—— ————— —j 4 4——————y4———— — 1 4 4 * V 1 V V 5 b b V V V V b V 1.„ — Aeber engliſche Landwirthſchaft und deren Anwendung auf andere landwirthſchaftliche Verhältniſſe insbeſondere Deutſchlands. ſſuren 5 RLIoTHER D. K0 letlt ACADEMIE V MSL bell S K ZU AOEGLIN K —— Buchdruckerei der J. G. Cotta'ſchen Buchhandlung in Stuttgaxt. ·„*„o 2 „ Engliſche Landwirthſchaft deren Anwendung auf andere landmirthſchaftliche Verhältniſſe insbeſondere Deutſchlands. Nach eigener Anſchauung von A. von Weckherlin. BIBI. ſorun d N P. GLlCHIEN AOA 0 ¹. MIE D. Iht ESK f M LI Stuttgart und Tübingen. J. G. Cotta'ſcher VBerlag. 1842. den „Mit Recht heißt England der Garten Europa's, und dieß aus keinem andern Grunde, als weil ſeine ganze Oberfläche nach weiſe entworfenen und ſtreng geprüften Principien bebaut iſt, und weil es Pächter und Freiſaſſen beſitzt, die dem ganzen acker bauenden Stande zum Stolz und zur Ehre gereichen.“ Stevenſon der nordamerikaniſche Geſandte in England 2 Der ſechsten Verſammlung deutſcher Land⸗ und Forſtwirthe nder zu Stuttgart im September 1842 aus innigſter Verehrung gewidmet vom Verfaſſer. ₰ * — f Vorwort. Die mir aufgetragene landwirthſchaftliche Reiſe nach England fand in den Monaten Mai, Juni und Juli des Jahres 1837 ſtatt und berührte vorzugsweiſe die öſtlichen und nördlichen Grafſchaften Englands mit einem kleinen Grenztheile von Schottland. Die erſte Bearbeitung meiner Reiſenotizen fiel in die Zeit, als ich meine jetzige Function zu übernehmen hatte; es konnte daher dieſelbe unter dem Drange gehäufter Geſchäfte und Aufträge nicht anders als flüchtig ausfallen und von den vorliegenden zwei Abſchnitten nur der erſte niedergeſchrieben werden, wenngleich zu derſelben Zeit aus Veranlaſſung der Verſammlung deutſcher Landwirthe in Karlsruhe, aber mit einem dem Zeitraume nach ſehr kurz zugemeſſenen Termine, Fragen zur Auflöſung aufgegeben wurden, welche ſich auf den gleichen Gegenſtand beziehen, die Arbeit daher zugleich zu einem Verſuche für deren Be— antwortung dienen konnte. vIII Sœ Dieſe Fragen waren: V und durch was unterſcheidet ſich die engliſche Land⸗ V ſ wirthſchaft von der deutſchen; welche Aenderungen erlitt die engliſche Land— V zu d wirthſchaft ſeit Thaer ſie beſchrieben;. Unter kann ſolche mit Vortheil in Deutſchland ein beitun geführt werden, unter welchen Verhältniſſen und eigen mit welchen Abänderungen? deſch Der gleiche Grund, wie früher, nemlich Geſchäfte und ſchaft Pflichten für meinen jetzigen Wirkungskreis, wie ſie dieſer und; in vollem Maaße fordert, hatte mir ſeither nicht mehr uns geſtattet, dieſe Arbeit wieder aufzunehmen. iee Erſt die große Ehre, welche die Verſammlung deut— ſcher Land- und Forſtwirthe durch die dießjährige Abhal— 4 hund tung ihrer Zuſammenkunft in unſerer Mitte uns, und mir b hieri insbeſondere durch die Uebertragung des Ehrenamtes eines be ihrer beiden Vorſtände erzeigt, mußte mich aneifern, mitten„pu in den übrigen Vorbereitungen für die Verſammlung, b„me allem aufzubieten, um ihr auch durch eine Arbeit, die ich„doc derſelben widmen könnte, meine Verehrung zu bezeugen;„Die ich wählte zu dieſem Zwecke die vorliegende, über—„wa arbeitete das Frühere, was ich nun im erſten Abſchnitte 2 der Schrift gebe, und ergänzte ſie mit dem zweiten 9 ige, Abſchnitte. dahe Die Nachſicht, welche ich bei Beurtheilung derſelben Leſ in Anſpruch nehmen muß, mag in den eben angeführten cha Umſtänden als begründet erfunden werden. Die Veranlaſſung und der nähere Zweck für die Reiſe ——— IX nach England werden bei Ueberreichung der Arbeit an die VI. Verſammlung deutſcher Land⸗ und Forſtwirthe berührt. Weit entfernt, mir anmaßen zu wollen, eine Parallele zu ziehen, werde ich aber auch nicht wohl erſt auf den Unterſchied aufmerkſam machen dürfen, zwiſchen einer Bear— beitung des Gegenſtands wie die vorliegende, nemlich nach eigener— wenn auch freilich nur auf kurzen Zeitraum beſchränkten— Anſchauung der engliſchen Landwirth⸗ ſchaft vom Standpunkte eines deutſchen Landwirths aus, und zwiſchen den werthvollen größern Werken, wie ſie uns aus engliſchen Schriftſtellern über die engliſche Landwirthſchaft mitgetheilt worden ſind. Schon Thaer, deſſen vor bald einem halben Jahr— hundert erſchienenes Werk über engliſche Landwirthſchaft hierin obenan ſteht, ſagte ſelbſt:„wenn ich mich gleich „bemühte, die engliſche Landwirthſchaft in dem Geſichts— „punkte darzuſtellen, worin ſie deutſchen Landwirthen am „meiſten einleuchtend werden kann, ſo hatte ich ſelbſt ſie „doch nur durch die Augen engliſcher Schriftſteller geſehen. „Dieſe ſetzen aber natürlich Vieles als bekannt voraus, „was dem auswärtigen Landwirthe noch völlig fremd iſt,“ und— moͤchte ich hinzuſetzen— berückſichtigen anderwär— tige, ihnen meiſtens unbekannte Verhältniſſe nicht, legen daher dem Landwirthe anderer Länder das unterſcheidende Weſen und das Eigenthümliche der engliſchen Landwirth— ſchaft nicht dar, ſondern bemühen ſich nur, den engliſchen landwirthſchaftlichen Betrieb für engliſche Landwirthe darzuſtellen und Anweiſungen und Lehren für deſſen zweckmäßige Einrichtung in engliſchen Verhältniſſen damit zu verweben. Ein folches iſt auch das neueſte, höchſt werthvolle Werk meines hochverehrten Freundes, des Dr. Schweizer, Vorſtands der landwirthlichen Anſtalt in Tharant,„Dar— ſtellung der Landwirthſchaft Großbritanniens“ aus dem Engliſchen, das mit um ſo großerem Intereſſe aufzunehmen war, als, wie ſich der Herausgeber darin ſelbſt ausdrückt, Thaer's früheres Werk, ſo vortrefflich es an ſich auch ſey, für die Gegenwart nicht mehr ausreiche. Neben ſolchen vorhergegangenen ausgedehnten Werken durfte es wohl mein Beſtreben ſeyn, nur ſolche Gegenſtände aus der engliſchen Landwirthſchaft bei meiner Arbeit auf— zufaſſen, wie ſie für die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe anderer Länder, vorzüglich Deutſchlands, Intereſſe haben; nur hauptſächlich einen Ueberblick über das Ge— ſammtwirthſchaftsſyſtem der Engländer zu geben und dieſes insbeſondere auch, in der Richtung der oben berührten Fragen, mit dem unſrigen zu vergleichen; dieſes alles aber möglich gedrängt zu faſſen und ſo gleichſam ſchon in dem äußern Umfange des Buchs die Einfachheit der engliſchen Wirthſchaft anzudeuten. Hohenheim, im September 1842. Weckherlin. IlI. Inhalts-Neberſicht. Erſter Abſchnitt. Allgemeiner Ueberblick über die allmählige Ausbildung und den jetzigen Stand der engliſchen Landwirthſchaft und über eine Vergleichung derſelben mit der deut⸗ ſchen Landwirthſchaft... I. Ueber den frühern landwirthſchaftlichen Zuſtand in England als Einleitung... II. Neuere engliſche Lanbwirth ſchaft a. Zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts b. In gegenwaͤrtigem Zeitpunkte. 1. Im allgemeinen Umriſſe. 2. In Vergleichung mit deutſcher Landwirthſchaft im Allgemeinen. III. Einzelne Gegenſtände, delche bei der engſiſchen Wüdwirthe ſchaft und ihrer Anwendbarkeit in landwirthſchaftlichen Ver— hältniſſen Deutſchlands Intereſſe erregen.. a. Kultivirung, Düngung und Bearbeitung des Landes. 1. Trockenlegung(Abwäaſſerung) 2. Raſenbrennen. 3. Einhägung. 4. Düngung Gewöhnlicher Stall- und Hofbünger, auch Kompoſt 42² ₰ . — ⁸‿ XII Knochenmehl Kak.. Mergel Gyps Salz Thonbrennen....... Landwirthſchaftliche Werkzeuge, Maſchinen und Geräthe Pflug. Egge. Kultivatoren, Exſtirpatoren ꝛc. Walze...... Werkzeuge zur Drillkultur. Pferdehacke Häufelpflug Saemaſchinen Dreſchmaſchinen Heuwendmaſchinen Häckſelſchneidmaſchinen Wurzelwerkſchneidmaſchinen Fuhrgerathe Pflanzenbau Gras⸗ und Futterbau Dauerndes Grasland Wieſenbewäſſerung. Wechſelndes Grasland Luzerne und Eſparſette Futterwicken. Sommerwicken Winterwicken Futterrocken. Hackfrüchte Turnips und Runkeln Kartoffeln Bohnen Erbſen Kohl —* . 3 2 XIII 3. Getreidebau Waizen Gerſte. 4. Handelsgewäͤchſe c. Viehzucht 1. Pferdezucht 2. Rindviehzucht 3. Schafzucht. 4. Schweinezucht. d. Landwirthſchaftliches Bauweſen Zweiter Abſchnitt. Speciellere Vergleichung des Engliſchen mit andern— insbeſondere deutſchen Wirthſchaftsſyſtemen und der Anwendbarkeit des engliſchen Syſtems in andern Ver⸗ hältniſſen....... I. Durchſchnitts-Anhalt spunfte dafür, wie bei dieſer Vergleichung Erſchöpfung und Erſatz an Bodenkraft angenommen werden 1. Erforderliche Duͤngung 2. Erzeugung an Düngermaterial. 3. Natürliche Bereicherung des Bodens. 4. Verhaͤltniß, in welchem ſich bei der Viehhaltung Fuͤtle⸗ rung und Einſtreu in Duͤnger verwandeln. 5. Erforderniß an Stroh im Verhaͤltniß zu der Kutterung II. Betrachtung verſchiedener Wirthſchaftsſyſteme 1. Reine Graswirthſchaft 2. Wechſelwirthſchaft 3. Dreifelderwirthſchaft 4. Fruchtwechſelwirthſchaft.. Eintheilung der Wirthſchaftsſyſteme nach ihrem neueſten Stande.. 6. Ueber das engliſche Wirthſchaftsſyſtem 7. Die markiſche Wirthſchaft und Neuere mecklenburger Wirthſchaften. III. Annähernde Ermittlung des Ertragsverhältniſſes bei den ver⸗ ſchiedenen Wirthſchaftsſyſtemen, beſonders aber des Einfluſſes XIV ᷣ der mehr oder minder ausgedehnten Futterproduktion; nebſt Schlußfolgen daraus...... 1. Klaſſificirung der verſchiedenen Syſteme nach ihrem Ertragsverhäͤltniſſe 2. Das engliſche Wirthſchaftsſyſtem nid das Vorherr⸗ ſchenlaſſen des Futterbaus erſcheint auch in andern Verhaltniſſen vortheilhaft 3. Werth der Wieſen und Wieſendüngung. 4. Werth der künſtlichen Futterfelder, Luzerne und Eparſette 5. Werth der Wieſenbewäaͤſſerung A Süvt 2 4 die wenigen Engliſchen nur neben Schrift vorliegender in ſind 2c. Munzen — † Maaßen, —„—— Aln p S — uon Ibus 89,0 vu 6/I V leodsnq 1bue 08 b V Hiicp orgg aeenan 9,90 o 1P 1913ig 1dnaa gC ui 8 u, Hreang 69˙0 Poc„Perg 2'˙0 Hvvcs fag 661 „p 10,g anan 00 u G*20 Hg 88˙5. paC Hrorg O „gnod c 2I l15S 6 gnord Plab= 8 414T 9 12f S gnaac 99˙0 uo daaz gnaag 80/1 Plignand ron 09/1 V „Plignand c 2,1 GflabS 2I 12l fD gnaach 2e*⁸ u ba Anand p1 Juna ena 9 Janat aeenaag OF uoni. 1ue g ua b ane' : wnadh enP 4211avſ 96 f k 11215101nlL) Svv qutazrana ........... a(137 noa g 09) unodin gFutarjana .......... ani(allo anx 121pwck vS68) 11uS 8 12-c ee ene In(Ggnlvagvne a⸗avc 898˙60) un bacc quteene ............ an (oouod I) bu II S 1ꝓlbu! 1 5 ue unc ldu lousnd*ꝓ lbud ...... aII 10u asIuH :1342 uie e eee ee iieee 1an& 54 87 88 92 96 — 96 Gpnvaqob uo S 1b 4⸗g uie —ng anu ubud ue e ee weenee een ee e — 3 —,— Erſter Abſchnitt. Allgemeiner Ueberblick über die allmählige Ausbildung und den jetzigen Stand der engliſchen Landwirthſchaft gegenüber von der deutſchen Landwirthſchaft. v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft. 1 trieb =———== úS————— —— S a= S= y=—=———— — 2— 4 4 2 8 V 4 1 V G V b b V 1 b V b 1 1 Ueber den früheren landwirthſchaftlichen Zuſtand in England. (Als Einleitung.) Von der Landwirthſchaft in England, wie ſie etwa zu Anfang des vorigen Jahrhunderts noch beſchaffen geweſen ſeyn ſoll, wird folgendes Bild gegeben: Faſt alles Land lag offen und wurde in demjenigen rohen Zuſtande benützt, wie früher auch allgemein in Deutſchland und wie man dieſes jetzt noch in einem nicht unbedeutenden Theile Deutſchlands antrifft. Der von Natur trocken liegende Theil war Ackerland; der tiefere, feuchte und naſſe Theil Wiesland, häufig noch, wenigſtens zur Waide, gemeinſchaftlich benützt; das Uebrige war gemeine offene Waide. Es wurde das Ackerland in drei Feldern beſtellt: Winterfeld, Sommerfeld, Brache; letztere im Sommer als gemeine Waide, wie auch die Stoppel der Kornfelder, gemein⸗ ſchaftlich behütet. Der Viehſtand war ſchlecht. Etwa in der Mitte des vorigen Jahrhunderts kam ein regeres Leben in den landwirthſchaftlichen Betrieb. Bald erkannten dann die Landwirthe Englands, daß der bisherige Zuſtand dieſes Be⸗ triebes nur als erſter roher Anfang der Kultur angeſehen werden könne. Man begann damit, Acker⸗, Wieſen⸗ und Waideland einzuſchließen, zu verkoppeln, weil man mit vollem Recht das gemeine Waidweſen, die Waideſervituten auf Bauland, dieſe Ueberbleibſel aus dem Nomadenleben, als Hemmniß für jeden Fortſchritt in der landwirthſchaftlichen Cultur anſah. Zehnt⸗ und Hutverhältniſſe gaben dabei viele Anſtände; doch erkannte man die Vortheile des Fortſchritts ſo ſehr an, daß wenn auch mit großem Aufwande und ſich immer wiederholenden bedeutenden Schwierigkeiten, durch Uebereinkunft, wo nur immer möglich, beſiegt wurden. der bisherigen Gemeindegüter war damit verbunden. jene, Gemeinheitstheilung und Verkoppelung Gemeinheitstheilung nahmen die Engländer aber nicht, wie dieß in ſo vielen Gegenden Deutſchlands der Fall iſt, für gleichbedeutend mit dem Verfahren, die Gemeinheit in kleine Stücke zu vertheilen, dieſe umzubrechen und dazu zu benützen, um ſogleich möglich viel ver— käufliche Produkte darauf zu erziehen, wodurch die Kraft der kleinern und größern Wirthſchaften zerſplittert wird, und oft gerade das Gegentheil von den Erwartungen, die man von den Gemeinheits— theilungen hatte, erfolgte. In England blieb das Beſitzthum des Einzelnen immer in größern Flächen beiſammen; das von der Gemeinheit erhaltene Grasland blieb Grasland, und wurde nur durch Einkoppeln und eine hierdurch möglich gemachte ſorgfältigere Behandlung beſſer benützt und dazu verwendet, dem übrigen Beſitzthum mehr Kraft zu geben, bis es dann ſpäter mit in die geordnete Bewirthſchaftung des Ganzen gezogen werden konnte. Selbſt in den unfruchtbareren Provinzen fing man an, die Gemeinheiten auf jene Art zu theilen und die Ländereien zuſam— menzulegen und einzuhägen, ein Schritt, welcher als die Baſis aller höhern Landeskultur angeſehen wird, und ohne welches ſich die Engländer keine vollkommenere Wirthſchaft denken können. in dem Zeitraum Nur allein von 1798 bis 1832 wurden — 4,00 nimr nicht mac mit hob und hoh — 4,000,000 Acre Gemeinheitsgüter getheilt und eingehägt; und man nimmt in England an, daß dadurch der Reinertrag des Bodens nicht ſelten verzehnfacht werden könne. Nach dieſen erſten Schritten gingen die Landwirthe von der bisherigen Bewirthſchaftung ihrer Güter, weil ſie ſich jetzt freier darauf bewegen konnten, in andere Betriebsmethoden über; reine Brache hörte immer mehr auf, die natürlichen Gras— länder konnten mehr verbeſſert und theils zu ergiebigerem Mähe— land, theils zu kräftiger eigenthümlicher Waide benützt werden. Die auffallenden Erfolge in Verbeſſerung der Landwirthſchaft machten, daß ſich in England Große und Reiche immer mehr da⸗ mit beſchäftigten, dadurch den Stand der Landwirthe immer mehr hoben, und Verſuche in allen Zweigen in einem Umfange anſtellten und betrieben, wie es nur ihnen möglich war, was alles auf die hohe Stufe, zu welcher Englands Landwirthſchaft immer mehr emporſtieg, weſentlich eingewirkt hat. Für veränderten Fruchtwechſel auf dem Ackerland tauchten viele neue— oft wohl noch ſehr unverarbeitete— Ideen und Syſteme auf, wurden als Verſuche, wie z. B. auch das ausge⸗ dehnteſte Drillwirthſchaftsſyſtem, die Anwendung der complizir⸗ teſten Maſchinen u. dergl. ausgeführt und liefen meiſtens darauf hinaus, dem Ackerland möglichſt viel unmittelbar verkäufliche Produkte abzugewinnen, daher daſſelbe ſo ſtark als nur immer thunlich in Anſpruch zu nehmen. Die Wirthſchaften Englands theilten ſich im Hauptumriſſe je nach Klima, Boden ꝛc. in ſolche 1) wo Ackerwirthſchaft und Ge⸗ traidebau vorherrſchten(die öſtlichen und ſüdlichen), 2) wo Gras⸗ land und Viehwirthſchaft Hauptſache waren(die mittleren und weſt⸗ lichen) und 3) in ſolche, wo beides in etwa gleichem Verhältniſſe ſtatt fand(die nördlichen). Als einiger Beleg dazu, daß die neuen Ackerbauſyſteme noch keine gehörige Probe beſtanden hatten, mag es dienen, daß man diejenigen für die glücklichſten Wirthſchaften hielt, wo der größte Theil des Ertrags aus gutem natürlichem Graslande durch Viehnutzung mittelſt Maſtung und Molkerei gezogen wurde, und daß dieſes auch die geſuchteſten Wirthſchaften waren, welchen ein weit größerer Werth beigelegt wurde, als ſolchen, wo faſt alles durch den Pflug hervorgebracht werden mußte. Von jener Zeit der großen Regſamkeit in der engliſchen Land⸗ wirthſchaft an wurde ſie auch der Gegenſtand der Aufmerkſamkeit des Auslandes; ſie erhielt ſich aber hier damals, wohl wegen der falſchen Richtung, welche ſie anzunehmen ſchien und wegen viel— leicht mancher bekannt gewordener mißlungener Verſuche, noch nicht in Credit. In England ſelbſt ſtanden dann in den 1770er Jahren Männer auf, welche ſich bemühten, die in der Landwirthſchaft daſelbſt immer weiter ſchreitende Reform in rationellern Gang zu bringen. Oben an ſteht A. Young; dann auch Marſhallz rückſichtlich der Fortſchritte in der Viehzucht: Bakewell, Culley. Es bildeten ſich viele Ackerbaugeſellſchaften, und John Sinelair ſtiftete den bekannten Board of agriculture. Eine große Zahl von landwirthſchaftlichen Zeitſchriften ver— breitete Belehrungen und übte den wohlthätigſten Einfluß aus. Das Fehlerhafte der bisher verſuchten— den Boden er— ſchöpfenden— Ackerwirthſchaftsſyſteme wurde erkannt. Der Rübenbau und zugleich anderer künſtlicher Futterbau an Klee ꝛc., zwar beides ſchon ſeit der Mitte des 17. Jahrhunderts in England wenigſtens bekannt, wurden jetzt regelmäßig in einen Fruchtwechſel aufgenommen. Es bildete ſich immer mehr ein Wechſelwirthſchaftsſyſtem aus, d. h. im engern Sinne der Eng— länder: Wechſel zwiſchen Getreidebau und Niederlegung zu Gras⸗ land theilweiſe für Waide; oder aber im weitern Sinne: Wechſel zwiſchen Getreidebau und zwiſchen Anbau von Produkten zur — Ernäh ſogenc vollte lich der und hegri Verb ihr o kam Getr Ernährung des Viehs überhaupt, insbeſondere neben Grasbau, Anbau ſogenannter grüner Früchte, Hackfrüchte, vorzüglich Turnips. Dieſes war der Wendepunkt für die nachherige große Ver⸗ vollkommnung der engliſchen Landwirthſchaft, herbeigeführt vorzüg⸗ lich durch regelmäßige Aufnahme des ausgedehnten Hackfruchtbaus, der Turnips, und des hierdurch zugleich in hohem Grade beförderten und geſicherten wechſelnden Klee- und Grasbaus. Dieß beides begründete bleibend die Fruchtwechſelwirthſchaft, und dadurch eine Verbeſſerung im Betriebe der engliſchen Landwirthſchaft, die vor ihr an Wichtigkeit keine andere übertraf. Futterbau und Viehzucht kam jetzt auch in den bisher hauptſächlich nur Ackerwirthſchaft mit Getreidebau treibenden Gegenden immer mehr auf; dieſe Wirth— ſchaften ſtiegen dadurch außerordentlich in der Kraft und im Werthe, und erreichten mittelſt künſtlichen Futterbaus bald daſſelbe, was man inzwiſchen nur in denjenigen Gegenden Englands für aus— führbar hielt, welche, durch Boden, Klima ꝛc. hierin begünſtigt, reich an natürlichem Graslande waren. Die Grafſchaft Norfolk auf ihrem häufig ſandigen, trockenen Boden gab hierin hauptſächlich die Loſung, und hier insbeſondere einer der reichſten Grundbeſitzer Englands, der in jeder Hinſicht hoch gefeierte Coke in Holkham; nachher Graf von Leiceſter. Die durch die Schriften der oben berührten Männer bekannt gewordenen Fortſchritte der engliſchen Landwirthſchaft erregten die Aufmerkſamkeit von Thaer. Dieſer unternahm es, zu Ende des vorigen und zu Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts, aus jenen Schriften den deut⸗ ſchen Landwirthen ein Bild der engliſchen Landwirthſchaft zu entwerfen, und ſie zur Nacheiferung zu ermuntern. Er machte auf die Erfolge in der engliſchen Landwirthſchaft aufmerkſam; verbreitete die Kenntniſſe davon in Deutſchland; zeigte, wie auch in England früher, ebenſo wie in Deutſchland, eine ſehr mangelhafte Dreifelderwirthſchaft mit zum Theil armen natürlichen — Waiden und mit geringer Beſchaffenheit der Viehzucht betrieben worden ſey, und wie nun die Engländer, bei welchen ſchon 50 Jahre früher ein regeres Leben in den Betrieb der Landwirthſchaft ge⸗ kommen war, nach und nach ein Wirthſchaftsſyſtem, einen Betrieb der Viehzucht, eine Vervollkommnung der Ackerinſtrumente u. ſ. w. eingeführt haben, wie ſie auch den in Deutſchland tief gefühlten Mängeln in der Landwirthſchaft abhelfen können. Nach dieſer Darſtellung war zu jenem Zeitpunkte bereits, wenigſtens in dem größern Theile Englands, das Land verkoppelt, die reine Brache aufgehoben, und ein verbeſſerter Fruchtwechſel, nämlich eine Wechſelwirthſchaft mit Beobachtung eines verbeſſerten Fruchtwechſels, mit weit ſorgfältigerer Beſtellung, Beſſerung und Pflege des Bodens und vermehrter und vervollkommneter Vieh— zucht im Gange. Thaer führt eine Menge von verſchiedenen Arten von Fruchtwechſel und dabei an, daß ſie in den verſchiedenen Grafſchaften auch verſchieden verſucht und betrieben werden, wie dabei jedoch Futterbau in der Regel ſo vorherrſche, daß neben den natürlichen Grasländern von dem unter dem Pfluge gehaltenen Lande wenigſtens die Hälfte mit Erzeugniſſen zum Viehfutter und nur die andere Hälfte zum Getreidebau verwendet werde. Thaer erklärte es bei jener Verſchiedenheit als noch nicht begründet, daß man von engliſcher Wirthſchaft im Allgemeinen rede; doch ſprach er ſich ſchon damals auch dahin aus, daß es in England eine gewiſſe, allgemein anerkannte, höhere Landwirthſchaft gebe, die, modifizirt nach Boden und Lage, größtentheils wirklich ausgeübt werde, und alles, was uns ſonſt von Ackerbau im Großen bekannt, übertreffe. Dabei wurde insbeſondere auch die Norfolker Wirthſchaft als Beiſpiel aufgeſtellt. Thaers Schrift über engliſche Landwirthſchaft machte das größte Aufſehen, ſie erregte, wie ſich ſpäter Thaer ſelbſt darüber ausdrückte,„einen beiſpielloſen Eifer“ unter den deutſchen Land⸗ wirthen, und wenn gleich ſie vielfach mißverſtanden wurde, ſo war s doc Schrift hunder anlaßt bracht an die und l brochen angeſe den J noch i — Landw Frucht Anfan den? einem bildet tiefer wie( wickl tief d um ih ſprich 18441 Landu (Ber. haugef ſamm! welche demſel gefeiert den nen es doch ſie mit den ſpätern darauf ſich gründenden weitern Schriften Thaers, welche ſeit dem Anfange des jetzigen Jahr— hunderts mehr Regſamkeit in der deutſchen Landwirthſchaft ver⸗ anlaßte, das Intereſſe dafür auch bei uns in die höhern Stände brachte. Sie legte den Grund dazu, daß der bisherige Glauben an die Dreifelderwirthſchaft, die man, unbekümmert um Theorie und wiſſenſchaftliche Begründung, handwerksmäßig betrieb, ge⸗ brochen, daß die reine Brache nicht mehr als unumgänglich nöthig angeſehen wurde und ſich die ſogenannte Fruchtwechſelwirthſchaft den Anfang zu einer Bahn brechen konnte, auf welcher ſie immer noch in Deutſchland fortſchreitet und fortſchreiten wird. Mit einem Worte: dem Bekanntwerden mit der engliſchen Landwirthſchaft und dem damit zuſammenhängenden ausgedehntern Fruchtwechſel durch Thaer verdanken wir in Deutſchland den Anfang zu den größten Fortſchritten in unſerer Landwirthſchaft, den Anfang zu der wiſſenſchaftlichen Behandlung derſelben, in einem Grade, daß dieß eine Epoche in unſerer Landwirthſchaft bildet. Je weiter wir uns von der Periode Thaers entfernen, deſto tiefer erkennen es Deutſchlands, ja ſelbſt Englands Landwirthe an, wie Großes man ihm zu verdanken habe; deſto fruchtbarer ent— wickeln ſich ſeine Grundſätze; deſto mehr beurkunden ſie ſich als tief durchdachte Lehren, für deren Erkennung es Zeit erfordert, um ihnen volle Geltung und Verbreitung zu verſchaffen. Ueberall ſpricht ſich jetzt Dank und Anerkennung laut dafür aus!* In der Verſammlung deutſcher Land- und Forſtwirthe in Doberan 1841 machte der Berichterſtatter in der Angelegenheit des von den deutſchen Landwirthen zu errichten beſchloſſenen Thaer'ſchen Ehrendenkmals (Ber.§. 110) die Mittheilung, daß die königl. Großbritanniſche Acker— baugeſellſchaft den Herrn Kapitan Stanley Carr beauftragt, für ihre Ver ſammlung einen Vorſchlag auszuarbeiten, wie die allgemeine Anerkennung, welche man den großen Verdienſten Thaers in England zollt, durch ein demſelben dort, auf Koſten jener Societät zu errichtendes Denkmal würdig gefeiert werden könnte, und, in Uebereinſtimmung hiermit, an den — 1 0 E 5 ₰ 9 Seit Entwickelung der Lehren Thaers mit beſonderem Intereſſe ein Schüler und Verehrer derſelben; auch durch die mir gebotene Gelegenheit, Englands und anderer Länder Landwirthſchaft durch eigene Anſchauung einigermaßen kennen zu lernen, dazu ermun⸗ tert—— halte ich es beinahe für eine Pflicht der Dankbarkeit, wenn ich es verſuche, einen Beleg für Thaers Lehren und deren Wirkung nicht etwa dadurch, daß ich mir anmaßen wollte, etwas Neues zu ſagen, ſondern dadurch zu geben, daß ich in folgendem einen Beitrag darüber liefere, wie nach meinen Beobachtungen ſich theils die Landwirthſchaft Englands ſelbſt, theils aber beſonders die Landwirthſchaft Deutſchlands immer mehr nach der von Thaers weitſehendem Blicke vor bald einem halben Jahrhunderte vorher bezeichneten Richtung entwickele. genannten Herrn das ſpezielle Erſuchen gerichtet habe, ſich mit der Familie des Verewigten in Einverſtandniß zu ſetzen, um die Art und Weiſe naͤher beſtimmen zu können, wie jene Abſicht in Ausführung zu bringen ſey. So erfreulich nun dieſe Nachricht jedem deutſchen Gemuͤthe und deutſchen Landwirthe ſeyn müſſe, ſo greife es doch andererſeits an unſre Ehre, wenn gerade das Land, das eigentlich Thaers Lehren weniger als andere zu verdanken habe(denn Thaer ſey nur durch das unſer großer Lehrer ge— worden, was er aus der engliſchen Landwirthſchaft ſelbſt gelernt), wenn England in Erfüllung dieſer Dankespflicht Deutſchland mit ſeinem Bei— ſpiele vorangienge. A 3 den Be mir da II. Neuere engliſche Landwirthſchaft. a. Zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts. Zur Vorbereitung für meine an Ort und Stelle zu machen— den Beobachtungen über die Landwirthſchaft Englands ſtellte ſich mir das Frühere ſo zuſammen: In Betreff des Wirthſchaftsſyſtems in England hob Thaer unter der, wie oben bemerkt, in ſeiner Beſchreibung der engliſchen Landwirthſchaft angeführten verſchiedenen Anwendung des Frucht— wechſels in vielerlei Wirthſchaften, wo der Umfang der einzelnen Farms auf dem verſchiedenſten Boden von 50 Morgen bis zu mehreren 1000 wechſelt, er aber am gewöhnlichſten von 300 bis 12— 1500 Morgen beträgt, den bei den meiſten Wirthſchaften der Grafſchaft Norfolk eingeführten Wechſel hauptſächlich hervor, und gab denſelben damals ſo an: 1) Rüben(Turnips) nach fünfmaligem Pflügen des Lands, ſtark gedüngt, und als behackte Früchte ſorgfältig behandelt; 2) Gerſte mit dreiblättrigem Klee und Raygrasſaamen; 3) Klee, einmal gemäht, dann bewaidet; 4) Waide; 5) Waizen; 6) Gerſte oder Haber. oder auch 1) Rüben, wie oben; 2 b —— G — 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Waizen. Das Kennenlernen der engliſchen Wirthſchaft mit Anwendung des Fruchtwechſels bewog Thaer, ſpäter ſeine Grundſätze für ein neues Wirthſchaftsſyſtem überhaupt mehr auszuführen. Die beiden Hauptgrundlagen für daſſelbe waren: 1) Der Fruchtwechſel, nänlich die Regel, daß insbeſondere nie zwei Halmfrüchte zwei Jahre nach einander, was auch eine Ver⸗ unkrautung des Landes begünſtige, angebaut werden, ſondern jedes⸗ mal eine andere Zwiſchenfrucht, wie Wurzelgewächſe, Klee, ein- oder zweijähriges Gras, Hülſenfrüchte, Oelgewächſe u. ſ. w., in ſeltenen Fällen auch Brache, damit abwechſele. Nur am Schluß der Rotation können einander zwei Halmfrüchte folgen, weil dann die darauf wiederkehrenden Hackfrüchte die Verwilderung des Bodens unſchäd⸗ licher machen. Nicht mehr als die Hälfte des Ackerlands ſoll Halmfrüchte tragen. Hiervon erhielt das Syſtem die Benennung Fruchtwechſel— ſyſtem, was übrigens keinen beſtimmt bezeichnenden Unterſchied gegenüber von Wechſelwirthſchaft ausdrückt; man nannte es auch das engliſche Syſtem zu Folge des oben berührten Urſprungs ſeines Bekanntwerdens. 2) Größere Rückſichtsnahme auf Vermehrung des Futterbaus auf der andern Hälfte des Ackerlandes und einer mög⸗ lich vortheilhaften Viehhaltung theils für den unmittelbar daraus zu ziehenden Gewinn, theils aber zur Vermehrung des Düngers und ſo der Kraft der in der Dreifelderwirthſchaft oder andern minder zu⸗ träglichen Syſtemen geſunkenen Wirthſchaften; wobei mit Recht vor⸗ ausgeſetzt wurde, daß, wenn auch dabei die Fläche für unmittelbar verkäufliche Produkte— doch nicht der Geſammt-Ertrag an ſolchen geſchmälert werde, weil bei größerer Kraft auf kleinerer Fläche, die dann auch verhältnißmäßig zum Rohertrag kleinern Beſtellungs⸗ und an ein ſich mehrte 7 Thaer wegen Syſten 3 behackt Boden die H. ertrage verdop. beitung Reiner wirt den W bringe hältne hringt die vo hebel 1 ſoäte2 Gedei tief d derſell 708₰ 7 fndet dung r ein 13 und andern Arbeitsaufwand erheiſcht, mindeſtens eben ſoviel, und ein ſichererer Reinertrag gewonnen werden könne, und dann der ver— mehrte Ertrag aus verbeſſerter Viehzucht Ueberſchuß gegen bisher ſey. Die Gründe und Vortheile des Fruchtwechſels an ſich ſetzte Thaer ſehr klar auseinander; der weitern Folgerungen daraus wegen wird als das Weſentlichſte des darauf baſirten Wirthſchafts— Syſtems kurz ins Gedächtniß zurückgerufen: a) Eine unbenutzte Brache fällt in der Regel weg. Der Anbau behackter Früchte ſoll die gleiche Wirkung der Brache auf den Boden hervorbringen. Der Schlag mit behackten Früchten erhält die Hauptdüngung. Dieſe Früchte können die ſtärkſte Düngung ertragen und vergüten ſie auch am beſten, weil ihr Ertrag dadurch verdoppelt werden kann, die bedeutenden Beſtellungs- und Bear— beitungskoſten aber, welche bei geringem Naturalertrage oft keinen Reinertrag übrig laſſen, die gleichen bleiben. Die ſtarke Düngung wirkt dann gemeinſchaftlich mit der Bearbeitung zugleich dahin, den Boden zum Zerfallen und die Unkrautkeime zur Zerſtörung zu bringen. Wenn auch vielleicht der Hackfruchtbau in manchen Ver— hältniſſen wenig unmittelbaren Reingewinn vom betreffenden Felde bringt, ſo gibt er durch die Maſſe von Fütterungs- und Düngungs— Mitteln an der Stelle der nichts rentirenden Brache und durch die vortreffliche Einwirkung auf den Bau des Bodens einen Haupt— hebel jeder guten Landwirthſchaft. b) Nach Hackfrüchten folgt gewöhnlich Sommergetreide, weil ihre ſpäte Aberndtung eine frühe Einſaat der Winterfrucht ſeltener geſtattet. c) Da es eine unumgängliche Forderung für ſicheres und öfteres Gedeihen des Klees iſt, daß er in ein völlig reines, ſtark und tief durchgearbeitetes und kräftig gedüngtes Land komme, ſo findet derſelbe hier ſeinen Platz. Dieſer kann ein oder zwei Jahre benützt werden. d) Nach dem auf ſolche Vorbereitung wohl gerathenen Klee findet das Wintergetreide einen ganz guten Stand. 14 e) Will man die Fruchtfolge länger fortſetzen, ſo folgen zu Bereicherung der Wirthſchaft am beſten gedüngte Grünwicken zur Fütterung, die f) zur reichen Winterung einen vollkommen vorbereiteten Boden hinterlaſſen. g) Der Fruchtwechſel gibt am meiſten Gelegenheit: tiefer wurzelnde Gewächſe mehr anzubauen, und dadurch nicht blos die Oberkrume, wie dieß bei den flachwurzelnden aus— ſaugenden Getreidearten der Fall, ſondern auch den oft günſti— gen Untergrund mehr zu benützen; dann: blattreiche Gewächſe, wie Klee, Luzerne, Wickfutter, Hack⸗ früchte ꝛc. in größerer Ausdehnung zu bauen, und dadurch mittelſt ihres Blattvermögens die in der Atmoſphäre enthaltenen pflanzennährenden Stoffe, auch ſchnell wirkende wohlfeile Dün⸗ gungsmittel wie Gyps u. drgl. weit mehr zu Nutzen zu bringen, und ſo die im Boden vorhandenen Stoffe, deren jene Gewächſe hauptſächlich nur zu ihrer erſten Entwickelung vor der ordent⸗ lichen Blattbildung bedürfen, weit weniger in Anſpruch zu nehmen, dem Boden gar noch Bereicherung zuzuführen; was alles bei den Getreidearten, die ein ſo geringes Blattvermögen beſitzen, nicht der Fall iſt. h) Es iſt zwar keine weſentliche Bedingung, daß die Pro— dukte von der Hälfte des Ackerlandes zur Viehfütterung beſtimmt werden; es ſoll nur die Hälfte mit Getreide beſtellt, die Zwiſchen— früchte können aber nach Umſtänden ebenfalls als verkäufliche Pro⸗ dukte behandelt werden. Nur wird es, um zu dem Reichthum an Dünger zu gelangen, der hier, mit der vollkommenen Boden— bearbeitung verbunden, ſo vortreffliche Wirkung thut, mehrentheils räthlich, jenes Verhältniß für Viehfütterung beizubehalten, um ſich von Wieſen möglich unabhängig zu machen, wenn nicht ein großes Verhältniß von Wieſen, die zu einer andern Benützung unpaſß gens unſere gen Wieſe natür wolle j Verh meten Virth Viehe füttern die ſo gebrac Stal Waid vollko derge die m ernähl Ackerl hältniſ dung, achtet, der! durch hervon ſ mie Juuch gen zu en zur Boden nicht aus⸗ ünſti⸗ ack⸗ urch nen ün⸗ gen, ächſe dent⸗ h zu was ögen Pro⸗ mmt hen⸗ Pro⸗ hum den⸗ heils um ein ung 15 S unpaſſend ſind, die Sache ändert. Letzteres Verhältniß kommt übri— gens in der Wirklichkeit ſelten vor; überdieß wird es ſich durch unſere Darſtellung ergeben, daß die Gründung eines ſelbſtſtändi— gen Ackerbaus, d. h. eines ſolchen, welcher nöthigenfalls ohne Wieſen beſteht, auch da von Wichtigkeit werden kann, wo ſolche natürliche Futterfelder vorhanden ſind und beibehalten werden wollen. i) Die Zahl der Schläge oder die Dauer der Rotation, auch das Verhältniß des zum Fruchtbau und des zur Viehfütterung gewid⸗ meten Landes geſtatten eine größere Mannigfaltigkeit als andere Wirthſchaftsſyſteme. k) Dieſes Wirthſchaftsſyſtem findet ſowohl bei der Waide des Viehes auf dem zu Futter beſtimmten Acker, als auch bei der Stall— fütterung ſeine Anwendung. In jenem Falle wird durch daſſelbe die ſogenannte Koppelwirthſchaft zu ihrer höchſten Vollkommenheit gebracht; und es hat ſolches in Verhältniſſen, unter welchen die Stallfütterung nicht zu wählen iſt, unbezweifelte Vorzüge. Zur Waide wird das Land in voller ſtarker Dungkraft, von Unkraut vollkommen gereinigt, und mit der angemeſſenſten Beſaamung nie— dergelegt; es gibt alſo eine ungleich nahrhaftere und reiche Waide, die mehr Vieh oder daſſelbe Vieh auf einer ungleich kleinern Fläche ernährt. Der Nutzen und die guten Folgen von Bewaidung des Ackerlandes ſind um ſo günſtiger, je weniger Erndten im Ver— hältniſſe der gegebenen Düngung von dem Lande vor der Bewai⸗ dung genommen und je beſſer die Regeln des Fruchtwechſels beob— achtet, je bälder die Weideſchläge wieder umgebrochen werden. Der höchſt mögliche Ertrag von Grund und Boden aber kann durch die Verbindung des Fruchtwechſels mit der Stallfütterung hervorgebracht werden. Nicht allgemein verhält es ſich vielleicht ſo mit dem höchſten Reingewinn. D Als Beiſpiele von Rotationen nach ſolchen Regeln des Fruchtwechſels gibt Thaer unter andern folgende an: 16 A. Bei Waidgang des Viehs. 1) Hackfrüchte; 2) Sommerung; 3) Mäheklee; 4) Winterung; 5) Grünwicken; 6) Winterung; 1 Waide mit weißem Klee und Gräſern; oder 6) Repsſaat; 7) Winterung; 8 9) Waide; 10 11) Hafer. Dieſe Beiſpiele vervielfältigt Thaer bis zu AAſchlägigen Wirthſchaften. B. Bei Stallfütterung. vierſchlägig: 1) Hackfrüchte zur Fütterung; 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Winterfrucht; oder fünfſchlägig: wie oben 1— 4; dann: 5) Haber. ſechsſchlägig: 1— 4, wie oben; 5) Wickfutter oder reifende Hülſenfrüchte; 6) Winterung; ſiebenſchlägig: 1— 6) wie oben; dann 7) Hafer; oder bei kräftigeren Wirthſchaften: 1— 4) wie oben; 5) Wickfuttter; 6) Raps; 7) Waizen; achtſchlägig; 1— 7) wie oben; 8) Sommerfrucht; oder: 1— 4) wie oben; gen 5) Erbſen; 6) Winterung; 7) Wickfutter; 8) Winterung; zehnſchlägig: 1) Hackfrüchte; 2) Gerſte; 3) Klee 4 nach dem erſten Schnitt ungebrochen; 5) Raps; 6) Waizen; 7) Erbſen; 8) Winterfrucht; 9) Grünwicken; 10) Winterfrucht; ſo gibt dann Thaer noch Beiſpiele bis zu 12ſchlägigen Rotationen. v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft. 2 18 m) Es wird dabei empfohlen, der einträglichern, insbeſon— dere aber mehr Stroh liefernden Winterfrucht ſo viel mög— lich Uebergewicht über die Sommerfrucht zu geben.(Zu der ver— ſtärkten Viehzucht und Düngerproduktion mittelſt Stallfütterung muß ſehr Bedacht auf Stroherzeugung genommen werden.) Dieſe Lehren Thaers, auf eigene, übrigens freilich damals noch junge Erfahrungen geſtützt, fanden, nachdem das Intereſſe für Verbeſſerungen der deutſchen Landwirthſchaft erwacht war und die Mängel bei derſelben gefühlt wurden, ſowohl bei dem Wechſel— wirthe als auch bei dem Dreifelderwirthe den ſchon erwähnten erſtaunenswürdigen Anklang. Ueberall wurde die Einführung von Wirthſchaftsbetrieben nach ſolchen Regeln des Fruchtwechſels verſucht. Die Umſtände aber, daß die Thaer'ſche Darſtellung des ganzen Wirthſchaftsſyſtems, obgleich insbeſondere in ſeinen„Grund ſätzen der rationellen Landwirthſchaft“ vortrefflich erläutert, den— noch auf der einen Seite in manchen Gegenſtänden Zweifel erregte, auf der andern Seite vielfach mißverſtanden wurde; ferner, daß namentlich der Uebergang von dem bisherigen in das neue Wirth— ſchaftsſyſtem häufig ohne die nöthige Umſicht und Vorherberechnung der Anfangs entſtehenden Ausfälle an Stroh u. ſ. w. bewerkſtelligt wurde, hatten zur Folge, daß viele ſolche Verſuche im Großen miß⸗ lungen und dadurch zum Theil bedeutende Verluſte entſtanden ſind, wodurch jener Eifer für engliſche Wirthſchaft damals ſehr erkal⸗ tete. Dennoch aber übten die Grundſätze des Fruchtwechſels ihren Einfluß fort aus, dennoch rückt man der engliſchen Wirthſchafts⸗ weiſe hierin immer näher. Die Hauptmißverſtändniſſe und Mißgriffe waren folgende: 1) Viele hielten den von Thaer in ſeiner engliſchen Land⸗ wirthſchaft hauptſächlich hervorgehobenen engliſchen vierfeldrigen insbeſon⸗ der ver⸗ fütterung damals ntereſſe ar und echſe⸗ ihnten nach ₰ 19 Fruchtwechſel, 1) Hackfrüchte, 2) Sommerfrucht, 3) Klee, 4) Win⸗ terfrucht, für den einzig richtigen und empfohlenen; wenigſtens fand dieſer vorzugsweiſe Eingang. Die Wirthſchaften, welche ihn einführten, kamen dadurch, daß das Land, wenn es nicht ganz beſonders dafür paſſend, ſehr bald des ſo ſchnell wiederkehrenden Kleebaus müde wurde, in die größte Verlegenheit; der theilweiſe an deſſen Stelle zu bringende wechſelnde Grasanbau wurde häufig nicht richtig aufgefaßt, entſprach den Entwartungen keineswegs und hob die Verlegenheiten, namentlich bei Stallfütterungswirth⸗ ſchaften, nicht. Andere wurden dagegen an den vielen von Thaer als in England gebräuchlich angeführten Rotationen für den Fruchtwechſel irre. 2) Ueberhaupt hielten Viele auch auf magern ſandigen Gü— tern dafür, daß wenn nur der Kleebau in die Rotation aufgenom— men ſey, die Bereicherung der Wirthſchaft folgen werde; mußten aber dann durch das Nichtgedeihen des Klees, und als Folge davon durch das Mißrathen der Winterfrucht bittere Erfahrungen machen. Daraus entſtand dann auch der Vorwurf, daß bei ſolchen Wirthſchaften, in welchen ſämmtliche Winterfrucht ihre Stelle nach dem Klee, oft nach zweijährigem Klee, angewieſen erhalte, dieſer Standpunkt für Winterfrucht zu unſicher ſey, weil ſie durch Miß— rathen des Klees ſo ſehr gefährdet werde. 3) Die Meiſten glaubten ſchon alles gethan zu haben, wenn ſie die eine Hauptgrundlage des neuen Wirthſchaftsſyſtems, näm⸗ lich die Grundſätze des Fruchtwechſels, in Anwendung brachten; meinten aber ihren Vortheil darin zu finden, die andere Haupt— grundlage, nämlich Vermehrung der Futtererzeugung durch das Ackerland, für minder weſentlich zu halten. Sie betrachteten das von Thaer empfohlene Verhältniß, die Hälfte des Ackers für unmittelbar verkäufliche Produkte(Marktprodukte), die andere Hälfte aber für die Viehhaltung zu beſtimmen, für ein ungünſtiges Miß⸗ verbältniß und glaubten alles landwirthſchaftliche Heil darin finden zu können, wenn ſie aus den von Thaer angeführten Fruchtwechſel Rotationen diejenigen herausfanden, oder gar darnach neue zu— ſammenſetzten und für ihre Wirthſchaft in Anwendung brachten, welche mit möglicher Berückſichtigung der Regeln des Fruchtwech— ſels die meiſten Schläge mit Marktprodukten hatten; ſie hofften, der Fruchtwechſel allein ſchon werde hinlänglich zum beſſern Ge— deihen dieſer Produkte und zum höhern Gewinn aus der Wirth— ſchaft beitragen. Hierdurch zeigte ſich dann keineswegs die ſich von der engliſchen Fruchtwechſelwirthſchaft verſprochene Kräftigung des Guts; auch der weniger ausgedehnte Futterbau gedieh nicht gehörig; ohne hinlänglich Wieſen, oder ohne Verwendung eines namhaften Theils der Produkte aus den Getreideſchlägen für die Viehhaltung konnten ſich dieſe Wirthſchaften nicht halten; man ſchrieb es dann dem engliſchen Syſteme zu. 4) Für Hackfrüchte wurde meiſtens der Kartoffelbau ange⸗ nommen und dieſer ausgedehnte Kartoffelbau als Bedingung für engliſche Fruchtwechſelwirthſchaft angeſehen; es konnte derſelbe aber nicht den günſtigen Einfluß auf vollkommenere Viehzucht aus— üben, wie der Rübenbau der Engländer; auch waren viele verſucht, das Kartoffelerzeugniß nicht der Beſtimmung des Hackfruchtſchlags für Viehfütterung gemäß, ſondern im Mißverhältniſſe als Markt⸗ produkt zu verwenden. 5) Es ging zwar aus der Darſtellung hervor, daß die Vieh⸗ zucht es ſey, welche auf das Weſen und den Ertrag des engliſchen Wirthſchaftsſyſtems wichtigen Einfluß ausübe; es wurden aber die Verhältniſſe dieſer Viehzucht zum Wirthſchaftsſyſteme nicht klar aufgefaßt. Auch hatte man nicht ſelten den Zweifel, ob in den Frucht— wechſelwirthſchaften Englands Sommerſtallfütterung, oder Waide— wirthſchaft, oder beides getrieben werde. Weil die Schritte zur Ein— führung der ſogenannten engliſchen Wirthſchaft, insbeſondere in dem ſüdweſtlichen Deutſchland, mit den Schritten zu ver— mehrter Einführung der Stallfütterung zuſammentrafen, ſo verrückte b. 21 es die Richtung dabei dadurch, daß als Futterſchläge hauptſächlich nur unvermiſchter Anbau des dreiblättrigen Klees angenommen wurde, und die zugleich angegebenen Grasanſaaten keine ordent— liche Anwendung fanden, und daß in ſolchen Fruchtwechſelwirth— ſchaften bei bedeutender Vermehrung des Futterbaus häufig Streu⸗ ſtrohmangel für die Stallfütterung eintrat und ſolche Fortſchritte hemmte. Endlich auch 6) glaubten Viele, bei dem Fruchtwechſel, bei welchem die Futtermittel auf dem Acker gewonnen werden, ſey es vortheilhaft, daher Regel, die Wieſen abzuſchaffen, umzubrechen, wenigſtens nicht mehr in Ehren zu halten, wodurch ſie ſich ſogleich im Beginn der neuen Wirthſchaftsweiſe in die größte Verlegenheit bringen mußten. b. Die engliſche Landwirthſchaft in gegenwärtigem Zeitpunkte. 1. Im allgemeinen Almriſſe. In Betreff der ſo eben berührten Zweifel und der über die engliſche Landwirthſchaft von Thaer zu Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts gegebenen Beſchreibung, kann ich das, wie ſich mir nach eigener Anſchauung und Beobachtung dieſe Landwirthſchaft jetzt dargeſtellt hat, in folgendem anfügen: Zu 1). Aus den verſchiedenen Wirthſchaftsmethoden und Ver⸗ ſuchen nach den Regeln des Fruchtwechſels, welche aus jener Zeit während des Ueberganges der Landwirthſchaft von dem frühern Zuſtande in den rationellern Betrieb von England angegeben werden, und zwiſchen welchen auch zur Zeit, als Thaer darüber ſchrieb und ſie empfahl, die engliſchen Landwirthe geſchwankt haben mögen, erſcheint die dortige gegenwärtige Wirthſchaftsmethode geläutert hervorgegangen und nach ähnlichen Rückſichten daſelbſt 22 ſo verbreitet, daß man jetzt mit allem Recht mit engliſcher 1 Landwirthſchaft die dortige Wirthſchaftsmethode ebenſo bezeichnen 4 kann, wie z. B. mit„Holſteiner“,„Mecklenburger“ Wirth⸗ ſchaft das in dieſen Ländern bisher verbreitet geweſene Wirth⸗ ſelt ſchaftsſyſtem bezeichnet wurde. Der frühere vierfeldrige ſogenannte Norfolker Fruchtwechſel 1 iſt immer noch die Hauptgrundlage; man ſieht aber aus den Mo— difikationen, welche bei demſelben angebracht worden ſind, mit Intereſſe, wie ſehr die Engländer das Vortheilhafte davon immer h mehr kennen lernen, von den frühern, die Bodenkraft zu ſehr V hi in Anſpruch nehmenden Rotationen mit vielem Getreidebau immer V n noch mehr und allgemeiner auf Futterbau überzugehen. Während ge ſchon bei dem erſten Norfolker Wechſel wenigſtens die Hälfte des Ackerlandes mit Fütterungsmitteln anzubauen war; ſo iſt jetzt der 4 Anbau dieſer überall, wo das Land nicht beſonders fruchtbar iſt, 1 A meiſtens auf ⅜ des Ackerlandes ausgedehnt und nur ¾ ſind für V ſi Getreide oder ſonſtige Marktprodukte beſtimmt. Durch die dadurch d zunehmende Dungkraft im Boden, welche vorzüglich auch dem 6 Kleegrasſchlage je mehr je beſſer zuſagt, gibt auch dieſer in ſeinen b beiden Nutzungsjahren einen ſolchen Ertrag, wie man ſich unter V 5 andern Verhältniſſen nicht vorſtellt, und der immer mehr zum 1 Futterbau aneifert. V d Neben jenem vierfeldrigen Norfolker Wechſel auf mehr ſchon d von Natur gutem Boden und neben dem ſeltener vorkommenden in oben ſchon von Thaer berührten ſechsſchlägigen Wechſel(entweder: 4 t 1) Hackfrucht, 2) Sommerfrucht, ſeltener Winterfrucht, 3) Klee, b A (auch 2 Kleejahre, dann Iſchlägig) 4) Winterfrucht, ſeltener Haber, 5) Hülſenfrüchte oder Grünwicken, auf reichem Boden auch Bohnen, ſ 6) Winterfrucht; oder: 1) Hackfrucht, 2) Sommerfrucht, 3) Klee, b b 4) Klee, 5) Winterfrucht, 6) Sommerfrucht) iſt jetzt, dieß auch b b in Norfolk, der gewöhnlichſte Wechſel folgender: V ſt 1) Als Hackfrüchte: Rüben(Turnips) nach ſtarker Düngung G ☛ 23 und äußerſt fleißiger Bearbeitung des Bodens; gedrillt; einzig zur Verfütterung beſtimmt; 2) Sommerfrucht, ſo viel möglich Gerſte, ſeltener Haber(noch ſeltener Wintergetreide) mit Klee und Gras untergeſäet; 3) Kleegras, zum Abmähen, nachher zur Waide; 4) Kleegras; meiſtens zur Waide, dadurch Düngung; 5) Winterfrucht(ſeltener auch Haber). In kräftigem Lande werden dann noch häufig zwiſchen der letzten Frucht und den Rüben, deren Beſtellung bis Mitte Juni's hinausgeſchoben werden kann, Roggen, auch mit Winterwicken ver⸗ miſcht, zur baldigen Grünfütterung als Waide oder zum Mähen gebaut. Dieſer vier-, meiſtens aber fünffeldrige Fruchtwechſel wird in Niederungen wie auf Höhen, auf leichtem wie auf bindendem Boden, in Gegenden, welche zu natürlichem Graswuchſe geneigt ſind, wie in trockenerem Boden, auf Gütern von kleiner Aus⸗ dehnung(von vielleicht nur 50 Morgen) wie auf ganz großen Gütern bis zu 1500 Morgen und noch mehr getroffen. Das zweijährige Liegenlaſſen zu kräftigem Graskleewuchſe ſieht der engliſche Landwirth für eigenthümlich zuträglich und kräftigend an. Während weniger gebundenes Land dadurch und zugleich durch das Bewaiden gebundener und beſſer werde, gewinne auch der gebun— denere Boden durch die Verraſung ohne Bewaidung, durch die ihn innig durchdringenden Wurzeln ꝛc. eine Mürbung, Kräftigung— kurz eine vortheilhafte Umbildung, wie ſie durch nichts Anderes auf ähnliche, einfache und ökonomiſche Art erreicht werde. Ausnahmen von dem bezeichneten Fruchtwechſel finden natürlich ſtatt: auf reichem Marſchlande; auf ungewöhnlich bindendem Thon— boden, wo reine Brache für nothwendig gehalten wird; auf Kreide⸗ boden; auf ſehr ſteinigem Boden(häufig magerer Thon mit Flinten⸗ ſteinen); auf Moorboden; ſodann in Gegenden, wo, wie z. B. in der Grafſchaft Kent, dem eigentlichen landwirthſchaftlichen Garten 24 Englands, in dem auch viel Bau von Handelsgewächſen, Hopfen ꝛc., 3 getrieben wird, eine Menge vegetabiliſchen Düngers an der See, d auch durch die Nähe der ungeheuren Bevölkerung Londons uner— 9 Ba meßliche Maſſen von Düngerzuſchuß gewonnen werden können. waide, Es iſt gerade der große Vorzug der Fruchtwechſelwirthſchaften, haupt daß ſie ſich an keine beſtimmte Fruchtfolge zu binden haben, ſon— i. 33 dern daß, wenn auch eine ſolche für gegebene Verhältniſſe als die in Riſ allgemeiner empfehlungswerthe erkannt wird, ſie ſtets wieder nach Er ii vorliegenden ſpeziellen Umſtänden, mit möglicher Berückſichtigung dndurch der Hauptgrundſätze, zu modiftziren iſt. ſaͤnden Wollte man alle jene Ausnahmen, alle kleinere Modifikationen Stehen beſchreiben, ſo käme ein kleines Buch mit— wenn ich mich ſo 4 dr, ſo ausdrücken darf— Rotationsrezepten heraus, wie ſie nicht ſelten galle. in landwirthſchaftlichen Schriften enthalten ſind und wie ſie nur an Kra irre machen, wenn nicht, was ohne große Weitläufigkeit ſelten mit er möglich, alle dabei einwirkenden Umſtände, z. B. Düngerzuſchuß werden von außen u. dgl., genau angeführt werden. 3 Hauptſache iſt: daß in England mit ſo wenigen Ausnahmen, darauf daß ſie nicht in Vergleichung kommen können, alle Wirthſchaften nach den Regeln des Fruchtwechſels betrieben werden und im großen Durchſchnitt jener vier- und fünffeldrige Wechſel zu Grunde liegt, bei deſſen reicher Futterproduktion gewöhnlich das natürliche Grasland und das Ackerland unabhängig von einander bewirth— ſchaftet werden können. A Dabei findet meiſtens folgende Wirthſchafts⸗Einrichtung ſtatt:. des Kl Die Güter ſind nicht in die einfache Zahl der Schläge der fuug. Rotationen, ſondern in zwei- oder dreimal ſo viel, alſo z. B. V A bei dem fünffeldrigen Wechſel in zehn Koppeln getheilt, ſo daß fülun, zwar in der Regel je auf fünf der gewählte Turnus betrieben gehen; wird, eine ſolche Eintheilung aber und die vermehrten Grasſchläge Hackfru eher Abweichungen von der Regel erlauben, ohne daß die ganze gutter Wirthſchaft dadurch namhaft geſtört wird. Smaten Die Rotation beſteht alſo dann in der doppelt fünffeldrigen ſo: 1) Hackfrucht, 2) Gerſte, 3) Kleegras, 4) Kleegraswaide, 5) Waizen, 6) Hackfrucht, 7) Gerſte, 8) Kleegras, 9) Kleegras⸗ waide, 10) Waizen. Der engliſche Landwirth zwängt ſich über— haupt nicht ſo ſtrenge in die gewählte Rotation ein. Er behält z. B. nicht ſelten einige Koppeln außer dem ordentlichen Turnus in Reſerve, die er mit Wicken, Kartoffeln u. dergl. anbaut. Er iſt dann auch im Falle, den Kleegrasbau im Wechſel noch dadurch zu vermehren, daß die Kleegraskoppeln je nach Um ſtänden ein oder ein paar Jahre länger zu Gras liegen bleiben. Stehen z. B. in England die Getreidepreiſe verhältnißmäßig nie— der, ſo ſieht man viel mehr Grasſchläge, als im umgekehrten Falle. Das Land nimmt inzwiſchen durch vermehrte Viehhaltung an Kraft zu, und kann dann bei veränderten Conjunkturen wieder mit erhöhter Bodenkraft mehr zu Marktproduktenbau verwendet werden. Zu 2). Rückſichtlich des Gedeihens des Klees, ebenſo der darauf folgenden Winterfrucht, iſt getrennt zu beachten: Das Gedeihen des Klees überhaupt; Das Gedeihen deſſelben bei häufigerer Wiederkehr; Stand der darauf folgenden Winterfrucht nach Einem Nutzungsjahre des Klees, nach zwei Nutzungsjahren deſſelben. Als Hauptbedingungen für ſicheres und nachhaltiges Gedeihen des Klees ſind natürliche oder künſtlich gegebene Kraft und ſorg fältige, reinigende, tiefe Bearbeitung des Bodens anzuſehen. Ausgedehnter Hackfruchtbau zur Viehfütterung führt zur Er füllung beider Bedingungen und muß daher dem Kleebau voran— gehen; da, wo das Land an ſich mager iſt, müſſen neben dem Hackfruchtbau noch andere, weniger Kraft in Anſpruch nehmende Futterprodukte, wie Futterwicken, ebenſo die ſtrohreichſten Getreide⸗ arten ꝛc. zur⸗Kräftigung der Wirthſchaft gebaut werden, ehe mit ——— V G 26 ₰— Sicherheit auf Klee gerechnet werden kann. Ueberdieß aber beugt auch noch überhaupt der engliſche Landwirth dem Mißlichen für das Gedeihen des Kleeſchlags, zumal wenn er häufiger auf das gleiche Feld wiederkehren ſoll, ſehr ſorgfältig vor. Er ſäet den Klee nie ohne Grasſaamen, wozu vorzugsweiſe engliſches Raygras auf trockeneren, höheren, wärmeren Böden, dagegen Timotheus⸗ gras auf tieferem, feuchterem Lande gewählt wird, und ſichert ſich dadurch nicht nur einen Futterertrag und beſſeres Beſtandenſeyn des Feldes auch für den Fall, daß der Klee auf geringerem Boden, oder durch Winterfroſt beſchädigt u. dergl. nicht ordentlich ein— ſchlagen ſollte, ſondern auch noch einen guten Ertrag an ergiebiger, dicht beſtandener Waide für das zweite Kleegrasjahr. Dann wer⸗ den aber auch noch abwechslungsweiſe verſchiedene andere Klee— arten, gelber, weißer, der dauernde rothe Klee ꝛc., auch andere Grasarten untermiſcht, und der ſorgſame Landwirth richtet es ſo ein, daß z. B. in dem oben angenommenen Turnus der erſten 5 Jahre rother Klee und engliſches Raygras, in dem der zweiten 5 Jahre aber die andern Kleearten und andere Gräſer vorherrſchend geſäet werden. Der in der Regel ſehr üppige Stand dieſer Futterfelder, dieß auch noch im zweiten Nutzungsjahre, rechtfertigt dieſes Verfahren vollkommen; überdieß iſt der mit Gras gemiſchte Klee allem Vieh ſowohl grün als auch gedörrt, ſowohl zu Waide wie zur Grün-Stallfütterung zuträglicher als unvermiſchter Klee. Die Zuträglichkeit ſolcher Kleegras-Ackerwaide ſchätzt der Engländer ſehr hoch; er läßt ſie daher, auch wenn, wie häufig, das Kleegras noch im zweiten Nutzungsjahr gemäht werden könnte, viel lieber abwaiden. Er hat die Erfahrung, daß bei gleicher Quantität der Nahrung die Thiere einen auffallend beſſern Ertrag an Milch, Maſt, Wolle ꝛc. auf ſolchen guten Ackerwaiden, als auf guter Raſenwaide geben, und daß ſie beſonders bei trockener Witterung die Waide auf ſolchen Ackerſchlägen der beſten Raſen⸗ waide vorziehen. ———O—Q—OQO—⸗——— — It gungen nuch bei Stelle nuf ſol Vinterf ſſt einfe Kleegras betriebe einer fältige deſſen Grunde in ſolch gemeine Schnitt flachen engliſch einand 85 hier vo ſyſtem deihen — rbeugt en für uf das en Klee ygras heus⸗ ert ſich on des Zoden, ein⸗ biger, wer⸗ Klee⸗ ndere es ſo erſten veiten ſſchend dieſer fertigt niſchte Waide Klee. t der äufig, önnte, leicher Ertrag als ſckener jaſen⸗ — 27 Iſt das Gedeihen des Klees durch Erfüllung obiger Bedin— gungen nachhaltig geſichert, ſo ſetzt man in England, wie jetzt auch bei uns, keinen Zweifel darein, daß der Winterfrucht die Stelle nach Klee mit Sicherheit angewieſen werden könne, und auf ſolch' gut beſtandenes Kleefeld eine eben ſo gut beſtandene Winterfrucht, auch bei einfähriger Beſtellung, folge. Soll der Kleegrasſchlag noch für ein zweites volles Nutzungs— jahr beſtimmt ſeyn, ſo iſt die Erfüllung jener Bedingung, näm— lich ein kräftiges, ſorgfältig, rein und tief bearbeitetes Feld um ſo wichtiger, weil Winterfrucht, einfährig beſtellt, nur nach gut beſtandenem Klee⸗ und Kleegrasfelde ſicher gedeiht. Es iſt einfährige Beſtellung des Winterfelds auch nach zweijähriger Kleegrasſtoppel, in England keineswegs ſelten, ſondern in gut betriebenen kräftigen Wirthſchaften gewöhnlich, welche dann, wenn Klee oder Kleegras noch dicht ſteht, keinen Unterſchied dabei machen, ob ſie es mit einjähriger oder zweijähriger Kleegrasſtoppel zu thun haben. Jedenfalls aber iſt für erfolgreiche einfährige Beſtellung einer ſolchen Kleegrasſtoppel eine möglich vollkommene und ſorg— fältige Pflugarbeit, daher ein möglich vollkommener Pflug, für deſſen Konſtruktion man ſich wohl beſonders auch aus dieſem Grunde in England ſo ſehr bemüht, weſentlich. Je nach Umſtänden halten die Engländer ein Doppelpflügen in ſolchen Fällen für angemeſſen. Uebrigens konnte ich von all— gemeinerer Anwendung dabei der von Thaer berührten mancherlei Schnitt-, Schälpflüge, auch ſolcher Doppelpflüge, welche einen flachen und einen tiefern Schnitt nehmen, nichts erfahren. Die engliſchen Landwirthe ſcheinen dem Doppelpflügen mit zwei hinter— einander gehenden Schwingpflügen den Vorzug zu geben. Da, wo die Wirthſchaften mehr erſt im Uebergange zu dem hier vorausgeſetzten Zuſtande und in das angedeutete Wirthſchafts— ſyſtem ſind, und wo man insbeſondere noch ein unſicheres Ge deihen der Winterfrucht nach einfähriger Beſtellung zweijähriger 28 e. 1 28 1 2 ſich in Kleegrasſtoppel befürchten muß, hilft man ſich während dieſes u 1,3 J Ueberganges mit verſchiedenen Modifikationen: 6 Man bricht das Kleegras ſchon im Juli oder Auguſt um, dit damit man noch die Winterfrucht zu rechter Zeit zwei- oder drei— düe fährig beſtellen könne, wobei das in England ſtattfindende ſpätere mnünn Eintreten des Winters zu ſtatten kommt. ſ biele Man läßt den genügſamen Roggen ſtatt Waizen, oder aber V ühins Haber ſtatt Winterfrucht auf Klee folgen. V Jabzh Man ſucht dann dagegen Winterfrucht entweder, wo es lih zu Klima und Boden erlauben, nach Hackfrüchten, oder, wo dieß nicht dungie angeht, wenigſtens in einem Theil des Hackfruchtſchlages, der Marktp. dann reine Sommerbrache hat, folgen zu laſſen. aſugen Es werden auch nicht ſelten, insbeſondere auf ſchwerern uij i Böden, Bohnen als Hackfrucht gebaut, auf welche ſicherer der grbßere Waizen folgen kann. 3 Auch ſetzt man hie und da den vierfeldrigen und fünffeldrigen finden! Umlauf zuſammen, und erhält dann den Waizen das einemal tiit un nach einjähriger, das anderemal nach zweijähriger Kleegrasſtoppel. gewuht Zu 3). Wenn man annimmt, daß die Hälfte des Landes für nitteſ Viehfütterung, die andere Hälfte für Marktprodukte verwendet Wall, werden ſoll, wobei dann beſonderes dauerndes Grasland oder reine E Brache nicht mehr nöthig wäre, ſo iſt dieß— auch nur an ſich duuch d betrachtet— kein ungünſtigeres, oft noch günſtigeres Verhältniß, Loelii als es bei den andern gewöhnlichen Wirthſchaftsſyſtemen ſtattfindet, Velbal wenn man, was natürlich geſchehen muß, ſo häufig aber nicht„ heſern geſchieht, auch die Fläche der nothwendigen Wieſen und vorhere Waiden als Futterland dazu rechnet. Rindoi Selbſt wenn obiger fünffeldrige Wechſel der Engländer mit waidun Marktproduktenbau und Futterbau in Vergleichung kommt, igung ſo iſt in ſolcher Beziehung der Unterſchied, auch gegenüber von bier, i der frühern Dreifelder- oder der Koppelwirthſchaft, unbedeutend. b 3 Allein auch abgeſehen hievon, ſo will der engliſche Fruchtwechſelwirth linder, d dieſes nicht in Vermehrung der Schläge für Marktprodukte den Nutzen dieſes Wirthſchaftsſyſtems ſuchen, ſondern darin: durch aus— zuſt um, zudehnenden Futterbau auf dem Acker,/ wo eine weit kleinere der drei⸗ Fläche dieſelbe Futterquantität gibt, als eine weit größere an ſpätere natürlichem ungedüngtem oder unbewäſſertem Graslande, die bisher nothwendig geweſene größere Bodenfläche an Wieſen un— er aber abhängig und diſponibel zu gewinnen; durch rationell betriebene Viehzucht auch den Reinertrag aus dem Futterlande eben ſo mög— wo es lich zu ſteigern, als durch vermehrten Futterbau überhaupt die Fnicht Dungkraft der ganzen Wirthſchaft zu heben, dadurch auch an 3, der Marktprodukten und Stroh auf kleinerer Fläche eben ſo viel zu erzeugen, als bisher auf größerer, den Reinertrag daraus aber verern auch noch durch werthvollere Produkte, deren Erzeugung nur r der größere Dungkraft geſtattet, zu erhöhen. Unterſuchen wir unſere verſchiedenen Wirthſchaftsverhältniſſe, ſo drigen finden wir bei den meiſten im mangelhaften Futterbau nach Quan— nemal tität und Qualität den Hauptgrund geringen Ertrages. Dazu kommt oppel gewöhnlich noch, daß das dadurch hoch zu ſtehen kommende Futter es für mittelſt eines Viehſtands verwerthet wird, welcher durch mangelhafte venden Wahl, Zucht und Haltung eine lohnende Nutzung nicht abwirft. Leine Es muß jener Futterbau auf dem Acker und deſſen Verwerthung t ſcch durch die Wahl und Art der für die verſchiedenen Boden- und Localitäts⸗-Verhältniſſe angemeſſenſten Futtergewächſe und paſſendſten d Viehhaltung auf dem kürzeſten Wege zu erreichen geſucht, daher auf niht beſſern Böden vorherrſchend Kleebau, auf ärmern ſandigen Böden und vorherrſchend Hackfrucht-, bei uns insbeſondere Kartoffelbau; dort Rindviehhaltung, Sommerſtallfütterung, hier Schafhaltung, Be ni waidung ſtattfinden, und erſt, wenn durch ſtarken Hackfruchtbau Kräf⸗ Vnd. tigung des ärmern Landes zu Stande gebracht iſt, kann dann auch von hier, wie ſchon bemerkt, mit Erfolg Kleebau getrieben werden. and Zu 4). Turnips ſind in der Regel die Hackfrüchte der Eng— itt länder; ihr voller Ertrag wird zur Fütterung verwendet. Doch = 30 finden neuerer Zeit hierzu auch Runkeln mehr Eingang. Bohnen kommen in ſehr ſchwere Böden als Hackfrüchte, werden aber in der Regel ebenfalls zur Fütterung verwendet. Der Hack— fruchtbau, ganz zur Fütterung beſtimmt, muß zu Empor⸗ bringung einer Wirthſchaft, zumal auf ärmerem Boden, den Haupthebel des engliſchen Wirthſchaftsſyſtems abgeben. Die Turnips werden in England, durch Kultur, Klima und Bodenbeſchaffenheit begünſtigt, zu einem ſehr hohen Ertrage gebracht und ihrer beſondern Zuträglichkeit für die Viehhaltung wegen ſehr vorgezogen. Die größere Sicherheit des Gedeihens, leichtere Auf— bewahrungsart und der größte Naturalertrag geben in Deutſchland den Kartoffeln, die auch außer zur Viehfütterung noch Werth haben, den Vorzug; für die Zuträglichkeit als Viehnahrung müſſen wir die gegen ungünſtige Witterung ꝛc. härtern Runkeln an die Stelle der Turnips treten laſſen. Zu 5). Es kann in England nicht genug gerühmt werden, wie erſt in Folge der Fruchtwechſelwirthſchaft und des damit zu— ſammenhängenden vielen Futterbaus mit reichen Waidekoppeln nicht blos außerordentliche Vermehrung, ſondern auch die größte Ver— vollkommnung des vorher bei der Dreifelderwirthſchaft wie in Deutſchland ſehr vernachläßigt geweſenen Viehſtands eingetreten ſey; und nicht nur vermehrte Viehzucht, ſondern vorzüglich auch möglich vollkommen betriebene Viehzucht gehört jetzt zum Weſen der engliſchen Landwirthſchaft. Hierin, näm⸗ lich in vielem und werthvollerem Vieh jeder Art, beſteht haupt— ſächlich das weit größere und ſich ſo gut rentirende Inventar- und Betriebskapital der engliſchen Landwirthe, deſſen Betrag den deut— ſchen Landwirthen oft nicht ganz erklärlich vorkommt. Jene halten dasjenige Kapital für am beſten angelegt, das auf einen möglich vollkommenen Viehſtand verwendet wird. Ich fand die intereſſante Notiz: daß das Durchſchnittsgewicht des auf den Markt nach London gebrachten Viehs betragen habe: D. mehr m deſto me di tom Vi Schafe, Einhägl Aufwan Nachhü verbinde ſchnell D ſchaffer Regel halt h — jene göhu der and Jdoch Randd Micch Sch nebene 3 Wwar! Vieſe 31& Bohnen in der Mitte des vorigen Jahrhunderts: Wi ahr von Rindvieh... 370 Pfd. pr. Stück Schlächtergewicht i ai„ Schafen.. 28„„„ nxur jetzt aber: an, den von Rindvieh... 800 Pfd. pr. Stück Schlächtergewicht „ Schafen 80„„„„ ma und Die engliſchen Viehzüchter halten auf die Regel, daß, je gebrach mehr man auf das Vieh verwende, je beſſer man es halte, es en ſehr deſto mehr Reinertrag liefere. er Auf⸗ Die Fütterungsmittel, Gras, Kleegras, Wurzeln ꝛc. werden ſhland vom Vieh auf dem Lande ſelbſt, auf dem Ackerfelde meiſtens durch Werth Schafe, verzehrt. Alle Wart iſt dabei erſpart, ebenſo durch die müſſen Einhägungen der Koppeln alle Hut; der Dünger kommt ohne in die Aufwand unmittelbar aufs Land, vertheilt ſich mit geringer Nachhülfe ziemlich gleichförmig, und insbeſondere der von Schafen verden, verbindet ſich durch Eintreten bald mit dem Boden und wirkt nit zu— ſchnell auf die Vegetation. Strohbedarf findet dabei nicht ſtatt. in nicht Der Landwirth gibt ſich bei ſeiner Viehhaltung, je nach Be— te Ve⸗ ſchaffenheit ſeiner Länderei, den Konjunkturen u. dergl. in der wie in Regel Einem Hauptzweige entſchieden vorzugsweiſe hin; der Eine etreten hält hauptſächlich Rindvieh, der Andere Schafe; der dieſen h auch— jener einen andern, aber immer wo möglich entſchieden aus— jetzt geſprochenen Viehſchlag; der eine legt ſich vorzüglich auf Maſtung, näm⸗ der andere auf Züchtung, ein dritter auf Milchwirthſchaft u. ſ. w. Haupt-. Jedoch ſoll immer auch der andere Zweig der Viehhaltung nicht ⸗ und ganz vernachläſſigt werden, und man findet daher, die eigentlichen deut⸗ Milchwirthſchaftsbezirke ausgenommen, meiſtens Rindvieh- und halten Schafhaltung, Betrieb der Zucht und Milchviehhaltung u. ſ. w. gich nebeneinander. ſante Zu 6). Durch das engliſche Wirthſchaftsſyſtem wird der Acker nach zwar unabhängiger von den Wieſen, ebenſo aber auch die Wieſe von dem Acker, und letzteres war, wie ſchon bemerkt, 32 mit ein Hauptbeſtreben des engliſchen Landwirthes. Dieſer kennt wohl die häufig aufgeſtellte Theorie, daß kein zu einem wechſeln— den Anbau durch den Pflug taugliches Land immerwährendes Grasland bleiben ſollte; in der Praxis kennt er aber auch den Werth, welchen eine gute, kräftig erhaltene Wieſe bei ihrer beque— men und wohlfeilen Bewirthſchaftung und durch den ſichern, da— durch wenigſtens eben ſo hohen Reinertrag, als wenn ſie Acker— land wäre, hat. Der engliſche Landwirth wollte nicht gute Wieſen entbehren; er wollte im Gegentheile ihren Nutzungs— werth erhöhen; ſie ſollten nicht mehr ihr Erzeugniß als Dünger an den Acker abzugeben haben, ſondern ſich ſelbſt durch daſſelbe in Kraft und hohem Ertrage halten. Eine Zulage von guten Wieſen blieb auch bei dem engliſchen Landwirthſchaftsſyſtem des ſichern und höchſt zuträglichen Futterertrags wegen, wodurch voll⸗ kommenere Viehzucht ſo ſehr unterſtützt, dadurch der Geſammt— ertrag der Landwirthſchaft geſteigert wird, immer ſehr erwünſcht. Es findet nur der Unterſchied ſtatt: die von Wieſen abhängigern Wirthſchaften, wie Dreifelderwirthſchaft ꝛc., fangen in dem Grade zu ſinken an, als ihre nothwendige Wieſenzulage vermindert iſt; der engliſche Landwirth kann einer ſolchen Stütze nöthigenfalls entbehren, mit einer ſolchen aber ſeinen Ertrag andauernd ver⸗ mehren. Es iſt ihm dadurch noch mehr eine freiere Wirthſchaft erleichtert. Das Flächenverhältniß des dauernden Graslands zu dem im Wechſel liegenden Lande darf dadurch ſehr verſchieden ſeyn. Die Art der Benützung des Graslandes, welches in Eng— land, wie das Pflugland, in eingehägten Koppeln liegt, kann ſich ganz nach den beſondern Zwecken, welche der Landwirth bei ſeiner Viehhaltung hat, richten, ſo daß er ſie entweder mehr— oft ganz — zum Abwaiden, insbeſondere mittelſt Rindviehs, oder mehr zum Heumachen und nachherigen Abwaiden beſtimmt. er kennt echſeln⸗ hrendes uch den begue⸗ en, da⸗ Ackr⸗ t gute zungs⸗ Ddünger aſſelbe guten mdes voll⸗ ummt⸗ inſcht. gigern Grade rt iſt enfalls ver⸗ ſſchaft ds zu ieden Eng⸗ n ſich ſeiner gan mehr 33 e Durch dieſe erläuternden Beobachtungen ſind wohl frühere Zwei⸗ fel gehoben, und ſtellt ſich das Weſen des jetzigen engliſchen Wirthſchaftsſyſtems in ſeiner ganzen Einfachheit, bei welcher Futterbau einſchließlich der Hackfrüchte, dadurch größerer Ertrag aus vervollkommneter Viehhaltung und eine vermehrte Dünger⸗ production vorherrſcht, dar. Die Engländer haben aus der ältern Wechſel⸗ oder ſogenannten Koppelwirthſchaft die Einfachheit der Bewirthſchaftung und die für viele Ländereien ſo entſchieden vortheilhafte Wirkung des abwechſeln⸗ den Niederlegens zu Gras und des Bewaidens ent⸗ lehnt; aus der den Bau von Klee und Hackfrüchten treibenden verbeſſerten Dreifelderwirthſchaft aber den Anbau dieſer Produkte aufgenommen; dieſem Vorzüglichern aus jenen Wirthſchaftsſyſtemen das Syſtem des Fruchtwechſels mit einem vorherrſchenden Futterbau, der ſich ſowohl für Waide als auch Stall⸗ fütterung eignet, beigeſellt, und ſo in ihrem Wirth—⸗ ſchaftsbetriebe alles Beſſere vereinigt. 2. Vergleichung der neuern engliſchen Landwirthſchaft mit deutſcher Landwirthſchaft im Allgemeinen. Dagegen hat ſich in Deutſchland ſeit Thaer, aber nicht ganz in ſeinem Sinne, häufig ein Wirthſchaftsſyſtem gebildet, bei welchem nach Hindeutung oben zu Punct 3) zwar— was gegen früher ſchon großer Fortſchritt iſt— die Regeln des Fruchtwechſels be⸗ folgt werden, in welches aber das eigentliche Weſen des eng— liſchen Syſtems, der vorherrſchende Futterbau, nicht aufgenommen iſt. Ich möchte daher ſolche Wirthſchaftsweiſe gegenüber von der engliſchen die deutſche Fruchtwechſelwirthſchaft mit vorherrſchender Erzeugung von Marktfrüchten nennen. Bei Betrachtung der Wirthſchaftsweiſe der Engländer und v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft 3 Vergleichung derſelben mit unſerer vervollkommnetern Landwirth ſchaft zeigt ſich der weitere charakteriſtiſche Unterſchied: daß die Engländer aus dem im Eingange berührten frühern rohen Be— trieb der Landwirthſchaft, bei keineswegs mangelnden Arbeitshänden, in eine rationelle intenſive Waidwirthſchaft, für welche ſie als Bedingung die Verkopplung und Einhägung des Landes anſehen; die Deutſchen aber meiſtens in eine Wirthſchaft über— zugehen ſtreben, bei welcher Sommer⸗Stallfütterung als Ziel vorgeſetzt iſt. Schon auf den erſten Blick erſcheint jener Uebergang einfacher und naturgemäßer, dieſer erkünſtelter. Bei dieſer Einfachheit ſeiner Wirthſchaft iſt auch der engliſche Landwirth in Vermehrung des Futterbaus, ſomit des Viehſtandes und der Kraft ſeines Bodens, nicht wie der deutſche Stallfütterungs⸗ wirth dadurch beſchränkt, daß dieſer immer ängſtlich rechnen muß, ob auch der zugleich zunehmende Bedarf an Stroh für die bei der Stallfütterung nothwendige Streu gedeckt werde, und eben dieſes große Bedürfniß an Streuſtroh wirkt oft ſo hemmend, daß häufig der beſte Willen zu Vervollkommnung eines niedern land— wirthſchaftlichen Zuſtands mittelſt Vermehrung des Futterbaus, wenn man einzig die Stallfütterung im Auge haben kann, daran ſcheitert. Es iſt dieſes neben dem, daß bei der engliſchen Waide— wirthſchaft, gegenüber von der deutſchen Stallfütterungswirthſchaft, der Dünger-Erzeugung weit weniger Aufwand für Hand- und Geſpannarbeit zur Fütterung, Futter- und Dünger- Ein- und Ausfuhr und dergl. zur Laſt fällt, zugleich als der Umſtand anzu⸗ ſehen, durch welchen der engliſche Landwirth ſeinen Dünger wohl⸗ feiler erzeugt, als der deutſche. Dieſes alles, verbunden damit, daß die engliſche Waidwirth— ſchaft die Viehzucht jeder Art ſehr begünſtigt und daß der Viehabſatz in England immer geſichert iſt, bewirkt, daß der dortige Landwirth hauptſächlich auch dieſem Zweige der Landwirthſchaft, dem Futter⸗ bau und der Viehzucht, ſich zuwendet, und dadurch in ſeinem ande Virth der äl weit flüſſe wie i für h terun der ga tandes jeden mer⸗St virthſch E undank thum, einfach rath Verſuc Verſch haltens Stelle zeugniſ riichgen und da die Eif in dem 35 e Lande ein Kapital von Kraft niederlegt, das ihm eine freiere Wirthſchaft erlaubt und ihn gegen Nachtheile durch Wechſelfälle der äußern Konjunkturen ebenſo, wie— wenigſtens bis auf einen weit höhern Grad als bei magerem Lande— gegen üble Ein— flüſſe der Witterung ſchützt. Jedenfalls, und wenn man auch, wie ich, aus den vielſeitigſten eigenen Erfahrungen die Vorzüge für hohe Steigerung landwirthſchaftlicher Kultur bei Stallfüt⸗ terung vollkommen anerkennt, wird man durch die Betrachtung der ganzen engliſchen Wirthſchaftsweiſe, und insbeſondre des Zu⸗ ſtandes ihrer ausgezeichneten Viehzucht mehr als durch die einer jeden andern zu Aufwerfung der Frage geführt, ob volle Som— mer⸗Stallfütterung allgemein als Ziel für vervollkommnete Land⸗ wirthſchaft anzunehmen ſey? Eine ſolche gut betriebene engliſche Wirthſchaft auf nicht undankbarem Boden iſt das Bild von landwirthſchaftlichem Reich⸗ thum, ſowohl im Grund-, als auch im Betriebskapital; von einfacher, freier landwirthſchaftlicher Bewegung; von einem Vor— rath— oft Ueberfluß an Kraft, bei welchem man leicht in Verſuchung kommen könnte, den Landwirthen den Vorwurf der Verſchwendung, oder wenigſtens eines nicht gehörigen Zurathe⸗ haltens der Mittel zu machen, wenn man ſich nicht an Ort und Stelle ſelbſt von dem in der Regel üppigſten Stande aller Er— zeugniſſe und Felder, neben der vorzüglichen Beſchaffenheit des reichgenährten Viehſtands und dem großen Ertrage aus demſelben und davon überzeugen würde, wie dieſe Wirthſchaftsweiſe und die Erfahrungsſätze, daß der Dünger um ſo einträglichere Wirkung in demſelben Verhältniſſe thue, je kräftiger der Boden wird, daß je mehr man die Fruchtbarkeit des Bodens ſteigere, deſto wohl— feiler die Produktion vegetabiliſcher und animaliſcher Erzeugniſſe zu ſtehen komme, und daß insbeſondere für grüne und Wurzel⸗ Futtergewächſe der Boden beinahe nicht zu ſtark gedüngt ſeyn könne, nach und nach überall bei den ſo praktiſch rechnenden —o — 111119196 ² 36 Engländern Eingang gefunden haben. Ueberall blicken als ihre Hauptwirthſchafts⸗Regeln durch: vollſte Kräftigung und Ernährung muß, wie bei der Düngung des Bodens, ſo auch bei der Viehhal⸗ tung Grundſatz ſeyn; man muß vorziehen, weniger, aber alles gut, als viel und dieß ſchlecht zu halten; wenn der Landwirth es nur zumittelmäßigen Ernd⸗ ten bringen kann, ſo iſt er zum voraus ſchon im Nachtheil; man muß daher Allem aufbieten, um wenn auch weniger, aber volle Erndten und voll— kommenes, beſt' genährtes Vieh zu erzielen. Die Engländer halten ihre Wirthſchaftsart für ſo vortheilhaft, daß ſie z. B. von dem in andern Verhältniſſen ſehr nützlichen und ſonſt in England mehr üblich geweſenen Anbau anderer Futtergewächſe, wie z. B. Luzerne, Eſparſette ꝛc., als zur Be⸗ waidung nicht ſo tauglich und ergiebig, abkommen; auch ſogar des großen Kraftzuſtandes des Bodens ungeachtet, wenige Graf— ſchaften, wie z. B. Kent ausgenommen, verhältnißmäßig wenig ſogenannte Handelsgewächſe bauen oder landwirthſchaftlich tech— niſche Gewerbe betreiben.„Unſer Futterbau— ſagen die Eng— länder— der das ausgezeichnete Vieh auf den Weltmarkt liefert, gilt uns ſtatt des Handelsgewächsbaus.“ Ein anderes Bild gibt, der Mehrzahl der Wirthſchaften nach, eine gut betriebene, deutſche Landwirthſchaft mit Frucht— wechſel und beſonders mit Sommer-Stallfütterung— es iſt dieſes das Bild eines geordneten, geſchäftigen, ſparſamen Haushalts. Eine ſolche Wirthſchaft hat den Vorzug, daß genau berechnet wird, wie alles am beſten in einander greifen, wie das gehörige Ver— hältniß des zur Ausdüngung nöthigen Viehs zum Ackerbau, und des dafür erforderlichen Futterlands und Streuerzeugniſſes her⸗ geſtellt werden ſoll und dergl. Die einmal angenommene Ordnung im Fruchtwechſel wird ſtrenge eingehalten, oft eingezwängt; allein dieſe unmit ſclag könne liſche dieß zeugt in de Otrol hälfic wegen jene nigli 1 ſchafte ebenſe Linde eine beide eing die i daſelt Gras phri kbenſe übrig Gras des ( . inöbeſ die T )* 37 ᷣ fs ihte dieſe Berechnungen zielen meiſtens nur dahin ab, möglich viel unmittelbar verkäufliche Produkte, ſo weit es die ängſtlich über⸗ ie bei ſchlagene Kraft des Bodens nur immer erlaubt, erhalten zu ehhal⸗ können; an Betriebskapitalen zu ſparen; dem Haupthebel der eng— — liſchen Wirthſchaften aber— der Viehhaltung— wird, bei über⸗ L dieß in der Regel der Zahl nach im Verhältniß zum Futterer⸗ Erud zeugniſſe zu vielem Vieh gewöhnlich knapp zugemeſſen; ſie wird ſ en in den meiſten Fällen nur als Mittel zum Zweck angeſehen, das un Stroh ſpielt eine Hauptrolle bei der Fütterung, die Wieſen werden voll⸗ häufig vernachläßigt; die Wirthſchaft wird dadurch einſeitig, deß⸗ wegen leicht geſtört, der Ertrag bei ungünſtigen Konjunkturen für „ jene Produkte gefährdet; Vorrath und Reichthum an Kraft und Ihan möglichſte Sicherheit für volle Erndten gehört zu den Seltenheiten. lichen Darüber abſprechen zu wollen, bei welcher der beiden Wirth— den ſchaftsweiſen der größere Reinertrag ſich ergeben könne, wäre SS ebenſo unzuläſſig, als bei den abweichenden Verhältniſſen in beiden ſoga Ländern es ſchon ziemlich ſchwierig erſcheinen muß, auch nur Gn eine annähernde Berechnung hierüber anſtellen zu wollen, ehe dem beiderlei Wirthſchaftsarten unter gleichen Verhältniſſen neben⸗ i einander geprüft worden ſind. Auch iſt nicht zu mißkennen, daß 83 die in England jetzt einheimiſche Landwirthſchaft durch folgende lfern daſelbſt ſtattfindende Verhältniſſe begünſtigt werde: 1) Das dortige Klima, insbeſondere im Weſten, iſt dem haften Graswuchſe und der Benützung des Graſes durch häufige atmos⸗ ruche phäriſche Niederſchläge und durch milde Winter ſehr zuträglich; diſs ebenſo dem Bau der Turnips und der Art ihrer Benützung; zhalt übrigens herrſchen auch dort oft ſehr trocknende Winde, und vid, Grasland auf wenig feuchtem Boden brennt nicht ſelten während e Wer⸗ des Sommers ſtark aus; „und 2) die Fleiſch- und Fettkonſumtion iſt in England überhaupt, 3 R insbeſondre aber durch die ungeheuren Fabrik⸗ und Handelsſtädte, dnung die Marine u. ſ. w. enorm und faſt ohne Gränzen, ſo daß allein vortheilhafter Fleiſchabſatz immer geſichert iſt; dabei wird je nach der Qualität des Fleiſches ein großer Unterſchied im Preiſe ge— macht, und es iſt vorzügliches Fleiſch ein wahrer Lurxusartikel, welcher dem engliſchen Landwirthe zu ſehr raffinirtem Betriebe einer Viehwirthſchaft Gelegenheit giebt; dagegen iſt die Annahme nicht richtig, daß das Fleiſch im Durchſchnitt in einem viel vor— theilhaftern Preisverhältniſſe zu dem des Getreides ſtehe, als z. B. in unſern Gegenden. Den ungefähren, laufenden Mittel— preis in England zur Zeit meiner Anweſenheit daſelbſt ermittelte ich dahin, daß dieſer von einem Pfund vorzüglichen ſehr fetten Fleiſchs 18 kr., von minder vorzüglichem 16 kr., von einem würt⸗ tembergiſchen Scheffel Waizen aber etwa 22 fl. betragen hat; ſo daß man um die gleiche Quantität Getreide im Durchſchnitt in England eben ſo viel Fleiſch von der mindern Qualität, wie es gewöhnlich in Deutſchland producirt wird, erwerben kann als bei uns;* 3) das Grundeigenthum eines Jeden liegt in größern zu— ſammenhängenden Flächen; 4) die ſtrengſten— insbeſondere Feldpolizeigeſetze ſchützen gegen jede Beeinträchtigung des Eigenthums ſo kräftig, daß z. B. auch das Waidenlaſſen des Viehs ohne alle Hut und drgl. keinem Anſtande unterliegt. Man darf aber immer eine große Wichtigkeit darauf legen, daß auch bei uns mit dem Wirthſchaftsbetriebe nach engliſchen Grundſätzen weitere Erfahrungen gemacht werden. Wenn * Für Bearbeitung meiner Notizen bemühte ich mich, wo möglich noch einen Anhaltspunkt hiefür auch auf einen Durchſchnitt von Jahren zu erhalten, und ich habe ganz zuverläſſigen Adreſſen in England folgende neueſte Nachricht dorther vom April 1842 zu verdanken:„Der Durchſchnittspreis von ſieben Jahren beträgt in England, auf württemb. Maaß und Geld reducirt: für 1 Scheffel Waizen 21 fl., für 1 Pfund fettes Rind- und Hammelfleiſch 16 bis 18 kr. Die heutigen Preiſe für Waizen entſprechen beilaͤufig dieſem Durchſchnittspreis; die von Fleiſch ſind um 20 Procent niederer.“ liſch den folge dand Virt niſſe fütter eben einen Stal ſe nach eiſe ge— artikel, Settiebe anahme ſel vor⸗ e, als Mittel⸗ nittelte fetten würt⸗ t, ſo itt in ie es als a zu⸗ hützen z. B. einem arauf nach Venn öglich t von gland „Det temb fund für leiſch 39 dabei auch vielleicht nicht ſowohl ein Werth darauf zu ſetzen ſeyn wird, daß die engliſche Wirthſchaft in Deutſchland da Eingang finde, wo bereits gut eingerichtete Stallfütterungswirthſchaft betrieben wird; ſo könnte es wenigſtens ſehr wichtig werden, daß ihr in ſolchen Gegenden Eingang zu verſchaffen geſucht werde, wo jenes nicht der Fall iſt, wo noch rohere Waidwirtſchaft, Liegenlaſſen vernach⸗ läſſigter dauernder Auſſenwaiden, mangelhafte Dreifelderwirth⸗ ſchaft, Haltung häufiger reiner Brache, längeres, rohes Dreeſch⸗ liegenlaſſen und drgl. herrſcht; die Einführung einer beſſeren Wirthſchaft aber durch Widerwillen gegen die Stallfütterung, auch durch Mangel an hinlänglichen, wohlfeilen Händen für die ver⸗ mehrte Arbeit bei letzterer, inzwiſchen ſcheitern mußte. Von hemmenden Laſten und Servituten freies Grundeigenthum in größern Flächen von wenigſtens je etwa zehn Morgen, Taug— lichkeit des Bodens und Klimas für Hackfruchtbau, Klee⸗ und Grasbau, geſicherter und verhältnißmäßig günſtiger Abſatz der Produkte aus der Viehzucht, insbeſondre auch aus der Schafhaltung, ſind jedenfalls allgemeine Bedingungen für die Einführung eng— liſcher Wirthſchaftsmethoden; die vielleicht vortheilhaft erſcheinen— den Modifikationen im Einzelnen können ſich aus der unten folgenden Darlegung der einzelnen Gegenſtände der engliſchen Landwirthſchaft ergeben. Wenn auch durch Erfahrungen bei Befolgung der engliſchen Wirthſchaftsweiſe ſich darthun ſollte, daß ſie für unſere Verhält⸗ niſſe nicht die gleichen Vortheile gewähre, wie die deutſche Stall⸗ fütterungswirthſchaft; ſo wird ſie dann doch wenigſtens in den eben bezeichneten Verhältniſſen vorzuziehen ſeyn, und kann hier einen höchſt paſſenden Uebergang zu allmähliger Einführung der Stallfütterung bilden. Uebrigens bin ich bei dem Umſtande, daß Deutſchlands Klima vielleicht für Gras- und Waidewirthſchaft— d. h. für Ertrag der Grasländer nach Menge und nach dem längern Zeitraume 40£ im Jahr, in welchem ſie zu benützen ſind— nicht ſo günſtig iſt, als England, ſehr verſucht, anzunehmen, daß die Verbindung unſerer Stallfütterungswirthſchaft, welche mehr Stroh erzeugt, mit der engliſchen Wirthſchaft etwa in der Art, daß das ältere Rind⸗ vieh in Stallfütterung, die Pferde, das junge Rindvieh und die Schafe aber in den Waidekoppeln gehalten würden, dasjenige Wirthſchaftsſyſtem abgeben könnte, in welchem ſich für beide Hauptzweige der Landwirthſchaft, Ackerbau und Viehzucht, das Vortheilhafteſte vereinigen und ſo bei der freiſten Wirthſchaft der ſicherſte nachhaltige Ertrag verbürgen ließe. ——— III. Einzelne Gegenſtände, welche bei der engliſchen Landwirthſchaft und ihrer Anwendbarkeit in landwirthſchaftlichen Verhältniſſen Deutſchlands Intereſſe erregen. An den vorſtehenden Ueberblick über die allgemeineren Ver⸗ hältniſſe des Betriebs der engliſchen Landwirthſchaft reihe ich jetzt zu weiterer Erläuterung meine Beobachtungen über die einzelnen Gegenſtände an, welche bei demſelben hauptſächlich zur Sprache kommen. Eben ſo wie jene, ſo haben mich auch dieſe bei eigener An— ſchauung gegenüber von den vorhandenen früheren Beſchreibungen, aus welchen ich mir Vieles ſehr komplicirt vorſtellte, durch ihre jetzige ganze Einfachheit überraſcht. Es kann ſich hier lediglich darum handeln, den jetzigen Stand nur ſolcher rein landwirthſchaftlicher Gegenſtände zu be— rühren, welche auch jetzt noch als dem Betriebe der engliſchen Landwirthſchaft mehr eigenthümlich oder wenigſtens als ſolche erſcheinen, die bei uns noch beſonderes Intereſſe erregen; nicht aber Verhältniſſe wieder zu beſchreiben, die, wie z. B. die gewöhnlich beſte Feldbeſtellung beim Fruchtwechſel für die ver— ſchiedenſten Produkte und Bodenarten, beſonders beim gewöhnlichen Getreidebau und drgl. auch bei uns längſt angewendet, oder wenigſtens, wie auch die Eigenthums-, Pacht-, Zehnt- ꝛc. Ver— hältniſſe Englands längſt beſchrieben ſind. a. Kultivirung, Düngung und Bearbeitung des Landes. 1. Trochenlegung(Abwäſſerung). Wenn ich hier die Entwäſſerung des Bodens berühre, ſo kann es meine Abſicht nicht ſeyn, dabei ſolche großartige Ab— wäſſerungen im Auge zu haben, wie ſie in Niederungen an der. See in England nicht ſelten ins Werk geſetzt werden, da dieſe für unſere gewöhnlicheren Verhältniſſe kein Intereſſe haben, ich auch gar nicht im Falle wäre, nach kurzem Beſuche ſolcher An— lagen Genaueres über die Art der Ausführung anzugeben. War ich doch kaum im Stande, Einige ſolcher Unternehmungen auch nur in ihrem ganzen Umfange zu überblicken. Um übrigens nur einen Beleg für ihre Großartigkeit zu geben, führe ich ein Beiſpiel von einer ſolchen auf den Gütern des Lord Ripon in Linkoln— ſhire, welche ich einzuſehen Gelegenheit hatte, an: Eine Fläche von 6000 Acres unter dem Niveau der eingedämmten See, welche früher als verſumpft gar keinen landwirthſchaftlichen Werth hatte, wurde bisher, ähnlich wie in Holland, mittelſt Windmühlen, welche das durch ein ganzes Syſtem von Grabenleitungen auf Einen Punkt zuſammengeleitete Waſſer abführen, entwäſſert erhalten und ertrug dann eine Rente von jährlich etwa 4 Schilling p. Acre. Da bei Windmühlen aber der Uebelſtand ſtattfindet, daß man es aicht in ſeiner Gewalt hat, das Waſſer zur rechten Zeit und in dem Grade anhaltend auspumpen zu können, wie es immer ge— rade nothwendig wird, ſo iſt jetzt Dampfkraft an die Stelle der Windkraft in Anwendung gekommen und es dahin gebracht worden, daß das Land auf einem Grade von Abtrocknung erhalten werden kann, welcher Ackerbau ohne Anſtände erlaubt und den Betrag der jährlichen Rente auf 24 Schilling p. Acre, von der ganzen Fläche alſo um jährlich 6000 Pfd. Sterling erhöht hat. Die Dampfmaſchine dazu koſtete 4200 Pfd. Sterling; während des des ordentlichen Betriebs werden täglich 2 ½ Tonnen Steinkohlen àa 6 Pfd. Sterling verbraucht. Was die Entwäſſerungen des gewöhnlichen Landes, wie ſie der Landwirth auf naſſen Feldern oder einzelnen naſſen Stellen „ſo ſeiner Felder bewerkſtelligt, betrifft, ſo war, wie bekannt, in Eng— Al⸗ land die Anwendung der bedeckten Waſſerabzüge, Unterdrains, der. wodurch das an einzelnen Stellen des Landes zu Tage kommende eſe Waſſer abgegraben und weggeführt wird, ſchon lange ſehr gewöhn— ich lich. Ebenſo, wie ſich dieſes für Bodenverbeſſerung höchſt erfolg⸗ An⸗ reiche Verfahren von England und Schottland aus in andere dar Länder verbreitet hat; ebenſo ſchreiten jene auch in immer größerer ch Ausdehnung und immer weiterer Ausbildung deſſelben voran. 4 Zwar fand ich dabei gegenüber von demjenigen Verfahren, wie el es ſchon Thaer beſchreibt und wie ich es bei uns ſchon vielfältig 1. mit dem beſten Erfolge ausführen ließ, auſſer der viel gewöhnlichern he und häufigern Anwendung deſſelben in England als in Deutſch— he land, nichts, das mir zu beſondern Beobachtungen Veranlaſſung 9, gegeben hätte; dagegen ſoll ſich neuerer Zeit in Schottland in 1 ſehr ausgedehnter Weiſe ein Drainſyſtem ausbilden und auch ff nach England verbreiten, wodurch große Strecken oft wagrecht zu 3 liegen ſcheinenden Feldes, mit undurchlaſſendem Untergrund, durch 4 ein ganzes Netz nicht ſehr entfernt(oft nur ſechs Ellen) von ein— 3 ander parallel laufender, und ſich in tiefere Hauptgräben mün— dender Unterdrains, in Verbindung mit tiefer Auflockerung des . Bodens mittelſt verſchiedener Untergrundpflüge, vollkommen trocken gelegt und in ihrem Werthe unglaublich erhöht werden. Mir ward keine Gelegenheit, ſolche Arbeiten in der Ausführung zu beobachten; 1 da es aber bei Darlegung der bemerkenswertheren landwirthſchaft— lichen Gegenſtände von England als eine weſentliche Lücke ange⸗ ſehen werden müßte, wenn hierüber nichts Näheres angegeben würde; ſo erlaube ich mir, diejenigen intereſſanten Notitzen, welche Baron v. Herdtefeld auf Liebenberg in Brandenburg, einer 44 der Präſidenten der Verſammlung der deutſchen Landwirthe zu Potsdam, welcher, um das neue Abwäſſerungsſyſtem kennen zu lernen, England und Schottland erſt im Jahre 1840 beſuchte, der Verſammlung in Brünn mitgetheilt hat,* hier mit ausdrück— licher Zuſtimmung des Herrn Barons v. Herdtefeld einzuſchalten. „Wenigen Landwirthen wird in ihrer Prarxis nicht ein ſoge— nannter naßgalliger Boden aufgeſtoßen ſeyn, der ohnerachtet durch ſeine Lage von jeder Ueberſchwemmung frei, dennoch an ſchäd— licher Näſſe leidet, deren Urſache ein, kein Waſſer durchlaſſender Untergrund iſt. Dieſen Uebelſtand entfernt, würde der überwie⸗ gende Theil dieſer Ländereien zu den vorzüglich fruchtbaren ge⸗ hören, wie deren Produktion in einzelnen, ihnen günſtigen trockenen Jahren zeigt. Der Untergrund des waſſergalligen Bodens in Schottland beſteht aus zähem Lehm(Letten) in den meiſten Fällen häufig mit feinen Sandadern oder Kies gemengt, ſeltener aus Fels, Kies oder Sand, denn in der Regel hat erſterer Spalten, und ſind die letztern nicht waſſerdicht gebunden, ſo daß in beiden Fällen das Waſſer einziehen kann. Selbſt beobachtet habe ich nur die erſte Gattung, allein, welche es auch ſeyn mag, ſtets bleibt dabei die Entfernung der ſchädlichen Näſſe die erſte Bedingung höherer Kultur. Ich übergehe alle früher bekannten Entwäſſerungsſyſteme, da es nicht meine Abſicht iſt, eine Abhandlung darüber zu liefern, ſondern nur die Methode darzuſtellen, welche anerkannt tüchtige Ackerbauer als praktiſch bewährt gefunden, und mit größtem Er— folge auf jeder Bodengattung ausgeführt haben. Das ſchottiſche Entwäſſerungsſyſtem verwirft alle offenen Gräben und leitet alle Näſſe des Bodens, ſey es, daß ſie durch Quellen oder Regen entſteht, durch unterirdiſche Kanäle, Drains * Amtlicher Bericht von der Verſammlung der deutſchen Land- und Forſtwirthe zu Brünn, Seite 79. 45 genannt, ab. Der Kürze wegen erlaube ich mir das bezeichnende Wort Drains beizubehalten. Die Drains theilen ſich in gewöhnliche Drains von kleinſter Dimenſion, welche beſtimmt ſind, das Waſſer aus dem Acker ein— zuſaugen, in Neben-Hauptdrains, welche das Waſſer aus den Saugedrains aufnehmen und in die Hauptdrains, deren Beſtim— mung iſt, das ihnen von einer großen Fläche von den kleinen und Neben-Hauptdrains zugeführte Waſſer nach einem Orte, wo das natürliche Gefäll ihm unſchädlichen Ablauf erlaubt, z. B. einem Bach, See, abzuleiten. Die Bauart der Drains wird verſchieden ausgeführt: Die kleinen Drains werden 24 bis 36 Zoll tief und ſo breit ausgeworfen, daß der Arbeiter darin ſtehen kann, wozu 14“ oben und 6“ auf der Sohle genügen. Dieſer Graben wird 16 bis 18“ von der Oberfläche mit kleinen, oder klein geſchlagenen Steinen, nicht über 2 ½° Durchmeſſer jeder Stein, ausgefüllt, über die Steine ein dünner Raſen, die grüne Seite nach unten gelegt, eine 2“ dicke Schichte Erde darüber geworfen und feſtgetreten oder geſtampft, und der Reſt des Grabens mit der übrigen aus— geworfenen Erde zugefüllt. Größere Steine dürfen nicht ange— wendet werden, da die Erfahrung lehrt, daß ſich dann die Drains verſtopfen. Wo Raſen mangelt, legt man Moos, Stroh, oder kleine Kiefernzweige mit Nadeln, als Deckſchichte. Die Neben-Hauptdrains werden immer 6“ tiefer, als die kleinern Drains aufgenommen, auch um einige Zolle in der Sohle breiter gemacht, übrigens wie die kleinern Drains gebaut. Der Hauptdrain wird 3 bis 4 Fuß tief aufgenommen, und in dem Graben eine Röhre gewölbt, oder mit flachen Steinen zugedeckt gebaut. Das nächſt vorhandene Material entſcheidet über die Bauart. Eine Röhre 10“ weit und 12“ hoch mit 0o Ge⸗ fäll genügt, das Waſſer von 100 Acres(p. p. 128 württember⸗ giſche Morgen) abzuleiten.. 46 In den meiſten Lokalitäten kann man den Neben⸗Hauptdrains d ſchon unſchädliche Ausmündungen geben, und fällt dann der Haupt— auf drain ganz weg; nur iſt es Regel, ſtets ſo wenig Ausmündungen, als möglich zu machen. d Wo flache Bruchſteine leicht zu gewinnen und in der Nähe m ſind, baut man auf der Sohle des Drains eine drei- oder d viereckige Röhre von dieſen Steinen, die p. p. 4“ im Qua— V ha drat hat, füllt über dieſelbe den Graben mit kleinen Steinen, di Kies ꝛc. an. 5 Bei weitem die verbreitetſte Bauart iſt mit ſogenannten Drain⸗ tbe ziegeln. Dieſe beſtehen aus einem Hohlziegel, gewöhnlich 4“ im V auf Lichten weit, und 5 bis 6“ hoch und 14“ lang, ferner aus einer b ſii flachen, in der Mitte etwas nach unten gekrümmten Sohle, ſo V dun groß, daß der Hohlziegel darauf ſtehen kann, wodurch dann eine da der Länge nach halb durchſchnittene Röhre gebildet wird. Der. a Graben wird ſo weit ausgeworfen, daß die Sohle des Ziegels V dl hineinpaßt; auf den Sohlen werden die Ziegel geſtellt, über die V ein Ziegel die Deckſchicht-Raſen gelegt und der Graben bis 18“ unter der Oberfläche mit kleinen Steinen, Kies, Sand und wenn dieß A Alles fehlt, oder zu theuer berbeizuſchaffen iſt, mit der oberſten V. 1 Schichte der Ackerkrume angefüllt, da es nur darauf ankömmt, 6 den Graben mit einer Maſſe anzufüllen, welche das Waſſer V Ei bis zum Ziegelkanal möglichſt leicht durchläßt. Bei feſtem Unter⸗ und grunde läßt man oft die Sohlenziegel weg und ſtellt die Hohl— ger ziegel auf die Grabenſohle; doch wird dieß Verfahren keineswegs a allgemein gebilligt, und die Gegner behaupten mit Wahrſchein⸗ 1 lichkeit, daß der Nachtheil in der Solidität den Vortheil der ein Koſtenerſparung bei weitem überwiege. mi Zu den Hauptdrains werden Drainsziegel in größerer Dimen⸗ R. ſion, doch nicht leicht über 6“ weit und 8“ hoch fabrieirt; häufiger V ſ legt man aber zwei Hohlziegel gewöhnlicher Dimenſion auf ein⸗ dur ander, ſo daß ſie eine Röhre bilden. Die Sohlenziegel bleiben( dins 47 dann weg. Genügt dieß noch nicht, ſo ſtellt man zwei Hohlziegel auf Sohlen neben einander und den dritten darauf. Bei Anlage der Drains folgt man dem natürlichen Gefäll der Oberfläche, den Abhang derſelben gerade herunter. Nach der mehr oder minder durchlaſſenden Beſchaffenheit des Untergrundes werden die Drains von 10 bis 40 Fuß von einander parallel laufend gelegt, je weiter von einander, je größer wird die Tiefe. Die Sohle der Drains darf natürlich nie anſteigen, das Gefäll braucht aber nur ſehr unbedeutend zu ſeyn. Kleinere Un— ebenheiten des Terrains werden durchſtochen, wodurch der Drain auf ſolchen Stellen tiefer, aber immer bis 18“ unter der Ober⸗ fläche mit poröſer Materie ausgefüllt wird. Die parallelen Sauge— drains münden in den 6“ tiefer gelegten Neben-Haupt- und“ Hauptdrain aus. Dieſe werden im Thale in der Richtung, wie auch ein offener Graben am leichteſten anzulegen ſeyn würde, gelegt, und münden an dem nächſten Punkte aus, wo das Waſſer einen unſchädlichen, natürlichen Abfluß hat. Zum Auswerfen der Drains bedienen ſich die Arbeiter zwei Arten von Spaten, der erſte ein gewöhnlicher Arbeitsſpaten, der zweite von kleinerer Dimenſion, unten an der Schärfe 4“, oben 6“ breit, beide ganz von Eiſen. Außerdem eine Schaufel von Eiſen an einem gekrümmten Stiel, um die loſe Erde auszuwerfen, und mitunter eine Schaufel an einem langen, vorn übergebogenen geraden Stiel, um die loſe Erde, welche etwa während der Arbeit in den Drain zurückfällt, herauszuholen, ohne genöthigt zu ſeyn, in den Drain zu ſteigen. Die Richtung der Drains wird durch eine flache Pflugfurche marquirt. Wird mit Ziegeln gebaut, ſo müſſen die Ziegel, bevor die Drains aufgeworfen, entlängſt den Marken gelegt werden; indem es ſich nützlich erweiſet, die Ziegel, ſo bald der Graben fertig iſt, einzulegen, deſſen Niveau ſonſt durch Regenwetter leiden kann. Bei der Füllung mit kleinen Steinen iſt es weniger nöthig, man kann die Drains von der 48 Seite, von welcher ſie herangefahren werden, zuerſt einfüllen und dann über die angefüllten Drains wegfahren, auch zeigt es ſich, daß eine weniger ebene Sohle dieſer Bauart nicht ſo nachtheilig iſt, als bei den Ziegeln. Der ausgeworfene Untergrund wird zwiſchen den Drains möglichſt dünn ausgebreitet.— Wo das Feld in breiten Beeten geackert iſt, richtet man es gern ſo ein, daß die Drains in die Furchen gelegt werden. Um die Wirkung der Entwäſſerung vollſtändig zu machen, bedarf der Boden einer Auflockerung bis zur Tiefe, wo die Drains anfangen, mithin von p. p. 16 Zoll. Smith hat zu dieſem Zwecke einen Pflug erfunden, den er unterirdiſchen Pflug(Subwil-Plough) nennt. Dieß Inſtrument lockert den Boden 16 Zoll tief auf, ohne die todte Erde auf die Oberfläche zu bringen. Steine von 200 Pfd. hebt es aus, größere werden bei der Operation marquirt und ausgebrochen. Der Subwil-Plough wird von vier bis ſechs Pferden bewegt, ein Pflüger und ein Burſche, der die Pferde regiert, genügen, außerdem geht ein Mann mit, der die ausgehobenen Steine bei Seite legt, und die größeren, welche der Pflug nicht bewegen kann, mit Stäben marquirt. Die Pflugfurche wird quer über die Drains gegeben, die Arbeit iſt für Pferd und Mann anſtrengend. Beim Pflügen geht ein gewöhnlicher Pflug voraus, dem der Subwil-Plough folgt. Ueber die Fläche, welche man damit in einem Tage von 10 Arbeitsſtunden beſchaffen kann, vermochte ich nicht, mir genaue Auskunft zu verſchaffen. Jedenfalls iſt es weniger, als ein gemeiner Pflug leiſtet. Ganz im Gegenſatze mit Smith ſtellt der Marquis von Twerddale das Prinzip auf, ein entwäſſertes Feld ſofort auf 16“ tief zu pflügen. Derſelbe bewirkt dieß mit zwei gewöhn— lichen ſchottiſchen Pflügen, einer unmittelbar in derſelben Furche hinter dem andern. Auf einem in dieſer Art bearbeiteten Felde, welches mir der Marquis im April d. J. ſelbſt zeigte, war keine Spur der früheren Ackerkrume wahrzunehmen. Lauter todter en und z ſich lig iſ viſchen eld in aß die ichen, rains wecke ugh) ohne ufd. und rden iert, enen nicht quer kann auls, mmit chte es 49 Lehm mit Sandboden, beides von den verſchiedenſten Farben, lag oben auf— ein Anblick, der den muthigſten Anhänger einer tiefen Ackerkrume ſtutzig machen mußte. Das entwäſſerte, und wie be⸗ ſchrieben gepflügte Feld, bleibt den erſten Winter über braach liegen; im Frühjahre wird quer gepflügt und Haber eingeſäet. Im Herbſte wird wieder gepflügt; es bleibt das Land den zwei— ten Winter hindurch in rauhen Furchen liegen; im folgenden Frühjahre hat das Land ſchon das todte Ausſehen verloren: es wird dann mit Turnips beſtellt, welche von Schafen auf dem Felde verzehrt werden, womit ein Hordenſchlag verbunden iſt, und folgt im dritten Jahre Gerſte mit Gräſern zur Waide, zu welcher das Land dann drei Jahre liegen bleibt. Smith ſchlägt vor, nachdem die Drains fertig, eine Haber— erndte zu nehmen, und dann den Subwil-Pflug anzuwenden. Sowohl der Marquis von Tweeddale, als Smith kommen darin überein, daß ohne vorhergegangene Entwäſſerung die tiefere Lockerung dem Boden nachtheilig ſeyn würde. Die Wirkung der Entwäſſerung und tiefen Lockerung des Bodens iſt magiſch zu nennen. Wo ſoͤnſt nur unſicherer Haber gebaut werden konnte, ſieht man Turnips und Waizen ſo vor— trefflich, wie auf dem vorzüglichſten Boden ſtehen, und ſaures, dürftiges Gras und Binſen verwandelte ſich in die üppigſte Waide. Die große Gefälligkeit des Marquis von Tweeddale erlaubte mir eine Vergleichung des Bruttoertrags ſeiner Grundſtücke vor und nach der Entwäſſerung aus ſeinen Notizen zu entnehmen, die als Durchſchnittszahl in allen Produktionen Getreide, Turnips und Waide, eine Vermehrung von 5 auf 14, mithin faſt das Dreifache ergab. Smith giebt an, Land, welches nur mittelmäßigen Haber trug, durch Entwäſſerung und gute Kultur dahin gebracht zu haben, daß es Erndten von 32 bis 48 Buſhels Waizen, 40 bis 60 Buſbels Gerſte und 48 bis 70 Buſhels Hafer pro Acre liefert. v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft. 4 Die Anwendbarkeit dieſes Drainingſyſtems in Deutſchland überlaſſe ich dem Urtheile jedes verehrten Gewerbsgenoſſen, deſſen Produktion dadurch erhöht werden kann, und bemerke nur, daß mir der Koſtenpunkt kein unüberſteigliches Hinderniß zu ſeyn ſcheint, wenn man die Preisverhältniſſe zwiſchen England und Deutſchland berückſichtiget. Das Taglohn als Maßſtab angenommen, beträgt in Schott— land von p. p. 45 bis 55 kr., in der Mittelzahl 50 kr., in Deutſchland 6 bis ⅜ weniger. Hiernach würde ein Joch(zwei württembergiſche Morgen), welches in Schottland von p. p. 35 bis 148 fl. koſtet, in Deutſchland von 14 bis 21 fl. und 59. bis 88 fl. herzuſtellen ſeyn. Das mit ſo großem Erfolge im nordöſtlichen Deutſchland ausgeführte Mergeln erfordert einen Koſtenaufwand von 6 bis 15 fl. p. Joch(zwei württembergiſche Morgen), und wird ſehr häufig auf Boden angewendet, deſſen natürlich geringe Beſchaffenheit nie— mals geſtatten wird, ihn mit Boden, der Draining erfordert, gleichzuſtellen.“ Dieſen Notizen füge ich an: Lord Stanley, als Präſident der großen 1837 neu gegrün⸗ deten Royal agricultural Society of England empfahl in einer Rede, die er im Jahr 1841 an die Verſammlung dieſer Geſellſchaft in Liverpool hielt, unter den wichtigſten Gegenſtänden für die eng— liſche Landwirthſchaft die Anwendung des neuen Abwäſſerungs— Syſtems und ſchloß dabei mit folgenden Worten: „ich weiß recht wohl, daß die Operation der Abzugskanäle eine höchſt koſtſpielige iſt; aber ich lebe der ernſten Ueberzeugung, daß im ganzen Lande keine Bank, keine Handelsſpekulation, keine Hypothek ſo ſicher, ſo zuverläſſig und ſo einträglich ſeyn kann, als diejenige Hypothek iſt, auf die man ſelbſt ein ent— lehntes Kapital giebt, wenn man daſſelbe unter den Grund und Boden ſeines Ackers auf die angegebene Art verlegt.“ ſcha mir meh Vaſ des Inſt ſche Lan Es auch namm Ri röh Yfe zige Bod öffen tſchland enoſſen, re nur, zu ſeyn nd und Schott r., in (zwei p. 35 nd 59 hland 1 fl äufig tnie⸗ rdert, grün⸗ Nede, ft in eng⸗ ngs⸗ mäle sung, tion, ſeyn ent⸗ und 51 S In Schriften über engliſche Landwirthſchaft, namentlich von Dickſon, iſt auch von einem pflugartigen Inſtrumente, dem ſoge⸗ nannten Maulwurfspfluge, mit welchem man unter der dabei nicht aufzubrechenden Bodenoberfläche Waſſerabzüge ziehen könne, die Rede. Ich konnte mir dieſe Manipulation nicht recht vorſtellen; zweifelte auch daran, ob das Inſtrument wirklich angewendet werde. In der That aber fand ich es z. B. in dem thonigen waſſerhal⸗ tenden Boden in Durham mit gutem Erfolge in Anwendung. Ich wurde dort auf ein Grasland geführt, deſſen eine Hälfte ſehr naß, die andere aber— im Uebrigen mit erſterer ganz gleich be— ſchaffen— trocken und von üppiger Vegetation war. Man zeigte mir dann, wie das letztere Stück mit jenem Maulwurfpfluge vor mehreren Jahren mit unterirdiſchen mit einander parallel laufenden Waſſerabzügen in der Richtung nach dem unbedeutenden Hange des Felds durchzogen worden war, das andere aber nicht. Das Inſtrument ſelbſt iſt ohne genaue Zeichnungen ſchwierig zu be— ſchreiben; ich muß dabei auf die in Werken über engliſche Landwirthſchaft nicht ſelten enthaltenen Zeichnungen verweiſen. Es beſteht aus einem ordentlichen Pflugbaum mit zwei Sterzen, auch einem Sech. Statt dem eigentlichen Pflugkörper aber, nämlich ſtatt Haupt, Säule und Streichbrett iſt in paralleler Richtung mit dem Grindel, ſo wie ſonſt das Haupt mit Schaar, ein gußeiſerner, vorne ſpitziger Cylinder von mehreren Zoll Stärke an einem im Pflugbaume befeſtigten vorne ſchneidenden Stiele angebracht. Das Inſtrument arbeitet etwa ein Schuh tief im Boden ſo, daß dieſer Stiel den Boden durchſchneidet und der Cylinder unten in den thonigen feuchten Boden röhrenartige Waſſerabzüge bildet. Es werden gewöhnlich ſechs Pferde angeſpannt. Solche in thonigem Boden gezogene Durch— züge mit ihren durch den Cylinder in naſſem Zuſtande des Bodens feſtgepreßten Wandungen ſollen ſich zwanzig Jahre lang offen erhalten. . 3 52 2. MVaſenbrennen. Raſenbrennen darf nicht mit Thonbrennen verwechſelt werden. Die vielerlei über den Gegenſtand des Raſenbrennens erſchie— nenen oft ganz entgegengeſetzten Anſichten, insbeſondere deſſen An wendung in England betreffend, haben bei meinem Beſuche daſelbſt ihre Erledigung für mich und ihren Kommentar in der folgenden — durch meine eigenen Wahrnehmungen beſtätigten allgemeinen Aeußerung erfahrener engliſcher Landwirthe ſogar in tief liegenden Gegenden, wo eben moorige Gründe neu kultivirt werden, wie z. B. in Lincolnſhire ꝛc., gefunden: „Raſenbrennen kommt in unſern ordentlichen Wirthſchaften, wo ehemals da und dort wiederholtes Brennen getrieben wurde, aber meiſtens zur Erſchöpfung des Landes führte, da— durch, daß jetzt im Allgemeinen viel beſſer und kräftiger ge— wirthſchaftet, Kalkung angewendet wird, und das Land nicht mehr, wie ehemals, lange Zeit zur natürlichen Verraſung erſchöpft liegen bleibt, nicht mehr vor. Es hat ſich auf ſolche Fälle zurückgezogen, wo unkultivirtes mit Geſtrüppe oder anderem ſchwer Verweslichem überzogenes, unthätig liegendes, verſäuertes Land urbar gemacht werden will und andere Mittel nicht ausreichen. Eine Wieder— holung des Brennens wird dann aber auch hier gewöhnlich nicht mehr angewendet.“ 3. Einhägung. Wie oben ſchon angeführt iſt, ſo ſieht der engliſche Land— wirth die Einfriedigung ſeiner Koppeln für die Bedingung eines guten Betriebs der Landwirthſchaft an. Die Hauptveranlaſſung dazu mag urſprünglich die Abſicht, das Land vor dem gemeinen Waidgang zu ſichern und dann das Bewaiden des Graslands mit Vieh ohne Hütung, was ſpäter auch auf das Ackerland überge⸗ gangen iſt, gegeben haben. Die Erfahrung dabei aber hat den Engh virtl in H mar der förd rung herrſ unbe bleib Erge dieſe Länd und gewi den dieſer 53 Engländern ſo ſehr das Vortheilhafte der Einrichtung für den land— werden. wirthſchaftlichen Betrieb überhaupt gezeigt, daß jetzt das ganze Land erſche⸗ in Koppeln eingefriedigt iſt und alle dieſe, mit der Ausnahme, ſen An⸗ wo Zäune, Mauern und— in Niederungen— auch Waſſergräben daſelbſ ſie einſchließen, mit lebendigen Hägern, meiſtens auf Erdaufwürfen, ggenden“ geſchützt ſind. Daß für ein Land, wo die Viehzucht mit intenſiverer meinen Waidewirtſchaft eine Hauptrolle bei der Landwirthſchaft ſpielt, genden ſolche Einhägungen, welche die Hütung des Viehs ſo ſehr erleichtern , wie und dadurch wohlfeil machen, und welche dem Vieh ſo wohlthätig für Milch- und Fleiſchertrag Schutz und Ruhe gewähren, welche aften, den Ertrag des Graslands um ⅛ bis ¼, wie die Engländer ieben annehmen, vermehren, großen Werth haben, iſt ſehr wohl erklär— „da lich; allein die Engländer ſchreiben ihnen auch für den Feldbau r ge⸗ und den Ertrag des Bodens an ſich einen ſo großen Vortheil zu, nccde daß die Einhägungen auch bei ſolchem Ackerlande Regel ſind, wo, danng wie oben angeführt, wegen ganz beſonderer Bodenbeſchaffenheit das abwechſelnde Niederlegen zu Gras und Waide nicht ſtattfindet. dirtes Man muß ein ſolches regelmäßig eingehägtes Land geſehen, gene man muß bemerkt haben, wie ſehr durch das Zuſammenhalten fider der Wärme und das Abhalten trocknender Winde die Vegetation be⸗ der fördert wird, welche Ruhe und Schutz gegen alle äußere Stö— nicj rungen— welche Ordnung im Betriebe auf ſolchen Gütern herrſcht, wie auch kein Fuß breit Landes innerhalb der Koppeln unbenützt iſt, wie eng in ihre Gränzen eingeſchloſſen die Wege 2 bleiben, wie kein fremder Tritt von Menſchen oder Thieren die ord⸗ Erzeugniſſe des Bodens beſchädigen kann und drgl.— man muß eines dieſes alles geſehen haben, um ebenſo für die Einhägungen der ſung Ländereien eingenommen zu werden, wie es die Engländer ſind inen und um zu beobachten, wie dieſe Vortheile die den Einhägungen i gewöhnlich gemachten Vorwürfe weit überwiegen; wenn man auch 5 den verhältnißmäßig nicht unbedeutenden Ertrag an Holz aus den dieſen Hägern gar nicht in Anſchlag bringen will. 534&⸗s Um ſolchen Nachtheilen zu begegnen, wie man ſie den Ein— hägungen gewöhnlich vorwirft, müſſen aber auch die Häger ſo angelegt und behandelt werden, wie man dieß in geordneten Wirthſchaften Englands antrifft. Man darf ſich keine Holſtei— niſchen Knicken darunter vorſtellen, welche durch den großen Raum, den ſie einnehmen, durch den Schatten, den ſie verbreiten, und durch ihre meiſtens nachläſſige und unordentliche Behandlung dem Felde Schaden zufügen; ſondern es ſind ſchmal und nieder ge— haltene Dämme und Häger, welche letztere regelmäßig, meiſtens gegen oben zugeſpitzt, beſchnitten werden, ein geordnetes, garten— mäßiges Anſehen zeigen, ſichern Schutz gewähren, ohne die Sonne abzuhalten und ohne zu viel Vögel zu beherbergen oder drgl. Wenn die Häger nicht auf dieſe Art gehalten ſind, ſo wirft es bei dem engliſchen, geordneten Landwirthe ſchon ein nicht ganz gün— ſtiges Licht auf die ganze Bewirthſchaftung des betreffenden Guts. Die Engländer nehmen bei dem Anpflanzen von Hägern dar⸗ auf Rückſicht, daß für feuchtes Land eine mehr freiere Lage, alſo größere Feldabtheilungen, zuträglich ſeyen, und daß daher auch im eigentlich naſſen Lande, wie oft in Marſchgegenden ꝛc. die Häger ganz wegfallen und an deren Stelle Waſſergräben ꝛc. treten. Auf gewöhnlich trockenem Lande aber hält man die eingehägten Koppelabtheilungen beinahe je kleiner für deſto vortheilhafter. Bei Ländereien, wo man hauptſächlich auf Grasnutzung ſieht, wechſelt die Größe der Abtheilungen von 5, 10 bis 20 und 25 Morgen, bei ſolchen, wo mehr auf Ackerbau gehalten wird, von 10— 50 Morgen(zu 38,400 Quadratfuß). Die Pflanzung der Häger beſteht beinahe durchgängig rein aus Weißdorn, ſo daß, wenn man durch England während der Blüthezeit dieſer reist, das Land wie überſchneit ausſieht. Weißdorn hat ganz insbeſondere die Vortheile, daß das Haag ſehr ſchmal gehalten werden kann und daß ſeine Wurzeln nicht ſtören. All en Ein⸗ iger ſo odneten Holſtei⸗ Naum, 1, und igg dem er ge— eiſtens garten⸗ Sonne . rft es gün⸗ Guts. dar⸗ „alſo auch c. die reten. igten ſieht, und vird, rein der das zeln 55— ᷣ Das ſehr gewöͤhnliche Einpflanzen wilder Bäume in die Häger geſchieht ebenſo oft nur hauptſächlich der Verſchönerung der Gegenden wegen, wie auch der Landwirth einzelne Bäume oder Baumgruppen auf ſeinen Feldern, wenn gleich ſie ihm in der Bearbeitung des Bodens oft hinderlich ſind, zu gleichem Zwecke ſorgfältig pflegt und neu pflanzt. Neuerer Zeit kommt es auch immer mehr in Gebrauch, an den Gränzen der Güter längs der gewöhnlichen Felder innerhalb des Haags etwa 20 Schuh breite Streifen des Landes mit ge— miſchtem Holz, z. B. Eſchen, Ulmen, Forchen, Tannen, wilden Kaſtanien, Birken, Buchen, Eichen ꝛc. zu pflanzen, was auf trockenem Lande mit Nutzen angewendet wird, die Landſchaft ver— ſchönert und guten Ertrag gewährt. Die Art des Pflanzens und der Pflege der Häger findet man ſo häufig beſchrieben, daß es überflüſſig ſeyn möchte, es hier zu wiederholen. Nur folgendes fand ich in Berückſichtigung der bei uns ſchon ausgeführten ähnlichen Anpflanzungen neu: Wenn die auf den Erddämmen befindlichen Haagpflanzen bei uns nicht ſehr durch Trockenheit und Froſt leiden ſollen, ſo müſſen die Dämme verhältnißmäßig breit C(oben wenigſtens 4“˙, dadurch unten oft 10— 12) gemacht werden, dieß in dem Fall um ſo mehr, wenn man, wie in England häufig, zu dichterem Stande des Haags zwei oder drei Reihen Pflanzen ſetzen will. Zu Beſeitigung des Uebelſtandes findet man in England auch die Pflanzungsmethode: Der Damm wird nur wenige Fuß breit und hoch gemacht; die Haagpflanzen werden auf der Seite des Damms an diejenige Stelle geſetzt, wo der aufgeworfene Damm auf dem natürlichen Boden aufſitzt; die Wurzel der Haagpflanze kann hier ihren Standort ſowohl im natürlichen feuchtern und geſchütz⸗ tern, als auch im aufgefüllten Boden wählen. Der Damm ſelbſt ſchützt das Haag auf dieſe Art mehr gegen das Durchdringen der 56 Thiere und Beſchädigen der Pflanzen; auch wird in der Wirk— an lichkeit nicht bemerkt, daß das Haag an der Seite des Damms d gepflanzt ſey, denn: kommt man von der einen Seite, ſo erſcheint au es, wie wenn das Haag auf dem Damme ſtünde, und ſieht man er es von der andern Seite, ſo bemerkt man den Damm gar nicht. al Wenn neue Haaganpflanzungen, namentlich Weißdorn, ge— D deihen ſollen, ſo müſſen ſie nach der Annahme der Engländer 3 wenigſtens 6—7 Jahre lang ſehr ſorgfältig behandelt, der Boden R zunächſt an dem Haag gekräftigt und behackt und die Pflanzung ſo geſchützt werden, daß ſie kein Vieh berühren kann. Auf oberfläch⸗ d liche Weiſe geſchieht dieß dadurch, daß an die Seiten der Häger fol Dorne in die Gräben geworfen oder auf den Damm geſeeckt d werden; will man aber gründlich ſorgen, ſo werden auf beiden ger Seiten der Häger Geſtänge geführt, welche oben vom Haag her⸗ vo ausgeneigt ſtehen, ſo daß eine Annäherung des Viehs um ſo mehr 1 abgehalten wird. ge 4. Düngung. 6 Dünger von thieriſchen Erkrementen, gewöhnlicher Stall⸗ auch Hof⸗Dünger, 9 und Compoſt. Da, wie wir ſogleich ſehen werden, bei der engliſchen Dünger⸗ be erzeugungsweiſe die des Stalldüngers, auch Hofdüngers, von der des nie Compoſts nicht zu trennen iſt, ſo werden ſie zuſammen abgehandelt. Schon aus der Einfachheit der allgemeinen Wirthſchafts- und hal Viehhaltungseinrichtungen in England geht auch die ganz einfache der Gewinnung, Behandlung und Verwendung des gewöhnlichen thie— 4 be riſchen Düngers hervor. 8' Der Dünger vom größten Theile des Jahrs fällt von dem ſo waidenden Vieh auf das zu düngende Land ſelbſt. Das Vieh bleibt Tag und Nacht auf demſelben und verſchleift alſo gar rig nichts von den Exkrementen. wn Der engliſche Landwirth hat darüber die Anſicht: Er legt dieſer Düngung mittelſt Bewaidung eine eigenthümlich günſtige 57 und etwas andere Wirkung bei, als durch den aufgeführten Stall— dünger hervorgebracht werde. Er ſetzt aber dabei Grasland vor⸗ aus, das in Kraft niedergelegt und in Kraft erhalten iſt, weil er, wie bei der Düngung überhaupt, ſo beſonders auch bei der auf Grasland geltend macht, daß auf noch kräftigerem Lande neue Düngung verhältnißmäßig vortheilhafter wirke, als auf armem Boden. Er giebt zu, daß der Waidedünger, beſonders der von Rindvieh, weit weniger der von Schafen, welcher letztere ſich ſchnell in dem Boden vertheile und ſich mit ihm vermiſche, durch Vertrocknen verliere; nichts deſtoweniger ſey die Wirkung auf nach⸗ folgende Erndten des auf Gras- und Kleewaide, welche nach ein oder zwei Jahren zum Umbruch komme, gefallenen Düngers, ge⸗ genüber von wechſelndem Gras- oder Kleeland, das nicht bewaidet worden, wenigſtens ebenſo, als wenn die von gleichem Quantum Futter, das von dem Grasland durch Einheimſen zu gewinnen geweſen wäre, zu erzeugende Düngerquantität auf das abgemähte Grasland geführt und untergepflügt werde. Die Urſache hiervon glaubt er vielleicht in folgendem ſuchen zu können: Der Stalldünger kommt in Maſſe oft in zu ſtarke Gährung, bei der auch manches verloren gehen möge, was beim Waidedünger nicht der Fall; Das Lagern des Viehs, die thieriſche Ausdünſtung und Wärme habe ſehr günſtige Wirkung auf die Vegetation, daher wohl auf den Humus, auf ſeine Löslichermachung u. drgl.; ganz beſonders aber komme jeder Tropfen des durch ſein Ammoniak ſo wirkſamen Harns der Thiere dem Lande zu gut, verbinde ſich ohne die ſonſt ſo gewöhnliche Verflüchtigung ſogleich mit der humoſen Erde und es werde dadurch auf die natürlichſte, einfachſte und ökonomiſch richtigſte Art dasjenige erreicht, was man durch künſtliche Einſtreu von humusreicher Erde zu Auffangung und Auftrocknung des Harns in den Ställen beabſichtige. Das auf der Waide genoſſene Futter ſey gegenüber von dem nach dem Stall gebrachten, oft mehr oder weniger welk geworde⸗ nen Grünfutter, dem Vieh gedeihlicher, nähre beſſer, gebe daher auch beſſere Düngung. Auch werde das mit Waidevieh beſetzte wechſelnde Grasland durch den Waidedünger immer in einer beſſern Vegetation erhalten, die Grasnarbe komme viel dichter, viel ſaftiger zum Umbruch, als bei einem blos abgemähten vertrockneten Futterlande. Wenn man beim Waidedünger des Rindviehs Verluſt durch Vertrocknen ꝛc. möglich vermeiden wolle, ſo werde derſelbe (was ich nicht ſelten ausgeführt ſah), entweder häufig verworfen und vertheilt, oder auf Haufen zuſammengeſchafft, mit Erde ver— miſcht und nach der Waidezeit ausgebreitet. Von der verhältnißmäßigen Wirkung des Waidedüngers liefern, wie die engliſchen Landwirthe glauben, neben der bekannten vor— trefflichen Wirkung des Hordendüngers der Schafe auf Grasland,* insbeſondere auch dauernde Grasländer den Beweis. Solche, welche regelmäßig abgewaidet werden, ohne daß das Vieh von ihnen während der Waidezeit davon weggebracht wird, erhalten ſich immer in voller Kraft und geben, einmal zum Mähen beſtimmt, wenigſtens eine gleich ergiebige Erndte wie mit regelmäßig zuge— führtem Stalldünger gedüngte Wieſen; welche dagegen wenigſtens das von ihrem ganzen Futterergebniß erzeugte Düngerquantum * Wir ſetzen in Deutſchland den Pförch(Hordenſchlag) einer vollen Nacht von 3000 Stück Schafen per württ. Morgen(viele nehmen die dazu erforderliche Zahl von Schafen geringer an) einer mittelſtarken Düngung gleich, welche, wie weiter unten ausgeführt wird, im Durchſchnitt zu 8 Fuder, à 22 Ctnr., gerechnet werden kann. Nach den unten S. 175 feſt— geſtellten Sätzen verzehren 3000 Stück Schafe den Tag über, à 2 Pfd. Heuwerth, 6000 Pfd. Heuwerth; dieß giebt in Dünger verwandelt, 12000 Pfd. Dünger. Nehmen wir an, daß hiervon auch nur ½ den Tag uͤber zerſtreut auf das Waideland falle, 6 aber in den Pförch kommen, ſo betrüge dieß doch nur 80 Ctur. Dünger, ſo daß hieraus hervorgehen mag, welche gute Wirkung man auch bei uns derjenigen Düngung zu— ſchreibt, die durch das auf dem zu duüngenden Lande befindliche Vieh unmittelbar gegeben wird. 59 zugeführt bekommen müſſen, wenn ſie ſich in gleicher Kraft und Ergiebigkeit, wie regelmäßig bewaidete Grasländer erhalten ſollen. Hält man mit dieſen Anſichten, welche engliſche Landwirthe haben, und die ſomit der vollen Stallfütterung auch rückſichtlich der Düngererzeugung wenig Vorzüge einräumen, noch die Um— ſtände zuſammen, daß das Niederlegen zur Bewaidung ſehr vielen Bodenarten an ſich ſchon ſehr von Nutzen iſt; daß bei der Gewin— nung des Waidedüngers das Streuſtroh-Bedürfniß einer Wirth⸗ ſchaft ſehr verringert wird, daß Ein- und Ausfuhrkoſten des Strohs und Düngers wegfallen, daß überhaupt die Wirthſchaft viel ein— facher wird; ſo mag dieß alles außer den Rückſichten für die Vieh— zucht an ſich viel Antheil daran haben, daß die volle Stallfütterung bei den ſo praktiſchen und den Düngergewinn für das Land ſo hoch anſchlagenden engliſchen Landwirthen trotz aller Empfehlungen und mancher Beiſpiele und Verſuche dennoch ſo wenig Anklang findet. Sie ſcheinen einen Mehrertrag an Dünger durch die Stall— fütterung nicht ſo hoch anzuſchlagen, daß er den Mehraufwand für Stallfütterung nebſt dem Nutzen, welcher der Viehzucht aus zuträglicher Waidehaltung erwächst, übertreffe. Was nun den, beſonders während des Winters, erzeugten eigentlichen Stall- und Hofdünger betrifft, ſo iſt dabei folgende Einrichtung: Um den Viehhof herum ſind die Viehſtallungen, auch offene Viehſchuppen angebracht. In den etwas vertieften Hof, der häufig, mit Ausnahme der ringsum führenden Gänge, eigentlich ganz eine Düngerſtätte bildet, wird, wenn er von Dünger geleert iſt, Erde, Straßenkehrigt, unbrauchbare Pflanzenabfälle, abgeſchälte Plaggen, Torf, kurz alles in Dünger zu Verwandelnde hinein— gebracht und je nach Vorrath Stroh darauf geſtreut; das Vieh iſt entweder in den Stallungen, oder frei in den Schuppen, hält ſich auch Winters gewöhnlich einen großen Theil der Zeit im Vieh— hofe auf und treibt ſich auf dem Dünger herum, lagert darauf, 60 wodurch auch wieder, wenn man will, Streuſtroh erſpart werden kann. Der Dünger aus den Stallungen wird immer auf dieſen Dün— gerplatz gebracht und auf jener Unterlage ausgebreitet. Beſondere Jauchenbehälter-Einrichtungen ſind ſelten vorhanden, auch we— niger erforderlich. Die ganze Maſſe wird durch das Vieh durch— getreten und durchgearbeitet, ſo daß der Dünger meiſtens ſchon dadurch ganz kurz und in einem compoſtähnlichen feuchten Zuſtande iſt. Nicht immer hat der Landwirth gerade zu dem Zeitpunkt, wenn er des Düngers bedarf, ſeine Düngerſtätte voll; noch ſeltener aber kann er immer eben zu der Zeit den Dünger ausführen, wenn die Düngerſtätte voll iſt, und zwar dieß letztere der engliſche Landwirth um ſo weniger, weil er den Dünger nur hauptſächlich auf ſeine Grasländer und Turnipsfelder, im Winter und Früh— jahr, verwendet. Er muß deßwegen darauf bedacht ſeyn, den Dünger mit dem geringſten Verluſt länger aufbewahren zu können. Der engliſche Landwirth läßt dabei den Theorieen und Regeln, wornach der vortheilhafteſte Zuſtand des Düngers für ſeine Ver⸗ wendung, ob friſch oder gegohren, in welchem Grade der Gäh— rung u. ſ. w., ermittelt werden ſoll, alle Gerechtigkeit widerfahren; meint aber, in der Praxis ſeyen ſolche Berechnungen nur wenig anwendbar, man müſſe ſich dabei zu oft nach Zeit und Umſtänden richten und den Dünger verwenden, wie man ihn eben gerade habe. Er ſpricht ſich dabei für einen durch langſame Gährung ohne viel Wärmeentwicklung in dem Grade verrotteten, mürben und feucht erhaltenen Dünger, daß die Strohfaſern darin noch ſichtbar ſind, um ſo mehr aus, weil, wie ſchon bemerkt, der Dünger häuptſächlich für Turnips und Grasländer verwendet werde und auf dieſe ſolcher Dünger beſonders gut wirke. Iſt demnach die Düngerſtätte voll, ſo wird der darin ent— haltene Dünger entweder auf dem Hofe ſelbſt auf Haufen geſchlagen und je nachdem er noch längere Zeit liegen bleiben ſoll, mit Erde vermiſcht und einigemal umgeſtochen; oder er wird in Haufen ——nQnn—ᷓn-ͤ—ʒ — 61 auf— oder an diejenigen Felder im Vorrath gefahren, an welche die Reihe des Bedüngens kommen ſoll. Er wird hier, wenn er noch lange Zeit zu liegen hat, zum Schutz gegen Austrocknen, Verflüchtigung der Jauche, zum Auffangen der Feuchtigkeit und zum Verzögern der Zerſetzung auf eine Lage von Erde geſetzt, mit Lagen von Erde untermiſcht und zugedeckt, von Zeit zu Zeit begoſſen, am beſten mit Jauche, und je nachdem man den Dünger mehr oder weniger in kurzem Zuſtande verwenden will, mehrere mal umgeſtochen, die obern und untern Lagen mit einander ge— mengt. Entweder wird die Erde vom umliegenden Felde ſelbſt, wodurch man viel Fuhrweſen erſpart, oder beſonders beigeführte humoſe Erde, auch oft eine dem Felde angemeſſene Mergel⸗ erde oder dergl., wie es der Wirthſchaft zu Gebot ſteht, dazu verwendet. Seltener ſetzt man auch friſch gebrannten Kalk zu, wobei dann Dünger und Erde lagenweiſe mit einander abwechſeln und der Kalk immer in die Mitte der Erdſchichte ohne Berührung des Düngers gebracht wird. Wenn die dadurch veranlaßte ſtarke Er— hitzung des Haufens vorüber iſt, wird er umgeſtochen. Das Verhältniß der Menge an zumiſchender Erde und Dünger hängt ganz von den Vorräthen und dem Gutdünken des Landwirths ab. Eine Mengung blos von Erde mit Kalk ohne allen andern Dünger fand ich ſelten und nur da angewandt, wo man über Erde mit vielen vegetabiliſchen und animaliſchen Rückſtänden in größerer Menge, als bei der eben berührten gewöhnlichen Dünger— und Compoſtbehandlung verwendet werden kann, zu verfügen hat. Auf dieſe einfache Art und aus ſolchen einfachen Umſtänden entſteht der Dünger und insbeſondere der viel beſprochene Compoſt der engliſchen Landwirthe, zu deſſen Bereitung man den deutſchen Landwirthen ſchon vielerlei Vorſchriften geben zu müſſen glaubte. Daß bei der engliſchen Wirthſchaftsweiſe in guten Oekono⸗ mieen der, gegenüber von unſern Wirthſchaften unbedeutende, ̈G 62&☛ Streuſtrohbedarf gedeckt iſt, davon gaben mir die häufig zu Anfang des Sommers in den Höfen noch unangegriffenen Getreide⸗ und Strohſchober den Beweis. Was die Menge an Dünger betrifft, welche man in ver— ſchiedenen Gegenden für eine mittlere Düngung rechnet, ſo wird Jeder, der ſich ſchon mit Sammlung landwirthſchaftlicher Notizen aus der Wirklichkeit befaßt hat, erfahren haben, wie unendlich ſchwierig es iſt, ſich hierüber genauere Kenntniß zu verſchaffen, weil der Maaßſtab, nach dem das Düngerquantum bemeſſen wird, ſo verſchieden, meiſtens unbeſtimmt iſt, weil nach Boden, Klima, den Produkten, der öftern oder ſeltenern Wiederkehr des Düngens, Stärke der Ladungen, Zuſtand des Düngers u. drgl. immer wieder anders gerechnet wird. Dieſe Schwierigkeit fand ich auch bei Sammlung meiner Notizen in England. Doch glaube ich nicht weit zu fehlen, wenn ich als Mittel daraus die Durchſchnittszahl ziehe, daß die engliſchen Landwirthe bei Wirthſchaften mit vor— herrſchendem Futterbau, wie ich ſie oben der Mehrzahl nach in England angenommen habe, rechnen, daß die in gewöhnlichen angemeſſenen Zwiſchenräumen zu geſchehende Düngung p. Jahr und p. Aecre etwa 50 Centner von dem eben angeführten mäßig verrotteten Dünger als mittlere Düngung betrage. Knochenmehl. Von der Ausdehnung, welche die Düngung mit Knochenmehl in England ſeit etwa 25 Jahren genommen hat und täglich noch nimmt, macht man ſich in Deutſchland ſelten die richtige Vor⸗ ſtellung. Thaer und andere der frühern Schriftſteller konnten dieſe Düngung, welche damals kaum als Verſuch gelten mochte, nur ganz im Vorbeigehen berühren. Ich bereiste Yorkshire, Linkolnshire, Northumber⸗ land, in welchen Grafſchaften die Knochendüngung wohl beinahe am ſtärkſten im Gange iſt, und aus welchen ich auch meine folgenden Notizen gezogen habe, eben zu der Zeit, als die — —ͤJ 6 3—— Turnipsſaat ſtattfand und das Knochenmehl dazu auf den Aeckern parat lag. Es kann nemlich ſogleich vorausgeſchickt werden, daß, wie ich wenigſtens in jenen Grafſchaften belehrt wurde und worüber uns die bisherigen Nachrichten aus England meiſtens im Zweifel ließen, die Knochenmehldüngung im Großen nur zu Turnips ge— ſchieht, wovon eine außerordentlich günſtige Wirkung auf ihren Ertrag ſtattfindet. Man hört zwar auch von Wieſendüngung mit— telſt Knochenmehls; ich konnte davon aber nichts Näheres erfahren. Ueber die Wirkungen, welche die Knochenmehldüngung auch noch auf die nach Turnips folgenden Produkte und auf die Kräftigung des Felds überhaupt ausübe, darüber konnte ich keine genauen Daten an die Hand bekommen. Es geben nemlich zwar die Land— wirthe an, daß ſeit Einführung der Knochenmehldüngung nicht nur die Turnips, ſondern auch die darauf folgende Gerſte, Klee— gras ꝛc. viel ergiebiger ſeyen, als ſonſt, ja der Ertrag an Turnips ſich oft verdreifacht haben ſoll; es läßt ſich aber die Urſache, welche auf den Ertrag der nachfolgenden Produkte Einfluß hat, deswegen nicht genau ausmitteln, weil dadurch, daß die Turnips mehr ausgeben, dieſe aber gewöhnlich von den Schafen auf dem Felde verzehrt werden, alſo bei größerem Turnipsertrage auf derſelben Fläche die Schafe auch mehr Dünger darauf zurücklaſſen, die Kräftigung des Bodens durch Knochenmehl und dieſe vermehrte Düngung durch die Schafe meiſtens zuſammentrifft. Ueberhaupt wenden die engliſchen Landwirthe die Knochenmehldüngung nicht anſtatt— ſondern neben der gewöhnlichen Düngung an. Genug übrigens— die Erndten im allgemeinen ſind da, wo Knochenmehldüngung eingeführt iſt, ſehr gut, die Wirthſchaften haben auffallend an Kraft zugenommen, ſo daß die Pachtrenten in Gegenden, wo Knochenmehldüngung ſtattfindet, nach deren Einführung ſich allgemein um 7—8 Schilling p. Aere verhält— nißmäßig mehr als in andern Gegenden erhöht hat. 64 Ueber den Umfang der Knochendüngung in jenen Grafſchaften Englands führe ich als Beiſpiele an: In der Stadt Linkoln ſind drei Knochenmühlen, wo die Knochen ohne beſondere Auswahl, ob von gekochtem Fleiſch, ob friſch oder alt u. drgl., zwiſchen großen eiſernen gezähnten Walzen, durch Dampfmaſchinen getrieben, zermalmt werden. Eine einzige dieſer Mühlen verarbeitet jährlich 4— 5000 Tonnen Knochen (à 20 Ctnr.), der Ankaufspreis beträgt p. Tonne frei abgeliefert 5— 6 Pfd. Sterling, ſo daß 1 Pfd. Knochen auf etwa ⅜ pence (zwei Kreuzer) zu ſtehen kommt. Aus allen Gegenden Europas, von welchen aus Waſſertransport die Fracht erleichtert, werden Knochen zur Düngung nach England beigeführt. Eben bei meiner Anweſenheit in Linkoln wurden mehrere Schiffe mit Knochen aus Deutſchland und der Schweiz für engliſche Ackerbauinduſtrie ausgeladen! Das Kvochenmehl wird in dreierlei Sorten geliefert und verkauft: Erſte Sorte fein gemahlen(darunter das gröbſte etwa wie Erbſen neben viel Mehligem) das Buſhel zu 3— 3% Schilling, (1 württembergiſches Simri 58 kr.— 1 fl. 8 kr.). Zweite Sorte gröber gemahlen(das gröbſte etwa wie eine Pferdebohne, darunter auch Splitter bis zu 1—2 Zoll, noch mit etwas Mehligem) 1 Buſhel von 2½— 3 Schilling(1 württem⸗ bergiſches Simri 47— 58 kr.). Dritte Sorte eben ſo grob gemahlen(ganz ohne Mehl) 2— 2%⅜ Schilling.(1 württ. Simri 39— 51 kr.). Aus dieſen Preiſen ſieht man, daß das feiner Gemahlene vorgezogen wird. Man läßt auch das Knochenmehl, um ſchnellere Wirkung von ihm zu haben, vor ſeiner Anwendung in Gährung und beginnende Verweſung kommen, zu welchem Zwecke es in größerer Maſſe aufeinander liegen bleibt, wobei man es auch wohl mit feuchter Erde vermiſcht. ——— ℳ—ʒ haften d die h, ob alzen, inzige ochen iefert dence pas, erden einer aus ſtrie und wie ling, eine mit tem⸗ — 2— 5— 65 ⁴ Die Anwendung des Knochenmehls geſchieht auf folgende Art: Es werden auf 1 Acre, je nach ſeiner beſſern oder geringern Kraft etwa 15— 25 Buſhels(auf 1 württembergiſchen Morgen 2 ½— 4 Scheffel) Knochenmehl gerechnet. Dieſes Quantum Knochenmehl wird zugleich mit dem Turnips— ſamen durch dieſelbe Säemaſchine geſäet, ſo daß, wie wir bei näherer Angabe dieſer Maſchine ſehen werden, Samen und Knochen⸗ mehl in Einem Rohr vermiſcht in den Saatreihen in den Boden untergebracht werden. Ein breitwürfiges Ausſäen des Knochenmehls über den Acker kam mir in jenen Grafſchaften nirgends vor. Als denjenigen Boden, auf welchem das Knochenmehl die beſte Wirkung thue, bezeichnen die Engländer trockenen, mittleren, warmen, gut gelockerten, kalkigen und milden Lehmboden, wie er für Turnips, Gerſte ꝛc. am beſten paßt. Leichterer, trockenerer Boden iſt dabei dem ſchwerern, näſſern vorzuziehen. Auf naß— kaltem Boden wirkt Knochenmehldüngung nicht; auf ſchwererem verhältnißmäßig ſehr wenig, auch erfordert dieſer eine größere Quantität. Es wurde mir bemerkt, daß man neuerer Zeit in England mit Erfolg die Knochenmehldüngung auch zu Runkel— rüben anwende; doch konnte ich darüber nichts beſtimmtes Näheres in Erfahrung bringen. Wenn wir mit ſolchem Verfahren bei Anwendung des Knochen— mehls in England dasjenige vergleichen, wie es meiſtens bei uns bei den Verſuchen mit Knochenmehldüngung in Ausführung kommt: daß man nämlich wenig auf die Bodenart Rückſicht nimmt; daß man ſie zu Produkten verwendet, welchen die Beſtandtheile der Knochen— düngung weniger zuſagen; daß man dadurch gewöhnlichen Stall— dünger erſetzen zu können glaubt; endlich daß man die im allgemeinen von England aus auf eine gewiſſe Fläche als erforderlich ange— gebene Quantität breitwürfig über dieſe Fläche hinſtreut und entweder unterpflügt, oder oben auf liegen läßt; ſo iſt auch ohne v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft. 5 66 2 andere Rückſichten ſich leicht zu erklären, daß die Erfolge ſo ver⸗ ſchieden ausfallen und den Erwartungen meiſtens nicht entſprechen. Die immer weitere Ausdehnung der Knochenmehldüngung muß freilich— auch in England— ihre Gränzen in der Quan— tität von Knochen finden, welche um verhältnißmäßigen Aufwand anzuſchaffen möglich iſt. England ſteht hierzu durch ſeine Waſſer— verbindungen die ganze Welt offen; das Binnenland von Deutſch— land muß jene Gränze natürlich viel bälder finden,— allein es iſt mir keine Gegend daſelbſt bekannt, wo die Knochenmehldüngung bis zu dem Grade im Großen getrieben würde, als es die Aus— führbarkeit der Anſchaffung von Knochen erlauben möchte. Wodurch eine Wirkung des Knochenmehls übrigens ſo ver— ſchieden und vielleicht ſo ausgezeichnet günſtig hauptſächlich nur auf Turnipsbau ſich zeige, iſt auch den engliſchen Landwirthen nicht klar. Am meiſten ſcheint für jetzt die Anſicht für ſich zu haben: Für das Gedeihen der Turnips kommt, wie ich bei deren Anbau noch anführen werde, alles darauf an, daß ſie möglichſt ſchnell den Verwüſtungen von Erdflöhen durch beſchleunigtes Wachsthum der jungen Pflänzchen entkommen. Hierzu gehört viele Triebkraft, alſo, ohne andere Mittel, viele Dungkraft. Sind ſie einmal dieſer Gefahr entwachſen, ſo nehmen ſie für ihr weiteres Gedeihen, je mehr ſie ihre Blätter durch gleich Anfangs gutes Wachsthum über das Land ausbreiten, nicht mehr ſo viele Beſtandtheile und Nahrung aus dem Boden in Anſpruch. Das Knochenmehl, unmittelbar an den Samen gebracht, bringt durch die in ihm enthaltenen Stoffe jene Triebkraft hervor. Je feiner gemahlen, oder je zerſetzlicher durch vorhergegangene Gährung es iſt, deſto beſſer und ſchneller zeigt ſich dieſe Wirkung. Es läßt ſich daraus erklären, daß, was in England Erfahrungs⸗ ſache iſt, die Anwendung von mehr Knochenmehl, als die ange— nommene Quantität, nicht im Verhältniß auch mehr wirke; auch deß, enm weit de Anf —— 67 ſder daß, wenn durch jenen ſchnellen Trieb den Turnips ihr Gedeihen rrechen einmal geſichert iſt, ſie bei äußerſt ergiebigem Ertrage dann die ji.—.. ,v⸗„ ungung weitere Kraft des Bodens durch animaliſch vegetabiliſche Düngung, eäal die dennoch zu Turnips meiſtens ſtark gegeben wird, wenig in ufwand Anſpruch nehmen, ſondern ſie größtentheils den folgenden Erndten W ſſor⸗„,. C 5 2 22» Waſer.. zurücklaſſen,“ und daß durch das Zuſammenwirken aller dieſer deutſch⸗ Umſtände die Kraft der ganzen Wirthſchaft nothwendig erhöht ein e werden muß. Ob das Klima Englands, ob das häufige Nieder⸗ ngung legen des Landes zu Gras und die dadurch entſtehende vegetabi— Aus⸗ liſche Düngung des Bodens oder Anderes eine gute Wirkung des Knochenmehls vorzugsweiſe für England begünſtige, muß ich ver⸗ dahingeſtellt ſeyn laſſen. nur Kalk. ethen Das Kalken der Felder kommt in England häufig vor. Die dben. 4 engliſchen Landwirthe gaben mir übrigens über Anwendung und faban Wirkung rückſichtlich der Bodenart, der Quantität an Kalk, der ſchnell* Auf der höchſt intereſſanten, ganz nach engliſchen Grundſaͤtzen be— thum triebenen Wirthſchaft des Kapitan Carr auf Tüſchenbeck bei Lübeck 5 fand ich einige Beſtätigung ſolcher Anſicht. Auf dem Feſtlande habe ich kraft, den Turnipsbau nirgends in ſolcher Ausdehnung mit ſolch' höchſt günſti— dieſer gem— dem in England gleichkommenden Erfolge betrieben geſehen als hier. Von dem gefaͤlligen Beſitzer von Tüſchenbeck erfuhr ich: Nachdem 1 fe er die Turnips früher, wie oben angegeben, zugleich mit Knochenmehl in über Reihen ausgeſäet hat, ihn aber das Knochenmehl hoch zu ſtehen kam, ver— ſuchte er, einen ſehr kräftigen Kompoſt von Modererde, Theilen von Kada— ung vern u. drgl., Jauche u. ſ. w. zuſammenzuſetzen und dieſen ſtatt des — Knochenmehls gepulvert ebenſo anzuwenden und mit dem Turnipsſamen acht, in die Reihen zu ſäen. Der Erfolg entſprach ganz den Erwartungen. Ich ſah dort Mitte Septembers ein ſehr ausgedehntes Turnipsfeld auf vor. mittlerem Lehmboden. Das ganze Feld war vorher mit gewöhnlichem gene ziemlich verrottetem Stalldünger gut geduͤngt. Auf der bei weitem größten Hauptabtheilung des Felds waren die Turnips mit dem Kompoſte beſtellt; ung. daneben zu fortgeſetzten vergleichenden Verſuchen ein kleiner Theil mit gs⸗ Knochenmehl und ein noch kleinerer ohne Beides. Die erſte große Ab— theilung mit Kompoſt ſtand vortrefflich; die zweite mit Knochenmehl eben— falls ſehr gut, doch etwas minder üppig, als erſtere; die dritte bei weitem uch. am geringſten. 2 768 öftern oder ſeltenern Wiederkehr des Kalkens u. drgl., ebenſo ver— ſchiedene Anſichten und Erfahrungen an, wie wir ſie in Werken darüber leſen. Die Umſtände, daß in England Kalk und Kreide häufig vor— kommt, daß die Steinkohlen das Brennen wohlfeiler machen, daß eine Kalkung bei Waideumbruch, der in der engliſchen Landwirth— ſchaft häufig eintritt, ebenſo bei Verbeſſerung eines mit ſchlechten Pflanzen beſetzten dauernden Waidelandes von beſonders günſtigem Erfolge iſt, auch daß bei dem engliſchen Wirthſchaftsſyſtem mehr thiertſcher Dünger zugeſetzt werden kann, mögen Urſache ſeyn, daß das Kalken in England mehr, mit ſtärkern Quantitäten an Kalk und mit mehr Erfolg als in den meiſten andern Ländern ange— wendet wird. Als Hauptregeln dabei werden angeſehen, daß mit dem ordent— lichen Düngen des Landes mittelſt vegetabiliſch-animaliſchen Dün— gers, wie ihn daſſelbe auch ohne Kalkung erhalten ſoll, keineswegs nachgelaſſen werden dürfe; daß Kalk bei ſtärker gebundenen Böden, auf welchen er ſehr zur Mürbung beiträgt, und auf unthätigeren Böden die beſte Wirkung hervorbringe; daß auf dieſen größere und öfter wiederholte Quantitäten von Kalk als auf andern angemeſſen ſeyen; auch daß der Boden gehörig trocken gelegt ſeyn ſoll. Ich muß mich begnügen, von der Kalkung eines großen Braachfeldes, die ich eben während meiner Anweſenheit in Nort— humberland zu beobachten Gelegenheit hatte, das Verfahren anzuführen: Das Feld hatte ziemlich ſtark gebundenen Boden. Auf ein Acre waren 220 Buſhels(auf einen württembergiſchen Morgen 282 Simri) Kalk aufgefahren; eine ſolche Kalkung werde etwa alle 20 Jahre oder mit der halben Quantität alle 10 Jahre wieder⸗ holt. Der Kalk war friſch gebrannt in kleinen Häufchen über dem Felde vertheilt, mit Erde bedeckt und lag ſo einige Tage, wodurch er in milden zerfallenen Zuſtand gekommen war. Er wurde jetzt nſo ver⸗ Werken ufig vor⸗ een, daß ndwirth⸗ hlechten nſtigem n mehr n, daß n Kalk ange⸗ rdent⸗ Dün⸗ zwegs Böden, igeren re und meſſen roßen kort⸗ ahren f ein orgen etwa jeder⸗ ——— ſogleich geſtreut, flach untergepflügt und durch das fleißigſte Eggen in Kreuz und Quer innig mit dem Boden gemiſcht. In demſelben Jahre, in welchem man Kalkung anwendet, wird dann gewöhnlich nicht auch zugleich ordentlicher Stalldünger gegeben. Die Anwendung der Kreide kommt nicht eben ſo häufig vor, hat auch für den deutſchen Landwirth wenig Intereſſe. Mergel. Das Mergeln war früher in England häufiger als jetzt. Die Benützung des Kalkens nimmt zu, die des Mergelns ab. Wenn der Mergel weit herbeigeſchafft werden muß, ſo hält der engliſche Land⸗ wirth häufig den Aufwand mit dem Erfolge nicht im Verhältniſſe. Bei der großen Ausdehnung, welche die Anwendung des Mergelns im nördlichen Deutſchland mit überraſchender Wirkung ſeit etwa 25 Jahren erhalten hat, kann man jetzt dort hierüber mehr lernen als in England. Uebrigens hat Norfolk, von deſſen Wirthſchaften ſchon ſo Manches für deutſche Verhältniſſe entnom— men worden iſt, längſt auch ſeinen Sandboden mit thonigem Mergel verbeſſert und mehr gebunden. Gyps. Auch die Anwendung von Gyps iſt in Deutſchland vielſeitiger und weit verbreiteter als in England. Neues koͤnnte ich darüber nichts bemerken. Salz. Wenn man den engliſchen Landwirthen erzählt, wie viel man in Deutſchland über ihre Erfolge im Großen, die ſie durch die Salzdüngung erreicht haben ſollen, geſprochen, geſchrieben und Verſuche gemacht hat, ſo können ſie ſich nur wundern; und auch in der That fand ich bei meinen Nachforſchungen in England auch nicht eine Spur davon, daß jetzt noch eine Düngung mit Kochſalz im Großen durchgeführt worden wäre; es treffen im Gegentheil 70& auch die Erfahrungen in England mit den unſrigen bei den Ver⸗ ſuchen im Kleinen dahin zuſammen, daß man ſich von der Salzdüngung im Durchſchnitt keinen lohnenden Erfolg verſprechen dürfe und ſie iſt deswegen in England ganz verlaſſen worden. Mir ſcheint, daß der frühere viele Lärmen in England über— und für Salzdüngung hauptſächlich daher rührte, um dadurch die Regierung zu bewegen, die auf das Kochſalz gelegte ſtarke Wüaele zu ermäßigen, damit das Salz insbeſondere auch in größerer Quantität für die Viehzucht verwendet werden könne. Gebrannter Thon. Dieſes Mittel zu Verbeſſerung und Fruchtbarmachung des Bodens, das vor einiger Zeit ſowohl in England als auch Deutſchland beſonders durch Schriften Aufſehen erregt hat, iſt in England nicht ſo in den praktiſchen Ackerbau übergegangen, daß ich Gelegenheit oder Veranlaſſung gehabt hätte, Näheres darüber zu ſammeln. 5. VLandmirthſchaftliche Werkzeuge, Maſchinen und Geräthe. Zu der ſchon im Eingange berührten Zeit, als in England die größere Bewegung in der Landwirthſchaft ſtattfand und dann auch Deutſchland ſo aufmerkſam darauf wurde, ſind von den Eng⸗ ländern eine Menge neuer oder verbeſſerter Ackerwerkzeuge, vor— züglich auch durch die vielerlei Verſuche in der Drillmethode, bis dieſe auf ihren jetzigen einfachen Standpunkt gebracht war, erfun— den und durch Beſchreibungen, Abbildungen ꝛc. auch zu uns ver— pflanzt worden. Urſprünglich erhielten wir die letztern durch Thaer. Es wäre wohl überflüſſige Mühe, wenn ich hier durch nähere Angabe derſelben ſolche B Beſchreibungen vermehren wollte. Auch in Eng— land, wie bei uns, liegt ein großer Theil der früher erfundenen Maſchinen und W Verkzeuge, welche eine Zeit lang Aufſehen erregt —õ—— —— 71 d— Ver⸗ hatten, in den landwirthſchaftlichen Rüſtkammern. Ich hatte mir d der nur zur Aufgabe zu machen, zu beobachten, prechen welche landwirthſchaftlichen Werkzeuge ſind jetzt da. noch in England allgemeiner im Gebrauch und ſiber— demnach aus jener Uebergangsperiode als prak⸗ udurch— tiſch hervorgegangen? ſtarke Dieſes ſind: ößerer Pflug. Unter den Pflügen, dieſem ſo höchſt wichtigen Gegenſtande für vervollkommnete Landwirthſchaft, iſt der von England aus auch in Deutſchland bekannt gewordene Schwingpflug mit d 1 mancherlei Modifikationen in verſchiedenen Gegenden nach und nach 3 der Haupt-Pflug Englands und Schottlands. Seine Konſtruktion, 1 ſo vielerlei Verſchiedenheiten darin, beſonders in der nach Boden— d Beſchaffenheit bald ſchwereren bald leichteren Bauart dabei, auch üihe vorkommen, und ſo vervollkommnet und vereinfacht ſie nach und nach wird, dreht ſich immer um dasjenige Princip, mit welchem uns ſchon Thaer unter näherer Beſchreibung und Zeichnung des 3„Smal'ſchen“ und dann des„Bailey'ſchen“ Pflugs genau be⸗ gland kannt gemacht hat. Die Schwingpflüge ſind entweder ganz von dann Eiſen, wie insbeſondere die als„Schottiſchen“ bekannten, oder Eng— es ſind daran, was häufig vorgezogen wird, der Pflugbaum und vor⸗ die Sterzen von Holz. Dieſe Pflüge liefern in der Regel auf bis ſehr verſchiedenen Ländereien und Böden ganz vortreffliche Arbeit fun-— mit verhältnißmäßig geringem Kraft-Aufwand, und ihnen haupt— ver⸗ ſächlich verdankt der Engländer die gartenmäßige Lockerung ſeines Bodens. Sie begünſtigen ſehr tiefes Pflügen, auch das beim eng— Es liſchen Landwirthe mit Recht ſo ſehr geſchätzte Querpflügen, das gabe ſonſt bei allen andern Beetpflügen mit mehr oder weniger Schwie⸗ ng⸗ rigkeiten verbunden iſt. nen Von der Feſtigkeit und Güte der Konſtruktion eines ſolchen Pflugs kam mir ein ſprechendes Beiſpiel vor: Bei Anlegung der Birminghamer Eiſenbahn hatten die Erd— arbeiter eben in einem ſehr tiefen Erd-Durchbruch den Weg durch eine harte Mergelſchichte zu bahnen. Zum Aufbruche dieſes Bodens, um ihn dann wegſchaffen zu können, wußten dieſe mit ſolchen Erdarbeiten vertrauten Männer ſich nichts Beſſern, als eines ge— wöhnlichen Schwingpflugs mit hölzernem Grindel zu bedienen; es waren an dieſen fünf der ſchwerſten engliſchen Karrenpferde (deren Ziehkraft 10 unſerer mittlern Ackerpferde gleich zu rechnen iſt) geſpannt, und an— und auf dem Pflug, um ihn auf dem unebenen und mit den größten Hinderniſſen unterbrochenen Terrain gehörig in den Boden zu richten, hingen ſich drei ſtarke Mann an. Der Pflug verrichtete dieſe Arbeit nach Wunſch. Die Räderpflüge finden auch in England ihre Vertheidiger und mehrſeitige Anwendung, ſo namentlich in Norfolk, wo ſie auf dem leichtern Boden gute Dienſte leiſten mögen, was den Wunſch nach beſſern Pflügen weniger rege macht; dennoch aber gewinnen ihnen die Schwingpflüge immer mehr Terrain ab. Als Vorzug der Räderpflüge vor den Schwingpflügen wird auch in England nur das anerkannt, daß ſie auf Boden, welcher dem Pflug vielerlei Widerſtände, beſonders Steine, entgegenſtellt, was aber im allgemeinen nur als Ausnahme gelten darf, einen ungeſtörteren Gang haben. Darüber aber ſind auch die meiſten engliſchen Landwirthe einverſtanden, daß einer rationellern, voll— kommenern Bodenbearbeitung, bei welcher Regelmäßigkeit der Beete, Tiefpflügen, tiefes Furchenauspflügen, Queerpflügen, Doppelpflügen u. drgl. vorkommen ſoll, die Räderpflüge große Anſtände in den Weg legen. Bei der bekannten Schwierigkeit, einen neuen Pflug, ſey er auch noch ſo vorzüglich, zu verbreiten oder gar landesüblich zu machen; dann bei dem Umſtande, daß es ſelten glückt, aus einem ſo fremden Lande ganz gute Exemplare von Pflügen zugleich mit Arbeitern zu bekommen, welche deren Führung gewohnt ſind und 1 eErd— durch odens, ſolchen es ge⸗ ienen; pferde chnen dem rrain wan. iger ſie den aber wird auf eine Art zeigen können, daß die Anwendung Vertrauen, und nicht— wie gewöhnlich— gleich zum voraus Mißtrauen erregt, läßt es ſich wohl erklären, daß dieſe vortrefflichen engliſchen Schwing— pflüge bei uns noch weniger ordentlichen Eingang gefunden haben. Die Schwierigkeiten ſind natürlich um ſo größer, je ab— weichender der neu einzuführende Pflug von dem bisher üblichen iſt. Nur mit der größten Vorſicht und wo möglich mit allmäh— ligem Uebergange muß daher eine ſolche Einführung eingeleitet werden, wenn ſie von Erfolg ſeyn ſoll. Doch bricht ſich jene Konſtruktion der Schwingpflüge, deren Kenntniß wir Thaer ver— danken, nach und nach wie ſo vieles Andere von ihm Empfoh— lene, auch in Deutſchland immer mehr Bahn, während andere Länder außer England und Schottland, ſo namentlich Dänemark, Frankreich hierin vorwärts machen und— was gewiß keineswegs unintereſſant— man insbeſondere in ſolchen Ländern und Gegen— den, wo man nicht mit Verdrängung eines landüblichen Pflugs zu kämpfen, ſondern den Gebrauch des Pflugs überhaupt neu ein— zuführen hat, gewöhnlich ſogleich den Schwingpflug wählt. Bei— ſpiele davon liefern Amerika, das uns ſchon vortreffliche Schwing— pflüge geliefert hat und dann in Deutſchland unter Andern— Mecklenburg in denjenigen Gegenden, in welchen bisher nur der Hacken gebräuchlich war und nun der Pflug eingeführt werden will. Es haben in Deutſchland Thaer, Koppe, Fellenberg und andere ausgezeichnete rationelle Landwirthe, in Frankreich Dombasle den Schwingpflug eingeführt. Zugleich ſind aber in Deutſchland, häufig wahrſcheinlich haupt— ſächlich aus Scheu vor dem Kampfe mit den ſchon bisher mehr einheimiſchen Pflügen, zu viel zweifelnde Stimmen gegen die Schwingpflüge aufgetreten. Dabei darf man aber vielleicht voraus⸗ ſetzen, daß der bei weitem kleinſte Theil der Zweifler Gelegenheit hatte, die Schwingpflüge und ihre Leiſtungen in ihrer Heimath, d. h. da, wo ſie längſt allgemein im Gebrauche ſind, genau kennen zu lernen. Man hat ihnen gewöhnlich nichts vorzuwerfen, als daß ihre Führung größere Aufmerkſamkeit und Einübung verlange; daß ſie faulen und ungeſchickten Händen nicht anvertraut werden können; endlich daß es keine allgemein beſte Pflug-Konſtruktion, als welche man die des Schwingpflugs bezeichnen wolle, geben könne, ſondern jeder verſchiedene Boden eine entſprechende andere Pflug⸗Konſtruk⸗ tion fordere. Iſt Erſteres aber ein Grund, das Vollkommenere bei Seite zu laſſen?! Kann das Letztere ſo allgemein geltend gemacht werden? Hören wir in erſterer Beziehung wenige Worte darüber des von mir hoch verehrten praktiſchen Koppe: „Vergleicht man unpartheiiſch die Quantität und Qua⸗ lität der geleiſteteten Pflugarbeit mit der aufgewendeten Zug— kraft, wo eine heranwachſende Jugend ſich an die Handhabung dieſer Pflüge gewöhnt hat, ſo beſtätigt dieß alles ganz das über die Vorzüglichkeit der Schwingpflüge, die vor Räder— pflügen noch den großen Vorzug der Einfachheit haben, Aufge— ſtellte. Aeltere Pflüger, an Vorgeſtelle gewöhnt, werfen den Schwingpflügen Schwerfälligkeit vor, indem ſie bei den Wen— dungen ihre Arbeit mit der der Zugthiere verwechſeln. Iſt der gute Willen des Pflügers vorhanden, ſo kann dieſer bei der leichten Art, mit der die Schwingpflüge zu regieren ſind, jedem Widerſtande augenblicklich entgegenwirken und eine beſſere Arbeit liefern als mit irgend einem Räderpfluge möglich iſt.“ Eine von gutem Willen geleitete Einübung gehört zur erfolg⸗ reichen Einführung eines jeden neuen Acker-Inſtruments. Ein Mancher, der von ſchwieriger Führung des Schwingpflugs, weil er ihm weniger bekannt iſt, ſpricht, empfiehlt vielleicht auf der andern Seite den„einfachen“ Hacken, während die Führung dieſes 75 für den darin ganz Ungeübten wohl häufig eine Einübung in nicht geringerem Grade erfordert, als die des Schwingpflugs. Diejenigen, die jenen zweiten Einwurf geltend machen, über— ſehen wohl meiſtens, daß der von ihrer Seite empfohlene Pflug auch irgendwo eine Heimath hat, in der er gewöhnlich ohne Un⸗ terſchied auf verſchiedenen Bodenarten und Lagen im Gebrauche iſt, und daß ſolche Verhältniſſe ſchwer aufzufinden ſeyn werden, wo, was freilich der Theorie ganz gemäß wäre, auf demſelben Gute oder in derſelben Gegend bei dem verſchie— denſten Boden auch, um jener Theorie bei der Praxis zu ent— ſprechen, eben ſo vielerlei Arten von Pflügen bleibend im Ge— brauche wären. Diejenige Pflug-Konſtruktion, die, wenn auch nicht allen, doch den meiſten Anforderungen für möglich vollkommenſte Boden⸗ bearbeitung entſpricht, die, wenn auch nicht für alle, doch für die meiſten Fälle am beſten paßt, darf und muß als die beſte em— pfohlen werden, und dieß iſt nach meiner vollen Ueberzeugung, nachdem ich die Pflüge und deren Leiſtungen in England näher kennen gelernt habe, nicht nur der Theorie, ſondern auch der Praxis nach bis jetzt die der Schwingpflüge. Die Niederländer zeichneten ſich längſt in der Agrikultur und insbeſondere auch in der zweckmäßigen Konſtruktion ihrer Ackerinſtrumente, namentlich des Pflugs, aus. Sie brachten nach und nach den bekannten ausgezeichneten Bau ihrer Pflüge zu Stande; ſie mögen bald die oben berührten Mängel der Räder— Vorgeſtelle und dabei erkannt haben, daß dieſe bei dem ſonſt ver— vollkommneten Bau ihres Pflugs weggelaſſen und bei ihrem weniger gebundenen, mehr ebenen Boden durch eine einfache Stelze erſetzt werden können. Die belgiſchen Pflüge ſo, wie wir ſie jetzt kennen, erregten bei allen denken den Landwirthen die größte Aufmerkſamkeit; beinahe überall, wo die große Wichtigkeit der Vervollkommnung der Pflüge erkannt wurde, iſt der belgiſche Pflug bei den eingeleiteten Verbeſſerungen zu Grunde gelegt worden. Es haben dieſes die Engländer, die früher überhaupt ſo Manches von den Niederländern in ihre Landwirthſchaft aufnahmen, ſchon vor bald 100 Jahren gethan; in Frankreich geſchah es vor etwa 20 Jahren durch Dombasle. Von allen Seiten erkannte man den belgiſchen Pflug für den vollkommeneren an, wenn der Boden demſelbenentſpreche d. h. mehr eben, nicht ſehr gebunden, von Natur oder durch Kultur wohl gelockert, ziemlich rein von Steinen und Wurzeln iſt. Alle weſentlichen Modifikationen, welche man an ihm anzu⸗ bringen ſich bemühte, hatten das Ziel, ohne ſeine guten Eigen— ſchaften und ſein Hauptprinzip bei dem Bau des Pflugkörpers zu verlaſſen, deſſen allgemeinere Brauchbarkeit und Anwendbarkeit auf verſchiedene Boden und Lagen herzuſtellen. Dieß führte auf Entfernung des in der oft hindernd wirkenden Stelze bisher noch gebliebenen Vorgeſtells, auf Vermehrung der Hebelkraft mittelſt der Sterzen u. drgl. und ſo auf die Schwing— pflüge, welche zuerſt die Engländer und unter dieſen von größerem Rufe hauptſächlich Smal(der Smal'ſche ſoll auch urſprünglich in England noch„der Holländiſche“ genannt worden ſeyn) und Bailey zu mehr Vollkommenheit brachten, und wie ſie nun bei den ſo praktiſchen Engländern, die, im Maſchinen- und Werkzeug— bau ſo weit voraus, auch ſchon ſo Vieles in den Ackerwerkzeugen verſucht und geleiſtet haben, die verbreitetſten ſind. Unſerem hochverehrten Schwerz gebührt das Verdienſt, in Deutſchland auf die Vorzüge des belgiſchen Pflugs aufmerkſam gemacht und von Hohenheim aus demſelben in weitem Kreiſe Ein— gang verſchafft und die ſehr unvollkommenen, landüblichen Räder— pflüge dadurch häufig verdrängt zu haben. Wir haben es ihm ſehr zu danken, daß er bei ſeinen erfolgreichen Bemühungen in Vervollkommnung der Ackerbearbeitung nicht zum Schwingpfluge, 2—2 teten ſondern lieber zu dem verwandten und ſchon an ſich ſehr vortreff— lichen original belgiſchen Stelzpfluge griff, weil das Gelingen der ſ Einführung eines beſſern Pflugs leicht daran hätte ſcheitern können, men wenn man vom gewohnten Räderpfluge ſogleich hätte zum Schwing— hi pfluge übergehen wollen; eine ſolche Vertauſchung aber leichter im 4 ſtufenweiſen Uebergange vom Räderpfluge zum Stelzpfluge und den dann vom Stelzpfluge zum Schwingpfluge vor ſich gehen kann. je, Der— neuerer Zeit wichtiger werdenden Untergrundpflüge rch iſt oben bei der Trockenlegung des Landes gedacht; ebenſo der eln ſogenannten Schnitt- oder Schälpflüge bei der Berührung des zu⸗ Doppelpflügens von Klee⸗Grasland. ell⸗ zu Egge. eit Die Eggen haben meiſtens Zähne von Eiſen. An ihrer Konſtruktion fiel mir nichts beſonders Bemerkenswerthes auf. In en Durham auf dem änußerſt ſchweren, waſſerhaltenden Boden der war mir der Gebrauch einer Egge neu, welche ſo konſtruirt iſt, gg daß ſie je nach der üblichen Breite der Beete aus vier bis em ſechs ſchmalen in die Quere zuſammengehängten Eggen beſteht, ic welche, durch Ketten an einem langen Baume verbunden, über die ganze Breite der Beete herüberreichen und welche an den auf nd Rei den Endpunkten jenes Baumes angebrachten Zugſcheiten ſo ein— 3 geſpannt werden, daß auf beiden Seiten die Pferde in den Furchen — gehen, damit insbeſondere bei der Einſaat in feuchtes, thoniges 2 Land nicht zu ſtark von den Pferden eingetreten werde. i Auf gewöhnlichem Felde eggen die Engländer meiſtens im Trotte, um die zerkrümelnde Eigenſchaft der Egge noch zu ver— 4 mehren. 1 Kultivatoren, Exſtirpatoren. Die unter dem Namen von Kultivatoren, Erſtirpatoren, vielſcharigen Pflügen, Pflugeggen, Grupper ꝛc. aus England zur Zeit Thaers bei uns bekannt gewordenen Ackerinſtrumente, welche in ihrer Wirkung zwiſchen Pflug- und Eggenarbeit ſtehen ſollen, fand ich auf manchen Gütern mit dem leichtern Turnips-(Gerſte—) Boden in der längſt beſchriebenen mancherlei Art noch vor und im Gebrauche, allein doch nicht ſo in den engliſchen Ackerbau über⸗ gegangen, daß man dadurch zu der praktiſchen Seite derſelben vollkommenes Vertrauen zu bekommen und ſie allgemein als ſehr weſentlich für vervollkommneten Ackerbau, gute Konſtruktion des Pflugs und der Egge und gute Pflug- und Eggenarbeit voraus— geſetzt, anzuſehen hätte. Walze. 1 Der Gebrauch der Walzen iſt in England allgemein. Die kräftigſte Wirkung thun ſie, wenn ſie kurz und ſchwer verfertigt werden. Auch dieſe Werkzeuge ſind häufig von Eiſen gegoſſen, hohl und ſo eingerichtet, daß ſie durch Gewichte, die an den Achſen angehängt werden u. drgl. beſchwert werden können. Um das Land ſo klar, wie es der engliſche Landwirth wünſcht, bearbeiten zu können, iſt ihm die Walze unentbehrlich. Aber auch zur Saat, vor- und nachher, wendet er die Walze mit Recht auf leichtem Boden ſehr häufig an; im Frühjahr werden die vom Froſt aufgezogenen Winterſaaten gerne angewalzt. Bemerkenswerth ſchien mir eine Walze, welche auf leichtem Lande, wie in Nor— folk ꝛc. hauptſächlich zum Waizenbau, um hiefür ſolchen Boden paſſender vorzubereiten, angewendet wird. Es iſt dieſes eine Art von Scheibenwalze, aber nur aus zwei oder drei Scheiben beſtehend von etwa 2 bis 2 ½ Schuh Durchmeſſer, mehrere Zoll dick, mit einem bis auf etwa 1 Zoll Stärke zulaufendem Rande und einem Abſtande des einen Randes vom andern von etwa 8 Zoll. Da bei dem Gange des Inſtruments die Baſis der zwei Scheiben allein zu klein wäre, damit ſich dieſe in ſenkrechter Richtung halten könnten, ſo iſt auf der andern Seite der Walzenachſe, in welcher die Scheiben befeſtigt ſind, ein gewöhnliches Rad von etwas kleinerem Durchmeſſer angebracht. Mit dieſer einfachen Maſchine ᷓꝑᷓ—ú6xᷓꝙ— 79 Ex wird das leichte Land vor der Waizenſaat ſehr regelmäßig befahren, ſo daß die Scheiben den Boden in parallel laufende Vertiefungen, zwiſchen welchen ziemlich ſpitz zulaufende Erhöhungen bleiben, feſt zuſammendrücken. Bei der breitwürfigen Saat fällt der Samen in dieſe Vertiefungen auf den feſtgedrückten Boden, über den dann die Erde der Erhöhungen mit leichter Dornegge hergezogen wird. Der Stand des Waizenfelds erſcheint dann ſpäter ganz ſo, wie wenn es mit der Säemaſchine geſäet wäre und wird auch ebenſo in den Reihen behackt. Das Inſtrument wird daher auch Drill⸗ walze genannt. Auf ſchwerem Boden in Cheſterſhire ꝛc. ſah ich eine Walze im Gebrauche, auf welcher ſtatt der eiſernen Stacheln bei der bekannten Stachelwalze, die in England neben der Walze mit eiſernen erhabenen Ringen, nicht ſelten getroffen wird, eine Menge etwa 2 Zoll hoher Meſſeerſchneiden ſchief gegeneinander ſtehend angebracht ſind. Sie ſoll ſehr gute Dienſte leiſten. Die Anwendung der Walzen zum Grasbau wird bei dieſem berührt werden; ich ſah zum W zalzen des Grasbodens in Parken gußeiſerne Walzen-Cylinder von 6 Fuß Durchmeſſer, 8 Fuß Länge und zolldickem Eiſen. Ihr großer Durchmeſſer oder vielmehr die hochſtehende Achſe erleichtert die Fortbewegung dieſer ſehr ſchweren Walzen. Werkzeuge zur Drill⸗Kultur. Zur Zeit der Thaer'ſchen Beſchreibung der engliſchen Land⸗ wirthſchaft, wo eben die Drillkultur in ausgedehnter Weiſe zur Sprache kam, erſchien dieſe ſehr erkünſtelt und veranlaßte in Deutſch— land viele Mißverſtändniſſe. Nach und nach läuterten ſich die Begriffe; ebenſo wurden die Inſtrumente für dieſelbe, bei welchen damals noch eine große Mannigfaltigkeit ſowohl in der Wirklichkeit als auch in Projekten ſtattfand, auf wenige einfache, nämlich auf die Pferdehacke und den Häufelpflug zurückgeführt. Komplicirter noch ſind die Säemaſchinen. Jetzt iſt auch in Deutſchland die Reihen-Kultur, z. B. der 80 α Kartoffeln, Rüben, Bohnen, Reps u. drgl. ſo gewöhnlich und bekannt, daß ich nur Folgendes darüber aus England anführe: In England ſind es dieſelben Produkte, ganz vorzüglich die Turnips, welche nach der Drillmethode gebaut werden; dabei aber auch häufiger als bei uns die Hülſenfrüchte und dann, als noch mehr eigenthümlich, das Getreide. Das Betreffende darüber werde ich bei dem Bau dieſer Produkte zu berühren Gelegenheit haben; über die dabei gebrauchten Werkzeuge aber bemerke ich: Pferdehacke. Die Pferdehacke iſt noch häufig ſo, wie ſie ſchon von Thaer beſchrieben. Doch finden die einfachern verbeſſerten Pferde⸗ hacken mit einem Schare voraus und zwei Scharen hinten, welche je nach Breite der zu behackenden Zwiſchenräume näher oder weiter von einander geſtellt werden können(ähnlich der neuern Hohen— heimer Pferdehacke), mehr Eingang. Die vielſcharigen complicirten Pferdehacken zum Behacken des gedrillten Getreides findet man insbeſondere nach der bekannten Konſtruktion von Coke in Anwendung. Es ſind mit denſelben aber natürlich auch ſchon mancherlei Modifikationen ausgeführt worden. Doch iſt deren Gebrauch beſchränkt. Häufelflug. Der Häufelpflug iſt ebenfalls häufig nach der von Thaer gegebenen Beſchreibung mit zwei beweglichen, enger oder weiter zu ſtellenden Streichbrettern, im Gebrauche. Säemaſchine. Säemaſchinen hängen mit Ausnahme derjenigen, welche hier und da zur breitwürfigen Saat, wie z. B. der von Hand ſchwieriger gleichmäßig zu vertheilenden Klee- und Grasſamen an— gewendet wird“, mit der Drillkultur der Engländer im Großen, * Aehnliche Saͤemaſchinen(die von Alban und Labahn) fand ich ſpter in Mecklenburg u. ſ. w. auch in Anwendung. h und hre: ich die ei aber s noch werde aben; des unten elben führt paer iter —— 81 beſonders der Turnips und des Waizens, innig zuſammen und ſind vorzüglich im Norden Englands und in Schottland in An— wendung. Die Conſtruktion derſelben mit dem ſogenannten Löffelwerk, bei der nämlich kleinere oder größere Löffelchen ſich mit der Achſe bewegen und den Samen durch ein Trichterwerk auswerfen, iſt jetzt faſt allgemein als das Zweckmäßigere anerkannt; die Ein⸗ richtung mit Bürſten und ohne Löffelchen findet man ſeltener und mehr nur für die oben berührte breitwürfige Saat. Da, wo Knochenmehl zur Düngung angewendet wird, iſt in derſelben Maſchine über dem Löffelwerk für den Samen auch ein ſolches für das Knochenmehl; die Trichter für das Knochenmehl leiten dieſes in die Trichter für den Samen, ſo daß beides mit einander in die Erde in Reihen fällt. Eine ſolche Säemaſchine, die zu verſchiedenen Sämereien und zu Knochenmehl geſtellt werden kann, koſtet etwa durchſchnittlich 40 Pfund Sterling. Handſäemaſchinen nach gleichem Princip eingerichtet ſind ebenfalls im Gebrauche. Für Turnips ſah ich dann noch eine beſondere Säemaſchine, ähnlich unſern Repsſäemaſchinen, in ſolchen Gegenden, wo kein Knochenmehl, ſondern nur Stalldünger dazu angewendet wird. Die Turnips werden dabei auf Rücken geſäet, meiſtens je zwei Reihen zugleich; es ſind an der Maſchine kleine konkave Walzen angebracht, welche den Samen anwalzen, dabei aber jene Rücken belaſſen. Dreſchmaſchinen. 1. Die Dreſchmaſchinen haben ſich von Schottland und den angränzenden nördlichen Grafſchaften Englands aus jetzt allgemein auf größern Gütern verbreitet, was wohl am beſten für die Wahrſcheinlichkeit der allgemeinen Behauptung der Engländer, daß hierdurch bei ihnen viel, oft wohl die Hälfte der Koſten für ge— wöhnliches Hand-Dreſchen erſpart werde, ſpricht. Hieraus darf aber nicht gefolgert werden, daß ſie unter allen Umſtänden, und in v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft. 6 Verhältniſſen, wo der Taglohn bei weitem nicht ſo hoch iſt, als in England, und da, wo keine Waſſerkraft oder Dampfkraft zu ihrem Betriebe angewendet werden kann, mit Vortheil benützt werden. Die Frage hierüber iſt namentlich bei uns noch keines⸗ wegs genügend beantwortet. Bei Vergleichung der Erfolge dabei in England gegenüber von denjenigen in Deutſchland iſt auch noch der Umſtand zu berückſichtigen, daß die Arbeit dabei in England dadurch gefördert wird, daß das Stroh im Durchſchnitt dort kürzer iſt, nicht nur, weil es hauptſächlich aus Waizen- und Gerſtenſtroh beſteht, ſondern auch weil es bei der Erndte häufig weniger tief als bei uns am Boden abgehauen wird. Als Beiſpiel des Aufwands wurde mir in Linkoln bei einer Maſchine, welche mit 5 Pferden und 12—14 Mann täglich be⸗ dient wurde, angeführt, daß auf dieſer 8 Buſhels(1 Scheffel 5 Simri württemb.) Waizen bei mittlerer Erndte zu dreſchen auf 2 Schilling(1 fl. 4 kr.) zu ſtehen kommen, während das gleiche Quantum bei dem Handdreſchen 4 Schilling koſte. Die Dreſchmaſchinen haben dabei für die Engländer noch um ſo größere Vortheile, weil ſie dadurch mehr in Stand geſetzt ſind, ihre Getreide-⸗Schober, wenn ſie einmal angegriffen werden, ſchnell wegzudreſchen. Die Anſchaffung einer ſolchen Dreſchmaſchine, nach der jetzt allgemeinern ſchottiſchen(ſchottiſch-ſchwediſchen) Konſtruktion, koſtet in England etwa 100 Pfd. Sterling. Die Maſchinen werden wo möglich durch Waſſer getrieben; neuerer Zeit mehr durch Dampf. Ein ſolcher ganzer Apparat koſtet dann je nach ſeiner Größe und Pferdekraft 2— 300 Pfd. Sterling. Nicht ſelten kommt es auch vor, daß ſolche Maſchinen ſo konſtruirt ſind, daß ſie von einem Orte zum andern transportirt werden können, wo ſie dann häufig auch im Freien neben den Getreide-Schobern aufgeſtellt und bei guter Witterung angewendet werden. In dieſem Falle geſchieht der Betrieb mit Pferden. der ſind iſ, als kraft zu benütt keines⸗ ge dabei ich noch england kürzer enſtroh er tief einer h be⸗ heffel n auf gleiche einem iufig bei hieht — Die Vorrichtung zum Putzen des Getreides iſt meiſtens mit der Dreſchmaſchine zuſammenhängend. Heuwend⸗Maſchinen. Heuwend⸗Maſchinen ſieht man nicht ſelten im Gebrauch; doch ſind ſie nicht ſo häufig, daß auf einen großen Vortheil, der durch ſie zu erreichen wäre, geſchloſſen werden könnte. Es wird ihnen nicht ſelten vorgeworfen, daß ſie auf unebenem Lande weni— ger zu gebrauchen ſeyen; daß ſie, wenn Gras, Klee ꝛc. dick liege, keine gute Arbeit machen; daß man daneben zum Zuſammenrechen des Heus auf Kämme, zum Aufſetzen deſſelben in kleinere und größere Haufen u. drgl. dennoch viele Handarbeit nöthig habe. Gewöhnlich aber hörte ich von Gutsbeſitzern, welche ich um die Urſache, warum ſie ſich nicht der Heuwend-Maſchinen bedienen, fragte, die Antwort, daß ſie ihren Taglöhnern einen ſolchen Ver— dienſt durch Handarbeit nicht entziehen mögen. Wenn man dieſes von einem Engländer hört, der ſo gut zu rechnen verſteht und ſich ſonſt, wo nur mit Nutzen möglich, der Maſchinen bedient, ſo darf man beinahe mit Sicherheit daraus ſchließen, daß nicht viel Vortheil dabei herauskomme, und dieſes demnach dann um ſo weniger, wenn, wie bei uns, der Taglohn viel niederer iſt und angenommen werden darf, daß dieſe Maſchinen in ihren Leiſtungen die Güte der Handarbeit nicht ganz erſetzen. Die Heuwend-Maſchinen ſind überdieß komplicirt und kommen ziemlich hoch zu ſtehen. Häckſelſchneid⸗Maſchinen. Gegenüber von denjenigen, welche auch in Deutſchland aus England und Schottland bekannt und eingeführt ſind, fand ich nichts Bemerkenswerthes, als daß ſie ſehr häufig mit den für die Dreſchmaſchine angewendeten Triebkräften in Verbindung geſetzt ſind. Wurzelwerkſchneid⸗Maſchinen. Diejenigen mit Schwungrädern, an welchen Meſſer angebracht ſind, welche Rüben, Kartoffeln ꝛc. in Scheiben ſchneiden, ſind in 84 ungefähr gleicher Konſtruktion, wie in Deutſchland im Gebrauche. Sodann findet man aber auch ſolche, welche die Wurzeln in kleine Würfel ſchneiden, die von den Schafen leichter aufgenommen werden, als größere Scheiben. Fuhrgeräthe. Rückſichtlich des landwirthſchaftlichen Fuhrgeräthes hatte ich zu bemerken: In der Conſtruktion der Karren und Wagen erwartete ich in England mehr Beachtenswerthes. Die landwirthſchaftlichen Fuhr⸗ werke ſind meiſtens ſehr ſolid und ſchwer gebaut. Darüber, ob vier- oder zweirädriges Fuhrwerk das Vortheilhaftere ſey, ſind die Meinungen in England ſo getheilt, wie anderwärts. Einſpännigen zweirädrigen Karren mit ſtarken Pferden ſcheint beim Wirthſchafts— gebrauch und auf ebenen Wegen der allgemeinere Vorzug gegeben zu werden. Auch bei mehr Zugpferden an Einem Wagen oder Karren ſind dieſe bis zu vier und ſechs meiſtens einzeln hinter— einander, viel ſeltener paarweiſe nebeneinander geſpannt. Es gelang mir nicht, überwiegende Gründe hiefür aufzufinden. b. Pflanzenbau. Wenn ich bei dem Beſuche der Wirthſchaften in England den Farmer gebeten hatte, mir ſeine Wirthſchaft zu zeigen, ſo führte er mich gewöhnlich zuerſt auf ſeine ſchönſten Futterfelder, wobei er zugleich Gelegenheit nahm, ſeinen Viehſtand zu zeigen, dann auf die Rübenfelder, nach dieſen erſt auf die Waizen- und andere Getreidefelder. „Aus dem Anſtande jener, der Futter- und Turnipsfelder,— ſagt der Farmer— kann man immer auf den der letztern, der Getreidefelder, ſchließen. Sind jene ſchön und üppig, ſo ſteht es um —,— brauche. i kleine nommen gland n, ſo elder, eigen, ⸗und —— 85 Viehſtand und Getreidefelder, kurz— um die ganze Wirth— ſchaft gut.“ Dieſe Ordnung darf als die Rangordnung angenommen werden, in welcher der engliſche Landwirth jenen verſchiedenen Zweigen Wichtigkeit beilegt. Bei Anführung meiner Beobachtungen behalte ich dieſe Ord⸗ nung bei: 1. Gras- und Futterbau. Das bei der engliſchen Landwirthſchaft eine ſo wichtige Rolle ſpielende Grasland kann in dauerndes und wechſelndes ein getheilt werden. Dauerndes Grasland. Gutem dauerndem Graslande legt der engliſche Landwirth großen Werth bei. Daſſelbe wird theils zum Heumachen, theils zum Abwaiden benützt. Er ſucht es immer in voller üppiger Kraft zu erhalten. Durch Abwaiden glaubt er es in der Regel beſſer nutzen zu können, als durch Heumachen, und erklärt dieſes damit, weil von dem dabei auf einem gut berasten kräftigen maſten Graslande immer ſehr dicht und üppig nachwachſenden zarten Bodengras durch Abwaidenlaſſen mehr zu Nutzen gebracht werden könne, als beim Mähen unter die Senſe komme. Es wird daher im Durchſchnitt immer mehr dauerndes Grasland ab— gewaidet als abgemäht, und es kann dieſes um ſo mehr ohne alle Störungen für die Wirthſchaft geſchehen, als, wie wir bei allge meinerer Betrachtung der engliſchen Landwirthſchaft geſehen haben, das in Wechſelwirthſchaft umgetriebene Land mit wechſelnden Gras⸗ und Futterſchlägen ſich ohne Beihülfe dauernden Graslands in Kraft erhalten kann. Natürliches Grasland, zu welchem meiſtens etwas feuchterer Grund beſtimmt iſt, als zum Bauland, wird vor— zugsweiſe mit Rindvieh und Pferden bewaidet. Wenn es zum Abmähen verwendet wird, ſo wird nur Heu gemacht; Oehmd von 1 8 z 86= einer Wieſe zu nehmen, gehört ganz zu den Ausnahmen und ich kann auch die Anſicht der Engländer gar wohl theilen, daß bei einer Landwirthſchaft, welche auf Waidebetrieb eingerichtet iſt, und wo auch ſogar die Hut ſelbſt keinen Aufwand veranlaßt, das Ab⸗ waiden des zweiten Graſes mehr Reinertrag liefern könne, als das Mähen und Dürrmachen zur Fütterung, insbeſondere in einem feuchten Klima, da ſogar auch unter unſern andern Wirth⸗ ſchaftsverhältniſſen der Aufwand für das— der Jahrszeit nach oft ſehr mißliche Oehmdbereiten häufig unverhältnißmäßig hoch ſich ſtellt und ein Abwaiden vortheilhafter machen würde. Ueberdieß hält der engliſche Landwirth dafür, daß das Gras auf einer Wieſe, welche jährlich zweimal gemäht werde, nach und nach viel dünner ſich ſtelle und ſich darauf ſchlechtere Pflanzen einfinden, als wenn ſie von Zeit zu Zeit abgewaidet und feſtge— treten werde. Da bei dem Bewaiden des Graslands das Vieh während der ganzen Dauer dieſes Waidens Tag und Nacht auf dem Gras⸗ lande bleibt, ſo wird es dadurch vollkommen in Kraft erhalten; wird aber daſſelbe zum Heumachen beſtimmt, ſo ſorgt der engliſche Landwirth angelegentlich dafür, daß es dagegen gute Düngung erhalte und man darf annehmen, daß für zweimaliges Heumachen in zwei Jahren meiſtens eine ſolche Düngung mit gut verrottetem Dünger oder Kompoſt erfolge. Auf ſolchen Dünger iſt für Wieſen ganz beſonderer Werth zu legen, weil er durch fleißiges öfteres Verrechen während des Winters ſo mit der Grasnarbe vermiſcht wird, daß wenig oder gar nichts von der Wieſe wieder abzurechen iſt. Die weitere Pflege alter Wieſen geſchieht in England ebenſo, wie es bei jeder guten Bewirthſchaftung des Graslands ſeyn ſoll; dahin gehört: eine gewiſſe Ordnung im Bewaiden und dabei Sorge, daß die Waide nie zu früh und zu ſtark beſetzt werde; Ableitung aller ſchädlichen Feuchtigkeit; baldiges Verlaſſen des Graslands mit dem Vieh im Frühjahre, längſtens Anfang Aprils, wenn — und ich daß bei iſt, und das Ah⸗ ne, als dere in Witth⸗ üt nach g hoch Gras h und lanzen feſtge⸗ ährend Gras⸗ halten; ggliſche ingung nachen ttetem Lieſen eres wird, iſt. benſo, ſoll Sorge, eitung lands wenn 87 R Heu darauf gewonnen werden ſoll; Wegräumung ſchlechter Pflanzen; fleißiges Verwerfen des Waidedüngers, oder auch Sammeln deſſel⸗ ben auf Kompoſthaufen, um ihn ſpäter zu paſſender Jahrszeit deſto ſorgfältiger wieder auf dem Lande verbreiten zu können; Ebnen der Ameiſen- und Maulwurfhaufen; Walzen des Gras⸗ lands, um es zum Behuf des Mähens ebener zu machen und die lockere Grasnarbe feſter zu drücken, was letzteres den Ertrag ſicherer macht; fleißiges Abmähen des bewaideten Landes, um ſtehen ge⸗ bliebene Pflanzen wegzuräumen und das Gras wieder friſch aus— treiben zu machen. Wenn man eine ſolche Pflege, eine ſolche Kräftigung der Grasländer und dabei das Beſchatten derſelben und das Beſchützen gegen trocknende Winde durch die Häger, Baumpflanzungen ꝛc., das Vorhandenſeyn von verhältnißmäßig ſo vielem Graslande, was immer auch mehr Feuchtigkeit veranlaßt, ac. betrachtet, ſo kann man ſich auch ohne Rückſichtnahme auf das günſtige Klima Englands den üppigen Graswuchs daſelbſt wohl erklären. Das ſchöne Grün überraſcht den Fremden um ſo angenehmer, weil es bei der Bewirthſchaftungs⸗Art, wie ſie bereits angeführt iſt, das Land in großen Maſſen einnimmt. Der ſchöne Raſen wird noch vermehrt durch die vielen großen Luſtgärten in den Parks, die ganz vorzüglich aus Raſenparthieen beſtehen, welchen eine ganz beſondere Pflege zu Theil wird, und welche auch den fremden Landwirth deshalb intereſſiren, weil aus deren Zuſtand und Behandlung gewöhnlich auf die Behand⸗ lung des Graslands in England überhaupt geſchloſſen wer⸗ den will. Die Behandlungsart iſt aber einander entgegengeſetzt. Bei dem eigentlichen Nutz⸗Grasland wird hauptſächlich dahin getrachtet, es durch Kräftigung immer in einem maſten üppigen Zuſtande zu erhalten; der Raſen der Luſtgärten aber wird mager gehalten, wobei ſich feines kurzes Gras, wenn auch Moos, was den Tritt 88 darauf noch weicher macht, erzeugt; er bekommt ſein ſchönes rein— liches Anſehen hauptſächlich durch folgende Behandlung: Durch häufiges Walzen, wozu man ſich kleiner gußeiſerner Handwalzen (höchſtens 2“ lang und 1 ½1 im Durchmeſſer) bedient, wird die Fläche immer ſehr geebnet und glatt ausſehend erhalten; dieſes Walzen geſchieht nach leichter Befeuchtung des Raſens durch Regen, Thau, auch— in Ermanglung dieſer— durch Begießen. Es iſt auffallend, wie lebhaft grün und dicht gewalzter Raſen gegen ſolchen ausſieht, welcher gewöhnlich nicht gewalzt wird. Sodann wird das Gras auf ſolchen Raſen, wenn es nur mehrere Zoll gewachſen iſt, ſo kurz als möglich abgemäht, ſo daß man alle 14 Tage bis 3 Wochen mit dem Mähen immer wieder auf den gleichen Platz kommt; man bedient ſich dazu ſcharf geſchliffener Senſen und vor dem Mähen wird jedesmal gewalzt, damit durch die Verebnung auch der kleinſten Erhöhungen dem kurzen Abmähen nicht das geringſte Hinderniß im Wege ſtehe. Die Kanten der Raſen an den Wegen werden durch beſonders konſtruirte Scheeren mit langen Handſtielen, ſo daß ſie der Arbeiter aufrecht ſtehend handhaben kann, immer ſcharf abgeſchnitten. Es werden alle— auch die kleinſten— Steine u. drgl., abgeleſen, alle ſtärkern, den Graswuchs hemmenden Pflanzen ausgeſtochen u. drgl. Von dem außerordentlich ſaubern— aufs genaueſte geebneten Zuſtand ſolcher Raſen kann man ſich durch den Umſtand den beſten Begriff machen, daß die Engländer auch eine Gras-Mähmaſchine anwenden, welche das Gras darauf auf eine Art abſcheert, welche Aehnlichkeit mit den Tondeuses zum Scheeren des wollenen Tuchs in den Tuchfabriken hat. Was das Neu⸗Anlegen dauernder Grasländer im landwirthſchaftlichen Betriebe betrifft, worin man im Auslande bei den engliſchen Landwirthen eine ganz beſondere Kenntniß vor⸗ ausſetzt, ſo iſt auch bei dieſen die Schwierigkeit, eine— einer alten Wieſe an Güte und paſſender Miſchung in der Beſtockung — 89 — u gleichkommende neue Grasnarbe zu Stande zu bringen, ganz aner— kannt und die Urſache, warum ſie bei dem aus anderer Veranlaſſung inüm berührten großen Werth, welchen die engliſchen Landwirthe auf in di eine gute Wieſe legen, den Umbruch einer ſolchen in den ſeltenſten de Fällen zuloſſen. 1 Soll eine neue Wieſe angelegt werden, ſo beſteht das Ver⸗ Cs fahren dabei einfach in Folgendem: gegen Als erſte Bedingung zum Gedeihen ſieht man dabei an, daß dann das Land vorher in einen möglichſt mürben, gepülverten, von e Zoll Unkraut reinen und, wenn es nicht ſchon in alter guter Dung— ale kraft ſteht, durch Düngung mit wohl verrottetem oder als Kompoſt den bereitetem Dünger in Kraft geſetzten Zuſtand gebracht werde. Zur ener wirklichen Anſaat iſt es dann nothwendig, daß die Oberfläche urch ſo eben als möglich hergerichtet werde. In ihrem Urtheile, ähen welche Zeit die paſſendſte zur Grasanſaat, ob im Frühjahr der oder Spätjahr, ſodann— ob in erſterem Fall mit einer Ueber⸗ eeren frucht, wozu ſie vorzugsweiſe Gerſte nehmen, zuträglich ſey oder ehend nicht, ſind die Engländer eben ſo wenig entſchieden als wir. Daſſelbe le— iſt— ich hätte es nicht geglaubt— der Fall bei der Wahl des „den Grasſamens für dauerndes Grasland. Die engliſchen Land⸗ dem wirthe ziehen weder den Samen für ihren Bedarf ſelbſt, noch cher geben ſie die paſſendſte Miſchung an; ſondern ſie verſchreiben ſich hen, von den großen Grasſamenhandlungen bei eintretendem Bedarf llche den Samen und überlaſſen in der Regel dieſen die Miſchung eben— hkeit— ſowohl als auch die Beſtimmung der Quantität für eine gewiſſe den Fläche. Bei ſolchen Händlern findet man dann eine eben ſo große und unentſchiedene Mannichfaltigkeit der von ihnen gewöhnlich rim vorgeſchlagenen Miſchungen, oder— wenn ich mich ſo ausdrücken ande darf— von Recepten für Grasanſaat nach Sorten und Quan⸗ vor⸗ tität, als ſolche auch ſchon in allen Büchern über dieſen Gegen— ner ſtand enthalten ſind und bei der Unzuverläßigkeit, welche ich hierin allgemein in England bemerkte, kann ich es wohl unterlaſſen, jene Zahl von Angaben darüber auch noch mit ſolchen zu vermehren, wie ich ſie mir von Landwirthen, um wo möglich ein Reſultat dar— aus ziehen zu können, ohne übrigens zu einem ſolchen zu gelangen, angeben lies. Engliſches Raygras, wenngleich weniger dauernd, und weißer Klee, auch Thimoty⸗Gras bilden meiſtens die Hauptgrundlage bei der Miſchung, wozu noch andere von den gleichen Grasſamenſorten, je nach Umſtänden, Vorrath, Sendungen vom Händler u. drgl. genommen werden, wie wir ſie ebenfalls verwenden. Von einer einzigen Futterpflanze war es mir neu, daß ſie in England bei Anlage von dauerndem Gras⸗ land in ſolcher Ausdehnung verwendet werde. Es iſt dieſes der dauernde rothe Wieſenklee(in England: Kowgras), deſſen nähere botaniſche Bezeichnung und Unterſcheidung von dem ge— wöhnlichen rothen Klee übrigens noch nicht ermittelt worden iſt. Dieſes Kowgras fehlt beinahe bei keiner Gras-Anſaat. Im Allgemeinen nehmen die Engländer das Quantum zur Gras-Anſaat lieber zu voll, als zu knapp, und etwa in der gleichen Quantität, wie ich ſogleich bei Anſaat des wechſelnden Graslandes angeben werde. Sie berechnen ganz richtig, wie weit größer der Schaden einer mißlungenen, knappen Anſaat gegenüber von dem Mehraufwand für eine volle Saat ſey. Mehr als auf die Samenmiſchung muß alſo auf die Behand⸗ lung des neuen Grasſamenfelds, wie ſie die Engländer nach langer Erfahrung betreiben, Wichtigkeit gelegt werden: der Samen wird leicht angewalzt und das Walzen einigemal wiederholt, wenn das Gras einige Zoll gewachſen iſt. Im nächſt folgenden Frühjahr nach der Saat wird das junge Grasland mit kräftigem wohlver⸗ arbeitetem Kompoſt überſtreuet. Durch ſolches Ueberſtreuen mit kräftigem Kompoſt gerade zu der Zeit, wenn mit eintretender Frühlingswärme die erſte Vegetation ſich regt, und wo dann die oft ſchwach aus dem Winter gekommenen Pflänzchen treibender Nahrung am meiſten bedürfen, verſpricht ſich der engliſche — nehren, at dar⸗ langen, veniger bilden andere vrrath, e wir var es Gras⸗ s der deſſen 1 ge⸗ niſ. n zur leichen landes er der ndem hand⸗ anger wird das hjahr hlver⸗ 7 n mit —ſn 91 ☛ Landwirth auch bei andern Saaten immer die beſte Wirkung. Im Laufe des Sommers wird es dann für das Zweckmäßigſte gehalten, Schafe darauf zu bringen, die das neue Grasland leicht abhüten, und— wie immer bei der engliſchen Wirthſchaft— auch darauf Tag und Nacht in der Koppel bleiben. Wenn dieſe Behandlung noch ein oder zwei Jahre wiederholt wird, ſo halten es die Eng— länder für weit zuträglicher, als wenn man das Grasland vor dem dritten Jahre ſchon zum Abmähen beſtimmt, weil die neue Grasnarbe bei wiederholtem Abmähen einen zu dünnen Stand annehme. Nachher kann das Land ganz wie älteres Grasland behandelt werden. Nur bei näſſerem Lande, wo das Abwaiden mit Nachtheil verknüpft iſt, muß das Abmähen auch in den erſten Jahren vorgezogen werden. Wenn das neue Grasland das erſte— mal gemäht worden iſt, dann wird ihm eine Ueberdüngung im folgenden Spätjahre ſehr zuträglich. Ein beſonderes Gewicht legen die Engländer auch darauf, daß, wenn eine Grasanſaat fehlge⸗ ſchlagen habe, d. h. wenn der aufgegangene Samen den Boden nicht friſch und dicht bedecke, man das Land nicht lange mit Nach— beſſern und Nachſäen in ſolchem mißlungenen Zuſtande hinhalte, ſondern alsbald zu Umbruch und neuer Anſaat ſchreite. Wenn man alles zuſammenfaßt, ſo gehört nach dem Erachten der Engländer zu einem günſtigen Erfolge bei einer neuen Gras— anſaat neben nicht zu trockener Lage des Landes: Dungkraft des Bodens; Mürbung, Pülverung und Reinheit deſſelben von Unkraut; hinreichende Menge von gutem Grasſamen; Anwendung der Walze; Ueberdecken mit kräftigem Kompoſt im erſten Frühjahre; wo mög— lich leichtes Bewaiden mit Schafen; endlich alsbaldiges Umbrechen und neues Anſäen einer mißlungenen Saat;— und wenn wir alle dieſe Erforderniſſe mit der bei uns meiſtens gewöhnlichen Art der Neu— Anlage von Gras vergleichen, ſo dürfen wir uns wohl geſtehen, daß der Mangel des engliſchen Klimas nicht einzig daran die Schuld trägt, wenn uns die Grasanlagen weniger gelingen als den Engländern. 92 Wieſenbewäſſerung. Der Werth der Wieſenbewäſſerung wurde, nach der und mir von den engliſchen Landwirthen ertheilten Auskunft, in frühern un Zeiten, ſo lange Dreifelderwirthſchaft, Angerwaiden, magere d Dreeſchwaiden u. drgl. noch beſtanden, ſehr erkannt, daher aus— li gedehnt, beſonders in den ſüdlichen Gegenden, betrieben. In jenen Zeiten hatte man gewöhnlich Mangel an Futter für das hungrig ſi von den Gemeinwaiden in den Winter kommende Vieh; Stroh mußte di ſeine Hauptnahrung abgeben, daher hatten Wäſſerungswieſen, weil rd ſie viel Futter erzeugen, großen Werth. Jetzt aber ſeyen ſie ſo 6 kein ſolches Erforderniß mehr; die Bewäſſerung habe an ihrer( Wichtigkeit, daher an Anwendung verloren, ſeit die neuere Be⸗ wirthſchaftung ſo allgemein Eingang gefunden, bei der man auf b b dem Ackerlande in Menge und Güte Viehnahrung erzeuge, wodurch der Viehſtand ſo außerordentlich geſteigert worden ſey und jetzt n 8 der Viehzüchter mehr auch auf Qualität des Futters, und auch auf Bewaiden des Graslandes Werth lege. V G Bei dem neuerer Zeit in Deutſchland zu einer Kunſt erhobenen und für ſo wichtig erkannten Gegenſtande der Wieſenbewäſſerungs⸗ V b Anlagen kann man hierin daſelbſt mehr lernen als in England. b Wechſelndes Grasland. Wie aus der Betrachtung der engliſchen Landwirthſchaft im allgemeinen hervorging, ſo hat ſich dabei das Wirthſchaftsſyſtem immer entſchiedener und einfacher ausgebildet, und wenn wir vielleicht bei den früher über die engliſchen Wirthſchaftsſyſteme erhaltenen Notizen annahmen, daß bei ſolchen Wechſelwaidewirth⸗ ſchaften oder Wechſelwirthſchaften nach den Regeln des Frucht⸗ wechſels für ganz beſondere(Gras-) Schläge zur Waide und wieder beſondere(Klee⸗-) Schläge für abzumähendes Futter geſorgt werden müſſe; ſo finden wir jetzt dabei allgemein beides auf die einfachſte Weiſe in den Graskleeſchlägen und zwar ſo vereinigt, daß zwiſchen Gras- und Kleebau nicht mehr ſtrenge unterſchieden werden darf. de, nath der t, in frihern den, magere „daher aus⸗ n. In jenen das hungrig Stroh mußte vieſen, weil er ſeyen ſie ean ihrer neuere Be⸗ r man auf „wodurch und jett „und auch terhobenen wäͤſſerungs England. khſchaft im aſtsſyſtem venn wir ſtsſyſteme idewirth⸗ s Kuücht nd wieder gt werden einfachſte zwiſchen „ den darf. —ͤ— 93 Für ſolche Anſaat der Gras-Klee⸗Schläge iſt das Feld vom unmittelbar vorhergegangenen Hackfruchtbau her ſehr gut bearbeitet und kräftig. Die Anſaat geſchieht in der Regel unter Gerſte. Die Samenmiſchung wurde mir verſchieden angegeben, derſelben liegt übrigens immer ungefähr folgendes Verhältniß zu Grunde: Wenn, wovon ſchon früher die Gründe näher angegeben ſind, ſo gewechſelt werden will, daß auf dem Kleegrasfelde das einemal in dem vier- oder fünffeldrigen Turnus hauptſächlich rother dreiblättriger Klee, das anderemal aber mehr andere Klee— ſorten gebaut werden, ſo iſt die Samenmiſchung p. 1 engliſchen Acre (ungefähr 1 ½ württemb. Morgen) etwa ſo: Das einemal: dreiblättriger Klee 15 Pfd., engliſches, neuerer Zeit auch italieniſches Raygras, auch Thi⸗ motygras 15 Pfd. Manche erſetzen einen Theil des Raygraſes auch mit andern Gräſern, z. B. mit Wieſenſchwingel, Knaulgras, Ribgras ꝛc., wobei dann natürlich das ſehr verſchiedene Gewicht ihres Samens berückſichtigt werden muß; das anderemal: dreiblättriger Klee 3 Pfd., weißer Klee 8 Pfd., gelber Klee lunter dieſem verſtehen die Engländer theils den Hopfenklee(medicago lupulina) theils den ſ. g. Goldklee(trifolium agrarium oder procumbens)] 8 Pfd., dauernder rother Klee 4 Pfd., engliſches Raygras oder Thimotygras 15 Pfd.; ſtatt des letztern werden dann auch wieder theilweiſe andere, worunter namentlich die oben genannten, Gräſer genommen. Da, wo jene Abwechslung rückſichtlich des rothen Klees nicht eingeführt iſt, wird für den Gras-Kleeſchlag in der Hauptſache und im Mittel ungefähr folgende Miſchung gewählt: p. Acre dreiblättriger Klee 10 Pfd., weißer Klee 6 Pfd., gelber Klee 4 Pfd., dauernder rother Klee 4 Pfd., engliſches Raygras oder auch andere von den genannten Grasarten 10— 15 Pfd. Das Verhältniß der Quantität des rothen dreiblättrigen Klees zu dem der andern Kleearten wechſelt nach verſchiedenen Gegenden; auf beſſerem Boden wird mehr rother, auf geringerem mehr anderer, beſonders gelber, Klee genommen. Auch etwas Inkar⸗ natklee findet man hier und da— übrigens, wie mir ſchien, nicht mit beſonderem Erfolge— untergemiſcht. Im Jahre der Anſaat nach Aberndten der Ueberfrucht ſollen die Kleegrasſchläge nur leicht mit Rindvieh, nicht mit Schafen behütet werden. Der Stand ſolcher Graskleefelder iſt in der Regel ſehr ſchön, der Ertrag vom Hauptſchnitt darf auf 50 bis 60 Ctnr. p. Aere (40— 46 Ctnr. auf 1 württ. Morgen) angenommen werden, worauf das Feld dann in demſelben Jahre entweder— übrigens ſeltener— zu noch einem Schnitt, weit häufiger aber zur Waide benützt wird. Man zieht es vor, dieſe Graskleefelder zu Dürrfutter, dagegen die alten Grasländer zur Waide zu benützen. Das zweite Nutzungsjahr der Graskleefelder giebt eine ſehr gute Waide, deren Ertrag der engliſche Landwirth dem Heu— werthe nach auf wenigſtens die Hälfte des Ertrags vom erſten Jahre anſchlägt. Solcher Ertrag, nach Heuwerth angenommen, gibt ihm dann auch den Maßſtab, wie viel Vieh er auf eine gegebene Fläche zum Bewaiden beſtimmt. Wenn man Kompoſt aufbringen kann, ſo hält der engliſche Landwirth viel darauf, das Kleegrasfeld im Frühlinge nach dem Saatjahre damit zu über— ſtreuen, was auf den Stand des Feldes in beiden Nutzungsjahren ſehr günſtigen Einfluß ausübt. rannten Klees enden; mehr Inkar⸗ nicht nſaat leiht Arre vorauf rer— wird. gegen ſehr Heu⸗ eſten men, eine nyoſt Es bleibt mir noch übrig, über das Heumachen der Eng⸗ länder meine Beobachtungen anzuführen, da die Beſchaffenheit ihres Heus einen beſondern Ruf hat. Sie mähen wo möglich in dem Zeitpunkt, wenn die meiſten Gräſer blühen. Durch das ſorgfältige Ebnen, Walzen ꝛc. der Grasländer kann das Gras ſehr nahe am Boden zemnißt zwerdehr was zur Vermehrung des Ertrags beiträgt. 4 Die Arbeit bei dem Trocknen des Heus auf dem Felde weicht von der Behandlung bei uns, wo ſie ſorgfältig geſchieht, nicht namhaft ab; den Grad des Trocknens aber ſieht der Engländer für viel wichtiger an, als dieß bei uns der Fall iſt, und er hält dafür, daß die Kunſt des Heutrocknens darin beſtehe, es zwar ſo trocken zu machen, daß es ſich im Schober nicht zu ſtark erhitzt, dabei aber doch zugleich eine Menge des Pflanzenſafts verdickt erhalten wird. Um dieſe Mittelſtraße zu finden, und den richtigen Zeitpunkt dazu nicht zu verſäumen, wird viel Aufmerk— ſamkeit darauf verwendet. Man zieht es ſehr vor, das Heu nicht ſowohl durch langes Ausſetzen der brennenden Sonne, als viel⸗ mehr durch vieles Bearbeiten, dabei möglich ſorgfältiges Bewahren vor Naßwerden bei Regen und Thau, ſchnell möglich lufttrocken zu machen. Aehnliches fand ich auch bei den Schweizern, deren Heu ebenfalls großen Ruf hat. Bei uns wird hierin inſofern häufig gefehlt, daß man glaubt, je dürrer, je ausgedorrter durch die Sonne, das Heu eingebracht werde, deſto beſſer ſey es. Es läßt ſich aber gar wohl erklären, daß dabei viele feinere und aromatiſch ölige Stoffe weggeführt werden, welche bei einem nach der Abſicht der Engländer und Schweizer eingehaltenen Trocknungs⸗ grade im Heu bleiben, auf dem Stocke zwar eine lebhaftere Gäh— rung veranlaſſen, dabei aber gerade dem ganzen Heu die ſo beliebte Beſchaffenheit geben, bei der es den bekannten aroma— tiſchen Geruch und wohl auch noch mehr nährende und gedeihliche Eigenſchaft hat, als auf andere Art bereitetes Heu. Im Schober nimmt dabei das Heu gerne eine hellbraune Farbe an, was aber nichts ſchadet; nur darf es nicht von allzu großer Hitze bei der Gährung dunkelbraun werden. Schober oder Feimen eignen ſich am beſten für ſolche Heu— bereitung. Der Behandlung des Heus in den Feimen darf— die kräfti— gende Behandlung des Graslands der Engländer vorausgeſetzt— an der vortrefflichen Beſchaffenheit des engliſchen Heus, welches ent— ſchieden viel beſſer, vielleicht manchmal doppelt ſo gut nährt als unkräftiges Heu bei unſern Wirthſchaften, auch nicht unbedeutender Antheil zugeſchrieben werden. Es iſt dieſe Behandlung folgende: Das bis auf den berührten Grad getrocknete Heu kommt in große Feimen. Auf eine Bodenbedeckung von Stoppeln, Stroh, Reiſach oder drgl. wird es Lage um Lage von der Mitte gegen auſſen etwas geneigt, ſorgfältig ausgebreitet und angetreten. Damit während des Errichtens des Schobers einfallendes Regenwetter nicht ſchaden kann, werden bis zu deſſen Beendigung große Tücher, meiſtens Segeltücher, auf Stangen darüber geſpannt.(Die Vor⸗ richtung der holländiſchen Heufeimen mit beweglichen Schilf- oder Strohdächern fehlt noch den Engländern, ſie erklären ſie aber für ſehr zweckmäßig.) Die vollgeſetzten Heuſchober haben in der Regel die Form von kleinen viereckigen Häuſern mit zwei Giebeln und auf zwei Seiten abgedacht. Wenn das erſte ſogenannte Schwitzen des Heus vorüber iſt, und ſich dadurch nach 8— 10 Tagen der Schober zuſammengeſetzt hat, wird auf den obern Theil des Schobers eine dachähnliche Bedeckung von Stroh geflochten und es werden dann die Seiten des Schobers ſo eben und feſt als möglich dadurch hergeſtellt, daß man den äußern, weniger gepreßten daher noch loſen Theil des Heus auf einige Zoll hinein wegzupft, auch kleine Vertiefungen in der Oberfläche mit Heu ausſtopft. In — 97 Shür den erſten Monaten nach Errichtung des Schobers wird mehrere Käaie Mal mit einer langen eiſernen Stange, welche an ihrer Spitze bei der einige kleine Widerhaken hat, mitten in den Schober hineinge— ſtochen und mittelſt dieſer ein Lock Heu herausgezogen, um daran he Hen ſehen zu können, ob nicht das Heu in zu ſtarke Gährung komme und nicht Gefahr des Verbrennens drohe. krift⸗ Wenn der Schober angegriffen werden ſoll, ſo wird mit t— an einem großen meſſerartigen Inſtrument das Heu nach Bedarf in es ent⸗ Würfeln im Gewicht von etwa 50 Pfd. ungetrennt abgeſchnitten ürt als und ſogleich mit ein paar Stroh- oder Heubändern feſt umge— utender bunden, ſo daß alles Heu, wie es auf dem Schober auf einander gende: ſaß, auch unmittelbar bis zum Zeitpunkte des Verfütterns, ſogar gtoße während des Transports in große Entfernung, feſt bei einander deiſach bleibt, wodurch nothwendig alle— auch die feinſten Blättchen, auſſen Samenkernchen ꝛc., alle aromatiſche, nährende Theile, welche ſich Damit bei der Gährung gebildet haben, zuſammengehalten werden und nwetter zu Nutzen kommen, während dieſes bei unſerer Manier, das Heu Tücher, auf den Böden auseinanderzureißen, leicht zu binden, in ſolch ie Vor⸗ unzuſammenhängendem Zuſtande weit zu verführen u. drgl., nicht f⸗ oder der Fall iſt. ber für Luzerne und Eſparſette. Wie ſchon bei den Bemerkungen über die allgemeine engliſche Form Landwirthſchaft angeführt worden iſt, ſo finden die Engländer ihre f zwei jetzt gewöhnliche Wirthſchaftsart mit Klee- und Grasbau ſo vor— ddes theilhaft, daß ſie auf Luzerne⸗ und Eſparſettebau, welche in cober andern Wirthſchaftsverhältniſſen oft mit ſo entſchiedenem Nutzen ge— z eine trieben werden, keinen großen Werth mehr legen; auch ſcheinen ſie dann mit dem Anbau der Luzerne nicht beſonders glücklich zu ſeyn, woran adurch das Klima vielleicht in den nördlichen, doch weniger in den ſüd— r toch lichen Gegenden die Schuld tragen kann. In der That fand ich auch nirgends, mit Ausnahme der Grafſchaft Kent, den Luzernebau In auch nur von einiger bemerkenswerthen Ausdehnung. Wenn ich — „. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft 7 98 ihn auch da und dort antraf, ſo waren es nur verhältnißmäßig kleine Güterſtücke. Das Drillen der Luzerne durch Pferdehacken fand ich nirgends zu beobachten Gelegenheit; dagegen ſah ich folgendes Verfahren, was mir neu war und Aufſchluß über manche mir bisher undeutlich geweſene Nachrichten von dem Drillen der Luzerne in England gab: Sie wird— auf vorher möglichſt rein bearbeitetes Land— von Hand in Reihen ohne Ueberfrucht ſo geſäet, daß die be— ſäeten Streifen je etwa ½ Fuß, die unbeſäeten aber etwa 1 Fuß breit ſind. Zu Bearbeitung der Zwiſchenräume bedient man ſich einer dreizinkigen Gabel, deren Zinken etwa einen ſchwachen Zoll breit, dagegen ziemlich dünn, vorne ſpitzig und ſcharf ſind. Mit dieſer werden nach jedem Schnitt die Reihen bearbeitet und von Unkraut gereinigt. Dabei wird mit der Gabel auch in den Pflanzen⸗ reihen ſelbſt zwiſchen den Luzernepflanzen, welche feſter als das Unkraut wurzeln, letzteres herausgearbeitet. In jedem Frühjahr wird in die leeren Zwiſchenräume mit der gleichen Gabel kurzer Dünger eingegraben. Das hie und da angewendete Ueberziehen mit Eggen und Walzen erhält das Land zum Behufe des Ab— mähens eben. Der Futterertrag von 4—5 Schnitten von ſo gartenmäßig bearbeitetem Luzerneland wird als ſehr hoch angegeben. Den Stand von ſolchen fand ich ausgezeichnet ſchön; wie ſich übrigens der Reinertrag ſtelle, müßte erſt durch eigene Verſuche ausgemittelt werden. Jedenfalls dauert ein ſolches Luzernefeld viel länger, als ein breitwürfig geſäetes, bei welchem man es nie ſo ganz in ſeiner Macht hat, es von Unkraut rein und locker zu erhalten, und eine Kräftigung durch Düngung dieſen Uebelſtand nur noch vermehrt. Ueber Eſparſettebau fand ich nichts Bemerkenswerthes. Futter⸗Wieken. Die gewöhnlichen Sommerwicken werden in England wie bei uns und zwar hauptſächlich zu Grünfutter gebaut. Nur nißmäßig rdehacken ſeh ic er manche rillen de Land— die be⸗ ent man hen Zoll .. Mit nd von flanzen⸗ als das Frühfahr el kurzer berziehen des N⸗ von ſo gegeben. wie ſich Verſuche ernefeld man es d locke belſtand erthes. 99 ausnahmsweiſe ſah ich ſie auch gedrillt. Sie werden bei den Eng— ländern weder regelmäßig gebaut, noch haben ſie einen beſtimmten Platz in der Rotation; ſie kommen bald in einen Theil des Hack⸗ früchtenſchlags, oder der Klee⸗ und Grasſchläge u. ſ. w., manch⸗ mal auch noch ſchnell vor den Turnips; doch iſt letzteres weit regelmäßiger der Fall mit den Winterwicken, die überhaupt in England weit häufiger gebaut, und dort ſehr hoch geſchätzt werden. Sie haben die beiden großen Vortheile vor den Sommer⸗ wicken: 1) daß ſie 14 Tage bis 3 Wochen früher Futterertrag geben, was bei deutſcher Stallfütterung großen Werth hätte, und 2) daß ſie deßwegen auf dem Land um ſo viel früher für die nachfolgende Frucht Platz machen, was bei unſern Fruchtwechſel⸗ wirthſchaften, insbeſondere ſolchen, wo Futterwicken vor Reps gebaut werden, den entſchiedenſten Vorzug verdienen würde. An Körnern ſoll der Ertrag bei den Winterwicken gewöhnlich kleiner ſeyn, als bei Sommerwicken. Nicht ſelten wird bei den Winter⸗ wicken auch Winterrocken untergeſäet angetroffen, was die Futter— maſſe vermehren und wenigſtens einigen Ertrag auch dann geben ſoll, wenn die Wicken im Winter oder Frühjahre leiden ſollten. Bei jenen Vorzügen iſt es ſehr zu bedauern, daß die Ver⸗ ſuche in Deutſchland, die in England, den Niederlanden ec. längſt durch Kultur an die Winterſaat gewöhnten Wicken ebenfalls auf dieſe Art benützen zu können, meiſtens nicht ſehr ermunternd waren, und daß es ſcheint, daß, da das Mißrathen derſelben auch im nördlichen England und Schottland nicht ſo häufig vorkommt, entweder die beſondere Beſchaffenheit unſerer Winter oder aber unſere oft ſehr rauhen und kalt trockenen Frühjahre ihnen weniger zuträglich ſeyen; übrigens glaube ich, daß nach den Verſuchen, welche ich ſchon anſtellen ließ, die Hoffnung nicht aufzugeben iſt, daß auch in Deutſchland von deren Anbau Kutzen gezogen werden könne, und daß es ſehr der Mühe werth ſeyn wird, die Verſuche länger fortzuſetzen und ſich nicht durch —ö——— —ÿÿÿÿÿÿ—— 100 einzelnes Mißrathen, was auch in England vorkommt, abſchrecken zu laſſen. Futterrocken. Der Zweck der Engländer bei der Einſaat des Rockens zu Futter iſt: friſches Grünfutter zur Waide für die Schafe ſowohl ſchon im Spätjahr, als früh im Frühjahre zu erhalten. Die immer weitere Verbreitung ſolchen Futterrockenbaus in Deutſchland finde ich hier noch für viel empfehlungswerther als in England, nicht nur, weil er uns ebenfalls als frühe friſche Schafwaide dienen, ſondern auch, weil er das früheſte Grünfutter zur Stall— fütterung geben, und dadurch die Vortheile der Winterwicken in etwas erſetzen kann. 2. Hackfrüchte. Turnips und Runkeln. Der Turnipsbau der Engländer wurde ſchon ſo häufig und genau beſchrieben, daß ich ihn im Detail anzugeben wohl unterlaſſen darf. Zur Zeit der Thaer'ſchen Beſchreibung handelte es ſich noch mehr von breitwürfiger Ausſaat und Behacken der Rüben von Hand; durch die Drillkultur iſt der Turnipsbau viel wohlfeiler geworden und ſie iſt bei dieſem jetzt wohl allgemein. Eine nach meinen eigenen Beobachtungen ſehr genaue Beſchreibung von dem Verfahren hierbei enthält ſchon Dickſons Werk über die engliſche Landwirthſchaft(von Thaer). Mit Intereſſe bemerkte ich dabei beſonders auch den Umſtand, daß da, wo man nicht Knochenmehl-Düngung anwendet, durch eine ſehr zweckmäßige Bearbeitung und Handhabung der dazu dienenden Drillmaſchinen und Pflüge erreicht wird, daß die Rüben⸗ pflanzen auf Kämme und unmittelbar über den reihenweiſe einge— legten Dünger zu ſtehen kommen, was ihre Vegetation ſehr —— beſch Verh Anw ober Feld Dün heſor ſich liche darin NMo Verf — lſchrecen olkens zu fe ſowohl en. Die utſchland england, afwaide r Stall⸗ icken in häufi en wohl ich noch en von hlfeiler t nach n dem gliſche nſtand, „durch r dazu Rüben⸗ einge⸗ ſehr — 101 beſchleunigt und dadurch das Mittel abgiebt, ſie wo möglich den Verheerungen durch Erdflöhe zu entreißen. Das neueſter Zeit allgemeiner gewordene Verfahren durch Anwendung der Knochenmehl⸗Düngung beim Turnipsbau iſt ſchon oben bei den Düngungsmitteln berührt worden. Die außerordentlich gute, fleißige und tiefe Bearbeitung des Felds vor— und nach der Turnipsſaat nebſt der reichlichen Düngung legt den Grund zu den folgenden guten Erndten, ins— V beſondere auch zu dem herrlichen Stande der Graskleeſchläge. Die ſchwediſche Rübe, ſchwediſche Turnips,(Rotabaga) hat ſich jetzt in England ſehr verbreitet; ihr Vorzug vor den gewöhn— lichen Turnips, von welchen es viele Varietäten giebt, beſteht darin, daß ſie gegen den Froſt härter iſt, was bei dem engliſchen Verfahren, die Turnips meiſtens während des Winters im Felde zu laſſen, Werth hat; auch daß ſie ſich bei der Aufbewahrung länger gut halten. Nur auf ſehr ſchwerem, zähem Boden unter⸗ bleibt der Turnipsbau. Gerſtenboden paßt am beſten. Zu ihrem guten, möglich ſicheren Gedeihen ſcheint ein kühles, etwas feuchtes Klima vorzugsweiſe ſich zu eignen. Deswegen ſind ſie auch für die nördlichen Gegenden Englands und für Schottland paſſender, als für die ſüdlichen, wo ſie auch minder ſicher reich— liche Erndten geben ſollen. Für die Binnenlande Deutſchlands erſcheint der Vortheil ihres Anbaus gegenüber von dem anderer Hackfrüchte zweifelhaft. Das, was ich mir bei meinen Beobachtungen über den Tur⸗ nipsbau in England hauptſächlich zur Aufgabe machen zu müſſen glaubte, war die Beantwortung der Fragen: 1) Welche Vortheile gegenüber von dem Bau anderer Hackfrüchte hat der ſo allgemein in England verbreitete Turnipsbau für die engliſchen Wirthſchaften? 2) Würden dieſe Vortheile auch bei der Landwirthſchaft Deutſch— lands ſtattfinden? 102 3) Wie verhält ſich der Bau der Runkeln zu dem der Turnips? Zu 1. Die engliſchen Landwirthe ſind in der Regel ſehr für den Turnipsbau eingenommen. Zwei Vortheile deſſelben für ſie treten dabei entſchieden hervor: An Zuträglichkeit für Maſtung, für Erzeugung von gutem Fleiſch überhaupt, übertreffen ſie andere Wurzelgewächſe; ſodann eignen ſie ſich vorzüglich dazu, daß man ſie im Winter im Boden halten und dadurch auf dem Felde von den Schafen verzehren laſſen kann, wobei kein Aufwand für Einerndtung, Aufbewahrung und Zubereitung, was alles den Hackfruchtbau ſehr vertheuert, auch keine Einſtreu nothwendig iſt, das Feld ſehr gut gedüngt wird, und dieſes Alles der engliſchen Waide⸗Wirthſchafts⸗Einrichtung mit überwiegender Viehhaltung hauptſächlich zu Erzeugung von vielem und gutem Fleiſch, bei welcher Stroh-Erſparniß nothwendig wird, ſehr entſpricht. Auch wenn die Turnips im Stalle verfüttert, daher einge⸗ erndtet werden ſollen, gewähren ſie den Vortheil, daß man ſie während des Winters im Boden laſſen und dann ohne alle Um— ſtände für Aufbewahrung ganz nach Bedarf vom Felde holen kann. Zu 2. Bei der Landwirthſchaft Deutſchlands, wo Maſtung ohne Nebengewerbe, z. B. Brennereien, Brauereien ꝛc., auch die Qualität des Fleiſchs weniger Hauptrückſichten ſind, wie in England; wo die engliſchen Waide-Einrichtungen, welche auch das Verzehrenlaſſen der Rüben auf dem Felde ſo ſehr erleichtern, fehlen; wo endlich auch die ſtrengern Winter dem Stehenlaſſen der Rüben auf dem Felde entgegentreten, müßten die bezeichneten Vortheile verſchwinden. Zu 3. Insbeſondere bei der Vergleichung des Werths des Baus der Turnips mit dem der Runkeln(in England:„Mangel— wurzel“) geben die Engländer, welche immer etwas partheiiſch für den Turnips- und gegen den Runkelnbau zu ſeyn ſcheinen, folgende Verhältniſſe zu: Lurnips? egel ſehr elben für en gutem Mſodann n Boden erzehren vahrung rt, auch gt wird, richtung ig von wendig reinge⸗ man ſie alle Un⸗ en kann. Maſtung kc., auch wie in nuch das fehlen; Rüben ortheile rths des Mangel⸗ urheüiſch ſcheinen, ——O——— 103 Der Maſſe nach verhalte ſich der Ertrag vom gleichen Felde von Turnips zu Runkeln wie 4 zu 5; bei Maſtung produeiren aber dieſe 5 nicht mehr Fleiſch und Fett als jene 4; dabei werde das Fleiſch bei Turnips-Fütterung beſſer und die oben bezeich⸗ neten Einheimſungs-Koſten, Strohaufwand ac. fallen, wenn die Turnips auf dem Felde verzehrt werden, weg. Das Verhältniß des Werths der Runkeln und der Turnips für Maſtung bezeichnete mir ein Schafhalter ſogar durch die für Runkeln ſehr nachtheilige Vergleichung, daß er bei Runkelnfütterung als Zulage gerade eben ſo viel Heu brauche, als er bei gleich viel Turnips mit gleichem Erfolge nur Stroh zuzulegen habe. Für Milchnutzung dagegen ſtehen Runkeln in weniger ungünſtigem Verhältniſſe, und es dürfe hierfür das gleiche Gewicht an Runkeln dem an Turnips wenig⸗ ſtens gleich geachtet werden, auch ſey die Milch ohne allen Bei— geſchmack. Für ſolche Verhältniſſe daher, wo die Rüben nicht auf dem Felde verzehrt werden können und wo Maſtung und Erzeugung von gutem Fleiſch weniger Hauptſache iſt, mißkennen aufgeklärtere engliſche Landwirthe jetzt keineswegs mehr ſo, wie noch vor viel— leicht 15— 20 Jahren, zu welcher Zeit Turnips als Wurzelgewächs zur Fütterung ausſchließlich gebaut wurde, den Werth des Runkel⸗ rüben⸗Baus; ſie ſind mit mir der Anſicht, daß er bei Anwendung der engliſchen Landwirthſchaft unter deutſchen Verhältniſſen wohl an die Stelle des Turnipsbaus treten könnte, und es hat der Runkelnbau, bei deſſen Betrieb übrigens ein deutſcher Land⸗ wirth in England nichts lernen kann, auch in England bereits in vielen, namentlich den ſüdlichern, Gegenden ſo zugenommen, daß jetzt ¼ bis ⅜ des Wurzelgewächsſchlags mit Turnips,%¼ bis ½ aber mit Runkeln bebaut werden, da viele Wirthſchaften ohnehin auch einen nicht unbedeutenden Theil der Turnips zur Winterfütte⸗ rung auf den Hof nehmen und die Runkeln bei der Aufbewahrung überdieß den Vortheil zeigen, daß ſie ſich länger halten als 104 Turnips. Auch geben die engliſchen Landwirthe zu, daß der Run⸗ kelnbau weniger von Ungeziefer gefährdet und gegen ungünſtige Witterungsverhältniſſe härter, ſicherer ſey als Turnipsbau. Kartoffeln. Thaer hat das Verdienſt, insbeſondere durch ſeine Beſchreibung der engliſchen Landwirthſchaft, den Kartoffelbau im Großen mit dem Fruchtwechſelſyſteme in Deutſchland hauptſächlich befördert zu haben. In unſern Fruchtwechſel-Wirthſchaften wird jetzt der Kartoffelbau verhältnißmäßig in weit größerer Ausdehnung be— trieben, als in England. Es iſt häufig die Meinung verbreitet, ein ſolcher Kartoffelbau, wie er auf dieſen Wirthſchaften haupt— ſächlich zur Grundlage der Rindvieh- und Schafhaltung, mittelſt Fütterung der Kartoffeln oder der durch vorherige Benützung auf Branntwein von ihnen erhaltenen Rückſtände, dient, ſey aus England entlehnt und bilde auch dort ebenſo einen Haupthebel der Wirthſchaften. Dieß iſt keineswegs der Fall. Bei den engliſchen Wirthſchaften ſind, wie wir geſehen haben, die Turnips das Haupt— produkt des für die Viehhaltung beſtimmten Hackfrüchtenſchlags; der Bau der Kartoffeln dient hauptſächlich zur Befriedigung des Bedürfniſſes an ſolchen für die Nahrung der Menſchen, eines Bedürfniſſes übrigens, welches in England, wo der Genuß der Kartoffeln bei Hohen und Niedern häufiger als irgendwo getroffen wird, ſehr groß iſt. Dieſe Verhältniſſe führen den Unterſchied herbei, daß beim Kartoffelbau in England hauptſächlich auf Qualität der Kartoffeln, als Speiſe, in Deutſchland aber da, wo die Kartoffeln im Großen gebaut werden, vorzüglich auf die Erzeugung von vieler Maſſe an Kartoffeln zur Viehfütterung und Branntwein⸗Brennerei, natür⸗ lich auch von möglich damit zu vereinigender guter Qualität, Rück— ſicht genommen wird. Hierin liegt auch der Grund, daß die Engländer immer auf hreibung Großen ſefördert jetzt der ung be⸗ rbreitet, haupt⸗ mittelſt ing auf ey aus ebel der agliſchen 3 Haupt ſcchlags; ung des „ eines nuß der etroffen ß be toffel Großen Maſe „natür⸗ „Nück im In, jzer auf 4 105 neue Arten von Kartoffeln raffiniren und zu dieſem Behufe noch fortwährend ſolche neue Arten entweder aus Samen hervorzubringen, oder aus den entfernteſten Himmelsſtrichen ſich zu verſchaffen ſuchen. Bei der großen Liebhaberei der Engländer für Küchengärtnerei und namentlich für Speiſekartoffeln erndtet auch meiſtens derjenige Gewinn, der wieder eine neue Sorte von Kartoffeln anrühmt, wobei auch nicht ſelten oft nur neue Namen ſchon bekannten Sorten beigelegt werden. Von England aus erhalten wir daher auch die Mehrzahl der nach und nach zu einer ſo großen Menge angewachſe— nen verſchiedenen Sorten und Namen von Kartoffeln. Bei dem großen Einfluſſe, welchen die Beſchaffenheit des Bodens auf die verſchiedenen Kartoffelſorten, insbeſondere als Speiſekartoffeln, ausübt, iſt ſich nicht zu verwundern, wenn die oft von dem Einen ſehr angerühmten Arten von dem Andern oder in einer andern Gegend als gar nicht zu empfehlen bezeichnet werden oder umgekehrt. Ueber die Behandlung des Kartoffelbaus im Größern, gegen— über von den bei uns gebräuchlichen beſſern Methoden, fand ich in England nichts Bemerkenswerthes; eine, wie es ſcheint, ſchon längſt gebräuchliche Methode, welche ich in Cheſhire, beſonders in feuchterem Lande, bemerkte, ausgenommen, welche darin be— ſteht: die Kartoffeln werden auf ſchmale Beete ziemlich enge mit etwas Dünger gelegt; wenn ſie ſich mit ihren erſten Trieben zeigen, wird aus den Beetfurchen die Erde etwa ½ Schuh tief ausgeſtochen und dieſe Erde möglichſt gepülvert über die Pflanzen geworfen, wodurch ihr Wachsthum befördert, das Unkraut aber unterdrückt werden ſoll. Nach einiger Zeit, etwa nach 14 Tagen oder 3 Wochen, aber nur ſo lange als die Blüthe noch nicht ein— getreten, wird dieſes Verfahren wiederholt, ſo daß dann die Furchen bis zu 1 Fuß Tiefe ausgeſtochen werden. Der Zweck iſt auch hierbei wieder derſelbe, nämlich die kräftige Vegetation der Kartoffeln durch friſche Erde zu befördern, das Uukraut 106 f☛ wiederholt zu unterdrücken. Die Vortheile, welche dieſem Ver⸗ fahren, das ich nachher auch in der Nähe von London, übrigens immer nur mehr als Gartenbau, bemerkte, zugeſchrieben werden, ſind: daß man dadurch Kartoffeln auf demſelben und auf feuchtem Lande wiederholt nacheinander auch ohne eben ſo oft wiederholte oder wenigſtens mit ſparſamerer Düngung erzeugen könne, ohne daß das Land dadurch erſchöpft werde. Ueber die Verwendung der Kartoffeln zur Viehfütterung endlich kann der deutſche vom engliſchen Landwirthe, weil ſie dieſer verhältnißmäßig ſeltener zu betreiben für gut findet, nichts Beſonderes bemerken. Bohnen. Der Bohnen⸗(Pferdebohnen-) Bau iſt in England immer noch ſehr gewöhnlich, wird hauptſächlich da im Hackfrüchtenſchlag betrieben, wo der Boden für Turnips zu ſchwer, zu ſtrenge iſt, und es kommt, wie bei uns, die Drillkultur, dabei das Behacken von Hand oder mit Pferdehacken, gewöhnlich in Anwendung. Nach Grasumbruch gedeiht der Bau ſehr gut. Da ſie das Feld bald räumen, ſo iſt der Bohnenbau auch als Vorfrucht für Waizen paſſend. Sie werden gewöhnlich zur Fütterung verwendet. Erbſen. Von allen thätigen Landwirthen werden die Erbſen gedrillt und behackt(ich glaubte ſie daher hier, wo es ſich nicht um ſtreng wiſſenſchaftliche Eintheilung der Produkte handelt, der Analogie ihrer Beſtellung wegen, unter den Hackfrüchten einſchalten zu dürfen). Uebrigens geſchieht in der Regel das Säen von Hand in etwa 1 Fuß von einander entfernt ſtehenden Reihen. Wenn ſie etwas angehäuft werden, ſo hat dieß den Vortheil, daß ſie beim gewöhnlichen Lagern hohl liegen und dann weniger faulen. Zu Schiffs⸗Verproviantirungen finden Erbſen meiſtens ſtarken Abſatz. —-———— al m Ver⸗ ürigens werden, feuchten derholte e, ohne tterung weil ſie „nichts immer ſſchlag ige iſ, ehacken endung. s Feld ct für vendet. gedrilt ſtreng alogie en zu Hand Wenn daß ſi faulen. faatke --ʒx 107= Kohl. Den Anbau des Kohls bemerkte ich vorzüglich ebenfalls wie den der Bohnen auf ſtrengerem reichem Thonboden als Hackfrucht, wo die Turnips weniger gedeihen, beſonders aber in abgewäſſertem Marſchlande. Uebrigens wird der Kohl in England ſeltener im Großen angebaut, als wir uns gewöhnlich vorſtellen. Bei Verwendung des Kohls zur Viehfütterung gewähren die milden Winter in England mehr Vortheile, als dieß in Deutſch— land der Fall iſt. Er erträgt den Froſt gut, bleibt daher während des Winters im Felde ſtehen und wird immer friſch vom Lande weg verfüttert. Man baut gewöhnlichen Kopfkohl mit großen runden Häuptern, ſeltener den Spitzkohl. Die große Menge von Varietäten kommt nur in Gärten vor. Die von Zeit zu Zeit immer wieder auftauchenden Anempfeh⸗ lungen von„Rieſen⸗“ u. drgl. Kohlarten erklären die engliſchen Landwirthe für Gärtners⸗Charlatanerieen und Spekulationen auf die reichen Gutsbeſitzer Englands, welche ſolche Gärtnerei-Verſuche mit großer Liebhaberei betreiben. 3. Setreidebau. Waizen und Gerſte ſind die bei weitem wichtigſten Ge— treidearten Englands. Dann folgt Haber; Rockenbau iſt ganz untergeordnet. Die Stellung des Getreidebaus im Wechſel und in der Fruchtfolge bei den engliſchen Wirthſchaften wurde bereits berührt. Beim Bau derſelben wird die größte Sorgfalt auf den Waizen verwendet. Bei dem Bau der übrigen Getreidearten konnte ich, wobei freilich zu bemerken, daß meine Anweſenheit in England in die Monate von Mitte Mai bis Ende Juli fiel, nichts Neues oder von unſerem Verfahren Abweichendes bemerken; aber auch vom Waizenbau kann, wenn nicht Bekanntes und Beſchriebenes 108&☛ wiederholt werden will, nur Folgendes angeführt werden, was mir als dem engliſchen Ackerbau eigenthümlich angehörend vorkam. Der Waizen wird in England auch auf weit minder gebun— denen Bodenarten gebaut als in unſerem Klima, wenigſtens dem des mehr ſüdweſtlichen Deutſchlands. Auf ſehr gebundenem Boden wird Breachbearbeitung für die beſte Vorbereitung gehalten, auch gedrillte Bohnen; allein dennoch kommt der Anbau von Waizen am häufigſten auf Klee und Klee— gras nach ein- oder auch zweijähriger Benützung vor. Er wird dabei entweder, und dieß insbeſondere bei leichtern, wohl ge— lockerten, reingehaltenen und kräftigen Feldern, einfährig beſtellt, oder es findet bei gebundenerem, noch weniger reinem, gemürbtem und minder kräftigem Boden Umbruch und Breachbearbeitung des Kleegrasſchlags, beſonders des zweijährigen, von der Mitte Som⸗ mers an ſtatt. Der leichte Boden wird für den Waizenbau nicht ſelten ſo vorbereitet und vor der Saat feſtgedrückt, wie ich dieß bereits bei Beſchreibung des dazu angewendeten ſcheibenwalzenartigen Werk— zeugs angeführt habe, deren es noch mancherlei giebt. Der Gebrauch der Säemaſchine fällt, wie berührt, dabei weg; das Behacken des Waizens aber kann dennoch ſtattfinden. Der Waizenſorten ſind es, ſo wie in Deutſchland, ſehr vielerlei. Am häufigſten hörte ich nennen und rühmen: Wit— thington, Sandomierz, Talavera, Goldendrop. Das Drillen des Getreides kommt am meiſten bei Waizen vor. Dieß weniger in den ſüdlichen Grafſchaften, wo die Drill— kultur überhaupt ſeltener iſt, als in den nördlichen und in Schott— land. In Norfolk, beſonders auch bei Coke, iſt es allgemein; es hat ſich weit verbreitet. In Northumberland und Schottland iſt es in den beſt' kultivirten Gegenden im Gange. Vortheile und Anſtände dabei ſind ſchon von Thaer auseinandergeſetzt. Die Hauptzwecke dabei ſind: gleichmäßigere Vertheilung und 109 n, was beliebig tiefe Unterbringung des Samens; dabei Samenerſparniß vorkam. bis zur Hälfte; ſtärkere Beſtockung; kräftigerer und dadurch dem e gebun⸗ Lagern weniger unterworfener Stand der in Reihen ſtehenden ens dem Halme; Ausführbarkeit des Behackens; größerer Naturalertrag. Die Saat geſchieht mit der ſchon berührten Säemaſchine auf für de 7— 8 Zoll Entfernung in den Reihen; man behackt ſie entweder, dennoch wie namentlich auf den Coke'ſchen Gütern und in ihrer Umgegend d Klee⸗ in Norfolk mit der übrigens etwas ſchwierig zu führenden viel— er wird ſcharigen Pferdehacke, viel häufiger aber von Hand durch beſonders ohl ge eingeübte Getreidehacker im Verdinge, die ſich eigenthümlicher beſtel, ſchmaler Hackwerkzeuge bedienen. Das Behacken geſchieht ein— irbtem bis zweimal. Nicht ſelten begnügt man ſich aber auch nur damit, g des in Reihen geſäet zu haben und unterläßt das Behacken. Son⸗ Daß jene Zwecke durch die Drillkultur des Getreides erreicht werden, iſt nicht in Abrede zu ziehen; allein— man beobachtet ten ſo bald, daß die Drillſaat nur auf ſolchem Boden ohne Anſtände its bei durchzuführen iſt, der ſchon in hoher Kultur ſteht, trocken, mittel— Verk. mäßig gebunden, ſehr mürbe, gelockert, von Wurzelunkräutern der und Steinen rein iſt. Es läßt ſich dadurch der Waizenbau auch d auf Böden, die nicht für ihn paſſen, erzwingen. Auf ſchwererem Boden wird das Diillen ſchwieriger, daher koſtbarer. o Gerſte wird auf paſſendem Boden auch, doch viel ſeltener, wit gedrillt. Der Umſtand, daß die Drillkultur des Getreides ſo häufig in England angewendet wird, giebt ein weiteres Zeugniß aiſen davon, onf.ahelche Sünſf din Dodeneulfit beroits Sobrſhi ſeh. Dril Den Stand der Waizenfelder fand ich in der Regel ſehr ſchön. Ebenſo den der Gerſte, welche gewöhnlich unter vielerlei Be— 1 nennungen, hauptſächlich unter dem Namen Chevalier-Gerſte, anain, aus der großen zweizeiligen beſteht. e Den Haber bringt man ſehr gerne auf friſch umgebrochenes e un Kleegrasland. Er wird nicht gedrillt. Für Deutſchlands Boden, Stand der Kultur deſſelben und und 110 klimatiſche Verhältniſſe, welche letztere oft eine Beſtellung des Winterfelds erſprieslich machen, bei welcher die junge Saat durch eine etwas mehr ſchollige und weniger zerkrümelte Oberfläche des Feldes, als es die gute Arbeit mit den Drillmaſchinen erfordert, im Winter geſchützt iſt, wird das Drillen des Getreides nicht ebenſo empfohlen werden, und ein ſorgfältiges Aufeggen der Winter⸗ ſaat im Frühjahr, wobei die auf der Oberfläche befindlichen kleinen Erdklöße zerfallen und den jungen Pflänzchen neuen Boden ver⸗ ſchaffen, ſeine Zwecke annähernd erfüllen können. Wenigſtens haben ſich, ſo viel mir bekannt, bei den Verſuchen mit Getreide-Drillen bei uns noch keine ſo nachhaltig ökonomiſch günſtigen Reſultate im Größern ergeben, daß dieſe für allgemeinere Empfehlung deſſel⸗ ben angeführt werden können. Iſt nur einmal der vermehrte eigentliche Hackfruchtbau in die deutſche Landwirthſchaft übergegangen, ſo wird es ſich dann um das Behacken des Getreides weniger zu handeln haben. 4. Bau von Handelsgewächſen. Der Anbau von Handelsgewächſen, namentlich von Oel- und Geſpinnſtpflanzen, iſt in England, mit Ausnahme in der unter ganz eigenthümlichen landwirthſchaftlichen Verhältniſſen ſtehenden Graf⸗ ſchaft Kent, insbeſondere in den nördlichen Grafſchaften Englands, auf welche ich hauptſächlich meine Aufmerkſamkeit zu richten hatte, ſo wenig dem größern ordentlichen Ackerbaubetrieb einverleibt, daß ſich mir keine Gelegenheit ergab, Eigenthümliches dabei zu beobachten. E. Viehzucht. Wie in der engliſchen Landwirthſchaft der Viehzucht jeder Art und deren Vervollkommnung Hauptrückſicht geſchenkt wird; wie hier⸗ zu nicht gerade ein gegenüber anderer Produkte verhältnißmäßig ung des aat durch läche des erfordert, des nich Vinter⸗ n kleinen den ver⸗ ns haben Drillen Oel⸗ und nter ganz en Graf⸗ — lohnenderer Preis der Erzeugniſſe aus der Viehhaltung Hauptveran⸗ laſſung gebe; wie gut ſich aber die engliſchen Landwirthe dabei befin— den; wie dadurch ihre Wirthſchaften in großer Kraft und ſolchem Er— trage erhalten werden, daß Erzeugung von Futter in dem engliſchen Wirthſchaftsſyſtem immer mehr zugenommen hat, iſt bei Darlegung der Wirthſchaftsart überhaupt berührt. Die dadurch hervorgerufenen vielen Züchter von— wenn ich mich ſo ausdrücken darf— Pro— feſſion, welche auf Verbeſſerung der verſchiedenen Zuchten hinar— beiten; der ſchnelle Umſatz mit dem Vieh, welcher bei den dortigen Wirthſchafts-Verhältniſſen ſtattfindet; die kräftige naturgemäße Erziehung der Thiere auf reichen geſunden Waiden und Aehnliches müſſen nothwendig auf ununterbrochene Vervollkommnung der Vieh⸗ zucht Englands jeder Art mehr als irgendwo einwirken, und ich werde es nicht erſt durch meine Beobachtungen beſtätigen dürfen, daß die Engländer hierin allen andern Völkern überlegen ſind. Um ſo mehr mußte ich auf das Kennenlernen ihres Verfahrens meine Aufmerkſamkeit richten. Es gilt aber auch natürlich hier, wie bei allen Zweigen der engliſchen Landwirthſchaft das, was ſchon Thaer, als er von den„erſtaunlichen“ Leiſtungen der eng— liſchen Landwirthe in der Hausthierzucht ſprach, äußerte:„in Anſehung der Viehzucht können wir Vieles, ſehr Vieles von den Engländern lernen. Ich brauche wohl nicht zu ſagen, daß etwas von einem Andern lernen und blindes Nachahmen zweierlei ſey.“ Die Beſprechungen mit den engliſchen Züchtern und die Beobachtung der von ihnen erzielten Erfolge beſtätigten bei mir im Zuſammenhange mit meinen eigenen längern Erfahrungen und den Mittheilungen kompetenter deutſcher Züchter“ folgende Züchtungs— Grundſätze: * Die intereſſanten Mittheilungen meines hochverehrten Freundes, Herrn Ober-Kriegsraths Menzel, Director der Koͤniglichen Militair— geſtüte in Berlin, habe ich dabei ganz beſonders hervorzuheben. 112 Die Vererbung der Körperbeſchaffenheit und der Eigenſchaften von Aeltern und Vorältern iſt als die Hauptgrundlage von allem Züchtungsweſen, von aller Vervollkommnung in der Hausthierzucht anzuſehen. Der mehr oder weniger hohe Grad von Konſtanz in der Geſamt-oder in einer Einzeln⸗Eigenſchaft, begründet in der größern oder kleinern Reihe von Aeltern und Vorältern mit gleicher Eigen— ſchaft, hat den entſchiedenſten Einfluß auf die Vererbung der be— treffenden Eigenſchaften. Dabei iſt der Einfluß der unmittelbaren Aeltern auf die Jungen zwar der ſtärkſte; nichts deſtoweniger aber wirken die Vorältern, übrigens in einem— nach dem Verhältniſſe der Entfernung in aufſteigender Linie abnehmenden Grade, ein. Konſtanz durch Reinzucht iſt daher erſte Bedingung für Be— gründung einer vollkommeneren Thierzucht. Sind die Eigenſchaften der zur Paarung kommenden Aeltern in gleichem Grade feſt begründet, und dürfen ſonſt alle Ver— hältniſſe bei Beiden als gleich angenommen werden, ſo haben im Durchſchnitt bei der Vererbung beide Aeltern in gleichem Grade Einfluß auf die Bildung und die Eigenſchaften des Erzeugten. In ſoferne der Grad der Konſtanz der einzelnen Thiere und ihrer Eigenſchaften, wenn nicht die genaueſten Stammregiſter zu Gebot ſtehen, häufig nicht genau bekannt iſt, ſo wird es auch ſo ſchwer, oft unmöglich, den Grund von Abweichungen aufzufinden oder einzuſehen. Weil das männliche Thier bei der Hausthierzucht gewöhnlich Junge mit vielen weiblichen zu zeugen hat, ſo müſſen die männ— lichen Zuchtthiere auf die Eigenſchaften eines ganzen Stammes den größten Einfluß ausüben. Es muß dann bei richtiger Züchtung das männliche Zucht— thier immer das Vorzüglichſte und ein ſolches ſeyn, das die Eigen— ſchaften, nach welchen im Stamme geſtrebt wird, am vollkommen— ſten und in den Vorältern am konſolidirteſten an ſich trägt. rſchaften on allem thierzucht 3 in der größern r Eigen⸗ der be⸗ Jungen rältern, ung in ür Be⸗ aben im n Grade ind ihrer Gebot ver, oft zuſehen. öhnlich männ⸗ nes den e Zucte Eigen⸗ ommen— —;— 113 Man muß bei aller Thierzucht immer das möglich Beſte zu züchten ſuchen; mit Ausnahme des Koſtens für das beſſere männliche Thier zum Sprung, welcher aber gegen den Aufwand für die Aufzucht als Nebenſache erſcheint, iſt dieſer letztere bei dem ſchlechten Thier der gleiche wie bei dem beſten, dann aber der Unterſchied im Preiſe und dadurch im Reinertrage unend⸗ lich groß. Lord Stanley, der Präſident der großen Verſammlung der engliſchen Landwirthe, ſagte in der oben S. 50 berührten Rede, in der er die große Wichtigkeit vervollkommneter Hausthierzucht für den Ertrag der Landwirthſchaft hoch hervorhob, folgendes: „Es kommt noch bei manchen Pächtern der große und bekümmernde Irrthum vor, bei ihrer Pferde-, Rinder- und Schafzucht ſolche Zuchtthiere zu wählen, deren Dienſte für ein Geringes zu haben ſind, ſtatt daß ſie dazu ein Thier von den edelſten Eigenſchaften und Verdienſten auserſehen ſollten. Es kann gar kein größerer Fehlgriff gethan werden; er iſt die lebhafteſte Verdeutlichung, die ich von„VPfennings⸗ Weisheit und Pfunds-Einfalt“ kenne. Es heißt dieß, an— fänglich die wenigen Schillinge, die der Unterſchied auswerfen kann, ſparen, und nachher den ganzen Koſtenbelauf des Züch— tens und der Aufzucht tragen wollen, in Bezug auf welchen jene wenigen Schillinge Unterſchied ſo viel als Nichts ſind und woraus ſich am Ende ergiebt, daß man bei allen jenen Koſten in dem einen Falle ein werthloſes, im andern dagegen ein werthvolles Produkt erlangt.“ Die Auswahl und gegenſeitige Zutheilung der zu paarenden Thiere iſt von der größten Wichtigkeit nicht nur wenn es ſich darum handelt, Vervollkommnung eines Stamms herbeizuführen, ſondern auch wenn es nur darum zu thun iſt, den Stamm auf ſeinem Standpunkte zu erhalten. Dem Zufall darf die Paarung nie überlaſſen werden. Weckherl über engliſche Landwirthſchaf 114 Damit der Züchter eine ſolche Wahl immer konſequent treffen und auf Vervollkommnung ſeines Stammes hinarbeiten könne, muß er ſein Ziel klar kennen, er muß genau wiſſen, welche Leiſtung er verlangt, er muß„nach Leiſtungen züchten.“ Dazu gehört: Die gewählten Zuchtthiere, männliche und weibliche, durch deren Paarung er Vervollkommnung herbeiführen will, müſſen in ihren Eigenſchaften und Leiſtungen, welche weiter kultivirt werden ſollen, der Qualität und Konſtanz nach höher ſtehen, als die dem Durchſchnitt des Stamms entſprechenden. Es darf aber bei„Zucht nach Leiſtung“ nicht eine zu ein— ſeitige Leiſtung Ziel ſeyn, ſonſt wird die Zucht in den meiſten Fällen unpraktiſch. Die gewünſchten Eigenſchaften und Leiſtungen der Zuchtthiere müſſen ſorgfältig erprobt, durch Gewöhnung und Einübung mehr ausgebildet, die Kräfte dazu angeregt und geſteigert werden. Die Thiere dürfen nicht zu jung zur Paarung zugelaſſen werden, und es wird dafür in England das Alter bei den Pfer— den zwiſchen dem dritten und vierten Jahre, bei dem Rindvieh und den Schafen das von zwei Jahren angenommen. Die durch richtige Züchtung verfolgten Zwecke müſſen, wenn ſie von entſprechendem Erfolge ſeyn ſollen, durch gute ſorgfältige Pflege und Behandlung der Thiere unterſtützt werden. Eine gute reichliche Haltung iſt dabei weſentlich; die Thiere kommen dadurch nicht nur in kräftigen Zuſtand, welcher überdieß ihre Geſundheit gegen ſchädliche äußere Einflüſſe mehr ſchützt, und vererben ſich dadurch beſſer; ſondern es bilden ſich auch die Nachkommen kräftiger aus; Körpergröße kann dadurch erhalten und befördert werden. Zu einer guten zweckmäßigen Haltung und daraus entſpringendem Wohlbefinden und Gedeihen der Thiere erachten die engliſchen Züchter nicht nur allein kräftige Ernährung, ſondern auch Gelegen— heit, wodurch ſie ſich möglich viel in freier Luft bewegen können, für unerläßlich. eine lich we we⸗ ein eauent trife rkönne, mi he keiſtung Bu gehört, bliche, durt I, müſſen i virt werden ”s die dem eine zu ein. den meiſten r Zuchttbiere nübung mehr werden. g zugelaſen ei den Pfer. em Ninddich iſſen, wenn ſorgfälige Eine gute een dadurch Gejundbeit rerben ſich n kräftiger tt werden. vringenden englihen ch Gelegen⸗ ger können, —— 115 Die Züchtungs⸗Verfahren für Verbeſſerungen bei der Thierzucht beſtehen in Innzucht, Kreuzung, Blut⸗Auf⸗ friſchung. Innzucht, ohne Einmiſchung andern Blutes, entweder innerhalb einer reinen Race, eines bereits konſtanten Stammes, Reinzucht, oder auch in einer erſt durch neuere Kreuzung entſtan⸗ denen, noch nicht konſolidirten Zucht, kann innerhalb des gewählten Stammes überhaupt, ſey er ſchon vorhanden oder erſt aus der Ferne gebracht, ohne ſpecielle Rückſicht auf Auswahl der nähern Blutsverwandten, als Innzucht im weitern Sinne; oder mit ſolcher Rückſicht und Auswahl, als Innzucht im engern Sinne, als Verwandtſchafts⸗ und Familienzucht, ſtattfinden. Die Innzucht iſt zu wählen, wenn ein Viehſtamm ſchon auf einem gewiſſen allgemein guten Standpunkte, alſo auch ohne erb— liche Fehler, iſt; ſeine Eigenſchaften den zu erzielenden Leiſtungen wenigſtens annähernd entſprechen und ſich innerhalb des Stammes, wenn auch vielleicht für den Anfang verhältnißmäßig nur wenige, einzelne Thiere zeigen, welchen jene Eigenſchaften und Leiſtungen bereits in hohem Grade inne wohnen und hieraus geſchloſſen werden darf, daß, weil in Thieren Eines Stammes ein— und daſſelbe Blut und die ſolchem entſprechenden Eigenſchaften vor— walten, der Keim oder die Anlage zu dieſen, wenn ſie ſich auch noch nicht deutlich zeigen, in ihnen gegeben ſey. Bei Innzucht mittelſt fortdauernd konſequenter ſorgfältigſter Auswahl der beſten, den geforderten Leiſtungen entſprechendſten und darin konſtanteſten In⸗ dividuen zur Fortzucht und des Ausſtoßens der geringeren nicht entſprechenden, treten mit jeder Generation die kultivirten Eigen— ſchaften in höherem Grade und im Stamme allgemeiner hervor. Durch kein anderes Züchtungsverfahren kann ſo viele Aehnlichkeit unter den einzelnen Thieren im ganzen Stamme verbreitet und in dieſen die Vererbung der bevorzugten und zugleich immer mehr ausgebildeten Eigenſchaften und Leiſtungen zu derjenigen 116 allgemeinen Konſtanz geſteigert werden, als dieß bei künſtlich ge— bildeten Hausthierracen nur immer denkbar möglich iſt. Verwandtſchafts⸗ oder Familienzucht kann die Zwecke bei der Inn⸗ zucht noch befördern; durch Bildung von Familien treten in dieſen die kultivirten Eigenſchaften noch entſchiedener und konſtanter hervor. Die erſtaunungswürdigen Erfolge, welche der engliſche Meiſter in der Hausthierzucht, Bakewell, hervorbrachte und welche er konſequent geleiteter Innzucht zu verdanken hatte, leben in der Erinnerung der engliſchen Viehzüchter immer noch fort. Wenn bei der Innzucht dieſe Erfolge ſich nicht ergeben, wenn im Gegentheil wirkliche Nachtheile ſich zeigen; ſo iſt es nur ein Beweis, daß jene Rückſichten und Regeln nicht gehörig befolgt worden ſind, daß man eine fehlerhafte, dem Viehſtamme bis jetzt vielleicht in geringerem Grade und nur in verhältnißmäßig wenigen Individuen ſichtbar innewohnende, den Forderungen an ſeine Leiſtungen aber entgegenſtehende Eigenſchaft, Schwächlichkeit u. drgl. zu wenig beachtete, die Ausſchließung der damit behafteten In⸗ dividuen bei der Wahl der Zuchtthiere zu wenig ſtreng durchführte, und daß dadurch nach und nach bei Innzucht dieſer Fehler mit jeder folgenden Generation ebenſo vermehrt hervortrat, wie es bei richtiger Wahl der Zuchtthiere rückſichtlich der guten und erwünſchten Eigenſchaften anzunehmen iſt. Da die Innzucht, je näher dabei die gepaarten Thiere ſich in der Blutsverwandtſchaft ſtehen, deſto fördernder für die Vererbung vorhandener Eigen⸗ ſchaften iſt, ſo hat ſie in ſolchen Fällen unbeſtreitbar die Schuld des verſchlimmerten Fehlers; es kann dieß aber nicht gegen ihren Werth im allgemeinen geltend gemacht, ſondern muß lediglich der Schuld des Züchters, der nicht die gehörige Aufmerkſamkeit an⸗ wendete oder die Innzucht in einem Stamme trieb, für welchen ſie nach den angeführten Rückſichten nicht paßte, daher gefährlich war, beigemeſſen werden; und es muß ſogar auch ein ſolcher Fall nur für die Wirkſamkeit der Innzucht ſprechen, die aber der ei der Inn⸗ in dieſen ter hervo. he Miſte welche er n in der en, wenn nur ein befolgt bis jetzt wenigen an ſeine it u. drgl. teten In⸗ nrchführte ſehler mit „wie ds uten und zucht, je andtſchaft r Eigen⸗ e Schuh en ihren iglich de unkeit al⸗ — 117 Züchter nur immer in der vortheilhafteſten Bahn zu erhalten ſich zu beſtreben hat. Wenn bei einem Viehſtamme, der vervollkommnet werden ſoll, die Bedingungen, unter welchen ſich von Innzucht der ge— wünſchte Erfolg zu verſprechen iſt, nicht gegeben ſind, ſo hat man ſich zu einem ganz andern Züchtungsverfahren, zu dem der Kreuzung zu entſchließen. Kreuzung muß Anfangs immer als Verſuch angeſehen werden; das Reſultat iſt nicht vorauszuſehen. Wenn ein ſolches entſchieden ſich zeigen und Kreuzung zu einem Ziele führen ſoll, ſo iſt ſie mit größter Ueberlegung und Konſequenz zu leiten. Wenn der Erfolg nicht gar zu unſicher ausfallen ſoll, ſo muß, wenn auch nicht beide, doch wenigſtens der Eine Theil der zu kreuzenden Thiere von Reinzucht ſtammen. Es kommt ganz auf die Zwecke des Züchters an, wie lange die Kreuzung fortgeſetzt werden ſoll. Dadurch liegen zwiſchen den beiden hauptſächlich angewendeten Kreuzungs-Verfahren vielerlei Zwiſchenſtufen: Das Eine dieſer Verfahren iſt: daß, weil man die Eigen— ſchaften von zweierlei Stämmen mit einander vereinigen möchte, Thiere aus dieſen mit einander gekreuzt, die erſten Produkte aus dieſen aber ſogleich wieder unter ſich fortgezüchtet werden, um dann durch Anwendung der Regeln für die Innzucht aus dieſen einen Mittelſtamm herauszubilden, der endlich die als ver— bunden gewünſchten Eigenſchaften und Leiſtungen in konſtanter Weiſe vereinige und vererbe. Die engliſchen Züchter halten es mit Recht für ſehr ſchwierig, günſtige Erfolge von ſolchen Paarungen der aus Kreuzungen her— vorgegangenen Thiere wieder unter ſich zu erzielen, und wenden daher ein ſolches Züchtungsverfahren weit ſeltener an, obgleich ſie ſehr gewöhnlich die Kreuzung zweier Individuen von zweierlei Racen für gut finden, um in den Produkten daraus deren 118 Eigenſchaften zu vereinigen, nicht aber um dieſe Produkte wieder zur Paarung unter ſich zu verwenden. Dagegen iſt es gewöhn— lich, dieſe Produkte wieder mit männlichen Thieren reiner Zucht — edler oder gemeiner, je nachdem die neuen Produkte mehr oder weniger Blut erhalten ſollen— zu verwenden. Je nachdem man beabſichtigt, die Eigenſchaften des Einen von zwei zur Kreuzung gewählten Stämmen in einem neu zu bil⸗ denden mehr vorherrſchen zu laſſen, in demſelben Maße deſto länger ſetzt man als Zwiſchenſtufen die Kreuzung dieſes Stammes immer wieder mit den aus den bisherigen Kreuzungen erhaltenen Individuen(Meſtizen) fort, ehe man dann unter dieſen ſelbſt wieder, übrigens— wie bemerkt— ſelten, nach den Regeln der Innzucht fortzüchtet. Soll aber in einen gegebenen Viehſtamm ſo viel als möglich von den Eigenſchaften eines andern Stammes übergehen, ſoll jener dieſem möglichſt gleich werden, ſo bedingt dieß die Anwendung des andern der beiden hauptſächlich vorkommenden Kreuzungs⸗ verfahren, nämlich die fortdauernde Kreuzung der aus jeder weitern Generation hervorgegangenen Meſtizen immer wieder mit Thieren aus demjenigen Stamme, welchem der zu vervollkomm⸗ nende Stamm in ſeinen Leiſtungen und Eigenſchaften entſprechen ſoll. Je länger und konſequenter dieſe Kreuzung und hiefür die richtige Wahl der Zuchtthiere und das Ausſtoßen der Thiere aus der Nachzucht, welche der Abſicht nicht entſprechen, fortgeſetzt wird, deſto inniger wird nach und nach die Verwandtſchaft und alſo auch Aehnlichkeit des verbeſſerten mit dem verbeſſernden Blute; ſo daß endlich, übrigens ohne daß zum voraus ein ſolcher Zeit⸗ punkt beſtimmt werden könnte, ein in der Konſtanz dem bei Inn— zucht ſtattfindenden nahe kommender Zuſtand eintritt und man in dieſes gewöhnlich mit weniger Umſtänden verknüpfte Züchtungs— verfahren übergehen kann. Immer aber bleiben noch, wenn auch in höchſt geringem kte wieden gewühn⸗ ner Zucht mehr oder es Einen eu zu bi— aße deſte Stammes erhaltenen ſen ſelbſt Regeln möglich zen, ſoll wendung reuzungs⸗ aus jeder wvieder mit vollkomm⸗ jechen ſoll hiefür die hiere aud fortgeſet caft und en Ulute, cher Zei⸗ bei Inn⸗ d man in züchkungs⸗ geringem 119 Maße, Bruchtheile von dem der Verbeſſerung unterworfenen, ge— wöhnlich gemeineren, Blute zurück, welchen das Verhältniß der hie und da vorkommenden Rückſchläge entſpricht—— es iſt immer nicht Vollblut. Blut⸗Auffriſchung iſt ſowohl bei ältern als auch erſt neugebildeten Mittelracen, welche in Innzucht gezüchtet werden, in ſolchen Fällen wirkſam, wenn durch örtliche Verhältniſſe, oder durch begangene Fehler bei der Wahl der Zuchthiere der betreffende Thierſtamm in ſeinen Eigenſchaften zurückgegangen iſt. 1. Pferdezucht. Bei der Berühmtheit der Pferdezucht Englands und dem ſehr bedeutenden Pferdeſtande(es ſollen in England 1 ½ Millionen Pferde angenommen werden) dürfen bei Beobachtungen über die dortige Viehzucht ſolche über Pferdezucht wohl zuerſt kommen. Allein— in ſo ferne zu ſolchen Beobachtungen über eine Pferde— zucht, welche ſo hoch ſteht, weit mehr gehört, als daß man nur Landwirth ſey, ſodann: in ſo ferne uns über dieſen Zweig bereits die umfaſſendſten Arbeiten von deutſchen Pferdezüchtern, von Männern, welche ſich ganz dieſem Fache gewidmet(ich erinnere nur z. B. an Juſtinus), gegeben ſind; ſo konnte ich mir blos die Aufgabe ſtellen, nur einzelne Bemerkungen als Landwirth, in ſo weit als die Pferdezucht in den ganzen land⸗ wirthſchaftlichen Betrieb eingreift, darüber zu machen: Die Art des Betriebs der Landwirthſchaft in England, ſo insbeſondere die vollſtändige Einrichtung für Waideweſen, begünſtigt auch den Betrieb der Pferdezucht wie in keinem andern Lande, und es iſt beinahe jeder Farmer zugleich Pferdezüchter, wenn auch nur mit wenigen Pferden.„In dem möglichſt vollkommenen Futterbau— ſagt ſchon Juſtinus— liegt der Grund der un— glaublichen Menge der Pferde, welche in England erzogen werden, und der Wohlfeilheit ihrer Aufzucht.“ 120 Ich bemerkte neben den vielerlei Zwiſchenſchlägen, Uebergän⸗ 8 gen von einer Race in die andere und einzelnen ſich weniger 1 entſchieden auszeichnenden Stämmen vorzüglich dreierlei ausge— 1 zeichnete: die Vollblutpferde, die vervollkommneten Land⸗ pferde, die ſchweren Karrenpferde. Die Zucht der Vollblutpferde, wohl urſprünglich reiner orientaliſcher Abkunft, erfordert ſo ganz eigene Intelligenz in dieſem Fache, ſo große Vorauslagen, überhaupt ſo ganz beſondere Verhältniſſe, daß ſie nicht mehr als ein gewöhnlicher landwirth— ſchaftlicher Zweig angeſehen werden kann. Das Vorhandenſeyn des Betriebs derſelben, der Reinzucht des Edelſten, iſt aber für 6 den pferdezüchtenden Landwirth deshalb von unſchätzbarem Werthe, weil ihm dadurch Gelegenheit gegeben iſt, ſeine Zucht ſehr zu vervollkommnen, zu veredeln und dieß bleibend zu erhalten, und es ſteht auch die Verwendung und Einmiſchung des Vollblut— pferdes für die Vervollkommnung der Pferdezucht zu jedem Ge— brauch, mit Ausnahme der Pferde zu Fortſchaffung ſchwerer Laſten, als oberſter Grundſatz bei der Pferdezucht in England feſt. Die Züchter des Vollbluts möchte ich nach ihrem Verfolgen von zweierlei verſchiedenen Richtungen abtheilen. Die Einen ſehen im Rennen, d. h. in der Zucht von Vollblutpferden, welche beim Wettrennen das Mögliche leiſten, den nächſten und höchſten Zweck; ſie ſehen darin eine Bürgſchaft dafür, daß die Zucht in ihrer Reinheit erhalten und in ihrer Vorzüglichkeit noch geſteigert werde; ſie halten das Siegen im Wettrennen für die höchſte Leiſtung und wollen nur Thiere zur Zucht verwendet wiſſen, die ſich in dieſer Leiſtung auszeichnen, nehmen auf Körperform, äußere körperliche Beſchaffenheit, Größe, Farbe u. ſ. w. wenig Rückſicht. V Die vielen Anhänger dieſer Richtung, Große und reiche Land— V eigenthümer, begünſtigen vorzüglich die vielen Rennen mit hohen Wetten, die Trainiranſtalten und ſcheuen keinen Aufwand, als Renner berühmte Vollblutpferde zu erhalten und zu züchten. ——:;“— unbergi⸗ Dieſe Zucht könnte man vielleicht zur Unterſcheidung von der eni andern— wohl rationellern— Vollblutzucht mit Rennblut di ausge— zucht bezeichnen. Aand⸗ Daß bei der bemerkten einſeitigen Richtung in der For⸗ derung der Leiſtungen dieſer Pferde fehlerhafte Körperbeſchaffenheit ich reine und Gebrechen ſich bei den Thieren einſchleichen mögen, iſt ggenz in begreiflich, und daß unter ſolchen Umſtänden Innzucht im engern beſondere Sinne für ſehr gefährlich gehalten werden muß, entſpricht ganz andwinth⸗ den oben vorangeſchickten Züchtungsgrundſätzen. mdenſeyn Die zweite, praktiſchere, Richtung zeigt ſich bei ſolchen Züchtern, aber für welche die Rennen und das Siegen im Rennen für den Werth Werthe, des Zuchtpferdes zwar auch für wichtig, aber keineswegs für das ſehr zu Hauptziel bei ihrer Zucht, die einzelne kurz dauernde Leiſtung im erhalten, Rennen nicht für den einzigen Probierſtein halten. Sie ſehen Vollblut. jenen Werth dabei darin: die auf ſehr große Einlagen und Ge— dem Ge winne berechneten Rennen veranlaſſen ein ſorgfältiges Trainiren er Laſten, und ein Steigern des Leiſtungsvermögens der Pferde. Dieſes eſt. Trainiren aber, wobei die Kraft des Thiers andauernd und im Verfolgen Verhältniſſe zu der zunehmenden Stärke des Körpers immer ge— ie Einen ſteigert in Anſpruch genommen und erprobt wird, halten ſie, n, welch wenn es die jungen Pferde ausdauern, für die beſte und weit höchſte wichtigere Erprobung, als die Rennen ſelbſt. Zeigen ſich ſolche zucht in Thiere auch noch als Sieger, deſto beſſer. Sodann tragen dieſe geſteiger Rennen hauptſächlich dazu bei, daß die Großen und Reichen viele höchſt Liebhaberei an der Pferdezucht haben und daß dann durch dieſe viel reines edles Blut gezüchtet wird, aus dem man zum prak— n, dufer tiſchen Betriebe das Erprobte und ſonſt Vorzügliche wählen kann. Rückſiht Die Züchter nach dieſer praktiſchen Richtung ſind weit entfernt, nur alles Rennblut ſo unbedingt hoch für die Zucht zu ſchätzen; ſie ziehen für ihre Zucht nur dasjenige Vollblut vor, iſeen, di che Land nit hohel and, als züchten das neben jenen Leiſtungen auch ſonſt gute und möglich fehlerfreie beliebte Körperbeſchaffenheit nebſt Körpergröße zeigt. 122 Solche Pferde gehören dann zum Vollkommenſten, was ſich in der Pferdezucht aufweiſen läßt. Auch für die Vervollkommnung der Pferdezucht anderer Länder iſt ſolches Vollblut von hohem Werthe; allein, weil der Hauptrichtung der engliſchen Vollblutzucht nach die Körperformen dieſer Thiere mehr zu hohem und ſchmalem Bau neigen, ſo wird engliſches Vollblut mit ſorgſamer Auswahl für die Zwecke nur da hauptſächlich mit gutem Erfolge verwendet werden, wo ein breit und derb gebauter konſtanter Mutterſtuten⸗ ſchlag dazu gegeben iſt, welchem dann das edlere Blut je nach Bedürfniß in verſchiedener Stufe beigemiſcht werden kann. Dem engliſchen ſchon in ſich immer mehr vervollkommneten Land— pferde wird durch Miſchung mit Vollblut mehr oder weniger Blut beigebracht; das Produkt aus der unmittelbaren Paarung eines Landpferdes mit einem Vollblutpferde iſt Halbblut. Da hierbei von beiden Seiten nur Thiere aus Reinzuchten verwendet werden, ſo hält ſich der engliſche Pferdezüchter des Reſultats ziemlich ver— ſichert. Von der Paarung von Halbblutpferden unter ſich oder zur Verbeſſerung anderer Zucht erwartet er kein ſicheres Reſultat. Er paart dieſe, wie ſchon aus den angeführten allgemeinen Züchtungs⸗ grundſätzen hervorgeht, hauptſächlich lieber nur wieder mit Thieren reiner Zucht, entweder Vollblut- oder gemeineren Landpferden, um dann entſchiedener wieder auf ein ſicheres Reſultat für ſeine Zwecke, ſey es daß er nach dieſen edlere oder gemeinere Thiere hervorbringen will, rechnen zu können. So entſteht dann, neben Halbblut, Blut, ½¼ Blut u. drgl., dem er wieder je nach Zweck mehr edles oder gemeines Blut beimiſcht. Auf Pferde— märkten ſah ich in England nicht ſelten ein ähnliches Gemiſch von Pferden, wie auf deutſchen Märkten. Es möchte vielleicht für uns das Einfachſte ſeyn, alle aus engliſchen Landpferden mit Vollblut abſtammenden Pferde als Halbblut zu bezeichnen. Nach dem berührten Verhältniſſe iſt es nicht wohl anzunehmen, aus dieſen Halbblutpferden immer ſolche Zuchtpferde herausfinden zu fönne nich geher ſchaf übri den meiſ ratic für mir durcj durc Far⸗ an mit .— 6.— : vas ſch umnung hohem glutzuch hmalem uswahl wendet eſtuten⸗ ſe nach Dem Land⸗ Blut eines ierbei erden, h ver⸗ eer zur t. Er tungs⸗ vieren ferden, ſeine Thiere neben nach ferde⸗ emiſch elleich in mit Nach als en zu 123 können, bei welchen man auf ihre Abſtammung oder— wenn ich mich ſo ausdrücken darf— Zuſammenſetzung des Bluts zurück— gehen, oder gar mit Sicherheit auf konſtante Vererbung der Eigen⸗ ſchaften des einzelnen Pferdes rechnen könnte. Es wird ſich übrigens für deutſche allgemeinere Pferdezuchts-Verhältniſſe aus den Halbblutpferden, in ſo ferne ſchon das engliſche Landpferd die meiſten deutſchen Landpferde in ihren Eigenſchaften übertrifft, bei rationeller Wahl und Züchtung nicht ſelten ein ſehr tüchtiger Stamm für Verbeſſerung einer deutſchen Landespferdezucht bilden laſſen. Unter den Halbblutpferden ſind die Yorkſhirer die renom— mirteſten. Den Züchtern dieſer Halbblutpferde iſt es gelungen, durch die Miſchung des Vollbluts mit großen ſchwerern Pferden, durch ihr Hinarbeiten auf gute Geſtalt, Stellung, beliebte Farbe, Größe ꝛc. einen Pferdeſchlag zu Stande zu bringen, der an gehörigem Grade von Blut, ſchöner kräftiger Körperform mit beſonders ſchöner Vorhand, ausgezeichneter Körpergröße (17— 18 Fauſt), beliebter Farbe u. ſ. w. alles in ſich ver⸗ einigt, was man für praktiſche, d. h. ſolche Pferde, welche ſich zu den meiſten Zwecken eignen, nur immer wünſchen kann und es erſcheint dieſe Zucht als ein Triumph davon, was rationelle Züchtung in praktiſcher Richtung bei der Pferdezucht leiſten kann. Der große Schlag davon eignet ſich zu landwirthſchaftlichen Arbeiten und liefert dabei die bekannten herrlichen Wagenpferde, die man nur in England in ſolcher Vollkommenheit ſieht; der leichtere Schlag, mit mehr Blut eingemiſcht, gibt Jagdpferde. Die Preiſe für ſolche Pferde ſind bekannt und es läßt ſich der ſchöne Ertrag, den die Farmers daraus ziehen, gar wohl erklären. Der Ruf der Pferdezucht des ganzen Landes kommt ihnen dabei noch vortrefflich zu ſtatten und verſchafft ihnen den einträglichſten Markt. Mit Ausnahme des Aufwands für den Sprung, wobei freilich oft in ſehr großen Entfernungen die Hengſte aufgeſucht werden, haben ſie keine größere Aufzuchtskoſten als andere bei ——j. 1 6 3 124 24 den gewöhnlichſten Pferden. Solche Verhältniſſe hatte gewiß Juſtinus im Auge, wenn er bemerkt:„die gute Pferdezucht iſt eine der einträglichſten landwirthſchaftlichen Beſchäftigungen, wo die Gegend und Lokalitäten ſie geſtatten; allein auf der andern Seite iſt auch eine ſchlechte Pferdezucht eben ſo nachtheilig und um ſo verderblicher, weil der pferdezüchtende Landwirth wie der Spieler, das Verlorene wieder zu gewinnen, zur Fortſetzung ge— reizt und durch die jährlichen unmerklichen Erziehungskoſten ſeine foxtdauernden Verluſte nicht ebenſo gewahr wird, wie ſeinen ſchlecht beſtellten Acker.“ Die großen Karrenpferde, früher durch Einführung von holländiſchen und flandriſchen Pferden gezüchtet, übertreffen an Maſſe des Körpers wohl alle übrigen Pferde in irgend einem Lande. Sie werden hauptſächlich in Linkolnſhire gezogen, ſind aber vorzugsweiſe für die Londoner Brauer, Kohlenfuhrwerke und drgl. zum Gebrauch auf nicht bergigem Boden und in nicht große Entfernungen beſtimmt. Die Thiere ſind träge; können aber ſchon vermöge ihrer ungeheuern Maſſe und des dadurch zu bie tenden großen Gegengewichts des Körpers ſehr ſchwere Laſten ziehen und große Widerſtände überwinden. Es iſt übrigens, wenigſtens nach meinem Erachten, nicht zu mißkennen, daß die Sache nicht ſelten übertrieben wird, und daß ſolche immer in einem gemäſteten Zuſtande erhaltenen Pferde oft mehr den Stolz der Beſitzer ausmachen, als daß ſie ſich durch ihre Leiſtungen ge— genüber des Unterhaltungsaufwands ökonomiſch zeigen mögen. Bei reichen Brauern traf ich wahre Prachtſtälle mit ſolchen Pferde⸗ Elephanten voll geſtellt. Ich zweifle daran, daß die Zucht dieſer Pferde, welche nur für das ſchwerſte und langſamſte Fuhrwerk auf ebenem Lande brauchbar ſind, in Deutſchland von Nutzen ſeyn würde. Was die Grundſätze für die Haltung der Pferde betrifft, ſo ſind dieſe folgende: ———-õ———V——QO—O⸗O⸗COCOL——.—— Thier lich nilch wen durcj noch noth vom tun⸗ aucj ſta 125 S atte gewſ Auch die Pferde ſollen wie alle andern landwirthſchaftlichen erdezucht j Thiere ſchon von erſter Jugend an ſehr ſorgfältig, gut und reich⸗ ungen, we lich genährt werden. Das Fohlen muß nach reichlichſtem Mutter⸗ der anden milchgenuß im erſten Jahre vollauf Nahrung erhalten, weil hier— theilig und durch der Grund zu Ausbildung der Größe und vorzüglich der th wie de Breite des Körpers gelegt wird, da letzterem bei Zuchtſtuten, damit ſie ſtarke Fohlen bringen, großer Werth beizumeſſen iſt. Eine tägliche Ration bis zu 10 Pfd. Haber und das Heu nach Appetit iſt gewöhnlich. Nach dem erſten Jahre erhalten ſie die ſetzung ge ungsfoſten wie ſeinen vollſte Waide. Das behagliche Umherwaiden, dabei immer nur rung von wenige Fohlen in derſelben Einhägung, auf kräftigem, reichem, efen an durch Baumpflanzungen geſchütztem Graslande, wobei überdieß 6 noch für kräftiges Beifutter an Körnern ꝛc. geſorgt wird, muß nothwendig auf Ausbildung und Größe des Körpers der Thiere vom entſchiedenſten wohlthätigen Einfluſſe ſeyn. Die gute Hal— tung während des Winters entſpricht derjenigen im Sommer; idd einem gen, ſind derke und 4 5 auch bei jener ſind die Thiere in Höfen u. ſ. w. ſo viel als 6 möglich im Freien. Die Haltung der ältern Pferde iſt ebenſo. 1 ziis Dem Umſtande, daß in England die Pferde ſo viel im Freien 1 Pnä ſich aufhalten können, was auch ſogar bei Gebrauchspferden ſo ünngens gehalten wird, mag es unter Anderem zuzuſchreiben ſeyn, daß daß 1 engliſche Pferde, in fremde Verhältniſſe mit mehr— oft beinahe in ü unausgeſetzter Stallhaltung gebracht, ſich ſo ſchwierig angewöhnen i Stol und ſo manchen Krankheiten, vorzugsweiſe der Athmungsorgane, di ge⸗ unterworfen ſind. Den Genuß der freien Luft halten die Eng nögen. länder zum Gedeihen beſonders auch der Pferde für ſo weſentlich, Pferde daß Manche glauben, ein Pferd könne ohne ſolchen Genuß auch bei dem beſten Futter nicht ordentlich gedeihen. che nu. Damit die Aufzucht nicht zu hoch zu ſtehen kommt, ſucht Londe man die Ausbildung der Thiere durch die volle Fütterung mög⸗ lichſt zu beſchleunigen, was noch in erhöhtem Grade beim Training ifft, ſ ſtattfindet. Mit 18 Monaten bis 2 Jahren kommen die Pferde 126 oft ſchon in Training; mit 2 Jahren müſſen ſie nicht ſelten rennen; jedenfalls mit 3 Jahren, nach welchem Alter ſie immer für den Gebrauch überhaupt beſtimmt werden. Die engliſchen Landwirthe ſuchen, wie wir, die Fütterung möglich wohlfeil zu machen, haben daher nicht ſelten Wurzelwerk— fütterung, namentlich gekochte Kartoffeln, auch Möhren, empfohlen; kommen aber doch auch immer wieder auf das kräftige Futter, aus Körnern, Heu und Stroh beſtehend, zurück. Das Kochen des Habers zur Fütterung wird von Manchen ſehr gerühmt. Die Sorgfalt in Wartung der Pferde, wie ſie in England angewendet wird und den Wärtern— ſo zu ſagen— ſchon an— geboren zu ſeyn ſcheint, wird wohl ſo allgemein nirgends in dieſem Grade zu finden ſeyn. Die Halbblut-Zuchtpferde werden, wenn ſie nicht zu viel Temperament zeigen, und wenn der Boden nicht zu ſchwer, ge— wöhnlich zu Feldarbeiten verwendet. 2. Mindviehzucht. Man giebt den Rindviehſtand Großbritanniens auf 8 Millionen Stück und deren Geldwerth auf 80 Millionen Pfund Sterling, den jährlichen Verbrauch aber auf mehr als 1 ½ Millionen Stücke, ohne Kälber, an. Nach andern Angaben beträgt der Rindvieh⸗ ſtand 1900 Stück auf die Quadratmeile, was im Ganzen etwa 10 Millionen Stücke betragen würde. Ueber die verſchiedenen Racen ſagen neuere Schriftſteller?— nach meinen eigenen Beobachtungen mit Recht—, daß die gegen— wärtig in Großbritannien gezüchteten Racen des Rindviehs— ich möchte zuſetzen: wie faſt überall— beinahe eben ſo verſchieden, *„Die engliſche Viehzucht“, aus der Bibliothek der Londoner Geſellſchaft zur Verbreitung nützlicher Kenntniſſe, insbeſondere das Nindvieh, noch dem Engliſchen, von Hering. Engl ner i unho ſchied lung beſon letzter tunger weit — —— 127 icht ſelte als der Boden in den verſchiedenen Diſtrikten, oder als die Lau— ſie inmer nen der Züchter ſeyen. Beinahe von jeder Grafſchaft wird dem dort vorherrſchenden Ftterun Stamme eine beſondere Benennung beigelegt. urzelwert. Es kann aber nicht angenommen werden, daß alle dieſe vielerlei npfohlen, Schläge als beſondere Racen gelten dürfen. Es werden dieſe von tter, aus England in Schriften gewöhnlich nach der Beſchaffenheit der Hör— chen des ner in langhornige, mittelhornige, kurzhornige und unhornige eingetheilt. In Wirklichkeit aber gehen dieſe ver— England ſchiedenen Arten ſo in einander über und es giebt dieſe Einthei— hon an⸗ lung ſo wenig einen beſtimmten Anhaltspunkt oder Ueberblick, ins— ndieſem beſondere für den auswärtigen Viehzüchter, daß ich für den letztern, namentlich den Deutſchen, nach meinen eigenen Beobach— tungen darüber Folgendes bemerken muß: zu viel 8 ge In einem Haupt-Ueberblicke können nach meiner Anſicht die Rindvieh⸗Racen Englands auf wenige charakteriſtiſch von einander verſchiedene Haupt-Racen zurückgeführt werden: 1) Das eigentliche engliſche Landvieh. Es entſpricht dieſes unſtreitig dem deutſchen Landvieh, iſt aber ſ(illionen weit vervollkommneter. Sterling, Hieher gehört das langhornige, das mittelhornige Stücke, und das unhornige. Letzteres iſt wohl nur eine Spielart und indvieh⸗ kommt jetzt faſt unter allem Landvieh und aus Kreuzungen n etwa entſtandenem Vieh Englands vor; es findet ſich vorzüglich in Suffolk und Norfolk, urſprünglich hauptſächlich in Gal⸗ r1 loway in Schottland. gegen⸗ Das Landvieh iſt meiſtens roth, das ungehörnte Gallo— i0 way und Angus aus Schottland häufig ſchwarz. Unter den Landvieh-Arten zeichnen ſich ganz beſonders zu ihrem Vortheil aus: das rothbraune aus Devonſhirez das roth⸗ undener braune meiſtens mit weißem Kopfe, Beinen und Bauche aus das Herefordſbhire; das häufig ſchwarze, geſtromte und gefleckte chieden, 128 aus Schottland, worunter dann als ausgezeichnet und vervoll nnd ſe kommnet das meiſtens braun-roth gefleckte aus Airſhire im ſüd— V nentlie lichen Schottland. Die früher als Bakewell'ſche bezeichnete V 3 langhornige oder neue Leiceſter-Zucht hat keinen Namen mehr. ahme Nach unſerem Maßſtabe hat das Landvieh Englands im Durch⸗ V ſprun ſchnitt mittlere Größe, das Herefordſhir'ſche etwas darüber, das da u Schottiſche darunter; dagegen iſt dieſes Landvieh durch ſeinen für G zärtl Fleiſchanſatz vortrefflich gezüchteten Bau ſchwerer, als wir uns bei V mittelgroßem Vieh vorſtellen. ſchied 2) Das Holderneß oder Teeswater Vieh; kurzhor⸗ nige Art. eignl Dieſes Vieh, das größte in England, roth und ſchwarz derlic in weiß geſcheckt und getiegert, iſt offenbar von den benach— engliſ barten holländiſchen— vielleicht auch deutſchen— Küſten in des: England eingeführt. Seine nahe Verwandtſchaft mit dem Hol— V ländiſchen iſt unzweifelhaft. zuch Es hat ſich hauptſächlich in den mittleren Grafſchaften, wo V mög mehr Milchwirthſchaft getrieben wird, vorzüglich auch in Yorkſhire, hFuält verbreitet und mit dem Landvieh gemiſcht(Yorkſhirer Schlag). gut Da es übrigens in der Qualität des Fleiſches und ſeinen der Eigenſchaften zur Maſtung dem Landvieh nachſteht, ſo hatte es gele lange Zeit ſeinen Kredit verloren und nur erſt wieder neuerer Zeit alle wurde, vorzüglich in den nördlichen Gegenden Englands, nämlich ſie nach meinen Beobachtungen hauptſächlich am Fluſſe Tees, in ders Durham und in dem nördlichen— an Schottland gränzenden Nu Theile von Northumberland, aus den vorzüglichſten Thieren tät durch die ſo intelligenten engliſchen Viehzüchter mit ungewöhnlicher lon Sorgfalt ein Stamm herausgebildet, der Körpergröße, Milch⸗ ergiebigkeit und Maſtfähigkeit möglichſt vereinigt und am meiſten 5 unter der Bezeichnung Durham,— auch Teeswater thei kurzhorniges Vieh, in England bekannt iſt. gri Mehr oder weniger dieſem vollkommenen Stamm nachgebildet ire —— 129 nd vervel 3 un und ſich ihm annähernd ſind dann auch ſonſt im Lande, ſo na— beeihn mentlich in Yorkſhire, ſchöne Zuchien. nen uh 3) Das Ald erney⸗Bich, kſein, von allen Fan hon mit Aus⸗ in au nahme von Schwarz, meiſtens röthlich und weiß, iſt fremden Ur⸗ ſprungs und wird insbeſondere nur von reichen Grundeigenthümern da und dort ſeiner guten Milch wegen gehalten. Die Thiere ſind zärtlich, daher bei den Farmers nicht mehr ſehr beliebt. Unter dieſe drei Hauptſtämme können vielleicht alle die ver— ſchiedenen Rindvieharten Englands geordnet werden. über, das ſeinen füͤ r uns bei Arzüdi⸗ Ehe ich auf ein Urtheil über ihre Qualitäten und ihre An⸗ eignung für fremde Verhältniſſe übergehe, halte ich es für erfor— d ſchwarz derlich, vorher ſowohl die Richtung, welche die Induſtrie der bannj engliſchen Viehzüchter verfolgt, als auch die Art der Haltung liſten in des Viehs zu betrachten. dem Hor Unter den Zwecken des engliſchen Landwirths bei ſeiner Vieh— zucht ſteht oben an: die Maſtung, d. h. die Erzeugung von nften, we möglich vielem Fleiſch und Fett in möglich kurzer Zeit, mit ver— Jorkſtin, hältnißmäßig möglich wenigem Futter und das Fleiſch von möglich chlag). guter Qualität. Ein beſonderer Werth wird auf die Eigenſchaft nd ſeinen der Thiere, ſich in der kürzeſten Zeit zu entwickeln und auszubilden, hatte do gelegt und dieſe auch durch kräftigſte Nahrung unterſtützt. Bei uerer i allen engliſchen Racen iſt dieſe Eigenſchaft, natürlich in etwas ver— „näͤmlic ſchiedenerem Grade, zu bemerken, und es bringt dieſelbe auch beſon— ees, in ders da, wo Fleiſch⸗Produktion ſo wichtig iſt, großen ökonomiſchen aͤnzenden Nutzen. Auch jene Rückſicht, welche die Engländer auf die Quali— Thieren tät des Fleiſches nehmen, iſt von beſonderer Wichtigkeit bei Beurthei⸗ öhnlicher lung des Ganzen der engliſchen Viehzucht und deren Betriebsweiſe. „Mill⸗ Es wird nemlich in England der Fleiſch-Verkauf und Einkauf n meiſten ſo betrieben: der Fleiſcher zerlegt das Fleiſch in die verſchiedenen theils größern, theils kleinern Stücke und ſtellt dieſe, meiſtens auf großen Fleiſchmärkten, zum Verkaufe aus. Die Einkäufer ſind in hgebide ihren Forderungen ſehr ſtrenge und es legen die Engländer ſo v Weckherlin, über engliſche Landwirtbhſchaft 9 130 K V großen Werth auf gutes Fleiſch, dem Hauptbeſtandtheile ihrer V D Nahrung, daß es ganz gewöhnlich iſt, daß die Hausherrn, auch n von höhern Ständen, den Fleiſchmarkt zur Auswahl ihres Bedarfs V ſelbſt beſuchen. Wenn der Käufer das Fleiſch nach ſeinem Ge— V vo ſchmacke und nach der Ausgabe, welche er ungefähr machen will, V gewählt hat, ſo fragt er nach dem Preiſe, welcher dann theils V vr dem Pfunde, theils auch dem Stücke nach feſtgeſetzt wird. Es wird V G dabei natürlich zuerſt berückſichtigt, welche Quantität von Knochen tiſce dabei iſt, und dann von welcher Qualität das Fleiſch, ob es wir z fein- oder grobfaſerig, ſaftig oder ſehnig und trocken, durchwachſen meiſte (marmorirt), mehr oder weniger fett, von welchen Körpertheilen als g es ſey u. drgl., kurz— viele Knochen ſind dem engliſchen Fleiſcher es alſ Schaden, geringeres Fleiſch wird bedeutend niedriger bezahlt als daff, beſſeres, rühre nun der Unterſchied daher, daß es von einem V ob ſei Thiere oder einer Art, die überhaupt weniger gutes Fleiſch giebt, oder daß es von ſolchen Körpertheilen ſey, an welchen die Qualität weni des Fleiſches niederer iſt. Der Unterſchied, welcher hiernach ge— leg macht wird, iſt ſehr bedeutend. Mit dieſem Gebrauche iſt der Anſie weitere Vortheil verknüpft, daß, weil das beſſere Fleiſch dadurch viehe Luxusartikel und hiernach auch ſehr gut bezahlt wird, der ärmere ſiatt Mann das geringere Fleiſch deſto billiger kaufen kann, was alles die Konſumtion außerordentlich ſteigert. Flei Ich habe hierüber folgende Zahlenverhältniſſe von London eendl erhalten: wach Der Fleiſcher bezahlt für ein Stück Vieh dem geſchätzten Ge⸗ mans wichte nach gegenwärtig: a von den Viehgattungen mit dem beſten Fleiſch und vielem Fett, geru wie Devonſßhirer, Herefordſhirer, Schottiſches, ½ Schilling fein 1 Pence pr. Pfd. von Ochſen(etwa 17— 19 kr. württ.); wärt von den minder guten Viehgattungen, wie Holderneß, ½ Schil⸗ von ling, auch 5 Pence(15— 16 kr. württ.); dſer von guten Kühen 5 Pence(13— 15 kr. württ.). nich 3 9 ——-———— 131 Abeile in Das ausgehauene Fleiſch wird verkauft: her eunn von den beſten Theilcn des Körpers je nach Fleiſch-Qualität ſeinn d zu 54l Schilling pr. Pfd.(24— 32 kr. württ.); nacen wi von den geringern Theilen— Schilling pr. Pfd.(16 bis dnn— 24 kr. zwürtr.) 44 . E hn von den geringſten 7— ½ Schilling Pr. Pid⸗ 68.16 kr. württ.). an Knf 3 Es iſ unbegreiflich, daß jener ſo hunhü natürliche und prak⸗ ) 8 tiſche Betrieb des Fleiſchhandels nichi überall ſtattfindet, und daß „ wir z. B. in Deutſchland ſo häufig nicht nur ſchlechtes Fleiſch, hnahſ meiſtens noch überdieß nach obrigkeitlicher Taxe, eben ſo theuer nunheie als gutes, ſondern auch die Knochen mit bezahlen müſſen, daß Jlaſer es alſo unſern Fleiſchern oder Viehhändlern faſt gleichgültig ſeyn aͤht als darf, ob ein Stück Schlachtvieh rauhes oder zartes Fleiſch giebt, d einem ob ſeine Knochen mehr oder weniger wiegen u. drgl. iſc gien— Hierin, und weil, wie wir noch ſehen werden, in England Dualiü weniger vorherrſchend auf Milchergiebigkeit hingearbeitet wird, ernach ge liegt unter Anderem offenbar der Aufſchluß über die verſchiedenen e iſ de Anſichten in Betreff der vortheilhafteſten Körperformen des Rind⸗ h dadurq viehs, welche zwiſchen den engliſchen und deutſchen Viehzüchtern er ärmerr ſtattfinden. was alle Der engliſche Viehzüchter will wenig Knochenmaſſe, wenig Fleiſch an ſolchen Körpertheilen, wo deſſen Qualität niederer iſ, London endlich feinfaſeriges, kerniges, zartes, fein mit kernigem Fett durch— wachſenes Fleiſch; der deutſche Viehzüchter will bei der Beſtim— zten Ge⸗ mung des Viehs für Fleiſch-Produktion nur im Allgemeinen Maſſe. Zu Erreichung jener Zwecke will der engliſche Viehzüchter: ab⸗— em Fett, gerundete Körperformen; im Verhältniſſe zu dem übrigen Körper Schillin feinen kleinen Kopf; dünne Beine vom Knie(Sprunggelenk) ab⸗ württ.); wärts; dünne Schwanzwurzel; dünnen Hals, was alles Zeichen „Scil⸗ von feinem Knochengebäude, alſo von der Kleinheit aller werth⸗ loſern Theile iſt; feine, weiche, loſe, elaſtiſche Haut(deren Preis nicht— wie bei uns— höher iſt, als der des guten Fleiſchs); 6 ☛ 132 KH endlich mittlere Körpergröße, weil er bei großen Körpern ſchwam— migeres grobfaſeriges Fleiſch und Fett vorausſetzt. Wo auf Milch— nutzung zugleich beſonderes Gewicht gelegt wird, da ſieht der Züchter bei breitem, tiefem und umfangreichem Hintertheil auf ein leichter gebautes Vordertheil. In den Forderungen an die übrigen Körperformen trifft der deutſche mit dem engliſchen Viehzüchter ziemlich überein, beide wollen: Breite und Tiefe des Bruſtkaſtens; breite und kräftige Vorder⸗ ſchenkel(Vorärme); gut gewölbten, tiefen, zwiſchen Rippen und Hüfte gut geſchloſſenen daher nicht zu langen Leib; geraden vollen Rücken ohne alle Einſenkung weder hinterm Bug noch vor dem Kreuze; weite— wohl in den Rücken hereinreichende Lenden; breiten Bau zwiſchen den runden— mit dem Rücken in gleicher Fläche liegenden— Hüften; lange und gut ausgefüllte Hinter— viertel(von der Hüfte bis zum Sitzbein) und volle weit hinab⸗ reichende Hinterſchenkel; mit dem Rücken ebenliegende Schwanz— wurzel; die Beine verhältnißmäßig mehr kurz als lang, dabei gerade ſtehend. Es war mir intereſſant, die früher von mir gegebenen Ab— bildungen der deutſchen, insbeſondere auch der Schweizer Rind⸗ vieh-Racen mit anerkannten engliſchen Viehzüchtern zu durchgehen und in Vergleichung mit ihren eigenen Viehſchlägen zu beſprechen, um aus ihrem Lob und Tadel dasjenige mir zu abſtrahiren, was ich ſo eben angegeben habe. Ohne fürchten zu müſſen, der Ueber⸗ treibung beſchuldigt werden zu können, darf ich anführen, daß ſie über die Formen der von den deutſchen Viehzüchtern für ſo ſchön gehaltenen Körpermaſſen von großem Schweizervieh, über deren große Köpfe, ſchwere Hälſe, dicke Unterbeine, hoch in die Höhe ſtehende ſtarke Schwanzwurzeln, wie über Karrikaturen von Rind⸗ vieh, wahrhaft lachten und ſich erſt dann etwas damit befreunden konnten, nachdem ich ihnen das— für ſie freilich unbegreifliche— Verhäl auch i nit V mir i dunge zu ſel neiſte und d futter it dem ſtände Geſch viel Dieſe geſte wie ſowo zu f nan was theil nenn Geb⸗ dann her ſene für Mon welch dern ſchwam⸗ d auf Mit, da ſeht d ntertheil ui en trifft der rein, beid⸗ ige Vorder⸗ Rippen und faden volee ch vor dem de Lenden, in gleiche llte Hiner. weit hinct⸗ Schwan⸗ ang, dabei ebenen A⸗— izer Rind durchgehen beſprechen rren, was er Ueber⸗ 1, doßff ſo ſchn ber deren die Huhe von Rind⸗ efreunden iliche— . 2— — — 3 Verhältniß unſeres Fleiſchhandels und wie das gleiche Verhältniß auch in den meiſten derjenigen Länder, in welche wir Aktivhandel mit Vieh treiben, ſtattfinde, auseinandergeſetzt hatte; dabei war es mir intereſſant, von den engliſchen Viehzüchtern aus den Abbil— dungen das beſſere deutſche Landvieh als dasjenige herausfinden zu ſehen, welches ihnen noch am meiſten zuſagen würde. Die Art der Maſtung des Rindviehs in England, weil ſie meiſtens auf reichen Grasländern, im Winter aber mit Turnips und gutem Heu, was letzteres der Engländer für das beſte Maſt— futter hält, dann aber auch mit Körnern, Oelkuchen ꝛc. geſchieht, iſt höchſt einfach. Der Hauptgrundſatz der Engländer dabei iſt: dem Vieh ſo viel und ſo mancherlei Futter und unter ſolchen Um⸗ ſtänden zu bieten, daß es daſſelbe mit aller Behaglichkeit nach Geſchmack wählen kann und es dadurch angereizt werde, möglich viel zu verzehren und dadurch möglich ſchnell fett zu werden. Dieſes wird am meiſten auf Fettwaiden erreicht und dadurch noch geſteigert, daß man auf dieſen noch verſchiedenes anderes Futter, wie Rüben, Körner ꝛc. zur Auswahl vorlegt. Man glaubt es ſowohl für Menge als Güte des Fleiſches als das Vortheilhafteſte zu finden, die Ochſen mit 4 Jahren Alter auszumäſten, wobei man diejenigen vorzieht, welche nicht gearbeitet haben. Soll die Maſtung auf das möglich Höchſte getrieben werden, was insbeſondere für öffentliche Schau-Ausſtellungen, Preis⸗Ver⸗ theilungen ꝛc. geſchieht, was ich aber landwirthſchaftlichen Luxus nennen möchte und nur in den beſondern Verhältniſſen engliſcher Gebräuche und engliſcher Gutsbeſitzer ſeinen Grund haben kann, dann werden hauptſächlich in Gegenden mit leichterem Boden, da⸗ her auch leichterem Gras, die Thiere, nachdem ſie ſchon durch jene gewöhnliche Maſtung ſo fett ſind, daß man ſie ſonſt überall für vollkommen ausgemäſtet betrachten würde, erſt noch viele Monate lang in abgeſonderten kleinen Höfen mit offenem Stall, welche überhaupt für Wintermaſtung beſtimmt ſind, gehalten und ihnen hier die beſten, kräftigſten Nahrungsmittel in ſolchem Ueber— fluſſe und zu ſolcher Auswahl in grünem und trockenem Zuſtande gereicht, daß die Thiere nur das Beſte auswählen dürfen, der Rückſtand aber andern Thieren gefüttert wird. Hierbei ent⸗ ſtehen dann die fetten Schauſtücke von Ochſen, von welchen land⸗ wirthſchaftliche Blätter und Zeichnungen Englands voll ſind, und welche in der That von einer Fleiſch- und Fettmaſſe zeugen, wo⸗ von man ſich, ohne die Thiere ſelbſt geſehen zu haben, keinen Begriff machen kann. Ein ſolcher zur Schau ausgeſtellter Ochſe gibt dann oft der ganzen Zucht, von welcher er abſtammt, einen großen Ruf und erſetzt dadurch den Maſtungs-Aufwand vielfältig. Nicht ſowohl die Maſtungs-Methode iſt es demnach, was wir uns, wenn wir Maſtung treiben wollen, von den Engländern zu eigen zu machen haben, ſondern vielmehr ihre genaue Kennt⸗ niß und ſachverſtändige Auswahl des für Maſtung vortheilhaf—⸗ teſten Viehs. Bei dem ungeheuren Vieh-Bedarf Englands iſt natürlich die Zuzucht von Vieh ein ſehr wichtiger Zweig der dortigen Vieh⸗ haltung. Der engliſche Landwirth berechnet, wie der deutſche, daß Aufzucht von gewöhnlichem und magerem Jungvieh hauptſächlich in ſolchen Gegenden vortheilhaft betrieben werde, wo der wohlfeile Boden bei anderer Viehhaltung und Produktion weniger lohnt, wie z. B. in abgelegenen minder bevölkerten Gegenden mit vielen natürlichen Waiden, im Gebirgslande u. drgl., wie in Schottland; dagegen berechnet er aber auch, daß in jenen Verhältniſſen Sorg— falt auf rationellen Betrieb vollkommenerer Zucht nicht eben ſo lohnend, und reichliche Ernährung zu Fleiſchproduktion ſelten ſtatt— finden könne; läßt ſich daher durch jenes Verhältniß, durch jene Konkurrenz nicht, wie ſo oft der deutſche Landwirth, von der Jung— viehzucht überhaupt abhalten; ſondern wendet ſeine Induſtrie nur dahin, Vieh von ſolcher Qualität und Beſchaffenheit zu ziehen, bei dem jene Verhältniſſe nicht eben ſo in Konkurrenz treten können, = 135 cen Ui daher theils Vieh von beſondern vorzüglichen Eigenſchafte um ziind aher ei ieh von gonder vorzug ichen Eigenſchaften, von niin d Ausaezſchnelen Racen, das ihm als Zuchtdieh gut bezahlt zwird; zenbe 4 theils Jungyich⸗ das er von Geburt an reichlich und dadurch immer 4 1 im wohlgenährteſten Zuſtande hält, ſo daß es ſtets Fleiſcherwerth zlche Und hat, weil er richtig rechnet, daß gleich viel Produktions-Futter ſnd, mn auch gleich viel Körpergewicht ſowohl an magerem als fett genähr⸗ euggen, we⸗ tem Jungvieh erzeuge, das Fleiſch von letzterem aber weit mebhr den, keinen Werth habe als das von magerem. Daher kommt die Regel der elter Oih engliſchen Landwirthe, auch ihr Jungvieh immer in beſt' genährtem mmt, einen Stande zu halten. Der Zukauf von magerem Jungvieh findet ganz dvvielfältig beſonders auch aus den rauhern Haltungen Schottlands ſtatt, von nach, was welchen ſich ſolches mageres Vieh durch ganz England verbreitet, Engländern wo es auf den guten Grasländern ſchnell fett wird. aue Kennt Bei der Zucht von Rindvieh wird, wie von den intelligenten vortheilhaf Viehzüchtern Englands nicht anders zu erwarten, auf die Züchtung derjenigen Art, wie ſie hauptſächlich Abnehmer findet, mit großer atürlich die Aufmerkſamkeit, Beharrlichkeit und bedeutenden Vorauslagen hin— tigen Vie⸗ gearbeitet. Die engliſchen Landwirthe halten mit vollem Recht eutſche, daß dafür, der Abſatz von Zuchtvieh zu erhöhten, d. h. über den auptſächlich Fleiſcherwerth betragenden, Preiſen müſſe hauptſächlich auch bei er wohlfeil der Rindviehzucht ebenſo zum lohnendſten Betriebe beitragen, wie iger lohnn dieß bei Pferde- und Schafzucht der Fall ſey. Zuchtthiere aus mit vielen den vorzüglichern Zuchten werden weit und breit aufgeſucht und chottland, mit ſehr hohen Preiſen bezahlt. Hundert Pfund Sterling Ankaufs⸗ ſen Sory preis für einen Zuchtſtier iſt gar nichts Ungewöhnliches, 50 Pfd. t eben ſi Miethzins auch noch mehr für einen ſolchen auf einen Sommer elten ſtat kommt nicht ſelten vor. Für weibliche Thiere aus renommirten durch jm Zuchten werden ähnliche Preiſe bezahlt. Die Sprunggelder bei der Jung⸗ ausgezeichneten Zuchtſtieren betragen oft, ähnlich den bei Hengſten, utieénu bis zu 2 und 3 Pfd. Sterling. Vorzügliche Zuchtſtiere werden urzithen ſo lange als möglich, bis ins achte und zehnte Jahr, benützt. Iünnen Zuchtſtiere gehen nicht mit auf die Waide, die Kühe werden ihnen 136 zugeführt. Die Aufzucht des Viehs iſt ſehr einfach. Die Kälber werden häufig auf der Waide ohne alle Hülfe geboren und ge— nießen nur wenige Tage beſonderer Wartung. Die Kühe mit den Kälbern, wenn letztere an der Mutter trinken ſollen, kommen bis ſie etwa 8— 12 Wochen alt ſind, in nahe gelegene, beſonders gute Graskoppeln. Ueber die beſte Art des Aufziehens der Kälber, ob ſie an der Mutter trinken, oder die Milch beſonders erhalten ſollen, ſind die Meinungen, wie faſt überall, getheilt, was hier um ſo erklärlicher iſt, weil die Kälber theils während— theils außer der Waidezeit fallen. Die Kälber werden oft auch im Stall ſo aufgezogen, daß ſie die Milch in beſondern Trögen bekommen. Bei den Höfen trifft man häufig kleine geſchützte Kälberhöfe, in welchen die Kälber auch bei ſchlechter Witterung ſo viel als möglich im Freien gehalten werden. Bei jedem dieſer Aufzuchtsverfahren iſt immer erſte Abſicht, durch reichlichſte Ernährung des jungen Thiers den Grund zu ſeiner künftigen möglich vollkommenen Ausbildung zu legen. Die Quantität der Nahrung, wenn das Kalb aus dem Kübel getränkt wird, iſt gewöhnlich: Anfangs täglich 3 Maß(à 4 Pfd.) Milch bis täglich 7—8 Maß; nach 10— 12 Wochen, wenn es allmählich Waide oder anderes Futter annimmt, bricht man ab, giebt nur abgerahmte Milch u. drgl. Man trift Wirthſchaften, in welchen die Kälber bis zu 5 Monat Alter Milch erhalten. Benützung des Rindviehs vorzüglich auf Milch, daher größere Molkereiwirthſchaft findet auſſer in der Nähe be— deutenderer Städte, wo ſie bei der großen Konſumtion oft von unglaublicher Ausdehnung iſt,(ich beſuchte Beſitzer ſolcher Mol— kereiwirthſchaften bei London mit einem Melkviehſtand bis zu 1000 Stück) hauptſächlich in den mittlern weſtlichen Grafſchaften Englands, wo von jeher mehr natürliches gutes Grasland war, ſtatt. Es herrſcht aber auch hier, wo man mehr als anderwärts auf milchergiebiges Vieh ſieht, dennoch dabei die Richtung vor, ſolch gün aber w die alhen ren und ge ühe mit der kommen biß beſonder der Kälber s erhalten was hier — theils hiin Stal bekommen. rhöfe, in 3 wöglich te Abſich Grund zu gen. dem Kübe à 4 p) wenn es man ab, aften, in ¹ , daher laähe be⸗ oft von ſer Mo⸗ bis zl rſchaften ind war, erwärts ng vor, ☛ 137 ſolchen Körperformen den Vorzug zu geben, welche Maſtung be— günſtigen, ſich nicht immer mit beſonderer Milchergiebigkeit, wohl aber mit höherer Milchqualität vertragen. Hieraus erkläre ich mir es, daß man überhaupt in England nicht ſo milchreiche ganze Viehſtämme findet, wie z. B. in Holland. Ich hörte auch in England keine ſolch außerordentliche Milch— ergiebigkeit der Kühe rühmen, wie man dieß oft in Schriften übertrieben findet. Bei dem milchreichſten des engliſchen Viehs, den Teeswatern oder Durhams, Porkſhirer, Airſhirer ꝛc. iſt man bei reicher Fütterung mit jährlich 1200 Maß(à 4 Pfd.) im Durchſchnitt von der Kuh, oder 170 Pfd. Butter, oder 350— 400 Pfd. Käſe zufrieden. Die nach Deutſchland gekommenen Stämme dieſer engliſchen Racen entſprechen bei reichlicher Fütte— rung ungefähr dieſen Annahmen; während bei uns die Holländer — auch die beſſern Schweizerſtämme, freilich bei minderer Maſt⸗ fähigkeit, erſtere durchſchnittlich 1600 Maß, letztere 1300— 1400 Maß bei gleich reichlicher Fütterung wohl gewähren. Mit Ausnahme der Käſefabrikation fand ich bei der Molkerei⸗ wirthſchaft nichts beſonder Bemerkenswerthes. Der Verbrauch von Butter iſt in England verhältnißmäßig nicht bedeutend, weil als Fett zur Nahrung hauptſächlich das außerordentlich fette Fleiſch dient. Man findet nirgends in Eng— land das Buttermachen in ähnlicher Ausdehnung wie z. B. in Holland. Die Engländer wollen ein viel weniger einträgliches Geſchäft dabei finden, als bei aller andern Molkerei- und Vieh⸗ nutzung. Sie laſſen dafür mehr Holland und die deutſchen Küſtenländer Holſtein, Mecklenburg c. ſorgen, welche ſich mit dem Ertrag, den ihnen die Fabrikation der Butter liefert, begnügen und ſie daher in großen Maſſen den Engländern zu— führen. Dagegen iſt die Fabrikation von Käſe in jenen Graf— ſchaften und deſſen Verbrauch in England außerordentlich bedeutend. 138 Die Vorzüge der engliſchen Käſe ſind bekannt. Die Cheſter⸗ und Glouceſterkäſe kommen im Großen in den Welthandel; die Stiltonkäſe ſind mehr Luxuskäſe. Die butterähnliche Mildig⸗ keit der engliſchen Käſe, für welche der Cheſterkäſe als Repräſentant angenommen werden kann, zeichnen ſie vor andern Käſearten aus. Es iſt dieſes die Folge der Methode, nach der ſie bereitet werden. Dieſe unterſcheidet ſich von allen mir bekannten vielen Käſeberei— tungsmethoden in der Hauptſache dadurch, daß die Milch dabei nicht erwärmt, der Käſe aber nachher ſehr ſtark gepreßt und mit vieler Sorgfalt behandelt wird, um ihm Konſiſtenz zu geben. Die ganze Methode der engliſchen Käſefabrikation bis ins kleinſte Detail habe ich genau beobachtet und bin hiernach und nach den bei uns ſchon angeſtellten Verſuchen überzeugt, daß der engliſche Käſe eben ſo gut, wie dieſes bei andern guten Käſe⸗ arten der Fall iſt, auch anderwärts in allen Milchwirthſchaften, wo die Milchkühe mit guten grünen Fütterungsmitteln reichlich genährt werden, gemacht werden könne. Ich unterlaſſe eine genaue Beſchreibung der Methode, weil nach ſolchen Beſchreibungen nie ordentlich fabricirt werden kann. Das Melkvieh in England wird, die beſondern Fälle bei ganz vorzüglichem Zuchtvieh ausgenommen, ſelten länger als bis etwa ins achte Jahr beibehalten, weil es ſonſt an ſeinem Werthe für die Maſtung ſehr verliert. Was endlich die Eigenſchaft und die Verwendung zum Zugdienſte betrifft, ſo iſt dieſes von allen Rückſichten, welche die Engländer bei ihrer Rindviehzucht nehmen, die untergeordnetſte. Es werden auch nirgends verhältnißmäßig ſo viele Pferde und ſo wenig Ochſen zum Zuge und Ackerbau verwendet als in England. Auch dieſer Umſtand iſt bei manchen Körperformen, welche die Engländer bei Rindvieh vorziehen, z. B. dünnen Hals, feine Beine u. drgl. wohl im Auge zu behalten. Früher noch während der einfacheren und auf niederer Stufe —¶Q.O——Qq—·q—·ᷓZyJyᷓy——O—¶¶ A ˖—— 139 Defer betriebenen Landwirthſchaft ſollen die Ochſen weit mehr zum lüendi Ackerbau verwendet worden ſeyn. Als aber dieſer energiſcher Midi betrieben wurde, die ſtarke Drillkultur hauptſächlich Pferdearbeit räſentan in Anſpruch nahm; als Beifuhr von Kalk, Knochenmehl ꝛc. tten au immer mehr in Gang kam; die Vervollkommnung der Pferdezucht werden. einen ſchönen Ertrag verſprach; die Konſumtion von Fleiſch, ebenſo iſeberei⸗ die Anforderungen an deſſen Qualität immer größer wurden, i dabei man beides durch Anmäſten von jüngerem Vieh, wie ſchon oben und mi berührt, am vortheilhafteſten zu erreichen fand, nahm Verwendung den. der Ochſen zum Zug immer mehr ab. Am meiſten findet man bis ind dieſe Verwendung noch in Devonſhire und Herefordſhire, deren ich und Viehſtämme ſich auch in der That ausgezeichnet dazu qualificiren. daß der Was die gewöhnliche Haltung des Rindviehs in England Käſe⸗ betrifft, ſo darf aus allen bereits vorgetragenen Güterbewirth⸗ ſchaften, ſchaftungsverhältniſſen wohl abſtrahirt werden, daß ſie im höchſten reichlich Grade einfach ſeyn müſſe. Alles Rindvieh(mit Ausnahme desjenigen in großen Milch— e, weil wirthſchaften Londons und anderer der größten Städte, wo der kann. großen Entfernungen der Grasländer von der Stadt u. drgl. wegen älle bei einem Theile der Melkkühe auch Grünfutter nebſt Biertröbern in als bis den Stall gefahren wird) iſt in der beſſern Jahrszeit Tag und Verthe Nacht, nach den verſchiedenen Abtheilungen in Maſtvieh, Melkvieh, Jungvieh ꝛc. getrennt, übrigens häufig mit Schafen gemiſcht, auf zum eingeſchloſſenen Graskoppeln ohne Schuppen gehalten und es iſt da⸗ welche— bei dafür geſorgt, daß es wo möglich immer reichliche und friſche dnetſte⸗ Nahrung erhalte; denn ganz insbeſondere bei der Rindviehzucht, de und nicht nur bei der Maſtung, ſondern auch bei der Haltung von nolmn allem übrigen Vieh, huldigt der Engländer dem ſchon angeführten velbe Grundſatze, daß je beſſer das Vieh gefüttert werde, deſto beſſer fine es ſein Futter bezahle. Er hält es namentlich für einen großen Mangel, wenn man, wie bei uns ſo häufig, glaubt, man könne Stufe trocken ſtehendes Vieh mit Vortheil knapper füttern. Es rächt ———;— 140 ſich dieſes nach den Erfahrungen in England durch ſchlecht ge— deihende Kälber und nachberigen ſchlechten Milchertrag. Zucht⸗ und Milchvieh ſoll immer in beſtgenährtem Zuſtande erhalten werden. Die hauptſächlichſten Fütterungsmittel während des Winters ſind Turnips, Heu und Stroh. Auch Winters iſt das Vieh meiſtens ſo viel möglich im Freien in den Höfen und kann vom Stall oder Schuppen aus- und eingehen, kommt auch ſo viel es nur thunlich auf Waidekoppeln. Ein beſſeres Verwahren in guten Stallungen bei kalter Witterung dürfte übrigens meiner Anſicht nach auch in England wohlthätig wirken. Die Turnips werden meiſtens im Stall und auf dem Hofe, friſch vom Felde geholt, verfüttert. Kochen, Dämpfen, Brühen des Futters iſt in England weniger gewöhnlich. Man giebt gerner rohe Futtermaterialien, wie ſie das Vieh auch während der Sommerfütterung und auf dem Felde ſelbſt genießt. Was nun die Eigenſchaften der engliſchen Rindvieharten für die verſchiedenen Zwecke in andern Ländern, namentlich in Deutſch⸗ land, betrifft, ſo faſſe ich ſie nach Vorſtehendem zuſammen: Das engliſche Landvieh iſt ganz vorzüglich auf Fleiſch— ertrag, mit Unterordnung des Milchertrags gezüchtet; und da jener Zweck bei weitem der vorherrſchendſte iſt, ſo iſt daſſelbe auch am weiteſten in England verbreitet. Am vollkommenſten, vielleicht unter allen Rindvieharten, iſt die Maſtungseigenſchaft und die dieſer entſprechende Körperform im Devonſhire⸗ und Herefordſhire⸗ Vieh und ſodann im ſchottiſchen Vieh ausgebildet; dabei ver⸗ bindet das Devonſhire'ſche beſondere Tauglichkeit zum Zug wegen ſeines ſchnellen Gangs, das Herefordſhire'ſche größeren Körper, das Schottiſche mehr Härte und darunter das Airſhireſche am meiſten die Eigenſchaft der Milchergiebigkeit, es iſt dieſes aber bei übrigens ausgezeichneter Körperform klein. Für die Verbeſſerung und Veredlung des deutſchen Landviehs, 141 lict ge abgeſehen von der Eigenſchaft der Milchergiebigkeit, könnte ich ducte mir keinen vollkommenern Stamm denken, als denjenigen von erhalten Devonſhire und den von Herefordſhire. Das Holderneßvieh iſt das milchergiebigſte und daher wie Vinters oben berührt, hauptſächlich da eingemiſcht, wo Milchwirthſchaften 8 Vieh getrieben werden. In dem dieſer Race angehörenden neugebildeten nn vom Stamme von Durham ac. findet man rückſichtlich der Körpergröße, viel es der Körperformen und der Vereinigung von Maſtfähigkeit mit Milch⸗ n guten ergiebigkeit(letztere jedoch ſchon vermindert gegenüber von dem Anſich Vieh von orginellerer Niederländer Abſtammung) neben der Eigen⸗ werden ſchaft einer ſehr frühen körperlichen Ausbildung das Vorzüglichſte, geholt was ich von Rindvieharten kenne; allein es iſt dieſer Stamm noch ngland nicht ſehr konſolidirt und nur durch die ſicherſten Addreſſen kann riglien, man dort etwas Vorzügliches von guter Abſtammung erhalten; nd auf überdieß iſt dieſes Vieh ſo künſtlich und ſorgfältig aufgezüchtet, daß von deſſen Verpflanzung in andere Verhältniſſe, wodurch z. B. ten für bei Viehſchlägen in Deutſchland, welche aus der Paarung mit Deutſch⸗ Holländern, mit Schweizervieh und ähnlichen Stämmen von ſtarkem Körperbau entſtanden ſind, große Vervollkommnung erzielt gleict werden könnte, nur unter den günſtigſten, denjenigen bei der aus— a jentr gewählten Haltung in ſeiner Heimath möglich gleichkommenden, uch am Umſtänden Erfolg zu erwarten wäre. tunter Das ziemlich ſchwache und zarte Alderneyvieh hat für ge⸗ diſer wöhnliche Landwirthe keinen beſondern Werth. hire⸗ Bei der Vollkommenheit, welche die bezeichneten engliſchen Viehſtämme zeigen, muß den nach Verbeſſerung trachtenden Land⸗ 8 wirthen anderer Länder der Gedanke ſehr nahe liegen, daß man (örper durch Einführung jener vorzüglichern engliſchen Viehſtämme, auch he am durch ähnliche Behandlung des Viehs, Vortheile von demjenigen Jabe ziehen könnte, was die Engländer in langer Zeit, durch viele Verſuche und jetzt durch Anwendung ihrer ſo richtigen Grundſätze ür Züchtung und Haltung der Tbhiere erſtrebt haben. viehs bällng 3 hv, —y———————— ra- 142 K, Um beurtheilen zu können, ob man ſich hiervon einen lohnen⸗ den Erfolg verſprechen dürfe, muß nach den von mir ſowohl in England ſelbſt, als auch bei eingeführtem engliſchem Vieh in Deutſchland gemachten Beobachtungen und Erfahrungen folgendes ſehr berückſichtigt werden: 1) In den ökonomiſchen Verhältniſſen, unter welchen engliſche Viehracen eingeführt werden wollen, muß Maſtung die Hauptrück— ſicht bei der Viehzucht ausmachen, Milchnutzung und Verwendung zum Zug aber mehr untergeordnet ſeyn. 2) Die Qualität des Fleiſches muß gehörig bezahlt werden; in ſolchen Verhältniſſen aber, wo, wie ſo häufig bei uns, Knochen, Haut, das ſchlechtere Fleiſch vom Hals und ähnlichen Körpertheilen u. ſ. w. beinahe wie das beſte bezahlt werden, da wird die Maſſe, welche man durch bereits eingeführtes und angewöhntes ſchweres Vieh, wie z. B. aus der Schweiz, Holland ꝛc. erhält, die Güte des Fleiſches des engliſchen Viehs dem Geldwerthe nach mehr als erſetzen, ohne daß das Riſiko dabei ſtattfände, was man bei dem Angewöhnen von Vieh an fremde Verhältniſſe immer, ganz beſon⸗ ders aber bei engliſchem Vieh, hat; denn es iſt nach bereits gemachten Erfahrungen nicht zu mißkennen, daß 3) das engliſche Vieh mehr als anderes gegen fremdes— dem ſeinigen nicht nahe verwandtes Klima empfindlich iſt, und daß 4) nur hauptſächlich bei engliſcher Art der ganz guten Hal— tung, insbeſondere mittelſt behaglichen Waidenlaſſens auf grasreichen geſchützten Waidekoppeln die Eigenſchaften des engliſchen Viehs, vorzügliches Fleiſch ſchnell anzuſetzen ꝛc hervortreten und lohnen. 5) Häufige oder gar unausgeſetzte Stallhaltung iſt gegen das Gedeihen der Mehrzahl des engliſchen Viehs, deswegen ſollte wenigſtens der zu Einführung des engliſchen Rindviehs beſtimmte erſte Stamm immer ſo viel möglich wie in ſeiner Heimath behandelt werden. 6) Wollte man endlich hoffen, unter andern Verhältniſſen dadur ausge verbit tung verbe könn. frühe gebra abhäu könnt einhe diejen ander den giebi anſa hera meh⸗ ſcha beza tung lohnen⸗ wohl in Vieh in lgendes ngliſche jptrück⸗ endung eerden; nochen, theilen Maſſe, weres Giüte ehr als ei dem beſon⸗ bereits des— nd daß Hal⸗ eichen giehs, hnen. n das ſollte immte andelt niſſen „———— dadurch, daß man bei denjenigen Stämmen, welche mit ihrer ausgezeichneten Körperbeſchaffenheit auch mehr Milcchergiebigkeit verbinden, wie z. B. bei dem Airſhir'ſchen Vieh, bei der Züch⸗ tung die Richtung mehr auf letztere nehmen würde, dieſe noch verbeſſern und doch zugleich die vortreffliche Körperform beibehalten könne; ſo glaube ich, daß man ſich hierin leicht täuſchen und die früher durch gleichzeitiges Hinarbeiten auf Maſtfähigkeit zu Stande gebrachte gute Körperform, die ohnedieß auch von guter Haltung abhängt, nach und nach verlaſſen müßte oder davon abkommen könnte, worauf dann ein Stamm zurückbliebe, der vor manchen einheimiſchen nichts voraus, in ſeiner Miccheigenſchaft aber nicht diejenige Konſtanz hätte, wie z. B. das Holländer Vieh und andere von dieſem abſtammende Schläge. Uebrigens 7) dürfte man auch in Deutſchland nicht, wie ſo häufig, den Werth eines Rindviehſtammes oft einzig nach der Milcher— giebigkeit beurtheilen, ſondern auch ſeine guten Formen für Fleiſch⸗ anſatz, ſeine Anlage, ſchnell und zu einer anſehnlichen Größe heranzuwachſen, ſtarke Ochſen zu liefern u. drgl. bei der Zucht mehr berückſichtigen und wohl darauf achten, daß dieſe Eigen⸗ ſchaften auch bei uns im Handel mit Zuchtvieh ſehr geſucht und bezahlt werden. Endlich 8) dürften die Grundſätze der engliſchen Landwirthe für Hal— tung des Rindviehs überall in Folgendem in Anwendung kommen: Die körperliche Ausbildung des Viehs ſoll vorzüglich im erſten Lebensjahr durch reichliche zuträglichſte Nahrung, wozu in den erſten paar Monaten des Lebens hauptſächlich Milch gerechnet werden muß, möglich befördert werden; auch nachher ſoll man das Jungvieh gut nähren, und je beſſer dieß geſchieht, deſto mehr bildet ſich die Neigung zu ſchneller körperlicher Entwicklung, zum Fleiſchanſatz, dadurch überhaupt zu Maſt⸗ fähigkeit aus. Soll aber zugleich Milchergiebigkeit befördert werden, ſo darf der Körper durch die gute Haltung ſich nicht -ð—1144 zu maſt, zu ſchwammig, zu ſchnell aufgetrieben, entwickeln, weil dadurch die Neigung zum Milchgeben ſich vermindert. Hiergegen iſt das Waidenlaſſen des Jungviehs nach dem erſten Jahre auf guter Waide das beſte und naturgemäßeſte Mittel. Findet dieſes nicht ſtatt, ſo müßte bei Stallfütterung das Jung— vieh nach dem erſten Jahre zwar immer gut, aber etwas rauher gehalten werden. Bei Nutzvieh, ſey es für Milch oder Maſt, iſt reichliche Fütterung von zuträglichen Nahrungsmitteln, ſo viel die Thiere mit Appetit bis zur naturgemäßen vollen Sättigung verzehren, das ökonomiſch Richtigſte. 3. Schafzucht. Die Schafzucht Englands iſt wohl eben ſo bedeutend, als die Rindviehzucht. Man nimmt nach der bereits angeführten neueſten Darſtellung der engliſchen Viehzucht an, daß jährlich 1,200,000 Stück Schafe einzig auf den Londoner Markt(Smith— field) geſchickt werden und daß dieſes etwa der zehnte Theil des ganzes Verbrauchs von Schafen in England, welche alle daſelbſt gezogen werden, ſey. Es kann der ganze Schafſtand wohl auf eetwa 40 Millionen(per Quadratmeile etwa 7000 Stück) angenom⸗ men werden. Die Angaben wechſeln zwiſchen 32 und 40 Millionen. Haupſächlich bedeutend iſt die Schafzucht in der Grafſchaft Leiceſter, in Linkoln, in Norfolk, Kent ꝛc. Man trifft dort auf den meiſten Gütern auf 1 Stück Rindvieh 8— 10 Stücke Schafe an. Bei den rationellen engliſchen Landwirthen in den gewöhn— lichen landwirthſchaftlichen Verhältniſſen, worunter ich die nörd— lichen rauhen Gebirgsgegenden mit armem Boden und Haideland, für welche die Cheviotſchafe beſondere Vorzüge haben mögen, nicht mitrechne, handelt es ſich hauptſächlich nur um die zwei Schafracen: die di von? von b überge Wertt virthe J Keiſc Qual Nebe Thae Zwei Fleiſ bei auf gutes 145 ☛☚ nn die langw vlligen— die im allgemeinen mit Leiceſter- Race bezeichnet werden, und auf die kurzwolligen, welche Southdowns heißen. ei Auch nur dieſe beiden können für den auswärtigen Landwirth as Jun von Intereſſe ſeyn. s rauher Da ich bereits früher genaue Beſchreibungen und Abbildungen von beiden gegeben habe, ſo kann ich eine Wiederholung hierüber reihliche übergehen und mich nur vorzüglich mit dem landwirthſchaftlichen Dieri Werthe dieſer Schafracen beſchäftigen. erzehren, Jede jener beiden Racen hat ihre eifrigen Vertheidiger. Für ein Urtheil darüber muß der Zweck der engliſchen Land⸗ wirthe dabei ſehr ins Auge gefaßt werden. Auch bei der Schafzucht Englands iſt die Produktion von nd, als Fleiſch, dabei Hinarbeiten auf Quantität ſowohl, als auch auf eführten Qualität, der weſentliche Zweck. Es iſt die Wolle durchaus jährlih Nebenſache und nicht unpaſſend in dieſer Hinſicht die ſchon durch (Smit⸗ Thaer von einem Engländer angeführte Vergleichung: Bei den theil des Zwecken der engliſchen Schafzucht verhalte ſich die Wolle zum daſelhſt Fleiſch wie beim Getreidebau das Stroh zum Korn und es ſey vohl auf bei den Verhältniſſen Englands eben ſo unpaſſend, gute Wolle ngenon⸗ auf Koſten des Fleiſches gewinnen zu wollen, als wenn man rillionen. gutes Stroh auf Koſten der Körner zu erhalten trachten würde. rafſchaft Den Grund für dieſe— dem deutſchen Schafzüchter meiſtens in trift wohl vielleicht auffallend erſcheinende— Richtung bei der Schaf— ˖Stück zucht findet man bei näherer Betrachtung der Verhältniſſe bald hauptſächlich in dem großen Bedarf an Fleiſch überhaupt, und ſo gewübr⸗ auch an Schaffleiſch; ſodann in dem hohen Preiſe, in welchem das ie nörd Fleiſch in England gegenüber von andern Ländern im Verhältniſſe udeland zu dem der Wolle ſteht, in ſo ferne daſſelbe über zweimal näͤgen, ſo viel koſtet als bei uns, der Preis der Wolle aber dem bei ſe zwei uns entſpricht; auch iſt überdieß der Bedarf an Wolle für Eng— land im Auslande gut zu bekommen, von da aber die Deckung v. Weckherlin, über engliſche Landwirrhſchaft. 10 146 ☛ des Bedarfs an Fleiſch weder nach Menge noch nach Güte möglich iſt. Die Verhältniſſe des Fleiſchhandels in England wirken bei der Schafzucht eben ſo ein, wie bei der Rindviehzucht. Die Preis— Verſchiedenheit findet beim Schaffleiſch auf gleiche Weiſe ſowohl nach den verſchiedenen Racen von Schafen als nach den verſchie— denen Körpertheilen, von welchen das Fleiſch iſt, ſtatt, Die Körperformen, welche daher die Engländer auch bei den Schafen für die vortheilhafteſten halten und auf welche ſie hinar— beiten, ſind die ähnlichen, wie ſie vom Rindvieh angeführt wurden. Einen Beleg für dieſe Richtung bei der engliſchen Schafzucht kann der Umſtand liefern, daß wenn z. B. aus einer engliſchen Heerde Zuchtböcke angekauft werden wollen, die Wahl rück— ſichtlich der Qualität der Wolle beinahe gar keinen— dagegen z. B. die größere oder kleinere Breite der Bruſt des Thiers oder dergleichen ſchon ſehr namhaften Einfluß auf die Preis-Beſtim— mung für das Thier hat. Daß unter ſolchen Verhältniſſen die Merinoszucht in Eng— land keinen Eingang findet, was Manchem auffallend erſcheint, iſt ſehr leicht zu erklären; dieß noch um ſo mehr bei den weitern Umſtänden, daß die Merinos neben dem kleinen Körper auch ge— ringeres, minder fettes Fleiſch liefern, und daß ihre Haltung auf den durch die engliſchen Wirthſchafts⸗Methoden herbeigeführten maſten Waiden auch die Vorzüge ihrer Wolle bald vermindern müßte. Der angedeuteten Richtung bei der engliſchen Schafzucht ent— ſprechen ganz die angeführten beiden Racen der Leiceſter⸗ und der Southdowns⸗Schafe. Dieſe ſind rückſichtlich ihres Körper⸗ baues für dieſen Zweck und ihrer Maſtfähigkeit unübertroffen und noch vollkommener gezüchtet, als das Rindvieh. Von den Fleiſch⸗ und Fettmaſſen, wie man ſie bei den beſtgezüchteten dieſer Schafe antrifft, welche 20 bis 40 Pfund pr. Viertel erreichen, kann man ſich ohne eigene Anſchauung kaum eine Vorſtellung machen. nomm Lei den wol beſt übrj ind ſelb wol in wer thet die (Te — 147 Die langwolligen Schafe liefern die größte Maſſe, die South— downs eine beſſere Qualität von Fleiſch, ſo daß der Unterſchied wii 1 des Preiſes nur ſchon der Race nach vom Pfund ½ Pence(etwa di Jrii⸗ 1 ½⅓ kr. württemb.) beträgt. iſe ſowel Auf dem Smiethfield-Markt wurden in meiner Anweſenheit n verſchi⸗ bezahlt: für 1 Paar 4 Monat alte fette Lämmer h bei den von den Leiceſter-Schafen 3 Pfund Sterling, ſie hinar für 1 Paar einjährige fette Hämmel tt wurden von Leiceſter 4 Pfund Sterling, Schafzuch„ Southdowns 3„ 7 engliſchen für 1 Paar zweijährige fette Hämmel hl rück von Leiceſter 5— 5 ½ Pfund Sterling, dagegen„ Southdowns 4—5„ iers oder Im Durchſchnitt kann das Gewicht fetter Schafe ſo ange— 5⸗Beſtim⸗ nommen werden: von den laugwolligen 110— 135 Pfd. das Stück, tin Eng⸗„„ Southdowns 80 100„„„ erſchein, Unter den langwolligen Schafen ſind die in der Grafſchaft en weitenn Leiceſter(die beſondere Bezeichnung mit Neu⸗Leiceſter von auch ge⸗ den Bakewell'ſchen Zeiten her hat ſich in England längſt verloren) ltung ai wohl die vorzüglichſten rückſichtlich der ſehr vollkommenen Körper⸗ geführien beſchaffenheit für Maſtung, auch rückſichtlich der Wolle; ſie ſind —n müßte übrigens mit der größten Sorgfalt und auf dem kräftigſten Lande zucht en. in der beſten Haltung gezüchtet, ſo daß ſie auch ſogar in England er⸗ un ſelbſt zwar ihrer Vorzüglichkeit wegen faſt überall bei den lang⸗ zKörxer wolligen Schafſtämmen eingemiſcht ſind, beinahe nirgends aber wie in Leiceſter ſelbſt in ihrer Reinheit und Vollkommenheit erhalten werden. Böcke von dieſer Race werden um ſehr hohe Preiſe vermie— thet und verkauft, letzteres bis zu 100 Pfund Sterling pr. Stück. Die Lincolnſhirer langwolligen Schafe und die am Tees (Teeswater ꝛc.) ſind größer und härter als die Leiceſterſhirer, offen und en Feeſſ⸗ er Scja fann man en. 148 geben mehr Fleiſch und Wolle, aber beides von etwas geringerer Beſchaffenheit; auch haben ſie, was, wie wir geſehen, bei den Engländern wohl beachtet wird, ſtärkere Knochen als die Leiceſter— Schafe, welchen hauptſächlich der Vorzug eines verhältnißmäßig kleinern Gewichts der Knochen gegenüber von Fleiſch zukommt. So finden noch eine Menge Abſtufungen unter den langwolligen Schafen ſtatt. Es wird bei denſelben jetzt immer mehr auf Körper— größe hingearbeitet. Neben langwolligen Schafen trifft man meiſtens auch die Haltung von Southdownus und es ſcheinen ſich dieſe ſehr zu ver— breiten. In einem großen Durchſchnitte kann man annehmen, daß die langwolligen Schafe für ſehr kräftiges maſtes Land, die Southdowns für minder kräftiges vorgezogen werden, weil letztere — von härterer Körper⸗Konſtitution— auch bei weniger ſorg— fältiger Haltung gut gedeihen und weniger reichliche Nahrung erfordern. Sie ſind zwar im Durchſchnitt kleiner als die langwol— ligen, allein bei beſſerer Ernährung iſt ihre Körperbeſchaffenheit ſehr vervollkommnet, weit vorzüglicher als bei denjenigen, welche mir in Deutſchland von dieſer Race ſchon vorkamen, und ihre Körper⸗ größe kann bei guter Haltung beinahe mit derjenigen als gleich angenommen werden, welche die langwolligen Schafe in ſchlechter Haltung zeigen. An Wolle liefern die langwolligen Schafe etwa doppelt ſo viel, als die kurzwolligen Southdowns; dagegen iſt der Preis der Southdowns⸗Wolle beinahe doppelt ſo hoch, als der der Langwolle. Der Ausländer hat es bei Vergleichung beider Racen ſehr in die Waagſchaale zu legen, daß die engliſche Langwolle als Kammwolle ihre eigenthümlichen— die Southdowns-Wolle aber gegenüber von den gewöhnlichſten Kurzwollen des Feſtlandes keine Vorzüge habe. Im Durchſchnitt liefern die langwolligen Schafe etwa 6 höchſtens 7 Pfd. Wolle pr. Stück zu etwa 5 Pfd. Sterling —————.—.— 149 hn pr. Centnerz die Southdowns 3 bis 3 ½ Pfd. zu 8 bis 9 Pfd. Rci Sterling pr. Centner. 4 In einer der ausgezeichnetſten Heerden in Leiceſter, welche ltnißnäßi insbeſondere auch wegen der Körpergröße ihrer Schafe bekannt iſt zukommt.(bei Schmidt in Diſhley), wurden eben während der Schur die gwollien Vließe vor meinen Augen gewogen, wobei ſich folgendes Wollge— fäümer wicht an gewöhnlich auf den Thieren kalt gewaſchener Wolle ergab: von 1 Jährlingsbock(alſo einſchließlich des Lammwollwuchſes, auch die weil die Lämmer nicht geſchoren werden) 10 Pfd., r zu ver⸗ von 1 ältern Widder 8 Pfd., nnehmen, von 1 dergleichen 7 Pfd., and, die von 1 Jährlings-Mutterſchaf(alſo mit der Lammwolle) 7 Pfd., illetzter: von 1 älterem 5 ½ Pfd. zer ſorg⸗ Die natürliche Länge der Wolle wechſelt von 1 Fuß(bei Nahrung jungen Thieren) bis 4 Zoll(bei ältern Thieren). Der Grad der langwol⸗ Feinheit, des Glanzes ꝛc. ſind bekannt. nheit ſeht An Beobachtungen über die Haltung der Schafe in England elche mir habe ich anzuführen: Körper⸗ Die Schafe werden nie in Heerden gewaidet und durch Schäfer lls gleich gehütet, ſondern gehen Tag und Nacht, Sommer und Winter frei hlechter in den reichen und üppigen, durch Bäume, Häger ꝛc. beſchatteten und geſchützten Gras- und Feldkoppeln, wobei es nur eines ein— ppelt ſo zigen Mannes bedarf, um mehrere tauſend Schafe täglich in ihren r Preid Koppeln unter Aufſicht zu halten. Hier haben ſie immer vollauf nach der der Belieben und in aller Ruhe zu freſſen, und um ihnen zu ihrem Wohlbehagen auch noch Abwechslung in den Nahrungsmitteln zu en ſäh verſchaffen, werden ihnen nicht ſelten auf die reichliche Waide noch olle ab andere Fütterungsmittel, wie Grünwicken, Klee u. drgl. im Som⸗ le aber mer— Heu, Rüben u. drgl. auch Körner, darunter Pferdebohnen, ds lein im Winter zugebracht, oder erſtere im Sommer auf den— ihrer Scuft Waidkoppel benachbarten Feldern, welche damit angebaut ſind, ralin ſtrichweiſe zum Abwaiden, durch Hurden abgegränzt, eingeräumt. 150 Daß die Schafe auch während des Winters nie in einen Stall kommen, iſt freilich nur in einem Klima, wie in England, wo der Thermometer ſelten mehr als 5 Grad Kälte zeigt, ausführbar. Schnee bleibt gewöhnlich nicht lange liegen. Ganz vorzüglich ſind es die Felder mit Turnips, welche den Schafen als Winternahrung angewieſen werden und wo ſie die Turnips, nachdem ſie mittelſt einer Haue oder des Pflugs aus dem Boden geworfen ſind, auf dem Felde ſelbſt verzehren. Damit die ſäugenden Mütter ſchon friſche grüne Waide bekommen, ſo wird es ſo eingerichtet, daß das Lammen erſt im Monat März ſtattfindet, um welche Zeit auch ſchon das Lammen im Freien ohne Anſtände geſchehen kann, zu welchem Behufe nur kleine Ställchen leicht zurecht gemacht werden, um die Mutter mit dem neugeborenen Lamm einige Tage gegen nachtheiligen Einfluß ſchlechter Witterung zu ſchützen. Die Lämmer bleiben gemein— ſchaftlich mit den Müttern auf guter Waide, wo ſie ſich allmählig neben der Muttermilch ans Freſſen gewöhnen und nach 3— 4 Monaten ohne alle Anſtände durch Verſetzung auf andere gute Waidekoppeln von den Müttern getrennt werden können. Das Wohlbefinden der engliſchen Schafe bei dieſer Art Haltung, wo ſie weder gegen feuchte— oft naſſe Waiden, noch gegen den Genuß ſchädlicher Pflanzen, gegen ſtehendes faules Waſſer, gegen das Freſſen blähen⸗ der grüner oder bethauter Nahrungsmittel und Aehnlichem, worin bei unſerer Schafhaltung ſo viele Vorſicht empfohlen werden muß, gehütet ſind, mag auffallend darthun, wie die Gefahr bei unſeren Schafen in ſolchen Fällen hauptſächlich nur daher rühre, weil ſie in der Regel in hungrigem und durſtigem Zuſtande, in welchem ſie mit Begierde ſich zu ſättigen ſuchen, auf die Waiden getrieben werden. Die Fäule, welche hauptſächlich bei jener Haltung zu befürchten ſeyn ſollte, iſt unter den engliſchen Schafen keineswegs häufiger als bei uns. Wenn man das Wohlbehagen ſolcher engliſchen Schafe ſieht, 151 änen Shnl ſo kann man ſich wohl vorſtellen, wie ſehr die ihnen auf Waiden gland, w gebotene Nahrung ſchnell anſchlagen, nemlich Fleiſch, Fett und nusfüürta. Wolle vermehren, d. h. das Futter bezahlen muß; während da— züglih ſid gegen ſo manche durch Hunde auf mageren Waiden, leeren Acker— ternahrung feldern, Waldungen ꝛc. herumgehetzte deutſche Schafheerde, wo ſie miteſ immer ein Schaf dem andern jeden Biſſen abjagen möchte, häufig ſind, au als wahres Jammerbild des Hungers erſcheint, bei welcher die geringe Ernährung der Thiere durch Strapazen wieder verloren ie Waid geht, d. h. außer der nothdürftigen Erhaltung der Thiere beinahe en erſt in ohne allen ordentlichen Ertrag bleibt. Lammen Bei der angeführten reichlichen Haltung, welche die Engländer thufe nun für einen guten Ertrag aus der Schafzucht für unumgänglich utter mit anſeben, ſind in der That die Schafe, welche ohnehin, wie wir Einfluß geſehen, ungewöhnlich große Maſtfähigkeit haben, immer ſchon gemein⸗ vom Lamm an in einem gemäſteten Zuſtande und es hält allmähli der engliſche Schafzüchter auf einen Sprungbock nicht viel, wenn Monaten er nicht ſo fett iſt, wie man ſich ohne eigenes Anſchauen nicht vorſtellen würde. Die Sprunzböͤcke ſind meiſtens ſo fett, daß dekoppeln aee ihnen faſt jede Bewegung läſtig wird. Wenn ſie von einem Hofe dn gegen zum andern gebracht werden ſollen, ſo werden ſie auf kleinen bäͤdliche Wagen geführt, und während der Sprungzeit iſt es ganz gewöhn— völißer lich in England, daß man ſolchen beſonder dazu gebauten Wagen , wori begegnet, auf welchen Sprungböcke im Lande herumgeführt werden, en muß welche gegen Sprunggeld, das ſich nach der Beſchaffenheit derſelben unſeren und nach der Berühmtheit der Abſtammung regulirt, in den ein⸗ weil ſi zelnen Schafhaltungen die Schafe belegen. velihe Die Mutterſchafe behält man ſelten länger, als bis ſie ein ferite paar Mal Lämmer gebracht haben. Wenn ſie über die Zeit hinaus tung zu ſind, daß ſie körperlich noch namhaft zulegen, 55 bezahlt iich ihre Dezens Haltung um ſo weniger eben ſo gut, als bei jüngern, weil bei den langwolligen Schafen die Wolle an ſich, ohne zugleich Fleiſch⸗ jt zuwachs zu erwarten zu haben, nicht genug lohnt, überdieß aber, f febt —— 2 13532 wenn ſie älter werden, auch die Wolle kürzer und daher der Ertrag noch mehr geſchmälert wird. Für das Gedeihen der engliſchen Schafe, insbeſondere der lang⸗ wolligen, ſind als Bedingungen bei ihrer Haltung durchaus anzuſehen: 1) Reiche Waide entweder auf natürlichem Graslande(unſern beſten Wieſen gleichkommend) oder auf mit Gras- und Kleearten angeſäten Ackerſchlägen. Wenn die Waide nicht ſehr reich iſt, ſo muß mit Wickfutter, Klee ꝛc. Zuſatz gegeben werden; während des Winters reichliche Fütterung mit nahrhaften Rübenarten und, wenn keine Waide ſtattfinden kann, mit gutem Heu; 5— 6 Pfd. Heuwerth darf wohl als tägliche Futterportion ange— nommen werden. 2) Freies und ungeſtörtes Umherwaiden und Ruhe der ein— zelnen Thiere in wohl eingefriedigten, Schutz gegen Hunde ꝛc. gewährenden Koppeln und Aufenthalt in freier Luft, ſowohl bei Tag als bei Nacht, wobei zum Schutz Baumgruppen u. drg. ſehr dienlich ſind. Es iſt den Schafen dabei ſehr gedeihlich, wenn nicht viele auf einmal in der Koppel ſind, was übrigens nach der Größe der Koppeln bedingt iſt. Es wechſelt letztere von 5 Morgen mit vielleicht nur 10 Schafen bis zu 50 und mehr Morgen mit 100 und mehr Schafen; mehr als 100— 150 Schafe in Einer Koppel gehört ſchon zu dem Ungewöhnlichen. In Klimaten, wo, wie bei uns, die Winter ſtreng ſind, ein unaus— geſetzter Aufenthalt im Freien während derſelben daher nicht angeht, auch da, wo die Schafe nicht ſo ſicher vor Hunden ſind, wie in England, müſſen ihnen dabei Stallräume zum beliebigen Aus— und Eingehen, um Schutz ſuchen zu können, angewieſen werden. 3) Ein Halten in Heerden oder in geſchloſſenen Stallun— gen, ebenſo— wenn auch nur kleine— Märſche und Beun— ruhigungen ſind ganz gegen die Körperkonſtitution dieſer Schafe, welche ſchwache Athmungsorgane verräth, und machen ſie bald kümmern. 1353 daher de W 5 enn eine ſolche Schafhaltung lohnend ſeyn ſoll, ſo kann ſie rdre nur in Wirthſchaften betrieben werden, welche nach engliſcher 3 Art eingerichtet ſind. Unter unſern gewöhnlichen Wirthſchafts— fnzſähn verhältniſſen aber kann ich ſie nicht anrathen, da der Aufwand de(unin dafür nicht in gehörigem Verhältniſſe ſtehen wird. Ganz anders Keenrn aber iſt die Sache anzuſehen, wenn ein Stamm ſolcher engliſcher ic ſt, ſ Schafe zu dem Zwecke gehalten werden will, um ſie zur Paarung währen mit unſern Schafarten zu verwenden. itenaut Bei der Wahl für ſolchen Zweck unter den bezeichneten beiden aa Heu; Schafracen Englands kann man nicht lange zweifelhaft ſeyn: nion ange Die langwolligen Schafe geben die größte Maſſe von Fleiſch, während die beſſere Fleiſchqualität der Southdowns bei uns nicht der ein⸗ bezahlt würde; die langwolligen Schafe Englands ſind unſern bunde x. ſogenannten deutſchen Schafen in der Abſtammung aus Holland wohl bei nahe verwandt und daher für eine Paarung mit dieſen vorzugs⸗ mu. drg. weiſe geeignet; die durch dieſe Paarung zu bewerkſtelligende Ver— ich, wem beſſerung der Wolle zu guter Kammwolle darf bei unſeren Ver— zens nach hältniſſen ſehr in Anſchlag gebracht werden; auch zu einer Kreuzung gtere von mit Merinos zu Erzielung feinerer Kammwolle und um denſelben und mehe Maſtfähigkeit und Körpergröße mitzutheilen taugen die langwolligen 60 Schaff Schafe mehr als die Southdowns, welche insbeſondere durch ihre hen. I unanſehnliche Wolle und durch den Umſtand, daß ſie an Kopf und n unaus⸗ Füſſen dunkelbraun ſind, zur Kreuzung für unſere Zwecke weit tangeht, weniger geeignet ſich zeigen. wie in Die bekannten Veranſtaltungen zu Einführung der langwol⸗ en Aus⸗ ligen engliſchen Schafe in Deutſchland für die Kreuzung derſelben werden⸗ ſowohl mit deutſchen Schafen als auch mit Merinos, welche bereits Stallur— für mehr als für bloße Verſuche im Kleinen gelten können, legen d Beu⸗ das Paſſende dieſer Kreuzungen für ſolche Verhältniſſe an Scjaf den Tag, in welchen die Erzeugung von Fleiſch wenig— ſe d ſtens eben ſo wichtig und einträglich iſt, als die von Wolle, und wo ihnen, wenn auch nicht volle engliſche Haltung, —— doch eine reichliche Ernährung bei unſerer gewöhnlichen Haltung zu Theil werden kann.“ Es wird übrigens hierbei nach den bereits gegebenen Anſichten und Erläuterungen nicht erſt noch näher ausgeführt werden dürfen, daß derjenige Stamm engliſcher Schafe, welcher rein gezüchtet werden will, um daraus immer Zuchtthiere für jene Kreuzungen zu ziehen, in der Haltung ſo viel als nur immer möglich der engliſchen annähernd behandelt werden muß. Ueber die Wollproben, welche ich engliſchen Schafzüchtern von Schafen vorzeigte, welche bei uns aus der Kreuzung von Merinos-Schafen mit engliſchen langwolligen Widdern hervor⸗ giengen, fällten jene zwar ein ſehr günſtiges Urtheil, allein ihre Hauptfrage war immer: wie ſchwer ſind die Schafe? wie hoch können ſie an den Fleiſcher verwerthet werden? 4. Schweinezucht. Daß in England, wo ſo viel auf alle Arten von Thierzucht gehalten wird, und wo das Fleiſch und thieriſche Fett einen Haupt— theil der menſchlichen Nahrung ausmacht, auch in der Schweine⸗ zucht ſchon viel geſchehen ſey, läßt ſich wohl erwarten. Es ſind von England aus ſchon manche Schweine-Racen empfohlen worden. Die Rückſichten der engliſchen Landwirthe gehen auch bei den Forderungen an Schweine⸗Racen aus den gleichen Gründen, welche ſchon bei der Rindvieh- und Schafzucht angeführt worden ſind, dahin: Die Thiere müſſen möglich wenig Knochen, dagegen möglich * In einem, der Verſammlung der deutſchen Land- und Forſtwirthe in Potsdam gegebenen Vortrage:„Ueber die Zucht engliſcher Schafe und die vortheilhafteſte Schafzucht nach den verſchiedenen Lokal-Verhaͤltniſſen in Deutſchland“(Potsdamer Bericht, S. 348.), habe ich meine Anſichten hierüber weiter ausgeführt, auf welche daher hier verwieſen werden darf. ————— 155 gewöhnliche viel Fleiſch und Fett geben; daher wird bei der Züchtung auf folgenden Körperbau hingearbeitet: ei Anüm Feiner leichter Knochenbau des Kopfs, als Zeichen von feinem dden dimn leichtem Knochengebäude; dabei aber am Kopf und Backen voll in gezüchte mit Fleiſch und Fett bewachſen; dick und kurz im Hals; tief in kreuug Bruſt und Leib; ſtark, plump und voll im Gerippe; voll in den nöglich der Vierteln mit feinen niedern Beinen; feine, dünne, mit wenig feinen Haaren bewachſene Haut. ſchafßüchtern Die Qualität des Fleiſches macht einen bedeutenden Unter⸗ euzung von ſchied im Preiſe, und dieſes veranlaßt dann auch bei der m hervo. Schweinezucht die beiderlei Richtungen nach Menge und nach alein ihr Güte des Fleiſches. Die Engländer haben es ſchon mit den verſchiedenſten Racen e an den aus den entfernteſten Gegenden verſucht. Die beſſere Qualität des Fleiſches für den Gaumen finden ſie vorzüglich bei den kleinern Racen. Hierzu haben ſie vor einiger Zeit hauptſächlich die chineſiſche Race empfohlen. Jetzt aber werden die kleinen Neapolitaniſchen Schweine mehr vorgezogen und an reinen chineſiſchen trifft man beinahe gar keine mehr an. Beide haben ähnliche Eigenſchaften; an den chineſiſchen tadeln die mTiierzuct inen Haupe Schweine⸗ engliſchen Landwirthe aber die zu großen Köpfe und das damit 1 zuſammenhängende ſchwerere Knochengebäude, während die Neapo⸗ ein⸗arn litaniſchen Schweine fein von Knochen ſind. Das Fleiſch von dieſen beiderlei Racen ſey aber nur ſo lange geſucht, als die üh bei de Schweine jung zum Schlachten verwendet werden; ſo bald ſie etwas e ur älter, ſo herrſche bald das Fett vor, welches das Fleiſch zum ind, vahmn“⸗ Genießen unangenehm mache, als Speck aber nicht ſo gut und ſo geſchätzt ſey, als der von andern Schweinen. Hiernach eignen Futis ſich dieſe Schweine nicht zu einem ordentlichen Ausmäſten und Staj ni das Fleiſch müſſe ſeiner Qualität nach ſchon ſehr gut gegenüber Verhälkiſen von anderem Schweinefleiſch bezahlt werden, wenn die Zucht jener „e, Auſichten 2. ine ld Schweine⸗Racen vortheilhaft ſeyn ſoll. werde gen miglij Die engliſchen Schweine-Racen, worunter die Berkſhirer, Hampſhirer die verbreitetſten, ſind weit größer und härter, liefern viel Speck und viel Fleiſch, ohne daß letzteres gerade ſo delikat wie das von jenen kleinen Racen wäre; dagegen bleibt das Fleiſch auch dann noch gut, wenn die Schweine ganz auf Speck, der ſehr gut bezahlt wird, ausgemäſtet werden. Um wo möglich die Eigenſchaften jener kleinen Racen mit denjenigen der großen Racen zu vereinigen, fanden ſehr viele Kreuzungen je nach den verſchiedenartigen Abſichten der Züchter ſtatt, und ſo entſtanden eine Menge von Schlägen. Daß aber keine Race als eine ſolche bezeichnet werden kann, welche allge⸗ mein entſchieden vor andern in England zu empfehlen wäre, und daß man ſich bei Beſtellungen aus England nicht ſowohl an Be— zeichnung von Racen, ſondern mehr nur an Bezeichnungen von einzelnen berühmten Zuchten halten muß, hatte ich aus den ſehr von einander abweichenden Urtheilen der Landwirthe darüber zu ſchließen und kann als Beleg anführen, daß ich auf der könig⸗ lichen Wirthſchaft im Parke von Windſor eine Art von Schweinen antraf, welche, wie mir der ſehr unterrichtete bejahrte Verwalter ſagte, erſt nach und nach aus einer Kreuzung von achterlei Racen und Schlägen entſtanden iſt. Dieſe Schweine ſcheinen viele Vor— züge zu haben; ſie ſind mittelgroß, ſehr fein gebaut, mit verhält— nißmäßig ſchwerem Körper, haben feine röthliche Haut mit feinen weißen Haaren dünn bewachſen. Es ſoll viele Nachfrage nach denſelben ſtattfinden. Auch bei der Schweinezucht werden die Zuchtthiere aus re⸗ nommirten Schlägen hoch bezahlt. Es werden— wie bei uns, ſo auch in England die ver— ſchiedenartigſten Fütterungsmittel bei der Schweinehaltung ange⸗ wandt; es iſt dieſe letztere aber bei den beſondern Einrichtungen der engliſchen Landwirthſchaft mit vielerlei Waidekoppeln, Ein⸗ friedigungen u. drgl., ſehr erleichtert. Daß die engliſchen Landw daraue gerich mehr verwe Engl Baun licher einfa dieſe und —— 1 5 1= eiſhirer Landwirthe auf ſorgfältige Schweinehaltung Werth legen, geht auch d härter daraus hervor, daß ſie auf zweckmäßig, oft ſogar luxuriös ein⸗ gerade ſo gerichtete Ställe und Höfe für Schweine verhältnißmäßig viel und bleibt de mehr als auf die der andern ihrer landwirthſchaftlichen Thiere uf Spect verwenden. aeen mit er viele.. Altt d. Landwirthſchaftliches Bauweſen. daß aber Meine Beobachtungen über den Betrieb der Landwirthſchaft he alge⸗ Englands ſchließe ich mit einigen Bemerkungen über das ländliche ire, und Bauweſen daſelbſt: an Be⸗ Jeden, welcher England bereiſt, müſſen die netten, freund⸗ gen von lichen, wohnlichen, mit Baumpflanzungen und ſorgfältig gepflegten den ſehr einfachen Gartenplätzen geſchmückten Farmers⸗ ꝛc. Häuſer anſprechen; riber zu dieſes noch mehr, wenn er auch die auf ein gewiſſes Wohlleben er könin und Behaglichkeit berechnete(komfortable) Einrichtung und Be⸗ cweinn nützung des Innern derſelben kennen lernt. erwalte Daß bei dieſen Einrichtungen viel in der Oertlichkeit, den ei Nacen klimatiſchen Verhältniſſen u. drgl. liege, iſt nicht zu mißkennen; ele Vor⸗ allein die Nettigkeit und Reinlichkeit der engliſchen Landſitze kann verbätt allgemein und ſo namentlich auch uns Deutſchen zum Muſter dienen tfeinen und verleiht dem ländlichen Aufenthalt, zum Frommen des ganzen ge nach landwirthſchaftlichen Betriebs, einen beſondern Reiz. Das An⸗ ſprechende des Landſchaftlichen gewinnt in England noch dadurch, us n daß bei der engliſchen Wirthſchaftsweiſe die Güter und Gegenden durch die Heerden herrlichen Viehs jeder Art belebt ſind. di vrr An detaillirten Beſchreibungen der engliſchen Farmers-Höfe jng fehlt es nicht und insbeſondere hat auch früher Thaer eine gute zungn ſolche von C. F. G. Weſtfeld, einzig nach landwirthſchaftlichen ki Rückſichten verfaßt, gegeben, und neuerer Zeit verdanken wir ſolche licen Beſchreibungen von ländlichen Einrichtungen, Verſchönerungen ꝛc. gli —— ☛ 138 in England überhaupt dem unermüdlichen Laudon in London. Ohne mich hier auf die weniger mit der Landwirthſchaft in Be— ziehung ſtehenden größern Park- und Gärtnereianlagen einzulaſſen, werde ich mich daher mehr auf Anführung des allgemeinen Ein— drucks beſchränken dürfen, welchen die Einrichtung der engliſchen Farmers-Höfe auf mich, als deutſchen Landwirth, machte. Die äußere Anlage ſpricht ſich ziemlich allgemein— übrigens natürlich nach Ausdehnung der Beſitzung, Vermögen des Farmers ꝛc. verſchieden— ſo aus: Einfachheit, Zweckmäßigkeit und Nettigkeit ſind mit Recht mehr berückſichtigt, als Symmetrie. Gegen die Straße, welche zum Farmers-Hofe führt, zeigt ſich die Hauptſeite des von Backſteinen erbauten Wohnhauſes mit der Anfahrt und dem Eingange zu demſelben. Vor dem Hauſe iſt ein größerer oder kleinerer Luſtgarten, einfach mit reinlichen Raſenparthieen und blühenden Geſträuchen, Blumen ꝛc. angelegt. An dieſen ſchließen ſich auf beiden Seiten des Wohnhauſes Gehölz- und Baumgruppen an, welche den auf den Seiten des Wohnhauſes und hinter dieſem ſich ausdehnenden Oekonomie-Hof mit Oekonomie-Gebäuden, zu welchen beſondere Wege von hinten oder von der Seite führen, auch den immer vorhandenen höchſt ſorgfältig gehaltenen Küchen⸗ garten, maskiren, ſo daß der Ankommende nur das Wohnhaus mit Garten erblickt, den Oekonomiehof aber nicht zu ſehen, noch weniger zu paſſiren hat. Nicht ſelten iſt der Oekonomiehof auch vom Wohnhaus entfernter. Die Wohnräume der Bewohner, vor⸗ züglich auch die eine Hauptparthie dabei ausmachenden Küchen, ſind zur ebenen Erde; die gewöhnlichen Wohnzimmer gegen den Hof, Beſuchzimmer auf der vordern Seite des Hauſes; über der Treppe ſind hauptſächlich Schlafgemächer. Im Verhältniſſe zu den Beſitzungen erſcheinen die Wohnhäuſer und Oekonomie⸗Gebäude gegenüber von den unſrigen ſehr klein und beſchränkt, nieder, meiſtens nur einſtockig, daher mit wenig Bauaufwand verknüpft. Es iſt dieſes Folge der einfachen Wirthſchaftsweiſe, weil 9 3) mLonden, iſt in Be⸗ ſinzulaſtn, einen CEin⸗ engliſchen ichte. übrigens ermers z.. Nettigkeit zegen die Hauptſeit ahrt und größerer dieen und ſchließen ngruppen ter dieſen uden, zu te führen, Küchen⸗ Vohnbaus en, noch hof auch eer, vor⸗ Küchen, gen den über der miſſe zu Gebäͤude nieder, erkaüpft —————:ʒ⸗„:;ͤ:·˖ñ— 159&☛ 1) dabei weit weniger Dienſtperſonal nöthig iſt; 2) Heu und Garben in Feimen geſetzt werden; 3) der engliſche Landwirth nicht meint, er müſſe alles ſelbſt erzeugen, und von allem, was er braucht, Vorräthe haben; ſondern den auch im Großen und in nationalwirthſchaftlicher Rückſicht wichtigen Grundſatz befolgt, ſich in ſeinem Gewerbe nur mit Wenigem, aber dann mit dieſem in um ſo größerer Uebung und Vollkommenheit abzugeben; andere Bedürfniſſe, wie er ſie für den Augenblick braucht, an ſolchen Quellen zu kaufen, wo man ſich mit deren Erzeugung und Handel am meiſten beſchäftigt, wo man ſie daher in der Regel wohl— feiler erhält, als ſelbſt erzeugt; Vorräthe aber ſo wenig als möglich zu halten, weil dieſe nur zu Mehrverbrauch, Abgang, Bauaufwand u. drgl. Veranlaſſung geben, der Kaufmann aber, der ſich im Großen mit dem Handel der betreffenden Gegenſtände abgiebt, auch die paſſendſte und am kürzeſten dauernde Aufbewahrung einzurichten und dadurch die Vorräthe am wenigſten theuer zu machen weiß. Was die Anlage der Oekonomiegebäude und Höfe betrifft, ſo kann man von den Engländern nicht ſowohl lernen, wie man bauen, ſondern nach dem eben Angeführten mehr: wie man Bauweſen erſparen ſoll. Der engliſche Landwirth hütet ſich viel mehr als gewöhnlich der deutſche Landwirth, ſein Betriebs— kapital durch Bauaufwand zu ſchwächen. Die einfachen Oekonomiegebäude liegen um den Hof und trennen ihn gewöhnlich in zwei Theile, wovon der Eine für die Feimen, der andere zum Viehhof, der dann nicht ſelten mehrere Unterabtheilungen für verſchiedenes Vieh hat, beſtimmt iſt. Ich gehe die einzelnen Oekonomiegebäude und Hofeinrich— tungen durch: Die Scheunen ſind meiſtens ſo geſtellt, daß ſie den Hof in oben bezeichnete zwei Theile trennen und ſich nahe an den 1 60 Kornfeimen befinden, damit von dieſen die Garben ohne Weit— läufigkeit in die Scheunen gebracht werden können. Sie öffnen ſich auf der einen Seite gegen letztere, auf der andern gegen den Viehhof; ſind im Verhältniſſe zu unſern Scheunen ſehr klein, da ſie nur zum Ausdreſchen und Aufbewahren ſolcher Garben dienen, welche aus den Feimen zum alsbaldigen Ausdruſch kommen. Durch Einführung der Dreſchmaſchinen iſt jetzt noch weniger Raum darin nothwendig, als ehemals. Zuſammenhängend mit den Scheunen ſind die Feimen zu betrachten. Alles Getreide und alles Heu wird in England in Feimen aufbewahrt, welche alle in dem ſchon berührten beſondern Theile des eingefriedigten Hofes aufgeſetzt ſind. Dieſem Umſtande haupt— ſächlich iſt das einfache und wohlfeile landwirthſchaftliche Bauweſen Englands zuzuſchreiben. Die Art der Heufeimen habe ich ſchon oben bei der Heuerndte angeführt. Aehnlich ſind die Getreidefeimen; es haben dieſe aber Untergeſtelle, nemlich 2— 3 Fuß hohe Unterſätze von Backſteinen, Steinen oder Gußeiſen, auf welchen ein hölzerner Roſt ruht, über den dann das Getreide entfernt vom Boden eingelegt wird. Wenn die Feime geſchloſſen iſt, ſo wird darauf Stroh als Dach, wie bei den Heufeimen, geflochten. Die Getreidefeimen ſind ge⸗ wöhnlich kleiner als die Heufeimen, ſie ſollen nicht mehr als 10— 15 Fuß Durchmeſſer und etwa gleiche Höhe haben. Daß ſich Heu und Getreide in Feimen auch bei der ſehr veränder⸗ lichen Witterung Englands vortrefflich erhalten, davon habe ich mich vielfältig überzeugt, und ich konnte keinen erheblichen Grund finden, aus dem der Gebrauch der Feimen nicht auch bei uns auf größern Gütern eben ſo paſſend eingeführt, und dadurch Auf⸗ wand an Bauweſen und Einheimſungskoſten erſpart werden könnte, wie in England. Um übrigens Getreidefeimen in Gegenden einzuführen, wo man m genau ferligun bekann Erlern J kann i ſeinen ſuchswe Virthſ tung v D einen nicht v was ſ Schoh ſchon . über daher geht nen( offen gegen von al zungen erhält im 9 Stroh mehr wecime ih fol Nedt 161 xᷣ. ir Wi man mit der Art des Aufſetzens der Feimen, welche ſchon Thaer de off genau beſchrieben hat, insbeſondere aber mit der Art der An⸗ gegen den fertigung ihrer Strohbedeckung nicht genau und bis ins Detail in, daſe 1 bekannt iſt, müßte ein geſchickter Arbeiter an Ort und Stelle zur n dienen, Erlernung der erforderlichen Manipulationen geſchickt werden. kommen Als einigen Beweis für die Zweckmäßigkeit der Getreidefeimen weniger kann ich anführen, daß Coke in Holkham in Norfolk auf ſeinen bekannten Beſitzungen große ſcheunenartige Gebäude ver⸗ men zu ſuchsweiſe aufrichten ließ, daß aber der dortige ſehr erfahrene Wirthſchaftsführer trotz dieſer vorhandenen Gebäude die Errich⸗ Feimen tung von Feimen der Benützung dieſer Scheunen vorzieht. n Theile Die Getreidefeimen erſparen den engliſchen Landwirthen auch e haupt⸗ einen Theil der Kornböden. Sie dreſchen nämlich gewöhnlich aauweſen nicht viel mehr aus, als ſie in der nächſten Zeit verbrauchen oder was ſie an Getreide verkauft haben. Das übrige bleibt in den deuerndee Schobern ſitzen und nicht ſelten trifft man ſolche an, welche ieſe aber ſchon mehrere Jahre unberührt ſtehen. diſteinen Die Rindviehſtälle ſind ſehr einfach. Den Sommer oſt ruhl, über bleibt das Vieh Tag und Nacht auf der Waide, kommt agt wird. daher gewöhnlich gar nicht in den Stall. Während des Winters s Dach, geht es meiſtens auf dem Viehhofe, auch in den offen gelaſſe— find ge⸗ nen Graskoppeln frei umher; die einfachen Stallungen, auch die ehr als offenen Schuppen auf den Höfen, dienen ihm dabei zum Schutz Daß gegen die Witterung. Zu dieſem Zwecke ſind die Höfe gewöhnlich eränder⸗ von allen Seiten durch Gebäude, Häger, Geſträuch, Baumpflan— abe ich zungen ꝛc. geſchützt. Das Futter an Heu, Rüben, Stroh ꝛc. Grund erhält das Vieh theils im Stall, theils in Trögen und Raufen bei uns im Hofe, welcher immer ſorgfältig und meiſtens reichlich mit th du Stroh eingeſtreut wird. Auf die Kälber wird bis zur Waidezeit könnte, mehr Sorgfalt verwendet und man findet auch nicht ſelten ſehr zweckmäßig eingerichtete Kälberſtälle. Unter dieſen erwähne n, wh ich folgender Einrichtunge In einer Reihe an der Wand „. Weck lin über engliſche Landwirthſchaft 1 1 162 ᷑ ſind nebeneinander Ställchen für die Kälber, jedes von vielleicht 100— 150 Quadratfuß, durch etwa 3 Schuh hohe Bretterver⸗ täferung abgetheilt, und jedes Kalb geht einzeln frei in ſolcher Abtheilung. Der Boden dieſer Ställchen iſt von Dielen und etwa 1— 2 Schuh über dem Pflaſter des Stalls erhöht, um die Kälber⸗ ſtälle immer ganz trocken, luftig und ohne unreinen Geruch zu erhalten, auf was die Engländer mit Recht großen Werth legen, was aber bei uns gewöhnlich ſehr vernachläßigt wird. Bei manchen ſolchen Einrichtungen war dann noch die Vorrichtung angebracht, daß jedes der Ställchen außer dem Futtertrog noch zwei Tröge enthält, von welchen der eine die Milch zur Ernäh⸗ rung der Kälber aufnimmt, durch den andern aber immer friſches Waſſer fließt. Schafſtälle ſind keine nothwendig, weil die Schafe Som— mer und Winter in den Koppeln gehalten werden. Die Schweinſtälle ſind meiſtens mit großer Sorgfalt gebaut. Es ſind immer abgeſonderte, geplattete reinliche Vorhöfe dabei, wo die Thiere frei aus⸗ und eingehen können, auch meiſtens ihr Futter erhalten. Die Stalleinrichtungen ſind ſehr reinlich, luftig und trocken, allein vorzüglich nur dem dortigen Klima mit weniger ſtrengen Wintern entſprechend. Die Schweinhöfe werden ſo geſtellt, daß die Thiere von ihren Vorhöfchen auf Waideräume gelaſſen werden können. Die Molkerei-⸗Gelaſſe zeigten mir bei gewöhnlichen Land⸗ wirthen weit weniger Bemerkenswerthes, als ich erwartet hatte, und nichts ſo Eigenthümliches wie z. B. in Holland. Ausnahmen hiervon machen die ſchönen Milchhäuſer in manchen Parken der Reichen. Es gehören dieſe aber mehr dem Luxus als der Oeko⸗ nomie an. Sie ſind gewöhnlich an ſehr ſchattigen, kühlen Orten freundlich erbaut, mit rankenden Gewächſen umzogen, dabei luftig und mit Vorrichtungen, durch welche friſches Waſſer zugelaſſen werden kann. 3 gung G die A ſind d überra von E dabei ſeyn k nieder friedig verſchit Regel waiden von warer ähnli wo d Blun ſchüt 163 don viellen.. üllic In Betreff der baulichen Einrichtung bei den Einfriedi— Brttmn gungen wird noch bemerkt: àm ſalhe Es wurde bereits angeführt, wie ausgedehnt in England n ü ehwr die Anwendung der lebendigen Häger iſt. Bei den Parkanlagen die Kälbe ſind dann häufig auch todte Umzäunungen angebracht und hierbei Geruch überraſcht den Ausländer die ſo gewöhnliche Konſtruktion derſelben ſeath legan von Eiſen, was allem ein ſo reinliches, geordnetes, leichtes und ünd. Bei dabei doch ſo ſolides Anſehen giebt, was aber nur da ökonomiſch Vorrihhung ſeyn kann, wo die Eiſenfabrikate in einem verhältnißmäßig ſo ſehr extrog voc niedern Preiſe ſtehen wie in England. Bei den vielen Ein— zur Ernih friedigungen ſind auch viele Thore nothwendig, die auf die der friſche verſchiedenſte Art, theils von Eiſen, theils von Holz, in der Regel ſehr ſinnreich und ſo eingerichtet ſind, daß die überall zafe Som. waidenden Thiere nicht durchkommen können, daß ſich die Thore von ſelbſt wieder ſchließen u. drgl. Am bemerkenswertheſten Sorgfil waren mir die leichten transportabeln eiſernen Einzäunungen, che Vorhift ähnlich unſern hölzernen Schafhurten. Sie ſind zu empfehlen, c meiſten wo die Grasländer in Luſtgärten abgewaidet, die Gehölzgruppen, hr reinlih Blumenparthieen u. drgl. aber gegen die waidenden Thiere ge— Klima mi ſchützt werden ſollen. öfe werden zaideräum chen Land rtet hatte lusnahmen Parken d der Oeb⸗ glen Ouel abei lufi zageleſſn ——ao· 5——————— ——— Zweiter Abſehnitt. Speciellere Vergleichung des engliſchen mit andern, insbeſon⸗ dere deutſchen, Wirthſchaftsſyſtemen und über die Anwendbarkeit des engliſchen Syſtems in andern Verhältniſſen. —— Reiſe welche liſch D ſtellun unſe unmit eniſch Wir lune d der dan wir — ½ = — ————— In dem Vorſtehenden wurde von mir unmittelbar nach der Reiſe durch England derjenige allgemeinere Eindruck gegeben, welchen der landwirthſchaftliche Betrieb daſelbſt auf mich machte. Daß dieſer Eindruck ein ſehr günſtiger war, mag aus der Dar⸗ ſtellung hervorgehen; allein ein Geſamturtheil über die eng— liſche Landwirthſchaft, insbeſondere in Gegenüberſtellung mit unſern landwirthſchaftlichen Verhältniſſen konnte bei mir, ſo ganz unmittelbar nach dem erſten Eindrucke, nicht anders als noch weniger entſchieden ausfallen; ich beruhigte mich vorerſt damit, das engliſche Wirthſchaftsſyſtem nach eigener Anſchauung zu weiterer Beurthei⸗ lung bezeichnet zu haben. Kachdem ich mich aber nachher in der Wirklichkeit mehr mit der engliſchen Wirthſchaftsweiſe zu beſchäftigen hatte; nachdem ich dann auch in Deutſchland Länderſtriche kennen lernte, deren Land⸗ wirthſchaft, obwohl unter ganz verſchiedenen Umſtänden betrieben, ſich mit entſchiedenſtem Erfolge immer mehr der Anwendung der engliſchen Grundſätze näherte; nachdem ſich mir immer einfacher darſtellte, daß England die Reſultate ſeines hohen landwirth— ſchaftlichen Zuſtandes gegenüber von dem der meiſten andern Länder dem weit mehr vorherrſchenden Futterbau und vermehrter und ſehr vervollkommneter Viehzucht zu verdanken habe und hierauf die Hauptverſchiedenheit des engliſchen Wirthſchaftsſyſtem beruhe: ſo mußte ich immer mehr mir klar zu machen und zu berechnen ſuchen, welchen Einfluß eine ſolche Richtung, auf den Betrieb und Ertrag der Landwirthſchaft allge⸗ meiner angewandt, ausüben könne. —— 2 168 Die großen, oft unüberwindlichen Schwierigkeiten und Anſtände bei der Aufſtellung ſolcher allgemeiner Berechnungen verhehle ich mir, wie ich ſchon früher geltend machte, auf der einen Seite gewiß eben ſo wenig wie andere; allein— auf der andern Seite — kann ich mir durch allgemeine Raiſonnements allein über dieſes und jenes Wirthſchaftsſyſtem keine Anhaltspunkte von ſeinem Werthe verſchaffen, auch mich damit, daß, was allerdings richtig, die Umſtände die Wahl des Wirthſchaftsſyſtems bedingen, nicht beruhigen. Dieſe Umſtände müſſen zuletzt doch immer in Zahlen geſucht, ausgedrückt und verglichen werden. In Folgendem theile ich das Ergebniß meiner Arbeit hierüber mit, die lediglich auf nichts anderes Anſpruch macht, als daß ich mit derſelben, ſo viel möglich durch Annahmen aus der Wirk— lichkeit unterſtützt, die Anhaltspunkte und die Anſicht, welche ich mir über den Werth und die Anwendbarkeit des engliſchen gegenüber von andern Wirthſchaftsſyſtemen gebildet habe, ſo belegen möchte, daß dieß Andern etwa erleichtere, den Maßſtab ihrer Verhältniſſe daran anzulegen und zugleich die weitern Umſtände, welche die Wahl des Wirthſchaftsſyſtems modificiren können, in die Waagſchale zu legen; auch daß berichtigende oder entgegenge⸗ ſetzte Anſichten hervorgerufen werden, wodurch, weil bei den oben berührten Schwierigkeiten leicht Irrungen vorkommen, das gemein— ſchaftliche Ziel nur gewinnen kann. Bei der Feſtſetzung eines Wirthſchaftsſyſtems, des Verhältniſſes der darin aufzunehmenden bereichern⸗ den und erſchöpfenden Produkte, des Verhältniſſes der Viehzucht zu den unmittelbaren Marktprodukten des Ackerlandes, und bei der innerhalb des Wirth⸗ ſchaftsſyſtems zu wählenden Fruchtfolge und Feld⸗ eintheilung muß das Beſtreben leiten, von dem Bod ziel nich und zu! welch oder nehr dadu chwi wiſſe dabei Grad der zuri bere So beite lang habe chem ger! barke werde rung, 2 169&☛ᷣ id Anſtine verhehle 1 inen Seit Boden nachhaltig den höchſten Reinertrag zu er⸗ zielen, die Ertragsfähigkeit des Bodens nicht nur nicht zu vermindern, ſondern wo möglich dabei dieſe, und dadurch das Bodenkapital, noch zu erhöhen. Es iſt daher zur Vergleichung vor allem und ehe der Ertrag ——— dern Seit —— über dieſes ’ G iu ſeinen zu betrachten geſucht wird, wichtig, annähernd zu ermitteln, gs richti welchen Einfluß jedes der Hauptſyſteme auf Erhaltung, Minderung 3 en, nicht oder Mehrung der Produktionskraft des Bodens ausübe, ob es in zahlen mehr oder weniger die Mittel in ſich trage, dieſe Kraft und dadurch den ganzen Betrieb der Landwirthſchaft zu ſteigern. 4 t hierüber Die Statik des Landbaues hat ſich die große, unendlich z daß ich ſchwierige Aufgabe geſetzt, auch hiefür Anhaltspunkte, auf feſte, er Wikk— wiſſenſchaftlich ermittelte Grundlagen geſtützt, zu liefern. Wie ſie velche ich dabei verfahren, wie ſie Erſchöpfung und Erſatz der Bodenkraft nach gliſchen Graden, die Größe der Erndten im Verhältniſſe zum Maße ſowohl belegen der Düngung auf die ihr folgende erſte Erndte, als auch der b ihrer zurückbleibenden Kraft für nachfolgende Produktionen u. drgl. Umſtände, berechnen, wie ſie bei den dafür ermittelten Größen den Einfluß unen, in des Bodens an ſich, ſeiner Thätigkeit, der Kultur, der Lage, des tgegenge⸗ Hangs, Untergrunds, der Witterung, des Klimas u. drgl. berück⸗ den oben ſichtigen will u. ſ. f., darin hat ebenfalls Thaer einen der erſten gemein⸗ Impulſe gegeben, und hochverdiente Männer, v. Wulffen, v. Thü⸗ nen, Seidl, Hlubeck, haben dieß, wie bekannt, weiter verfolgt. So lange aber das Reſultat der hiefür gegebenen mühevollen Ar— beiten nicht noch viel weiter als bis jetzt vorgerückt ſeyn wird; ſo , des lange überdieß von der Chemie, der wir ſchon viel zu verdanken icherr⸗ haben, noch ſo weſentlich verſchiedene Anſichten darüber, in wel— tniſſes chem Grade, wodurch— und wie Humus, der gewöhnliche Dün— dukten ger und welche Stoffe überhaupt am weſentlichſten auf die Frucht⸗ Virth— barkeit, d. h. auf den Ertrag des Bodens einwirken, erhoben geh⸗ werden und dadurch die bisherigen Theorieen über Pflanzenernäh⸗ dem rung, Humus, Dünger, auf welche ſich die Statik bis jetzt ſtützte, ——Q—/—Q—— —yyy— — 170 ᷣ‿ wieder verrückt werden wollen; ſo lange kann ſich der Landwirth für praktiſche Berechnungen, wie ich ſie bei vorliegender Veran— laſſung gerne anſtellen möchte, noch nicht an jene Arbeiten, ſondern — es möge mir dieß nicht mißdeutet werden— nur wie bisher, an die einfache Erfahrung halten, wie beim wirklichen landwirth— ſchaftlichen Betriebe die Fruchtbarkeit des Bodens in der Regel hauptſächlich durch ein gewiſſes Maaß vegetabiliſch-animaliſchen Düngers erhalten werde, wie daher Ackerbau und Viehzucht am vortheilhafteſten ineinander zu greifen haben; und es iſt die Er⸗ mittelung dieſer Verhältniſſe um ſo wichtiger, als, wie wir auch bei der engliſchen Landwirthſchaft geſehen haben, Viehzucht nicht blos Mittel für den Ackerbau, ſondern auch Zweck an ſich zur Produktion der Fleiſchnahrung ſeyn kann und immer mehr werden wird, je weiter die Kultur und die landwirthſchaftliche und gewerb— liche Ausbildung und mit dieſer das Bedürfniß an Fleiſchnahrung und thieriſchen Produkten überhaupt zunimmt. Man wird ſich für jene Berechnungen damit begnügen müſſen, aus der Zuſammenſtellung der vielfältigſten wirklichen Erfahrungen und Verfahrungsweiſen ſich die Anhaltspunkte einfach darüber zu verſchaffen zu ſuchen, welche Quantität von Düngung, ohne ſie in eingebildete Größen aufzulöſen, als Erſatz nothwendig iſt, um eine gewiſſe Reihe von Erndten nachhaltig vom Boden nehmen zu können. Wenn gleich hierbei auch die Verſchiedenheit des Bodens, des Klimas u. ſ. w. Einfluß ausüben, daher Unterſchied veran— laſſen müſſen; ſo läßt ſich doch bei der Einfachheit der erforder⸗ lichen Sätze ein Durchſchnitt von Erfahrungen aus den verſchie— denſten Verhältniſſen und darauf gegründeten Berechnungen denken, wie er, bis einmal Genaueres erforſcht iſt, als Anhaltspunkt für die gewöhnlichen mittlern Verhältniſſe auf mittlerem Boden von mittlerer Thätigkeit bei anzunehmender verhältnißmäßig gleich ſorg— fältiger Bearbeitung zu Vergleichungen wohl dienen kann. Wenn dbei ſo ka dener kann die ſhen Sätze ſind zum vergl ſollten —— dwirih fü. he 97 he vielleicht anch einzelne Punkte weniger ſicher gegriffen ſind, neſche 3 ann ſich dieſes, wenn der nämliche Maßſtab an die verſchie— deinr dn Syſtennr angelegt wird, wohl ziemlich ausgleichen, auch Inndvith gun dir Berechnungen nach ſeinen Verhältniſſen modificiren. der Regi die Be b nnich nn zu ir grnden Szefrachtunden, bei welihen inaliſchen ſchon vin 4 Grunde gelegten Berechnungen, wie ſie theilweiſe an We n wohl von Andern, auch insbeſondere mit ſtatiſchen ldi E⸗ und 1,d eai viel mehr Wſait und Genauigkeit verſucht worden giranh afnen einie zieleicht Jeder wieder auf ſeine Art klar auit nit ler für mich einen zuſammenhängenden aüt ni vergleichenden Geſamtüberblick zu einem Geſamturtheile bilden ſich zur ſollten. ar werden gewerb⸗ hnahrung en müſſen, fahrungen h darüber ung, ohne vendig it en nehmen Bodens, d veran⸗ erforder⸗ verſchi⸗ en denken, puntt für oden vol jeich ſolg⸗ Venn 2 — — h I. Durchſchnitts-Anhaltspunkte dafür, wie Erſchöpfung und Erſatz an Bodenkraft angenommen werden können. An ſolchen Durchſchnitts-Anhaltspunkten habe ich mir theils aus den Erfahrungen und mitgetheilten Annahmen der bewähr— teſten Landwirthe, theils aus eigenen Beobachtungen und Ermitte⸗ lungen folgende gebildet: 1. Erforderliche Düngung. Wenn man nachhaltig gute Erndten, deren Maaß noch ausge⸗ drückt werden wird, bekommen, alſo den Boden in gehöriger Kraft erhalten will, ſo wird, den gewöhnlichen zweckmäßigen Wechſel an Produktionen vorausgeſetzt, folgendes Maaß an Düngung, das zwar mit entſprechendem Erfolge bis zu gewiſſem Grade vermehrt, aber nur mit Abnahme der Bodenkraft und der Erndten ver⸗ mindert werden kann, als nothwendig angenommen: wenn zwei Erndten von angreifenden Gewächſen(Ge⸗ treide, Hackfrüchte) nach der Düngung gewonnen werden ſollen pr. Morgen(württ.) 8 Fdr. à 22 Ctnr. 176 Ctnr.; ſollen drei angreifende Gewächſe nach der Düngung gebaut werden in demſelben Verhältniſſe pr. Morgen 12 Fdr. a 22 Ctnr. 264 Ctnr.; iſt ein ſtark angreifendes Produkt(Oelgewächſe, Mais, den werden rir theils bewäͤhr⸗ Ermitte⸗ och ausge— iger Krf n Wechſel ung, das vermehrt, dten ver⸗ ſen GGe⸗ werden Etnr.; Düngung 12 Kr. 6, Mais, 1 ———— ſp wi da ger 173 ☛ Hanf, Bohnen, Kohl,)- unter den angenommenen Erndten, ſo muß ½ von der oben beſtimmten Düngung zugelegt werden; ſoll ein ſchonendes Produkt(grün abgemähte Hülſenfrüchte) noch zwiſchen obigen Erndten, ſey es als Zwiſchenfrucht oder in einem beſondern Jahre, gewonnen werden, ſo bedarf es keiner verſtärkten Düngung; will ein mäßig angreifendes Gewächs(reifende Hülſen⸗ früchte ꝛc.) jenen Erndten zugelegt werden, ſo iſt die Düngung um etwa ¾ zu verſtärken, alſo z. B. bei obigem erſten Falle ſind pr. Mrg. nicht 8 Fdr., ſondern 10 Fdr. oder 220 Ctnr. zu geben. 2. Erzeugung von Dünger-Material, Futter. Obigen Annahmen der Stärke der Düngung ent⸗ rechend(ein anderes Maaß von Düngung bringt hierin auch ieder andere Verhältniſſe mit ſich) darf im großen Durchſchnitt s mittlere Erzeugniß an Futter- und Dünger⸗Material ſo an⸗ nommen werden: von 1 Mrg. Winterung...... 25 Ctnr. Stroh, von 1 Mrg. Sommerung und Schotenge⸗ wächſen!n.. 16„„ (der Strohertrag bereißnet ſch hrRac im großen Durchſchnitt zu dem weiter unten angenommenen Körnerertrag wie ² Ctnr. Stroh auf 1 Ctnr. Körner), von 1 Mrg. Reps.... 3 13„„ von 1 Mrg. dreiblättrigen Kleefelds o oder Kleegrasfelds zum Mähen oder Abwai⸗ den(unten Punkt 3), im erſten Jahre der Benützung...... 30 Ctnr. Heuwerth, im folgenden Jahre ſeiner Benützung die Halfte..... 15„ —————— — & A — von 1 Mrg. Luzerne. 40 Cntr. Heuwerth. von 1 Mrg. Kartoffeln, 110 Etnr. Knollen oder.......... 55„ wenn die Kartoffeln zu Branntwein ver⸗ wendet werden, die Schlemppe zu% des Heuwerths, alſo.. 23„ (die gewöhnlichen Annahmen des Füt⸗ terungswerths der Schlemppe ſchwanken zwiſchen der Hälfte und dem Dritttheil des Heuwerths der zum Branntwein⸗ brennen verwendeten Materialien. Es wird, auch den Hohenheimer Annahmen entſprechend, das Mittlere zwiſchen dieſen beiden Sätzen angenommen.) von 1 Mrg. Runkeln 150 Ctnr. Rüben oder 60„ (nach Hohenheimer Erfahrungen. Die Blätter kommen dabei für Düngerer⸗ zeugung nicht weiter in Betracht. Sonſt werden dieſe etwa zu ½¼ des Fütterungs⸗ werths der Rüben angenommen.) von 1. Mrg. Wickfütter..... 24„ von 1 Mrg. angeſäeter Dreeſchwaide auf abgetragenem Boden im erſten Jahre 12 Ctnr., im zweiten Jahre 9 Ctnr., im dritten ꝛc. Jahre 6 Ctnr., durchſchnittlich.... 9„ 1 Mrg. Braachwaide....... 1„ 1 Mrg. Stoppelwaide...... h„ Sodann werden berechnet: von 1 Mrg. unbewäſſerter, ungedüngter Wieſen, Oehmd 18 Ctnr.; von 1 Mrg. gehörig gedüngter oder bewäſſerter Wieſen 30 Ctnr.; 71 v Abn Klee Dün bere 46 halt Va beſte üͤber Heuwert, eu und Etnr., ——————— 175 ☛. von 1 Mrg. Wieſenbewaidung im Frühjahr und im Spätjahr nach zweimaligem Mähen, je%% des Wieſenertrags, von 1 Mrg. natürlicher Außenwaide an Futterwerth, die Hälfte des Wieſenertrags, 9 Ctnr.*; Es wird angenommen, daß, wenn Kleegras, Gras ꝛc. durch Abwaiden benützt werde, wie insbeſondere die künſtlich angeſäeten Kleegrasſchläge, die Wirthſchaft in demſelben Verhältniſſe einen Düngerertrag erhalte, als der Futterertrag bei ſolcher Bewaidung berechnet werden darf, ſey es, daß das Vieh Tag und Nacht auf dem Waideſchlag bleibe, oder theilweiſe in den Stall oder Pförch komme und hier ſeinen Dünger abgebe. Ich kann mich hierin mit den engliſchen Landwirthen(oben S. 57.) dahin einverſtanden * Als Beleg für den in obigen Saäͤtzen angenommenen Waideertrag wird angeführt: Im Jahr 1840 waren in Hohenheim den Schafen eingeräumt und werden nach obigen Sätzen berechnet: 84 ½¼ Mrg. künſtliche 1, 2 und 3jährige Kleegras⸗Waideſchläge(1. Jahr 30 Ctur., 2. und 3. Jahr 15 Ctnr.) Durchſchnitt à 20 Ctur. 1685 Ctur. 462 ¾i Mrg. unter dem Pfluge befindliches Land, Durchſchnitt à 1 ⅛ Ctnr.... 520„ (Zwiſchen 1 ½ Ctnur. fuͤr Braache und 74 Etur. für 2* Stoppel.) 41 ½ Mrg. Wieſen à 18 Ctur... 742„ 11 ½ Mrg. Baumguüͤter und Graswege à 18 Etur.. 207„ 155 5 Mrg. Wieſen im Früjahr und Erutiahe br d 3 Ctur.... 538„ 88 Mrg. Wege, Höfe, Graͤben ac., wovon nur die Haͤlfte als natürliche Waide angenommen werden darf, alſo 44 Mrg. a 9 Clnr.......B....„ 390„ 4108 Ctur. Es ſollten hiernach à 2 Pfd. Heuwerth pr. Stück in 210 Tagen er⸗ halten werden 978 Stuüͤck. In der Wirklichkeit wurden bei einem ſehr dürren und in der Waide ſehr unergiebigen Sommer 971 Stuück gehalten. Der Ertrag der Kleegrasſchläge in Hohenheim, nach engliſcher Weiſe beſtellt und angeſäet, vermehrt ſich von Jahr zu Jahr. Wer noch keine ganz wohl beſtellten Kleegraswaiden geſehen hat, moͤge über deren Ertrag und Werth nicht urtheilen.— erklären, daß z. B. auf kräftigem Klee- und Gras-Waideland, wenn es bald wieder umgebrochen wird, der Waidedünger, ſorg— fältig behandelt, dem Lande wahrſcheinlich ebenſo zu gut kommt, als wenn das Vieh das Futter im Stall verzehrt und man den daraus gewonnenen— der Futterquantität entſprechenden Dünger auf das Land gefahren hätte. Kommt aber überdieß das Waide— vieh, wie meiſtens in den beſſern deutſchen Wirthſchaften, vom frühen Abend bis ſpäten Vormittag, oft auch noch über Mittag, in Stall oder Pförch, ſo daß es jedesmal nur einige Stunden auf der Waide bleibt, und beſteht das Waidevieh größtentheils aus Schafen, ſo darf um ſo eher die Bereicherung der Wirth— ſchaft als im Verhältniſſe zum Futterertrag des abgewaideten Felds ſtehend angenommen werden. 3. Matürliche Vereicherung des Vodens. Außer durch wirkliche Düngung, ſey es durch Stall- oder Waidedünger, erfolgt noch eine— wenn ſich ſo ausgedrückt werden darf— natürliche Bereicherung des Bodens, welche in fol— genden Fällen in Zuſammenſtellung mit der wirklichen, insbeſondere Waide⸗Düngung ſo berechnet werden darf: Bei Aufnahme von Mäheklee oder Kleegras in die Frucht⸗ folge findet eine ſolche natürliche Bereicherung des Bodens beſon⸗ ders durch die Pflanzen-Rückſtände und Wurzeln ſtatt. Hiefür wird angenommen: im erſten Nutzungsjahre, für 1 Morgen gleich 1 Fuder oder 22 Ctnr. Dünger.(Andere nehmen die Bereicherung ziemlich höher an; um aber alle Unpar— theilichkeit zu wahren, iſt dieſer niederſte Anſatz gewählt.) In den folgenden Jahren bei mehrjähriger Benützung findet, da ſich jene Rückſtände dadurch mehren, ebenfalls eine Bereicherung, übrigens nur in dem Verhältniſſe ſtatt, in welchem der Futterertrag des zweiten zu dem des erſten Nutzungsjahrs ſteht. der j — können Gaideland, ger, ſorg⸗ ut komm, man den n Dinger 5 Waide⸗ en, vom Mittag, Stunden Frentheils r Virtl⸗ en Felds all⸗ oder t werden in fol beſondere e Frucht⸗ s beſon⸗ Andere Unpar⸗ In den ſch jene ibrigens ag des 177 d Hiernach kann die Düngerkraftzunahme z. B. durch Kleegras⸗ ſchläge, abgefüttert oder abgewaidet, ſo berechnet werden: von 1 Morgen: Erſtes Nutzungsjahr: Ertrag an Kleegras 30 Ctnr. angenommen, daß das Düngergewicht das Zweifache betrage (worüber unter 4. abgehandelt wird) 60 Ctnr. Dünger, natürliche Kraftzunahme.... 22„ Duüngerwerth, zuſammen 82 Ctnr. Zweites Nutzungsjahr: Ertrag an Kleegras die Hälfte vom erſten Jahre 15 Ctur., oder. 30 Ctnr. Dünger, natürliche Kraftzunahme ebenſo die Hälfte. 11„ 3 zuſammen 11 Ctnr. Bei Aufnahme von Dreeſchwaiden auf abgetragenem Lande, wie ſolche oben angenommen wurden, und wenn ſie nicht zu viele Jahre liegen bleiben, werden berechnet: In jedem der Waidejahre durchſchnittlich p. Mrg. 9 Ctnr. Heuwerth oder 18 Ctnr. Dünger, daher in 3 Jahren........ 54 Ctur. Dünger, natürliche Kraftzunahme in den 3 Jahren (bei 27 Ctur. Heuwerth an Futter). 22„„ zuſammen 76 Ctnr. oder jährlich 25 ⅛ Ctnr. Bei Fettwaiden oder anderem gutem natürlichem Graslande können berechnet werden: Durch Abwaiden findet hierbei eine Bereicherung des Bodens ebenſo ſtatt, wie oben von Bewaidung eines reichen Kleegrasſchlags angeführt wurde. Der Ertrag an Heuwerth(30 Ctnr.) iſt der gleiche. Der Erſatz an Bodenkraft iſt jährlich zu 82 Ctur. und da ein ſolches Grasland nur mit dauernden Pflanzen bewachſen und mit alter Bodenkraft verſehen iſt, ſo iſt hier ein jedes Jahr gleich anzunehmen, auch darf, was bei dem, einem Umbruch unter— worfenen, Kleegrasſchlag nicht ehenſo angenommen werden kann, v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft. 12 ——— zu dem auch durch Mähen zu gewinnenden Ertrag von 30 Ctnr. wenigſtens noch die Wieſen-Nachwaide, à% alſo à 3 Ctnr. ge⸗ ſchlagen werden, was der Wirthſchaft weiter an Düngerzuſchuß jährlich giebt 6 Ctnr. Dünger. Ein ſolches Land erhält alſo in 2 Jahren einen Bodenkrafterſatz von 2 mal 82 + 2 mal 6= 176 Ctnr. Dünger, alſo der Düngung von voll 8 Fuder innerhalb zweier Jahre gleich, die ſchon im Eingange als eine ſolche angenommen iſt, wodurch das Land in ſeiner gehörigen Kraft erhalten wird und womit auch die allgemeine Annahme übereinſtimmt, daß ſolches natür— liches Grasland, ſey es Wieſe oder Waide, in immer gleichem Ertrag bleibe, wenn es ſein Erzeugniß immer wieder als Dünger, Waide- oder Stalldünger, zurückerhält.* * Zu Ermittlung der Wirkung der Düngung auf dazu geeigneten Wieſen werden in Hohenheim ſeit 10 Jahren verſchiedene Verſuche conſe— quent durchgeführt. Das hieher gehörige Reſultat von ſolchen Verſuchen iſt folgendes: Auf einer guten, mäßig feuchten Wieſe liegen zwei ganz gleiche Stuͤcke, je zu 1 Morgen vermeſſen, nebeneinander. Nr. 1 wird alle 2 Jahre mit gewöhnlichem Stalldünger überdüngt, Nr. 2 erhalt gar keinen Dünger. Dünger und Futterertrag werden immer genau gewogen. Bei Nr. 1 betrug die Düngung in 8 Jahren von 1832— 1840 720 Ctnr. An trockenem Stroh wurden in den 8 Jahren von der Wieſe wieder abgeharkt und zur Streu verwendet.... 281 ½„ Reſt 691 CEtur. was jaͤhrlich 86 Ctur. pr. Morgen an Dungung beträgt. An Heu- und Oehmdertrag hat gegeben: die Wieſe Nr. 1 in 8 Jahren 26763 Pfd. oder jährlich 33 Ctur. 45 Pfd. 8, 8„ 2 9, 16318„— 5 20„ 49„ Die Wieſen werden im Frühjahr und Spatjahr mit Schafen abge— hütet, dadurch Waideertrag von Nr. 1 je jedesmal ⁰½¼ des Mähfutterertrags alfb à 3 Ckur. 34 Pfd.......... 6 Ckur. 68 Pfd. dazu Maͤhfutterertrag......... 33„ 45„ zuſammen Futterertrag pr. Mrg. 40 Ctnr. 13 Pfd. Dieß gibt an Dünger zweifach.. 80 Ctnr. 26 Pfd. Der Düngeraufwand für die Wieſe betrug jährlich nach oben 86 Ctr., Soml Futte komn 2F. den! bearb 30 CEnr. MCtnr. ge ngerzuſhuh ekrafterſ hre gleich, wodurch und womit hes nntir er gleiche s Dünger geeigneten ſuche conſe lgendes! iche Stück⸗ überduͤngt, den immer 20 Ctnr. 20 814, 2 1 91% Etnr. .45 Pf. 40„ fen abge— terertrab . 68 Ph. 45„ . A N. 185 Etr, ——rn-— Endlich nehme ich die Wirkung einer reinen gut bearbeiteten Sommer-Braache, neben dem ſchon oben berechneten aus dem Futterertrag von der Braachbewaidung der Wirthſchaft zu gut kommenden Dünger, gleich der Wirkung einer Düngung von 2 Fuder oder 44 Ctnr. Dünger pr. Mrg. an. Es kann dieß in den folgenden Berechnungen wenigſtens auch den Werth des Vortheils ausdrücken und ausgleichen, den eine Braach— bearbeitung durchſchnittlich immer auf den Ertrag der folgenden Winterung und darauf, daß die Düngung wirkſamer werde, ausübt. 4. Verhältniß, in welchem ſich bei der Viehhaltung Fütterung und Einſtreu in Dünger verwandeln. Das Verhältniß, nach welchem ſich Fütterung und Einſtreu in Dünger verwandeln, wird, nach den bei vielfältigen Verſuchen erhaltenen Reſultaten etwas verſchieden, ſo angenommen, daß ſich das Gewicht der trockenen Fütterungs⸗ und Einſtreumittel und der verſchiedenen nicht trockenen Fütterungsmittel, leztere auf Heuwerth und Gewicht reducirt, zu der des daraus hervorgegangenen Düngers wie 1 zu 1,87 bis zu 2,3 verhalte.(Die bekannte Thaer'ſche, in der„Geſchichte der Wirthſchaft zu Möglin“ wiederholt dargethane Berechnung iſt: daß man die Quantität des Düngers finde, wenn man das verwendete ſämmtliche Stroh und Futter, bei letzterem das grüne und ſaftige auf Heuwerth reducirt, dem Gewichte nach mit 2,3 multiplicire. Eine darunter befindliche Ernährung des Viehs mittelſt Waide iſt dabei nicht angenommen.) Es iſt nicht unintereſſant, als einen Beitrag hiefür das Re— ſultat im Großen von der Wirthſchaft in Hohenheim in einem Durchſchnitte von 8 Jahren aus den ſehr genau geführten Büchern angeben und benützen zu können: wornach alſo ungefähr mit Wiederverwendung des aus dem von der Wieſe jährlich gewonnenen Futter zu erzeugenden Düngers die Wieſe in einem jahrlichen Durchſchnittsertrag von 33 Ctnr. 45 Pfd. Dürrfutter nebſt Vor⸗ und Nachwaide erhalten wird. b a) Das in abgeſondertem Hofe ſtehende Rindvieh(ohne Zug— und Maſtvieh) erhielt in den 8 Jahren bei voller Stall⸗ fütterung: 1 Futter in Heuwerth ohne Futterſtrophy l... 65112 Ctnr. und zwar in folgendem Verhältniſſe: Heoa 5 3 Getreide...... 77. Grünfutter.....„, Wurzelgewächſe... 1 ½ 6 Biertröber, Schlemppe ꝛc. 4 b Dazu Futterſtroy..... 5772 Ctnr. Briets(Kaff) und Repsſchoten. 4072„ 6 Ss h e 9844 Ctnr. Streuſtreeh.... 10884„ 85840 Ctnr. Hieraus wurde an Dünger erzeugt: 2594 ſtark geladene Wagen à 42 Ctnr.(nach vielfältigen Wägungen)......... 108948 Cenr. 2744 gewöhnliche zweiſpännige Wagen à 28 Etur.(wie oben)..... 76032 5, zuſammen 185780 Ctnr. Von 1 Ctnr. auf Heu reducirtem Futter, ebenſo von 1 Ctnr. theils verfüttertem, theils eingeſtreutem Stroh wurden alſo 2,16 Ctnr. Dünger bei der Rindviehhaltung erzeugt. Ueberdieß wurden noch jähr⸗ lich 2— 300 einſpännige Karren Gülle gewonnen. Es kann dieſe V aber— überdieß verhältnißmäßig unbedeutend— hier nicht mit in Berechnung genommen werden, weil 1) ſie aus viel zugelaufe— nem Waſſer beſteht, und 2) bei der— wie oben zu erſehen— ziemlich reichlichen Einſtreu anzunehmen iſt, daß dieſe Streu ins— beſondere auch durch nachheriges Begießen des Düngerhaufens mit d J de einem er de Jauch ausge anzun 1 verw Futte und: ſodan ſchlage tomm Heun der 210 in 8 dazu, Streu ———— 2 181 Kᷣ 8 (ohne a ller 5 mit der ungewäſſerten Jauche dieſe ganz in ſich aufnehmen würde, 3) der Dünger durch Begießen mit Gülle bis zur Ausfuhr in 1t? Emr einem möglich feuchten und ſolchen Zuſtande erhalten wird, wie er dem Gewichte nach anzunehmen wäre, wenn er alle eigene Jauche ohne Waſſerzumiſchung aufgenommen hätte, 4) daher der ausgeführte Rückſtand an Gülle noch als das Maaß des Waſſers anzunehmen iſt, mit dem ſich die eigentliche Jauche vermiſcht hatte. b) Bei der Schäferei. Während den Durchſchnittsjahren beſtand dieſe in etwa 1100 Stück, und dem bei weitem größten Theile nach aus Merinos; die Schafe werden Winters ganz im Stall und Sommers hauptſächlich auf künſtlich angeſäeten wechſelnden Ackerwaidſchlägen erhalten, wobei die Schafe meiſtens über nnr. Nacht und über Mittag ſo in Stall kommen, daß ſie inner— M halb 24 Stunden kaum 7— 8 Stunden auf der Waide zubringen. ) Cnnr. Zum Pförchen werden ſie, wie unten berechnet, nur wenig verwendet. üüümm In 8 Jahren beſtand die Fütterung der Schäferei in Folgendem: ün Futter in Heuwerth ohne Futterſtroh ͤl..... 30683 Ctnr. und zwar in dem Verhältniſſe: Heu und weniges an Körnern 0 Em Kartoffeln und Runkeln o 1Em. ſodann wird die Waide ſo nach Heuwerth ange⸗ ſchlagen, daß man annimmt auf 1 Stück Schaf „ kommen täglich an Waidenahrung wenigſtens 2 Pfd. är Heuwerth neben dem Stroh, was nach der Anzahl n diſ der Schafe von 1100 Stück, à 2 Pfd., in je ct mi 210 Waidetagen jährlich beträgt 4620 Ctnr. und elauf⸗ in 8 Jahren rund..... 37000„ hen— dazu Futterſtroh während des Winters u und Soprider 4000„ er its Strenſtroß ebenſo........... 12580„ nufens zuſammen 84263 Cinr. ——ÿ——B———.————— Aus dieſer Fütterung und Einſtreu ging Folgendes hervor: Stalldünger..... 162218 Ctnr. Pförch. Es wurden in den 8 Jahren 72 Mrg. ſo gepförcht, daß es einer Düngung von 80 Ctnr. pr. Mrg. gleich gerechnet werden kann, 5760„ zuſammen 167978 Ctnr. Von 1 Ctnr. Futters im Stall und auf der Waide, Futter⸗ ſtroh und Streuſtroh ging hiernach 1,99 Ctnr. Dünger hervor, wodurch ſich ergiebt, daß bei voller Stallhaltung der Schafe wenigſtens gleich viel Dünger wie bei der Rindviehſtall— haltung erzeugt würde. Der Reſt kam den Waideſchlägen und ſomit alſo auch der Wirthſchaft zu gut. Nach dieſen beiderlei Reſultaten, nach den über den Werth des Waidedüngers geltend gemachten Anſichten und in Betracht, daß in Hohenheim das Vieh gut gehalten wird, ſcheint es mir wohl begründet, anzunehmen, daß im allgemeinen Durchſchnitt bei den beiden Hauptviehhaltungen, dem Rindvieh und den Schafen, das Gewicht der Fütterung im Stall und auf der Waide, auf Heuwerth berechnet, nebſt dem Gewicht des Futterſtrohs und Streuſtrohs ſich zu dem daraus zu gewinnenden Gewicht des Düngers, die bei jeder Wirthſchaft vorkommenden verſchiedenen Grade der durchge⸗ machten Gährung deſſelben in einander gerechnet, verhalte wie 1. zu 2. Hiernach wird bei Durchſchnitts-Wirthſchafts-Berechnungen das Geſamt⸗Dünger⸗Erzeugniß, wie es aus der Wirthſchaft ſelbſt hervorgeht, betrachtet. Außergewöhnliche Zuſchüſſe können bei all⸗ gemeinen Berechnungen nicht in Rückſicht kommen. Auch nicht wohl die Bereitung von Kompoſt. Beſteht nämlich dieſer zum Theil aus Abfällen, zum Theil aus Dünger, ſo iſt letzterer ſchon in der Berechnung; die weder zur Fütterung noch zur Streu dienenden Abfälle der Wirthſchaft aber, ſo ſehr auch deren ſorg— fältige lih v Komp gebra bedeu ſt ei zu bet ſelten Düng bei v berüch Stto ſtens wend mit Stre nich ein nicht ſtoffe ſenes von, hieri Dur Erff Füt werd ohne des hervr AAd Enn 7760„ 978 Emm. e, Futter⸗ r. Dinger ltung der nviehſtal⸗ ägen und en Werth Betracht, nt es mit haltungen, Fütterung net, nehſt h zu dem bei jede durchge⸗ whalte hnungen haft ſelhſ bei al⸗ luch nict ieſer zum rrer ſchon ur Strel ren ſolg ———.—— fältige Benützung zu Kompoſt empfohlen werden muß, ſind gewöhn⸗ lich von ſo unbedeutendem Belange, daß der daraus zu gewinnende Kompoſt gegenüber vom Haupt-Düngererzeugniß kaum in Anſchlag gebracht werden kann; erlauben aber beſondere Gelegenheiten eine bedeutendere Kompoſtbereitung, Erdebeiſchaffung und ähnliches, ſo iſt eine ſolche und der Aufwand dafür ebenſo als außerordentlich zu betrachten, und wird bei richtiger Berechnung der Koſten nicht ſelten ebenſo zu ſtehen kommen, wie manchmal der Zukauf von Dünger, wo hierzu Gelegenheit vorhanden iſt. — 5. Erforderniß an Stroh im Verhältniſſe zu der Fütterung. Bei Vergleichung des Erzeugniſſes an Düngermaterialien bei verſchiedenen Wirthſchaftsſyſtemen iſt auch das Verhältniß zu berückſichtigen ſehr nothwendig, in welchem das Erzeugniß an Stroh zu dem der Fütterungsmittel ſtehen ſoll, in ſo fern wenig— ſtens der Einſtreu wegen ein gewiſſes Quantum Stroh noth— wendig, auch bei der Fütterung von Wurzelgewächſen zur Miſchung mit dieſen mindeſtens vortheilhaft iſt. Ich trenne dabei das Stroh von den ordentlichen Fütterungsmitteln; ich nehme Stroh nicht gerne als ordentliches, ſondern nur als Aushülfe- und als ein Fütterungsmittel an, das durch ſein Volumen und durch andere nicht gerade nährende Beſtandtheile manche der ordentlichen Futter— ſtoffe zuträglicher, nährender, macht. Da die Annahmen über jenes Verhältniß ſehr verſchieden ſind, auf eine reiche Erzeugung von Stroh nicht ſelten ein hoher Werth gelegt wird, ſo kann auch hierüber der von der Hohenheimer Wirthſchaft gezogene große Durchſchnitt von 8 Jahren über die dort mit ganz entſprechendem Erfolge gewöhnliche Verwendung von Stroh im Verhältniſſe zur Fütterung einen erwünſchten Anhaltspunkt geben: Bei der Haltung des Rindviehs, bei voller Stallfütterung, werden auf 3 ½ Pfd. auf Heu reducirte, oben ſpecificirte Fütterung, ohne Einrechnung des Futterſtrohs in dieſe Fütterung, 1 Pfd. Stroh als Futterzugabe und Streu verwendet, und zwar ½ Pfd. als Futterzugabe und ½ Pfd. als Streu. Bei der Schäferei kommen auf 4 ¼ Pfd. auf Heu reducirte Fütterungsmittel einſchließlich der Waide 1 Pfd. Strohverbrauch, worunter ½ Pfd. als Futterzugabe und ¾ Pfd. zur Streu. (Sommers erhalten die Schafe blos Streuſtroh.) Wenn aus dieſen zweierlei Ergebniſſen ein Mittel gezogen wird, ſo ergiebt ſich in runder Zahl, daß im großen Durchſchnitte ein Stroherzeugniß hinreichend iſt, das ſich zum Futtererzeugniſſe, auf Heuwerth reducirt, verhält a) wenn Stroh nicht nur geſtreut, ſondern auch, wie es im Durchſchnitte gegenüber der andern Fütterungsmittel genügt, gefüttert werden will, wie 1 zu 3 ½%, b) wenn nur Streuſtroh in Berechnung genommen werden will, wie 1 zu 4%. Es darf dieſer Durchſchnitt aus obigen Ergebniſſen aus der Wirklichkeit um ſo mehr gezogen und das daraus ſich ergebende Strohbedürfniß als genügend angenommen werden, da in Hohen— heim volle Stallfütterung des Rindviehs ſtattfindet und genügend geſtreut wird(z. B. p. Stück Großvieh täglich 5 Pfd. Stroh); auch bei vielen Wirthſchaften die Schafe nicht ſo gewöhnlich über Mittag und Nacht in Stall kommen und Streu bedürfen, wie oben ſchon von Hohenheim angeführt worden iſt. Bei einer ſehr ausgedehnten Waidewirthſchaft, wie ſie z. B. in England ſtattfindet, wo die Waidethiere während mehr als der Hälfte des Jahrs gar nicht im Stalle ſind, der Waidedünger aber dem Lande ohne Streuſtroh zu gut kommt, vermindert ſich natürlich das Strohbedürfniß noch unter den obigen Durchſchnitt und giebt das Mittel, den Futterbau noch mehr auszudehnen, ohne an Stroh Mangel zu haben. Es iſt hier nicht der Ort, darüber zu handeln, welchen Einflu trag d ſcri mind ſchens höͤchf es den Erfahr auf T dem( dadurc öft un mäͤßig manch welch mehre mäßi er au gäng⸗ im e Denje gzenüg gffütt nittel aldd züſtar 4 Pfd a däu redueitn hverbrauch zur Streu. tel gezogen durchſchnitt rerzeugniſſ, wie es in ttel genüg verden wil. en aus der ergebende in Hoher⸗ dgenügend z. Stroh), mlich über rfen, wie ſe z. B. mehr als idedünger ndert ſih urchſchnü zudehnen, welchen ———— Einfluß eine ſchwächere oder ſtärkere Strohfütterung auf den Er⸗ trag der Viehhaltung und dadurch auch auf den der ganzen Wirth⸗ ſchaft habe. Vorſtehende Berechnung ſoll nur darthun, wie viel mindeſtens an Stroh gegenüber des ordentlichen Futters wün⸗ ſchenswerth iſt. Wenn es ſich dagegen darum handelt, wie viel höchſtens Stroh bei der Fütterung verwendet werden ſoll, damit es dem Vieh nicht gar zu ſchlecht gehe, ſo haben wir darüber keine Erfahrungen; andere aber ſtellen den Satz auf, daß die ſämmtliche auf Trockenes reducirte Futterproduktion wenigſtens eben ſo viel dem Gewichte nach ertragen müſſe, als das ganze Stroherzeugniß. Manche Landwirthe, welche nur ausgedehnten Körnerbau und dadurch reiche Stroherzeugung als Ziel vor ſich ſehen, urtheilen oft ungünſtig über eine Wirthſchaft, blos weil ſie bei ihr nur mäßige Verwendung an Stroh bemerken; überſehen dabei aber manchmal, daß dagegen eine reiche Futterproduktion ſtattfindet, welche an Gutsertrag und Dünger mehr abwerfen kann, als ver— mehrte Stroherzeugung durch ausgedehnten Getreidebau. Regel⸗ mäßiger Strohüberfluß, ſo bequem, deswegen meiſtens erwünſcht er auch den Wirthſchaften, insbeſondere noch in futterarmen Jahr⸗ gängen iſt, zeugt mir davon, daß Futterbau und Viehzucht nicht im einträglichſten Verhältniſſe zu andern Produktionen ſtattfinden. Denjenigen Wirthſchaften, welche ſo organiſirt ſind, daß zwar genügend Streuſtroh vorhanden, aber kein Stroh oder nur ſo viel gefüttert wird, als es für die Zuträglichkeit ordentlicher Fütterungs⸗ mittel paſſend iſt, und in welchen dabei guter Futtervorrath, auch als Reſerve von einem Jahre ins andere, und kräftiger Dünger zuſtand ſtattfindet, gebe ich vor andern den Vorzug. II. Betrachtung verſchiedener Wirthſchaftsſyſteme. Betrachten wir nun die nach und nach ſich entwickelten Wirth— ſchaftsſyſteme nach ihren bis jetzt gebräuchlichſten, durch die darin im Laufe der Zeit vorgegangenen Veränderungen aber zum Theil 9 ihr Weſentliches nur mangelhaft und unbeſtimmt bezeichnenden Benennungen und legen den eben ausgeführten Maßſtab für ihre Beurtheilung an, um zu ermitteln: wie viel jedes der verſchiedenen Wirthſchafsſyſteme an Dünger⸗ mitteln erzeuge— und wie viel bedürfe; welcher Zuſchuß von außen, alſo hauptſächlich wie viel natürliches dauerndes Grasland, hiernach nothwendig ſey; auf wie viel Fläche ſich daher der Geſammt-⸗Bewirthſchaftungs⸗ Ertrag vertheile; V wie viel Fläche auf der einen Seite der Erzeugung unmittel— bar verkäuflicher Produkte und auf der andern dem durch die 1 Viehzucht mittelbar zu verwerthenden Futterbau gewidmet 6 wird und gewidmet werden muß; in welchem Verhältniſſe ſich das Stroherzeugniß zum Futter⸗ erzeugniß verhalte. Nach dem Vorangeſchickten wird hier kaum noch zu berühren ſeyn, daß bei den einzelnen Poſitionen für die betreffenden Ver— hältniſſe, alſo auch für den Naturalertrag p. Morgen kein Unter⸗ ſchied nach den verſchiedenen Wirtſchaftsſyſtemen anzunehmen iſt, weil d bei all wirthe Frucht der d weiter ſeine wechſel allgem Ackerb nomme daß de materie feld, Wieſe ſtützu könne desw ſonde betra⸗ dauer Wieſc werde werde führer dem unger zur des d 187 weil der Erſatz zu Erhaltung der Produktionskraft des Bodens bei allen nach gleichem Maßſtabe und dabei bereits beim Braach— wirthe ſeine Braache, beim Dreeſchwirthe ſeine Dreeſche, beim Fruchtwechſelwirth die bei ſeiner Wirthſchaft mögliche Vermehrung der Futter- und Düngererzeugung in Berechnung kommt. Ein weiterer Einfluß auf die Produktion, welchen der Braachwirth durch ſeine Braache, der Dreeſchwirth durch ſeine Dreeſche, der Frucht⸗ wechſelwirth durch ſeinen Wechſel geltend machen will, kann bei ſo yſteme. allgemeinen Durchſchnitten und bei Vorausſetzung gleich ſorgfältiger Ackerbeſtellung nicht anders als ſich gegenſeitig ausgleichend ange— en Will⸗ nommen werden. Es wird für die Berechnungen vorausgeſetzt, die darin daß der einer Ackerwirthſchaft für den fehlenden Betrag an Dünger⸗ im Theil material zu gebende Zuſchuß von außen durch dauerndes Futter— ſhnenden feld, und zwar— als das gewöhnlichſte— durch unbewäſſerte für ihr Wieſen geſchehe, welche aber dann, ſo lange ſie ganz zur Unter— ſtützung des Ackers nöthig ſind, natürlich keinen Dünger erhalten Dünger können und daher auf dem niederſten Ertrage bleiben. Es müſſen deswegen aus der überſichtlichen Durchſchnittsberechnung die be⸗ wie vie ſondern Verhältniſſe, welche eintretenden Falls Jeder für ſich J ſey; betrachten kann, wegbleiben, wie z. B. das Vorhandenſeyn anderer haftunge⸗ dauernder Futterfelder, an Luzerne und Eſparſette, oder von Wieſen, welche durch regelmäßige Ueberſchwemmung befruchtet unmittel werden; Gelegenheit zur Wieſenwäſſerung(was erſt ſpäter betrachtet durch die werden wird); Körnerfütterung; Düngerzukauf; Erde- und Schlamm⸗ gewidmei führen; Düngerzuſchuß durch Vieh, das auf Außenwaiden geht, auf dem Gute aber eingeſtallt wird u. drgl. m Fuütte⸗ 1. Reine Graswirthſchaft. berühren Der urſprünglich einzige landwirthſchaftliche Betrieb mag in den Ver⸗ ungeregelter Benützung des natürlich mit Gras überzogenen Landes in Unter zur Viehzucht beſtanden haben, das ſich dabei durch den Dünger lmen it des darauf waidenden Viehs in Kraft erhielt. 188 Mit ſteigender Bevölkerung und Kultur erhielten ſich nur wenige reine Graswirthſchaften, welche aber jetzt, um möglich hohen und dem von andern Kulturen entſprechenden Ertrag zu gewähren, geregelt betrieben werden. Es ſind nämlich hier unter Graswirthſchaften keine rohen Waidewirthſchaften, ſondern rationell betriebene Wirthſchaften auf gut kultivirtem Graslande ohne Land unterm Pflug, oder wenigſtens ſo, daß Grasland und Pflugland ganz unabhängig von einander ſind, zu verſtehen. Außer denjenigen ſolcher Wirthſchaften, welche durch die natürliche Beſchaffenheit ihres Landes auf Graswitthſchaft noth— wendig hingewieſen ſind, wie in den feuchten Niederungen an der See, in Gebirgsgegenden u. ſ. w. welche nicht wohl eine andere Kultur zulaſſen, ſind mehrere Länderdiſtrikte bekannt, welche ohne eben ſo nothwendig darauf angewieſen zu ſeyn, eine geregelte reine Graswirthſchaft bis jetzt beibehalten und anderer Kultivirung und Benützung des Bodens vorgezogen haben. Hierzu können, ſo weit mir derlei Wirthſchaften bekannt ſind, gerechnet werden: alle Bewirthſchaftungen von Wieſenland, wo dieſes, wenn gleich oft in derſelben Wirthſchaft mit Ackerland, aber ganz unabhängig von dieſem umgetrieben wird, wie dieß z. B., wie oben ange⸗ führt, in den meiſten, namentlich den weſtlichen Diſtrikten Eng⸗ lands der Fall iſt, wo neben anderer Bodenkultur die Bewirth⸗ ſchaftung natürlicher Grasländer im Innern des Landes, welche ſich wohl zum Umbruch eignen würden, mehr abgeſondert ſtatt⸗ findet; ebenſo noch in vielen andern Ländern, ſo namentlich auch bei uns, wo nicht ſelten ſolcher vom Ackerlande getrennter Wieſen⸗ beſitz als reine Graswirthſchaft z. B. mittelſt Winterſchafhaltung oder drgl. Nutzung umgetrieben wird. Sodann die Wirthſchaften in mehreren Provinzen Frankreichs, Hollands, wovon namentlich die Wirthſchaft im Limburgiſchen in der Provinz Lüttich, wo in einem Lande, das weder Niederungs- noch Gebirgsland iſt, reine Graswirthſchaft getrieben wird, als Beiſpiel angeführt werden —,— fann.* Abwech vorzü⸗ X O. in den ſchaftlich nach der der Lim Verhäl Die Hügeln! Lehm, wie gege von Hut hei der vuchs iſ Das Regel be den, vor Stück g mehrere Größe Flaͤche! gen unr gebäude Graslal in Ortſe Gebaude Die gewinnu Schuh h durc die Ung zur Gen des Win zeugten Land zu Reihe gegeben keine ſe Vodens die Gra Auf 189&ᷣ ſs kann.“ Bei ſolchen Graswirthſchaften wird das Grasland in h nur 3.—.— m migt Abwechslung theils durch Bewaidung mittelſt Rindvieh und Schafen güich„ 1.. 4. 82 E(vorzüglich Fleiſchſchafen) theils durch Dürrfuttergewinnung für ag zl hier unte* In dieſer Beziehung glaube ich hier beifügen zu dürfen, was ich n räiie in den von mir ſchon 1831 im Korreſpondenzblatt des wuürtt. landwirth⸗ ationele ſchaftlichen Vereins, neue Folge, Bd. 1, Heft 5, S. 262 über eine Reiſe ohne Lam nach den Niederlanden gegebenen landwirthſchaftlichen Bemerkungen von Pflualand der Limburger Wirthſchaft in Folgendem anführte: gaand Verhältniſſe und Betrieb der Graslander im Limburgiſchen. Die Oberfläche dieſes Landdiſtrikts liegt ziemlich hoch, iſt uneben, mit durch die Hügeln und Bergen durchzogen. Der Boden ſcheint meiſtens ein tiefer, ſtarker Lehm, der durch die, wahrſcheinlich ſeit Jahrhunderten darauf— ahnlich zZaft noth— wie gegenwartig— betriebene Benützung als Grasland eine Anhäufung en an der von Humus erhalten hat, deren Folge nun eine ungewöhnliche Kraft und, bei der bindenden Beſchaffenheit, eine vorzügliche Eigenſchaft zu Gras— ohl eine wuchs iſt. t, welche Das Land iſt in einzelne Güter oder Höfe, deren Eigenthum in der Regel beiſammen liegt, abgetheilt. Die Größe der Höfe iſt ſehr verſchie— den, von ſolchen, auf welchen nur 5—6 Kühe, bis zu ſolchen, wo 20— 25 Altivirung Stück gehalten werden; von etwa 20—80 Morgen.— Jeder Hof liegt in mehreren Koppeln, die durch hohe, ſtarke Häger eingefriedigt ſind. Die Größe ſolcher Abtheilungen richtet ſich nach der Bedeutendheit der ganzen werden: Fläche des Hofes und des Viehſtandes. Ich ſah Abtheilungen von 4 Mor⸗ gen und weniger, bis zu ſolchen von etwa 16 Morgen. Die Oekonomie⸗ gebäude liegen entweder, dieß gewöhnlich, innerhalb der dazu gehörigen geregelte können, enn gleich nabhängig Grasländer und bilden auf dieſe Art viele einzelne Höfe; oder ſie liegen ben ange⸗ in Ortſchaften, ſo aber, daß wo möglich das Land an die dazu gehörigen Gebäude ſtoßt. ien Eng Die Grasländer werden hauptſächlich zur Waide und dann zur Futter— Bewirth⸗ gewinnung für den Winterbedarf benützt.— So bald das Gras etwa ½ 4 welch Schuh hoch gewachſen iſt, kommt das Vieh auf die Waidkoppeln, wo es, durch die Einfriedigungen geſchützt, Tag und Nacht ohne Hirten bleibt. ert ſtatt Ungefähr ein Drittheil des ſämmtlichen Graslandes wird jedes Jahr lich auch zur Gewinnung des Heubedarfs gewäͤhlt. Solches Land wird zu Ende Neſeſr des Winters und Anfang des Frühjahrs mit dem den Winter über er⸗ Meeſen⸗ zeugten Dünger gedüngt. Drei Jahre lang bleibt jedesmal das gleiche afhaltung Land zum Heugewinn und zur Duͤngung beſtimmt; dann aber kommt die Reihe an ein zweites Drittheil und das erſte wird der Bewaidung zurück— thſchain gegeben u. ſ. f. Ohne eine ſolche Bewaidung glauben die Limburger amentlich keine ſo gute, ergiebige Wieſen haben zu können. Das Feſttreten des 9, wo in Bodens halten ſie für nothwendig, weil dadurch der Raſenfilz dichter wird, ,— die Graͤſer weniger in die Höhe treiben und weniger ſtänglicht werden. it, reine Auf jenen Abtheilungen aber wird nur Heu gewonnen; Oehmd wird werden ——y———Q˖˖—⸗—⸗—⸗——— 190 G den Winter benützt und durch den daraus entſtehenden Dünger, wie wir oben bei gutem Graslande nachgewieſen, in Kraft erhalten. gar keines gemacht. Drei bis vier Wochen nach der Heuerndte, und wann die zur Bewaidung beſtimmt geweſenen Koppeln abgefreſſen ſind, kommt das Vieh auf die geheuten Abtheilungen, innerhalb welcher Zeit ſich dann die abgewaideten wieder erholen. Den jedesmal zur Waide beſtimmten Koppeln, welche von dreijaͤhriger Düngung zur Heugewinnung mit großer Kraft der Bewaidung übergeben werden, kommt dann der volle Waidedünger, die Ausdünſtung, die Warme ꝛc. des Viehs durch das Lagern darauf zu gut. Der Waidedünger wird mit vieler Sorgfalt täglich zweimal, Morgens und Abends, duünn auseinander gezogen. Eine weitere Pflege der Grasländer beſteht darin, daß der Limbur— ger Wieſenunkraͤuter ſorgfältig ausſticht und aushaut. Alles wirkt zuſammen, daß der Grasboden ſehr dicht, rein und kraft— voll ſteht, und namentlich macht der herrliche Stand der zum Heuen beſtimmten Abtheilungen es begreiflich, daß das Heu von einem Drittheil der Fläche hinreichen ſoll, den gleichen Viehſtand, der auf den übrigen zwei Drittheilen und der Nachwaide auf den gemähten Abtheilungen den Sommer über auf der Waide erhalten wird, den Winter über gut zu ernähren. Die Waide ſoll gewöhnlich 7 Monate vom Anfang Mai bis Ende November dauern.— Im Durchſchnitt wird angenommen, daß 4 württ. Morgen erforderlich ſeyen, um eine Kuh ſo gut, wie es die Limburger verlangen, Sommer und Winter erhalten zu können. Der Futterertrag vom Morgen ſolchen Graslandes, auf durres Futter reducirt, würde ſich, 33 Pfd. Heuwerth täglich pr. Stück des großen Lim⸗ burger Viehs angenommen, im Durchſchnitt für Waide- und Mäaͤheland auf 30 Centner belaufen, was dem Rohertrage der beſſern gedüngten Wieſen bei uns gleich käme, von welchem aber dann mehr Koſten, als bei der Limburger Wirthſchaft abzuziehen ſind. Nach allem, was ich erfahren habe, darf der Durchſchnittsertrag einer auf ſolche Art gehaltenen Kuh wohl auf 15—1600 Maß Milch angenom⸗ men werden, was etwa zu 3 ½ kr. pr. Maß 90 fl. und auf einen württ. Morgen Graslands 22 ½ fl. betragen würde.(Der Werth des Kalbs kommt nicht in Betracht.) Wenn dabei beruͤckſichtigt wird, wie einfach die ganze Wirthſchaft iſt, wie Mann und Frau mit ein paar Kindern oder einer Magd alles verſehen können, wie das Betriebskapital beinahe einzig im Werthe des Viehſtandes beſteht, ſo finde ich es obiger Berechnung ganz entſprechend, wenn der Pachtwerth von ein Bunder ſolchen Landes(zu 4 württ. Mrg.) gewöhnlich zu 100 Franks oder pr. württ. Morgen zu 25 Franks angenommen wird, und wenn mir der Kaufwerth ſolcher Ländereien zu etwa 2500 Franks pr. meinen tete h jene! ſodann großer W Geleg fachen von al velche manche lichen Fortbe Vunder Angegeh mit der dl Gr Wund der ni wirth, üppige nach n niſſe b A umgehr en Dünger win Krt e, und wamn ſind, konmt eit ſich dann dreijahrige g übergeben nſtung, die Waidedungen ends, düͤnn r Limbur⸗ und kraft. zum Heuen im Drittheil den uͤbrigen ilungen der üͤber gut zu ug Mai lit zmmen, dai wie es di onnen. zdurres Futtet großen lin⸗ d Maäheland n gedüngten ſten, als i zertrag eine h angenom zinen wurtt des Kalbe ithſchft in aes verfehe Viehſiande d, wenn dr ) rewößnlit ummen wird 0 Frauks pr. ———V——— Als Beleg für letzteres iſt bei der Einfachheit der Wirth⸗ ſchaft nichts nöthig, als auf die ſchon oben(S. 177.) im allge⸗ meinen gegebene Berechnung hinzuweiſen. Umgekehrt aber liefert auch der in der That von mir beobach— tete höchſt kräftige Zuſtand ſolcher Grasländer den Beleg, daß jene Bodenkraft⸗Erſatz⸗Berechnung mit der Wirklichkeit zutreffe; ſodann geben dieſe Wirthſchaften Beiſpiele, wie man ſich bei großer Viehhaltung auch ohne Stroh behelfen könne. Wir werden erſt im weitern Verfolge unſerer Berechnungen Gelegenheit haben, den keineswegs geringen Ertrag ſolcher ein— fachen Graswirthſchaften und die Vergleichung deſſelben mit dem von andern Wirthſchaften zu betrachten und die Winke zu benutzen, welche ſie für unſere gewöhnliche Wieſenwirthſchaft und die in manchen Fällen allzugroße Ausdehnung des Ackerbaus geben. Aus dem Uebergang von der urſprünglich reinen Graswirth⸗ ſchaft zum Ackerbau bildete ſich auf der einen Seite die Wechſelwirthſchaft, auf der andern Seite die Felderwirthſchaft. Letztere theilte das Land beſonder ab in ſolches zum künſt— lichen Anbau für Getreide, und in ſolches zur Viehnahrung mitteelſt Fortbenützung natürlich beraster Wieſen und Waiden. Bunder, und der gewöhnliche Ertrag aus dem Grundkapital zu 4 Prozent angegeben wurde.— Das Ackerland, das übrigens gleich guten Boden mit dem Grasland hat, gibt in der Regel ein Drittheil weniger Pacht, als Grasland. Bei ſolchem Ertrage und bei ſolchen Verhältniſſen iſt es nun kein Wunder, wenn die Limburger ihre Grasnarbe für einen Schatz halten, der nicht angetaſtet werden dürfe, und es wird mancher deutſche Land— wirth, welcher vielleicht beim erſten Anblick des reichen Bodens und der üppigen Vegetation nichts als Ackerland und Stallfütterung ſehen möchte, nach naherer Berechnung des Ertrags und Beruückſichtigung aller Verhalt— niſſe bald anders urtheilen. Ohne außerordentliche Falle wird im Limburgiſchen kein Grasland umgebrochen. 192 ☛ Erſtere wechſelte auf demſelben Grund und Boden zwiſchen beiden, Getreidebau und wieder Liegenlaſſen zu Grasland. 2. Wechſelwirthſchaft. Die Wechſelwirthſchaft, bei welcher man, wie bemerkt, das zum Getreidebau benutzte Land immer wieder, und zwar früher lediglich der natürlichen— neuerer Zeit aber der mit Gras- und Kleeanſaat künſtlich unterſtützten Verraſung für die Viehhaltung längere oder kürzere Zeit zurückgiebt(dreeſch liegen läßt) mag urſprünglich vorzüglich in ſolchen Gegenden einheimiſch geblieben ſeyn, wo mehr feuchte Atmosphäre oder mehr atmosphäriſche Niederſchläge die Verraſung des Bodens, überhaupt Graswuchs und dadurch Viehhaltung mehr begünſtigen, als den Getreidebau. Daher findet man ſie in vielen Gebirgsgegenden, wo ihr hauptſächlich nur zu Grunde liegt, daß der Boden ohne künſtliche Anſaat von ſelbſt ſich ſehr leicht berast; und wo man das Land ſo lange zu Gras niedergelegt läßt, als noch ein ordentlicher Gras— ertrag davon zu erwarten iſt. Sie hat in dieſen Gegenden aber meiſtens immer wieder jedesmal ihr Eigenthümliches, häufig Un— geregeltes, und bewegt ſich auch verhältnißmäßig in engen Gränzen der betreffenden Oertlichkeit, ſo daß ihre nähere Betrachtung für den gegenwärtigen allgemeinern Ueberblick nicht hieher gehören wird. Vor allen Holſtein und dann Mecklenburg mit größern Beſitzungen ſind diejenigen Länder, deren Wirthſchaften als Reprä⸗ ſentanten für die ſogenannte Wechſelwirthſchaft(nach den zu beſſerer Hut des Viehs eingefriedigten Koppeln Holſteins auch Koppel— wirthſchaft genannt) angeführt werden können. Aus der natürlichen Entſtehung der Wechſelwirthſchaft hat ſich allmählig die Regel für ihren Betrieb ausgebildet: ſämmtlichen Boden, der dem Pfluge unterworfen werden kann, durch Umbruch in den Wechſel aufzunehmen und alles Land, was mehrere Jahre als Waide benutzt wurde, dann wieder durch Waidedünger und Raſe tragen der l heils zu R. 4 Grasl 4 einand Verhe Gras dem z haltige 3 N land viehh der; auf? herrſe des( ſchied der d Koppel lhſchl vorfen en zviſchen and. nerkt, das var früher Fras⸗ und ſiehhaltung äßt) mag geblieben ophäriſche aswuchs reidebau. wo ihr künſtliche s Land ſi her Gras⸗ nden aber äufig U⸗ Graͤlzen htung für ören wid. größern s Repri⸗ ubeſſerer oppel⸗ t hnt ſih mmtlichen ·Unbruch ere Jabte nger und 193 Raſenfäulniß gekräftigt, eine andere Reihe von Jahren zum Frucht— tragen zu verwenden und ſo für dieſes auch den Waidedünger, der bei dauernden Außenwaiden für die Ackerwirthſchaft größten— theils verloren geht, überdieß mit Erſparung von Streuſtroh, mehr zu Nutzen zu bringen. Nur das nicht zum Umbruch geeignete meiſt naſſe, moorige Grasland wird dabei als bleibendes Futterland betrieben. Dieſe Wechſelwirthſchaften weichen mehr oder weniger von einander ab; der Unterſchied liegt aber hauptſächlich nur in dem Verhältniſſe, nach welchem auf dem Acker zwiſchen Fruchtbau und Gras(Dreeſch) gewechſelt wird, wornach dann, wie auch nach dem zur Unterſtützung des Ackers vorhandenen Graslande, das nach— haltige Vermögen des Bodens ſich beſtimmt. In Holſtein, einem mehr feuchten Lande, überwiegt Gras⸗ land und Viehhaltung den Ackerbau; die Rindviehzucht und Rind— viehhaltung Holſteins gehört unter die beſſern und einträglichern; der Boden wird fortwährend in Kraft erhalten, ſo daß man auch auf Boden von weniger vorzüglicher Erdmiſchung, wo Sand vor— herrſcht u. dergl., dennoch viel Kraft antrifft, wodurch die Erzeugung des Graſes um ſo mehr erleichtert wird. Je nach Ueberfluß oder Mangel an Wieſen, je nach ver⸗ ſchiedenen Anſichten der Landwirthe ſind auch in Holſtein die Zahl der dem Wechſel unterworfenen, Landabtheilungen, Schläge oder Koppeln, auch die Fruchtfolge u. ſ. w. verſchieden; doch kann eine 10 ſchlägige Wirthſchaft, wobei die Hälfte des dem Pfluge unter⸗ worfenen Landes zu Gras liegen bleibt, als das durchſchnittlich gewöhnlichere Verhältniß angenommen werden, und zwar in fol— gendem Wechſel: 1) Dreeſchhafer, 2) Braache, 3) Wintergetreide, 4) Som⸗ mergetreide, 5) Winter⸗ oder Sommergetreide, 6—10) ange⸗ ſäete Dreeſchwaide. Die neuerer Zeit theilweiſe vorgenommene Aufnahme des kherlin, über engliſche Landwirthſchaft 13 =₰ 194 Repſes in den Umlauf gehört ſchon nicht mehr der urſprünglichen Holſteiner Wirthſchaft an. Hierauf werden wir ſpäter zurückkommen. Das Düngungsverhältniß bei der erſtern urſprünglichen Hol— ſteiner Wirthſchaft ſtellt ſich nach unſern vorausgeſchickten Durch⸗ ſchnitts-Annahmen ſo: 10 ſchlägige Wirthſchaft— alſo je auf 10 Morgen Erforderniß an Dünger: zu 4 Getreide-Erndten 2 mal 8 Fdr. p. Mrg. à 22 Ctur..... 352 Einr. daran erſetzt:„ 1 Mrg. Braache 2 Fdr. à 22 Cinr..... 44 Etnr. Niederlegung zur Waide auf 5 Jahre à 25 6 Ctnr. Dünger.............. 127„ zuſammen 171 Ctnr. Reſt des Bedarfs an Dünger 181 Ctnr. Das Erzeugniß an Düngermaterial beträgt: 2 ½ Mrg. Sommergetreide à 16 Ctnr. Stroh. 40 Ctnr. 1 ½ Mrg. Winterung à 25 Ctnr. Stroh... 371%„ Waide außer oben ſchon berechnetem Dreeſch: 1 Mrg. Braachwaide....... 1 ½„ 4 Mrg. Stoppelwaide à Cir.... 3„ zuſammen 82 Etnr. dieß giebt Dünger wie 1 zu 2...... 164 Ctnr. 8 Hieraus geht hervor, daß eine ſolche Wirthſchaft ſich ohne Zuſchüſſe von außen wie z. B. durch Wieſen, nur ſehr knapp in Kraft erhalten kann, daß aber überdieß, da hauptſächlich nur auf Stroh zur Dünger-Erzeugung gerechnet werden müßte, die Vieh⸗ zucht nur ganz ſchlecht und dürftig, die Wirthſchaft dadurch nur höchſt einſeitig betrieben werden könnte. Es kann daher eine ſolche Wirthſchaft ohne Wieſen oder ohne Körnerfütterung beinahe nicht ordentlich beſtehen. Es ſind auch die Wirthſchaften in Holſtein ziemlich reichlich mit Wieſen verſehen, die man dort im Durch⸗ ſchnitt etwa zu 6 der Bodenfläche annimmt. Es kann auf dieſe rrünglichen ückommen. lichen Hol— ten Durch⸗ gen 352 Ctnr 44 Cnnr. 127„ 171 Ctnr. 181 Ctnr 40 Ctnr. 71 1½ l 64 Etnr. ſich ohne knapp in h nur au die Viel⸗ adurch nu eine ſolce einahe rich in Holſei in Durt⸗ n auf di —— —— 195 beinahe noch aller Dünger aus ihrem eigenen Futtererzeugniß, ſey es daß dieſes abgewaidet oder zu Winterfutter benützt iſt, ver— wendet und ſie dadurch ebenfalls ſehr in Kraft und auf einem Durchſchnittsertrag von 30 Ctnr. p. Mrg. erhalten werden. Das Futtererzeugniß verhält ſich dann zum Stroherzeugniß ſo: Nimmt man]/ des ganzen Areals als Wieſen an, ſo trifft es auf 10 Mrg. Acker 2 Mrg. Wieſen. Dieſe erzeugen(gedüngt) einſchließlich der Nachwaide à 33 Ctnr..... 66 Ctnr. Dazu iſt an Futter zu rechnen: die 3 erſten Jahre Dreeſch à 9 Ctnr. Heuwerth. 27„ 2 weitere à 6 Ctnr...... 12 Braach- und Stoppelwaide(wie ben) 4 ½„ zuſammen 109% Ctnr. Der Strohertrag beträgt....... 77 Ctnr. verhält ſich alſo zum Futter etwa wie 2 zu 3. Es wiyd hierbei zwar eine nicht gar zu überwiegend aus Stroh beſtehende Fütterung des Viehs ſtattfinden; wenn aber die Fütterung, wie es bei ſolch' vorherrſchender Viehnutzung zum Vor— theile derſelben räthlich, zuträglicher gemacht werden ſoll, ſo muß in Ermanglung von noch mehr Wieſenzulage Körnerfütte— rung bis auf einen Betrag ſtattfinden, daß das Verhältniß von Stroh zum Futter wenigſtens wie 1 zu 2 iſt, wodurch nahezu die Hälfte der oben zur Körner-Erzeugung angenommenen Fläche noch zur Viehfütterung beſtimmt werden müßte.(Wie koſtbar eine ſolche Körnerfütterung zu ſtehen komme, davon weiter unten.) Das Verhältniß der Benützungsart des Landes iſt hiernach bei Holſteiner Bewirthſchaftung einſchließlich obigér Duͤrchſchnitts⸗ annahme von Wieſenzulage ſo: für Braache......... wW für Marltprodufte....... V1 für Viehhaltung....... h. 196 Würde aber die eben berührte Körnerfütterung mit in Be— rechnung gezogen, ſo wären der Viehhaltung nahezu an% der Fläche beſtimmt, wodurch aber auch die Wirthſchaft in ihrer Kraft erhöht würde. Wir ſahen oben, daß rohe Waidewirthſchaft mit Wechſel die älteſte Wirthſchaft war, aus der dann ein Theil in geregeltere Wechſelwirthſchaft, ein anderer Theil in Felderwirthſchaft, bei welcher weniger die Richtung nach vorherrſchender Viehzucht ſtatt— fand, überging. In Mecklenburg ſcheint früher letzteres der Fall und bei Felderwirthſchaft viel Körnerbau vorherrſchend geweſen zu ſeyn; nachher aber vom benachbarten Holſtein her die dort ganz allge— mein gewordene geregelte We ſelwirthſchft wieder Eingang erhalten zu haben. In Mecklenburg waren dabei meiſtens die Güter bei gewöhnlich großer Ausdehnung neben den ſogenannten Hauskoppeln für be⸗ ſchränkten Kartoffelbau, Kleebau u. drgl. und neben den Wieſen in die zwei Hauptabtheilungen geſchieden: die Binnen⸗ oder Hauptſchläge, aus den mehr in Kraft erhaltenen Aeckern des Guts beſtehend, und die Außenſchläge, wozu die theils der Bodenbeſchaffenheit nach, theils durch frühere erſchöpfende Felderwirthſchaft geringern und vernachläßigten, auch die entferntern Felder beſtimmt werden. Die mangelhafte Bewirthſchaftung der letztern wird hier ſo wenig, als ſpäter bei der Felderwirthſchaft, wo ähnliches vor— kommt, in Betracht gezogen, da überdieß von den Außenfeldern immer mehr zu denjenigen, auf welchen ordentliche Wechſelwirth⸗ ſchaft getrieben wird, und die ohnehin immer den Hauptbreſtand⸗ theil des Guts ausmachen, eingetheilt werden. Der Mecklenburger Wirth legt wohl noch von ſeiner frühern Körnerwirthſchaft her größern Werth auf Körnerbau als auf .— in Ve— c der rKraft ſel die geltere , bei ſtatt⸗ d bei ſeyn; alge⸗ alten hnlich ir be⸗ Lieſen —-—— — 197 Futterland und Viehzucht, wenn ihn nicht ein großes Wieſen⸗ Verhältniß auch mehr auf letztere hinweist. Auch iſt das Land weniger mit alter Kraft verſehen, weniger feucht, daher weniger graswüchſig als Holſtein. Die Anzahl der Schläge wechſelt in Mecklenburg von 5 bis zu 12 mit 2 bis 4 Waideſchlägen. Als die verbreitetſte Schlageintheilung bei der Mecklenburger Wechſelwirthſchaft(die noch mehr als in Holſtein geſchehene Auf— nahme vom Repsbau gehört, wie auch dort ſchon berührt, noch nicht hieher) darf die 7ſchlägige angenommen werden, nämlich: 1) reine Braache, 2) Winterfrucht, 3) Sommerfrucht, 4) Sommer⸗ frucht, 5) 6) 7) angeſäete Dreeſchwaide. Düngungsverhältniß: je auf 7 Mrg.; Erforderniß an Dünger: zu 3 Erndten 12 Fdr. p. Mrg. à 22 Ctur. 264 Ctnr. Daran erſetzt: Brache p. Mrg. 2 Fdr. à 22 Ctnr. 44 Ctnur. 3 Waidejahre..... 76„ zuſammen 120 Ctnr. Neſt⸗Bedqlf........ 1% ⸗ Das Erzeugniß an Düngermaterial beträgt: 1 Mrg. Stroh von Winterfrucht..... 25 Ctnr 2 Mrg. Stroh an Sommerfrucht à 16 Ctnr. 32„ 1 Mrg. Braachwaide...... 1%„ 3 Mrg. Stoppelwaide à%¾ Ctnr... 2„ zuſammen 60 ¾ Ctur. dieß giebt Oünger........ 121 ½„ bleiben an Dünger noch zu decken.... Idi„ Dieſe Wirthſchaft kann ſich alſo ohne einigen Zuſchuß von Wieſen noch etwas weniger als die Holſteiner ganz in Kraft erhalten. Sie bedarf zu Deckung des Düngerdeficits etwa ½ Mrg. Wieſe auf oben angenommene 7 Mrg. Ackerfeld; 1 Mrg. ungedüngt erzeugt 18 Ctnr. Heu und 1% Ctnr. Heuwerth in Wieſenwaide, 198 oder(rund) 20 Ctnr. Heuwerth; hiernach ½ Mrg. 10 Ctnr. und dieſe an Dünger 20 Ctnr. Allein dadurch wäre nur für das Nothdürftigſte bei der Vieh⸗ haltung geſorgt und es würde rückſichtlich der ärmlichen Durch— winterung des Viehſtands derſelbe Uebelſtand wie bei der holſteiner Wirthſchaft eintreten, wenn nicht durch mehr Wieſen und Körner— futter geſorgt wird. Es wird auch in Mecklenburg gewöhnlich ½ der Ackerfläche als Wieſenzulage angenommen, wodurch ſich Futter und Stroh ungefähr wie bei der holſteiner Wirthſchaft ſtellt. Dabei ſollte aber immer noch ein Körnerzuſchuß zur Fütterung ingleichem Verhältniſſe wie bei der holſteiner Wirthſchaft als nothwendig erkannt werden. Das Verhältniß der Bodenbenützung ſtellt ſich ſo: Braach........ 3 Maͤrftprodutte.......„ Viehhaltung....... ſ d 3. Die Felderwirthſchaft. Bei Eintheilung der verſchiedenen Haupt-Wirthſchaftsſyſteme und deren Vergleichung handelt es ſich hier nur von der Dreifelderwirthſchaft, als der bei weitem häufigſten und allgemeinſten ſogenannten Felder⸗ wirthſchaft, d. h. mit dem urſprünglichen Wechſel: 1) Wintergetreide, 2) Sommergetreide, 3) reine Braach. Ebenſo, wie die Wechſelwirthſchaft ſich nach und nach aus ihrem rohern gſtande heraus regelte, ſo ſetzte ſich auch bei der Felderwirthſchaftäein gewiſſes Verhältniß zwiſchen Ackerland und Grasland und eine Drdnung in Bebauung und Bedüngung des Feldes feſt, wodurch ſich die Dreifelderwirthſchaft ausbildete. So lange dieſes Verhältniß ſo war, daß vom Umbruch ſo viel Grasland zurückbehalten wurde, daß die Viehzucht während der — vo vol —— t. und Vill⸗ Durc⸗ ſteiner örner⸗ ffläche Stroh ſollte eichem endig yſteme felder⸗ — h aus ei der d und ig des . So hiel d der —— 199 Winterfütterung ſo viel Dünger lieferte, daß das unter dem Pflug benützte Land in gleicher Kraft erhalten und daneben das für die Düngererzeugung im Winter nothwendige Vieh auch Sommers auf Waiden ordentlich genährt werden konnte, ſo bildeten ſich all— mählig ſtabile Wirthſchaften, d. h. ſolche aus, welche in ihrem Zuſtande ohne Minderung oder Mehrung der Kraft beharren können. Die Verhältniſſe ſind dann in großem Durchſchnitte ſo zu berechnen: Düngungsverhältniß: je auf 3 Mrg. Düngerbedarf zu 2 Erndten auf 1 Mrg. 8 Fdr. à 22 Ctnr. 176 Ctnr. Daran erſetzt: reine Braache 2 Fdr. à 22 Etur.. 44„ Reſt 132 Ctur. Die Wirthſchaft liefert: von 1 Mrg. Winterfrucht....... 25 Ctnr. Stroh, von 1 Mrg. Sommerfrucht...... 16„„ Waidefutter: 1 Mrg. Braachwaide........ 1 ½„ 2 Mrg. Stoppelwaide à ⅜ Ctrn..... 1 ½„ zuſammen 44 Ctur. dieß giebt Dünger.. 3.... 88 Etne. es fehlen daher 44 Ctur. Dünger, welche durch Zuſchuß von Wieſen zu erzeugen ſind. Ein Morgen Wieſe giebt ſamt Wieſen— nachwaide 20 Cinr. Heuwerth und dieſes 40 Ctnr. Dünger; ſo daß alſo 1 Mrg. Wieſenfläche je auf 3 Mrg. Ackerland nöthig iſt, wenn dieſes in Kraft erhalten werden ſoll, wobei dann die Wieſen all ihr Erzeugniß als Dünger an den Acker abgeben müſſen, keinen Erſatz an Bodenkraft erhalten und ſo immer auf dem geringſten Ertragsverhältniſſe ſtehen bleiben. Mit dieſem Futter und Stroh wird der Dünger am paſſend⸗ ſten, daher auch gewöhnlich, ganz während des Winters erzeugt; dann iſt aber in der Regel nöthig, daß man daneben hinlänglich 200 Waide zur Sommer⸗Ernährung des zu jener Düngererzeugung nothwendigen Viehs habe. Nehmen wir Rindviehhaltung an, ſo iſt jenes Futter und Stroh à 4 Pfd. Einſtreu und 17 Pfd. Heuwerth an Futter p. Tag(die bei der Dreifelderwirthſchaft gewöhnlichen niedern Rationen) das Bedürfniß für die Unterhaltung eines mittlern Stücks Rindvieh während 200 Winterfütterungstagen nämlich: täglich 4 Pfd. Streu auf 200 Tag= 8 Ctnr. Stroh, Reſt 33 Einr. Stroh oder...... 16% Ctnr. Heuwerth, dazu Futter: Hen....... 18 / zuſammen 34 ½ Ctur. 200 mal 17 Pfd. täglich beträgt 34 Ctnr. Heuwerth. Um ein ſolches auch 165 Sommertage mit täglich 17 Pfd. Heu— werth auf der Waide ernähren zu können, ſind, der Waidertrag p. Mrg. zu 9 Ctnr. Futterwerth unter Berückſichtigung der oben ſchon zu 5 Ctnr. Heuwerth berechneten Brach⸗, Stoppel⸗ und Wieſenwaide noch etwa 3 Mrg. Auſſenwaide nöthig. Bringt ſolches Waidevieh Nachts ſeinen Dünger durch Ein— ſtallung auf das Gut, ſo beträgt dieß von den 3 Mrg. Waide⸗ nahruͤng à 9 Ctur. Heuwerth..... 27 Ctnr. Heuwerth und an Duünger...... 54 „ wovon die Hälfte auf die Außenwaide fällt, die andere Hälfte aber dem Gute zu ſtatten kommt, ſo daß man in ſolchem Falle mit der Hälfte der oben angenommenen Wieſenzulage ausreichen könnte, wobei aber dann der Viehhaltung zu viel Stroh zuge⸗ wieſen werden müßte. Das Stroherzeugniß zum Futtererzeugniß verhält ſich nach obiger Annahme ſo: 1) ohne Berechnung der Waide: 1 Mrg. Wieſe mit Nachwalde....... 20 Ctnr. Braach und Stoppelwaide.... 3 / zuſammen 23 Ctnr. vobei wieſen 4 Wieſen 3 Mrg Braach Stroh. alſo St wodurch ſehr ſel geſorgt D ohne E nit Ein Und rücſicht ſogar d Paideyy Die Durch i Ver Nerwend zeugung an, ſo iſt Heuwetth öhnlichen gg eines gotagen 9, Neſt ewerth, . Heu⸗ dertrag er oben l⸗ und ch Ein⸗ Waide⸗ 201 Dagegen Stroyh.......... 41 Ctnr. alſo Stroh zum Futter wie 2 zu 1, wobei eine höchſt dürftige, zum größten Theil auf Stroh ange⸗ wieſene Fütterung ſtatt haben muß. 2) Mit Berechnung der Waide: Wieſenſutter und Waide..... 20 Cinr. 3 Mrg. Waide à 9 Ctinr......2547 4 Braach⸗ und Stoppelwaide,........ 3„ zuſammen 50 Ctnr. StrOoh...........111 Ctnr. alſo Stroh zum Futter etwa wie 4 zu 5, wodurch, da eine größere Wieſenzulage, als oben angenommen, ſehr ſelten, immer noch für die Viehhaltung nur nothdürftig geſorgt iſt. Das Verhältniß der Bodenbenützung ſtellt ſich ſo: ohne Einrechnung der Waide: Bragch....... 15 Marktproduktie... 23 für Biebhaltung..... 7 mit Einrechnung der Waide: Braach.... Markivrodufte.........„ für Biehhaltung...„ Unter dieſen Verhältniſſen kann eine Dreifelderwirthſchaft rückſichtlich der Bodenkraft in ganz gutem Stande bleiben, ſich ſogar dann mit zunehmender Kraft bewegen, wenn noch vom Waidevieh einiger Dünger vom Einſtallen den Feldern zu gut kommt. Dieſe Verhältniſſe finden aber in den wenigſten Fällen ſtatt. Durch immer weiter umgebrochenes Grasland und übertriebene Verwendung des Landes zum Getreidebau iſt jenes Verhältniß geſtört worden; die Futtermittel nahmen ab, dadurch die Düngung, in deſſen Folge verminderte ſich auch der Strohertrag und ſo immer mehr der Kraftzuſtand der Güter; bald konnte man ſtatt, wie oben für eine kräftige Dreifelderwirthſchaft angenommen, alle 3 Jahre, nur noch alle 6 Jahre jene Düngung geben, und da⸗ durch die Wirthſchaft nur auf einem ſehr mäßigen Ertrag erhalten und es ſank nicht ſelten, wenn die natürliche Fruchtbarkeit nicht groß war, die Kraft der Wirthſchaft ſo tief, daß man nur noch alle 9 Jahre, oft nicht einmal ſo oft, düngen konnte. Da bei einer ſolchen Düngung und fortgeſetzten Dreifelderwirthſchaft das Ackerland gänzlich verarmen mußte, ſo wurde es vorgezogen, den vernachläßigten Theil als ſogenannte Außenfelder von dem übrigen beſſern Lande getrennt zu laſſen und nicht zu düngen, um dieſem letztern wenigſtens möglich genügende Düngung zuwenden Von den Außenfeldern nahm man dann je nachdem zu können. Selbſtberaſung und den Dünger des darauf ſie durch Ruhe, waidenden Viehs einige Kraft erhielten, alle 3, 6, oder 9 Jahre einmal eine Rockenerndte. Es konnte hiernach nicht wohl anders kommen, als daß man Aenderungen in ſolcher mangelhaften Bewirthſchaftungsweiſe verſuchte. Es wurden allmählig hauptſächlich zweierlei Wege eingeſchlagen. Auf dem einen, wie dieß in Mecklenburg, ging man auf die Wechſelwirthſchaft über, nachdem man an einzelnen Beiſpielen bemerkt hatte, daß Güter, die bei der Dreifelderwirth— ſchaft in Erſchöpfung gefallen waren, deshalb ihr Düngerland auf immer kleinere Fläche hatten beſchränken müſſen, durch eingeführte Wechſelwirthſchaft in Kraft und Ertrag wieder gehoben wurden; ein Erfolg, der ſich oben aus unſern Berechnungen ergiebt, nach welchen, wenn die Wirthſchaften in ordentlicher Kraft erhalten werden ſollen, bei der Dreifelderwirthſchaft je auf 3 Mrg. unterm Pflug gehaltenen Landes 1 Mrg. Wieſen nothwendig iſt, während ſch die T ühne Wi Iang zud man dur zucht da gedehnter Den beibebalte ſchon lan Braache nahe lag wächſe, L daher au V leilweiſe daß, we Mittel i ſchlugen, wurde, Braachfr zur frühe trat die ſcaft, d Uebelſtänd behrlihh z Die demſelben gekräftg Anbau doffnung Da nehr it wichigſte 203 ie Dinzung trag und ſo e man ſtat. ſich die Wechſelwirthſchaften entweder ganz oder wenigſtens nahezu ohne Wieſen in Kraft erhalten könnten. Es war dieſer Ueber— gang zur Wechſelwirthſchaft der erſte ſchwache Anfang dazu, daß man durch das zeitenweiſe Zurückgeben des Bodens an die Vieh— zucht das wieder gut zu machen ſuchte, was man durch zu aus— gedehnten Aufbruch und Getreidebau verdorben hatte. ommen, alle en, und da rag erhalten Fruchtbarket Den andern Weg ſuchte man durch Verbeſſerung der beibehaltenen Dreifelderwirthſchaft zu betreten. Nachdem ſchon lange die Verſuche, den dritten Theil des Felds durch reine Braache nicht ſo ganz unbenützt zu laſſen, natürlich immer ſehr aß man nut konnte. Da erwirthſchaft vorgezogen, gelg nahe lagen; auch dahin gemacht wurden, daß man Oelge⸗ wächſe, Lein u. drgl., am beſten aber noch Hülſenfrüchte, welche daher auch vorzugsweiſe mit„Braachfrüchte“ bezeichnet wurden, theilweiſe ins Braachfeld anbaute; nachdem man aber auch bemerkte, r von den üngen, un g zuwenden je naüde daß, weil nicht zugleich auch zu Vermehrung des Düngers die Mittel in dem Wirthſchaftsſyſteme lagen, die Erndten zurück— ſchlugen, das Feld ohne Braache zu ſtark mit Unkraut heimgeſucht wurde, auch das Winterfeld nicht zur gehörigen Zeit nach den der 9 Jahre en, dl 1 Braachfrüchten beſtellt werden konnte, man daher häufig wieder aftungöweſ zur frühern Dreifelderwirthſchaft mit reiner Braach zurückkehrte; trat die höchſt wichtige Periode in der Entwicklung der Landwirth⸗ ingeſchlagin ſchaft, die Einführung des Kleebaus, ein, die allen dieſen „ging ma Uebelſtänden abzuhelfen, natürliche Waide und reine Braach ent⸗ m einzelne behrlich zu machen verſprach. ffldervirt Die baldige Erfahrung aber, daß Kleebau nicht zu oft auf ggerland demſelben Felde wiederkehren dürfe, daß überhaupt nur ein eingefühn gekräftigtes und mehr tief bearbeitetes Land deſſen nachhaltigen ben wurdel Anbau ſichere, ſetzte den darauf gebauten etwas zu ſanguiniſchen ergiebt, ui Hoffnungen vorerſt Gränzen. raff erhalte Da kam der immer weiter ſich verbreitende Kartoffelbau Mig. unten mehr im Größern und zur Viehnahrung, die zweite der ſt, wählen wichtigſten neuern Perioden in der Vervollkommnung der 204&⸗ Landwirthſchaft, zu Hülfe. Es konnte dadurch dem Mangel an Futter, des Hauptdüngermaterials, abgeholfen, und der Fehler des zu ausgedehnten erſchöpfenden Getreidebaus jetzt durch Anbau der Fütterungsmittel auf dem Ackerlande wieder verbeſſert werden. Es entſtand das verbeſſerte oder zuſammengeſetzte Drei⸗ felderſyſtem, mit 6— 9 und 12 Feldabtheilungen. In der Hauptſache war der Wechſel ſo: Doppelter 3felder⸗(oder 6feldriger) Wechſel: 1) Winterfrucht, 2) Sommerfrucht, 3) Braach, 4) Winter⸗ frucht, 5) Sommerfrucht, 6) Klee, oder 1) Winterfrucht, 2) Sommerfrucht, 3) Hackfrüchte oder Grünwicken, 4) Winterfrucht, 5) Sommerfrucht, 6) Klee. gfacher Zfelder⸗(oder 9feldriger) Wechſel: 1) Winterfrucht, 2) Sommerfrucht, 3) Braach, 4) Winter- frucht, 5) Sommerfrucht, 6) Klee, 7) Winterfrucht, 8) Sommer⸗ frucht, 9) Hackfrüchte. 4facher 3felder⸗(oder 12feldriger) Wechſel: 1) Winterfrucht, 2) Sommerfrucht, 3) Braach, 4) Winter— frucht, 5) Sommerfrucht, 6) Klee, 7) Winterfrucht, 8) Sommer⸗ frucht, 9) Braach, 10) Winterfrucht, 11) Sommerfrucht, 12) Hack⸗ früchte. Da wo der Boden dem Klee gut zuſagt, weniger mit Unkraut zu kämpfen hat und wo nicht zu ſparſam gewirthſchaftet, d. h. wo der Braacheinbau hauptſächlich durch Viehhaltung, alſo zur Düngervermehrung, zu Nutzen gebracht wird, können ſolche Wirth— ſchaften bei der gewöhnlichen Wieſenzulage ſich in gutem Stande erhalten und guter Erndten erfreuen; ſind dieſe Verhältniſſe beſon— ders günſtig und hat man ſtarke Wieſenzulage, ſo kann auch die Brache ganz eingebaut und es können auch Handelsgewächſe, übrigens ſchon mit einiger Aenderung in der eigentlichen Drei— felderordnung eingeſchalten werden, wodurch nicht ſelten auf gutem Lande z. B. folgender Wechſel entſtanden iſt: D2 )) Som 9) Reps Im V geſezte einen W alſo 6. Wrache reine? führte 12 Das angenomm Diüngerbe zu 2S 1 mal 1 darc 2 Mrg. ¹ Mrg. Es werde auf 44 7 42 „ 15 „ 1 „2 „ 8 zu Dün es fehle 205 em Mangal 3 mal 3 oder hfeldrig: der Fehler 1) Winterfrucht, 2) Sommerfrucht, 3) Klee, 4) Winterfrucht, urch Anbau w 5) Sommerfrucht, 6) Hackfrüchte, 7) Winterfrucht, 8) Braache, beſſert wend 9) Reps. eſetzte die Im Durchſchnitt ſämmtlicher Gegenden, wo die zuſammen— 1 geſetzte Dreifelderwirthſchaft Eingang gefunden hat, kann man einen Wechſel annehmen, bei welchem die Hälfte der Braache, jſel: alſo ⅛ des Ackerlands, rein gebraacht, die andere Hälfte der H, 0) Vin Braache mit jenen Produkten beſtellt wird, alſo in der Braache: reine Braache, Klee, ½4 Hackfrüchte, demnach der oben ange⸗ dcfrüchte i führte 12feldrige Wechſel. ˖Klee. Das Düngungsverhältniß berechnet ſich dann, auf 12 Mrg. l: angenommen, ſo: „+ Wint Düngerbedarf: 3 mal je 1 Mrg. S 3 zu 2 Erndten à 8 Fdr. 24 Fdr. 1 mal 1 Mrg. zu 3 Erndten 12„ zuſammen 36 Fdr. à 22 Ctur.= 792 Ctnr. „8) Somm ſel: 9, 4) Vim. , 8) Somm« ucht, 12) huü daran erſetzen: 2 Mrg. Braach à 2 Fd.. 4 Fdr. 4 Mrg. Kler.. 1„ zuſammen 5 Fdr. à 22 Ctnr.= 110„ Reſt 682 Ctnr. er mit Unkru eſt 682 Ctur . Es werden erzeugt an Düngermaterial: ſchaftet, d auf 4 Mrg. Winterfeld à 25 Ctnr. Stroh... 100 Ctnr. 3 46„ 4 Mrg. Sommerfeld à 16 Cinr..... 64„ b e 1 Mrg. Kle........ 30„ „ 1 Mrg. Kartoffelnn...... 365„ ünſe ii„ 2 NRrg. Braachwaide à 1 ½ Ctnr..... 3., kann auc 3„ 8 Mrg. Stoppelwaide à„ Cinr..... 6„ ndälgrit zuſammen 258 Ctnr. ntlicen e zu Dünger........... 51 Ctur. dn auf gu es fehlen alſo noch........... 166„ ——————————õõ———— 206 ρ welche durch Zuſchuß von Wieſen erſetzt werden müſſen, wozu 4 Mrg. à 20 Ctnr. Heuwerth nöthig ſind, thut 80 Ctnr. Heu oder an Dünger 160 Ctnr., ſo daß je auf 3 Mrg. Ackerfeld etwa 1 Mrg. Wieſen nothwendig wären, was dem Wieſenbedarf bei reiner Dreifelderwirthſchaft gleich kommt; dagegen liegt der Vortheil hauptſächlich darin, daß das Vieh Sommers mit den Futtergewächſen größtentheils im Stall oder auf Klee ernährt werden kann, das Bedürfniß an dauerndem Waidland alſo ſich ſehr vermindert, je nach Umſtänden ganz aufhört. Es findet auch in der Mehrzahl ſolcher Gegenden, wo die Braache zur Hälfte eingebaut wird, das Verhältniß ſtatt, daß halbe Sommerſtallfütterung des Rindviehs meiſtens ſo betrieben wird: entweder geht das Vieh die Hälfte des Tags zur Waide und erhält dann in der andern Hälfte Futter im Stall; oder aber es geht, wo natürliche Außenwaiden vorhanden ſind, nur das junge Vieh den ganzen Sommer über auf die Waide, das alte Vieh aber bleibt bis zur Getreideerndte ganz im Stalle, und wird erſt dann unter Benützung der Stoppel⸗, Wieſen-, Kleefeld- c. Nachwaide in halber Stallfütterung gehalten. Viele Verhältniſſe geſtatten aber auch, den Viehſtand je nach den Futtermitteln in den verſchiedenen Jahreszeiten zu vermindern und zu vermehren, ſo daß die Futter- und Strohmittel in Dünger verwandelt werden, ohne daß für die Sommerhaltung des Viehs noch beſondere Außen— waiden nothwendig wären. Es kommen deswegen auch hier keine ſolche mehr in Berechnung. Das Stroherzeugniß zum Futtererzeugniß verhält ſich bei dieſer Wirthſchaftsweiſe ſo: Jutter: Klee......... 30 Cinr. Kartoffeln... 55„ Heuwerth Wieſenfutter ſammt Nachwaide. 80„ Waide: Braach- und Stoppelwaide.. 9„ zuſammen 174 Ctnr. Stre demn wodt ange diel Hfea) Stroh: ob 164 G Stroh; oben....... 5.— L. 1 8) Em Harſn demnach wie 2 zu. 2, eſen nothveni. wodurch für die Viehhaltung, wenn nicht noch Außenwaiden dazu ffelderwirbſt angenommen werden wollen, nicht gut geſorgt iſt, in ſo ferne hlich darin w 3 ui geſorgt iſt, rißt ſs 3 viel Stroh die Fütterung ausmachen muß. rößtentheilz 4 Vdire Verhältniß der Bodenbenützung(ohne Außenwaiden): Bedürfniß! radhinich Braach........... ℳ de hi Marktprodukte........ her Gegende h. Viehhaltung....... 5 Verhäͤltniß ſin.. Aindin Unterſuchen wir nun auch den weitern Fall, wenn die glück— as ſo ben liche Bodenbeſchaffenheit gegeben iſt, daß bei Dreifelderwirthſchaft gs zur Wi 8s zun die ganze Braach eingebaut und darauf gerechnet werden kann, daß 3 Süüli 4 der Klee alle 6 Jahre mit gutem Erfolge auf daſſelbe Feld wieder— darude kehren darf; alſo 1) Winterfrucht, 2) Sommerfrucht, 3) Hack— ie Waide, früchte oder Grünfutter, 4) Winterfrucht, 5) Sommerfruͤcht, im Stalle,u 6) Klee. en⸗ Kleffe Düngungsverhältniß auf 6 Mrg. iele Verhältiſ Bedarf: utternittlt auf 1 Mrg. für 2 Erndten 8 Fdr. zu vernehn auf 1 Mrg. für 3 Erndten 12„ wandelt wei zuſammen 20 Fdr. à 22 Ctnr.= 440 Ctnr. eſondere Ai daran erſetzt: auch hier i 1 Mrg. Klee 59 3922„ Reſt 418 Ctnr. erhält ſih Erzeugniß: 2 Mrg. Winterfrucht à 25 Ctnr.... 50 Ctnr. Stroh Ctnr. 2 Mrg. Sommerfrucht à 16 Ctnr.... 32„„ „ Heuuul 1 Mrg. Klee.......... 30„ Heu 1 Mrg. Kartoſſeln........ 55„ Heuwerth 4 Mrg. Stoppelwaide à% Ctnr.... 3„ /— Cur. zuſammen 170 Ctnr. 208 giebt Dünger....... 340 Ctur. Reſt an Düngerbedarf..... 78„ 2 Mrg. Wieſen geben à 20 Ctunr... 140 Ctnr. Heuwerth und dieſe an Dünger... 80„ ſo daß auch bei dieſer Dreifelderwirtöſchaft! die gewöhnliche Wieſen⸗ zulage nicht entbehrt, übrigens dann über die Hälfte vermindert werden kann, wenn ſtatt der Hackfrüchte Grünfutter oder gar, was aber freilich in den ſeltenſten Fällen ausführbar, noch einmal Klee, folgen, weil beide keiner beſondern Düngung be— dürfen. Es iſt vollkommene Sommerſtallfütterung dabei einzufüh⸗ ren, dadurch Waide ganz zu entbehren, oder alſo ſonſt zu Nutzen zu bringen. Das Stroh verhält ſich zum Futter ſo: Futter: Klec............. 30 Etur. Kartoffelnä....... 55„ Waide....... I.. 33„ Wieſenhen und Nachwaide...... 40„ zuſammen 128 Ctnr. Stroh. 82 Ctnr. alſo etwa wie 4 zu 7, wodurch auch für die Viehhaltung beſſer geſorgt iſt. Das Bodenbenützungs-Verhältniß ſtellt ſich ſo: ſür Marktprodukte....... 1„¼ für Viebhaltung........„ Wollen unter ſolch' günſtigen Verhältniſſen Handelsgewächſe in die Rotation aufgenommen werden, etwa: 1) Winterfrucht, 2) Sommerfrucht, 3) Klee, 4) Winter⸗ frucht, 5) Sommerfrucht, 6) Hackfrüchte, 7) Winterfrucht, 8) Braach, 9) Reps, ſo ſtellt ſich das Verhältniß ſo: 1 M —y-— 209 nr. Düngungs-Verhältniß auf 9 Mrg. Bedarf: n. Hauvnn 1 Mrg. zu 2 Erndten. 8 IFdr. 1 Mrg. zu 2 Erndten 12„ liche Viſſn 1 Mrg. zu 2 Erndten wor⸗ everminden unter eine mit ſtark an— greifendem Gewächs.. 10 6„ roder gan, zuſammen 30 ⅜ Fdr. à 22 Ctnr.= 674 Ctnr. zbar, voc büngung be daran erſetzt: ei einufi⸗ 4 Mrg. Klee. 22 Ctnr. zu Nutzn 1 Mrg. Braach...... 44„ 66„ Reſt 608 Ctnr. Erzeugniß: 84 33 3 Mrg. Winterfrucht à 25 Ctur. 75 Ctnr. Stroh 2 Mrg. Sommerfrucht à 16 Ctnr. 32„„ 1 Mrg. Reps.. 13„„ ”n 1 Mrg. Hackfrüchtc....... 53„ Heuwerth 128 Em. 14 Mrg. Klee.... 30„ Heu 82 Ei. 1 Mrg. Braachwaide...... 1%„ Heuwerth 6 Mrg. Stoppelwaide à Ctnur... 4 ½„„ zuſammen 211 Ctnr. erzeugt Dünger n. 422 Ctnr. es fehlen alſo... 186„ wozu 93 Ctnr. Heuwerth oder à 120 Ctur. p. Mrg. 4 ½˖ Mrg. Wieſen, alſo je auf 2 Mrg. Acker 1 Mrg. Wieſen nothwendig wären. Ein ſolches Verhältniß findet in den ſeltenſten Fällen logewißſ ſtatt; es iſt auch meiſtens der Repsbau bei Dreifelderwirthſchaft, wenn der Boden nicht ausgezeichnet kleewüchſig iſt, erzwungen 9 Viner und weniger lohnend. 3 Ja Das Stroh zum Futter verhält ſich wie 2 zu 3. v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft. ——— 210 ☚ Das Bodenbenützungs-Verhältniß iſt: Braache........ p Marktprodukte........ 1%, für Viehhaltung...... 1%, In die bis hierher aufgeführten Wirthſchaftsſyſteme theilte ſich der landwirthſchaftliche Betrieb in Deutſchland etwa zu Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts, der Periode, wo ein Streben nach Verbeſſerung der Landwirthſchaft mehr rege wurde, nach Haupt-⸗Abtheilungen ſo: In Norddeutſchland war Wechſelwirthſchaft die be⸗ deutendere Wirthſchaftsweiſe, und Mecklenburg leuchtete dabei mit ſeinem landwirthſchaftlichen Betriebe vor; in Mitteldeutſch⸗ land eine wenig kräftige, zum Theil arme Dreifelderwirth— ſchaft, mit knapper natürlicher Waide, Mangel an kräftigen Wieſen; im ſüdlichen, insbeſondere ſüdweſt⸗ lichen Deutſchland eine kräftigere zuſammengeſetzte Dreifelderwirthſchaft mit Klee, auch— doch noch ſeltener in einiger Ausdehnung— Kartoffelbau, meiſtens mit guten Wieſen und allmähliger Einführung der Sommer-Stallfütterung. Bei dem erwachten Intereſſe für Fortſchritte in der Landwirth⸗ ſchaft wurde man insbeſondere auf Folgendes aufmerkſam: Die Wechſelwirthſchaft betreffend, ſo erkannte man zwar als ihre Vorzüge an: Die große Regelmäßigkeit, dadurch der feſte Gang der Wirth⸗ ſchaft und die im Allgemeinen geringere Arbeit empfehlen ſie auf ſehr großen Gütern und bei kleinerer Bevölkerung; der Umſtand, daß die während der Niederlegung zur Waide im Boden ſich anſammelnde Kraft beim nachherigen Umbruch für die Produktion weit lohnender benützt wird, als wenn ein Theil des Bodens beſtändig zur Waide beſtimmt bleibt, giebt ihr ein Ueber— gewicht über die Dreifelderwirthſchaft mit natürlichen Außenwaiden; alleir das Erndten, Strobgen den lebte auch unreinem wenig be laßten W durchaus und Ho! ein unt ſt für Leegenla de zu gut Unter 7 Vieh, Vinter m u ſch ſteigern Getreid deſten ſ Be natürlic mnzen Ahbeit, verwen ausnah feine? ————— 211 allein— als Nachtheile waren nicht zu mißkennen: das Mangelhafte der oft hintereinander folgenden Getreide— Erndten, wodurch das Feld verunkrautet, auch der Korn- und Strohgewinn, auf was es dabei hauptſächlich abgeſehen iſt, in den letzten Erndten gefährdet wird; de theite ſt auch die vieljährigen Waideſchläge konnten auf abgetragenem 4 Anfeng unreinem Lande in den letzten Jahren ihres Dreeſchliegens, ein Streben wenig befriedigen, auch wenn man Klee unterſäete; ſie veran— vunde, nac laßten Verwilderung des Bodens; machten reine Braachhaltung durchaus nothwendig und zeigten ſich, wenigſtens in Mecklenburg jaft die be und Holſtein, nicht, wie dieß ſchon geltend gemacht wurde, als e dabei mit ein untrügliches Mittel zu Verhütung des Verqueckens; dabei eldeutſch⸗ iſt für ſchwerere oder näſſere auch ärmere Bodenarten längeres derwirth⸗ Liegenlaſſen zur Waide nachtheilig; angel an der auf die Waide fallende Dünger kommt dem Lande weniger ſüdweſ⸗ zu gut, je länger der Acker zur Waide liegt, je ſpäter er zum engeſetzte Unterpflügen kommt; noch ſeltener es war zu wenig auf Futterbau Rückſicht genommen, das suten Vüſen Vieh, wenn nicht Ueberfluß an natürlichem Graslande, für das m. Winterfutter hauptſächlich auf Stroh angewieſen; rLandwurth⸗ man erkannte, daß dieſe Wechſelwirthſchaft nicht die Mittel aam: in ſich trug, die Kraft des Bodens und daher des Ertrags zu annte man ſteigern; auch findet eine ſolche Steigerung des Ertrags beim Getreidebau, auf den dieſe Wirthſchaft angewieſen iſt, am bäl— der Virth⸗ deſten ſeine Gränze. Bei der Dreifelderwirthſchaft mit reiner Braach und natürlichen Außenwaiden fand man den Ertrag gegenüber von der ganzen Bodenfläche, auf welche er vertheilt, und gegenüber der Arbeit, die insbeſondere auch auf das nichts tragende Braachjahr len ſie auf zur Waide nbruch fü xhei d verwendet werden muß, ſehr gering; ebenſo, daß ſie, wenn nicht i Ube⸗ ausnahmsweiſe viele Wieſen und gute Waiden vorhanden ſind, ein Ulu A. keine Mittel, die Rindviehzucht empor zu bringen, in ſich trägt, 212 daß daher die Schuld nur an ihr liege, wenn, wie gewöhnlich, die Viehzucht wenig einträgt und daher gering geſchätzt wird; man erkannte, daß durch das Stillſtehen der landwirthſchaftlichen Kultur in Jahrhunderten, während welcher die reine Dreifelderwirthſchaft beſtand, ſie ſich ihr Urtheil ſelbſt geſprochen habe. Dem über— wiegenden Körnerertrage, der bei der Dreifelderwirthſchaft auf gutem Boden allerdings erreicht wird, und welchen die Dreifelder— wirthe mit der Geltendmachung des Satzes hervorheben, daß dieß die geſuchteſte, daher am beſten und ſicherſten bezahlte Haupt— Nahrung des Menſchen ſey und daſſelbe Land dadurch weit mehr menſchliche Nahrung hervorbringe, als durch thieriſche Produktion, die bei andern Wirthſchaftsſyſtemen allerdings mehr zu ſteigern ſey, konnte man, mit Thaer, entgegenſetzen: Der Viehpreis ſteht nur dann in niedrigem Verhältniſſe zu dem des Getreides, ſo lange in weniger kultivirten Gegenden viel natürliches Waideland vorhanden iſt und mit nichts Anderem zu Nutzen zu bringen verſtanden wird. Der Preis des Viehs hebt ſich, ſo wie die Kultur zunimmt, man das Land vortheilhafter durch den Pflug zu benützen lernt, die Bevölkerung ſteigt, die Gewerbethätigkeit ſich erhöht, mehr Wohlhabenheit dadurch ſich in allen Klaſſen verbreitet und ſie veranlaßt und in den Stand ſetzt, die beliebtere und kraftvollere— obgleich dann theurere— Nahrung, das Fleiſch, zu kaufen und dadurch deſſen Konſumtion immer mehr zu ſteigern“. Dann kann die Nachfrage nach thieriſchen Produkten * Für die ſeit Gruündung des deutſchen Zollvereins und dem ſich da— von her datirenden Aufſchwung Deutſchlands in Gewerbfleiß, Volkszahl, Wohlſtand, Verzehrung und dem Aufblühen der Staͤdte iſt die geſteigerte Conſumtion und Produktion an Fleiſch eines der beſten Zeichen; der in— ländiſche Begehr nach Fleiſch wird ſich immer noch ſteigern und die Vieh produktion immer vortheilhafter machen.(Allgemeine Zeitung von 1841, Nr. 205.) In dem neueſten amtlichen Berichte an die franzöſiſche Regierung (Allgemeine Zeitung v. 18. Juni 1842) von dem Reſultate der in Deutſch land angeſtellten Nachforſchungen über die Verhältniſſe der Fleiſchproduktion * groß duch verhe Jiebnahrun der thieriſ vorkommer dabei in Ertrage d durch verr vogen fin bis ihn vi mehr auf derwende kann, de geſetzt iſ triebs ſe einer V ſondern; ſattfinden Uebe Erzeugniſ rinen d gggen dan 1) b und Konſt in Deutſch Vehes in Fandelsper wöhnlic, ind; mmn en Kultar irthſchaf em über⸗ haft auf eeifelder⸗ en, daß eHaupt eit mehr duktion, ſteigern niſſe zu den diel erem zu ehs hebt eilhafter igt, die ſich in nd ſetz, kahrung, er mehr odukten ſich da— olkszahl, ſteigerte der in⸗ ie Vie⸗ on 1841, egietung Deutſch oduftiont 213 ſo groß werden, daß kultivirtes Land durch künſtlich— da— durch verhältnißmäßig auf weit kleinerer Fläche— zu erzeugende Viehnahrung eben ſo hoch als durch Getreidebau zu beniützen iſt, wobei dem Landwirthe noch zu ſtatten kommt, daß der Markt für thieriſche Produkte meiſtens ausgedehnter als der für Getreide iſt, weil ihr Transport minder koſtbar wird, und daß in den Preiſen der thieriſchen Produkte weniger große Schwankungen, Sprünge, vorkommen als bei vegetabiliſchen Produkten. Der Landwirth hat dabei in Betracht zu ziehen, wie viel ihm, außer dem baaren Ertrage aus ſeiner Viehfütterung, der Dünger vermittelſt des da— durch vermehrten Getreide⸗Ertrags werth ſey, und kann ſich be— wogen finden, die thieriſche Produktion noch immer zu vermehren, bis ihn vielleicht endlich die Konjunkturen vermögen können, wieder mehr auf Erzielung von Getreide und andern Marktprodukten zu verwenden, was er um ſo mehr und mit um ſo größerem Erfolge kann, da ſein Land durch die vermehrte Viehzucht in größere Kraft geſetzt iſt, und ihn, was das Ziel jedes landwirthſchaftlichen Be— triebs ſeyn muß, in den Stand ſetzt, nicht bei der Einſeitigkeit einer Wirthſchaft, z. B. einer Körnerwirthſchaft, ſtehen zu bleiben, ſondern jeden Hauptzweig landwirthſchaftlicher Produktion je nach ſtattfindenden Konjunkturen mit Erfolg betreiben zu können. Ueberall, wo die Bevölkerung namhaft ſich vermehrt, thieriſche Erzeugniſſe höhern Werth erlangten, fand man ſich bei der mehr reinen Dreifelderwirthſchaft beengt; man blieb nur in folgenden Lagen damit zufrieden: 1) bei ſehr geringer Bevölkerung; 2) wo beſondere Feudal- und bäuerliche Verhältniſſe, wie z. B. Frohnarbeiten u. drgl. auf Dreifelderwirthſchaft baſirt und und Konſumtion daſelbſt iſt geſagt:„Es ergibt ſich aus Allem, daß in Deutſchland die Zahl des Viehs überall zunimmt; daß der Preis des Viehes in Deutſchland überall aufſchlägt, was dem glücklichen Einfluß des Handelsvereins zuzuſchreiben iſt.“ ———— ———— — 4 — 214& berechnet ſind; doch wird in ſolchen Fällen es meiſtens das Vor⸗ theilhaftere ſeyn, beinahe um jeden Preis ſolche beengende Ver⸗ hältniſſe aufzuheben; 3) wo thieriſche Erzeugniſſe gegen das Getreide einen unver⸗ hältnißmäßig geringen Werth haben; übrigens wird man in den meiſten ſolchen Fällen finden, daß gerade die einſeitige— zur Steigerung landwirthſchaftlicher und dadurch auch anderer Induſtrie nicht die Mittel in ſich tragende reine Dreifelderwirthſchaft daran Schuld iſt, daß die Bevölkerung und Induſtrie weniger zunehmen und die Thierproduktion zu keinem ordentlichen Werthe gebracht werden kann; endlich 4) wo viel und gutes natürliches Grasland, das durch Auf— bruch nicht beſſer zu Nutzen gebracht werden kann, oder ein ganz ausnahmsweiſe kleewüchſiger Boden neben dem durch die Drei— felderwirthſchaft begünſtigten Getreidebau, auch den andern Haupt— zweig, die Viehzucht, emporbringen kann, ohne dazu nöthig zu haben, mehr oder einen andern künſtlichen Futterbau durch Aende⸗ rung des Wirthſchaftsſyſtems zu treiben. Was ſodann die außer den obigen noch ſehr häufigen Ver⸗ hältniſſe betrifft, wo nur zerſtückelte gemengte Lage der Felder, Flureintheilung, gemeinſchaftliche Waide, Zehntbeſitze u. drgl. die Dreifelderwirthſchaft geſetzlich aufrecht erhalten, ſo ſind dieß gerade diejenigen, in welchen ſich der Landwirth am beengteſten fühlte und in welchen vorzugsweiſe die zuſammengeſetzte Drei⸗ felderwirtſchaft herbeigeführt wurde, durch welche ſich die Landwirthe ſo gut als thunlich Hülfe zu verſchaffen ſuchten. Dieſe mag da am Platze ſeyn und hat da hauptſächlich dauernden Eingang gefunden, wo bei gutem kleewüchſigem Boden und gehöriger Zulage von Wieſen, ebenſo bei nicht mangelnden Menſchenhänden und bei nicht zu großer Ausdehnung der Güter Sommerſtallfütte— rung durchgeführt werden konnte. Als mangelhaft zeigt ſie ſich aber in Folgendem: Man detreideſch ds Unkra gllckert w Auf de Hauptb ung; lett ſhenhände goden, in Späternd frucht da Ein ſehr zut, Im des Win Böden merfruch reif zu zu decke di macht e Wechſel Da namhafte felderwir die bon grö an hinre großen; Du gnſcht: da das Vor⸗ ende Wrr⸗ ten unver⸗ an in den e— zur Induſtrie aft daran zunehmen gebracht ucch Auf⸗ ein ganz die Drei⸗ en Haupt⸗ nöthig zu wch Aende⸗ figen Ver⸗ er Felder, drgl. die ieß gerade ten fühlt e Drei⸗ ſich de ſuchten dauernden gehörige henhänden rtalfin⸗ ̈ 21 5 Man hat damit zu kämpfen, daß bei aufeinanderfolgenden Getreideſchlägen, ohne daß im dritten Jahre rein gebraacht würde, das Unkraut ſchwerer zu bemeiſtern iſt und der Boden weniger gelockert wird. Auf ärmern Böden iſt zu wenig Sicherheit für Mäheklee, der Hauptbaſis verbeſſerter Dreifelderwirthſchaft und der Stallfütte⸗ rung; letztere bedarf viel mehr der nicht ſelten mangelnden Men⸗ ſchenhände, als die regelmäßige Waidehaltung; auf kalten naſſen Böden, in kälterem näſſerem Klima muß man wegen Mißrathen oder Späterndten der Braachfrüchte und Zurückſchlagen der Winter⸗ frucht darnach den Anbau des Braachfelds ſehr einſchränken. Einem loſern Boden kommt Liegenlaſſen auf ein paar Jahre ſehr gut, was aber bei Dreifelderwirthſchaft nicht ſtattfinden kann. Im allgemeinen geſchieht nach Hackfrüchten der Beſtellung des Winterfelds nicht ſelten Eintrag, was beſonders auf ärmeren Böden Veranlaſſung war, die Kartoffeln ins ſogenannte Som⸗ merfruchtfeld zu bringen und durch Einbau von grün— oder reif zu nehmenden Hülſenfrüchten den Ausfall im Sommerfeld zu decken. Die Einſchaltung von Handelsgewächſen iſt ſchwierig und macht ebenfalls, wie wir oben geſehen haben, eine Aenderung im Wechſel der Produkte wünſchenswerth. Dabei kann ſich dieſe Wirthſchaft beinahe eben ſo wenig von namhafter Wieſenzulage unabhängig halten als die reine Drei⸗ felderwirthſchaft. Die Anſtände, mit der die Stallfütterung durch den Bedarf von größerem Kapital, große Vermehrung der Arbeit, Mangel an hinreichendem Stroh zu kämpfen hatte, vermehren ſich auf großen Wirthſchaften. Durch dieſes alles kamen die deutſchen Landwirthe zu der Anſicht: daß die Dreifelderwirthſchaft ſich auf die obigen Verhält⸗ 216&☛ niſſe zurückzuziehen habe; daß ſie ſich unter andern Umſtänden mit einer höhern Benützung der Grundſtücke nicht vertrage; dieß um ſo weniger, je mehr die Wieſen abgehen, je leichter und bedürftiger der Boden iſt, ſich aber zum Anbau der ver— ſchiedenen Fütterungsprodukte auf dem Acker eignet; daß der Ertrag durch den Bau von mehr Futter und werthvolleren Produkten geſteigert werden könnte, daß aber hierzu die An⸗ wendung einer Veränderung im Wechſel und in der Aufeinander— folge der Produkte, ebenſo bei vielen Verhältniſſen eine andere Ernährungsart des Viehs nothwendig ſey. Dieſes Verlaſſen des Dreifelderſyſtems war durch die berührten Aenderungen in der ſogenannten zuſammengeſetzten Dreifelder⸗ wirthſchaft ſchon unabſichtlich allmählig angebahnt. Mit dem Futterbau auf dem Ackerlande, dem Anbau der Hülſen- und Hack— früchte im ſogenannten Braachfelde, deren Verſetzen in das ſoge— nannte Sommerfruchtfeld, mit dem Einſchalten von Handelsgewächſen wie Reps u. drgl. hörte das Weſen der Dreifelderwirthſchaft auf und der Landwirth zeigte mit der That, daß er ſie für unzweck— mäßig halte, obgleich er— meiſtens nothgedrungen— ſein Ackerland noch in drei Theilen liegen hat, und ſich dann mit den vielfachſten Veränderungen hilft, ſo weit es ſich nur immer mit dieſer gezwungenen dreifeldrigen Eintheilung verträgt, wodurch nicht ſelten, freilich nur unter ganz beſonders zuſagenden Verhält⸗ niſſen, rationell und gut betriebene Wirthſchaften entſtanden ſind. 4. Fruchtwechſelwirthſchaft. Es trat aber dann die durch Thaer herbeigeführte, oben S. 9 ꝛc. näher dargelegte wichtige Periode ein, in der er zeigte, wie in England nach und nach ein Wirthſchaftsſyſtem, der Frucht⸗ wechſel, eingeführt worden ſey, das mit Modifikationen den eben näher berührten tief empfundenen Mängeln im Betriebe der Landwirthſchaft auch in Deutſchland abhelfen könne, wo damals, wie eiſt agenden vehſtls, bewußt zu Vie verbreitet; bemerken: wird, be⸗ kommnete Andere, betrieben käuflichen Für nun an ſchaften Efforder daran er Erze Stroh: zutter: ———— 217£ Umſtinden wie erſt ſpäter näher bekannt wurde, nur in einzelnen beſchränkten vertnge, Gegenden des weſtlichen Deutſchlands der Betrieb des Frucht⸗ je leicte wechſels, ohne ſich der Grundſätze, auf welchen er beruht, klar der ver bewußt zu ſeyn, ſchon früher ſich Eingang verſchafft hatte. daß de Wie oben dargelegt, ſo hat ſich von jener Periode an die rthvolleren Fruchtwechſelwirthſchaft auch in Deutſchland immer mehr die A⸗ verbreitet; es ſind aber zwei verſchiedene Hauptrichtungen zu feinander⸗ bemerken: nämlich die Eine, wie ſie mehr in England verfolgt ne andere wird, bei welcher Futterbau und größerer Ertrag aus vervoll⸗ kommneter Viehzucht mit vermehrter Düngerproduktion— die berührten Andere, wie ſie in Deutſchland bis jetzt am gewöhnlichſten reifelder⸗ betrieben wird, bei welcher Erzeugung von mehr unmittelbar ver⸗ Nit dem käuflichen Marktprodukten vorherrſcht. nd Hack⸗ Für die Beurtheilung dieſer zweierlei Richtungen lege ich das ſoge⸗ nun an die hauptſächlichern der beſprochenen Fruchtwechſelwirth⸗ gewächſen ſchaften den bisher angewendeten Maßſtab an: ſchaft au Vierfeldriger Fruchtwechſel. unzvet⸗(Oben S. 16 und 22.) — ſun 1) Hackfrüchte, 2) Gerſte mit 3) Klee, 4) Winterfruͤcht. mmit den Alſo je auf 4 Morgen: nnder ni Düngungs-Verhältniß: boda Erforderniß für 3 Erndten 12 Fdr. à 22 Ctnr... 264 Ctnr. gathil⸗ daran erſetzt: 1 Mrg. Klee 1 Fdr.. 22„ dn ſid Reſt 242 Ctnr. Erzeugniß: Stroh: 1 Mrg. Winterfruch....25 Ctnr. e e 1 p„ Sommerfrucht. 16„ Futter: 1„ Klee.30„ er zegi, 1„ Kartoffein..... 55„ Jrug⸗ 2n, Stoppelwaide à Ctur.. 1„ ün d zuſammen 127%½ Ctur rin d Tieet Oünger.......... 255, Einr damalö, ſo daß dieſe Wirthſchaft, könnte bei ſo oftmaliger Wiederkehr des reinen Klees ſicher auf dieſen gerechnet werden, zur Bereicherung des Guts ohne Wieſen beitragen würde. Verhältniß des Stroh⸗Erzeugniſſes zu Futter: 41 Ctnr. Stroh zu 86 ½ Ctnr. Heuwerth, alſo wie 1 zu 2, wodurch für die Viehhaltung ganz gut geſorgt wäre. Verhältniß der Bodenbenützungsart: für Marktprodukte(Getreide).....% für Viehhaltung....„ Fünffeldriger Fruchtwechſel (Oben S. 16.) 1) Hackfrüchte, 2) Gerſte, 3) Klee, 4) Winterfrucht, 5) Haber. Alſo je auf 5 Morgen: Düngerbedürfniß: zu 2 mal 2 Erndten à 8 Fdr., 16 Fdr. à 22 Ctnr.. 352 Ctnr. daran erſetzt: 1 Mrg. Klee....... 22„ Reſt 330 Ctnr. Erzeugniß wie bei der vierfeldrigen.... 127 ½ Ctnr. und dazu 1 Mrg. Sommerfruchtſtroh....... 16„ 1„ Braachwaide mehr...... S,o„ zuſammen 144 ½ Ctur. thut das Doppelte an Dünger...... 288 ½ Ctnr. alſo Abmangel........ Ale„ Hierdurch iſt dieſe iotation nicht nur nicht mehr bereichernd, ſondern nicht einmal ſelbſtſtändig, wird daher ſchon einen Zuſchuß von Wieſen, von 1 Mrg. auf 5 Mrg. Ackerfeld nothwendig haben. Stroh⸗Verhältniß: 57 Ctnr. Stroh zu 87 ⅓ Ctnr. Fütterung oder einſchließlich 1 Mrg. Wieſen à 20 Ctnr. zu 107 Ctnr. alſo auch etwa wie 1 zu 2. Lodenh ließlch für für 1 Mit re 0 8 5 Hilſenf Alſj Düngungs— Erforder u3 En ſenfru daran eiſ Erze wie beid dazu: 1 1 — doppelt alſo Abt an deren, 1NMg.W Verh 8 Enr. Wieſen vobei da erkehr des ereichrung 5) Haber. 352 Cin. 2⁰ ‿ĩ-ꝙ 1 330 Cinr. 27, Gmn. 1 Emn. 8% Cinr. 11½„ treichernd, en Zuſchh dig haben ih 1 A —————— ☛ 219 SEs⸗ Bodenbenützungs⸗Verhältniß: einſchließlich von 1 Mrg. Wieſen, alſo auf 6 Mrg. Fläche für Marktprodukte 3 Mrg..... 5 für Viehhaltung 3 Mrg.(mit 1 Mrg. Wieſen) 172 Sechsfeldriger Fruchtwechſel. (Oben S. 16 und 22.) a) Mit reifenden Hülſenfrüchten. 1) Hackfrüchte, 2) Sommerfrucht, 3) Klee, 4) Winterfrucht, 5) Hülſenfrüchte, 6) Winterfrucht. Alſo je auf 6 Morgen; Düngungs-⸗Verhältniß. Erforderniß: zu 2 Erndten. 8 Fdr. zu 3 Erndten, darunter Hül⸗ ſenfrüchte...... 10„ zuſammen 18 Fdr. à 22 Ctnr. 396 Ctnr. daran erſent: 1 Mrg. Klere...... 22„ Reſt 374 Ctnr. Erzeugniß: wie bei der vierfeldrigen in den erſten vier Schlägen 127 ½ Ctur. dazu: 1 Mrg. Hülſenfruüchteſtrohy..... 16 5 1„ Winterfruchtſtrob..... 25„ 21„ Stoppelwaide mehr,..... IW„ zuſammmen 170 Ctnr. doppelt in Dünger......... 340 Ctnr. alſo Abmangel. 34„ zu deren Erzeugung 1 Mrg. Wieſen, aſe je aif 6 Mrg. Acker 1 Mrg. Wieſen erforderlich iſt. Verhältniß des Stroh⸗Erzeugniſſes zum Futter: 82 Ctnr. Stroh und 108 Ctnr. Heuwerth(einſchließlich 1 Mrg. Wieſen), alſo 3 zu 4, wobei das Vieh ſtark auf Stroh angewieſen werden muß. 220 Verhältniß der Bodenbenützung: Marktprodukte„ Futter(einſchließlich Mrg. Wieſen).. 5 Es iſt dieſes diejenige Wirthſchaft, welche von den oben S. 16 ꝛc. von Thaer bezeichneten Fruchtfolgen bei Einführung des Fruchtwechſels in Deutſchland die am meiſten gewählte war, nicht nur, weil von der Dreifelderwirthſchafts⸗Eintheilung am leichteſten in dieſe Folge übergegangen werden kann, ſondern hauptſächlich auch, weil ſie es mit ſich brachte, ebenfalls wieder der Fläche mit Körnern, einſchließlich der Hülſenfrüchte, bauen zu können. b) Wenn ſtatt reifender Hülſenfrüchte Grünwicken gebaut werden. Dünger-Erforderniß: 2 mal 2 Erndten à 8 Fdr. 16 Fdr. à 22 Ctnr. 352 Ctnr. ab für 1 Mrg. Klece......... 22„ Reſt 330 Ctnr. Erzeugniß: in den erſten 4 Schlägen wie bei der Vierfelderwirthſchaft 127%h Ctur. 1 Mrg. Wiekfutter...... 224„ 1„ Winierſiro)y)... 25„ 2„ Stoppelwaide mehr 1 ½„ zuſammen 178 Ctnr. dieß doppelt als Dünger.... 356„ ſo daß ſich dieſe Wirthſchaft gut ohne Wieſen erhalten und den Uebergang zu der vorhergehenden bilden kann. Verhältniß des Stroh⸗Erzeugniſſes zum Futter: 66 Ctnr. Stroh und 112 Ctnr. Futter, etwa wie 3 zu 5. Verhältniß der Bodenbenützung: Markiprodufte.....„ Futter. n e ⸗ASeE=. Sin... Ohn 1§ futter, 6) Aſo — ₰ T 2 E zu 0 3E doppel alſo A ſo daß d Mg. Verh 82 Ctnr. den oben hrung de war, nict leichteſte zuptſächlic der Fläche können. en gebaut 52 Ctnr. 2⁰ 22„ 30 Enr. ſcat 77 Ctn. 1 e 51 a 154 2 s Enr. , und den 221 Siebenſchlägiger Fruchtwechſel. a) Ohne Reps;(oben S. 17.) 1) Hackfrüchte, 2) Gerſte, 3) Klee, 4) Winterfrucht, 5) Wick⸗ futter, 6) Winterfrucht, 7) Haber.. Alſo je auf 7 Morgen: Dünger⸗Erforderniß: zu 2 Erndten.... Fdr. zu 3 Erndten.... 12„ zuſammen 20 Fdr. à 22 Ctnr.= 440 Ctnr. ah 1 Mrg; Klee....... 22„ Reſt 418 Ctnr. Erzeugniß: wie bei der ſechsfeldrigen mit Wickfutter..... 178 Ctnr. dazu 1 Mrg. Haberſtroy....... 16„ 1„ Stoppelwaide mehr...... a, zuſammen 195 Ctnr. doppeltt............ 393990— alſo Abmangel...... 28„ ſo daß dieſe Wirthſchaft noch eines Wieſenzuſchuſſes von etwa Mrg. auf 7 Mrg. Ackerland bedarf. Verhältniß des Strohs zum Futter: 82 Ctnr. Stroh zu 127 Ctnr. Futter, ungefähr wie 2 zu 3. Bodenbenützungs⸗Verhältniß: Marktprodukte nahe an.......„ Futter 1ſn. Siebenſchlägiger Fruchtwechſel. b) Mit Reps, wobei angenommen iſt, daß im Durchſchnitt bei der Hälfte der Fälle der Anbau von Wickfutter vor Reps in dem Repsſaat-Jahr angehe, bei der andern Hälfte nicht, ſondern braach gehalten werde. 1— 4) wie oben, 5) Braach oder Wickfutter vor der Reps⸗ ſaat, 6) Raps, 7) Waizen. Düngung: für die erſten 3 Erndten. 12 Fdr. „„ zweiten 2 Erndten mit Reps 8 Fdr.+† dauonn 11„ zuſammen 23 23 Fdr. à 22 Ctur.= 506 Ctnr. davon 1 Mrg. Klee= 1 Fdr. 22 Ctnr. 1„ Braach je zur Hälfte, je über das an— dere Jahr..... 11„ 33„ Reſt 473 Ctnr. Erzeugniß: 2 Mrg. Winterfrucht à 25 Ctnr....... 50 Ctur. 1„ Sommerfrucht......... 16„ 1„ Neps............ 13„ 1„ Klec........... 30„ 1„ Kartoffeln.... 55„ 1„ Wicken nach obiger Bemernng die e Hälfte. 112„ 4„ Stoppelwaide à Ctnr., de das n nln, 1„ Braachwaide 1 ½ Ctnr. 1), zuſammen 180% Cinr. doppelt als Düngung......... 361„ Mangel...... 112 3 Es iſt alſo ein Zuſchuß d von Wieſen nöthig von je etwa 2 ½ Mrg. auf 7 Mrg. Ackerland, 2½ Mrg. à 20 Ctnr. Heuwerth ſammt Nachwaide. 55 Ctnur. thut Düngung..... e 10„ Verhältniß des Strohs zum Futer: 79 Ctnr. Stroh, 161 Ctnr. Futter wie 1 zu 2. Boden Maktprod zutter Vill anfügen, rmlich 1 Aſo für die „„ einſchlie 1*t davon K Erzeugni doppelt a hleihen wozu 4„ nd 1 M 1) L 5) Vinte 506 Gm. 33„ 473 Cinr. 50 Etn.. 16„ 13„ 30 55„ 71 4½ 1 961 112„ oon je ett 55 Ent. 110 Bodenbenützungs⸗Verhältniß: Marktprodukte, für die Repsproduktion 1½ Jahre gerechnet,% Futter........... 115 Will man, wie häufig, noch einen weitern Schlag mit Haber anfügen, ſo ſtellt ſich das Verhältniß ſo: Achtſchlägiger Fruchtwechſel. (Oben S. 17.) nämlich 1— 7) wie oben, 8) Haber. Alſo auf 8 Morgen: Düngung: für die erſten 3 Erndten 12 Fdr. „„ zweiten 3 Erndten einſchließlich Reps 12 Fdr +„ davon 15„ zuſammen 27 Fdr. à 22 Ctnr.= 594 Ctnr. davon Klee und Braach wie oben.... 33„ Reſt 561 Ctnr. Erzeugniß: wie bei der Iſchlägigen Rotation 180 ½ Ctnr. dazu von 1 Mrg. Haber. 16„ Stroh Stoppelwaide.,„ zuſammen 197 Ctnr. doppelt als Dünger........ 394„ bleiben Abmangel... 167„ wozu 4 Mrg. Wieſen, oder alſo wenigſtens je auf 2 Mrg. Acker⸗ land 1 Mrg. Wieſen nothwendig ſind. Verhältniß des Strohs zum Futter wie 1 zu 2. Bodenbenützung: Marktprodukte........„ Futter. 4526 Fünfſchlägige exgliſche Wechſelwirthſchaft. (Oben S. 22.) 1) Hackfrüchte, 2) Sommerfrucht, 3) Kleegras, 4) Kleegras, 5) Winterfrucht. Düngerbedarf: zu 3 Erndten 12 Fdr. à 22 Ctnr....... 264 Ctnr. davon 2 Kleejahre à 1 Fdr. und ½ Fdr.= 1 ½ Fdr. à 22 Ctnr. 33„ Reſt 231 Ctnr. Erzeugniß: 1 Mrg. Hackfrüchte........... 55 Etnr. 1„ Sommerſtroh.......... 16 3 4„ Klee.......... 30 5 1„ Kiſee........ 15„ 1„ Winterfruchiſtroh... 25„ 2„ Stoppelwaide à% CEtur....... 1%„ zuſammen 142% Ctnr. Kdeeſnih..... 285 2 ſo daß von den Hackfrüchten, wenn ſie als Viehfutter nicht ordent— lich eintragen, der größte Theil, etwa 44 Ctnr. Heuwerth, zur Brennerei verwendet werden können; wodurch ſich die Dünger— erzeugung ſo ſtellt: Da die Schlemppe nur% von dem Heuwerthe der zur Brennerei verwendeten Kartoffeln hat, ſo gehen für die Dünger⸗ erzeugung ½2 der zu Branntwein zu verwendenden 44 Ctnr. Heu⸗ werth an Kartoffeln, alſo 25 Ctnr. Heuwerth ab, pder............ 50 Cinr. Dünger Reſt 235 Ctnr. wobei die Wirthſchaft immer noch in Kraft erhalten wird. Verhältniß des Strohs zum Futter: 41 Ctnr. Stroh; Futter a) wenn die Kartoffeln verfüttert werden: Klecc...45 Etur. Kartoffeln............. 55 3 Walhe........... 1 ½„ zuſammen 101 ½ Ctur. etwa wie 2 zu 5, dder) w kenützt wer klee Fartoffel Schlemp Paide lédann en Bode a) wen 5. Eint Da es ſich Begriffen wirthſc ſelbſtſte ſcaften, Vaiden der Jahl ſcaft; wirthſe weinande detrachtet Andern Deche. 925„ 1„„ 1% Ctnr. 5„ iht ordent⸗ werth, zur e Dünger⸗ he der zur ie Dünger⸗ Einr. Heu⸗ nr. Dünge Irö. erd. ert werden. P d — — 82 3 225 8 9 oder b) wenn 44 Ctnr. Heuwerth an Kartoffeln zu Branntwein benützt werden: Klee......... 45 Ctnr. Heuwertb Kartoſfern. 11„ Schlempppe....... 19„ Waide......... 11„„ zuſammen 76 ½ Ctnr. alsdann etwa wie 1 zu 2. Bodenbenützungs⸗Verhältniß: a) wenn die Kartoffeln gefüttert werden: Marftprodulte........„ Futter.......... 5„ b) wenn die Kartoffeln gebrannt werden, ſo daß nach oben nur etwa die Hälfte an Fütterung einſchließlich der Schlemppe bleibt: Marktprodukte rund..„ Futter 1% ᷣ Eintheilung der Wirthſchaftsſyſteme nach ihrem neueſten Stande. Da hiernach bei denjenigen Wirthſchaftsſyſtemen, um welche es ſich jetzt vorzüglich handelt, dasjenige, was man mit den Begriffen von Körnerwirthſchaft, Wechſel⸗ und Koppel— wirthſchaft, Fruchtwechſelwirthſchaft; oder auch mit ſelbſtſtändigen— und nicht ſelbſtſtändigen Wirth⸗ ſchaften, d. h. je nachdem ſie eines Zuſchuſſes durch Wieſen und Waiden mehr oder weniger entbehren können; oder auch nach der Zahl der Schläge mit 4-⸗, 5⸗, 6⸗, 7⸗ ꝛc. feldriger Wirth⸗ ſchaft; oder auch mit Stallfütterungs⸗ und Waide⸗ wirthſchaft ꝛc. bezeichnete, ſich mit einander vermiſcht und häufig ineinander übergeht, wie man z. B. von den oben S. 219 und 220 betrachteten zwei ſechsfeldrigen Fruchtwechſeln den Einen oder den Andern zugleich mit Körnerwirthſchaft, Fruchtwechſelwirthſchaft, v Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft. 15 = 226 ſelbſtſtändig, nicht ſelbſtſtändig, ſechsfeldrige Wirthſchaft ꝛc. be zeichnen könnte, ſo dürften ſich vielleicht jene Hauptwirthſchafts⸗ ſyſteme einfach auf folgende Eintheilung zurückführen laſſen: 1) Reine Graswirthſchaften. 2) Dreifelderwirthſchaft. Dabei Körnerbau auf dem Ackerlande überwiegend; dauerndes Futterland als Zuſchuß nothwendig. a) Einfache Dreifelderwirthſchaft; dabei reine Braache, Waide. b) Zuſammengeſetzte oder verbeſſerte Drei⸗ felderwirthſchaft mit theilweiſe oder ganz eingebauter Braache; häufig Stallfütterung. 3) Wechſelwirthſchaft. Dabei Wechſel zwiſchen dem Bau unmittelbarer Marktpro⸗ dukte und— worunter auch Hackfrüchte zu zählen— dem Futter— bau, ſey es zur Fütterung im Stall oder auf dem Felde ſelbſt., a) Ohne die Regeln des Fruchtwechſels wie die ältern Holſteiner, Mecklenburger ꝛc. Koppel⸗ wirthſchaften; mit wechſelnder Waide. b) Mit den Regeln des Fruchtwechſels; .) die engliſche Fruchtwechſelwirthſchaft mit vorherr⸗ ſchendem Futterbau einſchließlich des Hackfrucht— baus, mit wechſelnder Waide, 5) die deutſche Fruchtwechſelwirthſchaft, dabei vor⸗ herrſchend: Marktproduktenbau, Stallfütterung. Sogenannte freie Wirthſchaft, wenn man ſie hier ver⸗ miſſen ſollte, kann man als Wirthſchafts-Syſtem nicht wohl anführen; ſchon Thaer ſagt:„Die Wirthſchaftsſyſteme werden hauptſächlich bedingt durch das gerechte Verhältniß der Arbeit und Düngung zur Quantität und Qualität des Bodens. Wo man Arbeit und Dünger zu jeder Zeit, ſo viel man gebraucht, von uuwät fekimmten vſcränkt früchte, d n vorthei di ſeltenſ Stdte und gilln abe vird es ſteht, we wohl geb hauptſyſt eingetheil ſch inner über de zu könn werden!: gelegt i das in ſ material 3u mit den ranten di dähle ich Fuuchtwer der auch dan eſicherte noch für Anſaat v ——— zgaft n. be af t t auswärts her vortheilhaft haben kann, da bedarf es gar keines ritgſſt beſtimmten Ackerbauſyſtems, und die ganze Kunſt des Ackerbaus aſſen: beſchränkt ſich auf die Manipulation und auf die Auswahl der Früchte, welche der Acker in dem Zuſtande, worin er eben iſt, am vortheilhafteſten tragen kann. Dieß gehört aber nur unter dauerndes die ſeltenſten Fälle, und findet nur in der Nachbarſchaft großer Städte und in höchſt bevölkerten Gegenden ſtatt.“ In allen andern Fällen aber, wo außerordentlicher Düngerzuſchuß nicht ſtattfindet, wird es geordnete Wirthſchaften, wenn man ſolche darunter ver⸗ e Drei⸗ ſteht, welche nachhaltig zu einem guten Ziele führen ſollen, nicht wohl geben, ohne daß ſie ſich einer Hauptrichtung, einem der he; bäufig Hauptſyſteme der Hauptſache nach anſchließen, und daher zu dieſem eingetheilt werden können; dieß ſoll ſie aber nicht daran hindern, ſich innerhalb dieſer Hauptrichtung je nach Kraft der Wirthſchaft, Marktpro⸗ über die zu diſponiren iſt, und je nach Konjunkturen freier bewegen dem Futter⸗ zu können, was von jedem guten Wirthſchaftsſyſtem gefordert de ſelbſt. werden muß und worin ſich, wie am betreffenden Ort näher dar— s gelegt iſt, das engliſche Wirthſchaftsſyſtem, insbeſondere durch d.. Koppe⸗ das in ſich tragende Mittel, die Futtererzeugung, dadurch die Dünger⸗ materialien, zu mindern oder zu mehren, ſo vortheilhaft auszeichnet. ls; t vorberr 6. Ueber das engliſche Wirthſchaftsſyſtem. itt vorherr⸗ Zu den Vorzügen der reinen engliſchen Wechſelwirthſchaft, Hackfruch⸗ 36 mit den Regeln des Fruchtwechſels, wobei ich als Repräſen— dabei vot tanten die doppelt fünf⸗ oder alſo zehnſchlägige annehmen will, üterung zähle ich neben den ſchon von Thaer dargeſtellten Vortheilen der e bier vr Fruchtwechſelwirthſchaft überhaupt noch folgende: niht vül Der Ertrag der Kleegrasſchläge iſt im allgemeinen und auch dann, wenn ſie alle 5 Jahre auf daſſelbe Feld wiederkehren, geſicherter, als der der reinen Kleeſchläge; dieß insbeſondere noch für ein zweites Nutzungsjahr. Es bedarf keiner beſondern Anſaat von Mäheklee und wieder Kleegras zur Waide. ne werden Arbeit und Wo man aucht, von 228 e Das Kleegras bleibt auch mit Waide nur zwei Jahre, ſo daß der Ausfall durch Nachlaſſen des Waideertrags vermieden wird, der gewöhnlich durch längeres Liegenlaſſen zur Waide ent— ſteht. Die Waide darf bei dieſer Wirthſchaftsart verhältnißmäßig als reich angenommen werden. Der bei dieſer ergiebigen Waide auf das Land fallende reich— liche Dünger kommt durch baldigen Umbruch demſelben zu ſtatten. Es wird vorzüglich dasjenige Futter, Kleegras, in Menge erzeugt, das aller Viehzucht, grün oder trocken, als Waide oder im Stall, das gedeihlichſte iſt. Dieſe Wirthſchaft eignet ſich ohne beſondere Aenderung zur Pferde⸗ und Rindviehzucht ebenſo als zur Schafhaltung; wie zur Waidewirthſchaft ſo auch zur Stallfütterung oder zu beidem zu— gleich, was letzteres wohl in vielen Fällen vorgezogen werden wird, da bei bedeutender Viehhaltung beides erwünſcht ſeyn muß, die Stallfütterung für das ältere und Melkvieh, die Waide für Jungvieh und Schafe, und da den meiſten Wirthſchaften zu empfehlen iſt, wo möglich keinen der beiden Hauptzweige der Viehzucht, Rindviehzucht und Schafzucht, ganz hintanzuſetzen. Sie kann alſo in Gegenden Eingang finden, ſowohl wo Vor— liebe oder die Umſtände für Waidewirthſchaft ſprechen, als auch wo Stallfütterung ſtatt finden ſoll, ſie kann mit viel Arbeit und Kapital, wie mit weniger Arbeit und Kapital, ſomit auf kleinern (nicht zu kleinen) oder größern Gütern, in dünn oder dicht bevöl— kerten Gegenden betrieben werden. Das Intenſive ihres Betriebs ſucht ſie aber nicht, wie die deutſche Fruchtwechſelwirthſchaft, in Vermehrung der Arbeit, die den Reinertrag ſo leicht ſchwächt; ſondern, mittelſt des erweiterten Anbaus von ſolchen Produkten, Klee⸗ gras, welche neben gutem Ertrage wenig Arbeit verlangen, in Vermehrung der Kraft des Bodens, welche den Feld ertrag, ohne in demſelben Verhältniſſe auch die Arbeit zu ver⸗ mehren, alſo auch den Reinertrag möglich ſteigert. Sie g ger gar S aff einem fütkerung ie geben, ſe Dda leichtere nic wiekt das Raſenfäutn und dünge Id zuſchuß an gigt ſch vollommen begünfägt, auch Han mählig a Marktpro nittelbar Verwerth! geben, ur techniſchen Fruchtvech hraft bei ü nehr Futte almählig vrmehrt w nühnäßig die oben 3 Jahre, ſe 1 vunie Sie giebt Gelegenheit, ganz allmählig ohne alle Aenderung dermieden 4. Vi oder gar Störung, von der Waidewirthſchaft, die vielleicht Anfangs Waidde ent= Keniängs auf einem Boden geboten iſt, der den Klee noch nicht für Stall— Altnipmaßzg 8— 1— 6. fütterung reichlich genug tragen kann, zu Stallfütterung überzu⸗ len gehen; ſie kann mit— und ohne Wieſen beſtehen. ende reich—.;.e. Der ſchwerere Boden wird durch ſie nicht zu wenig— der zu ſtatten. i N leichtere nicht zu viel gelockert und gebaut; für beiderlei Boden in Menge wirkt das Durchdrungenwerden von dem Wurzelgewebe und die Waide od ö 3 1 22 de dhe Raſenfäulniß mittelſt der Kleegrasſchläge eigenthümlich vortheilhaft und düngend. deanß zn Iſt die Wirthſchaft hinlänglich in Kraft geſetzt; erhält ſie z wyie zur Zuſchuß an Futter von außen, z. B. durch dauernde Futterfelder; eidem zu⸗ zeigt ſich der Ertrag aus Viehzucht, auch wenn dieſe möglich werden vollkommen betrieben wird, was dieſe Wirthſchaft ganz vorzüglich ſeyn muß begünſtigt, nicht genug lohnend, will man deswegen Getreidebau Vade füt auch Handelsgewächsbau mehr vorherrſchen laſſen, ſo kann all— haften zu mählig an Futterſchlägen abgebrochen werden, dagegen können die weige der Marktproduktenſchläge zunehmen; oder man kann die bisher un— ſetzen. mittelbar zur Fütterung beſtimmten Hackfrüchte durch techniſche il wo Vor⸗ Verwerthung benützen und nur die Rückſtände der Viehfütterung „als auch geben, und es eignet ſich zu Einführung ſolcher landwirthſchaftlich Arbeit und techniſchen Gewerbe kein Wirthſchaftsſyſtem beſſer, als der engliſche if kleinern Fruchtwechſel. Uebrigens werden durch Vermehrung der Boden⸗ icht bevöl⸗ kraft bei überwiegendem Futterbau auf gleicher Fläche immer auch ZBetriebs mehr Futtermaterialien gewonnen und dadurch kann von ſelbſt ſchaft, in allmählig die Futterfläche vermindert und die der Marktfrüchte ſchwächt, vermehrt werden. Sind die Getreidepreiſe in England verhält— kten, Kle⸗ nißmäßig nieder, ſo vermehren ſich die Grasſchläge und umgekehrt rlangen, wie oben S. 25 angeführt worden iſt. den Feld Ganz leicht läßt ſich der dieſem Wirthſchaftsſyſteme ebenſo ange⸗ t zu ver⸗ hörige vier- und ſechsfeldrige Wechſel aufeinanderfolgend in die 10 Schläge des fünffeldrigen Wechſels eintheilen, darin auch z. B. Reps aufnehmen, wie folgende viererlei Modifikationen ze mögen: — 230£ 2 igen U ſ Doppelt 5feldrig. 1. 2 3 4. 1. Hackfrüchte Hackfrüchte Hackfrüchte Hackfrüchte Hackfrüchte 2. Sommerfrucht Sommerfrucht Sommerfrucht Sommerfrucht Sommerfrucht mit mit I mit mit mit 3. Kleegras Klee Klee Klee Kleegras 4. Kleegras Winterfrucht V Winterfrucht Winterfrucht Kleegras 5. Winterfrucht Hackfrüchte V Hackfrüchte V Grünwicken V Reps 6. Hackfrüchte Sommerfrucht Sommerfrucht Reps Winterfrucht 7. Sommerfrucht V mit Kleegras Kleegras Winterfrucht Hackfrüchte 8. Kleegras Kleegras Winterfrucht Kleegras V Sommerfrucht 9. Kleegras Waizen Erbſen, Wicken Kleegras Klee 10. Winterfrucht Haber Winterfrucht Winterfrucht Winterfrucht Auch kann man den engliſchen Wechſel nur auf einem Theile des Guts, wozu der Waideſchläge wegen am paſſendſten der ent⸗ legenere gewählt wird, auf dem andern Theile aber einen Turnus mit mehr Getreide oder andern Marktprodukten betreiben, dabei den Düngerüberſchuß von dem engliſchen Wechſel dem andern zuwenden und dadurch die vorhandenen Wieſen mehr unabhängig von der übrigen Wirthſchaft machen. Der bei dieſer Wirthſchaft angenommene angreifendere Wechſel wäre: 1) Hackfrüchte, 2) Sommerfrucht, 3) Klee, 4) Winterfrucht, 5) Grünwicken oder Braach, 6) Reps, 7) Winterfrucht, 8) Klee⸗ gras, 9) Kleegras, 10) Winterfrucht. Düngerbedarf auf 10 Morgen: 3 Erndten 12 Fdr. dann wieder 3 Erndten mit Reps 12+ 4 16„ 28 Fdr. à zuſammen 22 Ctnr.= 616 Ctnr. dara Klee deßg „Mro dere Hackft Somn Klee Vinter Grünw Reps 3; 9 interf 8 Klee. zweiter Winterf 5Mrg. doypelt Verh⸗ 10l Ct Alſo etwa Bode nen zeigen — 4 ackfrüchte ommerfrucht mit ſeegras eegras eps zinterfrucht akfrüchte ömmerfrucht e unterftucht nem Theile en der em⸗ nen Turnus iben, dabei eem andern unabhängit ere Wechſe einterfrucht , 8) Klee⸗ 616 Cm. 231 Transport 616 Cntr. daran erſetzen: 2 Kleejahre à 22 Ctur.... 44 Ctnr. 1 t deſeäleicden... 11„ „ Mrg. Braach je über das an— dere mal(wie ob. S. 221 u. 222) 11„ 66„ Reſt 550 Ctnr. Erzeugniß: Hackfrüchte........ 55 Ctur. Heuwerth Sommerfrucht........ 16„ Stroh Klee.......... 30„ Heuwerth Winterfrucht...... 25„ Stroh Grünwicken........ 12„ Heuwerth Reps........... 143„ Stloh Winterfrucht.. 25,„ Klee........... 30„ Heuwerth zweiter Klre........ 15„„ Winterfrucht... 25„ Stroh 5 Mrg. Stoppehaidr à„ Einr.. 3 6„ Heuwerth zuſammen 250 Ctnr. doppelt als Dünger...... 500„ Verhältniß des Strohs zum Futter: 104 Ctnr. Stroh, 178 Ctnr. Futter; alſo etwa wie 4 zu 7. Bodenbenützungs⸗Verhältniß: Marktprodukte(für den Reps 1½ Jahr und Grünwicken ½ Jahr angenommen).. Futter.... 1 wodurch alſo auch in dieſer Wirthſchaff Foch Ackerland und Wieſen ziemlich unabhängig von einander bleiben können und höchſtens auf 10 Mrg. Ackerland 1 Mrg. Wieſen nothwendig wird. 2— Die Haupt-Einwürfe gegen die Enführung eines engliſchen Wirthſchaftsſyſtems mit überwiegendem Futterbau und vollkomme nerer Viehzucht unter nicht engliſchen Verhältniſſen ſind, wie ich ſie mir auch ſelbſt ſchon bei der erſten allgemeinern Betrachtung der engliſchen Wirthſchaft(S. 37) machte, gewöhnlich: 1) Das engliſche Klima iſt dem Klee- und Graswuchſe und der— der Jahrszeit nach dort länger dauernden reichlichern Be— nützung deſſelben ſehr zuträglich, ebenſo dem Bau und der vor— theilhaftern Benützung der Turnips; und 2) die Fleiſchkonſumtion iſt in England größer als in andern Ländern, der Fleiſchabſatz dadurch immer geſichert; der Nutzen aus der Viehzucht zeigt ſich in England überhaupt größer als anderswo. Wird das Erſtere zugegeben“, ſo kann dadurch nur darge— * Durch einen, nur einige Monate dauernden Aufenthalt in einem Lande iſt man natürlich nicht in den Stand geſetzt, das Klima beurtheilen zu können. Ich müßte ſogar von meinem Aufenthalte in England her, was den ſonſtigen Erfahrungen widerſprechen würde, das dortige Klima als trocken ſchildern, denn es fiel damals ſo wenig Regen, daß mehrere Wochen lang die Waiden ganz roth ausgebrannt waren. Auch der neueſte Erzähler von einer im Monat Juli 1840 angetretenen Reiſe in England, der franzö⸗ ſiſche Graf Gourcy, ſagt in ſeiner Schrift daruͤber S. 13:„Die Trocken⸗ heit in dieſem Lande iſt dieſes Jahr ſo groß, daß die Wieſen nicht gemaht werden konnten und das fruchtbarſte Waideland ſo kahl und ausgetrocknet iſt, wie dasjenige im ſüdlichen Frankreich waͤhrend der gröͤßten Trocken— heit.“ Bei ſolchen Umſtaͤnden glaube ich am paſſendſten das Weſentliche von dem anführen zu können, was Thaer über Klima und Boden Eng— lands geſammelt und geaußert hat:„Manche glauben, daß ſich der be— ſondere Charakter der engliſchen Landwirthſchaft auf den Grund und Boden dieſer Inſel begründe. Aber dieß kann nur der, welcher von der großen Abwechslung der Bodenart, die ſich auf einem kleinen Raum hier findet, keinen Begriff hat. Dieſe Abwechslung iſt vielleicht nirgends ſtärker und ſchneller, wie in dieſem mit Flüſſen und Bergen, mit Hügeln und Mooren durchkreuzten Lande. Ich kenne faſt keine Bodenart, deren die engliſchen Schriftſteller nicht erwähnen, vom zäheſten Kley bis zum wehenden Sande, vom fetteſten Mooder bis zur magerſten Kreide. Jede dieſer Bodenarten iſt gut und ſchlecht benutzt, mit großer Energie und mit großer Nachläſſig keit behandelt. Manche glauben, jede Nation müſſe, durch Erfahrung ban⸗ wer und gröf auch bei telebrt, ſch der dem 8 fndet um gegen die Das Klima Anbau eit die eigent! gemäßigte gemeſſen i eines ſehr bau, den hat ſich we ſcen—. Voden und zeiten habe. lernten, in ahmung, di beſonders ge bei uns nn lare.— igenth imi Einfluſſe au Tenn wir ds Klima! ſtidden, wi⸗ Nuum in de geringere E dn Waſeer durh eine 6, ſnd, einen Wuogedehnte fal Jol dnd erfrier ſelten. We geführt iſt dſſelben. Nan ſchre i vorzu iderung ——V—:ʒ—;ʒ————— 52 2 0 ☚ 233 ‚= engliſchen—— 4 1 den than werden, daß der Nutzen aus Klee- und Grasland in Eng— volloonme...., werami land größer ſey, als z. B. bei uns; nicht aber, daß es ſich nicht fſind, w.. bi auch bei uns in geſteigertem Verhältniſſe zu andern Produkten des ſetrachtung belehrt, ſchon ſeit uralten Zeiten denjenigen Ackerbau ausgemittelt haben, puchſe und der dem Klima ihres Landes am angemeſſenſten ware. Dieſe Meinung deri d findet um ſo mehr Eingang, da ſie die Traͤgheit und Gleichgüͤltigkeit, hern Be⸗ gegen die wichtigſte Angelegenheit jeder Nation, zu entſchuldigen ſcheint. 5 der vor⸗ Das Klima hat allerdings einen Einfluß auf ein zelne Operationen, auf den Anbau einzelner Gewächſe; aber ſelten auf den ganzen Betrieb und die eigentlichen Grundzüge der Wirthſchaft. Wir köͤnnen in unſerem in andern gemaßigten Erdgürtel ſtatt eines Gewächſes, was unſerm Klima nicht an er Nutzen gemeſſen iſt, ein anderes ſubſtituiren, und in dieſer Hinſicht das Syſtem . eines ſehr verſchiedenen Klima's, deſſen ungeachtet, befolgen. Der Acker— ößer als bau, den uns die Römer lehrten, die gewöhnliche Dreifelderwirthſchaft, hat ſich weit im Norden hinauf verbreitet(ſie wurde— möchte ich bei . ſetzen— Jahrhunderte lang in den verſchiedenſten Ländern, Klimaten, t darge⸗ Boden und Verhaältniſſen für die allein paſſende gehalten) und in unſern Zeiten ⸗haben Italiener den beſſern Ackerbau, den ſie in England kennen nem Lande lernten, in ihrem Vaterlande eingefuhrt. Nur keine ſklaviſche Nach— ftheilen zu ahmung, die überhaupt ſelten in der Landwirthſchaft glückt! Viele haben e, was den beſonders geſagt, der Engländer Wirthſchaft und Methoden ſeyen deßhalb als trocken bei uns unanwendbar, weil unſer Klima von dem ihrigen ſo verſchieden en lang die wäre.— Das Klima eines Theils von England hat allerdings etwas zähler von Eigenthümliches, aber dieß iſt weder ſo allgemein, noch von ſo großem der franzi⸗ Einfluſſe auf das Ganze der Wirthſchaft, wie man uns bereden vill. je Tvocen⸗ Wenn wir aber die meteorologiſchen Beobachter hören, ſo läßt ſich über ct gemäht das Klima von England nichts Allgemeines ſagen. Es iſt eben ſo ver— agetrocnet ſchieden, wie der Boden, und wenn gleich dieſes Land nur einen geringen u Trocken⸗ Raum in der Laͤnge und Breite einnimmt, ſo macht doch die größere oder geſentlich geringere Entfernung von der Seeküſte, die höhere oder tiefere Lage über dden Eng— dem Waſſerſpiegel des Meers, die weſtliche oder oſtliche Seite, welche h der be⸗ durch eine, in der Mitte des Landes fortlaufende Gebirgsreihe getrennt ſind, einen ſo auffallenden Unterſchied, wie man ihn kaum in dem weit— nd Boden 1 4 14. e4, Lir,. l ausgedehnten Deutſchland findet. In Staffordſhire iſt der jährliche Regen 3 hu fall 36 Zoll, der von London nur 21, der in Eſſer 194 4- Auch in Eng nrker und land erfrieren Winterwicken und die im Felde gelaſſenen Turnips nicht d Moore ſelten. Wenn aber der Anbau eines Gewaͤchſes in einer Gegend erſt ein enalichen geführt iſt, ſo macht man ſich ſo gar viel nicht aus einem Verungluͤcken Sande deſſelben. Wie oft erfriert bei uns nicht der Buchwaizen, die Repsſaat: d Vrüll Man ſchreibt faſt allgemein dem engliſchen Klima das reiche Gras und d das vorzuüͤgliche Grün des Raſens zu. Auf der weſtlichen Küſte, in den ſa Niederungen und Marſchen, und in der fruchtbaren Atmoſphare von Erfa 234 Ackers und zur Kräftigung der Wirthſchaft gut lohnen könne, daß wir auf das Beſſere verzichten ſollen, weil wir nicht das Beſte haben können; denn ja auch bei uns wird der Werth von Klee⸗ und Grasland ſehr erkannt und auch jetzt ſchon rechnen wir in gut betriebenen Wirthſchaften hauptſächlich auf guten und ſichern Kleeertrag, was durch Untermiſchung von Gras nur gewinnen kann. An die Stelle der Turnips, wenn unſer Klima und Boden denſelben nicht zuſagt, kann man leicht andere Hackfrüchte, Runkeln und Kartoffeln, treten laſſen. Auch der zweite Satz kann zugegeben werden, ohne daß damit bewieſen wäre, daß nicht auch anderwärts Viehzucht im Verhältniſſe zu dem Ertrage aus unmittelbaren Marktprodukten gut lohnen könne. Es iſt bereits berührt, daß der Preis des Fleiſches im Durch⸗ ſchnitt in England nicht in einem viel höheren Verhältniſſe zu dem des Getreides ſtehe, als bei uns; daß überall, wo die Kultur London hat es allerdings ſeinen Grund mit darin. Aber zum großen Theile rührt es auch von der weit ſorgfältigern Behandlung des Graslandes, von der Niederlegung des Ackers, wenn er noch in voller Dungkraft iſt, und von dem, Winter und Sommer darauf fallenden Dünger des vielen Viehes her, womit ſolche Waiden beſetzt ſind. Denn die Beſchrei⸗ bungen, welche die Engländer von dem traurigen Anblicke ihrer vernach— läſſigten Gemeinwaiden machen, und von dem kümmerlichen Zuſtande desjenigen Viehes, was hier ſeine Nahrung ſuchen muß, kommen völlig mit dem überein, was wir von unſern deutſchen Gemeinwaiden ſagen müſſen, und begrunden alſo die Meinungen, daß der Graswuchs allein durch das Klima befördert werde, und England alſo darin einen allge⸗ meinen Vorzug vor uns beſitze, keineswegs.“ Es iſt gar nichts Seltenes— kann Ref. noch beifügen— in England zu hoͤren:„Das Gras iſt in dieſem Jahre mißrathen.“ Die Engländer warten eben ſo ängſtlich, beinahe noch ängſtlicher, darauf, wie der Gras⸗ ertrag, als wie die Getraideerndte ausfallen möge. Durch die, auch in England bei ungewöoͤhnlich trocknen Jahrgängen eintretenden, Futter-Mißerndten läßt ſich der engliſche Landwirth in ſeinem Wirtſchaftsſyſteme nicht irre machen; er betrachtet ſie dann wie eine Ge— traide-Mißerndte, inſofern er in ſolchen Fallen ſeinen Viehſtand mehr mit den erzeugten Koͤrnern durchbringen muß. zunehme ſberhauy drgelegt nuch die ſhaft eb ſey und heit und an Konſt in Deut der Ind ankündig Wen ſumiren, und Maſt gegen in zucht, und habe erleb verthvolle Nolkerei⸗ bei der S un geit Xr Andern hützu bie kine ande Man n Deutſc dvon ha⸗ währe. auch nur land, rei Intereſſe Raüchtete inne, daß das Beſte von Kle⸗ en wir in nd ſichern gewinnen nd Boden Nunkeln ohne daß jzucht im produkten m Durch⸗ ſe zu dem die Kultur oßen Theile Hraslandes, dͤngkraft Dunger des ie Beſchrei⸗ fer vernach⸗ n Zuſtande men völig den ſagen s allein znen allge⸗ in England Engländer der Gras Jahrgangen hin ſeinem ie eine Ge ſand mehr zunehme, auch der Werth des Fleiſches, der thieriſchen Produkte überhaupt, ſteige; daß auch in England erſt ſeit Einführung des dargelegten Wirthſchaftsſyſtems nicht nur die Vermehrung, ſondern auch die erſtaunliche Vervollkommnung des durch die frühere Wirth⸗ ſchaft ebenfalls nothwendig vernachläßigten Viehſtandes eingetreten ſey und mit Vermehrung der Fleiſch⸗Produktion auch die Gewohn⸗ heit und hieraus endlich das Bedürfniß an Fleiſchnahrung, daher an Konſumtion außerordentlich zugenommen habe; endlich daß auch in Deutſchland durch die erfreulichſte immer ſteigende Zunahme der Induſtrie bereits eine Steigerung der Fleiſch⸗Konſumtion ſich ankündige. Wenn aber auch die Engländer weit mehr fettes Fleiſch kon— ſumiren als wir, bei Englands Viehzucht daher Fleiſchproduktion und Maſtung ſich beſſer lohnen ſollte, als bei uns; ſo können da⸗ gegen in andern Verhältniſſen andere Produkte bei der Rindvieh⸗ zucht, und Wollproduktion bei der Schafzucht beſſer lohnen;„ich habe erlebt“— ſagt Koppe aus ſeinen langen vielſeitigen, höchſt werthvollen Erfahrungen—„daß der höchſte Vortheil bei der Molkerei-Nutzung, dann wieder bei der Rindviehmaſtung, endlich bei der Schafzucht, bei der Wollerzeugung war. Alles hat ſich von Zeit zu Zeit wieder geändert; man muß bald der Einen bald der Andern dieſer Viehnutzungen das Uebergewicht geben können.“ Hierzu bietet die engliſche Wirthſchaftsweiſe die Gelegenheit wie keine andere dar. Man darf ſich aber bei dem Allem nicht verhehlen, daß man in Deutſchland ſelten einen Begriff, oder wenigſtens ein Beiſpiel davon hat, welchen Ertrag vollkommen betriebene Rindviehzucht gewähre. Sie kann einen ſolchen Erfolg und ſolchen Ertrag aber auch nur da verſchaffen, wo, was bis jetzt ſo ſelten in Deutſch⸗ land, reichliche Erzeugung von zuträglichem Futter ſtattfindet, das Intereſſe für Vervollkommnung geweckt und dann die vorzüglicher gezüchteten Viehſchläge zur Zucht ebenſo um erhöhete Preiſe geſucht 236 werden, wie dieß in England bei aller Thierzucht und in Deutſch— land bereits bei Pferde- und Schafzucht der Fall iſt. Es kommt jetzt darauf an, zu ermitteln, wie ſich vorherr⸗ ſchender Futterbau, wozu ich immer den Hackfruchtbau im Großen mitrechne, und Viehzucht in ihren verſchiedenen Zweigen unter unſern Verhältniſſen lohnen könne; ich habe dieſes mit Berech⸗ nungen zu belegen um ſo mehr mich zu bemühen, wenn ich hier— mit am Schluſſe der Darſtellung der verſchiedenen Haupt-Wirth— ſchaftsſyſteme für die bei einer unter denſelben zu treffenden Wahl einzuhaltenden Richtung meine Anſicht in folgenden einfachen Sätzen geltend machen möchte: Bei der Wahl und Verfolgung eines Wirthſchaftsſyſtems muß das Ergebniß entſcheiden, in welchem Verhältniſſe ſich Futterbau und Viehzucht jeder Art, vollkommen betrieben, unter Mit⸗ berechnung ihres Einfluſſes durch vermehrte Düngung auf die Erträgniſſe überhaupt gegenüber von andern Produkten und in Verbindung mit dieſen lohne. Handelt es ſich um Kräftigung des landwirthſchaftlichen Be— triebs überhaupt, oder einer gegebenen Wirthſchaft insbeſondere, ſo wähle man ein Wirthſchaftsſyſtem, bei welchem Futterbau im ausgedehnteſten Sinne, alſo Hackfrüchte, dauernde Futterfelder, Kleegras, künſtliche Waide ꝛc. und Viehzucht vorherrſcht, ſo weit es die Gränzen, welche der Streumaterial-Bedarf ſteckt, er— lauben. Zeigen ſich die Erträgniſſe aus Futterbau und Viehzucht günſtig, ſo wird man dabei bleiben und nach immer größerer Vervollkomm— nung dieſer ſtreben; dadurch ſeinem Boden einen immer höhern Werth verſchaffen, zugleich auch die andern Produktionen heben; im andern Falle wird man die durch ſolche Wirthſchaft vermehrte Bodenkraft nach und nach auf Vermehrung und Vervollkommnung der Erzeugung von Marktprodukten verwenden. let vird d ſeder I fucht m worin un Anf und dere berſchiede Vermehrt vielem bigſten u das am Lieſen⸗A dh in? im Eryeug Vieh, alſo ſtlige, K Dünge O h. tie ic die ſtoft zu w der Veide Untinden daß ſicſie Zie ſhen werd larke Stro Arbeit n., In d lären, die üenomiſch datter nach 237 SS= in Deuſde Letzteres findet aber endlich ſeine Gränze; dagegen wird den Schluß in der Steigerung des Rein-Ertrags jeder Wirthſchaft die Vervollkommnung der Vieh⸗ h vorherr⸗ zucht machen müſſen, der keine Gränzen geſetzt ſind und in Großen worin uns die Engländer ſo hell vorleuchten. gen unter Anfang und Schluß in Vervollkommnung der Landwirthſchaft it Verec und deren Reinertrag muß Futterbaur und Viehzucht der ich hier⸗ verſchiedenen Art machen; zum Anfang quantitativ, d. h. zu ot⸗Virth⸗ Vermehrung des Düngers, daher durch Erzeugung von möglich den Valhl vielem Futter, Kräftigung des Ackers und dann ſind die ergie⸗ en Sätzen bigſten und am häufigſten gedeihenden Hackfrüchte(Kartoffeln), das am meiſten ſtrohliefernde Getreide(Rocken), Einrichtung von Wieſen-Wäſſerungen u. drgl. am Platze; zum Schluß qualitativ, d. h. in Vervollkommnung der Viehzucht ſelbſt, wo es ſich dann ems muß Futterbau ater Mi⸗ um Erzeugung möglichſt zuträglicher Nahrungsmittel für das auf die Vieh, alſo insbeſondere um kräftiges Heufutter, kräftige Kleegras— mund in ſchläge, Kräftigerhaltung des Graslands, alſo um Verwendung des Düngers auch auf Grasland handelt. Ob hierzu intenſive Waidewirthſchaft auf Ackerland, wie ich die engliſche bezeichnen möchte, oder Stallfütterungs-Wirth⸗ ſchaft zu wählen, oder von der einen in die andere übergegangen, oder Beides nebeneinander getrieben werden wolle, hängt von lichen Be— beſondere, terbau im ffief Umſtänden ab. ſ din Daß die ſtrenge Sommerſtallfütterung nicht immer als das Kli, e höchſte Ziel für den Reinertrag bei der Landwirthſchaft ange⸗ ſehen werden dürfe, daß ſie ſogar durch die erforderliche t gunſig ſtarke Stroh-Produktion, durch das Erforderniß von zu vieler vollonn, Arbeit ꝛc., hemmend in den Weg treten könne, wurde ſchon er höhern en heben,* In dieſer Hinſicht konnte ich mich wohl damit einverſtanden er— vermehrie klären, die Bodenarten, wie Schönleutner, Veit ꝛc. verſuchten, darnach ökonomiſch zu claſſificiren, in welchem Maaße ſie fäahig ſind, zutraͤgliches N— 2... enmnang Futter nach Menge und Wohlfeilheit zu produciren. 6— 238 ☛ bei der allgemeinen Beſchreibung der engliſchen Wirthſchaft an— geführt.* Stimmt man in dieſen einfachen Sätzen bei, dann wage ich es auch, unter Vorbehalt der noch folgenden Vergleichung des Ertrags und ohne zu fürchten, daß man mir den Mißgriff zutraue, wie wenn ich ein allgemein anwendbares und allgemein vor⸗ zuziehendes Wirthſchaftsſyſtem aufſtellen wollte, hiermit meine Ueberzeugung auszuſprechen, daß das dargelegte engliſche Wirth— * Koppe ſagt: „Soll eine Sommerſtallfütterungswirthſchaft beſtehen, ſo wird ein guter Ackerboden vorausgeſetzt, der durch vieljährige gute Behandlung in einen guten Zuſtand verſetzt iſt, weil nur auf ſolchem die Futtergewächſe mit Sicherheit einen genuͤgenden Ertrag geben, der mit den Arbeitskoſten des Abmähens und Einfahrens im Verhaͤltniß ſteht. Wenn der Boden (oder auch— möchte Verf. zuſetzen— die Bewirthſchaftung deſſelben) ſo iſt, daß Klee ꝛc. bei jeder ungünſtigen Witterung genügenden Ertrag verſagen, dann iſt Sommerſtallfütterung erzwungen, der Reinertrag ſehr gering. Sind die Umſtände günſtig, ſo kann allerdings durch Einführung der Sommerſtallfuͤtterung der höchſte Roh⸗, vielleicht auch Reinertrag er— zielt werden. Dann mag vielleicht Bewaidung des Ackers mangelhaft er— ſcheinen. Verderblich iſt der Rath, die Stallfütterung als Univerſalmittel zu empfehlen. Nie wird es überdieß gelingen, eine heruntergekommene Wirthſchaft durch einſeitige Einführung der Sommerſtallfütterung zu heben. Die periodiſche Bewaidung des Ackerlandes mit einer paſſenden Art Nutzvieh iſt auf Guͤtern mit gutem Boden in mangelhaftem Duͤngungs⸗ zuſtande ein wohlfeiles und ſicheres Mittel, allmaͤhlig eine hohere Stufe der Kultur zu betreten. Bei geringem Boden aber iſt für möglich vor— theilhaften Ackerbau die Bewaidung nothwendig. Je reicher der Boden von Natur oder durch gute Düngung, je beſſer und reicher der Graswuchs. Alle Thiere nähren ſich dann auf den ange— ſäeten Ackerwaiden vortrefflich und ohne Zweifel beſſer, als bei der Hal— tung im Stalle. Je geringer aber die natürliche Bodengute iſt, und je ſpärlicher die Duͤngung, deſto unvortheilhafter iſt die Bewaidung mit Großvieh; Schafe finden jedoch dann immer noch eine mäßige Nahrung. Durch Einführung der Merinos hat die Landwirthſchaft ein Nutzvieh, das auch auf geringerem Boden einen größern Reinertrag gibt, wenn er periodiſch bewaidet wird, als wenn man ihn nach mangelhaftem Syſteme blos mit Getraide bebauet.“ zaſßy Mdiffea Lirthſche hältniſen hihe Et entweder eine An Ehe des wa Virthſch die gege zroße F weſentlich Pirthſcha Syſtem ſchiedenen len bur, und daß c gehe Inl dr bezeich . Jabren iine Bewir dn Anſcht rundſäße und weil vrſelben d Jh k der von K zu Potsdan = 239 hſhaf a ſchaftsſyſtem mit den dabei ohne Schwierigkeit vorzunehmenden Modifikationen unter ſehr vielen, und— gegenüber von andern 1 wage ic Wirthſchaftsſyſtemen— vielleicht wohl unter den meiſten Ver⸗ ſcan di hältniſſen auf zuſammenhängenderen, insbeſondere noch auf keine rif zutrar hohe Ertragsfähigkeit gebrachten Gütern mit dem beſten Erfolge emein vor entweder auf dem ganzen Gute oder nur auf einem Theile deſſelben rmit mein ſeine Anwendung finden könne, oder ſich anpaſſen laſſe. ſche Virth⸗ Ehe ich jetzt darauf übergehe, eine vergleichende Ermittlung des wahrſcheinlichen Durchſchnittsertrags bei den verſchiedenen ſo wird en Wirthſchaftsſyſtemen zu verſuchen, führe ich noch als Beleg für dene die gegebenen Anſichten, daß nicht das Klima, der Boden, der lrbeitskoſten große Fleiſchbedarf, die große Bevölkerung Englands ganz der Boden weſentliche Bedingung für die erfolgreiche Anwendung von deſſen hner Wirthſchaftsgrundſätzen ſey, die Thatſache an, daß das ähnliche nertrag ſeht Syſtem in den letzten 15 Jahren in der von England ganz ver— ſchiedenen Mark Brandenburg, auch in Pommern, Meck— ſrſhes lenburg ꝛc. immer mehr, zum Theil allgemeinen Eingang findet angelhaft er und daß daraus die„Märkiſche Wirthſchaft“ entſtanden iſt. erhe Ich gehe deswegen vorher noch etwas näher hierauf ein. rſalmittel z „Virtrj 7. Die märkiſche Wirthſchaft. vuene 1 In hohem Grade überraſchend und intereſſant war mir in n Dürgunge der bezeichneten Hinſicht mein neueſter Beſuch in der von mir vor höhere Etnt 17 Jahren das erſtemal geſehenen Mark; weil ich dort jetzt nigli i eine Bewirthſchaftung der größern Güter traf, welche nahe mit ung, je beſ⸗ den Anſichten über die vortheilhafte Anwendbarkeit der engliſchen auf den ane Grundſätze auch in ſo verſchiedenen Verhältniſſen zuſammentrifft bilea und weil mir die Ausdehnung und der Erfolg der Anwendung pärlice derſelben daſelbſt noch weniger bekannt war. Fuei Ich könnte darüber nichts Beſſeres geben, als daß ich aus ch Eiſtnl,. Nor..— uf geringere der von Koppe der Verſammlung deutſcher Land⸗ und Forſtwirthe ewaide witd zu Potsdam, deren zweiter Präſident er war, gewidmeten neueſten F, bebet⸗ aide bebnn 32 240 Darſtellung des jetzigen Standpunkts der Märkiſchen landwirth⸗ ſchaftlichen Verhältniſſe das hieber Paſſende im Auszuge kurz zu— ſammenfaſſe: Die Dreifelderwirthſchaft war in früheren Zeiten in der Mark eben ſo gut herrſchend als im größten Theile des übrigen Deutſch⸗ lands. Das Verhältniß der Wieſen zum Ackerland war ſehr ungleich vertheilt. Bei größerer Aufmerkſamkeit auf die Landwirthſchaft ſtellten ſich bei dem Märkiſchen Ackerbau in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zwei große Mängel heraus: Mangel an Fütterungsmitteln, dadurch an Dünger, und Vermehrung des Hederichs. Das Bedürfniß, von der Dreifelderwirthſchaft abzugehen, wurde immer mehr gefühlt. Proben mit Einführung der ver— beſſerten Dreifelderwirthſchaft hatte man ſeit mehreren Jahrzehnten gemacht. Man betrieb den Bau der Wurzelgewächſe, um der ſchrecklichen Vermehrung des Hederichs entgegenzuwirken. Man nahm den Kleebau in die Dreifelderwirthſchaft auf. Der Erfolg war nicht entſprechend. Auf den durch die Dreifelderwirthſchaft ausgeſogenen minder guten Feldern war die Futtervermehrung durch den Kleebau ſehr geringe; er verminderte offenbar den Ertrag an Winter-Halmfrüchten, dadurch an Stroh. Man verſuchte die benachbarte Mecklenburger Koppelwirthſchaft einzuführen. Da erſchienen die vortrefflichen Anleitungen Thaers zur Kennt— niß der engliſchen Landwirthſchaft. Mehrere Märkiſche Gutsbeſitzer beſuchten England in der Abſicht, den dortigen Ackerbau kennen zu lernen und überzeugten ſich durch den Augenſchein, welche Umänderungen derſelbe durch die Bemühungen der berühmtern dortigen Landwirthe erfahren hatte. Schon Friedrich der Große hatte darauf aufmerkſam gemacht. Es kann Thaer und ſeiner urſprünglichen Lehre des Wechſel⸗ wirthſchaftsſyſtems nicht zum Vorwurf gereichen, daß weder die Jorfolte rim ein paßte un vendig e haus auf bringen. machten, zille füh Maerkei Futtergen des Land iignen ſic fennwolige der? bau, velch den lämige Sc Wrminderu m fählbar (inigen), duj dieſen murgemäß Einzel 0) 8 der Vaide * Letherlin 241 undnit Norfolker Wirthſchaft noch eine andere(damals) in Großbritan— Run z nien eingeführte unmittelbar für die märkiſchen Verhältniſſe paßte und viele Verſuche damit mißglückten. Es gehörte noth— der Ni wendig einige Zeit dazu, um die Grundſätze des engliſchen Acker— Deutſc, baus auf die hieſigen Verhältniſſe zweckmäßig in Anwendung zu unglet bringen. Klima, Boden und deſſen Kulturzuſtand in der Mark virthſchet machten ein anderes Verfahren nöthig, als in Großbritannien zum en Hälfte Ziele führt. Die vorherrſchende Trockenheit des Klimas und die Manga Magerkeit des Bodens erſchweren den Anbau der eigentlichen hrung der Futtergewächſe. Beide Umſtände nöthigen dazu, der Bewaidung des Landes das Uebergewicht vor dem Mähefutter zu geben; auch bzugehen, eignen ſich unſere trockeneren Ackerwaidſchläge mehr zu Ernährung der ver⸗ feinwolliger Schafe, als zur Rindviehhaltung. hrzehnten Der Rübenbau iſt hier weniger vortheilhaft als der Kartoffel— um der bau, welcher ſelbſt bei Dürre den Ertrag nicht ganz verſagt. en. Man Den größten Theil des märkiſchen Ackerbodens macht der der Erfolg lehmige Sand- und der ſandige Lehmboden aus. Hier war die wirthſchaft Verminderung der Ertragsfähigkeit durch die Dreifelderwirthſchaft ermehrung am fühlbarſten geworden. Die Natur hat das Heilmittel, den den Errnj(tonigen) Mergel, für dieſen Boden am reichlichſten geſpendet. rucht die Auf dieſen Ebenen ſind binnen 25 Jahren die merkwürdigſten hren. Veränderungen vorgegangen, durch den Mergel, durch eine zweck— zurKems mäßige Fruchtfolge und durch Aufnahme der Bewaidung durch Schafe in dieſelbe. Die jetzt in der Mark eingeführte Frucht— d in der folge iſt nicht das Ergebniß eines Zufalls oder einer nachgeahmten terzeugten Methode. Sie iſt das vereinte Ergebniß einer verſtändigen An— durch de wendung der Lehre mit den Erfahrungen auf eigenem Boden, die zren brtt Theorie iſt mit der Praxis in Verbindung getreten und auf dieſem ufmetfmn naturgemäßen Wege iſt dieſer erfreuliche Erfolg herbeigeführt. Einzelne märkiſche Fruchtfolgen auf beſſerem Lehmboden ſind: 1) Kartoffel, 2) Gerſte, 3) Klee zum Mähen, 4) Mäheklee oder Waide bis Johanni, 5) Winterfrucht, 6) Kartoffel, 7) Gerſte, v. Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaft 16 s Vehſe weder di 0 ₰ 42 Be 1 8) Erbſen oder Grünwicken(es iſt daran zu erinnern, daß der Klee nicht zum beſten in der trockenen Mark gedeiht,) 9) Rocken; oder 6) Braache, 7) Reps, 8) Waizen, 9) Haber. Die Kartoffeln werden gewöhnlich erſt durch Brennerei zur Viehhaltung benützt. Da wo man das Brennereigewerbe ſtark betreiben will, giebt man auch dem Kartoffelbau noch mehr Ueber— gewicht, muß aber dann Stroh von auswärts beiſchaffen. Es kommen dann nicht ſelten zweimal Kartoffel hintereinander: z. B. 1) Kartoffel, 2) Sommergetreide, 3) Kleegraswaide, 4) Klee⸗ graswaide bis Johanni, 5) Winterfrucht, 6) Kleegraswaide, 7) ½ Waide ½ Kartoffeln. Man beobachtet bei obigem Anbau: Soll das Kleeland nicht blos 1 Jahr benützt werden, ſo werden Gräſer mit ausgeſäet, weil die Erfahrung gelehrt hat, daß dieſe Miſchung dem Vieh angenehm und zuträglich iſt und daß man dadurch auch dem Uebel— ſtande vorbeugt, der durch Erfrieren des Klee's eintritt. Die Gräſer leiden ſeltener durch Froſt und nehmen, nachdem der Klee zu verſchwinden anfängt, die Fläche ein. Die Kartoffeln betrachtet man als den Hebel des ganzen märkiſchen Ackerbaus. Es herrſcht übrigens in der Mark je nach mehr ſandigem oder gebundenerem Boden, je nach Abſichten des Gutsbeſitzers, je nach Wieſenzulagen, je nach dem ſchwächern oder ſtärkern Betriebe der dort mittelſt Mergelns allgemein eingeführten Bodenverbeſſerung ꝛc. diejenige Verſchiedenheit in der Aufeinanderfolge der Produkte, wie ſie das engliſche Wirthſchaftsſyſtem nach oben geſchehener Dar— legung ſo leicht zuläßt. Beiſpiele: Koppe's Wirthſchaft bei dem Betrieb einer Run kelnzuckerfabrik in dem reichen Niederungsboden des Oderbruchs: 1) Kartoffeln, 2) Gerſte, 3) Rocken mit Klee und Gras, 4) Mähekleegras, 5) Schafwaide bis Mitte Juni, 6) Reps, 7) Waizen, 8) Runkeln, 9) Hafer. 4 — Kleegr Ase lchen Kraf Esb des Rindy der Schaf Die h teiſe in g ſchaftlich a der höchſte Yom do häufg gführt war Alagraswa Tatzen. Necklen Niäbrung ih en, daß de 243 ) Jotn In Niederungen, wo der Anbau der Winterfrüchte miß⸗ aber. lich iſt: rennerei zu 1) Hackfrüchte, 2) Sommerfrucht mit Kleegras, 3) Kleegras, awerbe ſin 4) Kleegras, 5) Haber. mehr Ueber Als einen Beweis der bewirkten Zunahme der landwirthſchaft⸗ hafen. E lichen Kraft der Mark führt die berührte Darſtellung an: nder: 5. B. Es betrug der Stand „ 1) Keer des Rindviehs im J. 1816 400,000 Stück, jetzt 450,000 Stück, egraswadde, der Schafe„„„ 1,600,000„„ 2,500,000 eland nihh 1ͤͤ¹ͤn ausgeſäet Die vorher nie geahneten Ergebniſſe aus ſolcher Wirthſchafts⸗ dem Vien weiſe in ganzen Ländern, in der früher großentheils landwirth⸗ dem Uebel ſchaftlich armen Mark, wo Thaer ſelbſt wohnte und wirkte, ſind tritt. Die der höchſte Triumph für die Lehre Thaer's! en der Kli Pommern, mit zum Theil ſehr verſchiedenem Boden und wo häufig die ältere ſiebenfeldrige Mecklenburger Wirthſchaft ein— des ganzen geführt war, folgt dem Beiſpiele der Mark nach. Ich fand dort unter andern in Hinterpommern an Frucht ndigem dder folgen: ers, jm nnt Auf dem Hauptgute bei ſtarker Zulage von Wäſſerwieſen: rie 1) Kartoffeln, 2) Sommerfrucht mit Kleegras, 3) Kleegras, rbeſerung 4) Kleegras, 5) Winterfrucht, 6) Kartoffeln, 7) Erbſen, 8) er Podu Winterfrucht. hehener Dar Auf Vorwerken ohne Wieſen: 1) Kartoffeln, 2) Sommerfrucht, 3) und 4) Kleegras, lne V 5) Winterfrucht; auch Nrias 1) ‧. Kartoffeln ½ Erbſen, 2) Gerſte, 3) Mähekleegras, F 4) Kleegraswaide, 5) ½ Rocken„½ Hafer, 6) Braach, 7) Reps, 5 9 8) Waizen. ) Nee Mecklenburgs intelligente Gutsbeſitzer, die ſchon durch Einführung ihrer frühern Wechſelwirthſchaft die Aufmerkſamkeit 244 ‿ — der Landwirthe anderer Länder auf ſich gezogen haben, von welchen, wie oben berührt, die Märker die Wechſelwirthſchaft entlehnt hatten, welche dieſe nun durch Einverleibung der Grundſätze der engliſchen Wirthſchaft verbeſſert und umgewandelt haben, bleiben in ähnlichen Veränderungen nicht zurück; bei dem großen Umfange der Güter aber, der dünnen Bevölkerung und Aehnlichem gehört viele Ueberlegung und längere Zeit dazu, bis ein nach den Regeln des Fruchtwechſels verbeſſertes Wechſelwirthſchaftsſyſtem in Mecklen⸗ burg allgemein Eingang finden kann. Die eingeführte ausgedehnte Anwendung des Mergelns kommt auch den Mecklenburgern in Durchführung eines kräftigern, inten⸗ ſivern Betriebs der Landwirthſchaft, und dazu eines veränderten Wirthſchaftsſyſtems trefflich zu ſtatten. Durch das während mehre⸗ ren der verfloſſenen Jahrzehnte ausgeführte Mergeln trug der Boden nun hauptſächlich auch Reps und wurde für Klee empfäng— licher, ſo daß Repsbau und an die Stelle des früher nur einem natürlichen Graswuchſe überlaſſenen Dreeſches die künſtliche Anſaat mit Klee und Gras allgemein Eingang fand. Kam noch die Aufnahme des Hackfruchtbaus, der Kartoffeln, wie in der Mark dazu; rückte man die mit Klee und Gras ange— ſäeten Dreeſchſchläge der Düngung näher; beſchränkte man die Kleegras⸗ oder Dreeſchjahre nur auf zwei nacheinander, ſo war man ſchon nahe daran, in den engliſchen oder märkiſchen Wechſel überzugehen. In der That fand auch wirklich in Meck⸗ lenburg folgende Fruchtfolge, an die Stelle der bisher gewöhn⸗ lichen ſiebenſchlägigen Mecklenburger Wirthſchaft(oben S. 197) bald Beifall und häufig Eingang: 1) Hackfrüchte und Erbſen, 2) Sommerfrucht(nach Hackfrüchten) und Winterfrucht(nach Erbſen), 3) Kleegras, 4) Waide, 6)! ; Meh⸗ eenburger folge nach ſaften n Geg manche B Produft Eſſchüpfun wirke; ob beniger d Vinten, Großen der Mecll riger. Re lnburger; für ganz ne Es wi Nenken th duch duch dſciſigt. Ueber d Untunps, iunnder betr rſtienenen, ir im Jah 4 fü 7 1 1) Kart rnnd, on welchen, aft entlehnt undſätze de en, bleiben en Umfange ichem gehör den Regeln in Meclen⸗ gelns konm gern, inten veränderten grend mehre in teug der Aee empfin⸗ er nur einen nſilihe Anſ der Karvffn d Grns onge nite man di nder, ſo t märkiſche ich in Ne isher gevi ben 5 1 7an -—= 7— ᷑ 245 S— 5) Braachbearbeitung zu Repsſaat, 6) Reps, 7) Winterfrucht. Mehrere Umſtände wirken zuſammen, welche viele der Meck— lenburger Landwirthe in der Wahl einer neuen paſſenden Frucht⸗ folge nach den Grundſätzen der engliſchen und märkiſchen Wirth⸗ ſchaften noch ſchwankend machen, nemlich: Gegen die große Ausdehnung des Kartoffelbaus haben ſie manche Bedenken, z. B. wie ein ſolcher großer Kartoffelbau, deſſen Produkt dann großentheils zur Brennerei verwendet werde, auf Erſchöpfung oder Bereicherung des Bodens einer Wirthſchaft ein— wirke; ob nicht bei niedrig liegenden Aeckern mit bindenderem weniger durchlaſſendem Boden, bei den dort früher eintretenden Wintern, bei dünner Bevölkerung u. drgl. der Kartoffelbau im Großen ſehr weſentliche Anſtände habe. Die große Ausdehnung der Mecklenburger Güter mache eine intenſive Wirthſchaft ſchwie— riger. Reine Braachbearbeitung des Ackerlandes halten die Meck— lenburger Wirthe für ſichern Ertrag des wichtigen Wintergetreides für ganz nothwendig. Es wird ſich übrigens in Mecklenburg mit Aufklärung dieſer Bedenken theils durch Verhandlungen, theils durch Verſuche, theils auch durch bereits vorhandene viele Beiſpiele im Großen eifrigſt beſchäftigt. Ueber die paſſendſten Fruchtfolgen für die Bodenarten Meck⸗ lenburgs, wo Pferdezucht, Rindviehzucht und Schafzucht neben— einander betrieben werden, wurde eine von den manchen darüber erſchienenen Schriften von dem mecklenburgiſchen patriotiſchen Ver⸗ eine im Jahr 1840 gekrönt. Sie ſchlägt vor: a) für Waizenboden: 1) Kartoffel und Erbſen, 2) Gerſte, 3) Kleegras, 4) Klee⸗ graswaide, 5) Braache, 6) Reps, 7) Waizen, 8) Waide. 246 b) Für Gerſteboden: 1) Kartoffel und Erbſen, 2) Gerſte, 3) Kleegras, 4) Klee⸗ gras, 5) Braache, 6) Rocken, 7) Kleegras, 8) Sommergetreide. c) Auf ſandigen Haberboden: 1) Kartoffel und Linſen, 2) Haber, 3) Kleegraswaide, 4) Kleegraswaide, 5) Johannis- oder volle Braache, 6) Rocken, 7) Kleegraswaide, 8) Kleegraswaide, 9) Braache, 10) Rocken. Bei vielen andern Vorſchlägen und wirklich eingeführten Frucht⸗ folgen herrſcht immer mehr oder weniger die Richtung vor, an die Stelle eines vollen Schlags von etwa des Guts an Hack⸗ früchten, Allerlei zuſammenzuſetzen, um es zu umgehen, den Hackfruchtbau ſo ſtark, wie bei der engliſchen und märkiſchen Wirthſchaft auszudehnen, dagegen reine Braachbearbeitung ein⸗ treten zu laſſen. Daraus entſtehen Wirthſchaften mit vielen, oft bis zu 12 und 15 Schlägen, oder es wird der ſogenannte Hack⸗ fruchtſchlag auch noch mit allerlei anderem, wie Erbſen, Bohnen, Wickfutter, Lein u. ſ. w. beſtellt. Der hochgeſchätzte v. Thünen auf Tellow iſt gegenwärtig in dem Uebergange zu einer Wirthſchaft mit folgender Fruchtfolge begriffen: 1) Kartoffel, 2) Erbſen oder Bohnen(Kartoffel werden für eine ſehr gute Vorfrucht zu Erbſen und Erbſen für eine ſolche zu Winterung gehalten), 3) Waizen oder Gerſte, 4) Kleegras zum Mähen, 5) Kleegras zur Waide, 6) Braache, 7) Reps, 8) Waizen, 9) Waide, 10) Haber. Auch eine fünfſchlägige Wirthſchaft findet man unter andern Fruchtfolgen in Harkenſee: 1) Kartoffeln, 2) Erbſen, 3) Rocken, 4) Kleegras, 5) Kleegras, nach Johanni umgebrochen. Füt rizlich enburgiſ dom 12. „le N den ne gedeinth wo der g ghen ka Feldabih hewirthſc H) 2000 A00 )) A0- 0o' y 4000' 1 100 ) 400 dei ſ tunduktion ds Ac anbeingeſte güßerung uns Nang ſüerung So r de Anwen immer he uideyna —— Für die gegebenen Anſichten nicht unintereſſant fand ich erſt kürzlich in den„Auszügen aus den Diſtriktsprotokollen des meck— lenburgiſchen patriotiſchen Vereins“ in der Verſammlung in Teterow vom 12. März 1841 Folgendes: „Ueber die beſte Fruchtfolge in einer Bauernwirthſchaft theilte N. den nachſtehenden Vortrag mit: Eine mir zweckmäßig ſcheinende „4+ Kla⸗ nergetreide waide, N A Feldeintheilung und Fruchtfolge beſonders für Bauerwirthſchaften, — Aüri wo der größtmögliche Ertrag mit Bodenbereicherung gleichen Schritt un Fenſe gehen kann, will ich verſuchen zum Beiſpiel aufzuſtellen in einer 3 Nir Feldabtheilung von 20,000 Quadrat⸗Ruthen(etwa 150 Morgen) à an Sat bewirthſchaftet in 5 Schlägen, wovon tragen: hen⸗ dn 1) 2000 Quadrat⸗Ruthen Kartoffeln und Rüben, mͤniüh 2000„„ Schhotenfrüchte, als Erbſen, Linſen, itung ein⸗ Wicken, vilen, d 2) 2000„„ Somnmerkorn nach den Hackfrüchten, annte Hii⸗ 2000„„ Vinnterkorn nach den Schotenfrüchten, n, Bohnen 3) 4000„„ Miaheklee zu 1 Schnitt, dann Waide, 4) 4000„„ Kleegraswaide bis Nr. 3 wieder zur jenväriiin Waide angewachſen iſt, dann Braache, Fruchfolge beſtellt mit drei Furchen, 5) 4000„„ Winterkorn. werden fü Bei ſolcher Fütterungsproduktion bleibt eine ſtarke Dung— ine ſolhe h produktion nicht aus. Der Dung wird bald nicht Raum auf leegras zun ⅛ des Ackers haben. Es bleibt dann der Intelligenz des Wirths 8) Waizen anheimgeſtellt, wie er ihn benützen will. Durch entſtehende Ver⸗ größerung ſeines Getreide- und Futtererzeugniſſes wird er endlich unter anden aus Mangel an Raum im Sommer für ſein Vieh zur Stall— fütterung übergehen.“ So wird es immer näher rücken, daß auch in Mecklenburg die Anwendung der Grundſätze des engliſchen Wirthſchaftsſyſtems immer heimiſcher wird, wozu nur noch gehört: 1) größere Ausdehnung des Hackfruchtbaus auf wenigſtens 70 bis des — 248 Ackerlandes und 2) Verminderung der reinen Braache. Die Bedenken der Mecklenburger Wirthe, welche gegen Erſteres oben ange⸗ führt wurden, werden durch die gelungenen Beiſpiele der benach— barten Mark, die dadurch an Bodenreichthum gewonnen hat, und der es jetzt an Menſchenhänden nicht fehlt, ebenſo, wie durch eigene Erfahrungen nach und nach verſchwinden; der durch vermehrten Hackfruchtbau herbeigeführte ſorgfältigere Bau des Bodens und die allmählig angebahnte Einführung eines möglich vollkom— menen Pflugs und dadurch tiefern Beackerns wird vielleicht die volle reine Braachbearbeitung minder weſentlich nothwendig machen, und wenigſtens auf Johannibraache nach den dann dichter und reiner ſtehenden Kleegrasſchlägen beſchränken. In Holſtein findet die Einführung veränderter Bewirth— ſchaftung ähnlich wie in Mecklenburg, jedoch langſamer, ſtatt. Der dortige alte Hauptzweig des landwirthſchaftlichen Ertrags, Rindviehzucht mit der ausgedehnteſten Butterbereitung, läßt viele Wirthe mit großer Vorliebe auch an die alte Bewirthſchaftungs— weiſe halten. Von neuern Wirthſchaften daſelbſt wurden mir bekannt: 1) Kartoffeln, 2) Gerſte, 3) Mähekleegras, 4) Kleegraswaide, 5) Kleegraswaide, 6) Haber, 7) Braach, 8) Wintergetreide; oder 1) Kartoffeln, 2) Gerſte, 3) Mähekleegras, 4) Kleegras⸗ waide, 5) Haber, 6) Braache, 7) Reps, 8) Wintergetreide. Vor allen aber ging Kapitän Carr auf Tüſchenbeck bei Lübeck(ſchon oben S. 67 berührt) mit dem rühnlichſten Eifer in Einführung des engliſchen Wirthſchaftsſyſtems mit vorherrſchendem Futterbau und Viehzucht voran, und es iſt zu wünſchen, daß wohl— thätige Folgen von dieſer intereſſanten Wirthſchaft nicht ausbleiben. Seine dreierlei Fruchtfolgen ſind: auf lehmigem Sand: 1) Rüben, 2) Gerſte, 3) Klee zum Mähen, 4) Winterfrucht, 5) Mengfutter gedrillt, 6) Haber. Schwingr ds girſi Die Mecllenbe ühne auc wenn er riß der en „Ma Gegenden zu Hinden gir fir ei unnöglich lolteiniſch ſteftsſyſtem ürmen, zu icht den ung. Da Jerſchen e Jdeez ficte, D) darillt 6) Noch an angen ie Bedenten oben ange⸗ der benadh⸗ n hat, und urch eigene vermehrten oodens und vollkom⸗ d vieleich notywendig aann dichter Bewirth⸗ ner, ſtatt. Ernags, läßt viele ſchaftungs⸗ kannt: graswaide, reide; oder Kleegrab⸗ etreide. enbeck bei Eifer in rrſchendem daß wohe zusbleiben. interftucht ——Vʒ————— ² 249& Auf gebundenerem Lehm: 1) Bohnen gedrillt, 2) Winterwaizen, 3) Kleegras, 4) Klee⸗ gras zur Waide für Rindvieh, 5) Hafer. Auf leichterem Sandboden: 1) Kartoffeln, 2) Erbſen gedrillt, 3) Rocken, 4) Kleegras⸗ waide, 5) Kleegraswaide für Schafe, 6) Haber. Dabei verbreitet K. Carr den vollkommenen engliſchen eiſernen Schwingpflug, hat ſehr zweckmäßige Wieſenbewäſſerungen angelegt, das airſbir'ſche Rindvieh aus Schottland eingeführt und Andres mehr. Dieſe Bemerkungen über die vor ſich gehende Aenderung in Mecklenburger und Holſteiner Wirthſchaften kann ich nicht ſchließen, ohne auch hier wieder den weitſehenden Blick Thaers zu ehren, wenn er ſchon vor bald 50 Jahren in ſeiner Einleitung zur Kennt— niß der engliſchen Landwirthſchaft Bd. 1 S. 760 ꝛc. ſagt: „Mag immerhin ein Theil der großen Landwirthe in jenen Gegenden(Mecklenburg und Holſtein), wenn dieſe Blätter ihnen zu Händen kommen ſollten, mich für einen Stubenökonomen, oder gar für einen windigen Projektmacher erklären— ich kann mir unmöglich die glücklichen Verhältniſſe der mecklenburgiſchen und holſteiniſchen Güter denken, ohne mir mehrere Ideen von Wirth⸗ ſchaftsſyſtemen, wodurch ſie ſo ſehr viel höher benützt werden könnten, zu machen. Nach 20 oder 30 Jahren wird man mich und dieſe Schrift vergeſſen haben; die Sache aber anders beur— theilen. Die vollſtändige Stallfütterung gebe ich vorerſt auf. Aber nicht den Futterbau zu Waide, zur Neben- und zur Winterfütte— rung. Dazu werden, unter guten Bedingungen, die mehreren Menſchen leicht herbeizuſchaffen ſeyn, die ſie etwa erfordern könnte. Als Idee zu einer ſolchen Felderordnung ſchlage ich vor: 1) Hack— früchte, 2) Gerſte, 3) Klee, 4) Waizen, 5) Erbſen oder Bohnen gedrillt, 6) Rocken, 7) Kleegras, 8) Kleegras, 9) Haber, 10) Rocken.“ Noch haben wir nun das Düngungsverhältniß einiger der oben angenommenen Fruchtwechſel zu berechnen: 250 Märkiſcher Wechſel. Oben S. 242.) 1) Kartoffeln, 2) Gerſte, 3) Kleegras, 4) Kleegras, 5) Winter frucht, 6) Kartoffeln, 7) Gerſte, 8) Grünwicken, 9) Rocken. Alſo auf 9 Morgen: Düngung: 2 mal 3 Erndten à 12 Fdr. 24 Fdr. à 22 Ctnr. 528 Ctnr. davon 2 Kleejahre 1½ Fdr. à 22 Cmr..... 33„ Reſt 1905 Ctnr. Erzeugniß: Kartoffeln........... 55 Einr. Heuwerth Sommerfrucht....... 16„ Stroh Kleegraet.....O.. 30„ Heuwerth Zweites Kleegras........ 15„„ Winterfrucht.. 25„ Stroh Karkoffeln........... 55„ Heuwerth Sommerfrucht....... 16„ Stroh Grünwicken..... 24„ Heuwerth Winterfruchtt. 25„ Stroh 4 Mrg. Stoppelwaide a Etnr. e 3„, Heuwerth zuſammen 264 Ctnr. doppelt als Dünger. 528„ es ergiebt ſich alſo Düngerüberſchuß und kann daher ein Theil der Kartoffeln zur Brennerei verwendet werden. Nehmen wir die Hälfte der Kartoffeln, alſo von 1 Mrg., als zur Brennerei zu verwenden an, ſo ſtellt ſich das Erzeugniß an Düngermaterial ſo: von obigen„..... 264 Ctnr. Heuwerth gehen ab von 1 Mrg. an Kartoffeln 55„ Reſt 209 Ctur. dazu jenes Werths als Schlemppe. 23„ zuſammen 232 Ctnr. dut dobp vdaß do auf 9 120( Hat Vethälti der Schl wie dieß Ver 82 Ctnr. Branntwe Bode Mrkpr fuucht, 3) ) Vinter Aſo T a12 Erndt al2weiter daran 5) Vinter Rocken. 528 Ctnr. 38 495 Ctnx. Heuwerth Stroh Heuwerth T Stroh Heuwerth Stroh Heuwerth Stroh Heuwert) ein Theil 1 Mrg., Erzeugniß uwerth —ÿ Transport 232 Ctnr. thut doppelt.... 464„ ſo daß dann noch etwa%½ Mrg. Wieſen auf 9 Mrg. Ackerfeld erforderlich, à 20 Ctnr. alſo 15 Ctnr. Heu oder 30„ Duüngerwerth zuſammen 494 Ctnr. Hat man dann noch mehr Wieſenzulage, ſo kann in dieſem Verhältniſſe noch mehr von den Kartoffeln zu Branntwein, oder der Schlag 8) zu Erbſen als Marktprodukte verwendet werden, wie dieß in der Mark auch ſtattfindet. Verhältniß des Strohs zum Futter: 82 Ctnr. Stroh, 165 Ctnr. Futter(wenn 55 Ctnr. Kartoffeln zu Branntwein verwendet werden) und mit ³ Mrg. Wieſen; alſo 1 zu 2. Bodenbenützungs⸗Verhältniß: Marktprodukte(1 Schlag der Kartoffeln als Marktprodukte angenommen)........ 1 Futter....... 5. A=. 23,. t d., Neuerer Mecklenburger Wechſel. (Oben S. 244.) 1) ½ Kartoffeln, ½ Erbſen, 2) Winterfrucht, ½ Sommer⸗ frucht, 3) Kleegras, 4) Kleegraswaide, 5) Braach, 6) Reps, 7) Winterfrucht. Alſo auf 7 Morgen Düngung: zu 2 Erndten, darunter ³ Hülſenfrüchte 7 Fdr. zu 2 weitern Erndten, darunter Reps 11„ zuſammen 18 Fdr. à 22 Ctr.= 396 Ctr. daran erſetzen: 2 Jahre Kleegras 1½ Fdr.... 33 Ctr. 1 Jahr ½ Braach à 2 Fdr. 1 Fdr. 22„ 55 1/ Reſtbedarf 341 Ctr. Erzeugniß: ½ Mrg. Kartoffeln à 55 Ctnr.... 27 ¾ Ctnr. Heuwerth „ Crbſen à 16 Etnr...... 8„ Stroh he„ Winterfrucht à 25 Ctnr.... 1294.. 5, Sommerfrucht à 16 Ctur. 8 3 9 1„ Kleegras.. 30„ Heuwerth 1„ zweites Jahr Klergras.... 15„„ 141e Reps. 13„ Stroh 1„ Winterfrucht.25„„ 3½„ Stoppelwaide à ½ Ctnr.... 2 ½„ Heuwerth 1„ Braachwaide.... 1„„ 5 zuſammen 143 Ctnr. dieß beträgt an Dünger..... 286 Ctnr. es zeigt ſich demnach ein Abmangel von 55„ ſo daß eine ſolche Wirthſchaft nicht als ſelbſtſtändig beſtehen kann, ſondern etwa 1½ Mrg. Wieſen auf 7 Mrg. Ackerfeld nothwendig hat. Das Verhältniß des Strohes iſt wie 2 zu 3. Das Bodenbenützungsverhältniß: Marktprodukte(Reps für 1 ½ Jahre angenommen) V Futter..........„ Würde bei dieſer Fruchtfolge der Kartoffelbau voll einge— führt, dadurch und mittelſt vollkommener Pflüge die Braachhaltung auf Johannisbraach beſchränkt, ſo ſtellt ſich die Berechnung ſo: Düngung: zu 2 Erndten 8 Fdr. zu 2 weitern Erndten, dar⸗ unter Reps 11 Fdr. zuſammen 19 Fdr. à 22 Ctnr.= 418 Ctnr. daran erſetzen: 3 Kleegrasſchläge à 1 und ½ Fdr.= ⁸υ Fdr.. Zu e Reſtbedarf 374 Ctnr. Heuver Stroh T / Heuwerth T Stroh 1 Heuwerth / ehen kann, vendig hat. en) ² 1 oll einge⸗ achhaltung ung ſo: 418 Ctnt. 44 6— 371 Cnr. ———, Erzeugniß: 1 Mrg. Kartoſſelnl. 55 Ctnr. Heuwerth 1„ Sommerfrucht....... 16„ Stroh 1„ Klesgiasas 30„ Heuwerth 2„ Kleegrasweide..... 30„ 1„ Reds. 13„ Stroh 1„ Winterfrucht....... 25„„ 3„ Stoppelwaide... 2 ¼„ Heuwerth zuſammen 1711 dieß beträgt an Dünger..... 342% demnach Abmangel.. 31% was mit ¾ Mrg. Wieſen gedeckt werden könnte. Ctnr. Ctur. / Dabei würde ſich das Verhältniß des Strohs zum Futter verbeſſern auf wie 1 zu 2. III. Annähernde Ermittlung des Ertragsverhältniſſes bei den verſchiedenen Wirthſchaftsſyſtemen, beſonders aber des Einfluſſes der mehr oder minder ausgedehnten Futterproduktion; nebſt Schlußfolgen daraus. Es liegt mir jetzt in Verfolgung der angeſtellten Betrachtungen ob, zur Würdigung des Werthes nach allgemeinern Rückſichten der verſchiedenen Wirthſchaftsſyſteme eine annähernde Ermittlung vergleichender Verhältniſſe ihres Ertrags nach Geldwerth, insbe— ſondere aber des Einfluſſes des mehr oder weniger auf dem Acker⸗ lande ausgedehnten Futterbaus(einſchließlich des Hackfruchtbaus) auf jenen Ertrag einer ganzen Wirthſchaft auch für nicht eng— liſche, übrigens für ſolche Verhältniſſe einander gegenüber zu ſtellen zu verſuchen, in welchen der Wahl zwiſchen den verſchie— denen Wirthſchaftsſyſtemen keine beſondern Anſtände, wie 5. B. Mangel an zuſagendem Boden, an Arbeitskräften, an Viehabſatz u. drgl., entgegenſtehen. Bei ſolchen Ertragsberechnungen findet ein Jeder Anſtand in Beantwortung der Frage, die ſich alsbald aufdringt: wie ſoll der Werth ſolcher Gegenſtände, welche in großer Ausdehnung nicht als Marktprodukte betrachtet werden können, alſo insbeſondere Fütterungsmaterialien, Stroh, Dünger berechnet werden? 50 ljamme Daten d Enndte d Dünger i rnſtide galegen ſ ſbrfliche immer gr Viehhalt dabet von ewölnlic allgemei hömten; d preiſe zu g in Maſe k dilzucht g kerreben w figung und lot ſch dad dauſchluß dothvendige veen müſt in, ſo vor lgeugen, es ind es wer icen Zuſtan ds Ertnags ſdn berühr duffihrun ichnende en ic nuf den tsſyſtemen, dehnten ihtungen bückſichten rmittlung , insbe⸗ em Acker⸗ ichtbaus) ht eng⸗ rüber zu verſchie⸗ ehabſatz jand in können, —— So lange uns die Statik des Ackerbaues— wie bei ſo viel zuſammenwirkenden Umſtänden wohl noch lange— keine genaueren Daten darüber an die Hand giebt, wie viel jede einzelne Erndte von der Bodenkraft nehme, in welchem Verhältniſſe der Dünger wieder Erſatz leiſte und die Erndten erhöhe u. drgl., welcher poſitive Werth hiernach dem Dünger und den Düngermaterialien bei⸗ zulegen ſey, ſo wird die Beantwortung jener Frage bei landwirth⸗ ſchaftlichen Ertragsberechnungen und darauf baſirten Schlußfolgen immer große Schwierigkeiten geben. In der Regel kommt dabei die Viehhaltung am übelſten weg. Futterbau und Viehhaltung werden dabei von einander getrennt; Futter und Stroh der Viehhaltung gewöhnlich in Preiſen zur Laſt geſchrieben, wie ſie, wäre ihr allgemeiner Verkauf denkbar, nie in Maſſe verkauft werden könnten; der Dünger dagegen wird der Viehhaltung in ſo geringem Preiſe zu gut gerechnet, wie ihn der Acker im Allgemeinen nie in Maſſe kaufen könnte. Dadurch und durch den Umſtand, daß Viehzucht gewöhnlich wenig rationell, daher mit geringem Erfolge betrieben wird, erſcheint der Ertrag aus der Viehzucht mit Begün— ſtigung und zum Vortheil des Marktproduktenbaus gering und es hat ſich dadurch nicht ſelten der für die Landwirthſchaft gefährliche Trugſchluß feſtgeſetzt, daß Futterbau und Viehzucht nur auf das Nothwendigſte, deſſen Ausmittlung freilich ſchwer wird, beſchränkt werden müſſen, es wird dann der Acker als dazu beſtimmt gehal— ten, ſo vorherrſchend als möglich Marktprodukte und Stroh zu erzeugen, es wird derſelbe großentheils von den Wieſen genährt, und es werden dieſe fortwährend in einem kraftloſen uneinträg— lichen Zuſtande nachgeführt, ohne ſie gehörig mit in die Berechnung des Ertrags aus einem Geſammt-Güterkomplexe zu ziehen. Die eben berührten Umſtände machen auch die landwirthſchaftlichen Buchführungen bei uns ſo ſchwierig. Wie würde ſich der praktiſch rechnende engliſche Landwirth wundern, wenn er in dieſen gewöhn— lich auf dem Viehzuchteonto— von Rinder- und Schafhaltung— 256 ☚☛☚ ein Defiecit faͤnde.„Trägt denn“— würde er fragen— „der Futterbau durch die Viehhaltung, welche beide ſich beim Wirthſchaftsreſultate nicht trennen laſſen, und welchen man doch auch in Deutſchland wenigſtens die Hälfte des Bodens widmet, nichts ein? Muß ein ſolches Ergebniß nicht entweder auf unvollkommener Wirthſchaft oder aber auf falſchen Vorderſätzen in der Rechnung beruhen?“ Es muß ſehr zu bedenken gegeben werden, daß auch bei uns im Allgemeinen— Ausnahmen können nicht in Betracht kommen— Ackerbau gar nicht von Viehhaltung und Futterbau getrennt betrachtet werden können, daß ohne vielen Dünger kein guter Ackerbau zu treiben iſt; daß man dem Ackerbau wenigſtens den Düngerwerth ſo berechnen müßte, daß die Vieh— zucht kein Deficit hat; daß man den Dünger auch theurer bezahlen kann, ohne bei richtiger Verwendung Nachtheil dabei zu haben; daß aber freilich derjenige am beſten wirthſchaftet, dem der Auf— wand für eine reiche Düngererzeugung ſeinen Geſammt-Reinertrag am wenigſten ſchmälert; ob dieſes aber im Allgemeinen nicht dadurch am beſten erreicht werden könne, daß reichliche Futtererzeugung auf dem Ackerlande in dem Verhältniſſe ſtattfinde, um daſſelbe in voller Kraft erhalten zu können, Acker und Wieſen von einander unabhängig werden, und eine— ſolchem Bedürfniſſe entſprechende ſtarke, beſonders aber rationell betriebene Viehzucht ſtattfinde, welche das Futter am theuerſten zu verwerthen, alſo auch den Dünger am wohlfeilſten zu produciren im Stande iſt. Für dieſes, um nemlich ſo gut als möglich dazu beizutragen, darzulegen, daß gut betriebener und ausgedehnterer Futterbau auf dem Ackerlande, dabei vermehrte vollkommenere Viehzucht der ver⸗ ſchiedenen Zweige gegenüber von vorherrſchendem Marktprodukten⸗ bau den Durchſchnitts-Reinertrag der Fläche nach nicht nur nicht vermindere, ſondern in den meiſten Fällen erhöhen könne— für die Hervorhebung der ſo oft verkannten großen Wichtigkeit eines ausgedehnten Futterbaus und einer möglich vervollkommnet retriebe vitthſch auch a tauptſi weiſe u Jr Seziehu den und Koyye inmen un dn Erndt len. Se ind die C Nickherli —— 257 ſage— betriebenen Viehzucht nach ihren verſchiedenen Zweigen für den land⸗ ſch bein wirthſchaftlichen Geſammtertrag, glaube ich es wagen zu müſſen, man doch auch als Vorkämpfer aufzutreten; wobei ich gerne geſtehe, daß dmet, nicts hauptſächlich erſt die eigene Anſchauung der engliſchen Wirthſchafts⸗ llkommene weiſe mich in den Anſichten darüber in hohem Grade beſtärkt habe. Nechnung In Hinſicht der nun anzuſtellenden Berechnungen bin ich unter „ daß auch Beziehung auf das oben Geſagte mit Demjenigen ganz einverſtan— in Betracht den und werde es dabei auch durchführen, was der praktiſche Futterbau Koppe ausſpricht: Dünger„Eine große Schwierigkeit bei der Koſtenberechnung macht n Ackerbau der Dünger. Ich ſchlage vor, die Erzeugungskoſten des letztern die Vieh⸗ bei der Berechnung des Ackerbaus ganz außer Acht zu laſſen und röbezahlen von der im Großen zutreffenden Annahme auszugehen, daß bei zu haben; einem richtigen Verhältniſſe zwiſchen Nutzviehhaltung und Ackerbau nder Auf der letztere das Stroh umſonſt an die Viehhaltung abgebe, aber Neinertrag dafür auch den Dünger umſonſt erhalte.“ icht dadurt Es handelt ſich dann nur um die Fragen: ererzeugung 1) was erträgt der Acker aus wirklichen Marktprodukten; daſilbe in 2) was bringt der Futterbau durch die Viehzucht ein; d. h. on einande wie verwerthen ſich die Futtermaterialien durch die Viehzucht; ntpprchent 3) welcher Durchſchnittsertrag einer Wirthſchaft bildet ſich inde, welce durch beide? Da dabei nur der Durchſchnitts-Ertrag der Marktproduk⸗ tenfelder und der Durchſchnitts-Ertrag der Futterfelder der ganzen Wirthſchaft zu berückſichtigen iſt; ſo hat dabei auch nur die Durchſchnitts-Wirkung der Düngung auf die verſchiedenen Produkte, mögen ſie der vorhergegangenen Düngung näher oder entfernter ſtehen, in jeder einzelnen Fruchtfolge in Berechnung zu den Dünger beizutragen utterbau auf icht der bei⸗ ht kommen und man umgeht dadurch die Schwierigkeit, jeder einzel— Firee ſi nen Erndte den Düngerwerth, den ſie verzehrt, ausmitteln zu üin Its ſollen. Sowohl beim Marktproduktenertrag, als beim Futterertrag Riti 4 ſind die Crtfißß aus früh und ſpät nach der Düngung folgenden wvollommie Weckherlin, über engliſche Landwirthſchaf 17 258 ☚ Trachten(die Verwendung des Düngers auf Wieſen wird abge— ſondert betrachtet werden, und es ſind bei den folgenden Berech— nungen nur ungedüngte Wieſen angenommend) gemiſcht bei einander und gleichen ſich dadurch bei beiden aus. Die Hauptfutter— produkte, Klee und Hackfrüchte, gedeihen nur bei reichlicher Dung— kraft gut, ſie kommt daher dieſen eben ſo zu ſtatten, wie den Marktprodukten, wenn gleich z. B. bei Klee angenommen wird, daß er die Bodenkraft nicht vermindere. Der Fruchtwechſel kommt den Marktprodukten ebenſo, wie den Futtergewächſen zu gut. Nur wenn man den Reinertrag einzelner Produktionen, nicht den von Geſammtwirthſchaften, mit einander vergleichen und Schlußfolgen daraus ziehen will, muß die Düngung und die verſchiedene Folge nach derſelben ſehr berückſichtigt werden. Wir kommen auf obige drei Hauptfragen zurück. Die erſte iſt für ein großes Durchſchnitts-Reſultat weniger ſchwierig zu beantworten. Es handelt ſich dabei uüm die Ermittelung von Folgendem: a) eines großen— die meiſten Verhältniſſe umfaſſenden Durch— ſchnitts für die Annahme des Naturalertrags der verſchiedenen Marktprodukte p. Morgen. Hierüber ſtehen die verſchiedenſten Quellen zu Gebot. Der folgende Durchſchnitt iſt aus der Angabe der bewährteſten Land— wirthe in Zuſammenſtellung mit eigenen Erfahrungen unter Be⸗ rückſichtigung der im Eingange angenommenen Durch⸗ ſchnittsdüngung gezogen. b) Des Durchſchnitts-Marktpreiſes dieſer Produkte. Hierzu glaube ich am paſſendſten einen ungefähren Durch— ſchnitt aus denjenigen Preiſen wählen zu können, wie ſie bei der bedeutenden Verwaltung von Hohenheim in den letzten 10 Jahren, rückwärts von 1839 an, unter Rückſichtsnahme auf die dort ſtatt⸗ findenden Verhältniſſe und in ziemlich runden Zahlen ſich berechnen. — 2 hältniſ Aage, nach d Berück Vorfti Bearb zu ziel Ich kan dann d knnte, nich dar it hohe Theil vo iinem Bo dhm, au bei hinla trgab, ar den verſc dam Jed Üngong di ſelchen rüxlich dddurc, angelegt Man ditzſche tſten di nechelwi 259 vind oüge c) Des Aufwands auf die Produktion, um den Ertrag nach 6 Verech⸗ Geldwerth von den verſchiedenen Produkten einander gegen⸗ dei einnder über ſtellen zu können. Hauptfute⸗ Um einen Durchſchnitt hiefür aus den verſchiedenſten Ver⸗ icher dung hältniſſen, von dem verſchiedenſten Boden, von der verſchiedenen n, wie den. Lage, Größe, Entfernung der Güter vom Hofe und vom Markte, nmen witdd, nach dem Maaße der diſponibeln Arbeitskräfte u. ſ. w. und mit Berückſichtigung der nach den vielerlei Fruchtfolgen verſchiedenen ebenſo, wie Vorfrüchte, verſchiedener Braachhaltung u. drgl., welche auf die Reinertrag Bearbeitungskoſten für die folgende Produktion von Einfluß ſind, rirthſchaften zu ziehen, wären beinahe unausführbare Berechnungen nothwendig. ziehen wil, Ich kann mir ohne in die größte Weitläufigkeit zu verfallen, die xſelben ſehl dann doch das Richtige bis ins Detail immer noch nicht verbürgen könnte, nicht anders helfen und halte es daher für das Einfachſte, mich damit zu begnügen, den wirklichen Aufwand, wie er ſich ltat wenige in Hohenheim auf einem Gute von etwa 1000 Morgen mit zum Theil vom Hofe verhältnißmäßig ziemlich entfernten Feldern auf polgendem: einem Boden, der abwechſelnd in ſandigem Lehm, Lehm und ſtrengem enden Durch Lehm, auch Thonboden beſteht, in einem Durchſchnitte von 8 Jahren bei hinlänglicher Bevölkerung und deswegen mäßigen Arbeitspreiſen ergab, anzunehmen und dabei anzugeben, welche Bearbeitung nach Febot. De den verſchiedenen Vorfrüchten darunter begriffen ſey, wornach es dann Jeder nach ſeinen Verhältniſſen beurtheilen kann. Das im Eingang Bemerkte muß dabei wiederholt werden, daß, wenn auch verſchiedenen rteſten Land⸗ . Be Wů ſa bei ſolchen allgemeinen Vergleichungen einzelne Anhaltspunkte un— möglich für jedes einzelne Verhältniß paſſen können, ſich dieſes dadurch, daß der gleiche Maaßſtab bei allen Wirthſchaftsſyſtemen 5 nf angelegt wird, für den vorliegenden Zweck wieder ausgleichen möge. bei d Man kann in dieſer Hinſicht auch entgegnen, daß z. B. bei e dh Wirthſchaften, welche Braachbearbeitung haben, die Beſtellungs— koſten dieſer, daher der Winterfrucht höher ſeyen, als bei Frucht— fie dort fant—„ ird wechſelwirthſchaften ohne Braache. Dieß kann aber der große ch berechiel 260 Duͤrchſchnitt jenen eben ſo wenig zur Laſt ſchreiben, als er, nach der Bemerkung oben S. 187 dem Braachwirthe, dem Dreeſch⸗ wirthe, dem Fruchtwechſelwirthe ꝛc. die beſondere Wirkung auf den Ertrag, welche der Eine ſeiner Braache, der Andere ſeinem Dreeſche, der Dritte ſeinem Wechſel beimißt, zu gut ſchreiben kann. Unter dem Produktions-Aufwand iſt berechnet: Ackerarbeit, Saatarbeit und Samen, Pflege der Saat, Erndte ſammt Einführen, Draſchkoſten und Arbeit für die Aufbewahrung bis zur Verwerthung. In Betreff der letztern Poſten, welche ſich nicht, wie die erſtern, der Fläche nach gleich, ſondern nach der Größe der Erndten verhalten, iſt der bei Hohenheim für größern Ertrag vorgekommene Aufwand auf den angenommenen geringern allgemeinen Durchſchnitts-Ertrag redueirt. Die gewöhnlichſten Arbeitspreiſe und Löhne, wie ſie dabei in der Hohenheimer Buchführung aufgerechnet werden, ſind: für 1 Pferd täglich 30— 44 kr., Taglohn für 1 Mann 22— A kr., für 1 Mädchen 16 kr., wornach ſich dann übrige Arbeitspreiſe berechnen. Kapitale und allgemeine Adminiſtrationskoſten, weil dieſe ſich auf die ganze Wirthſchaft vertheilen, werden weder bei den Markt— produkten noch bei der Viehzucht für unſere Zwecke abgeſondert in Berechnung genommen; es hat ſich dieſe Jeder bei der Wahl eines Syſtems zu berechnen; eben ſo wenig Gebäude- und Geräthe— Unterhaltung; auch die Arbeiten für die Düngung kommen aus oben entwickelten Gründen nicht einzeln in Betracht. Es kann daher der zu ermittelnde Ertrag nicht als Rein-Ertrag, ſondern nur als das vergleichende Verhältniß für den Reinertrag betrachtet werden, wie es ſich bei den verſchiedenen Wirthſchafts⸗ ſyſtemen unter gleichen Umſtänden vergleichungsweiſe gegeneinander verhalten möchte. Nach dieſem Allem ſtellt ſich der zu ſuchende Durchſchnitt für Beantwortung der erſten Frage auf Folgendes: 9 2 80 irr Pobenbeirn tDnS uuT —— s er, ma m Dreeſch 5 42 irkung auj ⸗ 2 ppp ſo⸗ 9 2 2 dere ſeinen 3 33 5 4 525 eiben kann. 5 5 2 3 2 2* nat, Erndte“ 2*2 fbewahrung 2 8 welche ſch 2** 5 G& n nach der 5 S 2 2 ür größern 2 5— 3———— 258 geringern 5 V 8== 2 4** „. 2 7 82 2 56 ſie dabei 25 2 1 8½ 5 ⁸ 35. 1 5 3 ½ 255 ſind: für 5 2 An 1212 52 5 5 5. π 5 5* rbeitspreiſe S52 855 E i 5 5 3 2 5 2 dieſe ſich 5 V 3— den Markt⸗ 5 5 B— 255 eſondert in„A 8 R A1 5E 5 55* Wahl eines———— 12 Geräthe⸗ 2* 8 3 2 5 mmen aud 7 5 — X Es kann T. 3 4 2 5 ;, ſöndern 25* einertrag S 6 55 ftz⸗ 8 S— 5Z2 irtſſchafts⸗— 5 3 .* O 4 geneinander. 5 3 8= 5* 5. 5„ A2 2 ſchnit fů S 5 5 5 5 5 262 Die zweite der obigen Fragen: wie verwerthen ſich die Futtermaterialien durch die Viehzucht wäre, wenn es mittelſt eines Geſammt-Durchſchnitts von allen gewöhnlichen Verhältniſſen geſchehen ſollte, gar nicht zu beant— worten. Hierüber müſſen freilich nur die Reſultate einer gegebenen Lokalität einen Anhaltspunkt liefern, nach welchen dann Jeder ſeine eigenen Verhältniſſe zu beurtheilen hat, in ſo ferne über— haupt durch unſere Ausführung dargelegt werden ſoll, in wiefern, d. h. nach welchen Verhältniſſen, eine Vermehrung oder Beſchrän⸗ kung der Futterproduktion ökonomiſch vortheilhaft ſey. Wir halten uns alſo auch hier an das wirkliche Ergebniß von Hohenheim nach einem Durchſchnitte von 8 Jahren und ich habe dieſes mit folgenden Berechnungen zu belegen. Es iſt darzuthun: 1) Wie hat ſich 1 Ctnr. Heuwerth über Abzug der auf die Viehhaltung gegangenen Koſten verwerthet; 2) welche Produktionskoſten ſind p. Mrg. Futtererzeugung davon abzuziehen, um den bevorbleibenden Ertrag auszumitteln. Die Reſultate hiervon ſind: 1) Bei der Nutz-Rindviehhaltung, d. h. Milchviehhaltung mit regelmäßiger Aufzucht von Jungvieh. Bei dieſer werden in Hohenheim 80— 100 Stück Groß⸗- und Jungvieh bei voller Stallfütterung gehalten. Die Einnahmen in dieſen 8 Jahren betrugen: aus Milch(gewöhnlicher Durchſchnittspreis 3 6 kr. wie ſie zur Fabrikation von Käſe verkauft wird). 16092 fl. 54 kr. aus verwerthetem Vieh, wobei der Durch⸗ ſchnittspreis von Farren, Kühen und Rin— dern von 1 Stück 57 fl. betragen hat. 18949„ 15„ zuſammen 35042 fl. 9 kr. die auf Futter allei ſafe Stall 2—2 J auch da 1 Ctnr. verwern 2) Die dvwa 110 gäitniß ar lagtere w deteht aus Meinos, Die Aühtvieh, ſgſige 5 ulme der X ſ Gf duf Cr. deid dengläſch durch die von allen zu beant⸗ gegebenen nn Jeder rne über⸗ wiefern, Beſchrän⸗ Ergebniß und ich r auf die erzeugung mitteln. Zungvieh⸗ roß- und e ſie zur * 54 fr. .9k 263 ☛« Transport 35042 fl. 9 kr. Die auf die Viehhaltung mit Ausnahme des Futters verwendeten Koſten für Geſindelöhne, alle übrigen Handarbeiten für Futterbei— ſchaffen, Futterſchneiden, für Salz, Oel, Stallrequiſiten ꝛc. betragen. 9587„ 50„ bleiben Ertrag 25454 fl. 19 kr. Das verwendete Quantum Futter an Heuwerth, worunter auch das Futterſtroh, beträgt..... 69382 Ctnr. 1 Ctnr. Heuwerth hätte ſich demnach bei der Nutzrindviehhaltung verwerthet z....... 22 kr. 2) Schäferei. Die Anzahl der Schafe, alte und junge, war im Durchſchnitt etwa 1100 Stück. Es beſteht das bei eigener Zucht gewöhnliche Ver⸗ hältniß an Müttern, Böcken, Jährlingen, Lämmern und Hammeln. Letztere werden mehr mager als fett verwerthet. Der Hauptſtamm beſteht aus Elektorals; der kleinere Theil aus Kreuzungen theils von Merinos, theils von deutſchen Schafen mit engliſchen Langwollſchafen. Die Einnahmen in dieſen 8 Jahren betrugen für Wolle, Zuchtvieh, Brackſchafe, Felle c...... 49475 fl. 22 kr. (dabei wurden im Durchſchnitt erlöst: aus 185 Ctnr. Wolle p. Ctur. 150 fl. „ 285 Böcken p. Stück... 23 ½2„ „ 1231 Mutterſchafen p. Stück. 8 ½„ „ 626 Hammeln p. Stück.. 7„) Die Ausgaben für Schäferhaltung, alle ſonſtige Handarbeit, Oel, Salz ꝛc. mit Aus⸗ nahme der Fütterung........ 12530 fl. bleiben 36945 fl. 22 kr. * Es fallen dabei im Durchſchnitt für alle Wart⸗ c. Koſten des Viehs auf 1 Ctr. Heuwerth Fütterung bei voller Stallfütterung 8 kr. Bei Waidewirthſchaft berechnen ſich dieſe niedriger; dieß insbeſondere bei engliſcher Waidewirthſchaft mit Koppeln. 264 Die auf die Schäferei verwendete Fütterung iſt ſo zu be rechnen: a) Winterfutter nach der Specifikation oben S. 181. (30683+ 2000 Ctnr. Heuwerth in 4000 Ctnr. Futterſtroh) 32683 Cntr. Heuwerth. Die der Schäferei eingeräumten Waiden werden nach den feſtgeſetzten Durchſchnittsannahmen nach Heuwerth berechnet. Für den vorliegenden Zweck der Berechnung muß aber unter⸗ ſchieden werden zwiſchen a) ſolchen Waiden, deren Futterertrag auch auf andere Weiſe, als durch Schafhaltung zu benützen wäre, deren Heuwerth daher ls ſolcher der Schafhaltung aufgerechnet werden muß; und b) ſolchen Waiden, welche hauptſächlich nur durch Schaf— haltung benützt werden können, für welche daher nur der Nutzungswerth, um welchen ſie gewöhnlich für Schafhaltung zu haben ſind, aufgerechnet werden darf. Hiernach ſind die den Schafen jährlich im Durchſchnitt ein— geräumt geweſenen Waiden ſo aufzuzählen: zu a) 75 Mrg. Graskleeſchläge(nach damaliger Bewirthſchaftung 1⸗, 2⸗, 3⸗ und 4jährig) à 18 ¾ Ctnr.(Durchſchnitt von 30 und 3 mal 15 Ctnr.)..... 1400 CEinr. 44 Mrg. Wieſen und Baumgüter à 18 Ctnr. 9792„ zu a) zuſammen 2192 Ctnr. b) 475 Mrg. unter dem Pfluge befindliches Land zu 1 ⅛ Ctur. Heuwerth.... 534 Cuur. 190 Mrg. Wieſen im Frühjahr und nach der Oehmd⸗ Erndte à 3 ⅞ Ctnr..*.. 684 45 Mrg natürliche Waide an Wegen, Gräben, Rai⸗ nen ꝛc. à 9 Ctnr.. 405„ zuſammmen 1623 Ctur Dazu endlich eine gepachtete Waide auf Braach, Stoppeln, Wieſennachwaide ꝛc. auf einer benach tarter Stüch Krrcht 129 d96 95; 9 genüge tend i gältriſſ vigen mn Futte in Deut griſer a gat wir Hier aon etwa Nrunter ſun durch darchnet da dem fihrich ſo zu be⸗ 3. uüterſtrah) euwerth. nach den net. ber unter⸗ ere Weiſe, erth daher z und Schaf⸗ nur der altung zu hnitt ein⸗ hſchaftung t von 30 100 Ctnr. 792„ 9) Em 1 6 Ctnr. 34 Ctnr. —— 265 barten Markung, auf welcher durchſchnittlich 160 Stück den Sommer über ernährt werden konnten. Berechnet man hiefür 7 Monat oder 210 Tage à 2 Pfd. Heuwerth p. Stück, ſo beträgt dieß auf das Jahr........... 672 Ctur zu b) 2295 Ctnr. zuſammen 4487 Ctnr. Hiervon ſind 2 Pfd. Heuwerth täglich p. Stück zu berechnen genügend, da, was insbeſondere auch die Engländer ſehr gel— tend machen, Futterland durch Bewaiden benützt im Ver hältniſſe des von demſelben für den Stall zu gewinnenden, des— wegen bei allgemeinen Durchſchnitten zu berechnenden Gewichts an Futter beſſer nährt, ſo daß auch nach vielfältigen Erfahrungen in Deutſchland angenommen werden darf, daß 5 Pfd. Waide⸗ gräſer auf die Ernährung des waidenden Viehs ungefähr ebenſo gut wirken, als 6 Pfd. grünes Futter im Stalle. Hiernach entſpricht obige Maſſe an Waidenahrung der Haltung von etwa 1100 Stück Schafen.(210 Tage à 2 Pfd. p. Stück). Darunter trifft es auf diejenige Waidenahrung, welche hauptſächlich nur durch Schafe benützt werden kann, nämlich auf 2295 Ctnr. à 2 Pfd. täglich, oder 420 Pfd. p. Stück zuſammen 546 Stück. Der Werth dieſer Waidenahrung, wie ſie gewöhnlich gepachtet werden kann, darf zu 1 fl. p. Stück angenommen werden. Dieß iſt zu obigem Aufwand für die Schäferei zu ſchlagen; nämlich: oben ſind als Ausgabe für die Schäferei in 8 Jahren fl. berechnet......„ 12530 Dazu demnach der Werth dieſer Waide à 546 fl. jährlich; auf 8 Jahre.... 4368 ae zuſammen 16898 fl. 266 5 dieß von obigen Einnahmen...... 49475 fl. 22 kr abgezogen, bleiben..... 32577 fl. 22 kr. welche ſich auf die Fütterung Heitheilen: nemlich 1) der Theil des Waidefutters, das unter a) begriffen iſt und auch ſonſt hätte zu Nutzen gebracht werden können: jährlich 2192 Ctnr. und in 8 Jahren... 17536 Ctnr. 2) die Winterfütterung.... 32683„ zuſammen 50219 Ctnr. 1 Ctnr. Heuwerth hätte ſich hiernach bei der Schäferei ver⸗ werthet zu 39 kr. Um Schlußfolgen aus dieſen Erträgniſſen der Hohenheimer Viehhaltung ziehen zu können, müſſen folgende Erläuterungen gegeben werden: Nutzrindviehhaltung. Für dieſe fanden in der Periode, aus welcher obiger Durch— ſchnitt gezogen, lediglich keine günſtige— wohl aber für das ökonomiſche Reſultat ungünſtige Umſtände ſtatt. Der Viehſtand nämlich war für die Belehrung an der Anſtalt aus vielerlei Stämmen zuſammengeſetzt, ſo daß 1) verhältnißmäßig viele— wenig eintragende— Zuchtſtiere unterhalten werden mußten; 2) bei dieſen Racen nicht blos die mit den einträglichſten Eigen— ſchaften begabte ausgewählt werden konnte; 3) alſo auch ſolche darunter waren, welche in der Umgegend nicht geſucht wurden, 4) der Vieherlös ſich daher in der Regel auf Fleiſcherwerth beſchränkte, ſo daß der Durchſchnittserlös p. Stück Farren, Kuh oder Rind 57 fl. betrug, während in der neueſten Zeit, wo durch vollkommeneren, gleicheren, beliebteren Stamm auf Zuchtviehver— kauf vorzüglich hingearbeitet wird, das Doppelte dieſes Preiſes erlöst wird; 5) da die Zeiten für die Schäferei günſtiger waren, ſo erhielt dieſe das beſte zuträglichſte Futter, während der Rind— viehhaltung das geringere— weniger zuträgliche zugewieſen wurde, ſo daß es ſich auch weniger gut verwerthen konnte, dennoch aber wenn Mitte nach! 76 Vetrieb Annahn Nin In hier nich andere; den beka Grundſa richt abe unna ſicen En heim ein Das Genicht vachſenen ſtnittsge Das divo llä die ſhrlich die durchſchn Im hiez riffen iſ 6 Cinr. 33„ 9 Ctnr. rei ver⸗ nheimer erungen Durch— für das Anſtalt ißmäßig mußten, Eigen⸗ h ſolche wurden, erwerth 1, Kuh o durch iehver⸗ Preſſes waren, r Nin— vurd, ch abel —— 267 p. Ctnr. Heuwerth ihr gleich aufgerechnet wurde; überhaupt war die Fütterung weniger voll, als ſie jetzt zu geben für einträglicher erkannt wird. Schäferei. Die Konjunkturen für die Schafhaltung waren in den erſten 5 Jahren des Durchſchnitts 1831— 1836 ſowohl für Woll⸗ als Zuchtviehverkauf günſtig, dagegen die der 3 letzten Jahre 1837 bis 1839 ungünſtig, was auch im allgemeinen die oben angeführten Durchſchnittspreiſe darthun mögen. Unter dieſen Verhältniſſen wird es alſo unpartheiiſch erſcheinen, wenn als Durchſchnitts-Verwerthungs⸗Maaßſtab des Futters das Mittel von obigen zwei Hauptergebniſſen angenommen wird, dem⸗ nach von 39 kr. und 22 kr.= 30 ½ kr.* von 1 Cntr. Heuwerth. »Einfache Ertragsſatze aus dem gewöhnlichern landwirthſchaftlichen Betriebe können vielleicht die hier aus großem Durchſchnitte ermittelten Annahmen unterſtützen: Rindviehhaltung: In Hohenheim iſt jetzt eine ſehr volle Fütterung Grundſatz. Es iſt hier nicht der Ort, darüber in Naheres einzugehen, was ich mir auf einé andere Veranlaſſung vorbehalten darf. Im Allgemeinen trifft man mit den bekannten v. Riedeſel'ſchen Verhältnißzahlen, und hiernach mit den Grundſätzen für die Behandlung des altern Rindviehs zuſammen; nicht aber ebenſo mit deſſen Vorſchlägen zu der Methode der wohl etwas zu unnatürlich beſchleunigten Aufzucht und zu ſchnell geſteigerten koͤrper⸗ lichen Entwicklung der Kalber, bei welcher übrigens dennoch auch in Hohen⸗ heim eine ganz volle Ernährung Regel iſt. Das Maaß der Fütterung beträgt gleichmäßig täglich vom lebenden Gewicht des Thiers 6 auf Heuwerth berechnet, dieß ſowohl beim er— wachſenen als bei dem aufzuziehenden Vieh, bei letzterem auf das Durch⸗ ſchnittsgewicht von der Zeit der Geburt bis es ausgewachſen iſt, berechnet. Das lebende Gewicht einer Kuh vom Hohenheimer Schlage beträgt etwa 1150 Pfd. Die taͤgliche Futtergabe hiernach beſteht in 36 Pfd. Heuwerth, oder jahrlich................ 131 Ctr. Die Kühe erzeugen dabei jährlich an Milch p. Stück im Durchſchntkt................ 1250 Maaß. Im Verwerthungspreiſe von 3 ⅜ kr. p. Maaß zu 76 fl. 24 kr. Hiezu der Werth eines neugebornen Kalbs. 3— 36— Zuſammen 80 fl. 268 Hiervon iſt ſodann, wie oben zu Ermittelung des Ertrags aus Marktprodukten, der Aufwand auf die Produktion der 1 Ctr. Heuwerth tragt hiernach ein... 1 37 kr. Davon ſind an Wartkoſten des Viehs abzuziehen ver Ctr.(I. oben S. 263)... 8— Reſt 29 kr. Bei Maſtung det Nerthe ſich das Futter je nach Jahreszeit, Ankaufs preis des magern Viehs, Preis des Fleiſches u. drgl. ſehr ungleich; jedoch kann da, wo wie in Hohendeim 1 Pfd. leben den Gewichts von fettem Vieh einen Preis von 5 bis 6 kr. hat, der Centner Heuwerth uͤber Abzug der Wartkoſten um 35 bis 50 kr. verwerthet werden. Es kommt auf einzelnen Gütern in unſern Gegenden des untern Neckars vor, daß Fremde, meiſtens Juden, Ochſen auf die Güter zur Maſtung in die Koſt geben. In ſolchen Faͤllen gibt das Gut Futter, Streuſtroh und Wartung für das Vieh; der Eigenthümer des Viehs be zahlt etwas Gewiſſes für die Fütterung und läßt den Dünger zurück. Ich verſchaffte mir uͤber ſolche Fälle die Notiz: bei einer täglichen Fütterung ſteigend von 40 bis 60 Pfd. Kartoffeln, und 10 bis 15 Pfd. Heu, alſo bei einer täglichen Durchſchnittsfütterung von 37 ½ Pfd. Heuwerth p. Stück wurden 15 kr. täglich Futtergeld von 1 Stück Ochſen bezahlt, wornach ſich der Centner Henwerth zu 40 kr. und über Abzug der Wartkoſten zu etlich und dreißig Kreuzern verwerthet. Schafhaltung: Nach einer Nachweiſung, die ich, wie oben S. 154 berührt, der Verſamm⸗ lung in Potsdam gegeben habe, kann bei den Schafen, bei welchen Wollertrag, wie bei den verſchiedenen Merinos, Hauptſache, Fleiſchertrag Nebenſache iſt, der Durchſchnittserlös aus Wolle, unter den Hohenheimer— für die Produktion hochfeiner Schafe nicht ſehr günſtigen Verwerthungs⸗Verhält⸗ niſſen, von 1 Schaf jährlich angenommen werden zu 3 fl. 16 kr. Ueber Abzug der Wartungs-, Schur- c. Koſten aber noch zu.. à fl. Dazu Werth eines Lammes, ſo lang es nur mit Mutter— milch ernahrt wird.......... 1„ Zuſammen 4 fl. Als Fütterung werden durchſchnittlich 2 Pfd. Heuwerth, alſo jährlich 7 ⅛ Ctr. angenommen, wornach ſich der Centner verwerthet zu 33 kr. Zuchtviehverkauf, vortheilhafte Gelegenheit zur Maſtung, ebenſo aber auch Aufwachs und Abgang ſind hier außer Berechnung. Es kommt bei uns in manchen Gegenden vor, daß fremde Schäferei beſitzer ihre Heerden für die Winterfütterung auf andern Gütern ein— ſtallen und dieſen das Futter bezahlen, dabei aber den erzeugten Dünger, wozu der Landwirth, der für dieſen Zweck das Futter abgibt, das Stroh liefert, auf dem Gute zurücklaſſen das 5 aber oben angen Duͤng Erngs ſion der 7 kl. 3 9 fr. Ankaufs ch; jedoch on fettem er Abzug s untern puüter zut Futter, giehs be⸗ ück. Ich ütterung eu, alſo v. Stück rnach ſich zu etlich Verſamm⸗ vollertrag, ebenſache — für die Verhaält⸗ 3 fl. — 1f. jährlich 33 kr. enſo abet Schaferei⸗ kern ein⸗ Dünger 95 Stroh —— 269 verſchiedenen Futtermaterialien in Abzug zu bringen, wornach ſich das Ertrags⸗Verhältniß nach folgender Zuſammenſtellung be⸗ rechnet: In ſolchen Fällen verkauft nach größerem Durchſchnitt der Landwirth das Futter um den Preis von 7 10 fl. die Wanne von 11 Ctr., muß aber dagegen für den Unterhalt des Schäfereiperſonals ſorgen, was, wie gben bei der Rindviehzucht etwa auf 8 kr. p. Centner verfütterten Heus angenommen wird. Hierdurch würde ſich alſo 1 Centner Heu neben Gewinnung des Düngers zu etwa 38— 40 kr. verwerthen 270 — Natural⸗ lrtd Producte. Ertrag. Heuwerth. Roh⸗Ertrag. ————— nach Punkt 2. oben Seite 173. 8 30 ½ kr. p. Ctr. V 1 Morgen Kleefeld oder Graskleefeld fl. zum Mäſßen....... 30 Etr. 30 Ctr. 15.—15 nnth Ger Zagt, Gypſe heimſen ode f ühren zum Waiden....... 15„ 15„ 7.— 37 ½ — V 1 Morgen Luzerne.... 40„ 40„ 20.— 20 uf 3Scnit 1 Morgen Kartoffeln..... 110„ 55„ 27.— 57 mt Gerr V üͤzen, Egge Jübren, zur V„fägen, Zhä V dvhen in Mi V— 1 Morgen Runkeln. 150„ 60„ 30.—30 nh Getrai ünzen,, Abeg rn, Umſeten „ aan und Ete Kürctn, Ern V— riti 1 Morgen Wickfutter 4A, u 12.—12 4 nch dikel: V ſdünen, Coger an, Gyxſe, V u ſrwcnen dd — 1 Morgen Wieſen ungedüngt... 18„ V 18„ 9.— 9 lnirhatung! b ſtne .„. 1 Morgen Wieſen, geduüͤngt oder gut 4 3— bewäſſert.........30„ 30„.15.—15 V V —— 271&☛ Productions⸗Koſten. Ertrag an Geld über Abzug der Productions⸗ Koſten. nach Gerſte: Saat, Gypſen, Maͤhen, Trocknen, Ein⸗ heimſen oder zur Grünfütterung ein— führen 6 fl. 50 kr. auf 3 Schnitte 9 fl. 47 kr. nach Getraide: Stürzen, Eggen, Tiefpflügen, Wenden, Rühren, zur Saat pflügen, Legen, Felgen, Behäufeln, Erndten, Aufbe— wahren in Miethen. 24 fl. Auf Maähekleegras, das zwei Jahre ſtehen bleibt, kommt im erſten Jahre eine Nachwaide dazu von 1510, alſo 3 Ctr. 1 fl. 32 kr. zuſ. 9 fl. 57 kr. nach Getraide: Stürzen, Abeggen, Anlegen von Käm⸗ men, Umſetzen der Kämme, Walzen, Saen und Stecken, Pflege der Saat, Behacken, Erndten, Einfahren, Ein- miethen 15 fl. 48 kr. 14.— 42 Durchſchnitt von Hack⸗ früchten 9 fl. 20 kr. p. Morgen. nach Dinkel: Stürzen, Eggen, zur Saat pflügen, Saat, Gypſen, Erndten und Aufbewah⸗ ren(Trocknen oder Grüneinführen)9 fl. Unterhaltung der Graben, Heu- und Oehmderndte, auf den Heuboden ſchaf— fen. 4 fl. 16 kr. (unten) ſammt Wieſenbehütung V fl. 47 kr. bis 6 fl. 41 kr. 5 5 fl. 15 kr. (Da das Aufbringen des V Düngers auch dem Acker- V feld nicht aufgerechnet wird, ſo iſt es hier auch nicht der Fall. ſammt Wieſenbehütung 11fl. 32 kr. bis 13 fl. 4 kr. Roh⸗Ertrag. à 30 ½ kr. p. Ctr. Heuwerth. V z V Natura. Heuwerth Producte Ertrag. nach Punct 2. oben Seite 173. Waiden: 1 Morgen natürliche Auſſenwaiden 9 Ctr. 9 Etr. — 1 Morgen angeſaͤete Dreeſchwaiden. 9„ 9ö„ 1 Morgen Braachwaide 1%„ 1„ 1 Morgen Stoppelwaide Ve„, V 3⁰1 1 1 Morgen einmalige Wieſenbehütung— bei ungedüngten Wieſen 15710„ 19/10, bei gedüngten Wieſen 3„ 3„ Zweimalige Behütung bei ungedüngten 3— Wieſen. 3⁵ 10„ 3A07 bei gedüngten Wieſen 6„ 6„ fl. kr. 4.— 34 4.— — 45 ——— 22 —ʒ V— 54 1.— 32 — 48 3.— 4 — ürtducti — Anfaat tuf a dreüüthie — T zu /.,† — 3.— 1 ——— Productions⸗Koſten. Anſaat auf ein Jahr berechnet bei etwa dreijährigem Dreeſch 1 fl. Ertrag an Geld über Abzug der Productions⸗Koſten. 1.—32 —— Wenn die Hackfrüchte zur techniſchen Verwerthung mittelſt Branntenweinbrennerei oder Runkelnzuckerbereitung* verwendet werden können, ſo ſtellt ſich der Ertrag nach einem Durchſchnitte, * Ueber die Verhältniſſe des Betriebs und Ertrags dieſer Gewerbe kann man nicht wohl einen competentern Landwirth hören, als Koppe, welcher die Landwirthſchaft ſelbſt ſowohl, als auch mit derſelben dieſe beiden Gewerbe in groͤßter Ausdehnung nebeneinander betreibt. In ſeinem neueſten Schriftchen von 1841.„Ueber die Erzeugung des Rübenzuckers ꝛc.“, ſagt er: „In der zweckmaͤßigen Verbindung der Ruͤbenzuckererzeugung mit dem ganzen Ackerbau liegt ein großer Segen, und für alle Fabriken, welche hierauf baſirt ſind, iſt das Beſtehen nicht nur, ſondern ſelbſt das Fort— ſchreiten geſichert, ſo wie die Geſchäfte des Rübenbaues und der Zuckerer— zeugung von vielen Leuten eingeübt ſind, wonach mit denſelben Häaänden das Doppelte und mehr beſchafft wird, als ungeübte Arbeiter zu leiſten vermögen.“ „In Verbindung mit dem Ackerbau wird alſo eine Rübenzuckerfabrik ſehr ungünſtige Conjuncturen aushalten können, in gleicher Art, wie die Kartoffelbrennereien. Müſſen die letzteren die Kartoffeln kaufen und können ſich nicht die Vortheile eines wohlfeilen Viehfutters berechnen, oder die Brennerei als eine Gelegenheit betrachten, Torf und geringes Holz zu verwerthen, ſo können ſie eben ſo wenig beſtehen, als Zuckerfabriken, die nur zu hohen Preiſen die Rüben erhalten können.“ „Der Kartoffelbau und die aus ſolchen hervorgegangene Spiritus— fabrikation geben einen hiſtoriſchen Anhalt, auf das künftige Schickſal der Rübenzuckerfabriken zu ſchließen. Vor 30 und mehreren Jahren ſchwebte den Landwirthen, welche ſich für die Fortſchritte ihres Gewerbes intereſ— ſirten eine dunkle Idee von demjenigen Zuſtande vor, welcher durch aus— gedehnten Kartoffelbau in den meiſten Landwirthſchaften zu erringen ſey. Waͤre aber im Jahr 1810 ein Mann aufgetreten und haäͤtte mit propheti— ſchem Geiſte verkündigt, welche Maſſe Kartoffeln im Jahre 1840 erbauet; welche Quantitäten Spiritus davon gewonnen werden und daß die großen (berliner) Getraidebrennereien eingehen würden; daß ferner der Preis des Branntenweins gegen damalige Zeit auf die Hälfte herabſinken und daß dennoch im Jahre 1840 gegen frühere Beſteuerung das Vierfache von dieſem Gewerbe als Abgabe an den Staat bezahlt werden könne; ein ſol— cher Prophet wäre als Phantaſt verlacht worden.“ „Wo der Kartoffelbau vermittelnd zwiſchen dem Bau der Halmfrüchte und den mäaͤhbaren oder abzuwaidenden Futtergewächſen in der Fruchtfolge aufgenommen iſt, da werden auf den geringeren Bodenarten mehr Ge⸗ treidefrüchte erzeugt, als bei der frühern reinen Getreidewirthſchaft. Was die Kartoffeln für den Boden mit vorherrſchendem Sandgehalt leiſten, das werden die Runkelruͤben für den humoſen Thon- und Lehmboden thun. — mittelſt ewendet ſchnitte Gewerbe s Kope, den dieſe nſeinem kers 1..“, mit dem , welche as Fort— guckerer⸗ Handen leiſten kerfabrik wie die dkönnen oder die Holz zu ken, die piritus⸗ ſcſſal der ſchwebte intereſ⸗ irch aus⸗ ngen ſer. ropheti⸗ erbauet, großen reis des und daß che von ein ſol— mfrüͤchte uchtfolge jehr Ge⸗ f. Was leiſten, en thun. ——— — 275 ſo weit für einen ſolchen die Erfahrungen theils von fremdem, theils von eigenem Betriebe dieſer Gewerbe in Hohenheim zuſam mengeſtellt werden konnten, ungefähr ſo: Kartoffeln zur Branntenweinbrennerei: 1 Mrg. wird zu 110 Ctr. Kartoffel⸗Ertrag berechnet. Von 50 Pfd.(etwa 1 Simri württ.) werden an Branntenwein bei ſachverſtändig eingerichteter und betriebener Brennerei über Abzug des dem dazu verwendeten Getreide zukommenden Antheils 2 Maß von 50 Grad Tralles Ertrag angenommen(der nicht unbedeutend höhere Ertrag in den norddeutſchen Brennereien iſt bekannt); alſo von 110 Ctnr. 2 Eimer à 40 fl.... 110 fl. Der Futterwerth der Schlemppe iſt zu% der verwen⸗ deten Kartoffeln angenommen, dieß giebt 46 Ctnr. Kartoffel⸗ oder 23 Ctnr. Heuwerth à 30 ½ kr. etwa 12 fl. zuſammen 122 fl. Als Aufwand für die Brennerei wird angenommen: Malzſteuer à 20 kr. von 1 Simri Malz etwa. 7 fl. Brennmaterial über Abzug des Werths der Aſche 30 fl. Hand⸗ ꝛc. Arbeit......... 15 fl. Allgemeiner Aufwand und Reſerve für höhere Malzſteuer....... 6 fl. Abnützung und Unterhaltung des Inventars ſammt Intereſſe aus dem Kapital..... 10 fl. zuſammen 68 fl. bleibt an Ertrag. 54 fl. wobei dann 1 Simri oder 50 Pfd. Kartoffeln zu 14 ⁄2 kr. verwerthet wird. Davon gehen Produktionskoſten(oben) der Kartoffeln.... 2A4 fl. worüber noch bleiben 30 fl. pr. Mrg. Die demſelben zu Theil werdende Vertiefung und gartenmäßige Bearbei— tung, welche der Rübenbau erfordert, werden ſo wohlthatig für ſein Pro⸗ duktionsvermögen ſeyn, daß die zum Rübenbau verwendete Fläche für andere Erzeugniſſe gar nicht vermißt werden wird.“ 276 Runkeln zur Zuckerfabrikation: 1 Mrg. zu einem Ertrage von 150 Ctnr. Runkeln. Dieſe geben an Rohzucker à 5 pCt. 7 ½ Ctnr. à 16 fl. 120 fl. An Tröber bleiben ½ der Rüben, alſo 37 ½ Ctur. dieſe haben, wie die Rüben, einen Heuwerth von 2½ Pfd.= 1 Pfd. Heu demnach von 15 Ctnr. à 30 ½ kr. Futterwerth 7„ 38 kr. die Abfälle an Melaſſe, Wurzelſchnitten, Aſche ꝛc. können etwa betragen.... 8„=„ zuſammen 135 fl. 38 kr. Als Aufwand bei der Fabrikation wird auf 150 Ctnr. ver— arbeitete Runkeln angenommen: Handarbeit........... 30 fl.— kr. Brennmateriaal...... 30„„ Kuochenfohle......... 8„—„ Allgemeiner Aufwand und Reſerve für Beſteue— rung und größeres Betriebs⸗Capital... 7„=„ Abnützung und Unterhaltung des Inventars, auch Intereſſe aus dem Kapital 15„„ zuſammen 90 fl. ki. bleiben an Ertrag 45 fl. 38 kr. ſo daß 1 Ctnr. Rüben als zu 18 kr. verwerthet angenommen wird. Die Produktionskoſten der Runkeln betragen p. Mrg. 15„ 48 kr. bleiben 29 fl. 50 kr. Hiernach wird der Durchſchnittsertrag aus Hackfrüchten durch tech⸗ niſche Verwerthung pr. Mrg. zu 30 fl. angenommen. Zu Beantwortung der dritten Frage berechnet ſich nun unter den dargelegten Zahlenverhältniſſen der Durchſchnittsertrag der einzelnen Wirthſchaften ſo: — 88 kr. nr. ver⸗ un unter rag der — 277 1) Reine Graswirthſchaft (auf altem in Kraft erhaltenem Graslande betrieben oben S. 187) pr. Mrg 11 fl. 32 kr. bis 13 fl. 4 kr. Für die weitern Wirthſchaftsberechnungen iſt folgende Bemer⸗ kung vorauszuſchicken: Es wurde angenommen, daß der Ackerbau alles Stroh um— ſonſt an die Wirthſchaft abgebe, dagegen aber auch den Dünger umſonſt erhalte— d. h. daß alſo bei der Ermittlung des Ertrags der verſchiedenen Wirthſchaften Beides nicht in Berechnung zu nehmen ſey. Hiergegen können Manche einwenden, daß dabei diejenigen Wirthſchaften etwas zu kurz kommen werden, bei welchen das Stroherzeugniß im Verhältniß zum Futtererzeugniß das größere iſt, weil dort mehr Stroh zur Fütterung verwendet werden könne; ich habe daher bei den verſchiedenen Wirthſchaftsſyſtemen das Verhältniß zu ermitteln geſucht, wie viel jedes über Abzug des Streuſtrohs noch Stroh durch Fütterung nützen könne. Da ich aber dabei fand, daß ſich dieſes Verhältniß, das Futterſtroh in ſeinem Heuwerth ebenfalls zu 30 ½ kr. pr. Ctnr. Nutzungswerth angenommen, bei allen folgenden Wirthſchaftsſyſtemen, im Werthe nur zwiſchen 1 und 2 fl. pr. Mrg. bewegte(beim Norfolker Wechſel allein unter 1 fl., nemlich etwa 40 kr. pr. Mrg.), ſo glaubte ich, um die Rechnungen nicht noch complicirter zu machen, eine Be— rückſichtigung dieſer unbedeutenden Differenz um ſo mehr unter— laſſen zu dürfen, weil 1) Koppe's praktiſche(oben S. 257) Annahme darauf gerichtet iſt, das Stroh überhaupt nicht dem Acker zu gut zu ſchreiben, wenn ihm der Dünger dagegen nicht zur Laſt geſchrieben wird und 2) weil bei ſolchen Wirthſchaften, welche am meiſten Stroh füttern, der Ertrag aus der Viehzucht bei dieſer wenig zuſagenden Fütterung verhältnißmäßig geringer, alſo nicht pr. Ctnr. Heuwerth zu 30 ½ kr. anzunehmen wäre, was dann jenen Unterſchied wieder aufheben würde; auch 278 3) der Dünger bei überwiegender Strohfütterung weniger kräftig iſt. 2) Holſteiner Wirthſchaft: auf 10 Morgen(oben S. 193) 2 ½ Mrg. Sommergetreide ſammt Stop⸗ pelweide à 14 fl. 7 kr..335 fl. 17 kr. 1 ½„ Wincergetreide ſammt Stop— pelweide à 22 fl. 22 kr. 33„ 33„ 5 Jahr Dreeſch à 3 fl. 34 kr. 17„ 50„ 1 Mrg. Braachweide.=„ 45„ zuſammen 10 Mrg. zuſammen 87 fl. 25 kr. alſo pr. Mrg. Ackerland 8 fl. 44 kr. dazu 2 RMrg. gedüngte Wieſen ſammt Wie⸗ ſenbehütung à 11 fl. 32 kr. 23 fl. 4 kr. zuſammen 12 Mrg. zuſammen 110 fl. 29 kr. demnach pr. Mrg. Durchſchnitt 9 fl. 17 kr. Oben S. 195 iſt berührt, daß bei ſolchen Wirthſchaften, bei welchen, wenn ſie an Wieſen Mangel leiden, das Vieh Winters hauptſächlich nur auf Stroh angewieſen wäre, man ſich durch Körnerfütterung von Haber oder Gerſte zu helfen ſuche, um die Fütterung etwas kräftiger zu machen; daß aber, wie noch gezeigt werden ſoll, eine ſolche Körnerfütterung gewöhnlich ſich ſehr unökonomiſch berechne. Aus den nun gegebenen Zahlen können wir dieß ſo berechnen: Der Ertrag von 1 Morgen Sommerfrüͤcht iſt zu etwa 900 Pfd. Körner anzunehmen; dieſe geben, 1 Pfd. Körner gleich 2 Pfd. Heuwerth 1800 Pfd. Heuwerth und verwerthen ſich à 30 ½ kr. pr. Ctnr. zu 9 fl. 9 kr. die Produktionskoſten betragen pr. Mrg. durchſchnittlich 11 fl. 15 kr. dadurch verſchwindet bei Körnerfütterung, auch wenn noch das Stroh in ſeinem Futterwerthe berechnet werden wollte, beinahe aller Reinertrag; es zeigt ſich, daß dann die Aufnahme von jedem dt l den S Gitre auf zuſe glſen fernen duſam —— nne der oben berechneten gewöhnlichen Futtergewächſe in den Ackerbau den Ertrag der Wirthſchaft höher ſtellen wird, als der Anbau von Getreide zur Fütterung. 3) Mecklenburger Wirthſchaft: auf 7 Morgen Ackerfeld(oben S. 196) ki 1 Mrg. Winterfrucht...... 22 fl. 22 kr. 2„ Somnmerfrucht à 14 fl. 7 lr. 28„ 14„ 3, 3„ Dreeſch à 3 fl. 34 fr... 10„ 42„ 3 1 4„ Braachweide„„ 45„ 5 zuſammen 7 Mrg. zuſammen 62 fl. 3 kr. 5n pr. Mrg. Ackerland 8 fl. 51 kr. dazu ½ Mrg. ungedüngter Wieſen ſammt Wieſenbehütung à 5 fl. 47. 2 fl. 54 kr. 4 1„ gedüngter Wieſen.„ 11„ 32„ 5 1 zuſammen 8 ½ Mrg. zuſammen 76 fl. 29 kr. be pr. Mrg. im Durchſchnitt 9 fl. en Reine Dreifelderwirthſchaft: dni auf 3 Mrg. Ackerland(oben S. 198) rdir 1 Mrg. Winterung...... 22 fl. 22 kr 1„ Sommerung. 14„ 1„ de 1„ Braachweide....— 2 45„ ſe zuſammen 3 Rrg. zuſammen 37 fl. 14 kr. ler pr. Mrg. Acker 12 fl. 25 lr. ua dazu 1 Mrg. ungedüngter Wieſen... 5 fl. 47 kr. 2 zuſammen 4 Mrg. zuſammen 43 fl. 1 kr. erth alſo p. Mrg. im Durchſchnitt 10 fl. 45 kr. ferner dazu 3 Mrg. Waideland à 4 fl. 34 kr.. 13 fl. 4 42 kr. zit zuſammen 7 7 Mrg. zuſammen 56 fl. 143 kr. de pr. Mrg. 8 fl. 6 kr. nahe 5) Dreifelderwirthſchaft, mit Einbau der halben dem b Braache: 280 auf 12 Mrg.(oben S. 205): 4 Mrg. Winterfrucht à 22 fl. 22 kr. 4„ Sommerung à 14 fl. 7 kr. 1„ Maäſheklee 1„ Hackfrrüchte 2„ Braachwaide à 45 kr. zuſammen 12 Mrg. pr. Mrg. Ackerland 13 fl. 46 kr. dazu 4 RMrg. ungedüngte Wieſen à 5 fl. 47 kr. zuſammen 16 Mrg. zuſammen pr. Mrg 11 fl. 48 kr. wenn, wie meiſtens dazu nöthig, noch etwa 4 Mrg. Waide(auf 3 Mrg. Ackerfeld noch 1 Mrg.) gerechnet werden à 4 fl. 34 kr. zuſammen 20 Mrg. 89 fl. 28 kr. 56„ 28„ 8„ 25„ 9„ 20„ 1„ 30„ zuſammen 165 fl. 11 kr. 23/ 8 188 fl. 41 kr. 18 fl. 16 kr. zuſammen 206 fl. 57 kr. dann macht der Ertrag noch pr. Mrg. 10 fl. 20 kr. 6) Dreifelderwirthſchaft, mit Einbau der ganzen Braach ohne Repsbau: auf 6 Mrg. Acker(oben S. 207): 2 Mrg. Winterfrucht à 22 fl. 22 kr. 2„ Sommerung à 14 fl. 7 kr.. 1„ Mäheklee. 1„ Hackfrüchte zuſammen 6 Mrg. zuſammen pr. Mrg. 15 fl. 7 kr. dazu 2 Rrg. ungedüngter Wieſen à 5 fl. 47 kr. zuſammen 8 Mrg. pr. Mrg. 12 fl. 47 kr. 44 fl. 44 kr. 28„ 14„ 8„ 25„ 9„ 20„ 90 fl. 43 kr. 11 fl. 34 kr. zuſammen 102 fl. 17 kr. 7) Dreifelderwirthſchaft, mit Repsbau: auf 9 Mrg.(oben S. 208): — zuſe züſ zuſc ——., 281 3 Mrg. Winterfrucht à 22 fl. 22 kr. 67 fl. 6 kr. 2„ Sommerung à 14 fl. 7 kr. 28„ 14„ 14 Maähellee....... 8„ 25„ 1„ Hackfrüchte..... 9„ 20„ 1„ Braachwaide——„ 45„ 14„ Reps 60„—=„ zuſammen 9 Mrg. zuſammen 173 fl. 50 kr. pr. Mrg. 19 fl. 19 kr. dazu 4 ½ Mrg. ungedüngter Wieſen à 5 fl. 47 kr. 26 fl. 2 kr. zuſammen 13 ½ Meg. zuſammen 199 fl. 52 kr. pr. Mrg. 14 fl. 48 kr. 8) Vierfeldriger Fruchtwechſel. Auf 4 Morgen Acker(oben S. 217): 1 Mrg. Winterung...... 22 fl. 22 kr. 1„ Sommerung...... 14„ 7„ 1i„ Klee........ 3„ 25 ‧„ 1„ Hackfrüchte... 9„ 20„ zuſammen 4 Mrg. zuſammen 54 fl. 14 kr. pr. Mrg. 13 fl. 34 kr. Hat keine Wieſen nöthig und trägt noch etwas zur Bereicherung der Wirthſchaft bei. 9) Fünffeldriger Fruchtwechſel. Je auf 5 Morgen(oben S. 218): 1— 4 wie oben. 4 Mrg........... 54 fl. 14 kr. dazun 1„ Sommerung..... 14„ 1„ zuſammen 5 Mrg. zuſammen 68 fl. 21 kr. pr. Mrg. Ackerfeld 13 fl. 40 kr. dazu 1 Mrg. ungedüngter Wieſen 5 fl. 44 kr. zuſammen 6 Mrg. zuſammen 74 fl. 30 kr. Durchſchnitt pr. Mrg. 12 fl. 22 kr. 282 Hält man dieſes Reſultat mit dem der vorhergehenden vierfeldrigen Wirthſchaft zuſammen, ſo liefert es den Beweis, daß nicht, wie man ſo oft oberflächlich glauben möchte, die Anhängung eines weitern Marktproduktenſchlags Vortheil bringe. 10) Sechsfeldriger Fruchtwechſel. a) Mit reifenden Hülſenfrüchten. Je auf 6 Mrgen(oben S. 219): zuſ 1— 4. 4 Mrg. wie oben....... 54 fl. 14 kr. 1„ Hilſenfrüchte als Sommerung 14„ 7„„ 1„ Winterung..... 22„ 22„ zuſammen 6 Mrg. zuſammen 90 fl. 43 kr. pr. Mrg. Ackerland 15 fl. 7 kr. dazu 1 Mrg. ungedüngte Wieſen.... 5 fl. 47 kr. gi zuſammen 7 Mrg. zuſammen 96 fl. 30 kr. pr. Mrg. 13 fl. 47 kr. 11) b. Mit Grünwicken zur Fütterung. (Oben S. 220.) i 1—4. 4 Mrg. wie oben....... 54 fl. 14 kr. 1„ Grünwiefen.... 3„ 12„ 1„ Sinterung.... 22„ 22 2 zuſammen 6 Mrg. zuſammen 79 fl. 48 kr. 5 pr. Mrg. Ackerfeld 13 fl. 18 kr. Hat keine Wieſen nöthig; ſondern trägt noch etwas zur Bereiche⸗ rung der Wirthſchaft bei. zuſ 12) Siebenfeldriger Fruchtwechſel. 6 a) Ohne Reps. Auf 7 Morgen Acker(oben S. 221): zuf 1— 6. 6 Mrg. wie oben...... 789 fl. 48 kr. 1„ Sommerung.... 14„ 7„ zuſammen 7 Mrg. zuſammen 93 fl. 55 kr. pr. Mrg. Ackerfeld 13 fl. 25 kr. Au ——————— 283 henden dazu ½ Mrg. Wieſen à 5 fl. 47 kr.... 4 fl. 21 kr. 5, daß zuſammen 7 ⅜ Mrg. zuſammen 98 fl. 16 kr. ingung thut pr. Mrg. 12 fl. 40 kr. Neuer Beweis für die bei 9) gemachte Bemerkung. 13) b) Mit Reps(oben S. 221): . 14 Mrg. Hackfrlicht.9 fl. 20 fr. 1„ Sommerfrucht.... 14„ 7„ 14 kr. 1„ Klee e. 8„ 25„ 7, 1„ Winterfrucht... 22„ 22„ 2 ½„ Grünwicken à 3 fl 12 kr.. 1„ 36„ 3„„ Blaachwaide à 45 fkr..—„ 22„ 1„ Repys....... 60„=„ 5 1„ Winterfrucht..... 22„ 22„ L zuſammen 7 NMrg. zuſammen 188 fl. 34 kr. 0hr pr. Mrg. 19 fl. 48 kr. dazu 2 ½ Mrg. Wieſen à 5 fl. 47 kr... 15 fl. 55 kr. zuſammen 9 ⅓ Mrg. zuſammen 154 fl. 29 kr. pr. Mrg. 15 fl. 51 kr. ntr 14) Achtfeldriger Fruchtwechſel mit Reps. 12 V(Oben S. 223), 2²% wobei einfach der vorhergehenden Fruchtfolge noch als achter B Schlag Sommerfrucht angehängt wird, 7 Mrg. wie oben. 188 fl. 34 kr. reiche⸗ 1„ Sommerfrucht.. 14„ 7„ zuſammen 8 Mrg. zuſammen 152 fl. 41 kr. * thut pr. Mrg. 19 fl. 5 kr. dazu 4 Mrg. Wieſen à 5 fl. 47 kr. 23 fl. S tr. zuſammen 12 Mrg. zuſammen 175 fl. 49 kr. Stt pr. Mrg. 14 fl. 39 kr. 7, Hier wiederholt ſich die bei 9) gemachte Bemerkung. F 15) Fünfſchlägige engliſche Wirthſchaft. — Auf 5 Morgen(oben S. 223): ₰ 284 a) 1 Mrg. Winterung........ 22 fl. 22 kr. 1„ Sommerung.. 14„ 7„ 1„ Hackfrüchte zur Fütterung. 9„ 20„ ¹„ Mihekleegras mit Nachwaide. 9„ 57„ 1„ Waidlleegras..... 1„ 37„ zuſammen 5 Mrg. zuſammen(63 fl. B kr. pr. Mrg. 12 fl. 40 kr. Da aber 4 von den Kartoffeln zu Branntenwein verwendet werden können, ſo ſtellt es ſich ſo: b) 4 Mrg. Winterung, Sommerung, Kleegras wie oben 54 fl. 3 kr. ½„ Hackfrüchte zur Fütterung à 9 fl. 20 fr. p. Mrg... 1„ 52„ „ Hackfrüchte zu Branntenwein à 30 ff. p. Mrg... 24„, zuſammen 5 Mrg. zuſammen 79 fl. 55 kr. pr. Mrg. 16 fl. es ſind keine Wieſen nöthig. 16) Zehnſchlägige engliſche Wirthſchaft. Der doppelte Umlauf wie oben; bleibt im Ertrage ebenſo. 17) Der angreifendere Wechſel.(Oben S. 231): 3 Mrg. Winterung à 22 fl. 22 kr.. 67 fl. 6 kr 1„ Sommerung...... 14„ /„ 1„ Reps....... 60„„ 1„ Hackfrüchte.. 9„ 20„ ½„ Grünwicken à 3 fl. 12 kr. 1„ 36„ v,„ Braachwaide à 45 kr.... p 22„ 1„ Kleegras, das 2 Jahre ſtehen bleibt 9„ 57„ 1„ dlo. einjährig..... 8„ 25„„ 1„ Kleegraswaide.. 7„ 37„ zuſammen 10 Mrg. zuſammen 178 fl. 30 kr. pr. Mrg. 17 fl. 51 kr⸗ 1. Mk. 7 W, „N, — . 29 kr. werden ie oben — Transp. 10 Mrg. 178 fl. 30 kr. dazn 1„ Wieſen 5„ 47„ zuſammen 11 Mrg. zuſammen 184 fl. 17 kr pr. Mrg. 16 fl. 45 kr. 18) Neunſchlägiger märkiſcher Wechſel, mit Kartoffeln theilweiſe zur Brennerei. (Oben S. 250.) 1 Mrg. Hackfrüchte zur Fütterung.. 9 fl. 20 kr. 1„ Sommerung.. 14„ 7„ 1„ Mähekleegras.. 9,„ 572, 1„ Waidelleegras... 7„ 37„ 1„ SWinterungg. 22 22„ 1„ Kartwoffeln zur Brennerei 30„—„ 1-„ Sommerung..... 14„„ 1„ Grünwicken. 3„ 12,„ 1„ Winterung 22„ 22„ zuſammen 9 Mrg. zuſammen 133 fl. 4 kr. pr. Mrg. 14 fl. 48 kr. dazu ¼„ Wieſen à 5 fl. 47 Pr. 4„ 21„ zuſammen 9% Mrg. zuſammen 137 fl. 25 kr. pr. Mrg. 14 fl. 6 kr. Bei kleewüchſigerem Boden hätten hiernach die Wirthſchaften Nr. 16 und 17 einige Vorzüge; allein es darf das Paſſende dieſes Wechſels Nr. 18 gerade für Bodenverhältniſſe, wie die der Mark, nicht außer Acht geſetzt werden. 19) Neuere ſiebenſchlägige Mecklenburger Wirth⸗ ſchaft. (Oben S. 251.) Meg. Hackfrüchte à 9 fl. 20 kr.. 4 fl. ½„ Erbſen à 14 fl. 7 kr. 7,„ ½„ Winterfrucht à 22 fl. 22 kr. 11„ ,„ Sommerfrucht à 14 fl. 7 kr. 7 286 ⸗ Transp. 2 Mrg. 29 fl. 59 kr. 1„ Kleegras mit Nachwaide. 9„ 57„ 1%, Waidekleegras..... 7„ 37„ 1„ Braachwaide.....—„ 45„ 1„ Revys........ 60„„„ 1„ Winterfrucht...... 22„ 22„ zuſammen 7 Mrg. zuſammen 130 fl. 40 kr. Pr. Mrg. 18 fl. 40 kr. dazu 1, Wieſen à 5 fl. 47 fr.... 8„ 41„ zuſammen 8 ½ Mrg. zuſammen 139 fl. 21 kr. pr. Mrg. 16 fl. 23 kr. Der Ertrag dieſer Wirthſchaft, wenn ſie nach oben S. 252 mit einem vollen Hackfruchtſchlag und beſchränkter Braache geführt wird, würde ſich ſo ſtellen: 1 Mrg. Hackfrüchte... 8 fl. 20 kr. 1.„ Sommerfrucht..... 14„ 7„ 1„ Klee...... 9„ 500„ 1„ Klee zweites Jahr. 7„ 37„ 1„ Kleewaide drittes Jahr zur Hälfte........ 3„ 48„ 1„ Reps....... 60„ 1 Winterung.... 22„ 22„ zuſammen 7 Mrg. zuſammen 127 fl. 11 kr. dazu, Mrg. Wieſen à 5 fl. 47 kr.. 4 fl. 21 kr. zuſammen 7 ¾ Meg. zuſammen 131 fl. 32 kr. Pr. Mrg. 16 fl. 56 kr. †. * Dieſe Wirthſchaft iſt bei uns unter andern auf dem Gute des ſo rühmlich bekannten Geheimenraths Freiherrn von Elrichshauſen auf Maiſenhalden, der vor einigen Jahren England in landwirthſchaft— licher Hinſicht bereist hat, eingeführt, dabei auch die Behandlung der Kleegraswaideſchläage und deren Benutzung, mit Schafen aus einer Kreu— zung der Merinos mit engliſchen, ganz nach engliſchen Grundſätzen, ein— gerichtet. 24 3 Pl 287 ſ.59 tk.*% Vorſtehende Berechnungen führen zu der Schlußfolge, daß der 7 bei den verſchiedenen Wirthſchaftsſyſtemen und Wirthſchaftsbetrieben „ 37 zu erzielende Ertrag(daß hierunter nicht der Reinertrag, ſon⸗ 15, dern nur das Ertragsverhältniß gegeneinander, verſtanden werden könne, iſt oben S. 260 bemerklich gemacht) gleich zu— trägliche Umſtände für dieſelben vorausgeſetzt, ſich gegen η— —,— —— . 40 kr. einander ungefähr in folgendem aufſteigendem Verhältniſſe verhalte: Dreifelderwirthſchaft 41, mit reiner Braache, mit großem Wieſen- und Außenwaiden-Bedarf; Ah Ertragsverhältniß pr. Mrg.(oben Nro. 4)..... S fl. Wechſelwirthſchaft ohne die Regeln des Frucht— 5 257 wechſels geführtt mit Dreeſchwaiden, die ältere Mecklenburger und Holſteiner(ſoge— V nannte Koppel⸗) Wirthſchaft; Ertragsverhältniß pr. Mrg.(Nro. 2 W kr.* und 3).............. 9 bis N a il. „ Reine Graswirthſchaft, 57, d. h. ein vom Ackerland unabhängiger Betrieb guten dauernden 37„ Graslands mit Zurückgabe des Düngers an daſſelbe; Ertragsver— hältniß pr. Mrg.(Nro. 1)„..... 11 bis 13 fl. 48, Zuſammengeſetzte oder verbeſſerte Dreifelderwirth⸗ ſchaft „„. mit halb— oder ganz eingebauter Braache, lükr ohne Repsbau mit großem Bedarf an Wieſen; Ertragsverhältniß 21 k. pr. Mrg.(Nro. 5 und 6)..... 10 bis 13 fl.; 32 b.* mit Repsbau und mit ſehr großem Wieſenbedarf(Nro. 7) 14 bis 15 fl. Wechſelwirthſchaften nach den Regeln des Frucht— d V wechſels: nſ a) bei welchen kein Bau von Reps oder von Hackfrüchten zu techniſcher Verwerthung ſtattfindet; r Kreu⸗ n, ein— ⁶³) wie ſie in Deutſchland nach und nach Eingang fanden, — 288 ohne mehrjährige Kleegrasſchläge, dagegen meiſtens mit 1 Bedarf an Wieſen, der fünf⸗, ſechs⸗, ſiebenfeldrige Fruchtwechſel(Nro. 9, 10, 11, 12); Ertragsverhältniß pr. Mrg.. 12 bis 14 fl. ) wie ſie in England mehr gewöhnlich ſind, mit Kleegras, ohne Bedarf von Wieſen, 3 vier- und fünffeldriger(ſ. g. Norfolker) Fruchtwechſel (Nr. 8 und 15); Ertragsverhältniß pr. Mrg. 12 bis 14 fl. b) mit Bau von Reps oder von Hackfrüchten zu techniſcher Ver⸗ werthung; 2) ohne mehrjährige Kleegrasſchläge, mit ſtarkem Bedarf an Wieſen, 8 der ſieben⸗ und achtfeldrige Fruchtwechſel mit Reps 1 (Nr. 13 und 14); Ertragsverhältniß pr. Mrg. 14 bis 16 fl. 5) mit mehrjährigen Kleegrasſchlägen nach Art der eng⸗ 1 liſchen Bewirthſchaftung, ohne— oder wenigſtens mit 3 ſehr unbedeutendem Bedarf an Wieſen, die Märkiſche Wechſelwirthſchaft mit Brennerei(Nr. 18); Ertragsverhältniß pr. Mrg....... 14 fl. 6 die neuere ſiebenſchlägige Mecklenburger Wechſelwirthſchaft mit Repsbau(Nro. 19)...... 16 bis 17 fl. die fünf⸗ oder zehnſchlägige engliſche Wechſelwirthſchaft mit Brennerei oder mit Reps(Nro. 15 b 16 und 17); Er⸗ tragsverhältniß pr. Mrg....... 16 bis 17 fl. —— 8 Duͤrch die bisherigen Betrachtungen bilden ſich folgende Sätze: Auch rückſichtlich des Ertrags zeigt ſich nicht bloß in engliſchen, ſondern auch in andern Verhältniſſen, auch bei gewöhnlichem Ertrage aus der Viehzucht, der ſich gar wohl noch ſteigern läßt, ein ſtarker Futter⸗ bau auf dem Ackerlande nach engliſchen Grundſätzen, ns mit 9, 10, 14 fl tegras, wechſel 114 fl. er Ver⸗ arf an Reps 16 fl. eng⸗ 6 mit . 18); 14 fl. thſchaff 17 fl aft mit Er⸗ 17 fl. Saäͤtze: t bloß niſſen, ht, der Futter⸗ dſätzen, ————-— 1 289 nämlich eine Ausdehnung deſſelben bis auf den Grad, daß zur kräftigen Ausdüngung deſſelben die Beiziehung von Wieſen nicht mehr nöthig wird, für vortheilhaft. Je höher der Ertrag aus der Viehzucht iſt und durch Intelligenz geſteigert werden kann, deſto vortheilhafter wird jenes Verhältniß. Natürliche Auſſenwaiden haben bei weitem das geringſte Ertragsverhältniß: pr. Mrg... 457 fl. Nicht viel beſſer iſt dasjenige von Wieſen, welche nicht gedüngt oder nicht bewäſſert werden, pr. Mrg.. 6 fl. Je mehr die Wirthſchaften ſolcher Wieſen bedürfen, je mehr ſolcher Wieſen bei einer Wirthſchaft vorhanden, deſto mehr vermindern ſie mit ſeltenen Ausnahmen (wie S. 277 Nr. 7.) den Geſammtertrag einer Wirth⸗ ſchaft der Fläche nach. Das Verhältniß der Fläche für Futterbau an Wai— den, Wieſen und Futterland auf dem Acker, zu der für unmittelbare Marktprodukte ſtellt ſich, wenn die Wirth⸗ ſchaft nach unſern vorausgeſchickten Anhaltspunkten in Kraft erhalten werden ſoll, bei den oben betrachteten verſchiedenſten Wirthſchafts⸗ verhältniſſen— nicht unintereſſant— genau ſo, daß im Durch⸗ ſchnitt gleich viel Fläche für Futter wie für Marktpro⸗ dukte zu beſtimmen nothwendig iſt. Je mehr dieß auf dem Alker, nicht auf ungedüngten oder unbewäſſerten Wieſen, erreicht wird, deſto gün⸗ ſtiger ſtellt ſich überdieß für die Viehzucht das Ver— hältniß an wirklichen beſſern Fütterungsmitteln gegen⸗ über zu dem noch zu verfütternden Stroh. Den durcehſchnittlich höchſten Ertrag nach obigen Berechnungen liefern diejenigen Wechſelwirthſchaften nach den Regeln des Fruchtwechſels, welche ſo viel Fütterungs⸗ und Düngungsmaterial auf dem Acker 19 Wech⸗ ber engliſche Landwirthſchaft 290 produciren, daß ſie ohne— oder mit den wenigſten — Wieſen die einträglichen Produkte an Reps und Hackfrüchten zurtechniſchen Verwerthungliefern können. Es dienen hierbei vorzugsweiſe die engliſchen Wechſelwirthſchaften mit den zweijährigen Kleegras⸗ ſchlägen. Auch wenn ſich ſolche von Wieſen unabhängige Wirth⸗ ſchaften in ihrem Ertragsverhältniſſe mit andern Wirth⸗ ſchaften nur gleich ſtellen, ſo verdienen ſie meiſtens den Vorzug, nicht nur, weil ſie mehr Gelegenheit geben, den Ertrag aus der Viehzucht zu ſteigern, ſondern auch, weil ſie den großen Vortheil gewähren, daß ſie ſich freier bewegen können, d. h. daß man, ohne in der Hauptrichtung, im Charakter, der Frucht⸗ folge etwas zu ändern, ſich nach ſtattfindenden Kon⸗ junkturen richten und nach dieſen den Ertrag ſteigern kann. Nehmen wir z. B. die Einführung der gewöhnlichen fünf— oder doppelt— zehnſchlägigen engliſchen Wechſelwirth— ſchaft an, ſo kann man für den Anfang den Ueberſchuß an Dün⸗ gung zur weitern Kräftigung des Guts verwenden, und hätte dabei auf das Ertragsverhältniß von 13 fl. pr. Morgen zu rechnen. Alsdann aber müſſen die Umſtände entſcheiden, ob die Viehzucht ſo gut lohne, daß es vortheilhaft bleibe, den Ueberſchuß an Futter fortdauernd ganz auf dieſelbe zu verwenden, oder ob man es für nützlicher finde, dieſen in den Hackfrüchten durch techniſche Gewerbe zu verwerthen, oder auch zum Repsbau überzugehen. Je nach Umſtänden kann man hierin von Einem zum Andern wechſeln, und ſo in den obigen Ertragsverhältniſſen dieſe bis zu dem, welches mit 16 und 17 fl. pr. Morgen angezeigt iſt, ſteigern. Es darf nämlich der ermittelte und zu Grunde gelegte Ver— werthungspreis von 1 Ctnr. Heuwerth zu 30 ½% kr. als ein mitt⸗ lerer, daher als ein ſolcher angeſehen werden, mit dem ſich, gſten und nnen. ſchen gras⸗ irth⸗ irth⸗ ſtens nheit gern, pren, nan, icht⸗ on⸗ gern lichen wirth⸗ Dün⸗ hätte ſhnen. ehzucht Futter es für werbe nach echſeln, u dem, ern. te Ver⸗ mitt⸗ em ſch, Zõee 291& engliſche Verhältniſſe gar nicht berückſichtigt, auch viele deutſche Landwirthe bei ihrer Viehzucht nicht begnügen würden, ſo z. B. bei Merinos-Zucht mit nachhaltigem Zuchtviehverkauf; bei Melkviehhaltung in der Nähe großer Bevölkerung; bei Betrieb von Maſtung, welche nach Verhältniß oft weit beſſer, als nach obigem Maaßſtabe lohnt; endlich bei vervollkommneter Rindviehhaltung, die ebenfalls vortheilhaften Zuchtviehverkauf mit ſich führen kann, wovon man aber in den meiſten Verhältniſſen Deutſchlands ſich keinen ordentlichen Begriff machen mag, ungeachtet man nicht ſelten aus⸗ wärts, in der Schweiz, in Holland, England ꝛc. Zuchtvieh um hohe Preiſe holt. Es gehört aber dazu freilich eine beſſere Hal— tung des Viehs, als ſie deutſche Wirthſchaften gewöhnlich gewähren. Guter Haltung folgt gute und vortheilhafte Ausbildung des Viehs und ſeiner Eigenſchaften; dieſer folgt ein Steigen des Ertrags; dieſem wieder mehr Intereſſe für vorzüglicheres Vieh; der Land⸗ wirth bezahlt dann ſolches beſſer; die beſſern Preiſe ermuntern zu immer rationellerer Züchtung und ſo wird dann auch Rindviehzucht auf den Standpunkt gehoben, wo, wie bei Pferde- und Schaf— zucht, hauptſächlich Zuchtviehverkauf lohnt und zwar immer den⸗ jenigen am beſten, die am eheſten und rationellſten auf ſolchen Betrieb eingehen. Zu guter Haltung des Viehs ſind jene Wirthſchaften ganz vorzugsweiſe geeignet, weil ſie bei der reichen Futtererzeugung erlauben, immer von einem Jahre in das andere einen Futter⸗ vorrath als Reſerve für Fälle der Noth, Mißwachs, mitzubringen und dadurch, wie dieß bei den Engländern der Fall, eine möglich gleichbleibende gute Fütterung des Viehſtandes ſichern, ohne was keine vollkommene Viehzucht und ſomit auch keine— in ihrem Geſammtertrage möglich vollkommene Wirthſchaft zu betreiben iſt. Bei unſern deutſchen Wirthſchaften ſtört gewöhnlich jede Ungunſt der Witterung für die Futtererzeugung das Gedeihen der Viehzucht und dadurch das der ganzen Wirthſchaft in hohem Grade. Es giebt— keineswegs ſelten— Verhältniſſe, wo die Ver⸗ werthung des Futters weit über den angenommenen, vielleicht auf den doppelten Betrag ſteigt. größern Vortheile des überwiegenden Futterbaus, der dann, neben dem günſtigen Einfluſſe auf die ganze Wirthſchaft, auch im Rein⸗ ertrage des einzelnen Feldes den von Marktprodukten erreichen und übertreffen kann, nach obigen Zuſammenſtellungen bemeſſen. In ſolchen Fällen und je nachdem durch rationellen Betrieb der Ertrag aus der Viehzucht geſteigert werden kann, mag eine Ausdehnung des Futterbaus nicht blos ſo weit, daß der Acker für ganz kräftige Düngung unabhängig von Wieſen wird, ſondern ſo weit ſie, wie bei den Engländern, nur immer ausführbar iſt, am Platze ſeyn. Hat man ſich, wozu— wie bemerkt— vorzugsweiſe die engliſchen Wechſelwirthſchaften dienen, bei ſeinem Betriebe des Ackerlandes von dann erhalten die Wieſen für ſich wieder eine beſondere Bedeutung. Man kann dann ihren bisherigen geringen Rein⸗ ertrag nach Umſtänden auf verſchiedene Art heben: durch Umbruch und dann Einverleibung in das gewählte Wirth⸗ ſchaftsſyſtem; Dann möge man die noch weit —————— unabhängig gemacht, durch Verkauf oder Verpachtung, wenn ſie ſich zu erſterem nicht eignen, der Wieſen ſelbſt, oder des darauf jährlich zu erzeu— genden Futters; durch Beibehaltung zur Bewirthſchaftung als Grasland in der Art, daß ihr Erzeugniß mittelſt Viehhaltung verwerthet und, als Düngung,(vorausgeſetzt, daß z. B. bei naſſen, moorigen Wieſen die Wirkſamkeit einer ſolchen durch Abwäſſerung u. drgl. vorbe⸗ reitet worden,) ſey es durch Aufführen des Düngers oder durch Bewaidung, denſelben zurückgegeben wird und ſie dadurch nach der am betreffenden Orte geſchehenen Nachweiſung in der Kraft erhalten Ver⸗ ht auf veit neben Rein⸗ eichen ſen. etrieb eine Acker ndern r iſ, birth⸗ terem rzeu⸗ mder als bieſen vorbe⸗ durch h der halten ——— — 293 — werden, welche, weil dann bei nahezu gleichbleibenden Produktions— koſten, der Naturalertrag ſehr geſteigert wird, nach den gegebenen Berechnungen ihr Ertragsverhältniß pr. Morgen auf 11—13 fl. und dahin bringt, daß ſie ſchon an ſich den obigen Mittelerträg⸗ niſſen, wie ſie von 1 Morgen Ackerland im Durchſchnitt eines Umlaufs angenommen werden können, gleich kommen. Wer aber bei Wirthſchaften, in welchen Viehzucht in dem angenommenen Maaßſtabe lohnt, den höhern Werth kennt, welchen gutes Heu von kräftigen Wieſen, auf welchen die Düngung die beſten Gras-, Klee-, Wicken- ꝛc. Arten hervorruft, und ſchlechte Pflanzen, Moos, Haidekraut, Equiſeten u. drgl. vertreibt, vor anderem Heu von magern Wieſen und vor allen andern Fütterungs⸗ mitteln hat, wie es ſich daher gegenüber von dieſen verhältniß⸗ mäßig weit beſſer als in dem angenommenen Durchſchnitte verwer— thet, was, um auch nicht entfernt partheiiſch zu erſcheinen, in den bisherigen Berechnungen gar nicht geltend gemacht worden iſt; wer es weiß, wie erſt durch ſolches Heu andere minder zuträgliche Fütterungsmittel, ſo ganz beſonders auch das Stroh, gedeihlicher für das Vieh verwendet werden können; wie hauptſächlich nur utes Wieſenheu dasjenige Futtermittel iſt, das dazu beitragen kann, Rindvieh- und Schafzucht zu möglich hoher Vollkommenheit und dadurch zu möglich hohem Ertrage zu bringen; wie endlich kräftige Wieſen den ſicherſten* Ertrag an gedeihlichem Futter, * Die oben S. 178 berührten verſchiedenen Verſuche über den Einfluß der Dünguug auf Wieſen in Hohenheim gaben auch einen nicht unintereſ⸗ ſanten Beleg dafür, daß eine für den Grasertrag ungünſtige Witterung bei den durch Düngung kräftig erhaltenen Wieſen weit weniger nachthei— lig einwirke, der Ertrag auch dann weit ſicherer bleibe, als auf unkraͤf⸗ tigen, ungeduͤngten Wieſen. Es verhielt ſich nämlich in den für Wieſen⸗ futtererzeugung durch Trockenheit ganz ungünſtigen Jahrgängen 1840 und 1841 der Heu⸗- und Oehmdertrag zu dem achtjährigen Durchſchnittsertrag: a) Bei dem alljahrlich gedüngten 1 Mrg. wie 2 zu 3. b) Bei dem alle 2 Jahre gedüngten 1 Mrg. wie 1 zu 2. —) Bei dem nie gedüngten 1 Mrg.(bei welchem der Jahresertrag in jenen beiden Jahren bis auf 6 Ctr. ſank) wie 1 zu 3. ‿ 2914 dadurch die ſicherſte Stütze gewähren, der wird ihren Werth noch höher ſchätzen und darüber nicht zweifelhaft ſeyn, ſolche Wieſen auf die dargelegte Art beizubehalten und auf das ſorgfältigſte zu pflegen. Darf dem Futterertrag überhaupt durch höhern oder geſtei⸗ gerten Ertrag aus der Viehzucht ein noch höherer als der ange— nommene Werth beigelegt werden, ſo kann nicht ſelten der Reinertrag aus kräftig erhaltenen Wieſen einen hohen Durchſchnittsertrag aus Ackerland noch übertreffen, den Fall gar nicht berückſichtigt, wenn beſondere Umſtände und Gelegenheit zum Erſatz der Dün⸗ gung, geſtatten ſollten, das Heu als Marktwaare zu verwerthen. Wo— hiernach— das Wirthſchatsſyſtem ſo orga⸗ niſirt iſt, daß ſich der Ackerbau durch eigene Produktion des Düngermaterials mittelſt zuträglichen Futters in voller Kraft zu Erzeugung der am höchſten zu ver⸗ werthenden Marktprodukte erhält, daneben die dazu paſſenden Wieſen auf Rechnung ihres eigenen Erzeug⸗ niſſes gedüngt werden und mittelſt derſelben möglich vollkommene Viehzucht betrieben wird, da wird im Durchſchnitt der nachhaltig höchſte Ertrag vom Land⸗ bau, da wird er den wenigſten ungünſtigen Zwiſchen⸗ fällen, am wenigſten einer Einſeitigkeit ausgeſetzt ſeyn. Nehmen wir im großen Durchſchnitt an, daß vielleicht auf 4— 5 Morgen Ackerland 1 Morgen Wieſe gerechnet werden dürfe, ſo würde ſich nach ſolchen Annahmen das Verhältniß des Futter⸗ baus zu unmittelbaren Marktprodukten wie ½ zu bis ⅞ zu ⅜ verhalten; es wären dann alſo die Produkte etwa von der Hälfte bis ⅞ der ganzen Bodenfläche durch Viehzucht zu verwerthen. Gewiß Aufforderung genug, die Steigerung des Ertrags aus der Viehzucht, für welche bei rationellem Betriebe ſo viel und wohl ein weiterer Spielraum, als für die Steigerung des Ertrags aus Marktprodukten gegeben iſt, mit zum Hauptſtreben zu machen! 295 ☚ In den bisher angenommenen Wirthſchafts⸗Verhältniſſen reicht das Stroherzeugniß zum Futtererzeugniß immer noch hin, das noth⸗— wendige Bedürfniß an erſterem nach dem oben S. 184 ermittelten Maaße zu decken. Je mehr aber das Verhältniß der Wieſen neben dem vielen Futterbau auf dem Acker ausgedehnt iſt, deſto mehr wird das Stroh für Stallfütterung nicht hinreichen, deſto mehr führt dieß von ſelbſt auf die engliſche intenſive Waide wirthſchaft. Dieſe Darlegung mag auch vielleicht einfach zu Vermittlung der Anſichten über den Werth der Wieſen und der Wieſendüngung beitragen, welcher nicht einzeln und abgeſondert, ſondern nur immer im Zuſammenhange mit dem betreffenden ganzen Wirth⸗ ſchaftsbetriebe beurtheilt werden kann. Es muß hierin wohl der Unterſchied gemacht werden: Diejenigen, welche ſich nicht davon trennen, die Wieſen immer nur in ihrer Wechſelwirkung zum Acker, daher ihr Erforderniß für Zuſchuß zum Acker ebenſo wie die Viehzucht überhaupt, als ein nothwendiges Uebel zu betrachten, werden in dem Durchgeführten ganz Recht finden, wenn ſie Dün— gung der Wieſen, ſo lange der Acker ſich noch nicht ſelbſt— ſtändig kräftig erhalten kann, als ökonomiſchen Mißgriff darſtellen; man ſollte aber noch weiter gehen—— man darf auch denjenigen Recht geben, welche im Erforderniß unge⸗ düngter Wieſen, im Vorhandenſeyn derſelben bei einer Wirth⸗ ſchaft, daher im Werthſchätzen derſelben, noch nicht die höhere Stufe der landwirthſchaftlichen Kultur ſehen, und es mag hiefür der kaum oben durchgeführte Satz, daß, wenn und je mehr die Wirthſchaften an Wieſen, die nicht gedüngt oder bewäſſert werden können, bedürfen, deſto mehr ſich der Geſammtertrag der Fläche nach vermindere, einen Beleg geben. Anders aber erſcheint es, wenn man die Wieſen als ſelbſt— ſtändig, nämlich als ſolche Grundſtücke betrachtet, die, wenn man ihnen ihr eigenes Erzeugniß als Dünger, ſey es durch Bewaidung oder Düngerauffahren, ſomit nach dargelegter Berechnung eben 296 ſo viel an Düngung als gewöhnlich dem Acker, wieder geben kann, nicht nur auf gleichen mittlern Durchſchnittsertrag, wie das Ackerland, ſondern auch durch ihren wohlthätigen Einfluß auf die Viehzucht, wo auf dieſe Wichtigkeit gelegt werden will, noch auſ höhern Werth gehoben werden können. Dann darf ein Werth⸗ ſchätzen der durch ordentliche Düngung kräftig erhaltenen Wieſen ſo beurtheilt werden, daß dieſes ſich mit hoher Stufe der Kultur und des landwirthſchaftlichen Ertrages, wie dieß England und andere Länder, ſo wie unſere darüber verſuchten Berechnungen darthun mögen, nicht nur ganz gut vertrage, ſondern ſie auch noch weiter heben könne. Noch habe ich hier am Schluſſe über das Eingreifen der Futterproduktion auf den Ertrag einer Wirthſchaft der minder gewöhnlichen, daher in unſere Durchſchnittsberechnungen nicht auf— genommenen Fälle zu erwähnen, wenn eine Wirthſchaft Gelegen⸗ heit hat, entweder künſtliche dauernde Futterfelder, wie Luzerne und Es⸗ parſette oder Bewäſſerung der Wieſen anzulegen. Unter allen Umſtänden, vornämlich aber in ſolchen Verhält⸗ niſſen, wo man beſondere Gründe für die Wahl eines Wirth⸗ ſchaftsſyſtems, deſſen Ackerland von äußerem Zuſchuß abhängig bleibt, hat, kann man dieß durch Benützung der Gelegenheit zu Anlegung ſolcher Futterfelder und Wäſſerwieſen viel einträglicher machen. Ohne mit weitern Berechnungen hierüber ermüden zu müſſen, kann man ſich den dadurch zu erreichenden Vortheil leicht ſelbſt klar machen, wenn man bei allen oben rückſichtlich des Düngerbedarfs und ihres Ertrags dargelegten Berechnungen über ſolche Wirthſchaftsſyſteme, welche eines Wieſenzuſchuſſes bedürfen, an die Stelle der ungedüngten Wieſen entweder Luzernefelder oder fld Do gelb win! Feit lnd ſcha kom Ma wel r geben wie das auf die noch auſ Verth⸗ Wieſen Kuͤltur nd und hnungen ſie auch ffen der minder icht auf⸗ Gelegen⸗ und Es⸗ Verhalt⸗ 8 Vitth⸗ abhängig genheit zu träͤglicher müden zu riheil leict chtlich ds ungen li bedliin fadu en 297 — Wäſſerungswieſen nach dem Ertrags⸗-Maaßſtabe oben S. 174 ſetzt. Es wird ſich dann ergeben, daß man bei dem höhern Natural⸗ Ertrage ſolcher Futterfelder bei weitem weniger dauerndes Futter⸗ land als Zuſchuß zum Ackerlande nothwendig hat, der berechnete Ertrag eines jeden Wirthſchaftsſyſtems ſich daher auf eine kleinere Anzahl von Morgen vertheilt, dadurch der Ertrag der Fläche noch höher wird. Sodann überſteigt, wie aus der Ertrags⸗-Zuſammen⸗ ſtellung(oben S. 270) hervorgeht, der Reinertrag ſolcher Futter⸗— felder den der ungedüngten und unbewäſſerten Wieſen bis zum Doppelten, kommt dem der gedüngten Wieſen wenigſtens gleich, gewährt dabei aber der Wirthſchaft gegen letztere den großen Ge— winn, daß ihr Erzeugniß nicht als Dünger wieder ganz(auch Wäſſerung der Wieſen ſchließt eine Düngung derſelben zu rechter Zeit und deren lohnenden Erfolg keineswegs aus) auf das Futter— land ſelbſt zu verwenden iſt, daher entweder der übrigen Wirth⸗ ſchaft für andere Ertragszwecke, wie oben berührt, zu Nutzen kommen, oder bei ſonſtiger hinlänglicher Düngererzeugung als Marktprodukt, das dann großen Reinertrag gewährt, verwerthet werden kann. Dieß alles macht die Anlegung von Luzernefeldern und Wäſſe— rungswieſen, wenn letztere einen nicht ganz unverhältnißmäßigen Aufwand erfordern, zu einer der wichtigſten und lohnendſten land⸗ wirthſchaftlichen Unternehmungen, wenngleich bei den Vergleichungen nicht überſehen werden darf, daß das Futter von Wäſſerwieſen dem von gedüngten Wieſen in ſeiner Qualität, daher in ſeiner Wirkung auf die Viehzucht, namhaft nachſteht. Um ein Beiſpiel zu geben, wie die Aufnahme von Luzerne in die Fruchtfolge wirken könne, berechne ich die folgende Rotation: 1) Hackfrüchte, 2) Sommerfrucht mit Luzerne, 3— 6) Luzerne, 7) Winterfrucht, 8) Haber, 9) Hackfrüchte, 10) Gerſte, 11) Klee, 12) Winterfrucht. We erlin, übe gliſche Landwirthſchaft 20 Alſo auf 12 Morgen: Düngung: 2 mal 2 Erndten à 8 Fdr. 16 Fdr. 1 mal 3 Erndten 12„ zuſammen 28 28 Fdr. à 22 Ctnr.= 616 Ctur. davon: 1 Kleefahr 22 Ctur. 2 Luzernjahre 44„(die weitern Jahre werden licht mehr in Berechnung ge— genommen.) 66„ Reſt 550 Ctnr. Erzeugniß: 2 Mrg. Kartoffeln à 55 Ctnur..... 110 Ctnr. Heuwerth 3„ Sommergetreide à 16 Ctur.. 48„ Stroh 2„ Wintergetreide à 25 Ctur... 50„ 4„ Kleee. 30„ Heuwerth 4„ Luzerne à 40 Ghh. 160„ zuſammen 398 Ctnt. dieſ beträgt an Dünger. 796„ demnach Ueberſchuß... 236„ ſo daß noch Vieles von den Kartoffeln und dem Luzerneheu als Marktprodukte behandelt, oder, wenn alles zur Fütterung ver— wendet werden will, der Boden in der Kraft in hohem Grade geſteigert werden— Das Ertragsverhältniß ſtellt ſich ſo: 2 Mrg. Hackfrüchte à 9 fl. 20 kr. 1s fl. 40 kr. 3„ Sommerfrucht à 14 fl. 7 kr.. 42„ 21„ 14„ Klee. 8„ 25„ 2„ Winterfrucht à 22 d. 22 fe. 44„ 44 4„ Luzerne à 10 fl. 23 kr.. 41„ 32 zuſammen 12 Mrg. zuſamman 155 fl. 42 kr. pr. Mrg. 13 fl. — CEur. 399 ☚ Werden aber die Hackfrüchte zur techniſchen Verwerthung ver⸗ wendet, ſo ſteigt der Ertrag auf...... 16 fl. 25 kr. Mehrere ähnliche Rotationen, auch ſchon mit Aufnahme von Reps in ſolche, habe ich auf Gütern mit beſtem Erfolg ein— geführt. Wie Luzerne, ſo kann da, wo das Land und Klima für dieſe zu rauh iſt, überhaupt nicht paßt, der Boden aber für Eſparſette taugt, dieſe, wie ich es auf mehreren Wirthſchaften ſchon in An— wendung brachte, auf äͤhnliche Art mit beſter Wirkung auf das Düngungs- und Ertrags-⸗Verhältniß einer Wirthſchaft in die Ro— tation aufgenommen werden. Ich ſchließe damit, daß ich darauf verweiſe, wie Hohenheim, das dazu berufen iſt, mittelſt ſeiner Bewirthſchaftung Erfahrungen im Großen zu ſammeln, Beiſpiele zu geben und den Erfolg bei den verſchiedenen der beſſern Wirthſchaftsſyſteme darzulegen, das Seinige aus nachſtehenden Fruchtfolgen in vier von einander getrennten Feldumläufen zuſammengeſetzt und ſich dabei auch die Aufgabe geſtellt hat, Rindviehzucht und Schafzucht durch möglich vollkommenen Betrieb und beſte Haltung der Thiere auf denjenigen Ertrag und denjenigen Standpunkt zu bringen, welchen ſie bei rationell betriebener Landwirthſchaft einnehmen ſollen, und wodurch zugleich auch für die Vervollkommnung des Betriebs der Vieh⸗ zucht des Landes gut geſorgt werden kann: Wechſelwirthſchaften nach den Regeln des Frucht— wechſels: a) mit Bau von Reps und mit Runkeln zur Zuckerfabrikation, ohne mehrjährige Kleegrasſchläge, mit ſtarkem Bedarf von Wieſen und mit voller Stallfütterung des Rindviehs: 1) die unter Nro. 13 aufgeführte ſiebenſchlägige und 2) die achtſchlägige Fruchtfolge Nro. 14. 300 b) mit Kartoffelbau zur Brennerei, mehrjährigen Kleegrasſchlä— gen zur Bewaidung mit Schafen, ohne Bedarf an Wieſen: 3) die oben unter Nr. 16 aufgeführte 10ſchlägige engliſche Fruchtfolge; c) mit Luzernebau in der Rotation zur Stallfütterung des Rind⸗ viehs; Hackfruchtbau zur techniſchen Verwerthung; ohne Be⸗ darf an Wieſen: — 4) die oben S. 294 bezeichnete zwölfſchlägige Fruchtfolge. Die Düngung wird in Hohenheim ſtärker gegeben, als wir in unſern allgemeinen Durchſchnitten zu Grunde gelegt haben; da aber dadurch die Erzeugung der Düngermaterialien an Futter und Stoh ebenſo wie die der Marktprodukte geſteigert wird, ſo ent— prechen die Ergebniſſe den dargelegten Schlußfolgen. Möge es mir vergönnt ſeyn, mit der Zeit, wenn einmal noch längere Erfahrungen vorliegen, die Pflicht erfüllen zu können, die daraus gezogenen Reſultate wieder mitzutheilen. ——————— 1 *—— ——. ——————— 6 8 G led lab rbh L d W an deir ll W daluda. 1MenenaandanesagathanaenssteanganansaganeRseandahge MIIn' Oem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 SOſour& Grey Gortroſ Ghart ue Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta White Giey SGfer Gres(r*atd