Rebenzucht vernachläſſigt iſt, und die Hälfte der Galetten, die von großer Bedeutung iſt. Zu 514 Pertiche Ackerland, wovon/ berebt iſt, haben die Pächter 205 ½ Pertiche Heideland, und 27 ⅛ Pertiche Holzland, für die ſie nichts zahlen, die aber auch nur einen geringen Werth haben, da ſie nichts als eine magere Weide und etwas Streue und Stützholz für die Reben liefern. Von vier Colonien, die ich berechnete, war die kleinſte aus 2,6 Joch, die größte aus 28,8 Joch beſtehend, wovon aber nur 15 Joch Ackerland waren. 1 In Appiano werden 1 ½ bis 2 Stara Weizen, oder de dacht fen. Das rgeſtact, lem Geräl di Vein nich bei der n günſtg⸗ r auf 4 ½ trägniß u Die Mall⸗ ſind aber Joch, und andarbeit, dt leiſten, en geben . Eseent⸗ „ weil der Rebenzuct von großer iſt, haben Pertihe nur einen Weide und leinſte aui ovon aber 7 en, dde im lombardiſch⸗venezianiſchen Koͤnigreiche. 197 ein Star Weizen und ein Star Roggen, die Haͤlfte des Weines und der Galetten gegeben. Für den trocknen und ſeichten Boden um Gallarate zahlen die Colonen 1— 1 ¾ Stara Weizen, die Hälfte des Weines und der Galetten. Die Colonen des Herrn Foscarini, drei Miglia von Vareſe, entrichten für die Pertica Ackerland— 1 1 Stara Weizen, und die Haͤlfte des erzeugten Weines und der Galetten. Für die Wieſen zahlen ſie 7—3 Lire pr. Pertica, für den Wald nichts. In der Nahe der Stadt Vareſe gibt man bis 4 Stara Weizen Pacht pr. Pertica Ackerland, und 30 bis 55 Lire für die Wieſen, die nicht bewäſſerungsfähig ſind, ſondern nur bei Regenzeit mit Straßenwaſſer überrieſelt werden können. Daß Herr Caſtiglioni für ſein Ackerland, das der Stadt zunächſt liegt, 2 ½ bis 3 Stara Weizen, und für das andere 2 ½ Stara erhaͤlt, habe ich bereits angegeben. Für ſeine trockenen Wieſen werden ihm 10 bis 12 Lire pr. Pertica gezahlt. So habe ich auch den Pachtertrag be⸗ reits berechnet, den der Graf Dandolo von ſeinen Beſitzun⸗ gen in Malnate und Varano erhält. Die Wirthſchaften ſind hier klein. Die Beſitzung Caſti— glione hat 17 Joch, die Colonie des Grafen Dandolo in Malnate 15 Joch, drei andere in Varano haben von 8 bis 11 6 Joch. Längs den Ufern des Sees von Como, wo ſich die Ort⸗ ſchaften und dazwiſchen gelegenen Landhäuſer und Palläſte an— einander drängen, und der wenige culturfähige Boden zu einem ungewöhnlich hohen Preis verkauft wird, wie ich ſchon gezeigt— habe, iſt es begreiflich, daß auch ſein Pachtwerth hoch iſt. Eine der ſchönſten und größten Beſitzungen iſt die des Grafen Som— mariva in Tremezzina von 369 Pert.= 41,955 Joch, welche an 8 Maſſari verpachtet iſt.— Jeder Maſſaro hat nur etwa 18—20 Pertiche cultivirtes Land; der Reſt beſteht aus dem Garten, den Wäaͤldern, Weiden u. ſ. w. 198 Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens Das Land wird den Pachtern gegen einen jäͤhrlichen Zins in Geld gegeben, der ſo hoch iſt, daß alle mit Schulden belaſtet ſind, und keine Ausſicht haben ſich derſelben je zu entledigen. Sie ſollen naͤmlich für eine Pertica Ronco, der be⸗ ſten Art, gut hergerichtet und mit Weinreben, Ol⸗ und Maulbeer⸗ baumen bepflanzt, 20— 25 Lire= 51,71 bis 64,65 fl. pr. Joch; der mittlern Güte, 15— 18 Lire= 33,70 bis 46,54 fl. pr. Joch; und der ſchlechteſten Art, 15— 15 Lire= 35,68 bis 33,79 fl. Pacht zahlen. Dieſe Paͤchter haben kein Zugvieh, ſondern nur einige Kühe; alles Land wird mit Haue und Schaufel bearbeitet. In der Umgebung der Stadt Como iſt das cultivirte Land ebenfalls höchſt beſchränkt, und zu übertriebenen Preiſen ver⸗ pachtet, von 3 bis 5 Stara Weizen pr. Pertica nacktes oder mit Maulbeerbaͤumen beſetztes Ackerland. In den Hügeln der Brianza iſt faſt durchgehends die Me⸗ tadia eingeführt, wie man die Verpachtung nennt, bei welcher alle Bodenerzeugniſſe zwiſchen dem Colon und dem Grundherrn zu gleichen Theilen getheilt werden. Es gibt zwar einzelne Be⸗ ſitzer, die ſich 1o— 14 Lire pr. Pertica bedingen; allein ein ſolcher Pacht kann nur ſelten von den Colonen eingehalten wer⸗ den, weil ſie durch das kleinſte Unglück außer Zahlungsſtand geſetzt werden. Die Eigenthümer, die an dem armen Colon keinen Regreß finden, ſind dann genöthigt ihm die Beſitzung ge⸗ gen die Hälfte des Rohertrages zu überlaſſen. Auch in Bergamo iſt allenthalben dieſelbe Art die Grün⸗ de zu verpachten üblich: ſelbſt die ganz nahe bei der Stadt ge⸗ legenen Beſitzungen werden gegen dieſe Bedingung den Colonen überlaſſen. Dieſe letztern Wirthſchaften haben einen ſehr fruchtbaren Boden, und einen Überfluß an Maulbeerbaumen, weßwegen die Colonen nicht ſo dürftig, als anderswo, und nicht ſelten ſchuldenfreie Eigenthümer ihres Viehſtandes ſind. Wie groß der Naturalertrag einer ſolchen, auf die Haͤlfte Ertrag verpachteten Wirthſchaft an Getreide ſeie, konnte ich nigend ten far Ri ben ge ertrag ſonde beerlo iſt ge 64 J. Lano! ſn in Iins in en dalaſtt ledigen. ¹, der ber BMalter pr. Joh f Ji 5 36,79 fl nur einige bearbeitet. ivirte Land reiſen ver⸗ a nacktes die Me⸗ ei welcher undherrn zelne Be⸗ allein ein alten wer⸗ lungsſtand ten Colon ſitzung ge die Grän⸗ Stadt ge⸗ Colonen uchtbara weßweget cht ſelten e hilſe onnte in im lombardiſch⸗venezianiſchen Königreiche, 199 nirgendwo in Erfahrung bringen, nur über Wein und Galet⸗ ten fand ich Vormerkungen. Rings um Bergamo werden in der Ebene keine Weinre⸗ ben gepflanzt, die hier die Hügel einnehmen, und ao des Roh⸗ ertrages Pacht geben. In der Ebne ſind die Felder ſammt und ſonders mit Reihen von Maulbeerbaͤumen durchzogen. Das Maul⸗ beerlaub gehört dem Herrn, und der Colon bekommt nur ei⸗ nen Theil davon für ſeine Seidenwürmer, den fehlenden muß er vom Herrn kaufen, wie ich in dem Abſchnitte von der Seiden⸗ cultur näher angegeben habe. In Mantua ſind die Beſitzungen, Poderi, welche man da den Colonen gibt, größer als irgendwo, und enthalten im Durchſchnitt 100 Biolche= 54,4 Joch. Wer keinen Fittabile(Pachter gegen Geldzins) findet, iſt genöthigt ſeine Gründe a meta wegzugeben. Im Durchſchnitte zahlen die Fittabili 20 Lire di Mi⸗ lano pr. Biolca= 10,3 fl. pr. Joch Die Colonen geben in fruchtbaren Gegenden 0,55 des Rohertrags aller Producte. Sie ſind ziemlich wohlhabend, denn es gehört größtentheils das Vieh ſammt dem Ackergeräthe ihnen eigen, was von gro— ßer Bedeutung iſt, weil man in dieſer Provinz mit 3—4 Paar Ochſen pflügt; und über dem Po gar 5—6 Paar anſpannt. Kühe hält man nicht. Schweine nur wenig. Das Landvolk klei⸗ det ſich gut, und ſieht gut aus. In Treviſo geben die Colonen für einen Campo Feld einen Sacco Weizen, 1,55 Metzen pr. Joch, und die Hälfte des Weinerzeugniſſes. Nach Verſchiedenheit der Güte des Bodens und der Grö⸗ ße der Bevölkerung, wird in den venezianiſchen Provinzen größ⸗ tentheils ein beſtimmtes Maß Getreide pr. Campo, als Pacht, und nebſtbei die Hälfte des Weines und der Galetten dem Herrn gegeben.— Wo der Boden gut iſt, und die Wirthſchaften groß ſind, muß der Pachter auch noch einen Überſchuß bald an Getreide und bald an Wein uͤber das allgemein übliche Quantum abfüh⸗ 200 Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens ren, und das Vieh und Wirthſchaftsgeräth ſelbſt beiſchaffen: wo der Boden aber ſchlecht iſt, oder wo die Wirthſchaften klein ſind, da iſt die Pachtung a meta eingefuhrt, und der Viehſtan gehöͤrt entweder zur Halfte, oder auch wohl ganz dem Hedn In der Umgebung von Padua werden 4— 6 Stara Weizen und die Halfte des Weines entrichtet= 2,64— 5,96 Metzen pr. Joch. In der Nahe von Udine, in der Gemeinde Collore⸗ do di Prato habe ich eine Colonenwirthſchaft, die dem Herrn de Gallici gehöͤrt, im Detail berechnet. Sie beſteht aus 9,09 Joch Ackerland mit einer geringen Zahl Maulbeerbau⸗ me und 3 Joch Wieſen. Der Boden iſt ſchlecht, leicht, drre mit Geroͤll. 3 iſt kein Haus, noch Garten d Hiefür entrichtet der Pachter kebeunge an Weizen.Metzen 20, 19, (¶ 71 Ein Joch Wieſen zahlt 1 fl. 40 kr. Viehſtand gehoͤrt dem Pachter. Von den Galetten entrichtet er die Hälfte als Zins für die In den fruͤher venez. Antheilen der kuſtenlaͤndiſchen Provinz wird allenthalben von den Colonen fuͤr den Campo Acker⸗ land 1 1— 1 ½ Stara Weizen, für das Joch 2,29 1— 2,864 bis 3,457 Metzen, und die Halfte des Weines, und von letztern in manchen Gegenden auch wohl 0,60 des rohen Ertrages als Pacht gegeben. Für die Wieſen wird der Pacht in Gero gezahlt. ie Halfte des Weines betragt pr. Joch im Durchſchnitte der Claſſen und der Gegenden 2— 2 12 bis 3 Wiener Eimer. Fur ein Joch Wieſen wird gezahlt 8— 10 bis 16 Gulden. Vieſen ſind aber nicht vollig ſüß. Flacheninhalt einer ſolchen Colonie iſt in der Umge⸗ im lombardiſch⸗venezianiſchen Königreiche. 201 vüum bung von Monfalcone von 16 bis 30 Ca in pi Ackerland 4= 10,14— 19,02 Joch, mit 4— 12 Campi Wieſen= 2,53 rtad— 7,60 Joch. Kcaam Allein man irrt ſehr, wenn man meint, daß der hier ange⸗ Lits gebene Betrag an Getreide, Wein und Geld der ganze Zins ſei, T den der Colon ſeinem Herrn zu entrichten hat: er muß ihm noch eine Menge anderer Naturalien liefern, und mancherlei Lellers Arbeiten leiſten. Von einer Menge Materialien, die über die— , d dem ſen Gegenſtand vor meinen Augen liegen, nehme ich das nächſte Sie wieht beſte Beiſpiel her. Die Wirthſchaft des Francesco Soranz, aulbeerhau in Ronchi di Monfalcone, Colon des früheren Kaufmanns Labroſſe in Trieſt, jetzt Marquis de Pontgivaud - in Frankreich, mißt 11 ⅓ Joch berebtes Ackerland, ohne Wie⸗ ſen, Weiden oder Wald.— Ein Stück Wieſen von 4 Cam— pi, 45 Tav. wird ihm abſonderlich gegen 12 fl. 36 kr. verpach⸗ tet. Er muß 32,69 Metzen Weizen abſchütten, und die Hälfte des Weines beträgt im Durchſchnitte von 10 Jahren ebenfalls 52,8 Eimer. Er zahlt alſo für ein Joch berebtes Ackerland Pacht „2, und an Weizen 3 Metzen, » Wein 3 Eimer. Außer dieſen hat er zu geben an Naturalien: Geſtampfte Gerſte ½¼ Metzen. ins für de Eier.. 100 Stück. Hühner... B4» en Preri Kapaune. 8„* po Air An Arbeitsleiſtung: =3i 2 Tage Pflügen mit 4 Ochſen; on lihen 2» Zugarbeit im Wald mit 4 Ochſen; trags 6 2 Fuhren nach Trieſt, à ½ Meilen Entfernung. d guu Weinrebenſchnitt. 2 Mannertagwerke. riGnit Mähen.... 2„»» gimit Straßenarbeit 4» 5 Vuhn Im Wald JSteinfuhren mit Ochſen auf die Straße, 6 Fuhren. des Herrn. Zugarbeit auf der Straße, 2 Tage. lnp Holzfuhren aus dem Wald, 10 Klafter. er 202 Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe des Bodens ꝛc. Man erſieht aus der Aufzaͤhlung der Leiſtungen, die einem ſolchen Colon aufgebürdet ſind, daß er bei weitem übler daran iſt, als ein unterthäniger Bauer in den deutſchen Provinzen, der an landesfürſtlichen und herrſchaftlichen Steuern, an Zehent und Roboten vielleicht eben ſo viel als ein italieniſcher Colon zu geben hat, der aber dafür Eigenthümer ſeiner Wirthſchaft iſt, und eine Heimath beſitzt, deren Beſſerung ſeinen Kindern zu guten kommt, was bei dem Colon nicht der Fall iſt, der jährlich befürchten muß, daß ihm die Pachtung aufgekün⸗ det wird. Am übelſten ſind unſtreitig die Colonen auf den Weinhügeln bei Görz daran, die im Durchſchnitte nur 5 bis 6 Joch Grundſtücke aller Art, und darunter etwa 2 Joch Ronchi haben, wofür ſie ihren Herren ⁄E des Weines, den ſie erzeugen, dann überdieß ein beſtimmtes Maß von Wein für die ihnen, nebſt den Weingarten verliehenen anderen Grundſtücke, und dann noch ein oder zwei Körbe Weintrauben, Kaſtanien, Hühner, und nicht ſelten auch noch den Zehent von ihren Antheilen ab⸗ führen müſſen. Da dieſe Weingaͤrten nur Ronchi ſind, und eben ſowohl zur Körner⸗ als Graserzeugung genützt werden, ſo daß der von den Reben eingenommene Flächenraum nur 0,4 des Ganzen be⸗ trägt, ſo ertragen ſie nur von 3 ⅜¾ bis 3% Eimer Wein pr. Joch.— Werden hievon als Pacht für die Ronchi, ½ für die andern Grundſtücke, und 1as für den Zehent abgezogen, ſo bleiben dem Colon von 14 Eimern ohngefähr jährlichen Er⸗ zeugniſſes: 11%, d. h. 1 ½ Eimer übrig, ſo daß demnach der zu Geld veranſchlagte Betrag des Pachtſchillings nicht ſelten mehr als der zu Geld veranſchlagte Reinertrag derſelben Grund⸗ ſtücke beträgt, oder mit andern Worten, daß dem Colon ſeine aufgewendete Arbeit nicht zu dem Preiſe des gemeinſten Tage— lohns vergütet wird. und we die einen üüle datgn Praunge, an Jehen iſcer Colan Vutzſchi ten Kinden all it, de aufgekun⸗ ſen auf den nur 5 bis och Ronci ſie erzeugen die ihnen, ücke, und „Hühner, heilen ab⸗ ben ſowohl daß der von Ganzen be⸗ imer Viin konchi, abgezogen, hrlichn C⸗ demnach de nicht ſeltn ben Grund⸗ Lolon ſeine iſen Tuy⸗ V. VBon dem Zuſtande, in welchem ſich die Pächter und Tagelöhner in Italien befinden, und wie ihre Lage verbeſſert werden koͤnnte, ohne daß die Grund⸗ beſitzer hiebei Nachtheil erlitten. —,, Von! und b —Q—ññ⸗pLOA˖ c It Grundbe Lande ge daß die untertha von Die die großen Bäſtung mit ihre it, fur Italien Nls re wohl zu witthſch rerpacht Schade Hie ſelhſt nücht g oder d V aufgen V kommt . 3ö deſizer thun Von dem Zuſtande der Pächter und Tagelöhner und von der Verbeſſerung ihrer Lage ohne Nachtheil der Grundbeſitzer. In Italien iſt der Stand der Grundbeſitzer von jenem der Grundbearbeiter vielleicht mehr, als in irgend einem andern Lande geſchieden. Wenn man in Deutſchland gewöhnlich findet, daß die kleinen, freien Grundbeſitzer, worunter ich aber die unterthaͤnigen Bauern nicht zähle, ihre Felder mit Zuhülfnahme von Dienſtboten und Tagwerkern ſelbſt bearbeiten, und daß die großen Gutsbeſitzer, wenn ſie auch den größten Theil ihrer Beſitzungen verpachten, doch gewöhnlich jene Wirthſchaft, die mit ihrem beſtändigen oder zeitweiligen Aufenthalt verbunden iſt, für eigene Rechnung bearbeiten laſſen, ſo findet dieß in Italien nur in ſehr ſeltenen Fällen Statt, wo in der Regel Alles verpachtet iſt, und der Grundſatz gilt, daß man ſein Geld wohl zum Ankauf von Grundſtücken, nicht aber zur eigenen Be⸗ wirthſchaftung mit Vortheil anlege, und daß man ſie ſchleunig verpachten müſſe, wenn man von dem ausgelegten Capitale nicht Schaden ſtatt Nutzen haben wolle. Hierdurch geſtehen die italieniſchen Grundbeſitzer, daß ſie ſelbſt von dem Betriebe der Wirthſchaft entweder Nichts, oder nicht genug verſtehen; oder daß er ihnen deßwegen Nachtheil, oder doch weniger Nutzen bringt, weil ihnen die Arbeit durch aufgenommene Dienſtboten und Tagelöhner höher zu ſtehen kommt, als durch Colonen. Ich will keinesweges behaupten, daß die italieniſchen Grund⸗ beſitzer nicht genügend Kenntniſſe haͤtten, um ihr Grundeigen— thum ſelbſt bewirthſchaften zu können, und daß ſie dieſes Um— 206 Von dem Zuſtande der Pächter und Tageloͤhner ſtandes wegen ihre Güter den Colonen übergeben müßten; wohl aber bin ich überzeugt, daß ſie der zweite Grund hiezu beſtimmt. Auch geſtehen ſie es unumwunden ein, daß ſie nur durch die Verpachtung an die Colonen reich, bei eigener Wirthſchaft aber arm werden; woraus klar hervorgeht, daß die Beſtellung der Felder durch Dienſtboten und Tagelöhner koſtſpieliger, wie durch Colonen iſt, oder mit andern Worten, daß die Colonen entweder mehr arbeiten, was nicht nachgewieſen werden kann, oder ſich mit ſchlechterer Koſt und Kleidung begnügen, wie Dienſt⸗ boten und Tagelöhner, was keinem Zweifel unterworfen iſt. In welchem Zuſtande ſich die Menſchenclaſſe in Italien be— findet, welche den Boden bearbeitet; welches geſellſchaftliche Verhältniß zwiſchen dem Grundbeſitzer und Pachter obwaltet, und wie der Zuſtand der Colonen gebeſſert werden könnte, ohne daß man die beſtehenden Rechte der Grundbeſitzer beirrt, wollen wir im Folgenden einer näheren Betrachtung unterziehen. Die Pächter der großen Güter in den bewaͤſſerten Provinzen der Lombardie ſind wohlhabende, und größtentheils auch gebil— dete Leute, die ſich von unſern kleinen, auf ihren Gütern le⸗ benden, zur gebildeten Claſſe gehörigen Gutsbeſitzern in nichts unterſcheiden. Ihr Geſchäft iſt die Aufſicht auf ihre Arbeiter, und der Verkauf der Erzeugniſſe. Um eine Pachtung in dieſen Gegenden zu übernehmen, wird ein bedeutendes Capital zur Anſchaffung des großen Viehſtandes und der nöthigen Geräthe, und zur Beſtreitung der laufenden Ausgaben erfordert. Der Pächter Pennaro in Vittadone, in der Provinz Lodi, ein ſehr verſtändiger und betriebſamer Mann, bewies mir, daß er in ſeiner Pachtung von 1500 Pert.= 170 ½ Joch bewäſſerten Landes, ein Capital von 3000 fl. in Vieh, Geräthen, Vorräthen und in Barem liegen habe; was mir keinesweges über⸗ trieben ſchien, da er 538 auserleſene Kuhe, einen Stier, acht Pferde, und das halbjaäͤhrige Erzeugniß des Käſes vorraͤthig hatte. Alle Lodi,“ 68 vert wenigen daß in nich ren, u Handen herpot Dienſ Ben Nichtig die gle und ſich hervorg⸗ mer allge waſen ihr da die mir Vieh! arbeite Flache Veiſpee bewaſſ Pachter auf 30 55 F Wim ſtit angeſt arbeite beiden — 6,6 ner nüßten; wohl ezu deſtmmt, ſe nur duh K Witſſti die Beſellng ſdieliger, u F die Colona werden kann, n/ wie Dünſt worfen iſ. n Italien be zeſellſchaftlche ter obwalta, konnte, ohne irrt, wollen iehen. n Provinzen 3 auch gebie 1Gütern le ern in nich dre Arbeite, ehmen, vit Viehſtundes er laufenden der Provin unn, bewie 170 Joc , Geräthen, zwegesübi⸗ Etier/ ac athig hat und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 207 Alle bewäſſerungsfähigen Wirthſchaften in den Provinzen Lodi, Pavia und Mailand ſind groß, und folglich gibt es verhältnißmäßig gegen die trocken gelegenen Provinzen nur wenige Anſitze. Da wir aber aus den Bevölkerungsliſten ſehen, daß in den erſteren Provinzen auf der Flache einer gevierten Meile nicht weniger, ja nur mehr Menſchen wohnen, als in den letzte⸗ ren, und daß ſich hier die Menſchen ſo wenig, wie dort, mit Handel, Induſtrie und Gewerben abgeben, ſo geht hieraus klar hervor, daß der größte Theil der Bevölkerung zur Claſſe der Dienſtboten oder der Tagelöhner gehören müſſe. Bei näherer Unterſuchung dieſes Gegenſtandes zeigt ſich die Richtigkeit dieſer Schlußfolgerung, und es iſt überraſchend, wie die gleichen Verhäͤltniſſe in zwei weit von einander entfernten, und ſich ſonſt ſo wenig ähnlichen Ländern, die gleiche Wirkung hervorgebracht haben. So wie in England die kleinen Eigenthü⸗ mer allgemach verſchwinden, und ſo wie es da durch das An— wachſen der eigenthumloſen Bevoͤlkerung die Grundbeſitzer, oder ihre Pächter dahin gebracht haben, die Zahl der Dienſtboten auf die mindeſte herabzubringen, namlich bloß auf die, welche das Vieh beſorgen, und alle Arbeiten durch Tageloͤhner oder Geding— arbeiter verrichten zu laſſen, ſo iſt es auch den lombardiſchen Päch⸗ tern gelungen das gleiche Ziel zu erreichen. In welchem Verhaͤltniſſe Dienſtboten und Tagelöhner zur Fläche des cultivirten Bodens ſtehen, mögen folgende zwei Beiſpiele zeigen. Der Päachter in Vittadone hat auf 170 Joch bewäſſerungsfähigen Grundes 22 Familien von Tagelöhnern; der Pächter Moretti zu Roncaro in der Provinz Pavia auf 343 Joch Felder, die auf gleiche Weiſe benützt werden, 53 Familien. Nur etwa 6 bis 7 Maänner dieſer Familien ſind im ſtätigen Dienſte der Pachter, als Küher und Pferdeknechte angeſtellt: alle übrigen, und die Weiber und Kinder, müſſen arbeiten, ſo oft es der Pächter bedarf, wofür man ihnen, in beiden Orten gleich, den Mannern 10, den Weibern 5 bis 6 Sold, — 3,3 und 5 Kreuzer, zahlt und ihnen bloß Mittags Reiß mit 208 Von dem Zuſtande der Paͤchter und Tageloͤhner Fiſolen und etwas Brod, niemals Wein, und nur einmal des Jahrs Milch gibt. Dieſen Tagelöhnerfamilien werden die Arbeiten bei der Cultur jener Früchte, die ſorgſam gewartet werden müſ⸗ ſen, in Geding gegeben, wofür ſie dann einen beſtimmten An— theil des Rohertrages beziehen: die Hälfte beim Lein; Va oder beim Mais; ⅛, anderswo gar nur beim Reiß; was bei der Beſchreibung der ſpeciellen Cultur der Feldfrüchte genauer an— gegeben worden iſt. Außer dieſem Verdienſte gehen ſie allenthal— ben hin für Tagelohn arbeiten, wenn ihnen ihr Herr keinen Verdienſt gibt. In welchem Zuſtande von Armuth und Unwiſſenheit ſich die⸗ ſe zahlreichſte Claſſe der Bevölkerung befindet; welchem Elende ſie Preis gegeben iſt, wenn ſie wegen Krankheit, wenn auch nur vorübergehend, unfaͤhig zur Arbeit wird, kann man ſich leicht vorſtellen. Noth, Elend, Unwiſſenheit und Mangel aller ſitttli— chen Bildung verleiten dann Viele dieſer Claſſe auf die Wege des Laſters, zu Contreband, Diebſtahl und Raub, die in dieſen Ländern zu den gewöhnlichen Ereigniſſen des Tages gehören. Tagelöhnerfamilien findet man zwar auch in den trocken ge— legenen Provinzen; allein ſie kommen da nicht in ſehr großer und Beſorgniß erregender Menge vor, denn es iſt da das Grund— eigenthum größtentheils ſehr zerſtückt, und den Colonen zur Arbeit überlaſſen, die es mit ihren Weibern und Kindern und mit Zuhülfnahme weniger Dienſtboten bearbeiten, und nur in ſeltnen Zeiten Tagelöhner aufnehmen. Was den Zuſtand der Colonen betrifft, ſo erhellet aus dem, was ich in einer andern Abhandlung über den Pachtwerth der Felder angeführt habe, im Voraus, daß der Antheil am rohen Grunderzeugniſſe, den der Eigenthümer für ſich fordert, mit geringen Ausnahmen, allenthalben zu groß iſt, und daß ein zu kleiner Theil deſſelben dem Colon übrig bleibt, der ihn für ſeine Arbeit nicht genügend entſchädiget, und es ihm unmöglich macht, ſelbſt beim größten Fleiße und der ſtrengſten Sparſam⸗ keit ſich ein Vermögen zu erwerben. Jed hekannt baue wird, 1 trages Procel dieſer. hat, d er muf ſeine A daher, Dienſte theil a und de Es Claſen, dan geve Mau 13. I. Erſt Iͤwe IW.Erſt Jwe zuſamme In einem Auf ein 2— ſer t einnal des ndietbeiten twenden miſ Nimnten U kin; whn eiß; was egenauer an⸗ ſiealenth Herr keinen nheit ſih die chem Clende wenn auch nan ſich leit aller ſitttle f die Wege ie in dieſen gehoren. trocken ge⸗ ſehr grofe das Grum⸗ Colonen zur Kindern und n, und nur let aus den, chtwerth d eil am vhn fordert, 1 und daß en der ihn füt n unnöglch Sparſan⸗ und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 20⁰9 Jeder, der nur etwas mit der practiſchen Landwirthſchaft bekannt iſt, weiß, daß die Culturkoſten beim gewöhnlichen Acker— baue, wenn er durch Dienſtboten oder freie Tagelöhner betrieben wird, nur unter ſehr günſtigen Umſtäͤnden 50 pr.% des rohen Er⸗ trages, ſo wie dieſe aber minder günſtig ſind, 60, To0 und mehr Procent betragen. Nun ſoll aber der Colon alla metà, und dieſer Art ſind die meiſten, von allen Producten, die er erzeugt hat, die Halfte, und nicht ſelten noch mehr, als Pacht geben: er muß daher von dem Antheile am Rohertrage, der ihm für ſeine Arbeit gebührt, einen Theil dem Herrn geben, und muß daher, mit anderen Worten, un geringern Lohn arbeiten, als Dienſtboten und Tagelöhner. Folgendes Beiſpiel wird den An— theil am rohen Ertrage, den der Herr und der Colon bezieht, und den ſie beide beziehen ſollten, näher angeben. Es ſei eine Beſitzung von vier Joch Ackerland, in der vier Claſſen an Ackern vorkommen, in denen man allenthalben gleich den gewöhnlichen italieniſchen Fruchtwechſel beobachtet, und mit Mais und Weizen abwechſelt. Roh⸗ 8„ Hiernach Neer. dre Antheil Procent entfällt Antheil 5 5 der claſſe.]/ Name der Frucht. Menen des des Cultur⸗ für den für den pr. Joch Herrn. Colons. koſten. Herrn. Colon. 1. Erſtes Jahr. Weizen 14 47 7 5⁰ 7 7 [(Zweites Jahr. Mais 20 10 10 5 10 10 II.Erſtes Jahr. Weizen 12 6 6 60 4,8 7,2 EZweites Jahr. Mais 16 8 8 60 6,4 9,6 III. Erſtes Jahr. Weizen 8 4 4 65 2,8 5,2 d Zweites Jahr. Mais 12 6 6 65 4,2 7,8 IV. Erſtes Jahr. Weizen 6 3 3 70 1,8 4,2 Zweites Jahr. Mais 10 5 5 70 3 7 Zuſammen in zwei Jahren: 98 49 49„„» 40 58 In einem Jahr: 49 24,5 24,5„„ 20 29 Auf ein Joch entfällt: 12, 25 6, 125 6,125]»„» 5 7,25 Der Herr bekam jaͤhrlich von dieſen 4 Joch Ackerland an Weizen: 10 Metzen, „ Mais 14,5». II. 14 210 Von dem Zuſtande der Pächter und Tagelöͤhner Folglich von einem Joch im Durchſchnitte an Weizen: 2,5 Metzen, „ Mais 3,62». Den gleichen Ertrag bezog auch der Colon: allein es hätten ihm gebührt, im Ganzen an Weizen: 11,3 Metzen, „» Mais 17,2»„ und für ein Joch im Durchſchnitte an Weizen: 2,95 Metzen, »„ Mais: 4,30* Er hat folglich unter den gegebenen Verhaͤltniſſen zu wenig bekommen, für jedes Joch an Weizen: 0,4 Metzen, „ Mais 0,68»„ oder mit andern Worten: er hat um den Geldwerth dieſer Quan⸗ titäten Getreidearten ein Joch Ackerland wohlfeiler bearbeitet, als dieß durch Tagelöhner und Dienſtboten möglich geweſen wäre. Hieraus, hoffe ich, muß es Jedermann einleuchten, daß die italieniſchen Grundbeſitzer ganz Recht haben, ſich mit dem eige— nen Betriebe der Wirthſchaft nicht zu befaſſen, weil ihnen der— ſelbe, bei gleichem Rohertrage, einen bedeutend geringeren Rein⸗ ertrag abwirft, als die Verpachtung an ihre Colonen. Dadurch will ich aber nicht behaupten, daß die elende Wirth— ſchaft, welche dieſe armen und unwiſſenden Colonen betreiben, mehr reinen Ertrag abwirft, als die von einem verſtändigen und mit den nöthigen Hülfsmitteln ausgerüſteten Landwirthe geleitete; vielmehr glaube ich, daß in dem eigenen Betriebe noch ein bedeutendes Mittel liegt, die geſunkene Grundrente zu heben, zu dem ſich aber die Grundbeſitzer ſchwerlich ehe verſtehen werden, als bis ſie ihre Colonen durch die übertriebenen Forde— rungen ganz zu Grunde gerichtet haben, und dann genöthiget ſein werden, ſich um die Praxis des Landhaushaltes zu beküm⸗ mern, ſelbſt die Leitung zu führen, und ihre Colonen als Dienſt— boten und Tagelöhner zu benützen. Vie ſin, d Schran ſhaft, des Ge laſſen ſie eine Menſch liſtigen ligen? de Menſch mein gewohn Mnge hälteriſh dd ud Geunde nichtg theils angeſe bei der V. auh thiere lebende we ein Halfte wind, Colon Chara oder i dem H Herrn leneshätten en zu wenig eſer Quan beitet, als en wäre. n, daß di t dem eig⸗ ihnen de⸗ geren Reir⸗ n. ende Witt⸗ betreiben, erſtäͤndigen Landwirthe n Vetritt undrente e verſehen nen Forde⸗ enöthigi zu bekün⸗ as Diuſ⸗ und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 211 Vielleicht wird man bis dahin auch zur Einſicht gekommen ſein, daß man der ungemeſſenen fortſchreitenden Bevölkerung Schranken ſetzen müſſe, und daß man in der bürgerlichen Geſell⸗ ſchaft, wo ſich der Einzelne ſo viele Beſchränkungen zum Nutzen des Ganzen gefallen laſſen muß, nur ſolche Menſchen heirathen laſſen dürfe, die irgend eine Garantie zu geben vermögen, daß ſie eine Familie zu erhalten im Stande ſind, oder nur ſo viele Menſchen, daß man über das Anwachſen einer der Geſellſchaft läſtigen, und ihr in moraliſcher und phyſiſcher Hinſicht nachthei— ligen Bevölkerung keine Beſorgniſſe haben darf. Der italieniſche Colon iſt zwar, gleich allen ungebildeten Menſchen, unwiſſend und voll Vorurtheile, dünkt ſich unge— mein verſtaͤndig in ſeinem Fache, weil er ſieht, daß ſeine Herren gewöhnlich noch weniger verſtehen, als er; hat aber ſonſt eine Menge vortrefflicher Eigenſchaften. Er iſt an und für ſich haus— hälteriſch, ſparſam, nuchtern, bewerbſam, flink, fröhlich, ar— tig und beſcheiden; und wenn man ihm vorwirft, daß er den Grundherrn allenthalben zu bevortheilen ſuche, ſo kann ihm dieß nicht gar zu hoch angerechnet werden, denn es geſchieht größten— theils nur aus Noth, und muß als Entgelt der Bevortheilung angeſehen werden, die früher der Grundeigenthümer gegen ihn bei der Schließung des Pachtcontractes ausübte. Wo die Colonien, d. h. Complexe von Feldern, die man auch Pachtgut nennen kann, groß genug ſind, um die Arbeits— thiere vollauf zu beſchäftigen; wo der Boden fruchtbar, das lebende und todte Inventar noch ein Eigenthum des Colons iſt; wo eine maͤßige und feſtgeſetzte Abgabe in Getreide, nebſt der Hälfte des Weines und der Galetten als Pachtzins gefordert wird, da findet man, zwar nicht reiche, aber auch nicht arme Colonen, und da zeigt ſich der natürliche, gute, unverdorbene Charakter dieſer Menſchen. Wo dieſe Colonien aber klein ſind, oder wo die Colonen ſchon ſo verarmt ſind, daß alles Inventar dem Herrn gehört, was da, woalle Grunderzeugniſſe zwiſchen dem Herrn und Colon zu gleichen Theilen getheilt werden, größten— 14* 21² Von dem Zuſtande der Pächter und Tagelöhner theils Statt findet, geht die Rechtlichkeit dieſer Letztern allgemach verloren, und ſie ſuchen ſich auf jede Art einen größern Theil des Grunderzeugniſſes zuzueignen, als ihnen vermöge des Con⸗ tracts zukommt.— Iſt die Ernte reich, ſo bemerkt der Colon ſehr leicht, daß er ſeinem Herrn für den Werth des übernom⸗ menen Feldes, oder für die Zinſen des Ankaufcapitals, eine zu hohe Abgabe im Verhaͤltniſſe der von ihm und ſeinen Leuten aufgewendeten Mühe und Arbeit entrichtet, und haͤlt ſich dadurch berechtigt einen größeren Theil des Rohertrages für ſich zu behalten, als er ſollte: mißräth aber die Ernte, ſo glaubt er um ſo mehr berechtigt zu ſein den Herrn zu bevortheilen, und von dem Wenigen, was die Mißgunſt der Witterung übrig ge— laſſen hat, mit ſeiner Familie zu leben, da die Schuld des Mißrathens nicht an ihm iſt, und er ſein Möglichſtes gethan hat die Felder gut zu beſtellen. So iſt ein egoiſtiſcher und auf das Verderben der arbeiten— den Claſſe gerichteter Vertrag die Urſache des beſtändigen Zwi— ſtes und Grolls zwiſchen dem Grundbeſitzer und ſeinem Colon. Der Erſtere bewacht fortwährend den Letzteren, daß er nicht einen Theil der Feldfrüchte der Theilung entziehe, und der Letz— tere iſt, theils aus Noth, und theils aus angewöhntem Hange bemüht, jede Gelegenheit zu benützen ſeinen Antheil am Ertrage zu vergrößern. Dadurch geht alles freundſchaftliche Verhältniß zwiſchen dieſen beiden Parteien verloren; der Herr ſieht den Colon als einen Dieb an, während er vom Colon als ſein Un— terdrücker betrachtet wird, und leider! haben beide Recht; nur ſcheint der Grundbeſitzer die Urſache zu ſein, daß der Colon un— moraliſch handelt, weil er von ihm mehr fordert, als dieſer zu leiſten vermögend iſt, und darum kann man den armen Colo— nen ihre kleinen Betrügereien auch nicht hoch anrechnen. Nan hat gut ſagen, daß der Colon den Vertrag nicht hätte eingehen ſollen, wenn er ihn zu drückend fand; daß er ſich um einen andern Pacht haͤtte bewerben, in ein anderes Dorf, in eine andere Provinz, in ein anderes Land ziehen ſollen: allein in Orte er ande dachtet keines beſtehe leicht Unter undſe Tagele er nur das d den w ſtecken von l derga nehmun am ſeine nur ſie in wolee außen Vert Kleid nach jawe Gru allgemach en Jeldes de Con⸗ t dar Clan es übernod⸗ als, einez nnen Leuten ſch daduuch für ſih zu ſo glaudt er heilen, und ig übrig ge Schuld das ſtes gethan arbeiten⸗ igen Zwi⸗ em Colon. ß er nict nd der bet⸗ tem Hange am Ertrage Verhaltni ſieht del als ſein l Recht; nur Colon un⸗ z dieſer ſ nen Col⸗ en. nich hatte er ſich un Dotf, l in; alin und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 213 im Orte ſelbſt ſind alle Pachtcontracte von derſelben Art, und er aͤndert nicht ſein Loos, ob er die Gründe des LHoder des B pachtet; gibt er den Pacht auf, ſo zwingt er dadurch ſeinen Herrn keinesweges zu beſſern Bedingniſſen, denn es melden ſich bei der beſtehenden Übervölkerung ſtatt ſeiner zehn Andere, die ſich viel⸗ leicht noch haͤrtere Bedingniſſe gefallen laſſen, um nur eine Unterkunft zu finden, oder der Militärpflicht zu entgehen, und jer iſt nun arbeits- und verdienſtlos, und muß ſehen als Tagelöhner ſich durchzubringen.— In einem andern Dorfe kann er nur dann einen Pacht ſuchen, wenn er etwas Vermögen beſitzt, das dem Grundherrn zur Garantie dient, denn einem Frem— den will dieſer, ſehr begreiflich, nicht das im lebenden Inventar ſteckende Capital anvertrauen; und lächerlich iſt es, wenn man von Überſiedelungen italieniſcher Colonen in andere Provinzen, oder gar ins Ausland ſpricht, weil hierzu Geld, Muth und Unter— nehmungsgeiſt gehört, was alles dieſen armen Leuten mangelt. Wenn man ſich überzeugt, daß der Colon und alle Mit— glieder ſeiner Familie fortwährend mit Anſtrengung arbeiten; daß ſie ſich faſt ausſchließlich bloß mit Mais ernähren; daß am Sonntag kein Huhn im Topfe ſteckt, wie der gute Heinrich ſeinen eben ſo elenden franzöſiſchen Metayers wünſchte; daß ſie nur da, wo Weinbau betrieben wird, Nachwein trinken; daß ſie im Sommer in leinene, gefärbte, und im Winter in weiß— wollene Jacken gekleidet ſind; daß ihre Weiber und Töchter, außer den goldenen oder vergoldeten Ohrringen nichts von Werth auf ſich haben, und in grobe leinene oder baumwollene Kleider gehüllt ſind:— und wenn man dann ſieht, daß ſolche Leute nach einer langen Reihe von Jahren Nichts vor ſich bringen, ja wohl gar nur gegen ihre Herren verſchuldet ſind; ſo kann der Grund ihres Unglückes in nichts anderem liegen, als in dem Theilungsvertrage, in welchem der Arbeiter zum Vortheile des Grundbeſitzers verkürzt iſt. So oft ich mit Colonen über ihre Pachtbedingungen und den 7 Ertrag ihrer Wirthſchaft zu ſprechen Gelegenheit hatte, konnte 214 Von dem Zuſtande der Pächter und Tagelöhner ich mich des Mitleids für dieſe Menſchenclaſſe, ſo wie des leb⸗ haften Gefüͤhls nicht erwehren, daß ich mit Halbentheilpäch⸗ tern(Coloni alla meta) nichts zu ſchaffen haben möchte, und daß ich mich unglücklich fühlen würde, wenn ich auf dem Lande leben, und unter dieſen Verhaltniſſen meine Einkünfte von den Colonen beziehen müßte. Man ſollte vermuthen, daß die Grundbeſitzer ſelbſt zur Ein⸗ ſicht gelangt ſein ſollten, daß der Ackerbau durch ſo elende, un— wiſſende und herabgewürdigte Menſchen, und mit ſo geringen und unzureichenden Hülfsmitteln betrieben, ihnen nicht jenen Ertrag abwirft, den ſie davon zu erwarten berechtigt ſind; allein ſo groß iſt ihre Kurzſichtigkeit, ihre Unwiſſenheit und ihr Geiz, daß ſie immer nur in der Erhohung des Pachtſchillings und nie in der Herabſetzung deſſelben das Mittel ſuchen, ihre verminderten Einnahmen zu erhöhen; daß ſie ſich von den großen Summen, die ihnen ihre Colonen für Vorſchüſſe ſchulden, nicht trennen können, obwohl ſie einſehen, daß ſie dieſelben nie hereinzu— bringen im Stande ſind, und daß dieſe Schulden ihre Colonen alles Muthes berauben, ſich mit froher Hoffnung für die Zukunft den Anſtrengungen der Arbeit zu widmen, da ſie keine Ausſicht haben je unabhängig zu werden; und aus den gleichen Urſa⸗ chen geben ſie jedem Colon nur das allernothwendigſte Zugvieh, nicht bedenkend, daß der Acker nicht ſowohl gepflügt, als auch bedüngt ſein will, und daß die Größe des Ertrages bei gleichen übrigen Verhaltniſſen von der Große der aufgewendeten Dün⸗ gung abhaͤngt. Der Stand eines italieniſchen Colons ſcheint für den erſten Anblick dem eines deutſchen, unterthänigen Bauers weit vor— zuziehen zu ſein. Der Colon iſt ein freier Pächter, übernimmt die Pachtung auf eine beſtimmte Zeit und zu einem beſtimmten Vertrag, und verlaͤßt ſie wieder, wenn ſie ihm nicht gefällt. Er hat mit Steuern und Abgaben nichts zu ſchaffen: der Grund— herr iſt nicht zugleich ſeine Obrigkeit, und kann die Ausſtande nicht mit gerichtlichen Zwangsmitteln, gleich den landesfürſtlichen Eteuer. nium, heißen thum, ſeltene teter? Eigent zahlen ten Pa als un Kleinr ich an gezeig in gan 5 Nahmen lch; A doſdra enem ten O kann dieſer als Jahr A ſo ſind denn in C. W habe lähne — well enes led de des leh⸗ tanthilgäc, nachte, und f den Lande fte von de löſt zur Em⸗ elende, un⸗ ſo geringen nich jenen ſind; allen d ihr Geiz, ngs und nie erminderten Summen, t trennen hereinzu⸗ e Colonen die Jukunft nne Ausſiht eichen Utſe te Zugrih, t, als aul bei gleicen deten Dür⸗ den erſte weit vor⸗ übernimmt beſtimmt gffll. E er Grund⸗ Ausſtänte Ffürſlite und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 215 Steuern, einbringen: auch hat er keine Roboten, kein Laude— mium, Mortuarium, und wie die Urbarialgiebigkeiten alle heißen, zu entrichten.— Dafür aber hat er auch kein Eigen— thum, wie der deutſche Bauer es hat, und iſt nur in höchſt ſeltenen Fallen in der Lage, ſich durch die Bearbeitung gepach— teter Wirthſchaften ſo viel Vermögen zu erwerben, daß er ſich ein Eigenthum anſchaffen kann. Er hat freilich keine Grundſteuer zu zahlen, dafür aber muß er allenthalben einen ſo überſpann— ten Pachtſchilling entrichten, daß er dadurch ungleich mehr zahlt, als unſere höchſt beſteuerten Bauern; und was die Frohnen und Kleinrechte betrifft, ſo ſind die Colonen nicht frei davon, wie ich an einem anderen Orte bei der Aufzählung der Leiſtungen gezeigt habe, die ſie im Friaul, und mit geringen Modificationen in ganz Italien ihren Grundherren entrichten müſſen. Die Wohnungen ſolcher Colonen ſind, mit geringen Aus— nahmen in den altlombardiſchen Provinzen, klein, aͤußerſt ärm— lich; Alles iſt auf das Mindeſte und das Allernothwendigſte beſchränkt. Von Gemächlichkeit, Reinlichkeit, Verzierung, von einem geraumigen Hofe, lichten Ställen, einem wohl beſtell— ten Garten iſt nirgendwo die Rede, denn die Auslagen hiefür kann wohl der Eigenthümer, nicht aber der Pächter machen: dieſer iſt aber zu arm, und des Pachtbeſitzes auch zu ungewiß, als daß er eine Ausgabe machen ſollte, die nicht im nämlichen Jahre ſchon wieder erſetzt wird. Wenn aber ſchon die Colonen großtentheils übel daran ſind, ſo ſind es die Tagelöhnerfamilien noch mehr. Ich ſage Familien, denn in dieſem Lande heirathet alles, und vermehrt ſich, wie in China, ins Unbedingte. Von den Tagelöhnern in den Provinzen Lodi und Pavia habe ich bereits geſprochen: es kommt nun die Reihe an die Tage⸗ löhner in den nicht bewäſſerten Provinzen, wo ſie Pigionanti — Miethleute— und im Paduaniſchen Chiusuranti heißen, weil ihnen zur Hütte, die ſie bewohnen, auch ein eingeſchloſ— ſenes, kleines Feld gegeben wird. 216 Von dem Zuſtande der Pächter und Tagelohner Dieſe Claſſe Menſchen iſt zwar in den nicht bewäſſerten Provinzen nicht ſo häufig, wie es die eigentlichen Tagelöhner in den bewaͤſſerten Gegenden ſind; allein ihrer ſind doch immer viel zu viel, und ſie finden nicht genug, oder nicht hinlaͤnglich gut bezahlte Arbeit, um nicht haͤufig in das größte Elend zu verfallen. Mir daucht, daß in den Provinzen Venedig, Ro⸗ vigo und Paduadieſe Claſſe am übelſten daran iſt; wenigſtens wird mir das Bild des Elends immer vor meinen Blicken ſchwe— ben, das ich ſah, als ich in der Nahe von Cagnola, unweit Monſelice, in eine mitten zwiſchen berebten Ackern einzeln ſtehende Hütte eintrat, die ich näher beſchreiben und die Be— dingungen angeben will, unter welchen ſie den Bewohnern verliehen iſt. Die Hütte iſt 2 Klafter lang, 3 Klafter breit. Die Wän⸗ de ſind von Weidenruthen, mit Lehm verworfen. Das Dach iſt von Stroh. Im Innern iſt weder ein Fuß⸗ noch ein Ober⸗- boden, wohl aber ein 4 Fuß hohes Flechtwerk von Weiden, das den innern Raum in drei Plaͤtze ſcheidet; in den größern, wo gekocht wird, und in zwei kleinere, in deren einem ich etwas Bettſtaͤtten Ahnliches, und in dem andern unbedeutende Geräthe und Streue ſah, die wahrſcheinlich auch zum Lager benützt wurde, denn die Familie beſteht aus Mann und Weib und fünf Kindern, wovon ich ein halberwachſenes Madchen ſcheu hinter der Mutter, die mit mir ſprach, hervorgucken ſah. Zu dieſer Hütte gehört ein Feld von 5 Pertiche und 27 Tav.= 1 Joch 340 ◻ Klafter ſchlecht berebten Ackerlandes der zweiten Claſſe. Der arme Mann muß hiefür ſeinem Herrn, dem veneziani— ſchen Edelmann: Filippo Molin, jäͤhrlich 10 StaraWeizen, = 4,71 Metzen, und für die Hütte 13 fl. 20 kr. entrichten. Weil der arme Menſch den Pachtſchilling nicht bezahlen konnte, und 6 fl. 40 kr. ſchuldig blieb, ſo ward er, wenige Tage früher als ich hinkam, gepfändet, wobei man ihm die Schaäffer, Fäßchen, und das wenige Heu nahm, womit er die Pflüger zahlen ſollte. Ein Huhn iſt der gewöhnliche Viehſtand ſolcher Menſchen. di nals d den da G des, von? auf 2 Vorth Grün de Ve lichen dene Halbe für dar wdde der detle trahl ein! der. ſein! ſie ni fen n muß oder den ſte. ernſt der zul gun ger deniſeten a Vnhlühner d doh inner ͤt hinliniäh Fte Elend a nedig, Re⸗ t; venien Blickn ſchue ol, unweit lken anze und die Pe Bewohnen Die Wir das Dahi ein Ober n Weiden, großern, w m ich etwes ende Geritt enützt wurde unf Kindern der Mutte⸗ e gehott in )O Klir mvenezian⸗ ra Wäiten entrigten glen kounte dageflüher Füßchn hlen ſolle ſchen. und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 217 Die Hütten dieſer Chiuſuranti, die man laͤngs des Ca— nals der Brenta ſieht, ſtehen in einem grellen Contraſte mit den daneben befindlichen ſtolzen Palläſten!— Es iſt unmöglich, daß man beim Anblick des elenden Zuſtan— des, in dem ſich die den Acker bearbeitende Claſſe der Einwohner von Italien befindet, nicht Mitleid mit ihnen haben, und nicht auf Mittel ſinnen ſollte, ihren Zuſtand zu verbeſſern. Wenn man von dem Grundſatze ausgeht, daß der eigene Vortheil der Grundbeſitzer ſie überall das beſte Verfahren, ihre Gründe zu benützen, habe kennen gelehrt, ſo iſt das beſtehen⸗ de Verfahren überall das beſte. Da dieſes aber, unter gleichen ört⸗ lichen Verhaltniſſen ſehr üenhe und man findet, daß in dem einen Dorfe bloß Halbentheilpächter, in dem andern die Halbentheilwirthſchaft nur auf den Wein beſchränkt iſt, und für das Ackerland ein beſtimmtes Maß an Getreide gegeben, und die Wieſen insbeſondere gegen Geld verpachtet werden, ſo überzeugt man ſich, daß ſolche Verträge nicht ein Reſultat der örtlichen, ſondern bloß der perſönlichen Verhältniſſe der Son⸗ trahirenden Theile ſind. Zwiſchen dem Grundbeſitzer und dem Colon beſteht aber ein reines Pachtverhältniß; der Eine ſchlaͤgt den Vertrag vor, der Andere nimmt ihn freiwillig an, und ſo drückend er immer ſein mag, ſo kann die Regierung dem Colon nicht helfen, wenn ſie nicht gröblich und willkürlich in das Eigenthumsrecht eingrei— fen will. Die Schlußfolgerung iſt troſtlos, denn ſie heißt: man muß Alles ſich ſelbſt überlaſſen, und warten, wie ſich's macht, oder mit andern Worten: der gegenwärtige Zuſtand iſt der beſte, den beſtehenden Verhältniſſen und Umſtänden der angemeſſen— ſte.— Ich möchte aber kaum meinen, daß Jemand dieſen Satz ernſtlich zu vertheidigen Muth hätte, weil der elende Zuſtand der Colonen, im Gegenſatze der Wohlhabenheit der Grundbeſitzer zu laut den Beweis führt, das den Erſteren ihre bei der Erzeu— gung der Feldfrüchte aufgewendete Mühe zu karg gelohnt wird, 218 Von dem Zuſtande der Paͤchter und Tagelöhner oder was daſſelbe iſt, daß der Pachtzins, den ſie entrichten müſſen, zu hoch iſt. Wie ſoll man es aber dahin bringen die Grundbeſitzer zu ver⸗ mögen, ſich mit einem kleineren Pachtzinſe zu begnügen; wie kann man ihnen zumuthen für das ausgelegte Kaufcapital nur 3 Pro⸗ cent zu begehren, da ſie vielleicht für die Haͤlfte des noch ſchul— digen Kaufſchillings 4, oder 5 Procent zahlen müſſen?— Die⸗ ſe Aufgabe iſt freilich ſchwierig; indeſſen dürfte die Löſung im Verlaufe der Zeit doch möglich ſein, und das.Beſte des Grund⸗ beſitzers und des Colons gleichfoͤrmig bewirken, wenn man ſich nur erſt entſchließt die Reuerung in Gang zu bringen, von der ich ſprechen werde.„ Das Mittel, von dem ich mir eine gänzliche Umänderung in dem Vermogens⸗ und Bildungsſtande des italieniſchen Bauers verſpreche, iſt die Hindangebung aller Grundſtücke, Häuſer und anderweitigen Gebaäͤude, die dem Staate oder frommen Srif— tungen gehören, in ewigen Erbpacht an Colonen, gegen einen übereingekommenen Geldbetrag, der aber einmal feſtgeſetzt, dann inader Folge nur in ſo fern geändert wird, daß man die Pacht⸗ ſumme alle 25 Jahre nach dem Durchſchnittspreiſe der inzwiſchen Statt gehabten vorzüglichſten Artikel der Erzeugung: Weizen und Wein, regulirt. Dieſe Pachtungen müßten den Privaten zum Modelle dienen, und müßten den Beweis herſtellen, daß, wenn es ſich darum handelt, von dem im Grund und Boden liegenden Capitale eine bedeutende, nicht gefaͤhrdete, den Durchſchnittspreiſen der Producte angemeſſene jährliche Einnahme zu erhalten, ohne mit den Pachtern fortwaͤhrend im Zank und Hader zu leben, oder die nominell große Summe des Pachtſchillings von der an— dern Seite wieder durch uneinbringliche Vorſchüſſe geſchmäͤlert zu ſehen, kein Mittel ſicherer ſei, als den Pächter ſelbſt zum Grundeigenthümer zu machen, weil er nun mit ganz anderem Eifer und verdoppelter Anſtrengung den Boden bearbeiten, und nichts außer Acht laſſen wird, die Felder in den größtmöglichen Er⸗ hag zul tt weiß di Muth all die bandie zeichn aus, der ſell der eb aber E 9 Antricten eſter urer ſen; wiefann lnur za⸗ noch ſchu⸗ en!=— die eLöfung in des Gtund⸗ nn man ſch en, von der mmanderung hen Bauerz Zauſer und men Stif⸗ egen einen ſetzt, dann die Pacht rinzwiſchen g: Weim delle dienen, ſicch daum pitale ein preiſen der lten, ohne r zu leben, von der al⸗ geſchnbt ſelbſt zum nz andeten eiten, und lchen⸗ und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 21¹9 trag zu bringen, die er jetzt als die ſeinigen anſieht, und von denen er weiß, daß alle Vortheile der Verbeſſerung ihm zukommen. Die Wirkungen, die das Eigenthum auf den Fleiß, den Muth und die Luſt es zu cultiviren, hervorbringen, ſind über— all dieſelben, und die wenigen Felder, die in der Ebene der Lom— bardie Bauern gehören(in den Bergen gibt es keine Colonen), zeichnen ſich vor den Feldern der Colonen ſehr zu ihren Gunſten aus, und die Grundbeſitzer geben einem Colon den Vorzug, der ſelbſt etwas Feld beſitzt, weil ſie hoffen, daß er ihre Fel⸗ der eben ſo gut, wie ſeine eigenen beſtellen werde, worin ſie ſich aber ſehr oft irren mögen. Ein Beiſpiel des verſchiedenen Zuſtandes zwiſchen Colonen und Grundeigenthümern gewähren die friauliſchen Colonen ge— gen die Bauern am Karſte. Die Erſteren haben 15 und mehr Joch berebtes Ackerland, wovon ſie die Hälfte des Weines und 2% bis 5 Metzen Weizen pr. Joch entrichten müſſen; die Wie— ſen müſſen ſie gegen Geld pachten: die Letzteren beſitzen zwiſchen Kalkfelſen 4—5 Joch Ackerfeld, das nicht immer berebt iſt, haben nur wenige und ſchlechte Wieſen, und Holz kaum mehr, als ſie bedürfen; und doch iſt nur der Colon arm und verſchuldet, und der Bauer am Karſte, zwar nicht wohlhabend, aber nicht arm; denn wer könnte in einer Gegend vom Ackerbau wohlha— bend werden, wo jeder einzelnen Beſitzung ſo wenig ackerbares Land zugetheilt iſt, und wo man die Beurbarung mit der Wegräu— mung von Steinen anfangen muß, womit die Oberflaͤche des Bodens mehr oder weniger bedeckt iſt. Ein Erbpachtgut iſt ein volles Eigenthum!— Da ſich durch die Verbeſſerung des Bodens der Capitalwerth deſſelben erhöht, ſo bringt es dem Erbpächter Vortheil, alle Arten Verbeſſerungen vorzunehmen, Bäume und Reben zu pflanzen, Waſſergräben zu ziehen u. ſ. w., denn im Verlaufe der Jahre hofft er und ſeine Kinder die Auslagen und die aufgewendete eigene Mühe mit Vor⸗ theil wieder hereinzubringen, und er irrt wohl auch nicht hierin; und wir werden von dem Erbpachte gleiche Wirkungen auf die 220 Von dem Zuſtande der Pächter und Tagelöhner Verbeſſerung des Bodens und die Erhöhung des Wohlſtandes der Pächter bemerken. Ich ſehe nicht die geringſte Gefahr, welche die Regierung liefe, wenn ſie alljährlich einen Theil ihrer, oder unter ihrer Verwaltung ſtehenden Realitaͤten verpachtete; zerſtreute Grund⸗ ſtücke einzeln, zuſammenliegende aber in einem ſolchen Complex und in ſolcher Ausdehnung, wie dieß nach der Natur des Bodens, der Culturart und der ortsüblichen Bewirthſchaftung erforderlich iſt, um eine Familie anſtändig zu ernähren. Jetzt werden dieſe Grundſtücke alle 3—9 Jahre verpachtet. Immer findet man, daß ſie weniger werth werden; denn wer ſoll Fruchtbäume und Reben nachſetzen, Stützmauern errichten, die Einfriedigung herſtellen, wenn er die Vortheile ſeiner Mühe und Auslagen einem Fremden überlaſſen ſoll: auch werden ſie immer mehr entkräftet, denn jeder will den letzten Reſt der frucht⸗ baren Theile aus dem Boden herausziehen; und wenn die Päch⸗ ter ſolcher Gründe ſehen, daß ſie ſich in der Hitze der Verſtei— gerung haben hinreißen laſſen einen Pachtſchilling zu verſprechen, den ſie nicht aufbringen können, ſo ſind Proceſſe und neue Verſteigerung die Folge davon, wobei aber der Verpächter im— mer der verlierende Theil iſt.— Wenn auch ein oder der andere der Erbpachter dieſer kleinen Staatsgüter ſeinen Contract nicht einhielte, ſo riskirt das Arar gar nichts, denn es hält ſich an den Grund und Boden, der inzwiſchen mehr werth geworden iſt, und zehn andere Pachtluſtige melden ſich, um ein ſolches Gut zu überkommen, wenn der Paͤchter, was nicht glaublich iſt, Niemanden finden ſollte, der ihm ſein Recht abkaufte, und ſtatt ſeiner einträͤte. Es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß durch dieſe Maßregel die Staatseinnahme vermehrt, ſicher geſtellt, die Perception derſelben vereinfacht, und der Grund zu einer allgemachen Ein⸗ führung dieſer Art die Grundſtücke zu verpachten bei den Priva⸗ ten gelegt werden würde; denn dieſe letzteren wurden ſich bald überzeugen, daß der Erbpacht keine kleinere reine Rente abwirft, als der Theilungspacht, daß hiebei alle Koſten der Unterhal— fang de Weines der Ge verwal die jetz gefah ture Hüge Baue ſes b ner I verm ſie we ebenhe neue wig Wd Elbd deſe Thei wiſe hat, Lobe die J anden fährt endl theil imm für nem thei mitt er dſſandes ie Rajeang e unter ihte zreute Grum⸗ ſchen Comole t des Voden, ng erforderlih re veryachte. en; denn wei tern errichten, ſeiner M⸗ H werden ſi ſt der fruch n die Pach⸗ der Verſtei⸗ verſprechen, e und neuu erpachter in⸗ er der anden ontract nict lt ſich an din eworden in ſolches Gun glaublic i kaufte, und ſe Maſrexl 1b Peraepli machen Lin den Prir⸗ en ſih b nte abpirf epUnrapal und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 221 tung des Preßhauſes— Follatojo—, die Magazinirung des Weines und des Getreides, die Anſchaffung des Viehſtandes, der Geräthe, und der größte Theil der Geſchäfte der Wirthſchafts— verwalter— Fattori— wegſielen, und daß ſie die Capitalien, die jetzt in dem Inventar und den Ausſtänden liegen, und hoch gefährdet ſind, zu andern Unternehmungen verwenden könnten. »In Toscana« ſagt Sismondi(Tableau de l'agricul- ture Toscane. Deutſche Überſetzung S. 123)»gibt es auf den Hügeln einige ſchöne Erbpachtungen auf vier Generationen. Die Bauern, welche dieſe mittelſt eines unveränderlichen Pachtzin⸗ ſes beſitzen, legen keinen Sold auf die Seite, der nicht zu ei— ner Wirthſchaftsverbeſſerung angewendet würde. Jedes Jahr vermehrt die Vortheile und Annehmlichkeiten ihrer Beſitzungen; ſie werfen Graͤben aus, pflanzen Gehaͤge, tragen kleinere Un— ebenheiten ab, machen Rebenſenker, ſetzen Rebenſchnittlinge in neue Graͤben, pflanzen und pfropfen Obſtbaͤume, und man be— trügt ſich nicht, wenn man aus der Betriebſamkeit des Bauern und dem blühenden Zuſtande aller ſeiner Feldfrüchte auf eine Erbpachtung ſchließt.« Es kommt dieſer Schriftſteller in einer ſpätern Stelle auf dieſen Erbpacht wieder zurück, und nachdem er die Nachtheile der Theilpachtungen lebhaft auseinander geſetzt, die Dürftigkeit, Un— wiſſenheit, den Leichtſinn und das Elend der Colonen dargeſtellt hat, meint er, im Widerſpruch deſſen, was er fruͤher zum Lobe der Erbpachtungen anführte, daß es dennoch ſchwer ſei die Theilpachtung aufzuheben, da man nicht wiſſe, welche andere Art Pacht man ihr vorziehen ſoll.»Die Erbpachtungen,« fährt er fort,»die für den Staat ſowohl, als den Boden un— endlich vortheilhafter wären, ſind für den Privaten nach— theilig. Jener, der ſeine Güter in Erbpacht ausläßt, iſt faſt immer ein Verſchwender, der ſich zu Grunde richtet; er entſagt für ſich und ſeine Nachfolger allen Verbeſſerungen, die auf ſei— nem Gute jemals könnten vorgenommen werden, allen Vor— theilen, die entweder von der Erhöhung des Preiſes der Lebens— mittel, vom minderen Werthe des Geldes, oder von der Ver— 22²³ Von dem Zuſtande der Päͤchter und Tageloͤhner mehrung der Reichthümer des Landes, wodurch der Werth der Gründe erhöht wird, ohne daß deren Producte vermehrt wür⸗ den, ſich ergeben können;— beſchränkt ſich auf ein feſtgeſetztes Einkommen, welches immer daſſelbe bleibt, indeſſen alle andern anwachſen, und thut es überhaupt nur in Hinſicht auf eine Sum— me Geldes, die ihm der Pächter beim Antritte zahlt, welche in Hinſicht des Einkommens, das er von ſeinem Gute beziehen könnte, ſo unverhältnißmäßig iſt. Weinreben und Oliven kann man nicht leicht verpachten; der Paͤchter würde weniger als der Colon auf die Erhaltung dieſer Gewachſe bedacht ſein; er hätte überdieß zu viel von der Unbeſtaͤndigkeit der Witterung und der Ungleichheit der Ernte zu leiden. Wäre der Contract auch für den Eigenthümer nicht zu nachtheilig, ſo könnte er es doch für den Paäͤchter werden.« Es ſind in dieſer Periode ſo viele unrichtige, ſich widerſpre— chende und unerwieſene Saͤtze, daß ich mich nicht enthalten kann, ſie naher zu beleuchten und zu widerlegen. Wer eine oder mehrere Beſitzungen oder Grundſtücke in Erb— pacht gibt, hat entweder mehrere Güter oder Grundſtücke, die er nicht wohl überſehen kann; oder er hat keine Neigung für Landwirthſchaft; oder es mangeln ihm die nöthigen Capitalien dazu; oder er hat ſich aus der bisherigen Verwaltung überzeugt, daß ihm für Wirthſchaftsadminiſtration, Unterſtützung der Co— lonen, außerordentliche Gemeindelaſten, Auslagen für Holz und Dünger zu neuen Rebenanlagen u. ſ. w., jährlich eine ſo große Summe in Abzug gebracht wird, daß ſich das im Grund und Boden liegende Capital zu ſchlecht verzinſet; und wenn daher hin und wieder ein Verſchwender ſeine Güter in Erbpacht ausläßt, ſo beweiſ't das keinesweges, daß ein ſolcher Vertrag immer nur von Verſchwendern geſchloſſen würde. Auch ſehe ich keinen zureichenden Grund hiezu und keine Vortheile für den Verſchwender, denn will dieſer Geld, ſo braucht er ja nicht ſeine Güter in Erbpacht zu geben, um ſich durch das Laude— mium welches zu verſchaffen; er bekommt mit Leichtigkeit ſo viel geborgt, als ſeine Guͤter werth ſind, und mehr noch, wenn ſenich wegen zuſage beſſer wirke würd die wund ſol, durfte gewa men Guts der d tien wenn, Nane noht ſeine ande nich tes( vera Eige benu Etha Erſte ten aufb nicht feld ſogle rück iſt, enen d Latth der anaht vür⸗ Rfeigäitns alle anden ffeine Eun⸗ t, velhei ute beziehen Ylen kann niget als der ein; er hitte ung und der ratt auch für wes doch fin hwiderſor⸗ enthalten icke in Etl⸗ dttucke, die Neigung fü Capitalie güberzeug, ung der Er n für Hoh rlich eineſh zin Grund und wenn n Ethyect eer Verttag uch ſteh ie für de er l nict das Laude kit ſo n oc/ wenn und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 223 ſie nicht in Erb-, ſondern in Zeitpacht ausgegeben ſind, weß⸗ wegen der Erbpacht gar kein Mittel iſt, das dem Verſchwender zuſagen kann.— Der Verpaͤchter entſagt freilich allen Ver⸗ beſſerungen, die er und ſeine Nachkommen auf dem Boden be— wirken könnten, und wodurch der Ertrag deſſelben erhöht würde: allein, da er ihn bisher nicht verbeſſert beſitzt, und nicht die Kenntniß, Luſt oder das Vermögen hiezu hat, ſo iſt es ein wunderliches Begehren, daß er das Gut dennoch beibehalten ſoll, weil es in 20— 50 Jahren vielleicht mehr werth ſein dürfte als jetzt, oder um ſeinen Erben die Möglichkeit zu gewähren, irgendwo auf dieſem Gute eine Verbeſſerung vorneh⸗ men zu laſſen, wenn ihnen eine beifallen ſollte. Soll dieſer Gutsbeſitzer aber eines problematiſchen, völlig unbeſtimmten, in der dunkeln Zukunft verborgenen Nutzens wegen den gegenwär⸗ tigen Vortheil von der Hand ſtoßen, der ſich ihm darbietet, wenn man ihm den bisher bezogenen anträgt, ihn aller Mühe, Plage, Sorge für die Einnahme und Realiſirung enthebt, ihm noch überdieß ein Capital in die Hand gibt, ihm die Verwendung ſeiner im Viehe, Saatkorn, Geräthen liegenden Capitalien zu andern nützlichen Unternehmungen frei läßt, und ihm endlich nicht allein die größte Sicherheit für ſein auf dieſe Art verpachte— tes Gut leiſtet, ſondern ihn auch an den Vortheilen der Preis— veranderung der Producte Antheil nehmen läßt, die ſonſt nur dem Eigenthümer des Bodens zuſtehen? Daß der Erbpaͤchter Weinre— ben und Oliven vernachlaͤſſigen und weniger als der Colon auf ihre Erhaltung bedacht ſein würde, wäre offenbar dem Vortheil des Erſtern entgegen, denn nur aus Wein und Ol wird er den größ— ten Theil ſeiner baren Einnahme beziehen, und er muß Alles aufbieten ſie zum höchſten Ertrag zu bringen, was der Colon nicht thut, der ſeinen wenigen Dünger lieber auf das Getreide— feld führt als zu den Reben, weil er von jenem ſicher, und ſogleich,— was die Hauptſache iſt,— den vollen Nutzen zu— rückerhält, was bei jungen Reben und Oliven nicht der Fall iſt, von deren Erträgniß in der Zukunft er nie weiß, ob er irgend einen Vortheil haben wird, da nach Ablauf der erſten neun Pacht⸗ 224 Von dem Zuſtande der Pächter und Tagelöhner jahre der Vertrag nicht erneuert, ſondern nur ſtillſchweigend zwiſchen beiden Parteien aufrecht erhalten wird, und er daher nach vorausgegangener Aufkuͤndung in einem Jahre wegge— ſchickt werden kann. Herr von Sismond i hat in einem ſpätern Werke: Nou- veaux principes de l'économie politique. Paris 1819. die verſchiedenen Arten das Grundeigenthum zu bewirthſchaften auf eine ſehr anziehende Art dargeſtellt. Das, was er im er— ſten Bande S. 186 über die Vortheile der Bewirthſchaftung durch Halbentheilpachter,— Métayers— ſagt, beweiſt aber, daß er den Vermögensſtand und die Lebensweiſe dieſer Art Co⸗ lonen nicht genau kennt, und ſich zu wenig Mühe genommen hat zu berechnen, der wievielte Theil des reinen Ertrages der Haͤlfte des rohen Ertrages bei den verſchiedenen Culturarten und bei abweichender Fruchtbarkeit des Bodens gleich ſei. So ſcheint er auch ſich zu wenig unterrichtet zu haben, auf welchen Grad der geiſtigen Cultur die Colonen ſtehen, und welche Kenntniſſe ſie von dem Gewerbe beſitzen, das ſie ausüben, ſonſt würde er nimmermehr dahingelangt ſein dieſer Art Pachtung ſo große Lobſprüche zu ertheilen, die nicht allein der Grund des Elends des italieniſchen Landvolks iſt, was ich im Vorherge— henden naͤher auseinander geſetzt habe, ſondern auch dem Fort— ſchritte der höheren Cultur, der Einführung eines vernünftigern Fruchtwechſels, neuer Pflanzen u. ſ. w. die mächtigſten Hin⸗ derniſſe entgegenſetzt. S. 2327 wird der Erbpacht, jedoch nur ſehr oberflaͤchlich abgehandelt. Er ſagt, daß dieſe Art das Grundeigenthum zu bewirthſchaften überall nur ſehr ſelten vorkomme, und nur für große Güter, welche ihre Herren nicht verkaufen wollen, nütz— lich ſei, nie aber als allgemeine Art der Bewirthſchaftung einge— führt werden könne, weil ſie den Grundeigenthümer aller Vor— theile des Eigenthums beraubt, und ihm alle Unannehmlichkei— ten, und keinen der Vortheile der Capitaliſten fühlen laſſe, und daß daher ein Familienvater nicht für klug oder haushaͤlteriſch angeſehen werden könne, wenn er ſich auf dieſe Art ſeines Ei— enthun thes vot Dal gekomn nicht Ervch ihrer in Sit Perſzan giehen. nicht vi Die N ſind all pachtun daher na ter gegen RRE be dn Stiftu man a entſage den po Preiſed der und Pacht d vorzußie Einfuſ dern, oder wa Neoduc den G da Urſagh de von I. lihveigend a daher derke: ou- aris 16l9. vittſſchafte az er im er rthſchaftung eweiſt aber, eſer Art Co⸗ genommen ertrages de Lulturarten ſich ſei. Eo ff welchen nd welche den, ſonſt Pachtung der Grund n Vorherge⸗ dem Fott⸗ rnunftigen iigſten Hir⸗ bberflachich zenthun z nd nur für ollen, nub⸗ tung einge⸗ aller Vor nehmlihhi laſſ/un uohältuſh ſaina e⸗ und von der Verbeſſerung ihrer Lage. 225 genthums begibt, ohne ſich wenigſtens die Beſtimmung des Wer⸗ thes vorzubehalten, den er dafür im Austauſche erhalten ſoll. Da Herr von Sismondi meinem Vorſchlage ſo nahe gekommen, ſo begreife ich nicht wohl, warum er in denſelben nicht näher eingegangen iſt, ſondern nach einer ſehr kurzen Erwähnung der engliſchen Erbpächter, und der Urſache, warum ihrer immer weniger werden, den Artikel ſchließt. Sicher wird der, welcher ſein Gut ſelbſt bewirthſchaftet und Verſtand, Luſt und Geld hat, den höchſten Vortheil daraus ziehen. Wer das aber nicht will, oder nicht kann, und das Gur nicht verkaufen will, oder nicht kann, der muß es verpachten. Die Nachtheile kurzer Pachtungen gegen Geld oder Naturalien ſind allgemein anerkannt; von den Nachtheilen der Theilungs— pachtungen habe ich ſo eben weitlaͤufiger gehandelt; es bleibt daher nur noch übrig jene Vertrage zu erwähnen, wo die Gü— ter gegen Geld und auf 2ijährigen Termin verpachtet werden, die in England allgemein, zum Theile auch in der Lombardie bei den Verpachtungen großer Güter, welche den frommen Stiftungen oder großen Gutsbeſitzern gehören, üblich ſind. Da man auch hier während 21 Jahren jedem höheren Geldertrage entſagen muß, und es nach dem Ablaufe dieſer Periode von den politiſchen Verhältniſſen des Landes, von dem zufälligen Preiſe der Producte, und von dem Zuſtande, in dem ſich die Fel— der und Gebaäude befinden, abhaͤngt, ob man mehr oder weniger Pacht dafür bekommt, wie früher; ſo iſt mein Vorſchlag weit vorzuziehen, bei welchem der Verpächter unabhangig von allen Einflüſſen iſt, die den Werth der Güter vorübergehend vermin— dern, ohne daß er von der Verminderung des Werthes des Geldes, oder was daſſelbe iſt, von der Erhöhung des Nominalpreiſes der Producte Schaden litte, ſo daß der Pachtzins, den er bezieht, dem Geldwerthe der Lebensmittel immer angemeſſen bleibt. Daß die Theilwirthſchaft dem Colon verderblich, und die Urſache ſei, daß es ihm unmöglich wird ſich zu irgend einem Gra⸗ de von Wohlhabenheit zu erſchwingen, ſieht jeder italieniſche II. 15 226 Von dem Zuſtande der Pächter und Tagelöhner ꝛc. Grundbeſitzer ein, der nur einige Kenntniſſe von Landwirth— ſchaft hat; allein keiner will etwas zur Beſſerung des kläglichen Zuſtandes ſeiner Colonen beitragen, weil jeder fürchtet, er müſſe etwas an der jährlichen Pachtſumme nachlaſſen.— Woll⸗ ten dieſe Herren ſich die Mühe nehmen, das, was ſie wirklich von ihren Grundſtücken einnehmen, und das, was ſie wirklich dafür ausgeben, nebeneinander zu ſtellen, ſich die Zinſen für aus— ſtehendes Guthaben, für Vieh und Naturalien, wie ſich's ge— hört, zu berechnen, ſo würde eine ſolche Summe zum Vorſchein kommen, die als Erbpachtzins dem Colon nicht zu drückend werden würde, weil ihm aller Vortheil der Verbeſſerung der Wirthſchaft und der künftigen größeren Erzeugung zu Gunſten kommt, welche die nothwendige Folge des veränderten Verhält⸗ niſſes iſt. Sagt man, daß die Colonen von den Vortheilen der Erb⸗ pachtungen keinen Nutzen ziehen können, weil ſie zu verarmt ſind, als daß ſie je eine ſolche Pachtung, wenn ſie auch noch ſo klein iſt, antreten könnten, ſo beweiſ't man nur dadurch, daß man zu geringe Kenntniſſe von dem ausdauernden Fleiße und der unglaublichen Betriebſamkeit und Sparſamkeit der Menſchen hat, die ſie außern, ſobald ſie überzeugt ſind ſich damit einen Ge— genſtand verſchaffen zu können, der für ſie der höchſte Wunſch iſt. Jetzt iſt der Erwerbsgeiſt im italieniſchen Colon nicht geweckt, denn was ſoll er mit dem wenigen Gelde machen, das er ſich allgemach erſpart; es langt doch nicht zu, daß er ſich damit eine Beſitzung kaufen könnte: weiß er aber, daß er beim Antritte einer Erbpachtung nur den Betrag eines Jahrzinſes als Caution zu bezahlen hat, ſo wird er alles aufbieten dieſe Summe zu er— werben; ſein erſpartes Geld erhält einen beſtimmten Zweck, und nichts halt ihn mehr zurück den begonnenen Weg mit gleichem Ei⸗ fer fortzuſetzen, bis er zum gewunſchten Ziele gelangt iſt. ke. ſdanduitt⸗ 85 düulichen fürtte, e n.— Pele z ſe wiric z ſie wirtic ſen für us vie ſics g. 7 im Vorſcin V J. zu druckend eſtens de Kurzgefaßte Geſchichte zu Gunſten en Verhall⸗ des n der Ell⸗ mailändiſchen Cataſters, U verarmt uch noch ſo durch, de Darſtellung des gegenwärtigen Zuſtandes deſſelben. Fleiße und nebſt einer er Menſchen it einen Ge⸗ Wunſchiſ⸗ cht geweckt , das er ſc damit eine im Antrite als Cautlol mme zu er⸗ Zweck, und gleicem br gt ſt 15* De großen: ben zu Grun⸗ Schat Cultu übrige näher 3c9 n La ſee w welche jeßt ßem 7 achtze Opau Lande Steu führe außen Jede wußt daß wede die Vom mailändiſchen Cataſter. Der mailändiſche Cataſter genießt in Europa eines ſehr großen Rufes, und man meint es vorzüglich demſelben zuſchrei— ben zu müſſen, daß die Lombardie ſeit der Zeit, als die Grundſteuer nach den Ergebniſſen der Cataſtral-Vermeſſung und Schätzung umgelegt worden, ſich zu jenem hohen Grade von Cultur und Wohlhabenheit erhoben habe, der ſie von allen übrigen Staaten Italiens unterſcheidet. Er verdient daher wohl näher gekannt zu werden. Ich werde in dem Folgenden zuerſt eine kurze Geſchichte ſei⸗ ner Veranlaſſung und ſeiner Verfertigung mittheilen, dann ſeine urſprünglichen Mängel aufdecken, und endlich zeigen, in welchem Zuſtande er ſich gegenwaͤrtig befindet und wie wenig er jetzt mehr dem Zwecke entſpricht, um deßwillen er mit ſo gro— ßem Geld⸗ und noch größerem Zeitaufwande verfertigt worden iſt. Die haufig wiederkehrenden Kriege, die im ſiebzehnten und achtzehnten Jahrhunderte um den Beſitz der Lombardie zwiſchen Spanien und Frankreich, und Frankreich und Oſterreich im Lande ſelbſt geführt wurden, konnten mit den gewöhnlichen Steuern nicht beſtritten werden, und die Erhaltung der krieg— führenden Truppen und die feindlichen Kriegsſteuern forderten außerordentliche Hülfsmittel. Um dieſe herbeizuſchaffen, ſollte Jedermann nach Maßgabe ſeiner Einkünfte beitragen; nur wußte man nicht, wie man dieſe erheben ſollte, wohl aber, daß die gegenwaͤrtige Steuerumlage für die neueren Verhältniſſe weder im Ganzen noch im Beſonderen mehr paßte, theils weil die Culturveranderungen den Vermögensſtand der Einen bedeu⸗ 23⁰ Vom malländiſchen Cataſter. tend erhöht hatten, waͤhrend er bei Anderen auf derſelben Stufe wie in der Vorzeit geblieben war, und theils, weil der reichſte Theil der Gutsbeſitzer ſteuerfrei war, wodurch die Laſt der auf⸗ zubringenden Steuern die Übrigen faſt erdrückte. So groß und allgemein auch die Klagen waren, die man gegen die Ungleichförmigkeit der Steuervertheilung führte, ſo kam es doch nie zu einer Maßregel, die ſolchen einſeitigen Bedrückun— gen allgemein abgeholfen häͤtte. Der Drang der Umſtände ging vorüber, und man fugte ſich in die allgemach eingeführten Zah⸗ lungen. Als aber im Jahre 1702 der kaiſerliche Heerführer und Gouverneur von Mailand: Prinz Eugen von Savoien, den Repräſentanten des Herzogthums ankündigte, daß er zur Erhal— tung der Truppen täglich 22000 Lire bedürfe, welche ſie herbei⸗ zuſchaffen hätten, und man im Verlaufe von wenigen Jahren ſah, daß dieſe für jene Zeit ſehr bedeutende Summe, wenn ſie nicht nach gerechteren Grundſaͤtzen umgelegt würde, wie bisher, den Ruin des Landes nothwendig nach ſich ziehen müßte, ward der Wunſch nach einem richtigen Cataſter ſo laut und allgemein ausgeſprochen, daß ihn die Regierung nicht überhören konnte, ſich vielmehr nur überzeugen mußte, daß es ihr eigener Vortheil erheiſchte, ihn bald möglichſt ausgeführt zu ſehen. Indeſſen ver— gingen unter den Berathungen über die Nothwendigkeit und die Mittel der Ausführung und unter den Intriguen Jener, welche bisher entweder gar nichts oder unverhältnißmäͤßig wenig zahlten, noch eilf Jahre, und erſt am ſiebenten September 1718 befahl Kaiſer Carlder Sechſte die Aufſtellung einer Behörde unter dem Namen: Giunta del censimento generale, deren aus⸗ ſchließliches Geſchäft es ſein ſollte, einen neuen Cataſter für das Herzogthum Mailand zu errichten, um die beſtehenden Steuern darnach zu vertheilen, und den Überbürdeten jenen Theil der Laſt abzunehmen, den ſie bisher für andere getragen hatten. Im folgenden Jahre(1719) wurden die nöthigen Voreinlei— tungen für dieſes Werk getroffen, und man meinte gleich Hand an das Werk legen zu können, als ſich der von der Giunta in Antr beſiher dieſer lihen! von] ſtellen Ert, anderen überzel dich! könne, es in gemeif D 12; Riget; derzeich dawa T Pror mit; Prot Art: wollt meint ſen bekom der e ſch lich man ₰½ — 3 tben Stufe di riihſte Loſ de auf n, die mm ührte, ſokmn Bedruckun⸗ nſtinde ging ührten Zah⸗ erführer und voien, den er zur Erhal he ſie herbe⸗ gen Jahren , wenn ſe vie bisher, zte, ward allgemein en konnte, ner Vorthel zndeſſen der keit und de ner, weltt nig zahlten rls bffcf porde unnn deren ald⸗ leih Han r Giunla Vom mallaͤndiſchen Cataſter. 231 in Antrag gebrachten Vermeſſung mit dem Meßtiſche die Grund⸗ beſitzer und Gemeinden entgegenſetzten, ſo daß der Praſident dieſer Stelle es nothwendig fand, im Aprill 1720 einen öffent⸗ lichen Verſuch der Vermeſſung mit dem Meßtiſche in der Nähe von Melegnano durch den Mathematiker Marinoni an⸗ ſtellen zu laſſen, dem er ſelbſt mit ſeinen Raͤthen beiwohnte. Erſt, als die Grundbeſitzer ſich hier, und ſpäterhin bei einem anderen, in der Provinz Como angeſtellten ähnlichen Verſuche überzeugt hatten, daß man ein Feld richtiger und ſchneller mit Tiſch und Diopter, als mit Kette und Klafterſtange abmeſſen könne, willigten ſie in die Vorſchläge des Praſidenten. So ſah es in der Lombardie im Jahre 1718 um die Verbreitung der gemeinſten mathematiſchen Kenntniſſe unter dem Volke aus! Die Vermeſſung der Felder ging in den Jahren 1721 und 1722 ziemlich ſchnell vor ſich, und wurde im Jahre 1725 been⸗ diget; in welchem Jahre auch die Mappen und Grundparzellen⸗ verzeichniſſe den Gemeinden zur Beurtheilung und Erhebung der darin vorkommenden Fehler übergeben wurden.*) Während dieſer Zeit hatte die Giunta Commiſſaͤre in alle Provinzen mit dem Auftrage abgeordnet, in jeder Gemeinde mit Zuziehung der Ortsvorſtände und älteſten Landwirthe ein Protocoll über alles, was auf die Statiſtik derſelben und die Art die Felder zu benützen Bezug hat, aufzunehmen. Man wollte ſich wahrſcheinlich das Geſchäft ganz leicht machen, und meinte, auf dieſe Art mit den geringſten Koſten und in der ſchnell⸗ ſten Zeit zum Ziele zu gelangen und die erforderlichen Daten zu bekommen, um daraus den verhältnißmäßigen Werth der Gründe der einen Gemeinde gegen die andere ableiten zu können: irrte ſich aber gröblich, und überzeugte ſich allgemach, wiewohl ziem⸗ lich ſpät, und mit Verluſt von Zeit und vielem Gelde, daß man zu dieſen Erhebungen nicht Gerichtsbeamte, ſondern gebil⸗ *) Der Flächeninhalt des damaligen Herzogthums Mailand betrug 19250000 Pertiche oder 219 öſterreichiſche Quadrat⸗Meilen. 23² Vom malländiſchen Cataſter. dete Landwirthe haͤtte waͤhlen ſollen, und daß alle von incom— petenten, d. h. nicht ſachverſtaͤndigen Menſchen aufgenommenen Ausſagen der Grundbeſitzer und Pächter über Grundertrag und Grundwerth immer unbrauchbar ſind. Ich konnte mich des Lä— chelns nicht enthalten, als ich in dem Archive der Giunta meh— rere ſolche dickleibige Aufnahmsprotokolle— Processi verbali— las, in welchen dieſe kaiſerlichen Commiſſaͤre, wie ſie ſich nann— ten, mit gravitatiſcher Miene, nach einer ſchwülſtigen, meiſtens in lateiniſcher Sprache abgefaßten Einleitung(nicht ſelten war die ganze Verhandlung oder einzelne Theile derſelben in dieſer Sprache geſchrieben) alles Wahre und Falſche zu Papier brachten, was ihnen Titius und Sempronius angaben, und es dann weislich einem Anderen überließen, aus dem Wuſte der Wider— ſprüche das Wahre herauszuſuchen. Dieſe Ignoranten wurden daher abgeſchafft und die Giun— ta ſchickte an ihre Stelle aus der Claſſe der Feldmeſſer, die in Italien zugleich Schätzmänner ſind, und deßwegen Agrimen— ſori periti heißen, gewaͤhlte Unterſuchungscommiſſäre, un— ter dem Namen Viſitatori, in die Provinzen, welche die von den Gemeinden in den Mappen und Grundparzellenverzeich— niſſen aufgefundenen Fehler zu verbeſſern beauftragt waren. Eine der Abſendung der Gerichtsbeamten zur Erhebung des Grundertrages ähnliche Maßregel der Giunta, war auch die Weiſung an die Geometer, alle von ihnen vermeſſenen Grund— ſtücke in gute, mittelgute und ſchlechte einzutheilen, und dieſe Claſſen in das Grundparzellenverzeichniß einzutragen, als ob dieſe Claſſe Menſchen, wenn ſie auch Agrimenſori peritiſind, immer hinlaͤngliche Sach- und Localkenntniſſe hätten, ohne vorausgegangene allgemeine Claſſification der einzelnen Cul— turarten, die Claſſe für die einzelnen Parzellen beſtimmen zu können. Die Geometer aber waren klüger, als die Giuntaz ſie enthielten ſich weislich der Ausführung dieſer Anordnung, und die Giuntamag ſich ſelbſt hinterher überzeugt haben, daß ſie etwas Unkluges befohlen habe, und beharrte nicht auf der Aus— fihtun tion u mehr Decre verſch mäßie 1 Geme das W beiger noch mein gen Ottat Caſſ gen ſo enhalt dn Pers zur kam ren. die mit, vorn ſihti heit trof dan incom⸗ denonmenen nderngund mich do da⸗ lunta me i rerbali- ſie ſch nann hen, meiſtens ſelten war ben in dieee ier brachten, nd es dann der Wider⸗ die Giun⸗ er, die in lgrimen⸗ uiſſare, un⸗ „welche di llenverzeit⸗ t waren. rhebung de ar auch di enen Gtund⸗ 1, und diſe zen, als 9 p eriti ſind, tten, ohfe elnen Ci eſtinnen zu ziuntai ſe nung/ und en, da ſ zuf der Aus⸗ Vom malländiſchen Cataſter. 233 führung, ſondern übertrug am 25. Auguſt 1724 die Claſſifica⸗ tion und Claſſirung der Gründe den Einwohnern, oder viel— mehr den Grundbeſitzern der Gemeinden, weil ſie es, wie das Decret ſagt, am beſten wiſſen müßten, in welche Claſſen die verſchiedenen Gründe zu ſetzen ſeien, und welcher verhältniß— mäßige Werth denſelben beizulegen ſei. Dieſe Maßregel waͤre ganz gut geweſen, wenn man jeder Gemeinde zur Leitung dieſes Geſchäftes einen erfahrnen, und das Beſte der Regierung beſorgenden, unparteiiſchen Perito beigegeben häͤtte; dadurch aber, daß man dieß unterließ, und noch überdieß das Unmögliche forderte, nämlich, daß jede Ge— meinde in zwei Monaten, wahrend welcher ſie ihre Bemerkun— gen über die Vermeſſung vorzulegen hatte, auch die, von dem Ortsvorſtande, vom Notar und den Gerichtsperſonen legaliſirte Claſſification und Claſſirung aller Grundparzellen zu Stande brin⸗ gen ſollte, geſchah es, daß einige Gemeinden, die den Termin einhalten wollten, übereilt und ſchlecht claſſirt wurden, wäh— rend die übrigen, weil keine Strafe auf die Nichtbefolgung der Verordnung geſetzt war, wenig oder gar nichts thaten, ſo daß zur Zeit, als die Viſitatoren— Schätzungscommiſſäre— kamen, von allen 2500 Gemeinden nur etwa 100 claſſirt wa⸗ ren. Nun erſt— 10. März 1725— befahl die Giunta, daß die Commiſſare die Claſſification und Claſſirung der Grundſtücke mit Zuziehung der Ortsvorſtande und erfahrenſten Landwirthe vornehmen, und bei der Claſſirung jedes einzelne Grundſtück be— ſichtigen ſollten: auch erhielten ſie den Auftrag bei dieſer Gelegen— heit die häufigen Fehler, die in den Hauszinsberechnungen ange— troffen wurden, zu verbeſſern, und den rohen Ertrag der Gründe zu erheben. Wo die Gemeindeausſchüſſe die erforderlichen Auf— klärungen nicht geben wollten oder ſelbe nicht zu geben wüßten, ſollten die Commiſſaͤre ſelbſt aufmerkſam die Natur und Lage des Bodens erforſchen, ſich bei ſolchen Perſonen, welche mit der ge— meindeüblichen Wirthſchaft wohl vertraut ſind, genau unterrich— ten, die Pachtcontracte einſehen, und hernach ihre dießfälligen 234 Vom malländiſchen Cataſter. Anträge ſtellen. Nach erhobenem Rohertrage ſollten ſie alle Koſten der Bearbeitung, Düngung, der Erhaltung und Ausbeſſerung der Waſſergebaude u. ſ. w. erforſchen und in Abzug bringen. Wegen der Maulbeerbäume wird hier noch bloß erin— nert, daß nur die der Schätzung unterzogen und deßwegen gezählt werden ſollen, die in einem geſunden und kräftigen Zuſtande angetroffen werden, und daß man den gewöhnlichen Ertrag an Laub erheben ſoll, den ſolche Bäume zu ertragen vermögen. Die Abzüge für Witterungsſchäden— per gli infortunj celesti— waren ſchon früher in Italien bei den Schätzungen der Gründe üblich, und wurden daher von der Giunta beibehal⸗ ten. Nach dieſen Weiſungen operirten die Schätzungscommiſſäre im Verlaufe der Jahre 1725 und 1726. Am 30. September kündigte die Giunta an, daß die Schätzungen im ganzen Lande geendigt ſeien, und daß die Claſ— ſen⸗Tariffe in jeder Gemeinde würden kund gemacht werden. Zwei Monate waren zu den Reclamen anberaumt. So⸗ wohl die Gemeinde als jeder Einzelne konnte gegen die Tariffe reclamiren. Dieſe waren gedruckt, und jede Gemeinde bekam 10 Exemplare für die eigenen Gründe, und konnte, wahrſchein— lich gegen Bezahlung, die in zwei Baͤnden zuſammengehefte⸗ ten Tariffe aller Gemeinden des Landes erhalten. Die Claſſirung der Gründe wurde aber nicht publicirt, und dieß war ein ſehr großer Fehler; denn es konnte Niemand be— urtheilen, in wie fern der ſeinen Grundſtücken zugedachte Cata⸗ ſtralwerth ihnen angemeſſen ſei. Während der Zeit der Reclamen waren die Commiſſäͤre fort— waͤhrend beſchäftigt die Vermeſſungs- und Eigenthumsfehler zu be⸗ richtigen, die von der Gemeinde gegen die Schätzung erhobenen Beſchwerden zu unterſuchen, und ſich neuerdings über die Claſ— ſification und den Ertrag der Gründe zu unterrichten. Sie er⸗ hielten dießfalls eine Weiſung, die faſt ganz daſſelbe enthält, was ihnen ſchon mit dem Decrete vom 10. März 1725 aufgetra⸗ gen worden war. 6 die Cl cleh mange übere gelan kurz und( Sdicte geriſe tionste und B dſe und, den an d lo goſten baſrung angen. bloß eim gen gaihl r Juſtand en Ertra vermögen. inlortunj hätzungen abeibehal⸗ commiſſee „daß du die Claſ rden. nt. So⸗ ie Tariffe de bekam vahrſchei⸗ engehefte licirt, und emand be— chte Catt⸗ iſare furt hlerzube⸗ erhobenen rdie lli⸗ . Sie et⸗ 4 enthält/ aufgetts⸗ Vom malländiſchen Cataſter. 235 Es ſcheint, daß das ganze erſte Schätzungsoperat, ſowohl die Claſſirung, als die Ertragserhebung, im ganzen Lande ſchlecht aufgenommen wurde, und daß man es als eine höchſt mangelhafte Arbeit anſah, weil ein allgemeines Murren dar— über entſtand, und die Klagen darüber ſogar bis zum Throne gelangten. Die Giunta ſah ein, daß der Reclamationstermin zu kurz ſei, und daß man den Gemeinden auch die Vermeſſungs⸗ und Claſſirungsacten mittheilen müſſe, weßwegen ſie mit dem Edicte vom 31. März 1727 dieſen Termin noch auf zwei Monate verlaͤngerte. Wäͤhrend dieſer Zeit und auch nach Verlaufe derſelben wur— den der Giunta von ganzen Provinzen, Gemeinden und Einzel— nen Reclamen übergeben, deren Erledigung ſie in große Verle— genheit ſetzte, aus der ſie aber durch ein kaiſerliches Reſcript geriſſen ward, in welchem, am 12. Mai 1723, der Reclama⸗ tionstermin noch einmal auf weitere zwei Monate verlängert, und Behufs der Unterſuchung der Reclamen geboten ward, daß ſechs der unterrichtetſten Cataſtral⸗Schätzungscommiſſäre, und gleich viele eben ſo qualificirte Periti zuſammentreten, den Grund jeder Reclame unterſuchen, und hierüber Bericht an die Giunta erſtatten ſollten. Die Zahl aller Reclamen betrug 4555, wovon 963 die ei⸗ gentliche Cataſtralſchätzung zwar nicht angingen, indeſſen doch vor das Forum der Giunta gehörten: von den übrigen 3571 wurden nur 720 in jener Form, d. h. mit Unterſchriften und Beweggründen verſehen, gefunden, daß ſie dem Collegium zur Erledigung mitgetheilt werden konnten. Es betrafen dieſe Re— curſe 500 Gemeinden. Im Juni 1723 verſammelten ſich jene zwölf Schaͤtzungscom⸗ miſſäre und im April 1729 endeten ſie ihre Arbeiten. Sie un⸗ terſuchten die mancherlei Beſchwerden, und entſchieden ſie, ſo gut ſie dieß im Zimmer zu thun vermochten. Wenn über die Claſſirung Beſchwerde geführt wurde, und dem Recurſe ein Atteſtat von den Ortsvorſtanden beigelegt war, daß die ver— 236 Vom malläͤndiſchen Cataſter. langte Herabſetzung der Claſſe der Ortlichkeit angemeſſen ſei, ſo veränderten ſie die Claſſe. Es ſcheint aber die Erledigung der Reclamen die Grundbe— ſitzer noch immer nicht zufrieden geſtellt zu haben, denn eine kaiſerliche Verordnung vom 17. September 1229 befiehlt, daß man das nämliche Collegium der Schätzungscommiſſäre beauf⸗ tragen ſolle eine neuerliche, allgemeine Überſicht der Schätzung vorzunehmen, und daß dieſes bemüht ſein ſolle die Grundſtücke hinſichtlich ihres Werthes zwiſchen den verſchiedenen Gemeinden in ein gerechtes Verhältniß zu ſetzen. Die Periti waren noch in Mailand verſammelt, als dieſe Verordnung kam, obgleich ſie bereits im April behaupteten, ihre Geſchäfte beendet zu haben, und fingen ſogleich ihre Unterſuchungen wieder von vorne an. Dieſe zweite Reviſion hatte aber mehr die Ausgleichung des Grundwerthes zwiſchen Gemeinde und Gemeinde, und Bezirk und Bezirk zur Abſicht, als eine Reviſion der Reclamen gegen die Elaſ⸗ ſification und Claſſirung. Es wurden zwar, nach dem darüber erſtatteten Bericht der Periti, alle gegen die Schätzungen er— hobenen Beſchwerden vorgetragen und erörtert; doch geht aus dem Ganzen hervor, daß man mehr zur Abſicht gehabt habe die Tariffe einzelner Gemeinden zu modificiren, je nachdem man meinte, daß ſie mit den benachbarten Gemeinden nicht in einem angemeſſenem Verhaͤltniſſe ſtänden, als ſich in eine neue Un— terſuchung der Schätzungsoperate einzulaſſen. Uber dieſe zweite Reviſion iſt von Seite dieſes Collegiums nichts vorhanden, als der Bericht deſſelben an die Giunta vom 22. Janner 1752, wo es die ihm ertheilten Aufträge beendigt zu haben ſcheint. Nach dieſer Zeit beſchäftigten ſich die Periti mit der Richtigſtellung der Häuſer- und Gebaudeſchätzungen, indem ſie die angegebenen Zinsbeträge durchgingen und ihre An— nehmbarkeit oder erforderliche Modification beſtimmten. Vergleicht man die von den Commiſſären in Antrag gebrach⸗ ten Claſſentariffe mit denen, welche das Collegium der Periti vorſchlug, ſo ſieht man, daß dieſes im Ganzen keine weſentlichen luderu ſe Me lch it Grund Jahre Ende. Er wieder ſdent, dreime Wertk nicht Schäl ſonden nungs der Au N feühe men Vir ducte man ange und, kannt tigan worde einlen man 172 dis! der mn ſii o Grundde denn ene feehtt, di ſäre bexuf Shfaßung ſrundſtüͤck Gemeinden ten noch in öbgleich ſe zu haben, orne an. ichung des Bezirk und die Claſ⸗ darüber ungen er⸗ geht aus öt habe di hdem man ͤtin einen neue U Colegiuns unta von e beendin ePeriti hätzungen, d ihre A⸗ n. g ſebrat⸗ Peritt fentlihe Vom malländiſchen Cataſter. 237 Anderungen machte, und in vielen Gemeinden nicht die gering⸗ ſte Modification vornahm; weßwegen es mehr als wahrſchein— lich iſt, daß die neuen Tariffe ſo wenig als die früheren die Grundeigenthümer befriedigt haben würden, wenn nicht der im Jahre 1753 ausgebrochene Krieg allen Cataſtral⸗Operationen ein Ende gemacht hätte. Erſt im December 1749 ward die Giunta del censimento wieder in Thätigkeit geſetzt, und gleich darauf erklärte ihr Prä— ſident, Neri, daß die früheren, nach einer vorausgegangenen dreimaligen Prüfung in Vorſchlag gebrachten Tariffe des Werths der Gründe als definitiv betrachtet werden müßten, und nicht abgeäͤndert werden könnten, wenn man nicht die ganze Schätzung von Neuem beginnen wollte, und daß man den be⸗ ſonderen Beſchwerden, die aus einem factiſchen oder Berech⸗ nungsfehler entſtanden waären, in der Folge immerhin im Wege der Ausbeſſerung abhelfen könne. Vom Jahre 1752 bis zum Jahre 1750 waren Jene, die früͤher ein beſonderes Intereſſe an den Cataſtralſchätzungen genom⸗ men hatten, entweder geſtorben, oder veraltet, oder außer Wirkſamkeit gekommen: auch hatten ſich die Preiſe der Pro⸗ ducte und der Werth des Grund und Bodens merklich erhoben; man ſah in den Tariffen überall einen ſehr geringen poſitiven Werth angenommen, der von dem beſtehenden weit übertroffen ward; und endlich war der Gegenſtand ſelbſt den Meiſten wieder unbe— kannt, ſo daß man keinen Anſtand nahm, die Tariffe für rich⸗ tig anzunehmen, wenn ſie auch nicht als unantaſtbar waͤren erklärt worden. Indeſſen dauerte es noch zehn Jahre bis alle die Vor⸗ einleitungen getroffen waren, und erſt im Jahre 1760 gelangte man dahin die Grundſteuer nach den Ergebniſſen der im Jahre 1225 und 1726 vorgenommenen, und in den Jahren 1728 bis 1732 modificirten Cataſtralſchäͤtzung einzuheben. Aus dieſer kurzen, geſchichtlichen Darſtellung des Ganges der Operationen bei der Zuſtandebringung des mailändiſchen 238 Vom malländiſchen Cataſter. Cataſters geht hervor, daß die Claſſiſication, Claſſirung, die Localerhebungen des Rohertrages und der Culturkoſten, nebſt der Verfertigung der Schaͤtzungsoperate von den Schaͤtzungs— commiſſären vom 10. März 1725 bis 30. September 1726 vollen⸗ det worden waren, und daß in der Folge an dem eigentlichen Schätzungsoperate, oder vielmehr am Claſſentariffe keine ande— ren Veraͤnderungen vorgenommen wurden, als jene, welche das Collegium der Periti bei der zweimaligen Reviſion zu machen für nöthig erachtete. In dieſem kurzen Zeitraume würde es den wenigen Schätzungs⸗ commiſſären, welche aufgeſtellt worden waren, unmöglich ge— weſen ſein auch nur die Hälfte der Gemeinden zu claſſificiren und ihre einzelnen Grundparzellen in die betreffende Claſſe einzurei— hen, geſchweige erſt ihren Roh- und Reinertrag auszumitteln und darzuſtellen, wenn ſie nicht den Gemeindeausſchuß zur Claſſirung (Einreihung der Parzellen in die Claſſen) verhalten, und ſich darauf beſchraͤnkt hätten dieſer Arbeit bloß nachzuſehen: und wie waäre es möglich geweſen, ſo viele Roh- und Reinertrags— operate in ſo kurzer Zeit zu verfaſſen, wenn die Angaben über den Ertrag und die Culturkoſten hatten bewieſen, ja nur einiger- maßen überzeugend motivirt werden ſollen! Es ſtellen daher die mailaͤndiſchen Schaͤtzungoperate nichts, als die einfache und unbegründete Meinung des Schätzungs— commiſſärs über den Naturalertrag der verſchiedenen Claſſen der Culturarten und die erforderlichen Cultursabzüge dar, und es iſt unmöglich ſie zu cenſuriren, wenn man nicht vollkommene Sach⸗ und Ortskenntniſſe hat. So ſehr auch dieſe Operate den Stempel der Eile und der Unvollkommenheit an der Stirn tragen, ſo würde ich es doch nicht wagen über ihren inneren Werth zu urtheilen, wenn ich nicht in allen Provinzen in eine bedeutende Zahl von Gemein— den gegangen wäre, um den Thatbeſtand, in ſo ferne er unver— änderlich iſt, mit den Angaben der Operate zu vergleichen, deren Copien ich zu dieſem Behufe mit mir nahm. Nachdem ich das utd in genen! eingezt ſtand; dperat rung, die da nehſt öhitunge Wpollen⸗ (gentüchen teine ande velche das du machen Schäzunge⸗ nöglih ge fieiren un e einzurz⸗ itteln und Tlaſſirung und ſich den: und anettrags⸗ aben über ur einiger te nichtz, ſchätzunge⸗ en Cloſen dar, und lkommene e und der es dih venn ich Gewein⸗ er undet⸗ en, deten rich das Vom malländiſchen Cataſter. 239 Land in mehreren Richtungen durchreiſt, und von unbefan— genen und gebildeten Landwirthen die gründlichſten Aufklärungen eingezogen habe, halte ich mich für berechtigt über dieſen Gegen— ſtand zu urtheilen, und die Vorzüge und Maͤngel der Schätzungs⸗ operate ſelbſt aufzudecken. Zuvörderſt ſcheint es mir zweckmäßig ein ſolches Operat mei⸗ nen Leſern, genau überſetzt ohne Weglaſſung oder Zuſatz eines Wortes, vollſtändig mitzutheilen, damit man das Verfahren ſehe, das die Commiſſäre jener Zeit beobachteten. Ich wähle hiezu eines, das zu den beſten und vollkommenſten gehört; denn die meiſten übrigen ſind noch viel mehr abgekürzt, und von vielen Gemeinden iſt das Schätzungsoperat auf einem halben Bogen geſchrieben. Um die Angaben leichter verſtändlich zu ma⸗ chen, habe ich ſie auf Wiener Maß, Gewicht und Geld; die Un— tertheilungen des Metzens und Eimers, ſo wie des Guldens aber in Decimalbrüchen angegeben.*) Die Gemeinde Roncadello, welche das Schäͤtzungsope⸗ rat betrifft, liegt in der Provinz Lodi, nördlich der Straße, die von dieſer Stadt nach Crema führt, in einer vollkomme— nen Ebene, die man die Ghera d' Adda nennt, wegen des Steingerölls, womit der Adda die Oberfläche der Erde bedeckt hat. Der Boden iſt abwechſelnd, bald ziemlich tief, bald wieder ſeicht; an vielen Stellen kommt das Steingeröll zum Vorſchein, das hier allgemein in einer Tiefe von 1 bis 2 Fuß die Unter— lage bildet. Die Erde iſt mehr loſe als bündig; doch gedeihen alle Fruchte ziemlich gut darin. Es fließt ein kleiner Bach durch die Gemeinde, der die Felder mit genügendem Waſſer verſieht, die auch noch von anderen Seiten Waſſerzuflüſſe erhalten. Das Waſſer hat nur wenig Fall, und bildet daher hin und wieder Sumpfſtellen. Man ſieht aus dieſem Schätzungsoperate, daß der mailän⸗ diſche Cataſter an zweierlei Arten von Gebrechen leidet; an ſol⸗ *) Siehe das Schätzungsoperat zu Ende dieſer Abhandlung⸗ 240 Vom malländiſchen Cataſter. chen, die von den Grundſätzen, und an ſolchen, die von der Ausführung herrühren. Zu der erſtern gehört die fehlerhafte Beſtimmung deſſen, was man als Reinertrag anzuſehen hat, und die mangelhafte Productenpreisbeſtimmung: zu den letztern die mangelhafte und mit Irrthümern erfüllte Erhebung des Rohertrages und der Culturkoſten. Als Reinertrag wird im mallaͤndiſchen Cataſter der An⸗ theil des Grundherrn am rohen Naturalertrage— Parte domi- nicale— angeſehen, der ihm nach Abſchlage der von ihm ſelbſt zu beſtreitenden Ausgaben übrig bleibt. Dieſe Ausgaben und was dem Colon nach den verſchiedenen Vertraͤgen zwiſchen ihm und dem Grundherrn vom Rohertrage zukommt(Parte colonica), werden als Cultursauslage betrachtet. So billig, einfach und richtig dieſes Verfahren auch aus— ſieht, ſo unrichtig und unbillig ſind ſeine Reſultate.— Man gibt nämlich dem Colon bei den in Italien allgemein üblichen Theilungswirthſchaften einen Complex von Grundſtücken, die man Maſſeria, Podere oder Colonia nennt, gegen dem, daß er die Hälfte, oder einen andern aliquoten Theil der Acker- und Weingaͤrtenerzeugniſſe dem Grundherrn abliefere: läßt ihm aber die Wieſen, Weiden und einen Theil des Waldes frei, gibt ihm oft das Vieh, oder das zum Ankaufe deſſelben erforderliche Capital zinſenfrei, um ihn dadurch in den Stand zu ſetzen die große Naturalabgabe leiſten zu können. Nimmt man nun die Parte dominicale als Reinertrag an, ſo muß dieſer nothwendig zu hoch ausfallen, weil von demſelben erſt noch der Zinſenbetrag der oben angeführten Wieſen und Weiden, ſo wie des Viehwerthes oder der baren Capitalien abgeſchlagen werden muß; was zwar wohl in einigen Operaten, unter dem Namen Scorte, geſchieht, größtentheils aber ausgelaſſen iſt. Sollte der Colon für die Acker- und Weinlandserzeugniſſe, wie hier in dem nachſtehenden Operate geſchieht, die Hälfte; für die Wieſen und Waͤlder des Rohertrags dem Grundherrn als ie don der unh diſen, nangelhefte elhafte und es und der der der An⸗ arte domi- rihm ſelbſt en und was n ihm und volonica), auch aus⸗ — Nan üblichen , die man dem, daß Acker⸗ und t ihm aber frei, git xforderlihe Iſetzen die an nun die nuß dieſet erſt voh Weiden, geſchlagen Unter dem rlaſen it niſe, wi alfte; fur dherrn a6 Vom malländiſchen Cataſter. 241 Pachtzins zahlen, ſo würde er nicht beſtehen können: auch findet ein ſolches Theilungsverhaͤltniß nirgendwo Statt. Häufi— ger aber iſt es und allgemeiner, daß der Colon dem Herrn für eine Pertica Ackerland ein beſtimmtes Maß an Getreide, und von den Reben die Häͤlfte des Weines gibt, und daß er für alle, oder einen Theil der Wieſen den Pacht in Geld zahlt. In einem ſolchen Falle kann man aber nicht einen gleichen aliquoten Theil des Körnerertrages für den Pacht in Abſchlag bringen, wenn gleich für jede Pertica z. B. zwei Stara bedingt ſind, weil ſich die Angabe auf den ganzen Complex der Ackerfelder bezieht, der aus mehreren Claſſen derſelben, und aus einer ungleichen Größe des Flacheninhalts derſelben beſteht. Je größer die Flaͤche der erſten Claſſe der Acker iſt, je mehr wird im Ganzen pr. Pertica gefordert und gegeben; und umgekehrt, je grö— ßer die Fläche des ſchlechteren Bodens iſt, je kleiner wird das Getreidemaß ſein, das man pr. Pertica gibt. Werden z. B. für 100 Pertiche Ackerland, zu 2 Stara pr. Pertica, 200 Stara Weizen Pacht gegeben, und beſteht die Wirthſchaft: aus 25 Pertiche Ackerland I. Claſſe, „ 50„„ II. v, „ 25„„ III.» ſo kann der Colon für die letzte Claſſe nicht zwei Stara Weizen geben, wenn für die mittlere Claſſe zwei angemeſſen ſind; er muß weniger als das Mittel, kann aber und muß für die erſte Claſſe mehr als das Mittel rechnen. In dem vorliegenden Falle dürfte vielleicht folgende Proportion die richtigſte ſein: I. Claſſe, 2,6 Metzen pr. Pertica, II.»„ 2,0„„„ III.„»„ 1,4„ 3„ Dieſer Rechnung zufolge zahlt er: für 25 Pertiche der I. Claſſe zu 2,6 St.= ô6s Stara, » 50»» II.„» 2,0»= 100„„ » 25„„ III.„„ 1,4»= 35» Sunmme 20o Stara. II. 16 242 Vom mallaͤndiſchen Cataſter. Es iſt daher wider alle Regeln der landwirthſchaftlichen Rechnung einen gleichen aliquoten Theil des Naturalerträgniſſes in allen Claſſen derſelben Culturart als Entgeld für die Cultur— koſten in Abzug zu bringen, weil man bei 18 Metzen Weizen jährlichen Ertrages pr. Joch in der erſten Claſſe nicht den Werth von 9 Metzen Weizen für Culturkoſten nöthig hat, in der fünf— ten Claſſe aber bei 6 Metzen Ertrag nicht mit dem Werthe von 3 Metzen auslangt. Die Folge dieſes Verfahrens iſt, daß die guten Gründe zu einem zu geringen und die ſchlechten zu einem zu hohen Rein— ertrag berechnet, und daher gegen die erſtern zu hoch beſteuert werden. Die Abzüge für Witterungsſchaden(per gli in- fortunj celesti) ſind bei jeder Cataſtralſchätzung unangemeſſen und inconſequent, indem der mittlere Ertrag der Felder, den die Schätzungscommiſſäre zu erheben beauftragt waren, ohnehin nur jener iſt, der ſich als Durchſchnitt einer langen Periode von Jahren ergibt, in der alle vortheilhaften und nachtheiligen Ein— flüſſe auf das Erzeugniß eingewirkt haben, weßwegen man hin— tenher nicht neuerdings unter dieſem Titel einen Abzug vom Roh⸗ ertrage machen kann, weil er bereits berückſichtigt worden iſt.*) In dieſer Rückſicht zeigen die mailandiſchen Tariffe einen zu niedrigen Reinertrag in allen Claſſen, der beim Weinlande von großer Bedeutung iſt, wo auch die Inconſequenz klarer als bei andern Culturarten nachgewieſen werden kann, weil über die Theilung des Weines, der im Preßhauſe des Grundherrn ge— *) Beim mailändiſchen Cataſter finden für Witterungsſchäden folgende Abzüge Statt: Beim Acker⸗ und Rebenland in der Ebene.... 4 Bei den Leinfeldern....—. 4 Bei den Wieſen—... 4—.. Bei den Wäldern....—... 5 In den gebirgigen Gegenden wird bei den Wäldern, dem Reben⸗ und Getreideland abgezogen.... 4 kaltert des G giſter te v jeßt gärt von zu b wie ſind, 7 dari kein gen Vein Anwe gicfe zen ſailichen lernogiiſes dieCutar eben Vahen tden Verz in der fün Vathe vo Grüͤnde zu hohen Rein⸗ och beſteuert per gli ir nangemeſen Felder, den i, ohnehin deriode von eiligen Ein in man hin⸗ g vom Aoh⸗ orden iſt. Tariffe einen Weinlande nz klaretale , weil über undherrn ge — aden folgene Vom malländiſchen Cataſter.*„ 243 keltert wird, foͤrmliche ſchriftliche Verrechnungen in den Regiſtern des Grundherrn angetroffen werden. Wenn man aus dieſen Re⸗ giſtern z. B. erſieht, daß ein Joch Weingarten, im Durchſchnit⸗ te von 21 Jahren, jaͤhrlich 14 Eimer Wein ertragen hat, die jetzt beim Cataſter als mittleres Ertraͤgniß dieſer Claſſe Wein⸗ gärten angenommen wird: welchen Grund kann man anführen von dieſen 14 Eimern für Witterungsſchäden 2 Eimer in Abſchlag zu bringen, da dieſe Schäden bereits berückſichtigt worden ſind, wie aus dem Regiſter erhellet, in welchem die Jahre benannt ſind, in denen der Hagel und Reif die Leſe verkürzt hat?— Die Fehler der Productenpreisbeſtimmung beſtehen darin, daß zu wenig Abſtufungen gemacht worden ſind; daß keine leitenden Grundſäͤtze für die Anwendung dieſer Abſtufun— gen aufgeſtellt wurden; daß die Giunta zur Beſtimmung des Wein⸗, Heu⸗ und Holzpreiſes nichts feſtſetzte, und daß in der Anwendung der Preiſe auf die einzelnen Gemeinden grobe Miß— griffe gemacht wurden. Für die Getreidearten fanden nur drei Abſtufungen im gan— zen Herzogthume Statt. Es ſind folgende: 1 Moggio Weizen 10, 11, 12 Lire. 1„ Roggen 6, 2, 3„ 1„ Hirſfe 5, 6,» 1„ Reiß. 15, 14, 15». Für den Wein, das Heu und Holz ſchlugen die Commiſſaͤre einen Preis vor, der dann von der Giunta beſtätigt oder modificirt wurde. Man kann aus keinem Acte erſehen, nach welchen Grundſatzen man in dieſen wichtigen Puncten verfah— ren ſei, und es ſcheint in der Beſtimmung des Preiſes dieſer letztern Artikel eben ſo viele Willkür, wie in der Anwendung der Getreidepreiſe Statt gefunden zu haben. Zum Beweiſe die— ſer letzteren Beſchuldigung führe ich an, daß man in Mai⸗ land den Moggio Weizen auf 12 Lire, in Lambrate auf 11, und in Creſcenzago wieder auf 12 Lire feſtſetzte, obgleich nicht der geringſte Grund vorhanden iſt, warum er 10 ⁵ 244 Vom malländiſchen Cataſter. in Lambrate, das nur eine Viertelſtunde vor der Stadt liegt, wohlfeiler, und in Creſcenzago, das eine Stunde von der Stadt entfernt liegt, anſtatt wohlfeiler, wie in Lambrate, Provin eben ſo theuer, wie in Mailand iſt. Die Maͤngel der Schätzungsoperate ſind aus dem— angeführten Operate der Gemeinde Roncadello erſichtlich. Es gewahren dieſe Operate nicht die mindeſte Beruhigung, daß 1 e. Maian die Commiſſaͤre den wirklichen Rohertrag in den Claſſen der 4. aRi derſchiedenen Culturarten erhoben haͤtten, denn es wird nir— 4 gendwo der kleinſte Beweis dafür angegeben. Das Operat iſt„ i nichts als die individuelle Meinung des Commiſſärs, von der man 3. Led nicht weiß, in wie ferne ſie mit den Angaben des Gemeindeaus— ſchuſſes, oder einzelner Grundbeſitzer übereinſtimmt, oder von 81 denſelben abweicht. Alles, was die Commiſſere in dieſer Hinſicht der l in den Operaten anführen, beſteht in den wenigen Worten, enn daß die von ihnen feſtgeſetzten Erträgniſſe die Reſultate ihrer einde Erkundigungen bei den Paͤchtern und anderen Landwirthen in wca der Gemeinde, ſo wie ihrer Kenntniſſe der örtlichen Verhältniſ— anen ſe ſeien. Es iſt aber mehr als wahrſcheinlich, daß ſie größten⸗ Heu theils das für wahr angenommen haben, was man ihnen ſoßs dafür anzugeben für gut fand, denn ſonſt hätten unmöglich nmd ſo aͤußerſt geringe Erträgniſſe zum Vorſchein kommen koͤnnen, r und man würde nicht jene nicht zu rechtfertigenden Sprünge der! im Ertrage benachbarter Gemeinden von gleicher Lage und Bo— die denmiſchung bemerken; auch würde der Unterſchied zwiſchen ſcie den fruchtbarſten Gegenden des Landes und den unfruchtbar— ſten viel bemerklicher geworden ſein. 8 Um dieſe Widerſpruche und Inconſequenzen anſchaulich zu ma⸗ wur chen, habe ich vorerſt den Ertrag des Weizens, der Hauptfrucht zen des Bodens, und des Heues der erſten Claſſe der bewäſſerten Gn Acker, und des Weines in der erſten Claſſe der berebten, trockenen ich Acker in der folgenden Tafel zuſammengeſtellt. d daß V der Etidtliegt, Inde von der kamrate, nd aus den lo aſcli hioung, di Cloſen der es vird nir⸗ s Operat iſt von der man hemeindenli⸗ t, oder den jeſer Hinſcht en Worten, lltate ihre wirthen in Verhaltnif ſie großten⸗ man ihnen en unmöglch nen konnen, den Sorünge age und Le⸗ ſied zwiſcen unfruchtbor ꝛulich zu me⸗ Hauvtfuuct bewaſerten p, nocenen Vom mailändiſchen Cataſter. 245 Weizen Wein H e u nach Abſchlag in den in den .. des Samens. berebten Ackern. Wechſeläckern. Provinz. Gemeinde. 35 chſ Die Pertica Das Joch Die Pertica Das Joch Die Pertica Das Joch gibt Stara. gibt Metzen. gibt Stara. gibt Eimer. gibt Faſcj. gibt Pfund. 1. ſ Corpi ſanti 6 15,66 3 2,60 3 3591 2. Mailand. Lambrate.. 44 1¹,79 1 3,90 4⁴ 5 ⁸„¶ 3. Creſcenzago. 2¾ 6,5 2 4 1,95 3 ½ 3782 4. Lodi. 4 Vittadone. 3 ¾ 9,78 4 1,95 5 25 7⁰62 5. d Melegnanello. 4 1⁰,44 4¼ 1,95 6 7¹82 6. Pavia. Roncaro. 2 5,22 1¾ 5,8⁵ ür— 7. San Novo. 4 10,44—— 3 3591 8. Lodi. Roncadello 3 7,33 4 2,92 2 ½ 3 184 Welche Begriffe erhält man von den Kenntniſſen, oder von der Unparteilichkeit der Schäͤtzungscommiſſäre und Reviſoren, wenn man ſieht, daß die unter 1, 2 und 3 vorkommenden Ge⸗ meinden, die in Hinſicht ihrer Lage und Bodenmiſchung und ihres wirklichen Ertrages nur gering unter ſich verſchieden ſind, mit einem ſo auffallend verſchiedenen Ertrag an Weizen, Wein und Heu angeſetzt erſcheinen? Die Stadtfelder ſollen 6, und die daran ſtoßenden völlig gleichen Acker von Lambrate ſollen nur 4 ½ und die beſten bewaͤſſerungsfähigen Acker von Creſcenzago gar nur 2 ½ Stara abwerfen? Ich will nicht läugnen, daß die in der Umgebung der Stadt gelegenen Felder fruchtbarer ſind, wie die von Lambrate und Creſcenzago; allein ſo groß kann der Unter⸗ ſchied bewaſſerter Felder im Erträͤgniß nicht ſein, wie er hier angegeben iſt. Die unter den Zahlen 4 und 5 vorkommenden Gemeinden gehören zu den fruchtbarſten der Lombardie, und wurden auch bei der Cataſtralſchätzung den Gemeinden 2 und 3 ziemlich gleich geſtellt, nur wird ihr Heuertrag ohne zureichenden Grund doppelt ſo hoch, wie in 1gerechnet, was keine Wahrſchein⸗ lichkeit für ſich hat, und auch mit dem von mir erhobenen Thatbeſtande nicht übereinſtimmt, und als Beweis dienen kann, daß man den Heuertrag der Wechſelwieſen in der Umgebung. der Hauptſtadt auffallend zu gering veranſchlagt hat. Nr. O iſt 246 Vom mallaͤndiſchen Cataſter. nur um ein Geringes weniger fruchtbar, wie die Gemeinden 4 und 5; iſt aber um die Haͤlfte geringer im Ertrage angeſetzt, wahrend Nr. 7 viel ſchlechter iſt, ſchotterigen Boden hat, und daher viel niedriger, nicht aber um 100 Percent höher im Weizenertrage hätte geſtellt werden ſollen. Ich habe die Grundſtücke dieſer Gemeinden ſelbſt geſehen, und bin ſie mit Aufmerkſamkeit durchgegangen: ſpreche daher nicht vom Hörenſagen, ſondern aus meiner Überzeugung. So viel über die Fehler in der Proportion der Annahme des Ertrages zwiſchen Gemeinde und Gemeinde!— Um wie viel zu wenig aber der Ertrag der Felder in poſitiver Hinſicht angenommen worden iſt, erſieht man aus den vorausgegange⸗ nen Abhandlungen, worin für mehrere der hier genannten Ge— meinden der Ertrag der Früchte angegeben iſt. Außer dieſen höchſt bedeutenden Fehlern gibt es deren eine Menge anderer, die von dem Mangel eines feſten, früher an— genommenen Siſtems, und von der größten Willkürlichkeit Zeugenſchaft abgeben, die von den Commiſſaͤren bei den Culturs⸗ abzügen begangen wurden. Hieher gehören vorzüglich die Ko— ſten für Bewäſſerung; die Berechnung des relativen Raums, welcher in den berebten Ackern von den Reben eingenommen wird, der bei anſcheinend ganz gleichen Umſtänden bald, bald nur 0 der Ackerfläche beträgt; der Adminiſtrationskoſten, u. ſ. w. Und was ſoll man endlich zu den Ausgaben ſagen, die cumulativ in einer Zahl ausgeſprochen werden, und unter fol— genden Rubriken vorkommen?— 1) für Adminiſtration und andere nothwendige Auslagen; 2) für andere billige Auslagen; 3) für Witterungsſchaͤden, Erhaltung der Gebäude, Rei— nigung der Canale, und andere nothwendige Auslagen; 4) für Witterungsſchäden, Raum, den die Reben im Acker— lande dem Getreidebau entziehen, Erhaltung der Reben und Pfähle, Dünger, Inventar(Scorte) und andere Auslagen u. ſ. w. für die Goldi ſolche bald n bald n von I c Tiirre Dyel und! gebta tals, nen 6 die dob Au Shit an A mit Wen knenden 4 de angaitt, en hat, und nt hoher in liſt geehen ſorece daher ugung er Annahme — Un wie iver Hinſcht tausgegange⸗ rannten Ge Fderen ein früͤher an⸗ llkurlichket den Cultur⸗ lich die Ke⸗ en Raun, ingenommen den bald“, ationskoſten, ſagen, di d unter fo⸗ Auslagen, aude, NRi⸗ Auslagen; erin Ater jder Neben und andei Vom mailändiſchen Cataſter. 247 In vielen Gemeinden wird bei übrigens ganz gleichen Ver⸗ haͤltniſſen dieſer Auslagen gar nicht erwahnt; in anderen werden für dieſelben 3 bis 4 Soldi, in anderen wieder 20 und 30 Soldi gerechnet, ohne daß man einen zureichenden Grund für ſolche Abweichungen einſieht. Bald wird der Scorte erwähnt, bald nicht; bald findet man angekauften Dünger in Rechnung, bald nicht, und ſo iſt die Rubrik der Culturabzüge ein Gewebe von Widerſprüchen, Inconſequenzen und Willkürlichkeiten. Da man nicht weiß, wie das Tagewerk der Menſchen und Thiere bei ſolchen Arbeiten, die nicht durch einen aliquoten Theil der Producte compenſirt werden, berechnet worden iſt, und wie man den Betrag der hin und wieder in Aufrechnung gebrachten Adminiſtrationskoſten, der Zinſen des Inventarcapi⸗ tals, die Auslagen für Erhaltung der Gebaude, auf die einzel— nen Culturarten und Claſſen umlegte; ſo können die Fehler, die dabei unterliefen, nicht gerügt werden. Aus dem Vorgetragenen erhellet, daß die mailaͤndiſchen Schätzungsoperate, weit entfernt den Anforderungen, die man an Arbeiten von ſo hoher Wichtigkeit macht, Genüge zu leiſten, mit Recht der Gegenſtand allgemeiner Reclamen geweſen ſind. Wenn dieſe Operate auch durch die doppelte Reviſion des Colle⸗ giums der Periti manche Verbeſſerungen erhalten haben, ſo ſind doch noch immer ſo viele und auffallende Maͤngel darin zurückgeblieben, daß man nicht umhin kann die Übereilung zu beklagen, mit der dieſe Operate abgefaßt wurden. Um dieſe harten Beſchuldigungen zu rechtfertigen, habe ich die Tariffe jener Gemeinden, die ich näͤher kenne, in folgen⸗ der Tafel zuſammengeſtellt. Vom malländiſchen Cataſter. Tabellariſche der Cataſtral⸗Tariffe oder des durch die Cataſtralſchätzung denen Culturarten und Claſſen In mailändiſchen Scudi. Bewäſſertes Ackerland: Provinz. Gemeinde. nacktes. berebtes.(Wechſeläcker. 1 ſu. uu. I.[II. III. 1. 1. ſlu. (Corpi ſanti 16[12 ½4—[214⁄18———— Caſaretto———[114[1—[14 4 12 ¾)84 Mailand. Creſcenzaggo———--—-J—— Cimianp, 10—— 12————— - Precotto————————— (Melegnanello.————-—-— 17[144 114 Sollarico.—————— 134 12 0 Lodi. Roncadello——— o0 7⁰ 5[[8[61⁄5 Tavazzano.——— 12——[14[114 9 (Vittadone——-————[16[134 114 San Novo o 7 ½ 6 91——[124[114 9 Pavia.( 1 Roncaro—————[—[19o 7 Mozuee Como. Ello——————O— aman——— P-⁸ Bi——B E Uber ausgen nachb Tro Vom malländiſchen Cataſter. 249 lnriſde Üüberſicht aſtiöng ausgemittelten Capitalwerthes einer Pertiea der verſchie⸗ und Cuſtr nachbenannter Gemeinden. In mailändiſchen Seudi,. — land: Trocknes Ackerland: Bemaͤſerte Trockne Wieſen: Wieſen; Wechſlicer nacktes. berebtes. eröhe ur nackte. berebte. — ſen. wurſu 1. u. uu. 1. u.. un. Llu. 1u. 1. II.I.[II. III. I. II. III. 12 11 O,174 16 14 4724 2147119 2026 3½6— S—— 1 124783 9 8 64 111410—[2219 15[25/⸗— 109 8——.—— -—— 8² 6 ſS ſio 3 16 16 13 3—— 3 6———— B 7½0 7— o 9o— 815 8—————+ FP BP 9 oOPun Pof aee in ſunzſu 44—-——ʃ——⸗êß—— p6—- 33111 ſ9 44——[73 60 6—-—-— J--———PBP 6 61 5¹14 3 63 54 4 1 o 7—[24--[11 o 4 1n9 53— SA b u3 ſin ö 24n- AeS fa„54 1o 17275--S=S gF gPEP EBEPE 4 8 637 5 0 74 6——-=Z96—--P P 8 ½ 61 44 1⁰ 8 5 ⁴ 8—-—=— o 6(74——— ——[—[ioa 716——S-B8S=PSl54sOS—— 250 Vom malländiſchen Cataſter. (Fortſetzung In mailändiſchen Scudi. Neißtelders Weingärten Provinz. Gemeinde.(Ronchi). beſtändige. vnds ¹..ſuul. I. II. 1II. 1. II. II. Corpi ſantt————-————OB— Caſaretto——-—-— O—-—— Mailand. Creſcenzaggo————-- J-— B-— Cimiano,———-—--———O— precotto——-—--—-O-—O—— Melegnanello——-————- J—-— Sollaricco.————-———— Lodi. ½ Noncadello 10)/ 8——-— B— B— PB Tavazzano.——- ho1 74——-—-— Vittadone——-——-— B+ B B San Novo15 124 912411141 9——— Pavia. Roncaro lo 383— ⸗————— Mozzatee———=— BéB+ ⁵ ℳ Como. Ello---— P Bbo† 6344 Tremezzo. POOPV B8 65 Vom mallaͤndiſchen Cataſter. 251 ehung von Seite 248 und 249.) In mailändiſchen Scudi. Holz 2 — Weingätten— Wälder. auf Dämmen 2 2 und Weide. ufern:(Gärten. 2 5 *(Goncli), S. 2 2 A 5 2 S. 8 Hartes Weiches 8 12 == Holz. Holz. 2 2 78 2 An=* 2⸗ V 8 83S8ſS2 S= 1. uſu I.[II. O 5 I.[II. I.[II..E2 I1. II. 2 — 24———— 4— 2 1—— 4 2 34⁄16 ½—[2— 5 24 2—— 14 3 3 2— 4 3 2 124— o— ——— 1———-—4˙3———— 1—[1 ¼0 8—— 4—-——-————OB83 PB P ho— ⁸—— —=AAA ——-=é== 3sh 2½— N— 37 ꝙ23 7= A—=E=CEE=PVS-== 33 ⸗21— 33 328— 2TSeSSSSPEgPs¹ *-EAEECTEEEFE=FAA2AEASN ——O—--= 3—-—-— 3²)2 3 b6— 2—— V—————-— 3 ½ 2 21 0— 4 E=ZOESSAEEE=EEE=FASS — 14 1— 14— 574—-ᷣõ/— 3[24— 10—— 4 1. 2s 9=nendhnee un 34ſ4 1 2 72 4 S G-SE=E=ITeSEEsHS 252 Vom mallaͤndiſchen Cataſter. Zur näheren Erläuterung dieſer Zuſammenſtellung muß ich bemerken: a) daß die fünf erſten Gemeinden ganz nahe in der Umge— bung der Hauptſtadt liegen, und daß in denſelben faſt überall die nämliche Abwechslung der Tiefe und Miſchung des Bodens angetroffen wird, daß alſo kein zureichender Grund vorhanden iſt, ſo bedeutende Sprünge in dem Cataſtralwerthe der Cultur— arten und Claſſen zu machen; b) daß die nackten, trocknen Acker des fruchtbaren, tiefen Bodens von Melegnanello, Sollarico und aller Ge⸗ meinden der Provinz Lodi gegen die in der Provinz Como ge⸗ legenen, von Mozzate und Ello, zu niedrig oder dieſe letz- tern gegen die erſtern zu hoch gehalten ſind; und c) daß die mit Getreide und Gras abwechſelnden, bewaͤſ⸗ ſerungsfähigen Felder, ſo wie die bewaſſerten Wieſen, keines⸗ weges ſo ſehr in der Größe der Production unter einander verſchie⸗ den ſind, wie ſie hier in den Tariffen und auch in den Schätzungs⸗ operaten, bei der Darſtellung des Naturalertrages, angegeben ſind. Für Caſaretto z. B. hat der Schätzungscommiſſär für je— des der Jahre, als das Feld als Wieſe benützt wird, 5 Faſej pr. Pertica, für Vittadone aber, ſo wie auch für Mele— gnanello 6 Faſej angenommen, während dieſe Gemeinden in der Wirklichkeit des Naturalertrages unter ſich wenig verſchie⸗ den ſind. Da in Hinſicht des Geldwerthes der Grunde bei gleicher Güte des Bodens die vor dem Thore der Hauptſtadt gelegenen be⸗ wäſſerungsfähigen Feldervon Caſaretto wohl 50% höher ver⸗ pachtet werden können, als jene von Vittadone wo die Milch nicht im friſchen Zuſtande verkauft werden kann, ſo fallt es auf, wie in den Tariffen gerade das Gegentheil Statt hat.— Daß in Roncaro die Claſſen dieſer Culturart geringer geſchätzt ſind wie in San Novo, iſt ein arger Mißgriff; denn nach meinem Dafürhalten ſollte gerade das Gegentheil Statt haben. Doch genug von den Beweiſen der vielen Mängel, welche den Schaͤtzungsoperaten des mailaͤndiſchen Cataſters ankleben!— Dieſe Mängel, ſo bedeutend ſie immer ſein mögen, verſchwin— hen do der g Catag ihng 4 * rung der zugyſ gehob Kore objee 6420 führ frühe Scut werth daſe trägt im J etwa die als bi T ward nenſte Jeit u in fru der Land auchd niſſe: mehr ſchd gerte Ig nuß ich in da Unge Kfatt überul des Bodens d vothanden eder Cultur⸗ daren, tiefen ind aller Ge⸗ n Comoge der dieſe le⸗ den, bewie ſen, keines der verſchie⸗ Schätzunge⸗ „angegeben miſſar fütſe d, 5 Faſc hfür Mele⸗ ſe Gemeinden enig verſhi de baiglahe wo ſe Mich fällt es alf, ychi ſid nath meinen aben. vihen ankleben.— , vrrſchvil⸗ Vom malländiſchen Cataſter. 253 den doch beinahe, und ſind von geringem Belange im Vergleiche der groben Ungleichförmigkeiten, welche vor der Einführung des Cataſters in der Umlage der Beſteuerung beſtanden, und durch ihn gehoben wurden. Der große Ruf, den der Cataſter gleich nach ſeiner Einfüh- rung erwarb, muß aber nicht bloß allein der richtigeren Umlegung der Steuer, ſondern zum großen Theile auch dem Umſtande zugeſchrieben werden, daß damit zugleich die Steuerfreiheiten auf— gehoben wurden, die viele weltliche und geiſtliche Perſonen und Körperſchaften genoſſen hatten, wodurch ſich ein großes Steuer⸗ object bildete, das mit dem Werthe der Haͤuſer und Grundſtücke 64207965 Scudi betrug; undda die Grundſteuer mit der Ein— führung des Cataſters nicht erhöht ward, und dieſelbe blieb, wie früher(5031868 Lire,= 1486916 Gulden), ſo hatten 100 Scudi Capitalwerth nur 1510 Scudi Steuer zu bezahlen. Wäͤrre der durch die Cataſtralſchätzung ausgemittelte Capital⸗ werth der Gründe und Häuſer der wirkliche geweſen, ſo häͤtte dieſe Steuer als ſtark angeſehen werden müſſen, denn ſie be— trägt ⅛ der vierpercentigen Zinſen des Capitals; da man aber im Jahre 1760 annehmen konnte, daß der Cataſtralwerth nur etwa die Häͤlfte des wirklichen Werthes ſei, ſo reducirte ſich die Steuer auf ⅛ der vierpercentigen Zinſen, was Jedermann als billig und mäßig anſah, und gerne bezahlte. Vom Jahre 1760 bis zum Jahre 1796, durch 36 Jahre, ward die Grundſteuer nicht erhöht, das Land genoß der vollkom— menſten Ruhe, die Bevölkerung vermehrte ſich binnen dieſer Zeit ungemein, die Grundbeſitzer wandelten ihre öden Gründe in fruchtbringende um, bepflanzten nackte Acker mit Weinreben oder Maulbeerbäumen, vergrößerten das bewäſſerungsfähige Land vielleicht um ein Viertheil und in demſelben Verhaͤltniſſe auch den Viehſtand, und vermehrten dadurch die Naturalerträg⸗ niſſe um das Doppelte; und da ſie von der anderen Seite nicht mehr Steuern zahlten, wie früher, und die Preiſe der Producte ſich durch die vermehrte Menſchenzahl in den Staͤdten, die geſtei⸗ gerte Induſtrie und den ausgedehnten Handel allgemach ver⸗ 254 Vom mallaͤndiſchen Cataſter. doppelten, ſo muß es Jedermann einleuchten, daß der Wohl— ſtand des Landes mittlerweile zu einer Höhe gelangte, wie man ihn auf dem Feſtlande, außer in den Niederlanden, nirgendwo ſah, und auch jetzt noch nirgendwo ſieht, obgleich die Verhäͤlt— niſſe, wie ich gleich ſagen werde, verändert ſind. Daß zu dieſem Wohlſtande eine gleichförmigere Umlegung der Steuern maͤchtig beigetragen habe, iſt keinem Zweifel un— terworfen; ihn aber bloß dem Cataſter zuſchreiben wollen, wie Einige thun, iſt lächerlich, und beweiſ't, daß ſie nicht wiſſen, wovon die poſitive Vermehrung der Reichthümer abhängt, und daß ſie überſehen, daß der Cataſter kein directes, ſondern nur ein indirectes Mittel iſt, die allgemeine Wohlfahrt zu beför— dern; dadurch nämlich, daß durch ihn das im Grund und Boden liegende Stamm- und Betriebscapital richtig und gerecht beſteuert, und Niemand gegenüber eines Andern überbürdet werde. Mit dem Jahre 1796 beginnt eine neue Epoche. Der Krieg führt erſt große Armeen in das Land und verurſacht ihm unge— heure Ausgaben, und als er im Jahre 180¹ endet, bleibt eine koſtſpielige Adminiſtration und ein großes Heer zu unterhalten, wozu die früheren Einnahmen nicht hinreichen. Nun werden die alten indirecten Abgaben auf das Doppelte und Dreifache erhöht, andere bisher unbekannte eingeführt, und die Grund— und Haͤuſerſteuer auf mehr als das Doppelte geſetzt. Wenn früher bei geringen indirecten Auflagen die Grund— ſteuer mit 110 Scudi von 100 Scudi Cataſtralwerth nicht be⸗ ſchwerlich fiel, ſo fing ſie nun mit 3 Scudi an etwas bemerk⸗ licher zu werden: indeſſen war der Preis der Grunderzeugniſſe bis zum Jahre 1825 immer ſehr hoch, und die vergrößerten Steuern wurden durch die vergrößerte Einnahme leicht übertragen. Als aber in dem ſo ebengenannten Jahre alle Productenpreiſe zumal nie— driger wurden, und ſich in den darauf folgenden drei Jahren nicht nur allein nicht hoben, ſondern noch mehr fielen, wurden die Grundbeſitzer auf die Größe der Grundſteuer und die Ungleichför— migkeit der gegenwaͤrtigen Umlage derſelben zuerſt aufmerkſam, und es würde wahrſcheinlich zu Vorſtellungen gekommen ſein, henn wieder E Grun in ein L. den zo ne ni dieß in ihrem angeg 4 8 aber derſel Gach taten hen al uben ſtuͤcke ange ange irgen dergr oder? ten 2 Maul auf de ſchd indidi hem lere der⸗ entge Lent zi Pohl⸗ te weman n, nxgende die Dethäl. ete Umlegung n Zueffl un wolln, we nict wiſen, abhängt, und ſondern nur hrt zu befür nd und Voden echt beſteuen, werde. .Der Krieg ihm unge⸗ „bleibt eine unterhalten, ſun werden und Dreiface d die Grund⸗ tt. in die Grund⸗ werth nichthe⸗ etwas bemerk⸗ zeuniſe bi erten Steuern gen. As aber ſe zumal nu⸗ Idrei Jahren n, wutden de eUnglachür⸗ aufnerken, onmen ſen Vom mallaͤndiſchen Cataſter. 255 wenn ſich ſeit dem Jahre 1326 die Preiſe der Producte nicht wieder in ihr natürliches Verhaͤltniß geſtellt hätten. Es iſt aber gegenwärtig in der Lombardie die Umlage der Grund- und Haͤuſerſteuer ſo ungleichförmig, wie ſie nur immer in einem Lande ſein kann, das keinen Cataſter hat, ſo daß ich z. B. von 100 Gulden reiner, wirklicher Einkünfte 20 Gul⸗ den zahlen muß, waͤhrend mein Nachbar von der gleichen Sum⸗ me nur 15, ein Anderer gar nur 10 Gulden bezahlt, wie ich dieß in dem Abſchnitte von der Größe der directen Steuern und ihrem Verhäͤltniſſe zur Grundrente in der Lombardie näher angegeben und durch Beiſpiele erlaͤutert habe. Das Entſtehen des Mißverhältniſſes in der Beſteuerung liegt aber in der Natur eines Cataſters, und wer da meint, daß wenn derſelbe einmal gemacht und in Activität geſetzt worden iſt, die Sache für immer abgethan ſei, und daß künftighin jeder Reali⸗ tätenbeſitzer von ſeinen reinen Einkünften fortwährend den glei⸗ chen aliquoten Theil an die Staatscaſſen zahle, irrt gröblich, und überſieht, daß der Cataſter nur für den Moment, als die Grund⸗ ſtücke irgend eines Beſitzers claſſirt werden, d. h. die Culturart angegeben und die Claſſe derſelben beſtimmt wird, als richtig angeſehen werden kann, und daß er es aufhört zu ſein, ſobald irgend Jemand ein neues Haus bauet, oder ſein gegenwärtiges vergrößert oder einträͤglicher macht, oder ſeine Weiden in Acker oder Weingarten, ſeine trocknen Wieſen in bewäſſerte, ſeine nack⸗ ten Acker in berebte umſtaltet, ſobald er zu den zehn früheren Maulbeerbäumen 500 neue pflanzt u. ſ. w., und ſeine Capitalien auf dieſe Art in Gebäude und Gründe nutzbringend anlegt, und ſich dadurch eine erhöhte jahrliche Einnahme verſchafft, die bloß individuell iſt, und nicht, wie das Steigen der Preiſe in glei— chem Verhäͤltniſſe auf alle Beſitzungen einwirkt. Dieſes Mißverhaltniß mußte in der Lombardie um ſo ſchnel— ler entſtehen und um ſo größer werden, als in dieſem Lande der Vermehrung der Bevölkerung nicht das kleinſte Hinderniß entgegengeſtellt iſt, und Grund und Boden ein freies Ei⸗ genthum iſt, das nach Belieben gerheilt werden kann. 256 Vom malländiſchen Cataſter. Wenn man die von Pietro Verri(dell'annona. S. 144) angegebene Bevölkerung der lombardiſchen Provinzen im Jahre 1767 mit der Bevölkerung derſelben Provinzen im Jahre 1805 vergleicht, ſo ſieht man, daß ſie in 38 Jahren um 15% zuge⸗ nommen hat, was für hundert Jahre 47%, alſo beinahe die Hälfte der früheren Summe betraͤgt. Nun können aber 150 Menſchen nicht wohl in den Gebäuderäumen wohnen, wo vor hundert Jahren 100 Menſchen genügenden Platz fanden, noch weniger von der cultivirten Fläche leben, die dieſen genügte; ſie müſſen daher im Verhältniſſe ihrer Vermehrung ſich Woh⸗ nungen bauen, und eine größere Fläͤche urbar machen, oder die wenig einträglichen Culturarten in ergiebigere Felder umſtalten, aus Weiden Wieſen und Reißfelder, aus trocknen Wieſen Acker, aus nackten Ackern berebte Acker u. ſ. w. bilden.— Dieß iſt nun wirklich in der Lombardie geſchehen und hat geſchehen müſſen, und man findet jetzt nur wenige Wirthſchaften mehr, deren gegenwär⸗ tiger Culturſtand noch derſelbe wäre, wie er in den alten Grund⸗ parzellenverzeichniſſen eingetragen iſt, wie ich mich vielfältig über— zeugt habe, und wie man leicht begreift, wenn man weiß, welch' große Fortſchritte die Ausdehnung der Bewäſſerung und die Cultur der Maulbeerbaͤume ſeit dem Jahre 1750 in der Lom— bardie gemacht haben, wo in den bewäſſerten Theilen der Pro⸗ vinzen Mailand, Lodi und Pavia im Jahre 12753 nur 20876, im Jahre 1768 aber ſchon 37716 Kühe gezählt wur⸗ den; wo im erſteren Jahre 1816364 Pf. Käſe, im Jahre 1818 aber 5629867 Pf. Käſe erzeugt wurden. Jene Wirthſchaften— Complexe von Grundſtücken— die jetzt noch in dem nämlichen Zuſtande der Cultur ſich befinden, wie vor hundert Jahren, zur Zeit der Claſſirung, zahlen daher wirklich 3 6% des Cataſtralwerthes der Gründe, d. h. 83 ¼% der vierpercentigen Zinſen dieſes Capitalwerthes; jene aber, die durch Cultursveranderungen ihre Gründe ſo umſtaltet haben, daß ſie jetzt ſtatt 1000 Scudi, um die ſie im Cataſter ein— liegen, 3000 Scudi Capitalwerth haben würden, wenn man ſie neu claſſirte, zahlen nur 1%; jene, die ihnen nur die Hilfted ſ. w.. mer dert Jahre allen! größern und ein der Gr der beſſ bedeutẽ für die Cataſt pweite vielleie berebte heſetzt u in den w den à Zweck ßerem 3 den F Gründ Richtu gen du ſtralbü werden fortſch vergaf bücher in Er I Thell Il da. S. 14 9) ſen in Jahre Ichn nls i 15 0 gle o beinahe de nen aber 150 pnen, wo vor fanden, noc eſen genügte; ung ſch Voh⸗ chen, oder de der unſtaltey Wieſen üi, Dieß iſt nun müſſen, und en gegenwa alten Grund⸗ elfältig über weiß, welc rung und d in der lon⸗ eilen der Puo dre 1755 nür gezahlt wll⸗ ſ, in Iahre zuckn— die einden, wie zahlen daher d.h. 35 6% jene ober/ die paltet haben, Cataſter ein⸗ ;, wenn man pnen nur de Vom malländiſchen Cataſter. 257 Haͤlfte dieſer Verbeſſerung zu geben vermochten, zahlen 1 6% u. ſ. w. Die unverandert gebliebenen Gebaͤude zahlen noch im— mer den ganzen Betrag der Steuerquote, während die ſeit dem Jahre 1726 vorgenommenen Vergrößerungen derſelben, ſammt allen neuen Häuſern ganz ſteuerfrei ſind.— Da nun aber der größere Theil der Felder ſeit der Claſſirung im J. 1726 verändert und eintraͤglicher gemacht worden iſt, ſo erhellet, daß die Laſt der Grundſteuer, die auf den Grundſtücken der höheren Claſſen der beſſeren Culturarten ruht, mehr oder weniger durch die un— bedeutende Steuer compenſirt wird, welche die Grundbeſitzer für die große Ausdehnung der anderen Gründe zahlen, die im Cataſter als Weiden, trockne Wieſen, Gebüſch, unberebte Acker zweiter und dritter Claſſe u. ſ. w. erſcheinen, jetzt aber, und vielleicht ſchon ſeit zwei Menſchenaltern, in bewäſſerte Wieſen, berebte Alcker umſtaltet, oder mit Hunderten von Maulbeerbäumen beſetzt worden ſind, und daß daher die Größe der Grundſteuer in den meiſten Fällen mehr ſcheinbar als wirklich iſt. Indeſſen iſt die Ungleichformigkeit der Beſteuerung zwiſchen den einzelnen Haus- und Grundbeſitzern wirklich, und der Zweck, weßwegen der Cataſter mit ſo vielem Geld- und noch grö— ßerem Zeitaufwande gemacht worden, iſt lange ſchon verloren. Zwar ordnete man gleich anfänglich an, daß die längs den Flüſſen: Adda, Lambro, Po und Ticino gelegenen Gründe alle zehn Jahre revidirt, und die durch die veraͤnderte Richtung dieſer Flüſſe bewirkten Cultur- und Beſitzveränderun⸗ gen durch Geometer aufgenommen, die Reſultate in die Cata— ſtralbücher eingetragen, und hiernach die Beſteuerung modificirt werden ſoll: allein auf die große Veränderung, welche die ſtets fortſchreitende Cultur in dem Capitalwerthe des Bodens bewirkt vergaß man zu denken, und begnügte ſich damit in den Cataſtral— büchern bloß den Beſitzſtand der einzelnen Grundbeſitzer immer in Evidenz zu halten, um des Steuerbezahlers ſicher zu ſein. Wenn bei der Theilung einer Grundparzelle die relativen Theile nicht bloß dem Flächeninhalte nach, den neuen Beſitzern II. 17 258 Vom malländiſchen Cataſter. waren zugeſchrieben und den alten abgeſchrieben, ſondern dieſe Theilung auch in den Mappen wäare ſichtlich gemacht, und die Verkaufer zu dieſem Behufe waͤren verhalten worden, ihrem Um— ſchreibungsgeſuche jederzeit eine geometriſch aufgenommene Map— pe des zu theilenden Grundſtückes beizulegen, um ſie in die Ge— meinde⸗Mappe eintragen zu können; und wenn gleich anfäng— lich eine Reviſion der Claſſirung nach Verlaufe einer gegebenen meiade⸗ etwa nach 50 Jahren, waͤre angeordnet worden, ſo würde der Cataſter mit geringer Mühe dem jeweiligen Stande der Erren⸗ entſprechend erhalten worden ſein, und eine neue Claſſirung könnte jederzeit mit Leichtigkeit vorgenommen und ein neues Grundparzellenverzeichniß mit Hülfe dieſer Mappen und des alten Grundparzellenverzeichniſſes und Transportbuches bewerkſtelligt werden; was aber jetzt unmöglich iſt, weil die Figur der gegenwäartigen Felder mit denen der Mappe nicht mehr übereinſtimmt, und man überhaupt nicht weiß von welcher Form und Größe die Theile einer gegebenen, in der Mappe er— ſcheinenden ganzen Parzelle durch die in der Folge Statt ge— habten Culturveränderungen geworden ſind. Man wird warſcheinlich nicht ſo bald eine Reviſion des mai— ländiſchen Cataſters anordnen, denn es widerſetzen ſich natürli— cherweiſe einer ſolchen Maßregel alle Jene, die neue, ſeit dem Jahre 1726 gebaute Häuſer, oder vergrößerte, veränderte und eintraͤglicher gemachte Gebaude beſitzen, dann Jene, in deren Feldern große Verbeſſerungen und Culturänderungen Statt ge— habt haben, deren Intereſſe es erheiſcht noch fernerhin die Vor— theile der Steuerbefreiung oder geringen Beſteuerung zu ge— nießen, in deren Beſitz ſie ſich ſchon ſo lange befinden; und da ihre Zahl groß und ihr Einfluß mäͤchtig iſt, ſo iſt es kaum glaublich, daß eine Reform vorgenommen werden wird, ſo lange ſich die Re— gierung mit den gegenwaͤrtigen directen Steuern begnügt, oder die Grunderzeugniſſe nicht wieder in einen Unwerth verfallen, der aber laͤnger dauern müßte, als dieß vor einigen Jahren der Fall war. der Na geyfege dens an. ſchen tigung I Bew Vom mailändiſchen Cataſter. 259 dern dieſe nd die„ unn⸗ Cataſtral⸗Schätzung nene M⸗ der Gemeinde Roncadello in der Provinz Lodi. udeſe(Auf Wiener Maß, Gewicht und Geld berechnet.) ic anfäng gegebene Nach eingeholten Erkundigungen über den Pachtzins und horden, gepflogenen Erhebungen, was die verſchiedenen Arten des Bo— en Stunt dens an Exrtrag abwerfen können, habe ich gefunden, daß man weine van ſich an den letztern halten müſſe, da er mehr mit der Localbeſich⸗ anaren un tigung übereinſtimmt. r Mapen portbuihs Ren⸗ Catka⸗ ill die Fige ertres ſiral⸗ ehr eines aicht mah f. Claſfſe. Ween pkeis. ektag⸗ Wemnen in welchen 7 m nvige I. Bewäſſertes Ackerland. Retzen., Gu l den. Nappe er⸗ Statt ge Niach der bei den Pächtern übli⸗ Dlud c chen Weiſe dieſe Bodenclaſſe zu be— nützen, findet folgender Fruchtwech⸗ ſel Statt. on des wii.. iſtes Jahr. Hirſe, wozu dreimal dih matiiſ gepflügt wird(Coltura mag- u, ſeit de genga), nach Abzug des Sa⸗ 5 6,„Hur,67 mens.*. 4..*... 15, 72 0,7— 41, 54 dette in Abzüge. 3 für Arbeitskoſten..»»»» ,376 3, in deren 3,086 1 tatt ge⸗ Für Witterungsſchäden.....»»[»»[40⁰0 2 Stalt ge⸗ 3,270 —„27/9 on die Vor 1 Für Unterhaltung der Schleu— 3 zu e ſen; Führung des Waſſers de eorh von dem Adda bis auf die Grün⸗ und da lhie Noinj F. de; Reinigung der Hauptca⸗ 1 aglaublic, näle; zuſammen.....»»»» 0,500 dch die Re Für Adminiſtrationskoſten und jſich diede Ateln,„Nrern Alre, 4 alles übrige(per riflessi di— at, oderde Pattoria ed ogni altro)[»»»»»[°.205 — Sallen, d 0,865 2,394 Ko! aAr. de—— ahren Fürtrag»»ʒ[»[» 2,394 260 Vom malländiſchen Cataſter. 2ztes Jahr. Weizen. Man ſäet auf das Joch 2,124 Metzen, und erhält. Metzen Abzüge. Der Samen beträgt. Hievon die Hälfte für Culturko— ſten....... 3 für Witterungsſchäden.. Für Unterhaltung der Schleuſen und Adminiſtrationskoſten, wie im erſten Jahre.. Im Herbſte wird die Stoppel zu Gras benützt; allein in Rückſicht, daß das Mähen faſt ſo viel koſtet, als der Grasnutzen werth iſt, hat man dafür gehalten, ihn dem Päch⸗ ter laſſen zu ſollen, ohne ihn in Rechnung zu bringen. 3tes Jahr. Wieſen. Wird nur einmal gemäht, und erirägt..... Pfund 4tes Jahr. Wieſen. Wird zweimal gemäht, und er— trägt....„ Pfund 5tes Jahr. Wieſen. Wird dreimal gemäht, und er— trägt...„Pund Abzüge. 1 für Witterungsſchä⸗ den....*. 4... für Gewinnungskoſten.. Rein⸗ Natu⸗ Cata⸗ ertra ralroh⸗. Geld⸗ 3 ertrag ſtral⸗ hetrag eines eines preis. Wiener Wiener Joches. Joches. Jach Gu l den. übertrag„ 2 y„„ y 2,394 10,648] 1,367 14,282 2, 124 2,903 8,324 11,379 „„„ 2 5,690 5,690 » 2 2„ O0,632 5,058 „»„ v v 0,885 4,173 100 2693 22,8 10,233 kr. 3291 y 12,505 35900»» 13,642 356,380 »„ y 2,425 33,955 „ 2»y 2 13,582 20,373 Fürtrag»»ʒ» 20,373 6,567 Rei btes Ie de Vom malländiſchen Cataſter. 261 Rein⸗ 5 Re ein⸗ Fed⸗erttag Natu⸗ Cata⸗ ertrag etrag. nes ralroh⸗ Geld⸗ er. Ween ertrag ſtral— betrag. eines Johes, eines preis. Wiener — Wiener Joches. d 11den. Joches. — Guͤldenn. » 2. 2 3 UÜbertrag»»[»»[2o,373] 6,567 Für Unterhaltung der Schleuſen, ,292 Adminiſtration, wie in den V1,903 vorhergehenden Jahren; nur 5 werden ſie hier für drei Jahre ”79 angeſezt. Hy„» 2,655 W680 Reinertrag von 3 Jahren..»»»»»»* 17,718 ſo btes Jahr. Lein. 632 Das Leinfeld wird vom Päch⸗ 156 ter den Kleinhäuslern und 1090 Miethsleuten verpachtet, das Joch um 25,989 Gulden, und Ps mehr. Weil aber bei ſolcher ¹ Verpachtung die Ränder der 493 Felder, die Gräben und Wen⸗ deplätze nicht gerechnet wer— den, ſo wie auch aus andern Rückſichten, nimmt man nur einen Pachtertrag an von»ʒ»[»»[23,400 Abzüge. 1 für Witterungsſchäden»»[»» 3,355 20, 135 Für das Aufbrechen der Wieſen, Eggen, Säen und Wegfüh⸗ ren des Leins, zuſammen» ʒ»»[7, 145 233 12,990 Für Unterhaltung der Schleu⸗ 35, ſen, Adminiſtration u. ſ. w..»„»[»»[0,885 — 12, 105 Nach weggebrachtem Lein wird 42 in demſelben Jahre noch Hir⸗ ſe nachgeſäet, welcher nach 5 Abſchlag des Samens er⸗ 5 trägt.. Metzen 13,062 0,706 9,221 5 Abzüge.* für Culturkoſten..»»»»[(,146 3,075 3 für Witterungsſchäden, und + —— Fürtrag„»[y» ² 3,075] 24,285 38 6,56/ 2 264 Vom malländiſchen Cataſter. Rein⸗ Natu⸗ Cata⸗ fertrag nrahe ſtral⸗ dnde eines eines preis. 3. Wiener Wiener Joches. Joches. 1de Ubertrag»»„» 3,075 24,285 aus andern Rückſichten, zuſam⸗ men.[»ʒ»[»» 70,708 2,367 Hiezu den Ertrag des Leins»»»»[12,105 14,47² 7tes Jahr. Weizen. Der Reinertrag iſt dem des 2ten Jahres gleich.....[„„„„ 2 2 4,173 Ertrag von 7 Jahren.„„»»[»[42,930 „» 1 Jahr„ ã„[»» 6,132 —,— II. Trocknes Ackerland. a. Unberebt. Dieſes wird größtentheils ein Jahr mit Weizen, das andere mit Roggen, und das dritte mit Som— merfrüchten beſtellt, nach der Ge— wohnheit der Landwirthe. iſtes Jahr. Weizen. Man ſäet auf ein Joch 1,983 Metzen und erntet gewöhnlich den vierfachen Samen, das iſt 7,932 Metzen. 3 Wird hievon die Ausſaat abge— zogen, ſo bleiben.. Metzen 5,940 1,367 8,132 2tes Jahr. Roggen. Man ſäest auf ein Joch 1,700 Me⸗ tzen und erhält 8,500 Metzen. Wird hievon die Saat abgezo— gen, ſo bleiben.. Metzen 6,3800 0,873 5,936 3tes Jahr. Sommerfrüchte: Mais od. Hülſenfrüchte. Größtentheils wird Mais geſäet, der über den Samen meiſtens Fürtrag»»»» i66 — duc ſt, — Rein⸗ Geld⸗ ertraz eines Wieten Jotes zetrag. »[12,9 32 3,9565 Vom malländiſchen Cataſter. 263 Rein⸗ Natu⸗ Cata⸗ tr ralroh⸗ feral⸗ Geld⸗ Aetag jertrag ſbetrag. an; eines preis Wiener 3 Wiener Joches. Joches. „ Gulden. Ubertrag»»»»[14,068 noch 13,600 Metzen Ertrag liefert. Wird hievon z für das Behacken ahgezogen⸗ ſo blei— ben.... Metzen 9,067 0,751 6,809 Man nimmt den angefeßten Preis deßwegen an, weil man die Hirſe nur zu 0, 706 Gulden veranſchlagt hat.— Beide Fruchte aber zu 0,751 Gulden annehmen zu wollen, wäre zu ſtark. Der Ertrag von 3 Jahren be⸗ trägt...„»„»» 20, 877 Abzüge. Die Hälfte für uliur koſten.....[»» y» 10,438 10,430 4 für Witterungsſchäden.„„»»„ 1,150 9,280 Adminiſtrationskoſten und andere Auslagen für 3 Jahre[»»„ y» ²o,580 Reiner Ertrag von 3 Jahren„„»» 8,700 „ 3» Jahr„„»„ y» 2,900 —,— b. Berebt. In Hinſicht des Körnerertrages wird es dem vorhergthend den gleich gehalten...„„»„„ 2,02 Abzug. Für den Raum, den die Reben einnehmen, 4.-„„»[y» 0,3 24 2,600 2,600 In Hinſicht des Weines erträgt das Joch... Eimer 928] 1,333 3,894 Es wird hier ein höherer Wein⸗ preis angenommen, weil das Pro⸗ duct im trockenen Lande beſſer iſt, als im bewäſſerten. Fürtrag»y»v» 3,894 2,600 264 Vom malländiſchen Cataſter. übertrag Abzüge. Die Hälfte für Cultur⸗ koſten... 4 für Gewitterſchäden. Für das Stützholz, welches der Grundbeſitzer beitragen muß. Für den geringeren Ertrag, den die Neben in dem nach Ha— gel, Froſt, oder einem andern Unglücke folgenden Jahre ab⸗ werfen; Abſterben derſelben, Erhaltung des Geſchirrs und alles andere.... III. Reißfeld. Man pflegt auf 1 Joch 2,612 Metzen zu ſäen, und erhält dafür 26,121 Metzen. Wird hievon der Samen abgezo— gen, ſo bleiben 23,500 Metzen roher Reiß. Da 8 Stararo⸗ her Reiß 3 geſtampfte geben, ſo iſt der Ertrag an letztern, Metz. Abzüge.* für Culturkoſten.. 4 für Witterungsſchäden Erhaltung der Schleuſen, Füh⸗ rung des Waſſers.... Adminiſtrationskoſten u. ſ. w. Rein⸗ Natu⸗ Cata⸗ ertrag . eld⸗; ralroh⸗ ſtral⸗ G eines ertrag— betrag. Wiener eines preis. Wiener Joches. Joches. ₰ ch G u l den. »„»„»» 3,304 2,600 „„ v N 1,947 1,947 „„„v v 0,215 1,732 „„„„ 0,387 „„ v„ 0,300 0,687 1,045 3,645 —,— 8,816]1,746 15,392 „„ Y 6, 157 9,235 „„»» 1,026 8,209 „„„„ 0,580 „„„ v 0,258 0,838 7,371 —,— 22 VII. Vom malländiſchen Cataſter. 265 — Rein⸗ W . ſettrag— 7 Lin⸗ ſah maacs Lae Geld⸗ ea 3. Wienet ertrag ſtral⸗ betrag. eine Joches. eines preis. Wiener —— Wiener Joches. de n. Joches. 4 G u 1den 83002 boo IV. Bewäſſerte Wieſen. p Gibt im Ganzen Heu. Pfund 4188 17 15,9 14 — 8 r. 96 Abzüge. 1. für Wittemngsſthä 2' den...„„»„ 1,060 J2 14,854 für Gewinnungskoſten[»[»» 5,940 36 3,914 Erhaltung der Schleuſen und— Waſſerführung....»»„[»y»„ 0,774 Adminiſtration u. ſ. w..[»»» 0,258 1,032 7,88²2 —,— .” V. Wald von hartem Holz. 87 -* 10 Man pflegt ihn alle 6 Jahre ab⸗ — zuſtocken, und dann beträgt 3,615 der Holzwerth für das Joch — 16,800 Gulden; fůr 1 Dahr entfällt..„„»„» 2,815 a3 für Witterungsſchäden.2[»» 0, 150 Dem Waldhüter„„»» 0, 10 0,347 2,468 —,— VI. Baumgarten(Brolo). d r Nach genommenem Augenſchein 57 und eingeholten Erkundigun— * gen erhellet, daß ſein Reiner⸗ 35 trag ꝛ¹ größer ſei, als jener 1¹6 der bewäſſerten Lireu erſter 09 Claſſe, folglich„[»»»„ 2 8,867 ———,— 60 VII. Küchen⸗ und Ziergärten. 5 Ihr Reinertrag iſt größer, 38 als jener der erſten Claſſe der n bewäſſerten Wieſen...„„y»„ ſ10,509 —,— 266 Vom malländiſchen Cataſter. II. Claſſe. I. Bewäſſertes Ackerland. a, Un berebles. iſtes Jahr. Hirſe, nach voraus⸗ gegangenem dreimaligen Pflü⸗ gen, und nach Abſchlag der Saat... Metzen Abzüge. ⁵⁴ für Culturkoſten. 4 für Witterungsſchäden. Unterhaltung der Waſſergebäu— de, Adminiſtration u. ſ. w., wie in der erſten Claſſe er— wähnt worden iſt... ztes Jahr. Weizen. Es wird auf Joch geſäet: 2,124 Metzen, wofür man erhält: 9,142 Metzen; nach Abſchlag des Samens bleiben Metzen Abzüge. † für Culturkoſten.. 4 für Witterungsſchäden.. Unterhaltung der Waſſergebäu— de u. ſ. w., wie im erſten Jahre..... Es wird in dieſem Jahre die Stoppel zwar ſchon gemähet, ihr Ertrag wird aber aus denſelben Gründen nicht in Rechnung ge— bracht, die in der erſten Claſſe der Aecker angeführt ſind. 3tes Jahr. Wieſen. Wird nur einmal gemäht, und er⸗ trägt vom Joch an Heu, Pfund 2 Fürtrag Rein⸗ Natus. Cana⸗ Geßd⸗ eeerun eir ſtral⸗ eines ertrag ſetrag. Wi eines preis. iener Wiener Joches, Joches. Gu lden. 14,367 0,706 10, 142 „„»»„ 6,760 3,382² „»»» 0,375 3, 007 v„„ 2 0,774 2,233 7,018 1,367 9,593 „„v» 4,796 4,797 „»y 2 0,533 126 „„»„» ²0o, 774 3,490 2392 22,8 9,089 »„»[»» 0,089] 5,72²3 Vom malländiſchen Cataſter. 267 — Nein⸗ Rein⸗ d. ſettrag Natu⸗ Cata⸗ ertrag 9g. 8 r Wahe ſtral⸗ e eines 8 6 eines preis. Wiener . nce Wiener Joches. de n. Joches . h G u l dan. Ubertrag„„»» 9,089! 5,723 4tes Jahr. Wieſen. Wird zweimal gemäht, und er⸗ trägt. Pfund 2791 y» 10,305 19 5tes Jahr. Wieſen. 760 Wird dreimal gemäht, und er⸗ 33 trägt.. Pfund 2991y» 11,365 375 30,759 To⸗ Abzüge. 1. für Witterungsſchä⸗ 97 den.[»»[ 2,051 28,7⁰8 z für Gewinnungskoſten...»»»»[11,482 74 17,226 2,233 Erhaltung der Waſſergebäude n. f. w......»»»» 1,548 Adminiſtrationskoſten, und an⸗ dere..„[y y(»» 0,774 2,322 503 Reiner Ertrag von 3 Jahren.»»[»»[14,904 14,904 206„„» 1 Jahr.»»[» y 4,008 W 6tes Jahr. Lein. 533 Pacht für ein Joch mit Lein be⸗ —20. ſtellten Ackers mit Rückſicht auf die bei der erſten Claſſe angegebenen Umſtände, und weil er auch manchmal aus — dem Fruchtwechſel wegbleibt.(„»[»»[10,491 3 9 4 4 L we. 9,49 1 Abzüge. 4 für Witterungsſchä⸗. den......[»»» y 2,709% 2 16,707 Für das Ackern, Eggen, Säen und Wegführen, wie in der erſten Elaſſe„»»„»„, 145 . 9,662 Adminiſtrationskoſten, Waſſer⸗ 9) führung u. ſ. w....[»»»»y 0,,74 4 jni Fürtrag y»y»[»y»[2o,27 268 Vom manlländiſchen Cataſter. Reiner Exrtrag des Leinfeldes Noch wird in dieſem Jahre, nach Lein, Hirſe geſäet, welcher denſelben reinen Ertrag gibt wie im erſten Jahre, näm— lich....... Reiner Ertrag des 6ten Jahres 7tes Jahr. Weizen. Sein Reinertrag iſt dem des zten Jahres gleich.. S umme des Reinertrages der Jahlre.. Für 1 Jahr entfällt... b. Berebles, In Hinſicht des Bodenertrags wird es dem bewäſſerten, un— berebten gleich gehalten. Abzug. 4 für den Raum, den die Reben einnehmen.. Der Weinertrag iſt nach den eingezogenen Erkundigungen, an.... Eimern Der Weinpreis iſt hier um 3 ge⸗ ringer als in der erſten Claſſe der trockenen Aecker, weil er um ſo viel ſchlechter iſt. Abzüge. † für Culturkoſten. 4 für Witterungsſchäden... Für die Hälfte des Holzes, die der Grundherr geben muß. Rein⸗ Natu⸗ Cata⸗ ralroh⸗ Geld⸗ ertrag . ſtral⸗ eines ertrag ſbetrag. Mi eines preis. Wiener Wiener Joches. Joches. Gül den. 7 3 Ubertrag»»»»[»» 20,627 „„»„» 8,888 „„»„„ 2,233 „„»„»„ 11,121 „„»„»„ 3,490 „„»„»„»„ 35,236 „„„„„ y 5,014 —,— „„»» 5,014 „ y„„ 0,557 2 F 4,457 4,45⁷ 4,555] 1, 111] 5,056 „„2 2 2,528 2,528 „» y„ o, 280 2,248 „»„»y» 0,516 Fürtrag»»» 7o,516] 4,457 .— — Rein⸗ lerttag eines Wiener SJoches. —— hen — ) 20,627 8 )[1u, unn 57 4 407 6G4/,40 Vom malländiſchen Cataſter. 269 Rein⸗ tu⸗ 2 ah e Geld⸗ Ennes ertrag vpetrag. 3 eines preis- Wiener Wiener Joches. J 9 Soche Gulden. übertrag„»„»»„ ²0,516 4,4 57 Für den Schaden, den die Ne⸗ ben in dem folgenden Jahre nach Hagel u. ſ. w. erleiden, Erhaltung des Geſcherre; und alles andere...[» y[»» 0,387 0,903 1,330 5,790 —,— II. Trocknes Ackerland. a. Unberebtes. Manchmal ſäet man Weizen, mei⸗ ſtens aber Roggen; einige Stücke werden auch mit Wicken, Hafer oder Hülſenfrüchten beſtellt. In Rückſicht auf die Verſchie— denheit der Saat habe ich ange— nommen, daß man den Roggen— ertrag als Durchſchnittsertrag an—* nehmen könne. Von dieſer Frucht ſäet man auf das Joch 1,413 Metzen, und erntet 9, 142 Metzen. Wird die Saat abgezogen, ſo bleiben..... Metzen 7,720] 0,873 6,747 Abzüge. ¾ für Culturkoſten.„„[»» 3,373 . 3,374 4 für Witterungsſchäden.„»„»[»»„ o,374 3,000 Wirthſchaftskoſten, und jede an— dere Rückſicht...„ y» y 0,259 2,74² 2,742 —,— 270 Vom malländiſchen Cataſter. b. Berebtes. In Hinſicht des Körnerertrages wird es dem unberebten gleich⸗ gehalten..... Abzüge. 4 für den Naum, den die Reben einnehmen... Hiezu kommt der nämliche Rein— ertrag der Reben, wie er in der erſten Claſſe der trockenen, be— rebten Aecker ausgewieſen wor⸗ den iſt....... III. Reißfeld. In Betracht, daß das kleine Stück Reißfeld wenig verſchie— den von den Reißfeldern der erſten Claſſe iſt, was auch aus den eingeholten Erkundigun— gen hervorging, hat man ſei⸗ nen Ertrag um à geringer, als den der erſten Claſſe ver— anſchlagt, nämlich zu... IV. Bewäſſerte Wieſen. Geſammter Heuertrag. Pfund Abzüge. 1 für Witterungsſchä⸗ den. * Gewinnungskoſten.. Unterhaltung der Schleuſen und Waſſerführung Wirthſchaftskoſten, und andere Rückſichten.. Rein⸗ Natu⸗ Cata⸗ Geld- ertrag ralr oh⸗ d⸗ 3 ſtral⸗ eines ertrag— betrag. Wiener eines preis. Wiener Joches⸗ Joches. 1 Gu l d e n. „„» 2,742 „»„[»y y 0,304 1,458 1,438 „„„„ y 1,045 2,483 —,— „„ㄠ㻄 6,143 —,— 3590 32,8 13,642 kr. »v 2„ 0,909 12,733 „„» 5,0092 7,641 »„„ y 0,774 „„ y 0,387 1,161 6,48⁰% 6,480 —,— ) 1,005 „ 6,16 Vom malländiſchen Cataſter. 271 Rein⸗ Natu⸗ ta⸗ 8 lu Ca Geld⸗ ertrag ralt oh ſtral⸗ eines ertrag— betrag. Wi eines preis. tener Wiener Joches. Joches. Gu lden. V. Wald von hartem Holz. Weil leere, beweidete Stellen darin vorkommen, ſo glaubt man nach den eingeholten Er— kundigungen, daß er alle 7 Jahre abwerfe.„..[2 y[»» 14,291 Auf 1 Jahr entfältͤ„ y„»» 2,041 Abzüge. 8 für WWitterngsſchä⸗ den... 2»» 60, 113 Für den Waldhüter...»»»» 0, 112 0,225 1,816] 1,816 —,— VI. Gemüſe⸗ und Ziergärten. Dieſe ſind in einem mit Roll— ſteinen erfuͤllten Boden, allein mit Mauern umgeben.— Ihr Ertrag iſt um 4 größer als je— ner des bewäſſerten, unbereb⸗ ten Ackerlandes weiter Claſſe, folglich...[y y y y VII. Baumgarten. Der Boden iſt mit Rollſteinen erfüllt, und wird um ge— ringer als die Gemüſegarten zweiter Claſſe geſchätzt, weil man das ſo bei der Beaugen⸗ ſcheinigung beobachtet hat„„»» »» 6,685 —,— »„»„ 6, 128 27² Vom mallä—ndiſchen Cataſter. N G Rein⸗ atu⸗ ata⸗ ralroh⸗ Geld⸗ ertrag ertrag ſtral⸗ betra eines III. Claſe. eines preis. g8. Wiener Wiener Joches. I. Bewäſſertes Ackerland. Soches=Fl en a. u nberebl es. iſtes Jahr. Hirſe. Nach vorausgegangenem dreima⸗ ligen Pflügen erhält man nach Abſchlag des Samens, Metzen 13,060 0,706 9,220 Abzüge. für Culturkoſten....»»[»» 6,152 3,068 3 für Witterungsſchäden.»»[»» 0,340 2,728 Erhaltung der Schleuſen und Canäle, die hier in minderer Zahl vorkommen.. Wirthſchaftskoſten, und jede an— dere Ruckſicht, wie oben..(»»[»» 0,258 0,645 2,083] 2,083 »„„ y» 0,337 ates Jahr. Weizen. Man bedarf für das Joch an Saat, 1,700 Metzen und erhält 8,480 Me⸗ tzen. Nach Abzug des Samens bleiben... Metzen 6,780 1,367 9,280 Abzüge. ¾ für die Culturkoſten»»»» 4,640 3 für Witterungsſchäden....»»[»» 0,515 4, 125 Für die Erhaltung der Waſſer— gebäude, Adminiſtrationsko⸗ ſten, und alles übrige wie ben»»»» 0,645 3,480] 3,480 In dieſem Jahre wird die Stop— pel zwar ſchon gemähet, es wird aber aus den in den hoͤhern Claſſen angegebenen Gründen nichts dafur in Rechnung gebracht. 3tes Jahr. Wieſen, welche gedüngt werden. Fürtrag»„„»„„[» 5,563 —2 25 Vom malländiſchen Cataſter. 273 — Rein⸗ 3 d⸗ ettrag N G Rein⸗ d⸗ atu⸗ Cata⸗ „ eines ralroh⸗ tral⸗ Geld⸗ rdran 99. 7 2s 3 Dener ertrag„ betrag⸗ zute, Soch eines preis. 3 Wiener 5 Wiener Joches. Weir Soches..— — G u l d es n. Übertrag„„„„„ 5,563 Heuertreg Pfund 2304 19,5 7,780 Pr. Die Qualität des Heues iſt 190 ſchlechter wie in den vorigen Claſ⸗ 4 ſen. 35² Abzüge. für Culturkoſten.[»»[»»„ 3,112 4,668 —M für Witterungsſchäden..»»[»» 0,311 — 4,357 Für die Erhaltung der Waſſer— gebäude, Adminiſtrationsko⸗ ſten u. ſ. w...»„»»„» 0,645 3,712 3,714 4tes Jahr. Weizen. Man braucht Samen 1,841 Me⸗ tzen. 882,08 Nach Abſchlag deſſelben blei⸗ ben.. Metzen 10,448 1,367 14, 288 Abzüge. ¾½ für Eulturkoſten..y»» y[7, 144 .. 7,144 260 4 für, Witterungsſchäden.[»„»„»„ 0,794 6⁴0 6,330 6 515 Für Erhaltung der Wfſetasbäne— 375 de u. ſ. w. wie oben.»„„»»y 0,645 1 5——— 5,705 5,705 In dieſem Jahre wird in die 666 Weizenſtoppel Hirſe geſäet, 3 welcher nach Abſchlag des Sa⸗ 80 57 mens erträgt. Metzen 10,4486] 0,7060 7,376 Abzüge. für Culturkoſten..»»[»» 4,16 für Gewitterſchäden..([»»„»» 0o, 274 2,186] 2,186 Die übrigen Unkoſten, für Schleuſen, Adminiſtration, werden Fürtrag»» 566„»„» 17, 166 II. 18 274 Vom malländiſchen Cataſter. nicht mehr in Anſchlag gebracht, weil ſie ſchon bei der erſten Frucht abgezogen worden ſind. 5tes Jahr. Mais. Nach Abſchlag des Samens er⸗ trägt dieſe Frucht. Metzen Abzüge. Culturkoſten... 4 für Witterungsſchäden... Anderweitige lähüliche lineſten wie früher.... 6tes? Jahr⸗ Weizen. Der reine Ertrag wird dem des zweiten Jahres gleich ge— halten....... Summe des Reinertrages von 6 Jahren von 1 Jahre... b. Berebles. In Hinſicht der Bodenerträgniſſe wird es dem unberebten gleich gehalten, daher entfällt pr. Joch ein Reinerträgniß von. Abzug. 1 für den Naum, den die Reben einnehmen..... Das Weinerträgniß iſt auf das Joch entfallen auf. Eimer Abzuge. Die Hälfte für Cultur⸗ koſten........ Rein⸗ Natu⸗ Cata⸗ ertrag ralroh⸗ Geld⸗ 7 98 ſtral⸗ eines ertrag betrag. Wi eines preis. iener Wiener Joches. Joches. Gulden. Übertrag„„„»ã»»[17,166 15,672]0,75 ¹111,769 „„»»y 7,846 3,923 2»„ 0,436 3, 487 „„»» 0o, 645 2,842 2,84² »„»»„»„» 480 „„[»„»»»[23,483 „„»„„ã»» 3, 914 —,.— „ ã[»»„ 3,914 „ ã[»»— 0,559 3,355 3,355 3,008]1,111 4,337 »„ ãʒ 1»„»„ 2, 168 2,169 Fuürtrag»»»» 2,169 3,355 n „ 23 /6 Vom maliländiſchen Cataſter. 275 5 Rein⸗ Natu⸗ ata⸗ ſertra amche ſtral⸗ Whede aton eines preis. etrag. Wiener Wiener Joches. Joches. Gulden. UÜbertrag»»»» 2,160 3,355 4 für Witterungsſchäden..»„ 2»»²9 o, 241 1,928 Für das Holz, welches der Grundbeſitzer beitragen muß»»»» o,387 Für Bottiche Fäſſer, Abſterben der Reben u. ſ. w..»»„»» 0,451 0,838 1,090] 1,090 Zuſammen»»„2»[»» 4,445 3— II. Trocknes Ackerland. a. Unberebtes. Es wird das Joch mit 1, 113 Metzen Roggen beſäet, und er⸗ trägt 6,780 Metzen. Wird hie⸗. von die Saat abgezogen, ſo bleiben..... Metzen 5,676] 0,373] 4,955 Abzüge. 4 für Culturkoſten„„»» 2, 472 2,483 3 für Witterungsſchäden.»»[»»]o, 276 2,207 2,207 —,— b. Berebtes. In Hinſicht des Bodenerträg— niſſes, wie das vorhergehende»»»» 2, 207 Abzüge. 4 für den Raum, den die Reben einnehmen..»„»y» o, 245 1,962 1,962 Das Weinerträgniß iſt pr. Joch Eimer....... 2, 114 1,333] 2,317 Abzüge. ¼ für Culturkoſten.„»»» 1,408 1,400☛ Fürtrag»»» 1,400 1,962 13* 276 Vom malländiſchen Cataſter⸗ übertrag 4 für Gewitterſchäden.... Für das Holz, welches der Grund⸗ beſitzer beitragen muß... Für Fäſſer u. ſ. w.... Zuſammen III. Bewäſſerte Wieſen. Sie werden zweimal gemäht, und ertragen an Heu im Gan— Fen..... Piund Abzuge. für Culturkoſten.. für Witterungsſchäden Für Waſſerbauten u. ſ. w... Adminiſtrationskoſten u. ſ. w.. IV. Wald mithartem Holz. Da der Wald in dieſer Claſſe noch größere leere Stellen hat, wie in der vorhergehenden, ſo kann man den Abtrieb eines Joches, der alle 7 Jahre vorgenommen wird, nur zu 11,692 fl. verkaufen. Hiernach entfällt jährl. Ertrag. Abzüge. 1½ für Witterungsſchä⸗ den... Für den Waldhüter... 3 Rein⸗ Mata Cata⸗ Geld⸗ ertrag Aleh arae wan, aue 4. etrag.; eines preis. Wiener Wiener Joches. Joches Gulden. „„»„» ²1,400 1,962 „»„»„„ o, 150 1,253 2 „»„» 2 0,150 „ y„„ 0,150 0,300 — 0,953 0,953 „„㻄»» 2,915 — 2693 22,8 10,233 „„[»» 4,092 6,141 v N 0,40⁰9 5,73² „„»» 0,387 „„„»„ 8,337 0,774 4,958 4,958 —— v„ Y„ 1,813 „ 2»» 0,100 „„„» 0,112 0,212 —. 1 6ot ———— » 310,953 2,015 —,— N 9053 AA 1,601 Vom malländiſchen Cataſter. 277 Rein⸗ Natu⸗ rohe arat. Geiewenen ertrag betrag. IV. a fſ e. eines preis. Wiener V El ſ 1e Wiener Joches. 8.— 5 es. I. Bewäſſertes Ackerland. vectee Gulden. Nach gepflogener Berechnung des Werthes dieſes Bodens, mit gehöriger Rückſicht auf das Schotterlager, aus dem er be— ſteht, und auf die Früchte, die darauf gewöhnlich geerntet werden, hat man einen Rein⸗ ertrag gefunden von»„»»»[»» 2,600 —,— . II. Trocknes Ackerland. a. Unberebtes. Nach den nöthigen Unterſuchun⸗ gen, und mit Rückſicht auf die erwähnten Umſtände, und er⸗ forderlichen Abzüge, erhellet ein reiner Ertrag von.„ 2[» ã„„ 1,040 —,— b. Berebles. Das Bodenerträgniß wird mit Rückſicht auf die wirklichen Er⸗ träge angenommen, daß es zwiſchen dem Reinertrag der dritten und vierten Claſſe das. Mittel halte, folglich..„»» 1,623 Abzüge. ¹ für den Raum, den die Reben einnehmen[»„»„»» 0,232 1,391 Das Erträgniß der Reben iſt dem der dritten Claſſe gleich»»[»»[o,5 2,3440 2,344 —,— 278 Vom malländiſchen Cataſter. Einzige Claſſen. I. Wieſen mit ſaurem Heu. Werden zweimal gemäht, und ge— ben im Ganzen an Heu, Pfd. Abzüge. Hier genügen nicht des Rohertrages, ſondern es iſt üblich die Haͤlfte abzuziehen. un, für Witterungsunfälle... Für die wenigen Waſſergebäu⸗ de, und andere Rückſichten II. Weide. Nach Erkundigungen und genom⸗ mener Einſicht Sumpfweide. Man ſchätzt ſie anf den vierten Theil der ſauren Wieſen III. Weide mit Kopfholz. Ihr Ertrag iſt faſt gleich den Wäldern der dritten Claſſe, weil der Boden noch ſolechter iſt, nämlich... IV. Sumpf. Der Schilf, den man da zur Streue ſchneidet, gibt dieſem Boden einen Reinertrag von. V. Bewäſſerte Wieſen mit Weinreben. In Hinſicht des Bodens ſind ſie den bewäſſerten Wieſen der zweiten Claſſe gleich, weil ſie den nämlichen Ertrag geben. Rein⸗ Natu⸗ Cata⸗ ertrag ralroh⸗ ſral⸗ Geld⸗ eines ertrag ſtral— betrag. i eines preis. 3 Wiener Wiener Joches. Joches. G Iden. 299116,4 8,175 „»[»» A,087 4,088 „„ y 0,27²2 3,816 „»[»» ²0, 400 3, 408 3,40⁰8 —,.,— „»„ W 2 2 1,040 —.,— „„» ¹» 2 0,352 —,— „„»„„» 1,455 —,— „„„»»»„ 0,200 —,— „„ N„ 6,48⁰ Fürtrag»»[»» ²6,480 Al Vom malländiſchen Cataſter, 279 . Id 6 Natu⸗ Cat aeine ld⸗ 7 atg⸗ ac, eina ralroh⸗) Aral— Geld⸗ Setas ag. Wiene ertrag„ſbetrag. Wiener Joches eines preis. Wihe Wiener Joches. de Joches — Gulden. 193 Ubertrag»„»„» ²6,480 Abzüge. für den Raum, den die Reben einnehmen.[» 㻄» o,648 097 5,83² 066 Der Ertrag der Reben iſt nach 991 gehöriger Bedachtnahme jenem — des bewäſſerten und berebten 816 Ackerlandes dritter Claſſe gleich 2 geſtellt worden.[»»»» 1,084 00— 4⁹ 6,916 6,916 4⁰⁸ 3, 00—,— — Der zur Ziegelerzeugung für den eigenen Be⸗ „1,0 darf verwendete Grund iſt ſeiner Beſchaffenheit —, nach der dritten Claſſe des bewäſſerten Ackerlandes gleich, weil er von ihm umgeben iſt, und wird daher ein Joch dieſem gleich geſchätzt, mit einem Reinertrage »o9 von.............3,914 ——,— Schotterwieſen, die zwiſchen den Wieſen vorkommen, bilden eine eigene Claſſe, weil ſie eine eigene Benennung haben. Ihr Ertrag iſt etwas weniger als der dritte Theil der dritten Claſſe der bewäſſerten Wieſen, ſowohl weil man ſie nur einmal mäht, als auch wegen andern „ 1,S5 Rückſichten. — Reinertrag pr. Joch.........„„ 1,548 —,— — Geſehen: Miluccio. Andrea Girelli, »y 0,²00 —(Präſident der Giunta.) Kaiſerl. Schätzungscommiſſär. 28⁰ Vom malländiſchen Cataſter. Nun folgt der Tariff, oder die Zuſammenſtellung des rei— nen Ertrages jeder Claſſe der verſchiedenen Culturarten, wel— cher als die Rente eines Capitals angeſehen wird, das 4 pr. 0 trägt, und zu Capital veranſchlagt werden muß, indem man ſie mit 25 multiplicirt. Die mailaͤndiſchen Tariffe geben daher nicht den jährlichen Reinertrag, ſondern den Capitalwerth der Gründe an, und da dieſer in Scudi berechnet wird, ſo nennt man gemeinhin Scutato, den Cataſtralwerth der Gründe. Bei der Reduction des Reinertrages zu Capital, ließen die Commiſſäre alle Brüche des Scudo weg, die kleiner als 1½ waren. In der folgenden Tabelle ſind die beiden Tariffe, naͤmlich der mit dem Operate übereinſtimmende, und der von dem Col⸗ legio dei Periti modificirte nebeneinander geſtellt, damit man ihre Abweichung mit einem Blicke überſehe. —— —- K — ds rei⸗ 1 vel⸗ 4. 5 d emn man ihrlichen und da zmeinhin Leßen de 1 als nämlih Cataſtral⸗Tariff um Col⸗ der s damit Gemeinde Roncadello. Vom malländiſchen Cataſter. 28³ voach aoure raatſdd: 0. 1 v : boazaouioe ee avad uadueeh e e B 1 2 1— H1— 918/„ 3 3. 910& 111514G 1111 1p .— 1—————........ u⸗1ο☛ 9 6— 2 3 9 ½ 1⁷..... Gr2191326 6 01— 6 2 08 ν,/9-... 2 aallyalaq“ ua ⸗ 2 79 9 2 3 966/0 Jaaoq 0ec 02300 79 24 E 91 1 vr0˙9.... 3240 y al0ꝗ 01120 5 79 1 9 1 98 /Q-. jooaag 01120 011⁰⁹ y y y— 1 22- gSaupoaz“Quvjasp 2111v1D II 79 1—— 9 6000t.. uzayba2g dun ⸗=nuiS n ke1— 7 6 1⁰9,/9. ·. uajaybuunv 9 y— 61— 89'.. n0s ur:vꝗ Iuuu ad — er———.... u* 11 21 y L1 2 2990,.... zzaallyataq“u⸗⸗. or 7or y 11 2 129/£... l916 6 6 9 6 3 96279-. 39oaeg onec 03120 8 476 8. 6 591⁷9.-.. 62711lp ꝗ 01120 79 79 c 1r 1 9 ½ ʃ⁹- zqaaaq 0)1*0. 0310 9 79— 9 1 006˙2... Houpoa] duvla⸗P. rano no u rolod au uainS 211 v1S 1 . 123l)3 But„eana z,anch— anann,öo dun 3.c21 saavO un, a3] v zach ad an SFr3 dwe ans edi) Aun aapau)n unqaazva a iat at 4⁹0 „ u v 6 283 Vom malländiſchen Cataſter. A A S —e /oDSS — 11s —* H ₰ — —— 0 A A 0 20 S2II 1SI — 21I1 — .NRNRN 2* ·ℳ * u⸗o1αOΠm0à00 Q% d 5 kunbnbaspöese and ⸗dunad ..-.. 91aunS * u⸗laldun dodlaod u e uo—ᷣ . nað uaanv) u e un qo* eaeen eee * ·ℳ«* ·* *«·.* * ³* uIrIO 26 12L2 uS -... 2) 42lyataq u. .. 832]llyaiaq 03120 z qaaaq 0-d 03320 .... aupoaz uvjaopfe 21IvID Al 910 G uueav -.. 3) aollyataq“ ua⸗ J qaaaq 0no* 220 ... 9231pa 01109 - 1 Jaaaq 0zd 01120 -. Saupoaz“duvjaepf 21IvIH III 2 uerapSaa1g dun=—nuS ...-.. uazaybuunvR 1o uiozav —— 2 2 Se a121913 — 31aallnMxed e — 34224 4222 Q1220 den! VII. Von der Handels⸗Bilanz der lombardiſchen Provinzen und den Preiſen der natürlichen Producte in den lombardiſchen, venezianiſchen und küſtenländiſchen Stadten. . 5 —————— ꝗ————————=——-———— —— S—————=Z= 5=———=—== gS==Zg SZ— —=—=—.———— Se 2—— 2=— 8=—=—=Y— S—====Z—”S yV S Von der Handels⸗Bilanz der lombardiſchen Pro⸗ vinzen und vom Geldwerthe der Producte. Ich glaube, daß es meinen Leſern ſehr intereſſant ſein wird, die Handels⸗Bilanz eines ſo reichen Landes, wie die Lombardie iſt, näher zu kennen. Ich habe Gelegenheit gehabt ſie mir aus ſiche— rer Quelle zu verſchaffen, und bedaure nur, daß ich nicht eine ähnliche Überſicht über denſelben Gegenſtand für die veneziani— ſchen Provinzen vorlegen kann. Man erſieht aus dieſer Tabelle, wie die Lombardie mit der Seide allein, die ſie ausführt, nicht nur alle Artikel, die ſie einführt, und die nicht weniger als 54 ½ Millionen Zwanziger betragen, bezahlt, ſondern daß ihr noch 10 Millionen von der Einnahme für die Seide, und der ganze Betrag der Ausfuhr ihrer Käſe, ihres Reißes, ihres Leines u. ſ. w. übrig bleiben, die zuſammen 28,761,664 Millionen Lire, d. h. 9,587,221 Gulden ausmachen. Es kann ſich daher die Seidenausfuhr bedeutend vermindern, ohne daß die Handels-Bilanz paſſiv wird, welcher Zuſtand ohne⸗ hin nur von kurzer Dauer ſein kann, weil die Nation gleich fühlen würde, daß ein anderer Weg eingeſchlagen werden müßte, um im Vermögensſtande nicht zurückzukommen. Sollte die Sei— denausfuhr die Auslagen der Einfuhr nicht mehr decken, ſo brauch— te man nur die bisher vom Auslande bezogenen Artikel: Vieh und Wein, für die man mehr als 25 Millionen Lire ausgibt, im Lande ſelbſt zu erzeugen, und das ganze Deſicit iſt gedeckt. Die Marktpreis⸗Tabellen aller Kreisſtädte der lombardiſchen, venezianiſchen und küſtenländiſchen Provinzen habe ich zum Be⸗ „88 Von der Handels⸗Bilanz der lombardiſchen Provinzen ꝛc. hufe der Cataſtralſchaͤtzungen erhoben; für welche in dem Küſten— lande die Durchſchnittspreiſe der Producte des Jahres 1324, als Normalpreiſe vorgeſchrieben ſind. Dieſe Preiſe haben aber auch für den Landwirth und Stati— ſtiker einigen Werth; man erſieht aus denſelben das Verhaͤltniß des Werthes, das man in verſchiedenen Gegenden den einzelnen Getreidearten ertheilt, den hohen Preis des Heues und Holzes, den niedrigen des Weines, und wie groß die Preisdifferenzen zwiſchen benachbarten Staͤdten ſich ergeben haben. Endlich habe ich noch ein Verzeichniß des Preiſes der vor— züglichſten Lebensmittel angehängt, ſo wie er im Mai 1828 in Venedig und Malland beſtand. Über die Productenpreiſe muß ich bemerken, daß ſie in den Jahren 1824 und 1825 nicht nur in Deutſchland, ſondern auch in Italien ſo niedrig ſtanden, daß man die Getreidearten ſeit einem Menſchenalter nicht ſo wohlfeil verkaufen ſah. Schon im Jahre 1826 fingen ſie wieder an zu ſteigen, und die Dürre des Sommers 1828 brachte ſie über den Mittelpreis der letzte⸗ ren 15 Jahre. Der Unwerth des Getreides gab der Maulbeerpflanzung, der Viehzucht, der Wieſencultur und dem Kleebau einen großen Vor⸗ ſchub, weil man einſah, daß der Getreidebau weder die Cultur— koſten genügend vergütete, noch das Grundcapital entſprechend verzinste, und daß nur die thieriſchen Producte, vor allen aber die Maulbeerbͤume den größten Nutzen abwerfen— ꝑ—— Uiberſicht Tabellariſche uunnd ausgefübrt ia1 1. 5 24 ur die orſchen Provinzen Lin r6 v9019082——— 26 v00⸗19482)/———..... gnqplaoqn 121ov ue i 16427 S — 9g Hæενειεμ——— 29 099 Lypho———-.... z uu ua5099bgv uazanedenv ao 2 utouol uod uaavvg= uozagnode ee ee ee ee -= 066/199,16 Le 99'O2r'y 6y 92260/,8 49 099'2th'ho uene b4 26 19990171——— oh 6098721211 99 0νʃ9o1............... 112atvalllel) 06 orς8——— 00 f69/ 60/% 09 999/802. uatai8 Lun uavd 0h 991762872——— 00 Qgyo 9 9/9 0r 0r6/999... lvx 98 699,994——— L2 Oa4* 2e(91-⸗61C,e...... z Pnalualing aun 51a25 84 808˙74 929——— 9 6967062/79 98 09 1791471. 2zv 1a gvL uaee din ee —— 9 ſZ02/67879 91 960/9809/1 22 L08/2899...... 46...- uavv 3g0Cuv ue 21pla 06 0g1/80——— 06 109/699—-— 129/191........... uaavvaru⸗ 19 a20 Inicplsnn na 4 53volagb unqiolaod dun v et ——— v6 146/ 98 hz 09o962 91 2007991/1....— uoavvale dn e ——— E5 pO09/990/2 0g g147191 Lz 900/9812„.. 34vo aqvLã nuaaac Aun 9u Hact anv G ——— 09 960/91271 02 v6 /999 0g 4807989/1....... 3vo gvL unaee ien le e ——— 06[(Q99 9/1999˙2 0g C96076b1—-— 620/918 2...... 21 vo aqvL udelaee dun dMaatanwE 06 20909“1——— 01 6 197209/1 oy 119 2. /1 y. 9zvolagvL uaagac dun aavoG o G ——— rr otg“e,er e pyg⸗ory⸗r 9⸗188,r0⸗OG.. uoapdals Lun anonbic ⸗u R ——— 92 o099/2 10/6 0g 0217924 9 TBSOZod... · z2aN aonv qatd ——— 9* 209/96 h'1 99 9 2˙99 00 9ενον ·.............*„* uogvvalgavL ——— O1 69 G 01 699 v2 92 8⁰9%/62171.......... 21 u uv a ——— oy Lr4˙66679 99 996/081 d6 Sesseor”,........(ouSoad) uoavv ⸗Iv a0v ...uozagnlabsnv uzagn lob e a1 159 v a1I Iv d a39 459 -uoAvvG 4ud ,u acpaejun a: uoavvG. 12 Ga0. -aognoaF os ns a 1 uo aag u „Cul ueaoan= za4qnjobonv qun ⸗-ulo usdugoach ueGpligavqutol 1- heen daqvQ un epjoqtueavvS 12 926140a1 1200 920 1G Jaoqn avIegdT ——4—— ==— 2— ⸗===2 8 ,—== , S i 2= (——r—————— 2222———-— ——————89——·— ⁷ ⁹Q‿ 290 Producten⸗ wie ſie den ämtlichen Vormerkungen zufolge im Durchſchnitte Städten beſtan⸗ Nach Wiener Maß, Gewicht und Geld berechnet. Venedig. V Verona. Stadt. Land. 1 fl. kr.fl. kr. fl. kr 1 Metzen Weizen....2 16 2 513 15 1„ Roggen...... 1 44 15o 1 56 1„ Hafer...... 1 130¹ 1 147 131 1„ Mais.1 5o 22 ſ41 100 Pfund Reiſß........ 6 4o 10 33 9 32 100„ Heu......S—[57 1[27 100„ Stroß.......[ 368= 30 1 Maß Wein, beſſerer— 13— 8 ⁄— 43 1»„ ſcllechterer— 6— 53— 24 Klafter Holz, hartes....8 /7 5 48 12 57 1. 2»„ weiches 648 4 37 8 16 V 19 urleſe Preiſe, iſchit während des Sonnen⸗Jahrs 1824 in den nachbenannten nbſtar„ den haben. Nach Wiener Maß, Gewicht und Geld berechnet. Mailand. Feim Udine. Padua. Treviſo. Novigo. Ben Stadt. Land. r a fl tr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr.fl. kr.) fl.] kr. fl. kr. 3ſ15 2[30 2[35 2 18 2 38] 2 16 0 2 4u 3 11 3[13 156 1 3747 raeſee een 53 2 3 1 1— o] 1[29 l1 fi4 12e 11ODo1 35 1[13 111 -2 1 35 1[39 1 45 1[3o0 1 47. 2 1/1 2 ¹1 2— 27 3 19b 0RTeisoii oeoe 786 42 7 1pr— 400⁰ 13doſ 11 1— 42 1 14 1[14 2 91[42 3 55— 3115— 37— 33— 52 13o 1 1— 50 399— 06s— 5— 8⁄1— 4%— 638⁄%— 12—[11371— 11 — 4ü 2sk es 43= ds— 51 3ude 6[576 3 7 2r7 ſdr3 8 17[57 14(42 12(51 „sſob 5 05[15 6 OPO))6 54 4o 4[2o 9207 15 V 19 292 (Fortſetzung Nach Wiener Maß, Gewicht und Geld berechnet. ——ſ——————— *— 3 2 2* 85+ 2 X M½— dSH 0 ₰ 3 88—=è ₰—— 8—. 8— ‿——— 1—— 85. Vrr Q · 00 ◻ ₰+ 0 ₰ ₰△☚ S1 S 8————— 8 gS — 8————. Ꝙ — S 1 . ..—;— 20——+——— 00 η½ ₰— 2D 20— 20 8— 20 202 S— 8————.— 00 — 8 8 3S 9 9 SZS XS 3S X 2 2* 25 2 S S 2 8 . ₰——— η— 8 00 2 . . ð·..„ 2— — a aD 2 2 8 8 0 ·. 0 2 S 8 B —— Z +— 2..—₰ 1 S., 1. ☛‿— —— 22—η 2— 28= E2 5 2 2. 8— B ₰—— A 8. 5 2 8 n . 2 à A A R S A 5 8 = 8 —— 0 8———— ◻½ ₰½ ◻½ ——— ung 293 von Seite 290 und 291.) Rach Wiener Maß, Gewicht und Geld berechnet. Bres⸗Berga⸗ Son⸗. 1.; eia mo. Como. drio. Trieſt.] Görz. Piſino. Fiums. fl. kr eſe⸗ fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl.] kr 2 39 4. 3 34 3 41u h2 26 2[28 3 22 2 53 1[53[—— 2 18 2[[% ¹1 44] 1[5o 2 47—— 1 23⁰ 1 5 1[4o[47[ſ 55 1[½261[26 1[20 1[53 1(54 2 ſi4 l2 28] 1¹1 40 1 3o000 2 8 1[53 7 2LOo 7o za 1 13 1 12 I 1 38 1 18 1[17— ¾4o 2 11 1 /17 14— 47— 53— 40—-—-— 431[35 120 — 43— 636 843— 71⁄%— 24=— 7% 8— 24 — 3 4— 4= 4ü os 7ßb— 37— ¹2 8 44S P 28 11 35 ſroſ 4 7 15⁰ 6— 5/— 6 30 4[29 6 4o 71 50 5 o 5 15 ˙5—— 4 10—[— 294 Verzeichniß der Preiſe der vorzüglichſten Lebensmittel, wie ſie im Monate Mai 1828 zu Venedig und Mailand im Kleinverkaufe beſtanden haben. In Wiener Maß und Geld. Maß, Venedig. Mailand. Name des Gegenſtandes. Gewicht. f. er. fl. V lr, Rindfleiſch, von guter Qualität. Pfund— 14—[11 »„»„ nach der Tarxe. 1»—[10,66— 9,5 Kalbfleiſch, von guter Qualität 1»„—[2zo—[11,6 Schöpſenfleiſch„„ 1»— 12,6—— Milch, abgerahmte.. 1 Maß— 6— 33 „ beſſere:.. 1— 12— 4,7 RNahm, ordinärer... 1 Seidel— 4 ½— 4,7 » beſſerer. 1»——— 5,6 Wein, von beſſerer Qualität. 1 Maß———[19 „» von gemeiner». 1»— 71N— o0,5 Butter....(1 Pfundl—[21,80— 17 Speck... 1„-— 12 ½1— 18,2 Brod..... 1„— 6,38]— 3,9 Eier.. 12 Stück———[7,9 » im Winter.... 12 1———[23,7 Huhn, ungemäſtet.. 1„———[15 » gemäſtet.. 1„——— m Kohlen.. Metzen——— 48,5 „.. 10 Pfund 1 1oh—— Holz, im Auguſt.. 100„——— 32,6 »„ im Winter.. 100»—— l—[44,5 ⸗ Holzbündel.. loo Stückt 1 5—— K⸗ Inhal t des zweiten Theil s5. . Beſchreibung der Landwirthſchaft von Ober⸗Italien.(Fort⸗ ſetzung.) E. Über die Seidenerzeugung und die Cultur der Maul⸗ beerbäume........ Von der Menge der Seide, welche von der Lombardie in das Ausland verkauft wird, und dem Geldwerthe derſelben... Von der Cultur der Maulbeerbäume. Von dem Ertrage der Maulbeerbäume... überſicht des jährlichen Durchſchnittsertrags der Maul⸗ beerbäume an Blättern nach Verſchiedenheit des Durchmeſſers ihres Stammes, und der Methode ſie zu entblättern...—.. Vom Geldwerthe der rohen und geſponnenen Seide. Von den Seidenſpinnereien.. Ausdehnung und zunehmende Bergrößerung der Seidene erzeugung........ Bare Geldeinnahme der Grindfeſther⸗ aus der Seiden⸗ zucht....... Zucht der Gebanräkpen im Großen... Wartung der Seidenraupen in den Häuſern der Bauern. Seidenraupenſamen, oder Eier... 3 3 üÜberſicht der Thatſachen, welche auf die Eier der Sei⸗ denraupen und ihr Ausbrüten Bezug haben.. Seite 15 20 24 25 27 3⁰0 31 33 34 35 296 Inhalt. Von dem Raume, den die Seidenraupen in den ver⸗ ſchiedenen Perioden ihres Lebens bedürfen... Von der Menge der Blätter, welche die Naupen in den verſchiedenen Perioden ihres Lebens verzehren.. Von der Zu⸗ und Abnahme der Raupen an Gewicht und Größe......—. 5. Von den Galetten mit den darin enthaltenen lebenden oder todten Puppen.—.*. Von dem Verhältniſſe zwiſchen den Galetten und der geſponnenen Seide....... I. Galetten von Naupen, deren Puppen todt und mit einem weißen Pulver bedeckt ſind(Calcinaccio). II. Galetten von Naupen, deren Puppen todt, ſchwarz und verdorrt ſind(Negrone, Mal di segno), die von außen keine Flecken haben..... III. Galetten von Raupen, deren Puppen todt, ſchwarz, aber nicht verdorrt ſind, und die von außen manch⸗ mal Flecken bekommen.... 8 Hauptüberſicht der hier angegebenen Verhäͤltniſe. über die Samenerzeugung...... Von der Dauer der verſchiedenen Perioden des Lebens der Seidenraupen...... F. Von der Anlage, Pflege und dem Ertrage der Wieſen. a. Die Bewäſſerung der Wieſen..... 1. Von den Flüſſen, Bächen und Canälen, die zur Be⸗ wäſſerung benützt werden..—... 2. Geſchichte der lombardiſchen Bewäſſerung..— 3, Ausdehnung der Bewäſſerung..... 4. Eintheilung der Wieſen. 4..: 5. Von der verſchiedenen Art die Felder zu bewäſſern. 6. Vom Bedarfe und Werthe des Waſſers.. b. Die Cultur der Wieſen.. 4 1. Von den Wechſelwieſen. 3 1 3 4⁰ 41¹ — — ſern. Si 0 FInhal. 2. Von den beſtändigen Wieſen..... 3. Von den Winterwieſen...... Anlage zur Bewäſſerung der Winterwieſen.. 2 Ein lombardiſches Waſſerthor mit der Vorrichtung, das zur Bewäſſerung der Felder beſtimmte Waſſer zu meſſen.. 3 4... G. Von der Menge, dem Geldwerthe und der Benützung der Hausthiere, und insbeſondere der Kühe.. 1. Von der Menge der Hausthiere und ihrem Verhältniſſe zur Oberfläche des Bodens.. 5... Überſicht der Zahl des Horn-, und Schafviehes in den lombardiſchen Provinzen im Jahre 1823.„. 2. Von den Arbeitsthieren, ihrer Art und ihrem Geld⸗ werthe......... 3. Von der Zahl und dem Geldwerthe d s in die Lombar⸗ die eingeführten Hornviehes...... üÜberſicht des in die Lombardie in den nune 1820— 24 eingeführten Hornviehes, nach Art, Zahl und Geld⸗ werth...... 4. Von den Kühen, ihrer Naſſe, ihrem Geldwerthe and Milchertrage....... H. Von der Erzeugung des Parmeſankäſes... 4 Von der Pflege und Fütterung der Kühe... Von den wandernden Kuhbeſitzern..... III. Von der abſoluten und relativen Größe der directen Steuern und ihrer Umlage in den Provinzen des lom⸗ bardiſch⸗venezianiſchen Königreichs. I. Abſchnitt. Von der Größe der directen Steuern und ihrer gegenwärtigen Umlage in den lombardiſch⸗ venezianiſchen Provinzen. 1 4... A. Lombardiſche Provinzen..—.. überſicht des Cataſtralwerthes der Gründe und Häufer in den lombardiſchen Provinzen im Jahre 1826.. 88 96 298 Inhal. Darſtellung der Steuerkoͤrper, welche den Cataſter der altlombardiſchen Provinzen bilden... 3 uͤberſicht der Grund-, Häuſer⸗- und Gemeindeſteuern in den lombardiſchen Provinzen im Jahre 1826. Verhältniß des Flächeninhalts und der Bevölkerung zur Grund⸗, Häuſer⸗ und Gemeindeſteuer in den lombardiſchen Provinzen in den Jahren 1826 und 1827... 3—. Geſammt⸗Betrag der directen Steuern in den lombar⸗ diſchen Provinzen im Jahre 1826. 4 Geſammt⸗Betrag der Koſten, welche Diejenigen ab⸗ führen mußten, die die Grund-, Perſonal- und Gewerbſteuer im Jahre 1826 nicht zu gehöriger Zeit abführten... 4... B. Venezianiſche Provinzen..— Überſicht des Cataſtralwerthes der Gründe und Häuſer in den venezianiſchen Provinzen öſtlich des Mincio im Jahre 1827........ uͤberſicht der Grund-, Häuſer- und Gemeindeſteuern in den venezianiſchen Provinzen öſtlich des Mincio im Jahre 1827..... Verhältniß des Flächeninhaltes und der Bevölkerung zur Grund⸗, Häuſer⸗ und Gemeindeſteuer in den venezianiſchen Provinzen öſtlich des Mincio im Jahre 1827. II. Abſchnitt. Verhältniß der Grund und inſerſtner in den lombardiſch⸗venezianiſchen Provinzen zur wirkli⸗ chen Grundrente.... A. Lombardiſche Provinzen.... 2. Lodi....... Pavia......... Mailand..... 3. Como. er der teuern kerung n den 19²6 mbar⸗ un ab⸗ 2⸗ und viger nauſer Laeio zeuern Encio 'rung an den rio in tet in — rirkl⸗ a. 7 Lee 19' In h a I. Zuſammenſtellung der in den lombardiſchen Provinzen aufgefundenen Daten über das Verhältniß der Größe der Pachtrente zur Größe der Grund- und Gemeindeſteuer.. 4.... 4 B. Venezianiſche Provinzen....... Tabellariſche Überſicht der Größe des Pachtertrages und der Beſteuerung einiger Landgüter in der 299 Seite Provinz Vicenza...... 3 172— 173 Tabellariſche Überſicht der Größe des Pachtertrages und der Beſteuerung einiger Landgüter in der Provinz Padua...—... Tabellariſche Überſicht der Größe des Pachtertrages und der Beſteuerung verſchiedener Beſitzungen in der Provinz Treviſo.... Tabellariſche Überſicht der Größe des Mache⸗rerchrs und der Beſteuerung einiger Landgüter in der 175 176 Provinz Friaul...... 180— 181 Zuſammenſtellung der in den venezianiſchen Provinzen aufgefundenen Daten über das Verhältniß der Größe der Pachtrente zur Größe der Grund- und Gemeindeſteuern.. 4.. IV. Vom Kauf⸗ und Pachtwerthe der Gründe in den Prodin⸗ zen des lombardiſch-venezianiſchen Königreichs.. Vom Kaufwerthe........ 3 Vom Pachtwerthe........ V. Vom Zuſtande, in welchem ſich die Pächter und Tagelöh⸗ ner in Italien befinden, und wie ihre Lage verbeſſert werden könnte, ohne daß die Grundbeſitzer hiebei Nach— theil erlitten....... VI. Kurzgefaßte Geſchichte des mailändiſchen Cataſters, nebſt einer Darſtellung des gegenwärtigen Zuſtandes deſ⸗ ſelben. Vom malländiſchen Cataſter.... 205 22²9 300 Inhal t. Seite Tabellariſche überſicht der Cataſtral⸗Tariffe oder des durch die Cataſtralſchätzung ausgemittelten Capitalwerthes einer Pertica der verſchiedenen Culturarten und Claſſen einiger Gemeinden. 248— 251 Cataſtralſchätzung der Gemeinde Roncadello in der Provinz Lodi.... 2. 259 Cataſtral⸗Tariff.... 281— 283 VII. Von der Handels⸗Bilanz der lombardiſchen Provinzen und den Preiſen der natürlichen Producte in den lom— bardiſchen, venezianiſchen und küſtenländiſchen Städten. Von der Handels⸗Bilanz der lombardiſchen Provinzen und 287 vom Geldwerthe der Producte.... 2 Tabellariſche Überſicht des Geidwerthes der Waaren, wel⸗ che im Jahre 1824 in den lombardiſchen Provinzen ein⸗ und ausgeführt worden ſind... 3. 289 Producten⸗Preiſe, wie ſie den ämtlichen Vormerkungen zu⸗ folge im Durchſchnitte während des Sonnen⸗Jahrs 1824 in einigen Städten beſtanden haben.. 200— 2²03 Verzeichniß der Preiſe der vorzüglichſten Lebensmittel, wie ſie im Monate Mai 1828 zu Venedig und Mailand im Kleinverkaufe beſtanden haben..... 294 Seite 8-551 15) 11- 263 39 299 20¼ 6 8 L 9 9 Ahhahl dilelrdt n ih hal e lilealch. tWéneranaangadenneneaenenasnnnanahang O em 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 3 1 ea Gey roua cdus