XxX 8 4 4 Darſtellung der Landwirthſchaft Großbritanniens. Zweiter Band. Uner! ſch mit ten von unabhän dezu en praktiſc denn w ſicht de de mit manche davon d was de nur wer jener ſit fen kan de Da wickelur Pheit men de irgend einer d Süuhſſſ Kräfte De vo welche 6 ſt an der I Erſtes Kapitel. Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. Unter Ackerbau verſteht man den Theil der Landwirthſchaft, der ſich mit Erzeugung von Koͤrnern, Huͤlſenfruͤchten und allen Ar⸗ ten von Wurzel- und Futtergewaͤchſen befaßt, die dem Boden, unabhaͤngig von natuͤrlichem Graslande, abzugewinnen ſind. Die dazu erforderlichen Arbeiten der Beackerung ꝛc. verlangen mehr praktiſche Kenntniſſe als die bisher abgehandelten Gegenſtaͤnde; denn wenn auch die Duͤngung vielleicht in wiſſenſchaftlicher Hin⸗ ſicht der wichtigſte Theil der Agrikultur iſt, und von denen, die mit den dabei zu nehmenden Ruͤckſichten unbekannt ſind, manche Schnitzer gemacht werden: ſo laͤßt ſich doch die Kenntniß davon durch Leſen blos auf theoretiſche Weiſe erlernen. Das, was der Boden ohne Arbeit hervorbringt, iſt verhaͤltnißmaͤßig nur wenig, nur durch Gewerbsthaͤtigkeit wird der groͤßte Theil jener ſinnlichen Genuͤſſe erzeugt, die der Wohlſtand ſich verſchaf⸗ fen kann, und es iſt nur eine Fortſetzung dieſer Thaͤtigkeit, welche die Dauer derſelben ſichert. Selbſt das Kapital, das zur Ent— wickelung unſerer Bemuͤhungen erforderlich iſt, kann nur durch Arbeit erlangt werden, und Art und Groͤße dieſer Arbeit beſtim⸗ men den Werth eines jeden erzeugten Gutes; ſie muß aber auf irgend einen feſtbeſtimmten Gegenſtand verwendet werden, und einer der wichtigſten iſt der Boden; denn von ihm haͤngt unſre Subſiſtenz ab, und er iſt die Hauptquelle, der wir alle unſere Kraͤfte zur Ausuͤbung irgend einer menſchlichen Kunſt verdanken. Die volkswirthſchaftlichen Schriftſteller gehen indeſſen zu weit, welche den Volkswohlſtand aus der Arbeit allein ableiten; denn es iſt augenſcheinlich, daß auch der Boden ſelbſt großen Antheil an der Erzeugung der ihm abzugewinnenden Guͤter hat. Der II. 1 4 2 Erſtes Kapitel. fruchtbare gibt bei ſeiner Cultur mehr und werthvollere Erzeug⸗ niſſe als der ſterile, und wenn eine gleiche Anzahl von Menſchen auf einer gegebenen Flaͤche Land wohnt, wird die auf Boden jener Art ſchneller zu Ueberfluß gelangen, als die auf dem letztern. Die Arbeiten der Beackerung werden hauptſaͤchlich bewirkt vermittelſt des Pflugs, der Egge und der Walze; doch gibt es auch noch außerdem verſchiedene andere Werkzeuge zum Zerkruͤ⸗ meln des Bodens und zu ſeiner Reinigung von Unkraut; des⸗ gleichen auch Saͤe- und Drillmaſchinen. Durch die Aufmunte— rung, deren ſich waͤhrend der letzten Kriege der Ackerbau zu er⸗ freuen hatte, wurde derſelbe ſeiner Vollkommenheit naͤher gebracht; die genannten Werkzeuge erhielten manche Verbeſſerung, und meh⸗ rere ganz neue Erfindungen kommen noch taͤglich zum Vorſchein. Viele davon haben wir den Schotten, ſowohl Landwirthen, wie Mechanikern zu verdanken. Der Ackerbau in Schottland ſtand noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts tief unter dem Eng⸗ lands; allein der Boden jenes Landes iſt in einem großen Theile ſeiner ſuͤdlichen Gegenden ausgezeichnet gut, und auf ſeine Bear⸗ beitung wurden neuerer Zeit ungeheure Kapitale verwendet, als weite Strecken in die Haͤnde ſolcher Maͤnner kamen, die nicht nur großen Reichthum mit großer Bildung verbanden, ſondern auch die Landwirthſchaft als Wiſſenſchaft behandelten und ſie mit dieſen Mitteln in der Verbeſſerung weiter brachten, als die Mehr⸗ zahl der engliſchen Farmer, die in den Gebraͤuchen und Verfah⸗ rungsarten ihrer Vorfahren ſich feſtgeſetzt haben. Die Aufmun⸗ terung, welche gleichzeitig der Mechanik zu Theil wurde, veran⸗ laßte auch mehre vorzuͤgliche Kuͤnſtler, ſich mit der Verfertigung landwirthſchaftlicher Geraͤthſchaften zu befaſſen, und ſo kommt es denn, daß die meiſten derſelben in Schottland ſorgfaͤltiger gear⸗ beitet und beſſer, nach richtigen mathematiſchen Grundſaͤtzen ge⸗ baut ſind, als die im groͤßten Theile von England gebraͤuch⸗ lichen. Daß durch manche dieſer neuen Werkzeuge die Ackerarbeit ſehr erleichtert wird, iſt nicht zu verkennen; aber man muß doch auch geſtehen, daß die Wuth nach Neuerungen endlich zu weit ging und viele Maſchinen erfunden worden ſind, die weiter nichts fuͤr ſich haben, als ihre Neuheit, indem ſie haͤufig ſo koſtſpielig ſind, daß die Landwirthe von ihrem Ankauf abgeſchreckt werden, wenn ſie zumal ſchon die Unbrauchbarkeit mancher neuen Erfin⸗ dung kennen gelernt haben. Dies und das Fehlſchlagen mancher Erzeug⸗ lenſchen Boden letztern. bewirkt gibt es Zerkrü⸗ t; des⸗ munte⸗ zu er⸗ bracht; meh⸗ ſchein. n, wie ſtand Eng⸗ Theile Bear⸗ t, als nicht ndern emit Nehr⸗ erfah⸗ mun⸗ eran⸗ gung nt es gear⸗ ge⸗ aͤuch⸗ rbeit doch weit ichts ielig den, rfin⸗ iher Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. 3 theoretiſchen Erperimente mag zum Theil den Widerwillen gegen Alles, was Verbeſſerung heißt, rechtfertigen, den man den mei⸗ ſten von ihnen vorwirft, und es iſt auch in der That kaum zu verwundern, wenn Leute, die gegenwaͤrtig unter dem Druck der Zeiten ſo viel zu dulden haben, und bei dem unermeßlichen Ver⸗ luſt, den das auf Landwirthſchaft verwendete Kapital erlitten hat, mit Beſorgniß, ja mit wahrem Mißtrauen auf Alles ſchauen, was einer Abaͤnderung in ihrem Verfahren aͤhnlich ſieht. Eine große Schwierigkeit fuͤr die Einfuͤhrung neuer Ackerwerkzeuge geht auch aus den Vorurtheilen der gemeinen Arbeiter hervor; denn ſind dieſe einmal an den Gebrauch eines Geraͤthes gewoͤhnt, ſo iſt es ſchwer, ſie zur Annahme eines neuen zu bewegen. Es ergibt ſich daraus, daß ein Landwirth, der ein ſolches in Anwen⸗ dung bringen will, deſſen Fuͤhrung ſelbſt genau kennen muͤſſe. In dem Wirthſchaftsbericht von Stafford wird folgender Fall erzaͤhlt: Es zog dahin ein Pachter aus Leiceſterſhire und brachte von hier einige Pfluͤge und Pfluͤger mit ſich. So lange letztere bei ihm blieben, wurde die Arbeit gut verrichtet; als ſie ihn aber verließen, haͤtten ſie auch die Pfluͤge mitnehmen koͤnnen; denn die Leute in Staffordſhire konnten nicht damit arbeiten.— Arthur Young erzaͤhlt ein aͤhnliches Beiſpiel aus ſeinem eignen Leben: als er nach Hertfordſhire ging, nahm er die Werkzeuge mit, die er auf ſeinem Gute in Suffolk gehabt hatte, und um dieſe zu gebrauchen, mußte er wohl drei bis vier Jahre lang auch die Pfluͤger von hier kommen laſſen. Dieſe Schwierigkeit wurde nicht eher gehoben, als bis es gelang, ein paar Eingeborne zu beſtechen, daß ſie einen Verſuch mit dem ihnen ungewohnten Pfluge machten und dieſer Verſuch den erwuͤnſchteſten Erfolg hatte. Unter den verſchiedenen Ackerwerkzeugen nehmen die Pfluͤge unſtreitig die erſte Stelle ein; daher man auch am fruͤhſten an die Verbeſſerung derſelben gedacht hat. In Folge deſſen gehoͤrt der gewoͤhnliche Pflug in manchen Gegenden zu den Ausnahmen; in den meiſten Faͤllen iſt er durch einen der verbeſſerten Bauart verdraͤngt worden uud nur noch da etwa zu finden, wo ein be⸗ ſonders tiefer und ſteiniger Boden ein vorzuͤglich ſtarkes Geſpann zur Bearbeitung verlangt. Unter dieſen verbeſſerten Pfluͤgen ſte⸗ hen die ſogenannten Schwingpfluͤge(Pfluͤge ohne Vordergeſtell) obenan, und daher werden auch dieſe in Großbritannien am haͤufigſten angewendet. Es wuͤrde nur eine Ermuͤdung der Leſer herbeifuͤhren, wenn 1* 4 Erſtes Kapitel. wir hier die im Original befindliche genaue Beſchreibung des Pfluges in allen ſeinen Theilen uͤberhaupt und der Schwingpfluͤge im Beſondern, ſo wie die darin gegebenen und weetllaͤufig erlaͤu— terten Abbildungen der verſchiedenen davon vorhandenen Arten ſaͤmmtlich hier wiedergeben wollten. Die Theile eines Pfluges, dann was ein Schwingpflug iſt, und wodurch er ſich von einem andern unterſcheidet, ſind jedem leſenden deutſchen Landwirth be— kannte Dinge; auch ſehr viele der davon vorkommenden Varietaͤ⸗ ten gehoͤren nicht mehr zu den ganz fremden Gegenſtaͤnden, uͤber⸗ dies haͤlt es ſchwer, durch eine blos einſeitige, die verſchiedenen Theile nicht gehoͤrig beruͤckſichtigende Abbildung und eine Beſchrei⸗ bung, ſei ſie auch noch ſo genau und ſorgfaͤltig ausgearbeitet, eine deutliche Vorſtellung von einem Pfluge(bei anderen Werk⸗ zeugen iſt es eher moͤglich) zu erwecken, und einen Arbeiter in den Stand zu ſetzen, daß er einen danach fertigen koͤnne. Wir laſſen daher die meiſten Darſtellungen der Pfluͤge weg, und wol⸗ len uns vornehmlich auf die Mittheilung einiger Bemerkungen uͤber die Geſchichte ihrer Verbeſſerung und uͤber ihren Gebrauch beſchraͤnken, einige der beſſeren und weniger bekannten Arten da⸗ von nennen, und von den vielen im Original enthaltenen Abbil— dungen blos die auswaͤhlen, die wenigſtens eine fluͤchtige Idee von einigen durch ihre Sonderbarkeit ſich auszeichnenden Pfluͤgen erregen. Fruͤher war der Pflug eine ſchwerfaͤllige, faſt ohne alle Ruͤck⸗ ſicht auf mechaniſche Grundſaͤtze verfertigte Maſchine; denn man glaubte, daß ein Werkzeug, welches nur zum Umwenden des Bodens beſtimmt ſei, und den Haͤnden unwiſſender Landleute anvertraut werde, keine geſchickte Form zu haben brauche. Die Arbeit geſchah daher in den meiſten Faͤllen ſehr unvollkommen und uͤberdies noch ſehr koſtbar; denn dieſes ſchwerfaͤllige Werk— zeug forderte wenigſtens vier Pferde, waͤhrend bei den neueren beſſeren meiſtens zwei hinreichen. In einigen Theilen des Reichs wird der alte Pflug zwar immer noch beibehalten, jedoch mit ſo mannichfachen Abaͤnderungen ſeiner Theile, je nachdem Boden und Umſtaͤnde es zu fordern ſcheinen, daß es gar nicht moͤglich ſein wuͤrde, ſie alle anzugeben; wir begnuͤgen uns mit einer Dar⸗ ſtellung des unter dem Namen Wendepflug(Turnwrest-plough— Pflug mit einem umzuſetzenden Streichbrete) bekannten, der mit einigen daran angebrachten Verbeſſerungen noch jetzt in der Graf⸗ ſchaft Kent ſehr gebraͤuchlich iſt. S. Fig. I. ng des gpflüͤge erlaͤu⸗ Arten flluges, einem th be⸗ zarietaͤ⸗ , uͤber⸗ jedenen eſchrei⸗ rbeitet, Werk⸗ iter in Wir wol⸗ ungen brauch en da⸗ Abbil⸗ Idee fuͤgen Ruͤck⸗ man n des dleute Die mmen Werk⸗ zweren Reichs nit ſo goden oͤglich Dar⸗ 4— r mit Graf⸗ Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. 5 Figur 1. Sein Baum(Grindel) von Eichenholz iſt 10 Fuß lang, 5 Zoll ſtark und 4 Zoll breit; an ſeinem hintern Ende befindet ſich das Pflughaupt 5 Zoll breit, 3 ½ Zoll ſtark und 3 ½ Fuß lang, an deſſen obern Theil die Sterzen(Ruͤſtern, Handhaben) angebracht ſind. Das Haupt iſt in den Baum eingezapft und unten in die Sohle eingelaſſen. Durch den Baum, 2 Fuß 5 Zoll entfernt von dem Haupt, geht eine Saͤule von Eichenholz, 7 Zoll breit und 1 ½ Zoll dick, die unten ebenfalls in die Sohle in einer ſchiefen Richtung eingelaſſen iſt, und an die vorn an ſeiner Spitze, 22 Zoll vom Baum entfernt, das Schar geſteckt wird. Die Sohle iſt 5 Fuß lang, 4 Zoll breit und 5 Zoll ſtark. Das Schar iſt von geſchmiedetem Eiſen, 20 Zoll lang, vorn 4 ½, hinten 7 ½ Zoll breit und ungefaͤhr 32 Pfund ſchwer. Das vordere Ende des Baumes ruht auf einem Wagen(Vordergeſtell, Pflugaͤchs⸗ chen) mit zwei Raͤdern, 3 Fuß 2 Zoll hoch. Auf der Achſe ſteht ein Galgen mit einem Polſter, worauf der Baum liegt. Durch den Mittelpunkt der Achſe geht ein eiſerner Haken, an den der Pflugbaum vermittelſt einer Kette in der Weiſe gehaͤngt wird, daß er durch ihre Verlaͤngerung oder Verkuͤrzung tiefer oder hoͤher zu ſtellen und dadurch der tiefere oder ſeichtere Gang des Pfluges zu beſtimmen iſt. Dieſes unbeholfene Werkzeug muß deshalb ſo ſtark gemacht und dadurch noch ſchwerfaͤlliger werden, weil ſonſt Baum und Haupt leicht abbrechen, wenn es von vier kraͤftigen Pferden ge⸗ zogen, ploͤtzlich an einen Stein oder eine Baumwurzel ſtoͤßt; es iſt aber in dem ſteinigen Boden von Kent nicht zu verachten, den es bis zu einer bedeutenden Tiefe vollſtaͤndig umwendet. Die Pflugſchnitte werden uͤbrigens von ihm platt ohne Unterbrechung nebeneinander hingelegt, weil ſein Streichbret zum Umſetzen iſt und daher bald rechts, bald links wendet. Wenn man daſſelbe wegnimmt und ihm ein Schar von 20 Zoll Breite gibt, kann er 6 Erſtes Kapitel. auch als Schaͤlpflug gebraucht werden. Durch dieſe Umſtaͤnde erhaͤlt er ſich in Kent in ſolcher Beliebtheit, daß manche daſelbſt neuerdings eingefuͤhrte Pfluͤge wieder bei Seite geſetzt worden und mehre Landwirthe der Meinung ſind, es gebe keinen andern Pflug, der wie er fuͤr alle Arten von Boden und fuͤr alle ver— langte Tiefen der Furchen gleich gut paſſe. Auf nicht ſchwerem Boden reichen drei Pferde fuͤr ihn hin; aber in dem Theile von Kent, den man den Wald nennt(ſ. B. 1. S. 373.), iſt es bisweilen noͤthig, ſechs Pferde vor ihn zu haͤngen. In jenem Falle werden wohl 1 ½ Acker in einem Tage fertig, in dieſem weniger, ja es iſt nichts Seltnes, daß ſechs ſtarke Suſſexochſen kaum einen halben Acker altes Kleeland in einem Tage umbrechen. Der große Hertfordſhirer Raͤderpflug aͤhnelt jenem ſehr, und wird von den Landwirthen jener Gegend zum Umbrechen der Brache auf ſteinigem Boden bei trocknem Wetter ſehr beachtet. Aber nur dazu, ſagt Arthur Yung, mag er allenfalls taugen, uͤbrigens iſt er ein ſchwerer, uͤbelgeſtalteter und ſchlechtgehender Pflug. Seine Hauptfehler ſind, daß er den Boden nicht in glei⸗ cher Tiefe horizontal vom Untergrunde abſchneidet, ſondern, wie man bei naͤherer Unterſuchung deutlich wahrnimmt, eigentlich nur in Riefen hinlegt, und daß er durch ſeine Schwere und unzweck⸗ maͤßige Bauart fuͤr Mann und Zugvieh muͤhſelig wird. Sein Schar wog ſonſt bisweilen wohl 60— 70 Pfund, gegenwaͤrtig aber kaum noch 50 Pfund. Dabei iſt jedoch nicht zu vergeſſen, daß manche Landwirthe, die nur einen leichten Boden kennen, gar haͤufig zu vorſchnell uͤber den Kraftaufwand und die Staͤrke der Werkzeuge, die zum Bearbeiten ſehr gebundenen Bodens erforderlich ſind, aburtheilen, weil ſie denſelben nicht kennen. Die Oberflaͤche eines ſtrengen Thons oder Lehms erſcheint oft, zumal wenn ſtarker Winterfroſt auf ihn eingewirkt hat, ſo locker und kruͤmlich, daß die Ueber— zeugung entſteht, es ſei blos eine thoͤrichte Hartnaͤckigkeit der Landwirthe, zu deſſen Umpfluͤgen unnoͤthigerweiſe ſo viel Kraft zu verſchwenden; wollten jedoch die alſo urtheilenden Herren den Untergrund eines ſolchen Bodens genauer unterſuchen, ſo wuͤrden ſie bald entdecken, daß der Pflug nicht blos eine gelockerte Ober⸗ flaͤhe von 1—2 Zoll Tiefe zu bearbeiten hat, ſondern auch oft noch eine zaͤhe, ſtrenge, oft wohl auch ſteinige Lehmunterlage durchbrechen ſoll, und daß dazu ein leichter Pflug und geringe Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. 7 Zugkraft nicht ausreichen. Gewicht und Staͤrke ſind dazu unum⸗ gaͤnglich noͤthig. So ſahen wir vor Kurzem einen Knaben auf dem Grindel eines leichten Schwingpfluges ſitzen, um denſelben feſt im Boden zu erhalten, weil er ſonſt bei dem Pfluͤgen eines tiefen Thonbodens ſogleich herausglitſchte, ſobald er nur an ein geringes Hinderniß ſtieß, und der Pfluͤger erklaͤrte, er ſei ohne eine ſolche Belaſtung nicht im Stande, ihn in einem ſteten Gange zu erhalten. Daß an dieſen alten Werkzeugen bedeutende Verbeſſerungen anzubringen ſind, lehrt die Erfahrung taͤglich; aber auch, daß die Grundſaͤtze nicht ganz umzuſtoßen ſind, deren Nuͤtzlichkeit ſich jahrelang erwieſen hat. Zum Umbrechen eines zaͤhen, ſtrengen Thonbodens ſind, ſo bald es mit reinlicher Furche und zur vollen Tiefe geſchehen ſoll, ſtarke, viel Zugkraft erfor⸗ dernde Werkzeuge noͤthig, die aber bei den ſpaͤteren Pflugarten freilich durch leichtere und ſchwaͤchere mit Vortheil zu erſetzen ſind, daher auch hier jeder Landwirth Pfluͤge verſchiedener Art, zur Saatfurche andere, wie zum Umbruch der Brache, haben ſollte. Die erſte bedeutende Verbeſſerung an den Pfluͤgen war die Verfertigung eines leichten Schwingpfluges vor etwa hundert Jahren in Yorkſhire, wo er den Namen Rotherham-Pflug er⸗ hielt, der in jener Grafſchaft, auch in manchen andern Theilen von England noch immer viel im Gebrauch ſich befindet, im Gan⸗ zen 7 Fuß 4 Zoll lang iſt und an Holz und Eiſen nur 1½ Cent⸗ ner wiegt, alſo von jenen alten Pfluͤgen gar ſehr abweicht, leich⸗ ter geht und dennoch eine reinere Furche macht. Dieſer Pflug war bis 1764 der einzige, der von zwei nebeneinander geſpann⸗ ten Pferden gezogen wurde; in genanntem Jahre aber wurde er durch James Small, einen ſchottiſchen Mechanikus und Pachter, dadurch ſehr verbeſſert, daß er ein eiſernes gewoͤlbtes Streichbret daran anbrachte, durch welches das Umwenden der Pflugſchnitte vollkommner geſchieht. Er nahm auch, obgleich nicht Mathemati⸗ ker, noch manche andere Verbeſſerungen nach richtigen mechani⸗ ſchen Grundſaͤtzen damit vor und lieferte ſo einen Pflug, der nach ihm benannt wurde, auch gegenwaͤrtig ſehr allgemein im Lande auf Boden aller Art gebraucht und meiſt von zwei nebeneinander geſpannten, an einer Leine geleiteten Pferden, ohne beſondere Treiber, fortgezogen wird. Die Durchſchnittsleiſtung dabei iſt mit Leichtigkeit ein Acker taͤglich. Dieſer Pflug iſt auch in Deutſchland gegenwaͤrtig ſo be⸗ kannt, daß eine naͤhere Beſchreibung hier unnuͤtz ſein wuͤrde, da 8 Erſtes Kapitel. wir zumal gerade von ihm eine ſo meiſterhafte beſitzen in dem erſten Hefte der von Thaer herausgegebenen Abbildungen und Be⸗ ſchreibungen neuer nutzbarer Ackergeraͤthe, wo auch noch, ſo wie in manchen anderen Schriften, z. B. in dem ausuͤbenden Land⸗ wirthe von Jakobi, nach Low's elements of Agrieculture bearbei⸗ tet, die Grundſaͤtze, welche man gegenwaͤrtig bei der Verfertigung von Pfluͤgen fuͤr zu beobachten noͤthig haͤlt, die aber durch die Leiſtungen des Ruchadlo in der Wirklichkeit zum Theil widerlegt werden, ſehr gut und deutlich auseinandergeſetzt ſind. Man kann den Small'ſchen Pflug gewiſſermaßen als den Vater aller nach ihm noch aufgekommenen Schwingpfluͤge betrachten, indem ſie im Weſentlichen mit ihm uͤbereinkommen, nur in einzelnen Thei— len von ihm abwichen und eigentlich nur als verſuchte Vervollkomm— nungen deſſelben anzuſehen ſind, ohne jedoch dieſe Abſicht immer zu erreichen. Vor Small ſcheinen wiſſenſchaftlich gebildete Maͤn⸗ ner in der That ganz unempfindlich gegen die Fehler der Pfluͤge geweſen zu ſein, oder ſich eingebildet zu haben, daß es nicht moͤglich ſei, ſie nach gelaͤuterten Grundſaͤtzen zu konſtruiren; denn ihre Verfertigung wurde gemeiniglich unwiſſenden Handwerkern uͤberlaſſen, die nicht nur zu einer Berechnung der zur Ueber— windung eines Widerſtandes nothwendigen Kraͤfte ganz unfaͤhig, ſondern auch in ihren Vorurtheilen ſo verhaͤrtet waren, daß ſie ſich allen Neuerungen widerſetzten. Wenn aber auch das Pflüͤ— gen nur eine gemeine Arbeit iſt, ſo verlangt ſie doch zu ihrer guten Ausuͤbung Kenntniß und richtiges Urtheil, und das dazu dienliche Werkzeug, obgleich anſcheinend einfach, iſt hinſichtlich ſei— ner auf den Boden wirkenden Kraͤfte ſo zuſammengeſetzt, daß es eine ſchwer zu loͤſende Aufgabe fuͤr den unterrichtetſten Mathema⸗ tiker wird. Die beſte Konſtruktion deſſelben ſcheint in der That nur durch Verſuche auffindbar zu ſein; denn die Schwierigkeit, ſichere Grundſaͤtze dafuͤr aufzuſtellen und daraus eine auf alle Faͤlle paſſende Theorie abzuleiten, hat ſich bisher als unuͤberſteiglich ge⸗ zeigt. Wie bei allen Ackerarbeiten, ſo muß man auch bei dem Pfluͤgen das dazu dienliche Inſtrument ſammt ſeiner Anwendung nach den Umſtaͤnden verſchieden einrichten; indem man noch kei⸗ nen Pflug hat, auch wohl nie haben wird, der zu allen Zeiten, in jeder Lage und auf jedem Boden paſſet und alle anderen uͤber— trifft. Wenn auch die Grundſaͤtze der Konſtruktion in der Haupt⸗ ſache immer dieſelben bleiben moͤgen, ſo muß doch ihre Anwen— dung nach der beſondern Beſchaffenheit des Bodens, nach dem in dem ind Be⸗ ſo wie Land⸗ vearbei⸗ rtigung urch die iderlegt in kann er nach em ſie Thei⸗ komm⸗ immer Man⸗ Pfluͤge nicht denn verkern Ueber⸗ fähig, aß ſie Pfluͤ⸗ ihrer dazu ich ſei— daß es thema⸗ That rigkeit, Faͤlle ich ge⸗ ei dem endung ih kei⸗ geiten, uͤber⸗ Haupt⸗ nwen⸗ h dem Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. 9 vorliegenden Zweck der Arbeit und nach den oͤrtlichen Verhaͤltniſ⸗ ſen der verſchiedenen Gegenden gewiß theilweis eine Abaͤnderung erleiden, und danach die Form des Pflugs verſchieden ausfallen. Bisejjetzt gibt es noch keinen, mag er auch uͤbrigens in mehr⸗ facher Hinſicht ganz vorzuͤglich ſein, der fuͤr alle Bodenarten gleich gut iſt. Die Mechaniker ſollten daher darauf ſinnen, fuͤr die ver⸗ ſchiedenen von Guß- und Schmiedeeiſen angefertigten Theile des Pflugs ſolche Formen aufzufinden, wie ſie zu den vorliegenden Zwecken und Bodenarten am paſſendſten ſind und dieſelben ſo einrichten, daß ſie mit leichter Muͤhe an demſelben anzubringen waͤren. Beſonders waͤre dieſes bei den Streichbretern zu wuͤn⸗ ſchen, welche von verſchiedener Woͤlbung und Laͤnge ſein, und dem Pflugkoͤrper bald entfernter, bald naͤhet zu ſtellen ſein ſollten, je breiter oder ſchmaler man die Furche haben will. Dieſe Ver— beſſerung haben auch in der That die als Pflugfabrikanten be— ruͤhmten HH. Ranſome zu Ipswich an allen Arten von Schwing⸗ und Raͤderpfluͤgen mit Gluͤck anzubringen verſucht. Vor einiger Zeit gaben ſie allen ihren Pfluͤgen eiſerne Grindel und Sterzen; aber bei deren Anwendung fand man, daß ſelbige ihrem Zwecke nicht ſo gut entſprachen, wie die von Holz, weil ſie in zitternde Bewegung geriethen, ſich auch wohl bogen, daher dem Pfluͤger die Arbeit ſchwerer machten und minder leicht zu repariren wa⸗ ren. Der Gebrauch der ganz eiſernen Pfluͤge iſt jetzt auch in dem groͤßten Theile von England, beſonders im Norden, ſo wie— der abgekommen, daß bei einem 1837 in Surrey ſtattgefundenen Wettpfluͤgen unter den aufgeſtellten vierzig verſchiedenen Pfluͤgen nicht einer ganz von Eiſen ſich befand. Die genannten Herren haben noch eine andere weſentliche Ver— beſſerung angebracht, welche den Beifall mehrer Ackerbaugeſell⸗ ſchaften erhalten hat und darin beſteht, daß ſie Schare von Guß⸗ eiſen ſo zu haͤrten wiſſen, daß ſie an ihrer untern Seite eine gleichmaͤßig harte Oberflaͤche von ⁄16— ½6 Zoll Staͤrke erhalten. Dergleichen Pflugſchare bleiben bei der Arbeit immer ſcharf; denn ihre obere Seite, die ihre natuͤrliche Weiche behaͤlt, nutzt ſich ſchneller als die untere ab, und dadurch entſteht fortwaͤhrend ein ſo duͤnner und ſcharfer Rand von hartem Metall, daß eine groͤ⸗ ßere Schaͤrfe auf keine andere Weiſe hervorgebracht werden kann, wie wir uns ſelbſt uͤberzeugt haben. Einer der von den HH. Ranſome gelieferten Pfluͤge, wel⸗ cher neuerer Zeit in den mittleren Grafſchaften recht allgemein 10 Erſtes Kapitel. in Gebrauch gekommen iſt, empfiehlt ſich ſehr durch ſeine Dauer⸗ haftigkeit, Leichtigkeit(zwei nebeneinader geſpannte Pferde ziehen ihn ohne Beſchwerde) und Brauchbarkeit ſowohl auf ſchwerem, wie auf leichtem Boden und verdient daher vielfach Empfehnung. Fig. 2. iſt er, um wenigſtens eine Idee von ihm zu geben, von beiden Seiten fluͤchtig abgebildet. 7 Figur 2. Bei dieſem Urtheil uͤber einen Pflug haben wir doch zu be⸗ merken, daß bei zwei Wettpfluͤgen, denen wir vor Kurzem bei⸗ wohnten, und wo eine Menge Pfluͤge von verſchiedenen Meiſtern, einige mit zwei Pferden neben einander, andere mit dreien hinter einander, noch andere mit zuſammengejochten, auch mit ordentlich angeſchirrten Ochſen beſpannt, mit einander in Kampf ſich ein⸗ ließen, die Arbeit im Allgemeinen ſo gleichmaͤßig verrichtet war, daß es den Kampfrichtern ſchwer wurde, einen weſentlichen Vor⸗ zug in der Leiſtung des einen oder andern Pfluges aufzufinden. Bei dergleichen Proben iſt ſehr in Anſchlag zu bringen, daß der Kraftmeſſer, den man gewoͤhnlich zum Meſſen der erforderlichen Jugkraft anwendet, nach Art einer Schnellwage mit einem Zeiger angefertigt iſt, deſſen Stillſtandspunkt nur ungefaͤhr angenommen werden kann, weil die Schwingungen, welche durch die Verſchie⸗ denheit in der Haͤrte des Bodens und in dem Gang der Zug⸗ thiere hervorgebracht werden, nur ſelten wirklich einen eintreten laſſen. Die relative Schnelligkeit, mit der die Geſpanne vorwaͤrts ſchreiten, darf daher nicht unberuͤckſichtigt bleiben; denn wenn ein Paar Pferde zwei Meilen und ein anderes Paar drei Meilen in — der meſſe ande licht Auge und übha Füh iſt eben der wohl eben kaun chen mitte moͤg Bod beſo nen, gebu ciger Werk verla ſtelle Geſch pflug vorh reine keres bei ſpan. Dieſe kante ander lettg und in je müge le Dauer: de ziehen chwexem, pfehtung. en, von zu be⸗ m bei⸗ eiſtern, hinter entlich h ein⸗ t war, Vor⸗ finden. aß der rlichen Zeiger mmen ſchie⸗ Zug⸗ treten waͤrts n ein en in Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. 11 der Stunde zuruͤcklegen, kann das blos auf den Zeiger am Kraft⸗ meſſer gegruͤndete Urtheil ſehr von der Wahrheit abweichen. Eine andere Urſache von Irrthum liegt in der verſchiedenen Geſchick⸗ lichkeit der Pfluͤger, die nach der Meinung Vieler mehr in die Augen faͤllt, als das, was dem Pfluge ſelbſt zuzuſchreiben iſt, und in der That, die Vorzuͤge eines ſolchen Werkzeuges ſind ſo abhaͤngig von der Beſchaffenheit des Geſpanns und der richtigen Fuͤhrung von Seiten des Pfluͤgers, daß es nicht zu verwundern iſt, warum dieſelben Pfluͤge mehrmals den Preis gewonnen und eben ſo oft verloren haben. Der verhaͤltnißmaͤßige Widerſtand, der durch die verſchiedene Breite und Tiefe der Furche, eben ſo wohl unten, als an der Oberflaͤche hervorgebracht wird, verdient ebenfalls eine vorzuͤglich genaue Unterſuchung. Ferner iſt es wohl kaum noͤthig, darauf aufmerkſam zu machen, daß das zu derglei⸗ chen Unterſuchungen auserſehene Stuͤck Land in einem Zuſtand mittelmaͤßiger Feuchtigkeit und von Steinen, auch Unebenheiten moͤglichſt frei ſein muͤſſe. Die Verſuche ſollten uͤberdies ſtets auf Boden verſchiedener Art angeſtellt werden, um deſto ſicherer die beſonderen Eigenſchaften der verſchiedenen Pfluͤge kennen zu ler⸗ nen; gewoͤhnlich nimmt man aber dazu nur ein Stuͤck maͤßig gebundenes Klee⸗ oder Grasland. Die Leiſtungen eines einfur⸗ chigen Raͤderpfluges ſcheinen ſich uͤbrigens leichter, als die anderer Werkzeuge der Art erkennen zu laſſen, weil er ſich mit mehr Zu⸗ verlaͤſſigkeit fuͤr eine verſchiedene Breite und Tiefe der Furche ſtellen laͤßt und in ſeinem Gange minder abhaͤngig iſt von der Geſchicklichkeit des Arbeiters. Die HH. Ranſome liefern beſonders noch einen Schwing⸗ pflug, der fuͤr ſtrengen Thonboden ſich noch beſſer eignet, als der vorhin beſchriebene, weil ſich eine tiefe Furche noch leichter und reiner mit ihm ziehen laͤßt. Er erfordert aber freilich ein ſtaͤr⸗ keres Geſpann, auch muß ſein Baum ſehr hoch ſtehen, weil ſonſt bei ſehr tiefem Pfluͤgen die herausbrechenden Schollen den An⸗ ſpannungspunkt beruͤhren und ſo den Gang des Pfluges ſtoͤren. Dieſen Fehler haben die HH. Jafferies und Comp., Pflugfabri⸗ kanten in London, Guildfort-Straße Southwark, durch eine Ab⸗ aͤnderung in der Anſpannungsweiſe mit Gluͤck abzuhelfen verſucht. Letztgenannte Herren liefern ebenfalls vorzuͤgliche Schwingpfluͤge, und ſo gibt es denn deren jetzt eine ſehr große Menge, beinahe in jeder Gegend einen andern, die nur alle zu nennen ſchon un⸗ moͤglich ſein wuͤrde; wir gedenken daher nur noch eines, der von 12 Erſſtes Kapitel. dem verſtorbenen John Finlayſon zu Murrkirk erfunden wurde, von mehren einſichtsvollen Landwirthen in verſchiedenen Gegenden von England und Schottland ſehr gelobt wird und den Namen ſich ſelbſt reinigender Imperialpflug erhalten hat. S. Fig. 3. Figur 3. wo a ihn darſtellt, wie er gewoͤhnlich gebaut iſt, und b eine Abaͤnderung des Grindels zeigt, die Hr. Finlayſon fuͤr manche Faͤlle angenommen hat. Er iſt ganz von Schmiede⸗ und Gußeiſen ge⸗ fertigt, und man ruͤhmt von ihm, daß er nicht nur zu ſeiner Fuͤhrung weniger Uebung erfordere und beſſere Arbeit liefere, als jeder andere Pflug, ſondern ſich auch in derſelben Zeit und mit demſelben Kraftaufwand auf jedem Boden mehr mit ihm vollbrin— gen laſſe, auf feuchtem, rohen Lande wohl das Doppelte bis Dreifache. Es ſoll ſich dieſes auch wirklich bei vergleichenden Verſuchen, die man bei mehren Gelegenheiten mit ihm und den Small'ſchen oder anderen Schwingpfluͤgen anſtellte, beſtaͤtigt ha— ben. Ein ſolcher Verſuch fand in Gegenwart der Landwirthſchafts⸗ geſellſchaft zu Dalkeith auf einem alten Kleefeld ſtatt, wo ſeine Arbeit fuͤr weit beſſer, als die eines gut gebauten Small'ſchen Pfluges anerkannt wurde; ein zweiter auf einem zaͤhen, torfigen Wieſengrunde, wo der Imperialpflug neun Umgaͤnge machte und die Pflugſchnitte auf das Vollkommenſte umlegte, waͤhrend der andere mit ihm verglichene Pflug nur zweimal umging und noch einen Gehuͤlfen brauchte, um das, was ſich vorlegte, wegzuſchaf— fen. Auch die Landwirthſchaftsgeſellſchaft zu Carrick beſtaͤtigt, daß er bei dem Umpfluͤgen eines rohen wilden Bodens oder einer ver⸗ haͤrteten Brache jeden andern bis jetzt geſehenen Pflug uͤbertreffe. Mit gleichem Erfolg wurde er in Berkſhire mit anderen Pfluͤgen verglichen. Mit Haide und Ginſter bewachſenes Land ſtuͤrzte er mit ſolcher Leichtigkeit um, als ſei es ein Stoppelfeld, die gewoͤhn⸗ iichen Ein in d zu T ob er konne den manc geſchi ſelbſt vorha bewir von l Zeit nicht Vorg Verſ wurde, Gegenden r Namen Fig. 3. b eine he Faͤlle ſen ge⸗ u ſeiner te, als nd mit lbrin⸗ lte bis henden nd den igt ha⸗ ſchafts⸗ ſeine llſchen orfigen te und nd der d noch uſchaf⸗ t, daß er ver⸗ atreffe. ffluͤgen rzte er woͤhn⸗ — Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. 13 lichen Pfluͤge dagegen ließen kaum eine Spur von Furche zuruͤck. Ein Acker Stoppelfeld wurde ferner mit ihm zu Sillwood Park in drei Stunden zwanzig Minuten, und ein Acker Haidegrund zu Titneß Park in drei Stunden vierzig Minuten gut umgepfluͤgt, ob er gleich nur mit zwei kleinen Pferden beſpannt war. Die Form und Stellung des Schars und des Streichbretes koͤnnen nach den Umſtaͤnden abgeaͤndert werden; fuͤr ſteinigen Bo⸗ den iſt jenes anders, als fuͤr ſteinfreien, und ſo gibt es noch manche Abaͤnderungen an ihm, durch die er zu jedem Gebrauch geſchickt wird. Seine beſonders geruͤhmte Eigenthuͤmlichkeit, ſich ſelbſt zu reinigen, entſteht dadurch, daß an ihm kein Gegenſtand vorhanden iſt, an dem ſich etwas anlegen und eine Verſtopfung bewirken kann. Daß dadurch, beſonders bei dem Unterpfluͤgen von langem Miſt, von Seegras, ſelbſt von hohen Stoppeln, viel Zeit erſpart werden muͤſſe, iſt einleuchtend. Wir koͤnnen jedoch nicht nach perſoͤnlicher Anſicht die Wahrheit aller dieſer geruͤhmten Vorzuͤge beſtaͤtigen, ſondern dieſes Werkzeug nur zu weiteren Verſuchen empfehlen. Der Dopelfurchenpflug, der Fig. 4. in der Weiſe abgebildet iſt, wie ihn die HH. Ranſome liefern, iſt in ſandigen Gegenden, beſonders wo man viel mit Ochſen arbeitet, haͤufig in Gebrauch und eine ſehr alte Erfindung; denn ſchon Walter Blythe, der unter dem Protectorat des Olivier Cromwell ſchrieb, gedenkt ſeiner; mehr in Anwendung kam er jedoch erſt in neuerer Zeit, nachdem er von Lord Sommerville bedeutend verbeſſert worden war, den man deshalb auch haͤufig als den erſten Erfinder deſ— ſelben angeſehen hat. Der als Landwirth in ſo großem Anſehen ſtehende Billingsley zu Skepton Mallet, von dem B. 1. S. 256. eine Berechnung uͤber die Arbeitsleiſtung der Ochſen gegeben iſt, ſagt: es moͤge Manchen unglaublich ſcheinen, daß dieſer Doppel— furchenpflug uͤberall anzuwenden ſei, er koͤnne aber verſichern, 14 Erſtes Kapitel. daß er noch keinen Fall gefunden habe, wo er nicht mit Vor⸗ theil zu gebrauchen geweſen waͤre; auch iſt es bekannt, daß bei mehren Pflugproben, die unter der Aufſicht der Landwirthſchafts⸗ geſellſchaft zu Bath auf Boden der ſchwierigſten Art angeſtellt wurden, dieſer Doppelpflug mehrmals den Preis gewann. Er wurde dabei von vier Pferden gezogen, mit dem Norfolker Raͤ⸗ derpflug, mit einem leichten Carlisle⸗-Schwingpflug und mit dem gewoͤhnlichen Wiltſhire'ſchen Pfluge verglichen, und das Urtheil fiel dahin aus, daß er zu den gewoͤhnlichen Landwirthſchafts⸗ zwecken dieſem vorzuziehen ſei, weil er die Pflugſchnitte flacher hinlege als ſie, dadurch aber eine groͤßere neue Oberflaͤche dem Einfluß der Elemente darbiete und den Unkrautswuchs zwiſchen den Furchen beſſer unterdruͤcke.— Dieſe Anſichten haben ſich jedoch bei Vergleichung mit beſſeren Pfluͤgen neuerer Zeit dahin berichtigt, daß er nur auf leichtem Boden und ebenen Flaͤchen mit einigem Vortheil zu gebrauchen ſei, auf einer unebenen dage⸗ gen nur ſchlecht arbeite, auch nicht wohl anders, als auf bereits umgebrochenen Lande anzuwenden ſei und zum Aufpfluͤgen ge— woͤlbter Beete nicht tauge. Ueberdies behaupten noch manche Landwirthe, die ihn viel gebraucht haben, daß er ſelbſt da, wo Boden und uͤbrige Verhaͤltniſſe fuͤr ihn guͤnſtig ſeien, nicht gut arbeite, weil er die Pflugſchnitte nicht gleichmaͤßig abſetze, ſon⸗ dern die mit einem Zug herausgehobenen ſo hinlege, daß ſie wie einer erſcheinen. Dazu kommt nun noch, daß vier Pferde mit zwei einfachen Pfluͤgen eben ſo viel, wo nicht mehr leiſten, als mit einem Doppelpfluge. Derſelbe verdient daher allerdings wohl nicht allgemeine Empfehlung. Wenn er aber auch keine ſo nette und tiefe Arbeit liefert, wie ein guter einfacher Schwingpflug, ſo iſt doch nicht zu verkennen, daß er in Folge ſeiner Bauart einen ſicherern Gang haben muͤſſe, als dieſer, daher nicht ſo leicht aus dem Lande ſpringe und mit geringerer Muͤhe ſich handhaben laſſe. Der Dr. Cartwright erfand auch einen dreifachen Pflug und erhielt dafuͤr von der Geſellſchaft der Kuͤnſte die ſilberne Medaille. Er hat die Vorzuͤge, welche dieſer Pflug haben ſoll, mit ſehr ſcharfſinnigen Gruͤnden auseinandergeſetzt, und es hat ſich bei den damit gemachten Verſuchen erwieſen, daß er keine ſchlechte Arbeit liefere; aber er iſt dennoch nirgends in allgemeinen Gebrauch ge⸗ kommen, noch weniger der Pflug mit neun Scharen, den der verſtorbene Morris Birkbeck zu Guildford anwendete, und mit dem ſechs Pferde in einem Tag bequem acht Acker umpfluͤgten. T lchen, ſind ir daſelbſ zu eine manch chen d dieſer lere S woͤlbte 1 wohl werden die ob und ha ungefäl das ar dieſer Miſſe durch darin ſcharf, mit N ſeinen es iſt jedoch Eichen doll ſ die ſchneid dier u Wurze berüͤhr demnag Warze 3 häuſige in ein ünem Jaet iit Vor⸗ daß bei ſchaſts⸗ ngeſtellt inn. Er ker Raͤ⸗ nit dem Urtheil ſchafts⸗ flacher he dem wiſchen en ſich dahin Faͤchen dage⸗ bereits en ge⸗ nanche , wo ft gut ſon⸗ e wie e mit „als wohl nette 9, ſo einen t aus laſſe. und daille. ſehr i den lrbeit g⸗ m der mit en. Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. 15 Doppelte Streichbretspfluͤge, d. h. Pfluͤge mit zwei beweg⸗ lichen, enger und weiter von einander zu ſtellenden Streichbretern, ſind in Großbritannien ebenfalls ſehr ſtark in Gebrauch, kommen daſelbſt in allen Groͤßen und Staͤrken vor und werden meiſtens zu einem dort fuͤr hoͤchſt wichtig gehaltenen tiefen Anhaͤufeln von manchen Kulturpflanzen, jedoch auch zum Ziehen von Waſſerfur⸗ chen ꝛc. viel gebraucht. Von den gewoͤhnlichen deutſchen Pfluͤgen dieſer Art unterſcheiden ſie ſich meiſtens dadurch, daß ſie ſchma— lere Schare, eine ſchiefſtehende ſcharfe Griesſaͤule und eiſerne ge⸗ woͤlbte und kuͤrzere Streichbreter haben. Unter den Großbritannien eigenthuͤmlichen Pfluͤgen verdient wohl auch der Schnittpflug(Trench plough) mit aufgefuͤhrt zu werden. Derſelbe dient dazu, die Stoppeln abzuſchneiden, ohne die obere Erdſchicht umzuwenden oder eine Furche zu machen, und hat zwei hintereinander ſtehende Schare, von denen das erſte ungefaͤhr in dem dritten Theil der Laͤnge des Pflugbaumes, und das andere in derſelben Entfernung vom erſteren ſteht. Jedes dieſer Schare wird durch zwei eiſerne Schienen oder vielmehr Meſſer unterſtuͤtzt, welche 2½ Zoll breit und Zoll ſtark ſind, durch den Baum hindurchgehen, und wie ein gewoͤhnliches Sech darin auf- und niederzuruͤcken ſind. Dieſelben ſind vorn ſehr ſcharf, um das Land leicht zu durchſchneiden und an die Schare mit Nieten und Schrauben befeſtigt. Das vordere Schar hat ſeinen Fluͤgel auf der linken, das hintere auf der rechten Seite; es iſt demnach dieſes Werkzeug wirklich ein doppelter Pflug, jedoch ohne Streichbret. Der Pflugbaum iſt ein gerades Stuͤck Eichenholz, hinten 6 Zoll und vorn, allmaͤhlich abnehmend, 4 ½ Zoll ſtark; daran ſind, etwa 6 Zoll von ſeinem hintern Ende, die Handhaben befeſtigt. Seine Leiſtung iſt folgende: er durch⸗ ſchneidet den Boden unter der Oberflaͤche in einer Tiefe von drei, vier und mehr Zollen, und zertheilt dadurch die Austriebe der Wurzelunkraͤuter, ohne die obenaufſtehenden Samenunkraͤuter zu beruͤhren, oder etwas von der Ackerkrume umzuwenden; er lockert demnach nur den untern Theil derſelben, ohne die Samen⸗ und Wurzelunkraͤuter unterzubringen. Ihm verwandt iſt der Wende⸗, oder Rajolpflug, welcher haͤufiger gebraucht wird und aus zwei vollſtaͤndigen Pflugkoͤrpern an einem Baume beſteht, einem kleineren, der vorausgeht, und einem groͤßeren, der ihm folgt, und etwa um vier Zoll tiefer geht. Jener ſchneidet oben einen Erdſtreifen nur flach ab und wirft 16 Erſtes Kapitel. ihn zu unterſt in die Furche, dieſer gehet tiefer ein, holt die darunter liegende, von der vorigen Frucht unberuͤhrt gebliebene, von Unkraut reine Erdſchicht heraus, und wirft ſie uͤber die vom erſten gefaßte in der Weiſe, daß ſie vollkommen damit bedeckt wird und das darin befindliche Unkraut verfaulen und einer neuen Ernte zur Nahrung dienen kann. Es liefert dieſer Pflug daher eine Art Rajolarbeit, und der damit bearbeitete Acker laͤßt ſich ſehr rein und gut abeggen, weil weder Stoppeln noch Unkraͤuter hin⸗ dern; er erfordert aber ein ſtarkes Geſpann— vier bis zehn Pferde, je nach der Beſchaffenheit des Bodens und nach der Tiefe, mit der man pfluͤgen will, und die durch die gewoͤhnliche Stel— lung eines auf einem Vordergeſtell ruhenden Grindels von 6 Zoll bis zu einem Fuß und daruͤber regulirt werden kann. Man hat gefunden, daß er nur auf einem ſchon laͤnger in guter Kultur ſich befindenden Acker mit Vortheil anzuwenden iſt und die von ihm gelieferte Arbeit vollſtaͤndiger und wohlfeiler zu errei⸗ chen ſei durch zwei einfache, ordentliche Pfluͤge, die man hinter⸗ einander gehen laͤßt, wie es in Belgien bei den von Schwerz ausfuͤhrlich beſchriebenen Zweifurchen oder Doppelpfluͤgen geſchieht, das freilich nur dann auszufuͤhren iſt, wenn wenigſtens der hin⸗ tere Pflug ein Schwing- oder Stelzenpflug iſt. Zu dieſen hier genannten Pflugvorrichtungen gehoͤrt nun auch noch das Schaͤlmeſſer oder der Raſenſchneider, der von Ducket erfunden wurde, um Klee, Esparſette und Raſen, auch wohl Stoppeln und eine verunkrautete Brache vollſtaͤndiger umzuwen— den und zu vergraben, als es ſonſt geſchehen kann. Es beſteht aus einem wie gewoͤhnlich geformten Sech, an dem in irgend einer beſtimmten Hoͤhe ein Fluͤgel oder ein kleines Streichbret von Eiſen angeſchraubt iſt, das im Vorwaͤrtsgehen des Pflugs nicht nur die Oberflaͤche in einer gewuͤnſchten Tiefe abſchaͤlt und umwirft, ſondern auch bewirkt, daß das auf dieſe Weiſe Abge⸗ ſchaͤlte von dem durch das folgende Pflugſchar herausgehobenen Erdſtreifen vollſtaͤndig zugedeckt wird. Man kann dieſe Vorrich— tung an jedem Pfluge anbringen und macht gegenwaͤrtig vielfaͤl⸗ tig Gebrauch von ihr, jedoch nicht immer auf gleiche Weiſe, ſon— dern mit mannichfachen Abaͤnderungen. So beſteht dieſer Raſen⸗ ſchneider bisweilen aus einem wirklichen kleinen Schar, das un⸗ terhalb des Pflugbaumes, vor dem Sech befeſtigt wird; auch gibt es doppelte Schaͤlmeſſer, die nach Willkuͤhr an den Pflug zu ſzam allerdings ſhr verh dazu erſo Am gen an, ſagen. wiß auck pfluͤgen leicht mi und desl Föührung zur Stüt — V lieferten. ſchwerem land faſt ſie eben als die ſpraͤngen geſtellt o ſie kaum brauche; zugkraft, ruhiger u Die kraft ver auch bei gung ge wird, u 5) 9 gemacht. der nuzba⸗ wieder in rationellen nommen, der und dieſe Vorr⸗ n Englan Maguin da beviite T Il holt die liebene, die vom bedeckt r neuen g daher ſch ſehr ter hin⸗ is zehn r Tiefe, Stel⸗ ss von kann. guter ſt und errei⸗ hinter⸗ chwerz ſchieht, er hin⸗ n auch Ducket wohl zuwen⸗ beſteht irgend ichbret Vfuug t und Abge⸗ obenen orrich⸗ wielfal⸗ ſon⸗ Raſen⸗ a un⸗ h gibt lug du Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge 17 ſchlagen und wieder abzunehmen ſind ꝛc.*). Es wird dadurch allerdings ein recht reinliches Umbrechen eines Kleefeldes oder nicht ſehr verhaͤrteten Dreiſches bewirkt, aber etwas mehr Zugkraft dazu erfordert, als wenn es auf gewoͤhnliche Weiſe geſchieht. Am haͤufigſten bringt man den Raſenſchneider an Naͤderpfluͤ⸗ gen an, und dies veranlaßt uns, ein paar Worte uͤber dieſe zu ſagen. Alle theoretiſchen Schriftſteller uͤber das Pfluͤgen und ge⸗ wiß auch die meiſten einſichtsvollen Praktiker werfen den Raͤder⸗ pfluͤgen vor, daß ſie koſtſpielig, plump und unbeholfen ſeien, leicht mit Koth beſudelt wuͤrden, unnoͤthige Friktion veranlaßten und deshalb mehr Zugkraft erforderten; daß ſie ferner, bei ihrer Fuͤhrung weniger Geſchicklichkeit forderten, einem ſchlechten Pfluͤger zur Stuͤtze dienten und nur auf ganz ebenem Lande gute Arbeit lieferten. Die Vertheidiger der Raͤderpfluͤge, die noch immer auf ſchwerem Boden in den mittleren und ſuͤdlichen Theilen von Eng⸗ land faſt allgemein im Gebrauch ſind, behaupten dagegen, daß ſie eben auf dieſem ſchweren Boden einen ſteteren Gang haͤtten, als die Schwingpfluͤge, nicht ſo leicht wie dieſe aus dem Boden ſpraͤngen und wieder mit der Spitze hineinfuͤhren, ſondern richtig geſtellt durch die Raͤder eine ſo ſichere Leitung erhielten, daß man ſie kaum eher als bei dem Einkehren mit der Hand zu beruͤhren brauche; daß ferner die Behauptung, ſie forderen eine groͤßere Zugkraft, in der Wirklichkeit ſich nicht beſtaͤtige, weil ihr Gang ruhiger und gleichmaͤßiger ſei. Die Theorie, daß durch die Raͤder das Erforderniß an Zug⸗ kraft vermehrt werde, iſt gewiß richtig; allein wir ſehen, daß auch bei den Malzmuͤhlen und anderen mit der Hand in Bewe⸗ gung geſetzten Maſchinen ein ſchweres eiſernes Rad angebracht wird, um ihren Gang zu reguliren, keineswegs um die Anſtren⸗ *) Dieſes Schaͤlmeſſer hat Thaer wohl zuerſt in Deutſchland bekannt gemacht. Man findet eine genaue Darſtellung deſſelben in ſeiner Beſchreibung der nutzbarſten neuen Ackergeraͤthe, Heft 2. Taf. 8., dann erwaͤhnt er ſeiner wieder in der engl. Landwirthſchaft B. 3. S. 173 und nochmals in der rationellen Landwirthſchaft B. 3. S. 41. Er war ungemein dafuͤr einge⸗ nommen, nennt es am letzten Orte eine der beſten Erfindungen der Englaͤn⸗ der und ließ ſeine Kleeaͤcker damit umbrechen. Es ſcheint aber im Ganzen dieſe Vorrichtung in Deutſchland nicht ſo viel Beifall gefunden zu haben, wie in England, und der Bearbeiter geſteht, daß ſeine Erwartung, als er in Moͤglin davon Gebrauch machen ſah, nicht befriedigt worden iſt. Die dadurch bewirkte Vermehrung des Kraftaufwands ſchien ſehr bedeutend. II. 2 18 Erſtes Kapitel. gung des Mannes zu vermindern. Wenn nun Gleichmaͤßigkeit des Kraftaufwandes der Muskelbewegung eines Mannes am guͤn⸗ ſtigſten iſt, ſo ſollte man doch wohl glauben, daß dies bei den Pferden auf gleiche Weiſe der Fall ſein muͤſſe, und ſo zeigt ſich denn auch wirklich bei genauer Beobachtung kein Unterſchied in der Ermuͤdung der Pferde, ſie moͤgen auf einem nicht ſehr ge⸗ bundenen Boden einen Tag lang mit einem Raͤder⸗ oder mit einem Schwingpflug gearbeitet haben; dagegen verurſacht auf einem widerſpenſtigen Boden das Pfluͤgen mit einem Schwing⸗ pfluge dem Ackersmann mehr Anſtrengung und ſo wahrſcheinlich auch dem Zugvieh. Was nun den Ausdruck betrifft, daß die leichtere Fuͤhrung der Raͤderpfluͤge eine Stuͤtze fuͤr einen ſchlechten Pfluͤger ſei, ſo iſt es allerdings wahr, daß da gute Pfluͤger ſich nur ſelten bilden werden, wenn ihrer Ungeſchicklichkeit und Un⸗ wiſſenheit ſo leicht Vorſchub zu leiſten iſt; die Landwirthe haben aber keineswegs die Verpflichtung und Gelegenheit, die ihrigen anzuziehen, ſie muͤſſen dieſelben nehmen, wie ſie ſolche finden, meiſtens aus ihrem Dorfe und ohne Unterſchied in Bezug auf ihre Faͤhigkeit, und wenn ſie nun, ohne Beruͤckſichtigung anderer aus der Beſchaffenheit des Bodens entſtehender Gruͤnde, die Pflug⸗ arbeit eben ſo gut oder wenigſtens ziemlich ſo gut von einem mittelmaͤ⸗ ßigen Pfluͤger mit einem Raͤderpflug, wie von einem guten mit einem Schwingpflug, geleiſtet erhalten, ſo werden wohl nur Wenige anſtehen, von jenem Gebrauch zu machen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß das zu tiefe Eindringen des Pfluges, ſo wie ſein Herausſpringen auf ei⸗ nem zaͤhen, erhaͤrteten mit Steinen angefuͤllten Boden durch nichts ſicherer ſich vermeiden und ſeine Tiefe beſſer reguliren laſſe, als durch daran angebrachte Raͤder. Ihre Nuͤtzlichkeit wird auch in manchen Gegenden bei dem Umbrechen erhaͤrteter Brachen ſo all⸗ gemein anerkannt, daß manche in deren Ermangelung ihren Brach⸗ pfluͤgen eine eiſerne Stelze mit einer platten auf dem Boden hin⸗ ſchleifenden Sohle geben, die faſt daſſelbe leiſtet. Gibt man dem Pfluge zwei Raͤder(eins waͤre vielleicht der Einfachheit der Kon⸗ ſtruktion und des Gebrauches wegen beſſer) ſo muß das eine, welches in der Furche geht, einen groͤßern Durchmeſſer haben, als das, welches auf dem Lande hinlaͤuft. Dieſe Raͤder leiſten ihre Dienſte am ſicherſten, wenn ſie unmittelbar am Grindel an⸗ gebracht ſind, und wenn man dann das letztere hoͤher, jenes tiefer oder umgekehrt, jenes hoͤher, und dieſes tiefer ſtellt, iſt die Tiefe, bis zu welcher der Pflug eindringen ſoll, ganz genau zu beſtim⸗ nen; d I' dr and mriche lfug bringen „ ſuch, diingen Um de ſchent nachläſf ben ebe g. en, u jemlich zu den mannt 1 lta. ſig zu ſchiede nahme Landwi lümlic nd d bag iſ durch d vunder ſo wm ciend hürer. H ſen Vo V gründe nes am gün⸗ des bej den d zit ſch Unteſchidd in iict ſehr ge⸗ et⸗ oder mit eruſacht auf in Schwing⸗ vahrſcheinlich ft, daß die en ſchlechten Pfger ſich eit und Un⸗ vithe haben die ihrigen lche finden, Bezug auf zung anderer „de Mu⸗ mittelmä⸗ mit einem zeanſtehen, t,, daß das gen auf e⸗ durch nichts laſſe, als ad auch in chen ſo al⸗ hten Brac⸗ Boden hin⸗ tman dem t der Kon⸗ j dos eine, ſſer haben, der leiſeen Frindel an⸗ jnes tefer die Lieffe, zu beſtiw⸗ Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge. 19 men; dabei muß nur immer darauf geſehen werden, daß die Sohl⸗ des Pfluges horizontal, nicht auf der einen Seite tiefer, als auf der andern, gehe, und dieſes iſt bei jener Einrichtung leichter zu erreichen, als bei einem beſondern Vordergeſtell, auf dem der Pflug aufliegt. Man hat ſogar neuerer Zeit nur ein Rad anzu— bringen und deſſen Gang eine diagonale Richtung zu geben ver— ſucht, damit es beide Zwecke zugleich erreiche, das zu tiefe Ein⸗ dringen des Pfluges verhuͤte und ſeinem Schwanken vorbeuge. Um dies, der Leichtigkeit wegen, mit einem Rade zu bewirken, ſcheint dieſe Einrichtung allerdings zweckmaͤßig. Ueberhaupt ver⸗ nachlaͤſſigt man die Raͤderpfluͤge keineswegs, ſondern ſucht dieſel⸗ ben ebenfalls ihrem Zwecke immer beſſer entſprechend zu verferti— gen. Mehre der Art ſind auch bereits nach Deutſchland gekom⸗ men, und einer, unter dem Namen Suffolk⸗Pflug eingefuͤhrt, hat ziemlich allgemeinen Beifall erhalten. In England ſelbſt werden zu den beſten der daſelbſt gebraͤuchlichen Pfluͤge außer den bereits genannten vornehmlich noch gerechnet: der Beverſtoner, Norfol⸗ ker, Rutlandſhirer und noch manche andere, die ſelbſt nur fluͤch⸗ tig zu beſchreiben zu weit fuͤhren wuͤrde, da zumal ihre Unter⸗ ſchiede weder wichtig, noch leicht darſtellbar ſind. Fuͤr die An⸗ nahme des einen oder des andern davon haben ſich die meiſten Landwirthe nach ihrer auf einer genauen Kenntniß der Eigen⸗ thuͤmlichkeiten ihres Bodens beruhenden Erfahrung entſchieden, und da ein jeder Einſichtsvolle einſieht, daß der Pflug ein Werk⸗ zeug iſt, an dem er ſelbſt Verbeſſerungen anzubringen vermag, durch die es fuͤr ſein Land paſſender wird, ſo iſt es nicht zu ver⸗ wundern, daß ſo viele Arten davon aufgekommen ſind, und eben ſo wenig befremdend, daß diejenigen, welche dem Zweck entſpre⸗ chend gefunden, und von denen gefuͤhrt werden, die ſelbſt an ihrer Verfertigung Theil nahmen, bei Herren und Knechten leicht ein Vorurtheil zu ihrem Gunſten erwecken, ſollte es auch unge⸗ gruͤndet ſein. Es iſt eine ſehr gewoͤhnlich angenommene Meinung, daß jede Art von Boden auch einen beſondern Pflug verlange, und dieſe Meinung hat ſich oft ſo feſtgeſetzt, daß viele Landwirthe, wenn ihnen ein Pflug aus einer andern Gegend, welcher einfacher iſt und leichter geht, als der von ihnen gebrauchte, empfohlen wird, die Antwort geben:„was in einer andern Gegend gut ſei, paſſe nicht fuͤr die ihrige.“— Mag auch etwas Wahres in einigen be⸗ ſondern Faͤllen an dieſer Aeußerung ſein, ſo laͤßt es ſich doch 2*† 20 Erſtes Kapitel. keineswegs im Allgemeinen annehmen; denn betrachten wir die durri verſchiedenen im vereinten Koͤnigreiche vorkommenden Bodenarten, Scwi ſowohl in Bezug auf ihre natuͤrliche Beſchaffenheit, als in Bezug iem auf die Behandlungsweiſe, die ihnen nach den verſchiedenen kli— libeit matiſchen Verhaͤltniſſen zu Theil wird, ſo finden wir, daß eigent⸗ genden lich nur zwei weſentliche Unterſchiede in der Bauart der fuͤr ganz Großbritannien in den meiſten Faͤllen mit Nutzen zu brauchenden— Pfluͤge ſtatt finden koͤnnen. Die verſchiedenen Grade von Gebundenheit der ſchweren Bo⸗ denarten erfordert hinſichtlich des Bau's der Pfluͤge keine andere Abaͤnderung, als eine verſchiedene Staͤrke und Tuͤchtigkeit des da⸗ zu verwendeten Materials, um ſie zur Ueberwindung eines ſtaͤr⸗ kern Widerſtandes geſchickt zu machen. Ein ſehr gebundener tief⸗ gruͤndiger Boden verlangt wegen ſeiner Widerſpenſtigkeit und weil er gewoͤhnlich weit tiefer bearbeitet wird, als ein muͤrber, lockerer Boden, einen ſtaͤrkern Baum, ein anders geformtes Streichbret und ein feſteres Pflughaupt, als ein leichter trockener Boden. Auch mag es auf einem Boden jener Art noͤthig werden, dem Baum eine groͤßere Erhebung uͤber dem Boden zu geben*), und Die Eggen es in einigen Faͤllen raͤthlich ſein, den Pflug Raͤder anzuſetzen; aber ſcieht auf allen minder gebundenen Bodenarten, die unter dem Namen entſtar raut *) An manchen der neuern Pfluͤge hat der Baum eine bedeutende Kruͤm⸗ bereiter mung, durch die er koſtbarer wird und an Dauer verliert. Soll dieſe Kruͤm⸗ aus de mung den unter dem Baume ſich anſammelnden Unkraͤutern mehr Raum b di Ec geben, ſo gehoͤrt zu dieſem Zwecke auch eine unbequeme Laͤnge des Seches, J d durch die deſſen Stand minder feſt wird; und wird dasſelbe vermittelſt einer in Schiene und Schraube befeſtigt, ſo geht dadurch wieder der Raum verloren, ſſe w der durch die Erhoͤhung des Grindels gewonnen war; dies macht aber, die ben C Koſten gar nicht mit in Anſatz gebracht, die ganze Einrichtung zwecklos. Der „Apparat von eiſernen Staͤben und Ketten, der bisweilen einige Zoll unter dem gekruͤmmten Grindel angebracht iſt, ſcheint weiter nichts Gutes zu fruch⸗ 4 ten, als zu zeigen, wie eigentlich dieſer ſelbſt geſtellt ſein ſollte. So aͤußert ſich uͤber dieſen Gegenſtand Hr. Batchelor in ſeinem Wirthſchaftsbericht von Bedfordſhire und der Kaptain Williamſon fuͤgt in ſeiner Ackerbaumechanik gemac S. 149 in Bezug auf Obiges hinzu:„darin liegt viel Wahres, und viel len a Dinte iſt in dem Streit uͤber die verſchiedenen Formen der Pflugbaͤume un⸗ 1T nuͤtzerweiſe verſchrieben worden, da daruͤber eigentlich gar kein Streit haͤtte ine d entſtehen koͤnnen, wenn man immer die richtige Anſicht feſtgehalten haͤtte, daß daue alle Zuglinien gerade Linien ſind und der geradeſte Pflugbaum auch zu glei⸗ d d cher Zeit der kuͤrzeſte, leichteſte und haltbarſte iſt. Er ſollte daher keine ſi di Kruͤmmung haben, ſondern eine gerade Linie vom Anſpannungspunkte bis zur einae Handhabe beſchreiben und voͤllig parallel mit der Sohle gehen. 6 en wir die Bodenarten in Bezug jedenen kli⸗ daß eigent⸗ er fuͤr ganz brauchenden hweren Bo⸗ eine andere eit des da eines ſtaͤr⸗ dener tief⸗ t und weil er, lockerer Streichbret er Boden. erden, dem ben*), und ezen; aber m Namen eende Kruͤm⸗ dieſe Kruͤm⸗ mehr Raum des Seches, mittelſt einer um verloren, ihht aber, die wecklos. Der ge Zoll unter utes zu fruch⸗ . So aͤußert ftsbericht von kerbaumechanik res, und viel fuugbäume un⸗ Etreit häͤtte ten haͤtte, daß auch zu glei⸗ t daher keine punkte bis zur Eggen, Grubber, Skarrifikatoren, Erſtirpatoren, ꝛc. 21 Turnipsboden bekannt ſind, wird ganz gewiß mit einem kurzen Schwingpflug, vielleicht mit einem geraden Baum, wenn er von einem geſchickten und aufmerkſamen Pfluͤger gefuͤhrt wird, die beſte Arbeit geliefert. Wie dabei zu verfahren, ſoll in einem der fol⸗ genden Kapitel angegeben werden. Zweites Kapitel. Eggen, Grubber, Skarrifikatoren, Erſtirpatoren, Schau⸗ felpfluͤge und Pferdehacken. Die naͤchſte Arbeit nach dem Pfluͤgen iſt das Eggen. Es ge⸗ ſchieht auf jedem Boden ohne Unterſchied, um ihn zu kruͤmeln, die entſtandenen Kloͤſe zu zermalmen, die Quecken und anderes Un⸗ kraut auf die Oberflaͤche zu bringen, das Land zur Saat vorzu⸗ bereiten und den Saamen mit Erde zu bedecken. Es ergübt ſich aus den verſchiedenen Zwecken, daß die dazu dienenden Werkzeuge, die Eggen, von verſchiedener Groͤße und Staͤrke ſein muͤſſen. Auch ihre Form ſollte eigentlich danach verſchieden eingerichtet ſein; aber ſie werden noch immer ohne weſentliche Abaͤnderung nach denſel⸗ ben Grundſaͤtzen angefertigt, wie vor langen Jahren. Eggen. Die Eggebalken und Schwingen, die gewoͤhnlich von Holz gemacht werden, hat man neuerer Zeit auch von Eiſen herzuſtel— len geſucht; es iſt indeſſen ſehr zu bezweifeln, ob dies wirklich eine Verbeſſerung zu nennen ſei; denn wenn ſie dadurch auch an Dauerhaftigkeit gewinnen und demnach laͤnger in gutem Zuſtande zu erhalten ſind, ſo koſten ſie dafuͤr weit mehr, und zerbrechen ſie einmal, ſo iſt ihre Reparatur ſchwierig. Die in den Balken eingelaſſenen Zinken ſind meiſtens von Eiſen, keilfoͤrmig, unten ſpitz zulaufend, gewoͤhnlich ſenkrecht niedergehend und von ver⸗ 22 Zweites Kapitel. ſchiedener Laͤnge, wie die vorgehabte Arbeit es verlangt; an den kleinern Eggen 7—8 Zoll, an den groͤßern elf Zoll unterhalb des Balkens lang und damit im Verhaͤltniß ſtark; ſie werden in die Balken feſt eingeſchlagen, und durch eine, auf dieſen liegende eiſerne Platte geſteckt. Bisweilen macht man die vordern Zinken etwas kuͤrzer als die hinteren, ihre Laͤnge bis zu den letzten all— maͤlig vermehrend. Die Zahl der Balken betraͤgt in jeder Egge 4—5; ſie ſind meiſt von Eſchenholz und nicht unter 3— 4 Zoll im Quadrat ſtark. Die kleinen Eggen ſind gewoͤhnlich vorn 3 ½ Fuß und hinten 4 Fuß breit; die groͤßeren fuͤr ſchwere Ar— beit beſtimmten aber, wie eine nebenſtehende Fig. 5 abgebildet iſt, Figur 5. ſechs Fuß hinten und vorn breit. Letztere werden Drays oder Brakes(Brech⸗, Bootheggen) genannt und vermittelſt eines uͤber ſie in diagonaler Richtung weglaufenden, feſtgeſchraubten eiſernen Stabs zuſammengehalten. Vor dieſe Art Eggen werden ſtets, ſelbſt wenn ſie einzeln gehen, zwei Pferde geſpannt; haͤngt man aber, wie es gewoͤhnlich ge⸗ ſchieht, zwei aneinander, ſo ſind ſie, zumal auf rauhem Boden fuͤr vier Pferde noch zu ſchwer; es werden daher bei dem Eggen einer recht kloſigen Sommerbrache auf zaͤhem Boden nicht ſelten ſechs Pferde oder Ochſen vorgeſpannt. Ein Junge lenkt dabei die Zugthiere, und ein hintennachgehender Mann hebt von Zeit zu Zeit die Eggen entweder mit einem hoͤlzernen Haken oder mit einem daran gebundenen Stricke in die Hoͤhe, um ſie von den darin haͤngen bleibenden Unkraͤutern zu befreien. Ein ſolches Eg⸗ gen iſt oft eben ſo wirkſam, wie einmal Pfluͤgen, denn in einem Somn fn T burde Boder nachti viel l Vir ſtehen bene Landn bei de füt d blos, hänge vorthe tinige dige dadu here jedoch einen 1 Regel hängt Punkt z an den unterhalb werden in liegende en Zinken etzten al⸗ der Egge — Zoll lich vorn were Ar⸗ bildet iſt, ays oder eines üͤber n eiſernen zeln gehen, öhnlich ge⸗ em Boden dem Eggen nicht ſelten fenkt dabei t von Zeit oder mit je von den ſolhes Eg in einen Eggen, Grubber, Skarrifikatoren, Exſtirpatoren, ꝛc. 23 Sommer, wie der des Jahres 1834 half das Pfluͤgen einen gro⸗ ßen Theil dieſer Jahreszeit hindurch beinahe gar nichts; die Kloͤſe wurden zwar dadurch umgewendet, aber die Zerkruͤmelung des Bodens nicht ſo gut erreicht, wie durch das Ueberziehn mit dieſer maͤchtigen Egge, die zwar ſchwer zu handhaben iſt, aber auch viel leiſtet, wenn ſie zumal ziemlich ſchnell gezogen wird. Ihre Wirkſamkeit wird noch geſteigert, wenn die Zinken nicht ſenkrecht ſtehen, ſondern ſchraͤg nach vorn gerichtet ſind, wie es die gege⸗ bene Abbildung zeigt; daher auch gegenwaͤrtig mehr einſichtsvolle Landwirthe ihren großen Eggen dieſe Einrichtung geben laſſen; bei den kleinern aber haͤlt man den ſenkrechten Stand der Zinken fuͤr beſſer als den ſchraͤgen, weil bei letzterem die Unkraͤuter nicht blos, wie bei jenem herausgeriſſen werden, ſondern mehr darin haͤngen bleiben und die Arbeit aufhalten. Man hat auch als ſehr vortheilhaft in Vorſchlag gebracht, die Zinken den Pflugmeſſern einigermaßen aͤhnlich zu machen, und an jeder Ecke der Egge nie⸗ drige Raͤder anzubringen, die man hoͤher und tiefer ſtellen, und dadurch nach Erforderniß der Umſtaͤnde ein ſtaͤrkeres oder ſchwaͤ⸗ cheres Eindringen in den Boden erzielen kann. Dadurch wuͤrde jedoch dieſes Werkzeug ſeine Eigenthuͤmlichkeit verlieren und mehr einem Grubber gleichkommen. Von den kleinen Eggen werden bei ihrem Gebrauche in der Regel zwei, auch wohl bisweilen drei in der Art aneinanderge⸗ haͤngt, daß ſie ſich uͤber die gewoͤlbten Beete weglegen und jeden Punkt derſelben treffen. Das Zuſammenhaͤngen geſchieht auf verſchie⸗ Figur 6. —— B 4 B 72, 2 7 4 9 90 9 2eſe 3 9, 9 6 6 9 d 24 Zweites Kapitel. dene Weiſe, entweder vermittelſt einer Art Scharniers, oder ver⸗ mittelſt einiger durch die Balken geſteckter Bolzen, am haͤufigſten jedoch vermittelſt eines Querholzes(Way-tree genannt), deſſen beide Enden mit kurzen Ketten, die durch bewegliche Pfloͤcke feſt⸗ gehalten werden, an die Egge⸗Balken befeſtigt ſind, wie bei Fig. 6 zu ſehen iſt. Die Ortſcheite, woran die Thiere ziehen, werden auf der linken Seite auf die bei B. angegebene Weiſe angehaͤngt, ſo daß der dadurch bewirkte diagonale Gang der Eggen, der ihre Leiſtung verſtaͤrkt, durch das Umhaͤngen, bald mehr nach der rech⸗ ten, bald mehr nach der linken Seite hin, wie es die Umſtaͤnde fordern, ſich richten laͤßt. Die zum Eineggen der Saat gebrauchten Eggen haben bis⸗ weilen nur ganz kurze, kaum vier Zoll lange, nicht ſelten von Holz gefertigte Zinken. Es iſt dies zumal das Letztere, vornehm⸗ lich auf einem leichten ſandigen Boden der Fall, es waͤre aber wohl im Ganzen oft gut, um den Saamen nicht zu tief unter⸗ zubringen. Es iſt dies ein Gegenſtand von nicht geringer Wich⸗ tigkeit, der die Aufmerkſamkeit jedes Landwirths in Anſpruch nimmt; denn wenn der Saame zu tief unter die Oberflaͤche kommt, erfolgt kein gutes Wachsthum der Pflanzen. Sind die Eggen zu leicht, um auf einem ſtrengen Boden gehoͤrig einzudringen, ſo legt man ein oder mehre Stuͤcke Holz darauf, um ihnen die in jedem Falle zu einer guten Arbeit erforderliche Schwere zu geben. Wichtig iſt es auch, daß bei dem Eineggen der Saat das Feld durch das Spannvieh nicht ſehr zertreten werde; um dies zu vermeiden, haͤngt man nicht ſelten vier und noch mehr Eggen aneinander, um ein Beet in ſeiner ganzen Breite mit einem Zug zu bedecken. Sie ſind dann mit Ketten an einem langen Baum befeſtigt, der die ganze erforderliche Breite einnimmt, und an deſſen Endpunkten die Ortſcheite haͤngen, ſo daß die Zugthiere blos in den Beetfurchen gehen. S. Fig. 7. Die Arbeit des Eggens iſt von großer Wichtigkeit und kann nur bei einem richtig gewaͤhlten Feuchtigkeitszuſtand des Bodens, im Verhaͤltniß zu ſeiner natuͤrlichen Beſchaffenheit mit Erfolg ge⸗ ſchehen; iſt er zu naß, ſo bringt ſie mehr Schaden als Nutzen, zu trocken, ſo hat ſie wenig Wirkung. In einem Klima, wie das in Großbritannien, wo die meiſten landwirthſchaftlichen Arbeiten in ihrem Erfolge von der Wahrnehmung des richtigen Zeitpunktes bei ihrer Verrichtung ſo abhaͤngig ſind, verdient die Benutzung des guͤnſtigen Augenblicks die groͤßte Aufmerkſamkeit. Dies iſt beſon⸗ A A 2 ders be lngsſae ferſuche ein bis und na der ver geſenn au d wendu in der bon ei in. E nur ſei inmer ſſcraibt ſnd, n berbein verrih SAoder arreich edacht Cultip rifkate nen R trachte daſ der ver⸗ ufigſten deſſen ce feſt⸗ Fig. 6 werden ehaͤngt, der ihre der rech⸗ ſtaͤnde en bis⸗ en von rnehm⸗ e aber unter⸗ Wich⸗ pruch kommt, ehoͤrig f, um hwere Saat ; um mehr einem langen t, und gthiere d kann Zodens, olg ge⸗ Nutzen, vie das erbeiten ktes bei ng des beſon⸗ Eggen, Grubber, Skarrifikatoren, Exſtirpatoren, ꝛc. 25 Figur 2. ASA LlSſsſ, ders bei dem Eggen, zumal auf Thonboden zur Zeit der Fruͤh⸗ lingsſaat der Fall, wo man ſeinen Feuchtigkeitszuſtand taͤglich un— terſuchen muß. Iſt er auch heute noch zu naß, ſo kann er nach ein bis zwei Tagen ſchon im paſſendſten Zuſtande ſich befinden, und nach abermals zwei Tagen, zu hart werdend, denſelben wie— der verloren haben; es muß daher, wenn er gekommen, gleich das geſammte Spannvieh zuſammengenommen werden, um das Eggen zu vollbringen, ehe er wieder verſchwindet. Man hat noch mehr andere Eggen in Vorſchlag und An— wendung gebracht; ſie weichen aber nur in ihrer Form und Groͤße, in der Anordnnng der Balken und Stellung der Zinken etwas von einander ab, in der Hauptſache kommen ſie ſaͤmmtlich uͤber— ein. Es iſt daher nicht noͤthig, noch etwas daruͤber zu ſagen, nur ſei bemerkt, daß bei einer guten Egge die Anordnung der Zinken immer ſo getroffen ſein ſollte, daß jeder einzelne ſeine eigene Bahn be⸗ ſchreibt. Immer werden die Eggen, ſo nuͤtzliche Inſtrumente ſie auch ſind, nur die Lockerung und Pulverung der Oberflaͤche ſo wie das Un⸗ terbringen des Saamens mit wuͤnſchenswerther Vollkommenheit verrichten, zu einer gruͤndlicheren Lockerung und Reinigung des Bodens reichen ſie nicht aus. Um auch dieſe nach Wunſch zu erreichen, hat man neuerer Zeit eine Menge wirkſamerer Werkzeuge erdacht, und ſelbigen verſchiedenartige Benennungen gegeben, als Cultivatoren, Schnittpfluͤge, Schaufelpfluͤge, Exſtirpatoren, Skar⸗ rifikatoren, Tormentatoren und Grubbers. Trotz dieſer verſchiede— nen Namen haben ſie doch eigentlich nur Einen Zweck, und wir be⸗ trachten ſie daher in Gemeinſchaft unter der Benennung Grubber. Wenn wir ſie aber auch hier ſaͤmmtlich zuſammenfaſſen, ſo darf doch nicht unbemerkt bleiben, daß ſie allerdings ſowohl hin— 26 Zweites Kapitel. ſichtlch der Art ihrer Wirkung, wie hinſichtlich ihrer Bauart mannigfach von einander abweichen. Einige haben Schare, an— dere Meſſer oder Seche; noch andere auch Zinken, wie ſchwere Eggen nur nach vorn gekruͤmmt, nur wenige Schaͤlmeſſer(skims). Trotz dieſer verſchiedenen Einrichtungen, von denen jeder Erfinder die Seinige fuͤr die beſte erklaͤrt, findet in der mit ihnen verrich— teten Arbeit doch nur ſelten ein erheblicher Unterſchied ſtatt, wenn dieſelbe nur uͤberhaupt gut verrichtet wird. Die gewoͤhnlichſte Form, in der ſie vorkommen, iſt die dreieckige, wie Fig. 8 ſie Figur 8. zeigt, mit mehren hintereinanderſtehenden Reihen von Scharen oder Meſſern verſchiedener Groͤße und Staͤrke, wie der Boden es erfordert. Das Geſtelle ruht in der Regel vorn auf einem, hin— ten auf zwei Raͤdern an beweglichen Achſen. Bisweilen ſind auch vorn zwei Raͤder angebracht, bisweilen auch die hinteren wegge⸗ laſſen. Vorn zwei Raͤder anzubringen ſcheint in den meiſten Faͤl⸗ len vortheilhafter, weil dadurch der Gang dieſer Werkzeuge, zu— mal auf einem unebenen Boden an Sicherheit gewinnt. Die Raͤder muͤſſen nach Willkuͤhr leicht hoͤher oder tiefer zu ſtellen ſein, um die Tiefe des Eindringens nach Erforderniß der Umſtaͤnde reguliren zu koͤnnen; auch darf es dieſen Werkzeugen keineswegs an der noͤthigen Staͤrke fehlen. Sie werden vornehmlich gebraucht, um den Boden kraͤftiger zu reinigen und umzuruͤhren, als es durch die ihnen vorher— gegangene Egge geſchehen konnte; dadurch laͤßt ſich auf wenig gebundenen Bodenarten oft mit Vortheil die fernere Anwendung des Pfluges, und ſomit viel an Arbeitskoſten erſparen. Eben ſo ſind die Grubber außerordentlich gut zum Unterbringen des Kal⸗ kes und Kompoſts zu gebrauchen. Indem man damit das Feld einmal in der Laͤnge und einmal in der Quere uͤberzieht, werden dieſe Subſtanzen innig mit der Ackerkrume gemengt, ohne zu tief unterzukommen, wie es bisweilen bei ihrem Unterbringen mit dem Pfluge der Fall iſt. Ein anderer wichtiger Vortheil, der —,— alé d d n inen auf e bei d trgibt kraft miſſe vonzü dehnte wirthe beſeit er den gab, kung dus Pata Nigg borde Die denen tinger Seiter haben vermit „Bauart hare an⸗ e ſchwere (Nims). Erfinder verrich⸗ ttt, wenn öhnüichſte ig. 8 ſie Scharen Zoden es m, hin⸗ ind auch wegge⸗ ten Faͤl⸗ ge, zu⸗ . Die t ſtellen umſtaͤnde neswegs kraͤftiger vorher⸗ f wenig wendung Eben ſo des Kal⸗ as Feld werden e zu tieſ gen mit heil, der Eggen, Grubber, Skarrifikatorrn, Exſtirpatoren, ꝛc. 27 aus der Anwendung dieſer Inſtrumente hervorgeht, beſteht darin, daß man auf dem vor und in dem Winter gepfluͤgten Lande mit ihnen die Fruͤhjahrsſaat ohne den Pflug noch einmal anzuſetzen, auf eine vorzuͤgliche Weiſe beſchicken kann. Daſſelbe iſt der Fall bei der Zubereitung des Ackers zur Turnipsbeſtellung. Daraus ergibt ſich, daß ſie eine bedeutende Erſparung an Zeit und Zug⸗ kraft bewirken und in der Wirthſchaft großen Nutzen ſchaffen muͤſſen. Sie liefern in der That, zweckmaͤßig gebraucht, eine ſo vorzuͤgliche Ackerarbeit, daß ſie ſelbſt auf ſtrengem Boden ausge⸗ dehnte Anwendung verdienen, und auch finden; ja mehre Land⸗ wirthe haben durch ſie den Gebrauch der Pfluͤge beinahe ganz beſeitigt. Der verſtorbene Finlayſon hat ein Inſtrument erfunden, dem er den Namen„ſich ſelbſt reinigende Egge“(selfcleaning harrow) gab, das aber mehr ein Grubber und zwar von ſehr großer Wir⸗ kung iſt. Es beſteht aus einem viereckigen Geſtelle, das meiſtens aus Eiſen gefertigt wird, aber auch von Holz ſein kann und ein Parallelogramm darſtellt, welches in ſeiner Breite durch zwei Paar Riegel verbunden iſt. In dem hinterſten Paar ſind fuͤnf, in dem vorderen vier gebogene Zinken angebracht, die im Quincunx ſtehen. Die Bewegung des Werkzeugs geſchieht auf drei Raͤdern, von denen eins vorn, die andern beiden hinten ſich befinden. In ge— ringer Entfernung von der vordern Zinkenreihe ſind an beiden Seiten des Geſtelles Riegel angebracht, die eine ſchiefe Richtung haben und bei dem Punkt A Fig. 9. zuſammenkommen, wo ſie vermittelſt eines Bolzens unter ſich, ſowie mit dem Anſpannungs⸗ Figur 9. 28 Zweites Kapitel. punkte, und einem daran angebrachten Hebel B, durch den die Tiefe des Eindringens regulirt wird, verbunden ſind. Dieſer Hebel geht durch ein aufrecht ſtehendes Geruͤſte von Eiſenſtaͤben, von denen der vordere mit Kerben oder Einſchnitten verſehen iſt, der ihm zu Stuͤtzpunkten dienen. Seine Wirkung uͤbt er auf den Zugpunkt aus, indem man dieſen durch ſein Niederdruͤcken oder Erheben in dem gekerbten Stabe umgekehrt erheben oder erniedri⸗ gen kann; erhebt man ihn naͤmlich, ſo wird das ganze Inſtru⸗ ment etwas niedergedruͤckt, und dadurch ein tieferes Eindringen der Zinken bewirkt, druͤckt man ihn aber nieder, ſo erfolgt eine entgegengeſetzte Wirkung. Legt man ihn in die unterſte Kerbe jenes Stabes, ſo hoͤrt alles Eindringen der Zinken auf, in die oberſte, ſo findet dieſes bis zu einer Tiefe von 8— 10 Zoll und vielleicht noch tiefer ſtatt. Das vordere Rad behaͤlt beſtaͤndig ſeine Stellung, die hintern aber laſſen ſich vermittelſt Schrauben leicht hoͤher und niedriger ſtellen. Die Breite dieſes Werkzeuges iſt 5½ Fuß, die Laͤnge der Zinken 29 Zoll, das Gewicht des Ganzen betraͤgt 4 ½ Centner und ſein Preis in der Fabrik 10 Pfund 10 Schilling*). Wenn dieſes Werkzeug zu ſeiner vollen Tiefe arbeitet, wirkt es nicht nur außerordentlich kraͤftig auf die Lockerung eines ſtoͤr⸗ rigen Bodens ein, ſondern uͤbertrifft auch jedes andere Inſtru⸗ ment, wenn es auf das Herausziehen und Ausrotten der Wurzel⸗ unkraͤuter ankommt, welche durch die gekruͤmmten Zinken ſaͤmmt— lich auf die Oberflaͤche gebracht werden. Es verlangt aber ein kraͤftiges Geſpann, wohl drei bis vier Pferde. Das Vorgeben uͤbrigens, daß es ſich ſelbſt reinige, iſt nicht ganz richtig; wenn einigermaßen viel Unkraut im Boden iſt, ſtopft es ſich leicht und wird daher bei dem Arbeiten damit außer dem Pferdelenker faſt immer noch Jemand erfordert, der das Herausgeriſſene wegnimmt, wenn dadurch nicht von Zeit zu Zeit der Gang unterbrochen wer⸗ den ſoll. Derſelbe Finleyſon hat noch ein anderes aͤhnliches In⸗ *) Herr Kommiſſionsrath Dr. Runde zu Pappendorf bei Waldheim in Sachſen hat ſich nach einer Zeichnung ſchon vor mehren Jahren ein ſolches Werkzeug anfertigen laſſen und iſt mit deſſen Wirkung außerordentlich zufrie⸗ den, indem, nach ſeiner Angabe, kein anderes Ackerinſtrument ſeinen zaͤhen Thonboden bis zu gleicher Tiefe ſo vollkommen zu lockern vermoͤge, wie die⸗ ſes, keins die darin befindlichen Wurzelkraͤuter ſo vollſtaͤndig heraushebe und auf die Oberflaͤche bringe. Bei der Gewerbeausſtellung zu Noſſen 16. Mai 1839 war das Exemplar des Herrn Kommiſſionsraths Runde zu ſehen. — den die Dieſer iſtaben, ehen iſt auf den ken oder erniedri⸗ Inſtru⸗ dringen gt eine Kerbe in die oll und eſtaͤndig hrauben kzeuges icht des brik 10 „wirkt s ſtoͤr⸗ Inſtru⸗ Vurzel⸗ aͤmmt⸗ ber ein orgeben ; wenn cht und giet faſt gnimmt, den wer⸗ hes In⸗ ldheim in in ſolchtõ ſch zufrie⸗ nen zähen wie die⸗ zhebe und Rai 1839 Eggen, Grubber, Skarrifikatoren, Exſtirpatoren, ꝛc. 29 ſtrument mit beinahe eben ſo geformten Zinken, aber ganz leichter Bauart aufgeſtellt, das mit vorzuͤglichem Nutzen zur Auflockerung der Zwiſchenraͤume zwiſchen den Reihen der Hackfruͤchte anzuwenden iſt. An jenem großen Werkzeuge Finleyſons iſt neuerer Zeit eine große Abaͤnderung angebracht worden, mit welcher es den Namen Kirkwood's Grubber erhalten hat, und die von Manchem als eine weſentliche Verbeſſerung angeſehen wird. Dieſer Grubber iſt eben⸗ falls ganz von Eiſen gefertigt, gegen 4 Centner ſchwer und 4 Fuß 4 Zoll breit.(S. Fig. 10.) Figur 10. ☛△ dLE—4—m òᷓ́ 22 S L. H Die Handhaben deſſelben drehen ſich um die bei BB damit in Beruͤhrung ſtehende Achſe der Hinterraͤder, wie ein Hebel um ſeinen Stuͤtzpunkt. Dadurch werden ſie ſelbſt zum Hebel, und indem man ſie nun bei A niederdruͤckt, erhebt ſich der kuͤrzere Arm dieſes Hebels bei CC und damit zugleich der hintere Theil des ganzen Geſtelles ſammt den daran angebrachten Zinken. Um nun aber auch den vordern Theil deſſelben in die Hoͤhe zu brin⸗ gen, iſt folgende Einrichtung getroffen: Ein langer duͤnner Stab DE iſt mit dem einen Ende an dem Punkte befeſtigt, der durch das Niederdruͤcken der Handhabe gehoben wird, und mit dem andern Ende an einem gekruͤmmten Hebel EFG, der ſich um die Achſe des Vorderrades dreht und den vordern Theil des ganzen Geſtelles hebt. Wenn man nun die Handhabe niederdruͤckt und damit den hintern Theil des Werkzeuges hebt, wird dieſe Wir⸗ kung zugleich auch mit auf den vordern Theil ausgedehnt. Dieſe Einrichtung iſt einfach, ſinnreich und wirkſam, und wenn auch dieſer Grubber, deſſen Zinken 15 Zoll unterhalb des Geſtelles lang ſind, nicht ganz ſo viel Land auf einmal deckt, wie der vorhin abgebildete, ſo verlangt er dafuͤr keine ſo große Zugkraft. 30 Zweites Kapitel. Ein anderer weſentlicher Vorzug deſſelben beſteht darin, daß man ihn nach Willkuͤhr voͤlig aus dem Boden heben kann, ſo bald nur der Fuͤhrer ſich mit ſeinem ganzen Gewicht auf die Handhabe legt. Dadurch wird das Einkehren und das Reinigen bei einer eingetretenen Verſtopfung ſehr erleichtert. Es gibt noch viele andere Werkzeuge dieſer Art, die ſaͤmmt⸗ lich ihrem Zwecke ziemlich gleich gut entſprechen und in der Hauptſache miteinander uͤbereinkommen, daher keine weitere Darſtellung und Beſchreibung verdienen. Sie tragen nicht wenig zur Erleichte— rung und Vervollkommnung der Ackerbeſtellung bei, koͤnnen aber nie den Pflug ganz entbehrlich machen, wenn auch denſelben in manchen Faͤllen vollkommen erſetzen; ſo z. B. bei der Beſtellung des Getreides nach behackten Fruͤchten, wo die Bearbeitung und Reinigung des Bodens durch die Pferdehacke bereits auf eine befriedigende Weiſe erfolgt iſt. Man uͤberzieht nach ihnen das Feld zweimal in verſchiedener Tiefe, das erſte Mal ſeichter, das andere Mal tiefer, und in verſchiedener, ſich kreuzender Richtung, mit dem Grubber, wendet hierauf die Eggen an und erhaͤlt auf dieſe Weiſe einen ſehr gut zugerichteten Acker. Man hat auch bisweilen unmittelbar an die Grubber kleine zwei⸗ balkige Eggen gehaͤngt, um das von jenen herausgeriſſene Unkraut zu ſammeln. HPferdehacken. Die Pferdehacken ſind in ihrer Einrichtung und Wirkung mit den Grubbern gewiſſermaßen uͤbereinſtimmend, werden indeſ⸗ ſen nur zur Auflockerung und Bearbeitung der Zwiſchenraͤume zwiſchen den Reihen der nach dem Drillſyſtem angebauten Pflan⸗ zen gebraucht. Um dieſen Reihen nicht gefaͤhrlich zu werden, iſt zu ihrer Anwendung ein ruhiges Zugthier und ein beſonnener Ackersmann nothwendig. Sie kommen in verſchiedener Geſtalt vor; nicht ſelten findet man ſie in der Art, die der im 1. B. S. 442 abgebildete Schaͤlpflug zeigt; haͤufiger jedoch in dreiecki⸗ ger Form mit drei kleinen flachen Scharen, eins vorn, zwei hin⸗ ten, ganz ſo geſtellt und eingerichtet, wie der am Anfang dieſes Kapitels abgebildete Grubber, nur natuͤrlich viel leichter und klei⸗ ner, ſo daß das ganze Werkzeug zwiſchen zwei Pflanzenreihen hingehen kann. Noch wirkſamer und daher neuerer Zeit immer mehr Beifall hinten, befeſtig ander reihen oder ⁸ Saiten Rad. len ſü der werden troffn, gen laf zu beſo nen da beſſt Nunge hat be ABlaiti hii der daß man ſo bald Handhabe bei einer e ſaͤnmt⸗ dauptſache lung und Erleichte⸗ nen aber ſelben in eſtellung ung und auf eine nen das ſeichter, euzender ggen an n Acker. ne zwei⸗ Ankraut Virkung indeſ⸗ enraͤume Pflan⸗ rden, iſt ſonnener Geſtalt n I. B. dreiecki⸗ wei hin⸗ 9 dieſes nd klei⸗ enreihen Beffall Eggen, Grubber, Skarrifikatoren, Exſtirpatoren, ꝛc. 31 findend, iſt ein Inſtrument, das dem flandriſchen Binot ſehr nahe kommt und unter dem Namen„die breite Pferdehacke“ bekannt iſt. Sie hat ein Geſtelle, wie ein kleiner Pflug aber weder Streichbret noch Sech, dafuͤr drei Schare, eines vorn und zwei hinten, die in einem uͤber den Baum weggehenden und daran befeſtigten Querholze eingeſchraubt und weiter und enger von ein— ander zu ſtellen ſind, je nachdem die Entfernung der Pflanzen⸗ reihen ſolches erheiſcht. S. Fig. 11. AA ſind die Handhaben oder Sterzen, B der Baum, 0C die Seitenarme, woran die Figur 11. Seitenſchare geſchraubt ſind, D das mittlere Schar und E das Rad. Letzteres wird bisweilen ganz weggelaſſen, in anderen Faͤl⸗ len findet man aber auch wieder deren zwei angebracht. Statt der Seitenſchare koͤnnen auch Meſſer oder Seche eingeſchraubt werden; uͤberdies hat man auch bisweilen die Einrichtung ge— troffen, daß an deren Stelle zwei kleine Streichbreter ſich einhaͤn⸗ gen laſſen, um mit dieſem Inſtrumente zugleich das Behaͤufeln zu beſorgen, man hat jedoch gefunden, daß dieſes mit einem klei⸗ nen dazu beſtimmten doppelten Streichbrets⸗ oder Haͤufelpflug beſſer zu bewirken ſei. Ganz in der neueſten Zeit, wo eine Menge Abaͤnderungen an dieſen Inſtrumenten erdacht worden ſind, hat beſonders eine Pferdehacke von der Erfindung des Herrn Blaikie viel Beifall gefunden, weil ſie ſehr kraͤftig wirkt und ſchon bei der fruͤheſten Jugend der in Reihen ſtehenden Pflanzen, wenn man ſelbige nur ſieht, mit Erfolg anzuwenden iſt. Fig. 12. iſt dieſelbe fluͤchtig abgebildet, um einen oberflaͤchlichen Begriff von ihrer Bauart zu geben. Zu dem Behacken des in Reihen geſaͤeten, gedrillten Getrei⸗ des eignen ſich natuͤrlich dieſe Werkzeuge nicht, weil daſſelbe zu eng an einander ſteht: wenn daher dieſe Arbeit nicht mit der Hand, ſondern mit Pferdeinſtrumenten geſchehen ſoll, ſo wird eine andere Einrichtung noͤthig. Unter dieſen findet gegenwaͤrtig die 32 Zweites Kapitel. Figur 12. Fig. 13. abgebildete, von Hrn. Wilſon zu Traprain in Oſt Lothian in Anwendung gebrachte den meiſten Beifall. Ein Mann und Figur 3. ein Junge zum Fuͤhren des eingeſpannten Pferdes koͤnnen damit in einem Tage 5 Acker behacken. Es kommt ſonach dieſe Arbeit vom Acker ungefaͤhr auf 1 Schilling 1 Pence, bis 1 Sh. 5 P. zu ſtehen, und dies iſt allerdings viel weniger, als das Hand⸗ hacken betraͤgt; indeſſen gibt Hr. Wilſon doch zu, daß ſeine Erfindung nur da ihren hoͤchſten Werth erlange, wo es an Men⸗ ſchenhaͤnden zum Handhacken fehlt, oder die unguͤnſtige Witterung zu einer Beſchleunigung der Arbeit draͤngt. Das Geſtelle deſſel⸗ ben iſt 4½ Fuß breit und 3 ½ F. lang, von Holz gefertigt, und ruht vorn auf zwei Raͤdern, die ungefaͤhr 20 Zoll hoch und dm an dem feden Dehren num; hintern Balken, vordern eine Jo nit dem für ihn nach W der Sc Uii eine des hint V V diſſ ſir von hi nn K Neſer meſſer Neſſer ud der Edreich MNſarzen ſchiebene ſt Lothian Kann und — nen damit ſeſe Arbeit Sh. 5 9. as Hand⸗ daß ſeine an Men⸗ Witterung ell deſſel⸗ ttigt, und hoch und Eggen, Grubber, Starritatore, Erſtirpatoren, ꝛc. 33 deren Achſen unterhalb des vorderen Baumes angebracht ſind, an dem auch die Vorrichtung zum Anſpannen ſich befindet. Die beiden Seitenbaͤume ſind mit dem vorderen vermittelſt Haken und Oehren verbunden, um der Bewegung einen betraͤchtlichen Spiel⸗ raum zu verſchaffen; aus gleichem Grunde haͤngen ſie mit dem hintern nur mit einem beweglichen Bolzen zuſammen. Die fuͤnf Balken, worin die Eiſen zum Behacken befeſtigt, ſind mit dem vordern durch doppelte Angeln verbunden, von denen die vordre eine horizontale, die hintere eine vertikale Bewegung verſtattet; mit dem hintern vereinigt ſie ein langer Stift, der ſich in dem fuͤr ihn beſtimmten Loche leicht auf- und niederruͤcken laͤßt, um nach Willkuͤhr das ſeichtere oder tiefere Eindringen der Hackeifen oder Schaͤrchen beſtimmen zu koͤnnen. An jedem dieſer Balken iſt eine ſchwache Feder angebracht, die gegen den untern Theil des hinteren wirkt, um die Hackeiſen in den Boden zu druͤcken. Dieſe ſind ungefaͤhr in dem dritten Theil der Laͤnge ihrer Balken, von hinten nach vorn gerechent, darin eingelaſſen, und werden mit Keilen in beliebiger Hoͤhe darin feſtgehalten. Vor jedem Meſſer iſt uͤberdies ein kleines Rad von etwa ſechs Zoll Durch— meſſer befindlich, um die Tiefe der Behackung zu reguliren. Die Meſſer ſelbſt erhalten verſchiedene Geſtalt, je nachdem der Boden und der Zweck des Behackens dieſelbe fordern, um ſowohl das Erdreich blos auflockern und zerkruͤmeln, als auch an die jungen Pflanzen ein wenig anhaͤufeln zu koͤnnen.— Es arbeitet das be— ſchriebene Werkzeug allerdings vortrefflich; iſt aber ein wenig zu ſehr zuſammengeſetzt, und daher waͤre wohl eine Vereinfachung zu wuͤnſchen und dieſe vielleicht nicht ſchwer. 34 Drittes Kapitel. Drittes Kapitel. Walzen. Die Walze, ein hoͤchſt wichtiges Werkzeug ſowohl zum Zermal⸗ men der bei dem Pfluͤgen entſtehenden Erdkloͤße, wie auch zum Zuſammendruͤcken und Ebenen des Landes, wird zwar in jeder Wirthſchaft angetroffen, aber haͤufig in ſehr unzweckmaͤßiger Form und Einrichtung. Meiſtens iſt ſie aus Holz gefertigt, bis⸗ weilen jedoch auch aus Granit, und neuerer Zeit beſteht ſie haͤu⸗ fig aus einem hohlen eiſernen Cylinder; uͤberdies findet man ſie bald rund, bald gereift, bald erhaben, bald achteckig, bald mit Stacheln verſehen oder mit ſtarken eiſernen Ringen beſchlagen, um die Kloͤße beſſer brechen zu koͤnnen. Die am gewoͤhnlichſten vorkommende Form und Einrichtung derſelben iſt jedoch die Fig. 14. abgebildete. Sie beſteht aus einem ſoliden Cylinder von Eichen⸗ Figur 14. oder Eſchenholz, und das Geruͤſte, in dem ſie ſich bewegt, iſt entweder fuͤr ein oder fuͤr zwei, Pferde eingerichtet, je nachdem ſie ſchwer iſt. Die Dimenſionen, in denen ſie gewoͤhnlich vor— kommt, ſind 5— 7 ½ Fuß breit, 16— 20 Zoll im Durchmeſſer 1” 10 lang ur doer ſer loch in einer W langeru teihe,e D ies iſ Oruck: ſmk un und ged wenn zweck, Vitiſch aber nur nen. D ig it haben d ühnen g rdat, ig ene iittes ühr A auch ſe . b velche — — —2 — — n Zermal⸗ wie auch zwar in eckmaͤßiger rtigt, bis⸗ zt ſie haͤu⸗ et man ſie bald mit beſchlagen, öhnlichſten e Fig. 14. n Eichen⸗ bewegt, if je nachden öznlich ve⸗ Durchmeſſe Walzen. 35 und 10— 15 Centner ſchwer; bisweilen wird ſie aber auch 9 Fuß lang und 20— 30 Zoll ſtark gemacht; dann aber ſind vier Pferde oder ſechs Ochſen zu ihrer Fortbewegung nothwendig. Viele ſind noch in dem Irrthume befangen, daß die verlangte groͤßere Schwere einer Walze ſich am leichteſten und zweckmaͤßigſten durch deren Ver⸗ laͤngerung herſtellen laſſe, weil man dadurch zugleich den Vortheil er— reiche, ein groͤßeres Stuͤck Land auf einmal uͤberwalzen zu koͤnnen. Dies iſt aber ganz unrichtig; denn bei langen Walzen vertheilt ſich der Druck uͤber zu viele Punkte, und wenn ſie daher nicht uͤbermaͤßig ſtark und ſchwer iſt, wird der einzelne nicht gehoͤrig getroffen und gedruͤckt. Eine große Wirkung der Walzen erreicht man nur, wenn man ſie kurz und ſchwer macht. Wegen der verſchiedenen Zwecke, zu denen man ſie anwendet, ſollte man eigentlich in jeder Wirthſchaft Walzen von verſchiedener Schwere haben; dies iſt aber nur hoͤchſt ſelten der Fall, meiſtens muß eine zu Allem die— nen. Die Einrichtung des Geruͤſtes, wie es beiſtehend abgebildet iſt, dient zugleich dazu, die Walze nach Erforderniß beſchweren, auch wohl darauf herausgeriſſene Unkraͤuter, Gras ꝛc. mit nach Hauſe nehmen zu koͤnnen.— Hohle eiſerne Walzen findet man haͤufig angewendet in den Parks der Edelleute, und auf ſolchen Graslaͤndereien, wo es wich— tig iſt, eine große Ebenheit der Oberflaͤche zu bewahren. Sie haben den Vortheil, daß durch den großen Durchmeſſer, den man ihnen geben kann, ihre Fortbewegung erleichtert wird(immer er— fordert eine ſchwere Walze mit großem Durchmeſſer verhaͤltnißmaͤ— ßig eine geringere Zugkraft, als eine duͤnne Walze gleichen Ge⸗ wichtes), und daß ſich ihre Schwere durch Gewichte, die man an ihre Achſe haͤngt, leicht vermehren laͤßt. Aber freilich ſie ſind auch ſehr theuer; ſo befindet ſich eine im Park von Holkham, welche ſechzig Pfund koſtete; ſie iſt in der Eiſengießerei von Car⸗ ron gegoſſen, fuͤnf Fuß, ſechs Zoll, im Durchmeſſer, eben ſo lang und auf vier Pferde zum Zug berechnet. Man kann ſich indeſſen auch wohlfeile hohle Walzen von Holz verſchaffen, indem man drei Raͤder oder Scheiben von dem verlangten Durchmeſſer aus ſtarken Bretern fertigen laͤßt und die— ſelben an einer eiſernen Achſe von beliebiger Laͤnge, in der Mit— ten und an jedem Ende von dieſer eins, befeſtigt. Auf die da— durch erhaltene Unterlage werden ganz ſchmal geſchnittene und an den Ecken abgeſtumpfte ſtarke Pfoſten der Laͤnge nach aufgenagelt, bis eine vollkommene Walze hergeſtellt iſt. Eine ſolche leiſtet das— 3* 36 Drittes Kapitel. ſelbe, wie eine hohle eiſerne, kann auf gleiche Weiſe durch an die Achſe gehaͤngte Gewichte beſchwert werden, und koſtet ungleich weniger. Wir haben kuͤrzlich eine geſehen, zu der man alte Wa⸗ genraͤder genommen hatte, die ihren Zweck ſehr gut erfuͤllte und nicht mehr koſtete als zwanzig Schilling. Man macht dieſe hohlen Walzen bisweilen auch achteckig; dadurch wird allerdings ihre Wirkſamkeit erhoͤht, zugleich aber auch das Beduͤrfniß an Zugkraft geſteigert. Malcolm erzaͤhlt, er habe bei einem Landwirthe eine Walze dieſer Art geſehen, die fuͤnf⸗ undzwanzig Centner ſchwer und wegen ihrer großen Wirkſamkeit ſo beliebt geweſen ſei, daß die Nachbarn dieſelbe ſich immer er⸗ baten. Sie hatte fuͤnf Fuß im Durchmeſſer, eine ſechzehn Zoll ſtarke hoͤlzerne Achſe und ſo viel Ecken, wie Speichen in den dazu benutzten alten Raͤdern ſich befanden. Doppelte Walzen, in der Form eines langen Cylinders, der in der Mitte in zwei Stuͤcke zerſchnitten iſt, die ungefaͤhr einen Zoll von einander abſtehen und von denen jedes an einer eigenen Achſe oder Spindel umlaͤuft, kommen bisweilen vor, und haben die Vorzuͤge, daß ſie bei dem Einkehren nicht ſchleifen oder ſchlep⸗ pen, wie es bei anderen langen Walzen zum Nachtheil des Gra⸗ ſes und junger Pflanzen der Fall iſt, und daß ſie bei dem Wal⸗ zen gewoͤlbter Beete der Laͤnge nach auf allen Punkten derſelben gleich auftreffen. Konvexe Walzen dienen dazu, die Beetfurchen auszuwalzen, ohne daß es noͤthig wird, quer damit uͤber das geackerte Feld zu ziehen. Man gebraucht ſie mit Vortheil zum Reinigen und Glaͤtten der Waſſer⸗ und Querfurchen, deren Sohle die in ihrer Mitte an⸗ gebrachte Erhoͤhung, darin hinlaufend feſtwalzt, waͤhrend die we⸗ niger umfaͤnglichen Seiten der Walze die an die Furchenraͤder ge⸗ worfene Erde ebnet*). Eine in der Mitte ausgehohlte, konkave Walze dagegen dient dazu, ſchmale, gewoͤlbte Beete einzeln mit einem Zuge der Laͤnge nach gleichmaͤßig niederzuwalzen. Es iſt augenſcheinlich, daß ſolche Walzen auf mehr eben gehaltenen Feldern gar nicht anwendbar ſind, und da, wo man ſie anwenden will, ein jedes Beet genau wie das andere und ganz in ihre Ausſchweifung paſſend gemacht *) Walzen dieſer Art, von Stein gefertigt, findet man unter dem Na⸗ men:„Furchenwalze“ in Hohenheim in Anwendung und verbreiten ſich von da aus immer mehr. —,—— werden ſin in 6 m, l eniſtand Endreic ſaande ſt ihre ſem U mit S At hin rh an die ungleich alte Wa⸗ üllte und achteckig; leich aber zzaͤhlt, er die funf⸗ irkſamkeit mmer er⸗ zehn Zoll den dazu ders, der aͤhr einen e eigenen und haben der ſchlep⸗ des Gra⸗ em Wal⸗ derſelben zuwalzen, e Feld zu d Glaͤtten Mitte an⸗ d die we⸗ enraͤder ge⸗ ſegen dient der Lange daß ſolche anwendbar zeet genau d gemacht er dem Na⸗ tten ſich de Walzen. 37 werden muß, daß demnach ihr Gebrauch nur ſehr beſchraͤnkt ſein kann. Stachelwalzen werden nicht ſelten angewendet, um auf zaͤ— hem, leicht bei dem Pfluͤgen in Schollen brechenden Boden die entſtandenen oder verbleibenden Erdkloͤße zu zermalmen. Iſt das Erdreich trocken, ſo leiſten ſie viel, aber bei einem feuchten Zu⸗ ſtande deſſelben bleibt es zwiſchen den Stacheln kleben, und dann iſt ihre Wirkung geringer, als die einer glatten Walze. Um die⸗ ſem Uebelſtande abzuhelfen, hat man neuerer Zeit haͤufig zwei mit Stacheln verſehene Walzenkoͤrper in einem Geruͤſte in der Art hintereinander angebracht, daß die Stacheln in einander grei⸗ fen und ſich gegenſeitig von Koth reinigen. In dieſer Geſtalt ſind ſie ungemein wirkſam; es verſteht ſich aber von ſelbſt, daß die Stacheln regelmaͤßig in Reihen, neun Zoll jede von einander, eingeſchlagen ſein muſſen. S. Fig. 15. Figur 15. C——— AAAAAAAAA Ah.. 4b. AA AA. 6GAA iſ p 4 ſſ f A 1 0— MAAA In manchen Faͤllen macht man aͤhnliche Walzen, die ſtatt der Stacheln ſtarke keilfoͤrmige Ringe von Gußeiſen haben, die an einen ſtarken Walzenkoͤrper geſchlagen werden. Dieſe Ringe ſind 2 ½ Zoll dick und beweglich, ſo daß man ſie in verſchiedener Entfernung von einander ſtellen kann. Der Durchmeſſer einer ſolchen Walze betraͤgt bisweilen an drei Fuß, und uͤberdies be⸗ ſchwert man ſie noch ſo, daß ſie ſechs Ochſen hinlaͤnglich zu thun gibt. Man gebraucht dieſelbe jedoch haͤufiger unter dem Namen 38 Drittes Kapitel. Drillwalze, um bei der breitwuͤrfigen Saat eine gleichmaͤßigere Vertheilung des Saamens zu ſichern. Es geht aus dem Geſagten hervor, daß eigentlich jeder Land— wirth mit Walzen verſchiedener Laͤnge, Staͤrke und Einrichtung verſehn ſein ſollte; wenn er indeſſen nur eine beſitzt, muß dieſelbe wenigſtens nach den Umſtaͤnden mit geringer Muͤhe leichter oder ſchwerer zu machen ſein. Nach dem Urtheil tuͤchtiger Sachverſtaͤn⸗ diger ſoll der Durchmeſſer einer Walze nie unter ſechzehn und nie uͤber dreißig Zoll betragen; und ihre Laͤnge, wenn ſie in einem Stuͤck, nicht fuͤnf Fuß, in zwei Stuͤcken nicht ſieben Fuß uͤber⸗ ſteigen. Ihre Anwendung iſt von großer Wichtigkeit, denn ohne ſie laͤßt ſich das Ackerwerk auf ſchwerem Boden nicht ganz zweck⸗ maͤßig und ſauber vollfuͤhren und auf wenig gebundenem Boden traͤgt ſie weſentlich zu deſſen Befeſtigung und Verdichtung bei. Das Walzen iſt ferner dem Sommergetreide bald nach der Saat und beſonders dem Weizen im Fruͤhjahr ſehr nuͤtzlich; denn wenn der Winterfroſt, wie es haͤufig der Fall, ſeine Wurzeln aus dem Boden gezogen hat, befeſtigt ſie der Druck der Walze wieder dar— in, zugleich werden dadurch die Stoͤcke gekraͤſtigt und das Be— ſtecken befoͤrdert. Unraͤthlich iſt es jedoch, den Weizen zur Saat— zeit zu walzen; denn es iſt beſſer, wenn die Oberflaͤche des Fel— des waͤhrend des Winters rauh bleibt, weil dann das Waſſer beſ⸗ ſer eindringt, als wenn ſie feſtgedruͤckt iſt, und dadurch die Pflan⸗ zen mehr vor Naͤſſe geſchuͤtzt bleiben. Mit einer Walze gewoͤhnlicher Groͤße ſind in einem Tage ſechs Acker zu uͤberziehen; es muͤſſen daher in einer einigermaßen großen Wirthſchaft mehre vorhanden ſein, um den guͤnſtigſten Zeit⸗ punkt zu ihrer Anwendung, gleich ſo wie er gekommen, mit aller Kraft benutzen zu koͤnnen; denn bei Naͤſſe ſollte ſie nie angewen⸗ det werden. lalnig erlich ede Land⸗ und Emiütng N. duß diſebe lie licztt ddet igt Saguettin ſchzän un ſe un ſie in enen be Fuß iln⸗ dit, denn ohne jt ganz zwec⸗ ndenem Bodan erdickung bi nach der Saat denn wenn zeln aus dem ze widder dar⸗ und das Be⸗ en zur Saat⸗ ice des Fel⸗ Paſfer beſ⸗ hdie Pfln⸗ 6 ännem Tage nigermaßen ſtigſtn Zei⸗ —n, mit alle ne angewen⸗ Ueber die Beackerung. 39 Viertes Kapitel. A Ueber die Beackerung. Schon Marſchall bemerkt ganz richtig, daß die richtige Stellung und Handhabung des Pfluges eine der ſchwierigſten Aufgaben bei dem Ackerbaubetrieb ſei. Ein reiches muͤrbes Land laͤßt ſich mit zwei an Zuͤgeln gelenkten Pferden bequem umpfluͤgen, waͤhrend ein ſtoͤrriger Klay kaum mit vieren zu bearbeiten iſt; ſelbſt die verſchiedenen Theile eines und deſſelben Feldes beduͤrfen nicht ſel— ten verſchiedener Verfahrungsarten. Demnach muß der Pflug, wenn man ſich auch nur eines einzigen bedient, verſchieden gerich⸗ tet werden; bald iſt es noͤthig, die Entfernung des Sechs vom Pflughaupte zu veraͤndern, bald das Streichbret anders anzu— ſchlagen, bald die Anhaͤngung der Waage an der Spitze des Pflugbaums abzuaͤndern; eben ſo iſt die Staͤrke und Breite der Pflugſchnitte nach den verſchiedenen Graden der Zaͤhheit und Muͤr⸗ bigkeit des Bodens bald ſo, bald ſo zu beſtimmen. Wie dabei zu verfahren, laͤßt ſich nicht wohl beſchreiben, ſondern nur durch die Uebung erlernen; daher wollen wir auch, es als nutzlos erachtend, auf Jenes nicht viel Zeit verwenden. Man hat bereits nicht mit Unrecht die Bemerkung aufgeſtellt, daß zwar viele voluminoͤſe Werke uͤber Landwirthſchaft zu allen Zeiten von geſchickten, wiſ⸗ ſenſchaftlichen Maͤnnern geſchrieben worden waͤren, und dies auf die Verbreitung theoretiſcher Kenntniſſe, zumal in den Theilen des Reichs, die ſich durch ihren verbeſſerten Ackerbau auszeichnen, guͤn⸗ ſtig eingewirkt habe; daß aber dennoch die Ausuͤbung der gege⸗ benen Regeln, die Ausfuͤhrung der Arbeiten ſelbſt immer blos von den Arbeitsleuten vollkommen verſtanden werde. Der Eine von ihnen lernt durch Uebung, wie ein Pflug am beſten zu ſtellen und zu fuͤhren ſei; ein Anderer, wie die breitwuͤrfige Saat am Vollkommenſten vollfuͤhrt werde; ein Dritter die vorzuͤglichſte 40 Viertes Kapitel. Art des Maͤhens, Bindens, auf Feimen Setzens ꝛc.; Andere wie⸗ der erlangen ausgezeichnete Geſchicklichkeit in der Anfertigung un⸗ terirdiſcher Abzuͤge, im Anlegen und Behandeln der Hecken, im Ziehen der Graͤben ꝛc. Kurz die meiſten laͤndlichen Arbeiter er⸗ werben ſich beſondre Fertigkeiten in einzelnen Zweigen der land⸗ wirthſchaftlichen Geſchaͤfte; aber wenn ſie ſterben, ſtirbt ungluͤckli⸗ cherweiſe auch ihre Kenntniß mit ihnen zugleich; Andere, Juͤngere folgen ihnen und gelangen erſt nach großer Anſtrengung ihrer Koͤrperkraͤfte und manchem ihren Anſtellern verurſachten Verluſt zu gleicher Geſchicklichkeit. Die Zeit und Aufmerkſamkeit des Land⸗ wirths werden hinlaͤnglich genug in Anſpruch genommen durch die Anſtellung und Beaufſichtigung der bedeutenderen Wirthſchaftsge⸗ ſchaͤfte, die Fruchtfolge, die Behandlung und Verwendung des Duͤngers, die Anordnungen bei der Viehzucht und durch mehre andere wichtige Gegenſtaͤnde; er kann ſich daher um jede Einzel— heit und Kleinigkeit nicht genau bekuͤmmern; doch muß er wiſſen, ob ſeine Arbeiter ihre Geſchaͤfte gut verrichten und ihre Schuldig— keit thun, auch ſie tadeln koͤnnen, wenn ſie Fehler machen. Fuͤr ſolche, die ſchon die dazu erforderliche Einſicht und Kenntniß be⸗ ſitzen, iſt nichts mehr daruͤber zu ſagen noͤthig; aber es gibt Viele, die ohne zur Landwirthſchaft erzogen zu ſein, ſich ihr widmen und jene Kenntniß noch nicht erworben haben, fuͤr ſolche duͤrften einige Worte uͤber die Beackerung ſehr paſſend ſein, da ſie an Anſehn bei ihren Leuten verlieren, wenn ſie die von ihnen dabei gemachten Fehler nicht ruͤgen koͤnnen. Die Pfluͤger werden nicht ſelten mehr nach ihrer anſcheinen⸗ den Koͤrperkraft, als nach den Beweiſen ihrer Geſchicklichkeit ge⸗ waͤhlt. Viele Landwirthe ſind indeſſen dazu gezwungen durch die Perſoͤnlichkeit der Bewohner ihres Kirchſpiels. Ein guter Pfluͤger i*ſt ſchwieriger zu finden, als ein andrer guter Arbeiter, und Jeder, der nicht nur ſein Werkzeug gut handhabt, ſondern auch das Vieh gut behandelt, iſt als ein ausgezeichneter Dienſtbote zu betrachten. Das Erſte, was ein Lehrling in der Kunſt des Pfluͤgens, der gewoͤhnlich ſeine Lehrzeit als Treiber ſeines Zugviehs beginnt, lernen muß, iſt das Anlegen gerader und gleichbreiter Ackerbeete. Sehr erleichtert wird ſolches und dadurch zugleich das Augenmaaß geſchaͤrft, wenn man ein Querholz zwiſchen den Koͤpfen der Zug— thiere an ihren Gebiſſen befeſtigt, um ſie immer in gleicher Ent⸗ fernung von einander zu erhalten und eine Stange am Ende des Feldes genau nach der beſtimmten Breite des Beetes aufſtellt, um —C—C—C—C—O—·—ᷓᷓ́ᷓ́— i—ᷓᷓ—-ʒ einen druj lantei de d weder einem hangt Beſcha Einige Pfühe 6 und de fartcen Nfedder übe d waht katbeit Uebrig dabon Pfu as S das La nüthig, Seite kann d nan d diſſes den ge V ſteht i maäßig ckerbe iikeit drumn fellun gers u Iähac 0 8 fut al dun dere wi⸗ gung un⸗ decken, im tbeiter er⸗ der land⸗ ungluͤckli⸗ Jüngere ung ihrer n Velluſt des Land⸗ durch die ſchaftsge⸗ dung des ch mehre e Einzel⸗ t wiſſen, Schuldig⸗ en. Fuͤr ntniß be⸗ übt Viele, widmen dͤrften ſie an n dabei ſcheinen⸗ hkeit ge⸗ urch die Pflüͤger d Jeder, das Vieh trachten. hens, der beginnt, cerbeete. genmaaß er Zug⸗ der Ent⸗ —nde des tellt, um Ueber die Beackerung. 41 einen ſichern Zielpunkt im Auge zu haben, wenn man das Geſpann darauf zu lenkt. So wichtig dieſes aber auch iſt, ſo haͤngt ne— benbei doch vorzuͤglich die nette Form eines Beetes davon ab, daß jede Furche deſſelben gleich breit und tief gehalten werde; damit weder Gras noch Unkraͤuter nach ſeiner Vollendung auf irgend einem Punkte wie die Maͤhne eines Pferdes herausſtehen. Es haͤngt dieſe ſaubere Vollfuͤhrung des Ackerwerks minder von der Beſchaffenheit des Pfluges und der Form des Streichbrets, wie Einige glauben moͤgen, ab, als von der Geſchicklichkeit des Pfluͤgers. Schlechte Pfluͤger lehnen ſich gewoͤhnlich auf die linke Sterze, und dadurch wird die Furche tiefer an der Landſeite. Sie recht⸗ fertigen ſich damit, daß ſie ſagen, dadurch werde die Arbeit den Pferden erleichtert und das Ueberfallen des lockeren Erdreichs uͤber das Streichbret vermieden. Dies mag in gewiſſer Hinſicht wahr ſein; allein ein Theil des Bodens bleibt entweder ganz un⸗ bearbeitet, oder wird um mehre Zoll ſeichter gepfluͤgt, als das Uebrige, und demnach iſt ſtets ein ſchlechtes Ackerwerk die Folge davon. Die Veranlaſſung zu der geruͤgten falſchen Haltung des Pfluges liegt entweder darin, daß die Furche breiter gemacht wird, als Schar und Pflugſohle, oder daß man den Pflug zu ſehr in das Land richtet; um dieſem entgegen zu wirken, wird es freilich noͤthig, die linke Sterze niederzudruͤcken, und dadurch der rechten Seite der Furche eine geringere Tiefe zu geben. Einigermaßen kann dieſem Uebelſtande zwar dadurch vorgebeugt werden, daß man den Scharfluͤgel einige Zoll tiefer richten laͤßt, aber es bleibt dieſes immer ein ſchlechtes Auskunftsmittel, und deshalb darf man den geruͤgten Fehler niemals dulden. Unter zwanzig Pfluͤgern ver⸗ ſteht in der That kaum einer einem gewoͤlbten Beete eine gleich— maͤßige Woͤlbung zu geben, oder ein gleich breites und gerades Ackerbeet herzuſtellen, und dennoch iſt ſolches von ſo großer Wich⸗ tigkeit; denn wenn ein Beet nicht in allen Punkten gleich breit, krumm, oder gar im Zickzack geformt iſt, werden die andern Be⸗ ſtellungsarbeiten erſchwert, eine gleichmaͤßige Vertheilung des Duͤn⸗ gers und der breitwuͤrfigen Saat unmoͤglich gemacht, und das Behacken der anſtehenden Gewaͤchſe mannigfach gehindert. Da das Pfluͤgen ſelbſt nur durch Uebung zu erlernen iſt, laͤßt ſich natuͤrlich auch kein Syſtem uͤber dasſelbe aufſtellen, das fuͤr alle Bodenarten paßt; die Beobachtung der folgenden Regeln duͤrfte indeſſen doch einen jeden, der ſich damit bekannt zu machen 42 Viertes Kapitel. wuͤnſcht, in den Stand ſetzen, dieſe Arbeit in den meiſten Faͤllen zweckmaͤßig ausfuͤhren zu laſſen. 1) Die Zugthiere muͤſſen dem Pfluge ſo nahe geſpannt wer⸗ den, wie es nur ohne Hinderung ihres freien Schrittes moͤglich iſt; denn je naͤher ſie dem Zugpunkt ſind, deſto leichter wird die Ueberwindung des Widerſtandes. 2) Wenn die Pferde nebeneinander geſpannt werden, muß das flinkeſte und kraͤftigſte in der Furche gehen; werden ſie aber hintereinander geſpannt, und ſind ſie in ihrer Groͤße verſchieden, ſo ſollte ſtets das groͤßte und ſtaͤrkſte, wenn es uͤbrigens dem an— dern gleich iſt, dem Pflug zunaͤchſt gehen. 3) Das Pfluͤgen ſelbſt muß in einem ſo gleichmaͤßigen und ſchnellen Schritt geſchehen, wie es die Beſchaffenheit des Bodens und der verlangten Arbeit nur irgend erlaubt; denn dadurch wird die Ueberwindung des Widerſtandes erleichtert, das Anhaͤngen des zaͤhen Bodens am Sech vermindert, und das Land mehr zer⸗ kruͤmelt. 4) Sobald die Breite und Tiefe der Furchen beſtimmt ſind muß der Pflug gerade gehalten werden, damit er nicht ſchwanke, und nur gerade Furchen mit voͤllig horizontaler Sohle entſtehen. 5) Der Pfluͤger muß moͤglichſt aufrecht gehen, darf ſich nicht auf die Sterzen legen, und uͤberhaupt keine Kraft weiter verwen⸗ den als zum Geradehalten des Pfluges nothwendig iſt. Auch ſollte er ſeine Stimme ſo viel wie moͤglich ſchonen und das Zug— vieh nur ſelten ſtrafen, Jenes, weil zu vieles Kommandiren die Thiere nur konſus macht, und dieſes, weil zu oft wiederholtes Strafen deſſen Wirkung ſchwaͤcht. Es gehoͤrt zum Pfluͤgen, wie zu jeder Arbeit ein eignes Ge— ſchick, ein gewiſſer Takt, gleichſam eine inſtinktartige Anlage, um es bald zu lernen und gut auszufuͤhren. Mancher geht nur ſpie— lend hinter dem Pfluge und weiß ihm mit einem leiſen Druck der Hand die rechte Richtung wiederzugeben, ſobald ſein Auge eine Abweichung davon bemerkt; er liefert ſo mit leichter Muͤhe und ohne Anſtrengung der Zugthiere ein gutes Ackerwerk. Ein unge⸗ ſchickter plumper Kerl dagegen plagt ſich und das Vieh ab und ſeine Arbeit taugt dennoch nichts. In Bezug auf die Einrichtung des Zuges iſt zu bemerken, daß bei richtig angeſpannten Pferden eine gerade Zuglinie ſich ergibt, welche auf ihrem Wege von der Schulter der eingeſpann⸗ ten Thiere bis zur Scharſpitze durch den Punkt vorn am Grin⸗ —,— d lü diiſs ricten ninder einige Scharſ bis zu kal wißt wie ſeeht miſſe, air tjiere tſchen ſich in viltg Perſue anſſel zählt. wei⸗ Joll ü Schul wand baj ei ſäbbe duiß den laet ſten Fäͤllen pannt wer⸗ es mäͤglich r witd die den, muß en ſie aber verſchiiden, 5 dem an⸗ ßigen und 5 Bodens durch wird aͤngen des mehr zer⸗ mmt ſind ſ cwante. entſtehen. fſich nicht rverwen⸗ ſt. Auch das Zug⸗ diren die lederholtes ignes Ge⸗ nlage, um nur ſpie⸗ Druck der Auge eine Muͤhe und Ein unge⸗ ch ab und bemerken, gliie ſich ngeſpann⸗ am Grin⸗ Ueber die Beackerung. 43 del hindurchgeht, an welchem die Wage haͤngt. Die Stellung dieſes Punktes muß ſich demnach nach der Hoͤhe dieſer Thiere richten, da aber ihre Schulter bei dem Fortſchreiten und Ziehen minder entfernt vom Boden iſt, als wenn ſie ſtehen, ſo iſt darauf einige Ruͤckſicht zu nehmen. Zieht man(S. Fig. 16.) von der Figur 16. C — — A B Scharſpitze A nach B, und dann eine ſenkrechte von B nach C bis zur Schulter des Pferdes, ſo erhaͤlt man einen rechten Win⸗ kel; zieht man hierauf eine zweite ſenkrechte von A nach a und mißt dieſelbe mit demſelben Maaßſtabe, wie jene, ſo erfaͤhrt man, wie hoch der Pflugbaum bei jeder Pflugtiefe uͤber der Oberflaͤche ſteht. Es ergibt ſich daraus, daß der Grindel um ſo laͤnger ſein muͤſſe, je hoͤher er iſt, und daß es folglich auch noͤthig wird, die Zugſtraͤnge zu verlaͤngern; dadurch aber wird die Kraft der Zug⸗ thiere geſchwaͤcht; denn es iſt zur Genuͤge, ohne eines mathema— tiſchen Beweiſes zu beduͤrfen, bekannt, daß deren Kraftaͤußerung ſich immer mehr verringert, je entfernter ſie von dem zu uͤber⸗ waͤltigenden Gegenſtand ſtehen. Zum Beleg fuͤhren wir einen Verſuch an, den Hr. St. John Prieſt auf ſeinem eignen Gute anſtellte und in dem Wirthſchaftsbericht von Buckinghamſhire er⸗ zaͤhlt. Er ließ Weizenſtoppeln mit einem Norfolker Pflug und zwei Pferden umbrechen. Die Furchen waren 9 ½ Zollbreit und 3½ Zoll tief. Betrug die Laͤnge der Zuglinie von der Scharſpitze bis zum Schulterpunkt der Pferde 10 Fuß 4 Zoll, ſo war ein Kraftauf⸗ wand von 2 ½ Centner noͤthig zur Fortbewegung des Pfluges; bei einer Verlaͤngerung bis zu 15 Fuß 6 Zoll dagegen ſtieg der⸗ ſelbe auf 3½ Centner nach dem Kraftmeſſer. Es findet daher gewiß eine große Erſparniß an Kraft ſtatt, wenn die Pferde ne⸗ ben einander, nicht hinter einander geſpannt werden, auch wird bei jener Anſpannungsweiſe beſſere Arbeit geliefert; denn gehen die Thiere hinter einander, ſo iſt es bisweilen noͤthig, den Grindel 44 Viertes Kapitel. etwas zu wenden, um dem Pfluge Land zu geben; ſie ziehen daher in einer von der Richtung des Schares und Seches abweichen⸗ den Linie, und dadurch wird der Gang des Werkzeuges erſchwert und minder ſicher gemacht. Das Pfluͤgen mit zwei, oder wenn ſehr große Kraft noͤthig iſt, mit drei Pferden neben einander, ſollte daher auf allen Bodenarten und unter allen Umſtaͤnden, wo es nur irgend geht, eingefuͤhrt werden. Indem wir dieſes ſagen, unterſchreiben wir jedoch nicht den von Manchen aufgeſtell⸗ ten Satz, daß uͤberall und immer mit zwei guten Pferden vor dem Pfluge auszukommen ſei; denn es gibt Bodenarten, die ſo widerſpenſtig ſind, und wenn ſie Brache oder mehr Jahre zu Gras gelegen haben, bei trockner Witterung ſo erhaͤrten, daß bei ihrem erſten Umbruch, ſelbſt vor dem beſten Pflug, oft kaum vier Zugthiere ausreichend ſind, wie erſt noch vor Kurzem ein Landwirth, der ſich gute Pfluͤge und geſchickte Pfluͤger aus Schott⸗ land kommen ließ, und ſeinen ſchweren Klayboden beſtaͤndig zwei⸗ ſpaͤnnig pfluͤgen zu koͤnnen vermeinte, zu ſeinem großen Schaden erfahren hat. Die Erſparung eines Treibers, auf die Manche bei dem Pfluͤgen mit zwei Pferden neben einander einen großen Werth legen, will nicht viel ſagen; ein bloßer Knabe iſt dazu hinreichend, ſein Lohn hoͤchſt gering, und dies der einzige und beſte Weg, ihn zum Pfluͤger und Wagenlenker anzulernen; wuͤrde er nicht auf dieſe Weiſe einigermaßen beſchaͤftigt, ſo wuͤrde er muͤßig gehen und dem Kirchſpiel zur Laſt fallen. Was nun die Art des Pfluͤgens anbetrifft, ſo werden wenige Worte genuͤgen. Das Land wird, ſobald es nicht zu dauerndem Graſe beſtimmt iſt und dann ganz eben gelaſſen, nur mit einigen Querfurchen zur Ableitung des Waſſers verſehen wird, in Beete oder Sotteln von groͤßerer oder geringerer Breite gelegt, je nach— dem der Boden leichter abtrocknet oder die Feuchtigkeit laͤnger an⸗ haͤlt. Die Breite und Form dieſer Beete ſind Gegenſtand lan— gen Streites geweſen, es iſt aber natuͤrlich, daß ſie von der Be— ſchaffenheit des Bodens und der gewaͤhlten Kulturweiſe abhaͤngig ſein muͤſſen. Die am haͤufigſten vorkommende Breite bei gewoͤhn⸗ licher Kultur und auf nicht naſſem Boden iſt 15— 18 Fuß; nach der Mitte zu ſind ſie meiſtens etwas gewoͤlbt, um dem uͤberfluͤſſi— gen Waſſer einen Abzug zu verſchaffen. Letzteres iſt jedoch auf einem trocknen Boden minder noͤthig, als auf einem, der an Feuchtigkeit leidet. In jenem Falle findet man ſie daher nicht ſelten ungleich breiter und beinahe ganz flach; ſo ſieht man in inm? Febilur ſe zur tolltän gezogen Stand den, ganz fehr ſe lliche zwice ſchwier den ni ten, z nur ſe in der Kuch Btet chen manch um 2 gen T digs breit. wahre auf ei werde pſüg ſind audſie ſteckt ſtehen Stan liie Inn w dnh beh hin ſie zichen abweichen⸗ zerſchwert oder wenn einander, Unſtanden, wir dieſes aufgeſtel⸗ ferden vor n/, die ſo Jahre zu daß bei oft kaum urzem ein s Schott⸗ dig zwei⸗ Schaden Nanche en großen iſt dazu zige und ; wuͤrde vuͤrde er n wenige auerndem it einigen in Beete Hje nach⸗ aͤnger an⸗ ſtand lan⸗ der Bo⸗ abhaͤngig i gewoͤhn⸗ pußß nach überfluſſi⸗ ddoch auf „der an cher nicht t man in Ueber die Beackerung. 45 einem Theile von Kent, wo ein Wendepflug gebraͤuchlich, ganze Feldfluren ohne Beete, blos mit einigen Waſſerfurchen verſehen, die zur Ableitung des wenigen vom durchlaͤſſigen Boden nicht vollſtaͤndig aufgenommenen Waſſers nach dem Eineggen der Saat gezogen werden und auf keine Weiſe den vollkommen gleichen Stand des Getreides unterbrechen. Auf einem ſchweren, binden⸗ den, waſſeranhaltenden Boden ſind dagegen Beete nicht wohl ganz zu entbehren; man macht ſie auf einem ſolchen bisweilen ſehr ſchmal, gibt ihnen einen um mehre Zoll gegen die Seiten⸗ flaͤchen erhoͤhten gewoͤlbten Ruͤcken und legt die Ausackerfurchen zwiſchen ihnen noch etwas tiefer, als jene. Ihr Nutzen iſt bei ſchwieriger Waſſerableitung auf ſehr der Naͤſſe ausgeſetztem Bo⸗ den nicht ganz zu verkennen; allein man geht offenbar nicht ſel— ten, zum Theil aus bloßer Gewohnheit, darin zu weit, behaͤlt nur ſchlechten Boden in den Beetfurchen, haͤuft das gute Land in der Mitte an und bringt dadurch einen ungleichen Stand der Fruͤchte hervor. Maͤßig breite, nur wenig gewoͤlbte, auf 1 Yard Breite kaum 3—4 Zoll erhoͤhte Beete mit ſeichten Ausackerfur⸗ chen duͤrſten in den meiſten Faͤllen den Vorzug verdienen. In manchen Grafſchaften von England werden die Ackerbeete wohl um 2 ½— 3 Fuß uͤber die Seitenraͤnder erhoͤht, ſo z. B. in eini— gen Theilen von Glouceſterſhire; ſie ſind dabei mitunter aller⸗ dings ſehr, an 15— 20 Yards, meiſtens aber doch nur 8 Yards breit. Auf dieſe unzweckmaͤßige Anlage derſelben verfiel man wahrſcheinlich zu einer Zeit, wo die Ableitung des Waſſers nur auf eine ſehr unvollkommene Weiſe verſtanden wurde. In Eſſex werden naſſe Felder in vierfurchige Beete(Biffangen) aufge⸗ pfluͤgt, und auf dem ſchweren Boden der daſigen Seemarſchen ſind achtfurchige allgemein. Um die Beete gleich breit und gerade anzulegen, was beſſer ausſieht, als das Gegentheil, und manche erhebliche Vortheile bringt, ſteckt ſie gemeiniglich der Pfluͤger auf den einander gegenuͤber⸗ ſtehenden Vorarten in der beſtimmten Breite gleichmaͤßig mit Stangen ab und beſtimmt durch von einer zur andern in gerader Linie gezogene Furchen die Mitte der neuanzulegenden Beete, die dann von beiden Seiten aus nach dieſer Furche zuſammengeackert und dabei fanft gewoͤlbt werden. Die erwaͤhnten Vorarten oder Angewende werden natuͤrlich bei dem auf ihnen ſtattfindenden Ein⸗ kehren des Pfluges ſehr feſt getreten, und beduͤrfen daher ſpaͤter⸗ hin einer beſonders guten und tuͤchtigen Durcharbeitung, um der 46 Viertes Kapitel. dadurch bewirkten Verhaͤrtung entgegen zu arbeiten. In manchen Gegenden laͤßt man ſie beſtaͤndig zu Gras liegen. Dadurch erhal— ten die Zugthiere einen feſten Tritt, und die Felder ein beſonders nettes Anſehn; auch werden dadurch die Jaͤger bei der Verſol⸗ gung des Wildes von dem Reiten uͤber die Saaten abgehalten. Bisweilen erſcheint es wuͤnſchenswerth, aus zwei Beeten eins zu machen. Dieſes geſchieht durch das ſogenannte Zuſammen— ackern(casting), erfordert aber zur Ausfuͤhrung einen geſchickten und umſichtigen Ackersmann; denn es haͤlt ſchwer, die Woͤlbung des neuen Beetes uͤber der alten Beetfurche herzuſtellen, und die Erhoͤhungen der beiden fruͤheren Beete ſo zu vertheilen, daß das neugebildete nach beiden Seiten hin gleichmaͤßig abfallend wird. Man kann die Ausfuͤhrung dadurch ſich erleichtern, daß man dazu Pfluͤge verſchiedener Bauart, wenigſtens mit verſchieden ge— ſtellten Streichbretern anwendet, von denen der zuerſt gebrauchte ſchmale und tiefe Furchen zieht, um viel Erde anf der innern Seite anzuhaͤufen und der andere ſchwache und breite Erdſtreifen an der aͤußern Seite aushebt. Wenn ein Feld mehrmals gepfluͤgt wird, namentlich bei der Brache, ſo iſt es haͤufig Arbeit foͤrdernd und zweckmaͤßig, mit den Ausackerfurchen und Ruͤcken der Beete zu wechſeln, indem man dieſe abwechſelnd auseinander- und wieder zuſammenpfluͤgt. Dies heißt im Engliſchen crown and furrow. Bisweilen theilt man auch ein Beet in zweie, die man ſpaͤterhin wieder zuſammen⸗ pfluͤgt. Dies heißt Slitting(Schlitzen) oder cleaving(Spalten). Bei der Sommerbrache wird auch in der Regel das Feld einmal quer gepfluͤgt, das heißt im Engliſchen cross-plough. Man legt dann daſſelbe gemeiniglich in breitere, die gewoͤhnlichen in rechtem Winkel durchſchneidende Beete, die minder ſorgfaͤltig geformt zu ſein brauchen, weil der einzige Zweck dieſes Verfah⸗ rens eine beſſere Durcharbeitung des Bodens iſt und ſpaͤterhin die alten Beete wieder hergeſtellt werden. Auch das bekannte Balkenſtreifen, oder Baͤlken, Rispen, Halbpfluͤgen, wo nur abwechſelnd ein Pflugſtreifen um den an⸗ dern ausgehoben und auf ein gleich breites Stuͤck ungepfluͤgt blei— bendes Land gelegt wird, iſt in England gebraͤuchlich und heißt daſelbſt balking oder raftering. Es wird als zeiterſparend ge⸗ ruͤhmt, aber hinſichtlich ſeiner Einwirkung auf den Boden dem Ganzpfluͤgen nachgeſetzt. 8. Nach dem Pfluͤgen, es geſchehe auf welche Art es wolle, müſſn urh ün ſe taumt bertief der Ri dder n Waſſer L ſehr vo Vodene biehs, richts und a In D d ta rſü biswe Atbeit macht, meinſch gen, u ſchaffen heln W ſen G ſangen chen derſel vollkor Nähe. durch in Fa de di ne T dujge gſtie ſeneſ Abha manchen urch erhal⸗ beſonders er Verſol⸗ hehalten. Zeeten eins zuſammen⸗ geſchidten Wölbung und dee daß das lend witd daß man hieden ge⸗ gebrauchte r innern ndſtreifen tlich hei ßig, mit „indem npfluͤgt. n theilt ſammen⸗ palten). das Feld plough. oͤhnlichen ſorgfäͤllig Verfah⸗ ſpaͤterhin Räpen, den an⸗ igt blei⸗ n heißt end ge⸗ den dem s woll⸗ Ueber die Beackerung. 47 muͤſſen, um den Acker gut zur Saat vorzubereiten, tiefe Furchen durch die Vorarten gezogen werden zur Ableitung des Waſſers; eben ſo ſollten nach der Saat jedesmal die Beetfurchen ausge⸗ raͤumt und nach Erfordern der Umſtaͤnde mit Pflug oder Spaten vertieft werden. Auch iſt es nothwendig, ſobald das Feld eine der Richtung der Ackerbeete entgegenlaufende Neigung hat, eine oder mehre tiefe Furchen dieſer Neigung nach zu ziehen, die dem Waſſer gehoͤrigen Abfluß verſchaffen, man nennt dies gripping. Die taͤgliche Leiſtung eines Pfluges haͤngt begreiflicherweiſe ſehr von den Umſtaͤnden ab, beſonders von der Beſchaffenheit des Bodens, der Jahreszeit, der Kraft und Schnelligkeit des Zug— viehs, der Breite und Tiefe der Furche. Es laͤßt ſich daher nichts ganz Genaues daruͤber ſagen, wie ſchon im ſiebenten und achten Kapitel des erſten Bandes auseinandergeſetzt wurde. Im Durchſchnitt aller Verhaͤltniſſe kann man jedoch anntehnien, daß taͤglich 1 Acker, bei großen Hinderniſſen jedoch nur ¼ Acker gepfluͤgt werde. Unabhaͤngig von der Beſchaffenheit des Bodens verurſacht bisweilen die Unregelmaͤßigkeit der Einfriedigungen eine große Arbeitsverſchwendung, indem ſie oftmaliges Einkehren noͤthig macht; ferner iſt es wegen der geringen Breite mancher in Ge— meinſchaft liegender Felder nicht moͤglich, dieſelben quer zu pfluͤ⸗ gen, und ihnen die dadurch zu bewirkende Luftausſetzung zu ver⸗ ſchaffen. Dazu kommt noch, daß man in manchen alten Kop— peln Beete findet, die ſeit undenklichen Zeiten in der ſonderbar⸗ ſten Geſtalt aufgepfluͤgt, ganz ohne Beruͤckſichtigung der Umfaſ— ſungen des Grundſtuͤckes angelegt und durch ſo tiefe Zwiſchenfur⸗ chen von einander getrennt ſind, daß an eine beſſere Einrichtung derſelben nicht eher zu denken iſt, als bis man das ganze Feld vollkommen eben gemacht hat. Dies iſt aber immer mit Zeit-, Muͤhe- und Koſtenaufwand verbunden und nur nach und nach durch umſichtiges Pfluͤgen auszufuͤhren, nachdem man das Land, im Fall es naß ſein ſollte, vorher voͤllig trocken gelegt hat. Wer— den die Nuͤcken der Beete zu ſchnell geebnet, ſo wird der frucht— bare Boden tief vergraben und ein unfruchtbarer Untergrund her— aufgebracht, dadurch aber, wenn es auf einmal in einem Jahre geſchieht, der Ertrag ſehr verringert. Am leichteſten macht ſich eine ſolche Verbeſſerung vermittelſt einer vollkommen reinen Brache. Wenn ſchmale in Gemeinheit liegende Feldſtuͤcke an einem Abhange ſich befinden, wird es nicht ſelten noͤthig, dieſelben 48 Viertes Kapitel. bergauf und bergab zu pfluͤgen. Dies iſt muͤhſelig, ſtrengt die Geſpanne an, liefert ein ſchlechtes Ackerwerk, und gibt zu Waſſer— riſſen, ſowie zum Herabſchwemmen des Duͤngers und der guten Erde Veranlaſſung. Wo es nur irgend moͤglich, ſollte man hier wenigſtens die Beete mit dem Abhang in diagonaler Richtung anlegen, um den Zugthieren einen leichteren Gang und dem Waſ⸗ ſer einen langſameren Abfluß zu verſchaffen. Um den Duͤnger⸗ verluſt auf den oberen Theilen abhaͤngiger Felder und dadurch einen ungleichartigen Stand der Fruͤchte auf ihnen moͤglichſt zu vermeiden, duͤngen aufmerkſame Landwirthe dieſelben ſtaͤrker, als die unteren Theile. Dies, ſowie die Beackerung ſelbſt, iſt auf ſolchen Aeckern am leichteſten auszufuͤhren, wenn man die Acker⸗ beete, wo es nur geht, quer uͤber den Abhang hin anlegt, da⸗ durch gleichſam Terraſſen bildet, und dem Zugvieh die Arbeit ſehr erleichtert. Es iſt dieſes zumal auf ſehr ſteil abhaͤngigen Feldern von groͤßter Wichtigkeit; indeſſen gewaͤhrt es in der Regel mehr Vortheil, Grundſtuͤcke dieſer Art fuͤr immer zu Gras niederzu⸗ legen. Dies ſind nun diejenigen Verfahrungsarten bei dem Pfluͤgen, welche durch das ganze vereinigte Koͤnigreich am gewoͤhnlichſten vorkommen; einige einſichtsvolle Landwirthe haben hie und da kleine Abaͤnderungen darin vorgenommen, auf die wir gelegentlich Ruͤck⸗ ſicht nehmen werden. Hinſichtlich des Pfluͤgens haben die Schott— laͤnder den Ruhm ſich erworben, die meiſten ihrer ſuͤdlichen Nach— barn zu uͤbertreffen; der Boden der beiden Lothians, von wo aus dieſer Ruhm hauptſaͤchlich ausgeht, iſt jedoch zwar ſtreng, aber doch nur ein milder Lehm, der ſich leichter bearbeiten laͤßt, als ein großer Theil des in England zu findenden ſchweren Klays. In Irland ſind neuerer Zeit von einigen einſichtsvollen Paͤchtern und Landgutsbeſitzern ebenfalls manche bedeutende Verbeſſerungen in Ackerwerkzeugen und in der Art und Weiſe des Pfluͤgens einge⸗ fuͤhrt worden; allein im Allgemeinen geſchieht daſelbſt letzteres noch immer ganz ſchlecht und unzweckmaͤßig mit einem plumpen uͤbel konſtruirten Werkzeuge,— wie vor alten Zeiten. Aus dem daruͤber Geſagten ergibt ſich uͤbrigens von ſelbſt, daß jede Art von Boden ihre Eigenthuͤmlichkeiten hat, und des⸗ halb bei dem Pfluͤgen eine beſondere Behandlung verlangt. Dieſe wichtige Arbeit darf deshalb nie nach einer feſtſtehenden Regel ge— ſchehen, ſondern muß ſtets der Beſchaffenheit des Bodens ange⸗ paßt werden. Auf ſtrengem Thon und Lehm, ſo wie auf anderen 3 riichen! tuir vr age ſaders ſcüdne veſentlt Thonbod heete ve ſchickliht das abw Bete ve beit liff welcher: ſpann,! auch nich zubauen. U dene J beruher mitteit geoße( daen K ten auch di Biſtaff dar änſt ten da Unteiſ kung Danm (ine ſe ſtengt di dl Vaſſer der guten man hier Nichtung dem Waſ⸗ Dünger⸗ d dadurch glichſt zu erker, als t, iſt auf die Acker⸗ legt, da⸗ rbeit ſehr Feldern gel mehr wiederzu⸗ b Muügen, nlichſten da kleine c Ruͤck⸗ Schott⸗ en Nach⸗ wo aus eng, aber t, als ein ays. In htern und ungen in ns einge⸗ t letzteres plumpen von ſelbſt und des⸗ t. Dieſe Regel ge⸗ ens ange⸗ f anderen Ueber die Beackerung. 49 reichen und tiefen Bodenarten muß der Pflug bis zu einer bedeu⸗ tenden Tiefe eindringen; auf ſeichtem Thon- und armen Sandbo⸗ den dagegen iſt der Vortheil des Tiefpfluͤgens ſehr zweifelhaft, be⸗ ſonders bei einem unfruchtbaren Untergrunde. Deshalb ſind ver⸗ ſchiedne Verfahrungsarten und verſchieden gebaute Ackerwerkzeuge weſentlich nothwendig. Auf einem ſchweren, naſſen, anhaltenden Thonboden, der zur Ableitung des Waſſers hohe gewoͤlbte Acker⸗ beete verlangt, erfordert das Pfluͤgen groͤßere Sorgfalt und Ge⸗ ſchicklichkeit, als auf den minder gebundenen Bodenarten, welche das abwechſelnde Auseinander⸗ und wieder Zuſammenpfluͤgen der Beete verſtatten. Ein Pfluͤger, der auf Boden jener Art gute Ar⸗ beit liefert, iſt von unſchaͤtzbarem Werthe. Der Landwirth ferner, welcher zu der ſchwierigen Bearbeitung ſolches Bodens weder Ge⸗ ſpann, noch Werkzeuge von der erforderlichen Staͤrke beſitzt, iſt auch nicht im Stande, denſelben je mit entſchiedenem Vortheil an⸗ zubauen. Ueber die ſchickliche Tiefe des Pfluͤgens herrſchen ſehr verſchie⸗ dene Meinungen, die zum Theil nicht auf richtigen Grundſaͤtzen beruhen. Wir wollen nachſtehend einige Bemerkungen daruͤber mittheilen, bei denen wir uns vornehmlich an Thaer halten, deſſen große Erfahrungen und tiefes Wiſſen, verbunden mit der beſon⸗ deren Klarheit der Darſtellung, deſſen landwirthſchaftlichen Schrif⸗ ten auch fuͤr Englaͤnder einen beſondern Werth verleihen. Die zweckmaͤßige Tiefe des Pfluͤgens muß natuͤrlich durch die Beſchaffenheit des Bodens beſtimmt werden; wenn aber auch je— der einſichtsvolle Landwirth einer tiefen Ackerkrume vor einer ſeich— ten den Vorzug geben wird, ſo iſt doch gewiß, daß ein großer Unterſchied in Bezug auf die vortheilhafte Ausfuͤhrung und Wir— kung des Tiefpfluͤgens ſtatt findet, je nachdem eine tiefe Schicht Dammerde von faſt gleicher Beſchaffenheit obenauf lagert oder eine ſeichte fruchtbare Ackerkrume durch die Vermengung mit einem unfruchtbaren Untergrunde vertieft werden ſoll. Die Tiefe, bis zu welcher die Pflanzenwurzeln in die Erde eindringen, um ihre Nahrung zu ſuchen, iſt ſehr verſchieden nach der Beſchaffenheit des Bodens und der Natur der Pflanzen ſelbſt. Man hat manche Wurzeln bis zur Tiefe von 15, 20, ja 30 Fuß unter der Oberflaͤche gefunden, z. B. die von Esparſette und Luzerne; ſelbſt die des rothen Klee's dringen auf einem fruchtba⸗ ren Lehm gegen drei Fuß tief ein; ſogar einige unſerer gewoͤhn⸗ lichſten Pflanzen ſenken ihre Pfahlwurzeln in einem muͤrben oder II. 4 50 Viertes Kapitel. ſandigen Boden bis zu dieſer Tiefe hinab. Da jedoch das Acker⸗ land hauptſaͤchlich zur Erzeugung von Koͤrnerfruͤchten beſtimmt iſt, ſo ſchaͤtzt man auch ſeinen Werth mehr nach ſeiner Tauglichkeit zur Getreideproduktion, als zum Anbau von Gewaͤchſen ande⸗ rer Art. Mit unbewaffnetem Auge entdeckt man, daß ſich die Wur⸗ zeln des Weizens auf einem Boden, der ihnen keine Hinderniſſe darbietet, gegen acht Zoll tief in den Boden einſenken, und bei der auf die Nuͤcken gewoͤlbter Beete geſchehenen Saat fand man ſie ſogar bis zwoͤlf Zoll eingedrungen. Dies mochte jedoch wahr— ſcheinlich eine Folge von der groͤßern Einwirkung der Atmoſphaͤre auf die Pflanzen ſein; denn auf einem eben gehaltenen Boden gehen ſie nicht ſo tief hinab. Die Saat wird gemeiniglich zwei Zoll tief untergebracht; demnach kann man annehmen, daß in jenem Fall die Wurzeln zehn Zoll lang waren und daß ſomit eine Tiefe der Ackerkrume von zwoͤlf Zollen als die groͤßte anzu— ſehen ſei, die fuͤr die Koͤrnerproduktion nuͤtzlich werden koͤnne. Wenn die Pflanzen eng an einander geſchloſſen ſtehen, drin⸗ gen ſie tiefer ein, als bei einem weitlaͤufigen Stande; denn die Wurzeln der Halmfruͤchte ſuchen einander zu vermeiden und ſen⸗ ken ihre Triebe dahin, wo ſie den meiſten Raum finden; wenn ſie nun dicht geſaͤet werden, ſind ſie gezwungen, ſenkrecht einzu⸗ dringen, weil ſie keine Seitentriebe machen koͤnnen. Dies haͤngt jedoch ſehr mit von der Beſchaffenheit des Bodens ab; denn wenn der Untergrund unfruchtbar oder zaͤhe iſt, dann muͤſſen die Wur⸗ zeln, die in demſelben Widerſtand, aber keine Nahrung finden, wieder die obere Erdſchicht aufſuchen. Sie verflechten ſich dann in einander, ſtreiten ſich gleicham um den einer jeden zukom⸗ menden Antheil von Nahrung, und dem zufolge ſehen wir oft die ſchwaͤchſten unterliegen und abſterben; dies iſt nicht ſelten die Ur⸗ ſache theilweiſen Fehlſchlagens einer Ernte. Je mehr ſich eine muͤrbe, mittelmaͤßig fruchtbare Ackerkrume der oben angegebenen Tiefe naͤhert, deſto mehr kann ſie Pflanzen ernaͤhren, und es wird daher ein tiefgruͤndiger Boden immer ergiebigere Ernten liefern, als ein flacher, wenn beide auch im Uebrigen ganz von gleicher Beſchaffenheit ſind. Thaer nimmt daher auch an, daß ſich der Werth eines Bodens mit jedem Zoll, den die Ackerkrume uͤber 6 Zoll tief wird, bis zu 12 Zoll Tiefe um 8% vermehre, mit jedem Zoll geringerer Tiefe als 6 Zoll bis zu 3 Zoll herab um eben ſo viel vermindere(ſ. rationelle Landwirthſchaft, 1. Quart⸗ ausgob⸗ wenier auf üm lahen, Unn jdem ar diingen, — gende T hältniſſ, Um prnzen T deit zu⸗ und dieſe der Luft beitet mo gen Einn nach eat arten w nen E Iceerkru then un ſälbſt au gu gtiß hi ſeber lichen K richts t gleih ii Jrutzw el⸗Ger langen. der mei tif gex drkehrer Ei Mchale min ſt ſe geſtehe wen, das Acker ſſtimmt iſ Taugichkeit chſen ande⸗ h de Wur⸗ Hinderiiſe n, und bei fand man doch wahr⸗ tmoſphäͤre nen Boden niglich zwe n, daß in daß ſomi oͤßte anzi⸗ konne. then, drin⸗ e; denn die rund ſen⸗ den; wenn echt einzu⸗ dies haͤngt denn wenn die Wur⸗ ung finden ſich dan den zuktn⸗ wir oſt de kten die Ur t ſich eine angegebenen und es wird nten liefern, von gleihen aß ſich der enune uͤben mehre, mi lherab un „1. Qunr Ueber die Beackerung. 51 ausgabe, B. 2, S. 145.). Ueberdies leidet der tiefe Boden weniger von Trockenheit und Naͤſſe, als ein ſeichter, und da die auf ihm erwachſenen Halme eine groͤßere Staͤrke und Kraft er⸗ langen, lagern ſie ſich nicht ſo leicht bei Wind und Regenguͤſſen. Unnoͤthig zu bemerken iſt, daß die Tiefe des Bodens auch jedem andern Gewaͤchs zutraͤglich iſt, deſſen Wurzeln tiefer ein⸗ dringen, als die der Halmfruͤchte, doch erhoͤht eine 12 Zoll uͤberſtei⸗ gende Tiefe den Werth des Bodens nicht mehr in demſelben Ver⸗ haͤltniſſe, wie es bis dahin der Fall iſt. Um die Eigenſchaften eines tiefgruͤndigen Bodens in ihrer ganzen Vollkommenheit zu bewahren, iſt es nothwendig, ihn von Zeit zu Zeit bis zur vollen Tiefe ſeiner Dammerde umzupfluͤgen, und dieſe durch mehrmaliges Wenden in allen ihren Theilen mit der Luft in Beruͤhrung zu bringen. Geſchieht dieſes nicht, bear⸗ beitet man ſie nur oberflaͤchlich, ſo wird der Boden, der guͤnſti⸗ gen Einwirkung der Atmoſphaͤre entbehrend, nicht nur nach und nach entkraͤftet, ſondern es bildet ſich auch auf manchen Boden— arten unmittelbar unter der gewoͤhnlich nur vom Pflug getroffe⸗ nen Erdſchicht eine harte undurchdringliche Kruſte, welche die Ackerkrume vom Untergrunde trennt und den engliſchen Landwir⸗ then unter dem Namen Pan wohl bekannt iſt. Es iſt jedoch, ſelbſt auf ſchweren Bodenarten, nicht nothwendig, jenes Pfluͤgen zur groͤßtmoͤglichen Tiefe oͤfter vorzunehmen, als einmal in ſechs bis ſieben Jahren; beſonders dann nicht, wenn bei dem gewoͤhn⸗ lichen Kulturverfahren in verſchiedener Tiefe gepfluͤgt wird; denn nichts traͤgt mehr zur Bildung des Pans bei, als fortwaͤhrend gleich tiefes Pfluͤgen. Daraus ergibt ſich ein großer Nutzen des Fruchtwechſelſyſtems, weil die darin angebauten verſchiedenen Wur⸗ zel⸗Gewaͤchſe auch eine verſchiedene Tiefe der Bearbeitung ver⸗ langen. Eben ſo entſpringt daraus fuͤr den zaͤhen Thonboden, der meiſt nur mit Halmfruͤchten beſtellt und deshalb gleichmaͤßig tief gepfluͤgt wird, die Nothwendigkeit einer von Zeit zu Zeit wie⸗ derkehrenden Sommerbrache. Einen an ſich tiefgruͤndigen Boden in einem guten Zuſtande zu erhalten, erfordert indeſſen ein anderes Verfahren, als denſel⸗ ben in den vollkommenſten Zuſtand zu verſetzen, oder einen an ſich flachen zu vertiefen. Meiſtens kann ſolches nur allmaͤhlig geſchehen. Es gibt zwar einzelne Faͤlle, wo der Untergrund, wenn er aus der Tiefe heraufgebracht und der Luft ausgeſetzt 4* 52 Viertes Kapitel. wurde, ſich ungemein fruchtbar erwies; dieſe Faͤlle ſind jedoch ſelten und machen doch immer einen anſehnlichen Aufwand an Duͤnger nothwendig, wenn das heraufgebrachte Land nicht bald gaͤnzlich erſchoͤpft werden ſoll. Im Allgemeinen iſt es gewiß nie— mals wohlgethan, mehr als zwei Zoll des noch rohen Bodens auf einmal heraufzubringen, ſelbſt wenn er von der beſten natuͤr— lichen Beſchaffenheit iſt. Daſſelbe ſollte ferner ſtets vor dem Winter, und die Mengung des neuen Landes mit der alten Acker⸗ krume mittels einer Sommerbrache geſchehen; da es dabei jedoch ein Gegenſtand von Wichtigkeit iſt, den rohen Boden der Einwir⸗ kung der Atmoſphaͤre preiszugeben, ſo muß er moͤglichſt lange an der Oberflaͤche liegen bleiben. Die Duͤngung ſollte jedesmal mit der beabſichtigten Vertiefung zugleich vorgenommen, aber nicht unmittelbar nach dem Auffahren untergepfluͤgt, ſondern ganz gleich⸗ maͤßig uͤber die neue Erdſchicht ausgeſtreut werden und ſo zuvor eine Zeit lang liegen bleiben, damit ſich jene bei feuchtem Wetter mit der dem Miſt entzogenen Feuchtigkeit traͤnken koͤnne, die moͤg— lichen Nachtheile einer Verdunſtung des Miſtes werden durch die uͤbrigen Vortheile des angegebenen Verfahrens uͤberwogen. Es gibt allerdings Bodenarten, deren natuͤrliche Beſchaffen⸗ heit an ſich eine bedeutende Vertiefung der Ackerkrume erlaubt, deren tiefere, noch nicht durchduͤngte und kultivirte Schichten aber ſo zaͤher thoniger Natur ſind, daß ſie, an die Oberflaͤche gebracht, das tragbare Land verſchlechtern und eine Menge ſchaͤd⸗ liche Unkraͤuter erzeugen, wenn ſie nicht durch vielleicht mehr als eine Sommerbrache verbunden mit ſtarker Miſt- und Kalkduͤngung verbeſſert werden. Selbſt wenn dieſe Subſtanzen leicht und jeder⸗ zeit zu erlangen ſind, koͤnnen doch die Koſten einer ſolchen Ver⸗ beſſerung ſo bedeutend werden, daß ſie zwar durch den geſteiger⸗ ten Bodenwerth bezahlt, aber dem Beutel eines Pachters nicht erſetzt werden. Unter den gewoͤhnlichen Verhaͤltniſſen ſind der⸗ gleichen Unternehmungen, welche eine bleibende Verbeſſerung des Bodens zum Zwecke haben, durchaus nicht den Kraͤften eines Pachters angemeſſen, und nur dann von ihm auszufuͤhren, wenn die lange Dauer ſeines Pachtes ihm den Erſatz ſeiner Auslagen ſichert; ſonſt kann nur ein Eigenthuͤmer ſich damit befaſſen. Denn es darf auch nicht vergeſſen werden, daß eine ſolche Ver⸗ beſſerung nur zu bewirken iſt entweder mit erkauftem Duͤnger, oder durch Aufopferung eines Theils desjenigen, der zum gewoͤhn⸗ lichen Wirthſchaftsbedarf erfordert wird, und durch ſeine Verwen⸗ ſicht a dung d Nubmn Ar e Ech ur dür hälknißn grund g Dberflaͤ beſonder tin geri Dies fin Graẽ ni hefer al käi häng We goflhat Bolke brechen einen g der Kr den Unt dder Kie d it, vare do uns G wand he een von Sandfe zu pflů lißt um hen, we 1 Fälen n fi als n etn diſs in folgede deſſen ſind jedi ufwand ah dicht bad gewiß nie hen Boden⸗ eſten natur s vor dem alten Acker dabei jedod der Einwir t lange an desmal mit aber nicht ganz glei⸗ d ſo zuvor em Wetter die mig⸗ durch di hen. Beſchaffen⸗ t erlaubt, Schichten Oberflaͤche nge ſchä⸗ mehr als alkdüͤngung und jeder lchen Ve⸗ n geſteiger hters nict ſind der ſſerung des iſten eines ren, wenn Auslagen tbefaſſen olche Ver⸗ Duͤnger m gewoͤhr⸗ e Verwel⸗ Ueber die Beackerung. 53 dung auf bereits in Kultur befindlichen Boden einen groͤßeren Nutzen gewaͤhren duͤrfte. Arme Bodenarten ſollten niemals tief gepfluͤgt werden; denn die Schicht von Dammerde, die ſich aus der Zerſetzung einer hier nur duͤrftig wachſenden Beraſung gebildet hat, iſt auf ihnen ver⸗ haͤltnißmaͤßig nur ſehr duͤnn und der darunter befindliche Unter⸗ grund gewoͤhnlich hoͤchſt unfruchtbar, ſeine Vermengung mit der Oberflaͤche daher unvortheilhaft; denn wenn dieſe auch an ſich nicht beſonders fruchtbar iſt, ſo wird ſie doch von der darauf gebrach⸗ ten geringen Duͤngermenge in einem leidlichen Zuſtande erhalten. Dies findet beſonders ſeine Anwendung, wenn ſolches Land zu Gras niedergelegt werden ſoll; denn die Raſennarbe dringt ſelten tiefer als zwei Zoll unter die Oberflaͤche ein, und ihre Ergiebig⸗ keit haͤngt daher vornehmlich von der Fruchtbarkeit der obern Erd⸗ ſchicht ab. Wenn auf einem ſandigen Boden immer zu gleicher Tieſe gepfluͤgt worden iſt, und ſich dadurch unter der Ackerkrume eine Borke(pan) gebildet hat, ſo iſt es nachtheilig, dieſe zu durch— brechen; denn ſobald die Ackerkrume durch zweckmaͤßige Kultur in einen guten Zuſtand verſetzt worden iſt, ſo verhuͤtet jene Borke oder Kruſte das Verſinken der Dungkraft und der Feuchtigkeit in den Untergrund. Nicht ſelten befindet ſich naͤmlich ein Sand— oder Kieslager unter jener Borke, die oft auf ſolchem Land zu fin— den iſt, das ſtark gemergelt wurde, und wenn auch zu wuͤnſchen waͤre, daß ſie tiefer laͤge, ſo iſt doch ihre Erneuerung ein ſchwie— riges Geſchaͤft, das auf ſolchen Bodenarten nur ſelten den Auf— wand bezahlen duͤrfte. In einigen Gegenden, ſo in manchen Thei— len von Devonſhire, iſt es indeſſen doch nicht ungewoͤhnlich, die Sandfelder, wo ſich eine ſolche Borke nicht gebildet hat, ſehr tief zu pfluͤgen, indem man einen Pflug hinter dem andern hergehn laͤßt um eine neue Erdſchicht heraufzubringen, und die zu vergra⸗ ben, welche man fuͤr erſchoͤpft haͤlt. Faſſen wir nun Alles zuſammen, ſo ſcheint es in den meiſten Faͤllen nicht rathſam, die Ackerkrume auf andere Weiſe zu vertie⸗ fen, als daß man ihr nach und nach, immer nur wenig auf ein— mal, etwas von dem heraufgepfluͤgten Untergrunde zumengt. Soll dieſes in einem groͤßeren Maaßſtabe geſchehen, ſo kommen vorher folgende Fragen in Betracht: 1) Welcher Ertrag laͤßt ſich von einem Grundſtuͤck erwarten, deſſen Untergrund noch nicht vom Pflug beruͤhrt wurde? 54 Viertes Kapitel. 2) Welche Umaͤnderung kann durch die Vertiefung der Acker— krume und durch deren Vermengung mit dem Untergrunde bewirkt werden, ſowohl in Bezug auf die Vermehrung oder Verminde— rung der Gebundenheit, als in Bezug auf die Bearbeitung des Bodens? 3) Was wird nach einer ſolchen Vertiefung mehr an Duͤn⸗ ger erfordert, als in der vorliegenden Wirthſchaft erzeugt wird? 4) Wie viel wird ſelbige koſten?— Ddie Vergleichung des Koſtenaufwands mit der Verbeſſerung des Bodens und der Erhoͤhung des Ertrags, die man nach ge— nauer Unterſuchung des Untergrundes ſich verſprechen darf, muß entſcheiden, ob eine bedeutende Vertiefung auf einmal zu unter⸗ nehmen ſei oder nicht.— Die gewoͤhnliche Tiefe, welche man den Furchen in Großbri⸗ tannien gibt, iſt 4—5, ſelten uͤber 7 Zoll, nur in ſolchen Ge— genden, wie in einem Theile von Eſſex, wo ſich ein beſonders reicher und tiefgruͤndiger Boden findet, pfluͤgt man bis zu neun Zoll Tiefe. Die Meinung iſt allgemein verbreitet, daß ein tiefe⸗ res Pfluͤgen mehr Duͤnger zu einer Frucht noͤthig mache, und waͤre dieſes wirklich der Fall, ſo gaͤbe es allerdings einen triftigen Grund fuͤr eine mittelmaͤßige Tiefe ab; es kann indeſſen unbedingt nur da gelten, wo der Untergrund ſehr unfruchtbar und von uͤb⸗ ler Beſchaffenheit iſt, wo er aber der obern Schicht in ſeinen Ei— genſchaften gleichkommt, nur noch nicht, wie ſie, durch Kultur ge⸗ muͤrbt iſt, macht ſich gewiß eine Vertiefung der Ackerkrume durch groͤßere Ernten bezahlt, wenn auch nicht zu laͤugnen iſt, daß die— ſelbe, allzuploͤtzlich in großem Maaße ausgefuͤhrt, Anfangs wenig⸗ ſtens, den Arbeits- und Duͤngeraufwand bedeutend vermehrt. ——˖:⏑:B— ng der Aäe⸗ -unde bewitt er Verminde arbeitung de ehr an Din⸗ ugt wird? Verbeſſenn tan nach ge darf, mi al zu untr⸗ in Großtt⸗ ſolchen Ge in beſonder bis zu nan daß ein tiſſ mache, und nen triftige en unbedingt nd von ub⸗ mſeinen E⸗ Kultur ge⸗ krume durg iſt, daß di angs weni ermehrt. Brache. 55 Fuͤnftes Kapitel. Brache. Man macht in Großbritannien einen Unterſchied zwiſchen Win⸗ ter- oder gruͤner Brache, und reiner oder Sommer⸗-Brache. Beide Arten von Brache werden gleich nach der Ernte gepfluͤgt, jene aber im Fruͤhjahr mit einer Huͤlſenfrucht oder einem Wurzelge⸗ waͤchs beſtellt, waͤhrend dieſe unbeſaͤet bleibt, und waͤhrend des Sommers durch mehrmaliges Pfluͤgen zu Weizen vorbereitet wird. Darin liegt der Unterſchied. Roggen und Winterwicken werden jedoch nicht ſelten den Herbſt zuvor auf ſolches Land geſaͤet, nach deren Verfuͤtterung das Land den uͤbrigen Theil des Sommers hindurch ſeine Vorbereitung zu Weizen erhaͤlt. Man nennt dies eine halbe oder Baſtard⸗Brache. Ehe auf den minder gebundenen Bodenarten die Wechſel⸗ wirthſchaft eigefuͤhrt war, gab es hier auch eine ſogenannte Herbſt⸗ und Fruͤhlingsbrache. Jene beſtand in der Vorbereitung des Bo⸗ dens durch mehrmaliges Pfluͤgen zu Weizen, der ſonſt nicht ſelten nach einer andern Koͤrnerfrucht, 3 B. Hafer, geſaͤet wurde; dieſe in demſelben Verfahren fuͤr Gerſte. Der Erfolg davon war, daß das Land ſelten fuͤr Weizen hinlaͤnglich gereinigt und die Gerſten— ſaat haͤufig ſehr verſpaͤtigt wurde. Jetzt wendet man dieſe Bra⸗ chen nur noch ſelten an, da das Pferdehacken und Sommerbra⸗ chen mehr leiſten. Die Gewaͤchſe, welche man auf der ſogenannten gruͤnen Brache(in Deutſchland haͤufig beſoͤmmerte genannt) baut und deshalb Brachfruͤchte nennt, ſind verſchiedener Art, nur nicht Halmfruͤchte, und ſollen eigentlich nicht zur Saamenreife gelangen ſondern meiſt verfuͤttert werden und ſo zur Vermehrung des Duͤn⸗ gers beitragen, ohne ſelbſt viel davon zu konſumiren. Dahin ge⸗ hoͤren vornehmlich Turnips, Ruͤbſen, Kohl, Paſtinaken, Runkeln und Kartoffeln. Auch der Klee iſt hierher zu rechnen, ſobald er 56 Fuͤnftes Kapitel. gruͤn verfuͤttert oder zu Heu gemacht wird; bleibt er aber zur Saamenreife ſtehen, ſo erſchoͤpft er den Boden zu ſehr, als daß er dieſen Gewaͤchſen mit beigezaͤhlt werden koͤnnte. Mit den Boh⸗ nen macht man in dieſer Hinſicht faſt allein eine Ausnahme, indem man dieſelben, ob ſie gleich, reif werdend, dem Boden viel nehmen, doch zu den Brachfruͤchten rechnet, jedoch nur dann, wenn ſie gedrillt und behackt werden, und dadurch eine große Reinigung des Bodens bewirken.. Die Einfuͤhrung dieſer Gewaͤchſe in den Landbau hat we⸗ ſentlich zu deſſen Verbeſſerung beigetragen, und wird dieſe noch fortwaͤhrend erhoͤhen. Ueber ihren Anbau handeln eigene Kapitel. Sommerbrache. Die Anwendung der Sommerbrache in England datirt ſich von ſeinen aͤlteſten Anbauern. Sie ward von den Roͤmern da⸗ ſelbſt eingefuhrt und damals ſchon beinahe ganz ſo behandelt, wie gegenwaͤrtig, wo ſie auf den meiſten ſchweren Bodenarten des Koͤnigreichs noch immer in Anwendung iſt. Nur hatte ſie ehe⸗ dem mehr den Zweck, dem Lande Ruhe nach angeſtrengtem Koͤr⸗ nerbau, der ſonſt allein betrieben wurde, zu gewaͤhren, als den, daſſelbe durch mehrmaliges Pfluͤgen zu reinigen. Auffallend iſt es, daß in Schottland, wo ſie doch, ſollte man meinen, von England aus, wenigſtens nach der Vereinigung beider Reiche unter Jakob VI.(1603— 1625), haͤtte bekannt wer⸗ den ſollen, die Brache vor dem Ende des ſiebzehnten Jahrhun— derts eine unbekannte Sache geweſen ſein mag; denn in einem alten Buche, die Anatomie des Ackerbau's betitelt, das 1697 in Edinburg erſchien, und als die aͤlteſte Abhandlung uͤber den ſchot⸗ tiſchen Ackerbau gilt, wird die Brache als etwas ganz Neues empfohlen, das der Verfaſſer, der als Officier bei dem Regiment der Cameronianer in Koͤnig Wilhelms Dienſten ſtand, in Flan— dern kennen gelernt habe. Aus anderen Berichten geht hervor, daß die reine Brache in Schottland zuerſt eingefuͤhrt worden ſei entweder von Thomas, dem ſechſten Earl von Haddington, oder von John Walker, einem Pachter in Oſt Lothian, dem Stamm— vater einer angeſehenen Pachterfamilie in dieſer Gegend. Der gluͤckliche Erfolg, den er damit hatte, machte das Brachen bald allgemeiner im Lande; denn wir leſen in Maxwell's Sammler, daß es auf ſtrengem Boden alle 5 bis 6 Jahre vorgenommen V 1 wetde der ds ſ ſiht den d dem J 5 die F reiten de 2 den. anen Rrücht behtli atten; vieder ſlcher At ine uber Grun ſollt, die b ud ded ebe hand dazu enn Bra an auf Tcker nen nach Ande h nan Win t aber zu t, als daß t den Boh⸗ Ausnahme dem Boden nur dann, eine große au hat we⸗ dieſe noch e Kapitel. datirt ſich jmern da⸗ delt, wie arten des te ſie ehe⸗ gtem Koͤr⸗ als den, h, ſollte reinigung unnt wer⸗ Jahrhun⸗ in einem 1697 in den ſchot⸗ mz Neues Regiment in Flan⸗ ht hervor, vorden ſei ton, oder Stamm⸗ d. Det hen bald zammler, enommen Brache. 57 werde, und bis zum Jahr 1724 ſich uͤberall verbreitet habe. Herr Walker gilt auch fuͤr Denjenigen, der zuerſt Weizen auf das ſogenannte Außenland, das ohne vorhergegangene Brache nicht dazu tauglich war, geſaͤet habe, waͤhrend er ſonſt nur auf den dem Gehoͤfte naͤher liegenden, dungkraͤftigeren Grundſtuͤcken, dem Binnenlande, gebaut wurde. Betrachtet man die Brache hauptſaͤchlich als ein Mittel, die Felder von Unkraut zu reinigen und zur Saat gut vorzube⸗ reiten, ſo kann die Zeit ihrer nothwendigen Wiederkehr nur durch die Beſchaffenheit und den Zuſtand des Bodens beſtimmt wer⸗ den. Sucht man deſſen Erhaͤrtung und Verunreinigung durch einen zweckmaͤßigen Fruchtwechſel und den Anbau von behackten Fruͤchten zu verhuͤten, ſo laͤßt ſich die Brache beinahe ganz ent— behrlich machen, wenigſtens auf den minder gebundenen Boden— arten; auf einem ſtrengen wird dieſelbe jedoch, von Zeit zu Zeit wiederkehrend, faſt immer großen Nutzen ſchaffen, und iſt ein ſolcher einmal erhaͤrtet, verwildert und verunkrautet, ſo gibt es gar kein anderes Mittel, ihn vollſtaͤndig wieder zu reinigen und in Stand zu ſetzen, als eine reine gut bearbeitete Sommerbrache. Dies iſt jedoch beſtritten worden, und wenn gleich die gute Zubereitung des Ackers zu einem eintraͤglichen Fruchtbau als der Grund jeder guten Wirthſchaft anzuſehen iſt, und man denken ſollte, jeder Landwirth muͤſſe ſolche verſtehen, ſo herrſchen doch die verſchiedenſten Anſichten uͤber die Nothwendigkeit der Brache, und noch immer iſt dieſer Gegenſtand, ſo wichtig er auch fuͤr die Landwirthſchaft im Allgemeinen, als in Bezug auf ihre Be⸗ treiber iſt, und ſo viele ausgezeichnete Schriftſteller denſelben be— handelt haben, nicht ganz genau eroͤrtert. Es ſcheint, als habe dazu der Umſtand mit beigetragen, daß Viele ohne gehoͤrige Sach⸗ kenntniß daruͤber geſprochen haben. So verwarfen Einige die Brache, weil die Natur eine ſolche Unterbrechung in der Erzeu⸗ gung nicht zu fordern ſcheine, im Gegentheil alljaͤhrlich Gewaͤchſe auf dem Boden hervorbringe und demgemaͤß auch dieſer bei dem Ackerbau zu behandeln ſei; ſie vergeſſen aber, daß die Natur kei⸗ nen Unterſchied zwiſchen dem Werth der verſchiedenen Gewaͤchſe macht, ſondern Unkraͤuter eben ſo beguͤnſtigt, wie Koͤrnerfruͤchte. Andere meinen, daß der Verluſt des Ertrags von einem ganzen Jahre dem Nationaleinkommen Abbruch thue, und ſelbſt Geſchaͤfts— maͤnner, die ſich durch ſolche unreife Behauptungen nicht leicht irreleiten laſſen, ſind doch geneigt zu glauben, daß es ein Zeichen 58 Fuͤnftes Kapitel. von nachlaͤſſiger Behandlung ſei, wenn ein Landwirth Boden⸗ rente, Abgaben und Beſtellungskoſten ein ganzes Jahr lang um⸗ ſonſt bezahlt. Dieſe empfehlen den Anbau von Futter- und Hackfruͤchten ſtatt der Brache und rechnen den daraus fuͤr den Landwirth erfolgenden Gewinn nach Geld aufs Genaueſte aus. Doch moͤgen ſie dabei ſich taͤuſchen; denn Mehre, die ihnen un— bedingt folgten, empfanden es in ihrem Geldbeutel uͤbel. An der Spitze dieſer Maͤnner ſtand der beruͤhmte Humphry Davy, der den Nutzen, den eine einjaͤhrige Brache fuͤr den Landwirth jemals haben koͤnne, geradehin ablaͤugnete. Ein anderer gelehrter Pro⸗ feſſor, James Rennie, Lehrer der Zoologie am koͤniglichen Colle⸗ gium in London, ſpricht ſich dagegen zu gleicher Zeit guͤnſtig fuͤr ſelbige aus, und ſchreibt ihren Nutzen der Einwirkung des Son— nenlichts auf den Boden zu. Waͤre dieſes wahr, ſo muͤßte dieſer immen fruchtbarer werden, je laͤnger er den Sonnenſtrahlen ausge⸗ ſetzt bliebe, und doch weiß jeder Landwirth, daß er die reichlich— ſten Koͤrnerernten dann hervorbringt, wenn er vom Klee am dich⸗ teſten beſchattet war. Laſſen wir die Gruͤnde der Theoretiker unbeachtet, und wen⸗ den uns zu den Anſichten erfahrener Praktiker, ſo finden wir un⸗ ter ihnen viele vorgefaßte Meinungen, die dadurch entſtanden ſein moͤgen, daß ſie das Klima und den Boden, von denen ſie ſpre— chen, nicht genau genug nebeneinander betrachten; denn wenn auch eine jede beſtimmte Bodenart in jeder Gegend an ſich dieſelbe bleibt, ſo macht es doch einen großen Unterſchied, ob das Klima die haͤufige Bearbeitung und vollſtaͤndige Reinigung auch ohne Brache beguͤnſtigen oder nicht. Dies hat unverkennbar auf die Anſichten der Landwirthe im Norden und im Suͤden des vereinig— ten Koͤnigreichs uͤber die Brache einen großen Einfluß. Dort ſind die einſichtsvollſten unter ihnen einſtimmig der Meinung, daß die⸗ ſelbe auf ſtrengem, feuchtem Thon- oder Klayboden nicht zu ent— behren ſei, daß Verſuche, ſie zu umgehen, nachtheiligen Erfolg ge⸗ habt haben, daß man, um den dadurch verwilderten Boden wie⸗ der in Ordnung zu bringen, ſeine Zuflucht zu ihr habe nehmen muͤſſen und daß ſie das ſicherſte, ſchnellſte und deshalb auch wohl⸗ feilſte Mittel bleibe, einer Verwilderung deſſelben vorzubeugen. Mehre Landwirthe im Suͤden dagegen behaupten, daß jeder Bo⸗ den, und wenn er ſo ſtreng ſei, wie einer in Schottland, ohne Da⸗ zwiſchenkunft der Brache in gutem Zuſtande erhalten und zum Fruchtbau benutzt werden koͤnne, wenn man die Drillkultur mit th Boden⸗ lang un⸗ Atter⸗ und 6 für den nueſte aus. ihnen un⸗ l. An der Davy, der irth jemals hrter Pro⸗ hen Colle⸗ ünſtig für des Son⸗ ßte dieſer en ausge⸗ reichlich⸗ am dich⸗ und wen⸗ wir un⸗ nden ſein ſie ſpre⸗ denn auch dieſelbe as Klima uch ohne r auf die vereinig⸗ Dott ſind , daß die⸗ ͤt zu ent⸗ Erfolg ge⸗ oden wie⸗ de nehmen uch wohl⸗ zubeugen. ider Bo⸗ ohne Da⸗ und zum ultur mi Brache. 59 Sorgfalt anwende. Es entſtehn demnach zwei Fragen: kann der ſtrenge Klayboden immerfort rein erhalten werden ohne Brache? Und iſt er unrein und unartbar geworden, gibt es dann noch ein andres Mittel, ihn wieder in guten Zuſtand zu verſetzen, als die reine Brache?— Eine kurze Unterſuchung der von den Land⸗ wirthen im Norden und Suͤden angenommenen Verfahrungsarten kann daruͤber vielleicht am ſicherſten entſcheiden. Der im Suͤden baut Wicken, Bohnen und Klee im Wechſel mit Getreide auf ſolchen Bodenarten an, die den Turnips nicht guͤnſtig ſind. Seine Ernten kommen ſo zeitig vom Felde, daß er noch Zeit genug behaͤlt, daſſelbe zu Wicken vorzubereiten, und ſo die Vortheile einer halben Brache zu erlangen; wo er dann fer⸗ ner Bohnen hinbringt, wird es ihm moͤglich, waͤhrend des Som— mers den Boden durch kraͤftiges Pferdehacken gehoͤrig zu durchar⸗ beiten und durch dieſe Mittel erreicht er die Vortheile einer reinen Sommerbrache ziemlich vollſtaͤndig. Im Norden des Reichs iſt je⸗ doch dieſes Verfahren nicht ganz anwendbar; denn die Ernte faͤllt hier viel ſpaͤter, als im Suͤden; es wird daher haͤufig nicht moͤglich, das Land nach ihr gehoͤrig zu Wicken vorzubereiten und ſo geht der Vortheil einer halben Brache verloren. Ferner ſind daſelbſt die Sommer oft ſo kalt und regneriſch, daß jede Bemuͤhung, das nach jedem Schauer ſchnell hervorſprießende Unkraut zu vertilgen, vergeblich iſt, und die Wirkungen des Pferdehackens ſehr beſchraͤnkt werden, indem daſſelbe in ſolchen Lagen das Wachsthum der durch Wurzelſchoͤßlinge ſich fortpflanzenden Unkraͤuter eher befoͤrdert als unterdruͤckt. Dieſe Thatſachen beweiſen deutlich, daß Klima und Boden zugleich, nicht dieſer allein bei einer Unterſuchung uͤber die Statthaftig⸗ keit einer reinen Sommerbrache zu Rathe zu ziehen, und daß we⸗ der Unwiſſenheit noch Halsſtarrigkeit, als die einzige Veranlaſſung dazu anzuſehen ſind. Wenn nun aber trotz des Drillens, des Hand⸗ und Pferdehackens der Boden verwildert, wie es in jeder Ge⸗ gend, ſobald die Witterung kalt und feucht iſt, geſchieht, ſo fragt es ſich: ob er wieder ohne eine reine Sommerbrache zu reinigen ſei? Und da wird wohl jeder Landwirth, der einen feuchten, ſchwe⸗ ren Boden hat, mit nein antworten. Damit wollen wir jedoch keineswegs ſagen, daß die Brache allgemein angenommen werden ſolle; wir laͤugnen im Gegentheil gar nicht, daß ſie durch den verbeſſerten Wirthſchaftsbetrieb bei guͤnſtiger Witterung mehre Jahre hindurch uͤberall, wo nicht ganz entbehrlich zu machen, doch ſehr 60 Fuͤnftes Kapitel. zu beſchraͤnken ſei, ſobald aber die Umſtaͤnde einmal ſie raͤthlich machen, dann wende man ſie auch richtig an und folge nicht der ſpeculativen Theorie allein, ohne die umſichtige praktiſche Erfah⸗ rung zu Rathe zu ziehen. Ehedem war ſie ganz allgemein, durch die Einfuͤhrung der Fruchtwechſelwirthſchaft iſt ſie aber auf ſolchen Bodenarten, die den Anbau der Koͤrnerfruͤchte in Abwechſelung mit Futterkraͤutern und behackten Wurzelgewaͤchſen in Reihen beguͤnſtigen, ſehr ver— mindert, und nur auf ſtrengem Klayboden, wo ſie ſeit undenkli⸗ chen Zeiten uͤblich iſt, nach alter Weiſe beibehalten worden. Die ſonſt verbreitete Anſicht, daß der Boden an Fruchtbarkeit durch den Einfluß der Atmoſphaͤre waͤhrend des Brachliegens gewinne, theilt jetzt kein einſichtsvoller Landwirth mehr, man ſieht daſſelbe nur als ein vorzuͤgliches Reinigungsmittel eines verwilderten Bo— dens und als die beſte Beſtellung fuͤr Wintergetreide an. Daß uͤbrigens die Sommerbrache immer noch haͤufig in zu großer Ausdehnung angewendet wird, iſt nicht zu laͤugnen; man darf aber nicht vergeſſen, daß antretende Paͤchter haͤufig die uͤber⸗ kommenen Felder in einem Zuſtande der Verwilderung und Kraft⸗ loſigkeit finden, der nur durch dieſes Mittel wieder gut zu machen iſt, daß ſie durch die Bewirthſchaftung der in Gemeindeverband liegenden Felder daran gewoͤhnt und durch ihre Pachtkontrakte, welche die Wiederkehr der Brache zu beſtimmten Zeiten vorſchreiben, haͤu⸗ fig dazu gezwungen ſind. Manche Eigenthuͤmer handeln in dieſer Hinſicht wirklich nach den Geſetzen, die Moſes den Juden gab, nach denen ſie dem Lande jedes ſiebente Jahr ein Jubelfeſt geben ſollten; ja manche Eigenthuͤmer gehen faſt noch weiter. Es iſt fuͤrwahr kaum glaublich, was fuͤr abſurde Klauſeln in manchen Pachtkontrakten, den treuen Kopieen vergangener Zeiten, wo man noch nichts von Fruchtwechſelwirthſchaft wußte, noch zu finden ſind; ſie gereichen beiden Theilen, dem Verpachter, wie dem Pach⸗ ter, nur zum Schaden und ſollten daher in den meiſten Faͤllen be⸗ ſeitigt werden. Ganz ohne Einſchraͤnkungen kann ein Pachtkon⸗ trakt wohl nicht ſein; aber kein einſichtsvoller und gewiſſenhafter Pachter ſollte in ſeinem Handeln durch beſtimmte Vorſchriften uͤber die zu nehmende Fruchtfolge beſchraͤnkt werden, die letzten 2— 3 Jahre der Pachtzeit etwa ausgenommen; der Eigenthuͤmer jedoch die Befugniß ſich vorbehalten, jeder Mißhandlung des Grundſtuͤcks von Seiten der Paͤchter vorbeugen zu koͤnnen. Die Behandlung der reinen Brache iſt ſehr verſchieden; ſie härgt urcher V fultur der zu gtori V Herbſt denn d beiteter und i Dasa d 2 nomme ü. 3 geſcheh ſandige malige Mue woäne Aeiſ ſen) b Wint huauch tifti iignet —— 4 räthlic nicht der he Erfah⸗ rung der atten, die erkraͤttern ſehr ver⸗ undenkli⸗ n. Die it durch gewinne, daſſelbe ten Bo⸗ FPin zu a; man ie über⸗ d Kraft⸗ machen veerband welche haͤu⸗ dieſer en gab, t geben Es iſt nanchen vo man finden Pach⸗ llen be⸗ achtkon⸗ enhfter in uͤber 2-3 jedoch dſtuͤcks en; ſie Brache. 61 haͤngt, vornehmlich in Bezug auf die Zahl der ihr zu gebenden Furchen, von der Jahreswitterung, der Beſchaffenheit, bisherigen Kultur und Reinheit des Bodens, ſo wie von der Art und Menge der zu vertilgenden Unkraͤuter ab. Wenn der Fruͤhling zu ihrer gehoͤrigen Vollfuͤhrung nicht ausreicht, nehme man den Sommer, Herbſt, Winter und ſelbſt das naͤchſte Fruͤhjahr noch mit dazu; denn das Beſtellen einer Frucht nach einer nicht hinreichend bear⸗ beiteten Brache iſt nicht viel beſſer, als nur einmal dazu pfluͤgen, und ihre unvollſtaͤndige Behandlung geradehin verlorene Arbeit. Das am gewoͤhnlichſten vorkommende Verfahren dabei iſt folgendes. Die erſte Winterfurche, das eigentliche Brachen, wird vorge⸗ nommen, ſobald im Herbſt die Weizenſaat groͤßtentheils vollendet iſt. Zu weit hinaus darf man es nicht ſchieben, damit es nicht geſchehe, wenn der Boden naß iſt, weil dieſes nur auf einem ſandigen lockeren Boden ohne nachtheiligen Einfluß auf die nach— malige Bearbeitung iſt. Da das Umbrechen des Ackers vor dem Winter den Zweck hat, das Erdreich den wohlthaͤtigen Einwirkun⸗ gen des Froſtes im reichſten Maaße auszuſetzen, ſo ſollte es we— nigſtens vor Weihnachten vollendet ſein. Man laͤßt das Land, ohne Anwendung der Egge oder Walze bis zum naͤchſten Fruͤh⸗ jahre in der rauhen Furche liegen, pfluͤgt es in der Beſchaffenheit des Bodens angemeſſene Beete und verſieht es mit den gehoͤrigen Quer- und Waſſerfurchen, um es voͤllig trocken zu legen. Einige Landwirthe laſſen jedoch ihre Felder den Winter hin— durch unumgebrochen liegen, weil ſie der Meinung ſind, daß die⸗ ſelben dann, zumal die ſehr thonigen, im Fruͤhjahre ſchneller ab— trocknen und ſich eher bearbeiten laſſen, als wenn ſie ſchon im Herbſt gepfluͤgt wurden. Das mag in mancher Hinſicht wahr ſein; es geht dann aber auch die wohlthaͤtige Einwirkung des Winterfroſtes fuͤr ſie verloren, und im Ganzen mag jener Ge⸗ brauch mehr in Folge der vernachlaͤſſigten Trockenlegung, als aus triftigen Gruͤnden entſtanden ſein. Einige Verſchiedenheit herrſcht in den Anſichten uͤber die ge— eignetſte Tiefe dieſes erſten Pfluͤgens und uͤber den Winkel, wel— chen die Pflugſchnitte mit dem Horizonte bilden ſollen. Das ge— woͤhnlichſte Verfahren iſt, bis zur vollen Tiefe der Ackerkrume zu pfluͤgen, weil es ſonſt, wenn ſpaͤter trockne Witterung eintritt, ſchwierig wird, ſo tief einzudringen. Mehre Landwirthe geſtehen indeſſen zwar dieſe Schwierigkeit zu, meinen aber, daß ſie jeden⸗ falls zu uͤberwinden ſei, und geben daher erſt der zweiten Furche, 62 Fuͤnftes Kapitel. nachdem das Land wohl gereinigt iſt, die volle, der erſten im Herbſt aber nur eine geringe Tiefe. Sobald der Boden in der Oberflaͤche mit vielem Unkraut angefuͤllt iſt, hat dieſes ſeichte Pfluͤgen gewiß Vorzuͤge, weil es deſſen Vertilgung durch Eggen ꝛc. mehr befoͤrdert und erleichtert, als wenn es tief vergraben wurde. Auch bei dem alten Graslande iſt dies der Fall; die Narbe ver⸗ fault nicht, wenn ſie tief umgebrochen wurde, es muß daher die⸗ ſes moͤglichſt flach geſchehen. Wenn aber das Winterpfluͤgen ſpaͤt erſt vorgenommen wird, ſo iſt es natuͤrlich, daß die Wurzelun— kraͤuter um ſo leichter aus dem Boden zu bringen ſein werden, je mehr man dieſen der Luft ausſetzt, und daß die lockernde Wir⸗ kung des Froſtes auf ihn um ſo groͤßer ſein muͤſſe, je tiefer er umgepfluͤgt wurde. Auf ſtrengen bindigen Bodenarten muß man daher die Pflugſchnitte ſchmaler und dicker machen, als auf min⸗ der gebundenen, und dieſelben wo moͤglich in einem Winkel von ungefaͤhr 45 Graden gegen den Horizont hinlegen; denn wenn ſie vollkommen umgewendet oder zu platt hingelegt werden, ſo erſaͤuft ſo beſchaffenes Land waͤhrend des Winters. Die zweite Pflugart wird, wenn es die Witterung erlaubt, ſchon im April, meiſtens jedoch erſt im Mai gegeben, wenn der Boden weder zu naß, noch zu trocken iſt. Gut iſt es dabei, einige Zeit zuvor die Egge anzuwenden, um das darin befindliche Saamenunkraut zum Auflaufen zu bringen. Zum dritten Mal gepfluͤgt wird gewoͤhnlich im Juni und zwar in der Regel quer⸗ uͤber, entweder im rechten Winkel mit den Beeten oder der Dia⸗ gonale ſich naͤhernd. Bisweilen, wenn das Land trocken und in einem ſolchen Zuſtande iſt, daß ein fuͤnfmaliges Pfluͤgen der Brache ausreicht, wird ſchon die zweite Furche queruͤber gegeben; in jedem Falle ſieht man aber bei dieſem Querpfluͤgen darauf, daß es zur vollen Tiefe geſchehe und der Acker dadurch in große Stuͤcke zu liegen komme. Dies gewaͤhrt zwar keinen ſchoͤnen An⸗ blick, bringt aber eine große Oberflaͤche mit der Luft in Beruͤh⸗ rung und beguͤnſtigt die uͤbrige Brachbearbeitung. Walzen, Schleifen und Eggen werden nach dieſer Furche aufs Aeußerſte in Thaͤtigkeit geſetzt, um die Kloͤße zu zerkruͤmeln und alles Wurzelunkraut herauszureißen. Dieſes muß von Wei⸗ bern oder Kindern ſorgfaͤltig in Haufen gebracht und entweder vom Felde abgefahren oder darauf verbrannt werden. Jenes iſt vorzuziehen. Das Eggen ſollte ſtets zweimal in verſchiedener Richtung geſchehen und uͤberhaupt keine Muͤhe geſpart werden, um Re fj ido ß d iht die Boden, muß d fein zer kräͤuter tragt hei ihr, eraush aber au zihe B nnwitfſ unkraut vurzel. des La ren, od dher, i abetu ba ar arbeit dierten Vorhe Eggen thigen dr T in S dlänig rigich helen Na zur erſten in nin der 5 ſeichte Eggen z. n wurde. arhe ver⸗ daher die⸗ igen ſoät Burzelun⸗ werden, de Wir⸗ tiefer er nuß man auf min⸗ nkel von in wenn den, ſo erlaubt, venn der dabei, findliche en Mal el quer⸗ et Dia⸗ ken und uͤgen der gegeben; darauf in große nen An⸗ Berüh⸗ r Furche rnumeln on Wei⸗ entweder denes iſt chiedener werden, 9 Brache. 63 um das Unkraut aufs Vollſtaͤndigſte auszurotten. Dieſe Arbeit iſt jedoch hinſichtlich ihrer Ausfuͤhrung ſehr vom Wetter abhaͤn⸗ gig; denn in der Jahreszeit, wo ſie gemeiniglich ſtatt findet, uͤbt die Atmoſphaͤre einen großen Einfluß aus, ſowohl auf den Boden, wie auf das Pflanzenwachsthum. Faͤllt ein Regen, ſo muß das Eggen ſogleich geſchehen, weil dann das Erdreich ſich fein zerkruͤmeln laͤßt und dadurch das Auflauſen der Saamenun⸗ kraͤuter befoͤrdert wird; bleibt dagegen die Witterung trocken, ſo traͤgt ſie mehr zur Vertilgung des Wurzelunkrauts bei, weil es bei ihr, wenn es durch den Pflug wohl gelockert worden, leichter herauszureißen iſt. Das Eggen darf demnach zwar nicht uͤbereilt, aber auch nicht zu weit hinausgeſchoben werden, weil ſonſt der zaͤhe Boden leicht ſo feſt zuſammenbaͤckt, daß die Egge faſt ganz unwirkſam auf ihm bleibt. Das vierte Pfluͤgen erfolgt im Juli, je eher, deſto beſſer, laͤngſtens zu Anfang des Auguſts; man verrichtet es wieder in der Richtung der fruͤhern Ackerbeete, ſtellt dieſe dabei neu her und ſtreicht die Furchen zwiſchen ihnen ſorgfaͤltig aus, um das Stehenbleiben des Waſſers zu verhuͤten. Auch vermeidet man nach dieſer Furche das Eggen queruͤber, es bloß in der Richtung der Beete vornehmend, um das etwa noch vorhandene Wurzel⸗ unkraut nicht in die Furchen zu ziehen, wo es ſchnell neu an— wurzelt. Manche Landwirthe verſaͤumen dieſe Vorſicht, legen das Land entweder in groͤßere Beete, als die gewoͤhnlichen wa⸗ ren, oder pfluͤgen es noch einmal in einer andern Richtung quer⸗ uͤber, in der Meinung, ihm dadurch eine vorzuͤglich gute Durch⸗ arbeitung zu geben; allein dies iſt gefaͤhrlich, weil dann daſſelbe bei eintretender Naͤſſe leicht zuſammenſchwimmt, und ganz unbe⸗ arbeitbar wird. Statt des ordentlichen Pfluges ſind bei dieſem vierten Pfluͤgen nicht ſelten Schnitt- und Schaufelpfluͤge mit Vortheil anzuwenden, und wenn man mit ihnen große und kleine Eggen gehoͤrig in Verbindung bringt, auch ihre Anwendung noͤ⸗ thigenfalls wiederholt, ſo traͤgt dieſes Verfahren zur Vertilgung der Wurzel und Saamenunkraͤuter, auch wohl, ſie den Voͤgeln zur Speiſe afffwerfend, zu der vieler Inſekten mehr bei, als die alleinige Anwendung des Pfluges, mit dem es uͤberhaupt kaum moͤglich iſt, den Boden ſo vollſtaͤndig zu zerkruͤmeln und zu zer— theilen, wie durch einen geſchickten Gebrauch jener Inſtrumente. Mehre Landwirthe ſind zwar nicht dieſer Meinung, ſie ſagen, zur Bearbeitung der Brache paſſe nur der Pflug, aber haben, 64 Fuͤnftes Kapitel. einen ſehr ſtoͤrrigen und feuchten Boden etwa ausgenommen, da⸗ V 3 3 mit gewiß nicht recht, es wuͤrde denn bei der Anwendung der grfn Schnitt- und Schaufelpfluͤge nicht richtig verfahren. V 3 1 Sind nun alle bis jetzt angegebenen Theile der Brachbear⸗ t zu beitung gehoͤrig vollendet, ſo iſt das Land zum Empfang der— b Duͤngung, beſtehe ſolche aus Miſt oder Kompoſt, wohl vorberei⸗ 1 Gen tet. Waͤre es indeſſen doch noch nicht vollſtaͤndig rein, ſo muͤßte 3 4 man es zuvoͤrderſt durch nochmalige Anwendung des Pfluges oder 83 Grubbers in dieſen Zuſtand zu verſetzen ſuchen. Die Koſten die⸗ n oj ſer vermehrten Arbeit werden durch die dadurch hervorgebrachten Bnte ſtaͤrkeren Ernten reichlich wiederbezahlt. So glaubt man in dem münt an der See gelegenen Theile der Hundertſchaft*) von Eſſex, wo uhrnn meht tr *) unter Hundertſchaften(hundreds) verſteht man in England einzelne und ſuc Diſtrikte(Gaue, Landſchaften oder Cente, Centgerichte), in welche die ver⸗ guten I ſchiedenen Grafſchaften des Reichs in civiliſtiſcher Hinſicht abgetheilt werden. wicken. Dieſe Eintheilung iſt wahrſcheinlich durch die Sachſen daſelbſt eingefuͤhrt wor— V fit de den, die ſie in den ſuͤdlichen Theilen des Landes zuerſt hergeſtellt haben moͤ— folemd gen; ſie wird zwar wie alle von den Sachſen ſtammenden Einrichtungen in 3 Bezug auf die Juſtizverwaltung, dem Koͤnig Aelfred gewoͤhnlich zugeſchrieben; D eine aͤhnliche Eintheilung fand jedoch ſchon 200 Jahre vor ihm in Frankreich gracht ſtatt, und man kann ſie daher wohl als eine Einrichtung der alten Deutſchen, i dur von denen ſowohl die Franken, die ſich in den Beſitz von Gallien ſetzten, wie dm Kar auch die Sachſen, die ſich in England anſiedelten, ausgegangen ſind, betrach⸗ enender ten. Denn auch bei ihnen fand eine aͤhnliche Eintheilung ſtatt, wie ſchon 2 Tacitus berichtet(Centeni ex singulis pagis sunt, idque ipsum inter suos Einne vocantur; et quod primus numerus fuit, jam nomen et honor est. Tac. ig zuT De Moribus German. 6). Es iſt ungewiß, ob der Name Hundertſchaft die⸗ cchen hit ſen Abtheilungen anfaͤnglich gegeben wurde, weil ſie 100 Perſonen oder weil— ſie 100 Familien, oder weil ſie, wie Einige meinten, 100 Wohnſtaͤtten ent⸗ thelunge hielten. Das Wahrſcheinlichſte iſt jedoch, daß jede Hundertſchaft 100(nach ein Sur deutſcher Zaͤhlung 120) Familienhaͤupter oder Familien von Freien enthielt. dundaſe Daß die Hundertſchaften nach der Bevoͤlkerung regulirt wurden, ergibt ſich len, ud aus der großen Zahl der Hundertſchaften in den Theilen von England, die grijn zuerſt von den Sachſen bevoͤlkert wurden, oder die den Verheerungen des Eiw.. Kriegs minder ausgeſetzt waren, oder vermoͤge ihrer natuͤrlichen Fruchtbarkeit iis vnl mehr Menſchen ernaͤhren konnten; waͤhrend diejenigen, wo das Zegentheil ſtatt nun 5 fand, nur wenig Hundertſchaften verhaͤltnißmaͤßig erhielten. So waren in mm 9 Kent und Suſſex fruͤher, und ſind jetzt noch 62 und 64 Hundertſchaften, des⸗ bin gleichen in Norfolk, wenn gleich, der Groͤße nach, nur die fuͤnfte Grafſchaft i 3 des Reichs, die aber 660 Kirchſpiele mehr, als jede andere zaͤhlt, 33, in Suf⸗ ete folk mit 575 Kirchſpielen oder Parochien 21, und in Eſſer mit 415 Kirch⸗ gin ſpielen, 20 Hundertſchaften, dagegen in Lancaſhire nur 6, in Cheſhire 7, 13 in Cornwall 9, in Northumberland 7 den Hundertſchaften entſprechende Ab⸗ II nmen, da⸗ ndung der Brachbear⸗ pfang der l vorbere⸗ ſo müßt. fluges ode foſten die⸗ gebrachten n in dem Eſſer, wo and einzelne che die ver⸗ eilt werden. gfuͤhrt wor⸗ t haben mi⸗ ichtungen in geſchrieben; Frankreich Deutſchen, etzten, wie d, betrach⸗ wie ſchon inter Suos est. Tac. riſchaft die⸗ n oder well attätten ent⸗ t 100(nac eien enthielt „ergitt ſch Pngland, die terungen des Fractharkit dergei ſtnt d waren in haſten, des⸗ eGrafſchaft 33, in Eif⸗ 415 Kirch⸗ hehhire! rechende P⸗ Brache. 65 ein haͤßliches Unkraut, der Windhalm(Raſengras, Paͤden, agro- stis alba, provinziell in Eſſer black-grass) außerordentlich viel zu ſchaffen macht, bei der Brachbearbeitung nie genug gethan zu ha⸗ ben, wenn man dem Lande nicht wenigſtens acht Furchen gege⸗ ben hat. Ja einige Landwirthe pfluͤgen ſelbiges wohl gar neun⸗, zehn- bis zwoͤlfmal, und wenden dann die Brache vornehmlich zu Gerſte an, die nach einer ſolchen Bearbeitung den daſigen ſtrengen zaͤhen Boden im muͤrbeſten fuͤr ſie paſſendſten Zuſtande findet.— Die fuͤnfte Pflugart bei der gewoͤhnlichen Behandlung der Brache, oder die, welche der Saatfurche vorhergeht, dient alſo zum Unterbringen der Duͤngung. Dabei iſt es fuͤr das Gedeihen der folgenden Ernten von Wichtigkeit, daß die Witterung guͤnſtig, mehr trocken als feucht ſei. Man pfluͤgt ihn ganz ſeicht unter und ſucht dieſes, damit er nicht lange auf dem Acker liege, in guten Wirthſchaften ziemlich gleichzeitig mit dem Auffahren zu be⸗ wirken. Es findet daher zu dieſer Zeit die angeſtrengteſte Arbeit fuͤr die Geſpanne ſtatt. Das gewoͤhnlichſte Verfahren dabei iſt folgendes: Der Duͤnger wird wo moͤglich mit einſpaͤnnigen Karren auf⸗ gebracht, weil dadurch das Land weniger zuſammengedruͤckt wird, als durch ſchwere Wagen, und laͤngs der Beete von einem auf dem Karren ſtehenden Mann in gleich großen und gleich weit von einander entfernten Haͤufchen, im Verhaͤltniß zu der beabſichtigten Staͤrke der Duͤngung abgeladen. Manche gehn dabei ſo ſorgfaͤl⸗ tig zu Werke, daß ſie vorher die Stellen bemerken, wo ein Haͤuf— chen hinkommen ſoll; dies iſt aber unnoͤthige Weitlaͤufigkeit. theilungen, und in Cumberland gar nur 5. In einigen Grufſchaften haͤlt eine Hundertſchaft kaum eine Quadratmeile mit etwa 1000 Einwohnern, die Hundertſchaften von Lancaſhire dagegen im Durchſchnitt 300 Quadratmei⸗ len, und eine davon, Salford, in der Mancheſter liegt, 612414 Einw., des⸗ gleichen die Hundertſchaft Weſtderby, mit Einſchluß von Liverpool 380078 Einw. Dieſe auffallende Ungleichheit wurde ſchon unter der Regierung Hein⸗ richs VIII.(1509— 1547) gefuͤhlt, und gab Veranlaſſung, mehre der klei⸗ neren Hundertſchaften in eine zu vereinigen, einige der groͤßeren aber in klei⸗ nere Abtheilungen(divisions, limits, circuits genannt) zu bringen. Dieſe Einrichtung beſteht noch in den meiſten Grafſchaften, und iſt bei den Armen⸗ geſetzen zum Grund gelegt worden. Fruͤher wurde in jeder Hundertſchaft ein Gerichtshof zur Schlichtung von Streitigkeiten gehalten; dies iſt jedoch neuerer Zeit in Verfall gerathen. Anmerk. d. B. II. 5 66 Fuͤnftes Kapitel. Wenn nur ein Paar nach gehoͤriger Anweiſung abgeſchlagen ſind, ſo trifft ein guͤbter Arbeiter die vorgeſchriebene Groͤße und Ent⸗ fernung der Haufen ſchon nach dem Augenmaaße. Zugleich muß eine hinlaͤngliche Anzahl von Arbeitern angeſtellt werden, die den Duͤnger unmittelbar nach dem Abladen ſtreuen, damit er nicht in den Haͤufchen ſtehen bleibe. Drei bis vier Weiber folgen zu dem Ende in der Regel dem Karren und zertheilen ihn mit dreizinkigen Gabeln aufs Feinſte und Gleichmaͤßigſte. Der Pflug folgt den Streuern faſt unmittelbar; man legt bei dem Unterbringen des Miſtes das Feld in die landuͤblichen Beete, und ſtreicht die Fur— chen zwiſchen ihnen wohl aus. So bleibt es nun unangeruͤhrt liegen, bis zur Saatfurche, um dem Duͤnger Zeit zu laſſen zu ſei— ner theilweiſen Zerſetzung und Vereinigung mit dem Boden. Soll eine Kalkduͤngung in Anwendung kommen, ſo waͤhlt man zu deren Ausſtreuen, das nur von Maͤnnern beſorgt wird, einen trocknen und voͤllig windſtillen Tag, ſowohl um das Ver⸗ ſtaͤuben zu hindern, als auch um den Arbeitern und dem Spann⸗ vieh keine Unannehmlichkeit zuzuziehen. Je zeitiger der Kalk auf⸗ gebracht wird, ehe das Land ſchon mehrmals gepfluͤgt iſt, deſto beſſer iſt es ganz gewiß. Die wohlthaͤtigen Wirkungen, welche er auf deſſen Reinigung von Unkraut und Ungeziefer, auf ſeine Lockerung ꝛc. zußert ſind bereits im 12. Kap. des erſten Bandes angegeben. Gleich nach ſeinem Ausſtreuen wird geeggt, ehe es etwa regnet und er dadurch in einen zaͤhen Teig verwandelt wird. Kalk ſo⸗ wohl, wie ganz verrotteter Kompoſt laſſen ſich auch blos mit Schaufelpfluͤgen einackern, bei dem Miſte aber iſt dazu der Pflug unentbehrlich.. Die ſechſte, gewoͤhnlich die Saatfurche, wird gewoͤhnlich im October gegeben, doch auch nicht ſelten ſchon in der Mitte oder zu Ende des Septembers; es haͤngt ſolches von der Beſchaffen⸗ heit des Bodens und der Witterung ab. Iſt jener feucht und ſchwer, ſo eilt man gern damit, weil hier eine ſpaͤte Herbſtſaat oft viele Nachtheile mit ſich bringt, man muß ſich nur bei der Bodenbearbeitung zu ſehr nach den noch nothwendigeren Erntear⸗ beiten richten. Auch iſt es nicht wohlgethan, auf vollkommen aus⸗ getrocknetes Land zu ſaͤen, weil dann viele Koͤrner, wenn nicht bald Regen kommt, nicht aufgehen und verderben. Es laͤßt ſich daher keine beſtimmte Regel fuͤr die Saatzeit geben, und nicht ſelten ſind die Landwirthe genoͤthigt, ſie bis in den Winter zu verſchieben. Zu vieles Eggen iſt fuͤr Waizen nicht zweckmaͤßig, V war fü aber n der W zwei; meint, türlih, NVeriig Ffangſt von etr V ſo iſe leiten! ſtenger eine w V ſpäten cthalee Aufmer witder 3. riglch haiſe kut ft do ur Sa bielen plagen ſin e und En⸗ ugleich muß en, die den er nicht in gen zu dem dreizntigen g folgt den bringen de ht die Fur mangerührt aſſen zu ſei oden. ſo wiͤhl ſorgt wind das Ver⸗ em Spann— tKalk auf deſto beſſe ache er auf ockerung ꝛc. angegeben. wa regnet Kalk ſo⸗ h blos mit der Pfluß voͤhnlich in Mitte ode Beſchaffen feucht und e Herbſiut nur bei der ren Emtear⸗ fommen auk⸗ wenn nich gz läßt ſih und nith Winter zweckmißt Brache. 67 iſt er aber beſtellt, dann muͤſſen die Beetfurchen ſorgfaͤltig aus⸗ geſtrichen, gehoͤrige Waſſerfurchen gezogen, und die Felder rings⸗ um reinlich eingeputzt, auch einzelne hartgewordene Stellen an den Ecken umgegraben, und dem Waſſer der freie Abfluß in die Graͤben verſchafft werden. So iſt die Behandlung der Sommerbrache beſchaffen, und verfaͤhrt man genau und ſorgfaͤltig auf die angegebene Weiſe, ſo hat man nicht nur fuͤr mehre Jahre reichliche Ernten an Koͤrnern und Stroh zu erwarten, ſondern auch bei einer Wiederkehr der Brache ein minder verwildertes Land, bei dem man mit wenigen Furchen auskommen kann. Winterbrache. Die Bearbeitung der Winterbrache zur Fruͤhlingsſaat geſchieht zwar faſt auf dieſelbe Weiſe, wie die der Sommerbrache, muß aber natuͤrlich in kuͤrzerer Zeit vollendet ſein. Selten gibt man der Winterbrache mehr, als drei Furchen, nicht ſelten gar nur zwei; denn leichte, zumal ſandige Bodenarten koͤnnen, wie man meint, durch zu vieles Pfluͤgen verdorben werden, und es iſt na⸗ tuͤrlich, daß dieſelben nicht mehr Bearbeitung erheiſchen, als zur Vertilgung der Unkraͤuter und zur Bereitung einer guten Em— pfangſtaͤtte fuͤr den Saamen erfordert wird. Iſt das Land jedoch von etwas ſtrengerer Beſchaffenheit, vornehmlich lehmiger Natur, ſo iſt es am zweckmaͤßigſten, ihm drei Furchen zu geben und der letzten noch den Grubber vorausgehen zu laſſen; denn wenn auch ſtrenger Lehmboden von großer natuͤrlicher Guͤte, ſobald er durch eine wohlbearbeitete Sommerbrache vollkommen gereinigt wurde, ſpaͤterhin durch gedrillte und behackte Gewaͤchſe in gutem Zuſtand erhalten werden kann; ſo erfordert ſolches doch außerordentliche Aufmerkſamkeit und die ſorgſamſte Behandlung, wenn er nicht wieder unabwendbar verwildern ſoll. Die erſte Furche ſollte bei der Winterbrache ſtets ſobald als moͤglich nach der Ernte gegeben werden. Geſchah dies zeitig im Herbſte, ſo kann ein zweites tieferes Pfluͤgen noch im Winter ſtatt finden; der Schaufelpflug folgt dann im Fruͤhjahr, ſobald das Unkraut zum Vorſchein kommt, und zuletzt kommt dann die Saatfurche. So ſollte die Fruͤhlingsſaat jederzeit beſtellt werden; aber in vielen Wirthſchaften ſtrebt man nach Zeit⸗ und Krafterſparniß und 5* 68 Fuͤnftes Kapitel. begnuͤgt ſich dem zu Folge mit zwei Furchen, von denen die erſte oft auf ſehr unvollkommene Weiſe gegeben wird. Hafer, der haͤu⸗ fig auf armen Boden gebaut wird und deſſen Ausſaat zeitig ge— ſchehen muß, erhaͤlt ſehr oft keine beſſere Beſtellung; dieſelbe iſt jedoch unzureichend zur Unterdruͤckung des Unkrautes und zur in⸗ nigen Vermengung des Duͤngers mit dem Boden. Es iſt von einem in der Landwirthſchaft wohlerfahrenen Manne, Herrn Da⸗ vis, ſehr richtig bemerkt worden, daß die Kunſt des Ackerbau's vornehmlich darin beſtehe, die Fehler der Natur ausfindig zu machen, und deren Abhilfe zu bewirken. Die Hauptregeln dazu ſind, ſchweres Land leichter, leichtes ſchwerer, kaltes waͤrmer und hitziges kaͤlter zu machen. Wer die Geheimniſſe, die dazu fuͤhren, kennt, verdient den Namen eines tuͤchtigen Landwirths, wer fie aber noch nicht kennt, darf auch darauf noch nicht Anſpruch ma— chen. In manchen Lagen iſt es gewiß leicht moͤglich, die Brache ganz zu entbehren, und Weizen nach Futtergewaͤchſen zu ſaͤen, wer aber nur irgend mit dem Klima und dem Boden Großbri⸗ tanniens bekannt iſt, wird nie behaupten, daß dieſes uͤberall ohne Ausnahme geſchehen koͤnne. Die weſentlichſten Punkte bei dem Ackerbau, das Duͤngen des Bodens nicht mit in Anſchlag gebracht, beſtehn in deſſen Trockenlegung und in ſeiner Reinigung vom Un⸗ kraut; eins der ſicherſten Mittel, dies zu erreichen, iſt eine zur rechten Zeit gegebene und zweckmaͤßig behandelte Brache; wenn aber jene Anforderungen vernachlaͤſſigt, oder die zu ihrer Erledi— gung fuͤhrenden Mittel unvollkommen angewendet werden, dann kann ſelbſt wohlfeil erpachtetes oder gekauftes Land keine entſpre⸗ chende Rente abwerfen. Wenn wir ſomit unſre Anſicht uͤber die Mäglichkeit, ob die Brache ganz zu entbehren ſei, oder nicht, ausgeſprochen haben, ſo wuͤrden wir doch des Mangels an Aufrichtigkeit uns ſchuldig ma⸗ chen, wenn wir die Meinungen ihrer Gegner nur im Allgemeinen angaͤben, nicht des Verfahrens genauer gedaͤchten, das vor einigen Jahren der verſtorbene Thomas Grey Esquire und der General Beatſon annahmen, um ſie, ſelbſt auf ſehr ſtrengem Boden, ganz zu verdraͤngen.— Grey's Syſtem. Das Gut Coles bei Bentingford in Hartfordſhire hat 240 Acker Ackerland mit zaͤhem Klaiboden, hie und da mit Kalk ge⸗ neng, u b duf S withſch fittern Ernte wenig ghalte in Hon leuchtet ſie ab hatte r dens d nitiu ſolches des d dachteſ anma die S und d V tr ſein iceſi 3. u.4 vurde don l rur 50 foſtet ſtrefe in de V 2 1Fal lhten. T ſol, d un zu duch b jur d uſen dſte en die eiſt t der haͤ⸗ zeitig ge⸗ dieſelte iſ nd zur in⸗ Es ſt von Herrn Da⸗ Ackerbau's bfindig zu geln dazu armer und zu führen, wer fie pruch ma⸗ ie Brache zu ſaͤen, Großbri⸗ detall ohne e bei dem jgebracht, vom Un⸗ eine zur ze; wenn er Erledi⸗ den, dann ne entſpre⸗ it, ob di haben, ſt huldig ma⸗ llgemeinen oor einigen er General oden, ganz hat 20 Kalk ge⸗ Brache. 69 mengt, durch den er bei heftigem Regen an der Oberflaͤche nur noch bindender wird. Fruͤher war es in einem dreifeldrigen Um— lauf Sommerbrache, Halmfruͤchte und Huͤlſenfruͤchte oder Klee be— wirthſchaftet worden. Turnips wurden ſelten gebaut, weil ihr Ver⸗ fuͤttern auf dem Felde ſowohl, wie ihr Heimfuͤhren der folgenden Ernte nachtheilig befunden worden waren. Es konnte daher nur wenig Vieh, nicht mehr als 80 Mutterſchaafe oder 140 Hammel, gehalten werden, deren Ernaͤhrung den ganzen Sommer hindurch in Horden geſchah. Das Unvortheilhafte dieſer Wirthſchaftsweiſe leuchtet von ſelbſt ein, und brachte Hrn. Grey auf den Gedanken, ſie abzuaͤndern. Er laͤßt ſich ſelbſt folgendermaaßen aus:„ich hatte mir den Grundſatz gebildet, daß die Fruchtbarkeit des Bo— dens durch deſſen Pulverung, Trockenlegung und Reinigung von Unkraͤutern hauptſaͤchlich hervorgebracht werde, dachte nun darauf, ſolches auf dem wohlfeilſten Wege zu erreichen, und fand, daß dies durch ein gaͤnzliches Umſtoßen des fruͤheren Verfahrens am leichteſten zu bewirken ſei.“ Es ſchien ihm dazu das Beſte, nur einmal zu jeder Frucht, und zwar nur im Winter, zu pfluͤgen, die Sommerbrache ganz aufzugeben, die Reihenkultur einzufuͤhren, und die Pferdehacke eindringlich anzuwenden. Zu dem Ende theilte er ſein Ackerland in ſechs ziemlich gleiche Theile und waͤhlte einen ſechsjaͤhrigen Umlauf, naͤmlich 1. Turnips, 2. Gerſte oder Hafer; 3. u. 4. Klee; 5. Bohnen oder Erbſen; 6. Weizen. Das Land wurde in Beete von 5 ½ Fuß Breite abgetheilt, durch Furchen von 10 Zoll Breite getrennt, ſo daß fuͤr die eigentlichen Beete nur 56 Zoll Breite bleiben. Dieſe wurden nun mit einem Suf⸗ folker Schwingpfluge, der ſo eingerichtet iſt, daß er einen Pflug— ſtreifen, genau von ſieben Zoll Breite aushebt, in vier Umzuͤgen in der Art fertig gemacht, daß ſie gewoͤlbt erſcheinen und einen Fall von drei Zoll von dem Ruͤcken nach den Furchen zu erhal⸗ ten. Dadurch wird das Waſſer von dem Lande, das Frucht tragen ſoll, vollſtaͤndig ab- und in den Furchen hingeleitet, die man noch um zwei Zoll tiefer macht. Wird dieſes Pfluͤgen im Herbſte oder doch vor Weihnachten vorgenommen, ſo erſcheint im naͤchſten Fruͤh⸗ jahr das Erdreich in einem von dem Froſt vollkommen gemuͤrbten Zuſtande und ſo frei von Oberwaſſer, als waͤre es durch unterir⸗ diſche Abzuͤge trocken gelegt worden. Sobald die Ernte vollendet iſt, werden die Weizenſtoppeln abgerecht, die Beete abgetheilt, der Miſt, 10 Fuder pro Acker, aufgefahren und auf oben angegebene Weiſe untergepfluͤgt. Hierauf 70 Fuͤnftes Kapitel. wird das Land mit drei Buſheln Winterwicken und 1½ Buſhel Wintergerſte als Vorfrucht fuͤr die im naͤchſten Jahr darauf fol⸗ genden Turnips beſaͤet; doch erhaͤlt nur die Haͤlfte der zu dieſer Frucht beſtimmten Flaͤche eine ſolche Beſtellung. Nachdem die Wickenſaat beendigt, werden die Erbſen- und Bohnenſtoppeln zu Weizen vorbereitet; dieß hat auf ſo ſchwerem Boden große Schwierigkeiten, wenn die Saat zeitig in die Erde kommen ſoll. Die Arbeit fuͤr Pflug, Walze und Egge war ſo bedeutend, daß Herr Grey auf den Einfall kam, einen großen ſtarken Skarrifikator, der ein ganzes Beet auf einmal deckte, in Anwendung zu bringen. Dies hatte einen ſo guten Erfolg, daß er ſich dieſes Werkzeuges ſeitdem ſtatt des Pfluges bediente, weil er fand, daß er auf dieſe Weiſe vierzig Acker Weizen in wenig Tagen und mit dem ſechſten Theil der fruͤheren Koſten, ohne beſondere Ruͤckſicht auf das Wetter noͤthig zu haben, beſtellen konnte. Nach der Weizenſaat wird das uͤbrige zu Turnips beſtimmte Land geduͤngt und gepfluͤgt. Auch das Pfluͤgen zu Erbſen und Bohnen wird vollendet, und es iſt dabei zu wuͤnſchen, daß es vor Weihnachten vollendet ſei. Sobald im Fruͤhjahr die Acker— arbeit beginnen kann, wird zu den Bohnen und Erbſen ſkarrifi— cirt und einige Zeit nachher, wenn die Vegetation eintritt, deren Beſtellung vorgenommen. Beide werden gedrillt, erſtere in funf⸗ zehn Zoll, letztere in zwoͤlf Zoll von einander entfernten Reihen, und nachmals behackt. Sobald die Turnips vom Felde ſind, wird es in Beete gepfluͤgt; im naͤchſten Fruͤhjahr die Gerſte in acht Zoll von einan⸗ der entfernten Reihen gedrillt, ohne eine Beetfurche zu laſſen, Klee⸗ und Grasſaamen daruͤber geſaͤet und queruͤber eingeeggt. Sobald es im Mai die Witterung erlaubt, und die Sonnen— waͤrme die Unkraͤuter hervorlockt, wird das zu Turnips beſtimmte Land mit dem Skarrifikator und einer ſchweren Egge bearbeitet, und iſt es dadurch hinlaͤnglich gereinigt worden, bei dem erſten guͤnſtigen Wetter mit ſchwediſchen Turnips beſtellt; ſchlagen dieſe fehl, ſo folgen weiße Turnips, und mißrathen auch dieſe zufaͤllig, ſo kommt an ihre Stelle Kohlſaat. Mit dieſen Futtergewaͤchſen nebſt einem Zuſchuß von etwa zehn Ladungen Klee und zehn Wochen Weidegang werden jetzt 500 Schafe auf dieſem Gute ge⸗ halten, die des Nachts in einem geraͤumigen und wohlgeſtreuten Hofe ſtehen. Das Stroh und Kleeheu reichen hin zur Erhaltung V Wihna roch i terung da das Fuühlin ſt köm mers a tende K Fuſch wicklt; ſchr be Duuch d Sarit der2 nung zu ber trde V nung üͤgket komm dartei ausge t als oit. Nttr 6 ſ jg befr Buſſe darauf fol⸗ zu dieſer ſen⸗ und ſchwerem die Erde gge war ſo en großen eecte, in folg, daß nte, weil in wenig en, ohne beſtellen beſtimmte rbſen und , daß es die Acker⸗ ſkarrifi⸗ t, deren in funf⸗ Reihen, in Beete voon einan zu laſſen ggeeggt. e Sonnen⸗ beſtimmte bearbeite⸗ dem erſten yen dieſe e zufällig, gewächſen und zehn Gute ge⸗ geſtreuten Erhaltung Brache. 71 von 40— 50 Stüͤck Rindvieh, und es bleibt noch Futter genug uͤbrig fuͤr neun Arbeitspferde, die den ganzen Sommer auf dem Stalle gruͤn gefuͤttert werden. Auf dieſe Weiſe wird ſo viel Duͤn⸗ ger gewonnen, daß niemals Mangel daran iſt. Bei dieſer Wirthſchaftsweiſe werden von der Ernte an bis Weihnachten 200 Acker Land gepfluͤgt, der Duͤnger gefahren und noch manche andere Wirthſchaftsarbeiten verrichtet. Zur Erleich⸗ terung dieſer Geſchaͤfte traͤgt der Skarrifikator ſehr viel bei, und da das ganze Land waͤhrend des Winters gepfluͤgt wird, im Fruͤhling aber nur die Beſtellung der Sommerfruͤchte zu beſorgen iſt, koͤnnen die nicht ſehr angeſtrengten Pferde waͤhrend des Som⸗ mers auf Gruͤnfutter geſetzt werden, woraus eine nicht unbedeu⸗ tende Koͤrnererſparniß hervorgeht. Herr Grey hat in einer eignen Flugſchrift, die viel Intereſſantes enthaͤlt, ſein Verfahren ent⸗ wickelt und den durch daſſelbe errungenen Ertrag angegeben, der ſehr bedeutend iſt; er erntete naͤmlich nach einem ſechsjaͤhrigen Durchſchnitt vom Acker: Weizen..... 25 Buſhel. Gerſte. 40— Bohnen.... 35— Erbſen. 30— Kleeheu in zwei Schnitten 2 Tonnen. Dies gab ihm, nach Abzug der Zinſen von 2500 Pf. St. Betriebskapital, einen jaͤhrlichen Reinertrag von 671 Pf. 3 Sh., oder 2 Pf. 15 Sh. 11 Pence vom Acker, und nach ſeiner Rech⸗ nung 638 Pf. 13 Sh. jaͤhrlich mehr als ſonſt. Dabei iſt jedoch zu bemerken, daß zu der Zeit, wo ſeine Schrift erſchien, die Ge— treidepreiſe hoch ſtanden. Wir haben keinen Grund, an der Genauigkeit dieſer Rech⸗ nungen zu zweifeln, geſtehn aber, daß uns in Betreff der Rich⸗ tigkeit ſeiner daraus gezogenen Folgerungen mancher Zweifel an⸗ kommt; denn Jedermann, ſei er auch noch ſo rechtlich und un— parteiiſch, hat doch eine gewiſſe Vorliebe fuͤr das, was von ihm ausgeht, und kein Landwirth haͤtte von dem leben koͤnnen, was er als Ertrag ſeines Gutes bei der alten Wirthsſchaftsweiſe an⸗ gibt. Da der Gegenſtand wichtig iſt, und in Bezug auf die Nothwendigkeit der Brachhaltung Beachtung verdient, haben wir es fuͤr zweckmaͤßig gehalten, den jetzigen Beſitzer von Coles, den juͤngern Herrn Grey, Neffen des vorigen, daruͤber ſchriftlich zu befragen, ob ſich ſeines Onkels Syſtem fortdauernd bewaͤhre. — 72 Fuͤnftes Kapitel. Die Antwort lautet dahin, daß es noch immer beibehalten werde, und in Bezug auf Reichlichkeit der Ernten, Reinheit des Acker⸗ landes und Ernaͤhrung eines ſtarken Viehſtandes voͤllig zufrieden— ſtelle. Die einzige Abaͤnderung, welche man damit vorgenommen hat, iſt die Umwandlung des ſechsfeldrigen Umlaufs in einen ſie⸗ benfeldrigen mit zwei Weizenernten, in der Art: 1. Turnips. 5. Weizen. 2. Gerſte. 6. Bohnen und Erbſen. 3. u. 4. Klee. 7. Weizen. Auch die Ackerwerkzeuge ſind nicht weſentlich abgeaͤndert worden, und ſo lange die Geſundheit dem verſtorbenen Herrn Grey die Oberaufſicht uͤber ſeine Wirthſchaft noch erlaubte, durfte kein Stuͤckchen Land gebracht werden; gegenwaͤrtig gibt man jedoch den ſchwerſten Feldſtuͤcken, wenn ſie durch die Turnips nicht ge— hoͤrig gelockert und gereinigt werden konnten, von Zeit zu Zeit eine Brachbearbeitung. Dies geſchieht indeſſen jaͤhrlich nur mit un— gefaͤhr 16 Ackern bei einer Flaͤche von 250 Ackern. Beatſons Syſtem. Das Gut Knowle in der Nachbarſchaft von Tunbridge Wells, das vor einigen Jahren dem General Beatſon zugehoͤrte, hat un— gefaͤhr 300 Acker Land, von denen 112 Acker ſich unter dem Pflug beſinden. Der Boden iſt ein zaͤher Thon, der die Feuch— tigkeit nicht eindringen laͤßt, und, wenn er im Sommer austrock⸗ net, feſt wie Ziegel wird, ſo daß er nur mit der groͤßten An⸗ ſtrengung zu bearbeiten iſt. Die gewoͤhnliche Fruchtfolge in die⸗ ſem Theil von Kent iſt: Brache, Weizen, Hafer, unter den bis— weilen etwas Klee und Raigras geſaͤet wird. Auf dieſe Weiſe war auch das Landgut des Generals waͤhrend ſeiner Abweſenheit als Gouverneur von St. Helena bewirthſchaftet worden, und als er 1813 von da zuruͤckkehrte, hatte er eben nicht Urſache, auf den gehabten Ertrag ſtolz zu ſein. Dies brachte ihn auf den Gedanken, eine gaͤnzliche Abaͤnderung der beſtehenden Wirthſchafts⸗ weiſe vorzunehmen und beſonders zu verſuchen, ob nicht die Brache ganz zu entbehren ſei. Zu dem Ende unternahm er meh⸗ re Verſuche und erfand ſelbſt mehre Ackerwerkzeuge, unter denen ein Skarrificator ſich als ſehr zweckmaͤßig bewaͤhrt und Anerken⸗ nung am Aoden fford in ſei aus d ſälben Hroße lnen olgend ermei nimic den w Arenne nwfr Nente inge rſae ln. dari, onf reriich dendu weim V nn wes verbr Gehr verſi mach turwe und Garb Fjich ſa uten werd, des Acker g zufrieden⸗ rgenommen Reinen ſie⸗ ſen. rt worden, Grey die urſte kein nan jedoch 5 nicht R⸗ zu Zeit eine ar mit un⸗ ge Wells, hat un⸗ iter dem ie Feuch⸗ austrock⸗ ößten An⸗ ge in die rden bie⸗ ieſe Weiſe bweſenheit , und als ſache, auf n auf den ttſſchſts⸗ richt die er meh⸗ ter denen Anerken⸗ Brache. 73 nung gefunden hat, ob er gleich nicht, wie angegeben wird, von einem Pferde gezogen werden kann, ſondern auf einem ſchweren Boden, wie der zu Knowles, zwei und noch mehr Zugthiere erfordert. Nach Beatſon's Anſicht entſtehen die bedeutenden Koſten des in ſeiner Gegend gewoͤhnlichen Wirthſchaftsſyſtems vornehmlich aus der Brache und der Art ihrer Bearbeitung, indem bei der⸗ ſelben durch das Umwenden des Bodens vermittelſt des Pfluges große Schollen herausgebrochen und die auf die Oberflaͤche gefal⸗ lenen Unkrautsſaamen vergraben werden, dadurch aber alle die folgenden muͤhſeligen und koſtbaren Arbeiten entſtehen. Dies zu vermeiden, glaubte er ein anderes Verfahren einſchlagen zu muͤſſen, naͤmlich die Oberflaͤche nur bis zur beliebigen Tiefe zu durchſchnei⸗ den und zu zerkruͤmeln, die Unkraͤuter herauszuziehen und zu ver— brennen, und dadurch das Land in einen reinen und lockeren, zum Empfang der Saat geeigneten Zuſtand zu verſetzen, ohne die Rente eines Jahres zu verlieren, und zwar mit einem weit ge— ringeren Koſtenaufwande, als die Bearbeitung einer Brache ver⸗ urſacht. In Folge deſſen pfluͤgte er nur einmal zur Tiefe von 4 Zol⸗ len. Der Hauptgebrauch, den er vom Pfluge machte, beſtand darin, daß er 27 Zoll von einander entfernte Furchen damit auf— warf. Zwei Pferde konnten auf drei Ackern dieſe Arbeit taͤglich verrichten; ſie diente eigentlich nur dazu, das Land fuͤr die An— wendung des Erſtirpators vorzubereiten, mit dem hierauf daſſelbe zweimal queruͤber bearbeitet wurde. Stoppeln und Unkrautwur⸗ zeln kamen dadurch auf die Oberflaͤche und wurden nuͤn, mit et⸗ was Erde von der Ackerkrume zuſammen auf Haufen gebracht, verbrannt. Durch dieſe Mittel, verbunden mit dem haͤufigen Gebrauch der Pferdehacke und der Einfuͤhrung der Reihenkultur, verſichert der General ſeinen Boden viel reiner und ergiebiger ge— macht zu haben, als er fruͤher war. Er erntete bei dieſer Kul— turweiſe 460 Garben Weizen im Durchſchnitt vom Acker, waͤh⸗ rend der gewoͤhnliche Durchſchnittsertrag anderer Aecker nur 360 Garben war, und gewann bei einem Weizenpreis von zehn Shilling pro Buſhel 350 Pfund Sterling mehr von 100 Ackern, als ehedem. Ob dieſe Wirthſchaftsweiſe nach dem Tode des Generals noch fortgefuͤhrt wird, iſt nicht bekannt. Jedenfalls gibt aber ſein dar⸗ 74 Sechſtes Kapitel. uͤber herausgegebener Bericht, wenn er auch ganz dem Gewohn⸗ ten widerſpricht, und Mehres zu enthalten ſcheint, was ſich ſchwerlich auf die Dauer vortheilhaft bewaͤhren duͤrfte, manche wohl zu beachtende Fingerzeige. Sechſtes Kapitel. Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dib⸗ beln(Stecken der einzelnen Saamenkoͤrner). In fruͤheren Zeiten wurde die Getreideſaat in Großbritannien bloß breitwuͤrfig beſchickt; in China dagegen war ſchon vor langen Jah⸗ ren die Reihenſaat uͤblich und in Spanien wurde ſchon um das Jahr 1650 ein Werkzeug, Semprador(Saͤer) genannt, erfunden, um dieſelbe auszufuͤhren. Unſre, die engliſche, Feldkultur war damals faſt einzig auf den Getreidebau beſchraͤnkt; Wurzelge⸗ waͤchſe wurden nur in Gaͤrten gezogen, und wenn auch das Pflan⸗ zen derſelben in Reihen den Gaͤrtnern wohl bekannt war, ſo wurde doch die Aufmerkſamkeit der Landwirthe erſt in der erſten Haͤlfte des vorigen Jahrhunderts darauf hingelenkt, als der be⸗ ruͤhmte Jethro Tull zu Berkſhire ſeine Verſuche mit dem Drillen des Getreides begann, von denen er 1731 einen Bericht erſtattete. Wie alle Enthuſiaſten ließ ſich Tull durch theoretiſche Anſich⸗ ten irre fuͤhren, die bei der Ausfuͤhrung ſich nicht bewaͤhrten, und daher wurde der Grundſatz, nach dem er handelte, lange Zeit mit Mißtrauen betrachtet. Sein Syſtem ſetzt voraus, daß das zu ir— gend einer Getreideart geeignete Land auch immerfort mit derſel— ben ohne Duͤngung beſtellt werden koͤnne; denn er nimmt an, der Duͤnger wirke blos dadurch, daß er die zur Pflanzennahrung dienlichen Erdtheilchen aufloͤslich mache, und dieſes koͤnne durch bloße Beackerung wirkſamer erreicht werden. Dem zu Folge hielt er es fuͤr nothwendig, das zum Fruchtbau beſtimmte Land zu wie⸗ Ude depot Riiig ſit eir nene W ſine N Thorie et ſich Aaba Enej 1 brin V Land g ii wit den T. en ge abwech 3 b nadhder wn! ſchenr 4½ Das V de Sa ttr ſich und br noch n ud d V Angch ben d und! dem! und i Man ſe nie dis deſe ſion tt hen men b Gewohn⸗ was ſich , manche as Dih⸗ mien bloß gen Jah⸗ um das rfunden, tur war urzelge⸗ s Pflan⸗ war, ſo der erſten 3 det be⸗ n Drillen erſtattete. he Anſich⸗ rten, und Zeit mit as zu ir⸗ it derſel⸗ umt an, nahrung ne durch olge hiel zu wie⸗ Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 75 derholten Malen zu pfluͤgen; und um nun ſeine Pulverung und Reinigung im hoͤchſten Grade herzuſtellen, fuͤhrte er die Reihen⸗ ſaat ein, bei der durch Anwendung der Pferdehacke eine vollkom⸗ mene Vertilgung des Unkrautes herzuſtellen war, und haͤtte er ſeine Neuerung blos auf dieſen Gegenſtand beſchraͤnkt, ohne ſeine Theorie uͤber die Ernaͤhrung der Pflanzen zu verfolgen, ſo wuͤrde er ſich mit Recht ein großes Anſehn unter den Freunden des Ackerbaues erworben haben. In der Meinung jedoch, daß die Erde fuͤr ſich allein faͤhig ſei, die Pflanzen zur Vollkommenheit zu bringen, und daß dieſelbe Pflanzenart alljaͤhrlich auf daſſelbe Land geſaͤet werden koͤnne, kam er auf den Gedanken, die Saat in weiten Zwiſchenraͤumen vorzunehmen, und das naͤchſte Jahr den Theil zu beſaͤen, welcher zuvor leer zwiſchen den Reihen lie⸗ gen geblieben war, ſo daß alſo der Acker zwar jedes Jahr, aber abwechſelnd auf verſchiedenen Stellen trug. Bei dem Weizenbau begann er mit 6 Fuß breiten Beeten; nachdem er hier verſchiedene Reihenzahlen auf einem Beete pro⸗ birt hatte, blieb er bei zwei Reihen, mit zehn Zoll weiten Zwi⸗ ſchenraͤumen ſtehen, auch verminderte er die Breite der Beete auf 4 ½ Fuß, und geſtattete nur 3 Peck Saamen auf den Acker. Das erſte Behacken wurde durch das Abackern einer Furche von den Saatreihen ausgefuͤhrt, bald nachdem die Saat vor dem Win⸗ ter ſich zu beſtocken angefangen; das zweite geſchah im Fruͤhjahr und brachte die Erde wieder an die Wurzeln; weiterhin wurde es noch mehrmals wiederholt, je nachdem der Zuſtand des Bodens und der Witterung ſolches raͤthlich machte. Er hat nach ſeiner Angabe dreizehnmal nacheinander Weizen auf einem und demſel⸗ ben Felde angebaut. Bei dem Anbau der Turnips war ſein Verfahren richtiger und wenig abweichend von dem gegenwaͤrtig befolgten, nur mit dem Unterſchied, daß er halb alten, halb neuen Saamen nahm, und ihn in verſchiedener Tiefe unterbrachte, in dem Glauben, die Pflanzen vor den Verheerungen des Erdflohes zu ſchuͤtzen, wenn ſie nicht gleichzeitig aufliefen. Wenn gleich die Reihenſaat theil— weis ſchon vor dem Erſcheinen von Tull's Schrift bekannt ge⸗ weſen zu ſein ſcheint, und das Handhacken uͤberall uͤblich war, ſo kommt doch ſeinem Kulturverfahren das Verdienſt der Origina⸗ litat und ihm ſelbſt der Name des Vaters der Drill⸗ und Pferde⸗ hackenwirthſchaft zu, die ſeit der Einfuͤhrung des Futtergewaͤchsbaues mehr als jede andre Verbeſſerung zur Vervollkommnung des Ackerbaues 76 Sechſtes Kapitel. beigetragen hat. Traurig iſt es jedoch zu ſagen, daß ihn der Kummer uͤber den durch ſeine Verſuche erlittnen Verluſt antrieb, ſeinen Tod in den Fluthen zu ſuchen. Breitwuͤrfige Saat. Bei der breitwuͤrfigen Saat iſt es zu verwundern, mit wel⸗ cher Genauigkeit ein geſchickter Saͤemann die vorgeſchriebene Saa⸗ menmenge auf den Acker gleichmaͤßig zu vertheilen vermag; waͤhrend ein ungeuͤbter ihn ſo unregelmaͤßig auswirft, daß man jeden Wurf erkennt. Dies hat nicht nur eine große Saamenverſchwendung zur Folge, ſondern fuͤhrt auch einen ungleichen Stand der Fruͤchte, dadurch geringere Ernten, und alſo nicht unbedeutenden Schaden herbei. In Schottland und Ireland ſchlingen alle Saͤeleute ein Tuch um die Schulter, um den Saamen darin aufzunehmen und dar⸗ aus zu vertheilen; in manchen Gegenden von England dagegen haͤngen ſie an den Nacken einen Korb, deſſen Henkel ſie mit der linken Hand halten. Dieſe Manier iſt gerade nicht die bequemſte, erleichtert aber die gleiche Staͤrke der Wuͤrfe, die gewoͤhnlich et— was ſchwaͤcher werden, wenn der Saamen in dem Tuch auf die Neige geht. In der Regel wird jedes Ackerbeet mit zwei Wuͤr⸗ fen(in einem Umgange), die von der rechten nach der linken Seite zu gehen, beſaͤet; ſind ſie jedoch uͤber zwoͤlf, vielleicht funfzehn Fuß breit, ſo iſt es beſſer, drei Wuͤrfe, einen auf der Mitte des Bee⸗ tes, zu machen. Manche Saͤeleute ſind ſo geſchickt, daß ſie mit beiden Haͤnden ſaͤen hWhens es iſt dieſes aber nicht empfehlungs— werth, weil ſelten ein Mann in beiden Armen ganz gleiche Kraft be⸗ ſitzt, und daher dieſes Verfahren leicht zu einer nicht voͤllig glei— chen Saat Veranlaſſung gibt. Dem Saͤemann folgt die Egge, um, nach Erforderniß der Umſtaͤnde mit einem oder mit mehren Strichen, den Saamen zu bedecken, und dann iſt das Saatgeſchaͤft vollendet. Eben ſo verfaͤhrt man bei den Grasſaamen; da ſich dieſer aber ſchwieriger vertheilen laͤßt, als das Getreide, iſt es rathſam, ihn auf zweimal, jedesmal nur die beſtimmte Haͤlfte, ſaͤen zu laſſen, weil dadurch leere Stellen am ſicherſten vermieden werden. Bei guͤnſtigem Wetter und auf ebenem Lande, wo es ſich gut ſchreitet, kann ein geuͤbter Saͤemann in einer Stunde einen bis 1 ½ Acker beſaͤen, oder gegen 10 Acker waͤhrend eines gewoͤhnli⸗ 15- 1d Breite ni Rid ſind; da gehen da beden ſchmäͤer nach ein ſeben n ſie on nur ei in einen — ß ihn de uſt antric 1 wi wel⸗ lebene Saa⸗ z waͤhrend eden Wurf hwendung er Früͤchte, n Schaden eein Tuch und dar⸗ d dagegen ſie mit der bequemſte hnlich et⸗ h auf die vei Wuͤr⸗ ken Seite zehn Fuß des Bee⸗ aß ſie mit pfehlungs⸗ Kraft be⸗ voͤllg gli die Egge nit mehren aatgeſchäft ſih dieſer znathſam, ſien zu nwerden. ſich gut enen bi gewuͤhnl⸗ Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 77 chen Arbeitstages; es gibt indeſſen kein Wirthſchaftsgeſchaͤft, bei dem ſo viel Umſicht noͤthig iſt, daher man in der Auswahl der Saͤeleute ſehr vorſichtig ſein muß. Um die Unbequemlichkeiten bei der breitwuͤrfigen Saat mit der Hand zu vermeiden, hat man zu deren Verrichtung eine Maſchine erfunden, die den Saamen ſehr regelmaͤßig ausſtreut, und dadurch zur Guͤte der Ernte beitraͤgt. Dieſelbe beſteht aus einem ſchma⸗ len Kaſten, in welchen der Saamen geſchuͤttet, und der meiſtens 15— 18 Fuß lang gemacht wird, welche Laͤnge der gewoͤhnlichen Breite der Ackerbeete entſpricht. Iſt er ſo lang, ſo ruht er auf drei Raͤdern, von denen zwei hinten, das mittlere vorn befeſtigt ſind; das Pferd, welches die Maſchine zieht, und das vordre Rad gehen dann in einer Ackerfurche, ſo daß alſo ſtets die Haͤlfte der beiden anliegenden Beete auf einmal beſaͤet wird. Hat man ſchmaͤlere Beete, ſo ſollte auch allemal die Laͤnge des Kaſtens da— nach eingerichtet werden. Man findet daher auch nicht ſelten den— ſelben nur 11 ½ Fuß lang. Dann iſt die Maſchine ſo leicht, daß ſie ein Mann vor ſich hinſchieben kann; ſie hat in dieſem Falle nur ein Rad, das man entweder auf der Mitte des Beetes oder in einer Ausackerfurche hinlaufen laͤßt. S. Figur 127. Indem ſich die Raͤder fortbewegen, wird eine laͤngs durch den Kaſten laufende Spindel umgedreht, an welcher kurze ſteife Buͤr⸗ ſten befeſtigt ſind, die den Saamen durch die unten am Boden befindlichen Loͤcherreihen druͤcken, deren Groͤße durch Schieber dem Saamen angepaßt werden kann. Der Saamen faͤllt nicht, wie bei der Drillmaſchine, in Roͤhren, ſondern unmittelbar auf den Boden, wie bei der breitwuͤrfigen Handſaat, uͤbrigens kommen beide Maſchinen ziemlich mit einander uͤberein. Vorzuͤglich iſt dieſe geeignet zum Ausſtreuen der Klee⸗ und 78 Sechſtes Kapitel. Grasſaamen, deren gleichmaͤßige Vertheilung, zumal bei Wind, ſehr ſchwierig iſt, und zu ſehr von der Geſchicklichkeit des Saͤe⸗ mann's abhaͤngt. Ein Mann und ein Pferd ſollen mit einer Maſchine dieſer Art von ſechzehn Fuß Laͤnge, wenn bei dem Zu⸗ tragen und Einſchuͤtten des Saamens eine Huͤlfe ſtattfindet, 25 bis 30 Acker in einem Tage beſaͤen koͤnnen. Jedenfalls iſt dieſes aber eine ſehr ſtarke Tagesarbeit. Dieſe Maſchine wird uͤbri⸗ gens keineswegs allgemein angewendet und hat das Unangenehme, daß ſie ungemein viel Aufmerkſamkeit bei ihrem Gebrauch erfor⸗ dert, damit das Ausfallen des Saamens immer gleichmaͤßig ſtatt⸗ finde, weil ſich nicht ſelten die Saatloͤcher verſtopfen, beſonders bei dem Weizen, wenn derſelbe vor der Saat angemacht und mit Kalk beſtreut, aber noch nicht gehoͤrig wieder trocken geworden iſt. Eine Maſchine dieſer Art von der kleinſten Sorte koſtet in Lon⸗ don 12 Pfund 12 Shilling. Drillſaat. Wie alle Neuerungen hat ſie ſich nur langſam verbreitet, und ſelbſt bis heute iſt ſie, bei einigen groͤßeren und unterrichte⸗ teren Landwirthen ausgenommen, im Suͤden von England ſogar bei den Turnips nur wenig in Anwendung, ob ſie gleich bei dieſer Frucht ſich gerade am nuͤtzlichſten erweiſt. Im Norden von England und in Schottland dagegen wird dieſelbe nur gedrillt. Bei andern Wurzelgewaͤchſen und dem Getreide, beſonders bei dem Weizen und allen Huͤlſenfruͤchten, iſt die Reihenkultur eben⸗ falls allgemeiner geworden, und die Bodenflaͤche, welche gegen⸗ waͤrtig in dem vereinigten Koͤnigreiche mit Getreide bedrillt wird, iſt ſehr bedeutend. Die aus dieſer Kulturweiſe entſtehenden Vor⸗ theile ſind vornehmlich folgende: Die Vertheilung des Saamens geſchieht bei ihr auf eine vollkommnere und ſparſamere Weiſe, als bei der breitwuͤrfigen Saat, weil er mit groͤßerer Genauigkeit und Regelmaͤßigkeit, in Bezug auf Menge und Tiefe in den Acker gebracht wird, als es bei der beſten Handſaat moͤglich iſt; er wird auch gleichmaͤßiger bedeckt, daher iſt weniger von ihm noͤthig, und er beſſer gegen die Beraubungen durch Voͤgel geſchuͤtzt. Sie verſtattet ferner eine wirkſamere Benutzung des Duͤngers, den man bei ihr, ohne ihn mit dem uͤbrigen Theil des Feldes zu vermengen, mit manchen anzubauenden Fruͤchten durch das Ueber Einlce Ar Get briitwu mäßiger V den Fr nen, d vihrend Alocher Gadh Rebund meröra O D Saamer V nerer T V findt n anwend ehenen de Be ii u durch bei Wind des Sae⸗ mit eine 2- dem Zu⸗ ffindet, 25 iſt dieſes witd übri⸗ rangenehme, auch erſor dßig ſtatt⸗ beſonders t und mit worden iſ. et in Lon⸗ verbreitet mterrichte⸗ nd ſogar gleich bei orden von gedrill. ndets bei ltur eben⸗ che gegen⸗ rillt wind nden Vor r auf eie eitwurfigen Figkit, in d, ab es icmäßiger iſer gegen Duͤngers es Feldes durch des Ueber die breitwuͤrſige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 79 Einlegen in die Saatrinnen in unmittelbare Beruͤhrung bringen kann. Dann iſt das Streichen der Luft durch die Saatreihen dem Gedeihen aller Gewaͤchſe ſehr guͤnſtig; es wird dadurch die Staͤrke der Getreidehalme ſo vermehrt, daß ſie ſich weniger, als bei der breitwuͤrfigen Saat lagern. Auch erlangen die Koͤrner eine gleich⸗ maͤßigere Guͤte und wird die Erntearbeit erleichtert. Wenn das Land gejaͤtet werden ſoll, leidet es weniger durch den Fußtritt der Arbeiter, die zwiſchen den Reihen hingehen koͤn⸗ nen, als wenn die Pflanzen uͤber die ganze Flaͤche vertheilt ſind. Auch laſſen ſich die jungen Unkrautspflanzen leichter von den in Reihen ſtehenden angebauten Pflanzen unterſcheiden, und es wird daher das Jaͤten mit geringerer Muͤhe vollkommner verrichtet, als bei der breitwuͤrfigen Saat. Durch die dabei moͤgliche Anwendung der Pferdehacken kann waͤhrend des Wachsthums der Pflanzen der Boden vollkommen gelockert und gereinigt werden; dies traͤgt aber nicht nur zu deren Gedeihen weſentlich bei, ſondern gewaͤhrt auch auf den minder gebundenen Bodenarten beinahe ganz den Vortheil einer Som⸗ merbrache. Dagegen wird freilich eingewendet: Der bei der Drillſaat geruͤhmte Vorzug, daß bei ihr der Saamen gleichmaͤßiger vertheilt, beſſer bedeckt und zu angemeß⸗ nerer Tiefe untergebracht werde, als bei der breitwuͤrfigen Saat, findet nicht ſtatt, wenn man bei letzter zweckmaͤßig gebaute Eggen anwendet, welche den Saamen ebenfalls gleichmaͤßig zu jeder ge⸗ gebenen Tiefe unterbringen; man darf auch nicht vergeſſen, daß der Boden nicht immer auf gleiche Weiſe gebunden und gelockert iſt und daß die angebliche Saamenerſparniß bei der Drillſaat durch die bei ihr vermehrte Arbeit beinahe ausgeglichen wird. Das Einlegen des Duͤngers unter die Pflanzenreihen mag fuͤr die erſte Ernte vortheilhaft ſein, ſchadet aber gewiß den fol⸗ genden Fruͤchten; und die dabei angeblich ſtattfindende Erſparniß an Duͤnger iſt durchaus kein Nutzen fuͤr das Land, das nur im Verhaͤltniß zu der aufgewendeten Quantitaͤt Gewinn davon zieht. Der freiere Luftzutritt mag dem Wachsthum aller Huͤlſen⸗ fruͤchte, die ihre Saamen von unten bis oben anſetzen, foͤrderlich ſein; die Halmfruͤchte aber, welche ihre Aehren und Rispen an der Spitze tragen, genießen denſelben hinlaͤnglich, ſie moͤgen ſtehen, wie ſie wollen. Es iſt daher in dieſer Hinſicht wohl ganz gleich, 80 Sechſtes Kapitel. ob ſie in Reihen oder uͤber die ganze Flaͤche vertheilt ſtehen. Wenn ferner auch die gedrillten Halmfruͤchte weniger vom Regen leiden, ſo ſchadet ihnen deſto mehr der Wind; die Koͤrner der Drillſaat moͤgen wohl gleichartiger ſein, wenn aber die Reihen weit von einander entfernt ſind, ſo iſt ihre Guͤte im Ganzen ge— ringer, als bei der breitwuͤrfigen. Das Abbringen des Getreides iſt allerdings bei jener etwas leichter, die Hauptarbeit bei der Ernte iſt aber das Binden und das haͤngt von der Staͤrke des Ertrages ab. Das Jaͤten des Getreides hilft nichts bei Wurzelunkraͤutern und iſt ſelten noͤthig zur Vertilgung des Saamenunkrauts; denn iſt der Boden in gutem Zuſtande, ſo kommt dieſes unter der breitwuͤrfigen, das Ganze bedeckenden Saat in manchen Jahren gar nicht auf, wird dagegen bei der Drillſaat daſſelbe nicht regel— maͤßig vorgenommen, ſo befoͤrdert ſie nur den Unkrautswuchs in den Zwiſchenraͤumen. Die Drillſaat iſt nicht anwendbar auf einer umgebrochenen zaͤhen Raſennarbe, oder auf einem laͤnger als drei Jahre gelege— nen Dreiſchfelde, wenn daſſelbe nicht auf eine ungewoͤhnlich ſorg— ſame Weiſe bearbeitet und gepulvert worden iſt. Ferner eignet ſie ſich nicht fuͤr ſteinigen Boden, auch nicht wohl fuͤr ſtrengen Thonboden; denn ſie verlangt, daß das Land uͤberaus fein zer⸗ kruͤmelt ſei, und dies iſt auf ſolchem Boden nur mit außerordent⸗ lich viel Arbeit und Koſtenaufwand, bei unguͤnſtiger Witterung gar nicht zu bewerkſtelligen. Iſt es aber auch hier gelungen, das Feld vor der Saat in einen ſolchen Zuſtand zu verſetzen, und es faͤllt nur wenige Stunden lang ein ſtarker Regen: ſo wird es ſo ſchmie⸗ rig, und unartbar, daß die ganze Arbeit verloren iſt. Dieſe Einwuͤrfe gegen die Drillſaat auf allen Bodenarten, und beſonders auf ſtrengem Thon, ſind nicht unwichtig. Die Vortheile der bei ihr ſtattfindenden regelmaͤßigen Vertheilung des Saamens durch die Maſchine, ſobald Boden und Witterung dazu guͤnſtig, ſind indeſſen groß; um ſich jedoch derſelben zu verſichern, muß das Land in jeder Hinſicht in einem vollkommen guten Zu⸗ ſtand verſetzt ſein; denn ſonſt fuͤllen ſich die Schaͤrchen an der Maſchine mit Erde, und die Saat wird dann nur ſchlecht zuge⸗ deckt. Unter unguͤnſtigen Umſtaͤnden ſie dennoch ausfuͤhren wollen, wuͤrde unklug ſein. Die Weizenſaat im Herbſt iſt uͤberdies haͤu⸗ fig nicht nach Willkuͤr, ſondern wie es die Umſtaͤnde gebieten vorzunehmen, und wenn ſie auf großen Flaͤchen zu Ende des lüher Halſt nſame dher in Szament engfehler ſobadd de gußer) zeunktäu dergehatt unter me a dach Porthen ler Wu hen; de riiſen 1 handlung dabehrli ſcaſt w ſch aine darf dat Dilſaar ſehr ſch Witteru haben 3 m öglic drlichen dillich rigt, dandwir Sftns en Ee alten wahn 1 it ſehe om Negen Korner der die Reihen Hanzen ge⸗ BGetreides üt bei der Staͤkke des unkrautern uts; denn unter der en Jahren icht regel⸗ swuchs in ebtochenen hee gelege⸗ nlich ſorg— ner eignet ſtrengen fein zer⸗ gerordent⸗ rung gar das Feld d es faͤll o ſchwie⸗ Sodenarten htig. Ie eilung do erung dazu verſichern, gutn 3u⸗ en an der lecht zuge⸗ en wollen, dies haͤu⸗ jgebieten Ende de Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 81 Herbſtes ſtattfinden muß, laͤßt ſich oft das Land nicht fuͤr die langſame Drillſaat gehoͤrig vorrichten. Die breitwuͤrfige Saat iſt daher immer noch vorherrſchend, und wenn dabei gleich einige Saamenyverſchwendung ſtattfindet, ſie vielleicht auch nicht immer ganz muſterhaft vollfuͤhrt wird, ſo ſcheint doch der Ernteertrag im Allgemeinen dadurch nicht zu leiden. Das Drillen des Weizens verdient jedoch den Vorzug, wenn Gras⸗ und Kleeſaamen darunter geſaͤet werden ſoll, weil durch das Behacken im Fruͤhjahre, demſelben mehr lockere Erde zu ge⸗ ben iſt, als wenn er blos eingeeggt wird. Auch da iſt es zu empfehlen, wenn das Feld voll Unkraut iſt; jedoch nur dann, ſobald der Boden weder an zu großer Gebundenheit, noch an zu großer Naͤße leidet; denn wenn auch durch das Behacken die Wur⸗ zelunkraͤuter nicht zu vertilgen ſind, ſo werden ſie doch dadurch nie— dergehalten und minder ſchaͤdlich gemacht. Wenn indeſſen auch unter manchen Verhaͤltniſſen das Drillen der Halmfruͤchte nicht als rathſam und nuͤtzlich erſcheint, ſo ſind dagegen die großen Vortheile, welche die Reihenkultur aller Huͤlſenfruͤchte, ſo wie al⸗ ler Wurzel- und Knollengewaͤchſe gewaͤhrt, nicht in Zweifel zu zie— hen; denn weil bei ihr das Pferdehacken zwiſchen den Pflanzen⸗ reihen moͤglich iſt, kann dadurch, bei uͤbrigens einſichtsvoller Be— handlung, auf allen minder gebundenen Bodenarten, die Brache entbehrlich gemacht werden. Jedes Verfahren bei der Landwirth⸗ ſchaft muß nach den Umſtaͤnden geregelt werden, und nie laͤßt ſich eine Vorſchrift zu allgemeiner Nachahmung aufſtellen, man darf daher den nicht der Unwiſſenheit beſchuldigen, welcher die Drillſaat der Halmfruͤchte bei ſich einzufuͤhren anſteht. Es iſt ſehr ſchwierig, im Voraus zu beſtimmen, welchen Einfluß die Witterung in manchen Jahren auf dieſes oder jenes Unternehmen haben werde, und dieſer ungewiſſe Einfluß, keineswegs der Man⸗ gel an Beobachtungsgabe wird, wie bisher, auch fernerhin es un— moͤglich machen, die Landwirthſchaft uͤberall nach einem unabaͤn⸗ derlichen Syſtem zu betreiben. Was ſich in dem einen Jahre, vielleicht ſogar mehre Jahre hintereinander als recht und gut be⸗ waͤhrt, zeigt ſich vielleicht im naͤchſten als unvortheilhaft, und der Landwirth, der bei der Befolgung eines als richtig geprieſenen Syſtems in einem unguͤnſtigen Jahre Schaden leidet, bekommt eine Scheu davor, zumal wenn das neue Verfahren von einem alten abweicht, das ſich nach der allgemeinen Meinung ſtets be⸗ waͤhrt hat; denn er hat dann nicht nur Verluſt an ſich zu erlei⸗ II 6 82 Sechſtes Kapitel. den, ſondern auch zu erwarten, daß er von allen ſeinen Nachbarn und ſelbſt von ſeinen eignen Arbeitern ausgelacht werde. Dazu kommt nun noch, daß Zeit und Arbeit, ſelbſt ohne Ruͤckſicht auf die vermehrten Koſten, immerwaͤhrend, beſonders aber in der Saat⸗ periode von groͤßter Wichtigkeit ſind, daß ferner die Haltung von Dienſtboten und Spannvieh die ſchwerſte Ausgabe bei der Wirth⸗ ſchaftsfuͤhrung verurſacht, und daher fuͤr das ganze Jahr genau dem Beduͤrfniß angepaßt werden muß, daß endlich das Drillen des Getreides doppelt ſo viel Zeit koſtet, wie die breitwuͤrfige Saat, und daher bei unguͤnſtiger Witterung einen groͤßeren Auf⸗ wand verurſachen mag, als raͤthlich iſt. Ueber die Geraͤthſchaften bei der Drillſaat des Getreides. Die Drillſaat verlangt, daß das Land auf das Aeußerſte ge⸗ lockert und zerkruͤmelt ſei; es muß demnach darauf bei ihr die meiſte Aufmerkſamkeit gerichtet ſein; denn je naͤher man dabei der Gartenkultur kommt, deſto ſicherer iſt der Erfolg. Um dahin zu gelangen, wird in der Regel, nachdem die Bearbeitung des Bo⸗ dens auf gewoͤhnliche Weiſe geſchehen, derſelbe mit einem Grub⸗ ber zweimal kreuzweis uͤberzogen. Iſt er auf dieſe Weiſe gleich⸗ maͤßig durcharbeitet, und darauf durch wiederholtes Eggen von Unkraut gereinigt, ſo wird das Land durch Zwiſchenfurchen in Beete abgetheilt, und nun niedergewalzt; doch laͤßt man daſſelbe auch haͤufig, wenn es locker und trocken iſt, eben liegen. Die Ent⸗ fernung der Saatrinnen muß ſich nach den Fruͤchten und der Saamenmenge richten, die man ausſtreuen will; beſonders wichtig iſt es, die Maſchine in recht gerader Richtung zu fuͤhren, damit die Schaͤrchen nicht aus einer Rinne in die andere gleiten. Auf rei⸗ chem Boden hat man es gut gefunden, die Saatrinnen von Suͤ⸗ den nach Norden laufen zu laſſen, damit die Sonnenſtrahlen kraͤf⸗ tiger und gleichmaͤßig uͤber das ganze Feld auf die Frucht einwir⸗ ken; dadurch wird die Vegetation befoͤrdert und, zumal bei dem Weizen, die Erzeugung des Mehlthau's vermindert; auf leichtem trocknem Boden moͤchte dagegen die entgegengeſetzte Richtung zu empfehlen ſein, weil bei jener das Austrocknen ſchneller erfolgt. Seitdem die Drillſaat aufgekommen iſt, hat man eine Menge Maſchinen zu deren Beſchickung erfunden, wir halten uns jedoch hier nicht bei der Beſchreibung derſelben auf, weil durch eine ſolche, ſelbſt durch die beſte Abbildung erlaͤutert, doch kaum eine att U deuſch fenet! hbau wid,! naſchin de ber der Ha cchalte 2 Gerau da Rä aM o niß 3 wede l hi dr iin eine R wit ih 175 ſchinen genwir Vreite in Ee akufur V tiit, n ſache nit zu ſec 4 vorbere ſelben en Nachban ade. Da Rcſcht au in der Saat⸗ Haltung von der Witt⸗ Fahr genan das Drilen breitwürig ößeren Auf Getreides, leußerſte ge⸗ bei ihr de un dabei de im dahin z ing des Bo⸗ inem Grul⸗ Beiſe gleich⸗ Eggen von en in Beete aſſelbe auch Die Ent⸗ en und da ders wichtt en, damitde en. Auf r nen von El⸗ ſtrahlen bi rucht einwi⸗ mal kei dem Hauf lechten giichtung z neler erfolgt Heine Meng⸗ Kuns jedot durch G h kaum ün Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 83 deutliche Vorſtellung davon dem Nichtkundigen zu geben iſt, weil ferner von den, die nicht zur Getreideſaat beſtimmt ſind, bei dem Anbau der verſchiedenen Fruͤchte noch beſonders die Rede ſein wird, und weil die neuerer Zeit als die beſten anerkannten Drill⸗ maſchinen fuͤr Getreide in dem Hauptprincipe uͤbereinkommen, das der bekannte Cook aufſtellte und nur in Nebendingen, nicht in der Hauptſache, Verbeſſerungen, bisweilen auch nur Abaͤnderungen erhalten hat*). Die Drillmaſchinen, welche gegenwaͤrtig am haͤufigſten im Gebrauch ſind, haben eine Breite von 5 ½ Fuß zwiſchen den bei⸗ den Raͤdern, und ſaͤen das Getreide in Reihen, die acht bis zwoͤlf Zoll von einander entfernt ſind, welche Weite man als die zweck⸗ maͤßigſte erkannt hat. Die Saat geſchieht auf Beeten, die ent— weder gerade ſo breit, wie die Maſchine ſelbſt, oder noch einmal ſo breit angelegt ſind. Im letzteren Falle geht die Maſchine auf der einen Haͤlfte des Beetes hin und auf der andern zuruͤck, das eine Rad ſtets in einer Ausackerfurche. Die Saatrinnen, die ſie mit ihren Meſſern oder vielmehr kleinen Schaaren ſchneidet, ſind 1½— 2 Zoll weit und 2 Zoll tief. Es werden jedoch auch Ma⸗ ſchinen von anderen Dimenſionen gebaut, und ſo findet man ge⸗ genwaͤrtig viele in Gebrauch, die ein ganzes Beet von zehn Fuß Breite mit einem Mal beſaͤen. Die Zugthiere werden an den bei— den Seiten der Maſchine angeſpannt, ſo daß ſie nur in den Aus⸗ ackerfurchen gehen und alſo auf dem Beete ſelbſt weder ein Fuß⸗ tritt, noch der Eindruck von einem Rade entſtehen kann. Eine ſolche Maſchine erfordert indeſſen faſt jedesmal zwei Paar Pferde mit zwei Fuͤhrern; ja wir haben ſie auf ſchwerem Klayboden mit ſechs Pferden, auf jeder Seite dreien, beſpannt geſehen. Die gewoͤhnliche Leiſtung einer ſolchen Maſchine beſteht in acht bis zehn Ackern des Tages, nur wenn das Land ſehr gut vorbereitet und locker iſt, beſaͤet ſie zwoͤlf Acker. Die Koſten der— ſelben betragen gegen 40 Guineen, die einer der erſt angegebenen *) Thaer liefert im 2. Heft ſeiner Beſchreibung der nutzbarſten Ackerge⸗ raͤthe eine ſehr genaue Beſchreibung von Drillwerkzeugen nach Ducket's Art, ferner im dritten Heft, S. 23. die einer neuen, von ihm erfundenen, und außer mehren in ſeiner engliſchen Landwirthſchaft daruͤber Geſagten, eine in⸗ tereſſante Geſchichte und Auseinanderſetzung der Drillkultur des Getreides im 4. Bande ſeiner rationellen Landwirthſchaft S. 98 ꝛc., wo auch des Cook⸗ ſchen, ſeitdem ſehr verbeſſerten Drillapparats gedacht wird. 6* 84 Sechſtes Kapitel. Groͤße nur 35 Pfund, ohne die Pack⸗ und Transportkoſten. In den meiſten Gegenden gibt es Leute, die dergleichen Maſchinen zum Vermiethen beſitzen und ſich fuͤr ihren Gebrauch gewoͤhnlich zwei Schilling vom Acker zahlen laſſen. Dabei muß aber der Miether ſeine eignen Pferde ſtellen, und auch den Mann, der die Maſchine leitet, bekoͤſtigen. Dieſe Leitung erfordert allerdings viel Einſicht und außerordentliche Aufmerkſamkeit, und dieſer Umſtand, ſo wie die bedeutenden Koſten der Maſchine, und die Ungewihheit, ob man ſie werde bekommen koͤnnen, wenn man ſie braucht, ſetzen der allgemeinern Verbreitung der Drillſaat in den Gegenden Landes, die ſich vorzugsweiſe mit dem Koͤrnerbau beſchaͤftigen, ein großes Hinderniß entgegen. Ein eignes Werkzeug, Drillwalze genannt, ſ. Kap. 3., war ſonſt in manchen Theilen von Norfolk haͤufig im Gebrauch, iſt aber neuerer Zeit durch ordentliche Maſchinen faſt ganz verdraͤngt worden. Es beſteht aus einem eiſernen Cylinder von ungefaͤhr ſieben Fuß Laͤnge, an dem ſich ſchneidende Raͤder befinden, die ſich, jedes fuͤr ſich, um den gemeinſchaftlichen Cylinder drehen, der wohl 1— 1½ Tonne ſchwer iſt und vier Pferden reichlich zu thun gibt. Da die ſchneidenden Raͤder beweglich ſind, koͤnnen ſie nach Belieben weiter oder enger geſtellt werden, und wenn man nun mit dieſem Werkzeug ein friſchgepfluͤgtes und ebengeegg— tes Feld uͤberzieht, ſo entſtehen kleine Rinnen darauf, in die dann bei der breitwuͤrfigen Saat der Saame faͤllt, der, mit einer Dorn⸗ oder Buſchegge zugedeckt, in gleichmaͤßiger Tiefe untergebracht wird. Auf ſchwerem Boden entſpricht es jedoch ſeinem Zwecke nicht, dagegen gibt es, wie Arthuryoung in ſeinem Berichte von Norfolk ſagt, kein beſſer Inſtrument, harte Erdkloͤſe bei trocknem Wetter zu zerbrechen. Der Landpreſſer(landpresser) wirkt faſt eben ſo viel auf leichtem Boden und ſoll bei dem Weizenbau be⸗ ſchrieben werden. Das Dibbeln oder Stecken der Koͤrner iſt zwar erſt nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts aufgekommen und wird gegenwaͤrtig in den meiſten Gegenden des Koͤnigreichs nur noch bei dem Pflanzen der Boh⸗ nen angewendet, hat aber doch auch neuerer Zeit in Suffolk, Nor⸗ folk und einigen Theilen von Eſſex, die einen leichten Boden ha⸗ ben, bei dem Getreidebau ſolchen Beifall ſich erworben, daß ein⸗ wenn ſchreite und ſti von ei Nichtur d B hin w Loch; gedech aber d nen O ten. ar I iſten. In Naſhine gevihnlich aber der nn, der die erdings vie er Umſiand, ngewißhet je braucht, Gegenden ftigen, ein p. 3., war brauch, iſt verdraͤng z ungefähr finden, die der drehen, reichlich zu d, kinnen und wenn ebengeegg⸗ die dann ner Dorn⸗ tergebracht em Zwecke eerichte von ej trocknen witkt fi zenbau b⸗ des vorigen den meiſten der Boh⸗ fol, Nor⸗ Boden ha⸗ , daß ein Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 85 zelne Landwirthe 100— 300 Acker jaͤhrlich auf dieſe Weiſe beſtel⸗ len(Dibbeln). Mit der Drillſaat verglichen, zeigt es ſich in der That weniger koſtſpielig, und mit Einſicht und Sorgfalt verrich⸗ tet, halten es mehre erfahrne Perſonen fuͤr entſchieden vortheil⸗ hafter. Ein Acker zu dibbeln koſtet im Ganzen zwar 7 Schilling 6 Pence; und einen zu drillen, Alles eingerechnet, wohl nur 5— 6 Schil.; aber bei dem Dibbeln ſind nur 6—7 Pecks, bei der Drillſaat dagegen 9— 10 Pecks Saamen pro Acker noͤthig. Durch die Guͤte des Lords Suffield, der einen großen Theil des Gutes, auf dem er wohnt, Verſuchen zur Belehrung ſeiner Nachbarn widmet, erfahren wir, daß in ſeiner Gegend der Wei— zen gewoͤhnlich nach Klee und nach zwei- oder mehrjaͤhrigem Gras⸗ dreſch geſaͤtt, und das Land dazu in der Regel blos einmal ge— ackert wird; nur wenn es ſehr unrein iſt, bricht man es zuvoͤr⸗ derſt ganz ſeicht um, ſucht dann durch wiederholtes Eggen das Unkraut auf die Oberflaͤche zu bringen, und pfluͤgt dieſes zuletzt, wenn es voͤllig vertrocknet iſt, zugleich mit dem Miſte durch eine gehoͤrig tiefe Furche unter. Durch das Ueberziehn mit einer ſchwe⸗ ren Walze wird hierauf ſowohl das einmal, wie das zweimal gepfluͤgte Land zum Dibbeln vollends vorbereitet. Ein Mann und drei Kinder, die man einen Satz oder Schurz nennt, koͤnnen, wenn ſie geuͤbt ſind, in einem Tage ½ Acker dibbeln. Der Mann ſchreitet, in jeder Hand ein Dibbeleiſen, ruͤckwaͤrts gehend, voran, und ſticht mit dieſem Eiſen in jede Furche Loͤcher, die drei Zoll von einander entfernt ſind und von Furche zu Furche in ſchiefer Richtung zu einander ſtehen. Dabei geht er auf der erſten Furche des Beetes hin, auf der dritten zuruͤck, auf der fuͤnften wieder hin und ſo fort. Die Kinder folgen ihm und werfen in jedes Loch zwei bis drei Koͤrner, die zuletzt mit einer leichten Egge zu⸗ gedeckt werden; ſo iſt das Werk vollendet. Auf dieſe Weiſe wird gewoͤhnlich bei dem Weizen verſahren; aber die Entfernung der Loͤcher, und die Zahl der hineingeworfe⸗ nen Saamenkoͤner ſind verſchieden nach den verſchiedenen Fruͤch⸗ ten. Die Dibbeleiſen haben in der Regel die Form, welche Fi⸗ gur 18 zeigt, die Loͤcher erhalten zwei Zoll Tiefe und werden Figur 18. 86 Sechſtes Kapitel. entweder auf der Spitze des Pflugſchnittes oder in den Vertiefun⸗ gen zwiſchen zwei Pflugſchnitten eingeſtoßen. Um Zeit und Geld bei dem Dibbeln zu erſparen, hat man Walzen mit Stacheln zum Loͤchermachen und ein Inſtrument,„den ſelbſtſaͤenden Dibbler“(the self sowing dibble) genannt, in An⸗ wendung gebracht, aber ſie ihrem Zwecke nicht ſo entſprechend ge⸗ funden, wie das gewoͤhnliche Verfahren. Der gluͤckliche Erfolg dieſer Saatweiſe, ſo wie die dabei moͤgliche Saamenerſparniß haͤn⸗ gen vornehmlich von der Sorgfalt und Aufmerkſamkeit der Saa⸗ menſtreuer ab; wenn man dieſe nicht recht unter Aufſicht haͤlt, wer⸗ fen ſie in manche Loͤcher zu viel, in andere zu wenig oder gar keine Koͤrner. Es iſt daher gar nicht rathſam, mehre Saͤtze von Dibblern dicht neben einander arbeiten zu laſſen, weil ſie einan⸗ der dann leicht in der Aufmerkſamkeit ſtoͤren. Will man auf ei⸗ nem Felde mehre anwenden, dann iſt es beſſer, ſie darauf zu ver⸗ theilen und einem jeden ein beſonderes Stuͤck anzuweiſen. Ein ſorgſamer Lochſtoßer kann die Saamenſtreuer beſtaͤndig gehoͤrig unter Aufſicht halten; denn indem er ruͤckwaͤrts geht, dieſe aber vorwaͤrts ſchreiten, wenden ſie einander die Geſichter zu und kann er ſie folglich immer unter den Augen behalten. Zu Saamen—⸗ ſtreuern nimmt man gewoͤhnlich Weiber oder Kinder, und wir haben geſehen, daß ein Mann und zwei Knaben von nicht ganz zwoͤlf Jahren ein Feld von vier Ackern binnen einer Woche ganz gut bedibbelt haben. Wenn die Arbeit gut verrichtet wird, ſo leidet es keinen Zwei⸗ fel, daß bei dem Dibbeln nicht nur wenigſtens ein Buſhel Saa⸗ men pro Acker im Durchſchnitt erſpart wird, ſondern daß auch die Saamenkoͤrner, welche dabei in gleicher Entfernung von ein⸗ ander und in gleiche Tiefe kommen, kraͤftigere und gleichmaͤßiger genaͤhrte Pflanzen geben muͤſſen, als bei der breitwuͤrfigen und Drillſaat. Wir erfahren auch aus vielen Berichten, daß gedib⸗ beltes Getreide kraͤftiger ſei, ſtaͤrkeres Stroh gebe, und ſich weni— ger lagere, als das auf andere Weiſe geſaͤete. Selbſt die Koͤrner des Weizens und der Gerſte ſollen durch das Dibbeln an Guͤte gewinnen, groͤßer werden, und weniger geringes Getreide liefern; man ſagt, daß der Quarter gedibbelter Weizen 10— 12 Pfund mehr wiege als anderer. Hinſichtlich der Groͤße des Produk— tes weichen die Nachrichten von einander ab. Einige verſichern, daß ein Acker Land gedibbelt an zwoͤl Buſhel mehr gebe, als auf andre Weiſe beſaͤet; Andere beſchraͤnken den Mehrertrag auf Ui dri! Ton hritwi müng die ge undS de obe in Ja letzteren nem ge 8 nnr au hauptſe goße? nichts loch bil nach d Warge daher ſteßt als d Erde zu 2 über do eiſtens legen, ünem kormmer weicher witthe on 4 und n ihre I gend be Vertiefur „ hat man ment den it, in An⸗ rechend ge⸗ ice Efflg parniß haͤn⸗ t der Saa⸗ hall wer⸗ oder gar Satze von ſie einan⸗ an auf ei⸗ uf zu ver⸗ ſen. Ein g gehörig dieſe aber und kann Saamen⸗ und wir icht ganz dhe ganz nen Zwei⸗ hel Saa⸗ daß auch von ein⸗ ſchmaͤßiger riigen und daß gedi⸗ ſich wen⸗ die Kirner man Gite de lifern; J Pfund Nroduk⸗ verſichern, gebe, als attag auf Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 87 drei Buſhel, und noch andere geben gar keine Vermehrung zu. Von einem Gerſtenfelde, das zur Haͤlfte gedibbelt, zur Haͤlfte breitwuͤrfig beſaͤet wurde, uͤbrigens aber ganz gleich bearbeitet und geduͤngt worden war, iſt uns glaubhaft verſichert worden, daß die gedibbelte Haͤlfte 12 Buſhel vom Acker mehr gegeben habe, und Hr. Heinrich Smith, der Wirthſchaftsinſpektor(Steward) des obengenannten Lords Suffield, erzaͤhlt, daß er ſein Getreide im im Jahre 1836 zur Haͤlfte gedrillt, zur Haͤlfte gedibbelt, und von letzteren im Durchſchnitt zwei Buſhel pro Acker mehr als von je⸗ nem geerntet habe. Dabei muß jedoch bemerkt werden, daß dieſes Verfahren nur auf einem trocknen, muͤrben, lockeren Boden ausfuͤhrbar und hauptſaͤchlich zur Beſaͤung der Kleeaͤcker geeignet iſt, deren zu große Zerkruͤmelung dem Weizen nicht zuſagt, daß es aber gar nichts taugt fuͤr naſſen, zaͤhen Thonboden. Denn das Dibbel⸗ loch bildet eine Holung, worin das Waſſer ſtehn bleibt, und ſich nach deſſen Verdunſtung eine harte Kruſte bildet, welche fuͤr die Wurzeln der jungen Pflanzen undurchdringbar iſt, und dieſen daher den Tod verurſacht. Waͤre dieſes nicht der Fall, ſo ent⸗ ſteht auf ſolchem Boden ein anderes Hinderniß des Dibbelns aus dem Umſtande, das es darauf ſchwer haͤlt die Loͤcher mit Erde zu fuͤllen, wenn man das Land auch mehrmals uͤbereggt. Das Dibbeln kommt zwar der Drillſaat ziemlich nahe, weicht aber doch in zwei Punkten weſentlich von ihr ab, daß naͤmlich erſtens die Saamenkoͤrner in einzeln fuͤr ſie gemachte Loͤcher zu liegen, und dann die Pflanzen in Buͤſcheln, aus mehren auf einem Punkt liegenden Saamenkoͤrnern entſtanden, zum Vorſchein kommen, was man ihrem Wachsthum fuͤr guͤnſtig haͤlt. Daruͤber weichen jedoch die Meinungen von einander ab. Einige Land⸗ wirthe laſſen vom Weizen vier, fuͤnf, ſechs und ſieben Koͤrner, von Bohnen zwei, drei und vier Koͤrner in jedes Loch werfen, und man will in der That bemerkt haben, daß dicht ſtehende, ihre Wurzeln in einander ſchlingende Getreidepflanzen in der Ju⸗ gend beſſer in die Hoͤhe wachſen; ſie verlieren dadurch aber offen⸗ bar an Staͤrke und Kraft und es iſt gewiß eher nachtheilig, als vortheilhaft, mehr als hoͤchſtens drei Koͤrner in ein Loch zu wer⸗ fen; wenn aber die Leute ſehen, daß ſie ſchoͤnes Getreide bekom⸗ men, wenn vier bis fuͤnf Koͤrner in einem Loch gelegen haben, ſo glauben ſie auch, es muͤſſe ſo ſein. Vergleicht man das Dibbeln genauer mit dem Drillen, ſo 88 Sechſtes Kapitel. findet man, daß jenes langſamer vor ſich geht, und dadurch der Gefahr ausgeſetzt iſt, waͤhrend einer guͤnſtigen Saatzeit nicht vollendet werden zu koͤnnen. Ein Hauptgrund, den man ge⸗ woͤhnlich fuͤr ſeine allgemeinere Einfuͤhrung angibt, iſt die dabei ſtattfindende große Saamenerſparniß, und dieſe iſt in volkswirth⸗ ſchaftlicher Hinſicht allerdings von großer Wichtigkeit; die Land⸗ wirthe ſehen aber immer mehr auf ihren eignen Vortheil und dieſer wird dadurch bei niedrigen Kornpreiſen wenig gefoͤrdert. Die Gelegenheit dagegen, welche das Dibbeln zur Beſchaͤftigung der armen laͤndlichen Bevoͤlkerung aller Art, der Maͤnner, Wei⸗ ber und Kinder zugleich darbietet, iſt ein Gegenſtand von Wich⸗ tigkeit, der jedem Mann von Gefuͤhl die Bruſt ſchwellen muß, und in dieſer Hinſicht verdient dieſes Verfahren gewiß alle Er— munterung. Gewiſſermaßen mit ihm zu vergleichen iſt das ſchon von Marſhall empfohlene Verpflanzen des Weizens. Wenn naͤm⸗ lich die Weizenſaat nicht gleichmaͤßig ſteht, auf einigen Stellen zu dicht, auf andern zu duͤnn iſt oder ganz fehlt, kann man ſie dort verduͤnnen und die daſelbſt ausgehobenen Pflanzen auf dieſe ſetzen. Es ſoll Anfangs April geſchehen; doch iſt es auch gelun— gen, wenn es vom 5. bis 12. Mai unternommen wurde. Ob dieſe Operation nicht mit Vortheil auf manchen Bodenarten und unter beſonderen Umſtaͤnden noch weiter auszudehnen ſei, duͤrfte wohl ein Gegenſtand ſein, der durch Verſuche ermittelt zu wer⸗ den verdiente. Berſuchhce. Wiee bei jeder Neuerung in der Landwirthſchaft, ereignet es ſich auch bei dem Drillen und der breitwuͤrfigen Saat des Ge⸗ treides, daß ſelbſt wohl unterrichtete, erfahrene und nach Wahr⸗ heit redlich ſtrebende Maͤnner verſchiedene Anſichten uͤber deren relativen Werth haben. In der Regel werden dieſe Anſichten durch die Verſchiedenartigkeit des Bodens und der Ortsverhaͤlt⸗ niſſe bedingt, wo die Unterſuchungen vorgenommen wurden; denn wenn man die Sache unpartheiiſch ins Auge faßt, ſo laͤßt ſich nicht in Abrede ſtellen, daß fuͤr die Meinungsverſchiedenheit uͤber beide Verfahrungsarten triftige Gruͤnde ſich aufbringen laſſen, und beide in den fuͤr ſie geeigneten Verhaͤltniſſen angewendet zu wer⸗ den verdienen. Daß keine vor der andern einen poſitiven Vor⸗ zug beſitze, hat ſich in der Verſuchswirthſchaft deutlich ergeben, die vor einigen Jahren von der Landwirthſchaftsgeſellſchaft in deb Scuth at i ein zin en ſhren bon H nit ei ſehr ve hricht und da de A ſhmale bleitt Dimm geſpalte hdrig herau Verii Mf Buſſhe aberme deſe; lberzie duf air Enyfe denJ de J oſt b V vor nun es d iitt w diſſe dill, danm lin d bra dadurch de dtzeit nich n man ge⸗ ſ die dabei volkswitt⸗ die Land⸗ ortheil und g gefödert. ſchaftigung iner, Wei⸗ don Wich⸗ ellen muß, 3 alle Er⸗ das ſchon denn naͤm⸗ en Stellen n man ſie wauf dieſe uch gelun urde. Ob arten und i, dürſte zu wer⸗ exeignet e? t des Ge⸗ ach Wahr⸗ uͤber deren Anſichten rtsvethaͤl⸗ den; denn o lißt ſich enheit uber gſer, und tzu wer⸗ wen Vor⸗ egeben, ſſcaft i Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 89 Southhampton errichtet worden war. Man hat daſelbſt fuͤnf Jahr hintereinander auf einer Flaͤche von 200 Ackern Ackerland die eine Haͤlfte gedrillt, die andere breitwuͤrfig beſaͤet, und doch kein entſcheidendes Reſultat erhalten, ob dieſes oder jenes Ver⸗ fahren unbedingt vorzuziehen ſei. Die Drillwirthſchaft eines Landwirths in der Kreidegegend von Hampſhire, deſſen Boden groͤßtentheils ſteiniger Natur und mit einer ſeichten Ackerkrume verſehen, aber durch Skarrificiren ſehr vertieft und verbeſſert worden iſt, wird alſo beſchrieben. Er bricht gleich nach der Weizenſaat die Stoppeln vom letzten Jahre und das vorhandene Dreſchland zur vollen Tiefe um und laͤßt den Acker ſo liegen bis zu Lichtmeß, wo er quer hinuͤber in ſchmalen Daͤmmchen aufgepfluͤgt wird. In dieſem Zuſtande ver⸗ bleibt er bis Ende April oder Anfang Mai. Nun werden die Daͤmmchen vermittelſt eines ſtarken doppelten Streichbretpfluges geſpalten, das Feld, um die Oberflaͤche und den Untergrund ge— hoͤrig zu lockern, kreuzweis ſkarrificirt, vollſtaͤndig geeggt und hierauf in drei Fuß breite Beetchen oder Daͤmme gelegt. Die Vertiefungen zwiſchen ihnen werden nun mit einem Kompoſt von Miſt und Erde, 25 bis 30 einſpaͤnnige Pferdekarren von 20 Buſhel Gehalt pro Acker, geduͤngt, und darauf die Daͤmmchen abermals mit dem doppelten Streichbretspflug geſpalten. Iſt auf dieſe Weiſe der Duͤnger mit Erde gehoͤrig gedeckt worden, ſo uͤberzieht man die Daͤmmchen mit einer Walze, die immer zwei auf einmal beruͤhrt und ſie oben etwas platt druͤckt, um ſie zum Empfang der Turnipsſaat geeigneter zu machen. Die aufggeange⸗ nen Pflanzen werden in den Reihen ſelbſt mit der Handhacke, die Zwiſchenraͤume zwiſchen den Daͤmmen mit der Pferdehacke ſo oft bearbeitet, als es die Umſtaͤnde erfordern. Nachdem das Feld von dem Turnips geraͤumt iſt, was immer vor Lichtmeß eintritt, werden ſogleich die Daͤmme geſpalten, und nun bleibt das Feld ſo liegen bis zur Zeit der Gerſtenſaat, wo es dann mehrmals in diagonaler Richtung und queruͤber ſkarrifi⸗ cirt wird, bis es zum Empfang der Saat gehoͤrig vorbereitet iſt. Dieſe wird in neun Zoll von einander entfernten Reihen einge⸗ drillt, nachdem das Land zuvor noch durch Egge und Walze voll⸗ kommen geebnet worden. Der Saamenbedarf iſt 2 Buſhel pro Acker und der Durchſchnittsertrag davon 45 Buſhel 3 Peck. Der Buſſhel wiegt von dieſer Gerſte 51 Pfund 2 Unzen, von der breitwuͤrfig geſaͤtten nur 50 Pfund 12 Unzen. 90 Sechſtes Kapitel. Vier bis ſechs Wochen nach der Gerſtenſaat werden 10 Pfund rother und 2 Pfund gelber Klee pro Acker breitwuͤrfig daruͤber geſaͤet, der im naͤchſten Fruͤhjahr eine Duͤngung von Torfaſche erhaͤlt und vom erſten Wuchs im Durchſchnitt 28 Centner Heu pro Acker liefert. Der Nachwuchs wird abgehuͤtet und im Spaͤt⸗ ſommer das Feld vermittelſt eines mit einem Schaͤlmeſſer(S. S. 14.) verſehenen Pfluges aufs ſorgfaͤltigſte umgebrochen; nach⸗ her aber gewalzt und geeggt, um lockere Erde fuͤr die Drillſaat des Weizens zu gewinnen, die ebenfalls in neun Zoll von einander entfernten Reihen geſchieht und gegen 5 Pecks Saamen pro Acker erfordert. Der Durchſchnittsertrag iſt 24 Buſhel à 61 Pfund 2 Unzen. Breitwuͤrfig geſaͤeter wiegt nur 61 Pfund. Bei dieſer Wirthſchaftsweiſe ſind die Unkoſten und der Er⸗ trag im Durchſchnitt folgendermaßen zu berechnen, angenommen naͤmlich, daß Pachtrente, Zehenten und Parochiallaſten 25 Shilling vom Acker betragen und der Preis des Weizens 8 Sh. 6 P., von der Gerſte 4 Sh. 3 P. pro Buſhel ſei. Die Koſten der Ernte betrage:— Der Werth betraͤgt: von Turnips 11 Pf. 9 Sh. von Turnips 5 Pf. Gerſte 4* 6: 4 P.* Gerſte 10 ⸗ 17 S. 3 P. „Klee 3⸗ 8 ⸗ 7 ⸗ Klee 6 15 1 6⸗ Weizen 3⸗ 5 ⸗—11 ⸗» Weizen 11 ⸗ 18 ⸗ 6 ⸗ 24 Pf. 9 Sh.— P. 34 Pf. 11 Sy. 3 Demnach ergibt ſich in vier Jahren ein Ueberſchuß von 10 Pf. 2 Sh. 3 P., oder ein jaͤhrlicher Reinertrag von 2 Pf. 10 Sh. 6 ¾ P. vom Acker; 15 Shilling mehr, als bei der breit⸗ wuͤrſigen Saat erfolgte. Aehnliche Berichte von den Vorzuͤgen der Drillſaat auf ge⸗ eignetem Boden und bei gehoͤriger Behandlung findet man in meh⸗ ren Schriften verzeichnet; auch iſt es allgemein bekannt, daß alle Paͤchter auf den weitlaͤufigen Guͤtern des Hrn. Coke*) ihr ſaͤmmt⸗ *) Ein jeder deutſcher Landwirth, der einigermaßen mit der Wiſſenſchaft ſeines Gewerbes und den daruͤber erſchienenen Schriften bekannt iſt, kennt auch gewiß den von allen engliſchen Landwirthen hochgefeierten Namen Coke, von deſſen raſtloſem Wirken fuͤr Landeskultur und reizendem Landſitze zu Holkham, wohin, namentlich zur Schafſchur Hunderte ſtromen, von Knobelsdorf in ſei⸗ nen den Moͤglinſchen Annalen einverleibten Briefen uͤber Englands Landwirth⸗ ſchaft, ſo wie auch noch mehre andere Reiſende ſchriftlich und muͤndlich wohl Vielen, die dafuͤr ſich intereſſiren, hoͤchſt anziehende Schilderungen gegeben haben. Minder bekannt duͤrfte es ſein, daß dieſer ehrenwerthe Mann auf ſei⸗ * Ueber ichi b dem diſ — nan obeng ſch mit d dedurch a die dann ſein landt Berbachtn ande au 4 vrielen ewerbe g Kinler mäͤldegalle dribi in Fölgendes nur dri und traur angüche da ſeeht almähü hielt, t Taſſe T. vir noch er 7 ¹) dit der uie Erar ungliich! da hocht üſſe und von anti dm chem d Hen. gleich g The Verlege ſaft; alem un d deren ſt au die be tit d wine d Lanenn hür i T Nfund fig darübe Torfaſche mntner Heu im Spät⸗ neſſer(S chen; nach⸗ ie Drilſact on einander pro Acker 61 Pfund d der E⸗⸗ genommen Shiliing 9,69, 17 S. 3 5 2 6 5 6⸗ [Sh. 39 huß von on 2 Pf. der breit⸗ 9. at auf ge⸗ n in mah⸗ „daß ale ir ſammt⸗ Wiſenſchaft „ant auch Goke, von m Holkham, doff in ſei⸗ dandwirth⸗ dlich wohl en gegeben an auf ſi⸗ Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 91 liches Getreide drillen. Ueberhaupt findet man in Norfolk, von dem daſigen minder ſchweren Boden beguͤnſtigt, dieſes Verfahren nem obengenannten Landſitze auch eine Kunſtſammlung aufgeſtellt hat, die ſich mit den beſten in England ſo zahlreich zu findenden meſſen kann, und dadurch auch viele nicht mit Landwirthſchaft vertraute Reiſende zu ſich lockt, die dann aber gerade uͤber ſeine Perſoͤnlichkeit die intereſſanteſten, und uͤber ſein landwirthſchaftliches Wirken die naiveſten Mittheilungen machen. Dieſe Beobachtung veranlaßt den Bearbeiter nachſtehend uͤber die erwaͤhnten Gegen⸗ ſtände aus einer Reiſebeſchreibung einige Stellen mitzutheilen, die ſchwerlich von vielen Landwirthen geleſen werden duͤrfte, weil ſie eigentlich ein ihrem Gewerbe ganz fremdes Ziel verfolgt. Sie fuͤhrt den Titel:„Kunſtwerke und Kuͤnſtler in England und Paris von Dr. G. F. Waagen, Direktor der Ge⸗ maͤldegallerie des koͤnigl. Muſeums zu Berlin.“ Berlin 1838, und es wird daſelbſt im 2. Bande v. S. 493 uͤber Holkham und ſeinem edeln Beſitzer Folgendes erzaͤhlt: Der Weg nach Holkham, das in der Grafſchaft Norfolk, nur drei engliſche Meilen von der Meereskuſte liegt, bietet einen einfoͤrmigen und traurigen Anblick dar. Große Strecken Haideland ſind allein mit den genuͤglichen Gefaͤhrten Haidekraut und Heidelbeeren bewachſen. Nur hier und da ſieht man gluͤckliche Beſtrebungen der Kultur, dieſe unwirthbare Gegend allmaͤhlich verſchwinden zu machen. Als die Poſtkutſche vor einem Hauſe an⸗ hielt, trat eine Frau heraus und bot mir und einem andern Reiſenden eine Taſſe Thee an(es war den 256. Sptbr. 1837), indem ſie vorausſetzte, daß wir noch nuͤchtern ſeien. Dieſes war auch wirklich der Fall; denn in England vor 7 Uhr ein Fruͤhſtuͤck zu erhalten, iſt ein Ding, welches außer dem Ge⸗ biete der wirthshaͤuslichen Moͤglichkeiten liegt. Wie wohl mir nun aber auch dieſe Erquickung in der kalten Morgenluft that, freuete ich mich doch noch ungleich mehr uͤber das Gefuͤhl, das uns dieſes Labſal zukommen ließ. In den hochkultivirten Laͤndern unſerer Tage, wo Alles ſich um ſpecielle Verhaͤlt⸗ niſſe und Ruͤckſichten dreht, ſind ſolche Zuͤge rein menſchlicher Gaſtfreundſchaft von antiker Einfachheit nur gar zu ſelten geworden. um halb 11 Uhr hielt die Kutſche vor dem Schloſſe Holkham, an wel⸗ chem die Straße durch den Park vorbeifuͤhrt, ſtill, und ich ſchickte dem Hrn. Coke einen Brief des Marquis von Landsdowne hinein, worauf ich ſo⸗ gleich gebeten wurde, in meinem unſcheinbaren Reiſeanzuge an dem Fruͤhſtuͤck Theil zu nehmen, womit die Familie eben beſchaͤftigt war. Nicht ohne einige Verlegenheit trat ich in dieſem Anzuge in die anſehnliche und elegante Geſell⸗ ſchaft; doch wurde ich durch die Art, wie mich Hr. Coke empfing, bald von allem Unbehagen befreit. Selten habe ich bis jetzt eine Perſonlichkeit geſehen, in deren ganzem Weſen ſich eine ſo einfache Schlichtheit, Biederkeit und Feſtig⸗ keit ausſpricht, die auf den erſten Blick ein ſo unbedingtes Zutrauen einfloͤßt, wie bei dieſem Manne, deſſen friſches und kraͤftiges Ausſehen es nicht ver⸗ raͤth, daß er ſchon mehr als 80 Jahre durchmeſſen hat.„Sehen Sie ſich meine Kunſtſachen nach Gefallen an“, ſagte er zu mir:„doch ich bin ein Landmann, und kann Ihnen dabei nicht Geſellſchaft leiſten; indeß hab' ich hier einen Herrn gebeten, noch einen Tag zuzugeben, damit es Ihnen nicht 92 Sechſtes Kapitel. — allgemeiner angewendet, als in den anderen Theilen von England. Doch iſt es auch anderwaͤrts keineswegs eine Seltenheit und be⸗ an angemeſſener Unterhaltung fehlen moͤge.“ Hiermit machte er mich mit Hrn. Hunt, einem Dechanten von Canterbury bekannt, welcher ſich mir bald als ein ſehr unterrichteter Mann von lebhaftem Intereſſe fuͤr bildende Kunſt auswies. Demohngeachtet verließ mich Hr. Coke nicht eher, als bis er mir von den vielfachen Schaͤtzen der Kunſt, den Gemaͤlden und Antiken, welche in dieſen ſtattlichen Raͤumen prangen, ſo wie von der Bibliothek eine vorlaͤufige Ueberſicht gegeben hatte. Sein ganzes Haus iſt von wahrhaft fuͤrſtlicher An⸗ lage.(Hr. Waggen gibt eine ausfuͤhrliche Beſchreibung davon, mit welcher wir uns hier nicht befaſſen moͤgen). Eine Inſchrift uͤber der Thuͤr beſagt, daß dieſer Sitz in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Thomas Coke, Gra⸗ fen von Leiceſter, auf einem kahlen, duͤrren Grundſtuͤck geebnet, bepflanzt, gebaut und bewohnt worden ſei. Der Graf bediente ſich zu dem Bau des Schloſſes, welcher von 1734 bis 1764 mit muſterhafter Sorgfalt ausgefuͤhrt worden, des Architekten Kent. Um ſeinen Bau wuͤrdig auszuſchmuͤcken, er⸗ theilte er im Jahre 1755 dem Architekten Brettingham dem juͤngern den Auf⸗ trag, ihm in Italien Antiken zu kaufen. Dieſes geſchah mit fuͤrſtlichem Auf⸗ wande und dem gluͤcklichſten Erfolge. Von Bildern gelang es ihm ebenfalls, ſehr Werthvolles, beſonders eine Reihe von Landſchaften des Claude Lorain und des Gaspars Pouſſin, ſo wie mehre treffliche Bilder von Rubens, van Dyk und anderen großen Meiſtern zu erwerben. Damit es in ſo entlegener Gegend auch an wuͤrdiger literariſcher Beſchaͤftigung nicht fehle, wurde ferner eine ausgewaͤhlte Bibliothek angeſchafft, welche allein gegen 800 Baͤnde zum Theil ſehr werthvolle Manuſcripte enthaͤlt. Daß die uͤbrige Dekoration des Schloſſes, die Kamine aus verſchiedenartigen Marmorarten, die Tapeten, ſo manche Prachtgefaͤße ꝛc. mit allen Obigen harmoniren, verſteht ſich von ſelbſt. Der jetzige Beſitzer, welcher vor ungefaͤhr 50 Jahren als Erbe des Grafen Leiceſter alles Dieſes uͤberkam, ohne jedoch bis jetzt ſeine guͤltigen Anſpruͤche auf den Titel der Grafen Leiceſter geltend zu machen, hat nicht unterlaſſen, dieſe artiſtiſchen und literariſchen Schaͤtze noch zu vermehren, ſich aber doch mehr um die Urbarmachung und Benutzung ſeines Bodens verdient gemacht, ſo daß er jetzt fuͤr einen der ausgezeichnetſten und reichſten Landwirthe Eng⸗ lands gilt. Zwei hundert ſeiner Untergebenen haben die Prinzeſſin(jetzt Koͤ⸗ nigin) Viktoria, als ſie Holkham und ihren Beſitzer mit ihrem Beſuche be⸗ ehrte, zu Pferde feierlich eingeholt! Wo vor dem eine duͤrre Haide ſich unab⸗ ſehbar ausbreitete, leben jetzt Tauſende von Menſchen, welche ihn fuͤr ihre gluͤckliche Exiſtenz ſegnen. Als ich mich uͤber die Baͤume des ſchoͤnen Parks freute, der von großen Heerden von Kuͤhen und Schafen belebt wird, ſagte er mir, daß er viele davon ſelbſt vor etwa 50 Jahren gepflanzt habe. Welch ein ſeltenes und beneidenswerthes Loos, unter dem dichten Schatten von Baͤu⸗ men auszuruhen, die man ſelbſt herangezogen hat! Nur Eins fehlte noch vor wenigen Jahren dem vollſtaͤndigen Gluͤcke dieſes Mannes: er hatte ſeine erſte Frau verloren, und auch keine Kinder am Leben; da entſchloß er ſich im ho— hen Alter zu einer zweiten Heirath, und drei bluͤhende Kinder ſpielen jetz, lleber onde⸗ lon 6 in d Sinelair iſche ktaut li gegeben lüferte, Die un und Gr That ar ſictbere unter ei aber unt Un torlieger dß ſe nen w auf de ſich bo den das dem A) berjahrer ur des auf vicht hei der es voch gen wi das L ches ne — V ab die dnkend, u ſagen. da hab iil eth 8o ſm un wan tl i Rüt on Engln heit und be⸗ eer mich mit ſch mir bald hidende Kunſt als bis er mi iien, walch i eine vorläufye fürſtlicher An mit welcher Thür beſagt, 3 Coke, Gra het, bepflanzt dem Bau des altt ausgeführt ſchmuͤcken, er⸗ gern den Auf⸗ rſtlichem Auf⸗ im ebenfall⸗ Claude dorain Nubens, van ſo entlegener wurde ferner Bande zum koration des Tapeten ſo h von ſelbſt. des Grafen en Anſprüche t unterlaſſen, ich aber doc jent gemach dwirthe Eng⸗ ſſin(jeßt K⸗ Beſuche be⸗ de ſich undh⸗ ihn fir ihre cäönn Jarks vidd, ſagte hahe Walch in von Baͤl⸗ ſte noch vor ſeine erſt ſich im ho ſpilen jen Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 93 ſonders macht man in den beſſer kultivirten Gegenden von Schott⸗ land ebenfalls ſehr haͤufig mit dem beſten Erfolg Gebrauch da⸗ von. So erzaͤhlt, um nur ein Beiſpiel aufzufuͤhren, Sir John Sinclair, daß Hr. Brodin auf Scoughall in Oſtlothian 150 ſchot⸗ tiſche Acker eines milden Lehmbodens, der ſehr von Saamenun⸗ kraut litt, mit Weizen bedrillt und dieſer 42 Buſhel vom Acker gegeben habe, waͤhrend der breitwuͤrfig geſaͤtte nur 35 Buſhel lieferte, von letzterem aber der Buſhel ein Pfund mehr wog. Die unter den gedrillten und ungedrillten Weizen geſaͤeten Klee⸗ und Grasarten gediehen unter jenem beſſer. Es iſt auch in der That augenſcheinlich, daß dieſe Futterkraͤuter haͤufig von kaum ſichtbaren Unkraͤutern viel zu leiden haben, denen man, wenn ſie unter einer breitwuͤrfigen Saat ſtehen, nicht beikommen kann, die aber unter einer Drillſaat leicht mit der Hacke zu vertilgen ſind. Unterſucht man ſaͤmmtliche uͤber die Erfolge des Drillens vorliegende Thatſachen, ſo zeigt ſich, wie ſchon mehrmals bemerkt, daß ſie in den meiſten Faͤllen nur auf einem nicht ſehr gebunde⸗ nen und trockenen, oder wenigſtens reinen und muͤrben Boden, auf dem die Bearbeitung nicht viel Schwierigkeiten verurſacht, ſich vortheilhaft zeigte, ein feuchter, ſtrenger, ja zaͤher Thonbo⸗ den dagegen, der nur ſchwer zu behandeln iſt, und wenn bei dem Pfluͤgen nicht mit beſonderer Aufmerkſamkeit und Vorſicht verfahren wird, leicht ſich in Klumpen ballt, bietet der Drillkul⸗ tur des Getreides ſo große Schwierigkeiten dar, daß ſie ſich dar⸗ auf nicht ſelten ſehr unvortheilhaft gezeigt hat. Beſonders iſt dies bei der Sommergetreideſaat der Fall, wenn man zu ſelbiger, wie es noch Viele fuͤr nothwendig halten, im Fruͤhjahr ordentlich pfluͤ⸗ gen wil!; denn geſchieht ſolches nicht zur paſſenden Zeit, wenn das Land abgetrocknet, aber noch nicht erhaͤrtet iſt, ſo erlangt ſol⸗ ches nicht den Zuſtand von Kruͤmelung, die zum Empfang der als die Frucht dieſer Verbindung um ihn her. So mannigfaltigen Segen be⸗ denkend, konnte ich nicht umhin, dieſem Patriarchen des 19. Jahrhunderts zu ſagen:„Sie muͤſſen ſich doch als ein hoͤchſt gluͤcklicher Mann fuͤhlen.“— „Da haben Sie recht, das thue ich auch“ war ſeine mit ruhigem Selbſtge⸗ fuͤhl ertheilte Antwort.— So weit Waagen, deſſen fluͤchtige Beſchreibung der Kunſtſchaͤtze in Holk⸗ ham, unter denen er die Skulpturen oben anſetzt, achtzehn volle Seiten in dem angefuͤhrten intereſſanten Werke einnimmt.— Wo ſich freilich ſolche Mit⸗ tel und ſolche Intelligenz mit ſolchem Willen und ſolcher Thatkraft vereinigen, da iſt es kein Wunder, wenn Ausgezeichnetes zu Stande kommt. 94 Sechſtes Kapitel. Drillſaat durchaus erforderlich iſt. Dieſem Uebelſtande haben mehre Landwirthe auf dem durch ſeine Bindung und Naͤſſe ſich auszeichnenden Thonboden Sufefolks dadurch gluͤcklich abgeholfen, daß ſie, ohne den Pflug im Fruͤhjahr anzuwenden, auf die alte Furche ſaͤen. Sie geben naͤmlich dem zu Sommergetreide beſtimm⸗ ten Lande ſeine gehoͤrige Vorbereitung vor dem Winterfroſt und wenden im Fruͤhjahr vor der Drillſaat nur Grubber und Egge an, um es oberflaͤchlich zu lockern. Die Beete werden gewoͤhnlich 5 Fuß 3 Zoll breit gemacht, um ſie mit den Raͤdern der Ma— ſchine nicht zu beruͤhren, ſondern mit einem Zug beſaͤen zu koͤn⸗ nen. Nur wenige Landwirthe geben ihnen die doppelte Breite und beſaͤen ſie dann mit zwei Zuͤgen, ein Rad immer in der Furche gehen laſſend. Nur die Turnipsfelder machen bei dieſer Kulturweiſe einige Schwierigkeit, weil die Turnips bei ihr vor dem Winterfroſt geerntet werden muͤſſen, und man ſolches nicht liebt. Einige haben ihre Rechnung dabei gefunden, wenn ſie dieſe Felder gar nicht gepfluͤgt, ſondern, nachdem die Ruͤben abge⸗ bracht waren, blos mit Skarrifikator, Exſtirpator und Egge bear⸗ beitet haben. Daruͤber kann jedoch nur die Witterung entſcheiden; es ergibt ſich indeſſen daraus, wie vortheilhaft unter Umſtaͤnden das Unterlaſſen des Pfluͤgens im Fruͤhjahre werden kann. Es iſt eine laͤngſt gemachte Beobachtung, daß das einmal von Unkraͤutern gereinigte Land ſich mit der geringſten Muͤhe fer⸗ nerhin rein halten laͤßt. Zu dieſer Bemerkung fuͤgen wir noch hinzu, daß die Fruͤchte vorzugsweiſe in ihrer Jugend von Unkraͤu⸗ tern befreit werden muͤſſen, wenn ſie einen hohen Ertrag liefern ſollen, denn in jenem Zuſtande leiden ſie am meiſten von ihnen, und dazu gibt es kein wirkſameres Mittel, als die Beſtellung des Landes abwechſelnd mit Wurzelgewaͤchſen und Halmfruͤchten, ver⸗ bunden mit der Drillkultur und dem Pferdehacken. Ueber den Erfolg des Dibbelns ſei nur noch ein Fall ange⸗ geben. Zwei Acker Land wurden im October bedibbelt, 1 Acker mit 3 Pecks gewoͤhnlichen Weißweizen u. 1 Acker mit 2 Pecks kleinen rothen amerikaniſchen Weizen; der uͤbrige Theil des Fel⸗ des, 3 Acker haltend, wurde bei uͤbrigens ganz gleicher Beſtellung mit denſelben Weizenarten in demſelben Verhaͤltniß breitwuͤrfig beſaͤtt. Waͤhrend des Winters hatte die breitwuͤrfige Saat weit den Vorzug vor jener, und behielt ihn bis in den Maͤrz; als aber in dieſem Monate der gedibbelte Weizen mit der Hand be⸗ hackt und dies im April wiederholt worden war, anderte ſich das Nrodu dis g 18h. ſtlag niß e Behad ſchiede riger wegs dn iſ ſat di dige ſis ditii wn ande haler d Niſſe ſi dögeholfen auf die alt eide beſtinn⸗ nterfroſtund er und Cgg. gewühnlich In der M⸗ ien zu kön⸗ elte Breitt nmer in der bei dieſe bei ihr dor ſolches nicht enn ſie dieſ üben abg⸗⸗ Egge bear⸗ entſcheiden; Umſtaͤnden m. das einmal Muͤhe fer⸗ wir noch n Unkräͤu⸗ trag liefen von ihnen ſtellung de üchten, ve⸗ Fall ang⸗ elt, 1 Ace nit 2 Nece eil ds Fl r Beſtellung rritwürfig Saat weit Mrz; als Hand be⸗ te ſich de Ueber die breitwuͤrfige Saat, die Drillſaat und das Dibbeln. 95 Anſehn. Er uͤbertraf in Kurzem den breitwuͤrfig geſaͤeten, wurde kraͤftiger, erlangte eine groͤßere Hoͤhe und bekam laͤngere, koͤrner— reichere Aehren. Bei dem Dreſchen ergab ſich folgendes Reſultat: der breitwuͤrfige gab vom Acker genau 32 Buſhel à 60 Pfund und der gedibbelte 40 Buſhel à 61 Pfund. Es ſtellt ſich dem⸗ nach die Rechnung alſo: Sh. P. Pf. Sh. P. Breitwuͤrfig. 2 ½ Buſhel Ausſaat à 7.25 pro Acker 17 6 Das Saen.. 1— — 18 6 Produkt 34 Buſh. à 6½ Sch... 10 8— Reinertrag 9 9 6 Gedibbelt. 2 Pecks Ausſaat pro Acker der Buſhe 7 Sh... 3 6 Das Dibbeln... 7 6 Zweimal Hacken...... 10— 1 1— Produkt 40 Buſhel à 6½ Sh.... 13—— Reinertrag 11 19— Dies gibt eine Differenz zu Gunſten des Dibbelns von 2 Pf. 2 Sh. 6 P., die beßre Qualitaͤt des Weizens nicht mit in An⸗ ſchlag gebracht. Andere Verſuche haben kein ſo guͤnſtiges Ergeb⸗ niß geliefert, und das angegebene iſt vielleicht vorzugsweiſe dem Behacken zuzuſchreiben. Die Anwendung der Pferdehacke hat bei der Drillkultur ent⸗ ſchiedene Vorzuͤge vor der Handhacke, wenn die Reihen in gehoͤ— riger Entfernung von einander ſtehen. Die letztere darf keines⸗ wegs ganz vernachlaͤßigt werden, weil jene nicht immer anzuwen⸗ den iſt, ſteht aber der Pferdehacke an Wirkſamkeit nach. Auch hat dieſe den Vorzug, daß man mit ihr mehre Acker in einem Tage behacken kann, waͤhrend ein Mann mit der Handhacke hoͤch— ſtens einen halben Acker den Tag fertig bringt. Es iſt aber von Wichtigkeit, die Arbeit zu foͤrdern, weil ſie ſich nur wenige Tage des Fruͤhjahrs hindurch mit Vortheil ausfuͤhren laͤßt. 96 Siebentes Kapitel. Siebentes Kapitel. Von dem Ackerumlauf,(Fruchtwechſel, Rotation der Fruͤchte, Fruchtfolge). Lord Kames, der wohlbekannte Verfaſſer des Gentlemann Far⸗ mer) ſagt: kein Theil der Landwirthſchaft erfordert ſo viel Ein⸗ ſicht und Erfahrung, wie die Wahl eines zweckmaͤßigen Frucht⸗ wechſels, der den Boden in Kraft erhaͤlt und zu gleicher Zeit den moͤllichſt groͤßten Gewinn von ihm gewaͤhrt.“ Und in der That nicht Einer, der nur etwas von der Sache verſteht, kann einen Augenblick an der großen Wichtigkeit dieſes Gegenſtandes zwei⸗ feln; er nimmt in der Kunſt des Landwirthſchaftsbetriebes eine ſo hohe Stelle ein, daß man keinen beſſern Haltpunkt zur richti⸗ gen Beurtheilung der Tuͤchtigkeit eines Landwirths auffinden kann, als die von ihm gewaͤhlte Fruchtfolge. Es iſt zwar anſcheinend nicht ſchwer, zu erlernen, was man unter Fruchtwechſel zu ver⸗ ſtehen habe, indem ſeine Hauptregel darin beſteht, daß Halm⸗ und Blattgewaͤchſe immer mit einander abwechſeln ſollen; aber bei der Ausfuͤhrung gehoͤrt kein geringer Grad von Erfahrung und Nachdenken dazu, um die verſchiedenen Kulturpflanzen ſchicklich zu ordnen, und den Verſchiedenheiten des Bodens, des Klima's und der oͤrtlichen Lage anzupaſſen. Es iſt wohl leicht, eine Abwech⸗ ſelung zwiſchen Getreide und anderen Gewaͤchſen ſtattfinden zu laſſen, allein ſchon eine geringe Beobachtungsgabe reicht hin, den praktiſchen Mann davon zu uͤberzeugen, daß die Hauptregel ſtreng *) Woͤrtlich laͤßt ſich dieſer Buchtitel gar nicht uͤberſetzen, wenn er fuͤr den Deutſchen einen Sinn haben ſoll. Nur eine Umſchreibung kann hier aus⸗ helfen.„Anleitung zum Landwirthſchaftsbetrieb auf groͤßeren Guͤtern“— moͤchte bei uns allenfalls ausdruͤcken, was der Englaͤnder mit Gentlemann Farmer ſagen will. befolt: Esſd ga dar ſid; ab dan gat feine all ds Gan ghörigen chehen. NMa ſern Wer Kunſt d tem gut tz richt nothwend demſebben Die Ha zubauen als erſch um den Bndens 6 begir arkit b 4 viel di teiſh nau erm und alle wenig daß naͤr mit Von 2* hü 7 8 mn ſoll? Uann im de gudv dän nih rn g. Sa ation der emann Far⸗ io viel En— geen Fruh⸗ ger Zeit de in der Thu kann einen andes zwei⸗ riebes eine zur richti⸗ nden kann, nſcheinend ſel zu ver⸗ aß Halm⸗ n; aber bi hrung und ſchicklich plima's und ne Abweg⸗ ttfinden zu ht hin, den regeſtteng nenn er für mn hier aus⸗ Huͤtern“— Gentlemann Von dem Ackerumlauf. 97 befolgt werden, und die Fruchtfolge doch tadelnswerth ſein kann. Es iſt daher nicht zu verwundern, daß viele verſchiedene Meinun⸗ gen daruͤber herrſchen, die vielleicht ſaͤmmtlich richtig begruͤndet ſind; aber was in einem Falle rathſam iſt, kann in einem an— dern ganz unanwendbar ſein, und es gibt in der Landwirthſchaft keine allgemeine Regel, die nicht in einzelnen Faͤllen zum Vortheil des Ganzen abzuaͤndern waͤre, nur muß ſolches mit Einſicht und gehoͤriger Beruͤckſichtgung des Bodens und der Verhaͤltniſſe ge— ſchehen. Man hat auf eine ſyſtematiſche Folge der Fruͤchte einen groͤ— ßern Werth gelegt, als dieſelbe zu verdienen ſcheint. Die groͤßte Kunſt des Landbau's beſteht darin, daß man den Boden in ſei⸗ nem guten Zuſtande wenigſtens erhaͤlt, ihn nicht erſchoͤpft, wenn es nicht moͤglich iſt, ihn zu bereichern und dazu iſt weſentlich nothwendig, daß die Arbeit, ſo wie die Duͤngermenge, die man demſelben zuwendet, ſeiner Beſchaffenheit wohl angepaßt ſeien. Die Hauptruͤckſicht bei allen Fruchtfolgen ſollte daher ſein, die an— zubauenden Gewaͤchſe ſo zu ordnen, daß diejenigen, welche man als erſchoͤpfend kennt, nicht zu oft auf dieſelbe Stelle kommen, um den Verluſt derjenigen Beſtandtheile und Eigenſchaften des Bodens zu verhindern, welche das Pflanzenwachsthum vorzuͤglich zu beguͤnſtigen ſcheinen, und in deren Ueberfluß ſeine Frucht⸗ barkeit beſteht. Die wahre Beſchaffenheit dieſer Eigenſchaften, oder vielmehr die Urſachen, welche ihre beſondre Einwirkung auf die verſchiedenen Pflanzenarten hervorbringen, ſind noch nicht ge⸗ nau ermittelt, man hat nur unbeſtimmte Muthmaßungen daruͤber, und alle chemiſche Unterſuchungen uͤber dieſen Gegenſtand haben wenig mehr gelehrt, als was man ſchon aus Erfahrung wußte, daß naͤmlich gewiſſe Pflanzen nur auf einer beſtimmten Bodenart mit Vortheil, und alle nur mit Verluſt an ihrem Ertrag mehr⸗ mals hintereinander anzubauen ſind*). *) Dieſe Bemerkung uͤber die bisherigen Erfolge chemiſcher Unterſuchun⸗ gen ſoll keinesweges eine Nichtachtung derſelben an den Tag legen; wir er⸗ kennen im Gegentheil vollkommen den großen Nutzen, den die Chemie ſowohl der Landwirthſchaft, als anderen Gewerbszweigen bringen kann, und glauben daher recht gern, daß z. B. da Candolle's Theorie des Fruchtwechſels(S. uUniv.⸗Bl. B. 6, S. 132) wenn auch bis jetzt nur bloße Idee, ein weites Feld fuͤr Unterſuchungen darbiete, das von Chemikern und Naturforſchern aller Laͤnder vorurtheilsfrei durchforſcht, viel beitragen koͤnne zur Loͤſung des Problems der Vegetation.. II. 7 98 Siebentes Kapitel. Das Land, ſagen die Landwirthe, wird des Tragens muͤde, wenn man es mehrmals nacheinander mit derſelben Frucht beſtellt, und erzeugt dieſe nicht mehr in ihrer fruͤheren Vollkommenheit, liefert dagegen einen reichen Ertrag an Gewaͤchſen anderer Art, wenn man dieſelben ſtatt jener darauf bringt*). Darauf gſſtuͤtzt, hat man gemuthmaßt, daß manche Beſtandtheile des Bodens zur Ernaͤhrung der einen Pflanze, und andere wieder zu der einer an⸗ deren dienten. Dann hat man auch die Wahrnehmung einer groͤ— ßeren Bodenerſchoͤpfung bei Halmfruͤchten, als bei Blattgewaͤch⸗ ſen dem Umſtande zugeſchrieben, daß der Boden der Sonne mehr ausgeſetzt iſt, wenn er jene traͤgt, und die verbeſſernden Eigen— ſchaften der letzteren zum großen Theil durch den Schatten zu er⸗ klaͤren geſucht, den ſie uͤber dem Lande verbreiten, auch wohl da⸗ durch, daß breitblaͤttrige Gewaͤchſe einen groͤßern Theil ihrer Nah⸗ rung aus der Atmoſphaͤre ziehen, Halmfruͤchte dagegen die ihrige gaͤnzlich dem Boden zu entnehmen ſcheinen. Die Pflanzen mit Pfahlwurzeln ferner dringen tiefer in den Boden ein, als die, welche blos oberflaͤchlich wurzeln, benutzen deshalb eine groͤßere Erdmaſſe zu ihrer Ernaͤhrung, und koͤnnen aus dieſem Grunde als ſolche Gewaͤchſe betrachtet werden, welche den zur Koͤrnerer⸗ zeugung vorzuͤglich dienenden Bodentheil minder erſchoͤpfen. Moͤgen dieſe Hypotheſen gegruͤndet ſein oder nicht, die Er⸗ fahrung, die ſicherſte Fuͤhrerin bei den landwirthſchaftlichen Ge— ſchaͤften, hat bewieſen, daß ein fortwaͤhrend als Feld benutzter Boden nicht in gutem Zuſtand zu erhalten iſt, ohne einen wie⸗ derholten Wechſel der anzubauenden Gewaͤchſe. Eine Ausnahme *) Es iſt keineswegs die Erſchoͤpfung des Bodens allein, welche das Mißrathen einer Pflanze bedingt, wenn ſie zum Oeftern hintereinander auf demſelben Boden gebaut wird; denn waͤre dies, ſo muͤßte durch erneute Duͤngung dieſer Erſcheinung vorzubeugen ſein. Dies iſt aber nicht der Fall: wenn man z. B. Weizen oder Erbſen wiederholt auf demſelben Lande anzu⸗ bauen beabſichtigt, ſo mag man duͤngen, ſo ſtark man will, die Frucht ar⸗ tet doch aus, und die Ernten werden immer ſchwaͤcher und ſchwaͤcher. Einen merkwuͤrdigen Beweis dafuͤr finden wir auf der Inſel Thanet.(S. B. 1. S. 529). Wenn daſelbſt, nach Landesgebrauch zu reden, der Boden uͤber⸗ erbſet(overpeat) iſt, ſo wird er fuͤr dieſe Frucht gleichſam vergiftet, und wenn man dennoch Erbſen darauf ſaͤet, ſo gehen ſie zwar auf, aber ſie wer⸗ den bald gelb und geben keinen Ertrag. Dies iſt jedoch nicht bei allen Ge⸗ waͤchſen ohne Unterſchied der Fall; denn Kartoffeln z. B. koͤnnen alljaͤhrlich auf demſelben Boden erbauet werden, wenn man nur immer neu duͤngt(ſie werden jedoch nach einigen Jahren immer unergiebiger und waͤſſeriger. von d fid ſtaten, nit Huu ſtucht; and, d nehte( u trage her Aus enwärti agz eir n ſ Wirthſch des Kre Die ſſchen D dung g Bähuülf nur dar lich gru ur ein ethlln andfläch eiſchieder ie ine t ffolgt e Futeeger daß en des Ve türlichen daher be Beſchaf — *) d. dan unter dit in diß deg Aundädr Järſſt victſtet durc gens muͤd, ucht beſtelt tommenhei andeter Art rauf geſtt Bodens zr der einer e⸗ ng einer gi⸗ Battgewit⸗ Sonne mi den Eigee atten zu e⸗ h wohl da⸗ lihrer Nah⸗ n die ihrige flanzen mi n, als d ane großen ſem Grund er Koͤrnenn. pfen. ht, die Er klichen Ge⸗ benutzter äinnen wie Ausnahm welche lo ereinanderau durch erraut icht der dal Lande anzl⸗ die Frucht ar⸗ acher Einen t(S. B. 1. Soden uber ergiftet und aber ſie wer⸗ gei allen Ge mn allährlt u dungt(b eriger. Von dem Ackerumlauf. 99 von dieſer Regel mag zum Theil in der Naͤhe großer Staͤdte ſtatt⸗ finden koͤnnen, welche eine unbeſchraͤnkte Zufuhr von Duͤnger ver⸗ ſtatten, durch die es moͤglich wird, den Boden immer wieder neu mit Humus zu verſehen, und ihm die zur Erzeugung derſelben Frucht nothwendigen Beſtandtheile einzuverleiben*). Auch Neu⸗ land, das bisher zur Weide gedient hat, iſt in der Regel faͤhig, mehre Ernten gleicher Art eine Reihe von Jahren hintereinander zu tragen. Unter ſolchen Umſtaͤnden beſteht die ganze Kunſt in der Auswahl ſolcher Gewaͤchſe, welche der Boden in ſeinem ge⸗ genwaͤrtigen Zuſtande mit dem groͤßten Vortheile zu tragen ver⸗ mag; eine Erſchoͤpfung deſſelben iſt nicht zu befuͤrchten. Dies ſind jedoch Faͤlle ſo eigner Art, daß ſie bei dem gewoͤhnlichen Wirthſchaftsgange keine Ruͤckſicht verdienen und daher außerhalb des Kreiſes unſerer Betrachtungen liegen. Die Nothwendigkeit, dem Ackerlande von Zeit zu Zeit thie— riſchen Duͤnger zuzufuͤhren, hat alle Landwirthe zu der Ueberzeu⸗ gung gebracht, daß die Produktion von Koͤrnern nur durch die Beihuͤlfe einer angemeſſenen Viehhaltung moͤglich ſei, und ſich nur durch eine zweckmaͤßige Verbindung beider von jeder der moͤg— lich groͤßte Vortheil erlangen laſſe. Ueber dieſen Punkt herrſcht nur eine Meinung; abweichend aber ſind die Anſichten uͤber das Verhaͤltniß, in dem beide zu einander ſtehen ſollen, oder uͤber die Landflaͤche, welche der einen oder der andern zu widmen ſei. Die verſchiedenen Kulturſyſteme laſſen ſich in zwei Klaſſen bringen: die eine beruͤckſichtigt vornehmlich die Koͤrnererzeugung, die andere befolgt eine regelmaͤßige Abwechslung zwiſchen Kornfruͤchten und Futtergewaͤchſen. Bei der erſten iſt es unumgaͤnglich nothwendig, daß ein Theil des Landes als Wieſe und Weide zur Erhaltung des Vieh's liegen bleibe, die bei der zweiten ohne Beihuͤlfe na⸗ tuͤrlichen Graslandes zu bewirken iſt. Die Beſtellungsweiſe muß daher bei einer jeden verſchieden ſein, und hauptſaͤchlich nach der Beſchaffenheit des Bodens eingerichtet werden. Da aber die *) Der Verfaſſer macht hier eine weitlaͤufige Erklaͤrung von dem, was man unter Humus zu verſtehen habe, die fuͤr die Deutſchen nichts Neues ent⸗ haͤlt, im Gegentheil beweißt, daß die Englaͤnder hinſichtlich ihrer Kenntniß dieſes Gegenſtandes hinter jenen zuruͤckgeblieben ſind. Was Dary in ſeiner Agrikulturchemie daruͤber gelehrt hat, gilt ihnen fuͤr das Letzte und Einzige. Intereſſant iſt es, daß der Verf. Thaer's Grundſaͤtze der rationellen Land⸗ wirthſchaft anfuͤhrt, wenn er von der Groͤße der Erſchoͤpfung des Humus durch die verſchiedenen Kulturgewaͤchſe ſpricht. 7* 100 Siebentes Kapitel. Hauptruͤckſicht eines jeden Landwirths die Erlangung des moͤglich hoͤchſten Reinertrags von ſeinem Grund und Boden bleiben muß, ſo hat er zu unterſuchen, durch welches von dieſen Syſtemen er dieſen Zweck in ſeiner Lage am ſicherſten erreichen koͤnne. Bei der alten Wirthſchaftsweiſe wurde das Land ſo lange mit Halmfruͤchten beſtellt, bis es beinahe erſchoͤpft war, und dann zur Weide niedergelegt, um durch ſich ſelbſt neue Kraft zu gewin— nen; aber nach der Einfuͤhrung der Turnips und der Aufnahme anderer Wurzelgewaͤchſe unter die Kulturpflanzen wurde die Ab— wechſelung zwiſchen Halmfruͤchten und anderen Gewaͤchſen von den Landwirthen Flanderns, wo es unabaͤnderlicher Gebrauch iſt, eine Ernte um die andere fuͤr Menſchen und Vieh zu gewinnen, angenommen und man fand, daß das Land auf dieſe Weiſe von den verderblichen Einwirkungen des Erſchoͤpfens befreit blieb, kei⸗ ner ſo langen Ruhe mehr bedurfte, und, da es die Mittel zu einer ſtarken Viehhaltung darbot, reichlicher, als vordem geduͤngt werden konnte. Dieſe Abaͤnderung im Wirthſchaftsbetrieb hat ohne Zweiſel den Grund zum Gedeihen des engliſchen Ackerbau's ge— legt; die Erfahrung aber dieſes neue Wirthſchaftsſyſtem noch um einen großen Schritt ſeiner Vollkommenheit naͤher gefuͤhrt; man ließ naͤmlich fruͤher ohne Auswahl Halmfruͤchte mit Gewaͤchſen anderer Art wechſeln, wußte aber noch nicht, welche zum Anbau gewaͤhlte Pflanze die geeignetſte ſei, einer andern zu folgen. Zahl⸗ reiche Verſuche ſind nun neuerer Zeit gemacht worden, die beſte Aufeinanderfolge der Fruͤchte fuͤr die verſchiedenen Bodenarten ken⸗ nen zu lernen und werden immer aufs Neue angeſtellt, ſo daß dadurch dieſer wichtige Gegenſtand ſehr aufgehellt worden iſt*). Bei der Ackerbeſtellung ſind vornehmlich zwei Punkte in's Auge zu faſſen, zuerſt der Gewinn der moͤglichſt groͤßten Menge vorzuͤglich werthvoller Produkte und dann die Erzeugung dieſer Produkte auf eine Weiſe, durch welche das Land ſo wenig wie moͤglich erſchoͤpft wird; oder, mit anderen Worten:„Die Sorg⸗ falt des Landwirths muß darauf gerichtet ſein, ſein Streben nach unmittelbarem Gewinn mit ſolcher Vorſicht und Kenntniß in .*) Der Verf. theilt hier die bekannten Verſuche von Macgire mit, welche in England großes Aufſehn gemacht haben und in vielen gelehrten Zeitſchrif⸗ ten weitlaͤufig beſprochen worden ſind. S. Univ.⸗Bl. B. 3. S. 205. und B. 4. S. 173. Auälll und dau die iſchaff ſfüben ſ und gere dene Fr. den, we den ine Parkeit Vertheil Der bäteint dide un Ne Via ¹ Nap ſechs des mägit leiben muſ Syſtemen a we. nd ſo uung t, und dan ſt zu gewin er Aufnahme rde die wichſen va hebrauch jſ n gewinna Weiſe bon blieb, ke e Mittel i em geduͤng eb hat ohn kerbau's g⸗ em noch un führt; mn Gewachſen zum Anbau en. Zahl⸗ , die beſte natten ken⸗ lt, ſo daß den iſt“). Punkte int ßten Me gung din wenig wi „Die Sol⸗ in Eteben Kenntriß in emit, welch en Zeitſchrf S. 205. un Von dem Ackerumlauf. 101 Ausuͤbung zu bringen, daß dadurch die Quellen des zukuͤnftigen und dauernderen Vortheils nicht verſtopft werden.“ Die Hauptgrundſaͤtze, nach welchen eine jede Fruchtfolge, die Beſchaffenheit des Bodens ſei, wie ſie wolle, einzurichten iſt, ſtuͤtzen ſich, nachdem naͤmlich das Land vollkommen trocken gelegt und gereinigt iſt(dies bleibt das erſte Erforderniß), auf folgende Regeln: 1) Man vermeide die unmittelbare Aufeinanderfolge der Ge⸗ waͤchſe gleicher oder aͤhnlicher Art, beſonders wenn ſie er⸗ ſchoͤpfender Natur ſind, und ſchiebe deren Wiederkehr auf dieſelbe Stelle ſo weit hinaus, als es die Umſtaͤnde irgend erlauben. 2) Man baue, wenn es die Beſchaffenheit des Bodens ver⸗ ſtattet, allemal zwiſchen zwei Halmfruͤchten ein Futterkraut oder ein Wurzelgewaͤchs an. 3) Man gebe auf ſolchem Boden, der dieſe Abwechslung von Fruͤchten zulaͤßt, denjenigen Zwiſchengewaͤchſen den Vorzug, welche das meiſte Viehfutter liefern und zu gleicher Zeit, theilweis wenigſtens, eine Bearbeitung mit der Pferdehacke zur Reinigung und Lockerung des Landes erlauben. 4) Man lege einen ſchweren Boden, oder uͤberhaupt ein der Ruhe beduͤrftiges Stuͤck Land von irgend einer Beſchaffen⸗ heit niemals zu Gras nieder, ohne es vorher vollkommen von Unkraut gereinigt zu haben. In Bezug auf dieſe Regeln hat man nachfolgende verſchie⸗ dene Fruchtumlaͤufe in den meiſten Faͤllen als diejenigen befun⸗ den, welche am geeignetſten ſind, einen ihnen angemeſſenen Bo— den in einem wuͤnſchenswerthen Zuſtande von Reinheit und Frucht⸗ barkeit zu erhalten, und zu gleicher Zeit eine oͤkonomiſch richtige Vertheilung der Feldarbeiten moͤglich zu machen. Dreijaͤhriger Umlauf. Derſelbe fand ehedem durch ganz Europa faſt allein ſtatt, beſchraͤnkte ſich auf 1) Brache, 2) Winter⸗, 3) Sommerge⸗ treide und wurde Dreifelderwirthſchaft genannt. 3 Wenn ein Landgut, wie fruͤher allgemein, eine große Flaͤche Wieſen und Weiden beſitzt, waͤhrend des Winters eine hinreichende Menge von Duͤnger erzeugt, um alle drei Jahre, wenigſtens alle ſechs Jahre das Feld gut duͤngen zu koͤnnen, und wo der von 102² Siebentes Kapitel. Natur gute Boden auch in einem guten Zuſtande erhalten wird, da liefert dieſes Wirthſchaftsſyſtem ſchoͤne Koͤrnerernten. Es wird theilweis noch beibehalten auf in Gemeindeverband liegenden Flu⸗ ren, die auf keine andere Weiſe bewirthſchaftet werden koͤnnen, weil die Gemeindeglieder das gemeinſchaftliche Recht der Auftrift nach der Ernte beſitzen; auch findet man es noch in einzelnen Gegenden, die einen ſo ſtrengen bindigen Thonboden haben, daß ſie nur von Zeit zu Zeit einen Zwiſchenbau von Bohnen oder Klee erlauben und die Pachtbedingungen durchaus vorſchreiben, vor dem Weizen reine Brache zu halten. Es iſt ſolches von den Theoretikern, die nichts im Auge ha⸗ ben als„die Vergroͤßerung des Nationalwohls durch vermehrte Bodenproducte“ ſehr verſchrieen worden; dieſelben kennen jedoch weder die Schwierigkeiten, noch die Koſten der Bodenbearbeitung, und nehmen auch keine Ruͤckſicht auf den Erfolg, der daraus in Bezug auf Gewinn oder Verluſt fuͤr den Landwirth hervorgehen kann, wenn ſie laut eine Abaͤnderung dieſes Wirthſchaftsſyſtems uͤberall verlangen. Aber ſelbſt vorausgeſetzt, daß der Boden eine ſolche erlaube, ſo muß man doch, ehe man darauf dringt, zuvor nicht nur deſſen Beſchaffenheit genau unterſuchen, ſondern auch reiflich erwaͤgen, ob der Landwirth die Mittel dazu beſitze; denn es darf nicht aus den Augen gelaſſen werden, daß die Kapitale, welche in England fruͤher ſo reichlich auf die Landwirthſchaft ver⸗ wendet wurden, ſich neuerer Zeit ſehr verringert haben, und daß deshalb viele Landwirthe auf manchen Vortheil Verzicht leiſten muͤſſen, den ſie vordem durch die Ausfuͤhrung kuͤhnerer Plaͤne ſich verſchaffen konnten. Zu Gunſten jenes Wirthſchaftsſyſtems laͤßt ſich immer an⸗ fuͤhren: 1) Daſſelbe iſt koſtenerſparend; denn alle dabei vorkommenden Arbeiten ſind von der einfachſten Art, und verlangen nichts weiter, als wohlfeile Geraͤthe und Ochſengeſpanne. 2) Es erfordert keine ſo unausgeſetzte Aufſicht auf die Bear⸗ beitung des Bodens, wie deſſen fortwaͤhrende Beſtellung bei einem Fruchtwechſel. 3) Die Feldarbeit iſt durch das ganze Jahr hindurch gleichmaͤ⸗ ßig vertheilt, und wenn auch durch die Brache der Ver⸗ luſt des Ertrages von einem Jahre herbeigefuͤhrt wird, ſo iſt dafuͤr die darauf folgende Weizenernte gewoͤhnlich ſo 9 V 1 Die Säug nitl ſtiſtsſ fande Beutel dazu en die He alen u lig unt ier rich darf m wenne ſſen ni duch durhe wende es da der C gußte tm ein fährdet b 4 de d aujdi boden ſieh riche V ſo 3 vſüg iinige j nac halten wid . Es wid genden Flu⸗ den können, de Luftiiſ in äizelnen haben, daß Bohnen dder borſchreiben, Auge he⸗ vermehrt nnen jedoc bearbeitung daraus in hervorgehen ſaftsſyſtems Boden eine ingt, zuvor ondern auch ſitze; dem Kapitale, ſchaft ver⸗ und daß icht leiſten erer Nlane immer ar⸗ rkommenon ngen nichs ne. f di Bear⸗ Beſellung glichmaͤ⸗ eder Ver⸗ t wird, ſe öhnlich ſ Von den Ackerumlauf. 103 ausgezeichnet, daß dadurch ein Theil dieſes Verluſtes wie⸗ der erſetzt wird. Dies ſind Betrachtungen, die einen Landwirth, ſowohl in Bezug auf ſeine perſoͤnliche Bequemlichkeit, als auf ſeine Geld⸗ mittel, von der Beſchleunigung einer Abaͤnderung ſeines Wirth⸗ ſchaftsſyſtems abhalten koͤnnen, wenn dieſelbe auch durch die Um⸗ ſtaͤnde geboten ſcheint; denn ſie verlangt, daß er tief in ſeinen Beutel greife, und wenn derſelbe nicht ſo gefuͤllt iſt, daß er alle dazu erforderlichen Ausgaben wohl beſtreiten kann, thut er beſſer, die Hand gar nicht hinein zu ſtecken. Die Berechnung muß ihm allein uͤberlaſſen bleiben; denn nur er kann uͤber ſeine Lage rich⸗ tig urtheilen, und ſobald er ein richtiger Geſchaͤftsmann iſt, wird er nicht verfehlen, dieſelbe mit Genauigkeit anzuſtellen. Doch darf man auch nicht vergeſſen, daß dieſes Wirthſchaftsſyſtem, wenn es einigermaßen mit Energie befolgt werden ſoll, viel Wie⸗ ſen noͤthig hat, da bei ihm die ganze Heu- und Strohernte durch das Vieh konſumirt werden muß und ein Theil von dieſem durchaus auf dem Stalle, mit Huͤlfe von Oelkuchen ꝛc. erhalten werden ſollte, um hinlaͤnglich Duͤnger zu erzeugen; denn wenn es dadurch nicht vom Anfang an wohl unterſtuͤtzt wird, ſo muß der Erfolg nothwendig fehlſchlagen, weil die Duͤngererzeugung groͤßtentheils von Stroh abhaͤngt und daher, wenn die Kornern⸗ ten einmal in einem Jahre fehlſchlagen, ſie auch im naͤchſten ge⸗ faͤhrdet ſind. Außer auf einigen ſehr gebundenen Thonbodengegenden iſt die Dreifelderwirthſchaft auch noch faſt ganz allgemein in Oſtkent auf einigen armen Bodenarten und auf dem tiefen ſandigen Lehm⸗ boden der Inſel Thanet, wo man ſie fuͤr ſehr eintraͤglich haͤlt, ſie heißt auch wohl Kentiſche Wirthſchaft und hat folgende Ein⸗ richtung: 1) Gerſte, 2) Bohnen, 3) Weizen. Die Weizenſtoppel wird abgerecht, und darauf das Land, ſo bald als moͤglich nach der Ernte, fuͤnf bis ſechs Zoll tief ge⸗ pfluͤgt; dieſes wird im naͤchſten Fruͤhjahr, wenn das Erdreich einigermaßen abgetrocknet iſt, uͤbers Kreuz wiederholt, und hierauf, je nachdem der Boden rein vom Unkraut iſt, noch zwei bis drei⸗ mal vorgenommen. Die Gerſte wird im April entweder gedrillt, 2 ½— 3 Buſhel auf den Acker oder breitwuͤrfig geſaͤet, wo dann vier Buſhel noͤthig ſind. In den Zwiſchenzeiten zwiſchen den Pflugarten bringt man auf ſchicklichen Plaͤtzen auf den Feldern große Haufen von humoſer Erde, Hofmiſt und Seegras, das in 104 Siebentes Kapitel. jener Gegend in Menge zu haben iſt, zuſammen, ſtuͤrzt dieſelben im Herbſte um und ſtreut ſie waͤhrend des Winters bei Froſt⸗ wetter uͤber die Gerſtenſtoppeln zur Duͤngung fuͤr die Bohnen, die im naͤchſten Fruͤhling in achtzehn bis zwanzig Zoll weiten Reihen, 3½— 4 Buſhel pro Acker gedrillt werden. Die Fur⸗ chen werden nach der Saat geeggt und eben gewalzt, das Land ſpaͤterhin durch wiederholtes Pferde⸗ und Handhacken vollkommen rein gehalten, und die Bohnen zuletzt behaͤufelt. Sobald dieſel⸗ ben geerntet ſind, bricht man deren Stoppeln flach um, reinigt das Land durch Eggen und Verbrennen der Unkraͤuter vollſtaͤndig und ſaͤet dann Weizen, entweder breitwuͤrfig oder mit der Drill⸗ maſchine; in jenem Falle ſind 312— 4 Buſhel, in dieſem nur 3 Buſh. auf den Acker noͤthig. Bisweilen wird Klee an die Stelle der Bohnen geſetzt, und dann der Duͤnger auf die Wei⸗ zenſtoppel zur Gerſte aufgebracht, die hier vorzuͤglich geraͤth, und eine beſonders gute Vorfrucht fuͤr den Klee wird. Fruchtwechſelwirthſchaften⸗ Die Abwechſelung zwiſchen Halm- und Futtergewaͤchſen, welche man gegenwaͤrtig allgemein als den leitenden Grundſatz bei Anordnung eines Ackerumlaufes dieſer Art anerkennt, muß nothwendig bei der Ausuͤbung in Einzelnheiten ſehr verſchieden ſein nach den ſo ſehr von einander abweichenden Zeit⸗, Orts⸗ und Bodenverhaͤltniſſen, welche dabei zu beruͤckſichtigen unum— gaͤnglich nothwendig iſt; die gewoͤhnlichſte Ordnung jedoch auf ſolchen minder gebundenen Bodenarten, die man gemeiniglich Tur⸗ nipsboden nennt, iſt unter dem Namen der Norfolker Wirthſchaft bekannt, welche vier Felder hat, naͤmlich: 1) Turnips, 2) Gerſte, 3) Klee, 4) Weizen. Dieſelbe iſt mit geringen Abaͤnderungen eine lange Reihe von Jahren auf vielen großen Guͤtern jener Grafſchaft ein- und durch⸗ gefuͤhrt worden, und hat ſich gegenwaͤrtig ziemlich allgemein uͤber das ganze vereinigte Koͤnigreich auf aͤhnlichen Bodenarten verbrei⸗ tet. Es kann auch nicht geleugnet werden, daß ein ſolcher Bo⸗ den bei derſelben vollkommen rein und muͤrbe zu erhalten iſt, und ſie, wenn es weder an Kapital, noch an Einſicht gebricht, einen hoͤhern Ertrag als jede andere Wirthſchaftsweiſe abwerfen kann; in Bezug auf die Koͤrnerproduktion iſt es aber natuͤrlich, daß meht wonn Je Elment othwen ſtaſt Etſe mene R nem B. den An wie dure diſſen d ten Nl ſcs Gew und dad da pfe von Lo Klee i einer; Weijen 5 in gan) ſuuſe der gt größt wid. T dar 1 lacht ſe ten Gen weiſe a Es iſt nommer 3 dem hhieht, Idere in Herb duj ſoch wid nur vd ſi — 9d t dieſelben bei Froſ Vohnen ol weiten Die Fur⸗ das Land wllommen had diſel m, renigt vollſtaͤndig der Orill⸗ ſeſem nur ee an die die Wei⸗ ath, und waͤchſen, Grundſatz ſt, muß rſchieden „Orts⸗ unum⸗ doch auf gicch Tur⸗ dirthſchaft Reihe von nd durg⸗ mein über n vnttei⸗ ſcer Bo⸗ riß, und tt, einen en kann; ich, daß Von dem Ackerumlauf. 105 mehr und beſſerer Weizen nach einer reinen Sommerbrache ge⸗ wonnen wird. Jener Fruchtwechſel, ſo kurz und einfach er iſt, enthaͤlt alle Elemente eines guten Wirthſchaftsſyſtems; aber es iſt bei ihm nothwendig, daß das ſaͤmmtliche erzeugte Futter in der Wirth— ſchaft ſelbſt konſumirt werde, und dazu wird die Beihuͤlfe einer Schafheerde erfordert. Seine Durchfuͤhrung iſt auf eine vollkom— mene Reinigung des Bodens begruͤndet, und dieſe iſt, auf trocke⸗ nem Boden, durch nichts ſo vollkommen zu bewirken, wie durch den Anbau der Turnips, durch welche hier daſſelbe erreicht wird, wie durch eine reine Sommerbrache auf ſchwerem Boden, und deſſen wohlthaͤtige Wirkungen, abgeſehen von ſeinem unmittelba— ren Nutzen, den ganzen Umlauf hindurch zu bemerken ſind. Die— ſes Gewaͤchs erfordert eine beſonders ſorgſame Ackerbearbeitung, und dadurch wird, vornehmlich wenn man daſſelbe drillt und mit der Pferdehacke bearbeitet, der Boden in einen ſolchen Zuſtand von Lockerheit und Muͤrbigkeit verſetzt, daß ſich fuͤr Gerſte und Klee keine beſſere Vorbereitung denken laͤßt und wenn letzterer mit einer Furche umgebrochen worden das Land zum Empfang der Weizenſaat vollkommen zugerichtet erſcheint. Dagegen wird freilich bemerkt, daß die werthvollſte Frucht im ganzen Umlauf am entfernteſten von dem verbeſſernden Ein⸗ fluſſe der Turnips ſtehe, und daß der zu dieſen verwendete Duͤn⸗ ger groͤßtentheils aufgebraucht ſein muͤſſe, wenn der Weizen geſaͤet wird. Dieſe Bemerkung iſt gewiß nicht ohne Grund, aber es darf zu gleicher Zeit nicht unberuͤckſichtigt bleiben, daß es nicht leicht ſein wuͤrde, weder durch eine andere Stelung der genann⸗ ten Gewaͤchſe, noch durch die Aufnahme anderer eine Beſtellungs⸗ weiſe einzufuͤhren, die ſich im Ganzen vortheilhafter zeigen duͤrfte. Es iſt natuͤrlich, daß, wenn Turnips in den Umlauf mit aufge⸗ nommen werden, dieſe bis zur Zeit der Winterweizenſaat nicht auf dem Acker aufgefreſſen ſein koͤnnen, aber nur ſobald dieſes ge⸗ ſchieht, ſchreiben wir ihnen ihren vollen Wirthſchaftswerth zu. Andere Gewaͤchſe dieſer Art koͤnnen, das iſt wahr, zeitig genug im Herbſt vor der Weizenſaat vom Felde geraͤumt werden; allein auf ſolchen Bodenarten, wie wir hier vornehmlich im Auge haben, wird nur ſelten ein anderes ſo großen Vortheil gewaͤhren. Kartoffeln z. B. ſind nicht allgemein in ſo großer Ausdehnung anzubauen*); *) Die einſeitige Vorliebe der engliſchen Landwirthe fuͤr ihre Turnips, die 106 Siebentes Kapitel. Bohnen paſſen beſſer auf ſchweren, als auf leichten Boden und Erbſen ſind nicht nur unſicher, ſondern auch in Bezug auf die Reinigung des Bodens nicht viel werth. Außer dem großen Vor⸗ zuge, den die Turnips als reinigende Brachfrucht beſitzen, darf man auch nicht uͤberſehen, daß ſie als Viehfutter großen Nutzen gewaͤhren und der ihnen gewidmete Duͤnger auf die gute Beſchaf⸗ fenheit des Bodens eine langdauernde guͤnſtige Wirkung aͤußert. Es iſt jedoch nicht zu verkennen, daß dieſer Fruchtwechſel, wenn er auch in ihm zuſagenden Verhaͤltniſſen die Grundlage des moͤglich beſten Wirthſchaftsſyſtems bildet, doch in einzelnen Faͤl⸗ len unpaſſend ſein koͤnne, und daß ein ſo ſteifes Feſthalten an einer beſtimmten Form, daß man daruͤber alle Umſtaͤnde, die eine Abaͤnderung derſelben gebieten, uͤberſaͤhe, eine ſehr geringe Be⸗ kanntſchaft mit den Eigenthuͤmlichkeiten des landwirthſchaftlichen Gewerbes verrathen wuͤrde. Der Boden liebt die Abwechslung ſo, daß er nicht ſelten das Wachsthum einer oft auf ihm beſtellten Frucht verſagt. So misraͤth der Klee, ob er gleich unter Gerſte geſaͤet, beſſer, als nach jeder andern Vorfrucht gedeiht, doch haͤu⸗ fig, wenn er, wie es bei jenem Fruchtwechſel geſchieht, alle vier Jahre wiederkehrt*). Er iſt dann durch ein anderes Blattge⸗ waͤchs zu erſetzen, und dies kann eine vollſtaͤndige Abaͤnderung der ganzen Fruchtfolge noͤthig machen. Der Landwirth muß da⸗ her wohl aufmerken, ſich nicht binden laſſen und nach Befinden der Umſtaͤnde diejenigen Gewaͤchſe zum Anbau waͤhlen die ihm am vortheilhafteſten ſcheinen;z aber wo moͤglich immer die unmittelbare Aufeinanderfolge zweier Halmfruͤchte vermeiden. ſich uͤberall ausſpricht, muß den Deutſchen, der mit vollem Rechte ſeinen Kar⸗ toffeln den Vorzug gibt, um ſo mehr in Verwunderung ſetzen, da jene ſelbſt geſtehen, daß die Kartoffeln ſowohl hinſichtlich der Sicherheit und Groͤße ihres Ertrages, als hinſichtlich ihrer Nahrungsfaͤhigkeit uͤber den Turnips ſtehen; ſie findet aber ihren Grund in umſtaͤnden und Verhaͤltniſſen, die weiterhin ſehr gut auseinander geſetzt ſind. Man wirft den Kartoffeln in Großbritan⸗ nien vornehmlich vor, daß ihre Kultur⸗ und Erntekoſten zu bedeutend ſeien, und ihre Aufbewahrung zu viel Muͤhe verurſache. *) Der Verf. ſuͤhrt hier einen merkwuͤrdigen Fall an. Ein Kleefeld, das ganz verloren ſchien, lieferte noch eine ſehr ſchoͤne Ernte an Maͤhfutter, nach⸗ dem man es tuͤchtig geegt und Wicken eingeſaͤet hatte. Das Vieh ſchien die⸗ ſes Mengfuter lieber zu freſſen, als den Klee allein und daſſelbe wuͤrde auch ohne Zweifel ſehr ſchoͤnes Heu gegeben haben. Die Wickenſaat wurde mit der Dornenegge untergebracht und das Feld nachher gewalzt. 5 1 vm ſauct jherhal henutt zu krä lich zu Jahre ſiet; b Wehen 8 beatbet aber t b haft, de A 16„ (bPlant V Man teres fruchtw dhſelber des: un de 8 bänie ſeten Boden und ig auf de oßen Vor⸗ ſen df zen Nutzen e Bichaf Jaͤlßett. uhtwahſel, mdlage dos enen Faͤl⸗ halten an die eine tinge Be⸗ haftlichen hslung ſo, beſtellten ter Gerſte doch haͤu⸗ alle vier Blattge⸗ baͤnderung muß da⸗ Befinden ihm am nittelbare ſeinen Kar⸗ a jene ſelht Groͤße ihtis nips ſtehen; ie weiterhi Großbriton⸗ rutend ſeien, defebd, das tr, nach⸗ ſchien die⸗ vüͤrde auch de mit der Von dem Ackerumlauf. 107 Auf ſehr leichtem Boden wuͤrde man ſich ungemein taͤuſchen, wenn man glauben wollte, er koͤnne durch einen zweckmaͤßigen Fruchtwechſel zu einem eintraͤglichen Koͤrnerbau faͤhig gemacht oder uͤberhaupt mit Vortheil eine laͤngere Zeit hindurch als Ackerland benutzt werden. Solches Land iſt nur durch laͤngeres Weideliegen zu kraͤftigen. Der oben angegebene Umlauf wird hier auch wirk⸗ lich zu einem fuͤnffeldrigen ausgedehnt, indem man den Klee zwei Jahre ſtehen laͤßt, und in dieſem Falle etwas Raygras darunter ſaͤct; man nimmt dann bisweilen Roggen oder Hafer ſtatt des Weizens danach. Bei dieſer Einrichtung iſt weniger Land zu duͤngen und zu bearbeiten, auch gewaͤhrt ſie den Schafen ganz vorzuͤgliche Weide; aber trotz dieſer Vorzuͤge iſt dieſer Umlauf doch nicht ſo vortheil⸗ haft, wie der vorige, ſobald er naͤmlich durchzufuͤhren iſt; denn der Klee gewaͤhrt im zweiten Jahre nur einen geringen Ertrag, und das Land erzeugt, ſo lange von ihm eingenommen, Ungezie⸗ fer und Unkraͤuter, die der Weizenſaat nach ihm nachtheilig ſind. Beſſer iſt es daher, den Umlauf noch laͤnger auszudehnen, noch einmal Turnips und Gerſte zu nehmen, und unter die zweite Gerſte keinen Klee, als Vorfrucht fuͤr den Weizen zu ſaͤen, ſon⸗ dern nach ihr das Land zur Weide niederzulegen. So mag es zur Ernaͤhrung des Vieh's ſo lange benutzt werden, bis es ſeine Kraͤfte vollſtaͤndig wieder erlangt zu haben ſcheint, dann wird es am beſten zu Hafer umgebrochen. Etwa folgendermaßen: 1) Turnips, 5) Turnips, 2) Gerſte, 6) Gerſte, 3) Kopfklee, 7. u. 8) Weide, 4) Weizen, 9) Hafer. Die zur zweijaͤhrigen Weide gemachte Grasſaat beſteht aus 16 Pfd. weißem Klee, 3 Pfd. Hopfenklee, 2 Pfd. Wegebreit (Plantago lanceolata) und zwei Quart Raygrasſaamen pro Acker. Man laͤßt hier den rothen Kopfklee lieber ganz weg, um ſein oͤf⸗ teres Wiederkommen zu vermeiden. Es iſt ſolches ein Lieblings⸗ fruchtwechſel der beſten Landwirthe in der Ebene von Yorkſhire; dieſelben nehmen auch bisweilen Winterwicken ſtatt des rothen Klee's und wechſeln zwiſchen den gewoͤhnlichen Arten von Turnips und den ſchwediſchen(Ruta baga) ab. In Norfolk, desgleichen auch auf den trocknen, ſandigen Lehmbodenarten anderer Gegenden wird jedoch noch lieber ein ſechsfeldriger Umlauf beobachtet, naͤmlich: 1) Weizen, 2) Gerſte 108 Siebentes Kapitel. oder Hafer, 3) Turnips, 4) Gerſte oder Hafer mit Klee, 5) Maͤhe⸗ klee, 6) Weideklee bis in den Sommer, dann umgebrochen zu Weizen. Dieſer Umlauf iſt in den letzten Jahren ſehr gewoͤhn⸗ lich geworden; denn mehre, die den vierfeldrigen Norfolker Frucht⸗ wechſel auf einem ſchwachen leichten Boden beibehalten wollten, erhielten ſo ſchlechte Ernten, daß ſie ſich zu dieſer Abaͤnderung ge⸗ noͤthigt ſahen. Wir erfahren auch, daß die Sechsfelderwirthſchaft nicht blos auf echtem Turnipsboden, ſondern auch auf ſtrengem Thonboden mit gutem Erfolg eingefuͤhrt worden ſei, indem man eine reine Brache oder gedrillte Bohnen an die Stelle der Tur— nips ſetzte; und die, welche dieſe Wirthſchaftsweiſe auf ſolchem Boden befolgen, finden, daß ſie nach zwei⸗ oder dreijaͤhrigem Klee, der von den Schafen abgefreſſen wird, ausgezeichnet ſchoͤ⸗ nen Hafer bauen, den ſie bei dem fruͤhern Verfahren nicht erzielen konnten. Es ſcheint jedoch dieſer Fruchtwechſel erſchoͤpfender, als der vierfeldrige, zu ſein, und auf einem leichten Boden moͤchten zwei Halmfruͤchte hintereinander nicht rathſam ſein. Bei dem Antritt einer Wirthſchaft traͤgt es ſich nicht ſelten zu, daß das Gut bisher in einer von den obenangegebenen ganz verſchiedenen Weiſe, oder uͤberhaupt ohne einen regelmaͤßigen ver⸗ ſtaͤndigen, dem Fruchtwechſel entſprechenden Plan bewirthſchaftet wurde, und durch uͤble Behandlung in einen ſchlechten Zuſtand gerathen iſt. Dann iſt es ſehr ſchwierig, ſchnell eine gruͤndliche Abaͤnderung in der Bewirthſchaftungsweiſe zu bewerkſtelligen und die Aecker in eine regelmaͤßige, von der bisher beobachteten ganz verſchiedene Fruchtfolge zu bringen. Einige der gewoͤhnlich ange⸗ bauten Fruͤchte muͤſſen aufgeopfert, die Arbeit vermehrt, die lau⸗ fenden Wirthſchaftsausgaben vergroͤßert werden; wenn man aber die Einfuͤhrung der Vierfelderwirthſchaft in einem ſolchen Falle beabſichtigt, iſt vielleicht folgendes Verfahren das einfachſte und kuͤrzeſte, das man finden kann, und daher in den meiſten Faͤllen zu empfehlen. Angenommen, es ſei ein Gut beliebiger Groͤße mit einem recht guten, trocknen Turnipsboden, deſſen groͤßter Theil ſich in Folge eines zu oftmaligen Anbau's von Halmfruͤchten in einem ſehr ſchlechten Zuſtande befindet, der kleinere als natuͤrliche Weide benutzt wird, jedoch nur einen erbaͤrmlichen Ertrag gibt. Hier wuͤrde man nun zuvoͤrderſt das Ackerland in drei gleich große Theile zu theilen und von dem Weidelande ein Stuͤck, ſo groß, wie einer jener Theile, zum Ackerland zu ſchlagen haben, um die — tin f lnren jiſe O hiunen. dieſes ner di das er d fr ernten mit ſa V Unſtin üit5 1 dder vrange nichſte der Er 5) Mähe⸗ rochen zu tgewoͤhn⸗ ker Frucht e wollten, derung ge⸗ wirthſchft f ſtrengen dem man der Tur⸗ ſolchem ijaͤhrigem hnet ſchu⸗ t erzielen nder, als moͤchten icht ſelten enen ganz iigen ver⸗ tthſchaftet Zuſtand ruͤndliche gen und en ganz ich ange⸗ die lau⸗ man aber hen Fall nchſte und en Faͤlle mit einen ei ſch in ir einem ce Weide t Hiet ih große groß um die Von dem Ackerumlauf. 109 vier Felder von ziemlich gleicher Groͤße zu erhalten. Die unge⸗ brochene Weide muͤßte nun, wenn der Raſen dick genug iſt, um dieſe Operation ohne Nachtheil fuͤr die Ackerkrume vornehmen zu köͤnnen, durch Raſenbrennen zu Hafer vorbereitet werden; denn dieſes Gewaͤchs gibt einen um ſo hoͤhern Ertrag, je vollkomm⸗ ner die natuͤrliche Grasnarbe zerſtoͤrt wurde. Dies waͤre nun das erſte Feld. Zum zweiten haͤtte man hierauf den jener Theile des fruͤhern Ackerlandes zu machen, der von den fruͤhern Korn⸗ ernten am meiſten erſchoͤpft iſt; dieſes bleibt brach liegen und wird mit Kalk und Miſt ſo gut zu Wintergetreide geduͤngt, wie es die Umſtaͤnde nur erlauben. Ein eben ſo großer Theil wird mit Tur⸗ nips oder gedrillten Bohnen beſtellt, und der letzte mit Gerſte oder Hafer, unter die aber, weil ihnen keine reinigende Frucht vorangegangen, kein Klee geſaͤet wird, und denen man dafuͤr im naͤchſten gedrillte Bohnen oder Erbſen folgen laͤßt. Der Stand der Sache iſt demnach folgender: 1. 2. 3. 4. Erſtes Jahr. Hafer. Brache. Turnips. Gerſte oder Hafer. Zweites Jahr. Turnips. Weizen. Gerſte. Erbſen o. Bohnen. Drittes Jahr. Gerſte. Turnips. Klee. Weizen. Auf dieſe Weiſe wird die neue Ordnung in einem Zeitraume von drei Jahren vollkommen hergeſtellt. Faͤnde der Antritt am Tage Mariaͤ Verkuͤndigung(24. Maͤrz) oder zu Pfingſten ſtatt, und ſchiene es gerathener, den Anfang mit einem Futtergewaͤchs, nicht mit Hafer zu machen, dann koͤnnte auch der Theil 1. mit Ruͤbſen(cole, Brassica napus) zum Abfuͤttern, ſtatt mit Hafer be⸗ ſaͤet werden; auch kann es bisweilen vortheilhaft ſein, auf 2. ſtatt des Weizens eine Sommerhalmfrucht zu nehmen ꝛc. Da es ſehr wahrſcheinlich iſt, daß in einer ſolchen Wirthſchaft nicht Duͤnger genug vorhanden iſt, um, ſelbſt mit Huͤlfe des Horden⸗ ſchlags, gleich im erſten Jahre zwei Theile zu Turnips und Wei⸗ zen zu duͤngen, ſo darf der neue Wirthſchafter keinen Augenblick anſtehen, fuͤr jene eine hinlaͤngliche Menge von Knochenmehl her— beizuſchaffen; denn keine Koſten duͤrfen geſpart werden, um nicht nur dieſe Frucht ſelbſt, ſondern auch das Land, auf dem ſie wuchs, zur groͤßtmoͤglichen Vollkommenheit zu bringen. In das aufgebrochene Weideland 1. ſollen im zweiten Jahre Turnips geſaͤet werden, wenn daſſelbe jedoch nicht gebrannt wer⸗ den konnte, ſo moͤchte eine reine Brache vorzuziehen ſein. Ein 110 Siebentes Kapitel. Jeder, der mit altem Graslande zu thun hatte, weiß, welche Schwierigkeiten deſſen Bearbeitung im zweiten Jahre verurſacht; und iſt noch dazu der Boden ſchwer, ſo laͤßt ſich ſolche ohne Mithuͤlfe des Raſenbrennens gar nicht bewerkſtelligen. Auch gibt es kein beſſeres Mittel zur Zerſtoͤrung aller den Pflanzen ſchaͤd— lichen Inſekten und Gewuͤrme, die ſich in der Raſennarbe befin⸗ den. Der Umlauf kann nun auf die angezeigte Weiſe ſo lange fortgeſetzt werden, bis es ſcheint, daß es wohlgethan ſei, ein Stuͤck Land laͤngere Zeit mit dem Pfluge zu verſchonen; man be⸗ ſaͤct dann ſolches bei voller Kraft mit den dem Boden angemeſ— ſenſten Graͤſern und Futterpflanzen, legt es damit zur Weide nie⸗ der und bricht an deſſen Stelle ein gleich großes Stuͤck anderes altes Grasland auf, es wieder ſo behandelnd, wie eben gezeigt wurde. Man kann auch ſo verfahren: Angenommen, es beſitze ein Gut 300 Acker Land, von denen 30 Acker Gebaͤuden, Hoͤfen und Gaͤrten gewidmet ſind, ein Drittheil des Uebrigen zur Weide liegen, und das dann noch Bleibende in einer regelmaͤßigen Fruchtfolge bewirthſchaftet werden ſoll; dann wuͤrde folgendes eine ſehr zweckmaͤßige Vertheilung der Fruͤchte ſein, und zugleich ihre oftmalige Wiederkehr hindern. 1. 55 Acker reine Brache, geduͤngt mit Kalk oder Kompoſt, 15 ⸗ Turnips, ſtark geduͤngt mit Miſt, 2 15 ⸗ Weizen nach Brache, [15 ⸗ Gerſte nach Turnips, 3 15 ⸗ einjaͤhriger Klee zum Maͤhen nach Weizen, . 113 ⸗ Gras⸗ und Kleeſaat zu mehrjaͤhriger Weide nach Gerſte, 4 15 ⸗ Hafer und Maͤheklee, (15 ⸗ desgleichen nach aufgebrochener alter Weide an die Stelle des neu zur Weide niedergelegten Landes, 5. 30 ⸗ gedrillte und bepferdehackte Bohnen oder Erbſen, oder ſonſt eine gut geduͤngte und behackte Brach⸗ frucht nach Hafer, 6. 30 ⸗ Weizen. Auf dieſe Weiſe kommt das ſaͤmmtliche alte Grasland zur Kultur, und wird ſtets an die Stelle des friſch umgebrochenen ein gleich großes Stuͤck Ackerland neu zur Weide niedergelegt. J Gewäch gedacht den g ſoleen. für S das 6 lin der nahit nag, lehnt ch tet wir ß, welce verurſacht; llche ohne Luhh göt den ſhäͤd⸗ abe befin⸗ ſe ſo lange in ſei, ein jman be⸗ angemeſ⸗ Leide nie⸗ f anderes en gezeigt beſitze ein , Hoͤfen zur Weide Amaͤßigen endes eine gleich ihre poſt ide nach de an di en Landes, Erbſen, ite Brah⸗ zlnd zur grochenen (legt. Von dem Ackerumlauf. 111 Doppelte Ernten in einem Jahr. In dem Vorhergehenden ward der Nachfruͤchte, d. h. ſolcher Gewaͤchſe, die zwiſchen zwei Hauptfruͤchte einzuſchalten ſind, nicht gedacht, weil zuvor klar zu zeigen war, wie letztere, die das Feld den groͤßten Theil des Jahres einnehmen, auf einander folgen ſollen. Jene Nachfruͤchte ſind gewoͤhnlich Winterwicken, Roggen zur Schafweide und Stoppelruͤben, die man in der Regel auf das Land ſaͤet, welches im naͤchſten Jahre Turnips tragen ſoll. Um den vollen Nutzen von ihnen zu ziehen, iſt jedoch haͤufig ein mehrjaͤhriger Umlauf zweckmaͤßig, wie folgendes Beiſpiel zeigen mag, das einem großen Landgute in der Grafſchaft Surrey ent⸗ lehnt iſt, das zwar von Natur blos Boden geringer Guͤte beſitzt, aber mit der groͤßten Thaͤtigkeit und Intelligenz bewirthſchaf⸗ tet wird. 1) Weizen nach Esparſette oder Brache; darnach Winterwicken geſaͤet. 2) Die Wicken zeitig abgefuͤttert, und dann Turnips. 3) Gerſte, darunter Raygras und Hopfenklee, 4) Gras und Klee abgehuͤtet von Mutterſchafen und Laͤmmern, dann geduͤngt. 5) Weizen. 6) Gruͤne Erbſen oder zeitige Bohnen; dann Futterroggen. 7) Roggen abgehuͤtet, dann gepfercht zu Turnips, die ebenfalls auf dem Felde waͤhrend des Winters verfuͤttert werden. 8) Gerſte und Klee. 9. u. 10) Klee zu Heu, Weide und Saamen. 11) Weizen geduͤngt; dann Ruͤbſen. 12) Ruͤbſen zeitig abgehuͤtet, dann Gerſte oder Hafer mit Es⸗ parſette. Auf dieſe Weiſe werden funfzehn Ernten, davon drei Weizen in zwoͤlf Jahren gewonnen und die Felder nicht nur in einem ſolchen guten Duͤngerſtand erhalten, daß ſie einen ſehr hohen Er— trag liefern, ſondern auch zugleich durch die wiederholten Hack⸗ fruͤchte in einen ſo reinen Zuſtand verſetzt, daß die Esparſette den denkbar beſten Standort findet. Der Anbau von Nachfruͤchten, vornehmlich von Winterwicken, Stoppelruͤben und Ruͤbſen, iſt auf den leichteren Bodenarten in einigen der ſuͤdlicheren Gegenden Englands ſtark in Gebrauch und kann gewiß in vielen Faͤllen mit Vortheil ausgedehnt werden; 112 Siebentes Kapitel. doch ſind nach ihnen nur weiße Turnips zu bauen, weil ſie, zu⸗ mal die Winterwicken, fuͤr die ſchwediſchen das Feld nicht zeitig genug raͤumen; auch darf man davon nur auf ſolchem Lande Ge⸗ brauch machen, das ſich ſchon in hoher Kultur befindet; denn ſonſt iſt es fuͤr die danach folgende Hauptfrucht nicht gut genug vorzubereiten. Der Ruͤbſen, unmittelbar nach einer Getreideernte geſaͤt, wie es in obigem Beiſpiel der Fall iſt, verurſacht eine ſehr geringe Auslage, gewaͤhrt den Schafen waͤhrend des Winters eine ſehr gute Weide und verbeſſert den Boden fuͤr den darauf folgenden Hafer; ſoll er aber Saamen tragen, dann iſt er nur auf Marſchland oder auf einem tiefen Lehmboden mit Vortheil anzubauen. Stoppelruͤben, ohne Duͤnger geſaͤet, erlangen zwar keine bedeutende Groͤße, geben aber doch in manchen Jahren einen ſchoͤnen Ertrag an ſaftigem Futter fuͤr die Laͤmmer zu Ende des Winters.(Der Verf. empfiehlt nun noch den ſeinen Landsleuten noch nicht genug bekannten Spoͤrgel, auch den Buchweizen als Nachfruͤchte, und ſtellt ihnen ruͤhmend die Flamaͤnder als Beiſpiel thaͤtiger Landwirthe auf, die nicht ſelten ſogar drei Ernten in einem Jahre von einem Felde naͤhmen, naͤmlich Roggen zu Gruͤn⸗ futter, dann Lein mit untergeſaͤeten Moͤhren, die nach ſeiner Ernte ſich erſt vollkommen ausbilden. Nach dieſer gebuͤhrenden Aner⸗ kennung fremder Verdienſte, faͤhrt er in ſeiner Darſtellung fort.) Es verdient auch bemerkt zu werden, daß man haͤufig zwei Futter⸗ oder Brachgewaͤchſe nach einander folgen laͤßt, ohne daß man der bei dem Fruchtwechſel aufgeſtellten Hauptregel, zwiſchen zwei ſolchen Gewaͤchſen allemal eine Halmfrucht zu nehmen, nach⸗ kommt. Ausgenommen in der Naͤhe großer Staͤdte, wo ein ſtar⸗ ker Begehr nach dergleichen Erzeugniſſen ſtatt findet, oder in ſol⸗ chen Faͤllen, wo der Zuſtand des Ackerlandes den Anbau zweier gedrillter und bepferdehackter Fruͤchte zur Reinigung raͤthlich er⸗ ſcheinen laͤßt, und wo man dadurch die Brache entbehrlich zu machen glaubt, moͤchte es jedoch zu bezweifeln ſein, daß ſich da⸗ bei ein Vortheil ergeben koͤnne. Ein Landwirth, welcher, zumal auf leichtem Boden mehre Koͤrnerfruͤchte nach einander nimmt, iſt zu tadeln, weil er dadurch das Land erſchoͤpft; laͤßt er aber ohne Noth zwei Futter⸗ oder Blattgewaͤchſe auf einander folgen, ſo leidet er Schaden; denn werden ſie in der Wirthſchaft ſelbſt konſumirt, ſo rentiren ſie ſelten ſo gut, wie Getreide. Zur Ver⸗ theidigung eines ſolchen Verfahrens wird angefuͤhrt, daß die Folge zweier Hackfruͤchte das Land reinige und in einen guten Zuſtand 5 V verſebe tes un di in Im B. iindige ſen gu n derg dr.— gehre. ſ d dar ne gut u gewi das Ln ns fit — vihten ten Fr nicht ſe moͤglich SA in ſole 8 auf in gle 1 ar wmend müßte nige der Gegend den, n ſoden! d. iizelner Dyn, eme Ur de Fäll ii de wirſe (Wnd 1 iil ſie„zu nich zeitg Lande Ge⸗ det; denn dut genug etreddeernte urſacht eine es Winters den daraui iſt er nur Vortheil ngen zwar hren einen Ende des andsleuten veizen als 5 Beſſpiel Ernten in zu Grün⸗ iner Ernte den Aner⸗ ung fort.) ufig zwei ohne daß zwiſchen nen, nach⸗ ein ſtar⸗ det in ſol⸗ bau zwei räthlich er eehrlich zu 6 ſich d⸗ her, jumal er nimmt, ſter aber er folgen, gaſt ſelbſ zur Ver⸗ die Folg n Juſtmn Von dem Ackerumlauf. 113 verſetze; dem indeſſen laͤßt ſich entgegnen, daß, ſobald uͤberhaupt ſtets zur rechten Zeit ſorgfaͤltig gepfluͤgt wird, ein Jahr ums an— dere eine Hackfrucht oder ein Blattgewaͤchs auf minder gebunde⸗ nem Boden, und auf ſtrengem von Zeit zu Zeit eine reine voll— ſtaͤndige Sommerbrache, vollkommen hinreichen, den Acker in ei— nem guten Zuſtande zu erhalten, und daß auf einem armen Bo⸗ den dergleichen Gewaͤchſe das Uebel eher vergroͤßern, als vermin— dern. Hier iſt demſelben nur durch Niederlegen des Landes fuͤr mehre Jahre zur Weide abzuhelfen. Boden geringer Guͤte, ob⸗ gleich durch Grasliegen gekraͤftigt, iſt nicht wohl zu Wurzelge⸗ waͤchſen geeignet; die Erfahrung hat gelehrt, daß es leichter iſt, eine gute Weizenernte als einen lohnenden Turnipsertrag von ihm zu gewinnen. Dies jedoch bei Seite geſetzt, und angenommen, das Land ſei im beſten Zuſtande, ſo kann man mit Recht fragen, was fuͤr ein Vortheil wird dadurch erlangt, wenn man nicht ſolche Gewaͤchſe anbaut, die dem Landwirthe den groͤßten Nutzen ge⸗ waͤhren? Es iſt gewiß ſchaͤdlich, den Boden durch zu angeſtreng⸗ ten Fruchtbau zu erſchoͤpfen;z aber gewiß eben ſo unklug, ihn nicht ſo zu benutzen, wie es, ohne ihn zu entkraͤften, nur irgend moͤglich iſt. Die zu Turnips geeigneten minder ſchweren Bodenarten ſind von ſolcher Verſchiedenheit, daß eine gleich eingerichtete Frucht⸗ folge auf allen ſich nicht denken laͤßt. Aber ſelbſt wenn ſie ſaͤmmtlich von gleicher Beſchaffenheit waͤren, wuͤrden doch die Landwirthe nicht ein gleiches Syſtem befolgen, und wollte man alle die vor— kommenden verſchiedenen Abweichungen deſſelben angeben, ſo muͤßte man ein dickes Buch ſchreiben; wir wollen daher nur ei— nige der wichtigſten Fruchtfolgen angeben, die in den verſchiedenen Gegenden Großbritanniens, die einen zu Turnips geeigneten Bo⸗ den, naͤmlich einen Sand-, Kalk- oder nicht zu bindenden Lehm— boden haben, zu finden ſind. Die kultivirten Kreide⸗Bodenartrn beſtehen gemeiniglich aus einzelnen Lagern von braunem Lehm oder von ſtrengem rothem Thon, oder von magerem ſteinigem Thon verſchiedener Tiefe auf einer Unterlage von Kreide; beſtehen ſie aber, wie es bisweilen der Fall iſt, faſt blos aus Kreide, dann iſt von ihrer Kulter we⸗ nig Vortheil zu erwarten, ſie bleiben dann meiſtens zu Schaf⸗ weide liegen, und heißen ſo benutzt im ſuͤdlichen England Duͤnen (downs), im noͤrdlichen Lehden(wolds). Auf ihnen werden II. 8 114 Siebentes Kapitel. zahlreiche Schafheerden zum Pferchen des Ackerlandes gehalten, das zum großen Theil nach dem gewoͤhnlichen Norfolker Syſtem bewirthſchaftet wird. Abaͤnderungen deſſelben ſind: Auf dem kreidigen Lehmboden. 1) Turnips geduͤngt und abgefuͤttert. 2) Bohnen, 3) Gerſte oder Hafer mit Klee, 4) Klee, 5) Weizen, geduͤngt, 6) Wicken, abgefuͤttert, 7) Hafer, 8) Ruͤbſen oder Roggen, zu Fruͤhjahrsfutter. Iſt der Boden ſtrengerer Natur, dann wird der Umlauf fol⸗ gendermaßen abgeaͤndert: 1) Brache, geduͤngt, 2) Weizen, 3) Hafer, 4) Bohnen, 5) Turnips geduͤngt und abgefuͤttert, 6) Gerſte, 7) Klee, 8) Hafer, bisweilen auch Weizen. Es werden hier alſo zwei Kornernten hintereinander gewon⸗ nen. In beiden Faͤllen iſt es ſehr gewoͤhnlich, das Land nachher einige Jahre mit Esparſette niederzulegen. Auf dem ſtrengen rothen Thonboden, Klay, iſt die gewoͤhn⸗ liche Fruchtfolge: 1) Brache geduͤngt oder gepfercht, 2) Weizen, 3) Erbſen oder Bohnen, 4) Wicken, gewoͤhnlich abgefuͤttert, bisweilen jedoch auch zum Reifwerden, 1 5) Hafer, wenn die Wicken reif, Weizen, wenn ſie abgefuͤttert wurden, und dabei zugleich das Feld eine Pferchduͤngung erhielt. WVeerden Erbſen gewonnen, ſo erhaͤlt das Land durch zwei⸗ oder dreimaliges Pfluͤgen und Erſtirpiren im Herbſte und durch eine Pflugart im Fruͤhling eine ſorgfaͤltige Bearbeitung; die Saat b geſcit ſien ẽ Hjr veiſcied krume nut da gute( einiger lißt ſi Schwier E henden iſz dem dieſebe Unnauf Jahre lohnend Klaybo waͤre n ſich zu ſ köͤnn Veizene ine rein che w duthach ſa d ein ni gehalte Umlauf ſo⸗ der gewon⸗ and nachhen die gewär h auh zum aügefütter achdüngung urch zwi und durh ; die Suu Von dem Ackerumlauf.. 115 geſchieht meiſtens breitwuͤrfig. Bohnen werden nur auf die ſtreng⸗ ſten Stellen geſaͤet, gedrillt und bepferdehackt; ihnen folgt meiſtens Hafer. Auf dem kalten magern mit Flintenſteinen vermengten Thon iſt der gewoͤhnliche Umlauf folgender: 1) Brache gepfercht, 2) Weizen, 3) Erbſen auf eine Furche, 4) Wicken oder Ruͤbſen oder Turnips, geduͤngt und verfuͤttert, 5) Hafer oder Gerſte, 6 u. 7) Klee oder bisweilen Esparſette, der 5— 8 Jahre ſte⸗ hen bleibt, 8) Weizen, deſſen Stoppeln abgeſchaͤlt und verbrannt werden zu Turnips. Vorſtehendes ſind die gebraͤuchlichſten Fruchtfolgen auf den verſchiedenen Bodenarten auf Kreidegrund, und wenn die Acker⸗ krume locker und muͤrbe genug zu Turnips iſt, erhalten ſie nicht nur das Land in einem guten Zuſtande, ſondern liefern ſie auch gute Ernten. Ein Landgut, das groͤßtentheils ſolchen Boden von einiger Guͤte, und ein Stuͤck Esparſette angemeſſener Groͤße hat, laͤßt ſich auf dieſe Weiſe bei einiger Aufmerkſamkeit ohne viele Schwierigkeit und Arbeit bewirthſchaften. Esparſette ſollte jedoch in einem groͤßeren Verhaͤltniſſe vor⸗ handen ſein, als es in den oben angegebenen Beiſpielen der Fall iſt; denn ſie verlangt eine lange Zwiſchenzeit, ehe ſie wieder auf dieſelbe Stelle kommen darf, und laͤßt ſich daher nicht in jeden Umlauf bringen; auch duͤrfen Erbſen nur alle zehn bis zwoͤlf Jahre wiederkommen, wenn man mit einiger Sicherheit auf einen lohnenden Ertrag rechnen will. Auf dem ſtrengen tiefen rothen Klayboden, der ſich nicht ſelten am Fuße der Kreidehuͤgel findet, waͤre mit Vortheil der Weizenbau mehr auszudehnen; und da er ſich zu Bohnen beſſer eignet, als der minder tiefe und zaͤhe Thon, ſo koͤnnten Wicken, Bohnen und Klee abwechſelnd zwiſchen den Weizenernten genommen, an die Stelle des Klees auch bisweilen eine reine Brache geſetzt werden. Auf den kreidigen Thonbodenarten aber, wo ſich viel Feuerſteine befinden, moͤchte ſchwerlich eine vortheilhafte Abaͤnderung der uͤblichen Fruchtfolgen anzubringen ſein, weil ihre Beſchaffenheit der Anwendung der Pferdehacken ein unuͤberſteigliches Hinderniß in den Weg legt. 84 116 Siebentes Kapitel. Die trocknen und ſandigen Lehmbodenarten, die ſich vorzuͤg⸗ lich zum abwechſelnden Anbau von Weizen und Futtergewaͤchſen eignen, werden faſt uͤberall im ganzen Lande nach dem Wechſel⸗ ſyſtem bewirthſchaftet; einige Landwirthe greifen jedoch zuweilen ihren Acker zu ſtark an, indem ſie den unmittelbaren Nutzen, den ihnen eine noch hinzugefuͤgte Kornernte verſchafft, mitnehmen wollen. Eine fernere Ausnahme von den Grundſaͤtzen einer gu— ten Wirthſchaft, die auf ſolchem Boden nicht ſelten vorkommt, iſt die, daß man, ſtatt der Gerſte, Weizen nach dem Turnips fol⸗ gen laͤßt, ſobald dieſe vor dem Ende des Novembers aufgezehrt ſind. Die Fruchtfolge iſt dann ſo: 1) Turnips, 2) Weizen, 3) Klee, 4) Erbſen, 5) Weizen. Der ſchwere kalte Thon-(Klay) Boden wird, wenn nicht beſondere Pachtbedingungen oder Gemeindeverband es anders for⸗ dern, gewoͤhnlich nach einer Fruchtfolge bewirthſchaftet, die mit einer meiſtens mit Kalk geduͤngten Brache anfaͤngt, und wo dann Weizen, Bohnen und Klee mit einander abwechſeln. Dabei gilt als Grundſatz, daß die Brache, das erſte Mal ordentlich gege— ben, bei dem Beginn des zweiten Umlaufs zu unterlaſſen ſei. Dies iſt eine große Verbeſſerung des alten Dreifelderſyſtems, wo die Brache jedes dritte Jahr wiederkehrte. Auf dem ſtrengen, naſſen Thonboden in den Ebenen von Kent, Surrey und Suſſex, auch in manchen andern Theilen des Koͤnigreichs, folgt dann der letzten Weizenernte noch einmal Hafer, unter welchen Klee, Ray— gras und Hopfenklee geſaͤet werden, mit denen man das Land 2— 3 Jahre liegen laͤßt, ehe man es wieder unter den Pflug nimmt; dadurch wird aber haͤufig das Land mit Unkraͤutern und Grasarten angefuͤllt, die ihm ſchaͤdlich ſind. Es wird in der That durch das zwei⸗ bis dreijaͤhrige zu Grasniederlegen ſolchen Bodens mehr verloren, als an Viehfutter davon zu gewinnen iſt; denn das angeſaͤete Gras verſchwindet hier ſchon im zweiten Jahre, und daher ſollte der Umbruch entweder fruͤher geſchehen, oder das Land ſo lange liegen bleiben, bis von den darauf einheimiſchen Grasarten die angeſaͤeten ganz verdraͤngt worden ſind. Die Zahl der Jahre, in welchen die genannten Gewaͤchſe mit einander wechſeln, ehe eine Brache wiederkommt, iſt ſehr verſchieden. Gerſte wird auf ſolchem zaͤhen Boden niemals ge⸗ ſaͤtt. Im Suͤden von England iſt es unter allen Landwirthen angenommener Grundſatz, daß hier der einjaͤhrige Klee die beſte Vorfrucht fuͤr den Weizen ſei; im Norden dagegen und in Schott⸗ niſen i land dauuf fat, un ſnd A nahr S feuchten ſondern wöͤhnli d. 2 ſand de Thorbo Fölen degriſe werden der Th griſern tz ftei befinde. im dritt und der i Carſ diiben b vitz dis ſndin. un het Hägi Schatt ſch voni kergewͤchſen em Wechſel ſh zuweile dren Nußen, witneyme en einet g⸗ orkommt, i Turnips fu⸗ Haufgezehr 2) Weizin wenn nict anders fo⸗ et, die mi d wo dan Dabei gi entlich geg⸗ terlaſſen ſt ſyſtems, wo :m ſtrengen und Suſſa, t dann der Klee, Ray⸗ das Land den Pflug raͤutern und vird in di ggen ſolen ewinnen ih weiten Jahle en, oder do änheinichen n Gewaͤchſe n, it ſehr niemals ge⸗ andwirthen e die bei din Schor⸗ Von dem Ackerumlauf. 117 land ſaͤet man lieber den Klee unter Weizen und laͤßt Hafer darauf folgen, der nach Klee einen außerordentlichen Ertrag lie⸗ fert, waͤhrend hier der Weizen nach Brache ſeinen beſten Stand— ort findet. Auf dem magern Thonboden im Norden des Landes wird mehr Hafer als Weizen gebaut; und in den Huͤgelgegenden jenes feuchten Klima's iſt er auch ganz gewiß nicht nur eintraͤglicher, ſondern auch minder erſchoͤpfend fuͤr den Boden. Ein ſehr ge— woͤhnlicher Fruchtwechſel daſelbſt iſt: 1) Turnips, wohl geduͤngt, 2) Hafer, 3) Klee, 4) Hafer. Der Erſolg deſſelben iſt ſehr gut; denn in ſolchen Verhaͤlt⸗ niſſen iſt Hafer unbezweifelt die eintraͤglichſte Halmfrucht, und ſtand der Klee gut, ſo ſchlaͤgt er hoͤchſt ſelten darnach fehl. Auf Thonboden der beſchriebenen Art ſollten jedoch in den meiſten Faͤllen unter den am Schluß des Umlaufs ſtehenden Hafer Wei⸗ degraͤſer geſaͤtt und das Land einige Jahre damit niedergelegt werden, ſo lange vielleicht, bis ſich Moos erzeugt. Es iſt in der That nothwendig, ſolches Land von Zeit zu Zeit mit Weide⸗ graͤſern zu beſaͤen; es muß dies jedoch nur dann geſchehen, wenn es frei von Unkraut und uͤberhaupt in einem guten Zuſtand ſich befindet. Kann die ſo gewonnene Weide im zweiten, laͤngſtens im dritten Jahre geduͤngt werden, ſo verjuͤngt ſich das Gras, und der Boden erſcheint bei dem Umbruch im wuͤnſchenswerthe⸗ ſten Zuſtande; unterlaͤßt man dagegen dieſe Duͤngung, ſo wird durch dergleichen Weide der Boden mehr erſchoͤpft als bereichert. Auf ſtrengem, trocknen, nicht allzuzaͤhen Thonboden, wie z. B. auf dem hoͤheren Theile der Carſe von Gowrie*), die viel⸗ *) Mit dem Namen Carses, einem Worte, das in keinem engliſchen Wöͤrterbuche ſteht, wird in Schottland das niedere Anſchwemmungsland an den Ufern der Fluͤſſe Forth und Tay belegt. Das an erſtgenanntem, gewoͤhn⸗ lich Carſe von Stirling und Falkirk geheißen, breitet ſich an beiden Ufern deſſelben von Borrowſtonneß im Suden und von Kincardine im Norden weſt⸗ waͤrts bis Gartmore aus und haͤngt mit den Ebenen am Theit und Allan zu⸗ ſammen.— Die Carſe von Gowrie dagegen liegt am Tay zwiſchen Dunder und Perth, wird im Suͤden von jenem Fluß, im Norden von den Sidlaw⸗ Huͤgeln begrenzt, und gilt allgemein als der fruchtbarſte Landſtrich in ganz Schottland. S. Univerſalblatt der Land und Hauswirthſchaft B. 15. S. 128. 118 Siebentes Kapitel. leicht ſo regelmaͤßig, wie irgend ein Diſtrikt gleicher Größe in Großbritannien bewirthſchaftet wird, iſt die gewoͤhnliche Fruchtfolge nachſtehende: 1) Brache, 2) Weizen, 3) Bohnen, 4) Gerſte, 5) Klee, 6) Hafer, zuweilen auch Weizen. In den minder warmen Theilen Schottlands kommen indeſ⸗ ſen die Bohnen nicht jedes Jahr zur Reife; ſie werden daher, als eine unſichere Frucht, hier nur ſelten angebaut. Ein Lieblingsfruchtwechſel auf demm ſtrengen kraͤftigen Boden einiger Gegenden von Eſſer iſt folgender: 1) Sommerbrache gekalkt, 3 2) Gerſte, G 3) Klee; der erſte Schnitt zu Futter, der zweite zu Saamen, 4) Weizen, 5) Bohnen geduͤngt, 6) Weizen, 7) Hafer, Man macht es ſich daſelbſt allgemein zur Regel, nach der Brache keinen Weizen zu nehmen, und ob man es gleich den Grundſaͤtzen einer guten Feldbeſtellung mit Recht nicht fuͤr ange⸗ meſſen halten kann, zwei Kornernten auf einander folgen zu laſ⸗ ſen; ſo werden dort dennoch ohne Nachtheil fuͤr den Boden Wei⸗ zen und Hafer oftmals nach einander angebaut. Auf dem fruchtbaren Lehmboden der Hundertſchaft von Roch⸗ ford herrſcht folgender Umlauf: 1) Turnips, 2) Hafer, 3) Klee, 4) Weizen, 5) Hafer, 6) Bohnen, 7) Weizen. Der Acker haͤlt ſich bei dieſer Wirthſchaftsweiſe nicht nur voll⸗ kommen rein, ſondern liefert auch ſehr ergiebige Ernten; der zweite Weizen iſt oft beſſer als der erſte. Der Hafer wird in jener Ge— gend allgemein der Gerſte vorgezogen; nicht nur weil er weit ein⸗ Weizen wo die durch nachdem habe, d Eir Jo Landwir in der lich L fe⸗, d pwat an der G von de maligen anderer ud der auf ein die An derſebe Dingu unteiſ ordentt Behan chung Kalk i lüireng ſe ar vder nu iit ſ dem Größe 1 ednuchfo nmen inde daher, als igen Boden Saamen, I, nach de gleich den für ange⸗ gen zu laſ⸗ zoden Wä⸗ von Roch⸗ krur voll⸗ der zweit jener Ge⸗ e weit tir Von dem Ackerumlauf. 119 traͤglicher iſt, ſondern auch, weil der Weizen, der nach in den Hafer geſaͤeten Klee folgt, im Durchſchnitt gegen acht Buſhels vom Acker mehr geben ſoll, als nach dem in der Gerſte ſtehen— den. Rapsſaat, Koriander, Senf(weißer und ſchwarzer) und Kuͤmmel werden gelegentlich auch mit eingeſchaltet. Auf dem ausgezeichnet vortrefflichen Boden der Inſel Merſea ſind lange Zeit hindurch abwechſelnd ſehr ergiebige Ernten von Weizen und Bohnen erlangt werden. Ein Beiſpiel wird erzaͤhlt, wo dieſe Wirthſchaftsweiſe nicht nur ſechs und dreißig Jahre hin⸗ durch mit gleich gutem Erfolg fortgeſetzt wurde, ſondern auch, nachdem ſie eine Zeit lang umgeaͤndert war, der Pachter geklagt habe, der Ertrag ſei durch dieſe Abaͤnderung vermindert worden. Sir John Sinclair berichtet dagegen einen andern Fall von einem Landwirthe, der einen aͤhnlichen Fruchtwechſel vierzehn Jahre lang in der Naͤhe einer Stadt, aus welcher er wahrſcheinlich hinlaͤng— lich Duͤnger erhalten konnte, fortſetzte, in dieſer Zeit vier Kartof⸗ fel⸗, drei Bohnen- und ſieben Weizenernten nahm, und dabei zwar ebenfalls keine Verminderung des Ertrags, wohl aber eine an der Guͤte des Weizens und der Bohnen bemerkte. Es iſt uͤberhaupt wohl zu beachten, daß alle Abweichungen von dem ſtrengen Fruchtwechſelſyſten, beſtehend in einer zu oft⸗ maligen Aufeinanderfolge von Halmfruͤchten ohne Dazwiſchenkunft anderer Gewaͤchſe, oder in einem zu oft wiederholten Anbau einer und derſelben Fruchtart, nur dann Vortheil brachten, wenn ſie auf einem reichen Anſchwemmungsboden ſtatt fanden, oder durch die Anwendung von Kalk auf Neuland, deſſen Ertragsfaͤhigkeit derſelbe immer erneute, oder endlich durch reichliche organiſche Duͤngungen auf einen an ſich guten und beſonders tiefen Boden unterſtuützt wurden. Aber ohne ſolche Umſtaͤnde, die eine außer⸗ ordentliche Fruchtbarkeit hervorbringen, und ohne eine beſondere Behandlung muß ſtets eine Zeit kommen, wo eine ſolche Abwei⸗ chung nicht mehr mit Vortheil fortzuſetzen iſt; denn ſobald man Kalk in ſehr großer Menge aufbringt und dann einen ſehr an⸗ geſtrengten Fruchtwechſel beobachtet, wird das Land, ohne unmaͤ⸗ ßige andere Duͤngung, gaͤnzlich erſchoͤpft; wendet man aber dieſe wieder in zu reichlichen Maße an, ſo leidet die Guͤte des Pro⸗ dukts und erhaͤlt man mehr Stroh als Koͤrner. So war Weizen nicht fuͤr laͤngere Zeit hindurch mit Vortheil ein Jahr ums an⸗ dere im Wechſel mit Turnips und Klee anzubauen, obgleich reich⸗ lich dazu mit Stallmiſt und Seegras geduͤngt und die Turnips 120 Siebentes Kapitel. von den Schafen auf dem Felde verzehrt wurden; auch erfahren wir, daß der Boden in einigen Gegenden der in ſo hoher Kultur ſtehenden Lothians durch zu haͤufige Anwendung des Kalkes ſo er— ſchoͤpft wurde, daß er faſt gar nichts mehr trug und zu Weide niedergelegt werden mußte. Kartoffeln, Weizen und Klee ſind von einigen Landwirthen in der Naͤhe von London und anderen großen Staͤdten, wo man Duͤnger in Maſſe erhalten kann und die Kartoffeln mit Vortheil zu verkaufen ſind, eine lange Reihe von Jahren hindurch im Wechſel angebaut worden. Hier iſt jedoch der Weizen im Ver⸗ haͤltniß zu den Kartoffeln die wenigſt werthvolle Frucht, und des⸗ halb verdient die Verringerung ſeiner Guͤte keine beſondere Ruͤck— ſicht; wo man aber dieſe zu nehmen hat, iſt ein beſſerer Frucht⸗ wechſel der, welcher in der Nachbarſchaft von Edinburg und Glas⸗ gow ſtatt findet; naͤmlich: 1) Kartoffeln, 2) Weizen, 3) Klee, 4) Hafer; oder 1) Kartoffeln, 2) Gerſte oder Hafer, 3) Klee, 4) Weizen. Fuͤr reichen Anſchwemmungsboden, ſobald derſelbe friſch um— gebrochen iſt, laͤßt ſich keine Rotation als eine lange Zeit hindurch fortzuſetzende angeben; denn der wichtigſte Gegenſtand bleibt hier, die Koſten der Entwaͤſſerung und Eindeichung wiederbezahlt zu be⸗ kommen. Deshalb iſt auf den neuerdings in Kultur geſetzten Marſchen von Lincolnſhire den Paͤchtern verſtattet worden, drei Ernten von Halmfruͤchten nach einander zu nehmen, dann Kar⸗ toffeln und darauf wieder abwechſelnd zweimal Getreide und ein— mal Kartoffeln; oder zwei Umlaͤufe von Lein, Rapps, Kartoffeln, Lein und Weizen zu machen. Auf dem entwaͤſſerten Boden an den Ufern der Fluͤſſe Ouſe und Humber in Yorkſhire iſt das ge— woͤhnlichſte Verfahren folgendes: im erſten Jahre wird das Land aufgepfluͤgt und mit Raps zum Abfuͤttern beſaͤet, dann folgt Raps zum Reifwerden und in den vier folgenden Jahren abwechſelnd Weizen und Hafer, oder Kartoffeln, Weizen und Bohnen. Es iſt jedoch augenſcheinlich, daß ein ſolcher Fruchtwechſel ſich nicht lange ded 1 Camb Unterg befolgt de: ganz Widd Hefer verde ſt, u! owech b gäang Koder zu be Refe Vorf Land das V Rülſ hinter diſen wei ſaben fagen duc e uuch erfährn hoher Kultu Kalkes ſo er⸗ nd zu Wede Landwither ten, wo man mit Vortſi hindurch i en in Va t, und des ondere Riͤct ſerer Frucht — und Glas ftiſch um⸗ it hindurch bleibt hier ahlt zu be ur geſetzte vorden, dii dann Aa⸗ de und ii⸗ Kartoffl Boden an iſt des ge⸗ d dos Land öigt Kaps döwechſelnd hnen. E lſich nich Von dem Ackerumlauf. 121 lange fortſetzen laͤßt; daher iſt auch der gewoͤhnliche Umlauf, nach⸗ dem das Land voͤllig in Ordnung gebracht worden, folgender: 1) Raps abgefuͤttert, 2) Hafer, 3) Bohnen, 4) Weizen, 5) Klee, worauf entweder der Umlauf aufs Neue, mit Weglaſſung des Rapſes beginnt, oder ſo fortgeſetzt wird. 1) Hafer nach Klee, 2) Weizen, 3) Raps, 4) Hafer. In den Marſchen oder Fennen von Lincoln, Huntingdon und Cambridgeſhire, die entweder einen thonigen oder einen torfigen Untergrund haben, wird gewoͤhnlich gar kein regelmaͤßiges Syſtem befolgt; außer daß man immer mit dem Schaͤlen und Brennen des Bodens den Anfang macht. Es iſt dieſes auch gewiß ein ganz vorzuͤgliches Verfahren, ſobald das Land verwildert iſt, ſeine Wiederholung jedoch wohl nicht immer zweckmaͤßig. Hierauf ſind Hafer und Raps die einzigen Fruͤchte, welche ſo lange angebaut werden, bis die natuͤrliche Ueppigkeit des Bodens etwas gemaͤßigt iſt, und derſelbe anfaͤngt, konſiſtenter zu werden. Dann wird er abwechſelnd mit Weizen, Raps und Raygras, die man zur Reife gelangen laͤßt, beſtellt; dabei iſt jedoch die natuͤrliche Guͤte des Bodens, die nicht bei allen Marſchen und Fennen gleich iſt, wohl zu beruͤckſichtigen; denn letztgenannte Gewaͤchſe ſind, wenn ſie zur Reife kommen, ſehr ausſaugend, und duͤrfen daher nicht ohne Vorſicht oft angebaut werden. Das Syſtem, welches fuͤr ſolches Land im Allgemeinen, ſeine durchſchnittliche Guͤte beruͤckſichtigt, als das beſte empfohlen wird, iſt, nach dem Schaͤlen und Brennen, Ruͤbſen zum Abhuͤten mit den Schafen anzuſaͤen, dann zweimal hintereinander Hafer, jedesmal auf eine Furche, zu bauen, nach dieſem zu Ruͤbſen zu duͤngen, zu demſelben, nach den Umſtaͤnden, zwei bis dreimal zu pfluͤgen, den Ruͤbſen abzufuͤttern und dem— ſelben Hafer oder Sommerweizen mit untergeſaͤetem Grasſaamen folgen zu laſſen; worauf das Land vier, fuͤnf bis ſechs Jahre, auch wohl, wenn es gut beſtanden bleibt, noch laͤnger, zu Gras niedergelegt wird. Das gewoͤhnliche Verfahren geht dahin, das Land nicht eher 122 Siebentes Kapitel. zu Gras niederzulegen, als bis es nach dem erſten Aufbruch drei⸗ mal Hafer getragen hat; aber drei Koͤrnerernten hintereinander ſind auf jedem Boden, ſelbſt dem beſten, zu viel. Dieſes Nie⸗ derlegen ſollte jedesmal nur dann geſchehen, wenn es in einem ganz guten Zuſtande ſich befindet, gut durcharbeitet und voͤllig rein von Unkraut iſt; dies iſt die Urſache, warum in den ge— woͤhnlichen Faͤllen die Anſaat von Graͤſern in die erſte Frucht nach reiner Brache oder einer Brachfrucht geſchieht; wenn aber ſolches Marſchland gleich nach der erſten Frucht wieder niederge⸗ legt wird, ſo iſt das Erdreich noch nicht gehoͤrig durcharbeitet, um den angeſaͤeten Graͤſern einen guͤnſtigen Standort zu ge⸗ waͤhren, und weil daſelbſt die Weide ein Gegenſtand von der groͤßten Wichtigkeit iſt, ſo ſollten vor ihrer Anſaat allemal zwei Ernten, jedoch nie mehr, genommen werden.— Die Torfmoore unterſcheidet man zwar nach ihrer Lage in Berg-Hoch- und Gruͤnlandsmoore oder Bruͤcher(ſ. B. 1. Kap. 29 u. 30), von denen erſtere auf Bergen, die zweiten auf gerin— gen Anhoͤhen und letztere in Thaͤlern liegen, ſie ſind aber dennoch ſaͤmmtlich aus der Anhaͤufung halbzerſetzter Waſſerpflanzen oder vom Waſſer durchdrungener Graͤſer gebildet und liefern, in Kul— tur geſetzt, ſtets einen ihren Beſtandtheilen angemeſſenen lockern poroͤſen Boden, der nur bisweilen durch die Beimiſchung der ver⸗ ſchiedenen Erdarten, auf denen ſie ruhen, eine Abaͤnderung er⸗ leidet.— Die Bergmoore ſind in großen Strecken in den verſchiedenen Theilen des vereinigten Koͤnigreichs zu finden, und heißen entwe⸗ der„Haiden“ oder„Moore.“ Jene ſind mit einer kurzen, geſun⸗ den und ſuͤßen, jedoch duͤrftigen Raſennarbe bekleidet; die letzteren dagegen, die hauptſaͤchlich im Norden und Weſten von Schottland vorkommen, ſind naß und von kuͤmmerlicher Beſchaffenheit. Man laͤßt ſie gewoͤhnlich in ihrem natuͤrlichen Zuſtande. Alles, was ſich fuͤr ſie thun laͤßt, beſteht darin, daß man ſie trocken zu le— gen ſucht und mit Kalk duͤngt, wo ſie dann in eine trockne Schafweide verwandelt werden. Wo ſich dieſes nur irgend thun, und der Erfolg die Bezahlung der Koſten erwarten laͤßt, ſollte man es nie unterlaſſen; denn entwaͤſſert man ſie nicht, ſo freſſen ſich die Schafe auf ihnen die Faͤule an den Hals und dadurch gehen mehre tauſend Stuͤck jaͤhrlich zu Grunde. Die Hochmoore, auch Haiden genannt, ſind ſtets mit einer dichten Narbe von ſchlechten Graͤſern bedeckt, und koͤnnen, da ſie meſt! 1 1' paum ki den fj hier Menge ſälen inmal Penn eine B aler F bunden Ma! mißigſ heraus wei, wache men es zu ſchwil komm man liegen, un N fuͤchte fiſter Aung ernte beid Entw Waſſ von ſe de undle aſe dade A 8c ſbuch dii ntereinande diſts Na⸗ e in einem und dülig in dan ge⸗ eſte Fruct Gwenn aber der niederge urcharbeiten ort zu ge dd von da llemal zwe ter Lage in B. I. Kap. auf gerin— ber dennoch lanzen oder n, in Kul⸗ nen lockern ng der ber⸗ eerung er⸗ ſchiedenen zjen entwe⸗ en, geſun⸗ ie letztere Schottland heit. M Alles, nes cenn zu l (iine nacne rgend thun, laß, ſolle ,6 freſſen n dadurch nit einet en, da ſi Von dem Ackerumlauf. 123 meiſt an Abhaͤngen liegen und daher faſt immer mit geringen Koſten zu entwaͤſſern ſind, nicht ſelten mit Vortheil unter den Pflug genommen werden. Man verfaͤhrt dabei eben ſo, wie es oben bei den Fennen(ſ. auch B. 1. S. 590) angegeben wurde, nur iſt hier noch die Anwendung von friſchgebranntem Kalk in großer Menge unumgaͤnglich nothwendig. Auch wird als erſte Frucht ſelten Ruͤbſen, ſondern meiſtens Hafer genommen, dem man noch einmal Hafer, nicht ſelten mit untergeſaͤetem Raigras folgen laͤßt. Wenn ſolches Land feſt genug geworden iſt, beſonders wenn es eine Beimiſchung von Sand hat, ſo eignet es ſich zur Erzeugung aller Futtergewaͤchſe und ſind mit Vortheil die fuͤr die minderge⸗ bundenen Bodenarten angegebenen Umlaͤufe auf ihm zu befolgen. Man hat jedoch gefunden, daß die kurzen fuͤr daſſelbe die zweck⸗ maͤßigſten ſind; man nimmt daher zuvoͤrderſt nur zwei Fruͤchte heraus, um es voͤllig in Kultur zu bringen und laͤßt es dann zwei, oder meiſtens drei Jahre zur Weide liegen. Die Gruͤnde, welche man fuͤr dieſes Verfahren anfuͤhrt, ſind folgende: Beſtellt man ſolches Land oͤfter, als zwei Jahre hintereinander, ſo wird es zu trocken, zu loſe, taub, wie die gemeinen Leute ſagen, es ſchwillt auf, das Getreide verdorrt darauf, und an ſeiner Stelle kommen Taubneſſeln und andere Unkraͤuter zum Vorſchein; laͤßt man es ferner laͤnger als zwei, hoͤchſtens drei Jahre zur Weide liegen, ſo verſchwinden die beſſeren Graͤſer und machen ſchlechte⸗ ren Platz; nimmt man aber nur eine oder hoͤchſtens zwei Koͤrner⸗ fruͤchte in einem Umlauf, ſo bleibt der Boden in einem milden, friſchen Zuſtande, und die Graͤſer, die auf dieſe Weiſe oft Duͤn⸗ gung erhalten, bleiben ſuͤß, ſaftig und kraͤftig. Die erſte Hafer⸗ ernte liefert meiſt leichte Koͤrner, die zweite iſt jedoch beſſer, und bei den ſpaͤteren Rotationen werden die Fruͤchte gewoͤhnlich ſehr gut. Der erſte Schritt zur Kultur der Gruͤnlandsmoore iſt deren Entwaͤſſerung; denn nichts kann da gethan werden, wo ſtehendes Waſſer befindlich iſt. Im 30. Kapitel des I. B. iſt bereits da⸗ von die Rede geweſen. Sind ſie dadurch ſo weit gebracht, daß ſie den Fußtritt der Thiere vertragen koͤnnen, dann iſt ihre Be⸗ handlung, wie die der vorigen, nur verwandelt man ſie gern, da ſie ſich feucht halten, ſo bald als moͤglich in immerwaͤhrende Weide. Wir haben nun vorſtehend die am meiſten vorkommenden Rotationen auf den verſchiedenen Bodenarten in England und Schottland beſprochen, aber noch nichts daruͤber in Bezug auf 124 Siebentes Kapitel. Irland geſagt, weil in dieſem Lande, mit Ausnahme einiger Guͤ⸗ ter, die in den Haͤnden einiger reicher Beſitzer oder einiger wohl⸗ habender Paͤchter ſich befinden und von dieſen mit Einſicht be— wirthſchaftet werden, nichts zu finden iſt, was einem nach einem feſten Plane eingerichteten Wirthſchafsſyſteme aͤhnlich ſieht; blos in einem kleinen Theile der Provinz Ulſter, wo ſchottiſche Ein⸗ richtungen vorherrſchen, iſt dieſes nicht der Fall. Uebrigens be⸗ ſteht der gewoͤhnliche Ackerbaubetrieb in jenem Lande noch immer blos darin, daß man Kartoffeln und Koͤrnerfruͤchte, auch wohl etwas Lein ſo lange nach einander auf dem Acker anbaut, bis dieſer unrein und erſchoͤpft iſt. Dann laͤßt man ihn einige Jahre zur Weide liegen, damit er ſich, ſo gut es gehn mag, von ſelbſt wieder erhole. Obgleich Irland ein guͤnſtigeres K Klima und einen fruchtba— reren Boden, als jeder andere Theil des vereinigten Koͤnigreichs beſitzt, daher zum Anbau eines jeden Gewaͤchſes, das in dieſer Lage von Europa fortkommt, vorzuͤglich geeignet iſt; obgleich fer— ner, wegen ſeiner zahlreichen Bevoͤlkerung, die Arbeit wohlfeil iſt, ſo ſteht doch die Produktion dieſes Landes der anderer Gegenden des Reichs weit nach. Es fuͤhrt zwar viel Getreide und Vieh aus und danach koͤnnte man glauben, daß die daſige Wirthſchaft in einem bluͤhenden Zuſtande ſein muͤſſe; vergleicht man ſie jedoch mit der engliſchen oder ſchottiſchen, ſo ſteht ſie dieſer ſehr nach, wenn auch allerdings dort faſt alles Land unter dem Pflug ſich befindet. Man darf dieſen trauigen Zuſtand keineswegs den daſi⸗ gen Paͤchtern zuſchreiben, denn es fehlt ihnen weder an Thaͤtig⸗ keit, noch Klugheit; aber ihre Pachtguͤter ſind meiſtens klein, ihre Kapitale zu gering und die Aufmunterung und Unterſtuͤtzung, die ſie von den Grundbeſitzern genießen, zu unbedeutend. Die groͤße⸗ ren Guͤter haben meiſtentheils abweſende Beſitzer, die deren Be⸗ aufſichtigung Bevollmaͤchtigten uͤberlaſſen, die mehr auf das Ein⸗ ſtreichen des Pachtgeldes, als auf die Verbeſſerung des Landes ſehen. Wurden ſie letztere mehr befoͤrdern, ſo wuͤrden Beſitzer und Paͤchter ſich wohler befinden. Die verſchiedenen Fruchtfolgen, welche im Vorſtehenden an⸗ gegeben worden ſind, gelten, wie ſich von ſelbſt verſteht, jedes⸗ mal nur fuͤr einen Umlauf; wenn ein zweiter beginnen ſoll, kann zwar in den meiſten Faͤllen dieſelbe Halmfrucht wieder genommen werden; aber hinſichtlich der Zwiſchenfruͤchte iſt es gut, wenn bis⸗ weilen eine Abaͤnderung eintritt; denn ſie ſind in groͤßerer Ver⸗ ſchi üntr füjg 1nd w crift heſten ſelung in ach bringt einmal Vorthe D und d rüaſich iſ tin der ar Side beſſer Wag Klm ſätt, in S Ale i lit 1 in ſett, nung ſchen ſchre als der! Alin ezzeu — buh dn dn demn wid ſind einiger Gi iniger woht Einſcht be⸗ mach einem ſichtz blos potiſch Ein⸗ Uebrigens be⸗ noch inmer auch wohl nhaut, bis inige Jahre von ſelbſt en fruchtba⸗ Königreichs in dieſer vögleich fer⸗ wohläl it er Gegenden de und Lih Wirthſcei ſan ſie jäͤlc er ſehr mh m Pfüg ſt egs den d ran Thiii⸗ s klein, ihn ſtüͤtzung, d Die giiß⸗ ie deren ⸗ uf das En⸗ des Lande den Bſſer tehenden an⸗ ſn ſĩdes⸗ rol, kann grnommen wenn biö⸗ ßeter Ver Von dem Ackerumlauf. 125 ſchiedenheit vorhanden, und ſelbſt das beſte Land wird ihrer eher uͤberdruͤßig, als der Ceralien. So ſchlagen Turnips und Klee haͤufig fehl, wenn ſie oͤfter auf derſelben Stelle wiederkommen, und wenn gleich das Norfolker Wirthſchaftsſyſtem, bei dem vor⸗ ſchriftmaͤßig dieſelben Fruͤchte oftmals wiederkehren, als eins der beſten gilt, ſo wird doch auch bei ihm nicht ſelten eine Abwech⸗ ſelung nothwendig. Wenn man den Klee und die Turnips erſt in acht Jahren, ſtatt in vier Jahren, wieder auf dieſelbe Stelle bringt, und auf den leichteren Bodenarten fuͤr eine Weizenernte einmal Roggen nimmt, ſo ergibt ſich unbezweifelt ein groͤßerer Vortheil. Die Lage des Bodens in Bezug auf ſeine Lichtausſetzung und die Erhebung uͤber die Meeresflaͤche verdient eben ſo viel Be⸗ ruͤckſichtigung, wie ſeine natuͤrliche Beſchaffenheit; denn das Klima iſt ein Gegenſtand von der groͤßten Wichtigkeit bei der Auswahl der anzubauenden Gewaͤchfe. So hat zwar im Allgemeinen der Suͤden von England einen Vorzug hinſichtlich des Klima's; aber beſſeren Hafer und groͤßere Turnipsernten liefert der Norden. Wegen der hier gewoͤhnlich ſtatt findenden geringeren Milde des Klima's wird daſelbſt der Weizen nie kurz vor dem Winter ge⸗ ſaͤet, dagegen haͤufig im Fruͤhjahr und meiſtens mit Klee; dagegen im Suͤden gewoͤhnlich bis zum Schluſſe des Herbſtes und der Klee immer unter Gerſte oder Hafer. Luzerne, die auf unſeren leichten ſandigen Bodenarten ein ſo gutes Futtergewaͤchs abgibt, iſt im rauhern Schottland nicht mit Vortheil anzubauen. Espar⸗ ſette, die auf dem Kreideboden Englands in ſo großer Ausdeh⸗ nung zu finden iſt, kennt man dort ebenfalls nicht, und wahr⸗ ſcheinlich iſt es auch dem Mangel an Kalk in Schottland zuzu⸗ ſchreiben, warum die daſigen natuͤrlichen Weiden minder gut ſind, als die in England, und vorzuͤglich in Irland, wo faſt uͤberall der Untergrund aus Kalkſtein beſteht und die feuchte Waͤrme des Klima's an den meiſten Orten eine ausgezeichnet ſchoͤne Weide erzeugt. Obgleich die Grundſaͤtze, auf denen das Fruchtwechſelſyſtem beruht, an ſich vollkommen berichtigt und feſtgeſtellt ſind, ſo bleibt doch die beſondere Auswahl der in einem jeden gegebenen Falle anzubauenden Fruͤchte ein ſehr mißlicher Umſtand, und bis man deren Erfolg auf den verſchiedenen Bodenarten kennen gelernt, wird dieſelbe immer nicht geringe Beſorgniß erregen; denn es ſind dabei gar zu verſchiedene Ruͤckſichten zu nehmen. Nicht nur 126 Siebentes Kapitel. die moͤglich beſte Bearbeitung und Benutzung des Bodens, ſo⸗ wohl in Bezug auf die Bewahrung von deſſen Fruchtbarkeit und auf die jetzt und kuͤnftig zu erhaltenden Ernten kommen dabei in Betracht, ſondern auch die Marktverhaͤltniſſe und die Wiederer⸗ ſtattung des Aufwandes und der Muͤhwaltung des Wirthſchafters⸗ Davy ſagt daher in ſeinen Vorleſungen uͤber Agrikulturchemie ganz richtig, daß ſich zur Vergleichung der Vorzuͤge der verſchiedenen Wirthſchaftsſyſteme und der in den verſchiedenen Gegenden ange⸗ nommenen Fruchtfolgen nicht eher richtige Grundſaͤtze aufſtellen ließen, als bis die Beſchaffenheit des Bodens und die phyſiſchen Verhaͤltniſſe ſeiner Lage vollkommen bekannt ſeien. Steifer bin⸗ dender Boden gewinnt am meiſten durch ſorgfaͤltige Pulverung und Luftausſetzung, und es iſt nicht zu laͤugnen, daß ſolche bei der Drillkultur am vollſtaͤndigſten erreicht werden; aber der Ar⸗ beits⸗ und Koſtenaufwand iſt bei derſelben ſo groß, daß er in manchen Gegenden durch den hoͤheren Ertrag nicht wieder bezahlt wird. Ein feuchtes Klima eignet ſich am beſten zur Erziehung von kuͤnſtlichen Graͤſern, Hafer und breitblaͤttrigen Gewaͤchſen; ſtrenger Thonboden paßt in der Regel am beſten fuͤr Weizen, und Kalkboden bringt herrlichen Esparſette und Klee hervor. Die Auswahl eines Fruchtwechſels verlangt daher gewiß viel Einſicht und Ueberlegung; iſt ſie aber einmal gluͤcklich getroffen, ſo werden auch dadurch alle fernere Anordnungen vermieden, die Geſchaͤfte ſtets den Jahreszeiten richtig angepaßt, an Arbeit geſpart, Vieh und Aecker verbeſſert, und ſowohl der Vortheil des Beſitzers, als des Pachters gefoͤrdert. Bei der Entwerfung eines Wirtſchaftsplanes iſt es oft nicht ausfuͤhrbar, das Land in eine Fruchtfolge zu bringen. Selbſt bei kleinen Guͤtern wechſelt theilweis die Beſchaffenheit des Bo⸗ dens; ein Theil iſt vielleicht Thon, ein anderer Sand, der eine gut, der andere mittelmaͤßig, ein dritter ſchlecht; ein jeder muß dann ſeiner Eigenthuͤmlichkeit gemaͤß behandelt werden. Aber ſelbſt wenn er durchaus von gleicher Beſchaffenheit waͤre, wuͤrde es doch nicht immer in der Macht des Menſchen ſtehen, daſſelbe Verfah⸗ ren gleichmaͤßig auf ihm zu beobachten, ſollte es auch auf dem Papiere ausfuͤhbar ſcheinen. Unguͤnſtige Witterung, der Stand der Preiſe, und andere Zufaͤlle koͤnnen oft ſeine uͤberlegteſten Un⸗ ternehmungen vereiteln, und ihn zu Maßregeln zwingen, die ſei⸗ nem beſſern Wiſſen entgegen ſind. Dazu kommt noch, daß die Landwirthe haͤufig mit den Schwierigkeiten eines nicht angemeſſe⸗ — nen ti gißer uchl hen, u ſchell ſelben Kennt leicht mal ge betrach lieten ſheint dem Bedin ihrer derjen wiele ſeni im dß ſiin, ung riſen punkte meſen en Pach ſelbe Thei wind Wdens, ſ barkeit und en dabei in Widderer⸗ itſchaſte. rcemie gan⸗ verſchiedenn henden ange te aufſtelle bhyſichen Steifer bin Pubverunn jſolche bai der der Ar⸗ daß er in der bezahlt Ergjehung Gewachſen; ur Weizen eevvor. Di iel Einiiht ſo werden Geſchaͤfte art, Vieh itzers, als z oſt nich n. Säbſ it des B⸗ d, der än jeder mi Aber ſelſt Irde G och lbe Vrjah⸗ ich uuf dem de Stand guſten Un⸗ n, die ſei⸗ ·, daß de angeneſt Von dem Ackerumlauf. 127 nen Kapitals zu kaͤmpfen haben, und dadurch nicht ſelten genoͤ— thigt werden, einem kleinen augenblicklichen Vortheil vor einem groͤßern, aber entfernteren, der nur durch eine von ihnen nicht wohl zu machende Voranlage zu erreichen iſt, den Vorzug zu ge— ben, und zu ſolchen Mitteln Zuflucht zu nehmen, die ihnen einen ſchnellen Ertrag von ihrem Boden verſchaffen, ſollten ihnen die— ſelben auch eigentlich nachtheilig ſein. Maͤnner freilich, die zugleich Kenntniſſe und hinreichendes Kapital beſitzen, werden ſich nicht leicht durch ſolche Verlegenheiten hinreißen laſſen; denn die ein⸗ mal getroffene Einrichtung einer Wirthſchaft iſt als ein Geſetz zu betrachten, deſſen Vorſchriften man nie ganz aus den Augen ver⸗ lieren darf, ſondern ſtets ſtreng zu befolgen ſuchen muß. Es ſcheint daher auch die Meinung einiger Gutsbeſitzer zu ſein, daß dem Pachter ein beſtimmter Fruchtwechſel vorgeſchrieben und zur Bedingung gemacht werden muͤſſe; die Anſicht iſt jedoch falſch in ihrer Begruͤndung und kann bei der Befolgung die Hoffnungen derjenigen vernichten, die eine ſolche Bedingung eingehen, weil ſie vielleicht manchen Aenderung fodernden Umſtaͤnden nicht anzupaſ⸗ ſen iſt. Weder ein Gutsbeſitzer, noch ſein Bevollmaͤchtigter ſind im Stande, feſte Regeln mit ſolcher Genauügkeit vorzuſchreiben, daß ſie allen vorkommenden ſo zahlreichen Zufaͤllen angemeſſen ſeien, und nie iſt ein ſolcher Wirthſchaftsplan gehoͤrig in Ausfuͤh⸗ rung zu bringen, wenn er nicht mit dem Intereſſe, den Kennt⸗ niſſen und den Mitteln des Pachters uͤbereinſtimmt. Die Haupt⸗ punkte einer Fruchtfolge, die den vorliegenden Verhaͤltniſſen ange⸗ meſſen zu ſein ſcheint, moͤgen immerhin aufgeſtellt werden, und ein wachſames Auge auf deren Befolgung ſehen; iſt aber der Pachter ein verſtaͤndiger und rechtſchaffener Mann, ſo muͤſſen die— ſelben ſehr wenig beſchraͤnkend ſein; denn das Intereſſe beider Theile iſt daſſebe, und wenn das des Einen mehr beguͤnſtigt wird, als das des Andern, leiden beide. 128 Achtes Kapitel. Achtes Kapitel. Betrachtungen uͤber noch einige im vorigen Kapitel nicht aufgefuͤhrte Fruchtfolgen in Bezugnahme auf die Bodenar⸗ ten, fuͤr die ſie paſſen. Die beſte Fruchtfolge oder mit anderen Worten die Pflanzen⸗ und Kulturweiſen, welche dem Boden am ſicherſten die Fruchtbarkeit bewahren und den hoͤchſten Ertrag liefern, ſind lange Zeit ein Streitpunkt fuͤr Naturforſcher und Landwirthe geweſen, und wer— den es wohl auch immer bleiben; denn die daruͤber angeſtellten Forſchungen ſind meiſtens auf Verſuche gegruͤndet, die unter ſehr verſchiedenen Orts-, Boden⸗ und Klimaverhaͤltniſſen ange⸗ ſtellt wurden. Wir hoͤren von außerordentlichen Ertraͤgen, die bei beſonderen Kulturweiſen ſich ergaben; aber alle Verſuche, die nur zufaͤllig gemacht und nicht eine lange Reihe von Jahren hindurch unter den gewoͤhnlichen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen wiederholt wur⸗ den, verdienen Mißtrauen, und zwar aus folgenden Gruͤnden: 1) Sie werden haͤufig angeſtellt, in der Abſicht eine eigne Theorie zu beſtaͤtigen oder eine neue Idee in Ausfuͤhrung zu bringen, die als ein Lieblingsgegenſtand mit Parteilichkeit. behandelt und mit dem guͤnſtigſten Auge betrachtet wurden Dadurch aber leiden ſelbſt die uͤbrigens aufs Sorgfaͤltigſte eingeleitenden Verſuche. 2) Sie werden ſehr oft in zu kleinem Maaßſtabe, auf einem beſonders dazu geeigneten Boden gemacht und mit ſolcher 3 Sorgfalt durchgefuͤhrt, wie ſich unmoͤglich auf ein ganzes Landgut ausdehnen laͤßt. Und wenn nun das Produkt ge⸗ erntet und genau gewogen oder gemeſſen worden iſt, berech⸗ net man den gehabten Ertrag nach dem geringem Umfange des kleinen Verſuchſtuͤckes fuͤr den Acker Land; obgleich jeder Landwirth weiß, daß ein nicht geringer Theil des Ertrags ſine Lag iine li ſchrites entſcheid ſelbſt n ves für t beide inige f vng; tri ſemmmen, ſen Ver Na noch an wirklich folgen ie Baſ eine ged ducht nüe Ie 1 pitel gich Bodenar⸗ lanzen- und ruchtbarkei ge Zeit ein 1, und wer angeſtellen j unter ſir ſſen ang⸗ gen, die bi e, die nur hindurch rholt wur⸗ runden: eine eigne Ausfüͤhrun, darteilicht” fſtet wund Sorgfältg „auf dnm dmi fiher füi grzes Ardukt ge⸗ ſſt berech⸗ m Umfange ggeich jdd ds Ettaß Betrachtungen uͤber noch einige Fruchtfolgen. 129 einer jeden Frucht bei der Ernte im Großen verloren geht, und daß daher ein Zehnackerſtuͤck, mit Beruͤckſichtigung die⸗ ſes Verluſtes und der Flaͤche, welche von den Vorarten und Hecken eingenommen wird, kaum ſo viel in der Wirklichkeit liefert, wie acht Acker nach jener Berechnung. 3) Wenn aber auch alle dieſe Dinge vermieden und die Ver— ſuche ganz ohne Vorurtheil im Großen von einem einſichts⸗ vollen Landwirthe unter den gewoͤhnlichen Verhaͤltniſſen un— ternommen werden, ſo gibt es wieder ſo viele Unſtaͤnde, Jahreswitterung, Bodenbeſchaffenheit, Beſtellungsart ꝛc. die ohne ſichtbare Urſache nicht zu allen Zeiten und in al— len Gegenden gleichmaͤßig wirken. Was in dieſem Jahre gluͤckt, ſchlaͤgt in dem naͤchſten fehl, und was dem Einen gelingt, mißraͤth dem Andern. Ertragsberechnungen ſind daher oftmals falſch, vielleicht fuͤr eine Lage paſſend, fuͤr eine andere haͤufig unanwendbar. Nur eine lange Reihe von Verſuchen und eine Berechnung des Durch— ſchnittsertrags mehrer nach einander folgender Jahre koͤnnen als entſcheidend fuͤr ein neues Verfahren angeſehen werden. Aber ſelbſt wenn es ſich eintraͤglich zeigt, entſteht wieder die Frage: was fuͤr Koſten verurſacht es? Und der Landwirth handelt klug, wenn er beide Seiten der Rechnung mit Aufmerkſamkeit betrachtet. Der einzige ſichere Fuͤhrer bleibt daher eine lange umſichtige Erfah— rung; trifft dieſe aber mit den Theorien der Naturkundigen zu⸗ ſammen, dann iſt ſie, wenn auch nicht untruͤglich, doch des voll— ſten Vertrauens werth. Nach dieſen vorlaͤufigen Bemerkungen theilen wir nachſtehend noch einige minder gewoͤhnliche, theils nur empfohlene, theils wirklich, beſonders in Schottland mit Vortheil angewendete Frucht⸗ folgen fuͤr beſtimmte Bodenarten mit*), und bemerken dabei, daß die Baſis derſelben in der Regel immer eine reine Brache, oder eine gedrillte Hackfrucht, meiſt Turnips, iſt, und auf die letzte Frucht entweder der Umlauf von Neuem beginnt oder das Land mehre Jahre zu Gras niedergelegt wird. *) Im Original iſt hier mit großen Lobeserhebungen die Bodenklaſſifika⸗ tion mitgetheilt, welche Thaer in ſeiner rationellen Landwirthſchaft B. 2 auf der Tabelle A. neben Seite 142 der 1. Ausgabe gegeben hat, und wird dabei geſagt, im ganzen vereinigten Koͤnigreiche Großbritannien gebe es nur wenig Boden, der 5% Humus enthalte, bei gutem Lehmboden waͤren aber ſchon 2% hinreichend eintraͤgliche Getreideernten hervorzubringen. II. 130 Achtes Kapitel. No. I. Fuͤr tiefen, ſtrengen Thonboden. Den Anfang macht eine reine Sommerbrache und dann folgen laͤngere Zeit abwechſelnd 1. Weizen, 2. Bohnen. oder ſtatt der letzteren bisweilen Klee und Raigras. Wenn die Bohnen ſtark geduͤngt, gedrillt und ſorgſam mit der Pferdehacke bearbeitet werden, kann dieſer Fruchtwechſel ſehr lange fortgeſetzt und uͤberaus eintraͤglich, und jedoch bisweilen vortheilhaft werden, ſtatt des Weizens einmal Hafer oder Gerſte zu nehmen, weil jener bei gar zu oftmaliger Wiederkehr auf derſelben Stelle leichte Koͤrner bekommt und Krankheiten mehr ausgeſetzt iſt. No. II. Auf reichem, minder als der vorige gebundenem Thonboden verdient folgende Rotation den Vorzug, weil die Arbeit beſſer bei ihr vertheilt iſt und die verſchiedenen in groͤßerer Abwechſelung gebauten Halmfruͤchte beſſere Koͤrner liefern: 1) Brache oder Turnips geduͤngt. 2) Weizen. 3) Bohnen gedrillt und behackt. 4) Gerſte. 5) Klee und Raigras. 6) Hafer oder Weizen. 7) Bohnen, wie jene. 8) Weizen. Dieſe Fruchtfolge empfiehlt Hr. Brown in ſeinem Bericht uͤber Schottlands Ackerbau als ganz vorzuͤglich, ſo bald die Klee— ſtoppel mit Miſt geduͤngt werde, weil ſonſt die folgenden Fruͤchte nicht gut lohnen. Daß in dieſem Umlauf eine zweite Duͤngung ſich noͤthig mache, iſt ganz gewiß, es ſcheint aber nicht vortheil— haft, ſie dem Klee zu geben, zumal wenn Hafer darauf folgt; beſſer moͤchte es ſein, den Klee mit Gips oder Aſche zu beſtreuen, und die zweite Miſtduͤngung den Bohnen in 7. zuzuwenden. Auch halten wir es fuͤr vortheilhafter, ſtatt der Gerſte in 4. Wei⸗ zen zu nehmen, dann wieder geduͤngte Bohnen und dieſen Gerſte, Klee und zuletzt Hafer folgen zu laſſen; oder vielleicht gar, wie es in Eſſex geſchieht, Gerſte und Klee gleich auf die Brache oder die Turnips folgen zu laſſen. ſelfir V V Et und ni bben ſo die Ger 8 1 enn et der gm Betrachtungen uͤber noch einige Fruchtfolgen. 131 Herr Ruſſel zu Kenilworth empfiehlt folgenden Fruchtwech⸗ Gmat in ſel fuͤr gutes Weizen⸗ und Bohnenland: mbwechelnd 1 aee 8. Vann di 7 Büchun der Nfedehac 5) Weizen ange fongeſt 6) Wicken. eilhaft werden 7) Gerſte ꝛehmen, m 8) Klee. Stelle lei Er ſchließt demnach, wie man ſieht, die Brache ganz aus und nimmt Wicken ſtatt Turnips, in der Meinung, daß jene eben ſo eintraͤglich ſeien, wie die gewoͤhnlichen Turnips und daß die Gerſte nach ihnen beſſer gerathe; der Klee iſt jedoch nur ganz ſicher nach einer gut behandelten Brache oder Brachfrucht, und Thonkode wenn er fehlſchlaͤgt, leiden in der Regel auch alle anderen Fruͤchte eit beſſtt der ganzen Rotation. Abwechſelun No. III. Fuͤr Thon- und Lehmboden geringerer Guͤte. 1) Brache, geduͤngt. 2) Weizen. 3) Klee und Raigras. 4) Hafer. 5) Bohnen gedrillt und behackt. 6) Weizen. onem Beit Bei dieſer Fruchtfolge ſind alle Regeln eines guten Wirth⸗ bald die Fe ſchaftsſyſtems ſtreng befolgt; ſie iſt in der That eine der beſſeren, genden Fat die fuͤr Boden dieſer Art ſich denken laͤßt und liefert, ſobald das eite Düngt Land wohl entwaͤſſert iſt und ſorgfaͤltig gepfluͤgt wird, ausge— richt wrz zeichnete Ernten, kann auch noch laͤngere Zeit ohne Wiederkehr daruf bg der Brache ſo fortgefuͤhrt werden, nur darf es an Duͤnger nicht e zu bſſteuen fehlen. jpvendin fe it 4. Wi No. IV. iht gat, u Auf wenig gebundenem kalkigen oder ſteinigen Boden. Brache d Wenn derſelbe, wie es haͤufig der Fall iſt, nach der Norfolker Weiſe in vier Feldern bewirthſchaftet wird, ereignet es ſich nicht 9* 132 Achtes Kapitel. ſelten, daß Klee und Turnips wegen zu oftmaliger Wiederkehr nicht recht mehr gerathen wollen. Dann empfiehlt Hr. Brown folgende Abaͤnderung: 1) Turnips. 2) Gerſte. 3) 4) 5) Klee⸗ und Grasweide. 6) Hafer. 7) Gedrillte Bohnen und Erbſen. 8) Weizen. Hr. Ruſſell dagegen ſchlaͤgt folgende Rotation vor: 1) Weizen. 1) Schwediſche Turnips. 3) Gerſte, darauf Stoppelruͤben. 4) Erbſen, darauf ebenfalls Ruͤben. 5) Gerſte. 6) Wicken. 7) Gerſte. 8) Klee. Na—chdem dies einmal durchgemacht worden, befindet ſich der Boden wieder in ſeinem friſchen urſpruͤnglichen Zuſtande, und uͤberdies hat man bei dieſer Abaͤnderung noch bedeutend an Acker⸗ arbeit erſpart. No. V. Sandige Bodenarten eignen ſich ebenfalls zur obigen Wirth⸗ ſchaftsweiſe, ſind aber dem Wuchs des Weizens nicht guͤnſtig, wenn ſie nicht eine bedeutende Beimiſchung von Thon haben, oder haͤufig mit Schlamm und Mergel, oder uͤberhaupt mit ſol— chen Subſtanzen geduͤngt werden, die ihre Bindung vermehren. Gerſte, Hafer und Roggen ſind jedoch ſehr ſichere Fruͤchte auf ihnen, namentlich der letzte, und wenn man bei uns auf ſolchem Boden haͤufiger Roggen anbauete, wuͤrde man ihn oftmals beſſer nutzen. Thaer gibt beſonders gute fuͤr ihn paſſende Fruchtfol⸗ gen an; z. B. 1) Behackte Fruͤchte geduͤngt. 2) Gerſte mit Klee. 3) 4) 5) Klee und Weide. 6) Raps. 7) Weizen. —— kann iſt i b werde V man b Kann dung mehr noch! — twwöh ud N dnnen nK md Bu r Widderig Hr. Brom findet ſich de uſtande, und end an lia⸗ bigen Witt icht gunſt Thon habn aupt miſ⸗ ng vermhin e Fruüͤchte s auf ſilha oftmab beſſ nde kachf⸗ Betrachtungen uͤber noch einige Fruchtfolgen. 133 8) Erbſen. 9) Roggen. 10) Wicken zu Gruͤnfutter, Turnips geduͤngt. 11) Roggen. 12) Hafer. Fuͤr armes Sandland empfiehlt derſelbe: 1) Buchweizen. 2) Roggen. 3) Hackfruͤchte geduͤngt. 4) Hafer. 5) Spoͤrgel. 6) Roggen. worauf denn das Land mindeſtens drei Jahre zur Weide nieder⸗ gelegt wird. No. VI. Dieſe Fruchtfolge iſt fuͤr kalten ſeichten Boden berechnet und kann nach den Umſtaͤnden verlaͤngert oder verkuͤrzt werden; nur iſt immer darauf zu ſehen, daß die Brache jedesmal geduͤngt werde; denn das iſt der Grundpfeiler des Ganzen, und unterlaͤßt man es, ſo wird das Land erſchoͤpft. 1) Brache geduͤngt. 2) Weizen. 3) Klee⸗ und Grasweide. 4) Desgleichen. 5) Desgl. 6) Hafer. Kann man jedoch ſchon alle fuͤnf, ſtatt alle ſechs Jahre einmal duͤngen und die Weide um ein Jahr verkuͤrzen, ſo hat man noch mehr Vortheil, im entgegengeſetzten Falle muß man die Weide noch um ein Jahr verlaͤngern. Alle die vorſtehenden Fruchtfolgen ſind vornehmlich fuͤr das gewoͤhnliche nicht zu hoch uͤber der Meeresflaͤche, mehr in Ebenen und Niederungen liegende Ackerland berechnet, jedoch nicht fuͤr die Fennen und Marſchlaͤndereien, uͤber deren Behandlung im vori⸗ gen Kapitel geſprochen worden. Fuͤr Hoͤheland, wenn es trocken, und das Klima fuͤr den Weizen nicht zu rauh iſt, empfiehlt Hr. Brown folgende Fruchtfolge: 134 Achtes Kapitel. No. VII. 1) Turnips geduͤngt und gedrillt. 2) Gerſte mit rothem Klee und Raigras. 3) Klee⸗ und Grasgemenge zu Gruͤnfutter oder Heu. 4) Weizen. 5) Erbſen. 6) Gerſte mit Weidegraͤſern. 7) 8) 9) Weide. 10) Hafer. Die Weizenbeſtellung ſoll Ende Septembers ſchon vorgenom⸗ men, und dazu wo moͤglich ein wenig geduͤngt werden, weil dies auf den Ertrag guͤnſtigen Einfluß habe. Beſſer waͤre es aber wohl, den Duͤnger zu den Erbſen zu verwenden und dieſen zwei Furchen, eine vor und eine nach dem Winter zu geben. In ſolchen Hoͤhen jedoch, wo das Reifen des Weizens miß⸗ lich iſt, haben einige ausgezeichnete Landwirthe folgenden Umlauf mit Erfolg eingefuͤhrt: 1) Turnips. 2) Wintergerſte. 3) Klee. 4) Rothen Hafer*). Wird ſolches Land noch rauher, dann iſt faſt nur noch Rog⸗ gen als Halmfrucht anzubauen, und liegt es weit vom Hofe ab, ſo daß der Duͤnger ſchwer hinzubringen iſt, ſo kann man den Turnips Ruͤbſen zum Abweiden vorangehen, und den Klee zwei oder mehre Jahre ſtehn laſſen. Wenn jedoch ſolches Hoͤheland, wie es nicht ſelten der Fall, zu feucht fuͤr Turnips iſt, dann muß ein anderer Fruchtwechſel gewaͤhlt und an deren Stelle ein anderes Gewaͤchs geſetzt werden. Ein Beiſpiel gibt No. VIII. 1) Brache geduͤngt. 2) Weizen zeitig geſaͤet. 3) Klee und Raigras zu Heu oder Gruͤnfutter. *) In dem vom Hafer handelnden Kapitel iſt dieſer fruͤhreifenden Hafer⸗ art naͤher gedacht. vorgenon⸗ n, weil die are es abe dieſen zwe n. eizens miß den Umlauf noch Rog⸗ n Hofe ah, n man den Klee zwi en der Fal Fruchtwecht ſetzt wendn . finden Hafe⸗ Betrachtungen uͤber noch einige Fruchtfolgen. 135 4) Hafer. 5) Wicken oder graue Erbſen geduͤngt. 6) Gerſte mit Weidegraͤſern. 7) 8) 9) Weide. 10) Hafer. Auf ſolchen feuchten Hoͤhen bleibt indeſſen der Betrieb des Ackerbaues immer eine mißliche Sache; er iſt daſelbſt blos zulaͤſ⸗ ſig als ein Mittel, Turnips und Heu zur Duͤngererzeugung zu gewinnen, und das Land in einen beſſern Weidezuſtand zu ver— ſetzen; denn auf das hier zu bauende Getreide iſt wenig zu rech— nen, nur in ſo fern, als es etwas Futter und Streue gibt. Die zweckmaͤßigſte Fruchtfolge fuͤr jede Art von Boden iſt demnach immer nur bei gehoͤriger Beruͤckſichtigung ſeiner Lage und ſaͤmmtlicher Ortsverhaͤltniſſe aufzufinden. Sie kann lang oder kurz ſein, je nachdem der Reichthum und die Beſchaffenheit des Landes das Eine oder das Andere raͤthlich machen. Auch iſt es nicht nothwendig, ſich blos auf die angegebenen und gewoͤhnlich angebaueten wenigen Getreidearten zu beſchraͤnken, ſondern kann, wenn es Vortheil bringt, andere an deren Stelle ſetzen, weil ſie ſaͤmmtlich gut wachſen, wenn man ſie auf eine paſſend fuͤr ſie vorbereitete Stelle und nicht zu oft auf dieſelbe bringt. Hr. Max⸗ well zu Fletton in Huntingdonſhire, ein erfahrner Landwirth, dem wir einen Bericht uͤber die Landwirthſchaft dieſer Grafſchaft verdanken, empfiehlt daher den Fruchtwechſel No. IX. als einen, der mit geringen, fuͤr die Oertlichkeit berechneten Abaͤnderungen, fuͤr alle Bodenarten, das Marſchland und ganz widerſpenſtigen Thonboden etwa ausgenommen, paſſend ſei, wobei wir noch be⸗ merken, daß der gute Lehmboden, das Mittel zwiſchen entſchiede⸗ nem Thon⸗ und entſchiedenem Sandboden, derjenige iſt, welcher in Bezug auf die Fruchtfolge die geringſte Muͤhe macht, indem er ſich faſt fuͤr eine jede eignet, und den Erſatz der Brache durch Hackfruͤchte, wenigſtens eine ſeltne Wiederkehr von jener recht gut vertraͤgt. Sein Untergrund verdient in dieſer Hinſicht die meiſte Beachtung; iſt derſelbe undurchlaͤſſig, ſo muß man oͤfter zur Brache ſeine Zuflucht nehmen, weil dann eine Verwilderung leichter eintritt; iſt er dagegen durchlaͤſſig, ſo kann dieſelbe, wenn man ſonſt in der Bearbeitung und Duͤngung nichts verſaͤumt, und beſonders das Behacken der Turnips ꝛc, nicht vernachlaͤſſigt, lange Zeit entbehrt werden. Je muͤrber und leichter bearbeitbar ein ſolcher Boden iſt, deſto mehr ſteigt er natuͤrlich im Werth, 136 Achtes Kapitel. ſchon deshalb, weil dann ſeine Bewirthſchaftung weniger Muͤhe und Koſten verurſacht. No. IX. 1) Nach einem tiefen, im Winter oder Fruͤhjahr vorgenommenen Pfluͤgen kommt irgend ein Futtergewaͤchs, das, welches dem Boden am angemeſſenſten iſt, als Turnips, Runkeln, Wi⸗ cken, oder Raps, der behackt und verfuͤttert wird, aber nicht zur Saamenreife gelangt. 2) Darauf folgt irgend eine Halmfrucht, ebenfalls die, welche dem Boden und den Verhaͤltniſſen am meiſten zuſagt. Un⸗ ter dieſelbe wird rother Klee, 20 Pfund pro Acker geſaͤet. 3) Klee zum Maͤhen oder Abweiden, aber nicht zu Saamen. 4) Bohnen zu Schaffutter, gepferdehackt. 5) Halmfrucht, wie in 2. Als Halmfrucht kann man nun Weizen, Gerſte, Hafer ꝛc., ſtatt des Klee's ein anderes aͤhnliches Futtergewaͤchs, ſtatt der Bohnen eine andere Huͤlſenfrucht oder ſonſt ein boden— verbeſſerndes Gewaͤchs nehmen, auch wohl den Klee zwei Jahre ſtehen laſſen, Alles wie es den Umſtaͤnden am an— gemeſſenſten erſcheint; daneben iſt es nicht unvortheilhaft von jedem Schlage ein kleines Stuͤck der Erzeugung ſolcher Gewaͤchſe einzuraͤumen, die ihrer erſchoͤpfenden Natur wegen ſich nicht zu einem ausgedehnten Anbau eignen. Alle dieſe Fruchtfolgen ſind, wie ſich von ſelbſt verſteht, nur fuͤr ſolches Land berechnet, das ſchon ſeit langer Zeit unter dem Pfluge iſt; auf dem, das noch in einem unkultivirten Zuſtande ſich befindet, ſind ſie nicht anwendbar; deshalb machen wir zur Ergaͤnzung des im vorigen Kapitel uͤber die Fennen Geſagten, noch auf folgende, bei ſolchem Lande wohl zu beruͤckſichtigende Maaßregeln aufmerkſam. 1) Wenn das Land nicht durch das Raſenbrennen in Kultur geſetzt wird, ſo breche man es im Winter oder zeitigen Fruͤh⸗ jahr moͤglichſt tief um, und ſpare im erſten Jahre weder Egge, noch Walze und Grubber, um die Wurzeln und in der Ackerkrume befindlichen Graͤſer zu zerſtoͤren und zur Faͤulniß zu bringen. 2) Waͤhrend dieſer Brachbearbeitung duͤnge man das Land mit friſchgebrannten Kalk, 5— 6 Chaldrons pro Acker und ackere 1 V lürich in einen zumal tern au trennen ſted nehwen ganz zu ter Biſ bej iſtj der Mi üb ter doſten richtige nerfruͦc Vityſ O. Nenſche der dade ſoder kür ftüͤher Frudhtb früͤcher das beſſer heetden Boden ſamkeit. B dewend rſumi Liſe dwit i zu dah denate eiger Mi tgenommenen welches dem dunkeln, V wird, ahn die, welche uſagt. un ker geſäet. Saamen. Hafet n, aͤchs, ſtat ein boden⸗ Klee zwei den am au⸗ bortheilhaft ung ſolchet tur wegen iſteht, nur unter dem n Zuſtande en wir zur Geſagten cſichtigende in Kuläur tigen gli⸗ aßte weder dln und in und zur band mit und ackere Betrachtungen uͤber noch einige Fruchtfolgen. 137 denſelben ſo heiß, wie moͤglich unter; darauf nehme man im naͤchſten Jahre Hafer und nach dieſem, der fuͤr die Zu⸗ kunft gewaͤhlte Fruchtwechſel ſei, welcher er wolle, zuvoͤr— derſt Turnips in ſtarkem Duͤnger. Wenn das Land trocken oder wohl entwaͤſſert und von na— tuͤrlich guter Beſchaffenheit iſt, kommt es durch dieſes Verfahren in einen Zuſtand, welcher die Fruchtwechſelwirthſchaft beguͤnſtigt, zumal wenn es nicht zu gebunden iſt, um Turnips zum Verfuͤt— tern auf dem Felde darauf bauen zu koͤnnen. Wuͤrde das Raſen⸗ brennen angewendet, ſo kann die Kalkduͤngung wegfallen; auch iſt iſt es dann nicht ungewoͤhnlich, zweimal Hafer hintereinander zu nehmen, um die durch jenes geſchwaͤchten Graswurzeln vollends ganz zu zerſtoͤren. Der Boden muß dann aber an ſich von gu— ter Beſchaffenheit ſein und ſpaͤter genuͤglich geduͤngt werden. Da⸗ bei iſt jedoch nicht unbemerkt zu laſſen, daß wenn auch allerdings der Miſt den Mehlkaſten fuͤllt, wie das Sprichwort ſagt(muek is the mother of the meal-chest, Miſt iſt die Mutter des Mehl⸗ kaſtens) doch dies nur dann wahr iſt, wenn es auch nicht an richtiger Bearbeitung fehlt; durch die Abwechſelung zwiſchen Koͤr⸗ nerfruͤchten und Futtergewaͤchſen allein iſt der Zweck eines guten Wirthſchaftsſyſtems nicht zu erreichen. Die Wechſelwirthſchaft hat zur Aufgabe, Nahrungsmittel fuͤr Menſchen und Vieh zu erzeugen, und kann dieſelbe loͤſen, entwe— der dadurch, daß ein Theil des Landes einige Jahr zu natuͤrlicher oder kuͤnſtlicher Weide niedergelegt wird, waͤhrend der andere, der fruͤher dieſer. Benutzung unterworfen war, umgebrochen und zum Fruchtbau benutzt wird. Oder dadurch, daß daſſelbe mit Halm— fruͤchten und Futtergewaͤchſen im jaͤhrlichen Wechſel beſtellt und das Vieh auf dem Hofe gefuͤttert wird. Jenes Verfahren paßt beſſer fuͤr leichten Boden und groͤßere Guͤter mit ſtarken Schaf— heerden; dieſes dagegen mehr fuͤr kleinere Guͤter und ſtrengern Boden; fordert indeſſen ein ſtaͤrkeres Kapital und mehr Aufmerk— ſamkeit. Bei dem letzteren ſollte ſtets ſaͤmmtliches Stroh zur Streu verwendet werden, um daſſelbe mit Huͤlfe der durch das Vieh konſumirten Futtergewaͤchſe in Miſt zu verwandeln, und auf dieſe Weiſe ſo viel Duͤnger zu gewinnen, daß nicht nur der Boden damit in voller Kraft zu erhalten, ſondern ſogar noch allmaͤhlig zu verbeſſern iſt. Vorzuͤglich paßt dieſes Syſtem fuͤr alle die Bo— denarten, die ſich zum Anbau der Turnips eignen. Dieſe find —— 138 Achtes Kapitel. vielleicht die einzige Frucht, zu der man nie zu ſtark duͤngen und zu viel pfluͤgen kann. Man ſollte allerdings glauben, daß man auf ſehr lockerem Boden das Pfluͤgen ſo weit treiben koͤnne, daß er zu loſe und dadurch fuͤr die nachfolgenden Fruͤchte unpaſſend werde; wenn man aber die Turnips auf dem Felde ſelbſt auffreſſen laͤßt, wird dieſes ſo derb getreten, daß dieſer Fall nicht vorkommt. Koſtenberechnung. Der Bruttoertrag, die Koſten und der reine Ueberſchuß bei der Landwirthſchaft haͤngen von ſo viel unbeſtimmbaren Umſtaͤn— den ab, daß eine noch ſo genau ſcheinende Berechnung derſelben immer nur als der Wahrheit ſich naͤhernd zu betrachten iſt. Die Erfahrung, Thatkraft und Intelligenz der Landwirthe ſind ſo ver— ſchieden, wie ihre Perſon ſelbſt, und der Einfluß jener auf den Betrieb des Geſchaͤftes, obgleich ſehr erheblich, laͤßt ſich nicht im Achtzig Acker eines guten Weizen⸗ Einnahmen. Acker. Pf. Sh. 10 Weizen; 27 zihel pro Melater 5 60 S. der Quarter.. 101 5 10 Wicken, 105 Sh. Ertrag pro Acker 52 10 10 Gerſte, 40 ihei pro Acker 32 Lb der Quarter.—. 80— 10 Bohnen, 30 wanſdet bro Acker zu 40 S4 der Quarter. 275— 10. Weizen wie obern... 1901 3 10 Wicken desgl.......... 532 10 10 Gerſte desgl.... 80— 10 Klee zweimal gemaͤht 3 Tonnen pro Acker, die Tonne 63 Sh...... 94 10 Einnahme 6 637— Vortu⸗ Fälm Pithſch ſe die fndet, en nac I. mit, and Ch hoͤriger der Wo gewöhn0 mgönſi Verſicht V und ſo Virlich und 8 Muge ffn Orf Acer Mugar Veil Dinger Acaar 16 und Pfug und Dre Dunge Beſtell dagle Dagle Keeſan Rhte d 1 dingen wh — daß mar n kinne, diß iie wyiſind ſeüſt ufriſen ſcht vortonnt leberſchuß b aren Umſtar ung derſelbe ten iſt. De ſind ſo ver ener auf da ſich nicht in en Weißen⸗ Betrachtungen uͤber noch einige Fruchtfolgen. 139 Voraus ſchaͤtzen. Ferner koͤnnen Einzelnheiten, die in manchen Faͤllen von beſonderm Einfluß ſind, nicht als zum gewoͤhnlichen Wirthſchaftsgange gehoͤrig angeſehen werden. Wir betrachten da— her die vielen derartigen Berechnungen, welche man aufgezeichnet findet, mehr mit Intereſſe, als mit voͤlligem Zutrauen, und thei— len nachſtehend nur zwei uͤber die beiden Fruchtfolgen II. und IV. mit, welche in Hrn. Ruſſel's letztem Werke(Treatise on Practical and Chemical Agriculture) zu finden ſind, und, natuͤrlich bei ge⸗ hoͤriger Beruͤckſichtigung der Abweichungen in den Getreidepreiſen, der Wahrheit ſo nahe wie moͤglich kommen, nur begeht er den gewoͤhnlichen Fehler landwirthſchaftlicher Schriftſteller, daß er fuͤr unguͤnſtige Jahre und ſuͤr zufaͤllige Verluſte, die ſich weder durch Vorſicht noch Klugheit vermeiden laſſen, nichts in Abzug bringt, und ſo einen groͤßern reinen Ueberſchuß herausrechnet, als in der Wirklichkeit erfolgen duͤrfte. und Bohnenbodens.(Zu Nr. II.) Auzsgaben. Pf. Sh. Pfluͤgen, 21 Sh., Saatkorn, Zurichtung und Saͤeko⸗ ſten 23 Sh., Erntekoſten 16 Sh. 6 P., Auffeimen, Dreſchen und Verkaufskoſten 22 Sh. 6 P. pro Ack....... 141 15 Pflugarbeit, 21 Sh., Saatkorn und Drillen 18 Sh. Verfüͤtterungskoſten 5 Sh. pro Acker... 22 Duͤngerbereitung und Ausfuhr von zwei Strohernten. 6— Ackerarbeit und Beſtellung 70 Sh., Saatkorn ꝛc. 16 Sh., Ernte 12¹½2 Sh., Auffeime, Dreſchen und Verkaufskoſten 20 Sh. pro Acker.. 59 Pflugarbeit ꝛc. 21 Sh., Saat 16 Sh. 6 P., Saen und Behacken 16 Sh., Ernte 16 Sh.; Einbringen, Dreſchen und Verkaufskoſten 15 Sh. pro Acker. 4: Duͤngerbereitung und Ausbringen.. Beſtellung wie oben.. 4— Desgleichen.... 22 Desgleichen 7 5 Kleeſaat 7 Sh. 6 P. Pro„Acker; 30 Tonnen Heu z8 ernten, die Tonne 7 S 6. P.; Beeuntr Duͤnger 55 p. 3. 50 Ausgaben 350 △ ◻ bo=— bo RA I —————————————— ————d,d/°⸗:-⸗---———————— . 5 3 1en — —ÿ 140 Achtes Kapitel. Arbeitskoſten mit eingeſchloſſen, es bleibt demnach, ohne den Er⸗ trag der Viehzucht, ein Ueberſchuß von 286 Pf. 15 Sh. zur Bezahlung des Pachts, des Zehnten und der Parochiallaſten. Dies ſcheint viel;z aber auf Boden dieſer Art moͤgen dieſe Ausgaben Die Zinſen und Abnutzung des Inventariums ſind in den Einnahmen. 6 1 Weizen, 27 Buſßhel pro Acker zu 60 Sh. Funfzig Acker eines guten Turnips⸗ Acker. Rods. Pf. Sh. P. der Quarter.... 63 5 7 Stoppelruͤben, 33 Sh. pro Acker. 10 6 3 6 1 Schwediſche Turnips 100 Sh. pro Acker.. 31 3— 6 1 Gerſte, 40 Buſhel pro Acker, zu 32 Sh. der Qitarter 50—— Stoppelruͤben oder Roggen zu Gruͤn⸗ futter 33 Sh. pro Acker 10 6 3 6 1 Erbſen 28 Buſh. pro Acker zu 40 Sh. der Quarter.... 43 15— Stoppelruͤben 35 Sh. pro Acker.. 10 18 9 6 1 Gerſte, 40 Buſh. pro Acker zu 40 Sh. der Muarter.... 30—— 6 1. Wicken, 105 Sh. pro Acker 32 16 3 Turnips 70 Sh. pro Acker.. 21 17 6 6 14 Gerſte, wie oben 56— V 6 1 Klee, zweimal gemaͤht; 52 Centner pro Acker 63 Sh. die Tonne. 51 3 9 Summe des Ertrags 425 14 4 4. 241 17 6 Bleibt Ueberſchuß 183 16 10 liitt. zll der ſid, k ſüß, lnglüch — und( Tterarb 69. ſchen Acerar Ackerer Diil Ncerar Er koſt Saan des Ickera b und Eint Bafell Betrachtungen uͤber noch einige Fruchtfolgen. 141 z ſind ind öhne den 6 leicht 40 Sh. vom Acker betragen, und es bliebe alſo nach Ab⸗ 15 C.. zu zug derſelben, da auch noch die Zinſen vom Kapital zu entrichten iß die ſind, kein großer Gewinn fuͤr den Pachter uͤbrig, angenommen iſe lusgben ſelbſt, daß die berechneten Getreidepreiſe nicht zuruͤckgehn, keine — Ungluͤcksfaͤlle eintreten und keine Mißernten erfolgen. en Turnibs⸗ öniie und Gerſtenbodens.(Zu Nr. IV.) Pf Eh.) Ausgaben. d. Sh. p 63 5 Ackerarbeit 18 Sh., Saamen und Drillen 23 Sh. 10 62 6 P., Ernte ꝛc. 16 Sh. 6 P., Auffeimen, Dre⸗ ſchen und Verkaufskoſten 22 Sh. pro Acker. 25 3 1 ½ Ackerarbeit, Saamen und Beſtellung der Ruͤben. 5 18 9 31 5. Ackerarbeit 60 Sh., Duͤngen 12 Sh., Saamen, Drillen und Behacken 14 Sh. pro Acker.. 26 17 6 o. Ackerarbeit 36 Sh., Saamen und Drillen 16 Sh., Ernte 12 Sh. 6 P., Dreſchen und Verkaufs⸗ 10 6 3 koſten 20 Sh. pro Acker. 26 8 1 ¼ Saamen und Beſtellung der Stoppelruͤben oder des Roggens 19 Sh. pro Acker.. 5 18 9 43 15— Ackerarbeit 36 Sh., Duͤngung 12 Sh., Saamen 1 18 3 und Drillen 18 Sh., Behacken 10 Sh. 6 P., Ernte 12 Sh., Dreſchen 12 Sh. pro Acker 31 8 1 ¾ Beſtellung der Ruͤben 19 Sh. pro Acker... 5 18 9 Beſtellung der Gerſte wie oben.. 26 8 1 1 50— Ackerarbeit 18 Sh., Saamen und Saat 18 Sh., 5, 22 16 Verfuͤtterungskoſten 5 Sh. pro Acker... 12 16 3 3 Ackerarbeit 36 Sh. 3 Saamen, Drillen und Be⸗ A N hacken 10 Sh. 6. P., Dän ian 12 Sh. pro Acker.. 18 3 7 11 50— Beſtellung der Gerſte: wie eoben.. 26 8 1 1 Kleeſaamen und Saat 7 Sh. 6 P. ps Acker, 1 Ernte von 16 Tonnen 5 Eeniner Flerhen, die 51 3 9 Tonne 7 Sh. 6 P... 3 89 Die Bereitung des Duͤngers fär den aarzen Um⸗ lauf, 79 Sh. pro Acker.... 21 17 6 l 1 Summe der Tasdäben 241 17 6 11 17 Dies macht vom Acker 3 Pf. 13 Sh. 6% P 142 Neuntes Kapitel. Im Original enthaͤlt nun noch dieſes Kapitel eine Anſicht von der Erſchoͤpfung des Bodens durch die Ernten und der Er⸗ ſetzung des Entzogenen durch die Duͤngung ganz nach Thaer, ohne eine neue Bemerkung von einiger Wichtigkeit hinzuzufuͤgen; es waͤre daher unnuͤtz, das Geſagte im Deutſchen zu wiederho⸗ len, da daſſelbe in den Werken unſres Landsmann's ausfuͤhrlich zu finden iſt; am Schluß ſind aber noch einige gute Lehren fuͤr den engliſchen Landwirth hinzugefuͤgt, die auch der Beachtung des Deutſchen werth ſind und daher nachſtehend folgen. Man moͤge nun eine Fruchtfolge waͤhlen, was es fuͤr eine ſei, ſo gibt es ſtets einige leitende Grundſaͤtze, die kein kluger Landwirth unbeachtet laſſen darf. Vor Allem muß derſelbe, ehe er einen Schritt in dieſer Hinſicht thut, ſich vollkommen Herr ſeines Geſchaͤfts gemacht haben, nicht blos deſſen Theorie kennen, ſondern auch mit der praktiſchen Ausfuͤhrung deſſelben bekannt ſein. Von letzterer haͤngt der gluͤckliche Erfolg ſeiner Unterneh⸗ mungen hauptſaͤchlich abz denn wenn er nicht Umſicht und ge⸗ naue Sparſamkeit bei dem Gebrauch der ihm zu Gebot ſtehenden Mittel anwendet, wird er auch ganz gewiß fuͤr ſeine Ungeſchick⸗ lichkeit beſtraft. Sobald er daher noch nicht hinlaͤnglich eigene Erfahrung beſitzt, muß er entweder durch die ſorgfaͤltigſte Be— obachtung des Verfahrens Anderer, oder durch kleine verglei⸗ chende Verſuche zu ermitteln ſuchen, welche Gewaͤchſe fuͤr ſeinen Boden am beſten paſſen, und auf welche Weiſe dieſelben mit dem meiſten Vortheil anzubauen ſind. Stets wird er indeſſen wohl thun, wenn er ſeine Einrichtung moͤglichſt einfach trifft und ſich einen großen Spielraum vorbehaͤlt. Dies moͤge er ſich ja ein— praͤgen; denn Zeit und Aufmerkſamkeit werden verſchwendet durch den oftmaligen Uebergang von einer Arbeit zu der andern, und eine große Vielartigkeit der zum Anbau gewaͤhlten Gewaͤchſe mag zwar dem Freunde der Natur, der an der Erziehung mehrer Kulturgegenſtaͤnde und der Beobachtung ihres Wuchſes Wohlgefal⸗ len findet, intereſſiren, zieht ihn aber von der Verfolgung ſeines Hauptzieles ab, das einzig darin beſteht, ſeinen eignen Vortheil, und wenn er Pachter iſt, zugleich den Nutzen ſeines Grundherrn zu befoͤrdern. Hat er nun aber einmal ſeinen Plan mit Umſicht und Ueber⸗ legung entworfen, dann darf er ſich von deſſen Ausfuͤhrung durch die Vorſpiegelung außerordentlicher Vortheile neuer Kulturweiſen nicht ploͤtzlich ablenken laſſen, ſondern muß ſich von deren un⸗ zwrül kllhe fohe 1 Vlan fi bottheil den Ot ſind k Ein ſt ſen 5 aus nu met, vo Koſten weiſe d diſſ 8 vittſ inmer Barref wonde ſtets chende einer; ſbt u Durchſe eine Anſch und der Er Hlach Thac, hexeig zu widrethe is aesfthii ute Lahren ſa der Berhiun gen. s es fr ein ie ken Kugr derſelbe, d ommen Ha orie kennan ben hekant er Unternel⸗ chtt und g⸗ ot ſtehenden le Ungeſchic⸗ nlich eigen ftaltigſte R⸗ ine vergli⸗ für ſeinen n mit dem deſſen wohl ft und ſich ſich ja ein— endet durch ndern, und waͤchſe ma ung mehre Wohlgefa⸗ gung eins en Lorhei Grundherrn nd Ueber⸗ tung durch turweiſen deren un⸗ Betrachtungen uͤber noch einige Fruchtfolgen. 143 zweifelhaften Vorzuͤgen zuvor genau zu unterrichten ſuchen. Ein kluger Mann, der alle Schwierigkeiten, die einem guͤnſtigen Er⸗ folge im Wege ſtehen, gluͤcklich zu beſeitigen wuͤnſcht, wird nicht ſelten finden, daß ſolche Neuerungen, wenn ſie auch Anderen als vortheilhaft erſcheinen, es nicht immer fuͤr ihn ſind; denn außer den Ortsverhaͤltniſſen, die ſo ſehr verſchieden in ihren Einfluͤſſen ſind, kommt vorzuͤglich auch noch das Kapital dabei in Betracht. Ein ſtarker Aufwand deſſelben macht ſich allerdings in den mei⸗ ſten Faͤllen bezahlt, ſobald er mit Einſicht geſchieht; aber durch⸗ aus nur dann, wenn man das Geſchaͤft, dem man daſſelbe wid⸗ met, vollkommen verſteht, und zuvor eine genaue Berechnung der Koſten eines beabſichtigten Verfahrens, ſo wie des moͤglicher⸗ weiſe daraus hervorgehenden Gewinns angeſtellt hat. Haͤtte man dieſe Klugheitsmaßregeln, die nur zu oft von Seiten der Land⸗ wirthe und landwirthſchaftlichen Schriftſteller vernachlaͤſſigt werden, immer ſtrenger befolgt, ſo wuͤrden manche bittere Taͤuſchungen in Betreff des zu erwartenden Gewinns und Verluſtes vermieden worden ſein. Was fuͤr ein Syſtem aber auch gewaͤhlt werde, ſtets muß daſſelbe auf die Erzeugung einer vollkommen hinrei— chenden Menge von Duͤnger baſirt werden; denn die Beſtellung einer Frucht auf ein Stuͤck Land, das nicht hinlaͤnglich Kraft be— ſitzt und nicht genug zubereitet iſt, um den moͤglich hoͤchſten Durchſchnittsertrag liefern zu koͤnnen, bringt jedesmal Verluſt. Neuntes Kapitel. Von den Halmfruͤchten im Allgemeinen. Die in Großbritannien vornehmlich angebauten Halmfruͤchte oder Cerealien ſind Weizen, Roggen, Gerſte und Hafer. Mais, Buch⸗ weizen und Hirſen, die in andern Laͤndern ebenfalls als Brot⸗ korn oder doch zur menſchlichen Nahrung in großer Menge ange⸗ 144 Achtes Kapitel. bauet werden, dienen dort faſt nur zu Huͤhnerfutter; der Mais iſt ſogar, obgleich in Gaͤrten laͤngſt bekannt, erſt ſeit Kurzem als Feldfrucht aufgekommen. Die chemiſchen Beſtandtheile des aus den Koͤrnern dieſer Fruͤchte bereiteten Mehles ſind bekanntlich Staͤrke, Gluten oder Kleber, Zucker, Pflanzeneiweis, Oel und Extraktivſtoff in ver⸗ ſchiedenen Verhaͤltniſſen, ſo wohl nach der Verſchiedenheit der Frucht ſelbſt, als nach der Verſchiedenheit des Klima's, der Jah— reswitterung, des Bodens, des Duͤngers, des Reifegrades und der Erntewitterung. Daher kommt es, daß die Nahrhaftigkeit ihrer Koͤrner nicht in allen Jahren gleich iſt. Das Gewicht der verſchiedenen Getreidekoͤrner iſt verſchieden nach ihrer Guͤte; ihre Nahrhaftigkeit aber laͤßt ſich nicht genau nach dieſem Gewicht berechnen, ſondern kommt nur annaͤhernd mit demſelben uͤberein. Das gewoͤhnliche Gewicht iſt pro Buſhel vom Weizen 58— 63 Pfund, -⸗ Roggen 49—56 „ Sommergerſte 48—56 ⸗ Hafer. 34— 42 ͤV Es iſt kuͤrzlich vielfaͤltig in Vorſchlag gebracht worden, daß das Getreide durchgaͤngig nach dem Gewicht, wie es in Liverpool und anderen Marktorten geſchieht, und nicht nach dem Maaß verkauft werden ſolle. Dies hat zu vielen Diskuſſionen, ſelbſt im Parlament, Veranlaſſung gegeben; wir zweifeln aber, daß dieſe Einrichtung eine andere Wirkung haben koͤnne, als einige voruͤbergehende Unbequemlich⸗ keiten fuͤr diejenigen Landwirthe und Getreidekaͤufer, die einmal an den Verkauf nach dem Maaße gewoͤhnt ſind; denn ein Jeder wird das Getreide nach ſeiner Beſchaffenheit beurtheilen, und Niemand, der ſein Geſchaͤft verſteht, blos nach dem Maaß oder nach dem Gewicht ſich richten. Die Branntweinbrenner haben gefunden, daß gewiſſe Ge— wichte von den verſchiedenen Koͤrnerfruͤchten gewoͤhnlicher Guͤte im Durchſchnitt eine beſtimmte Menge von, Spiritus liefern, und zwar: 53 Pfund Weizen 11 Pinten Spiritus. 50 ⸗ Roggen 9 ⸗ 2 42 2 Gerſte 7 2 5 30 2 Malz 6 2 2 28 2 Hafer 3 ½ 2 2 Ein jedes zur Saat gebrauchte Korn muß ſeine volle Reife 7 eeleng gebidie Bam! huuch d Inks h Saument gut zur fellr die zung na dugenſch Nehl den an kräftiger Güte e kann nie ſanmeng und vol Kömet der Lat wendum Gparſar nur die ſ Be 1 der Thrn g dun ſo tredente die ſch Wenn vozügl hackten, men lie und dal vuden ut we in fünmt konner ſo wwh Rege 1 tt; der M N ſtt Kurzen ürnen diſſe Gluten oder toſtoff i ver ſhitdenheit de no's, der A⸗ jeifegrades w Nahrhafti iſt derſchide ch nicht genn ur annaͤhern ſt pro Buſſ vorden, dij in Liveryoo aß verkauſ Narlament, ichtung eine bequemlich⸗ nmal an den der wird das d Niemand der nach den gewiſſe Ge⸗ nlicher Güt liefern, und volle Reif Von den Halmfruͤchten im Allgemeinen. 145 erlangt haben; denn wenn auch bisweilen nicht vollkommen aus⸗ gebildeter Saamen einmal eine gute Ernte geben kann, ſobald Boden und Jahreswitterung guͤnſtig ſind, ſo iſt mit ſeinem Ge— brauch doch immer Gefahr verbunden. Der beruͤhmte Joſeph Banks hatte zwar die Meinung aufgeſtellt, daß unvollkommene Saamenkoͤrner, ſobald ſie nur die Keimkraft nicht verloren, recht gut zur Saat zu gebrauchen ſeien, und da einige andere Schrift— ſteller die von einem ſo großen Naturforſcher ausgeſprochene Mei— nung nachbeteten, ſo folgte man ihr eine Zeit lang. Es iſt aber augenſcheinlich, daß deshalb, weil das in dem Korn enthaltene Mehl dem Pflanzenembryo ſo lange Nahrung gewaͤhrt, bis ſeine Wurzeln ſtark genug ſind, ſie weiter zu ſuchen, dieſer um ſo kraͤftiger werden muͤſſe, je mehr von jenem und in je groͤßerer Guͤte es vorhanden iſt. Die Ernaͤhrung der jungen Pflanzen kann nie ſo reichlich ſein, wenn das Korn, aus dem ſie ſprieſt, zu— ſammengeſchrumpft und ſchmaͤchtig, als wenn daſſelbe geſund, glatt und vollkommen iſt, und deshalb ſind auch gewiß die vollſten Koͤrner zur Saat die vorzuͤglichſten. Die allgemeine Erfahrung der Landwirthe ſpricht ebenfalls durchgaͤngig dafuͤr, daß die An⸗ wendung unvollkommnen Saamengetreides eine uͤbelverſtandene Sparſamkeit ſei, und deshalb ſucht man auch jetzt faſt uͤberall nur die vollſten und ausgebildetſten Koͤrner dazu aus. Wieder— holte Beiſpiele haben ſogar bewieſen, daß man durch die Aus— wahl der ſchoͤnſten Koͤrner aus den groͤßten und vollkommenſten Aehren zu Saamen ausgezeichnetere Ernten gewinnen koͤnne. Da— durch ſowohl, wie durch die Einfuͤhrung der beſten fremden Ge— treidearten iſt die große Verbeſſerung der Koͤrnerfruͤchte entſtanden, die ſich da bemerkbar macht, wo man dieſe Sorgfalt anwendete. Wenn daher die Landwirthe zur Erzeugung ihres Saamens kleine vorzuͤgliche Landſtuͤcke auswaͤhlten, die darauf geſaͤeten Pflanzen hackten, jaͤteten und behaͤufelten, ſie zur vollkommenen Reife kom— men ließen, bei der Ernte mit beſonderer Sorgfalt behandelten, und davon wieder nur die ausgeſuchteſten Koͤrner ausſaͤeten, ſo wuͤrden ſie gewiß reichlich fuͤr die darauf verwendete Muͤhe be⸗ lohnt werden. Eine jede Halmfruchtart hat zwar im Allgemeinen ihre be⸗ ſtimmte Saatzeit, wo ſie geſaͤet werden muß, wenn ſie zur voll— kommenen Reife kommen ſoll; dieſelbe haͤngt jedoch im Einzelnen ſo von dem Boden und der Jahreswitterung ab, daß keine feſte Regel dafuͤr ſich angeben laͤßt. Der Landwirth kann ſich dabei II. 10 146 1 Neuntes Kapitel. nur nach dem Zuſtande der Witterung und nach dem Fortgange ſeiner Feldarbeiten richten; denn wenn ſeine Erfahrung auch noch ſo groß iſt, in der Wahl der Zeit kann er ſich doch betruͤgen. Der Zuſtand des Bodens iſt in der That der beſte Fuͤhrer; iſt er muͤrbe, nicht zu feucht und nicht zu trocken, ſo kann ihm der Saamen mit Sicherheit anvertraut werden. Einige Arten der Halmfruͤchte verlangen einen mehr warmen und trockenen Boden, andere mehr einen zaͤhen und feuchten; Gerſte, Roggen und Buch— weizen gedeihen beſſer in jenem, Weizen und Hafer beſſer in die⸗ ſem. Man hat jedoch bemerkt, daß ein gewiſſer Zuſtand der At⸗ moſphaͤre, den alle Landleute recht gut kennen, der Saat beſon— ders guͤnſtig iſt. Einige, legen großen Werth auf das Ab- und Zunehmen des Mondes; Andere rathen die Gerſte nur des Abends zu ſaͤen und erſt am Morgen unterzubringen, damit ſie vom Thau getraͤnkt werde; ſoll jedoch dieſes gute Wirkung haben, ſo muß die Saat bei warmem Wetter geſchehen, denn wenn ein Nachtfroſt einfaͤllt, moͤchte es eher ſchaͤdlich ſein. Die Tiefe, bis zu welcher der Saamen untergebracht werden ſoll, iſt ein kitzlicher Gegenſtand. Kommt er zu ſeicht zu liegen, ſo vertrocknen oder erfrieren die obern Thauwurzeln leicht, zu tief, ſo wird das Keimen verzoͤgert, oder ganz verhindert. Es muß ſich daher die Tiefe vornehmlich nach der Beſchaffenheit des Bo⸗ dens richten; iſt dieſer ſchwer und bindend, ſo darf ſie nicht ſo viel betragen, wie auf einem lockeren, poroͤſen. Auch die Ge— waͤchſe ſelbſt bedingen einen Unterſchied, ſo fordern Weizen, Gerſte und Hafer eine ſtaͤrkere Erddecke als Roggen und Buchweizen; doch laͤßt ſich wohl annehmen, daß, einige beſondere Faͤlle etwa ausgenommen, 1 ½— 3 Zoll unter allen Verhaͤltniſſen die groͤßte Tiefe ſei, bis zu welcher der Saamen untergebracht werden ſolle. Einige Landwirthe haben die Gewohnheit, ihm eine verſchiedene Tiefe zu geben, weil dann doch wenigſtens ein Theil gut wachſe; dies iſt aber ein nicht zu empfehlendes Verfahren; bei dem Win⸗ tergetreide verurſacht es eine unnüͤtze Saamenvermehrung, und bei dem Sommergetreide bewirkt es die Zweiwuͤchſigkeit. Um einen gleichmaͤßigen Wuchs hervorzubringen, iſt es weſentlich, daß alle Saamenkoͤrner in gleicher Tiefe liegen. Die auf eine beſtimmte Flaͤche erforderliche Saamenmenge wird theils durch das anzubauende Gewaͤchs ſelbſt, theils durch die Art des Saͤens, ob breitwuͤrfig, oder gedrillt, oder gedibbelt, zum Theil auch durch die Beſchaffenheit des Bodens beſtimmt. Dꝛvon bemate ri, bo ij Ero Kol düͤlig g bor den vor den du ſü Saamen kann Re Genduig das Kei it erfahrun emeinen Verfuche daſſende Saame Bodens atbeitun neſen h ſein Da zud zu dunr Sant a und g rauben gelben, Fall, 5 Ei ſtder, à Nnn dm im Aan ein dn den Fortgug ung auch wt doc betriga ſe dührr; i kan in de nige Aren de dcenen Bo ggen und Bi⸗ t beſſer ini uſtand der r Saat bei das Ab⸗m dur des Aban ſie vom de aben, ſo mi ein Nachtfr bracht wenn ächt zu lige leicht, zu n ert. Es u nheit des Ae ff ſie nicht luch die 6⸗ deizen, Getf Buchweizen re Faͤlle er ſen die griß werden ſil ne verſchi ir gut woch bei dem prung, umdi tt. Un alnen tiih, d ale Sumenmenge wtheils dunt der gedibbe ens beſtinng Von den Halmfruͤchten im Allgemeinen. 147 Davon wird jedoch gehoͤrigen Orts ausfuͤhrlich die Rede ſein; wir bemerken daher hier blos, daß die breitwuͤrfige Saat vom Weizen drei, von der Gerſte vier und vom Hafer 4—5 Buſhel gewoͤhn— lich pro Acker betraͤgt. Koͤnnte der Saamen ganz gleichmaͤßig ausgeſtreut und zu voͤllig gleicher Tiefe untergebracht werden; waͤre es moͤglich, ihn vor den Nachſtellungen der Voͤgel, Maͤuſe und Inſekten, ſo wie vor den nachtheiligen Einwirkungen der Atmoſphaͤre vollkommen zu ſchuͤtzen, und waͤren alle Koͤrner keimfaͤhig, ſo wuͤrde dieſe Saamenmenge uͤbermaͤßig ſein; denn nicht der vierte Theil davon kann Raum fuͤr ſeine Wurzeln finden. Da ſich aber eine ſolche Genauigkeit bei der Saat nicht ausfuͤhren laͤßt, da man ſich auf das Keimen eines jeden Saamenkorns, ſelbſt wenn es in der ſchicklichſten Lage ſich befindet, nicht verlaſſen kann, ſo hat ſich erfahrungsmaͤßig ergeben, daß die genannten Quantitaͤten im All— gemeinen nicht wohl zu verringern ſind, indem dahin einſchlagende Verſuche meiſt als nachtheilig ſich erwieſen. Die in jedem Falle paſſendſte Saamenmenge muß indeſſen immer nach der Guͤte des Saamens, der Geſchicklichkeit des Saͤemannes, dem Zuſtand des Bodens hinſichtlich ſeiner Duͤngung, natuͤrlichen Guͤte und Be⸗ arbeitung, und dann hauptſaͤchlich nach der Zeit der Saat abge⸗ meſſen werden. Der letztgenannte Umſtand iſt von vorzuͤglicher Wichtigkeit, beſonders bei der Herbſtſaat, die ſtets etwas ſchwaͤ⸗ cher ſein kann, je fruͤher ſie erfolgt. Der gewoͤhnliche Schlag von Landwirthen ſaͤet eher zu dick als zu duͤnn, indem ſie das Fehlſchlagen einer Ernte meiſtens der zu duͤnnen Saat zuſchreiben. Es iſt auch wahr, daß eine dichte Saat anfangs nach dem Aufgehn einen ſchoͤnen Anblick gewaͤhrt und groͤßere Erwartungen erregt, war ſie aber gar zu dick, ſo rauben die Pflanzen einander die Nahrung, ſie werden krank, ver⸗ gelben, gehn zum Theil zu Grunde und es iſt nicht ſelten der Fall, daß die dickſte Saat den ſchwaͤchſten und luͤckenhafteſten Stand der Fruͤchte zur Folge hat. Ein anderer Grund, der fuͤr eine dicke Saat aufgefuͤhrt wird, iſt der, daß dadurch das Aufkommen des Unkrautes verhindert werde; es kann daraus jedoch vielleicht gerade das Gegentheil entſtehn; denn im gehoͤrigen Maaß geſaͤste Saamenkoͤrner breiten ihre Wur⸗ zeln in der Oberflaͤche aus und bilden daſelbſt, ſich verſchlingend, ein den Unkraͤutern undurchdringliches Geflecht, waͤhrend zu dicht 10* 148 Neuntes Kapitel. geſaͤete ſie nach unten treiben und deshalb dieſen kein Hinderniß in den Weg legen. Vielfaͤltig iſt die Meinung verbreitet, daß es noͤthig ſei, den Saamen von Zeit zu Zeit zu wechſeln; deshalb kaufen viele Landwirthe ihren Saamen in einer andern Gegend, als wo ſie wohnen. Es ſcheint etwas Wahres darin zu liegen; denn aller— dings hat ſich ein ſolcher Wechſel nicht ſelten vortheilhaft gezeigt; viele Sachverſtaͤndige laͤugnen jedoch dieſes, behauptend, der ge⸗ habte guͤnſtige Erfolg ſei nur dem Umſtande zuzuſchreiben, daß der neue Saamen von groͤßerer Guͤte, als der ſelbſterbaute gewe— ſen ſei und ſtellen die Meinung auf, es laſſe ſich derſelbe Vor— theil dadurch erreichen, daß man die groͤßte Sorgfalt auf die Selbſterzeugung guten reinen Saamens verwende. Es ſcheint je— doch, als wenn eine von Zeit zu Zeit vorgenommene Wechſelung des Bodens allen Arten von Saamen noͤthig ſei, um ihr Wachs— thum immer in voller Staͤrke zu erhalten, und es moͤchte daher der von Vielen empfohlene Saamenwechſel doch nicht gerade ein Vorurtheil zu nennen ſein. Auch iſt es bekannt, daß ſelbſt bei der groͤßten darauf verwendeten Sorgfalt die Getreidekoͤrner nie— mals ganz von Unkrautsſaamen zu reinigen ſind, daß es aber Unkraͤuter gibt, die auf dem einen Boden uͤppig, auf einem an⸗ dern aber nur duͤrftig oder gar nicht wachſen, und daß man durch Befolgung dieſes Winkes der Natur vermittelſt eines ge⸗ ſchickten Saamenwechſels ſich von manchen Unkraͤutern frei erhal⸗ ten kann. So gibt es mehre unter dem in den Niederungen ge— wachſenen Weizen, die auf der Hoͤhe ſelten fortkommen. Unab⸗ weislich iſt aber jedenfalls der Saamenwechſel geboten, wenn durch irgend einen Zufall der ſelbſtgebaute mißrathen, ausgeartet oder unvollkommen ausgebildet iſt; denn nur vollkommner und reiner Saamen iſt zu ſaͤen. Solchen muß man jedesmal in einem Falle der angezeigten Art zu erlangen ſuchen; doch ſtets mit gehoͤ— riger Beruͤckſichtigung des zu beſaͤenden Bodens. Man hat immer gefunden, daß es beſſer ſei, den neuen Saamen von einem ge— ringeren Boden und aus einem trockneren waͤrmeren Klima zu nehmen; ſo fuͤr ſtrengen Lehm von einem armen leichten Boden und fuͤr muͤrben Lehm von einem zaͤhen Thon. Man hat Bei— ſpiele, daß ein kleinkoͤrniger, zuſammengeſchrumpfter Weizen von einem armen Grandboden auf bindendem Thon eine vortreffliche Ernte lieferte. Man nimmt gewoͤhnlich als gewiß an, daß die Huͤlſe des Saum es etſh gheile kalgſ ſind, ſhottiſ der M weinbe irſſcher fere, n iigkei felbige et doe enntved Dis; ünged gfuh tge men. Einka ſtidi rerote Jweck wogen. ſie m bewit Iahr Iahre ſaet V Regll alt n Hafer temt dna dunh uage in Hindenn, ilhaft gaatt vtend, derge hreiben, di erbaute gen derſelbe Ver gfalt auf d Es ſcheint je e Wechſelung n ihr Want⸗ moͤchte dahr ͤt gerade d daß ſelbſt bi ddekörner nie daß es ahn uf einem i⸗ nd daß man ſt eines ge frei erhal erungen ge⸗ nen. Unah wenn dut geartet on er und renn al in ein tets mit gi mn hat inme on einem g⸗ en Klina zl ſichtn Bden dun ſot Be⸗ Wihen von vortreffiche Von den Halmfruͤchten im Allgemeinen. 149 Saamenkornes um ſo dicker ſei, je rauher das Klima war, wo es erwuchs. Dies trifft jedoch nicht immer zu; denn der in einem Theile des kalten Polen erzeugte Weizen iſt vielleicht der duͤnn— ſchaͤligſte in ganz Europa. Aber wenn Boden und Klima feucht ſind, dann zeigt ſich jene Erſcheinung; ſo hat der iriſche und ſchottiſche Weizen in der Regel eine ſtaͤrkere Huͤlſe, als der in der Mitte und im Suͤden von England gebaute, und die Brannt⸗ weinbrenner behaupten, daß von gleichen Quantitaͤten engliſcher, iriſcher und ſchottiſcher Gerſte die erſte den meiſten Spiritus lie— fere, weil ſie duͤnnſchaͤliger ſei. Von vorzuͤglicher Wichtigkeit iſt es, den Saamen vor Feuch— tigkeit und Erwaͤrmung zu bewahren, denn wenn er auch, durch ſelbige beſchaͤdigt, nicht immer ſeine Keimkraft verliert, ſo bringt er doch in dieſem Zuſtande nur ſchwache Pflanzen hervor, die entweder ganz eingehen oder doch nur ſchlechte Ernten liefern. Dies zeigt ſich beſonders, wenn man den aus den Oſtſee⸗Haͤfen eingebrachten Hafer zur Saat benutzt. Auch der aus Danzig ein⸗ gefuͤhrte Weizen, obgleich beſſer aufbewahrt und aufs Sorgfaͤl⸗ tigſte in den Speichern gereinigt, gibt nicht immer guten Saa⸗ men. Es iſt daher ſtets die groͤßte Vorſicht anzuwenden bei dem Einkauf fremden Getreides zur Saat; denn wenn es auch unbe— ſchaͤdigt erſcheint und durch Luftausſetzung den Modergeruch ganz verloren hat, ſo wird bei ſeiner Verwendung zu dem genannten Zweck der Landwirth doch gar haͤufig in ſeinen Erwartungen be⸗ trogen. Manche Saamen behalten ihre Keimkraft lange Zeit, ſobald ſie nur bei der Ernte vollkommen reif waren und ſorgfaͤltig auf— bewahrt werden; andere verlieren ſie aber ſchon nach dem erſten Jahre. Der Weizen keimt noch nach fuͤnf, der Roggen nach drei Jahren und alle gute Getreidekoͤrner koͤnnen noch unbedenklich ge— ſaͤtt werden, wenn ſie nicht uͤber zwei Jahre alt ſind; in der Regel ſollte man aber doch den Saatweizen nicht uͤber ein Jahr alt werden laſſen, und den Saamen von Roggen, Gerſte und Hafer ſtets nur von der letzten Ernte nehmen. Friſcher Saamen keimt ſchneller, als aͤlterer, liefert aber nicht gerade einen hoͤhern Ertrag, man will ſogar bemerkt haben, daß er den Wuchs des Stroh's auf Koſten der Koͤrner beguͤnſtige. Wird das Getreide lange auf dem Boden aufbewahrt, ſo vermindert ſich ſeine Keim⸗ kraft weit ſchneller, als wenn es unausgedroſchen im Feimen ſtehen 150 Neuntes Kapitel. bleibt, man ſollte daher die zu Saamen beſtimmten Halmfruͤchte nicht eher dreſchen laſſen, als bis derſelbe gebraucht wird. Ertrag und Wachsthum. Man hat verſucht, den Durchſchnitts-Koͤrnerertrag auf ver⸗ ſchiedenem Boden und in verſchiedenen Gegenden zu ermitteln. Die dabei gewonnenen Reſultate ſind indeſſen ſehr unzuverlaͤſſig. Sie moͤgen tauglich ſein zur Begruͤndung nationaloͤkonomiſcher Berechnungen, geben aber keine feſten Anhaltspunkte fuͤr den Landwirth; denn die Ernten ſind alljaͤhrlich anders und nimmt man eine andere Jahresreihe, ſo wird auch jedesmal ein anderer Durſchnittsertrag gefunden werden. Aber waͤhrend des Wachs— thums des Getreides zeigen ſich Umſtaͤnde, die auf die Groͤße des zu erwartenden Ertrags mit einiger Sicherheit ſchließen laſſen und deshalb Beachtung verdienen. So gilt es fuͤr vortheilhaft, wenn das Wintergetreide nicht allzuſchnell aufgeht, vorausgeſetzt naͤmlich, daß dies keine Folge zu großer Trockenheit ſei; denn man ſchließt daraus, daß die Wurzeln ſich dann kraͤftiger entwickeln, und hat bemerkt, daß bei gleich guͤnſtigen Witterungsverhaͤltniſſen das Auflaufen des Saa— mens auf einem tiefgrundigen Boden wohl um drei Tage ſpaͤter erfolgte, als auf einem ſeichten. Bei dem Sommergetreide da— gegen ſieht man ein ſchnelles Aufgehn ſehr gern, weil es dann um ſo eher uͤber das Unkraut Herr wird. Als ein beſonders gu⸗ tes Zeichen iſt es auch anzuſehn, wenn die jungen Pflanzen moͤg⸗ lichſt gleichzeitig zum Vorſchein kommen; geſchieht dies ungleich⸗ zeitig, ſo laͤßt ſich meiſt ein unguͤnſtiger Einfluß auf die Ernte erwarten; doch iſt ſolches, wie bereits fruͤher bemerkt, bei dem Sommergetreide mehr der Fall, als bei dem Wintergetreide. Die jungen Pflanzen muͤſſen ferner von dunkler Farbe, und die erſt hervortreibenden Blaͤtter kurz, dick, nicht ſpitz und ſchlaff, ſondern ſteif und elaſtiſch ſein, die vom Weizen einen braͤunlichen An⸗ flug, vom Roggen einen braunen ins Roͤthliche uͤbergehenden Schimmer, die des Sommergetreides ein dunkles Gruͤn, ohne alle Beimiſchung von Gelb haben. Letzteres zeigt immer von einer gewißen Schwaͤche, welche die Pflanzen ſelten uͤberwinden. Sobald dieſe erſten Blaͤtter ſich vollſtaͤndig entwickelt haben, muͤſſen zahlreiche Seitenſchoſſe aus der Krone hervortreiben, deren Staͤrke und Menge einen guͤnſtigen Schluß auf die folgende Ernte macn thm, n 3 dn cen; 1 Etirke wichtig: gtoße J Wenn müſſen inner e Die Witeru ſicz; bt dinzalner de zit ausgeſet tung de Habme von ſe häuffg und ſe zeugt i V 8 nen W und lid enem ſonders Schner nichts Auſth Abfluf det. ſo leic dnnn. ſtnel ſt g Nan T da de keim Hrlnfrüth wird. trag auf ber zu erwitten. unzuvelliſig okonomiſce tte für den und nimmt ein andere des Wachs⸗ ⸗Groͤße des ießen laſſa etreide nickt kaͤne Folge us, daß di rkt, daß bi n des Sa⸗ Tage ſpäͤte getreide da⸗ il es dann oonders gu⸗ anzen moͤ⸗ es ungleic⸗ f die Erm kt, bei di ktreide. I und die ii laff, ſondern nlichen A⸗ bergejenden Grin, ühne rr von einer den. felt haben, ben, deren gende Erni Von den Halmfruͤchten im Allgemeinen. 151 machen laſſen. Dieſelben duͤrfen aber weder bald in die Hoͤhe gehen, noch vor Schwaͤche ſich hinlegen; ſie muͤſſen erſt, nachdem ſie den Boden dicht belegt haben, mit kraͤftigem Stamm ſich er⸗ heben; je allmaͤhliger dieſes geſchieht, deſto beſſer iſt es. Die Staͤrke der Halme, zumal an dem unteren Theile, iſt eben ſo wichtig wie ihre Hoͤhe; denn nur wenn jene bedeutend, erſcheinen große Aehren. Die Halmknoten muͤſſen dick und braun ſein. Wenn die Aehren ſich gebildet haben und zur Bluͤthe kommen, muͤſſen ſie ſaͤmmtlich eine gleiche Hoͤhe haben; das Gegentheil iſt immer ein unguͤnſtiges Zeichen. Die Zeit der Bluͤthe iſt ein kritiſcher Moment. Iſt die Witterung lange Zeit ſeucht, ſo geht ſie nur unvollkommen vor ſich; bringt aber der Monat Juni warme trockne Witterung mit einzelnen Regenſchauern, ſo iſt es ganz erwuͤnſcht. Dies iſt auch die Zeit, wo das Getreide der Gefahr des Lagerns am meiſten ausgeſetzt iſt. Erfolgt ſolches vor dem Abbluͤhen durch die Wir⸗ kung des Sturmes, ſo iſt der Nachtheil nicht groß; denn die Halme ſtehn dann gewoͤhnlich bald wieder auf; erfolgt es aber von ſelbſt durch ihre anſcheinende Fette und Schwere, ſo iſt es haͤufig ein Zeichen von Schwaͤche, die den Ertrag verringert, und ſehr oft durch unzweckmaͤßige Duͤngung und Bearbeitung er— zeugt wird. Das Wintergetreide wird zwar durch die Winterkaͤlte in ſei— nem Wachsthume etwas aufgehalten, aber nie ganz unterbrochen, und leidet in einem harten gleichmaͤßigen Winter weniger, als in einem ſogenannten milden mit abwechſelnder Witterung, der be⸗ ſonders auf naſſem Boden ihm leicht gefaͤhrlich wird. Auch hoher Schnee, zumal wenn der Boden feſt und trocken iſt, ſchadet ihm nichts, im Gegentheil waͤchſt es unter ſeiner Decke. Aber das Aufthauen kann ihm nachtheilig werden, wenn nicht ein ſchneller Abfluß des Waſſers, durch Natur oder Kunſt bewirkt, ſtatt fin— det. Das nachtheilige Stehnbleiben deſſelben ereignet ſich hier um ſo leichter, weil es nicht in die unterirrdiſchen Abzuͤge eindringen kann. Am gefaͤhrlichſten wird das Aufthauen, wenn es nicht ſchnell, ſondern allmaͤhlig, bei Tageswaͤrme und Nachtfroͤſten, vor ſich geht. Dieſem Wechſel unterliegen nicht ſelten die kraͤftigſten Pflanzen, am haͤufigſten auf lockerem Boden. Die Einwirkungen des Froſtes und anderer Ereigniſſe auf das der Reife nahe Getreide beſtehen bisweilen darin, daß daſſelbe keine zu Saamen taugliche, wenn auch keimende Koͤrner liefert. 152 Neuntes Kapitel. Es haͤlt oftmals ſchwer, dieſe Beſchaͤdigung durch das bloße An⸗ ſehn zu erkennen, und Landwirthe, die ihren Saamen kaufen, werden daher nicht ſelten betrogen. Unterſucht man jedoch die Koͤrner recht genau, ſo zeigt die Huͤlſe der innerlich verdorbenen Koͤrner folgende Merkmale. Die aͤußere Umhuͤllung der mehligen Subſtanz iſt durch eine Narbe bezeichnet, durch welche die Saft— gefaͤße ihren Eingang haben; zieht man hier die Schale ab, ſo bemerkt man eine hohle Rinne, die laͤngs der innern Rinde vom Wurzelende des Korns bis an ſeine Spitze hinlaͤuft. Iſt nun dieſes geſund und zur Saat geeignet, ſo iſt dieſe Rinne nicht mißfarbig; hat es aber Schaden gelitten, ſo wird dieſelbe am un— tern Ende beinahe ſchwarz ſein und tiefer in das Mehl eindrin— gen, als bei einem geſunden Korn. Auch laſſen ſich ungeſunde leicht in der Richtung jener Rinne ſpalten, und hat man ſie ſo geoͤffnet, ſo ſieht man, daß die ſchmutzige Farbe in das Wur⸗ zelende ſich hineinzieht. Dies deutet auf Verderbniß; ein unver— dorbenes iſt immer zaͤhe, glatt und glaͤnzend von Farbe und laͤßt ſich nur ſchwer ſpalten. Aehnlich den von Froſt beſchaͤdigten Koͤrnern zeigen ſich die, welche bei naſſer Witterung theilweis in der Aehre auswuchſen. Das geſunde Korn vom Weizen iſt dick und voll, von einer eigen⸗ thuͤmlichen glaͤnzenden Farbe, die Landwirthen und Kaͤufern wohl bekannt iſt; das des Hafers gewoͤhnlich frei von Spreu. Gerſte, die gelitten hat, verliert etwas von ihrer gewoͤhnlichen Farbe, wird bleicher und bekommt an einzelnen Koͤrnern braune Spitzen. Dieſe Anzeigen koͤnnen zur Begruͤndung eines ſicheren Urtheils dienen; aber weder Gewicht noch Farbe ſind untruͤgliche Merkmale der Geſundheit; die zuverlaͤßigſte Gewaͤhrleiſtung fuͤr dieſelbe gibt vielleicht der Karakter des Verkaͤufers. Will man das Getreide in Feimen unterſuchen, ſo muß man mehre Aehren an verſchiedenen Stellen und aus mehren Garben herausnehmen, die Koͤrner ſorgfaͤllig ausreiben und dann genau unterſuchen. Entdeckt man, daß ſelbige nur zum Theil gelitten haben, ſonſt meiſt geſund ſind, dann entſteht die oͤkonomiſche Frage, ob ſie zur Saat zu nehmen ſeien oder nicht? Der umſich⸗ tige Landwirth verwirft ſie gewiß meiſtentheils; doch treten bis— weilen Umſtaͤnde ein, die dieſes hindern, und dann kann man wohl von ſolchem nur theilweis verdorbenen Saamen ohne Nach⸗ theil Gebrauch machen; doch muß man ihn im Verhaͤltniß zu der — n te ünf Von hem da in Votſ Koͤrner nur dur ting d der Ernt Vortheile nur bis angeblich lusfall trocnem das Er loſen⸗ man gl ger Wit it, wih 8 1 V. di withe v indeſen und det Sttoh voͤll: milchige ſolchen eln ert ſeich z uſtand in The d ſe ſ wnge auj dm ſcohd de bloße 4— mamen kaufn un ſarch d ic vedorbenen J der mehügen lche di Satt Schale ab, ſ mm Rinde don ft. Iſ m Rinne nitt ſelbe am un, Rehl endri⸗ ch ungeſumd t man ſie ſ n das Wir zein unve⸗ tbe und liß ägen ſich d auswuchſan. einer eige⸗ ,aufern wol eu. Gerſte chen Farbe, ne Spitzen. ten Urtheib he Merkmal dieſelbe gi ſo muß ma hren Garben dann genal Theil gelten dkomnihe Dr unſich⸗ h run büö⸗ runn man ohne Nach⸗ tniß zu der Von den Halmfruͤchten im Allgemeinen. 153 Menge der beſchaͤdigten Koͤrner dichter ſaͤen; wenn man z. B. un⸗ ter funfzigen fuͤnf ſchadhafte findet, zehn Peck ſtatt neun. RNR ei f e. Vor einiger Zeit wurden uͤber den Grad der Reife, in wel— chem das Getreide zu ernten ſei, mehrfache Zweifel erhoben, und in Vorſchlag gebracht, es ſolle geſchehen, ehe noch die oberſten Koͤrner in der Aehre vollkommen reif ſeien. Dieſer Zeitpunkt iſt nur durch eine genaue Unterſuchung des Stroh's und Beruͤckſich— tigung einiger beſondern Merkmale, wovon in dem Kapitel von der Ernte die Rede ſein wird, mit Sicherheit zu entdecken. Die Vortheile, welche ſich ergeben ſollen, wenn man die Halmfruͤchte nur bis zu dieſer Reife kommen laͤßt, beſtehen darin, daß man angeblich die Guͤte der Koͤrner verbeſſert, und jeder Verluſt durch Ausfall vermieden werde. Bei groͤßerer Reife werden, zumal bei trocknem Wetter, ſehr viele Koͤrner theils durch Winde, theils durch das Erntegeſchaͤft ſelbſt, ausgeſchlagen und die Aehren von zahl— loſen Voͤgeln, die eine groͤßere Menge Getreide verzehren, als man glaubt, gepluͤndert. Dazu kommt noch, daß bei unbeſtaͤndi— ger Witterung das zeitig geſchnittene mit Sicherheit einzubringen iſt, waͤhrend vollkommen reif gewordenes den Unbilden der Wit— terung ausgeſetzt bleibt. Dditeeſe allerdings wichtigen Ruͤckſichten haben manche Land⸗ wirthe vermocht, ihr Getreide faſt noch gruͤn zu ernten. Es iſt indeſſen ein Unterſchied zu machen zwiſchen der Reife des Stroh's und der Reife des Korns; in manchen Jahren naͤmlich ſtirbt das Stroh nach oben ab, und dann ſtellt ſich ein Getreidefeld als voͤllig reif dar, obgleich die Koͤrner noch weich, beinahe in einem milchigem Zuſtande ſind. Nun iſt es zwar richtig, daß unter ſolchen Umſtaͤnden das Korn keine Nahrung mehr durch die Wur— zeln erhalten kann, daraus folgt aber noch nicht, daß es nun auch gleich zur Ernte tauglich ſei; denn wird das Getreide in dieſem Zuſtande geſchnitten, ſo entgeht nothwendig den Aehren zum gro— ßen Theil die wohlthaͤtige Einwirkung der Sonne und Luft, durch die ſie weit eher und vollſtaͤndiger ihrer Reife zugefuͤhrt werden, ſo lange noch die Halme anſtehen, als wenn dieſe abgeſchnitten auf dem Boden liegen oder in Bunden ſtehen. Auch die Be— ſchaffenheit des Wetters verdient Beruͤckſichtigung; bei naſſer und 154 Neuntes Kapitel. ſelbſt nur veraͤnderlicher Witterung verdirbt zu fruͤh geſchnittenes Getreide weit eher, als vollkommen reifes. Das aͤußere Anſehen der Koͤrner gewinnt allerdings, wenn man ſie nicht zur ſogenannten Todreife kommen laͤßt; auch ſagt man, daß ſie in letzterem Zuſtande zu Saamen benutzt, langſamer keimten. Dies iſt jedoch ſehr zu bezweifeln; denn es begreift ſich nicht leicht, wie ihre Tauglichkeit dazu, ſobald man ſie, der Sonne und Luft ausgeſetzt, auf dem Felde ſtehen und zur groͤßten Voll— kommenheit kommen laͤßt, mehr ſich verringern koͤnne, als wenn man ſie ausgedroſchen auf einen luftigen Boden bringt. Wahr aber iſt, daß das Stroh an Guͤte gewinnt und ein beſſer Futter gibt, wenn das Getreide nicht todtreif wurde. Faßt man nun Alles zuſammen, ſo ſcheint ſich zu ergeben, daß es zwar in den meiſten Faͤllen klug ſei, das Getreide vor ſeiner voͤlligen Reife zu ernten, daß man doch aber auch hier das Mittel zu halten ſuchen muͤſſe; denn wenn die todtreifen Koͤrner eine zu dunkle Farbe erhalten, ſo ſchrumpfen dafuͤr die zu wenig gereiften zuſammen. Die glaͤnzende Farbe und die Fuͤlle des Korns, welche die Schoͤnheit des Getreides ausmachen und ſeine Guͤte beweiſen, geht demnach in beiden Faͤllen verloren; auch gibt daſſelbe weder in dem einen, noch in dem andern ſo viel und ſo ſchoͤnes Mehl, wie dann, wenn der ſchicklichſte Reifegrad bei der Ernte getroffen wurde. Beſonders gilt dies vom Weizen. Die verſchiedenen Halmfruͤchte geben, bei gehoͤriger Reife ziemlich genau folgende Mengen Mehl und Brot vom Buſhel: Weizen, wenn der Buſh. wiegt 60 Pf. an Mehl 48 Pf. daraus Brot 64 Pf. 2 2 54 2 2 2 2 2 Roggen, 42 ⸗ 66 ⸗ Gerſte, ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 48 ⸗ ⸗ ⸗ 37 ½⸗ 2 ⸗ 50 ⸗ Hafer, 2 5 5 2 40 7 2 2 22 ½ 2 2 2 30 2 Krankheiten. Die Landwirthe beſitzen in der Regel nicht genug wiſſen— ſchaftliche Kenntniß und die Gelehrten nicht hinlaͤngliche praktiſche Erfahrung in Bezug auf die Wachsthumserſcheinungen der Pflan⸗ zen waͤhrend ihrer verſchiedenen Lebensperioden, um genaue Be— obachtungen uͤber die Urſachen ihrer verſchiedenen Krankheiten und die Mittel zu ihrer Abhuͤlfe machen zu koͤnnen. Deshalb neh— men ſie Umſtaͤnde als Veranlaſſung zu jenen an, die zum Theil ger iih de Vjicj zü cher dr Fall Mturforſ Enſſtehun gghlloſe lis jetzt und ander nenn vwit er ſage ſes oder Erzeuger 5 gold dn Eſſer ul's, nch biel dn anen dud als dm. danite ehen. Hgeſchitene ladings, wem ſißtz uch ſagt dußt, langſamer ds begriſt ſt ſie, der Som größten Tl⸗ ne, als we ringt Wih beſſer Futte h zu ergeben Getreide auch hier de reifen Koͤrn die zu wen die Fulle d chen und ſah⸗ ren; auch gi o viel und ſ lgrad bei d izen. öriger Reij Buſyel: us Brot 64 9 2 56 1 2 50 0 enuy viſen⸗ rnttiche gr de Plln n gnaue Be nnkheiten und Ddehabb nch ie zun D Vom Weizen. 155 gar nichts fuͤr ſich haben, einander geradehin widerſprechen und die Anſichten daruͤber ſo verwirren, daß dieſer Gegenſtand neuerer Zeit eher dunkler als erhellet worden iſt. Dies iſt beſonders der Fall bei dem Brand des Weizens, der Chemikern und Naturforſchern ſchon viel zu ſchaffen gemacht hat, uͤber deſſen Entſtehung die verſchiedenartigſten Meinungen herrſchen, uͤber den zahlloſe Schriften geſchrieben ſind, und von dem wir dennoch bis jetzt nichts ganz Genaues wiſſen. Wir uͤbergehen daher ihn und andere Krankheiten hier ganz, und werden nur gelegentlich, wenn wir von den verſchiedenen Gewaͤchſen ſprechen, etwas dar⸗ uͤber ſagen. 3 Zehntes Kapitel. Vom Weizen. Der Weizen nimmt unter allen in England zu Brotkorn ange— bauten Halmfruͤchten den erſten Rang ein, und es gibt daſelbſt zahlloſe Varietaͤten von ihm, die ſich durch ihre Farbe oder an— dere Eigenthuͤmlichkeiten bald mehr, bald weniger von einander unterſcheiden und ihre Namen entweder von der Art ihres Wuch— ſes oder von dem Orte ihres erſten Urſprungs, oder von ihrem Erzeuger erhalten haben. So gibt es Bart- und glatten Wei— zen; goldaͤhrigen, Sammet⸗, eierſchaͤligen, und Hecken-Weizen; brau⸗ nen Eſſex-, gelben Kenter-, weißen und rothen Eſſex-, Mungos⸗ well's-, Burwell's rothen-, Hunter's-Georgiſchen-Weizen und noch viele andere Arten. Ihre Geſchichte und Beſchreibung wuͤr— den einen ziemlich ſtarken Band fuͤllen. Zu dieſen im Lande ſelbſt erzeugten kommen nun noch mehre aus dem Auslande eingefuͤhrte Arten oder vielmehr Sorten; z. B. aͤgyptiſcher-, polniſcher-, ſibiriſcher-, ſeelaͤndiſcher- und Talavera⸗- Weizen. Wenn ſich aber auch alle dieſe verſchiedenen Arten 156 Zehntes Kapitel.— in etwas von einander unterſcheiden, ſo haben ſie doch ſaͤmmtlich nur einen Urſprung, kommen ſie einander in ihren Beſtandthei⸗ len ziemlich gleich und dienen ſie zu gleichem Zweck. Die Bota— niker ſehen zwar viele nicht blos als Varietaͤten, ſondern als wirklich verſchiedene Arten an, ſo z. B. den aͤgyptiſchen oder viel— aͤhrigen(Wunder-) Weizen; bringt man denſelben aber auf ar⸗ mes Land, ſo bildet ſich aus ſeiner mehrtheiligen Aehre eine ein— zelne und nun erſcheint er als bloße Varietaͤt. Auch andere aus waͤrmeren Klimaten und fruchtbareren Gegenden nach England gebrachte Weizenſorten, die anfangs daſelbſt gediehen und an die daſige Atmoſphaͤre ſich zu gewoͤhnen ſchienen, ſind nach einer Reihe von Jahren ausgeartet, dagegen haben die aus kaͤlteren Klimaten und von einem minder geſegneten Boden eingebrachten Arten ſich mit der Zeit verbeſſert. Man macht einen Unterſchied zwiſchen Winter- oder Lam— mas-*) und Sommerweizen; derſelbe iſt aber nicht weſentlich und blos durch die Zeit ihrer Ausſaat hervorgebracht. Es haͤlt nicht ſchwer, den einen in den andern zu verwandeln. Saͤet man z. B. Winterweizen im Monat April, ſo kommen immer noch einige Koͤrner zur Reife, die, im naͤchſten Fruͤhjahr wieder ausgeſaͤet, faſt ſaͤmmtlich kraͤftige Aehren zur Reife bringen, und nun iſt der Sommerweizen hergeſtellt. Eben ſo uͤberſtehn von dieſem, im Herbſt ausgeſaͤet, immmer einige Stoͤcke den Winter, die im naͤchſten Jahre reife Aehren und Koͤrner bringen, die nach nochmaliger Ausſaat voͤllig Winterweizen werden.. Auch die verſchiedenen Varietaͤten des Weizens gehen leicht in einander uͤber und viele unterſcheiden ſich wirklich ſo wenig von einander, daß die Verſchiedenheit kaum mit Worten zu be⸗ ſchreiben iſt; wir begnuͤgen uns daher mit Angabe ihrer Namen. Zwei Hauptverſchiedenheiten, die man bei allen Winterweizenar⸗ ten vornehmlich beruͤckſichtigt, entſtehen durch die Farbe des Korns, die entweder weiß oder roth iſt. Die des Stroh's ſtimmt damit nicht immer uͤberein; denn dieſes iſt bisweilen ganz lichte, waͤh⸗ rend die Koͤrner beinahe braun ſind. Beide Arten kommen wie⸗ der in zwei Verſchiedenheiten vor, die man mit den Ausdruͤcken *) Lammas iſt der Tag Petri Kettenfeier, 1. Auguſt, und der Winter⸗ weizen wird nach ihm genannt, weil deſſen Ernte gewoͤhnlich zu dieſer Zeit beginnt. di⸗ me bejectnt“ Dert fin dpont an. Die ſch braun, Säne Hüͤl ſet ihn ir diiger, als hart und a t dennoch dehmboden gen den unnere S Ddie veil ſie d Kürze der werigr ſällagen ſammtarte hieſe, ſo lſſtens Irbau ſeh orzug gi — *) Len dnnſciüg auf di En Hülſe des Schriften däͤdurch d veſſchieden dämehrt; ¹ Ei Lodding dihien, amrirti Dur egn ſ Ent d acht ur Vom Weizen. 157 t doch ſämmt dick- und duͤnnſpelzig; oder mit ſammtartiger und glatter Spelze hten Beſtne bezeichnet*). dek. Die R Der rothe dickſchaͤlige Weizen wird gewoͤhnlich auf dem ſtreng— ten, ſoden ſten Thonboden gebaut, und artet auf wenig gebundenem leicht piſſcen dt, aus. Die Farbe ſeines Kornes wechſelt von dunkelgelb bis roͤth⸗ ben aber ue lich braun, und bleibt ſich gewoͤhnlich auf allen Bodenarten gleich. Tehre in Seine Huͤlſe wird um ſo dicker, je feuchter der Boden iſt. Dies Auch addne ſetzt ihn im Preiſe herab, der wohl zehn bis zwanzig Procent nie⸗ nach Enaa driger, als der von feineren Weizenſorten ſteht. Er iſt jedoch ſo hen und an hart und auf feuchtem, zaͤhem Boden ſo ſicher und ergiebig, daß ind nah C. er dennoch vorzugsweiſe darauf angebaut wird. Auf muͤrbem ie aus kͤte Lehmboden, oder ſogenannten guten Gerſtenboden gibt man dage— en eingbrat gen den weißen mit glatter Spelze den Vorzug, weil er eine duͤnnere Schale hat und vortheilhafter fuͤr den Muͤller iſt. ter⸗ oder e„Die Sammetweizenarten waren vor einiger Zeit ſehr beliebt, nicht wiſen weil ſie das feinſte und weißeſte Mehl geben, und wegen der racht. G Kuͤrze der Halme, ſo wie wegen des dichten Schluſſes der Aehre weniger leicht durch Winde und durch die Erntearbeiten ausge— vandeln. El 3. ſchlagen werden, als die Arten mit glatter Spelze. Da aber ihre vus ¹ ſammtartige Spelze den Thau und Regen mehr zuruͤckhaͤlt als e bing dieſe, io leiden ſie oit vom Mehilhaus diberhaupt hat man ſie überſtehn n meiſtens ſo zaͤrtlich geſunden, daß man neuerer Zeit von ihrem dei ei 2an len abgelommen iſt, und den glattſpelzigen Sorten den ngen die n Vorzug gibt, zumal in Schottland**). n gehen lit*) Vom Dick⸗ oder Duͤnnſpelzigen(thik or thin husket) iſt dick⸗ oder klich ſo ne dunnſchaͤlig(thick er thin skinnet) wohl zu unterſcheiden. Jenes bezieht ſich Worten zu auf die Spelze, die aͤußere Umhuͤllung; dieſes auf die eigentliche Schale oder Huͤlſe des Korns. Bei mehren Uebertragungen engliſcher landwirthſchaftlicher ej ar 3 eihrer 1 Schriften ſcheint man auf dieſen Unterſchied nicht Ruͤckſicht genommen und Winterwhen dadurch die ohnedies dort herrſchende Verwirrung unter den Benennungen der farbe des gr verſchiedenen Weizenarten, mit denen vielfach Spielerei getrieben wird, noch z ſtimmt dal vermehrt zu haben. n lchte 1)*) Eine Varietaͤt dieſer Art wurde zuerſt vor etlichen und dreißig Jahren n kommen ui zu Coldingham Moor in Berwickſhire von Herrn Hunter auf Tynefield in den Ausdrüch Oſtlothian, angebaut, und nach ſeinem erſten Erbauer benannt. Derſelbe iſt gegenwaͤrtig noch ſo beliebt, daß er in jener Gegend und in den benachbarten Diſtrikten vorzugsweiſe angebaut wird, und als der Repraͤſentant der duͤnn⸗ ſpelzigen ſchottiſchen Weizenarten angeſehen werden kann. und der Witt Ein beſonders ergiebiger rother Weizen wurde ferner vor nunmehr ſieben bis ch zu diſſer 3 acht Jahren von Mark⸗lane in Oſtlothian eingefuͤhrt, der zwar nur kurz im 158 Zehntes Kapitel. Jeder Landwirth muß ſich die Weizenart zuzulegen ſuchen, die fuͤr ſeinen Boden am beſten paßt. Die weißen Lammasweizen ſtehn zwar im Preiſe hoͤher, ſind aber unſichrer im Ertrage, als die rothen, und mancher Boden, der bisher unabaͤnderlich dieſelbe Weizenſorte getragen hat, liefert haͤufig reichlichere Ernten, wenn man ihn einmal mit einer anderen beſaͤet. Man will ſogar be⸗ merkt haben, daß Boden, der beiden Arten gleich gut zuſagt, beſ⸗ ſere Ernten gewaͤhre, wenn man mit ihrem Anbau wechſelt; daß ferner ein Gemenge von beiden die ſchwerſten Koͤrner gebe und ſogar das beſte Brod gewonnen werde, wenn man das Mehl von beiden untereinander miſcht. Boden und Beſtellung. Der beſte Boden fuͤr Weizen iſt ein kraͤftiger, tiefgruͤndiger Thon- und Lehmboden mit ſtarkem Humusgehalt, zumal wenn auch etwas Kalk darin enthalten iſt. Solcher Boden iſt gewoͤhn⸗ lich von dunkelbrauner Farbe, und bearbeitet ſich, trotz ſeiner ſtar⸗ ken Bindung nicht ſchwer in Folge ſeines Kalkgehalts. In man— chen Gegenden iſt derſelbe mit vielen Feuerſteinen gemengt, durch die ſeine Fruchtbarkeit gerade nicht bedeutend vermindert, aber der Gebrauch der Drillmaſchinen und der Pferdehacken ſehr erſchwert wird. Minder gebundene Bodenarten liefern bei gehoͤriger Be— handlung ebenfalls ſehr gute Weizenernten, nur ſelten in ſolcher Fuͤlle; aber der wahre Sandboden ſollte eigentlich nie damit be— ſtellt werden. Blos nach Klee, und einer Duͤngung mit Schaf⸗ pferch iſt er mit einiger Sicherheit darauf zu bauen, und unſere Landwirthe wuͤrden oftmals ſolches Land mit Roggen weit beſſer benutzen. Die beſte und ſicherſte Vorbereitung fuͤr den Weizen auf einem entſchiedenen Weizenboden bleibt immer eine reine Sommer— brache, ſo behandelt, wie es im fuͤnften Kapitel vorgeſchrieben wurde. Iſt jedoch ſolcher Boden einmal in guter Kultur und rein von Unkraut, ſo liefert er oft eben ſo ſchoͤne Weizenernten nach einer halben Brache; ja nicht ſelten auch nach Hackfruͤchten, nur muß die Witterung beſonders guͤnſtig ſein. Stroh, aber ergiebiger an Koͤrnern und Mehl ſein ſoll, als jede andre Art, daher ſehr von den Baͤckern geſucht wird. Er gab 1832 ſiebenzig bis achtzig Imperialbuſhels vom ſchottiſchen Acker.. A nur da Tim tänali dlemal mit er ſch geſ Klees d ſei nun weidet n u laſſen wiche d außerſte brechen Schalme oder wit fes Egg nachhe 4 J es meh Pflgen gleesg der, we auch Dr bhe 8 darn a ihnen l malies Unkrau Meinu * Fijen oden and d ſhwam tha weumme baden malgn ſutt n Fiüge zazulegen ſaze T' Lammasdi in Eung, indalih diſ t Emten, un nwil ſogm gut zuſag u wechſetz ürner gebe das Mehly —, tiefgrinde zumal ua en iſt geri trotz ſeine fr alts. In ur⸗ gemengt, dir ndert, ahrd ſehr etſten geyoriger lten in ſolce wie dawit! ag wit Eh en, und unſt gen weit hſſ en Weiſf reine Sonne⸗ vorgeſchtin dultur und m izenemin t dkftuchen, nu jde andre un enzig bis achti Vom Weizen. ſag Auf den minder gebundenen Bodenarten, wo die Brache nur dann noͤthig wird, wenn ſie ſehr verwildert ſind, geraͤth der Weizen in der Regel am beſten nach einjaͤhrigem Klee und nur einmaligem Pfluͤgen. Das Umbrechen des Klee's ſollte dann aber allemal wenigſtens vier Wochen vor der Saat ſtatt finden, da— mit er vor derſelben ſchon etwas zergangen ſei und der Boden ſich geſetzt habe. Einige rathen an, den zweiten Schnitt des Klee's als Duͤnger unterzupfluͤgen, oder wenigſtens denſelben, er ſei nun zweimal geſchnitten oder nach dem erſten Schnitt abge— weidet worden, vor dem Umbrechen wieder etwas heranwachſen zu laſſen; es geſchieht ſolches indeſſen nur ſelten, weil die Land⸗ wirthe nicht gern den unmittelbaren Vortheil, der ihnen aus der aͤußerſten Benutzung des Klee's hervorgeht, aufgeben. Das Um— brechen deſſelben geſchieht am beſten und ſauberſten mit Huͤlfe des Schaͤlmeſſers, ſ. S. 16. Die Saat wird entweder breitwuͤrfig oder mit einer Drillmaſchine beſchickt, und bald blos durch ſchar⸗ fes Eggen, bald auch mit einem Grubber untergebracht, das Land nachher noch mit einer ſchweren Walze uͤberzogen. Mehr Muͤhe verurſacht die Beſtellung eines Kleefeldes, wenn es mehre Jahre gelegen. Da reicht man ſelten mit einmaligem Pfluͤgen aus; denn wenn auch das Feld zur Zeit der Ausſaat des Klee's ganz rein war, ſo verunkrautet es doch nicht nur oft wie— der, wenn dieſer zwei Jahre ſtehen bleibt; ſondern ſiedeln ſich auch Drahtwuͤrmer(wire worm, die Larve des Saatſchnellkaͤfers, Elater Segetis), Regenwuͤrmer und Schnecken in ſolcher Menge darin an, daß der einfaͤhrig beſtellte Weizen gewoͤhnlich viel von ihnen leiden muß. Dieſen Nachtheilen iſt nur durch ein mehr⸗ maliges Pfluͤgen und ſorgfaͤltiges Abrechen und Verbrennen der Unkraͤuter zu begegnen. Einſichtsvolle Landwirthe ſind jedoch der Meinung, daß man dann, wenn dies geſchehen muͤſſe, keinen Weizen, ſondern ein andres Gewaͤchs, das einen wohlgelockerten Boden verlange, dem Klee folgen laſſen ſolle; fuͤr jenen werde Land dieſer Art bei einer ſolchen Behandlung leicht zu loſe und ſchwammig, und wenn man es auch vor der Saat ſich wieder etwas ſetzen laſſe, oder mit einer ſchweren Walze uͤberziehe, ſo bekomme es dadurch doch nicht den Grad von Feſtigkeit und Ge⸗ bundenheit, welchen der Weizen verlange und nach einem nur ein— maligen Pfluͤgen finde. Darin liegt viel Wahres. Vieffaͤltig ſucht man durch das Niedertreten des Erdreichs mit Schafen dieſe Feſtigkeit hervorzubringen, und laͤßt dem zu Folge dieſe haͤufig bei — 160 Zehntes Kapitel. trocknem Wetter bis zum Eintritt des Froſtes, auch wohl im naͤchſten Fruͤhjahr wieder, in Horden auf der jungen Weizenſaat mit nicht geringem Vortheil liegen. In Norfolk fuͤttert man ſo— gar nicht ſelten auf den mit Weizen beſtellten Feldern Schafe mit Turnips, die man von einem andern herbeiholt und auf jene ſtreut. Maſchine zum Feſtdruͤcken des Bodens. Schon ſeit langer Zeit wird von mehren Landwirthen eine eigne Maſchine unter dem Namen„Landpreſſer oder Pflugſchnitt⸗ niederdruͤcker“, gebraucht, um auf leichtem Boden die kleinen Rin— nen, welche bei dem Pfluͤgen ſtets zwiſchen zwei Pflugſtreifen ent— ſtehen, auszugleichen, indem ſie dieſe niederdruͤckt und ganz platt hinlegt. Das damit uͤberzogene Feld bekommt das Anſehen, als waͤre es bedibbelt worden, und bedarf keiner weitern Vorbereitung zur Saat, die darauf nicht leicht zu tief vergraben werden kann, da keine Vertiefungen mehr vorhanden ſind. Nebenſtehende Abbildung Fig. 19. zeigt ein ſolches Werkzeug m Figur 19. nach der mit einer Praͤmie von der Landwirthſchaftsgeſellſchaft von Weſtengland belohnten Verbeſſerung des Hrn. Charles Adams. Es wird von einem Pferde, das in der zuletzt geoͤffneten Furche geht, gezogen und folgt unmittelbar zwei hintereinandergehenden Pfluͤgen. Die kleinen Raͤder ſind drei gußeiſerne Walzen, die an einem Baum von Eichenholz befeſtigt ſind, die breiteren, mit a bezeihnt bi 3 Nu bir, das lür, al durchen ſt, zwiſch hufen me und mit der F eitet zugle unch die breite ein, ſt. Muer Geſtells iurünm Der de Vinde ſelbe verl ganz, wi weit ginf f ſo be it dem iits wei ceint es durh Auffe N L glächer 3e Die hir den. Ei ſhatfen ſibhen, wi ſſ duch wahl d dn Weßenſen futat man ſe⸗ dern Shhſe mit uf ine trat ens. ndwirthen ii PMugſchni kleinen Rir ugſtreifen en nd ganz plat Anſehen, a Vorbereitun werden kam hhes Werkze geelſäuf bon arls amè, fnxin Furch ndanghenden azen, die n reren mit; Vom Weizen. 161 bezeichneten wiegen, jedes 2½— 3 Centner, ſind 2 Fuß 9 Zoll bis 3 Fuß hoch und laufen zwiſchen den friſchen Pflugſchnitten hin, das dritte kleinere b aber geht auf dem noch ungepfluͤgten Acker, ausgenommen, wenn das Inſtrument den letzten beiden Furchen eines Beetes folgt, wo es, ſobald es richtig abgepaßt iſt, zwiſchen den beiden letzten Furchen an der andern Seite hin⸗ laufen muß. Das groͤßere Rad, welches aus Bretern gefertigt und mit Eiſen abgebunden wird, geht hinter dem zweiten Pflug in der Furche hin, regulirt den Gang des Inſtruments und be⸗ reitet zugleich fuͤr den naͤchſten Pflugſchnitt ein paſſendes Lager. Durch die Stellung der RNaͤder iſt es fuͤr jede beliebige Furchen⸗ breite einzurichten. Es koſtet 5— 6 Pfund, je nachdem es ſchwer iſt. Neuerer Zeit hat man auch noch an dem hintern Theile des Geſtelles unmittelbar nach den Druckraͤdern meſſerfoͤrmige Kratzer angeſchraubt, um die an jenen haͤngen bleibende Erde abzuſtreifen. Der Nutzen dieſes Werkzeugs iſt augenſcheinlich, indem es die Bindung eines zu lockern Bodens ungemein vermehrt; der⸗ ſelbe verliert, damit uͤberzogen, ſeine ſchwammige Beſchaffenheit ganz, wird feſt unter den Fuͤßen, und bietet dem Weizen einen weit guͤnſtigeren Standort dar, wie der beſſere Wuchs deſſelben auf ſo bearbeitetem Lande zeigt. Auch iſt eher Arbeitserſparniß mit dem Gebrauch dieſes Werkzeugs verbunden, weil nach ihm nichts weiter noch erfordert wird, als ein doppeltes Eggen. Scheint es nicht hinlaͤnglich zu wirken, ſo kann es leicht noch durch Auflegen einer Laſt auf das Geſtelle ſchwerer gemacht werden In Berkſhire ſind ebenfalls Maſchinen im Gebrauch, die zu gleicher Zeit das Feſtdruͤcken des Bodens und die Saat beſchicken. Die hier abgebildete wurde von Hrn. Berriman zu Speen erfun— den. Sie beſteht aus ſehr ſchweren Raͤdern von Gußeiſen, mit ſcharfen Raͤndern, die in beſtimmten Entfernungen von einander ſtehen, wie ſich Fig. 20 in der Vogelperſpektive zeigt. Durch Figur 20. ———— 162 Zehntes Kapitel. das Auseinanderruͤcken der Raͤder und der Erdeabkratzer iſt jedoch dieſe Entfernung willkuͤhrlich abzuaͤndern. Soll dieſes Werkzeug zugleich zum Saͤen dienen, ſo werden die Meſſer und Saamen⸗ kaſten ſo daran angebracht, wie es Fig. 21. zu ſehen iſt. Figur 21. O= 1 Duͤngung. Gewoͤhnlicher Boden, der zu Weizen gebrachet wird, erhaͤlt in der Regel auch waͤhrend des Sommers eine Miſtduͤngung; auf reicherem Boden jedoch und auf ſolchem, der vorher zu einer Frucht gehoͤrig geduͤngt wurde, unterlaͤßt man dieſes zu Weizen, und niemals wird ein Landwirth, der ſeine Sache verſteht, erſt vor der Saatfurche zu ihm Miſt aufbringen. Die Erfahrung lehrt in der That, daß durch dieſen meiſtens der Strohwuchs mehr beguͤnſtigt wird, als die Erzeugung der Koͤrner; daß er fer⸗ ner das Lagern befoͤrdert, das Gewicht der Frucht vermindert und dieſe der Gefahr des Brandigwerdens mehr ausſetzt. Ein Sachverſtaͤndiger vermag an dem bartigen Theile des Weizenkorns zu erkennen, ob daſſelbe auf einem mit faulenden Dungmitteln friſch geduͤngten Boden oder auf einem nur pfleglich behandelten und gut bearbeiteten erwuchs. Einſichtsvolle Landwirthe ſuchen demnach ihre Feldordnung ſo zu treffen, daß der Weizen in ein von der vorhergegangenen Duͤngung noch kraͤftiges Land, am liebſten nach Klee, ſonſt nach einer geduͤngten Hackfrucht, Kartof— feln, Runkeln, auch wohl nach Erbſen, haͤufiger jedoch nach Boh⸗ nen zu ſtehn komme. Iſt indeſſen das Land ſo beſchaffen, daß eine reine Brache nicht zu vermeiden und ohne Duͤngung keine lohnende Weizenernte zu erwarten iſt, dann ſuchen ſie ſich Fiſch⸗ abfaͤlle, Oelkuchen oder ein anderes aͤhnliches Dungmittel zu ver⸗ ſchfin, lrinn einen ſi er ge gtracht, Auc kriſtg ij Folge. der ube zupt da über die loſſen, u Die V dem Io ſeeht punkt d zen nach traͤumt atten d anz nach ſalen, af ſtren tendets, vembers. auf wa auf am ſcheuen zu der; blches Lurnips ſadurch it wan Vom Weizen. 163 der iſ jedot ſchaffen, und gelingt dieſes nicht, muͤſſen ſie Miſt nehmen, ſo ie Wartzan bringen ſie dieſen vorher mit Erde, Schlamm, Grabenauswurf ꝛc. b) Sanmen zu einem Kompoſt zuſammen und nicht eher auf das Feld, als n i bis er ganz zerſetzt iſt. Roher Miſt zu Weizen unmittelbar auf⸗ gebracht, erzeugt niemals gute Koͤrner. Auch eine Kalkduͤngung ſagt, wenn der Boden nur ſonſt — kraͤftig iſt, dem Weizen zu und hat gewoͤhnlich ſchoͤne Koͤrner zur — Folge. Man darf aber nur nicht glauben, durch Kalk den Miſt oder uͤberhaupt die faulenden Dungmittel erſetzen zu koͤnnen, uͤber— haupt das nicht uͤberſehen, was im 12. Kap. des 1. Bandes uͤber dieſen Gegenſtand geſagt wurde, und nicht unberuͤckſichtigt laſſen, wenn und wie ſtark die letzte Kalkduͤngung geſchah. Saat und Saͤeweiſe. Die Zeit der Ausſaat fuͤr den Winterweizen richtet ſich nach dem Zuſtand des Ackers und der Beſchaffenheit der Witterung; es ſteht nicht immer in der Gewalt des Landwirths, den Zeit⸗ t wird, ani punkt dazu zu waͤhlen, der ihm der beſte ſcheint. Soll der Wei— Miſtdüngun zen nach einer andern Frucht folgen, ſo muß dieſe erſt das Feld rher zu in geraͤumt haben, und ſelbſt wenn er in die Brache kommt, ver⸗ zu Wein, ſtatten die Erntearbeiten und das Wetter nicht immer die Saat zerſteht, i ganz nach Willkuͤr vorzunehmen. Es wird jedoch gewoͤhnlich em— ⸗Erfahruf pfohlen, ſie ſo fruͤh wie moͤglich zu beſchicken; daher geſchieht ſie Strohwut auf ſtrengem Boden bisweilen ſchon gegen das Ende des Sep— tembers, meiſtens jedoch im October bis zum Anfang des No— ; daß er fe⸗ 1 anm vembers. Zu fruͤh geſaͤeter Weizen uͤberwaͤchſt ſich nicht ſelten uiſezt. E auf weichem, muͤrbem Lehmboden und verliert dadurch an Kraft, Wezenin auf armem Boden aber wird er oft fuchſig(er vergilbt). Deshalb Dungrtt ſcheuen ſich Viele, ihn vor dem 10. October zu ſaͤen, und wenn h behmni⸗ zu der Zeit das Land zu naß oder zu trocken iſt, verſchiebt man withe ſt ſolches wohl gar bis in den November und December. Nach Wiic irdi Turnip ſaͤen ihn ſogar manche Landwirthe den ganzen Winter . öm, an hindurch, ſo wie das Feld von dieſer Frucht leer wird, und ſo dit Karbi hat man Faͤlle, daß noch den ganzen Maͤrz bis zum April Win⸗ lie B terweizen mit Erfolg geſaͤet worden iſt. Bei ſo ſpaͤter Saat d mh 3 ſollte man jedoch ſtatt ſeiner Sommerweizen nehmen. Als Regel iuin, erfte aufzuſtellen ſein, daß auf ſchwerem gebundenem Boden ungang ſh de Saat von der Mitte des Septembers an bis zu Ende des de ſich dſ Oetohers, auf mindergebundenem warmen dagegen in der zweiten ſgitel zu d 11* 164 Zehntes Kapitel. Haͤlfte des Octobers und der erſten des Novembers geſchehen ſollte. Eine fruͤhe Saat hat in den meiſten Faͤllen den Vorzug, leidet in der Regel weniger vom Mehlthau und wird ſicherer zur rechten Zeit reif. 8 Die Menge des auf einem Acker noͤthigen Saamens richtet ſich vornehmlich danach, ob er breitwuͤrfig geſaͤet, gedrillt oder gedibbelt wird. Das Wichtigſte daruͤber iſt ſchon im ſechſten Kapitel abgehandelt, und wir bemerken nur noch, daß wir bei jeder dieſer Saatweiſen gleich gute Weizenernten geſehen haben. Bei der erſten iſt das gewoͤhnliche Beduͤrfniß 212— 3 Buſhel pro Acker, ſelten 31½2 Buſhel; bei dem Drillen und Dibbeln wird jedoch daſſelbe durch die Entfernung der Reihen und Loͤcher be⸗ ſtimmt, in die der Saamen zu liegen kommt. Zahlreiche Ver⸗ ſuche haben gelehrt, daß die zweckmaͤßigſte Entfernung der Saat— reihen bei dem Drillen 7—8 Zoll ſei, und dann werden pro Acker gewoͤhnlich 2— 2½ Buſhel gebraucht, doch beſchraͤnken Einige das Beduͤrfniß auf 6— 8 Pecks. Man hat bei jenen Verſuchen die Saatreihen bis auf achtzehn Zoll Entfernung ge⸗ macht, und ſelbſt dabei, mit Huͤlfe ſorgfaͤltigen Behackens, wo⸗ durch das Beſtocken des Weizens außerordentlich befoͤrdert wird, ein ziemlich dicht beſtandenes Feld, aber doch keine recht ergiebige Ernte erzielt. Bei dem Dibbeln haͤltt man 5—7 Packs pro Acker fuͤr hinreichend. Bei allen Saatweiſen muß immer auch einige Ruͤckſicht auf die Beſchaffenheit des Bodens, die Guͤte des Saamens und die Zeit der Saat genommen werden. Auf kraͤfti⸗ gem gut bearbeiteten echten Weizenboden und von gutem Saamen kann und muß duͤnner geſaͤet werden, als wenn beide von geringer Guͤte ſind; ihre Guͤte ſei aber wieder, wie ſie wolle, ſo iſt es vortheilhaft, die Saamenmenge um etwas zu vermehren, ſobald ſpaͤt geſaͤtt wird. Auf dem ſchwachen Sandboden, der den groͤß⸗ ten Theil der Beſitzungen des beruͤhmten Hrn. Coke eigenthuͤmlich iſt, findet man es vortheilhaft, bis 4 Buſhel Weizen pro Acker zu ſaͤen, und will bemerkt haben, daß eine ſo dichte Saat weni⸗ ger vom Mehlthau leide. Die Sache bedarf indeſſen noch genaue⸗ rer Unterſuchung. Die Tiefe, bis zu welcher das Saamenkorn untergebracht wird, darf auf einem bindenden Thonboden nicht mehr als 2—3 Zoll hoͤchſtens betragen; auf einem trocknen, durchlaͤſſigen dagegen kann ſie bis 4 Zoll erreichen. Ein tieferes Unterbringen ſichert ihn hier mehr vor den nachtheiligen Wirkungen eintretender großer Tran. ds Bon nal 3 Saat ſ des mo line gut twwas ti V Der ter; dbe herin und ſo ſchwähh Dies er glenten wenden, ſcen. nur ein loren 9. treibt uͤ Af Wintr lage hin Egge an zens zu de En ſelbige zu dun das Au ein ſoll 3 we Vodena Stwere G knnn d Anſ ſähn d rice 1' zu dag Vom Weizen. 165 its geſcheſe Trockenheit. Es iſt aber nicht nur die natuͤrliche Beſchaffenheit di Vorzu des Bodens ſelbſt, ſondern auch ſein jedesmaliger Zuſtand zuvor d ſcher zur genau zu unterſuchen, ehe man die Tiefe des Unterbringens der Saat feſtſetzt. Wenn z. B. der Thonboden etwas feucht iſt, muß aanenz nihtt dies moͤglichſt ſeicht geſchehen; iſt er dagegen trocken und durch SFilt de eine gutbearbeitete Sommerbrache wohlgelockert, dann kann ein n in ſcchſa etwas tieferes ſtatt finden. daß wir li eſehen hebe —9 But P f l e g e. dübeln wi Der Weizen uͤberſteht zwar in der Regel die haͤrteſten Win— d Lcher l ter; aber die Unbeſtaͤndigkeit des Klima's in unſern noͤrdli— hlreiche Ve cheren Gegenden ſetzt ihn doch nicht ſelten großen Gefahren aus g der Saa und ſo findet man ihn dann bisweilen im Fruͤhjahre in einem ſo werden w ſchwaͤchlichen Zuſtande, daß er gar keine Ernte erwarten laͤßt. beſchraͤnken Dies ereignet ſich vornehmlich auf armen nicht gehoͤrig trocken t bei jene gelegten Bodenarten in niedrigen Lagen. Es kann dann noͤthig tfernung o⸗ werden, ihn umzupfluͤgen und ſtatt ſeiner Sommergetreide einzu⸗ hackens, we ſaͤen. Damit darf man ſich jedoch nicht uͤbereilen; denn kommen fordert wih nur einige warme fruchtbare Tage, ſo erholt ſich ſolcher fuͤr ver⸗ echt ergilg loren geglaubter Weizen oft bewunderungswuͤrdig ſchnell, und Packs n treibt uͤppige Seitenſchoſſen. immer aut Auf ſtrengem Thonboden bekommt die Oberflaͤche nach dem te Guͤte de Winter haͤufig eine feſte Rinde, die dem Austreiben junger Schoͤß⸗ Auf kräft linge hinderlich iſt. Viele Landwirthe wenden in dieſem Falle die tem Saama Egge an, um dieſe Rinde zu brechen und das Beſtocken des Wei— von geringe zens zu befoͤrdern. Einige glauben indeſſen, daß dieſe Operation le, ſo ſt die Erzeugung des Mehlthau's beguͤnſtige und fuͤrchten, daß durch ehren, ſobn ſelbige zu viel Pflanzen herausgeriſſen werden, und demnach ein er den gi zu duͤnner Stand der Frucht eine Folge davon ſei. Daher iſt igenttini das Aufeggen in Großbrittanien nicht ſo allgemein uͤblich, wie es en po M ſein ſollte; denn Schreiber dieſes hat ſich in Deutſchland und Po— Sat ven⸗ len, wo daſſelbe ſehr oft geſchieht, uͤberzeugt, daß es auf allen wi anui⸗ Bodenarten mit Vortheil vorzunehmen iſt, nur muß immer die Schwere der Eggen der Beſchaffenheit derſelben angepaßt ſein. nngerat Es kann unbedenklich ſo ſcharf geſchehen, daß das Land dadurch 1 6 2— das Anſehn eines friſchbeſtellten erhaͤlt, nur verſteht es ſich von Pahed ſelbſt, daß es zuvor gehoͤrig abgetrocknet ſein muͤſſe; auch darf es ga ſar nicht eher vorgenommen werden, als bis der Weizen im Fruͤhjahr ingn zu vegetiren beginnt, aber auch nicht viel ſpaͤter. In jenem Falle ender große 166 Zehntes Kapitel. werden die Wurzeln leicht getoͤdtet, in dieſem die neuen Schoſſe beſchaͤdigt. Ferner iſt es nicht vorzunehmen, wenn die Stoͤcke durch den Froſt ſehr herausgezogen ſind; dann iſt ſtatt der Egge die Walze anzuwenden, die uͤberhaupt faſt jedesmal jener mit Vor⸗ theil folgt. Das Aufeggen iſt indeſſen nur bei der breitwuͤrfigen Saat anwendbar; die Drillſaat wuͤrde dadurch leiden, und nicht gleich⸗ maͤßig getroffen werden. Ueberdies findet dieſe meiſt nur auf den minder gebundenen Bodenarten ſtatt, die nur ſelten eine Borke im Fruͤhjahr bekommen; es iſt daher das Brechen derſelben min⸗ der nothwendig, als das Auflockern der Erde zwiſchen den Saat⸗ reihen. Durch letzteres wird auch der große, kaum zu entbehrende Vortheil erlangt, daß die Klee⸗ und Grasſaamen, welche man haͤufig im Fruͤhjahre unter den gedrillten Weizen ſaͤet, ein wun⸗ des, zu ihrem Empfange wohl vorbereitetes Erdreich finden, was auf ihr Gedeihen einen ſehr guͤnſtigen Einfluß hat. Die Drillſaa⸗ ten werden demnach in der Regel behackt, entweder mit der Hand oder mit Pferdeinſtrumenten, die in den Saatreihen hingezogen werden und das Land in der unmittelbaren Naͤhe der Wurzeln nicht auf eine dieſen nachtheilige Weiſe lockern. Viele Landwirthe ſind jedoch gegen den Gebrauch der Pferdehacken, weil es ſchwie⸗ rig ſei, dieſelben ſo zu fuͤhren, daß ſie nicht ausglitten und mehre Stoͤcke verwundeten, und weil der Fußtrittt der Zugthiere dieſen nachtheilig werden koͤnne. Letzter Einwand iſt indeſſen ſehr uner— heblich; denn da das Behacken nur bei einem trocknen Boden— und Witterungszuſtande ſich vornehmen laͤßt, iſt auch nichts von dieſem Fußtritt zu befuͤrchten. Es wird jedoch aus dieſen Gruͤn⸗ den haͤufiger das Handhacken vorgenommen; dies iſt aber ein langweiliges, koſtbares und dennoch nicht immer ganz nach Wunſch wirkendes Geſchaͤft, weil es haͤufig nur obenhin, ohne gehoͤrige Sorgfalt vollfuͤhrt wird. Man hat dieſem Uebelſtand durch ein Werkzeug, wie auf Fig. 22. abgebildet iſt, und das von einem Arbeiter zwiſchen den Saatreihen hingezogen wird, abzuhelfen ge⸗ ſucht, indeſſen auf eine nicht vollkommen genuͤgende Weiſe, indem es nur auf einen ſehr lockeren Boden anwendbar iſt, ſonſt beinahe gar nichts wirkt. Durch das Behacken, es geſchehe mit Hand⸗ oder Pferdein⸗ ſtrumenten, ſo wie durch das Aufeggen wird auch zum Theil das Land vom Unkraut gereinigt, und dies gibt nicht ſelten Veran— laſſung, das Jaͤten zu unterlaſſen. Dies iſt jedoch eine uͤbelver⸗ 8 8 porach ung Im uiker neuen Söoſ un die Etza⸗ ſat der Eg lener wit Vor⸗ virfgen E d nich gleih N nur affd en eine Boi erſelben mir in den Saa⸗ u entbehren welche ma tt, ein ww finden, wi di Drillſar nit der Han hingezoge der Wunan le Landwin eil es ſchwie n und man thiere dieſe ſehr uner nen Boden⸗ hnichts vor dieſen Grir iſt aber i nach Wuſt öhne gehitt nd durch i s von ein bzuhelfen ge Weiſ, inden onf heinahe der pferdein⸗ Theil das lten Veran⸗ ine übeloer Vom Weizen. 167 Figur 22. ſtandene Sparſamkeit; denn nur durch das Ausraufen mit der Hand ſind die Unkraͤuter gaͤnzlich zu entfernen und dem Weizen unſchaͤdlich zu machen. Es ſollte demnach niemals verſaͤumt wer⸗ den. Der Zuſtand des Landes moͤge ſein, wie er wolle, ſo rein iſt es niemals, daß nicht im Fruͤhjahr Unkraͤuter aufkaͤmen, und der Landwirth, der nicht alle Mittel, die ihm zu Gebote ſtehen, zu deren Vertilgung anwendet, verliert durch dieſe Erſparung zuletzt ſelbſt am meiſten. Nicht ſelten wird der Winterweizen bei einer ſeinem Wachs⸗ thum beſonders guͤnſtigen Witterung auf einem dungkraͤftigen Bo— den ſo uͤppig, winterſtolz(winter-proud) wie die engliſchen Land⸗ wirthe ſagen, daß er ſchnell in die Hoͤhe geht und verhaͤltnißmaͤ⸗ ßig mehr Stroh als Koͤrner liefert. Wegen der groͤßeren Laͤnge der Halme und der Mattigkeit derſelben, die beide davon Folge ſind, lagert ſich dann das Getreide um ſo leichter und leidet es um ſo mehr vom Mehlthau. Um dies zu verhuͤten, laͤßt man in einem ſolchen Falle den Weizen entweder von den Schafen abfreſ— ſen, oder, jedoch ſelten, abmaͤhen. Die Ueppigkeit des Wachs⸗ thums wird dadurch gebrochen und die anſcheinende Gefahr beſei⸗ tigt. Es erfordert jedoch viel Umſicht und praktiſche Erfahrung, um genau zu ermitteln, wenn dieſe Mittel anwendbar ſeien oder nicht; denn wenn auch durch eine beſonders guͤnſtige Fruͤhjahrs⸗ witterung jetzt die Pflanzen zu einer außerordentlichen Ueppigkeit gebracht worden ſind, ſo kann leicht durch eine ploͤtzliche Umwand⸗ lung derſelben deren Wachsthum ſo geſtoͤrt werden, daß ſie von nun an zuruͤckbleiben und jene Mittel dann nur nachtheilig wirken. Das Abweiden des Weizens, wenn er im Fruͤhjahr in dich⸗ 168 Zehntes Kapitel. ten fetten Buͤſchen den Boden bedeckt, findet am Oefterſten ſtatt, wird aber von Vielen verworfen, weil die Schafe lieber das Herz der Pflanze, das verſchont werden ſollte, abfreſſen, als die aͤußeren groͤberen Blaͤtter. Soll es dennoch vorgenommen werden, dann muͤſſen ſo viel Schafe auf einmal darauf kommen, als noͤthig ſind, um die ganze Flaͤche, ohne daß ſie darauf ſtehn bleiben, in kurzer Zeit niederzufreſſen, damit ſie nicht zu wiederholten Malen darauf zu gehn brauchen. Das Abmaͤhen darf nur mit der groͤß⸗ ten Vorſicht und nie ſo tief vorgenommen werden, daß das Herz der Pflanze dadurch Schaden leiden koͤnne. Fruchtfolge. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Weizen unmittelbar nach Weizen wieder geſaͤet, den Boden erſchoͤpft und dem Landwirth keinen Vortheil bringt, obgleich Jethro Tull's Verſuche(ſ. Kap. 6) theilweis zu wiederſprechen ſcheinen. Es iſt indeſſen ſonderbar, daß weißer und brauner Weizen abwechſelnd geſaͤet noch beſſre Ernten liefert, als wenn man dieſelbe Sorte unmittelbar ſich fol⸗ gen laͤßt. Ueberhaupt iſt es niemals wohl gethan, Weizen nach einer andern Halmfrucht zu ſaͤen; muß es aber ja einmal geſchehen, ſo geht es noch eher nach Hafer als nach Gerſte. Klee iſt der Vater des Weizens genannt worden, und auch in der That die paſſendſte Vorfrucht fuͤr ihn, ſobald er nicht oͤfter, als in acht Jahren einmal auf dieſelbe Stelle gebracht und nur in ein wohl zubereitetes, vollkommen reines und ſo dung⸗ kraͤftiges Feld geſaͤet wird, daß er dicht, uͤppig und geſchloſſen aufwaͤchſt; ſteht er duͤnn und duͤrftig, ſo geraͤth auch der Weizen nicht gut nach ihm. Iſt das Land ſo gut, daß es nicht mehre Jahre zu Gras zu liegen braucht, ſo iſt es am beſten, den Klee nur ein Jahr zu benutzen und den Weizen dennoch, wie bereits geſagt wurde, einfaͤhrig zu beſtellen. Dadurch wird nicht nur viel Arbeit erſpart, ſondern auch in der Regel eine vorzuͤgliche Weizenernte erlangt. Getheilt ſind die Meinungen daruͤber, ob es beſſer ſei, den zweiten Wuchs des Klee's, nachdem ein Schnitt genommen, abweiden zu laſſen, oder auch noch abzumaͤhen. Jenes geſchieht am haͤufigſten; es hat ſich aber in ſo vielen Faͤllen das zweimalige Abmaͤhen des Klee's guͤnſtig fuͤr den Weizen gezeigt, daß man nicht mit Beſtimmtheit ſagen kann, welches von dieſen beiden Verfahren das beſſere ſei. Es verſteht ſich indeſſen von ſelſt, d kommm dn riu nähen 3 Wich gue Vor dber nich Reichs; die Ver mit Sich dder zu Braübe Die witthſchat ſtehen u beitet we Runkeln, vürmua r übethau vorzügli Früͤchten u ihnen ſcher zu ongeme Du den ſind zonx vor telung gehalten Peizene „ ſlagen ijnen; Vom Weizen. 169 d 3 1 ſelbſt, daß der zweite Wuchs des Kleeſs nicht zur Saamenreiſe B drülßen kommen duͤrfe; denn ſonſt erſchoͤpft er nicht nur den Boden, ſon⸗ mu 4 dern raͤumt er auch das Feld zu ſpaͤt, um die Weizenſaat zur denin rechten Zeit vornehmen zu köͤnnen. n blid— Wicken ſind von mehren Schriftſtellern ebenfalls als eine holen— gute Vorfrucht fuͤr den Weizen geruͤhmt worden man nimmt ſie nid 1 aber nicht mehr gern dazu, namentlich nicht im Norden des er giſ Reichs; denn ſie beguͤnſtigen die Erzeugung von Ungeziefer und du dos ge die Verwilderung des Bodens. Weizen kann daher nur dann mit Sicherheit nach ihnen geſaͤtt werden, wenn man ſie abhuͤten, oder zu Gruͤnfutter abmaͤhen ließ und ſo dem Lande eine halbe Brachbearbeitung geben konnte. Die anderen Fruͤchte, welche dem Weizen bei der Wechſel⸗ ttelbar nach wirthſchaft noch vorgehen, ſind meiſtens ſolche, welche in Reihen Landvitt ſtehen und zur Reinigung des Landes mit der Pferdehacke bear— (.Kap. G beitet werden. Darunter gehoͤren Erbſen, Bohnen, Kartoffeln, ſonderbar, Runkeln, Turnips und Kohl. Nach den vier zuletzt genannten noch beſſe nimmt man jedoch haͤufig lieber Sommerweizen als Winterweizen, bar ſich for uͤberhaupt lieber Sommergetreide, weil ſie das Land fuͤr daſſelbe Weizen nat vorzuͤglich gut zubereiten. Soll Winterweizen nach den genannten al geſchehen Fruͤchten folgen, ſo iſt es unumgaͤnglich nothwendig, daß ſtark zu ihnen geduͤngt worden ſei. Mit Ausnahme der Turnips wird rden, und daher zu ihnen meiſtens wenig vergohrner Miſt aufgefahren, deſſen ſobald er langſame Zerſetzung im Boden dieſem fuͤr den Weizen nach jenen le gebracht noch Dungkraft genug zuruͤcklaͤßt. Gedrillte und behackte Boh— ad ſo dung⸗ nen ſind, beſonders auf Thon- und ſtrengem Lehmboden, eine geſchloſen ganz vorzuͤgliche Vorfrucht fuͤr den Weizen, nur wird deſſen Be⸗ der Wehen ſtellung nach ihnen nicht ſelten durch ihre ſpaͤte Ernte ſehr auf⸗ nicht metrr gehalten. Nach Kartoffeln hat man zwar bisweilen ſehr ergiebige , den Kl Weizenernten gehabt, aber eben ſo oft iſt er auch danach fehlge⸗ wie bertt ſchlagen. Viele ſind daher mehr dafuͤr, Sommergetreide nach richt nur ihnen zu nehmen, das hier ſtets ſehr gut geraͤth. Zu jener Er— votzüglihe ſcheinung traͤgt wohl das Meiſte der Umſtand bei, daß ſie das aruͤber, dö Feld zu ſpaͤt im Jahre raͤumen, wo die guͤnſtigſte Saatzeit fuͤr enn Stnit den Weizen vorbei iſt; denn wenn ſie auch unter die erſchoͤpfen⸗ en. Jenes den Fruͤchte mit zu zaͤhlen ſind, ſo wird doch ſtets ſo ſtark zu Flln de ihnen geduͤngt, daß das Land durch ſie nicht voͤllig entkraͤftet n gzeigt werden kann. Haͤufig ereignet es ſich, daß der Winterweizen bald durch dieſen 3— un diſ Ungeziefer aller Art, bald durch Ungunſt der Witterung Schaden deſſen von — 170 Zehntes Kapitel. leidet, leere Stellen und einen ſo duͤnnen Stand bekommt, daß ſich nur ein geringer Ernteertrag erwarten laͤßt. Dieſem Nach⸗ theil kann zum großen Theil dadurch abgeholfen werden, daß man die duͤnnen Stellen entweder mit Weizenpflanzen, die man da wegnimmt, wo er zu dicht ſteht, auspflanzt, oder, wenn dies zu umſtaͤndlich erſcheint, in dieſelben Sommerweizen eindibbelt. Wir haben von beiden einen ſehr genuͤgenden Erfolg geſehn, ſelbſt noch wenn es erſt Ende Aprils vorgenommen wurde. Weizen⸗ felder, die zu der Zeit gar nichts mehr hoffen ließen, gaben nach⸗ her noch einen ſehr ſchoͤnen Ertrag. Man ſucht wohl das Pflan⸗ zen des Weizens laͤcherlich zu machen, und wollte man es im Großen ausfuͤhren, ſo wuͤrde es wohl viel Schwierigkeiten verur— ſachen; allein am Ende nicht viel mehr, als das Dibbeln, das ſonſt auch als unausfuͤhrbar verſchrieen wurde, und jetzt auf gro— ßen Flaͤchen in Ausuͤbung gebracht wird. Sommerweizen. Der Sommerweizen iſt, wie bereits erwaͤhnt, keine beſondere Art, ſondern unterſcheidet ſich nur von dem Winterweizen durch ſeine Saatzeit und ſeine ſchnellere Ausbildung. Seine Koͤrner, und das daraus gewonnene Mehl ſtehen dem des Winterweizens nicht nach und daher werden beide von den Getreidehaͤndlern nicht ſelten untereinander gemengt. Fruͤher ſcheint der Sommerweizen in England nicht ange— baut worden zu ſein; denn man findet ſeiner in den aͤltern land⸗ wirthſchaftlichen Buͤchern nicht gedacht. Erſt nach der Einfuͤh⸗ rung des bekannten Talavera⸗Weizens durch einen waͤhrend des letzten Krieges bei der engliſchen Armee in Spanien dienen⸗ den Officier iſt der Anbau des Sommerweizens haͤufiger gewor— den. Die genannte Weizenart, welche gegenwaͤrtig, beſonders auf dem leichten Boden in Norfolk, und einiger ſuͤdlichen Graf— ſchaften im Großen angebaut wird, kann eben ſo gut im Herbſt, wie im Fruͤhjahr geſaͤet werden. Da ſie aber fuͤr unſere Winter etwas zu zaͤrtlich iſt, behandelt man ſie lieber als Sommerfrucht. Sie zeichnet ſich durch langes Stroh, lange Aehren, ein feines, helles, duͤnnſchaͤliges Korn und Ergiebigkeit vortheilhaft aus und iſt daher ſehr beliebt geworden, nur leider in unſerem rauheren Klima bereits ſo ausgeartet, daß ſich das Einbringen neuer Saat aus ihrem Vaterlande noͤthig machen duͤrfte, um ſie wieder in — V ihter 1 anduen dignten nict zu nicmäͤ dige Tur Di Nätzes ſedoch d den uſhel des der fäͤlt da Grund zeitigen zün Ernage Boden dem O weizens de Jah und kall ſu de Kima wam g Veruch gemunt beweiſe werthe D. Vodens Wnau ſ tu gewe ldet d von d in ale Vom Weizen. 171 bekommnt, d ihrer voͤlligen Eigenthuͤmlichkeit herzuſtellen. Sie waͤchſt, wie alle veden, d anderen Sommerweizenarten auf jedem uͤberhaupt fuͤr Weizen ge⸗ anz di mn eigneten Boden, wenn er auch nicht ſehr gebunden iſt; nur reich, der, wem d nicht zu trocken und aufs Beſte vorgerichtet muß er ſein; die ehen andütt weckmaͤßigſte Vorbereitung erhaͤlt derſelbe zu dieſer Frucht durch ig geein ſi eine Turnipsernte, die man auf dem Felde verzehren laͤßt. durdt. Vie Die Saatzeit des Sommerweizens waͤhrt vom Ende des n, grben r Maͤrzes bis zu Anfang des Mai's; die Mitte des Aprils ſcheint ohl das jedoch die beſte und ſicherſte zu ſein. Man ſaet ihn etwas dichter, e War 5 als den Winterweizen, bei breitwuͤrfiger Saat gewoͤhnlich 3— 3 ½ ſigkäten den Buſhel pro Acker, ſobald kein Klee darunter kommt. Iſt aber Dibbeln, dies der Fall, ſo haͤlt man 2 ½ Buſh. fuͤr hinreichend. Die Ernte et Alfg faͤllt dann freilich etwas geringer aus; dies iſt aber gerade kein jeht auf g Grund fuͤr eine ſtaͤrkere Saat, ſondern mehr eine Folge des gleich— zeitigen Kleewuchſes. In warmen Sommern wird der Sommerweizen wohl vier⸗ zehn Tage fruͤher reif, als der gewoͤhnliche Winterweizen. Im Ertrage ſteht er dieſem nach; er ſollte aber dennoch auf naſſem kein beſnin Boden ſtatt dieſes geſaͤet werden, wenn die Herbſtſaat nicht vor terveijn d dem December zu vollenden iſt. Die Unſicherheit des Sommer⸗ Seine gim weizens hat ihm jedoch die Neigung Vieler entzogen;z denn wenn Wintervni die Jahrestemperatur nicht gleichmaͤßig, ſondern entweder feucht treidehandin und kalt oder heiß und trocken iſt, ſchlaͤgt er haͤufig fehl. Man ſollte deshalb glauben, er muͤſſe ſich beſonders gut fuͤr Irlands d richt an Klima eignen, man ſagt aber, die daſigen Sommer ſeien nicht maͤltern lan warm genug, um ihn fruͤh genug zur Reife zu bringen, und die der Einit Verſuche, welche man, von der Dubliner Ackerbaugeſellſchaft auf⸗ waͤhrend i gemuntert, mit ſeinem Anbau gemacht hat, ſcheinen allerdings zu panien denr beweiſen, daß er fuͤr die daſigen Landwirthe keine empfehlungs— aͤufiger gir⸗ werthe Frucht ſei. tig, beinde ü Ertrag und Eigenſchaften. ut im Hent unir Iin Der Ertrag des Weizens iſt ſo verſchieden nach der Art des Somnafruct Bodens, der Jahreswitterung und der Beſtellungsweiſe, daß er en, tit feine genau ſich nicht angeben laͤßt. Auf einem Boden mittlerer Guͤte, heft aus un bei gewoͤhnlicher guter Beſtellung und Jahreswitterung kann man eum rauhete jedoch denſelben im Durchſchnitt annehmen zu 24— 28 Buſhel nneuer Sn vom Imperialacker. In einzelnen Faͤllen ſteigt derſelbe jedoch bei ſie wiede j in aller Hinſicht guͤnſtigen Umſtaͤnden wohl bis auf 32— 40 Buſ⸗ 172 Zehntes Kapitel. hel, ja man hat ſogar 60 Buſhel reine Koͤrner von vorzuͤglicher Guͤte auf einem Acker geerntet. Das Gewicht eines Buſhels iſt im Durchſchnitt 60 Pfund. Die Strohernte betraͤgt gewoͤhnlich das Doppelte des Koͤr— nergewichts. Ein Acker, der drei Quarter Weizen gewoͤhnlicher Guͤte bringt, liefert daher ungefaͤhr 26 Centner Stroh. Die Koͤrner werden hauptſaͤchlich zu Brot und anderem Back⸗ werk, auch zur Staͤrke benutzt; zu letzter jedoch nur die geringeren und beſchaͤdigten Sorten. Das Weizenbrot iſt nahrhafter und ge— ſuͤnder als das von anderem Getreide, weil jener mehr Gluten im Verhaͤltniß zum Staͤrkemehl enhaͤlt, als dieſe. Nach Davy's Verſuchen finden ſich in 1000 Theilen vom Weizen aus Middleſſex von gewoͤhnlicher Guͤte.. Staͤrke 765 Gluten 190 zuſam. 955 Polniſchen Weizen 750— 200 ⸗ 950 Nordamerikaniſchen ⸗ 730 ⸗ 225 ⸗ 955 Dickſpelzigen Sicilianiſchen ⸗ 725 ⸗ 230 ⸗ 955 Duͤnnſpelzigen desgl. 2⸗ 722 ⸗ 239 ⸗ 961 Engliſchen Sommerweizen.⸗ 700 ⸗ 240 ⸗ 940 Aus dieſer Unterſuchung ſchloß Sir Joſeph Barks, daß das Mehl des Sommerweizens nahrhafter, als das des Winterweizens ſein muͤſſe, und der Muͤller daher fuͤr jenen nur 2% weniger als fuͤr dieſen von gleichem Gewicht zahlen ſolle, weil er 20% mehr Kleien liefere. Es iſt dies ein neuer Beweis, daß die Schluͤſſe eines Gelehrten, dem praktiſche Erfahrung abgeht, nicht immer fuͤr den Landwirth Geltung haben koͤnnen. Der Gehalt an Glu⸗ ten haͤngt ſehr mit ab von der Beſchaffenheit des Bodens und der angewendeten Duͤngung; der nach friſcher Miſtduͤngung, be⸗ ſonders nach Schafpferch gewachſene Weizen iſt immer reicher daran, als anderer. Eine allgemeine Regel laͤßt ſich daher nicht dafuͤr aufſtellen. M eh l. Das Mehl des Weizens, der nicht ganz vollkommen reif wurde, iſt weißer, als das von todtreifem. Daher ſollte man den zum Verkauf beſtimmten bei jenem Reifegrade ſchneiden; den zu Saamen aber ſo vollkommen reif werden laſſen, wie es nur moͤg⸗ lich iſt, um ihn noch ohne bedeutenden Verluſt ernten zu koͤnnen. Das N men; et Demnach untereind bekannt P zu? ac ſoll ichtet ſi febe dic in Unte Qumntit inmm T ſchotiüche daß A. als von gen, un ſ 7 das Me dis nü⸗ ſberr S ten laſſen I ſchon er menwech In vorzügli iſhes ſſi pyett ds ga n gevihnüich troh. anderen Bar rdie geiinen haſter ud r Glutmi ⸗ 9 arks, daß de Vinterwijns weniger i er 200 mi die Schluſ nicht imm halt an Glt Bodens un ungung, mmer vite h daher it komwen reif lie man den den; den zu znur mä zu können Vom Weizen. 173 Das Mehl wird von verſchiedenen Feinheitsgraden herausgenom⸗ men; ein Buſhel von 60 Pfund liefert im Durchſchnitt feines Mehl.... 25 ½ Pfund. Brotmehl fuͤr das Haus 22½ ⸗ Schwarzmehl... 8 Kleien 3 ⸗ Demnach im Durchſchnitt 48 Pfund von beiden erſten Sorten untereinder gemengt, die unter dem Namen Mehl zweiter Sorte bekannt ſind und durch den groͤßten Theil von England faſt ein— zig zu Brot genommen werden; ein davon zu Markte gebrachter Sack ſoll geſetzlich 280 Pfund wiegen. Das Produkt von Mehl richtet ſich jedoch ſehr nach der Guͤte des Korns, je nachdem daſ⸗ ſelbe dickſchaͤliger iſt und deshalb mehr Kleien liefert. Auch findet ein Unterſchied ſtatt in der Menge von Brot, die aus gleichen Quantitaͤten Mehl genommen werden kann. So ergab ſich bei einem Verſuche, der in Bezug darauf zwiſchen engliſchem und ſchottiſchem Weizen von anſcheinend gleicher Guͤte angeſtellt wurde, daß 2 ½ Centner Mehl von jenem 13 Pfund Brot mehr liefert als von dieſem, ob er gleich ½ Pfund weniger pro Buſhel gewo⸗ gen, und mehr Kleien, alſo auch weniger Mehl geliefert hatte. Jenes Reſultat iſt demnach wohl dem Umſtande zuzuſchreiben, daß das Mehl vom engliſchen Weizen mehr Waſſer augenommen und dies moͤchte durch das waͤrmere Klima Englands, wo ein inten— ſiverer Sonnenſchein das Reifen der Koͤrner befoͤrdert, ſich erklaͤ⸗ ren laſſen. Saat⸗Weizen. In den Bemerkungen uͤber den Wuchs der Halmfruͤchte wurde ſchon erwaͤhnt, daß die erfahrenſten Landwirthe ſich fuͤr den Saa— menwechſel, beſonders bei dem Weizen ausſprechen. Manche ſind ſo dafuͤr eingenommen, daß ſie lieber ein Opfer bringen, als von ihrem ſelbſterbauten Weizen ausſaͤen. Es zeigt ſich jedoch eine ſolche Wechſelung keineswegs immer vortheilhaft, und es iſt nicht ſelten der Fall, daß vorzuͤglich ſchoͤner Saatweizen nur Koͤrner geringer Guͤte lieferte, und dagegen ganz vorzuͤgliche von minder gutem Saamen gewonnen wurden. Daran mag indeſſen meiſten⸗ theils die Beſchaffenheit des Bodens und der Jahreswitterung mehr Antheil gehabt haben, als der Saamen. Dazu ſtets die beſten — 174 Zehntes Kapitel. und vollkommenſten Koͤrner auszuwaͤhlen iſt durchaus der Klug⸗ heit angemeſſen. 1 Um die Guͤte derſelben zu pruͤfen muß man ein Proͤbchen von ihnen 1— 2 Minuten in der geſchloſſnen Hand halten und ſie hierauf langſam durch dieſelbe gleiten laſſen, wobei ſich ergibt, ob das Korn voll, hart, trocken und glatt iſt, ein eignes Gefuͤhl von ſanfter Fuͤlle zuruͤcklaͤßt. Zeigen ſich dabei die Koͤrner rauh, ſchluͤpfen ſie nicht leicht durch die Finger, ſo ſind ſie dickſchaͤlig, feucht und nicht gut zum Mahlen. Ferner muß man noch darauf ſehen, daß ſie eine glaͤnzende geſunde Farbe haben, ziemlich von gleicher Groͤße, rein von Unkrautsſaamen und nicht mit Brand⸗ ſtaub beſchmutzt ſind. Zuletzt iſt noch der Geſchmack zu Rathe zu ziehen; der geringſte Beigeſchmack iſt ein Zeichen, daß ſie feucht waren oder ſich erwaͤrmt hatten. Der aus dem Auslande gebrachte Weizen kommt meiſtens aus den Haͤfen des baltiſchen Meers. Die beſte Sorte, die es vielleicht in der Welt gibt, waͤchſt in den polniſchen Provinzen Volhynien und Sendomir. Er iſt von außerordentlicher Weiße, hat ein feines, hartes und duͤnnſchaͤliges Korn, und liefert eben wegen ſeiner ſchwachen Huͤlſe, noch mehr Mehl, als die beruͤhm— teſten Weizenarten aus Kent und Eſſex. Er wird jedoch nur ſel— ten rein, ſondern mit engliſchem rothen Weizen in verſchiedenen Verhaͤltniſſen gemengt zu Markte gebracht. Dieſe Miſchungen ſind bekannt unter den Namen:„guter, fein ſtark gemengter, roth gemengter.“ Letzterer beſteht aus weißem und ² rothem Weizen, und koſtet 10— 15 Shilling pro Quarter weniger als die feineren Sorten, in Folge ſeines ſtarken Beiſatzes von rothem Weizen. Die Baͤcker haben aber dieſe Mengungen gern und hal⸗ ten ſie fuͤr nuͤtzlich; zu Saamen taugen ſie jedoch nichts. Der aus Odeſſa eingefuͤhrte Weizen hat ſich als Saatweizen nicht be⸗ waͤhrt, weil er ſich meiſtens auf der langen Reiſe erhitzt hat. Be— ſonders ſchoͤne Weizenſorten wurden kuͤrzlich vom Vorgebirge der guten Hoffnung und aus Van Diemens Land eingebracht; die Verſuche mit ihrem Anbau gelangen aber nicht, ſie gingen nicht auf. Man ſagt uͤberhaupt, daß kein Weizen in England gedeihe, der die Linie paſſirt habe, ſo ſehr man auch bemuͤht geweſen ſei, ihn vor den Einfluͤſſen der Atmoſphaͤre zu bewahren. Ob es wahr ſei, koͤnnen wir jedoch nicht verbuͤrgen. Die glüichtte fäten, I neht als and eine dort nicht ſir, ſabſ 3 auch iigen ſche Warke vie ſanter Be gen zuf tine das ratmende Rerungen nichts die Anſie aus kein deſſen d ſehr beſch nens und has be dung fiiſh nicht u tel haben ſie von reswitter Weizens zwiſchen indes gen zur neht ode Der i engla Iaon die fuln u die lan altn A aus der K en röche ind haten un dbei ſih aßt ignes Geft e Korne ral ſe dicſhic n noch dani ziemlich i mit Brar⸗ ack zu Nan daß ſie ſaih umt meiſten Sorte, die en Provinze tlicher Weiß id liefert ehn z die berliw⸗ edoch nurſi— verſchiedenn Miſchunzn gemengte d ²s rothen weniger ae Bvon rother hern und zzen nichie hitzt hat. 8⸗ orgebirge d gebragt; di ginan nich land goeihe gniſen ſen Dh es wahl Vom Weizen. 175 Krankheiten des Weizens. Die vielen, auch in Deutſchland zur Genuͤge bekannten, ſehr gefuͤrchteten und in Schriften vielfach beſprochenen Pflanzenkrank⸗ heiten, Mehlthau, Roſt, Ruß, Brand ꝛc., welchen der Weizen mehr als jede andere Getreideart unterworfen iſt, haben in Eng— land eine noch weit groͤßere Wichtigkeit erlangt, als bei uns, weil dort nicht nur der Weizenbau in viel groͤßerer Ausdehnung als hier, ſelbſt auf nicht dazu tauglichen Fluren betrieben wird, ſondern weil auch das daſige Klima ihre Erzeugung uͤberhaupt mehr zu beguͤn⸗ ſtigen ſcheint. Der Bearbeiter glaubte daher in dem vorliegenden Werke viele neue Aufſchluͤſſe uͤber ſelbige, die Mittheilung intereſ⸗ ſanter Beobachtungen und die Angabe von ſicheren Mitteln dage⸗ gen zu finden; darin aber taͤuſchte er ſich: er fand nichts, als eine das allgemein Bekannte enthaltende und deshalb nicht aufzu— nehmende Beſchreibung dieſer Krankheiten, Klagen uͤber ihre Ver⸗ heerungen, und die Beſtaͤtigung, daß wir doch eigentlich noch gar nichts Genaues uͤber ihre naͤchſten Entſtehungsurſachen wiſſen, daß die Anſichten daruͤber erſtaunend verſchieden ſind, und daß es durch⸗ aus kein ganz ſichres, zuverlaͤſſiges Mittel dagegen gebe; daß in⸗ deſſen doch ihre Verbreitung und Schaͤdlichkeit erfahrungsmaͤßig ſehr beſchraͤnkt werden koͤnne durch ſorgfaͤltige Auswahl des Saa⸗ mens und Bodens, durch moͤglichſt vollkommene Zubereitung des Feldes, beſonders gaͤnzliche Trockenlegung deſſelben, durch Vermei⸗ dung friſcher Miſtduͤng8ung unmittelbar zu Weizen und durch ſeine nicht zu oftmalige Wiederkehr auf dieſelbe Stelle. Alle dieſe Mit⸗ tel haben jedoch nur dann einen ganz erwuͤnſchten Erfolg, wenn ſie von der Natur durch eine guͤnſtige gleichmaͤßig fruchtbare Jah⸗ reswitterung unterſtuͤtzt werden, bei welcher das Wachsthum des Weizens keine Stoͤrung erleidet. Abwechslung, zumal ploͤtzliche zwiſchen Waͤrme und Kaͤlte, zwiſchen Naͤſſe und Trockenheit, be⸗ ſonders kalte Naͤchte nach heißen ſonnigen Tagen, anhaltender Re⸗ gen zur Zeit der Bluͤthe ꝛc. beguͤnſtigen ſtets dieſe Krankheiten mehr oder weniger. Der Brand iſt unter denſelben, wie in Deutſchland, ſo auch in England die gefuͤrchtetſte und ſchaͤdlichſte; aber auch diejenige, gegen die man ſich ebenfalls hier wie dort noch am eheſten ſicher ſtellen zu koͤnnen glaubt, indem man die aͤußerſte Sorgfalt auf die Auswahl des Saamens verwendet, wo moͤglich ſtets ein Jahr alten Weizen zu nehmen ſucht und denſelben auch noch mit irgend 176 Zehntes Kapitel. einer Beize anmacht. Da die verſchiedenen Verfahrungsarten der Englaͤnder dabei manches Eigenthüͤmliche an ſich haben und fuͤr den deutſchen Landwirth viel Intereſſantes darbieten duͤrften, thei⸗ len wir das daruͤber Geſagte nachſtehend im Auszug mit. Das gewoͤhnlichſte Verfahren iſt folgendes: man nimmt alten vergohrenen Harn oder eine Salzlake, ſo ſtark, daß ſie ein Ei traͤgt, und ſchuͤttet in ſelbige den zu Saamen beſtimmten Weizen. Die Gefaͤße, worin das geſchieht, muͤſſen ſo groß ſein, daß die Fluͤſſigkeit einige Zoll uͤber die Koͤrner zu ſtehen komme und man dieſe gehoͤrig darin umruͤhren koͤnne. Die leichten, oben aufſchwim⸗ menden nimmt man weg, ſo wie ſie in die Hoͤhe ſteigen; die zu Boden ſinkenden bleiben aber 5— 6 Stunden in der Fluͤſſigkeit. Dann laͤßt man dieſe ab und breitet hierauf den Weizen ganz duͤnn auf einem Boden aus, wo man ihn mit friſch gebranntem, in jener Fluͤſſigkeit geloͤſchtem Kalk uͤberſiebt und durch mehrmali⸗ ges Umwenden innig damit vermengt, um jedes Korn damit in Beruͤhrung zu bringen. Ein Peck Kalk iſt hinreichend fuͤr einen Buſhel Weizen; bei ſeinem Gebrauch iſt jedoch einige Vorſicht noͤthig; denn wenn er nicht vollkommen geloͤſcht und zerfallen, ſondern noch zu hitzig iſt, kann er leicht die Keimkraft ganz zer⸗ ſtoͤnen. Man bringt nun den Weizen auf einen Haufen, laͤßt ihn aber nur ſechs Stunden darin ſtehen, breitet ihn dann aus und ſaͤet ihn den folgenden Tag, ſobald er trocken iſt. Soll die⸗ ſes vermittelſt einer Drillmaſchine geſchehen, ſo laͤßt man ihn zu— vor noch durch ein grobes Sieb laufen, damit er ſich gehoͤrig ver— theile und leichter durch die Maſchine gehe. Wenn man ihn nicht ſaͤet, ſo wie er trocken geworden, ſondern mehre Tage in Saͤcken oder Haufen ſtehen laͤßt, geht ſeine Keimkraft leicht voͤllig ver⸗ loren. Die Anwendung des Harns hat ſich wirkſamer gezeigt, als die der Salzlauge; doch darf jener weder zu alt, noch zu friſch ſein, in jenem Falle iſt er unwirkſam, in dieſem zu ſcharf. Auch das Futter der Thiere, von denen er genommen, hat Einfluß auf ſeine Wirkſamkeit, die uͤberhaupt groͤßer iſt vom Menſchenurin, als vom Harn der Thiere. Auch blauer Vitriol oder das Sulphat von Kupfer wird haͤufig zum Anmachen des Weizens gebraucht, und von Sir John Sinclair ganz beſonders dazu empfohlen. Man ſoll fuͤnf Pfund davon in heißem Waſſer aufloͤſen und dann ſo viel kaltes Waſ⸗ ſer zugießen, als noͤthig iſt um fuͤnf Buſhel Weizen damit zu iberdecin die lichter ſts Et gal wie nhte La ſs Mitte Man Waſer,! Inſekten: ſes Giſ ſeicht der d gben das nach meiſten, verſalblat land ang rr uche und he d aß ſolche zen meht len der G bald nach man nich ſcch fiſ Dw Ahtſamte fim Nien; ud auf Ndon fre nich geze dedaiüih välg dl veſcrine T Vom Weizen. 177 tungzarten d uͤberdecken. Man ruͤhrt die Koͤrner mehrmals darin um, nimmt huben und 1 die leichten oben auf ſchwimmenden weg, laͤßt ſie dann noch fuͤnf bis Kdurſtn, tie ſechs Stunden darin ſtehen und behandelt ſie hierauf noch mit g nit. Kalk, wie es oben angegeben worden. Sinclair verſichert, daß in ninnt al mehre Landwirthe, die ſtets vom Brand viel gelitten, durch die⸗ daß ſie in E ſes Mittel ſich davon ganz befreiet haben. unten Vih Man hat auch den blauen Vitriol mit Vortheil dem Harn ſein, do oder der Salzlauge bei dem zuerſt angegebenem Verfahren zuge⸗ anne und m ſetzt und zwar auf zwoͤlf Buſhel Weizen zwei Pfund Vitriol. n aufſchwir Dieſe Beize hat ſich, wie vielfach verſichert wird, noch wirkſamer igen; die; gezeigt, als der Harn oder die Lauge allein. Arſenik hat man er Fliſigkt ebenfalls dieſen Beizen zugeſetzt, 1 Pfund auf dreißig Gallons Waſſer, und meint dadurch zugleich die Feldmaͤuſe und ſchaͤdlichen Wei neie Inſekten zu vertilgen; allein in ſo ſchwachem Maaße moͤchte die⸗ h mehrmui ſes Gift ſchwerlich dieſe Wirkung haben und in einem ſtaͤrkern rn damit in leicht der Geſundheit nachtheilig werden, daher nicht viel darauf d füt eine zu geben ſein. Daß man Glauberſalz, oder ſchwefelſaures Natron, nige Vorſtt das nach Mathieu de Dombasle's intereſſanten Verſuchen ſich am und zerill meiſten als Schutzmittel gegen den Brand bewaͤhrt hat(S. Uni⸗ riſt ganz e verſalblatt B. 10. S. 128.) zum Anmachen des Weizens in Eng⸗ Haufn, d land angewendet habe, wird nicht erwaͤhnt. Dagegen hat man hn uin 3 geglaubt durch Einweichen und Einquellen des Saamens in Miſt⸗ ſt. Sul ie jauche und Oel das Wachsthum der jungen Saaten befoͤrdern zu W koͤnnen; ſehr ſorgſam angeſtellte Verſuche haben jedoch bewieſen, man in i daß ſolche unnatuͤrliche Reizmittel dem kuͤnftigen Wuchſe der Pflan— (h gehitgur zen mehr ſchaden, als nuͤtzen, wie denn uͤberhaupt alles Einquel⸗ man i ſi len der Getreidekoͤrner, um ihr Keimen zu beſchleunigen, wenn nicht ge 3 Ein bald nach deſſen Ausſtreuen Regen kommt, bei dem Feldbau, wo üt viliu man nicht, wie im Garten, mit Begießen zu Hilfe kommen kann, h ſich faſt immer mehr nachtheilig, als vortheilhaft erwieſen hat. geheigt, Durch die angegebenen Mittel, verbunden mit der groͤßten uch zu ſi Achtſamkeit, daß geſunder Weizen nicht mit brandigem zuſam⸗ char dur menkomme, daß nicht einmal Miſt aus Stroh von brandigem Einſußß af Weizen zu einer neuen Weizenſaat aufgebracht werde, in Saͤcken Nenſcheurnn, und auf Boͤden, wo von Brand angegriffener Weizen war, kein davon freier eher komme als bis ſie gereinigt und durch Kalk⸗ Fuwfr witd milch gezogen, oder geweißt worden ſind ꝛc., laͤßt ſich dieſe Sir John verderbliche Krankheit der edelſten Getreidefrucht, wenn auch nicht änf Nfund voͤllig ausrotten, doch ganz gewiß in ihrer Verbreitung ungemein alts Waß beſchraͤnken, und wenn ſie ſehr uͤberhand nimmt, traͤgt gewiß die damit zu II. 12 178 Elftes Kapitel. Nachlaͤſſigkeit der Landwirthe einen großen Theil der Schuld. Weniger laͤßt ſich gegen die Angriffe anwenden, welche der Wei— zen von zahlreichen Inſekten zu erdulden hat, die große Verhee⸗ rungen darin anrichten und in manchen Jahren denſelben beinahe ganz zerſtoͤren. Die unter dem Namen„Weizenfliege“, heſſiſche oder amerikaniſche Fliege bekannten ſind darunter die verderblich⸗ ſten. Sie haben eine Orangenfarbe, einige Aehnlichkeit mit einer Muͤcke und erſcheinen in ungeheurer Zahl, wenn der Weizen in die Aehre tritt, ihre Verwuͤſtungen zwei bis drei Wochen lang und noch laͤnger fortſetzend. Sie beginnen dieſelbe nach Sonnenunter— gang, indem ſie Eier in die Bluͤthe legen in Klumpen von ſechs bis vierzehn Stuͤcken, die mit einer Gummi aͤhnlichen Subſtanz uͤberkleiſtert ſind. So wie dies geſchehen, hoͤrt das Wachsthum der Pflanze auf. Die Naturkundigen haben uns wohl die Na⸗ turgeſchichte dieſer Thiere kennen gelehrt, aber zur Zeit noch kein ſicheres Mittel dagegen angegeben. Auch mit dem ſchwarzen und rothen Kornwurm iſt ſolches der Fall. Es ſind zwar eine Menge Recepte, zumal gegen dieſe, angegeben worden, aber keines hat ſich noch als untruͤglich bewaͤhrt; das beſte bleibt immer noch oftmalige Luͤftung der Kornboͤden und haͤufiges Umſtechen des Ge— treides, und da dieſe Mittel einem Jeden leicht zu Gebote ſtehen, ſo ſollten ſie um ſo weniger jemals vernachlaͤſſigt werden. Elftes Kapitel. Vom Roggen. 8 Der Roggen kommt als Brotkorn dem Weizen in ſeinen Eigen⸗ ſchaften am naͤchſten und wird zu dieſem Behuf im Norden des europaͤiſchen Kontinents faſt allein verwendet. Er enthaͤlt mehr naͤhrende Beſtandtheile, als Gerſte und Hafer, und ſeine Huͤlſe beſitzt einen eigenthuͤmlichen aromatiſchen, ſchwach ſaͤuerlichen Ge— cmat- genin gttennt lüen g. et wird ngland gat, d n große Klaſſei und geſ Nordens dem gen in ſaure dabe, d Joll d im R Wizenm gebackne gegen. zen und lin— ül Körner England ſend, r von den itfen, lde Ete ache der We goße Verhe⸗ nſaben beint ſer peſſ die vadatiit ckeit mi ein der Wäim vchen langu Sonnenun pen von ſei hen Suhbſte 5 Wachsthun wohl die Ar geit noch ken hwarzen und teine Meng der kaines h. t immer nh techen des be Gebote ſüin erden. fänn Eigen⸗ orden des enthät mat ſeine Hült telihen b⸗ Vom Roggen. 179 ſchmack, durch den das daraus gebackene Brot dem Gaumen an⸗ genehm wird. Es ſollten daher die Kleien nicht vom Mehle ganz getrennt werden; denn ſo bald dies geſchieht, verliert das Brot einen großen Theil ſeines angenehmen Geſchmacks. Denſelben kann man jedoch ziemlich erhalten, wenn man in dem Waſſer zum Anmachen des Teiges die Kleien abkochen laͤßt. Da das Roggenbrot gemeiniglich aus ſchwarzem Mehl berei⸗ tet wird, und dadurch eine dunkle Farbe erhaͤlt, ſo hat ſich in England ein Vorurtheil gegen daſſelbe gebildet. Man glaubt jetzt ſogar, daß es der Geſundheit nachtheilig ſei, obgleich es ehedem in großer Menge daſelbſt konſumirt wurde, und die arbeitende Klaſſe in Deutſchland, die kein anderes Brot genießt, ſo kraͤftig und geſund iſt, wie nur irgendwo. Nur in einigen Theilen des Nordens von England und Wales wird es zur Zeit noch von dem gemeinen Mann gegeſſen. Man laͤßt den eingemachten Teig in ſaure Gaͤhrung uͤbergehen und formt daraus entweder die Laibe, die man in großen Oefen von Ziegeln baͤckt, oder 11 2— 2 Zoll dicke Kuchen, Sauerkuchen genannt, die auf einer runden, auf kurzen Beinen ruhende und uͤber das Feuer geſtellten Eiſen— platte gebacken werden. Dieſes Brot behaͤlt ſeine Feuchtigkeit und Friſche laͤnger als jedes andere, und iſt, obgleich ſchwarz, ſehr wohlſchmeckend. In manchen Pachterfamilien bereitet man das Brot aus einer Mengung von einem Drittheil Roggen- und zwei Drittheilen Weizenmehl; daſſelbe iſt angenehmer als das aus Weizen allein gebackne, und wird von denen, die es kennen, jedem andern vor⸗ gezogen. Man baut blos zu dem Zweck ein Gemenge von Wei— zen und Roggen an, das unter dem Namen„Miſchling“— mes— lin— bekannt iſt. Wie gegen das Brot vom Roggen herrſcht auch gegen deſſen Koͤrner als Viehfutter ein Vorurtheil. Man verwendet ſie in England nie dazu, obgleich Nordamerika, Holland und Deutſch— land, wo, wie wir ſelbſt geſehen, der Poſtknecht ſeinen Pferden von demſelben Laibe abſchneidet, von welchem er ißt, den Beweis liefern, daß ſie vorzuͤglich gut dazu taugen. Dieſes Vorurtheil iſt ſehr zu beklagen; denn der Roggen geraͤth noch gut auf Boden, der vom Weizen kaum den Saamen wiedergibt, liefert auf gutem Lande dem Gewichte nach zwar nicht ganz ſo viel Koͤrner, wie Weizen, dagegen ungleich mehr Stroh, erfordert weniger Kulturkoſten, eig— net ſich ganz vorzuͤglich zu Branntwein und iſt ſonach im Ganzen 12* 180 Elftes Kapitel. eine ſehr nutzbare Frucht, die einen ſtaͤrkern Anbau in Großbri⸗ tannien verdiente.— Varietaͤten gibt es von ihm weniger, als vom Weizen; doch findet man, daß ſeine Koͤrner bald lichter, bald dunkler ſind, und ſich das wenigſtens eine Zeit lang fortpflanzt. Wahrſcheinlich traͤgt der Boden zu dieſer Erſcheinung bei. Auch hat man Winter— und Sommerroggen; dies ſind jedoch keine eigentlichen Varietaͤten ſondern, wie bei dem Weizen, durch die verſchiedene Saatzeiten hervorgebrachte Unterſchiede. Außerdem macht man noch einen Unterſchied zwiſchen dem gewoͤhnlichen Roggen und Staudenrog⸗ gen, der aus Rußland kommt, und ſich vorzuͤglich ſtark beſtockt, aber ungleich fruͤher geſaͤet werden muß, als der andre. Boden und Kultur. Der fuͤr den Roggen am beſten ſich eignende Boden muß mehr Sand enthalten, lockerer ſein als der entſchiedene Weizenbo⸗ den. Er gibt ſogar auf faſt reinem Sandboden noch lohnende Ernten, waͤchſt jedoch auf einem etwas mehr gebundenen ungleich beſſer. Er vertraͤgt das, was man Saͤure des Bodens nennt, eher als Weizen oder Gerſte, und iſt daher ſelbſt auf Haideland, das ſonſt nur ſchlechtes Gras traͤgt, anzubauen. Da der Roggen in der Regel nur auf den leichteren, ſandi⸗ gen Bodenarten angebaut wird, bedarf er auch weniger Sorgfalt bei der Beſtellung. Er vertraͤgt es zwar recht gut, nach einer andern Halmfrucht, ja ſogar nach ſich ſelbſt angebaut zu werden; man darf ihn aber doch nicht drei- bis viermal hintereinander fol⸗ gen laſſen, wie es einige Landwirthe in Nord- und Suͤdwales zu ihrem großen Schaden gethan haben; denn dadurch wird der Bo⸗ den ſo erſchoͤpft, daß er nachher nicht einmal zur Schafweide noch taugt. Bei guter Beſtellung hat er auf kalten Feldern, die fuͤr Wei⸗ zen ſich gar nicht eignen, 36 Buſhel und mehr vom Acker gege⸗ ben. Erfahrene Landwirthe verſichern, daß ſie nie vom Weizen auf einem ſteinigen Lehmboden in niedrigen Lagen einen ſo hohen Reinertrag gehabt haͤtten, als vom Roggen auf etwas hochgelege⸗ nen friſch umgebrochenen Lehden. Man hat ihn auch unter Tur⸗ nips geſaͤet, die zum Abfreſſen beſtimmt waren; ihn, nachdem die⸗ ſes geſchehen, ſtehn laſſen und ſo von ihm noch eine recht gute Ernte erhalten. 1 ſondern Eigenj zu vert wird u kultivir gachvie letzeren einem den un O neuen- tentheil hend, au von dem der witt ber auf ds fol ſtand in Groft Wiäen, do dle ſid um rcheinih ni man Wnrter hen Varittt ene Saatzein n noch ein Staudenn ſtark beſtoc dre. Boden muj e Wäizenbe⸗ och lohnen eennen ungleih vodens nenn uf Haidim teren, ſand ger Sorgfat i, nach ein tzu werden rreinander f Sudwales wird der d r Schafee die fürW n Acker o⸗ vom Viien nen ſyſehen a podgeleg⸗ Hunter Lu⸗ nahdem di wrrect gui Vom Roggen. 181 Auf nicht vollſtaͤndig bearbeitetem Brachlande, wo man vom Weizen keinen lohnenden Ertrag erwarten kann, macht ſich ein Gemenge von Weizen und Roggen, wozu man von letzterem ¼— ½ der Ausſaat nimmt, oft noch recht gut bezahlt. Beide Fruͤchte geben beſſere Koͤrner wenn ſie zuſammen ſtehn, als wenn jede fuͤr ſich allein aufwaͤchſt; auch bleibt der Weizen in dieſer Mengung mehr von Krankheiten verſchont. Es iſt, als wenn der Roggen, der von Roſt und Brand faſt niemals leidet, jenen auch dagegen ſchuͤtzte. Man ſollte daher auf einem leichten, dem Weizen an ſich nicht zuſagenden Boden, dieſen nie ohne einen Zuſatz von Roggen ausſaͤen. Man wuͤrde dadurch nicht nur mehr, ſondern auch ungleich beſſere Koͤrner von derſelben Flaͤche ernten. Eigen iſt es, daß der Roggen die Duͤngung mit Kalk nicht wohl zu vertragen ſcheint; in dem Wirthſchaftsbericht von Suͤdwales wird wenigſtens berichtet, man habe auf ein durch Raſenbrennen kultivirtes Torf- oder anderes wuͤſtes Land ein Gemenge von gleichviel Weizen und Roggen geſaͤtt und bei der Ernte doch von letzterem wenigſtens drei Viertheile des Ganzen bekommen; auf einem durch Kalk in Kultur geſetzten Boden dieſer Art dagegen den umgekehrten Fall gehabt. Daſelbſt wird auch Folgendes erzaͤhlt: Bei der Anlage eines neuen Weges an einem ſteilen Abhange fuhr man den Abraum, groͤß⸗ tentheils aus einem leicht an der Luft zerfallenden Mergelſchiefer beſte⸗ hend, auf ein unterhalb liegendes zu Roggen beſtimmtes Brachfeld, von dem der obere Theil gebrannt, der untre mit Kalk geduͤngt wurde, der mittlere alſo den Mergel erhielt. Der Roggen wurde im Septem⸗ ber auf alle drei Theile zugleich geſaͤet und zeigte im Mai und Juni des folgenden Jahres ſchon einen bedeutenden Unterſchied. Der gekalkte ſtand recht gut, aber der mit Mergel geduͤngte war ſo uͤppig, daß er die Verwunderung der Voruͤbergehenden auf ſich zog, um ſo mehr, weil ſein Standort minder guͤnſtig, hoͤher, der rauhen Luft ſtaͤrker ausgeſetzt und mehr am noͤrdlichen Abhange gelegen war, als jener. Er hatte ſich ſo beſtockt, daß 28 vollkommene Halme an einer Pflanze gezaͤhlt wurden. Die Bodenbereitung zu Roggen kommt uͤbrigens in der Haupt⸗ ſache ganz mit der zum Weizen uͤberein, kann nur mit einer ge— ringeren Beackerung abgethan werden. So reicht z. B., wenn er nach einer Brache folgt, ein dreimaliges Pfluͤgen hin. Er iſt je— doch ſehr dankbar gegen eine ſorgfaͤltige Beſtellung und gewinnt eben ſo wie der Weizen durch das Behacken und Aufeggen im 182 Elftes Kapitel. Fruͤhjahr; nur darf letzteres blos mit leichten hoͤlzernen Eggen und nur dann geſchehen, wenn ſeine Wurzeln nicht vom Froſt gehoben und gelockert ſind. Immer iſt es gut, der Egge die Walze folgen zu laſſen. Saat und Ertrag. Der Roggen wird in der Regel einen Monat fruͤher als der Weizen geſaͤet. Es kann ſchon Ende Juli's geſchehen; die ge— woͤhnlichſte Saatzeit iſt jedoch das Ende des Auguſts und der Anfang des Septembers. Bei einer ſpaͤteren Saatzeit iſt ſein Ertrag gefaͤhrdet und ungleich mehr Saamen erforderlich. Bei jener reichen 2 Buſh. pro Acker vollkommen hin; bei dieſer aber ſind 2½— 3 Buſh. nothwendig. Es muß ſeichter untergebracht werden als der Weizen, weil er ſonſt, ſobald das Land einiger— maaßen bindend, leicht im Keimen gehindert wird; daher taugt es nichts, ihn unterzupfluͤgen. Die Auswahl des Saamens braucht nicht mit der aͤngſtlichen Sorgfalt zu geſchehen, wie bei dem Weizen, auch iſt gerade nicht noͤthig, ihn einzubeigen; doch kann ſolches auf keine Weiſe ſcha— den. Jedenfalls iſt darauf zu ſehn, daß der Saame vollkommen geſund, reif und rein von Unkraut ſei. Die einzige Krankheit, welche den Roggen vorzugsweiſe befaͤllt, iſt das Mutterkorn, deſ⸗ ſen Entſtehung man noch nicht genau kennt, das aber nie einen erheblichen, dem vom Brande im Weizen herbeigefuͤhrten zu ver— gleichenden Schaden verurſacht, indem es leicht von den geſunden Koͤrnern ſich trennen laͤßt. Die Zeit der Bluͤthe iſt fuͤr den Roggen entſcheidender als fuͤr andere Getreidearten; ehe ſie vorbei iſt, laͤßt ſich uͤber den von ihm zu erwartenden Ertrag kein ſichres Urtheil faͤllen. Ein Froſt, der die Bluͤthe trifft, kann den ganzen Koͤrneranſatz ſtoͤren; es bleibt dieſes jedoch meiſtens nur auf die Feldraͤnder und auf die dem Winde vorzuͤglich ausgeſetzten Stellen beſchraͤnkt. Es er— eignet ſich ſogar nicht ſelten, daß nur die dem Windzug zugekehrte Seite der Aehre vom Froſt leidet. Auch regnichte Witterung zur Zeit der Bluͤthe iſt ihm nachtheilig; wenn dieſelbe nicht zum Oeftern durch trockene und ſonnige Perioden unterbrochen wird, ſo geht die Befruchtung nicht vor ſich und es iſt nicht unwahr⸗ ſcheinlich, daß dadurch das Mutterkorn entſtehe. Die Reife tritt bei dem Roggen eher ein, als bei dem Wei— zen, u durd d fül li waden, genſ d. enernte fie 1 D 0- iß en, ric ner ſich dagegen den Je Pfund 4 von d Hungt V M ſa und der Egge d ftuͤher als d ehen; die uſts und d tzeit iſt ſi derlich. S ei dieſer a untergebract Land einige daher taug et aͤngſtiche ſt gerade ni te Weiſe ſh⸗ e vollkonnn ge Kranti terkorn, di er nie einen rten zu ver den geſunde heidender ii ſich uͤber w fallen. ſ anſatz ſtim nder und u inkt. Csa⸗ ug zuprihrt Vitterung zur e jiht zum rochen wird it unwahr⸗ i dem Wi⸗ Vom Roggen. 183 zen, und macht ſich durch die bleiche Farbe des Stroh's, ſo wie durch die Vertrocknung des Halmknoten bemerklich. Das Korn faͤllt leicht aus der Aehre und daher muß die Ernte beſchleunigt werden, ſchiebt man ſie zu lange hinaus, ſo iſt ſchon ein geringer Regenſchauer vermoͤgend, einen ſtarken Koͤrnerverluſt herbeizufuͤhren. Der Koͤrnerertrag des Roggens kommt dem einer guten Wei⸗ zenernte gleich, ſteigt aber nie zu der Staͤrke, die von dieſer im guͤnſtigen Falle erreicht wird. Drei Quarter vom Acker kann man als Durchſchnitt annehmen, und das Gewicht eines Buſhels iſt 50— 56 Pfund. An Stroh liefert er ungleich mehr als der Wei⸗ zen, nicht ſelten gegen zwei Tonnen vom Acker. Zu Futter eig⸗ net ſich dieſes Stroh ſeiner Haͤrte wegen nicht gut, deſto beſſer dagegen zum Dachdecken; am meiſten wird es aber begehrt von den Ziegelmachern, die fuͤr eine Ladung davon nicht ſelten drei Pfund bezahlen; ja in der Naͤhe von London waͤhrend des Win⸗ ters von 1834— 35 ſogar fuͤnf Pfund dafuͤr entrichteten. Die Roggenkoͤrner enthalten nach einer Unterſuchung von Humphry Davy in 1000 Theilen an nahrhaften Stoffen: 645 Theile Staͤrke. 38 ⸗ zuckerhaltige Materie. 109 2 Gluten. 792 Nicht ſelten wird Roggen zu einer fruͤhern Schafweide ange— ſaͤet und dann auf einen Koͤrnerertrag Verzicht geleiſtet. Geſchieht indeſſen das Abweiden nicht zu ſtark und nicht zu lange, ſo ſind recht gut beide Zwecke mit einander zu vereinigen. Zu jener Be⸗ nutzung hat er außerordentlichen Werth fuͤr die Landwirthe, die Zuchtſchaͤfereien beſitzen; denn er gibt eine noch zeitigere Weide als Wicken und gerade zu einer Zeit, wo friſches Futter ſo ſelten iſt. Er wird auch im Gemenge mit Winterwicken angebaut; wenn man dann aber letztere nicht ſehr jung mit verfuͤttern will, iſt dies nicht vortheilhaft; denn laͤßt man den Roggen bis zum Schoſſen ſtehn, ſo wird er zaͤhe und vom Vieh nicht gern gefreſſen, ſondern mehr verwuͤſtet. Es muß daher dieſes Gemenge zeitig abgeweidet werden, wenn kein Verluſt entſtehen ſoll. A 184 Zwoͤlftes Kapitel. Zwoͤlftes Kapitel. Arten der Gerſte. Die verſchiedenen Arten der Gerſte werden von den Botanikern eingetheilt in zweizeilige, vierzeilige und ſechszeilige; die davon vornehmlich angebauten aber von den Landwirthen große zweizei⸗ lige(Spraet oder battledor, barley) kleine oder ſchnellreifende (rathripe oder hotspur) und nackte Gerſte genannt. Davon gibt es wieder eine Menge Varietaͤten, die aͤgyptiſche— moldau'ſche⸗, Thanet⸗, Chevalier⸗, Anatgerſte*), und wie ſie ſonſt noch heißen, *) Die Chevalier⸗ und Anatgerſte ſind beides von unſrer gewoͤhnlichen großen Gerſte ſich keineswegs heſonders auszeichnende von ihr im Aeußeren gar nicht zu unterſcheidende Varietaͤten, die blos durch ihre Ergiebigkeit, ihren uͤppigen Wuchs und ihre ſchoͤnen vollen Koͤrner vor der gewoͤhnlich angebauten Sorte einen Vorzug haben, in dieſer Hinſicht aber kaum der in den fruchtbar⸗ ſten Theilen von Thuͤringen, unſerm eigentlichen Gerſtlande oder im Riesgau erbauten Gerſte gleichkommen. Was man von Eigenthuͤmlichkeiten des Wuch⸗ ſes ihrer Wurzeln, von einer abweichenden chemiſchen Beſchaffenheit, groͤßrer Bitterkeit ihres Stroh's ꝛc. gefabelt hat, verdient durchaus keine Beachtung. Wahrſcheinlich ſind beide Varietaͤten auf einem vorzuͤglich guten Gerſtboden durch ſorgfaͤltige Auswahl des Saamens und konſequente Fortzuͤchtung hervor⸗ gebracht worden. Darin wird zur Zeit noch ſehr bei uns gefehlt; es iſt aber ganz gewiß dadurch eben ſo wohl eine Veredlung unſerer Pflanzen, wie un⸗ ſerer Thiere zu bewirken. Bei gleichem Standort und gleicher Kultur hat bei uns die Chevaliergerſte einen uͤppigeren Wuchs gezeigt, als die Anatgerſte; dieſe aber ſcheint ein beſonders volles, mehlreiches und duͤnnſchaͤliges Korn zu haben. Letztere exiſtirt erſt ſeit 1830, wo ſie in der fruͤher ſchon erwaͤhnten Carſe von Gowrie auf einem Gerſtfelde zufaͤllig entdeckt, beſonders aufgenom⸗ enbwede nern, d ſch uur iſ ſchne Vo hir nur nifende auf ihre mit den nannten gſſtet un amanate baut, he als im Ruüͤhjah anhalten zur Jät ihtem gelb, d 9 heißt a empfohle werthe Halmen, Gerſtena beſonder ſaet wer reichen, nackte für ſo d aber ſo veratur dos M. Von der Gerſte. 185 entweder nach dem Ort, woher ſie ſtammen, oder nach den Maͤn⸗ nern, durch die ſie zuerſt bekannt wurden. Sie unterſcheiden ſich durch ihre Ergiebigkeit, die Beſchaffenheit ihres Korns und ihr ſchnelleres oder langſameres Reifen. Von den verſchiedenen Arten Sommergerſte erwaͤhnen wir hier nur beſonders die zweizeilige große, die nackte und die ſchnell— reifende kleine. Von den vielen Varietaͤten derſelben iſt in Bezug auf ihren Anbau nichts Eigenthuͤmliches zu erinnern, ſie kommen mit den Hauptarten darin uͤberein. Die beiden davon zuerſt ge— nannten verlangen einen etwas gebundenen Boden, werden fruͤher geſaͤtt und geben gewoͤhnlich reichlichere Ernten, als die zuletzt genannte. Die zweizeilige große Gerſte wird am haͤufigſten ange⸗ baut, hat groͤßere Koͤrner, als die anderen und ſollte nie ſpaͤter, als im April geſaͤet werden; denn ſie leidet nur wenig von den Fruͤhjahrsfroͤſten. Ihre Blaͤtter werden durch ſelbige, ſo wie durch Botanieen anhaltende Trockenheit etwas gelb; ſo bald aber nur der Boden zur Zeit der Entwickelung der Aehren feucht iſt, ſo ſchadet jenes ihrem Ertrage nichts. Wird ſie aber durch uͤbermaͤßige Naͤſſe gelb, dann leidet ſie ſehr. ; die dav Noße zweh⸗ ſin eih Die nackte Gerſte kommt ſechszeilig und zweizeilig vor. Jene gehde 3 heißt auch Himmelsgerſte und wurde einmal ſehr zum Anbau nu hen empfohlen. Sie vereinigt auch in der That viele empfehlungs— werthe Eigenſchaften in ſich, iſt kraͤftig im Wuchs, ſtark von Halmen, beſtockt ſich ſehr, gibt beſſeres Stroh, als jede andere Gerſtenart und liefert viel Koͤrner von vorzuͤglicher Guͤte, die ſich beſonders gut zu Perlgraupen eignen; aber ſie muß fruͤher ge— ſaͤct werden, als die andern Arten und gedeihet nur in einem ſehr r gewohnlich hr im Aeußern giebigkeit, ine nich angeurs reichen, mit groͤßter Sorgfalt zubereiteten Boden. Die zweizeilige nden frctt nackte Gerſte kommt ihr in vielen Stuͤcken gleich, wird aber nicht der im Rii fuͤr ſo gut gehalten. eitn des Ai Die kleine Gerſte paßt vornehmlich auf leichten Boden, iſt fenhei, gii aber ſo empfindlich, daß ſie leicht vom Froſt und ploͤtzlichem Tem— eine ve peraturwechſel beſchaͤdigt wird. Sie wird daher ſelten vor der Mitte 3 des Mai's, haͤufig erſt vom 10. bis 20. Juni geſaͤet. Sie reift hlt; if aher v onir vie u⸗ men, und nun fortgezuͤchtet wurde. Bei vernachlaͤſſigter Kultur und auf min⸗ aattr hat be der gutem Boden arten gewiß beide Sorten ſchnell wieder in die gewoͤhnliche be lnrtgerſe Gerſtenart aus und wollte man bei uns einzelne ſich auszeichnende Pflanzen liss Konn i aufnehmen und den davon gewonnenen Saamen mit Ausdauer in guͤnſtigen Verhaͤltniſſen fortkultiviren, ſo wuͤrde es gewiß nicht ſchwer halten, viele aͤhn— pon erwaͤhnten 27— 5 9 liche, nur ebenfalls nicht konſtante Varietaͤten zu erzeugen. ers aufgenon⸗ ————— 186— Zwoͤlftes Kapitel. ſo ſchnell, daß ſie in warmen Sommern ſchon neun Wochen nach der Saat, bisweilen noch eher, reif wird. Dieſe Vorzuͤge einer ſpaͤtern Saatzeit und ſchnellern Reife ſind ſo wichtig, daß ſie, ungeachtet ihrer Zaͤrtlichkeit und ihres geringen Ertrages im Ver⸗ haͤltniß zu den anderen Arten, doch viel angebaut wird. Die Wintergerſte, eine ſechszeilige Art(bigg oder bere im Engl.), iſt die haͤrteſte unter allen Getreidearten, widerſteht dem ſtrengſten Winter und reift viel fruͤher, als die gewoͤhnliche Gerſte*). Deshalb wird ſie viel in Schottland in den kaͤlteſten Lagen der Koͤrner wegen, in England mehr um eine zeitige Fruͤh— jahrsweide fuͤr die Schafe zu geben, angebaut. Man laͤßt ſie jedoch, nachdem ſie eine Zeit lang behuͤtet worden, noch zur Reife kommen und erhaͤlt oft ziemlich reiche Ernten von ihr, zumal auf reichem Anſchwemmungsboden, der durch Raſenbrennen in Kultur geſetzt worden. Ihre Koͤrner ſind uͤbrigens nicht nur kleiner, ſon— dern auch von geringerer Guͤte, als die der Sommergerſte**). Ob ſie gleich gewoͤhnlich blos auf ſchlechtes Land geſaͤet und ſelten ſorgſam beſtellt wird, ſo fodert ſie doch eigentlich einen ſtrengen Boden und dieſelbe Behandlung, wie der Weizen. Ein Gemenge von Winter- und großer Gerſte wird unter dem Namen„Rammel“ in einigen Theilen von Schottland bis⸗ weilen ausgeſaͤet. Wenn dieſe beiden Gerſtenſaaten fuͤr ſich auf abgeſonderten Feldſtuͤcken erbaut worden ſind, und nun erſt zum Behuf der Saat unter einander gemengt werden, wollen ſie an— fangs nicht mit einander gleichzeitig fortwachſen und ſind ſie un— tauglich zu Malz; ſo bald ſie aber eine Zeit lang im Gemenge angebaut wurden, bleibt kein Unterſchied in dieſer Hinſicht mehr bemerklich. Boden und Bearbeitung. Jede Art von Gerſte verlangt einen reichen, muͤrben, mehr lockeren als gebundenen Boden, der ſich etwas feucht haͤlt, aber *) Sollte dieſe Eigenthuͤmlichkeit der engl. Wintergerſte nicht Beachtung verdienen, und Veranlaſſung geben, Saamen von dort zu beziehen?— Unſre deutſche Wintergerſte iſt weichlicher als Roggen und Weizen und wintert viel mühte aus; eine harte Wintergerſte waͤre aber gewiß in vielen Fällen hoͤchſt nutzbar. *) Bei mehrmals vorgenommnen Zaͤhlungen fand man, daß ein Pfund gute engliſche Gerſte 10000 Koͤrner; ein Pfund ſchorriih Wintergerſte aber 14100 bis 21250 Körner enthielt. keineör lockentt fucther reſr 6 ttung, nienals. Eb. Iſe z ſllte da baatbeitet Ri hiet gewäͤht zu jenen ten die wente n dr Sch wenden. vergohre Manze ſe glet nderen ghaut de dazu ünmal dnlbſ cftnals nit ſch Von der Gerſte. 187 n Wo.. dlis nt keineswegs naß iſt. Ein ſandiger Lehm-, ein durch Humus ge— dtiß un lockerter Thon, beſonders wenn er etwa Kalk haͤlt, auch ein e tnxs in Ne fruchtbarer Mergelboden ſagen ihr am meiſten zu. Auf trocknen wit 1 mehr Sand haltendem Boden gedeiht ſie nur bei regnichter Wit⸗ 1 2 1 terung, und auf einem kalten, zaͤhen und armen Thonboden faſt Koder dee n niemals. 3 3 Eben ſo verlangt die Gerſte, daß der Boden zu ihr aufs 4 ohn Beſte zugerichtet, gereinigt und gepulvert werde. Nach Weizen t den kit ſollte daher wenigſtens dreimal zu ihr gepfluͤgt werden; nach gut e zeitige Fit bearbeiteten Hackfruͤchten reicht eine Furche hin; doch gibt man Man läßt auch hier haͤufig zwei. Sie folgt vornehmlich nach Turnips und noch zur R gewaͤhrt hier wohl den hoͤchſten Ertrag; aber nur wenn das Land hr, zumal 1 zu jenen ſehr gut bearbeitet und ſtark geduͤngt wurde. Auch ſoll— nen in Luttu ten die Turnips ſtets auf dem Felde verfuͤttert und die Exkre⸗ r kleiner, ſo mente nebſt den fruchtbar machenden Ausduͤnſtungen der Koͤrper mergerſte* der Schafe, gleich nachdem dieſe das Land verlaſſen, untergepfluͤgt ſaet und ſeln werden. Geſchieht dieſes nicht, dann muß zur Gerſte mit ganz enen ſtrenge vergohrenem Miſte nachgeduͤngt werden; denn ſie iſt eine zarte Pflanze, die nur eine leicht aufloͤßliche Duͤngung vertraͤgt. Ob ſte widd unr ſie gleich in den meiſten Gegenden vorzugsweiſe nach Turnips und chottlany he anderen geduͤngten Hackfruͤchten, oder nach Weizen, jedoch ſeltener n fuͤr ſic ui gebaut wird, ſo folgt ſie doch in Eſſex hauptſaͤchlich au Brache, nun erſt zu die dazu, wie bereits im fuͤnften Kapitel geſagt wurde, wohl bis vollen ſie i zehnmal gepfluͤgt wird, und die dem Weizen zu widmen man fſind ſie w daſelbſt fuͤr einen barbariſchen Gebrauch haͤlt. Man ackert daſelbſt im Gemem oftmals mit der letzten Furche zugleich die Gerſte unter, dazu eig— Hinſict me net ſich jedoch der Grubber beſſer. Saat und Saͤeweiſe. muͤrben, uie Die Gerſte iſt keiner Krankheit unterworfen als bisweilen ct hält, a einer Art von Ruß, der indeſſen nur unerheblichen Nachtheil bringt, und gemeiniglich blos die zuerſt geſchoßten Aehren befaͤllt. Man nict Bucin macht daher die Saamengerſte in der Regel nicht an, wiewohl ähen?= Unſt es, alle leichten Koͤrner und Unkrautsſaamen am ſſicherſten entfer— und nitert v nend, gar nicht uͤbel ſein wuͤrde. Jedenfalls muß fuͤr die ſorg— in üln hicht faͤltigte Reinigung des Saamens ebenfalls geſorgt werden. Der Monat April iſt die gewoͤhnlichſte Zeit der Gerſtenſaat; di ein Pf ddooch erfolgt dieſe auch nicht ſelten erſt im Mai und ſelbſt bei einer nterger abe 72 inageſe noch ſpaͤteren, Anfang Juni's hat man noch gute Ernten erhal— 188 Zwoͤlftes Kapitel. ten. Dabei iſt indeſſen immer Ruͤckſicht zu nehmen auf die Art liniit der Gerſte und die Beſchaffenheit des Bodens. Iſt dieſer warm mng. und fruchtbar, ſo kann die Saat etwas ſpaͤter geſchehen als auf lich übe armen, kalten Boden; auf ſtrengem, der ſich in guter Kultur be⸗ Hwrurtor findet, iſt die ſchicklichſte Zeit die erſte Haͤlfte des Aprils, einen Nach trocknen, leichten ſollte man ſchon Ende Maͤrz beſaͤen. Dabei ar lblei muß man ſich jedoch immer auch nach der Witterung richten. in inge Ueberhaupt gilt das Geſagte nur von der gewoͤhnlichen großen ſr die( Gerſte und aͤhnlichen Arten; die kleine Gerſte verſtattet, wie ſchon Vorſchein geſagt, eine ſpaͤtere Saat. Jene bringt fruͤh geſaͤet in der Regel durch ent beſſere Ernten als wenn es ſpaͤt erſt geſchieht, zumal auf ſtrengem venden di fruchtbarem Boden, wo ſie in letzterem Falle oft zu ſtark ins Stroh ſeſen Fu waͤchſt, ſich dann leicht lagert und in Folge deſſen ſchlechtere Koͤr⸗ gung dur ner liefert; auf einem leichten trocknen dagegen bleibt ſie in die— ſem Falle klein und ſchmaͤchtig, liefert demnach weniger Stroh und geringere Koͤrner. Da Die gewoͤhnliche Saamenmenge iſt vier Buſhel pro Acker der Vir bei allen Arten ohne Unterſchied; die gewoͤhnliche große Gerſte Dies be beſtaudet ſich aber mehr als die anderen Arten und liefert daher, ſſeft zu dick geſaͤet, leicht ſchwaͤchliche Pflanzen. Man ſollte deshalb lier⸗ un genuͤgend, ſie zu decken; bei der breitwuͤrfigen dagegen ein wie— zu vier von ihr weniger Saamen anwenden als von den anderen Arten. iinem l . Auch der Boden ſollte dabei mehr beruͤckſichtigt werden. Auf unkelr einem reichen muͤrben ſind zehn Pecks pro Acker gewiß hinreichend; ader ger auf mehr gebundenem dagegen zwoͤlf noͤthig und auf einem ſehr e Geen leichten vierzehn bis ſechzehn, naͤmlich bei breitwuͤrfiger Saat. ſg n Bei der Drillſaat, welcher man den Vorzug gibt, ſind wohl zwei NRe ge V Pecks Saamen pro Acker zu erſparen. Sie geſchieht auf leichten Geſt einander entfernten Reihen. Ein einziger Strich mit der Egge iſt ſenden Boden gewoͤhnlich in acht Zoll, auf ſchwereren in neun Zoll von ar ſen und dann den Klee- und Grasſaamen mit leichten hoͤlzernen Eggen unterzubringen, denen noch die Walze folgt. Iſt das Land V derholtes Eggen dazu erforderlich. Nach dem Eggen wird noch überhau gewalzt; ſaͤet man indeſſen Klee unter die Gerſte, ſo geſchieht Ntraͤge letzteres erſt nachdem auch dieſe Saat gemacht worden. gwohn. Bisweilen werden der Klee und die Graͤſer, die im Schutz ſen der Gerſte aufwachſen ſollen, mit dieſer zugleich ausgeſaͤet; aber und ſelt 3 in der Regel haͤlt man es fuͤr beſſer, letztere erſt aufgehn zu laſ— miucun V ſehr trocken und locker, ſo unterbleibt wohl auch das Eggen ganz, ö indem zum Decken dieſes Saamens das bloße Walzen vollkommen nen auf din diſee vn pichchen als a guter Kultar h dö Apiis, iin beſaen. Daui öiterung iihn hnlichn gi atet, wieſtn t in der Ae al auf ſtrenn ſtark ins Et ſchlechtere K leibt ſie in dd weniger En hel pro Ach große Gen d liefert dalr ſollte deshtn anderen Nan werden. Ui iß hinreiche nuf einem ſi urfiger Si⸗ ſind wohlzn eht auf leihn neun Zolje nt der Egyet ggegen ein ggen witd f e, ſo get den. die in Schi ausgeſit aber ruſgin zu be ihin huͤbernan Ji das Land 3 Eggen gath en vollkomme Von der Gerſte. 189 hinreicht. Wenn jedoch nach der Gerſtenſaat ein Regen folgt, und das Land feſtſchlaͤgt, dann muß dieſes, ſobald es abgetrocknet, leicht uͤbereggt werden, damit keine feſte Borke entſtehe und das Hervorkommen der jungen Pflanzen hindere. Nach vollendeter Saat muͤſſen die Quer- und Waſſerfurchen zur Ableitung des Waſſers gehoͤrig gezogen und die Felder ſorg⸗ ſam eingeputzt werden. Damit ſind in der Regel die Feldarbeiten fuͤr die Gerſte bis zur Ernte vollendet; wenn jedoch Unkraͤuter zum Vorſchein kommen, ſo darf das Jaͤten, ohne Ruͤckſicht auf die da⸗ durch entſtehenden Koſten, keinen Augenblick unterbleiben; denn werden dieſelben jetzt nicht herausgerauft, ſo faſſen ſie um ſo mehr feſten Fuß, weil der unter der Gerſte ſtehende Klee deren Vertil⸗ gung durch den Pflug im naͤchſten Jahre nicht erlaubt. Erkr a.g. Der Ertrag der Gerſte haͤngt nicht nur von dem Boden und der Jahreswitterung, ſondern auch von der angebauten Art ab. Dies beweiſt ein Verſuch, den im Jahr 1833 die Ackerbaugeſell⸗ ſchaft von Oſt-Lothian zur Ermittelung des Ertrags von Cheva⸗ lier- und gewoͤhnlicher großen Gerſte anſtellen ließ, die beide auf einem leichten Boden, der das Jahr zuvor geduͤngte Turnips und Runkelruͤben getragen hatte, bei gleichmaͤßiger Beſtellung nebenein⸗ ander gewachſen waren. Die Chevaliergerſte Buſh. Pck. Pf. Pf. Stroh gab pro Acker 65 2 Korner, der Buſh. zu 56 ྠund 4251 Die gewoͤhnliche Gerſte. 61 2 2 3 3 4 54 à½* 3733 Im Durchſchnitt kann man jedoch den Ertrag der Gerſte auf paſ⸗ ſenden Boden und bei guter Beſtellung pro Acker nur annehmen zu vier bis fuͤnf Quarter; bei vorzuͤglich guͤnſtiger Witterung, uͤberhaupt guͤnſtigen Verhaͤltniſſen ſind indeſſen ungleich ſtaͤrkere Ertraͤge nichts Seltenes. Das Durchſchnittsgewicht eines Buſhels gewoͤhnlicher großer Gerſte betraͤgt unter denſelben Verhaͤltniſſen 53 Pfund, waͤhrend der Buſhel Wintergerſte oft nicht 40 Pfund und ſelten uͤber 46 Pfund wiegt. Jene enthaͤlt nach Davy's Un⸗ terſuchung an naͤhrenden Beſtandtheilen in 100 Theilen: 79% Staͤrke 7⸗ Zuckerhaltige Materie 6⸗ Gluten 92 190 Zwoͤlftes Kapitel. Dies gilt jedoch nur von guter Norfolker Gerſte, welches ſicher die beſte iſt, die in England erzeugt wird; ſonſt herrſcht in dieſer Hinſicht wohl ein großer Unterſchied, nicht nur zwiſchen den ver— ſchiedenen Gerſtenarten, ſondern auch zwiſchen denen einer Art nach der Gegend, wo ſie gebaut werden. So iſt die im Suͤden und in der Mitte von England erzeugte ungleich beſſer als die ſchottiſche und iriſche. Von jener wiegt in der Regel der Buſhel 3— 4 Pfund weniger als von dieſer; aber wenn ſie auch leichter iſt, liefert ſie doch mehr Mehl, beſſere Graupen, beſſres Malz und mehr Spiritus. So ergab ſich bei einem Verſuch, der in dieſer Hinſicht zwiſchen Norfolker und vorzuͤglich ſchoͤner ſchottiſcher Gerſte angeſtellt wurde, daß letztere 3 Pfund pro Buſhel mehr wog, jene aber, nachdem beide von einer Perſon auf gleiche Weiſe ge⸗ malzt worden waren, vom Quarter 2 Gallons Spiritus mehr lieferte. Bei einem andern aͤhnlichen Verſuche erſchien folgendes Re⸗ ſultat: der Quarter— Engliſche Gerſte gab 21 ⅞ Gallons Spiritus Schottiſche ⸗ 2 19 4³ ⸗ ⸗ ⸗- Wintergerſte 16 ¼ 2—. Die Guͤte der Gerſtenkoͤrner wird indeſſen ſehr durch die Wit⸗ terung veraͤndert; ſie leidet mehr als jedes andre Getreide von der Naͤſſe, und eine zeitige Ernte iſt daher bei ihr von großer Wich⸗ tigkeit. An Stroh liefert die Gerſte weniger als der Weizen. Daſ⸗ ſelbe dient faſt nur zur Streu; die Spreu wird zwar bisweilen aufgebruͤht und dem Vieh gegeben, die Halme kommen aber nur ſelten zu dieſer Benutzung, da ſie zu wenig Futterwerth beſitzen. b Da 5 nordliche die daſel ſand beſ zewiſern er komr vor, al waͤrner wider die Fol ander! then ſi ander. ſchr h anden 8 ſ vorz ſitt o da uh dand där debt Eine e welches ſit ſanſht in din wiſchen den de dnen äne d. t die in Ehn ich beſſt as tegel de Bu ſie auh liit deſſes Mahn , der in di hottiſcher Gij hel wehr m leiche Wiſſeg Spiritus m folgendes d tus durch deg⸗ Hetreide waie großer Ai⸗ Wäzen. D. zwar bisvit mmen aber n erwerth biſte Vom Hafer. 191 Dreizehntes Kapitel. Vom Hafer. Der Hafer iſt gleichſam von der Natur dazu beſtimmt, in den noͤrdlichen Klimaten den Mangel an Weizen und Sommergejſte, die daſelbſt nicht mehr gedeihen, zu erſetzen, und waͤchſt in Schott⸗ land beſſer als in irgend einem Theile von England. Er ſcheint gewiſſermaaßen ein Kind der hoͤheren Breitengrade zu ſein; denn er kommt daſelbſt im wilden Zuſtande als ein laͤſtiges Unkraut vor, artet dagegen in ſuͤdlichen Laͤndern aus, und wird in den waͤrmeren Theilen von Europa nicht gebaut. Er verurſacht unter allen Halmfruͤchten die geringſte Muͤhe bei ſeinem Anbau, und nimmt faſt mit jeder Art von Boden verlieb, gewaͤhrt jedoch den hoͤchſten Ertrag auf einem friſchen, oder einem rohen humoſen Boden. Es gibt mehre Arten und Abarten von ihm; unter jenen wird der gemeine Riſpen-Hafer am meiſten kultivirt; er kommt aber wieder in einer Menge von Varietaͤten vor, die ſich theils durch die Farbe der Koͤrner, theils durch andere Eigenſchaften von ein— ander unterſcheiden. Jene ſind bald ſchwarz, bald braun, dem ro— then ſich naͤhernd, bald weiß mit vielfachen Uebergaͤngen in ein— ander. Der ſchwarze Hafer hat nur ſchmaͤchtige Koͤrner, iſt aber ſehr hart und wird zeitig reif; deshalb baut man ihn in den Hoch⸗ landen vorzugsweiſe an, wenn er gleich nur wenig und ein ge— ringes Futter gibt. Der rothe iſt ebenfalls eine zeitige Sorte, die ſich vorzuͤglich fuͤr Torfboden und Huͤgelland eignet, weil ſie nicht leicht vom Winde ausgeſchlagen wird. Er hat ſeinen Namen von der roͤthlichen Farbe ſeiner Koͤrner und iſt fuͤr das noͤrdliche Hoͤhe— land eine ſehr werthvolle Frucht, indem vor ſeiner Einfuͤhrung daſelbſt die Ernten von anderen Haferarten haͤufig fehlſchlugen. Eine Abart davon unter den Namen„Peebles⸗Hafer“— nach 192 Dreizehntes Kapitel. der Grafſchaft Peebleſhire in Schottland, wo er zuerſt gebaut wurde— hat das kleinſte Korn aber eine ſehr duͤnne Schale, und iſt daher zum Mahlen beliebt; gibt zwar nicht viel, aber doch ein gutes Futterſtroh. In jenen Gegenden findet man auch einen braunen Hafer, der ſehr hart iſt, und ebenfalls duͤnnſchaͤlige, mehl⸗ reiche Koͤrner liefert. Sein Ertrag an Stroh iſt zwar ebenfalls gering, aber dieſes beliebt. Die weißen Haferarten ſind zaͤrtlicher und verlangen einen beſſern Boden, als jene beiden, geben aber auch mehr und beſſere Koͤrner und Stroh. Davon ſind manche Varietaͤten, z. B. der Blainslie-, der Kildrumie- und der Hal⸗ kertonhafer in Schottland vornehmlich geſucht; auch eine neuer— dings aus Angusſhire eingefuͤhrte Sorte wird wegen der Guͤte ihrer Koͤrner und ihres Stroh's ſehr geſchaͤtzt, ſie reift aber langſa⸗ mer und paßt daher nicht gut fuͤr Gegenden, wo uͤberhaupt die Ernte regelmaͤßig ſpaͤt erfolgt. Der polniſche Hafer, der wahrſcheinlich zuerſt aus Polen kam, und von dem ſeitdem wieder mehre Abarten zum Vorſchein gebracht worden ſind, wurde ſonſt in England wegen ſeiner Er⸗ giebigkeit und ſeiner Fruͤhreife viel angebaut, und zeichnet ſich durch ſein großes, dickes, volles, rundes Korn aus; der Buſhel von ihm wiegt gewoͤhnlich 46 Pfund. Er hat indeſſen eine harte dicke Schale und paßt eigentlich nur auf reiches Marſchland. Der hollaͤndiſche Hafer aus Flandern ſtammend, reift eben— falls fruͤh, iſt haͤrter, als der vorige und wird auch auf leichtem trocknen Boden haͤufig gebaut. Von ihm findet ſich wieder eine Varietaͤt unter dem Namen„Churchshafer“, der ſehr ſchoͤne Koͤr— ner und viel Stroh liefert. Seine Halme ſind ſo ſteif und ſtark, daß er ſich nicht leicht lagert und deshalb zu einer Schutzfrucht fuͤr Grasſaͤmereien ſehr gut ſich eignet. Seit der Einfuͤhrung des Kartoffelhafers ſind jedoch die letz— ten beiden Sorten etwas zuruͤckgedraͤngt worden. Man haͤlt den— ſelben fuͤr weit vorzuͤglicher auf einem reichen, gut bearbeiteten Boden; er beſtockt ſich ſtark und vertraͤgt daher eine dichte Saat nicht wohl. Er wurde zuerſt 1788 in Cumberland entdeckt, und hat ſich von da uͤber den Norden von England und den Suͤden von Schottland ſo verbreitet, daß er daſelbſt gegenwaͤrtig auf vie— len gut bewirthſchafteten Guͤtern faſt ausſchließlich angebaut wird. Er aͤhnelt dem hollaͤndiſchen Hafer, hat aber ein volleres beſſer geformtes, duͤnnſchaͤligeres Korn, gibt mehr Buſhel vom Acker und iſt ergiebiger an Mehl; auch er reift fruͤh. Bei einem Ver⸗ ſuche, Hafer i her büt ffte Dur letzt ener der koiſh urgfält lafer be 3 Mahl . a trag vo ba der Rlthie tanmer hat.( hFalb ar ünlichen okten. attoffe dre vor äbeen, lohen E d indeſ Un eine ne nicht n dern an Acker g G war An d dart tie vird ſton ar corn,— ergiii wohl d I. Vom Hafer. 193 aui ſuche, den man vor kurzem machte, um ihn mit dem georgiſchen 1 d d m Hafer zu vergleichen, wurden zu dem Ende zwei Acker Land glei⸗ u 3 ch cher Guͤte und gleicher Beſtellung zur Haͤlfte mit 4 Buſhel Kar⸗ Vaß in ooffelhafer und zur Haͤlfte mit 6 Buſhel georgiſchen Hafer beſaͤet. mſe Der letztere ſchien uͤppiger zu ſtehn bis ans Ende des Juli's, wo ſt zwar nfil jener den Vorſprung gewann und dieſen nun uͤberwuchs. Der —n ſind itic. georgiſche reifte vierzehn Tage eher als der andre, und bei dem den, gän ſorgfaͤltig vorgenommenen Dreſchen ergab ſich, daß der Kartoffel⸗ pon ſind mug hafer 69 und der Georgiſche 68 Buſſhel lieferte. und der 8 Das as Weebi Kartoffelhafer wog 11 St. 5 vi. lein Stroh 317 St. 6 Pf. ich eine neur- ⸗ Georgiſchen ⸗ 10 ⸗ 6 238 12 ⸗ egen der Gi Zu Geld angeſchlagen wuͤrde erſterer 2 Pf. St. mehr Er⸗ if aber umſſt trag vom Acker gegeben haben. uberhaugt d Von dem Kartoffelhafer iſt nun ſeit wenig Jahren eine neue Abart zum Vorſchein gekommen, die von Herrn Skirreff, der deshalb ſt aus Woln von der Hochlandsgeſellſchaft deren ſilberne Medaille erhielt, in zum Vorſchä Oſtlothian eingefuͤhrt wurde, und obgleich vom Kartoffelhafer ab⸗ gen ſeiner E⸗ ſtammend, doch eine eigne Benennung„Hopetounhafer“ erhalten zeichnet ſi hat. Sie wird jetzt ſtark angebaut und hat ſich bei mehren des⸗ us; der Buſ halb angeſtellten Verſuchen ergiebiger und in mehrer Hinſicht vor— eſſen eine in⸗ zuͤglicher erwieſen, als der Angus- und andere ſchottiſche Hafer— darſchlan arten. Bei Vergleichen, die zwiſchen dem Hopetoun- und dem nd, reiſt die Kartoffelhafer gemacht wurden, zeigte ſich bald der eine, bald der h auf leichtn andre vortheilhafter. Sie kommen uͤberhaupt ziemlich miteinander ch wieder ei uͤberein, und verlangen beide einen guten Boden, wenn ſie einen gt ſchöne Kt hohen Ertrag geben ſollen. Einigermaaßen zum Nachtheil gereicht ſtif und ſu es indeſſen dem Hopetounhafer, daß er ſpaͤt reif wird. her Schutfut Unter den zahlreichen Haferarten, die es gibt, verdient auch eine neue nackte Art Erwaͤhnung, die aus China ſtammt, und iidoch d nicht nur den großen Vorzug, frei von Huͤlſe zu ſein, beſitzt, ſon⸗ Nan hitw dern auch mehr Mehl, als jede andre Sorte liefert Der iriſche u Thus Acker gab 26 Barrels à 14 Stein Mehl vom iriſchen Acker. — iit 5⸗ Er war erſt den 4. Mai geſaͤet und zeitig im Auguſt ſchon reif. ne di m Andere mehr fuͤr arme Bodenarten paſſende Haferarten ſind den in,n der Tartariſche oder Fahnenhafer(vielleicht die allein darunter als nd da hi⸗ eine wirkliche beſondre Art zu betrachten), der ſchwarze und der ninji ſchon laͤngſt bekannte nackte Hafer,(Pilcorn, oder vielmehr Peel- anpänt bſe corn, geſchaͤltes Korn) genannt. Sie ſind ſaͤmmtlich hart und raletö biſ ergiebig. Der tartariſche gibt gute Koͤrner fuͤr die Pferde und 1 vom 1 wohl 80 Buſhel vom Acker; ſein hartes, rauhes Stroh taugt i einem B II. 13 ——— — — ———— 194 Dreizehntes Kapitel. aber nicht zu Futter. Der ſchwarze Hafer iſt eine ſchaͤtzbare Sorte fuͤr erſchoͤpftes Land, ſo wie fuͤr naſſen Thon- und Hoͤheboden, wo er bei guter Bearbeitung volle Koͤrner liefert, von denen der Buſhel bis 41 Pfund ſchwer wird. Er eignet ſich auch ſehr gut im Gemenge mit Wicken zu Gruͤnfutter. Der nackte Hafer ſtammt noch, wie man mit vieler Wahr— ſcheinlichkeit vermuthet, von unſeren aͤlteſten Vorfahren ab, deren alleiniges Brotkorn er war, hat aber weiter nichts Empfehlungs⸗ werthes als daß er hart iſt und noch da einen maͤßigen Ertrag liefert, wo kein andres Getreide mehr waͤchſt. Der Pilez wird, wie es ſcheint, nur allein in den weſtlichen Theilen von Corn— wallis angebaut, und iſt wahrſcheinlich eine Varietaͤt von jenem; ſein Stroh iſt ſo fein und zart, daß es dem Heu faſt gleichkommt; ſeine Koͤrner ſind nicht groͤßer als Hafergruͤtze, aber ſo ſchwer, wie Weizen und geben ein vortreffliches Futter fuͤr Schweine und Huͤhnervieh. Er iſt die beſte Frucht fuͤr die durch den Anbau von Kartoffeln, Weizen und Hafer bei dem dortigen verkehrten Fruchtwechſel erſchoͤpften Aecker. Beſtellung. Wenn der Hafer gleich auf jedem Boden waͤchſt, der nicht allzutrocken iſt und in England ſelten auf einem Acker gebaut wird, der Gerſte tragen kann, ſo iſt es doch ein Irrthum zu glauben, daß er auf gutem Boden keinen Vortheil gewaͤhren koͤnne; es iſt im Gegentheil gewiß, daß er in einigen Theilen von Irland und im noͤrdlichen Schottland ſicherere und eintraͤg— lichere Ernten liefert als der Weizen; denn er uͤberſteht unguͤnſtige Jahreswitterung leichter, und wenn er auch, wie jedes andre Getreide, durch ſchlechtes Wetter leidet, ſo erholt er ſich doch un— gleich leichter, ſobald ſich dieſes aͤndert. Wenn natuͤrliches Wei— deland umgebrochen wird, iſt er in der Regel die erſte darauf ge— baute Frucht, und man ſaͤet ihn hier nicht ſelten gleich auf die erſte Furche, weil er ſchon vor der vollkommnen Zerſetzung der Raſennarbe gut waͤchſt; deshalb wiederholt man nicht ſelten ſeinen Anbau gleich noch einmal. Eben ſo iſt er die eintraͤglichſte Frucht nach Klee, der zwei Jahre ſtand und im zweiten Jahre bis zum Ende behuͤtet wurde; ſelbſt wenn dieſes nicht geſchieht und der Boden eigentlich an ſich noch beſſer zu Weizen paßt, moͤchte es ſich doch oft vortheilhafter zeigen, ſtatt dieſes Hafer hier zu neh⸗ ma. N. laßt du egf ün traufgege Nach triht hä vährend nals zur zator und W Ehen ger der T 6 ware Hafer zu Mſſt zu gewinnen ſorziglic Wen mal wi ſo verwi ten meht Ma ener als ſalb leich telläct hreitwürſ Körnertra bei änen der Dul Buſheln hen Um Ha Grinfut immen ſickſel; =² Die aii im dangn, d nidim Bße u Luſß, ſhäßbare E und Höhebode von denen d jaut ſch g it viele Wit 1 ahren al, de 3 Emyſeblug naͤßigen biu er Pilez w len von Cn at von jent ſt gleichkonm ſo ſchwer, Schweine w h den Ank gen verkehn ichſt, da n Acker ge n Irrthum! heil gewäͤhn inigen Theit re und eintne ſteht unzint ie jedes w er ſich da⸗ 1 gtürlichsd erſte derui Iglech aff Zerſteum d ſcht ſälen eine iiſhſe gru Jahke bis zun ſht und i ſt moͤchte? Rhie zu n Vom Hafer. 195 men. Man bricht dann den Klee bei guter Zeit im Herbſte um laͤßt das Feld bis zum Fruͤhjahr liegen, ſaͤet den Hafer darauf, eggt ihn leicht ein und wiederholt das Eggen noch einmal, wenn er aufgegangen iſt. Nach einer Sommerbrache folgt Hafer ſelten; dagegen geht er ihr haͤufig voran. Geſchieht jenes dennoch, ſo wird das Land waͤhrend des Winters in Beete gelegt, und im Fruͤhjahr noch— mals zur Saat gepfluͤgt oder auch der Saamen blos mit Erſtir⸗ pator und Egge untergebracht. Eben ſo ſelten wird zu ihm geduͤngt, er folgt im Gegentheil bei der Dreifelderwirthſchaft faſt immer dem geduͤngten Weizen; es waͤre indeſſen vielleicht beſſer, die Ordnung umzukehren, den Hafer zuerſt zu nehmen und zu ihm ſtark mit langem unzerſetzten Miſt zu duͤngen. Dadurch wuͤrde man ausgezeichnete Haferernten gewinnen und das Feld in einen dem darauf folgenden Weizen vorzuͤglich zuſagenden Zuſtand verſetzen. Wenn er auf eine andere Halmfrucht folgt, ſollte ſtets drei⸗ mal zu ihm gepfluͤgt werden; denn bekommt er nur zwei Furchen, ſo verwildert das Land, wie man kaum glauben ſollte, nicht ſel— ten mehr, als wenn nur eine gegeben ward. Man ſaͤet bisweilen auch Klee unter den Hafer; jedoch ſel— tener als unter Gerſte, weil er zu viel Schatten macht und des⸗ halb leicht die jungen Pflanzen unterdruͤckt. Dem waͤre dadurch vielleicht vorzubeugen, daß man ihn drillte; er wird indeſſen nur breitwuͤrfig geſaͤet, obgleich jenes, wie mehre Beiſpiele zeigen, ſeinen Koͤrnertrag bisweilen vermehren duͤrfte. Man erhielt unter andern bei einem in dieſer Hinſicht in Devonſhire gemachten Verſuche, bei der Drillſaat vom Acker den außerordentlichen Ertrag von 115 Buſheln à 35 Pfund, waͤhrend der breitwuͤrfig geſaͤete unter glei⸗ chen Umſtaͤnden nur 88 Buſhel gab*). Haͤufig ſaͤtt man auch Hafer im Gemenge mit Wicken zu Gruͤnfutter, von dem man wohl zuweilen einen Theil zur Reife kommen laͤßt, der dann gewoͤhnlich nicht gedroſchen, ſondern zu Haͤckſel geſchnitten wird und ſo ein kraͤftiges Futter fuͤr ſchwere *) Dieſe Ertraͤge vom Hafer ſind ungeheuer, zeigen aber, wie weit man es bei ihm bringen kann und daß man ſich niemals mit einem mittelmaͤßigen begnuͤgen, ſondern immer nach den Hoͤhern ſtreben ſollte. Nur dadurch kann es gelingen den Fruchtbau immer mehr zu vervollkommnen. Hundert funfzehn Bufhel vom Imperialacker geben uͤber 50 Scheffel vom ſaͤchſiſchen Acker; 88 Buſh. 38 Schfl. 13* 196 Dreizehntes Kapitel. Zugpferde gibt. Auf gleiche Weiſe kann man ihn mit Erbſen mengen. Geſchieht ſolches, wie es bisweilen der Fall, mit Gerſte, ſo bekommt man, auf einem der letztern an ſich nicht zuſagenden Boden mehr und ſchoͤnere Koͤrner von beiden, als wenn man beide fuͤr ſich baut. Saamen und Saͤeweiſe. Die Auswahl unter den verſchiedenen Sorten muß ſich nach dem Boden richten. Der Polniſche⸗ und Kartoffelhafer verlangen einen guten Boden, der tartariſche, ſchwarze und rothe eignen ſich fuͤr Berggegenden und kalte Lagen; die anderen Sorten ſind ziemlich mit gleichem Erfolge auf den meiſten Bodenarten anzu⸗ bauen. Man haͤlt es in der Regel fuͤr vortheilhaft, den Saamen von einem geringern Boden zu nehmen als man beſaͤen will; iſt dies nicht ausfuͤhrbar, ſo waͤhlt man recht guten ſchweren Saamen am liebſten ſolchen, der in den Fennen gewonnen wurde. Es iſt ſtets von großer Wichtigkeit, daß derſelbe bei der Ernte vollkom⸗ men reif war und nachher ſich nicht erhitzte. Ob dieſes geſchah laͤßt ſich leicht durch den unangenehmen Geruch entdecken, den die Koͤrner durch die Gaͤhrung erhalten. Solcher Hafer geſaͤet gibt nur ſchwache kraͤnkelnde Pflanzen. Angemacht wird der Saamen⸗ hafer niemals; denn dieſe Frucht leidet von keiner Krankheit, den Flugbrand etwa ausgenommen, der aber niemals erheblichen Scha⸗ den verurſacht. Die Saamenmenge richtet ſich vornehmlich nach der ange— bauten Art. Man ſaͤet uͤbrigens den Hafer immer dichter, als jede andere Halmfrucht, ſelten unter vier, oft ſechs bis ſieben Buſhel pro Acker. Es iſt dies noͤthig, weil von ihm weniger Koͤrner in einen Buſhel gehen, weil unter dieſen ſtets mehre un— keimfaͤhige befindlich ſind und weil er weniger ſich beſtockt, als dies Alles bei anderen Halmfruͤchten der Fall iſt. Der Kartoffel⸗ hafer wird am duͤnnſten geſaͤet, weil er am meiſten ſich beſtaudet und ſeine Koͤrner keine Gramme haben, alſo eine groͤßere Menge von ihnen in einem Buſhel enthalten ſind. Der polniſche Hafer dagegen fordert eine ſtaͤrkere Saat, weil er nicht ſo ſtockt. Auch die Beſchaffenheit des Bodens und die Tiefe des Unterbringens, die nicht bedeutend ſein darf, haben Einfluß auf den Saamen⸗ bedarf; iſt jener gut, ſo kann man etwas duͤnner ſaͤen und iſt din iwa ungkhuche Die g waſte S de günſti w ſchägt in den let dſſo beſſe Hafer di gibt. An Thelle von ſch ſo ſu Saat nich Hafer ver tigkeit in ſehr trocn ten Uefern M den und ford ſelte alff armer nicht gede üher, als dheblicher benz zuſam geſchiſte i da jett n gewähnun hafer wiß Das ſs Hafe inen gut ſt als an In weiſt ſäne 8 man itn riite dn Vom Hafer. 197 h 3 d ein etwas tiefes Unterbringen nicht zu vermeiden, wie z. B. auf rih 9 ei umgebrochenen Graslande, ſo muß etwas zugelegt werden. iit gügende Die gewoͤhnliche Saatzeit ſind die Monate Maͤrz und April; nenn manbi die erſte Haͤlfte von jenem haͤlt man indeſſen in der Regel fuͤr die guͤnſtigſte. Wird ſie bis gegen Ende des Aprils verſchoben, ſo ſchlaͤgt der Ertrag meiſtens zuruͤck. Koͤnnte der Hafer ſchon in den letzten Tagen des Februars geſaͤet werden, ſo waͤre es deſto beſſer; denn jederzeit hat man gefunden, daß fruͤh geſaͤeter muß ſich nn Hafer die meiſten und beſten Koͤrner, ſpaͤt geſaͤeter nur viel Stroh hafer verlann gibt. An den Weſtkuͤſten von England, ſowie in dem groͤßten rothe eign Theile von Irland und Schottland iſt nun freilich das Klima an en Sorten ſe, ſich ſo feucht und der Maͤrz gewoͤhnlich ſo regneriſch, daß die denarten anu Saat nicht ſelten bis zum Mai verſchoben werden muß. Der den Saame Hafer verlangt uͤbrigens zu ſeinem ſicheren Gedeihen mehr Feuch⸗ deſden wili tigkeit im Boden, als andere Halmfruͤchte und geraͤth daher in veren Saame ſehr trocknen Sommern, welche die reichlichſten Winterweizenern⸗ putde. Es ten liefern, minder gut, als in feuchten. Ernte vollken Die Herbſtausſaat des Hafers iſt von Mehren verſucht wor— Hdieſes giſte den und auf dem lehmigen Sandboden von Wicklow und Wex⸗ tdecken, dai ford ſelten fehlgeſchlagen, wenn ſie zeitig im October geſchah; ffer geſät ſi auf armen Sand⸗ und kaltem Klaiboden moͤchte ſie indeſſen wohl der Suu⸗ nicht gedeihen. Der im Herbſt geſaͤete Hafer reift drei Wochen drankheit, n fruͤher, als der im Fruͤhjahr geſaͤete, und das iſt allerdings ein bblichen Sh erheblicher Vortheil; allein ſeine Beſtellung faͤllt mit der des Wei⸗ zens zuſammen und bringt uͤberhaupt den Gang der Wirthſchafts⸗ lch der i geſchaͤfte in Unordnung. Eine beſondere Winterhaferart gibt es wt dichte, bis jetzt noch nicht; man kann wohl jede harte Sorte durch An⸗ ds bü ſir gewoͤhnung dazu machen; doch ſollen die Verſuche mit Kartoffel⸗ n ihm wiir hafer mißlungen ſein. ſet mir⸗ ic beſtoct ü Ertrag und Werth. Der Kattf rſſch biu Das Klima von Irland und Schottland iſt der Erzeugung des Hafers guͤnſtiger, als das engliſche. Daher bezahlt er dort Sihe i einen guten Boden und eine ſorgſame Beſtellung nicht ſelten beſ— ſli Au ſer als andere Halmfruͤchte. In England bringt man ihn dage⸗ 3 in IM gen meiſtens nur auf armes Land und vernachlaͤſſigt bisweilen hitan ſeine Beſtellung ſehr. Nur in das umgebrochene Grasland ſaͤet 1 den und i man ihn daſelbſt auch auf gutem Boden und gewinnt davon ſa reiche Ernten. Unter dieſen Umſtaͤnden muſſen der Ertrag und 198 Dreizehntes Kapitel. die Guͤte der Koͤrner ſehr verſchieden ſein; denn die Beſchaffen⸗ heit des Bodens, die Art der Beſtellung und die Eigenthuͤmlich— keiten der verſchiedenen angebauten Arten veraͤndern denſelben ſo, daß in manchen Gegenden ſchon 28 Buſhel vom Acker als ein guter Ertrag angeſehen werden, waͤhrend man in anderen 40 Buſhel nur fuͤr einen Mittelertrag haͤlt, und gar nicht ſelten 48— 64 ja an manchen Orten 80 Buſhel im Gewicht von 34— 48 Pfund erbaut. Den Durchſchnittsertrag im ganzen vereinigten Koͤnigreich kann man indeſſen doch wohl nicht hoͤher als zu 32 Buſhel pro Acker berechnen, und das Durchſchnittsgewicht eines Buſhels zu 40 Pfund. Nach der Analyſe von Davy ſind in 1000 Theilen Hafer an nahrhaften Stoffen enthalten 743 641 Theile Staͤrke und Schleim, 15 ⸗ zuckerhaltige Materie und 87 ⸗ Gluten. uts. Dieſe Unterſuchung kann indeſſen nur dazu dienen, einen ungefaͤhren Maaßſtab fuͤr den Verhaͤltnißwerth des Hafers zu an— derem Getrelde zu geben; bei der großen Verſchiedenheit in der Guͤte ſeiner Koͤrner iſt ſie durchaus nicht als immer zutreffend anzuſehen. Soll der Hafer vermahlen werden, ſo trocknet man ihn zu⸗ voͤrderſt in einem Ofen; dann wird er auf der Muͤhle enthuͤlſ, in Gruͤtze verwandelt und dieſe erſt in Mehl verarbeitet. Aus demſelben baͤckt man entweder auf einer erhitzten eiſernen Platte duͤnne flache Kuchen oder kocht man mit Waſſer einen dicken Brei, der mit abgerahmter Milch, oder Butter, oder Sirup, oder Ale gegeſſen wird. Das Fruͤhſtuͤck und Abendbrot der laͤnd— lichen Bevoͤlkerung im Norden von England, in Schottland und Irland beſteht groͤßtentheils aus dieſer Speiſe, die eine nahrhafte und geſunde Koſt gewaͤhrt. Die Menge und Guͤte des Stroh's vom Hafer wechſelt eben— falls nach oben angegebenen Umſtaͤnden ſehr. Im Allgemeinen ſteht ſein Ertrag in der Mitte zwiſchen dem vom Weizen und dem von der Gerſte. Im Durchſchnitt kann man demnach auf jede zwoͤlf Buſhel Koͤrner eine Ladung Stroh rechnen. Auf ſeine Guͤte hat die angebaute Sorte mehr Einfluß, als es bei den an⸗ dern Halmfruͤchten der Fall iſt; weil nun das Haferſtroh meiſtens zu Futter verwendet wird, ſo iſt dies ein Gegenſtand von ſolcher Vtizti zu git mn fürner bnn der to in hartes ggfet dage faltnißma erverth juß. Eir en anfan ndere dag ühe Ane ſich doh petoun⸗! die vorhit et, dehi wess feuch In Soue men aus Sommer kehrte Fa ibertrefn weilen die Da. wal es ſü nahthaſtet daß der Oräſchen ten, daß garben, lungswer ſport, w dafür ab ig abme b de Seſ ffr eGigntkümit ern denſelben 3 mn Aärr as a deren 10 Buie ſelten 8- 3 4Sgh igten Känine 32 Buſhe 1 hes Buſhet Theilen gi dienen ein Hafers zu a jedenheit in i nmer zurrffy man ihn uͤhle enthu arbeitet. A eiſernen Pat er einen din „oder Eit dbrot der lin Schottland u eine nabtii wechſelter im Allxmeinc Liizen und den anag uf jd en. Auf ſeine bei den ar⸗ ſroh meiſten d von ſolh Vom Hafer. 190 Wichtigkeit, daß man manchmal deshalb einer Haferſorte den Vor⸗ zug gibt, von der man weiß, daß ſie hinſichtlich des Ertrages an Koͤrnern und deren Werthes einer andern nachſteht. So ge⸗ ben der tatariſche, der rothe, der Kartoffel- und Hopetounhafer ein hartes, vom Vieh nicht geliebtes Stroh, der ſpaͤte Angus⸗ hafer dagegen ſehr gutes Futterſtroh, der polniſche auch, aber ver⸗ haͤltnißmaͤßig viel weniger, als jener. Doch haben auf den Fut— terwerth des Haferſtrohs viele aͤußere Zufaͤlle auch großen Ein— fluß. Einige Sorten, z. B. der polniſche und georgiſche, wach⸗ ſen anfangs ſehr ſchnell und erreichen ſehr bald ihre volle Hoͤhe; andere dagegen, z. B. der Kartoffel⸗, der hollaͤndiſche und der fruͤhe Angushafer, die ebenfalls nicht ſehr hoch werden, bilden ſich doch viel langſamer aus, und wieder andere, z. B. der Ho— petoun⸗ und der ſpaͤte Angushafer, die eine groͤßere Hoͤhe, als die vorhin genannten erreichen, brauchen auch natuͤrlich laͤngere Zeit, dahin zu gelangen. Wenn nun der erſte Theil des Som— mers feucht iſt, und dann Trockenheit eintritt, bekommen die kur⸗ zen Sorten einen Vorzug vor den langen, weil ſie ſich vollkom— men ausbildeten, ehe es noch trocken ward. Iſt dagegen der Sommer anfangs naß und ſpaͤterhin feucht, ſo tritt der umge⸗ kehrte Fall ein, und iſt die Jahreswitterung uͤberhaupt naß, dann uͤbertreffen die kleineren Sorten hinſichtlich des Koͤrnerertrags bis⸗ weilen die groͤßeren, weil deren Stroh zu uͤppig wird. Das Haferſtroh wird zu Futter dem Weizenſtroh vorgezogen, weil es ſichtbar vom Vieh lieber gefreſſen wird, und man es fuͤr nahrhafter haͤlt. Dies kommt indeſſen wohl haupſaͤchlich daher, daß der Hafer ſelten gleichmaͤßig reif wird und deshalb bei dem Dreſchen viel Koͤrner im Stroh bleiben. Es geſchieht nicht ſel— ten, daß die Landwirthe ihren Pferden blos geſchnittene Hafer⸗ garben, gar kein Heu geben. Es iſt dieſes jedoch kein empfeh⸗ lungswerthes Verfahren, indem man dabei wohl allenfalls das ſpart, was das Dreſchen mehr koſtet, als das Haͤckſelſcheiden, dafuͤr aber die Staͤrke der gereichten Koͤrnerfuͤtterung nicht gehoͤ⸗ rig abmeſſen kann. 200 Vierzehntes Kapitel. Vierzehntes Kapitel. Ernte der vier vorgenannten wichtigſten Halmfruͤchte. Der Anfang der Ernte richtet ſich nach dem Zuſtande der Witte⸗ rung und wechſelt, ſelbſt wenn dieſe guͤnſtig iſt, in einzelnen Jahrgaͤngen von der Mitte des Juli's bis Ende Auguſts. In manchen Jahren und kalten Lagen beginnt ſie noch ſpaͤter. Es iſt daher fuͤr den Landwirth ein Gegenſtand von Wichtigkeit, die Zeit ihres Anfangs genau wahrzunehmen und Alles dazu vorzu— bereiten. Er muß fuͤr die dazu erforderlichen Arbeiter im Voraus ſorgen, und dieſen hoͤheren Lohn, auch beſſere Koſt verwilligen als bei anderen Arbeiten, weil die Ernte im Ganzen verhaͤltnißmaͤßig nur kurze Zeit waͤhrt und große Kraftanſtrengung fordert. Sie i*ſt uͤberhaupt ein Geſchaͤft, das ſeine ganze Aufmerkſamkeit in An⸗ ſpruch nimmt; wer ſie gut vollfuͤhrt haben will, darf ſie keinen Augenblick unbeaufſichtigt laſſen vom fruͤhen Morgen an bis zum ſpaͤten Abend. Er muß ſchon lange zuvor alle Anſtalten treffen, die zu ihrer Foͤrderung noͤthig ſind; die Scheunen, Tennen, Boͤ— den und Waͤnde vollkommen ausfegen, die Feimengerxuͤſte herſtel⸗ len und jedes Geraͤthe in vollkommnen Zuſtand verſetzen laſſen. Die Strohbaͤnder zum Binden der Garben muͤſſen ferner in ge— hoͤriger Menge vorraͤthig ſein, die Seile zum Schutz der Feimen bereit liegen, und im Hauſe die gehoͤrigen Anordnungen getroffen werden, daß es an nichts fehle zur Befriedigung der Arbeiter und auf keine Weiſe ein Aufenthalt entſtehe. Im Ganzen muß in Allem die ſtrengſte Ordnung beobachtet werden; denn das Werk foͤrdert nicht, ſobald es nicht in einem gleichen taktmaͤßigen Zuge fortgeht. Vor Allem zu beobachten iſt dabei der ſchickliche Reifegrad E der Fuüct rin 3 Beden bis ſaſt neig ther nicht wefelhaft der grunſ usreiben. an keck; igen 3uſ fun ſhöne Ar Ernte vo auch noch das Getre fommen! den. En nur wen anfangen Ausfall! Buſhel iger zu Eorten. handeln, u ten Körne in der Re den und gewonden im Stro Fol um wie berſchieder in in ch gefül de Sten in anfin aangeges adend, man d haben n Ernte der vier vorgenannten wichtigſten Halmfruͤchte. 201 der Fruͤchte. Die Kennzeichen deſſelben ſind einfach und von ge— ringer Zahl. Wenn das Stroh eine glaͤnzende Goldfarbe vom Boden bis nahe an die Aehre bekommt, oder wenn die Aehren ſich ſanft neigen, dann iſt es Zeit, das Getreide zu ſchneiden. Wenn aber nicht das ganze Feld gleichzeitig reif wird, und man deshalb tel zweifelhaft wird, ſo darf man nur daſſelbe durchgehen, einige . der gruͤnſten Aehren abreißen und dieſelben zwiſchen den Haͤnden ausreiben. Trennen ſich dabei die Koͤrner von der Huͤlſe, ſo kann man keck zur Ernte ſchreiten; denn dann ſind ſie nicht mehr im mil⸗ chigen Zuſtande und ſchrumpfen ſie bei dem Trocknen nicht mehr zuſammen. Ueberhaupt gewinnen nicht nur die Guͤte und das amfruchte ſchoͤne Anſehn der Koͤrner, zumal bei dem Weizen, wenn die Ernte vor ihrer Todreife vor ſich geht, ſondern es wird dieſes auch noch wegen anderer Umſtaͤnde nothwendig; denn wollte man de det Wi das Getreide vor dem Anfang der Ernte ſchon zur vollen Reife in einzelne kommen laſſen, ſo wuͤrde es bis zu ihrem Schluß uͤberreif wer— Augrſts. 3 den. Ein Landwirth, der ein großes Gut und verhaͤltnißmaͤßig h ſpaͤtet. O nur wenig Menſchen hat, wird dadurch genoͤthigt, ſchon ſehr fruͤh Schtigkei, anfangen zu laſſen, damit er bei dauernd trocknem Wetter durch es dazu vohr Ausfall keinen Schaden leide, der ſonſt vom Weizen leicht 2— 5 tter im Lru⸗ Buſhel pro Acker betragen kann. Bei der Gerſte iſt ſolches we— berwillign niger zu befuͤrchten; und vom Hafer am meiſten bei den zeitigen rhaltnißmiin Sorten. Letzter iſt uͤberhaupt in dieſer Hinſicht ſchwierig zu be— fordert. E. handeln, weil er ſehr ungleichzeitig reift und leicht die erſt gereif⸗ amkeit in Ä. ten Koͤrner verliert, wenn man auf die ſpaͤteren wartet. Da jene datf ſie keinn in der Regel die beſten ſind, muͤſſen ſie vorzugsweiſe erhalten wer— n an bis zun den und daher den Anfang der Ernte beſtimmen. Die nicht reif ſtalten trefin gewordenen gehn dabei auch nicht ganz verloren, ſondern erhoͤhen, Tennen, B⸗ im Stroh bleibend, deſſen Futterwerth. gerüſte het Folgendes iſt ein intereſſanter Verſuch. Um zu ermitteln, verſetzen bſt um wie viel die Guͤte der Gerſtenkoͤrner zunehme, wenn ſie in ferner in verſchiedenen Reifegraden geerntet wuͤrde, theilte man ein Stuͤck ß der Fin Feld in ſechs Theile. Der erſte wurde geerntet, als die Aehren ngen gxduft ſich gefuͤllt hatten, aber noch ganz gruͤn und ſaftig waren; ebenſo d rheier der Stengel und die Blattſcheide, die Blaͤtter ſelbſt aber zu wel— Girin nuß ken anfingen. Die anderen wurden nach und nach an den un— dnn di Werk tenangegebenen Tagen immer mehr der vollkommnen Reife ſich naͤhernd, abgebracht und der ſechſte endlich in dem Zuſtande, wo man das ganze Feld, der gewoͤhnlichen Ordnung nach gemaͤhet haben wuͤrde. Der Ertrag der verſchiedenen Stuͤcke wurde hierauf mißigen Zuge ce Reffgra 202 Vierzehntes Kapitel. nach Maaß, Gewicht und Guͤte ſorgfaͤltig gepruͤft, um den ver— haͤltnißmaͤßigen Werth der zu verſchiedenen Zeiten geernteten Koͤr⸗ ner zu erfahren, der, 100 als den vollkommenſten Zuſtand, den dieſe haben koͤnnen, angenommen, in folgenden Verhaͤltnißzahlen ſich ausſprechen ließ: No. 1. geſchnitten den 11. Auguſt war 40. 2 2. 2 2 18. ⸗ 54. 2 3. 2 2 25.—⸗ 2772. 4. 2 ⸗ 1. Septbr. 89. 3. ⸗ ⸗ 6. ⸗ ⸗ 91. 2 6. 2- 11. ⸗ 2 95 Der Unterſchied zwiſchen 5 u. 6. iſt groͤßer, als der zwiſchen 4 u. 5. Dies iſt wahrſcheinlich der guͤnſtigeren Witterung in der letzten Woche, die das Reifen mehr beſchleunigte, zuzuſchrei⸗ ben. Die Ernte der Gerſte macht oft die meiſten Schwierigkei⸗ ten, weil ſie bisweilen ſehr ſpaͤt zur Reife kommt, deshalb bei unguͤnſtigem naſſen Wetter geſchnitten werden muß, ihr Trock— nen durch den darunter befindlichen Klee aufgehalten wird und es doch fuͤr ihre Hauptbenutzung, zu Malz, von Wichtigkeit iſt, ihre Koͤrner in einem guten Zuſtand zu erhalten. Das eigentliche Erntegeſchaͤft wird in Großbritannien der Hauptſache nach faſt auf gleiche Weiſe, wie in Deutſchland, natuͤrlich mit mannichfachen provinziellen Abweichungen in der An— ſtellung und Vertheilung der Arbeiter und in einzelnen kleinen Handgriffen, verrichtet. Wie hier dienen dort zum Abbringen des Getreides die Sichel, die Senſe und das Siget(die Hau- oder Hennegau'ſche Senſe), die auch in ihrer Form und Einrichtung wenig oder gar nicht von der deutſchen abweichen. Blos der Wetzapparat iſt anders, aber kaum ſo zweckmaͤßig, da die deut— ſchen Wetzſteine beſſer ſchaͤrfen, als das in England oben am Senſenbaum eingeſchobene mit Leder uͤberzogene Holz. Ehedem diente vorzugsweiſe die Sichel, die man gezaͤhnt und ungezaͤhnt hat(jene Art iſt indeſſen von der letztern beinahe ganz verdraͤngt worden) zum Abbringen des Getreides, beſonders des Weizens. Neuerer Zeit aber kommt die Senſe dazu immer mehr in Gebrauch, weil ſie die Arbeit mehr foͤrdert; nur bei Lagergetreide gibt man der Sichel noch den Vorzug. Man maͤhet mit jener an und ab; erſteres geſchieht indeſſen, ſelbſt bei dem Sommergetreide, zumal dem Hafer, haͤufiger, als dieſes, weil ſaͤmmtliches Getreide, wie die angegebenen hohen Ertraͤge bewei⸗ ——OQQ—Q—-—— — Er ſen, mi zit us vertriten, er Mann ng wie liſtung ei Diei vegen des ſchenhaͤnde jen werd Lnkauf zu Mann, di Schnitter das Abbri bei ihnen, gicht zul 95. Smi wunden, ren Ehre tenen Fr ibrig; ſi nordentl urch das Das t ncs i ger vom deer Wie ſtand giſ Ihr Att den, als her ein. in den berſte er 8 Wet de Gerſt n, Fäcen de Gtt De bn i, un din n Rernteten g in Juſtand, h Drthältizhe als der zwiſte Witterug i gte, zuzuiche Schwieriji t, deshalb h 5, ihr Tro⸗ ten wird u Wichtigkeit i britannien i Deutſcha hen in der zelnen klein Abbringen de die Hau⸗on ad Einrichtm n. Bls d „da die de land oben u 6. man gezit leztern beine des, heſenden ſe daur inmer dar; nur bii Nm mahet fibſtbei dem dieſes/ wil etrige bewe⸗ Ernte der vier vorgenannten wichtigſten Halmfruͤchte. 203 ſen, meiſt ſehr ſtark ſteht. Die Hennegauer Senſe iſt erſt neuerer Zeit aus Flandern eingefuͤhrt worden, ſcheint ſich aber wenig zu verbreiten, obgleich mehre Verſuche bewieſen haben, daß ein ſtar— ker Mann damit in einem Tage eben ſo viel abzuſchneiden ver⸗ mag, wie zwei Schnitter mit der Sichel; aber freilich iſt zu jener Leiſtung ein ungleich groͤßerer Kraftaufwand erforderlich. Die in unſerer erfindungsreichen Zeit ſinnreich erdachten und wegen des großen Gewinns, den ſie durch Erſparung von Men— ſchenhaͤnden bringen ſollen, uͤbermaͤßig angeprieſenen Erntemaſchi⸗ nen werden wohl niemals allgemein werden, weil ſie im Ankauf zu theuer ſind, zu ihrem Gebrauch zwei Pferde und ein Mann, die vielleicht nicht viel weniger, als die dadurch erſparten Schnitter koſten, erfodern und doch nur einen Theil des Geſchaͤfts, das Abbringen des Getreides, verrichten; das Aufbinden ꝛc. muß bei ihnen, wie zuvor durch Menſchenhaͤnde geſchehen. Es iſt nicht zu laͤugnen, daß die Maſchinen dieſer Art, die von den H§HH. Smith zu Deanſton, Gladſtone, Bell und Mann hergeſtellt wurden, viel Gutes haben und dem Erfindungsgeiſte dieſer Her— ren Ehre machen, aber hinſichtlich des Niederlegens der abgeſchnit⸗ tenen Frucht laſſen ſie doch ſaͤmmtlich noch viel zu wuͤnſchen uͤbrig; ſie bewirken ſelbiges, die Halme umherſtreuend, auf eine unordentliche, nicht empfehlenswerthe Weiſe und erſchweren da⸗ durch das Sammeln. Das Getreide ſollte wo moͤglich nie geſchnitten werden, wenn es naß iſt. Bei dem Hafer, welcher eher abtrocknet und weni— ger vom Regen leidet, iſt die Befolgung dieſer Regel von min⸗ derer Wichtigkeit, als bei Weizen und Gerſte, die im naſſen Zu— ſtand geſchnitten leicht auswachſen, zumal bei warmer Witterung. Ihr Abbringen ſollte daher nicht einmal eher vorgenommen wer— den, als bis die Sonne den Thau abgetrocknet hat. Wenn da⸗ her ein Haferfeld mit ihnen zugleich reif wird, ſollte man dieſes in den fruͤhern Morgenſtunden angreifen und an Weizen und Gerſte erſt dann gehen, wenn der Thau verſchwunden iſt. Haͤlt das Wetter aus, ſo kann der Weizen in vier bis fuͤnf Tagen, die Gerſte aber, ſowohl wie der Hafer erſt nach zehn bis zwoͤlf Tagen, je nachdem viel oder weniger Klee darin befindlich, in Feimen gebracht werden. Letzterer muß ganz ſaftlos ſein, ehe das Getreide aufgeſetzt wird; denn ſonſt verdirbt dieſes leicht. Die Gerſte iſt dieſem vorzugsweiſe unterworfen; die geringſte Er— 204 Vierzehntes Kapitel. E waͤrmung im Haufen verringert ihren Werth; ſie iſt in dieſer Weinn g Hinſicht wirklich noch ekler, als der Weizen. 1 ders gichi Das Getreide ſollte ferner ſtets ſo glatt vom Boden, wie laſtn moͤglich abgeſchnitten werden; denn ſonſt bleiben viele einzelne die Aehren auf den Stoppeln liegen; auch verliert man, ſobald dieſe unn räth hoch ſtehen bleiben, einen großen, und gerade den ſaftigſten Theil fir ſch zu des Strohs. Wenigſtens iſt man dann, um dieſem vorzubeugen,“ Garbe gezwungen, jene fuͤr ſich abhauen und in den Miſthof als Streu gufßer Ga I bringen zu laſſen. Wenn ferner das Getreide von den Schwa— aher auch den aufgenommen wird, iſt es ſorgfaͤltig und regelmaͤßig in die 3 t zu ke Baͤnder zu legen, damit die Bunde bei dem Aufladen mit der eger Gabe Gabel das Gleichgewicht behalten. Die Bunde endlich ſind zwar ton da feſt und gut zuſammen zu binden, damit ſie bei dem Aufladen werden k 1 halten; aber doch nicht ſo feſt zuſammen zu ſchnuͤren, daß die Zum Luft nicht hindurchdringen koͤnne; denn je mehr das Stroh dieſer üblicher iſ ausgeſetzt iſt, deſto eher trocknet es aus. So bald die Garben dn Wotz gebunden ſind, werden ſie gewoͤhnlich in kleine dachfoͤrmige Hau— Katen ab fen, Stiegen oder Hocken, jeder zu zwoͤlf Stuͤcken, zuſammenge— eſten vnt ſetzt, indem man ihre Sturzenden unten von einander abſtellt und zuf den ſſiie oben mit den Aehren an einander lehnt, ſo, daß die Luft ders geſch uͤberall durchſtreichen koͤnne. Bei dem Weizen, der in der Regel Gehiffen nach wenig Tagen hinlaͤnglich trocken iſt, verfaͤhrt man faſt i immer Irau ange ſo; bei Gerſte und Hafer dagegen, die meiſtens laͤnger ſtehen de abfa — muͤſſen, ſtellt man haͤufig nur zehn Garben auf angegebene Weiſe Das gegeneinander und legt die letzten beiden Garben oder Bunde zum eni Schutz oben daruͤber, in der Art, daß ſie in der Mitte mit den Getrede Sturzenden zuſammenſtoßen und die Aehren an beiden Seiten lagt 1 uͤber den Haufen herabhaͤngen und der Regen daruͤber herablau⸗ durh Pfc fen koͤnne, ohne die unten ſtehenden Bunde zu treffen. In man— ein Naar chen Gegenden ſetzt man auch 6—8 Garben in einem Kreis und über herum auf und lehnt ſie oben gegeneinander, gibt ihnen jedoch Seilen un keine Schutzdecke; in noch anderen ſtellt man jede Garbe einzeln niderziche auf, bindet ſie zu dem Ende nahe an den Aehren loſe zuſammen frilich b und breitet ſie unten weit auseinander, damit ſie feſt ſtehen. h 20 Nicht ſelten werden Gerſte und Hafer auch gar nicht gebunden, Auch ſondern aus den Schwaden in Haufen zuſammengebracht, dieſe dh wie aufgeladen und gleich in die Scheunen gefahren. Da es biswei— gaut da len nothwendig wird, dieſe Fruͤchte, wenn Klee darunter iſt, einige V a fin Tage in Schwaden liegen zu laſſen, ſo wird dadurch an Arbeit Süüd n geſpart; ſonſt iſt man aber mehr dafuͤr, ſie jedesmal, wie den V fang hina ſe it in de bom Bdden, 1 en viel dinx 65 ſobnd d n aftigſen 1 ſen vorzubeuge iithof als En von den Etr gelmäßig ind ufladen mit dlich ſind 1 i dem Aufihe nuͤren, diß d 5 Stroh din ad die Garde hfoͤrmige Ha 1 duſamweng der abſtellt u , daß die lM er in der it man faſt ine b langer ſahe gegebene Wiſ der Bunde zu Mitte mit i beiden Sein ruͤber herable ffen. In ua n einem ei t ihnen jdi ⸗Garbe einſt loſe zuſemma ſie fiſt lihn nicht göunden ngebract, dis Da bz biswe⸗ nner itt eiig uch an Atbi⸗ mal, wie dr Ernte der vier vorgenannten wichtigſten Halmfruͤchte. 205 Weizen gleich nach dem Abbringen durch eigens angeſtellte, beſon⸗ ders geſchickte und darin geuͤbte Leute aufbinden und aufſetzen zu laſſen. Die Ernte wird meiſtens durch Akkordarbeiter beſchickt und man raͤth vielſeitig an, das Abbringen ſo wie das Aufbinden jedes fuͤr ſich zu verdingen, jenes nach der Flaͤche, dieſes nach der Zahl der Garben, weil dies das ſicherſte Mittel ſei, das Binden zu großer Garben zu vermeiden, die das Austrocknen hindern; damit aber auch die Leute wieder die Bunde, ihres Vortheils wegen nicht zu klein machen, ſoll man ein eignes leichtes Maaß in Form einer Gabel anwenden, gerade ſo weit, daß damit eine Garbe von drei und dreißig Zoll Umfang bei dem Bande umklammert werden koͤnne; kleiner duͤrfen ſie nicht ſein. Zum Einfahren des Getreides in die Scheunen, oder, wie es uͤblicher iſt zum Feimenplatz, gibt man den vierraͤdrigen Wagen den Vorzug vor den Karren. Das Geſchaͤft wird von anderen Leuten, als den Schnittern beſorgt, man waͤhlt dazu die geſchick— teſten unter den Dienſtboten aus. Ein Mann langt die Garben auf den Wagen, zwei Knechte fahren gewoͤhnlich ein, ein beſon⸗ ders geſchickter Arbeiter baut den Feimen und hat dabei einen Gehilfen zum Zutragen und Abputzen; bisweilen wird noch eine Frau angeſtellt, das nachzurechen, was von den Haufen auf dem Felde abfaͤllt, oft laͤßt man aber ſolches auch den Aehrenleſern. Das Setzen der Feimen geſchieht in der Hauptſache ganz ſo, wie bei dem Heu,(ſ. B. 1. S. 626.) nur iſt es bei denen des Getreides ſehr rathſam, ſie bis dahin, wo das Dach darauf ge⸗ legt wird, durch Planen gegen das Naßwerden zu ſchuͤtzen, die durch Pfaͤhle, welche man fuͤr dieſe kurze Zeit in die Naben von ein Paar alten Wagenraͤdern ſteckt, in die Hoͤhe gehalten werden und uͤber ein Querholz hinweglaufen, das man mit Hilfe von Seilen und Kloben, die an jenem haͤngen nach Belieben auf und niederziehen kann. Solche Feimendaͤcher oder Planen ſind aber freilich koſtbar; eins der groͤßten Art mit allem Zubehoͤr koſtet ge⸗ gen 20 Pfund Sterling. S. Fig. 23. Auch werden die Getreidefeimen nicht geradehin auf dem Bo— den, wie die Heufeimen, ſondern auf ein beſondres Geruͤſte auf⸗ gebaut, das gewoͤhnlich aus neun kegelfoͤrmigen, etwa zwei Fuß hohen ſteinernen Saͤulen beſteht, die in drei Reihen, in jeder drei Stuͤck nebeneinander hingeſtellt, und mit runden, uͤber ihren Um— fang hinausragenden Kappen bedeckt werden, darauf kommt dann 206 Vierzehntes Kapitel. Figur 2. ein feſter hoͤlzerner Rahmen zu liegen, welcher der Feime zum eigentlichen Grunde dient. Jene Kappen verwehren den Maͤuſen und Ratten den Zutritt und der unten offene hohlliegende Rah⸗ men laͤßt die Luft hindurchſtreifen, wodurch das Austrocknen be— foͤrdert und das Modrigwerden verhindert wird. Die Garben werden nun ſchichtweis, mit den Aehren nach innen darauf gelegt und jede neue Schicht uͤber die darunter liegende etwas herausge⸗ ruͤckt, bis zum Anfang des Daches, damit dieſes uͤber den Grund der Feime uͤberhaͤnge und das Ganze gegen Regen ſchuͤtze. Dieſe Art von Feimen erfordern weniger Zeit und Muͤhe, ſowohl bei dem Aufſetzen wie bei dem Decken, als andere, und ſind daher die oͤkonomiſchſten; die runden dagegen, verſtatten, wenn ſie nicht groß ſind, das Durchſtreichen der Luft beſſer, und haben daher zur Conſervation des Getreides Vorzuͤge. Sie erfordern bei dem Errichten große Geſchicklichkeit und werden gemeiniglich 10— 15, ſelten 20 Fuß im Durchmeſſer, bei einer Hoͤhe von ungefaͤhr 15 Fuß bis zum Anfang des Daches gemacht. Gerſte ſollte je— doch niemals in ſo große Feimen geſetzt werden, wie der Weizen. Kleinere Feimen dieſer Art errichtet man haͤufig auf ſolchen Ge— ruͤſten, wie Fig. 24 eins abgebildet iſt. Dieſelben ruhen auf guß— eiſernen Fuͤßen von zwoͤlf Zoll Durchmeſſer, von denen ein Satz in manchen Gießereien nicht uͤber funfzig Shilling koſtet. Nicht ſelten bringt man in ihrer Mitte ein aufrecht ſtehendes, dreieckiges hoͤlzernes Geſtelle an, welches dem Erwaͤrmen des Getreides, wenn es etwas feucht hereinkommt, vorbeugen ſoll, und beiſtehend eben— falls abgebildet iſt. E Aur Feimen je kommt ei † Nogg K ſolchen ſhwitten haſteres Das d) do übrige Ungemach ſind de lih zu der unw haben, d ler unzert Man dortable dn Hrn. 1 banze ſt, vie d Aiſadaf entien, mäſſen i er Feime zu n den Maͤl hliegende R. Austrocknen Die Gate en darauf gel twas heruiſe ber den bud ſchutze. A he, ſowohl und ſind die wenn ſie iit ad haben da ordern bei iglich 10-1 von unit Gerſte ſollt die der Vir uf ſoltat ruhen auf g denen eit Ett Hüne Re nds drtiecige ereides, wenn eikehend tber Ernte der vier vorgenannten wichtigſten Halmfruͤchte. 207 Nur einem ſehr ſorgſamen Arbeiter kann das Errichten von Feimen jeglicher Art anvertraut werden. Sind ſie vollendet, ſo kommt ein ordentliches Dach darauf, das aus trocknem Weizen⸗ oder Roggenſtroh der zaͤheſten Art gefertigt wird. Man gibt da⸗ zu ſolchem Stroh, von dem die Aehren vor dem Dreſchen abge— ſchnitten wurden den Vorzug, weil es ein ungleich feſteres, dauer⸗ hafteres und netteres Dach gibt, als bei dem Dreſchen zerknicktes. Das Dreſchen geſchah ſonſt blos mit dem Flegel, der jedoch in der neuern Zeit durch die Dreſchmaſchinen ſehr aus Gebrauch gekommen iſt. Es laͤßt ſich auch keineswegs laͤugnen, daß dieſe Maſchinen ſehr anſehnliche Vortheile, beſonders in großen Wirth— ſchaften darbieten, ſie rauben aber den Arbeitern einen nicht ge— ringen Theil des Lohnes, den ſie ſonſt zu einer Zeit des Jahres, wo uͤbrigens nur wenig Arbeit fuͤr ſie vorhanden iſt, und vor dem Ungemach der Witterung geſchuͤtzt, verdienen konnten. Deswegen ſind die Uebertreibungen im Gebrauch der Dreſchmaſchinen wirk— lich zu beklagen und nicht zu verwundern, daß ſie den Unwillen der unwiſſenden und nothleidenden laͤndlichen Bevoͤlkerung erregt haben, die nicht begreift, daß ihr Vortheil von dem ihrer Anſtel⸗ ler unzertrennlich iſt. Man hat dieſe Maſchinen von der verſchiedenſten Art; trans⸗ portable und feſtſtehende. Von jenem wird die neuerer Zeit von den Hrn. Ranſome gelieferte beſonders geruͤhmt. Dieſe ſind aber im Ganzen haͤufiger im Gebrauch, und werden ſowohl durch Waſ⸗ ſer, wie durch Dampf und Zugthiere in Bewegung geſetzt. Die Waſſerkraft iſt die wohlfeilſte, der Dampf die ſtaͤtigſte, die der Zugthiere aber die einem jeden zu Gebote ſtehende, und daher am meiſten in Anwendung gebrachte. Sehr haͤufig iſt zur Aufnahme 208 Vierzehntes Kapitel. des Triebwerks der Maſchine neben der Scheune ein eignes Ge⸗ baͤude errichtet. Fuͤr das zu dreſchende Getreide iſt ein angemeß— ner Raum uͤber dem Orte, wo die Maſchine aufgeſtellt iſt, vor⸗ handen, wohin es vom Feimen aus gebracht wird. Darunter be⸗ findet ſich ein Behaͤltniß zur Aufnahme der ausgedroſchenen Koͤr⸗ ner und daneben die Strohſcheune. Auch hat man noch eine eigne Kammer, die Reinigungskammer(dressing room), wo das Getreide rein und zum Verkauf zurecht gemacht wird. Neuerer Zeit wird das Reinigen ſehr oft von der Dreſchmaſchine gleich mit verrichtet. Bei dem Gebrauche dieſer gilt es als Regel, ſie vom Anfang an nur ganz langſam in Bewegung zu ſetzen, die Schnelligkeit immer mehr zu ſteigern, und erſt wenn die ge— wuͤnſchte hergeſtellt iſt, das Getreide, ein Bund auf einmal wohl ausgebreitet einzulegen. Wird gleich bei dem Beginn die volle Kraft und Schnelligkeit angewendet, ſo zerbricht leicht etwas im Getriebe. Die von Zugthieren in Bewegung geſetzten Maſchinen hat man wieder von verſchiedener Groͤße, die fuͤr zwei Thiere ſind die kleinſten, und groͤßere, als fuͤr ſechs Stuͤck auf einmal, gibt es wenig oder gar nicht. Am haͤufigſten in Gebrauch ſind die fuͤr vier Stuͤck berechneten. Pferden gibt man zu ihrem Betriebe den Vorzug vor den Ochſen. Sie gehen meiſtens an einem lan— gen Schwengel geſpannt unter einem bedeckten Schuppen, der an den Ort, wo die Maſchine ſteht, anſtoͤßt. Eine ſolche von vier thaͤtigen Pferden in Umſchwung geſetzte Maſchine erfordert zu ihrem vollſtaͤndigen Betriebe neun Perſonen, die auf folgende Weiſe angeſtellt ſind: Die erſte treibt die Pferde an zu einem maͤßigen Schritt von etwa drei Meilen auf die Stunde.— Die zweite, ein Mann(oder auch zwei Jungen), traͤgt die Gar— ben vom Feimen einer Frau zu, die ſie aufbindet. Die dritte, iſt eben dieſe Frau. Die vierte, ein thaͤtiger raſcher Mann, legt das Getreide ein. Die fuͤnfte, ein Mann mit einem Rechen, der das aus der Ma⸗ ſchine kommende Stroh, was man bei dem Hand⸗ dreſchen gemeiniglich Ueberkehr nennt, wegnimmt. Die ſechſte, ein Mann mit einer Gabel, der das Stroh ausſchuͤt⸗ telt, und es vor das Thor traͤgt. Die ſiebente, eine Perſon mit einem Rechen, welche das Ausge— droſchene unter der Maſchine wegnimmt, auf der Tenne ausbreitet, das Grobe, die Ueberkehr oben abrecht, und „* * Deate! Diſſ in einande ten, in a ruödriſhen det Fall i Hüſſe vot indeſſen d den gewo bald weni einen richt Ma vegu nes Porzu Ondduſ ſch mit anet ja noch in angewende Die Wſſentiih wendeten und tuͤchte 1 5 tt ge ten 1 ſe gens riht ingennae Ge entel i 1 Ernte der vier vorgenannten wichtigſten Halmfruͤchte. 209 en eignes 6... 8 vor das Thor bringt, die Spreu und Koͤrner aber een 1 den folgenden Perſonen uͤbergibt. d Duun 3 Die achte und neunte nun, gewoͤhnlich eine Frau und ein Junge, gduſt mM 1 von denen eins das von der vorigen Erhaltene durch Kroſchem t ein grobes Sieb laufen laͤßt, welches von dem ande⸗ jman i ren gefuͤllt wird. Was im Siebe zuruͤckbleibt, wird wom), ih d haͤufig vor das Scheunthor geworfen, ſollte aber auf wid. Naur den Viehhof gebracht und dem Jungvieh gegeben wer⸗ muſchine ge den, dem daſſelbe, ſo lang es noch friſch, gar wohl Hals Regeli behagt. Wo die Maſchine dieſes Reinigen ſelbſt mit gu ſehen, beſorgt, ſind letztere Perſonen bei der daran haͤngen⸗ wenn di den Fegemuͤhle mit angeſtellt. uf einmal wo Dieſe neun Perſonen koͤnnen, ſobald ſie fleißig ſind und wohl eginn di ut in einander greifen, die Pferde ferner gleichmaͤßig raſch fortſchrei⸗ leict etwit ten, in acht Stunden 20 Quarters oder 160 Buſhel Weizen bten Naſchin ausdreſchen, und, wenn die Fegemuͤhle, wie es jetzt gewoͤhnlich wei Thieteſt der Fall iſt, gleich mit der Dreſchmaſchine verbunden iſt, mit uf änmal, 9 Huͤlfe noch einer Perſon vollkommen rein machen. Es laͤßt ſich orauch ſiht indeſſen die Leiſtung einer ſolchen Maſchine nur ungefaͤhr nach ihrem Bnt den gewonnenen Koͤrnern ermeſſen, da das Getreide bald mehr, an einen bald weniger ſchuͤttet; die gedroſchene Garbenzahl gibt demnach chuppen, ui einen richtigeren Maaßſtab. ſolche wnn Man hat auch Dreſchmaſchinen aufgeſtellt, die von Menſchen ine erfedden in Bewegung geſetzt werden; dieſe haben aber vor dem Flegel kei⸗ fie auf fogn nen Vorzug, und daher nur geringen Beifall gefunden. Das Handdreſchen wurde ſonſt, wo es allgemeiner ſtatt fand, meiſt gen Shhit mit einer beſtimmten Quote bezahlt, geſchieht aber jetzt, wenn es ja noch in einzelnen Faͤllen, vielleicht neben dem Maſchinendreſchen traͤgt deh angewendet wird, gewoͤhnlich im Tagelohn. ſ auföide Die engliſchen Fegemuͤhlen oder Wurfmaſchinen weichen im Weſentlichen von dem in Deutſchland gegenwaͤrtig meiſt ange— Getrede in wendeten nur wenig ab, ſind jedoch in der Regel ſehr ſauber 3 aus derd und tuͤchtig gebaut, auch wohl mit mancher ihre Wirkung erhoͤhen⸗ 4 den ön den kleinen Abaͤnderungen verſehen. Als ganz vorzuͤglich wird e ur die Art geruͤhmt, welche Herr Cooch zu Harlston bei Northamp⸗ — drasti ton, der ſelbſt ausuͤbender Landwirth iſt, liefert. Man darf uͤbri⸗ Su gens nicht waͤhnen, daß alle von den britaniſchen Landwirthen Jusè angewendeten Maſchinen muſterhaft gebaut waͤren; es wird im h h Gegentheil daruͤber geklagt, daß ſehr viele Landwirthe meiſt aus eder Te L daß ſai e 9 uͤbel verſtandener Sparſamkeit, ſich mit ſchlecht konſtruirten und in abrecht, II. 55 210 Vierzehntes Kapitel. nachlaͤſſig ausgefuͤhrten Dreſchmaſchinen plagten, die dem Vieh viel Anſtrengung verurſachen und nicht rein dreſchen. Die Koſten der Ernte, mit Allem was dazu gehoͤrt, des Dreſchens und des Verkaufens laſſen ſich freilich nicht fuͤr alle Faͤlle gleich paſſend berechnen, ſie weichen nach den verſchiedenen Gegenden, Einrichtungen und Witterungszuſtaͤnden gar ſehr von einander ab. Um indeſſen einen ungefaͤhren Begriff von dieſen Unkoſten in England zu geben, ſtehe hier eine Berechnung derſel⸗ ben aus der Gegend von London uͤber einen Acker Weizen: Das Abmaͤhen und Aufbinden koſtet im Verhaͤltniß zum Stand der Frucht und der Groͤße des Ertrags vom Acker 10— 14 Shil., alſo im Durchſchnitt 12 Sh. Das Einfahren und Aufſetzen in Feimen. 3 ⸗ 6 P. Das Decken der Feinen(das Stroh nicht gerechnet) ⸗ Das Dreſchen bei einem Ertrag von 3 Quartern 12— Das Reinmachen. 1 6 Das Aufbinden des Stroh's zum Verkauf. 2 Das Fahren des Getreides zu Markte... 6 N 1 Pfund 18 Sh.— P. Zu dieſen Koſten iſt nun noch ein Abendeſſen zu rechnen, das ſonſt jedesmal am Schluſſe der Ernte den Arbeitern gegeben wurde, um deren gluͤckliche Beendigung froͤhlich zu feiern. Ein Gebrauch, der ſeinen Urſprung von den religioͤſen und gaſtfreund⸗ lichen Geſinnungen unſerer Vorfahren erhalten hat, welche ihr Dankgefuͤhl gegen die Allmacht, die ihr Werk mit Segen kroͤnte, ſo wie ihr freundliches Wohlwollen gegen ihre Dienſtleiſtenden dadurch an den Tag legen wollten. Dieſer loͤbliche Gebrauch iſt indeſſen durch den Hochmuth der heutigen Sitten beinahe ganz verdraͤngt und meiſtens in die Darreichung weniger Shillinge verwandelt worden. Alles Getreide trocknet bekanntlich nach der Ernte noch ſehr ein, in England und noch mehr in Schottland iſt dieſes jedoch weit mehr noch der Fall, als in Deutſchland; man lernt nur die Groͤße des dadurch entſtehenden Verluſtes faſt niemals genau ken⸗ nen, weil das Getreide ſelten auf einmal und gleich nach der Ernte, ſondern gewoͤhnlich nicht eher gedroſchen wird, als bis es zu Markt geſchafft werden ſoll. Ein in Midlothian in dieſer Hinſicht mit Hafer angeſtellter genauer Verſuch gab jedoch ein kum h lüfnk, fän, u neriger das Gen bermehrt fand der das Ein die Gite hei dem Der ben, Re nachdem in der leztere i er die ga kocft, en beddes n Ein ur Saat Melling ſchinen e nen detb theils ni dachten, geſtelt! Wir ge di einem vi indern( ſind die d ſie ade leer Ernte der vier vorgenannten wichtigſten Halmfruͤchte. 211 de dm X kaum glaubliches Reſultat. Der erſt im April gedroſchene Hafer 43. lieferte, ohne daß ein Verluſt durch Maͤuſefraß ꝛc. ſtatt gefunden du güt d haͤtte, von derſelben Garbenzahl dem Maaße nach beinahe 55% h nict fin weniger Koͤrner, als der gleich nach der Ernte gedroſchene und den erchidn das Gewicht derſelben hatte ſich nur um zwei Pfund pro Buſhel en gar ſcen vermehrt. Es wird indeſſen zugegeben, daß der Trockenheitszu⸗ egrif von din ſtand des Hafers nach der Ernte nicht der beſte geweſen ſei, und erechnung diſ das Eintrocknen im Feimen niemals ſo viel betragen koͤnne, wenn Weizen. die Guͤte der Koͤrner groß und der Trockenheitszuſtand der Frucht bei dem Einernten ein erwuͤnſchter geweſen ſei. wii 3 Der Verkauf des Getreides geſchieht entweder blos nach Pro— 95 5 4 ben, oder nach Vorzeigen des ganzen verkaͤuflichen Vorraths, je 3 ,51 nachdem die Markteinrichtung der Stadt, wohin ein Landwirth in der Regel ſeine Fruͤchte verkauft, ſolches vorſchreibt. Das letztere iſt umſtaͤndlicher und koſtſpieliger, als das erſtere, weil er die ganze Waare zu Markt bringen und wenn er ſie nicht ver⸗ 4 kauft, entweder wieder mit zuruͤcknehmen oder einſetzen muß, was 3 2 1⸗ beides neue Koſten verurſacht. Der Verkauf nach Probe koſtet 6⸗ 1 7 ihm dagegen weiter nichts als einen Ritt nach der Stadt. Da— fuͤr iſt jener bequemer und ſicherer fuͤr den Kaͤufer, als dieſer, nd 18Ch-“ der noch uͤberdies nicht ſelten zu Verdrießlichkeiten Anlaß gibt. ſen zu in Eine England eigenthuͤmliche Zurichtung der Getreidekoͤrner beitern gin zur Saat und zum Verkauf iſt das Entgranen der Gerſte(hum— u feiern. melling oder Fatbering genannt). Man hat dazu mehre Ma⸗ und gaſtfun ſchinen erdacht, und zum Theil gleich mit den Dreſchmaſchi⸗ at, welch! nen verbunden. Dieſelben ſollen indeſſen ihrem Zweck meiſten— tSegan ii theils nicht vollſtaͤndig entſprechen, nur eine von den bisher er— Dienſtkeſte dachten, welche die HH. Grant zu Granton in Aberdeenſhire auf⸗ geſtellt haben, wird als beifallswuͤrdig und zweckmaͤßig geprieſen. 3 hinf Wir geben daher von ihr eine Abbildung und Beſchreibung. 1 eitr Dieſelbe beſteht, von außen,(S. Fig. 25.) geſehen, aus npl S einem viereckigen Kaſten, 30 Zoll an dem einen, 20 Zoll an dem dit andern Ende hoch und vier Fuß lang. Im Innern des Kaſtens Ernie d a ſind die beiden untern Ecken in der Weiſe mit Holz ausgefuͤllt, it diſ rr daß ſie eine kegelfoͤrmige Oberflaͤche darbieten, die beiden obern Hyhr 1 aber leer gelaſſen, dagegen dicht mit eiſernen Naͤgeln beſchlagen. 1 glih nch b ſtd, alo hü 3 tbim in di gab jedoch 14* ———— —y Vierzehntes Kapitel. Figur 25. Fig. 26. zeigt den Laͤngendurchſchnitt der Maſchine, in wel— chem ſich eine eiſerne Spindel oder Achſe AB darſtellt, die mit ihren beiden Polen auf Lagern ruht, welche an den Querleiſten angebracht ſind, die ſich an den beiden Enden des Kaſtens befin⸗ Figur 26. Il den. Dieſe Achſe iſt mit zwei Reihen abgeſtumpfter eiſerner Schlaͤgel, in jeder Reihe mit ſieben Stuͤcken verſehen, die alle in einer Richtung, aber auf beiden Seiten abwechſelnd ſtehen. Wenn dieſe Maſchine gebraucht werden ſoll, wird die Oeffnung D an ihrem ſchmalern Ende unter die Rinne der Dreſchmaſchine ge⸗ bracht, aus welcher die Koͤrner fallen, unter den Kaſten ſelbſt aber der Fuß E geſtellt, um die Achſe in eine horizontale Rich⸗ tung zu bringen. Die ſenkrechten Linien, die den Raum F be⸗ grenzen, zeigen die Richtung der Schwingen an der Dreſchma— ſchine an, unter denen eine Verlaͤngerung der Achſe AB bis C fortlaͤuft. Die daran befindliche Scheibe G, welche die Schlaͤgel in dem mit dar d G ſtwung naſchine nen Sch ins ei bbract brer G ſenn de dient ar bs ihre ſelben, wurde V kornt, folgende mit en ben, d in Fel und m lange d Da undenkli der Arr Mäßbrar alfs H ſchritte es dah auf da Erlaub Ernte der vier vorgenannten wichtigſten Halmfruͤchte. 213 in dem Kaſten in Bewegung ſetzt, wird durch einen Riemen, der mit dem Triebwerk der Dreſchmaſchine in Verbindung ſteht, mit der Geſchwindigkeit von 400 Umlaͤufen in einer Minute in Um— ſchwung gebracht. Dadurch werden die Koͤrner, die der Dreſch— maſchine entfallen, mit Heftigkeit durch die ſich umdrehenden eiſer— nen Schlaͤgel getrieben, und, da nach der untern Seite des Ka⸗ ſtens eine bedeutende Neigung ſtatt findet, nach der daſelbſt an⸗ gebrachten Oeffnung gewaltſam hingeſchoben, aus der ſie endlich ihrer Grannen ledig, hervorgehen. Die Groͤße dieſer Oeffnung kann durch den Schieber H Fig. 25. regulirt werden; derſelbe dient auch zu gleicher Zeit, die Koͤrner ſo lange zuruͤckzuhalten, bis ihre Grannen abgeſchlagen ſind, und das Umherſpringen der⸗ ſelben, welches ſonſt durch die gewaltſame Bewegung entſtehen chine, in we⸗ wuͤrde, zu verhuͤten. ſtellt, die wi Wenn keine ſolche oder aͤhnliche Maſchine in Anwendung en Querleiſ kommt, ſo geſchieht das Entgrannen der Gerſte gewoͤhnlich auf Kaſtens beſt folgende Weiſe. Man breitet ſie auf der Tenne aus, und ſtampft mit einem viereckigen Inſtrumente, das aus mehren eiſernen Staͤ⸗ ben, die in einem Rahmen, wie an einem Roſte eingelaſſen, oder in Felder, wie ein Damenbret eingetheilt ſind, zuſammengeſetzt, und mit einer Handhabe, wie ein Steinrammel verſehen iſt, ſo lange darauf herum, bis die Koͤrner ganz glatt ſind. Das Aehrenleſen iſt in England, wie in Deutſchland ſeit undenklichen Zeiten in Gebrauch und findet als eine Unterſtuͤtzung der Armen ſeine gerechten Vertheidiger, aber auch dort iſt der Mißbrauch der dazu ertheilten Erlaubniß in manchen Gegenden aufs Hoͤchſte geſtiegen, ſo daß von Seiten der Obrigkeit einge— ſchritten werden muß, um den Eigenthuͤmer ſicher zu ſtellen und — es dahin zu bringen, daß wenigſtens ein Aehrenleſer nicht eher mpſter dr auf das Feld gehe, bis es abgeerntet und von dem Beſitzer die en, die d Erlaubniß dazu ertheilt worden iſt. ſtehen. Ie deffnungl natin⸗ 1 Sefin ſibi rionti Rich⸗ r Num F be dn ODuiſcme hell ber die Schlig — — 214 1 Funfzehntes Kapitel. Funfzehntes Kapitel. Von den Bohnen, Erbſen und Wicken. Der Buchweizen, das Welſchkorn und der Hirſe ſollten der bota⸗ niſchen Ordnung gemaͤß allerdings nach den bereits abgehandelten Halmfruͤchten nun eher folgen, als die genannten Huͤlſenfruͤchte; wir ſprechen aber zuvoͤrderſt von dieſen, weil ſie in Großbritan— nien weit haͤufiger angebaut werden, als jene, und laſſen die Schminkbohnen, Kichern und Lupinen, obgleich auch zu den Huͤl⸗ ſenfruͤchten gehoͤrig, hier ganz weg, weil man ſie daſelbſt nur in den Gaͤrten kennt. „Erbſen und Bohnen wurden ehedem viel haͤufiger angebaut, als gegenwaͤrtig, weil ſie bei dem alten Wirthſchaftsſyſteme faſt die einzige Zwiſchenfrucht zwiſchen dem andern Getreide abgaben, und ihre Koͤrner der laͤndlichen Bevoͤlkerung vielfach mit zu Brot dienten; ſeitdem aber Klee, Ruͤben, Kartoffeln ꝛc. mehr aufgekom⸗ men ſind, die Wechſelwirthſchaft immer allgemeiner wird, und man faſt nur noch Weizenbrot ißt, hat ihr Anbau ſehr abgenom— men. Man wirft ihnen vor, daß ihr Ertrag ſehr ungewiß und von der Witterung abhaͤngig ſei, und das Aufkommen des Un— krauts von ihnen ungemein befoͤrdert werde. In guͤnſtigen Jah— ren liefern ſie jedoch ſehr ergiebige Ernten an Koͤrnern und Fut— ter; deshalb halten ſich die Bohnen gedrillt, noch immer auf zaͤ— hem Boden als Brachfrucht in Anſehn und findet man Wicken zu Gruͤnfutter vielfach angebaut, zur Reife laͤßt man aber von dieſen ſelten mehr kommen, als der Saamenbedarf fordert. Bo hn en⸗ Die Bohnen verlangen einen ſtrengen Thonboden, auf dem auch der Weizen vorzuͤglich gedeiht und geben daher fuͤr dieſen auf ſch nennan von dner )die la dder Sa hatt und und gem aber den zug, we ther rij dadurch d haben, werden braucht; weil ſje dem Get Nuhle ſa vn laͤßt m ihnen nicht ſel entwede ben die wohl n gewoht ben, i der die ſarauf dis üylich Rähe v dide n Thma und a d Von den Bohnen, Erbſen und Wicken. 215 auf ſolchen Boden eine ſehr gute Vorfrucht ab. Die Botaniker nennen zwar nur eine Art; aber es gibt viele Varietaͤten davon, von denen vornehmlich folgende drei auf dem Felde gebaut werden, 1) die langhuͤlſige gewoͤhnliche Pferdebohne, 2) die große breite, oder Saubohne, und 3) die kleine dicke, deren Korn faſt rund, tel. hart und meiſt ſchwarz iſt, aber am meiſten zu Futter geſchaͤtzt und gemeiniglich am beſten bezahlt wird. Den Saubohnen geben aber dennoch die meiſten Landwirthe auf ſtrengem Boden den Vor⸗ zug, weil ſie das Land beſſer bedecken und wohl vierzehn Tage ken. eher reif werden, auch beſonders reichliche Ernten liefern, und dadurch den geringern Preis, den ſie ihrer mindern Guͤte wegen haben, zum groͤßten Theile uͤbertragen. Alle dieſe Bohnenarten ten der uir werden vielfaͤltig zu Futter, namentlich fuͤr ſchwere Zugpferde ge— abgehandeten braucht; ſie duͤrfen aber nur in geringem Maaße gegeben werden, Hüͤlſenfruch weil ſie ein ſehr hitziges Futter ſind, auch iſt es rathſam, ſie vor Großbrite dem Gebrauch ein volles Jahr alt werden zu laſſen, ſie auf einer nd laſſen Muͤhle zu zerquetſchen und mit Hafer und Kleien oder mit Haͤck⸗ ezu den ſel von Stroh und Heu zu mengen. Fuͤr Rindvieh und Schweine daſelbſt nrri laͤßt man ſie meiſtens klar ſchroten; mit dem feinen Mehl von ihnen ſollen die Muͤller, wenn man ſie nicht unrecht beſchuldigt, igger antin nicht ſelten das Weizenmehl verfaͤlſchen. Ehedem wurden die Bohnen nur breitwuͤrfig geſaͤet, und ſelbſt jetzt gibt es noch Landwirthe, die dies Verfahren beobach⸗ ten, vornehmlich in Lincoln und Leiceſterſhire, wo man ſie ge— ſſtsſyſten reide abgin deut woͤhnlich nach Weizen oder Gerſte folgen laͤßt und nicht dazu er wid, u duͤngt. Das iſt jedoch ſehr unzweckmaͤßig; denn ohne Duͤngung, ſehr vgur entweder im Winter oder im Fruͤhjahr zur Saat aufgebracht, ge⸗ b ſr ben die Bohnen keinen recht lohnenden Ertrag. Sie ſind jedoch iemg. wohl nicht ſo erſchoͤpfend, wie man es ihrer Nahrhaftigkeit wegen, nidee d gewoͤhnlich annimmt. Da ſie eine tief eindringende Pfahlwurzel ha⸗ binſign d ben, iſt es wenigſtens moͤglich, daß ſie ihre Nahrung mehr in nern d der Tiefe, als in der Oberflaͤche ſuchen, und deshalb dieſe fuͤr den immer 7, darauf folgenden Weizen in einem guͤnſtigen Zuſtande zuruͤcklaſſen. Pimn Dies ſcheint daraus hervorzugehn, daß derſelbe nach ihnen vor⸗ mand cüern zuͤglich gut geraͤth und beide mit einander abwechſelnd eine lange forde Reihe von Jahren hindurch bei gehoͤriger Duͤngung auf demſelben Felde mit dem beſten Erfolg anzubauen ſind. Auf der Inſel Thanet iſt der gewoͤhnliche Fruchtwechſel Gerſte, Bohnen, Weizen und alle drei Fruͤchte liefern ſchoͤne Ertraͤge. n ai Haͤufig wird zu den Bohnen nur einmal tief gepfluͤgt, die er für jfeſe— 3 216 Funfzehntes Kapitel. Saat gleich darauf vorgenommen und dieſe mit großen ſchweren und Ei Eggen untergebracht. Sie werden dann mit der Hand behackt, gn Eu auch wohl bisweilen gejaͤtet; dies iſt jedoch eine mangelhafte, Dän koſtbare und doch ſelten eintraͤgliche Kultur. Es ſollte zu ihnen, hi ide zumal wenn ſie dem Weizen voranzugehn beſtimmt ſind, ſchon n nit im Herbſte das Land umgebrochen, und dann gerade ſo, als wenn üch he V man ihm eine Sommerbrache zu geben beabſichtigte, behandelt, injdem nur beſonders tief gepfluͤgt werden. Die beſte Duͤngung fuͤr ſie und ein iſt langer Stallmiſt, den man im Winter oder Fruͤhjahr aufbringt. ſattend Je ſpaͤter dies geſchehen kann, deſto beſſer iſt es; doch erlauben Sname ſolches oft die Umſtaͤnde nicht. nact w Manche Landwirthe ackern das zu Bohnen beſtimmte Land tvahfäh im Winter einmal queruͤber, um dann im Fruͤhjahr mit der blo⸗ betag ßen Saatfurche wegkommen zu koͤnnen. Es iſt ſolches aber auf Rückſc ſchwerem Boden unzweckmaͤßig; denn dieſer laͤßt ſich im Winter ſcießt, trockner halten, und wird mehr vom Froſt gemuͤrbt, wenn er in henſaat der Richtung der Beete gepfluͤgt wird. Das Pfluͤgen im Fruͤh⸗ Saabii jahr zum Getreide iſt zwar jetzt ſehr außer Gebrauch gekommen; da, i aber auf einem ſo ſchweren Boden, wie man gemeiniglich den E Bohnen widmet, und wo ſie die Stelle einer Brache vertreten nen au ſollen, hat es ſich doch immer als ſehr gut bewaͤhrt, ihnen zu⸗ hen ſammen vier Pflugarten zu geben, von denen die zweite, in der durch i Richtung der Ackerbeete, wo moͤglich vor Weihnachten vollendet ngeben, ſein ſollte; die dritte, nicht jene, geſchieht hierauf, ſobald das Feld 6 Und trocken genug dazu, am beſten queruͤber, und nun bleibt dieſes re vind liegen bis zur Zeit der Saat, wo es tuͤchtig geeggt und dann zu geſchiht dieſer ſorgſam aufgepfluͤgt wird. Wenn dieſes aber auch das Tuß ho beſte Verfahren iſt, ſo laͤßt es ſich doch wegen unguͤnſtiger Wit⸗ noch ei terung nicht immer ausfuͤhren; oft muß man ſich mit einmaligen des u Pfluͤgen im Fruͤhjahr begnuͤgen, wenn man die Saatzeit nicht zu nes b weit hinausſchieben will. Dadurch wird aber das Land in einem ganz! minder guten Zuſtand verſetzt, und das nachmalige Behacken je⸗ hiddet denfalls erſchwert. ichten Die Zeit zur Saat haͤngt theils von der Beſchaffenheit des port r Bodens und der Witterung, theils aber auch von der angebauten vcher Sorte ab. Die Bohnen reifen langſam, und ſollten daher ſtets ud die zeitig geſaͤet werden; es geſchieht ſolches auch gewoͤhnlich im Fe— weden bruar, ja nicht ſelten ſchon im Januar; doch iſt der Maͤrz durch⸗ nen, aus nicht zu ſpaͤt dazu, und die letzte Saat haͤufig die ergiebigſte. Diſd 1 B Die Saamenmenge richtet ſich zum Theil nach der gewaͤhlten Art daß d goßen ſchve 2 Hand beßa ne mangalh olte um iin unt ſind, ſa dde ſo, st ligt, bohadet Dungung fu ihjahr auften doch erlat beſtimmte eh hr mit dr ll⸗ olches aber ai ſich in Vmr t, wenn eri igen in Fr uch geommn emäniglic e Brache verntn ährt, innne zweite, u achten volene obald das ſ un blaibt diſ t und dam aber auch d ngunſtige d mit einmalt aatzeit nich, Land in en ſe Behacin, chaffnhet d der annebautn len duer fit jjnih in Je Mitz dor⸗ di ergiebigſe gewihltm ¹ Von den Bohnen, Erbſen und Wicken. 117 und Saͤeweiſe; von den Saubohnen braucht man bei breitwuͤrfi⸗ ger Saat gewoͤhnlich vier, bei dem Drillen drei und bei dem Dibbeln zwei Buſhel; von den kleinern eigentlichen Pferdebohnen bei jeder Saͤeweiſe ½ Buſhel weniger. Bei dem Dibbeln koͤnnte man mit einer noch geringern Quantitaͤt auskommen; denn Ver⸗ ſuche haben ergeben, daß unter guͤnſtigen Umſtaͤnden eine Bohne in jedem Loche hinreicht. Da man aber darauf nicht rechnen kann und ein zu duͤnner Stand der Frucht, das Feld nicht gehoͤrig be— ſchattend, mancherlei Nachtheil bringt, ſo iſt es rathſam, etwas Saamen mehr, als das Beduͤrfniß erheiſcht zu nehmen. Ange⸗ macht wird derſelbe nie; man hat ſolches mehr nachtheilig als vortheilhaft gefunden. Die Tiefe, zu der man ihn unterbringt, betraͤgt gemeiniglich gegen vier Zoll, jedoch natuͤrlich mit einiger Ruͤckſicht auf die Zaͤhigkeit des Bodens. Das Unterbringen ge⸗ ſchieht meiſtens vermittellſt einer nicht ſchweren Egge; bei der Rei⸗ henſaat jedoch beſſer mit einem doppelten Streichbretpflug, welcher die Saatrinnen leicht mit Erde deckt, und ſo kleine Daͤmmchen bil⸗ det, in denen die Bohnen bei etwa folgender Naͤſſe trocken liegen. Etwa vierzehn Tage nach der Saat, oder ſobald die Boh⸗ nen aufgehen, ſollte das Land tuͤchtig, wenn's ſein kann, queruͤber geeggt werden. Es ſchadet dieſes ihnen nicht, ſelbſt wenn ſie da⸗ durch in ihrer Lage verruͤckt werden; im Gegentheil hat ſich ſtets ergeben, daß dadurch ihr Wachsthum befoͤrdert, dem Aufkommen des Unkrauts geſteuert und das nachmalige Behacken ſehr erleich⸗ tert wird. Wenn ſie mit der Hand gejaͤtet und behackt werden, geſchieht es gemeiniglich nur einmal, ſobald ſie etwa einen halben Fuß hoch ſind; es ſollte aber ſpaͤter, bei dem Beginn der Bluͤthe, noch einmal wiederholt werden, und uͤberhaupt das Herausraufen des Unkrauts, ſo wie das Auflockern des Erdreichs, ſo lange je— nes von Neuem ſich zeigt und dieſes wieder erhaͤrtet, nicht eher ganz unterbleiben, als bis die Pflanzen ſich vollkommen ausge— bildet haben, und die Arbeiter nicht mehr ohne Schaden anzu⸗ richten das Feld betreten koͤnnen. Die Koſten duͤrfen hier nie ge— ſpart werden; ſie machen ſich reichlich bezahlt durch den Nutzen, welcher der Frucht und ſelbſt dem Boden durch das haͤufige Lockern und die Vertilgung jedes Unkrauts wiederfaͤhrt. Dieſe Arbeiten werden indeſſen ungemein erleichtert durch die Reihenſaat der Boh⸗ nen, welche die Anwendung von Pferdehacken moͤglich macht. Dieſelbe bietet uͤberhaupt bei dieſer Frucht ſo große Vortheile dar, daß dieſelbe eigentlich nie auf andre Weiſe angebaut werden ſollte. 218 Funfzehntes Kapitel. Ihr Ertrag wird ſchon dadurch ſehr geſteigert, daß ſie in Reihen von unten an Huͤlſen anſetzt, niemals aber bei ſo dichtem Stand, wie ihn die breitwuͤrfige Saat zur Folge hat; auch leidet ſie in letzterm Falle mehr von Krankheiten und Ungeziefer. Wenn es ſein kann legt man die Saatreihen gern von Weſten nach Oſten laufend an, um den jungen Pflanzen einigen Schutz gegen die kalten Maͤrzwinde zu verſchaffen, und ſollen dieſelben mit der Hand behackt werden, ſo iſt es am beſten, wenn ſich zwei Arbei⸗ ter unmittelbar in zwei nebeneinander laufenden Reihen folgen, von denen der eine die Erde von dieſer, der andere von der ent— gegengeſetzten Seite zu gleicher Zeit an die Pflanzen wirft. Da⸗ durch wird das Abknicken derſelben durch die Lſ nur auf eine Seite geworfene Erde vermieden. Figur 27. Beiſtehend(Fig. 27.) geben wir die Abbildung einer Ma⸗ ſchine, durch die das Dibbeln ſchneller und mit groͤßerer Regel— maͤßigkeit, als auf dem gewoͤhnlichen Wege beſorgt werden ſoll. Die Raͤder, welche zum Eindruͤcken der Loͤcher in den Boden beſtimmt ſind, laſſen an ihrer Achſe ſich verſchieben, damit man die Weite der Saatreihen nach Willkuͤhr beſtimmen koͤnne. Die Maſchine muß jedoch nach der Beſchaffenheit des Bodens zu be— ſchweren ſein, weil ſie ſonſt auf einem ſehr zaͤhen die Loͤcher nicht tief genug eindruͤckt. Die Anſichten uͤber die beſte Entfernung der Saatreihen, ſowohl bei dem Drillen, wie bei dem Dibbeln, ſind verſchieden. Man macht ſie 9—15 Zoll weit; auch wohl doppelte Reihen in 4 All Daxeitie To um fit eine Etfernun aben ſich tt hinlͤ nent dar dm höchſ Entfernun Aher g Naöthell Behacken ſhenräun nen Scha al alle wenn die haben, vollendet zu Jeit Unkraut ce einen dird das e Ster Aſſtend adf ſchwe beinahe theil wi ſam, ſe Reife g ihnen ſe ſollte nich der ſü den ſe nich Gchreten Ahnmcne de fäütent Pitten h ſiein Ri dictem Et uc ledet ſei ſefet. Vem eiin m dn Scuß gan ſeſelben ni d ſich zwii li Riihen ſun re von der en wirft. d. ſt nut auf n dung eint J grüßeet R rgt werden i in den Sh en, danit me en könne.. Boders zu b die icer nich „ Sattraihen 1d veſſcieda pyete Rihe Von den Bohnen, Erbſen und Wicken. 219 in 4 Zoll Entfernung von einander, die wieder von der naͤchſten Dopelreihe durch einen achtzehn Zoll weiten Raum getrennt ſind. Wo man indeſſen die Pferdehacken anwendet und dadurch jeden⸗ falls einen weit groͤßern Vortheil erreicht, kann uͤber die beſte Entfernung der Saatreihen kein Zweifel obwalten. 27— 30 Zoll haben ſich hier ſtets als die zweckmaͤßigſte ergeben. Dieſelbe bie⸗ tet hinlaͤnglichen Raum fuͤr das Zugthier und das Hackinſtru⸗ ment dar und hat bei mehren angeſtellten Verſuchen faſt jedesmal den hoͤchſten Ertrag, 3— 4 Buſhel vom Acker mehr, als andere Entfernungen gegeben. Eine geringere anzuwenden, ſcheint uns daher ganz verkehrt, man kann ſie ſogar bis drei Fuß ohne Nachtheil ausdehnen. Dabei iſt jedoch freilich noͤthig, daß das Behacken ſorgſam geſchehe, niemals vernachlaͤſſigt werde. Die Zwi— ſchenraͤume zwiſchen den Reihen muͤſſen mehrmals mit einem klei— nen Schaufelpfluge(einer Pferdehacke) aufgelockert und damit jedes⸗ mal alles Unkraut vertilgt werden. Das Anhaͤufeln folgt dann, wenn die Pflanzen eine Hoͤhe von ungefaͤhr achtzehn Zoll erreicht haben, und damit ſind die Arbeiten des Behackens in der Regel vollendet; doch wird es immer noch noͤthig, den Acker von Zeit zu Zeit mit der Handhacke zu durchgehen, um jedes aufkommende Unkraut zu vernichten. Durch dieſe ſorgfaͤltige Bearbeitung, wel⸗ che einen Beweis abgibt von des Landwirthes Fleiß und Umſicht, wird das Wachsthum der Pflanzen ungemein befoͤrdert, die Staͤrke ihrer Stengel nicht wenig vermehrt, und das Bohnenfeld in einen Zuſtand verſetzt, in welchem es als Vorbereitung fuͤr den Weizen auf ſchwerem Boden dem Klee nicht nachſteht, einer reinen Brache beinahe gleichkommt. Dieſer mit ihrem Anbau verbundene Vor⸗ theil wird nur etwas verkuͤrzt durch den Umſtand, daß ſie ſo lang⸗ ſam, ſelten vor Ende Septembers, oft erſt ſpaͤt im Oktober zur Reife gelangen und deshalb die Beſtellung des Weizens nach ihnen ſelten ſo ſorgfaͤltig und ſo zeitig erfolgen kann, wie es ſein ſollte. Dieſer Uebelſtand wird noch dadurch vermehrt, daß ſie nach der Ernte ſehr viel Zeit zum Austrocknen noͤthig haben und ſo den baldigen Umbruch ihrer Stoppeln hindern, wenn man ſie nicht, wie es vielfaͤlig angerathen worden, nur auf großen Gebreiten ſchwer ausfuͤhrbar iſt, auf einem anderen Felde zum Abtrocknen aufſtellen will. Die Ernte der Bohnen iſt in der That mit vielen Schwie⸗ keiten verbunden. Die zur Zeit ihrer Reife zu befuͤrchtende naſſe Witterung ſchadet, ihr Trocknen und Einfahren verzoͤgernd, ihrer 220 Funfzehntes Kapitel. Guͤte oft gar ſehr, und kommt zufaͤllig warmes trocknes Wetter, ſo ſpringen die Huͤlſen bei dem Zuſammenbinden ſehr leicht auf. Man muß daher bei dem Binden uud Aufſetzen der Garben ſehr ſorgſam zu Werke gehen, um das ganze Produkt zu erhalten. Auch der Zeitpunkt der Reife iſt in manchen Jahren ſehr ungleich; die zuerſt reifenden muͤſſen aber dann vorzugsweiſe beruͤckſichtigt werden. Die bei dem Schneiden noch unreifen Koͤrner ſchrumpfen freilich zuſammen, will man jedoch auch ihre Reife abwarten, ſo entſteht ein noch groͤßerer Verluſt durch den Ausfall der fruͤher reif gewordenen. Die Ernte muß demnach erfolgen, ſobald die meiſten Huͤlſen ſchwarz geworden ſind, die Koͤrner ſchwaͤrzliche Backen bekommen und ihre Schale eine gelbliche, dem Leder aͤhn⸗ liche Farbe und Konſiſtenz erlangt hat. Wenn auch durch eine ſo zeitige Ernte wirklich der Ertrag etwas verringert werden ſollte, ſo ſind doch die anderen damit verbundenen Vortheile uͤberwie⸗ gend, naͤmlich die groͤßere Guͤte des Strohs, die Wahrſcheinlich⸗ keit, zu ihrem Einbringen gutes Wetter zu behalten und eine fruͤhere Saatzeit des Weizens. Die Bohnen werden meiſtens mit der Sichel, die man zu dieſem Behuf von beſonderer Groͤße, Staͤrke und Schaͤrfe hat, geſchnitten, ſelten gemaͤhet, bei kleineren Flaͤchen aber haͤufig ge⸗ rauft, und dies iſt eigentlich das Beſte, weil der Boden dadurch zugleich gelockert wird, aber nur zu umſtaͤndlich. Sie bleiben hierauf ein paar Tage in Schwaden liegen, und werden dann, nachdem ſie vielleicht einmal gewendet worden, in ganz ſchwache Gebunde zuſammengebunden, von denen man gewoͤhnlich ſechs Stuͤcke in einen runden, kegelfoͤrmigen, unten weit auseinander ſtehenden Haufen zuſammenſetzt. In ſolchen Haͤufchen koͤnnen ſie lange ſtehen, ohne Schaden zu leiden; wenn indeſſen das Wetter nicht zu naß iſt, werden ſie in der Regel nach zehn, laͤng— ſtens vierzehn Tagen ſo trocken, daß man ſie ohne Gefahr ein— fahren kann. Sie werden in den Feimen meiſtentheils wie der Weizen aufgeſetzt; am beſten iſt es aber, ein Geruͤſte dazu zu benutzen, wie Fig. 24. abgebildet iſt, wo ſie ſelbſt dann nicht ſich erhitzen und moderig werden, wenn ſie bei dem Einfahren nicht ganz trocken geweſen waͤren. Man hat zu dem Ende auch fuͤr die Bohnen Feimengeſtelle errichtet, die durch Querriegel in mehre Faͤcher getheilt ſind, die das Aufeinanderliegen der Bunde ver— handen vefftt De w, roſcied tichm 1 guſhe ean prgſam enten te den men d Folge (Batt komme weiln diſſebe mar lheſte einem Eenſel nehmer llhen iht Ge angere gleich Näaͤhe Vorl Scha ſchaff der V iine ein her ſener. ſin renen 6 trknes c ſehr leict de Garden uit zu az in ſehr uni iſe berikſte örnerſtange fe abwmmj Ffall der fir ſen, ſobahſ er ſchwaͤn dem Leder duch durg ei rt wedden ſahh ttheile üben, Vahrſcheinl lten und 1, die mn, d Schätft aber haͤf Boden urt Sie hii werden in ganz ſchnt wohnlich ſt eit auseinene zufchen kin n indiſin ach zehn, ne Gefhri⸗ ie der Vin zu zu benuben Gt ſih ali Von den Bohnen, Erbſen und Wicken. 221 hindern und einen freieren, ihr Austrocknen befoͤrdernden Luftzug verſtatten. Der Ertrag der Bohnen haͤngt mehr vom Boden und Wet⸗ ter ab, wie der einer jeden Halmfrucht, und iſt außerordentlich verſchieden. Sechs Quarter oder 48 Buſhel vom Acker ſind auf reichem Anſchwemmungsboden nichts Seltenes; aber zwanzig Buſhel gelten als ein recht guter Durchſchnittsertrag auf gerin⸗ geren Bodenarten. Indeſſen ſelbſt auf den beſten und bei der ſorgſamſten Beſtellung und Pflege fallen bisweilen gaͤnzliche Miß⸗ ernten ein; denn ſie ſind ſehr vielen Zufaͤllen unterworfen. Un— ter den Krankheiten, denen ſie vornehmlich ausgeſetzt ſind, neh⸗ men der Roſt und der Honigthau die wichtigſte Stelle ein. In Folge des letztern ſammeln ſich zahlloſe Inſekten, eine Aphis⸗ (Blattlaus) art, an ihren Gipfeln und Blaͤttern, ſtoͤren die voll⸗ kommene Ausbildung der Pflanzen ungemein und verurſachen bis⸗ weilen das gaͤnzliche Fehlſchlagen der Ernte. Man hat verſucht, dieſelben mit Schwefeldampf zu toͤdten, aber ohne Erfolg, wenn man nicht ſo ſtark kam, daß die Pflanzen auch ſtarben. Als das beſte Mittel hat ſich noch immer das Abhauen der Gipfel mit einem ſcharfen Schwerte oder einer mit einem Stiel verſehenen Senſenklinge bewaͤhrt. Dadurch ſoll nicht nur dem Ueberhand⸗ nehmen der Laͤuſe vorgebeugt, ſondern auch das regelmaͤßige Ab⸗ bluͤhen der Pflanzen, das man als einen kritiſchen Moment fuͤr ihr Gedeihen anſehen kann, befoͤrdert werden. Es wird deshalb angerathen, den Fortgang des Bluͤhens zu beobachten und ſo⸗ gleich zu dem Abhauen der Gipfel zu ſchreiten, ſobald ſich in der Naͤhe der Pflanzen Ameiſen blicken laſſen, die gewoͤhnlich die Vorlaͤufer der Laͤuſe ſind. Auf dieſe Weiſe ſoll man großem Schaden vorbeugen koͤnnen. Das Abgehauene muß aber wegge⸗ ſchafft werden, und deshalb duͤrfte vielleicht das Abkneipen der Gipfel durch Weiber und Kinder, die ſelbige gleich in einen Korb werfen und heraustragen, dem Abhauen vorzuziehen ſein. Es mag dies langweilig und koſtbar ſcheinen; iſt letzteres aber vielleicht weniger, als das Abhauen und auf jeden Fall wirk— ſamer. Wenn aber auch Muͤhe und Koſten verdoppelt wuͤrden, ſo ſind ſie daran zu wenden, weil dadurch die ganze Ernte zu retten iſt. Der Buſhel gewoͤhnliche Bohnen wiegt in der Regel gegen 64 Pfund. 222 Funfzehntes Kapitel. Enr bſeiem. Wenn gleich die Gaͤrtner zahlreiche Varietaͤten dieſer Frucht zum Kuͤchengebrauch erzeugt haben, und davon mehre von den Landwirthen in der Naͤhe großer Staͤdte zu gleichem Behuf an⸗ gebaut werden, ſo ſind es doch eigentlich nur zwei Varietaͤten, die als wirkliche Feldfruͤchte gelten koͤnnen und deren Koͤrner trocken zu Markte kommen; naͤmlich die ſogenannte graue Futtererbſe, und die weiße, oder vielmehr gelbe Kocherbſe. Von jener gibt es indeſſen wieder zwei und von dieſer zahlloſe Sorten, die, wie andere Feldfruͤchte, entweder nach den Perſonen, von denen ſie zuerſt bekannt gemacht wurden, oder nach den Oertern, wo ſie entſtanden, benannt werden. Die beiden Sorten der grauen Erbſen unterſcheiden ſich durch ihre verſchiedene Reifezeit und heißen darnach„kalte und warme Saat.“— Jene reift ſpaͤt und muß deßhalb zeitig geſaͤet wer⸗ den, dieſe kommt ſchneller zur Reife und verſtattet eine ſpaͤtere, erſt Ende Aprils erfolgende Ausſaat. Die kalte bringt das meiſte Stroh, wird haͤufig im Gemenge mit Bohnen, an denen ſie ſich in die Hoͤhe rankt, etwa zum vierten Theil der ganzen Saamen⸗ menge, angebaut, und gibt auf dieſe Weiſe ſicherere Koͤrnerernten als fuͤr ſich allein ſtehend, wo ſie haͤufig fehlſchlaͤgt. Die warme Saat dagegen liefert faſt jedesmal leidliche Ernten. Die Koͤrner von beiden Sorten ſind klein und von einer bald dunkler bald lichter graugruͤnen Faͤrbung, ihre Bluͤthen unabaͤnderlich purpur⸗ farben. Die weiße Kocherbſe kommt in mehren Sorten auf dem Felde vor, die gewoͤhnlichſten ſind die fruͤhe Charlton, die goldne Hot— ſpur, die große Mark⸗ und die blaue preußiſche Erbſe. Es ſind dies die Sorten, deren Koͤrner im reifen Zuſtande, ſowohl in den Familien, wie auf den Schiffen in großer Menge verſpeiſt wer— den; ſie uͤbertreffen die grauen an Groͤße, kommen eher zur Reife und tragen gewoͤhnlich weiße Bluͤthen. Sie unterſcheiden ſich ſo wenig von den in den Gaͤrten angebauten Sorten, daß ſie von manchen Landwirthen regelmaͤßig zum Abpfluͤcken und Verkauf in gruͤnem Zuſtande angebaut werden. Das Abpfluͤcken geſchieht durch arme Leute, meiſtens Weiber, die zur Zeit der Heuernte von allen Orten und Enden herkom⸗ men und jenes Geſchaͤft buſhelweis verrichten. Es iſt daſſelbe der Moralitaͤt gerade nicht foͤrderlich, bringt aber ein ſo froͤhliches und bewegt de l Pitſi huup r B nit ihr i K nch d ſonen. Früͤcht vöhni bad d nips b hen; aber j 9 ud d ſchen Häker ſichti Eſſen Preis jft ſo, Sorten warm Die Lem ſen Jaht auch wiſſe dem ter a dern ben n Srenl Von den Bohnen, Erbſen und Wicken. 223 bewegtes Leben auf die Fluren, wie ſonſt keines; freilich aber auch die Unannehmlichkeit mit ſich, daß ſich eine Menge Arme um die aie Wirthſchaftshoͤfe lagern und entweder in den Scheunen oder ten üu Schuppen oder wie Zigeuner unter ſchlechten Zelten ſchlafen. zwi Ari Ihr Beduͤrfniß an Brennmaterial ſtehlen ſie an den Hecken und 1 amede mit ihm nicht ſelten noch manches Andre, was gelegentlich in au⸗ Te ihre Klauen faͤllt. Die Zahl der Pfluͤcker richtet ſich natuͤrlich Son d nach der Flaͤche; zehn Acker Land erfordern ungefaͤhr vierzig Per⸗ un ſan ſonen. Da dieſes Pfluͤcken beginnen muß, ſo wie ein Theil der uen, dim Fruͤchte zum Verſpeiſen tauglich iſt, ſo werden die Erbſen ge⸗ bon denni woͤhnlich zweimal durchpfluͤgt, darauf ſogleich abgemaͤht und ſo⸗ detem, mi bald wie moͤglich vom Felde geſchafft, um daſſelbe noch zu Tur⸗ nips benutzen zu koͤnnen. Oft muͤſſen freilich ziemlich große Flaͤ⸗ eiden ſt dn chen zum Saamengewinn bis zur Reife ſtehn bleiben, das wird le und mm aber jedesmal als ein Verluſt angeſehen. tg geſtetr Mit den abgepfluͤckten Erbſen werden ganze Wagen beladen t eine ſpä und dieſelben nach der Stadt ſo abgeſendet, daß ſie daſelbſt zwi⸗ ingt das n ſchen 3— 5 Uhr des Morgens eintreffen und die Waare an den z denen ſiſ Hoͤker abliefern koͤnnen. Wenn die Frucht gedeiht, ſowohl hin⸗ anzen Saur ſichtlich der Menge, wie hinſichtlich der fruͤhen Tauglichkeit zum re Kotneren Eſſen, ſo gibt es keine, die einen gleichen Ertrag abwirft; ihr t. Diemm Preis ſinkt aber nach eines oder zwei Tagen guͤnſtigem Wetter . Die um oft ſo, daß auch keine ſo unſicher darin iſt, wie ſie. Die fruͤhen dunkler Sorten, die noch den ſicherſten gewaͤhren, ſind aber nur auf einem derlich pun⸗ warmen nicht ſehr gebundenen Lehmboden mit Erfolg anzubauen. Die Koſten des Pfluͤckens, des Fahrens auf den Markt und der auf dem i Bemuüͤhungen des Hoͤkers laſſen ſich nur ungefaͤhr nach den Prei— ßie goldne 9 ſen ſchaͤtzen, zu welchen die gruͤnen Erbſen eine kurze Zeit im erbſe. Eſ Jahre verkauft werden. Landwirthe, welche einen gewiſſen, wenn ſowohl inn auch vielleicht etwas geringern Ertrag einem groͤßern aber unge— everſoeit wiſſen vorziehn, ſchließen daher am liebſten gleich Kontrakte mit ther zu dem Hoͤker uͤber die ganze Ernte eines Feldſtuͤcks ab, wobei letz⸗ ſcheden it ter alle Koſten tragen und nicht nur das Stroh zuruͤcklaſſen, ſon— n, diß ſen dern auch das Pfluͤcken zu einem beſtimmten Tag vollendet ha⸗ und Vrralf ben muß. Der Acker wird nach den Umſtaͤnden mit 6— 9 Pſund Sterling bezahlt. iins Webe Der beſte Boden fuͤr die Erbſen iſt ein nicht bindender, etwas Kalk haltender warmer Lehmboden, der weder an Naͤſſe, nden herker 1. W. zhen; Luna d noch an zu großer Trockenheit leidet; ſie gedeihen jedoch auch bei Fizliesn guͤnſtiger Witterung auf ſtrengem Thon- und lehmigen Sandbo— 224 Funfzehntes Kapitel. den. Die grauen eignen ſich fuͤr jenen beſſer, als die weißen. Ein Kalkzuſatz im Boden iſt ihnen ſtets guͤnſtig, ſoll jedoch, wenn er bedeutend iſt, ihre Tauglichkeit zum Kochen*) etwas ſchwaͤchen. Soll zu ihnen mit Miſt geduͤngt werden, ſo verdient der von Schafen und Pferden den Vorzug, weil ſie danach einen beſſern Geſchmack bekommen, als nach dem von Schweinen und Rindern. In Anſehung ihrer naͤhrenden Beſtandtheile kommen ſie zwar ziemlich mit den Bohnen uͤberein, ſie verlangen aber nicht nur eine andere Bodenbeſchaffenheit, wie dieſe, ſondern duͤr⸗ fen auch auf keine Weiſe oft auf dieſelbe Stelle wiederkommen, nur alle acht bis zehn, in manchen Faͤllen gar nur alle zwoͤlf Jahre. In Betreff der ihnen zu gebenden Miſtduͤngung will man gefunden haben, daß langer unvergohrner Miſt die Stroherzeu⸗ gung, kurzer, zergangener den Anſatz der Koͤrner mehr befoͤrdere; nur wenn jener vor dem Winter ſchon untergepfluͤgt wird, ſoll dies nicht der Fall ſein. Ob es ſich immer ſo verhalte, moͤchte wohl zu bezweifeln ſein; waͤre es aber auch wirklich der Fall, ſo braͤchte die Wirkung des langen Miſtes keinen Schaden, weil der dadurch erzeugte groͤßere Strohgewinn von nicht geringem Werthe iſt und fuͤr die folgende Frucht mehr von ihm zu erwar— ten ſein moͤchte. Wir haben gefunden, daß das Belegen des Erbſenfeldes nach der Saat mit halbverrottetem Miſt die Stroh⸗ und Koͤrnererzeugung auf gleiche Weiſe beguͤnſtigte; freilich iſt ſolches nicht immer ausfuͤhrbar. Die Kultur der Erbſen kommt uͤbrigens mit der der Boh⸗ nen ziemlich uͤberein, nur werden ſie haͤufiger breitwuͤrfig geſaͤet und wenn ja gedrillt, meiſtens in enger aneinanderſtehenden Rei⸗ hen, die nicht mit Pferdeinſtrumenten, ſondern nur mit der Hand zu behacken ſind. Dieſes Behacken und Jaͤten darf bei der breit⸗ wuͤrfigen Saat ebenfalls nicht unterbleiben, die man auch, wie die Bohnen, aufeggt, jedoch mehr um das nachmalige Behacken zu erleichtern, als um das Unkraut zu vertilgen. So gut aber *) Ueber dieſe Eigenthuͤmlichkeit mancher Erbſen iſt noch ein tiefes Ge⸗ heimniß verbreitet; ſie ſcheint ſich durchaus an keine feſte Regel zu binden, mehr vom reinen Zufall oder von der Witterung abzuhaͤngen. Es iſt der Fall vorgekommen, daß ſehr gut kochende Erbſen auf ſandigen und ſteinigen Boden gewonnnen wurden, die, wieder ausgeſaͤet, ganz harte unaufweichbare Koͤrner gaben, und eben ſo hat ſich auch das Gegentheil zugetragen. auch d fon s Dilſaat v Keh gi dem ſvis ab Iim jung vühnlich Die haut.. Ianuar, Wartet, ſie geger gegen n Die fil Nehlthan ommen wirhe, ausgehe denen; Vei der o Ack ton der itit wu hervokter geſchicht Abbruch Anmach ue au d lniß Von den Bohnen, Erbſen und Wicken. 225 3 Pneh auch das Reinigen und Auflockern des Bodens bei der breitwuͤr⸗ ezan di figen Saat geſchehen moͤge, ſo ſteht ſie doch im Ertrage der m, 3 Drillſaat nach. Bei dieſer iſt es, wie bei den Bohnen rathſam, 3 dn die Reihen wo moͤglich von Oſten nach Weſten laufen zu laſſen. ehne 4 Bei dem erſten Behacken zieht man dann die Erde von ihnen dheie 1 etwas ab, und bei dem zweiten wirft man ſie wieder daran, um b nagr den jungen Pflanzen eine Stuͤtze zu geben, die ſich hierauf ge⸗ berlange 4 woͤhnlich maͤchtig ausbreiten und kein Unkraut aufkommen laſſen. / ſonden Die Zeit der Saat wechſelt nach den Sorten, die man an— wiederklne baut. Die ſpaͤten ſaͤet man gern ſo zeitig, wie moͤglich, vom nut alle n Januar an bis zu Ende des Maͤrzes; ja bisweilen ſchon vor dem Winter, ſchon im November und deckt ſie dann mit Stroh, um ung wil m ſie gegen den Froſt zu ſchuͤtzen. Die ſchnellreifenden Sorten da— ie Stuherge gegen werden ſelten vor Anfang Aprils, oft erſt im Mai geſaͤet. tehr beida Die fruͤhen Saaten ſind zwar in der Regel ſicherer und dem igt wird, Mehlthau weniger unterworfen, als die ſpaͤten, aber nicht ſelten alte, mat kommen auch Ausnahmen von dieſer Regel vor. Vorſichtige Land⸗ lich der z wirthe, vornehmlich die, welche auf den Verkauf gruͤner Erbſen Schaden, m ausgehen, unternehmen daher die Saat zu drei bis vier verſchie— nicht gerne denen Zeiten in Zwiſchenraͤumen von zehn bis vierzehn Tagen. ihm zu rer⸗ Bei der breitwuͤrfigen Saat braucht man gewoͤhnlich drei Buſhel Belegn i pro Acker, bei der Drillſaat etwas weniger; es iſt dieſes jedoch ſt die Euh⸗ von der Entfernung der Reihen abhaͤngig. Die angegebene Quan⸗ e; ſreilih titaͤt wuͤrde viel zu ſtark ſein, da nicht die Haͤlfte der daraus hervorkommenden Pflanzen auf der Flaͤche Raum hat; allein es der der B geſchieht ihnen durch Maͤuſe, Voͤgel, Schnecken ꝛc. immer ſo viel wwürfig git Abbruch, daß wohl mehr als die Haͤlfte vernichtet wird. Das ſtehenden ge Anmachen des Saamens kommt niemals vor; wohl aber weicht mit de he man denſelben, zumal wenn er alt iſt, und ſpaͤt im Jahr geſaͤet bei der b wird, bisweilen einige Stunden vorher in Waſſer ein, um ſein aan auth,1 Keimen zu beſchleunigen. Auch iſt man in ſeiner Auswahl ſehr lige Be ſorgſam, und wer eine beſonders gute Sorte producirt, oder eine So guin neue aufbringt, die ſich durch manche Vorzuͤge auszeichnet, kann gewiß ſein, daß er den Saamen davon zu ſehr hohen Preiſen los wird. c ei iſts Ge Nichts iſt unſicherer, als der Koͤrnerertrag der Erbſen. Der⸗ ulau binden ſelbe haͤngt theils von dem Witterungszuſtande zur Zeit der Bluͤthe, in Es ſt d theils von Umſtaͤnden ab, die uns noch unbekannt ſind. Selbſt a ſu wenn jene gut verlaͤuft, ſterben die Pflanzen ſpaͤterhin in trocke⸗ nnuffvähtn nen Sommern bisweilen aus Mangel an Regen ab, und ihr Er⸗ nnn I. 15 226 Funfzehntes Kapitel. trag ſinkt auf Nichts herab. In feuchten, jedoch nicht naſſen Jahr⸗ gaͤngen, die ihrem Wuchs beſonders guͤnſtig ſind, hat man bis 84 Buſhel vom Acker geerntet; doch kann man auf gutem Boden und unter guͤnſtigen Verhaͤltniſſen 30 Buſhel ſchon einen guten Ertrag nennen und auf minder fruchtbaren Boden nur 20 Buſhel hoͤchſtens drei Quarter im Durchſchnitt erwarten. Das Stroh entſchaͤdigt zum großen Theil fuͤr dieſen geringen Koͤrnergewinn; es gibt nicht nur viel Maſſe, ſondern iſt auch ſehr nahrhaft und dem Vieh angenehm. Man wendet es entweder als Rauhfutter fuͤr Zugpferde ſtatt des Heu's an, oder gibt es den Schafen, die es ſo lieben, daß manche Landwirthe blos um Stroh fuͤr dieſe zu gewinnen, Erbſen bauen; auch im Gemenge mit Wicken zu Gruͤnfutter. Man erntet ſie gewoͤhnlich ſobald die unteren Huͤlſen reif ſind; denn wollte man ſie durchgaͤngig reif werden laſſen, ſo wuͤrde man viel verlieren und minder gutes Stroh bekommen. Nur wenn die erſten Bluͤthen ſichtlich wenig oder nichts angeſetzt haben, die ſpaͤteren dagegen mehr Koͤrner erwarten laſſen, ver⸗ ſchiebt man die Ernte, die bei den fruͤhen Sorten oft ſchon im Juli eintritt. Man bringt ſie bald mit der Sichel, bald mit einer alten Senſe ab, rauft ſie auch wohl bisweilen. Dann laͤßt man ſie einige Tage in Schwaden liegen, rollt ſie hierauf zuſammen und bindet ſie in kleine Bunde, die man, ohne ſie aufzuſetzen bis zum Trocknen liegen laͤßt. Da man ſie meiſtens gleich in die Scheune, ſeltner erſt auf Feimen bringt, und dort locker zuſammenlegt, ſo kann das Zuſammenbinden auch ganz unterbleiben. Sie trocknen ſchwer und doch iſt es nothwendig, daß dies geſchehe, weil ſonſt Stroh und Koͤrner an Guͤte verlieren. Man muß es daher zu foͤrdern ſuchen, und ſie zu dem Ende, ſo lange ſie auf dem Felde abgemacht liegen, mehrmals ſaͤuberlich umwenden. Am ſchwierig⸗ ſten iſt ihr Trocknen bei abwechſelnden Regen und Sonnenſchein, wo ihre Huͤlſen leicht aufſpringen und die Koͤrner ausfallen. Um dies moͤglichſt zu verhuͤten, iſt noch das beſte Mittel, ſie, ſobald die Stengel einigermaßen abgewelkt ſind, in lange, nicht ſehr hohe und breite Haufen zuſammen zu bringen und ſie darin, ſo lange der Regen anhaͤlt, ſtehn zu laſſen, weiter nichts mit ihnen vornehmend, als ſie hie und da mit dem Rechenſtiele aufzulockern. Die weißen Erbſen werden meiſt zum Kochen, hauptaaͤchlich auf den Schiffen, verwendet, die grauen vornehmlich zum Maͤſten won Eh ab ded Von mlch neht zu orner i Losſaat! hinſchtäch hinſiciie ſi ſih Winterw bers, di lehteren; fote be zu Fatt uns hie Körnerf veißen korner ſe de Wirter ſe meiſtn jahr au Qder Re mengt von der weilen maͤhet jehn T. inen g Vehlen diß ſi vommen und al Menxn Sdiz Von den Bohnen, Erbſen und Wicken. 227 G Kuſd von Schweinen, denen ſie beßres Fleiſch und feſtern Speck geben fgamn ae als die Bohnen. don enn en rur 29 Bh W i Lckhen. Sage Von den Wicken gibt es viele Varietaͤten, werden aber vor⸗ 1 zanhet nehmlich nur zwei, die Winter- und Sommerwicken, und zwar 4 mehr zu Gruͤnfutter fuͤr das Rindvieh oder zu Heu, als um der ab Raf: Koͤrner willen angebaut. Sie ſind indeſſen nur durch die Zeit der Schafn Ausſaat keineswegs botaniſch von einander verſchieden, und ſowohl ai hinſichtlich ihrer Koͤrner, die eine ſchwaͤrzliche Farbe haben, wie 1 hinſichtlich ihrer purpurfarbnen Bluͤthen einander ſo aͤhnlich, daß ſie ſich durch das bloße Anſehn nicht unterſcheiden laſſen. Die in Hiſnn Winterwicken werden im Herbſte vom Auguſt an bis Ende Octo— den laſſa bers, die Sommerwicken vom Maͤrz bis zum Mai geſaͤet, die toh bekomn. letzteren nicht ſelten unmittelbar nach jenen, nachdem ſie zu Gruͤn⸗ nichts angt futter benutzt worden. Da wir jedoch uͤber den Anbau der Wicken ten laſſin, zu Futter an einem andern Orte ſprechen werden, beſchraͤnken wir en oſt ſchne uns hier nur auf einige Bemerkungen uͤber ihre Erzeugung als 19 Koͤrnerfrucht. Dabei iſt noch einer andern Art zu gedenken, der mit eirr in weißen Wicke, die ſich durch die weiße Farbe ihrer Bluͤthen und n laͤßt ut Koͤrner auszeichnet; letztere ſind ſchmackhafter und reifen eher als zuſamm die der gewoͤhnlichen Wicken. Dieſelbe uͤberſteht ebenfalls den zuſetzen läß Winter ſehr gut, wird aber im Ganzen nur ſelten angebaut. Die in die Ete⸗ meiſten Wicken, die zur Reife kommen ſollen, werden im Fruͤh— uſamwenict jahr ausgeſaͤet, und ganz ſo behandelt, wie die Erbſen, nur in 1. Sie trr der Regel blos breitwuͤrfig und nicht ſelten mit Bohnen unter— hehe, vlſſ mengt angebaut, die ihnen als Stuͤtze dienen und deren Koͤrner nuß es dohe von den Wicken jeicht durch eigene Siebe zu trennen ſind. Bis⸗ e auf d weilen laͤßt man auch die Winterwicken, nachdem ſie einmal ge⸗ Am ſchen maͤhet ſind, zur Reife kommen; dieſelben reifen aber kaum vier⸗ d Sonnai zehn Tage fruͤher als die Sommerwicken und geben in der Regel arfülan einen geringeren Ertrag als dieſe. Die meiſten Landwirthe em⸗ ttel,fe, t pfehlen fuͤr letztere eine zeitige Saat, wir haben jedoch geſehn, e vit ſ 1 daß ſie bei einer vom Anfang bis zur Mitte des Mai's vorge⸗ ti, ſe dwrin/ nommen am ſicherſten gedeihen. Wenn die Witterung kalt iſt, nit iin und als Folge davon die Vegetation ſtockt, werden die jungen afßulcn Pflanzen haͤufig von einem Inſekt angegriffen, daß die jungen venie Schoͤßlinge abnagt, und das Bluͤhen hindert, wenn der Boden j um Ni⸗ 15* 228 Funfzehntes Kapitel. nicht beſonders kraͤftig iſt; ſpaͤter geſaͤete entgehen meiſtens dieſer Beſchaͤdigung. Der fuͤr die gewoͤhnlichen Wicken geeignetſte Boden iſt der Thon, beſonders wenn ſie zu Gruͤnfutter dienen ſollen; zur Saa— menerzeugung paßt ein etwas ſandiger, trockner eher, zumal bei den weißen Wicken. Sie fordern gerade kein beſondres reiches Land, aber es muß doch rein und gut geduͤngt ſein. Wenn ſie zum Reifwerden beſtimmt ſind, ſaͤet man ſchwaͤcher als zu Gruͤn⸗ futter; 2½ Buſhel pro Acker ſind in jenem Falle hinreichend. Bei der Ernte werden ſie ganz ſo, wie die Erbſen behandelt, de— nen ſie auch an naͤhrenden Beſtandtheilen ziemlich gleichkommen moͤgen. Dennoch baut man ſie ſelten zu einem andern Zweck an, als um den noͤthigen Saamen zu gewinnen. Das Stroh von ihnen wird von manchen Schriftſtellern geprieſen; es iſt aber ſo zaͤhe, daß es vom Vieh nur dann gefreſſen wird, wenn es Noth leidet, und daher nur als Streu zu gebrauchen. Der Ertrag iſt ſehr verſchieden und eben ſo ihr Preis; der Acker gibt 16— 40 Buſhel und der Buſhel 5— 12 Shillinge. Linſen werden nur in einigen Theilen von England angebaut, weil ſie jedoch einen zu geringen Ertrag an Koͤrnern geben, nie im Großen und nur auf ſolchen Boden, den man fuͤr zu arm und ſeicht zur Erzeugung von Wicken haͤlt. Uebrigens erkennt man gern ihren großen Futterwerth, den ſie ſowohl im gruͤnen Zuſtande wie als Stroh haben. In jenem ſollen ſie ein beſonders gutes Futter fuͤr ſaͤugende Mutterſchafe ſein. Man ſaͤet ſie, wie die Wicken, breitwuͤrfig, im Maͤrz oder April 1½ Buſhel pro Acker. Aut wechſel hat der jielt ſe tung ze ſchien, diſſelb ſamme bon ein de Ei krzte Mane: das 9 rüchufß iſt zu wünſch entſch verk, Nrer indid. mſt üiman gaaa pite annie weſtens di te Boͤen ii olen; zi ew ther, zumal zeondres tite ſein. Am r als zu bi alle hinratt behandel, h gleichkor ndern zwace Das Str hh ; es iſt aher wenn es A Der Ertrag göbt 16- gland engär nern gebn, für zu maj s erken mn grünen Zuie heſonders t ſie, wi uſhel pro Ae Vom Buchweizen und Waͤlſchkorn. 229 Sechzehntes und ſiebzehntes Kapitel. Vom Buchweizen und Waͤlſchkorn. Aus den letzten neun Kapiteln unſers Werkes, die vom Frucht⸗ wechſel und vom Anbau der Halm- und Huͤlſenfruͤchte handeln, hat der Bearbeiter nur das ausgehoben, was er fuͤr geeignet, hielt, ſeinen Landsleuten entweder Belehruug, oder doch Unterhal— tung zu gewaͤhren. Er ließ weg, was kein Intereſſe darzubieten ſchien, oder in deutſchen landwirthſchaftlichen Schriften ganz auf dieſelbe Weiſe ſchon vielfaͤltig abgehandelt iſt; er ruͤckte das Zu— ſammengehoͤrige, nicht ſelten durch weitlaͤufiges Raiſonement weit von einander Geſchobene zuſammen, ſuchte durch andere Stellung des Einzelnen jede vorkommende Wiederholung zu vermeiden und kuͤrzte, wo es nach ſeinem bei dieſer Bearbeitung ſich gemachten Plane nur irgend moͤglich war. Dadurch iſt es ihm gelungen, das Original wohl kaum auf zwei Drittheile ſeines Umfangs zu— ruͤckzufuͤhren, ohne etwas Weſentliches daraus wegzulaſſen; ja es iſt zu vermuthen, daß manche Leſer einen noch kuͤrzeren Auszug wuͤnſchen werden. Dazu konnte jedoch der Bearbeiter ſich nicht entſchließen, theils wegen ſeiner Verpflichtung gegen das Original— werk, theils aber auch, weil er ſeinen Landsleuten nichts vorent— halten mochte, was, wenn auch nicht allen, doch den meiſten von ihnen aus dem reichen Schatze der Erfahrungen Großbritanniſcher Landwirthe uͤber Fruchtwechſel und Getreidebau nur irgend ein Intereſſe darzubieten im Stande waͤre. Es kann ſein, daß er, individuellen Anſichten folgend, in dieſer Hinſicht zu weit gegan— gen iſt; allein er glaubt, ſich vollſtaͤndig daruͤber rechtfertigen zu koͤnnen und will lieber den Vorwurf, zu viel, als den, zu wenig gegeben zu haben, erdulden. Anders verhaͤlt es ſich mit den Ka⸗ piteln die den Anbau von Gewaͤchſen behandeln, die in Großbri⸗ annien entweder gar nicht, oder nur ſo nebenbei, oder erſt ſeit 230 Sechzehntes und ſiebzehntes Kapitel. ganz kurzer Zeit; meiſt nur verſuchsweiſe im kleinen kultivirt wer⸗ den, und uͤber die ſich daher daſelbſt noch keine eigenthuͤmlichen Erfahrungen und Anſichten gebildet haben koͤnnen. Eine Ueber— ſetzung oder auch nur Bearbeitung dieſer Kapitel in der obenan— gegebenen Weiſe wuͤrde dem deutſchen Leſer nur lange Weile be⸗ reiten, es ſollen daher, um dieſen wenigſtens die Anordnung des engliſchen Werkes zu zeigen, nur die Ueberſchriften derſelben ange⸗ geben und ihnen einzelne wenige darin vorkommende intereſſante Bemerkungen enthoben werden. Zu den Gewaͤchſen der angezeigten Art gehoͤren der Buch— weizen und das Waͤlſchkorn, uͤber die nur das Albekannte, in vielen Schriften Wiederholte geſagt iſt. Erſterer wird ſeiner Ge⸗ nuͤgſamkeit und anderer guten Eigenſchaften wegen gebuͤhrend ge— lobt, und den Englaͤndern, die ſeinen Anbau vernachlaͤſſigen, fuͤr manche Verhaͤltniſſe, beſonders fuͤr den Torf⸗ und duͤrftigen Sand⸗ boden, zu groͤßerer Beachtung empfohlen. Das den engliſchen Landwirthen eigenthuͤmliche lobenswerthe Streben, durch Jaͤten und Behacken jeder Frucht einen reinen Stand zu verſchaffen, gibt ſich auch hier kund, indem die gewoͤhnlich ſtattfindende Unter⸗ laſſung dieſer Operationen bei dem Buchweizen, weil er ſie ver— meintlich nicht bezahle, nur dann gut geheißen wird, wenn er zum Unterpfluͤgen als Grundduͤngung beſtimmt ſei, dagegen nach dem Verf. nie unterbleiben ſollte, wenn man ihn der Koͤrner we⸗ gen anbaut. Der Buchweizen als Gruͤnfutter benutzt, ſoll bei den Kuͤhen einen reichen Milchertrag bewirken und eine vorzuͤg⸗ lich wohlſchmeckende Butter erzeugen; das Heu von ihm aber ſich ſchwierig trocknen laſſen, hart und zaͤhe ſein, und von dem Vieh nur ungern gefreſſen werden, ſein Stroh nur Streu geben. Vom Waͤlſchkorn(Mais, tuͤrkiſchen Weizen, Kukurutz) wird bemerkt, daß man fruͤher die Meinung gehabt habe, er ſei, wie der Reis und der Hirſe, fuͤr das engliſche Klima zu zaͤrtlich; daß er deshalb bisher nur als Seltenheit in den Gaͤrten angebaut, durch neuere Verſuche jedoch erwieſen worden ſei, er koͤnne auch in Großbritannien auf dem Felde zur Reife kommen. Um ſeinen vermehrten Anbau daſelbſt hat ſich beſonders der bekannte Cobbett, der in Amerika mehre Jahre Landwirthſchaft trieb, verdient ge⸗ macht. Aus ſeiner Schrift uͤber dieſen Gegenſtand wird ein Aus— zug mitgetheilt, der fuͤr den, welcher mit dem bekannt iſt, was Burger, Schwerz und andere deutſche Lobpreiſer des Mais uͤber dieſe allerdings vortreffliche, nur in den mehr noͤrdlichen Theilen von a ſind, b Deuſt Nab giti p Aut uatwem nohlbeg . n ſ n den de Rf. ſen die betdetdl Man nictete ſer A laßt, Ernte, nn L. der A eignet ſchran des di ◻ J alenfa mit ai ſie de wirſ gende Hinn ;vid Vom Buchweizen und Waͤlſchkorn. 231 en kultioit ultidit m Deutſchland ebenfalls zu mißliche Frucht ſagen, nicht das geringſte See Neue enthaͤlt. Die großen Vorzuͤge dieſes Gewaͤchſes, ſeine Er⸗ 3 89 giebigkeit an Koͤrnern und Stroh, die Vortrefflichkeit jener und lngee die Nutzbarkeit von dieſem werden gebuͤhrend anerkannt, und zwei Luuga Saatweiſen zu ſeinem Anbau, auf moͤglichſt ſtark gedungtem und deril 1gd wohlbearbeitetem Boden angegeben, das Dibbeln und das Drillen, riinag jenes fuͤr die groͤßeren, dieſes fuͤr die kleineren Sorten, und zwar ende intnſt in den bekannten weiten Entfernungen, die Reihen drei Fuß und . die Pflanzen in den Reihen einen Fuß auseinander. Da indeſ⸗ ren der ſen die Fruͤhjahrsfroͤſte dem gleich ins Feld geſaͤeten Mais leicht llbekannt, verderblich werden, ſoll man lieber auf geſchuͤtzten Saamenbeeten vind ſne 6 Pflanzen von ihm erziehen und dieſe im Juni auf das wohlzuge— Kbüſrnd 4 richtete Feld pflanzen. Die Schwierigkeit und Umſtaͤndlichkeit die⸗ nchlaͤſſga ſ ſer Arbeit, die nur mit der groͤßten Sorgſamkeit ſich ausfuͤhren urftigen ön laͤßt, werden genuͤgend dargeſtellt, ſowie uͤber die Pflege, die den englit Ernte, Entkoͤrnung und Benutzung des Waͤlſchkorns die bekann⸗ durch In ten Vorſchriften ertheilt. Als Reſultat ergibt ſich endlich, daß zu verſchft der Anbau dieſer Frucht im Großen fuͤr Großbritannien ſich nicht tfindende lyr eignet und daher wohl nur auf kleine beguͤnſtigte Stellen be— weil er ſe w ſchraͤnkt bleiben wird. Daher heißt es denn auch am Schluſſe wird, nuc des dieſen Gegenſtand behandelnden ſiebzehnten Kapitels: , dagagn i In Betreff des Klima's halten wir dafuͤr, daß allerdings der Koͤrnane die Verſuche, die mit dem Anbau dieſer Frucht gemacht worden nnutzt, ſoll ſind, bewieſen haben, ſie koͤnne, mit beſonderem Fleiß gepflegt, d eine von allenfalls in den ſüdlichen und mittleren Grafſchaften Englands von ihm a mit einiger Ausſicht auf Erfolg erzeugt werden, beſonders wenn ſie durch wiederholte Saaten noch mehr akklimatiſirt worden iſt; wir ſehen aber nicht ein, wie ſolches in den mehr noͤrdlichen Ge⸗ genden moͤglich ſein ſoll, und glauben, daß Irlands feuchter Himmel der Einfuͤhrung dieſes neuen Kulturgegenſtandes ſich ganz widerſetzen werde. und wyn du cr Streu gin Kukurut) n de, er ſe 4 zu zärtich 1 ſatten anzen er koͤnnic en. Um ſitn tkannteGeübet , uadint ge uid ein Au Punnt iſt, vi Mas über di Theilen u 232 Sechzehntes und ſiebzehntes Kapitel. Achtzehntes Kapitel. Von den Jurnſp z. Die Einfuͤhrung der Turnips in England als Feldfrucht, deren An— bau, wie man gewoͤhnlich annimmt, vor beinahe zweihundert Jahren in Norfolk zuerſt verſucht wurde und von da aus nach und nach uͤber das ganze Koͤnigreich ſich verbreitete, hat durch die Begruͤndung der Fruchtwechſelwirthſchaft mehr, als jede an— dere Verbeſſerug im Ackerbaubetrieb, zur Vervollkommnung der Landwirthſchaft beigetragen. Ehe man dieſe Frucht kannte, war es in der That ſehr ſchwierig die leichteren Bodenarten mit eini— gem Vortheil zu bewirthſchaften; ſie wurden durch wiederholte Koͤrnerernten bald erſchoͤpft, und, des Futterbau's unkundig, ver⸗ ſtand man kein andres Mittel, ihnen wieder einige Kraft zu ge— ben, als ſie mehre Jahre zur Weide niederzulegen, damit ſie ſich erholen moͤchten. Eben ſo ſchwierig war es, das Vieh durch den Winter zu bringen, und zum Maͤſten deſſelben waͤhrend dieſer Jah— reszeit hatte man nichts, als Heu. Daher war es bei den Land— wirthen Gebrauch, ſo viel davon im Herbſt zu ſchlachten und einzuſalzen, als zur Deckung ihres Fleiſchbeduͤrfniſſes noͤthig war. Dadurch wurde freilich Futter erſpart; aber nicht nur der Genuß guter Fleiſchſpeiſen verringert, ſondern auch bedeutend an dem fuͤr das Land nothwendigen Duͤnger verloren. Bei ſolcher Be— handlung mußte dieſes daher immer aͤrmer werden, und nur ſeit der Ausdehnung des Turnipsbau's ſind dieſe Gebrechen gehoben worden. Derſelbe findet gegenwaͤrtig auf allen den Bodenarten ſtatt, die dazu tauglich ſind, und liefert auf ihnen das haupt— ſaͤchlichſte Futter fuͤr Schafe und Rinder. Am beſten paßt fuͤr die Turnips oder weißen Ruͤben, ein trockner, tiefgruͤndiger, muͤrber und fruchtbarer Boden; doch nennt man Turnipsboden uͤberhaupt einen jeden, der nicht ſchwer, ſon— oovbal! ſchen 6 V viße dern t alf ar Prtod m irm oc ir tichen eie ſe nßig her geͤ land un nes La vnd d ſtchend G bengen werden böyfige ſchwa Hinſi 1 und w chen le abgeft am ze Theil zanti Epat dere ABode nips bben dong ſan wen Von den Turnips. 233 dern trocken und leicht zu bearbeiten iſt; alſo faſt einen jeden, auf dem ſich mit Vortheil Ackerbau betreiben laͤßt; nur zaͤhen Thonboden nicht. Die gewoͤhnliche Turnipsart waͤchſt ſogar auf dem aͤrmſten Sand- und Grandboden, einige Arten verlangen aber doch einen etwas mehr gebundenen, und lieben beſonders einen tel. reichen muͤrben Lehmboden, alle ohne Ausnahme erfordern indeſſen eine ſehr ſorgſame Bearbeitung und reichliche Duͤngung. Ein maͤßig kuͤhles etwas feuchtes Klima ſagt ihnen vorzuͤglich zu; da— her gedeihen ſie in den aneinander graͤnzenden Theilen von Eng— land und Schottland beſſer als in den ſuͤdlichen Grafſchaften je⸗ nes Landes. Dort wird auch ihre Kultur am beſten verſtanden, und deshalb, immer das Beſte hervorhebend, ſprechen wir nach— ucht, drer A ſtehend vorzugsweiſe von der daſelbſt uͤblichen. he zweihunde Es gibt ſehr viele Varietaͤten von dieſem vortrefflichen Ruͤ— n da aus m bengewaͤchs und immer kommen noch neue zum Vorſchein; alle ete, hat de werden aber unterſchieden in weiße, in gruͤn-, purpur- und roth— „als jdder koͤpfige; in krugfoͤrmige, die zwar groß werden, aber meiſtens kommnung ſchwammig und waͤſſerig ſind; in Norfolker und kugelfoͤrmige. ht kannte w Hinſichtlich der Form kommen ſie beinahe kugelfoͤrmig, platt oder narten niir oval oder birnfoͤrmig vor; noch macht man einen Unterſchied zwi⸗ urch wat ſchen den weißen und gelben Arten. unkunda we Die weiße kugelfoͤrmige Norfolker iſt die am laͤngſten bekannte, ge Kraſt ar und wird noch immer am haͤufigſten angebaut, beſonders auf ſol— „damit hi chen leichten Bodenarten, wo ſie vorzugsweiſe von den Schafen Vieh durh abgefreſſen werden. Sie gibt hier den hoͤchſten Ertrag und bildet ſich rend deſrs am zeitigſten aus. Sie erreicht die anſehnlichſte Groͤße, ragt zum z bei da lo Theil aus dem Boden heraus und iſt ſehr ſuͤß; aber auch etwas chlachten u zaͤrtlich und ſollte daher vor Weihnachten ſchon aufgezehrt ſein. i Spaͤter leiden ſie leicht durch den Froſt oder verderben ſie auf an— ds dere Weiſe. Dagegen gibt es wieder Sorten, die, tiefer in dem eutend an W Boden ſtehend, und uͤberhaupt haͤrter, den Winter beſſer vertra⸗ Bei ſolchr⸗ gen. Darunter zeichnet ſich vornehmlich eine aus, die Steintur⸗ ntü nips heißt, zwar nicht ſo groß wie jene wird, aber nicht nur 3 un ni eben ſo ſuͤß, ſondern noch von feinerem Geſchmack und groͤßerer brechen gelbl ſpecifiſchen Schwere iſt. Die gelbe Aberdeenturnips iſt ein Mittelding zwiſchen der weißen runden und der ſchwediſchen, haͤrter als jene und von langſamerem Wuchſe. Sie wird daher fruͤher, als erſtgenannte ge⸗ ſaͤct, bleibt laͤnger im Felde, und kommt erſt zur Benutzung, wenn die anderen aufgezehrt ſind. Sie liefert reichliche Ernten, den Wrdenarie nen dos haule in Rüben, m n; doch 69 . ſol⸗ t ſchwer, 234 Achtzehntes Kapitel. wenn auch nicht ganz ſo ergiebige wie die Norfolker, und iſt eben ſo nahrhaft wie die weißen Arten, wird aber vom Rindvieh nicht ſo gern gefreſſen und verlangt einen bindendern Boden. Von ih⸗ nen gibt es wieder mehre Abarten, deren Farbe bald mehr bald weniger ins Gruͤne und Rothe, bisweilen dem Purpur ſich naͤhernd uͤber⸗ geht, bald bis zum Weiß erblaßt. Manche aufmerkſame Land⸗ wirthe mengen ſie unter einander, weil ſie bemerkt haben wollen, daß das Vieh den dadurch bewirkten Futterwechſel liebe. Die Rutabaga oder ſchwediſche Turnips wurde erſt ſpaͤter in England eingefuͤhrt und uͤbertrifft alle anderen an Haͤrte und Ausdauer bei Froſt und wechſelnder Witterung. Die echte Sorte hat gelbes Fleiſch und gar keinen Hals; aber ſie artet leicht aus; das Fleiſch wird weißer, und der Hals erhebt ſich zu groͤßrer Hoͤhe. Ihre Wurzeln ſind derber, und ihre Blaͤtter dem Vieh angenehmer als die von anderen Sorten. Auch beſitzt ſie den großen Vorzug, daß ſie ihre nahrhaften Eigenſchaften laͤnger behaͤlt, nicht ſo bald verliſcht und daher ſich vorzuͤglich eignet, dem Vieh im Fruͤhjahr, ehe das junge Gras kommt, noch ein gutes Futter zu geben. Ihre Ernten ſind zwar dem Gewichte nach nicht ſo groß, wie die von den gewoͤhnlichen weißen und gelben; dies wird aber durch ihre groͤßere Nahrhaftigkeit ziemlich ausgeglichen. Sie ver⸗ langt indeſſen mehr Duͤnger und einen weit beſſeren Boden, als die anderen Arten; bringt man ſie auf ſchlechtes Land, ſo wird ſie zaͤh und holzig, man mag noch ſtaͤrker dazu gedungt haben. Sie erreicht auch ihre Ausbildung ſpaͤter und muß daher eher ge⸗ ſaͤtt werden als die anderen. Sonſt kommt ſie mit dieſen hin— ſichtlich der Behandlung ganz uͤberein, nur unterſcheidet ſie ſich noch dadurch von ihnen, daß ſie das Verpflanzen recht gut ver⸗ traͤgt, und ſich daher zum Auspflanzen leerer Stellen auf den Ruͤbenfeldern im Juni bis zu Anfang Juli's, vortrefflich eignet. Zeit der Saat und Auswahl des Saamens. Die Saatzeit der verſchiedenen Ruͤbenarten muß ſich zum Theil nach ihren verſchiedenen Eigenſchaften richten; indem die, deren Ausbildung langſam vor ſich geht, natuͤrlich eher zu ſaͤen ſind, als die, welche dieſelbe ſchnell erreichen. Demnach geſchieht die Ausſaat der ſchwediſchen ſo zeitig wie moͤglich, vom Anfang des Aprils an, den ganzen Mai hindurch, in der Regel nie nach Ende dieſes Monats; die der gelben Sorten etwas ſpaͤter und zu⸗ der Beſe — legtded Arri b galüt y Gette tien ger eimmer. Die Röglich kalt und gen re hjwandſch daß der zm wen ſet zei Sonmer wechh ſe da N geſcheher befindet ſden ißr eien in hen dade und de d bei der Eine et vom E leicht; Beſchaf nicht ſe dene S i giſ ang don in drin Von den Turnips. 235 fer, und iſ.. 1— 3. und iſt in letzt die der weißen, die gewoͤhnlich in der Mitte Mai's bis Ende di Juni's, bisweilen ſogar erſt im Inli vorgenommen wird. Die raruhe i gewoͤhnliche Norfolker Turnips baut man ſogar nicht ſelten nach c nih nn der Getreideernte als Stoppelruͤben an; ſie geben hier freilich nur h nahend i einen geringen Ertrag, aber ein vorzuͤglich gutes Futter fuͤr die jnntiime i Laͤmmer. i na u Dieſe verſchiedenen Saatzeiten richten ſich nun wieder nach . der Beſchaffenheit des Bodens und der Witterung, und nach der urde 7 ſer Moͤglichkeit das Land dazu gehoͤrig vorzubereiten. Iſt der Boden an Haͤrte u kalt und unthaͤtig ſo muß die Saat fruͤher geſchehen, iſt er da— die eche Sa gegen reich, warm, wohl geduͤngt, ſo laͤßt ſie ſich etwas weiter drit liht m hinausſchieben. Eine fruͤhe Saat hat faſt immer den Vorzug, ſich zu gißn daß der Boden bei ihr feuchter iſt, und daher die jungen Pflan⸗ lätter da V zen weniger von dem Ungeziefer angegriffen werden; dagegen auch, t ſie den goßr ſehr zeitig vorgenommen, den Nachtheil, daß in heißen trocknen her behält, ni Sommern die Saamenſtengel aufſchießen und dadurch der Futter⸗ dem Vieh. werth ſehr verringert wird. In der dritten und vierten Woche gutes Futt, des Mai's werden die meiſten Turnips geſaͤet; nie ſollte es jedoch ch vicht ſo ge geſchehen, wenn ſich der Boden noch nicht im beſten Zuſtande ; dies wid befindet, weder zu naß, noch zu trocken iſt. Manche Landwirthe licen. Er ſaͤen ihre Turnips, vornehmlich die weißen Arten, zu verſchiedenen eren Bode Zeiten in Zwiſchenraͤumen von acht bis vierzehn Tagen und errei— s Land, nd chen dadurch den Vortheil, daß ſie nach und nach fuͤr das Hacken gedüngt ſir und die Konſumtion heranwachſen. ß daher te Die Saamenmenge ſteigt ſelten pro Acker uͤber ein Pfund e mi diſa ⸗ bei der Drillſaat und uͤber 1½— 2 Pfund bei der breitwuͤrfigen. teiſhedde ſit Eine etwas dichte Saat hat den Vorzug, daß ſie nicht ſo leicht en recht gut vom Erdfloh vernichtet wird; die zu dickſtehenden Pflanzen ſind Stelln auf leicht zu verduͤnnen. Vorzuͤgliche Beruͤckſichtigung verdient die rtrffit egr Beſchaffenheit des Saamens. Der in den Handel kommende iſt nicht ſelten ſehr ſchlecht, unaͤchter, alter und neuer, ſowie verſchie— dene Sorten untereinander gemengt, und dennoch oft unverſchaͤmt aamens theuer. Sehr empfehlungswerth iſt es daher immer fuͤr jeden Landwirth, der die beſten Sorten bauen und mit Sicherheit auf ſch zu un i gute Ernten rechnen will, ſich den Saamen ſelbſt zu erzeugen. hu au ſin Dies geſchieht am beſten auf folgende Weiſe: man ſucht im Herbſt ich Eari die groͤßten, ſchoͤnſten und glaͤtteſten Nuͤben ſorgfaͤltig aus und emn Arfu pflanzt ſie auf einem guten tief gegrabenen Boden in 2 ½ Fuß ‚un von einander entfernten Reihen, 14.—18 Zoll weit auseinan⸗ ie nij 1— agän der ein. Dabei muß man, ſobald man reinen Saamen von ver⸗ ſpiter und zl 236 Achtzehntes Kapitel. ſchiedenen Sorten behalten will, darauf bedacht ſein, daß jede Sorte fuͤr ſich, ziemlich entfernt von der andern eingepflanzt werde, weil ſonſt leicht Verbaſtardirung erfolgt. Im Juli oder Auguſt des folgenden Jahres wird der Saamen reif; die Stengel werden davon abgeſchnitten, getrocknet und gedroſchen, wie gewoͤhnlich; man darf ſie jedoch nicht todtreif werden laſſen, weil ſonſt die Voͤgel einen großen Theil des Saamens verzehren. Eine ſorg— faͤltige Auswahl der Saamenruͤben wird haͤufig vernachlaͤſſigt und doch iſt ſie das einzige ſicherſte Mittel, immer reinen und guten Saamen zu erzeugen, der, wenn man davon zum Verkauf uͤbrig hat, immer zum hoͤchſten Preiſe bezahlt wird. Der Ertrag an Koͤrnern iſt ſehr verſchieden, da ſie vielen Zufaͤllen unterworfen ſind; doch kann man im Durchſchnitt wohl gegen zwanzig Wuſße vom Acker erwarten. Bodenbearbeitung und Pflege. Die Turnips ſind, wie alle Landwirthe anerkennen, die Frucht, durch welche ſich eine reine Brache am vollſtaͤndigſten er— ſetzen laͤßt. Zu dem Ende darf man bei ihrem Anbau keine Koſten ſcheuen, um jede Spur von Unkraut zu vertilgen, dann muß man aber auch das Land ſtets wohl duͤngen und von Zeit zu Zeit kalken, weil nur dadurch reichliche Ernten, das beſte Mittel zur Erhaltung großer Viehherden und zur Steigerung der Bo⸗ denfruchtbarkeit, zu erlangen ſind. Als der Anbau der Turnips in England aufkam, wurden ſie nur breitwuͤrfig geſaͤet; ſpaͤter erſt lernte man das Drillen der— ſelben kennen, das nunmehr jenes Verfahren in den noͤrdlichen Theilen ganz verdraͤngt hat, ſo daß es nur noch in der mittleren und ſuͤdlichen Grafſchaften theilweis beibehalten wird. Dies ge— ſchieht nicht etwa, weil man demſelben uͤberhaupt den Vorzug gibt, ſondern weil die Arbeiter einmal ſeit undenklichen Zeiten an das Handhacken gewoͤhnt ſind und das Ackerland manchmal in weiten Strecken ſo mit Steinen angefuͤllt, oder ſo ſtoͤrriger Na— tur iſt, daß die Anwendung der Drillſaat und der Pferdehacken, wie Verſuche gezeigt haben, oft unuͤberwindliche Schwierigkeiten findet; doch traͤgt auch allerdings die Macht der Gewohnheit viel mit zur Beibehaltung der breitwuͤrfigen Saat bei. Die Bearbei— tung des Bodens durch das Behacken und die Einzelſtellung der Ruͤben geſchieht uͤbrigens bei ihr mit einer Vollkommenheit, wie 6 vt de Ein bint me Uf einen ſcken ge ſab verd Kiſten v Die zu Turn gleich ma Paſſet weden, Boden! Qdem Fre du if Fald bis wenn d ter we kad d mi di großen gewalzt, reinigen. oader an rich m. größere lockert Bearbe nicht d 1 kalk ar wenrbei Gglihes ſd da V d der nn itn Von den Turnips. 237 ſin, doß ſ noexlant wn Juli oder Lum Stugl wi wie Kwiͤhnlt⸗ es nicht beſſer bei der Drillſaat zu erreichen iſt, und hinſichtlich des Ertrags kommen beide Methoden einander gleich. Derſelbe haͤngt mehr von der anderweitigen Behandlung des Bodens ab. Auf einem lehmigen, muͤrben, welcher den Gebrauch der Pferde⸗ vel ii hacken geſtattet, wird die Drillſaat jedoch ſtets den Vorzug des⸗ b 3 halb verdienen, weil ſie das Behacken ſehr erleichtert und deſſen 9 went Koſten verringert. achlſſg n Die Saat geſchehe, auf welche Weiſe ſie wolle, ſo muß das einen und zu Turnips beſtimmte Feld im Herbſt, bald nach der Ernte oder Verkauf lh gleich nach der Weizenſaat tief umgeſtuͤrzt, und ſo vollkommen mit Der Ertag; Waſſer und Querfurchen, um es ganz trocken zu legen, verſehen en unterwoi werden, als waͤre es beſtellt worden. Etwas ſchweren, feuchten wanzi Hlſh Boden legt man dabei gern in zehnfurchige hohe Beete, um ihn dem Froſt mehr auszuſetzen; bei mehr trockenem und lockerem Bo⸗ den iſt ſolches nicht noͤthig. In dieſem Zuſtand bleibt nun das ge. Feld bis nach der Haferſaat, wo es geeggt und zum zweiten Mal, wenn es ſein kann, in die Quere gepfluͤgt wird; bleibt das Wet— anerkennen, ter trocken und haben die Geſpanne Zeit uͤbrig, ſo pfluͤgt man ollſäͤndiſfen bald darauf noch einmal und laͤßt dann noch eine Bearbeitung bau keine geie mit dem Grubber folgen. Hierauf wird das Land mehrmals mit gen, dann ni großen und kleinen Eggen in verſchiedener Richtung uͤberzogen und nd von zn gewalzt, um es vollſtaͤndig zu pulvern und von allem Unkraut zu das beſte Anl reinigen. Letzteres wird abgerecht, ſorgfaͤltig geſammelt und ent— zerung dad⸗ weder auf den Duͤngerhaufen gebracht oder verbrannt. Das Erd— reich muß nach dieſen Operationen ganz rein, trocken, von allen ufkan, umd groͤßeren Kloͤſen frei, vollſtaͤndig gepulvert und aufs Aeußerſte ge⸗ das Dilad lockert ſein. Iſt das Land an ſich rein, ſo reicht die angegebene den vͤnlit Bearbeitung hin, dieſen Zuſtand herbeizufuͤhren, iſt aber jenes in der nittr nicht der Fall, ſo wird noch ein viertes, bisweilen wohl ſogar wird. Dis noch lein fuͤnftes Pfluͤgen noͤthig. Dabei ſieht man jedoch ſtets ut den An darauf, daß es nicht in gleicher Tiefe, das zweite und dritte nicht ichen Zime ſo tief, wie das erſte und vierte geſchehe. d mantmin In Betreff des Duͤngers iſt Folgendes zu bemerken: Wenn zrüur 1 Kalk angewendet wird, kann derſelbe durch vorſtehend angegebene N funtee Bearbeitung innig mit dem Boden vermengt werden, und ein d. Tha⸗ Gleiches muß mit dem Miſt geſchehen, ſobald die Saat breitwuͤr— hi— fig vollfuͤhrt wird. Manche Landwirthe bringen denſelben, auch zenhee bei der Drillſaat, ſchon vor dem Winter auf und unter, theils N 3 in der Ueberzeugung, daß dadurch der Boden fuͤr die folgenden telſelung Fruͤchte mehr gewinne, theils um an Zeit und Arbeit im Fruͤh⸗ uninheit n 238 Achtzehntes Kapitel. jahr, wo die Zubereitung des Ackers zur Turnipsſaat ohnedies ſchon Muͤhe genug verurſacht, zu erſparen. Es ſind dies Anſich⸗ ten, die wohl Beachtung verdienen, zumal da, wo Duͤngeruͤber— fluß vorhanden iſt; da jedoch die meiſten Landwirthe erſt waͤhrend des Winters den zu dieſer Frucht noͤthigen Miſt erzeugen koͤnnen, und das Gedeihen derſelben die Hauptruͤckſicht bei dem Anfange jedes Umlaufes iſt, ſo hat die Verwendung des Miſtes unmittel— bar unter den Saatreihen bei der Drillſaat der Turnips gegen⸗ waͤrtig die allgemeinſte Verbreitung gefunden. Man verfaͤhrt da⸗ bei alſo: Nachdem das Land durch die obenangegebene Bearbeitung vollkommen geebnet worden, wird es, meiſtentheils mit einem dop— pelten Streichbretspfluge, auch wohl mit einem gewoͤhnlichen Schwingpfluge in 27 Zoll breite kleine Daͤmmchen aufgepfluͤgt. Hierauf faͤhrt man den Miſt, der zu dieſem Behufe eigentlich voͤl— lig verrottet ſein ſollte, ſo dick auf, wie es die Umſtaͤnde nur er— lauben, oder der Zuſtand des Bodens und die zum Anbau ge— waͤhlte Turnipsart es fordern, gewoͤhnlich zwoͤlf bis zwanzig Ton— nen pro Acker. Die Schwediſchen verlangen am meiſten. Die beladenen Duͤngerkarren gehen dabei mit ihren Raͤdern in den Vertiefungen zwiſchen ein paar Daͤmmchen; der Miſt wird in kleinen Haͤufchen abgeſchlagen, und gleich hinterher von Weibern ſorgfaͤltig in die Vertiefungen vertheilt. Nachdem dies geſchehen ſpaltet man die Daͤmmchen wieder vermittelſt eines doppelten Streichbretpfluges, deckt auf dieſe Weiſe den Duͤnger vollſtaͤndig und bereitet dadurch der Saat ein gutes Bette vor. Dabei verdient bemerkt zu werden, daß man gewoͤhnlich die Daͤmmchen in einer die Ackerbeete ſchief durchſchneidenden Rich⸗ tung anlegt; denn da zu den auf die Turnips folgenden Halm⸗ fruͤchten meiſtens nur einmal gepfluͤgt wird, ſo waͤre eine minder gleichmaͤßige Vertheilung des Duͤngers eine nothwendige Folge, wenn die Ackerbeete mit den Ruͤbendaͤmmchen gleiche Richtung haben. In dem hier uͤber die Duͤngung zu Turnips Geſagten iſt nur auf die Anwendung von Kalk und Miſt Ruͤckſicht genommen wor— den; es werden jedoch fuͤr dieſe Frucht Aſche, Oelkuchen, See⸗ tang und noch viele andere, theils einfache, theils zuſammenge— ſetzte Duͤngmittel ſehr ſtark angewendet, neuerer Zeit ganz beſon— ders Knochenmehl, in groͤßerer Menge wenigſtens, als jedes an— dere kaͤufliche Duͤngermaterial. Daruͤber iſt jedoch bereits im eiſten 5 ſän vid vemien wafen F ſe fricher tretwuͤrft erundene der Rax V von Blad innen g d ſed und nach ſctht aus einer Bü n einen lgende wiſſen tet werd der Din DR rung ſo hn Tm icht an? ig. d oon zwei hacken, Werhu weit an cerlezen letwa au etwas E auf drei K nachh dräten( danmch di ſen Von den Turnips. 239 1 ahrli ſgäſaat ohne erſten Bande ſo ausfuͤhrlich geſprochen worden, daß es unnoͤthig 1 nen ſein wuͤrde, dieſen Gegenſtand hier weiter zu verfolgen. Wir ü Kd verweiſen in dieſer Hinſicht vorzuͤglich auf das neunzehnte Kapitel eſrim des erſten Bandes. blumim Iſt der Duͤnger eingepfluͤgt, ſo folgt alſobald die Saat, ehe e den din die friſchen Pflugſchnitte noch austrocknen. Geſchieht dieſelbe nicht Nſes punt breitwuͤrſig, ſo vollbringt man ſie mit einer von den vielen dazu p Turniys gn erſundenen auch in Deutſchland hinlaͤnglich bekannten Ruͤben⸗ an vetfine oder Rapsdrillmaſchinen, bei welchen der Saamen aus Buͤchſen von Blech oder auch wohl von Holz durch Roͤhren in die Saat⸗ ene Benbei rinnen geſtreut wird, und die jetzt meiſtens ſo eingerichtet ſind, dö wit äͤnem e daß ſie zwei Reihen auf einmal ſaͤen, die Rinnen ſelbſt ziehen nem gewißnihn und nach geſchehener Saat wieder zudecken. Wenn das Erdreich mchen zufkeftn ſehr ausgetrocknet iſt, laſſen manche Landwirthe ihn auch aus huft eigemich einer Buͤchſe mit Loͤchern, die wie eine Pfefferbuͤchſe geformt und Umſtinde ur an einen Stock befeſtigt iſt, ausſtreuen und durch einen dem Saͤer ie zun Adu g folgenden Mann mit dem Rechen zudecken. In beiden Faͤllen bis zornigde muͤſſen vorher die Daͤmmchen mit einer leichten Walze abgeplat— am mäſten. d tet werden; ſo daß die Saat in deren Mitte unmittelbar uͤber en Nidern v der Duͤngung etwa 1— 1 ½ Zoll tief zu liegen komme. er Mit vh Die jungen Pflanzen kommen, je nachdem Boden und Wit⸗ her von V terung ſolches mehr oder weniger beguͤnſtigen, etwa zehn bis vier— im dies iin zehn Tage nach der Saat zum Vorſchein, und werden, wenn es eines den nicht an Regen fehlt, bald, wie man zu ſagen pflegt, rauhblaͤtt⸗ rig. Sobald ſie in dieſem Zuſtand, bei dem ſie etwa eine Hoͤhe volſie iuh Kann von zwei Zoll erreicht haben, befindlich ſind, beginnt das Pferde⸗ mn gewifiii hacken, indem man mit einem von den vielen dazu eingerichteten ünedennt Werkzeugen zwiſchen den Daͤmmchen hinfaͤhrt und die Erde ſo lgeda öt weit an die Pflanzen hinan auflockert, als es nur ohne ſie zu ſo verletzen geſchehen kann; es hat dieſes den Zweck, nicht nur die wäte eiß m etwa aufgekommenen Unkraͤuter zu vertilgen, ſondern zugleich auch, twti etwas Erde von den Ruͤben, denen man zu dem Ende wohl bis glice auf drei Zoll Entfernung naht, abzupfluͤgen. Zwei bis drei Ta⸗ 4ei ge nachher folgt das Handhacken, indem Leute mit etwa acht Zoll Geſagten breiten Gartenhacken in den Zwiſchenraͤumen hingehen und die genonman Daͤmmchen quer durchhauen, um die Pflanzen ſo weit zu lichten, Dalkudin C daß ſie nur einzeln, wenigſtens neun bis zehn Zoll von einander is Wujnnmenh entfernt ſtehen bleiben. Wenn man dieſe Arbeit zum erſten Male zit anz beit ſieht, glaubt man, das ganze Ruͤbenfeld muͤſſe vernichtet werden, Vhih 1 aber die Leute beſitzen eine ſolche Sicherheit in ihrer Ausfuͤhrung cch er 240 Xchtzehntes Kapitel. und die etwa verletzten Pflanzen wurzeln, wenn ſie nur mit einem Faͤschen in der Erde haͤngen bleiben, ſo bald wieder an, daß ſie dadurch gar keinen Schaden leiden, ſondern im Gegentheil nach— her ein deſto kraͤftigeres Wachsthum zeigen. Sollen die Ruͤben zeitig im Jahre verfuͤttert werden, ſo verduͤnnt man ſie wohl bis auf einen Fuß Entfernung, weil ſie dann deſto groͤßer werden; ſind ſie aber zum Verbrauch im Fruͤhjahr beſtimmt, ſo laͤßt man ſie etwas dichter ſtehen, weil ſie dann ein derberes Fleiſch bekom— men und den Winterfroſt beſſer vertragen. Vierzehn Tage bis drei Wochen nachher, hat ſich gewoͤhn⸗ lich viel Unkraut eingefunden, und nun wird dieſes Behacken nur mit noch groͤßerer Sorgfalt wiederholt. Die Leute muͤſſen dabei durchaus jede Pflanze einzeln ſtellen, damit ſie einander nicht, wenn etwa zwei oder mehre auf einem Punkte ſtehen, im Wachs— thum hindern. Damit iſt in der Regel das eigentliche Behacken vollendet; nur wenn ſich bald neues Unkraut zeigt wird es noch einmal mit der Pferdehacke wiederholt; dieſes darf durchaus nicht aufkommen, und daher auch ſpaͤterhin nichts geſpart werden, um jede aufſchießende Hederich⸗, Wildhafer⸗ und andere unnuͤtze Pflanze durch Weiber oder Kinder herausreißen zu laſſen. Nach dem letzten Hacken nun, wenn die Ruͤben anfangen ſich zu bilden, werden ſie bisweilen mit einem doppelten Streich— bretspflug angehaͤufelt; dies geſchieht jedoch nicht immer und uͤber— all; denn da der Hauptzweck dieſer Operation darin beſteht, die Ruͤben vor uͤbermaͤßiger Naͤſſe zu ſchuͤtzen, ſo iſt es auf an ſich trockenen Feldern nicht noͤthig und Viele unterlaſſen es daher, weil ſie gefunden haben wollen, daß es ihrer Groͤße mehr hinderlich als foͤrderlich ſei, und dem Vieh das Abfreſſen derſelben auf dem Felde erſchwere. Ertrag und Werth. Die Turnips werden in der Regel als Vorfrucht fuͤr Gerſte mit untergeſaͤetem Klee angebaut; die gemeinen Arten derſelben jedoch nicht ſelten ſchon im Herbſt verfuͤttert, und dann folgt ihnen wohl auch Winterweizen. Im Ganzen geſchieht indeſſen“ dieſes nur ſelten. Ihr Ertrag iſt ſehr verſchieden nach Boden, Art und Be⸗ handlung. Man hat in ſehr guͤnſtigen Faͤllen, uͤber 60 Tonnen vom Air g Vrnih ga Dhgemein „ſtweiſ De Kultur Einag nich Ein a mn angeſte onass De lber Dals? Solln muß der G gejuchten S ethaltenen? un geicher; berag dr Brentterde durfte mar b frieden ſtl licher guter In B dn verſchied daß von ge Gevickt an ab. Man und Gewie Arten ver Dieſem G ling mehre denen Bod Das Reful Ann den S nur mit ihn er an, doſ egentzel n len die glhn n ſie vagr; güße n nd ſo laßt ma duſj här 1 ſich gewit Behacken n müſſen dai inander nich n im Dach⸗ liche Behaän wird es noi urchaus vic werden, u ndere unnie laſſen. ben anirie delten Ent⸗ mer und ür in beſteht es auf anſt es daher ue nehr hirdent ſelben auf de iht fir i Irten deſte nd dann ſot ſzihtindeſ ltt und S⸗ roh Tm Von den Turnips. 241 vom Acker geerntet. Ein daruͤber in Ayrſhire angeſtellter genauer Verſuch gab folgendes Reſultat: Die gemeine weiße Turnips lieferte vom Acker 60 Tonnen— Ctr. ⸗ ſchwediſche.. 2 46 2 27 Die Kultur derſelben war gut, aber nur gewoͤhnlich, dieſer hohe Ertrag nicht durch außerordentliche Mittel erlangt. Ein andrer aͤhnlicher Verſuch, zu Kilſyth vor wenigen Jah⸗ ren angeſtellt, zeigte folgende Ertraͤge: Jonas's gelbe Turnips gaben vom Acker 42 Tonnen 8 Ctr. Die Aberdeen oder gruͤnkoͤpfigen gelben 40 ⸗ 12 2 Dale's Baſtard(Hybride)..35 ⸗ 11* Sollen dergleichen Verſuche ein ſicheres Ergebniß liefern, ſo muß der Ertrag eines ganzen Feldes, nicht blos der einiger aus⸗ geſuchten Stellen gewogen werden, und Schluͤſſe daraus auf den erhaltenen Reinertrag laſſen ſich nicht eher daraus ziehen, als bis zu gleicher Zeit die Beſchaffenheit des Bodens, ſo wie der Koſten⸗ betrag der Duͤngung und Arbeit angegeben werden, die auf den Bruttoertrag einen ſo maͤchtigen Einfluß uͤben. Im Durchſchnitt duͤrfte man wohl 30— 40 Tonnen vom Acker als einen ſehr zu⸗ frieden ſtellenden Ertrag auf zuſagenden Boden und bei gewoͤhn⸗ licher Juter Kultur annehmen koͤnnen. In Bezug auf das Verhaͤltniß des Gewichts zur Groͤße bei den verſchiedenen Turnipsſorten haben wiederholte Verſuche gezeigt, daß von geſunden gruͤnkoͤpſigen gelben bei ſieben bis acht Pfund Gewicht ein Pfund hoͤchſtens zwei und dreißig Kubikzoll Maſſe gab. Man kann dies als ihr mittleres Verhaͤltniß zwiſchen Groͤße und Gewicht anſehen, und wenn man nun damit das anderer Arten vergleicht, deren verſchiedenes Werthverhaͤltniß ermitteln. Dieſem Grundſatz gemaͤß wurden vor ein paar Jahren zu Stir— ling mehre einzelne Ruͤben von verſchiedener Art und von verſchie— denen Bodenarten ausgeſucht und genau gemeſſen und gewogen. Das Reſultat war folgendes: Nach der Groͤße Wirkliches Ge⸗ berechnetes Ge⸗ wicht. wicht. Von den Schwediſchen hatte eine Rübe... 11 Pf. 2 unz. 13 Pf. 12 Unz. . denſelben 10 ⸗ 5„⸗ 13 ⸗ 8 ⸗ ²2 ⸗ gruͤnkoͤpfigen gelben. 16⸗— ⸗ 15 ⸗— ⸗ 2 denſelben..„ 15 ⸗— 14⸗— ⸗ d rothkoͤpfigen gelben. 12 ⸗⸗— 12 II. 16 242 Achtzehntes Kapitel. Nach der Groͤße Wirkliches Ge⸗ berrehnd Ge⸗ wicht. Von denſelben...... 11 Pf. e Unz. 11 Pf. 12 ⸗ 2 Dale’s Baſtard... 13 ⸗ 12 ⸗ 12 ⸗— ⸗ denſelben ⸗...... 12 ⸗ 8 ⸗ 11 ⸗ 8 ⸗ ⸗ weißen kugelfoͤrmigen. 20⸗ 8⸗ 15 ⸗ 8 ⸗ denſelben... 19— 15 ² rothbopfigen weißen 16 ⸗ 8 ⸗ 13 ⸗= ⸗ 2 denſelben... 14 ⸗ 8⸗ 12 ⸗—. 2. grunkopfigen weißen 12 ⸗=— ⸗ 11 ⸗—⸗ ⸗ denſelben. 11 ⸗ 10 ⸗ 8 ⸗ ² krugfoͤrmigen weißen. 16⸗— ⸗ 14 ⸗—⸗ 2 purpurnen 12 ⸗ 10⸗ 11 ⸗ 8⸗ Aus dieſen Verſuchen ergibt ſich der groͤßere Werth der ſchwedi⸗ ſchen Turnips augenfaͤllig, und den anderen Sorten ganz entge⸗ gen, ſcheint die Dichtheit bei ihnen mit der Groͤße zuzunehmen. Dies ſtimmt auch mit den Unterſuchungen ihrer nahrhaften Be⸗ ſtandtheile uͤberein, die uͤber 6% und bei den groͤßten Ruͤben ziemlich 7% des Geſammtgewichts betrugen, waͤhrend die weißen deren nicht mehr als 4% und bei ganz großen Ruͤben gar nur 3 ½% hatten. Davy's Unterſuchungen geben beinahe daſſelbe Re⸗ ſultat; denn er fand in 1000 Theilen vegetabiliſcher Subſtanz bei den ſchwediſchen Turnips 64 Theile Nahrungsſtoff und bei der gewoͤhnlichen weißen Art nur 42 Theile. Demnach haͤtte ein Pfund von den ſchwediſchen ziemlich denſelben Futterwerth, wie 1 ½ Pfund der andern Art. Krankheiten und Feinde. Die Ruͤben ſind mancherlei Krankheiten und Feinden unter⸗ worfen. Jene entſtehen theils durch Mehlthau, theils durch Faͤul— niß herbeifuͤhrenden Froſt, theils durch unbekannte Urſachen und ſind gaͤnzlich nicht zu vermeiden, durch gute Kultur und Sorgſamkeit jedoch ſehr in ihren Wirkungen zu maͤßigen. Unter den Feinden erſcheinen bisweilen Schnecken und ſchwarze Raupen, welche nicht ſelten durch das Abfreſſen der Blaͤtter, wenn die Ruͤben ſich zu breiten anfangen, dieſen großen Schaden zufuͤgen. Mit ziemlich gluͤcklichem Erfolg iſt gegen dieſe Thiere das Walzen haͤufig an⸗ gewendet worden, nur nicht auf einen ſteinigen und rauhen Bo⸗ den. Gegen die Schnecken muß es des Nachts geſchehen, weil — ſinm un benſh au v Nenge 1d g9 unden 33 dalig davo Den rivsfliegen bei ihrem rocknem? egen dieſ ſch voch a dufgehede gebrannten ſprach mar ſamkeit di auch ganz des wehr den Wut wirklichſ von dem befteßt in ftich gebr⸗ Buſſel hei diſe Nen de Stat un ſo ch Bimner die gerathen, den Etdfl ſchont wi felhaft, u fer Mit — „) unte falgendes we Wnignliche raz aüwe ſcamg. d i nitt w dageg In ſche umna b dat Von den Turnips. 243 Vrrklihes 3 ariha ſie nur zu dieſer Zeit freſſen. Zur Vertilgung dieſer Thiere ha— 1, ben ſich auch Enten ſehr wirkſam gezeigt, wenn ſie in hinreichen— UM h, der Menge aufgetrieben wurden. Bei Hrn. Coke in Holkham 1⸗=, wurden 33 Acker Turnips in fuͤnf Tagen durch 400 Stuͤck Enten Il⸗ 8⸗ voͤllig davon befreit. 15; d; Den meiſten Schaden fuͤgen jedoch die Erdfloͤhe oder Tur— 15 ⸗ nipsfliegen den Ruͤben zu, indem ſie die jungen Pflaͤnzchen gleich 3⸗= bei ihrem Erſcheinen rein abfreſſen, und dadurch, vornehmlich bei 12 trocknem Wetter, manchmal ganze Saaten vernichten. Man hat 11 ⸗= gegen dieſelben viele Mittel ſchon vorgeſchlagen, aber keins hat 10⸗ 5. ſich noch als zuverlaͤſſig bewaͤhrt. Von dem Ueberſtreuen der eben 14⸗— aufgehenden Pflaͤnzchen mit einer Mengung von Ruß und friſch 11⸗ F— gebrannten Kalk in Pulverform, 6—8 Buſhel pro Acker ver⸗ th der ſhwe ſprach man ſich ſehr viel, auch ſchienen mehre Verſuche die Wirk— en ganz ent ſamkeit dieſes Mittels zu beſtaͤtigen; allein ſehr oft zeigte es ſich e zuzunehme auch ganz nutzlos, ſo daß man glauben muß, wo es wirkte ſei ahrhaſten S dies mehr eine Folge eingetretner guͤnſtiger Witterung und ſeiner Ioßten Rü den Wuchs der Ruͤben befoͤrdernden Eigenſchaften geweſen, als rend die wir wirklich ſeines Einfluſſes auf die Erdfloͤhe ſelbſt. Daſſelbe gilt Rüben gra von dem von Davy in Vorſchlag gebrachten Mittel. Daſſelbe che daſtelr beſteht in einer Mengung von drei Theilen Ruß und einem Theil er Sülſabi friſch gebrannten, mit Urin geloͤſchten Kalk, von der man vier Buſhel bei der Ausſaat der Ruͤben in die Saatrinnen ſtreuen ſoll. fff und an 3 1 1, 8 fent Dieſe Mengung wirkt gewiß ſehr wohlthaͤtig auf das Wachsthum und zutncth die Staͤrke der Pflanzen ein und dadurch moͤgen dieſe bisweilen um ſo eher den Angriffen der Erdfloͤhe entruͤckt werden, denen immer die ſchwaͤchſten am eheſten unterliegen. Auch hat man an⸗ gerathen, Radieschen unter die Turnips zu ſaͤen, weil jene von de. den Erdfloͤhen lieber gefreſſen und deshalb letztere von ihnen ver⸗ imar ſchont wuͤrden. Der Erfolg davon iſt jedoch ebenfalls noch zwei⸗ heil dut felhaft, und ſo kann man denn, wie ſchon geſagt, auf keins die— tiaced ſer Mittel ſicher bauen*). Der Landwirth kann ſonach eigentlich 3 8 nd Sorzti ter den dim een, vylche u *) Unter den vielen vorgeſchlagenen Mitteln gegen die Erdfloͤhe verdient folgendes wohl noch Erwaͤhnung: Ein Hr. Poppy drillte vier Acker Land auf gewoͤhnliche Weiſe mit ſchwediſchen Turnips, und ſaͤete zwiſchen deren Saat⸗ „pon ſich!. 35. eKlen ſch reihen, abwechſelnd mit ihnen 1 ½ Peck pro Acker von gewoͤhnlichen Turnips⸗ Mit zieme ſaamen. Das Reſultat war, daß die duͤnn geſaͤeten ſchwediſchen Turnips faſt bn haͤufi 1 gar nicht von den Erdfloͤhen angegriffen wurden, die dichtſtehenden anderen d rauhen 2 dagegen ſchwarz damit bedeckt waren. Nachdem jene ihr rauhes Blatt be⸗ i ſa kommen hatten und dadurch den Inſekten entruͤckt waren, wurden die Reſte gſhehen, 16⸗ 244 Achtzehntes Kapitel. nichts Beſſeres thun, als durch Auswahl eines guten Bodens, Anwendung ſtarker wohlverrotteter Duͤngung, etwas dicke Saat und ſorgfaͤltige Kultur das Wachsthum ſeiner Turnips muſchſt zu beſchleunigen ſuchen, damit ſie bald den gefuͤrchteten T hiaen unangreifbar werden. Ernte und Aufbewahrung. Nicht ſelten werden die Turnips auf einem Boden angebaut, der zu naß iſt, um ſie darauf von den Schafen abfreſſen zu laſ⸗ ſen. In ſolchen Faͤllen iſt es rathſam, einen Theil derſelben, vielleicht jede zweite oder dritte Reihe, herauszunehmen und zur Ernaͤhrung des Viehes auf dem Hofe aufzubewahren. Es ge— ſchieht dieſes von den Landwirthen, die kalte, rauh gelegene Grundſtuͤcke beſitzen, in den Monaten November und December, oder auch wohl noch ſpaͤter, je nachdem das Klima und der Zu⸗ ſtand der Frucht es bedingen. Wie bei allen landwirthſchaftlichen Geſchaͤften gibt es auch bei dieſem verſchiedene Verfahrungsarten. Einige fuͤhren die ganze Ernte heim, Andere nur einen Theil der— ſelben, und bewahren die Ruͤben entweder in Haufen auf dem Felde, oder in Gruben oder unter Schuppen auf. Einige ſchnei⸗ den dabei die Koͤpfe und feinen Wurzeln(die Schwaͤnze) ab, Andere halten dieſes fuͤr unnoͤthig. Dieſes Abſchneiden der Koͤpfe und Schwaͤnze an den groͤßten und geſuͤndeſten Ruͤben, die man nur zum Aufheben auswaͤhlt, findet jedoch meiſtentheils ſtatt; man gibt dieſes Abgeſchnittene, weil es noch friſch iſt, dem Jung— vieh, und gewinnt dadurch eine ziemliche Menge Futter, die ſonſt entweder ganz verloren geht, oder als Duͤnger untergepfluͤgt wird. Die alſo geſaͤuberten Ruͤben werden dann gewoͤhnlich auf einen trocknen Ort in der Naͤhe der Futterſchuppen gefahren und hier auf dem Boden in langen ſchmalen Haufen, die unten etwa fuͤnf Fuß breit ſind, und oben ſpitz zulaufen, aufgeſetzt und zu— letzt mit Stroh, oder Farrenkraut oder Binſen ꝛc. zugedeckt. Sorg⸗ ſame Landwirthe geben ihnen auch eine Unterlage von ſchlechtem Stroh oder Stoppeln, um ſie vor Feuchtigkeit zu ſchuͤtzen und wenn große Kaͤlte einfaͤllt, iſt es gar nicht uͤbel, noch langen der dazwiſchen ſtehenden anderen Ruͤben mit der Pferdehacke vertilgt. Dieſes Feld gab einen ſchoͤnen Ertrag, waͤhrend die uͤbrigen Turnips in der ganzen Flur ſaͤmmtlich mißriethen. 4 1 —— ——— Iſ vit Fuui und uf dem Ind dß 1 diel d man zu n 1 n Faulnit man liebe Turn ſch bis i cwds an dälche d güt, wit nehmen i galegenen die in Be änmal he dem Ho ſie hier; fen. Da ſeftig, ur bor dem vieder aun ſo berderbe da Vahſe G. di in d den ſollen noch den in den 7 Hacke, bon zwei techt ſo vifft dan on den d ſe wenn n d ode alte ſch 33 ſo Von den Turnips. 245 uni Miſt daruͤber weg zu legen. In Bezug auf das Abſchneiden der niſs n 9 Koͤpfe und Wurzeln iſt noch zu bemerken, daß ſolches haͤufig ſchon Nean n auf dem Felde, ehe die Turnips eingefahren werden, geſchieht, Urn ahtn und daß dabei große Vorſicht noͤthig iſt. Laͤßt man von Beiden zu viel daran, ſo ſchlagen die Ruͤben leicht aus, und ſchneidet man zu tief, ſo daß dieſe verwundet werden, dann gehn ſie leicht in Faͤulniß uͤber. Letzteres iſt ſchlimmer, als jenes; daher ſchneide man lieber etwas zu wenig, als zu viel ab. den angiir Turnips, auf dieſe Weiſe im December aufgehoben, haben fueſen zu ſich bis in den April gut gehalten; doch verlieren ſie immer heil derſe etwas an Nahrungsfaͤhigkeit und Schmackhaftigkeit fuͤr das Vieh, hmen und welches den friſch aus dem Boden kommenden ſtets den Vorzug hren. Es g gibt, waͤren jene auch von noch beſſerer Beſchaffenheit. Deshalb rauh geegen nehmen in den Gegenden, die nicht ſo viel, wie die noͤrdlicher und Oeremte gelegenen Diſtrikten vom Froſt zu leiden haben, viele Landwirthe, und der 3 die im Beſitz von trockenen Feldern ſind, nicht mehr Ruͤben auf irthſchaftüch einmal heraus, als ſie etwa in zwei bis drei Wochen fuͤr ihr auf fahrungsare dem Hofe gehaltenes Vieh zu brauchen gedenken, und bringen men Thel d ſie hier unter einen Schuppen ohne weitere Bedeckung auf Hau— aufen auf ir fen. Darin halten ſie ſich eine ſo kurze Zeit hindurch friſch und Einige i⸗ ſaftig, und werden ſie ja vom Froſt beruͤhrt, ſo wirft man ſie Schwan vor dem Gebrauch ein paar Stunden in kaltes Waſſer, wo ſie den der ii wieder aufthauen. Bewahrt man ſie dann noch laͤnger darin, ben, der ſo verderben ſie leicht, und bringt man ſie etwa in die Waͤrme tentheis fi der Viehſchuppen, ſo faulen ſie. ſt, dma Es gibt noch eine Aufbewahrungsart derjenigen Turnips, utter, di ſi die in Daͤmmchen ſtehen, und bis zum Fruͤhjahr aufgehoben wer⸗ rgepfult ni den ſollen, welche ſich durch ihre Einfachheit empfiehlt und den⸗ nüch affä noch den Zweck ziemlich gut erfuͤllt. Man hebt naͤmlich dieſelben hrun ud in den Monaten November und December mit einer zweizinkigen unten e Hacke, einer Art von Karſt, aus der Erde, ſtellt das Produkt etzt u von zwei bis drei Daͤmmchen in der mittelſten Vertiefung auf⸗ ſgeli recht ſo hin, daß jede Ruͤbe mit Erde in Beruͤhrung kommt, gedect. i uurſten zu ſtuhn u , uuch langn wirft dann von beiden Seiten mit einem Pfluge das Erdreich von den daneben hinlaufenden Daͤmmchen uͤber ſie weg und deckt ſie, wenn ſehr ſtrenge Kaͤlte einfallen ſollte noch mit etwas Stroh oder einem andern Streumaterial zu. Auf dieſe Weiſe 1 halten ſich die Turnips vollkommen gut und friſch, leiden ſie auch rerilgt. 7 nicht ſo von den Kraͤhen und Holztauben, die ihnen, wenn ſie z in der gafi 246 b Achtzehntes Kapitel. frei auf dem Felde ſtehen, dann, wenn ihr gewoͤhnliches Futter im Winter knapp wird, ungemein nachſtellen. Das Herausnehmen der Turnips unterbleibt auch dann ſel⸗ ten, wenn ſie auf dem Felde verfuͤttert werden. Es geſchieht ent— weder mit dem oben ſchon erwaͤhnten Karſt, oder auch auf trocke⸗ nem Boden mit dem Pflug. Mit jenem Werkzeug kann ein Mann ſo viel in einem Tage herausheben, als 150— 180 Stuͤck Southdownſchafe in dieſer Zeit verzehren. Die Unkoſten, welche durch das Abſchneiden der Wurzeln und Koͤpfe, durch das Einfahren, Aufſetzen und Zudecken der Ruͤben bei der zuerſt angegebenen Art und Weiſe ihrer Aufbewah— rung verurſacht werden, ſind, ſo bald man auch noch den Ver⸗ luſt fuͤr das Feld mit in Anſchlag bringt, der fuͤr daſſelbe ent⸗ ſteht, wenn ſie nicht darauf verfuͤttert werden, ſo bedeutend, daß es noch ſehr zu bezweifeln iſt, ob ſie im Durchſchnitt nicht mehr betragen, als der Schaden, welchen bisweilen der Froſt anrich— tet. Denn es iſt ein ſehr ſeltner Fall, daß durch denſelben eine ganze Ernte vernichtet wird; ja oftmals iſt die Witterung im Winter ſo mild, daß nicht eine Ruͤbe waͤhrend deſſelben zu Grunde geht. Im Allgemeinen laͤßt ſich daher das Herausnehmen und Aufbewahren einer Turnipsernte nur als ein unvortheilhaftes Ver⸗ fahren anſehen; aber auf feuchtem Boden iſt es nicht zu vermei⸗ den und auf rauh und hochgelegenen Landguͤtern der Sicherheit wegen wohl zu rechtfertigen; man muß es demnach in ſolchen Faͤllen als ein nothwendiges Uebel betrachten. Beenutun g. Die gewoͤhnlichſte Benutzung der Turnips beſteht darin, daß man ſie von den Schafen gleich auf dem Felde, wo ſie gebaut werden, auffreſſen laͤßt; doch werden auch große Quantitaͤten der⸗ ſelben auf den Hof zur Erhaltung des Jungvieh's und der Milch— kuͤhe geſchafft. Im letzterm Falle ſchneidet man die Koͤpfe und Wurzeln auf dem Felde ab, faͤhrt nur die ganzen Ruͤben ein und verkleinert dieſelben auf irgend eine Weiſe, um ſie zu Futter vorzubereiten. Bleiben ſie fuͤr die Schafe auf dem Felde, ſo laͤßt man ſie meiſtens ganz; dabei beißen ſich jedoch nicht ſelten die jungen Thiere ihre neuen Zaͤhne aus, wenn die Ruͤben im Fruͤhjahr zaͤhe wer⸗ den, auch iſt es oft der Fall, daß aͤltere Schafe zum Nachtheil der Heerde dadurch vor der Zeit ſich ihre Zaͤhne abnutzen. Dieſe 4 V V V diſſe ſ Nattite lin nit hr k zwei i 1 engeſe nuf dem Soß in i grit lusfuührun twa in di Es iſ d d ſäner zwe ihkei. Wauf die; Giſchiſt deſen Ir Rardf mit Meſſ drüht, o Schwe eng uns weit nen bekan doß i Er Eim 31 ms am 4 einen zu rung de dem Hin hen der Der En iden alt genderma feſſe ſir 1 da K. ſan vow ſtnede de af nliches Fi aac dann ſe geſchahtir⸗ auch auf wir geug kam ä 0— 1d Si der Wara Zudelken rer Aufbem⸗ noch den g r daſſelhe e edeutend, di itt nicht mi Froſt anrit denſelben ei Witterung i ben zu Gun zwsnehmen w theilhaftesde icht zu vrr⸗ der Sictee ach in ſlit keht dern d „wo ſie g Lantitätet und derJ die Kohſ zen Nübnc n ſie zu Im Fede, ſt l Ilen die junge fuhr zihe we Nalthelde uten. öh Von den Turnips. 247 Nachtheile zu vermeiden werden die herausgehobenen Ruͤben ſehr haͤufig mit einem eignen Inſtrumente, Turnipsſtampfer genannt, zerſtoßen. Es beſteht aus einem Stampfeiſen, das kreuzfoͤrmig aus zwei im rechten Winkel ſich durchſchneidenden Blaͤttern zu⸗ ſammengeſetzt, und an einen Stiel befeſtigt iſt. Damit wird jede auf dem Boden liegende Ruͤbe durch einen kraͤftigen ſenkrechten Stoß in vier Theile zerſpalten. An ſeinem obern Ende befindet ſich gewoͤhnlich eine Gabel, welche den doppelten Zweck hat, die Ausfuͤhrung eines kraͤftigen Stoßes zu erleichtern und die dadurch etwa in die Erde gedruͤckten Ruͤbenſtuͤcke wieder herauszuheben. Es iſt dieſes Stampfeiſen oder Meſſer ein wirkſames Werk⸗ zeug in der Hand eines geuͤbten Mannes, es verlangt aber zu ſeiner zweckmaͤßigen Handhabung nicht wenig Kraft und Geſchick⸗ lichkeit. Da dieſe vereint nicht immer zu finden ſind, iſt man auf die Verfertigung von Maſchinen bedacht geweſen, die das Geſchaͤft erleichtern ſollen, und hat auch ſehr verſchiedenartige zu dieſem Zweck aufgeſtellt. Sie beſtehen in der Regel aus einem Rumpf zur Aufnahme der Ruͤben, vor dem ſich entweder eine mit Meſſern verſehene Scheibe zum Zerkleinern derſelben herum⸗ dreht, oder, wie vor einer Haͤckſellade, ein Meſſer an einem Schwengel befindlich iſt, um daſſelbe zu bewirken. Wir halten uns weiter nicht bei der Beſchreibung dieſer Maſchinen auf, da dieſelben auch ſchon in Deutſchland in den mannichfaltigſten For⸗ men bekannt und vielfach im Gebrauch ſind; wir erwaͤhnen nur, daß in England neuerer Zeit die HH. Ranſome zu Ipswich eine Einrichtung getroffen haben, wodurch dieſe Schneidemaſchine zu dem Behuf der Schaffuͤtterung mit Turnips auf dem Felde ſehr an Zweckmaͤßigkeit gewinnen. Sie haben dieſelbe naͤmlich auf einen zweiraͤdrigen Karren geſetzt, ſo daß ſich die zur Zerkleine— rung der Nuͤben beſtimmte mit Meſſern verſehene Scheibe vor dem Hintertheil des Karrenkaſtens befindet und durch das Umdre— hen der Raͤder bei dem Vorwaͤrtsgehen in Umſchwung geſetzt wird. Der Schneideapparat koſtet 3 Pf. 13 Sh. 6 P. und kann auf jeden alten Karren geſetzt werden. Die Anwendung geſchieht fol⸗ gendermaßen: nachdem die Blaͤtter und Koͤpfe der Turnips abge— freſſen ſind, werden die eigentlichen Ruͤben herausgenommen und in den Karren geworfen, waͤhrend derſelbe durch ein Pferd lang⸗ ſam vorwaͤrts gezogen wird. Die dabei ſich umwendende Scheibe zerſchneidet dieſelben und die Stuͤcke fallen hinten heraus, entwe⸗ der auf dieſelbe Stelle, wo jene gewachſen waren, oder auf jede 248 Achtzehntes Kapitel. beliebige Stelle des Feldes, wohin man mit dem Karren faͤhrt. Die Ruͤben werden auf dieſe Weiſe ſo rein aufgefreſſen, daß auch nicht eine Spur von ihnen uͤbrig bleibt und ohne daß Troͤge dazu noͤthig ſind, nur muß das Feld trocken ſein. Bei ſo zer— kleinerten Ruͤben leiden auch die Zaͤhne der Schafe nicht und ſind noch ganz alte Thiere damit zu maͤſten, welche unzertheilt ſie nicht mehr zu beißen vermoͤchten. Auf feuchten weichen Feldern iſt es jedoch ſehr vortheilhaft zum Verfuͤttern der zerſchnittenen Ruͤben Troͤge anzuwenden und die Einrichtung ſo zu treffen, daß die durch die Maſchine gewonnenen Stuͤckchen gleich in dieſe Fut— tertroͤge fallen. Dies zu erleichtern haben obengenannte HH. Ranſome ſolche Maſchinen mit einem Handkarren in Verbindung gebracht, um ſie mit Leichtigkeit von einem Ort zu dem andern, auf die Stelle, wo das Schneiden geſchehen ſoll, bringen zu koͤnnen. Dieſe Schneidemaſchinen ſind ſo gut gebaut, daß mit ihnen ein Mann und ein Junge bei maͤßiger Thaͤtigkeit in einer Minute einen Buſhel Ruͤben zerkleinern koͤnnen; daher kommen ſie immer mehr in Gebrauch. Werkh. Der Werth eines Ackers Turnips iſt nach Boden, Jahres— witterung, Begehr und Verwendung ſo verſchieden, daß ſich etwas Gewiſſes daruͤber nicht angeben laͤßt. Wenn ſie in der Nachbar— ſchaft großer Staͤdte herausgenommen und dahin zum Verkauf gebracht werden, ſind ſie bisweilen außerordentlich theuer und wird nicht ſelten der Acker Ruͤben von Hoͤkern und Kuhhaltern mit acht bis zehn Guineen und auch wohl mit noch hoͤhern Sum— men bezahlt. Kein Preis, waͤre er auch noch ſo hoch, iſt aber wohl im Stande, den Verluſt an Duͤnger einer Wirthſchaft voll— ſtaͤndig zu erſetzen, den ſie durch ſolchen Verkauf erleidet; denn wenn auch Duͤnger aller Art aus der Stadt wieder mit zuruͤck— genommen wird, ſo entſchaͤdigt dieſes ſchwerlich hinlaͤnglich fuͤr den Abgang an Harn, den die mit Turnips gefuͤtterten Thiere in reichlicher Menge entleeren. 4 Es iſt nichts Ungewoͤhnliches, daß Schaͤfereibeſitzer in Hoͤhe— gegenden, oder ſolche, denen es an Weiden fehlt, einen Theil ihrer Heerden auf den Turnipsfeldern ihrer Nachbarn in niedri⸗ ger und milder gelegenen Fluren erhalten; und wieder Land— wirthe in den Marſchen die ihrigen auf die Grundſtuͤcke ſolcher ———— ſade, d iinn t en fülle gniegen güb bezal ſten fünf imnt ma -20 S Njund R kuuct ift hoden noch dc wh rechen. ter Gewit und die! Naaße ve knom du wohlthai das and ganze ſaftiges lefert, d de Nitt kann man wihſchaft Kartten ſche iſen, daß 8 üne daß Ta n. i ſo ie ericht undſ e unzerthelt weichen hde r zerſchnite zu treffen d in dieſe n genannte) in Verbindy. u dem anden , bringn z baut, daß ni iogkeit in ein daher komme Zoden, Ia daß ſich iei der Nair⸗ mzum Trii ich theuer w und Kuhhati h höhern Em hoch, iſ uür dirthſchaſt ue erledet; d der mit zul⸗ hinlängii erten Thialt jizerin böt⸗ t, eine 3h zan in nidd, wieder Land⸗ dſtück ſolhe Von den Turnips. 249 ſenden, die an den Duͤnen und auf Huͤgelland wohnen, oder einen trocknen Turnipsboden haben. Die Turnips werden in die⸗ ſen Faͤllen entweder ackerweis oder nach der Stuͤckzahl der auf⸗ getriebenen Schafe mit einem feſtgeſetzten woͤchentlichen Fuͤtterungs⸗ preis bezahlt. Dieſer Futterpreis wechſelt nach den Umſtaͤnden zwi— ſchen fuͤnf und acht Shilling von zwanzig Schafen, und gewoͤhnlich nimmt man an, daß ein Acker mittelmaͤßig gutſtehende Turnips 280 — 320 Stuͤck Southdownſchafe eine Woche lang ſaͤttigen koͤnne, 16 Pfund Ruͤben taͤglich auf das Stuͤck gerechnet. Der Ertrag dieſer Frucht iſt zwar in den noͤrdlicheren Gegenden und auf reichem Lehm— boden noch groͤßer; aber im Durchſchnitt kann man denſelben doch wohl nicht hoͤher als zu fuͤnf Pfund Sterling pro Acker be— rechnen. Dadurch allein entſteht freilich dem Erbauer kein direk— ter Gewinn; denn bringt man die Landrente ſowie den Duͤnger und die Kulturkoſten, welche ein ergiebiger Turnipsbau in reichem Maaße verlangt, gehoͤrig in Rechnung, ſo duͤrfte jene Summe kaum zu deren Bezahlung hinreichen. Erwaͤgt man aber die wohlthaͤtigen Wirkungen, die aus der Kultur dieſes Gewaͤchſes, das an der Stelle einer nichts einbringenden Brache ſteht, fuͤr die ganze Wirthſchaft erfolgen, indem daſſelbe eine reichliche Menge ſaftiges Winter- und Fruͤhjahrsfutter fuͤr Schafe und Rindvieh liefert, dadurch zur Erhoͤhung der Fruchtbarkeit viel beitraͤgt und die Mittel zu ergiebigen Heu- und Koͤrnerernten darbietet, ſo kann man die Turnips nur als die Hauptſtuͤtze jeder guten Land⸗ wirthſchaft auf allen den Bodenarten anſehen, die ihnen zuſagen. Neunzehntes Kapitel. Rubſfen. Auf ſolchem Boden, der zu ſtreng fuͤr Turnips iſt, wird haͤufig Ruͤbſen zu Schaffutter angebaut, und es gibt vielleicht keins, das 250 Neunzehntes Kapitel. ſie ſo ſchnell maͤſtet, vorausgeſetzt naͤmlich, daß der Boden kraͤf⸗ lig genug ſei, einen uͤppigen Wuchs deſſelben hervorzubringen. In der Beſchreibung der Wirthſchaft zu Wauldby in Yorkſhire wird erzaͤhlt: Ein Theil des Brachlandes iſt ſeit einigen Jahren immer mit Ruͤbſen, blos fuͤr die Schafe beſaͤet worden in zwoͤlf Zoll von einander entfernten Reihen, wobei jedoch nicht die Pflan— zen ſelbſt in den Reihen, ſondern nur die Zwiſchenraͤume zwiſchen dieſen behackt wurden. Die gebrauchte Saamenmenge iſt 4 Pfund pro Acker. Um eine regel⸗ und gleichmaͤßige Ernaͤhrung der darauf angewieſenen Thiere zu bewirken, geſchieht die Ausſaat deſſelben zu drei verſchiedenen Zeiten von der Mitte Mai's an bis Ende Juni's und drei Monate nach ihr werden die Schafe aufgetrieben. Dadurch wird eine bedeutende Menge des beſten Futters erzielt, gerade zu einer Zeit, wo Mangel daran eintritt, die Friſche der Klee- und Grasl aͤnder abnimmt, die Turnips aber noch nicht brauchbar ſind. Er gibt ein vorzuͤglich gutes Futter fuͤr die abgeſetzten Laͤmmer und fuͤr die jungen achtzehn Monat alten Hammel, die zu der Zeit beinahe fett ſind, und nun das nahrhafteſte Futter noͤthig haben. Das Land wird nach ihm mit Weizen beſaͤet, fuͤr den er eine weit beſſere Vorfrucht iſt, wie die Turnips.— Der Ruͤbſen paßt fuͤr jeden Boden, der nicht arm iſt; waͤchſt jedoch auf Anſchwemmungsboden oder reichem Marſchlande, oder ſolchem, das lange zu Gras gelegen hat, am uͤppigſten. In den Fennen von Lincolnſhire und Cambridge, wo er haͤufig zu Saamen angebaut wird, gibt er nach dem erſten Umbruch oft einen erſtaunenden Erirag, wohl fuͤnf bis ſechs Quarter vom Acker. Wenige Pflanzen ſind ſo unempfindlich gegen den Wit⸗ terungswechſel und leiden ſo wenig von Inſekten, wie der Ruͤb⸗ ſen; wenn daher das Land in gutem Zuſtand ſich befindet und an der Beſtellung nichts verſaͤumt wird, mißraͤth er hoͤchſt ſelten; doch oibt er auf einem armen Boden weder viel noch gutes Fut⸗ ter. Je uͤppiger er ſteht, deſto lieber freſſen ihn die Schafe und deſto eher werden ſie von ihm fett. Seine Nahrungsfaͤhigkeit ſcheint vornehmlich in dem Mark enthalten zu ſein, an dem ſein Stengel reich iſt; denn ſie geben dieſem den Vorzug vor den Blaͤttern, und wenn er zu dicht und duͤrftig ſteht, nur kleine rothe Blaͤtter und harte holzige Stengel bringt, iſt er den Scha— 8 weder angenehm noch gedeihlich. Gewoͤhnlich wird der Ruͤbſen im Juni breitwuͤrfig auf eine Brate h dbenlſin, Prrtejedo täunde t er gr dabei atſern uh ſeine taber au in Auguſ ton bom 4 Aäas Tur nt wedde nachher an geſact um wer zu er ting; r ktäfügen Blumento Feruſalem zelliges S ſehr glück V da én dudäünun undſ ſunßi gbrrtte auch nuh Magl a9 8 wotden in zii nict de Me nraͤume zuſtt nge iſ lhhn Ernäͤhrunp u⸗ ht die Auis litte Maizn den die Ehn nge des hii daran eini e Turnips aih h gutes Fun htzehn Mon⸗ urd von d nach ihm n. ich iſt, wi nicht arit eim Marſted am Phiife 1 , wo d ſi en Uniett 1 ) Quarter de gegen— „wie der R ſc bi befindet er höchſt ſtn noch guton die Shun 1 ahrunge ſünn 1 n, an dnſ Votz 9g! Hor d nht, nur kli ſ er den Shr wrſig du Vom Nuͤbſen. 251 Brache geſaͤet, drei Quart pro Acker und dann ſeinem Schickſal uͤberlaſſen, ohne weiter etwas an ihm zu thun; die beſſeren Wirthe jedoch drillen ihn in zwoͤlf bis ſiebenundzwanzig Zoll von einandert entfernten Reihen, und behacken ihn ſorgfaͤltig, die Pflan⸗ zen dabei ſo verdunnend, daß ſie ſechs bis zwoͤlf Zoll von einan— der entfernt ſtehen. Auf dieſe Weiſe waͤchſt er kraͤftiger und wird durch ſeinen Anbau der Zweck der Brache eher erreicht. Wenn er aber auch wirklich ein vortreffliches Schaffutter in den Mona⸗ ten Auguſt, September und October gibt, ſo iſt der Ertrag da⸗ von vom Acker doch kaum ſo hoch anzunehmen, wie der eines Ackers Turnips, ſelbſt in dieſen Monaten; auch muß er abgehuͤ⸗ tet werden, wenn er in ſeiner vollſten Kraft iſt, weil er bald nachher an Futterwerth verliert. Er wird auch haͤufig im Auguſt geſaͤet um ein zeitiges Fruͤhjahrsfutter fuͤr Mutterſchafe und Laͤm— mer zu erlangen; ſein Ertrag iſt jedoch in dieſem Fall nur ge⸗ ring; er tritt zu ſchnell in die Bluͤthe und treibt keine recht kraͤftigen Schoͤßlinge. Er ſcheint zu dieſem Behuf der Art von Blumenkohl nachzuſtehen, den die Gaͤrtner unter dem Namen Jeruſalemskohl anbauen und mit dem kleine Verſuche, ihn als zeitiges Schaffuttter zu benutzen, gemacht worden ſind, die einen ſehr gluͤcklichen Erfolg gehabt haben. Zwanzigſtes Kapitel. Von den Runkelruͤben. Der Anbau der Runkelruͤben hat in England noch keine große Ausdehnung gefunden, obgleich dieſes Gewaͤchs ſchon vor etlichen und funfzig Jahren durch den Dr. Lettſon aus Deutſchland dahin gebracht worden war unter dem Namen Mangelwurzel, den es auch noch daſelbſt fuͤhrt. Der Einbringer nahm Mangold und Mangel fuͤr gleichbedeutend, und dies gab zu dieſem fehlerhaften 252 Zwanzigſtes Kapitel. Namen Veranlaſſung; wie ſchon Thaer in ſeiner engliſchen Land⸗ wirthſchaft erzaͤhlt. Sonderbarer Weiſe ſcheinen nun umgekehrt deutſche Landwirthſchaftliche Schriftſteller, wenn ſie bei einem engliſchen einmal das Wort Mangoldwurzel richtig ſtatt Mangel— wurzel geſchrieben leſen, zu vergeſſen, daß dies nichts anders iſt, als unſre Runkel, die zu dem Mangoldgeſchlecht(Beta) gehoͤrt. Daraus nehmen ſie dann Veranlaſſung, ſo daruͤber zu ſprechen, daß man glauben ſollte, die Englaͤnder bauten auch noch eine andere Art Mangold an. Dieſe ſetzen die Runkeln ihren Turnips vornehmlich deshalb nach, weil ſie einen beſſeren, tiefgruͤndigeren Bo⸗ den und eine zeitigere Beſtellung verlangen, weil ſie ferner zu ihrem beſten Gedeihen ein waͤrmeres und trockneres Klima noͤthig haben, als Nord⸗England bietet, und keinen Froſt vertragen koͤnnen, daher im Herbſt aus der Erde genommen und den Winter hindurch ſorgfaͤltig aufbewahrt werden muͤſſen, dadurch aber mehr Muͤhe und Koſten verurſachen. Auch will man bemerkt haben, daß ſie minder gut fuͤttern, doch widerſprechen dieſem auch wieder andere deshalb angeſtellte Verſuche. Dennoch findet man ſie nicht ganz ſelten angebaut, und beweiſen vornehmlich einzelne Landwirthe eine nicht geringe Vorliebe fuͤr dieſelben, die Meinung aufſtellend, daß es gut ſei, zwiſchen Turnips und Runkeln einen Wechſel auf dem Acker eintreten zu laſſen. Man waͤhlt von letzteren gewoͤhn— lich die große, runde, fleiſchrothe Abart; doch ſind ganz in neueſter Zeit, wo man ſie auch auf Zucker, jedoch noch nicht mit Erfolg, zu benutzen angefangen, auch Verſuche mit dem Anbau der wei— ßen Zuckerrunkeln gemacht worden. Man haͤlt mit Recht einen reichen, trocknen tiefgruͤndigen Lehmboden fuͤr den ihnen am meiſten zuſagenden, und verfaͤhrt bei ihrer Beſtellung in der Hauptſache ganz ſo, wie bei der der ſchwediſchen Turnips, nur daß man noch tiefer zu ihnen zu pfluͤgen ſucht, faſt noch reichlicher Duͤnger, und zwar am liebſten ſchon im Herbſte noch nicht ſehr verrotteten Miſt, aufßbringt, dieſen aber nicht unter die Saatreihen legt, ſon— dern durch mehrmaliges Pfluͤgen mit der ganzen Ackerkrume mengt; daß man ferner die Ausſaat noch eher zu bewirken ſich bemuͤht und den Saamen nicht in Reihen ſaͤet, ſondern darin einzeln in einer Entfernung von zwoͤlf Zollen einlegt, dibbelt. Das Ver— pflanzen aus eigenen Saamenbeeten auf das Feld, kommt nur ausnahmsweiſe vor, vornehmlich um etwa entſtehende Luͤcken auf dem beſtellten Acker auszufuͤllen. Die uͤbrige Behandlung, das Verduͤnnen der Pflanzen, das indeſſen bei den Runkeln noch un⸗ — glc rnr u w der En da triichts ii inige udm Tun Futerwert Nach tag vom ſhwedichen Baicten d Fatterwent nich wit render al gn in di In e da u d. er jdoch gefüttent 1835 0. Jan. W Apri Waten ſic — der ſich! Wutung Käͤufer de In naͤmlch eine blas Die erſe ſehends, Durchfal vo man a R Nich ehähten und Butt dinſigſe Na owohl Von den Runkelruͤben. 253 ſaglſchn da gleich mehr Sorgfalt erfordert, das Behacken ꝛc. weicht in nichts un ungeit von der der Turnips, namentlich der ſchwediſchen, ab; nur die ſe bi ein Ernte der Runkeln muß eher erfolgen. Uebrigens erfahren wir ig tin Nun gar nichts Neues oder Beſonderes uͤber deren Anbau. Dagegen nichts ander ſind einige Bemerkungen uͤber ihren Ertrag und ihr Verhaͤltniß t(Beu) gat zu den Turnips, ſo wie die Reſultate einiger Verſuche uͤber ihren über zu ſgit Futterwerth recht intereſſant. auch noch Nach Drummonds landwirthſchaftlichem Muſeum iſt der Er⸗ n ihren dur⸗ trag vom Acker und deſſen Futterwerth bei den Runkeln und der rundigeren! ſchwediſchen Turnips oder der Rutabaga ziemlich gleich. In den ferner zu in Berichten der Doncaſter-Geſellſchaft wird jedoch der Ertrag und a nothig gut Futterwerth der Runkeln ⅛ hoͤher angeſetzt; dies ſtimmt aber en können d nicht mit Sinclairs Verſuchen uͤberein, nach denen ſie wohl naͤh— Vinter jidut render als die gewoͤhnlichen Turnips ſind, den ſchwediſchen dage— er mehr M gen in dieſer Hinſicht nachſtehen. haben, daß In einigem Widerſpruch damit verſichert Hr. Andrew How⸗ wieder and den zu Lowhead in Oſt Lothian, daß er Rindvieh, deſſen Raſſe ſie rich i er jedoch nicht angibt, mit Kartoffeln, Rutabaga und Runkeln Ane Landrit gefuͤttert, und folgendes Reſultat erhalten habe: nung auffle 2 Stuͤck Nr. 1. 2 Stuͤck Nr. 2. 2 Stuͤck Nr. 3. inen Wechll 1832. Kartoffelfuͤtterung. Rutabaga. Runkeln. ſletteren guir 30. Jan. Umfang 10 Fuß 8 Zoll. 10 Fuß 5 Zoll. 10 F. 4 3. ganz inni 30. April ⸗ 41 ⸗6 ⸗ 11 23 ⸗ 11 ⸗ 3⸗ ict mit Zeigten ſich hier auch dieſe Erdgewaͤchſe ziemlich gleich in ihrer Anbau ur Wirkung auf Fleiſchzunahme, ſo war doch zu bemerken, daß die mit Rchti Kaͤufer den mit Rutabaga gefuͤtterten Thieren den Vorzug gaben. ihnen an ni Im Farmers Magazin wird eines andern Verſuches gedacht, der Hubit der ſich noch unguͤnſtiger fuͤr die Runkeln bewaͤhrte. Es wurden d 4 7 naͤmlich drei Kuͤhe ausgewaͤhlt und davon eine blos mit Moͤhren, 4 de We eine blos mit Kopfkohl und die dritte blos mit Runkeln gefuͤttert. hliha ont Die erſten beiden wurden bald fett und beſſerten ſich taͤglich zu— ſehr Vu ſehends, die mit Runkeln gefuͤtterte aber war fortwaͤhrend zum reihen lie Durchfall geneigt und nahm nicht zu. Ein aͤhnlicher Verſuch, cerktume wo man die genannten Futtergewaͤchſe in maͤßigen Quantitaͤten tken 5 an Milchkuͤhe verabreichte, fiel nicht beſſer aus. Die Runkeln drn ich erhoͤhten weder die Menge, noch den Wohlgeſchmack der Milch bel wu r und Butter, waͤhrend Kohl und Moͤhren in dieſer Hinſicht ſehr ed ai guͤnſtig ſich erwieſen. ſad dunn Nicht damit uͤbereinſtimmend ſpricht ſich der Lord Spencer baiah ſowohl in den Verhandlungen der Hochlandsgeſellſchaft, wie in mkeln noch 254 Zwanzigſtes Kapitel. einem Schreiben an den Verf. uͤber dieſen Gegenſtand aus. Der⸗ ſelbe ließ mehre Verſuche dieſer Art unter ſeinen Augen machen und berichtet daruͤber folgendes: „Zu Weihnachten ſtellte ich zwei Durhamſtiere auf, von de⸗ nen der eine ſchwediſche Turnips, der andere Runkeln zu ſeinem Hauptfutter bekam. Im erſten Monat konſumirte: Nro. 1. 1624 Pfund ſchwediſche Turnips und nahm an Ge⸗ wicht zu 34 Pfund. Nro. 2. 1848 Pfund Runkeln und nahm zu 52 Pfund. Im zweiten Monate verzehrten nun Nro. 1. 1834 Pfund Runkeln und nahm zu 32 Pfund. Nro. 2. 1880 Pfund ſchwediſche Turnips und nahm nur zu 14 Pfund. Im dritten Monat verzehrte Nro. 1. 1792 Pfund Runkeln und nahm zu 50 Pfund. Nro. 2. ebenfalls 1792 Pfund Runkeln und nahm zu 31 Pf. Bei der Vergleichung der Gewichtszunahme beider Thiere er⸗ ſcheint bemerkenswerth, daß der Ochſe Nro. 2. im zweiten Monat, wo er von Runkeln auf ſchwediſche Turnips geſetzt wurde, kaum merklich ſein Gewicht vermehrte, im dritten Monat dagegen, wo er wieder Runkeln erhielt, aufs Neue zunahm. 4 „Im folgenden Jahre unternahm ich einen aͤhnlichen Verſuch mit einem einzelnen Thiere, der ein vom obigen nicht ſehr ab- weichendes Reſultat lieferte, Specielles vermag ich jedoch in die— ſem Augenblick nicht daruͤber anzugeben.“ Dieſe ſich ſo widerſprechenden Reſultate der Fuͤtterung mit Runkeln, ſagt unſer Verf., muͤſſen Verwunderung erregen, koͤn⸗ nen eber auch als ein neuer Beweis gelten, daß man nur mit der groͤßten Vorſicht aus einzelnen Thatſachen poſitive Folgerun⸗ gen zu ziehen unternehmen duͤrfe. Dabei machen wir darauf auf⸗ merkſam, daß die deutſchen landwirthſchaftlichen Schriftſteller, die den Runkeln einen großen Futterwerth beilegen und gewoͤhnlich 46 Pfund von ihnen 10 Pfund Heu in dieſer Hinſicht gleich ſetzen, niemals einen Fall erwaͤhnen, wo man das Vieh ganz al— lein damit gefuͤttert habe; immer nehmen ſie an, daß Heu, Stroh und andere Erdgewaͤchſe daneben gegeben werden, und die Run— keln nie mehr, als hoͤchſtens zwei Drittheile der ganzen Futter⸗ quantitaͤt ausmachen.“ Hinſichtlich ihrer Einwirkung auf die Erſchoͤpfung des Bo⸗ dn ſn hit D Fräbau Facen ar iben bef gelcren, und acht, Der en Wert ſch daril den Glüe fernet de lieſen, Stelle d dient die unſerer G Vorzüge kürzich 1) E — zie 9) E 9) E. 9 6 E A b mn Da ind aus. 1 n lugen mit in ai, ung unkeln z ſtr d nahm a 2 Pfund. 2 Pfund. ) nahm nu Pfund. hhm zu 31 der Thiere zweiten M. t wurde, ku nat daghge, z—nlichen Vit nicht ſint h jedoch in r Fütterm i errege, sß man unt oſitive Folhr wir darafft zchrifſteln und genie Hinüidi 3 Lif g d ß Heu Sm „und die Iw t⸗ ganzen olli pfung de⸗ 12 Von den Runkelruͤben. 255 dens ſind die Meinungen unter den engliſchen Landwirthen ge⸗ theilt. Die Landwirthſchaftsgeſellſchaft zu Doncaſter, die dem Runkelbau große Aufmerkſamkeit ſchenkt, ſtellte in Bezug darauf Fragen an ihre Mitglieder und unter den Beantwortungen der⸗ ſelben befinden ſich ſechs, welche die Runkeln fuͤr ſehr erſchoͤpfend erklaͤren, zwei, die ihnen eine maͤßige Erſchoͤpfung zuſchreiben und acht, die dieſe als ganz gering ausgeben. Der von genannter Geſellſchaft zur Erforſchung des wah⸗ ren Werths der Runkeln fuͤr den Ackerbau gebildete Komite ſpricht ſich daruͤber folgendermaßen aus:„In Betracht, daß es bei je— dem Gute Land gibt, welches ſich nicht fuͤr Turnips eignet, daß ferner die Runkeln bei derſelben Duͤngermenge eine groͤßere Maſſe liefern, und daß fuͤr jeden Boden ein Wechſel in den an die Stelle der Brache anzubauenden Gewaͤchſen vortheilhaft iſt, ver⸗ dient die Aufnahme des Runkelbau's in allen Ackerwirthſchaften unſerer Gegend gewiß nachdruͤcklich empfohlen zu werden. Die Vorzuͤge dieſes Gewaͤchſes im Vergleich mit Turnips beſtehen kuͤrzlich in folgenden: 1) Es iſt ſichrer im Anbau; kein Erdfloh oder anderes Unge⸗ ziefer ſchadet ihm merklich. 2) Es liefert ein groͤßres Gewicht von gleicher Flaͤche. 3) Es raͤumt das Land fruͤher. 4) Es gewaͤhrt ein beſſres Fruͤhlingsfutter. 5) Es fuͤhrt einen dem Boden zuſagenden Wechſel in den Brachfruͤchten herbei, wenn derſelbe der Turnips muͤde iſt, und waͤchſt auf Boden, wo dieſe nicht gedeihen. Dagegen laͤßt ſich zu Gunſten der ſchwediſchen Turnips ſagen: 1) Das Jaͤten und Vereinzeln derſelben verurſacht weniger Muͤhe und Koſten. 2) Sie verſtatten im Fruͤhjahre eine laͤngere Zeit zur Vorberei⸗ tung des Landes. 3) Die nach ihnen folgende Frucht gedeiht beſſer. 4) Sie geben vielleicht ein beſſres Viehfutter, wenn ſie allein dazu verwendet werden. Die letzten beiden Punkte ſind jedoch nicht voͤllig beſtaͤtigt, werden mehr von Einzelnen vermuthet. 256 Zwanzigſtes Kapitel. b Einundzwanzigſtes Kapitel. VBVom Kohl. Es gibt in England eine faſt zahlloſe Menge von Abarten dieſes Gewaͤchſes, die aber groͤßentheils nur in den Gaͤrten angebaut werden; auf dem Acker zur Unterhaltung des Vieh's erzielt man in der Regel nur folgende: den Yorker, den großen ſchottiſchen, den ochſenkoͤpfigen, und den Trommelkohl, welche ſaͤmmtlich Haͤupter von 10— 20 Pfund, nicht ſelten ſogar von mehr als 30 Pfund Schwere liefern. Man pflanzt dieſe Sorten deshalb am haͤufigſten, weil man durchaus in der Meinung ſteht, ſie eig— nen ſich am beſten fuͤr den Feldbau; doch duͤrfte eine andere Ab⸗ art, der Zuckerhutfoͤrmige, in vielen Faͤllen den Vorzug verdienen. Wenn er auch kleinere, ſelten uͤber 5— 7 Pfund ſchwere Haͤup— ter liefert, ſo begnuͤgt er ſich dafuͤr mit geringerem Boden, iſt haͤrter, feſter und nahrhafter; auch wird das geringere Gewicht ſeiner Koͤpfe zum großen Theil dadurch erſetzt, daß er dichter ge⸗ pflanzt werden kann und darhah eine groͤßere Anzahl von gleicher Flaͤche liefert. Der Kohl verlangt einen tiefen Thonboden der reichſten Art, der etwas feucht oder in Niederungen liegt. Das zu ihm be— ſtuünmte Land muß uͤberdies noch ſehr ſtark geduͤngt werden, ent— weder mit wohlverrottetem Miſte oder mit einem Kompoſt der beſten Art; begießt man dann noch ſpaͤterhin die Pflanzen mit Jauche oder Pfuhl, ſo wird deren Ertrag nicht wenig geſteigert. Reiner Rindpiehmiſt ſagt dieſem Gewaͤchs am beſten zu. Auf Boden der angegebenen Beſchaffenheit, oder auf einem feuchten, ſandigen, durch Duͤnger ſehr bereicherten Lehmboden liefert er uͤberaus reich⸗ liche Ernten von vortrefflichen Futter und gewaͤhrt er mehr Vor⸗ theil, als Turnips; er iſt aber ein ſehr ausſaugendes, vielen Zu⸗ faͤllen unterworfenes Gewaͤchs, das nur in feuchtwarmen Jahr⸗ gaͤngen ganz vollkommen gedeiht. Deshalb wird es nicht ſehr hüud I Ni dis F gevun ine nt darin enünke ſ an Bode ulnde die Die ſche der V im, und enandet i da faut ſſ V Blibt e vorletzten V ſo ſtreut: und übed Maanzen. weiſe, g kommen u nothie tu denen nd die n zuf denſelt dn de Herbſtfat früter, u ſoll erſt in nommen. (Ende 3 fahr zu Saamen llanzen ftr einen R ot, m das dar um fühn me von dm I apitel. Twarten din aͤrten angtu eh's erzitt wm hen ſchollitt eiche ſaämmi von mehr Sorten den g ſteht, ſen ane ander orzug dihin ſchwen hit⸗ rem Banſi ringere bni aß er dicin zahl von git er reihſte das zu in ngt wedn hem Konof, anzen nie ſteigat dn Auf Beade ctan ſnin er uͤberaus n ter nehr I- de,, bielen â tvormen Ji dz richt ſ Vom Kohl. 257 haͤufig und ſelten in einem großen Maaßſtabe angebaut, ob es gleich Froſt und Schnee ſehr gut vertragen kann. Die ihm vor⸗ geworfene große Erſchoͤpfung des Bodens hat gewiß ihren Grund mit darin, daß man gewoͤhnlich die Koͤpfe abſchneidet und die Struͤnke ſtehn laͤßt, dieſe aber neu wieder ausſchlagen, auf Koſten der Bodenkraft; zoͤge man gleich die ganzen Pflanzen aus, ſo wuͤrde dieſe Erſcheinung gewiß in geringerem Grade ſtatt finden. Die Vorbereitung des Bodens zu Kohl gleicht in der Haupt⸗ ſache der zu den Turnips; nur pfluͤgt man gern noch tiefer zu ihm, und laͤßt, um dies zu bewirken, haͤufig zwei Pfluͤge hinter⸗ einander in einer Furche gehen. Auch iſt es nicht ungewoͤhnlich, das dazu beſtimmte Land, welches meiſtens ſchwer und etwas feucht iſt, in Daͤmmchen von 2½— 3 Fuß Breite zu legen. Bleibt es platt liegen, ſo wird der Duͤnger gewoͤhnlich mit der vorletzten Furche untergepfluͤgt, legt man es aber in Daͤmmchen, ſo ſtreut man ihn in die zwiſchen ihnen befindlichen Vertiefungen und uͤberdeckt ihn durch das Zerſpalten jener unmittelbar vor dem Pflanzen. Der Kohl wird naͤmlich ſehr ſelten, nur ausnahms⸗ weiſe, gleich auf die Stelle geſaͤet, wo er zu ſeiner Ausbildung kommen ſoll; in der Regel verpflanzt man ihn, und zieht die da— zu noͤthigen Pflanzen auf eignen gut bearbeiteten Saamenbeeten, zu denen man ein kraͤftiges Stuͤck Land in geſchuͤtzter Lage waͤhlt, und die man gemeiniglich vier Fuß breit macht. Die Ausſaat auf denſelben erfolgt im Verhaͤltniß zu der Zeit, wo man von dem zu erzielenden Produkt Gebrauch machen will. Iſt es zu Herbſtfutter beſtimmt, ſo ſaͤct man zu Michaelis, oder lieber noch fruͤher, und beſchickt zeitig im naͤchſten Fruͤhling das Verpflanzen; ſoll es aber zur Winterfuͤtterung dienen, ſo wird der Saamen erſt im Maͤrz ausgeſtreut und das Verpflanzen im Juni vorge— nommen. Die meiſten Landwirthe beſorgen dieſes vom April bis Ende Juni's, um immer friſches Futter zu haben, und nicht Ge— fahr zu laufen, daß die zu lange ſtehn bleibenden Pflanzen in Saamen ſchoſſen. Der April und Mai ſind jedoch die zum Ver⸗ pflanzen vorzugsweiſe verwendeten Monate. Um Pflanzen genug fuͤr einen Acker Land zu erzeugen iſt ½¼ Pfund Saamen, ſobald er gut, mehr als hinreichend. Das Verpflanzen erheiſcht große Sorgfalt und ſollte daher, nur von ſorgſamen und in der Gaͤrtnerei geuͤbten Perſonen voll— fuͤhrt werden. Gut iſt es, die Pflanzen vorher in eine Mengung von Lehm, Kuhmiſt und Waſſer oder Jauche einzutauchen, und II. 8 17 258 Einundzwanzigſtes Kapitel. bei dem Verſetzen anzugießen, dieſes auch wohl, wenn Trockenheit eintritt, nochmals zu wiederholen, damit durch abſterbende Pflan— zen keine Luͤcken entſtehen, die jedenfalls durch neueingeſetzte wie⸗ der auszufuͤllen ſind. Die gewoͤhnlichſte Entfernung, in welcher die Pflanzen in den Reihen von einander geſetzt werden, iſt die, welche man dieſen in der Regel ſelbſt gibt, naͤmlich 2½— 3 Fuß. Wir meinen, daß letzteres die geringſte ſei, welche bei den groͤ⸗ ßeren Sorten ſtatt finden ſollte; es kommen dann ungefaͤhr 4800 Stuͤck auf den Acker. Manche nehmen das Verpflanzen im Quin⸗ cnur vor, um jeder einzelnen Staude den Genuß der Luft im vollem Maaße genießen zu laſſen. Es duͤrfte dieſes jedoch nicht empfehlungswerth ſein, weil dadurch das Behacken und Behaͤu— feln in doppelter Richtung, in die Laͤnge und queruͤber, verhin— dert wird. Letzteres,(das Behaͤufeln) nimmt man gern zweimal vor, das erſte Mal drei Wochen nach dem Pflanzen und das zweite Mal etwa einen Monat ſpaͤter. Will man dieſes Bearbei⸗ ten in doppelter Richtung bei den Pflanzen im Quincnurx ebenfalls ausfuͤhren, ſo muß das Feld eben gelegt werden, damit man mit den Pferdehacken ſchraͤg uͤber daſſelbe wegziehen koͤnne. Es iſt, wie bereits geſagt, nichts Seltenes, daß einzelne Kohlſtauden ein Gewicht von vierzig Pfund erreichen, wenn wir aber auch nur jede einzelne zu 20 Pfunden veranſchlagen, ſo gaͤbe dies, auf jede einen Quadratyard Raum gerechnet, vom Acker ſchon drei und vierzig Tonnen; man nimmt indeſſen nur dreißig Ton⸗ nen als Durchſchnittsertrag vom Acker an, und ſchon dies duͤrfte nur in den guͤnſtigſten Verhaͤltniſſen zu erwarten ſein. Die Land⸗ wirthe, welche einen zur Erzeugung dieſes Gewaͤchſes paſſenden Boden haben, ſchaͤtzen daſſelbe ſehr, weil es bei Froſtwetter mit Vortheil an die Stelle der Turnips zu ſetzen iſt, uͤberhaupt eine ſehr guͤnſtige Futterabwechſelung moͤglich macht, weil es ferner vom Rindvieh ungemein geliebt wird, und mit einem Zuſatz von gutem Heu ein ganz vorzuͤgliches Milchfutter gibt. Die Schweine geben dem Kohl den Vorzug vor Turnips, und zur Auferziehung der Kaͤlber, ſo wie zum Fuͤttern alter zahnloſer Schafe iſt er ganz beſonders geeignet. Ein Acker guter Kohl wird daͤher gewoͤhnlich 1 ½ Acker, von manchen ſogar zwei Acker Turnips gleich geſchaͤtzt, dabei darf man aber nicht vergeſſen, daß er ekler iſt hinſichtlich des Bodens, mehr Duͤnger verlangt und das Land mehr erſchoͤpft, ſein Reinertrag und Nutzen fuͤr die Wirthſchaft demnach nicht ſo hoch zu veranſchlagen ſind. Man will uͤbrigens gefunden haben, daß d ribs ſh geyin wi Det fte, im Vie „ Af dieſ jigt er dusgezog dder, wi V de Kar entweder Nordame leigh ſie Irland liſche T dieſer Jahrel Shakſpe Let the ich auf temaß d vnd Gel d van die bane auj di dam Von den Kartoffeln. 259 denn Twodhe V daß der Futterwerth des Kohls, zu dem der gewoͤhnlichen Tur⸗ ſtadede nips ſich verhalte, wie 80 zu 107 ½, zu dem der Rutabaga da⸗ nageingſette gegen wie 117 ½ zu 110; er jene alſo uͤbertreffe, dieſen nachſtehe. mung, in ni Der Kohl wird niemals auf dem Felde, wo er ſtand, ver— t werda, ſj fuͤttert, ſondern gewoͤhnlich davon weggefahren und taͤglich friſch lich 21—i dem Vieh vorgelegt, entweder im Hofe oder auf Grasplaͤtzen. iche b un Auf dieſe Weiſe dauert er vom Spaͤtherbſt an bis Ende Maͤrz; n ungeſäh g zeigt er jedoch die Neigung in Saamen zu gehen, ſo muß er her— flanzen in d ausgezogen und entweder auf ein trocknes Weideſtuͤck geworfen, duß der Li oder, wie die ſchwediſchen Turnips, in Haufen geſetzt werden. jeſes jedoch ken und Bat querüber, nt an gern zwem flanzen und dieſes Bet inanuz ben Zweiundzwanzigſtes Kapitel. dawit want anne. hes, daß eni eichen, wmn Von den Kartoffeln. nſchlagen, „vom Atat— nur dreig Die Kartoffeln kamen nach England im ſechzehnten Jahrhundert, ſchon dei entweder direkt aus ihrem Vaterlande Chile und Peru, oder aus ſiin. A Nordamerika. Gewoͤhnlich nimmt man an, daß Sir Walter Ra⸗ vichſt trſe leigh ſie bei ſeiner Ruͤckkehr aus Amerika im Jahre 1586 nach ii oſin⸗ Irland gebracht habe, ihrer ſchriftlich gedenkt jedoch erſt der eng— liſche Botaniker Gerard, welcher erzaͤhlt, daß einige Exemplare dieſer Pflanze aus Virginien geſendet worden ſeien, die er im Jahre 1597 in ſeinem Garten gepflanzt habe. Die Stelle in ſt, überhaune t, weil d inem Julch— 7 ann zue Shakſpeare's luſtigen Weibern von Windſor Akt 5. Scene 4. tt Als Let tbe Skye rain patatoes and hail kissing-comfits, die gewoͤhn⸗ zur Auffee Iu e peg lich auf unſere jetzigen Kartoffeln bezogen, auch von Schlegel dem Schaff uuſs gemaͤß uͤberſetzt wird.(Nun mag der Himmel Kartoffeln regnen dha ne und Gewuͤrznelken— eigentlich Konfekt— hageln ꝛc.) und aus p gii e der man hat abnehmen wollen, daß ſchon damals 1599— 1600, klr i ſnan die Kartoffeln eine beliebte Speiſe geweſen, bezieht ſich keineswegs dachr erſi auf dieſe Frucht, ſondern auf eine Battate(convulvulus batatas) ennach 34 deren Knollen zu jener Zeit haͤufig auf den engliſchen Maͤrkten geunden 17* 1 260 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. als eine Leckerei verkauft, wahrſcheinlich aus Spanien dahin ge— bracht und deshalb ſpaniſche ſuͤße Patate(Spanish Swcet patato) genannt wurden. Da in England ſpaͤterhin die Kartoffeln den⸗ ſelben Namen— patatoes— erhielten, iſt jener Irrthum ent⸗ ſtanden. Ob man gleich die Kartoffeln, nachdem ſie mehr bekannt worden, fuͤr eine große Delikateſſe hielt und ſie als eine beſon— ders kraͤftigendes Nahrungsmittel anſah, ſo kamen ſie doch wieder in Mißkredit und es dehnte ſich daher ihr Anbau, ſelbſt in den Gaͤrten, nur langſam aus; erſt nach langer Zeit wurde derſelbe auch auf dem Acker ausgeuͤbt; jetzt aber betrachtet man ſie, trotz mancher dagegen verſuchter Einwuͤrfe, wohl faſt allgemein, als ein beſonders wohlthaͤtiges Geſchenk des Himmels und als die wichtigſte Feldfrxucht naͤchſt dem Getreide, weil ſie nicht nur Men— ſchen und Vieh eine geſunde Nahrung verleihen, ſondern auch in allen Theilen des vereinten Koͤnigreichs leicht zu erziehen ſind. Arten und Boden. Es ſind nun nach und nach ſo viele Varietaͤten dieſer Frucht in Großbritannien entſtanden und bilden ſich durch die Liebhaberei der Englaͤnder an dergleichen Produktionen, noch immer ſo viele neue, daß es kaum moͤglich ſein wuͤrde, ſie ſaͤmmtlich zu nennen, noch weniger ſie zu beſchreiben. Sie unterſcheiden ſich nicht nur durch ihre Blaͤtter, Stengel und Bluͤthen, ſondern hauptſaͤchlich durch die Farbe(bald gelb, bald roth, bald blau, bald ſchwarz, bald weiß, bald gefleckt eꝛc.), Form(bald rund, bald lang, bald eifoͤrmig, bald narbig ꝛc.) und Reifezeit ihrer Knollen, ſo wie durch die Beſchaffenheit ihrer Schale, die bald glatt, bald rauh, bald dick, bald duͤnn iſt, und durch die ihres Fleiſches, deſſen Haͤrte, Mehlhaltigkeit und Schmackhaftigkeit vielfaͤltig ſich abaͤn— dern. Oft ſind jedoch die Unterſchiede der verſchieden benannten Kartoffeln ſo unerheblich, daß ſie kaum zu erkennen ſind; wir unterlaſſen daher eine naͤhere Beſchreibung der verſchiedenen eng— liſchen Sorten von Kartoffeln um ſo lieber, da dieſelbe Erſchei— nung ſich bekanntermaßen auch in Deutſchland wiederholt und es vielleicht bei uns deren nicht weniger gibt als dort; nur einige der dort beliebteſten und geprieſenſten Sorten, die man auch zum Theil ſchon bei uns kennt, wollen wir, der Sonderbarkeit und Vollſtaͤndigkeit wegen, nennen. Die Nierenkartoffel, die wieder in nudh vorfonme derr iler nign amrurſtre di ſhot .ddr Kup ft die⸗ tottreffle Corte, d vid, ſie mgywän die ale gben di widd jäͤ Daſſelbe gdeht, Munſtai V land'ſche dee wihr lih belie nen Geſe V gelten vor her Beha ndgeſel angeſtelt dem End Die V Dpyd Da 1 1 Diee D ie Drinz ··— )N Wantter befträtn 1 veniins ſcent i men; ftu Von den Kartoffeln. 261 nien..—,. in mancherlei Varietaͤten, in verſchiedener Groͤße und Faͤrbung t Kattfän h vorkommen, werden im Ganzen vorzuͤglich geſchaͤtzt, verlangen tr In zifhn aber einen guten Boden und geben in einem geringen nur einen thum a 6” maͤßigen Ertrag. Die Kumberlaͤndſche, die Lancaſhirer weiße und d uei purpurſtreifige ſind fruͤhzeitige, große, reichlichtragende Sorten. — deſ dir Die ſchottiſche braune, das Fiſchauge(Pink- eye) die goldbraune e als eimt oder Kupfernaſe ſind zwar nicht ſehr tragbar, aber fruͤhzeitig und R ſie doh n fuͤr die Tafel vorzuͤglich geſchaͤtzt. Die Pertſhirer rothe iſt eine au, ſebſtin vortreffliche ſpaͤte in jener Grafſchaft in großer Menge angebaute t wunde di Sorte, die einzige, die von dort nach London zu Markte gebracht t mn ſie ⸗ wird, ſie haͤlt ſich ſehr gut, hat einen feinen Geſchmack und gibt allgemein, ungemein reichlich. Die Wellington-, die Trauben- die Sieger-, 15 und as! die edle Ochſen- und die rothe und weiße Surinamſche Kartoffel nicht axNa geben die groͤßte Menge von Viehfutter; die edle Ochſenkartoffel ſondern auh; wird jedoch leicht hohl inwendig und iſt nur ein ſchlechtes Futter. tziehen find. Daſſelbe gibt von der Yamkartoffel, die auch auf ſchlechtem Boden gedeiht, zur menſchlichen Nahrung aber kaum tauglich iſt. Die Munſterſche und Connaughſche Speiſekartoffel(nach den Ir⸗ laͤnd'ſchen Provinzen ſo genannt) die rothe und weiße Apfel- und äten dieſe ie die rothnaſige und weiße Nierenkartoffel ſind in Irland vorzuͤg⸗ ch die Lülhem lich beliebt, weil ſie ſehr eintraͤglich, mehlreich und von angeneh— h immer(a men Geſchmack ſind. Als ganz vorzuͤgliche Sorten fuͤr die Tafel ntlich zu mn gelten vornehmlich nachbenannte ſechs, uͤber deren Ertrag bei glei⸗ en ſch inr cher Behandlung, aber allerdings gartenmaͤßiger Kultur die Hoch⸗ dern haugtit landgeſellſchaſt die dabei angegebenen Mittheilungen, nach damit u, bald ſte angeſtellten Verſuchen vor Kurzem gemacht hat. Sie wurden zu bald long, dem Ende in der zweiten Haͤlfte des Maͤrzes gleichzeitig gepflanzt. Die nordirlaͤndiſche tiefaͤugige Midreitaulrſſr V16 beu⸗ 4 bom Ner.. 363 Buſßhel. Füſß i⸗ Drydens weiße Nierenkartoffel...302 ½ ⸗ dfalig ſch Die amerikaniſche fruͤhe weiße 242 di ig Die eſchenblaͤttrige runde weiſfe 363 ⸗ de jien Die londoner beſte........ 363„ Kmnen ſi Prinz von Wales)...... 484 ⸗ verſchieden dieſe be bir*) Mehre der hier und obengenannten engl. Kartoffelſorten werden vom vidapok u Bearbeiter angebaut, und haben ſich wie angegeben bewaͤhrt; nur iſt zu dort; nut din befuͤrchten, daß fie, trotz der angewendeten Vorſorge, zum Theil ausarten, en nan auch; zmm wenigſtens etwas von ihrer Eigenthuͤmlichkeit verlieren. An Wohlgeſchmack ſcheint ihm alle bekannten Sorten eine zu uͤbertreffen, die er unter dem Na⸗ kkeitu derbarde men: fruͤhe feine Mauleys erhalten hat und hier nicht mit genannt iſt. fll de wid 262 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. Die Kartoffeln gedeihen, einen zu naſſen zaͤhen Thonboden ausgenommen, faſt auf allen Bodenarten, am beſten jedoch auf einem trocknen, muͤrben, nicht ſehr bindenden Lehm- oder lehmi— gen Sandboden. Entwaͤſſerter Sumpf- und Torfboden liefert ebenfalls reiche Ernten von ihnen, und einige der feinſten Sorten wachſen beſonders gut in reichem Anſchwemmungsboden. Gero— detes Holzland iſt ihnen auch ſehr zuſagend, und es gibt vielleicht keine Frucht, durch deren Anbau ſolches ſo ſchnell in Kultur zu ſetzen iſt, wie die Kartoffeln; man hat vom Acker ſolchen Landes 500 Buſhel geerntet, er war aber freilich auch mit zwanzig ſtar— ken Fudern Miſt geduͤngt worden. Ein umgebrochner Dreiſch oder Raſen iſt jedoch der allerbeſte Standort fuͤr ſie, und hier iſt es, wo gewoͤhnlich in Irland außerordentliche Kartoffelernten von beſonderer Guͤte gewonnen werden. Man verpachtet daſelbſt haͤu— fig ſolches Land zu enormen Preiſen an die arme laͤndliche Be— voͤlkerung. Das daſige Klima ſcheint uͤberhaupt dieſer Frucht ganz ungewoͤhnlich mehr als das engliſche zuzuſagen; auch iſt der Boden daſelbſt von Natur viel reicher, und ſo gibt es denn viel— leicht kein Land, wo man ſo viel und ſo wohlſchmeckende Kartof— feln erzielt, wie in Irland. Um zu erforſchen, welcher Boden ihnen am angemeſſenſten ſei, pflanzte man vier Augen von der Traubenkartoffel in vier verſchiedene Bodenarten. Das Reſultat davon war folgendes: In einem gebundenen reichen Lehmboden gab es 34 Pfund. - zh wenig gebundenen 29 2 2 guten ſteinigen Boden 19 ⸗ 2 2 Sandboden.. 15 ⸗ Wenn dies aber auch allenfalls einen Fingerzeig gibt, was man wohl fuͤr einen Ertrag zu erwarten habe, ſo laͤßt ſich doch daraus kein ganz ſicherer Schluß ziehen; denn andere Sorten koͤnnen auch einen anderen Boden verlangen. Jeder muß ſtark zu ihnen geduͤngt werden, und ein guter Sandboden iſt den groͤ— ßeren Sorten vorzugsweiſe angemeſſen. Ueber die Einwirkung der Kartoffeln auf den Boden ſind mehre Meinungen herrſchend. Manche behaupten, daß ſie den— ſelben ſehr erſchoͤpfen, auf die folgende Getreideernte nachtheili ig einwirken, und ſpaͤterhin den Graswuchs zuruͤckſetzen; Andere da⸗ gegen verſichern gerade das Gegentheil. Wenn man die Maſſe von naͤhrender Subſtanz, welche die Kartoffeln von einem Acker Land liefern, beruͤckſichtigt, ſollte man allerdings meinen, daß ſie den 9 nen, d Bartält henag, riß mh ſg laßt Landwir nen; a Flee da pinterlo dühm Tiotten beien jdohh, ſchm⸗ der le Vorftoden lir er feinſtn err ngsboden, Ee des gibt in rell in Kubd, er ſolchen Lu⸗ iit zwanzig brochner Dn ſie, und ſir aroffelernn m htet daſelſt ſu ne läͤndliche h ot dieſer Fn en; auch ſ bt es denn meckende Ker zm angemeſti nkartoffil ii ar folgente es 34 19. . 29 4 419 . 5. gerzeig gi prliß ſt in andere En Ieder mit pden iſtdn den Bon ten, diß ſeiw deernre nachtn then; ndete Maat die 2 ton einem manen, do — ½ — — Von den Kartoffeln. 263 dem Boden ziemlich viel entnaͤhmen; dagegen iſt nicht zu verken⸗ nen, daß ſie demſelben durch die mit ihrem Anbau verbundene Bearbeitung, die eine Brache in manchen Faͤllen wohl zu erſetzen vermag, großen Nutzen ſchaffen, und, ins Vieh verfuͤttert, ge⸗ wiß mehr Duͤnger wiedergeben, als ſie ihm nahmen. Sehr haͤu⸗ fig laͤßt man ihnen Weizen folgen, nach den Erfahrungen vieler Landwirthe duͤrfte jedoch Gerſte nach ihnen den Vorzug verdie⸗ nen; auf der Inſel Man ſaͤet man dieſe ſtets nach ihnen und Klee darunter. In einem ſo reinen Zuſtande, wie die Turnips, hinterlaſſen ſie jedoch niemals den Boden. Anba u. Die Kartoffeln werden entweder mit dem Spaten oder mit dem Pfluge angebaut. In letzterem Falle ſollte das Land, im Fall es ſchwer und bindend, ſchon zeitig im Herbſt einmal ge⸗ pfluͤgt werden; iſt es dagegen locker und trocken, dann iſt es beſſer damit zu warten bis zum Eintritt der Winterregen; uͤbri— gens iſt die Vorbereitung des Bodens zu Kartoffeln ganz ſo, wie die zu Turnips; nur iſt es gut zu jenen unvergohrenen Stall⸗ miſt zu nehmen und ihn ſchon mit der erſten Furche unterzubrin⸗ gen, wenn naͤmlich das zu ihnen beſtimmte Land ziemlich gebun⸗ den iſt; im entgegengeſetzten Falle behauptet der vollkommen zer⸗ ſetzte Miſt den Vorzug. Die Staͤrke der Duͤngung muß eben ſo groß, in manchen Faͤllen wohl noch groͤßer zu ihnen, als zu Tur⸗ nips ſein; doch verdient bemerkt zu werden, daß wohl ihr Er⸗ trag durch die Staͤrke der Duͤngung zu vermehren iſt, ſie da— durch aber leicht an Wohlgeſchmack verlieren. Von beſonders gutem Erfolg hat es ſich immer gezeigt, die Erde von den Kar⸗ toffelreihen, ſobald die jungen Pflanzen zum Vorſchein kommen, etwas abzuackern, uͤber das ganze Land dann gleichmaͤßig geloͤſch— ten und zu Pulver zerfallenen Kalk auszuſtreuen, und ſpaͤterhin wieder das Erdreich an die Stoͤcke anzuhaͤufeln. Uebrigens iſt es noch nicht moͤglich, genau anzugeben, welche Art von Duͤnger auf dieſem oder jenem Boden den hoͤchſten Ertrag hervorgebracht hat. Es ſind zu dem Ende verſchiedene Arten von Duͤnger und Kom⸗ poſten verſucht worden, die ſaͤmmtlich eine verhaͤltnißmaͤßige Wir⸗ kung gehabt, indeſſen kein entſcheidendes Reſultat in dieſer Hin⸗ ſicht gegeben haben. Nur der Stallmiſt ſcheint ſtets den Vorzug behauptet zu haben, zumal in Verbindung mit Kalk und Jauche. 264 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. Die Pflanzzeit findet gewoͤhnlich im April ſtatt; bei unguͤn⸗ ſtiger Witterung und in hohen kalten Lagen verſchiebt man die⸗ ſelbe jedoch haͤufig bis zu Anfang des Mai's, um die jungen Triebe vor Nachtfroͤſten zu ſchuͤtzen, die ihnen leicht verderblich werden. Durch ſtarke Duͤngung und tiefes Einlegen iſt jedoch dieſe Gefahr viel zu verringern und eine fruͤhe Pflanzung hat faſt anmer den Vorzug, daß die Knollen zur Reife kommen vor der naſſen Herbſtwitterung oder den Stuͤrmen des Herbſtaͤquinoctiums, die nicht ſelten das Abwelken der Stengel befoͤrdern und dadurch eine Fruͤhreife der Knollen herbeifuͤhren, ſowie deren Mehlgehalt verringern. Die Jahreswitterung bringt indeſſen hier ſolche Ab— aͤnderungen hervor, daß bisweilen erſt im Juni gepflanzte Kar⸗ toffeln beſſer gedeihen, als fruͤher ausgelegte, und es iſt kein un⸗ gewoͤhnliches Verfahren der Marktgaͤrtner, daß ſie dem Boden zuvor eine Ernte von Fruͤhkartoffeln fuͤr die Tafel abnehmen, ehe ſie die zum Wintergebrauch beſtimmten auslegen*). Es iſt angerathen worden, die Kartoffeln laͤngſtens zu An⸗ fang des Maͤrzes acht Zoll tief auszulegen, weil ſie dann am eheſten vollkommen reif wuͤrden und ſo tieſ gelegt vor dem Froſt vollkommen geſichert waͤren. Wenn es aber auch gewiß iſt, daß ſo zeitig gepflanzte Kartoffeln mehlreicher werden, als ſpaͤter ge— aus, und bedecken ſie mit Farnkraut oder Stroh, um ſie vor dem Froſte zu bis zu nd pflan⸗ ein, daß nur die Spitze des jungen Triebes hervorſteht. Dabei zertheilen ſie bisweilen die Pflanzen in mehre, bisweilen laſſen ſie dieſelben auch ganz, doch brechen ſie die jungen Stengel bis auf einen ab. Noch Andere breiten die zerſchnit⸗ tenen Saamenkartoffeln auf einen luftigen und lichten Boden aus, wo jedoch der Luftzug nach Willkuͤhr herbeizulaſſen oder abzuſchließen iſt. Sie legen ſie hoͤchſtens dreifach uͤbereinander, und bedecken ſie auch wohl mit Spreu um ſie vor Froſt zu ſchuͤtzen, dieſe muß aber von Zeit zu Zei bei froſtfreiem Wetter aufgeſchuͤttelt, werden, damit ſie gehoͤrig ausduͤnſten. Man ſtreut auch wohl etwas warme Torferde unter ſie und bedeckt ſie einige Wochen mit einer wollenen Decke, die man davon bisweilen auf kurze Zeit wegnimmt. Dieſe auf die eine oder ausgelegt und wenn ſie drei quer Finger lang getrieben haben, ein paar Zoll hoch mit klarer Erde, wo moͤglich mit etwas Aſche gemengt, uͤberſtreut. fähren g Vi Londone feln in Erzielun hait betre Baach fernung zwanzic je nach ſire u toffebe zwiſher gelegt zugedee man d Unträu Damme heiden zen b der do genom der U nomm bereit unterd Pfege ſcheint zu der Aaeurs I ti recten Man 10- Von den Kartoffeln. 265 datt. bei 1 ſtit gun legte, ſo iſt doch nicht zu vergeſſen, daß vielleicht der groͤßte mmm d a Theil des zum Kartoffelbau beſtimmten Landes im vereinigten licht nan Koͤnigreiche dieſe Beſtellungsweiſe nicht erlaubt. Die Art der de Kartoffeln, der Boden, die Duͤngung und das Klima ſind alles nege.. unaie Punkte, die ſorgfaͤltige Beruͤckſichtigung verdienen und jenes Ver⸗ ſdtſt ieumna fahren gar oft unmoͤglich machen duͤrften. ignn Viele große Marktgaͤrtner und Landwirthe in Eſſex, die den ern und 5 Londoner Markt hauptſaͤchlich damit verſehen, legen die Kartof⸗ ren Mͤlt feln in einzeln ausgeſtochene Pflanzloͤcher und da Leute, die deren hier baitt Erzielung in ſo großem Maaßſtabe und mit vieler Aufmerkſam⸗ 4 keit betreiben, bei dieſer Anbauweiſe bleiben, verdient ſelbige wohl Keſ 5 Beachtung. Sie geben den Pflanzenreihen unter ſich eine Ent⸗ ein ir fernung von achtzehn bis dreißig, meiſtens jedoch von vierund— zwanzig Zollen, und legen das Land entweder platt oder in Beete, je nachdem deſſen Beſchaffenheit es zu fordern ſcheint. In York— ſie dem Badn abnehmen, a 1 ſhire und anderen noͤrdlichen Theilen des Reichs werden die Kar⸗ uſke zu Ar toffelfelder in Daͤmmchen aufgepfluͤgt, in die Vertiefungen da⸗ ſie dann a zwiſchen die Pflanzkartoffeln, meiſt mit dem Duͤnger zugleich, ein— vor dem dij gelegt und beide mit einander durch das Spalten der Daͤmmchen gewiß iſ, do zugedeckt. So bald die Pflanzen zum Vorſchein kommen, eggt fals ſpitt man das Feld eben, und laͤßt es ſo etwa eine Woche lang, bis Unkraͤuter zum Vorſchein kommen, liegen, dann lockert man die Daͤmmchen auf, pfluͤgt etwa acht bis vierzehn Tage nachher von i ni beiden Seiten derſelben ſo viel Erde ab, als ſich, ohne die Wur— ndie Amfft zeln blos zu legen, wegnehmen laͤßt, behackt hierauf die Ruͤcken eunfß ün der Daͤmmchen mit der Hand und pfluͤgt zuletzt das zuvor weg— dedn d genommene Erdreich wieder an dieſelben hinan. Sollte ſich wie— winnder a der Unkraut zeigen, ſo wird das Handhacken noch einmal vorge— eiln ſi be nommen, gewoͤhnlich haben aber bei dem Anackern die Pflanzen ganz, doh brch bereits eine ſolche Hoͤhe und Staͤrke, daß ſie das Unkraut voͤllig eten di ii unterdruͤcken, und daher bis zur Ernte der Knollen keine weitere 1 als, n hi Pflege erheiſchen. ſ. Cit aa) Ein anderes Verfahren, das aus Amerika gekommen zu ſein dr hraß ſcheint, beſteht darin, daß man die Kartoffeln in Huͤgel pflanzt. aükzug Beft ilh Zu dem Ende uͤberzieht man das Land vermittelſt eines Mar⸗ il eturs umn queurs oder kleinen Haͤufelpflugs kreuzweis mit Rinnen, die einige wwoleur Dec Zoll tief, etwa 2 ½ Fuß von einander entfernt ſind und ſich im alf dir eite ode⸗ rechten Winkel durchſchneiden. Die Loͤcher zur Aufnahme der rlar dder Mät , ein paar il überſtreut. Pflaͤnzlingen werden auf den Durchſchnittspunkten dieſer Rinnen 10— 12 Zoll im Durchmeſſer und drei bis vier Zoll tief ange⸗ — ᷣ—————ꝛ—x——— 266 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. fertigt, der Duͤnger hierauf in dieſen Loͤchern ſo ſorgfaͤltg und gleich⸗ maͤßig wie moͤglich vertheilt und nun in jedes vier Kartoffelſtuͤcke, etwa vier Zoll von jeder Ecke und unter ſich 6— 7 Zoll entfernt eingelegt. Das Bedecken derſelben mit Erde geſchieht vermittelſt der Schaufel. So bleibt das Land liegen bis die Pflanzen zum Vorſchein kommen, wo dann nach und nach immer mehr Erde, jedesmal nur ſo viel, als noͤthig iſt, den Huͤgeln eine neue Oberflaͤche zu geben, an ſie angeworfen wird. Kommt Unkraut zum Vorſchein, ſo wendet man die Handhacke dagegen an. Das letzte Behaͤufeln geſchieht nicht eher, als bis die Stoͤcke in voller Bluͤthe ſind. Hr. Burroughs ſagt in ſeiner Schrift uͤber den Anbau der Futtergewaͤchſe von dem eben beſchriebenen Verfahren Fol— gendes:„Manche, die von demſelben gehoͤrt, es aber noch nicht ausgefuͤhrt haben, bilden ſich ein, die Hauptſache bei demſelben ſei, recht viel Erde an die Stoͤcke anzuhaͤufen; ſobald aber die Kartoffeln zu tief gelegt und die Huͤgel zu hoch gemacht werden, verringert ſich der Ertrag. Die nicht ſehr hoch getriebenen, oben beinahe flach gehaltenen Huͤgel liefern die meiſten und wohl— ſchmeckendſten Knollen.“— Es ſcheint dieſes im Widerſpruch zu ſtehen mit anderen Erfahrungen. Das gewoͤhnlichſte Verfahren bei dem Kartoffelbau in Ir⸗ land, in einigen Theilen von Lancaſhire, Cheſhire, auf der Inſel Man und mehren der weſtlichen ſchottiſchen Eilande iſt die ſoge— nannte Faulbettmanier(lazy-bed Fashion), welche darin beſteht, daß man die Kartoffeln auf ſchmale Beete legt und mit der Erde bedeckt, die man mit dem Spaten aushebt, indem man dazwiſchen Graͤben ausſticht. Der Duͤnger wird dabei kurz vor dem Pflan⸗ zen geſtreut und den Beeten eine verſchiedene, drei bis ſieben Fuß betragende Breite gegeben, je nachdem es die Beſchaffenheit des Bodens zu verlangen ſcheint. In der Grafſchaft Kildare(Ir⸗ land) macht man die Beete ſieben Fuß, die Graͤben dazwiſchen aber 3½ Fuß breit und 18— 20 Zoll tief, um etwas von dem im Untergrunde befindlichen Kalkſand heraufzubringen; uͤbrigens iſt ſonſt in Irland die gewoͤhnliche Breite dieſer Beete fuͤnf Fuß und die Graͤben zwei Fuß. Die Kartoffeln werden nun auf je— nen Beeten in Reihen von beliebiger Breite, neun bis zehn Zoll auseinander unmittelbar auf den in die Pflanzloͤcher gelegten Miſt eingeſetzt und mit Erde aus den Graͤben zugedeckt. Etwa drei Wochen nachher, wenn die Pflanzen zum Vorſchein kommen, uͤberwirft man die Beete etwa zwei bis drei Zoll hoch ganz gleich— — ¹ 5 mißi ni dr Lüth Et 9 Ghethu ommen uterdrüch Dieſ land geta Landwirt ten bei d man in( Mag be welche j manchen bert, ein auch in Recht Fo tet in halten, dieſer A ſo iſ a tohen, f vor allen Folge der daß dieſ bor den dieſe Fr. aus kei dinen tre Seiten! das Lan als mit bben ſo haben d Qſten C diden 2 uffün, rige N dn A vüt ud gin antfeſtücke ein mniim ingelg iſt da Stauft Banſcein unm Smal n ſo d zu geben, iſ hein, ſo wai haufeln gitt nd. den Anbau Verfahten ze aber noch iit he bei denſabe ſobald abed emacht werde triebenen, ob ten und weß Wdeerſpruch 1 voffelbau i ,, auf de M nde iſt dei he darin litt a mit drbh man dazviit vor den Nfr i bis ſübende ziſcheffnhd ft Kider 0 aben deiwſte etwas bo t ingen; üiim Beete ſil'l” den nun ai n bi zür 38 er galclen M kt Ctwa 1 cjenn komma cch ganz geit Von den Kartoffeln. 267 maͤßig mit Erde aus den Graͤben. Dies wird bis zum Beginn der Bluͤthe, dann aber nicht mehr, noch einigemal, ſo wie die Stoͤcke groͤßer werden, wiederholt, und hat den Zweck, das Wachsthum der Kartoffeln, indem ſie immer wieder neue Erde bekommen, zu befoͤrdern, das Aufkommen des Unkrauts aber zu unterdruͤcken. Dieſes Verfahren wird in den meiſten Gegenden von Eng— land getadelt und als ein Beweis von dem ſchlechten Zuſtande der Landwirthſchaft in Irland angeſehen, indem daſelbſt alle Arbei— ten bei dem Kartoffelbau mit dem Spaten geſchehen, waͤhrend man in England die Zubereitung des Bodens dazu nur mit dem Pflug beſorgt. Man kann jedoch nicht behaupten, daß diejenigen, welche jenes Verfahren befolgen, uͤbel fuͤhren; es mag vielmehr manchen Lagen und Bodenarten ganz angemeſſen ſein. Hr. Lam— bert, ein in der Landwirthſchaft ſehr erfahrner Mann ſagt daher auch in ſeinen Bemerkungen uͤber den iriſchen Ackerbau wohl mit Recht Folgendes daruͤber:„Abgeſehen davon, daß die kleinen Paͤch— ter in Irland, die nicht Land genug beſitzen, ſich Geſpann zu halten, und deshalb Alles mit der Hand bearbeiten muͤſſen, zu dieſer Art, den Kartoffelbau zu treiben, gleichſam gezwungen ſind, ſo iſt auch nicht zu verkennen, daß dieſelbe auf allen huͤgeligen, rohen, felſigen, bergigen, torfigen und ſumpfigen Grundſtuͤcken vor allen andern den Vorzug verdient; daß ferner bei ihr, in Folge der tiefen Seitengraͤben, die Kartoffeln trockner liegen, und daß dieſes eine Urſache mit iſt, warum die iriſchen Kartoffeln ſich vor den engliſchen durch Wohlgeſchmack auszeichnen; denn wenn dieſe Frucht auch ein feuchtes Klima liebt, ſo mag ſie doch durch— aus keinen feuchten, feſt zuſammenhaͤngenden Boden, ſondern einen trockenen, lockeren, in welchem ſie ihre Wurzeln nach allen Seiten hin verſenden kann.“— Auch iſt nicht abzuleugnen, daß das Land mit dem Spaten mehr durcharbeitet und gelockert wird, als mit dem Pflug, und daß die iriſche Weiſe wenigſtens einen eben ſo hohen Ertrag abwirft, wie das gewoͤhnliche Verfahren, haben die genauen Verſuche, welche Hr. Drummond im botani⸗ ſchen Garten zu Cork anſtellte, bewieſen. Derſelbe erhielt bei beiden Verfahrungsarten faſt ganz genau gleiche Mengen von Kar— toffeln, bei der iriſchen auf derſelben Flaͤche nur drei Pfund we— niger, als bei der andern. In Bezug auf die Anwendung der den Kartoffeln zu geben⸗ den Miſtdungung, ob man ſie naͤmlich uͤber oder unter die Saa⸗ 268 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. menkartoffeln bringen ſolle, ſind die Meinungen getheilt. Letzte⸗ res geſchieht am haͤuſigſten und ſcheint auch durchaus am natur— gemaͤßeſten; dennoch ſind Einige der Anſicht, daß es auf einem leichten trockenen Boden beſſer ſei, den Miſt daruͤber zu legen, und noch Andere halten es fuͤr ganz gleichguͤltig, wie man dabei verfahre. Nach einem unter der Leitung des Boards of Agricul— ture mit der groͤßtmoͤglichen Genauigkeit und Aufmerkſamkeit an— geſtellten Verſuche erſcheint jedoch ein uͤberwiegender Vortheil auf Seiten des gewoͤhnlichen Verfahrens. Von gleichen Flaͤchen, glei— chem Gewicht der Saamenkartoffeln und gleicher Staͤrke der Duͤng— ung erhielt man, bei uͤbrigens gleicher Behandlung, da wo der Miſt unter die Kartoffeln gelegt wurde 105 Pfund 4 Unzen wo derſelbe daruͤber zu liegen kaem.. 84 3 ⸗ Die vorſtehend angegebenen Verfahrungsarten ſind diejenigen, welche bei dem Kartoffelbau in Großbritannien am haͤuſigſten vor— kommen. Ganz davon abweichend iſt das von Hr. Knight, dem Praͤſidenten der Londoner Gartenbaugeſellſchaft angegebene, welches wohl den Landwirthen zur Beachtung zu empfehlen ſein duͤrfte. Derſelbe ſtellte zahlreiche Verſuche mit mehren Kartoffelſorten an, die beinahe gleiche Reſultate gaben. Wir theilen daher nur den mit einer Sorte, der Lankmanſchen Kartoffel vorgenommenen ausfuͤhrlich mit, weil ſich bei den anderen Alles faſt ebenſo verhaͤlt. Der Boden, berichtet Hr. Knight, auf dem ich Kartoffeln erziehen wollte, iſt ſehr ſeicht und ruht auf Felſen; ich ließ ihn daher in kleine vier Fuß breite Beete oder Daͤmmchen aufpfluͤgen, um ihn kuͤnſtlich zu vertiefen. Hierauf wurden tiefe Furchen in der Mitte eines jeden dieſer Beete gezogen und auf deren Sohle ganze Kartoffeln, von denen die kleinſten vier Unzen wogen, nur ſechs Zoll weit auseinander, von Mitte zu Mitte gerechnet, ein— gelegt. Duͤnger in gewoͤhnlicher Menge wurde zugleich mit hin— eingebracht und beides, Knollen und Miſt tiefer als gewoͤhnlich mit lockerer Erde zugedeckt.“ „Die Stengel der Kartoffeln, wie anderer Pflanzen wachſen unter ihrem nie irrenden Fuͤhrer, dem Geſetz der Schwerkraft, ſenkrecht in die Hoͤhe, ſo lange ſie unter dem Boden ſich befin— den; ſobald ſie ſich aber uͤber denſelben erheben, fallen ſie einem andern Leiter anheim, dem Lichte. Ein jeder ſtrebt nun nach der Richtung hin, von wo aus ihm die groͤßte Maſſe dieſes Flui— dums zuſtroͤmt; jeder meidet daher auch, flieht gleichſam den Söhatte Hir bch uhtleer gn deej 1” und reknolle lé ſien ſdoch w d The Stengel entwickln wäßtend in Beri MManzen chen, ſo Heröſt z . l ich dieſe und Kn Gedanke wobei i und kra dieſem 3 von ihner zehrt wo len noch für die recnen H.. Weiſe a Vafehr der eſch Krnollen Aegebene ungeheu ag, üünſaigt denonme Raen d worden Von den Kartoffeln. 269 3 1, 14 Schatten einer andern naheſtehenden Pflanze. Da nun bei dem d Kufenn hier beſchriebenen Verfahren große Saamenkartoffeln ausgewaͤhlt dnü a u und tiefer als gewoͤhnlich unter die Erde gebracht werden. ſo lei⸗ „1 hu den die jungen Pflanzen im Vorſommer nie an Feuchtigkeit Man⸗ ends 1 gel, und da ſie zu gleicher Zeit reichliche Nahrung von der Mut⸗ ſita uhe terknolle erhalten, ſo breiten ſie ſich bald nach allen Seiten aus, e a bis ſie mit denen der naͤchſten Reihen zuſammenkommen, die ſie der Vorhält jedoch wegen der weiten Zwiſchenraͤume nicht beſchatten.“ en Flächen„Die von den großen Mutterkartoffeln ſo reichlich genaͤhrten darke der Da Stengel kommen mit großer Kraft und Ueppigkeit aus der Erde, ung, da won entwickeln eine beſonders große Blattfuͤlle und kommen dadurch Mund 4 Uh waͤhrend der ganzen Zeit ihres Wachsthums mehr mit dem Licht 3 in Beruͤhrung, als bei jeder andern Kul lturweiſe, und da die ſind dieini Pflanzen eine bedeutende Groͤße ſchon zeitig im Sommer errei— r häͤuſigſen chen, ſo kommen ſelbſt die Knollen der ſpaͤten Sorten zeitig im r. Anight, de Herbſt zur Reife. 4 gebene, welch„Da meine Kartoffelernten in den letzten drei Jahren, wo ſan durfte ich dieſes Verfahren befolgte, ungleich ergiebiger als fruͤher waren a Kattoffeſſe und Knollen von ausgezeichneter Guͤte lieferten, kam ich auf den heilen daher w Gedanken, den Ertrag eines Ackers durch das Gewicht zu pruͤfen, vorgenomnn wobei ich nochmals erinnere, daß mein Boden von Natur ſeicht lles faſt ae und kraftlos iſt. Eine Kolonie Kaninchen hatte aber gerade in dieſem Jahre den Kartoffeln großen Schaden zugefuͤgt und manche n ich Katii von ihnen an das Licht gebrachte Knolle war von Faſanen ver⸗ ſen; ich li zehrt worden, dennoch betrug die aufgenommene Quantitaͤt Knol⸗ nchen aufffl len noch 539 Buſhel à 82 Pfund, von denen vielleicht zwei Pfund tife Futzan fuͤr die geringe Menge Erde, die daran haͤngen geblieben, abzu⸗ rechnen ſind.“ Hr. Knight hatte fruͤher nur große Kartoffelſorten auf dieſe Weiſe angebaut, um nun aber zu ſehen, ob ſein angenommenes auf deren E nzen wogen, te gerechne ſ nassm nit Verfahren auch kleineren Sorten zuſage, wandte er daſſelbe bei r als grwigt der eſchenblaͤttrigen Nierenkartoffel an. Er nahm die groͤßeſten Knollen, die er auftreiben konnte, und legte dieſelben auf die an⸗ gegebene Weiſe ſehr eng nebeneinander ein. Dieſelben trieben eine Vflanzen vit Manzen de⸗ ungeheure Menge von Kraͤutrich und gaben einen außerordentlichen — Ertrag, 665 Buſhel ebenfalls zu 82 Pfund vom Acker. Derſelbe Ander iine uͤberſteigt Alles, was man ſonſt, einzelne ſehr ſeltene Faͤlle aus⸗ 14 din genommen, in dieſer Hinſicht gehoͤrt hat, ſo weit, daß Zweifel dane gu gegen die Zuverlaͤßigkeit der Angaben des Hrn. Knight erhoben ſe deſe worden ſind, und man die Sache durch weitere Verſuche noch glacſſam d 270 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. naͤher zu beleuchten in Vorſchlag gebracht hat, Hr⸗ Knight ſagt noch uͤber dieſen Gegenſtand, er habe ſtets gefunden, daß unter jedem gegebenen aͤußeren Verhaͤltniſſe der Ertrag der Kartoffeln ſich nach der Groͤße ihrer dem Lichte ausgeſetzten Belaubung richte, und daß man, um beſonders große und gute Kartoffeln zu ziehen, dieſelbe nie ſpaͤter als zu Anfang des Maͤrzes legen duͤrfe. S a g- Mehre Wahrnehmungen ſcheinen dafuͤr zu ſprechen, daß jede Kartoffelſorte, wenn ſie laͤngere Zeit hindurch blos durch Knollen fortgepflanzt wird, nach und nach ausarte, entweder an Guͤte, oder, wenn dieſe bleibt, an Ergiebigkeit verliere. Um dieſes zu vermeiden, ſoll man von Zeit zu Zeit die Kartoffeln neu aus Saamen zu erziehen ſuchen. Man waͤhlt zu dem Ende von recht geſunden, kraͤftigen Stoͤcken im Herbſt die reifſten Saamenkapſeln aus, und hebt dieſelben den Winter hindurch in trocknem Sande auf. Im naͤchſten Fruͤhjahr klaubt man die Saamenkoͤrner aus und ſaͤet dieſelben gewoͤhnlich im April auf reiches Gartenland; es iſt aber beſſer die Saat ſchon zeitig im Maͤrz auf ein warmes Miſtbeet vorzunehmen, die jungen Pflaͤnzchen nach und nach im— mer mehr an die freie Luft zu gewoͤhnen und ſie dann in der Mitte des Monats Mai auf ein kraͤftiges Gartenbeet zu verſetzen. Im Monat October nimmt man dieſelben heraus, waͤhlt von den kleinen Knollen, die ſie angeſetzt haben, die groͤßten zur Fort— pflanzung aus, und hebt dieſelben den Winter hindurch ſorgfaͤl— tig auf. Im naͤchſten Fruͤhjahr legt man ſie in gutes Land we⸗ nige Zoll weit von einander entfernt aus, und bedeckt die daraus hervorkommenden Pflanzen, ſobald ſie etwa zwei Zoll hoch er— wachſen ſind, eben ſo hoch mit feiner guter Gartenerde. Uebri⸗ gens werden ſie ganz ſo behandelt, wie die aus aͤltern Knollen gezogenen, beſonders ſehr rein von Unkraut gehalten. Nahen ſie ſich nun der Reife, ſo muß man ſie zum Oeftern ſorgfaͤltig unterſuchen, um die zu entdecken, welche am eheſten zu ſelbiger gelangen. Dieſe nimmt man aus, ſowie das Abſter— ben der Stengel die vollkommene Reife andeutet, und hebt ſie fuͤr ſich auf. Eben ſo macht man es mit den ſpaͤter dazu gelan— genden, waͤhlt jedoch wo moͤglich immer nur die kraͤftigſten Pflan⸗ zen aus. Wenn man nun im naͤchſten Jahre die auf dieſe Weiſe gewonnenen Knollen wieder auslegt, ſo erhaͤlt man im Herbſt drnij ſ fäͤll ii vychedene um mar tikiche: lch wit gagel di hen, dor inmer di ſhmac, duſe Wii dach de von äne lich von an einen len, und 9Cantr wohſſche ahnlch. ſchaſt n Mmkan in mn chaltene V de ndanrr fei de dan dai Rettata dr Knigt indn daß m g da Karoffe ſeten Käubn, gutt Karvfl; ſatzes legn dun vrechen, daß ds durh Kma weder an Eb e. Um diſſs rtoffeln nan a r Ende bon ni Saamenkapſt trocknem San amenkörner a hes Gartente Hauf ein vnr⸗ ach und nic ſie dann in beet zu vſtr , waͤhlt wam doßten zu de hindurch ſeh gutes lid bedeckt di dnl zwei Zal pohe artenerde U us aͤten Knie ten. ſie zun d elche am tin ſwie dis Uir tt, un hell vätt dil galu Von den Kartoffeln. 271 darauf Kartoffeln, uͤber deren Beſchaffenheit ſich erſt ein Urtheil faͤllen laͤßt. Es fuͤhrt demnach dieſe Weiſe, eine Auffriſchung der verſchiedenen Kartoffelſorten zu bewirken, ſehr langſam zum Ziele, indem man erſt im dritten Jahre eßbare Knollen erhaͤlt und deren wirkliche Beſchaffenheit erſt im vierten ganz genau pruͤfen kann. Auch wird gar oft die Erwartung getaͤuſcht, indem zwar in der Regel die meiſten der neu erzeugten Kartoffeln der Sorte glei— chen, von der man den Saamen nahm, daneben aber doch auch immer viele, manchmal die meiſten ſich durch Groͤße, Farbe, Ge— ſchmack, Guͤte und Reifezeit ſehr davon unterſcheiden, und auf dieſe Weiſe neue Varietaͤten entſtehen. So erzeugte Hr. Knight durch die Saat fuͤnfundzwanzig neue Varietaͤten, die im Ertrage von einer bis achtzehn Tonnen pro Acker wechſelten und ſaͤmmt— lich von einander verſchieden waren. Die beſte darunter brachte an einem Stock ſiebenundzwanzig große und ſieben kleine Knol— len, und wuͤrde, der Rechnung nach, vom Acker 17 Tonnen, ½ Centner gegeben haben. Sie war groß, feſt, mehlreich, weiß, wohlſchmeckend, und an Gehalt und Anſehn der weißen YNam aͤhnlich. Deshalb ward ſie von der Londoner Gartenbaugeſell— ſchaft nach Hrn. Knight's Landſitz mit dem Namen: Downtons Yamkartoffel belegt. Saamenkartoffeln. Die Kartoffeln zum Gebrauch werden aus Knollen gezogen. Man waͤhlt zur Fortpflanzung ſowohl ganze, als auch zerſchnit— tene Knollen und ſelbſt nur ausgeſtochene Augen. Die Meinun— gen, welches das Beſſere ſei, ſind verſchieden. In England ha— ben ſowohl Einzelne, als ganze Geſellſchaften, beſonders die Lon— doner Gartenbaugeſellſchaft, ſich bemuͤht, durch genaue verglei⸗ chende Verſuche in verſchiedenen Verhaͤltniſſen und auf verſchiede⸗ nem Boden daruͤber untruͤgliche Gewißheit zu erlangen. Es wuͤrde zu weitlaͤufig und langweilig ſein, dieſe Verſuche alle ein— zeln anzufuͤhren, wir begnuͤgen uns daher mit der Angabe des erhaltenen Hauptreſultates. Der Erfolg war nicht bei allen Kartoffelſorten, auf allen Bodenarten, und bei jeder Witterung gleich. Bei beſonders ſorg— faͤltiger Kultur, auf einem muͤrben, gartenaͤhnlichen Boden gaben von einigen Sorten, z. B. von der fruͤhen Manly- und der Sie— gerkartoffel die ausgeſtochenen Augen, einen eben ſo großen, 272 gweiundzwanzigſtes Kapitel. wohl noch hoͤheren Ertrag vom Acker, als ganze Knollen, oder große Stuͤcke derſelben; bei anderen Sorten aber und auf minder gutem Boden zeigte ſich, ſelbſt die bei dem bloßen Augenlegen ſich ergebende Saamenerſparniß dem Gewicht nach gehoͤrig mit in Anſchlag gebracht, faſt immer das Gegentheil, und als Endre— ſultat aller Verſuche und Beobachtungen ſcheint ſich zu ergeben, daß man, um den moͤglich hoͤchſten Ertrag vom Acker, dem Ge⸗ wicht nach, zu erlangen, nur große, ſchwere, geſunde und voll— kommen ausgebildete Pflanzkartoffeln waͤhlen und dieſelben ent— weder ganz oder nur wenig vertheilt auslegen duͤrfe; daß ferner der den einzelnen Stoͤcken zu gebende Raum ſo groß ſein muͤſſe, daß ſie ſich vollkommen, ohne darin auf eine Weiſe gehindert zu werden, ihrem Naturell gemaͤß ausbreiten koͤnnen; daß aber die— ſer Raum verſchieden ſei nach den Eigenthuͤmlichkeiten der ver⸗ ſchiedenen Sorten, und ſich nur durch genaue Verſuche fuͤr jede ermitteln laſſe, ein zu großer, ſowie ein zu geringer vermag den Ertrag zu ſchwaͤchen. Durch Beobachtung dieſer Regeln und be— ſonders ſorgfaͤltige Kultur, ſtarke Duͤngung, Reinhaltung und Lockerung des Bodens, ſollen ſich die gewoͤhnlichen Kartoffelernten verdoppeln laſſen. Es mag dieſes jedoch wohl im Garten, im Großen aber ſchwerlich in ſo hohem Grade zu ermoͤglichen ſein. Allzu hohes und zu ſpaͤtes Anhaͤufeln, wenn ſich Knollen ſchon gebildet haben, ſcheint auch in England keinen guͤnſtigen Erfolg zu bewirken, dagegen ſprechen die Ergebniſſe vieler Verſuche ſehr fuͤr ein tiefes Legen der Pflanzkartoffeln. Knight legte ſie neun Zoll tief, brachte dann noch drei Zoll feine Gartenerde darauf, und will, nach dem Acker berechnet von dieſem 34 Tonnen 9 Centner geerntet haben, iſt ſogar der Meinung, daß noch mehr zu erlangen ſei. Der Boden, wo dies geſchah, war zwar in gutem Zuſtande, aber keineswegs beſonders reich und der ange— wandte Duͤnger beſtand faſt blos in verfaulten Eichenblaͤttern. Abpfluͤcken der Bluͤthen, Krankheiten. Sir John Sinclair hat behauptet, durch das Abpfluͤcken der Bluͤthen werde der Ertrag der Kartoffeln geſteigert, und Hr. Knight beſtaͤtigt dies. Nach ihm ſoll jede Bluͤthe abgeriſſen wer— den, ſowie ſie zum Vorſchein kommt. Damit im Widerſpruch ſteht jedoch die Erfahrung des Hrn. Campbell, welcher auf einem mit einer großen Kartoffelſorte bepflanzten Acker in einer Reihe um de n ſch gtlilt tray de un 12 einem lten Ger ichtabpfl die abger ; wichta! Niht au de ſen die heſte Unt blüthen e Der din magee vot en Namen! wurde in jede Bl weiten n üher ſaͤmt mngerüͤhrt. dieſer T rinſig. ſihr wit NJahren ſ gen ſchei iſe ſie z Eetrag. 96 un Acker wude. di I ne wolln, i K ud uf mind bloßen dugenle at ghäinti „und as Eide nt ſich zu ttaäe Acker, den geſunde und und dieſelben dirfe; daß ſe groß ſein mi Leiſe gehindn en; daß aber d lchkeiten de w Verſuche fir inher vermag Negeln und Ränhaltung u en Kartoffälen l im Gatten,: mermöglichen i ſich Knollen i günſtigen d eler Verſuhit ght legte ſem Gartenerde drr jeſem 34 Am g, daß roch m ah, war zuin ich und da w Eichenblittn eiten. as Afücnn ſeigm, u) he aigriſen u in Bderſun ralher zuf ümm rin ainet Ih Von den Kartoffeln. 273 um der andern ſorgfaͤltig die Bluͤthen abpfluͤcken ließ, ſowie ſie ſich entfalteten, und auch nicht den geringſten Unterſchied im Er⸗ trage der verſchiedenen Reihen, dem Gewicht nach, entdecken konnte. Die Reihen waren 2 ½ Fuß, und die einzelnen Stoͤcke darin 12 Zoll auseinander. Dieſe Erfahrung findet Beſtaͤtigung in einem Verſuche, den Hr. Findlater mit aller ihm eigenthuͤm⸗ lichen Genauigkeit anſtellte, und deſſen Ergebniß zu Gunſten des Nichtabpfluͤckens ſich ausſprach. Die abgepfluͤckten Stoͤcke gaben naͤmlich 2140 Stein v. ſchott. Ack. ⸗ nichtabgepfluͤckten. 2200 ⸗ Nicht damit uͤbereinſtimmend fiel jedoch wieder ein Verſuch aus, den Hr. James Murray zu Aberdona anſtellte, und der die— ſem die ſilberne Ehrenmedaille der Hochlandgeſellſchaft fuͤr die beſte Unterſuchung uͤber den Erfolg des Abpfluͤckens der Kartoffel⸗ bluͤthen erwarb. Der Boden, auf dem dieſer Verſuch gemacht wurde, war ein magrer Lehm und die dazu verwendete Kartoffelſorte eine erſt vor ein paar Jahren aus Irland gekommene, wo ſie unter dem Namen die rothe bekannt iſt. Das Feld, zwei Acker haltend, wurde in drei gleich große Theile getheilt. Auf dem erſten wurde jede Bluͤthe, ſo wie ſie zum Vorſchein kam, abgepfluͤckt, auf dem zweiten nicht eher, als bis ſie ſaͤmmtlich entfaltet waren, dann aber ſaͤmmtlich auf einmal und auf den dritten ließ man ſie un⸗ angeruͤhrt. Bei der Ernte gab Nro. 1. 160 Buſhel 2 2. 146 E 3. 138 Dieſer Verſuch zeigte ſich demnach dem Abpfluͤcken der Bluͤthen guͤnſtig. Wahrſcheinlich haͤngt jedoch der Erfolg dieſer Operation ſehr mit von der Jahreswitterung ab; denn ſie hat in manchen Jahren ſich nuͤtzlich, in anderen ganz unwirkſam gezeigt. Dage⸗ gen ſcheint das Abpfluͤcken der eben ausgebildeten Saamenkapſeln ehe ſie zur Reife gelangen, immer von guͤnſtigem Einfluß auf den Ertrag. Obengenannter Herr Findlater ließ ſelbige den 28. Auguſt und 9. September abpfluͤcken und erntete da, wo dies geſchehen vom Acker 6 Tonnen 7 ½ Centner, und nur 353 ⸗ 1924„„ wo die Saamenkapſeln reif wurden. Stets von nachtheiliger Wirkung zeigt ſich das Abſchneiden II. 18 274 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. des Kraͤutrichs und zwar um ſo nachtheiliger, je zeitiger es ge⸗ ſchieht. Nicht nur die Menge und Groͤße der Knollen werden dadurch verringert, ſondern auch deren Guͤte. Bei einem Ver⸗ ſuche, den der Dr. Anderſon anſtellte, und wo ein Theil des Kraͤutrichs den 2. Auguſt, ein anderer den 5. September abge⸗ ſchnitten wurde, war die Verringerung des Produkts in jenem Falle ungemein groß, weit groͤßer noch, als im zweiten, wo ſie 93 Buſhel vom Acker betrug. Die gefuͤrchtetſte Krankheit der Kartoffeln in England iſt die Kraͤuſelkrankheit, bei der das Kraͤutrich zuſammenſchrumpft und die Knollen in einen Zuſtand von Schwaͤche gerathen, in deſſen Folge ſie bald verderben. Man hat uͤber die Urſache dieſer Krank⸗ heit manche Vermuthung aufgeſtellt, aber mit Sicherheit ſie noch nicht aufgefunden. Nach einer Abhandlung daruͤber, welcher von der Caledoniſchen Gartenbaugeſellſchaft die goldne Preismedaille zuerkannt wurde, ſoll ſie von der Anwendung uͤberreifer Knollen zu Saamen herruͤhren und ganz zu vermeiden ſein, wenn man dazu Kartoffeln aus hochgelegenen Gegenden waͤhlt. Auch will man bemerkt haben, daß die auf Torfboden wachſenden von der Kraͤuſelkrankheit befreit bleiben und empfiehlt deshalb die Anwen⸗ dung eines zum Theil aus Torf beſtehenden Mengeduͤngers. Einige Schriftſteller nehmen an, daß ſie dann entſtehe, wenn man im— mer nur dieſelbe Kartoffelſorte, deren endlich der Boden uͤber⸗ druͤßig werde, anbaue. Andere meſſen die Entſtehungsurſache dem Gebrauche nicht gehoͤriger ausgebildeter ungeſunder Pflaͤnzlinge und noch Andere einem Inſekt bei, dem zu Folge ſie die Duͤngung mit gebranntem Kalk, Ruß und Tabackwaſſer empfehlen, durch welche dieſes Inſekt getoͤdtet werden ſoll. Nach den Angaben der Ackerbaugeſellſchaft zu Bath ſind folgendes die Urſachen der Krankheit: Froſt kurz nach oder vor dem Auslegen der Kartoffeln; der Gebrauch unreifer Knollen zu Saamen; das Legen derſelben zu nahe an die Oberflaͤche oder auf ein erſchoͤpftes Stuͤck Land. Nach denſelben ſollen die beſten Mit⸗ tel dagegen ſein: die Auswahl mittelgroßer, aber vollkommen aus⸗ gebildeter, reifer und geſunder Knollen zu Saamen; ſorgfaͤltige Aufbewahrung derſelben an einem trockenen Orte und tiefes Ein⸗ legen in friſche Erde mit einem Zuſatze von gebranntem Kalk. Man ſieht aus dem Geſagten, daß die Entſtehungsurſache dieſer in Deutſchland nur wenig bekannten und gefuͤrchteten Krank⸗ heit der Kartoffeln noch ein Geheimniß iſt. Sie ſcheint mehr eine en gute Falg gurg 1 von dr vyhl un faufiger dens un fade, j wegen. vie ein Una dls Folge in Groß Faddern ſind, au ſelbſt be Auch die gn Per Folge d Aseege ihrer b Oi czaſt ei Ethizung rathen de wo wmn man ſie legen l toffeſtuͤd die ſich di daſigen wit noch ſg vorko tatunden deſe ihr En ſdug d rerihni anf da i zetiger 6 e dlen wede Bi inen Pe wo en Tal de . Sept eim h he kts in je im zwäin, wf in England i nenſchrumpf etathen, in i ſache dieſer din Sicherheit ſien cüber, wlher dne Preismai uͤberreiſer Kn ſein, wenn! aͤhlt. Auch! dachſenden von⸗ eshalb die Am ngedungers E he, wenn nir⸗ der Bodn tehungsuntie der Pflaͤninen ſe die Dungun fehlen, ducß ne zaft zu Bai kunz mt ir unreffer dnuin Dherfliche rs len die bifrt er vollkomae ll zamen; ſehit bronrten gat Erftzungeuit gii ttten am eſcheint meht ſin tte und lfsd Von den Kareoffeln. 275 Folge eigenthuͤmlicher Witterungszuſtaͤnde, als einer Vernachlaͤßi⸗ gung bei der Kultur zu ſein; doch iſt nicht zu verkennen, daß die von der genannten Ackerbaugeſellſchaft empfohlene ſorgfaͤltige Aus⸗ wahl und Aufbewahrung der Saamenkartoffeln, vielleicht auch haͤufiger Saamenwechſel, uͤberhaupt gute Bearbeitung des Bo⸗ dens und Aufmerkſamkeit bei der Pflege der Kartoffeln auf dem Felde, jedenfalls viel fuͤr ſich haben; auch ſchon anderer Urſachen wegen. Jede Kartoffelpflanze, die ſich kraͤuſelkrank zeigt, muß wie ein Unkraut behandelt und gleich vernichtet werden. Unabhaͤngig von der Kraͤuſelkrankheit und uͤberhaupt nicht als Folge einer ſichtbare Krankheit hat ſich in den letzten Jahren in Großbritannien nicht ſelten der Fall ereignet, daß auf einzelnen Feldern die Kartoffeln gaͤnzlich mißrathen, gar nicht aufgegangen ſind, auf anderen dieſe Erſcheinung nur theilweis ſich gezeigt hat, ſelbſt bei uͤbrigens gleicher Beſtellung, Duͤngung und Behandlung. Auch dieſe Erſcheinung hat zu den verſchiedenartigſten Vermuthun⸗ gen Veranlaſſung gegeben. Hr. Andrews behauptetet, ſie ſei eine Folge der veraͤnderten Anbauweiſe, indem man gegenwaͤrtig das Auslegen zu weit hinausſchiebe und die Kartoffeln zu zeitig, vor ihrer vollkommnen Reife herausnehme. Die HH. Macdonald zu Huntly, denen die Hochlandgeſell⸗ ſchaft eine Praͤmie zuerkannte, ſchieben jenes Mißrathen auf die Erhitzung der zerſchnittenen Saamenkartoffeln in Haufen, und rathen daher an, dieſelben an dem naͤmlichen Tage auszulegen, wo man ſie zerſchneidet, nicht wie gewoͤhnlich zu verfahren, wo man ſie laͤngere Zeit zuvor zertheilt und dann in großen Haufen liegen laͤßt. Die aus der Mitte ſolcher Haufen genommenen Kar⸗ toffelſtuͤcke gedeihen nicht, waͤhrend die außen weggenommenen, die ſich nicht oder doch nur wenig erhitzt hatten, geſunde Pflan⸗ zen gaben. Die HH. Walker und Winder zu Liverpool, die von der daſigen Ackerbaugeſellſchaft die ſilberne Medaille erhielten, ſtimmen mit noch anderen Schriftſtellern darin uͤberein, daß das jetzt haͤu⸗ fig vorkommende Mißrathen der Kartoffeln den milden Wintern verbunden mit unzweckmaͤßiger Aufbewahrung der Knollen, durch die ſie ihre Keimkraft erſchoͤpften, zuzuſchreiben ſei. Ein Korreſpondent der Vierteljahrſchrift fuͤr Ackerbau meint jedoch dieſes bemerkte Mißrathen der Kartoffeln erfolge, wenn die zerſchnittenen Saamenknollen unmittelbar mit der Schnittflaͤche auf den Miſt gelegt wuͤrden; indem dadurch ihre Faͤulniß bewirkt 18* 276 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. werde. Zum Beweis dafuͤr fuͤhrt er an, auf einem Kartoffelfelde ſei ein Stuͤck nicht geduͤngt worden, und auf dieſem habe keine Pflanze gefehlt, auf dem geduͤngten Theile dagegen waͤren viele Kartoffeln ausgeblieben, und bei naͤherer Unterſuchung habe ſich ergeben, daß die Stuͤcke, welche mit der Schnittflaͤche auf den Miſt gekommen, in Faͤulniß uͤbergegangen, dagegen die mit der Schale darauf gelegten geſund geblieben waͤren und kraͤftige Stoͤcke gegeben haͤtten. Dieſe entgegengeſetzten Anſichten beweiſen, daß das Fehl— ſchlagen der Kartoffeln von noch unbekannten Urſachen abhaͤnge, wohl auch die Folge mehrer ſein koͤnne. Jedenfalls laͤßt ſich den— ſelben, wenn nicht außerordentliche Umſtaͤnde eintreten, mit ziem⸗ licher Sicherheit begegnen, wenn man bei der Beſtellung nichts verabſaͤumt, die Saamenkartoffeln mit beſonderer Sorgfalt aus⸗ waͤhlt, dieſelben zeitig und tief legt, die Ernte ſpaͤt vornimmt und fuͤr deren gute Aufbewahrung ſorgt. Ernte und Aufbewahrung. Das wohlfeilſte Verfahren, die Kartoffeln aus der Erde zu bringen, iſt deren Ausackern mit einem doppelten Streichbrets⸗ pfluge. Die Arbeit ſelbſt geſchieht aber beſſer mit dem gewoͤhn— lichen Ackerpflug mit einem feſtſtehenden Streichbrete, weil der⸗ ſelbe die Knollen reiner heraushebt und nicht ſo viele davon zer— ſchneidet wie jener. Manche Landwirthe geben jedoch dem Aus⸗ graben vermittelſt der Gabel oder des Karſtes den Vorzug, weil es mit dieſen Werkzeugen vollkommner zu bewirken ſei und dabei das Feld beſſer durcharbeitet werde. Es moͤge uͤbrigens das Herausheben auf dieſe oder jene Weiſe geſchehen ſein, ſo werden doch ſtets die Kartoffeln von Weibern oder erwachſenen Kindern in Koͤrbe geleſen und aus dieſen gewoͤhnlich in Saͤcke geſchuͤttet, von denen einer in der Regel drei Buſhel haͤlt. Acht Weiber koͤnnen taͤglich den Ertrag eines Ackers aufleſen. Wenn nicht viel Kartoffeln erbaut und dieſelben nur zum haͤuslichen Beduͤrfniß aufbewahrt werden, ſchuͤttet man ſie ge⸗ woͤhnlich unter einem Schuppen in maͤßig großen Haufen auf eine Unterlage von Stroh und bedeckt ſie damit, um ſie vor Froſt zu ſchuͤtzen. In großen Wirthſchaften iſt jedoch dieſes Verfahren nicht wohl ausfuͤhrbar, man hebt daher die Kartoffeln hier in ſchmalen Graͤben von unbeſtimmter Laͤnge und zwei Fuß Tiefe ai R uiig O Fuudn der n verde. ſe einen ni trockn . gͤdeckt un jict bele⸗ der bekle kin Fyſ hulb die tben ſo g Cole nungswiſ als bis ſ bringen, ſt& bei ben gu, von eine die Kart die Feuch Iſt eine feſt zudeck Farnkraut ben. Um 8ſchiben, getheere des anhe und diſ Nahtz, Oefnung Die 11 Ton de goß Nlähe. Anuadur in Kartefee diſe habe kein ſgen wiren vie ſutun zö ſc nitläche nf 1 gegen die wit nd kräfäge 8 daß das n tſachen abhen ls laͤßt ſichde reten, mit jir Beſtellung nit t Sorgfat au ſpat vorninn g. aus der Ehe. kten Stuütrt⸗ mit den wir hbrete, viie viele dane jedoch dn l den Votzug,1. ken ſei und d ge übrigens d ſein, ſo wii vachſenen Kiie 65 1 t. At 2. eſelben In ttet man ſeJ. ßen hufn u und ſe vor F Fi —,= diſts Verſ dhua anoflln hier j wij Fuß i Von den Kartoffeln. 227 auf, die man gewoͤhnlich mit trocknem Stroh oder Farnkraut auslegt. Einige ſind indeſſen dieſem entgegen, weil dadurch das Faulen der Kartoffeln befoͤrdert und ihrem Wohlgeſchmack geſcha⸗ det werde. In dieſe Graͤben ſchuͤttet man die Kartoffeln ſo, daß ſie einen ſchmalen, dachfoͤrmigen Haufen daruͤber bilden, welcher mit trocknem Kartoffelkraͤutrich, oder Stroh, oder Farnkraut zu⸗ gedeckt und zuletzt mit Erde, am liebſten thoniger oder lehmiger, dicht belegt wird. Siebt man nun daruͤber noch etwas Aſche oder bekleidet man das Ganze mit Torf, ſo dringt in der Regel kein Froſt ein; ſollte dies jedoch ja geſchehen, ſo braucht man des⸗ halb die Kartoffeln nicht wegzuwerfen, indem ſie erfroren ein eben ſo gutes Mehl, wie unverſehrt liefern. Sollen ſich jedoch die Kartoffeln bei irgend einer Aufbewah⸗ rungsweiſe gut halten, ſo darf man ſie nicht eher herausnehmen, als bis ſie voͤllig reif und nicht eher in Keller oder auf Haufen bringen, als bis ſie vollkommen trocken und abgekuͤhlt ſind. Auch iſt es bei der angegebenen Aufbewahrung in Graͤben oder Gru⸗ ben gut, wenn man in der Mitte in regelmaͤßiger Entfernung von einander kleine Roͤhren von Flechtwerk aufſtellt, um die man die Kartoffeln ſchuͤttet. Dadurch entſtehen Dunſtroͤhren, welche die Feuchtigkeit aus dem ganzen Haufen vom Boden an ableiten. Iſt eine ſolche Grube voll, ſo darf man ſie nicht gleich ganz feſt zudecken, ſondern nur leicht mit Stroh, oder Kraͤutrich oder Farnkraut belegen, bis die Kartoffeln vollſtaͤndig ausgedunſtet ha⸗ ben. Um ſie vor Regen und etwa ploͤtzlich eintretendem Froſt zu ſchuͤtzen, breitet man des Nachts und bei naſſer Witterung eine getheerte Leinwand daruͤber. Hat man endlich bei dem Beginn des anhaltenden Froſtwetters den Haufen ihre Erddecke gegeben und dieſe feſtgeſchlagen, ſo belegt man uͤberdies noch ſowohl des Nachts, wie bei Regen und großer Kaͤlte auch am Tage die Oeffnungen der Dunſtroͤhren mit Raſenſtuͤcken. Ertrag, Werth und Benutzung. Die Kartoffelbauer um London ernten gewoͤhnlich acht bis zehn Tonnen vom Acker, und die edle Ochſenkartoffel, ſo wie an— dere große Sorten geben wohl bis zwoͤlf Tonnen von dieſer Flaͤche. Ein ſo hoher Ertrag iſt indeſſen nur bei unbeſchraͤnkter Anwendung von Duͤnger und auf einem ſchon ſeit laͤngerer Zeit in ſehr guter Kultur befindlichen Boden zu erwarten. Ohne Ruͤck⸗ 278 Zweiundzwanzigſtes Kapitel. ſicht auf eine von den vielen verſchiedenen Sorten und auf beſon⸗ dere Bodenverhaͤltniſſe laͤßt ſich der Durchſchnittsertrag bei ge⸗ woͤhnlicher guter Behandlung wohl nur zu ſechs bis acht Tonnen oder etwa 200— 250 Buſhel vom Acker annehmen. Nach den Angaben der Chemiker ſind in 100 Theilen Kar⸗ toffeln im Durchſchnitt gegen 70 Theile Waſſer und 30 Theile Mehl enthalten. Eine von Humphry Davy vorgenommene Un⸗ terſuchung der ſchwarzen Nierenkartoffel zeigte, daß 1 Pfund von 7000 Granen enthielt Aufloͤslichen Schleim 970 Gran. Neine Stärke. 695 ⸗ Pflanzenfaſer.... 622 ⸗ Waſſer 4213 5 und daß die Menge der naͤhrenden Beſtandtheile in 64 Drach⸗ men der folgenden Kartoffelſorten betrugen in der Siegerkartoffel.. 260 Gran. hundertaͤugigen.. 218 rauhen rothen 204 purpurrothen⸗- 200 edlen Ochſenkartoffel 195 Obgleich neuerer Zeit vielfaͤltig Mißernten der Kartoffeln ſich er⸗ eignet haben, ſo gibt es doch im Ganzen keine Frucht, auf deren Gedeihen man ſo ſicher rechnen kann; uͤberdies hat ſie noch den großen Vorzug, daß ſie ſehr ergiebig in ſolchen naſſen Jahrgaͤn⸗ gen iſt, wo die Getreideernten haͤufig fehlſchlagen. Ihr Preis ſteht ſtets in einem gewiſſen Verhaͤltniſſe zu dem des Weizens, in— dem vier Pfund Kartoffeln ſo naͤhrend ſind, wie ein Pfund Wei— zen. Daraus ergiebt ſich, daß ſie dem Landwirthe in der Naͤhe großer Staͤdte wohl eine ſchoͤne Geldeinnahme verſchaffen koͤnnen; doch verurſachen die ihnen zu gebende Duͤngung und Bodenbear— beitung, ſo wie ihre Pflege und Ernte ſo viel Koſten, daß nur intſolchen Lagen, oder wo ihre Verſendung zu Waſſer moͤglich iſt, ihr Anbau zum Verkauf wirklich lohnend werden kann. Dagegen iſt es haͤufig ſehr vortheilhaft, ſie in groͤßerer Menge zu Viehfut— ter anzubauen, indem ſie bei dem Fehlſchlagen der Turnips, das nicht ſelten ſtatt ſindet, ein wohlfeileres Erſatzmittel derſelben ge⸗ waͤhren, als Heu und Oelkuchen, zu denen man ſonſt, um das Vieh in gutem Zuſtande zu erhalten, allein ſeine Zuflucht nehmen muß. Aber auch wenn man ſie nicht dazu noͤthig hat, iſt es gut dem Vieh neben den Turnips Kartoffeln mit zu geben, weil ſie, Q * 8 A* N un zunn un onde ſt te Aindvi Das enlätt de Brot als dieſen n großen de Ku Sticen Boden ſin De angebaut, waͤchs v nigin El fand ind man zu Gemüſe Anfang⸗ über bei den, als ſüche, ſie dun Viel üß dald der der dhm großer J dund af bin dantag bei ii it Tim nen. 100 Thalen ah r und I h orgenommene l aß 1 Armdn 7. le in 64 Du an. Kattoffen ſ 1 Fruch, af w hat ſüeuh naſſen dütir gen. If di des Wihdi ein Nun d itthe in drN erſhaffn imn und Beoti Köſten,dur zaſſer migitt kann. Dum enge zu d er Tunii ttel derflben 1 n nl/ um zufluht wein 1 hat, iſt 6 9 geben, well Von den Moͤhren und Paſtinaken. 279 zumal in Dampf gekocht, ein kraͤftigeres Futter, als jene ſind, be⸗ ſonders fuͤr Schweine, Arbeitspferde und auf dem Stalle gefuͤtter⸗ tes Rindvieh. Das aus den Kartoffeln bereitete Mehl kommt der der Wei⸗ zenſtaͤrke ziemlich nahe, und macht unter das Weizenmehl gemengt das Brot leichter, ſchmackhafter, und verdaulicher, als wenn es aus dieſem allein gebacken wird. Daher iſt deſſen Verfertigung in großem Maaßſtabe wohl anzurathen. Dreiundzwanzigſtes Kapitel. Von den Moöoͤhren und Paſtinaken. Die Kultur dieſer beiden Wurzelgewaͤchſe kommt faſt in allen Stuͤcken mit einander uͤberein; aber ihre Anforderungen an den Boden ſind verſchieden. Die Moͤhren wurden fruͤher als die Turnips in England angebaut, und wenn auch daſelbſt wild wachſend als Gartenge⸗ waͤchs von einigen Flamaͤndern eingefuͤhrt, die ſich unter der Koͤ⸗ nigin Eliſabeth bei Sandwich in Kent anſiedelten; ihre Erzeugung fand indeſſen noch lange nur in ſo geringem Maaße ſtatt, daß man zu Ende des ſechzehnten Jahrhunderts den Bedarf daran als Gemuͤſe noch immer durch Zufuhren aus Holland decken mußte. Anfangs baute man ſie nur fuͤr den Londoner Markt an, als aber bei fortſchreitender beſſerer Kultur mehr davon erzeugt wur⸗ den, als zum Hausbedarf noͤthig waren, machte man auch Ver⸗ ſuche, ſie als Viehfutter anzuwenden, und fand, daß ſie fuͤr alle Arten von Vieh, beſonders aber fuͤr Pferde, deren Haar nach ihrem Ge⸗ nuß bald glatt und glaͤnzend wird, ein vortreffliches Futter abgeben. Der paſſendſte Boden fuͤr die Moͤhren iſt ein muͤrber, locke⸗ rer Lehmboden von betraͤchtlicher Tiefe. Sie werden daher in großer Menge in den Sandgegenden von Suffolk und Surrey 280 Dreiundzwanzigſtes Kapitel. erbaut; aber trotz ihres hohen Werthes als Viehfutter doch noch lange nicht in ſolcher Ausdehnung, wie man denken ſollte, auf den großen Strecken dazu taugbaren Bodens im vereinigten Koͤ⸗ nigreiche. Sie wachſen in der That nicht viel ſchlechter auf einem reinen Sandboden, als auf einem von groͤßerer Guͤte, und nach in Schottland gemachten Verſuchen beſonders gut auf einem Torf⸗ boden. Hohe Fruchtbarkeit des Landes iſt kein ſo weſentliches Erforderniß zu ihrem Gedeihen, als deſſen Tiefe und Reinheit von Steinen. Die meiſten Landwirthe ſind ſo feſt davon uͤberzeugt, daß ſie in der Regel nicht dazu duͤngen. Man kann ſie auch nur als ſehr wenig erſchoͤpfend anſehen; denn wenn man ſie nach Turnips baut und darauf Gerſte folgen laͤßt, bemerkt man keinen Ruͤck⸗ ſchlag an dieſer im Verhaͤltniß zu der unmittelbar nach Turnips geſaͤeten. Gegen die Anwendung einer Miſtduͤngung fuͤhrt man auch noch als Gruͤnde an, daß dieſelbe, wenn eine Moͤhre darauf ſtoße, zu deren Zertheilung Veranlaſſung gebe, und dadurch fuͤr den Kuͤchengebrauch untaugliche Wurzeln erzeuge; daß ſie uͤberhaupt deren Wohlgeſchmack vermindere, ſie hart und zaͤhe mache und ihr Aufſchießen in Saamen befoͤrdern. Daher wird von manchen Schriftſtellern ihre Anwendung gleichſam verpoͤnt; es duͤrften je⸗ doch die angegebenen Beſchuldigungen nur den langen Miſt tref⸗ fen; denn die Kuͤchengaͤrtner, wenn ſie auch die Moͤhren am lieb— ſten nach einem andern ſtarkgeduͤngten Gewaͤchſe anbauen, wenden dennoch nicht ſelten eine Duͤngung von ganz verrottetem Miſt zu ihnen an, ohne ihnen zu ſchaden, und Arthur Young empfiehlt eine olche nachdruͤcklich.„Wenn ihr den Ertrag eurer Moͤhren, ſagt er, in der Gewalt haben wollt, ſo muͤßt ihr den Acker Land mit 25— 30 Fudern wohlverrottetem Miſt duͤngen und denſelben ſorgfaͤltig unterpfluͤgen. Er ſchadet keineswegs ihrem Geſchmack, traͤgt auch nichts zu ihrer Mißbildung oder ihrem Kraͤtzigwerden bei. Der Landwirth muß ſich ſtets bemuͤhen von ſeinem Felde den moͤglich groͤßten Ertrag zu erzielen, und dies iſt nur durch Duͤnger auszufuͤhren.“ In gewiſſer Hinſicht hat Arthur Young gewiß recht, zumal wenn die Moͤhren zu Futter, nicht zum Kuͤ⸗ chengebrauch beſtimmt ſind. Dies beſtaͤtigt auch folgender Ver⸗ ſuch: ein Stuͤck Feld von faſt ganz gleichem Boden, das Kar⸗ toffeln getragen hatte, wurde mit Moͤhren beſtellt, und dazu zur Haͤlfte neu geduͤngt. Da m Prrehr Fruͤtich die ger unver wenn ma threchte, Der ſammen, eine Re zur brün lich dcht Auch ble dis gbt zumal di kaum zu ſahten d Haufen von Zeit tiglich! vor der zum Vo nijer- die dim g haft ü. *) E nicht beka zu beſeli .ger ganz furkm J leicht noch rcht tüch das Anei nuch den inen Sas aij dem ds Enem em n i dähal a mißſiin dfitter doch n dein ſalle, mn deaiigten. ſlatte uf ine rLite, m t auf emmndi n ſo wfſertt und Reitn in uͤberzen ſie auch i ſie nach dn nan keinen dar nach dnn führt mm u hre darauf ſi daducch für ß ſie uͤberhe he mache und ird von mme nt; es dlrf, langen Miii Möhren ni⸗ anbauen nad rrotteten Nin Poung enfit ag eurer Nan hr den Au gen und d nüt ihrem Gichre em Kräbign von ſänmn in dies iſt nuren at Arthur ln e, nicht tamü folgender 0 Budn, das de t,und dazu Von den Moͤhren und Paſtinaken. 281 Der ungeduͤngte Theil gab Der geduͤngte Theil gab Wurzeln 9 Tonnen vom Acker. Wurzeln 12 Tonnen vom Acker. Kraͤutrich 4 ⸗ 2- KrraJguhtrich 5 2 2 Die Guͤte der Wurzeln war beinahe ganz gleich. Auch lan⸗ ger unvergohrner Miſt hat ſich dieſem Gewaͤchs guͤnſtig gezeigt, wenn man ihn nach der Saat uͤber das Land breitete und wieder abrechte, ſobald es Zeit zum Behacken wurde. Der Moͤhrenſaamen iſt uͤberaus leicht und haͤngt ſo feſt zu⸗ ſammen, daß er ſich kaum auseinander bringen laͤßt. Dies ſetzt ſeiner Reihenſaat große Schwierigkeiten in den Weg und noͤthigt zur breitwuͤrfigen, die man, um leere Stellen zu vermeiden, ziem⸗ lich dicht macht, und dann die uͤberfluͤſſigen Pflanzen weghackt*). Auch bleibt dieſer Saamen ſehr lange liegen, ehe er aufgeht und dies gibt Veranlaſſung, daß das Unkraut leicht Herr wird, da zumal die jungen Moͤhrenpflaͤnzchen ihrer Kleinheit wegen Anfangs kaum zu erkennen ſind. Es iſt daher ein ſehr zweckmaͤßiges Ver⸗ fahren, den Moͤhrenſaamen, wohl mit Sand gemengt, auf einem Haufen an einen warmen, jedoch ſchattigen Ort zu ſchuͤtten, ihn von Zeit zu Zeit mit verduͤnnter Miſtjauche zu befeuchten und taͤglich umzuwenden. Geſchieht ſolches zehn bis vierzehn Tage vor der Saat, ſo kommen die jungen Pflanzen bald und kraͤftig zum Vorſchein, und macht ihre Reinigung von Unkraut ungleich weniger Muͤhe. Die Menge des auf einen Acker Land noͤthigen Saamens haͤngt großentheils von ſeiner Guͤte ab, welche oft ſehr mangel⸗ haft iſt. Von gutem keimfaͤhigen Saamen braucht man nicht *) Ein ſehr einfaches, aber zweckmaͤßiges, in England, wie es ſcheint, nicht bekanntes Verfahren, das Zuſammenhaͤngen des Moͤhrenſaamens faſt ganz zu beſeitigen, und dadurch ſein Ausſtreuen ſo zu erleichtern, daß man ihn ſo gar ganz bequem in Reihen ſaͤen kann, beſteht darin, daß man ihn von einem ſtarken Manne mit der flachen Hand auf einer Speckſchwarte, oder auch, viel⸗ leicht noch beſſer, auf einem groben, mit Oel etwas getraͤnkten wollenen Tuche recht tuͤchtig abreiben laͤßt. Dadurch werden die kleinen Wiederhaͤkchen, welche das Aneinanderhaͤngen bewirken, groͤßtentheils entfernt, und wenn man her⸗ nach den von dem Fett etwas klebrig gewordenen Saamen mit Gipsſtaub in einem Sacke recht innig mengt, wird er von dieſem weiß gefaͤrbt und dadurch auf dem Boden ſichtbarer, was dem Saͤemann das gleichmaͤßige Ausſtreuen des Saamens, ihm mehr Sicherheit gebend, gar ſehr erleichtert. Ein Mann kann in einem Tage viel Saamen abreiben; ſechs Pfund erforderten bei einer deshalb angeſtellten Probe nicht ganz zwei Stunden Zeit; es iſt aber eine muͤhſelige Arbeit 282 Dreiundzwanzigſtes Kapitel. mehr als vier Pfund pro Acker, ſobald man aber davon nicht vollkommen uͤberzeugt iſt, thut man wohl, ein bis zwei Pfund mehr zu nehmen. Manche Landwirthe ſaͤen ſogar das Doppelte. Die Zeit der Ausſaat wird zum Theil durch das Wetter, zum Theil durch die Zeit beſtimmt, wo man brauchbare Wurzeln ha⸗ ben will. Je fruͤher im Jahre man ſie jedoch vornehmen kann, deſto ergiebiger werden in der Regel die Ernten und deſto beſſer die Wurzeln. In den ſuͤdlichen Grafſchaften von England haͤlt man es fuͤr das Beſte, von der Mitte des Februars bis zu Ende des Maͤrzes zu ſaͤen, im Norden des Landes muß man ſolches jedoch nicht ſelten bis in die letzten Tage des Aprils verſchieben. Folgen die Moͤhren nach Getreide, ſo pfluͤgt man gewoͤhn⸗ lich dreimal dazu, das erſte Mal im September oder October (ſoll geduͤngt werden, ſo bringt man mit dieſer Furche Miſt un⸗ ter), das zweite Mal im November oder Februar, und zuletzt kurz vor der Saat. Es iſt jedoch gar nichts Seltenes, auf einem ihnen beſonders zuſagenden wenig gebundenen Boden die Moͤh⸗ ren nach Turnips folgen zu laſſen, und die Folge: Turnips, Kar⸗ toffeln, Moͤhren iſt nicht nur fuͤr den Landwirth, ſondern auch fuͤr den Acker ſehr vortheilhaft gefunden worden, ſobald die ge⸗ wonnenen Ernten ganz verfuͤttert wurden, oder man das durch ihre anderweitige Verwendung dem Land Entzogene durch fremden Duͤnger zu erſetzen ſuchte. Nimmt man die Moͤhren nach Tur— nips, ſo pfluͤgt man, gleich nachdem dieſe das Feld geraͤumt ha— ben, nur einmal zu jenen, eggt recht fein und ſaͤet unmittelbar darauf. Nach Kartoffeln aber geſchieht die Bearbeitung ganz ſo, wie nach Getreide. Dieſelbe kann uͤbrigens nach der natuͤrlichen Beſchaffenheit des Bodens, nach deſſen Zuſtand bei der Ernte der Vorfrucht und nach der individuellen Anſicht des Wirthſchafters manche Abaͤnderungen erleiden, nur darf die Hauptruͤckſicht, voll— kommene Pulverung des Erdreichs und das Pfluͤgen deſſelben bis zu einer Tiefe von 20— 24 Zoll nie aus den Augen verloren werden. Etwa vierzehn Tage nach dem Erſcheinen der jungen Pflan⸗ zen verduͤnnt man dieſelben ſo weit, daß ſie gegen ſechs Zoll von einander zu ſtehen kommen, dabei wird zu gleicher Zeit das Land mit der Hacke gelockert und das Unkraut vertilgt. Ungefaͤhr vier⸗ zehn Tage nachher, wenn die Pflanzen ſchon ziemlich erſtarkt ſind, uͤberzieht man das Feld mit einer leichten Egge und aber⸗ mals vierzehn Tage ſpaͤter wiederholt man das Behacken und Vardünne liswif nr diſet Gpen fol diſtt, zu Ffonders anfkomme in müſſe usgeführ keuten an näßig un von veſh und zum Ma drei Vari orangenfe Attrinchan ſie zuenſt ¹vidd vor gezogen, aber an ſcet werd dern bon in Baͤfer ninde Groͤße, Landwirt len, gii immer n andern zend por ſie ein p Da ſicht ſelt temaͤhet deon dr Mähre an Enft au hrben R frah Von den Moͤhren und Paſtinaken. 283 1., — nt Verduͤnnen noch einmal, ſo daß die einzelnen Pflanzen nur neun d hi an bis zwoͤlf Zoll von einander ſtehen bleiben. Nicht ſelten laͤßt Aen man dieſem zweiten Hacken nach einigen Tagen ein nochmaliges , in Eggen folgen, das, mit Sorgſamkeit ausgefuͤhrt, große Dienſte bar Lui leiſtet, zumal, wenn das Erdreich vom Regen feſtgeſchlagen iſt. vomehm nb Beſonders aufmerkſame Landwirthe laſſen ſpaͤterhin alles etwa noch R und di aufkommende Unkraut mit der Hand ausraufen. Alle dieſe Arbei⸗ von Eglad i ten muͤſſen mit der groͤßten Sorgfalt, Nettigkeit und Sauberkeit uars biz gi ausgefuͤhrt werden, und ſind daher nur erfahrenen und geuͤbten nuß man ſii Leuten anzuvertrauen, die haͤufig, um das Verduͤnnen recht regel⸗ ris verſchit maͤßig und doch mit leichterer Muͤhe zu bewerkſtelligen, Hacken igt man gen von verſchiedener Breite anwenden, zum erſten Behacken fuͤnf Zoll ber oder dr und zum zweiten neun Zoll breite. Furche Mu Man baut jetzt in England auf dem Felde gemeiniglich nur ruar, und zu drei Varietaͤten von Moͤhren an, die fruͤhe Hornmoͤhre, die lange ltenes, auf ein orangenfarbige und die neuerer Zeit erſt in Aufnahme gekommene Boden die M Altrinchamwurzel, ſo genannt nach einem Ort in Cheſhire, wo :Turrip, ſie zuerſt erzeugt wurde. Die erſte von glaͤnzend rother Farbe th, ſonden at wird vornehmlich in der Naͤhe großer Staͤdte zum Kuͤchengebrauch n, ſchald di gezogen, ſteht zwar an Groͤße der zweiten nach, uͤbertrifft ſie r man do ät aber an Zartheit und Wohlgeſchmack. Sie muß ſehr zeitig ge⸗ ene durt frin ſaͤtt werden. Die zweite, welche vornehmlich auf den Sandfel⸗ ‚öhren mar dern von Suffolk, bei Sandwich in Kent und bei Biggleswade Feld geuu in Bedfordſhire gebaut wird, iſt blaſſer von Farbe, als jene, Hſaet urti minder zart und wohlſchmeckend, erreicht aber eine ungemeine rbeitung Groͤße, liefert einen ſehr hohen Ertrag und findet daher bei den c de nrüiti Landwirthen, welche die Moͤhren hauptſaͤchlich zu Viehfutter erzie⸗ bei der En len, groͤßern Beifall. Neuerer Zeit kommt jedoch die dritte Sorte ds Wit art immer mehr in Aufnahme, weil dieſelbe die Vorzüge der beiden ricft, andern vereinigt. Sie erreicht eine bedeutende Groͤße, iſt glaͤn— upti at zend pommeranzengelb, und zeichnet ſich noch dadurch aus, daß Wlte ſie ein paar Zoll uͤber die Erde herauswaͤchſt. Das Kraͤutrich der Moͤhren iſt ſo zart und duͤnn, daß es nicht ſelten fuͤr die Milchkuͤhe, die es ungemein gern freſſen, ab— fu⸗ 1. et ünga gemaͤhet wird. Ja man hat daſſelbe ſogar zu Heu gemacht und en ſets 3 3 davon drei bis vier Tonnen auf einem Acker geerntet. Bei den er Zii ſdel 1 Moͤhren ſcheint das Abſchneiden des Laubes keinen ſo nachtheili⸗ Ungeü r gen Einfluß auf den Geſammtertrag und die Guͤte der Wurzeln Fünlih 4. zu haben, wie bei den Kartoffeln, doch darf es jedenfalls nicht ege und, zu fruͤh geſchehen. Bthacm u 284 Dreiundzwanzigſtes Kapitel. Die Aufbewahrung der Moͤhren verurſacht keine große Muͤhe, weil ſie die Kaͤlte ſo gut vertragen, daß man ſie nicht ſelten waͤhrend eines großen Theils des Winters im Lande laͤßt, und ſie nur herausnimmt, wie man ſie braucht. Es iſt dieſes jedoch ein nicht zu empfehlendes, von Nachlaͤſſigkeit zeigendes Verfahren. Man ſollte ſie ſpaͤteſtens im November herausnehmen und ordent— lich aufbewahren. Es kann dieſes auf verſchiedene Weiſe geſche⸗ hen; am leichteſten und einfachſten unter einem Schuppen, wo man ſie, nachdem das Kraͤutrich abgeſchnitten worden, auf eine Unterlage von trocknem Stroh wirft und auch damit zudeckt. In Ermangelung eines Schuppens laſſen ſie ſich aber auch recht gut im Freien aufheben, entweder in trockenen, mit Erbſen⸗ oder Weizenſtroh ausgelegten und zugedeckten Gruben, oder noch beſſer in Haufen, die man ebenfalls auf Stroh errichtet, und in denen man ſie, die Koͤpfe nach außen ſchichtweis mit Stroh auſfſetzt und zuletzt noch damit bedeckt. Eigen iſt in England die Zurichtung der Moͤhren fuͤr den Markt, wohin ſie nur gewaſchen und in Buͤndel gebunden ge— bracht werden. Dies zu bewerkſtelligen arbeiten jedesmal zwei Maͤnner, eine Frau und ein Junge zuſammen. Ein Mann hebt die Moͤhren mit einer zweizinkigen Gabel aus, der andere bindet ſie in Buͤndel, die Frau waͤſcht ſie und der Junge faͤhrt ſie die— ſen Beiden zu und von dem Binder zum Wagen. Damit nun das Waſchen und Binden recht bequem geſchehen koͤnne, graͤbt man zwei Loͤcher auf dem Felde ein, ſo tief, daß ihr Rand dem Hineintretenden bis an die Bruſt reicht, ſo weit, daß ein Menſch ſich darin umdrehen kann und ſo nahe an einander, daß die darin Stehenden ſich gegenſeitig erreichen koͤnnen. Da hinein ſtellen ſich der Binder und die Waͤſcherin, jener legt ein Bret vor ſich auf die Erde, und dieſe hat einen großen Zuber voll Waſſer vor ſich, worin ſie die Moͤhren ſorgfaͤltig rein waͤſcht. Iſt ſie mit einer Parthie fertig, ſo langt ſie ſelbige dem Binder zu, der die Koͤpfe und Schwaͤnze abſchneidet und ſie auf ſeinem Brete in Bunde bindet. Eine Ladung von 40 Buſſheln auf dieſe Weiſe zu behandeln koſtet in der Naͤhe von London zehn bis zwoͤlf Shilling. Davon erhalten der Ausnehmer und der Junge zuſammen 4—5 Shilling; der Binder und die Waͤſcherin 6—7 Shilling. luch miine, dan wiſe ange De auf d rit dem 1s zu V züßerodent de uüber d vne Gart dls di and jenem an zu lange chengarten Die te üefen, ſteinigen Sandbode recht guit Iſchedung gung recht nit kalkihe ticht zu. DR; auf dieſelt ſicht auf Boden in ches Kart und tef Wurzaler Tiefe zu Doppelpft ten Pfluc den baut Lainen a helte und dc, 6; dbgeiopme d Von den Moͤhren und Paſtinaken. 285 e ne gtoße M dittſt Paſtinaken. ande läßt, w... 3 I zu Auch von den Paſtinaken gibt es mehre Varietaͤten, die ge⸗ gnd Tein meine, dann eine auf den Inſeln Guernſey und Jerſey vorzugs⸗ 1 Anh weiſe angebaute, und eine erſt neuerer Zeit bekannt gewordene. ene Viſt 3 Die auf den genannten Inſeln, wo man ſich, zumal auf letzterer, Stun 43 mit dem Anbau dieſes Wurzelgewaͤchſes, ſowohl fuͤr die Kuͤche, 3 als zu Viehfutter, ganz beſonders abgibt, zeichnet ſich durch ihre wnee außerodentliche Groͤße aus und gibt bisweilen einzelne Wurzeln, im die uͤber drei Fuß lang ſind. Die dritte Art, die von der Lon⸗ aber autt doner Gartenbaugeſellſchaft verbreitet worden iſt, bildet ſich fruͤher nit Eiſnen als die anderen aus, und hat einen feineren Geſchmack, ſteht aber dder mit jenem an Ergiebigkeit nach, und verdirbt leicht, wenn man ſie t, und i d zu lange in der Erde laͤßt; eignet ſich daher mehr fuͤr den Kuͤ⸗ t Strh ni chengarten, als auf das Feld. Die Paſtinake verlangt zu ihrem beſten Gedeihen einen gu⸗ Nöhren für ten, tiefen, humusreichen, muͤrben Lehmboden auf einem trocknen, dl gebund ſteinigen oder ſandigen Untergrund. Auch auf einem tiefgruͤndigen n iedesmal Sandboden, wenn er nicht hungrig und ſcharf iſt, waͤchſt ſie En Nm recht gut; aber ein zaͤher Thon, der noch nicht durch Kalk- und der zäf Aſcheduͤngung, durch tiefes Pfluͤgen und vollkommene Trockenle⸗ nge fähtt i gung recht muͤrbe geworden iſt, ſo wie ein flacher ſtrenger Lehm en.— u mit kalkigem Untergrunde, oder reich an Steinen ſagen ihr gar en koͤn k nicht zu. ß ihr Awede Die Zubereitung des Feldes geſchieht zu den Paſtinaken ganz daß d auf dieſelbe Weiſe, wie zu den Moͤhren, nur mit noch mehr Ruͤck⸗ nande, i ſicht auf moͤglichſt vollkommene Pulverung, weil der dazu gewaͤhlte nen. D. 3 Boden in der Regel mehr gebunden iſt. Ein Stuͤck Land, wel⸗ er let in ches Kartoffeln getragen hat und dazu tuͤchtig geduͤngt, auch gut roßen airt und tief durcharbeitet worden iſt, eignet ſich am beſten zu dieſem renn nitt Wurzelgewaͤchs. Um der Ackerkrume die demſelben zuſagende dem Bur⸗ Tiefe zu geben wendet man in Jerſey das Pflugſpaten oder das ſee ai fim Doppelpfluͤgen an; man hat auch wohl einen eigens dazu gemach⸗ 1o Büſt l ai ten Pflug, mit dem man funfzehn Zoll tief ackern kann. Ehe— dem baute man daſelbſt die Paſtinaken viel im Gemenge mit London 1. 2 e.. un nr Bohnen an, die man in einer Entfernung von fuͤnf Fuß eindib⸗ J ji Biſte belte und jene dann breitwuͤrſig einſaͤcte. Dieſer Gebeauch iſt je⸗ doch, als zu muͤhſam und nicht lohnend genug, neuerer Zeit ſehr abgekommen. Der Saamen iſt leicht und nicht ſo aneinanderhaͤngend, wie 286 Dreiundzwanzigſtes Kapitel. der der Moͤhren. Wenn er friſch, gut, vollkommen reif und ohne Beimengung von dunkelbraunen oder ſchwarzen Koͤrnern iſt, ſaͤet man ihn nur duͤnn aus, etwa 4— 6 Pfund pro Acker, auf das ebengeeggte Land, und deckt ihn nur leicht mit der Egge oder dem Rechen. Die Saat geſchieht wo moͤglich im Februar und zu Anfang des Maͤrzes, wenn man naͤmlich durch die Witterung an der voll⸗ kommenen, nie zu unterlaſſenden Zubereitung des Bodens zu die— ſer Zeit nicht gehindert wird. Dieſer Umſtand verſchiebt nicht ſelten die Ausſaat bis zum April. Neuerer Zeit hat man in Vorſchlag gebracht, dieſelbe ſchon in der Mitte des Oectobers, gleich nach der Reife des Saamens vorzunehmen. Dadurch, ſagt Hr. Malcolm in den Schriften der Ackerbaugeſellſchaft zu Bath erreicht man, daß die jungen Pflanzen zeitig im Fruͤhjahr zum Vorſchein kommen, und nur wenig von Unkraut leiden. Der Froſt ſchadet ihnen niemals. Die Pflege, naͤmlich das Eggen, Hacken, Jaͤten und Verduͤnnen der Pflanzen findet bei den Paſti⸗ naken ganz auf dieſelbe Weiſe ſtatt, wie bei den Moͤhren, erfor⸗ dert nur, wegen des bindenderen Bodens etwas mehr Muͤhe und Aufmerkſamkeit. Die Egge wendet man bei ihnen gern fruͤh an; ſobald man die Pflaͤnzchen vom Unkraut unterſcheiden kann. Auch in Anſehung der Aufbewahrung kommen die Paſtinaken mit den Moͤhren uͤberein. Ertrag, Werth und Anwendung. Der Ertrag der Moͤhren auf einem in gutem Zuſtande be— findlichen, ihnen zuſagenden, jedoch nicht dazu geduͤngten Boden iſt gewoͤhnlich ſehr groß. In beſonders guͤnſtigen Faͤllen ſind bis 900 Buſhel vom Acker geerntet worden, als Durchſchnittsertrag unter obigen Vorausſetzungen kann man jedoch nur 400 Buſhel oder etwa zwoͤlf Tonnen vom Acker annehmen. Die Paſtinaken geben noch mehr, auf einem reichen, gutge⸗ duͤngten Boden nicht ſelten 30 Tonnen vom Acker, im Durch⸗ ſchnitt wohl 24 Tonnen. Beide Wurzelgewaͤchſe ſind wenig Zu⸗ faͤllen unterworfen und leiden weder von Inſekten, noch durch unguͤnſtige Witterung; daher bleibt ſich ihr Ertrag gleicher, als der von anderen Gewaͤchſen. Moͤhren und Paſtinaken liefern vortreffliches Viehfutter. Letz⸗ tere ſind noch reicher an Zucker als jene, und da wir wiſſen, daß dädudh in und n F 1 tewund but. Nun dau aufgen and Rindv nd wohlſe eer Vichm lekommt a im die dan ten Preis. gben meh men, und dabei eben nicht Paſi Ekel daran well es de woͤhnüch Paſtinaken chet als: Pferd funden ha werden. Die M das man, den Sunde ter hindur Häckſel, Ein Pfer len der. einige M ſiigen Ein iches M. ſicts wie Auter bo ſch ganz Iangich Von den Moͤhren und Paſtinaken. 287 dadurch ein Futtergewaͤchs den Thieren beſonders angenehm wird und an Faͤhigkeit ſie fett zu machen gewinnt, ſo iſt es wirklich zu verwundern, warum man ſie nicht in groͤßrer Ausdehnung an— baut. Nur auf der Inſel Jerſey ſind ſie regelmaͤßig in den Feld⸗ bau aufgenommen. Man verfuͤttert ſie daſelbſt roh an Schweine und Rindvieh. Das Fleiſch von jenen wird davon beſonders weiß und wohlſchmeckend, und letzteres nimmt nach der Meinung eini— ger Viehmaͤſter, bei dieſem Futter eben ſo zu, wie nach Oelkuchen, bekommt aber weit beſſeres Fleiſch als nach dieſen. Daher erhal⸗ ten die damit gemaͤſteten Thiere auf jener Inſel immer den hoͤch⸗ ſten Preis. Die waͤhrend des Winters damit gefuͤtterten Kuͤhe geben mehr Milch und Butter, als wenn ſie Kartoffeln bekom— men, und der Geſchmack, ſo wie die Farbe jener Produkte ſind dabei eben ſo, wie bei dem beſten Gruͤnfutter. Doch darf man nicht Paſtinaken allein geben, weil ſich ſonſt leicht die Thiere einen Ekel daran freſſen. Auch das Kraͤutrich darf man nicht fuͤttern, weil es der Milch einen widerlichen Beigeſchmack verleiht. Ge⸗ woͤhnlich gibt man in Jerſey einer Milchkuh taͤglich gegen 35 Pf. Paſtinaken und daneben Heu. Davon wird die Milch butterrei⸗ cher als von jedem anderen Futter, 7 Quart liefern 17 Unzen. Pferde fuͤttert man aber nicht mit Paſtinaken; man will ge⸗ funden haben, daß ſie davon leicht dumm, auch wohl blind werden. Die Moͤhren dagegen ſind ein vortreffliches Pferdefutter, durch das man, ſelbſt bei ſchwerer Arbeit, den Hafer erſetzen kann. In den Sandgegenden von Suffolk gibt man haͤufig den ganzen Win⸗ ter hindurch den Pferden nichts wie Moͤhren und Spreu oder Haͤckſel, weder Hafer noch Heu, und ſie halten ſich vortrefflich. Ein Pferd erhaͤlt woͤchentlich 4— 7 Buſhel. Auch in den Staͤl⸗ len der Vornehmen fuͤttert man gern neben dem andern Futter einige Moͤhren mit, weil ſie ein glattes Haar machen und guͤn⸗ ſtigen Einfluß auf den Athem der Pferde haben ſollen. Ein herr⸗ liches Milchſutter ſind ſie ebenfalls. Kuͤhe, welche im Winter nichts wie Moͤhren und Heu erhalten, liefern viel Milch und Butter von dem hoͤchſten Wohlgeſchmack. Naͤchſt dem eignen ſie ſich ganz vorzuͤglich fuͤr abgeſetzte Kaͤlber, uͤberhaupt fuͤr alles Jungvieh. 288 Dreiundzwanzigſtes Kapitel. Saamenerzeugung. Um Saamen von Moͤhren und Paſtinaken zu erzeugen, ſind zwei Jahre nothwendig, und um den der erſteren in vorzuͤglicher Guͤte zu gewinnen, wird Boden von zweierlei Beſchaffenheit er⸗ fordert; naͤmlich ein reicher Sandboden im erſten Jahre zur Er⸗ ziehung der Wurzeln und ein ſtrenger Lehm im zweiten zum An— bau des Saamens. Um dieſen von beſter Beſchaffenheit zu erhalten, verfaͤhrt man alſo: Bald nach Michaelis graͤbt man die Wurzeln aus, ſucht davon vorzuͤglich geſunde und kraͤftige jedoch nur mittelgroße zur Saamerzeugung aus, ſchneidet von ihnen das Kraͤutrich bis auf einen Zoll lang ab, und packt ſie an einem trocknen, bedeckten Orte mit Stroh auf Haufen zuſammen, dafuͤr ſorgend, daß weder Feuchtigkeit noch Froſt zu ihnen dringe. Im folgenden Fruͤhjahre, wenn es trocken worden, im Februar oder Maͤrz, waͤhlt man dann wo moͤglich zum Auspflanzen dieſer Wurzeln ein reiches, friſch umgebrochnes Stuͤck Land; fehlt es daran, ſo duͤngt man ein andres gutes Stuͤck reichlich mit Miſt und Erde, und graͤbt oder pfluͤgt daſſelbe moͤglichſt tief um, damit die Saamenwurzeln bis zu ihrer vollen Laͤnge eindringen koͤnnen. Man pflanzt die⸗ ſelben hierauf zu vier bis fuͤnfen zuſammen, auf dem Raum von einem Quadratfuß und laͤßt von einem ſolchen bepflanzten Fleck⸗ chen bis zum andern eine Entfernung von einem Yard in jeder Richtung leer. Zu dem Einſetzen der Wurzeln werden mit einem hoͤlzernen mit Eiſen beſchlagenen Pfahle Loͤcher von hinlaͤnglicher Weite und Tiefe eingeſtoßen und in dieſelben die Wurzeln ge— ſenkt. Sobald ſie friſch getrieben haben, behackt und reinigt man das Land von Unkraut; dies wird im Laufe des Sommers drei⸗ bis viermal wiederholt und damit vom dritten Hacken an jedes⸗ mal ein immer hoͤheres Behaͤufeln verbunden, damit die Moͤhren zuletzt gleichſam truppweis auf ziemlich hohen und breiten Huͤgeln zu ſtehen kommen. Es gibt noch mehre andre Verfahrungsarten bei dem Auspflanzen der Saamenmoͤhren; die eben angegebene empfiehlt ſich aber vorzuͤglich, ſchon deshalb, weil bei ihr die Saamenſtengel nicht ſo leicht brechen, als wenn ſie einzeln ſtehen. Das Einſammeln des Saamens geſchieht gewoͤhnlich von Weibern, welche von Zeit zu Zeit die Pflanzung durchgehen mit einem Meſſer die reif gewordenen Dolden abſchneiden und dieſe ſorgfaͤltig in einem an dem Nacken haͤngenden Korbe ſammeln. Da de mebrnub, iamelt in Scheu than, und in Malen erbunden, Die nel Mühe reift und de Saame jubewahrer daß man ſolches au ten, inden aber nict hat, blos wie es dos Auswaͤhler den Mohr Venn üraucht me auf den Ae Der Nras In Jahr drei Guin Lus een⸗, Kol derſelbe un Art von; und daß 6 uüch nicht dübige J autzvert de ſe dure di Watiſe tenng ins und di I. 19. du arfagen, ſ 4 in dorä gich Biſtefanet, en Iahre zu zweiten zun ten, verit ltzeln aus, rmittelgroi Kräutich b wanen, ba rgend, daß w genden Früit it, waͤhlt zen ein reit 1 ſo dungt Erde, und. e Saamendu, Man 13 f dem Aau⸗ bepflninſe em Pmſ werden nin von ſilint die Vra t und wigr s Sonnes Hade n 1 damit de No nd öreit mäi Verfahrue then angt 1 weil bei ni ſietineln nit grwihnl nlich zuchgehen nden und N Korbe ſanmi Von den Moͤhren und Paſtinaken. 289 Da das Reifen ſehr ungleichzeitig ſtatt findet, muß dieſe Arbeit mehrmals, wohl vier- bis fuͤnfmal wiederholt werden. Die ein⸗ geſammelten Saamendolden werden auf einem Boden oder trock— nen Scheunenraum auf Haufen geſchuͤttet oder in Wollſaͤcke ge⸗ than, und hier bis zum Dreſchen aufgehoben, das zu wiederhol— ten Malen, mit dazwiſchen vorgenommenen ſorgfaͤltigem Ausſieben verbunden, geſchehen muß. Die Gewinnung des Paſtinakenſaamens verurſacht nicht ſo viel Muͤhe, wie die des Moͤhrenſaamens, weil er gleichzeitiger reift und ſich leichter abdreſchen laͤßt. Auch iſt es nicht noͤthig, die Saamenwurzeln mit der Sorgfalt den Winter hindurch auf⸗ zubewahren, wie die Moͤhren; denn die Paſtinaken ſind ſo hart, daß man ſie unbedenklich in der Erde laſſen kann. Es geſchieht ſolches auch wohl bisweilen mit den zum Saamentragen beſtimm— ten, indem man ſie gleich auf dem Felde ſtehn laͤßt. Dies iſt aber nicht zu empfehlen, weil man es dabei nicht in der Gewalt hat, blos von ausgeſucht ſchoͤnen Wurzeln Saamen zu erhalten, wie es doch geſchehen ſollte. Man verfahre daher lieber mit dem Auswaͤhlen und Auspflanzen der Saamenpaſtinaken, wie es bei den Moͤhren angegeben worden. Wenn man das Auspflanzen auf die angezeigte Art beforgt, braucht man von jeder dieſer beiden Wurzelarten etwa 80 Buſhel auf den Acker und gewinnt davon: Moͤhrenſaamen 6— 10 CEentner. Paſtinakenſaamen 8— 12 ⸗ Der Preis deſſelben iſt, nach den Jahrgaͤngen, ſehr wechſelnd. Im Jahr 1835 koſtete der Centner von jedem nicht mehr als drei Guineen. Aus dem, was wir uͤber den Anbau der verſchiedenen Knol⸗ len-, Kohl- und Ruͤbengewaͤchſe geſagt haben, ergibt ſich, daß derſelbe uͤberaus vortheilhaft zur Erhaltung des Viehes auf jeder Art von Boden, nur nicht auf naſſem und widerſpenſtigen iſt, und daß es faſt ganz in der Gewalt des Landwirths liegt, wenn auch nicht von allen, doch von einem oder etlichen derſelben eine beliebige Menge zu erzielen. Wenn man nun außer ihrem Ge⸗ brauchswerth auch noch den guͤnſtigen Einfluß in Anſchlag bringt, den ſie durch den aus ihrer Verfuͤtterung hervorgehenden Miſt auf die Verbeſſerung des Bodens ausuͤben, ſo kann man die Erwei— terung ihres Anbaues, zumal auf an ſich armen Bodenarten und und bei niedrigen Getreidepreiſen, nicht dringend genug empfeh⸗ II. 19 290 Dreiundzwanzigſtes Kapitel. ken. Nach Verhaͤltniß ihres Futterwerthes laſſen ſich dieſe Ge⸗ waͤchſe ungefaͤhr in folgende Rangordnung ſtellen: 1) Kartoffeln. 2) Paſtinaken. 3) Moͤhren. 4) Schwediſche Turnips. 5) Kohlruͤben. 6) Kohl. 7) Runkelruͤben. 8) Gelbe Turnips. 9) Ruͤbſen. 10) Gewoͤhnliche Turnips. Vierundzwanzigſtes Kapitel. Von den Futterkraͤutern und Graͤſern, Kleearten, Raygras, Wicken, Cichorien und Spoͤrgel. Nach den vorhin genannten Futtergewaͤchſen haben wir nun zu⸗ voͤrderſt die hier gedachten Futterkraͤuter und Graͤſer zu betrach— ten, welche ſowohl gruͤn, als getrocknet dem Landwirth die Er⸗ haltung ſeines Viehes erleichtern und ihm dieſelbe, auch ohne Unterſtuͤtzung natuͤrlicher Graslaͤndereien, moͤglich machen; ja ihn durch den auf dieſe Weiſe vermehrten Duͤnger ſogar in den Stand ſetzen, in einer Ackerwirthſchaft neben der Koͤrnererzeugung doch noch mehr Vieh auf derſelben Flaͤche zu halten, als wenn dieſe blos zu natuͤrlicher Weide benutzt wird. Man hoͤrt in der That vielfaͤltig die Aeußerung, ſeit Einfuͤhrung des Wechſels zwiſchen Koͤrner⸗ und Futterbau in der Landwirthſchaft ſei manches ehe⸗ dem zum Weizenbau untaugliche, zu lockere Grundſtuͤck in einen ſolchen Zuſtand verſetzt worden, daß es gegenwaͤrtig einzelne Koͤr⸗ Die lumarten dcuptſach und den iine Varie lber ſelbi den; idd Wedepfl mit ander einmal in Die det weiße Saamenit Jwenn das längere und ligt auf, west leppigkei den Vieh alet unſe Hauptbeſt ſagten. der ſeine B. ddoch daſe gezogen, aus Fland en Beift ihen Ve a Eylan an durth Räinde rdiu Fantu 4 ſen gitt Von den Futterkraͤutern und Graͤſern, Kleearten, ꝛc. 291 nerernten hervorbringe, die an Werth den Preis uͤberſteigen, den es fruͤher, wo es nur als Weide benutzt wurde, hatte. n ſch diſe T Kleearten. Die Botaniker fuͤhren eine Menge eigentliche Klee⸗, Trifo⸗ liumarten, auf; von denſelben findet man jedoch in England hauptſaͤchlich nur zwei angebaut, den weißen(Trffolium repens) und den rothen(Trifolium pratense); von letzterem aber noch eine Varietaͤt unter dem Namen Kuh- oder Mergelgras. Es iſt uͤber ſelbige ſchon im erſten Bande S. 645 ꝛc. geſprochen wor⸗ den; jedoch nur in Bezug auf ihre Benutzung als mehrjaͤhrige Weidepflanzen, nicht auf ihren Anbau regelmaͤßig im Wechſel mit anderen Gewaͤchſen. Deshalb gedenken wir ihrer hier noch einmal in dieſer Hinſicht. Die genannten Kleearten wachſen meiſt wild in England, der weiße vorzuͤglich auf kalkigem Boden, in dem ſeine oͤligen Saamenkoͤrner oft jahrelang liegen, und dann auf einmal aufgehen, wenn das Land umgebrochen wird, oder ungebrannter Kalk eine apitel. laͤngere Zeit darauf liegen bleibt. Er iſt eine perennirende Pflanze und liegt mit ſeinen Stengeln und Blaͤttern feſt auf dem Boden auf, weshalb man ihn auch kriechenden Klee genannt hat. Die Ueppigkeit ſeines Wuchſes, ſeine große Nahrhaftigkeit und ſein atten, uri dem Vieh ſo angenehmer Geſchmack machen ihn zur vorzuͤglichſten aller unſerer Weidepflanzen; daher bildet er auch ſtets einen Hauptbeſtandtheil der zu immerwaͤhrender Weide beſtimmten Aus⸗ ſaaten. Der breitblaͤttrige rothe Klee, ſo genannt nach der Farbe ſeiner Bluͤthe, waͤchſt zwar auch in England wild, wird aber hl. aben wir umn jſer zu b ehi doch daſelbſt meiſtens aus vom Kontinent eingefuͤhrten Saamen ffebe, ah gezogen, und iſt als Kulturpflanze im ſiebenzehnten Jahrhundert nuhen.äh aus Flandern dahin gebracht worden. Mit ſeinem bald allgemei⸗ · ne nen Beifall findenden Anbau geſchah der erſte Schritt zur weſent⸗ gar i i lichen Verbeſſerung und Umformung des Landwirthſchaftsbetriebs nena in England; denn er bringt dem Landwirth nicht nur unmittel⸗ al rer bar Vortheil, ſondern wirkt auch durch ſeinen Schatten, ſeine ban in is Ruͤckſtaͤnde und durch die bei ſeinem dichten Stand erfolgende Pücſis; 3 6 Unterdruͤckung des Unkrautes auf die Fruchtbarkeit eines durch fi nunchs Kornbau erſchoͤpften Bodens uͤberaus guͤnſtig ein. Daher iſt er, Win. 3...: niſtic 6 ſein gluͤckliches Gedeihen in den ihm guͤnſtigen Klima⸗ und Bo⸗ ig iinzelnec 19* 292 Vierundzwanzigſtes Kapitel. denverhaͤltniſſen Englands gehoͤrig mit in Anſchlag gebracht, als das wichtigſte und nuͤtzlichſte aller dort angebauten Futtergewaͤchſe anzuſehen. Er iſt jedoch nur eine zweijaͤhrige Pflanze, die im zweiten Jahre erſt ihren vollen Ertrag gibt und im dritten wie— der verſchwindet, daher auch nur auf minderkraͤftigem Lande noch in dieſem zur Weide ſtehen bleibt, um dem Boden Ruhe und Bindung zu verleihen. Das Kuhgras iſt ebenfalls eine uͤppig und kraͤftig wachſende Pflanze, ſteht jedoch jenem in dieſer Hinſicht nach; dafuͤr dauert es aber mehre Jahre aus, und wird deshalb haͤufig unter dem rothen Klee mit ausgeſaͤet, wenn dieſer beſtimmt iſt, mehre Jahre zur Weide zu dienen. Naͤchſt dieſen Kleearten iſt neuerer Zeit auch noch der Inkarnatklee in Aufnahme gekommen. Der⸗ ſelbe iſt eine einjaͤhrige Pflanze, die am beſten gedeiht, wenn ſie im Herbſt auf eine blos ſkarrificirte, nicht ordentlich gepfluͤgte Kornſtoppel geſaͤet wird. Lockert man zu ihr den Boden zu viel auf, ſo geht ſie zwar auf, ſtirbt aber leicht wieder ab; dies hat man nicht zu befuͤrchten, wenn man ſie auf geſchloſſenem Boden ſaͤet. Dieſe Kleeart waͤchſt am uͤppigſten im April und Mai und gibt ein gutes Futter, wenn die Turnips aufgezehrt ſind; weſentlichen Nutzen gewaͤhrt ſie auch noch, die leeren Stellen aus— zufuͤllen, die durch irgend einen Zufall, z. B. Lagern des Getrei⸗ des im rothen Klee, entſtanden ſein koͤnnen. Der Klee waͤchſt auf allen Bodenarten, vom lockerſten Sand an, ſobald derſelbe nur nicht humusarm iſt, bis zum ſtrengſten Thon; auf einem Mergelboden jedoch am beſten. Der weiße Klee eignet ſich uͤbrigens beſſer auf leichten, kalkartigen Boden, der rothe mehr fuͤr ſtrengen und gedeiht ganz vorzuͤglich auf dem bindendſten Thon. Auf lockerem ſandigen Boden muß man ſehr tief zu ihm pfluͤgen, damit er nicht ſo leicht von der Duͤrre leide; auf dem gebundenern iſt in dieſer Hinſicht weniger Sorgfalt noͤ— thig. Wenn man hier nur dafuͤr ſorgt, daß derſelbe vollkommen rein von Unkraut und in guter Duͤngkraft erhalten werde, kann er wohl alle vier Jahre auf dieſelbe Stelle geſaͤet werden, doch verſagt er bisweilen bei einer ſo oftmaligen Wiederkehr und es iſt daher gewiß beſſer, dieſe nur alle ſechs bis acht Jahre eintreten zu laſſen. Der rothe Klee iſt uͤbrigens die einzige Art, die in dem regelmaͤßigen Fruchtwechſel ohne mehrjaͤhrige Weideſchlaͤge aufge⸗ nommen wird; denn der nach weißem folgende Weizen gedeiht d rie ſ gt vin ni ſit wen Arrips, Ful, zim ſchr unter (trag g tiele Lan zu laſſen; ſand dage Potbereitu De Saat unt unter We dert mehr Kultur uu ſaen mit Minung ren; es d buingen, zu werde Saamen tjel bom die Bodens, ab, unter jahr ſtatt ſo unter wohl erſ nips iſ des Mai' andere U man eine üngen K und von ud kann dn ſ Sunnn Bat de mig i ebragt, 5 4 tergewäch Mund, die dim di wi tigem Lande u Boden Ruht n kräͤftig watſe ih; dafür de ſdufig unte mmt iſt, m jarten iſt nir gkoommen. d gedeiht, wem dentlich gepft⸗ n Boden zu er ab; dies hloſſenem I April und. aufgezehlt ſ eeren Stellnt⸗ agern de be⸗ n lockeren 1 zum rini ſten. Da ni kalkartigen? k votzigich if den muß nj n der Durelh iiger Sogftt erſele vlie alten wend, ſaet wede derkehr mei t Jahre einten lt, die ind ü drſ qge aip Weizen 9 din Von den Futterkraͤutern und Graͤſern, Kleearten, ꝛc. 293 nie ſo gut, wie der nach rothem auf demſelben Felde. Der Klee wird nie allein, ſondern meiſtentheils unter Sommergetreide ge⸗ ſaͤet, wenigſtens bei der ſo haͤufig vorkommenden Fruchtfolge: Turnips, Gerſte, Klee, Weizen; doch iſt es nicht ganz ſelten der Fall, zumal auf ſchwerem Boden, daß man ihn auch im Fruͤh— jahr unter Winterweizen ſaͤet, wo er oft einen vorzuͤglich ſchoͤnen Ertrag gibt. Im Norden des Reichs halten es naͤmlich ſehr viele Landwirthe fuͤr beſſer, dem Klee Hafer ſtatt Weizen folgen zu laſſen; in den mittleren und ſuͤdlichen Grafſchaften von Eng— land dagegen gilt der Klee naͤchſt der reinen Brache fuͤr die beſte Vorbereitung zum Weizen. Die angewendete Saamenmenge iſt 10—14 Pfund bei der Saat unter Gerſte auf einem muͤrben Boden, und 12— 18 Pfund unter Weizen oder Hafer auf kaltem Thon. Armes Land erfor— dert mehr Saamen als ſolches, das ſich in einem Zuſtande hoher Kultur und großer Fruchtbarkeit befindet. Manche Landwirthe ſaͤen mit dem Klee ein Peck Raigrasſaamen pro Acker aus, in der Meinung, dadurch die Menge und Guͤte des Futters zu vermeh⸗ ren; es duͤrfte jedoch dieſes Verfahren nur dann wirklich Vortheil bringen, wenn der rothe Klee beſtimmt iſt, noch ein Jahr benutzt zu werden. In dieſem Falle bewaͤhrt es ſich auch vier Pfund Saamen von ihm pro Acker weniger zu nehmen, und dafuͤr ſo viel vom weißen Klee darunter zu mengen. Die Zeit der Saat haͤngt theils von der Beſchaffenheit des Bodens, theils von der Witterung, theils auch von der Frucht ab, unter die er geſaͤet wird; doch findet ſie jedesmal im Fruͤh⸗ jahr ſtatt. Unter Hafer erfolgt ſie in der Regel im Maͤrz. Eben ſo unter Weizen, wo man den Kleeſaamen leicht eineggt, auch wohl erſt eggt und ihn dann einwalzt. Unter Gerſte nach Tur⸗ nips iſt die gewoͤhnliche Saatzeit der Monat April und Anfang des Mai's auf die S. 188 angegebene Weiſe. Wenn nicht durch andere Umſtaͤnde die freie Wahl der Saatzeit gehindert wird, ſollte man einer fruͤhen den Vorzug geben, weil bei einer ſolchen die jungen Kleepflaͤnzchen in der Regel weniger von der Trockenheit und von Inſekten leiden. Die Saat geſchieht nur breitwuͤrfig und kann nur einem ganz geſchickten Saͤemanne anvertraut wer⸗ den. Iſt ſich nicht voͤllig auf ihn zu verlaſſen, ſo laſſe man den Saamen lieber in zwei Theilen, den einen in der Richtung der Beete, den andern queruͤber ausſtreuen, um ihn ja ganz gleich⸗ maͤßig uͤber das Land vertheilt zu erhalten. Er darf nie tief un⸗ 294 Vierundzwanzigſtes Kapitel. ter die Erde kommen und daher nur auf ein zuvor ganz fein und eben geegtes Feld geſaͤet werden. Sein Eineggen geſchieht am beſten mit einer Dornegge, der noch die Walze folgt, wenigſtens auf einem lockerem Boden. Das Gedeihen des Klee's haͤngt von der Witterung ab, nicht nur von der gleich nach der Saat, ſondern auch von der ſpaͤteren. Erſt ſind ihn kleine Regenſchauer noͤthig, damit die Pflaͤnzchen ſich bald entwickeln und feſt einwurzeln; ſpaͤter aber kann er durch ſtrengen Froſt, ſo wie durch Regenmangel im naͤchſten Fruͤhjahr und Sommer viel leiden. Auf gebundenem Boden ſind letztere Gefahren groͤßtentheils zu verhuͤten, wenn man das Land zu der Frucht, unter die der Klee kommt, recht ſorgfaͤltig bearbeitet und wohl lockert, damit derſelbe ſeine Wurzeln tief darin verſenken koͤnne, und dadurch ſowohl gegen das Herausheben durch den Froſt, als gegen das Verdorren in heißen trocknen Sommern geſchuͤtzt werde; aber auf flachem, lockeren Boden mißraͤth er bis⸗ weilen gaͤnzlich.. Um ihn hier vor dem Erfrieren zu ſchuͤtzen, belegen ihn manche Landwirthe vor dem Beginn des Winters mit Stallmiſt und erreichen dadurch wohl jenen Zweck; man hat jedoch gefunden, daß dieſes Verfahren die Pflanzen zu zaͤrtlich mache. Dagegen iſt es ſehr gut, der Klee mag nun vor dem Winter mit Miſt be⸗ deckt werden oder nicht, ihn auf lockerem Boden bald nach der Getreideernte, wenn der Boden durch Regen wohl mit Feuchtig⸗ keit durchdrungen iſt, mit einer ſchweren Walze zu uͤberziehn und auf mehr gebundenem Boden im Fruͤhjahre aufzueggen. Auch Ueberduͤngungen mit Kalk, Seifenſiederausſchlag, Aſche, Gips ꝛc., auf die im vierzehnten und funfzehnten Kapitel des erſten Bandes angegebene Weiſe, befoͤrdern das Wachsthum des Klee's ungemein; aber ſelbſt bei der beſten Beſtellung und ſorgfaͤltigſten Pflege er— eignet es ſich doch, allen Vorkehrungen zum Trotz, bisweilen, daß er theilweis fehlt oder fleckig iſt. In dieſen Faͤllen gibt es kein beſſres Mittel, als auf den leeren Stellen Wicken, Winter⸗ oder Sommerſaat dicht einzuſaͤen und ſcharf einzueggen, oder in vier Zoll von einander entfernten Loͤchern einzudibbeln. Auch das Ein⸗ ſaͤen von Inkarnatklee im Monat September empfiehlt ſich hier. Bei guͤnſtiger Witterung und auf gutem Boden erreicht der Klee haͤufig ſchon eine bedeutende Hoͤhe vor dem Beginn der Ernte der Frucht, unter die er geſaͤet war; dann iſt es rathſam, dieſe recht glatt vom Boden weghauen zu laſſen, um jenen mit in das othen Kl V Stch 3 Arder N man echt tus in gbe doch diſe nich Im? lann in d den; doch eandwitthe dirigerwai fortfahren gewochſen zu Saan ſchnitte, zu Sann darin, da det widd zu Anfar der Bl zweite I vortheilha feiig zut laͤngſtens behandet ass der wähnlch lif wird er einpſerch ſobald e den Thie der Bod umente daruf h Kein woch in din d wordan. da genz fein ſſchieht n foct wmigſte dtterung c n von der ptm nit die Mlinte aber kann a naͤcſten Fuh doden ſind e das Land n ig bearbeitt. ſdarin veiee heben durh ocknen Somm mißraͤth er ben, belegen ers wit Sttei at jedoch gun mache. Da inter mit Nir den bad un ohl mütit zu übe ninc aufzueggn, lä „ Aſche isr des etſee n Ba z Klers uomi itigte Jig A It büwim ſaͤlen gbt 6 ken, Wintre gen, tden . Aud da 1 pfieht t ſih it Boden rreicht Berin der e 6 beſan 1 enen mit indo Von den Futterkraͤutern und Graͤſern, Kleearten, c. 295 Stroh zu bekommen, und dadurch deſſen Futterwerth zu erhoͤhen. Andere Male iſt er bei der Ernte kaum zu ſehen, und dann ſollte man recht hohe Stoppeln laſſen, damit er in deren Schutz noch etwas in die Hoͤhe wachſe und noch eine gute Weide im Herbſte gebe; doch darf man ihn nur leicht mit Schafen uͤberhuͤten, damit dieſe nicht zu tief greifen und das Herzblatt abbeißen. Im Jahr nach der Ausſaattritt die eigentliche Benutzung des rothen Klee's ein, die auf ſehr verſchiedene Weiſe ſtatt findet. Er kann in demſelben zwei⸗ bisweilen ſogar dreimal geſchnitten wer⸗ den; doch geſchieht dieſes nicht immer und nicht allgemein. Manche Landwirthe laſſen ihn naͤmlich zeitig im Fruͤhjahr, ſobald er nur einigermaßen zum Abbeißen groß genug iſt, behuͤten, und damit fortfahren bis zum Mai, und maͤhen ihn dann, wenn er heran⸗ gewachſen, entweder nur einmal zu Heu, oder laſſen ihn ſtehen zu Saamen. Andere nehmen entweder zwei vollkommene Heu⸗ ſchnitte, oder benutzen nur den einen Hieb zu Heu, den andern zu Saamen. Die gewoͤhnlichſte Benutzungsweiſe beſteht aber darin, daß der erſte Wuchs zu Heu gemaͤht, der andere abgewei⸗ det wird. Will man Saamen bauen, ſo wird er entweder bis zu Anfang des Sommers behuͤtet oder noch vor dem Aufbruch der Bluͤthe einmal gemaͤhet, damit der zu Saamen beſtimmte zweite Wuchs noch vor dem Herbſt zur Reife gelange. Jenes iſt vortheilhafter; weil es von Wichtigkeit iſt, daß der Saamenklee zeitig zur Reife komme, und deshalb das dazu beſtimmte Stuͤck laͤngſtens in der Mitte des Mai's ſchon gehegt werde. Der ſo behandelte zeitig reifende Kleeſaamen hat immer ein volleres Korn als der vom zweiten Schnitt gewonnene; dieſer iſt dagegen ge⸗ woͤhnlich reiner von Unkrautsſaamen. Laͤßt man den rothen Klee noch ein zweites Jahr ſtehen, ſo wird er nur zur Weide benutzt, indem man ihn dem Vieh, es einpferchend, nur ſtůckweis einraͤumt und die Horden weiter ſchlaͤgt, ſobald ein Stuͤck rein abgefreſſen iſt. Dadurch wird es moͤglich, den Thieren immer eine friſche Weide zu verſchaffen, und gewinnt der Boden, zumal der lockere, ſchwammige mehr durch deren Ex⸗ kremente und das Feſttreten, als wenn ſie ohne Beſchraͤnkung darauf herumlaufen. Auf manchen Bodenarten liefert der rothe Klee im Gemenge mit weißem Klee und Kuhgras ausgeſaͤet, ſelbſt noch im dritten Jahre eine leidliche Futterernte, und es wird dann dieſer Dreiſch nicht eher umgebrochen, als bis er kahl abgefreſſen worden. Dieſes Verfahren iſt indeſſen nur auf großen Guͤtern, 296 Vierundzwanzigſtes Kapitel. die ſich hauptſaͤchlich mit der Aufzucht von Jungvieh befaſſen, ab— gelegene Felder haben und die Koſten des Ackerbaues zu beſchraͤn⸗ ken ſuchen muͤſſen, allenfalls zu entſchuldigen; ſonſt aber ſollte der Klee jedesmal ſpaͤteſtens im zweiten Jahre nach der Ausſaat umgebrochen werden, weil er bei laͤngerem Stand die Verunkrau⸗ tung des Bodens befoͤrdert. Manche Landwirthe pfluͤgen ihn auch bisweilen im ſaftigen Zuſtande unter, als gruͤne Duͤngung fuͤr den Weizen. Zu dem Behuf laſſen ſie ihn, nachdem er einmal gemaͤhet worden, wieder 10— 12 Zoll wachſen, dann wird er niedergewalzt und das Feld in breiten Furchen umgepfluͤgt. So bleibt es 6—8 Wochen liegen, damit Wurzeln und Stengel ziem⸗ lich verrotten. Hierauf wird geegt, nochmals gepfluͤgt, etwas geloͤſchter Kalk zur Befoͤrderung der Faͤulniß aufgeſtreut und die— ſer ſogleich eingeeggt. Erſt vier Wochen nachher bringt man den Weizen unter. Die Ernte des Kleeſaamens iſt in England mißlich wegen des uͤppigen Wuchſes dieſer Pflanze und des oft einfallenden feuch⸗ ten Wetters. Man verfaͤhrt dabei uͤbrigens ganz ſo, wie in Deutſchland, iſt nur noch beſorgter in der Beobachtung des richtigen Reifegrades, damit er eine ſchoͤne Purpurfarbe bekomme, und in ſeiner Reinigung. Die ſpaͤte Reife dieſes Saamens und das feuchte Klima machen ſeine Erzeugung vornehmlich in den noͤrd⸗ lichen Theilen Großbritanniens unſicher und ſchwierig. Deshalb findet ſie nicht in großer Ausdehnung daſelbſt ſtatt, ſondern ſucht man ſeinen Saamenbedarf hauptſaͤchlich durch Zufuhr vom Kon— tinent zu decken. Dies gibt zu Betruͤgereien Veranlaſſung, die, ob ſie gleich von einem Komite des Hauſes der Gemeinen vor einigen Jahren ſcharf geruͤgt wurden, dennoch fortdauern. Dieſe Zubereitungen des Kleeſaamens als Handelswaare werden von den Kaufleuten Kuriren(doctoring-Doktern) genannt, und beſtehen hauptſaͤchlich in folgenden: der weiße Kleeſaamen wird zuerſt ſchwach angefeuchtet und dann mit Schwefeldampf getrocknet: der rothe aber in einem Sacke, worin ein wenig Indigo befindlich, umgeſchuͤttelt. Manche wenden zu deſſen Faͤrbung auch Blau— holz, Kupferwaſſer und bisweilen ſogar Gruͤnſpan an. Truͤgen dieſe Kunſtmittel nur dazu bei, dem Saamen eine ſchoͤnere Farbe zu geben, ſo waͤre die Betruͤgerei unerheblich, aber ſie zerſtoͤren bisweilen ſeine Keimkraft und verleihen altem, verlegenen, nicht mehr keimfaͤhigen das Anſehn von friſchem, guten Saamen und brin— gen dadurch nicht ſelten dem Landwirthe großen Verluſt, noͤthigen L in wii glij ſin dinn ör v und eabfehlen hewahren, 1 ſn woͤch unſicher hel gibt; in 11 B Durchſchn 64 Pfen Beide S Acker Un lichn gu ewa ha rung ab Uebe bereits i 641 ge Wechſel Varietä rigen R zug, we 1trag al V V drei bis men die venn m richt zu neuerdin Wnüge du Räi dä no goch befaſen daus zu heſtee 3 ſont dber ſ e mnth da Ausr ind die Veun he plün ine üne Düngm; nachdem er iin en, dann wi umgepflugt; und Stengi Nypflügt, u ufgeſtreut und er bringt mi nd mißlich we einfalenden ſ gand ſo, we Itung des itt⸗ bekomme, wh Saamens und mlich in wei chwierig Ahl ſtatt, ſodm ſt Zufuhr vn e Veranlaſunü der Gemenn e fortdauen. A are werden vond innt, ud bi aamen vid ze npf getotn Indigo bätc ung aug di- pan mn. dn nne ſhöner dher ſe zerli tergenen,un Faamen undin geruſt, uüt Von den Futterkraͤutern und Graͤſern, Kleearten, ꝛc. 297 ihn wenigſtens, um ein dicht beſtandnes Kleefeld zu erhalten, un⸗ gleich ſtaͤrker zu ſaͤen als es ſonſt erforderlich ſein wuͤrde. Aus dieſem Grunde iſt allen den Landwirthen Englands, die von Bo⸗ den und Lage dazu beguͤnſtigt werden, nicht dringend genug zu empfehlen, daß ſie ſich, um ihre Gewerbsgenoſſen vor Schaden zu bewahren, mit dem Anbau des Kleeſaamens recht ernſtlich befaſ⸗ ſen moͤchten. Derſelbe kann ſehr eintraͤglich werden; er iſt zwar unſicher und ſehr verſchieden, indem ein Acker oft nur zwei Buſ— hel gibt; aber nicht ſelten werden auch auf dieſer Flaͤche 10, 12 ja 14 Buſhel gewonnen, und ſechs Buſhel kann man wohl als Durchſchnittsertrag annehmen. Der Buſhel wiegt im Durchſchnitt 64 Pfund, und der Eentner koſtet ſelbſt bei nicht theuren Preiſen wie 1837 vom weißen Klee 75— 90 Shil. ⸗ othen ⸗ 68 82 ⸗ Beide Kleearten liefern ziemlich gleiche Mengen Saamen vom Acker. An Heu gibt der erſte Schnitt vom rothen Klee auf gewoͤhn⸗ lichen guten Boden im Durchſchnitt 1 ½— 2 Ladungen; der zweite etwa halb ſo viel. Es haͤngt jedoch ſolches ſehr von der Witte— rung ab. Raigrg s8. Ueber den Anbau dieſer Grasart zu dauerndem Grasland iſt bereits im drei und dreißigſten Kapitel des 1. B. beſonders S. 644 geſprochen worden, wir betrachten alſo hier nur den im Wechſel mit anderen Fruͤchten. Dazu gibt man unter den vielen Varietaͤten von dieſer Grasart in England dem ſogenannten jaͤh⸗ rigen Raigras, obwohl es eine zweijaͤhrige Pflanze iſt, den Vor⸗ zug, weil es im erſten Jahre nach der Saat einem reicheren Er— trag als die anderen liefert, dafuͤr aber nicht wie dieſe wenigſtens drei bis ſechs Jahr ausdauert. Es iſt nur unmoͤglich, den Saa— men dieſer Abart von dem der anderen zu unterſcheiden und daher, wenn man ihn nicht ſelbſt zieht, eine Verwechſelung mit anderen nicht zu vermeiden. Das italieniſche Raigras hat indeſſen nach neuerdings damit angeſtellten Verſuchen zu dieſem Behuf noch Vorzuͤge vor dem jaͤhrigen, indem es nicht nur mehr Futter und zur Reife gelangt mehr Saamen gibt, ſondern auch von dem Vieh noch lieber gefreſſen wird. Beſonders gaben Pferde dem 298 Vierundzwanzigſtes Kapitel. Heu vom italieniſchen entſchieden den Vorzug vor dem ihnen zu gleicher Zeit vorgelegten von anderen Raigras. Ob nun aber gleich das gewoͤhnliche Raigras laͤnger, als jede andere Grasart in England angebaut worden iſt und noch immer haͤufig auf großen Flaͤchen erzielt wird, ſo ſind die Mei⸗ nungen uͤber ſeinen Werth doch verſchieden, gilt es wenigſtens bei Vielen als ein den Boden erſchoͤpfendes Gewaͤchs. Dies iſt auch nicht abzulaͤugnen, ſobald es zur Reife kommt, und Weizen nach Raigras waͤchſt immer ſchwaͤcher, als nach Klee. Auch gibt man ihm Schuld, daß es das Land verunreinige, und raͤth deshalb an, lieber Erbſen als Weizen danach zu nehmen. Dennoch bleibt es ein herrliches Gras, ſowohl zur Weide als zu Heu, weil alle Arten von Vieh daſſelbe gern freſſen und die Pferde, wie man ſagt, bei ſolchem Heu beſſer bei Athem bleiben, als wenn ſie an— deres genießen. Sein Hauptvorzug beſteht indeſſen in der Schnel⸗ ligkeit ſeines Wuchſes, in deren Folge es den Schafen ganz zei⸗ tig im Fruͤhjahr ſchon eine Weide verſchafft und in dem Umſtande, daß es auf unkraͤftigem Hoͤhelande, wo der Klee nur kaͤrglich loh⸗ nen wuͤrde, doch noch einen nicht ganz unbedeutenden Ertrag ge⸗ waͤhrt. Deshalb wird es hier nicht ſelten allein, 2— 2 ½ Buſhel pro Acker, angeſaͤet. Auf ſolchen Bodenarten jedoch, die kraͤftig genug ſind ein Gemenge von mehren Futtergewaͤchſen zu tragen, wird es haͤufiger in geringer Menge dem Saamen der Kleearten zugeſetzt. So traͤgt es im erſten Jahr zur Vermehrung des Heu's, und wenn der Klee laͤnger ſtehn bleibt, im zweiten zu der der Weide bei. Man hat gefunden, daß durch kein anderes Mittel ein ſo dicht beſtandenes mehrjaͤhriges Futterfeld zu erlangen iſt. Sein Ertrag an Heu und Saamen, wenn es allein ſteht, iſt nach Boden und Witterung ſo verſchieden, daß ſich etwas Ge⸗ wiſſes nicht daruͤber angeben laͤßt. Der erſte Wuchs deſſelben im Fruͤhjahr wird gemeiniglich von Mutterſchafen und Laͤmmern ab⸗ gehuͤtet, dann hegt man von der Mitte Mai's an den Theil, der nicht zu fernerer Weide dienen, ſondern abgemaͤht werden ſoll. Benutzt man ihn zu Heu ſo kann der Acker liefern 1 ½— 2 Lad. ⸗.- Saamen⸗ ⸗.- 40 Buſhel. W icken. Die Botaniker kennen zwar viele Wickenarten, und mehre davon ſind auch zum Anbau als Futtergewaͤchs empfohlen worden, Vo *8 di lud und Kayie 5 die Wihen, 0 in Fruhl Sommern ron ihner in. Im ti eintren terfüttert felt. D gen Nfü ſie nurd Ende O dern je Malen in langere geweicht, De Ea Bei ftuͤ derlich. Hafer, a Stütze zu D April, d terwicken gewohnl wenn d freſſn Kübſen heſͤen! yflugt duch ei ſchren g deic die und berei dern der ſangeniſ Von den Futterkraͤutern und Graͤſern, Kleearten, ic. 299 o d d. e.. ⸗ 7 in üina z. B. die immerwaͤhrende Wicke; bis jetzt werden aber in Eng⸗ land zu dieſem Behuf im Großen nur noch die bereits im 15. Kapitel S. 227. genannten Winter⸗ und Sommerwicken kultivirt. Die Winterwicken dienen entweder als Vorfrucht fuͤr den dld linge, 0 den in ud 3 ſuifi Weizen oder kommen in die Stoppeln von dieſem, um im naͤch⸗ 3 d fn ſten Fruͤhjahre verfuͤttert zu werden, und dann Turnips auch wohl u ad Sommerwicken nach ihnen zu ſaͤen, oder noch einen Heuſchnitt ſiin von ihnen zu nehmen, oder ſie zur Saamenreife kommen zu laſ⸗ dud gůte ſen. Im erſten Falle duͤngt man zu den Wicken, im zweiten, oͤf⸗ und räth de ter eintretenden erſt zu den Turnips, die man gleich, nachdem jene Denobi verfuͤttert ſind, einfaͤhrig, waͤhrend der Boden noch feucht iſt, be— Hau, un ſtelt. Dieſe Wicken werden, meiſt breitwuͤrfig und nach einmali⸗ Pferde, nier gem Pfluͤgen geſaͤet; doch muß das Land rein ſein, ſonſt wachſen als wemn ſte ſie nur duͤrftig. Die Zeit der Ausſaat iſt von Mitte Auguſts bis nm der Ei Ende Octobers, auf nicht ſehr kraͤftigen und kalt gelegenen Fel⸗ chafen ganz dern je fruͤher, deſto beſſer. Gewoͤhnlich ſaͤet man ſie zu drei dem Umſta Malen in Zwiſchenraͤumen von ungefaͤhr einem Monat, damit ſie nur kärgiich! laͤngere Zeit Gruͤnfutter geben. Der Saamen wird niemals ein⸗ enden Ettng geweicht, wiewohl bei trocknem Wetter ſolches vielleicht gut waͤre. „2= BI Die Saamenmenge betraͤgt gemeiniglich 2 ½ Buſhel pro Acker. jedoch, dieti Bei fruͤher Saat und auf gutem Boden iſt jedoch weniger erfor— zaͤchſen zu te⸗ derlich. Meiſtentheils ſaͤtt man etwas Roggen, Wintergerſte und nen det glr Hafer, auch wohl Winterbohnen darunter, um den Wicken eine ehrung din Stuͤtze zu geben und die Futtermaſſe zu vermehren. veiten zun Die Sommerwicken zu Futter werden meiſtens im Maͤrz und in anderes Ni April, doch auch bis Ende Juni's, ſogar nicht ſelten nach Win— zu etlrneri terwicken geſaͤct. In den South Dowu's iſt es z. B. ein ſehr mn es allii gewoͤhnliches Verfahren, zuerſt Winterwicken zu nehmen und dann, ſ ſch tns wenn dieſe ſpaͤt im Fruͤhjahre von Schafen und Laͤmmern abge⸗ zuchs deſebn freſſen ſind, das Feld umzupfluͤgen, es mit Sommerwicken und ünd aannen Ruͤbſen(von jenem 2 ½ Buſhel von dieſem 62 Gallon) neu zu n den dti beſaͤmn und dieſes Gemenge bis zur Zeit, wo zur Weizenſaat ge⸗ niht wedn pfluͤgt werden muß, mit den Laͤmmern abzuweiden. Wenn da⸗ ern 14-1 durch eine Sommerbrache erſpart werden kann, verſetzt dieſes Ver⸗ 40 B9 fahren gewiß den Boden in einen guten Zuſtand; es verſtattet ſo⸗ gleich die moͤglich groͤßte Schafhaltung, die darauf eintreten kann, und bereichert ihn nicht nur durch die Exkremente der Thiere, ſon⸗ dern verleiht ihm auch durch deren Feſttreten eine dem Weizen angemeſſene Gebundenheit. kn, und ui Aen tn, m Wenn hinreichend Zeit vorhanden iſt, ſollte zu den im Fruͤh⸗ pfohle worden 300 Vierundzwanzigſtes Kapitel. jahr zu ſaͤenden Wicken, im Fall ſie nicht nach Winterwicken fol— gen, ſtets einmal vor dem Winter ſpaͤterhin quer gepfluͤgt, hier⸗ auf tuͤchtig geegt und zuletzt noch ſorgfaͤltig zur Saat geackert werden, damit dieſelbe ja nur in ganz reines Land komme. Die Sommerwicken geben einen etwas geringern Ertrag als die Win⸗ terwicken, und leiden, da ſie wenigſtens vierzehn Tage ſpaͤter maͤhbar werden, mehr von trockner Witterung; uͤbrigens iſt hin⸗ ſichtlich ihres Futterwerthes kein Unterſchied zwiſchen beiden. Das Heu von ihnen wird gerade ſo bereitet, wie das Klee⸗ heu; benutzt man ſie aber zu Gruͤnfutter, ſo laͤßt man ſie nur von Schafen, bisweilen auch von Schweinen auf dem Felde ſelbſt abfreſſen. Fuͤr groͤßeres Vieh werden ſie jedesmal gemaͤhet und denſelben auf dem Stalle vorgelegt, wo ſie ihm ein ſehr ange— nehmes Futter geben und auf die Vermehrung des Duͤngers guͤn— ſtig einwirken. Sie ſind auch ſehr nahrhaft; Schafen und Laͤm— mern ſagen ſie am beſten zu, wenn ſie in die Bluͤthe getreten ſind, den Pferden, ſobald die Taſchen oder Huͤlſen ſich zu bilden anfangen. Den Kuͤhen gegeben, vermehren ſie die Fettigkeit der Milch; doch ſoll dieſelbe danach leicht zaͤhe werden. Wie alles ſaftige Gruͤnfutter ſind ſie, Anfangs zumal, nur vorſichtig zu fuͤt⸗ tern, damit die Thiere nach ihrem Genuß nicht aufblaͤhen; Schafe ſollten nicht eher darauf getrieben werden, als bis der Thau ab⸗ getrocknet iſt. Der Ertrag von den Futterwicken laͤßt ſich nicht genau an— geben. Man hat Beiſpiele, daß ein Acker hinreichte, 200— 220 Schafe eine Woche lang zu erhalten, aber auch Faͤlle, wo kaum 100 Stuͤck waͤhrend dieſer Zeit hinlaͤngliche Nahrung darauf fan⸗ den. Das Mittel von dieſen Zahlen kann man vielleicht als Durchſchnitt auf den meiſten Bodenarten bei gewoͤhnlicher guter Behandlungsweiſe annehmen. Rechnet man 180 Stuͤck und fuͤr das Stuͤck woͤchentlich 4 Pence Futtergeld, ſo gibt das einen Er⸗ trag von 60 Shilling vom Acker bei dem Abfreſſen in Horden von Schafen. Wendet man ſie aber zu gruͤnem Stallfutter an, ſo laͤßt ſich verhaͤltnißmaͤßig mehr Vieh mit ihnen ernaͤhren. Man hat gefunden, daß ein Acker gruͤne Wicken zwoͤlf Tonnen lieferte, die drei volle Ladungen Heu gegeben haben wuͤrden. Im Durch⸗ ſchnitt wird ſich aber kaum die Haͤlfte erwarten laſſen. Den Eyland lusdehnu dem, ſelb ſrengſten weiſe zu ſihr naͤh Sie düht, we an beſte ſowohl hen unt Hopfentt Mügen ſen ſell. N zu verpf Vertelj zeitig in de Pfl gut hear bon ena muß me halten, Abbeit meiſtens ſie nur ſe aber boden rich mit fan un ihre v muß m ſe gät in der Vnterviän der ge gclügt, h ur Snt bn i konne. D trag bu zehn Tage ſ übrigens ii chen beidn. et, wie daz läßt man ſe fdem Feldi wal gemäht zim ein ſehr e des Düͤnges Schafen und l e Bluͤthe gen ſen ſich zu b die Fettigkei erden. Wen wvorſichtig zi aufbläͤhen; bis der Du hnicht geme ſeicht e, N h Fälle, wi hrung durf dift man vüllit: gewihnitat 1 80 Stück un gibt u einn feſen inp m Sul ¹ n mämni f Tonnen⸗ — In Ufſen 7 NM Von den Futterkraͤutern und Graͤſern, Kleearten, ꝛc. 301 Cichorien. Den Gebrauch der Cichorie als Kaffeeſurogat kennt man in England nicht, man baut ſie daſelbſt nur hie und da in geringer Ausdehnung zu Futter an, und ruͤhmt von ihr, daß ſie auf je— dem, ſelbſt armen Boden, ſobald er nur trocken, fortkomme, die ſtrengſten Winter uͤberſtehe und den Schafen, fuͤr die ſie vorzugs⸗ weiſe zu paſſen ſcheint, eine zeitige Fruͤhjahrsweide gewaͤhre; fuͤr ſehr naͤhrend haͤlt man ſie aber im Allgemeinen nicht. Sie waͤchſt mehrmals im Laufe eines Jahres nach und ge— deiht, wenn auch eben nicht ekel hinſichtlich des Bodens, doch am beſten auf einem trocknen warmen Lehmboden. Man ſaͤet ſie ſowohl breitwuͤrfig, 12— 14 Pfund pro Acker, als auch in Rei⸗ hen unter Sommergetreide, und mengt bisweilen 3—4 Pfund Hopfenkleeſaamen darunter. Sie erfordert uͤbrigens ein tiefes Pfluͤgen und uͤberhaupt ſorgfaͤltige Kultur, wenn ſie uͤppig wach⸗ ſen ſoll. Neuerer Zeit hat man auch Verſuche gemacht dieſes Gewaͤchs zu verpflanzen und dazu gibt Hr. Gorrie in der landwirthſchaftl. Vierteljahrsſchrift folgende Anweiſung: Man ſaͤe den Saamen zeitig im Maͤrz auf ein gut zubereitetes Gartenbeet und wenn die Pflaͤnzchen etwa drei Zoll hoch ſind verſetze man ſie auf ein gut bearbeitetes und wohl gepulvertes Stuͤck Land in neun Zoll von einander entfernten Reihen ſechs Zoll auseinander. Anfangs muß man ſie durch Hacken und Jaͤten von allem Unkraut rein halten, ſpaͤterhin iſt aber wohl ſieben bis acht Jahre lang keine Arbeit daran mehr noͤthig. Nach dieſer Zeit faͤngt die Cichorie meiſtens an zuruͤckzugehen. Bemerkt man dies, ſo zieht man ſie aus, reinigt das Feld von den darin befindlichen Wurzeln und bepflanzt es neuerdings. Wenn die Cichorie, ſagt Hr. Gorrie, dicht ſteht, bekommt ſie nur kleine Wurzeln und kurze, holzige Stengel; behandelt man ſie aber, wie angegeben, ſo treibt ſie, ſelbſt auf einem duͤrftigen Boden und bei ſchwacher Duͤngung, ſechs bis ſieben Fuß hohe, reich mit Blaͤttern verſehene Stengel, die am Boden— 6 Zoll ſtark und reich mit einem Milchſaft verſehen ſind. Sie behalten ihre volle Saftigkeit bis die Bluͤthenknospen erſcheinen. Dann muß man ſie aber ſchnell abſchneiden und dem Vieh vorlegen, das ſie gleich bei dem erſten Verſuche mit Begierde verzehrt. Es gibt in der That kaum noch eine Pflanze, die dem Kuhhalter ſo viele 302 Vierundzwanzigſtes Kapitel. Vortheile gewaͤhrt, wie die Cichorie; ſie ſollte daher vorzugsweiſe einen Platz in dem Garten jedes Haͤuslers im vereinigten Koͤnig— reiche angewieſen erhalten, um ſie entweder zu Kaffee fuͤr die Fa⸗ milie oder zu Gruͤnfutter fuͤr die Kuh oder das Schwein zu be⸗ nutzen. Auch die Verſuche, welche der verſtorbene Herzog von Bed⸗ ford mit der Cichorie anſtellte, fielen zu deren Gunſten aus. Auf eine Brache im Auguſt ausgeſaͤet und zu Michaelis abgehuͤ— tet, ernaͤhrte der Acker Land fuͤnf Schafe einen Monat lang. Im folgenden Jahre erhielten ſich auf dieſer Flaͤche ſechs Schafe vom 15. April bis Michaelis. Ein anderes Stuͤck, wo ſie gleich auf die erſte Furche geſaͤet wurde, ernaͤhrte auf einen Acker im er⸗ ſten Jahre zehn Schafe von der Mitte Aprils bis zum 22. Juli und dann ſieben bis Ende Octobers; im folgenden, ſieben Stuͤck den ganzen Sommer hindurch. Es hat dieſe Pflanze jedoch das Ueble, daß ſie, einmal auf einem Stuͤck Land eingewuchert, ſich kaum wieder ausrotten laͤßt, und den Boden erſchoͤpft. Her Spörgel. Dieſe Pflanze wird in England gar nicht angebaut; man kennt ſie daſelbſt nur als ein laͤſtiges Unkraut. Unſer Verf. gibt ſich daher die Muͤhe, die in ſeinem Vaterlande dagegen herrſchen⸗ den Vorurtheile zu bekaͤmpfen und ſeine Landsleute mit dem An⸗ bau des Spoͤrgels nach flandriſcher und deutſcher Weiſe bekannt zu machen, da er ein vorzuͤglich gutes milcherzeugendes Futter fuͤr die Kuͤhe, die mit Vortheil darauf getuͤdert oder damit auf dem Stalle gefuͤttert wuͤrden, abgebe, ſehr ſchnellwuͤchſig ſei, und we⸗ nig Duͤnger beduͤrfe. Diſ dimnen, henen in Boden e ichen I Kapitel die Atten zi jezt auff das zwe etwa un iſt, wo Foin, 6 üi V zugsweiſ inerhall ent au cene Ach ſatyimd üige dn der Une der deh Llii w in botzugsde datgigten gon, Kaffe in die 1 5 Scwin zu Hapg im en Gunſt d Michaels dig nen Monata ice ſechs d ick, wo ſie (nen Acker in bis zum 22 den, ſieben&n Fſie, einmal er ausrotten! t angebaut, Unſer Ve dagegen ſaſt⸗ eute mi dn! her Weſe bhe ugendes dunr er danit uf chſg ſi uhr Von der Esparſette und Luzerne. 303 Fuͤnfundzwanzigſtes Kapitel. Von der Esparſette und Luzerne. Dieſe Futtergewaͤchſe koͤnnen, ob ſie gleich zu demſelben Behufe dienen, doch nicht wohl mit den in dem vorigen Kapitel beſpro⸗ chenen in eine Reihe geſtellt werden, weil ſie laͤngere Zeit den Boden einnehmen, und ſich nicht mit anderen Fruͤchten im jaͤhr⸗ lichen Wechſel anbauen laſſen. Sie erfordern daher ein eignes Kapitel. Esparſeltte, Die Esparſette iſt aus einem Pflanzengeſchlechte, das mehre Arten zaͤhlt, von denen aber nur die eine in dem Ackerbau bis jetzt aufgenommen worden iſt. Sie iſt ein ſehr nutzbares Gewaͤchs, das zwar in England wild waͤchſt; aber als Kulturpflanze erſt etwa um das Jahr 1673 aus Frankreich dahin gebracht worden iſt, wo man ſie ſo hoch ſchaͤtzt, daß man ihr den Namen Saint— Foin, Heiligheu gegeben hat. Sie gedeiht am beſten auf Kalkboden und wird daher vor— zugsweiſe in allen Kreidegegenden Englands angebaut, beſonders innerhalb der Huͤgelreihen, die ſich von der Mitte der Grafſchaft Kent aus durch mehre der ſuͤdlichen Grafſchaften erſtrecken. Die obere Ackerkrume in dieſen Gegenden iſt ſehr verſchieden, bald ein flachgruͤndiger zaͤher Thon, bald ein reicher Lehm, bald ein duͤrf— tiger Sand; aber dies macht keinen großen Unterſchied, wenn nur der Untergrund kalkig iſt. Liegt der Kalk auch tief, die Wurzeln der Esparſette dringen doch zu ihm hinab. Ein ſtrenger zaͤher Klai, wenn er auch auf Kalk ruht, eignet ſich jedoch nicht ſo gut 304 Fuͤnfundzwanzigſtes Kapitel. fuͤr ſie, als ein lockerer durchlaͤſſiger Boden auf ſolcher Unterlage; dort fault ſie bei abwechſelnder Winterwitterung leicht aus. Es herrſcht die Anſicht vor, der Boden duͤrfe fuͤr die Esparſette nicht ſehr fruchtbar ſein; dies duͤrfte jedoch nur in einer Hinſicht etwas fuͤr ſich haben, in andrer aber ſchwerlich richtig ſein. Wenn man zu ihr ſtark duͤngt, ſo leidet ſie allerdings viel vom Unkraut; dies iſt aber nicht der Fall, wenn der Boden von Natur gut iſt. Wie bei anderen Gewaͤchſen, haͤngt auch bei ihr der Ertrag von der Fruchtbarkeit des Landes ab, wird dieſe jedoch erſt kuͤnſtlich her— geſtellt, ſo mag ihr dies wohl nicht immer gut zuſagen. Miſt haͤlt man daher nicht fuͤr paſſend fuͤr ſie; dagegen gibt man ihr gern eine Ueberduͤngung von Torf- oder Kohlenaſche; von jener 12, von dieſer 30 Buſhel pro Acker. Man glaubt, die Kohlenaſche ſei ihr zutraͤglicher, weil ſie, den Wuchs minder beſchleunigend, die Pflanzen weniger ſchwaͤche. Auf dem tiefen, braunen, humusreichen Lehmboden, der ſich am Fuße einiger je— ner Kreidehuͤgel befindet, iſt gar keine Ueberduͤngung noͤthig; auf den ſchwaͤcheren, kaͤlteren Bodenarten wiederholt man ſie aber bisweilen jedes Jahr, bisweilen nur alle zwei Jahre. Auch Gips wird dazu mit Vortheil angewendet, auf den Acker fuͤnf Buſhel. Die Ueberduͤngung darf nie, ganz armen Boden ausgenommen, ſehr ſtark ſein. Gewoͤhnlich wird die Esparſette am Schluß eines ſieben bis achtjaͤhrigen Fruchtumlaufs, meiſtentheils zugleich mit Gerſte ge— ſaͤct. Ihre Dauer haͤngt von der Beſchaffenheit des Bodens und deſſen Zubereitung ab. Wenn derſelbe bis zu anſehnlicher Tiefe wohl gelockert und durcharbeitet iſt, dauert ſie ſieben bis zehn Jahre; iſt er aber unrein, ſo wird ſie bald von Unkraͤutern un⸗ terdruͤckt, unter denen beſonders das Hafergras(holcus avenaceus) ihr Feind iſt. Man ſucht daher das zu Esparſette beſtimmte Feld zu der Gerſte, unter die ſie geſaͤet wird, durch eine mit vor— zuͤglichem Fleiß bearbeitete, ſorgfaͤltig behackte, und gereinigte Tur⸗ nipsernte aufs Beſte vorzubereiten, pfluͤgt daſſelbe, ſo wie die Ruͤben im November darauf ſelbſt verfuͤttert worden, gleich um und laͤßt es in der rauhen Furche liegen bis zum Januar, wo man es tuͤchtig eggt und queruͤber ſo tief, wie zu Moͤhren pfluͤgt. Anfang Maͤrzes wird wieder tuͤchtig geeggt, auch wohl der Schau⸗ felpflug angewendet und Ende dieſes Monats, laͤngſtens zu An— fang des Aprils die Gerſte beſtellt. Man ſaͤet ſie nur duͤnn und eggt ſie blos mit einem Strich ein, ſaͤet dann den Esparſetteſaa⸗ nen bi deſſehm de land nd eben trüwürfi illin es ict ſo n Pflan Heu’s. mut rii irr, wenn geworxzet Die woͤhnlich unter etr in erften inen ſtat rathſam und läich Saamend ten ſind zen nicht dber ein fiich und ner enthe wird. 1 und Inf ſie vicht nicht ſch gleichma D B witd daz nie Klee erum 3 mehre St ſchnitt gef I. ſöcher Vntal dice glitt aus. ie Eiaſctent ner Hncht eie ſen Amnr vom Unu catur gut ſſ. er Ertrag ba erſt künſtit zuſagen. ſie; dagegt oder Kohleni fer. Man glu den Wuchs wi Auf dem ti r Juße einige zung nothig; lt man ſie zahte. Auch Acker fünf B den ausgenen ß eines ſir ch mit bt t des Wohnl anſehnli ſie ſibmn bi on Untrautm (doles afeaded parſete i durch einer eri. nd gertn Ktinit⸗ ſabe, ſ n n worden, 90 hh zum u zu Moh gren d 1 wohl der rSi lingan u! ſe nur tim⸗ en Esperſttſt Von der Esparſette und Luzerm. 305 men breitwuͤrfig daruͤber und walzt ihn leicht ein. Das Drillen deſſelben findet ſelten ſtatt; denn wenn man dabei auch Anfangs das Land durch das Behacken rein erhalten kann, ſo wird es doch bald eben ſo dicht mit Esparſette beſtanden ſein, a als wenn es breitwuͤrfig beſaͤet waͤre, und nun iſt das Hacken unausfuͤhrbar; allein es iſt natuͤrlich, daß bei dieſer Behandlung ihre Stengel nicht ſo zart ſein koͤnnen, weil durch deren Staͤrke der Mangel an Pflanzen ausgeglichen wird, und dadurch verliert die Guͤte des Heu's. Das beſte Mittel, die Esparſette laͤngere Zeit von Un— kraut rein zu erhalten, bleibt ein ſcharfes Eggen, das man bei ihr, wenn ſie drei bis vier Jahr geſtanden hat und recht tief ein⸗ gewurzelt iſt, zu wiederholten malen unbedenklich vornehmen kann. Die angewendete Saamenmenge betraͤgt 3— 5 Buſhel, ge⸗ woͤhnlich gegen vier Buſhel. Manche Landwirthe mengen dar— unter etwas Saamen von Hopfenklee oder Raigras, um gleich im erſten Jahre, wo die Esparſette nur wenig Ausbeute gibt, einen ſtaͤrkern Ertrag zu haben. Es duͤrfte dieſes jedoch nicht rathſam ſein, weil dadurch ihr kuͤnftiger Wuchs beintraͤgtigt wird und leicht leere Stellen entſtehen. Wenn man die Menge von Saamenkoͤrnern in Betrachtung zieht, die in vier Buſheln enthal— ten ſind*), ſo ergibt es ſich, daß die daraus entſtehenden Pflan⸗ zen nicht ſaͤmmtlich auf einen Acker Platz finden koͤnnen; es iſt aber ein mißlicher Saamen, unter dem immer, ſelbſt wenn er friſch und ſelbſt erbaut worden iſt, eine Menge unkeimfaͤhige Koͤr— ner enthalten ſind; noch mehr, wenn er von Kaufleuten bezogen wird. Auch gehn immer viele zu Grunde durch Voͤgel, Wuͤrmer und Inſekten, und noch andere kommen nicht zum Keimen, weil ſie nicht gehoͤrig mit Erde bedeckt wurden. Man darf demnach nicht ſchwaͤcher ſaͤen; denn der gute Erfolg haͤngt von einem gleichmaͤßigen und dichtem Stande der Pflanzen ab. Die Hauptbenutzung der Esparſette beſteht im Heu. Sie wird dazu gemaͤht, wenn ſie in voller Bluͤthe iſt, und getrocknet, wie Klee. Man muß ſich dabei aber huͤten, nicht zu viel darin herum zu arbeiten, damit die Blaͤtter und Bluͤthenkoͤpfe, das *) Die Zahl der Koͤrner in einem Buſhel Esparſetteſaamen gewoͤhnlicher Guͤte betraͤgt gegen 871,000; wenn demnach ein Acker mit vier Buſheln be⸗ ſaͤet wird, kommen auf demſelben 3,484,800 Pflanzen oder 80 auf jedem Quadratfuß, die um ſo weniger darauf Platz unden koͤnnen, als eine Wurzel mehre Stengel,(man hat bis zwei und ſiebenzig gezaͤhlt, zehn im Durch⸗ ſchnitt gefunden) treibt. II. 20 306 Fuͤnfundzwanzigſtes Kapitel. Beſte daran, nicht verloren gehen. Ueberhaupt iſt viel Sorgfalt bei der Bearbeitung dieſes Heues noͤthig; denn es leidet leicht vom Regen. Auf guͤnſtigem Boden gibt ein Acker Esparſette in einem Schnitt mehr Heu, als ein Acker rother Klee bei dem er⸗ ſten Hieb, und jenes uͤbertrifft dieſes weit an Guͤte. Ein zwei⸗ ter Schnitt wird aber ſelten genommen. Man laͤßt den Nach— wuchs in der Regel von Kuͤhen und Pferden abweiden. Schafe ſind zwar ganz erpicht darauf, werden aber ſelten darauf gelaſſen, weil man glaubt, ſie beißen zu tief, beſchaͤdigen dadurch die Wur⸗ zeln und tragen ſo zum Auswintern bei. Die Gewinnung des Saamens iſt mißlich, weil er nicht gleichzeitig reif wird und der reifgewordene leicht abfaͤllt. Wenn der groͤßte Theil der Huͤlſen eine braͤunliche Farbe angenommen hat, und ſich hart und voll anfuͤhlen laͤßt, dann iſt es Zeit, die Saamenſtengel zu maͤhen. Man ſollte dieſes thun, waͤhrend der Thau noch darauf liegt und die Schwaden nicht wenden, wenn ſie ohne dieſes trocken genug werden. In einem guten Jahre und bei gehoͤriger Sorgfalt kann man durchſchnitlich 32 Buſhel Saamen vom Acker erwarten; ſein Preis war die Jahre daher 6— 7 Shilling der Buſhel. Wenn ein Esparſettefeld wieder zum Fruchtbau genommen werden ſoll, wird es meiſtenthles geſchaͤlt und gebrannt, auf die im 16. Kapitel des 1. B. angegebene Weiſe. Es wird dadurch das Land vollkommen gereinigt und in den erſten Jahren eine große Fruchtbarkeit erzeugt; die Subſtanz des Bodens leidet aber doch jedenfalls durch die Wiederholung dieſer Operation. Auf einem ſchon ſeit laͤngerer Zeit in einer regelmaͤßigen Kultur ſich befindenden Boden ſollte daher das Umbrechen der Esparſetteaͤcker lieber ordentlich mit dem Pfluge und deren Reinigung mit Grubbern und Eggen geſchehen. Die herausgeriſſenen Wurzeln und Unkraͤuter koͤnnen dann fuͤr ſich verbrannt werden. Es iſt dieſes Verfahren zwar etwas umſtaͤndlicher und muͤhſamer als je⸗ nes, aber dem Intereſſe des Grundbeſitzers erſprießlicher. Es iſt die durchgaͤngig angenommene Meinung, daß die Es— parſette erſt nach funfzehn bis zwanzig Jahren wieder auf dieſelbe Stelle gebracht werden duͤrfe. Durch die Erfahrung iſt dieſes je⸗ doch nicht zur Genuͤge erwieſen; denn weil man einmal von der Wahrheit dieſer Annahme uͤberzeugt iſt, wagt ſo leicht Niemand, aus Scheu vor Verluſt, davon abzuweichen. Es iſt indeſſen kaum glaublich, daß es ſich wirklich ſo verhalte, da die Esparſette ſel⸗ nordliche wenn ſem G ſo bli für der wächſe England man er ſobald dawit mißtrar indeſn macht, überhau D tiefen: jedem erlaubt aber bunden boſen! zerneba tere laͤ lockerer en leid als eine den de ihn ba Rega kandni Von der Esparſette und Luzerne. 307 mieſs ten auf ein andes Land geſaͤet wird, als auf ein reich mit Kalk li trecn ttl verſehenes, aus dem ſie ihren Hauptunterhalt zu ziehen ſcheint, 1Bonritt und dieſer in den Kreidegegenden, wo man ſie hauptſaͤchlich an— le bidar baut, unerſchoͤpflich iſt. Güte. En mn lußt da abweiden. e 2 u z ed n e. en dna Die Luzerne iſt erſt neuerer Zeit in England aus dem ſuͤdli⸗ dadurc iin chen Europa als Kulturpflanze eingefuͤhrt worden, ihr Gedeihen aber, da ſie ein trocknes und warmes Klima verlangt, in den c, wil 1 noͤrdlichen Theilen von Großbritannien nicht immer ſicher; denn ht abfalt, d wenn gleich neuerer Zeit mehre gluͤckliche Anbauverſuche mit die— Jarbe angee ſem Gewaͤchs in der Naͤhe von Edinburg bekannt worden ſind, nn iſt es zü ſo bleibt doch gewiß, daß der gewoͤhnliche rothe Klee und Raigras thun, wahten fuͤr den ſchottiſchen Landwirth paſſendere und ſicherere Futterge— ct wenden, waͤchſe ſind. Selbſt in den mittleren und ſuͤdlichen Theilen von nmn guten England macht der Anbau der Luzerne nur geringe Fortſchritte; zrituch 32 9 man erkennt daſelbſt wohl den hohen Werth dieſes Futterkrauts, t die Jah ſobald es geraͤth, weiß aber von ſo vielen verungluͤckten Verſuchen damit zu erzaͤhlen, daß man ſelbſt auf ihm zuſagenden Boden ruchtbuu grr mißtrauiſch dagegen wird. Dieſe verungluͤckten Verſuche moͤchten d gebrumnt indeſſen mehr der Unbekanntſchaft der Anforderungen, die daſſelbe Es rre macht, als ſeiner Unpaßlichkeit fuͤr Englands Boden und Klima erſten unit uͤberhaupt zuzuſchreiben ſein.-. Boen lit Die Luzerne gedeiht am beſten auf einem wenig gebundenem t Opect. tiefen und reichen Lehmboden, waͤchſt jedoch recht gut auch auf nißia un jedem anderen, wenn er nur locker iſt und eine tiefe Bearbeitung der Eerin erlaubt; vollkommen trocken geleg und ſehr tief gepfluͤgt muß Reniwn: aber ein jeder ſein, den man ihr beſtimmt. Auf einem ſehr ge— fi i 5 bundenen Thonboden iſt ſie weit unſicherer, als auf einem ſehr ögiſnn 7 loſen und trocknen. Der Untergrund iſt in der That bei dem Lu⸗ nt ran 66 zernebau von groͤßerer Wichtigkeit, als die Oberflaͤche. Die letz⸗ d mihſema tere laͤßt ſich durch Duͤnger fruchtbarer und durch Bearbeitung ehühe zi lockerer machen, dadurch auch allenfalls fuͤr die erſten beiden Jahre rung, d 6 ein leidlicher Luzerneertrag erzielen; wenn aber der Untergrund wide u aus einem zaͤhen, undurchdringlichen, feuchten Thon beſteht, wer— rung ſj de den die Wurzeln, welche ihre Nahrung in der Tiefe ſuchen, durch mm eiman ihn bald in ihrem Wachsthum aufgehalten, und davon iſt in der o lit 34 Regel ein bal ldiges Abſterben der ganzen Pflanze die Folge. Manche ii mien I Landwirthe, die einen guten, fruchtbaren Lehmboden beſitzen, auf die Eepmſt A 308 Fuͤnfundzwanzigſtes Kapitel. dem Getreide und Klee vortrefflich wachſen, der aber auf einem undurchlaſſenden Untergrunde ruht, ſind deshalb in ihren Erwar⸗ tungen in Bezug auf den Luzerneertrag gar ſehr getaͤuſcht worden. Die beſte Vorbereitung des Bodens fuͤr ſelbige iſt eine auf dem Felde verfuͤtterte Turnipsernte, nach welcher moͤglichſt tief gepfluͤgt, und, wenn es ſein kann, damit zu gleicher Zeit etwas voͤllig zerſetzter Miſt dem Boden einverleibt werden ſollte. Die Saat geſchieht haͤufiger in 12, 15 oder 18 Zoll von einander entfernten Reihen, als breitwuͤrfig; dies ſcheint jedoch mehr eine Folge der Gewohnheit, als des wirklich daraus hervorgehenden Nutzens. Anſcheinend iſt dieſes Verfahren allerdings gut, denn das Land gewaͤhrt nach der Saat ein netteres Anſehn, es wird dabei an Saamen erſpart, und das Reinigen durch das Behacken, wie man vermuthet, ſehr erleichtert. Die Reihen ſtehn indeſſen in zu geringer Entfernung von einander, um die Anwendung der Pferdehacken zu verſtatten, und die Pflanzen wachſen kraͤftiger, wenn ſie auf dem ganzen Felde gleichmaͤßig vertheilt ſind. Es laͤßt ſich demnach von dem Drillen der Luzerne nur wenig Vor⸗ theil erwarten, und mit Gewißheit annehmen, daß durch die Ar— beitserſparung bei der breitwuͤrfigen Saat die dabei nothwendige groͤßere Menge Saamen reichlich erſetzt werden. Geſchieht ferner bei letzterer die Ausſaat mit einer Frucht, die den Boden dicht beſchattet, ſo laͤßt ſich ſpaͤterhin derſelbe durch die Egge eben ſo gut, wo nicht beſſer rein erhalten, als durch das Behacken. Man kann jene ſchon im zweiten Jahre nach der Ausſaat, ohne Scheu vor Beſchaͤdigung der Pflanzen aufs kraͤftigſte anwenden, weil in demſelben die Wurzeln ſchon ſo tief eingedrungen ſind, daß ſich eine Verletzung nicht denken laͤßt. In jedem folgenden Jahre ſollte man ſogar neben der Egge noch jeden Fruͤhling den Schnittpflug gebrauchen und damit das Feld ſo tief wie moͤglich in jeder Richtung uͤberziehn. Die Pflanzen treiben nach dieſer Operation mit neuer Kraft, und ſie kann daher ſogar, wenn es noͤthig ſcheint, nach jedem Schnitt unbedenklich wiederholt werden. Ja ſie iſt in der That ſo wohlthaͤtig, daß ſchon mehre Luzerne— felder, die man bereits verloren gab, dadurch wieder zu neuem Leben gebracht wurden. Die Ausſaat der Luzerne geſchieht entweder allein, oder un— ter eine Halmfrucht, meiſtens unter Gerſte oder Hafer; doch geben dieſen manche Landwirthe Erbſen, die zum Gruͤnverkauf oder Wicken, die zu Gruͤnfutter beſtimmt ſind, den Vorzug. Noch beſſer d ſein, mn wordin. dzerne Eorgfalt grucht dds letz — ausdaue geringe Betracht geht vn Stunder man bi brettode dem Ac mehr ſa manche dan ken enen d leicht m liche S ſpaterhi wederm oder no beſonder ſchon in Boden Di feht vor Varxlur dieſe de lißt ſe ſpitenir Beipi Von der Esparſette und Luzerne. 309 anh beſſer duͤrfte vielleicht Lein, der vor der Saamenreife gerauft wird, iütt nd ſein, und auf leichtem Boden iſt auch Buchweizen vorgeſchlagen füie ſ n worden. Nach der Meinung einiger iſt es jedoch am beſten, die be rijiß: Luzerne fuͤr ſich allein auszuſaͤen, weil ſie im erſten Jahre viel Nät ne Sorgfalt und Nahrung erfordere, und dieſe ihr durch eine andere Ln ſi 1 Tlch Eisgenr werde. Waͤre dieſes wirklich der Fall, ſo wuͤrde zul u 3 das letztere allerdings den Vorzug verdienen; denn die mehre Jahre Ded Ail ha ausdauernde Luzerne iſt hier die Hauptſache, gegen welche der jedoch mts geringe Ertrag des Gewaͤchſes, unter das man ſie ſaͤet, nicht in 5 hervornſe Betracht kommt. Man ſaͤe ſie indeſſen, wie man wolle, ſo muß dings gutd zu ihr das Land bis zur groͤßtmoͤglichen Tiefe gepfluͤgt, oder noch Inſehn, ar beſſer, wenn es nicht an Haͤnden fehlt, gegraben, voͤllig rajolt rch das Bäht werden. hen ſtehn idi Der in England kaͤufliche Luzerneſaamen geht ſaͤmmtlich un⸗ e Anwendung ter dem Namen„franzoͤſiſcher.“ Er liegt wegen ſeiner harten vachſen kräf Schale bei trocknem Wetter oft ſehr lange im Boden, ehe er auf⸗ ertheilt ſind. geht und es wird daher angerathen, ihn vor dem Ausſaͤen ſechs nur werig! Stunden lang in einer Miſchung von Milch und Waſſer, die daß durch den man bis zur Blutswaͤrme erhitzt hat, einzuweichen. Bei der dabei nothwe breitwuͤrfigen Saat braucht man gewoͤhnlich 14— 18 Pfund auf .Geſchittſe dem Acker, bei der Drillſaat 10 Pfund; man ſollte aber ſtets ½ e den Bodn mehr ſaͤen, weil der Saamen ſehr oft nicht vollkommen gut iſt, die Eyyein manche Zufaͤlligkeiten ſein gutes und gleichmaͤßiges Auflaufen hin— dern koͤnnen und viel darauf ankommt, gleich vom Anfang an der Ausut einen dichten Stand der Luzerne herbeizufuͤhren. Er wird nur räftigſte emenn leicht mit der Egge gedeckt und dann noch gewalzt. Die gewoͤhn⸗ eingederynſ liche Saatzeit ſind die Monate Maͤrz und April. Findet man In jeden ſahe ſpaͤterhin leere Stellen, ſo muͤſſen dieſelben ausgepflanzt werden, ent⸗ jden Flit weder mit Pflaͤnzchen, die man zu dicht bewachſenen Stellen entnimmt, oder noch beſſer mit ſolchen, die man zu dieſem Behuf auf einem h das kitt ief wi ni⸗ d r beſondern kleinen Pflanzenbeet erzieht. Das Auspflanzen kann er ſtxor r ſchon im Herbſt, vder auch erſt im naͤchſten Fruͤhjahr, wenn der ridatet Boden feucht vom Regen iſt, vorgenommen werden.— 3 negn te. Die fernere Pflege der Luzerne in den folgenden Jahren be⸗ etun ſteht vornehmlich in der Vertilgung des Unkrauts, beſonders des win i Wurzelunkrauts, vermittelſt des Jaͤtens und Eggens; denn wird dieſe vernachlaͤßigt, ſo geht ihr Ertrag ungemein zuruͤck. Man üu laͤßt ſie daher auch ſelten laͤnger, als acht Jahre ſtehen, weil „ ſpaͤterhin das Unkraut zu leicht uͤberhand nimmt; es gibt jedoch Lau RG Beiſpiele, wo ſie ungleich laͤnger gedauert hat. Ein Jahr ums = — * —2½ =— — 310 Fuͤnfundzwanzigſtes Kapitel. andere ſollte man ſie auch mit Aſche, oder Gips, oder Seifenſie⸗ derausſchlag duͤngen. Miſt wird zwar ebenfalls viel dazu ange⸗ wendet, iſt aber nicht zu empfehlen, weil er die Pflanzen zu zaͤrtlich macht, und zur Erzeugung von Unkraͤutern beitraͤgt Die Luzerne iſt zeitiger im Jahre maͤhbar, als jedes andere Futtergewaͤchs, bei guͤnſtiger Witterung nicht ſelten ſchon in der Mitte des Aprils, und kann im Laufe eines Jahres bis Ende Octobers noch drei⸗ bis viermal geſchnitten werden. Soll ſie aber ſchnell nachtreiben, ſo muß dieſes jedesmal vor dem Eintritt der Bluͤthe geſchehen. Sie wird wie Esparſette zu Heu gemacht und kann als ſolches bei Ausſicht auf Regenwetter noch ziemlich gruͤn eingebracht werden, ſobald man es ſchichtweis mit trocknem Ha— ferſtroh in ben Feimen zuſammenſetzt. Dieſes nimmt die darin noch vorhandene Feuchtigkeit auf, verhindert das Erwaͤrmen und wird dadurch dem Vieh ſchmackhafter. Um Saamen zu gewinnen laͤßt man die Luzerne nur in dem letzten Jahre ihres Standes zur Reife kommen, nachdem der erſte Schnitt vor der Bluͤthe gemaͤht worden iſt. Man ſchneidet die Saamentragenden Spitzen mit einer ſcharfen Sichel ab, breitet dieſe an der Sonne auf Tuͤcher zum Trocknen aus und laͤßt die ſtehngebliebenen Stengel fuͤr ſich abmaͤhen. Unter den Zufaͤllen, denen die Luzerne unterworfen, iſt der Mehlthau vorzugsweiſe zu nennen; durch denſelben verwandelt ſich das glaͤnzende Gruͤn der Pflanzen, Stengel und Blaͤtter, in ein ſchmutziges Weiß. In ſehr trocknen Sommern wird ſie auch bis— weilen von zahlloſen Raupen ganz kahl abgefreſſen. In beiden Faͤllen iſt es am gerathenſten, ſie gleich abzuſchneiden, denn ſie ſchlaͤgt ſchnell wider neu aus. Sie wird meiſtentheils zur Stallfuͤtterung verwendet, ſelten zu Heu gemacht, noch ſeltener zu Saamen und auch wenig zur Weide benutzt; ausgenommmen bisweilen fuͤr Milchkuͤhe, deren Milch an Guͤte und Menge bei dieſer Weide gewinnen ſoll*). *) In den Verhandlungen der Hochlandgeſellſchaft wird folgender Ver⸗ ſuch mitgetheilt: Nachdem ſie ungefuͤhr zehn Tage auf Luzerne gegangen wa— ren, wurde der Milchertrag von drei Kuͤhen, von jeder fuͤr ſich, gemeſſen und dabei fand ſich, daß Nro. 1. die im Maͤrz gekalbt hatte, 13 ſchottiſche Pinten. * 2. s-⸗ Januar⸗ 5 10 ½l 2 ⸗ 3 3. ⸗ ⸗ Mai 2 2 10 ⸗ 1 Hierauf wurden ſie abwechſelnd auf gewoͤhnlichem Weidelande und auf Luzerne In H Tonnen fid if ſritfe trs, in ineſſen äläugn Jahren aandwir ſe ſih nit zu! feit wa und S hauptun perioden nen We 1 cet Säſiſ 3 t dau g ie nßm; emn däi als jads on elen ſcm u Jahres di d den. Söl ſeig dem Ein Heu gentte och zienit wit trocnn nimmt die as Erwaͤrma zerne nur in nachdem der! Man ſchnede Sichel ab, he waus und li nnterworin, ir lben vernaei nd Blin ün widd ſehü⸗ freſſen. Hü ſchned, wni 9 vernand ſt nd auch want Michüte,d e gevima t wd fuhebe t widd fabhe⸗ euxerne gegun: der für ſch/ n ſche Jnin. 1 nde und auf kag Von der Esparſette und Luzerne. 311 An Heu kann ſie, ſaͤmmtliche Schnitte zuſammengerechnet, vier Tonnen vom Acker geben, und nach ſehr glaubhaften Berichten, ſind eilf Acker Luzerne hinreichend geweſen, drei und zwanzig Wirth⸗ ſchaftspferde zwanzig Wochen lang, ohne Zuſatz eines andern Fut— ters, in ganz gutem Zuſtande zu erhalten. Solche Ertraͤge ſind indeſſen gewiß nicht als regelmaͤßige oder durchſchnittliche anzuſehn; zu laͤugnen aber iſt nicht, daß ſie wegen ihrer Sicherheit in trocknen Jahren und wegen ihrer Maͤhbarkeit ſo fruͤh im Jahre fuͤr den Landwirth ſehr großen Werth hat; daher ſollte er, ſobald er fuͤr ſie ſich eignenden Boden beſitzt, nie verfehlen, ein paar Acker da⸗ mit zu beſtellen. Man ſagt auch, daß man Ochſen blos mit ihr fett machen koͤnne; wenn man aber den Unterſuchungen Davy's und Sinclairs einigen Glauben ſchenken darf, ſo iſt dieſe Be⸗ hauptung uͤbertrieben; denn nach dieſen enthaͤlt: an nahr⸗ hafter Sub⸗ an unauf⸗ ſtanz uͤber⸗ loͤslichen haupt. an Schleim. an Zucker. an Gluten. Stoffen. Der rothe Klee 39 31 3 2 3 „ weiße Klee 38 29 1 3 5 Die Esparſette 39 28 2 3 6 ⸗ Luzerne 23 18 1— 4 und ſteht demnach die Luzerne an Nahrhaftigkeit dem Klee und der Esparſete weit nach. periodenweis gehalten und ihr taͤglicher Milchertrtag am Schluß jeder einzel⸗ nen Weidezeit gemeſſen. Es ergab ſich folgendes Reſultat: Auf Weide den 8. Juni. Auf Luzerne den 13. Juni. Nro. 1. 12 ½ Pinten. 12 ¾ Pinten. 7 2. 9 ½ 2 10 ⁄¾ 2 * 3. 16* 10 3 Auf Weide den 13. Juli. Auf Luzerne den 19. Juli. Nro. 1. 10 Pinten. 11 Pinten. 2. 9½- 10 3. 9 7 8 ½ Die Butter war von der ausgezeichnetſten Feinheit nnd Guͤte. 3 ¹ 8 ,f 1 ' 1 iß 1 G 3 1 4 ——— —— —— 312 Sechsundzwanzigſtes Kapitel. Sechsundzwanzigſtes Kapitel. Raps, Senf, Mohn. — R ap 3. Raps und Nuͤbſen werden in England im gemeinen Leben haͤu⸗ fig mit einander verwechſelt, und im Ganzen in nicht ſehr großer Ausdehnung angebaut. Blos zu Futter allein der Ruͤbſen, der Raps hauptſaͤchlich zu Oel, aber nur auf von Natur ſehr reichem Boden, z. B. in den Marſchgegenden von Eſſex, Cambridge, Huntingdon und Lincolnſhire. Er wird daſelbſt von der Mitte Juli's bis zur Mitte des Auguſts geſaͤet und das Land dazu, ſo fett es auch ſei, noch ſtark geduͤngt, wenn es nicht etwa erſt aus der Weide aufgebrochen wird; denn man haͤlt den Raps durchaus fuͤr eine ſehr zehrende Frucht. Man laͤßt ihn im Herbſte gewoͤhn— lich von den Schafen abfreſſen, auch wohl zu Futter fuͤr das Rindvieh, das ſolches ſehr lieben ſoll, abmaͤhen, wenn ſich zeitig Unkraut darunter zeigt. Man verſichert von beiden keinen Nach⸗ theil zu haben, ſobald nur das Behuͤten nicht bis nach dem Ja— nuar fortgeſetzt wird. Uebrigens erfahren wir gar nichts Neues und Beſonderes uͤber den Rapsbau nicht einmal etwas Genaues uͤber das in England dabei uͤbliche Verfahren. Der Vf. beſchreibt ſeinen Landsleuten das der Flamaͤnder dabei, empfiehlt ihnen deſ⸗ ſen Nachahmung, und tadelt, daß man ihn haͤufig zu reif vor der Ernte werden laſſe und deshalb durch Ausfall viel verliere. Das Ausdreſchen geſchieht auf dem Felde. Der Durchſchnittser⸗ trag wird zu acht und zwanzig Buſhel vom Acker angegeben; doch ſoll er in den reichſten Marſchen nicht ſelten bis vierzig Buſ⸗ hel betragen. Eine Hauptſtelle nimmt demnach der Rapsbau im engliſchen Ackerbau nicht ein. Nar teren cbe Bei faſt dr wii Beide ſi gut geü zn, wele det lach —— April d Enflöhe Saamen aber auc Ernten Diilſaa dadurch ſie gehn O. bunden Lagen! dem Feld ouf gate gleich n Buſhel ohne dem S daß ſi auch ir ſicht z Thierer 3 Losfe fwepfla Unhaut ſonden wegen. kapitel. einen Leben! nicht ſehr g der Ruͤbſen, atut ſehr nih ſee,, Camtne as Land dy icht etwi dis Herbſt re u Fütta in wenn ſi 1 iden kina ne bis mi dn gar lich Au 1l etwas Genre Der Vi bün pfiehtt ina 1 aufig zu m zfall bil n Durchſſtit Icker anyegis bis vitzig A u im engiſtt Raps, Senf, Mohn. 313 Senſf. Man baut weißen und ſchwarzen Senf; beide zu Oel, letz⸗ teren aber auch zum Verſpeiſen. Beide verlangen einen reichen Boden, beſonders der ſchwarze, der faſt nur auf kraͤftigem Thonboden gewonnen wird, waͤhrend der weiße auch auf ſandigen Lehmboden ſchoͤne Ernten liefert. Beide ſind mit Erfolg nach Weizen zu bauen, wenn das Land gut geduͤngt war. Man ſaͤet ſie zeitig im Fruͤhjahr, den ſchwar— zen, welcher haͤrter iſt, oft ſchon im Februar, den weißen aber, der leicht von Froſt leidet, ſelten vor Ende Maͤrzes, oft erſt im April oder gar Mai. So ſpaͤt geſaͤet ſoll er jedoch leicht von Erdfloͤhen und ſchwarzen Raupen beſchaͤdigt werden. Die gebrauchte Saamenmenge betraͤgt gewoͤhnlich 1½ Peck pro Acker, man hat aber auch bei der ſchwaͤcheren Ausſaat von zwei Quarts ergiebige Ernten gewonnen. Man wendet ſowohl die breitwuͤrfige, wie die Drillſaat an, bei beiden werden die Pflanzen zweimal behackt und dadurch bei der breitwuͤrfigen zugleich ſo weitlaͤufig geſtellt, daß ſie zehn Zoll von einander zu ſtehen kommen. Die Ernte erfolgt im Auguſt. Der weiße wird dabei aufge⸗ bunden und aufgeſetzt, wie Weizen; der ſchwarze aber bleibt in Lagen liegen bis er trocken iſt. Das Ausdreſchen geſchieht auf dem Felde auf untergebreiteten Tuͤchern. Der Durchſchnittsertrag auf gutem Boden wird zu 28 Buſhel vom Acker angegeben, ob⸗ gleich nicht ſelten in guͤnſtigen Faͤllen von derſelben Flaͤche 40— 48 Buſhel geerntet werden. Der Senf ſoll mehr und beſſres Oel, ohne allen ſcharfen Geſchmack geben, als der Raps, den bei dem Schlagen von jenem gewonnenen Kuchen gibt man aber Schuld, daß ſie eine purgirende Eigenſchaft beſaͤßen, und deshalb, wenn auch in gewiſſer Hinſicht ihm heilſam, dem Vieh nur mit Vor— ſicht zu geben ſeien. Sie werden gewoͤhnlich zerſtoßen und den Thieren auf ihr Futter geſtreut. Der ſchwarze Senf hat noch das Ueble, daß bei ihm ein Ausfallen einiger Koͤrner nie zu vermeiden iſt, dieſe aber ſich leicht fortpflanzen und er dadurch ein laͤſtiges, ſchwer auszurottendes Unkraut werden kann. Mohn wird in England auf dem Felde gar nicht angebaut, ſondern nur in botaniſchen und Apothekerwaaren-Gaͤrten der Koͤpfe wegen. Unſer Vf. erzaͤhlt aber ſeinen Landsleuten die Art, Weiſe 314 Siebenundzwanzigſtes Kapitel.“ und Staͤrke des Anbau's dieſer Frucht auf dem Kontinente, be— de ſn ſonders in Flandern und ſucht ſie durch Schilderung der damit der vde; verbundenen Vortheile zu Verſuchen damit zu gewinnen. wäna S urkaftiges gdüngt w du verſeße ſeinge I hitte er tor; zu b :.. leicht an Siebenundzwanzigſtes Kapitel. gmm da Er vor und: einem fri Leien und Hanf. ſchaftüche muß, als Lein wirb 7 angebaut ein wird im Norden von Irland zum Gebrauch der Leinenma⸗ eiſchpft nufakturen in großer Ausdehnung angebaut. Boden und Klima Vazen ſcheinen ihm daſelbſt ganz beſonders zuzuſagen, und durch Be⸗ zut Aad ſchaͤtigung vieler Menſchenhaͤnde, die aus ſeiner Kultur, ſeiner gut ten Zubereitung, dem Spinnen des Garns und dem Weben der Lein⸗ aler daſ wand hervorgeht, wird er die Hauptquelle der groͤßeren Wohlha⸗ iir in benheit, die in dieſem Theile jenes Landes zu finden iſt. Der dcen en Anbau des Hanfes findet dagegen in Großbritannien nur in ge⸗ het un ringem Maaße ſtatt, beinahe allein in den Niederungen von Cam⸗ fer in d bridge, Huntingdon, und Lincolnſhire, ſo wie in einigen der men. a fruchtbarſten Gegenden von Sommerſet und Yorkſhire. In den nc 6 beiden letztgenannten Grafſchaften iſt jedoch neuerer Zeit dieſer Kul⸗ beſſe d turzweig ſehr vernachlaͤßigt worden, ob er gleich auf entwaͤſſertem n Sumpf- und Torfboden mit großem Erfolg zu betreiben iſt. Der(bis wj Anbau beider Gewaͤchſe kann allerdings fuͤr den Landwirth ſehr ſchw 5 eintraͤglich werden und verdiente in volkswirthſchaftlicher Hinſicht fue wohl eine groͤßere Ausdehnung; dem ſteht jedoch, abgeſehen davon, b 3 b daß ſich in vielen Gegenden kein tauglicher Boden dazu vorfindet, 4 4. beſonders der Umſtand entgegen, daß beide Pflanzen keinen Duͤn⸗ 1 ger wieder zuruͤckgeben, und ihre Pflege, Ernte und Zubereitung 3 mit mehr Ausgaben und Schwierigkeiten verbunden ſind, als den b wad Wirthſchaftsverhaͤltniſſen uͤberall und immer angemeſſen iſt. ſi 3 Der beſte Boden fuͤr den Lein iſt ein reicher angeſchwemmter gaith g dontinene doang der d. wanan. rap ite der Lainen. oden und ga und duch er Kultur ſir Weben drti rößeren Ve findeni d nnien maͤr rungen unbe in einn nkſhie. Vir er äitdiſrl auf entwiſtir etteien itd rEnndvit gflicher i abgeſehenden dazu roähe en känn u und lbereln r fid, as 1 ſſen if ngeſcwenne Lein und Hanf. 315 oder ſandiger Lehm- oder ein nicht ſehr gebundener Mergelboden, der weder zu feucht, noch zu trocken iſt. Auf armen Thon- oder trockenen Sandboden waͤchſt er nicht, und will man ihn auf ein unkraͤftiges Land ſaͤen, ſo muß zu ſeiner Vorfrucht unmaͤßig ſtark geduͤngt werden, um es fuͤr den Lein in einen geeigneten Zuſtand zu verſetzen; denn eine Duͤngung unmittelbar zu dieſem hat nur geringe Wirkung. Ein guter Weizenboden, der ſo rein iſt, als haͤtte er eine Sommerbrache erhalten, bringt den beſten Lein her— vor; zu reich darf er aber nicht ſein, weil das Produkt dadurch leicht an Guͤte verliert, der Baſt groͤber wird und durch das La— gern der Pflanzen leidet. Er wird bei der gewoͤhnlichen Wirthſchaftsweiſe gewoͤhnlich vor und nach einer Halmfrucht geſaͤet, gedeiht aber am beſten auf einem friſch umgebrochenen Weidelande. Es gibt kein landwirth— ſchaftliches Gewaͤchs, zu dem mit mehr Sorgfalt gepfluͤgt werden muß, als zum Lein. Wird derſelbe blos um des Baſtes willen angebaut und zu dem Ende vor ſeiner Saamenreife gerauft, ſo erſchoͤpft er den Boden nicht, bereitet denſelben aber nicht gut zu Weizen vor und ſollte daher lieber Sommergetreide oder Erbſen zur Nachfrucht haben. In Flandern, wo man den Leinbau ſo gut verſteht, wird zwar viel Weizen nach ihm gebaut, man hilft aber daſelbſt mit Kloakenduͤnger nach. Eine ſehr gute Vorbereitung fuͤr ihn gewaͤhren die Turnips, aber viele einſichtsvolle Landwirthe haben eine Abneigung, nach dieſen Lein zu ſaͤen. In Schottland hat man neuerer Zeit es als das beſte Verfahren gefunden, Ha— fer in den umgebrochen Dreiſch zu ſaͤen und danach Lein zu neh— men. In England und beſonders in Irland wird er auch haͤufig nach Klee geſaͤet, nach dem man nur einmal pfluͤgt und der ſich beſſer dazu eignet, wenn er zwei Jahre geſtanden hat. Man bricht ihn zu dem Ende gegen Lichtmeß um, eggt das Land drei— bis viermal tuͤchtig durch und uͤberzieht es vor der Saat mit einer ſchweren Walze, ſobald es trocken iſt, unterlaͤßt jedoch ſolches auf ſehr ſchweren oder in einem feuchten Zuſtand ſich befindenden Boden. Bisweilen wird Klee unter den Lein als Nachfrucht gleich mit ihm geſaͤet, es iſt aber beſſer, damit zu warten, bis letzterer gejaͤtet und dadurch das Erdreich wieder gelockert iſt. Die gewoͤhnliche Saatzeit iſt wo moͤglich gleich nach der erſten Woche des Aprils, weil eine zeitige Saat der Guͤte des Baſtes foͤrderlich ſein ſoll; in den noͤrdlichen Gegenden iſt man jedoch nicht ſelten genoͤthigt, ſie bis zu Anfang des Mai's zu verſchieben. 316 Siebenundzwanzigſtes Kapitel. Die Saat geſchieht nur breitwuͤrfig und ſtets ſehr dick, weil ein dichter Stand der Pflanzen die Guͤte des Baſtes befoͤrdert. Deshalb braucht man bis drei Buſhel pro Acker, manche ſonſt einſichtsvolle Landwirthe ſuchen jedoch ein Drittheil dieſer Quanti⸗ taͤt zu ſparen, weil der Leinſaamen ein theurer Gegenſtand iſt; denn derſelbe muß beinahe ſtets erkauft werden, weil die Erfah⸗ rung ausdruͤcklich dafuͤr ſricht, daß der in Großbritannien ſelbſt erzeugte Saamen ſelten ein ſchoͤnes Produkt liefert, wenigſtens nicht auf die Dauer. Er wird deshalb zum groͤßten Theil ent— weder aus Nordamerika, oder aus Holland oder aus den Oſtſee— haͤfen bezogen. Die Pflege des Leins beſteht darin, daß er wenigſtens ein— mal, bald nach ſeinen Aufgehn, bisweilen auch wohl zweimal ſorgfaͤltig mit der Hand gejaͤtet werden muß. Die Pflanzen bluͤ— hen gemeiniglich im Juli, und werden bald nachher gerauft, ſo— bald der Baſt der Hauptzweck des Anbau's iſt; wiſt man aber Saamen erziehen, ſo muß man ſie bis zu deſſen Reife, wohl bis Ende Auguſts ſtehen laſſen. Bei dem Raufen ſollte jedesmal auch ein Sortiren der Stengel ſtatt finden, damit die ſtaͤrkeren und laͤngeren ſowohl, wie die kuͤrzeren und duͤnneren fuͤr ſich kaͤmen, weil jede Sorte eine andere Behandlung erheiſcht und durch die— ſes Sortiren die Guͤte des Produkts geſteigert wird. Die fernere Behandlung des Leins um Flachs zu gewinnen, findet in Großbritannien in der Hauptſache ganz ſo ſtatt, wie in Deutſchland; er wird geriffelt, dann entweder im Waſſer oder im Thau gerottet, getrocknet(in eignen Darrhaͤuſern oder Oefen) gebrecht, geſchwungen und gehechelt, ganz auf die bekannte Weiſe, nur daß die letztgenannten drei Operationen gegenwaͤrtig meiſtens durch eigens dazu gebaute Maſchinen verrichtet werden; doch iſt auch die Handbreche immer noch, zumal bei den Kleinhäͤuslern, die etwas Flachs bauen, ſtark im Gebrauch und zwar in einer recht geſchickten Form und Einrichtung, naͤmlich eine Doppelbreche mit vier Abtheilungen, den Mecklenburg'ſchen aͤhnlich. Es findet ſich alſo nichts Bemerkenswerthes weiter uͤber den Leinbau und die Flachsbreitung in unſerm Original; nur einige Bemerkungen uͤber die Waſſerrotte, die in Großbritannien vorzugsweiſe angewendet wird, duͤrften, obgleich nicht gerade Neues bietend, diderhdit zur Beachtung zu empfehlen ſein. Das Gelingen des Waſſerrottens haͤngt ſehr von der Be⸗ ſchaffenheit des Waſſers ab. Es muß rein, von jeder mineraliſchen Bämiſcur ſer if bi dc def ſits Fuß toch beſſer Paſſets lüch iſte dt vollen ſch werde ds Waſſe ſhwert, de gädds der beſſer: 1) Die wer rich 2) Dieſ unte ſchn niſſ von 3) Af Fuß zeln 4) Das Ver un bedeut E k in Waſee wo fünf, deren kont bleiben. dn richti drin, ſo Vii V al nr d u nge un ſt i rolten liſe den F dn nache ſe heil iſa dun er Gegenian; 1, well di ei. oßbritannin lefert, wei grißten Jhil r aus den d. er wenigſtnzt uch wohl zoi Die Panze ccher geraut ; will man Neife, wolt lte jedesmale die ſtaͤrkern! —n ſür ſich i tht und darg uid. achs zu grin ſo ſtet u a Waſſe den ſern oda dir je bekmni Ii enwäiii mir werden dhi en Klintäuir nd zourit t eine Dohehe nlich. Gf Leinbau emetkunge peiſe apeun , witderfolig ron der d ir wineruiſte Lein und Hanf. 317 Beimiſchung frei und weich, ja nicht hart ſein. Fließendes Waſ⸗ ſer iſt bei weitem nicht ſo gut zu dieſem Behuf, wie ſtehendes, doch darf das Behaͤltniß, worin ſich dieſes befindet, nicht uͤber ſechs Fuß tief ſein,(eine Tiefe von nur drei bis vier Fuß iſt noch beſſer) weil bei groͤßerer der Unterſchied der Temperatur des Waſſers auf dem Grunde und in der Hoͤhe zu bedeutend iſt. Auch iſt es nicht gut, wenn daſſelbe von Baͤumen beſchattet, nicht der vollen Einwirkung des Sonnenlichts ausgeſetzt iſt. Gewoͤhn— lich werden bei dem Waſſerrotten die Flachsgebunde horizontal in das Waſſer gelegt und durch Breter, die man mit Steinen be— ſchwert, darunter erhalten; allein nach der Entdeckung eines Mit— glieds der Ackerbaugeſellſchaft zu Gent iſt folgendes Verfahren beſſer: 1) Die Bunde, etwa von der Staͤrke eines Mannsſchenkels, werden vertikal dicht neben einander in das Waſſer geſtellt, nicht horizontal hineingelegt. 2) Dieſelben werden vermittelſt quer darauf gelegter Hoͤlzer unter dem Waſſer erhalten, die nur in dem Maaße be— ſchwert ſind, daß der Flachs den Boden des Waſſerbehaͤlt⸗ niſſes nicht voͤllig erreiche und gegen das Ende des Rottens von ſelbſt ſich ſenken koͤnne. 3) Anfangs muß ein Zwiſchenraum von wenigſtens einen halben Fuß zwiſchen dem Grund des Behaͤltniſſes und den Wur⸗ zeln des Flachſes bleiben. 4) Das Waſſer wird von Zeit zu Zeit erneuert. Vergleichende Verſuche haben bewieſen, daß dieſes Verfah— ren bedeutende Vorzuͤge vor dem gewoͤhnlichen hat. Es kann nicht genau beſtimmt werden, wie lange der Flachs im Waſſer bleiben muͤſſe, um gehoͤrig zu rotten; es gibt Faͤlle, wo fuͤnf Tage ſchon voͤllig hinreichend dazu waren, und in an— deren konnte er zehn und noch mehr Tage ohne Nachtheil darin bleiben. Es iſt große Vorſicht und Aufmerkſamkeit noͤthig, um den richtigen Zeitpunkt ja nicht zu verfehlen. Bleibt er zu lange darin, ſo wird der Baſt muͤrbe, unhaltbar, zur Fabrikation un⸗ tauglich. Es iſt deshalb beſſer, ihn zu bald herauszunehmen, als zu lange darin zu laſſen; denn ein Tag, ja nur wenige Stunden zu lange koͤnnen ſchon Schaden bringen; nimmt man ihn aber um ſo viel zu bald heraus, ſo kann man ihn im Thau vollends rotten laſſen. Als ein ziemlich ſicheres Zeichen, daß es Zeit werde den Flachs aus dem Waſſer zu nehmen, iſt es anzuſehen, wenn 318 Siebenundzwanzigſtes Kapitel. Luftblaſen aus demſelben aufſteigen, und er ſich zu Boden ſenkt. Zu noch genauerer Pruͤfung nimmt man dann noch einige Sten— gel heraus, um zu ſehen, ob ſich der Baſt leicht und vollſtaͤndig abſtreifen laſſe. Iſt dies der Fall, dann muß er ſogleich dem Waſſer enthoben werden; haͤngt er aber noch feſt an der Holzfa⸗ ſer, dann hat es damit noch Zeit. Der Durchſchnittsertrag ſoll betragen vom Acker: an rohen ungehechelten Flachs 40— 50 Stein, an Saamen 10 Buſhel. Vom letzten werden gewoͤhnlich drei Sorten gemacht. Die beſten, ſchwerſten und vollkommenſten Koͤrner behaͤlt man zur Saat zuruͤck, die mittleren benutzt man auf Oel und die gering— ſten bekommt das Vieh, fuͤr das ſie ein herrliches Futter ſind. Der Hanf gedeiht am beſten auf einem ſtrengen, tiefen, rei— chen Lehmboden, und liefert einen um ſo haltbarerern Baſt je beſ⸗ ſer das ihm gewidmete Land iſt, einen etwas feineren dagegen auf minder fruchtbarem. Er verlangt es jedenfalls kraͤftiger, als der Lein und wird daher vorzugsweiſe auf Anſchwemmungsboden erbaut, der jedoch nicht zu feucht ſein darf. Ein kalter naſſer Thon paßt gar nicht fuͤr ihn. Ueber ſeine Einwirkung auf den Boden ſind die Anſichten verſchieden; Einige halten ihn fuͤr eine ſehr ausſaugende Frucht, Andere geben dies nur fuͤr den Fall zu, daß er zur Sammenreife gelange. Gewiß iſt, daß es in Cambridgeſhire alte Pachtkontrakte gibt, in welchen die Anſaat des Hanfes in den letzten beiden Jahren der Pachtzeit ausbedungen iſt, waͤhrend in anderen ſein Anbau geradhin unterſagt wird. Alle ſtimmen indeſſen darin uͤber⸗ ein, daß er das Land ſehr rein erhalte, weil er ſo ſchnell und kraͤftig waͤchſt, daß jedes unter ihm aufſprießende Unkraut von ihm unterdruͤckt wird. Er taugt deshalb durchaus nicht zur Schutzfrucht fuͤr Gras- und Kleeſaaten, aber deſto beſſer zu einer Vorfrucht fuͤr Weizen, der nach ihm das gartenmaͤßig gereinigte Land findet, welches er beſonders liebt. Bei gehoͤriger Duͤngung hat man daher viele Jahre hintereinander abwechſelnd Hanf und Weizen mit dem beſten Erfolg gebaut. An manchen Orten iſt ein ſehr gewoͤhnliches Verfahren folgendes: Spaͤt im Herbſt wird ein Stoppelfeld umgebrochen, und nachdem man daſſelbe die Vor⸗ theile einer Winterbrache hat genießen laſſen, mit gutem verrotte— tem Miſt, zwanzig bis fuͤnf und zwanzig Fuder pro Acker, be— fahren, dieſer durch dreimaliges ſorgfaͤltiges Pfluͤgen mit der Ackerkrume gehoͤrig gemengt und dann die Hanfſaat vorgenommen Im ritſt triffice W ach Fach Düngung Die ds Leine fungen d ſüdlichen nürdlichen ig zun friſten zu ganzend ten Ernt hinſictlic Aus Rig geſaet, mehr, je wie die Drilen in dann das Pfanzen gröber u ein Jaͤten man die) de nicht des zehn Wo ſtatt. D in Deutſ gemeinen Qddortt femi vom late dage bie tor dieſe und beſte d in an ander Diinxns der als webiten dc enige 83 ci wd dolſtie) uß a ſogec ſi an de H Acker: u en 10 Ail ten gentt. behält un; d und de des Futte ſt tengen, tifn rerem Biſ Zfeineren d ils kifigr hwemmunga En kalte ſird de uit nusſcugende de r zur Sannrn alte Padtirt den lnhr nd in andani indeſin dmnit ljer ſo ſtult fende Unkutt durchaus iit, ſeſto beſſr ut tenmäßig gene neanigr Ar echſelnd Hr manchen d zt im Hei daſelbe nd- nit gukem un der puo Ain pfügen mi— ant votgenun Kein eandebant 319 Im naͤchſten Jahr gewinnt man dann hier in der Regel eine vor⸗ treffliche Weizenernte und danach wieder ſehr gute Gerſte, oder auch Flachs, nach welchem aufs Neue Hanf nach abermaliger Duͤngung in angegebner Staͤrke geſaͤet wird. Die Beſtellung des Hanfes kommt uͤbrigens ganz mit der des Leines uͤberein, nur ſaͤet man jenen etwas ſpaͤter, weil die jungen Pflanzen bei dem Aufgehn leicht vom Froſt leiden; in den ſuͤdlichen Gegenden in der zweiten Haͤlfte des Aprils und in den noͤrdlichen Anfang Mais. Sind die jungen Pflanzen einmal voͤl— lig zum Vorſchein gekommen, ſo haben ſie nichts mehr von Spaͤt— froͤſten zu befuͤrchten. Guter Hanfſaamen muß rund, voll, glatt, glaͤnzend und reich an Oel ſein; man ſuche ihn ſich von der letz— ten Ernte zu verſchaffen; zwei Jahre alter iſt ſchon minder ſicher hinſichtlich des Aufgehns und dreijaͤhriger keimt oft gar nicht. Aus Riga kommt der beſte. Er wird in der Regel breitwuͤrfig geſaͤet, pro Acker 3 Buſhel, bald etwas weniger, bald etwas mehr, je nachdem die Guͤte des Saamens und des Bodens, ſo wie die oͤrtliche Gewohnheit es erheiſchen. Man hat auch das Drillen in dreißig Zoll weiten Reihen in Vorſchlag gebracht, weil dann das Land unter ihm leicht gereinigt werden koͤnne und den Pflanzen mehr Luft zukomme; es wird dadurch aber der Baſt groͤber und ſtaͤrker und der Wuchs des Hanfes iſt ſo uͤppig, daß ein Jaͤten bei ihm faſt niemals nothwendig wird, wohl aber ſollte man die Pflanzen etwas verduͤnnen, wenn ſie zu dicht ſtehen. Die Ernte des Hanfes, wenn man ihn blos des Baſtes, nicht des Saamens wegen anbaut, erfolgt etwa dreizehn bis vier⸗ zehn Wochen nach der Ausſaat und findet gewoͤhnlich im Auguſt ſtatt. Die maͤnulichen Stengel, welche in England ebenfalls, wie in Deutſchland und Frankreich ihrer groͤßern Zartheit wegen im gemeinen Leben mit den weiblichen verwechſelt werden und deshalb dort femble, bei uns Fimmel, in Frankreich femelle(weiblich vom lateiniſchen Femina) heißen, werden jedoch ſchon vierzehn Tage bis drei Wochen eher gelb als die weiblichen und ſollten vor dieſen gerauft, gefimmelt werden, weil ſie dann den feinſten und beſten Baſt liefern. Es findet dieſes auch an mehren Orten, z. B. in den Marſchen oder Fennen von Cambridgeſhire ſtatt, an andern Orten unterlaͤßt man es aber entweder wegen des Draͤngens anderer Arbeiten zu dieſer Zeit, oder aus Unachtſamkeit oder aus Furcht, daß durch dieſes Ausraufen den ſtehenbleibenden weiblichen Stengeln Schaden zugefuͤgt werde. Es muß auch al— 320 Siebenundzwanzigſtes Kapitel. lerdings deshalb mit großer Vorſicht geſchehen. Rauft man die weiblichen, ſaamentragenden Stengel, auf Koͤrnergewinn verzich⸗ tend, noch ziemlich gruͤn, mit den maͤnnlichen, nachdem dieſe ab⸗ gewelkt ſind, zugleich, ſo erhaͤlt man von ihnen beſſeren Baſt und erreicht man den Vortheil, daß der Hanf zeitig genug das Feld raͤumt, um noch Turnips danach ſaͤen, oder es doch wenig— ſtens vorzuͤglich gut zu Weizen vorbereiten zu koͤnnen. Will man aber Saamen bauen, dann muͤſſen die weiblichen Stengel ungleich laͤnger ſtehen bleiben; denn derſelbe wird ſelten vor Michaelis, oft erſt im October reif. Man bindet die Sten⸗ gel in Bunde zuſammen, wie Getreide, ſtellt dieſelben auch eben ſo zum Trocknen auf, driſcht ſie, wenn dieſes erfolgt iſt, auf dem Felde auf Tuͤchern aus und hebt ſie bis zum naͤchſten Fruͤh⸗ jahr auf, wo man ſie erſt rotten laͤßt. Das Rotten des Hanfes und ſeine fernere Zubereitung gehn ganz auf dieſelbe Weiſe vor ſich, wie bei dem Lein, man moͤge Saamen von ihm gewinnen oder nicht. Das Raufen geſchieht gewoͤhnlich von Weibern, die es bundweiſe bezahlt erhalten; fuͤr 100 Bunde, von denen jedes ſo viel enthaͤlt, als zwei Haͤnde faſſen koͤnnen, zahlt man jetzt 2 Shilling 6 Pence bis 3 Shilling 6 Pence, und es koſtet daher das Raufen eines Ackers 17 Shilling 6 Pence bis 1 Guinee, weil man 500 ſolche Bunde als den Durchſchnittsertrag eines Ackers annehmen kann. Das Brechen wird nach dem Gewicht bezahlt, der Stein gewoͤhnlich mit ein Schil— ling; doch iſt dies verſchieden, nach der Laͤnge der Stengel und der Schwierigkeit, den Baſt davon zu trennen. Bleibt der Hanf bis zur Saamenreife ſtehn, ſo vermindert ſich die Guͤte und Menge des Baſtes. Der Jungfernhanf, d. h. ſolcher, der noch gruͤn ge— rauft wird, liefert 40— 50 Stein Baſt vom Acker, wohl ⁄¼ mehr als der reifgewordene, und der Preis von jenem iſt immer 1½— 2 Shilling pro Stein hoͤher, als von dieſem. Der Ertrag an Saamen vom Acker iſt im Durchſchnitt 12 Buſhel, ſteigt bis⸗ weilen aber auch auf 20— 30 Buſhel. Die Brechannen oder Schaͤben vom Hanf taugen nur zu Brennmaterial, die Spreu aber ſoll eben ſo nahrhaft ſein, wie geringer Hafer und wird von den Pferden begierig gefreſſen. Der Anbau des Hanfes und Flachſes wird haͤufig von den Landwirthen und ihren Tageloͤhnern gemeinſchaftlich betrieben. Jene liefern Land, Zugarbeit und Duͤngung, dieſe Saamen und Handarbeit, und das Produkt wird unter ſie nach einem durch lberitun Mae lar drber au füte bet ſct, wele venn die lusland g dm Gewi rehn kann luge, ſo düſet rod konne, de fenheit ei merkſamke Vethäͤltniſ noch, daß ſtäyfend zurückgeber namentüch gewinnen licheres G hau, beſor 1 Peberkar inſamm N d la von 8 S. letter Jerſcgenann I. . Jauſt mn rnergewinn beiſ nahden diſt, nen beſſern d. f bitig om der es doch an. önnen. iſſen die wiine eerſelbe widſt bindet die, weſelben auh 8 erfolgt if um naͤchten a j Zubereitung, Lein, man Naufen geſt gahlt ethalten, als zwei ence bis 36e e Bunde i Das Brtht lich mit ac⸗ de der Eng . Bleitt dn die Gütemn der woch g m Alk, r on jene i eſem. da be Bufbal,ſir e Brecjonn atetial, üin afer und wi ſt imc d W id hiuſg und ceflih betis diſſ Erunn, nach einin de Hanf und Lein. 321 Uebereinkunft zwiſchen ihnen beſtimmten Verhaͤltniſſe vertheilt. Manche landwirthſchaftliche Schriftſteller haben ihre Verwunderung daruͤber ausgedruͤckt, daß dieſer Anbau in Großbritannien nicht ſtaͤker betrieben werde, und durch Berechnungen zu beweiſen ge⸗ ſucht, welch großer Vortheil der Nation daraus erwachſen muͤſſe, wenn die großen Summen, welche jetzt fuͤr Flachs und Hanf ins Ausland gehen, erſpart werden koͤnnten. Sehen wir jedoch von dem Gewinn, der fuͤr die Nation moͤglicherweiſe daraus hervor⸗ gehn kann, ab, und behalten nur des Landwirths Vortheil im Auge, ſo moͤchte es ſehr zu bezweifeln ſein, daß die Erzeugung dieſer Produkte jemals ein allgemeiner Kulturgegenſtand werden koͤnne; denn es iſt dazu nicht nur Land von beſonderer Beſchaf⸗ fenheit erforderlich, ſondern auch eine groͤßere Muͤhwaltung, Auf⸗ merkſamkeit und Sorgfalt, als Landwirthe in den gewoͤhnlichen Verhaͤltniſſen darauf verwenden koͤnnen und moͤgen. Dazu kommt noch, daß dieſe Gewaͤchſe, wenn ſie auch gerade nicht ſehr er⸗ ſchoͤffend ſind, doch dem Duͤngerhaufen wenig oder gar nichts zuruͤckgeben. Fuͤr entwaͤſſerten Sumpf- und Torfboden, wie man namentlich in Irland neuerer Zeit in immer groͤßerer Menge zu gewinnen ſucht, kann es aber vielleicht kaum noch ein eintraͤg⸗ licheres Gewaͤchs geben, als jenen, und hier ſollte man ihren An⸗ bau, beſonders den des Hanfes, moͤglichſt auszudehnen ſuchen. Achtundzwanzigſtes Kapitel. Weberkarden. Koriander. Kuͤmmel. Fenchel. Anis. Kana⸗ rienſammen. Rettig⸗ und Spinatſaamen. Officinelle Kraͤuter. Mehre dieſer Gewaͤchſe werden in großer Menge in einigen Thei⸗ len von Sommerſetſhire, Yorkſhire, Kent und Eſſex angebaut. In letzter Grafſchaft iſt beſonders der gleichzeitige Anbau der drei erſtgenannten auf einem Acker merkwuͤrdig. Die Ernten derſelben II. 21 322 Achtundzwanzigſtes Kapitel. erfolgen zu verſchiedenen Zeiten, und zu ihrer vollſtaͤndigen Er— zeugung ſind drei Jahre erforderlich. Im erſten wachſen alle drei Pflanzen in die Hoͤhe, kommt aber nur der Koriander, die einzige jaͤhrige darunter, noch vor der Getreideernte zur Reife. Im zwei⸗ ten liefert der Kuͤmmel ſeine Ernte und im dritten gelangen die Karden zur Ausbildung. Dann wird das Feld gewoͤhnlich gerei⸗ nigt und zu Weizen vorgerichtet. Da aber die letzten beiden aus⸗ dauernde Pflanzen ſind, werden ſie bisweilen noch im vierten Jahre benutzt, ja es ſind ſogar Faͤlle da geweſen, wo beide bis in das ſiebente ſtehn geblieben ſind. Der geeignetſte Boden zu dieſer ſonderbaren Kultur iſt ein reicher, tiefer Klay, ein ſogenannter guter Weizenboden, und das gewoͤhnlichſte Verfahren dabei folgendes: man bricht im Monat November einen alten Kleedreiſch um, und nachdem man nochmals tief gepfluͤgt und tuͤchtig geduͤngt hat, ſaͤet man die drei Gewaͤchſe und zwar 10 Pfund Koriander⸗, 12 Pf. Kuͤmmel⸗ und 12 Pf. Kardenſaamen, auf das durch Egge und Walze geebnete Land und eggt ſie ein. Jaͤten, Behacken und Verduͤnnen, wenn die Pflanzen zu dicht ſtehen, duͤrfen natuͤrlich nicht fehlen, und muͤſ⸗ ſen nach Erforderniß jedes Jahr wiederholt werden. Am haͤufig⸗ ſten wird dieſer dreifache Anbau von dem Landwirthe und ſeinen Tageloͤhnern auf gemeinſchaftliche Rechnung, wie der des Flachſes und Hanfes betrieben. Weberkarden werden indeß doch haͤufiger fuͤr ſich allein ge⸗ baut. Sie gedeihen am beſten auf einem kraͤftigen gebundenen Boden, beduͤrfen aber, wenn derſelbe an ſich reich und neu um⸗ gebrochen iſt, nicht viel Duͤnger, und werden daher vorzugsweiſe auf durch Raſenbrennen in Kultur geſetzten Grundſtuͤcken, oder auf umgebrochenem Graslande gewonnen. Die Ausſaat geſchieht in den erſten Tagen des Mai's und erfordert pro Acker 1—2 Peck Saamen. In Sonmerſet und Yorkſhire, wo dieſes Gewaͤchs mit vorzuͤglicher Sorgfalt kultivirt wird, verfaͤhrt man dabei fol— gendermaßen: Waͤhrend des Sommers wird das damit beſaͤete Land mit langen, ſchmalen Hacken zwei- bis dreimal durchhackt, um es vollſtaͤndig von allem Unkraute zu reinigen. Im Monat November, wo die Pflanzen ſtark genug dazu ſind, hebt man ſie da, wo ſie zu dicht ſtehn aus, und bepflanzt damit die etwa leer gebliebenen Stellen, ſorgt uͤberhaupt, auspflanzend oder ausrau⸗ fend, dafuͤr, daß ſie gleichmaͤßig uͤber das ganze Feld einen Fuß weit in allen Richtungen von einander entfernt, zu ſtehn kommen⸗ Bleiben n andens 5e diiniyen nn ſtets ds folgen d wie di Reffegrad dei Male ſommen, iiner ſtark thenſtengel müſſen ſo gebracht Tocknen zu beförd ſie aufh nicht naß beingt me (Kngs), ſie in Bo enthaͤt. nicht ſelt ganzliche Korie Katden n zwei Jah wohl aur Das Jäte den und der Ausſe nach Ve Ernte bei de reiger ſtneiden, in äne S nnal auf ngich K 2) Cene Fuüche d net hetii ollſtindige dn vatſen ale oriande, de en un Reße. Ing duiten gman. id gwinnit e letzten bidar ſoch in diera vo beide hon aaren Kuli izenboden, u n bricht in A hdem man wete in die drei oi. immel⸗ und l aße geebnete erdunnen, wn ht fehlen, wr verden. An ſ andwitthe w wie der d et für ſtäng kräftign geon h reich uwne n daher erub b Grunfütg, Die Auſttge pr Aün l-9 wo diſts b fiht an d das dau 3 s dreimi 5 er h .. Weberkarden. Koriander. Kuͤmmel. Fenchel. Anis. ꝛc. 323 Bleiben nach dieſem Verduͤnnen noch Pflanzen uͤbrig, ſo wird ein anderes Feld gut vorgerichtet, um ſie darauf verſetzen zu koͤnnen, diejenigen aber, welche unverruͤckt auf ihrer Stelle ſtehn bleiben, geben ſtets ſchoͤnere Koͤpfe, als die verpflanzten. Im Monat Juli des folgenden Jahres fangen die meiſten Koͤpfe zu bluͤhen an, und ſo wie die Bluͤthen auszufallen beginnen, iſt auch der ſchickliche Reifegrad eingetreten. Die Ernte derſelben wird gewoͤhnlich zu drei Malen, in Zwiſchenraͤumen von etwa vierzehn Tagen, vorge⸗ nommen, weil ſie nicht gleichzeitig reifen. Man ſchneidet ſie mit einer ſtarken Hippe ab und laͤßt dabei an jedem ein Stuͤck Bluͤ— thenſtengel von etwa ein Fuß Laͤnge. Die abgeſchnittenen Koͤpfe muͤſſen ſogleich ins Trockne auf einem Boden oder in eine Scheune gebracht und wenn helles Wetter iſt, taͤglich an die Sonne zum Trocknen ausgelegt werden. Man errichtet auch wohl, um dies zu befoͤrdern, fluͤchtige Schuppen auf dem Felde, in denen man ſie aufhaͤngt. Große Sorgfalt iſt darauf zu verwenden, daß ſie nicht naß vom Regen werden. Sind ſie vollkommen trocken, ſo bringt man ſie in drei Sorten, welche den Namen„Koͤnige“ (Kings),„mittlere“ und Ausſchuß(Scrubs) erhalten, und packt ſie in Ballen, von denen jeder 9000 Koͤnige und 20000 mittlere enthaͤlt. Der Ausſchuß hat nur geringen Werth. Der Ertrag iſt nicht ſelten 15— 16 Ballen vom Acker; doch fallen auch haͤufig gaͤnzliche Mißernten vor. Koriander und Kuͤmmel werden auch oft ohne Beiſatz von Karden, miteinander zuſammen angebaut, indem der Kuͤmmel, der zwei Jahre zu ſeiner Ausbildung bedarf, unter den Koriander, wohl auch unter Getreide, wie Klee unter Gerſte geſaͤet wird. Das Jaͤten, Behacken und Verduͤnnen duͤrfen nicht verſaͤumt wer⸗ den und erfordern große Sorgfalt und Geſchick. Im erſten Jahre der Ausſaat reift der Koriander, im zweiten der Kuͤmmel, welcher nach Wegnahme des erſtern ſchicklichen Raum gewinnt. Bei der Ernte beider Gewaͤchſe iſt große Sorgſamkeit noͤthig; man laͤßt die reifgewordenen Pflanzen durch Weiber und Kinder einzeln ab⸗ ſchneiden, auf Tuͤcher legen, darin auf ein leeres Feldſtuͤck oder in eine Scheune tragen und hier ſogleich abdreſchen. Beide ſind⸗ zumal auf einem friſch umgebrochenen alten Dreiſch, oft ſehr ein— traͤglich. Der Koriander gibt nicht ſelten 24 Centner, der Kuͤmmel 20 Centner Saamen vom Acker; aber es ſind auch ungewiſſe Fruͤchte, deren Ertrag von dieſer Flaͤche bisweilen kaum 6— 7 Cent⸗ ner betraͤgt. 324 Achtundzwanzigſtes Kapitel. Fenchel und Anis werden in England im Großen gar nicht angebaut, und mehre damit gemachte Verſuche haben keinen gluͤck⸗ lichen Erfolg gehabt. Kanarienſaamen dagegen, obgleich vorzugsweiſe nur zum Fut⸗ ter der Singvoͤgel gebraucht, iſt eine ſehr geſuchte Waare und wird daher in manchen Gegenden, namentlich auf der Inſel Tha— net(S. B. 1. S. 529) ſtark angebaut. Man raͤumt ihm da⸗ ſelbſt entweder eine Sommerbrache, oder Bohnenſtoppeln oder ein Kleefeld ein. Das letztere iſt das vortheilhafteſte. Wenn der Bo⸗ den nicht ſehr reich iſt, gibt man ihn bisweilen eine ſchwache Duͤngung; es geſchehe nun aber dieſes oder nicht, ſo wird doch jedesmal das dazu beſtimmte Land gleich nach der Weizenſaat um⸗ gepfluͤgt. Sobald als daſſelbe im naͤchſten Fruͤhjahr leidlich trocken iſt, uͤberzieht man es mit 10— 15 Zoll von einander entfernten Saatrinnen, ſaͤet den Saamen, 4—5 Gallons pro Acker, breit⸗ wuͤrfig daruͤber hin und eggt ihn wohl ein. Wenn die Aflaͤnz⸗ chen aufgegangen ſind, und die Saatreihen ſichtbar werden, ſchrei⸗ tet man ſogleich zum Behacken der Zwiſchenraͤume. Im Mai oder Juni wird dieſes wiederholt und damit die Vertilgung jedes Unkrauts und das Verduͤnnen der Pflanzen in den Reihen, im Fall ſie zu dicht ſtehen, ſorgfaͤltig wahrgenommen. Die Ernte dieſes Gewaͤchſes erfolgt ſpaͤter als die jeder andern Halmfrucht; es wird mit einer eigens dazu beſtimmten großen Hippe(twible genannt), abgeſchnitten und in Lagen, von denen jede etwa eine halbe Garbe haͤlt auf den Boden hingelegt. Der Saamen haͤngt merkwuͤrdig feſt mit ſeiner Huͤlle zuſammen, und um die Tren— nung beider zu bewirken muß er lange Zeit dem Wechſel vom Regen und Sonnenſchein ausgeſetzt bleiben, denn ſonſt iſt das Abdreſchen kaum moͤglich. Man kann ihn unbedenklich bis in den December liegen laſſen, ohne daß ein Auswachſen oder ſonſtiges Verderben zu befuͤrchten waͤre. Der Acker liefert 24— 40 Buſhel Saamen, und der Buſhel hat die Zeit daher immer 5— 5 ½ Shil⸗ ling gekoſtet. Das Stroh iſt ein ſehr gutes Pferdefutter. Radieschen⸗ und Spinatſaamen. Dieſe Saamen werden in großer Menge auf dem reichen Lehmboden der Inſel Thanet und von Oſtkent erbaut, um die Londoner Saamenhaͤndler damit zu verſehen, die ſelbige nach al⸗ len Gegenden Großbritanniens fuͤr die Gaͤrtner verſenden. Ph 20 der J nu in. ruegſit vttit man tß ſie n üchen die den ſie in wit ause ſm, ſon pferdehack ocker ctha blobt dt den; 6 i ausgiſett Dreſchen vom Ack Vom runden. Reihen zo wiet Gall 1-2 3c dünnt, finden ſi größten T Ates 8e un ihrer ſind, wa Felde in Scheune Di dran ir mgebaut füſſen. Väte: Karilen deſer Bearbei uzm gn jün kinmn, viſſ n gn geſucte Dem. d auf de d 4 Lan räunt i) renſtoppen in ſe Wem de eilen eine ſn icht, ſo nii der Wehzenian jahr bidlch einander enir 8 po Acka, Wenn die I bar werden, daͤume. In! ie Verlgun, in den Rig mmen. A. andern härt oßen gir ſit denen chie Der Einn in „und m it den Atiln denn ſoſt i bedentichbb athſe vr it fert A-Ä inmer- Pferdefate ſagmen. 4 ge uf dem en abaut, u 6 ſtixs berſenden. Weberkarden. Koriander. Kuͤmmel. Fenchel. Anis. ꝛc. 325 Der Radieschenſaamen wird in Reihen von 10 Zoll Entfer⸗ nung im Maͤrz bei trockener Witterung, 2— 3 Gallons pro Acker ausgeſaͤtt. Sobald als die Pflaͤnzchen zum Vorſchein kommen, rottet man eine Reihe um die andre mit der Pferdehacke aus, ſo daß ſie nunmehr zwanzig Zoll von einander zu ſtehen kommen. Haben die Pflanzen zwei bis drei rauhe Blaͤtter erhalten, ſo wer⸗ den ſie in den Reihen ſo verduͤnnt, daß ſie nur noch achtzehn Zoll weit auseinander bleiben. Die Zwiſchenraͤume zwiſchen den Rei⸗ hen, ſo wie dieſe ſelbſt werden durch wiederholtes Hand- und Pferdehacken, ſo oft ſolches noͤthig ſcheint, vollkommen rein und locker erhalten. Die Ernte erfolgt ſelten vor Ende Octobers und bleibt oft bis Weihnachten auf dem Felde ohne Schaden zu lei⸗ den; es iſt im Gegentheil noͤthig, daß ſie den Regen eine Zeitlang ausgeſetzt bleibe, um die Saamenkapſeln zu erweichen und das Dreſchen zu erleichtenn. Der Ertrag iſt 8— 24 Buſhel Saamen vom Acker. Vom Spinatſaamen gibt es zwei Sorten, den ſtachligen und runden. Beide werden in 12— 14 Zoll von einander entfernten Reihen zeitig im Maͤrz geſaͤet, vom ſtachligen ſechs, vom runden vier Gallons auf den Acker. Haben die Pflanzen eine Hoͤhe von 1—2 Zoll erreicht, dann werden ſie mit der Hacke ſo weit ver⸗ duͤnnt, daß ſie 4—5 Zoll von einander zu ſtehn kommen. Be⸗ finden ſich die Pflanzen in voller Bluͤthe, dann rauft man den groͤßten Theil der maͤnnlichen aus, und erhaͤlt ſo nicht nur ein gutes Schweinefutter, ſondern gibt auch den weiblichen mehr Raum, um ihren Saamen beſſer zur Reife zu bringen. Sobald ſie reif ſind, rauft man ſie aus und driſcht ſie entweder gleich auf dem Felde in Tuͤchern ab, oder bringt ſie zu dem Ende erſt auf eine Scheune. Der Ertrag vom Acker iſt 19— 40 Buſhel. Officinelle Pflanzen. Dieſe werden zur Befriedigung des bedeutenden Beduͤrfniſſes daran in den großen Staͤdten des Landes in ſo bedeutender Menge angebaut, daß mehre einſichtsvolle Landwirthe ſich nur damit be⸗ faſſen. So widmet in der Grafſchaft Surrey Hr. Moore, der Beſitzer von Mitcham 500 Acker Land faſt einzig dem Anbau von Kamillen, Suͤßholz, Pfeffermuͤnz und Lavendel. Da die meiſten dieſer Gewaͤchſe einen guten, tiefen, reichen Boden, ſorgfaͤltige Bearbeitung, voͤllige Gartenkultur, und viel Duͤnger erfordern, 326 Achtundzwanzigſtes Kapitel. ohne an letzterem etwas wiederzugeben, ſo muß ihr Anbau natuͤr⸗ lich auf ſolche Gegenden beſchraͤnkt bleiben, wo der Boden guͤn⸗ ſtig und fremder Duͤnger, ſo wie Handarbeit leicht und wohlfeil zu haben ſind. Die Kammille, eine perennirende Pflanze, gedeiht am beſten auf einem leichten, trocknen, ſandigen, außerordentlich wohl gerei⸗ nigten Boden. Das dazu beſtimmte Land wird in vier Fuß breite Beete mit Wegen von achzehn Zollen dazwiſchen abgetheilt; dar⸗ auf pflanzt man die jungen Stoͤckchen 8— 9 Zoll weit auseinan⸗ der und haͤlt ſie durch Jaͤten auf das Sorgfaͤltigſte rein. Die Bluͤthen kommen ſchon im erſten Jahre zum Vorſchein, und geben 2— 4 Centner vom Acker, wenn die Jahreswitterung trocken iſt. Naͤſſe ſchadet der Guͤte der Bluͤthen und den Pflanzen ſelbſt. Die Blumen werden gewoͤhnlich von Weibern abgepfluͤckt, die fuͤr das Pfund gemeiniglich einen Penny bekommen. Der niedrigſte Preis, den die Droguiſten dafuͤr zahlen, iſt fuͤnf Pfund Sterling fuͤr den Centner. Im November oder Anfangs December werden die Beete rein ausgejaͤtet, die Wege dazwiſchen aufgegraben und die Pflan⸗ zen mit dem gewonnenen Erdreich bedeckt, um ſie zu verjuͤngen und vor dem Frooſt zu ſchuͤtzen. Das Suͤßholz verlangt einen ſehr reichen und tiefen Boden, indem ſeine Wurzeln, wenn das Erdreich locker genug iſt, bis zur Tiefe eines Yards eindringen. Es muß daher entweder gedoppel⸗ pfluͤgt, oder noch beſſer zwei Spatenſtiche tief umgegraben werden. Auch Duͤnger iſt viel noͤthig, man bringt zwanzig zweiſpaͤnnige Fuder wohl verrotteten Miſt auf und nur leicht mit dem Spaten unter. Hierauf uͤberzieht man das Land mit zwei Fuß von ein— ander entfernten Linien, und macht darin in einer Entfernung von 15— 18 Zoll mit dem Spaten dreieckige Loͤcher, in die man junge mit mehren Augen verſehene Austriebe von alten Stoͤcken einpflanzt. Dieſes geſchieht meiſtens im Maͤrz, und jeden Herbſt muß das Land von Unkraut voͤllig gereinigt und um die Pflanzen herum aufgegraben werden. Das Suͤßholz braucht drei Jahre, um zur Vollkommenheit zu gelangen. Die Wurzeln werden Ende Novembers mit dem Spaten ausgehoben, hierauf gewaſchen, von den Faſern befreit und ſortirt, indem man die kleineren, den ſogenannten Abfall, von den groͤßern trennt. Jene werden getrocknet und zu Pulver erſtoßen; dieſe aber, die den Hauptnutzen abwerfen, zuſammen, act! 8 ſchnit in Zlberite Sterl. p uf eine durcharbe zen dara Yfe auewrid von me Obenger denen ein aus und Nä men gu nig mi Land in Ende] fernten mit Er Handhe kommer das klo graben gegen ¹ geſchni der C we der den vor bezaht ¹ entywe Weberkarden. Koriander. Kuͤmmel. Fenchel. Anis. ꝛc. 327 dnan gepackt und an die Droguiſten verkauft. Der Ertrag iſt hoch, lit Du 18— 20 Centner vom Acker und der Centner koſtet im Durch⸗ und wiſß ſchnitt immer gegen 45 Shilling; die Koſten der Kultur und des d Zubereitens als Verkaufswaare ſind jedoch mindeſtens auf 10 Pf. geeht mit Sterl. pro Acker anzuſchlagen. Dafuͤr wird aber auch der Boden entih ug. auf eine ausgezeichnete Weiſe durch den Anbau dieſes Gewaͤchſes in tie äßte durcharbeitet, gereinigt und gelockert. Man laͤßt gewoͤhnlich Wei— en dhgetine zen darauf folgen, der in der Regel außerordentlich gedeiht, und ol wt dlsne wie verſichert wird, nicht ſelten 32— 40 Buſhel vom Acker iltiſte ni liefert. rſchein, wgn Pfeffermuͤnze wird in England von den Droguiſten und Li⸗ tterung ten queurfabrikanten in ungeheurer Menge verbraucht. Sie wird daher flanzen ſälſ von manchem Landwirthe in ſehr großer Ausdehnung angebaut. flückt, de ind Obengenannter Hr. Moore hat damit ſtets 150 Acker beſtellt, von der niedrigſe he denen jedes Jahr 50 Acker neu bepflanzt werden. Sie iſt zwar Sterling fu ein ausdauerndes Gewaͤchs, aber doch ſo empfindlich gegen Froſt und Naͤſſe, daß ſie nicht laͤnger als drei Jahre in einem vollkom⸗ wenden de d men guten Zuſtande zu erhalten iſt. en und di ni Das dazu beſtimmte Land muß durch mehrmals wiederholtes m ſie zu beit Pfluͤgen, Eggen und Walzen in einen vollkommen gereinigten und wohl gepulverten Zuſtand verſetzt, auch damit zugleich eine und tin ie ſtarke Duͤngung von voͤllig verrottetem Miſt untergebracht und in⸗ jgenug fn nig mit dem Boden vermengt werden. Hierauf legt man das entwer zun⸗ Land in Beete von 8—12 Fuß Breite und bepflanzt dieſe zu ungepntanne Ende Mai' oder Anfang Juni's in 6—8 Zoll von einander ent⸗ vanzig rriſir⸗ fernten Reihen mit jungen Wurzelſchoͤßlingen, die man nur flach tt mit dm en mit Erde deckt. Die Kulturkoſten ſind ſehr bedeutend; denn die wei duß int Handhacke muß fortwaͤhrend in Anwendung bleiben, um das Auf⸗ einet Erine kommen von Unkraut zu verhuͤten, und am Ende des Herbſtes 3 än das klare Erdreich von den Gaͤngen zwiſchen den Beeten aufge⸗ !“ e.„. vun ckn it graben und uͤber die Beete geworfen werden, um die Pflanzen nd ian he gegen Froſt zu ſchuͤtzen. 11 deger Alle Jahre im Auguſt werden die Stengel und Blaͤtter ab⸗ d d geſchnitten. Es geſchieht gewoͤhnlich von Weibern mit Hippen. b Alkerii Der Ertrag laͤßt ſich nicht mit Genauigkeit angeben, weil er, ſo it d„kv wie der Preis ſehr verſchieden iſt. Er wechſelt von 1½— 4 Ton⸗ uina nen vom Acker, und die Tonne wird mit 4—6 Pfund Sterling ei d bezahlt. ſoaumie 33 Lavendel wird ebenfalls viel erbaut. Seine Blumen werden nt und zu! entweder in Buͤndelchen gebunden und auf den Straßen von vefen, zulun 328 Achtundzwanzigſtes Kapitel. Hoͤckern verkauft, oder, und zwar zum groͤßten Theil, zur Berei⸗ tung von wohlriechenden Waſſern benutzt. Zu letzterem Behuf bringt man ſie da, wo man ſich mit ihrer Erzeugung befaßt, auf einen eigens dazu beſtimmten Trockenraum. Aus Saamen wer— den die Pflanzen ſelten gezogen, man nimmt lieber junge Wur⸗ zelſchoͤßlinge von alten Stoͤcken und ſteckt dieſe im Monat April auf ein reiches, wohl zubereitetes Gartenland, aus dem man die jungen Pflanzen im naͤchſten Jahr, ziemlich zu derſelben Zeit wie— der herausnimmt, um ſie auf einen ebenfalls wohl bearbeiteten und gut geduͤngten Boden in Reihen von 20 Zoll bis 2 Fuß Entfernung, neu einzuſetzen. Sie muͤſſen hier von Unkraut ſorg⸗ ſam gereinigt, und mehrmals behackt werden. Im Ende Juli's tritt die Zeit der Ernte ein, man laͤßt dann von Weibern und Kindern die reifgewordenen Blumenkoͤpfe mit Meſſern fuͤr die Deſtillateurs, und wenn Froſtwetter eintritt, die ſtehn gebliebenen Stengel von ſtarken Maͤnnern mit Gartenſcheeren zu Brennmate⸗ rial abſchneiden. Eine Lavendelpflanzung ſteht viele Jahre, man muß aber die hinfaͤllig werdenden Reihen von Zeit zu Zeit ergaͤn— zen und ſich dazu eine Pflanzſchule halten. Außer den genannten Gewaͤchſen findet man in der Naͤhe von London noch mehre Arten von Roſen, desgleichen Wermuth Rhabarber, Angelicawurzel und faſt alle anderen officinellen Pflan⸗ zen, die in dem daſigen Klima fortkommen zum Behuf der Phar⸗ macie in ziemlicher Menge angebaut, und zwar mit nicht geringem Vortheil derer, die ſich damit befaſſen. Eine Rhabarberſorte iſt ſogar in den letzten Jahren ein ſehr beliebtes Kuͤchengewaͤchs geworden, und wird daher von den Han⸗ delsgaͤrtnern gegenwaͤrtig in großen Maſſen gezogen. Ihre gruͤnen Stengel gewaͤhren ein fruͤhzeitiges und ſehr angenehmes Erſatz⸗ mittel der Aepfel. Dieſe Pflanze erreicht eine ſo rieſenhafte Groͤße, daß iunge Schoͤßlinge, die in der erſten Woche des Monats Maͤrz in das Land geſetzt waren, im naͤchſten Jahre uͤber der Oberflaͤche 1 ½ Yard im Umfange und Stengel getrieben hatten von 1 ½ Zoll Staͤrke und 2— 3 Fuß Laͤnge. In den beiden naͤchſten Jahren erlangten die Stengel eine ſolche Groͤße, daß ein Schubkarren noͤthig war, das ganze Produckt einer Pflanze fortzuſchaffen. Der Rhabarber iſt eine perennirende Pflanze, die viele Jahre auf einer Stelle ſtehen kann; man pflanzt ihn im Fruͤhjahr, wenn mildes Wetter eingetreten, in ein wohl und tief bearbeitetes, reiches Land vier, fuͤff und mehr Fuß in jeder Richtung von einander ein, dgt bi nung b Dace ve nd abei Diſe f mehten wonnen,; Landern neuerer beſeitgt Lufmunt windet Die zwei Fu ſimmte vor dem Mit inn am beſte boden, iigg zum letzten dhacken alten Kre Dis ſt de ſi Manz venn Ei dil zu Be u bägetem g eugung beft 9 1s Snnen d lieber junge W e in Nontt. aus dem nn derſelben zätn wohl bentn f Zoll bit von Unktaute Im Erden von Weibem Mſſem fr e ſiehn geblit en zu Brennn. diele Jahre, eit zu Jät an man in da N egleichen Am⸗ noffieinelln n Behuf dee mit nich ſin ten Jahe ti aher bon ir zogen Jhrgn angenehme te riſenzcfebit des Monde 5 39 s ein Sttie⸗ forzuichffn I dle Jarr aufc jahr, venn m jets, viche. un aänander d Krapp. Waid. Wau. 329 legt bei dem Herannahen des Winters jedesmal in einer Ausdeh⸗ nung von zwei Fuß und einer Staͤrke von 2—3 Zollen eine Decke wohl verrotteten Miſtes oder Kompoſtes rund um jede Pflanze und arbeitet dieſe nach dem Aufthauen im Fruͤhjahr leicht unter. Reunundzwanzigſtes Kapitel. Krapp. Waid. Wau. Dieſe fuͤr die Faͤrberei ſo wichtigen Pflanzen wurden ehedem in mehren Theilen von England und Irland in großer Menge ge⸗ wonnen; aber in Folge der Einfuhr von Farbeſtoffen aus fremden Laͤndern und der Streitigkeiten wegen des Zehnten, die jedoch neuerer Zeit durch geſetzliche Beſtimmung einer feſtgeſetzten Abgabe beſeitigt worden, hat ſich ihr Anbau, ob man gleich zu ſeiner Aufmunterung mehre Praͤmien ausgeſetzt, gegenwaͤrtig eher ver⸗ mindert als vermehrt. Die Kultur des Krapp's in England findet vornehmlich in zwei Fuß von einander entfernten Reihen ſtatt. Das dazu be⸗ ſtimmte Land muß voͤllig von Unkraͤutern gereinigt und das Jahr vor dem Pflanzen tuͤchtig geduͤngt werden, damit bis dahin der Miſt innig mit der Ackerkrume zu mengen ſei Der dem Krapp. am beſten zuſagende Boden iſt ein reicher, tiefer, ſandiger Lehm⸗ boden, der durchaus keine Feuchtigkeit zuruͤckhaͤlt. Um ihn gehoͤ— rig zum Bepflanzen vorzubereiten, muß man ihn im Herbſt zum letzten Male pfluͤgen und ihn durch mehrmaliges Eggen und Pfer⸗ dehacken rein und locker erhalten bis die jungen Pflaͤnzchen einer alten Krappenanlage zu entnehmen ſind, und jenes geſchehen kann. Dies iſt gewoͤhnlich der Fall zu Ende Mai's oder Anfang Juni's. Die ſchicklichſte Zeit tritt ein, wenn in einer alten Anlage die Pflanzen eine Hoͤhe von 10— 12 Zollen erlangt und ihre Wur— zeln Seitentriebe gemacht haben, die man zu jenem Behuf abbricht. 2 330 Neunundzwanzigſtes Kapitel. Iſt dieſer Zeitpunkt eingetreten, dann ſind viele Haͤnde er— forderlich, um das Geſſchaͤft moͤglichſt zu beſchleunigen; denn der Acker Land erfordert gegen 20000 Pflaͤnzlinge. Man verſtutzt dieſelben bis auf zwei Drittheile ihrer Laͤnge und taucht ihre Wur⸗ zeln in einen Brei von Erde und Waſſer. Ein Weib wird er⸗ fordert zu dieſem Eintauchen, zwei andere ſie fortzutragen und buͤndelweis neben der Furche hinzulegen, und ſechs bis ſieben, ſie hinter dem Pflug, der 13— 14 Zoll tief gehen muß 8— 9 Zoll weit auseinander einzulegen. So wird eine Furche um die andre belegt, indem die Weiber die Pflaͤnzlinge an den eben aufgewor— fenen Pflugſchnitt lehnen und ein zweiter Pflugſchnitt ſie deckt. Das Land wird nun ſpaͤterhin waͤhrend der Sommermonate durch Jaͤten und Hacken vollkommen rein erhalten und im Herbſte ſo tief wie moͤglich an die Pflanzenreihen angehaͤufelt. Dies ge— ſchieht auch im zweiten und dritten Jahre noch; doch faͤllt im Herbſte des letzten das Behaͤufeln weg und tritt ſtatt deſſen das Ausgraben der Wurzeln ein, indem man das Erdreich in großen Stuͤcken mit dem Spaten heraushebt und Kinder die Wurzeln daraus herausklauben. Zwei Kinder folgen einem Graͤber. Die Wurzeln werden ſodann von der daran haͤngenden Erde befreit, und hierauf anf einem Hopfenofen ſo lange getrocknet, bis ſie bei dem Biegen leicht von einander brechen. Man packt ſie in die⸗ ſem Zuſtande zuſammen und verkauft ſie an die Faͤrber, die ſie zu ihrem Gebrauche zu Pulver zermahlen. Der Acker gibt 8— 20 Centner Wurzeln und es wirft daher der Krappbau, trotz der vie⸗ len Arbeit und dreijaͤhrigen Landrente, die man ihm anrechnen muß, immer noch einen lohnenden Ertrag ab, wenn der Preis eines Centners nicht unter 3 Pfund Sterling ſinkt. Durch die ſtarke Einfuhr fremden Krapps, beſonders aus Holland, iſt aber gegenwaͤrtig der Preis tiefer herabgedruͤckt und damit ſein Anbau in England minder vortheilhaft geworden. Ein Herr Miller hat ein eignes Werkchen uͤber den Anbau und die Zubereitung des Krapps geſchrieben(On the Culture and Manufacture of Madder) worin ein andres Verfahren, als das obige empfohlen und geſagt wird, daß dabei auch noch unter den gegenwaͤrtigen unguͤnſtigen Verhaͤltniſſen bedeutender Vortheil zu erwarten ſei. Das Haupteſaͤchlichſte ſeiner Vorſchriften beſteht in folgenden: der geeignetſte Boden fuͤr Krapp iſt ein milder ſan⸗ diger Lehmboden von 2—3 Fuß Tiefe, damit die Wurzeln ohne Hinderniß ſo tief eindringen koͤnnen. Das Land wird im Herbſt gepfüßt! wider ſo nit dm wenn es 6 eben, hen, die Ende in einien un ihren Gt moͤglicſt ſch nich Manzen Ma hen, ſon Seite ni wohin d behackt u Dadurch De nehmen De Sch zum Al etwa ein Im an die J hacke un die Ste Michaeli De man eir ſo diht man di muͤſſen herausz die mi det der R ter do Lufßug gebraig d ile gind, leudgn, demn n ge. An veiſt d trutt i D Ein Voi wid, fortzutagn 1 ſechs biz ſän en muß d- urche um dir den eben ni⸗ ſchnitt ſie di der Sommenn. ten und in hin ehäufet. Des noch; doch filn trit ſtatt deſſn Erdreich in gi dinder die Wm anem Gräbe.! genden Ed di geroäntt bö ſ Nan patt fü die Fihr er Acket K ppbau, rint man ba as ab, wem de ng ſint uen us Holun, in d danitſine hen überda w 02 lbe lauma Verjahren, 4 eij auch 1he bedeuteder Lrrſtrfin B if en üini tde Burzen 3 vid 7 Krapp. Waid. Wau. 331 gepfluͤgt und in hohe Beete gelegt. Im Fruͤhjahre pfluͤge man wieder ſo tief, wie moͤglich und laſſe die Sohle der Furche noch mit dem Spaten vertiefen. Dann lege man das Land in Beete, wenn es an Feuchtigkeit leiden koͤnnte, wo nicht, ſo laſſe man es eben, und pflanze den Krapp in achtzehn Zoll entfernten Rei⸗ hen, die man mit einer Leine bezeichnet. Man mache zu dem Ende in zwoͤlfzolliger Entfernung kleine Loͤcher in die bezeichneten Linien und ſetze die Pflaͤnzlinge hinein, ſo wenig wie moͤglich von ihren Gruͤn mit Erde bedeckend. Man nehme die Pflaͤnzlinge mit moͤglichſt vielen Wurzeln, werfe ſie auf Haufen, doch ſo, daß ſie ſich nicht erhitzen, und ſetze ſie, wenn ſie verwelkt ſind vor dem Pflanzen in Waſſer. Man pflanze nichts in die Zwiſchenraͤume zwiſchen den Rei— hen, ſondern beuge, wenn die Stengel austreiben, dieſe auf die Seite nieder und werfe Erde auf die Wurzeln von der Seite, wohin dieſes geſchieht, zu gleicher Zeit muͤſſen die Zwiſchenraͤume behackt und die einzeln ſtehenden Schoͤßlinge abgeſchnitten werden. Dadurch bekommen die Wurzeln eine groͤßere Dicke. Der Krapp ſollte ſtets drei Jahre im Lande bleiben. Viele nehmen ihn ſchon im zweiten heraus, aber mit geringerm Vortheil. Die Schoͤßlinge des zweiten und dritten Jahres ſind die beſten zum Auspflanzen. Man nehme ſie im Fruͤhjahr ab, ſobald ſie etwa einen Zoll hoch uͤber der Erde ſind. Im Herbſt, wenn die Stengel welken, haͤufele man Erde an die Reihen, um ſie vor Froſt zu ſchuͤtzen und im Fruͤhjahr be⸗ hacke und jaͤte man die Zwiſchenraͤume. Im Sommer lege man die Stengel wieder nieder und grabe die Zwiſchenraͤume gegen Michaelis um. Den dritten Herbſt, wenn die Stengel welk ſind, mache man einen drei volle Fuß tiefen Graben neben der erſten Reihe, ſo dicht wie moͤglich an den Wurzeln hin, um die Erde, wenn man dieſe ausgraͤbt, hineinwerfen zu koͤnnen. Jedem Graͤber muͤſſen drei Hacker folgen, um die Wurzeln rein aus dem Lande herauszubringen und von der daran haͤngenden Erde zu befreien. Sie muͤſſen dann duͤnn ausgebreitet, nicht auf Haufen geworfen oder dem Regen ausgeſetzt werden. Beides ſchadet ihrer Farbe. Je eher ſie daher in das Trockenhaus kommen, deſto beſſer. Das Trockenhaus muß gegen Naͤſſe wohl geſchuͤtz, dem freien Luftzug aber geoͤffnet ſein. Hier werden die Wurzeln auf Horden gebreitet, die in ſchicklicher Entfernung unter ſich uͤber einander 332 Neunundzwanzigſtes Kapitel. ſtehn. Auf denſelben bleiben ſie, bis ſie ſo trocken ſind, daß ſich der Schmutz rein von ihnen abreiben laͤßt. Dann werden ſie in einem maͤßig warmen Ofen vollends getrocknet. Die Oefen, wie man ſie zum Darren des Malzes oder zum Trocknen des Hopfens gebraucht, ſind auch zu dieſem Zwecke recht gut geeignet, nur muß ein Ventilator daran angebracht ſein, um die Farbe zu be⸗ wahren. Sind die Wurzeln bei maͤßiger Hitze und nach mehrmaligem ſorgfaͤltigen Umwenden ſo trocken geworden, daß ſich die aͤußerere Rinde leicht von ihnen trennen laͤßt, dann laſſe man ſie auf einer gewoͤhnlichen Tenne rein abdreſchen, fege das Abgedroſchene zu— ſammen, und packe es fuͤr ſich allein. Es wird zwar im Handel, wo es den Namen Staub fuͤhrt, bei weitem nicht ſo gut bezahlt, wie der innere Theil der Wurzeln, deckt aber doch gewoͤhnlich die Koſten des Trocknens und Reinigens, und erhoͤht durch ſeine Ent— fernung die Guͤte des uͤbrigen Krapps. Nachdem dieſes Abdreſchen geſchehen, werden die Wurzeln noch einmal in den Ofen gebracht und bei einem ſtaͤrkern Feuer vollends gedarrt. Dabei iſt jedoch große Sorgfalt darauf zu verwenden, daß dieſes nicht zu ſtark werde, weil ſonſt leicht die Schoͤnheit der Farbe leidet und da⸗ durch der Preis herabgedruͤckt wird. Die letzte Operation iſt die Verwandlung des Krapps in Pulver; dieſe kommt aber mehr dem Kaͤufer, als dem Producenten zu. Waid wurde ehedem in England in ſehr großer Menge an⸗ gebaut, weil er vor dem Bekanntwerden des Indigo's der einzige blaue Farbeſtoff und das Beduͤrfniß daran alſo groß war. Die Vorzuͤge des Indigo's wurden indeſſen von den Fabrikanten ſobald anerkannt, daß die Beſchwerden der Landwirthe dagegen, die ihm den Namen Teufelsauge gaben, nichts fruchteten und der Waid immer mehr verdraͤngt wurde. Sein Anbau findet daher nur noch in einigen Gegenden von Irland und England, namentlich in Yorkſhire, Sommerſetſhire und Lincolnſhire, in maͤßiger Ausdeh⸗ nung ſtatt, gibt aber, obgleich nachlaͤſſig betrieben, immer noch einen recht guten Ertrag. Er iſt eine zweijaͤhrige Pflanze, die erſt im zweiten Jahre Saamen traͤgt, und verlangt einen guten Lehmboden, jedoch kein Marſchland. Bei ſeinem Anbau verfaͤhrt man gewoͤhnlich auf folgende Weiſe: das dazu beſtimmte Gras— land, in dem er am beſten waͤchſt, wird im Februar etwa fuͤnf Zoll tief umgebrochen. Ein Mann folgt dem Pfluge, um die von dieſem etwa nicht vollkommen umgewendete Raſennarbe vollends riin und langich Diſibe entfernten ügt. 9 en ab, eiſheine. durch W ſtehn be muß ma lich biör blaibt ni S beſtellt, erſte M dritte M wo man berduͤnn Zoll von Emferna nach Er 6s darf wider holt ma man ein der Wa de biſ dſind, daß e werden ſi ſe deſen, u en de Hopfer „Reignät n ne Fnbe zu ¹) mehrnuly Ach die äußen n ſie auf a droſchene ar im Ham. Sſo gut bez 3 gewühnlih Qurch ſeine E⸗ riſes Abdreſte dOfen gebre abei iſt ja * nicht zu ſe g. lidet ud peration if Iaber merde zer Naß uCe mi draini roß un d rikenn tte gegen, ü tr und de de d Punnun n mmeniij ziger Aud i uns e Nfn agt ennn, rlnbeu vſt fiumt bi uur etwa ie e, um deem urbe bles — Krapp. Waid. Wau. 333 rein umzulegen. Hierauf wird das Land ſo oft geeggt, bis hin⸗ laͤnglich lockere Erde zum Empfang der Saat vorhanden iſt. Dieſelbe geſchieht entweder in acht bis neun Zoll von einander entfernten Reihen, oder auch breitwuͤrfig, und wird dann einge— eggt. Hierauf recht man die etwa vorhandenen Kloͤſe und Klum— pen ab, und walzt nun den Acker, damit er recht rein und glatt erſcheine. Vorzuͤgliche Sorgfalt iſt auf die Ableitung des Waſſers durch Waſſer- und Querfurchen zu wenden, denn wo daſſelbe ſtehn bleibt, wird nichts aus dem Waid. Bei ſeinem Aufgehn muß man aufmerkſam ſein; die jungen Pflaͤnzchen werden naͤm— lich bisweilen durch Erdfloͤhe oder Spaͤtfroͤſte zerſtoͤrt, und dann bleibt nichts uͤbrig, als die Saat augenblicklich zu wiederholen. Saͤet man ihn nicht auf Grasland, ſondern auf einen ſchon beſtellt geweſenen Acker, dann pfluͤgt man mehrmals zu ihm, das erſte Mal vor dem Winter, das zweite Mal im Fruͤhjahr, das dritte Mal im April und zuletzt noch einmal im Mai oder Juni, wo man ihn hier erſt ſaͤet, die Hauptbenutzung fuͤr das zweite Jahr verſchiebend. Bei feuchtem Wetter erſcheinen nach vierzehn Tagen die jun— gen Pflaͤnzchen, die nach abermals vierzehn Tagen oder drei Wo⸗ chen auf das Sorgfaͤltigſte zu jaͤten und behacken ſind. Dabei verduͤnnt man ſie zugleich gewoͤhnlich ſo, daß ſie wenigſtens ſechs Zoll von einander zu ſtehn kommen. Manche geben einer weitern Entfernung noch den Vorzug. Das Jaͤten und Behacken muß nach Erfordern der Umſtaͤnde mehrmals wiederholt werden; denn es darf unter dem Waid durchaus kein Unkraut aufkommen. Die Benutzung deſſelben tritt bei dem zeitig im Fruͤhjahr oder das Jahr zuvor ſpaͤt geſaͤttem gegen die Mitte des Juni's ein. Man ſchneidet die Blaͤtter ab, ſo wie ſich ihre blaugruͤne Farbe in ein bleiches Gruͤn verwandelt, augenblicklich ab, weil durch laͤngeres Stehnbleiben der in ihnen enthaltene Farbeſtoff, deſſen Guͤte von ihrer Vollſaftigkeit abhaͤngt, Schaden leidet. Das Abſchneiden geſchieht mit der Hand und man huͤtet ſich dabei den Stamm zu verletzen, damit derſelbe nicht gehindert werde, ſchnell wieder neue Blaͤtter auszutreiben. Nach dem Abſchneiden wieder⸗ holt man das Jaͤten abermals, und wenig Wochen nachher kann man eine zweite Ernte vornehmen. In manchen Jahren liefert der Waid drei bis vier Schnitte, die beiden erſten ſind aber ſtets die beſten, weil die letzten weniger Saft enthalten. Man laͤßt 334 Neunundzwanzigſtes Kapitel. daher gewoͤhnlich den dritten Ausſchlag zu Saamen ſtehn, der, wenn er reif iſt, wie Weizen geerntet wird. Die abgeſchnittenen Blaͤtter werden in Koͤrben geſammelt und alsbald nach Hauſe geſchafft, um ſie zu zerquetſchen. Es geſchieht dieſes meiſtens in einer Muͤhle vermittelſt einer gereiften eiſernen Walze, die ſie in einen Brei verwandelt, den man in kleine Haͤuf⸗ chen zum Abtrocknen hinſetzt, und aus dem man, nachdem dies einigermaßen erfolgt, eirunde Ballen formt, die auf Horden un— ter einem Schuppen an der Sonne, oder noch oͤfter in Trocken⸗ haͤuſern auf Gittern getrocknet werden. Sie bekommen dadurch außen eine beinahe ſchwarze Farbe, und im Innern einen pur⸗ purnen Schimmer. Ihre Guͤte wird nach ihrem ſpecifiſchen Ge⸗ wicht und der Reinheit ihrer Farbe geſchuͤtzt. Der Acker liefert 1— 1 ½ Tonne, in guͤnſtigen Faͤllen ſogar 2 Tonnen ſolcher Bal⸗ len, und die Tonne wird mit 20— 25 Pfund Sterling bezahlt. Es iſt demnach der Waid ziemlich eintraͤglich; allein er erſchoͤpft das Land, und darf daher nur ſelten auf dieſelbe Stelle wieder kommen; doch hat man in Lincolnſhire auf dem daſigen ſehr rei⸗ chen Boden ihn dreimal hintereinander angebaut. Der Wau liefert eine ſchoͤne gelbe Farbe, und verurſacht, da zu ſeiner Zubereitung weiter nichts erforderlich iſt, als ſein Trocknen, dem Producenten nur wenig Muͤhe. Er waͤchſt faſt auf allen Bodenarten, am beſten jedoch auf einem thonigen. Der Saamen, der nur klein iſt, wird am beſten im Auguſt und fuͤr ſich allein, meiſtens breitwuͤrfig zwoͤlf Pfund pro Acker ausgeſaͤet. Bisweilen drillt man ihn jedoch auch, oder ſtreut ihn im Fruͤh— jahr, wie den Klee unter eine andre Frucht. Das Land dazu muß ſehr gut vorgerichtet ſein und der Saat nur eine ganz ſchwache Erddecke gegeben werden. Im Jahr nach der Ausſaat iſt es noͤthig, die Pflanzen durch Jaͤten und Behacken vollkom— men rein zu erhalten. Bei guͤnſtigem Wetter bluͤhn ſie in der Regel Ende Juli's. Man rauft ſie dann, ohne die Reife des Saamens abzuwarten, und ſtellt ſie in kleinen Buͤndeln zum Trocknen hin. Iſt dies erfolgt, ſo bringt man ſie in groͤßere Bunde zuſammen und hebt ſie in dieſen an irgend einem Orte auf. Ihr Erwaͤrmen iſt nicht zu befuͤrchten, und ſo koͤnnen ſie mehre Jahre lang ohne zu verderben aufbewahrt werden. Man ſagt, der Wau ſei ein ausſaugendes Gewaͤchs, wenn man ihn aber nicht bis zur Reife des Saamens, der uͤbrigens ein gutes Oel gibt, kommen laͤßt, ſo iſt ſolches kaum zu glauben, und es mag dle durh That ine Sorg unj nicht ggenden e d vortheil wieder auf Wenn Kapitel b Verhaͤliſe währen ve behauyten: ihrer zube iſt kein C fuͤr den die Unſiche aus nothr Nemand einen ſeht wweffeln, gewohnli hohen Re worfen zu da 9 aber ö d doch lin zog, wie un ſiehn, n gfanmelt u d Esgſät äfſten eiſtne Din llame hi 2 nachdem S3if Horden er in Twie Ieamen dade rem enen a rryecffſchen 6 r Acer lir rn ſolcher B aling bezet er erſcht 3lStelle wi 7 igen ſehr Add teruiit —) iſ, abſ Swaͤchſt ſia honign d uguſtu fr Aur ein de C h der buä Vadmn tule ihn ſi ind 3 die Ri — Büͤndeln r ſie in git Ad einen di 4 1 eannen Sunn. N un man it uns din g Alben, und Krapp. Waid. Wau. 335 mag daher jene Behauptung mehr aus Vorurtheil entſtanden, als durch Thatſachen bewieſen ſein. Sein Anbau erfordert nur ge⸗ ringe Sorgfalt, und da er gewoͤhnlich anſehnliche Ernten liefert, und nicht ſelten gut bezahlt wird, ſo iſt er in manchen Fabrik— gegenden eine Lieblingspflanze der Landwirthe, die ſeine Kultur ſo vortheilhaft finden, daß ſie ſelbige, einmal angefangen, nicht wieder aufgeben. 1 Wenn indeſſen auch nicht zu laͤugnen iſt, daß die in dieſem Kapitel behandelten Gewaͤchſe den Landwirthen, deren Lage und Verhaͤltniſſe ihrem Anbau guͤnſtig ſind, großen Vortheil zu ge⸗ waͤhren vermoͤgen, ſo laͤßt ſich ſolches doch nicht im Allgemeinen behaupten; denn ohne eine genaue Kenntniß ihrer Kultur und ihrer Zubereitung als Marktwaare, ſo wie der Handelsverhaͤltniſſe iſt kein Gewinn von ihnen zu erwarten. Sie ſind daher nichts fuͤr den gewoͤhnlichen Landwirth. Und in der That, wenn man die Unſicherheit ihres Gedeihens und ihrer Preiſe, ſo wie die dar⸗ aus nothwendig entſtehende Beſorgniß in Anſchlag bringt, wird Niemand ſich mit ihrem Anbau leicht befaſſen, wenn er nicht einen ſehr großen Gewinn erwarten kann, ja man moͤchte faſt be— zweifeln, ob nicht ſelbſt auf Boden, der ihnen ganz zuſagt, die gewoͤhnlichen landwirthſchaftlichen Gewaͤchſe beinahe einen eben ſo hohen Reinertrag gewaͤhren ſollten, ohne ſo vielen Zufaͤllen unter— worfen zu ſein, und ſo viel Muͤhe und Sorge zu verurſachen. Dreißigſtes Kapitel. Vom Hopfen. Der Hopfen waͤchſt in den meiſten Laͤndern von Europa wild; aber ob dies gleich auch in England der Fall iſt, ſo dauerte es doch lange, ehe er die Aufmerkſamkeit der Landwirthe auf ſich zog, wie es denn manche Pflanze gibt, die fruͤher als Unkraut 336 Dreißigſtes Kapitel. betrachtet wurde, und jetzt zu den werthvollſten Feldgewaͤchſen ge⸗ rechnet wird. Das engliſche Wort,„Hop“ obgleich wahrſcheinlich von dem Angelſaͤchſiſchen hoppan, klettern, abzuleiten, iſt doch aus dem deutſchen, Hoppen oder Hopfen in die engliſche Sprache uͤbergegangen. Die erſte bekannte Angabe von ſeinem Anbau fin⸗ det man in fraͤnkiſchen Urkunden, wo der humolarii Erwaͤhnung geſchieht, unter denen wahrſcheinlich Hopfengaͤrten zu verſtehen ſind; wir erfahren jedoch von Beckmann, ſiehe deſſen Geſchichte der Erfindungen, daß die erſte beſtimmte Nachweiſung von der Benutzung des Hopfens aus dem Anfang des vierzehnten Jahr⸗ hunderts ſtammt, wo man, wie es ſcheint, in den Niederlaͤndi— ſchen Brauereien zuerſt anfing, regelmaͤßig von ihm Gebrauch zu machen. Wenn man aber auch ſeine guͤnſtige Wirkung auf die Konſervation des Bieres anerkannte, ſo warf man ihm doch vor, daß er ſchaͤdliche Eigenſchaften enthalte, daß er beſonders den Koͤrper austrockne und Melancholie erzeuge. Damit uͤbereinſtim— mend finden wir in den Haushaltungsvorſchriften Koͤnigs Hein— rich VIII. von England einen Befehl an den Brauer, keinen Hopfen in das Ale zu thun. Selbſt noch in einer ſpaͤtern Pe⸗ riode reichte der Gemeinderath der City von London bei dem Par⸗ lamente eine Petition gegen den Gebrauch des Hopfens ein, weil dadurch der Geſchmack des Getraͤnks verdorben und die Geſund⸗ heit der Menſchen gefaͤhrdet werde. Angebaut wurde der Hopfen in England nicht eher, als um das Jahr 1524, und nach einem Diſtichon in Backers Chronik ſollte man meinen, die Einfuͤhrung des Bieres habe auch in die— ſer Zeit ſtatt gefunden. Es heißt naͤmlich daſelbſt. „Turkies, carps, hoppes, piccarell and beere Come into Englande all in one yeare.“ (Puter, Karpfen, Hopfen, Piccarell und Bier Bracht' in England all daſſelbe Jahr herfuͤr.) Dies darf man aber nur auf ſolches Bier, wie es gegenwaͤrtig im Gebrauch iſt, beziehen; denn Ale, aus Malz ohne Zuthat von Hopfen gebraut, war gewiß ſchon weit fruͤher bekannt. Aus dem Ende des dreizehnten Jahrhunderts unter der Regierung Eduard I. findet ſich eine Pachturkunde zwiſchen William, den Earl von War⸗ wick und einem gewiſſen Adam Underwood vor, wo dieſem die Be⸗ dingung mit geſtellt wird, daß er fuͤr den Lord auf deſſen Gut alljaͤhrlich drei Quarter Malz machen ſolle. Damals wuͤrzte man et dos 2 (gechomn Die? Epecies be Vaittäͤten lings), de kuriſche G richen Bod rankigen( den goldſp Suſſer, de thau krafti hm⸗hoyf ditt witd, Wohlgeruch Porceſtet Sorte, be zwar mind ihre Hart gezogen wi Wenr meſſtens n der genan. je nachdem So befnde den grißte reichen, ti dr wieder Hufen zo durc herb den darte di ſch i de unae ligt, und U dgewaͤchſſn h wahrſchen⸗ lät iſt 3 ggliſche En rem Anbm * rii Erwätr In zu den Seſſen Geſte Tiſung von zehnten un Nidderlt in Gebraut 8 Eun” Santung alf It ihm doch tſer Tutt ubereri 27 Königs i Iaurun k k ter ſpaten n bei den fens en, And die bi⸗ nt eher, uür Zackers Cir be auc in! eele — — Bier Für) Ses gegenne 2e uie⸗ Aw Innt. 1 „rung Er CEarl bo 7 ud — dieſem di i- 2 fdeſa, 15 wuͤrzle Vom Hopfen. 337 aber das Bier zu ſeiner beſſern Erhaltung mit Gundermann (glechoma hederacea, Erdepheu, groundivy, im Engl. genannt.) Arten. Die Botaniker kennen zwar nur eine eigentliche Art oder Species von Hopfen; aber die Landwirthe unterſcheiden mehre Varietaͤten oder Abarten deſſelben, z. B. den goldgelben(gol- dings), der auf den Sandfelſen Mittelkents waͤchſt; die Canter⸗ buri'ſche Grappe(Canterbury grape), der hauptſaͤchlich auf dem reichen Boden von Oſtkent gebaut wird; den Maifelder und weiß⸗ rankigen(white-bine), fuͤr trocknen Kalkboden vorzuͤglich, und den goldſpitzigen(golden-tips) in dem Wald von Kent und Suſſex, der ſich vorzuͤglich dadurch auszeichnet, daß er dem Mehl⸗ thau kraͤftig widerſteht. Dazu kommt noch der beruͤhmte Farn— ham⸗Hopfen, der vornehmlich bei dieſer Stadt in Surrey kulti⸗ virt wird, ferner eine Art, die ſich ganz vorzuͤglich durch ihren Wohlgeruch auszeichnet und in den Grafſchaften Hereford und Worceſter am meiſten gewonnen wird. Auch gibt es noch eine Sorte, bekannt unter dem Namen Flandriſcher rothrankiger, die zwar minder gut, etwas roh von Geſchmack iſt, aber ſich durch ihre Haͤrte auszeichnet und daher vorzugsweiſe in kalten Lagen gezogen wird. Boden und Lage. Wenn der Hopfen gleich faſt uͤberall auf dieſelbe Weiſe und meiſtens mit großem Fleiß angebaut wird, ſo iſt die Guͤte aller der genannten Arten doch bald mehr, bald weniger verſchieden, je nachdem die Beſchaffenheit des Bodens iſt, auf dem er waͤchſt. So befinden ſich in der Nachbarſchaft von Canterbury und durch den groͤßten Theil von Oſtkent die Hopfenpflanzungen auf einem reichen, tiefen Lehmboden, mit einem Untergrunde von Ziegelerde, der wieder auf einer Lage von Kreide ruht, und der hier erzeugte Hopfen zeichnet ſich durch einen beſonders ſtarken Geruch, ſowie durch hervorſtechende Bitterkeit aus, die ihn vorzuͤglich beliebt bei den Porterbrauern machen. Die Umgebungen von Maidſtone, die ſich uͤber einen großen Theil des Sandſteindiſtrikts erſtrecken, der unterhalb der Kalkhuͤgel am Rande des Waldes von Kent liegt, und faſt durchgaͤngig Mergel enthalten, liefern in manchen II. 22 338 Dreißigſtes Kapitel. Jahren außerordentlich reiche Hopfenarten, er ſteht aber, hinſicht⸗ lich ſeiner Guͤte unter dem von Oſtkent; ſeine Koͤpfe ſind zwar groͤßer und ſtaͤrker, enthalten aber weniger Mehl. Der groͤßte Theil des Bodens um Farnham beſteht aus einem ſehr milden, humusreichen braunen Lehm oder einem an Kieſelſtein reichen, trocknen, ſtrengen, jedoch leicht bearbeitbaren Lehm von großer Tiefe, der auf einem kalkigen oder mergelichtem Untergrunde ruht, und traͤgt einen Hopfen, der ſich durch feine gewuͤrzreiche Bitter⸗ keit auszeichnet. Der Worceſter- und Hareford⸗Hopfen waͤchſt hauptſaͤchlich auf einem ſeichten, lockeren, von Eiſenocher roth ge⸗ faͤrbten Boden, der haͤufig auf einem weichen, broͤcklichen, durch Froſteinwirkung leicht zerfallenden Sandſtein ruht, und wird vor⸗ zuͤglich geſchaͤtzt wegen des feinen Geſchmacks, den er dem Bier ertheilt, daher beſonders gut von den Brauern bezahlt, die ein leichteres Bier, das ſogenannte Tiſchale, liefern. Wenn nun aber auch der Hopfen, wie ſich aus dem Geſag— ten ergibt, auf ſehr verſchiedenartigen Boden waͤchſt, ſo ſcheint doch ein friſcher, reicher, dunkelgefaͤrbter Lehmboden, dem etwas broͤcklicher Sandſtein beigemengt iſt und der einen waſſeranſaugen⸗ den Kalkuntergrund hat, allein derjenige zu ſein, der alle fuͤr eine Hopfenpflanzung erwuͤnſchten Eigenſchaften in ſich ver⸗ einigt, wo eine ſolche nicht nur ein vorzuͤglich gutes und reich⸗ liches Produckt liefert, ſondern auch lange ausdauert, ohne eine Erneuerung zu beduͤrfen. Denn wenn auch der Hopfen eigent⸗ lich eine perennirende Pflanze iſt, ſo nimmt die Kraͤftigkeit ſeines Wuchſes mit der Zeit doch bedeutend ab, ſobald der Boden und beſonders der Untergrund ihm nicht zuſagen. Es gibt zwar viel Beiſpiele, daß ein ganz gewoͤhnlicher Boden durch ſorgfaͤltige Kultur dahin gebracht worden iſt, reiche Hopfenernten zu liefern; aber keine Kunſt vermag es, ſolche auf einem, der keinen kalki⸗ gen Untergrund hat, ſei er ſonſt auch noch ſo gut, eine lange Reihe von Jahren hindurch in gleicher Staͤrke zu erziehen. So dauert auf dem reichen ſtrengen Boden des Waldes von Kent ſel⸗ ten eine Hopfenanlage uͤber zehn bis zwoͤlf Jahre in gleicher Kraft fort, waͤhrend es auf dem gebundenen kraͤftigen Lehmboden in der Umgebung von Farnham, der auf Kalkfelſen ruht, Hopfenpflan⸗ zungen gibt, die ſeit undenklichen Zeiten beſtehen. Boden, der an Kieſeln und großen Steinen reich iſt, ſo wie Sand⸗ und Grandboden eignen ſich nicht fuͤr Hopfen, und wenn auch auf einem zaͤhen Thonboden, der keinen Kalk ſowohl in der Ober⸗ ſäche, wie werden, ſ de Güte d heyfenpflan Die Lage igt zu werd kidet jedoch denen der g vorzugsweiſ ftinde berſt Vorzug gebe den gffhr. ten Jahte bildung; a er jedoch ſch ten bisweile Die e ten Grund den. Vill bor der M das d u befahten ue nen. Ger Miſt auf durch die Frucht woh ſtande befin Norfolker? Dieh dara ds Land i 6 vor der menn zu la ton diſem dögekomwen Puntte, wi ſenden die der Dünga bber, inſt d — — — — ̃ — — m ſehr win ſelſten rit im von gi⸗ tergrunden arzreiche h 8 Hopfen we Docher rot ſckächen, w dund wid n er dem dyegahlt, Ri 1 Hus dem b pen, din i waſſeroni r, der ali 2n in ſth gutes u f nuert, ten Hopfac kräftigtäſe — der Bodn 9 z git ſun obrch ſegi Irnten li der keimn gut, dine 3 zu erjihn es von Su in glechet ehmboden t, Hopſhe v. Boden vie Sandel wenn audh in de 3 Vom Hopfen. 339 flaͤhe, wie im Untergrunde haͤlt, bisweilen reiche Ernten erzielt werden, ſo iſt doch mit weniger Sicherheit darauf zu rechnen, die Guͤte des Produks gering, und die kraͤftige Dauer einer Hopfenpflanzung nur kurz. Die Lage einer ſolchen Pflanzung ſcheint nicht beſonders beruͤckſich⸗ tigt zu werden; denn man findet ſie in allen Richtungen. Der Hopfen leidet jedoch, wie alle zaͤrtlichen Pflanzen, ſehr von Winden, von denen der gefaͤhrlichſte fuͤr ihn aus Suͤdweſten kommt, und zwar vorzugsweiſe in den Fruͤhlingsmonaten. Wenn es daher die Um⸗ ſtaͤnde verſtatten, ſollte man doch einer ſuͤdlichen Abdachung den Vorzug geben und jede Anlage dieſer Art durch hohe Hecken vor den gefaͤhrlichſten Winden zu ſchuͤtzen ſuchen. Erſt im drit⸗ ten Jahre nach ſeiner Pflanzung erreicht er ſeine voͤllige Aus⸗ bildung; auf reichem Boden und bei guͤnſtiger Witterung liefert er jedoch ſchon im erſten Jahre einige Bluͤthenkoͤpfe und im zwei⸗ ten bisweilen ſchon eine maͤßige Ernte. Ku ltur. Die erſte Vorbereitung des zu einer Hopfenanlage beſtimm⸗ ten Grundſtuͤcks ſollte durch eine reine Sommerbrache bewirkt wer⸗ den. Will man dieſes Opfer nicht bringen, ſondern im Jahr vor der Pflanzung noch eine Ernte nehmen, ſo muß dieſe zeitig das Feld raͤumen, um dieſes noch vor dem Winter ſtark mit Miſt befahren und dieſen mit der Ackerkrume wohl vermengen zu koͤn⸗ nen. Gewoͤhnlich bringt man 25— 30 Fuder wohl verrotteten Miſt auf den Acker, nicht ſelten noch mehr. Wenn das Land durch die Brachbearbeitung, oder auch durch eine vorhergegangene Frucht wohl gereinigt iſt und ſich uͤberhaupt in einem guten Zu⸗ ſtande befindet, ſo beſaͤet man es oft noch ſpaͤt im Sommer mit Norfolker Turnips, die man zu Anfang des Winters von dem Vieh darauf abfreſſen laͤßt. So wie dieſes geſchehen, legt man das Land in ſchmale hohe Beete, oder vielmehr Daͤmmchen, um es vor dem Pflanzen recht von dem Froſt durchdringen und kruͤ⸗ meln zu laſſen. Sonſt wurde der Hopfen in Graben gepflanzt, von dieſem Verfahren iſt man aber neuerer Zeit beinahe ganz abgekommen, indem man es beſſer findet, nicht nur einzelne Punkte, wie es dabei der Fall iſt, beſonders tief aufzugraben, ſondern dieſes uͤber das ganze Land auszudehnen, weil dadurch der Duͤnger gleichmaͤßiger mit der ganzen Oberflaͤche gemengt 22*† 440 Dreißligſtes Kapitel. und den ſich ausbreitenden Wurzeln der Hopfenpflanzen, vor⸗ nehmlich den jungen zarten, ein weiteres Feld zu ihrer Verbrei⸗ tung geoͤffnet wird. Man graͤbt demnach das Ganze entweder zwei Spatenſtiche tief um, oder ſucht daſſelbe durch ein Doppel⸗ pfluͤgen zu bewirken. Letzteres kommt haͤufiger in Anwendung, weil es mit weniger Koſten auszufuͤhren iſt, jenes aber iſt doch wohl wirkſamer und duͤrfte die ſpaͤtere Bearbeitung erleichtern, deshalb am Ende auch nicht koſtſpieliger ſein. Iſt nun das Land auf die eine oder die andere Weiſe wohl in Ordnung gebracht, ſo zieht man zuvoͤrderſt eine Linie parallel mit einer der Hecken wenige Fuß von ihr entfernt, und dann vermittelſt einer Meßkette parallel mit dieſer in beſtimmter Ent⸗ fernung aͤhnliche Linien uͤber das ganze Land hinweg. An den Gliedern der Kette bringt man Zeichen an, um die Punkte zu be⸗ ſtimmen, wo die Hopfenpflanzen hinkommen ſollen, und ſchlaͤgt an dieſen Punkten kleine Pfaͤhle ein. Hierbei finden große Ver⸗ ſchiedenheiten ſtatt: Einige geben den Linien, welche die Reihen bezeichnen ſollen, eine Entfernung von 7—8 Fuß, und den Punkten fuͤr die Pflanzen 3— 4 Fuß, Andere dagegen die mitt⸗ lere Entfernung von dieſen den Reihen ſowohl, wie den Pflan⸗ zen. Bei Farnham iſt die gewoͤhnliche Entfernung der letztern ſo berechnet, daß auf 5—6 Fuß in jeder Richtung eine Pflanze kommt, und in den meiſten Gegenden von Kent bindet man in jedes zehnte Glied der gewoͤhnlichen Meßkette ein Zeichen, und richtet es ſo ein, daß tauſend Stoͤcke auf den Acker kommen, ent⸗ weder in regelmaͤßigen Reihen oder haͤufiger noch im Quincunx, weil dadurch jede einzelne Pflanze mehr Raum erhaͤlt und die Windſtroͤmung mehr gebrochen wird. Die gewoͤhnliche Pflanzzeit iſt der Anfang oder die Mitte des Maͤrzes; doch bisweilen auch der October. Man nimmt zu Pflaͤnz⸗ lingen in der Regel junge Triebe, die man das Fruͤhjahr zuvor von alten Hopfenpflanzen abgeſchnitten und in eine Pflanzſchule eingeſetzt hat. Hebt man ſie hier zum Auspflanzen in die neue Anlage heraus, ſo waͤhlt man von ihnen die ſtaͤrkſten und kraͤf⸗ tigſten aus. Man nennt dieſe Pflaͤnzlinge oder Setzlinge Fechſer, und ſchneidet ſie gewoͤhnlich von den Mutterſtoͤcken in einer Laͤnge von 4—5 Zoll ab; ſie muͤſſen wo moͤglich 3— 4 Augen haben und ſind ſie, wenn man ſie zum Verſetzen aus der Pflanzſchule aushebt, zu uͤppig gewachſen, ſo ſtutzt man ihre Triebe und Wur⸗ zeln etwas ab. Man nimmt auch bisweilen zu neuen Hopfenan⸗ ſoen ſogen unten De zekkone ibg kn deſer uch anger loce abzuſ ich geſchch gen und eingeſtußt von dem 2 pfanzen ge Wenn zeichnet ſi faſt eben Garrenerde poſt von fruͤher here der vol. lgt man nehmen in rech kraͤft auch woh und Sorg Fechſer ſtes tung nach Purzeln wachſen u fälige He und um agentlche Hopfen h bilden zu Erde unte fand fin loden vo t im aſſn daß de Pfanzen werden. oflanzen ihrer Va⸗ Genze ente h ein Dem in Anwenee ds aber iin tung erlite ere Weiſer de Linie pa Arnt, und beſtimmter inweg. An tie Punkte u en, und ſt den große! lche die Re Juß, ud exgegen dir wie den de ang der lehmm ong eine 2t bindete zein Zat⸗ ter kommin nimmt zu z Frühjchri eine Tirie nzen in dn irkſen n Seblig en in einbe - Aug dr Nfin⸗ nitbe une neuen Huf Vom Hopfen. 341 lagen ſogenannte nackte Setzlinge, die man unmittelbar von dem untern Theile alter Hopfenpflanzen, oder vielmehr von der Wur⸗ zelkrone abgeſchnitten hat, ſie kommen aber nicht ſo ſicher an, wie jene Fechſer, und ein Jahr ſpaͤter zur Vollkommenheit. Es wird auch angerathen, die Schoͤßlinge nicht gleich von dem Mutter⸗ ſtocke abzuſchneiden, ſondern ſie an dem Punkte, wo dieſes eigent⸗ lich geſchehen ſollte, ſcharf zu unterbinden, ſie in die Erde zu le⸗ gen und da zu befeſtigen, nachdem man ſie bis auf zwei Augen eingeſtutzt hat. Sie ſchlagen nun Wurzeln und werden nicht eher von dem Mutterſtocke voͤllig getrennt, als bis man ſie zum Aus⸗ pflanzen gebraucht. Wenn die Stellen, wo die Pflanzen hinkommen ſollen, be— zeichnet ſind, wird auf jeder ein Loch etwa zwei Fuß tief und faſt eben ſo weit ausgegraben, und in jedes entweder etwas feine Gartenerde, oder, wenn dieſe nicht zu haben iſt, ein guter Kom— poſt von Miſt und Erde geworfen, dann fuͤllt man es mit dem fruͤher herausgehobenen aber moͤglichſt pulveriſirten Erdreich wie⸗ der voll. Darauf werden nun die Pflaͤnzlinge geſetzt. Meiſtens legt man in jedes Loch drei Stuͤck in einem Kreis herum; Manche nehmen indeſſen auch nur zwei Fechſer, ja Einige ſogar nur einen recht kraͤftigen. Das erſtere Verfahren iſt jedoch das uͤblichſte und auch wohl beſte. Bei dieſem Einpflanzen iſt große Genauigkeit und Sorgſamkeit noͤthig; die kleinen Loͤcher, in welche man die Fechſer ſteckt, muͤſſen mit dem Pflanzſtocke in einer ſchiefen Rich⸗ tung nach außen, nicht ſenkrecht eingeſtoßen werden, ſo daß ihre Wurzeln in der Richtung, in welcher man die Stangen einſteckt, wachſen und ihre Ranken ſich nicht verſchlingen. Beſonders ſorg⸗ faͤltige Hopfenbauer ſtreuen das klare Erdreich mit der Hand auf und um die Pflaͤnzlinge. Man ſucht dieſelben auch uͤber die eigentliche Flaͤche des Bodens zu bringen, damit nicht nur der Hopfen hoch genug zu ſtehn komme, um einen Huͤgel um ihn bilden zu koͤnnen, ſondern damit auch die Wurzeln mehr lockere Erde unter ſich haben; denn ſie dringen, wenn ſie keinen Wieder⸗ ſtand finden, ungemein tief ein. Auf dem reichen, tiefen Lehm⸗ boden von Farnham hat man ſie bis zwanzig Fuß tief gefunden. Iſt nun auf dieſe Weiſe das ganze Land bepflanzt, ſo muß im erſten Jahre die Aufmerkſamkeit vorzuͤglich darauf gerichtet ſein, daß die Zwiſchenraͤume vollkommen rein gehalten und die jungen Pflanzen immer neu mit friſcher wohl gekruͤmelter Erde verſehen werden. Zu dem Ende darf das Jaͤten nicht unterbleiben und 342 Dreißigſtes Kapitel. ſind jene mehrmals aufzuhacken, oder mit dem Spaten umzugra⸗ ben. In jenem Falle wird das Unkraut abgerecht und wegge⸗ ſchafft, in dieſem untergegraben; in beiden jedesmal die feinſte Erde ſorgfaͤltig mit den Haͤnden auf die Pflanzenhuͤgel geſtreut. Je oͤfter dieſe Operationen im Laufe des Sommers wiederholt werden, deſto kraͤftiger un, geſuͤnder wachſen die Pflanzen, da nichts ſie mehr ſtaͤrkt, als feuchte, friſche Erde. Deshalb deckt man ſie auch haͤufig mit alten wollenen Lumpen, die zugleich einen wirkſamen Duͤnger abgeben. Sobald die jungen Triebe erſchei⸗ nen, gibt man ihnen duͤnne Stangen von 10—12 Fuß Laͤnge zur Stuͤtze, und ſind ſie etwa zwei Fuß hoch gewachſen, ſo laͤßt man die Ranken jede fuͤr ſich, von Weibern um die Stangen winden. Bei guͤnſtiger Witterung liefern ſtarke Pflanzen biswei⸗ len ſchon etwas Hopfen; man erntet jedoch denſelben nie. Zeitig im November legt man die Ranken ſorgfaͤltig nieder, graͤbt das Land um und laͤßt es waͤhrend des Winters rauh liegen. Im zweiten Jahre, ſobald die Witterung freundlich wird, entweder im Februar oder Anfangs Maͤrzes, werden die Huͤgel geoͤffnet, um bis zu dem untern Theile der vorjaͤhrigen Triebe gelangen zu koͤnnen, die nun beſchnitten werden muͤſſen. Das Oeffnen der Huͤgel muß mit großer Sorgfalt geſchehen, entweder mit einer ſchmal zugeſpitzten Hopfenhacke, oder mit einem bei Farnham vorzugsweiſe gebrauchten Werkzeuge, das den Namen „beck“ fuͤhrt und aus einer doppelten Hacke oder Haue beſteht, die auf der einen Seite einfach, aber ſtark, auf der andern zwei⸗ ſpitzig, wie ein Karſt geformt iſt, deren Zinken jedoch nicht rund und ſpitzig, ſondern breit und ſcharf ſind. Wenn dieſe Zinken nicht tief genug in den Boden dringen wollen, kehrt man das Werkzeug um, und nimmt die Hacke. Die ausgetriebenen Ran⸗ ken werden mit einer dazu eigens beſtimmten Hippe(einem Kneif), bis auf ein oder zwei Zoll Entfernung von dem Mutterſtock ab⸗ geſchnitten, und zugleich alle dicht daneben befindlichen neuen Aus⸗ triebe(Keime) abgebrochen. Hierauf wird ſo viel Boden daran geworfen, als noͤthig iſt, um die Schnittflaͤchen vor dem Zutritte der Luft zu bewahren, ehe die Pflanzen noch zutreiben beginnen; unmittelbar um deren Obertheil herum laͤßt man aber dieſelben Anfangs frei. Waͤhrend dieſes zweiten Sommers wird das Land mehrmals mit der Pferde⸗ oder Handhacke, oder mit dem Spa⸗ ten bearbeitet, und den Ranken eine Unterſtuͤtzung von zwoͤlf Fuß langen Stangen gegeben. In F ds in He worden ſt⸗ Heufn wi glecher ge poſt verar plo Acker, in Jahr Man fähr mäßig ub dreizinkigen 9-10 I. mengt, al dann das im Mona nommen. Wen Wim diite ſteckt. D denn wen laͤnder ſa zeln enc krank ger ſer Sche gibt(un denn wer man ern Düngung durch da Beſchatt en auf ewarten AKibe e die außen ſe die Nan meht g paten unge it und m mal die ſ enhügel ge mers wien ie Mann . Deszal de zugleih n Tiiebe i 2 Fuß h achſen, ſi um die En Manzen bi elben nie. ieder, grit h liegen. fteundlich i verden dih⸗ orjaͤhrign an en müſſen ſchehen, ene r wit einn das den Na der Haue der anden jedoch nichn genn dieſ de „kehrt un getribene pe(eirn i Mutrfſt⸗ licen nunl⸗ Vom Hopfen. 343 Im Fruͤhling des dritten Jahres zieht man das Erdreich, das im Herbſt des vorigen Jahres an die Pflanzen angehaͤufß worden iſt, wieder von den Huͤgeln hinweg und beſchneidet den Hopfen wieder ganz auf dieſelbe Weiſe, wie das Jahr zuvor. Zu gleicher Zeit wird Miſt, entweder allein, oder mit Erde zu Kom⸗ poſt verarbeitet, aufgebracht. In jenem Falle 20— 25 Fuder pro Acker, in dieſem noch einmal ſo viel. Dieſe Duͤngung wird ein Jahr ums andre oder wenigſtens alle drei Jahre wiederholt. Man faͤhrt ſie waͤhrend des Winterfroſtes auf, breitet ſie gleich⸗ maͤßig uͤber die ganze Flaͤche aus und graͤbt ſie vermittelſt einer dreizinkigen Gabel(Spud) unter, die gegen 18 Zoll lang und 9— 10 Zoll breit iſt, und den Duͤnger beſſer mit dem Erdreich mengt, als der Spaten. In jedem der folgenden Jahre wird dann das Oeffnen der Huͤgel und das Beſchneiden des Hopfens im Monat Maͤrz auf die angegebene Weiſe aufs Neue vorge⸗ nommen. Stangen. Wenn das Beſchneiden und Zurichten vollendet iſt, werden im dritten Jahre auf die Huͤgel 16— 17 Fuß lange Stangen ge⸗ ſteckt. Dies iſt eine Operation, welche viel Ueberlegung fordert; denn wenn man ſchwachen Pflanzen zu lange Stangen(die Eng⸗ laͤnder ſagen: ſie uͤberſtangt overpoled), gibt, werden die Wur⸗ zeln entkraͤftet, und dadurch die Pflanzen im naͤchſten Jahre ſo krank gemacht, daß ihnen nur ſchwer wieder zu helfen iſt. Die⸗ ſer Schaden iſt groͤßer, als wenn man ihnen zu kurze Stangen gibt(underpoling). Auch kann dieſem leicht abgeholfen werden; denn wenn man wahrnimmt, daß die Ranken laͤnger werden, als man erwartete, ſei's durch guͤnſtige Witterung oder durch gute Duͤngung, ſo kann man eine Hilfsſtange daran ſetzen und da⸗ durch das Herabfallen der Ranken und das dadurch entſtehende Beſchatten anderer verhuͤten. Man ſollte daher nie laͤngere Stan⸗ gen auf einen Huͤgel ſtecken, als ſolche, bei denen man mit Recht erwarten kann, daß die Spitzen von den Ranken mit kraͤftigem Triebe erreicht werden. Die Stangen ſollten auch ſtets etwas ſchief, ein wenig nach außen ſich neigend, eingeſteckt werden, weil durch dieſe Stellung die Ranken mehr Raum, Luft und Sonnenſchein erhalten, und mehr Hopfen tragen, als wenn ſie aufrecht ſtehen. An jeder 344 Dreißigſtes Kapitel. Stange laͤßt man zwei bis drei Ranken hinauflaufen, wobei man ſich nach ihrem gegenwaͤrtigen Anſehn und ihrem wahrſcheinlich zu erwartenden uͤppigen Wuchs richtet; das Wichtigſte dabei iſt, daß man ſolche Pflanzen waͤhle, die nicht nur recht geſund ſind, ſondern auch eine beſonders uͤppige Hauptranke zu treiben verſpre⸗ chen. Sobald als die Bluͤthe eintritt, was meiſtens im Juli der Fall iſt, ſchneiden manche Hopfenbauer die Blaͤtter und die Sei⸗ tentriebe zwei bis drei Fuß uͤber der Erde ab; ſie nennen es Aus⸗ aͤſten(branehing) und haben dabei die Abſicht, der Pflanze Luft zu verſchaffen und den Saft voͤllig in die an den Stangen ſich aufwindenden Ranken zu treiben. Dieſes Verfahren ſcheint jedoch auf falſchen Grundſaͤtzen zu beruhen; denn die Pflanzen ziehen bekanntlich einen großen Theil ihrer Nahrung vermittelſt der Blaͤt⸗ ter aus der Luft, und die unterſten ſind bei dem Hopfen in der Regel gerade die breiteſten und fetteſten. Nur wenn vorzuͤglich ſtarke Pflanzen ſo viel Seitentriebe mit uͤppigen Blaͤttern gemacht haben ſollten, daß die Zwiſchenraͤume zwiſchen den Reihen beinahe zugewachſen waͤren, moͤchte es rathſam ſein, ſie etwas zu verduͤn⸗ nen, dann waͤre es aber vielleicht noch beſſer, den Reihen oder den Stoͤcken eine groͤßere Entfernung von einander zu geben. Die Zahl der Stangen, die gewoͤhnlich gebraucht werden, belaͤuft ſich auf 1400— 3000 Stuͤck pro Acker. In dem groͤßten Theile von Kent macht man gewoͤhnlich tauſend Hopfenhuͤgel auf dem Acker Land, und gibt jedem in der Regel drei Stangen, ſelt⸗ ner abwechſelnd dem einen drei, dem andern zwei. Das Einſtecken derſelben koſtet auf einen Acker mit tauſend Huͤgeln 12— 14 Shil⸗ ling. Die Stangen ſelbſt werden in drei Kkaſſen getheilt, je nach⸗ dem ſie der Boden und das Alter der Pflanzen mehr oder weni⸗ ger lang erfordert, und ihr Preis richtet ſich nach der Entfernung des Holzes, wo ſie geſchlagen werden. Im Jahr 1835 war der Durchſchnittspreis folgender: 100 Stuͤck der erſten Klaſſe von 16— 17 Fuß Laͤnge 30 Shil. 100 ⸗ ⸗ zweiten ⸗ ⸗7z 16 ⸗ 100 ⸗„ dritten⸗ ⸗ 10— 12 ⸗ ⸗ 10 ⸗ — · ·— Meiſtens wird die Rinde abgeſchaͤlt. Die Weiber, welche dies verrichten, bekommen fuͤr 100 Stuͤck 1 Shilling. Das Zuſpitzen der Stangen an ihrem untern Ende, welches nach dem Schaͤlen von Maͤnnern beſorgt wird, koſtet von derſelbe Zahl 8— 10 Pence. Bisweilen werden ſie auch ſchwach verkohlt, indem man ſie uͤber ein lebhaſtes Feuer haͤlt. Das Schaͤlen der Stangen ſoll, wie nan älhen übrig Nu durh acch hn dafür die den„ werden al gent liefe und gerad beſten, E Das lch in ¹ ihnen aud Geſchft abgepaßt die Rank henden 2 den zuzuf lang genr Stange! beide fol dieſe Rie Das An Stroh, eriichtet Dde daß mar riich hi‚e nes nim vor, dar moͤgen, genug g Behacken zweiten hbreiten die flei Loſin gen Hach Untrau ſen, wohet R nahrſcht tügſe dabi echt gſund träben ver tenz in Jui er und de; nennen esn. der Pflans in Stange In ſcheint pflanzen gittelſt der 3 Hopfer in Wwenn doriſ tzläͤttem gn 1 Reihen ht swas zu deit den Reifen r zu gehen braucht wee In dem gi opfenhl Stangn v Das Eiſſt 1 L-M2 getheilt in nehr oder ee der Entime „ 1835 wr eänge 30 8 ⸗ 16 ⸗ 10⸗ rr, welc i Das Jütte h den di 1§-10 N man fi th gen ſol, 3 Vom Hopfen. 345 man allgemein glaubt, deren Dauer verlaͤngern, aber uͤber ſeine uͤbrige Nuͤtzlichkeit ſind die Meinungen getheilt; denn wenn da⸗ durch auch der Wurm vom Holze abgehalten wird, ſo entgeht ihm dafuͤr mit der Schale eine gewiſſe Weichheit und Waͤrme, die den Pflanzen nüͤtzlich zu ſein ſcheint. Die meiſten Stangen werden aus Eichen gefertigt, welche groͤßtentheils der Wald von Kent liefert; doch taugt auch jede andere Holzart, die ſchlank und gerade waͤchſt, dazu: Ahorn, Eſche und Kaſtanien liefern die beſten, Buche und Birke die ſchlechteſten. Das Anbinden der Ranken an die Stangen erfolgt gewoͤhn⸗ lich im Monat Mai. Man waͤhlt die beſten und ſtaͤrkſten von ihnen aus und heftet in der Regel drei an jede Stange. Kein Geſchaͤft bei dem ganzen Hopfenbau muß hinſichtlich der Zeit ſo abgepaßt werden, wie dieſes; denn wenn man es verſchiebt bis die Ranken auf den Boden hinlaufen, haͤlt es ſchwer ihrem krie⸗ chenden Wuchs eine andre Richtung zu geben, ohne ihnen Scha⸗ den zuzufuͤgen; auf der andern Seite muͤſſen ſie aber auch ſchon lang genug ſein, um ſie, ohne ſie allzu ſehr auszudehnen an die Stange heften zu koͤnnen. Der wilde und der zahme Hopfen, beide folgen in ihren Windungen dem Laufe der Sonne, und dieſe Richtung muß ihnen gelaſſen werden, ſonſt gedeihen ſie nicht. Das Anbinden geſchieht ganz loſe mit feuchtem Baſt, Binſen oder Stroh, etwa einen Fuß uͤber der Erde und wird von Weibern verrichtet, die fuͤr den Acker etwa 11 Shilling erhalten. Die ferneren Arbeiten nach dem Anbinden beſtehen darin, daß man die nicht angehefteten Ranken abſchneidet und das Erd⸗ reich bis zur Ernte des Hopfens noch ein paarmal behackt. Je⸗ nes nimmt man nicht gern eher, als in der Mitte des Sommers vor, damit ſie bis dahin den Boden beſchatten und feucht halten moͤgen, da fruher die ſtehenbleibenden Ranken noch nicht Blaͤtter genug getrieben haben, um ſolches ſelbſt zu bewirken. Das erſte Behacken findet gleich nach dieſem Abſchneiden ſtatt und das zweite nur wenig Wochen nachher. Dabei wird ſtets mit der breiten Seite der Haue etwas klare Erde auf die Huͤgel gezogen. Die fleißigen Hopfenbauer bei Farnham, die weder Muͤhe noch Koſten ſcheuen, begnuͤgen ſich nicht einmal mit dieſem zweimali— gen Hacken, ſondern nehmen es ſo oft vor, als ſich wieder neues Unkraut zeigt, regelmaͤßig noch einmal unmittelbar vor der Ernte. 346 Dreißigſtes Kapitel. Pfluͤcken, Trocknen und Verpacken. Der Hopfen ſetzt ſeine Saamenkoͤpfe bisweilen ſchon zeitig im Auguſt an, und reift bei guͤnſtigem Wetter zu Ende dieſes Monats, ſonſt zu Anfang des Septembers. Wenn die Saamen⸗ koͤpfe vom bleichen Strohgelb in ein lichtes Braun uͤberzugehn anfangen, einen durchdringenden gewuͤrzhaften Geruch annehmen, ſich feſt anfuͤhlen und leicht zerreiben laſſen, dann iſt die richtige Zeit ihrer Reife gekommen. Das Hopfenpfluͤcken iſt eine der heiterſten und belebteſten laͤndlichen Scenen; denn außer den in der Wirthſchaft gewoͤhnlich angeſtellten Arbeitern und Dienſtboten beſtehen die Pfluͤcker auch noch aus den verſchiedenſten Gruppen von Maͤnnern, Weibern und Kindern jedes Alters, die aus allen Orten der Umgegend durch die Gewißheit, Verdienſt zu finden, herbeigelockt werden, und an das Werk mit lauter Froͤhlichkeit gehen, die auch faſt nie— mals geſtoͤrt wird, ob ſie gleich ſelten ein ander Obdach waͤhrend der ganzen Zeit finden, als einen alten Mantel, den ſie an der Seite einer Hecke uͤber Buͤgel breiten, um ſich ein elend Zigeu— nerzelt zu bilden. Wenn dann der Abend kommt und ihre Arbeit endet, erquicken ſie einander reichlich mit allerlei laͤndlichen Spei⸗ ſen, die ſie an einem mit den Hecken nicht kaͤrglich entnomme⸗ nem Holze genaͤhrten Feuer kochen, und am Schluß der Ernte feiern ſie ein luſtiges Feſt, bei welchem eine der Schoͤnſten unter den Anweſenden aufs Zierlichſte herausgeputzt wird, um als Hopfenkoͤnigin bei dem Gelag den Vorſitz zu fuͤhren. Als Vorbereitung fuͤr das Hopfenpfluͤcken, werden ſtarke Rah⸗ men von Holz(bins Kaſten genannt), die etwa neun Fuß lang und vier Fuß breit ſind, an verſchiedene Punkte der Anlage auf dazu eingeſchlagenen, drei Fuß hohen Pfaͤhlen befeſtiget. Auf jeder Seite eines ſolchen Rahmens oder gleichſam Tiſches haben drei bis vier Pfluͤcker Platz, die mit dem Mann, der die Stan⸗ gen zutraͤgt und wieder wegnimmt, einen ſogenannten Satz bil⸗ den, und den abgepfluͤckten Hopfen in ein grobes Tuch werfen, das in dem Innern des Rahmens eingehaͤngt iſt, und ſo in ſei⸗ ner Mitte einen großen Sack bildet. Zuvoͤrderſt werden nun die Ranken 2—3 Fuß hoch uͤber dem Boden abgeſchnitten(tiefer ſie abzuſchneiden haͤlt man den Wurzeln fuͤr gefaͤhrlich) und dann die Stangen vermittelſt eines Werkzeugs, das in Kent Hopfenhund(hop- dog) heißt, heraus⸗ geoben. Durcmiſ ſtatkeen Linge da Pinkel Schmied Umfaßt! ſolches f Di Rahmen einmal z nach der Abbeit f 1 Buſhe Tag zwe ce jeder We pllücken. pfe ſch ſelbſt m erſten U die Sta in kutz Innen, vorher maͤglich reif war lich nich hüchſt a Wanre ſorgfiti gonnen, und Bl richtigen ſnd, g de Ra dder ſie hingeſt beſſet ſ und m. 1 len ſchon a u Ende d m die Sar raun überze truch amen Kit die ii und beleht hhaft gewtn ie Plüdker. anern, Vä der Unge eigeloct wir die auch fiin Obdach wii den ſie a ein elend ze t und ihrel laͤndlichen 6 rglich entuir chluß da ⸗ Schöͤnſten wird, m ren. erden ſtm wneun öiß :der Alafi befſtint! m Tſſhe 1, der id annten d ds Tuc 31 und ſaaſt diß ſi n hält man vermittäſt · heißt helce Vom Hopfen. 347 gehoben. Daſſelbe beſteht in einem Pfahl von ungefaͤhr drei Zoll Durchmeſſer und fuͤnf Fuß Laͤnge; etwa einen Fuß von ſeinem ſtaͤrkeren Ende iſt ein ſchmaler eiſerner Stab von einem Fuß Laͤnge daran befeſtigt und dieſer in der Mitte in einem ſpitzigen Winkel zuſammengebogen, deſſen beide innere Flaͤchen von dem Schmied rauh gehauen, gleichſam mit Zaͤhnen verſehen werden. Umfaßt man nun damit das untere Ende der Stangen, ſo wird ſolches feſtgehalten und laſſen ſich jene leicht ausheben. Die herausgehobenen Stangen werden hierauf quer uͤber die Rahmen gelegt und gewoͤhnlich zwei derſelben einem Satz auf einmal zugetheilt. Die Bezahlung fuͤr das Abpfluͤcken wechſelt nach dem Ertrag der Ernte, und wird oft erſt nach vollendeter Arbeit feſtgeſetzt. Im Durchſchnitt kann man annehmen, daß 1 Buſhel 2 Pence abzupfluͤcken koſtet und ein guter Pfluͤcker den Tag zwei Schilling verdienen koͤnne. Die Zahl der Buſhel, wel⸗ che jeder Satz abliefert, wird auf einem Kerbholz angezeigt. Weder ſehr heißes noch naſſes Wetter paßt zum Hopfen⸗ pfluͤcken. Wenn die Sonne ſehr brennt ſchrumpfen die Saamen⸗ köpfe ſchon vor dem Abpfluͤcken zuſammen, und ſind ſie feucht, ſelbſt nur vom Thau, ſo werden ſie leicht dumpfig. Um den erſten Uebelſtand zu vermeiden, nehmen bei heißem Sonnenſchein die Stangenheber nicht mehr auf einmal heraus, als die Pfluͤcker in kurzer Zeit ableeren koͤnnen, und wenn dieſe ihre Arbeit be⸗ ginnen, ehe der Thau abgetrocknet iſt, ſchwenkt man die Stangen vorher einigemal hin und her, um die Feuchtigkeit ſo viel als moͤglich abzuſchuͤtteln. Da nicht alle Saamenkoͤpfe gleichzeitig reif werden, koͤnnen die an einer Ranke befindlichen auch natuͤr⸗ lich nicht gleiche Guͤte beſitzen. Die Hopfenbauer zu Farnham, hoͤchſt aufmerkſam darauf, den alten wohlverdienten Ruhm ihrer Waare zu bewahren, ſortiren daher die Koͤpfe bei dem Pfluͤcken ſorgfaͤltig. Dieſes wird an dem unterſten Theile der Stange be— gonnen, dabei jedes Saamenkoͤpfchen einzeln ohne lange Stiele und Blaͤtter abgepfluͤckt und genau unterſucht. Die, welche den richtigen Grad der Reife haben, voll und ſchoͤn in ihrem Aeußern ſind, pfluͤckt man zuerſt ab und wirft ſie in das in der Mitte des Rahmens befindliche Tuch; die, welche minder vollkommen oder nicht gehoͤrig reif ſind, kommen dagegen in einen beſonders hingeſetzten Korb. Da aber die noch gruͤnen, unreifen Koͤpfe beſſer ſind, als die uͤberreifen, ſo trennt man auch beide wieder, und macht aus jenen die zweite, aus dieſen die dritte Sorte. 8348 Dreißigſtes Kapitel. Sehr eigenfinnige Hopfenbauer fuͤgen dazu noch eine vierte, wel⸗ che die mißbildeten oder auf irgend eine Weiſe waͤhrend des Wachsthums beſchaͤdigten Koͤpfe enthaͤlt. Es iſt von Wichtigkeit, daß der Hopfen ſo bald als moͤglich nach dem Pfluͤcken getrocknet werde, weil er ſich, zu lange in den Koͤrben ſtehen bleibend, leicht erhitzt und dadurch an Guͤte verliert. Der in den Morgenſtunden gepfluͤckte wird daher ſchon des Mittags auf den Trockenofen gebracht. Die Behandlung des Hopfens hier erfordert große Sorg⸗ ſamkeit; denn ſein Geruch und Geſchmack ſind uͤberaus fluͤchtiger Natur. Der zu ſeinem Trocknen beſtimmte Ofen iſt einer Malz⸗ darre ſehr aͤhnlich. Die Koͤpfe werden 5— 6 Zoll hoch auf ein daruͤber gebreitetes Haartuch gebreitet. Der Ofen muß ſchon vor⸗ her geheitzt worden ſein und einen nur maͤßigen Grad von Hitze haben, damit das Trocknen nicht zu ſchnell geſchehe. Dieſer Waͤrmegrad wird erhalten, bis die obere Schicht Hopfen warm geworden. So bald die untere trocken zu ſein ſcheint, werden die Koͤpfe umgewendet, ſo daß die obere zu unterſt kommt, vor— her aber die Waͤrme des Ofens gemaͤßigt und erſt wieder ver⸗ ſtaͤrkt, wenn das Wenden voruͤber iſt. Die Staͤrke, in der man den Hopfen aufſchuͤttet, muß ſich nach ſeinem Zuſtand richten; iſt er feucht, ſo macht man nur duͤnne Schichten und wendet einen geringeren Grad von Hitze an, weil ſonſt von dem ent⸗ ſtehenden Dampf die Koͤpfe leicht klumpenweis zuſammenpacken. Man hat deshalb auch bisweilen Oefen mit zwei in einer Entfernung von 5— 6 Fuß uͤbereinander ſtehende Hordenlagen. Auf die obere wird der gruͤnſte und feuchteſte geſchuͤttet und ſo lange darauf ge⸗ laſſen, bis er die groͤßere Hitze der unteren Horden ertragen kann. Das gehoͤrige Austrocknen des auf einmal aufgeſchuͤtteten Hopfens erfordert gewoͤhnlich zehn bis zwoͤlf Stunden Zeit. Ein Ofen von vierzehn Fuß Laͤnge trocknet daher in vierundzwanzig Stun— den 200 Buſhel friſche Hopfenkoͤpfe, die getrocknet ungefaͤhr 250 Pfund geben; verſteht ſich bei zweimaligem Aufſchuͤtten; denn die dabei angeſtellten Maͤnner arbeiten Tag und Nacht. Das an⸗ gewendete Brennmaterial ſind entweder Cokes(abgeſchwefelte Steinkohle) oder Holzkohlen, weil dieſe der Feinheit des Hopfens keinen Abbruch thun. Ein Hopfentrockenhaus mit maͤßig großem Ofen koſtet, maſſiv gebaut, gegen 200— 300 Pfund Sterling; manche weit groͤßere Summen. So bald der Hopfen auf dem Ofen iſt, ſetzen ihm die Hopfenban er Enl zu gäen, in barnho ben, daß dß ihr übertrifft rif gepf pacter. F ihn auf d deſimme ſen erſt du ſprid eingge 3 durch wi goße S ſang, od wohnüch ſten Anſ Centner die meiſ aber die denen w nimlich gebunden derſelbe doche ſe fens of tritt de hineing dol, ſe derſall zum An vöhn d vierte R wäͤhrend uld als ni „ zu lang raus fluct ii ener hoch auſt ruß ſchon w nrad von hi chehe. Di 1Hopfen ia ticheint, wan It komnt, w Irſt widen *, in dam ruſtand iin on und wi von den⸗ sſammentt rner Entfen ⸗ Auf diets nge daral Jertragen in tteten Suſd t. En d wanzig er cknet unpi ſchüttmz w ht. Do (oügeſbit t des Hit nißhn grie „ Ind Sterlt en ihn Vom Hopfen. 349 Hopfenbauer in Suſſer und Kent haͤufig Schwefel, auch wohl etwas Salpeter hinzu, um ihm die ſchoͤne glaͤnzend gelbe Farbe zu geben, die von Manchen bewundert wird. Die Hopfenbauer in Farnham wenden jedoch dieſes Mittel nicht an, weil ſie glau⸗ ben, daß es der Guͤte ihres Hopfens ſchade. Auch iſt gewiß, daß ihr Hopfen jenen an Guͤte und Feinheit des Geſchmacks weit uͤbertrifft; allein er haͤlt ſich nur zwei Jahre, waͤhrend gehoͤrig reif gepfluͤckter, mit Schwefel ſcharf getrockneter und gut einge⸗ packter Hopfen volle zwoͤlf Jahre gut geblieben iſt. Iſt der Hopfen hinlaͤnglich trocken geworden, ſo ſchafft man ihn auf den Boden eines in der Naͤhe beſindlichen zum Verpacken beſtimmten Hauſes. Das Einpacken zum Verkauf geſchieht indeſ⸗ ſen erſt nach einigen Tagen, weil er friſch vom Ofen kommend zu ſproͤde iſt und ſich zerreiben wuͤrde. Man laͤßt ihn daher einige Zeit auf Haufen liegen, damit er etwas ſchwitze und da⸗ durch wieder zaͤhe werde. Dann packt man ihn entweder in große Saͤcke, Ziechen, von 7½ Fuß Laͤnge und 8 Fuß Um⸗ fang, oder in kleine Ballen. Der erſt gepfluͤckte, welcher ge⸗ woͤhnlich von groͤßerer Guͤte iſt, uͤberhaupt der beſte, vom ſchoͤn⸗ ſten Anſehn, kommt gewoͤhnlich in letztere, die ungefaͤhr 1¼— 1½ Centner halten; der minder gute von braͤunerer Farbe in jene, die meiſt eine Schwere von 2 ½ Centner erhalten. Dabei betraͤgt aber die Tara haͤufig bis 25 Pfund, waͤhrend die der Ballen, zu denen man feinere Leinwand nimmt, oft nur 5—6 Pfund iſt. Schon daraus erklaͤrt ſich zum Theil der Unterſchied im Preiſe. Bei dem Einpacken verfaͤhrt man in England eben ſo, wie in Deutſchland mit dem Hopfen und der Wolle. Nachdem man naͤmlich in die untern Ecken des Sackes etwas Hopfen feſt ein⸗ gebunden hat, um gleichſam Handhaben daran zu bilden, wird derſelbe unter einem in die Dielen des Trockenbodens geſchnittenen Loche feſt aufgehangen, und ſeine Muͤndung vermittelſt eines Rei⸗ fens offen erhalten. Ein Mann ſteigt nun in den Sack und tritt den von einem andern nach und nach in kleinen Portionen hineingeworfenen Hopfen feſt, je feſter, deſto beſſer. Iſt der Sack voll, ſo naͤhet man das Ganze recht feſt zu, und ſtopft dabei ebenfalls in die obern Ecken etwas, damit die Zieche vier Zipfel zum Anfaſſen bekomme. Das Packen eines Sackes erfordert ge⸗ woͤhnlich eine Stunde Zeit. 350 Dreißigſtes Kapitel. Ertrag und Koſten. Der Ernteertrag des Hopfens wechſelt nach Boden und Wit⸗ terung von 1— 20 Centner vom Acker; denn er iſt vielen Zufaͤl⸗ len unterworfen, die ſein Mißrathen, ſelbſt wenn er die ſchoͤnſten Hoffnungen erregt, herbeifuͤhren. Sieben Centner kann man viel— leicht als Durchſchnittsertrag annehmen, und dabei findet der Pro⸗ ducent gut ſeine Rechnung. Es tritt hier ſogar der ſeltne Fall ein, daß man einen weit hoͤheren Ertrag, wenn er oft ſtatt fin⸗ det, nicht fuͤr ihn vortheilhaft haͤlt; denn dadurch wuͤrde nicht nur der Preis ſehr herabgedruͤckt werden, ſondern auch eine be⸗ deutende Vermehrung der Acciſe, ſo wie der Koſten fuͤr das Pfluͤcken, Packen, zu Markt Fahren, Auflagern und Proviſion entſtehen und der Verkauf der geringeren Sorten ſich ſo erſchwe⸗ ren, daß er kaum, und nur mit Verluſt zu bewirken ſein moͤchte. Die Produktionskoſten bis zur Zeit des Pfluͤckens ſind bei⸗ nahe gleich, die Ernte moͤge reichlich oder duͤrftig ausfallen. Man hat darunter zu begreifen, Landrente, Zehnten, andere Abgaben, Kapitalzinſen, Duͤnger, Abnutzung der Stangen, Arbeit und Er⸗ neuerung der Pflanzen. Sie ſind verſchieden nach den verſchiede⸗ nen Grafſchaften; in Worceſter und Hereford am niedrigſten, in Mittelkent am hoͤchſten. Im Durchſchnitt berechnen ſie ſich auf 30 Pfund Sterling pro Acker des Jahres, ohne das Afluͤcken. Die jaͤhrliche Abnutzung der Stangen iſt fuͤr dieſe Flaͤche zu 6— 8 Pfund Sterling und die Arbeit dabei zu 13— 17 Shilling anzu⸗ nehmen. Das Pfluͤcken, Trocknen und Packen, ſo wie die Aus⸗ gaben fuͤr Bier, Schwefel, Fuhrlohn, Lagergeld und Proviſion laſſen ſich auf 23— 26 Pfund Sterling fuͤr die Tonne Hopfen berechnen, ohne die Abgaben. Alles zuſammengenommen moͤgen demnach dieſe Ausgaben, je nachdem die Ernten mehr oder minder ergiebig waren, in runden Zahlen etwa 37— 48 Pfund Sterling auf die Tonne betragen. Daraus geht hervor, daß die Koſten des Hopfenbau's ſelbſt in guͤnſtigen Verhaͤltniſſen ſehr bedeutend ſind, und nicht Jeder⸗ mann das dazu erforderliche Kapital aufbringen kann. Erwaͤgt man dabei vollends, welche ungeheure Menge von Miſt dadurch der uͤbrigen Wirthſchaft zu ihren großen Schaden entzogen wird, ſo geht immer deutlicher hervor, daß der Hopfenbau bei ſeiner Unſicherheit im Ertrage mehr zu den gewagten Spielen als zu den regelmaͤßigen Beſchaͤftigungen des Ackerbau's zu rechnen iſt⸗ * Darin ſch zu liegen; finden, 1 macht, u Maſſten! De hergebrac ſerung d gen vil ger wür ten. Die neule Ar Hr. Lane t, ſchei faſt allgen im, Hop nennen p äigne kle Einiges Hopfenbe Du menſtaub weil dieſe haren S impfehlen Manzen begünſtige deren abe den Win Es iſt d vgrunde d Blun wünzafte nlaga nur ſele Körner. Geſchm Boden und ſt vitn di er die ſchäß kann mt ifindet derg der ſeltne er oft ſtat h virde i auch eint koſten füͤr jund Prohſ ſich ſo aſt en ſein mit ückens ſid rausfallen.R andere Athun Arbeit undd h den veiſh wniedrigſen, nen ſie ſhe das M Fläche zu BShjling e. o wie del und Nuii Tonne Hi ommen nie hr oder ni Pfund Etnt ann. cit Mif dann 3 2 heyn 3 zau bei ſin dielen ab g Jrachnen i Vom Hopfen. 351 Darin ſcheint aber gerade ein großer Anreiz zu ſeinem Betriebe zu liegen; denn wenn auch haͤufig bedeutende Verluſte dabei ſtatt finden, werden auch nicht ſelten außerordentliche Gewinnſte ge⸗ macht, und die Wechſelfaͤlle einer ſolchen Lotterie ſind fuͤr die Meiſten nur gar zu anlockend. Fortpflanzung des Hopfens durch Saamen. Der Anbau des Hopfens iſt in den meiſten Faͤllen einer alt hergebrachten Gewohnheit unterworfen, durch die eine Verbeſ⸗ ſerung des Gewaͤchſes unmoͤglich gemacht wird, und dennoch kla⸗ gen viele Hopfenbauer daruͤber, daß ihre Pflanzen immer duͤrfti⸗ ger wuͤrden und die Saamenkoͤpfe eine minder gute Farbe erhiel⸗ ten. Dieſem Uebel koͤnnte vielleicht vorgebeugt werden, wenn man neue Arten aus Saamen zu erziehen ſuchte. Ein Verſuch, den Hr. Lance zu Lewiſham vor Kurzem in dieſer Hinſicht gemacht hat, ſcheint dafuͤr zu ſprechen. Derſelbe tadelt auch ernſtlich den faſt allgemein herrſchenden Gebrauch, die maͤnnlichen Hopfenpflan⸗ zen, Hopfenhahn oder Hopfenbock, wie man ſie in England zu nennen pflegt, in den Anlagen auszurotten. Er gab 1831 eine eigne kleine Schrift daruͤber heraus, aus der wir nachſtehend Einiges mittheilen, weil es uns von großem Intereſſe fuͤr die Hopfenbauer zu ſein ſcheint. Durch die Befruchtung der weiblichen Bluͤthen mit dem Blu⸗ menſtaub der maͤnnlichen werden jene ſchwerer und gewuͤrzreicher, weil dieſes hauptſaͤchlich eine Folge des ſich dann bildenden frucht⸗ baren Saamens iſt. Daher iſt allen Hopfenbauern ernſtlich zu empfehlen, daß ſie in ihren Anlagen immer einige maͤnnliche Pflanzen mit ziehen, und deren Wuchs beſonders in den Hecken beguͤnſtigen, wodurch ihnen kein Land verloren geht. Es muͤſſen deren aber auf allen Seiten ſtehen, damit ihr Blumenſtaub durch den Wind uͤber alle weibliche Pflanzen getrieben werden koͤnne. Es iſt dies keine leere Behauptung, ſondern eine auf Erfahrung gegruͤndete. Die befruchteten Blumenkoͤpfe haben am Grunde je⸗ des Blumenblattes ein Saamenkoͤrnchen, das einen vorzuͤglich ge⸗ wuͤrzhaften Geſchmack und Geruch hat; dagegen die in ſolchen Anlagen gewonnenen, wo keine maͤnnliche Pflanze geduldet wird, nur ſelten Saamen enthalten, wenigſtens nur leichte unkeimfaͤhige Koͤrner. Gewiß der Saamen verleiht dem Hopfen mehr Gewicht, Geſchmack und demnach auch Guͤte; man muß daher ſo viel 332 Dreißigſtes Kapitel. Saamenkoͤrner, wie moͤglich zu erziehen ſuchen. Da nun die Be⸗ fruchtung der Pflanze, folglich auch ihre Saamenerzeugung, nicht ohne maͤnnliche Pflanzen vor ſich gehen kann, ſollten die Hopfen⸗ bauer ihre Ohren nicht der Stimme der Vernunft und Natur ver⸗ ſchließen, nicht die maͤnnlichen Pflanzen verachten. Aber ſie ver⸗ nichten ſie, wo ſie eine finden, und ſagen:„unſere Vaͤter gewan⸗ nen Geld ohne maͤnnliche Pflanzen, und ſo werden wir es auch.“ Und warum ſollten ſie auch kluͤger ſein wollen, als ihre Vorfah⸗ ren? Die Natur macht aber nichts umſonſt, und wie das maͤnn⸗ liche Thier zur Erhaltung ſeines Geſchlechtes nothwendig iſt, ſo kann man auch wohl ſchließen, daß der maͤnnliche Hopfen zur Erhaltung des ſeinigen beſtimmt ſei. Man kann auch aus befruchteten Hopfenſaamen Pflanzen ziehen, und dieſe wachſen uͤppiger, ſind Krankheiten, namentlich dem Mehlthau weniger unterworfen und geben einen hoͤhern Er⸗ trag, als die aus Schnittlingen gezogenen. Ein einziger Hopfen⸗ huͤgel, mit geſaͤeten Pflanzen beſetzt, lieferte im dritten Jahre nach der Saat, ſchon 3½ Pfund wohl getrockneten Hopfen. Wenn man die zur Verbeſſerung der Hopfenſorten, gewiß von Zeit zu Zeit nothwendige, ihrem Ausarten vorbeugende Erziehung von Pflanzen aus den Saamen vornehmen will, muß man ſolchen waͤhlen, der ſich in wirklich befruchteten Blumenkoͤpfen gebildet hat. Man ſaͤet denſelben zeitig im Fruͤhjahre in ein gutes Gar⸗ tenland mit vorherrſchendem Sand, und verſetzt die jungen Pflaͤnz⸗ chen zu Ende des Jahres in Reihen, wo ſie ſtehn bleiben, bis man ihr Geſchlecht erkennen kann. Dies iſt ſchon im naͤchſten Fruͤhjahr moͤglich, wo die maͤnnlichen Pflanzen bereits ein rauhes Blatt haben, waͤhrend die weiblichen erſt hervorbrechen. Man nimmt nun gegen Ende des zweiten Jahres die Pflanzen heraus und verſetzt ſie auf einen uͤbrigens gut zubereiteten Hopfengrund, wie die gewoͤhnlichen Fechſer, und theilt dabei fuͤnf weiblichen Pflanzen immer eine maͤnnliche zu. Es bringt gar keinen Nach⸗ theil, wenn auf jedem einzelnen Huͤgel eine der letzteren ſteht. Sobaldzder Boden zuſagend und die Witterung guͤnſtig iſt, traäͤgt der aus Saamen gezogene Hopfen ſchon im dritten Jahr. Der auf dieſe Weiſe zu Lewiſham von Hrn. Lance erzeugte Hopfen wurde bei einer Ausſtellung von allen Kennern einſtim⸗ mig als der ſtaͤrkſte und gewuͤrzhafteſte, den Brauern am meiſten zu empfehlende unter allen mit ihm verglichenen anerkannt, ob⸗ gleich ſeine Farbe nicht ganz den von ihnen beliebten Schimmer hatte Eyali bon d bunden dn je iht T Das nun dieg Kugung, ni ndie Hoyin und Natur Aber ſie t Väter gene⸗ wir es auh 3 ihre Vinh vie das min⸗ wendig i ſe Hopfen mmen Pflanz teen, namentli en höͤhern E⸗ iziger Hopſen dritten Jahr hopfen. Wem es von Zäta— Erzehung w ß man ſilche rköpfen gbide jein gutz he⸗ jungn lin hn hlbn,i on in nicſt eits ein un brechen. Nm )ſlanzen bau a Hoyfanuh fünf wellitn r keinen i lebtemn i rfi if t Jaht. dane azal ennem einſiw rn am miſe nerkannt, b en Schinn— Vom Hopfen. 353 hatte. Herr Lance zieht ſeinen ſchoͤnſten Hopfen horizontal in Spalierform, an Stangen, die nur 5—7 Fuß hoch, 3 Fuß weit von einander entfernt und oben vermittelſt langer Stangen ver⸗ bunden ſind, damit ſie feſt ſtehn. Die maͤnnlichen Pflanzen wer⸗ den jedoch an aufrechten Stangen in die Hoͤhe gezogen, damit ihr Blumenſtaub auf die weiblichen Bluͤthen herabfallen koͤnne. Das Spalier, wie es nebenſtehende Abbildung zeigt, bleibt auf Figur 28. dem Boden feſtſtehn, wird nicht, wie die gewoͤhnlichen Stangen, alljaͤhrlich weggenommen. Dieſe kuͤrzeren, fuͤnffuͤßigen Stangen oder vielmehr Pfaͤhle, werden unten verkohlt, um ihre Dauer zu vermehren, die horizontal oben darauf liegenden Stangen aber geſpalten, und dann darauf genagelt oder feſtgebunden. Dieſe Art, den Hopfen zu ziehen, welche ſchon Arthur Young empfahl, verdient gewiß Beachtung, wo die Stangen ſchwer zu haben, und die Hopfenanlagen dem Winde ſehr ausgeſetzt ſind, von dem die Saamenkoͤpfe zur Zeit der Reife ungemein leiden. Wenn ſie naͤm⸗ lich von denſelben gequetſcht werden, nehmen ſie bei den Trocknen gleich eine braune Farbe an, und dies noͤthigt dann den Trock⸗ ner, Schwefel dabei anzuwenden, um ein ſchoͤnes Gelb, wie es geliebt wird, herzuſtellen. Waͤhlt man uͤbrigens dieſe Art den Hopfen zu ziehn, ſo muͤſſen die Ranken ſo wie ſie wachſen im⸗ mer nach und nach bis zur Zeit der Bluͤthe angebunden werden; II. 23 334 Dreißigſtes Kapitel. dann kann man ſie aber ihrem Schickſale ſelbſt uͤberlaſſen. Die aufrechten Stangen fuͤr den maͤnnlichen Hopfen werden wie ge⸗ woͤhnlich behandelt, man pflanzt ſie aber etwas außer der Reihe, um ſie immer erkennen zu koͤnnen. Zufaͤlle und Krankheiten. Die meiſten Zufaͤlle und Krankheiten, denen drr Hopfen ausgeſetzt iſt, entſtehen wohl hauptſaͤchlich in Folge ihm nachthei⸗ liger Witterung und es iſt eine ziemlich allgemein angenommene Meinung, daß Jahrgaͤnge, die anderen Pflanzen gerade recht zu⸗ ſagen, dem Hopfen unguͤnſtig ſeien. Am meiſten leidet er von den Blattlaͤuſen, dieſen raͤthſelhaften Inſekten, die ihn manchmal in zahlloſer Menge uͤberfallen, den Saft aus den Blaͤttern ſau⸗ gen und deren Zuſammenſchrumpfen, ja nicht ſelten das Verderb⸗ niß der ganzen Pflanzen zur Folge haben, wenn zumal auch zu⸗ gleich der Drahtwurm(die Larve des Saatſchnellkaͤfers Elater Segetis) an ihren Wurzeln nagt. Es gibt Beiſpiele, daß durch dieſe Angriffe der dritte Theil der Stoͤcke zerſtoͤrt worden iſt. Man hat wiederholt Verſuche gemacht, dieſe Beſchaͤdigungen zu verhuͤten, indem man auf der Windſeite der Hopfenanlagen ein bis zwei Tage Feuer unterhaͤlt und feuchtes Stroh, Farnkraut, Geniſte, vereint mit Schwefel und verdorbenem Tabak verbrennt, um durch den entſtehenden Rauch und Qualm das Ungeziefer von den Pflanzen zu vertreiben. Wenn dies auch nicht gelingt, ſo kann doch kein Nachtheil daraus entſtehen, im Gegentheil die dann ausgeſtreute Aſche die Inſektenlarven im Boden toͤdten. Ein unfehlbares Mittel iſt gegen dieſe Feinde noch nicht entdeckt worden, wohl aber findet man eine Menge Irrthuͤmer uͤber die Fortpflanzung der Inſekten und den von ihnen angerichteten Scha⸗ hen verbreitet*). Der Schimmel und der Mehlthau bringen auf verſchiedenem *) So ſagt man, daß die Sonnenkaͤfer(Himmelsſchäfchen, Coccinellen, im Engl. Lady-bird, Damenvogel genannt), dem Hopfen Schaden zufuͤgten, und doch findet gerade das Gegentheil ſtatt, indem ſie ſich von den ihm ſchaͤd⸗ lichen Blattlaͤuſen naͤhren. Manche Hopfenbauer ferner pflanzen Bohnen zwiſchen die Hopfenreihen in der Ueberzeugung, dadurch von dieſen die Blatt⸗ laͤuſe abzuziehn. Allein jedes Gewaͤchs hat ſeine eigne Art von dieſen Inſek⸗ ten, die blos auf ihm und auf keinem andern lebt, und ſo iſt denn auch die Bohnenblattlaus ſchwarz, die Hopfenblattlaus gruͤn. heit e Ende einem eegreif deifel den„ gering und n lich,d Von da linent der R ſär i madze Gaͤt der Graf unbe laſſen. de den wie ge t der Reih⸗ der Hopfa 1 äm nachthe⸗ ngenommen de recht zu⸗ lleidet er ven ihn manchm Blattern ſar das Verdett⸗ mal auch zi kkäͤfers War jle, daß darh tt worden it“ digungen i eenanlagen in h, Farnttau Gak verbrenn angezifer ben ht gelngt, icteten Ehr berſchiäde en, Coccin czaden zütn nden im üi⸗ lanzen Bom iſin die Au m dieſen Iiſt denn auch d Vom Hopfen. 355 Wege ein Verſcheinen und Verkuͤmmern der Pflanzen hervor. Jener iſt am verderblichſten in ſolchen Hopfenpflanzungen, die eine feuchte, niedrige, geſchuͤtzte Lage haben, dieſer den hoch und offen gelegenen. Der Honigthau wird ebenfalls als eine Krank⸗ heit des Hopfens angeſehen, ſoll indeſſen neueren Beobachtungen zu Folge durch die Ausleerungen der Hopfenblattlaͤuſe hervorgebracht werden. Ueberdies wird der Hopfen noch oft von der ſogenann⸗ ten Lohe befallen, gleichſam wie mit Feuer verſengt, dieſe Krank⸗ heit erſtreckt ſich bisweilen uͤber ganze Pflanzungen von einem Ende bis zum andern, vorzuͤglich dann, wenn unmittelbar nach einem Regenguß ein gluͤhender Sonnenſchein kommt; bisweilen ergreift ſie nur einige Stoͤcke, manchmal ſogar nur einen Theil derſelben. Dagegen gibt es kein Mittel. Unſere Kenntniß von den Pflanzenkrankheiten und ihrer Heilung iſt uͤberhaupt noch ſehr gering; in tiefes Geheimniß iſt dieſer Gegenſtand noch gehuͤllt und nur durch fortgeſetzte aufmerkſame Beobachtung iſt es moͤg— lich, dieſes nach und nach mehr aufzuhellen. Einunddreißigſtes Kapitel. Von den Obſtgaͤrten— dem Apfel- und Birnenwein (Cider and Perry.) Die erſten Apfel- und Birnbaͤume wurden in England vom Kon⸗ tinent aus einem mildern Klima durch Moͤnche eingefuͤhrt; vor der Regierung Heinrichs VIII. kamen jedoch die Obſtgaͤrten nicht ſehr in Aufnahme. Es waren zwar fruͤher ſchon einige gutge— machte Sorten aus der Normandie gebracht worden, aber der Gaͤrtner des genannten Koͤnigs, Namens Harris, war der erſte, der groͤßere Obſtanlagen ſchuf, und gegen dreißig Staͤdte in der Grafſchaft Kent damit umgeben haben ſoll. Dieſes Beiſpiel fand unbezweifelt Nachfolge; aber die bedeutenden Pflanzungen in 23* 356. Einunddreißigſtes Vapitel. Herefordſhire, dem Hauptciderdiſtrikt, ſcheinen erſt unter der Re⸗ gierung Karls I. entſtanden zu ſein, nachdem ſich Lord Scuda⸗ more nach der Ermordung ſeines Freundes, des Herzogs von Buckingham, nach Home Lacey zuruͤckzog, und in einer ehren⸗ vollen Benutzung ſeiner laͤndlichen Muße Troſt und Freude fin⸗ dend, der Erziehung von Obſtbaͤumen beſondere Aufmerkſamkeit ſchenkte, woraus hernachmals eine Lieblingsbeſchaͤftigung des daſi⸗ gen Landadels entſtand. Es gibt zwar wohl nur wenig Landguͤter von einigem Um⸗ fang in England, bei denen ſich nicht auch ein Obſtgarten be⸗ faͤnde, der mehr Fruͤchte liefert, als die Familie zu verzehren ver⸗ mag, aber nur in den ſuͤdlichen und weſtlichen Grafſchaften ſo wie in einzelnen Gegenden von Irland befinden ſich ſo große Obſtanlagen, daß die Bereitung des Ciders aus ihrem Ertrage ein wichtiges landwirthſchaftliches Geſchaͤft werden kann. Zwar findet man deren auch in Clydesdale in Schottland, die mehre hundert Acker einnehmen, allein die hier erbauten Fruͤchte dienen nur zum Beduͤrfniß der Tafel. In jenen Diſtrikten, namentlich in Hereford, Worceſter, Somerſet, Devon und Cornwal wird bei dergleichen Anpflanzungen die Beſchaffenheit des Bodens und die Lage des Grundſtuͤcks wohl beruͤckſichtiget; aber in andern Gegen⸗ den beachtet man dieſe Umſtaͤnde haͤufig gar nicht, ſondern ſucht nur die Baͤume in die Naͤhe des Wirthſchaftshofes zu bringen, der Standort moͤge ihnen uͤbrigens guͤnſtig ſein oder nicht. Man ſetzt ſie auch in verſchiedenen Entfernungen auseinander, mehr nach augenblicklicher Laune, als nach richtigen Grundſaͤtzen, ſieht ferner nicht darauf, ob ſie gerade oder krumm wachſen, beſchnei⸗ det ſie nicht, entzieht ihnen jede Pflege und verſtattet wohl gar, daß Vieh aller Art ruͤckſichtslos darunter weide, die Rinde be⸗ ſchaͤdige und wenn es dahin langen kann, die Zweige abbeiße. Daß ſo gehaltene Obſtanlagen nur einen traurigen Anblick gewaͤhren koͤnnen, iſt natuͤrlich. Es iſt zwar angenehm, ſie in der Naͤhe des Wirthſchaftshofes zu haben, wenn aber hier kein paſſender Standort fuͤr ſie iſt, muß man einen andern aufſuchen. Dies gilt indeſſen allerdings nur fuͤr groͤßere Pflanzungen dieſer Art, von denen man einen lohnenden Ertrag erwartet; daneben koͤnnen kleine Obſtgaͤrten in der Naͤhe des Gehoͤftes zur Annehm⸗ lichkeit oder Zierde oder zum Aufenthalt abgeſetzter Kaͤlber und Laͤmmer immer noch beſtehen. Die beſte Lage fuͤr Obſtpflanzungen iſt weder zu hoch noch — zu ſj einer wede vunn ſe un fteier it, oſten ’bhan Blth den d hiet ſtets lingen miſch langi bauge Ihfel digen lange zehn zehn der r denſe mͤſe aher ſtens känn eazeu ater der R Lurd Seudr Danigs won Reiner ehren⸗ d Fruude fi lufwerkſantit zung des diſ einigem Uu⸗ hbſtgarten be verzehren he⸗ Jrafſchaften ſch ſo gui lihrem Ertre rkann. Zon nd, die mein Früchte dien en, nameniit nwal widi odens und ü jandern Gixn ſondern ſih ſs zu hiidgn t(nicht. Na nander, met endſäzen, ſ hſen, beſtni kttet wohl ge die Rinde l ge abbeiße urigen Atſt enehm, ſe 1 aber hieri ern aufſühn. n zungen dier artet; danchn zur Annelr⸗ Kaͤlber un zu boch nt — Von den Obſtgaͤrten— Aepfel⸗ und Birnenwein. 357 zu tief; denn ſie gedeihen beſſer in einer maͤßigen Erhoͤhung und einer offnen Lage, als in einer Tiefe. Sie ſollten deshalb auch weder von Natur, noch durch Kunſt zu ſehr geſchuͤtzt ſein; denn wenn ſie nur vor den herrſchenden Winden geſichert ſind, leiden ſie um ſo weniger von Fruͤhjahrsfroͤſten und Sommerkaͤlte, je freier und hoͤher ſie liegen. Wenn es indeſſen moͤglich zu machen iſt, ſollte man ſie ſtets auf einem ſanft nach Suͤden oder Suͤd⸗ oſten ſich neigendem Grundſtuͤcke anbringen. An einem noͤrdlichen Abhange, wenn ſie hier uͤbrigens geſchuͤtzt ſind, leiden zwar die Bluͤthen, die hier ſpaͤter zum Vorſchein kommen, oft weniger von den Fruͤhjahrswinden, als in ſuͤdlicher Lage; das Obſt wird aber hier weniger ſchmackhaft. Jede Anlage dieſer Art iſt uͤbrigens ſtets mit Graͤben und Hecken zu umgeben, um ſie vor Eindring— lingen und die jungen Baͤume vor den Winden zu ſchuͤtzen. Der Boden muß entweder von Natur gut, oder durch Zu⸗ miſchungen gut gemacht, weder zu ſtreng noch feucht, und hin⸗ laͤnglich tief ſein. In den Verhandlungen der Londoner Garten⸗ baugeſellſchaft wird, auf Erfahrungen geſtuͤtzt, behauptet, daß der Apfelbaum auf einem Sandboden ſeine Fruͤchte eher zur vollſtaͤn⸗ digen Reife bringe, als auf einem ſtrengen Boden, aber nicht ſo lange darauf ausdauere. Er verlangt fuͤnf bis zwoͤlf oder drei⸗ zehn Jahre, ehe er tragbar wird; der Birnbaum zwoͤlf bis acht⸗ zehn Jahre. Der beſte Boden fuͤr beide iſt jedenfalls ein ſolcher, der reich genug iſt, einen uͤppigen Baumwuchs hervorzubringen, denſelben aber nicht widernatuͤrlich beſchleunigt. Ein alter Ge⸗ muͤſegarten eignet ſich daher nicht wohl zu einer Obſtpflanzung, aber ein ehemaliger Hopfengrund wird, in Herefordſhire wenig— ſtens, fuͤr ganz vorzuͤglich dazu paſſend gehalten. In Herefordſhire glaubten fruͤher die Obſtzuͤchter, guter Cider koͤnne nur von auf leichtem Sandboden gewachſenen Fruͤchten erzeugt werden. Philips ruft daher den Landwirthen zu: —— Schaut hin, wo uͤppig ſich der Roggen Mit vollen Aehren auf den Boden neigt, Und weiht ſolch Land dem Apfelbaum.*) *) J. Philips, geb. den 30. December 1676 zu Bampton in Orfordſhire und geſtorben zu Hereford 15. Februar 1708 kurz nach dem Antritt ſeines dreiunddreißigſten Jahres, ſchrieb mehre Gedichte, von denen beſonders das eine Blenheim betitelt, zur Verherrlichung des Sieges des Herzogs von Marl⸗ borough, und ein Lehrgedicht uͤber die Bereitung des Obſtweins unter dem Titel: the Cider beruͤhmt geworden ſind. Dieſes Lehrgedicht ſein groͤßtes un⸗ 358 Einunddreißigſtes Kapitel. Gegenwaͤrtig aber findet man, daß die meiſten Apfelſorten doch am beſten in einem reichen tiefen Lehmboden gedeihen und darin am reichlichſten tragen, nur einige Sorten, z. B. der Stei⸗ riſche Apfel und der Goldpepin, beſonders der letzte, machen eine Ausnahme davon und ſind am tragbarſten auf einem warmen minder tiefen Boden uͤber einen Untergrund von Kalk oder Sand⸗ ſtein. Auch die beſten Birnenſorten lieben einen reichen Lehm. Geringere Sorten gedeihen indeſſen ſelbſt auf Land, das kaum Gras hervorbringt. In Cornwall findet man ſogar auf Boden, der nicht uͤber neun Zoll Tiefe und einen ſteifen gelben Thon zum Untergrunde hat, auf dem Ellern wachſen und kaum Pferde gehn koͤnnen, Apfelbaͤume, die hier kraͤftiger wachſen, als auf dem daneben liegenden beſſeren und trockneren Lande. Es iſt auch ge⸗ wiß, daß Grundſtuͤcke, die zu keiner andern Benutzung wohl faͤhig ſind, nicht ſelten mit geringen Koſten in einen tragbaren Obſtgarten ſich verwandeln laſſen. Dies gehoͤrt indeſſen zu den Ausnahmen und im Allgemeinen bleibt ſicherlich ein tiefer milder Lehmboden der tauglichſte zu einer ſolchen Anlage. Er braucht nicht ſtark geduͤngt zu werden, wenn er nur friſch, nicht durch Fruchtbau entkraͤftet und trocken genug iſt. Beſteht der Unter⸗ grund aus Grant oder Steinen, und kommen dieſe der Oberflaͤche nicht zu nahe, ſo iſt es beſſer, als wenn zaͤher, das Waſſer nicht durchlaſſender Thon unten liegt. Dann ſind wenigſtens klraͤftige Entwaͤſſerungen weſentlich nothwendig. Obſtanlagen koͤnnen uͤbri⸗ gens ohne beſondre Aufſicht zur Weide benutzt werden, gut iſt es aber, das Erdreich rund um die Baͤume, ohne die Wurzeln zu verletzen, von Zeit zu Zeit umzugraben, und etwas gute Garten⸗ erde oder wohlverrotteten Kuhmiſt daran zu bringen. Hr. Towers ſagt in ſeinem Handbuch fuͤr Hausgaͤrtner in Bezug auf die Tiefe eines fuͤr Obſtbaͤume zu beſtimmenden Bo⸗ dens, daß achtzehn Zoll friſcher, milder und kraͤftiger Lehmboden, ter den von ihm vollendeten Werken, erſchien zuerſt 1706, erhielt viel Bei⸗ fall und wurde lange Zeit als eine Nachahmung von Virgils Gedicht uͤber den Landbau betrachtet, das eine Vergleichung mit ſeinem Vorbild nicht zu ſcheuen brauche. Neuerer Zeit haben ſich indeſſen die Anſichten geaͤndert und Philips iſt ziemlich in Vergeſſenheit gerathen, obgleich nicht zu verkennen, daß die in dem genannten Lehrgedicht gegebenen Vorſchriften meiſtens genau und zuver⸗ laͤſſig ſind, und daſſelbe eine recht angenehme Unterhaltung gewaͤhrt. ohne a Unterg ein we enelge lch ei düſto worden funden augen in den diſßi junget zeln;z moͤchte dut ſe ſo wir d iſ ein deihen richt; erfahr Zeit ſcc; ander gfland Apfelſor gedeihen md 3. der Ste⸗ machen ein inem warmen koder Sand⸗ reichen Lehn, d, das kum t auf Bodan gelben Than kaum Pfah als auf den 5 iſt auch ge nutzung woſt nen tragbetn deſſen zu da tiefer mide Er brnutt h, nicht duch ht der Unte⸗ der Oberflch BWaſſer nit zſtens kräi konnen lin n, gut it Wurzeln i gute Garte⸗ usgartner i mmenden Be⸗ Lehmbodn— hielt vill Be dicht uͤher dn ct zu ſchue und Philhe , daß die ir und zubee⸗ tt. Von den Obſtgaͤrten— dem Apfel⸗ und Birnenwein. 359 ohne alle Vermengung mit thieriſchen Miſt, auf einem ſechszolligen Untergrunde von groben Steinen, Ziegelbrocken, Felsſtuͤcken ꝛc. ein weit kraͤftigeres und geſuͤnderes Wachsthum der Obſtbaͤume erzeuge, als ein doppelt ſo tiefer reicher Gartenboden. Es iſt wirk⸗ lich eine auffallende Thatſache, daß bei dem Umgraben alter Obſtgaͤrten, die vor mehren Jahrhunderten von Noͤnchen gepflanzt worden waren, Ziegel und andere Steine unter den Stellen ge⸗ funden wurden, wo die Baͤume ſtanden. Die Abſicht war dabei augenſcheinlich geweſen, daß man das Austreiben ihrer Wurzeln in den tiefer liegenden ſchlechten Boden verhuͤten wollte. Manche Obſtzuͤchter haben es noch an der Gewohnheit bei dem Pflanzen junger Obſtbaͤume einen flachen Stein unterzulegen, um die Wur⸗ zeln zu zwingen, daß ſie ſich in der Oberflaͤche verbreiten. Es moͤchte dieſes jedoch wenig helfen; denn iſt der Boden an ſich gut, ſo werden ſie ſolches auch ohnedies thun, und iſt er ſchlecht, ſo wird der untergelegte Stein ſie nicht dazu zwingen. Die Entfernung, in welcher die Baͤume zu pflanzen ſind, iſt ein Gegenſtand von großer Wichtigkeit. Zu eng gepflanzt, ge⸗ deihen ſie, mit den Wurzeln und den Zweigen ſich verſchlingend, nicht; zu weit geht an Ertrag verloren. Nach der Anſicht der erfahrenſten Obſtzuͤchter beduͤrfen die Apfel⸗ und Birnenbaͤume zur Zeit ihrer vollen Tragbarkeit einen Raum von vierzig Fuß unter ſich; da ſie aber ſchon, ehe ſie dahin gelangen, und ehe ſie ein— ander hindern, Fruͤchte bringen, kann man ſie anfangs enger pflanzen, am beſten dreizehn Fuß auseinander in Reihen, die zwanzig Fuß von einander entfernt ſind, in denen man ſie dann, einen um den andern herausſchlagend, gehoͤrig verduͤnnen kann. Sie im Quincunx einzuſetzen iſt beſonders vortheilhaft, weil ihnen dadurch mehr Licht und Luft verſchafft wird, als wenn ſie in glei⸗ chen Linien ſtehen. Zwergbaͤume, deren Anpflanzung auf hohen Punkten oder in der Naͤhe der See vorzugsweiſe zu empfehlen iſt, koͤnnen allerdings enger ſtehn, und ſollten nie uͤber vier Fuß bis zum Anfang ihrer Krone hoch werden, jemehr dem Winde ausgeſetzt, deſto niedriger; die hochſtaͤmmigen Obſtbaͤume dagegen in Anlagen, wo Vieh hinkommt, muͤſſen mindeſtens einen Schaft von ſechs Fuß Hoͤhe bekommen, ehe ſie ihre erſten Seitenzweige treiben. Bei der Zubereitung des Bodens zu einer Obſtanlage iſt das Wichtigſte darauf zu ſehen, daß das dazu beſtimmte Grundſtuͤck 360 Einunddreißigſtes Kapitel. mit Graben und Hecken, am beſten von Weißdorn, wohl umge⸗ ben ſei, um Diebe abzuhalten und das Waſſer abzuleiten. Zu letzterem Zwecke koͤnnen auch Abzuͤge noͤthig werden. Dann pfluͤgt oder graͤbt man das Land, wenn es nicht Weide oder Grasland iſt und bleiben ſoll, wo moͤglich funfzehn Zoll tief um, ſetzt die Baͤume in die vorgezeichneten Loͤcher ſorgfaͤltig ein, und beſtellt dann das Ganze mit einem niedrig wachſenden Hafer und darun⸗ ter geſaͤeten Graͤſern. Soll aber das dazu beſtimmte, zu Gras etwa niednieliegende Land unverſehrt bleiben, ſo fertigt man blos an den beſtimmten Stellen Loͤcher von ſechs Fuß Weite im Gevierte und von acht⸗ zehn Zoll Tiefe an, legt den auf dieſen Stellen ausgeſtochenen Raſen auf die Seite, und wirft in die Loͤcher vor dem Einpflan⸗ zen der Baͤume etwas gute mit verrottetem Duͤnger vermengte Erde. Dieſes Verfahren iſt gut, ſobald der Boden hinlaͤnglich tief iſt und einen durchlaſſenden Untergrund hat, taugt aber gar nichts, wenn dieſer aus ſteifem undurchdringlichen Thon beſteht, weil dann in dieſen Loͤchern das Waſſer ſich ſammelt und ſtehn bleibt. Man verfahre indeſſen, wie man wolle, ſo duͤrfen die Loͤcher nicht eher gemacht werden als bis man die Baͤume pflanzen will, die mit Sorgfalt der Baumſchule enthoben und eingeſetzt werden muͤſſen. Dabei verfaͤhrt man in England ganz ſo, wie in Deutſch⸗ land, wo es mit Sorgfalt geſchieht. Wenn man die Baͤume zur Ciderbereitung pflanzt, iſt es wohl gethan, die von einer Sorte nebeneinander zu ſetzen, weil es von Wichtigkeit iſt, nur Fruͤchte gleicher Art mit einander zu Obſtwein zu verarbeiten; indem der Saft von verſchiedenen nicht gleichmaͤßig gaͤhrt und deshalb ein minder gutes Getraͤnk liefert. Die beſte Zeit zum Pflanzen iſt, wenn die Vegetation ſchlum⸗ mert, alſo nach dem Abfall der Blaͤtter bis zum Schwellen der Knoſpen im naͤchſten Fruͤhling, oder von Ende Octobers bis zur Mitte des Februars. Das beſte Alter der Baͤume iſt ſechs Jahre nach ihrer Anſaat, wo ſie einen Stamm von ſechs Fuß Hoͤhe ge— bildet haben. Da ſchoͤne glatte und gerade Staͤmme viel zur Schoͤnheit und Ergiebigkeit eines Obſtgartens beitragen, muß man ſich es angelegen ſein laſſen, ſie alſo zu erziehen, und zu dem Ende die jungen Baͤume nach dem Setzen mit einem ſtarken Pfahl und dichten Dornenzaun verſehen, wenn das bepflanzte ₰ℳ W Erudf mm leſet tm Theit iim offe Ger ihnen ui änander jdoch d zu ziehe nere Gc Bei die dens in deutſche behande Anlage Saamer des vor rungzar Sorgfa D noch ni ter der meyre denen, tügiih cagee, ock( der wo mocksr Cder die ei hen, geben, nur e haupt ſellte ſieſor vonj wohl ung uleiten. 4 damn pflt er Grasla um, ſett ſ „ud bettt t und darn ſiednieliegnd n beſtimmn nd von at usgeſtochena em Einpfle get vermengt en hinlaͤngit augt aber ge Teon beſtht nelt und ſihn fen die Lice pflanzen wil geſetzt wedn ie in Deuſſh flanzt, it t u ſetzen, uil t einander z hiedenen nith rank liefert tation ſchlum⸗ Schwellen de hbers bis zur t ſechs Jahn uß Hohe g⸗ me viel ur n, muß man und zu den nem ſtarkn z bepflanzt 7 Von den Obſtgaͤrten— dem Apfel⸗ und Birnenwein. 361 Grundſtuͤck forthin zur Weide dienen ſoll. Nach dem Einſetzen, am beſten im Monat April, ſtutzt man die Zweige auf den drit⸗ ten Theil ihrer Laͤnge ein, und ſchneidet die innern heraus, um eine offene Krone zu bilden. Gewoͤhnlich laͤßt man die Baͤume frei wachſen, und nimmt ihnen nur die Aeſte, welche zu tief zum Vorſchein kommen, oder einander durchkreuzen und ſich im Wege ſind, von einigen wird jedoch der Rath ertheilt, ſie in einer Pyramiden- oder Kegelform zu ziehen. Dies Verfahren eignet ſich jedoch beſſer fuͤr das fei⸗ nere Gartenobſt und Zwergbaͤume, als fuͤr groͤßere Obſtanlagen. Bei dieſer iſt in England hinſichtlich des alljaͤhrlichen Beſchnei⸗ dens in der Regel eine Behandlung uͤblich, die jeder verſtaͤndige deutſche Obſtgaͤrtner kennt, und man faſt in allen den Obſtbau behandelten Schriften ausfuͤhrlich beſchrieben ſindet. Auch bei der Anlage von Baumſchulen, der Erziehung junger Baͤume aus dem Saamen und deren Veredlung kommt daſelbſt nichts Abweichen⸗ des von den in Deutſchland als vorzuͤglich anerkannten Verfah⸗ rungsarten vor, nur ſcheint im Allgemeinen die Sache mit mehr Sorgfalt und Aufmerkſamkeit betrieben zu werden. Die zum Anpflanzen vorzuͤglich empfohlenen Apfelſorten ſind noch nicht ſaͤmmtlich in Deutſchland bekannt, wenigſtens nicht un⸗ ter den in England gebraͤuchlichen Namen. Vielleicht ſind jedoch mehre darunter, welche die Beachtung deutſcher Obſtgaͤrtner ver⸗ dienen, es ſeien daher nachſtehend die engliſchen Namen der vor⸗ zuͤglich geruͤhmten Sorten angegeben. Stireapple(ſteiriſcher), Co⸗ caͤgee, Goldpepin, Radſtreek(rothgeſtreifter), Haglocrab, Wood⸗ cock(Holzhahn); Harvey, Brandyapple(Brandapfel), Jennet, der rothe, weiße, gelbe Musk(Biſamapfel), Dymockred(Dy⸗ mocksrother), Old Pearmains(Alte Parmaine).— Die zu Eider vornehmlich verbrauchten Aepfel ſind jedoch keine ſolchen, die ein gutes Tafelobſt liefern, ſie haben meiſt einen etwas rau⸗ hen, herben Geſchmack. Die Farbe der Aepfel, die guten Cider geben, ſoll entweder gelb oder roth ſein; denn die gruͤnen liefern nur ein geringes Getraͤnk, da deſſen Staͤrke und Wohlgeſchmack hauptſaͤchlich von der Schale abhaͤngt, wie mehre deshalb ange⸗ ſtellte Verſuche bewieſen haben. Auch gibt man den kleinen, wenn ſie ſonſt gut ſind, den Vorzug vor den groͤßeren; der Cider ſoll von jenen ſtaͤrker und ſchmackhaſter werden. Die zu Wein am beſten geeigneten Birnenſorten zeichnen ſich 362 Einunddreißigſtes Kapitel. ebenfalls nicht durch Wohlgeſchmack aus; ſie ſollen ſogar, nach Knights Angabe bei dem Eſſen ein langanhaltendes unangeneh⸗ mes Gefuͤhl in der Kehle, das ſogenannte Wuͤrgen in hohem Grade verurſachen, aber einen Saft geben, der dennoch reich an Zucker iſt, und nur ſo viel Herbigkeit beſitzt, wie jeder Gaumen es beim Weine liebt. Die beſten Birnenſorten dazu heißen Squaſch(Quatſch, ſo genannt wegen ihres Reichthums an Saft, ſie ſoll England mehr Champagner liefern, als dahin eingefuͤhrt wird), Huffcap, Sackpear, Redpear, Longland ꝛc. Die feineren Tafelbirnen, welche in England gezogen werden, ſind meiſtens aus Frankreich eingefuͤhrt und auch die in Deutſchland bekannten Sorten, namentlich alle Butter- und Muskatbirnen, die Bon— chretien, St. Germain ꝛc. Dieſelben werden von vorzuͤglicher Guͤte auf den Inſeln Guernſey und Jerſey gewonnen. Eine aus dem Norden von Spanien gekommene Butterbirne, Pera de Mantega, und eine aͤhnliche aus dem noͤrdlichen Portugal, aus der Gegend von Guimargens ſollen an Wohlgeſchmack alle anderen Sorten uͤbertreffen. Die Ernte der zu Wein beſtimmten Aepfel und Birnen tritt nicht in allen Jahren zu derſelben Zeit ein, ſie darf nicht eher vorgenommen werden, als bis die Fruͤchte bei einer leichten Er⸗ ſchuͤtterung von ſelbſt abfallem. Jede Sorte ſollte ſtets fuͤr ſich geerntet und bis zur voͤlligen Muͤrbigkeit aufgehoben werden. Dieſe herbeizufuͤhren bringt man die Fruͤchte in Haufen von einem Fuß Hoͤhe, und laͤßt ſie der Sonne, der Luft und dem Regen ausgeſetzt liegen, ohne ſie zuzudecken, es muͤßte denn Kaͤlte eintreten. Je mehr ſich die Haufen erwaͤrmen, deſto beſſer, weil dadurch viel Waſſer verdampft, die Staͤrke des Weins vermehrt und ſein Wohlgeſchmack erhoͤhet wird. Ob der rechte Grad von Muͤrbe eingetreten, laͤßt ſich daraus beurtheilen, wenn einzelne Fruͤchte zu faulen beginnen. Dann lieſt man die angefaulten ſogleich aus und bringt die uͤbrigen zur Muͤhle. Jede Sorte ſollte auch ſtets fuͤr ſich allein vermahlen werden. Wenn ſich ſolches nicht wohl machen laͤßt, ſo nehme man wenigſtens die zu gleicher Zeit reif gewordenen zuſammen. Auf dieſe Weiſe erhaͤlt man aus einem Garten nicht nur Obſtwein von verſchiedenem Geſchmack und verſchiedener Staͤrke, ſondern auch ſpaͤterhin durch Vermiſchung deſſelben ein beſſres Getraͤnk, als wenn man vor der Bereitung die verſchiedenen Sorten mengt. 8 3 ſchit 1 Unterſc umlaͤuf geworf Tage! Dee C in Her liche 6 Haartü das S deſſeb man n 5 Aopfel genannt nochma wieder und L. ſheads ten Pr Der b einen f rung wohle wein etwa i ben w vollgeſt nachder ſie beg W verlier winden ten. ſlurni ſett, dine 1 ſogar, ni unangen en in hoha noch reich g ſedeer Gaund dazu hei ims an Ef hin eingefit Die feinen ſind meiſen ind bekannee n, die Bm zuglicher Ein Eine aus de de Manteg, s der Gegen nderen Sot Birnen iit darf nicht r leichten ſtets für ſt poben wenn Haufen w Luft und de ite denn däl beſſer, vi eins vermell zte Grad bel wenn einzene „angefaultn Jede Sott Wen ſü gſtens din Veiſe itil verſchiedenen gterhin dud in man d 2 Von den Obſtgaͤrten— den Apfel⸗ und Birnenwein. 363 Das Zermalmen oder Zermahlen der Aepfel und Birnen ge⸗ ſchieht in einer gewoͤhnlichen Roßmuͤhle, wie man zum Zerquet⸗ ſchen des Ginſters gebraucht(S. B. 1. S. 191), nur mit dem Unterſchied, daß der Stein in einem ſchmalen, kreisfoͤrmigen Troge umlaͤuft. In dieſen Trog werden nur einige Buſhel auf einmal geworfen, und ein Mann mit Hilfe eines Jungen kann in einem Tage drei Hogſheads(1 Hgd.= 63 Gallons) Brei bereiten. Die Ciderpreſſe, welcher man allgemein den Vorzug gibt, iſt die in Herefordſhire gebraͤuchliche, doch reicht auch eine ganz gewoͤhn⸗ liche Schraubenpreſſe zu dieſem Zweck aus. Der Brei wird in Haartuͤcher geſchlagen und der auslaufende Saft ſogleich in auf das Sorgfaͤltigſte gereinigte Faͤſſer gefuͤllt. Die Menge und Guͤte deſſelben wechſelt nach den Sorten und nach den Jahrgaͤngen; man nimmt jedoch gewoͤhnlich an, daß zwei Hogſheads Brei ein Hgd Saft oder Moſt geben; Birnen liefern etwas mehr, als Aepfel. Die im Tuche bleibenden Preßruͤckſtaͤnde werden Kaͤſe genannt; man zermahlt dieſelben, zumal von Aepfeln, haͤufig nochmals mit Waſſer, preßt wieder und erhaͤlt auf dieſe Weiſe wieder einen ſchwaͤcheren Wein, den man fuͤr ſich gaͤhren laͤßt und Lauer(washings) nennt. Die Ruͤckſtaͤnde von drei Hog⸗ ſheads Wein geben etwa ein Hgd Lauer. Was nach dieſem letz⸗ ten Preſſen in den Tuͤchern zuruͤckbleibt, dient zu Schweinefutter. Der von der Preſſe kommende Moſt hat ein truͤbes Anſehn und einen fauligen Geſchmack, und kann nur durch die weinige Gaͤh— rung klar und trinkbar werden. Er wird zu dem Ende auf große wohlgereinigte Faͤſſer gefuͤllt, die man vorher mit gutem Obſt⸗ wein oder reinem Branntwein ausgeſchwenkt hat, um ihnen jeden etwa inwohnenden unangenehmen Geſchmack zu nehmen. Dieſel⸗ ben werden erſt nach vollendeter Gaͤhrung bis zum Spundloch vollgefuͤllt; ſie tritt ein bis zwei Tage nach dem Preſſen ein, je nachdem die Reife der Fruͤchte und der Zuſtand der Witterung ſie beguͤnſtigen. Wenn man ihr nicht die gehoͤrige Aufmerkſamkeit ſchenkt, verliert der Cider an Suͤßigkeit, und da er dadurch den Meiſten minder angenehm wird, ſucht man doch ſolche moͤglichſt zu erhal— ten. Um dies zu bewirken, laͤßt man die Faͤſſer bis die erſte ſtuͤrmiſche Gaͤhrung voruͤber iſt, meiſtens der freien Luft ausge— ſetzt, und zieht die Fluͤſſigkeit, nachdem jene aufgehoͤrt hat, und eine zweite einzutreten ſcheint, auf reine Faͤſſer, um ſie von dem 564 Einunddreißigſtes Kapitel. ſchmutzigen Niederſchlag zu trennen. Erneut ſich darin die Gaͤh⸗ rung wieder, durch ein ziſchendes Geraͤuſch ſich zu erkennen ge⸗ bend, ſo unterbricht man dieſelbe durch Schwefeln, indem man ein Stuͤck ſogenannten Einſchlag von zwei bis drei Zoll Breite und ſechs bis ſieben Zoll Laͤnge fuͤr ein Faß, das 60— 80 Gallons Cider haͤlt, angezuͤndet, durch das Spundloch hineinſteckt, und dieſes dann ſchließt. Die im Faß enthaltene Luft reicht hin, das Brennen bis zu ſeiner Vollendung zu unterhalten. Iſt dieſe erfolgt, ſo wird das Faß hin und her gerollt, um eine Vereini⸗ gung des Ciders mit den entſtandenen ſchwefelicht ſauren Daͤm⸗ pfen zu bewirken. Hierauf wird das Faß bis zu einem paar Zoll Entfernung vom Spundloch vollgefuͤllt und nun bleibt die Gaͤhrung eine Zeit lang außen. Bemerkt man jedoch, daß ſie wieder neu beginnen will, ſo wird das Schwefeln wiederholt und zwar ſo oft, als jene Erſcheinung wiederkehrt. Wenn hierauf die Fluͤſſigkeit ruhig bleibt, und ein an das Spundloch gebrach— tes Licht ruhig fortbrennt, dann iſt die Gaͤhrung in den Schran⸗ ken, wo ſie der Suͤßigkeit des Ciders keinen fernern Abbruch thut, und wenn die Anzeigen von ihr gaͤnzlich beſeitigt ſind, iſt dieſer als Verkaufswaare fertig. Es findet ſolches gewoͤhnlich im Maͤrz oder April des folgenden Jahres ſtatt. Die nach ſeinem Abziehn zuruͤckbleibenden Hefen werden durch Saͤcke von grober Leinwand, 3— 4 Gallons haltend, ge⸗ ſeiht, vorher aber, um ſie voͤllig zu klaͤren, 6— 8 Gallons davon mit ½1 Pinte friſchem Rinds⸗ oder anderem Blut tuͤchtig unter einander geruͤhrt. Dadurch wird eine vollſtaͤndige Trennung der groͤbern Ruͤckſtaͤnde bewirkt und eine ganz klar ablaufende Fluͤſſig— keit erhalten, die man zu dem uͤbrigen Cider miſcht, und die, wie man bemerkt haben will, zur Unterdruͤckung von deſſen fer⸗ nern Gaͤhrung beitraͤgt. Um hierauf deſſen Klaͤrung oder Schoͤ⸗ nung zu vollenden, nimmt man ein Pfund Hauſenblaſe, weicht dieſelbe 10— 12 Stunden in Waſſer und loͤſt ſie dann in etwa fuͤnf Gallons Cider auf. Der vierte Theil dieſer, mit einem Be— ſen tuͤchtig durchruͤhrten Aufloͤſung iſt hinreichend fuͤr ein Hog— ſhead Cider, mit dem ſie im Faſſe innig vermiſcht wird. Hirſch⸗ horn wirkt daſſelbe, wie Hauſenblaſe, und noch beſſer iſt Eiweiß. Man nimmt fuͤr die angegebene Menge Eider das Weiße von zwoͤlf Eiern, vermengt daſſelbe nebſt den geſtoßenen Schalen durch Schlagen innig mit einem Quart Wein, gießt dieſe Men⸗ 1 gung! darin rcht t diauce auf ein ſt jed zu em atz vo zu wer er über den. giehn. naͤchſt ſch ſi Jaͤhre, L der A tragend jaͤhrlih haben chengr baum hat*) und! bleibe bedeui Aceer den Getra jddoch — 1 dleber dn de wacch nen deckt weite — rin die G erkennen indem m ei Zoll Bn⸗ das 605 och hineinſit euſt reicht ten. Iſt di 8 eine Verei ſauren Di u einem pr nun bleibt doch, daß eln wieder. Wenn hieru dloch gehrit a den Schim⸗ tnern Abbruh ritigt ſind, in gewoͤhnlih i Hefen wene haltend, jallons daur tüchtig un Trennung ufende Flſſ cht, und i on deſſen ir i oder Ett zblaſe, wit dann in etwe nit einem b⸗ für ein he oid. hiſh r iſt Eiviß Weiße dl nen Schal dieſe Me⸗ Von den Obſtgaͤrten— dem Apfel⸗ und Birnenwein. 365 gung durch das Spundloch in das Faß und ruͤhrt ſie mit der darin enthaltenen Fluͤſſigkeit vermittelſt eines geſpaltenen Stabes recht tuͤchtig durch einander. Fuͤgt man dazu noch etwas Can⸗ diszucker mit etwa einem Gallon gutem Weingeiſt oder Cognac auf ein Hogſhead, ſo wird der Cider noch ſehr verbeſſert. Dies iſt jedoch nur fuͤr den Hausbedarf, nicht fuͤr den zum Verkauf zu empfehlen, weil es nicht bezahlt wird. Dagegen iſt der Zu⸗ ſatz von ein paar Unzen Ingwer auf dieſe Quantitaͤt Cider daran zu wenden. Er wird dadurch minder blaͤhend. Getrunken ſollte er uͤberhaupt nicht eher werden, als bis er ein Jahr alt gewor⸗ den. Nach zwei Jahren iſt die beſte Zeit, ihn auf Flaſchen zu ziehn. Man waͤhlt dazu wo moͤglich den Monat Maͤrz. Im naͤchſten Sommer wird er dann prickelnd und geiſtreich und haͤlt ſich ſo, von guten Sorten und guͤnſtigen Jahren, wohl 20— 30 Jahre, oder ſo lange nur der Pfropfen ſeine Schuldigkeit thut. Der Birnbaum waͤchſt in verſchiedenartigerem Boden, als der Apfelbaum, und liefert einen hoͤheren Ertrag. Jeder gut tragende Birnbaum gibt in maͤßig gutem Boden im Durchſchnitt jaͤhrlich zwanzig Gallons Wein. Einzelne vorzuͤglich ergiebige haben in einem Jahre ein Hogſhead gegeben, und auf dem Kir⸗ chengrund von Home Lacey in Herefordſhire ſteht ein Birn⸗ baum, der mehrmals in einem Jahre ſunfzehn Hochſhead gefuͤllt hat*). Da nun bequem dreißig Birnbaͤume auf einem Acker ſtehn und bei gehoͤriger Abwartung bis ins zweite Jahrhundert tragbar bleiben koͤnnen, iſt der Ertrag einer Birnenpflanzung ziemlich bedeutend. Das Produkt eines mit Apfelbaͤumen bepflanzten Ackers Land iſt beinahe um ein Drittheil niedriger, dafuͤr wer⸗ den aber die Apfelbaͤume eher tragbar und iſt zum gewoͤhnlichen Getraͤnk der Apfelwein beliebter. Der Birnenwein eignet ſich jedoch beſſer zu kuͤnſtlichen Weinen. Bei gehoͤriger Behandlung *) Die unteren Aeſte dieſes merkwuͤrdigen Baumes waren ungeſtutzt ge⸗ blieben, ſie wuchſen deshalb ungehindert fort, ſenkten ſich zur Erde und ſchlu⸗ gen daſelbſt mit ihren Spitzen Wurzeln, aus denen neue Baͤume hervorkamen, welche dieſelbe Erſcheinung zeigen. Auf dieſe Weiſe kam es dahin, daß bin⸗ nen zwanzig Jahren ziemlich ein halber Acker von dem einzigen Baume be⸗ deckt wurde, und es wuͤrde gar nicht ſchwer halten, ſeine Ausdehnung noch weiter zu treiben. 366 Einunddreißigſtes Kapitel. kommt er dem weißen Wein aus Trauben poͤllig gleich, und ohne allen weiteren Zuſatz laͤßt ſich ein ſehr wohlſchmeckender Cham⸗ pagner aus ihm bereiten. Es iſt daher natuͤrlich, daß er in Englands Weinfabriken ſehr geſucht iſt, die faſt alle Arten von Traubenwein aus ihm bereiten. Uebrigens iſt der Birnenwein bei ſeiner Bereitung ekler, als der Apfelwein und mehr zum Verderben geneigt. Beide erfordern uͤbrigens auf gleiche Weiſe die hoͤchſt moͤgliche Reinlichkeit und gute friſche Keller, auch iſt der Gebrauch aller kupfernen und bleiernen Geraͤthe bei ihrer Be⸗ reitung auf das Sorgfaͤltigſte zu vermeiden. Es iſt bis jetzt nur von Birnen⸗ und Aepfelanlagen geſpro⸗ chen worden, weil dieſe die geſuchteſten und werthvollſten Fruͤchte fuͤr den Landwirth hervorbringen. Es gibt aber in manchen Grafſchaften ſehr ausgedehnte Obſtgaͤrten, die ſowohl durch ihren Ertrag an den verſchiedenſten Obſtarten, als wie durch ihre Wei⸗ denutzung ſehr eintraͤglich werden. Dies iſt beſonders in Kent der Fall, wo der Boden, ein lockerer ſandiger Lehm, uͤberaus guͤnſtig dazu iſt, und man daher ausgedehnte Pflanzungen von Kirſchen, Pflaumen und Lampertsnuͤſſen bei den Landguͤtern fin⸗ det. Die eintraͤglichſten Obſtgaͤrten ſind jedoch die, in welchen ſich alle Arten von Kern- und Steinobſtbaͤumen mit Strauch⸗ obſt vereinigt finden, und die nur deren Erziehung gewidmet ſind. Es gehoͤrt ein ſolcher freilich mehr zur Garten- als zur Landwirthſchaſt, und ſcheint deshalb fuͤr große Landguͤter nicht paſſend, es gibt jedoch mehre, die einige hundert Acker Land be⸗ ſitzen, und bei denen dennoch dergleichen Gaͤrten mit ziemlichem Vortheil unterhalten werden. Vorzuͤglich eignen ſie ſich indeſſen allerdings fuͤr kleine Guͤter und ſolche Perſonen, die ſich auf das Land zuruͤckziehen und denen ein ſo benutztes, keine Pferdearbeit beduͤrfendes Stuͤck Land eine geſunde Beſchaͤftigung neben einem nicht zu verachtenden Gewinn gewaͤhrt. In einem ſolchen Gar⸗ ten ſoll man nach der Vorſchrift eines ſehr erfahrenen Mannes, Herrn Mains, halb hochſtaͤmmige Aepfel- und Birnbaͤume in achtzehn Fuß von einander entfernten Reihen zwoͤlf Fuß weit auseinander pflanzen, und dazwiſchen, parallel mit ihnen Stachel⸗ Johannisbeer⸗ und Lambertsnußſtraͤucher, die nicht uͤber vier Fuß hoch werden duͤrfen. Vor der Reife zu Backwerk abgepfluͤckte Stachelbeeren rentiren beſſer, als zur voͤlligen Reife gekommene und ſind minder ſchwer zu verfahren. Ein ſolcher Garten wird nicht und E kraut wohl! und di Fatoff gen Ge — hh, und ch ſender Chmn daß eri de Arten wu Birnenvi d mehr zm igleiche Viſ ler, auch j Gei ihrer ⸗ uagen geſg (lſten Frucht zein manghe e durch ihre Ch ihre We⸗ ders in din 2m, uͤberan Szungen ta dgutern ſir — in wal it Straut⸗ 3g gewune ven⸗ als zu Sdgüter nit er Land b⸗ t ziem ihm Jſich indeſen eſich auf do aferdeutt gneben einn plchen Gc⸗ In Manné nbaͤume i Fuß mi en Stti⸗ r vier i abgepflict Von den Obſtgaͤrten— dem Apfel⸗ und Birnenwein. 367 nicht zu Gras benutzt, ſondern zwei Fuß breit an jeder Baum und Strauchreihe hin unbepflanzt gelaſſen und rein von Un⸗ kraut gehalten. Dieſe Streifen belegt man alle Herbſte mit wohl verrottetem Miſt, den man im Fruͤhjahre wieder abrecht, und die dazwiſchen liegenden Stuͤcke Land bepflanzt man mit Kartoffeln, Zwiebeln, Turnips, Vitzbohnen oder anderen derarti⸗ gen Gewaͤchſen, die in der Nachbarſchaft Abſatz finden. ——————*.—— 8 5 — 1 2 3 4 5 6 1 8 9 10 11 12 13 l⸗ Colour& Grey Control Chart e Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnhite Grey Grey 2— Grey 3 Grey 4 Black ——————