Wu“.“ [Uaiv-ibi. Siessen —— Darſtellung der 8 Landwirthſchaft Großbritanniens. * * 2 4 Erſter Band. , 7BIBIL Iorn D. K0ON 199 lc. 1II. N Fd AD.MLL. Sgdis di E” böhl —— Darſtellung V der Landwirthſchaft Großbritanniens 4 in ihrem gegenwaͤrtigen Zuſtande. Nach dem Engliſchen bearbeitet von Dr. A. G. Schweitzer, Profeſſor der Landwirthſchaft zu Tharandt und vieler gelehrten Geſellſchaften wirklichem, korreſpondirendem und Ehrenmitgliede. Erſter Band. 1 Mit 55 eingedruckten Holzſchnitten. —— Leipzig: 4 F., A. Brockhau3. 1839. 3 3 8 5 3 3 1 Ain AeAlc del-=4enn — ☛‿ᷣ Der zweiten allgemeinen Verſammlung deutſcher Landuidihe V zu Karlsruhe im September 1838 aus wahrer Hochachtung gewidmet b von dem b deutſchen Bearbeiter. Do agi dutſhen Be b V ten Gewerd Aritsn Nodd A NM inn Veriin d t, vieſch Jühn Arſel dſtben ſnd ſiſih dde däzigicher dn Meiſcen 1” Emben d benscen bacr ſ Vorrede des deutſchen Bearbeiters. Das engliſche Werk, von dem hier der Anfang einer deutſchen Bearbeitung den Freunden des landwirthſchaftli⸗ chen Gewerbes vorgelegt wird, iſt unter dem Titel:„The british Husbandry“ erſchienen, erſt vor kurzem vollendet worden, und macht einen Theil der Schriften aus, deren Herausgabe die in London gebildete Geſellſchaft zur Ver— breitung nuͤtzlicher Kenntniſſe beſorgt. Dieſe Geſellſchaft, ein Verein der ausgezeichnetſten Maͤnner des britiſchen Rei⸗ ches, wie ſchon die Namen eines Brougham, eines Lords John Ruſſell beweiſen, welche die thaͤtigſten Mitglieder deſſelben ſind, ſucht ihren menſchenfreundlichen Zweck haupt⸗ ſächlich dadurch zu erreichen, daß ſie die Ausarbeitung vorzuͤglicher Schriften zur Belehrung in allen Faͤchern des dem Menſchen wahrhaft nuͤtzlichen Wiſſens, beſonders in den Gewerbswiſſenſchaften, hervorzurufen ſich bemuͤht, dieſes zu bewirken kein Opfer ſcheut, die allerdings ihr zahlreich zu Gebote ſtehenden trefflichen Hilfsmittel dazu beſtens be— nutzt, und die auf dieſe Weiſe zu Tage gefoͤrderten, in einem hoͤchſt anſtaͤndigen Außeren erſcheinenden literariſchen VIII Vorrede des deutſchen Bearbeiters. Produkte zu aͤußerſt wohlfeilem Preiſe in das Publikum bringt. Die der Landwirthſchaft gewidmeten Schriften dieſer Art erſcheinen heftweis unter dem Titel:„The Far- mer'’s series“, und enthalten bis jetzt die Pferdezucht, die Rindviehzucht(beide bereits vom Profeſſor Hering deutſch bearbeitet), die Schafzucht, Beſchreibungen ausgezeichneter Wirthſchaften, die Anpflanzung von Wald- und Zierbaͤu— men, den Straßenbau, die Verwaltung der Armengeſetze, und eine umfaſſende belehrende Darſtellung des gegenwaͤr⸗ tigen Zuſtandes der Landwirthſchaft in Großbritannien, verbunden mit einer Anweiſung zu ihrem zweckmaͤßigſten Betriebe. Dieſe Darſtellung und Anweiſung(„The british Husbandry“) ſcheint vorzuͤglich gut gelungen zu ſein, und iſt es nun eben, von welcher der Unterzeichnete eine deutſche Bearbeitung verſucht hat. 88 Hier kann man nun mit Recht die Frage aufwerfen: „war eine ſolche Bearbeitung nothwendig, ja nur nuͤtz⸗ lich?“— So wenig ſich auch gerade jenes behaupten laſ⸗ ſen moͤchte, ſo duͤrfte doch dieſes mit Fug und Recht an— zunehmen ſein, weil ſonſt dieſes Werk von vielen deutſchen Landwirthen ungeleſen bleiben, und dieſes wirklich zu bekla⸗ gen ſein wuͤrde; denn daſſelbe enthaͤlt einen wahren Schatz von wichtigen Erfahrungen, ertheilt hoͤchſt beachtungswerthe meiſtens auch bei uns anwendbare Vorſchriften in allen Theilen der Landwirthſchaft, ſowie wohl zu beherzigende Klugheitsregeln, zeigt an vielen Stellen ein wahrhaft edles Streben, Menſchenwohl zu befoͤrdern, ſpricht in dieſer Hin⸗ ſicht die trefflichſten Grundſaͤtze aus und gibt uns zu glei— cher Zeit,ein ſo deutliches anſchauliches Bild von dem ge⸗ genwaͤrtigen Zuſtande der Landwirthſchaft in Großbri⸗ — — — ——— ——r——— — ä ſi ijetn ü bra, d jaiché ug od lgrich m aah ſehen tiar de m diff m darh ſinde, aus nd aos de ſt fin I kian Degt ntenehwwun ſcen auch ſindig ſre defeunn g Den wir⸗ Frohelsd nannter dare fot, de ſdißtg mac rerhnnter iſrtth ſ nd pgte eit e. uh m dut ſi ne ſh berißt eir ikum iften Var- die utſch neter baͤu⸗ ſetze, waͤr⸗ nien, zſten tish und tſche rfen: nuͤtz⸗ laſ⸗ an⸗ ſchen ekla⸗ chaß erthe allen ende edles Hin⸗ glei⸗ ge⸗ bri⸗ — Vorrede des deutſchen Bearbeiters. IX tannien, daß in dieſer Hinſicht wohl neuerer Zeit nichts Ähnliches aufzuweiſen ſein moͤchte. Eine ſolche Darſtel— lung wird aber jederzeit fuͤr den deutſchen Landwirth lehrreich und von großer Wichtigkeit ſein; denn wenn er auch ſeinem britiſchen Gewerbsgenoſſen wegen veraͤnderter aͤußerer Verhaͤltniſſe nicht in allen Dingen unbedingt fol⸗ gen darf, ſo wird er doch ſtets aus deſſen umſichti— gem Benehmen, aus deſſen kluger Benutzung aller Um— ſtaͤnde, aus deſſen vielſeitigen gediegenen Erfahrungen, und aus deſſen ſcharfer Berechnungsweiſe großen Nutzen fuͤr ſein Verfahren ziehen, ſeine Kenntniſſe bereichern und einen Wegweiſer ſich bilden koͤnnen, der ihn bei ſeinen Unternehmungen auf die richtige Bahn bringt. Deshalb haben auch alle deutſche, uͤber engliſche Landwirthſchaft ver⸗ ſtaͤndig ſprechende Schriften ſtets eines großen Beifalls ſich zu erfreuen gehabt, und nicht unweſentlichen Nutzen geſchafft. Wem waͤren in dieſer Hinſicht die Namen Begtrup, v. Hazzi, v. Knobelsdorf, Thaer unbekannt? Beſonders hat Letztge⸗ nannter durch ſein Meiſterwerk, die engliſche Landwirth⸗ ſchaft, das neuerer Zeit mehre Unberufene, die ſich gern wichtig machen wollen, umſonſt zu verunglimpfen ſuchen, anerkanntermaßen den erſten Anſtoß zu einer wahrhaft wiſ— ſenſchaftlichen Behandlung der Landwirthſchaft in Deutſch⸗ land gegeben und dadurch ſich ein dauerndes Gedaͤchtniß geſtiftet. Seit der Zeit indeſſen, wo er dieſes Buch ſchrieb und neu auflegte, ſeit den Jahren 1795— 1806, hat ſich, wie ſich leicht begreifen laͤßt, gar Manches in dem Landwirthſchaftsbetrieb der Englaͤnder geaͤndert; denn an ein ſtarres einſeitiges Stehnbleiben bei eingewurzelten Ge⸗ wohnheiten iſt bei dieſer nach Vervollkommnung im Ge⸗ X Vorrede des deutſchen Bearbeiters. werbsweſen raſtlos ſtrebenden Nation hier um ſo weniger zu denken, weil ſie von den veraͤnderten Zeitumſtaͤnden und Handelsverhaͤltniſſen dringend zu mannichfachen Abaͤnderun⸗ gen aufgefordert wurde, und die wiſſenſchaftliche Er⸗ kenntniß nach allen Seiten hin, beſonders in der Na— turkunde, ſeit einigen Jahrzehenden auf merkwuͤrdige Weiſe ſich ausgedehnt hat. Es fehlt uns aber jetzt an einer Schrift, welche den gegenwaͤrtigen Zuſtand der engliſchen Landwirthſchaft in allen Theilen des Reichs deutlich dar— ſtellt und die Veraͤnderungen genuͤgend nachweiſt, welche ſie erlitt, ſeitdem ſie von Thaer beſchrieben worden. Da— her mag auch wohl der Herr Markgraf Maximilian von Baden die intereſſante Preisfrage zur Beantwortung bei der diesjaͤhrigen allgemeinen Verſammlung der deutſchen Landwirthe zu Karlsruhe geſtellt haben:„durch was un— terſcheidet ſich die engliſche Landwirthſchaft von der deut— ſchen, welche Veraͤnderungen erlitt dieſelbe, ſeit Thaer ſie beſchriebenz kann ſolche mit Vortheil in Deutſchland einge— fuͤhrt werden, unter welchen Verhaͤltniſſen, und mit wel⸗ chen Abaͤnderungen?“ Dieſem Mangel einigermaßen abzuhelfen moͤchte das Werk, deſſen Verdeutſchung hier verſucht wird, vielleicht im Stande ſein, und der Unterzeichnete, ſich zur eigent— lichen Beantwortung der genannten Preisfrage zu ſchwach fühlend, laͤugnet nicht, daß ihn der Gedanke, durch ſeine Arbeit wenigſtens einen Beitrag dazu zu liefern, vorzuͤg— lich mit anſpornte, das einmal uͤbernommene Amt eines überſetzers oder vielmehr Bearbeiters nach beſten Kraͤften durchzufuͤhren; doch ſchmeichelt er ſich auch, nach gruͤnd— licher Unterſuchung, mit der Hoffnung, die deutſche land⸗ 2 w nden a Kründüc Errcvidie toricgnden ſeſt ucch e zicnete zu Tiſe Ftag itde er in nich, de Dae venr er ſ tager ver Eprace vo ladvietzſch nur tvas Gninde lin le ni dehr, A dn Vm m Nſe li dm ti os hautennee eniger und erun⸗ Er⸗ Na⸗ Weiſe einer iſchen dar⸗ velche Da⸗ von g bei tſchen 3 un⸗ deut⸗ ꝛer ſie einge⸗ wel⸗ e das „lleicht igent⸗ hwach ˖ſeine orzuͤg⸗ eines raͤften gründ⸗ land⸗ Vorrede des deutſchen Bearbeiters. XI wirthſchaftliche Literatur dadurch mit einem Buche zu be— reichern, das wohl kein Leſer, ohne mannichfache Beleh⸗ rung und Unterhaltung daraus geſchoͤpft zu haben, aus den Haͤnden legen wird; denn es ſteht nach ſeinem Urtheile an Gruͤndlichkeit und Vollſtaͤndigkeit weit uͤber Loudons Encyklopaͤdie, ſowie uͤber Sinclair's, Dickſon's und anderen engliſchen Werken dieſer Art, die alle ihren Überſetzer und guten Abſatz gefunden haben. Scheint nun nach dem Geſagten die Nuͤtzlichkeit des vorliegenden Unternehmens außer Zweifel geſetzt, ſo ent— ſteht noch eine zweite Frage, naͤmlich die: war der Unter— zeichnete zu einer ſolchen Arbeit hinlaͤnglich befaͤhiget?— Dieſe Frage mag die Leiſtung ſelbſt beantworten. Gern wuͤrde er ſie geſchickteren Haͤnden uͤberlaſſen haben, wenn ihm nicht, von ſeinem Herrn Verleger dazu aufgefordert, die Beſorgniß eingekommen waͤre, die überſetzung moͤge, wenn er ſie nicht uͤbernaͤhme, vielleicht einem Mann uͤber⸗ tragen werden, der zwar der engliſchen und deutſchen Sprache vollkommen maͤchtig, aber unbekannt mit dem landwirthſchaftlichen Gewerbe ſei, und aus dieſem Grunde nur etwas ſehr Mangelhaftes liefern koͤnne; denn gewerb⸗ liche Schriften ſind nur von einem mit dem behandelten Gegenſtande genau Bekannten, nicht von einem Stuben⸗ gelehrten, leiſte er als gluͤcklicher woͤrtlicher überſetzer auch noch mehr, aus einer andern in die heimiſche Sprache fuͤr den Mann vom Fach vollkommen verſtaͤndlich uͤberzutra⸗ gen. Dieſe vollkommene Verſtaͤndlichkeit und eine Sprache, die bei dem Leſen nicht merken laſſe, daß man kein Ori— ginal, blos eine überſetzung vor ſich habe, waren das Hauptbeſtreben bei dieſer Arbeit, weniger ein aͤngſtlich XII Vorrede des deutſchen Bearbeiters. treues Wiedergeben aller Worte, das bei Werken anderer Art ſeine Vorzuͤge haben und ein Zeichen von Kunſt und Gewandtheit ſein mag, hier aber ganz unpaſſend geweſen waͤre. Allein auch jenes Bemuͤhen iſt dem Unterzeichneten, wie er recht wohl fuͤhlt, nicht ganz nach Wunſch gelun— gen, ſo ſorgfaͤltig und bedaͤchtig er auch zu Werke ging; namentlich laͤßt die Einleitung, die er wegen der darin enthaltenen intereſſanten Notizen uͤber die Geſchichte des Landbaues in England und wegen der darin mitgetheil⸗ ten Angaben uͤber Tendenz und Entſtehung des Werkes ganz vollſtaͤndig wiederzugeben ſuchte, in dieſer Hinſicht Manches zu wuͤnſchen uͤbrig, wie ſich ihm bei der ſelbſt— beſorgten zweiten Korrektur ſo auffallend zeigte, daß er lieber eine nochmalige Umarbeitung vorgenommen haͤtte, waͤre ſolches nicht durch Zeit und Umſtäͤnde gehindert worden. Weiterhin duͤrfte er gluͤcklicher geweſen ſein in ſeinem Streben; denn im Verfolg der Arbeit wurde er immer mehr Meiſter derſelben und befeſtigten ſich erſt vollſtaͤndig die Grundſaͤtze, nach denen er dabei verfahren zu muͤſſen glaubte. Bei dem Beginn derſelben war er naͤmlich zweifel— haft, ob er das vorliegende Werk ganz vollſtaͤndig, ohne irgend eine Verkuͤrzung dem deutſchen Leſer vorlegen, oder nur einen Auszug daraus liefern ſolle, der blos das ent— hielte, was fuͤr jenen wichtig und anwendbar waͤre. Bei naͤherer Unterſuchung zeigte ſich jedoch Beides nicht als ganz zweckmaͤßig⸗ Das erſtere Verfahren wuͤrde, da der Autor, oder vielmehr die Autoren(denn es ſcheinen mehre an dem Werke gearbeitet zu haben) mitunter etwas breit ſind und blos ihr Vaterland beruͤckſichtigen, zur Aufnahme man⸗ i u „w n Kfu wct ti cfruich tan) dr E a 6 ae ute gwi w vd zun ſcen de zwe n gerdeh b tiſenſcaf wyr de lufß 1 4 ren⸗ und darihtig em udes ddg ſin trity i, tnglſche 7 .ſdon iſnen bei dnh irige In V ac gen ir aöih, Möepn aün dan rntiſch 1 nit, dn I däe n ds tini udd ni ia gi dtand n Rihe di 9 Vorrede des deutſchen Bearbeiters. XIII ches fuͤr uns ganz Unintereſſanten, zu mehren Wiederholun⸗ gen, und zu einer unnuͤtzen Ausdehnung des Ganzen Ver⸗ anlaſſung gegeben; das zweite aber zu einer bei dem Leſen nicht erfreulichen Abkuͤrzung, zu einer gaͤnzlichen Verwi⸗ ſchung der Eigenthuͤmlichkeiten des Originals, die, fuͤr Manche gewiß nicht ohne Reiz, moͤglichſt zu erhalten wa⸗ ren, und zum Weglaſſen mehrer Gegenſtaͤnde genoͤthigt haben, die zwar fuͤr den deutſchen Landwirth keinen reellen Nutzen geradehin haben moͤgen, aber nicht ohne bedeuten⸗ des wiſſenſchaftliches und hiſtoriſches Intereſſe ſind, und daher die Aufnahme wohl zu verdienen ſchienen. Dahin moͤchte zu rechnen ſein, was uͤber das engliſche Zehent-, Armen⸗ und Straßenbauweſen, uͤber Tagloͤhner- und Ge⸗ ſindeeinrichtung, alſo uͤber Dinge geſagt iſt, die bei uns ganz anders ſich verhalten und nicht immer nachahmungs⸗ wuͤrdig ſein wuͤrden, die zu kennen aber nicht un⸗ wichtig iſt, weil dies zum beſſern Verſtaͤndniß mancher engliſchen Eigenthuͤmlichkeit beitragen kann, und weil man von ihnen bei uns haͤufig nur hoͤchſt unvollſtaͤndige oder ganz irrige Anſichten hat. Nach genauer Erwaͤgung aller Umſtaͤnde erſchien es daher endlich am zweckmaͤßigſten, einen Mittelweg einzu⸗ ſchlagen, naͤmlich Alles, was fuͤr den deutſchen Leſer we⸗ der in praktiſcher noch wiſſenſchaftlicher, noch hiſtoriſcher Hinſicht ein Intereſſe haben koͤnnte, oder nur eine Wie⸗ derholung des fruͤher ſchon Geſagten waͤre, oder dieſes nochmals, nachdem es ſchon einmal geſchehen, zu erlaͤu⸗ tern ſuchte, gaͤnzlich wegzulaſſen und dadurch eine nicht unbedeutende Abkuͤrzung des umfangreichen Werkes herbei⸗ zufuͤhren; dafuͤr aber dasjenige, was nur einigermaßen XIV Vorrede des deutſchen Bearbeiters. unterhaltend und belehrend erſchien, ſo vollſtaͤndig und ſeiner eigenthuͤmlichen Darſtellungsweiſe ſo entſprechend wie moͤglich, wenn auch nicht ſklaviſch worttreu wiederzuge⸗ ben. Hier gibt jedoch der Unterzeichnete gern zu, daß er, ſeinem Urtheile allein zu viel trauend und Manches vielleicht fuͤr wichtiger haltend, als es an ſich iſt, Meh— res noch aufgenommen haben moͤge, was ohne Nachtheil haͤtte wegfallen koͤnnen. Beſonders duͤrfte ſolches vom Anfang an der, Fall ſein, indem er weiterhin minder aͤngſtlich wurde; er glaubt indeſſen, daß es immer noch beſſer ſei, etwas zu viel aufzunehmen, als etwas auszu— ſcheiden, was dem Einen oder dem Andern angenehm zu wiſſen ſein koͤnne. Die meiſten Auslaſſungen haben bei den eingedruckten Holzſchnitten ſtattgefunden, deren das Original eine außerordentliche Menge enthaͤlt. Der deutſche Leſer duͤrfte dabei aber nichts verloren haben, da etwas Weſentliches nicht uͤberſehen worden iſt, da ſie, immer nur eine fluͤchtige Idee von dem dargeſtellten Gegen⸗ ſtand abgebend und großer Genauigkeit meiſtens erman⸗ gelnd, groͤßtentheils blos einen untergeordneten Werth beſitzen und da ſie durch ihre vollſtaͤndige Aufnahme das Werk ohne Noth nicht wenig vertheuert haben wuͤrden. S Der Unterzeichnete kann es vor dem Schluß dieſer Vorrede nicht unterlaſſen, ſich noch uͤber Einiges mit ſei⸗ nen Leſern zu verſtaͤndigen, um Mißdeutungen vorzubeu— gen. Bekanntlich gibt es in England einen gluͤcklichen freien Bauernſtand, die Klaſſe kleiner Gutseigenthuͤmer faſt gar nicht; beinahe ſaͤmmtliche Landguͤter, große wie kleine, gehoͤren zu den Beſitzungen groͤßerer Grundeigenthuͤmer — ſtzen ſh umm in rit t ſi Witſſh duüſclad, ſtütee S nen Nangel iſer Vern litmßig, tulle dem dr nah un dnen, badd Dahter der othwadch In Gmn borligenwn ſctige idvr thenwirtg dy unverinde lſin in vel aämn vole Vorrede des deutſchen Bearbeiters. IV und ſind meiſtens verpachtet, nur wenige werden von ihren Beſitzern ſelbſt bewirthſchaftet. Daher iſt es gekommen, daß man in England einen Jeden, der Landwirthſchaft be⸗ treibt, er ſei Eigner oder Pachter, Farmer(Pachter), eine jede Wirthſchaft Farm(Pachtgut) nennt. Bei uns in Deutſchland, wo in dieſer Hinſicht ganz andere, wohl gluͤcklichere Verhaͤltniſſe ſtatt finden, wuͤrde es nun zu einem Mangel an Deutlichkeit, wohl gar zu Mißverſtaͤnd⸗ niſſen Veranlaſſung geben, wenn man jene Woͤrter immer gleichmaͤßig, ihrer urſpruͤnglichen Bedeutung nach uͤberſetzen wollte; denn bald heißt Farmer durchaus nur das, was wir nach unſerm Sprachgebrauch geradehin„Landwirth“ nennen, bald wird mit Beſtimmtheit nur ein wirklicher Pachter darunter verſtanden und es erfolgt daraus die Nothwendigkeit, dieſes Wort ſtets nach ſeinem jedesmali— gen Sinn im Deutſchen wiederzugeben. Dies iſt auch im vorliegenden Werke meiſtentheils geſchehen; Anfangs beab⸗ ſichtigte jedoch der Unterzeichnete, das engliſche Wort, das gegenwaͤrtig in Deutſchland allgemein bekannt iſt, beſtaͤn— dig unveraͤndert beizubehalten und es dem Leſer zu uͤber- laſſen, in welcher Bedeutung er den Farmer und den Farm nehmen wolle. Es ſchien ihm ſolches das Einfachſte zu ſein;z allein die dadurch entſtehende gar zu vielmalige Wiederkehr auslaͤndiſcher Woͤrter in einem deutſchen Buche, die immer etwas Widerliches hat, hielt ihn davon ab, und er ſuchte daher jene engliſchen Woͤrter nach ihrem je— desmaligen Sinn durch unſere weit beſtimmteren und be⸗ — zeichneteren deutſchen Ausdruͤcke zu erſetzen; es gab jedoch Faͤlle, wo er ſich dennoch bewogen ſah, ſie beizubehalten, naͤmlich da, wo nicht entſchieden eine ihrer Bedeutungen XM Vorrede des deutſchen Bearbeiters. unterzulegen war, ſondern ſie eben ſowohl durch Landwirth und Wirthſchaft, wie durch Pachter und Pachtung wie⸗ derzugeben waren. Dieſe Faͤlle ſind jedoch nur ſelten. Ein zweites engliſches Wort, Surveyor(Aufſeher, Feldmeſſer, Landmeſſer), iſt ebenfalls mehrmals unveraͤn⸗ dert beibehalten worden, da wir, ſolcher Leute uͤberhaupt ermangelnd, kein ganz genau bezeichnendes deutſches Wort dafuͤr haben. Okonomiekommiſſair, obwohl ebenfalls nicht deutſch, aber doch bei uns eingebuͤrgert, wuͤrde das, was man in England unter einem Surveyor verſteht, am rich⸗ tigſten ausdruͤcken, wenn unſere Okonomiekommiſſare durch⸗ gaͤngig das waͤren, was ſie ſein ſollten, und wenn dieſes Praͤdikat, zu einem bloßen Titel haͤufig geworden, nicht Vielen beigelegt wuͤrde, die nicht im Stande ſind, das Amt eines Surveyors, nach dem, was man in England von ihm verlangt, zu verrichten. Dort ſind die, welche ſo genannt werden, wichtige, und hoͤchſt nuͤtzliche Maͤnner; es gibt deren in jedem einzelnen Theile des Reichs, theils vom Staat autoriſirt, theils auf ihre eigene Hand lebend. Man verſteht darunter ſolche Hkonomie-Verſtaͤndige, die zwar keine eigne Wirthſchaft treiben, die aber nicht nur mit dem eigentlichen Landwirthſchaftsbetrieb in allen ſeinen Theilen, ſondern auch mit ſaͤmmtlichen denſelben unter— ſtuͤtzenden Grund⸗ und Hilfswiſſenſchaften, beſonders mit Mathematik und Naturkunde, genau bekannt ſein, die Landesgeſetze vollkommen inne haben und ſich ſchriftlich gut und deutlich auszudruͤcken verſtehen muͤſſen, damit ſie faͤhig ſeien, Vermeſſungen zu unternehmen und zu leiten, Aus⸗ einanderſetzungen, Theilungen und Verkoppelungen zu bewir⸗ ken, Eigenthuͤmern und Paͤchtern zum Rathgeber zu die⸗ turde, d ddeung ud zur ind Ger 1 dühaicher Ne Mnfſen dis Uf dnr unit b diſens d Vorrede des deutſchen Bearbeiters. XVII nen, auf Verlangen neue Wirthſchaftseinrichtungen zu tref⸗ fen, und uͤberhaupt alle aͤhnliche auf Landwirthſchaft Be⸗ zug habende, ihnen aufgetragene Geſchaͤfte mit Einſicht, Rechtlichkeit und Puͤnktlichkeit durchzufuͤhren. Thaer ſtellt in ſeinem Leitfaden zur allgemeinen landwirthſchaftlichen Ge⸗ werbslehre S. 187 die an ſolche Maͤnner zu machenden Anforderungen ſehr hoch: es ſollten aber das dort Ge⸗ ſagte Viele beherzigen; denn es fehlt bei uns an Maͤn⸗ nern dieſer Art, die allgemeines Vertrauen verdienen, zur Zeit noch ſehr, ſo wichtig ſie auch waͤren, ſo nutzbar ſie ſich machen koͤnnten. In England gibt es deren viele und die gehaltreichſten Berichte uͤber den Zuſtand der Land⸗ wirthſchaft in den einzelnen Theilen des Reichs, welche dem Board of Agriculture zugekommen, haben meiſtens ſolche Land⸗Surveyors zu Verfaſſern. In Bezug auf die in dieſem Werke vorkommenden Maaße, Muͤnzen und Gewichte verdient bemerkt zu wer⸗ den, daß es, um immer wiederkehrende, weitlaͤufige, und doch nur fuͤr einen Theil von Deutſchland giltige Re⸗ duktionen zu vermeiden, fuͤr das Zweckmaͤßigſte gehalten wurde, die im Original gebrauchten engliſchen ohne Ab⸗ aͤnderung beizubehalten;z zum beſſern Verſtaͤndniß jedoch und zur leichteren Reduktion auf andere Maaße, Muͤnzen und Gewichte, eine genaue überſicht der in England ge— woͤhnlichen gleich nach dieſer Vorrede folgen zu laſſen. Die zahlreichen Anmerkungen ſtammen theils von den Verfaſſern, theils von dem Bearbeiter her. Dieſer wollte dies Anfangs bezeichnen; es ſchien ihm aber ſolches ſpaͤterhin eine unnoͤthige, eitele Weitlaͤufigkeit. Daher unterblieb es meiſtens, und er wuͤrde ſelbſt hier nichts daruͤber ſagen, J.* XVIII Vorrede des deutſchen Bearbeiters. wenn nicht manche dieſer Anmerkungen ohne Nachricht von ihrer Herkunft ſonderbar erſcheinen koͤnnten. Der Leſer wird dieſe nun ſelbſt leicht entdecken koͤnnen. Der Druck iſt im Ganzen ſo korrekt, daß es nur bei Vollendung des Werkes, das in zwei Baͤnden, jeder von zwei Abtheilungen, erſcheinen wird, noͤthig ſein duͤrfte, eine überſicht der wenigen etwa vorhandenen erheblichen Druckfehler, zugleich mit einem genauen Inhaltsverzeich⸗ niſſe und Sachregiſter, dem Ganzen anzufuͤgen. Deshalb moͤge hier am Schluß dieſer Vorrede aufmerkſam gemacht ſein auf einen nicht richtigen Ausdruck gleich auf der erſten Zeile der Einleitung, wo es jedenfalls beſſer iſt, zu ſa— gen: zur Erhaltung(ſtatt Unterhaltung) des Menſchenge⸗ ſchlechtes. b Moͤge der Fleiß, der redlich und mit Liebe dieſem Werk gewidmet worden, einige Belohnung in dem Bei— fall des Leſers finden! Tharandt im Auguſt 1838. Dr. A. G. Schweitzer. N Dae nine, taögeräg Jfund e It pe XIX Vergleichende Ueberſicht des engliſchen Geldes, Maaßes und Gewichtes. 1 1. Gel d. 1 Pfund Sterling hat 20 Shilling. 4 Shilling- 12 Pences. 1 Pence- 2 Halfpennys. 1 Halfpenny ⸗ 2 Farthings. 1 Farthing 1 Guinee ⸗ 21 Shilling. 1 Crone- 5 Shilling. Das Pfund Sterling war ehedem eine bloße Rechnungs⸗ muͤnze; ſeit dem Jahr 1816 wird es aber auch als Goldmuͤnze ausgepraͤgt und fuͤhrt als ſolche den Namen Sovereign. Ein Pfund Sterling iſt nach Verhaͤltniß des Courſes gleich 6 7 Thlr. preuß. Courant. Laͤngen⸗Maaß. 2. Laͤngen⸗Maaß. Die engliſchen Laͤngen⸗Maaße verhalten ſich untereinander fol⸗ gendergeſtalt. 8 2 55* 2 28 S 2 2 2 e 5, 5 3 5 2 5. 1 8 320 880 1056 1760 5280 63360 1 40 110 132 220 660 7920 1 2,75 3,3 5,5 16,5 498 1 4,2 2 6 72 1 1,66 5 60 1 3 36 1 12 Im Jahr 1823 wurde durch eine beſondere Kommiſſion ein Grundmaaß(Imperial⸗Standard⸗Yard) feſtgeſetzt, und von ihr die Laͤnge eines Yards nach der Laͤnge eines Pendels, der in der Breite von London Sekunden der mittleren Zeit durch ſeine Schwingungen angibt, beſtimmt. Danach berechnet iſt ein engl. Fuß jetzt gleich= 0,3048 franzoͤſiſche Meters, oder genau 135,116115411 pariſer Linien, von denen 144 einen pariſer Fuß, 139, 13 einen rheinlaͤndiſchen, 140, 12 einen Wiener und 125, 3 einen leipziger Fuß ausmachen. 1 engliſche Meile iſt nicht ganz 20 Minuten. 5, G ⸗ 2— 1 ſaͤchſiſche Meile. 4, 7 ⸗— 1 preußiſche Meile. und den nicht SdLamiit zu verwecbfelrnden BA d& ch eœA rr= Her agrop miſ FlA A 8 D 121 S Fartbin dears nmach cres, Sewohnlich wird 5. uoquvang n 0rngpS, a2 ſen n aeee e en e e e ie ie ⸗ 9= ⸗ ee uo cpbuo g= epN Sp mcp r uo p ppl)yk= npN lbus 0I unutgeuuv quna 4200 unpk Jcpp 920 1 d e, usac gna el uee ꝙf16 pp ue qpvuuioq uq uu ee nwan e eLr0'Togse nvuob„p vocuu eov-e igpee pbu⸗ ao byaog zie ee ii e eee ii i aves u—-od e pr 1 5 9621 6 1 70069 2 9⁰0009 1 5 p†919 9 9 p8 5 91 1 5 091890 06801 0181 Op 9 1 0 † 91,9 90 8† OpS† 091 01 p† 1 00968 10pF 00 S/870 0097609G 00 † 01 00 †9 09⁰⁵G 0 † 9 1 gpuũ aqvne 8100, agonee e ae Ahne Närraen Suw D agvnG.3C000 g9290 N enas aoung Irbu wegveen ee e eavach aee c i eeee 3—ozG uoquepodaog e iie e e e e e ee ee iie eR vu cug- le u le Lgvv⸗ uo SyL 8vC pf 12 — ½ B82=SͤS 3— SS 2 S —.₰ S N△ ☛☚ 8 S e — SSA2SS2= S S 8 2= SN XXII Getreide⸗Maaß. 4. Das Getreide⸗Maaß wird in England folgendergeſtalt eingetheilt: 0 5 1 2 10 20 40 80 320 640 2560 5120 10 20 40 160 320 1280 2560 1 2 4 8 32 64 256 512 141 2 4 16 32 128 256 1 2 8 16 64 128 1 4 8 32 64 1 2 8 16 1 4 8 1 2 Die vorhin genannte Parlamentsakte gibt auch dem Hohl⸗ maaße eine genauere Beſtimmung und ſetzt feſt, daß durch das ganze Reich nur eins allgemeine Giltigkeit haben ſolle unter dem Namen Imperialmaaß. Fruͤher gab es ſehr verſchiedene Getrei— demaaße im Lande; die landwirthſchaftlichen Schriftſteller bedien⸗ ten ſich jedoch, wenn nicht ausdruͤcklich etwas Anderes bemerkt wurde, gewoͤhnlich des Wincheſter Buſhels zu ihren Maaßanga— ben nach der Beſtimmung einer Akte von 1697. Auch in dem vorliegenden Werke iſt dies der Fall, weil man ſich deſſelben in den dem Board of Agrikulture eingereichten Landwirthſchaftsbe— richten, nach denen es vorzuͤglich bearbeitet iſt, bedient hat, und man weitlaͤufige Reduktionen vermeiden wollte. Der Wincheſter- Buſhel iſt faſt ganz genau 5 Dresdner Metzen oder 10 berl. Meinis 3 5(das franzoͤſiſche Boiſſeau) umachen 1 Hektoliter, 9 B. 5 Wiener Metzen.— Das neue Imperialmaaß iſt et⸗ was groͤßer, indem 31 Bſ. deſſelben ziemlich genau 32 Winche⸗ ſter Bſ. geben. Gallon iſt die Einheit ſaͤmmtlicher Korn- und Getraͤnkmaaße, und haͤlt faſt ganz genau 4,9 dresd. Kannen oder 4 berl. Quart. 8 d Getrei⸗ bedien⸗ bemerkt ßanga⸗ n dem ben in aftsbe⸗ , und heſter⸗ ˖berl. oliter, iſt et⸗ inche⸗ ⸗ und aannen Gewicht. XXIII 5. Das Gewicht. Das Handels⸗Gewicht, womit alle Victualien und land⸗ wirthſchaftliche Produkte in England gewogen werden, heißt Avoirdupois-Gewicht. Es hat folgende Eintheilung: — Hundret oder 4. Mrhe Ton. Entrweight. Quarters. Pounds. 1 20 80 2240 4 112 1 5 Pound. Ounces. Drams. AQAuarters. 1 16 256 1024 1 16 64 1 4 Das Wollen-Gewicht hat folgende beſondere Eintheilungen. S 8— 5 ¶ 12 3 7 3 25 5 5 5 8 3. . 6b ☛ ν S 1 12 24 156 312 624 4368 1 2 3 26 52 364 1 6¹ 13 26 182 1 2 4 28 1 2 14 1 7 In Bezug auf Geywicht verdient noch bemerkt zu werden: 1) daß Heu und Stroh nach Ladungen(loads) zu 36 Bun— den(trusses) verkauft werden, und das Bund Stroh 36, das Bund Heu friſch bis zum erſten Septbr. 60, nachher 56 Pfund wiegen ſoll. Die Ladung Heu iſt demnach rund zu 2000, die Ladung Stroh zu 1200 Pf. anzunehmen. 2) Daß das Vieh ebenfalls nach Steinen(Stones) gewogen wird; dieſe aber verſchieden ſind, indem der Stein bei dem leben⸗ XXIV Gewichte. den Vieh zu 14 Pf. bei dem todten(dem Schlachtfleiſch) aber, ſo wie bei den Fiſchen, nur zu 8 Pfund angenommen wird. 3) Daß das Glas nach Seams und Stones gewogen wird, von denen jene 120, dieſe nur 5 Pfund haben, und 4) daß das gewoͤhnliche Butter- und Kaͤſegewicht in Weys (1 Wey= 32 oder in Suffolk= 42 Clowes) in Clowes(1 Cl. = 8 Pf.) und in Firkins(1 Firkin oder ½ Tonne= 7 Clowes oder 56 Pf.) abgetheilt wird, das Pfund Butter aber mehr, als 16 Unzen wiegen ſoll. un A wentza V de 4b ch) aber, ird. en wird, n Weys 6(1 Cl. Clowes ehr, als Engliſches Wein⸗Maaß. XXV 6. Engliſches Weijnmaaß. 8 8 E8 85 aS 98 95 3 3 2— * 5 S S8 S—* 5₰ 1 2 3 4 6 252 1008. 2046 1 1 ½ 2 3 126 504 1008 1 1 2 84 336 672 1 1 ½ 63 252 504 1 42 168 336 1 8 1 2 7. Engliſches Biermaaß. ☛ 2 S=S 2 Ca. S 9 2 5 e e 5 5 192 ob. 768 15306 9 2 9 r94‿— 1 24 3 6 4?2 4, 4 b 172 96 384 768 2 1 2* 12l42 3 6 1 12. 32 864 3 48 192 384 3 1 2 1 173 6 56 54 216 432 64 256 512 4. 13 3 2 288 576 32 12s 256 2 1 2 4 4 36 144 288 1 2 5 16 64 128 4 5 8 18 72 144 1 8 32 64 1 9 36 72 1 4 8 1 2 Auch das Alegallon iſt durch die mehrmals erwaͤhnte Parla⸗ mentsakte abgeaͤndert worden; das alte hielt 282, das neue nur 277 Kubikzoll. 60 neue ſind demnach faſt ganz gleich 59 alten. Die uͤbrige Eintheilung iſt geblieben. Steinkohlen⸗Maaß. kohlen⸗M Na aß. Stieg. Vat V Slle fyr Dal. 2 3 2 atſhef Pel — El rons Sack. Bufhel els. Score. h Tonne ſh Pür 4 3— 950 7 2/94 41 21 84 252 756 3024 G 28 4ℳ 1 4 12 V 36 144 1 3 9 36 1 V 34 15 1 3 12 1 4 r Stojpo ſh vaS AIte Mfn⸗ er Steinkohlenbuſh eel, etwas groͤßer, als der alte Wincheſte Buſh f Dor g11 o ſ ar 5 Voitanor 2 Buſhel, kommt dem neuen B Zuſhel faſt ganz gleich. Neuerer Z r Hor dies Stofnaß 3 3 Sowi⸗ 4h 9 ſollen aber die Steinke Liüles blos nach dem Gewicht, nicht meh om g gnp hof p 9 a ,ſ nach dem M eui verke ift we rden, weil bei dieſer Verka ufsweiſe ſo viele Motrf tt 5 le Betruge reien ſrat 2 fir iden koͤnnen. — nd wn mni mit mehr iſe ſo Einleitung. F Die Wichtigkeit des Ackerbaues in Bezug auf die Unterhaltung des Menſchengeſchlechts iſt ſo allgemein anerkannt, daß es unnoͤ⸗ thig ſein wuͤrde, wenn man dies weitlaͤufiger auseinanderſetzen, oder auf die großen Vortheile aufmerkſam machen wollte, deren ſich jederzeit diejenigen Nationen erfreuen muͤſſen, bei denen der⸗ ſelbe mit der meiſten Einſicht betrieben wird. Einige Schriftſtel— ler haben deshalb auch wirklich, ohne den innigen Zuſammenhang, der zwiſchen ſaͤmmtlichen Zweigen der menſchlichen Induſtrie ſtatt findet, zu beachten, dem Ackerbau den Vorzug vor allen andern gegeben; da man ihm dann aber auch in aller Hinſicht den Vor⸗ rang vor jeder andern mechaniſchen Beſchaͤftigung einraͤumen muͤßte, wuͤrde es bei den Betrachtungen, die auf die Wahl eines Ge⸗ werbes den meiſten Einfluß ausuͤben, mit den liberalen Anſichten, die ein ſo ausgezeichnetes Merkmal des gegenwaͤrtigen Zeitgeiſtes ſind, unvertraͤglich ſein, wenn man nicht zugeſtehen wollte, daß er keinen gerechten Anſpruch auf einen Vorzug vor der Fabrikthaͤtig⸗ keit beſitze. Der Zweck beider iſt die Befoͤrderung des Gemein⸗ wohls, und es iſt ungerecht, einem von ihnen einen beſondern Grad von Wichtigkeit zuzuſchreiben. Gewohnheit, die oft im Ge⸗ genſatz mit der Vernunft entſcheidet, hat jedoch bewirkt, daß ſich Perſonen, ſelbſt vom hoͤchſten Range, mit der Kultur des Bo⸗ dens beſchaͤftigen koͤnnen, ohne von ihrem Standpunkt herabzu⸗ ſteigen,— dieſe Auszeichnung hat nicht nur dazu beigetragen, den Ackerbau in der oͤffentlichen Meinung zu heben, ſondern ihm auch den noch wichtigeren Vortheil verſchafft, daß ſich mehre Maͤn⸗ ner mit ihm beſchaͤftigt haben, deren Bildung und Einſicht ihnen den Gedanken, Verſuche anzuſtellen, eingaben, und deren Ver⸗ J.. 1 2 Einleitung. moͤgensumſtaͤnde ihnen die Mittel lieferten, dieſelben in einer Aus⸗ dehnung auszufuͤhren, wie es dem bloßen Pachter nur ſelten moͤg— lich iſt. Sind dieſe Verſuche auch nicht bis zu dem Grade aus— gedehnt worden, wie es wohl zu wuͤnſchen geweſen waͤre, ſo ha— ben ſie doch weſentlich zu dem bluͤhenden Zuſtande Englands und dem daraus folgenden Wohlſtande der Landbewohner beige⸗ tragen. In Bezug auf das Volk iſt es demnach vielmehr ein gluͤcklicher, als ein Mißgunſt erweckender Umſtand, daß eine ſolche Auszeichnung einer Beſchaͤftigung zu Theil wird, in deren erfolg⸗ reicher Ausuͤbung die allgemeine Wohlfahrt ſo ſicher begruͤndet iſt, und in Bezug auf die Individuen darf man es in der That ein Gluͤck nennen, daß, ohne eine Verringerung ſeines perſoͤnlichen Anſehens zu erleiden, der reiche Unabhaͤngige eine angenehme Be⸗ ſchaͤftigung, und der weniger Wohlhabende eine Quelle zur Ver⸗ mehrung ſeines Einkommens findet, wenn er einen Theil ſeiner Muße der Ausuͤbung der Landwirthſchaft widmet. Es mag vielleicht ein anderer Beruf einen groͤßeren Gewinn in der Lotterie des Lebens erwarten laſſen; wenn wir aber die Vortheile der Landwirthſchaft oder laͤndlichen Induſtrie mit denen von einer jeden der anderen Beſchaͤftigungen, womit ſich die Men⸗ ſchen befaſſen, vergleichen, ſo werden wir finden, daß Derjenige, welcher ſich jener widmet, keine Urſache hat, mit dem Looſe un⸗ zufrieden zu ſein, das ihm das Schickſal angewieſen hat. Ihre Vorzuͤglichkeit in Bezug auf die Geſundheit vor jeder ſitzenden Beſchaͤftigung iſt zu augenſcheinlich, als daß ſie einer Erklaͤrung beduͤrfte, und ſie bietet mehre von jenen allgemeinen Genuͤſſen, die ſo viel zur Gluͤckſeligkeit beitragen, dar, als jeder andere auf glei⸗ cher Rangſtufe ſtehende Beruf. Der Viehhof, der Baumgarten und das Melkereiweſen gewaͤhren, faſt ohne alle Unkoſten, zahlreiche Mittel zu jenen Annehmlichkeiten des Lebens, die man ge—⸗ woͤhnlich comforts of life nennt, ſelbſt manche Luxusartikel, die ſonſt außer dem Bereich der Leute geringen Einkommens liegen, und der Wirthſchaftsbetrieb ſelbſt verſchafft durch den Gebrauch von Reitpferden ein Vergnuͤgen, das dem Stadtbewohner ſelten zu Theil wird. Es iſt wahr, ſie hat ihre Muͤhen ſowohl, wie ihre Sorgen, die weder gering an Zahl, noch leicht ſind; ja das Leben des bloßen Bauers iſt vielleicht beſchwerlicher, als irgend ein anderes. Aber ſeine Huͤtte bietet ihm mehr haͤusliche Be⸗ quemlichkeit, als die Wohnungen in den engen Gaſſen einer Fabrik⸗ ſtadt; die Sitten ſeiner Kinder ſind nicht dem verderblichen Ein⸗ t, 1s rner all wedienen, indle tj enen riſen, Jbltm da Ln d we doh Lih; fenner G on bon tr im, fine War in, as ſn bei de at it dainſigt ier Iar Jſmalz G waeranit wenn er a n dn d — V ) Nch machten an, ſag tſa dinſ ſelten näg Brade aus⸗ re, ſo ha⸗ Englands ner beige⸗ mmehr ein eine ſolche en erfolg⸗ ruͤndet iſt That ein eroͤnlichen hehme Be⸗ zur Ver⸗ heil ſeiner Gewinn aber die nit denen die Men⸗ Derjenige, Looſe un⸗ at. Ihre ſitzenden frklaͤrung iſſen, die auf glei⸗ rten und ahlreiche nan ge⸗ kel, die z liegen, Hebrauch er ſelten hl, wie jja das 3 irgend che Be⸗ Jabrik⸗ en Ein⸗ Einleitung. 3 fluſſe, ihre Geſundheit nicht der erhitzten Atmoſphaͤre einer Manu⸗ faktur ausgeſetzt; und wenn er auch ſchwerer arbeiten muß, als der Fabrikarbeiter, ſo beſitzt er doch mehr weſentliche Quellen haͤuslichen Gluͤcks. Wenig Perſonen in der That gibt es, die nicht freudig den Unterſchied anerkennten, der zwiſchen dem mehr natuͤrlichen Leben eines Landmannes, der ſeine Tage mit den der Geſundheit zutraͤglichen Feldarbeiten zubringt, und dem eines We⸗ bers oder Kraͤmers ſtatt findet, die ihr Leben am Weberſtuhle oder am Ladentiſche abnutzen; aber der Vorzug beſteht nicht darin allein. Von allen Gefuͤhlen, die wir lieb haben, iſt uns keines theu⸗ rer, als das Bewußtſein der Unabhaͤngigkeit; und dieſe genießt unter allen Denen, die ihr Brot durch die Gunſt des Publikums verdienen, keiner in einem hoͤheren Grade, als der Landmann. Haͤndler ſowohl, wie die ſogenannten Profeſſioniſten ſind neidiſch auf einander, goͤnnen ſich den gegenſeitigen Verdienſt nicht, und muͤſſen, es mag gehen, wie es willl, ſogar noch ſich gegen das Publikum, von dem ſie oft geaͤrgert werden, ehrerbietig zeigen. Der Landmann aber ſcheut keinen Mitbewerb. Er fuͤrchtet zwar bei uns in England die Einfuhr des fremden Getreides, iſt auch wohl neidiſch auf die Verguͤnſtigungen, die dem irlaͤndiſchen Vieh zu Theil geworden; aber dieſe Gefuͤhle theilt er mit allen ſeinen Gewerbsgenoſſen; fuͤr ſeine Perſon hat er nichts zu beſor⸗ gen von dem Erfolg ſeines Nachbars; er verlangt keinen Vorzug vor ihm, und braucht Niemand dafuͤr zu danken, daß man ihm ſeine Waare abnimmt. Sein Gewerbe iſt zwar faſt mehr Zufaͤl⸗ len, als jedes andre unterworfen, die Gefahr vertheilt ſich indeſ⸗ ſen bei denſelben ſo, daß er ſelten einem totalen Verluſt ausge⸗ ſetzt iſt. Die Witterung, welche der einen Frucht nachtheilig iſt, beguͤnſtigt nicht ſelten eine andre deſto mehr, und ein voͤllig miß⸗ licher Jahrgang eroͤffnet der Spekuͤlation ein Feld, auf dem er oftmals Gewinner iſt.*) Da ihm ſein Boden die erforderlichen Lebensmittel liefert, iſt er keiner quaͤlenden Angſt unterworfen, wenn er an ſeinen taͤglichen Unterhalt denkt; er iſt ferner entfernt von den Qualen der Gewinnluſt und dem Streben nach Anſehen, *) Nach meiner vierundzwanzigjaͤhrigen in einem großen Maaßſtabe gemachten Erfahrung verdiente ich immer am meiſten in unguͤnſtigen Jahr⸗ gaͤngen, ſagt Pitt in ſeiner überſicht der landwirthſchaftlichen Verhaͤlt⸗ niſſe in Leiceſterſhire. S. 53 des engliſchen Originals. Anm. d. Vf. 1* 4 Einleitung. fn tig Da woraus die ſchlimmſten Leidenſchaften der Menſchen entſpringen; und es kann nicht fehlen, daß die fortwaͤhrende Beobachtung der Wohlthaten, welche die guͤtige, fuͤr alle ihre Geſchoͤpfe liebend ſorgende Natur ausſtreut, ihm tief jene Herzensreligion einpraͤgen 3 9 muͤſſe, die in der Überzeugung von einer allmaͤchtigen und allgů⸗ dei tigen Vorſehung und in dem Vertrauen auf ſelbige beſteht. m Nichts dient mehr dazu, das Gemuͤth zu erweitern und den inmn Kreis unſerer geiſtigen Genuͤſſe zu vergroͤßern, als die Betrach⸗ gIü tung der Okonomie der Natur, und fuͤr Diejenigen, welche das laiſ Schickſal der Geldſorgen uͤberhoben hat, und die den wahren rudan Werth einer geiſtvollen Unterhaltung erkennen, bietet das Stu⸗ lle dium der Landwirthſchaft eine unerſchoͤpfliche Quelle von Vergnuͤ⸗ 30 d gen und Belehrung dar. Dieſelben Gegenſtaͤnde ſtellen ſich, von radn verſchiedenen Geſichtspunkten aus betrachtet, unter unendlich ver⸗ nütn ſchiedenen Geſtalten dar, und der geringſte Vorrath bereits erwor⸗ beniſe bener Kenntniſſe kann, von einiger Fertigkeit im Beobachten und d g Forſchen unterſtuͤtzt, uͤberaus vortheilhaft zur Feſtſtellung bisher lt Au unbekannter oder noch nicht aufgezeichneter Thatſachen und zur d Ra Aufklaͤrung einer Wiſſenſchaft benutzt werden, die, ſo ſorgfaͤltig dn i ſie auch erforſcht worden iſt, noch immer ein weites Feld fuͤr d d die Unterſuchung darbietet; iſt auch kein materieller Gewinn da— hale mit verbunden, ſo wird doch die Beſchaͤftigung des Geiſtes mit. niin dem Aufſuchen einer neuen Verbeſſerung oder deren Vervollkomm⸗ Eutn nung reichlich belohnt durch den reinſten Genuß. Sehr richtig dis ei bemerkt Humphry Davy, daß das haͤufige Mißlingen von it lij Verſuchen, ſelbſt wenn ſie nach den gelaͤutertſten theoretiſchen nord, Begriffen angeſtellt werden, keineswegs das Unnuͤtze derſelben be— ümiſe weiſe; ein einziges gluͤckliches Reſultat, das zu einer Hauptver⸗ tn Sir beſſerung des Ackerbaubetriebs beitragen kann, iſt die Arbeit eines dgelcſte ganzen Lebens werth, und jeder mißlungene Verſuch muß, richtig gät gen beobachtet, eine Wahrheit feſtſtellen, oder zur Entfernung eines rurde d Vorurtheils beitragen. tffan, 9 Die Grundſaͤtze der Gartenkunſt und des Ackerbaues ſind ſht Nen beinahe dieſelben; beide richten ihr Streben auf die Erziehung Niund a von Pflanzenprodukten, und der einzige weſentliche Unterſchied, der din eite zwiſchen ihnen ſtatt findet, beruht darauf, daß erſtere einen wei⸗ nit Gew tern Wirkungskreis hat, indem ſie, von künſtlicher Waͤrme unter⸗ de mr ſtuͤtzt, mit der ganzen Pflanzenwelt ſich befaßt und mehr kleinliche ſit ihe und wiſſenſchaftliche Anordnungen, ſo wie eine groͤßere Aufmerkſam⸗ ſeufd keit erfordert; waͤhrend der andere auf groͤßeren Flaͤchen betrieben Sii , ringen; ung der liebend ppraͤgen allguͤ⸗ nd den etrach⸗ he das vahren Stu⸗ ſergnuͤ⸗ ), von ch ver⸗ erwor⸗ en und bisher dd zur gfaͤltig Id fuͤr un da⸗ tes mit komm⸗ richtig von tiſchen en be— ptver⸗ eines richtig eines ſind ehung ), der wei⸗ unter⸗ inliche kſam⸗ rieben Eimleliturng. 5 wird, und nur auf die Pflanzen beſchraͤnkt iſt, die in der freien Luft gedeihen. Durch dieſe Kuͤnſte werden gegenwaͤrtig manche Pflanzen, die ſonſt als Unkraͤuter angeſehen wurden und manches exotiſche Gewaͤchs unter den geachtetſten unſerer eßbaren Vegetabilien eben ſo wie die allergemeinſten mit angebaut, weil mehre auslaͤndiſche Pflanzen, die jetzt auf freiem Felde wachſen, vor noch nicht lan⸗ ger Zeit entweder nur wenig bekannt waren, oder als Gartende⸗ licateſſen und nur fuͤr die Tafeln der Reichen gehoͤrig betrachtet wurden. Es giebt noch ein altes Kochbuch, das den Titel fuͤhrt: „The Forme of Cury“ von dem man glaubt, es ſei ums Jahr 1390 von dem Kuͤchenmeiſter des Koͤnigs Richard II. verfaßt worden. Obgleich in demſelben ausfuͤhrliche Vorſchriften fuͤr die Bereitung des Kohls gegeben werden, ſo iſt doch keines anderen Gemuͤſes weiter darin gedacht, als der Erbſen, Bohnen, Zwiebeln, des Knoblauchs und der Ruͤben. Letztere waren wahrſcheinlich eine Art Turnips. Hume erzaͤhlt uns ſogar, daß erſt gegen das Ende der Regierung Heinrichs VIII. etwas Salat, Turnips oder an⸗ dere eßbare Wurzeln in England erbaut worden waͤren; daß das Wenige, was man von dieſen Gewaͤchſen gebrauchte, aus Holland und Flandern eingefuͤhrt worden ſei, ſo daß die Koͤ⸗ nigin Katharine, wenn ſie Verlangen nach Salat trug, einen Boten darnach dorthin ſenden mußte. Etwas ſpaͤter erfahren wir aus einem Rechnungspoſten vom J. 1595 in dem Haushaltbuche der Cliffords, welches zu Skipton Caſtle in Yorkſhire gefuͤhrt worden, daß eilf Schillinge, damals eine große Summe, fuͤr Gemuͤſe und Wurzelwerk zu Hull, einem achtzig Meilen entfern⸗ ten Seehafen, gezahlt wurden; daraus laͤßt ſich ſchließen, daß ſie daſelbſt eingefuͤhrt und wegen einer außerordentlichen Angelegen⸗ heit gekauft wurden. Zu Anfang des ſiebzehnten Jahrhunderts wurde eines der jetzt am haͤufigſten genoſſenen Gemuͤſe, die Kar⸗ toffeln, als eine ſo große Seltenheit betrachtet, daß ſie nur in ſehr kleiner Menge und zu dem Preiſe von zwei Schillingen das Pfund auf der Tafel der Koͤnigin aufgetragen wurden. Sie wur⸗ den eine lange Zeit hindurch als eine Frucht behandelt, aus der mit Gewuͤrz und Wein Paſteten gebacken werden muͤßten, oder die nur mit Zucker zu eſſen ſei; und faſt zweihundert Jahre ſind ſeit ihrer erſten Einfuͤhrung in dieſem Lande verfloſſen, ehe man ſie auf dem Felde anbaute. Seit jener Zeit ſind, in Folge der Fortſchritte in der Bota⸗ 8“ 6„ Einleitung. nik und der Bemuͤhungen um die Verbeſſerung der Gartenkunſt, mehre Gewaͤchſe des Suͤdens bei uns naturaliſirt worden, und die Errichtung von warmen Haͤuſern hat uns mit den ſeltenſten exo⸗ tiſchen Pflanzen bekannt gemacht. Doch bleiben noch immer ver⸗ ſchiedene fremde Gewaͤchſe unſrer Kultur fremd, wenn ſie gleich fuͤr unſer Klima ſich eignen, und ebenſo gibt es einige, die auf unſerm Boden einheimiſch ſind, und dennoch nicht angebaut oder doch nur einer ſehr geringen Aufmerkſamkeit theilhaft werden. Es iſt in der That nicht noͤthig, daß wir uns nur bei fremden Na⸗ tionen nach neuen Pflanzenarten umſehen. Die, welche wir ſchon wirklich beſitzen, werden durch die Kultur ſo verbeſſert, daß neue Varietaͤten von derſelben Art fortwaͤhrend zum Vorſchein kommen, ſo daß endlich durch fortgeſetzte Verbeſſerungen die Urpflanze ent⸗ weder ganz verloren geht, oder doch vernachlaͤſſigt wird, und ſo eine voͤllig neue Schoͤpfung entſteht. Es laͤßt ſich daher wohl annehmen, daß nicht eine von den zahlreichen Arten und Abaxten von Fruͤchten, die wir gegenwaͤrtig in unſern Kuͤchen- und Baum⸗ gaͤrten finden, das noch ſei, was ſie in ihrem urſpruͤnglichen Zu⸗ ſtande war, und mehre ſcheinen voͤllig neue Schoͤpfungen, mehr das Erzeugniß des Zufalls oder der Geſchicklichkeit, als eine frei⸗ willige Spende der Natur zu ſein. Wir kennen ſogar von vielen unſrer wichtigſten Kulturpflanzen weder das Vaterland, noch ihren erſten wilden Zuſtand; aber wir wiſſen, daß vervollkommnete Blumen und Fruͤchte das nothwendige Erzeugniß einer verbeſſer⸗ ten Kultur ſind, und daß die Nachkommen bald in groͤßerem, bald in geringerem Grade etwas von den Eigenſchaften ihrer Stammaͤltern an ſich tragen. Der wilde Holzapfel hat ſich in den wuͤrzhaften Goldpippin verwandelt und die zahlreichen Pflau⸗ menſorten koͤnnen ſich keines andern Stammvaters ruͤhmen, als des Schlehdorns. Daher kommt es, daß, ungeachtet der Auf⸗ merkſamkeit, welche die alten Voͤlker ihren Gartenprodukten ſchenk⸗ ten, und der Wahrſcheinlichkeit, daß ſelbige mit vielen noch jetzt angebauten Gewaͤchſen bekannt waren, es unſern Botanikern ſchwer faͤllt, eine übereinſtimmung zwiſchen den Kennzeichen man— cher von den Griechen und Roͤmern beſchriebenen Pflanzen und den Eigenſchaften der von uns gekannten derſelben Art auf⸗ zufinden. Wir koͤnnen daraus mit Zuverſicht folgern, daß noch ein weites und unerforſchtes Feld fuͤr zukuͤnftige Entdeckungen vor uns liege, auf dem die Natur dem Erfolg unſerer Bemuͤhungen, ſch ne Pn tis n n M Ghauni glcen, d che gact, i Sch Madt n mweder di ihrr 2u gre Ver und ha nict n fir de Untern tagen then ſo Guudd ſccht kandw ſcerſe enkunſt, und die en exo⸗ er ver⸗ gleich die auf it oder . Es 1 Na⸗ ſchon neue nmen, ſe ent⸗ und ſo wohl baxten Baum⸗ n Zu⸗ mehr e frei⸗ vielen ihren imnete beſſer⸗ herem, ihrer ich in Pflau⸗ „ als Auf⸗ chenk⸗ jetzt iikern man⸗ anzen auf⸗ noch vor ngen, Einleitung. 7 ſobald dieſe nur mit Einſicht angewendet werden, keine feſte Grenze geſteckt zu haben ſcheint. Wenn die Faͤhigkeit, die Schaͤtze, welche die Natur ihm be— reits zu ſeiner Erhaltung verliehen hat, vermehren zu koͤnnen, den Menſchen uͤber das Thier erhebt, ſo erhebt ihn die, neue Erzeugniſſe zu den ſchon vorhandenen hinzuzufuͤgen, uͤber ſeines Gleichen, und es kann fuͤr ein ſinniges Gemuͤth wenig dankbarere und erhebendere Gegenſtaͤnde zur Betrachtung geben, als dieſe Macht, die ſeiner Einſicht und ſeiner Geſchicklichkeit gleichſam uͤber die Schoͤpfung ſelbſt verliehen worden iſt. Um uns jedoch dieſer Macht recht vollkommen zu erfreuen, iſt es nothwendig, daß wir entweder Botaniker und Naturkundige uͤberhaupt ſind, oder daß wir ihrer Ausuͤbung mehr, als die gewoͤhnliche Muße widmen. So grenzenlos iſt in der That der Spielraum, welchen dieſelbe fuͤr Verſuche darbietet, daß es in den Kraͤften eines Jeden, der auch nur den kleinſten Garten und die geringſte Kenntniß von der Gaͤrtnerei beſitzt, liegt, ſowohl die Eigenſchaften ſeiner Pro⸗ dukte zu verbeſſern, als auch etwas zu der Vermehrung der ſchon vorhandenen botaniſchen Schaͤtze beizutragen, und ſich dadurch einen wirklich erhabenen Genuß zu bereiten. Der Landwirth, der ſich die Muͤhe gibt, auf den Wuchs ſeiner Fruͤchte zu achten und von ihnen die koͤrnerreichſten Ähren, die ausgezeichnetſten Ruͤben und ſtaͤrkſten Futterpflanzen ausſucht, um Saamen davon zu neh⸗ men, der ferner mit Ausdauer dieſen Zweck verfolgt, kann auf dieſe Weiſe nicht nur ſich ſelbſt Vortheil verſchaffen, ſondern ſei⸗ ner ganzen Gegend eine große Wohlthat erzeigen. Doch wir berufen uns deshalb nicht auf den Patriotismus der Landwirthe. Das iſt ein Beweggrund, der nur bei außer⸗ ordentlichen Angelegenheiten zum Beiſtand aufgefordert werden darf; er gebietet nicht uͤber die Handlungen des gemeinen Lebens und hat keinen Einfluß auf gewoͤhnliche Gemuͤther; auch iſt er nicht noͤthig zu unſerm Vorhaben. Schon der bloße Vortheil iſt fuͤr die meiſten Menſchen hinreichende Veranlaſſung, ſie bei ihren Unternehmungen zu leiten, und wenn ſie ihn nur wohl verſtehen, tragen ſie zur Erfuͤllung des Zwecks der menſchlichen Geſellſchaft eben ſo viel bei, als wenn ſie bei ihrem Handeln durch hoͤhere Grundſaͤtze geleitet wuͤrden. Wir hegen daher auch nur die Ab⸗ ſicht, die Aufmerkſamkeit auf die Thatſache hinzulenken, daß die Landwirthſchaft, mit Einſicht und Ausdauer betrieben, eine der ſicherſten Quellen nicht nur der Unabhaͤngigkeit, ſondern auch des 8 Einleitung. Wohlſtandes darbietet; zum Beweis fuͤr dieſe Behauptung koͤnn⸗ ten zahlloſe Beiſpiele von Maͤnnern aufgefuͤhrt werden, die gegen⸗ waͤrtig im überfluß leben, den ſie als Paͤchter erwarben, auch von ſolchen, die ihren Erben großes Vermoͤgen hinterlaſſen haben. Unter den Letztern ſteht Bakewell obenan, nicht ſowohl we⸗ gen der Groͤße ſeiner Verlaſſenſchaft, als wegen der fuͤr das Beſte des Publikums und ſeiner Nachfolger ſo wichtigen Ergeb⸗ niſſe ſeiner Verſuche in der Viehzuͤchtung; in ſofern, als die Ver⸗ beſſerungen, die er ſelbſt bei den verſchiedenen Vieharten hervor⸗ brachte, oder zu denen doch ſein Beiſpiel den Weg zeigte, unge— mein viel zur Vermehrung der Fleiſchnahrung beigetragen, und einem Wirthſchaftszweige die Entſtehung gegeben haben, der eben ſo neu, als eintraͤglich iſt. Man hatte ſich allerdings ſchon vor ſei⸗ ner Zeit bemuͤht, die verſchiedenen Vieharten zu vervollkommnen; es war dieſes jedoch verhaͤltnißmaͤßig nur in geringem Grade und auf eine uͤbelberechnete Weiſe geſchehen, bis endlich ſein durch⸗ dringender Verſtand die Fehler des fruͤheren Verfahrens entdeckte. Er fand, daß die maͤßig großen, gedrungenen, duͤnnknochigen Thiere immer am feiſteſten wurden; er unternahm es daher, dieſe wuͤnſchenswerthen Eigenſchaften zu vervollkommnen, und diejeni⸗ gen zu entfernen, die er fuͤr fehlerhaft hielt; ſo brachte er, zwar nur langſam, aber mit großer Überlegung und Ausdauer dem ge⸗ ſteckten Ziele zuſchreitend, jene Rindvieh⸗ und Schafragen her⸗ vor, die ſeitdem nach ſeinem Wohnorte unter dem Namen der Diſhley-Ragen bekannt geworden ſind. Sein Erfolg war ſo groß, daß er einmal in einer Sprungzeit fuͤr drei Zuchtwidder 1200 Guineen, und einmal 2000 Guineen fuͤr ſieben Stuͤck Miethe bekam; und mehre Jahre nach einander nie weniger, als 3000 Guineen Sprunggeld einnahm. Die dadurch erweckte und ſeitdem ſo weit verbreitete Nacheiferung gab Veranlaſſung zu einer ſon⸗ derbaren Art von Arbeitstheilung unter den Schafzuͤchtern, die bis dahin gewoͤhnlich mit den in der eignen Heerde gezogenen Zucht⸗ widdern ſich begnuͤgt hatten; ſeit jener Zeit wurde es aber Spe⸗ kulation, ſolche Thiere zum Vermiethen an Andere aufzuziehen. Einige derſelben ſind bis zu 500 Pfund Sterling in einer Sprung⸗ zeit vermiethet worden; fuͤr einen, dem Hrn. Buckley gehoͤrig, wurden im Jahr 1811 ſogar 1000 Pfund Miethe gezahlt; und nachdem dieſes Verfahren von der Leiceſterrage auch auf alle andern beliebten Ragen ausgedehnt worden iſt, haben mehre von dieſen Bockmeiſtern(Tup-Masters), wie man ſie zu nennen pflegt, —Q—ꝭ—C—L—O—Q—C—Q—Q—O—O——— he nt ltehn ficir lat n kti u fant wuu Lon au! tinge Pithſ de Vin 8 H 8 Einheitung. 9 viel durch dieſe neue Einrichtung gewonnen. Gleiche außerordent⸗ liche Preiſe ſind fuͤr die groͤßeren Vieharten gezahlt worden. Es ſei hier nur angefuͤhrt, daß ein Zuchtochſe von der Durhamrace, Komet mit Namen, dem Herrn Charles Kolling zu Ketton ge— hoͤrig, in einer oͤffentlichen Verſteigerung fuͤr 1000 Guineen ver⸗ kauft wurde*). Von Bakewell's unmittelbaren Schuͤlern waren die HH. Culley in Nordhumberland die ausgezeichnetſten. Sie gehoͤrten uͤberhaupt zu den hauptſaͤchlichſten Befoͤrderern aller landwirth⸗ ſchaftlichen Verſuche, und ihre uͤberwiegende Intelligenz, ihre unermuͤdete Thaͤtigkeit und die einſichtsvolle Anwendung des Ka⸗ pitals, das ſie ſich nach und nach erwarben, ſetzten ſie, die mit wenig Mitteln anfingen, in den Stand, ihren Familien zu dem Beſitz von Grundeigenthum, das einer jeden gegen 4000 Pfund jaͤhrlich einbringt, zu verhelfen, nicht zu erwaͤhnen, wie viel ſie zu dem Wohlſtand der umliegenden Gegend beigetragen haben. Zu dieſen Beiſpielen fuͤgen wir noch eins, das vielleicht weni⸗ ger bekannt, aber nicht weniger der Nachahmung werth iſt. Der juͤngſt verſtorbene Hr. Dawſon zu Frogdon in Roxburgſhire (Schottland) war der Sohn eines nur wenig bemittelten Pachters. Er war im Jahr 1734 geboren, und nachdem er ſeinem Vater einige Jahre beigeſtanden, auch einige Einſicht von der engliſchen Wirthſchaftsweiſe in Yorkſhire und Eſſex erhalten hatte, uͤbernahm er die Wirthſchaft zu Frogdon und fing daſelbſt an, Koͤrnerfruͤchte im Wechſel mit Futtergewaͤchſen und Ruͤben, beſonders Turnips, letz⸗ tere nach Tull's Methode, anzubauen. Er war auch der Erſte, welcher in ſeiner Gegend die Norfolker Art zu pfluͤgen, mit zwei Pferden neben einander, einfuͤhrte. Durch ſeine Ausdauer bei dergleichen Berbeſſerungen war er ſo gluͤcklich, nicht nur weſent— lich zur Vervollkommnung der Landwirthſchaft in ſeiner Nachbar⸗ ſchaft beizutragen, ſondern auch ein bedeutendes Landgut eigen⸗ thuͤmlich zu erwerben und ſeine zahlreiche Familie in großem Wohlſtand zuruͤckzulaſſen. Seine Lebensbeſchreiber ruͤhmen von *) Bei dieſer Verſteigerung, die zu Ketton bei Darlington im Oc⸗ tober 1810 vor ſich ging, brachten ſieben und vierzig Stuͤck von dieſer Rage, unter denen ſich mehre Kalben befanden, die große Summe von 7168 Pfund 7 Schilling; und in einer ſpaͤtern zu Brampton in derſelben Gegend, ein und ſechzig Stuͤck aͤhnlicher Rage, Hrn. Robert Colling gehoͤrig, 7858 Pfund, 4 Sch. Anm. d. Vf. 10 Einieitung. ihm, daß er uͤberaus regelmaͤßig in ſeinen Gewohnheiten geweſen und in allen ſeinen landwirthſchaftlichen Unternehmungen unge⸗ MA mein puͤnktlich und ſyſtematiſch zu Werke gegangen ſei. Seine Iſü Plaͤne waren das Reſultat einer einſichtsvollen, beſonnenen Berech⸗ ſi nung und wurden, ungeachtet aller Schwierigkeiten und Entmu⸗ trna thigungen, ſo lange verfolgt, bis ſie zur Ausfuͤhrung gebracht wits werden konnten. Wer die Schwierigkeiten kennt, welche allen biftt Neuerungen im Ackerbau von Spoͤttern und dem durch Eigenſinn t ite und Unwiſſenheit erregten Vorurtheil, nicht ſelten auch von Neid ite,d und Mißgunſt in den Weg gelegt werden, muß bekennen, daß eer l nur Maͤnner von einer feſten Gemuͤthsart und unermuͤdlicher Thaͤ⸗ 5 tigkeit faͤhig ſind, dieſelben zu uͤberwinden; ein ſolcher Mann war dfäle aber Herr Dawſon. Dieſe ſo preiswuͤrdigen Eigenſchaften ſind Feae es aber auch allein, durch die ſich ein jeder Geſchaͤftsmann aus⸗ zihe zeichnen ſollte; es ſind dazu weder die hohen Talente, welche duun blos eine beſondere Gabe der Natur ſind und von jeder Nach⸗ wm ahmung zuruͤckſchrecken, ihrer wohl gar ſpotten, erforderlich, noch ani die großen Kenntniſſe, die nur durch tiefes Studium und muͤhe⸗ um volles Forſchen ſich erwerben laſſen. Hrn. Dawſon's Erfolge 4 1 waren nichts, als das Ergebniß ſeines Scharfblicks, im Benutzen 1 der von Andern gemachten Verbeſſerungen, vereint mit dem Ge— a49 brauch ſeines geſunden Verſtandes, mit ſcharfer Beobachtungsgabe und mit ausdauerndem Fleiße bei der Betreibung ſeines Geſchaͤfts, 1* das an ſich keine außerordentlichen Faͤhigkeiten erfordert. Es ſteht Thi daher auch ganz gewiß in der Macht eines jeden Mannes von iif m klarer Einſicht und gleicher Ausdauer bei denſelben Beſtrebungen, rtſü in ſeine Fußſtapfen zu treten, wo nicht eben ſo ausgezeichnete Re⸗ n ſultate zu erlangen. Er darf aber freilich nicht ſelbſt an Vorur⸗ 6 theilen haͤngen, nicht gegen Neuerungen eingenommen ſein, weil liian es ſein Großvater nicht ſo machte. Keineswegs ſoll ein Land— ut d wirth gleich jeden vorgeſchlagenen Verſuch ausfuͤhren, oder gar Kapend jedes neue Verfahren ohne vorhergegangene Pruͤfung annehmen; tn d ſobald er aber deſſen Vortheile und Nachtheile reiflich gegen einan⸗ mn, i der abgewogen, ſeine Anwendung auf den Boden und fuͤr die tst i Mittel, die ihm zu Gebote ſtehen, hinlaͤnglich gepruͤft hat und 3 un ihm dabei der Nutzen uͤberwiegend zu ſein ſcheint, dann laſe er dh kin es einen mit Umſicht angeſtellten Verſuch gelten, und erinnere ſich ad ſ dabei, daß ein kleiner Gluͤcksfall zwar wohl bisweilen eine Nann iif irre leiten koͤnne, daß aber doch auch Niemand zur Auszeichnung rde 1 gelange, der ſclaviſch die gebahnte Straße verfolgt. ut A iöhſe geweſen unge⸗ Seine Berech⸗ Entmu⸗ ebracht e allen genſinn Neid I, daß Thaͤ⸗ in war n ſind n aus⸗ welche Nach⸗ noch muͤhe⸗ Erfolge enutzen m Ge⸗ gsgabe ſchaͤfts, s ſteht es von ungen, te Re⸗ Vorur⸗ weil Land⸗ er gar hmen; einan⸗ für die at und aſſe er ere ſich Mann hnung Einleitung. 11 Es iſt in der That ſehr zu beklagen, daß ſolche ausgezeich— nete Beiſpiele nicht mehr zur Nacheiferung reizen. Ungeachtet der wiſſenſchaftlichen Fortſchritte, welche die Landwirthſchaft in Eng— land ſeit einem halben Jahrhundert gemacht hat, iſt doch im Ganzen keine Wiſſenſchaft langſamer in ihrer Vervollkommnung vorwaͤrtsgegangen; und wenn man auch zahlloſe Beiſpiele von Einſicht und verſtaͤndigem Wirthſchaftsbetrieb bei den Landwirthen der hoͤhern Klaſſe findet, ſo bleibt es doch eine unlaͤugbare That— ſache, daß die große Maſſe von ihnen Maͤnner ganz entgegenge⸗ ſetzter Art ſind. Aufgewachſen ohne hinreichende Erziehung, die ſie faͤhig machte, die erſten Grundſaͤtze ihrer Kunſt zu begreifen, dieſelbe nur mechaniſch, gleich einem Handwerk erlernend, und entweder zu ſtumpfſinnig oder zu traͤge, Belehrung in Buͤchern zu ſuchen, verwerfen ſie jede vorgeſchlagene Verbeſſerung als leere Traͤumereien der Theoretiker, und vernachlaͤſſigen ſelbige auch dann noch, wenn ihr Werth durch die Erfahrung bewieſen iſt. So befolgen ſie unabaͤnderlich daſſelbe Verfahren, das ſie in ihrer Jugend erlernt haben, haͤngen mit der Halsſtarrigkeit ſelbſtgefaͤlli⸗ ger Unwiſſenheit an veralteten Gewohnheiten, und handeln da⸗ durch nicht nur gegen ihr eignes Intereſſe, ſondern auch gegen das des Publikums und als Paͤchter gegen das ihrer Grundher⸗ ren. Daher kommt es, daß der Durchſchnittsertrag mancher Theile des Koͤnigreiches unter dem anderer, von der Natur mit nicht mehr Fruchtbarkeit geſegneter ausfaͤllt und daß die Land⸗ wirthſchaft im Suͤden des Reichs, obgleich vom Klima mehr be⸗ guͤnſtigt, im Allgemeinen der im Norden nachſteht. Es iſt allerdings nur zu wahr, daß das Mißtrauen gegen geſchriebene Belehrungen zum großen Theil gerechtfertigt wird durch das unverdaute Geſchreibſel mancher aller Erfahrung er⸗ mangelnder Schriftſteller, und daß das Spoͤtteln der Praktiker uͤber das, was ſie mit ſtolzer Verachtung Buchwirthſchaften nen⸗ nen, nicht ganz grundlos iſt. Viel Schaden iſt der Landwirth⸗ ſchaft durch uͤberſpannte Vorſpiegelungen zugefuͤgt worden, die nur zu Ausgaben und Unzufriedenheit Veranlaſſung gaben; doch ſind keineswegs alle landwirthſchaftlichen Werke von derſelben Art; auch ſollte nie vergeſſen werden, daß die Theorie die Mutter der Praxis iſt, und daß alle Syſteme, die von den Praktikern befolgt werden, urſpruͤnglich nur auf die Theorie gegruͤndet ſind, die ſie ſo ſehr zu verachten ſcheinen. Es iſt aber auch nicht abzulaͤugnen, daß Spſteme, die auf Theorie allein gebaut, nicht durch die 12 Einleitung. Erfahrung unterſtuͤtzt ſind, nur Mißtrauen verdienen; denn ſelbſt das am richtigſten ſcheinende Raiſonnement uͤber die Operationen der Natur ohne von Thatſachen abgeleitete Beweiſe kann zu fal— ſchen Schluͤſſen verleiten, und es iſt oft ſchwer, das was wirklich nuͤtzlich von dem zu unterſcheiden, was es nur ſcheinbar iſt. Die Kunſt des Landbaues haͤngt ſo ſehr von anhaltender Beobachtung und dem Zeugniß wiederholter Verſuche ab, iſt dem Einfluß ſo vieler außer unſerer Berechnung liegender Zufaͤlle unterworfen, daß es ſehr uͤbereilt ſein wuͤrde, wenn man irgend eine Regel als gleich anwendbar fuͤr die unendlichen Abweichungen von Witterung, Boden und zufaͤlligen Umſtaͤnden ausgeben wollte. Klugheit ge— bietet deshalb Vorſicht; Unwiſſenheit iſt aber jeder Abaͤnderung abgeneigt, bloß aus Unfaͤhigkeit, das, was bloß ſpekulativ iſt, von dem unterſcheiden zu koͤnnen, was auf einem ſolideren Grunde beruht. Die Vorurtheile der gewoͤhnlichen Landwirthe gegen alle Neuerungen in ihren einmal feſtgewurzelten Gewohnheiten ſind ſo alt, wie ihr Gewerbe ſelbſt. In den finſteren Zeiten des Aberglau⸗ bens waͤhnte man, der Mann, welcher durch ein beſſeres Verfahren reichlichere Ernten als Andere ſeines Gleichen erzielte, bediene ſich uͤbernatuͤrlicher Mittel, und wenn er auch den Verfolgungen ei⸗ nes Zauberers entging, ſo hatte man ihn doch hoͤchlich im Ver— dacht, daß er mit einer Macht Umgang pflege, vor welcher ſeine froͤmmeren Nachbarn einen heiligen Abſcheu zeigten. Bei der Einfuͤhrung des Hopfens kam die City von London wider ſei⸗ nen Gebrauch ein, weil dadurch das Bier verdorben werde; mit gleicher Weisheit waren die Kentiſchen Landwirthe, deren Gegend mit Holz bepflanzt wurde, durch deſſen Kultur ſie jetzt viel Vor⸗ theil haben, wider dieſe Pflanzungen, weil ſie Veranlaſſung zu Holzdiebſtaͤhlen gaͤben. Mehre neue Geraͤthe ſind aus demſelben Grunde Anfangs verworfen worden, aus welchem man ſich vor ungefaͤhr hundert Jahren, wie Walter Scott eben ſo launig als wahr erzaͤhlt, in Schottland der Einfuͤhrung von Wurf— maſchinen widerſetzte*), und noch bis zu dieſer Stunde geben .*) Ew. Gnaden und Ihrem Verwalter hat es gefallen, anzubefehlen, daß mein Sohn Cuddie auf der Tenne mit einer neuerfundenen Maſchine zum Reinigen des Korns von der Spreu arbeiten ſolle; es iſt aber ein ſtraͤfliches Durchkreuzen des Willens der goͤttlichen Vorſehung, Wind zu Ew. Gnaden beſonderm Gebrauch durch Menſchenkunſt zu erwecken, ſtatt durch Gebet ihn dhn ruxin gand räech ridr b nt üt, d riei in e ſterwiſ btti tnd, di ni dvir mn ſi, Jg i dn rew mm ſi d kin Vnwor ſine ged At! al ir deim diſeng ſice und eil dng ein i wic N vanc ſc alin ie Bir mmäͤtt — dA nta unſtt g Gai linirme, NNlete dälhau in felbſt rationen zu fal⸗ wirklich ſt. Die achtung ffluß ſo en, daß gel als terung, heit ge⸗ derung tiv iſt, Grunde en alle ſind ſo berglau⸗ rfahren ene ſich agen ei⸗ m Ver⸗ er ſeine Zei der eer ſei⸗ de; mit Gegend - Vor⸗ ung zu nſelben ich vor launig Wurf⸗ geben len, daß ine zum räfliches Gnaden ſbet ihn Einleitung. 13 die Landwirthe dafuͤr, daß ſie die Hinterraͤder an ihren Wagen widerſinnigerweiſe hoͤher als die vordern machen, Folgendes als Grund an: es werde dadurch bergauf der Wagen ſelbſt in eine wagerechte Linie gebracht; ſie bedenken aber nicht, daß es auch wieder bergab geht, und auf der Ebene zu fahren iſt. Unter den zahlloſen Beiſpielen aͤhnlicher Art wird auch er— zaͤhlt, daß der letztverſtorbene Herzog von Bedford, der in ſeinem wohlbekannten Eifer fuͤr die Befoͤrderung aller landwirthſchaftli⸗ chen Verbeſſerungen ſich ungemeine Muͤhe gab, die Norfolker Ackerweiſe mit zwei Pferden nebeneinander einzufuͤhren, einmal, als er in der Nachbarſchaft von ſeinem Landſitz Woburn rei⸗ tend, einen ſeiner kleinen Paͤchter auf dem dortigen Sandboden mit vier hintereinander geſpannten Pferden pfluͤgen ſah, abgeſtie⸗ gen ſei, zwei von den Pferden nebeneinander geſpannt, ſelbſt den Plug in die Hand genommen und zu gleicher Zeit die Vorzuͤge der neuen Methode auseinandergeſetzt, aber darauf, wie ſich den— ken laͤßt, zu ſeiner großen Unzufriedenheit, von dem Landmann, der keineswegs durch ſeine Beweisfuͤhrung uͤberzeugt worden, die Antwort erhalten habe, dieſe Einrichtung moͤge wohl gut fuͤr ſeine Herrlichkeit ſein, fuͤr ihn aber waͤre ſie zu koſtbar! Ja un— geachtet der augenſcheinlichen Erſparniß und Bequemlichkeit dieſer Art der Beackerung auf leichtem Boden, die auch deshalb uͤber⸗ all im ganzen Koͤnigreiche, wo ſolcher zu finden, von jedem gebil— deten Landwirth angenommen worden iſt, hat ſie doch, ſelbſt bei dieſen gegebenen Beiſpielen, noch nicht uͤberall die alte, beſchwer⸗ liche und koſtſpielige Anſpannungsweiſe verdraͤngen koͤnnen. Selbſt bei der gewoͤhnlichen und laͤngſt beſtehenden Einrich— tung einer Wirthſchaft treten unvorhergeſehene Schwierigkeiten ein, welche die bloße Erfahrung nicht zu uͤberwinden vermag, und in manchen Faͤllen wird es dem bloß praktiſchen Landwirth, der ſich allein auf die ſeinige verlaͤßt, an Hilfsmitteln fehlen, die ihm eine Bekanntſchaft mit den Verfahrungsarten Anderer darzubieten vermoͤchte. In dieſer Hinſicht gibt es gewiß noch viel zu lernen, zu erflehen, oder geduldig zu warten, bis es der Vorſehung gefaͤllt, Wind zu unſrer Verfuͤgung auf die Schaͤferhuͤgel herabzuſenden.— Erzaͤhlungen meines Wirths, Old Mortality, die Presbyterianer oder Schwaͤrmer, Kap. VII. Die Wurfmaſchinen wurden aus Holland im J. 1710 von Fletcher von Saltown eingefuͤhrt und ihr Gebrauch oͤffentlich von der Kanzel herab als gottlos verworfen. Anm. d. Vf. 14 Einleitung. und dies iſt auch wirklich nicht ſchwer. Fuͤr die heranwachſende Generation gewaͤhrt eine umfaſſendere Erziehungsweiſe offenbar die beßte Belehrung; aber der Landwirth, der dieſen Vortheil noch nicht genoſſen hat, kann ſich auch leicht eine praktiſche Kennt⸗ niß von den in andern Gegenden befolgten Kulturmethoden und Verfahrungsweiſen bei der Viehzucht erwerben, wenn er ſie nach der Saatzeit gelegentlich beſucht und Bakewell's Rath, auch das zu ſehen, was Andere treiben, befolgt. Er wird da⸗ durch in den Stand geſetzt, die verſchiedenen Betriebsarten der⸗ ſelben auf die erfolgreichſte Weiſe mit der ſeinigen zu vergleichen; und wie vortheilhaft dies ſei, zeigt das Beiſpiel der einſichtsvol⸗ len Landwirthe in Northumberland und Norfolk, die nur durch dieſen Gebrauch ihre überlegenheit in einem thaͤtigen und ver⸗ beſſerten Wirthſchaftsbetriebe uͤber ihre Kollegen erlangt haben. Es iſt ein altes und oft wiederholtes Sprichwort: Wer bei dem Pfluge will gedeihen, Muß ſelber ſeine Hand ihm leihen. (He who by the plough would thrive Himself must cither hold, or drive.) und da dieſes die vorherrſchende Meinung geworden iſt, haben ſich dadurch Viele, die Erholung von den Sorgen des Handels in der Zuruͤckgezogenheit auf dem Lande ſuchten, von dem Nutzen ſowohl, wie von dem Vergnuͤgen des Selbſtwirthſchaftens ab⸗ ſchrecken laſſen. Es iſt unbezweifelt wahr, daß Derjenige, welcher durch fruͤhe Gewohnheit die Geſchicklichkeit, den Pflug zu fuͤhren erworben hat, große Vortheile in der praktiſchen Kenntniß des wichtigſten Geſchaͤfts bei dem Ackerbau uͤber Den haben muͤſſe, der niemals zwiſchen den Sterzen geſtanden hat, und es iſt ernſtlich anzurathen, daß jeder junge Menſch, der ſich der Landwirthſchaft widmen will, alle Feldarbeiten perſoͤnlich verrichten lerne; denn dies iſt das ſicherſte Mittel, ihn ſpaͤterhin zu einer wirkſamen Leitung derſelben geſchickt zu machen; nichts kann aber irriger ſein, als die Vorausſetzung, daß fortgeſetztes Selbſtarbeiten zu einem gluͤcklichen Erfolge noͤthig ſei. Sonſt freilich, wo die Land— wirthſchaft nichts, als ein geiſttoͤdtender Kreislauf von Plackerei und die Pachtungen groͤßtentheils ſo klein waren, daß der Rein⸗ ertrag mehr von der perſoͤnlichen Arbeit, als von der Einſicht des Pachters abhing, mochte ſelbige etwas fuͤr ſich haben; aber ſeit Einfuͤhrung der neueren verbeſſerten Kulturmethoden, der mehr ſyſtematiſchen Leitung der Viehzucht und der Vergroͤßerung der ſn. En Erm wim, gade d me 8 Rhteg fhir hi ſäben.( tr ſeine tme Oah Thrr des er ds f, ne ſ dfinxich taginga, ionüaf glerten dte;- Il lälſe dihrdin 3 Ather ſo mnyger ſton chſende ffenbar ortheil Rennt⸗ n und er ſie Rath, d da⸗ mder⸗ ichen; tsvol⸗ durch ver⸗ en. en ſich dels in Nutzen s ah⸗ elcher uͤhren ß des 2, der nſtlich ſchaft denn ſamen irriger en zu Land⸗ ackerei Rein⸗ ht des er ſeit mehr g der Einleitung. 15 Pachtungen; ſeit uͤberhaupt die Landwirthſchaft eine Wiſſenſchaft geworden, nicht mehr ein bloßes Handwerk iſt, wuͤrde Derjenige, welcher nur ſo viel Land beſitzt, daß er wenigſtens einige Arbei⸗ ter beſchaͤftigen kann, ſeine Zeit ſehr ſchlecht mit eigner Handar⸗ beit benutzen. Obiges Sprichwort wird zwar nicht immer buch⸗ ſtaͤblich genommen; aber dann geht doch die Meinung dahin, daß nur Der ein guter Landwirth werden koͤnne, der zu dieſem Ge⸗ werbe angezogen ſei. Perſoͤnliche Erfahrung iſt unbezweifelt noͤ⸗ thig; aber ſie kann mit einem ungleich geringeren Zeit- und Geld⸗ aufwand, als man gewoͤhnlich glaubt, von einem Jeden erlangt werden, der ernſtlich uͤber die Grundſaͤtze des Landbaues nach⸗ denkt und ſeine Aufmerkſamkeit den dazu gehoͤrigen Geſchaͤften bis zu den kleinſten herab, eifrig widmet, feſt entſchloſſen, weder in ſeinen Bemuͤhungen zu ermatten, noch durch Widerwaͤrtigkei⸗ ten ſich am Anfang der begonnenen Laufbahn abſchrecken zu laſ⸗ ſen. Ein ſolcher kann eines gluͤcklichen Erfolges gewiß ſein, und als Ermunterungsmittel zur Beharrlichkeit moͤge er nur daran denken, daß mehre von den ausgezeichnetſten Landwirthen und grade die, welche die wichtigſten Verbeſſerungen in ihrem Ge⸗ werbe einfuͤhrten, nicht in dieſem Stande geboren waren. Jethro Tull, der Vater der Diillwirthſchaft, war zum Rechtsgelehrten erzogen, da er aber ein kleines Landgut in Berk⸗ ſhire beſaß, widmete er ſich ſpaͤterhin der Bewirthſchaftung des⸗ ſelben. Er war als Landwirth nicht gluͤcklich und jedenfalls trieb er ſeine Theorie in Anſehung des fortwaͤhrenden Koͤrnerbau's ohne Dazwiſchenkunft von Brache oder gruͤnen Saaten zu weit. Aber das Verdienſt ſeines Syſtems der Beackerung, und beſon— ders des Pferdehakens auf allen Bodenarten, wo es anwendbar iſt, hat ſich neuerer Zeit uͤberall Geltung erworben, ob es gleich anfaͤnglich als bloße Spielerei angeſehen wurde und dreißig Jahre vergingen, ehe es die Aufmerkſamkeit der Praktiker erhielt. Die Originalerfindung der Dreſchmaſchinen iſt ebenfalls einem Rechts⸗ gelehrten zuzuſchreiben, Herrn Menjies, einem ſchottiſchen Ad⸗ vokaten; wir verdanken ferner die Einfuͤhrung der Runkelruͤbe dem Dr. Lellſom und neuerdings die Notiz vom Fioringras dem Dr. Richardfon. Arthur Young und Marſhall, die Beide durch ihre Schrif— ten ſo viel zur Verbreitung landwirthſchaftlicher Kenntniſſe beigetragen haben, waren fuͤr den Kaufmannſtand erzogen, und Letzter ſchon ziemlich weit in Jahren vorgeruͤckt, als er ſeine Auf⸗ 16 Einleitung. merkſamkeit dem Pfluge zuwendete. Er uͤbernahm hierauf blos mit einigen wenigen durch Leſen ſich erworbenen Vorkenntniſſen ein ſehr heruntergebrachtes Pachtgut von dreihundert Ackern ver⸗ ſchiedenartigen Bodens, das zehn Meilen von London entfernt war. Dies war gewiß fuͤr einen praktiſcher Kenntniſſe ſo ganz ermangelnden Mann ein kuͤhnes Unternehmen, und dennoch ent⸗ ließ er ſchon nach drei Monaten ſeinen Verwalter, die Leitung der Wirthſchaftsgeſchaͤfte ganz allein ſelbſt uͤbernehmend. Die Folge davon war, wie ſich leicht erwarten ließ, daß er anfaͤng⸗ lich einige Schnitzer machte; aber ſchon nach drei Jahren gab er ſeine landwirthſchaftlichen Bemerkungen heraus, die eine Dar⸗ ſtellung ſeines Verfahrens in den Jahren von 1774— 1777 enthalten und wenn auch nicht frei von Irrthuͤmern, doch den Beweis liefern, daß er mehr Gewinn bei ſeiner Wirthſchaft ge⸗ habt habe, als die meiſten ſeiner Zeitgenoſſen; indeſſen, wie er ſelbſt ſagt:„Aufmerkſamkeit und Thaͤtigkeit machen den Land⸗ wirth.“ Die Behauptung, daß nur der mit Vortheil Landwirth⸗ ſchaft betreiben koͤnne, der dazu erzogen worden ſei, hat darin einige Beſtaͤtigung gefunden, daß ſich waͤhrend des letzten Krie— ges mehre Perſonen mit ihr befaßt haben, die auch nicht die ge⸗ ringſte Vorkenntniß von ihr beſaßen und keine andere Veranlaſ⸗ ſung dazu hatten, als die Erwartung, es ſei ſolches eine ſehr ge— winnreiche Spekulation; eine Erwartung, die durch die damali⸗ gen hohen Preiſe und die Darſtellungen einiger Schriftſteller ge⸗ naͤhrt wurde. Von dieſer Idee durchdrungen, zahlten ſie unge⸗ heure Pachtſummen; ihr Inventarium wurde ebenfalls ungemein theuer angekauſt, und als nun die Preiſe wichen, erlitten ſie enorme Verluſte. Die Darlegung des Zuſtandes der Landwirth⸗ ſchaft in England vom Jahr 1816, entworfen nach den Ant⸗ worten, die auf ein vom Board of Agriculture*) uͤber dieſen Gegenſtand erlaſſenes Rundſchreiben erfolgt waren, wimmelt von Erzaͤhlungen von herabgekommenen Paͤchtern in jedem Theile des Reichs; in manchen Faͤllen waren das Inventarium und die Ernten unter der Haͤlfte ihrer Herſtellungskoſten verkauft worden. 1 2 über die Entſtehung und Einrichtung dieſer Anſtalt ſ. Thaer's engl. Landwirthſchaft, B. 1. S. 53 ꝛc.. Anm. d. überſ. — Tü rimtln 70 le h niſchi a ſh d rmn ift nd hndwe Aüne und tn glhe ekuf rich dgelih we knxendes G den ſolchen Sölch ar ſat, n, de auf as Neig üngnge, ſis de e dn Forder ſe ſch w Erthuſi heit ar i iih, nigen d Nher rntſet gn dn Kläni ſcher, de dmnah i ninngic a dhe Bere Daß de a aut fir renden glin — e W f blos nniſſen tver⸗ tfernt ganz ˖ent⸗ itung Die faͤng⸗ ab er Dar⸗ 1777 den ft ge⸗ vie er Land⸗ virth⸗ darin Krie⸗ ie ge⸗ anlaſ⸗ ge⸗ mali⸗ r ge⸗ unge⸗ emein en ſie virth⸗ Ant⸗ dieſen nmelt jedem rrium kauft engl. Einleitung. 17 Zu dieſen Beiſpielen kommen nun noch ſolche, beſtaͤndig ſich wiederholende, wo Maͤnner von guten Vermoͤgensumſtaͤnden ſich ohne alle theoretiſche und praktiſche Kenntniſſe von der Land⸗ wirthſchaft, mit ihr befaſſen, blos um des Vergnuͤgens wil⸗ len, ſich aber nicht herablaſſen zur Beaufſichtigung der damit ver⸗ bundenen oft kleinlichen Geſchaͤfte und nun von ihren Dienern und Handwerkern vielfach betrogen werden. Sie zahlen hoͤhere Loͤhne und erhalten niedrigere Preiſe, als ihre Nachbarn; ſie ma⸗ chen große Ernten, aber gegen einen Aufwand, der durch den Verkauf nicht bezahlt wird; und wenn ſie nun endlich daruͤber aͤrgerlich werden, erklaͤren ſie die Landwirthſchaft fuͤr ein Verluſt bringendes Geſchaͤft, ohne zu erkennen, daß ihre eigne Unklugheit einen ſolchen Erfolg herbeifuͤhrte. Solche ungluͤckliche Ausgaͤnge finden jedoch keineswegs im— mer ſtatt, wir haben dafuͤr das Zeugniß eines kompetenten Rich⸗ ters, der auf mehre, die fruͤher ein andres Geſchaͤft trieben, aber aus Neigung zu laͤndlichen Beſchaͤftigungen zur Landwirthſchaft uͤbergingen, anſpielend, das Urtheil faͤllt: ſolche Maͤnner werden ſtets die einſichtsvollſten und puͤnktlichſten Landwirthe. Gleich den Konvertiten in der Religion beſitzen ſie mehr Eifer, geben ſie ſich mehr Muͤhe, haben ſie weniger Vorurtheile und mehr Enthuſiasmus fuͤr ihr neues Gewerbe, als die, welche von Kind⸗ heit an in demſelben beſchaͤftigt waren. Sie ſind zwar anfaͤng— lich, wegen Mangel an praktiſchen Kenntniſſen, mehr Irrthuͤmern und Mißgriffen ausgeſetzt, aber ihre unermuͤdliche Aufmerkſamkeit verbeſſert gar bald die Fehler, die ſie aus Unbekanntſchaft mit den Kleinigkeiten des Gewerbes begehen, und da ſie ſich bemuͤht haben, die Theorie der Landwirthſchaft kennen zu lernen und demnach ihre Plaͤne auf vernuͤnftige Gruͤnde ſtuͤtzen, muͤſſen ſie ge⸗ meiniglich am Ende zu einem glaͤnzenden Erfolg gelangen; denn (ihre) Beſtrebungen, die ſie immer ſinnreich, wenn auch oft auf einem neuen, durch Verſuche ermittelten Wege durchfuͤhren, ſchlagen nur ſelten fehl.*) Er fuͤgt hinzu, daß einer der beſten Paͤchter in der Grafſchaft Middleſſerx fruͤher Schneider geweſen ſei. Daß das Selbſtwirthſchaften, wenn man es recht anfaͤngt, aber auch fuͤr ſolche Maͤnner, die nicht uͤber alle dabei vorkom⸗ menden Kleinigkeiten ſelbſt ein wachſames Auge zu fuͤhren vermoͤ⸗ *) S. Middleton's überſicht der Landwirthſchaft in Middleſſer. S. 59. I. 2 18 Einleitung. gen, vortheilhaft werden koͤnne, dafuͤr berufen wir uns auf das Zeugniß des Hrn. Gawlor's. Dieſer bewirthſchaftete ein Gut, das nur mittelmaͤßigen Boden hatte, und nicht groß genug war, einen beſondern Wirthſchaftsdirector tragen zu koͤnnen; er beobach⸗ tete dabei blos ein ganz einfaches Wirthſchaftsſyſtem, das ſich weder durch beſondere Verfahrungsarten, noch durch außerordent⸗ lichen Arbeits- und Kapitalaufwand auszeichnete, und dennoch verſichert er in der kuͤrzlich herausgegebenen lehrreichen Geſchichte ſeiner Wirthſchaft, daß er einen groͤßern Reinertrag im Durch⸗ ſchnitt erlangt habe, als er jemals Pacht bekommen haben wuͤrde, und uͤberdies hatte er noch den Vortheil, daß ſeine Beſitzung in einem beſonders guten Zuſtande blieb, die Einfriedigungen keiner Ausbeſſerung bedurften und die Laͤndereien ſich in fortſchreitender Verbeſſerung, nicht durch Erſchoͤpfung mißhandelt, befanden. Es iſt in der That augenſcheinlich, daß alle die Gewerbe, welche unſere unentbehrlichen Bedurfniſſe liefern, ſtets einen nicht unbetraͤchtlichen Gewinn im Durchſchnitt der Jahre abwerfen muͤſſen; denn ſonſt wuͤrde ſich Niemand mit ihnen befaſſen. So wuͤrde auch die viel beſprochene Einfuhr fremden Getreides keine andre dauernde Wirkung hervorbringen, als daß fernerhin nur ſo viel Land in Kultur bliebe, als nach der Deckung der Beduͤrf⸗ niſſe noch immer einen lohnenden Ertrag gewaͤhrt. Die Land⸗ wirthſchaft ſelbſt aber wuͤrde wie das Malzen und Brauen, das Gerben und Weben, und andere Fabrikationen, ihren ungeſtoͤrten Fortgang nach wie vor haben. Ein zeitweiliges Sinken der Preiſe wuͤrde allerdings wohl eintreten, die Wirthſchaftsbeſtaͤnde wuͤrden verhaͤltnißmaͤßig an Werth verlieren, und, wenn die AÄnderung ploͤtzlich eintraͤte, Einzelne wohl in große Verlegenheit gerathen; Getreide kann aber nicht auf die Dauer wohlfeiler verkauft wer⸗ den, als es ſich erzeugen laͤßt, und Großbritanien muß ſich im⸗ mer wegen der hauptſaͤchlichſten Befriedigung ſeiner Beduͤrfniſſe auf ſeinen eignen Boden verlaſſen; denn wuͤrden auch alle Haͤfen der unbeſchraͤnkten Einfuhr des Getreides geoͤffnet, ſo reichten doch alle vereinten Kapitale und Arbeitskraͤfte der geſammten Welt nicht hin, den Bedarf daran herbeizuſchaffen. Die Grund⸗ rente mag fallen; aber der Ertrag des landwirthſchaftlichen Ge⸗ werbes kann nicht ſinken, und ſo lange nur noch Verzehrer der im Lande erzeugten Producte vorhanden ſind, ſo lange wird auch die Landwirthſchaft diejenigen hinlaͤnglich entſchaͤdigen, die ſich ihr mit angemeſſenen Mitteln und Kenntniſſen widmen. 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Es iſt von der groͤßten Wichtigkeit, daß dieſe Anreizungen zur Anlage von Kapitalien auf Grund und Boden allgemeiner aner⸗ kannt werden; denn die Nationalwohlfahrt iſt dabei nicht wenig betheiligt, weil in deſſen Anbau der Haupturſprung aller In⸗ duſtrie zu ſuchen iſt, und daher Jedermann im ganzen Koͤnig⸗ reiche, vom reichſten Pair bis zu dem aͤrmſten Tagarbeiter herab dabei intereſſirt iſt. Der Ausdruck: Nationalreichthum wird ſehr haͤufig nur auf die Mittel der Regierungen bezogen, und obgleich dieſe nur durch das Vermoͤgen aller Volksglieder herbeigeſchafft werden koͤnnen, haͤlt es doch uͤberaus ſchwer, den Armen zu uͤber⸗ zeugen, daß er, der anſcheinlich keinen Theil am Nationalwohl⸗ ſtand hat, auch mit dazu beitragen koͤnne. Aber wenn auch das Geld in den Haͤnden Weniger ſich ſammeln, und darin unthaͤtig, alſo auch fuͤr das Allgemeine nutzlos bleiben kann, ſo iſt es doch nicht moͤglich, die Fruͤchte der Erde auf gleiche Weiſe anzuhaͤu— fen; ſind ſie einmal erzeugt, ſo muͤſſen ſie auch unter das Volk vertheilt werden, denn ein Jeder kann nur eine gewiſſe Menge davon verzehren, und im Verhaͤltniß zum ganzen Erzeugniß er— haͤlt ein jedes Individuum bald mehr, bald weniger davon zu ſeinem Antheil. Nicht Jeder mag nun freilich im Stande ſein, ſich ſo viel davon anzueignen, als er bedarf; aber er wuͤrde doch gewiß noch weniger erhalten, wenn weniger, im Verhaͤltniß zur Bevoͤlkerung, erzeugt worden waͤre. Jede Vermehrung der Er⸗ zeugniſſe, wenn auch nur gering und anſcheinend blos fuͤr die vortheilhaft, die unmittelbar dabei gewinnen, bringt demnach auch weſentlichen Nutzen dem ganzen Volke; denn es werden dadurch nicht nur mehr Lebensmittel gewonnen, ſondern es finden auch die Arbeitskraͤfte, durch die ſie erworben werden, bei der Erzeu⸗ gung und Verarbeitung des rohen Materials eine nüͤtzliche Be⸗ ſchaͤftgung. Das ganze Wohl der Menſchheit iſt nur durch Ar⸗ beit errungen worden. In den fruͤheſten Zeiten des geſellſchaftli⸗ chen Zuſtandes wurde ſie allein angewendet, um Nahrung und Obdach zu ſchaffen; als aber die weiter fortgeſchrittene Civiliſa⸗ tion eine nutzbarere und wirkſamere Verwendung ihrer Kraͤfte lehrte, entdeckte man, daß ſchon wenige Individuen zur Erzielung 9* — 20 Einleitung. der nothwendigen Beduͤrfniſſe Vieler hinreichten. Nun wurden die, welche dort nicht mehr Beſchaͤftigung fanden, Manufaktu⸗ riſten, und als die Kuͤnſte immer mehr fortſchritten, die Maſchi— nen immer mehr aufkamen, wurden nach und nach alle die Be⸗ quemlichkeiten eingefuͤhrt, die uns gegenwaͤrtig zur Annehmlichkeit des Lebens unentbehrlich geworden ſind. Die Zahl derſelben iſt gewachſen mit den Fortſchritten der Kenntniſſe und Verfeinerung, und viele Dinge, die in dem Kindheitszuſtande der menſchlichen Geſellſchaft blos fuͤr Gegenſtaͤnde des Luxus gehalten wurden, ge— hoͤren gegenwaͤrtig zu unſern nothwendigen Beduͤrfniſſen. So ſehen wir denn, daß in jedem Lande der Zuſtand des Volkes von der Menge der bei ihm mit Einſicht verwendeten Arbeit abhaͤngt; der Pflug iſt jedoch der erſte Urheber aller andern Arbeitsleiſtun⸗ gen; denn ehe nicht hinreichende Lebensmittel fuͤr die allgemeine Conſumtion vorhanden ſind, kann nicht einer von dem Anbau des Landes ausgeſchloſſen bleiben, und das iſt klar, daß erſt in dem Verhaͤltniß, wie die Vervollkommnung dieſes Anbaues ſteigt, der Lebensbedarf reichlicher erzeugt und die Zahl der fuͤr andere Zwecke zu verwendenden Haͤnde vermehrt werden kann. Wenn auf dieſe Weiſe die Mittel zum Lebensunterhalt in anderen In— duſtriezweigen geſichert ſind, ſteigt der Begehr nach den Erzeug— niſſen des Bodens mit der Menge der Arbeitserzeugniſſe; es werden dann mehr Haͤnde zu ſeiner Bearbeitung erfordert, und dieſe verlangen wieder mehr Manufakturerzeugniſſe. Demnach gehen Induſtrie und Wohlſtand gleichen Schritt mit dem Acker⸗ bau und tragen ſo, eins das andere unterſtuͤtzend, gemeinſchaft— lich zum Heil der Voͤlker bei. Daß die Einwirkung des Acker— baues auf das Gemeinwohl von ſolcher Bedeutung ſei, wird durch die Geſchichte ſeiner fortſchreitenden Verbeſſerung, und durch die daraus erfolgende Veraͤnderung der Lebensweiſe in England be⸗ wieſen. Ein kurzer Abriß derſelben duͤrfte weder fuͤr unſere Zwecke unpaſſend, noch der Mehrzahl unſerer Leſer unange⸗ nehm ſein. Einige ſchwache Kulturverſuche ſcheinen in Britanien ſchon zu einer Zeit gemacht worden zu ſein, die außerhalb dem Bereich der Geſchichte liegÄt. Sie waren indeſſen wohl von der roheſten und einfachſten Art, und werden einer Kolonie von Gal⸗ liern zugeſchrieben, die ſich auf der Suͤdkuͤſte des Landes unge⸗ faͤhr 100 Jahr vor dem Einfall Julius Caͤſars niedergelaſſen haben ſoll. Wir beſitzen keine genauen Nachrichten von dem Zu⸗ in d farz d dn gii würm ſt und Ger iixn und iin vit un lndſe hner zet, i, bot d tſate du di gewoir güen dich un, dhd tnd änes firing de findigen drh den nlcheren de Siten d Perh un, und glich de is dbänder nern bebie ddungen dͤie i d unnenhet den ſow 2 neine nbau Einleitung. 21 ſtand des Ackerbaues in England waͤhrend der Herrſchaft der Roͤmer; aber daß große Verbeſſerungen in demſelben, ſo lange ſie im Beſitz des Landes waren, gemacht worden ſeien, moͤchte aus ihrem fortwaͤhrenden Beſtreben, ihre eigenen Gebraͤuche, Sit— ten und Gewohnheiten in allen ihren Eroberungen einzufuͤhren, zu folgern und nach mehren Stellen in alten Autoren zu vermuthen ſein; waͤre es auch nicht durch die noch vorhandenen überreſte von Landſtraßen und anderen Spuren der Civiliſation waͤhrend ihrer Zeit, ſowie durch die merkwuͤrdige Thatſache bewieſen, daß ſie, trotz des Unterhalts einer zahlreichen Armee in dem von ihnen beſetzten Landestheilen, noch große Maſſen von Korn ausfuͤhrten. Die gewoͤhnlichen Kuͤnſte zum Unterhalt des menſchlichen Lebens gehen nicht leicht verloren, und es laͤßt ſich daher nicht anneh— men, daß die Beſtrebungen dieſes großen Volks, dieſelben waͤh⸗ rend eines Aufenthalts von mehr als 300 Jahren(von der Re⸗ gierung des Kaiſers Claudius an bis zur endlich erfolgenden voll⸗ ſtaͤndigen Zuruͤckberufung ihrer Truppen), moͤglichſt zu befoͤrdern durch die nachfolgenden Einfaͤlle der Pikten, oder die noch fuͤrch⸗ terlicheren Einbruͤche der Sachſen und Daͤnen, ganz umſonſt geweſen ſein ſollten. Man kann zwar in Folge der rauheren Sitten dieſer raubſuͤchtigen Horden vermuthen, daß ſie weniger Werth als ihre Vorgaͤnger auf die Vorzuͤge der Civiliſation leg— ten, und ſich weniger Muͤhe gaben, ſie zu erhalten; aber, ob ſie gleich die Geſetze, die Religion und ſelbſt die Sprache des Vol— kes abaͤnderten, ſo laſſen ſich doch die Spuren des von den Roͤ— mern betriebenen Ackerbaues noch erkennen in einigen ihrer Ver— ordnungen in Bezug auf Einhegungen und Pachteinrichtungen, ſowie in der Genauigkeit, mit der die Grenzen der Grundſtuͤcke in den Urkunden des großen Lehnsbuches, das den durch die Er— oberung der Normaͤnner herbeigefuͤhrten Umſturz uͤberlebte, und noch vorhanden iſt, angegeben ſind.— Sonſt iſt faſt nichts von dem Zuſtand der Landwirthſchaft zur Zeit der Sachſen bekannt, als daß ſie zur groͤßten Unvoll— kommenheit zuruͤckgefuͤhrt wurde. Die Arbeitstheilung wurde von ihnen ſo wenig verſtanden, daß die Bauern ſich ihre Pfluͤge ſelbſt machen mußten. Dieſe waren mit Weidenruthen zuſam— mengebunden und Eiſen, wie es ſcheint, nur wenig bei ſaͤmmtli— chen Ackergeraͤthen in Anwendung. Ob wir gleich unter der in— tereſſanten Sammlung von alten Anſpannungsweiſen, die wir Hrn. Strutt verdanken, einen mit vier Ochſen beſpannten Pflug 22 Einleitung. V finden, ſo war doch die gewoͤhnliche Zahl der Zugthiere acht V n n Stuͤck, und trotz dieſer außerordentlichen Kraftverſchwendung wurde bhe taͤglich nur ½ Acker fertig. Merkwuͤrdig iſt, daß unter allen 8. g jenen Abbildungen, die aus alten Meßbuͤchern und andern mit 1 b Bildern verſehenen Manuſcripten in England muͤhſam zuſammen⸗[au ka geſucht worden ſind, ſich keine Darſtellung einer Egge befindet; V Auina dagegen unter den Figuren auf der Kante jenes unter dem Na⸗ ij im men Toile de St. Jean bekannten alten Teppichs, der als eine ſit in vorzuͤglich wichtige Reliquie aus den Zeiten des Einfalls der Nor⸗ it ltn mannen aufbewahrt wird, ein Pfluͤger zu ſehen iſt, dem ein V rindä Mann mit einer Egge folgt; dies beweiſt, daß ſie damals ſchon rangi auf dem Kontinent gebraucht, und wenn auch fruͤher nicht in tin du England bekannt, doch zu jener Zeit eingefuͤhrt worden ſein im noch muß. Gedroſchen wurde mit dem Flegel, obgleich dieſe nicht die 6 d aͤlteſte und ſelbſt jetzt noch nicht uͤberall gebraͤuchlichſte Art des dn Juti Dreſchens iſt. Außer dem Pflug ſcheinen auch noch andere jetzt ds Aät gebraͤuchliche Werkzeuge damals ſchon in Anwendung geweſen ile de zu ſein.. tos, Das Land war ſo gering im Preiſe, daß im zehnten Jahr⸗ im ſp hundert vier Schafe einem Acker Land gleich geachtet wurden, und runn. ein Pferd fuͤnf Ackern; aber weder der Werth des Rindviehs, noch Audi die Beſchaffenheit des Bodens finden wir erwaͤhnt. Daraus wi ff koͤnnte man ſchließen, daß jenes nicht ausgezeichnet geweſen, und Mune dieſer groͤßtentheils als Weide benutzt worden ſei. Ein Recht auf rn eha zeitweiligen Beſitz konnte erlangt werden unter der Bedingung, urdmu das Land am Ende eines Jahres geduͤngt zu uͤbergeben; es wurde eilunii aber ſo wenig gepfluͤgt und ſo ſchlecht beſtellt, daß kaum hinrei⸗ iwfich chend Brot der geringſten Art fuͤr die ſchwache Bevoͤlkerung ge⸗ Dh wonnen wurde. Die an die Wohnſitze der großen Grundeigen⸗ u dm d thuͤmer ſtoßenden Laͤndereien wurden auf deren eigne Rechnung tu Zitd bebaut durch Arbeiter, die an die Scholle gebunden waren und mit dem Beſitzthum ſelbſt an Andere uͤbertragen werden konnten. Die verpachteten waren gegen Renten ausgethan, die in zur Kon⸗ ſumtion gehoͤrigen Beduͤrfniſſen aller Art bezahlt wurden; denn bſot m Geld war in einem Lande, wo fremder Handel kaum exiſtirte uj ih und der innere Verkehr ſo unvollkommen war, daß er ſich faſt blos Atriit auf einen geringen Tauſchhandel mit den naͤchſten Staͤdten, wo bui um gegen Lebensmittel die gemeinſten Arbeitsgeraͤthe und Kleidungs⸗ orend ſtuͤke eingehandelt wurden, beſchraͤnkte, natuͤrlich nur wenig im mei R Gebrauch. Selbſt Abgaben an die Krone wurden oft in Produk⸗ a) te, S. acht zurde allen mit nen⸗ det; Na⸗ eine ſor⸗ ein chon in ſein t die des jetzt veſen ahr⸗ und noch rraus und auf ung, urde rei⸗ ge⸗ gen⸗ nung und nten. Kon⸗ denn ſtirte blos „wo ngs⸗ g im duk⸗ Einleitung. 23 ten abgetragen und nach den Geſetzen von Hoel Dha ſcheint es ſogar, als haͤtten in Wales Mutterſchafe zum Preismaaß⸗ ſtabe gedient. Die Geſetzloſigkeit der damaligen Zeit noͤthigte die Menſchen, um ihrer gegenſeitigen Sicherheit willen, in Doͤrfern beiſammen zu wohnen. Viel Land wurde daher gemeinſchaftlich kultivirt, und bei jedem Doͤrfchen befand ſich ſtets eine zur Weide beſtimmte Flaͤche Land, die von den Einwohnern im Verhaͤltniß zur Groͤße ihres Ackerlandes gemeinſchaftlich benutzt wurde. Aus dieſer Ge⸗ wohnheit iſt ganz ſicher der Urſprung der noch beſtehenden Ge— meinheiten herzuleiten. Die Bewirthſchaftung der Pachtguͤter ſcheint durch Geſetze beſtimmt geweſen zu ſein, und eine der fruͤh⸗ ſten noch vorhandenen Verordnungen uͤber dieſen Gegenſtand, aus den Zeiten Eduards des Bekenners“), verlangt, daß der Pachter, der zwanzig Hiders**) Land beſaͤße, bei Übergabe des Pachts zwoͤlf davon mit Koͤrnerfruͤchten beſaͤet zuruͤcklaſſen ſolle. Dies ſetzt groͤßere Pachtguͤter und mehr Unabhaͤngigkeit voraus, als ſich mit einem Unterthaͤnigkeitsverhaͤltniſſe vertraͤgt; eben ſo auch ein ſtaͤrkeres Kapital, als ein bloßer Bauer beſitzen konnte. Das Inventarium ward jedoch gewoͤhnlich von dem Grundeigenthuͤmer hergegeben, und in einigen alten Rittergutsarchi⸗ ven findet man Ausgaben berechnet fuͤr die Miethe von des Herrn Pfluge. Die Paͤchter hießen Ceorls oder Churls und waren nebſt den Thanen oder den Gutsbeſitzern die einzigen Freien; die Bauern in dem unmittelbaren Dienſte des Herrn befanden ſich in wahrer Sklaverei und wurden Villeins***) genannt jedoch nicht in der ſchimpflichen Bedeutung des Worts, die man jetzt damit verbindet. Das landwirthſchaftliche Gemaͤlde des Koͤnigreichs, wie es in dem Doomsday-Buche entworfen iſt, beſchreibt das Land zur Zeit der normaͤnniſchen Eroberung als zum groͤßten Theile *) Regierte von 1041— 1066. Unter ſeiner Regierung wurde Macbeth beſiegt und Malcolm wieder auf den Thron ſeines Vaters geſetzt. **) über die Groͤße dieſes Ackermaaßes ſind die Meinungen ſehr getheilt. Wahrſcheinlich war es verſchieden nach Beſchaffenheit des Bodens und wurde ſo viel darunter verſtanden, als von einem Geſpann bearbeitet werden konnte. Sir Samuel Toller, der eine Abhandlung uͤber die Zehnten geſchrieben hat, nimmt daſſelbe zu ſechzehn engl. Ackern an. **) Villein hieß ſonſt nemlich blos der Leibeigene, jetzt aber auch noch Schurke, Boͤſewicht, und iſt ein Schimpfwort geworden. 24 Eiuleitung. mit uneingefriedigten Weideraͤumen, oder großen Waldſtrecken, oder nutzloſem Geſtrippe uͤberdeckt. Ackerland wird zwar ſtets auch mit erwaͤhnt und ſcheint weſentlich zur Groͤße eines Ritterſitzes mit beigetragen zu haben, man rechnete aber alles Land dazu, das nicht zu den ausgedehnten Gemeindeweiden gehoͤrte, die ge⸗ woͤhnlich den groͤßten Theil des Grundbeſitzes ausmachten, und es laͤßt ſich aus der damaligen geringen Bevoͤlkerung, die nur auf 1,504,925 Seelen berechnet wird*), abnehmen, wie wenig Land wirklich unter dem Pfluge war. Die Waͤlder wurden theils zur Feuerung, theils zur Unterhaltung der Schweine benutzt, die ſich an den Eicheln und Buchnuͤſſen fettfraßen und einen großen Theil der Nahrung aller Klaſſen ausmachten. Auch wurden zahl⸗ reiche Kaninchengehege unterhalten, vorzuͤglich um Felle fuͤr die Kleidung der hoͤheren Staͤnde zu bekommen. In einem großen Theile der noͤrdlichen Diſtrikte, die damals noch weniger bevoͤlkert waren, lebten auch zahlreiche Heerden von Wild, unter dem wahrſcheinlich das Elenn zu finden war, nebſt Woͤlfen, Baͤren und Auerrindern. Einige Nachkommen der letztern werden noch in ihrem wilden Zuſtande zu Chillingham Caſtle und in einigen andern alten Schloͤſſern im Norden des Reichs erhalten. Sie ſind durchgaͤngig von milchweißer Farbe, die Schnauzen und Spitzen der Hoͤrner ſchwarz, die innere Seite und ein Theil der Oberflaͤche der Ohren bleichroͤthlich. Eigen aber iſt es, daß die zu Gisburne Park in Yorkſhire gehaltenen keine Hoͤrner haben. Unter der Regierung Heinrichs VIII. und der Koͤnigin Eliſabeth liefen auch noch wilde Schweine auf den Huͤgeln von Lancaſhire und Cumberland, ſowie in den Waͤldern von Kent herum. Es wird gemeiniglich angenommen, daß die Woͤlfe ſchon unter der Regierung Edgars gegen die Mitte des zehnten Jahrhunderts aus⸗ gerottet worden ſeien; daß es aber deren noch zu Koͤnig Stephan's Zeiten(† 1150) gegeben, wird durch die Entdeckung eines Akten ſtuͤckes bewieſen, welches das von Conan, Herzog von Britanien, den Moͤnchen der Abtei Fors in Wensley Dale gemachte Zuge⸗ ſtaͤndniß, im nahgelegenen Forſte weiden und graſen zu duͤrfen, *) Dies iſt freilich ein großer Abſtand gegen die gegenwaͤrtige Bevoͤlke⸗ rung, die man blos von England und Wales ohne Schottland und Irland auf 14,000000 anſchlaͤgt; mit Schottland(gegen 2 ½ Millionen) und Irland ziemlich 8 Millionen) auf mehr als 24,000000 Menſchen. 2„ d 2KAenaddaee— Mn=Ae= Hade silan ——————-—“ 17 tb in Ihtzun Ri ſ Vſeni Ftn de3 a munch tlih in wütm lber rncäntz j gumn. di tn worden dünig und utr der Rch demſe uftie ſen ft wer vunden d vi doſſ Srrghen ſbarſame ftxtunen Cduurds lußen ber De —Z— —y —— — B—— — 22= — — ſtſüßen tin iit onge d inen ſe —— dm Aben Einleitung. 25 enthaͤlt; ihnen aber verbietet, große Hunde zur Vertreibung der Woͤlfe anzuwenden. Bei ſolchen Anreizungen zur Jagd darf es nicht wundern, daß ſie mit Eifer betrieben wurde, nicht nur als ein den rauhen Sitten des Zeitalters ſehr angemeſſenes Vergnuͤgen, ſondern auch um manche Leckerbiſſen fuͤr die Tafel zu liefern, die ſonſt, vor⸗ zuͤglich im Winter, nur ſchlecht beſetzt war. Strenge Geſſtze wachten uͤber die Erhaltung der Wildbahn; Wilddieberei war hart verpoͤnt; ja es war ſtrafbarer, einen Hirſch zu toͤdten, als einen Mann. Dieſe Edikte ſind den normaͤnniſchen Koͤnigen zugeſchrie⸗ ben worden; ein Geſetzcoder jedoch, der das Recht zu jagen dem Koͤnig und ſeinen Notabeln vorbehaͤlt, iſt, wie man annimmt, unter der Regierung Kanuts(1017— 1035) erlaſſen worden. Nach demſelben verwirkt der freie Mann ſeine Freiheit, und der Unfreie ſein Leben, wenn er einen jagdbaren Hirſch, ein koͤnigliches Thier, erlegt; doch konnte jene Strafe durch die Zahlung von zwei⸗ hundert Schillingen, und die letztere durch die halbe Summe los⸗ gekauft werden. Aber nach der normaͤnniſchen Eroberung(1066) wurden die Freien, welche ſich an der koͤniglichen Jagd vergingen, mit Verſtuͤmmelung oder dem Verluſt des Geſichts beſtraft. Dieſe Strafen, welche, wie es ſcheint, von mehren Regenten mit nicht ſparſamer Hand verhaͤngt wurden, beſtanden, mit einigen Modi— fikationen in der Ausfuͤhrung vielleicht, bis zur Thronbeſteigung Eduards I.(1273), unter dem jene blutigen Strafen in Geld⸗ bußen verwandelt wurden. Obgleich nicht gelaͤugnet werden kann, daß dieſe ſtrengen Ge⸗ ſetze dem Geiſte einer liberalen Geſetzgebung nicht entſprechen, ſo iſt es doch wahrſcheinlich, daß die Sicherung der Wildbahn nicht ihr einziger Zweck war, ſondern daß ſie darnach ſtrebten, groͤßere Verbrechen zu verhuͤten, als die Wilddieberei. Der große Über⸗ fluß an Jagdthieren bot Muͤßiggaͤngern, die dabei nicht faͤhig wa⸗ ren, in überfluß und Freiheit zu leben, eine gar zu anlockende Ge⸗ legenheit zum Herumſchweifen dar; die weitausgedehnten Waldun⸗ gen verliehen ihnen Schutz, und aus Wilddieben wurden ſie Raͤu⸗ ber. Damals war zwar nicht ſo viel Veranlaſſung zu kleinen Diebſtaͤhlen vorhanden, wie gegenwaͤrtig, auch wurden ihre Raͤu— bereien nicht mit der lauernden Vorſicht des naͤchtlichen Wilddiebes begangen, der ſeine Beute hinterſchleicht und uͤberfaͤllt; ſie ver— folgten ſie offen, und das maͤnnlich kuͤhne Benehmen bei den wilden Abentheuern ihres Waldlebens erweckt ein Intereſſe an 26 Einleitung. ihren Thaten und laͤßt ihr geſetzloſes Beginnen minder ſtrafwuͤrdig erſcheinen;z aber wenn auch die romantiſchen Thaten Robin Hoods und ſeiner Gefaͤhrten in unſrer Erinnerung durch die Reize der Poeſie verherrlicht werden, ſo bleiben ſie dennoch die eines Raͤu— bers und Wegelagerers. Das Jagdprivilegium, obgleich in großer Ausdehnung ausge⸗ uͤbt, war fuͤr die Landwirthe nicht ſo nachtheilig, wie geglaubt werden mag; denn der groͤßte Theil des in ihrem Beſitz befind⸗ lichen Landes war Gemeindeland, und da man den Wechſel zwi— ſchen Getreide⸗ und Futterbau noch nicht verſtand, war auf dem Felde im Winter nichts, als etwas Weizen zu finden; auch gab es keine Einfriedigungen zu durchbrechen, und ſo fielen nur we⸗ nig Beſchaͤdigungen vor, die zu Klagen haͤtten Veranlaſſung ge⸗ ben koͤnnen. Das Wild wurde ferner gewoͤhnlich nicht zu Pferde verfolgt, der Hirſch mehr eine Beute des Bogens und Pfeils, als einer regelmaͤßigen Jagd. In einem Aktenſtuͤcke, das eine Rechnung des Garderobeamts Koͤnigs Eduard I. enthaͤlt, ſind die Ausgaben fuͤr Sr. Majeſtaͤt Fuchshunde im J. 1300 aufge⸗ fuͤhrt, aber keine fuͤr Pferde, als fuͤr ein einziges zum Transport der Netze. Daraus laͤßt ſich ſchließen, daß ſelbſt die Waͤrter der Meute der Jagd zu Fuß folgten. Intereſſant duͤrfte es dem Jagd⸗ freund jetziger Zeit ſein, zu erfahren, daß ſich damals die ganze Ausgabe fuͤr die Jagdhunde auf 23 Pfund 7 Schilling 1 Pence belief. Die Vertreibung der Einwohner aus einem Theile von Hampſhire durch Wilhelm den Eroberer, um das Jagdrevier im neuen Forſte herzuſtellen, iſt von allen Geſchichtsſchreibern zu einem Gegenſtand des Vorwurfs fuͤr ihn gemacht worden; ſo ty— ranniſch aber auch dieſe Handlung, desgleichen eine aͤhnliche Ver⸗ wuͤſtung des Landes zwiſchen dem Tyne und dem Humber, unter dem Vorwand, daſſelbe gegen einen Einfall der Daͤnen zu ſchuͤtzen, waren, ſo konnten ſie doch ſo wenig, wie einige andere Gewalt⸗ thaten ſpaͤterer Regenten, welche die Grenzen des Waldgrundes ausdehnten, einen merkbaren Einfluß auf den Ackerbau eines Lan⸗ des ausuͤben, das ſich zum groͤßten Theil noch in dem Zuſtande einer vollkommenen Wuͤſte befand und nicht beſſer benutzt wurde, als von den Wilden in Amerika heut zu Tage. Man hat aller⸗ dings Grund zu vermuthen, daß von Zeit zu Zeit Ungerechtig⸗ keiten durch die Habgierigkeit der Edlen ausgeuͤbt wurden, indem ſie die alten Beſitzer von ihrem Eigenthum vertrieben. So ſagt dn dhr ns Räns, wSde t wGhzh lm dn ſe t auf! rauer bett Kunde d dr iſ n, d ſ grichn, ſh zu ſin Derſt ittig, di ſie Aufm W dem in ſcü töryſt ha tan ſini wnc nd h theite ij nun kar al m dir mißg doh geviß ſa Thele Jateſenn d Thiig dit de en in, in we de, wie ten viſen, fnden in Jii z ndar 4 afwuͤrdig n Hoods teize der 8 Raͤu⸗ ausge⸗ ſeglaubt befind⸗ ſel zwi⸗ suf dem uch gab ur we⸗ ung ge⸗ Pferde Pfeils, as eine lt, ſind aufge⸗ port der rter der n Jagd⸗ ie ganze 1 Yence le von vier im dern zu ſo ty⸗ he Ver⸗ „unter ſchützen, Gewalt⸗ grundes nes Lan⸗ zuſtande wurde, at aller⸗ erechtig⸗ indem So ſagt Einleitung. 27 ein alter Schriftſteller vom J. 1154:„Waͤhrend der Regierung des Koͤnigs Stephan beſtand der Landbau blos im Pfluͤgen der See; die Erde trug kein Korn, denn der Grund und Boden lag wüͤſte.“ Die Erzaͤhlungen, welche von den Chronikſchreibern der Sachſen, zu denen jener Schriftſteller gehoͤrt, uͤber das Benehmen ihrer Er⸗ oberer auf uns gekommen ſind, koͤnnen indeſſen nur mit Miß— trauen betrachtet werden. Die Normaͤnner waren ſicherlich in der Kunde des Ackerbaues bewanderter, als die Eingebornen, und von ihrer weiter vorgeſchrittenen Civiliſation laͤßt ſich erwar⸗ ten, daß ſie auch bemuͤht waren, die Wohlthaten derſelben zu genießen; es iſt daher nicht zu bezweifeln, daß ihr Beiſpiel end⸗ lich zu ſeiner Verbeſſerung fuͤhrte. Der ſcharfſinnige Beſchreiber des Mittelalters*) bemerkt ganz richtig, daß ſelbſt in den am wenigſten cioiliſirten Perioden ein⸗ zelne Aufmunterungen zu einer beſſeren Kultur nicht fehlten und daß die nach Verbeſſerung ſtrebende Thaͤtigkeit des Menſchen ge— gen zerſtoͤrende Revolutionen und barbariſche Unordnung ange⸗ kaͤmpft habe. Die Verwuͤſtungen des Kriegs machten in der Zeit vom fuͤnften bis eilften Jahrhundert den Grund und Boden zum mindeſt annehmlichen Gute, da er doch jederzeit das werthvollſte und zuverlaͤſſigſte ſein ſollte. Viele von den den Kloͤſtern zuge⸗ theilten Laͤndereien, die uns als ungeheuer erſcheinen, waren voͤl⸗ lig verwuͤſtete Diſtrikte, die durch kein andres Mittel wieder ur⸗ bar zu machen waren. Wenn auch die Moͤnche gewoͤhnlich als eine muͤßige, unnuͤtze Menſchenklaſſe angeſehen werden, ſo iſt es doch gewiß, daß wir ihnen den Anbau des Landes in einem gro⸗ ßen Theile von Europa zu verdanken haben, und daß die erſten Verbeſſerungen in der engliſchen Landwirthſchaft ihrer Einſicht und Thaͤtigkeit zuzuſchreiben ſind. Sie waren in der damaligen Zeit die einzigen Perſonen, welche die gelehrten Sprachen kann⸗ ten, in welchen allein die Nachrichten vom Ackerbau der Roͤmer, der, wie die mit der landwirthſchaftlichen Literatur Vertrau⸗ ten wiſſen, eine große Stufe von Vollkommenheit erreicht hatte, zu finden waren; ihre Korreſpondenz mit Italien, ſowie mehre von Zeit zu Zeit erfolgende Geſandtſchaften in dieſes Land und andere Theile Europa's, ſetzte ſie in Bekanntſchaft mit auslaͤndi⸗ *) Hallam. Derſelbe ſchrieb eine überſicht des Zuſtandes von Europa im Mittelalter. 28 Einleitung. ſchen Kulturmethoden, und durch ihre Erziehung, ihre Gewohn⸗ heiten und ihren Wohlſtand wurden ſie faͤhig, ihre auf dieſe Weiſe erworbenen Kenntniſſe mit mehr Einſicht und Erfolg anzu⸗ wenden, als es einem kriegeriſchen Adel moͤglich geweſen waͤre, der ſich den Waffen mehr, als den Kuͤnſten des haͤuslichen Lebens gewidmet hatte. Sie waren ſanfte Herren; ihre reichen Ein— kuͤnfte ſchuͤtzten ihre Paͤchter vor den Erpreſſungen, die ſie unter minder wohlhabenden Grundeigenthuͤmern zu befuͤrchten hatten; auch waren ſie den gefaͤhrlichen Dienſtleiſtungen minder unterwor⸗ fen, welche von den Untergebenen der kriegeriſchen Gutsbeſitzer gefordert wurden. Sie widmeten mehr Aufmerkſamkeit der ſittli— chen Auffuͤhrung und dem Wohlbefinden ihrer Untergebenen, und die unter ihrer Aufſicht ſtehenden Gerichtshoͤfe handelten weniger willkuͤhrlich, als die der großen Lehnsherren. Der auf dieſe Weiſe gebotene Schutz zog viele freie Anſiedler in die Naͤhe der kloͤſter⸗ lichen Gebaͤude; die Gegend in ihrer Nachbarſchaft war daher ſtaͤrker bevoͤlkert und beſſer angebaut, als andere, und die Über— reſte landwirthſchaftlicher Gebaͤude, die Spuren von Baumgaͤrten und anderen damals nur wenig bekannten nuͤtzlichen Anlagen nebſt den Urkunden der Abteien ſind ſowohl in England, wie auf dem Kontinente, ein unwiderleglicher Beweis, daß, ſelbſt bis zurüͤck zur Zeit der normaͤnniſchen Eroberung, der Landwirthſchaft von den Moͤnchsorden mehr Sorgfalt und Aufmerkſamkeit gewidmet wurde, als von andern Perſonen. Wenn nun aber auch von dieſer Zeit an der Ackerbau allmaͤh⸗ lig Fortſchritte machte, ſo blieb doch immer, wegen Schwaͤche der Bevoͤlkerung und Unſicherheit des Landes, die Bodenkultur blos auf die naͤchſten Umgebungen der Ritterſitze beſchraͤnkt, in denen der normaͤnniſche Baron und ſaͤchſiſche Thane in einſied⸗ leriſcher Unabhaͤngigkeit, von ſeinen Vaſallen umgeben, lebte und Niemanden uͤber ſich erkannte, als ſeinen Fuͤrſten. Ein ſolcher Zuſtand von Einfachheit und Losgebundenheit von den Feſſeln der Geſetze, durch welche die Intereſſen einer civiliſirteren Geſellſchaft bewahrt werden, mag fuͤr die Bewunderer der rohen Natur ſeine Reize haben, aber die Annehmlichkeiten, die er brachte, kamen nur den Grundeigenthuͤmern zu gute; der Zuſtand der niederen Klaſſen war erbaͤrmlich. Ihre Huͤtten enthielten weder Betten, noch ſonſt einen Hausrath, außer den zur Bereitung des Eſſens unentbehrlichſten und gemeinſten Dingen. Der Bauer lag auf Stroh, das auf die Hausflur geſtreut wurde, ein Scheit Holz 1— un t c u Ji,! rijbiſt hron ene nüt, 3 älunbe he Häuxtr alte, 1 min äner r Häſer pfänt und nnde entw ttet vor d d und de in Lehen mn aui da lſtritug Pfagnann ahhunde d dd won. R Gelhf R Gätr, 0 lgt werden lrzoge li beonde nuhe Mae dut fi aih nict we en aged inde a6 dn rhre mn, der ü Raädr i m att M in. U — .) Herrſer dchend Gewohn⸗ duf dieſe g anzu⸗ n waͤre, Lebens n Ein⸗ le unter hatten; terwor⸗ beſitzer r ſittli⸗ n, und weniger e Weiſe kloͤſter⸗ r daher e Über⸗ ngaͤrten en nebſt auf dem 5 zuruͤck haft von ewidmet allmaͤh⸗ hwaͤche nkultur nkt, in einſied⸗ ote und ſolcher ſeln der ſfellſchaft ur ſeine kamen niederen Betten, Eſſens lag auf eit Holz Einleitung. 29 war ſein Kopfkiſſen, oder er ſchlief wohl gar im Stalle bei ſei⸗ nem Vieh, und ſelbſt die hoͤhere Klaſſe von Landleuten lebte nur wenig beſſer. Von letztern wird ſelbſt aus einer weit ſpaͤteren Zeit von einem genauen Beobachter der Gebraͤuche ſeiner Tage*) erzaͤhlt, daß, wenn ſie ſieben Jahre nach ihrer Verheirathung ſich ein Wollenbett angeſchafft hatten und dazu einen Sack voll Spreu, ihre Haͤupter darauf zu legen, ſie eben ſo gut eingerichtet zu ſein glaubten, wie die Lords in der Stadt, die zufaͤllig auch nur ſel— ten in einem Bette von Dunen oder ganz von Federn lagen. Ihre Haͤuſer waren von mit Lehm uͤberzogenem Flechtwerk auf⸗ gefuͤhrt und hatten weder Glasfenſter noch Kamine; das Feuer wurde entweder auf ebener Erde mitten im Zimmer, oder auf einer vor der Wand angebrachten Erhoͤhung von Lehm angezuͤn— det, und das Rindvieh war unter demſelben Dach mit aufgeſtellt. Ihre Lebensart war in demſelben Verhaͤltniſſe ſchlecht; wir ler— nen aus dem ſeltſamen Gemiſch von Satyre, Moral und Sitten⸗ beſchreibung, the Vision of Piers Ploughman(die Viſion Peters Pflugmann), das wahrſcheinlich in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts von einem Prieſter in Shropſhire verfaßt worden iſt, daß das gewoͤhnliche Brot aus Erbſen und Bohnen gebacken wurde.— Die Einrichtung der hoͤhern Staͤnde war nicht viel beſſer. Selbſt die Halle des Barons erhielt ihr Licht nur durch hoͤlzerne Gitter, oder, wo ein ungewoͤhnlicher Aufwand und Luxus darge⸗ legt werden ſollten, durch Fenſter, die mit Horn oder Pergament uͤberzogen waren. Die bloßen Waͤnde der Gemaͤcher waren nur bei beſondern Gelegenheiten loſe mit Tapeten behangen, um das rauhe Mauerwerk zu verdecken; die Fluren wurden mit Binſen beſtreut, ſtatt mit Teppichen belegt; die Betten beſtanden, wenn auch nicht voͤllig, doch groͤßtentheils aus Stroh, und der Beſitzer einer ausgedehnten Herrſchaft erlaubte ſich weniger Luxusgegen⸗ ſtaͤnde, als ein Pachter der heutigen Zeit. Noch ſpaͤter, als hun⸗ dert Jahre nachher, aßen die angeſehenſten Familien von hoͤlzer⸗ nen, oder zinnernen Tellern; Gabeln waren unbekannt, und ſelbſt im Jahr 1572 hatte die fuͤrſtliche Haushaltung zu Skipton-⸗Caſtle nur acht Matratzen und Polſter fuͤr fuͤnf und dreißig Hofbedien⸗ ten. Und ſelbſt die geringe Koſt, die ſie genoſſen, ward mit *) Harriſon in ſeiner Beſchreibung von England, welche er der beruͤhm⸗ ten Chronik Hollinſhed's beigegeben. —————— 30 Einleitung. aͤngſtlicher Ruͤckſicht auf Erſparung unter ihre Dienſtboten ver⸗ theilt; nichts iſt daher mehr entfernt von der Wahrheit, als die gewoͤhnlich angenommene Vorſtellung von dem überfluß und Wohl⸗ leben unſerer Vorfahren. Sie waren damals nicht reich, ſelbſt nicht im Verhaͤltniß zu dem hohen Werth, den damals das Geld hatte. Ein jaͤhrliches Einkommen von zehn bis zwanzig Pfund wurde als vollkommen hinreichend fuͤr einen Edelmann angeſehen; und ein Ritter galt fuͤr ungemein reich, wenn er 150 Pfund des Jahres beſaß; dies iſt aber nach der Berechnung des Hrn. Hal⸗ lam, der 24 fuͤr den richtigen Multiplikator zur Berechnung einer Summe aus den Zeiten Eduards I. ums Jahr 1300 nach jetzi⸗ gem Geldpreis haͤlt, nicht mehr, als 3600 Pf. Sterling. Die Urſache dieſer verhaͤltnißmaͤßigen Armuth kann nur dem unvoll— kommenen Zuſtande der Kultur zugeſchrieben werden; denn viele im Beſitz Einzelner ſich befindende Landguͤter waren groͤßer, als gegenwaͤrtig, und das Getreide im Verhaͤltniß theurer, als jetzt; aber es wurde nicht dieſelbe Menge von gleicher Flaͤche gewonnen, wie gegenwaͤrtig. Der Antrieb zum Handel fehlte ebenfalls, und ohne denſelben gibt es keinen Anreiz zu einem groͤßern Arbeits⸗ aufwande, als zur Befriedigung der nothwendigſten Beduͤrfniſſe erfordert wird. In der Mitte ſeiner Angehoͤrigen lebend erhielt der Lehnsherr ſeine Einnahmen entweder von den Erzeugniſſen des um ſeine Wohnung gelegenen Landes, oder durch die Zah— lungen ſeiner entfernten Paͤchter; ſeine Ausgaben beſtanden groͤß⸗ tentheils in der Ausuͤbung einer rauhen Gaſtfreundſchaft, und die wenigen fremden Lurusgegenſtaͤnde, welche nach den damaligen Sitten zum hoͤhern Lebensgenuß gehoͤrten, wurden durch Aus⸗ tauſch gegen die Wolle und Haͤute der Schafe und Rindviehher⸗ den eingehandelt, mit welchen in Folge der großen Weidereviere das Land reichlich verſehen war, und die aus entgegengeſetzter Urſache in Flandern, mit welchem Lande, ſo wie mit Frankreich ein Handelsverkehr beſtand, ſelten waren. Da indeſſen die In⸗ duſtrie der Flamaͤnder den Ackerbau- und Manufakturbetrieb auf gleiche Weiſe ausgedehnt hatte, boten ſie keinen Markt fuͤr Ge⸗ treide dar; Frankreich wurde reichlich verſehen durch ſeine eigne Fruchtbarkeit, und Italien, aus dem man einige wenige orienta⸗ liſche Lurusartikel, nach denen der Begehr durch die Kreuzzuͤge erweckt worden war, bezog, war ebenfalls unabhaͤngig von eng— liſchen Erzeugniſſen. Die Nachrichten vom Ackerbaubetrieb aus jener Zeit ſind ——— dnha iin nd gonm m alen! ſedricnt avſächch rniſhi ſ hur) ttn jenes ſnchiddnen d ltteite ſtt zu ja Wittſch g Genar nürgen u wh d N Käung ded ſtn Ein ten ein A Nät W teun. d 5 R, wn a nü Jhn Gn lieſai titten teet d Jen und emnan d ds dir amn — — — tenn ver⸗ als die d Wohl⸗ , ſelbſt 1s Geld Pfund geſehen; und des n. Hal⸗ ng einer zch jetzi⸗ g. Die unvoll⸗ nn viele ßer, als als jetzt; wonnen, llis, und Arbeits⸗ durfniſſe d erhielt eugniſſen die Zah⸗ n groͤß⸗ und die maligen h Aus⸗ viehher⸗ dereviere geſetzter fankreich die In⸗ rieb auf fuͤr Ge⸗ ne eigne orienta⸗ reuzzuͦge von eng⸗ zeitt ſind Einleitung. 31 duͤrftig und unbelehrend; es gibt kein beſonderes Werk uͤber den⸗ ſelben, und von den Geſchichtſchreibern wird ſo wenig Notiz von ihm genommen, daß viel Dunkel uͤber ihm ſchwebt. Aber aus einem alten lateiniſchen Traktaͤtlein, das vermuthlich gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts verfaßt worden iſt, und, wenn gleich hauptſaͤchlich uͤber Geſetzgebung handelnd, doch einige auf Land⸗ wirthſchaft ſich beziehende Stellen enthaͤlt, lernen wir, daß dieſe mit mehr Puͤnktlichkeit gefuͤhrt wurde, als man nach den rohen Sitten jenes Zeitalters glauben ſollte. Es werden darin die verſchiedenen Pflichten des Haushofmeiſters, des Verwalters und der Arbeitsleute auseinandergeſetzt, und demnach ſcheint es, daß ſelbſt zu jener Zeit, wo die Bildung im Ganzen ſo gering war, die Wirthſchaftsrechnungen bei großen Beſitzungen mit gewiſſen⸗ hafter Genauigkeit gefuͤhrt wurden; auch ſind darin mehre Nach— weiſungen uͤber die Bearbeitung des Bodens und die Behand⸗ lung des Viehes enthalten, die ſelbſt in unſern Tagen noch Be⸗ achtung verdienen. Der gelehrte Autor berechnet aber den moͤg— lichen Ertrag des Bodens uͤberaus niedrig, und zeigt uns, daß, wenn ein Acker nicht wenigſtens dreimal die Saat wiedergibt, der Pachter verlieren muß, ſobald das Getreide nicht außerordentlich theuer iſt. Seine Berechnung iſt folgende: Dreimal Pfluͤgen 1 Sch. 6 Pence. Eggen.— 9 1 ⸗ Zwei Buſhel Saamen. 4 7,— Jaͤten..— ⸗ 1½ 2 Ernten— 3 Einfahren...=„ 1„ 3 Sh. 1 ½ P Dies kommt dem Preiſe von ſechs Buſhels Weizen zu der Zeit, wo er ſchrieb, gleich, und dabei iſt die Grundrente, von der er nichts erwaͤhnt, nicht einmal mit in Anſatz gebracht. Sir John Cullum und Sir F. M. Eden, die dieſem Gegenſtande viel Aufmerkſamkeit geſchenkt haben, nehmen jedoch an, daß die Durch⸗ ſchnittsernte zwoͤlf Buſhels vom Acker betragen habe, und jener beinerkt, daß, den Mittelpreis vom Quarter Weizen zu 4 Sh. 6 Pence, und die jaͤhrliche Rente vom Acker zu 4 Pence ange⸗ nommen, das Mißverhaͤltniß zwiſchen dem Ertrag des Landes und des davon zu zahlenden Pachtes faſt unglaublich geweſen ſei; denn wenn ein Acker nur 1 ½ Quarter jaͤhrlich gegeben habe, und 32 Einleitung. nur zwei Jahre hinter einander geerntet worden waͤre, ſo haͤtte er dem Beſteller doch im Durchſchnitt jaͤhrlich dreizehnmal die Grund⸗ rente eingebracht, ein Profit, den in den jetzigen Zeiten des ver⸗ beſſerten Ackerbaues ſelbſt der beſte Pachter nicht erlangen koͤnne.“ Dieſes ſetzte jedoch voraus, daß das Land alle drei Jahre zwei Getreideernten getragen haben muͤſſe; dies war aber bei dem da⸗ mals befolgten Wirthſchaftsſyſtem nur auf dem beſten Boden moͤg⸗ lich; denn abgeſehen von dem Nachtheil der nachlaͤſſigen Beſtel⸗ lungsweiſe war damals auch die Duͤngung, weil das Vieh faſt beſtaͤndig auf Außenweiden ernaͤhrt wurde, ſo kaͤrglich, daß es nicht ungewoͤhnlich war, von Seiten des Grundbeſitzers, ſich das Privilegium, die Schafe ſeiner Paͤchter auf ſeinen ſelbſt bewirth⸗ ſchafteten Grundſtuͤcken pferchen zu laſſen, vorzubehalten; und der Kalk, welcher ſeitdem ſo reichlich zur Verbeſſerung mancher Bo⸗ denarten angewendet wird, war ſo theuer, daß er, wie eine Rech⸗ nung vom Jahr 1437 zeigt, ſelbſt am Ofen ³ mehr galt, als der Hafer. Es kann daher nicht wohl bezweifelt werden, daß das Land, nachdem es durch wiederholte Ernten erſchoͤpft war, eine Reihe von Jahren Brache, oder vielmehr dreiſch gelegen habe, um ſeine Fruchtbarkeit wieder zu gewinnen; denn das Niederlegen deſſelben zu beſaamter Weide oder Maͤhefutter ſcheint unbekannt geweſen zu ſein. Auch haben wir Nachrichten aus jener Zeit von haͤufigem und gaͤnzlichem Fehlſchlagen der Ernten, von Viehſter⸗ ben, und daraus folgenden außerordentlichen Schwankungen der Preiſe, in Begleitung von ſchrecklicher Hungersnoth, wie ſie neue— rer Zeit in jedem nur einigermaßen kultivirten Lande unbekannt iſt. Der Preis des Weizens wechſelte oft von vier bis ſechzehn Shillings der Quarter, und Stowe berichtet, daß er 1315 vierzig Shillings gekoſtet habe. Er erzaͤhlt in ſeiner Beſchreibung jener Theuerung, daß Hunde und Pferde fuͤr eine koͤſtliche Speiſe ge⸗ halten worden waͤren, und ſetzt hinzu: Diebe, die im Gefaͤngniß ſaßen zerriſſen diejenigen, die aufs Neue unter ſie gebracht wur— den, und aßen ſie noch halblebend mit Begierde auf. Einige (wird erzaͤhlt) genoſſen vom Hunger getrieben, an verborgenen Orten das Fleiſch ihrer eignen Kinder, oder ſtahlen die Anderer, um ſie zu verzehren. Dieſe oben ausgeſprochene Anſicht von dem Zuſtand des Ackerlandes wird ſehr bekraͤftiget durch den verhaͤltnißmaͤßig hohen Werth der Wieſen, die gewoͤhnlich 6— 8 mal hoͤher verpachtet wurden. Dieſes Mißverhaͤltniß kann nur dann durch die groͤßere öewüt bii 6 ghabeus arlkurme Igluta, tritsadag de ficſpi ülichn drichen) mdernaße 66 1 5 62 ” 9 3oh⸗ 1 d Rope ter dem vara b Kaben. a, 9 diitt u Etatimg tn de gr daten dda A ſit in Viſ ſaken Aah lae iß m ricentich lche vehſ Kma gwün ſaanſagt „Stüt g 8 lngas haͤtte er Grund⸗ des ver⸗ koͤnne.“ hre zwei dem da⸗ en moͤg— Beſtel⸗ dieh faſt daß es ſich das bewirth⸗ und der hher Bo⸗ ine Rech⸗ galt, als den, daß pft war, gen habe, lederlegen unbekannt Zeit von Viehſter⸗ ingen der ſie neue⸗ nbekannt ſechzehn 5 vierzig img jener peiſe ge⸗ zefaͤngniß acht wur⸗ Einige rborgenen Anderer, ſtand des ßig hohen verpachtet ie größere Einleitung. 33 Gewißheit ihres Ertrages gerechtfertigt werden, wenn dieſer mehr betraͤgt, als der Unterſchied zwiſchen den Unkoſten des Acker- und Wieſenbaues; jedenfalls iſt ſolches der deutlichſte Beweis einer unvollkommenen Kultur. Man hat um ſo mehr allen Grund zu glauben, daß zwoͤlf Buſhels Weizen vom Acker als Durch⸗ ſchnittsertrag anzunehmen, zu hoch ſei; denn in der Geſchichte des Kirchſpiels Hawſtead in Suffolk werden die Ertraͤge des herr⸗ ſchaftlichen Gutes, das gewiß eben ſo gut, wie ein andres von aͤhnlichem Mittelboden bewirthſchaftet wurde, im Jahr 1387 fol⸗ gendermaßen angegeben: 66 Acker Weizen brachten 69 Quarter 2 Buſhel. 26 ⸗ Gerſte 11. 52 ⸗ 2 ⸗ 62 ⸗ Hafer- 40 24-⸗ 25 ⸗ Erbſen 25 ⸗ 32 2 25 ⸗ Miicchling 2 28 2— ⸗ und von dem Ritterſitz zu Dorking in Surrey zu derſelben Zeit: 30 ½ Acker Gerſte brachten 41 Quarter 4 Buſhel. 28 ⸗- Hafer 2 38- 4 ⸗ 5 ½ ⸗ Wicken 2 1 2 6 ⸗ Hawſtead⸗Harm hielt 572 Acker Land, von denen 321 Acker un⸗ ter dem Pfluge, 30 A. Wieſe und das Übrige Holz und Weide waren. Das Inventarium beſtand aus 26 Kuͤhen, 1 Bullen, 6 Kalben und 6 Abſetzlingen; 10 Zugochſen, 4 Zugpferden, 6 Fuͤl⸗ len, 92 Hammeln und 10 Schafen. Die Kuͤhe wurden im Winter auf dem Hofe gehalten, und da ſaͤmmtliches Heu zu ihrer Erhaltung verwendet wurde, ſo muß das uͤbrige Rindvieh entwe⸗ der das ganze Jahr hindurch mit den Schafen auf der Weide er⸗ halten oder im Winter mit Stroh und Stoppeln gefuͤttert wor⸗ den ſein. Ein ſolches Syſtem konnte natuͤrlich nur einen ſchlech⸗ ten Viehſtamm erzeugen, auch wird dem gemaͤß der Ertrag einer guten Kuh waͤhrend des Sommerhalbjahres, wo bloß davon die Rede iſt, nur zu 128 Pfund Kaͤſe und eine halbe Gallone Butter woͤchentlich angegeben. Der Preis einer guten Kuh ſammt ihrem Kalbe wechſelte von 6— 10 Schillingen, und das Milchproduct einer gewoͤhnlichen wurde zu 2 Pence, drei Farthings die Woche veranſchlagt. Die Schafe wurden ebenfalls gemolken und zwan⸗ zig Stuͤck gut erhaltene einer Kuh gleichgeſchaͤtzt. Die Zahl des Arbeitsviehs zu Hawſtead weicht ſehr von an⸗ deren Angaben abz in den von dem Verwalter des Rittergutes J. 3 34 Einleitung. Flaunchfort bei Ryegate in den Jahren 1382 bis 1386 gefuͤhr⸗ ten Wirthſchaftsrechnungen werden zwoͤlf Zugochſen als die Zahl angegeben, die fuͤr ſechs und funfzig Acker Ackerland, von denen ſechzehn brach liegen, erforderlich ſei. Es iſt indeſſen nicht un⸗ wahrſcheinlich, daß auf jenem Gute ein Theil der Arbeit durch die dazu gehoͤrigen Dienſtleute beſchickt wurde; denn es wurden da⸗ ſelbſt uͤber fuͤnfhundert Perſonen zur Ernte verwendet, die daher in zwei Tagen vollendet wurde, waͤhrend ſie an anderen Orten gewoͤhnlich fuͤnf Wochen dauerte. Sie war damals, wie jetzt, eine Zeit der Freude, und das Erntefeſt ſcheint das Schauſpiel laͤndlicher Froͤhlichkeit dargeboten zu haben, von einigen Gebraͤu⸗ chen begleitet, die ſeitdem abgekommen ſind. Von dieſer Zeit, der Regierung Eduards III.(1331— 1377) an, laͤßt ſich das Beginnen des allgemeinen Beſſerwerdens in dieſem Lande datiren. Der Verkehr zwiſchen den Voͤlkern, der durch die Kreuzzuͤge eroͤffnet worden war, trug zum Fortſchreiten der Civiliſation weſentlich bei. Europa fing an aus dem Bar⸗ barismus zu erwachen, in den es waͤhrend des Mittelalters ver⸗ ſunken geweſen war, und nach dem Geiſt des Vorwaͤrtsſtrebens, der damals im ganzen Koͤnigreich erwachte, laͤßt ſich mit Recht erwarten, daß der Ackerbau reißende Fortſchritte gemacht haben wuͤrde, wenn er nicht durch die nachfolgenden Kaͤmpfe zwiſchen den Haͤuſern York und Lancaſter aufgehalten worden waͤre. Doch trug gerade dieſes Ereigniß, wenn auch fuͤr den Augenblick der Landwirthſchaft ſehr unguͤnſtig, mittelbar weſentlich zu ihrer Er⸗ hebung bei. Der hohe und niedere Adel, der an dem Streite Theil nahm, ſah ſich genoͤthigt, viele von den perſoͤnlichen Dienſt— leiſtungen, die ſie von ihren Gehoͤrigen zu fordern hatten, in Geld zu verwandeln, um ihre Ausgaben im Felde beſtreiten zu koͤnnen. Viele Leibeigene wurden auf dieſe Weiſe emancipirt, und da ſie mit der Befreiung von Dienſten zugleich ein fruͤher nicht beſeſſe— nes Intereſſe am Grund und Boden erhielten, widmeten ſie ſich nunmehr ernſtlicher dem beſſeren Anbau deſſelben. Die Landguͤ⸗ ter mancher Grundeigenthuͤmer wurden auch entweder dismembrirt, um die waͤhrend des langen Buͤrgerkriegs eingegangenen Verbind⸗ lichkeiten zu decken, oder, da ſie nach ihrem Tode an Seitenver⸗ wandte ſielen, unter eine groͤßere Anzahl von Beſitzern vertheilt, die, da jeder einzeln von einer geringeren Landflaͤche zu leben ſu⸗ chen mußte, natuͤrlich ſich aufgefordert fuͤhlten, mehr Aufmerk— ſamkeit auf deren Verbeſſerung zu verwenden. Das Anwachſen deeikr mäm! w lſ⸗ b utmden nite ſton h dud drien alc fins Gua toh auf "d 1400. aibrend d Flitet we t Eirich ui ſewe raffoiend ſteite de als den l wel wir Beribſan U4 d land ge ſbts C der Baun ne Jühr wüſüng AGbandrt niſt einer katet he dh nie dith der, ngſehe Rit ſoueh deidug tnen dera rhal die tiht un Ngis gdan netteiſ 6 gefuͤhr⸗ die Zahl on denen icht Un⸗ eit durch rden da⸗ ie daher n Orten wie jetzt, hauſpiel Gebraͤu⸗ 1377) dens in ern, der ſchreiten m Bar⸗ ers ver⸗ ſtrebens, it Recht ht haben zwiſchen . Doch blick der rer Er⸗ Streite Dienſt⸗ in Geld koͤnnen. da ſie beſeſſe⸗ ſie ſich Landguͤ⸗ embrirt, gerbind⸗ eitenver⸗ eertheilt, eben ſu⸗ Aufmerk⸗ wachſen Einleitung. 35 der Bevoͤlkerung und die mehren Korporationen ertheilten Privilegien vermehrten die Einwohnerzahl der Staͤdte und es wurden nunmehr dem Abſatz der Landesprodukte Maͤrkte eroͤffnet, die vorher nicht vorhanden waren. Obgleich, wie wir geſehen haben, Pachtkon— trakte ſchon lange ſtatt fanden, ſo wurden dieſelben doch unguͤl— tig durch den Verkauf oder die Abtretung der verpachteten Laͤn⸗ dereien, auch war das Eigenthum des Pachters den Glaͤubigern ſeines Grundherrn mit verfallen; dieſe beiden Mißbraͤuche wurden zedoch aufgehoben durch die Verordnungen von den Jahren 1449 und 1469. So trugen die Uneinigkeiten, durch welche England waͤhrend des groͤßten Theils des funfzehnten Jahrhunderts er— ſchuͤttert wurde, nach und nach zur Verbeſſerung ſeiner buͤrgerli— chen Einrichtungen bei und gaben dem Mittelſtande in der Geſell— ſchaft ſeine Entſtehung, dem der Wohlſtand dieſes Landes in den nachfolgenden Jahren großentheils mit zuzuſchreiben iſt. Die Fort⸗ ſchritte des Ackerbaues waͤhrend dieſer Periode ſind jedoch mehr aus den Umſtaͤnden zu ſchließen, als durch Thatſachen zu belegen, weil wir nur ſehr unvollſtaͤndig mit dem Zuſtande der laͤndlichen Betriebſamkeit unſerer Voraͤltern unter den Plantagenets(von 1154— 1485) bekannt ſind. Das erſte Werk, das ausſchließlich uͤber Landbau in Eng— land geſchrieben worden, iſt ein kleines aus dem Franzoͤſiſchen uͤber⸗ ſetztes Schriftchen, das vornehmlich vom Pflanzen und Pfropfen der Baͤume handelt und wahrſcheinlich, es traͤgt keine Jahrzahl, ums Jahr 1500 erſchienen, aber hinſichtlich der ertheilten Unter— weiſung keineswegs intereſſant iſt. Hierauf folgte The Booke of Husbandrie(das Buch vom Haushalte) im Jahr 1523, welches nebſt einem andern uͤber Landvermeſſung von Sir Anthony Fitz— herbert herausgegeben wurde, der, obgleich Gerichtspraͤſident, doch, wie er ſelbſt erzaͤhlt, uͤber vierzig Jahre praktiſcher Land⸗ wirth war, und nachher als Vater der engliſchen Landwirthſchaft angeſehen worden iſt. Das Buch vom Haushalte iſt indeſſen nicht ſowohl eine theoretiſche Anleitung, als vielmehr eine Be⸗ ſchreibung der laͤndlichen Betriebſamkeit in jener Zeit, und wir lernen daraus, daß manche Verfahrungsarten und manches Vor⸗ urtheil, die auch jetzt beſtehen, ſchon damals bekannt waren. Es erzaͤhlt von vielen Einfriedigungen, erwaͤhnt die Anwendung des Mergels als Duͤnger, ſo wie die von anderen Verbeſſerungsmitteln des Bodens; aber ſpricht niemals vom Kalk. Es enthaͤlt auch manche einſichtsvolle Bemerkung uͤber die Behandlung des Viehes 24A ₰ 36 Einleitung. und mehre Vorſchriften uͤber die Feldbeſtellung, deren Richtigkeit ſelbſt in unſeren Tagen erkannt wird. Doch gibt es kein reizen— des Bild von dem haͤuslichen Leben der Landwirthe jener Zeit; denn nach mancher klugen Ermahnung zur Sparſamkeit und Thaͤ⸗ tigkeit ſagt er:„es iſt der Weiber Pflicht, alle Arten von Koͤr— nern rein zu machen, Malz zu bereiten, zu waſchen und zu ſcheuern, Heu zu machen, Korn zu ſchneiden, und wenn es Noth thut, ihrem Mann bei dem Miſtladen zu helfen, den Pflug zu fuͤhren, Heu, Getreide und dergleichen zu langen.“— Fitzherbert verlangt, daß jedes Landwirths Frau mit der Zubereitung und Verarbeitung des Flachſes und der Wolle bekannt ſei, und nach Aufzaͤhlung all der ſchon genannten Pflichten und noch mancher anderer haͤuslicher Verrichtungen ſetzt er noch hinzu:„Laß deinen Spinnrocken immer voll ſein, zum Zeitvertreib, damit er dich vom Muͤßiggange fern halte!“ Nach dieſer und aͤhnlichen Beſchreibungen werden wir veran⸗ laßt zu ſchließen, daß der Zuſtand der damaligen Paͤchter in Be⸗ zug auf die Annehmlichkeiten des Lebens nicht viel beſſer war, als der unſerer jetzigen gemeinen Handarbeiter; er war aber von demſelben ſehr unterſchieden in Bezug auf ihre durch Wohlſtand begruͤndete Unabhaͤngigkeit. So erzaͤhlt der Biſchof Latymer, der 1480 geboren und der Sohn eines Landmanns in Leiceſterſhire war, daß ſein Vater nur ein Landgut von 3—4 Pfund Rente inne gehabt, ſelbſt ſo viel, wie ein halbes Dutzend angeſtellte Ar⸗ beiter gepfluͤgt und außerdem noch hundert Schafe ausgetrieben, daß ferner ſeine Mutter dreißig Kuͤhe gemolken habe, es ihm aber doch moͤglich worden ſei, aus ſeinen Mitteln ſeinen Sohn auf der Univerſitaͤt zu erhalten, ſeinen Toͤchtern bei ihrer Verhei⸗ rathung zwanzig Noblen**„ mitzugeben, Gaſtfreundſchaft gegen ſeine Nachbarn zu uͤben und den Armen Almoſen zu ſpenden. Nun iſt es zwar wahrſcheinlich, daß die Ausgaben eines Studen⸗ ten zu jener Zeit nicht fuͤnf Pfund jaͤhrlich uͤberſtiegen, und daß der alte Latymer bei ſeinem Pacht beguͤnſtigt wurde oder, wie es damals gebraͤuchlich war, eine Summe im Voraus fuͤr die Über⸗ laſſung deſſelben gezahlt hatte; aber die Thatſache, daß ein Mann ſeines Standes den Ehrgeiz hatte, ſeinem Sohn eine gelehrte Er⸗ 9 Der Noble war eine Goldmuͤnze, die zuerſt unter Eduard III. zu 6 Schill. 8 Pence ausgepraͤgt wurde, ſpaͤterhin aber unter Heinrich VIII. bedeutend mehr galt. 6 däwn d w mäbe r ddc, utgede —— 5, e 8= -——ã̃———. — — 5— ₰= === tm v tngen, ſhite de nſten d an Gijc vurden u d aagad in die ger ten di u iig Vteſen me Nard e ixhen eichtigkei n reizen⸗ ter Zeit; nd Thaͤ⸗ on Koͤr⸗ und zu es Noth flug zu zherbert ng und d nach nancher deinen ich vom veran⸗ in Be⸗ er war, ber von ohlſtand ner, der eſterſhire d Rente llte Ar⸗ trieben, es ihm Sohn Verhei⸗ gegen penden. Studen⸗ nd daß wie es e Über⸗ Mann hrte Er⸗ d III. zu ich VIII. Einkeitung. 37 ziehung zu geben, laͤßt mit Recht vermuthen, daß ſich die Lage der Landleute damals ſchon ſehr verbeſſert haben muͤſſe. Sie be⸗ weiſt auch, daß der überſchuß der Paͤchter im Verhaͤltniß zum Pachtgelde zu jener Zeit bedeutend groͤßer geweſen ſein muͤſſe, als gegenwaͤrtig. Es findet dieß Beſtaͤtigung in dem, was Tuſſer, der ein halbes Jahrhundert ſpaͤter ſchrieb, und deſſen fuͤnfhundert gute Wirthſchaftsregeln noch immer geleſen werden, weil ſie ſich durch ihre huͤbſchen Knittelverſe empfehlen und viel Licht auf die laͤndlichen Gebraͤuche in der erſten Zeit von Eliſabeths Regierung werfen, uͤber die Vertheilung des Ernteertrages ſagt: 1) Gib einen Theil fuͤr's ſchuld'ge Pachtgeld aus der Hand; 2) Den zweiten fuͤr den Saamen auf dein Land;⸗ 3) Dem Pfarrer fuͤr den Zehnten der dritte ſei, 4) Der vierte den Schnittern, die dir halfen treu; 5) Der fuͤnfte dem Wagner, dem Seiler, dem Sattler, dem Schmied; 6) Der ſechste dem Zugvieh dann, damit es gut zieht; 7) Den ſiebenten Tagloͤhner und Geſind' erhalten, 8) Den achten leg zuruͤck zu freiem Walten; 9) Den neunten begehrt zu noͤth'gen Dingen dein Weib; 10) Den letzten wollen die Kinder und dein Leib. Der lange Friede, welcher der Thronbeſteigung Heinrichs VII. folgte, verbreitete die Civiliſation immer mehr; die Abhaͤngigkeit, in welcher ein großer Theil der niedern Volksklaſſen bisher noch gehal⸗ ten worden war, ſchwand immer mehr vor freiſinnigeren Einrich⸗ tungen, und der Zuſtand der Maſſe wurde im Ganzen weſentlich beſſer. Die Bevoͤlkerung von England und Wales, die ſich nach Chalmers genauer Berechnung im J. 1377 auf 2,353,203 See⸗ len belief, war bis 1575 zu 4,500,000 angewachſen. Wie ſich der Wohlſtand vergroͤßerte, ward auch mehr Kapital auf Laͤnde⸗ reien verwendet; die Rente ſtieg; und ein Beweis fuͤr die Fort⸗ ſchritte der Kultur ergibt ſich aus einem richtigeren Verhaͤltniſſe zwiſchen den Preiſen des Ackerlandes und der Wieſen. Manche alte Gehaͤge, die bisher nur Hirſchen zur Weide gedient hatten, wurden unter den Pflug genommen, und kleine Landguͤter ſo ausgedehnt, daß Heinrich VII. i. J. 1488 ein Geſetz erließ, um die Zerſtoͤrung jedes Wirthſchaftsgehoͤftes zu verhuͤten, zu wel⸗ chem zwanzig Acker Pflugland gehoͤrten. Der Hopfenbau wurde zu Anfang des ſechzehnten Jahrhunderts eingefuͤhrt und auf die Verbeſſerung des Viehes große Aufmerkſamkeit verwendet. Durch eine Parlamentsakte unter Heinrich VIII. wurden die Perſonen vom hohen und niedern Adel gehalten, eine gewiſſe Anzahl von 38 Einleitung. Harttrabern zu halten, jede nach Verhaͤltniß ihres Ranges; die geringſten darunter waren die Geiſtlichen, deren Stellen ſich auf 100 Pfund jaͤhrliches Einkommen beliefen, oder diejenigen Welt⸗ lichen, deren Weiber eine franzoͤſiſche Haube oder eine Muͤtze von Sammet tragen durften. Andere Verordnungen beſtimmten die Hoͤhe der zum Springen gebrauchten Zuchthengſte, um die Ver⸗ ſchlechterung der Nachkommenſchaft zu verhuͤten; das Maaß zeigt jedoch, daß die damalige Raſſe kleiner als die gegenwaͤrtige war, und immer niedriger zu Gunſten einiger Diſtrikte beſtimmt wurde; dabei iſt es nicht wenig auffallend, daß die Grafſchaften Nord⸗ humberland und Leiceſter, die gegenwaͤrtig unſere groͤßten Pferde hervorbringen, unter letzteren mit eingeſchloſſen ſind. Die Aufhebung der Kloͤſter zur Zeit der Reformation war fuͤr die Landwirthe unguͤnſtig; denn die unmittelbar von den Moͤn⸗ chen gepachtet hatten, waren nicht nur gewoͤhnlich beſſer geſetzt, als die Paͤchter der Weltlichen, ſondern die Zehnten, welche in die Haͤnde der letztern fielen, wurden auch mit groͤßerer Strenge eingetrieben, als zu der Zeit, wo ſie der Geiſtlichkeit ausſchließ— lich zukamen. Der Ackerbau machte indeſſen dennoch immer Fort⸗ ſchritte, ob ihm gleich auch noch durch mehre unkluge Verordnun⸗ gen, den Preis der Arbeit und der Lebensmittel und die Markt⸗ einrichtungen betreffend, Hinderniſſe in den Weg gelegt wurden; beſonders aber durch das Verbot der freien Kornausfuhr, waͤh⸗ rend die der Wolle noch erlaubt blieb*). Dieſe Verordnungen legten den Unternehmungen des Landwirths Feſſeln an, und die Wirkung der letzteren war, daß große Strecken Ackerland in Weide verwandelt wurden; ſo daß, obgleich ein im J. 1553 er— laſſenes Geſetz die Staͤrke der einzelnen Wollenheerden auf zwei— tauſend Stuͤck beſchraͤnkte, Harriſon, der 1577 ſchrieb, verſichert, daß manche Heerdenbeſitzer mehr als zwanzigtauſend Schafe haͤtten. *) Durch eine Parlamentsakte vom J. 1532 wurde der Preis des Rind⸗ und Schweinefleiſches auf ½ Pence, Kalb⸗ u. Hammelfleiſch auf drei Far⸗ things p. Pfund feſtgeſetzt. Spaͤtere Verordnungen erneuten das Verbot wi⸗ der den Ankauf von Lebensbeduͤrfniſſen auf dem Wege zum Marktorte und wider deren Wiederverkauf in einer Entfernung unter vier Meilen von die⸗ ſem. Diejenigen, welche Getreide ꝛc. aufkauften, um es ſpaͤterhin wieder mit Vortheil zu verkaufen, wurden fuͤr Wucherer gehalten, und Vieh durfte nicht eher, als fuͤnf Wochen nach ſeinem Ankauf wieder verkauft werden. Die Ge⸗ treideausfuhr war ebenfalls verboten, wenn der Preis des Quarters Weizen 6 Schill. 8 Pence uͤberſtieg. Säüh ii lhins dl w. wlce Arttre dens d hen wet: 5. gertten i (antet rhauſef dnernen! gact und i Nfed päſtn nuh war namn in vtr ſche in Ratt badbeu da No wäſn lung il à zu ſein Ende der ſchs dit rntettn: kſaz au dühe in ſewitit. ty nicht ſe ſcwie runiſc finer zi dech geg ung der und ſnne lagt a den ſg Khatta ſees; die ich auf Welt⸗ ße von en die 1— Ver⸗ zeigt war, burde; Nord⸗ pferde n war Moͤn⸗ geſett, che in trenge ſhließ⸗ Fort⸗ rdnun⸗ Markt⸗ purden; waͤh⸗ ungen d die d in 3 er⸗ zwei⸗ ichert, zaͤtten. ‚Rind⸗ ei Far⸗ pot wi⸗ rte und oon die⸗ der mit fte nicht Die Ge⸗ Weizen Einleitung. 39 Seine Schilderung der haͤuslichen Einrichtungen der Paͤchter ſtellt uͤbrigens auf eine ſehr wohlthuende Weiſe den großen Kontraſt dar, welcher zwiſchen ihren damaligen Genuͤſſen und denen ihrer Vorfahren ſtatt fand, und zeigt, daß die Annehmlichkeiten des Lebens, die der Ordnung und Betriebſamkeit entſprießen, ſich ſchon weit zu verbreiten anfingen. „So gewoͤhnlich, ſagt er, waren alle Arten von hoͤlzernen Geraͤthen in den alten Zeiten, daß man kaum vier Zinngefaͤße (darunter gewiß ein Salzfaß) in einem recht anſtaͤndigen Pach⸗ terhauſe finden konnte; und trotz dieſer Frugalitaͤt(wenn man es ſo nennen darf) waren ſie doch kaum im Stande zu leben und ihren Pacht und andere Zahlungen zu entrichten, ohne eine Kuh, oder ein Pferd oder vielleicht noch mehr zu verkaufen, ob ſie gleich hoͤchſtens vier Pfund des Jahres auszugeben hatten. Ihre Ar⸗ muth war ſo groß, daß, wenn ein Pachter oder anderer Land— mann im Bierhauſe(was zu ihrer Zeit haͤufig der Fall war) unter ſechs oder ſieben ſeiner Nachbarn ſaß und daſelbſt, um ſei— nen Reichthum zu zeigen, in einer Art von Großthuerei ſeinen Geldbeutel umkehrte, und ein Noble oder ſechs Schilling in Sil⸗ ber herausfielen, die andern Alle oft nicht ſo viel dagegen auf— weiſen konnten. Zu meiner Zeit dagegen, wo die alte Pachtzah⸗ lung wohl auf vierzig, funfzig, ja hundert Pfund geſteigert iſt, will dennoch jeder Pachter nichts als Palmen— oder Dattelholz zu ſeinem Hausgeraͤthe haben, und haͤlt jeder ſeinen Gewinn am Ende der Pachtzeit fuͤr gering, wenn er das Pachtgeld nicht fuͤr ſechs bis ſieben Jahre liegen hat, um ſogleich eine neue Pachtung antreten zu koͤnnen. Daneben beſitzt er noch einen ſchoͤnen Zinn⸗ beſatz auf ſeinem Schenktiſche und noch mancherlei nuͤtzliches Ge⸗ raͤthe in ſeinem Hauſe; drei bis vier Federbetten, mannichfaltige gewirkte Decken und Teppiche, ein Salzfaß, einen Weinbecher, wo nicht mehre, und ein Dutzend Suppenloͤffel von Silber. Abex ſo ſchwierig iſt es, den Menſchen zufriedenzuſtellen, daß derſelbe Chronikſchreiber mit Unwillen der Vergroͤßerung des Luxus zu ſeiner Zeit gedenkt, beſonders findet er drei Dinge ſehr tadelns⸗ werth gegen ſonſt, die Errichtung mehrer Kamine, die Vergroͤße⸗ rung der Wohnungen und den Gebrauch von zinnernen Tellern und zinnernen oder gar ſilbernen Loͤffeln ſtatt der hoͤlzernen. Auch klagt er bitterlich uͤber den Gebrauch des Eichenholzes zum Bauen; denn, ſagt er, als unſere Haͤuſer von Weiden-Flechtwerk waren, da hatten wir Maͤnner von Eichenholz, ſeit aber unſere Haͤuſer 40 Einleitung. von Eichenholz ſind, haben wir nicht bloß Weiden⸗, ſondern ſogar viele Strohmaͤnner, und das iſt eine ſchlimme Anderung.“ Die Bauart der Paͤchterwohnungen war in der That viel beſſer ge⸗ worden; doch waren ſie groͤßtentheils von Holz und Moͤrtel auf⸗ gefuͤhrt; denn Ziegel, deren Fabrikation nach dem Abzug der Roͤ⸗ mer entweder ganz aufgehoͤrt hatte, oder vernachlaͤſſigt worden war, kamen nicht eher als unter der Regierung Richards II. (1377— 1399) zum Vorſchein, wurden erſt unter Heinrich VI. (+ 1472) allgemein und nur zum Bau der Kamine und Schorn⸗ ſteine gebraucht. Glas war lange Zeit eine ſo große Seltenheit, daß, als der Earl von Northumberland zu Anfang des ſechzehn⸗ ten Jahrhunderts Alnwick Caſtle verließ, um ſeine Reſidenz an einem andern Orte aufzuſchlagen, die Fenſter ſorgfaͤltig ausgeho⸗ ben und mitgenommen wurden. Funfzig Jahre nachher wurden zwar Glasfenſter ziemlich gemein; allein in Pachterwohnungen wird ihrer zuerſt in Suffolk im J. 1615 gedacht, und in ge⸗ woͤhnlichen Landhaͤuſern waren ſie in Schottland noch ungewoͤhn⸗ lich bis zum Jahr 1661. Daß dieſe Vergroͤßerung des Wohlſtandes, an welcher alle Volksglieder Theil nahmen, eine Folge der verbeſſerten Boden⸗ kultur war, ergibt ſich deutlich aus der vermehrten Produktion des Landes; denn Harriſon ſetzt hinzu, daß in gewoͤhnlichen Jah— ren jeder Acker im Koͤnigreich, wenn er gut gepfluͤgt und zuge⸗ richtet ſei, durchſchnittlich ſechzehn bis zwanzig Buſhels Weizen und Roggen, ſechs und dreißig B. Gerſte und vier bis fuͤnf Quarters Hafer trage. Dies koͤnnte, was zumal die beiden letzt⸗ genannten Fruͤchte betrifft, ſelbſt in neuerer Zeit als ein ſchoͤner Durchſchnittsertrag angeſehen werden, wenn man nicht in An⸗ ſchlag bringen muͤßte, daß durch die groͤßre Menge geringen Lan⸗ des, die gegenwaͤrtig beſtellt wird, der allgemeine Durchſchnitts⸗ ertrag herabgedruͤckt wird. Nach dem, was wir von Tuſſer er— fahren, ſcheint es auch, als habe man einige Fortſchritte in der Gaͤrtnerei gemacht; denn wenn auch das Verzeichniß, das er von den damals in Gaͤrten angebauten Pflanzen gibt, noch ſehr duͤrf⸗ tig iſt, ſo umfaßt es doch gegen hundert und funfzig Arten. Der Anbau von Ruͤben und Futtergewaͤchſen auf dem Felde war in⸗ deſſen noch voͤllig unbekannt, und die ganze Beſtellungsweiſe be⸗ ſtand, ſelbſt auf dem beſten Lande, darin, Koͤrnerfruͤchte und Brache miteinander abwechſeln zu laſſen. Deshalb war aber auch die Schwierigkeit, fettes Vieh fuͤr die Schlachtbank zu erhalten, fwiln ind Rt dd diere Viner eam wir ſn Gegen tud, d dmen 4 0 Bumerin Nihe d dn Anba ſ wie ſ un Bnnde Atte in ghaten h tutes da n ſogar Die ſer ge⸗ — auf⸗ r Roͤ⸗ vorden ds II. h VI. horn⸗ nheit, zehn⸗ nz an geho⸗ zurden ungen in ge⸗ woͤhn⸗ er alle zoden⸗ vuktion Jah⸗ zuge⸗ geizen funf letzt⸗ hoͤner An⸗ Lan⸗ nitts⸗ r er⸗ n der wvon duͤrf⸗ Der ar in⸗ ſe be⸗ e und rauch zalten, Einleitung. 41 zumal im Winter, ſo groß, daß ſelbſt die zur Konſumtion be⸗ ſtimmten Schafe getoͤdtet und eingeſalzen wurden, wenn ſie von der Sommerweide noch feiſt waren, und gleicherweiſe erfahren wir aus den Haushaltungsbuͤchern mancher angeſehener Perſon, daß ſelbſt vor nicht gar zu langer Zeit ſogar in den reichſten Familien ein großer Theil der Winternahrung aus Salzfleiſch be⸗ ſtand. Mit Koͤrnern fettgemachte Ochſen und Schafe werden je⸗ doch ſchon in einer im J. 1314 erſchienenen Parlamentsakte er⸗ waͤhnt, in welcher feſtgeſetzt wird, daß der Preis eines mit Koͤr⸗ nern gemaͤſteten Ochſens vierundzwanzig, und der eines grasfetten ſechzehn Schilling, der eines Schafes in gleicher Weiſe zwanzig und vierzehn Pence ſein ſolle. Daß die Fuͤtterung auf dem Stalle im Winter zu jener Zeit, von der wir jetzt ſprechen, ſtatt fand, lernen wir zufaͤllig aus Shakſpeare, deſſen Aufklaͤrung uͤber die— ſen Gegenſtand wir kaum aufſuchen wuͤrden, wenn nicht der Um⸗ ſtand, daß er jener Fuͤtterung Erwaͤhnung thut, bewieſe, ſie ſei allgemein geweſen: And we Shall feed, like oxen at a stall The better cherished, still the nearer death. Und leben werden wir, wie Stier' im Stalle, Je mehr gepflegt, je naͤher iſt der Tod. Koͤnig Heinrich, Theil 1. Akt. 5. Sc. 2. Von der Zeit der Koͤnigin Eliſabeth an kann nur wenig Bemerkenswerthes uͤber den Ackerbau angegeben werden, bis zur Mitte des ſiebzehnten Jahrhunderts, wo die Aufmerkſamkeit auf den Anbau des Klees durch Blythe's Schriften hingelenkt wurde, ſo wie ſpaͤterhin durch eine Nachricht uͤber die Landwirthſchaft von Brabant und Flandern, von Sir Richard Weſton, der einige Jahre in diplomatiſchen Geſchaͤften auf dem Kontinente ſich auf— gehalten hatte. Die Vortheile, welche die Kultur dieſes Futter⸗ krautes darbot, zogen die Aufmerkſamkeit einiger betriebſamer Paͤchter auf ſich, und wenn gleich Verbeſſerungen in den buͤrger⸗ lichen Unruhen damaliger Zeit viele Hinderniſſe fanden, wurde es doch theilweis unter die Feldgewaͤchſe aufgenommen, und nehſt den Turnips, die um dieſelbe Zeit eingefuͤhrt wurden, in den ſuͤdlichen Gegenden noch vor dem Schluß des ſiebzehnten Jahr⸗ hunderts ziemlich allgemein angebaut. Turnips waren eigentlich noch fruͤher als Feldgewaͤchs in Gebrauch gekommen. Es geſchieht ihrer durch einen Berichterſtatter in Houghtons landwirthſchaft— lichen Sammlungen als ein wohlbekanntes Schaffutter ſchon im 42 Einkeitung⸗ J. 1684 Erwaͤhnung, alſo weit fruͤher, als Lord Townshend ihre Einfuͤhrung in Norfolk angibt. Um jene Zeit widmete ſich mancher Edelmann, der durch den Krieg arm geworden war, der Landwirthſchaft. Cromwell ermun⸗ terte dieſelbe; er verwilligte einem gewiſſen Hartlib, einem aus— gezeichneten, nur bisweilen fantaſtiſchen Schriftſteller, der die Er⸗ richtung eines landwirthſchaftlichen Kollegiums empfahl, eine Pen⸗ ſion, und die Trockenlegung der Suͤmpfe in Cambridgeſhire und Lincolnſhire wurde waͤhrend der Republik unternommen. Einige ſchwache Verſuche dieſer Art waren ſchon durch eine Geſellſchaft Flamaͤnder vor der Regierung Heinrichs VII. gemacht worden; aber der gegenwaͤrtige Zuſtand von Bedfords Moor iſt den Be— muͤhungen des Oberſten Vermuyden, eines Hollaͤnders, der in des Protektors Dienſten ſtand, zu verdanken. Die Bearbeitung des Bodens, die bis dahin nur von Ungelehrten betrieben worden war, fing nun auch an, Maͤnner von Bildung zu intereſſiren; der Ackerbau wurde nicht mehr als ein bloßes Handwerk betrachtet, und mehre Schriften erſchienen, die ſeine Vervollkommnung be— zweckten. Obgleich das gegenwaͤrtige verbeſſerte Fruchtwechſelſy⸗ ſtem nur noch in ſeiner Kindheit ſich befand, waren doch manche unſerer Futterkraͤuter ſchon vor der Reſtauration(1660) ziemlich allgemein im Gebrauch, und Hartlib erwaͤhnt den Gebrauch des Klees zur Weide fuͤr das Vieh, ein Verfahren, welches, beilaͤu— fig geſagt, trotz ſeiner anerkannten Nuͤtzlichkeit erſt jetzt, nach Ver⸗ lauf von beinahe zweihundert Jahren, allmaͤhlig allgemein gewor⸗ den iſt. Der Mangel an Viehfutter war uͤbrigens damals noch ſo groß, daß Grasland an den Ufern der Themſe unter der Re⸗ gierung Karls II. faſt dieſelbe Rente abgeworfen haben ſoll, wie zu jetziger Zeit. Die Schriften Tull's*) zu Anfang des achtzehnten Jahrhun⸗ derts bilden eine merkwuͤrdige Epoche in den Fortſchritten der Landwirthſchaftswiſſenſchaft, der ſie endlich einen dauernden Vor⸗ theil geſchafft haben, obgleich der Verluſt, den ſein Vermoͤgen durch einige ſeiner Spekulationen erlitt, fuͤr eine lange Zeit An⸗ dere von dem Theil ſeines Wirthſchaftsſyſtems abſchreckte, der wirklich nuͤtzlich war. Seine Methode die Turnips zu drillen und mit der Pferdehacke zu bearbeiten fand jedoch Eingang in *) über die Schriften, Leiſtungen und Schickſale Jethro Tull's ſ. Thaer's engl. Landwirthſchaft. B. 1. und B. 3. an mehren Stellen. Sterd mcgiů irriſi lwele Ir hellwes pw ſton e gatt, ud rrun bete Krict bo ns mehre griſin der Amn ſir beſcß Jachbarn in, än tudde eö ſlhfon d im. D hung de do Daw dnen d habe u durnip fen bon den fine deſe 6 wode dt. Die rittgen int iii dätergen tmommen ginger G um werder wo nan p rehren u daden ein dſe ein wnshend urch den ermun⸗ m aus⸗ die Er⸗ de Pen⸗ ire und Einige ellſchaft vorden; en Be— der in beitung worden en; der rrachtet, ung be⸗ ſchſelſy⸗ manche zeemlich zuch des beilaͤu⸗ h Ver⸗ gewor⸗ s noch er Re⸗ l, wie hrhun⸗ en der Vor⸗ rmoͤgen eit An⸗ te, der drillen ang in Chaer's Einleitung. 43 Schottland, von wo aus ſie in die noͤrdlichen Gegenden von Eng— land eingefuͤhrt wurde, wo ſie fortwaͤhrend mit dem groͤßten Er⸗ folg ausgeuͤbt wird, waͤhrend ſie in den ſuͤdlichen noch immer nur theilweis angenommen iſt. Sie wurde erſt im J. 1762 von dem ſchon erwaͤhnten Hrn. Dawſon zur allgemeinen Kenntniß ge— bracht, und ihre Einfuͤhrung ward anfaͤnglich mit demjenigen Miß⸗ trauen betrachtet, welches die Landleute auf jede Neuerung werfen, die nicht von Einem ihrer Klaſſe ausgeht. Es ſcheint, daß Tur⸗ nips mehre Jahre lang mit Vortheil auf dieſe Weiſe von einem gewiſſen Pringle angebaut worden ſeien, der fruͤher Wundarzt in der Armee war, und ein Landgut bei Coldſtream in Berwick⸗ ſhire beſaß. Ob er aber gleich dadurch beſſere Ernten als ſeine Nachbarn erhielt, folgte doch Niemand ſeinem Beiſpiel, bis Daw⸗ ſon, ein wirklicher Pachter, daſſelbe Verfahren annahm. Nun wurde es nicht nur in deſſen Nachbarſchaft nachgeahmt, ſondern ſelbſt von den in Pringle's Naͤhe, die es anfaͤnglich verworfen hat⸗ ten. Die HH. Bailey und Culley erzaͤhlen in ihrer Beſchrei⸗ bung der Landwirthſchaft in Northumberland, daß zu der Zeit, wo Dayſon ſich in Frogden niederließ, die ganze Gegend durch einen vorzuͤglich ſchlechten Wirthſchaftsbetrieb ſich ausgezeichnet habe, und die Landwirthe daſelbſt unbekannt mit dem Werthe der Turnips, der Futterkraͤuter und des Kalkes geweſen waͤren. An⸗ fangs fand ſein Verfahren viel Widerſacher, es wurde beſpoͤttelt von den Alten, den Unwiſſenden und den Vorurtheilsvollen; aber ſeine beſſeren Ernten, ſein groͤßerer Gewinn bekehrten ſie bald, und es wurde nun ſeine Wirthſchaftsweiſe in wenigen Jahren allgemein, ſo daß dieſer Diſtrikt gegenwaͤrtig zu den beſtangebauten im ganzen Reiche gehoͤrt, das Land im Werthe ſich daſelbſt verdrei⸗ facht und der Anblick der ganzen Gegend ſich ſehr verſchoͤnert hat. Dies iſt ein ſchlagender und erfreulicher Beweis von den wichtigen Folgen, die aus den Bemuͤhungen und dem Beiſpiele eines einzigen Mannes hervorgehen koͤnnen. Ehe der Anbau von Futtergewaͤchſen in das jetzige ſogenannte Fruchtwechſelſyſtem auf— genommen worden war, konnte der Aufbruch wuͤſten Landes von geringer Guͤte nicht mit einiger Ausſicht auf Gewinn unternom⸗ men werden; aber bald nach Einfuͤhrung der Turnips in Norfolk, wo man ſie zuerſt in groͤßrer Ausdehnung anbaute, wurden auf mehren tauſend Ackern ſolcher geringer Grundſtuͤcke mit loſem Boden einzelne Ernten gewonnen, die den fruͤheren Grundwerth dieſer Laͤndereien uͤbertrafen. Der ungemeine Erfolg, der durch 44 Einleitung. dieſes neuangebaute Gewaͤchs in dieſer Gegend erlangt wurde, fuͤhrte zu aͤhnlichen Reſultaten auch in anderen Theilen des Lan— des, ſo daß durch das ganze Reich die Grundſtuͤcke, welche durch dergleichen Mittel zu einem hoͤheren Ertrage gebracht wurden, an innerem Werthe gewannen und dadurch auch der Grundwerth der Landguͤter beinahe verdoppelt wurde. Ein andrer Gegenſtand von gleicher Wichtigkeit blieb jedoch noch immer nicht beruͤckſichtigt. Das Wohl der Landwirthſchaft wird ſehr befoͤrdert durch die Naͤhe und Sicherheit von Marktor— ten, und letztgenannter Umſtand haͤngt ſehr von guten Wegen ab, die den Transport erleichtern und zu allen Jahreszeiten fahr⸗ bar ſind. In alten Zeiten machte die Schwierigkeit des Trans⸗ ports, die durch den beinahe gaͤnzlichen Mangel an Fahrwegen hervorgebracht wurde, den Handel mit Beduͤrfniſſen der Bequem⸗ lichkeit faſt unmoͤglich, und als das Anwachſen der Bevoͤlkerung und die Vergroͤßerung der Staͤdte die Nothwendigkeit einer Ver⸗ beſſerung in dieſer Hinſicht gebot, ward dem Mangel an Wegen doch nur ſo langſam abgeholfen, daß ſelbſt noch in ziemlich ſpaͤ— ter Zeit eine Menge Guͤter auf Saumroſſen fortgeſchafft werden mußten. Bei dieſer Art der Verſendung war es natuͤrlich kaum moͤglich, ſolche Waaren, die einen großen Raum einnehmen und nur geringen Werth haben, an entfernte Orte zu bringen. Dies wirkte vornehmlich auf die Preiſe des Getreides ein; denn waͤhrend einige Gegenden Mangel litten, hatten vielleicht andere Überfluß daran, und dann ſtiegen ſie an einem Ort uͤber ſeinen wahren Werth, waͤhrend ſie an einem andern darunter ſanken. Dieſer übelſtand wird noch in mehren Gegenden des Kontinents empfun— den; ſo finden es nicht ſelten die an der See gelegenen Provin— zen Spaniens vortheilhafter, ihren Bedarf an Korn aus dem bal⸗ tiſchen Meer zu beziehen, als aus dem Innern des Landes, aus Kaſtilien, es zu holen, wo gewoͤhnlich Überfluß daran iſt. Er beraubte auch den Armen in den mittleren Gegenden unſeres Lan— des eines zur Annehmlichkeit des Lebens weſentlich nothwendigen Beduͤrfniſſes; denn da die Ausdehnung der Kultur die Ausrottung der Waͤlder herbeigefuͤhrt hatte, waren die den Kohlengruben Fernwohnenden genoͤthigt, den Viehduͤnger als Feuermaterial zu benutzen. Er wurde zu Ende des Sommers auf den Weiden ein⸗ geſammelt, mit Waſſer zu einem Teig geknetet, hierauf in eine Form, wie Ziegel gedruͤckt, und an der Sonne getrocknet; eine düt ud warzi Uher. üülliht flichii fevorgehe dubiich iregeuo haflücer laftnd; Fme un teden ii iſſe had dung der mmämüch ng wr dis ue iealgan G uudw) t wurd, des Lan⸗ he durch den, an erth der Hjedoch thſchaft karktor⸗ Wegen N fahr⸗ Trans⸗ twegen equem⸗ lkerung er Ver⸗ Wegen ch ſpaͤ⸗ werden h kaum nen und Dies vaͤhrend berfluß vahren Dieſer npfun⸗ rovin⸗ m bal⸗ , aus . Er 5 Lan⸗ ndigen ottung gruben rial zu en ein⸗ in eine t; eine Einleitung. 45 guͤnſtige Witterung zu dieſem Geſchaͤft ward fuͤr einen nicht un⸗ wichtigen Gegenſtand gehalten. Obgleich ſchon 1663 eine Akte zur Erhebung von Wegegeld ergangen war, ſo war doch noch nach mehr als hundert Jahren das Reiſen zu Wagen, ausgenommen auf den Hauptſtraßen und in der unmittelbaren Naͤhe von Staͤdten, waͤhrend des Winters unmoͤglich, und wenn die Familie eines Landedelmanns um Weihnachten zu einem entfernten Freund zum Beſuch fuhr, war es allemal noͤthig, ein Paar Pferde mehr vorzuhaͤngen, um die Kutſche durch den Koth zu ſchleppen, bisweilen ſogar Maͤn⸗ ner mitzunehmen, um ſie herauszuwinden. Der Poſtwagen, wel⸗ cher ſonſt dreimal in der Woche von York nach Loͤndon ging, unternahm es 1703, dieſen Weg von ungefaͤhr 40 deutſchen Meilen in vier Tagen zu machen, und das war etwas Außer⸗ ordentliches; denn andere ſolche oͤffentliche Fuhrwerke brauchten uͤber derſelben Strecke faſt das Doppelte dieſer Zeit. Dieſe ſchwer⸗ faͤlligen Maſchinen wurden ſpaͤterhin durch die leichteren Poſtkut⸗ ſchen erſetzt, die, freilich nur ſelten, mehr als fuͤnf engl. Meilen in der Stunde zuruͤcklegten, bis denn die Eilwagen zu der außer⸗ ordentlichen Leiſtung von ſieben Meilen in der Stunde kamen, und endlich erſchienen die Dampfwagen, deren Schnelligkeit auf zwanzig Meilen in der Stunde beſchraͤnkt worden iſt, weil unſer Leben bei groͤßerer Schnelligkeit gefaͤhrdet waͤre. Es mag dieſes vielleicht fuͤr die landwirthſchaftlichen Intereſſen von geringer Er⸗ heblichkeit zu ſein ſcheinen, allein die daraus fuͤr die Landwirthe hervorgehende Gelegenheit, entfernte Maͤrkte und Gegenden ſchnell zu beſuchen und ſich ſelbſt von anderen Verfahrungsarten, als ihre gewohnten ſind, zu unterrichten, hat zur Verbreitung landwirth⸗ ſchaftlicher Kenntniſſe mehr beigetragen, als irgend ein anderer Umſtand; ſowie die Leichtigkeit, mit der jetzt, durch Huͤlfe der Kanaͤle und feſten Landſtraßen, die Lebensbeduͤrfniſſe fortgeſchafft werden koͤnnen, eine gleichmaͤßigere Vertheilung der Bodenerzeug⸗ niſſe herbeigefuͤhrt, ihren Verbrauch geſteigert, und zur Ermun— terung der Gewerbthaͤtigkeit, zu einem allgemeinern Genuſſe der annehmlichen Bequemlichkeiten des Lebens und zur Vermeh— rung der allgemeinen Wohlfahrt weſentlich beigetragen hat. Und dies duͤrfte Alles fernerhin noch bedeutend vermehrt werden durch die allgemeinere Anlage von Eiſenbahnen. Es bleibt nun nur noch wenig uͤber die ferneren Fortſchritte der Landwirthſchaft in England zu ſagen uͤbrig. Gegen die Mitte 46 Ennleitung. des vorigen Jahrhunderts fing man an, den Vorzug des Wech⸗ ſelwirthſchaftsſyſtems, bei welchem das Land abwechſelnd Koͤrner und Futtergewaͤchſe zur Ernaͤhrung von Menſchen und Vieh traͤgt, und durch den Duͤnger, welchen die letzteren liefern, der durch jene verurſachten Erſchoͤpfung entgegengearbeitet wird, allgemein anzuerkennen, und es kam nunmehr in immer ausgedehnteren Ge⸗ brauch, bis es endlich allgemein angenommen wurde, doch gibt es immer noch Landwirthe, die es ſehr unvollkommen ausuͤben. Auch die Ent⸗ und Bewaͤſſerung des Landes, die zwar ſchon fruͤher bekannt war, zog nun erſt die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ſich, wird aber immer noch nicht hinlaͤnglich benutzt. Um dieſelbe Zeit erhielten die Feldfruͤchte eine werthvolle Vermehrung durch die Kartoffeln und nach einem ziemlich langen Zeitraume durch die Rutabaga oder ſchwediſche Turnips und die Runkelruͤben, des⸗ gleichen durch eine ſehr nuͤtzliche Weizenart, die noch zur Reife kommt, wenn ſie auch erſt im Fruͤhling geſaͤet wird. Aber erſt wenige Jahre ſind es, daß die zu Woburn unter der Leitung John Sinclair's angeſtellten chemiſchen Unterſuchungen uns uͤber den relativen Futterwerth der Wurzelgewaͤchſe und Futterkraͤuter Aufklaͤrung verſchafft, und die Schriften von Kirwan, Cavendiſh und Sir Humphrey Davy uns eine mehr wiſſenſchaftliche Kennt⸗ niß von den Eigenthuͤmlichkeiten und der Anwendung des Duͤn⸗ gers verſchafft haben. Bakewell begann ſeine Verſuche in der Viehzucht erſt um das Jahr 1760, und Culley's wohlbekannte Schrift uͤber dieſen Gegenſtand, welche die erſte praktiſche Darſtellung der Grund⸗ ſaͤtze, nach denen Beide verfuhren, enthaͤlt, erſchien nicht eher, als 1786. Den Bemuͤhungen dieſer und anderer ausgezeichneter Vieh⸗ zuͤchter, die alle zu nennen unmoͤglich waͤre, ſowie der großen Aufmerkſamkeit, welche der verſtorbene und jetzige Herzog von Bedford, der Lord Sommerville, Hr. Coke und noch andere aus⸗ gezeichnete Befoͤrderer der Landwirthſchaft dieſem Gegenſtande wid⸗ meten und noch widmen, haben wir die hohe Stufe von Voll— kommenheit zu verdanken, auf der gegenwaͤrtig ein großer Theil unſeres Viehes ſteht; doch haben auch die zahlreichen Landwirth— ſchaftsgeſellſchaften und vor allen der Smithfielder Viehzuͤchter⸗ verein weſentlich mit dazu beigetragen. Es iſt zwar dem letztern ſcherzhafterweiſe vorgeworfen worden, daß die auf ſeiner jaͤhrlichen Ausſtellung producirten Thiere zu theuer zum Kaufen, zu fett zum Eſſen waͤren, und die den Maͤſtern beſtimmten Praͤmien nicht ge⸗ rtöirri ſüſt a frin I nedſſen Fd gais ſole tynt wed qn diett Narkt gnid es d Vorart nd zum fan rict niſen ang daben. de Gaibe b ſchen Jäſſe i ſ hgl In ſch ds vnn d in Zſtan ſeten Con jiimaliger ſpn Ein dſin beda Eaind ſi dr Gevin df des A nadung de dt. 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An manchen Orten wird auf die Auswahl des Viehes gar keine Achtſamkeit verwendet; daher bleibt manche ſchlechte Raſſe in einer ganzen Gegend verbreitet, und wenn auch ſolches Vieh, zu Markte gebracht, weniger Geld einbringt, als das beſſerer Art, ſo wird es doch noch durch die Indolenz, die Unwiſſenheit und die Vorurtheile mancher Landwirthe zu ihrem eigenen Schaden und zum Nachtheil fuͤr das allgemeine Beſte beibehalten. Es kann nicht gelaͤugnet werden, daß einige der mit den neuen Vieh— raſſen angeſtellten Verſuche keinen ganz gluͤcklichen Erfolg gehabt haben: die Thiere, zumal die Schafe, ſind, indem ihre Beine und Gerippe an Feinheit zunahmen, ſelbſt auch zaͤrtlicher geworden, und es ſuchen daher, wenn auch der Nutzen der Kreuzung mit der neuen Raſſe im Allgemeinen anerkannt werden muß, gegenwaͤrtig doch mehre Viehzuͤchter die Vermiſchung mit dem Diſhley-Blute eben ſo aͤngſtlich zu vermeiden, wie ſie fruͤher dieſelbe zu bewerkſtelli— gen ſich bemuͤhten. Es ſcheint auch, nach den Unterſuchungen des von dem Hauſe der Lords zur Ermittelung des gegenwaͤrti— gen Zuſtandes des engliſchen Wollhandels im J. 1828 niederge⸗ ſetzten Comité's, als wenn die Bemuͤhungen, die Koͤrpergeſtalt der feinwolligen Schafe zu vergroͤßern, auf das Vließ einen nachthei— ligen Einfluß gehabt haben. Die Maſſe an Fleiſch hat ſich in— deſſen bedeutend dadurch vermehrt, und es iſt nunmehr ein Ge— genſtand fuͤr die Berechnung von Seiten des Viehzuͤchters, ob der Gewinn an dieſem den Verluſt an jener erſetzt; in Bezug auf das Allgemeine kann kaum bezweifelt werden, daß dieſe ÜUm— wandlung vortheilhaft geweſen ſei. Die Landwirthſchaft in Irland bietet nur wenig Intereſſe dar. Das Land blieb viele Jahre hindurch bloß als natuͤrliche Weide liegen, welcher das Klima beſonders guͤnſtig iſt; und da ein großer Theil des Bodens aus einem auf einem kalkigen Unter⸗ grunde ruhenden reichen Lehm beſteht, bietet er die ſchoͤnſtbegra⸗ ſeten Weiden im ganzen vereinigten Koͤnigreiche dar. Aber trotz 48 4 Einleitung. dieſer Vortheile iſt der Landwirthſchaftsbetrieb daſelbſt immer un⸗ vollkommen geweſen; und ſelbſt heutigen Tags wird mit wenigen Ausnahmen kaum ein Landwirth auf der ganzen Inſel gefunden, der, bloß von ſeinem Gewerbe lebend, mehr als zweihundert Acker Feld kultivirt. Der groͤßte Theil des Ackerlandes iſt in den Haͤn⸗ den kleiner Paͤchter, die ſelbſt den Pflug fuͤhren und deren gaͤnz⸗ licher Mangel an Mitteln der Einfuͤhrung von Maſchinen und der Annahme einer Wirthſchaftseinrichtung hinderlich iſt, die eini⸗ ge Voranlagen erfordert. Einige Landeigenthuͤmer bewirthſchaften einen Theil ihrer Landguͤter ſelbſt, aber der wohlhabende Paͤchter⸗ ſtand, der in England eine ſo achtungswerthe Klaſſe bildet, iſt dort voͤllig unbekannt. Große Strecken reicher Weidelaͤndereien befinden ſich daſelbſt in den Haͤnden von Viehmaͤſtern, die zum Theil ſehr reich ſind. Arthur Young erwaͤhnte deren zwei in der Gegend von Tipperary, von denen der eine 13,800 iriſche Acker= 22,350 engl. Acker, der andre 9000 ſolche Acker fuͤr 10,000 Pfund jaͤhrliches Pachtgeld inne hatten. Jener hielt darauf 16,300 Schaßfe⸗ 3000 Stuͤck Rindvieh und 300 Pferde— und das war im J. 1777. Die Weide findet jedoch daſelbſt faſt nur auf natuͤrlichem Graswuchs ſtatt, bei einigen mehr gebildeten, die Sache aus Liebhaberei betreibenden Landwirthen ausgenommen, kommen Stallfuͤtterung und kuͤnſtlicher Futterbau nur ſelten in Anwendung; und es gibt viele bedeutende Viehmaͤſter, die keinen Acker Land unter dem Pfluge haben. Die verſchiedenen Inſurrektionen, durch welche das Land ſeit der Zeit ſeiner Eroberung unter der Regierung Heinrichs II. (1171) zerruͤttet wurde, hinderte jede dauernde Verbeſſerung in der Kultur bis zur Regierung Jakobs I.(1603), wo der ganze noͤrdliche Theil der Grafſchaft Ulſter der Krone anheimfiel, und die unermeßlichen Beſitzungen Derer, die mit in den Aufſtand des Earl von Tyrone verwickelt waren, an Unternehmer ausge⸗ than wurden, wie gegenwaͤrtig Land in Canada und Auſtralien ausgethan wird. Ein großer Theil dieſer verfallenen Laͤndereien wurde der Kirche verwilligt; und das Meiſte von dem übrigblei— benden den zwoͤlf Korporationen der Stadt London mit der B⸗ dingung, daſelbſt Kolonien von engliſchen und ſchottiſchen Paͤch⸗ tern anzulegen; nur ein kleiner Theil verblieb irlaͤndiſchen Frei⸗ ſaſſen. Die groͤßere Zahl der Koloniſten waren Schotten, und von ihrer bekannten Thaͤtigkeit ließen ſich große Vortheile fuͤr dieſe Anſiedelung von Ulſter erwarten. Die Landwirthſchaft ſtand jedoch vyhü Iy 1 wüllr, virigu tiarii aßgen n 1 ie —— = 2 2= —— — — —— ——— — Q — ——— Da iſfee vuden heſſeren nit der tvohnzei Nuytmn doh nich dup aus. ſihe Gai tzit d 1 dn Te dunde it duh äm fir ſeme ſe Perven an de tin a zuſas ipen Vi deite g dagl ate hf — mmer un⸗ wenigen efunden, ert Acker en Haͤn⸗ n gaͤnz⸗ en und dee eini⸗ ſchaften haͤchter⸗ det, iſt dereien die zum zwei in iriſche e Acker zer hielt ferde— lbſt faſt bildeten, nommen, ſelten in te leinen 3 Land richs II. vung in r ganze el, und lufſtand ausge⸗ ſſtralien ndereien brigblei⸗ der Be⸗ n aͤh⸗ en Nrei⸗ en, und für dieſe nd jedoch Einleitung. 49 damals in Schottland auf einer eben ſo niedrigen Stufe wie in Ireland, und ſo ward denn der Plan, in Bezug auf beſte Bo⸗ denkultur, nicht erreicht. Die neuen Anſiedler widmeten ſich der Verfertigung von Leinenzeugen, die noch immer den Hauptin⸗ duſtriezweig im Norden von Ireland bildet; aber die Weber wohnen nicht in Staͤdten zuſammengedraͤngt, wie es in den Manufakturdiſtrikten von England gewoͤhnlich iſt, ſondern uͤber das ganze Land zerſtreut in einzelnen Gehoͤften, zu denen einige Acker Feld gehoͤren, und genießen auf dieſe Weiſe, den Gewinn des Webeſtuhls mit dem des Feldbaues vereinigend, mehr An⸗ nehmlichkeiten des Lebens. Manche haben ſo viel Grund und Boden, daß ſie als kleine Paͤchter betrachtet werden koͤnnen und da ſie gewoͤhnlich eine arbeitſame Klaſſe ſind, auch viel von der klugen Sparſamkeit ihrer Voreltern geerbt haben, ſo bietet der Theil des Landes, wo ſie wohnen, den Anblick einer groͤßern Ordnung und Nettigkeit dar, als in andern Gegenden deſſelben zu finden iſt; die Wirthſchaftsweiſe ſelbſt iſt aber im Weſentli⸗ chen um nichts beſſer, als in den uͤbrigen Theilen der Inſel. Viele von den Laͤndereien, die in dem folgenden Buͤrgerkriege konfiscirt und an die Officiere von Cromwell's Armee verſchenkt wurden(1653), fielen durch das Loos an Maͤnner, die mit dem heſſeren engliſchen Ackerbaubetrieb bekannt waren; aber ſie hatten mit den Vorurtheilen der Eingebornen zu kaͤmpfen, deren Ge— wohnheiten ſie groͤßtentheils annahmen, und obgleich manche ihrer Nachkommen bedeutende Landguͤter beſitzen, ſo zeichnen ſie ſich doch nicht durch irgend eine überlegenheit in deren Bewirthſchaf⸗ tung aus. Der Argwohn oder das Mißtrauen, welche die eng⸗ liſche Regierung eine lange Reihe von Jahren gegen Ireland un— terhielt, legten dem Aufbluͤhen ſeiner Landwirthſchaft Hinderniſſe in den Weg, die noch bis zu dieſer Stunde gefuͤhlt werden. Es wurde nicht nur ſeiner Wollenfabriken beraubt, ſondern ſogar durch eine unter Karl II.(1660— 1685) erlaſſene Akte die Ein⸗ fuhr ſeines Viehes in England verboten. Auf dieſe Weiſe wurde die Verwendung von Kapital auf dieſen Induſtriezweig, der dem Boden des Landes und den Gewohnheiten ſeiner Einwohner am beſten zuſagt, ungemein erſchwert, und wenn auch die nachthei⸗ ligen Wirkungen dieſer Maaßregeln durch das Ireland ſpaͤterhin ertheilte Monopol des Salzhandels, ſowie durch eine unter Georg I. erſchienene Akte, welche das Weideland von dem Weide⸗ zehnten befreit, theilweis wieder aufgehoben wurden, ſo hinderten J. 4 „ 50 Einleitung. V doch mehre andere unpolitiſche geſetzliche Beſchwerden einen gro⸗ rithr ßen Theil der Bevoͤlkerung, ihr Vermoͤgen auf Grundſtuͤcke zu dr Ka verwenden. emd Eine ſchwache Anregung erhielt die iriſche Landwirthſchaft f rärr durch die Errichtung der Dubliner Geſellſchaft zur Befoͤrderung üähr des Ackerbaues im J. 1737, welcher das Parlament einen jaͤhr⸗ V n dröig lichen Zuſchuß von 10,000 Pfund Sterl. bewilligte. Wenn ſie mu gehoͤrig unterſtuͤtzt worden waͤre, wuͤrde ſie ein maͤchtiges Werk⸗ recce zeug geworden ſein, die Landwirthſchaft von dem Druck zu be⸗ rnernte freien, unter dem ſie zu jener Zeit erlag, und die Geſellſchaft hat äurh auch wirklich zu ihrer Verbeſſerung durch Ertheilung von Praͤ⸗ tnten, mien und verſchiedene andere Bemuͤhungen mehr gethan, als gn g manche andere Verbindung dieſer Art; aber ihre Bemuͤhungen cihlet wurden großentheils fruchtlos durch die Unwiſſenheit der Landa git wirthe und ihren Mangel an Kapital, ſowie durch die Gleichguͤl⸗ itit tigkeit der Grundherren gegen die Mittel, den Karakter und die Artir Betriebſamkeit ihrer Paͤchter. Die Pachtungen werden groͤßten⸗ V güg theils verſteigert; der Meiſtbietende wird jedesmal vorgezogen, und im wenn er nur das Pachtgeld zahlt, ſo wird nicht unterſucht, ob d er das Land gut behandelt oder es durch Erſchoͤpfung ruinirt. da Viele Pachtungen werden auf Lebenszeit an Unterhaͤndler uͤber⸗ ſen! laſſen, die ſo viel Land auf Leibrenten zuſammenzubringen ſuchen, Fn als ſie an Afterpaͤchter austhun wollen; die Kinder von dieſen ir i werden dann wieder auf Theile von ihres Vaters Theil geſetzt, llefer. und ſo wird endlich der Grund und Boden in ganz kleinen Thei-⸗ d aut len unter einer Menge aͤrmlicher Huͤttenbewohner vertheilt, die mſeßn von nichts leben, als von ſelbſterbauten Kartoffeln, einem Schweine- Nef und bisweilen einer Kuh. Es ſind zwar von Seiten der Geſetz⸗ n gebung einige Maaßregeln ergriffen worden, dieſer Gewohnheit ün des Afterpachtens Einhalt zu thun; aber es hat dieſelbe bereits bi a die Verarmung der Paͤchter im ganzen Lande ſo allgemein ver— kinn, breitet, daß dadurch allein nicht, ſondern nur durch die Verwen: vhfin dung groͤßerer Kapitale auf die Kultur des Bodens, ſowie auf die 3 8 Urbarmachung der Suͤmpfe und Wuͤſtungen, dem übel gruͤndlich biſt abzuhelfen iſt. Es gibt große Landſtrecken, die den Namen„das Di Gebirge“ fuͤhren; dieſer Name wird jedoch allem unbebauten ſim be Lande, auf welchem junges Rindvieh und Schafe ſo lange ge—— weidet werden, bis ſie auf die reicheren Weiden von Limerick, 1) d5 Tipperary, Roscommon und Meath abgehen koͤnnen, wo ſich, ſo⸗ daſe bein wie in einigen Theilen von Cork, Waterford und Clare, die gras⸗ ſer dſitfe nen gu⸗ kuͤcke zu tthſchaft rderung en jaͤhr⸗ denn ſie VWerk⸗ zu be⸗ haft hat —n Praͤ⸗ an, als uͤhungen er Land⸗ leichgüͤl⸗ und die groͤßten⸗ gen, und acht, ob ruinirt. ler uͤber⸗ n ſuchen, en dieſen geſetzt, en Thei⸗ eilt, die Schweine Geſetz⸗ vohnheit ebereits in ver⸗ Verwen⸗ auf die guͤndlich nen„das bebauten lange ge⸗ Limerick, ſich, ſo⸗ die gras⸗ Einleitung. 51 reichſten Landſtriche befinden. Die Suͤmpfe liegen nicht alle in den Niederungen, ſondern es gibt deren viele, auch auf dem Ge— birge und in dem großen Allen-Moor erhebt ſich der Boden bis zu einer bedeutenden Hoͤhe. über die Wirthſchaftsweiſe in dieſem Lande waͤhrend der letz⸗ ten dreißig Jahre ſagt der geſchickte Landvermeſſer von Kilkenny: „Nur zu gut iſt in Ireland die Art der Landbenutzung bekannt, bei welcher ein von Natur fruchtbarer, aber durch wiederholte Kornernten erſchoͤpfter Boden mehre auf einander folgende Jahre hindurch ſchaͤdlichen Unkraͤutern uͤberlaſſen, dann wieder umge⸗ brochen, ſchwach geduͤngt, aufs Neue erſchoͤpft und nun abermals liegen gelaſſen wird; bei welcher die Kultur, ſtatt zu verbeſſern, verſchlechtert; wo nichts zu einem bleibenden Nutzen geſchieht; wo jedes Geſchaͤft, jede Arbeit nur darauf berechnet iſt, dem au— genblicklichen Beduͤrfniß zu genuͤgen; und wo die verſchiedenen Wirthſchaftszweige, die eigentlich ſo gut geeignet ſind, ſich ge— genſeitig zu unterſtuͤtzen, nicht mit einander verbunden werden, ſondern gewiſſermaßen einander feindlich gegenuͤberſtehen.“ „Die Wohnhaͤuſer der reichen Farmer ſind gewoͤhnlich weit unter ihren Mitteln, und deshalb von der Fenſtertaxe und oft ſogar vom Herdgelde*) befreit. Der groͤßte Mangel findet aber bei den Wirthſchaftsgebaͤuden ſtatt; die Scheune iſt gewoͤhnlich ein bloßer Schuppen, in dem auf keiner andern Tenne, als dem bloßen Boden gedroſchen wird; der Stall ein offener Verſchlag; ein Kuhhaus oft nicht zu finden; ein Hof fuͤr die Schweine nicht vorhanden; die Kornfeimen allein bezeichnen die Grenze des Hofs. An einen Schuppen zur Aufbewahrung des Ackergeraͤthes iſt nie⸗ mals zu denken; die reichſten Landwirthe laſſen Pflug und Egge auf dem Felde, wo ſie zuletzt gebraucht wurden; die Theile des Geſchirrs, die nicht aus Strohſeilen beſtehen, werden im Hauſe aufgehoben, und wenn bei den kleineren Wirthen der Karren nicht etwa ein Loch verſtopft, das man Thorweg nennt, ſo liegt er in der Goſſe oder auf dem Miſte.“ Dies Gemaͤlde mag wohl etwas uͤbertrieben ſein; auch ſind ſeitdem bedeutende Verbeſſerungen eingetreten; doch betreffen die⸗ *) Das Herdgeld(hearth money) war eine Abgabe, die von den in einem Hauſe befindlichen Feuerungen entrichtet werden mußte, und von der nur die Huͤtte frei war, welche bloß eine Feuerſtelle hatte. Seitdem Obiges geſchrie⸗ ben, iſt ſie aufgehoben worden. 4* 5² Einleirun g. ſelben vorzugsweiſe die Viehzucht. Die Feldbeſtellung iſt zwar u auch etwas verbeſſert worden und findet ſeitdem durch die nach m 3 Sir John Newport benannte Akte im J. 1806 die Korneinfuhr„. E von Ireland nach England freigegeben wurde, auf groͤßeren Flaͤ⸗ ntit chen, als fruͤher ſtatt, zeigt indeſſen noch immer von großem ſu Mangel an Kapital und von nachlaͤſſiger Behandlung; auch iſt V Kmnd n ſie noch keineswegs bis zu dem Grade von Ausdehnung gebracht uie worden, daß man vermuthen koͤnnte, Ireland bringe gegenwaͤrtig V nin von irgend einer Sache ſchon ſo viel hervor, als ſeine Ertrags⸗ V n dn faͤhigkeit erwarten laͤßt, vom Rindvieh etwa ausgenommen, in un deſſen vervollkommneter Zucht es, wie nicht zu verkennen, große m de Fortſchritte gemacht hat. Der Feldbau dagegen ſcheint im umge— ſti t6 kehrten Verhaͤltniſſe zur Fruchtbarkeit des Bodens zu ſtehen, und ſint d es laͤßt ſich annehmen, daß durch einen großen Theil der Inſel kede ¹ jene Wirthſchaftsweiſe noch die Regel, eine Verbeſſerung die Aus⸗ thäri nahme ſei. imm b Von dem fruͤheren ſchottiſchen Ackerbau iſt wenig Merkwuͤr⸗ finnt, diges anzufuͤhren. Er ſtand bis in die Mitte des vorigen Jahr— tr hunderts weit unter dem von England, und der Zuſtand der Paͤch⸗„ Mazm ter und Bauern war ſchlecht. Die Vereinigung der Kronen von Bc England und Schottland nach dem Hintritt der Koͤnigin Eli— am ſabeth wurde damals ſeinen Fortſchritten fuͤr unguͤnſtig gehalten, emd weil mehre große Gutsbeſitzer durch ihren Aufenthalt am Hofe ijhenn von ihren Beſitzungen entfernt wurden; manche von ihnen kehr⸗ ten aber ſo bereichert zuruͤck, daß unbezweifelt zuletzt gerade der enver entgegengeſetzte Erfolg daraus hervorging. Der erſte Schritt zur iſſe in Vervollkommnung des Ackerbaues war eine unter Karl I. erlaſſene N grige Akte, durch welche Landinhaber ermaͤchtigt wurden, die von ihren tidnnt n Guͤtern zu entrichtenden Zehnten ſchaͤtzen zu laſſen und gegen eine Jyl der feſtgeſetzte Summe abzuloͤſen. Dieſem Umſtande und den heilſa— üm D men Maaßregeln, die zur Unterſtuͤtzung der Armen ergriffen wur⸗ im id den, ſind die nachmaligen Fortſchritte der Landwirthſchaft vornehm⸗ m Denl lich zuzuſchreiben. Sie befand ſich indeſſen eine lange Zeit hin- cd eng durch auf einem ſo niedrigen Standpunkte, daß der Koſtenauf⸗ un ma wand fuͤr Cromwell's Armee in den Diſtrikten, wo ſie einquar— baunte; tirt war, die Einkuͤnfte vom Grund und Boden hoͤher hob, als um rd ſie ein halbes Jahrhundert nachher waren. Wenn auch dieſer benk, i Druck zum Theil den ſchweren Geldſtrafen, durch die das Land In waͤhrend der folgenden Regierung erſchoͤpft wurde, mit zuzuſchrei⸗ afhn ben ſein mag, ſo wurde er doch gewiß hauptſaͤchlich durch de ban ſt zwan ie nach heinfuhr n Flaͤ⸗ großem zuch iſt hebracht wartig rtrags⸗ en, in große umge⸗ n, und r Inſel die Aus⸗ erkwuͤr⸗ *Jahr⸗ r Paͤch⸗ nen von zin Eli⸗ gehalten, m Hofe n kehr⸗ de der ritt zur rblaſſene Nihren en eine heilſa⸗ n wur⸗ rnehm⸗ dit hin⸗ ſtenauf⸗ einquar⸗ ob, als h dieſer as Land guſchei⸗ durch die Einleitung 53 mangelhafte Kultur verurſacht. Einen maͤchtigen Aufſchwung nahm die Landwirthſchaft nach der Union der beiden Koͤnigreiche im J. 1707, durch welche die Hinderniſſe, die bisher den Han— delsverkehr zwiſchen England und Schottland gehemmt hatten, beſeitigt und Mehre ermuntert wurden, ein groͤßeres Kapital auf Grund und Boden zu verwenden. Hierauf folgte nach dem Auf⸗ ſtand von 1745 die Akte, durch welche die Erbgerichtsbarkeit, die fuͤr die Paͤchter eine große Plage geweſen war, aufgehoben wurde; und eine andere, gleicherweiſe heilſame, 1770, welche die Inha⸗ ber von vererbten Guͤtern in den Stand ſetzte, fuͤr die Verbeſſe⸗ rung des Grundbeſitzes Geld verlangen, und auf beſtimmte Zeit, ſelbſt bis uͤber ihr Leben hinaus, Paͤchte abſchließen zu koͤnnen. Großer Vortheil erwuchs auch aus einer Verordnung, durch wel⸗ che die Vertheilung von Kommunen, nach einem deshalb bei dem Lehnshofe eingereichten Antrag verſtattet wurde; desgleichen aus einem Geſetz, das die Grenzen zwiſchen zwei Grundſtuͤcken be— ſtimmt, und jedem Eigenthuͤmer das Recht zuſpricht, ſeinen Nach⸗ bar zu einem Beitrag zur Errichtung und Erhaltung der Einfrie⸗ digungen zu zwingen. So ermuntert machte die Urbarmachung des Bodens ſo raſche Fortſchritte, daß man nach weniger als einem halben Jahrhunderte berechnete, das auf fruͤher wuͤſtem Lande erbaute Getreide betrage allein den ſechſten Theil des fruͤheren Erzeugniſſes des ganzen Koͤnigreiches. Es ſcheint auch nach den im Jahr 1743 herausgekoömmenen Verhandlungen der ehrenwerthen Geſellſchaft der Befoͤrderer landwirthſchaftlicher Kennt⸗ niſſe in Schottland, daß Luzerne und Esparſette zwar nur noch in geringer Menge angebaut wurden, doch ſchon in dieſem Lande bekannt waren, und daß Turnips, Kohl und Moͤhren ſchon einen Theil der Sommerbrache in den beiden Lothians eingenommen haben. Der Anbau der Kartoffeln war indeſſen, wenn ihrer gleich ſchon in der Anatomie des Ackerbaues(Husbandry Anatomized) von Donaldſon im J. 1697 gedacht wird, nur wenig bekannt, und einen Begriff von der damals herrſchenden Wirthſchaftsweiſe kann man aus einem in jener Schrift abgedruckten Briefe, der genannte Frucht empfiehlt, abnehmen, in welchem es heißt:„Auf gutem Boden koͤnnt ihr nach ihnen nehmen zuerſt Weizen, dann Gerſte, hierauf Hafer und dann wieder Kartoffeln.“ Der Werth des Fruchtwechſelſyſtems war demnach noch nicht in ſeiner vollen Groͤße erkannt, und daher die Fruchtfolge ſehr fehlerhaft; die Natur der Duͤngmittel wurde ebenfalls nicht rich⸗ 54 Einleitung. tig verſtanden und die Anſichten der Landwirthe waren eben ſo beſchraͤnkt, wie ihre Umſtaͤnde. Ihre Laͤndereien lagen zum gro⸗ ßen Theile in Gemeinheit mit denen Anderer und wurden ge—⸗ woͤhnlich in Innen- und Außenland abgetheilt; erſteres, meiſten— theils der kleinſte Theil, war dasjenige, das dem Hofe zunaͤchſt lag, und erhielt vorzugsweiſe faſt allen Duͤnger; auch fehlte es an Kapital, eine neue, beſſere Einrichtung gehoͤrig durchzufuͤhren. Nachdem dieſe Hinderniſſe einigermaßen uͤberwunden waren, ge⸗ riethen diejenigen, welche Neuerungen vornehmen wollten, durch die Mißgriffe, die anfangs bei dergleichen Unternehmungen ſtets mit unterlaufen, in manche Verlegenheiten, die den Vorurtheilen der Arbeiter und gewoͤhnlichen Landwirthe neue Nahrung gaben; daher kam es, daß die Landwirthſchaft in den Gegenden, die ſich gegenwaͤrtig durch einen vorzuͤglichen Betrieb derſelben zu ihrem Vortheil auszeichnen, vor noch nicht funfzig Jahren darin unge— mein zuruͤck waren. Es iſt unnoͤthig, das allmaͤhlige Fortſchreiten zu der hohen Stufe, auf der einige Theile von Schottland hin— ſichtlich der Landwirthſchaft ſtehen, weitlaͤufiger auseinander zu ſetzen; ſo viel aber auch gethan iſt, ſo bleibt doch noch immer ein großer Raum fuͤr Verbeſſerungen vorhanden, ſelbſt in den ge— ſegnetſten Gegenden, ja es gibt ſogar einige, wo ſich die Boden— kultur noch in der roheſten Kindheit befindet. Ein großer Theil von Hoͤheland liegt entweder noch voͤllig wuͤſte, oder dient weni— gem halb verhungerten Vieh zur Weide, oder wird von einer traͤgen Bauerſchaft zu einem elenden, duͤrftigen Lebensunterhalte benutzt, ſo daß weder ſie, noch ihre Grundherren, noch der Staat einen weſentlichen Nutzen davon haben. Der groͤßte Theil dieſes Landes koͤnnte mit Vortheil zur Ernaͤhrung von Schafen benutzt werden, die den wichtigſten Gegenſtand fuͤr die Landwirthſchaft dieſer Weidegegenden ausmachen ſollten. Der Graswuchs eignet ſich fuͤr ſelbige beſſer, als fuͤr jede andere Viehart, und im Win— ter koͤnnen ſie mit einer geringen Unterſtuͤtzung vom Pfluglande erhalten werden, waͤhrend die Schwierigkeit, Winterfutter fuͤr das auf dieſen Hoͤhen im Sommer gehaltene Rindvieh zu ſchaffen, ſo groß iſt, daß daſſelbe oft in großer Menge umkommt, unge⸗ achtet des barbariſchen Gebrauchs, jedes zweite Kalb regelmaͤßig zu toͤdten, damit ſeine Zahl nicht zu ſchnell zunehme. Mit den Hochlanden nicht bekannte, ſowie intereſſirte Kaufleute haben mit Pathos gegen die Grauſamkeit geeifert, die darin liege, daß Huͤt⸗ tenbeſitzer entfernt werden ſollen, um Schafen Platz zu machen, mu tkn, ni jüuſt, m äin di a ſi deveder ſiñ Miin dr dle derleſſ dmihe dn ger in een meine n de d Wiis N eben ſo im gro⸗ den ge⸗ neiſten⸗ unaͤchſt hlte es fuͤhren. n, ge⸗ durch n ſtets theilen gaben; die ſich mihtem unge⸗ chreiten nd hin⸗ nder zu immer den ge⸗ Boden⸗ er Theil weni⸗ einer erhalte Staat dieſes benutzt hſchaft eignet Vin⸗ glande für das haffen, unge⸗ lmaͤßig Nit den ben mit p Hüͤt⸗ machen, Einleitung. 55 und es erhob ſich vor einigen Jahren ein ſinnloſes Geſchrei daruͤ— ber, als dieſe Maaßregel auf Sutherlands Beſitzungen mit eini⸗ ger Gewalt ausgefuͤhrt wurde. Aus der intereſſanten Beſchrei— bung von dieſem Unternehmen, die wir einem Freunde und Rath⸗ geber des edeln Beſitzers, Herrn James Loch, verdanken, erſieht man jedoch, daß jene kleinen Paͤchter, die bisher unthaͤtig und kuͤmmerlich in elenden Torfhuͤtten lebten, und oft Hungersnoth litten, nicht vertrieben, ſondern nur an die Kuͤſte in bequeme Haͤuſer, wo ſie ein thaͤtiges Leben fuͤhren, verſetzt wurden, und nun ein fruͤher beinahe unproduktiver Landſtrich dahin gelangte, daß er ſeinen Theil zur allgemeinen Wohlfahrt ebenfalls beitraͤgt. Man kann dieß nicht leſen, ohne uͤberzeugt zu werden, daß eine groͤßere Ausdehnung dieſes Verfahrens uͤberaus große Vortheile bringen muͤſſe; ſowie man auch den Bericht von Hrn. Sellars wundervoller Bewirthſchaftung eines zu derſelben Beſitzung ge— hoͤrigen Pachtgutes auf der noͤrdlichſten Spitze dieſes Koͤnigreichs, nicht betrachten kann, ohne von dem großen Gewinn uͤberraſcht zu werden, den in einzelnen Faͤllen die Landwirthſchaft abzuwer⸗ fen vermag, wenn ſie mit Einſicht und unermuͤdlicher Thaͤtigkeit betrieben wird*). Um die Vorzuͤge der ſchottiſchen und engliſchen Landwirth⸗ ſchaft gegen einander abzumeſſen, koͤnnen wir unbedenklich die Meinung annehmen, welche uͤber dieſen Gegenſtand ein Mann, der oben bereits genannte Mr. James Loch, ausgeſprochen hat, der beſſer, als jeder Andere im ganzen Koͤnigreiche geeignet iſt, daruͤber zu urtheilen, weil er den Betrieb derſelben in beiden Laͤn— dern genau kennt. Er ſchreibt dem Schotten eine überlegenheit im Ackerwerk und in der Verwaltungskunſt zu, dagegen im Allge— meinen eine geringere Sorgſamkeit als in England ſtatt findet, in der Reinerhaltung der Saaten und in der Behandlung des Graslandes, und ſetzt hinzu:„die ſo ſchnellen und ſichtbaren Fort— ſchritte des verbeſſerten Ackerbaues in einigen Theilen von Schott— land haben zu ſchnell zu dem Schluß verleitet, daß nicht nur die Schotten entſchieden beſſere Paͤchter als ihre engliſchen Ge⸗ werbsgenoſſen, ſondern, daß letztere uͤberhaupt nur gleichguͤltige Landwirthe ſeien. Nichts kann aber ſo gaͤnzlich jedes Grundes ermangeln. Daß ein betraͤchtlicher Theil von England beſſer be⸗ *) Dieſer Bericht befindet ſich in der engliſchen Zeitſchrift: the Farmer's Series Nro. 18. und verdient geleſen zu werden. 56 Einleitung.,, wirthſchaftet ſein koͤnnte, als es der Fall iſt, mag wahr ſein; ruß aber es wuͤrde eine Staunen erregende Erſcheinung ſein, wenn Ö in einem von einem Ende bis zum andern ſo kultivirten Lande, lün gg wie dieſe Inſel iſt, nicht auch mitunter ein ſehr mittelmaͤßiger hui Landwirthſchaftsbetrieb vorherrſchte. Es gibt kein Land, wo ſo tin I viele werthvolle Verfahrungsweiſen vorhanden ſind; viele, die den dt n z Ackerbauern des Nordens unbekannt ſind, und wohl die Beach⸗ de, l tung und Annahme von ihrer Seite verdienten.“ di So war der Zuſtand des Ackerbaues in den vereinigten Koͤ⸗ tda 3 nigreichen gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts, als die ttt ben Einſtellung der Zahlung in Muͤnze von Seiten der engliſchen in it Bank im J. 1797 und die daraus erfolgende unbegrenzte Aus— tgind! gabe von Papiergeld eine beiſpielloſe Leichtigkeit, Kapital zum diiſte Handeln zu bekommen darbot. Die Spekulation warf ſich nun bediſe ſogleich auf jeden Gegenſtand, der einen Profit erwarten ließ; je⸗ ſh um x der Konſumtionsartikel erhielt bald einen kuͤnſtlichen Preis, und m, ſch die hohen Getreidepreiſe in den Jahren 1800 und 1801, ſowie V bithen von 1809— 1813 lenkten natuͤrlich die Aufmerkſamkeit des Pub⸗ Axin likums auf die Landwirthſchaft. Glaͤnzende Plaͤne und anlockende„ h ſit Berechnungen verfuͤhrten manche, die gaͤnzlich unwiſſend in der w da Praxis der Landwirthſchaft waren, ihr Eigenthum in dieſes Ge⸗ Deit werbe zu ſtecken, und ſelbſt manche alte Landwirthe, angezogen mitbs durch die anſcheinende Ausſicht auf ploͤtzlichen Reichthum, ahmten dand, dieſe Spekulanten in der Ausdehnung und nur zu haͤufig in der uf oly Ungebundenheit ihrer Projekte nach. Die Tafeln des Parlaments 14% wurden bei jeder Sitzung mit zahlloſen Antraͤgen auf Landeinfrie⸗ tiyenu digungen beladen; Laͤndereien, die ſeit undenklichen Zeiten zur rriſe de Weide gelegen hatten, wurden aufgebrochen, und die ſchon un— in wur ter dem Pflug ſich befindenden durch treibende Duͤngungsmittel unnene angegriffen und durch wiederholte Ernten erſchoͤpft. Die Grund⸗ unm, herren und die Geiſtlichkeit nahmen ihren Vortheil, den ſie von dmieben dieſem allgemeinen Aufſchwung erwarten konnten, aufs Beſte inde in wahr und ſteigerten demgemaͤß Grundzins und Zehnten; die Ab— in ſcene gaben zur Fortſetzung des Krieges laſteten auf dem Grund und ritſte Boden, und als nun endlich nach dem Frieden eine andere Ord⸗ Süte nung der Dinge eintrat, und die Zahlung in baarer Muͤnze die daguft Produkte von ihrem eingebildeten Werthe auf den Metallpreis ut ſeg zuruͤckbrachte, wurden die Paͤchter dennoch genoͤthigt, ihre Ver— denin pflichtungen, die ſie in Papier eingegangen waren, in Gold zu* 3 bezahlen. Daraus erfolgte ihr Ruin und dadurch erhielt die Land⸗ b ihr ſein, , wenn Lande, maͤßiger wo ſo die den Beach⸗ en Koͤ⸗ als die gliſchen te Aus⸗ al zum ich nun ließ; je⸗ is, und ſowie s Pub⸗ lockende in der ſes Ge⸗ geezogen ahmten in der aments einfrie⸗ ten zur on un⸗ smittel Grund⸗ ſie von Beſte die Ab⸗ nd und e Ord⸗ nze die allpreib re Ver⸗ Hold zu e Lanb⸗ Einleitung. 57 wirthſchaft einen Stoß, von dem ſie ſich noch nicht erholt hat. Es iſt jedoch nicht zu verkennen, daß der Impuls, welcher der Kultur gegeben worden, die Kenntniß des Gewerbes erweitert hat, und daß, wenn gleich manche alte gute Wieſe vernichtet und ein großer Theil des Ackerlandes gefliſſentlich entkraͤftet worden iſt, doch zu gleicher Zeit manche nuͤtzliche Verbeſſerung eingefuͤhrt wurde, und der Ackerbau mehr als zu jeder anderen Zeit bluͤhte. Daß die hohen Preiſe die Urſache der ſchnellen Fortſchritte in der Bodenkultur zu Anfang dieſes Jahrhunderts waren, kann nicht bezweifelt werden; aber der Zudrang von Pachtluſtigen zu jener Zeit entſtand doch mehr von der Anwendung eines groͤßeren Kapitals und der groͤßern Produktion, die zu erreichen ein beſſeres Wirthſchaftsſyſtem ſie faͤhig machte, als von dem geſtiegenen Wer⸗ the dieſer Produkte. Anfangs gewannen die, welche noch im Be⸗ ſitz von Pachtungen, die nach den fruͤhern Preiſen berechnet wa⸗ ren, ſich befanden, ungemein; auch ſolche, die Scharfſinn genug beſaßen, die Gelegenheit zu benutzen, und Klugheit genug, ihren Gewinn zu ſichern, waren gleichfalls gluͤcklich. Aber nach und nach ſtiegen die Wirthſchaftskoſten in ganz genauem Verhaͤltniſſe mit den Preiſen der Produkte, und ſo ergibt ſich denn aus dem Berichte des von dem Hauſe der Lords niedergeſetzten Getreideko⸗ mités vom J. 1814, daß die Kulturkoſten von 100 Acker Pflug⸗ land, die 1790 nur 411 Pfund 15 Sch. 11 P. betrugen, 1803 auf 547 Pf. 10 Sch. 11 P. und 1818 gar auf 771 Pf. 16 Sch. 4 P. geſtiegen waren. Dieſe Summen verhalten ſich in ihrer Steigerung beinahe eben ſo zu einander, wie die Durchſchnitts⸗ preiſe des Weizens in denſelben Perioden. Die Schaͤtzung der Ko⸗ ſten wurde nach einem von verſchiedenen Theilen des Landes ge⸗ nommenen Durchſchnitte veranſtaltet; und es verdient bemerkt zu werden, daß in jeder einzelnen Gegend die Steigerung faſt in demſelben Verhaͤltniſſe ſtatt fand. Wenn auch durch beſondere Um⸗ ſtaͤnde einzelne Ausnahmen eintreten, welche die Hauptregel umzuſto⸗ ßen ſcheinen, ſo bleibt doch gewiß, daß das geſammte auf die Land⸗ wirthſchaft verwendete Kapital im ganzen Reiche im Durchſchnitt meh⸗ re Jahre gleich viel Procente als Gewinn abwirft; folglich muß der Profit um ſo groͤßer ſein, je mehr Kapital angelegt wird, wenn auch die Procente dieſelben bleiben; deshalb vergroͤßert auch jede Vermehrung der allgemeinen Ausgaben, welche durch die Verwen— dung groͤßerer Kapitale hervorgebracht wird, den allgemeinen Ge⸗ winn; indeſſen wird der Antheil an dieſem Gewinn, der jedem 58 E,inleitung. einzelnen Landwirthe zufaͤllt, ſtets von der Einſicht und Geſchick— lichkeit, mit welcher das Gewerbe betrieben wird, eben ſo ſehr abhaͤngen, wie von dem Antheile, den ein jeder an dem geſamm— ten Kapitale hat; und dies leitet zu der wichtigen Anſicht, daß die Wiſſenſchaft ein nothwendiges Erforderniß zu einem ſicheren Erfolge iſt. Jedes Wiſſen iſt einer Steigerung faͤhig; der Einzelne, wel⸗ cher gerade ſo viel beſitzt, als zum gewoͤhnlichen Betriebe ſeines Geſchaͤftes erforderlich iſt, wird leidlich fortkommen; derjenige aber, dem groͤßere Geſchicklichkeit innenwohnt, Vermoͤgen erwerben. Dieß findet ſeine Anwendung bei jedem Gewerbe; doch bei kei⸗ nem mehr, als bei der Landwirthſchaft. Bei denen des Handels und der Technik gibt es beſtimmte Regeln, die Alle auf gleiche Weiſe befolgen koͤnnen, und waͤhrend ihrer Lehrjahre erlernen; die Landwirthſchaft aber iſt eine Beſchaͤftigung von unbegrenzter Abwechſelung, die ſich auf mehre Gegenſtaͤnde erſtreckt, und durch weniger poſitive Regeln, als jede andere unterſtuͤtzt wird. Es gibt nicht nur verſchiedene Wirthſchaftsſyſteme in verſchiedenen Ge⸗ genden, ſondern ſelbſt in einer und derſelben Gegend; einige wer⸗ den durch die eigenthuͤmliche Beſchaffenheit des Bodens und Kli— ma's beſtimmt, andere ſind aus oͤrtlichen Gewohnheiten entſtan— den, oder aus Verbeſſerungen hervorgegangen, die noch nicht all— gemein verbreitet ſind, und ſelbſt in den rohſten Gegenden gibt es Manches, das Nachahmung verdient. Nun iſt es augenſcheinlich, daß einige dieſer Syſteme Vorzuͤge vor den anderen haben muͤſ⸗ ſen, und daß Niemand beſtimmen kann, welches das beſte ſei, wenn er nicht alle kennt; daher kann auch kein Landwirth fuͤr einen vollkommenen Meiſter in ſeinem Gewerbe gelten, wenn er nicht dieſe Kenntniß erlangt hat. Es iſt nicht genug, wenn er bereits ſo viel gewinnt, als er fuͤr einen lohnenden Ertrag von ſeinem Kapital und ſeiner Betriebſamkeit haͤlt, ſobald er durch eine andere Wirthſchaftsweiſe noch mehr gewinnen koͤnnte; und wenn er dann dieſe vernachlaͤſſigt, ſchadet er ſich, ſeiner Familie und dem Staate. Er mag zufrieden ſein, wenn er vom Acker dreißig Buſhels Weizen erntet; ſobald er aber durch ein anderes eben nicht mehr Koſten verurſachendes Verfahren ein und dreißig B. gewinnen kann, ſo gebietet nicht nur ſein Vortheil, ſondern ſelbſt die Pflicht, daß er ſolches annehme. In keinem Lande iſt die Landwirthſchaft zu hoͤherer Vollkommenheit gediehen, als in England; aber ſelbſt hier findet man in einigen Gegenden ſehr däert, ih dicen; u rite Ge ih nebe den, u adung Um! Flung al Dile de in Etan Pn dach 4 103 una de Eer ſin d diſebe rihttt ſcleden ir nr Enn Ine Ee ritzſch nunqje ei vli ri Hife iuen de lungen i viren, a no de fede bi alt beun dung ne un da rehrem nädem jeſchic⸗ ſo ſehr ſamm⸗ t, daß icheren ,wel⸗ ſeines aber, erben. ei kei⸗ andels gleiche ernen; renzter d durch d. Es en Ge⸗ e wer⸗ d Kli⸗ eniſtan⸗ ſcht all⸗ gibt es einlich, mmuͤſ⸗ te ſei, th fuͤr enn er enn er g von durch e; und Familie Acker anderes dreißig ſondern ande iſt als in den ſehr Einleitung. 59 belobte Verfahrungsarten, die in anderen entweder ganz unbekannt ſind, oder nur unvollkommen verſtanden werden, und deren rela⸗ tive Nuͤtzlichkeit daher nur durch eine ſorgfaͤltige Pruͤfung genau zu ermitteln iſt. Viele Landwirthe ſind durch die Noth an ihre Gegend gekettet, weil die beſtaͤndige Aufſicht, welche ihr Geſchaͤft fordert, ihnen nur ſelten erlaubt, die Wirthſchaften Anderer zu beſehen; und deshalb kommen Verbeſſerungen, die bei den tech⸗ niſchen Gewerben, wegen der Nachbarſchaft, in der ſie gewoͤhn— lich nebeneinander betrieben werden, ſchnell allgemeine Verbreitung finden, unter den Landwirthen nur langſam zu vermehrter An⸗ wendung. Um dieſem Übelſtand abzuhelfen und um durch genaue Dar⸗ ſteluung aller landwirthſchaftlichen Gegenſtaͤnde, die in irgend einem Theile des Landes der Beachtung werth ſchienen, Jedermann in den Stand zu ſetzen, die Bekanntſchaft damit zu erlangen, die ihm durch Selbſtanſicht zu erwerben unmoͤglich war, wurde im J. 1793 von der Regierung der bekannte Board of Agriculture unter dem Praͤſidium Sir John Sinclair's, dem Arthur Young als Sekretair zur Seite ſtand, errichtet. Dieſe Namen allein lei⸗ ſten hinlaͤnglich Buͤrgſchaft fuͤr den Eifer, mit dem die Geſchaͤfte deſſelben geleitet wurden. Dieſe waren hauptſaͤchlich darauf ge⸗ richtet, genaue Beſchreibungen der Landwirthſchaft in den ver— ſchiedenen Theilen des Reiches zu veranlaſſen. Nachdem dieſe im J. 1813 ſaͤmmtlich eingegangen waren, wurde der Zweck ſei⸗ ner Errichtung fuͤr erfuͤllt angeſehen, und er ſelbſt aufgeloͤſt. Jene Beſchreibungen wurden durch einſichtsvolle, mit dem land— wirthſchaftlichen Gewerbe vertraute Maͤnner, unter denen ſich manche ausgezeichnete praktiſche Landwirthe befanden, verfaßt. Sie vollfuͤhrten ihren Auftrag unter dem Schutz des Boards und mit Hilfe ſeiner Mitglieder. Durch ſolche Unterſtuͤtzung wurden ihnen die zuverlaͤſſigſten Quellen zur Einziehung von Erkundi⸗ gungen in den Gegenden, auf die ihre Unterſuchungen angewieſen waren, eroͤffnet. Dieſelben wurden freilich zu einer Zeit angeſtellt, wo die Landwirthſchaft ſich in einem beſonders gedeihlichen Zu⸗ ſtande befand, wo Überfluß an Kapital und Unternehmungsgeiſt alle bekannten Mittel zur Verbeſſerung des Bodens in Anwen⸗ dung brachte, und wo folglich die eingezogenen Erkundigungen von der vortheilhafteſten Art waren. Sie hatten Zutritt bei den erfahrenſten Perſonen in allen Zweigen der Landwirthſchaft, und nachdem ſie das bei Beſichtigung ihrer Wirthſchaften Gefundene 60 Einleitu⸗ng. und das in irgend einer landwirthſchaftlichen Beziehung fuͤr der Beachtung werth Gehaltene aufgezeichnet und mit ihren eigenen Beobachtungen verglichen hatten, wurden dieſe Aufzeichnungen gedruckt und allen bedeutenden Landwirthen der Gegend zugefer⸗ tigt, damit ſie ihre Bemerkungen dazu machen ſollten; dieſe wur— den hierauf dem Ganzen einverleibt, und nun der Bericht, nach⸗ dem er nochmals ſorgfaͤltig durchgegangen war, oͤffentlich bekannt gemacht. Nichts konnte beſſer ausgedacht und in den meiſten Faͤllen beſſer ausgefuͤhrt werden, um eine genaue Bekanntſchaft mit dem unterſuchten Gegenſtande zu erlangen; doch fehlte noch ein Schritt, um das Ganze allgemein nutzbar zu machen. Da die Unterſuchungen der Berichterſtatter in jeder Gegend auf dieſelben Gegenſtaͤnde, und zwar auf mehre von rein ſtatiſtiſchem Intereſſe, auf die Groͤße, Bevoͤlkerung und Hilfsquellen derſelben gerichtet waren, ſo enthalten die Berichte eine große Menge von Wieder— holungen und Gegenſtaͤnden von mehr oͤrtlichem Intereſſe, die keinen Werth fuͤr den Landwirth haben, mit dem vermengt, was dieſem wirklich nuͤtzlich iſt. Sie ſind uͤberdies uͤberaus voluminoͤs und ſehr koſtbar, und koͤnnen deshalb nicht nur bloß von wenigen Landwirthen angeſchafft werden, ſondern nehmen ihnen auch zu viel Zeit weg, wenn ſie den fuͤr ſie nutzbaren Theil ihres Inhalts unterſuchen und ausſcheiden wollen. Sie ſollten daher in einen gedraͤngten Bericht uͤber die rein landwirthſchaftlichen Gegenſtaͤnde, der alles nicht dazu Gehoͤrige unbeachtet laͤßt, zuſammengezogen werden, wie es theilweis ſchon in dem allgemeinen Bericht von Schottland geſchehen iſt; doch ſetzen dieſen die Beruͤckſichtigung ſtatiſtiſcher Gegenſtaͤnde und das Gewicht von fuͤnf ſtarken Baͤn— den faſt demſelben Vorwurf aus, den die Originalberichte ver⸗ dienen. Um dieſen Fehler zu verbeſſern, und eine gedraͤngte überſicht der Landwirthſchaft im ganzen Koͤnigreiche, Schottland und Ire⸗ land mit einbegriffen, zu geben, mithin einen kurzen Leitfaden den Landwirthen zu verſchaffen, iſt der Zweck des vorliegenden Werkes. Seine Abſicht iſt einzig, rein praktiſche Reſultate, ohne ein gelehrtes Raiſonnement mitzutheilen; es beſchraͤnkt ſich daher auf genaue Angaben wirklich beſtehender Verfahrungsweiſen, aus welchen der erfahrene Landwirth ſich das fuͤr ihn Nuͤtzliche ſelbſt ableiten moͤge, und worin der minder Einſichtsvolle einige ſichere Vorſchriften fuͤr ſein Verfahren finden ſoll. Die Wichtigkeit und Vielſeitigkeit des Gegenſtandes laſſen zwar die Erwartung, daß 6 chul mu d Äludi rina! trtkviſ onxzen r algeme Thel n, dn un, unt ucummer dt d m m Vütſch in d J un Mi dapenie teſcied d wit w dn biſ ſ s b tim vnn gmahte ſcim und jdde ſteinn, dcen un Fmnitig in dani worde ſ Thelat it und dige d füͤr dar eigenen nungen ugefer⸗ ewur⸗ nach⸗ ekannt neiſten tſchaft enoch Da die ſelben tereſſe, richtet dieder⸗ e, die was minoͤs enigen ich zu nhalts meinen ſtaͤnde, ezogen t von igung Baͤn⸗ ever⸗ erſicht Ire⸗ tfaden genden „ohne daher „aus eſelbſt ſichere eit und g, daß Einleitung⸗ 61 es ein vollkommenes Werk ſei, nicht aufkommen; aber die Hoff⸗ nung, daß es als ein nuͤtzliches erſcheinen werde, duͤrfte doch wohl auszuſprechen ſein. Die getroffene Anordnung weicht von der jener Berichte inſofern ab, als keine Beſchreibung der Wirth⸗ ſchaftsweiſe jeder einzelnen Gegend gegeben, ſondern die daraus hervorgehende Belehrung uͤber einzelne Theile der Landwirthſchaft der allgemeinen Belehrung uͤber ſelbige einverleibt wird. So iſt ein Theil des Buches der Beackerung, ein anderer dem Gras⸗ lande, ein dritter der Molkerei ꝛc. gewidmet, und in jedem wird man, unter beſtimmten überſchriften, alle an verſchiedenen Orten vorkommende Verfahrungsweiſen, ſowie die Eigenthuͤmlichkeiten, durch die ſich die eine vor der andern auszeichnet, angegeben fin⸗ den, um einen Jeden, der das fuͤr einen gewiſſen Boden paſſende Wirthſchaftsſyſtem nicht kennt, oder mit den verſchiedenen Metho⸗ den des Anbaues einer gewiſſen Frucht, oder mit den verſchiede⸗ nen Maſtungsarten, oder ſonſt mit einem landwirthſchaftlichen Gegenſtande nicht bekannt iſt, in den Stand zu ſetzen, daß er die verſchiedenen Verfahrungsweiſen in den einzelnen Theilen des Lan⸗ des mit einander vergleichen und aus ihren Ergebniſſen beurthei⸗ len koͤnne, welche fuür ſeinen Boden und ſeine Verhaͤltniſſe die beſte ſei. Dabei iſt keineswegs die Abſicht, den Inhali des Wer⸗ kes bloß aus jenen Berichten zu nehmen; auch andere Autoritaͤ— ten von anerkanntem Werth ſollen benutzt, jede ſpaͤter nu: irgend gemachte Verbeſſerung angegeben, und die zuverlaͤſſigſten Nach⸗ richten von jedem neuen Verſuche, jeder neuen Wahrneymung und jedem neuen Werkzeuge, ſobald ſie Beachtung zu veruenen ſcheinen, treulichſt mitgetheilt werden. Es wird daher einen Lut⸗ lichen und umfaſſenden, wenn auch kurzen Bericht von dem ze⸗ genwaͤrtigen Zuſtande der praktiſchen Landwirthſchaft des vereinig ten Koͤnigreichs geben, ohne ſich auf Theorie oder irgend ein gelehrte Unterſuchung einzulaſſen, die, ſo wahrſcheinlich und ſinn⸗ reich ſie auch oft ſein moͤgen, doch den nicht wiſſenſchaftlich gebil— deten Leſer oft mehr verdutzt machen, als wirklich unterrichten. Das Maaß von Zutrauen, das einem ſolchen Werke zu Theil werden kann, iſt nur nach dem Rufe derjenigen zu ermeſſen, von denen der groͤßte Theil der enthaltenen Lehren genommen worden iſt. Seine Nuͤtzlichkeit ergibt ſich aus der unbeſtreitbaren Thatſache, daß ſich Niemand, er beſitze noch ſo viel Geſchicklich⸗ keit und Erfahrung, ruͤhmen kann, er ſei Meiſter in irgend einem Zweige der Landwirthſchaft, und daß ſelbſt in denen, worin ſeine 62 Einleitueng. Erfahrung beſonders groß iſt, ein Jeder noch etwas zu lernen findet. Es gibt nicht leicht Jemand, der mehr Vertrauen auf ſein Wiſſen ſetzt, als der Landwirth; diejenigen dieſes Standes jedoch, die am beſten unterrichtet ſind, werden am eheſten zuge⸗ ſtehen, daß die groͤßte Anzahl von ihnen weit davon entfernt iſt, eine genaue Kenntniß ihres Gewerbes zu beſitzen; und nicht einer, der mit der Landwirthſchaft im ganzen Lande genau bekannt iſt, wird behaupten, daß ſie bereits den Grad von Vollkommenheit erreicht habe, deren ſie faͤhig iſt. Von Seiten des Staats be— trachtet, iſt der Zweck der Landwirthſchaft, die moͤglich groͤßte Menge von Produkten dem Boden abzugewinnen; des Landwirths Abſicht aber beſteht darin, ſie auf ſolche Weiſe zu betreiben, daß ſie ihm den hoͤchſten Gewinn abwerfe, und kein Zweifel kann dagegen aufkommen, daß beide Zwecke um ſo ſichrer zu erreichen ſeien, je wiſſenſchaftlicher er verfaͤhrt. Kapital und Arbeit begruͤnden das landwirthſchaftliche Gewerbe; beide ſind jetzt in dieſem Lande in einer Ausdehnung vorhanden, die in jedem andern unbekannt iſt, und die in fruͤheren Zeiten weit uͤbertrifft. Unſer Klima, wenn auch einigen Gewaͤchſen nicht guͤnſtig, eignet ſich doch fuͤr die meiſten ganz vorzuͤglich und beſonders fuͤr alle diejenigen, die zu weſentichen Lebensbeduͤrfniſſen gehoͤren; und die Fortſchritte, die wir ſeit hundert Jahren gemacht haben, duͤrfen uns nicht fuͤr unſee Bemuͤhungen zufriedenſtellen, ſondern muͤſſen uns viel⸗ mehr zu ferneren Verbeſſerungen anſpornen. Der Schutz, den die Geſetzgebung in ihrer Weisheit dem Landlau angedeihen zu laſſen fuͤr recht haͤlt, iſt ein Gegenſtand der Volkswirthſchaft, der dem Zweck dieſes Werkes fremd iſt; es iſt auch keineswegs die Abſicht deſſelben, ein beſonderes Wirth⸗ ſoaftsſyſtem zu beguͤnſtigen: es kann indeſſen doch wohl als eine llgemein richtige Bemerkung angeſehen werden, daß der Vor⸗ theil des Grundherrn und ſeiner Paͤchter, ſowohl in Hinſicht auf den gegenwaͤrtigen Nutzen, als die auf die kuͤnftige Ertragsfaͤhig⸗ keit des Bodens, am beſten zu befoͤrdern ſei durch allgemeinere Verbreitung der Wechſelwirthſchaft mit noch groͤßerer Ausdehnung des Grasbaues auf leichten Bodenarten; ferner durch die Um— wandlung eines großen Theils des jetzt unter dem Pflug befind⸗ lichen Landes in immerwaͤhrende Graslaͤndereien, und in der daraus erfolgenden Vergroͤßerung der Milchwirthſchaft, fuͤr die das groͤßte Aufmunterungsmittel in dem gegenwaͤrtigen Begehr unſerer Maͤrkte, der durch die Zufuhr aus Holland und den Niederlanden nicht ——x- lernen ten auf Standes t zuge⸗ ent iſt, einer, it iſt, nenheit ats be⸗ Menge Abſicht ie ihm agegen ien, je en das nde in unt iſt, wenn fuͤr die en, die ſchritte s nicht s viel⸗ t dem nſtand iſt; es Wirth⸗ z eine Vor⸗ ht auf Ffaͤhig⸗ neinere ehnung e Um⸗ befind⸗ daraus großte Märkte, en richt Einleitung. 63 befriedigt wird, vorhanden iſt. Es macht ſolche nicht nur einen der ſicherſten und eintraͤglichſten Wirthſchaftszweige aus, ſondern ſie traͤgt auch weſentlich zur Verbeſſerung des Bodens bei, und bietet als Erſatz fuͤr die Koͤrnerproduktion das ſicherſte Mittel ge⸗ gen alle die nachtheiligen Wirkungen dar, die unſerm Ackerbau durch die Einfuhr fremden Getreides zugefuͤgt werden koͤnnen. ——ÿ—— 64 Erſtes Kapitel. Erſtes Kapitel. Von der Wahl und dem Beſitz eines Landguts. Groͤße, Kapital, Koſten und Ertrag. Wenige landwirthſchaftliche Gegenſtaͤnde haben mehr Streitigkei⸗ ten veranlaßt, als die ſchicklichſte Groͤße der Landguͤter. Nicht zu verkennen iſt, daß große Guͤter eine beſonders ſparſame und wiſſenſchaftliche Bewirthſchaftung erlauben und den groͤßten Spiel⸗ raum fuͤr Verbeſſerungen darbieten; es iſt auch natuͤrlich, daß Maͤnner von Vermoͤgen und Bildung ſich nicht mit einer unbe— deutenden Wirthſchaft begnuͤgen koͤnnen, und daß es im Intereſſe der Grundherren liegt, wohlhabende und auf Verbeſſerung aus⸗ gehende Paͤchter zu haben. Es iſt daher nicht zu verwundern, daß waͤhrend des letzten Krieges, wo große Kapitale auf die Landwirthſchaft verwendet wurden, mehre kleine Guͤter in eins zuſammengedraͤngt wurden; auch kann nicht gelaͤugnet werden, daß die, welche jene gepachtet hatten, ſowohl hinſichtlich ihrer Mittel, als ihrer Anſichten meiſt ſehr beſchraͤnkt waren und ſich mehr durch Thaͤtigkeit, als durch Einſicht auszeichneten. Wenn aber auch zugegeben werden muß, daß große Guͤter verhaͤltniß⸗ maͤßig am meiſten einbringen, und deshalb nach der Meinung derjenigen Okonomiſten, welche die Landwirthſchaft nur als ein Mittel zur Erzeugung von Nahrungsmitteln anſehen, fuͤr den Staat vortheilhafter ſind, als kleine: ſo gibt es doch auch andere Ruͤckſichten von gleicher, wo nicht groͤßerer Wichtigkeit, die von denen, welche auch die ſittliche Wohlfahrt der menſchlichen Geſell⸗ ſchaft bedenken, und die in ihrem Suchen nach abſtrakten Wahr⸗ heiten die wirklichen Dinge nicht aus dem Geſicht verlieren, kei— neswegs ganz unbeachtet gelaſſen werden. Dieſe Ruͤckſichten er⸗ regen jedoch mehr die Aufmerkſamkeit der Philoſophen und Staats⸗ maͤnner, als die der Landwirthe, und ſind mehr Gegenſtaͤnde fuͤr güſe Re ri ſin tlezuw alen a ſtfüt zu ſr einen Whin larbeit t d L n dam w dn ſochr E did ſſ ten ſ dücſſer dz nich Groͤße, reitigkei⸗ Nicht mme und n Spiel⸗ h, daß er unbe⸗ Intereſſe ung aus⸗ wundern, auf die in eins werden, ich ihrer und ſich Wenn haͤltniß⸗ Meinung als ein fuͤr den h andere die von n Geſell⸗ n Wahr⸗ ren, kei⸗ ſichten er⸗ dStaats⸗ tiinde fir Von der Wahl und dem Beſiß eines Landguts. 65 die Spekulation, als fuͤr die Ausfuͤhrung, denn weder die Grund⸗ beſitzer, noch die Paͤchter werden durch einen andern Beweggrund, als durch ihr eignes Intereſſe geleitet, und kein einziger verpach⸗ tet oder erpachtet ein Gut, bloß zum Beſten des Staats. Es kann als ein Grundſatz der Volkswirthſchaft angeſehen werden, daß das Verhaͤltniß, welches den Pachter in den Stand ſetzt, die hoͤchſte Rente zu zahlen, auch fuͤr das Allgemeine das Wohlthaͤ⸗ tigſte ſein muͤſſe; da aber Jedermann ein Recht hat, ſein Kapi⸗ tal anzuwenden, wie er Luſt hat, und da in dieſem Punkte, wie in allen anderen, ein Jeder dahin ſtrebt, ſeiner eignen Bequem⸗ lichkeit zu folgen, ſo iſt jede Diskuſſion uͤber dieſen Gegenſtand fuͤr einen praktiſchen Zweck nutzlos. Wir bemerken daher bloß, daß ein Gut mit Ackerbau, d. h. ein ſolches, das mit dem Pflug bearbeitet wird, und mit keinem andern Betriebe, von dem es bei der Bearbeitung Unterſtuͤtzung erhalten kann, verbunden iſt, nur dann mit wirklichem Vortheil fuͤr den Beſitzer, den Pachter und den Staat zu bewirthſchaften iſt, wenn es ein Geſpann von ſolcher Staͤrke, als zu ſeiner wirkſamen Beackerung erfordert wird, fortwaͤhrend beſchaͤftigen kann. Bei Milchwirthſchaftsguͤ⸗ tern findet eine andere Ruͤckſicht ſtatt; zwar gewaͤhren ſie den hoͤchſten Nutzen, wenn ſie mit Ackerbau verbunden ſind, doch iſt es nicht noͤthig, daß dieß der Fall ſei, und daß ſie eine beſtimmte Groͤße beſitzen; ſie gewaͤhren den Vortheil, daß ſie den Weibern Gelegenheit zur Beſchaͤftigung darbieten, und in manchen Weide— gegenden leben ganze Familien anſtaͤndig und bequem von dem Produkt weniger Acker. Jedes Beſtreben, die Groͤße der Guͤter zu beſtimmen, wuͤrde nicht nur vergeblich, ſondern ſogar ungerecht ſein. Die geſell⸗ ſchaftlichen Intereſſen verlangen, daß der unbeſchraͤnkteſte Spiel⸗ raum der Betriebſamkeit eines Jeden gegeben ſei; ſeine Mittel moͤgen beſchaffen ſein wie ſie wollen, zur Bewirthſchaftung von hundert oder von tauſend Ackern hinreichen. Es iſt jedoch als feſtbegruͤndet anzuſehen, daß ein Landgut von 300— 500 Ackern Pflugland mit einem angemeſſenen Antheil Wieſen auf mittelmaͤ⸗ ßigem Boden hinreichend iſt, den erfahrenſten Landwirth zu be⸗ ſchaͤftigen; nicht zu gedenken, daß bei groͤßeren Guͤtern ein Theil der Felder in einer unbequemen Entfernung vom Hofe liegen und dadurch ein verhaͤltnißmaͤßiger Arbeitsverluſt entſtehen muß. Viel haͤngt ganz gewiß von der Beſchaffenheit des Bodens, mehr noch von der Geſchicklichkeit und Thaͤtigkeit des Mannes ab; aber I. 5 66 Erſtes Kapitel. wenn einer mehr Land uͤbernimmt, als er ſelbſt uͤberſehen kann, ohne einen andern Beiſtand, als den eines einzigen Verwalters, ſo iſt er jedenfalls mehr ein Ackerſpekulant, als ein Landwirth zu nennen, dem es vortheilhaft waͤre, zu bedenken, daß, wenn funfzig Acker Manchen nur arm machen, tauſend Acker leicht zum Bankerott fuͤhren. Ackerbau⸗Guͤter ſind fuͤr den Staat die vortheilhafteſten, weil ſie im Verhaͤltniß den meiſten Menſchen Beſchaͤftigung verſchaffen und die meiſten Lebensmittel fuͤr die Menſchen hervorbringenz denn wenn gleich das Futter, welches zur Ernaͤhrung des zu ihrer Beſtellung erforderlichen Viehes noͤthig iſt, von ihrem Ertrage abgezogen werden muß, und nur das, was dann noch uͤbrig bleibt, den Menſchen zukommt, ſo iſt dieſes doch weit mehr, als das, was eine gleich große Flaͤche deſſelben Bodens, wenn ſie bloß als Weide benutzt wird, jemals an menſchlichen Nahrungsmitteln ge⸗ ben kann. In Ruͤckſicht auf den Privatvortheil dagegen hat Gras⸗ land von guter Beſchaffenheit den groͤßten Werth, weil es eine reiche Ernte ohne Kulturkoſten liefert. Es bringt auch deswegen den Grundbeſitzern ein ſichreres Einkommen; und daher willigen dieſe, wenn nicht außerordentliche Kornpreiſe dazu verlocken, nur ſelten in den Umbruch deſſelben. In Hinſicht auf die verſchiede⸗ nen Beduͤrfniſſe, auf den allgemeinen Nutzen und auf die An⸗ nehmlichkeit verdient aber ein Gut, das aus beidem, aus Acker⸗ land und aus Weide, zuſammengeſetzt iſt, den Vorzug vor einem, das nur aus einem allein beſteht. Es iſt noch eine unentſchiedene Frage, ob Guͤter mit verſchiedenartigem Boden denen mit einem gleichartigen vor— zuziehen ſeien oder nicht. Die ſich fuͤr letztere erklaͤren, heben die Vortheile ſehr hervor, daß bei ihnen ein einziges Wirth⸗ ſchaftsſyſtem befolgt werden koͤnne, weniger Geraͤthe noͤthig ſeien, und daher ſich die Wirthſchaft mit mehr Bequem— lichkeit und Sparſamkeit betreiben laſſe. Diejenigen dagegen, welche jenen den Vorzug geben, fuͤhren zu ihrem Gunſten an, daß ſie mehr Gelegenheit zu Verſuchen darbieten, eine groͤßere Abwechſelung in den anzubauenden Gewaͤchſen und den Erntegeſchaͤften verſtatten, und eine beſſere Vertheilung der Arbeiten und der Gefahren zulaſſen. Dieſe Bemerkungen finden vorzuͤglich Anwendung bei einem ſteifen Kleyboden, bei dem die Geſpanne viele Tage muͤßig ſtehen muͤſſen, wenn ſie waͤhrend der⸗ ſelben nicht auf Boden anderer Art zu beſchaͤftigen ſind. Ein fmdlung De nſcheri fknau biit wir rit in nune nr tif ud bes haabeter ln Lm D Wih dber it ales vit vnmen ſts in Uaſten ſin wher in und ar Güi ti deg ſengm dn jädes de ſi in a dir a fi hen kam, erwalters, andwirth ß, wenn eicht zum weil ſi nund die nn wenn ziſtellung abgezogen äbt, den das, was bloß als nitteln ge⸗ hat Gras⸗ il es eine deswegen willigen den, nur verſchiede⸗ uf die An⸗ dus Acker⸗ or einem, uͤter mit gen vor⸗ n, heben 3 Wirth⸗ e noͤthig Bequem⸗ dagegen, Gunſten ten, eine hſen und elung der gen finden zei dem die ähtend der ſind. Ei Von der Wahl und dem Beſitz eines Landguts. 67 guter, milder Boden, wird von Marſhall ganz richtig bemerkt, i*ſt eine unerſchoͤpfliche Quelle des Vergnuͤgens fuͤr ſeinen Beſitzer; ein widerſpenſtiger dagegen ſeine Plage im Herbſt, ſein Fluch im Winter und eine fortwaͤhrende Veranlaſſung zu Ärger im Fruͤh⸗ ling; man kann noch hinzufuͤgen, daß ſchlechtes Land fuͤr jeden Preis zu theuer ſei. Unter ſchlechtem Land iſt jedoch keineswegs armes Land zu verſtehen; denn dieſes kann, wenn nur ſeine phyſiſche Beſchaffenheit leidlich iſt, durch eine zweckmaͤßige Be⸗ handlung eintraͤglich gemacht werden; aber kalten, naſſen, ſtren— gen Thon- und Grandboden muß man vermeiden; denn er bleibt unſicher im Ertrage, wenn er auch mit noch mehr Sorgfalt und Koſtenaufwand entwaͤſſert und mit noch mehr Anſtrengung bear⸗ beitet wird; er taugt daher nur zu Grasland. Reicher Boden iſt nicht in Menge und nicht leicht zu erhalten; aber ein geſunder brauner Lehm, mag er auch nicht von erſter Guͤte ſein, wenn er nur tief genug iſt, um nicht leicht von Trockenheit zu leiden, und trocken und muͤrbe genug, um ihn zeitig im Fruͤhjahr gut bearbeiten zu koͤnnen, wird ſelten einen thaͤtigen und einſichtsvol⸗ len Landwirth unbefriedigt laſſen. Die Wahl eines Gutes iſt ein Gegenſtand von der hoͤchſten Wichtigkeit fuͤr einen Mann, deſſen ganze Exiſtenz davon abhaͤngt; aber es iſt nur ſelten der Fall, daß er eines finden kann, das in aller Hinſicht ſeinen Wuͤnſchen entſpricht. In vielen Faͤllen zwingt ihn der Mitbewerb mehr dazu, zu nehmen, was er be⸗ kommen kann, als was er waͤhlen moͤchte; indeſſen gibt es doch ſtets einige Ruͤckſichten, die Keiner von nur gewoͤhnlicher Klugheit uͤberſehen wird. Die natuͤrliche Beſchaffenheit des Bodens und ſein gegenwaͤrtiger Zuſtand; die Lage in Bezug auf die Landſtra⸗ ßen und Maͤrkte; die Dichtheit der Einfriedigungen; der Zuſtand der Gebaͤude und Hecken; die Dauer und Bedingungen des Pach⸗ tes; die Rente und Abgaben; die Koſten der weſentlichſten Verbeſ⸗ ſerungen und der Arbeitspreis, das Alles ſind Dinge, von denen ein jedes die reiflichſte Betrachtung erfordert; zuſammen beſtim⸗ men ſie den nothwendigen Betrag desjenigen, was die ſorgfaͤl⸗ tigſte Beachtung verdient, naͤmlich Oaz Kapital. Die meiſten Paͤchter ſtreben nach großen Wirthſchaften, und manche ſind irrig genug, mehr Land zu pachten, als ſie mit 5 68 Erſtes Kapitel. ihren Mitteln vortheilhaft bewirthſchaften koͤnnen; einige in der taͤuſchenden Hoffnung, daß ſie die noͤthigen Mittel durch ſpaͤtere Erſparniſſe erwerben werden, andere von der Eitelkeit verfuͤhrt, mehr Land, als ihre Nachbarn haben zu wollen. Daraus erfol⸗ gen mangelhafter Beſatz, unvollkommene Beſtellung, und ſchlechte Ernten mit allen traurigen Folgen von ruͤckſtaͤndigen Pachtgeldern, ſchlechtbezahlten Arbeitsloͤhnen, und unbefriedigten Schulden; Noth, ungeſtuͤme Glaͤubiger und endlich Ruin. Derjenige dage— gen, der klug genug iſt, ſich anfaͤnglich mit einer ſolchen Acker— zahl zu begnuͤgen, als er mit gehoͤrigem Nachdruck zu bewirth⸗ ſchaften vermag, kann gewiß ſein, daß er von ſeinem Boden den vollen Ertrag bekommen werde, weil er, mit nicht mehr Land beladen, als er mit Vortheil zu bewirthſchaften vermag, die ein— gegangenen Verpflichtungen mit ſeinen Mitteln beſtreiten kann, und ſo legt er, gegenwaͤrtiger Gemuͤthsruhe ſich erfreuend, den ſicherſten Grund zu ſeinem kuͤnftigen Gluͤck. Es gibt keinen gewoͤhnlicheren und groͤßeren Irrthum, als der Glaube, daß der Vortheil um ſo groͤßer ſein muͤſſe, je mehr Land Jemand bewirthſchaftet; denn der Profit kommt nicht von dem Lande ſelbſt, ſondern von der Art, wie es bewirthſchaftet wird; der beſte Boden kann unproduktiv werden durch ſchlechte Behandlung, der ſchlechteſte eintraͤglich durch das Gegentheil; aber ohne hinreichendes Kapital iſt kein Gut gehoͤrig zu bewirthſchaf⸗ ten. Es gibt nichts, worauf ein Kapital mit groͤßrer Gewißheit eines ſchoͤnen Gewinns von ſeiner freigebigen Anlage verwendet werden kann, als Grund und Boden; aber auch nichts Verderb⸗ licheres, als wenn das darauf verwendete Kapital nicht hinrei⸗ chend iſt und unverſtaͤndig benutzt wird. Vorausgeſetzt, daß die Verwendung jederzeit mit gehoͤriger Einſicht geſchehe, ſo wird man immer finden, daß der Gewinn von dem angelegten Kapitale in einem groͤßern Verhaͤltniß ſteigt, als ſeine Groͤße erwarten laͤßt: angenommen nun, daß fuͤnf Pfund Sterl. die niedrigſte, zehn Pfund die hoͤchſte Summe ſei, die bei gewoͤhnlicher Kultur auf denſelben Acker verwendet werden kann, ſo iſt es mehr als wahrſcheinlich, daß, wenn jene fuͤnf Pfund 10 Procent abwerfen, die zehn Pfund 20 Procent geben werden. Verhaͤlt ſich dieſes aber wirklich ſo, und kein erfahrner Landwirth wird daran zwei⸗ feln, ſo folgt daraus, daß 1000 Pfund auf die Bewirthſchaftung von 200 Ackern Land verwendet, nur einen Gewinn von 100 Pf. liefern, dagegen nur auf 100 Acker verwendet 200 Pf. geben wan ritma nind nwid ckung dntgen ſt, dh giche, u um rümen, Kitſchaf Ein ih witzi riciſcht gi Vr ghem de Acen ſagt von Dmad dg a gitt e Einnch neit m Diitri keingen , a5 ninern dumſo 1 n, rict am auch R 0 ſt ſc gegenr amen. ge in der h ſpäͤter verfuͤhrt, us erfol⸗ ſchlechte tgeldern, chulden; ge dage⸗ —n Acker⸗ bewirth⸗ oden den ehr Land die ein⸗ en kann, end, den um, als je mehr niht von thſchaftet hſchlechte heil; aber irthſchaf⸗ ewißheit erwendet Verderb⸗ t hinrei⸗ daß die veird man pitale in ten laͤßt: ſte, zehn ultur auf jehr als abwerfen, ich dieſes ran zwei⸗ hſchaftung 1100 Pf. pf. geben Von der Wahl und dem Beſitz eines Landguts. 69 werden. Wenn nun auch ein Pachter mit geringem Kapital ſich nicht gerade auf den hier angenommenen aͤußerſten Punkt beſchraͤnkt und ſein Geſchaͤft immer noch mit einigem Vortheil betreiben mag, ſo iſt doch ganz gewiß, daß ſein Gewerbsprofit bei einer geringe— ren Landflaͤche groͤßer ſein wuͤrde. Manche ſind durch eine große Pachtung zu Grunde gegangen, die bei einer halb ſo großen durchgekommen ſein wuͤrden. Es iſt deshalb von großer Wichtig— keit, daß ein Mann die Ausgaben wohl mit ſeinen Mitteln ver— gleiche, und ſich nicht durch die taͤuſchende Ausſicht auf Gewinn zu der Unklugheit verfuͤhren laſſe, eine groͤßere Pachtung zu uͤber⸗ nehmen, als er mittels ſeines Vermoͤgens mit dem Nachdruck be— wirthſchaften kann, der zu einem ſichern Erfolg nothwendig iſt. Ein groͤßeres Kapital, als in fruͤheren Zeiten iſt unumgaͤng— lich noͤthig geworden, ſeit der allgemeinen Annahme der Wechſel— wirthſchaft; denn dieſes Wirthſchaftsſyſtem, wie uͤberhaupt jeder gute Wirthſchaftsbetrieb, gruͤndet ſich auf die Erhaltung eines groͤßern Viehſtandes, als ſonſt durchgebracht werden konnte, wo das Ackerland durch wiederholtes Brachliegen, nicht durch die An⸗ ſaat von Futtergewaͤchſen, zum Getreidebau faͤhig gemacht wurde. Damals waren die Ausgaben, die ſich faſt nur auf das nothwen⸗ dige Zugvieh beſchraͤnkten, ver haͤltnißmaͤßig ſehr gering; jetzt aber gibt es Ackerbauguͤter, die, ohne einen Acker Weideland(eine Einhaͤgung fuͤr die Kuͤhe etwa ausgenommen) zu beſitzen, dennoch weit mehr Vieh halten, als zu ihrer Bearbeitung erfordert wird. Dafuͤr iſt aber auch ihr Ertrag weit groͤßer, und ſo liefert der geringere Boden in Norfolk mehr Getreide und andere Lebensmit⸗ tel, als manches ungleich beſſere Land im Koͤnigreiche, das mit geringerer Einſicht bewirthſchaftet wird. Eben ſo iſt es erwieſen, daß um ſo mehr Rind⸗ und Schafvieh auf einer gegebenen Fl aͤche ſich erhalten laͤßt, je beſſer dieſelbe geduͤngt wird. Wenn daher von zwei Landwirthen jeder eine gleiche Flaͤche Land beſitzt, und jeder davon einen gleich großen Theil dem Getreidebau widmet, wird derjenige, welcher zugleich den ſtaͤrkſten Viehſtand zu erhalten ver— mag, nicht nur den von dieſem zu erlangenden Nutzen haben, ſon dern auch die meiſten Koͤrner bauen. Die Faͤlle ausgenommen, wo fremder Duͤnger leicht zu ha— ben iſt, kann das Land nur durch eine ſchickliche Verbindung des Futter- und Koͤrnerbaues in Fruchtbarkeit erhalten werden. Bei dem gegenwaͤrtig, beſonders auf armen Bodenarten, vielfaͤltig an— genommenen Wirthſchaftsſyſtem, wo ein großer Theil des Feldes 70 Erſtes Kapitel. abwechſelnd zu Gras niedergelegt wird, iſt es daher neatuͤrlich, daß ſich bei dem Wiederaufbruch deſſelben deſſen produktive Kraͤfte durch die verbeſſernden Wirkungen des Weidegangs und der Pflanzenruͤckſtaͤnde ſehr verſtaͤrkt zeigen muͤſſen; waͤhrend aber auf dieſe Weiſe das Geſammtprodukt vermehrt wird, verringert dieſes Syſtem zu gleicher Zeit die Arbeitskoſten ſo ſehr, daß da— durch der Aufwand fuͤr den Viehſtand in den meiſten Faͤllen er— ſetzt wird. Der Landwirth, welcher ſowohl die Mittel, als die Einſicht hat, aus den verſchiedenen Arten der Gras- oder Milch— wirthſchaft einen Hauptzweig ſeines Geſchaͤfts zu machen, und ihnen einen Theil ſeines Landes widmet, erhaͤlt ſein Ackerland immer in Kraft vermittelſt der groͤßern gewonnenen Duͤngermaſſe, und wenn auch der Geſammtertrag an Getreide etwas geringer ſein ſollte, als wenn mehr Land unter dem Pfluge waͤre, ſo wird doch gewiß der Ackerertrag hoͤher ſein, und der Ausfall an jenem durch Kaͤſe, Butter und Fleiſch uͤberreichlich gedeckt werden. Auch theilt er dadurch die Gefahr, ſo daß bei unguͤnſtiger Erntewitte⸗ rung der Verluſt an ſeinen Fruͤchten wahrſcheinlich erſetzt wird durch den Ertrag ſeines Viehes. Es iſt eine allgemein gemachte Bemerkung, daß die Gras⸗ und Milchwirthſchafter die regelmaͤ⸗ ßigſten Pachtbezahler ſind; dazu kann noch hinzugefuͤgt werden, daß das Verderben aller in Noth ſich befindenden Paͤchter und der Ruin des Bodens aus einer zu geringen Viehhaltung und einem uͤbertriebenen Koͤnerbau hervorgehen. Die Summe, welche zum Beſatz und zum Wirthſchaftsan— tritt eines Gutes erforderlich iſt, muß ſowohl nach den verſchiede— nen Umſtaͤnden, die erwaͤhntermaßen auf die Wahl Einfluß ha— ben, als auch nach der Groͤße des Gutes regulirt werden. Viel haͤngt auch von den Bedingungen ab, unter welchen ein neuangehen⸗ der Pachter antritt; auf den Beitrag, den er zu Baureparaturen zu geben gehalten iſt, ferner auf den Umſtand, ob er das Stroh, den Duͤnger, die Feldbeſtellung, wie er ſie uͤberkommt, nach dem Ge⸗ brauch mancher Gegend, zu bezahlen hat, und das todte Inventarium nach einer Schaͤtzung uͤbernehmen muß, in welchem Falle er es natuͤrlich unter dem Anſchaffungspreis, wenn auch nicht unter ſeinem wahren Werth, erhaͤlt. Alle dieſe Dinge wirken verhaͤlt⸗ nißmaͤßig auf den Betrag des Kapitales ein, und wenn die Laͤn— dereien Entwaͤſſerungen, Kalkduͤngungen, oder die Anwendung von erkauftem Duͤnger erheiſchen, muß auch auf dieſe Verbeſſerun⸗ gen Ruͤckſicht genommen werden. Die Berechnung ſollte aber nbr dör d gn l vjgvi Iüreze ſucen d bewiten. R dR Me Vätakan daze in ſaſchid 1 n richt dNange natürlih e Kraͤfte ind der d aber rringert aß da⸗ len el⸗ als die Milch⸗ 1, und immer , und ger ſein » wird jenem Auch ewitte⸗ wird machte gelmaͤ⸗ verden, eer und g und ftsan⸗ chiede⸗ iß ha⸗ Viel gehen⸗ aturen Stroh, n Ge⸗ arium er es unter rthaͤlt⸗ Laͤn⸗ endung ſerun⸗ aber Von der Wahl und dem Beſitz eines Landguts. 71 immer noch nicht mit dieſen Dingen und den Koſten der Arbeits⸗ loͤhne, der Saat und aller anderer Ausgaben, die bis nach voll— brachter Ernte noͤthig ſind, abgeſchloſſen werden. Es iſt wahr, daß gewoͤhnlich auf die halbjaͤhrige Pachtrente ein Vierteljahr Kre⸗ dit gegeben wird, und daß Kaufmannsrechnungen, wenn man es verlangt, bis an das Ende des Jahres unbezahlt bleiben koͤnnen; geſetzt nun aber, der Antritt waͤre zu Michaelis, ſo kommt der groͤßte Theil der das ganze Jahr zu leiſtenden Zahlungen zu Weihnachten, und es muß vor dieſer Zeit Getreide und Vieh ver⸗ kauft ſein, um die Kaſſe dazu gefuͤllt zu haben; daher kommt es, daß zu dieſer Zeit, wo ſo viele Paͤchter von gleicher Noth ge— draͤngt werden, die Preiſe gewoͤhnlich niedriger ſtehen, als zu je— der andern Zeit. Dieſer allgemeine Drang bewirkt nicht nur einen ungewoͤhnlichen Überfluß auf den Maͤrkten, der ohnedies die Preiſe der Produkte herabdruͤckt, ſondern die Kaͤufer, welche die Verlegenheit der Paͤchter, durch die ſie zum Verkauf in dieſer Jahreszeit genoͤthigt werden, kennen, ſtehen an zu kaufen, und ſuchen dadurch zu ihrem Vortheil ein noch groͤßeres Sinken zu bewirken. Es iſt unnoͤthig, den Nachtheil auseinander zu ſetzen, der daraus entſteht, wenn man gezwungen iſt, bei uͤberfahrnen Maͤrkten zu verkaufen; der daraus hervorgehende Unterſchied, wenn man dagegen den Zeitpunkt mangelnder Zufuhr abwarten kann, iſt oft eben ſo groß, wie der zwiſchen einer guten und einer ſchlechten Ernte. Jener Nachtheil iſt aber nur dann zu vermei⸗ den, wenn man hinreichend baares Geld beſitzt, um alle Ausga— ben bis dahin, wo ſich eine guͤnſtige Gelegenheit zum Verkauf darbietet, beſtreiten zu koͤnnen. Dies iſt gewoͤhnlich wegen meh— rer zuſammenwirkender Urſachen im Fruͤhjahr der Fall, und des⸗ halb ſollte eigentlich in dem angenommenen Falle das Kapi⸗ tal fuͤr einen Zeitraum von achtzehn Monaten berechnet wer⸗ den. Man ſagt gemeiniglich, daß ein ſtrenger Boden ein groͤßres Kapital erheiſche, als mehr lockere Bodenarten. Ein reiches, zum Futterbau geeignetes, Land, das viel Vieh ernaͤhren kann, erfor— dert allerdings eine verhaͤltnißmaͤßige Auslage, und je ſtaͤrker die Viehhaltung auf einem Gute ſein kann, deſto mehr Geld gehoͤrt dazu; im Ganzen iſt aber, einige Faͤlle ausgenommen, der Un⸗ terſchied in den Wirthſchaftskoſten bei den verſchiedenen Bodenar⸗ ten nicht ſo groß, wie man gewoͤhnlich glaubt. Betrachtet man die Menge der einwirkenden Umſtaͤnde(dieſelben aͤndern ſich ge⸗ 72 Erſtes Kapitel. wiſſermaßen bei jedem Gute und bei jedem Wirthſchafter), ſo er⸗ gibr ſich die Unmoͤglichkeit, eine fuͤr jeden Fall genau paſſende Berechnung anzuſtellen; nimmt man jedoch ein Gut mit Boden mittlerer Guͤte an, das auf die gewoͤhnliche Weiſe bewirthſchaftet werden ſoll, mit einem gut beſchaffenen Viehſtand und neuen Ackergeraͤthen, ſo laͤßt ſich der Bedarf an Kapital nicht niedriger, als zu 7— 10 Pfund pro Acker berechnen. Mit einem geringe⸗ ren iſt vielleicht auszukommen, und wird auch wohl in manchen Faͤllen ausgelangt; allein wenn dieſes auch einem thaͤtigen, um— ſichtigen Mann, der die Gelegenheit abwartet, wo er einen wohl⸗ feilen Ankauf von Vieh und Wirthſchaftsgeraͤthen machen kann, der einen leidlichen Kredit beſitzt, und im Auffinden von Mitteln, den Mangel in der Kaſſe zu decken, ſinnreich iſt, allenfalls wohl gelingt, ſo kann ein andrer von geringerer Klugheit dabei leicht zu Grunde gehen. Beiſpiele jener Art ſind nicht ſelten, aber ſie koͤnnen nicht als Muſter aufgeſtellt werden. Es fehlt bei ihnen doch gewoͤhnlich an den Mitteln, alle die Anordnungen zu treffen, die zu einem rationellen Wirthſchaftsbetriebe erforderlich ſind, und alle wohl Unterrichtete kommen darin uͤberein, daß mit einer gerin⸗ geren Summe, als oben angegeben wurde, kein Farmer im Stande ſei, ſeiner Wirthſchaft, wenn ſie vornehmlich aus Acker⸗ land beſteht, eine ſolche Einrichtung zu geben, daß er fuͤr ſeine Bemuͤhungen eine volle Entſchaͤdigung erwarten koͤnne. Die Angaben uͤber dieſen Gegenſtand, die ſich in den Pro⸗ vinzialberichten befinden, koͤnnen, wenn ſie auch zu der Zeit, wo ſie gemacht worden, richtig waren, nicht in jedem Falle zur Richt⸗ ſchnur dienen wegen der von den jetzigen ganz verſchiedenen Preiſe, die damals ſtatt fanden. Aber obgleich die Bekanntmachung je⸗ ner Berichte einen Zeitraum von zwanzig Jahren umfaßt und ſchon 1793 ihren Anfang nahm, ſo enthalten ſie doch nur wenig Faͤlle, wo, den gegenwaͤrtigen Werth des Geldes in Anſchlag ge⸗ bracht, eine geringere Summe feſtgeſetzt wird, als wir oben an⸗ gaben. Die Antworten auf zahlreiche neuerer Zeit geſchehene Anfragen haben ziemlich daſſelbe Reſultat gegeben. Ein ſehr er⸗ fahrner Landwirth, Mr. William Lewis zu Trentham, Wirth⸗ ſchaftsinſpektor des Marquis von Stafford, ſagt, daß in Stafford⸗ ſhire ein Pachtgut von 250 Ackern Feld verſchiedenartigen Bo⸗ dens, zum Theil gutes, mittleres und ſchlechtes Land, und 51 Ackern Wieſe und immerwaͤhrende Weide 2500 Pfund Sterling Kapital zum Antritt und zur gewoͤhnlichen Wirthſchaftsfuͤhrung — veie. imu lg ſt ſpie Guu üüöm 0 le rndigen Fich tnn di 4 cer 1Mf Valſt Stal ) 7 ſo er⸗ paſſende t Boden thſchaftet id neuen niedriger, geringe⸗ manchen den, um⸗ len wohl⸗ den kann, Mitteln, alls wohl abei leich ober ſie bei ihnen u treffen, ſind, und ner gerin⸗ armer im aus Aceer⸗ rfür ſeine den Pro⸗ Zeit, wo zur Richt⸗ zen Preiſe, achung je⸗ ffaßt und nur wenig ſclag g⸗ oben an⸗ geſchehene ſehr er⸗ 8, Wirth⸗ Stafford⸗ sigen Bo⸗ , und 51. Sterling Jtsfüͤhrung Von der Wahl und dem Beſi eines Landguts. 73 verlange, außerdem aber noch einen Zuſchuß, ſobald Verbeſſerun⸗ gen vorzunehmen, Wege, Einfriedigungen, Entwaͤſſerungen anzu⸗ legen ſind. Dieſer Behauptung pflichten mehre Andere bei und folgende im Januar 1832 gemachte Berechnung kann zum Theil den Grund zeigen, worauf ſie ſich ſtuͤtzt. Schaͤtzung der Ausgaben fuͤr den Beſatz eines Landgutes von 150 Ackern mit Einſchluß der im erſten Wirthſchaftsjahre noth⸗ wendigen Auslagen. Dabei iſt angenommen, daß ein Drittheil der Flaͤche Wieſe und immerwaͤhrende Weide ſei, das übrige in einem vierfeldrigen Umlaufe, Turnips, Gerſte, Blattgewaͤchſe und Weizen, bewirthſchaftet werde. Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. 4 Ackerpferde, jedes zu 30 Pfund. 120 1 Pferd zum Pferdehacken desggl. 30 N N N N 150 Vollſtaͤndiges Acker-und Wagengeſchirr 40 ⸗⸗ Sattel unbd Zaum..... 5. 45 3 Karren zu 18 Pf. jeder... 54 ⸗ ⸗ 2 Wagen zu 30 ⸗.. 60 2 ⸗ 2 vollſtaͤndige Pfluͤge zu 4 Pf. 10 Sh. 9 2 2 5 Eggen..... 7 10 ⸗ 1 Walze(von Gußeiſen).... 12„⸗ ⸗ 1 leichtere dergl. zum Turnipsbau. 5 ⸗ 1 Rübendriller... 4 5 Schaufel- und Haͤufelpflug 7 ⸗⸗ 1 Winkelegge.. 4 10 ⸗ Senſen, Schaufeln, Spaten, Gabeln Hacken c.... 5 7 Wurfmaſchine.... 12 12 ⸗ 2 Schiebkarren... 4 2 Scheungeraͤthe, Schaufeln Siebe, Maaße, Gewichte ꝛc..... 6 2. 3 50 Getreideſaͤcke à 3 Sh..... 7 10 ⸗ 198 2 ⸗ Seitenbetrag 393 2 ⸗ 74 Erſtes Kapitel.. Pf. Sh. P. Pf Sh. P. é Uebertrag.. 393 2⸗ Nutzvieh. 1 10 Kuͤhe, jede zu 17 Pfund 14170 ⸗ 4 Bulle zu 18 Pf...... 18 ⸗ 7 50 Schafe, jedes 2 P. 100 ⸗ ⸗ b 3 4 Widder 3 iritu Schweine und Jungvieh. 10 ⸗ ⸗ ye 303 ⸗ d Loͤhne. wde 2 Ackerknechte, jeder 36 Pfund.. 72 ⸗— n d 1 Kubhite..330„„ ie 2 Tagarbeiter, jeder 25 Pf... 50 ⸗ ⸗ d 1 Junge. 7 0⸗ di de 2 Maͤgde zu 8 und 4 Pf.... 12 ⸗ i ni 460 10 a il Saatkorn, Beſtellung ꝛc. ſei ſ 60 Buſhels Weizen à 8 Sh.. 24 ⸗⸗ ſr E 60 ⸗ Gerſte à 5 ⸗. 1415 Natte 75 Pf. Turnipsſaamen à 1 Sh.= 3 Pf. au 15 Sh. 25 Acker Ruͤben zweimal m zu uͤberhacken, der Acker 7 Sh. eu 6 P. 9 Pf. 7Sh. 6 P. 13„ 6 2 — 52 2 6 Erntekoſten. W 25 Acker Weizen zu 10 Sh.. 12 10 ⸗ 1 25 ⸗ Gerſte zu S. 10 ſ 30 ⸗ Heu zu maͤhen und zu trock⸗ lun nen à 20. Sh...... 30„ iuie —— 52 10— hm. Unterhaltung von 5 Pferden mit Ein⸗ ug ſchluß des Hufbeſchlags, der Kur⸗ ti ii koſten u. ſ. w. im erſten Jahre, zu uänum 20 Sh. vom Stuͤck angenommen..... 100 ⸗⸗ gie E Halbjaͤhriger Pacht... 112 10 ⸗ Die Erhaltung der Pachtersfamilie guf 1 Jahr 100„„ 45 Armentae.... 20„; fma Andete Abgaben.. 110 ⸗⸗ w i 242 10 ⸗ ha! Seitenbetrag 1309 14 6 V S V 10—⸗ 14 6 Von der Wahl und dem Beſitz eines Landguts. 75 Uebertrag.. 1309 14 6 25 Acker zu Turnips zu duͤngen, der Acker 6 Pf.......... 150 ⸗ 1459 14 6 Bei dieſer Berechnung iſt keine Ruͤckſicht auf die haͤusliche Einrichtung, die immer auch zu zwei- bis dreihundert Pfund an— zuſchlagen iſt, genommen worden; die erſte halbjaͤhrige Pachtzah⸗ lung dagegen iſt vielleicht aus ausgedroſchenen Koͤrnern zu nehmen, und die Milchprodukte, die etwa zu 1 ½ Tonne Kaͤſe zum Preiſe von 60 Pfund anzuſchlagen ſind, moͤgen vielleicht 90 Pf. zur haͤuslichen Einrichtung und anderen noͤthigen Zahlungen liefern. Die Theoretiker koͤnnen gegen dieſe Rechnung einwenden, daß die Koſten zur haͤuslichen Einrichtung und Erhaltung der Fa⸗ milie nicht zum eigentlichen Wirthſchaftskapitale gehoͤren, und wenn eine ſolche Rechnung veranſtaltet wird, um den bei einer Wirth⸗ ſchaft ſtattgefundenen Gewinn oder Verluſt zu ermitteln, iſt die⸗ ſer Einwurf ganz richtig. Aber in der Wirklichkeit muß ein Pachter eben ſo gut ſeine Wohnung einrichten und ſeine Fami⸗ lie unterhalten, wie ſein Inventarium und ſeine Laͤndereien; und wozu er nun das Geld auch brauche, er muß die genannte Summe haben. Der Einwurf iſt daher in der That blos eine leere Wortklauberei und fuͤhrt zu nichts weiter, als zu einer Un— terſcheidung, ohne wirklich einen Unterſchied zu begruͤnden. Auch wird man bemerken, daß in vorſtehender Berechnung keine Aus— gabe fuͤr Pflugarbeit berechnet iſt, die vielleicht der antretende Pachter dem abgehenden zu zahlen hat, und die, wie das folgende Kapitel zeigen wird, bisweilen eine anſehnliche Summe betragen kann. Es muß indeſſen zugeſtanden werden, daß jene Berech⸗ nung jeden Artikel als neu und zum hoͤchſten Preiſe anſetzt*), da⸗ bei alſo wohl manche Erſparniß zu machen iſt, wie folgende Be⸗ rechnung zeigt, der eine wirkliche Pachtuͤbernahme auf dem Land⸗ gute Scoreby zum Grunde liegt. *) Dies iſt zum Beiſpiel bei der Wurfmaſchine der Fall, die in vorſte⸗ hender Berechnung zu 12 Pf. 12 Sh. angeſetzt iſt, waͤhrend der Profeſſor Low zu Edinburgh in ſeinem Lehrbuche der Landwirthſchaft den Preis einer ſolchen Maſchine nur zu 5 Pf. 10 Sh. anſetzt, und dieſer Preis uns ſchon ungemein hoch vorkommen muß, da wir ſelten mehr, als 18— 24 Thaler dafuͤr zahlen. 76 Erſtes Kapitel. Kapital, das erfordert wurde, um ein Pachtgut von 200 Ackern verſchiedenen Bodens im oͤſtlichen Theile von Yorkſhire, und 200 Pfund jaͤhrlichem Pachtgeld, zu uͤbernehmen; der Zuſtand und die Fruchtfolge des Gutes waren folgende: 9 20 Acker immerwaͤhrendes Grasland. ſ2o ⸗ Somnmerbrache, welche gekalkt wird. 2½ 20 ⸗ Weizen, den der angehende Pachter bezahlen muß. 5 20 ⸗³ rother Klee desgl. desgl. desgl. S[20 ⸗ Bohnen. .20 ⸗ gruͤne Bracho, fuͤr die eine kleine Überduͤngung noͤ⸗ 3 thig iſt. 20 ⸗⸗ Gerſte oder Hafer, die der angehende Pachter zu be⸗ S zahlen hat. 820 ⸗ angeſaͤetes Grasland zur Weide desgl. desgl. desgl. 5 20 ⸗ Weide. 8 120 ⸗ Hafer. 200 Acker. Lebendes Inventarium. Pf. Sh. P. 6 Zugpferde à 18 Pf......:.. 108 2 junge Pferde 15 P... 30 ⸗ ⸗ 2 Zugochſen à 14 Pf.......... 8 ⸗„ 2 zwerjaährige Stiere à 9 Pf........ 18 ⸗ ⸗ 4 Kübe à 13 Pf 52 ⸗ 10 St. Jungvieh à 4 Pf......... 40 ⸗ ⸗ 80 Schafe à 30 Sh... 120 ⸗ ⸗ 10 Schweine à 18 Shhhehe. 9 ⸗„⸗ 405- Zahlung an den abgehenden Pachter. 20 Acker Weizen und 20 A. Gerſte vom abgehen⸗ den Pachter geſaͤet... 200— 20 Acker rother Klee u. 20 A. Grasgemenge desgl. desgl... 31 ⸗ Der in der Wirthſchaft erzeugte Duͤnger wird un⸗ entgeltlich uͤberlaſſen. 231 ⸗ ⸗ ptra tne miben ben den Von der Wahl und dem Beſitz eines Landguts. 77 Pf. Sh. P. Wirthſchaftsgeraͤthe, naͤmlich 2 Wagen, 3 Karren, 5 Pfluͤge, 5 Eggen, Fegemuͤhle, Walze, Schlitten ꝛc. aus zweiter Hand zum halben Preiſe erkauft.. 120 ⸗ ⸗ Pacht auf ½ Jahr, der bezahlt werden muß, che eine Ein ahme erfolgt...„ 100 2 ⸗ Betriebskapital zur Bezahlung von Lohnen, Abga⸗ ben, Duͤngungsmitteln, Handwerkern, fehlen⸗ den Inventarienſtuͤcken.. 344 7 564 ⸗- ⸗ Wiederholung. Lebendes Inventarium. 405 Pfund. Zahlung an den abgehenden adler 231 ⸗ Verſchiedene Ausgaben... 564 ⸗ Erforderliches Kapital 1200 ⸗ Jaͤhrliche Ausgaben. Arbeitsloͤhne. Pf. Sh. 4 Mann beſtaͤndig beſchaͤftigt 12 Sh. die Woche 124 16 ⸗ 2 Jungen desgl. zu 3 Sh. u. 2 Weiber desgl. zu 4 ½ Sh. die Woche... 39 ⸗ ⸗ Extraarbeit bei der Ernte 20 ⸗ ⸗ 183 16 ⸗ Duͤnger. 80 Chaldrons Kalk à 10 Sh... 40 ⸗ ⸗ 40 Quartres Knochenmehl oder gleich erivolen Duͤnger zu Turnips. 40 ⸗ ⸗ 80 ⸗ ⸗ Saamen. 20 Steine rothen Kleeſaamen 13 If 30 Steine Grasgemenge 18 Pf.. 31 2 5 Raigras oder Haſaaznen 4 Pf.;; Saatkorn zum .. 34 2 Wechſel 30 Pf. 78 Erſtes Kapitel. 7 Abgaben. Armentaxe, 2 Sh. von 1 Pf. Pachtgedd 20 ⸗ ⸗ Konſtabelſteuern, Bezirksabgaben ꝛc. 9 Pence v. 1 Pf. Pachhk Straßenbaugelder, 1 Sh. v. 1 Pf. Pacht 10 ⸗ Kirchenſteuer 2 Pence v. 1 Pf. Pacht, dafuͤr kein Zehnten... Schatzung 2 Pf. 6 Sh. 9 P. Fenſtertaxe von 12 Fenſtern 2 Pf. 4 Sh. 9 P...... 4 11 6 Kaufmanns⸗ und Handwerkerrechnungen. Wagnerarbeit 12 Pf. Schmiedearbeit 15 Pf. 27 Eiſenhaͤndler 3 Pf. Sattler 3 Pf.. Wuͤrzkraͤmer 2 Pf. Jaͤhrliche neue Geraͤthe 5 Pf. 7 40 ⸗ Pacht............. 200 ⸗ Verſchiedene zufaͤllige Ausgaben.. 37 9 2 Wiederholung. Arbeit...... 183 Pf. 16 Sh.— P. Dinger.... 830„ Saamen... 65 ⸗—= Abgaben.. 43. ⸗ 14 ⸗ 10 Kaufmann und Handwerker 40 ⸗—„—„ Pacht.... 200— ⸗— Zufällige Ausgaben.. 37 ⸗ 9 ⸗ 2„⸗ 650 Pf.— Sh.— P Dabei iſt weder fuͤr Hausgeraͤthe, noch fuͤr Haushaltungs⸗ koſten etwas in Rechnung gebracht, und angenommen worden, daß die Arbeitsloͤhne bloß mit Geld bezahlt werden. In der landwirthſchaftlichen Vierteljahrsſchrift(Quarterly Jour- nal of Agriculture) vom 15. November 1831, ſchaͤtzt Jemand, an deſſen Genauigkeit nicht zu zweifeln iſt, die Ausgaben, welche zur Anſchaffung des Inventariums und zur Fortſtellung der Pach⸗ tung eines Landgutes von 500 Imperialackern guten Bodens in .Sh.9. ungs⸗ rden, Jour- nand, velche hach⸗ as in Von der Wahl und dem Beſitz eines Landguts. 79 Schottland noͤthig ſind, ſobald es in einem fuͤnffeldrigen Umlaufe nach folgender Ordnung, 100 Acker reine Brache, Turnips und Kartoffeln; 100 Acker Weizen und Gerſte; 100 Acker Hafer; 100 A. neu angeſaͤetes Grasland; 100 A. zweijaͤhriges Grasland bewirthſchaftet wird, und der Antritt zu Pfingſten ſtattfindet, zu 3569 Pf. 17 Sh. 11 P., naͤmlich: Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. Die Wirthſchaftsgeraͤthe alle neu 289 15 10 Eine Dampfmaſchine(die freilich zicht nothwendig iſt).... 170 ⸗ —1450 15.40 Lebendes Inventarium. 14 Zugpferde à 30 Pf. 420 ⸗ ⸗ 1 Reitpferd..... 30: ⸗ 450 ⸗ ⸗ 1 Zuchtbulle der kurzhoͤrnigen Race, zwei Jahr alt.... 15 ⸗ 4 Kuͤhe derſelben Race mit den Kaͤl⸗ bern à. 42 Pf. 48 ⸗ ⸗ 4 zweijaͤhrige Kalben gleicher Race, die im naͤchſten Jahr Kuͤhe werden, à 12 Pf. 48 ⸗ 20 zweijaͤhrige Stiere gleicher Race, die im Sommer auf das Grasland gehn und dann mit Turnips gemaͤ⸗ ſtet werden, à 10 Pf.. 200 ⸗ 20 einjaͤhrige dergleichen, für das naͤch⸗ ſte Jahr zu uͤberwintern à 5 Pf. 100 ⸗ ⸗ 20 dergl. im zweiten Sommer zu kau⸗ fen, ebenfals à 5 Pf. 100 ⸗ ⸗ 511 4 Widder von der Leiceſter Dinmont Race a 5 Pf.. 20 53 32 100 Schafe mit noch nicht kaſtrirten Läm⸗ mern von derſelben Race à 40 Sh. 200 ⸗ ⸗ 100 Zeitſchafe à 30 Sh. 41750* 100 Faumt und Nüätbfähringe à 10 Sh. 50 ⸗ — 420 ⸗⸗ Seitenbetrag 1840 15 10 80. Erſtes Kapitel. 4 Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. Übertrag.. 1840 15 10 Ii Schweine und Federvieh 7 ⸗ ⸗ 5 Saaten. V tedder Hafer 100 Acker: 6 Buſhels auf den V Acker, macht 55 Quarters 6 Buſh. ülix. zu 25 Sh= 71 Pf. 14 Sh. 9 P. 4 und 18 Qu. 6 B. zu 23 Sh. 6 P. 1 — 22 Pf. 7. P........ 93 15 4 Gerſte 50 Acker: 5 Buſh. auf den den ſt Acker= 32 Quarter 2 Buſh. zu rnim 31 Sh. 7 P. der Quarter 50 18 6 in ha Weizen 50 Acker: 4 Buſh. auf den G wm; Acker= 25 Quarter à 56 Sh. 6 P. 70 12 6 W Futter 100 Acker mit weißem und Arten rothem Klee und Raigras... 87 10 ⸗ m. Wicken 4 Acker... 6. 8 ⸗ gatt Erbſen 4 Acker... 4 ⸗⸗— dT Kartoffeln 5⸗ Acer.... 2 16 ⸗ Ddaa Turnips 40 Acker. 12 15 ⸗ a — 328 15 4 1 Duͤnger. e 320 Buſhel Knochenmehl à 2½ Sh. 40 ⸗ ⸗ teri 220 ⸗ desgl. im zweiten Som⸗ u mer......... 40. ⸗ A. 80 ⸗ iinahm Stallausgaben. d 154 Quarters Hafer à 23 Sh. 6 P. 180 19 ⸗ an 5 Monat Sommerfutter 81 18 2 b Sattler⸗, Schmied⸗ und Wagnerarbeit 75 ⸗ ⸗ V — 33, 17 2 Ar bei 1. 6 9 Naͤnner regelmaͤßig beſchaͤftigt„ 228 10 6 ſt ine 9 Weiber, jede 150 Tage im erſten— berzat Sommer à 8 Pentes. 45 ⸗ ⸗ V dun 9 im zweiten Sommer 83 Tage. 25 ⸗ ⸗ ¹ agenſad 2 weibl. Dienſtboten 1 ½ Jahr.. 27 ⸗ ⸗ up ar Seitenbetrag 325 10 6 2594 8 4 bwg 1 S..9. 15 10 15 4 1 2 Von der Wahl und dem Beſttz eines Landguts. 81 Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. Übertrag 325 10 6 2594 8 4 35 Acker zweimal zu Heu zu hauen, 1 d. Acker 2 Sh. 6 P.... 8 15 Getreideerne. 100 A N — 434 Zufaͤllige Ausgaben.... 13 4 1 Pacht 40 Sh. v. Acker auf 1 Jahr.4000 ⸗ 4041 17 14 Davon ſind in Abzug zu bringen die Einnahmen vor der Zahlung des zwei⸗ ten halbjaͤhrigen Pachttermins: Gewinn an 20 Stuͤck fetten Rindvieh, 5 Pf. von jedem... 100 ⸗ ⸗ Durchwinterung von 20 jungen Rin⸗ dern, 24 Wochen auf dem Stall gehabt, 2 ½ Shilling vom Stuͤck die Woche. 30 2— Desgleichen von 120 Schweinen, 20 Stuͤck 5 Sh. die Woche, mit Turnips gefüttert. 36 80 Stuͤck junge Schafe und Hammmel verkauft à 25 Sh... 100 20 Zuchtſchafe verkauft à 30 Sh. 30 Wolle.... 152 Einnahme von dem Milchoieh und den Schweinen uͤber den Wirthſchailo⸗ bedarf. 24 ⸗ ⸗ N A* A* 472 2 5 Bleibt 3569 17 11 Bei der hier angenommenen Zeit des Pachtantritts wird ein halb Jahr mehr Pachtgeld erfordert, als wenn er zu Michaelis ſtatt findet; auch ſind hier die anderen Ausgaben auf 1 ½ Jahr berechnet; dafuͤr iſt aber nichts in Anſchlag gebracht fuͤr Stroh, Duͤnger, Ackerwerk, die in manchen Gegenden von England einen Gegenſtand von Wichtigkeit ausmachen; auch iſt in der Rechnung nichts aufgenommen fuͤr die haͤusliche Einrichtung und die Unter⸗ haltung der Familie. In dem Pachtgelde ſind die Abgaben mit J. 6 82² Erſtes Kapitel. eingeſchloſſen, welche in Schottland, wo das Land gewoͤhnlich frei von Zehnten und Armentaxen iſt, nur unbedeutend ſind; der Be⸗ richterſtatter bemerkt aber ausdruͤcklich, daß beinahe eben ſo viel Kapital erfordert werde bei einem Gute von geringerem Boden, wenn auch das dafuͤr jaͤhrlich zu zahlende Pachtgeld vielleicht nicht 250 Pfund uͤberſteige. über die jaͤhrlichen Ausgaben. Man wird meiſtentheils finden, daß geringes Ackerland eben ſo viel zu bearbeiten koſtet, als das von beſſerer Beſchaffenheit; bisweilen ſogar mehr, ob es gleich weniger abwirft; nur dann nicht, wenn der Boden ſo arm iſt, daß er eine lange Zeit zur Weide liegen bleiben muß, um nach einigen wenigen Getreideern⸗ ten neue Kraft zu gewinnen. Damit ſtimmen alle bekanntgemach⸗ ten glaubwuͤrdigen Berechnungen uͤberein, von denen mehre der folgenden Zuſammenſtellung der wichtigſten Ausgaben bei drei ver⸗ ſchiedenen Pachtguͤtern, jedes von 150 Ackern Land, ziemlich gleichkommen. Dieſe Zuſammenſtellung iſt mit vieler Muͤhe von Hrn. Batchelor, dem einſichtsvollen Surveyor von Bedfordſhire, ge— macht worden, und zwar beinahe nach denſelben Anſaͤtzen fuͤr Arbeit, Pferdehaltung und Saatkoſten, wie noch heutiges Tages gelten. So groß ſind indeſſen die Abweichungen, welche durch oͤrt— liche und perſoͤnliche Verhaͤltniſſe hervorgebracht werden, daß An— gaben, die man von einzelnen Perſonen erhaͤlt, oder Berechnun— gen, die ſich auf eine beſtimmte Wirthſchaft beziehen, ſelten auf einen andern Fall, als den ins Auge gefaßten paſſen. Die Be⸗ ſchaffenheit des Bodens, die Beſtellungsweiſe, die Verſchiedenheit der Preiſe der Arbeit, der Saat und der Pferdehaltung in ver⸗ ſchiedenen Jahren, machen vollkommene Genauigkeit bei Berech⸗ nungen dieſer Art unmoͤglich. Aber wenn es auch gelaͤnge, ſie fuͤr jede Boden- und Wirthſchaftsart feſtzuſtellen, ſo kommt doch noch immer viel auf die Einſicht und Thaͤtigkeit des Farmers und auf die Sorgſamkeit an, mit der ein jeder uͤber die Betreibung ſeines Geſchaͤfts wacht. Die Handwerker und Arbeiter ſind nicht ſchlimmer als andere Leute dieſer Art; aber Ehrgefuͤhl und ſtrenge Rechtſchaffenheit ſind keineswegs allgemein, und mancher, der ge⸗ nau den Vorſchriften des Geſetzes nachkommt, ſteht nicht an, den Unerfahrenen und Sorgloſen, der mit ihm zu thun hat, zu be⸗ —— rri ji der ſin h Gſchtit Di rnähwic göͤem . was tiſo be flen unr ſiat, d di bein bade Be th hact in Duc den de gih rr hi and it d dithe Unnch Aufve Äh der nc S dlegeſe lich ftei er Be⸗ ſo viel Boden, nicht eben aheit; dann t zur deern⸗ mach⸗ re der ei ver⸗ emlich he von re, ge⸗ en fuͤr Tages oͤrt⸗ An⸗ hnun⸗ mauf Be⸗ enheit ver⸗ erech⸗ e, ſie t doch 3 und eibung rnicht ſtrenge der ge⸗ n, den in be⸗ Von der Wahl und dem Beſitz eines Landguts. 83 truͤgen. Bei aller anſcheinenden Einfalt fehlt es doch dem Pfluͤ⸗ ger ſelten an Schlauheit, den Augenblick wahrzunehmen, wo er ſeinen Herrn hintergehen kann, und wenn man ihn nicht ſtets be— aufſichtigt, laͤßt er gewiß in ſeinen Leiſtungen nach. Die Landwirthſchaft bringt, wie jedes andere Gewerbe, einen annehmlichen Gewinn allen denen, die ihre Hilfsquellen mit ſtren⸗ ger Okonomie handhaben, und das eben ſo ſorgfaͤltig zuſammenhal— ten, was ſie erſparen, als das, was ſie gewinnen. Sie kann auf ſo verſchiedene Weiſe betrieben werden, und iſt ſo vielerlei Un— faͤllen unterworfen, daß nicht ein einziges Jahr denſelben Ertrag liefert, den das vorangegangene gab, und daß ſogar manche Ver⸗ luſt bringen. Es wuͤrde daher fruchtlos ſeyn, ins Einzelne ge⸗ hende Berechnungen aufzuſtellen; annehmen laͤßt ſich jedoch, daß ein Pachter, der mit Klugheit und Geſchicklichkeit zu Werke geht, im Durchſchnitt jaͤhrlich 15% von ſeinem Kapital ziehen muͤſſe, wenn das erpachtete Gut eintraͤglich iſt. Gewoͤhnlich rechnet man zehn Procent; dies iſt aber weniger, als der gewoͤhnliche Gewinn bei andern Gewerben, ſelbſt nach einer maͤßigen Taxe, wobei nicht einmal die perſoͤnlichen Leiſtungen des Unternehmers mit in Anſchlag gebracht worden ſind. Es iſt allerdings wahr, daß die Annehmlichkeiten, welche ein Landwirth, ſelbſt ohne beſondern Aufwand, genießt, zu beruͤckſichtigen ſind und daß er wohlfeiler als der Kaufmann lebt; dafuͤr kann er aber ſein Geſchaͤft nicht nach Willkuͤhr ausdehnen und bleibt fortwaͤhrenden Beſorgniſſen ausgeſetzt. 84 Erſtes Kapitel. V V 83 1 774 i din Vergleichende Überſicht der hauptſaͤchlichſten Ausgaben 1 .— Brache u. Rai⸗ mn V Fruchtfolge. wn hen cen. Gerſte. Rother Klee. Fu Pf. Sh. P. Pf. Sh. P.] Pf. Sh. P. I Pacht, Zehnten, Steuern 114 und Taxen. 1 5 4 1 5 4 1. 5 4 V Abnutz und Unterhalt der 44 Geraͤthe. 2 4 6 2 2 3 ⸗ 9 Dergleichen der Beftidi⸗ 11 gungen ꝛc... 4 7 4 4 4 11 Unterhalt der Pferde 2 7 6 1 5 11: Arbeiter. 2 15 6 1 13 10 ⸗141 6 Unfaͤlle und Verluſte 3 2 6 ⸗ 2 6. 2 6 Utt Ausſaat.„ 6⸗ 17 3 8 ⸗ Geſanditanzgabeſe Acker 4 19 8 4 19 6 2 11 10— Fruchtfolge. Turnips. Gerſte. Gruͤnfutter. Auänn. Pacht, Zehnten, Steuern„ 154 und Taren.. 1 5 4 1 5 4 1 5 4 Abnutz und Unterhalt der Geraͤthe.. 35 f 2 ⸗⸗2 9 Dergleichen der Beſtidi gungen ꝛc... 4 4 5 ⸗ 4„ Unterhalt der Pferde 1 2 6 ⸗1 16 190 5 5. 9 Arbeit... 1 11 ⸗ 1 12 4 ⸗ 11 6 Unfaͤlle und Verluſte. 2 6 ⸗ 6 ⸗ 6 3 Ausſaat. 5 2 4 2 17 3 2 15 2— Geſakamntalrsgabepr Acker 5 10 2 4 14 7 2 19„ 4** Fruchtfolge. Brache. Weizen. Hafer. 44. Pacht, Zehnten, Steuern und Taxen.. 2 19 2 2 19 2 10 2 1 1 Abnutz und Unterhalt der V Geraͤthe.. 4 3 2 3 ⸗ 2 3 1 Dergleichen der Beſridi V gungen ꝛc.....- 4„⸗ 4 ⸗ ⸗ 4. Unterhalt der Pferde. 2 4 3 2 17 6 1⸗ ⸗ 41 3 Arbeit... ⸗ 1 8 2 2 4 1 13 4 u Unfaͤlle und Verluſte 5.„ 7, 6 6 6 11 Ausſaat- 1 1 9 ⸗12 ⸗ V ⸗ Fancefr Vi 4 3 2 5 3 16[4 77 V 137 Von der Wahl und dem Beſfitz eines Landguts. 85 usgabn bei drei verſchiedenen Wirthſchaftsweiſen. 4„. —. other Kla⸗ Weizen. Bohnen. Durchſchnitt. 150 Acker. Sh. N Pf. Sh.P. Pf. Sh. P. Pf. Sh.P. Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. 15 1 1. 5 4 1 5 4 1 5 4 190 ⸗ 2 4. 2 4. 2 5 18 2 6 „ e 1 14 ⸗ 41 2 19⸗ .— 1 1 1 1 1 7⸗ 1 4 2 10 171 5 ⸗ 11 p 9 1 1 14 ⸗ 1 7 2 203 15.⸗ 3 6 2 7 6 2 2z 6 7. 6 3 15 ⸗ 8.„ 1 11t 1 ⸗ 2 2 14 3 110 ⸗⸗ S 5 13 65 2 2. 4 13 3 699 7 6 vrffr. Gruͤnfutter. Weizen. Erbſen. Durchſchnitt. 150 Acker., 1„ 1 5 4 1 5 4 4 5 4 1 5 4 190 ⸗ „ 4 2 3„2 ⸗ 2 4 15 12 6 3 4 2 ⸗ 4 2 2 4 2 2 4 2 2 4 2 10 · 71 2 17 10 4 16 8 ⸗17 8. 1314 5 ⸗ 17 6 3 9 2 2 76 1 10 6 1 5. ⸗ 187 10 ⸗ 3— ⸗ 3 6 2 2 6 2 6 2 2 6 3 45 ⸗ 1. 5. 1 6 3 1 ⸗ 2 ⸗ 13 5 101 5 1 42 3 5 13 ⸗ 4 15 84 4 3 631. 17.6 Brache. Gerſte. Bohnen. Durchſchnitt. 150 Acker. 1 19 2 ⸗ 19 2 ⸗ 19 2 ⸗ 10 2 143 15, ⸗ 4 31 ⸗2 3. 2 3 ⸗2 11 21 17 6 3— 2 37 4 7 7 4 ⸗ 4 2 ⸗ 4 2 10 2 . ⸗ 4 2 4 3 1 ⸗ 141 1 7 3 207 40 1 14 3 14 14⸗ 1 14 ⸗ 1 3 10 216 5 ⸗ 1 13 4 5 2426 4 222 6 7 2 6 ⸗ 2 6 3 15 ⸗ ., 2 1 2 15 i1 5 46 5 1 11 4 684 7 6 86 Zweites Kapitel. Zweites Kapitel. Antritt der Pachtung und dabei vorkommende Tarxation. Die Zeit und die Art des Antritts einer Pachtung ſind von groͤßrer Wichtigkeit, als man gewoͤhnlich glaubt. In Schottland, wo man annimmt, daß man die bei dem Zeitpacht anzuwendenden Grundſaͤtze recht gut kenne, iſt die gewoͤhnliche Antrittszeit fuͤr die Gebaͤude, Brachaͤcker und immerwaͤhrenden Weidelaͤndereien zu Pfingſten; das mit Frucht beſtellte Ackerland behaͤlt dagegen der abgehende Pachter bis zur Theilung der Ernte. Derſelbe Termin, oder alter Maitag findet im Norden von England ſtatt; im Suͤden dagegen iſt Michaelis haͤufiger, und fuͤr Milchwirth⸗ ſchaften oder Grasland Lichtmeß oder Mariaverkuͤndigung. Wo das Brachhalten regelmaͤßig in das Syſtem aufgenom⸗ men, iſt Pfingſten vielleicht der paſſendſte Termin; denn der Er⸗ trag der darauf folgenden Ernten haͤngt großentheils von der Art ab, wie die Brache behandelt wird, und da der abgehende Pach⸗ ter dabei kein Intereſſe weiter hat, als daß er fuͤr die daran ge— thane Arbeit bezahlt werde, ſo wird ſie von ihm ſelten mit der erforderlichen aͤngſtlichen Sorgfalt verrichtet. Es iſt daher weſent⸗ lich, daß es dem neuen Pachter verſtattet ſei, dieſen Theil des Ackerlandes zeitig genug unter ſeine Aufſicht zu nehmen, und daß er in deſſen Beſitz geſetzt werde, kann Dem nicht zuwider ſein, der es einmal abgeben ſoll; ſoll er aber auch zugleich ſeine Weide einbuͤßen, ſo kann er dadurch genoͤthigt werden, ſein Inventarium zu einer unguͤnſtigen Zeit hingeben zu muͤſſen. Auf minder gebundenen Bodenarten, wo der Anbau von Futtergewaͤchſen ſichrer iſt und dadurch die Nothwendigkeit, einen Theil der Felder regelmaͤßig brach liegen zu laſſen, aufgehoben wird, bietet der Antritt zu Michaelis, wenn zumal damit die Befugniß, den Turnipsacker im Mai beſtellen zu duͤrfen, ver— — buude Pubr t nätg tiung im j mün mmich rerte ummen mm der lidigu notwn lötgen in i e mg dite frut ung t zu on. von land, nden fuͤr reien gegen ſelbe ſtatt; virth⸗ enom⸗ Er⸗ r Art hach⸗ n ge⸗ t der ſent⸗ des daß ſein, Leide rium von einen hoben t die ver⸗ Antritt d. Pachtung u. dabei vorkommende Taxation. 87 bunden iſt, den Vortheil dar, daß der abgehende und angehende Pachter, die ſelten gegen einander gut geſinnt ſind, ſich leichter und vollſtaͤndiger auseinanderſetzen koͤnnen, und wo die gegen⸗ waͤrtig in den ſuͤdlichen Gegenden allgemein angenommene Ein⸗ richtung, die Ernte nach einer Taxe zu verkaufen, ſtatt finden kann, iſt dieſe Antrittszeit ſtets vorzuziehen. In dieſem Fall wird gewoͤhnlich um der eignen Sicherheit willen, zur Bezahlung eine ziemlich entfernte Zeit feſtgeſetzt, bis wohin es moͤglich iſt, die geernteten Fruͤchte ins Geld zu ſetzen; wo aber ein ſolches Ab⸗ kommen nicht zu bewirken iſt, muͤſſen nothwendig die Scheu⸗ nen dem abgehenden Pachter bis zum naͤchſten Mai uͤberlaſſen bleiben. Die Vortheile des Antritts zu Lichtmeß oder zu Mariaͤ Ver⸗ kuͤndigung ſind bei Grasland ſo augenſcheinlich, daß keine Be⸗ merkung daruͤber noͤthig iſt; aber bei Guͤtern mit Ackerbau iſt der letztgenannte Termin im hoͤchſten Grade verwerflich, weil er mit— ten in die Fruͤhjahrsbeſtellung faͤllt. übrigens haben alle dieſe verſchiedenen Termine ihre Vor— zuͤge und ihre Nachtheile, uͤber die jedoch jede weitere Betrach— tung nutzlos waͤre, da der Pachter nur ſelten die Zeit ſeines An⸗ tritts waͤhlen kann, indem dieſe gemeiniglich durch das Ende des fruͤheren Pachtes oder andere Gewohnheiten beſtimmt wird; von ungleich groͤßrer Wichtigkeit ſind die Bedingungen, unter denen er zum Beſitz gelangt. Duͤnger und Stroh. In Schottland iſt es nicht ungewoͤhnlich, Duͤnger und Stroh, wie man zu ſagen pflegt, im ſtaͤhlernen Ring(Steel bow) zu hal⸗ ten. Die Ableitung dieſes Ausdrucks iſt ungewiß, aber man ver⸗ ſteht darunter, daß die ſo gehaltenen Gegenſtaͤnde dem Boden zu⸗ gehoͤren, und als nicht wegſchaffbar, dem neuantretenden Pach⸗ ter ohne Bezahlung uͤberlaſſen werden muſſen. Dies iſt auch in einigen Gegenden von England gebraͤuchlich, vornehmlich in An— ſehung des Strohes, das bei manchen Paͤchten an ihrem Ende zuruͤckgelaſſen werden muß, gegen die Bedingung, daß der neue Pachter das Ausdreſchen und Wegfahren des Getreides umſonſt be— ſorgen laſſe. Auf den erſten Blick ſcheint dieſe Einrichtung beiden Partheien gleich vortheilhaft, und was das Stroh betrifft, ſo muß dem neuen Pachter allerdings daran liegen, daß er es ohne 88 Zweites Kapitel. Koſten erhalte, waͤhrend der abgehende nichts dabei verliert, weil er zu derſelben Zeit antrat. Anders verhaͤlt es ſich dagegen mit dem Duͤnger. Der abgehende Pachter baut nicht eine Schuͤtte Stroh, um ſie zuruͤckzulaſſen, ſondern der Koͤrner wegen, die ſein Endzweck ſind; wenn er alſo keinen Vortheil am Duͤnger hat, ſo wird er es entweder vergeuden, oder trotz aller Klauſeln im Pachtkontrakte nicht ſo zuſammenhalten und benutzen, wie dann, wenn er dieſen bezahlt erhaͤlt. Der Duͤnger iſt aber ein Gegen⸗ ſtand von ſolcher Wichtigkeit, daß es weit beſſer iſt, eine hinrei⸗ chende Menge davon im wohlzubereiteten Zuſtande fuͤr einen leid⸗ lichen Preis zu erkaufen, als den unbedeutenden Zuſammenwurf der Staͤlle und Hoͤfe umſonſt zu erhalten; das Beſte iſt daher, zu beſtimmen, daß der Duͤnger auf dem Gute zuruͤckbleibe, aber nach einer Taxe bezahlt werde.. In Ireland ſcheint kein beſtimmter Gebrauch hinſichtlich des Pachtantritts ſtatt zu finden; wenn auch Bedingungen im Kon- trakte gemacht werden, ſo iſt doch ihre puͤnktliche Befolgung ein ſeltner Fall; die einzige regelmaͤßig befolgte Regel ſcheint daſelbſt die zu ſein, daß der abgehende Pachter in den letzten Jahren ſei— nes Pachtes das Land aufs Außerſte erſchoͤpft, und Alles weg— fuͤhrt, was nur verkaͤuflich iſt; und wie er nichts von ſeinem Nachfolger verlangt, ſo uͤberlaͤßt er ihm auch nichts, was er brauchen kann; bisweilen nicht einmal Gebaͤude. Es werden naͤmlich in jenem Lande haͤufig Paͤchte abgeſchloſſen auf drei Le⸗ ben und ein und dreißig Jahre; bei ſolchen iſt der Pachter gehal⸗ ten, die zu ſeinem Gebrauch noͤthigen Gebaͤude ſelbſt aufzufuͤhren; er iſt aber keineswegs verbunden, eine beſtimmte Summe darauf zu verwenden, und da er ſelten im Beſitz eines bedeutenden Ka— pitals iſt, ſo errichtet er nur Huͤtten, die ihm und ſeinem Vieh waͤhrend ſeiner Pachtzeit Obdach gewaͤhren, und laͤßt ſie bei ſeinem Abgange gaͤnzlich verfallen zuruͤck. Beſtellung und Duͤngung. In den meiſten Gegenden von England iſt es gewoͤhnlich, daß der antretende Pachter die ganze Beſtellung, die halbe Be— ſtellung und die Duͤngung gegen eine Taxe nach Landesgebrauch kaͤuflich uͤbernimmt. Es finden hierin nach den verſchiedenen Or⸗ ten zahlreiche Abweichungen ſtatt, gewoͤhnlich begreift man aber unter jenen Gegenſtaͤnden das Brachen, Ruhren, Eggen, Duͤn⸗ gen 1 ls äinde tind uhm mfchdi Viſe g Srüich Towung, in mei einte d zuſi degorar Kuſt, d humen kun,d bä ſen in Ve ſicte ſabe dern Stid dend einger ſid di äl tlt ſo fuden d toraus, dattge dr lſ Aung l Rergg ſa, Oder tirie Enn me di teine , weil n mit chuͤtte e ſein hat, n im dann, egen- nrei⸗ leid⸗ wurf aher, aber des Kon⸗ ein ſelbſt ſei⸗ weg⸗ einem das er erden j Le⸗ ehal⸗ Antritt d. Pachtung u. dabei vorkommende Taxation. 89 gen und andere noch nicht vollendete Arbeiten, mit andern Wor⸗ ten alles Dasjenige, von dem angenommen wird, daß es auf die folgende Ernte einigen Einfluß habe. Es iſt natuͤrlich, daß der abgehende Pachter auf die Bezahlung dieſer Leiſtungen Anſpruch machen koͤnne, wenn er nicht durch die dadurch bewirkten Ernten entſchaͤdigt wird, und die Beſtellungsarbeiten wuͤrden auf keine Weiſe gut ausgefuͤhrt werden, wenn dergleichen Anſpruͤche in der Wirklichkeit keine Anerkennung faͤnden; aber es gibt keine Ver⸗ ordnung, welche die Ausdehnung ſeines Rechtes beſtimmt. In den meiſten Pachtkontrakten wird jedoch das dabei anzuwendende Verfahren zwiſchen dem Beſitzer und dem Pachter angegeben, und die Zuſtimmung des angehenden, daß er ſich der Taxe nach Lan⸗ desgebrauch unterwerfen wolle, hat vor dem Geſetz verbindende Kraft, der Gebrauch mag ſein, wie er wolle. Dies iſt auch voll— kommen recht, weil hier eine vollkommne Theilung ſtatt finden kann; denn der angehende Pachter wird zu gleichen Forderungen bei ſeinem Abgange berechtigt, und erhaͤlt fuͤr ſein Geld den vol— len Werth der Duͤngungen, die dem Lande gegeben und noch nicht erſchoͤpſt worden ſind. Die Angaben uͤber den Betrag der⸗ ſelben muͤſſen indeſſen von dem abgehenden Pachter geſchehen; denn wenn auch die zuletzt im Felde ſtehenden Fruͤchte und die Stuͤckzahl des gehaltenen Viehes einigen Aufſchluß uͤher die ver— wendete Duͤngermaſſe geben, und eine Beſichtigung der Acker einigermaßen erkennen laͤßt, wie die Beſtellung geſchehen iſt, ſo ſind dieſes doch immer unſichere Fuͤhrer, und es werden daher oft Zahlungen fuͤr Duͤngungen mit Miſt und zugekauften Duͤngmit⸗ teln ſo wie fuͤr geſchehene Arbeiten gemacht, die niemals ſtatt ge— funden haben. Die ganze Beſtellung ſetzt eine vollſtaͤndige Sommerbrache voraus; der Werth derſelben wird geſchaͤtzt nach dem Betrag des Pachtgeldes und der Abgaben von einem Jahre, nach der Zahl der Pflugarten, der geſchehenen Eggearbeit der aufgebrachten Duͤn⸗ gung, und der etwa ſtattgeſundenen Beſaamung, kurz nach dem Betrag aller im Brachjahre vorgekommenen Auslagen und Arbei⸗ ten, oder nach dem Betrag einer mit Schafen konſumirten Tur⸗ nipsernte; in letzterm Falle wird jedoch der Werth der halben Ernte von dem Betrag der ganzen Beſtellung fuͤr das dadurch er⸗ langte Futter abgezogen. Die halbe Beſtellung beſteht in dem Reſt von den Vorthei— len einer reinen Brache, der, wie man annimmt, dem Lande 90 Zweites Kapitel. Antritt der Pachtung ꝛc. nach den folgenden Ernten noch verbleibt. Wenn dabei recht ſtark geduͤngt und eine Weizenernte nach ihr genommen wurde, ſo iſt es gewoͤhnlich, eine fuͤr zwei zu rechnen. Wenn bei Tur⸗ nipsbrachen die Ruͤben aufgenommen, nicht auf der Stelle ver— fuͤttert werden, ſo wird von dem Werth derſelben der jaͤhrliche Betrag des Pachtgeldes und der Abgaben abgezogen und nur die Haͤlfte der Bearbeitung und Duͤngung in Anſatz gebracht. Die Duͤngung wird bezahlt nach der angenommenen Dauer ihrer Wirkung; dieſe iſt abweichend nach ihrer Beſchaffenheit und nach der Meinung, die von Verſchiedenen daruͤber aufgeſtellt wird. Gewoͤhnlich nimmt man an, daß Miſt und Kalk auf Ackerland nach einer zweiten Getreideernte keine Wirkung mehr aͤußern; doch wird in Anſehung des letztern oft noch ein Anſpruch uͤber dieſe Zeit hinaus gemacht, und bisweilen zugeſtanden. Wurde er auf Grasland angewendet, wo ſeine Wirkung nicht ſo bald erſchoͤpft wird, ſo iſt es nicht ungewoͤhnlich, dieſelbe auf ſechs Jahre zu be— rechnen und zwar auf folgende Weiſe: ein Jahr nimmt weg ⁵ der Koſten, zwei Jahre 6; drei Jahre ½; vier Jahre; und fuͤnf Jahre ½; einige Taxatoren dehnen ſeine Wirkung noch weiter aus. In den meiſten Gegenden laͤßt das Herkommen dem antre⸗ tenden Pachter keine andre Wahl, als die Beſtellung nach einer Taxe zu uͤbernehmen; wenn er aber dieſes vermeiden, und mit dem abgehenden Pachter oder dem Gutsbeſitzer ein perſoͤnliches Abkommen ohne eine ſolche Taxe treffen kann, ſo handelt er mei— ſtens klug. Auf alle Faͤlle ſollte er ſich mit der Groͤße der For⸗ derungen, die man wahrſcheinlich an ihn ſtellen werde, bekannt zu machen ſuchen, ehe er ſich blindlings zu einer Auseinanderſez— zung verſteht, die ihn von dem Gutduͤnken dreier Partheien ab⸗ haͤngig macht und ihm Anforderungen zuziehen kann, auf die er nicht gerechnet hat. Die Taration wird von zwei Perſonen be— ſorgt, von denen jeder Pachter eine fuͤr ſich waͤhlt; dieſe beiden Taratoren beſtimmen einen dritten zum Schiedsmann, im Fall ſie ſich nicht vereinigen koͤnnen; wenn nun aber auch dieſe Vor— ſichtsmaßregeln hinreichend zu ſein ſcheinen, die Vortheile beider Partheien zu wahren, und wenn auch kein Grund vorhanden iſt, irgend ein Mißtrauen in die Redlichkeit und Einſicht der Taxato⸗ ren zu ſetzen, ſo bietet doch das Taxationsweſen ſo viel Gelegen⸗ heit zu Beeintraͤchtigungen dar, und wird dabei doch ſo viel Miß⸗ 7 —— brauch puttwg n lnter b in in ange funne, 3 iͤ uij Gi vo ihe Grad da d ſurmm güt on„ üne d Pittſch Aücig inr lag pornt, dät Gur da Vif durde w Eirthen düßerorde iſſ de aünevand nri fi vendete itzogen atttan ei rech dnii ei Tur⸗ lle ver⸗ ahrliche nur die Dauer it und wird. dnach doch dieſe er auf choͤpft zu be⸗ weg re 7; noch antre⸗ einer d mit liiches mei⸗ For⸗ kannt erſez⸗ n ab⸗ die er n be⸗ beiden Fall Vor⸗ beider en iſt, Laxato⸗ gegen⸗ Miß⸗ Drittes Kapitel. Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 91 brauch getrieben, daß das Einſetzen eines Pachters in ſeine Pachtung mit Tarxe oft ganz gleich iſt mit der Herbeifuͤhrung ſei nes Untergangs. Drittes Kapitel. Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. Es kann keinem Zweifel unterworfen ſein, daß ein Mann, der ein angemeſſenes Vermoͤgen beſitzt, ein hoͤheres Pachtgeld zahlen koͤnne, als einer, der darin beſchraͤnkt iſt, und dies erklaͤrt mehr, als jeder andre Umſtand, die haͤufige Erſcheinung, daß Paͤchter auf Guͤtern, ſelbſt bei einem hoͤheren Pachtgelde noch fortkommen, wo ihre Vorgaͤnger, wenn ſie gleich ebenfalls thaͤtig waren, zu Grunde gingen. Es tritt dieſer Fall ſo oft ein, daß er zu der bei den Gutsbeſitzern ſehr gewoͤhnlichen Meinung: Hohe Pacht— ſummen machen gute Paͤchter, Beranlaſſung gegeben hat. Es gibt allerdings ſolche bequeme Maͤnner, die im Beſitz eines maͤßi⸗ gen Pachtes ſich damit begnuͤgen, dieſen Vortheil zu genießen ohne das geringſte Streben, irgend eine Verbeſſerung in ihrem Wirthſchaftsbetriebe vorzunehmen; die meiſſen werden aber zu ihrer Thaͤtigkeit doch nur durch den einem Jeden inwohnenden Wunſch, ihre Lage zu verbeſſern, und fuͤr ihre Familien zu ſorgen, ange⸗ ſpornt; auch ſind mehre der beſten Paͤchter im Lande zu gleicher Zeit Gutsbeſitzer. Der Gedanke, daß es vortheilhaft ſei, ſich in den Beſitz von Land, ſelbſt zu den hoͤchſten Preiſen, zu verſetzen, wurde waͤhrend des letzten Krieges allgemein, ſowohl durch das Streben darnach, als durch die Leichtigkeit, mit der man einen außerordentlich hohen Pacht erhalten konnte wegen der hohen Preiſe der Produkte, und wegen deren Mehrerzeugung vermittelſt aufgewandten Kapitals. Aber der durch hohe Preiſe gegebene Anreiz findet nicht mehr ſtatt, das fruͤher auf den Landbau ver— wendete Kapital hat ſich verringert oder iſt zum Theil ihm ganz entzogen worden, und ſo macht denn gegenwaͤrtig die zu zahlende Pachtrente wieder einen Gegenſtand aus, der die reiflichſte Über⸗ 92 Drittes Kapitel. legung von Seiten des Klugen bedarf. Nichts kann irriger ſein, als die ſehr gewoͤhnliche Meinung, daß ein paar Schilling mehr oder weniger Pacht fuͤr einen Acker gutes Land nichts ausmach⸗ ten. Es iſt freilich beſſer, einen verhaͤltnißmaͤßig hohen Pacht fuͤr gutes Land zu zahlen, als durch den taͤuſchenden Vortheil eines anſcheinend niedrigen ſich verlocken zu laſſen, Geld auf einen ſchlechten Boden zu verwenden; dennoch wird es immer klug ſein, auf ein uͤbrigens wuͤnſchenswerthes Gut Verzicht zu leiſten, wenn das dafuͤr geforderte Pachtgeld die Grenzen uͤberſchreitet; denn Reichthuͤmer ſind durch das Pachten nicht ſchnell zu erwerben; nur durch langſam vor ſich gehendes Zuruͤcklegen laſſen ſich Ka⸗— pitale ſammeln; und wenn man nur zwanzig Guineen jaͤhrlich regelmaͤßig auf Intereſſen ausleiht, ſo macht dieſes ſchon nach einem Pacht von zwanzig Jahren 750 Pfund Sterling. Die Pachtrente, welche der Grundeigenthuͤmer als Nutzung zu fordern berechtigt iſt, hat zu allen Zeiten einen Gegenſtand der Unterſuchung abgegeben. Die fruͤhſte Angabe daruͤber finden wir in der heiligen Schrift, wo ſie auf ein Fuͤnftheil der Ernte feſtgeſetzt wird*), und in alten Zeiten war die Bezahlung derſel— ben durch einen feſtgeſetzten Theil von den Bodenerzeugniſſen, ſo wie durch einige von den Paͤchtern zu leiſtende Dienſte in der ganzen civiliſirten Welt allgemein. Als aber die Bevoͤlkerung und der Verkehr ſich vergroͤßerten, wurde in den meiſten Theilen von Europa dieſe Art der Abtragung gegen die in einer beſtimmten Geldſumme vertauſcht; doch wird ſie noch immer in einigen Laͤn— dern beibehalten und ſie hat ſelbſt in Großbritannien noch nicht ganz aufgehoͤrt. In England findet ſie zwar nur hie und da theilweis ſtatt; aber in einigen Theilen der ſchottiſchen Hochlande und in Ireland bezahlen noch viele Haͤusler und ſelbſt kleine Paͤchter, vornehmlich Afterpaͤchter, ihre Rente mit Arbeitsleiſtun⸗ gen. Als der Geldpacht zuerſt in England eingefuͤhrt wurde, ſcheint er zum dritten Theil des Durchſchnittswerthes aller Er⸗ zeugniſſe beſtimmt worden zu ſein, und weil nur gepfluͤgt wurde, um Koͤrner zu bauen, das Grasland aber nur zu Gruͤnfutter und Heu benutzt wurde, ſo war eine ſolche Berechnung leicht und der Wahrheit wohl ſo nahe kommend zu machen, daß man dies Ver— Und von dem Getreide ſollt ihr den Fuͤnften an Pharao gebenz vier Theile ſollen euer ſein, zu beſaͤen das Feld, zu eurer Speiſe und fuͤr euer Haus und Kinder. S. 1. Buch Moſ. Cap. 47. V. 24. à ——— Fabea 1 r Li teunme a vbe ral, und lſte bi Pühelld beicuß eftindig i ud wande nngen n vin datzuc ruoe Ge nch m t rich nte i d M d d dandi Dar⸗ nur n ich R kann k ti Dec und fa ſihſt S undhng Da ſtnche laih j reynden Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 93 fahren als Grundſatz aufſtellen konnte. Aber bei einem verbeſſer⸗ ten Wirthſchaftsſyſteme, bei dem verſchiedenartigere Gegenſtaͤnde vorkommen, und der Anwendung von Kapital und Geſchicklichkeit ein unbegrenzterer Raum geboten iſt, kann ſie nicht mehr ſo ge⸗ nau, und nicht uͤberall gleich angelegt werden. Was der Grund⸗ beſitzer billigerweiſe an Pachtgeld oder an dem ihm zukommenden Antheil des Bodenertrags zu fordern berechtigt iſt, beſteht in dem überſchuß, der nach Bezahlung aller Koſten, mit Einſchluß einer anſtaͤndigen Verguͤtung fuͤr die von dem Pachter aufgewendete Zeit und Betriebſamkeit, ſo wie fuͤr ſeine Gefahr und ſein auf— gewendetes Geld, noch uͤbrig bleibt. Seit den großen Verbeſſe— rungen, die durch Ab⸗ und Bewaͤſſerung, durch die Anwendung der mineraliſchen Duͤngungsmittel, durch die Verſtaͤrkung der Viehzucht und die Ausdehnung des Ackerbaues, in den taͤglich, neue Gewaͤchſe bis zu einer endloſen Zahl aufgenommen werden, nach und nach bewirkt worden ſind, iſt es außerordentlich ſchwer wo nicht unmoͤglich, einen feſten Satz aufzuſtellen. Die Pacht— rente iſt in jeder Gegend anders; ſie richtet ſich nicht nur nach der Verſchiedenheit des Bodens, ſondern auch nach dem Zuſtande der Landſtraßen, der Entfernung der Marktorte und nach dem landuͤblichen mehr oder weniger vollkommnen Wirthſchaftsbetriebe. Daraus erhellet, daß der dem Grundbeſitzer zukommende Antheil nur nach dem überſchuſſe ſich berechnen laͤßt, welcher muthmaß— lich bei dem gewoͤhnlichen Kulturverfahren uͤbrig bleiben mag; er kann keinen Anſpruch machen auf den Mehrgewinn, welchen ſich ein Pachter durch die groͤßere Anwendung von Thaͤtigkeit, Einſicht und Kapital verſchafft. Wollte er mehr fordern, ſo wuͤrde er ſich ſelbſt Schaden thun, weil er dann eine ſolche verſtaͤrkte Ver— wendung auf ſein Landgut hintertreiben wuͤrde. Der Betrag des Pachtgeldes wird daher ein Gegenſtand per⸗ ſoͤnlicher Unterhandlung zwiſchen den Betheiligten, bei der, wenn gleich jeder Theil den Vortheil fuͤr ſich zu gewinnen ſucht, ihn wahrſcheinlich keiner davon traͤgt; denn der Werth des Bodens iſt gewoͤhnlich ziemlich genau durch die Erfahrung und die Beobach— tung in der Umgegend bekannt. Die ploͤtziiche Steigerung waͤh⸗ rend des letzten Krieges hielt nur Schritt mit den erhoͤhten Ta— xen und dem verminderten Werthe des Papiergeldes. Es brachte an Muͤnze verhaͤltnißmaͤßig nicht mehr ein, als zu irgend einer Zeit vorher, auch warf der Grund und Boden von dem darauf verwendeten Kapitale keine hoͤheren Intereſſen ab, als ein ande— 94 Drittes Kapitel. res gleich ſicheres und dauerndes Beſitzthum. Es iſt ſeitdem in demſelben Verhaͤltniß geſunken und ſo wird es immer ſein. Das mehr allmaͤhlige Steigen, welches waͤhrend der letzten hun— dert Jahre ſtatt fand, iſt eher den Verbeſſerungen im Wirth⸗ ſchaftsbetriebe, als einer außerordentlichen Steigerung der Pro— duktenpreiſe zuzuſchreiben; denn weil der Pachter dadurch in den Stand geſetzt wird, dem Boden einen groͤßeren Ertrag abzuneh⸗ men, muß auch nothwendig dem Grundbeſitzer ein groͤßerer An— theil zufallen. Dies iſt ſein rechtmaͤßiger Vortheil, wie auch im⸗ mer der Preis ſein moͤge, den er(einige Faͤlle ungewoͤhnlichen Gewinns bei Seite geſtellt) auch jederzeit erlangen wird; denn in einem ſo dicht bewohnten Lande, wie das unſrige, wo die Bevoͤlkerung nach Unterhalt ſtrebt und deshalb Arbeit wohlfeil iſt, muß die Rente vom Lande immer in einem richtigen Ver⸗ haͤltniß zum Preiſe ſeiner Produkte ſtehen. Es iſt wider die Verpachtungen fuͤr eine feſtbeſtimmte Geld⸗ ſumme eingewendet worden, daß, wenn Land auf eine lange Reihe von Jahren verpachtet werden ſolle, die Abwechſelung in den Produktenpreiſen es unmoͤglich mache, eine nur einigermaßen zutreffende Berechnung von deren Durchſchnittsbetrag auf mehre Jahre hinaus anzuſtellen, und daß demnach alle dergleichen Be⸗ rechnungen zum Nachtheil des einen oder des andern Theils aus⸗ fallen muͤßten. Da dieſem nicht zu widerſprechen iſt, ſo hat es. neuerer Zeit Veranlaſſung gegeben, bisweilen ein Abkommen zu treffen, in deſſen Folge das Pachtquantum zwar in Geld bezahlt, aber nach den jedesmaligen Getreidepreiſen berechnet wird, alſo eigentlich eine Kornrente iſt. Dies iſt jedoch nur ein ſcheinbares Ge⸗ genmittel, gegruͤndet auf die Vorausſetzung, daß die Preiſe ſich aͤndern, der Ertrag aber ſich gleich bleibe— ein Grundſatz, der ſich in der Wirklichkeit nicht bewaͤhrt; denn die Erfahrung hat gelehrt, daß, wenn nicht politiſche Umſtaͤnde darauf einwirken, der Preis nach der vorhandenen Menge ſich richtet. Nun kann aber Pacht nur von dem bei dem Ackerbau gemachten Gewinn bezahlt werden, und eine Kornrente entſpricht dieſem Gewinn niemals. Nehmen wir z. B. an, hundert Acker Land werden, der Acker jaͤhrlich fuͤr 24 Schilling, zuſammen alſo fuͤr 120 Pfund Sterling bei dem feſtgeſetzten Preis von 60 Schilling fuͤr den Quarter Weizen, ver⸗ pachtet, und dabei ausgemacht, daß ſich das Pachtgeld pro Acker um zwei Schilling vermehren oder vermindern ſolle, ſo wie der Preis des Quarters Weizen um fuͤnf Schilling ſteigt oder faͤllt. Trgexam Piiun bh güigenen Name r ogris au n ſom ſäbe S nu 110 vinderer in älbe ſige G lit ümſihfe ſt ven ginper! ſe bet ſmn dact ſt geig At de inn Sun di ſat a liaben, in eh Angngeſ ſehen Id — 4 G 2 5 2 ſeitdem ter ſein. n hun⸗ Wirth⸗ 1 Pro⸗ in den zuneh⸗ r An⸗ ch im⸗ lichen denn vo die ohlfeil Ver⸗ Geld⸗ lange ng in naßen mehre n Be⸗ 3 aus⸗ hat es. Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 95 Angenommen ferner, daß der Boden im Durchſchnitt 24 Buſhels Weizen vom Acker gebe, ſo folgt, da der Preis von der im gan⸗ zen Lande erbauten Menge abhaͤngt, und ſich nicht vorausſetzen laͤßt, daß ein einzelnes Landgut mehr gebe, als den nach Ver— haͤltniß ſeiner Fruchtbarkeit berechneten Durchſchnittsertrag des Jahres, daß, ſobald der Weizen bis 25 Schiling ſteigt, das Produkt nur zweiundzwanzig Buſßels ſein koͤnne, fuͤr die der Pachter etwas weniger einnehmen wuͤrde, als fuͤr die fruͤher ge⸗ ernteten 24 B.*); dennoch ſoll er 130 Pfund Pacht zahlen, ſtatt 120 Pf., die in Folge der hoͤheren Preiſe der Lebensmittel geſtiegenen Arbeitskoſten nicht einmal mit in Anſchlag gebracht. Nehmen wir nun den entgegengeſetzten Fall an, daß der Getrei⸗ depreis auf 55 Sh. herunterginge, das Produkt dann aber ſechs und zwanzig Buſhels waͤre, ſo wuͤrde der Pachter ganz genau dieſelbe Summe einnehmen, wie im letztern Falle**), indeſſen nur 110 Pf. Pacht zu zahlen und auch noch den Vortheil ver⸗ minderter Arbeitskoſten haben. Wird die Berechnung auf dieſe Weiſe fortgeſetzt, ſo werden ſich immer verhaͤltnißmaͤßig aͤhnliche Reſultate ergeben, und wenn auch das Verhaͤltniß der Produktion in der Wirklichkeit ſich nicht in allen Faͤllen auf gleiche Weiſe geſtaltet, ſo iſt es doch die ein— zige Grundlage, worauf ſich eine Durchſchnittsberechnung baſiren laͤßt. Es iſt demnach die eine Art der Pachtabtragung eben ſo unſicher, wie die andere und bei einer langen Pachtzeit duͤrfte ſich wahrſcheinlich in dem Geſammtbetrage von beiden nur ein geringer Unterſchied zeigen; die Bezahlung nach den Getreideprei— ſen verſetzt jedoch den Pachter in die Nothwendigkeit, den hoͤch— ſten Pacht dann zahlen zu muͤſſen, wenn er ſolches, wegen ſei— ner geringen Ernten, am wenigſten im Stande iſt, und da der Betrag deſſelben ungewiß iſt, kann es ſich treffen, daß er zu einer Summe ſich verſtehen muß, auf die er gar nicht gerechnet. Sie hat auch noch den Nachtheil, daß, in Folge verſchiedener Urſachen, die auf den Werth der Wirthſchaftserzeugniſſe einwir⸗ ken, die Preiſe des Getreides und des Viehs bisweilen auf den entgegengeſetzten Extremen, die einen hoch, die andern niedrig ſtehen, und da der Pacht nicht aus dem Getreide allein entrichtet wird, *) 24 Buſhels zu 60 Sh. der Quarter=— 9 Pf. 22 4 2 65 ⸗ 3 2= 8 18, S. 9 P. **) 26 B. zu 55 S. der Quarter= 8 Pf. 18 S. 9 P. 96 Drittes Kapitel. ſo kann dadurch das bereits erwaͤhnte Mißverhaͤltniß noch vergroͤ⸗ ßert werden, ſo daß der Pachter, wenn der Weizen theuer, das Vieh aber wohlfeil iſt, bedeutend verliert, weil er den Pacht nach jenem berechnet zahlen muß, und von letzterm doch nur eine ge⸗ ringe Einnahme hat; im entgegengeſetzten Falle gewinnt er dage— gen uͤber die Gebuͤhr. Es iſt allerdings nicht zu laͤugnen, daß der gewoͤhnliche Zuſtand der Maͤrkte dahin wirkt, die Preiſe der Wirthſchaftserzeugniſſe auszugleichen, und daß ſolche Faͤlle nur ſelten vorkommen moͤgen, aber ſie koͤnnen wirklich verderblich wer⸗ den. Es iſt daher bei ſolchen Vertraͤgen zur Sicherſtellung des Gutsbeſitzers und des Paͤchters gewoͤhnlich, ein Marximum feſtzu— ſtellen, uͤber welches die Rente niemals ſteigen, und ein Minimum, unter das ſie niemals fallen ſoll. Dies ſichert gegen Extreme; aber die Mittelſtraße, die in allen Dingen das Wuͤnſchenswer⸗ theſte iſt, laͤßt ſich bei einer feſtgeſetzten Summe eben ſo gut er— reichen*). Bei den erhobenen lauten Klagen vber die Getreidetheurung wird vornehmlich verlangt, daß die Grundbeſitzer das Pachtgeld herabſetzen ſollen. Aber wenn auch die Paͤchter das Land um— *) Die nach den Getreidepreiſen berechnete Pachtrente wird auch biswei⸗ len nach dem Durchſchnittspreiſe von drei oder ſieben Jahren feſtgeſetzt. Angenommen alſo, daß von 100 Ackern Ackerland, die im J. 1830 in Pacht genommen worden, 40 Quarters Weizen jaͤhrlich Pacht gezahlt, und der Preis derſelben nach dem Durchſchnittsmarktpreiſe dreier Jahre, wie er den 31. Decbr. jedes Jahres ſich ſtellt, berechnet werden ſolle, ſo wuͤrde ſich die Rente in dieſem und dem folgenden Jahre alſo geſtalten: Weiiernen der Quarter 1828, 74 Sh. 6 P. ⸗ 1829, 56 ⸗ 11 ⸗— 56 Sh. 11 P. 1830, 67. 1 ⸗— 67 ⸗ 1 ⸗ 198 ⸗ G ⸗ 1831, 60 ⸗ 6 ⸗ 3) 66 ⸗ 2⸗ 9) 184 ⸗ 6 ⸗ X✕ 40 ⸗ 61 ⸗ 6⸗ Pacht 1830 132 Pf. 6 Sh. 8 P.+ 40 ⸗ Desgl. 1831... 123 gf. Dieſes Verfahren bringt die Rente in ein richtigeres Verhaͤltniß, als die Berechnung nach einem einzigen Jahre. Der Geſammtbetrag des Pachtes waͤhrend einer ganzen Pachtzeit bleibt jedoch derſelbe, mit Ausnahme des Un— terſchieds, der durch die Preiſe in den Jahren vor dem Beginn der Pachtung bewirkt werden kann. Dieſes Verfahren kann auf alle Getreidearten, auf Wolle und ſelbſt auf alle Wirthſchaftserzeugniſſe ausgedehnt werden. grüun, lſter u ai ſach mten, nhe Tumwvol dn Stm fägen, rͤnen ſten, e dähern hia; rteme ſn au d n bei d Beher tnd ſ uägede neche d ſe ai rlen fandd nidit Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 97 eant ſonſt erhielten, wuͤrden ſie dennoch ihre Produkte um keinen a za Schilling wohlfeiler verkaufen, und mag die zu zahlende Rente a noch ſo hoch ſein, ſo kann er dennoch keinen Schilling mehr be⸗ eänte ge⸗ kommen; denn der Preis richtet ſich ſtets nach dem Verhaͤltniß er dage⸗ der Nachfrage zum Angebot. Hohes Pachtgeld iſt nur eine Folge, en, daß nicht die Urſache hoher Preiſe; die Landrente iſt daher ein Ge⸗ teiſe der genſtand, der blos die beiden kontrahirenden Partheien, den Grund⸗ ill nur beſitzer und den Pachter, angeht; der Eigenthuͤmer moͤge nun ſein ich wer⸗ Gut ſelbſt bewirthſchaften oder verpachten, das kann den Konſu⸗ ung des menten ganz gleich ſein. Der einzige Umſtand, durch den ihm Ifeſtzu⸗ zu nahe getreten werden koͤnnte, waͤre das Vorhandenſein eines nimum, Monopols, durch das der Landeigenthuͤmer und der Pachter in rtreme; den Stand geſetzt wuͤrden, ihren Profit weit uͤber den hinauszu⸗ enswer⸗ ſteigern, der gewoͤhnlich von anderen Kapitaliſten und Gewerbs— gut er— maͤnnern erlangt wird. Daß ſie ein ſolches Monopol nicht be⸗ . ſitzen, ergibt ſich aus der bekannten Thatſache, daß Land keinen heurung hoͤhern Geldzins abwirft, als im oͤffentlichen Fonds angelegte Ka⸗ ahtgeld. pitale; und daß bei dem laͤndlichen Gewerbe, wenn auch dem und um⸗ Unternehmer manche Verguͤtung zu Theil wird, der Geldgewinn fuͤr aufgewendete Arbeit und Kapitale nicht ſo groß iſt, wie bei ch biswe⸗ den meiſten Handelsgeſchaͤften. Daß es außerhalb der Kraͤfte der feſtgeſezt. bei dem Landbau Intereſſirten ſei, ein ſolches Monopol durch die in Pacht Beherrſchung der Maͤrkte herbeizufuͤhren, muß Jedem einleuch⸗ i der tend ſein, welcher die Unmoͤglichkeit der Vereinigung einer ſo weit i ausgedehnten Geſellſchaft ins Auge faßt; die Nothwendigkeit, welche den Landwirth zwingt, ſeine Produkte zu verkaufen, ſichert die Zufuhr der Maͤrkte bis zum vollen Betrage ſeiner Vorraͤthe, . waͤhrend der Mitbewerb unter den Verkaͤufern die Preiſe ſo weit herabdruͤckt, als es moͤglich iſt, um von dem Betriebskapitale noch eine Rente zu ziehen, und die Geſetzgebung hat den Vor⸗ — theil des Publikums dadurch geſichert, daß, ſobald Mangel eintritt, die Einfuhr fremden Getreides erlaubt iſt. Da, wie vorſtehend auseinandergeſetzt worden, das Pachtgeld, welches ein Pachter zu zahlen hat, von ſo verſchiedenen Umſtaͤn⸗ den abhaͤngt, ſo iſt es einleuchtend, daß ſich daruͤber keine allge⸗ — „als die meine, fuͤr alle Faͤlle paſſende Regel angeben laͤßt. Klugheit und Paches der Rath einſichtsvoller Maͤnner werden hierin ſeine ſicherſten Fuͤh⸗ Em rer ſein; ehe er jedoch zu einem Abſchluß kommt, darf er fol— Pachtung ven, am gende wichtige Ruͤckſichten nicht aus dem Geſicht verlieren: ob kin naͤmlich ein Theil des Landes noch in Gemeinheit liegt, und ob J. 7 98 Drittes Kapitel. der Zehnten in Natur zu geben iſt. Im erſten Falle kann der Pachter keinen eintraͤglichen Fruchtwechſel waͤhlen; es muß im Ge⸗ gentheil viel Land noch ganz auf dieſelbe unvortheilhafte Weiſe fortbehandelt werden, die zur Zeit der Normaͤnniſchen Eroberung ſtatt fand. Im zweiten wird ihm alljaͤhrlich eine bedeutende Menge von Stroh und Futter entzogen, ohne die es nicht wohl moͤglich iſt, den zur Krafterhaltung des Bodens nothwendigen Dunger zu erzeugen. Pachtzeit. Ddie Zeit, auf wie lange Paͤchte abzuſchließen ſeien, wenn der Vortheil des Beſitzers und des Pachters auf gleiche Weiſe bewahrt werden ſoll, iſt ein Gegenſtand, uͤber den lange geſtrit⸗ ten worden iſt. Manche Grundbeſitzer weigern ſich, ihr Land auf eine laͤngere beſtimmte Zeit, als ein Jahr zu verpachten, und dennoch gibt es unzaͤhlige Landguͤter, auf welchen dieſelben Fami⸗ lien mehre Generationen hindurch erſt als Paͤchter auf Willkuͤhr, dann als Paͤchter von Jahr zu Jahr geſeſſen haben*), und das Vertrauen, daß der alte Pachter ſtets wieder vorgezogen werde, iſt ſo groß, daß bei dieſer Pachtweiſe dennoch unbedenklich Ka⸗ pitale auf Verbeſſerungen verwendet und die Guͤter zum Ver⸗ wundern gut bewirthſchaftet werden. Dies iſt jedoch immer als eine Ausnahme von der allgemeinen Regel, nicht als ein weſent⸗ licher Grund fuͤr dieſes Verfahren anzuſehen, und ſelbſt in ſolchen Faͤllen laͤßt ſich nicht bezweifeln, daß bei einem Pacht auf laͤngere Zeit eine hoͤhere Rente erfolgen wuͤrde; denn wenn auch das Ver— trauen des Pachters auf die Ehre und die Ruͤckſichtnahme des Gutsherrn groß iſt, ſo wird es doch niemals in demſelben Grade auf eines Mannes Wort, wie auf ein geſetzmaͤßig geſichertes Recht geſetzt, und ſelbſt wenn der Pachter glaubt, ſein Pacht werde ihm verbleiben, ſo kann er deſſen doch nur bei dem gegen⸗ *) Der unterſchied zwiſchen einem Pacht von Jahr zu Jahr und einem auf Willkuͤhr beſteht darin, daß bei erſterem der Grundherr und der Pachter verbunden ſind, einander ein halbes Jahr vorher den Pacht aufzukuͤndigen, wenn ſie ihn nicht fortbeſtehen laſſen wollen; der letztere aber ohne Kuͤndigung zu jeder Zeit beendigt werden kann. Letztere Art der Verpachtung findet neuerer Zeit nur ſelten, vielleicht niemals bei Ackerlaͤndereien ſtatt; beide Ar⸗ ten werden aber haͤufig mit einander verwechſelt; ſelbſt in Thaer's Einleitung zur Kenntniß der engl. Landwirthſchaft B. II. Abth. 2. S. 73. viig vn füll vi iuit Pwriſe iinn ſ ſihe vo dängen. ni ſocc mverde Tämung de zu nnd, b mn de Wiblche utnung ln dhme d Töfen ſnz 16 3 Bhſcr mn ejer tlkom nacht u rirfaht levorge Hadden u tn anfn Aehiſeur Aſtn i Shottend Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 99 kann d in 8 waͤrtigen Beſitzer allenfalls gewiß ſein, denn ſpaͤter haͤngt er von t Weiſe der Gnade eines Erben ab, der ſeine Erwartungen vielleicht nicht erfuͤllt. Diejenigen, die mit dem Landwirthſchaftsbetrieb bekannt ſind, wiſſen, daß der Gewinn bei dem Pachten hauptſaͤchlich aus miglich der fortſchreitenden Verbeſſerung des Bodens durch Entwaͤſſerung, dünger Bewaͤſſerung, mineraliſche Duͤngungsmittel und regelmaͤßige Frucht⸗ folgen hervorgeht, daß aber alle dieſe Operationen erſt nach einer Reihe von Jahren einen Gewinn fuͤr die gemachten Auslagen bringen. Der, welcher einen langen Zeitpacht hat, befaßt ſich mit ſolchen Verbeſſerungen, weil er die gewiſſe überzeugung hat, er werde fuͤr die Dauer deſſelben den Nutzen von ſeinen Unter⸗ nehmungen ziehen; derjenige aber, welcher ſich ſcheut, eine Aus⸗ lage zu wagen, die nicht ſchon durch die naͤchſte Ernte bezahlt oberung Menge wenn Weiſe diri wird, beſchraͤnkt ſich auch natuͤrlich nur auf ſolche, und ſo hin⸗ und dert die Ungewißheit, ob der Pacht dauern werde oder nicht, jede Fani⸗ nuͤtzliche Operation auf dem Gute. Unabhaͤngig von jeder Be⸗ llei 3 rechnung erzeugt eine lange Pachtzeit Zuneigung zu dem Grund⸗ ülkühr. ſtuͤcke; nur wenige wohnen an einem Orte zwanzig Jahre lang, nd das ohne das Verlangen zu ſpuͤren, ihn ſich zu einem angenehmen wedde Aufenthalte zu machen, und ohne ihn mit Widerwillen zu verlaſ⸗ ich Ka⸗ ſen; daher kommt es, daß alte Paͤchter in der Regel geneigter, m Ver⸗ als andere ſind, ein erhoͤhtes Pachtgeld zu zahlen; weil ſie die ner als Beſchaffenheit des Gutes am genaueſten kennen, ſind ſie aber auch weſent⸗ am eheſten im Stande, daſſelbe gut zu bewirthſchaften. Der ſo ver⸗ plchen vollkommnete Wirthſchaftsbetrieb, der Norfolk ſo beruͤhmt ge⸗ lngere macht und den Werth einiger Landguͤter daſelbſt mehr als ver⸗ Ver⸗ vierfacht hat, iſt nur durch die ein und zwanzigiaͤhrigen Paͤchte ne des hervorgebracht worden, die dort allgemein wurden, als man die Grade Haiden und Lehden im nordweſtlichen Theile des Landes umzubre⸗ chertes chen anfing, und die mehr, als jede andre Urſache zu den großen Pacht Verbeſſerungen beigetragen haben, die jene vormals unfruchtbaren gegen⸗ Wuͤſten in einen Garten verwandelten. Eben ſo verdankt auch Schottland hauptſaͤchlich den dort ſtattfindenden langen Pachtzei⸗ d einem ten ſeine großen Fortſchritte im Ackerbau waͤhrend des letzten Pachter Jahrhunderts. ündigen, Die Rente kann nur nach dem Ertrage berechnet werden, denmn und Land wird ſelten durch ſolche wohl kultivirt, die nicht gewiß he ſind, ob ſie lange genug im Beſitz deſſelben verbleiben werden, nleitung um fuͤr ihren Muͤh- und Koſtenaufwand eine angemeſſene Ent⸗ ſchaͤdigung erhalten zu koͤnnen. Das Publikum iſt daher bei der 7*. 100 Drittes Kapitel. Ausdehnung der Zeitpachte ſehr intereſſirt; da aber, die Gruͤnde ihrer Weigerung moͤgen nun dieſe oder jene ſein, die Gutsherren das einem Jeden zuſtehende Recht, frei uͤber ſein Eigenthum ver⸗ fuͤgen zu koͤnnen, beſitzen, und daher keiner gezwungen werden kann, die Pachtzeit zu verlaͤngern, ſo kommt es auch Niemand zu, mit einem uͤber ſeine Entſchließung in dieſer Hinſicht zu ſtrei⸗ ten, ſelbſt wenn er deren Klugheit bezweifeln und die daraus ent⸗ ſtehenden Folgen beklagen ſollte. Wenn er dadurch ein Geldopfer bringt, ſo iſt anzunehmen, daß er dafuͤr in dem ihm angenehmen Gefuͤhle eines Oberherrn Entſchaͤdigung finde. Es wird zwar die Verpachtung von Jahr zu Jahr noch aus manchen andern Gruͤnden vertheidigt, und fuͤr dieſelbe vornehmlich angefuͤhrt, daß ſie zu einem beſonders freundlichen, dem Gute vortheilhaften Ver⸗ haͤltniſſe zwiſchen dem Beſitzer und dem Pachter Veranlaſſung geben koͤnne; auch durch das Beiſpiel von Yorkſhire und andern Gegenden, wo dieſe Verpachtungsweiſe haͤufig vorkommt, zu be⸗ weiſen geſucht, daß ſie der Landeskultur nicht ſo hinderlich, wie man es angebe, ſondern im Gegentheil foͤrderlich ſei; doch iſt es hinlaͤnglich bekannt, daß die Guͤter am beſten bewirthſchaftet wer⸗ den, welche auf viele Jahre verpachtet ſind, und daß der Auf⸗ munterung zu Kapitalanlagen, die durch lange Pachtzeiten gege⸗ ben wird, das Gedeihen des Ackerbaues in England vornehmlich zu verdanken iſt. Es iſt ja auch offenbar, daß, einige beſondere Faͤlle etwa ausgenommen, kein kluger Mann ſein Geld ohne Sicherheit aufs Spiel ſetzen werde, und deshalb koͤnnen Verbeſſe⸗ rungen, die ſich erſt nach einiger Zeit bezahlt machen, nicht ohne die Buͤrgſchaft des dazu lange genug anhaltenden Beſitzes erwar⸗ tet werden. Wenn ein Landgut ſich in einem hohen Kulturzu⸗ ſtand befindet, der Boden gehoͤrig trocken gelegt iſt und keiner Kalkduͤngung bedarf, oder wenn der Gutsherr die Koſten jeder bleibenden Melioration traͤgt, und ſich mit einem maͤßigen Zins von Seiten des Paͤchters fuͤr die ausgelegte Summe begnuͤgt, dann iſt ein Pacht auf kurze Zeit, oder ſelbſt von Jahr zu Jahr, zulaͤſſig; denn da ein ſolches Gut gewoͤhnlich ſehr hohe Zinſen abwirft, wird der Beſitzer ſelten einen ſorgſamen Pachter, der puͤnktlich in ſeinen Zahlungen iſt, verſtoßen. Aber wenn ein Grundſtuͤck ſich nicht in gutem Zuſtande befindet, durch fruͤhere Mißhandlung erſchoͤpft, oder von Natur ſchlecht und naß iſt, wiederholte Brachbearbeitung und Entwaͤſſerung auf des Pachters Un⸗ koſten erfordert, dann iſt ein Zeitpacht auf ſo viel Jahre, als —————ÿ——jyÿõmmÿ nn un dn 1 ded 1 ſinn ſir, d pacti vwüͤeber Ütſeg duts N üifnh vaden. inſchts 6 d kanne, rigic ſ brge wiß, vid d Iäde nag bf dm ſeien teſeeun ruß da des niteben drlte, kenfilt in de Wiien luala räbrin d nch „da meinſten dindye Wn, ale ——BOZOꝛOV—Q—ÿj— Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 101 Gruͤnde man zum Erſatz der Auslagen ſammt angemeſſenen Intereſſen ‚herren von denſelben fuͤr nothwendig erachten mag, allein gerecht, und n ver⸗ fuͤr beide Theile vortheilhaft; denn der Gutsherr bekommt am verden Ende auch einen Antheil an dem Nutzen, den der Pachter von mand ſeinen Bemuͤhungen zieht. Die Pachtzeit ſollte nie kuͤrzer ſtrei⸗ ſein, als nothwendig iſt, um das Land in eine wohlgeregelte zent⸗ Fruchtfolge zu bringen, und drei Umlaͤufe werden ihm kaum das pfer wiederbezahlen, was er uͤber die bei dem gewoͤhnlichen Wirth⸗ hmen ſchaftsgange unentbehrlichſten Ausgaben aufwendet. Die Dauer zwar eines Pachtes ſollte daher eben ſowohl nach der natuͤrlichen Be⸗ dern ſchaffenheit eines Bodens, wie nach deſſen Zuſtande beſtimmt daß werden. Eine lange Pachtzeit iſt der ſicherſte Anreiz zu einer Ver⸗ einſichtsvollen Wirthſchaftsfuͤhrung; ihr Erloͤſchen iſt zu entfernt, ſung als daß der Pachter an die Ungewißheit einer Erneuerung denken koͤnnte, er ſtrengt daher alle ſeine Kraͤfte an, den Boden in den de 48 moͤglich hoͤchſten Kulturzuſtand zu verſetzen, um ſo ſchnell und wie ſo lange als moͤglich die Vortheile zu genießen, die, wie er wohl ſt es weiß, nur auf dieſe Weiſe zu erlangen ſind. Ein pfiffiger Mann wer⸗ wird dagegen als Pachter von Jahr zu Jahr, oder unter ſieben Auf⸗ Jahren, das Land ausſaugen und erſchoͤpfen 2 entweder um den gege moͤglich groͤßten Nutzen von ihm zu ziehen, oder in der Hoffnung, es fuͤr einen geringeren Pacht auf laͤngere Zeit zu erhalten, nach⸗ ui dem er es heruntergebracht hat. Kde Es mag hart ſcheinen, daß am Ende eines Pachtes die Rente ehe ſteigen ſoll im Verhaͤltniß der von dem Pachter gemachten Ver⸗ iſe⸗ beſſerungen, und es waͤre auch wirklich ſo, wenn er keinen Ge⸗ djni nuß davon haͤtte. Er arbeitet aber eben ſowohl mit dem Kapi⸗ ut tal des Grundherrn, wie mit ſeinem eignen, und da er den un⸗ utzue mittelbaren Nutzen jener Verbeſſerungen allein zieht, ſo hat er dinee daruͤber, daß der letzte Vortheil, den ſie gewaͤhren, jenem an⸗ jeder heimfaͤllt, nicht mehr Urſache zu klagen, als uͤber den Gewinn, Jins den der Fabrikant an ſeiner Wolle, oder der Muͤller an ſeinem nügt, Weizen macht; dennoch iſt es ſehr gewoͤhnlich, daß Paͤchter eine Lahr⸗ Auslage vermeiden, ſelbſt wenn ſie gleich im Augenblicke ſehr inſen nutzbringend iſt, ſobald ſie fuͤrchten, daß dieſelbe eine Erhoͤhung 1 der des Pachtgeldes bei einer Prolongation zur Folge haben koͤnnte. ei Der Gutsherr und der Pachter haben eigentlich nur ein ge⸗ rühere meinſchaftliches Intereſſe; da ſie daſſelbe aber aus verſchiedenen ſ iſ, Standpunkten ins Auge faſſen, handeln ſie einander oͤfter entge⸗ zun⸗ gen, als mit einander in Einſtimmung. Das Streben des Einen , als ——————————— 102 Drittes Kapitel. geht darauf hinaus, die moͤglich hoͤchſte Rente zu erhalten, das des Andern, die moͤglich niedrigſte zu zahlen, und Beides iſt nur durch hohe Kultur zu erlangen; denn nur bei ſolcher kann der Pachter eine hohe Rente zahlen und zu gleicher Zeit einen anſehn⸗ lichen Gewinn ziehen; dies iſt aber eben ſo viel, als zahlte er einen geringen Pacht. Es liegt daher in dem Intereſſe des Eigen⸗ thuͤmers, Pachtzeiten zu verwilligen, die den letzteren zu ſolchen Unternehmungen anfeuern, als Beiden von Nutzen ſind; aber ein kurzſichtiger Gutsherr, der von dem uͤberaus hoch angeſchlagenen Werth ſeiner Beſitzung den Nutzen ſelbſt ziehen will, wird nur in eine kurze Pachtzeit willigen, weil er nach deren Beendigung eine hoͤhere Rente zu erlangen hofft; der Pachter dagegen, ent⸗ ſchloſſen, ſo wenig wie moͤglich Veranlaſſung zu einer erhoͤhten Forderung zu geben, vermeidet alle Verbeſſerungen, auf die eine ſolche gegruͤndet werden koͤnnte, ſollte er dadurch auch ſeinen eig⸗ nen Gewinn verkuͤrzen, und ſo verlieren beide Theile auf gleiche Weiſe. Dieſes iſt beſonders bei vielen unveraͤußerlichen Grund⸗ ſtuͤkken, die der Kirche, Kollegien oder Korporationen gehoͤren, bemerkbar, wo die Pachtzeit haͤufig von dem Beſitz des Inhabers der Pfruͤnde abhaͤngt, oder auf ſieben Jahr feſtgeſetzt und dann durch Bezahlung einer Abgabe zu erneuern iſt, die nach dem Zu⸗ ſtande der Beſitzung beſtimmt wird und deshalb deſſen Verbeſſe⸗ rung fortwaͤhrend hindert. In Ireland beſonders ſind große Strecken auf dieſe Weiſe verpachtet, und Laͤndereien in Biſchofs⸗ pacht zeichnen ſich eben deshalb durch geringe Kultur aus. In dieſem Lande iſt jedoch der Gebrauch, ſolche Antrittsſummen (ünes) zu zahlen, nicht bloß bei der Geiſtlichkeit im Gebrauch, ſondern auch bei allen andern Grundbeſitzern, die in dieſem Fall ihre Guͤter auf ein und mehre Leben verpachten, nicht nur fuͤr eine Rente weit unter dem Werthe, ſondern auch ohne irgend eine beſchraͤnkende Klauſel, ja ſelbſt ohne eine, die befolgt wird. Die auf dieſe Weiſe erlangte Summe ſteht ſelten mit der Pachtrente im Verhaͤltniß; ſie erſchoͤpft das Kapital des Pachters, nimmt ihm dadurch die Macht zu wirkſamen Unternehmungen, macht ihn nachlaͤſſig und ſorglos, und ſetzt die Laͤndereien allen nachtheiligen Folgen einer unklugen, bettelhaften Behandlung aus. Verbun⸗ den mit der Verpachtung an den Meiſtbietenden hat dieſe Ge⸗ wohnheit mehr als jede andere Urſache die Fortſchritte des Acker⸗ baues in Ireland aufgehalten; gluͤcklicherweiſe kommt ſie jedoch immer mehr aus dem Gebrauch, und Beiſpiele von erleuchteteren ——ͤ—J jſide Richt ſinm läten 5 rii tingen tit ten kapen uuen ſäbe 2 nact, ſnd ſi ſchen do tiigen, Eme m rallz ſe und, wo d. 3. Futh ſi engeſätn un Dung aden —᷑——————-— 1 Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakts. 103 n, das Anſichten, die, wo ſie ſchon befolgt wurden, ſichtbar zum Vor⸗ iſt nu theil des Eigenthuͤmers wirkten, werden immer haͤufiger. Theil⸗ un der weis findet man ſie auch noch in einigen Gegenden Schottlands nſehn⸗ und in den entfernteſten Grafſchaften Englands, in Shropfhire, te er Derbyſhire, Suͤd⸗Wales, Cornwallis, und wo ſie vorherrſchend kigen⸗ iſt, ſind auch dieſelben Folgen bemerkbar; doch ſind auch die Bei⸗ olchen ſpiele nicht ſelten, wo ſich das Pachtgut am Ende des Pachtes er ein in dem beſten Zuſtande befindet. Ehedem war die Zahlung einer genen Antrittsſumme in England allgemein; es geſchieht dieſes Ge⸗ d nur brauchs von mehren alten Schriftſtellern Erwaͤhnung, und einer igung von ihnen, Harriſon, in ſeiner Beſchreibung von England, ſagt ent⸗ daruͤber ganz ſpaßhaft:„Mag ein Pachter waͤhrend ſeiner Pacht⸗ pöhten jahre auch noch ſo viel Geld zuſammengeſcharrt und aufgehaͤuft e eine haben, ſo ſehen wir doch oft, daß der Gutsherr, wenn jener ſei⸗ n eig⸗ nen Pacht erneuert, mit ihm ein ſolches Abkommen trifft, daß gleiche er nicht ſchwerer mehr an ſeinen Schaͤtzen zu tragen hat, als an rund⸗ ſeinen Barthaaren, nachdem ihm der Barbier dieſelben vom Kinn ören, geſchoren hat.“— abers dann Kontratte. m Zu⸗ beſſe⸗ Die Kontrakte, worin Vorſchriften uͤber die zu bauenden große Fruͤchte ertheilt werden, wie deren noch bisweilen, beſonders bei cyofs⸗ einigen großen und alten Familienguͤtern vorkommen, ſind auf In ein veraltetes, unvortheilhaftes Wirthſchaftsſyſtem begruͤndet, ver⸗ nmen tragen ſich nicht mit den neueren Verbeſſerungen, und mit einer auch, klugen Wuͤrdigung der Eigenthuͤmlichkeiten des Pachtweſens. Die⸗ Fall ſelben Bedingungen werden oft fuͤr verſchiedene Bodenarten ge⸗ für macht, auf gleiche Weiſe fuͤr die ganze Beſitzung geſtellt, und eine ſind oft von der Art, daß ſie jede gute Bewirthſchaftung, die zu Die ſichern doch eigentlich ihr Zweck iſt, hindern. So werden in einigen, wo Brachhaltung feſtgeſetzt iſt, gedrillte Bohnen als eine 14 Ernte angeſehen, der Zuſtand des Landes mag ſein, welcher er ttihn wolle; ſogar Turnips gelten dafüͤr, und das ſelbſt in einer Ge— ligen gend, wo ſie regelmaͤßig in Reihen geſaͤet und bepferdehackt wer⸗ rbun⸗ den. Flachs, Hanf, Raps, Senf und noch manche andere Ge⸗ Fruͤchte ſind gaͤnzlich verboten, entweder weil ſie fuͤr ausſaugend Aier angeſehen werden, ob ſie gleich ohnedies nur bei einem Überfluß jedoch an Duͤnger, durch den jede Erſchoͤpfung zu erſetzen iſt, angebaut teteren werden koͤnnen; oder weil ihr Stroh ſich nicht in Miſt verwan⸗ — 104 Drittes Kapitel. deln laſſe, obſchon bei anderen nicht verpoͤnten Gewaͤchſen dies auch der Fall iſt, und man nicht findet, daß durch deren Anbau das Land erſchoͤpft werde. Wurde doch erſt vor Kurzem auf einem Pachtgute in der Naͤhe von London, trotz ſeines ſehr leich⸗ ten Bodens, der Anbau der Kartoffeln unterſagt, weil derſelbe dem Wintergetreide nachtheilig ſei, ja es gibt Guͤter, wo er nur zum haͤuslichen Gebrauch der Pachterfamilie verſtattet iſt. So iſt auch der Verkauf von Heu und andern unentbehrlichen Wirth⸗ ſchaftsbeduͤrfniſſen, die fuͤr die ſtaͤdtiſche Konſumtion geſucht wer⸗ den, auf den in ihrer naͤchſten Naͤhe liegenden Pachtguͤtern haͤufig unterſagt, obgleich der kraͤftigſte Dunger wieder mit zu⸗ ruͤckgenommen werden kann. Andere Bedingungen ſchreiben wie⸗ der eine von Zeit zu Zeit wiederkehrende Anwendung von Kalk oder Mergel vor, ob es gleich bekannt iſt, daß durch deren ruͤck⸗ ſichtsloſen Gebrauch manches gute Land ganz und gar verdorben wurde; noch andere beſtimmen wieder, daß alle drei Jahre eine reine Brache gehalten werden ſolle. Dergleichen Dinge ſind Folge eines Mangels an landwirth⸗ ſchaftlichen Kenntniſſen bei dem Grundherrn oder ſeinem Geſchaͤfts⸗ fuͤhrer, die, weil ſie nicht im Stande ſind, ein richtiges Urtheil uͤber eine zweckmaͤßige Bewirthſchaftung zu faͤllen, es bequem fin⸗ den, bei alt hergebrachten Formen und einfachen Einrichtungen ſtehen zu bleiben. Daher kann man nicht mit Unrecht ſagen, daß ein ſchlechtes Wirthſchaftsſyſtem kontraktmaͤßig fortbeſtehe. Die Bedingungen eines jeden Pachtkontrakts ſollten ſtets der beſon⸗ dern Beſchaffenheit eines Landgutes angepaßt und jederzeit der Rechtlichkeit eines achtbaren Pachters mehr zugetraut werden, als es bei der mißtrauiſchen und unverſtaͤndigen Einrichtung vieler Pachte der Fall iſt. Beſchraͤnkungen ſind noͤthig, das kann nicht gelaͤugnet werden, nur nicht ſolche, die den Pachter in allen ſei⸗ nen Unternehmungen hindern und darauf hinausgehen, das Land immer in der Willkuͤhr des Eigenthuͤmers zu erhalten; ſie muͤſſen dem Boden angepaßt ſein, und den Pachter zwar an jedem dem Gute nachtheiligen Verfahren hindern, ihm aber auch bei Verbeſ⸗ ſerungen keine Feſſeln anlegen. Sie muͤſſen mehr enthalten, was ein Pachter nicht thun ſoll, als ihm beſtimmte Vorſchriften fuͤr ſein Verfahren ertheilen. In keinem Gewerbe ſind Vorurtheile ſo feſt eingewurzelt, oder ſo ſchwer zu uͤberwinden, wie bei dem landwirthſchaftlichen, und wenn es auch nicht dienlich und ausfuͤhrbar ſein mag, ſich geradehin gegen ſie an lin im r9 wbord aih s afß ſtrfper im an lrbeſern tixtenge Am 8. rithſche trddung ſetdhetſe haſun Rlaheh wmiſend ſchäral undvie düts n ihn a daher nahui de eic ds Nr lulitt w teſtattm Bſchrane des fad lahe. D ih diſe tngfült driäh ſin n dc i 9 Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 105 ee ſie aufzulehnen, oder ſie auf andre Weiſe als durch die allmaͤh⸗ zen au lige Einwirkung der Erfahrung auszurotten, ſo liegt es doch ganz ir 85 in der Hand des Grundbeſitzers, ſie unwirkſam zu machen, oder lder c⸗ die Fortdauer von Gewohnheiten zu verhindern, die durchaus erſelbe ſchaͤdlich und anderwaͤrts bereits verworfen ſind. In nichts iſt er nur dies auffallender, als bei der Fruchtfolge. Sie hat auf alle Wirth⸗ 4 iſt ſchaftsoperationen Einfluß; iſt ſie gut, ſo ſichert ſie dem Pachter Witth⸗ einen annehmlichen Gewinn zu, und fuͤhrt eine ſortſchreitende it wer⸗ Verbeſſerung des Bodens herbei; taugt ſie nichts, ſo kann ein higltern entgegengeſetzter Erfolg nicht fehlen, und ſie iſt naͤchſt dem Man⸗ mit zu⸗ gel an Kapital als die Haupturſache einer jeden ſchlechten Pacht⸗ den wie⸗ wirthſchaft anzuſehen. Es iſt unmoͤglich, die Landwirthſchaftsbe⸗ on Kalk ſchreibungen des vereinigten Koͤnigreichs zu leſen, ohne von die⸗ en ruͤck⸗ ſer Thatſache uͤberzeugt zu werden, oder ohne uͤber die Gleichgiltigkeit erdorben zu erſtaunen, mit der ſelbſt die Grundbeſitzer, deren Erziehung und hre eine Gelegenheit zu Beobachtungen ſie weniger entſchuldigen, als einen „ unwiſſenden Pachter, auf dieſen Gegenſtand ſehen. Einem ein⸗ ndwirth⸗ ſichtsvollen Pachter, dem die bewaͤhrteſten Methoden der neuern eſchaͤfts⸗ Landwirthſchaft bekannt ſind, kann die Bewirthſchaftung eines Urtheil Gutes waͤhrend des groͤßten Theils ſeiner Pachtzeit meiſtentheils wuem fin⸗ mit Sicherheit anvertraut werden; denn ſein eigner Vortheil treibt ſchtungen ihn an, daſſelbe in dieſer Zeit nicht zu mißhandeln, und es ſind t ſagen, daher nur gegen den Ablauf des Pachtes hin einige Vorſichts⸗ he. Die maßregeln nothwendig; aber in den meiſten Faͤllen erheiſcht es beſon⸗ die Sicherheit des Eigenthuͤmers und ſelbſt der wirkliche Vortheil eit der des Pachters, daß die Fruchtfolge in der Hauptſache ſo weit re⸗ en, als gulirt werde, wie es die Verſchiedenheit der Jahreswitterung nur vieler verſtatten mag. Dieſem kann entgegengeſetzt werden, daß jede nicht Beſchraͤnkung dem Unternehmungsgeiſte eines einſichtsvollen Pach⸗ en ſei⸗ ters hinderlich ſei, und die Fortſchritte der Landwirthſchaft auf⸗ Land halte. Dieſer Vorwurf iſt indeſſen nur den unverſtaͤndigen Klau⸗ müſſen ſeln dieſer Art zu machen, mit denen einige Pachtkontrakte noch n dem angefuͤllt ſind. Wenn wir dagegen auf die zahlloſen tadelhaften Verbeſ⸗ Verfahrungsweiſen ſehen, die noch in manchen ausgedehnten Be⸗ was zirken vorherrſchend ſind, moͤchte es ſchwerlich zu bezweifeln ſein, en füt daß ein ganz andres Ergebniß ſich darſtellen muͤßte, wenn die Paͤchte mit Einſicht und gehoͤriger Beruͤckſichtigung der Umſtaͤnde odtr ſ abgeſchloſſen wuͤrden. Dies erfordert aber freilich einen nicht ge⸗ venn es woͤhnlichen Grad von Kenntniſſen, und kann nur durch ſolche gegen Leute bewirkt werden, die eben ſowohl mit den Grundſaͤtzen, als 106 Drittes Kapitel. mit dem praktiſchen Betrieb der Landwirthſchaft in allen ſeinen Kleinigkeiten bekannt ſind. Da die Fruchtfolgen ſpaͤterhin fuͤr ſich in dieſem Werke ab⸗ gehandelt werden, iſt hier nur noͤthig zu bemerken, daß bei Ab⸗ ſchließung eines Pachtes, der die Intereſſen beider Theile wahren ſoll, auf alle Eigenthuͤmlichkeiten des Bodens, den Zuſtand des Landes, der Gebaͤude, die Groͤße der Koppeln und noch auf eine Menge dahin einſchlagender Gegenſtaͤnde, die gar nicht alle zu nennen ſind, geſehen werden muß. Iſt man uͤber alle dieſe Dinge einmal im Reinen, ſo iſt es fuͤr den Beauftragten des Grund⸗ herrn und den Pachter, vorausgeſetzt, daß Beide Meiſter ihres Ge⸗ ſchaͤftes ſind, ein Leichtes, uͤber die Fruchtfolge und andere Be⸗ dingungen mit ſolchen Modifikationen, wie die Umſtaͤnde ſie er⸗ fordern, uͤbereinzukommen. Dabei kann es, ſobald der Karak⸗ ter des Pachters eine ſolche Nachſicht ſtatthaft macht, hinſichtlich der Fruchtfolge raͤthlich ſein, waͤhrend des groͤßten Theils des Pachtes großen Spielraum zu laſſen und nur in den letzten vier Jahren, wo gewoͤhnlich erſt eine uͤble Behandlung des Grund⸗ ſtuͤcks zu fuͤrchten iſt, auf deren ſtrenge Befolgung zu ſehen, un⸗ ter der Bedingung, daß bei eintretender Ausſaugung die Hoff⸗ nung auf Erneuerung des Pachtes verloren gehe. Bei einer ſol⸗ chen Vorſichtsmaßregel ſollten uͤbrigens die Pachtbedingungen ſo wenig zahlreich und ſo einfach wie moͤglich ſein, wenn ſie nur den Grundherrn ſicher ſtellen. Gegen Beſchraͤnkungen dieſer Art kann kein vernuͤnftiger Pachter eine Einwendung machen, und wuͤrde uͤberall ein ſo einigendes Abkommen getroffen, und deſſen Abſchließung einſichtsvollen Maͤnnern anvertraut, ſo wuͤrden viele Landguͤter an Werth gewinnen, ſowohl fuͤr ihre Beſitzer, als fuͤr die Paͤchter und das geſammte Publikum. Gelegenheit muß ge— laſſen werden zu zweckmaͤßigen Verſuchen und Aufmunterung zu eintraͤglichen Unternehmungen; große Vorſicht iſt aber anzuwenden hinſichtlich der Erlaubniß zum Umbruch einer beſtaͤndigen Weide oder Wieſe, ohne zugleich aufs Strengſte feſtzuſetzen, daß eine gleiche Flaͤche andern Landes unter der Aufſicht des Inſpektors wieder dazu niedergelegt und mit den dem Boden angemeſſenen Pflanzen beſaͤet werde. Vielleicht ſollte der Umbruch nie eher verſtattet werden, als bis die Raſennarbe vermooſt, in ganz ſchlech⸗ ter Beſchaffenheit und auf keine andre Weiſe wieder herzuſtel⸗ len iſt. Es iſt ein von allen theoretiſchen Schriftſtellern uͤber Land⸗ —;—;—;———————ęZ—CQ—CO.—ꝑO—O.—:——ñꝛB—CO—OCZBꝛñͤ— wihibt gn 1 Sch fun kul t vanden den In tranvvit n ubchſer gritren de drff, ſ i dher au Aurneine ſ kuen Er dmß bi u dn Tar lct dinen ſügſen de wetzähefe tl dumn nit ſenem tidn the Sthoiig ſchung„ dr nu. M u i i Lerll nughen m omde a in fnde, dn it l R Vhunt ti ſk. ttßfeierng u Gra trfen Id dS iine ga Beigeung onm. V ſät eine ri don natin Arden 1 ——⏑ʒ— Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 107 n ſeinen wirthſchaft vertheidigter und von den Paͤchtern in den Niederun⸗ r5 gen von Schottland großentheils angenommener Grundſatz, daß 3 dh⸗ kein der Kultur faͤhiger Boden zu immerwaͤhrender Weide nieder⸗ ei Ab⸗ gelegt werden duͤrfe. Die erſtern fuͤhren dafuͤr an, daß das un⸗ wahren ter dem Pflug gehaltene Land mehr Haͤnde beſchaͤftige und mehr nd des Nahrungsmittel producire, als Grasland, daher, als der Nation if eine am nützlichſten, beguͤnſtigt werden muͤſſe; die andern, daß dieſes lle zu Verfahren den meiſten Gewinn abwerfe. Was erſtere Behauptung Dinge betrifft, ſo iſt es unnoͤthig, weiter noch Etwas daruͤber zu ſagen; rund⸗ wie aber auch in dieſer Hinſicht der Werth des Landes fuͤr das es Ge⸗ Allgemeine ſteigen moͤge, auf die Bewirthſchaftung deſſelben wird 1 Be⸗ es keinen Einfluß haben; was dagegen den zweiten Grund betrifft, ſie er⸗ ſo muß bei dem, was dem Pachter Nutzen bringt, immer auch Karak⸗ auf den Vortheil des Eigenthuͤmers geſehen werden. Es unter⸗ chtlich liegt keinem Zweifel, daß fuͤr Boden mittlerer Guͤte das Wech⸗ 5 des ſelſyſtem das eintraͤglichſte und deshalb fuͤr alle Partheien das n vier vortheilhafteſte ſei. Bei ganz ſchlechtem Boden wird das Gegen⸗ ürund⸗ theil davon wahrſcheinlich bald von denen zugeſtanden werden, die 1, un⸗ mit ſeinem Umbruch die meiſte Erfahrung gemacht haben; dieje⸗ Hoff⸗ nigen aber, die den Werth einer guten alten Wieſe und die ger ſol⸗ Schwierigkeit, eine der fruͤheren an Guͤte und zweckmaͤßiger Mi⸗ gen ſo ſchung gleichkommende Grasnarbe auf einem reichen Boden wie⸗ ſie nur der neu herzuſtellen, kennen, werden nicht leicht zugeſtehen, daß dieſer der aus ihrem Umbruch hervorgehende augenblickliche Vortheil fuͤr 7, und ihren Verluſt ſchadlos halten koͤnne. Der Pachter, welcher darauf deſſen ausgehen muß, waͤhrend ſeiner Pachtzeit ſo viel als moͤglich dem viele Lande zu entnehmen, wird es meiſtens ſeinem Intereſſe angemeſ⸗ ls fuͤr ſen finden, den Pflug daran zu ſetzen; der Gutsherr dagegen, uß ge⸗ der nicht blos auf den gegenwaͤrtigen Nutzen, ſondern auch auf ng zu die Zukunft denken muß, es nur ſelten mit ſeinem Vortheil ver⸗ venden einbar halten, darein zu willigen. Wegen ſeiner leichtern und Weide wohlfeilern Bewirthſchaftung und der Gewißheit ſeines Produktes z eine muß Grasland erſter Qualitaͤt immer einen hoͤhern Reinertrag pektors abwerfen, als Ackerland, und es wird ſich nur ſelten ereignen, iſſenen daß eine Verguͤtung fuͤr die Erlaubniß zu ſeinem Umbruch der ie eher Verringerung ſeines Werthes bei einer neuen Verpachtung gleich ſchleh⸗ komme. Wenn auch einige ſchlagende Beiſpiele fuͤr die Moͤglich⸗ ehuſtel⸗ keit einer erfolgreichen Wirthſchaftsfuͤhrung ohne alle Unterſtuͤtzung von natuͤrlicher Graͤſerei vorhanden ſind, und ſogar zugeſtanden Land⸗ werden muß, daß dieſelbe, mit beſondrer Einſicht und Thaͤtigkeit 108 Drittes Kapitel. geleitet, die eintraͤglichſte ſein koͤnne, ſo iſt es doch, wenn man bedenkt, wie ſelten ſich Einſicht, Kapital und Betriebſamkeit bei einem Pachter im dazu noͤthigen Grade vereinigt finden, und wie gewiß der Nutzen der Weide in einer Wirthſchaft iſt, dem Vor⸗ theil aller Partheien angemeſſener, eher auf eine Vermehrung, als auf eine Verminderung des Graslandes hinzuwirken. Das Ver⸗ haͤltniß deſſelben zum Ackerlande muß ſich nach den Umſtaͤnden richten; als Grundſatz laͤßt ſich jedoch aufſtellen, daß es nie we⸗ niger, als den fuͤnften Theil der ganzen Flaͤche einnehmen duͤrfe. Die gewoͤhnlichſten Pachtbedingungen, mit Ausnahme der, welche die Fruchtfolge beſtimmen, ſind folgende: Nachdem das Pachtgeld, die Groͤße und die beſondern Ver⸗ haͤltniſſe des Pachtgutes, die Zeit des Antritts und der Dauer des Pachtes nach Formen, die zu wiederholen unnoͤthig ſein wuͤrde, angegeben ſind, behaͤlt ſich der Gutsherr alle Mineralien, die un⸗ ter dem Boden ſind, vor, ferner alle darauf wachſende Holzun⸗ gen und einzelne Baͤume nebſt dem Rechte, dieſelben auszugra⸗ ben, zu faͤllen, aufzuarbeiten und wegzufahren, jedoch gegen Ent⸗ ſchaͤdigung fuͤr jeden dadurch an den Fruͤchten verurſachten Scha⸗ den; desgleichen die Freiheit, ein Stuͤck Land, nach zwoͤlf Monat vorher davon gemachter Ankuͤndigung, zu beliebigen Pflanzungen gegen eine beſtimmte Summe vom Acker aus dem Pacht nehmen zu duͤrfen; ferner den von einer jeden waͤhrend der Pachtzeit ge⸗ machten dauernden Verbeſſerung zuruͤckbleibenden Werth, und end⸗ lich die Ausuͤbung der Jagd nicht nur fuͤr ſich, ſondern auch für ſeine Freunde und Jagdbedienten, jedoch ohne wiſſentliche Be⸗ ſchaͤdgungen oder Verwuͤſtungen, ſo wie das Recht, in des Pach⸗ ters Namen, wenn auch auf ſeine eignen Koſten, Klagen gegen jeden übertreter des Geſetzes anzubringen. Der Pachter verbindet ſich: 1) den Pacht halbjaͤhrlich an beſtimmten Tagen zu zahlen; zu⸗ gebend, daß der Pacht erloſchen ſein ſolle, wenn er damit ein und zwanzig Tage im Ruͤckſtand bleibt und nichts vorhan⸗ den iſt, woran der Grundherr ſich halten kann. Auch alle Steuern und Gaben, mit Ausnahme der Grundſteuer und des Erbzinſes, zu tragen; und weder ein Stuͤck Land an einen andern zu verpachten, noch den Pacht ohne Erlaubniß ab⸗ zutreten.— 1 2) Das Wild zu beſchuͤtzen und in gewiſſen Faͤllen eine beſtimmte Quantitaͤt von Buchweizen, Turnips oder andern geeigneten gritſen i lntt Jde bti ſihenn d räwnen ſr faltn, dj barbeitet Stine im des wit Biume, ſe ſädign, jitt ohne nn der ſiß n Theil. litneden hem Nac ſtht der ) de Wg haten. 6) Wuüh ſcen J den Nu ferveric latm be ſtzer alei tm lißt etufafren ) Ehn ſ d thn der bor tit oll T ll ginn tüten, bende N Ader Sta lür En ) Ehe dcfin In dte dit, u 1 Rache n m Erde d Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 109 ven narain Gewaͤchſen auf die an das Wildgehege ſtoßenden Felder gegen und wie eine Entſchaͤdigung anzuſaͤn. dem Vor⸗ 3) Die Gebaͤude, Thore und Befriedigungen,(nur die Waͤlle, rung, als hoͤlzernen Vermachungen und durch Feuer verurſachte Beſchaͤ⸗ das Ver⸗ digungen ſind davon ausgenommen) in gutem Zuſtand zu er⸗ nſtaͤnden halten; dazu gibt der Grundherr die Materialien, d. h. un⸗ nie we⸗ bearbeitetes Holz, Ziegel, Backſteine und Kalk am Ofen und n dürfe Steine im Steinbruch... 7 der 4) Das anſtehende Holz zu ſchonen, und die alten und jungen 1 Baͤume, ſo wie die Saaten, weder auszurotten, noch zu be⸗ m Ver⸗ ſchaͤdigen, auszuaͤſten und zu beſchneiden; die Kopfbaͤume Dauer nicht ohne Erlaubniß zu koͤpfen„ Unterholz und Gebuͤſch nicht warde vor der feſtgeſetzten Zeit niederzuhauen. Ferner einen beſtimm⸗ die un. ten Theil der lebendigen Hecken zur paſſenden Jahreszeit zu . beſchneiden und einzubinden, und in allen Faͤllen dem Guts⸗ bolzun⸗ herrn Nachricht zuvor zu geben, wo er junge Baͤume hinge⸗ zugra⸗ ſetzt oder weggenommen zu ſehen wuͤnſcht. 5 5) Die Wege, Graͤben und Abzuͤge im beſten Zuſtand zu er⸗ halten. Nonat 6) Allaͤhrlich zu einer beſtimmten Ruthenlaͤnge von unterirdi⸗ ndungen ſchen Abzuͤgen, die der Grundherr auf von ihm zu beſtimmen⸗ nehmmn den Punkten anlegt, die Haͤlfte der Arbeitskoſten und der er⸗ tzeit ge⸗ forderlichen Steine oder Ziegel beizutragen, mit Ausnahme der md end⸗ letzten beiden Jahre, wo die Koſten derſelben dem Grundbe⸗ nuch für ſitzer allein zufallen; oder, wenn dieſer die Abzuͤge allein ma⸗ he Be⸗ chen laͤßt, die Materialien dazu bis auf eine beſtimmte Weite Pach⸗ anzufahren. ngegen 7) Eben ſo viel neuangeſaͤete Weide wieder niederzulegen, als er von der vorhandenen unter den Pflug nimmt, und keine Wieſe oder alte Weide umzubrechen. n; zus 8) Alle gruͤnen Saaten und Futtergewaͤchſe auf dem Gute zu damit verfuͤttern, oder, im Fall er ſie wegfuͤhrt, durch eine entſpre⸗ vorhan⸗ chende Menge von Duͤnger zu erſetzen.(Gewoͤhnlich drei uch alle Fuder Stallmiſt fuͤr ein Fuder Heu, und zwei Fuder fuͤr ein ſer und Fuder Stroh.) in einen 9) Eine beſtimmte Anzahl Acker mit Klee oder andern derarti⸗ niß al⸗ gen Futtergewaͤchſen oder mit zweijaͤhrigem Esparſette ange⸗ ſaͤtt, und eben ſo viel mit Turnips beſtellt oder als reine iſtimmte Brache, wenn dieſe in den Umlauf mit aufgenommen worden, eigneten am Ende der Pachtzeit dem neuen Pachter zum Gebrauch zu 110 Drittes Kapitel. uͤberlaſſen, oder ihm zu erlauben, daß er die Futterkraͤuter ſelbſt unter das beſte Getreide ſaͤr und zu dem Ende, ſobald der Pacht zu Michaelis erliſcht, ſchon vom erſten Mai an die Brache betrete. 125 10) Den Duͤnger in gewoͤhnlicher Staͤrke auf das Feld zu brin⸗ gen und die Brache auf wirthſchaftliche Weiſe in den letzten beiden Pachtjahren zu bearbeiten; dagegen iſt er bei ſeinem Abgange berechtigt, fuͤr Ackerarbeit, ganze und halbe Duͤn⸗ gung, Bezahlung nach dem Landesgebrauch zu fordern, wie er ſie bei ſeinem Antritt zahlen mußte. 11) Allen in dem letzten Pachtjahre nicht auf dem Felde gebrauch⸗ ten Duͤnger wohl zuſammengeſchlagen, umgeſtochen und zum Ausfahren zubereitet aufzuheben, wofuͤr er gleichfalls bezahlt wird; eben ſo alles Stroh, alle Spreu und eine beſtimmte Menge Heu gegen dieſelbe Bedingung zuruͤckzulaſſen. Dafuͤr hat er den Gebrauch der Scheune bis zum naͤchſten Pfingſt⸗ tag. Verpflichtet er ſich, Stroh und Spreu ohne Bezahlung zuruͤckzulaſſen, ſo muß dann der neuantretende Pachter jenem das Getreide umſonſt ausdreſchen und auf den Markt bis zur Weite von zehn Meilen fahren. 12) Eine beſtimmte Anzahl von Schafen waͤhrend der Dauer des Pachts zu halten, und wo das Pferchen gebraͤuchlich iſt, ddie ganze Heerde waͤhrend des letzten Pachtjahres in gewoͤhn⸗ licher Weiſe auf dem Felde oder auf ſtrengem Graslande in Horden ſtehen zu laſſen. Wenn der Pachter bis zum Fruͤhling im Beſitz bleibt, wird ihm meiſtentheils unterſagt, nach Michaelis mehr als die gewoͤhnliche Zahl von Schafen aufzuſtellen.— A. Um das Halten einiger dieſer Bedingungen, z. B. die uͤber das Unverſehrtlaſſen des Graslandes, die Verſchwendung des Futters ꝛc., zu ſichern, werden einige Strafen feſtgeſetzt; fuͤr die übertretung derjenigen dagegen, fuͤr die keine Strafe beſtimmt worden, iſt der Pachter gefaͤhrdet, den dem Grundbeſitzer dadurch verurſachten Schaden verguͤten, vielleicht gar den Pacht verlaſſen zu muͤſſen. In dem Falle, daß hinſichtlich der Fruchtfolge nichts feſtgeſetzt wird, iſt er verbunden, das Land nach den Geſetzen einer guten Wirthſchaft zu behandeln. Im Fall der Pachter mit der Bezahlung des Pachtgeldes in Ruͤckſtand bleibt, kann in England und Ireland der Verpaͤchter deſſen Eigenthum mit Arreſt belegen, und um einem betruͤgeriſchen rzü de rin, hr it dr Hh rbarzugt win Aagt ſitn auf tün geneſe tsleue ſt Kwubt iſ Frlänzeugn 31 Ni dn rcun, D. ſich gaen dn hactt. cr diſes dijſt iſs nck truml ſß wem r m rudeſi 7 kitg t iin Dinges rant und dſe Dm imiin Füigt mnn k antagn d big idn un u den 1 tterkrane e, ſobald dai an die 3u brin⸗ en letzten ei ſeinem be Duͤn⸗ wie er ſebrauch⸗ ind zum bezahlt eſtimmte Dafuͤr Pfingſt⸗ zahlung er jenem bis zur r Dauer chlich iſt gewoͤhn⸗ raslande is zum nterſagt, Schafen die uͤber ng des fuͤr die deſtimmt dadurch verlaſſen ge vichts hen einer gedes in erpaͤchter geriſchen ᷣᷣ—— Pachtrente, Pachtzeit, Kontrakte. 111 Wegſchaffen des verkaͤuflichen Getreides vorzubeugen, wird bis⸗ weilen ausgemacht, daß der Michaelispacht vierzig Tage zuvor bezahlt werden muͤſſe, zumal im letzten Pachtjahre, wenn zu die⸗ ſer Zeit der Pacht zu Ende geht. In Schottland, wo das ge⸗ meine, oder alte roͤmiſche Recht gilt, genießt der Gutsherr das Recht der Hypothek, wie man es dort nennt; dem zu Folge hat er bevorzugte Anſpruͤche auf die Ernte eines Jahres, ſo lange, bis der Pacht von dem Jahre, wo ſie wuchs, bezahlt iſt, des⸗ gleichen auf das Vieh bis drei Monate nach dem zuletzt zu be⸗ zahlen geweſenen Pachttermin; alle andere Forderungen, die der Arbeitsleute fuͤr ihren Lohn ausgenommen, gelten bis dahin, wo er bezahlt iſt, nichts, eben ſo wenig die Verkaͤufe von Wirth⸗ ſchaftserzeugniſſen, Vieh ꝛc.— Viertes Kapitel. Zehnten und Gemeindelaſten. Naͤchſt dem Pachtgelde verdienen die Abgaben hauptſaͤchlich Be⸗ achtung. Die wichtigſte iſt der Zehnten. Wird derſelbe ganz ein⸗ fach gegeben, ſo macht er einen Theil des Pachtgeldes aus und dem Pachter kann es hinſichtlich ſeiner Ausgaben ganz gleich ſein, ob er dieſes an den Grundherrn oder an den Geſſttlichen zahlt. Doch iſt dieſes nur da der Fall, wo der Zehnte in eine Geldab⸗ gabe verwandelt worden, und er daher blos als eine Rente anzuſehen iſt; wenn er aber in Natur gegeben wird, ſchadet er beiden Theilen, dem Grundbeſitzer und dem Pachter weit mehr, als ſein Geld⸗ werth beſagt, weil er dem Gute den zehnten Theil ſeines natuͤr⸗ lichen Duͤngers nimmt, dadurch das Eigenthum des Einen dete⸗ riorirt und die Bemuͤhungen des Andern minder erfolgreich macht. Dem allgemeinen Beſten mag dadurch vielleicht kein Nachtheil zu⸗ gefuͤgt werden, weil der Duͤnger, wenn er auch dem einen Grund⸗ ſtuͤkk entzogen wird, einem andern zu Gute kommt. Dies ent⸗ ſchaͤdigt indeſſen nicht fuͤr das, was der Einzelne dadurch leidet, und zu dem unmittelbaren Verluſt, der aus dem Abgang des 4 — 5 2 8 112 Viertes Kapitel. Produkts entſteht, kommt nun auch noch, daß ſeine Einſamm⸗ lung mit ſo viel Unannehmlichkeiten verbunden, und ſo oft die Urſache von Streit und Verdrießlichkeiten iſt, daß die Anreizun⸗ gen ſehr groß ſein muͤſſen, wenn ſich⸗Jemand entſchließen kann, ein Gut in Pacht zu nehmen, das den Zehnten in Natur zu ge⸗ ben hat. Im Fall dieſes nicht geradehin ſtatt findet, ſo herrſcht dafuͤr an manchen Orten der Gebrauch, daß jede Ernte auf dem Stamme abgeſchaͤtzt wird, und davon der Zehnte nach einem über⸗ einkommen bezahlt wird. Dies iſt zwar nicht ganz ſo ſchlimm, wie jenes, aber doch auch mit viel Unannehmlichkeiten verbunden und die Urſache zahlloſer Streitigkeiten. In manchen Kirchſpielen iſt das Land frei vom Zehnten, oder dieſer ſchon vor langen Zeiten ſo regulirt, daß er entweder von der Ernte oder vom Acker in einer feſtgeſetzten Summe be⸗ zahlt wird; im letzteren Falle iſt er in Nichts von einer beſtimm⸗ ten Abgabe unterſchieden. In andern wird er nach einem daruͤber getroffenen Übereinkommen entweder im Ganzen oder von den ein⸗ zelnen Gegenſtaͤnden in einer beſtimmten Summe vom Acker ent⸗ richtet; in einigen wird er mit Nachſicht eingeſammelt, in ande⸗ ren dagegen mit aller Strenge, die das Geſetz verſtattet, einge⸗ trieben. Viele Zehnten ſind in den Haͤnden von Nichtgeiſtlichen, die darin entweder den Vortheil, ihr eignes Land auf Koſten ih⸗ res Nachbars zu bereichern, erblicken und ihn daher in Natur nehmen, oder, wenn ſie nicht in der Gegend wohnen, ihn an Andere uͤberlaſſen, die aus ſeinem Einſammeln ein Gewerbe ma⸗ chen, und man muß der Geiſtlichkeit die Gerechtigkeit widerfahren laſſen, daß ſie, mit wenig Ausnahmen, weit nachſichtiger in ſei⸗ ner Eintreibung iſt, als die Weltlichen. Auf was fuͤr Weiſe er aber auch entrichtet werden moͤge, ſo iſt es fuͤr einen Jeden, der zehntpflichtige Grundſtuͤcke inne hat, von Wichtigkeit, ſich mit den ſtrengen Regeln bekannt zu machen, nach denen er eingetrieben werden kann. Wenn er nicht durch Übereinkommen auf andere Weiſe regulirt iſt, ſind folgende die wichtigſten: Es gibt drei Arten von Zehnten: perſoͤnlichen, Dominial⸗ und gemiſchten Zehnten. Da der erſte faſt ganz abgekommen iſt, ſo gehen den Pachter nur die andern beiden Arten an. Der Do⸗ minial⸗ oder Praͤdialzehnten(alſo genannt von praedium, Land⸗ gut) ruht auf allen Produkten der Erde, auf Halm⸗- und Huͤl⸗ ſenfruͤchten, Heu, Futter⸗ und Kuͤchengewaͤchſen, Baumfruͤchten und Holz, und muß entrichtet werden, ſobald die Ernte geſchieht, ſitk nn hmihſ ſ gaümm man mm ſ zunen vid ds uf dan ſin Nwde pgm Rind n Poll u dr in zwei chorial⸗ u mn it ſch den dem V mit des nfn. D Gitz d Vage wegn her det R da ud Dod den iſ wenbinden firzene Füche a 3r if aud tem glach linn, wil iunn De tgenißt n dnten, nu — dutr d dülicf a. 4 Viarus dar in fingirt, nn afnn ur d ſen guß abditade ſägmnt dh V iten Ae Zehnten und Gemeindelaſten. 113 Linſnm üb in einem I hr als ei demſelben L doft di ſelbſt wenn in einem Jahre mehr als eine auf emſelben Lande lrehun gewachſen iſt. So muͤſſen Klee und andere Futtergewaͤchſe, des⸗ 3 kung gleichen mehrſchuͤrige Wieſen von jedem Hieb den Zehnten geben, eben ſo auch in den meiſten Faͤllen Stoppelruͤben. Der gemiſchte t zu ge⸗ Zehnten wird, mit wenigen Ausnahmen, von allen Arten Vieh, hertſch das auf dem Grundſtuͤck ernaͤhrt und aufgezogen wird, und von nuf dem ſeinen Produkten entrichtet, und beſteht im zehnten Theile des n üiber⸗ jungen Rind⸗, Schaf⸗, Schweine⸗ und Federviehs, der Milch ſihlimm, der Wolle und der Eier. Dieſe beiden Zehentarten zerfallen wie⸗ unden der in zwei Hauptarten, den großen und den kleinen, oder den Rektorial⸗ und Vikarialzehnten, die bisweilen verbunden, biswei⸗ gehnten, len fuͤr ſich und demgemaͤß in einigen Faͤllen dem Rektor, in an— ntweder deren dem Vikar, oder Beiden zugleich entrichtet werden. Biswei⸗ mme be⸗ len iſt das Land frei von dem einen, dagegen dem andern unter⸗ eſtimm⸗ worfen. Der Rektor iſt dazu berechtigt durch das allgemeine daruber Geſetz; der Vikar nur durch Stiftung oder Verſchreibung. Die den ein⸗ Frage wegen ihrer getrennten Anſpruͤche iſt indeſſen eine, bei wel⸗ ker ent⸗ cher der Pachter nicht perſoͤnlich intereſſirt iſt*). ande⸗ Der große Zehnte begreift Halm- und Huͤlſenfruͤchte, Heu Range⸗ und Bundholz. Das hauptſaͤchlichſte Unterſcheidungsmerkmal deſſel⸗ oſtlichen, ben iſt, daß er alle die Produkte einſchließt, die ſich zuſam⸗ oſten ih⸗ menbinden laſſen. Deshalb heißt er auch im Canon oder dem Natur Kirchengeſetz decimae garbarum(der Garbenzehent), wenn die ihn an Fruͤchte auch nicht in Garben vom Felde geſchafft werden. ebe ma⸗ Sooſ iſt auch entſchieden worden, daß gruͤn abgepfluͤckte Erbſen, erfahren wenn gleich die Stengel ſtehen bleiben, zum großen Zehnten ge— in ſei⸗ hoͤren, weil ſie mit dieſen abgemacht und aufgebunden werden Peiſe er koͤnnen. Dagegen iſt Gras, das von dem Vieh abgeweidet, nicht en, der abgemaͤht worden, frei von dem Rektorialzehnten, und aus einem mit den aͤhnlichen, nur nicht ſo deutlichen Grunde ſind die Saaten von etrieben andere*) Unter dem Rektor wird bei der engliſchen Kircheneinrichtung der erſte Geiſtliche eines Kirchſpiels verſtanden, dem die Seelſorge deſſelben obliegt; zminial⸗ ein Vikarius dagegen iſt eigentlich derjenige Geiſtliche, welcher fuͤr einen an⸗ men iſt dern fungirt, der Gehilfe von jenem; in Bezug auf den Zehnten wird aber . in der engliſchen geſetzlichen Sprache immer der Geiſtliche Vikar genannt, der Der Do⸗ nur den kleinen Zehnten erhaͤlt. über die eigenthuͤmliche, von der unſrigen 9, kand⸗ ganz abweichende Einrichtung der engliſchen Kirche findet man wohl die be⸗ ind Huͤl⸗ friedigendſte und intereſſanteſte Belehrung in der erſt im vorigen Jahre in nfrüchten London erſchienenen Statiſtik von Großbritannien; von Mac⸗Culloch, einem geſcheht zantrenihen Werke. 3 114 Viertes Kapitel. Futtergewaͤchſen, als Klee, Wicken und Esparſette, auch Ruͤbſaat nur dem Vikarialzehnten unterworfen, weil ſie gewoͤhnlich auf der Stelle ausgedroſchen werden, wo ſie ſtanden. Zum kleinen Zehnten gehoͤren alle die Gegenſtaͤnde, die un⸗ ter dem großen nicht mit begriffen ſind, als nicht gemaͤhetes Gras, Futtergewaͤchſe, Ruͤben, Baumfruͤchte, Hopfen, Vieh, Wachs und Honig. Bei beiden gilt uͤbrigens die allgemeine Re⸗ gel, daß der zehnte Theil des Bodenprodukts oder ſeines Wer⸗ thes dem Zehntberechtigten zukomme, wenn das Land nicht von dem Zehnten frei, oder dieſer nicht nach einem Modus, oder nach einem Vertrag abgetragen wird. Die Nichtgeiſtlichen zukommen⸗ den Zehnten koͤnnen fuͤr immer abgeloͤſt werden, und mehre ha⸗ ben durch eine dafuͤr gezahlte Kaufſumme ihre Grundſtuͤcke zehent⸗ frei gemacht; aber die der Geiſtlichkeit zukommenden ſind unab⸗ loͤsbar, und das mit einem Geiſtlichen daruͤber getroffene Abkom⸗ men iſt fuͤr deſſen Nachfolger nicht bindend, wenn es nicht von dem Patron und Biſchof beſtaͤtigt iſt; aber auch dann nur auf ein⸗ undzwanzig Jahre. Der Zehnteigner hat das Recht, ſowohl in Perſon als durch ſeinen Zehntmann von Zeit zu Zeit den Vieh⸗ beſtand und die Feldfruͤchte zu unterſuchen, um den Betrag der Zehnten ſchaͤtzen zu koͤnnen, und es herrſcht in den meiſten Kirch⸗ ſpielen der Gebrauch, daß ihm von dem Beginn der Ernte Nach⸗ richt ertheilt werden muß. Iſt jedoch dieſer Gebrauch nicht in einem alten Herkommen begruͤndet, ſo kann er geſetzlich nicht ver⸗ langt werden; der geſunde Menſchenverſtand ſcheint ihn indeſſen zu fordern, und eine friedliche Geſinnung, bei der oft ſo viel zu gewinnen und faſt niemals zu verlieren iſt, laͤßt ihn jedenfalls als eine Hoͤflichkeitsbezeugung erkennen, die nie unterlaſſen wer⸗ den ſollte. über die Erhebung des Zehnten. Der Zehntpflichtige muß jeden zehnten Getreide⸗ oder Gras⸗ haufen, gleich vom erſten an gerechnet dem Zehntberechtigten uͤber⸗ laſſen, und es iſt herkoͤmmlich, denſelben mit einem gruͤnen Zweig zu bezeichnen. Dabei verſteht es ſich von ſelbſt, daß alle Haufen ſo viel als moͤglich von gleicher Groͤße ſein muͤſſen; denn waͤren die des Zehntberechtigten kleiner, als die anderen, ſo faͤnde ein Betrug ſtatt, fuͤr den dieſer geſetzliche Schadloshaltung fordern koͤnnte; doch darf er keine Anderung in der von dem Zehntpflich⸗ inn guif n fr in Pas n Ent ufd tchitm rgunehmen inn ſchlect tun, ald tinen 3r iytzehnten nhe zehnte glenmenget lage angeſ ſtiden, deß Gäſticen: da Fänip ud wenn af dem A dichonen den de hinnegge der gern niſſe f irdi g gfett, un den in ha i de le nin, iuß talunnen ſufß nit ls Iönen gead m Säfdge täunls duas entſtig R Emani Ruͤbſant auf der ie un⸗ naͤhetes Vieh, ne Re⸗ Wer⸗ ht von er nach mmen⸗ re ha⸗ zehent⸗ unab⸗ lbkom⸗ on dem uf ein⸗ vohl in Vieh⸗ rag der Kirch⸗ te Nach⸗ nicht in cht ver⸗ indeſſen viel zu enfalls n wer⸗ Gras⸗ muͤber⸗ nIweig Haufen n waten ande ein fordern utpfüch⸗ —————— Zehnten und Gemeindelaſten. 3 115 tigen getroffenen Anordnung machen, ſondern muß das nehmen, was fuͤr ihn angezeichnet iſt. Was nur der Landwirth zu ſeinem Vortheil unternimmt, die Ernte auf dem Felde ſicher zu ſtellen, muß er auch fuͤr den Zehnt⸗ berechtigten thun, bis dieſer im Stande iſt, ſeinen Antheil hin⸗ wegzunehmen; er iſt dagegen nicht verantwortlich fuͤr die Folgen einer ſchlechten Bewirthſchaftung und nicht verbunden, mehr zu thun, als die gewoͤhnliche Wirthſchaftsweiſe verlangt. So wurde in einem Falle, wo der Geiſtliche ſich geweigert hatte, den Tur⸗ nipszehnten nach gemachter Anzeige hinweg zu nehmen, weil zwar jede zehnte Ruͤbe fuͤr ſich gelegt, dieſelben aber nicht in Haufen zuſammengebracht worden ſeien, und deshalb eine Entſchaͤdigungs⸗ klage angeſtellt worden war, von dem Gerichtshofe dahin ent⸗ ſchieden, daß Niemand gezwungen werden koͤnne, zu Gunſten des Geiſtlichen mehr Arbeit zu leiſten, als die Sache an ſich fordere. Der Zehntpflichtige muß indeſſen immer das Noͤthige verrichten, und wenn auch bei den Turnips, die gewoͤhnlich von dem Vieh auf dem Acker verzehrt werden, das bloße Ausziehen hinreichend erſcheinen ſollte, ſo iſt ſolches in anderen Faͤllen nicht hinreichend; denn die Ernten muͤſſen nicht nur von dem Grund und Boden hinweggenommen, ſondern auch ſo aufgeſtellt werden, daß ſie mit der geringſten Muͤhe zu theilen und wegzuſchaffen ſind. Demnach muͤſſen Kartoffeln, Hopfen ꝛc. gemeſſen, Halm⸗ und Huͤlſenfruͤchte in die gewoͤhnlichen Schocke oder Stiegen von gleicher Groͤße auf⸗ geſetzt, und Heu, ſowohl von Wieſen, als kuͤnſtlichen Futterfel⸗ dern in Haufen nach gewoͤhnlicher Art gebracht werden. Hinſicht⸗ lich des letzern iſt oft Streit entſtanden; einige Paͤchter haben ge⸗ meint, daß ſie nicht verbunden ſeien, fuͤr den Geiſtlichen das Heu vollkommen duͤrr zu machen, und daß es bei dem Klee, der ſich haͤufig nicht gut trocknen laſſe, genuͤge, jeden zehnten Schwaden als Zehnten liegen zu laſſen. In ſolchem Fall wurde 1808 in einem vor den Lord Ellenborough*) gebrachten Proceß alſo ent⸗ ſchieden: daß die Zeit des Abzehntens dann eintrete, wenn der *) Wem, der einigen Theil an der Zeitgeſchichte nimmt, waͤre wohl der Name des Lord's Ellenborough unbekannt, des beruͤhmten Vertheidigers War⸗ ren Haſtings? Er ſtand funfzehn Jahre dem Amte eines Lordoberrichters des Tribunals der Kingsbench(bancus regis, Oberhofgericht), vor dem jener Proceß entſchieden wurde, vor, und war bekanntlich einer der heftigſten Geg⸗ ner der Emancipation der Katholiken. 8*⁴ 84 5 4* a. 3 8 5 42 8 1 65 * 43 1 2 1 8 116 Viertes Kapitel. demſelben unterworfene Gegenſtand gleichmaͤßig zu theilen ſei, und dieſer Zeitpunkt bei dem Graſe dann eintrete, wenn es bei dem gewoͤhnlichen Wirthſchaftsverfahren in Haͤufchen geſetzt werden koͤnne, und daß in allen Faͤllen die Hauptregel die ſei, daß ein jeder Artikel dann abgezehntet werde, wenn er ſich in einem Zu⸗ ſtande befinde, wo der Geiſtliche ſehen koͤnne, ob er den vollen Zehnten erhalte. Dabei muß noch bemerkt werden, daß dem Zehnt⸗ berechtigten erlaubt ſein muß, ſein Heu auf dem Grundſtucke ſelbſt vollends duͤrr zu machen und den Zehnten zu einer ihm ſchicklichen Zeit abzuholen. Bewirkt er Letzteres nicht, wenn der Zehntpflichtige, ſeine Ernte heimfuͤhrt, ſo bleiben die Zehnthaufen oder Schocke auf dem Felde ſtehen, und wird jenem angezeigt, daß er ſie abholen ſolle. Geſchieht ſolches dennoch nicht, ſo iſt der Pflichtige berech⸗ tigt, ſie auf des Eigenthuͤmers Koſten, ſobald ſie es werth ſind, abzufahren; ſind ſie es nicht, und hindert ihr Stehenbleiben die Bearbeitung oder die Weidebenutzung des Bodens(denn ſo lange der Zehnten auf dem Lande ſteht, darf das Vieh nicht darauf), dann iſt ihm verſtattet, ſie zu vernichten. Der gewoͤhnlichſte Weg iſt dann, eine Entſchaͤdigungsklage anzubringen; dies aber iſt ein kitzliches, koſtſpieliges und ungewiſſes Mittel; der beſte Ausweg iſt, das Schadenbringende auf die Seite zu ſchaffen, ſelbſt auf die Gefahr hin, daß der Zehntberechtigte klage; doch muß man dafuͤr Sorge tragen, daß die Thatſache keinem Zwei⸗ fel unterworfen ſei, daß der Werth ſammt den Koſten des Zehn⸗ ten wohl bekannt werde, und daß man vor Allem nichts mit Leidenſchaft unternehme. Schaͤtz ung. Bei der Abſchaͤtzung der Ernten in Bezug auf den Zehnten werden die Koſten des Abfahrens, Aufſetzens und Dreſchens oder anderer Vorkehrungen, die Fruͤchte verkaufbar zu machen(nicht aber die Arbeiten des Maͤhens, Sammelns, Ausgrabens und Meſſens) von dem geſchaͤtzten Werthe abgezogen, und bei dem Getreide iſt es gewoͤhnlich, das Stroh als ein Aquivalent fuͤr jene Arbeiten anzuſehen; in dieſem Falle wird alſo der Zehente blos dem Werth der Koͤrner gleich gerechnet. Sehr ſtrenge Rech⸗ ner ſind jedoch der Meinung, daß zwei Drittheile des Weizen— ſtrohs fuͤr jene Arbeiten eine hinreichende Verguͤtung ſeien; ja daß ſogar mit Erfolg auf den Werth der Stoppeln Anſpruch gemacht ——õ;——y— — ⁰—OQQ—Q—QCQOOQʒ—˖˖—Q—Q᷑—/—·OB˖—ñ—BñV—:ʒ:˙) ··˖—n·L·̈„Q——— vene 1 Eöttſa fin inn Ente vi gbenz a del un Wenn fdn d nch ihret aktufer; Von rannsgeſt Siſe vi de Jehnte ſtdahin e nhlich, dine E alf den Ente au Mhenſſe zn Befte iißt un npenitnür de Saues ug won 6 dlſtiäden r bewitſn d der zwe dr gann Fäl das dm 8 unſtnadne in Arada K ſagii ei, und ei dem werden aß ein m Zu⸗ vollen gehnt⸗ ſelbſt dichen ichige. ke auf holen eerech⸗ ſind, en die lange rauf), nichſte 3 aber tbeſte haffen, ; doch Zwei⸗ Zehn⸗ ts mit ehnten 3 oder (nicht 3 und ei dem nt für Zehente e Rech⸗ Wehen⸗ i daß gemacht Zehnten und Gemeindelaſten. 117 werden koͤnne, wenn das Getreide nicht glatt abgehauen werde. Es iſt jedoch augenſcheinlich, daß eine ſolche Forderung nicht ſtatt⸗ finden kann; denn im Fall es dem Pachter beliebte, ſeine ganze Ernte verderben zu laſſen, brauchte er auch keinen Zehnten zu geben; er kann nur dazu gezwungen werden, daß er den zehnten Theil von dem abtrete, was er ſelbſt erntet. Wenn Fruͤchte noch anſtehend verkauft werden, hat der Kaͤu⸗ fer den Zehnten zu entrichten; geſchieht dagegen der Verkauf erſt nach ihrer Ernte, ehe ſie jedoch heimgefuͤhrt ſind, ſo faͤllt er dem Verkaͤufer zur Laſt. Von dem Nachgerechten wurde ſonſt kein Zehnten gegeben, vorausgeſetzt naͤmlich, daß man nicht bei der Ernte betruͤgeriſcher Weiſe viel liegen ließ; aber in einem neuern Falle, wo wegen des Zehnten von drei Buſhels Gerſte Klage erhoben worden war, iſt dahin entſchieden worden, daß das Nachgerechte, ſobald es be⸗ traͤchtlich, ebenfalls zehntbar ſei. Weidezehnten. Wenn Saaten und Futtergewaͤchſe auf dem Lande ſelbſt vom Vieh abgefreſſen werden, ſo wird der Weidezehnten gezahlt nach einer Schaͤtzung des verzehrten Futters; wird jedoch die Weide auf den Stoppeln oder dem Nachwuchs der Wieſen kurz nach der Ernte ausgeuͤbt, ſo faͤllt die Zehentabgabe weg, weil man die Maͤhekoſten der vorhergehenden Ernte fuͤr einen triftigen Grund zur Befreiung haͤlt, wenn gleich dadurch der zweite Heuſchnitt nicht vom großen Zehnten frei wird. Wuͤrde jedoch das Gras ungewoͤhnlich fruͤh gemaͤhet, um eine reiche Nachweide auf Koſten des Haues zu erlangen, dann wuͤrde eine Klage wegen Verkuͤr⸗ zung von Seiten des Zehntberechtigten gewiß zu deſſen Gunſten entſchieden werden; auch muß er von dem Klee und aͤhnlichen Gewaͤchſen gezahlt werden, ſobald der erſte Schnitt verfuͤttert wird, und der zweite zu Saamen ſtehen bleibt. Der Weidezehnte wird, mit Ausnahme der ſpaͤterhin ange⸗ gebenen Faͤlle, von allem in der Flur geweideten Vieh entrichtet, das dem Zehentberechtigten nicht in Natur zehntet, nach dem Kunſtausdruck unprofitabel iſt; dasjenige dagegen, das von ſei⸗ nen Produkten, ſeiner Nachzucht, ſeiner Wolle, Milch ꝛc. zehnt⸗ bar, folglich proſitabel iſt, gibt keinen Weidezehnten. Er wird ———— 118 Viertes Kapitel. kopfweis bezahlt und nach der Zeit berechnet, die das Vieh auf der Weide zubringt. Da jeder Zehnte zum Zweck hat, dem Berechtigten den vol⸗ len zehnten Theil des Bodenprodukts in Natur oder nach ſeinem Geldwerth zu verſchaffen, wird auch der Weidezehnte gewoͤhnlich zum zehnten Theil des Weideertrages berechnet. Sobald aber fremdes Vieh auf die Weide genommen wird, ſo richtet ſich die Bezahlung des Zehnten entweder nach dem, was von dieſem an Weidegeld zu zahlen iſt, oder nach dem, was als ſolches von aͤhnlichem Vieh in der Nachbarſchaft gewoͤhnlich entrichtet wird, wobei natuͤrlich die Guͤte des Futters eine große Verſchiedenheit hervorbringt. Auch der Werth der Turnips, wenn ſie auf dem Felde verfuͤttert werden, wird nach der Zahl der gefuͤtterten Thiere berechnet. Sobald aber Futtergewaͤchſe vom Boden weggefuͤhrt werden, um ſie anderwaͤrts zu fuͤttern, ſo geſchieht ihre Schaͤtzung ackerweis. Es folgt daraus, daß alles auf dem Stalle oder Hofe gefuͤt⸗ terte Vieh vom Weidezehnten frei iſt, weil ſchon vom Futter, bei deſſen Wegfahren vom Lande, der Zehnte bezahlt wurde. Auch kommt bei dem Weidezehnten nicht der vermehrte Werth des Viehes, ſondern ledig⸗ lich das von ihm verzehrte Futter in Betracht. So gibt ein Fuͤl⸗ len, welches des Jahrs fuͤr fuͤnf Pfund Gras frißt und dabei um funfzig Pfund mehr werth wird, doch nur den Zehnten von je⸗ ner Summe. Befreit ſind ferner noch von Weidezehnten: alles Arbeits⸗ vieh, wenn es nicht zum Vermiethen gehalten, oder gewoͤhnlich außerhalb der Flur beſchaͤftigt wird, Reitpferde, Kuͤhe, die nur fuͤr die Wirthſchaft beſtimmt ſind, Schafe und Ochſen, die fuͤr dieſelbe geſchlachtet werden, und Jungvieh, das kuͤnftig zum Zug dienen ſoll. Sobald aber eins von dieſen Thieren aus der Flur wegkommt, dann muß der Zehnte von dem von ihm gefreſſenen Futter gegeben werden, von der Zeit an, wo es nicht mehr zum Ziehen oder zur Milchnutzung gebraucht wird, oder die es als junges Stuͤck nach dem Entwoͤhnen geweidet wurde. Das Geſetz vom Weidezehnten beruht mithin auf folgenden Haupt⸗ regeln. 1) Alles Vieh, das oben als ausgenommen davon angegeben wurde, iſt gaͤnzlich frei. 2) Kein Vieh iſt zehntbar fuͤr ſeine Weide auf den Wieſen nach der Grummeternte oder auf den Stoppeln, eben ſo wenig fuͤr das auf dem Stalle oder Hofe gefreſſene Futter. 9 niſt h Mr 3 n 30 iichen be vt da! wnu ſt ſinmtiche gtaltn mi ſn den 3 e Scjfe Pen gete daet fi The u neſs de ta we un. B ſch zu berchii di ric Wetthe ga Kich hen Fale u nehmen umnt, ſt fiigia ude Iüt im don d Gligkat — 1 Das d demitzi den a iiht(am, then an. 8 iheda Vieh au den vol⸗ ſeinem ihnlich d aber ſich die ſem an s von wird, denheit af dem Thiere gefuͤhrt ätzung gefuͤt⸗ deſſen bei dem ledig⸗ in Ful⸗ abei um von je⸗ Arbeits⸗ ohnlich die nur die fur m Zug r Flur eſſenen r zum es als Das Haupt⸗ gegeben ſen nuch enig füͤr Zehnten und Gemeindelaſten. 119 3) Alles Vieh, das dem Zehentberechtigten durch ſeine Produkte profitabel wird, iſt eben deshalb auch frei. 4) Der Zehnte von unprofitabelm Vieh oder von ſolchem, das dem Zehntberechtigten unproſitabel wird, iſt nicht eher zu ent⸗ richten, als bis ſolches verkauft, oder aus der Flur weggege⸗ ben wird. Thier⸗(Blut⸗) Zehnten. Der Blutzehnten wird nur von ſolchen Thieren entrichtet, die man ſchon laͤngſt unter dem Namen Vieh begreift; deshalb iſt ſaͤmmtliches Wildpret, wenn es gleich jetzt in eingehegten Parks gehalten wird, davon befreit. Die jungen Thiere jener Art zah⸗ len den Zehnten nach der Zeit ihrer Entwoͤhnung. Dieſe iſt fuͤr die Schafe an manchen Orten nach einem alten Gebrauch auf Petri Kettenfeier, den 1. Auguſt, feſtgeſetzt; dem Beſitzer ſteht es jedoch frei, die Laͤmmer, oder jedes noch nicht abgeſetzte junge Thier zu verkaufen, wenn er den zehnten Theil ihres Verkaufs⸗ preiſes bezahlen will; dann ſind aber die Muͤtter dem Weidezehn⸗ ten unterworfen, von dem ſie waͤhrend des Saͤugens befreit wa⸗ ren. Bei dem Abzehnten iſt es gewoͤhnlich, daß der Eigenthuͤmer ſich zwei Stuͤck von je zehn auswaͤhlt; dann nimmt der Zehnt⸗ berechtigte das Seine, und wenn zuletzt eine Zahl uͤbrig bleibt, die nicht zehn betraͤgt, ſo wird das Zehnttheil von dem taxirten Werthe ſaͤmmtlicher Übrigbleibenden im Ganzen bezahlt. In eini⸗ gen Kirchſpielen herrſcht jedoch der Gebrauch, daß in einem ſol⸗ chen Falle der Geiſtliche berechtigt iſt, ein Lamm oder ein Ferkel zu nehmen, wenn deren Zahl ſechs uͤberſteigt; dagegen keins be⸗ kommt, ſobald dieſelbe darunter iſt. In einigen andern wird eine feſtgeſetzte Summe bezahlt, in noch andern der Zehnte aufs fol⸗ gende Jahr uͤbergetragen. Es ſcheint jedoch nach einem vor kur⸗ zem von dem Lehnskammergericht gefaͤllten Urtheile*), daß die Giltigkeit dieſer Gebraͤuche nicht zuzugeſtehen ſei; denn obgleich *) Das Lehnskammergericht(court of exchequer) iſt einer von den drei Obergerichtshoͤfen, welche die Juſtiz in ganz England verwalten. Die an⸗ dern beiden ſind das Oberhofgericht(Kingsbench) und das Oberlandesge⸗ richt(court of comon pleas). Hinſichtlich des Ranges ſteht Kingsbench oben an. Sie ſind ſaͤmmtlich Oberappellationsgerichte, die in letzter Inſtanz entſcheiden. —-—mõÿõ—ym— 120 Viertes Kapitel. die Gerichtshoͤfe Gewohnheiten, die ſeit undenklichen Zeiten be⸗ ſtehen, aufrecht zu erhalten ſuchen, ſo iſt es doch ein Rechtsgrund⸗ ſatz, daß zu ihrem Entſtehen ein vernuͤnftiger Grund Veran— laſſung gegeben haben muͤſſe; und, mit Ausnahme der Bezahlung nach der Kopfzahl, erleiden die anderen Verfahrungsweiſen den Vorwurf, ungewiß und dem Weſen der Zehnten entgegen zu ſein, dem zu Folge die entrichtete Summe wirklich der zehnte Theil ſein und die Abtragung derſelben zu der Zeit geſchehen muß, wo ſie ermittelt iſt. Das Maͤſten der Kaͤlber zum Behuf ihres Fleiſches iſt, als eine Erfindung des neueren Wohllebens, nicht unter den alten An⸗ ordnungen uͤber den Zehnten mit inbegriffen; da aber die jungen Thiere leiden wuͤrden, wenn man ihnen die Milch am zehnten Tage entzoͤge, ſo ſcheint es billig, daß der Aufzieher derſelben den Zehnten von dieſer nur nach dem Werth der Kaͤlber zahle, nachdem die Koſten und Extraausgaben bei ihrem Verkauf abge⸗ zogen ſind. Doch iſt es zweifelhaft, ob nicht, der Strenge des Geſetzes nach, wirklich auf Milch gedrungen werden koͤnne; es iſt aber auch in manchen Milchwirthſchaftsgegenden ſchon laͤngſt ge— braͤuchlich, alljaͤhrlich etwas Gewiſſes an Milchzehnten von jeder Kuh, nach Abzug der zum Wirthſchaftsbedarf erforderlichen, zu bezahlen. Der Zehnten von Milch wird uͤbrigens, wenn keine beſondre Beſtimmung des Gegentheils ſtattfindet, bei jedem zehnten Mel⸗ ken, ſowohl fruͤh, als Abends gegeben, nicht das zehnte Maaß. Es ſoll dabei in der Regel die Milch in die Predigerwohnung oder an die Kirchthuͤre gebracht, und daſelbſt, wenn der Zehnt⸗ herr nicht fuͤr ihren Empfang ſorgt, auf den Boden gegoſſen wer— den. Es ſcheinen fruͤher uͤber dieſen Punkt viele verſchiedene An⸗ ſichten bei den oberſten Gerichtshoͤfen geherrſcht, dieſe jedoch ſich neuerdings dahin vereinigt zu haben, daß, wenn nicht beſondere beſtimmte Einrichtungen beſtehen, der Zehntpflichtige nur gehalten ſei, die Kuͤhe an ihrem gewoͤhnlichen Melkorte zu melken und die Milch bis zur naͤchſten Melkezeit aufzubewahren, vor welcher ſie noch der Zehntberechtigte in ſeinen eignen Gefaͤßen abholen muß. Von Butter wird kein Zehnten gegeben, auch gewoͤhnlich nicht vom Kaͤſe; doch findet in manchen Kirchſpielen, wo beſtaͤndig Kaͤſe verfertigt wird, der Gebrauch ſtatt, daß von letzterem der zehnte Theil am Ende der Verfertigungszeit, ſtatt von der Milch gege⸗ ben riyd- ſtrin ge r 3e ſa m geui zn Gewict Da Jihn nch ünt Te tdur beſin mm ſiten de bfünnter B loctgten, der Jeh ir von den nadem O jitt von be m Rahü Fäniie de Lats nac Bäun 6 Eich, gbrauß zu geuchnet we anſene ſe gehauen bn, fid die fnz deglite tamen und, nigen gehauer f rdſe veta ſtin d te eiten be⸗ sgrund⸗ Veran⸗ ahlung en den zu ſein, Theil ß, wo ſt, als en An⸗ jungen ehnten ſſelben zahle, abge⸗ ge des es iſt ſſt ge⸗ mjeder en, zu eſondre Mel⸗ Maaß. hnung Zehnt⸗ n wer⸗ e An⸗ h ſi ondere halten nd die velcher bholen h richt ig Kiſe zehnte gege⸗ Zehnten und Gemeindelaſten. 121 ben wird; dabei kommen die Molken, die fuͤr die Koſten der Kaͤ⸗ ſebereitung gerechnet werden, nicht mit in Anſchlag. Der Zehnten von der Wolle wird bisweilen nach den Vlie⸗ ßen, am gewoͤhnlichſten und auch wohl am richtigſten jedoch nach dem Gewicht entrichtet. Die Locken und Stuͤcke ſind frei. Der Zehnte von Schweinen wird entweder in Natur, oder nach einer Taxation eines jeden Wurfes entrichtet, oder jaͤhrlich in einer beſtimmten Summe von jeder Zuchtſau bezahlt. Wenn nur ſieben Ferkel geworfen ſind, und keine übereinkunft wegen beſtimmter Bezahlung ſtatt findet, dann gehoͤrt eins dem Zehnt⸗ berechtigten, ſind es weniger als ſieben, ſo ſind ſie frei. Der Zehnte vom Federvieh wird entweder von der Nachzucht oder von den Eiern(bisweilen nach einer angenommenen Zahl, an andern Orten nach der ganzen Quantitaͤt) genommen; aber nicht von beiden zugleich. Zuchten von wilden Enten, Faſanen und Rebhuͤhnern, wenn gleich im gezaͤhmten Zuſtande ſind zehntfrei. Deer Zehnte vom Honig wird nach dem Maaße, der vom Wachs nach dem Gewichte gegeben. H d l z. Baͤume von mehr als zwanzigjaͤhrigem Alter geben, ſobald es Eichen, Eſchen, Ulmen oder ſolche ſind, die nach dem Landes⸗ gebrauch zu dem großen Holz(gros bois, grosswood) Bauholz, gerechnet werden, keinen Zehnten nach einem unter Eduard III. erlaſſenen Statut de Sylva caedua betitelt. Wenn aber, nachdem ſie abgehauen worden, die Stoͤcke zum Ausſchlagen im Boden blei— ben, ſind die Schoͤßlinge als Buſchholz dem Zehnten unterwor— fen; desgleichen Birken, Weiden, Ahorne, Ellern, Haſeln, Stech⸗ palmen und alle die Arten, die nicht als Bauholz gelten, ſie moͤgen gehauen werden, in welchem Alter ſie wollen. Auch die Äſte von den Kopfbaͤumen, ſelbſt wenn ſie uͤber zwanzig Jahre alt ſind, die Schnittlinge von den lebendigen Hecken, die in Buͤ— ſchel gehackt werden, und ſogar die Eichel- und Buchmaſt, ſo bald ſie verkauft wird, muͤſſen Zehnten geben; und es iſt Vor⸗ ſchrift, daß bei dem Abzehnten das Holz aufgeſetzt oder in Bunde gebunden, und die Eckern(wenn dieſe auf dem Boden verzehrt werden, ſind ſie frei) gemeſſen, kurz beide ſo zugerichtet ſein ſol— len, wie es zum Behuf des Verkaufs verlangt wird. Frei von dieſem Zehnten ſind nach einem Statut von 122 Viertes Kapitel. Eduard VI., die Rinde und das Holz, das zur Feuerung in den Wohnungen des Gutsherrn und des Pachters, ſo wie zu Bau⸗ lichkeiten, Ackergeraͤthen, Befriedigungen und Horden gebraucht wird, vorausgeſetzt, daß dieſe Verwendung in demſelben Kirch⸗ ſpiele ſtatt finde, wo es gefaͤllt wurde; Hopfenſtangen aber nur dann, wenn der Zehnte vom Hopfen und vom Holze einer Per⸗ ſon zukommt; denn da der eine zum Vikarial-⸗ und das andre zum Rektorialzehnten gehoͤrt, kann, ſo bald beide fuͤr ſich gegeben werden, keine Befreiung ſtatt finden. Mehre Diſtrikte, beſonders wo die alten koͤniglichen Forſten lagen, ſind von dieſer Abgabe gaͤnzlich frei, und dieſe Befreiung erſtreckt ſich uͤber die ganze weite Gegend, die unter dem Namen: die Waͤlder von Kent, Surrey und Suſſex bekannt iſt. Baum⸗ und Kuͤchengaͤrten ſind nicht nur zehntbar von den gepfluͤckten und vom Winde abgeworfenen Baumfruͤchten, ſondern auch von dem abgemaͤheten oder abgeweideten Graſe, und von jedem andern dem Boden abgewonnenen Produkte; das Gras auf den Raſenplaͤtzen jedoch, das nur zu deren Schoͤnerhaltung gemaͤhet wird, und das Jaͤtegras von den Beeten iſt frei. Auch wird von den aus einer Baumſchule verkauften Pflanzen der Zehnten gegeben und ſelbſt dann gefordert, wenn dieſelben in demſelben Kirchſpiele neu gepflanzt werden; aber wenn der Zehn⸗ ten von den Fruchtbaͤumen entrichtet worden, ſind ſie nach ihrem Faͤllen davon frei. 1 Der Prediger iſt nicht berechtigt, das Ernten der Fruͤchte und verſchiedenen Gewaͤchſe im Garten zu verlangen, aber der zehnte Theil davon muß ihm gelaſſen werden. Wuͤſtungen. In Bezug auf ſolches Land, das bis jetzt wuͤſte lag und deshalb keinen Zehnten entrichtete, iſt in einer unter Eduard VI. ergangenen Akte angeordnet, daß daſſelbe, ſo bald es in Kultur genommen, nach ſieben Jahren erſt von den darauf gewonnenen Koͤrner⸗ und Grasernten den Zehnten zahlen ſolle. Im Sinne dieſes weiſen, zu Gunſten der Urbarmachungen gegebenen Geſetzes, das man mehrfach, zum Beſten der Geiſtlichkeit, umzuſtoßen ver⸗ ſucht hat, iſt neuerer Zeit in einem Streitfall, der in dem Cum⸗ berland'ſchen Kirchſpiele Broadfield vorkam, von drei Jurys uͤber⸗ einſtimmend entſchieden worden. zi Et rrirn Aiſt dmn Pgie ritid ſutt ün Brrchnu hmne ſet ne inen? iim iſ. Kij eine nict und fertel des ninn fir d häter, d. h. att zie, lene Jehrten b Gewizhe i de fllh nung aſd M ng in da zu Bau⸗ gebraucht en Kirch⸗ aber nur ner Per⸗ as andre gegeben Forſten efreiung Namen. von den ſondern und von s Gras thaltung i. Auch zzen der ſelben in der Zehn⸗ ich ihrem ichte und er zehnte lag und uard VI. 1 Kultur vonnenen n Sinne Geſetzes, oßen ver⸗ em Cum⸗ nye übe⸗ Zehnten und Gemeindelaſten. 123 Betrag des Zehnten. Bei Schaͤtzung der Pachtrente von einer dem Zehnten unter⸗ worfenen Beſitzung muß der Betrag deſſelben, ſo wie der aller an⸗ deren Abgaben, abgezogen werden; da aber darin ein großer Un⸗ terſchied ſtatt findet, laͤßt ſich keine beſtimmte Regel fuͤr derglei⸗ chen Berechnungen aufſtellen. Die nachfolgende, einem neu er⸗ ſchienenen, ſehr nutzbaren Schriftchen*) entnommene Schaͤtzung moͤge einen Begriff davon geben, wie ungefaͤhr dabei zu ver⸗ fahren iſt. Bei einem Ackergute, das zum dritten Theile zu Gras nie⸗ derliegt und den Zehnten aller Art zu entrichten hat, wird ein Fuͤnftheil des taͤhrlichen Pachtgeldes oder Reinertrages im Allge⸗ meinen fuͤr eine demſelben entſprechende Ausgleichungsſumme ge⸗ halten; d. h., wenn zehntfreies Land 35 Schilling vom Acker Pacht gaͤbe, wird der Acker von ſolchem, auf dem der große und kleine Zehnten liegt, nur 28 Schilling geben. Wuͤrde nun daruͤ⸗ ber Gewißheit auf einem Landgute von 100 Ackern verlangt, das in der folgenden Weiſe bewirtzſchaltet wird, ſo kaͤme die Rech⸗ nung alſo zu ſtehen: 20 Acker Weizen zum angenommenen Preiſe von 160 Pf. 10 ⸗ Gerſte desgl.. 70 ⸗ 5 ⸗ Hafer desgl.... 25 ⸗ 5„ Bohnen desgl. 25 ⸗ 10 ⸗ Klee desgl........ 35 ⸗ 10 ⸗ Turnips desgll.... 35 ⸗ 10 ⸗ Brache...— 3 30 ⸗ Heu u. Weide desgl...... 75 ⸗ 425 Pf. Davon betraͤgt der zehnte Theil 42 Pf. 10 Sh. Davon abgezogen die Erntekoſten. 7 ⸗ 10 ⸗ Bleibt Nettobetrag des Zehnten 35 Pf.— Sh. Dieſe Summe betraͤgt 7 Shilling vom Acker oder ein Fuͤnf⸗ theil der Pachtrente. Waͤre aber das Gut nur dem Kornzehnten unterworfen, ſo ſtellte ſich die Rechnung alſo: *) Bayldon uber die Schaͤtzung des Grundeigenthums in Bezug auf die Armentaxe. ——— 124 Viertes Kapitel. 20 Acker Weizen zum angenommenen Praſſ von 160 Pf. 10 ⸗ Gerſte desgl..... 70 5 12. Hafer desgl... 25 ⸗ 5*⸗ Bohnen desgll.. 25 ⸗ Dasvon betraͤgt der zehnte Theil 28 Pf. Die Erntekoſten abgezogen 4 ⸗ Bleibt Nettobetrag des Zehnten 24 Pf. Dies macht vom Acker 4 Sh. 91⅝ P. Nach vorſtehender Berechnung erſcheint der Betrag des Vi⸗ karialzehnten faſt ganz genau halb ſo groß, wie der Rektorial⸗ zehnten; und dies ſtimmt auch mit der angenommenen Meinung uͤberein; ſo daß bei Berechnung der fuͤr Pachtgeld und Zehn⸗ ten zu zahlenden Summen ſich ihr Verhaͤltniß folgendermaßen darſtellt: Rente vom Acker, wenn er zehntfrei iſt 35 Sh. vollen Zehnten 7 Sh.— P. Betrag des V großen 4. 8 vom Acker. kleinen 2 4 wenn es voll zehntet vom Acker. 28 Sh.— Rente ſeen es nur den großen Zehnten gibt 30 ⸗ 4 wenn es nur den kleinen gibt 32 ⸗ 8 A A Zehentrecht. In den katholiſchen Laͤndern gehoͤren die Zehnten lediglich der Kirche, die ſie jure divino, nach goͤttlichem Recht, einfordert. Bei uns aber werden ſie nur durch Geſetze und Statuten gehal⸗ ten, und wenn die Anſpruͤche auf ihren Beſitz auch eben ſo feſt begruͤndet ſind, wie andere Eigenthumsrechte, ſo hat doch die Geſetzgebung die Macht, daß ſie die Ausuͤbung aller Berechtigun⸗ gen, die dem allgemeinen Wohl nachtheilig werden, beſchraͤnken kann, und dem zu Folge auch ſchon Manches zur beſſern Regu— lirung der Zehnten verſucht. In Schottland kamen ſchon im J. 1587 alle Zehnten, mit Ausnahme der dem Fonds von Schulen und Kollegien gehoͤrigen, an die Krone, von der ſie unter Karl I. in eine beſtimmte Ab⸗ gabe zu einem Fuͤnftheil des jaͤhrlichen Reinertrages vom Lande wid 45 3 richih inn bet Änddos3, gänt tang riethans ſice zu kke diſer ther aler d Ier,und di ſtinen a lin, wenn 9 d n tmi usbiſter h tn äligen n gbt, we diſde doch no Kohett rn landwie Nacte tonn dührung, ſe Potthel vo 3n J Fläce in d Vaxzänte ſid in Lor 3r Eng tir uc ge 16 valhes d nic de tewndelt n Un iiht ur min in ui adh die biſie 1) m in dſſen Ge adns iitg hant nan Yfundn gäüher wende del uh ſ ſne des Vi⸗ tektorial⸗ Meinung d Zehn⸗ eermaßen lediglich rfordert. gehal⸗ ſo feſt doch die ſchtigun⸗ chraͤnken n Regu⸗ ten, mit ehörigen, amte Ab⸗ mn Lande Zehnten und Gemeindelaſten. 125 verwandelt wurden, von der die Beſoldung der Geiſtlichen bezahlt wird. Dies geſchieht gewoͤhnlich in Getreide, das immer in einem richtigeren Verhaͤltniß zu den andern Lebensmitteln ſteht, als Geld, und das Zehntgericht, dem die Beaufſichtigung dieſes Theils des Kir⸗ cheneigenthums zuſteht, hat die Befugniß, die Beſoldung der Geiſtlichen zu erhoͤhen, wenn ſie nicht zureichend erſcheint. Die Akte zu dieſer Verwandlung des Zehnten ermaͤchtigt die Eigen⸗ thuͤmer aller Landguͤter, ihre Zehnten zu einer Zeit abſchaͤtzen zu laſſen, und die danach feſtgeſetzte Rate bleibt dann unveraͤnderlich; es iſt ihnen auch erlaubt, dieſe fuͤr einen feſtgeſetzten Preis abzu⸗ loͤſen, wenn gleich die Zehnten ein kollegialiſches Eigenthum ſind, das zwar taxirt, aber nicht verkauft werden kann. Die meiſten Gutsbeſitzer haben dieſe Erlaubniß benutzt, und wenn auch dies von einigen nicht geſchah, und es daher noch Guͤter in Schott— land gibt, welche Zehnten entrichten muͤſſen, ſo iſt der Betrag deſſelben doch unabaͤnderlich feſtgeſetzt. Daher iſt ganz begruͤndet, was Robert Kerr, der ausgezeichnete ſchottiſche Surveyor, in ſei⸗ nem landwirthſchaftlichen Berichte von Barwickſhire ſagt:„Der Pachter kommt hier mit dem Geiſtlichen nie in unangenehme Be⸗ ruͤhrung, ſondern lebt mit ihm in guter Nachbarſchaft und zieht Vortheil von ſeiner Belehrung und ſeinem Beiſpiel.“ In Ireland wurde das Weideland, ob es gleich die meiſte Flaͤche in dieſer Inſel einnimmt, durch eine Parlamentsakte vom Weidezehnten entbunden, und noch umfaſſendere Beſtimmungen ſind im Vorſchlag. In England fordert es vielleicht das Wohl der Kirche ſelbſt, aber doch ganz gewiß das des Ackerbaues und des ganzen Lan⸗ des, welches mit jenem innig verwoben iſt, daß der Zehnten in eine nach dem jaͤhrlichen Pachtgeld zu beſtimmende feſte Abgabe verwandelt, nicht mehr in Natur entrichtet werde. Denn dieſes legt nicht nur in manchen Faͤllen der Urbarmachung wuͤſter Laͤn⸗ dereien ein unuͤberſteigliches Hinderniß in den Weg, ſondern haͤlt auch die beſſere Benutzung des guten Bodens zuruͤck, weil Nie⸗ mand geneigt iſt, ſein Kapital auf ein Unternehmen zu verwen⸗ den, deſſen Gewinn er mit einem Andern theilen muß, der kei⸗ nen Antheil an der Gefahr mit nahm. Es iſt ſchon laͤngſt ganz richtig bemerkt worden, daß, wenn durch einen Aufwand von neun Pfunden der Ertrag eines Acker Landes um zehn Pfund geſteigert werden kann, jener Aufwand auch gewiß gemacht werde, weil nach ſeiner Wiedererſtattung noch ein Pfund zum Wohl des 126 Viertes Kapitel. Ganzen als Gewinn uͤbrig bleibt, daß aber dieſes Land, ſobald es zehntbar iſt, in ſeinem uneintraͤglichen Zuſtande verbleiben muͤſſe, da Niemand ſeine beſſere Kultur unternehmen werde, weil dann der Zehntberechtigte den ganzen Gewinn zoͤge. Es ſcheint auch in der That durch die juͤngſten Verhandlungen uͤber dieſen Gegenſtand die Üüberzeugung von den Nachtheilen des Zehnten ſo allgemein Wurzel gefaßt zu haben, daß wahrſcheinlich recht bald eine geſetzliche Maaßregel zu ſeiner Umwandlung zu erwarten iſt. Gemeinde⸗Abgaben. Die andern Gemeindelaſten, die den Pachter vornehmlich be⸗ treffen, ſind die den Straßenbau angehenden und die Armen⸗ taxen. Das Geſetz, welches jene regulirt und gewoͤhnlich das Ar⸗ beitsſtatut(Statute labour) genannt wird, verordnet, daß alle Diejenigen, welche einen Wagen oder Karren beſitzen, zwei bis drei Zugthiere halten und in der Gemeinde Land fuͤr 50 Pfund jaͤhrliches Pachtgeld bewirthſchaften, ſechs Tage in jedem Jahre zu der Zeit und an dem Orte, die der Straßenmeiſter bezeichnet, nach vier Tage zuvor geſchehener Anzeige, ein ſolches Fuhrwerk⸗ mit drei Ochſen oder Pferden, wie der Gebrauch der Gegend es mit ſich bringt, beſpannt, nebſt allen noͤthigen Werkzeugen und zwei tuͤchtigen Maͤnnern, von jeden 50 Pfund Pachtgeld ſtellen ſollen, um die Wege in dem Kirchſpiel mit herſtellen zu helfen. Diejenigen, welche zwar ein ſolches Geſpann halten, deren Landpacht aber jaͤhrlich nicht 30 Pfund uͤberſteigt, ſtellen nur einen Arbeiter; und die, welche kein Geſpann haben, aber Land beſitzen, ſind zu einer jaͤhrlichen Geldabgabe von 6 Pences von jedem Pfund Pacht verpflichtet. In dem Falle, wo nicht das volle Geſpann verlangt wird, gelten ein Karren und zwei Pferde mit einem Mann fuͤr zwei Drittheile des Ganzen, und wenn nur ein Pferd dabei iſt, fuͤr die Haͤlfte. Drei Mann koͤnnen ſtatt eines vollen Geſpanns ver⸗ langt werden; und die Strafe fuͤr Nichtbeachtung des Geheißes betraͤgt zehn Schilling fuͤr ein volles Geſpann und verhaͤltniß⸗ maͤßig kleinere Summen fuͤr die anderen Forderungen. Es iſt jedoch einem Jeden freigelaſſen, ſeine Leiſtungen in Geld abzutra⸗ gen, entweder nach einem in den zu Michaelis ſtatt findenden Sitzungen der Diſtriktsgerichte feſtzuſetzenden Preiſe, der jedoch iitniei van än pih pridn an de Ber ricnmn, daß zune iide amonote he d ſtad d wiine aller ſttinde, d m Wbeiten! de uus beſi finn in fohe A Gat fn, dun de u veden. d dun R. nuch weden den inden vid; ich maht, teiſn funn Eie ünnen: de fahſt uhe r ſat keie R, viſce ud ſid ne r ſen dor di Gediin im rietiit ir ins un Ni nn ange ſodi ſa mj R Zehnten und Gemeindelaſten. 127 d, ſobad nicht zwoͤlf Schillinge fuͤr ein volles Geſpann uͤberſteigen darf, oder, verbleiben wenn eine ſolche Beſtimmung nicht ergeht, nach folgender Taxe: erde, wei 3 Pferden und 2 Mann 8 Sh. Es ſcheim Fuͤr jeden Karren mit 2 ⸗ 1 ⸗ 4 ⸗ des Tags. her dieſen 1 1 3 ⸗ ihnten ſo Die Bewohner eines Kirchſpiels haben auch das Recht zu echt bald verlangen, daß ſie waͤhrend der drei Monate im Fruͤhling und arten iſt. Sommer jedes Jahres, welche die Saat⸗, Heu⸗ und Getreide⸗ erntemonate heißen, mit der Straßenarbeit verſchont bleiben, und daß, ſobald die ganze Arbeitsleiſtung nicht erforderlich iſt, entwe⸗ der eine allgemeine Ermaͤßigung derſelben im ganzen Kirchſpiele nlich be⸗ ſtatt finde, oder die Namen Derjenigen, die zu den vorzunehmen⸗ Armen⸗ den Arbeiten noͤthig ſind, bei einer Kirchſpielverſammlung durch das Loos beſtimmt werden; in letzterem Falle bleiben die Betrof⸗ das Ar⸗ fenen im folgenden Jahre befreit. daß ale Die Geſpanne des Pachters ſind auch der Gefahr unterwor⸗ wei bis fen, von den Gerichten zum Fortſchaffen der Truppen verlangt ˖ Pfund zu werden. Dies ereignet ſich jedoch nur ſelten, und kommt, Jahre da deren Marſch die Landſtraßen ſelten verlaͤßt, nicht uͤberall vor, zächnet, auch werden dieſe Fuhren vom ganzen Kirchſpiel bezahlt. uhrwerk⸗ In England kann die Herſtellung einer Straße bewirkt wer⸗ egend es den, indem dieſelbe dem Kirchſpiel, durch das ſie laͤuft, aufgegeben gen und wird; in Schottland aber gibt es kein Geſetz, das dieſes moͤg— ftellen lich machte, ſobald naͤmlich die Bewohner eines Kirchſpiels nach⸗ efen. weiſen koͤnnen, daß ſie ihre geſetzliche Arbeit verrichtet haben. deren Sie koͤnnen in dieſer Hinſicht wohl thun, woruͤber ſie untereinan⸗ en nur der ſelbſt uͤbereinkommen; aber die Mehrzahl der Kirchſpielbewoh⸗ Land ner hat keine Mittel, die Minderzahl zu einer Leiſtung zu zwin⸗ gen, welche die durch das Geſetz beſtimmten uͤberſteigt In Ire⸗ d den land ſind die Straßen in einem weit beſſeren Zuſtande, ohne die wird, nur ſelten vorkommende Hilfe von Wegegeldern. Sie werden u zwei durch Geldeinforderungen, die von Seiten der Friedensgerichte in ſt, für ihren vierteljaͤhrlichen Sitzungen ausgehen, hergeſtellt und mit 6 ver⸗ Hilfe eines vortrefflichen Materials im beſten Zuſtand erhalten. zeheißes haͤltniß⸗ AArmentarpe. ni Die Unterſtuͤtzung der Armen, die unter dem Namen Ar⸗ denden mentaxe ſo druͤckend das Landeigenthum in England belaſtet, ent⸗ 3 ſach ſtand nach der Aufhebung der Kloͤſter unter Heinrich VIII., wo 128 Viertes Kapitel. eine ſolche Anzahl alter und ſchwacher Leute, die von der Mild⸗ thaͤtigkeit dieſer Stiftungen erhalten wurden, Unterſtuͤtzung verlo⸗ ren, daß es noͤthig wurde, fuͤr ſie durch oͤffentliche Wohlthaͤtig⸗ keit zu ſorgen. Im drei und vierzigſten Jahre der Koͤnigin Eli⸗ ſabeth wurde, darauf bezuͤglich, eine Akte erlaſſen, daß in jeder Gemeinde entweder woͤchentlich oder in anderen Zeitraͤumen durch Schaͤtzung eines jeden darin wohnenden Beſitzers von Land, Haͤu⸗ ſern, Zehnten, verkaͤuflichem Buſchholze*) oder von Kohlenminen, Geldbeitraͤge geſammelt werden ſollten, die hinlaͤnglich waͤren, einen Vorrath von Flachs, Hanf, Wolle ꝛc. zur Beſchaͤftigung der Armen zu kaufen, ferner denen, die lahm, unvermoͤgend, alt und blind untuͤchtig zur Arbeit waͤren, Unterſtuͤtzung zu verſchaf⸗ fen, und den Unterricht ihrer Kinder zu beſorgen. In Folge dieſer Verordnung, die in der Hauptſache noch in Kraft iſt, ſoll eigentlich das ganze perſoͤnliche Eigenthum der Ge— meindeglieder zu Abgaben verbunden ſein; aber wegen der Schwie⸗ rigkeiten, die dieſer Erhebungsart entgegenſtehen, iſt es gewoͤhn⸗ lich, dieſelben blos nach dem Jahresertrage der Haͤuſer und Laͤn⸗ dereien zu beſtimmen. Dieſer wird entweder nach ihrer wirkli⸗ chen Rente oder nach ihrem angenommenen Werthe, den man ge⸗ woͤhnlich nur zu zwei Drittheilen des wirklichen anſetzt, berechnet. Es iſt augenſcheinlich, daß es ganz auf eins herauskommt, ob die Beitraͤge nach dem vollen Betrage oder nur nach einem Theil der Jahresrente erhoben werden, ſo bald nur ein gleicher Maaß⸗ ſtab bei allen Beſteuerten angewendet wird. Sollte einer die Über⸗ zeugung haben, daß er uͤber den wahren Betrag ſeines Einkom⸗ mens oder verhaͤltnißmaͤßig hoͤher, als ſein Nachbar beſteuert ſei, ſo hat er das Recht, bei den vierteljaͤhrigen Gerichtsſitzungen eine Appellation einzureichen; ſeinen Beitrag muß er aber, ſo bald er eingefordet wird, ſelbſt waͤhrend der Appellation, zahlen, und ge⸗ ſchieht ſolches nicht, ſo haben zwei Diſtriktsrichter das Recht, ihn deshalb zu belangen, und wenn er ihrer Ermahnung zu zahlen nicht Folge leiſtet, Beſchlag auf ſein Vermoͤgen zu legen. Die urſpruͤngliche Abſicht dieſer Einrichtung war, Denen, die aus Schwaͤche ſich ſelbſt zu erhalten, unfaͤhig waren, Unterſtuͤ⸗ tzung, und denen, die keine Arbeit hatten, die Mittel zur Beſchaͤf⸗ *) Unter verkaͤufllichem Buſchholz iſt ſolches zu verſtehen, das dem Zehn⸗ ten unterworfen und zum Verkauf beſtimmt iſt, kein ſolches, das der Grund⸗ beſitzer zur Feuerung und anderen Gutsbeduͤrfniſſen noͤthig hat.— digun u u ſe! tm tftg ni di fraktr der Ärhr, dor laſt Ii erfer dericht ne bwende g ſt, nich ſe aſung z Vvelatione fonden di tal ge riiche ww ni de ſch be vihſen wi ſe ihten Name d ttaut wer Arwen e Efalrun Frin zu ung gerof drür Fitſpitn Kine d ti 1 Irie laütung i be nohnhei het, es i; 39 dih ana a” ſifen. er Mid⸗ g verl⸗ in Eli⸗ in jeder durch Haͤu⸗ minen, waͤren, tigung d, alt erſchaf⸗ ooch in er Ge⸗ chwie⸗ woͤhn⸗ Laͤn⸗ wirkli⸗ aan ge⸗ rxechnet. imt, ob ald er nd ge⸗ t, ihn zahlen een, die nterſtu⸗ Beſchäf⸗ dem Zehn⸗ er Grund⸗ Zehnten und Gemeindelaſten. 129 tigung zu verſchaffen. Daß dieſelbe aber ſehr mißbraucht wird, und die unuͤberlegte Ausdehnung der den Armen dargereichten Un— terſtuͤzung dazu beigetragen hat, deren Sinn fuͤr Selbſtachtung, ſo wie ein edles Unabhaͤngigkeitsgefuͤhl zu untergraben und den Karakter der niedern Volksklaſſen zu verderben, das iſt leider nur zu wahr, waͤhrend dadurch auch zugleich dem Lande eine unge⸗ heure Laſt aufgebuͤrdet worden iſt. Dieſe iſt jedoch zum großen Theil entſtanden durch die jaͤhrliche Ernennung der Armenauſſeher, die nicht nach ihrer Tauglichkeit, ſondern der Reihe nach in der Gemeinde gewaͤhlt werden, und das Geſchaͤft oft mit Nachlaͤſſig⸗ keit, nicht ſelten auch mit Unwiſſenheit beſorgen. Dies gibt Ver⸗ anlaſſung zu Mißverſtaͤndniſſen bei Erhebung der Beitraͤge, zu Appellationen, Zahlungsruͤckſtaͤnden, und noch manchen andern Übel⸗ ſtaͤnden, die den Armen ſowohl, wie dem Steuernden zum Nach— theil gereichen. Statt dieſer fehlerhaften haben manche Kirchſpiele die ungleich zweckmaͤßigere Einrichtung getroffen, daß ſie Maͤnner, die ſich beſonders gut dazu eignen, zu beſtaͤndigen Armenaufſehern waͤhlen und ihnen eine angemeſſene Beſoldung bewilligen, damit ſie ihrem Amte ihre ſtete Aufmerkſamkeit widmen. Da ſolche Maͤnner nothwendig mit dem ihnen uͤbertragenen Geſchaͤft ver⸗ traut werden und eine genaue Bekanntſchaft mit dem Zuſtand der Armen erlangen muͤſſen, ſind ſie auch beſſer, als die, denen dieſe Erfahrung abgeht, geeignet, Mißgriffe zu vermeiden und Betruͤ⸗ gereien zu entdecken. In großen Kirchſpielen, wo dieſe Einrich⸗ tung getroffen worden, haben die gemachten Gelderſparniſſe ſchon die dafuͤr gehabten Ausgaben uͤbertroffen, waͤhrend in kleinen Kirchſpielen, die keinen beſtaͤndigen Armenvorſteher haben, der Ein⸗ zelne ſo viel geben muß, wie an mehren Orten zuſammen. In Schottland, wo die Beduͤrfniſſe der Armen auf keine Weiſe vernachlaͤſſigt werden, hat man ihre Anſpruͤche auf eine Weiſe zu befriedigen gewußt, die fuͤr die Unterſtuͤtzenden nur we— nig druͤckend iſt, weil man das Geſetz auf eine weiſere Art in Ausuͤbung brachte, und die dort ſchon uͤbliche von Vorſicht diktirte Gewohnheit, einen großen Theil der laͤndlichen Arbeiter mit Mehl und anderen nothwendigen Lebensbeduͤrfniſſen, ohne Ruͤckſicht auf ihren Preis zu bezahlen, benutzte. Und in Irland iſt bis jetzt die zahlreiche Bevoͤlkerung genoͤthigt geweſen, ſich ohne eine ge— ſetzlich angeordnete Unterſtuͤtzung von Seiten ihres Kirchſpiels zu behelfen. I. 9 130 Fuͤnftes Kapitel. ——— 5 0. Fuͤnftes Kapitel. V 1 F Stwe g Kohn Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. Kn. Zweckmaͤßigkeit und Einfachheit ſollten bei den landwirthſchaftli⸗ chen Gebaͤuden mehr beruͤckſichtigt werden, als Symmetrie. Net⸗ tigkeit, Feſtigkeit und Dauerhaftigkeit ſind allerdings auch erfor— derlich, aber der Hauptzweck bleibt doch, das Haus und die Wirthſchaftsgebaͤude ſo zu einander zu ſtellen, daß Zeit und Ar— beit aufs Äußerſte erſpart werden und der Wirthſchafter ſein Ge— ſchaͤft mit der moͤglich geringſten Anzahl von Dienſtboten be⸗ ſchicken koͤnne; denn dadurch laͤßt ſich nicht nur der Vortheil, den Ordnung und Betriebſamkeit gewaͤhren, am ſicherſten erreichen, ſondern auch an Koſten bedeutend erſparen. Der gewoͤhnlichſte Gebrauch iſt, die Gebaͤude an der oͤſtlichen, weſtlichen und noͤrd— lichen Seite eines laͤnglichen Vierecks zu errichten, und letzteres in zwei umzaͤunte Hoͤfe zu theilen fuͤr Vieh von verſchiedenem Alter; die Suͤdſeite bleibt blos mit einer Vermachung geſchloſſen, dem Zugang der Sonnenſtrahlen, der Waͤrme wegen, offen und hat in ihrer Fronte das Wohnhaus ſammt den kleineren Wirth⸗ ſchaftsgebaͤuden vor ſich, wie Fig. 1. u. 2. zeigen. Figur 1. D b A B D 1O O—eme—nzx e 8₰ ☛ C=F eo o A h 4 3— iter F Iner * 3 Nl⸗ 1₰1— F B 29 3: 3 d. Sche T:: 4 1 2. 1 1 .::. d0. ibe A. Scheune, die ſich nach dem Platze oͤffnet, wo die Feimen ſtehen. B. Schuppen, oben mit Schuͤttboͤden. ſchaftli Net⸗ erfor⸗ nd die dd Ar⸗ in Ge⸗ en be⸗ l, den reichen, nlichſte noͤrd⸗ letzteres ledenem chloſſen ffen und Witth⸗ en. Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 131 z. C. C. Staͤlle fuͤr Kuͤhe und anderes Vieh. Schuppen fuͤr junges Vieh mit Futterboͤden daruͤber. Schuppen fuͤr Wagen und Ackergeraͤthe. Schweineſtaͤlle. Wohn⸗ u. Wirthſchaftsgebaͤude. H. H. H. H. Offene Schuppen mit umzaͤunten Hoͤfen, 809 S Laff⸗ und Kuͤchengarten. Figur 2.(In einem groͤßeren Maaßſtabe. Außeres Ochſenhaus. Inneres zur Heufuͤtterung. Platz zu Feimen. Schuppen fuͤr Wagen mit Schuttboͤden daruͤber. Scheune mit zwei Dreſchtennen. 72 Fuß lang, 23 Fuß weit und 20 Fuß hoch. Huͤhnerhaͤuſer.— Offene Viehſchuppen. Eingezaͤunte(vermachte) Hoͤfe. Waſſerplumpe. überdeckte Troͤge fuͤr die im Hofe herumlaufenden Schweine. Erhoͤhter Weg rund um den Viehhof. Raum fuͤr das Pferdegeſchirr. Stall fuͤr acht Pferde, mit einem Boden daruͤber. 9* 132 Fuͤnftes Kapitel. 14 und 15. Schweineſtälle und Hoͤfe. 16. Kuhhaͤuſer, jedes fuͤr acht Kuͤhe; Boͤden daruͤber. 17. Futtergang und Turnipshaus. 18. Kälberſtall. 19. Huͤhnerhof. 20. Schuppen. 21. Wohn⸗, Geſinde⸗ und Milchhaus. Wenn aber auch dieſe Einrichtung meiſtens zu billigen iſt, ſo muß dennoch in manchen Faͤllen die Stellung der Gebaͤude ſich nach andern Umſtaͤnden richten. Der Weſtwind erheiſcht bis⸗ weilen einen ſtaͤrkern Schutz, als der Oſtwind, und ſelbſt kleine Wirthſchaftshoͤfe ſind nicht immer gaͤnzlich mit Gebaͤuden zu um— geben. Dann ſollten ſie aber jederzeit mit dichten Hecken ge— ſchloſſen werden; die Ausgabe dafuͤr iſt faſt fuͤr nichts zu rechnen; denn wenn nichts Beſſeres dazu da iſt, reicht ſelbſt Stechginſter dazu hin, das Vieh gegen Kaͤlte zu ſchuͤtzen. Daß dies geſchehe, kann nicht genug empfohlen werden; denn auch zugegeben, daß ſich das Vieh, wie Manche behaupten, in offenen Hoͤfen wohler befinde, als in bedeckten, ſo muß es doch gegen Luftzug geſchuͤtzt werden, der durchdringender und kaͤlter iſt, als die freie Luft ohne irgend einen Schutz. Es wird auch allgemein angerathen, das Wohnhaus des Wirthſchafters jederzeit an der Vorderſeite des Hofes geradevor zu ſetzen. Dagegen kann indeſſen eingewendet werden, daß es jedes Mal Schatten auf den ſuͤdlichen Eingang des Hofes werfe, ſo— bald es zu nahe ſteht; bei großer Entfernung aber manche Un— bequemlichkeit zur Folge habe. Die beſte Stellung iſt vielleicht auf der einen Seite des Hofes mit dem Austritt auf denſelben. Man mag noch ſo viel von den ungeſunden Ausduͤnſtungen ſpre— chen, die von den Staͤllen und Viehhoͤfen kommen ſollen, es iſt noch Niemand davon krank geworden, und kein Landwirth kann ſeine Dienſtboten und Viehbeſtaͤnde nahe genug vor Augen haben. Es iſt auch natuͤrlich, daß der Umfang der Wirthſchaftsgebaͤude der Groͤße der Wirthſchaft und des einzelnen Wirthſchaftszweiges, fuͤr den ſie beſtimmt ſind, angemeſſen, ſie ſelbſt aber ihrer Be— ſtimmung gemaͤß eingerichtet, und ſo nah an einander gelegen ſein muͤſſen, wie es ſich nur irgend mit der Schicklichkeit vertraͤgt. Da indeſſen die Hofraͤume eben ſo verſchieden ſein muͤſſen, wie die Wirthſchaften, ſo wuͤrde auch eine beſtimmte Vorſchrift uͤber die Anlage eines Wirthſchaftshofes eben ſo unrecht ſein, wie die uͤber die Einrichtung einer Wirthſchaft ſelbſt. Wie Groͤße, Boden, 1 ee V üycht ſ me ummd an W 3 bn b diſer Ge 4 i6 1 Ins von 4 nache renohnun und ſin, Vrtſthf Rch in! tn ditme Häuſa, ſch ide Räſefer! ſupen nnt Stro Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 133 Lage und andere Verhaͤltniſſe ſich nirgends ganz gleich ſind, muͤſſen auch nothwendig in der Einrichtung fortwaͤhrend Abaͤnderungen eintreten. Bei manchen alten Wirthſchaftshoͤfen iſt kein regelmaͤ⸗ ßiger Plan befolgt worden; die nach einander kommenden Inha⸗ ber haben hinzugefuͤgt, was ihnen am bequemſten duͤnkte, und en iſt aus dieſem Anfuͤgen des Neuen zum Alten iſt die Unregelmaͤßig— caͤnde keit der erſten Anlage nur noch vermehrt worden. In dieſer Hin⸗ t bis⸗ ſicht iſt vielleicht nichts unbequemer, als die Lage mancher Hoͤfe kleine zu den dazu gehoͤrigen Laͤndereien. Mancherlei Umſtaͤnde verhin⸗ g ri dern jedoch ihre gaͤnzliche Erneuerung, wenn ſie auch in vieler en ge Hinſicht wuͤnſchenswerth waͤre; ſo 3. B. Wege, Gaͤrten und be⸗ Pnan ſonders hinreichendes, leicht zu gewinnendes Waſſer. Es iſt daher ginſer unmoͤglich, uͤberall eine ganz zweckmaͤßige Lage und Zuſammen⸗ ſchhe ſtellung der Wirthſchaftsgebaͤude zu bewirken; doch kann man ver⸗ W d— langen, daß das Wohnhaus anſtaͤndig und bequem, die Scheune 3 ſ geraͤumig, die Stallungen trocken und hinreichende Schuppen fuͤr iie Vieh und Wirthſchaftsgeraͤth vorhanden ſeien, es auch nicht an citt Behaͤltniſſen kleinerer Art fehle. Wenn dann auch die Stellung eLuft dieſer Gebaͤude unabaͤnderlich zweckwidrig iſt, ſo muß man we— nigſtens danach ſtreben, daß ſie warm und reinlich ſeien; denn us des das iſt die nothwendigſte Bedingung, Geſundheit und gute Ord— evor zu nung zu erhalten. s jedes Die Baumaterialien ſind eben ſo verſchieden, wie die Ge— fe, ſo⸗ ſtalt der Haͤuſer. Quadern verdienen, wo ſie wohlfeil zu haben hje Un⸗ ſind, den Vorzug wegen ihrer groͤßern Dauerhaftigkeit; nichts iſt elleicht jedoch beſſer und wohlfeiler, als der Feuerſtein in den Kreidege— ſelben. genden. Flache Ziegel werden in Suſſex und anderen der Witte⸗ ſpre⸗ rung ſehr ausgeſetzten Gegenden zur aͤußeren Bekleidung der uͤbri— es iſt gens von Back⸗ oder Bruchſteinen gebauten Haͤuſer viel gebraucht, kann und machen ſelbige recht warm und wohnlich. Manche alte Pach— haben. terwohnungen beſtehen indeſſen nur aus Fach- und Klebwerk, kbaͤude und ſind, ſammt den unzweckmaͤßig mit ihnen zuſammengeſtellten weiges, Wirthſchaftsgebaͤuden blos mit Stroh gedeckt. Werden dieſelben er Be⸗ jedoch in der Dachung nur leidlich erhalten, ſo ſind ſie im Win— gelegen ter waͤrmer, im Sommer kuͤhler, als auf andre Weiſe gedeckte erträgt Haͤuſer, beſonders wenn ſie klein ſind. Fuͤr Wohnhaͤuſer eignet e, wie ſich indeſſen dieſe Dachungsart doch nicht gut, weil ſie dem Un— ſt über geziefer und der Feuersgefahr ſehr ausgeſetzt iſt; dagegen Vieh— wie dir ſchuppen unterm bloßen Dach ſind hoͤheren vorzuziehen, ſo bald ſie Boden mit Stroh oder Haide gedeckt ſind. Es wird viel Weſens von 134 Fuͤnftes Kapitel. der durch die Daͤcher dem Duͤnger entzogenen großen Menge von Stroh gemacht, aber kein Wort uͤber die durch das Emballiren und die Packkoͤrbe bewirkte ungleich groͤßere Strohverwuͤſtung geſagt. Mit Stroh gedeckte Gebaͤude muͤſſen zwar bei der Feueraſſekuranz eine hoͤhere Praͤmie zahlen; es macht dieſes indeſſen nur wenig aus, und der Schutz, den das Vieh in ihnen findet, iſt jedenfalls mehr werth. Es kann keineswegs unſre Abſicht ſein, Vorſchriften uͤber die Errichtung von Wirthſchaftsgebaͤuden zu geben; denn ein Je— der, der ſich zu ihrer Auffuͤhrung entſchließt, wendet ſich an einen tuͤchtigen Baumeiſter, der die Sache verſteht. Uns ſcheint ihre Stellung und Anordnung von groͤßrer Wichtigkeit, aber auch in dieſer Hinſicht beſchraͤnken wir uns auf einige allgemeine Andeu⸗ tungen, ſo wohl in Bezug auf Sparſamkeit, als auf Bequem⸗ lichkeit, deren Beruͤckſichtigung bei der Anlage von Wirthſchafts⸗ hoͤfen wohl nuͤtzlich ſein duͤrfte; bemerken jedoch dabei zugleich, daß nichts neu gebaut werden ſollte, als was dringend noth⸗ wendig iſt. Es verdient indeſſen bemerkt zu werden, daß ein recht dauer⸗ haftes Wirthſchaftsgebaͤude, mit 2 Fuß ſtarken Mauern, 42 Fuß lang, 18 Fuß weit und 22 Fuß hoch, mit einem Schieferdach, in deſſen Innern ſich eine Kuͤche, Keller, Milchhaus ꝛc. befinden, in Wiltſhire vor kurzem fuͤr nicht ganz 500 Pfund errichtet worden iſt, und daß die Ausgaben fuͤr die uͤbrigen der Groͤße des Guts von 500 Acker Land angemeſſenen Wirthſchaftsgebaͤude auf wenig mehr, als 1000 Pfund geſchaͤtzt wurden. Der Stall, 60 Fuß lang, 20 Fuß tief und 10 Fuß an der Seitenwand hoch, ohne Stockwerk iſt mit Stroh gedeckt und koſtet nur 110 Pfund Ster⸗ ling. Wir machen dabei zugleich aufmerkſam auf die Erſparung bei dieſer Art von Stallgebaͤuden, die ihrem Zweck ſehr gut ent⸗ ſprechen, ohne Koſten fuͤr die Errichtung eines daruͤber befindli⸗ chen Stockwerks zu verurſachen, das weder zur Waͤrme fuͤr das Arbeitsvieh, noch zur Aufbewahrung des Futters nothwen⸗ dig iſt. Die Scheune iſt 64 Fuß lang, und hat, weil ſie an einem Abhange ſteht, unten Schuppen, waͤhrend die uͤber dieſen liegende erhoͤhte Scheunenflur einen bequemen Zugang von dem auf der entgegengeſetzten Seite befindlichen Feimenplatze hat, und unter ſich einen freien Luftzug verſtattet, durch den ſie trocken gehalten und das darauf befindliche Getreide gegen Ungeziefer geſchuͤtzt wird. Eine andre Reihe offener Staͤlle, welche die eine ganze Seite des Hoftun vic, un äünuſ ni Jige jit mij luc thn 10 lüne un n Gob d ohne 1it da keün V iiht wii nil dr ndmni ſi, der rider ü venn de dr bedr den d ſch au fen la Weſtze Maler, und 1 emn 3 Bi dn Zxijſ Daghe, in und — — — — — — gegen daut a d Eo Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 135 ge von Hofraums einnehmen, ſind hinreichend fuͤr 20— 30 Stuͤck Rind⸗ en und vieh, und dieſe alle, ſammt den Kuh-Kaͤlber-Schweine- und t. Mit Huͤhnerſtaͤllen, ſaͤmmtlich mit warmen Schilfdaͤchern, ferner die 3 eine mit Ziegeln gedeckten Kornboͤden uͤber den Wagenſchuppen koſten Haus, nicht mehr, als die oben genannte Summe. mehr Auch iſt in der Nachbarſchaft von Montroſe auf einem Gute uͤber von 400 Pf. Pachtrente ein neues Wirthſchaftsgehoͤfte von 146 Fuß n Je⸗ Laͤnge und 130 Fuß Breite mit feſten und mit Schiefer gedeck— einen ten Gebaͤuden, die eine lange Dauer verſprechen, angelegt worden, tihre das ohne das Wohnhaus, nicht mehr, als 1200 Pfund gekoſtet ich in hat. Daß ein Pachter ſich jede vernuͤnftige Bequemlichkeit wuͤn⸗ ndeu⸗ ſche, iſt natuͤrlich; aber das Streben nach ſchoͤnen Pachtſitzen ſollte zuem⸗ nicht weiter gehen, als bis zu den nothwendigſten Erforderniſſen, hafts⸗ weil der Pachter gewoͤhnlich zur Übernahme aller Reparaturen glich, an den ihm in Pacht gegebenen Gebaͤuden verbunden iſt, und noth⸗ ſie, die regelmaͤßige Abnutzung abgerechnet, ganz in dem Stande wieder uͤbergeben muß, in dem er ſie erhielt. Es iſt dabei gut, wenn der Pachter die Ausbeſſerung einer jeden Beſchaͤdigung, die er er beſorgen muß, ſogleich vornimmt, ſo wie er letztere bemerkt; ach in denn er kommt dann nicht nur wohlfeiler dazu, ſondern erwirbt en, in ſich auch mehr Ehre, als wenn er die Reparaturen ſich ſo haͤu⸗ vorden fen laͤßt, daß ſie laͤſtig werden und zu Streitigkeiten mit dem guts Beſitzer Veranlaſſung geben. Niemand iſt in dieſem Punkt ge⸗ wenig nauer, als die Hollaͤnder; ihre Landguͤter ſind meiſt verpachtet, Fuß und in ganz Holland ſieht man nicht ein Wirthſchaftsgebaͤude in ohne uͤbelm Zuſtand. Ster⸗ Bei dem Aufſetzen des Dachs auf die Mauer muß man rrung den Zwiſchenraum zwiſchen der obern Flaͤche der Mauer und dem teni⸗ Dache, den man gewoͤhnlich mit einem Brete verſchlaͤgt, ausfuͤl⸗ indl⸗ len und immer mit gutem Moͤrtel verſtreichen, weil man ſonſt eine 4 Herberge fuͤr Ratten und anderes Ungeziefer bekommt. Guter 3 fu Schiefer iſt das beſte Material zur Dachdeckung, nur etwas koſt⸗ iwen⸗ bar; keines aber kann ſchlechter ſein, als die gewoͤhnlichen Hohlzie⸗ — gel, mit denen man haͤufig Scheunen und Staͤlle deckt. Im eee Norden des Landes, fern von der Kuͤſte, koͤnnen ſie nicht ſo ver⸗ iegend fertigt werden, daß ſie im Wetter ſtehen, und es wird daher auf de nothwendig, ſie durch eine Bedeckung von Stroh oder Haide da⸗ d unte gegen zu ſchuͤtzen. Verſuche, die man mit Farrn⸗ und Haide⸗ ghalten kraut angeſtellt hat, haben gezeigt, daß Farrnkraut auf der Suͤd⸗ tt wird oder Sommerſeite eines Hauſes 18— 20 Jahre, in manchen Faͤl⸗ eite des 1 136 Fuͤnftes Kapitel. len noch laͤnger dauern kann, waͤhrend gegen Norden ſeine Dauer kaum auf zehn Jahre ſich annehmen laͤßt; denn Nebel und Re— gen beſchleunigen ſeine Zerſetzung, Waͤrme und Trockenheit dage— gen tragen zu ſeiner Erhaltung bei. Die Koſten eines ſolchen Daches betragen im Durchſchnitt fuͤr eine Flaͤche von 115 ½ Qua⸗ dratyards, das Abſchneiden, Anfahren und Auflegen des Farrn— krauts zuſammengerechnet, nicht mehr als 75 Schilling, ſo daß die ſaͤmmtlichen Herſtellungskoſten nicht uͤber 6 Pfund ſteigen. Haide, wohl geſammelt und gehoͤrig ausgetrocknet, dauert eben ſo lange und verurſacht ungefaͤhr dieſelben Koſten. Rohr oder Schilf iſt uͤberaus dauerhaft, und ſchuͤtzt, ſorg⸗ faͤltig aufgelegt, ein Dach laͤnger, als Ziegel. Bei der Anlage von Strohdaͤchern ſollte man uͤberall das im weſtlichen Theile von England uͤbliche Verfahren befolgen, das Stroh naͤmlich von al⸗ len Unkraͤutern ſorgfaͤltig reinigen, dann die Ähren abſchneiden und es ganz, nicht mit durch das Dreſchen zerknikten Halmen auflegen. Roggenſtroh, wenn man es haben kann, iſt anderem vorzuziehen. Zu allen Verpfaͤhlungen, Staketen und anderen Vermachun— gen um die Hofſtaͤtte wird nichts haͤufiger genommen, als Kopf— holz, und man ſollte ſelbiges auch ſtets dazu nehmen, weil es in der Regel ein Erzeugniß der eignen Wirthſchaft iſt, einen gerin— gen Werth, ausgenommen als Feuerholz, beſitzt und zur Erſpa— rung beſſeren Zimmerholzes zu Gebaͤuden beitragen kann. Alle Anlagen dieſer Art ſollten jederzeit im Accord gefertigt, nach ihrer Vollendung aber genau unterſucht werden. Da Trockenheit ein Hauptbewahrungsmittel der Geſundheit iſt und weſentlich zur Erhaltung der Gebaͤude beitraͤgt, muß man nicht nur durch einen guten Grund und vollkommne Entwaͤſſe— rung dieſelbe zu erlangen ſuchen, ſondern auch zuletzt noch rund um die Gebaͤude das Erdreich einen Fuß tief ausgraben, dieſe Vertiefung mit hartem trocknem Schutt und Moͤrtel, denen man Scherben von Glas und Toͤpfergeſchirr zuſetzt, ausfuͤllen und dann das Ganze recht feſt ſtampfen. Dies befoͤrdert nicht nur die Trockenheit, ſondern haͤlt auch die Ratten ab. Sollte dieſe Vorſichtsmaßregel nicht angewendet worden ſein, ſo verlohnt es ſich, den Fußboden im Innern rundum bis zu einer ziemlichen Tiefe und Breite mit einer Miſchung von Kalkgrand, mit Glas und Thon oder mit Schmiedeaſche und Ziegelmehl außzufuͤllen; denn die Ratten und Maͤuſe, die pfiffig genug ſind, unter der Mau fuann Enn un 1 Bodei ll ſcht . nit geſo gyn diſe Unter igſe wege ſch i Unfing e nre dlei nit einem A! wetden, d uner ene dnen r nde d Diſe der En hmn fir Gxrif, almen derem achun⸗ Sohf US in Igerin⸗ Erſpa⸗ Ale Hihrer ndheit Zman waͤſſe⸗ rund dieſe man m und ht nut e dieſe hut e mmlichen t Glas ffülln; ntet der Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 137 Mauer ſich hindurchzugraben, gehen ſelten tiefer. Hoͤlzerne Haus⸗ fluren, wie die in den Scheunen, ſollten jedes Jahr vor der Ernte unterſucht werden und unter den Lagern hohl, auch unten am Boden mit Loͤchern verſehen ſein; damit Katzen hinzu koͤnnen Alle ſichtbar werdende Rattenhoͤhlen ſollten ferner augenblicklich mit geſtoſſenem Glas oder Gift verſtopft und ein beſtaͤndiger Krieg gegen dieſes verwuͤſtende Thier gefuͤhrt werden. Scheunen. Unter allen Wirthſchaftsgebaͤuden iſt die Scheune das wich⸗ tigſte wegen der mannichfaltigen Zwecke, zu denen ſie dienen kann. An ſich iſt ſie zwar ein ſehr einfaches Gebaͤude; aber ihr großer Umfang erlaubt, daß an ihr unter demſelben Dach ſich noch mehre kleine Raͤume anbringen laſſen. So kann eine gewoͤhnliche, mit einem Dach verſehene Scheune von 70 Fuß Laͤnge und 22 Fuß Breite auf jeder Seite der Thore ſo weit ausgedehnt werden, daß vier Schuppen von 26 Fuß Laͤnge und 14 F. Weite unter einem Dach entſtehen; und daran ſind noch Vordaͤcher von einem Fuß Breite und 50 Fuß Laͤnge, die durch daruͤber ſich oͤff⸗ nende Fenſter hinlaͤnglich Luft zulaſſen, ſehr wohlfeil anzubringen. Dieſe Gebaͤude ſind, auf ſehr verſchiedene Weiſe aufzufuͤhren; der Entwurf, den der verſtorbene Arthur Young von einem ſol— chen fuͤr den General Waſhington machte, kann einen richtigen Begriff geben: E Magtslab 3 75 25 36 Jo 30 Slss 1. 2. 3. 4. 5. 6. Der Scheunenraum. 1 1. 2. 7. 8. Die Vorhalle deſſelben mit einem kleinen Thor bei 9 138 Fuͤnftes Kapitel. 10. 11. Das große Thor fuͤr die Wagen. 12. Die Dreſchtenne, welche den Raum 1. 2. 10. 11. einnimmt. 13. 13. Banſen, in denen das Getreide aufgeſtaucht wird. 14. 14. 14. 14. Schuppen oder offene Staͤlle fuͤr Pferde und Rindvieh. 15. 15. 15. 15. Futterkrippen und Raufen. 16. 16. 16. 16. Futtergaͤnge von 2—3 Fuß Weite. 17. 17. 17. 17. Thuͤren zu dieſen Futtergaͤngen. 18. 18. 18. 18. Ständer, worauf die Schuppen ruhen. 19. 19. 19. 19. Rinnen von Ziegelſteinen, den Harn des Viehes in die Ciſternen 20. 20. 20. 20. zu leiten, aus denen er regelmaͤßig jeden Tag auf den Duͤngerhaufen gebracht wird. 21. 21. 21. 21. Schuppen zu mancherlei Gebrauch. 22. 22. Zwei Hoͤfe, jeder mit einem Schuppen zum Obdach, der eine mit niedrigen Raufen etwa fuͤr Schafe; der andre abgetheilt fuͤr eine Stute und zwei Fuͤllen oder fuͤr jaͤhrige Kalben. 23. 23. Verpfaͤhlung. 1. 2. 8. 3. 4. 5. 6. 7. Der Hauptkoͤrper der Scheune, welcher ſich bis donac, 14— 20 Fuß uͤber die anderen, darangeſetzten Raͤume erhebt. Der Raum fuͤr das Vieh kann durch eine geringe Ausdeh⸗ nung der Schuppen auf jeder Seite nach dem Beduͤrfniß und den Verhaͤltniſſen der Wirthſchaft leicht vergroͤßert werden. Die be— ſten Scheunen ſind von Holz; das Stroh bleibt in denſelben dem Vieh angenehmer, und das Korn bekommt ein ſchoͤneres, glaͤnzen⸗ deres Anſehen bei mißlichem Wetter. Lehm⸗- oder Ziegelſtein— waͤnde ſind zwar dauerhafter, aber nicht ſo luftig. Wenn ſich das Getreide in den Haufen erwaͤrmt und feucht wird, was bei unguͤnſtigem Wetter nicht immer zu vermeiden iſt, modert der Theil, welcher der Mauer zunaͤchſt liegt, ganz gewiß, und die Loͤcher, welche man darin laͤßt, um den Zutritt der Luft zu be— foͤrdern, erzeugen eher Dampf, als daß ſie eine freie Circulation herſtellten. Wenn keine Dreſchmaſchinen angewendet werden, ſoll— ten die Dreſchtennen durchaus von Eichenbohlen ſein; die Koͤrner ſpringen auf ihnen unter dem Flegel leichter aus den Ähren und ſind der Gefahr, zerquetſcht zu werden, nicht ſo unterworfen, wie auf einer Tenne von Ziegeln oder Eſtrich. Die Meinungen uͤber das zu einer Scheune tauglichſte Ma⸗ terial ſind indeſſen nicht uͤbereinſtimmend, und Mehre fuͤr Ziegel— waͤnde, die nicht nur dauerhafter, ſondern auch bisweilen wohl— feiler herzuſtellen ſind; es muß aber bei laͤndlichen Gebaͤuden eine Hauptruͤckſicht jederzeit ſein, den groͤßtmoͤglichen Raum mit den geringſten Koſten zu gewinnen. Von kleineren Gebaͤuden dieſer Art kann es kein bequemeres und zweckmaͤßigeres geben, als das, welches Herr Morgan, der —ʒ- achtne eiitn taj bin ri eng Ina di el der Korn fieWiſ ung zu . indvich. z in die auf den ine mit ur eine ſich bis Raͤume lodeh⸗ d den ßie be— n dem e 6 anzen⸗ ſeſſtin⸗ nn ſich as bei rt der d die u be⸗ lation ſoll⸗ oͤrner und wie Ma⸗ iegel⸗ wohl⸗ n eine it den emeres 1, der Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 139 achtbare Surveyor von Cornwallis, zu ſeinem eigenen Gebrauch errichtet hat. S. Fig. 4. Daſſelbe ſteht auf einem ein laͤngli— ches Viereck bildenden Hofe, der ½ Acker groß und ringsum wohl eingefriedigt iſt. Die Fronte geht nach Suͤden und eine Treppe hoch befindet ſich ein Aufbewahrungsort fuͤr die Wolle, an den ein Futterboden ſtoͤßt, der gelegentlich auch als Scheune oder Kornboden zu benutzen iſt. Es iſt auf die moͤglichſt wohl⸗ feile Weiſe gebaut und ſeine Einrichtung aus untenſtehender Zeich⸗ nung zu erkennen. 140 Fuͤnftes Kapitel. 2 Futterplatz, auf dem die Turnips abgeladen werden; die Wagen werden hinterruͤcks hineingeſchoben. Staͤlle fuͤr ein Joch Ochſen, geſtuͤtzt auf die Saͤulen c. c. d. Pumpenloͤcher. e. Raufen zu Heu und Stroh. und g. Schuppen fuͤr Schafe, oder auch zum Theil fuͤr verſchiedene Vorraͤthe. Futterhaus, auch als Scheune zu gebrauchen.— Offene Schuppen fuͤr Wirthſchaftsgeraͤthe. Mit Laden geſchloſſene Offnungen, durch die das Innre erleuchtet und das Futter fuͤr die Schafe hineingebracht wird. Thuͤre und Treppe zum Boden. m. m. Mauern und der Hauptfeiler, die den mittlern Theil des Gebaͤudes tragen; der aͤußere ruht auf den ſtarken Saͤulen o. o. o., zwiſchen denen kleinere ſtehen, woran die Thore haͤngen. Sa An ——.— 1-—,— 7 5 — Auch die Scheune auf dem Landgute des Herrn Walker zu Killiow in Cornwall iſt empfehlungswerth. Daſſelbe genießt den Vortheil, daß der Grund, worauf die Wirthſchaftsgebaͤude ſtehen, abhaͤngig iſt; daher kommt es, daß der Feimenhof 7—8 Fuß hoͤher als der untere Hof und ganz in der Naͤhe der Scheune liegt, deren Tenne uͤber dem Viehſchuppen ſich befindet. Die Woh⸗ nung des Inſpektors, deren Hausflur ebenfalls vier Fuß uͤber dem Hofraum liegt, enthaͤlt uͤberdies noch in ihrer ganzen Fronte Kellerraͤume. Auf dieſe Weiſe werden mit leichten Koſten große Vortheile ſowohl hinſichtlich des Raumes, weil ſich viel unter einem Dache befindet, als hinſichtlich der kuͤhlen Aufbewahrung vieler Gegenſtaͤnde erreicht. Dieſe Einrichtung iſt, wo ſie moͤg⸗ lich jederzeit ſehr wuͤnſchenswerth; denn die Fronte bekommt, wenn ſie uͤber den Kellern ſteht. ein gefaͤlliges Anſehen, und der hin⸗ tre Eingang, der ſich auf dem anſteigenden Grunde befindet, iſt ganz eben. Nebenſtehender Plan(Fig. 5.) wird es deutlicher machen. lächert nehr S Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 141 Figur 5. .:- Hofæzhet Feimenkok. Eauler 1 —== 8 [ 2 — f verden T jedene T LE 2 gle 42 4* TI50 Tuss Unterer Hof. K. Wirthſchaftshof mit Waſſerpum⸗ A. A. Raͤume zum Futtern. pen. 1.. t und B. Raum zum Abladen des Futters. L. L. Schweine⸗ und Huͤhnerſtaͤlle. C. Turnipsbehaͤltniß. M. Köuͤhhof. D. D. Staͤlle fuͤr Arbeitsochſen. N. Kühſtaͤlle. audes E. Futterkammer. O. Futterkammern. ein 45. Schuppen fuͤr Ackergeraͤthe. P. Kaͤlberſtall. vüſchn G. Wagenſchuppen. Q Wagenſchuppen.. IHI. Der untre Strohhof. R. Schuppen fuͤr Ackergeraͤthe. Oberer Hof. S. Schuppen zu Zimmer- und an⸗ ker zu J. Wohnung des Inſpektors und des derer Arbeit. nießt Geſindes. T. Teiche. aude Kornböden. eune Voh⸗ Der beſte Platz fuͤr einen Kornboden iſt uͤber der Dreſchtenne. über Er kann hier ganz gegen Ungeziefer geſchuͤtzt werden, und da er onte nur ſechs Fuß Hoͤhe verlangt, thut er den Banſen keinen Ab⸗ roße bruch, zumal wenn in dieſe das Getreide von außen abgeladen inter wird. Das Dach uͤber dem Thore kann allenfalls ſo hoch ge— rung macht werden, daß darunter ein Wagen waͤhrend des Abladens nog⸗ Schutz findet, es ſich auch wohl zur Vergroͤßerung des Boden⸗ umt, raums benutzen laͤßt, wodurch ſelbſt eine Scheune von maͤßiger hin Breite einen Boden von zwei und dreißig Fuß Laͤnge bei zwoͤlf t, iſ Fuß Breite erhalten kann, und das iſt mehr, als die gewoͤhnliche licher Groͤße. Eine Fallthuͤr uͤber dem Tenn mit Seil und Winde er— leichtert das Hinaufſchaffen des Getreides ungemein und gewaͤhrt mehr Schutz gegen Diebereien; auch verſchaffen ſtarke Drahtfenſter 142 Fuͤnftes Kapitel. an jedem Ende hinlaͤnglichen Luftzug. Die Koͤrner nehmen, wenn ſie nicht vollkommen trocken geerntet wurden, oder zu lange ohne Obdach blieben, ſehr leicht einen unangenehmen Geruch an; es iſt daher nothwendig, daß die Luft freien Zutritt zu dem Korn⸗ boden habe. Wenn dies aber auch durch Ventilatoren in jeder Ecke bei kleineren Kornboͤden vollkommen bewirkt wird, ſo bieten ſelbige doch gewoͤhnlich nicht genug Raum dar, um das Getreide oft zu wenden und zu ſieben, was doch zu einem ſchoͤnen Anſehn deſſelben ſo nothwendig iſt. Gewoͤhnlich werden die Kornboͤden durch Bretverſchlaͤge, die nach Belieben abzuaͤndern ſind, in mehre Abtheilungen gebracht, um nicht nur die verſchiedenen Getreide⸗ arten, ſondern auch die verſchiedenen Sorten einer Art von ein— ander abgeſondert aufbewahren zu koͤnnen. Gewoͤhnlich werden ſie uͤbrigens von Zimmerwerk, das auf kleinen, ſteinernen Pfei⸗ lern ruht, errichtet. Jedes Sieb und Maaß, das auf dem Kornboden gebraucht wird, muß an ſeinem eigenen Haken haͤngen, damit es jederzeit zur Hand ſei. Beſondere Aufmerkſamkeit verdienen die Saͤcke, deren Loͤcher man haͤufig mit Pfroͤpfen von Stroh verſtopft ſieht. Es iſt dieſes immer ein unangenehmes Zeichen von Nachlaͤſſigkeit, die einzige Folge davon, daß man nicht zur rechten Zeit einen Stich that, durch den es zu vermeiden geweſen waͤre. Kleine Gegenſtaͤnde, die ſich leicht abnutzen, ſind jederzeit ſorgfaͤltig auf⸗ zuheben, wenn ſie nicht mehr gebraucht werden; doch dies iſt nicht genug, man ſollte ſie auch ſtets uͤberzaͤhlen und genau un— terſuchen, und wenn ſie Ausbeſſerung beduͤrfen, dieſe vor dem Aufheben vornehmen, denn ſonſt wird ſie ſicherlich vergeſſen. Über die Groͤße der Staͤlle, der Milchhaͤuſer ꝛc. wird die Rede ſein, wenn vom Vieh uͤberhaupt geſprochen wird. Ein Gegenſtand von großer Wichtigkeit iſt die Duͤngerſtaͤtte. Die Behandlung wird von den gewoͤhnlichen Landwirthen ungleich weniger richtig verſtanden, als andere Theile ihres Geſchaͤftes. Es erfordert dieſelbe jedoch ein eignes Kapitel, und es ſei daher hier nur bemerkt, daß ſie in der Regel von den Stallthuͤren ent— fernt und auf dem Viehhof angebracht ſein ſollte. Dadurch wird nicht nur die Reinlichkeit in der Naͤhe der Haͤuſer befoͤrdert, ſon⸗ dern auch eine beßre Bereitung des Miſtes, der in Haufen umher⸗ dicgen udul gſtch wEtan rräteitn Fabtiie d hefe thäläten dul der unit des im Mt fgit iſ gäten. 4 Bhäter däte liſen. 4 her uiſger brmente amegge dung n Alat K mal an nüſſen ten Rlen ————, Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 143 n, wenn liegend, leicht verbrennt, in eine weiße Subſtanz ſich verwandelt ge ohne und viel an ſeiner Guͤte verliert, bewirkt. Regelmaͤßig muß der an; es Hofknecht jeden Tag, nachdem er ſeine Morgengeſchaͤfte vollendet, Korn⸗ die Streu von den Pferden auf den Strohhof ſchaffen und dort n jeder ausbreiten, es iſt dies leicht und ſchafft manchen Vortheil. Die bieten Feuchtigkeit aus den Staͤllen iſt in Rinnen, die einigen Fall nach etreide dem Hofe zu haben und unter einem gepflaſterten Weg hinlaufen, Anſehn abzuleiten. Es iſt ſehr nuͤtzlich, wenn letzterer um einen großen boͤden Theil der Gebaͤude herumlaͤuft, und hoͤher iſt, als der Mittel⸗ mehre punkt des Viehhofes, der ſtets etwas muldenfoͤrmig, oder nach treide⸗ dem Mittelpunkt abfallend, ſein ſollte. Dieſer Abfluß der Feuch⸗ ein⸗ tigkeit iſt mit leichter Muͤhe ſelbſt im Winter im Stand zu er— verden halten. Aus dem Hofe muß ſie durch Rinnen in einen beſondern Pfei⸗ Behaͤlter gefuͤhrt werden. Offene Rinnen ſind dazu beſſer, als bedeckte, weil ſie ſich leichter reinhalten und vor Ratten bewahren raucht laſſen. Die Futterraufen muͤſſen regelmaͤßig im ganzen Hof um— derzeit her aufgeſtellt werden, um eine gleichmaͤßige Vertheilung der Ex⸗ Saͤcke, kremente zu bewirken; der Miſt muß dann von Zeit zu Zeit rein ſieht. hinweggenommen und auf Haufen geſetzt werden, um ſeine Gaͤh⸗ ſigket, rung zu befoͤrdern. Gut iſt es, wenn uͤberdies noch Rinnen zur t anen Ableitung des Traufenwaſſers angebracht ſind. Kleine Der Wirthſchaftshof muß vollkommen trocken gelegt ſein, zu— g auf⸗ mal auf naſſem Boden, und ſtets iſt darauf zu ſehen, daß die es iſt Wege durch Ebnung der Gleiſe bei ſchlechtem Wetter in gutem un⸗ Stande bleiben. Auch die Erhaltung der Vermachungen und dem Thore bedarf fortwaͤhrender Aufmerkſamkeit. Die Wagenſchuppen ſollten nach außen ſich oͤffnen, damit das Vieh nicht hineinlaufen und Schaden anrichten koͤnne. Sie muͤſſen ſo hoch ſein, daß ein beladener Wagen darin ſtehen kann; auch ſind Bodenraͤume darin anzubringen zum Aufbewah⸗ d de ren kleinerer Wirthſchaftsgeraͤthe. S. Figur 6. ſtaͤtte. ggleich häftes. daher en ent⸗ hwird ſor umher⸗ 144 Fuͤnftes Kapitel. Die Schuppen, in welchen die Kuͤhe oder andere Rinder an— gebunden ſtehen, ſollten, wenn auch offen, ſtets vorn vermacht ſein, damit nicht herumlaufendes Vieh oder Schweine hineingerathen und jene belaͤſtigen. Dieſe Vermachungen beſtehen entweder aus einer niedrigen Mauer, oder aus ſchmalen ſteinernen Pfeilern, auf denen das Dach ruht, mit Gatterthoren dazwiſchen; oder aus einer hoͤlzernen Verpfaͤhlung; oder aus ſtarken Riegeln mit Gat⸗ tern. Dieſe Schuppen ſollten, wenn irgend moͤglich, ſtets nach Suͤden offen, hinlaͤnglich tief, trocken genug und etwas erhoͤht ſein, um das Vieh gegen den Regen zu ſchuͤtzen und das Stehen⸗ bleiben des Waſſers in ihnen zu verhuͤten. Die anerkannt beſte Art, das zu maͤſtende Großvieh zu fuͤttern, findet in kleinen Schup⸗ pen mit kleinen offenen Hoͤfen ſtatt, worin jedesmal nur zwei Thiere ſtehen. Es iſt zwar von Wichtigkeit, die landwirthſchaftli⸗ chen Gebaͤude aufs Moͤglichſte zuſammenzudraͤngen; dabei begeht man aber haͤufig den Fehler, den Raum ſoz zu beſchraͤnken, daß das Vieh nicht den gehoͤrigen Platz und Schutz darin findet; doch darf auch nicht vergeſſen werden, daß die zu große Breite der Staͤlle die Koſten der Bedachung ungemein vermehrt, und eine Weite von 16 Fuß in den meiſten Fallen hinreichend iſt. Auf den Landguͤtern, wo die Milchwirthſchaft einen weſent— lichen Beſtandtheil ausmacht, iſt es von großem Nutzen, wenn die dazu gehoͤrigen Gebaͤude frei und luftig ſtehen; doch ſo nahe der Wohnung, daß die Hausfrau ſie immer unter den Augen ha— ben und zugleich die dahinter liegende Kuͤche beaufſichtigen koͤnne, im Fall nicht ein eignes Kochhaus vorhanden iſt mit einem Dampf⸗ apparat, den man jetzt zur Zubereitung des Futters fuͤr das Vieh, beſonders fuͤr die Kuͤhe, wenn ſie zumal auf Ruͤben geſetzt ſind, durchaus fuͤr nothwendig erachtet. Dieſes Gebaͤude ſollte vor⸗ nehmlich nach Norden und Oſten gerichtet ſein, um es moͤglichſt vor der Sonne zu beſchuͤtzen; auch ſollten die Waͤnde durch ein vorſpringendes Dach beſchattet werden, und waͤre die Flur um einige Fuß tiefer, als der Grund, ſo wuͤrde dies zur Bewahrung einer regelmaͤßigen Temperatur nicht wenig beitragen. Die Schweineſtaͤlle in kleinen Wirthſchaften der Kuͤche nahe anzubringen, iſt ebenfalls vortheilhaft. Zwar bieten ſie keinen ſchoͤnen Anblick dar; es geht aber auf dieſe Weiſe kein Abfall fuͤr die Thiere verloren; in großen Wirthſchaften dagegen, wo man ihnen eher eine beſundre Aufſicht widmen kann, iſt es beſſer, ſie in einen abgeſonderten Winkel des Hofes zu ſtellen. riche ein ſt ird ri ini Sh ſt wan rug bon dn man i bͤdett fuden har ſ um d gn. Ez dß man d hen Ve geſtir Feimm Pithſch i Nurp genden d de Gerr Mälem rufgſett eaſe geine Unt n ſig ti nuc dt wn tne giß inder i acht ſei gerathen eder aus ern, auf der aus it Gat⸗ tz nach erhoͤht Sötehen⸗ t beſte Schup⸗ er zwei chaftli⸗ begeht 1, daß z doch ite der d eine wiſene⸗ , wenn ſo nahe gen ha⸗ könne, Dampf⸗ Vieh, t ſind, e vor⸗ gichſt ich ein ut um ahrung e nahe keinen fal fir wo man ſſet, ſie Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden 145 Obgleich die Federviehſtaͤlle ſelten fuͤr einen Gegenſtand von Wichtigkeit angeſehen werden, ſo bewirken doch Reinlichkeit und Waͤr⸗ me derſelben einen außerordentlichen Unterſchied in dem Ertrage und Wohlgeſchmack der in ihnen gehaltenen Thiere. Wenn es daher moͤglich iſt, ſie ſo anzulegen, daß ihnen einige Waͤrme von dem Kuͤchenfeuer zugeleitet werden kann, ſo wird man großen Vortheil davon haben. Auf dieſe Weiſe erziehen die Iriſchen kleinen Land⸗ wirthe eine ſolche Menge koͤſtlicher Truthaͤhne, ohne beſondre Sorge fuͤr ihr Futter, blos dadurch, daß ſie ihnen die Waͤrme des Ka— mins in ihren Schlafſtaͤllen zukommen laſſen. In den meiſten Wirthſchaften, wo Rindvieh gehalten wird, hat man ein Ruͤbenhaus, d. h. ein Vorrathshaus zur Aufbewah⸗ rung von Turnips, Kartoffeln und anderen Vegetabilien. Seit⸗ dem man aber das Verfahren der Aufbewahrung der Kartoffeln in bedeckten Haufen(Mieten) auf dem Felde als zureichend be⸗ funden hat, wird kein Raum weiter fuͤr ſie verlangt, als noͤthig iſt, um den Inhalt eines ſolchen Haufens eine Zeitlang zu ber⸗ gen. Es iſt jedoch zweckmaͤßig, dieſe Haͤuſer ſo breit zu machen, daß man einen Karren darin umkehren und abladen koͤnne. Die Hoͤfe, worin die Feimen ſtehn, ſollten nie mit einer ho⸗ hen Vermachung umſchloſſen ſein, weil dadurch der freie Luftzug geſtoͤrt wird. Es gibt Landwirthe, die gegen das Aufſetzen der Feimen ſind, und daher iſt der Scheunenraum in einigen alten Wirthſchaftshoͤfen und ſelbſt in einigen neuangelegten, beſonders in Norfolk, ungemein groß. Wenn aber auch in manchen Ge⸗ genden das Heu den Schutz eines Daches bedarf, ſo haͤlt ſich doch das Getreide beſſer in freier Luft. Wenn die Feimen nicht auf Pfeilern von Stein oder Eiſen, ſondern gerade auf den Boden aufgeſetzt werden, muͤſſen ſie, um das Waſſer abzuhalten, mit aus— gepflaſterten Rinnen umgeben ſein; auch iſt es gut, ihnen eine kleine Unterlage von Reißholz oder verbrauchten Horden zu geben, um ſie gegen die verdunſtende Feuchtigkeit zu ſchuͤtzen; man mag aber noch ſo viel Vorſicht anwenden, Ratten und Maͤuſe kommen doch von unten hinein, wenn ſie nicht frei ſtehen. Es iſt daher eine große Verbeſſerung bei ihrer Errichtung, ſie auf niedrigen ſteinernen Saͤulen aufzuſetzen, durch welche die Bodenfeuchtigkeit abgehalten wird, und an denen Ratten und Maͤuſe nicht hinauf— klimmen koͤnnen, die daher nur dann in die Feimen gelangen, wenn die Dienſtboten ſo nachlaͤſſig ſind, ihre Gabeln waͤhrend der Nacht daran lehnen zu laſſen. Auch iſt es bei mißlicher Witte⸗ I. 10 146 Fuͤnftes Kapitel. rung gut, ſie mit einer leichten Bedachung zu verſehen. Die An⸗ ſichten ſind verſchieden hinſichtlich der Groͤße und Form der Fei⸗ men; doch ſind die mittelgroßen, die etwa 15— 20 Quarters ausgedroſchnes Getreide geben, am haͤufigſten und wohl den we⸗ nigſten Unfaͤllen unterworfen. In den Feimenhof von Shaw⸗ Park in Clackmannſhire wurden 28 Feimen auf Pfeilern von Gußeiſen, jeder drei Fuß hoch, uͤber einem vom Mittelpunkt bis zur Spitze gehenden dreieckigen Geruͤſte, zur Befoͤrderung des Luftzuges, errichtet. Jede dieſer Feimen enthielt 1584 Garben und ein genau angeſtellter vergleichender Verſuch zeigte, daß die⸗ ſelbe Quantitaͤt Weizen in gleich auf dem Boden errichteten Fei⸗ men durch Ungeziefer und Naͤſſe 2 Pfund 12 Schil. 6 Pence pro Feim verlor; dies iſt genug, um die metallenen Pfeiler in zwei Jahren zu bezahlen. Die Zahl der Dreſchmaſchinen iſt hier zu Lande ſehr betraͤcht⸗ lich, ſie ſcheinen aber meiſtens mit keiner andern Ruͤckſicht aufge⸗ ſtellt, als um eine alte vorhandene Scheunflur zu benutzen, die gewoͤhnlich ganz unzweckmaͤßig dazu iſt, da es dabei an Raͤumen zur Aufbewahrung des Strohs und der Spreu fehlt und keine genaue Aufſicht uͤber deren ſchickliche Vertheilung an das Vieh moͤglich iſt. Die Stellung der Dreſchmaſchine ſollte uͤber die der meiſten an⸗ dern Wirthſchaftsgebaͤude entſcheiden; denn da ſie zu gleicher Zeit das Heu mit vielem Stroh zu Haͤckſel ſchneidet oder doch ſchnei⸗ den ſollte, ſo muß auch das Gebaͤude, in welchem dieſer Haͤckſel aufgehoben wird, ſo ſtehen, daß er daraus leicht in die verſchie⸗ denen Stallungen zu bringen iſt. Es ſollten daher die Stroh⸗ ſcheune, der Haͤckſel⸗ und Spreuboden, die Ochſen⸗ und Pferde⸗ ſtaͤle, der Schafhof und die Heufeimen ſich ganz in der Nahe der Dreſchmaſchine befinden, weil ſonſt viel Koſten und Arbeit verſchwendet werden. Dieſe und noch manche andere Umſtaͤnde, welche Beruͤckſichtigung verdienen, ſind in den meiſten Wirth⸗ ſchaftshoͤfen nicht genug beachtet. Man wende dagegen nicht ein, daß bei deren Anlage auf die Dreſchmaſchinen, eine neuere Er⸗ findung, noch nicht Ruͤckſicht zu nehmen geweſen ſei; denn die neuen Wirthſchaftshoͤfe ſind in dieſer Hinſicht nicht viel beſſer, als die alten, und bei dem Dreſchen mit dem Flegel treten dieſel⸗ ben Ruͤckſichten ein, nur mit dem Unterſchied, daß hier die Scheuntenne, dort die Dreſchmaſchine der Punkt iſt, wonach ſich das Andere richten muß. ) 22 w, inde k Tugmn i I nm Je nünglih wfrämen du Kinn ft ſldige rrpenhmer aht ſolchs ie idiſe en, d V Eüllngen ſſtmuig! da ſch diß zu wde ſig dem indſen, teninftg tir ſolce dn durc und Git ſdne Tief beingſt n p( annt m Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 147 Die l⸗ de Teiche. Viehtraäͤnken. 1 hhe⸗ Das Traͤnken des Viehes muß, wenn keine Teiche vorhan⸗ Shan⸗ den, in den Hoͤfen entweder mit Roͤhr⸗ oder mit Plumpenwaſſer n von in Troͤgen geſchehen, und iſt daher nach den Umſtaͤnden einzurich⸗ ntt bis ten. In manchen Gegenden wird auf den Wirthſchaftshoͤfen in gg des trocknen Zeiten kein Waſſer gefunden, und dann muͤſſen ſo nahe Parben wie moͤglich Waſſerbehaͤlter angelegt werden, die das Regenwaſſer 6 die⸗ aufnehmen und das ſaͤmmtliche Traufenwaſſer von den Gebaͤuden n Fei⸗ durch Rinnen zugefuͤhrt erhalten. Kreide gibt den beſten Grund Nence fuͤr ſelbige abz das mit ihr durchdrungene Waſſer iſt dem Vieh iler in angenehmer, ſchmackhafter, blutreinigender, als jedes Quellwaſſer, . oder ſolches, das uͤber Thon und Grand ſteht. Der Grund be⸗ trächt⸗ ſtehe indeſſen, woraus er wolle, ſo muß man dafuͤr Sorge tra⸗ aufge⸗ gen, daß er dicht und feſt ſei, und daß kein Abfluß aus den n, die Stallungen und Miſthoͤfen hineinfalle, weil dadurch das Waſſer tumen ſchmutzig und fuͤr das Vieh ungeſund wird. Rnaue Die Beobachtungen einiger Landwirthe ſcheinen zwar der An⸗ waͤgüch ſicht, daß alſo verunreinigtes Waſſer dem Vieh nicht geſund ſei, iſten an⸗ zu widerſprechen; denn ſie ſahen, daß es von den Thieren haͤu— cher det fig dem aus reiner Quelle kommenden vorgezogen wurde. Mag hſchne⸗ indeſſen auch dieſe Thatſache ihre Richtigkeit haben, ſo iſt doch Haͤcſel vernuͤnftigerweiſe daraus nur zu ſchließen, daß das Waſſer durch perſchie⸗ eine ſolche Zumiſchung mediciniſche Eigenſchaften erhalte, die es Etroh⸗ den durch ſeinen Inſtinkt geleiteten Thieren zu gewiſſen Zeiten Pferde⸗ angenehmer machen; es muß ihm daher wenigſtens die Wahl frei⸗ Rahe ſtehen. Abeit Am haͤufigſten wird wohl das Traͤnken des Viehes vermit⸗ ſtaͤnde, telſt Quellen durch Pumpen und Roͤhrwaſſer beſorgt; deren An⸗ Witth⸗ lage erfordert indeſſen einen Grad von mechaniſchen Kenntniſſen, ct ein, der nicht mit dieſem Werke in Beruͤhrung ſteht; dagegen kann ere Er⸗ ein Teich von einem Jeden angelegt werden, und deshalb geben enn die wir hier eine Anweiſung dazu. lbeſſe, Der wichtigſte Punkt iſt, ihn bis zu einer hinlaͤnglichen Tiefe n diſel und Groͤße auszugraben, damit er nicht zu ſchnell austrockne; bin di eine Tiefe von fuͤnf Fuß und ein Umfang von 120 Fuß ſind das nit ſch Geringſte. Die Seitenwaͤnde des Teichs muͤſſen in einem Winkel von 45 Graden abgeboͤſcht werden, und wenn er gegraben iſt, nimmt man eine hinreichende Menge von feuchtem Ziegelthon und 10* 148 Fuͤnftes Kapitel. knetet den vierten Theil friſchgebrannten Kalk, den man den Abend vor dem Gebrauch geloͤſcht hat, mit ſo viel Waſſer darunter, daß daraus ein zaͤher Teig entſteht; daraus bildet man große Kugeln, zwei Fuß im Durchmeſſer. Wenn nun die Vertiefung ausgeglichen und eine hinreichende Anzahl ſolcher Kugeln vorhan⸗ den iſt, ſteigt ein Arbeiter hinab, und rammelt, ſo nahe wie moͤg— lich am Mittelpunkt anfangend und regelmaͤßig nach dem Rande fortſchreitend, die Ballen nach einander auf dem Boden feſt, bis der Grund und die Seitenwaͤnde vollkommen gleich damit uͤber⸗ zogen ſind. Wenn die ganze Operation nicht in einem Tage zu vollenden iſt, muß man die den Abend zuvor zuletzt gelegte Reihe naß machen, damit die neu darangelegten Ballen ſich innig da⸗ mit vereinigen laſſen. Zwei oder drei Tage nach dem Belegen wird der Thon mit einem breiten flachen Stuͤck Holz, einer ſoge— nannten Tennenpatſche, geſchlagen und dieſes von Zeit zu Zeit im⸗ mer kraͤftiger ſo lange wiederholt, bis das Ganze eine gleichfoͤr— mige, feſte ſolide Maſſe bildet. Dabei muß man ihn bisweilen anfeuchten, um das Aufreißen zu verhindern. Hierauf wird ihm ein Überzug von ſchlechtem Ol gegeben und darauf eine Lage gro⸗ ber Sand, ein paar Zoll dick gebracht. Dieſer Überzug wird ſo feſt und dauerhaft, daß, wenn der Teich immer voll iſt, nur die Stellen, die der Luft ausgeſetzt ſind, in Gefahr gerathen, vom Froſt zu leiden. Wenn man den Grund des ausgegrabenen Teiches mit einer Lage von zaͤhem Thon belegt, dieſelbe ſorgfaͤltig feſttritt, bis ſie eine dichte, kompakte Maſſe von 4—6 Zoll Staͤrke bildet, dann das Ganze gleichmaͤßig 1—1 ½ Zoll dick mit gebranntem Kalk uͤberſtreut und dieſen wiederum mit einer zweiten Lage zuſammen— gepreßten Thons uͤberzieht, erhaͤlt man ebenfalls einen feſten, das Waſſer zuruͤckhaltenden Boden, es muͤſſen aber Steine oder Grand in ſolcher Dicke daruͤber gefahren werden, daß er nicht von den Fuͤßen des Viehes beſchaͤdigt werden kann. Teiche von an⸗ gegebener Groͤße und Tiefe ſind mit ſehr geringen Koſten anzu— legen, wenn der Thon nicht weit anzufahren iſt und beduͤrfen viele Jahre keine Ausbeſſerung, weil der Kalk die Beſchaͤdigun⸗ gen des Grundes durch verſchiedene Thiere abhaͤlt. Plaͤne zur Anlage von Wirthſchaftshoͤfen. Nachdem wir nun das Wichtigſte, was bei den verſchiede⸗ nen Wirthſchaftsgebaͤuden zu beobachten iſt, angegeben haben, wollen ni kunwe 5 wime im in ne Eber nmem u Dalägec Du lher kanmen. Amat und dae ihnen bi ſeinign Kebract, Fäͤdutt, Paſerbehe twſſhen d nutiy, en dant ſ ſg de G ütetle ſſtevahre m im dit in ſal in Wr duhſtal e diſſe dn, ſo dan antfen Süüt Ri Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden 149 a wollen wir noch einige Plaͤne zur Anlage ganzer Wirthſchaftshoͤfe 1 rr mittheilen... a T I.(Fig. 7.) Einen von geringer Groͤße, welcher die An⸗ lefung ordnung der Gebaͤude auf einem Landgut zeigt, das hauptſaͤch⸗ vorhan⸗ lich aus Grasland beſteht. Das Innere macht einen Viehhof wie mög⸗ aus, der eine Abtheilung hat, um ihn vom Hauſe zu trennen, m Nande das an der oͤſtlichen und ſuͤdlichen Seite deſſelben ſteht. Auf dem fit, bid Grundriß des Hauſes ſieht man die Kuͤche, das Backhaus, das it uͤber⸗ Wohnzimmer, die Milchkammer und das Speiſegewoͤlbe; die bei— Tage zu den erſten gehn auf den Hof, und ein Fenſter der Kuͤche, ſowie te Reihe das des Wohnzimmers, beherrſchen die Grundſtuͤcke. Die Milch⸗ nig da⸗ kammer iſt um einige Stufen vertieft, um ſie kuͤhler im Sommer, Belegen waͤrmer im Winter zu halten. Die Vorrathskammer, die mit jener et ſoge⸗ in einer Ebene liegt, befindet ſich unter der Treppe zu den Schlaf⸗ veit inn⸗ zimmern, und unter dem Wohnzimmer der Keller, von welchem ein leichör⸗ Theil abgeſchnitten und zur Aufbewahrung der Ruͤben beſtimmt iſt. üzweile Der obere Theil des Hauſes haͤlt vier Zimmer und zwei Dach⸗ ſtd ihm kammern. age gro— Zunaͤchſt dem Hauſe iſt ein Stall fuͤr vier Wirthſchaftspferde widd ſo und daneben vielleicht einer fuͤr einen Klepper; der Eingang zu vur die ihnen befindet ſich im innern Hofe, damit das Rindvieh in dem hen, von ſeinigen nicht geſtoͤrt werde; die Thuͤr iſt fern vom Hauſe an— gebracht, und Pfeiler mit Riegeln, durch die einzelne Linie an⸗ nit einer gedeutet, ſollen die Pferde von der Hausthuͤr fern halten. Ein his ſie Waſſerbehaͤlter zum Waſchen der Schweine kann in dem Winkel t, dann zwiſchen dem Haus und dem Stalle angebracht, oder, wenn es em Kalk noͤthig, ein Brunnen gegraben ſein; wie durch den Kreis ange— ammen⸗ deutet iſt. Laͤngs der entgegengeſetzten Seite des Hofes befinden en, das ſich die Geſindewohnungen, offene Schuppen fuͤr das Rindvieh, Grand Kaͤlberſtaͤlle, ebenfalls nach Suͤden offen, und das Behaͤltniß zur von den Aufbewahrung der Spreu ꝛc. Der Dachraum uͤber den Schup⸗ von an⸗ pen kann fuͤr ſolche Geraͤthe benutzt werden, die nur von Zeit en anzu⸗ zu Zeit im Gebrauch ſind; der Huͤhnerſtall kann uͤber dem Holz— bedurfen ſtall ſein. hädigun⸗ Auf der Weſtſeite befinden ſich dann die Scheune und der Kuhſtall. Da vorausgeſetzt wird, daß auf dem Gute, fuͤr wel— ches dieſe Gebaͤude berechnet ſind, nur wenig Koͤrner erbaut wer⸗ fen. den, ſo iſt erſtere auch als Aufbewahrungsort fuͤr Turnips und veſchiede Kartoffeln zu benutzen; der Kuhſtall enthaͤlt Staͤnde fuͤr ſechzehn i haben, Stuͤck Vieh, acht auf jeder Seite; waͤren ſie in einer Reihe, mit 1 150 Fuͤnftes Kapitel. einem Futtergang an den Koͤpfen hin, ſo wuͤrde ein Sechstheil mehr Raum und ein Viertheil mehr Mauer noͤthig ſein. Über dieſem Stall iſt ein Strohboden und hinter ihm und der Scheune kann ein Wagenſchuppen angebracht ſein. Auf dem Hofe ſteht ein großer Waſſertrog fuͤr das Vieh und in den Ecken deſſelben ſind Staͤlle fuͤr Zucht- und Maſtſchweine angebracht. Figur 7. Kuͤche. Wohnzimmer. Backhaus. Milchkammer. Vorrathskammer. Vorhof. Waſſerbehaͤlter oder Brunnen. Pferdeſtall. Haͤckſelkammer. Huͤhnerſtall. Holzſtall. Viehſchuppen. Kaͤlberſtaͤlle. Scheune. Ochſenſtall. Schweinekofen. dergleichen. Waſſertrog. 23SSSFSAPSEAnSeSgsS Sechte ſen, Un r Scheun Hofe ſteſt deſſelben HualnN a2e A B C D E F G H 1 Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 151 II. Plan zur Anlage eines Wirthſchaftshofes fuͤr ein Land⸗ gut anſehnlicher Groͤße. S. Figur 8. Noͤrdlicher Aufriß. CEnUD Beſtlicher Aufriß. — LLL Suͤdlicher Aufriß. A. Offene Schuppen fuͤr Rind⸗ vieh. Huͤhnerhaus. Holzſtall und Ruͤbenhaus. Stall fuͤr Jungvieh. Kaͤlberſtall. Kuhſtall. Maſtſtall. Strohſcheune. Platz fuͤr die Pferde zum Betrieb der Dreſchmaſchine. K. Kornſcheune. L. Stall fuͤr die Arbeitspferde.. M. Futterkaſten in Verbindung mit dem Kornboden. N. Wagenſchuppen, oben Kornboden. O. Heubehaͤltniß. P. Stall fuͤr Reitpferde. Q. Pumpe und Waſſerbehaͤlter. R. R. Viehhof. S. S. Thore. T. T. kleine dergl., um das Vieh von der Scheune fern zu halten. 152 Fuͤnftes Kapitel. III. Haus und Wirthſchaftsgebaͤude zu Newſtead in dem Kirchſpiele Trentham in der Grafſchaft Stafford. Dieſes Land⸗ gut hat nur 314 Acker ſtrengen, naſſen Thonboden, der unter dem vorigen Pachter ſehr heruntergekommen war. Die Grund⸗ ſtuͤcke ſind aber in wenig Jahren vollkommen trockengelegt wor⸗ den durch 23000 Yards unterirdiſche Abzuͤge und gegen 1000 Yards ſieben Fuß weite offene Graͤben. Dieſes Gut iſt daher jetzt in ſehr gutem Zuſtande, und Hr. Ford, der gegenwaͤrtige Pachter, wird mit Recht wegen ſeiner Unternehmungen und deren ſinnrei⸗ cher Ausfuͤhrung hochgeachtet. Seine Verbeſſerungen ſind indeſ⸗ ſen von dem Grundherrn ſehr unterſtuͤtzt worden, und das Wohn⸗ haus ſammt den Wirthſchaftsgebaͤuden, von Backſteinen mit Zie⸗ geln gedeckt, vorzuͤglich gut angeordnet und in dem beſten Zu⸗ ſtand. S. Figur 9. IE 5 6 13—— ——— 1 2——— 3 ALIMINIAAE 5 Jur 1 35* 225 — Stockwerk Zrdgeschosf Dachraætem 7 7 4 1 3— fEIæ 6² 12 790 22o ues Haus. f. Wohnzimmer. a. Hausflur und Kuͤche. 3 g. Schlafzimmer. b. Zimmer des Hausherrn. h. Vorrathskammer. c. Brauhaus. i. Zimmer. d. Milchhaus. Wirthſchaftsgebaͤude. e. Vorrathskammer 1. Wagenſchuppen, oben Kornboͤden. in den 6 Land⸗ r unter Grund⸗ t wor⸗ Nrds jetzt in achter, innrei⸗ indeſ⸗ Vohn⸗ t Zie⸗ n Zu⸗ nboden. Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 153 2. Reitpferdeſtall. 9. Getreidebanſe. 3. Zugpferdeſtall. 10. Schirrkammern. 4. Rindviehſchuppen. 11. Werkſchuppen. 5. Turnipsbehaͤlter. 12. Banſe fuͤr unausgedroſchenes Ge⸗ 6. Futterkammer. treide. 7. Strohſcheune. 13. Kleiner Kornboden. 8. Dreſchmaſchine, vom Waſſer ge⸗ 14. Schweineſtälle. trieben. IV. Wirthſchaftshof zu Bradby-Park, dem Grafen von Cheſterfield gehoͤrig. Derſelbe iſt merkwuͤrdig wegen des einfachen und geſchmackvollen AÄußeren ſeiner Gebaͤude und wird deshalb haͤufig angefuͤhrt. S. Figur 10. 72 / 7 7I7717 2.α — T† Mertkschaftshef 2⁵ 111 Os rzderviuskzof w 1 1 E 90 1 ao, εαeV Milchwirthſchaftshof. Milchwirthſchaftsſtube. Kaͤſekammer. M. Kohlengewoͤlbe. G A. Kuͤche des Wirthſchaftsinſpektors. H. Milchſchwemme. B. Speiſegewoͤlbe. I. Stube zum Salzen. C. Vorrathskammer. K. Bornhaus. d. Wohnzimmer. L. Brunnenhof. F. Rahmkammer. N. Siedehaus. 154 Fuͤnftes Kapitel. Innerer Federviehhof. 11. Stall fuͤr krankes Vieh. Des Waͤrters Wohnung. 12. Ochſenſtall. P. ꝛc. Futterplaͤtze. 13. Treppe zum Kornboden, zur Schlafſitze. Kaͤſekammer ꝛc. Bruͤtehaus. 14. Strohſcheune. Außerer Federviehhof. 15. Haͤckſel⸗ und Spreukammer. Teich. 16. Scheune. T. Puͤhnerhaͤuſer. 17. Portal zur Scheune mit Tau⸗ U. Faſanenhaͤuſer. benhaus und einer Glocke darauf. a. a. ꝛc. Durchgaͤnge. 18. Dreſchmaſchine. Wirthſchaftshof. 19. Dreſchtenne, Kornſpeicher, und 2 72 1. 1. 2ꝛc. Schweineſtaͤlle. Kornboden oben daruͤber.— 2. Waſſerbehaͤlter fuͤr die Schweine. 20. Muͤhlwerk. 3. Anderer Waſſerbehaͤlter. 21. Wagenſchuppen mit Kornboden 4. Pferdeſtall. oben daruͤber. 5. Heubehaͤltniß. 22. Schirrkammer und Wollboden 6. Offener Schuppen. oben daruͤber. 7. Weſtliche Einfahrt. 24. Haus fuͤr einen Wirthſchaftsar⸗ 8. Kuhſtaͤlle. beiter. 9. Kalbenſtall. 25. Jauchenbehaͤlter. 10. Heubehaͤltniß. In den meiſten Wirthſchaftshoͤfen iſt fuͤr das Federvieh we⸗ nig geſorgt, weil eine groͤßere Haltung deſſelben, als ſich mit dem geringen Getreide durchbringen laͤßt, von den Landwirthen fuͤr unvortheilhaft angeſehen wird, deren Weiber nicht fuͤr das Marktſchicken ſind. Daher wird ſelten etwas weiter fuͤr noͤthig gehalten, als ein kaltes Behaͤltniß mit ſchlecht beſchaffenen Neſtern und ſchmutzigen Bruͤteplaͤtzen. Wo aber reiche Gutsbeſitzer, wel⸗ che anders rechnen, ſelbſt wirthſchaften, iſt fuͤr die Federviehſtal⸗ lung beſſer geſorgt. Bei einigen befindet ſich die Wohnung eines eigenen Waͤrters und in einer Reihe ſtehn die Staͤlle fuͤr die verſchiedenen Arten von Gefluͤgel, die in ihrer Fronte ein uͤber die ſuͤdliche Wand um drei bis vier Fuß vorſpringendes Dach haben, unter dem die Thiere bei ſchlechtem Wetter Schutz finden. Dieſe Staͤlle oͤffnen ſich auf einen mit Sand oder Grand befah⸗ renen Hof, deſſen Vermachung gewoͤhnlich ſieben Fuß hoch und oben ſcharf zugeſpitzt iſt, damit ſich die Voͤgel nicht darauf ſetzen. Es iſt ihnen ein großer Platz eingeraͤumt, weil ſie zu ihrer Ge⸗ ſundheit viel Raum haben muͤſſen, wenn ſie nicht frei auf den Wirthſchaftshof ſtreifen duͤrfen, und das Behaͤltniß, wo ſie im Winter zum Legen gezwungen werden ſollen, wird durch eine aus der Wohnung des Waͤrters abgeleitete Roͤhre erwaͤrmt. Auf dem vorhin Fig. 10 mitgetheilten Grundriß der Wirthſchaftsgebaͤude zu Bradby⸗Park iſt die vollkommenſte Einrichtung der Milch⸗ und ——————õ Fr torin R pitzſc lnd, w em nit ſenneng rühig m in mm eine tmanen fohes, baasach ene g däſehen M went dem alßer fallr di F Huu. den unter d raucer hen 6 da p dr d riht h we⸗ h mit firthen a das näthig Mftern t, wel⸗ jehſtal⸗ hnung le fuͤr nuͤber Dach finden. befah⸗ h und ſetzen. er Ge⸗ uf den ſie im ine aus luf dem aude zu h⸗ und —ÿ——— Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 155 Federviehwirthſchaft zu erſehen, die es vielleicht in ganz Großbri⸗ tannien gibt. Nirgends haben groͤßere Verbeſſerungen in der Anlage der Wirthſchaftsgebaͤude ſtattgefunden, als in dem Theile von Schott⸗ land, wo der Ackerbau gegenwaͤrtig auf einer hohen Stufe ſteht; denn nirgends ſind kleinere Wirthſchaften ſo oft in groͤßere zu— ſammengezogen und dadurch neue Anlagen von Wirthſchaftshoͤfen noͤthig geworden. Vor nicht ſehr langer Zeit waren die Hofrei⸗ then in ſehr ſchlechtem Zuſtande, und wenn auch ſeit funfzig Jah— ren eine große Veraͤnderung hierin in den beiden Lothians und den benachbarten noͤrdlichen Gegenden vorgegangen iſt, ſo findet man doch noch immer ſehr mangelhafte Einrichtungen. So ſind die Wohnungen der kleineren Paͤchter in den Hochlanden und in dem Theile des Niederlandes, das an die Gebirge ſtoͤßt, im All⸗ gemeinen noch ſehr beſchraͤnkt wegen des dort fehlenden Zimmer⸗ holzes, und manche wohlhabende Paͤchter leiden noch Mangel an haͤuslicher Bequemlichkeit, hinreichendem Raum und Waͤrme zu einer geſunden Erhaltung ihres Viehes. Die Wirthſchaftsgebaͤude beſtehen daſelbſt meiſtens in einer Reihe von Haͤuſern, in deren Mitte ſich das Wohnhaus befindet. Dieſes hat ein einziges Stock⸗ werk von 30— 40 Fuß Laͤnge und 15 Fuß Breite, enthaͤlt an dem einem Ende die Kuͤche, an andern die Wohnſtube und faßt außerdem hoͤchſtens noch einen niedrigen Raum zum Milchhaus, Keller und Vorrathsgewoͤlbe in ſich nebſt ein paar niedrigen, durch ein Fenſter erleuchteten Kammern in jedem Giebel. Die zwei Hauptgemaͤcher werden geheitzt; das groͤßere, die Kuͤche, hat uͤber dem Herd, worauf das Feuer brennt, einen großen Rauchfang, unter dem ſich Sitze fuͤr die Dienſtboten und Vorraͤthe von ge⸗ raͤuchertem Fleiſch befinden, das in den Wirthſchaften des ſuͤdli⸗ chen Schottlands, wo es keine Kohlen gibt, ſehr gewoͤhnlich iſt. Der Fußboden in dem Wohnzimmer iſt allenfalls gedielt; der in der Kuͤche dagegen nur mit Lehm ausgeſchlagen. Die Decken ſind nicht mehr, als acht Fuß erhoͤht, und die Balken unverdeckt.— Die Wirthſchaftsgebaͤude ſtehen meiſtentheils mit dem Wohn⸗ gebaͤude in einer Reihe; die Scheune neben dem Theile des Hau⸗ ſes, wo die Wohnſtube befindlich, der Kuhſtall neben der Kuͤche, mit einem Eingang aus ſelbiger, um das Melken zu erleichtern, und mit Huͤhnerſtaͤllen in der Hoͤhe verſehen, fuͤr dieſe ſeine Waͤrme zu benutzen. Weiter hin iſt der Pferdeſtall. Wenn aber auch das Vieh angebunden iſt, ſo fehlt es doch gewoͤhnlich an den ge⸗ 3 156 Fuͤnftes Kapitel. meinſten Stallbequemlichkeiten, an Krippen und Raufen, und auf den Hoͤfen, wo die Knechte wohnen, iſt haͤufig deren Schlafſtaͤtte, wenn keine beſondre Kammer fuͤr ſie vorhanden iſt, uͤber den Pferden. Alle dieſe Gebaͤude ſind mit Haide oder mit Stroh und Torf gedeckt, die Mauern meiſt von Steinen, aber ſo niedrig, daß nur gerade das Vieh darin ſtehen kann. Dahinter liegt der Feimenhof und in deſſen Mitte befindet ſich die Duͤngerſtaͤtte, die, weil ſie des Jahres nur einmal geleert wird, eine große Menge von Unreinigkeit erzeugt, da ſie aber der freien Luft aus— geſetzt iſt, werden ihre Ausduͤnſtungen zerſtreut und nirgends fuͤr ſchaͤdlich gehalten. So war die Einrichtung der Wirthſchaftshoͤfe noch meiſten⸗ theils vor wenig Jahren, und manchen iſt ſie noch verblieben. Große Verbeſſerungen haben indeſſen ſeitdem in dieſer Hinſicht ſtatt gefunden und wenn ſie baufaͤllig waren, ſind ſie ganz um— geaͤndert worden. Die Scheune nimmt ein eignes Gebaͤude ein und ſteht gewoͤhnlich mit dem Wohnhauſe in einem rechten Win— kel, ſo daß ſie zwei Seiten des viereckigen Hofes umſchließen, und zwar die dem Wind am meiſten ausgeſetzten, um ihn davor zu ſchuͤtzen. In noch anderen Faͤllen ſind drei Seiten mit Ge— baͤuden umgeben; das Wohnhaus und einige kleinere Wirthſchafts⸗ gebaͤude ſtehen, mit der Fronte nach außen, auf der einen, daran ſtoßend auf der zweiten eine Reihe von Scheunen, auf der drit— ten eine Reihe von Staͤllen, und eine Mauer umſchließt die vierte Seite des Hofes. Die Wohnhaͤuſer ſind zum Theil mit vielem Aufwand errichtet. Was die Wirthſchaftsgebaͤude in Irland betrifft, ſo iſt zu dem in der Einleitung Geſagten nur noch wenig hinzuzufuͤgen. Nichts kann den daſelbſt gewoͤhnlich zu findenden ſchlechten Zu— ſtand derſelben uͤbertreffen; ſelbſt bei Farmern, die uͤbrigens in guten Umſtaͤnden ſind, und die Landwirthſchaft leidet in allen ihren Theilen durch den Mangel an Beguemlichkeit und Zweck— maͤßigkeit der Wirthſchaftsgebaͤude. Wenn man aber die gewoͤhn⸗ liche Klaſſe der iriſchen Paͤchter, wie es ſo haͤufig geſchieht, der Nachlaͤſſigkeit anklagt, ſo thut man ihnen doch oft unrecht; denn ihr ſchlechter Wirthſchaftsbetrieb iſt weniger ihr, als ihrer Grund⸗ herren Fehler; er iſt Folge des verkehrten Pachtungsſyſtems und des in jenem Lande ſtatt findenden Mangels an Kapital. Das Hauptbeſtreben der Grundbeſitzer iſt auf die hoͤchſt moͤgliche Grund⸗ rente gerichtet, ohne auf den Karakter und die Mittel des Pach⸗ u 1 fi kin in Ei v der taonge de fit bſcaffr ühab tub, w Goaude ſde, ni dberne lohe un in ander nd ricbe d . Liſe G Von den landwirthſchaftlichen Gebaͤuden. 157 aers Ruͤckſicht zu nehmen. Ihm iſt darum zu thun, eine Summe fuͤr ſeine Geldbeduͤrfniſſe zu erheben, aber er verwendet ſelten ei⸗ nen Schilling auf die Wirthſchaftsgebaͤude. Die Folge davon iſt, daß der arme Pachter, der vielleicht nur wenig Acker hat, nichts erlangen kann, als eine duͤrftige Huͤtte, mit einem elenden Schup⸗ pen fuͤr ſeine Kuh und ſeine Schweine, und etwa einem eben ſo beſchaffenen Stall fuͤr ſein Pferd; und daß die groͤßeren und wohlhabenderen, die bedeutende Beſitzungen in Pacht haben, des⸗ halb, weil ſie zu keiner fuͤr die Erhaltung und Reparatur der Gebaͤude zu machenden Auslage verbunden ſind, natuͤrlich auch jede, nicht dringend nothwendige Ausgabe waͤhrend ihres Pachtes zu vermeiden ſuchen. Es gibt allerdings auch manche gut ange— legte und eingerichtete Wirthſchaftshoͤfe, dieſelben ſind aber ſelten in anderen, als in reicher Leute Haͤnden; und die Verbeſſerungen, die in dieſer Hinſicht gemacht worden ſind, kommen den im Be⸗ triebe des Ackerbaues und der Viehzucht ſtattgefundenen auf keine Weiſe gleich. Sechſtes Kapitel. Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſt⸗ boten, Handarbeit. Der wichtigſte Gegenſtand, nach dem Antritt einer Wirthſchaft und der Anſchaffung eines angemeſſenen Inventariums an Vieh und Wirthſchaftsgeraͤthen, iſt nunmehr eine zweckmaͤßige Anord⸗ nung der Arbeiten. Um ſolche zu bewerkſtelligen, muß der Bo⸗ den, wenn er verſchieden iſt, klaſſificirt und jede Klaſſe deſſelben zu moͤglichſt gleichen Theilen in eine ſeiner Beſchaffenheit entſpre⸗ chenden regelmaͤßigen Fruchtfolge gebracht werden. Manche behaup⸗ ten, daß es am einfachſten und beſten ſei, jedes einzelne Feld, da ſelbiges doch entweder von Natur oder durch fruͤhere Bewirth⸗ ſchaftung, etwas Eigenthuͤmliches in ſeiner Beſchaffenheit habe, 158 Sechſtes Kapitel. auch auf eine dieſer entſprechende Weiſe zu behandeln. Dies bietet allerdings den groͤßten Raum zu Verſuchen dar, und mag auch denen, die mehr um des Vergnuͤgens, als des Nutzens willen wirthſchaften, einen angenehmen Wechſel in ihren Geſchaͤften ge⸗ waͤhren; aber ein Mann, der ſeines Gewinnes wegen wirthſchaf— tet, und daraus ſein Gewerbe macht, muß ſich durch andere Ruͤckſichten leiten laſſen. Darunter iſt eine der wichtigſten eine gleichmaͤßige Vertheilung der Arbeit; dieſe iſt aber nur dadurch zu bewirken, daß man das Land in mehre ziemlich große Stuͤcke von moͤglichſt gleichem Umfang abtheilt und ſelbige gleichfoͤrmig in einer richtigen Fruchtfolge beſtellt. Wenn ſolches auf die oben angegebene unbeſtimmte Weiſe geſchieht, kann jener Zweck nicht kerreicht werden; denn da die Felder eben ſo wohl von verſchiede— ner Groͤße, als von verſchiedener Beſchaffenheit ſind, wuͤrde dann in dem einen Jahre bald mehr zu Pflugland, bald mehr Gras⸗ land vorhanden ſein, oder der Acker bald mehr Winter-, bald mehr Sommergetreide tragen. Dadurch wuͤrden die Geſpanne in der einen Jahreszeit uͤbermaͤßig angeſtrengt werden, in der an⸗ dern nicht genug zu thun haben, und dieſes ſowohl ihren Scha— den, als einen großen Zeitverluſt herbeifuͤhren, der dadurch eben— falls bewirkten Ungewißheit in den jaͤhrlichen Koſten, durch die manche Verwirrung entſtehen kann, nicht einmal zu gedenken. Wenn man dagegen die Arbeiten gleichmaͤßig auf die verſchiede⸗ nen Jahreszeiten vertheilt, werden nicht nur die Ausgaben bedeu— tend vermindert, ſondern auch mit einer Vorausberechnung in übereinſtimmung gebracht. Um dieſen Vortheil zu erlangen, kommt es viel auf das fruͤ— her befolgte Wirthſchaftsſyſtem, ſo wie auf die Einſicht und das Urtheil des jetzigen Wirthſchafters an. Zeit iſt ebenfalls noͤthig. Ein Landgut richtig einzutheilen iſt nicht das Werk eines Tages; auch kann es nicht mit einem Federzug geſchehen; es macht ſich aber leicht mit Hilfe der Brachfruͤchte und des Klees. Denn da nach ihnen Winter⸗ und Sommergetreide geſaͤet werden kann, die Felder moͤgen ſie ein, zwei oder drei Jahr nacheinander getragen haben, ſo beſtellt man die zu einem Schlag beſtimmten Äcker nach und nach, wie es ſich mit Vortheil thun laͤßt damit, und bringt dann, wenn ſie auf dieſe Weiſe nach 2— 3 Jahren eine gleiche Vorfrucht tragen, Weizen oder Hafer darauf. Anfangs verurſacht ſolches einigen Verluſt, aber der nachmalige Gewinn gleicht dieſes vollkommen aus. T 1” ſin ni Bin: nj na glaben gedr au Ernriſer ri ſt fi gü rtdiſc agerblct ſt auf ritt gan⸗ nn due V fam wan ſeinten dm emi V runnen igßt ſ ſebe i Ubaleg gelegter berſut —,——— Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, ꝛc. 159 Die Fruchtfolge, von der weiterhin umſtaͤndlicher die Rede ſein wird, haͤngt zum großen Theil von der Beſchaffenheit des Bodens ab. Was fuͤr ein Umlauf aber auch feſtgeſetzt ſei, immer muß man eilen, denſelben ſo ſchnell, wie es die Umſtaͤnde nur erlauben, in Ausfuͤhrung zu bringen, ſollten dadurch auch die Felder aus ihrer gewoͤhnlichen Ordnung gebracht werden. Die Entwaͤſſerung und Trockenlegung des Bodens, wenn er naß und traͤge iſt, gehoͤrt zu den unentbehrlichſten Anforderungen, ohne die kein gluͤcklicher Erfolg zu hoffen iſt. Erſtere erfordert, wenn viel unterirdiſche Abzuͤge nothwendig ſind, viel Zeit, und kann nicht augenblicklich Hilfe gewaͤhren; aber das Stehenbleiben des Waſ⸗ ſers auf der Oberflaͤche laͤßt ſich in allen Faͤllen, wo das Land nicht ganz flach und geſenkt liegt, durch eine geſchickte Legung von Querfurchen bewirken, und ſelbſt wenn es ganz faach iſt, kann man durch Aufpfluͤgen von Beeten, und zweckmaͤßige Waſ⸗ ſerfurchen den Regen von den Erhoͤhungen ableiten und den Bo⸗ den ziemlich trocken legen. Oft findet man die alten Beete in krummen Linien liegen, die mehr dazu gemacht ſcheinen, die Feuch⸗ tigkeit zuruͤckzuhalten, als zu entfernen, und die Abaͤnderung der⸗ ſelben iſt nicht nur ſchwierig, ſondern erfordert auch ſorgfaͤltige überlegung; doch wiegt der Vortheil gerader und zweckmaͤßig an⸗ gelegter Beete, die einen freien Abfluß des oberflaͤchlichen Waſſers verſtatten, alle Unannehmlichkeiten und Unkoſten einer ſolchen Ab⸗ aͤnderung vollkommen auf. Die Reinigung kann nur durch ſorg⸗ faͤltige Beackerung oder beſſer geſagt, durch eine voͤllige Sommer⸗ brache bewerkſtelligt werden, und wenn der Boden zugleich er⸗ ſchoͤpft iſt, ſollte ſtets ein Theil davon zu Weide niedergelegt wer⸗ den. Da alle dieſe Dinge weiterhin vollſtaͤndig abgehandelt wer⸗ den, iſt es unnoͤthig, daruͤber hier noch etwas zu ſagen; nur das ſei bemerkt, daß die Koſten ſolcher Unternehmungen, ſein ſie auch noch ſo groß, ſpaͤterhin vollkommen bezahlt werden durch die Ver⸗ groͤßerung des Produkts und die dauernde Verminderung der jaͤhr⸗ lichen Unkoſten; daß dieſer Vortheil um ſo ſpaͤter erlangt wird, je weiter man ſie hinausſchiebt, und daß in dieſen, wie in allen an⸗ deren Dingen halbe Maßregeln niemals dem Zweck entſprechen; thut jedes Ding zur rechten Zeit, doch thut es auch nach Moͤg⸗ lichkeit. 4 G 160 Sechſtes Kapitel. W linem; Naͤhere Angaben uͤber die Wirthſchaftsarbeiten und deren lſun 1 nn n Berechnung. dur Nichts traͤgt weſentlicher zum gluͤcklichen Erfolg eines Ge⸗ 1 ſch ſchaͤftes bei, als Ordnung und Regelmaͤßigkeit in deſſen Ausfuͤh⸗ Aronnene rung. Bei der Landwirthſchaft haͤngen ſolche ſo von dem Ein⸗ dic, ſo fluß der Witterung und anderen Zufaͤlligkeiten ab, daß ſie bei irran ihr weniger genau kontrolirt werden koͤnnen, als bei einem Ma⸗ beccnet, nufakturbetrieb; aber je naͤher ſie einer ſo regelmaͤßigen Anord— gicehen nung, wie bei dieſem ſtattfindet, zu bringen ſind, deſto leichter vgelbaf und wirkſamer wird auch ihre Beobachtung. Kein Gewinn iſt ſaen Lar zu erlangen ohne gehoͤrige Aufmerkſamkeit auf Zeit- und Geld— geheitn erſparung, und eine ſolche laͤßt ſich nicht denken, ohne ein dem fane.. Boden und den Verhaͤltniſſen der Wirthſchaft angepaßtes Wirth⸗ tgice A ſchaftsſyſtem. Der Beſtellungsplan fuͤr jede folgende Frucht muß ud dum ſchon gemacht und ſorgfaͤltig abgewogen werden vor der Ernte zu wach der jetzt auf dem Felde ſtehenden; auch hat man ſich ſtets die Wwecnet wichtigſten Arbeiten, die, ſobald als es die Umſtaͤnde und Witte⸗ ud ha rung erlauben, zu verrichten ſind, genau anzumerken. Man muß m ſe ſtets einige Jahre vorwaͤrts ſehen, und den zu befolgenden Wirth— dinet ſchaftsplan feſtſetzen; denn wer nur nach den Eingebungen des wirths Augenblicks handelt, bleibt ſtets mit ſeinen Arbeiten im Hinter⸗ Fubri treffen, immer in einer ſtoͤrenden Unruhe, und thut faſt Alles dun v nur halb. Ohne Ordnungsſinn iſt alles Wiſſen unnuͤtz, und in ſe entw den meiſten Faͤllen kann es als eine allgemeine Regel gelten, queme l nicht von dem feſtgeſetzten Plane abzuweichen, wenn auch eine egben. Abaͤnderung groͤßere Vortheile darzubieten ſcheinen ſollte; denn tlte B Unentſchloſſenheit laͤhmt jedes Unternehmen und iſt das Zeichen nur in eines ſchlechten Wirths. Nichts fuͤhrt mehr zur Ordnung als dn zig eine regelmaͤßige Rechnungsfuͤhrung; ohne dieſelbe kann, wenn ſänanen auch Gewinn und Verluſt am Ende des Jahrs aus dem verblei⸗ nit Por benden überſchuß hervorgeht, niemals richtig erkannt werden, ſviſtn, welche Frucht und welche Viehart den meiſten Nutzen brachte, dheR und ſo ſchreitet man denn von Jahr zu Jahr vorwaͤrts gleich te dnd einem im Finſtern Tappenden, der manchmal wohl das Rechte, dn oͤfter aber noch das Falſche trifft. ecif Es ſind ſo viele Rechnungsformulare bereits bekannt gemacht rit m und dennoch nicht befolgt worden, daß es unnuͤtz waͤre, dieſes V auh den der Kuͤrze ſich befleißigende Werk mit einer neuen Anweiſung ver⸗ b ei 1 und dern eines Ge⸗ Ausfuh⸗ dem Ein⸗ F ſie bei dem Ma⸗ Anord⸗ leichter winn iſt d Geld⸗ ein dem Wirth⸗ cht muß er Ernte ſtets die d Witte⸗ Nan wuß en Wirth⸗ ungen des n Hinter⸗ aſt Alles „und in gelten, uch eine 3 denn Zeichen ung als , wenn verblei⸗ werden, brachte, ts gleich KRecht, t nacht h, dieſes ſung ver⸗ Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, ꝛc. 161 laͤngern zu wollen. Ein Jeder, der Rechnen verſteht, kann ſich ſelbſt ein Schema, das ſeinem Zwecke entſpricht, erfinden; es kommt nur darauf an, fuͤr alle Einnahmen und Ausgaben einen Debitor und Creditor, einen Empfaͤnger und Geber, zu finden und ſich puͤnktliche Aufzeichnungen uͤber die gethane Arbeit, die gewonnenen Ernten, die Preiſe und Koſten des Nutz- und Maſt⸗ viehes, ſowie uͤber den Ertrag der Maſtung, der zur Schur ge— kommenen Schafe und der Milchwirthſchaft, Alles aufs Genaueſte berechnet, zu machen. Wenn dieſelben auch nur ſehr unfoͤrmlich geſchehen, und nach den Geſetzen einer regelmaͤßigen Buchhaltung mangelhaft erſcheinen, ſo werden ſie doch weſentlich dazu dienen, jeden Landwirth in den Stand zu ſetzen, daß er ſeine Angele— genheiten klar uͤberſchauen und ſeine Wirthſchaft danach reguliren koͤnne. Wenn man die einem jeden einzelnen Felde zukommende taͤgliche Arbeit, ſammt den Saat- und andern Koſten aufſchreibt und dann noch den darauf fallenden Antheil der fuͤr das Ganze zu machenden Ausgaben, des Pachtgeldes, der Abgaben ꝛc. hin⸗ zurechnet, ſo ergibt ſich, was eine jede Ernte zu erzeugen koſtet, und hat man dies einen ganzen Umlauf hindurch puͤnktlich ge— than, ſo wird es leicht, den Werth deſſelben im Vergleich mit den einer andern Rotation zu erforſchen. Die Rechnungen eines Land⸗ wirths ſind auf dieſe Weiſe ſo genau zu fuͤhren, wie die eines Fabrikanten. Die Eintragungen muͤſſen aber taͤglich geſchehen; denn wenn ſolches nur eine Woche lang unterbleibt, ſo werden ſie entweder vergeſſen, oder haͤufen ſie ſich zu ſehr fuͤr eine be— queme Aufzeichnung an, und daruͤber wird die ganze Sache auf— gegeben. Viele Landwirthe erſchrecken vor dem Namen:„dop— pelte Buchhaltung“— ſie iſt aber uͤberaus einfach, und nicht nur in Hinſicht auf das Ganze am meiſten zufriedenſtellend, ſon— dern zeigt auch, weil ſie eine genaue Überſicht der Reſultate jeder einzelnen Unternehmung gewaͤhrt, am ſicherſten, ob eine ſolche mit Vortheil beizubehalten oder fernerhin aufzugeben ſei. Die meiſten, welche einem großen Wirthſchaftsbetrieb vorſtehen, haben dieſe Rechnungsfuͤhrung angenommen, und ein ſehr ausgezeichne⸗ ter Landwirth, der juͤngſt verſtorbene John Billingsley, ſchreibt den gluͤcklichen Erfolg und die überlegenheit, die er in ſeinem Geſchaͤft erlangt hat, blos der Beharrlichkeit zu, mit welcher er nicht nur den Gewinn und Verluſt ſeines ganzen Gutes, ſondern auch den bei einer jeden einzelnen Ernte gehabten zu erforſchen ſuchte. Eine weitere Aufzaͤhlung der verſchiedenen Obliegenheiten, I. 11 162 Sechſtes Kapitel. welche die Aufmerkſamkeit eines Landwirthes erheiſchen, waͤre lang⸗ weilig und nutzlos; denn ſie ſind nur in der Schule der Erfah⸗ rung, und durch fortgeſetzte Beobachtung vollkommen zu erlernen; der geuͤbte Landwirth bedarf nicht, darauf aufmerkſam gemacht zu werden, und der Neuling muß aus der Erfahrung des heutigen Tages abnehmen, was er morgen zu thun hat; ſeine Einrichtun⸗ gen fuͤrs kuͤnftige Jahr aber nach den Mißgriffen des gegenwaͤr⸗ tigen regeln. Der Gewinn der Landwirthſchaft haͤngt von zwei Dingen ab, von Erſparung der Ausgaben und Erhoͤhung des Ertrags; erſtere verlangt die angeſtrengteſte Aufmerkſamkeit, weil die glaͤn⸗ zendſten Erfolge nutzlos werden durch einen ihnen gewidmeten ruͤckſichtsloſen Koſtenaufwand. Alle Berechnungen uͤber den Ab⸗ wurf einer Wirthſchaft, ſowol im Ganzen, als von ihren ver⸗ ſchiedenen Theilen, muͤſſen daher immer auf einen Anſchlag der Koſten gegruͤndet werden. Unter dieſen ſind die fuͤr die Arbeit die wichtigſten, und diejenigen, welche man am meiſten in ſeiner Gewalt hat. Dies iſt am beſten zu entwickeln, wenn von der Hand⸗ und Zugvieh⸗Arbeit die Rede iſt. Armenweſen. Die Thatſache, daß der Zuſtand der laͤndlichen Arbeiter ge⸗ genwaͤrtig in England klaͤglicher, als fruͤher iſt, ſtellt ſich dem Beobachter nur zu deutlich dar. Es iſt dieſes erfolgt zu einer Zeit, wo der Ackerbau eine große Vollkommenheit erreicht hat, und eben ſo auffallend, wie betruͤbend, daß, waͤhrend die Grund⸗ beſitzer, Paͤchter und alle mit der Landwirthſchaft in Verbindung ſtehenden Gewerbsleute durch die neueren Verbeſſerungen ſehr ge⸗ wonnen haben, jene nuͤtzliche Menſchenklaſſe, durch deren niedrige, aber unentbehrliche Thaͤtigkeit dieſe Erfolge errungen wurden, allein keinen Vortheil davon gezogen hat. Daß die zu ihr gehoͤ⸗ rigen Individuen von einigen Lurusartikeln, die ſie fruͤher nicht kann⸗ ten, Gebrauch machen, Thee ſtatt Ale trinken, und die Weiber zierlicher, wenn auch nicht ſo warm gekleidet ſind, iſt vielleicht ihr einziger Gewinn; ſie muͤſſen dafuͤr aber manche weſentliche Bequemlichkeiten entbehren, die ihnen ſchon vor beinahe hundert Jahren zu Theil wurden; denn ſie koͤnnen ſich fuͤr dieſelbe Arbeits⸗ leiſtung nicht mehr ſo viel Lebensbeduͤrfniſſe verſchaffen, wie fruͤ⸗ her. Dies iſt aber nicht das einzige Ubel. Mit der Verminde⸗ ad un gits T fene E b ched emn zu dal dar ds Dil lict de ſähf de Henen nict d6, V d T bekae wil moch doer ghalte ir u di Unt kricid den un der Au nid a Angehen ſct d ſat tn ſür elegt V in M das a von d D vare lang er Erfah erlernen; macht zu heutigen rrichtun⸗ genwaͤr⸗ Dingen ttrags; e glaͤn⸗ dmeten den Ab⸗ en ver⸗ lag der Arbeit ſeiner von der eiter ge⸗ ſich dem zu einer ct hat, Grund⸗ indung ehr ge⸗ iedrige, vurden, t geho⸗ t kann⸗ Weiber dieleicht ſentlich hundert Abeits⸗ vie ftuͤ⸗ trwinde⸗ rrmrörö————— Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, ꝛc. 163 rung ihrer Bequemlichkeiten hat auch ihr allgemeiner Karakter gelitten; das ehrenwerthe Unabhaͤngigkeitsgefuͤhl, das ſie befaͤhigte, Entbehrungen zu ertragen, ohne auf Unterſtuͤtzung Anſpruch zu machen, beſteht nicht mehr, und der entſittlichende Einfluß der Armentaxe oder vielmehr ihrer unzweckmaͤßigen Einrichtung in vielen Gegenden, hat ihren fruͤheren Lebensmuth gebrochen und einen großen Theil ihrer genuͤgſamen Ankhaͤnglichkeit an ihren Herd und ihre Anſteller, welche die beſte Gewaͤhrleiſtung fuͤr ihr gutes Betragen abgeben, zerſtoͤrt. Veruntreuungen, Diebereien, kleine Schurkereien und niedrige Kniffe kommen jetzt haͤufiger vor, als ehedem, und die Schwierigkeit, treue und zuverlaͤſſige Dienſt⸗ boten zu bekommen, gibt zu allgemeinen Klagen Veranlaſſung. Viel davon muß den unſinnigen Beſtimmungen, die hinſichtlich des Wildes beſtehen, zugeſchrieben werden. Nicht ſowohl viel— leicht dem Geſetze ſelbſt, inſofern es den Armen betrifft,(denn ſelbſt der, welcher das Wohl der Arbeiter auf dem Lande von Herzen wuͤnſcht, wird eine Übertretung deſſelben von ſeiner Seite nicht billigen), ſondern vielmehr der uͤbertriebenen Hegung des Wil⸗ des, und der nachtheiligen Wirkung, die ſolche auf die Sitten des Volkes ausuͤbt. Sonſt, wo große Wildgaͤrten faſt ganz un⸗ bekannt waren, gab es keine ſolche Verſuchung zur Wilddieberei, weil ein muͤßiger Kerl, wenn gleich viel Wild im Lande ſein mochte, wenig Gewinn bei deſſen Verfolgung gehabt haben wuͤrde; aber jetzt, wo es in großer Menge in eingeſchloſſenen Gehegen gehalten und gefuͤttert wird, iſt die Verſuchung zu groß, als daß ihr zu widerſtehen waͤre. Das Geſetz geht nun zu allgemein auf die Unterdruͤckung dieſes Hanges aus, und iſt, ohne einen Un— terſchied zu machen, zu allgemein in der Beſtrafung der hoͤ— hern und niedern Grade des Verbrechens, als daß es nicht bei der Ausuͤbung grauſam erſcheinen ſollte. Der Landedelmann wird aber dadurch doch nicht beguͤnſtigt, da er nunmehr zu ungeheuern Ausgaben fuͤr Wildgaͤrten gezwungen iſt, die der Ab⸗ ſicht eines aͤchten Weidmannes gar nicht entſprechen; denn die— ſer ſucht das Wild in ſeinen Schlupfwinkeln auf und genießt ein ſtaͤrkendes Vergnuͤgen, wenn er es findet und im raſchen Lauf erlegt; er liebt aber nicht das ſinnloſe Abſchlachten, wodurch es in Menge mit Hilfe der Waͤrter in den Gehegen getoͤdtet wird, das aber nicht mehr wirkliches Vergnuͤgen gewaͤhrt, als wenn man deſſen Kehlen auf dem Huͤhnerhofe durchſchnitte. Daß jener Üübelſtand zum Theil auch der anwachſenden Be⸗ 11* 164 Sechſtes Kapitel. voͤlkerung und der dadurch bewirkten Verringerung der Subſi⸗ ſtenzmittel mit zuzuſchreiben iſt, leidet keinen Zweifel; aber die gleichen Urſachen muͤßten, ſollte man meinen, uͤberall in dem ganzen vereinigten Koͤnigreiche dieſelben Wirkungen haben, zu⸗ mal wo die Bezahlung der Arbeiter auf gleiche Weiſe ſtatt findet; dennoch hat, wegen der daſelbſt uͤblichen zweckmaͤßige⸗ ren und billigeren Ablohnungsart der Zuſtand der laͤndlichen Bevoͤlkerung im groͤßern Theile von Schottland keine ſolche Verſchlimmerung erlitten; ſie genießt im Gegentheil ſo viel Annehmlichkeiten des Lebens, wie ihre Stellung nur irgend ver— ſtattet. Es iſt jedoch nicht zu verkennen, daß der Zufluß von Irlaͤndern in dem weſtlichen und neuerer Zeit auch in dem oͤſtli— chen Theile des Landes dem gluͤcklichen Zuſtand des ſchottiſchen Landmann's weſentlich geſchadet und auf ſeine Thaͤtigkeit und ſei— nen Karakter nachtheilig eingewirkt hat. Es iſt in Schottland ſehr gewoͤhnlich, die ledigen Dienſtboten auf dem Wirthſchaftshofe in Koſt und Wohnung zu haben, oder, wenn ſich dieſes nicht gut macht, ſie bei den verheiratheten in Koſt zu geben, letzteren aber einen großen Theil ihres Lohnes in Mehl und Kartoffeln zu einem beſtimmten niedrigen Preiſe, ohne Beruͤckſichtigung des Marktpreiſes, zu verabreichen; oder ihnen ein Stuͤck Land zum Anbau der letzteren einzuraͤumen. Dieſes, im Verein mit der Haltung einer Kuh und der unentgeltlichen Anfuhre des Feuer— materials, nebſt einer wohlfeilen geſunden Koſt*), macht ſie faͤhig, *) Die Hauptnahrung des Landvolkes in Schottland, Irland und eini⸗ gen Theilen des noͤrdlichen Englands beſteht in Hafermehl und Kartoffeln. Das Mehl wird mit Waſſer bis zur Steifigkeit eines Puddings eingekocht und bildet in dieſem Zuſtande den porridge(dicke Suppe) der Schottlaͤnder, den Stirabout(Brei) der Irlaͤnder und den crowdy(Mus) der Northumberlaͤn⸗ der. Dieſes dicke Mus wird gewoͤhnlich mit abgerahmter Milch, bisweilen auch mit Bier, Butter und Syrup gegeſſen, und ein Quart(½ Gallon) davon ſoll nahrhafter und gedeihlicher ſein, als ein Weizenbrot, das noch einmal ſo viel koſtet. Es wird fuͤr ſehr geſund gehalten, und in vielen vornehmen Familien den Kindern zum Fruͤhſtuͤck gegeben. Was die Kartoffeln betrifft, ſo wird zwar behauptet, daß ſo viel des feinſten Weizenmehls, als man fuͤr den Preis irgend einer gegebenen Menge von Kartoffeln erkaufen kann, mehr Nahrung gewaͤhre, als dieſe, und dem⸗ nach das feinſte Brot die wohlfeilſte Speiſe fuͤr den Armen ſei; allein man darf das groͤßere Gewicht und Volumen von jenen, hier einen Umſtand von Wichtigkeit, nicht uͤberſehen. Es iſt beſſer, den Magen von Kartoffeln ganz, in An gim! Anderen tt aiſ duälte Sbuta he um f einem bäd em dehhn, Eummer latien: i wäſ Pn gin ſegn de ſet ma V te, wd d na ſe w pewodd . achtſar ineng Stud di ſe imidt Pheitr kwühne fzaſe är hi an reiin cii ud ord er Sülß aber die lin dem en, zu⸗ eie ſtatt maͤßige⸗ nndlichen jſolche ſo viel end ver⸗ uß von m ͤſtli⸗ dttiſhen nd ſei⸗ ottland aftshofe s nicht letteren pffeln zu ung des and zum mit der 5 Feuer⸗ ſe fiſi und eini⸗ artoffeln. ocht und der, den mherlän⸗ bisweilen n) davon c einmal ornehmen o vill des nen Mahe und dem⸗ alein man nſtnd von faln ganz Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, ꝛc. 165 ihre Familien in Zucht und bequemen Wohlſtand zu erhalten. Aus dieſer Einrichtung und der Abneigung gegen unuͤberlegte Aus⸗ gaben und gegen unnuͤtzes Marktlaufen, welches die Weiber in anderen Gegenden zu Muͤßiggang und Klaͤtſchereien ſtark verlei⸗ tet, entſpringen hauptſaͤchlich die regelmaͤßige Auffuͤhrung und die haͤusliche Ordnung, durch die ſich die laͤndliche Bevoͤlkerung in Schottland ſo auszeichnet. Es befinden ſich aber die Arbeiter, die zum Theil mit Lebensbeduͤrfniſſen bezahlt werden, nicht nur in einem beſſern Zuſtande, als die, welche ihren ganzen Lohn in Geld empfangen, ſondern ſie ſind auch ihren Anſtellern treuer zu⸗ gethan, und ſorgſamer fuͤr das Wohl ihrer Familien bedacht. Sommerville ſagt in ſeinem Landwirthſchaftsbericht von Eaſt— Lothian:„Es gibt wenige unter ihnen, die nicht leſen koͤnnen, die meiſten koͤnnen ſogar etwas ſchreiben; ſie laſſen ſaͤmmtlich ihre Kinder in dieſen wichtigen Theilen der Erziehung, einige ſogar die ihrigen im Rechnen unterrichten. Um jeden Pachthof ſieht man eine Schaar von kraͤftigen, geſunden, reinlich gekleide— ten, und wohlgenaͤhrten Kindern, und nirgends tritt der Fall ein, daß man von ſolchen Leuten um ein Almoſen angeſprochen wird, ſie muͤßten denn durch irgend einen Unfall zur Arbeit untuͤchtig geworden oder von der Hinfaͤlligkeit des Alters ergriffen ſein.“ Die Schottlaͤnder werden nur ſelten als freigebig oder un⸗ achtſam auf ihren eignen Vortheil geſchildert, und man kann ohne ihnen gerade eine Abneigung gegen die Pflichten der Menſchlichkeit Schuld zu geben, wohl annehmen, daß dieſelbe Vorliebe fuͤr das Geld, die ſie in anderen Faͤllen an den Tag legen, ſie auch zu dieſer Einrichtung verleitez daß demnach ihre Fuͤrſorge fuͤr ihre laͤndlichen Arbeiter, die in dem Grade weder in England, noch in Irland gewoͤhnlich iſt, nur eine Folge der Berechnung ſei, da ſie durch ſcharfe Beobachtung gefunden haben, daß ihr eigner Vortheil da⸗ bei am beſten beſtehe. Dies wird Niemand einen Augenblick be⸗ zweifeln, der Gelegenheit gehabt hat, die Wirkungen dieſer zwei verſchiedenen Syſteme zu beobachten, und den Werth nuͤchterner und ordentlicher Dienſtboten kennt. als von Brot, ſollte dieſes auch an ſich wirklich naͤhrender ſein, nur halb voll zu haben, und wer Zeuge geweſen iſt von der Wohlgenaͤhrtheit der iri⸗ ſchen Huͤttenbewohner, deren einzige Speiſe aus Kartoffeln und etwas Milch beſteht, der wird wohl eine andre Meinung uͤber die Nahrungsfähigkeit des Brotes annehmen, wenn letzteres nicht in derſelben Maſſe genoſſen wird. 1 166 Sechſtes Kapitel. Die Beſoldung, welche Hr. Sellar auf ſeinem weitlaͤuftigen Farm in Sutherland jeder Familie nach ſeiner eignen Angabe jaͤhrlich gibt, beſteht in dem Genuß eines Hauſes und Gartens, in der Benutzung einer ſtets gutgefuͤtterten Kuh, in 16 ¼ Cent⸗ ner Hafermehl, ungefaͤhr drei Karrenladungen Kartoffeln, und einer beſtimmten Menge der beſten engliſchen Steinkohlen; uͤber⸗ dies bekommt noch jeder Pflugmann 10 Pfund baaren Geldlohn. Daſuͤr muß jede Familie einen jungen Burſchen mit in ihrem Hauſe aufnehmen, und wenn es noͤthig wird, einer Familie zwei junge Leute ins Quartier zu geben, wird zu obiger Beſoldung noch hinzugefuͤgt 8 Centner Hafermehl, ein Karren Kartoffeln, 52 Schilling baares Geld und etwas Kohlen. Dieſe Ablohnung iſt verſchieden je nach den Umſtaͤnden und der getroffenen Übereinkunft. In Berwickſhire und den daran grenzenden Gegenden, wo der Lohn im Durchſchnitt hoͤher, als in den meiſten anderen Theilen des Reiches ſteht, hat jeder ver⸗ heirathete Knecht die Erlaubniß, 1 Peck Lein zu ſaͤen; die auf dieſen und ein Stuͤck Kartoffelland zu verwendende Handarbeit wird von ſeiner Frau und ihren Kindern verrichtet, das Pfluͤgen beſorgt der Dienſtherr. Das Einkommen einer Familie laͤßt ſich bei dieſer Einrichtung nach den Preiſen des J. 1806 folgender⸗ maßen berechnen: Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. Wirklicher Lohn an Geld. 2 2 ⸗ An 60 Buſhels Hafer à 3 Sh. 6 P. 10 10 ⸗ 24 3 Gerſte à 3⸗ 8 ⸗ 4 8 ⸗ 6 ² Erbſen à 4⸗ 8⸗ 1 8⸗ 18 6 ⸗ Vermuthlicher Ertrag von einer Kuh 9 2 6 1 2 der Kartoffmn 2 ⸗ ⸗ . 2 des Leins 2 10 ⸗ 1 ⸗ des Huͤhnerviehs ⸗ 10 ⸗ 2 Verdienſt bei der Ernte 1 10 ⸗ Fuhrlohn von 4 Karren Kohlen 1 ⸗ 14 12 6 Wahrſcheinlicher Tagelohn der Frau 120 Tage à 10 Pence... 5 ⸗ ⸗ dergl. von zwei Kindern à 8 Pence 8 ⸗ ⸗ Seitenbetag 11 ⸗„⸗ 32 18 6 a Sume tie der gchtes Bllſi nde Db ne Eur 4 480 hnte dah d daren üöge lohn auch wande icti Ihre dläufiza Angabe Gartens, 6 Cent⸗ 1, und i uͤber⸗ lldlohn. ihrem lie zwei poldung toffeln, en und daran er, als er ver⸗ die auf darbeit pflüͤgen ißt ſich Ngender⸗ 69 9. d2 5b Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, ꝛc. 167 Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. übertrag 13 ⸗„⸗ 32 18 6 Verdienſt durch Spinnen und Scheu⸗ nenarbeit waͤhrend des Winters 4 7 6 Bekoͤſtigung der Frau waͤhrend der Ernte 28 Tage à 10 P. 1 3 4 18 10 10 Summe der jaͤhrlichen Einnahmen..... 51 9 4 ohne den Genuß des Hauſes und Gartens, fuͤr den die Frau des Knechtes verbunden iſt, in der Ernte ohne Lohn, blos fuͤr volle Bekoͤſtigung zu helfen, und die gewoͤhnlichen Feldarbeiten fuͤr den in der Gegend uͤblichen Lohn zu verrichten. Obiges Einkommen wuͤrde nach den Preiſen vom J. 1807 die Summe von 58 Pf. 10 Sh. 10 P. und nach dem vom J. 1808 noch 10 Pf. mehr betragen. Der auf ſolche Weiſe ab— gelohnte laͤndliche Arbeiter gewinnt daher in druͤckenden Zeiten durch die ⸗Theuerung der Lebensmittel, indem er ſeinen Überſchuß daran verkaufen kann, und zu dem Ende ſparſam mit ihnen um— gehen lernt. Man kann zwar ſagen, dieſe Art der Ablohnung ſei eigentlich weiter nichts als ein Vorſchuß auf zu erhaltenden Tag— lohn, der immer durch den Preis des Getreides, nach dem ſich auch die Preiſe der anderen Lebensbeduͤrfniſſe richten, beſtimmt werde; mag aber auch dieſer aufgeſtellte Satz in der Theorie ſeine Richtigkeit haben, ſo kann er doch nur bei dem Durchſchnitt vieler Jahre zutreffen; denn der Lohn kann ſich nicht augenblicklich nach den beſtaͤndig ſchwankenden Kornpreiſen richten, und in der Pra⸗ ris widerſpricht ihm die Erfahrung der Gegenwart. Es iſt auch ein Irrthum, wenn man glaubt, daß der Unterſchied zwiſchen dem Marktpreiſe der den Arbeitern in Natur gegebenen Lebensmittel und dem Preiſe, zu welchem man ſie ihnen anrechnet, aus dem Beutel des Landwirths ausgeglichen werde; denn er erſpart in letzterm Falle Muͤhe und Koſten, die mit dem Verkauf und der Ablieferung verbunden, und wenn auch der Arbeiter, welcher ſeine Lebensmittel kaufen muß, die hoͤchſten Preiſe zu zahlen gezwun⸗ gen wird, ſo bringt dies dem Landwirth doch keinen Vortheil, weil er ſelten das Geld bekommen kann. In einigen Theilen von England iſt eine Unterſtuͤtzung der duͤrftigen Arbeiter mit etwas Mehl nach Verhaͤltniß der Groͤße ihrer Familien in Zeiten der Noth auch verſucht worden; man hat dann aber dieſelbe gleich 168 Sechſtes Kapitel. zu einer Obliegenheit des Kirchſpiels mit allen Unbequemlichkeiten einer Auflage gemacht, und ſie dem Vorwurf ausgeſetzt, daß man den laͤndlichen Arbeiter zu einem Gegenſtand des Mitleids mache. Dieſe Bemerkungen ſollen keineswegs dem Vorſchlag das Wort reden, den man in den letzten Jahren ſo lebhaft vertheidigt hat, naͤmlich dem, daß man den Arbeiter einige Stuͤckchen Land zu eigner Bewirthſchaftung uͤberlaſſen, ihm ſogar Graͤſerei zur Kuh⸗ haltung verwilligen ſolle. Der wohlmeinende Sinn, der dieſem Borſchlage zum Grunde liegt, iſt nicht zu verkennen, ſeiner Aus⸗ fuͤhrung tritt jedoch der Umſtand hindernd in den Weg, daß durch eine ſolche Einrichtung der Arbeiter von ſeinem Dienſtherrn theil⸗ weis unabhaͤngig und dadurch nicht nur leicht faul und traͤge, ſondern auch fuͤr andere nutzlos gemacht wird, und er nun erſt ein wirklich nichtsnutziger Armer wird. Wenigſtens ſollte das ihm zugetheilte Land blos in einem kleinen Garten und in einem kleinen Kartoffelacker beſtehen, und auf keine Weiſe uͤber ¼ Acker betragen. Eine Kartoffelernte iſt fuͤr einen Haͤusler das Wichtigſte, das Land dazu kann er graben und bepflanzen zu einer Zeit, wo er bei ſeinem Herrn wenig zu thun findet, das Jaͤten und Behacken aber in muͤßigen Stunden von ſeiner Fa⸗ milie geſchehen. Was die Haltung von Kuͤhen betrifft, ſo laͤßt ſich nicht immer das dazu nothwendige Graſeland abgeben; ſoll ſie den— noch ſtatt finden, ſo iſt es beſſer, ſie werden zu des Dienſtmanns Benutzung von dem Landwirth ſelbſt auf feſtgeſetzte Weiſe unter⸗ halten; denn geſchieht ſolches von den Haͤuslern ſelbſt, ſo iſt es ſelten der Fall, daß ſie hinreichend Land zu ihrer vollen Ernaͤhrung haben und ſich nun, unter dem Vorgeben, ſie auf dem Feldrei⸗ nen und Wegeraͤndern zu huͤten, die Freiheit nehmen, in der Flur umherzuſchweifen, wobei ſie unter dem Schutz der Nacht in die benachbarten Futterfelder, bisweilen ſogar in das anſtehende Getreide gerathen, und noch manche andere Dieberei an Turnips und dergleichen Fruͤchten begehen, um fuͤr ihr Vieh ſich Futter zu ſchaffen. Was der Arme von der Kuh wirklich entbehrt, iſt die Milch, weil dieſelbe nicht uͤberall zu kaufen iſt; Butter und Kaͤſe dagegen ſind allezeit fuͤr Geld zu haben, und es tritt nicht ſelten der Fall ein, daß wegen überfluß daran die Kuͤhe auf dem Lande ihre Erhaltungskoſten nicht bezahlen. Es wuͤrde daher zweckmaͤßiger ſein, den Arbeitern nach Verhaͤltniß der Staͤrke ihrer b Frwil Mic einm! ſu rig, t als dem riſ auf ic rrimi Vplonen . d ſo ahge uung m Geflſch iſt i Es feht Sclauh taft mi äinen uying ſe elen den wn fet M man ſ dät iſ nuthwer rin enlichkei ſet„ daß BMitleid hlag das ertheidigt een Land zur Kuh⸗ t dieſem her Aus⸗ ß durch n theil⸗ traͤge, un erſt te das einem ber ler das zen zu et, das ner Fa⸗ i nicht ſi den⸗ imanns unter⸗ iſt es hrung eldrei⸗ n der cht in ehende urnips Futter rt, iſt er und t nicht uf dem daher feihret Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, c. 169 Familien ſtets Milch zu ihrem Beduͤrfniß abzulaſſen. Abgerahmte Milch wuͤrde dazu genuͤgen, und wuͤrde davon das Quart mit einem halben Penny bezahlt, ſo koͤnnten beide Theile zufrieden ſein. Die meiſten Farmer ſind einem ſolchen Milchverkauf abge— neigt, theils aus Scheu vor der dadurch verurſachten Muͤhe, theils aus dem kleinlichen Geiz, ſie fuͤr ihre Schweine zu behalten, theils weil ſie nicht gern eine ſolche Kleinigkeit verkaufen und ſie doch auch nicht umſonſt hingeben wollen. Einen Verkauf dieſer Art verſchmaͤhen iſt jedoch ein falſcher Stolz, dem das Beiſpiel von Perſonen hoͤchſten Ranges entgegengeſtellt werden kann, welche die Einrichtung getroffen haben, daß das Produkt ihrer Kuͤhe fuͤr einen beſtimmten Preis an ihre duͤrftigen Nachbarn abgegeben werde. Daſſelbe ihnen ganz ſchenken wollen, wuͤrde dagegen fal— ſche Großmuth ſein; denn der wichtigſte Punkt bei dem Umgang mit Armen iſt, daß man ſie ſo wenig als moͤglich zum Gegen— ſtand des Mitleids mache und ihnen durch die Erkenntniß, wie viel es werth ſei, von ſich ſelbſt abzuhaͤngen, Selbſtachtung, den feſteſten Stuͤtzpunkt der Sittlichkeit und Redlichkeit, einzufloͤßen ſuche. Dienſtboten. Man beſchuldigt gewoͤhnlich die Dienſtboten auf dem Lande der Dummheit und Verſtocktheit. Sie ſind vielleicht auch nicht ſo abgeſchliffen, wie Handwerksleute, die durch ihren oͤftern Um— gang mit den Staͤdten und neuerer Zeit auch durch Klubs und Geſellſchaften, mehr Gelegenheit haben, ſich beſſer zu unterrichten; es iſt indeſſen die Frage, ob ſolches auch wuͤnſchenswerth waͤre. Es fehlt ihnen dagegen nicht an natuͤrlichem Scharfſinn und an Schlauheit, jeden Vortheil wahrzunehmen, zu dem Unbekannt— ſchaft mit den laͤndlichen Arbeiten oder Nachlaͤſſigkeit ihrer Herren ihnen Gelegenheit gibt. Sie verlangen ſcharfe Aufſicht, zumal Anfangs; denn wenn ſie an einen neuen Ort kommen, verfehlen ſie ſelten zu verſuchen, ob ſie ihren Herrn leicht hintergehen koͤn⸗ nen, und nur dadurch, daß man ſich gleich in Anſehn bei ihnen ſetzt und ihnen zeigt, daß ſie ihre Schuldigkeit thun muͤſſen, kann man ſie zur ſteten Beobachtung derſelben veranlaſſen. Wachſam⸗ keit iſt bei jedem Wirthſchaftszweig, wo ſie angeſtellt werden, nothwendig; denn ſie ſind nicht ſelten unter einander zu Betruͤ— gereien verbuͤndet. Der Ackerknecht(Pflugmann) hat wahrſchein⸗ 170 Sechſtes Kapitet. lich ſein Liebchen auf dem Hofe, und dieſes wird nicht verfehlen, ihrem Schatz heimlich Leckerbiſſen zuzuſtecken; der Pferdeknecht ſtiehlt Koͤrner fuͤr ſein Vieh, der Dreſcher fuͤr ſich, und in der Kuͤche ſowohl, wie im Stall und in der Scheune iſt fortwaͤhrend die groͤßte Aufmerkſamkeit noͤthig, um den Stehlereien zu begeg— nen, denen ein argloſer Wirth nur zu leicht ausgeſetzt iſt. Fruͤ⸗ her war es allgemein gebraͤuchlich, die Pferdeknechte auf dem Hofe ſelbſt zu haben; der Vortheil ſie immer bei ihren Geſpan— nen zu haben, wog jede Bedenklichkeit dagegen auf. Damals waren aber die Pachtguͤter meiſtens weit kleiner, und die Paͤchter, die ſonſt weit haͤuslicher lebten, als jetzt, konnten ein viel wach— ſameres Auge uͤber ihren Haushalt fuͤhren. Seitdem jedoch eine ſo große Änderung in den Sitten vorgegangen iſt, wird es fuͤr bequemer gehalten, die Dienſtboten außer dem Hauſe wohnen zu kaſſen, und ihnen Wochenlohn zu zahlen, als ſie auf dem Wirth⸗ ſchaftshofe zu bekoͤſtigen; der ledige Mann iſt daher gezwungen, in Wirthshaͤuſern zu wohnen und zu eſſen, und dadurch gewoͤhnt er ſich ans Faullenzen und andere Laſter. Es iſt zwar gewiß, daß das Land durch den Reichthum und die Intelligenz großer Landwirthe gewonnen hat, aber ihr Wohlſtand und ihre Erziehung, durch die ſie allem geſellſchaftlichen Umgang mit ihren Dienſtbo⸗ ten entzogen werden, hat dieſe eines der wirkſamſten Mittel ihrer ſitt⸗ lichen Beſſerung beraubt. Diejenigen, welche ſich des Lebens auf dem Lande in fruͤherer Zeit erinnern, muͤſſen auch bedauern, daß die einfach gekleideten Farmer faſt ganz verſchwunden ſind, die damals mit ihrer Familie und ihren Dienſtboten an einer Tafel ſpeiſten; denn es iſt nicht zu bezweifeln, daß das Abkommen die— ſer Sitte einen nachtheiligen Einfluß auf den Karakter des Land⸗ volks geaͤußert hat. Mit der Abnahme von Kapital kommt jedoch wieder etwas von der einfachen Lebensweiſe der fruͤheren Tage auf, und die Zeit iſt vielleicht nicht mehr fern, wo die Farmer mit ihren Untergebenen wieder vertraulicher leben, und durch ihr eignes Beiſpiel, durch ihre Beobachtung der Geſetze der Ordnung, der Maͤßigkeit und Schicklichkeit, deren moraliſche Erziehung be⸗ foͤrdern, welche mehr werth iſt, als jedes andere Lernen. Man hat bemerkt, daß die Brauchbarkeit der Dienſtleute in allen ihren verſchiedenen Geſchaͤften immer im Verhaͤltniß ſteht mit ihrem ſittlichen Betragen uͤberhaupt. Um ſie daher recht brauchbar zu machen, muß man ſie mit Einſicht und Geſchicklichkeit behandeln, in ihren Arbeiten gehoͤrig unterrichten und ſtreng zur Ordnung ben; 8 80 der Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, ꝛc. 171 kt verſehle dedn anhalten. Dadurch erhalten die Leute Sinn fuͤr Genauigkeit und und in der Nettigkeit in allen ihren Geſchaͤften, und je mehr ſie zu Hauſe rwihrend gewoͤhnt ſind, Alles ordentlich zu machen, deſto mehr werden ſie du bege ſich auch beſtreben, auswaͤrts ſich auszuzeichnen. Was es fuͤr ein ſt Fii⸗ Geſchaͤft auch ſei, das Reinigen irgend eines Stalles, eines Miſt— nuf dem hofes, eines Feldteiches, die Anlage und die Ausbeſſerung eines Geſpen⸗ Abzuges oder Grabens, das Pflanzen oder Einbinden einer Hecke, Damals die Ausbeſſerung eines Weges ꝛc., Alles wird beſſer beſorgt, wenn Nactter die Arbeiter an das Schickliche und den Anblick von Reinlichkeit i we 3 und Ordnung in und bei ihrer Wohnung gewoͤhnt ſind. Werden wc ein ſie dann bei ihrer Arbeit von ihren Kindern unterſtuͤtzt. ſo ſtre⸗ d fir ben dieſe naturlich ihrem Vater nach, und ſo pflanzt ſich dieſer hnen Sinn fuͤr nuͤtzliche Genauigkeit fort von der Huͤtte auf das Feld Tſn und vom Feld in die Huͤtte. Wirt⸗ Was den unredlichen Karakter betrifft, den man dem viduin, engliſchen Arbeiter auf dem Lande beilegt, ſo hat lange Erfah— gewihm rung gelehrt, daß derſelbe zum großen Theil der barſchen Be⸗ rgewiß, handlung, welche die Dienſtboten von ihren Herren zu erleiden d gußer haben, und dem Mangel an Zutrauen, das man ihnen ſchenkt, ahung zuzuſchreiben iſt. Nichts iſt merkwuͤrdiger, als das uͤbermuͤthige Dirnſtr⸗ Betragen, das die Mittelklaſſe der Englaͤnder, beſonders unter den ihrr ſi Landwirthen, gewoͤhnlich gegen ihre Untergebenen beobachtet, und bbens auf das natuͤrlich gegenſeitig boͤſes Blut bei den Dienſtboten erzeugen k1 diß muß. Die reichſten Landwirthe ſind nicht die barſcheſten Herren. ind, die Dies iſt ohne Zweifel ihren feineren Sitten uͤberhaupt zuzuſchrei⸗ er Tafe ben; Thatſache bleibt es aber, daß die ganze laͤndliche Bevoͤlke— nen die⸗ rung eine beſſere Erziehung bedarf. zLand⸗ Was die Widerſetzlichkeit der Arbeiter betrifft, ſo hat die⸗ t jedoch ſelbe einen offen zu Tage liegenden, ſehr zu entſchuldigenden n Tage Grund. Sie ſind von jeher zu einer beſtimmten Art von Arbeit Inmer angelernt worden und verrichten nun dieſelbe mit einer Art Ge⸗ urch ihr maͤchlichkeit in der Weiſe, an die ſie gewoͤhnt ſind, und die ſie adnung, deshalb natuͤrlich fuͤr die beſte halten. Sollten ſie auch uͤberzeugt ung be⸗ ſein, daß eine Abaͤnderung darin ihrem Anſteller vortheilhaft ſei, . Man ſo muͤſſen ſie doch zu gleicher Zeit ſelbſt ihren Nutzen dabei fin⸗ en ihren den, ſonſt iſt kein Grund vorhanden, warum ſie dieſe Abaͤnde⸗ it ihum rung annehmen ſollen. Wenn man daher eine Neuerung einfuͤh⸗ Ichhr zu ren will, muß man ihr Intereſſe daran zu knuͤpfen ſuchen; denn tondeln das iſt das Einzige, was einen Mann in den gewoͤhnlichen Le⸗ Andnung bensverhaͤltniſſen zu groͤßerer Thaͤtigkeit anreizen kann. Durch 172 Sechſtes Kapitel. ein freundliches Wort kann man bisweilen etwas ausrichten, durch vernuͤnftige Vorſtellung und einen Trunk Ale noch mehr, am meiſten wirkt aber immer Geld. Man lege ihrem Lohn nur etwas zu, und die Einwuͤrfe der Arbeiter gegen eine Neuerung werden bald ſchwinden. Eine ſolche weſentliche Aufmunterung iſt das ſicherſte Mittel, gute Arbeiter zu bekommen; es darf aber nur ſparſam und blos fuͤr außerordentliche Leiſtungen angewendet werden. Unwiſſende Menſchen ſind zu geneigt, freiwillige Ver⸗ guͤtungen fuͤr eine ihrem eignen Verdienſt ſchuldige Belohnung, nicht fuͤr ein Zeichen von der Freigebigkeit ihres Herrn anzuſehen, und werden dann unzufrieden und verdrießlich, wenn ſie jene nicht oft erhalten. Die volle Leiſtung ihrer regelmaͤßigen Oblie⸗ genheiten ſollte daher ſtreng nur mit dem feſtgeſetzten Lohn be— zahlt werden; es bietet ſich aber Gelegenheit genug dar, ihnen kleine Verguͤtungen zufließen zu laſſen, ohne das Gefuͤhl ihrer Wichtigkeit zu ſteigern. Die unausgeſetzte Zahlung ihres Lohnes bei zufaͤlliger Krankheit, auch ohne ſie an ihr Kirchſpiel zu ver— weiſen, einige Unterſtuͤtzung, wenn ihre Weiber in Wochen lie— gen, oder ihnen ein Kind geſtorben iſt, wird nicht falſch ausge— legt werden und gewiß, ob man gleich den Armen immer Un⸗ dankbarkeit Schuld gibt, nur Achtung und Anhaͤnglichkeit er⸗ zeugen. Die Anſichten alter gedienter Arbeiter darf man nie gering⸗ ſchaͤtzen; ſie ſind oft beſſer mit den Eigenthuͤmlichkeiten eines Bo— dens vertraut, als ſein Beſitzer, und gewoͤhnlich eine genaue lebendige Chronik hinſichtlich fruͤherer Ernten und Beſtellungswei— ſen, die manche nuͤtzliche Winke geben kann. Aber ſie duͤrfen nie uͤber eine Operation entſcheiden und ein einmal gegebener Befehl darf nie in Folge ihrer Einrede abgeſtellt werden; denn alle Dis— ciplin wuͤrde ihre Endſchaft erreichen, wenn man ihnen auf ſicht— bare Weiſe einen Einfluß erlaubte, und darum iſt es immer beſ⸗ ſer, ſich in ſeinen Anordnungen zu irren, als dieſelben aufzuge— ben. Feſtigkeit und Maͤßigung ſind zwei große Erforderniſſe bei der Beaufſichtigung der Arbeiter; denn nach der Anſicht eines ſehr erfahrnen Landwirths und genauen Beobachters der menſchli⸗ chen Natur, Marſhall's, iſt es eine allgemein giltige Regel, daß man ſie als Menſchen, nicht als Vertraute und noch weniger als Maſchinen behandeln muͤſſe, da ſich in einem freien Lande, Schick⸗ ſal und Bildung moͤgen ſein, wie ſie wollen, alle Menſchen gleich ſind, und wenn auch in England oftmals der Tagarbeiter in den Augen d f Eyln e wi rnu de ſe ur n Taan V M in ſ u Jäte ſtn, k ton d vaden. A i de Ende ſna, Ernte ite, dar nehr, am hn nu b Narerung Anterung iſt duf abe dagewendet ülige Ver⸗ Batnung anzuſchen, n ſie jene zn Ohlie⸗ bohn be⸗ dr, iünen äihl iürer Lohnes d zu ver⸗ bocen lie⸗ 174 ſſc dusge⸗ w gemaue luryewe⸗ dirfin nie ir Befeh all Dü⸗ auf ſcht⸗ aner be⸗ Nalfzuge⸗ deriſt bä ſict äͤnes nenſch⸗ Naa, di velir ude eic⸗ enſce da tä i d Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, c. 173 Augen eines ſtrengen Herrn wie eine Maſchine erſcheinen mag, ſo iſt er doch ein freier Mann an ſeinem eignen Herde und ein Englaͤnder im Bierhauſe. Handarbetk. Die in einer Wirthſchaft erforderlichen Handarbeiter zerfallen in zwei Klaſſen, in auf das ganze Jahr gemiethete, das Geſinde, wozu die Fahr⸗ und Ackerknechte, die Schaͤfer und Hirten, ſowie die zur Hausarbeit und Melkerei noͤthigen Maͤgde gehoͤren, und in Tagarbeiter. Letztere Klaſſe begreift alle die Maͤnner und Wei⸗ ber in ſich, welche zum Hecken- und Grabenmachen, zum Hacken und Jaͤten, zum Miſtladen und Streuen, zum Ernten und Dre— ſchen, kurz zu allen gewoͤhnlichen Wirthſchaftsarbeiten, entweder gegen einen beſtimmten Taglohn oder im Verdinge genommen werden. Obgleich auf das ganze Jahr gemiethet, werden erſtere doch in den meiſten Theilen von England ſchon einige Tage vor dem Ende der Miethzeit entlaſſen, die gewoͤhnlich zu Michaelis ſtatt findet, ein Zeitpunkt, der, in manchen Jahren mitten in die Ernte fallend, viel Unbequemlichkeiten hat. Dieſer Gebrauch ent⸗ ſtand wahrſcheinlich in fernen Zeiten, wo noch wenig Verkehr auf dem Lande ſtatt fand, und es fuͤr Herren und Diener, im Fall ſie zu aͤndern Luſt hatten, eine Bequemlichkeit darbot, wenn ſie jaͤhrlich einige Tage dazu frei hatten. Neuerer Zeit hat man ihn beibehalten, um zu vermeiden, daß die Leute aus anderen Kirchſpielen keine Anſpruͤche auf Herberge in dem Ort, wo ſie dienen, machen koͤnnen, im Fall ſie verarmen ſollten; ſie werden dazu berechtigt, wenn ſie ein volles Jahr an einem Orte bleiben, dies wird aber durch ihre einige Tage anhaltende Entlaſſung aus dem Dienſt, wenn ſie gleich wieder neu gemiethet worden ſind, vermieden. Es iſt dieſes eine uͤble Gewohnheit, die dazu beitraͤgt, das Geſinde unſtaͤt und leichtſinnig zu machen, und viel Unterbre⸗ chung in den haͤuslichen Geſchaͤften herbeifuͤhrt. Die weiblichen Dienſtboten erhalten ſaͤmmtlich, von den maͤnnlichen aber nur einige ledige Wohnung und Koſt bei ihrer Herrſchaft und außerdem noch einen jaͤhrlichen Lohn, der nach Geſchlecht und Leiſtungsfaͤhigkeit verſchieden iſt. Die verheirathe⸗ ten Arbeiter dagegen, die in ihren eignen Haͤuſern wohnen, wer⸗ den woͤchentlich nach verſchiedenen Verhaͤltniſſen, die ſich nach dem 174 Sechſtes Kapitel. Preis der Lebensmittel, nach der Jahreszeit und nach dem Her⸗ kommen der Gegend richten, bezahlt. In England geſchieht ſol⸗ ches blos mit Geld, und betraͤgt daſelbſt der Wochenlohn gewoͤhn⸗ lich 9— 14 Schilling, in folgender Weiſe: 1ſ Pf. Sh. Sh. Pf. Sh. Sh. Pf. Sh. 22 Wochen im Winter zu 90 Sh. thut.9 13 zu 10— 11 ⸗ zu 12— 13 4 26 Wochen im Sommer zu 10 Sh. 6 P. thut 13 13„ 12— 15 12 ⸗ 14— 13 4 Erntelohn...3 3..3 12 4 4 Zu Bier 2c.... 1 41.. 1 41 7.... 1 1 27 15 31 5 36 13 Dafuͤr ſind die gewoͤhnlichen Arbeitsſtunden im Winter von Son⸗ nenaufgang bis Niedergang, im Sommer von ſechs Uhr Morgens bis ſechs Uhr Abends(mit Ausnahme der Erntezeit, wo gewoͤhn⸗ lich von fruͤh 5 Uhr bis in die Nacht gearbeitet wird). Dabei wird zum Fruͤhſtuͤck eine halbe und zum Mittagseſſen eine ganze Stunde Zeit gegoͤnnt; die Knechte ſind jedoch fruͤher und ſpaͤter noch im Stalle beſchaͤftigt. Die Vortheile einer regelmaͤßigen und umſichtigen Arbeits⸗ theilung ſind zu allgemein anerkannt, als daß es noͤthig waͤre, die⸗ ſelben auseinanderzuſetzen. Es iſt augenſcheinlich, daß ein Mann, der ſich nur mit einem Gegenſtand beſchaͤftigt, eine groͤßre Ge— ſchicklichkeit darin erlangen muͤſſe, als wenn er zu verſchiedenarti⸗ gen angewendet wird, und daß er mehr fertig bringt, wenn ſeine Zeit nicht durch eine abwechſelnde Anſtellung zerſtuͤckelt wird. Dies wird in den Fabriken ſo wohl verſtanden, daß darin jeder Arbeiter nur zu einem beſtimmten Geſchaͤft benutzt wird. Man ſagt, es ſeien bei der Verfertigung einer Stecknadel acht angeſtellt, und der, welcher den Knopf anſetzt, wiſſe nicht, wie man eine Spitze ſchleife. Aber die Schnelligkeit, mit der die Arbeit geſchieht, und die Vollkommenheit, in welcher die Waare geliefert wird, macht die groͤßere Zahl von Arbeitern nur zu gut bezahlt. Bei der Landwirthſchaft iſt eine Arbeitstheilung in dem Grade unaus⸗ fuͤhrbar; denn die zu verrichtenden Geſchaͤfte ſind ſo vielartig und die Zahl der in einer Wirthſchaft angeſtellten Arbeiter im Ver⸗ haͤltniß dazu gewoͤhnlich ſo gering, daß es, mit alleiniger Aus— nahme der Schaͤfer und Milchmaͤdchen, nothwendig wird, ſie auf verſchiedene Weiſe zu beſchaͤftigen, und es iſt daher von der groͤß⸗ ten Wichtigkeit, die Arbeit ſo einzutheilen, daß niemals Zeit ver⸗ loren gehe, weder durch Mangel an Beſchaͤftigung der Leute, noch durch Unentſchloſſenheit in Betreff ihrer Anſtellung. Außer V anen der ſi rur ſ nürit eriſtrc en au V V - ni dung, dagti 3 the don d dn get dah der N betribe ————— Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, c. 175 dem 5a einem allgemeinen Wirthſchaftsplan muß auch jeder Landwirth, ſchieht ſo der ſein Geſchaͤft verſteht, ſich noch den Abend vorher einen Ent⸗ n gewoͤhn⸗ wurf fuͤr die den andern Tag vorzunehmenden Arbeiten machen, und im Fall deren Ausfuͤhrung durch das Wetter gehindert wird, Ff. Ch. haͤlt der Mann, der nichts aus dem Auge laͤßt, ſtets eine Zahl . 13 4 kleiner Verrichtungen bereit, durch die er ſeine Leute vor Muͤßig⸗ gang bewahren kann. Dieſe genaue Aufmerkſamkeit auf Kleinig⸗ 13 keiten unterſcheidet den thaͤtigen, klugen Landwirth vornehmlich 1 von einem ſaumſeligen, nachlaͤſſigen, und es traͤgt dieſelbe viel— 55 18 leicht eben ſo viel, wie wiſſenſchaftliche Kenntniß zu einem gluͤck⸗ von Son⸗ lichen Wirthſchaftsbetriebe bei. Erſparung an Zeit iſt Erſparung Norgens an Geld, und es ſollte nie vergeſſen werden, daß, wenn Lohn gewöhn⸗ bezahlt wird, eine unbenutzte Stunde ſo viel koſtet, wie eine Dabei benutzte. m onnze Ein anderer wichtiger Punkt iſt, die Zahl der Arbeiter nach dſpäter der zu leiſtenden Arbeit richtig abzumeſſen, damit ſie nicht nur beſtaͤndig und vollkommen beſchaͤftigt, ſondern auch ſo wenig wie Albeits⸗ moͤglich auf verſchiedene Weiſe angeſtellt ſind. Es laͤßt ſich da⸗ are, die⸗ fuͤr keine Regel angeben, denn es haͤngt nicht nur von der Art n Mann, des Betriebs, ſondern auch von der Beſchaffenheit des Bodens ißte Ge ab; Ackerland erfordert augenſcheinlich mehr Haͤnde, als Weide⸗ Hiedenart⸗ land, und ſchwerer Boden mehr Zugvieh als leichter; letzter aber enn ſcine beſchaͤftigt wieder bei der Wechſelwirthſchaft mit Drillſaaten mehr ſt wühd Haͤnde bei dem Hacken und Jaͤten. Jedes Pfluggeſpann muß in jeder natuͤrlich einen Pfluͤger haben. Werden vier Pferde oder eine . Man entſprechende Anzahl Ochſen angeſpannt, ſo iſt außerdem noch ngeſtelt ein Zutreiber noͤthig; wird aber zweiſpaͤnnig gearbeitet, ſo werden nn eine zwei Pfluͤger erfordert. In jenem Falle ſind ein Mann und ein ſchiht, Junge, von denen jener mit der Abwartung des Viehes beauf⸗ t wid, tragt iſt und verhaͤltnißmaͤßigen Lohn erhaͤlt, hinreichend, in die⸗ t. Bi ſem aber zwei Maͤnner noͤthig. Dieſe Leute nebſt einem beſtaͤn⸗ unai⸗ digen Tagloͤhner und noch einem Jungen reichen in der Regel zu ii id den gewoͤhnlichen Arbeiten auf 100 Acker Ackerland und einem — JNe⸗ verhaͤltnißmaͤßigen Antheil an Wieſen hin. Auf groͤßern Guͤtern in 1⸗ aber, wo Grasland oder Molkerei einen Theil des Wirthſchafts⸗ r ie betriebs ausmacht, kann die Abwartung der Heerden nur erfah⸗ d1ſ 3 renen Hirten anvertraut werden, und Schafe ſowohl, wie Rind⸗ duni⸗ vieh erfordern, wenn ſie nicht in ganz geringer Zahl gehalten wer⸗ z 3i be den, ihre eigenen Waͤrter. d 34 Viele Extraarbeiten, wie das Anlegen und Ausbeſſern von 9. 176 Sechſtes Kapitel. Hecken und Graͤben, das Hacken, Jaͤten ꝛc., werden am vortheil⸗ hafteſten durch Accord- oder Stuͤckarbeiter verrichtet. Dieſe beduͤr⸗ fen aber einen ſtrengen, die Sache wohl verſtehenden Aufſeher, nicht, wie die Tagloͤhner, wegen ihres Fleißes, ſondern wegen der Guͤte der Arbeit; denn um viel fertig zu bringen, arbeiten ſie oft ſchlecht. Bei allen Feldarbeiten, wo mehre Leute zugleich angeſtellt ſind, bei dem Jaͤten, Ernten, Heumachen, iſt die meiſte Aufmerkſamkeit nothwendig, um ihr Ruſcheln zu vermeiden. Einige haben die Vortheile ſolcher Aufmerkſamkeit bezweifelt; aber alle, die ſie unterließen, ſpaͤterhin auch ihre Sorgloſigkeit bedauert und das Beſtreben der Leute, auf dieſe Weiſe ihren Anſteller zu betruͤgen, kennen gelernt. Es iſt dieſes Beſtreben bei allen Arten von Arbeit, ſo bald ſich Gelegenheit dazu darbietet, zu erwarten und nur zu verhuͤten durch eine vollkommene Sachkenntniß und genaueſte Achtſamkeit von Seiten des Anſtellers. Eins der erſten Erforderniſſe dabei iſt das Halten eines genauen Tagebuchs uͤber die angeſtellten Arbeiter und das Ausmeſſen jedes neugelieferten Stuͤckes Arbeit, um zu erfahren, wie viel jeden Tag geleiſtet worden iſt. Wenn dann die dafuͤr zu entrichtende Zahlung den gewoͤhnlichen Tagelohn der Gegend uͤberſchreitet, kann man ſich mit dem Preiſe aͤhnlicher Stuͤckarbeit danach richten. Ein uͤberzaͤhliger Arbeiter, zu alt fuͤr harte Arbeit, aber noch thaͤtig genug zu leichten Geſchaͤften, kann auf Guͤtern geringer Groͤße mit Vortheil als Aufſeher und zu manchen anderen Zwecken gebraucht werden, aber in groͤßeren Wirthſchaften iſt ein Verwal— ter oder Gehilfe unentbehrlich; denn der Wirthſchafter ſei auch noch ſo thaͤtig, ſo kann er doch nicht uͤberall ſein, und jedes Ge⸗ ſchaͤft fordert Aufſicht. Es iſt nicht leicht, eine paſſende Perſon zu dieſer Stelle zu finden. Hat man aber einen, der ſein Fach verſteht, thaͤtig, nuͤchtern, zuverlaͤſſig iſt, ſich bei den gemeinen Arbeitern in Anſehen zu ſetzen weiß, und ſeine Pflichten, die nicht gering ſind(denn er muß der fruͤheſte und der letzte ſein und hat immerfort zu thun), treu erfuͤllt, ſo verdient er Belohnung und Ermunterung. Dieſe Bemerkung gilt auch fuͤr das Geſinde in einer Wirthſchaft, vorzuͤglich, wenn es zugleich eine Eigenſchaft beſitzt, die nur zu haͤufig uͤberſehen wird, ob ſie gleich von der groͤßten Wichtigkeit iſt, zumal bei demjenigen, das mit der Ab⸗ wartung des Viehes beauftragt iſt. Das ihm anvertraute Gut iſt naͤmlich oft von betraͤchtlichem Werthe und ein graͤmlicher Bur⸗ ſche kann nicht ſelten in einer Anwandlung uͤbler Laune einem tani hiſerung raliiß z Gſcic ne de daig ner d ber kann ts n if tem T bet, u dür Shhder halun und gen ſc u —⸗———ᷣ—ᷣ—ᷣ—ÿ—ÿ—ͦ—ͦ—ͦõ᷑⁊—X=——J—— 8 Wirthſchaftseinrichtung, Armenweſen, Dienſtboten, ꝛc. 177 mn vorthal Thiere mehr Schaden zufuͤgen, als ſein ganzer Jahreslohn be⸗ deſe bedd⸗ traͤgt. Ein gutmuͤthiges Temperament iſt deshalb nicht gering Aufſeher zu achten und ein Dienſtbote, der damit auch die anderen ge⸗ ein wegen wuͤnſchten Eigenſchaften verbindet, unſchaͤtꝛbar. Hkonomie beſteht arbeiten nicht ſowohl in einem aͤngſtlichen Erſparen von Ausgaben, als e zugleich vielmehr darin, daß man fuͤr die gezahlte Summe den vollen die meiſte Werth erhalte: bei allen Gewerben kommt es nicht nur auf Fleiß, ermeiden. ſondern beſonders auf Geſchicklichkeit und Genauigkeit an, und elt; aber es kann als ein Grundſatz angenommen werden, daß keineswegs bedauert das bloße Vollbringen einer Sache den Erfolg ſichre, ſondern viel⸗ ſteller zu mehr eine geſchickte und vollkommene Ausfuͤhrung. en Arten Nichts traͤgt bei den Wirthſchaftsgeſchaͤften ſowohl zur Be⸗ erwarten ſchleunigung und Sparſamkeit, als auch zu gleicher Zeit zur Ver⸗ niß und beſſerung des Zuſtandes der Atbeiter mehr bei, als das Verdingen un⸗ er erſten regelmaͤßig wiederkehrender Arbeiten, ſo viel ſich es nur thun laͤßt, cs uͤber und zwar zu billigen Preiſen im Verhaͤltniß zu der Muͤhe und dleferten Geſchicklichkeit, die eine jede von ihnen erfordert. Man bringe fer⸗ geleſtet ner die Arbeiter in kleine Abtheilungen, wie ſie hinſichtlich ihrer ung den Fahigkeiten und ihres Fleißes zuſammengehoͤren, und nehme im⸗ man ſich mer die beſte zu den neuunternommenen Arbeiten„oder zu denen, uͤber deren angemeſſenen Preis man noch nicht einig iſt. Dabei et, abe kann man ſie anfaͤnglich durch hoͤhere Bezahlung, die man, wenn giinge 4 noͤthig ſcheint, nach und aar enndüfist⸗ ermuntern. Dies iſt en eſſer, als wenn man bei jeder rbeit ohne Auswahl die Geſchick⸗ Verval⸗ teren mit den Ungeuͤbtern zuſammenſtellt. u Wenn man einen beabſichtigten Betrug in der Guͤte der Ar⸗ ſinn beit, um viel in kurzer Zeit zu vollenden, entdeckt, ſo ziehe man des Ge⸗ dafuͤr mehr an der Zahlung ab, als der dadurch verurſachte e Heſſo Schaden betraͤgt, und laſſe die Arbeit von einer der beſſeren Ab⸗ ſin Fach theilungen abaͤndern und vollenden; dadurch werden ſie gewitzigt gememnen und geneigt, in Zukunft lieber langſamer, dafuͤr aber beſſer, ehr⸗ dienict licher und rechtſchaffener zu arbeiten. und hat ung und eſinde in genſchift von der der Al⸗ aute Gut her Bur⸗ ne einem 1. 12 178 Siebentes Kapitel. Siebentes Kapitel. Geſpannarbeiten. Pferde. Futterkoſten. Ar⸗ beitsleiſtung. Eintheilung derſelben. Eſel und Mauleſel. Die Geſpannarbeit iſt ein Gegenſtand von der groͤßten Wichtig⸗ keit, ſowohl in Hinſicht auf das Allgemeine, als in Betreff de⸗ rer, die von ihr Gebrauch machen. Jenes weil das durch das Zugvieh verzehrte Futter von den allgemeinen Lebensmitteln ab⸗ geht, und Letzteres weil der Werth ſeiner Verwendung in dem Ver⸗ haͤltniß ſeiner Koſten zu ſeiner Leiſtung beſteht. Es iſt daher in jeder Ruͤckſicht nothwendig, dabei ſo genau wie moͤglich zu Werke zu gehen, indem man ſowohl an der Arbeit ſelbſt, als am Futter fuͤr das Zugvieh aufs AÄußerſte zu ſparen ſucht; doch darf ſolches weder auf Koſten der Arbeitsleiſtung, noch der Geſunderhaltung des Viehes geſchehen. Fuͤr den Landwirth iſt hinſichtlich des Ma⸗ ſchinenweſens weniger geſchehen, als fuͤr den Fabrikanten, und wenn auch dermaleinſt die Kraft des Dampfes fuͤr den Pflug allgemein in Anwendung kommen ſollte, ſo bedarf er doch bis dahin zur Erzeugung ſeiner Ernten des Zugviehs, und dieſes nimmt ihm einen ſo großen Theil ſeines Profits hinweg, daß er bei dieſem Theil ſeines Koſtenaufwandes nicht ſorgſam genug ſein kann. Es liegt jedoch hier, wie bei der Handarbeit, die wahre Sparſamkeit mehr in der richtigen Benutzung der Arbeitskraͤfte, als in der Vermeidung von Ausgaben, und kein Theil der Land⸗ wirthſchaft erfordert ein reiferes und gruͤndlicheres Urtheil, als die Auswahl und Behandlung des Zugviehs. In der Regel nimmt man an, daß ein gut gehaltenes Pfer⸗ dezweigeſpann hinreichend ſei zur Beſtellung von 40—50 Ackern ſchweren tragbaren, und zu 50— 60 leichteren Bodens bei den am gewoͤhnlichſten vorkommenden Fruchtfolgen. Die Leiſtung der Ge⸗ ſpanne haͤngt indeſſen ſo ſehr von der Art und dem Zuſtande der dazu verwendeten Thiere ab, daß hier ſehr viel Abweichun⸗ G gen ode ufc lnaug hüp aäſe n we fint ül vi hercht 6L b ſitt a dh ein banden den ſel vor nuß d Lnnd knn duheß gang, krfio deihen und an ſchlchte de gü rauwſ Nanem 3n, dicg ſide de otden einma ihe Sann nyy—yyy——ᷣQOQO A ͤ⏑————C—C—ę—F˖L———— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 179 gen vorkommen. Mancher zaͤhe Klayboden kann oft nur mit vier oder ſelbſt mehr ſtarken Pferden umgebrochen werden, waͤhrend auf einem gewoͤhnlichen Lehm zwei hinreichen, und wenn das Land vorzugsweiſe alljaͤhrlich mit Fruͤchten beſtellt wird, ſind mehr Pfluͤge erforderlich, als wenn ein großer Theil deſſelben mehre Jahre zu Gras niederliegt. Geſpanne duͤrfen nie weniger gehal⸗ en. Ar— ten werden als noͤthig ſind; jede anſcheinende Erſparniß hierin A fuͤhrt zu Verluſt, und ſelbſt ein uͤberzaͤhliges Pferd fuͤr den Noth⸗ ſel und fall wird ſich meiſtens bezahlt machen. Der Hauptpunkt iſt hier, die richtige Grenze zwiſchen dem Zuviel und dem Zuwenig zu halten. Es bedarf keines Beiſpiels, um zu beweiſen, daß, wenn die Kraft nicht ausreicht, die Arbeit nicht gehoͤrig zu vollfuͤhren iſt, und Wictti⸗ daß eine Verſchwendung ſtatt findet, wenn ſie im Übermaß vor— treff de handen iſt. Wenn ferner das Arbeitsvieh auch nicht gemaͤſtet wer⸗ irch das den ſoll, ſo iſt es doch noͤthig, die Wahrheit des alten Sprich⸗ ln ab⸗ worts anzuerkennen:„Wer das Futter nicht bezahlen will, der im Ver⸗ muß das Sterben bezahlen.“ daher in uWerke ngun Zugpferde. f ſolches Es iſt eine wahre Bemerkung, daß ſich der Karakter eines erhaltung Landwirths ziemlich richtig aus dem Zuſtand ſeines Zugviehs er⸗ des M⸗ kennen laſſe. Sehr feine, duͤnnbeinige Pferde, die zum Verkauf en, und zugeſtutzt zu ſein ſcheinen, geben mehr den Begriff von Muͤßig— Mfug gang, als von Thaͤtigkeit; auf der andern Seite ſind magere, och biö kraftloſe, von Hunger und Arbeit aufgeriebene Thiere das ſichere dieſes Zeichen eines ſchlechten Wirthes, eines, der nicht vorwaͤrts kommt daß er und auch nicht vorwaͤrts zu kommen verdient. Derjenige, welcher ug ſein ſchlechte Werkzeuge anwendet, kann nichts Tuͤchtiges leiſten, und wahre der gluͤckliche Erfolg einer Wirthſchaftsfuͤhrung haͤngt daher gewiß kraͤfte, hauptſaͤchlich von einem guten Zuſtand des Zugviehs mit ab. Land⸗ Regelmaͤßig gefuͤtterte und gebrauchte Pferde koͤnnen viel vollbrin⸗ il, als gen, ohne an Kraft und Anſehn zu verlieren; es iſt daher ſehr wichtig, die Arbeiten ſo gleichmaͤßig wie moͤglich auf die ver— es Pfer⸗ ſchiedenen Jahreszeiten zu vertheilen, und dafuͤr zu ſorgen, daß Aceern die Thiere, wenn einmal, wie es wohl ſein kann, eine außer⸗ den am ordentliche Anſtrengung noͤthig iſt, dazu faͤhig ſeien. Wenn ſie der Ge⸗ einmal abgefallen ſind, koſtet es weit mehr, ſie wieder in die zuſtande Hoͤhe zu bringen, als erfordert worden waͤre, ſie in gutem weichun⸗ Stande zu erhalten. 12* 180 Siebentes Kapitel. Die Fuͤtterung der Wirthſchaftspferde macht einen ſo weſent⸗ lichen Theil der Ausgabe aus, daß die moͤglichſt wohlfeile Art und Weiſe derſelben die angeſtrengteſte Aufmerkſamkeit verdient. Es iſt ein angenommener Grundſatz, daß die thieriſche Kraft nur im Verhaͤltniß zu der Menge und Guͤte des auf ihre Erhaltung verwendeten Futters ſich aͤußern koͤnne. Dieſer Anſicht zu Folge wurden Heu und Hafer oder Bohnen, im natuͤrlichen Zuſtande gegeben, lange Zeit als das einzige Pferdefutter angeſehen, wel⸗ ches die erforderliche Nahrungskraft enthielte, und weil ſie ſo theuer ſind, ſo kam es, daß geizige Landwirthe ihre Pferde aufs Außerſte beſchraͤnkten, andere dagegen, welche auf ſchoͤnes Spann⸗ vieh einen Stolz ſetzen, zu große Ausgaben machten. Die Er⸗ fahrung hat jedoch gelehrt, daß man dieſe Futtermaterialien, un⸗ beſchadet der Pferdekraft, durch andere wohlfeilere groͤßtentheils erſetzen und das gewoͤhnliche Futter durch verſchiedene Arten der Zubereitung nahrhafter machen koͤnne. Die Vegetabilien, welche am haͤufigſten ſtatt des Heu's und der Koͤrner in Anwendung kommen, ſind Kartoffeln, Turnips, Moͤhren, Paſtinaken und Runkeln nebſt Stroh von Halm- und Huͤlſenfruͤchten. Unter ihnen behaupten die Kartoffeln den Vor⸗ zug, weil ſie nahrhafter ſind und haͤufiger angebaut werden, als die Moͤhren und Paſtinaken; nur iſt ihre Anwendung mit der Unannehmlichkeit verbunden, daß ſie gekocht oder gedaͤmpft wer⸗ den muͤſſen, weil man gefunden hat, daß ſie, roh gegeben, den Pferden bisweilen gefaͤhrliche Koliken verurſachen. Von den Tur⸗ nipsarten iſt die ſchwediſche die einzige, welche allein mit Er⸗ folg verfuͤttert werden kann, die gewoͤhnlichen Arten ſind mit mehr Vortheil im Gemenge mit Kartoffeln zu geben. Sobald aber dieſes geſchieht, ſollten ſie fuͤr ſich allein gekocht werden, um ihren Saft zu erhalten, der, wenn auch nicht fuͤr Pferde ge⸗ eignet, deſto beſſer fuͤr die Schweine und das Jungvieh paßt. Moͤhren werden von allem Vieh vorzuͤglich geliebt, und haben, in Verbindung mit trocknem Futter gegeben, einen merklich vor⸗ theilhaften Einfluß auf die Haut der Pferde, die nach ihrem Ge⸗ nuß bald in jenem glaͤnzenden Zuſtand erſcheint, der als ein ſicheres Zeichen von Geſundheit angeſehen wird. Auch iſt man der Meinung, daß ſie den Athem verbeſſern. Paſtinaken ſind noch nahrhafter, die Pferde freſſen ſie begierig, verlieren aber bald den Appetit, und auf der Inſel Jerſey, wo dieſe Wurzel ſtark angebaut wird, gibt man ſie ihnen niemals, weil man behaup⸗ G tt, kädn. liſe M n Gen tie de vnt ſe dn zuf In güüter ſoch da nd ihre hi loße e ſim put, u Fättren deſcie thelen E wu ſchits Deru zättn ein k haubfſ Etſen tr tig vuſtnde uͤittem eoche Ineng iged ⁴ 3 deu u ſcwedi tolkom Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 181 ui tet, daß ſie nach deren haͤufigem Genuß leicht an den Augen .An leiden. Runkeln, den vorigen zwar nachſtehend, ſind dennoch vrdien. beſſer, als alle Turnipsarten, mit Ausnahme der ſchwediſchen. aft nur Die Moͤhren, Runkeln und Paſtinaken werden ſowohl allein, als haltung im Gemenge mit anderem Futter ſtets roh gegeben, man muß Folge aber darauf ſehn, daß ſie immer klein genug geſchnitten werden, ſtande damit ſie nicht etwa beim Schlingen in der Kehle ſtecken bleiben, „wel⸗ ein Zufall, der ſchon ernſte Folgen gehabt hat. ſie ſo In den meiſten Faͤllen hat man den mit ſolchen Gewaͤchſen eaufs gefuͤtterten Pferden nur die Haͤlfte der gewoͤhnlichen Koͤrnerration pann⸗ noch daneben gegeben, und ſie haben ſich eben ſo gut gehalten ie Er⸗ und ihre gewoͤhnliche Arbeit eben ſo leicht und gut verrichtet, wie 1 un⸗ bei bloßem Koͤrnerfutter. In einigen Faͤllen hat man ſogar bald theils die ſaͤmmtlichen Koͤrner, bald das ſaͤmmtliche Heu daneben er— en der ſpart, und viele Berichte verſichern, daß die Arbeit bei ſolcher Fuͤtterungsweiſe eben ſo gut geleiſtet worden ſei. Einige ſolche 3 und Beiſpiele ſollen mitgetheilt werden, damit ein Jeder ſelbſt beur⸗ lrnips, theilen koͤnne, welchen Grad von Aufmerkſamkeit ſie verdienen. z und Es muß indeſſen dabei bemerkt werden, daß, wenn auch Wirth⸗ a Vor⸗ ſchaftspferde ohne Koͤrnerfutter in einem guten Zuſtande und zur en, als Verrichtung ihrer gewoͤhnlichen Feldarbeiten in manchen Jahres⸗ mit der zeiten kraͤftig genug zu erhalten ſind, ſie doch ſchwere Arbeit ohne ft wer⸗ ein kraͤftiges Futter nicht vollbringen koͤnnen, und daß dieſes n, den hauptſaͤchlich aus geſundem Heu und Hafer oder Bohnen und Tur⸗ Erbſen beſtehen muß; doch mag es immer vortheilhaft bleiben, t Er⸗ auch etwas Wurzelwerk, um den Leib offen und den Koͤrper ge— d mit ſund zu erhalten, daneben mit zu geben. Nachſtehend folgen zobald einige Berichte uͤber eine noch wohlfeilere Pferdefuͤtterung, denen erden, man wohl Glauben ſchenken kann. de ge⸗ Zu Strathnaner in Sutherland wurden Pferde, die im Win— paßt. ter taͤglich ſo lange es Tag war arbeiteten, in einem ſehr guten haben, Zuſtande erhalten mit einem Peck leichten Hafers, der in drei h vor⸗ Futtern gegeben wurde, von denen das letzte mit den Tags zuvor n Ge⸗ gekochten oder gedaͤmpften gelben Turnips, Kleien und Spreu ls ein gemengt war. Turnips wurden auch roh gegeben und das ein⸗ ſt ma zige Rauchfutter war Gerſtenſtroh. en ſid In einem andern Falle wurde blos ein Futter Hafer nebſt ertad Heu und Bohnenſtroh gegeben, uͤbrigens bekamen die Pferde nur dlſtark ſchwediſche Turnips, ſowol roh als gedaͤmpft, und ſie hielten ſich dhauh vollkommen gut. 182 Siebentes Kapitel. Der verſtorbene Curwen, welcher in Anſehung der Viehfuͤt⸗ terung mehr Verſuche, als irgend Jemand machte, fuͤtterte wohl an hundert ſeiner Kohlen- und Wirthſchaftspferde den Winter hindurch ſtatt mit Heu mit Haͤckſel und Kartoffeln zu gleichen Theilen, die zuſammen in Dampf gekocht wurden, und fand, daß andere, die Heu ſtatt der Kartoffeln erhielten, bei gleicher Arbeit nicht in ſo gutem Stande blieben. Seine Fuͤtterungsmethode, die Nachahmer gefunden hat, iſt folgende: von drei Dampffaͤſſern werden zwei mit Kartoffeln und eins mit Haͤckſel, Spreu oder geringen Koͤrnern zu gleicher Zeit angefuͤllt; die Kartoffeln aus dem einen, wenn ſie gahr gekocht, in einen großen Kuͤbel zu un⸗ terſt geſchuͤttet, dann der gekochte Haͤckſel darauf geworfen und zuletzt die uͤbrigen Kartoffeln daruͤber her. Nun wird das Ganze mit einer hoͤlzernen Keule tuͤchtig durch- und untereinander gear⸗ beitet und ein wenig Salz hinzugethan. Bei dem Fuͤttern wird dann in ein hoͤlzernes Gefaͤß das fuͤr jedes Pferd beſtimmte Koͤr⸗ nerfutter(gequetſchter Hafer) zu unterſt und die ihm zuzutheilende Portion jener Miſchung oben darauf gethan, ſo daß bei dem Ein⸗ ſchuͤtten in die Krippe das Koͤrnerfutter oben daruͤber kommt, und der Knecht es mit der Hand unter die Kartoffeln mengen kann. Die Fuͤtterung geſchieht warm. Die Quantitaͤt und der Koſten⸗ betrag des taͤglichen Futterbedarfs ſind folgende: Fuͤr Wirthſchaftspferde. Kohlenfrachtpferde. . Sh. P. Sh. P 1 ½ Stein Kartoffeln à 3 8 Pfund Heu und 8 Pf. Pence—- 4 ½ Stroh zuſammen zu Haͤck⸗ 7 Pland Stroh zu Häckſel) ſel geſchnitten 5 ¼ 1 P. 2 Das Schneiden deſſelben.⸗ 1 das Schneiden deſſelben 7 Pf. gedaͤmpfte Karloffein* 11 ½ 1 P. 6* Moöͤhren... 2 2 ½⅓ Das Daͤmpfen.. ⸗ 1212 ⸗ Hafer.... 1 7 Pfund lang Stroh e 41 8 ⸗ Hafer.... 83 1 S. 4 P. 1 S. 10 ½ P. Dabei ſind die Kartoffeln zu 50 Sh. die Tonne, mit Einſchluß des Daͤmpfens gerechnet; der Hafer zu 3 Sh. 4 P. der Buſhel, das Heu zu 2 Pf. 12 Sh. 6 P., und das Stroh zu 15 Sh. 6. P. die Laſt(20 Centner), ohne das Schneiden. Nach mehrjaͤhrig feſtgeſetzten vergleichenden Verſuchen uͤber den Werth der gedaͤmpften Kartoffeln und Stroh gegen Heu gibt Hr. Curwen jenen einen entſchiedenen Vorzug, ſowohl in Hinſicht auf die Koſten, als in Hinſicht ihrer guͤnſtigen Einwirkungen auf ſaten, näünlch Fa dde frütten gatcfe fedde thlich difeh 46000 Tonex Kakt. ann heſener ſe, und din zi ſ luge enber Nſede ot ve Fuühh wenn oderji Beug nes; Viehſür ette wohl Winter gleichen und, daß er Arbeit ode, die pffaͤſſern reu oder feln aus zu un⸗ rfen und 3 Ganze er gear⸗ mn wird te Koͤr⸗ heilende em Ein⸗ nt, und ſen kann. e Koſten⸗ : L 1 5. 10,9. Eiſſhluß Buſhel, 2h. 6. hen über Hau gbt hinſcht npen auf Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 183 die Geſundheit und Kraft der Pferde. Wenn aber auch in ein ſolches Zeugniß kein ufie zu ſetzen iſt, und daſſelbe durch an— dere beſtaͤtigt wird, ſo iſt es doch bekannt, daß bei angeſtrengter Arbeit Koͤrner und Heu nicht zu entbehren ſind. In Eſſer wurden nach der Verſicherung der Hr. Vancouver und Arthur Young Arbeitspferde den ganzen Winter hindurch mit gekochten Kartoffeln, denen auf 300 Pfund eine halbe Pinte Salz und von Zeit zu Zeit ein wenig Schwefel beigemengt wurden, er⸗ halten, und ſie verrichteten mit der groͤßten Leichtigkeit alle ge⸗ woͤhnlichen Wirthſchaftsarbeiten ohne die geringſte Zugabe von Heu oder Hafer. Der Unterſchied in den Koſten gegen die Ha⸗ ferfuͤtterung berechnet ſich fuͤr ein Geſpann von fuͤnf Pferden alſo: Kartoffelfuͤtterung. Hafer⸗ und Heufuͤtterung. Pf. Sh. P. Pf. Sh. 5 Pferde 182 Tage, 5 Pferde 182 Tage je⸗ taͤglich 50 Pf. Kar⸗ des 24 Pf. Heu taͤg⸗ 32 10 toffeln jedes, macht lich, macht 21840 Pf. 45000 Pf. oder 18 36 ⸗ oder 10% Laſt à 3 Pf. Tonnen(die Tonne 8. Desgleichen 26 Wochen Kart. wird zu 25 Hafer, jede Woche 2 Centner gerechnet) à Buſhels Hafer fuͤr das) 39 40 Sh. 1 Pferd, thut 32 ½ Das Waſchen und Daͤm⸗ Quarter à 24 Sh. pfen derſelben 2 Pence— 71 16 fuͤr 100 Pfund. 3 15 ⸗ 3 Buſhels Salz à 2 Sh.⸗ G⸗ Schwefel. 3 4 40 4 4 Bilanz zu Gunſten der Kartoffeln... 31 5 8 71 10 ⸗ Die taͤglichen Koſten der Unterhaltung eines Pferdes ſind demnach bei jener Fuͤtterungsweiſe ziemlich um 11 Pence geringer, als bei die⸗ ſer, und dies macht auf das ganze Winterhalbjahr eine Erſparniß von ziemlich 6 Guineen fuͤr jedes Pferd, wenn daſſelbe wirklich ſo lange alſo gefuͤttert wird. Es kann dies indeſſen nur vom No⸗ vember an bis Ende Februar geſchehen; denn wenn ſo gehaltene Pferde auch die im tiefſten Winter vorfallenden Arbeiten recht gut verrichten koͤnnen, ſo ſind ſie doch nicht im Stande, die Fruͤhjahrsarbeiten auf einem fleißig bebauten Lande zu beſchicken, wenn man nicht eine ungebuͤhrliche Anzahl von Pferden halten oder ihnen einen Zuſchuß von Kraftfutter geben will. Auch iſt in Bezug auf obige Berechnung wohl zu merken, daß, das Gewicht eines Buſhels Hafer zu 35 Pfund angenommen, die taͤgliche Fütt⸗ 184 Siebentes Kapitel. terung 34 Pf. hartes Futter oder 1 Sh. 7 P. betraͤgt, und dies die ſtaͤrkſte Fuͤtterung iſt, die man einem Zugpferd gewoͤhnlicher Groͤße verwilligen kann, und durch die ſelbiges gewiß in einem beſſern Zuſtand erhalten wird, als durch die groͤßte Quantitaͤt Kartoffeln, die es zu verzehren vermag. Wenn demnach die Ga⸗ ben an Koͤrnern und Heu in ein gerechteres Verhaͤltniß zur Ar⸗ beitsleiſtung geſetzt wuͤrden, duͤrften ſich die Futterkoſten mehr aus⸗ gleichen. Wenn aber auch die ſanguiniſchen Hoffnungen der Lob⸗ redner der Pferdefuͤtterung mit Wurzelgewaͤchſen nicht vollkommen in der Weiſe, wie ihre Rechnungen beweiſen, durch die Erfahrung gerechtfertigt werden ſollten, ſo iſt doch nicht zu bezweifeln, daß auf lockeren Bodenarten und in Lagen, wo keine ſchweren Fuh⸗ ren vorkommen, jene Gewaͤchſe mit Vortheil das Heu und ſelbſt bei nicht allzuſtrenger Arbeit einen Theil der Koͤrner erſetzen koͤnnen. Was die Moͤhren betrifft, ſo haben wir ebenfalls von Hrn. Curwen den Beweis ihrer nützlichen Verwendung zu Pferdefut⸗ ter. Derſelbe erſetzte mit ihnen einen Theil des Koͤrnerfutters und bringt ein Zeugniß ſeines Stallaufſehers und Thierarztes bei, dem zu Folge dann, wenn die taͤgliche Fuͤtterung eines Arbeits⸗ pferdes 8— 12 Pfund Hafer betraͤgt, 1 Pfund durch 5 Pf. Moͤh⸗ ren erſetzt werden koͤnnen, ohne daß Muth, Kraft und Ausdauer der Thiere im Geringſten geſchwaͤcht werden. Aber die Erſparniß betraͤgt bei dieſer Fuͤtterung nur 1 Schilling die Woche. Andere Berichte ſagen, daß durch einen Buſhel Moͤhren taͤglich der Ha⸗ fer ganz erſetzt werden koͤnne, und von einem Jagdfreund in Eſ— ſex wird erzaͤhlt, daß ſeine auf dieſe Weiſe gefuͤtterten Pferde zweimal woͤchentlich einem Rudel Windhunde gefolgt ſeien. In den Sandgegenden von Sufefolk werden die Pferde haupt— ſaͤc=hlich mit Moͤhren gefuͤttert, nebenbei erhalten ſie bald etwas Heu, bald etwas Koͤrnerfutter, bald auch nur Stroh; z. B. 6 Pferde woͤchentlich 80 Buſhels Moͤhren, ein wenig Heu und keine Koͤrner. Oder nur 40 Buſhels, etwas Kornfutter im Fruͤhjahre und ein wenig Heu. Oder 72 B., keinen Hafer und die Haͤlfte des gewoͤhnlichen Heufutters. Die Pferde ſollen ſich, auf dieſe Weiſe gefuͤttert, beſſer halten, als wenn ſie das gewoͤhnliche Haferfutter bekommen. Dies kommt aber wahrſcheinlich daher, daß ſie Moͤhren freſſen koͤnnen, ſo viel Gei ſie wil w n tn Nid tin g n lac 3 N gewe dſct cbe nn fekle mu di ſe ufg de Par. dr tas ſein nd ſene hen ui mchr in nerfunte Tlerg Da R vind d Niäere ſinem hfed br kuer, d nnh, ver Jidn, ſta w iites a Ne dil bew wen de heſſet fe Lämer ud(e ta taup und dies väͤhnlite in einem Auantitaͤt die Ga⸗ zur Ar⸗ ehr aus⸗ der Lob⸗ kommen fahrung n, daß n Fuh⸗ ſelbſt erſetzen n Hrn. erdefut⸗ rfutters tes bei, Wbeits⸗ R. Mh⸗ Ausdauer Erſparniß Andere der Ha⸗ d in E⸗ n Pferde n. e haupt⸗ d etwas B. ig Heu hre und hnlichen rhallen, zkommt ſo viel mmaöͤaͤͤͤͤ— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 185 ſie wollen, der Hafer aber ihnen zugemeſſen wird. In Surrey, wo viel Moͤhren gebaut werden, erhaͤlt ein Geſpann von vier gu⸗ ten Pferden ungefaͤhr 60 Buſhels woͤchentlich bis Weihnachten mit einer großen Menge guter Spreu oder Kleeheu, aber keine Koͤr— ner; nach jener Zeit beſteht die woͤchentliche Fuͤtterung aus 40 Bſh. Moͤhren 2 Bſh. Hafer und einer hinlaͤnglichen Menge Spreu. Gewoͤhnliche Turnips geben kein gutes Pferdefutter; ſchwe⸗ diſche aber ſind mehrmals, ſowohl roh, als in Dampf gekocht und zerkleinert, mit Vortheil dazu verwendet worden, und verdie— nen zu dieſer Benutzung die Aufmerkſamkeit der Landwirthe, weil ſie haͤufiger und mit geringern Koſten angebaut werden, als an⸗ dere Wurzelgewaͤchſe. Daͤmpfen des Futters. Der Hauptnutzen des Kochens oder Daͤmpfens des Viehfut⸗ ters ſcheint darin zu beſtehen, daß es dadurch verdaulicher gemacht und ſeine naͤhrende Kraft mehr aufgeſchloſſen wird, als es im ro— hen Zuſtande der Fall iſt. Fuͤr alte Pferde, deren Zaͤhne nicht mehr im Stande ſind, das zu ihrer Erhaltung nothwendige Koͤr⸗ nerfutter zu zermalmen, und deren Verdauungskraft durch das Alter geſchwaͤcht iſt, gewaͤhrt dies beſonders einen großen Vortheil. Da das gekochte Futter ferner weicher, als das trockne iſt, ſo wird es ſchneller aufgezehrt, und folglich bleibt mehr Zeit zum Niederlegen und Ausruhen uͤbrig. Der Unterſchied hierin iſt zu ſeinem Gunſten groͤßer, als man gewoͤhnlich glaubt; denn ein Pferd braucht drei bis vier Stunden, um einen Stein Heu zu kauen, aber noch einmal ſo viel gekochte Kartoffeln, dem Gewichte nach, werden in 40 Minuten verzehrt. Bei jungen und thaͤtigen Pferden, die im Beſitz ihrer vollen Kraft und Geſundheit ſind, iſt es noch zweifelhaft, ob nicht der beſtaͤndige Genuß ſo weichen Futters die Verdauungswerkzeuge ſchwaͤche und die Spannung der Muskeln erſchlaffe. Sorgfaͤltig gemachte Verſuche haben ſo viel bewieſen, daß bei einer geringen Gabe von rohen Wurzel— werk die Geſundheit und, koͤrperliche Beſchaffenheit der Thiere ver⸗ beſſert wurde, weil es in dieſem Zuſtande wohlthaͤtig auf die Ein⸗ geweide einwirkt und auf merkwuͤrdige Weiſe die Verdauung der Koͤrner und des Strohes befoͤrdert, dadurch aber die Munterkeit und Lebhaftigkeit des Thieres erhoͤht wird. Wo dagegen das Fut⸗ ter hauptſaͤchlich aus Wurzelwerk beſteht, und dieſes gekocht oder 186 Siebentes Kapitel. gedaͤmpft wird, hat es eine mehr maͤſtende Eigenſchaft gezeigt, denn durch dieſe Behandlung verlieren die Vegetabilien einen Theil ihrer waͤßrigen Saͤfte und werden nur die mehligen und feſten Beſtandtheile erhalten. So verlieren Kartoffeln durch das Verdunſten des Waſſers ungefaͤhr den achten Theil ihres Gewich— tes, wenn ſie in Dampf gekocht werden, und ungefaͤhr den ſech⸗ ſten Theil, wenn ſie gedarrt oder gebacken werden; dafuͤr gewin⸗ nen ſie, in Folge der chemiſchen Veraͤnderung, die ſie erleiden, an naͤhrender Kraft gegen ihren rohen Zuſtand. Doch findet in dieſer Hinſicht noch ein großer Unterſchied nach der Varietaͤt der Kartoffeln ſtatt; denn wenn auch die feſten Beſtandtheile nach dem Trocknen von gleichen Gewicht ſind, ſo haben doch vielfaͤl⸗ tige Verſuche gezeigt, daß darin der Gehalt an Staͤrkemehl, das in den Kartoffeln hauptſaͤchlich naͤhrt, den fuͤnften bis ſiebenten Theil ihres Gewichtes betragen kann. Die Vorzuͤge des gekochten Futters bei dem Fettmachen des Viehes ſind durch viele Thatſachen erwieſen, und man verſichert, daß einige Poſtmeiſter im Weſten von England, die auf Anrathen der Landwirthſchaftsgeſellſchaft zu Bath den Hafer fuͤr ihre Pferde kochen und ihnen das Waſſer, worin es geſchehen, zu ſaufen ge— ben, die Behauptung aufſtellten: ein Buſhel Hafer, auf dieſe Weiſe zubereitet, fuͤttere beſſer, als zwei Bſh. auf gewoͤhnliche Art. Einer ſo auffallenden Behauptuug iſt freilich nicht gerade— hin Glauben zu ſchenken; die Sache verdient aber einen Verſuch; denn mit Vorſicht angewendet, und mit etwas trocknem Futter vermengt, iſt es kaum zu bezweifeln, daß es vortheilhaft ſein koͤnne, einen Theil des Pferdefutters, mit oder ohne Wurzelwerk, in Dampf zu kochen. Hr. Curwen empfiehlt, das gekochte Fut⸗ ter warm zu geben; und jeder, der mit der Stallwartung be⸗ kannt iſt, weiß, wie angenehm einem Pferde nach außerordentli⸗ cher Anſtrengung ein erwaͤrmtes Futter iſt; es wird dieſes auch durch das Haar und das aͤußere Anſehn beſtaͤtigt; aber es iſt doch dem Pferde nicht naturgemaͤß, und trotz Hrn. Curwens Erfahrungen laͤßt ſich bezweifeln, ob das Thier nicht erſchlaffe, wenn es fortwaͤhrend ſo gefuͤttert wird. Große Kaͤlte des Futters(beſon⸗ ders das Saufen) iſt indeſſen ſtets zu vermeiden. Die gewoͤhnlichen Einwuͤrfe, die gegen das Daͤmpfen des Futters gemacht werden, ſind, daß es zu viel koſte, zu viel Muͤhe verurſache und es dabei ſchwierig ſei, das Futter fuͤr viele Zuͤge zuzubereiten. Ein gewoͤhnlicher Dampfapparat iſt jedoch fuͤr ein Geih Gerine kit nit zaifl rit gui diim B Fnihe g u lhend Ind r ds e ni Vaſſe bännen d Lich de diſel Nnieben! ng ſt,d Geſtle in Dmpftth te ünem ghchlnte daomn h Vodelſ Einbrin um dos Theilde durh ihr gfes aber Der Da Rin 16 Diſſ niͤe nuf viiten R non das b rätſa Nreiie en d weite 6 ter auff un Boh Vüten IMete iſt ghin lien einn ligen und durch das Gewich⸗ den ſech⸗ ir gewin⸗ erleiden, findet in tietäͤt der ſeile nach h vielfal⸗ nehl, das ſiebenten nachen des verſichen, fAnrathen hre Pferde ſaufen ge⸗ „auf diſſ gwoͤhnlich it gerade⸗ Verſuch; mn Futter haft ſein lzelwerk, chte Fut⸗ tung be⸗ rordentli⸗ eſes auch z iſt doch ahrungen wenn es s(beſon⸗ wpfen des rie Rähe tile Züge uc ſir i 86öͤööö——— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 187 Geringes herzuſtellen, und in kurzer Zeit, ohne große Schwierig⸗ keit mit einem geringen Aufwand von Baumaterial das Futter fuͤr zwoͤlf bis zwanzig Pferde zuzubereiten. Wenn der Viehſtand nicht groß genug iſt, um die Errichtung eines eignen Lokals zu dieſem Behuf zu rechtfertigen, kann der in jedem Waſchhauſe be⸗ findliche Keſſel durch einen eiſernen Dampfapparat erſetzt und dieſer auf folgende Weiſe eingerichtet werden.. In dem obern Theile eines Waſſerkeſſels befinden ſich zwei Loͤ⸗ cher, das eine, mit einem Trichter verſehen, zum Speiſen des Keſſels mit Waſſer; das andere zum Aufnehmen des untern Theils eines bleiernen Rohres, das den Dampf in den Dampfkaſten leitet. Der Trichter iſt mit einem dampfdichten Stoͤpſel verſehen, und der Keſſel wird zu zwei Drittheilen mit Waſſer gefuͤllt. Neben demſelben befindet ſich ein dicht gearbeiteter Kaſten, der groß ge⸗ nug iſt, die beſtimmte Futterquantitaͤt zu faſſen, und auf einem Geſtelle in gleicher Hoͤhe mit dem Keſſel ſteht, von dem aus die Dampfroͤhre wenige Zoll uͤber dem Boden und unmittelbar un⸗ ter einem Geruͤſt von Latten, ſtark genug, die Laſt des darauf geſchuͤtteten Futters zu tragen, aber auch eng genug, um nichts davon hindurch zu laſſen, in den Kaſten einmuͤndet. In der Vorderſeite von dieſem ſind Fallthuͤren angebracht, groß genug zum Einbringen und Herausnehmen des Futters und ſchließend genug, um das Entweichen des Dampfs zu hindern. In dem obern Theil des Kaſtens dagegen befindet ſich eine ſchwere Klappe, die durch ihr Gewicht niedergedruͤckt, bei ſtarkem Andrang des Dam⸗ pfes aber aufgehoben wird, und ſo als Sichherheitsventil dient. Der Dampf dringt nun durch das Geruͤſte in die ganze Maſſe der im Kaſten enthaltenen Materialien ein, und faͤllt verdichtet als Waſſer mit der aus den Vegetabilien ſickernden Feuchtigkeit nieder auf den Boden deſſelben, von dem aus es vermittelſt einer weiten Roͤhre in den Keſſel wieder zuruͤckgefuͤhrt wird. Wenn man das zu kochende Futter in den Dampfkaſten einſchuͤttet, iſt es rathſam, das Wurzelwerk zu unterſt und die feſter liegenden Materialien, wie, Heu, Stroh, Haͤckſel, Spreu ꝛc. obenauf zu thun, damit der Dampf einen ſchnelleren Durchgang finde. Ein weites Gefaͤß wird unter den Kaſten geſetzt, um das gekochte Fut— ter aufzunehmen, oder ein großes Faß, welches, mit einem Hahn am Boden zum Ablaſſen des Waſſers verſehen, zugleich zum Waſchen des Wurzelwerkes vor dem Kochen dienen kann. Das Innere des Kaſtens kann bis auf das Lattengeruͤſte herab in 188 Siebe ntes Kapitel. mehre Faͤcher getheilt werden, um die verſchiedenen Arten von Futter, wenn es noͤthig erſcheinen ſollte, trennen zu koͤnnen. Auch iſt es gut, das Dampfrohr in der ganzen Laͤnge des Kaſtens hingehen und mit kleinen Loͤchern verſehen zu laſſen, um den Dampf recht zu vertheilen. Es iſt nicht nothwendig, den Kaſten ſo groß zu machen, daß darin das Futter fuͤr einen ganzen Tag auf einmal gekocht werde, da kaum eine Stunde Zeit erforderlich iſt, um eine ziem— liche Quantitaͤt verſchiedener Materialien gahr zu kochen. Die bei⸗ gefügte Abbildung, Fig. 11., wird Alles deutlicher erklaͤren. Figur 11. A. Der Keſſel. B. Der Ofen. C. Der Trichter. D. Das Dampf⸗ rohr. E. Wamupfkaſten, F. Lattengeruͤſt. G. Fallthuͤren. H. Klappe I. Ableitungsroͤhre. K. Gefaͤß zum Aufnehmen des gekochten Futters*). Rauchfultter. Ungeachtet der zahlloſen Verſuche, die neuerlich mit allen Arten von Viehfutter gemacht worden ſind, und der ausgedehnten Anwendung des Stroh's dazu, fehlt es dennoch an einer genauen Nachweiſung uͤber den relativen Werth der verſchiedenen Arten deſſelben. Selbſt die Schriftſteller, welche dieſen Gegenſtand am wiſſenſchaftlichſten behandelt haben, weichen in ihren Anſichten *) Der Vf. gibt noch von einem anderen Dampfapparat die Abbildung und Beſchreibung; da derſelbe von dem bekannten aber wenig abweicht, nicht ſo intereſſant, wie der eben beſchriebene iſt und das Dampfkochen auch bei uns ſchon zu den allgemein bekannten Dingen gehoͤrt, ſo moͤge, um Raum zu gewinnen, das weiterhin uͤber dieſen Gegenſtand noch Geſagte wegfallen. 8 Seg iber d andenng Ithrvi Euh k in vt di vumn ditr wi wicher un d am u it oſtune tn, um dün wen era a ch do den ud ten und ſelten 8. ſtht ir füls nig ſo dm machen. Neirem in u t jä n dſo diig, inͤ anne in goße de dau dun a ſ. ſond in ande decch zu ſcuſes, Arten un zu koͤnna des Kaſten ,, um den u machen, al gekocht eine ziem— Die bei⸗ ten. das Dampf⸗ H. Klappe. ters*). nit allen gedehnten genauen en Arten ſtand am Anſichten ie Abbidung wwackt, tich cen ouch bii e, um Raum k wegfallen můmmmxͤͤͤͤmömöö———————— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 189 uͤber deren Beſchaffenheit ab, und dieſe iſt auch verſchiedenen Ab⸗ aͤnderungen unterworfen, indem ſowohl der Boden, als auch die Jahreswitterung und der Reifegrad der Fruͤchte, von denen das Stroh kommt, darauf Einfluß haben. Wenn es auf einem rei⸗ chen muͤrben Klayboden wuchs, hat es einen groͤßern Futterwerth, als wenn es von einem ſchwarzen Lehm- oder einem kalten Moor⸗ boden kommt, ferner iſt es ſaft- und kraftreicher, wenn das Ge⸗ treide nicht zur vollen Reife gelangte, als wenn dieſes ganz duͤrr wurde. Nach der Meinung Vieler iſt das Stroh vom Weizen das nahrhafteſte; gewiß iſt es, daß es den kraͤftigſten Miſt gibt und ſich am beſten zu Haͤckſel und zum Daͤmpfen eignet; zu Futter wird aber das Haferſtroh gewoͤhnlich vorgezogen, weil es weicher und dem Vieh ſchmackhafter iſt; das von der Gerſte iſt ſo arm und ſproͤde, daß es nur zur Streu benutzt wird, es iſt erſtaunend ſchwierig, ſolches in einem guten Zuſtande zu erhal⸗ ten; man ſagt zwar, es ſei nahrhafter, als das Weizenſtroh; aber wenn die Frucht vollkommen reif wurde, ſo brechen die Ähren ab, waͤhrend man damit umgeht, und dies beweiſt deut⸗ lich, daß es nur noch wenig Saft beſitzt. Roggenſtroh iſt, in den noͤrdlichen Grafſchaften und in Wales ausgenommen, ſo ſel⸗ ten und zum Dachdecken ſo geſucht, daß es zu anderer Benutzung ſelten kommt. Der Hauptwerth des Weizenſtrohes fuͤr eine Wirthſchaft be⸗ ſteht in ſeiner Benutzung zu Duͤnger; denn wenn es auch allen⸗ falls moͤglich iſt, das Vieh damit durch den Winter zu bringen ſo kann man es doch nicht damit fett oder zur Arbeit kraͤftig machen. In Bezug nun auf ſeine Benutzung zur Streu und zu einem Hilfsfutter neben anderem wurde ſonſt die Tonne von ihm zu 30 Shilling von den Landwirthen geſchaͤtzt. Dies ge⸗ ſchah jedoch zu einer Zeit, wo alle landwirthſchaftlichen Produkte und alſo auch der Duͤnger hoͤher im Preiſe ſtanden als gegen⸗ waͤrtig; daher kann man jetzt die Tonne wohl nur zu 20 Shil⸗ ling annehmen. Gleiche Gewichte mit einander verglichen findet ein großer Unterſchied zwiſchen dem Preiſe des Strohes und dem des Heues im gewoͤhnlichen Falle ſtatt; da aber das Heu nicht durch eine gleiche Menge Stroh, dem Gewicht nach zu erſetzen iſt, ſondern entweder ungleich mehr von letzterem gegeben, oder ein anderes Futter hinzugeſetzt werden muß, um gleichen Futter⸗ werth zu erlangen, ſo laͤßt ſich erſt mit Hinzurechnung dieſes Zu⸗ ſchuſſes ermitteln, bei welcher Fuͤtterungsweiſe Erſparniß ſtatt fin⸗ 190 Siebentes Kapitel. det. Nimmt man nun an, daß 24 Pfund Heu, von dem die Laſt 3 Pfund gilt, die taͤgliche Gabe fuͤr ein Pferd, und dieſe durch 24 Pfund Stroh und 28 Pf. ſchwediſche Turnips, die Tonne zu 6 Sh. 8 P. oder der Centner zu 4 P. gerechnet, zu erſetzen ſei*), ſo wuͤrde, Bruͤche weggelaſſen, folgender Unter⸗ ſchied ſich ergeben: 24 Pfund Heu.... 8 ½ P. 24 Pf. Stroh 2 ½ P. 28 Turnips 1—⸗ Ernte u. Schnei⸗ den derſelben. ½ ⸗ Daͤmpfen(wenns geſchieht) ⸗ Gibt Erſparniß auf ein Pferd taͤglich 4 ⸗ 8 ½ ⸗ Bohnen⸗ und Erbſenſtroh, zumal letzteres, gibt, wenn es gut eingebracht worden, ein kraͤftiges Futter. Der Stengel der Boh⸗ nen iſt zwar bisweilen holzig und kommt deshalb meiſtens in den Miſt; dafuͤr aber ſind die Blaͤtter und Spreu ein deſto beßres Futter; und ſelbſt die Stengel, zerquetſcht, zerſchnitten und dann in Dampf gekocht, ſind dazu gar nicht zu verachten. Erbſenſtroh wird ſehr gewoͤhnlich als Rauchfutter angewen⸗ det, und wenn es noch recht ſaftig und naͤhrend iſt, von dem Vieh faſt eben ſo gern gefreſſen, wie Heu. Wenn es dieſem hin— ſichtlich ſeines Futterwerthes auch nicht ganz gleichkommt, ſo fin⸗ det doch bei ſeinem Verbrauch eine große Erſparniß ſtatt. Allein es ſollte, wie auch alle anderen Arten von Stroh, ſtets ſo bald als moͤglich nach dem Dreſchen gegeben werden, weil es, der Luft laͤnger ausgeſetzt, hart wird und einen Theil ſeiner Nah⸗ rungskraft verliert. Bewahrt man daſſelbe lange auf, ſo wird es auch noch uͤberdies leicht dumpfig, und in dieſem Zuſtande iſt es den Pferden weder angenehm, noch geſund. Überhaupt iſt das Erbſenſtroh nur mit Vorſicht zu fuͤttern; weil es ſehr blaͤhend iſt und leicht Kolik erregt. 10 Sh. 6 P. die Woche fuͤr ein Viergeſpann. Thut 9 Sh. 4 P. bis *) Dieſer Preis der Turnips gruͤndet ſich auf die Annahme, daß der Acker 15 Tonnen Wurzeln ohne die Blaͤtter hervorbringe, und dieſer Ertrag auf dem Felde 5 Pfd. Sterling werth ſei. Derſelbe iſt jedoch fuͤr einige Bo⸗ denarten und Kulturweiſen beſonders in den ſuͤdlicheren Gegenden von England zu hoch, fuͤr andre wieder zu niedrig angenommen, mag jedoch als Durch⸗ ſchnittsertrag der Wahrheit ziemlich nahe kommen. Jeder Landwirth muß dergleichen Berechnungen nach der Ergiebigkeit ſeines Bodens anſtellen. Geſ 9. tes Wi nyta Ante ellpael ſls Ber in de Hr Dhe och rrerinan los nit ſt in F ir hidur dun iäden lce Gehe de läte Da inn Fu um wit nuſe b dernen und ein in ſch Binde duttr i Ningen de dmit ineM i di a de ütn,n — von dem d ), und di urnips, d 9 9 Sh. 4 10 S die Wo Viergeſpann. wenn es gu el der Boß ſſtens in de deſto beßr en und dm ter angewen ff, von dm jdiſſem li unt, ſo fi⸗ att. Alein ts ſo bald l es, der iner Nah⸗ ſo wird ittande iſt upt iſt das blähend iſ ne, daß de dieſer Ertrag dr enige Bo⸗ von England ch cs Durc⸗ dvicth mh ſtellen. ———— ᷣ———ÿ Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 191 Das Stroh von Kanarienſaamen iſt ebenfalls ein ſehr gu⸗ tes Futter; dieſe Pflanze wird indeſſen nur in ſo geringer Menge angebaut, daß ſelbiges nicht ſehr in Betracht kommt. Unter den Surrogaten des Heues verdient der Stechginſter, ulex europaeus, wenn auch ſeine Anwendung nur beſchraͤnkt iſt, eben⸗ falls Beruͤckſichtigung, beſonders von Seiten ſolcher Landwirthe, die in der Naͤhe von Wuͤſtungen wohnen, wo er wild waͤchſt. Hr. Tytler zu Balmain erzaͤhlt im 5. Bande der Verhandlungen der Hochlandgeſellſchaft, daß er ſeine Wirthſchaftspferde fuͤnf Jahre hintereinander von Anfang Novembers bis in die Mitte des Maͤrz blos mit ſolchem Ginſter, etwas Stroh und einem geringen Zu⸗ ſatz von Hafer erhalten habe. Anfaͤnglich gab er den ganzen Win⸗ ter hindurch Hafer, ſpaͤterhin aber nur vom Februar an, und dann jedem Pferde nicht mehr, als 3 ½ Pfund taͤglich. Die taͤg⸗ liche Gabe von Ginſter betrug dagegen die erſte Zeit 28 Pfund, die letzte 14 Pf., die von Stroh 14 Pfund. Das Abſchneiden und Zubereiten des Ginſters wurden von einer Frau, einem ihr von Zeit zu Zeit beiſtehenden Jungen, ei⸗ nem mit einem Mauleſel beſpannten Karren und einer Quetſch⸗ muͤhle bewirkt. Die Frau, verſehen mit einem Paar ſtarken le⸗ dernen Handſchuhen, einer Schuͤrze von Schafleder, einer Sichel und einem gabelfoͤrmigen Stocke, zieht mit letzterem die Pflanzen an ſich und ſchneidet die jungen Triebe derſelben ab, die dann in Buͤndel gebunden werden. Sie kann auf dieſe Weiſe hinlaͤnglich Futter fuͤr zwoͤlf Pferde in ſechs bis ſieben Stunden zuſammen⸗ bringen. Der Junge mit ſeinem Karren holt es ab, und wenn er damit auf dem Wirthſchaftshofe angekommen, wird der Eſel in die Muͤhle geſpannt, wo unter ſtetem Umwenden in drei Stun⸗ den die angegebene Menge von Ginſter zerquetſcht wird.*) Die Koſten, acht Pferde auf dieſe Weiſe einen Tag lang zu fuͤttern, werden von Hrn. Tytler auf folgende Weiſe berechnet: *) Die zu dieſem Behuf beſchriebene Muͤhle gleicht ganz denen, die bei uns zum Zermalmen des Gypſes gebraucht werden und aus einem vertikal umlaufenden Muͤhlſtein beſtehen, der vermittelſt eines horizontal im Kreiſe herum gedreheten, von einem oder mehreren Zugthieren in Bewegung geſetzten Schwengel auf einem mit Steinen gepflaſterten Boden herumgetrieben wird. Dieſe, nur wenig Zugkraft erfordernden Muͤhlen ſind, wie der Vf. ſagt, au⸗ ßerdem auch noch zum Zermalmen der Knochen, der Olkuchen ꝛc. mit Vor⸗ theil zu gebrauchen. —————— 192 Siebentes Kapitel. Bis zum Febr. Vom Febr. an. Lohn der Frau taͤglich.— Sh. 6 P.— Sh. 4 P. » des Jungen⸗. ⸗ 4⸗ ⸗ 3 ⸗ Erhaltung des Eſels fuͤr diſe Arbeitszeit. 4 ⸗ 3 ⸗ 1 Centner Strohͤa.. 2 ⸗— ⸗ 2 2— ⸗ 25 Pfund Haſer.— 2 6 ⸗ 3 Sh. 2 P. 5 Sh. 4 P. Dies betraͤgt auf 1 Pferd— Sh. 4 ½ P.— Sh. 8 P. Die Arbeit, welche dieſe Pferde verrichteten, glich ganz der an⸗ derer Geſpanne in Berwickſhire, die keineswegs leicht iſt, und Hr. Tytler ſagt:„ihr Zuſtand habe ſich nicht nur erhalten, ſon⸗ dern ſogar verbeſſert, aber ſie haͤtten zu Anfang des Fruͤhjahrs einen Ekel gegen den Ginſter bewieſen.“ Dieſe Fuͤtterungsweiſe iſt uͤbrigens keineswegs neu; die Fourage der Militairpferde bei der britiſchen Armen unter dem Herzog von Wellington beſtand in den Pyrenaͤen hauptſaͤchlich aus Stechginſter, der an den Grenzen zwiſchen Spanien u. Frankreich haͤufig zu dieſen Behuf gebraucht wird, ſo auch in mehren Gegenden von Wales und Irland. Ein Acker Stechginſter reicht hin zur Fuͤtterung von ſechs Pferden auf vier Monate, er kann aber nur ein Jahr ums an⸗ dere geſchnitten werden. Es hat ſich erwieſen, daß Pferde, die halb Koͤrner und halb Stechginſter bekommen, ſich eben ſo gut halten, wie ſolche, die noch einmal ſo viel Hafer und uͤbrigens Stroh bekommen, ſo daß ſich demnach das ganze Stroh und die Haͤlfte Hafer bei dem Ginſter erſparen laͤßt. Schlaͤgt man dieſe zu ſieben Pence fuͤr jedes Pferd taͤglich an, ſo betraͤgt die ganze durch jenen bewirkte Erſparniß fuͤr ſechs Pferde in ſiebzehn Wo⸗ chen 17 Pf. 17 Sh., und nach Abzug von 5 Sh. woͤchentlich fuͤr das Schneiden und Zerquetſchen des Ginſters bleiben immer noch 13 Pf. 12 Sh. als Ertrag von zwei Ackern; dies macht von einem Acker 6 Pf. 16 Sh. jaͤhrlich. Verhaͤltniß der trocknen Futtermaterialien. Das nahrhafteſte Futter, das man den Pferden geben kann, beſteht in Koͤrnern, und der Hafer wird gewöoͤhnlich fuͤr das ihrer Koͤrperbeſchaffenheit zutraͤglichſte gehalten; wenn aber andere Koͤr⸗ nerfruͤchte in gleichen Gewichtsverhaͤltniſſen gegeben werden, haben G ſehſ in im linicen ſid, un bſi d hfan, düſn 39 ſt, dos n de vndet w kederben Sn wo invlkor penit, Vemlſc rict ſete Erne ge nacthel enen u zw b für en freß —yy———Q—O.—————— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 193 An— ſelbſt die eigenſinnigſten Beobachter keinen wirklichen Unterſchied 3 3 in ihren Eigenſchaften entdecken koͤnnen, wenn ſie nur mit einer 8 hinreichenden Menge feinen Haͤckſels oder guter Spreu gemengt , ſind, um die Huͤlſe des Hafers zu erſetzen. Ohne einen ſolchen . Erſatz darf jedoch eine andre Getreideart nicht gefuͤttert werden. 4 7 Pferde, die nicht von Hunger getrieben werden, ſcheiden haͤufig — dieſen Zuſatz von den Koͤrnern ab, und deshalb iſt es gebraͤuch⸗ 9.4 P. lich, das Futter mit Waſſer zu benetzen, aber in dieſem Falle 9. 8 9. muß die groͤßte Sorgfalt auf die Reinerhaltung der Krippe ver⸗ der an⸗ wendet werden; denn nichts iſt den Pferden ſchaͤdlicher, als altes, ſt, und verdorbenes Futter. Jede Kornart muß uͤberdies frei von jeder ten, ſon⸗ Spur von Zerſetzung ſein, die es leicht erleidet, wenn es nicht rühjahrs in vollkommen trocknem Zuſtand iſt. Hafer, in naſſem Wetter ngsweiſ geerntet, hat oft zu epidemiſchen Krankheiten unter dem Vieh ferde bei Veranlaſſung gegeben, und mehre Landwirthe haben ihren Pferden ſſtand in nicht ſelten dadurch geſchadet, daß ſie ihnen Hafer gleich nach der Grenzen Ernte gaben. Ausgewachſenes Getreide iſt der Geſundheit nicht gebraucht nachtheilig, wenn es ſich nur vorher nicht erwaͤrmte und dadurch gand. einen uͤbeln Geruch annahm, und Malz oder Gerſte, die nur von ſech zwei bis drei Tage gewachſen, aber noch nicht gedarrt iſt, wird r uns ar⸗ fuͤr ein ſehr nahrhaftes Futter gehalten. Manche Pferde ſind auch hfetde, de ſo freßgierig, daß ſie ihr Futter verſchlingen, ohne es zu kauen; en ſö gu in dieſem Falle ſollte man ihnen den Hafer niemals ohne einen ibtiges ſtarken Zuſatz von Haͤckſel oder, noch beſſer, nie anders, als zwi⸗ h und di ſchen Cylindern, wie ſie zum Zerdruͤcken des Malzes gebraucht man diee werden, zerquetſcht, geben. die ganze Bohnen und Erbſen werden den Wirthſchaftspferden haͤufig zein Wo⸗ gefuͤttert, und bringen, wenn man ſie nicht im Sommer, wo ſie öcentich zu hitzig ſind, gibt, niemals Nachtheil; doch ſollten ſie, weil ſie n innne unverhaͤltnißmaͤßig viel Saft enthalten, wenigſtens ein Jahr alt 3 macht ſein. Was ſie dadurch an Quantitaͤt verlieren, gewinnen ſie an Qualitaͤt wieder. Hinſichtlich des den Pferden zu gebenden Heues ſind die Mei⸗ nungen daruͤber getheilt, ob das auf Bergwieſen anſcheinend duͤrf⸗ tig erwachſene, oder das von tiefgelegenen fruchtbaren Wieſen oder das uͤppige von kuͤnſtlichen Futterfeldern vorzuziehen ſei. Es eben kam, kommt dabei wohl auf die Menge des daneben verabreichten Koͤr⸗ rdas ihre nerfutters an. Wenn ſie von dieſem viel erhalten, iſt erſte⸗ ndere Kor res jedenfalls beſſer, nicht nur weil es ihrer Geſundheit am mei⸗ In, haben ſten zuſagt, ſondern beſonders auch ihren Athem nicht ſchwaͤcht; I. 13 194 Siebentes Kapitel. da aber Wirthſchaftspferde gewoͤhnlich nicht viel Koͤrner erhalten und bei ihren langſamen Bewegungen nicht ſo viel Athem brau⸗ chen, verdient das nahrhaftere Heu den Vorzug, weil es ihnen mehr Kraft gibt. Es leidet keinen Zweifel, daß Heu, und wenn man deſſen noch mehr gibt, das Koͤrnerfutter nicht vollſtaͤndig erſetzen koͤnne; aber die Meinungen ſind noch daruͤber getheilt, bis zu welchem Punkt dieſes ohne der Geſundheit der Thiere zu ſchaden, mit Vortheil geſchehen koͤnne, und wie ſich der Futterwerth des Heues⸗ zu den Koͤrnern verhalte. Es laͤßt ſich in Bezug auf jenes keine beſtimmte Regel geben, weil es auf die Conſtitution des Thieres und auf die von ihm verlangte Arbeit ankommt; in Bezug auf Letzteres ſagt Thaer in ſeiner rationellen Landwirthſchaft, daß 8 Pfund gewoͤhnliches Wieſenheu 3 1d wnſer gleichzuſetzen ſeien; oder 7 Pfund Heu von Esparſette, Klee und dergl. ſafti⸗ gen Futtergewaͤchſen oder 9 Pfund Heu von trocknem Gras⸗ lande. Das von Esparſette moͤchte indeſſen noch etwas mehr werth ſein. Je laͤnger es uͤberdies auf Feimen ſteht, deſto beſſer wird es, und vielleicht iſt ein Jahr altes dem Pferde das heil⸗ ſamſte. Das Grummet iſt nicht ſo nahrhaft, wie das Heu vom erſten Schnitt. Beides ſollte ſtets gleich nach dem Trocknen feſt auf Haufen gebracht werden, damit es die Friſche ſeines Ge⸗ ruches behalte, der allem Vieh uͤberaus angenehm iſt. Im Allgemeinen hat man jedoch bemerkt, daß dann, wenn man die Heugaben auf Koſten des Koͤrnerfutters vermehrte, die Pferde zwar fleiſchiger wurden, als von einer verhaͤltnißmaͤßigen Menge Koͤrner, aber weniger geſchickt zu angeſtrengter Arbeit blie⸗ ben; wenn man dagegen dieſe vermehrte, und jene verringerte, dann verloren ſie zwar an Fleiſch, aber dieſes iſt feſter, und ſie werden zu groͤßerer Anſtrengung faͤhig; ſie ſind, wie man zu ſagen pflegt, in einem beſſern Stande. Gruͤnfutter. Was die Vortheile, welche die Gruͤnfuͤtterung auf dem Stalle oder im Hofe fuͤr die Pferde gewaͤhren kann, betrifft, ſo ſcheint man jetzt allgemein uͤberzeugt zu ſein, daß ſie damit bei voll— kommener Kraft und Geſundheit zu erhalten ſind: ob jedoch Vor⸗ theil dabei ſei, das haͤngt am meiſten von den Koſten derſelben rlf ftt polten der demengt, tt oögeb dup ben edich ſolhe ganz werden de Ded R 6 d tiſt ſf nitt uh veſehe ſchen ih ufg 8 wenn ſ bon der dage in Ounsd a iege er ethaltn hem brau⸗ es ihnen an deſſen n könne; welchem den, mit 6s Heues des keine Thieres tzug auf ft, daß hzuſetzen g. ſafti⸗ Gras⸗ as mehr ſto beſſer das heil⸗ Heu vom oknen feſt ſeines Ge⸗ n, wenn iyrte, die zmmaͤßigen beit blie⸗ rringerte, und ſie man zu dem Stale p ſchint bei vol⸗ aoch Vor⸗ derſelbe Geſpannarbeiten, Pferde, JFutterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 195 im Verhaͤltniß zur trocknen Fuͤtterung ab, und von der Menge, die dadurch von dieſem fuͤr anderes Vieh erſpart werden kann. Sie iſt ſchon ſehr lange, aber keineswegs allgemein im Ge— brauch, und die Erfahrung von mehr als hundert Landwirthen hat bewieſen, daß mehre Jahre hindurch alſo erhaltene Pferde weder an Fleiſch, noch an zureichender Kraft zu allen Wirth⸗ ſchaftsarbeiten verloren haben, ob ſie gleich dabei nicht geſchont werden konnten, und daß ſie dann, auf trocknes Winterfutter geſetzt, bei vollkommner Geſundheit blieben. Es iſt indeſſen ſehr gut, ihnen noch eine Zeit lang Gruͤnfutter neben den Koͤrnern und dem Haͤckſel zu geben, ehe man die vollſtaͤndige trockne Fuͤt⸗ rung wieder eintreten laͤßt; denn der Übergang vom trocknen zum gruͤnen Futter und wieder umgekehrt vom gruͤnen zum trocknen muß ſtets allmaͤhlig geſchehen. Zu Anfang der Gruͤnfuͤtterung ſollten der Klee ꝛc. geſchnitten und zu kleinen Theilen mit Stroh vermengt, dabei zu gleicher Zeit ein entſprechender Theil Kornfut⸗ ter abgebrochen werden. Das Gruͤnfutter wird nun von Tag zu Tag vermehrt und dabei das Korn immer mehr vermindert, bis endlich jenes allein und in reichem Maaße vorgelegt wird. Es ſollte jedoch ſtets den Tag vorher gemaͤht und Anfangs nur in ganz kleinen, allmaͤhlig zu vergroͤßernden Portionen vorgelegt werden, um allen nachtheiligen Zufaͤllen zu begegnen. Überhaupt duͤr⸗ fen die Pferde bei der Gruͤnfuͤtterung nie viel auf einmal aufge— ſteckt erhalten, wie die Knechte meiſtens die uͤble Gewohnheit haben. Die gruͤne Sommerfuͤtterung der Pferde war fruͤher auf die Weide beſchraͤnkt; in der letzten Zeit iſt jedoch der Gebrauch der gruͤnen Stallfuͤtterung faſt allgemein geworden. Der Vortheil des Weidens beſteht darin, daß es wenig Muͤhe verurſacht, und da es die naturgemaͤßeſte, folglich auch geſuͤndeſte Ernaͤhrungs— weiſe iſt, ſo verdient es den Vorzug fuͤr alle junge Pferde, die nicht anhaltend arbeiten und in Wirthſchaften, die reich mit Weide verſehen ſind. Aber bei Arbeitspferden wird dieſer Vortheil reich⸗ lich aufgewogen durch den Zeitverluſt, der mit ihrem Heimholen verbunden iſt, durch die Unluſt zur Arbeit, die ſie bekommen, wenn ſie frei herumſchweifen und durch die Beſchwerden, die ſie von der Hitze und den Fliegen zu erdulden haben, wenn ſie am Tage im Freien ſind. Auch wird der Werth ihres Duͤngers und Harns dabei ſehr vermindert, weil er unregelmaͤßig auf die Oberflaͤche zu liegen kommt und durch Wind und Sonne ausgetrocknet wird; 13* —— 196 Siebentes Kapitel. ferner findet dabei eine große Verwuͤſtung des Graſes und ein nachtheiliges Feſttreten des Bodens ſtatt, das alles gute Land durch das Beweiden mit ſchwerem Vieh, beſonders aber mit Pfer⸗ den, zu erleiden hat. Der Vorzug der gruͤnen Fuͤtterung auf dem Hofe beſteht in der vollkommneren Benutzung des Graſes, als bei dem Weiden, ſowohl auf natuͤrlichen, als kuͤnſtlichen Graslaͤn— dereien ſtatt finden kann; in dem vollſtaͤndigern Gewinn des Miſtes, in der groͤßeren Ruhe und Kuͤhlung, welche die Thiere unter Schuppen oder in Staͤllen waͤhrend der Mittagszeit genie⸗ ßen und endlich in dem Umſtande, daß ſie immer zum Gebrauch bereitſtehen. Der einzige Verluſt geht aus den Koſten fuͤr das Maͤhen und Anfahren des Futters hervor; dieſer wird jedoch, wenn wirklich Auslagen dafuͤr zu machen ſind, reichlich durch den ver⸗ mehrten Duͤngergewinn erſetzt; da aber waͤhrend des Sommers in der Regel ein langer Zwiſchenraum zwiſchen der Morgen- und Nachmittagsarbeit ſtatt findet, ſo kann in dieſer Zeit das Gruͤn⸗ futter mit Bequemlichkeit von den Knechten gemaͤht und herein⸗ gefahren werden, wenn man es nicht etwa vorzieht, ein uͤberzaͤh⸗ liges Pferd fuͤr Nebenarbeiten zu halten. Wenn jedoch die vortheilhafteſte Einrichtung nicht die Haupt⸗ ruͤckſicht iſt, dann moͤgen die Pferde bei der Sommerarbeit theils geweidet, theils auf dem Stalle gefuͤttert werden. In dieſem Falle erhalten ſie des Mittags zwiſchen den Anſpannzeiten Klee auf dem Stalle und bringen die Nacht auf einer wohlbefriedig⸗ ten Wieſe oder einer Feldkoppel zu. Wenn ſie bei der Tages⸗ hitze unter Dach gehalten werden, ſind ſie im Schutz vor den Fliegen und freſſen dann mehr und mit groͤßerem Behagen; und bei dem Weiden des Nachts haben ſie Gelegenheit, ſich die Pflan⸗ zen auszuwaͤhlen, die ihrem Gaumen am meiſten zuſagen. Alle Thiere lieben Abwechſelung des Futters und waͤhlen immer das, was ihnen gerade am beſten ſchmeckt; dies koͤnnen ſie aber nicht, wenn ſie auf dem Stalle gehalten und beſonders mit Klee oder Wicken gefuͤttert werden. Auch hat man es ihrer Geſundheit und ihrem aͤußern Anſehn zuſagend gefunden, wenn ſie des Nachts im Freien bleiben. Die Vortheile der Sommerſtallfuͤtterung, wo ſie nur durch⸗ zufuͤhren, ſind in der That ſo allgemein anerkannt, daß es keiner Beweiſe mehr fuͤr ſelbige bedarf; beſonders auf Bodenarten, wo die Turnips auf dem Felde verzehrt werden, und es daher ſchwer wird, das Stroh waͤhrend des Winters in Miſt zu verwandeln, 6 it ſ trtu nr a , Wnd un bor rätend din ſu uon ſäen: d drtführ m ſtte nönn de rin in Emner ſt nict R, wo! ſähren d ſehe ti Dange haden dnen rüct, Eihen gißem vid, utrnu euige ſo wi gegen Stalfü nügich vis da und ein ute Land mit Pf er⸗ auf dem ſes, als Graslaͤn⸗ inn des Thiere t genie⸗ bebrauch fuͤr das h, wenn den ver⸗ dommers en- und 3 Grün⸗ herein⸗ uͤberzaͤh⸗ Haupt⸗ eit theils in dieſem iten Klee befriedig⸗ Tages⸗ vor den en; und Pflan⸗ n. Ulle ner das, er nicht, (lee oder heit und 3 Nachts ur durc⸗ 66 heiner arten, wo her ſchwer awandeln Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, c. 197 iſt ſie nicht genug zu empfehlen. Sie verlangt aber eine unun⸗ terbrochene Reihenfolge von maͤhbarem Gruͤnfutter und wenn man nur angeſaͤete Futtergewaͤchſe dazu benutzt, ſo ſollten ſtets Win— ter- und Sommerwicken zu verſchiedenen Zeiten angeſaͤet werden, um vor und nach dem erſten Schnitt des Klees immer hin— reichend Futter zu haben. Dies iſt eine große Schwierigkeit, die dieſer Fuͤtterungsweiſe in Schottland und den noͤrdlichſten Thei⸗ len von England, wo die Winterwicken nicht ſicher ſind, im Wege ſtehen: doch laͤßt ſich mit Klee allein die Sache recht gut auch durchfuͤhren. In manchen Gegenden ferner haben Guͤter mit ei— nem ſtrengen Kleeboden bisweilen ſo viel Wieſen und Grasland neben dem Felde, daß das ganze Stroh im Winter konſumirt wird; in einem ſolchen Falle wuͤrde ein Hauptvortheil der gruͤnen Sommerſtallfuͤtterung verloren gehn; denn Stallmiſt ohne Stroh iſt nicht viel werth. Aber ſelbſt in einer ſolchen Lage, oder auch da, wo die Entfernung der Felder vom Wirthſchaftshofe dem An⸗ fahren des Graſes entgegengeſtellt werden kann, iſt es beſſer, daſ⸗ ſelbe taͤglich zu maͤhen und es den Pferden in kleinen Verma⸗ chungen zu geben, um das Verwuͤſten und Zertreten des anſte⸗ henden Futters zu verhuͤten. Indem man ſie auf dieſe Weiſe auf einen kleinen Raum beſchraͤnkt und die Horden immer weiter vor⸗ ruͤckt, ſo wie das Gras abgefreſſen iſt, ſo werden die duͤngenden Eigenſchaften des Pferchs und Urins, die ſonſt verloren gehen, groͤßentheils erhalten, und wenn das Land bald darauf umgepfluͤgt wird, iſt es ziemlich in demſelben Zuſtande, als wenn es regel⸗ maͤßig geduͤngt worden waͤre. Die zur gruͤnen Stallfuͤtterung dienenden Futtergewaͤchſe ſind dieſelben, die zu Heu verwendet werden; doch verdienen Wicken hier vorzuͤglich Beachtung, weil die vor dem Winter geſaͤeten fruͤ⸗ her, als jedes andre, das Raigras ausgenommen, zu brauchen ſind, und mehr Maſſe geben. In den meiſten Jahren ſind die⸗ ſelben gegen die Mitte des Mais maͤhbar; denn wenn man ſie vor dem Verfuͤttern zu weit ſich ausbilden laͤßt, werden ſie dazu unbrauchbar, ehe die ganze Anſaat benutzt iſt, und wenn auch einiger Verluſt bei ihrer ſo zeitigen Verwendung ſtatt finden ſollte, ſo wird dieſer vollkommen ausgeglichen durch die Erſparniß, die gegen das Ende ſtatt finden und durch den Vortheil, daß die Stallfuͤtterung zeitiger beginnen kann, als es auf andre Weiſe moͤglich waͤre. Ehe die Wicken zu Ende ſind, kommt der Klee, was dann von jenen noch vorhanden iſt, kann zu Heu gemacht —y—— 198 Siebentes Kapitel. werden, und wenn der Klee hart und ſaftlos wird, treten die im Fruͤhling geſaͤeten Wicken ein, die, wenn ſie in Zwiſchenraͤumen von vierzehn Tagen geſaͤet wurden, vollauf Futter bis zum zwei⸗ ten Kleeſchnitt geben. Im Fall keine Sommerwicken gebaut wer⸗ den, kann ein Theil des Klees durch allzufruͤhes Maͤhen nur mit Verluſt dieſen Mangel decken. Auch die in Dorſetſhire eingefuͤhrte Art der gruͤnen Stallfuͤtterung iſt ſehr gut: man ſaͤet daſelbſt et⸗ was Roggen allein zu Gruͤnfutter; dann etwas Roggen im Ge⸗ menge mit Wicken und zuletzt reine Wicken; der Roggen kommt zuerſt und unterſtuͤtzt die zeitigen Wicken, waͤhrend die ſpaͤtern keinen ſolchen Zuſatz beduͤrfen. Auf dieſe Weiſe koͤnnen die Pferde fortwaͤhrend mit Gruͤnfutter vier Monate lang erhalten werden, ohne die Wieſen in Anſpruch zu nehmen, und viel Koͤrner zu be⸗ duͤrfen. Bei dem Umbruch der Brache und waͤhrend des Dranges der Herbſtbeſtellung moͤgen ein paar Futter des Tages nuͤtzlich ſein, ſonſt aber ſind ſie ganz zu entbehren. Der Luzerne iſt, ob ſich gleich dieſelbe vorzuͤglich zur Stall⸗ fuͤtterung eignet, keine Erwaͤhnung geſchehen, weil ſie eine beſondre Bodenbeſchaffenheit verlangt und nicht allgemein angebaut wird. In dem Bericht uͤber die Landwirthſchaft in Eſſex wird erzaͤhlt, daß zwei Pferde vier Monate lang, ohne bedeutende andre Fut— terzulage, von ½ Acker Luzerne erhalten worden waͤren; und wie⸗ der ſechs Pferde, bei ſchwerer Arbeit, neben einem Zuſatz von Hafer und Haͤckſel nichts, wie Luzerne, ſtatt Heu, zwoͤlf Wochen lang, ſechs den erſten, vier den zweiten und zwei den dritten Schnitt bekommen haͤtten. Rechnet man das einem Pferde gege⸗ bene Heu zu 3 Schilliug die Woche, ſo macht dies eine Erſpar— niß von 10 Pf. 15 Sh. Eine dem Board of Agriculture ge⸗ machte Mittheilung beſtaͤtigt ebenfalls, daß in einem Jahre drei und zwanzig Pferde zwanzig Wochen lang, und im naͤchſten Jahre acht und zwanzig Pferde achtzehn Wochen lang von eilf Ackern Luzerne, ohne weiter etwas zu erhalten, gefuͤttert worden ſeien. Auf den Inſeln Guernſey und Jerſey iſt die Luzernfuͤtterung ſehr gewoͤhnlich. Man ſagt daſelbſt, daß die Pferde, beſonders Reit⸗ pferde, mehr Vorſicht wegen des übernehmens, wenn ſie aus dem Stalle kommen, verlangen, ſobald ſie Luzerneheu ſtatt anderen Heues erhalten, daß dieſe Gefahr aber nicht ſtatt finde, wenn ſie mit gruͤner Luzerne auf dem Stalle gefuͤttert werden. In Holland und Flandern, wo die Viehfuͤtterung beſſer, als in den meiſten anderen Gegenden verſtanden wird, rechnet man Gil auf d dond zn! 92) Wnr Nür it i ſtvemme nngſtene 1a Ton Aunnn Ein lteit 5 dn Verl leer gut Mſe i nihet u um F bcle enater Bait in tan, ſcwell fa di du 4 richende bhefl uüthe Uünen, nen ſer viſeig achen; d A. en die in enraͤumen um zwei⸗ baut wer⸗ nur mit ngefuͤhrte elbſt et⸗ im Ge⸗ kommt aͤtern ePferde werden, zu be⸗ Dranges nützlich Stall⸗ beſondre ot wird. ezählt, ndie Fut⸗ und wie⸗ zuiſatz von Wochen n dritten de gege⸗ Erſpar⸗ ture ge⸗ ahre drei en Jahre ff Ackern den ſtien. rung ſeht ers Reit⸗ aus dem t anderen vem ſt heſſet, als hnet wan éööööööööö 2 7— 1*— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 199 p g,/ auf ein Pferd zur gruͤnen Stallfuͤtterung einen halben Acker Gras⸗ land von der Mitte Mai's bis in die Mitte Juni's. Von der Zeit an bis Ende Auguſts legt man noch Acker Klee und taͤg⸗ lich 2 Pfund Bohnen hinzu, und von da bis zum November, wo die Winterfuͤtterung beginnt, wird der Klee durch eben ſo viel Moͤhren erſetzt. Aus der Zahl von Pferden, die daſelbſt angeb⸗ lich zur Arbeit gehalten werden, 11 Stuͤck auf 150 Acker An⸗ ſchwemmungsboden, laͤßt ſich jedoch ſchließen, daß ihre Arbeit nicht angeſtrengt ſein koͤnne; doch wird erzaͤhlt, daß ein Paar Pferde 1 ½ Tonne Duͤnger auf das Feld fahren und auf Pflaſter drei Tonnen ziehen Ein maͤßig großes Wirthſchaftspferd verzehrt bei gewoͤhnlicher Arbeit 84 Pfund bis 1 Centner Gruͤnfutter taͤglich nebſt einer dem Verhaͤltniß angepaßten Zulage von Korn. Nun gibt ein Acker gutſtehende Wicken oder Klee zwoͤlf Tonnen, jene in einem, dieſer in zwei Schnitten. Winterwicken koͤnnen zwar zweimal ge⸗ maͤhet werden, es iſt aber gewoͤhnlicher, ſie ſo bald als moͤglich vom Felde zu bringen, entweder, um daſſelbe mit Turnips zu beſtellen oder ihm eine halbe Brache zu geben. Nimmt man ge⸗ nannten Mittelertrag von beiden an und berechnet das taͤgliche Beduͤrfniß aufs hoͤchſte, ſo reicht ½ Acker Land von ihnen hin, ein Pferd vier Monate lang durchzubringen. Die Gewohnheit, Koͤrner und Gruͤnfutter zugleich zu fuͤt⸗ tern, iſt unvortheilhaft; denn in dieſer Mengung gehen jene zu ſchnell ohne gehoͤrig verdaut zu ſein durch den Magen. Verlangt ja die verſtaͤrkte Arbeit einen Zuſatz an Kraftfutter, und wuͤrden dazu Koͤrner gewaͤhlt, ſo follten ſie fruͤh und Abends, mit hin— reichendem Haͤckſel gemengt, allein gegeben und das Gruͤnfutter ebenfalls fuͤr ſich blos des Mittags vorgelegt werden. Viele Land⸗ wirthe unterlaſſen dieſe Vorſicht; es iſt ſehr gebraͤuchlich unter ihnen, die Haͤlfte des gewoͤhnlichen Kornfutters neben dem Gruͤ⸗ nen fortgeben zu laſſen, ohne die nachtheiligen Einwirkungen der waͤſſerigen Theile des letztern auf die Verdauung von jenem zu be⸗ achten; es iſt aber gewiß, daß auf dieſe Weiſe ein großer Theil des Nahrungsſtoffs im Korn verloren geht. Winterfuͤtterung. Es unterliegt, wie fruͤher ſchon auseinandergeſetzt worden, kei⸗ nem Zweifel, daß die Pferde den Winter hindurch blos mit Wur⸗ 200 Siebentes Kapitel. zelwerk und Heu, oder mit hinlaͤnglichem Stroh und Heu ohne alle Koͤrner zu erhalten ſind. Wenn ſie aber auch dabei geſund und anſcheinend kraͤftig bleiben, ſind ſie doch zu einer ſtarken und ungewoͤhnlichen Anſtrengung untuͤchtig. Das vorzuͤglichſte Wur⸗ zelwerk dazu ſind vielleicht rohe Moͤhren, ohne Kraut, wohl ge⸗ reinigt und zerkleinert. Wenn auch Kartoffeln mit Vortheil dazu benutzt werden, ſo erzeugen ſie doch zu weiches Fleiſch und einen gewiſſen Mangel an Muth, wahrſcheinlich als Folge des gekoch⸗ ten Futters. In manchen Faͤllen ſind ſie auch von den Pferden ſtandhaft verweigert worden. Daran iſt indeſſen wohl Mangel an Sorgfalt bei der Zubereitung Schuld geweſen; denn wenn ſie zu weich gekocht oder in einem matſchigen, unreinen Zuſtande ſind, werden ſie von den Pferden nicht gefreſſen; ſie ſollten daher nur in Dampf gekocht, und taͤglich neu zubereitet, auch nur ſtets die beſ— ſeren Sorten und ausgeſucht gute dazu genommen werden. Es iſt auch eine beſondre Behandlung nothwendig, wenn Pferde auf ein Futter geſetzt werden ſollen, an das ſie noch nicht gewoͤhnt ſind; eine neue Art von Wurzelwerk ſollte ihnen daher anfangs nur aus der Hand, wenn ſie nichts Andres zu freſſen haben, mehr als Naͤſcherei gegeben werden; wenn es ihnen ſchmeckt, miſcht man es ihrem andern Futter zu, und auf dieſe Weiſe uͤberwinden ſie ihren Widerwillen leicht. Die taͤgliche Ration eines Kavalleriepferdes im Dienſt be⸗ ſteht aus 12 Pfund Heu und 10 Pfund Hafer, und dabei blei⸗ ben ſie in vollkommen gutem Zuſtande; aber durch Erfahrung iſt erwieſen, daß ein gewoͤhnliches Zugpferd bei fortwaͤhrender Arbeit nicht gut mit weniger, als 28— 30 Pfund Hafer und Heu taͤg— lich zuſammen erhalten werden kann, daß es ſogar noch mehr ha⸗ ben muß, wenn ein Theil des Heues durch Stroh erſetzt wird. Dabei wird vorausgeſetzt, daß es nur mittelgroß ſei und blos gewoͤhnliche Wirthſchaftsarbeit zu verrichten habe; wird groͤßere Anſtrengung gefordert, ſo iſt ſelbſt dieſes nicht ausreichend. In den Staͤllen einiger Bauern und Kohlenfuhrleute zu London er⸗ reicht die taͤgliche Gabe an trocknem Futter das Gewicht von 36 Pfund, und in denen der Herren Wiggins, welche die groͤß⸗ ten Karrenpferde halten, wechſelt ſie zwiſchen 36 und 40 Pfun⸗ den nach der Groͤße des Pferdes und der Arbeit, und zwar in dem Verhaͤltniß von 16 Pfund Klee⸗ oder Esparſettheu, 4 Pfund Stroh, 18 Pfund Koͤrnern, Hafer, Gerſte, Bohnen oder Erbſen, und 2 Pfund Kleien. Da das Korn nach dem Gewicht gegeben Giſ wid, p wal d feli N tr, und tit uxe laarich inſachen maſchie Md zuerte Getrid liner J ſch ge V lekinmt de ſoll. ſciden nitſche dn lin ——ͤͤͤ———õSem Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 201 ſ nas wird, findet kein Unterſchied in der Art deſſelben ſtatt; die Aus⸗ der wahl deſſelben richtet ſich mehr nach dem Preiſe, als nach einer ſf und feſten Regel; nur zieht man den Hafer im Sommer den Bohnen eVu⸗ vor, und gibt neben letzteren etwas mehr Kleien. Salz wird ge⸗ nicht regelmaͤßig gegeben; aber mit großem Nutzen hat man ge⸗ hei dein legentlich von Moͤhren und ſchwediſchen Turnips, wohlzerkleinert und einen und mit Spreu gemengt, Anwendung gemacht. z gekocg Dieſes ganze Futter wird in die Krippen geſchuͤttet, nichts Nferden auf die Raufen geſteckt. Heu und Stroh werden ſehr klein ge⸗ Nangel ſchnitten, die Bohnen gequetſcht, und der Hafer bisweilen grob wenn ſie geſchroten; bei der Gerſte dagegen hat man es am vortheilhafte— nde ſnd, ſten gefunden, ſie einzuquellen und ein paar Tage fortwachſen zu nur in laſſen. Der Haͤckſel wird auf einer Roßmuͤhle geſchnitten, die zu die beſ⸗ gleicher Zeit die Bohnen quetſcht. Ein Pferd und zwei Jungen, en. Es von denen der eine das Stroh und Heu aufbindet, der andere erde auf es in die Lade legt, ſchneiden eine Laſt Heu und Stroh in drei gewöhnt Stunden. Die Maſchine, welche in einer gewoͤhnlichen Haͤckſel⸗ anfangs bank, bedeutend groͤßer als zum Handgebrauch, und einem ſehr en, mehr einfachen Quetſchapparat beſteht, die beide leicht an eine Dreſch⸗ t, wiſcht maſchine zu haͤngen ſind, arbeitet in demſelben Raume, wo das bervinden Pferd herumgeht. Hier wird auch das ganze Futter gemengt; zuerſt wird der Haͤckſel ausgebreitet, darauf kommt das gequetſchte Dinſt be⸗ Getreide, und zuletzt die Kleien; das Ganze wird ſorgfaͤltig zu abei blei⸗ einer Maſſe durcharbeitet, und da jeder Beſtandtheil vorher fuͤr prung it ſich gewogen worden, wird ſpaͤterhin jedes Futter nach ſeinem r Arbeit beſtimmten Verhaͤltniſſe abgemeſſen. G huu tig⸗ Dieſe Pferde ſind jedoch von der groͤßten Art und zum Fort⸗ nehr ha⸗ bringen ſehr ſchwerer Laſten beſtimmt; ſie beduͤrfen daher eine t wid. ſtaͤrkere Fuͤtterung, als die gewoͤhnlichen Wirthſchaftspferde, fuͤr nd blos die 28— 30 Pfund trocknes Futter taͤglich vollkommen ausreichend grißere ſind. Auf letzteres Gewicht berechnet wird in dem Jaͤgermaga⸗ d. In zin eine Futtermiſchung den Landwirthen von einem mit der don er⸗ Thierheilkunde vertrauten Landedelmann empfohlen, die ſich durch ct von lange Erfahrung fuͤr leichte Zugpferde, welche Tag fuͤr Tag an⸗ ie giß⸗ ſtrengende Maͤrſche machen und viel laufen muͤſſen, als vorzuͤg— 9Pfur⸗ lich erwieſen und ſie beſtaͤndig bei voller Kraft erhalten haben ga j ſoll. Die Beſtandtheile ſind in vier Klaſſen getheilt, die ver⸗ 1jind ſchiedene Quantitaͤten von einem jeden enthalten, und mit Be⸗ rüſ ruͤckſichtigung der vorliegenden Faͤlle abwechſelnd gebraucht wer⸗ teegeben den koͤnnen. 202 Siiebentes Kapitel. 1. Kl. 2. Kl. 3. Kl. 2 2 5 Gequetſchte oder geſchrotene Boh⸗ nen, Erbſen, oder andere harte Körner.— Heu, zu Haͤckſel gehniten Stroh desgl.... Gedaͤmpfte Kartoffeln... Malzſchrot oder Olkuchenmehl Biertraͤbern... Kleren.... &☛ν — —‿½ S 0 — — 155 A A N 18 R d u n mn n Sl a B A A à* X A 0 ₰ ‧⁸‿ 0 T T D N d 30 Pf. 30 Pf. 30 Pf. 30 Pf. Zu jeder dieſer Futtermiſchung kommen noch zwei Unzen Salz. Das Gewicht einer jeden Klaſſe betraͤgt 30 Pfund und die in ihren Beſtandtheilen enthaltene nahrhafte Kraft ſoll gleich ſein. Die erſte und zweite Klaſſe, von welchen Kartoffeln einen Theil ausmachen, werden jedoch von Dr. Sully, der uͤber dieſe Futter— miſchungen Nachricht gibt, vorgezogen, obgleich die darin ent⸗ haltenen Traͤbern und Slkuchen die fehlenden Koͤrner nicht voll— kommen zu erſetzen ſcheinen. In Bezug auf die Traͤbern verdient auch noch bemerkt zu werden, daß ſie, zu haͤufig und in zu gro— ßer Menge gegeben, den Pferden ſo ſchaͤdlich befunden worden ſind, daß die der Brauer, wenn ſie damit gefuͤttert werden, in wenig Jahren zu Grunde gehen und bei der Sektion große ſtei⸗ nige Anhaͤufungen in der Blaſe gehabt haben ſollen. Was das Salz betrifft, ſo iſt noch nicht eroͤrtert, ob der taͤgliche Gebrauch deſſelben zu empfehlen ſei. Daß ſelbiges die Geſundheit der Thiere befoͤrdert, ſcheint unzweifelhaft; aber wie es auf ihre Konſtitution einwirkt, ob durch Befoͤrderung der Ver⸗ dauung oder durch Abkuͤhlung und Reinigung des Bluts, das iſt noch nicht ſo ſicher ausgemacht, daß man ſowohl den Gebrauch, wie die Staͤrke der Gaben genau darnach beſtimmen koͤnnte. Es werden zwar eine Menge Verſuche angefuͤhrt, die ſaͤmmtlich be⸗ weiſen, daß es vom Vieh geliebt wird und demſelben dienlich iſt; uͤber die einem jeden Thiere zu gebende Menge, uͤber die Zeit, wenn es gereicht werden ſoll und uͤber die von ihm beſtimmt zu erwartenden Wirkungen ſind wir jedoch noch nicht im Reinen und laͤßt ſich erſt dann etwas Genaues angeben, wenn die Sache durch ſorgfaͤltigere Unterſuchungen, als die bisherigen waren, gruͤndlich erforſcht iſt. Dabei iſt indeſſen, wie in allen die Be⸗ Geft handluh m o pri- fe dn ſdj de gi R nur glege gose rnt, we , bewe tuna, d niſt D niiche2 in Vaüd mn. Aber dden und ſe diſen inen ger Kähresg Sn ron I dz gb fortwa dehen, Ooß da ſt gevi hath, km deg ſall, das ſtiüliit, fign, 8c dednung Et beme tſc wi Nfe Naufan dn un dos Fü ſdin 9 2 (¶ · 130 Pf. en Salz. und die lich ſein. un Theil ſe Futter⸗ arin ent⸗ niht voll⸗ verdient in zu gro⸗ den worden werden, in große ſtei t, ob der biges die aber wie der Ver⸗ „das iſt Hebrauch, nte. E ttlich be⸗ enlih iſt die Zeit, ſimmmt zu n Rennen de Sace en waren, die Be⸗ ————»ͤͤ—————— ℳ — d Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 203 handlung der Thiere angehenden Dingen, die Natur, ſobald ſie nur befragt werden kann, die ſicherſte Fuͤhrerin. Der Geſchmack, womit ſie ihre Geſchoͤpfe verſehen hat, fuͤhrt dieſe inſtinktmaͤßig zu den Futterarten, die fuͤr ſie am naͤhrendſten und geſuͤndeſten ſind; aber wenn auch die meiſten Thiere im wilden Zuſtande große Neigung zu Salz zeigen, ſo befriedigen ſie dieſelbe doch nur gelegentlich, nicht regelmaͤßig. Die Salzlecken in Amerika, aus großen Maſſen Steinſalz beſtehend, die man deshalb ſo nennt, weil ſie von dem Wildpret des Waldes aufgeſucht wer⸗ den, beweiſen durch die dadurch in ihnen entſtandenen Aushoͤh⸗ lungen, daß das Salz den Thieren angenehm und gedeihlich ſein muͤſſe. Das Elenn, der Hirſch und der Buͤffel durchziehen uner⸗ meßliche Wildniſſe, um ſie aufzuſuchen, und von ihren entfernte⸗ ſten Weideplaͤtzen finden ſich Spuren, die gerade darauf zufuͤh— ren. Aber der Inſtinkt, welcher dieſe Thiere antreibt, die Salz⸗ lecken und Quellen aufzuſuchen, aͤußert ſich nur periodiſch; haben ſie dieſem Antriebe einmal Folge geleiſtet, ſo ziehen ſie ſich in ihren gewoͤhnlichen Aufenthalt zuruͤck und kehren erſt zu derſelben Jahreszeit wieder zuruͤck. Dies ſcheint zu beweiſen, daß das Salz nur als Schutmittel gegen Krankheit nuͤtzlich ſei und nur von Zeit zu Zeit in ſtarken Gaben gefuͤttert werden ſollte; aber es gibt auch wieder ſo viele Beiſpiele von Thieren, welche bei fortwaͤhrendem Genuß von Salzpflanzen und ſalzigem Waſſer ge⸗ diehen, daß man jenen Satz nicht als erwieſen anſehen kann. Daß das Salz, maͤßig gegeben, auf keine Weiſe ſchaͤdlich ſei, iſt gewiß; aber ob es in kleinen Gaben taͤglich, oder nur woͤ— chentlich, dann bis zu einem halben Pfunde auf einmal, jedem Pferde gereicht werden, und ob dies nur im Sommer geſchehen ſolle, das iſt noch nicht ausgemacht. Das beſte Verfahren waͤre vielleicht, ein Stuͤck Steinſalz in einer Ecke der Krippe zu be⸗ feſtigen, damit das Pferd nach Belieben daran lecken koͤnne. Sehr nachahmungswuͤrdig ſind die Stalleinrichtung und Ordnung, welche ein achtbarer Landwirth bei ſich eingefuͤhrt hat. Er bemerkte ganz richtig, daß die Pferdewaͤrter ſehr verſchwende⸗ riſch mit dem Heu umgehen und leicht dazu beitragen, daß die Pferde zu viel davon freſſen. Seine Staͤlle haben deshalb keine Raufen; der Boden daruͤber enthaͤlt die Maſchinen zum Schnei⸗ den und Schroten des Haͤckſels und der Koͤrner. Iſt nun hier das Futter zubereitet, ſo wird eines jeden Pferdes Ration in einen Kuͤbel geſchuͤttet, von dem aus es in einer Rinne zu der 204 Siebentes Kapitel. darunter befindlichen Krippe laͤuft, und ihm auf dieſe Weiſe ohne weitere Stoͤrung zugefuͤhrt wird. Das Futter wird in kleinen Quantitaͤten zu verſchiedenen Zeiten des Tags verabreicht, und des Abends ſchon fuͤr den naͤchſten Morgen in die Kuͤbel gefuͤll, worin es bis dahin verbleibt. Das Verfahren, das ganze Futter wohlgemengt in der Krippe zu verabreichen, iſt aus Flandern eingefuͤhrt worden, wo es allgemein uͤblich iſt und ſich die Pferde in einem vorzuͤglich guten Zuſtande befinden. Seine Vortheile beſtehen in Folgendem: 1) Das Futter wird dabei weit vollſtaͤndiger gekaut, als wenn man es auf die gewoͤhnliche Weiſe gibt; dadurch aber wird die Verdauung, folglich auch die Ernaͤhrung des Thieres befoͤr⸗ dert; denn es iſt nicht nur gewiß, daß alte Pferde am Kauungs⸗ vermoͤgen verlieren und junge gierige Pferde einen großen Theil der Koͤrner ganz verſchlingen, wenn ſie ſelbige allein vorgeſchuͤttet bekommen. Daraus aber entſteht der Nachtheil, daß dieſelben un⸗ verdaut abgehen und nichts zur Ernaͤhrung beitragen; es ziehen aber bekanntlich alle Thiere von ihrem feſten Futter nur in dem Verhaͤltnis Nutzen, in dem ſie daſſelbe ſorgfaͤltig zerkaut haben. 2) Es wird in kuͤrzerer Zeit verzehrt. 3) Bei der Mengung ſolcher Futtermaterialien, von denen ein Theil, z. B. nicht gut eingebrachtes Heu oder Stroh, allein gegeben, verſchmaͤhet werden wuͤrde, wird dadurch das gleichmaͤ⸗ ßige Auffreſſen des Ganzen geſichert. 4) Das Futter kann dabei leichter und ſchneller gewogen oder gemeſſen und daher auch genauer einem jeden Pferde zugetheilt werden, als wenn man jeden Beſtandtheil deſſelben allein gibt. Dabei iſt zu bemerken, daß den Pferden nicht ſelten mehr Scha⸗ den zugefuͤgt wird, wenn man ihnen eine unbeſchraͤnkte Menge von Raufenfutter vorlegt, als wenn man ſie knapp haͤlt; denn ſie bringen in jenem Falle nicht nur ganze Naͤchte, wo ihnen Ruhe beſſere Dienſte leiſten wuͤrde, mit Freſſen zu, ſondern es werden auch durch die uͤbermaͤßige Ausdehnung des Magens ihre Kraͤfte geſchwaͤcht und ihr Geſundheitszuſtand gefaͤhrdet. 5) Es beugt der Futterverſchwendung vor und gibt dadurch zur Futtererſparung Gelegenheit. Nach einigen Berichten ſoll dadurch der dritte Theil, ja ſo⸗ gar die Haͤlfte Rauchfutter zu erſparen ſein. Dergleichen Über⸗ treibungen ſind jedoch nachtheilig und irreleitend. Die H. H. Wig⸗ gins, die taͤglich uͤber dreihundert Pferde auf dieſe Weiſe fuͤttern Göſ und unr Ruudt nit ühh dif rict tſe dem vil dbei widetolt til u d laſſen tüttt we Ehe git ungen n u füt n landr in Ditket gßtn d wi min venn zwe ton ſeche 1-5¹ Knecht Mittg Nat, ſthire Dar ein mhedeut nne Ker tag der ühe n. ritiſch Von d 8 den de lin hal in ken dler 1 Weie ohne in kleine eicht, Und bel gefüllt bt in der den, wo vorzuͤglich hendem: aut, als ber wird es befoͤr⸗ Lauungs⸗ en Theil geſchuͤttet lben un⸗ es ziehen in dem haben. von denen oh, allein gleichmaͤ⸗ gen oder ugetheilt ein gibt. r Scha⸗ Menge t; denn en Ruhe werden e Kräffte dadurch il, jr ſ⸗ hen lber⸗ 5 Wi⸗ efüͤttern Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, c. 205 und zuverlaͤſſig ſind, berechnen die moͤgliche Erſparniß zu ¼ des Rauchfutters. Die angegebenen Vortheile ſind ſo groß, daß es nicht noͤthig iſt, darauf beſonders aufmerkſam zu machen; doch darf nicht unterlaſſen werden, zu bemerken, daß dieſe Fuͤtterungs⸗ weiſe dem Waͤrter mehr Zeit und Muͤhe koſtet; ſchon deshalb, weil dabei die einzelnen Futtergaben kleiner gemacht und oͤfter wiederholt werden muͤſſen, denn die Pferde hauchen, ſo bald ihnen zu viel auf einmal in die Krippe geſchuͤttet wird, das Futter an, und laſſen es dann leicht liegen. Die neue Gabe muß einge⸗ ſchuͤttet werden, ſo wie die vorhergegangene aufgefreſſen iſt. Ehe wir dieſen Gegenſtand verlaſſen, ſei noch der Gewohn⸗ heit, ungedroſchnen Hafer, ſammt dem Stroh zu Haͤckſel geſchnit⸗ ten, zu fuͤttern, gedacht. Dieſes Verfahren wird zwar von man⸗ chen Landwirthen ſehr geprieſen und iſt in einigen Gegenden, z. B. in Oſtkent, gewoͤhnlich, aber verdient keine Empfehlung. In dem groͤßten Theile der genannten Gegend ſind bei einem Viergeſpann zwei maͤnnliche Arbeiter, der Knecht und ein Gehilfe, beſchaͤftigt, wenn zwei Zuͤge daraus gemacht werden. Die Anſpannzeiten ſind von ſechs Uhr Morgens bis um zehn und des Nachmittags von 1— 6 Uhr; dies macht neun Arbeitsſtunden im Ganzen. Der Knecht beſorgt die Pferde von fruͤh 4— 6, und ſein Gehilfe des Mittags, ſo wie des Abends bis 10 Uhr, wo der Stall fuͤr die Nacht geſchloſſen wird. Das ganze Futter wird zu Haͤckſel ge— ſchnitten, die Koͤrner, Bohnen oder Hafer ſammt dem Stroh. Der einzige Vortheil, der dabei ſtatt finden kann, beſteht in der unbedeutenden Erſparniß des Dreſcherlohns; dagegen geht alle ge— naue Kenntniß uͤber die Groͤße der Ernte, uͤber den wahren Be⸗ trag der verfuͤtterten Koͤrner, uͤber die jedem Pferde zugetheilte Gabe ꝛc. verloren; man kann es daher nur ein nachlaͤſſiges, un⸗ wirthſchaftliches Verfahren nennen. Von dem Futterwerth der verſchiedenen Fut⸗ termaterialien. Ein ſehr wichtiger Gegenſtand iſt der relative Futterwerth, den die verſchiedenen zur Winterfuͤtterung verwendeten Materia⸗ lien haben. Die Chemie hat uns zwar die Beſtandtheile derſel— ben kennen gelehrt, und es iſt auch wahrſcheinlich, daß der Werth aller zu Viehfutter benutzten Dinge zum großen Theil mit den ————Q—Q—ꝭ—C—-—— 206 Siebentes Kapitel. darin enthaltenen aufloͤslichen oder nahrhaften Theilen im Ver⸗ haͤltniß ſtehe; aber es iſt noch keineswegs unumſtoͤßlich erwieſen, daß dieſes Verhaͤltniß den Grad ihrer Brauchbarkeit ganz genau beſtimme. Die weſſentlichſten Beſtandtheile aller Pflanzen ſind Waſſerſtoff, Sauerſtoff und Kohlenſtoff, in verſchiedenen Verhaͤlt⸗ niſſen, bisweilen mit etwas Stickſtoff verbunden, und die ver⸗ ſchiedenen Verbindungen, welche dieſe Stoffe untereinander ein⸗ gehen, bilden das Gluten, den Zucker, den Schleim, das Staͤr⸗ kemehl. Das Gluten, der naͤhrendſte Beſtandtheil, naͤhert ſich in ſeinen Eigenſchaften der thieriſchen Subſtanz; die zuckerige Ma⸗ terie beſitzt die des Zuckers, der Schleim die des Gummi's; auch findet ſich bisweilen ein Extraktivſtoff, den man nicht fuͤr naͤh⸗ rend haͤlt, der aber in mediciniſcher Hinſicht den Thieren nuͤtzlich zu ſein ſcheint. Nach den chemiſchen Unterſuchungen, die Hum— phry Davy uͤber die Menge dieſer Subſtanzen in tauſend Thei⸗ len von verſchiedenen Korn- und Huͤlſenfruchtarten angeſtellt hat, ſcheinen folgende die Verhaͤltniſſe zu ſein, in welchen ſie ſich in den zu Viehfutter verwendeten befinden. Vollſtaͤn⸗ 4 diger Ge⸗ Ertka⸗ halt an Schleim Zuckerſtoff Gluten vder un⸗ auflosli⸗ und oder oder aufloͤsli⸗ Fen der Staͤrke. Zucker. Kleber. che Mate⸗ naͤhrende 5 Kornarten. naͤlſenden rie. Norfolker Gerſte 920 790 70 60— Yrrkſhirer Rog⸗ gen 702 645 38 109— Schottiſcher Ha⸗ 743 641 15 87— er. Gemeine Boh⸗ nen. 570 426— 103 41 Trockne Erbſen 574 501 22 335 16 Dieſe Reſultate wurden jedoch durch die Aufloͤſung in Waſſer gewonnen; es iſt aber nicht unwahrſcheinlich, daß der Speichel und der Magenſaft bei dem Freſſen ganz anders auf das Futter ein⸗ wirken; denn ſie ſind in ihren vereinten Wirkungen kraͤftiger, als das bloße Waſſer; auch weiß man, daß die Eigenthuͤmlichkeiten der Getreidekoͤrner bei dem Malzen und Backen umgeaͤndert wer⸗ den, zum Theil ganz verloren gehen. Es iſt ferner moͤglich, daß manche Verbindungen der in den Futtermaterialien gefundenen Beſtandtheile nahrhafter als andere ſeien, und ſo koͤnnen denn die chemiſchen Unterſuchungen, wiewohl ſie großes Licht uͤber dieſen n fali anh nich ga dh Nütrie a dug über d Landn tenichen Kevii g. d Wiſen ſtyritzg Ff.,d zwſche lich bo Bener dnn Un ulerd, di Eral di tr verwe lngich nenn ſie der ſe dß ſthigte ith ge lrt wie b D orherrſ difr, d anb mn im Va⸗ erwieſe ganz genau anzen ſind n Verhaͤlt⸗ d die ver⸗ ander ein⸗ das Staͤr⸗ zert ſih in kerige Ma⸗ mis; auch t für naͤh⸗ ten nuͤtlic die Hun⸗ ſend The⸗ eſtellt hat, ſi ſich in Ertrak⸗ wvſtoff dder un⸗ auflosli⸗ che Mate⸗ rie. 41 16 i Waſfer eichel und utter ein⸗ tiger, al nlchkeiten dert wa⸗ glich, dß gefundenen ndenn die her dieſen —öͤöͤöͤaͤöͤͤͤͤ— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 207 Gegenſtand verbreitet haben, nicht als ganz entſcheidend in dieſer Hinſicht angeſehen werden. Es ſcheint in der That, als gaͤbe es eben ſo viel Abweichungen von Extraktivſtoff als Pflanzenarten, und der Unterſchied in ihren Eigenſchaften haͤngt in manchen Faͤl⸗ len wahrſcheinlich von ihrer Verbindung mit kleinen Mengen an⸗ derer vegetabiliſcher Subſtanzen oder von ihrem Gehalt an Sal— zen, Kali, oder erdigen Beſtandtheilen ab. Wenn es ſich alſo auch nicht bezweifeln laͤßt, daß die Guͤte manches Futters zum großen Theil von der Beſchaffenheit der in ihm enthaltenen nahrhaften Materie abhaͤngt, ſo iſt doch die Menge der letzteren nicht als unbe⸗ dingt uͤber ſeinen Werth entſcheidend anzuſehen. Die Erfahrung, des Landwirths ſicherſte Fuͤhrerin, hat indeſſen die Richtigkeit der chemiſchen Analyſe groͤßtentheils beſtaͤtigt und dadurch einen neuen Beweis geliefert, welchen großen Nutzen die Landwirthſchaft von der Wiſſenſchaft ziehen kann. Nach der mitgetheilten Tabelle enthaͤlt der Hafer mehr naͤh— rende Beſtandtheile, als die Bohnen; dies iſt jedoch nur im Ver— haͤltniß zu ihrem Gewicht zu verſtehen. Werden dieſe Getreide— arten nach dem Maaße verfuͤttert, und nimmt man das Durch⸗ ſchnittsgewicht der gewoͤhnlichen Pferdebohnen vom Buſhel zu 56 Pf., das des ſchottiſchen Hafers zu 40 Pfund an, ſo ſtellt ſich zwiſchen beiden das Verhaͤltniß von 31920 zu 29720 oder ziem⸗ lich von 16 zu 15 zu Gunſten der Bohnen heraus. Dieſelbe Bemerkung gilt bei dem relativen Werth der Erbſen; jedoch mit dem Unterſchiede, daß ſie, weniger Kleber, als die Bohnen, ent⸗ haltend, vielleicht weder ſo erhitzend, noch ſo naͤhrend und, wie die Erfahrung bewieſen, mehr blaͤhend ſind. Die Abweichung im Gewicht der verſchiedenen zu Pferdefut⸗ ter verwendeten Kornarten wird im Allgemeinen noch nicht hin⸗ laͤnglich beachtet. Die meiſten ſehen nur auf den Preis, und wenn ſie etwa finden, daß der Buſhel Bohnen 5 Shilling gilt, wenn der Preis des Buſhel Hafer nur 3 Sh. 6 P. iſt, ſchließen ſie, daß letzter in demſelben Verhaͤltniß wohlfeiler ſei. Beruͤck⸗ ſichtigt man dagegen das Gewicht, ſo ſtellen ſich die Preiſe ziem— lich gleich dar, und wenn daher die Fuͤtterung nach dieſem regu⸗ lirt wird, kommen die Koſten derſelben ziemlich uͤberein. Die Gewohnheit, nach dem Maaß zu fuͤttern hat zu der vorherrſchenden Meinung, die Bohnen ſeien nahrhafter, als der Hafer, Veranlaſſung gegeben; vergleicht man jedoch das Gewicht, ſo ergibt ſich gerade das Gegentheil. Daß man ſie fuͤr naͤhren⸗ 208 der und erhitzender haͤlt, iſt wahrſcheinlich mehr aus dem Um⸗ ſtande, daß man von beiden gleiches Maaß gibt, als aus einer andern Urſache entſtanden; denn daſſelbe Maaß enthaͤlt bei den Bohnen mehr nahrhafte Theile, als bei dem Hafer. Selbſt wenn man letzteren allein nach dem Maaße fuͤttert, koͤnnen aͤhnliche Abweichungen entſtehen; denn der Buſhel Hafer wiegt, nach Ver⸗ ſchiedenheit des Bodens und der Jahreswitterung, 30— 42 Pfund und daruͤber; gibt man ihn nun in gleichem Maaße, ſo kommt in erſterm Falle das Pferd im Verhaͤltniß zum letztern um ſei⸗ ner beſtimmten Nahrung zu kurz. Folgende Tabelle zeigt den gewoͤhnlichen Mehlgehalt des Ha⸗ fers von einem beſtimmten Gewichte deſſelben an, und wenn auch nach ſeinen Varietaͤten oder der Jahreswitterung eine kleine Ab⸗ weichung darin ſtatt finden ſollte, ſo wird doch das angegebene progreſſive Verhaͤltniß immer ziemlich zutreffend erſcheinen. Pf. Pf. Lth. Pf. Lth. 16 28 Siebentes Kapitel. 42 25 4 40 6 23 12 16 20 — 8 Gi 3 Wenn der Buſhel wiegt 85 iet 25 1 Huͤlſen 15 35 34 Mehl 18 22 15 10 32 17 10 14 22 30 16 24 15 3 Roggen wird in Nordamerika ſehr haͤufig zu Pferdefutter ver⸗ wendet. Er wird daſelbſt grobgeſchroten und mit Haͤckſel von Stroh und Kleeheu, den man zuvor feucht macht, wohl vermengt gegeben. Dadurch wird die vollſtaͤndige Zermalmung ſo befoͤrdert, daß nicht das Geringſte verloren geht, und der gute Zuſtand der Frachtpferde in Penſylvanien, die ſaͤmmtlich ſo gefuͤttert werden, und ſelten in einen Stall kommen, ſpricht fuͤr die Vortrefflichkeit dieſes Verfahrens. In Deutſchland und Holland haͤlt man das Roggenbrot fuͤr ein vorzuͤglich nahrhaftes und gedeihliches Pferde— futter und man ſieht, in dieſen Laͤndern reiſend, nicht ſelten, den Poſtillon nebſt ſeinen Pferden von demſelben Brote zehren. Auch in England war fruͤher in manchen Staͤllen, wo Wettrenner ge— halten wurden, die Brotfuͤtterung in Anwendung gekommen, und unſer Geſetzbuch enthaͤlt manche Parlamentsakte uͤber die Berei⸗ tung des Pferdebrotes. In den letzten Zeiten ward das feinſte Weizenbrot dazu verwendet, weil man aus dem groͤßern Gewichte und Werthe dieſer Kornfrucht, ſo wie aus der bekannten großen Giſ nahtäot d Et hnr nüſſ pukin ki bts Iac beratkt w gerſe un Kogg gan dir od Maul an ür i ſeſlt er⸗ dſllägt o cena An uun oit nüſt nehr, d Le den ſo gerabg tahche chenden A. Theibd ſch dabe fut 12 5 1 55 8 iun ſaus dem l als aus ein athaͤlt bei den Selhf wem nnen ähnliche 1 nach Ver⸗ 4, Pfund 2, ſo kommt num ſei⸗ iit des Ha⸗ wenn auch kleine Ab⸗ angegebene nen. Pf. th. 16 28 16 2 15 8 5 A 15 10 14 2 12 5 defutter ber⸗ Haͤcſel bon lvermengt Hbefördert, uſtand der tt werden, trefflichkei man das des Pferde⸗ ſelten, den ren. Auch trennet ge⸗ umen, un die Brni⸗ d fünſte m bewiche iin gußen Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 209 nahrhaften Kraft des aus ihrem beſten Mehle bereiteten Brotes den Schluß ziehen wollte, daß dieſes mehr Kraft und Staͤrke ge— ben muͤſſe, als der Hafer; aber die damit gemachten Verſuche hatten keinen Erfolg und geben einen neuen Beweis, daß man, blos nach der Analogie ſchließend, haͤufig zu irrigen Folgerungen verleitet wird. Gerſte wird in England ſelten zu Pferdefutter verwendet, und Roggen vielleicht nirgends daſelbſt; im ſuͤdlichen Europa da— gegen dient jene mit ihrem Stroh allein zum Futter der Pferde und Mauleſel, die ſich dabei ſehr wohl befinden. Die Meinun— gen uͤber ihre Eigenthuͤmlichkeiten ſind verſchieden. Einige halten ſie fuͤr erhitzender, andere fuͤr kuͤhlender als den Hafer, und Beides vielleicht ohne triftigen Grund. Man hat von ihrer ununterbro⸗ chenen Anwendung keinen Nachtheil bemerkt, und da ſie mehr nahrhafte Theile enthaͤlt, als der Hafer, auch bekanntlich beſſer maͤſtet, ſo verdient ſie zu dieſem Behuf wohl Beachtung, um ſo mehr, weil ihr Preis oft durch ihre Farbe, die wohl auf ihre Verwendung zu Malz, aber nicht auf die zu Futter Einfluß hat, ſo herabgeſetzt wird, daß ſie oft nur wenig mehr, als guter Fut— terhafer gilt. Sechs Buſhels Gerſte haben ſich bei einem verglei⸗ chenden Verſuche acht B. Hafer gleich erwieſen. Die engliſchen Kavalleriepferde wurden waͤhrend des groͤßten Theils des ſpaniſchen Krieges mit Gerſte gefuͤttert, und befanden ſich dabei ſehr wohl, obgleich das Stuͤck taͤglich nur 10 Pf. Gerſte ſtatt 12 Pf. Hafer erhielt. Jene ſcheint daher in demſelben Ver⸗ haͤltniß nahrhafter zu ſein, wahrſcheinlich weil ſie weniger Huͤl— ſen hat. Aus dem Geſagten folgt, daß wir keinen ſichrern Fuͤhrer, als das Gewicht haben, um den Bedarf an verſchiedenen Vegetabilien zu Futter beſtimmen zu koͤnnen; dennoch iſt behauptet worden, daß bei der Fuͤtterung von Wirthſchaftspferden die Gerſte, die doch ſchwerer und an aufloͤslichen Beſtandtheilen reicher, als der Hafer iſt, ſich nicht ſo nahrhaft zeige, als dieſer. Sie ſoll waͤſſe— riger ſein, und daher, wenn man ſie zu gleichem Gewicht gibt, die Pfer⸗ de eines Theils der ihm zukommenden Nahrung berauben. Ein Ar⸗ tikel in dem Falmers Magazin ſagt zwar, daß bei der Fuͤtterung mit Gerſte ſich fuͤr jedes Pferd des Jahres eine Erſparniß von 6 Pfund Sterl. ergeben habe; ſie war hier aber ſtatt des Hafers zu gleichem Gewichte ohne Beruͤckſichtigung der in beiden enthal⸗ tenen nahrhaften Beſtandtheile gegeben worden. Auch geht aus I. 14 ——Q——⸗—;OLC—— 5 4 210 Siebentes Kapitel. dieſer Angabe nicht hervor, ob ſie nach der Erfahrung eines gan⸗ zen Jahres gemacht oder auf Berechnung nach den in einer kuͤr⸗ zeren Friſt gehabten Erſparniſſen gegruͤndet iſt. Sir John Sinclair berichtet, daß bisweilen die Gerſte mit dem dritten Theil Bohnen verſetzt, entweder zuſa mmengeſchroten oder gekocht, was er fuͤr beſſer haͤlt, als Pferdefutter verwendet werde, und Marſhall erzaͤhlt uns, daß die Gerſte, wenn ſie auf dem Markte nicht wohl verkaͤuflich ſei, den Pferden gegeben, dann aber gewoͤhnlich gemalzet, d. h. einige Tage, bis ſie zu keimen anfaͤngt, eingeweicht werde, weil man ſie in dieſem Zuſtande fuͤr weniger hitzig halte. Wenn ſie, wie es nicht ſelten der Fall, nicht gut eingebracht worden, iſt das beſte Mittel zur Verhuͤtung der uͤbeln Folgen, die ſie dann hervorbringen koͤnnte, das Kochen derſelben. Wir wollen es keineswegs unternehmen, eine Meinung uͤber den verhaͤltnißmaͤßigen Futterwerth der Gerſte und des Hafers aufzuſtellen, da derſelbe erſt noch durch genaue vergleichende Ver⸗ ſuche zu ermitteln iſt; aber wir fuͤhlen uns zu einigen Zweifeln uͤber die neuerlich ſo laut verkuͤndeten Vortheile des Kochens der den Pferden zu gebenden Koͤrner veranlaßt. Daß eines Poſtmei⸗ ſters Pferde, die vollauf ohne beſtimmtes Maaß gefuͤttert werden, ſich wohl dabei befinden moͤgen, wollen wir nicht beſtreiten; und ein Zuſatz von gekochter Gerſte zweimal die Woche mag allerdings, wie ſich aus den glatten glaͤnzenden Haaren derſelben ergibt, der Geſundheit der Thiere zutraͤglich ſein, weil ſie die innern Theile reinigt und abkuͤhlt, und dieſes, ſobald ſie viel hitziges Futter be— kommen, ſehr heilſam ſein muß; aber wir haben Urſache zu zwei⸗ feln, daß ſolches fuͤr gewoͤhnlich gefuͤtterte Wirthſchaftspferde noͤ⸗ thig, ja nur nuͤtzlich ſein koͤnne, oder daß ſie in den Wintermo⸗ naten ein noch kuͤhlenderes Futter noͤthig haben ſollten, als jeden Sonnabend Abend ſtatt der Koͤrner Kleien mit einem Zuſatz von zwei Loth Salpeter oder Kochſalz. In Herrſchaftsſtaͤllen wird gewoͤhnlich nur Wieſenheu gefuͤt⸗ tert, und es iſt in allen Verhaͤltniſſen das beſte; die Landwirthe finden es jedoch vortheilhafter, daſſelbe zum Fuͤttern und Maͤſten des Rindviehes zu verwenden, und den Pferden lieber Heu von Klee bald allein bald mit Raigras vermengt, oder von Esparſette oder von Wickfutter zu geben, das zwar minder gut, als jenes iſt, aber doch allen Anforderungen fuͤr Wirthſchaftspferde entſpricht, beſonders wenn es zu Haͤckſel geſchnitten und mit Stroh vermengt Vorſt h Wi ei güen nung drj ton ihm zu nuß, wen duuct en d hehäcch derüchte ſen in de Lage v der ſcidene ferung hen Un b Stetin kaſtn ei tanic ſ rfe, ſe Nune Duan diin d Na Ha, ſ l eus Jeit — nᷓn G——n— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 211 1 en 3 wird. Esparſetteheu wird fuͤr das beſte gehalten, nach ihm kommt de Kleeheu. Das von Wicken iſt, ſelbſt gut duͤrre gemacht, ein haͤrteres Futter. Sie kommen jedoch im Ganzen ſo genau mit⸗ e Genſt mi einander uͤberein, daß es unnoͤthig waͤre, ſich bei ihren Eigenthuͤm⸗ nengeſchroten lichkeiten laͤnger aufzuhalten, und wenn ſie ſelbſt noch mehr unter er verwendet ſich verſchieden waͤren, ſo koͤnnte doch nur ſelten eine Auswahl wenn ſie auf ſtatt finden, weil das verfuͤttert werden muß, was die Wirth⸗ geben, dann ſchaft erzeugt und Niemand an das Futterkaufen fuͤr das Arbeits⸗ — 3 keimen vieh denkt. uſtande fuͤr Fal, nch Koſten. hütung der Vorſtehende Angaben zeigen, mit welcher Menge und Art von das Kochen Futter Wirthſchaftspferde bei fortdauernder Arbeit zu erhalten ſind. Sie geben zu gleicher Zeit Anleitung zu der ſo wichtigen Berech⸗ mnung üͤber nung der jaͤhrlichen Unterhaltungskoſten eines Geſpanns und der des Hafets von ihm zu erwartenden Arbeit, die man durchaus genau kennen hhende Ver⸗ muß, wenn man die Beſtellungs- und Erntekoſten irgend einer en Zweifeln Frucht ermitteln will.— Kochens der Die Menge der zu verwendenden Futtermaterialien haͤngt 8s oſni⸗ hauptſaͤchlich von der Groͤße der Pferde und der von ihnen zu verrichtenden Arbeit ab, der Geldbetrag derſelben von ihren Prei⸗ ſen in den verſchiedenen Jahreszeiten und in jeder Jahreszeit von der Lage der Wirthſchaft in Bezug auf die Maͤrkte. Beſonders iſt ttert werden, ſtreiten; und dings a dies der Fall bei dem Heu und dem Wurzelwerk, die ſehr ver⸗ nern Theile ſchiedene Preiſe in der Naͤhe großer Staͤdte oft in geringer Ent⸗ Futter be⸗ fernung von einander haben. Daher kommt es, daß die jaͤhrli— he zu zwe⸗ chen Unterhaltungskoſten eines Pferdes zwiſchen 15 und 40 Pf. pferde ni⸗ Sterling wechſeln. In dem Bericht von Lancaſhire werden die Wintermo⸗ Koſten eines Dreigeſpanns, welches das ganze Jahr hindurch woͤ⸗ als jede chentlich ſieben Acker umpfluͤgt, auf folgende Weiſe berechnet. zufat von Hafer, ſechs Buſhels woͤchentlich, ſechs Monate hindurch zu 23 Sh. das aheu geſt⸗ Quarter... 19 Pf. 10 Sh.— P. Lnndoiche Hafer, drei B. woͤchentlich die andern ſechs d Miſen Monate.... 9 ⸗ 15 u Hurun Heu, ſechs Monate hindurch, woͤchent⸗ nn eanſa lich für 1 Pf. 1 G.. 27 ⸗ 6 ⸗ in Eipn Gras und Gruͤnfutter auf eben ſo lange ut jee Zeit, 15 Sh, wöchentlih.. 19 ⸗ 10 ⸗⸗ mvetſprit Seitenbetrag 76 Pf. 1 Sh.— P. nuh vernutg 14* 212 Siebentes Kapitel. Übertrag... . 176 Pf Abnutzung und Unterhaltung von zwei Pfluͤgen und anderem Geraͤthhe. 3 3 ⸗— ⸗ Hufbeſchlag, jedes Pferd 10 Sh. 6 P. und Adminiſtrationskoſten 5 Sh. jedes Pferdd 6 6 ⸗ 82 Pf. 10 Sh.6 P. Im Durchſchnitt kann man wohl annehmen, daß gegenwaͤr⸗ tig im vereinigten Koͤnigreiche die Unterhaltungskoſten eines ſol— chen Geſpanns ohne Intereſſen vom Kapital zu 84 Pf. jaͤhrlich anzunehmen ſeien. Einige Wirthſchaftspferde ſollen, ob ſie gleich die gewoͤhnlich von ihnen verlangte Arbeit verrichteten, im Sommer blos mit Gruͤnfutter, ohne allen Zuſatz von Koͤrnern, und im Winter mit Bohnenſtroh, oder wenn dieſe nicht gebaut wurden, mit Heu und Haferſtroh nebſt einer Miſchung von Bohnenſpreu, Kartoffeln oder Turnips, und etwas geringen Koͤrnern, Alles zuſammengekocht zum Abendfutter erhalten werden; nur bei ſchwerer Arbeit bekom⸗ men ſie zwei Haferfutter des Tags. Bei dieſer Fuͤtterung ſollen ſie ſich ſehr gut halten. Die Koͤrner koͤnnen, wie vorſtehend ge— zeigt worden, allerdings, wenigſtens zum Theil, mit Vortheil und zum Beſten der Pferde durch Knollen- und Wurzelgewaͤchſe er— ſetzt werden, und die Pferde ſich dabei, ſobald ſie bei ihrer ge⸗ woͤhnlichen und regelmaͤßigen Arbeit bleiben, ſehr gut halten; wenn man ſie aber nur einige Tage mehr als gewoͤhnlich an— greift, ſind ſie nicht durch eine vermehrte Menge von Wurzel— werk, ſondern nur durch einen Zuſatz von Koͤrnern bei Kraͤften zu erhalten. Der Grund davon iſt leicht einzuſehen: der Magen wird zwar damit gefuͤllt; aber es enthaͤlt nicht ſo viel naͤhrende und ſtaͤrkende Beſtandtheile, wie das gleiche Gewicht von Koͤr⸗ nern; und iſt der Magen einmal angefuͤllt, ſo kann es nichts mehr freſſen. Daher vermoͤgen, wir wiederholen es noch einmal, maͤßig gefuͤtterte Wirthſchaftspferde wohl ihre gewoͤhnliche Tage— arbeit zur voͤlligen Zufriedenheit ihres Herrn zu verrichten; wenn man ſie aber zur aͤußerſten Kraftanſtrengung zwingen will, iſt kein Vortheil bei ſparſamer Haltung. Wenn die Fuͤtterung des Zugviehes, beſonders der Pferde, nicht mit Einſicht und Spar⸗ ſamkeit zugleich geſchieht, ſo kommen ſie entweder von Kraͤften oder es wird Futter vergeudet; und ſo erleidet man Schaden, ent⸗ weder dadurch, daß ſie ſelbſt ihre gewoͤhnliche Arbeitsleiſtung nicht Huſt fe rn, und i andere gich vie bäendeln, ice bon nz die einn ſolche ſt ſie bor b dolen, un riiten, we vlche n m m. me dl zu bewi men, d mit zvi rißlih; Lorthei nden ge ſt 200. dge und diſe tun ſin Anette n lpm 1 nen wir Nteais ſtin Auſch Wedeth gueſſhte Evorſet Ichnt —;—ꝛꝛꝛjÿ'j M————————— 1 Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 213 ch mehr zu thun vermoͤgen, oder dadurch, daß ihre Haltung unnoͤ⸗ 8 thigerweiſe zu koſtbar wird. In manchen Jahren beduͤrfen die Pferde mehr Koͤrner, als in anderen; bisweilen nimmt die Gruͤn⸗ futterung eher ihren Anfang, als gewoͤhnlich, und zu anderen l. Zeiten muͤſſen ſie wieder, weil der zweite Futterſchnitt nicht nach⸗ ch 57 waͤchſt, fruͤher auf Heu- und Kornfutter geſetzt werden. Das Heu iſt ferner in manchen Jahren nicht ſo kraͤftig, wie in an— ient deren, und fuͤttert daher nicht ſo gut; auch verzehren die Pferde, j 3 ſ⸗ wie andere Thiere, ſelbſt bei gleich kraͤftigem Anſehn, nicht alle f lühräch gleich viel Futter. Wollte man dieſen Gegenſtand ausfuͤhrlich behandeln, ſo wuͤrde es noͤthig ſein, alle die Fuͤtterungsweiſen, baihniij welche von ausgezeichneten Landwirthen beobachtet werden, anzu⸗ rdos mi geben; dies waͤre aber hoͤchſt langweilig. Nur wenige wuͤnſchen Vintr ni eine ſolche Unterſtuͤtzung ihrer Urtheilskraft, wenn ſie uͤber die t Hen und fuͤr ſie vortheilhafteſten Verfahrungsarten mit ſich einig werden vffen r wollen, und ſo moͤchte es denn fuͤr den vorliegenden Zweck aus⸗ mengehdi reichen, wenn wir nur auf die Fuͤtterungsweiſe Ruͤckſicht nehmen, deit befon⸗ welche in den meiſten Faͤllen befolgt werden kann; naͤmlich Koͤr⸗ rung ſale ner und Heu oder Stroh im Winter und Gruͤnfutter im Som— ſtehend ge mer; alle Erſparniſſe, die durch einen Zuſatz von Erdgewaͤchſen ortheil und zu bewirken ſind, laſſen wir außer Acht. Dabei wird angenom⸗ waͤhſe er men, daß fuͤnf Pferde einen Zug ausmachen; denn wenn auch ihrer ge⸗ mit zwei Pferden gepfluͤgt wird, ſo ſind die anderen doch immer halte; nuͤtzlich zu beſchaͤftigen; ein uͤberzaͤhliges Pferd bringt jederzeit nich an⸗ Vortheil, und mit Hilfe von des Farmers Reitpferd, das in drin⸗ Punzel⸗ genden Faͤllen mit an einen dritten Pflug geſpannt wird, laſſen Kriſten ſich 200 Acker Land Mittelboden bei einer zweckmaͤßigen Frucht⸗ Magen folge und einer verhaͤltnißmaͤßigen Wieſenflaͤche, recht wohl mit ährende dieſer Zahl bearbeiten, wenn dabei nicht viel weite Fuhren zu n Kör⸗ thun ſind. Zu ihrer Abwartung und Fuͤhrung ſind nur zwei richts Knechte noͤthig, doch muß dann ein ſtarker Junge oder ein Ta⸗ iinmal, geloͤhner mit helfen, wenn drei Geſpann gemacht werden. Neh⸗ eTage men wir ferner an, die Pferde erhielten vom alten Maitag bis wenn Michaelis Gruͤnfutter, das pro Acker zu 6 Pfund Sterling zu vil, ſt ſchaͤtzen ſei; und jedes zwei Quarters Hafer à 24 Schilling als ung de Zuſchuß bei ſtrenger Arbeit. Von dieſer Zeit an aber bis zum d Eurr Wiederbeginn der Gruͤnfuͤtterung jedes taͤglich 10 Pfund ge⸗ Fifin quetſchte Bohnen und Hafer oder Gerſte, 12 Pfund Klee⸗ oder i, et Esparſetteheu und 20 Pfund Stroh zu Haͤckſel und Streu. miitt Rechnet man nun, die angegebene Quantitaͤt jeder Kornart koſte 214 Siebentes Kapitel. 9 Pence, die Tonne Heu 65 Shilling, die Tonne Stroh 20 Sh.*), ſo wuͤrden in einer ſolchen Wirthſchaft die Unterhaltungskoſten eines Pferdes folgendermaßen zu ſtehen kommen. Pf. Sh. P. Pf. Sh. Sommer⸗(20 Wochen 140 Ruthen fütterun Gruͤnfutter à 9 Pence 5 5 ⸗ g(2 Quarters Hafers à 24 Sh. 2 8 ⸗ 7 13 . 110 Pfund Koͤrner i ſi Ainediſie à 9 Pence... 5 3 erung in ſ1 ½ Bund Heu taͤgl. à 19„P. 2 2 5 . 7 2. 2 4 einer Woche 1 ¼ Centner Stroh à 1 Sh. ⸗ 1 3 gweiunddreißig Wochen ⸗ 8 111= 14 6 Hufbeſchlag und Kurkoſten 1 10 23 9 Nachdem nun die jaͤhrlichen Unterhaltungskoſten eines einzel⸗ nen Pferdes auf dieſe Weiſe beſtimmt ſind, muͤſſen noch die dem ganzen Geſpann zur Laſt fallenden Unkoſten an Intereſſen vom Ankaufskapitale der Pferde, der von ihnen gebrauchten Geſchirre und Geraͤthe, ſo wie deren Abnutzung und Unterhaltung, endlich Koſt und Lohn der dabei angeſtellten Leute hinzugerechnet werden: . Pf. Sh. Pf. Sh. Unterhaltungskoſten von 5 Pferden, 23 Pf. 9 Sh. jedes... 117 5 Intereſſen von 270 Pf. als Ankaufskapital der Pferde, der Geraͤthe und des Ge— ſchirrs zu 5%.. 13 10 Aönut und Unterhaltung derſelben zu 10% 27 2 —— 40 190 Erſter Knecht Wochenlohn... 31 5 G NJahreslohn 10 Pf. Zweiter ⸗(Beerfelnun 15 ⸗ 12h.) 25 12 —— 36 17 Stall⸗ und Nebenkoſten...... 10 ⸗ 224 12 *) Eigentlich ſollte fuͤr Stroh nicht eher etwas in Ausgabe gebracht wer⸗ den, als bis man es kaufen muß; denn wird es nicht verfuͤttert, ſo kommt es zur Streu, und wird es dem Vieh zur Laſt geſchrieben, ſo muß man die⸗ ſem den Duͤnger wieder gut ſchreiben. Anm. d. Vfs. 1 hft jim ränt, ſt güſ 7,6 wy flr zu fidg zu Loche Rtlen.. n, de lin, ſo t GF 16 d 5 8 u goſte n d Pith a füi dabet d di KAal der Fe nung d fen her ſoſken i Krtrung, Ir Sch ferrvon wedm, ttin Sohs d di de doc d ditsnge vüder gend ſcoftef miſſen afl d nur zu Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, c. 215 5 Arbeitsleiſtung. gstoſten Die jaͤhrliche Arbeit eines Mannes und eines Zweigeſpanns M SOh. koſtet demnach, die noͤthigen Geſchirre und Geraͤthe mit einge— rechnet, jaͤhrlich 89 Pf. 16 Sh. 2 P., oder, die Bruchtheile weg⸗ gelaſſen, 6 Sh. jeden Arbeitstag; da aber manche Tage einfallen, wo nur zur Haͤlfte gearbeitet werden kann, oder ſie nicht voll— 713 ſtaͤndig zu beſchaͤftigen ſind, ſo kann man im Durchſchnitt auf die Woche nicht mehr als fuͤnf, oder im Jahre 260 Arbeitstage rechnen. Dies macht den Tag 7 Schilling, und nimmt man nun an, daß zwei Pferde zur Bearbeitung von 40— 50 Acres noͤthig ſeien, ſo wuͤrde dieſe koſten: 14 6 89 Pf. 16 Sh. 2 P. oder ſei 40 Acres 2 Pf. 5 Sh. 1 10 rund 90 Pf. als jaͤhrliche ⸗50 ⸗ 1 ⸗ 16 ⸗(vom Acre. 23 1 Koſten angenommen 60 ½ 1 ⸗ 10 ⸗ Dagegen kann eingeworfen werden, daß auch alle andere winze⸗ Wirthſchaftsarbeiten, als geſetzliche Fuhren, das Anfahren von ie dem Materialien zu Abzuͤgen, Reparaturen ꝛc, durch dieſelben Geſpanne en vom zu beſchicken ſeien, und demnach die ganze Laſt nicht auf die Acker— veſcirre arbeit allein fallen koͤnne; da aber alle dieſe Beſchaͤftigungen auf edlich die Kultur des Bodens Bezug haben, ſind ſie auch als ein Theil werden der Feldbeſtellung zu betrachten, und kann eine beſondre Berech⸗ Eh. nung derſelben keine Abaͤnderung im Betrage der jaͤhrlichen Ko⸗ ſten hervorbringen. Wenn es dagegen darauf ankommt, die wirklichen Koſten einer einzelnen Arbeit zu eroͤrtern, ſo iſt es leicht, dieſe Er⸗ oͤrterung, ſobald die darauf verwendete Zeit bekannt iſt, nach obi⸗ ger Schaͤtzung vorzunehmen, die uͤberhaupt den Landwirthen in ſo fern von Nutzen ſein duͤrfte, als ſie dadurch in den Stand geſetzt werden, einen richtigen Voranſchlag uͤber die Koſten irgend einer ¹0 10 wichtigen Unternehmung zu machen, und die Arbeit eines jeden Tages dem Gegenſtande anzuſchreiben, auf den ſie verwendet wurde. 17 5 Bei der Berechnung der Beackerungskoſten eines Feldes wuͤrde jedoch die bloße Annahme des Betrags eines gewoͤhnlichen Ar⸗ 56 fl beitstages zu einem unrichtigen Ergebniß fuͤhren, denn daraus 10* wuͤrde nur die wirklich auf das Land verwendete Arbeit ohne ir⸗ 224 12 gend eine Beruͤckſichtigung des Antheils, den die ganze Wirth— ſchaftsfuͤhrung daran hat, hervorgehen. Bei ſolchen Berechnungen uitt ve⸗ muͤſſen die jaͤhrlichen Unterhaltungskoſten eines Geſpannes mit der ſ kmmt Zahl der wirklichen Ackertage getheilt werden; und wenn dieſe 1 nur zwei Drittheile der geſammten Arbeitstage ausmachten, ſo d.. 216 Siebentes Kapitel. wuͤrde ein Ackertag, vorausgeſetzt, daß ein Arbeitstag das ganze Jahr hindurch 7 Sh. koſtete, mit 10 Sh. 6 P. zu berechnen ſein. Die taͤgliche Arbeit eines Geſpanns laͤßt ſich freilich nur nach der Art und Weiſe, wie es beſchaͤftigt wird und nach ſeiner Kraͤftigkeit beſtimmen. In einigen der ſuͤdlichen und mittleren Gegenden ſtehen die Knechte, die gemeiniglich auf dem Hofe ſchlafen, fruͤh 4 Uhr auf, fuͤttern, putzen und ſchirren die Pferde an, dann fruͤhſtuͤcken ſie und ſpannen um ſechs, oder im Winter nach ſieben Uhr an, und arbeiten bis um zwei Uhr, arbeiten alſo hoͤchſtens acht Stunden. Sobald die Pferde in den Stall kom— men, erhalten ſie etwas Heu aufgeſteckt, waͤhrend ihre Waͤrter Mittag machen. Nach dieſem iſt es vier Uhr geworden, und nun beſorgt einer der Knechte das Putzen, Fuͤttern und Streuma— chen, waͤhrend der andre das Futter, gruͤnes oder trocknes, herbei— ſchafft, und ſeinen Abend gewoͤhnlich hinbringt mit einem Gang in die Schmiede, um die Schare ſchaͤrfen zu laſſen oder mit ſei— nen Bekannten zu ſprechen, bis ihn die achte Stunde einladet, zum Abendeſſen heimzukehren. In den noͤrdlichen Theilen des Landes dagegen ſind die gewoͤhnlichen Arbeitsſtunden im Fruͤhling und Sommer von fruͤh 6— 11 Uhr und Nachmittags von 2— 6 oder 7 Uhr, dabei werden die drei Mittagsſtunden auf das Aus⸗ ruhen und Fuͤttern verwendet; im Winter hoͤchſtens von 7— 4 Uhr mit 1 oder 2 Stunden Mittagsraſt; doch iſt es beſſer in dieſer Jahreszeit, die Tagesarbeit, ohne Unterbrechung durch das Ziehen in den Stall nach ſieben Stunden zu beſchließen, und in dieſer Zeit die Pferde blos ein kleines Futter aus ihrem Futter⸗ beutel einnehmen zu laſſen, waͤhrend der Knecht ſeinen Imbiß ge⸗ nießt. Gewoͤhnlich nimmt man an, daß im Durchſchnitt des ganzen Jahres ein Acker Land jeden Tag von einem Geſpann gepfluͤgt werden koͤnne. Im Allgemeinen mag dies ziemlich der Wahrheit nahe kommen; aber das, was wirklich geſchehen kann und die Zahl der dazu noͤthigen Pferde haͤngen von der Beſchaf⸗ fenheit des Bodens und der Wege, von der Jahreszeit und von dem Zuſtande der Zugthiere ab. Wenn gleich behauptet wird, daß zwei Pferde hinreichend waͤren, einen jeden Boden, ſei er auch noch ſo ſchwer, umzupfluͤgen, ſo iſt es doch gewiß, daß es z. B. in der Grafſchaft Kent Boden gibt, der ſo naß und widerſpen— ſtig iſt, daß nicht ſelten vier ſtarke Pferde oder ſechs kraͤftige Suſ⸗ ſexer Ochſen noͤthig ſind, ihn umzubrechen. Die Art des Pfluͤ⸗ gens verlangt es bisweilen, daß die Pferde hintereinander geſpannt vatttnän flln di Mnn hat b läcier; b diſte rit 1 talbrin umn dabe nätt ein dar wohl nijnuſter nh de H li uti teau dns uct in de N mi ſchwr wache de dn loch det Ban Kultut ſo tf iih i, dn. Oi Shheliye di Flache 89 de dit brete Mäler(d de Ente Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 217 ds an d del ä werden, und dann leiſten drei gewiß mehr, als zwei nebeneinan⸗ fuij der; und endlich weiß jeder Praktiker, daß ſelbſt bei anſcheinend ur verhaͤltnißmaͤßig ſtaͤrkerer Kraft 1 Acker zaͤher Kley nicht in der— ind nach ſ;——.. 2. t ſnr ſelben Zeit umzupfluͤgen iſt, wie ein muͤrber milder Lehmboden. Ehi Man hat viel Nachdenken darauf verwendet, die Feldarbeit zu er⸗ mdi pfrn leichtern; verſchiedene Formen von Pfluͤgen ſind erfunden worden, t an dieſelbe mit geringerem Kraftaufwand, und dennoch eben ſo gut üigaln zu vollbringen, und es iſt dies gewiß eine große Verbeſſerung, mel 4 3 wenn dabei der Zweck eben ſo vollſtaͤndig erreicht wird. Es ge⸗ 3 Lir waͤhrt ein wahres Vergnuͤgen, wenn man einen Pfluͤger mit ein 35 Paar wohlabgerichteten Pferden in das Feld ziehen und daſelbſt ar un auf muſterhafte Weiſe ein Stuͤck Arbeit verrichten ſieht, das ſonſt Daramn⸗ noch die Hilfe eines ungeſchickten Zutreibers und mehre ſchwerfaͤl— 1 herbei⸗ lige Jugthiere erforderte. Sobald die Werkzeuge gut und der iin Ging Ackersmann umſichtig und geſchickt ſind, macht ſich dieſes aller⸗ d nit ſi⸗ dings recht gut; aber es iſt auch bemerkt worden, daß nicht ſel— d innde. ten die Mode uͤber geſundes Urtheil ſiegt, und man haͤufig von Vün de zwei ſchwachen ungeeigneten Thieren dieſelbe Leiſtung erwartet, in dlhüng welche die Aufgabe der ſtaͤrkſten iſt; dann wird die Oberflaͤche 5rml-” nur leicht aufgekratzt, die Aufmerkſamkeit auf die gehoͤrige Tiefe ij da Pos⸗ der Beackerung vernachlaͤſſigt und das Fortſchreiten einer beſſern 6 vn 7-4 Kultur und hoͤhern Tragbarkeit gehindert. Um den Boden ſtets R ts liſtr i ſo tief zu ruͤhren, wie es zu einer uͤppigen Vegetation erforder⸗ eg drc das lich iſt, muͤſſen auch ſtets die anpaſſenden Kraͤfte verwendet wer⸗ Fen, und in den. Die Breite ſowohl, als die Tiefe der Furchen und die ten Furter⸗ Schnelligkeit des Gangs, mit der ſie gezogen werden, beſtimmen nbiß ge⸗ die Flaͤche, welche in einer gegebenen Zeit umzupfluͤgen iſt. Die ſchnit des Laͤnge des Weges, welche bei dem Umpfluͤgen eines Acker Landes Geſpenn mit breiten Pflugſchnitten zuruͤckgelegt wird, betraͤgt gegen eilf jmüch der Meilen(engl.) oder bei einer Breite von 8 Zollen 12 ⅞ Meilen, chen kann das Einkehren nicht mit gerechnet; und es iſt berechnet worden, Bihr⸗ daß ein Geſpann, welches in einer Stunde 1½— 2 Meilen zu⸗ rud un ruͤcklegt, folgende Flaͤchen eines mittelmaͤßig ſtrengen Bodens zu wid, d einer Tiefe von fuͤnf Zollen in neun Stunden umzupfluͤgen im ſi g auh Stande ſei. 56 18. Weitt 8 2 der 8 8 widerſor⸗ Furche. 8 5‿ gere Elſ 8 Zoll bei der Geſchwindigkeit von 1 ½ Meile in der Stunde 1 ⸗ däſtgeen 9 ⸗. ⸗ 5 2 ⸗ 1 20 tde Rl⸗ 31,. 1. 2 3 1 1 20 Krghun. 2 218 Siebentes Kapitel. Der Unterſchied in dieſen Leiſtungen beweiſt deutlich den Vor⸗ theil eines geſchwinden Pferdeganges; es darf indeſſen nicht uͤber⸗ ſehen werden, daß die Laͤnge des Weges, welche bei einem lang⸗ ſamen Gange zuruͤckgelegt wird, nur zwoͤlf Meilen betraͤgt, waͤh⸗ rend ſie bei groͤßrer Geſchwindigkeit bis ſechzehn Meilen ſteigt, und daß ein Pfluͤger mehr, als gewoͤhnliche Kraft und Geſchick— lichkeit beſitzen muß, wenn er dieſe Anſtrengung abhalten und zu gleicher Zeit gute Arbeit liefern ſoll. Er wird ſich zwar gelegent⸗ lich auf den Pflugſterz ſtuͤtzen, dies geſchieht indeſſen ſtets nur auf Koſten des Zugviehes und der Guͤte der Arbeit. Parkinſon erzaͤhlt von einem irlaͤndiſchen Pfluͤger, der auf einem mittleren Boden mit 9 Zoll breiten Furchen bei dem zweiten Pfluͤgen mit einem Paar ſchweren Karrenpferden in ſechs Stunden und 10 Mi⸗ nuten 1 Acker und 20 Ruthen iriſch Maaß fertig machte, dies gaͤbe beinahe 2 ½ Acker in acht Stunden. Die Pferde muͤßten alſo einen Weg von drei Meilen in der Stunde zuruͤckgelegt ha⸗ ben. Er gibt aber auch zu, daß es keine Pferde gaͤbe, welche im Stande waͤren, ſolche Arbeit taͤglich auf die Dauer zu leiſten. Aus Allem geht demnach hervor, daß 1 ½ Acker das Hoͤchſte iſt, was auf jedem Boden bei gewoͤhnlicher Furchentiefe und Breite in einem Tage von einem Geſpann gepfluͤgt werden koͤnne, und daß im Durchſchnitt 1— 1½ Acker des Sommers und G A. des Winters als taͤgliche Arbeitsleiſtung eines Geſpannes, wenn deſ⸗ ſen Staͤrke der Beſchaffenheit des Bodens angemeſſen, anzuneh⸗ men ſei. Fuhrwerk. Da die Fuhren zu ſo verſchiedenen Gegenſtaͤnden verwendet werden und eben ſo viel von der Guͤte der Wege und des Fuhr⸗ werks, als von der Staͤrke des Zugviehes abhaͤngt, ſo laͤßt ſich nichts Beſtimmtes uͤber die Laſt angeben, die in allen Verhaͤlt— niſſen von einem Pferde gezogen werden kann. Wenn auch ein kraͤftiges, mittelgroßes, in gutem Zuſtande ſich befindendes Pferd eine Tonne zu ziehen, und ein ſtarkes Karrenpferd, das zu die— ſem Behuf beſonders gefuͤttert wird, noch mehr zu leiſten ver⸗ mag, ſo wird man doch in den meiſten Faͤllen auf ein gewoͤhn— liches Wirthſchaftspferd im Durchſchnitt nur 15 Centner rechnen kͤnnen. Die Landſtraßen ſind zwar in England im Lauſe der — fäl ane nn darin nritione ſolt ſäi, ean tihti mu göt, ftaung, Aaagaden M Publie Wagenſ richts n rigreih i 5 Fu durfe au ſie viche de gen aueme pnnige Lodera anſtſt Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 219 iih den de iiht üb⸗ letzteren Jahre groͤßtentheils ſehr verbeſſert worden, aber viele einen lang⸗ Feld⸗ und Nebenwege ſind noch immer in manchen Gegenden ri, wäß⸗ waͤhrend des Winters unfahrbar. Die Wegegeſetze und Verord⸗ dien ſtigt nungen hinſichtlich des Wegegeldes ſind in der That noch ſehr Geſchid⸗ mangelhaft, und wir ſollten daher das in Schottland neuerer in und zu Zeit eingefuͤhrte, wirklich vortreffliche Syſtem in England eben⸗ elegent falls annehmen. Alle Schriftſteller uͤber Nationaloͤkonomie kom⸗ ſtts nur men darin uͤberein, daß die Beſchaffenheit der Straßen und Kom— Jaknſon munikationswege eins der ſicherſten Kennzeichen allgemeiner Wohl⸗ nitleren fahrt ſei, indem man aus ihrem guten oder ſchlechten Zuſtande lüpen mi einen richtigen Schluß auf Verkehr und Civiliſation machen kann. 1 10 M⸗ Nun gibt es aber in England wenig Kirchſpiele, wo die Neben⸗ thle, dis wege gut ſind, tauſende dagegen, in welchen ſie dem Zeitalter d nüßte und der Gegend zur Schande gereichen, weniger aus Unkenntniß neegt he des Wegebau's, als aus Nachlaͤſſigkeit und Koſtenſcheu. Es moͤ⸗ te, welhe gen freilich die Auslagen fuͤr Wegebeſſerung dem Landwirthe nicht u bifa ſo bald mit Gewinn zuruͤckkehren, wie die fuͤr Saat und Feldbe⸗ zätſt it ſtellung, aber ſie machen ſich ebenſo gewiß bezahlt, weil ſie die än Vrit Ausgaben fuͤr Zugvieh, Schiff und Geſchirr verringern. tun, wh Man hat immer behauptet, daß es, der Bequemlichkeit des d,I Publikums wegen, nothwendig ſei, darauf zu dringen, daß die 3 ien Wagenſpur uͤberall gleich breit gemacht werde, indem vielleicht F) deni 16 nichts mehr zur Erleichterung des Reiſens durch das ganze Koͤ⸗ ·—n, anzung nigreich beitragen koͤnne. Als zweckmaͤßigſte Weite nimmt man an 5 Fuß 8 Zoll von einer Radfelge zur andern. Dieſe Breite duͤrfte auch, zumal fuͤr Kutſchwagen, ſehr angemeſſen ſein, weil ſie zwiſchen den Raͤdern einen hinlaͤnglichen Raum fuͤr einen gro⸗ ßen bequemen Kaſten darbietet; es gibt aber viele Nebenwege, die eine ſolche Breite nicht verſtatten, auch moͤchte zu befuͤrchten verenda ſein, daß die gleiche Entfernung der Wagenraͤder von einander des Ful das Einſchneiden tiefer Gleiſe bewirke und dadurch zur Verderb⸗ dläßt ſch niß der Straßen beitrage. Es iſt daher ſogar als eine Verbeſſe⸗ n Wihil⸗ rung der Wagen vorgeſchlagen worden, die Vorderraͤder um ſechs mn auth en Zoll weiter zu ſtellen, als die Hinterraͤder; dadurch wuͤrden die ndes Nied Gleiſe 16 Zoll ſtatt 9 Zoll breit werden, ſich gleichmaͤßiger uͤber dos zu de⸗ die ganze Straße ausbreiten, nicht ſo tief einſchneiden und be— laſſn le queme Fußſteige fuͤr die Pferde an den Poſtchaiſen und allen vier— ein grähn⸗ ſpaͤnnigen Wagen bilden. Da bei dieſer Einrichtung ferner die tur echen Vorderachſe breiter als gewoͤhnlich iſt, und deshalb nicht ſo bald mlauſe de anſtoͤßt, ſo duͤrſte ſie das Umlenken erleichtern; ſo wie ſie auch 220 Siebentes Kapitel. gewiß mit Vortheil auf Graslaͤndereien anzuwenden waͤre, weil ſie das Einſchneiden der Wagenraͤder, welches ſtatt findet, wenn ſich dieſelben in gleichen Bahnen folgen, vermindern wuͤrde. Es iſt lange und viel daruͤber geſtritten worden, ob es vor⸗ theilhafter ſei, vierraͤdrige Wagen, die von drei bis vier Pferden gezogen werden, oder zweiraͤdrige, mit einem oder zwei Pferden beſpannte Karren zu haben. Der Vorzug der einſpaͤnnigen Kar⸗ ren vor jeder andern Art von Fuhrwerk zu allen landwirthſchaft⸗ lichen Fuhren wird in Schottland einſtimmig geprieſen und duͤrfte in den meiſten Faͤllen kaum zu bezweifeln ſein. Ein Pferd zieht auf einem zweiraͤdrigen Karren verhaͤltnißmaͤßig die groͤßte Laſt fort, ſobald die Wege gut ſind, und dieſe leiden dadurch nicht ſo viel, wie durch Wagen mit vier Raͤdern; wenn man aber gleich aus dieſen Gruͤnden in den noͤrdlichen Gegenden, auch wohl bei einzelnen Landwirthen in anderen Theilen von England, ſolche Karren allgemein in Anwendung findet, ſo gibt man doch im ſuͤd— lichen Theile des Landes, obſchon man von dieſen zum Duͤnger⸗ fahren und aͤhnlichen Arbeiten ebenfalls Gebrauch macht, aus Gewohnheit und Vorurtheil, vielleicht auch aus wich htigen Gruͤn⸗ den, den Wagen mit vier Raͤdern den Vorzug. Dieſe nun gibt es von ſo vielgeſtaltiger Form und Einrichtung, wie Gegenden, wo ſie gebraucht werden. Gewohnheit in der einen, Erfahrung in der andern beſtimmen dieſe Abweichungen. In der Haupt⸗ ſache kommen ſie jedoch faſt ſaͤmmtlich uͤberein. Der in Suſſer gebraͤuchliche, welcher hier abgebildet iſt, gibt ein deutliches Bild von der allgemeinen Form und hat den Vorzug, daß er viel faßt und hohe Vorderraͤder hat. Da der Wagenkoͤrper hinter den Vorderraͤdern, wie die hier⸗ beiſtehende Figur 12 zeigt, verengert iſt, ſo wird es moͤglich, 1 n 12. Ffiſähe — F— 1. e az 1 ddrzuaſ ten hirte Danſte Da hwe faſſen a Hinten dent, u geſchnürt de Anppa ungäkoie iines v nhr. der d8s ſ g a——ö—ö—ö—öaae———*— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 221 värk, mi mit ihm auf einem engen Raume umzukehren und dadurch das d, wem Fahren mehr erleichtert, als wenn das Wagenbret gerade iſt. ſrde Dagegen wenden jedoch Einige ein, daß durch dieſe Einrichtung b es vor⸗ die Dauerhaftigkeit geſchwaͤcht und der Raum zum Aufpacken ver⸗ Pferden mindert werde. Deshalb wird bisweilen der Wagenkoͤrper auch Pferden gerade gemacht, wie es ſich in der Hauptanſicht Fig. 13 zeigt. gen Kar⸗ 3 tthſchaft F g ur 13 d duͤrfte ferd zieht ößte Laſt rch nicht tan aber ich wohl d, ſolche im ſid⸗ Duͤnger⸗ cht, aus n Gruͤn⸗ nun gibt Gegenden, Erfahrung Haupt⸗ welch Suffer geſchnuͤrt wird. Die Dimenſionen des eigentlichen Wagens und es Bild der Anſpannung zeigt die nebenſtehende Figur 14. Die Anſchaf⸗ u a Figur 14. die hier⸗—.— moglich— 11 AS — —— fungskoſten eines ſolchen Wagens betragen gegen 40 Pfund, und eines vollſtaͤndigen Geſchirrs fuͤr vier Pferde wohl noch 20 Pf. mehr. Der Norfolk- und Suffolkwagen iſt merkwuͤrdig ſchwer, und das iſt ganz unnoͤthig, da die Wege gut und die Gegenden eben 222 Siebentes Kapitel. ſind. Er kriecht aber ſo gut unter, daß ſich mit ihm eben ſo kurz, wie mit einer Poſtchaiſe umkehren laͤßt. Er iſt zwoͤlf Fuß lang, vier Fuß breit und zwei Fuß tief; faßt aber nicht ſo viel, wie jener, und bedarf beladen ein Pferd mehr Anſpann. Die gewoͤhnliche Ladung iſt zehn Quarter Weizen fuͤr vier Pferde auf Chauſſeen und fuͤr fuͤnf Pferde auf Feldwegen. S. Figur 15. Der Hermaphrodit Wagen beſteht aus zwei aneinander befeſtig⸗ ten Karren, die dem Vorder⸗ und Hintertheile eines Wagens ent⸗ ſprechen. Die Deichſel des hintern Karrens geht unter dem Bo⸗ denbrete weg und iſt an dem vordern befeſtigt. Die Befeſtigung iſt einfach, aber doch vollſtaͤndig genug, um dieſes Fuhrwerk zu dem gewoͤhnlichen Dienſt brauchbar zu machen. Daſſelbe iſt in Norfolk ſehr gemein, wo man aus einem Karren und zwei alten Vorderraͤdern ſammt Gabel auf dieſe Weiſe einen recht guten Ern⸗ tewagen herſtellt, wie Figur 16 zeigt. Figur 16. ———— Noch gibt es zwei ſehr leichte und wohlfeile Erntewagen, die beſonders in Kornwallis im Gebrauch ſind, aber ihrer großen Ein⸗ fachheit und Zweckmaͤßigkeit wegen in jeder großen Wirthſchaft Beruͤckſichtigung verdienen. Das eine iſt ein Wagen von folgen⸗ der Form. S. Der in ene inmt ſe nitten — m eben 1 zwoͤhf gi it ſo vit inn. Die Pferde auf er befeſtig agens ent. dem Bo⸗ zefeſtigung ührwerk zu ſelbe iſt in zwei alten guten Ern⸗ wagen di gwoßen Ein⸗ Vittſſhat dun folgen Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 223 Fig ur 17 Der Koͤrper iſt offen; hinten und vorn angebrachte Leitern geben ihm eine große Laͤnge, und ein Bogen uͤber den Hinterraͤdern be⸗ ſtimmt ſeine Breite. Die Vorderraͤder kriechen ganz unter, und verſtatten ſonach das Umlenken auf einem ſehr kleinen Raume. Die Ladung wird durch zwei vermittelſt einer Winde oder einer Rolle angeſpannter Seile feſtgehalten, und ſo koͤnnen dreihundert Garben Getreide aufgeladen werden. Eine Deichſel oder eine Ga⸗ bel iſt an der Axe der Vorderraͤder angebracht, je nachdem Ochſen oder Pferde angeſpannt werden. 6 224 Siebentes Kapitel. Das andre iſt ein zweiraͤdriger Karren, der in Figur 18 u. 19 dargeſtellt iſt. Die obere zeigt ihn im Aufriß, die untere in ſeinem Durchſchnitt. Bei a ſind Schwingen, welche die Ladung vor dem Beruͤh⸗ ren der Raͤder ſichern, und bei b eine Winde oder Rolle mit Loͤchern, worin zwei Seile befeſtigt ſind, die vorn in den Haken e haͤngen, und von da aus zur Befeſtigung der Ladung uͤber dieſe weg nach jener Rolle gehen und mit deren Hilfe ſtraff angeſpannt werden. Dieſes Fuhrwerk wird mit einer Deichſel oder einer Ga⸗ bel verſehen, je nachdem es fuͤr Ochſen oder Pferde beſtimmt iſt, und faßt 200— 300 Garben Getreide. Die Vertheidiger der Karren ſagen, es gebe wenig Gegen— ſtaͤnde, langes Bauholz ausgenommen, die nicht auf einem zwei⸗ raͤdrigen Karren eben ſo gut fortzubringen waͤren, als auf einem Wagen mit vier Raͤdern; die mit einem Pferde beſpannten Kar⸗ ren ſeien ferner leichter auf- und abzuladen, und beguemer zu jeglichem Gebrauch, ein Mann koͤnne mit Hilfe eines Jungen ſechs bis acht Stuͤck fuͤhren, ſie waͤren nicht ſo nachtheilig fuͤr die Wege, beſonders in bergigen Gegenden, wo die Raͤder der Wagen gehemmt werden muͤſſen, ſie faſſen im Verhaͤltniß mehr, als mit mehren Zugthieren beſpannte Fuhrwerke und ſeien darum oͤkonomiſcher. Zum Beweis fuͤr letzte Behauptung fuͤhren ſie das Gewicht von Kohlen an, das ehedem von den Kohlenhaͤndlern in Durham auf mehrſpaͤnnigen Wagen fortgeſchafft wurde, naͤmlich auf einem zweiſp. Karren 36 Buſhels 29 ¼ Cntr. ⸗ 2 dreiſpſ.⸗ 48„⸗ 39 ⸗ - z vierſp. Wagen 774 ⸗ 60 ⸗ waͤhrend gegenwaͤrtig jeder einſp. Karren mit 24 Buſhels= 19 ⅓ Centner beladen, und in zwoͤlf Stunden ſechs und zwanzig Mei— len weit fortgeſchafft wird. Dies iſt allerdings ein großer Vor⸗ theil in Bezug auf Arbeitserſparniß; aber auf dieſe Thatſachen und jenes einleuchtende Raͤſonnement entgegnen dennoch die Ver— theidiger der alten Einrichtung, einſp. Karren verlangen zu ſol⸗ cher Arbeitsleiſtung kraͤftigere Pferde, und bei der von ihnen fort⸗ gebrachten Laſt verglich man ſie ungerechter Weiſe mit Wagen, die mit ſchwaͤchern Thieren beſpannt waren. Sie behaupten auch daß, abgeſehen von dem Unterſchiede im Werthe der Pferde, die in dem Karren gehenden wegen ihrer unaufhoͤrlichen Anſtrengung weit eher ruinirt werden und daher ihre Abnutzung hier groͤßer ſei, als bei den Wagen, wo ſie einander von Zeit zu Zeit unter⸗ UA d g ſhen ninn ein wwmg (ins awo ij Lagen ij iict! imm ge ni dieg Mhi her tnmn Wa ni iwi Ufet Vrdentde als di ei datemana u Foge der Voe Es le xhn 30 viit ne de den tiſe zi un de. udertd nr nijt ih, dß eai ah ſtam ein Nr einem ——O.—̈—.——:—J—— n Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, zc. 225 ſigur 181 ſtuͤtzen koͤnnen; daß ferner deshalb, weil bei den Karren die ganze euntere in Laſt auf einer Achſe ruht, ſie bergab mit ſolcher Gewalt auf das Pferd ſich waͤlze, daß daſſelbe nicht wenig darunter leide, bergauf m Beruͤh⸗ dagegen in ſeinen Bewegungen ſehr gehemmt ſei; daß endlich Rolle mit wenn ein Pferd genoͤthigt wird, ſeine ganze Gewalt auf die Über⸗ en Haken windung eines ploͤtzlichen Hinderniſſes zu verwenden, die Kraft uͤber dieſe eines Zuges die ganze Laſt auf einmal uͤberwaͤltigen muͤſſe, was ngeſpannt bei Wagen, wo dieſelbe auf beide Raͤderpaare gleichmaͤßig vertheilt einer Ga⸗ iſt, nicht der Fall ſei. Es ſeien z. B. zwanzig Centner auf einen immt iſt Karren geladen und dieſer falle in ein Loch auf der Straße, ſo muß die ganze Laſt, welche nur auf einer Achſe ruht, mit einem g Gegen⸗ Male herausgehoben werden, liegt dagegen daſſelbe Gewicht auf tem zwei⸗ einem Wagen, wo ſie auf zwei Achſen vertheilt iſt, ſo wird ſie auf einem mit zwei Zuͤgen herausgezogen, von denen der eine die Vorderraͤ⸗ aten Kar⸗ der luͤftet, waͤhrend die hintern einfallen; und wenn auch die ſuemer zu Vorderraͤder wegen ihres geringern Durchmeſſers tiefer einſinken ngen ſechs als die eines Karrens, ſo verhaͤlt ſich doch, da ein geſchickter die Wege, Fuhrmann die Laſt nach der Groͤße der Raͤder vertheilt und dem gehemmt zu Folge von jener Laſt 12 Centner auf die hinteren kommen, it mehten der Vortheil zu Gunſten der Wagen immer noch wie 12 zu 20. vnomiſcher Es leidet indeſſen keinen Zweifel, daß, wenn die Vorderraͤder wicht von zehn Zoll hoͤher, als gewoͤhnlich gemacht wuͤrden, ſie das Ziehen rham auf weit mehr, als die von der gebraͤuchlichen Groͤße, erleichtern wür⸗ den; denn die Wirkſamkeit der Raͤder ſteht im gerechten Verhaͤlt⸗ ntr niſſe zu ihrem Radius und zu der Leichtigkeit, mit der ſie ſich um die Achſen drehen. Auf unebenen Straßen find jedoch hohe Vorderraͤder nicht zweckmaͤßig bei kurzen Kahren, wenn das Pol⸗ — 1915 ſter nicht ungebuͤhrlich hoch gemacht wird. Dazu kommt nun ig Mi⸗ noch, daß drei Karren mehr koſten, als ein Wagen, mehr We⸗ ßer Vor⸗ gegeld zahlen muͤſſen, und in der Ernte, wo leichte, aber viel hatſahen Raum einnehmende Ladungen fortzubringen find, zwei Pferde de Ver⸗ vor einem Wagen mehr leiſten als in Karren. Viele Einwuͤrfe gegen die Wagen wuͤrden auch noch beſeitigt werden, nicht nur din 3 durch die Erhoͤhung der Vorderraͤder, ſondern auch durch die Ein⸗ t Wrga, richtung, daß die Pferde nebeneinander, oder wenigſtens die uten au Vorderpferde an die Achſe ſelbſt oder an den hintern Theil der ded te Gabel geſpannt wuͤrden; auf folgende Weiſe. S. Fig. 20. ſerer Dadurch wuͤrde nicht nur ihre Kraftaͤußerung unmittelbar 18 3 auf die Laſt weſentlich verſtaͤrkt, ſondern auch der übelſtand der 1 15 zit unter⸗ 226 Siebentes Kapitel. gewoͤhnlichen Anſpannungsweiſe aufgehoben; denn da bei dieſer die Vorderpferde bei a angehaͤngt werden, ſo iſt es augenſcheinlich, Figur 2. daß dann, wenn das Hinterpferd hoͤher iſt, oder wenn jene an einer Anhoͤhe ſchon wieder auf der Ebene gehen, ehe dieſes den Gipfel erreicht hat, ſie nicht in horizontaler Richtung hinterein⸗ ander ziehen koͤnnen; wird dagegen der Zugpunkt der Vorderpferde ſo angebracht, wie es in beiſtehender Figur angegeben, ſo faͤllt er in gleiche Hoͤhe mit ihren Schultern bei b, und das Gabelpferd leidet nicht ſo durch die Stoͤße, die ihm bei jener Anſpannungs⸗ weiſe durch das Ruͤckenband e beigebracht werden, durch das die Gabel an ſeinem Nuͤcken befeſtigt iſt. Wuͤrden die Pferde neben⸗ ſtatt hintereinander geſpannt, ſo wuͤrde freilich ihre Zugkraft ſo vermehrt werden, daß drei eben ſo viel leiſteten, als vier auf letz⸗ tere Weiſe; aber leider erlauben unſere engen Dorf⸗ und Neben⸗ wege es haͤufig nicht, daß die Pferde paarweis nebeneinander ge⸗ hen koͤnnen. Der Schluß nun, wozu dieſe Betrachtungen fuͤhren, iſt: auf guten Wegen und kurzen Strecken leiſten gute, ſtarke Pferde einſpaͤnnig in zweiraͤdrigen Karren am meiſten; ſind dage⸗ gen die Wege minder gut, die Pferde weniger ſtark, ſo ſind leichte vierraͤdrige Wagen, mit drei bis vier Pferden beſpannt, vortheil⸗ hafter; dazu kommt noch, daß ſie die Wege weniger ruiniren, wenn zumal breite Felgen mehr in Gebrauch kaͤmen. Einſpaͤnnige Karren bleiben nebenbei dennoch fuͤr die meiſten Wirthſchaftsgeſchaͤfte ſo zweckmaͤßig, daß ſie taͤglich allgemeiner werden; man findet ſie von ſehr verſchiedener Groͤße und Bauart; doch gilt faſt allgemein der gewoͤhnliche Schottiſche hier abgebil⸗ dete Koͤpfkarren als der zweckmaͤßigſte. S. Fig. 21. Geſy ¹ d V da ud ſa w wo auj diſ Erntali bedeute Di ni Din ich mi Siäe e it ihre ſhen ngü geneine in mahte aäen, 9 euyfes 1 dif änſch ha ſchwene fffe) in vntuhen Rpannt Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 227 bei diſn Figur 21. nſcheinlich— n jene an Laͤnge des Kaſtens unten. 5 Fuß— Zoll dieſes den ⸗ deſſelben oben.. 5 ⸗ 6 ⸗ hinterein⸗ Breite deſſelben oben 4 ⸗ 41 erderpferde„ 2 ⸗ unten. 3 7 10— ſo faͤlt e Tiefe 4-.. 33 Gabelpferd Durchmeſſer der Raͤder 7 6 3 pannungs⸗ Der Kaſten haͤngt an einer Spindel, um die er ſich dreht, ch das die und iſt an dem vordern Riegel des Geſtelles vermittelſt einer Ket⸗ ade weben⸗ tel befeſtigt, ſo daß er, wenn man dieſe loͤſ't, ſich umkoͤpfen und zugkraft auf dieſe Weiſe leicht abladen laͤßt. Wenn es noͤthig iſt, werden vier aufl Ernteleitern darauf geſtellt, und dann kann man auf ihm eine und Mben⸗ bedeutende Ladung fortbringen.. 1 einander ge⸗ Die Kaͤſten dieſer Karren faſſen etwas über ein Kubikyard; ngaführe mit Duͤnger beladen ſogar 1 ½ Kubikyard. Sie ſind auch gewoͤhn⸗ d, ſaie lich mit ſolchem Fleiß hinſichtlich der Leichtigkeit, Dauer und 9.— dagr Staͤrke erbaut, daß ihnen die Nettigkeit des Außeren, verbunden 35 mit ihrer Zweckmaͤßigkeit einen großen Vorzug vor den gewoͤhn⸗ üündi ä. lichen engliſchen Wagen verleiht. Auf guten ebenen Wegen iſt gegen die 4 nis allgemeine Brauchbarkeit dieſer Karren nichts einzuwenden; aber — von mehren einſichtsvollen Landwirthen iſt die Frage aufgeſtellt worden, ob er zu den gewoͤhnlichen Wirthſchaftsfuhren auch da die maſfen zu empfehlen ſei, wo die Wege gewoͤhnlich ſchlecht ſind, oder uͤber gepfluͤgte Felder gefahren werden muß, wo die Raͤder 5— 6 Zoll allgemeiner NP les 3... dle tief einſchneiden, oder uͤber große Schollen ſteigen muͤſſen?— Es ir rüpä ſcheint wenigſtens in einem ſolchen Falle, wenn zumal durch eine ſchwere Ladung das Einſinken vermehrt und dadurch das Gabel⸗ pferd im Fortſchreiten gehindert wird, raͤthlich, noch ein Pferd vorzuhaͤngen. Dieſes zweite Pferd vermag dann, wenn es ſo an⸗ geſpannt wird, daß ſeine Zuglinie immer horizontal bleibt, mehr 15* 8 228 Siebentes Kapitel. zu leiſten, als das Gabelpferd, deſſen Zuglinie natüͤrlich verruͤckt wird, wenn der Karren einſinkt. Hr. Parkinſon, der in dieſer Hinſicht ſchoͤne Verſuche gemacht zu haben ſcheint, ſagt in ſei⸗ nem Werke uͤber Viehzucht B. I. S. 186, er habe ſechs Karren, von zwei Fuͤhrern geleitet, gehen und jedem Pferde ſo viel auf⸗ laden laſſen, als ſie fruͤher auf einem Wagen mit breiten Felgen zogen, naͤmlich in der Regel ziemlich eine Tonne, und davon ſei der Erfolg geweſen, daß die Pferde in derſelben Zeit und bei demſelben Futter in den Karren mehr angegriffen zu werden ſchie⸗ nen. Das Reiben des Tragbandes machte ihre Ruͤcken wund, und wenn ſie in demſelben guten Zuſtande bleiben ſollten, wie in den Wagen geſpannt, ſo durften ſie nur die Haͤlfte ihrer ge⸗ woͤhnlichen Laſt ziehen. Der gewoͤhnliche Londoner Heukarren fuͤr ein, zwei oder drei Pferde iſt ein ſo plumpes, uͤbel konſtruirtes Fuhrwerk, wie ſich kaum noch eins erdenken laͤßt; dennoch iſt er faſt das einzige Transportmittel, auf dem die Zufuhren von Heu und Stroh zur Hauptſtadt und die Abfuhren von Duͤnger aus derſelben geſche⸗ hen(ſ. Figur 22). Er ſcheint darauf berechnet, daß er gerade Figur 22. eine Ladung von 18 Centnern Heu in 36 Bunden, oder eben ſo viel Bunde Stroh, jedes von 36 Pf. Schwere faſſe. Da dieſe Gegenſtaͤnde im Verhaͤltniß zu ihrem Gewicht ein großes Volu⸗ men haben, ſo nimmt die angegebene Laſt einen ſo großen Raum ein, daß damit der ganze Kaſten ſammt den vorn und hinten dar⸗ an befindlichen Leitern und den oben daran angebrachten eiſernen Armen angefuͤllt wird, und das Gabelpferd unter einem belade⸗ nen Geruͤſte gehen muß. Es iſt große Genauigkeit erforderlich, n dm A ud ſhen Siſerze V d V Ee nict vi ſ d lii bwi pfe a gi dm di eniden, t venden V de i der d tm Sch vehre. ſhmalen t bei ic fid, der Rüſ lich vent er in din agt in ſi chs Karren o viel auſ ten Felgen davon ſij t und baj eden ſchie⸗ en wund, llten, wie ihrer ge⸗ i oder dra wie ſcch as einzige Stroh zu den geſche⸗ er gerade —— der eben Da die yßes Volu⸗ ßen Raum hinten du⸗ ten eiernen nen balade rforderlid ——õõ————õ———— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, c. 229 um eine ſo umfaͤngliche Ladung ſo zu vertheilen, daß das Gleich⸗ gewicht erhalten werde; die Fuhrleute haben jedoch eine ſolche Geſchicklichkeit darin, daß nur ſelten ſich ein Ungluͤcksfall ereig⸗ net. Leichte Wagen wuͤrden indeſſen gewiß mehr leiſten und be⸗ quemer ſein; die groͤßeren Anſchaffungskoſten derſelben und das von ihnen mehr zu zahlende Wegegeld ſtehen aber ihrer Einfuͤhr⸗ ung entgegen. Es gibt auch ein zweiſpaͤnniges Fuhrwerk, das zwar eben— falls Karren genannt wird; aber in der Geſtalt einem Wagen ſehr nahe kommt und in ebenen Gegenden recht brauchbar iſt, weil es viel faßt. Man findet ſie mit ſechs Zoll breiten Raͤdern, die bei⸗ nahe cylinderfoͤrmig ſind. Eine eigenthuͤmliche Art von Karren mit drei Raͤdern iſt un⸗ ter dem Namen:„Moorkarren“, in vielen Gegenden gebraͤuchlich, und ſcheint ganz vorzuͤglich geeignet, Mergel, oder andere feſte Subſtanzen auf einen weichen Boden zu bringen. Ihre Laͤnge betraͤgt.... 5 Fuß— Zoll 4 7 „ Breite 4 ⸗ Weilte.3 ⸗ 10 ⸗ Hoͤhe der breiten Hinterraͤder 4 4 ⸗ „ des ſchmalen Vorderrades 2 ⸗ 9 ⸗ Breite der Felgen von jenen— ⸗ 9 ⸗ 5 . 27 2 s dieſen— 6 ⸗ Sie ſind mit duͤnnem Eiſen beſchlagen, weil der Moorboden nicht viel zu tragen vermag und es iſt von großer Wichtigkeit, ſie ſo leicht, wie moͤglich zu machen. Dieſe Karren werden von zwei Pferden, die entweder nebeneinander oder hintereinander ge⸗ hen, gezogen. Das Geſtelle, worin das vordre Rad umlaͤuft und an dem die Wage befeſtigt iſt, beſteht, unabhaͤngig von den Hin⸗ terraͤdern, ganz fuͤr ſich, und kann ſo in jeder Richtung gewen⸗ det werden. Die Pferde, welche man zum erſten Umbruch und Bearbei⸗ ten der Torfmoore verwendet, werden in der Regel mit einer Art von Schuhen verſehen, um die Hufe vor dem Einſinken zu be⸗ wahren. Sie ſind gewoͤhnlich von Holz, flach und mit einem ſchmalen Riemen angeſchnallt. Aber die Schuhe dieſer Art, wel⸗ che bei der Urbarmachung des Chatmoores in Lancaſhire gebraͤuch⸗ lich ſind, und vielleicht den Vorzug verdienen, werden von Ellern⸗ oder Ruͤſternholz verfertigt und vermittelſt dreier Strippen und —— 230 Siedentes Kapitel. einer Krampe feſtgehalten, durch die ein lederner Riemen geht, welcher zweimal um den Huf herumgeſchlungen und dann mit einer Schnalle ſeſtgezogen wird. Der Schuh ſelbſt haͤlt in einer Richtung 10 ½, in der andern 10 Zoll, die Krampe iſt hinten an⸗ gebracht, die Strippen haben ungefaͤhr 3 Zoll Laͤnge und ſind auf einer Scheibe von duͤnnem Eiſen feſtgenietet, damit das Holz nicht ſplittere. Die in Irland gebraͤuchlichen Karren werden meiſtens von einem Pferde gezogen. Schottiſche Karren ſind zwar von einigen wohlhabenden Landwirthen eingefuͤhrt worden; aber die dort am haͤu⸗ figſten vorkommenden Pferde, ein kleiner, uͤbelgebauter, jedoch kraͤftiger und brauchbarer Schlag, ſind zu ſtarker Arbeit meiſtens nicht gut genug gefuͤttert, und deshalb jene kleinen Karren mit ihrem kunſtloſen Zubehoͤr von Stroh⸗ und Strickgeſchirr fuͤr den aͤrmeren Landwirth beſſer. Die Thiere ſind indeſſen flink, und wenn ſie angetrieben werden, iſt es uͤberraſchend, wie ſchnell ſie, ob ſie gleich nicht viel uͤber 6 Centner ziehen, ein Kornfeld ein⸗ fahren. Die Geſtalt eines ſolchen gewoͤhnlichen Karrens iſt eine ſchraͤgliegende, hinten etwas erhoͤhte Platte, unter der ſich in einem Geſtelle die aus drei feſten Stuͤcken beſtehenden Raͤder befinden, wie Figur 23 zeigt. Die Abſen ſind meiſt von n Holg Zum Duͤnger⸗ und Kalk⸗ fahren wird bisweilen ein Kaſten aufgeſetzt, und dann heißt er Kaſtenkarren(boxcar). Seine Wohlfeilheit iſt ſeine groͤßte Em⸗ pfehlung; er koſtet ſelten mehr als 3— 4 Pfund. Wenn er jedoch mit eiſernen Achſen, gut conſtruirten Raͤdern und einem Kaſten Gge veſſin fülln, d d Rau bi g aüder di de Lrte ner ict dm teühr Noch ck, eine lſtt und tingen kn ſti hiſ gürpe 2 1 25 delb, und ſt i Gabel dohen vit ſöald ae ean Eſer glloct baͤen, vohmt 16. git Unfahrbe den iſt Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 231 teinen ga verſehen iſt, laͤßt er ſich nicht nur, wegen ſeiner Niedrigkeit, leicht dam mü fullen, ſondern auf engen Wegen beſonders gut brauchen, weil it in eine die Raͤder innerhalb des Geſtelles ſich befinden; da dieſe ferner hinten an⸗ beinahe cylinderfoͤrmig und ziemlich breit ſind, ſo eignet er ſich und ſind minder einſchneidend, zum Befahren der Wieſen beſſer, als an⸗ das Hoh dere Karren. In dieſer verbeſſerten Einrichtung iſt dieſes Fuhr⸗ . werk nicht ſelten in England, und ward es in Leiceſterſhire von ſſtens von dem beruͤhmten Bakewell eingefuͤhrt. on einigen Noch gibt es eine ganz eigene, aber nuͤtzliche Art von Fuhr⸗ t am haͤu⸗ werk, eine Art Schlitten oder Schleife, die nur wenige Shilling er, jedoch koſtet, und, wenn man auch nur eine geringe Laſt darauf fort⸗ t meiſtens bringen kann, doch bei den ſchlechten Feldwegen mancher Wirth⸗ darten mit ſchaft, beſonders in bergigen Gegenden, großen Nutzen gewaͤhrt. tt füͤr den Der Koͤrper dieſes Schleifkarrens(ſ. Fig. 24) hat von a bis a flunk, und Figur 24. ſchnel ſie ornfeld eir ens iſt ene ſich in einen der befinden d dieſelbe Laͤnge, wie ein Raͤderkarren, wohl auch dieſelbe Breite, und iſt von Eichen- oder anderm feſten Holz gefertigt. Wenn die Gabel bei a zu der angenommenen Hoͤhe des Pferdes aufge⸗ hoben wird, ſo bildet ſich eine horizontale Flaͤche ed, wenigſtens ſobald als angezogen wird. Die Ringe bei bb ſind bisweilen von Eiſen, gewoͤhnlich aber nur aus Weiden- oder Haſelruthen geflochten und muͤſſen oft erneuert werden, wenn viel auf hartem Boden gefahren wird. Diejenigen, welche an Raͤderkarren ge⸗ und. woͤhnt ſind, finden anfaͤnglich dieſe Schleifen freilich ungeſchickt; un hiß 4 es gibt aber in manchen Sumpf⸗ und Berggegenden ſo gaͤnzlich grüßle En⸗ unfahrbare Wege, daß ein Raͤderſuhrwerk kaum darauf zu brau⸗ am ajdoch chen iſt. Es ſind daher dieſe Schlitten in den gebirgigen Thei⸗ den Kaſte 232 len von Wales und in dem ſchottiſchen Hochlande noch viel im Gebrauch, beſonders zum Abfahren des Torfs von den Mooren. An einigen Orten hat man an dem einen Ende ein Paar niedrige Siebentes Kapitel. Raͤder daran angebracht, dann wird der ſchleppende Theil mit dicken hoͤlzernen Sohlen verſehen, und die Gabel an dem Ruͤcken des Pferdes befeſtigt. Sie ſind ziemlich lang, und man kann eine bedeutende Laſt darauf fortbringen, ſollen ſie jedoch zum Fort⸗ ſchaffen des Duͤngers aus dem Hofe auf ein entferntes Feld die⸗ nen, ſo geht es natuͤrlich ſehr langſam. Zur Erntezeit jedoch iſt es nichts Seltenes, ein halbes Dutzend dieſer Fuhrwerke zu glei⸗ cher Zeit auf demſelben Felde in Anwendung zu ſehen, die nach⸗ einander beladen und einſpaͤnnig fortgeſchafft werden. Ein Junge ſitzt auf jedem Pferde, faͤhrt mit dem leeren Schlitten in vollem Trabe auf das Feld, mit dem beladenen nach dem Feimenhofe, wo von dazu angeſtellten Arbeitern die Ladungen in Empfang genommen werden, wie ſie in regelmaͤßiger Ordnung daſelbſt an⸗ langen. Ein Fremder muß erſtaunen, mit welcher Schnelligkeit eine große Quantitaͤt Getreide auf dieſe Weiſe eingebracht wird. Da der Zuſtand der Nebenwege in Wales nicht uͤberall eine große Laͤnge der Achſe zulaͤßt, ſo hat dies zur Verfertigung von koniſchen Raͤdern mit gebogenen Achſen Veranlaſſung gegeben. Dadurch entſteht ein weiterer Raum zwiſchen den Raͤdern, und wird es moͤglich, auf eine kurze Achſe dennoch einen großen Kaſten zu ſetzen. Die meiſten neueren Wagen und Karren haben in jenem Lande, wie in England, gebogene Decken uͤber den Raͤdern und ſind ſowohl mit Leitern zu den Erntefuhren, als mit Kaſten fuͤr Kohlen, Kalk und andere dergl. Dinge verſehen. Zum Transport von Sachen auf dem Ruͤcken der Pferde bedient man ſich in mehren Gegenden, z. B. in Devonſhire und den ſuͤdweſtlichen Theilen von England, entweder der Packſaͤttel, oder eines halbrunden hoͤlzernen Gefaͤßes, Duͤngerfaß(dung— box) genannt, das in manchen Gebirgsgegenden haͤufig zum Ausbrin⸗ gen des Duͤngers gebraucht wird. Um Getreidegarben auf gleiche Weiſe fortzubringen, hat man auch Weidenkoͤrbe von der Geſtalt eines W; der mittlere Theil erhebt ſich 15 Zoll uͤber des Pferdes Ruͤcken, und die untern Enden ſtehen 4—5 Fuß von einander ab. Der Gebrauch, Laſten auf dem Ruͤcken der Thiere fortzu⸗ ſchaffen, entſtand zu einer Zeit, wo es noch keine regelmaͤßigen Landſtraßen gab, deren Anlage in manchen entlegenen Theilen i! Mnyel a nieit de ghiiriches umeueht Veüſſerun n mſere digle laupe f faum noch Withſchaie renüläſſe Am büi In Raon Cprne den auf der auf und man de Geſun unagenen Rr dos( dadtich au Nan untr dej diſeb Etu a de munte ie ine t ſtefendet in De Gulunge auf den hieten. Ein ſein, r vch viel in n Mooren ar niedrige Thell mit em Ruͤcken kann eine zum Fort⸗ . Feld die t jedoch iſ 1 zu glei⸗ ) die nach⸗ Ein Junge in vollen Keimenhoft Empfang aſelbſt an⸗ chnelligki cht widd. berall eine igung von gegeben. dern, und en Kaſten haben in Raͤdern Kaſten Pferde ire und icſaͤttel, — box) lusbrin⸗ f gliche Geſtalt Pferdes einander e fortz⸗ mmüßien Jhellen Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, e. 233 des Reichs noch immer Schwierigkeiten findet. Die dazu erfor⸗ derlichen Geraͤthſchaften ſind indeſſen nur als rohe Auskunftsmit⸗ tel eines barbariſchen Zeitalters zu betrachten, wo ſie durch den Mangel an Straßen noͤthig wurden, deren Beibehaltung gegen⸗ waͤrtig aber kaum noch in irgend einem Theile des vereinigten Koͤnigreiches zu entſchuldigen iſt. Sie kommen auch in der That immer mehr außer Gebrauch, und wenn die Hinderniſſe durchgaͤngiger Verbeſſerung uͤberall beſeitigt ſind, werden ſie wohl nur noch als von unſeren Vorfahren ererbte Antiquitaͤten betrachtet werden. Stallbehandlung. Obgleich die Erhaltung der Pferde als eine der wichtigſten Auslagen fuͤr den Landwirth zu betrachten iſt, ſo gibt es doch kaum noch einen Theil ſeines Viehbeſtandes, kaum einen andern Wirthſchaftszweig, der ſo wenig verſtanden und noch haͤufig ſo vernachlaͤſſigt wird, wie die Behandlung dieſer Thiere im Stalle. Man blicke nur einmal in die niedrigen, engen, dunkeln, dumpfi⸗ gen Raͤume, in welchen auf manchem alten Wirthſchaftshofe die Geſpanne eingezwaͤngt ſtehen muͤſſen, auf die Duͤnſte, die von dem auf unebenem Pflaſter ſtehen gebliebenen Harne, ſowie von der auf Haufen zuſammengebrachten faulenden Streu aufſteigen, und man wird ſich uͤberzeugen, daß ein ſolcher Aufenthaltsort der Geſundheit nachtheilig ſein muͤſſe, daß die mit Spinnweben umzogenen Raufen, die ungeweißten Waͤnde, die Unordnung, in der das Geſchirr und die Stallgeraͤthe umherliegen und ſtehen, deutlich auf Mangel an Reinlichkeit und Ordnung hinweiſen. Man unterſuche ferner die Pferde ſelbſt, und man wird finden, daß dieſelben, obgleich vielleicht von gutem Futter glatt, doch Schmutz auf der Haut, Koth an den Beinen haben. Anſtatt des muntern Ausſehens, das gutgehaltenen Pferden eigen iſt, ha⸗ ben jene truͤbe Augen und ein traͤges Weſen, die deutlich die Be⸗ ſchaffenheit des Stalles, aus dem ſie kommen, zu erkennen ge— ben. Wenn aber auch dieſe Beſchreibung ſtreng auf manche Stallungen paßt, ſo muß man doch eingeſtehen, daß dieſelben auf den meiſten groͤßern Guͤtern ein ganz anderes Anſehen dar⸗ bieten. Ein Stall fuͤr Wirthſchaftspferde braucht nicht ſo aufgeputzt zu ſein, wie der fuͤr Jagd- und Reitpferde; aber geraͤumig, luf⸗ 234 Siebentes Kapitel. tig und hell muß er ſein, und jedes in ihm erforderliche Ding an ſeinem rechten Ort ſich befinden. Auch iſt es nicht nothwen⸗ dig, daß er in beſondere Staͤnde abgetheilt ſei. Wirthſchaftliche Zugpferde ſind in der Regel geduldig. Sind ſie boͤsartig, ſo muͤſ⸗ ſen ſie abgeſchafft werden. Ein Paar mit einander arbeitende Pferde ſtehen in einem gemeinſchaftlichen Stande eben ſo ruhig und bequem, wie jedes fuͤr ſich in einem abgeſonderten, ſelbſt wenn dazu der Raum vorhanden iſt, und es dient zur Bequem⸗ lichkeit des Waͤrters, wenn zwei beiſammen ſtehen. Die Pferde ziehen bei dem Liegen ihre Fuͤße unter ſich, und deshalb iſt fuͤnf Fuß, ja, wenn ſie nicht groß ſind, 4 ½ Fuß eine hinlaͤngliche Weite fuͤr ein jedes. Eine Abtheilung zwiſchen jedem Paar Pferde bleibt indeſſen doch wuͤnſchenswerth; eine ſtarke Saͤule und ein Riegel ſind dazu jedoch hinreichend, wenn nur fuͤr die Krippe und die Raufe ein Raum von ungefaͤhr 4 Fuß Breite durch einen Verſchlag abgetrennt wird. Manche Pferde nehmen biswei⸗ len die Gewohnheit an, ſich nicht ganz in dem Stalle niederzu— legen, wenn ſie nicht ſehr bequem in demſelben ſtehen, und da dies ihrer Geſundheit nachtheilig werden kann, ſo ſollte man ſie in dieſem Falle in geraͤumige einzelne Staͤnde bringen. Doppelte Staͤlle, in welchen die Pferde mit den Hintern einander zuge⸗ kehrt ſtehen, werden nicht fuͤv gut gehalten. Das Heu iſt beſſer und laͤßt ſich ſparſamer eintheilen, wenn es taͤglich friſch von der Feime abgeſchnitten wird, als wenn man es auf dem Boden aufbewahrt. Einzelne Koͤrbe an der Wand ſind den an dieſer fortlaufenden Raufen vorzuziehen; und laͤßt man Leiſten quer uͤber die Krippen, etwa einen Fuß weit auseinander, nageln, ſo werden die Pferde gehindert, das Futter herauszuwerfen, was ſie gar gern thun, wenn ſie nach den Koͤr⸗ nern im Haͤckſel ſuchen, und wenn die Krippen voll geſchuͤttet ſind. Jede Art von Futter darf nur in kleinen Portionen auf einmal gereicht werden; ſowohl das Krippenfutter, als das fuͤr die Nacht aufgeſteckte Rauchfutter ſollte ſtets nur maͤßig ausge⸗ theilt werden. Ein Zugpferd, das in drei Futtern abgefuͤttert wird, braucht zu ſeinem Morgenfutter zwei bis drei Stunden; die Waͤrter muͤſſen daher fruͤh im Stall ſein, und jedes Futter muß regelmaͤßig zur beſtimmten Stunde gereicht werden. Eben ſo regelmaͤßig ſind die Arbeitsſtunden zu beobachten. Ein Wirth⸗ ſchaftspferd kann recht gut taͤglich zehn Stunden arbeiten, wenn Gipe ni ni mi Taturthe fin S vähred d lch rütit tir die iür be rwegs naäher in dage ſtehe igt Me zdaßliſt iits dn T Wit dm dad ie u ſches Eie wit Latt Dathate durh d ſchädli geſcſt Steinxl durchſe dingen, rinigm Jiine z b ol ben ttr nijn d Nar dd d auf dünge ſühn e wen A n offen ungeben lonen, ihe Da nothwen⸗ ſchaftihe ſo miſ arbeitende ſo ruhig n, ſelbſt Bequem⸗ e Pferde iſ fuͤnf laͤngliche r Pferde und ein Krippe te durch biswei⸗ niederzu⸗ und da man ſie Dopyelte der zuge⸗ en, wenn ls wenn an der en; und zuß weit 5 Futter den Kot⸗ geſchuͤtet onen auf das fuͤr Z ausge⸗ gefütert Stunden; es dult en. Eben ein With⸗ tn, wenn —ͤͤͤͤ—ͤͤͤ———ꝛ—ꝛ—xꝛ———’—ꝛ—ꝛ—'—— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 235 es nicht uͤbereilt und dieſe Zeit in zwei Abſchnitte getheilt wird, mit zwei bis drei Stunden Ruhe dazwiſchen. In den kurzen Wintertagen, wo ſich dies nicht wohl thun laͤßt, kann man ſechs bis ſieben Stunden hintereinander arbeiten laſſen, wenn man ihnen waͤhrend derſelben eine kleine Staͤrkung reicht. Auch hinſichtlich des Traͤnkens im Stalle iſt große Sorgfalt noͤthig: die Pferde ſollten nie Waſſer unmittelbar nach dem Korn⸗ futter bekommen, ſondern allemal zuvor erſt etwas Heu freſſen. Unterwegs duͤrfen ſie nur wenig ſaufen und ſollten ſie ſtets gleich nachher in maͤßige Bewegung geſetzt werden, nicht vor dem Bier⸗ hauſe ſtehen bleiben, waͤhrend der Fuͤhrmann ſich darin guͤtlich thut. Manche glauben, daß hartes Quellwaſſer dem Vieh am gedeihlichſten ſei, die Pferde geben jedoch einem weichen Waſſer ſtets den Vorzug. Wirthſchaftsſtaͤlle ſollen blos das Vieh gegen Wetter ſchuͤtzen; denn da daſſelbe dem Witterungswechſel ſehr ausgeſetzt iſt, darf es nie zu warm gehalten werden, und da friſche Luft ein weſent⸗ liches Erforderniß fuͤr die Geſundheit iſt, ſo ſollten die Fenſter nur mit Latten verſchlagen ſein, wie an den Kornhaͤuſern, und nach Verhaͤltniß der Groͤße des Stalles ein oder mehre Dunſtroͤhren durch die Decke uͤber das Dach hinausgehen zur Ableitung der ſchaͤdlichen Ausduͤnſtungen. Der Fußboden in allen Staͤllen ſollte gepflaſtert ſein, entweder mit feſtgebrannten Ziegeln oder mit Steinplatten, die ganz eben, dicht zuſammen und auf einen un⸗ durchlaſſenden Grund gelegt werden muͤſſen, damit kein Harn ein⸗ dringen, in den Luͤcken ſtehen bleiben und faulend die Luft verun⸗ reinigen koͤnne. Die Pferdeſtaͤnde muͤſſen nach den Koͤpfen der Thiere zu etwas erhoͤht ſein; doch darf der Fall nicht uͤber drei Zoll betragen, und dann muß noch die Streu unter ihren Hin⸗ terfuͤßen hoͤher gemacht werden, weil ſie ſonſt unbequem ſtehen. Die Thuͤren werden zweckmaͤßiger an einem Ende des Stalles, als auf deſſen Seite angebracht, weil ſich in jenem Falle der Duͤnger leichter wegbringen und der Harn durch eine hinter ihren Fuͤßen weglaufende, ſchwach abhaͤngige Rinne in dem Pflaſter, die in einen Abzug auslaͤuft, bequemer ableiten laͤßt. Mehre einſichtsvolle Landwirthe halten ihre Geſpanne blos in offenen Hoͤfen, die rundum mit reichlich geſtreuten Schuppen umgeben ſind, in welchen die Pferde nach Gefallen Schutz ſuchen koͤnnen, und die Erfahrung hat gelehrt, daß ihre Geſundheit 236 Siebentes Kapitel. auf dieſe Weiſe eben ſo gut, wo nicht beſſer bewahrt wird, als in Staͤllen. In den oͤſtlichen Gegenden von Suffolk laͤßt man die Pferde ſelten des Nachts in den Staͤllen, ſondern jagt ſie nach dem Abendfutter hinaus, und erlangt durch dieſe Behand⸗ lung, daß ſie haͤrter werden, minder leicht geſchwollene Beine bekommen, Erhitzungen und Erkaͤltungen weniger unterworfen ſind. Ein ſolcher Hof dient fuͤr das ganze Jahr, im Sommer zum Gruͤnfuͤttern wie fuͤr die Winterfuͤtterung; es iſt damit aber die Unannehmlichkeit verbunden, daß die Pferde, wenn mehre bei⸗ ſammen ſtehen, Ungluͤcksfaͤllen mehr ausgeſetzt ſind, ſich nicht ſo leicht rein halten laſſen und eine gleichmaͤßige Vertheilung des Futters kaum ſtatt finden kann. Die Pferdewaͤrter gelten ſprichwoͤrtlich fuͤr Spitzbuben; nicht im uͤbelſten Sinne des Wortes, ſie machen ſich nur kein Gewiſ⸗ ſen daraus, Koͤrner zu ſtehlen, um ihren Pferden damit eine Guͤte zu thun. Sie haben keinen Begriff davon, daß es eine beſſere Fuͤtterungsweiſe geben koͤnne, als ihnen den Wanſt vollzu⸗ ſtopfen, und wenn ihnen die freie Verwendung des Heues uͤber⸗ laſſen iſt, ſo verwuͤſten ſie ſelbiges nicht nur, ſondern ſie fuͤgen auch, aus uͤbelverſtandener Liebe zu ihren Pferden, dieſen durch überladung des Magens Schaden zu. Sie muͤſſen daher in mehr⸗ facher Hinſicht, ſowohl wegen der Futtererſparniß, als wegen der Geſundheit der Thiere, ſtreng beaufſichtigt werden. Haͤckſel und Koͤrner ſollten ſtets gewogen, oder doch gemeſſen werden, und wenn Heu aufgeſteckt wird, ſo ſollte es gebunden und in Bun— den herausgegeben werden; die Koſten des Bindens werden durch die Erſparniß bei dem Fuͤttern verguͤtet. Marſhall bemerkt ſehr richtig, daß durch genaue Beſtimmung der Menge des zu geben⸗ den Futters die Leute ſorglicher werden; ſie lernen es beſſer ſchaͤtzen, und ſehen, daß ſie, wenn ſie heute verſchwenden, morgen darben muͤſſen. Dadurch gewoͤhnt ſich der Knecht an Sparſamkeit; er gibt ſeinen Thieren nur wenig auf einmal und ſieht darauf, daß ſie rein auffreſſen. Es herrſcht eine gewiſſe Sympathie zwiſchen den Menſchen und den Thieren, die aus einer innigen Bekannt⸗ ſchaft entſteht und ſich leichter beobachten als beſchreiben laͤßt. Es gibt Knechte, die lieber hungern, als ihre Pferde Hunger leiden ſehen, und bei den Waͤrtern jungen Viehes iſt ſolches eine ganz allgemein gemachte Beobachtung. Dieſe Freundlichkeit geht jedoch nicht ſo weit, daß ſie dieſelben bei der Arbeit ſchonten, Gig ruhh ſi ſit n A ſi ſe g ſaden, enſh da ſcin bet ni vidm Gute s Vorn n Wbeit u ie T V deſch du mihnhet dunh de Gwwühnäc tüer darau ud ihr düthe it Nate und we Lähmun he Yfe ſch alge ſn goße dr hferd nee aufg feriſenen diſn dim ij wher Jorgn d fere jde wwnſche Ahands ſ noch zur des Aüſe ſellen ſ atheit ger ———⸗—ꝛ—x—⸗—ꝛxxxxxxꝛ—D-’——————, Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, c. 237 tr auch ſind ſie dennoch ſowohl aus Gewohnheit, als aus Faulheit, jagt ſ ſehr haͤufig nachlaͤſſig in den weſentlichen Pflichten der Reinlich⸗ un keit. Viele dieſer Fehler entſtehen durch Schuld ihrer Herren, 17 die ſie gewoͤhnlich als Menſchen, denen nicht zu trauen iſt, be⸗ Beine handeln; Mißtrauen erzeugt aber natuͤrlicherweiſe Betrug. Es rworfen entſteht dann wenig Zuneigung; wenn aber Dienende mit Freund⸗ vmmer lichkeit behandelt werden, geben ſie es oft mit Intereſſen zuruͤck, ü aber und widmen ſich mit Anhaͤnglichkeit dem Dienſt ihrer Herren. hr bei⸗ Guter Zuſtand iſt ein viel umfaſſendes Wort in dem Stalle icht ſo des Vornehmen; in dem eines Landwirths, deſſen Pferde mehr ng des zur Arbeit, als zur Schau gehalten werden, verſteht man darun⸗ ter die Wirkung einer zweckmaͤßigen Fuͤtterung und Abwartung, ) nicht die ſich durch eine geſunde, weiche, glatte, reinliche Haut, Wohl⸗ Gewiſ genaͤhrtheit ohne Fettanſatz, ein lebhaftes Auge und uͤberhaupt iit eine durch das Anſehn vollkommener Geſundheit zu erkennen gibt. es eine Gewoͤhnliche Arbeitspferde beduͤrfen zwar keines oftmaligen Putzens, volhu⸗ aber darauf muß man ſehen, daß ihre Haut ohne Schuppen ſei 3 über⸗ und ihre Fuͤße reinlich gehalten werden. Starkes Haar in der efügen Koͤthe iſt in manchen Gegenden als ein Schutz gegen Steine von en durch Nutzen; es reicht aber zu dieſem Zweck eine geringe Menge hin, in mehr⸗ und wenn man es mit Schmutz ſich anfuͤllen laͤßt, ſo entſtehen egen der Laͤhmungen. In Folge uͤbelverſtandener Sparſamkeit laſſen man⸗ kſel und che Pferdebeſitzer die Hufeiſen nicht eher erneuern, als bis ſie gaͤnz⸗ en, und lich abgelaufen oder zerbrochen ſind, fuͤgen dadurch aber den Hu⸗ Bun⸗ fen großen Schaden zu; eben ſo werden oftmals die Schultern durch der Pferde aus Mangel an Aufſicht auf den Zuſtand der Kum⸗ tkt ſehr mete aufgerieben; ſowie durch das Ausbeſſern und Flicken der geben⸗ zerriſſenen alten Geſchirre nicht ſelten viel Zeit verloren. In allen ſchaͤtzen dieſen Dingen iſt Vorſorge beſſer als Wiederherſtellung, und es darben iſt daher nicht nur nothwendig, immer dafuͤr zu ſorgen, daß jeden keit; er Morgen der Miſt weggeſchafft und der Stall gereinigt werde, daß if, daß ferner jedes Pferd immer trocken und gut geputzt ſei, immer rein zoiſchen gewaſchene, von Zeit zu Zeit geſchmierte Fuͤße habe und des Bekannt⸗ Abends ſeine gute Streu erhalte, ſondern man ſollte es ſich auch zen laͤßt. noch zur Regel machen, jede Woche eine genaue Unterſuchung Hunge des Zuſtandes der Thiere, des Geſchirres und der Geraͤthe anzu⸗ ſchs ine ſtellen, ſollte dieſer Unterſuchung auch ein Theil der Sonnabends⸗ ztü geht arbeit gewidmet werden. ſchonten, 238 Siebentes Kapitel. Hufbeſchlag. DOopbgleich die beſſeren Kurſchmiede jetzt Maͤnner von Bildung ſind, die wiſſenſchaftliche Kenntniſſe genug beſitzen, um die ihrer Pflege uͤbergebenen Thiere wiederherſtellen zu koͤnnen; ſo iſt doch noch der gewoͤhnliche Schlag von Hufſchmieden leider nicht von dieſer Art. Wenn ſie auch allenfalls in leichten Faͤllen nuͤtzen koͤnnen, ſo verdienen ſie doch nie in ſolchen Vertrauen, bei denen Gefahr iſt. Man kann froh ſein, daß ſie doch meiſtens geſchickte Werkleute ſind, die Kenntniß und Beobachtungsgabe genug be⸗ ſitzen, um ein Pferd gut zu beſchlagen; denn dieſes iſt eine Ope⸗ ration, die oftmals große Sorgfalt erheiſcht und niemals einem uͤberlaſſen werden ſollte, der nicht vollkommen Meiſter darin iſt. Wenn das Beſchlagen auch in den meiſten Faͤllen, in Folge der allgemeinen Gelehrigkeit der Thiere, ohne beſondere Schwie⸗ rigkeit vollfuͤhrt wird, ſo gibt es doch wohl nicht Einen, der nicht dabei Ungluͤcksfaͤlle fuͤr Menſchen und Thiere ſich ereignen ſah; entweder weil das Beſchlagen mit zu großer Gewaltthaͤtigkeit und auf unvollkommene Weiſe geſchah, oder weil letztere unbaͤndig waren. Es wird deshalb bisweilen ſogar, um Gefahr zu verhuͤ⸗ ten, noͤthig, ſie zu werfen, wenn es an einer zu dieſem Zweck beſonders beſtimmten Vorrichtung fehlt. Eine recht zweckmaͤßige dieſer Art iſt die in den Niederlanden gebraͤuchliche, welche hier nach des Grafen Laſteyrie's bekannten Werke*) abgebildet zu ſehen iſt. S. Fig. 25 und 26. Figur 25 beſteht blos aus vier aufrecht ſtehenden, durch Rie⸗ gel auf der Seite mit einander verbundenen Saͤulen, zwiſchen die das Pferd zu ſtehen kommt; es wird dann mit dem Kopf vorn feſtge⸗ bunden und der hinten befindliche, in Ringen eingeſchobene Quer⸗ balken dient dazu, den Huf darauf zu legen und ſo feſt zu ſchnuͤ⸗ ren, daß der Schmied ohne Gefahr ſich damit beſchaͤftigen kann. Fig. 26 iſt faſt eben ſo; nur ruht der Querbalken hier auf Zapfen, durch die er ſich hoͤher und niedriger ſtellen laͤßt. Es i*ſt dies jedenfalls eine Verbeſſerung. Sollte das Pferd ſehr boͤs⸗ artig ſein, ſo kann es vermittelſt eines breiten gewirkten Gurtes, der von einem Seitenriegel zu dem andern geſpannt und aufge⸗ *) Collection de Machines employées dans l'Economie rurale, par le Comte de Lasteyrie, T. II. Pl. II. Fig. 2. und 3. Geſpe wunden wirn de Geßßſ bor Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 239 wunden wird, in die Hoͤhe gehoben werden, wo dann das Aus⸗ Bildung wirken des Hufs und jede andere Operation ſich leicht und ohne die ihrer Gefahr vornehmen laͤßt. iſt doch Figur 25 und 26. nicht von— n nuͤtzen bei denen geſchickte genug be⸗ eine Ope⸗ as einem darin iſt in Folge Schwie⸗ der nicht gnen ſch; tigkeit und unbäͤndig zu verſl⸗ ſem Zwech veckmaͤßige gelche hie bildet zu Auf einem ſteinfreien Boden koͤnnen die Hinterfuͤße der Pferde urch Rie⸗ haͤufig unbeſchlagen bleiben; die dadurch bewirkte Erſparniß iſt ſchen die fuͤr dieſelben nichts weniger, als nachtheilig. — feſtge⸗ ne Quer⸗ düſtii Pferderacen und Zucht. en kann, Es gibt in England drei weſentlich verſchiedene Racen von hiet auf landwirthſchaftlichen Arbeitspferden: die Lincoln⸗, die Cleveland⸗ laßt. Es und die Suffolkrace. Jede hat ihre eigenthuͤmlichen Vorzuͤge. ſchr bö⸗ Die erſte, die hauptſaͤchlich in der Grafſchaft, von der ſie den en Gurtes Namen traͤgt, gezogen wird, iſt das alte engliſche ſchwarze Kar⸗ und aupe renpferd, verbeſſert durch Kreuzung mit hollaͤndiſchen und flandri⸗ ſchen Stuten; ein traͤges Thier von großer Kraft und durch ſeine Groͤße und Staͤrke wohl befaͤhigt, ſchwere Laſten zu ziehen. Es nnt, nr l wird bisweilen zu vieren hinter einander vor den Pflug geſpannt 240 Siebentes Kapitel. und dadurch das Laͤcheln des Landwirths aus einer andern Gegend erregt; es ſind aber dann meiſt junge Thiere, die zur Arbeit ge⸗ woͤhnt und glimpflich im Ziehen abgerichtet werden. Sie verdienen auf dieſe Weiſe einen Theil ihrer Unterhaltungskoſten, werden ſpaͤterhin theuer an die Londoner Kaͤrner und Brauer verkauft. und ſind jedenfalls zu deren Gebrauch die beſten Thiere im gan⸗ zen Koͤnigreich. Man muß jedoch zugeſtehen, daß in zahlloſen Faͤllen die Aufmerkſamkeit mehr darauf gerichtet geweſen iſt, ein anſehnliches, als ein zu wirthſchaftlichem Gebrauch geeignetes Thier zu ziehen. Große, ſchwerhufige ſchwarze Pferde ſind lange Mode geweſen, es leidet auch wohl keinen Zweifel, daß manch⸗ mal die uͤble Beſchaffenheit der Wege und die Schwierigkeit der Arbeit mehr als gewoͤhnliche Kraft erheiſchen mag; aber große Pferde verlangen, wenn ſie nicht vom Fleiſch kommen ſollen, nicht nur verhaͤltnißmaͤßig mehr, ſondern auch beſſeres Futter, als die mittelmaͤßiger Groͤße. Dem Stolze des Landwirths, dergleichen Pferde zu haben, folgt gewoͤhnlich der Stolz ſeines Knechtes, ſie ſo fett wie moͤglich haben zu wollen, und da gewoͤhnlich keine Rechnung uͤber die Futterkoſten gehalten wird, ſo werden dieſel⸗ ben ſelten bekannt. In Lincolnſhire und einigen benachbarten Ge⸗ genden finden mehre Landwirthe bei der Aufzucht ſolcher ſchweren Thiere gewiß betraͤchtlichen Gewinn. Üüberhaupt wird wohl jeder Landwirth, der fuͤr junge Pferde paſſende Weide hat, einigen Vortheil dabei haben, wenn er ſich von einigen Stuten ſein Arbeitsvieh ſelbſt aufzieht. Wenn er dabei auch gerade nicht viel erſpart, ſo merkt er doch die dafuͤr zu machenden Auslagen nicht, und iſt er nicht genoͤthigt, fuͤr die Ergaͤnzung ſeines Inventa⸗ riums bedeutende Summen auf einmal zu zahlen. Aber das An⸗ kaufen von Fuͤllen in der Abſicht, ſie aufzuziehen und ſie dann an die Londoner Roßkaͤmme zu verkaufen, wird, wenn auch bis⸗ weilen hohe Preiſe erlangt werden, doch nur ſelten eine vortheil⸗ hafte Spekulation fuͤr einen Andern, als fuͤr wirkliche Pferde⸗ haͤndler abgeben. Die Landwirthe unternehmen dieſes in der Mei⸗ nung, daß ſie ihren Unterhalt waͤhrend der ganzen Zeit ihres Wachsthums verdienen und die Erhoͤhung des Preiſes reiner Ge⸗ winn ſei; aber dies iſt gewißlich ein Irrthum; denn dieſe großen Pferde gelangen vor dem fuͤnften bis ſechſten Jahre ſelten zur vollkommnen Ausbildung und fordern bis dahin mehr Sorgfalt und Schonung, als ſie durch ihre Arbeit bezahlen koͤnnen, oder verlieren hinſichtlich ihres Verkaufspreiſes. Fuͤr die Zwecke des 5 Gſ Landri hat, und mi Vnen geint. liſer ate zan dun di rräncer wüiüc Pnabbarte ſben eine 1 d fii un di ine ſe ſidfi hwm in de nanna hc Vorz 1 nithe en amn Rete do weie thäigen beſſer, gewahrt. daſer nu b inmer dhel ſeie j ſoche 1 fiit, an ſens unter nes gute hahlgba Pfin la dole Fand ſnd int rgader deren tor Vereſen hi die 6 vorden it 1 Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 241 ern Gehn Landwirths, der einen einigermaßen leicht zu bearbeitenden Boden Wbei 9 hat, und nicht weite Kalkfuhren, oder andere ſchwere Arbeiten je verdienen mit ihnen verrichten muß, ſind kleinere, thaͤtigere Pferde mehr n, werden geeignet, nicht nur, weil ſie ſchneller gehen und Anſtrengungen verkauft beſſer ertragen, ſondern auch, weil ſie bei wenigerem und gerin⸗ de im gan⸗ gerem Futter verhaͤltnißmaͤßig beſſer bei Fleiſche bleiben. n zahleſe Die Cleveland⸗Braunen, ſogenannt wegen der bei ihnen en iſt, in vorherrſchenden braunen Farbe und dem Landſtriche, wo ſie ur⸗ geeignetes anfaͤnglich gezuͤchtet wurden, findet man in ganz Yorkſhire und den ſind lang benachbarten Gegenden; ſie ſind ſechzehn bis ſiebzehn Faͤuſte hoch, aß manch⸗ haben eine ſchoͤne Vorhand, zeigen ſchon viel Blut, ſind thaͤtig, rigkeit der kraͤftig und zu allen landwirthſchaftlichen Zwecken wohl geeignet. ber große Aus ihnen ſtammt unſer beſter Schlag von Kutſchpferden, aber len, nicht ſie ſind faſt ausgeartet in Folge der Kreuzungen, die man mit , als die ihnen in der Abſicht, ihre Geſchwindigkeit zu vermehren, vorge⸗ dergleichen nommen hat. Doch haben ſie noch immer viel von ihren fruͤhe— ſechtes, ſie ren Vorzuͤgen beibehalten, und beſonders fuͤr diejenigen Land⸗ nlich keine wirthe einen großen Werth, die ihre Ackerpferde gelegentlich auch den dieſel⸗ zum Reiten und Kutſchfahren gebrauchen. Seit der Einfuͤhrung barten Ge⸗ des verbeſſerten Ackerbauſyſtems hat man auch den Werth eines et ſchweren thaͤtigen Geſpannes bei manchen wichtigen Wirthſchaftsgeſchaͤften wohl jeder beſſer, als fruͤher kennen gelernt; denn ſelbſt ein raſches Pfluͤgen t, einigen gewaͤhrt mehr Nutzen, als man gewoͤhnlich glaubt. Man findet tuten ſein daher nur noch fuͤr ſchweres Fuhrwerk auf den Landſtraßen, wo nicht viel es immer langſam geht, und von dem Gewicht des Thiers ein gen nicht, Theil ſeiner Kraft abhaͤngt, große, traͤge Pferde noch ſo nuͤtzlich, BInventa⸗ wie ſolche von geringerem Umfang. er das An⸗ Der Suffolk-Punch(Stoͤpſel) iſt, wie ſchon ſein Name ſie damn beſagt, ein ſtarkes Pferd von geringer Groͤße; ſelten uͤber, mei— auch bib⸗ ſtens unter 15 ½ Faͤuſte hoch und beſitzt die meiſten Kennzeichen e vortheil⸗ eines guten Zugpferdes; breiten Kopf, niedere, fuͤr das Kummet he Pferde wohlgebaute Schultern, ſtarken Nacken, tiefen und runden Bruſt⸗ n der Mi⸗ kaſten, langen Ruͤcken, hohe Kruppe, breites, kraͤftiges Hintertheil, b Un volle Flanken, runde Schenkel, kurze Feſſeln. Pferde dieſer Art räier Ge ſind ſtark und thaͤtig zu gleicher Zeit und werden in den ſuͤdlichen iſe guſn Gegenden ſehr begehrt, weil man ſie zur Wirthſchaft allen an⸗ ten zu deren vorzieht. Es iſt nur zu bedauern, daß in der Wuth fuͤr eſaufu Verbeſſerung aller Viehracen, die einige Jahre daher beſtanden tr lnde hat, die Stammrace der Suffolkpferde ſo mit anderen durchkreuzt Pnaß d worden iſt, daß man ſie nur noch ſehr ſelten rein findet, mit I. 16 242 Siebentes Kapitel. Ausnahme der Farbe, die in der Regel kaſtanienbraun iſt*). Man hat zwar ein laͤngeres und feineres Pferd erhalten, daſſelbe iſt aber hochbeiniger, weniger kompakt gebaut und nicht ſo gut fuͤr das Kummet geeignet. In letzter Hinſicht, die bei einem Zug⸗ pferd ſo wichtig iſt, war die alte Race wirklich unuͤbertreffbar, ſie wurden ſprichwoͤrtlich„reſpektable Zieher“(honest pullers) ge⸗ nannt, und zogen nicht nur Laſten, die mit ihrer Groͤße gar nicht im Verhaͤltniß zu ſein ſchienen, ſondern bewegten ſich auch da⸗ bei ſo flink, wie edle Thiere, nicht eher nachlaſſend, als bis ihre Kraͤfte erſchoͤpft waren. Die von der urſpruͤnglichen Race ſind zwar ſelten geworden; da aber doch von Einigen, die ſeinen wah⸗ ren Werth erkannten, das reine Blut, ohne Einmiſchung eines andern erhalten worden iſt, ſo laͤßt ſich hoffen, daß dieſe Race nicht gaͤnzlich verloren gehen werde. Die Clydesdale⸗Pferde werden vorzugsweiſe in Lanarkſhire, oder vielmehr im ganzen ſuͤdlichen Schottland aufgezogen, und in den noͤrdlichen Provinzen des Reichs ihrer Gelehrigkeit und Ausdauer wegen beſonders geſchaͤtzt. Einer Sage zufolge, die indeſſen widerlegt worden, ſoll das Clydesdale⸗Pferd ſeinen Urſprung einem Herzog von Hamilton zu verdanken haben, der einige der beſten Lanarkſhire⸗Stuten mit Hengſten paarte, die er, vor nunmehr zweihundert Jahren, aus Flandern gebracht hatte. Abgeſehen davon, daß die Ge— ſchichte einer jeden Viehrace etwas Intereſſantes darbietet, ſo iſt dieſes doch kein Gegenſtand von hoher Wichtigkeit, ob er gleich zu vielen Streitigkeiten Veranlaſſung gegeben hat. Es ſcheint eine alte Race zu ſein, die durch eine beſſere Haltung als ge⸗ woͤhnlich, ſeit der Mitte des vorigen Jahrhunderts verbeſſert wurde, und alle Empfehlung verdient. Die Pflege derſelben weicht im Ganzen nicht weſentlich von der der beſten Auferziehungs⸗ methoden in anderen Gegenden ab. Die traͤchtigen Stuten erhal⸗ *) In Betreff der Farbe dieſer Thiere findet ſich ein Widerſpruch, der nicht wohl aufzuklaͤren iſt. In dieſem Werke uͤber Britanniens Landwirth⸗ ſchaft iſt dieſelbe ausdruͤcklich chestnut(kaſtanienbraun) bezeichnet; in dem von derſelben Geſellſchaft herausgegebenen Werke uͤber das Pferd, welches Hr. Profeſſor Hering in Stuttgart deutſch bearbeitet hat, heißt es, ſeine Farbe ſei Sorrel, die eines Fuchſes. Ich vermuthe, daß Letzeres das richtigere, Je⸗ nes ein Druckfehler ſei, weil Profeſſor Hering, jedenfalls mit dieſem Gegen⸗ ſtande ganz vertraut, in ſeiner Bearbeitung des genannten Werkes ſich fuͤr die Fuchsfarbe erklaͤrt hat. Anm. d. üb. Giſ tan ni den ge füm und bon iunr yf Eie bion bei, N- Plirnwun Et dc t tgich Oelſt, uh tilli bei eine Beſimm dr Fii gab ſi in. Die uh beii ſamkeit Sriickſch fotxeezt in Aühne it). M daſſelbe i o gut ſin inem Zug⸗ bertreffbar allers) ge— e gar nicht auch da⸗ bis ihre Nace ſind einen wal⸗ ung eines dieſe Rar kanarkſhine ogen, und igkeit und , ſoll das Hawilton hire⸗Stuten eert Jahren, ß die G⸗ etet, ſo iſt b er gleich Es ſcheint n als ge⸗ verbeſſett e derſelben erziehunge⸗ uten erhal⸗ erſpruch, de ns Landwirt⸗ chnitz in dem pferd, welchs dsſein jnie ———öö——y— Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 243 ten maͤßige Arbeit bis kurz vor dem Fohlen, und die Fuͤllen wer⸗ den gegen Ende des Octobers abgeſetzt. Sie bleiben dann unter kuͤhlen Schuppen bis zum naͤchſten Sommer, wo ſie geweidet, und von da an dann, bis ſie vollkommen ausgewachſen ſind, immer pfleglich behandelt und nur maͤßig angeſtrengt werden. Sie bekommen dabei etwas Getreide, im Verhaͤltniß zu ihrer Ar⸗ beit, ½— 1 Peck taͤglich bei Ackerarbeit und mehr bei groͤßerer Anſtrengung. Manche Kohlenkaͤrner, die in der Naͤhe großer Staͤdte Lohnfuhrwerk ſtark betreiben, geben ihren Pferden dieſer Art taͤglich wohl 1 Buſhel Hafer, oder deſſen Werth an Bohnen. Die Laſt, welche von ſolchen Thieren fortgeſchafft wird, iſt aber auch vielleicht die groͤßte, die in Schottland vorkommt: 30 Cent⸗ ner, ohne den Karren, werden als die gewoͤhnliche Ladung fuͤr ein Pferd angeſehen, das damit bisweilen zwanzig Meilen den Tag faſt beſtaͤndig bergan gehen muß. Die Landwirthe geben ihnen bisweilen Kartoffeln oder Moͤhren, letztere werden jedoch fuͤr beſſer gehalten; auch wohl Leinſamen, entweder ganze Koͤrner oder Kuchen, einmal des Tages unter gedaͤmpftem Futter; dieſer iſt nicht nur naͤhrend, ſondern erhaͤlt auch den Leib offen und verhuͤtet Entzuͤndungen. Einen lebhaften Eindruck auf die Pferdezuͤchter ſcheint die bei einer der letzten großen Thierſchauen zu Glasgow gemachte Beſtimmung, daß kein Preis an Zugpferde mit weißen Beinen oder Fuͤßen ertheilt werden ſolle, hervorgebracht zu haben; es ergab ſich, daß faſt alle ausgeſtellten Pferde damit verſehen wa⸗ ren. Dies iſt ganz gewiß eine Unvollkommenheit; denn wenn auch bei einem guten Pferde auf die Farbe nichts ankommt, ſo iſt es doch allgemein bekannt, daß weiße Fuͤße jederzeit zaͤrtlicher und Zufaͤllen mehr unterworfen ſind, als dunkle und daher damit ver⸗ ſehene Pferde von Kennern nicht ſo theuer bezahlt werden. Der gewoͤhnliche iriſche Klepper wird vorzuͤglich in den Ge⸗ birgsgegenden gezogen. Er iſt gegen vierzehn Faͤuſte hoch, leicht geſchenkelt, aber kuhfeſſig und niedrig in den Schultern; dabei jedoch kurz gefeſſelt, kraͤftig von Beinen und gut von Hufen. Er iſt auch hart und unermuͤdlich, und ſelbſt bei der ſchlechteſten Koſt ein herrliches Reiſepferd. Dieſe Vorzuͤge und ſeine Genuͤg⸗ ſamkeit hinſichtlich der Menge und Guͤte des Futters verdienen Beruͤckſichtigung und ſind Urſache, daß die Aufzucht dieſer Thiere fortgeſetzt wird; auch iſt nicht zu verkennen, daß die in den letz⸗ ten Jahren gemachten Verſuche ihrer Veredlung nicht ohne Erfolg 16* ——————— 244 Siebentes Kapitel. geweſen ſind. Nichts kann uͤbrigens klaͤglicher ſein, als der Anblick der Ackerpferde in den meiſten irlaͤndiſchen Wirthſchaften, die ge⸗ woͤhnlich mit Geſchirren von Stricken und Kummeten von Stroh, gads genannt, angeſpannt werden. Faſt jeder Landwirth, der gegen 100 Acker Feld hat, haͤlt eine oder zwei Zuchtſtuten, die er bis vierzehn Tage vor dem Fohlen arbeiten laͤßt. Die Fuͤllen werden, wenn ſie drei Jahr alt ſind, entweder verkauft oder eingeſpannt; das Einzige, was bei dieſer Aufzucht beruͤckſichtigt wird, iſt die Groͤße des Zucht⸗ hengſtes und die Koſten des Bedeckens, die ſelten mehr, als drei halbe Kronen betragen duͤrfen und meiſtens mit ½ Barrel Hafer entrichtet werden. Dieſes Verfahren iſt der Veredlung hinderlich; ein anderes Hinderniß geht aus der Kreuzung mit ſchlechtgebau— ten Blutpferden hervor, durch die eine ungeſchickte Art von Blend⸗ lingen erzeugt wird, die den Erwartungen der Zuͤchter niemals entſpricht. Durch die Einfuͤhrung gut proportionirter Zuchthengſte von maͤßig gedrungenem Bau wuͤrde ein Pferdeſchlag darzuſtellen ſein, der zur Ackerarbeit und fuͤr die Verhaͤltniſſe des Landes beſ⸗ ſer ſich eignen wuͤrde, als hochbeinige Thiere, oder Wagenpferde der reinſten Race, die zu groß ſind. Im Norden iſt indeſſen einige Veredlung erfolgt durch die Kreuzung mit der Galloway— race, die kraͤftig gebaut iſt, zwiſchen dem entſchiedenen Reit- und Wagenſchlag gleichſam mitteninne ſteht, zu ſtrenger Arbeit wohl ſich eignet, und uͤberdies leicht zu unterhalten iſt. Der Galloway erſcheint plump wegen ſeines rauhen Haars, weil ihm nur ſelten die Wohlthat unter einem Dach zu ſtehn, zu Theil wird, aber er iſt wohlgebaut, kraͤftig von Sehnen, und ſobald er einigerma— ßen gut gehalten wird, zur Ertragung großer Strapazen wohl geeignet. Naͤchſt der zu fruͤhen Anſpannung und kaͤrglichen Fuͤtterung der Pferde iſt deren ſchlechte Abrichtung haͤufig zu beklagen. In dieſer Hinſicht geben ſich die meiſten Landwirthe keine Muͤhe. Das gewoͤhnlichſte Verfahren iſt, das Pferd, wenn es drei Jahr alt iſt, an die Egge zu ſpannen und ſollte es ſich muthig ſtellen, es muͤde zu arbeiten. Iſt es trotzig oder widerſpenſtig, ſo wird es unbarmherzig gepeitſcht, oft um den Kopf herum und von ſanfteren Mitteln hoͤchſt ſelten Gebrauch gemacht. So wird ſein Temperament durch uͤble Behandlung verdorben; es wird fehler— haft, waͤhrend es bei einem zweckmaͤßigen Verfahren jedes Glied zum Dienſte ſeines Herrn gebrauchen wuͤrde. Junge Pferde muͤſ⸗ Gäſpe ſen dur Miul ſl nurnt qinn keſer A mtden m daſen ſe m nd ſi ſi ufd bnucen, d zu h caict hab Ei weden ſnd, zur künnen nun nnn ſ ni pfed vind tmächlch, oung de M daß wr ausgejei ſtarker i Slute, d benns die und lret, ſf, daß ſi fin und ijon 6 fe er Aüſcht ſade ſt Ree Vor ten Futee lin wwän Aüſentha den nach ſin, un Ven iie Rae — Geſpannarbeiten, Pferde, Jutterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 245 der Andi ſen durch Liebkoſungen zur Arbeit gewoͤhnt werden. Wenn ſanfte en, di Mittel fehlſchlagen, kann zu haͤrteren gegriffen werden; aber immer von St nur mit Maͤßigung; denn bei neun Pferden von zehn hat Milde einen beſſern Erfolg als Strenge. het, hil Das beſte Verfahren, Pferde zur Feldarbeit abzurichten, iſt, ze vor den nachdem man ſie daran gewoͤhnt hat, daß ſie mit ſich umgehn edrei Ich laſſen, ſie mit einem alten ſicheren Thiere vor den Pflug zu ſpan⸗ nen und ſie einem ruhigen, verſtaͤndigen Kerl zu uͤbergeben. Sie zi de u ſind auf dieſe Weiſe ſchon nach vollendetem zweiten Jahre zu r, als dra brauchen, duͤrfen aber immer nur maͤßig angeſtrengt werden und rrel Hafn blos zu halben Tagen arbeiten. Erſt wenn ſie ihr viertes Jahr binderlih erreicht haben, koͤnnen ſie eine groͤßere Anſtrengung vertragen. lchtgebnr⸗ Sie werden dann, indem man ihre Arbeitsleiſtung immer ver⸗ on Blend ſtaͤrkt, zur vollen Entwickelung ihrer Kraͤfte gelangt ſein, und er niemil koͤnnen nun ohne Nachtheil vollkommen gebraucht werden, wenn ucßthenxf man ſie nicht etwa zu allzugroßer Eil antreibt. Ein Arbeits⸗ arzuſelln pferd wird ſelten durch eine maͤßige Arbeit leiden, wenn ſolche 4,7 gemaͤchlich, oder doch wenigſtens nicht mit bedeutender Beſchleu⸗ 1 5 hoſ⸗ dhie nigung des natuͤrlichen Arbeitsſchrittes verrichtet wird.. ſt meſm Die Pferdezucht iſt ein ſo eigenthuͤmlicher Wirthſchaftszweig, daß wir hier weiter nichts daruͤber bemerken woöͤllen, als daß ein Galbu⸗ ausgezeichneter Anatom, Clive, der Meinung iſt, die Stute ſolle iem ſtaͤrker im Leibe ſein als der Hengſt. Eine im Zug gebrauchte lrbeit wi Stute, die zugleich als Mutterpferd zur Kompletirung des Ge⸗ Galbway ſpanns dienen ſoll, muß alſo, im Verhaͤltniß zu ihrer Hoͤhe lang nur ſeltm und breit, und voll in der Flanke ſein, weil dies ein Zeichen vid, aber iſt, daß ſie das Junge gut aufbringen werde. Sie muß ferner ſeinigerma⸗ geſund und kraͤftig von Koͤrper, ſanft von Temperament und ganz zazen woh frei von Erbfehlern ſein. Wer einen anerkannt guten Schlag . dieſer Art beſitzt, ſollte ſehr vorſichtig mit Kreuzungsverſuchen in Fütterung der Abſicht, ihn zu veredeln ſein. Die Auferziehung junger Zug⸗ kagen. 8 pferde iſt uͤbrigens allgemein bekannt, und erfordert wenig beſon⸗ ene Nihe dere Vorkehrungen. Es iſt dazu, außer hinreichendem und gu⸗ 3 drei Iit tem Futter, nichts weiter noͤthig, als daß man ihnen im Winter uthig ſeeln ein trocknes Lager verſchafft; doch ſind trockne Schuppen zu ihrem iig, ſo wi Aufenthalt beſſer, als warme Staͤlle. So behandelte Fuͤllen wer— im und don den nach vollendetem zweiten Jahre kraͤftig und abgehaͤrtet genug Zo wid ſein ſein, um mit an den Pflug geſpannt werden zu koͤnnen. wid fihle⸗ Wenn auch die verſchiedenen Eigenſchaften, durch die ſich des Glid eine Race vor der andern auszeichnet, wohl zu beruͤckſichtigen ferde miſ 246 Siebentes Kapitel. ſind, ſo ſteht es doch nicht oft in des Landwirths Macht, darin eine Auswahl ganz nach Wunſch zu treffen; denn gewoͤhnlich iſt der Gegend, worin er wohnt, ein beſonderer Pferdeſchlag eigen⸗ thuͤmlich, und daraus ſein Zugvieh zu kaufen fuͤr ihn am paſſendſten. Beſitzt indeſſen Einer eine gute Race, dann kann er leicht von einer oder mehren Stuten alljaͤhrlich Fuͤllen ziehen, ohne ihre Ar⸗ beitsleiſtung bedeutend zu verringern, und ſich ſo faſt unmerklich und ohne große Auslage ſeine Geſpanne ergaͤnzen, deren Anſchaf— fung auf andere Weiſe immer anſehnliche Summen koſtet. Auf leichten Bodenarten ſind die Vorzuͤge eines behenden, flink ſich bewegenden Thieres vor einem ſchweren Karrengaul unbeſtreitbar; doch legt man gewoͤhnlich auf die Geſchwindigkeit bei allen Wirth⸗ ſchaftsarbeiten ohne Unterſchied einen zu großen Werth; denn in einem ſehr ſtrengen Boden, wo der Pflug nur mit Schwierigkeit arbeitet, iſt ſie von geringem Nutzen. Was den Gebrauch, die Wirthſchaftsarbeiten mit leichten ausgedienten Kutſch- oder Jagd⸗ pferden, die oft ſteif und ganz niedergetrieben ſiud, und nicht feſt im Kummet ſtecken, zu verrichten, betrifft, ſo bringt der⸗ ſelbe bei keinem Geſchaͤft, als etwa bei ganz leichtem Zug, eini⸗ gen Vortheil. Ein Zugthier zieht um ſo leichter eine große Laſt fort, je ſchwerer es iſt, weil es dadurch in den Stand geſetzt wird, ein großes Gegengewicht, oder die hinter ihm befindliche Laſt mit dem geringſten Kraftaufwand zu uͤberwinden. Schnel⸗ ligkeit iſt eine andere Kraftaͤußerung, und wenn auch ein raſches fluͤchtiges Pferd vielleicht auf eine kurze Strecke mehr ziehen ſollte, als ein ſchwereres, langſameres, ſo wird es doch dadurch weit eher ermuͤdet; im Gewicht des Thieres liegt daher vorzugsweiſe ſeine Tauglichkeit zum ſchweren Zuge, und auch bei den Pferden, die zur Bearbeitung eines ſehr zaͤhen Bodens beſtimmt ſind, darf ſolches nicht unberuͤckſichtigt bleiben. Maulthiere und Eſel. Dieſer Mangel an Gewicht macht die Maulthiere untauglich zum ſchweren Zug. Sie tragen dagegen 20 Steine Laſt bergauf bergab auf den ſteinigen Gebirgswegen Spaniens dreißig Meilen weit taͤglich fort. Pferde ſind nicht im Stande, unter dem Packſattel ſo viel zu leiſten; aber ihr groͤßeres Selbſtgewicht macht ſie zu einem ſchweren Zug mit geringer Anſtrengung faͤhig, — ſitt g Tagm u wäſtens Beden Das d jedeama vlrde rauchen terini weilen wo ma ſdine kon ngſa in Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 247 lach, de waͤhrend das Maulthier dabei ſeine ganzen Kraͤfte aufwenden wohnlih i muß. ſchlag eige Maulthiere werden bisweilen erzeugt von Pferdehengſten und paſſendſte Eſelſtuten, am meiſten jedoch von Eſelhengſten und Pferdeſtuten. t leich ton Letztere werden vorzugsweiſe Maulthiere, jene zum Unterſchied ne ihre A⸗ Mauleſel genannt. Sie ſelbſt pflanzen ſich nicht fort; denn es unmerklich ſcheint, wenige Faͤlle ausgenommen, ein Naturgeſetz zu ſein, daß en Arſchaf die Baſtarde verſchiedener Arten unfaͤhig zur Zeugung ſein ſollen. ſtet. Auf Die Maulthiere werden in den meiſten ſuͤdlichen Laͤndern ſehr als „flink ſich Laſtthiere geſchaͤtzt, bei uns jedoch meiſtens zum Zug verwendet. heſtitbar; Sie ſind haͤrter, feſter, kraͤftiger im Verhaͤltniß zu ihrem Ge⸗ len Wirth⸗ wicht, als die Pferde; daher auch weniger Krankheiten unterwor⸗ z denn in fen, und von laͤngerer Lebensdauer; denn ſie bleiben in der Re— hwierigkäi gel volle dreißig, ja vierzig Jahre zur Arbeit tauglich. Sie ſind rauch, die uͤberdies mit geringeren Koſten zu ernaͤhren, und wenn ſie in den der Jagd⸗ Haͤnden guter Herren mit Milde und Menſchlichkeit behandelt werden, erſcheinen die gewoͤhnlichen Klagen uͤber ihre Widerſpen⸗ und nicht ringt 1 ſtigkeit ganz unbegruͤndet. Sie ſind ſehr brauchbar auf harten Zug, eini Wegen und zum Eggen, weil das Erdreich, wenn dieſes geſchieht, gooße Lif meiſtens trocken iſt, und daher ihre ſchmalen Hufe nicht in den Boden einſinken, wie es bei ſchwerer Pflugarbeit der Fall iſt. tand geſet 3 4 3 1 6 d ſ Das Zugvieh, ſo wie das Geraͤthe, womit es arbeitet, ſollten befindli 4 We ſ 3 4 jedesmal im Verhaͤltniß zum Boden gewaͤhlt werden; und es Stu miß zu w iit tuſchs wuͤrde eben ſo unſinnig ſein, Ochſen auf ſteinigem Boden zu brauchen, wie Maulthiere zum Pfluͤgen eines naſſen, ſtrengen nſie Kley's zu verwenden. In Irland hat man ſie ſchon ſeit lan— erzuzviſ ger Zeit eingefuͤhrt und ihre Zucht im Norden des Landes ſehr Vfad verbeſſert durch Eſel aus Malta, die weit ſchoͤner, groͤßer und en Tfer 3 ſtaͤrker ſind, als andere Eſel. Ob nun aber gleich die Nuͤtzlichkeit ſind, dj der Maulthiere in Irland anerkannt wird, ſo herrſcht doch da⸗ ſelbſt ein Vorurtheil gegen ihre Aufzucht: die Landwirthe bilden ſich meiſtens ein, ſie koͤnnten ein vorzuͤgliches Pferd von jeder ſchlechten Stute ziehen, wenn zſie ſelbige nur von einem ſchoͤnen Hengſt belegen laſſen; wie thoͤricht indeſſen dieſe Erwartungen 1 ſind, brauchen wir nicht erſt zu ſagen. Waͤren ſie dagegen ſo untugit vernuͤnftig, einen kraͤftigen Eſelhengſt anzuwenden, ſo wuͤrde bis⸗ Stein A weilen ein nuͤtzliches Thier zum Vorſchein kommen. In Spanien, iens draßg wo man der Maulthierzucht große Aufmerkſamkeit ſchenkt, beſteht and, uner eine koͤnigliche Stuterei, wo Efelhengſte gezogen werden, zu Rey⸗ — noſa in Aſturien. Wollten die Landwirthe dergleichen Thiere fuͤr ſpung 9' 248 Siebentes Kapitel. ſolche geringe Stuten, die in den ſumpfigen und bergigen Ge⸗ genden des Landes in weiten Strecken zu finden ſind, nehmen, ſo wuͤrden ſie ſehr werthvolle Zugthiere fuͤr ihren eigenen Ge⸗ brauch ziehen, die auch wegen ihrer anerkannten Brauchbarkeit zu allen landwirthſchaftlichen Zwecken, gar bald einen hohen Preis erlangen wuͤrden. Was den Einwurf betrifft, daß es unmoͤg— lich ſei, die Zucht mit ihnen ſelbſt fortzuſetzen, ſo iſt dagegen zu bemerken, daß dieſe Thiere viel laͤnger, faſt noch einmal ſo lange wie ein Pferd leben und daß es in den Gegenden, wo ſie zur Arbeit gebraucht werden, nicht daran fehlt. Es iſt uͤberdies viel⸗ leicht nicht allgemein bekannt, daß, wenn eine Stute von einem Pferdehengſt nicht zukommen will, demungeachtet wahrſcheinlich tragend wird, wenn ein Eſelhengſt ſie belegt. Die Geſtalt und Lebensart des gemeinen Eſels ſind ſo wohl bekannt, daß es unnoͤthig waͤre, etwas daruͤber zu ſagen; doch verdient bemerkt zu werden, daß derſelbe erſt vor nicht gar lan⸗ ger Zeit in Europa eingefuͤhrt worden iſt. In Hollinſhed's Chro⸗ nik ſteht ſogar, daß man in England zur Zeit der Koͤnigin Eliſabeth keine Eſel gezogen habe; darin hat er jedoch unrecht, denn es iſt von ihrem Gebrauch in einer weit fruͤheren Periode die Rede; Raber wahrſcheinlich waren ſie nur ſelten, wie ſie noch jetzt im Norden des Landes wenig vorkommen. Die in England bekannten ſind eine ſchlechte Race, der nie⸗ mals viel Aufmerkſamkeit geſchenkt worden iſt; es gibt aber ver— ſchiedene Arten, die durch eine Kreuzung ſehr zu veredeln ſein moͤchten. Der wilde Eſel in Perſien und Afrika, von dem ein Fohlen vor Kurzem nach London gebracht wurde, iſt als ein ſehr ſchnelles und kraͤftiges Thier bekannt. Auch in Arabien gibt es eine Race, die hauptſaͤchlich zum Reiten gebraucht wird, und von der Inſel Gozzo im mittellaͤndiſchen Meere kamen einige als Zucht⸗ hengſte zur Erziehung von Maulthieren nach England, die eine Hoͤhe von vierzehn Faͤuſten erreichten und das Stuͤck mit 100 Guineen bezahlt wurden.. Es iſt zu verwundern, daß die Eſel von den Landwirthen nicht mehr gebraucht werden, da ſie ſo nuͤtzlich und ſo wohlfeil zu erhalten ſind; denn ſie begnuͤgen ſich mit dem ſchlechten Gras von Raͤndern und Wegen, und mit dem, was von anderem Vieh nicht gefreſſen wird, und dennoch tragen ſie ſchwere Laſten, und koͤnnten daher mit Vortheil zum Herbeiſchaffen des Gruͤnfutters fuͤr das auf dem Stalle gefuͤtterte Vieh, ſo wie zum Abtragen V Gij der als werda. tiftnd N iit ſa darwntr Enme nur um in g nnh dem licht Lruft i n vg C vlnd Einnahme itung g ds Lich nahten. dr Sch Regel i wenden ſictigu daſebe alf deſ gen Ein rgigen ge , nehma genen Ge rauchber hohen Prii ds unnog⸗ daggn; 1 1rſo lange wo ſie zur erdies viel von einem hrſcheinlich d ſo wohl eenz doch gar lan⸗ d's Chro⸗ Eliſabeth denn es die Rede; h jetzt im e, der wi t aber ber rredeln ſen on dem ein ls ein ſchr ien gibt e ), und bon jals Zuch d, die iin mit 10 andwitthn ſo wohſil hten Gta⸗ derem Ji gſten, und Hrünitters ütragen Geſpannarbeiten, Pferde, Futterkoſten, Arbeitsleiſtung, ꝛc. 249 der ausgehackten oder ausgejaͤteten Unkraͤuter vom Felde benutzt werden. Dabei waͤren Kinder als Treiber anzuſtellen und große tiefherabgehende Koͤrbe zur Erleichterung des Aufladens anzuwen⸗ den. Die durch Jaͤtegras zu bewirkende Futtererſparniß iſt zwar nicht hoch aͤn Geld zu veranſchlagen, doch gibt es manche Pflanze darunter, die von dem Vieh gern gefreſſen wird, und daher das Sammeln verdient; wendet man aber die Eſel vorzugsweiſe auch nur zum Wegſchaffen des ausgehackten Unkrauts an, ſo leiſten ſie ſchon große Dienſte; denn wenigſtens die Haͤlfte davon wurzelt nach dem kleinſten Regen wieder ein, und das uͤbrige geht, wenn es nicht gefreſſen wird, fuͤr den Duͤngerhaufen verloren; dieſem Verluſt iſt aber vorzubeugen, wenn man daſſelbe zuſammenbringt und wegſchafft. Die Anſtellung von Jungen zum Treiben der Eſel wuͤrde uͤberdies nicht nur den armen Tageloͤhnerfamilien, ihre Einnahmen, wenn auch nur um wenig vermehrend, eine Unter⸗ ſtuͤtzung gewaͤhren, ſondern auch den Kindern fruͤh zur Abwartung des Vieh's Anleitung geben und ihre Liebe zu den Thieren ver— mehren. Das iſt beſonders auffallend in Frankreich, Spanien, der Schweiz und Deutſchland, wo die Schafe und Rinder in der Regel ihren Hirten auf die Felder folgen, nicht dahin getrieben werden, und die Landleute, von Jugend auf mehr an die Beauf— ſichtigung des Viehes, wegen Mangels an Einhegungen, gewoͤhnt, daſſelbe bald mit Zuneigung und Milde behandeln lernen, was auf deſſen groͤßere Gelehrigkeit und beſſern Zuſtand einen guͤnſti— gen Einfluß hat. Achtes Kapitel. Arbeit des Zugviehes. Gewoͤhnung und Be⸗ handlung deſſelben. Vergleichung zwiſchen Pferden und Ochſen als Zugvieh. 5 In fruͤherer Zeit, wo der Ackerbau in ſeiner Kindheit blos auf die Produktion von Koͤrnern beſchraͤnkt war, und die meiſten 250 Achtes Kapitel. Guͤter großen Antheil an gemeinſchaftlichen uneingefriedigten Wei⸗ delaͤndereien hatten, wurden blos Ochſen zu den landwirthſchaftli⸗ chen Arbeiten angewendet. Sie reichten dazu vollkommen hin, weil jene bei einem blos zwiſchen Brache und Halmfruͤchten abwechſelndem Wirthſchaftsſyſteme nicht draͤngend und zahlreich waren, Marktfuhren nicht vorkamen, und an ein Herbeiſchaffen von Duͤngmaterialien aus weiter Ferne nicht gedacht wurde; auch waren ſie ſehr wohlfeil zu unterhalten mit Weidegras im Som— mer und mit Stroh im Winter, bis ſie, zur Arbeit nicht mehr tauglich, an die Schlachtbank geliefert wurden. Es iſt ſogar zweifelhaft, ob das damals angebaute Land bei der uͤberdies noch ſtattfindenden mangelhaften Behandlung hingereicht haben wuͤrde, die zur laͤndlichen Arbeit nothwendigen Pferdezuͤge und die zur menſchlichen Nahrung erforderlichen Ochſen zugleich zu erhalten. Man darf ſich daher nicht wundern, wenn der alte Fitzherbert in ſeinem 1523 herausgegebenen Buche von der Landwirthſchaft ſagt: „deshalb ſcheint mir, Alles genau betrachtet, der Ochſenpflug vor⸗ theilhafter, als der Pferdepflug.“ Als aber durch die Einfuͤh⸗ rung der kuͤnſtlichen Grasſorten, und die Aufnahme der Turnips, Kartoffeln und anderer Wurzelgewaͤchſe in dem Feldbau eine neue Aera fuͤr den Landwirth begann, wurden die Acker, welche fruͤher unbenutzt da lagen, bis ſie ſich von der vorhergegangenen Er⸗ ſchoͤpfung erholt hatten, zur Erzeugung von Futtergewaͤchſen be⸗ nutzt, und es dadurch moͤglich, mehr Vieh zu ernaͤhren, zu- gleich auch mit dem dadurch mehr gewonnenen Duͤnger das Land in beſſerem Zuſtand zu erhalten. Als ferner die fruchtbar machenden Eigenſchaften des Kalk's und anderer aͤhnlicher Sub— ſtanzen allgemeiner bekannt wurden, machte man einen immer ſtaͤrkern Gebrauch von ihnen fuͤr den Feldbau, und die Drill⸗ und Pferdehakenkultur trat endlich faſt ganz an die Stelle der fruͤhern Brache. Da aber alle dieſe Verbeſſerungen mehr und raſchere Arbeit forderten, als die ſchwerfaͤlligen Ochſen allein leiſten konnten, und die Anwendung der Pferde nicht mehr durch Futtermangel gehindert wurde, kamen jene immer mehr außer Gebrauch. Auch noch andere Umſtaͤnde trugen zu dieſer Umaͤnderung bei. Auf neanchen Bodenarten zeigte ſich bei der neuen Wirth⸗ ſchaftsweiſe die Schafzucht vortheilhafter, als die Rindviehzucht; die ſchwachen bisher gezogenen Ochſen reichten nicht mehr hin zu der von ihnem verlangten Arbeit, und von den Weidegruͤnden, ——ñ⏑:ñ:.n n:A.ynͤͤ—— Achei auf denn übedis w ſtenaagan nih hern darn hi ds uſch ſar de Vpnichla bmffen be ladrace un m zun 30 ker d hüter nur ru, echiel ſitm Lic tr, de Oc bennt wor Mode hat de Oöſſen wegüichen ſchirres! Knechten knun g gung der auch eine dines Mar Döſen un dinge. Indiſ dls zuxri athxrſhe Biit ine ſtitdenen dil A büſſat w cen ge den diſ ihren Ge lntnomme ſe da L ———⸗—⸗—⸗—⸗⸗⸗⸗⸗—⸗—————— zin Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 251 en Vi⸗ tjti auf denen ſie ſich naͤhrten, kamen taͤglich mehr zum Umbruch. wmen ſin überdies wurden mit der Verbeſſerung der Pferdezucht große An⸗ anfrüctn ſtrengungen gemacht und daruͤber die Rindviehzucht verhaͤltniß⸗ zchtec maͤßig vernachlaͤſſigt; Schnelligkeit und Staͤrke zu gleicher Zeit veſchafmn waren bei jener damals die Hauptruͤckſichten, ſowohl bei Reit⸗ ddez auh als Kutſchpferden; und manches gute Jagdpferd der fruͤheren Zeit, m Som⸗ ſowie die meiſten Kutſchpferde wurden von Stuten des ſchweren it nehr Wagenſchlags, die man mit dreiviertel oder wohl auch Vollblut⸗ ſi ſogar hengſten belegen ließ, gezogen. So entſtand die beruͤhmte Cleve⸗ ies noch landrace und mehre Landwirthe fanden ihre Rechnung dabei, Stu⸗ Julade ten zum Zug zu halten, die ſie zu gleicher Zeit zur Zucht und die zu zu ihrer Feldarbeit benutzten. Das Maſtungsgeſchaͤft, welches ahalen bisher nur auf die mit Fettweiden verſehenen Gegenden beſchraͤnkt ersee i war, erhielt ferner eine weitere Ausdehnung; die Nachfrage nach gſt ſgt fettem Vieh vermehrte ſich und man fand es haͤufig vortheilhaf⸗ ug dir ter, die Ochſen zu maͤſten, welche in der Jugend nicht ange⸗ Eifüh⸗ ſpannt worden waren, als ſie zum Zug zu benutzen. Auch die Mode hat ihren Antheil an dieſer Umaͤnderung. Die Langſamkeit Turnipd, der Ochſen, die Unſcheinbarkeit des Joches und des Treibeſtockes Ane ii verglichen mit der Lebhaftigkeit der Pferde, ihres zierlicheren Ge⸗ ce fruͤhe ſchirres und der Fiſchbeinpeitſche, machten ſie in den Augen der Penen E⸗ Knechte veraͤchtlich, und es hat dieſer Umſtand, ob man es gleich icſen be⸗ kaum glauben ſollte, faſt mehr als ein anderer zur Herabwuͤrdi⸗ hen, zu⸗ gung der Ochſen als Zugvieh beigetragen. Doch vermag wohl ger das auch eine genaue Vergleichung der Koſten und Annehmlichkeiten ruchtbar eines Paares Zugpferde mit dem Aufwande, den vier langſame a Sub— Ochſen und ihr Treiber verurſachen, letztere hie und da zu ver— immer draͤngen. eDril⸗ Indeſſen findet man ſie doch noch in einzelnen Gegenden tell der als Zugvieh in Anwendung, ſo in Suſſex, Devon und deren n mehr Nachbarſchaft, in Glamorgan und Hereford, die ſchon lange im Ochſen Beſitz eines gut zur Arbeit tauglichen Schlages ſind. Die ver⸗ cht mehr ſchiedenen Rindviehracen haben uͤberdies in den letzten Jahren net mehr viel Aufmerkſamkeit auf ſich gezogen und ſind dadurch ſehr ver⸗ beſſert worden. Es gibt daher in der neueſten Zeit wieder man⸗ anderung chen gebildeten Landwirth und theoretiſchen Schriftſteller, welche en Wirk⸗ den Ochſen vor den Pferden den Vorzug als Zugvieh geben und vittzucht ihren Gebrauch mit Gruͤnden, der politiſchen und Privatoͤkonomie er hin zu entnommen, mit Heftigkeit empfehlen. Dieſe Gruͤnde, ſo weit degnden, ſie den Landwirth angehen, ſind ungefaͤhr folgende: 252 Achtes Kapitel. Die Ochſen verurſachen weniger Koſten an Futter, Hufbe— ſchlag und Geſchirr, ſind enizer Zufaͤllen unterworfen und er⸗ fordern weniger Aufmerkſamkeit als die Pferde, ſie ſind mehr ge⸗ eignet zu ſchwerem Zug und verrichten im Verhaͤltniß zu ihren jaͤhrlichen Unterhaltungskoſten mehr Arbeit; ſie nehmen endlich waͤhrend der Arbeit an Werth zu, und werden, dazu nicht mehr tauglich, theurer bezahlt, als Anfangs; das Pferd dagegen nimmt immer an Werth ab und wird endlich fuͤr den Preis ſeiner Haut verkauft. Dagegen wird erwidert: Pferde ſind zwar koſtſpieliger zu unterhalten, verrichten aber ihre Arbeit beſſer und ſchneller; wenn Ochſen feſter im Zuge ſind, ſo ſind ſie auch dabei weniger thaͤtig, minder geeignet, ſchlechte Wege zu uͤberwinden, und Unbilden der Witterung zu ertragen; nicht ſo faͤhig, eine außerordentliche Anſtrengung zu uͤberſtehen, weniger lenkſam, und folglich im Allgemeinen minder brauchbar, als die Pferde; der Werth der Ochſen ſteigt ferner nur dann, wenn ſie wenige Jahre arbeiten, und hernach verkauft werden; wollte man die Pferde eben nicht laͤnger arbeiten laſſen und in demſelben Alter verkaufen, ſo wuͤrde der Gewinn noch groͤßer ſein. Dieſe entgegengeſetzten Anſichten ſind mit großem Eifer durch zahlloſe Berechnungen erwieſen worden, die jedoch, auf willkuͤhr⸗ liche Annahmen geſtuͤtzt, nur wenig Aufmerkſamkeit verdienen; ſelbſt komparative Verſuche, die neuerer Zeit von einſichtsvollen, vorurtheilsfreien Maͤnnern unternommen wurden, koͤnnen auf kein unbegrenztes Vertrauen Anſpruch machen. Wuͤrde eine ver⸗ haͤltnißmaͤßig gleiche Anzahl von Pferden und Ochſen, ebenfalls verhaͤltnißmaͤßig gleich an Kraft, Groͤße und Beſchaffenheit, ein ganzes Jahr lang auf zwei Grundſtuͤcken gleicher Groͤße, Eigen— ſchaften und Bewirthſchaftungsart gleichmaͤßig beſchaͤftigt, wuͤrde ferner eine genaue Rechnung uͤber ihre Koſten an Futter, Hufbe⸗ ſchlag, Abwartung, Geſchirr ꝛc., ſowie uͤber ihre geleiſtete Arbeit, gefuͤhrt und damit eine woͤchentliche Aufzeichnung uͤber die Ver— aͤnderung ihres Zuſtandes verbunden; wuͤrde zuletzt der Ertrag eines jeden Grundſtuͤcks genau berechnet, dann ließe ſich allenfalls daraus ein richtiger Schluß auf ihre Tauglichkeit zum Zug zie— hen und das Verhaͤltniß zwiſchen den Anſchaffungskoſten und dem Verkaufspreiſe muͤßte endlich uͤber ihren wahren Werth als Zug— vieh entſcheiden. Nichts kann aber unbeſtimmter und unentſcheid— barer ſein, als die gewoͤhnlich mitgetheilten Berechnungen, ſelbſt Äthe vem ſee dnd lchi ri gtht u iir Gätk und dul ct igs lithe moveſt ful der F Daß d eit einde in Atbei fan einen n ſ b ſäcſt ſo un Entzet ur nignüche J datendet! fene, ſabf ſoden, d den, waͤ Ochſens: einnal er und or. manhen, wingen dich. jſt en; n Lndgit N ſo 1 dher die E gewätnichen hen. De den, ſät e Ktätn en, da antt 1 ſein unm ſun hten, tn, und Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 253 r, Hufte⸗ en aaie wenn ſie unparteiiſch ſind. Wir hoͤren beſtaͤndig, daß ein Acker mahr ge Land taͤglich von einem Paar Ochſen umgepfluͤgt werde; aber Jzu ihren wir erfahren ſelten, wie lange dieſe Arbeit fortgeſetzt, oder auf un edich was fuͤr Weiſe ſie verrichtet wurde, da doch hierbei von der nicht meh Breite und Tiefe der Furche, ſowie von dem Zuſtand des Bodens ſo viel abhaͤngt, daß man ohne genaue Angabe daruͤber kein rich⸗ zu N aar tiges Urtheil faͤllen kann; eben ſo wird nichts uͤber die Fuͤtte— rungsweiſe der Thiere bekannt, und doch haͤngt davon der Haupt⸗ theil der Frage in Bezug auf Gewinn und Verluſt ab. ütn aber Daß die Ochſen ſo allgemein als Zugvieh abgekommen ſind, ug fin ſcheint ein deutlicher Beweis, daß ſie weniger zu den landwirthſchaft⸗ ſleite lichen Arbeiten taugen, als die Pferde, und es gibt in der That ertaxgen kaum einen Gegenſtand, uͤber den die Praktiker„ zumal in Schott⸗ tbarſehn land, ſo uͤbereinſtimmend denken. Die Jahreszeiten ſind aber da⸗ anröka ſelbſt ſo unregelmaͤßig, der Witterungswechſel zur Saat⸗ und ln dani Erntezeit unterbricht die Arbeiten ſo oft, daß nicht ſelten unge⸗ vede woͤhnliche Anſtrengungen noͤthig werden, und dann findet ein be⸗ b 1 deutender Unterſchied zwiſchen Pferden und Ochſen ſtatt, indem 6n unſ jene, ſelbſt wenn ſie abgetrieben ſind, doch, ſobald die Noth es iherfa fördert, durch eine Futterzulage zu einer Extraarbeit faͤhig wer— Effr dudh den, waͤhrend keine Vermehrung des Futters die Langſamkeit des fvilküht⸗ Ochſens in einem ſolchen Grade zu beſchleunigen vermag; iſt er verdiene; einmal ermuͤdet, ſo will er ſich ſelbſt im Geſchirre niederlegen, htövolln, und der Treibeſtock iſt nicht im Stande, ſeinen Schritt ſchneller nen auf zu machen, wenn er arbeitet, oder ihn zur Fortſetzung deſſelben enne der⸗ zu zwingen, wenn er muͤde iſt; auch iſt ihm das Überarbeiten cberfalb ſchaͤrlich. In England tritt jedoch ein ſolcher Arbeitsdrang nicht heit, en ſo oft ein; uͤberdies iſt gewoͤhnlich mehr Weideland bei den daſi— 2 üiger gen Landguͤtern, als bei denen in den ſchottiſchen Ebenen, und t, würde daher die Erhaltung des Rindviehes leichter; auch eignen ſich die r, Hufb⸗ gewoͤhnlichen engliſchen Racen beſſer zum Zug, als die ſchotti— tte Arbei ſchen. Die angeregte Frage hat einen neuen Karakter angenom⸗ rdie Ver⸗ men, ſeit es erwieſen iſt, daß man die Ochſen recht gut paarweiſe der Erttag arbeiten laſſen und auch bei ihnen Zaum und Peitſche anwenden Halerfäle kann; dadurch iſt manches Vorurtheil gegen ſie beſiegt, und die n Zug zi⸗ Anſicht erzeugt worden, daß es doch theilweis wohl vortheilhaft n und dm ſein koͤnne, ſie zur Ackerarbeit zu benutzen. Man mag die Sache h ab Alg⸗ betrachten, von welcher Seite man will, ſo iſt ſie von Wichtig— unenſched⸗ keit, und eine kurze Aufzaͤhlung verbuͤrgter Thatſachen kann viel⸗ gen ſelht 254 Achtes Kapitel. leicht beſſer, als ein ſpekulatives Raiſonnement, das Urtheil bei Entſcheidung uͤber dieſe Angelegenheit leiten. Bei verſchiedenen Wettpfluͤgen, die von der Ackerbaugeſell⸗ ſchaft zu Bath veranſtaltet wurden, ſcheinen die Ochſen beinahe eben ſo viel geleiſtet zu haben, wie die Pferde, und in einem entſcheidenden Falle, zu Warminſter, wo ſieben Pfluͤge, zwei mit DSOchſen, die uͤbrigen mit Pferden, alle paarweiſe, beſpannt, und ohne Zutreiber ſich in Kampf einließen, wurde der erſte Preis einem Ochſengeſpann zuerkannt. Ähnliche Reſultate ſollen ſich bei einigen Verſuchen, welche die Dubliner Geſellſchaft veran⸗ ſtaltete, und zu Burnham-Wick in Eſſex ergeben haben. In bei— den Faͤllen wurden mehre mit Ochſen paarweis beſpannte Pfluͤge ohne Zutreiber neben Pferdepfluͤge geſtellt; dort wurden die Pferde von den Ochſen foͤrmlich uͤberwunden und hier vollendeten dieſe die Aufgabe nur ¼ Stunde ſpaͤter, als ein ausgeſuchtes Pferde⸗ geſpann. Bei keinem von dieſen Verſuchen wird indeſſen weder die Race, noch der Zuſtand der Thiere hinreichend genau angege⸗ ben, um eine Entſcheidung darauf gruͤnden zu koͤnnen; ſie bewei⸗ ſen weiter nichts, als daß die Ochſen einen Tag lang recht gut und viel arbeiten koͤnnen. Mehr kommt darauf an, ob ſie ſol⸗ ches auf die Dauer vermoͤgen; in dieſer Beziehung gibt der letzt⸗ verſtorbene Lord Somerville etwas Zuverlaͤſſigeres an. Derſelbe erzaͤhlt, daß vier Ochſen 80 Acker Feld jaͤhrlich bearbeiteten, und zwoͤlf Ochſen woͤchentlich 30 Acker pfluͤgten, wenn ſie nicht Kalk oder Duͤnger fuhren; dies gaͤbe 10 Acker woͤchentlich fuͤr jedes Viergeſpann, oder 2 Acker taͤglich, da jedes Geſpann zwei Ruhe⸗ tage in der Woche hatte, alſo nur fuͤnf arbeitete. Sie arbeiteten taͤglich 7½ Stunden, und wuͤrden wohl mehr geleiſtet haben, wenn ſie etwas Korn bekommen haͤtten. In einem der folgen⸗ den Jahre berichtet genannter Lord, daß ſechzehn alte und junge Ochſen, von denen letztere noch nicht viel thun konnten, vom 1. Januar bis Anfangs Mai 237 Acker Land in einer huͤgeligen Gegend umpfluͤgten, und ſich dabei in ſehr gutem, faſt feiſtem Zuſtande erhielten, ob ſie gleich wegen Mißrathens der Futter⸗ gewaͤchſe vom September an nichts als Heu und Stroh bekom⸗ men hatten. Dabei iſt jedoch zu bemerken, daß der Boden als ein leichtbearbeitbarer Lehm beſchrieben wird, daß 105 Acker da⸗ von ſchon vorher einmal gepfluͤgt waren, und daß, weil die ganze Arbeit zur Vorbereitung fuͤr die Gerſten-Erbſen- und Turnips⸗ ſaat geſchah, wahrſcheinlich unter jener Flaͤche kein umzubrechen⸗ Athi de Dyſt n u lrf ur Ne Snn dpate ed ran gied ritt ſhe hyi und ſnhät In der wim des ai keieſte lin Veide Gſennarbe ſer endge däſen, de ter bit Aachwitags ſt vicht d Ha ba er laiht rehhnet m geich, um achtung, d dinn Ace as ein Pau Dyyege töten Anga ben 1 fndt m de 3 Anict tiit ds g dadet he ner Verth bon 1078 von 65 p nehre ande düſen zun iiſicte duf lchten Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 255 Urtheil e des Dreiſchland befindlich war. Auch wurde auf jede 100 Acker erh noch ein Hilfspferd zugegeben. Sir Thomas Carmichael zu Skir⸗ kerdaugſel ling in Peeblesſhire berichtet, daß er auf einem der huͤgeligſten ſen benne Landgute der Gegend fuͤnf Jahre lang zwei Paar große Ochſen ĩd in einem neben Pferden arbeiten gelaſſen und mit ihnen jedes vorkommende e, zwei nit Geſchaͤft, Paar neben Paar, auf vollkommen gleiche Weiſe ver— pannt, und richtet habe. Sie erhielten jedoch fuͤnf Monate im Jahr etwas eiſe Prei Hafer, und jeder Ochſe ziemlich 1 Acker Turnips; uͤber die Be⸗ ſolen ſic ſchaffenheit der gebrauchten Pferde wird nichts angegeben. aft veran⸗ In den Landwirthſchaftsberichten aus den verſchiedenen Ge— . In bei⸗ genden des Reichs finden ſich aͤhnliche Faͤlle aufgezaͤhlt. In dem nte Pfluͤg aus Leiceſterſhire wird ein Landgut von 100 Acker Feld und 60 die Pferde Acker Weide- und Holzland, angefuͤhrt, das alle vorkommenden deten di Geſpannarbeiten mit ſechs paarweis arbeitenden Ochſen verrichtet. tes Pferde⸗ Ein Landgut von 100 Ackern in Sherwoodforeſt ſoll von vier eſſen wee Ochſen, die nichts als Gras und Stroh bekommen, taͤglich einen au angege Acker pfluͤgen, und im Wechſel, ein Paar Vormittags, ein Paar ſie bewe⸗ Nachmittags arbeiten, beſtellt werden. Der Boden von beiden g recht gu iſt nicht angegeben, aber nach dem Verhaͤltniß von Weide und ob ſie ſo⸗ Holz bei dem einen und der Lage des andern zu ſchließen, muß bt der letze er leicht bearbeitbar ſein. In einigen Theilen von Yorkſhire Derſelbe rechnet man fuͤnf, und in Werfordſhire ſechs Ochſen vier Pferden iteten, und gleich, und Arthur Young verſichert ſogar, nach taͤglicher Beob⸗ nicht Kalk achtung, daß zwei Suſſex-Ochſen, ordentlich angeſchirrt, taͤglich für jedes einen Acker ſtrengen Bodens mit groͤßerer Leichtigkeit umpfluͤgen, wei Ruhe⸗ als ein Paar Pferde. arbeiteten Dagegen fehlt es in anderen Berichten nicht an entgegenge⸗ tet haben, ſetzten Angaben. Niddleton ſetzt in ſeiner Beſchreibung der Land⸗ der folgen⸗ wirthſchaft in Middleſſer die Ochſen weit den Pferden nach, und und junge findet an den Herren Brown und Parkinſon eine Unterſtuͤtzung nten, vom ſeiner Anſichten. Herr Froſt, der Wirthſchaftsdirektor Sr. Ma⸗ hügelgen jeſtaͤt, des Koͤnigs Georg III., der mehr, als irgend Einer Gele⸗ faſt füſtm genheit hatte, Vergleichungen anzuſtellen und eigentlich ein war⸗ mer Vertheidiger der Ochſen iſt, geſteht doch zu, daß die Arbeit d 9 von 107 Ochſen auf den zu Windſor gehoͤrigen Farms recht gut Boden 35 von 65 Pferden verrichtet worden ſein wuͤrde. Herr Lulley und 5 Acrrd mehre andere Landwirthe von Bedeutung, die eine Zeit lang viel diane Ochſen zum Zug gebrauchten, ſchafften ſie ab, und Herr Pitt, der einſichtsvolle Surveyor von Staffordſhire, ſchaͤtzt drei Ochſen vurnips⸗ 1 ifiehe auf leichtem Boden und zwei auf ſchwerem nur einem Pferde n 7 256 Achtes Kapitel. gleich, und zwar nur dann, wenn ſie im Winter gut verpflegt werden. Es iſt ſchwer, ſolche ſich widerſprechende Thatſachen und Anſichten zu vereinigen; doch ſelbſt zugegeben, daß die Ochſen zu allen landwirthſchaftlichen Arbeiten eben ſo tauglich ſeien, wie die Pferde, ſo haͤngt es doch ſehr von ihren Unterhaltungskoſten ab, ob ſich bei ihrer Verwendung dazu ein Vortheil erwarten laſſe; auch darf nicht vergeſſen werden, daß ſie, ſtark angeſtrengt, an Werth fuͤr den Viehmaͤſter verlieren. Der Gewinn, der von ihnen zu erwarten iſt, haͤngt von zwei, in einem großen Maaß⸗ ſtabe nicht mit einander zu vereinigenden Dingen ab, von Arbeit und Fleiſch. Faßt man beide zugleich ins Auge, ſo muß ein Ochſe immer fleiſchig bleiben, das kann er aber nicht, ſobald er immerfort arbeiten muß, er wuͤrde denn ungemein ſtark gefuͤttert. Soll der Gewinn hauptſaͤchlich aus ſeiner Maſtung erfolgen, ſo darf das Thier nicht in ſeinem Zunehmen und Wachsthum durch ſtrenge Arbeit zuruͤckgehalten werden, weil dadurch der aus ſeiner Werthszunahme erwartetete Vortheil verloren gehen wuͤrde. Nimmt man auf den gegenwaͤrtigen Gebrauch und den zukuͤnftigen Ver⸗ kauf Ruͤckſicht, ſo iſt durch die Erfahrung erwieſen, daß vier Ochſen nicht mehr verrichten koͤnnen, als zwei Pferde; und wenn ſolches auch durch einzelne Faͤlle widerlegt zu ſein ſcheint, ſo ſtimmt es doch mit dem allgemeinen Gebrauch uͤberein; und eine in dieſem Verhaͤltniß angeſtellte Vergleichung einer jeden Art von Geſpann kann daher auch nur uͤber den groͤßern Werth der einen oder der andern entſcheiden. Eine Berechnung, welche der verſtorbene Billingsley mitge⸗ theilt hat, und deren Richtigkeit wenige bezweifeln werden, die dieſes Mannes Karakter kennen gelernt, zeigt, daß acht langge— hoͤrnte Ochſen, die als Pfluggeſpann auf einem Landgute in offe⸗ ner Lage an den Mendichuͤgeln gehalten wurden und mit einem zwei Furchen ziehenden Pflug, vor dem ſechs auf einmal geſpannt wurden, arbeiteten, in eilf Monaten 385 Acker pfluͤgten und 291 Acker eggten. Die Breite der Furchen betrug im Durch— ſchnitt 7— 10, die Tiefe 3—5 Zoll, und der Pflug machte in acht Stunden 2 ½ Acker fertig. Billingsley fuͤhrte dabei das un⸗ gewoͤhnliche Verfahren ein, ſeinen Pflugmann ackerweis zu be⸗ zahlen und zwar mit 1 Shilling 4 Pence fuͤr einmal Pfluͤgen und 6 Pence fuͤr einmal Eggen, wobei er ſammt ſeinem Jungen nah an 14 Shilling die Woche verdiente. Die ganzen Koſten, Athei wit Tuin gencn u FSdſen, Pochen fen à⸗ A Aien 62n Heu Areratuten Autz der Gllker zu 49.⸗ Aller zu V Siſe ruf ungeſtr der Ociſen; deſen feden we 6 ſü ſchah, din auf dem recnet, d acht Ogſen Ffeden. 9 til koſen, n kohn un A din jeder Jferd dpege beranmme dveffln it diſmn en 3 a 3 anen Aügzuge 1 hung ut vetpſ ſachen un Ohhſen z ſein wie tungskoſten erwarten ingeſtrengt 1, der von een Maaß⸗ von Arbeit muß ein ſobald a gefüͤtter: ffolgen, ſo hum durch aus ſeiner e. Nimmt tigen Ver⸗ daß vie z und wem ſcheint, ſ ; und eine en Art von der einen gley witge eerden, die cht langge zute in off⸗ fmit einen nal geſpant flugten un im Durt⸗ g marht i abei das ⸗ weis zu ke mal Allügen nem Jungel nrin Koſtn Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 257 mit Ausnahme des Strohes, fuͤr das wahrſcheinlich der Duͤnger gerechnet wird, betrugen: Pf. Sh. P. 8 Ochſen, Heu vom 1. Januar bis 15. Mai, 19 Wochen, eine Tonne würhentt lich macht 19 Ton⸗ nen à 50 Sh.—.. 47 10 ⸗ 24 Wochen Gras, 3 Sh. jeder die Woche 28 16 ⸗ 6 Ton. Heu im Oct. u. Nov. 4 50 Sh.... 15 ⸗⸗ Reparaluren am Geſchirr......, 18 ⸗ Abnutz der Pfluͤge, Ketten c.... 4. 13, 6 385 1 zu pfluͤgen à 1 Sh. 4 P.=—. 25 Pf. 13 Gh. 4 P. 291 Ac zu eggen à 6 P.) ⸗ 5 ⸗ 6 ⸗ 32 18 10 129 16 4 Dieſe Rechnung, wonach das Pfluͤgen eines Ackers Land auf ungefaͤhr 5 Sh. zu ſtehen kommt, ſcheint ſehr zu Gunſten der Ochſen zu beweiſen; bei naͤherer Unterſuchung wird man in— deſſen finden, daß dann, wenn man die Tonne Heu eben ſo hoch, wie es fruͤher bei der Koſtenberechnung eines Pferdegeſpanns ge⸗ ſchah, naͤmlich zu 65 Shilling anſchlaͤgt, und das Gruͤnfutter auf dem Stalle, wie auf der Weide pro Stuͤck eben ſo hoch be— rechnet, das Stroh aber außer Anſatz laͤßt, die Futterkoſten von acht Ochſen in derſelben Zeit mehr betragen, als die von vier Pferden. Nimmt man nun an, daß jene bei dem Einkauf ſo viel koſten, wie dieſe, daß ſie bei gleicher Arbeit gleichen Aufwand an Lohn und gleiche Abnutzung der Geraͤthe verurſachen; und daß ein jeder von ihnen jaͤhrlich um 40 Sh. im Preiſe zu-, ein Pferd dagegen um ſo viel abnimmt, wiewohl dieſe gewoͤhnlich angenommene Preiserhoͤhung bei arbeitenden Maſtochſen wohl zu bezweifeln iſt; dann ſtellt ſich die Rechnung alſo: Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. 8 Ochſen Sommerfutter, 5 Pf. 5 Sh. jeder 25 Tonnen Heu à 65 Schilling 81, 5. 123 5 Abgezogen 40 Sh. jaͤhrliche Peizerhi⸗ hung pr. Stuͤck 3 2 407 5 Seitenbetrag 107 5 1. 17 Achtes Kapitel. 3 Pf. Sh. P. Pf. Sh. P. Übertrag 107 5 4 Pferde, jedes des Jahres 23 Pf. 9 Sh, koſten in eilf Monaten.. 85 19 8 Dazu 40 Sh. pro Stuͤck jaͤhrliche 7 Preisverminderung 8 ⸗ ⸗ —— 93 19 8 Bilanz zu Gunſten der Pferde....... 13 5 4 Dieſes ſetzt jedoch voraus, daß die Pferde ganz wie die Ochſen arbeiten, und die Abnutzung ihrer Geſchirre nicht mehr betrage, als die der Joche. Wird dieſes beruͤckſichtigt, ſo werden die Koſten ziemlich gleich ſein. Werden Heu und Gruͤnfutter niedriger berechnet, ſo bleibt das Ergebniß doch daſſelbe; denn dann muͤſſen auch die Unter⸗ haltungskoſten der Pferde herabgeſetzt werden. Auch verzehrt ein Ochſe in einer Mahlzeit mehr davon, als ein Pferd von verhaͤlt⸗ nißmaͤßiger Groͤße und Beſchaffenheit. Deshalb koſtet das Gruͤn⸗ futter eines Ochſens mehr als das eines Pferdes. Nimmt man freilich an, daß acht Ochſen der am beſten zur Zugarbeit taug— lichen Art fuͤnf Pferden gleichzuſetzen ſeien; dann faͤllt der Un⸗ terſchied zu Gunſten letzter weg. Jedenfalls ſcheint es nicht vortheilhaft, die Arbeitsochſen haupt⸗ ſaͤchlich mit Heu, ganz ohne Koͤrner zu fuͤttern. Anders ſtellt ſich die Rechnung in den Wirthſchaften, wo ſie waͤhrend des Winters mit Turnips und Stroh, im Sommer mit Gruͤnfutter erhalten werden und nur im Fruͤhjahr etwas Heu bekommen. Die Koſten eines Doppelgeſpanns von vier Ochſen ſind dann: 4 Ochſen Gruͤnfutter und Weide, 5 Pf. 5 Sh. jeder 2 Acker Turnips ſammt Erntekoſten 6 Pf. der Acker 12 ⸗ Heu von Lichtmeß bis zum Mai, 1 Centner die Woche auf einen gerechnet; macht 3 Ladungen zuſammen, die Ladung zu 3 Pf. 3 Sh.. 9 9 Stroh fuͤr jeden 1 ½ Tonne à 20 Sh..... 6 ⸗ Intereſſen vom Ankaufspreis(60 Pf.) zu 5%+ 3 ⸗ Hufbeſchlag, Abnutz, und Unterhaltungskoſten des Ge⸗ ſchirres und Geraͤthes, 25 Sh. auf jeden gerechnet 5 ⸗ Riſico ⅛0 des Ankaufspreiſeses....... 1 2 57 9 Abzug fuͤr Preiszunahme 40 Sh., jeder. 8. 49 9 Pf. Sh. 21 ⸗ tn Nord tl bei ſaoh ange wnigten. wedden, und ſor dm M And der di gii Vazug di nen, und ucte i in Epan di tuuxſicle out auf g dung her nitſ, Une ie ſin ſe ſen auf to die in, atbe hiſer dei Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 259 1 S. Ein Landwirth in Angleſey, welcher angibt, daß er drei 5: Jahre lang zwoͤlf Pferde und zwanzig Ochſen neben einander ge⸗ halten und mit letzteren ſo viel Arbeit, wie mit jenen verrichtet habe, berechnet den bei den Ochſen in dieſer Zeit gehabten Vor— theil auf 236 Pf., und der Surveyor der Graſſchaft Suſſer 93 19% ſchaͤtzt den Unterſchied der Unterhaltungskoſten von vier Pferden 15 57 und von acht Ochſen auf 41 Pf. 12 Sh. zu Gunſten der letz⸗ gun We h tern. Dem widerſpricht eine andere ebenfalls in dem Berichte 6 ri un von Nord⸗Wales mitgetheilte Rechnung, nach welcher der Vor⸗ theil bei der Pferdehaltung 44 Pf. 6 Pence betraͤgt; dabei iſt gt ſö wedden jedoch angenommen, daß drei Pferde die Arbeit von acht Ochſen verrichten. nät, ſt li Verſchiedene Meinungen werden immer uͤber dieſen Gegen⸗ uch die Un ſtand herrſchen, und es kann nicht fehlen, daß manche Umſtaͤnde, h verzi die keiner allgemeinen Regel zu unterwerfen ſind, auf die Rech— üö ii nung Einfluß haben. So groß ſich aber auch die Erſparniß bei ſet das Git den Ochſen darſtellen moͤge, ſo iſt ihr doch immer die groͤßere Ninnim Behendigkeit und allgemeinere Brauchbarkeit der Pferde, die mit ugerbelt tun ihnen moͤgliche ſchnellere Verrichtung aller Arbeiten entgegenzu⸗ fällt de l ſetzen. Daß die Ochſen langſamer ſind, kann nicht abgelaͤugnet werden, wenn auch einige Faͤlle dem zu widerſprechen ſcheinen, zochſen hau und ſchnelle Ausfuͤhrung iſt oft wichtiger, als alles Andere. Bei Anders ſtl dem Pfluͤgen zu Turnips, bei dem Unterbringen des Duͤngers wahrend de und der Saat, kann oft nicht zu große Eil angewendet werden. t Grünfutte Die Fruͤhjahrsſaat iſt manchmal ſo kritiſch, daß ein paar Tage mbekommen Verzug einen großen Unterſchied in der Ernte herbeifuͤhren koͤn⸗ ind dann: nen, und mehr kann durch Verzug bei dem Einbringen der Pf. 6 Fruͤchte in mißlicher Witterung verloren gehn, als durch irgend kr 21⸗ ein Erſparniß auf Seiten der Ochſen zu erſetzen iſt. er 12 Die Vortheile, welche dieſelben gewaͤhren moͤgen, haͤngen he hauptſaͤchlich von oͤrtlichen Verhaͤltniſſen ab. Sie paſſen nicht n, 9 gut auf Kleyboden, der nur Heu und Stroh zu ihrer Unterhal⸗ 6 tung hervorbringt, weil ſie wohlfeiler und beſſer mit Wurzelge⸗ 3 waͤchſen zu erhalten ſind; doch eignen ſie ſich gut zu den von ge⸗ ihnen hier verlangten Arbeiten. Wegen des Baues ihrer Hufe gnet 5— ſind ſie ferner nicht ſo tauglich, wie die Pferde zu langen Rei— ſen auf harten Straßen; aber auf feuchtem, ſumpfigem Grunde, (:—.— 2 7 9 wo die Pferde ſtampfen und unruhig werden, ſobald ſie einſin⸗ ken, arbeiten ſie ruhig fort. Sie ſind aus demſelben Grunde 1 beſſer geeignet, altes, zaͤhes Grasland umzubrechen, und Bauholz 17* 260 Achtes Kapitel. aus den Waͤldern zu fahren; auch haben ſie zum Umtrieb der Dreſchmaſchinen, wie uͤberhaupt bei einem langſamen Zug ent⸗ ſchiedene Vorzuͤge vor den Pferden. Daß ſie jedoch dieſen nicht im Allgemeinen gleichzuſtellen ſind und ſie ſelbige wegen ihrer Un⸗ geſchicklichkeit zu manchen Verrichtungen nicht entbehrlich machen koͤnnen, iſt gewiß. Stuͤnden ſie ihnen voͤllig gleich, ſo waͤren ſie von unſchaͤtzbarem Werth fuͤr den Landbau; als Hilfsgeſpann auf ſolchen Guͤtern, die viel Weideland beſitzen, oder wo ſie, wegen des eingefuͤhrten Fruchtwechſels wohlſeil zu erhalten ſind, werden ſie indeſſen immer Vortheil bringen. Ihr Verhaͤltniß zu den Pferden muß dabei nach dem Boden und nach der Wirth⸗ ſchaftsweiſe abgemeſſen werden; letztere aber ſollten ſtets in hin— reichender Anzahl vorhanden ſein, um alle dringenden Geſchaͤfte zu verrichten. Die Ochſen leiden mehr von der Hitze im Som— mer, als die Pferde, dagegen weniger von der Kaͤlte, beſonders der naſſen im Winter; ſie fordern ferner weniger Abwartung und ihre oft widerwaͤrtige Langſamkeit hat doch den Vortheil, daß ſie nicht, wie die Pferde, uͤbereilt werden koͤnnen und daruͤber das Land nur halb gepfluͤgt wird. Bei der Vergleichung zwiſchen Zug-Ochſen und Pferden iſt man oft nicht genau genug zu Werke gegangen. Ein ſchwaches Piferdegeſpann ſteht einem ſtarken Ochſengeſpann nach; wuͤrden beide mit Einſicht von gleicher Staͤrke gewaͤhlt, ſo wuͤrde vielleicht kein merklicher Unterſchied ſich ergeben; gewoͤhnlich findet aber das Gegentheil ſtatt. Bei den Ochſen ſehen die Landwirthe gewoͤhn- lich nur auf Knochenbau und Groͤße; wenn ſie aber Pferde kau— fen, ſo unterſuchen ſie ihren Schritt und alle ihre uͤbrigen Eigen⸗ ſchaften genau; und dann werden ſie mit einem Paar ſchlechtge⸗ fuͤtterten traͤgen Ochſen verglichen. Auch iſt es nichts Seltnes, Ochſen, wenn das Herbſtpfluͤgen voruͤber iſt, in den Strohhof eingeſperrt zu ſehen, wo ſie nichts erhalten, als was das Maſt— vieh uͤbrig laͤßt. Die Folge dieſer Vernachlaͤſſigung iſt, daß ſie an Kraft verlieren und wenn die Fruͤhjahrsſaat kommt, ihre Ar⸗ beit nicht mehr verrichten koͤnnen. Werden ſie dann ſpaͤterhin fuͤr die Schlachtbank beſtimmt, ſo wird ihre Maſtung koſtbarer, als wenn ſie immerfort gut gehalten worden waͤren. Arbeitsleiſtung. Das Verhaͤltniß der Zugochſen zum Ackerland iſt in jeder Gegend verſchieden, und richtet ſich ſowohl nach der Zahl der ge⸗ Ar haltmn. Ir d! kan man rein dyen S ſigtn ru Autiae i Bi, ch naſung andſtuck dn, hat Gätr von en gußer Ezit dahe en ſo g getoffenen ſonhſ de ben wed Vo jedes ſi Tjier he drch Ta mnißiges entweder g rict ander rxuchten ſſomnne ei dale dag dnta, n ntt gt wenn man tags, das mehr gät lccen An ſe ſolces d Schſe nigend d —————ÿõÿ——ꝛ—,,⁊jj»Fhßnnnnnſnſf— Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 261 aui N haltenen Pferde, als nach der Beſchaffenheit des Bodens und der Sug a Art der Anſpannung. Nach der Vergleichung zahlreicher Faͤlle diemn ſitt⸗ kann man jedoch als ein gewoͤhnliches Verhaͤltniß ein Ochſen- gen ihrer und ein Pferdegeſpann auf 100 Acker Pflugland annehmen; wenn rich mazen dagegen Ochſen das einzige Spannvieh ſind, kommen zwoͤlf bis ſo wire ſ ſechzehn auf 150— 200 Acker. Es wechſelt indeſſen die Zahl der Hilſgeſpern Zugthiere in den verſchiedenen Gegenden des Landes auf vielfache odi wo ſe⸗ Weiſe, ohne daß die Verſchiedenartigkeit des Bodens dazu Ver⸗ erhate ſnd, anlaſſung gaͤbe. Ein Landgut von 100— 150 Ackern, deſſen Verhitniß zu Grundſtuͤcke abwechſelnd als Acker- und Weideland benutzt wer⸗ c der Vit den, hat oft nicht mehr, als vier Zugpferde, waͤhrend kleinere ſtets in li Guͤter von 50— 60 Ackern ſelten weniger als drei haben, ſobald den Geſhin ein großer Theil ihres Landes ſich unter dem Pfluge befindet. ite in Enn Es iſt daher natuͤrlich, daß ſich kein genaues Verhaͤltniß angeben te, beſorde laͤßt; doch wird man gemeiniglich finden, daß die groͤßeren Guͤ⸗ wartung ter mit einem verhaͤltnißmaͤßig kleineren Geſpann bearbeitet wer⸗ theil, do den, als die kleineren. Dies kann, da die Pflugarbeit auf jenen eben ſo gut, wie auf dieſen erfolgt, nur der mit mehr Einſicht getroffenen Anſtellung, bisweilen auch wohl der beſſern Beſchaf— d Pfedei fenheit der Zugthiere und ihrer ſorgſameren Abwartung zugeſchrie⸗ Ein ſchwatt ben werden. Wenn nur Ochſengeſpanne gehalten werden, ſo ſollte ein darüͤber do u nin jedes ſtets aus der doppelten Zahl der auf einmal angeſpannten det eher N Thiere beſtehen; denn da ſie nicht wohl die ganze Woche hin⸗ ihe gewoöhn durch Tag fuͤr Tag zu brauchen ſind, ſo kann mit ihnen kein re⸗ Pfede fau⸗ gelmaͤßiges Fortarbeiten ſtattfinden; ihre Treiber wuͤrden daher 2 entweder ganz feiern oder ihre Zeit zur Haͤlfte vertaͤndeln, waͤren rigen Eige nicht andere Ochſen vorhanden zum Anſpannen, waͤhrend die erſt⸗ ſtlehg gebrauchten ausruhen. Gewoͤhnlich werden ſolche Wechſelochſen— ſs Selndh geſpanne einen Tag um den andern gebraucht, ſo daß jedes drei n Stroſti volle Tage in der Woche Ruhe hat, und dies mag auch im 3 das Ai Winter, wo es wenig zu thun gibt und die Tage kurz ſind, iſt, d ſ recht gut angehen; im Fruͤhjahr und Sommer aber iſt es beſſer, nt, ihre” wenn man die Geſpanne taͤglich wechſelt, das eine des Vormit⸗ nn ſoatah tags, das andere des Nachmittags nimmt; denn ſie beduͤrfen ng koſtann mehr Zeit zum Wiederkaͤuen, als ihnen zwiſchen den beiden taͤg⸗ lichen Anſpannzeiten dazu vergoͤnnt iſt, und leiden immer, wenn ſie ſolches unterbrechen muͤſſen. Deshalb iſt auch die Einrichtung, drei Ochſen auf ein Geſpann zu halten, von denen zwei arbeiten, ſt ur ide waͤhrend der dritte abwechſelnd ruht, und ſonach ein jeder zwei Zahl dir gy 262 Achtes Kapitel. Tage hintereinander gehen muß, nicht empfehlungswerth; denn dann kommt jedesmal ein ermuͤdeter Ochſe mit einem durch Ruhe geſtaͤrkten zuſammen, und dadurch wird entweder die Arbeit un⸗ gleich, oder der eine zu ſehr angegriffen. Noch einen Einwand gegen die Anwendung von Zugochſen im Vergleich mit Pferden hat man von dem bei ihnen oͤfter vor⸗ kommenden Wechſel der Geſpanne abgeleitet, weil ſie naͤmlich nach drei bis vier Dienſtjahren gewoͤhnlich gemaͤſtet werden. Wenn man indeſſen der Bequemlichkeit ein Gegengewicht bei Erwaͤgung des pekuniaͤren Vortheils einraͤumen will, ſo kann man ihr zu Liebe recht gut auch die Ochſen bis ins zehnte oder zwoͤlfte Jahr benutzen: man braucht ſie nicht, wie es gewoͤhnlich geſchieht, ſchon im ſiebenten wegzugeben; denn ſie ſind, ſo wenig wie die Pferde, nur bis in ihr ſechſtes Jahr in ihrer beſten Kraft. Sie nehmen aber nicht in gleichem Grade mit den Jahren an Werth als Schlachtvieh zu; denn ſie wachſen nur bis in ihr ſieben— tes Jahr, und die Gewichtszunahme durch Wachsthum und Ma⸗ ſtung vereint, wie ſie bei jungen Thieren ſtatt findet, bezahlt ſich beſſer, als die durch Maſtung allein. Nimmt man nun an, ein Geſpann von vier Ochſen ſollte acht Jahr hintereinander, von ihrem dritten bis zu ihrem eilften Jahre gebraucht werden, ſo wuͤrde ihre jaͤhrliche Werthszunahme, die man bis zu ihrem ſie⸗ benten Jahre auf 40 Shilling veranſchlagen kann, nach ihrem vollendeten Wachsthum nur noch 32 Shilling betragen, und der aus jenem Mehrbetrag hervorgehende Gewinn doppelt zu erlan⸗ gen ſein, wenn man ſie im ſiebenten Jahr verkaufte und durch vier junge, abermals nur drei Jahr alte Thiere fuͤr die folgenden vier Arbeitsjahre erſetzte. Alte Ochſen laſſen ſich uͤberdies in der Regel nicht ſo gut maͤſten, wie junge, wenn es gleich auch Bei— ſpiele vom Gegentheil gibt; ferner iſt ihr Fleiſch nicht ſo gleich— maͤßig durchwachſen und von den Schlaͤchtern weniger geſchaͤtzt, wie das juͤngerer Thiere; ſie werden daher im eilften Jahre ver⸗ haͤltnißmaͤßig weniger gut bezahlt, als im ſiebenten. Fuͤr die Schlachtbank gibt man ſogar vier Jahre alten Rindern den Vor⸗ zug, weil ſie ein ſaftigeres Fleiſch liefern, das angeblich bei aͤlte— ren Thieren haͤrter und ſehniger werden ſoll, beſonders an den durch den Zug angeſtrengten Theilen; doch iſt nicht zu bezweifeln, daß es an Kraft und Wohlgeſchmack gewinnt, wenn das Thier ausgewachſen iſt; auch hat man bemerkt, daß das Fleiſch von jungen, halbausgewachſenen Ochſen nicht ſo gut das Salz an⸗ bdm. Arnüfüüyr m ülige nedn, di Eate, da mrſitber bauvsſcht ſt e dig dinn we Gung i Per. Ein feller be Mtionar mand da Volkzvirt glagitg diefors, ſe weden ds Geme Gewim hing, und wa meinue ſuchen, dirth? ads ein erth; den durc Nat⸗ Arbeit un. 1 Zugocſſe oͤſter vor amlich und en. Wem Erwagung nan ihr zu ölfte Jahr geſchieht ig wie die raft. Eie an Werth ihr ſieben⸗ und Ma⸗ bezahlt ſich un an, ein andet, don werden, ſ u ihrem ſie nach ihren en, und de elt zu erler e und duch ie folgende erdies in de hauch Bi⸗ ht ſo gli⸗ eer geſchtt Jahre ver⸗ . Fuͤr di —n den Vor⸗ lch bei ilt ders an del u bezwejil an das Thiet JFeeſch von as Gnlz dn 4 1 Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 263 nimmt und deshalb zu Schiffsproviant minder tauglich iſt, als das von aͤlteren. Es wird auch noch als Grund fuͤr die Vorzuͤge der Pferde vor den Ochſen angefuͤhrt, daß jene in demſelben Alter, wie dieſe verkauft, ebenfalls nicht an Werth verloren haͤtten, ſondern gleich⸗ falls oft mit Gewinn zu verkaufen waͤren. Es wird von dieſem Verfahren auch wirklich von mehren Landwirthen in den Gegen⸗ den, wo ſtarke Pferdezucht betrieben wird, gleichſam als von einem Geſchaͤftszweige oft mit betraͤchtlichem Vortheil Gebrauch gemacht; aber es allgemein in Anwendung zu bringen iſt ganz unausfuͤhrbar; denn wollten es Alle beobachten, ſo wuͤrde es bald an Kaͤufern fehlen. Die angeregte Frage kann, abgeſehen von einigen beſonderen Faͤllen, nur nach Grundſaͤtzen entſchieden werden, die uͤberall anwendbar ſind. Es liegt in der Natur der Sache, daß bei den Pferden die erſten Anſchaffungskoſten zuletzt unerſetzbar werden und daß der daraus hervorgehende Verluſt hauptſaͤchlich dem Landwirth zur Laſt faͤllt; den Ochſen dagegen iſt es eigenthuͤmlich, daß ihre Anſchaffungskoſten meiſt mit Ge⸗ winn wieder erſetzt werden; dieſer Unterſchied muß bei Verglei⸗ chung ihrer Arbeitsleiſtungen mit in Anrechnung kommen. Werth der Ochſen in Bezug auf Nationalwohlfahrt⸗ Ein Grund fuͤr die Haltung von Ochſen, den einige Schrift⸗ ſteller beſonders hervorgehoben haben, iſt der, daß ſie fuͤr die Nationalwohlfahrt erſprießlich ſei; dadurch wird ſich indeſſen Nie⸗ mand dazu beſtimmen laſſen. Die Theoreme eines Lehrers der Volkswirthſchaft moͤgen einen patriotiſchen Edelmann, dem es gleichgiltig iſt, wie die Bilanz der Rechnung ſeines Wirthſchafts⸗ direktors ausfaͤllt, befriedigen, oder in ſeinem Verfahren leiten; ſie werden aber keine Wirkung aͤußern auf den bloßen Landwirth als Gewerbsmann, oder ſollten es wenigſtens nicht; denn da ſein Gewinn nur von der Menge ſeiner verkaͤuflichen Produkte ab⸗ haͤngt, ſo faͤllt ſein Vortheil mit dem des Publikums zuſammen, und was ihm von Nutzen iſt, muß es gleichfalls fuͤr das Ge— meinweſen ſein. Es kommt hier alſo blos darauf an, zu unter⸗ ſuchen, welches Spannvieh iſt das vortheilhafteſte fuͤr den Land⸗ wirth?— Wir haben uns bemuͤht, dies auseinanderzuſetzen; aber als ein Gegenſtand von allgemeinem Intereſſe verdienen die zu 264 Achtes Kapitel. Gunſten der Ochſen in Bezug auf Obiges vorgebrachten Gruͤnde auch wohl noch eine Unterſuchung, beſonders weil ſie im Parla⸗ mente hervorgehoben wurden, um eine Beſteuerung der Acker⸗ pferde darauf zu baſiren. Der angebliche Vorzug der Ochſen vor den Pferden fuͤr das Gemeinwohl beſteht darin, daß ſie keine Koͤrner, die alſo bei ihrer Haltung fuͤr die Menſchen verbleiben wuͤrden, beduͤrfen und uͤberdies noch als Schlachtvieh zu deren Ernaͤhrung mit beitragen. Waͤren ſie hinſichtlich der Arbeit den Pferden voͤllig gleich zu ſetzen, ſo wuͤrde ſich auch allerdings gar nichts dawider ſagen laſſen. Um aber, da dies nicht der Fall iſt, zu entſcheiden, ob wirklich das Gemeinwohl bei der Ochſenhaltung gewinne, iſt es nothwen⸗ dig zu berechnen, ob dieſelbe Flaͤche Land mehr Nahrungsmittel zu Markte bringt, wenn ſie mit Ochſen, oder mit Pferden be⸗ ſtellt wird. Nach einer Berechnung dieſer Art, welche die Herren Bai⸗ ley und Culley, zwei ſo allgemein geachtete tuͤchtige Maͤnner ge⸗ liefert haben, und die von allen Vertheidigern der Pferdegeſpanne als entſcheidend betrachtet wird, kommen in dieſer Hinſicht die Ochſen ſchlecht weg. Sie berechnen, daß, wenn dieſelben zum Zug ſtatt der Pferde benutzt, und erſt im ſiebenten Jahre, nicht ſchon jung, in einem Alter von 3—4 Jahren, ohne vorher ge— zogen zu haben, verkauft werden, ſchon die einzige Grafſchaft Northumberland, welche nach ihnen etwa 5000 Geſpann bedarf, 40,000 Centner Fleiſch, 50,000 Quarter Hafer und 25,000 Quarter Weizen weniger zu Markte bringen werde, als wenn die Ackerarbeit mit Pferden allein geſchieht, und die Ochſen, ohne vorher gezogen zu haben, in einem Alter von 3—4 Jahren verkauft werden. Dieſe Berechnung iſt aber offenbar zu guͤnſtig fuͤr die Pferde und nach falſchen Vorderſaͤtzen angeſtellt; denn ſie ſetzen nicht nur junge Ochſen hinſichtlich des Futterbedarfs ausgewachſenen Pfer⸗ den gleich, ſondern nehmen auch an, daß ſechs Stuͤck von jenen nicht mehr Arbeit leiſteten, als zwei von dieſen, was doch wider alle Erfahrung iſt. Man ſieht daraus, daß nichts leichter iſt, als Schlußfolgerungen zu Gunſten einer Theorie zu machen, ſo— bald man ſich erlaubt, willkuͤhrliche Thatſachen anzunehmen. Der Wahrheit naͤher kommt vielleicht folgende Rechnung; ganz Ar nethen richt nt Mm Guxii bo ni lcben hl uir dn grag Aul nit chüte, z rup zu b ümen, d tnenunmme lu lcker! gen⸗ 1 Wten, che in nun da ſtit lang dn dier (ahre ha we dw Land ſcc raud zun Mäſer diſe das in diſer 3 alſo nur für die dung lun, detwerder nohl nur hten Gin e in Jat S der Aca⸗ ꝛden ſür das die alh d däfe und rhi tragen. ich zu ſetzen 3 laſſen ob wirklich 5 nothwen⸗ rungsmittel öferden be⸗ erren Bai⸗ Nanner ge⸗ degeſpanne Hinſicht die ſelben zum gahre, nich vorher ge⸗ Graſſchaſt mn bedarf nt Pferdn zu haben, die Pferde nicht nur nen Pfer⸗ von jenen doch widr leichter i nachen, ſi zunchnen. ung; gand Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 265 mathematiſch genau eine zu liefern iſt unmoͤglich, hier aber auch nicht noͤthig. Man nimmt gewoͤhnlich an, daß ein Arbeitspferd das Er⸗ zeugniß von vier Ackern maͤßig guten Bodens jaͤhrlich verzehre; wir haben aber vorſtehend geſehn, daß ein Ochſe noch ein Vier⸗ theil mehr Futter, dem Gewichte nach, noͤthig hat, und demnach den Ertrag von fuͤnf Ackern aufzehren wuͤrde, wenn er nicht zum Theil mit Stroh gefuͤttert werden koͤnnte, das, wenn er es nicht erhielte, zur Streu verwendet wuͤrde und daher nicht in Anrech⸗ nung zu bringen iſt. Dies beruͤckſichtigt, kann man füͤglich an⸗ nehmen, daß er jaͤhrlich mit 2 ½ Ackern ſolchen Landes, wie oben angenommen wurde, zu erhalten ſei, ſo lange er arbeitet und ½ Acker noch erfordere, um fuͤr den Markt gemaͤſtet zu werden. Pferde, kann man rechnen, beduͤrfen das Produkt von ſechs Ackern, ehe ſie das Alter zum Anſpannen erreichen; Stiere dage⸗ gen nur das von fuͤnf Ackern. Nun dauern Ackerpferde im Durch⸗ ſchnitt laͤngſtens zwoͤlf Jahre zur Arbeit, und in dieſer Zeit wer— den vier Ochſengeſpanne gebraucht, wenn man jedes nur drei Jahre haͤlt. Nimmt man ferner an, daß ein Pferd ſo viel leiſte, wie zwei Ochſen, ſo wird das zu ihrer Ernaͤhrung erforderliche Land ſich folgendermaßen verhalten: Ein Pferd bedarf bis zur Zeit ſeines Gebrauchs 6 Acker waͤhrend der 12 Jahre ſeines Dienſtes jaͤhr⸗ lich 4 Acker.42423 ⸗ 54 A. 2 Ochſen beduͤrfen bis zur Zeit ihres Ge— brauchs jeder 5 Acker... 10 AÄcker waͤhrend der drei Jahre ihres Dienſtes, ahrich Duſe Acker jeder...... 135 zum Maͤſten jeder 1 ½ Acker..... 3 Dieſes macht auf 4 Geſpann in 12 Jahren 28 A.= 112 A. A Die Ochſen wuͤrden ſonach mehr beduͤrfen 58 Acker; aber auch in dieſer Zeit acht fette Ochſen fuͤr den Markt geliefert haben. Es bleibt alſo nur noch uͤbrig zu unterſuchen, ob obige 58 Acker mehr Fleiſch fuͤr die Schlachtbank liefern koͤnnen, wenn ſie blos zur Ernaͤh— rung junger Thiere benutzt werden, von denen jedes, da ſie zum Fettwerden weniger beduͤrfen, als ſolche, die gearbeitet haben, wohl nur 6 Acker bis zur Zeit ſeines Verkaufs noͤthig hat. 266 Achtes Kapitel. 3 Danach wuͤrden zu acht jungen Maſtochſen zehn Acker Land we⸗ niger erfordert werden. Dabei darf jedoch nicht uͤberſehen wer⸗ den, daß ein Ochſe von ſieben Jahren groͤßer und ſchwerer wird, als einer von vier Jahren. Der Unterſchied mag im Durch⸗ ſchnitt bei einem Paar guten Herefordſhireſchen Ochſen 15— 20 Stein an Fleiſch und Talg betragen. Ein Maſt⸗Ochſe von 3— 4 Jahren liefert naͤmlich an Fleiſch 110— 115 Stein, an Fett und Haut 20— 25 Stein, den Stein zu 8 Pfund. Ein Maſt-⸗Ochſe von 7 Jahren dagegen liefert an Fleiſch 120— 130 Stein, an Fett und Haut 25— 30 Stein. Der Unterſchied an thieriſcher Produktion iſt alſo in dieſen beiden angenommenen Faͤllen nur gering, und wenn auch die angenommenen Saͤtze vielleicht einigen ſpitzfindigen Tadel zulaſſen, ſo wird man ſie doch gewiß nicht weit von der Wahrheit ent⸗ fernt finden. Fuͤr das Nationalwohl laͤßt ſich daher kein Vor— theil von dem ausſchließlichen Gebrauch der Ochſen zur Feldar⸗ beit ableiten; derſelbe wuͤrde aber die Aufzucht von ſchweren Reit- und leichten Wagenpferden, die zum großen Theil von den Stuten der Landwirthe fallen, ſehr beeintraͤchtigen. Damit ſoll indeſſen nicht geſagt ſein, daß nicht in gewiſſen Faͤllen und unter manchen Umſtaͤnden der Gebrauch der Ochſen zum Zug fuͤr den Einzelnen ſehr vortheilhaft ſein koͤnne. Es mag allerdings Ur— ſachen und Verhaͤltniſſe geben, wo ihr Gebrauch minder vortheil— haft, als der der Pferde iſt, aber da, wo ſie hinpaſſen, und wo ſie zu den minder draͤngenden landwirthſchaftlichen Arbeiten ausreichen, da iſt nicht zu verkennen, daß bei ihrer Haltung eine Erſparung an Kapital und jaͤhrlichen Unterhaltungskoſten ſtatt findet, die dem nicht reichbemittelten Mann bisweilen von großem Nutzen ſein kann. Geſchirr. Die beſte Art von Geſchirr zum Anſpannen der Zugochſen iſt ſchon lange ein Gegenſtand des Streites geweſen, und die Frage, ob Joche oder Kummete beſſer ſeien, noch immer nicht entſchieden. Die aͤlteſte und bis zum letzten Jahrhundert einzige Anſpannungsweiſe iſt das Joch, auf das die Natur hingewieſen Al zu ſeher den ſa dhung, tur ihnen ſtie di Am che ordm, u dirrinand ri ginder tnibennt unmete: ich hes bei ts üne g d Perh D Dathotes lit und dmſeben wodern( do ſod weder tinmal Treiteſt ſeine ann in ben, ſütlih d ds Joche di, bab und um Jjer fſß witeſt a Eſte⸗ den m diſe das Jo wid, f bim er Land ne bberſehen ve ſchwerer wid g in dur chſen 15—29 5 ein 8 ffett an Fliſch Stein. alſo in d ſiüſe wenn auch d Tadel zulſin Wahthet a aher kein ſen zur Fed⸗ ‚von ſohreg Theil vonde en. va aͤllen und un im zugſt fir Tläi 1 minder vorzi⸗ hinpaſſen, u flichen Atein er Haltung in ungsoſte ſt len von gon der zuxchir eſen, u At inm iit Hunder änig ur hitzmiſe Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 267 zu haben ſcheint, weil ſie dieſen Thieren die groͤßte Staͤrke in den Kopf gelegt hat. Sie brauchen denſelben zu ihrer Verthei⸗ digung, und wenn bei der Arbeit eine außergewoͤhnliche Leiſtung von ihnen verlangt wird, neigen ſie die Naſe zur Erde herab und ſtoßen die ihnen aufgebuͤrdete Laſt ſichtbar mit dem Nacken fort. Wenn aber die Ochſen nicht paarweis nebeneinander arbeiten, ſondern, wie in England, bisweilen einzeln in den Karren oder hintereinander vor den Pflug geſpannt werden, iſt das Joch ge⸗ wiß hinderlich. Seine Unbequemlichkeit, wenn die Ochſen einzeln eingeſpannt werden, gab zu dem Gedanken Veranlaſſung, ihnen Kummete und ein ordentliches Pferdegeſchirr aufzulegen, und da ſol ches bei leichter Arbeit dem Zweck entſpricht, ſo hat man es als eine große Verbeſſerung der Anſpannung angeſehen, obgleich der Werth derſelben ſehr zweifelhaft iſt. Das Anjochen der Ochſen wird bewirkt vermittelſt eines Querholzes, das ihnen auf den Nacken hinter den Hoͤrnern ge⸗ legt und an dieſe auf verſchiedene Weiſe befeſtigt wird. Unter demſelben befindet ſich die Deichſel des Wagens, die mit ihrem vordern Ende durch einen Nagel oder Pflock damit verbunden iſt. So ſind die Thiere mit ihren Koͤpfen daran feſt und beduͤrfen weder Zugſtraͤnge noch ſonſt eine Art von Geſchirr; es iſt nicht einmal gewoͤhnlich, ihnen Zaͤume anzulegen; ſie werden mit dem Treibeſtock geleitet, der weiter nichts iſt, als ein langer Stab, an ſeinem vordern Ende mit einer eiſernen Spitze verſehen. Es kann in der That nichts Einfacheres, nichs weniger Koſtſpieliges geben, als dieſe Anſpannungsweiſe. Wenn ſie aber auch hin⸗ ſichtlich der Hauptſache gleich bleibt, ſo iſt doch die Befeſtigung des Joches ſehr verſchieden. Gewoͤhnlich wird daſſelbe bald auf die, bald auf jene Weiſe mit auf der Stirn ſich kreuzenden und um die Hoͤrner geſchlungenen Riemen auf dem Nacken der Thiere feſtgemacht. In England aber wird daſſelbe meiſtens ver⸗ mittelſt eines um den Hals gelegten Buͤgels oder Reifens von Eſchen- oder Ruͤſternholz, deſſen Enden durch das Joch gehen und oben mit Stiften oder Pflöͤcken darin befeſtigt ſind, aufgelegt. Dieſe Anſpannungsweiſe, bei welcher die Deichſel unmittelbar an das Joch befeſtigt, und kein Riemen, keine Kette weiter noͤthig wird, iſt die der alten Roͤmer, welche den Halsring dem um die Hoͤrner geſchlungenen Riemen vorzogen. S. Fig. 27. 268 Achtes Kapitel. Fi g u r. 27. ————— ——————— S————-— Bei dem Pfluͤgen iſt jedoch eine Deichſel unbrauchbar, man haͤngt daher bei demſelben das Joch vermittelſt einer langen Kette an die Zunge oder den Grindel des Pflugs. Dieſe Einrichtung iſt, geſchickt gemacht, den weit koſtbareren Kummeten, Zugſtraͤn— gen und Wagebalken vorzuziehen, und liefert die einfachſte und wohlfeilſte Pflugbeſpannung, die es gibt. In der europaͤiſchen Halbinſel ſind Wagen unbekannt, und wenn man den in Portugal bei allen Wirthſchaftsfuhren gebraͤuch⸗ lichen plumpen, ungeſchickten Karren aus des Lords Somerville Darſtellungen kennt, wird man ſchwerlich glauben, daß wir ihn zur Nachahmung empfehlen wollen. Es gibt aber keinen beſſern Beweis von der Kraft der Ochſen als Zugthiere, wie jene un— beholfene Maſchine, indem dennoch ein Paar Ochſen darauf eine Tonne Wein oder etwa 25 Centner, nicht nur auf den ſteilen, ſchlecht⸗ gepflaſterten Straßen von Liſſabon, ſondern auch auf den elen⸗ den bergigen Landſtraßen, auf denen ein engliſcher Fuhrmann gar nicht fahren wuͤrde, augenſcheinlich mit großer Leichtigkeit fortbringen. Die Achſe hat, je nachdem ſie mehr oder weniger abgenutzt iſt, einen Umfang von 19— 22 Zoll, iſt plump aus Holz gehauen, niemals geſchmiert und auf jeder Seite mit einer Stuͤtze belaſtet, auf welcher der Karrenkaſten ruht, und an wel⸗ cher ſich unten ein fuͤnf Zoll weiter Ausſchnitt zum Umdrehen der plumpen Raͤder befindet. Das Gewicht einer ſolchen Ladung muß durch eine ſolche Friktion augenſcheinlich ſo vergroͤßert wer⸗ den, daß es nicht noͤthig wird, dies durch eine Rechnung zu be— weiſen; dennoch iſt es ein ſeltener Fall, daß die Ochſen, welche di hyike min R dn, undd aurägft m as bewi Effns gleih de Rr Naten ſche Vette in daſäb iten Sin Dauſclard uiß de le fte dew dug mirr dur dn S tole zu Coote ſc Lounty kewoͤßnen ſdlenlichke ti ennm Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 269 etwa die Groͤße der im noͤrdlichen Devonſhire haben, in einem ſchlechten Zuſtand ſich befinden, obgleich in jenem Lande Weide ein unbekanntes Ding iſt. Aber ihre Anſpannung verdient Be⸗ achtung. Es iſt naͤmlich bei derſelben ein biegſamer Reifen oder ein breiter Ledergurt, welche den Hals umgeben mit dem Joch und den Riemen, die daſſelbe an die Hoͤrner befeſtigen, verbun⸗ den, und dadurch wird nicht nur die volle Ausuͤbung der ganzen Zugkraft moͤglich, ſondern auch ein vollkommnes Feſtliegen des Jochs bewirkt. S. zuchbar, ma langen Kit e Einrichun n, Zugfr⸗ einfachſte und eekannt, und 1 ren gebräͤut⸗— Somervile— ä aß wir ihn Erſteres kommt davon her, daß der Nacken und die Hoͤrner zu— ten beſſern gleich den Zug ausuͤben, waͤhrend bei dem engliſchen Joche nur ejene un⸗— der Nacken denſelben verrichtet. Es wuͤrde daher eine weſent— arauf eine liche Verbeſſerung der engliſchen Ochſenbeſpannung ſein, wenn n, ſchlecte man daſelbſt die in Portugal uͤbliche, oder noch beſſer die beweg— den ele⸗ lichen Stirnjoche, die in einigen Theilen von Frankreich und Fuhrmann Deutſchland gebraͤuchlich ſind, einfuͤhren wollte. Letztere geben Leichtigkät gewiß die beſte Anſpannung der Ochſen ab, ſie koͤnnen ſich da— r wenigen bei frei bewegen, und wenn ſie gleich nur ihren Nacken bei dem lump aud Zug anſtrengen, die Laſt mehr fortſtoßen, als ziehen, die Hoͤrner mit einer nur zur Befeſtigung des Jochs dienen, ſo entwickeln ſie doch ihre d an wel⸗ volle Zugkraft und bewegen ſich mit Leichtigkeit. Herr Charles Umdrehen Coote ſagt daruͤber in ſeinem Landwirthſchaftsbericht von King's en Ladurg Country und Cavan(zwei irlaͤndiſche Grafſchaften): die Thiere oößert we⸗ gewoͤhnen ſich ſehr leicht an dieſe Zugweiſe, und fuͤr die Be⸗ unp u be quemlichkeit, die ſie denſelben gewaͤhrt, ſpricht, daß ſich die Ochſen en, weche bei einem Verſuche, der zur Pruͤfung ihrer Zweckmaͤßigkeit ge⸗ 3 270 Achtes Kapitel. macht wurde, ſelbſt dann, als ſie an einem heißen Sommertage bei dem Umbruch einer ſehr feſten Brache bergauf ſcharf ange⸗ trieben wurden, noch leicht bewegten und nicht keuchten oder die Zunge herausſtreckten, wie es ſelbſt die kraͤftigſten und beſtabge⸗ richteten Ochſen bei der gewoͤhnlichen Anſpannweiſe gethan haben wuͤrden. Aber ſo augenſcheinliche Vorzuͤge jene auch beſitzt, ſo iſt die Macht des Vorurtheils doch ſo groß, daß ſie von meinen Nachbarn nicht angenommen wird.“*) Das Joch bietet allerdings denen, die nicht daran gewoͤhnt ſind, einen ſeltſamen und widerlichen Anblick dar. Die Verthei⸗ diger der Kummete ruͤhmen uͤberdies noch von dieſen, daß ſie“ leichter ſeien, und den einzeln in den Karren geſpannten Ochſen einen bequemeren Gang verſtatteten. Dies iſt auch bei allen leichten Arbeiten, wo es nicht darauf ankommt, daß das Thier ſeine volle Kraft ausuͤbe, der Fall. Ihren groͤßten Nutzen ge⸗ waͤhren aber die Ochſen auf einem zaͤhen thonigen Boden; ſie ſind weniger fuͤr eine raſche Bewegung. Wenn Schnellgkeit ſonſt auch gut iſt, ſo kommt es hier doch mehr auf Kraftent⸗ wicklung an, und da ſcheint denn nun die Erfahrung dafuͤr zu ſprechen, daß ſie im Joche ſchwerere Arbeit leiſten koͤnnen und bei heißem und naſſem Wetter von der Gefahr, ſich wund zu ziehen weniger zu leiden haben, als im Kummete. Dazu kommt nun noch, daß letztere ungleich koſtbarer ſind. In England iſt freilich das Vorurtheil herrſchend, daß die Ochſen fuͤr bergige Gegenden nicht tauglich ſeien; es iſt dieſes aber, wenn ſie angejocht werden, ſo ganz der Erfahrung ent⸗ gegen, daß man gar nicht Ruͤckſicht darauf zu nehmen braucht. Die europaͤiſche Halbinſel iſt ſehr bergig, und dennoch ſehen wir, daß daſelbſt ins Joch geſpannte Ochſen auf einem plumpen Fuhr⸗ werk große Laſten mit Leichtigkeit ziehen. In Suͤd-Wales, Cornwallis und Devon, die ebenfalls ſehr huͤgelig ſind, ſehn wir daſſelbe bei dieſer Anſpannweiſe; denn bei derſelben ſind ſie im Stande die Zuglinie zu reguliren, indem ſie den Kopf immer mehr ſenken, je mehr der Weg anſteigt, dadurch die Deichſel des zweiraͤdrigen Karrens vorn niederdruͤcken, den Karren ſelbſt hin⸗ 1 *) Die hier empfohlene und im Original genau beſchriebene, auch durch Abbildung erlaͤuterte Anſpannungsweiſe der Ochſen iſt die laͤngſt bei uns be⸗ kannte, im ganzen ſaͤchſiſchen Vogtlande und in noch mehren Gegenden Deutſch⸗ lands allgemein uͤbliche mit gepolſterten Bretern vor der Stirn. 1 nd gu thr ugl funmete Dtiin anz lan ſie, tatott NMn ghen. aünis J natang b dn jddoch Somnenn ſcharf me hten oder 1 und befah gethan haben uch bejist ſ te von mein atan gewohn! de Pertje⸗ eſen,das ſt annten Ochſa uch bei alen daß das Tir en Nuten Boden; ſ Schnellgit auf Krafte ruung daflr nnen und li und zu zien kommt nn nd, daß di es iſt dieſes hrung ent⸗ nen braucht. ſehen wi mpen Fuhr Suͤd⸗Walce d, ſehn wi ſind ſen Kopf inm Daichſel de en ſälſt i ene, auh urh aj uns be⸗ igſt hei und gaun Dutſ n. Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 271 ten heben und ſich auf dieſe Weiſe den Zug erleichtern. Dies ſind ſie, an Kummete geſpannt, nicht im Stande. Sobald ſie mit letzteren ziehen, werden ſie haͤufig paarweis nebeneinander und ohne Scheuleder eingeſpannt. In Irland bedient man ſich haͤufig ſtatt des Kummets eines vom Seiler ge⸗ flochtenen Gurtes nebſt einem Ruͤckenbande von Stroh(suggans und gads genannt), die zwar dem Auge nicht ſo wohlgefaͤllgg, aber ungleich wohlfeiler ſind, als jenes. Man hat auch hoͤlzerne Kummete verſucht; es haͤlt aber ſchwer, ſie den Schultern der Ochſen anzupaſſen, und iſt dieſes nicht ganz gut geſchehen, ſo ver— letzen ſie, wegen der Haͤrte des Materials, gar leicht das Schul⸗ terblatt. Man hat auch die Anwendung der Bullen zum Zug em— pfohlen. Sie behalten ihre volle Kraft bis in ihr neuntes, ja zehntes Jahr, und der einzige Einwand gegen dieſe ihre Be⸗ nutzung beſteht in der Furcht vor ihrer Boͤsartigkeit. Sie wer⸗ den jedoch im Geſchirr(S. Fig. 29.) ganz ruhig, und waͤre es ja nicht der Fall, ſo bringt ſie ein durch die Naſenloͤcher gezoge— ner eiſerner Ring, an den eine Leine befeſtigt wird, zum Gehorſam. Figur 29. ——— 7 2 d— —— 5= 3—— ———— 3— Die Operation iſt leicht, indem man die duͤnne Scheidewand zwi⸗ ſchen beiden Naſenloͤchern mit einem Trokar durchſtoͤßt, den ge⸗ oͤffneten Ring nachzieht, dieſen dann ſchließt und vernietet. Dieſe Ringe haben drei Zoll Durchmeſſer, in der Mitte ein Gelenke zum Offnen und die zum Zuſammennieten beſtimmten Enden ſind innerhalb abgeplattet*). — *) Im 6. B. des Univerſalblatts fuͤr die geſammte Land⸗ und Haus⸗ 272 Achtes Kapitel. Selbſt der Gebrauch der Kuͤhe zum Zug wird empfohlen; und es iſt auch nicht einzuſehen, warum ſie blos zur Milcherzeu— gung dienen ſollen, da ſie ſich durch ihre Arbeit ebenfalls ver— dient machen koͤnnen. Ihre Milchergiebigkeit wird freilich, wenn ſie ziehen muͤſſen, etwas abnehmen; aber es fragt ſich, ob ihr Ertrag an Milch und Arbeit zuſammen, nicht groͤßer ſei, als der von jener allein, und ob ſie nicht dadurch dem kleinen Wirth, der nur dann und wann Arbeit hat, oder blos Milchwirthſchaft betreibt, nutzbarer werden. Eine Kuh iſt vollkommen ausgewach⸗ ſen im ſiebenten Jahr, und kannz bis in ihr zwoͤlftes Jahr jaͤhr⸗ lich ein Kalb bringen, alſo auch wohl, pfleglich gebraucht, waͤh⸗ rend dieſer Zeit ein gut Stuͤck Arbeit liefern. Ochſenſtälle. Die verſchiedenen Methoden, das Rindvieh vor dem Wetter zu ſchuͤtzen ſind, daß man es entweder in offenen, von den Wirthſchaftsgebaͤuden umgebenen Hoͤfen, oder in Schuppen haͤlt, wo es Raum zu willkuͤhrlicher Bewegung hat, oder es in Staͤl⸗ len anbindet. Da es aber jetzt nicht in der Abſicht liegt, die Einwirkung dieſer verſchiedenen Methoden auf das Gedeihen des Nutzviehes in Betrachtung zu ziehen, ſo wollen wir gegenwaͤrtig unſere Bemerkungen daruͤber nur auf das Arbeitsvieh erſtrecken. Wo blos die Erhaltung der Geſundheit der Thiere beruͤck⸗ ſichtigt wird, da gibt es manche Gruͤnde, die zu dem Schluß zu fuͤhren ſcheinen, daß ſelbſt bei den harten Wintern unſers Kli⸗ mas die freie Luft fuͤr ſie vorzuziehen ſey. Sobald ſie nur eini— germaßen trocken liegen, ſo bleiben ſie in derſelben nicht nur bei Fleiſch, ſondern erhalten auch, gut gefuͤttert, eine Kraft und Feſtig⸗ keit des Koͤrpers, welche das auf dem Stalle gefuͤtterte Vieh nie⸗ mals erlangt, und wenn der Hauptzweck ihrer Haltung Arbeit iſt, ſolten ſie immer in einem Zuſtande leben, den ſie waͤhlen wuͤrden, wenn ſie ſich in vollkommner Freiheit befinden. So ha— ben viele erfahrene Maͤnner geurtheilt, und wenn damit ein war⸗ mer, reichlich mit Streu verſehener Wirthſchaftshof in Verbindung kommt, und ſie gegen durchdringende kalte Windſtroͤme durch eine mindeſtens ſieben Fuß hohe Hordenwand geſchuͤtzt werden, mag wirthſchaft, S. 127, iſt dieſes Mittel, die Bullen oder Zuchtſtiere zu baͤndigen, umſtaͤndlich beſchrieben, und durch Abbildungen erlaͤutert. Ach auch ki in Echu dru lic dfülen: wo ein uh Feeſc iynn nah led kon diß ſuzl itſen au endwitt in Jazug kaum u Wtterung fuden i e hier das Ve ten Eche ſeinr ga duch auf gaubdige, geſen T vil ei agegen, w ud kaut fät Eice teung ne ddentede Thtt ein dr den u enpſeh De vrichieden düſen die nemn ut 1. Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 273 ranfin auch kein Zweifel dagegen zu erheben ſein. Alles Arbeitsvieh frißt bermnit im Schutz gegen Naͤſſe und Zugwind mit mehr Appetit; es ver⸗ frild, un daut leichter, arbeitet mit mehr Kraft und widerſteht widrigen rf dem Zufaͤllen mit geringerer Gefahr, als das in Mauern eingeſchloſſene, ſih ci wo es eine unreine Atmoſphaͤre einathmen muß, aus der es, ohne aen das Zuthun der Menſchen, entfliehen wuͤrde. In den irlaͤndiſchen lenen Vit großen Graswirthſchaften iſt dem Rindvieh ein weiter Raum ein⸗ äſcnittſtri gegeben und ſieht man zahlreiche Herden auf Huͤgeln umherſchwei⸗ en auzgeva⸗ fen, wo kein Baum, ja kein Buſch zu erblicken iſt, und man ds Jahr jähr glaubt daſelbſt, daß ſie im Vethaͤltniß zu ihrer Freiheit an Staͤrke brautt vin und Fleiſch zunehmen. Wenn ſie auch gern jedes Obdach, das ihnen nah iſt, aufſuchen, ſo bald uͤble Witterung eintritt, oder der Abend kommt, ſo ſind doch die Hirten durchaus der Meinung, daß ſchutzloſe Gruͤnde zum Maͤſten ſich beſſer eigneten. Es gibt indeſſen auch andere Ruͤckſichten, die ebenfalls die Beachtung des r dem Wetr Landwirths verdienen. Wie auch die Urtheile der Naturkenner en, von de in Bezug auf die Geſundheit der Thiere ſein moͤgen, ſo iſt es doch ſchuppen hit kaum zu bezweifeln, daß Arbeitsvieh im Winter Schutz gegen die res in Ei Witterung bedarf; und wenn dieſer nur in dem Strohhof ſtatt icht liegt, u finden kann, ſo ſollte dieſer wenigſtens ſo vollkommen ſein, als Gedeihen de es hier die Umſtaͤnde erlauben. Die groͤßte Behaglichkeit, welche gegenwittt das Vieh in warmen Gebaͤuden, ſelbſt wenn dieſe nur aus leich— erſtrecken ten Schuppen beſtehen, empfindet, macht ſich an ſeinem Anſehen, hiere berul⸗ ſeiner glatteren weicheren Haut erkennbar, und daraus ſollte man dem Schluß auch auf groͤßere Geſundheit ſchließen. Die Thiere werden auch unſers Kli⸗ geduldiger, wenn ſie angebunden ſind, als wenn ſie frei herum— ie nur eini⸗ gehen. Wenn irgend eine Stoͤrung auf dem Viehhof ſich ereignet, icht nur bei ſo will ein unangebundener Ochſe davonfliehn, der angebundene und Feſti⸗ dagegen, welcher weiß, daß er nicht fortkann, bleibt ruhig liegen e Vieh nie und kaͤut wieder. Es findet demnach in ordentlichen Staͤllen tung Atbit mehr Sicherheit gegen Zufaͤlle, mehr Regelmaͤßigkeit in der Fuͤt⸗ ſie waͤhln terung, mehr Aufmerkſamkeit auf die Reinerhaltung, und eine en. So e bedeutende Erſparung an Duͤnger ſtatt. Letzteres iſt aber in der mit ein wor That ein Gegenſtand von großer Wichtigkeit, und einem Jeden, Verbindun der den Werth des Duͤngers richtig zu ſchaͤtzen weiß, nicht genug ne durg en zu empfehlen.. verden, ndh Die Meinungen uͤber die Abwartung des Rindviehes ſind ſehr verſchieden, da aber jetzt, wie bereits erwaͤhnt, blos von Zug— ochſen die Rede ſein ſoll, ſo ſei hier nur bemerkt, daß dieſe, wenn auch einige Viehmaͤſter das Warmhalten des Maſtviehes I. 18 erezr ändion 274 Achtes Kapitel. empfehlen, nie der freien Luft entbehren duͤrfen; die fuͤr ſie be⸗ ſtimmten Staͤlle muͤſſen daher vor Allem luftig und geraͤumig ſein, jedoch nicht ſo weit, daß ſie mit ihrem Hintertheil ſich bis zur Krippe drehen koͤnnen, weil ſie ſonſt ihren Miſt auf eine un⸗ paſſende Stelle entleeren und ſich einander beunruhigen. Wenn große Thiere in einzelnen Staͤnden ſtehen, ſind ſechs Fuß Breite fuͤr dieſe nicht zu viel; ſie ſtehn aber haͤufig zu zweien in einem Stande, und dann werden 9— 10 Fuß, in einigen Staͤllen noch weniger, fuͤr eine hinreichende Breite deſſelben gehalten. Der Stand ſollte 9 Fuß Laͤnge von der Wand an gerechnet, haben, und die Krippe oder der Trog ſo niedrig ſtehn, daß der Ochſe, wenn er ausruht, ſeinen Kopf darauf legen kann; denn ſind ſie ſo hoch, daß er ſich zuruͤckziehen muß, ſo iſt er gezwungen, ſich in ſeinen Koth zu legen, den er ſtehend auf den Platz fallen laͤßt, wohin dann ſein Hintertheil zu liegen kommt. Es ſollte zur Aufnahme der Exkremente eine Rinne von 14 Zoll Weite und 9 Zoll Tiefe hinlaufen, in die das Thier ſelten treten wird, weil es durch deren Tiefe in eine unangenehme Stellung kommt; indem es aber gezwungen iſt, auf deren Kante zu ſtehen, fallen ſeine Auswuͤrfe hinein, und dies iſt wichtig, denn Vieh, welches im Schmutz liegen muß, gedeiht minder, als reinlich ſtehendes. Die Tiefe dieſer Rinnen ſollte indeſſen niemals 9 Zoll uͤberſtei⸗ gen, weil eine groͤßere Kuͤhen, die bei dem Kalben hineinrutſchten, ſchon mehrmals ſchaͤdlich ward. Gut iſt es, wenn dieſe Rinnen mit eiſernen Gittern verſehen ſind, durch welche der fluͤſſige Duͤnger in Goſſen laͤuft, die ihn in den allgemeinen Sammler auf dem Miſthof bringen. Es iſt eine natuͤrlichere Stellung fuͤr das Rind, wenn es vorn eher etwas niedriger, als hinten ſteht; wenn daher ſeine Staͤnde eine geringe Neigung nach der Rinne hinten haben, muß ſein Hintertheil durch ein wenig untergeſtreu⸗ tes Stroh etwas erhoͤht werden. Es iſt indeſſen nicht gewoͤhn⸗ lich, Streu in den Staͤllen anzuwenden, die Thiere muͤſſen mei⸗ ſtens auf dem bloßen Pflaſter liegen, ſtatt deſſen man bisweilen Schalhoͤlzer angewendet findet. Ein reinliches trockenes Lager befoͤrdert aber nicht nur des Zugochſens Bequemlichkeit und Ruhe, ſon⸗ dern traͤgt auch weſentlich zur Vermehrung und Verbeſſerung des Duͤngers bei; es ſollte daher in ſeinen Staͤnden ſo wenig, wie in den offenen Schuppen die Streu geſpart werden. Es gibt verſchiedene Arten das Rindvieh im Stalle anzu⸗ haͤngen. In manchen Staͤllen ſind an den Saͤulen, woran es A geun der in thr ſut tik ines tüer die Tier an rittſt vſe lgtvid, ud hat zu lie Bogen mm haiden im lücher koxnderor gemn und Halbinder e nesi dr gelgtts aemicket id duch, emn gäag enen ga auch m eſtmulle nietete Ke ungaweiſ ühfe der für ſi k ad grrämmi thei ſc i auf eine in⸗ igen. Vm duß Brit ien in einen Etilen noc hatten. Dar chnet, haben, aß der Düſt denn ſind ſe zwungen, ſh Paa fäln nt. Es ſthe 4 Zoll Vin treten wi lung kommt ſtehen, ſalr Vieh, welce lic ſtehende Zoll üͤberſi⸗ reinrutſchtn ieſe Rinnan der fluͤſſige Sammler Stellung ſür inten ſüiſt — der Kune untergeſtrer⸗ ht gewoͤhr⸗ müſſen mi— m biöweill ceenes Lage ad Ruhe, b⸗ beſſerung d Hwenig, C Stale andl- n, woran 6 Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 275 gebunden wird, eiſerne Stangen angebracht mit einem Ringe, der daran auf und nieder gleitet, wie das Thier ſeinen Kopf hebt oder ſenkt; daran iſt eine Kette befeſtigt, die um dieſen vermit⸗ telſt eines Ringes und Knebels ſo geſchlungen wird, daß ſie nicht uͤber die Hoͤrner herunterrutſchen kann. In anderen ſind die Thiere an aufrecht ſtehende Pfoſten von 4 Zoll Durchmeſſer ver⸗ mittelſt loſer Ringe und eines Buͤgels, der um ihren Nacken ge⸗ legt wird, befeſtigt. Der obere Theil dieſes Bogens iſt platt und hat zwei Ausſchnitte, wie a auf Fig. 30 es zeigt; der eigent⸗ liche Bogen iſt von geſpaltenem Eſchenholz gefertigt, und an ſei— nen beiden Enden mit Knoͤpfen verſehen, welche durch die run⸗ den Loͤcher des obern Theils geſteckt werden, denn bei dem Aus— einanderſpringen des Bogens uͤber den laͤngern Ausſchnitt weg⸗ gleiten und ſo haͤngen bleiben. S. b Fig. 30. Man hat auch Halsbaͤnder, die zwiſchen zwei Saͤulen feſtgehalten werden, wie es bei e Fig. 30 zu ſehen iſt. In noch anderen Staͤllen laͤuft Figur 30. —ꝑ ☛☚ uͤber die aufrecht ſtehenden Staͤnder ein Querholz in der Hoͤhe von den Koͤpfen der Thiere hin, in welchem zwiſchen jeden Stand zwei Loͤcher eingebohrt ſind. Ein um den Nacken oder die Hoͤr⸗ ner gelegtes Halsband, ſo lang, daß das Thier wohl nach Be⸗ quemlichkeit ſtehn und ſich niederlegen, aber nicht umkehren kann, wird durch eins der Loͤcher ein Riegel geſteckt, dann bis zum an⸗ dern gezogen, und hier vermittelſt eines Knotens und kleinen hoͤl⸗ zernen Knopfes feſtgebunden. Mehre Landwirthe machen aber auch von weiter nichts Gebrauch, als von einer um den Nacken geſchnallten Halfter, an welcher ſich eine am Futtertrog feſtge⸗ nietete Kette befindet, und dieſes iſt eine voͤllig ſichere Befeſti⸗ gungsweiſe. Eine nicht ungewoͤhnliche beſteht ferner darin, die Koͤpfe der Thiere zwiſchen zwei aufrecht ſtehenden Pfaͤhlen feſtzu⸗ 18* 3 276 Achtes Kapitel. halten, von denen der eine feſt iſt, der andre ſich in einer Hoͤhlung bewegt und herausziehen laͤßt. Dieſes geſchieht, wenn das Thier angelegt werden ſoll; iſt dann ſein Kopf in der da⸗ durch entſtandenen Offnung, ſo wird jener wieder hinter den Hoͤrnern eingelaſſen, und mit einem Pflock befeſtigt, um es vom Zuruͤcktreten abzuhalten. Die Ketten und andern Befeſtigungsar⸗ ten ſollten ſtets ſo eingerichtet werden, daß die Thiere niemals bei dem Freſſen ihre Koͤpfe zu hoch in die Hoͤhe haben koͤnnen; denn ſonſt tritt bisweilen die Gefahr des Erſtickens ein. Fuͤr dieſen Fall ſollte der Waͤrter immer mit einem elaſtiſchen Stabe verſehen ſein, der an dem einen Ende einen polirten Knopf hat, mit deſ⸗ ſen Hilfe ſich der in der Kehle ſteckende Gegenſtand leicht in den Magen hinabſtoßen laͤßt; auch ein Trank von warmen Waſſer mit Salz und Öl leiſtet Hilfe. Vieh⸗Schuppen und Staͤlle ſollten eben ſo gut vollkommen ruhig wie reinlich gehalten werden, um die Thiere zum Ruhig⸗ liegen zu veranlaſſen. Jeder Futtertrog ſollte eine beſondere Ab⸗ theilung haben, um trocknes Futter, wie Kleien, Haͤckſel, Hlku⸗ chenmehl ꝛc. ohne Beimengung von Turnips oder anderm Wur⸗ zelwerk geben zu koͤnnen; auch ſo eingerichtet ſein, daß man ſie von außen mit Waſſer zum Saufen ſpeiſen kann, ohne das Vieh zu ſtoͤren, oder ihm das Getraͤnk in Eimern vorſetzen zu muͤſſen; ferner ſollte an den Koͤpfen hin ein Gang freigelaſſen ſein, damit es moͤglich werde, Futter zu geben, ohne in den Stand ſelbſt zu kommen. Sowohl fuͤr Arbeits⸗ als fuͤr Maſtvieh iſt dem⸗ naͤchſt auch jedem Landwirth die Anſchaffung einer Wage drin⸗ gend zu empfehlen, damit er ſelbiges im lebenden Zuſtande wie— gen koͤnne; denn nur mit deren Hilfe iſt er im Stande, den Aufwand, welchen die Haltung des Viehes verurſacht, genau mit der von ihm dagegen empfangenen Arbeitsleiſtung, oder ſeiner Zunahme an Fleiſch zu vergleichen. Dies iſt aber das einzige Mittel, zu entdecken, welche Race den meiſten Vortheil gewaͤhrt, oder die groͤßte Maſſe Fleiſch mit der geringſten Menge Fut⸗ ter erzeugt. Es gibt in Großbritannien mehre ſehr gut und zweckmaͤßig eingerichtete Stallungen fuͤr Rindvieh, wir halten uns jedoch bei deren Beſchreibung nicht lange auf, da ſich, bei Beobachtung des Geſagten in jeder Lokalitaͤt das Moͤglichbeſte in dieſer Hin— ſicht herſtellen laͤßt; wir wollen daher nur einiger Einrichtungen dieſer Art gedenken. Auf dem Landgute der Herbert zu Mucruß ſinn Nar buſtin u düint hrir, mi irrinlche 9,1 iine in Ir 1 rer Sch 3 G. find drei derütten und ſſtend de Fe dem Meere 9 V nitler 6¹ le. Uher mtre it en ſachem Kan Illand au leriſchen E zwiſchen d ran Tucl Grade afa tiſkey Rii ſten Verwu niit, und! ſul, num g ds in Tu ſ d die ſe bir r ethebe lbenſi ri dines G tiawi 3 dber ſch dorſtele im gnitt ſa uf in Adern Ete See⸗ it d hin beval lande ac en ſtaſt und d tiß ds Er dy NMc Cu — in ein eht, wem in der de hinter der um es vom ſtigungsn⸗ als bei dem denn ſonſt dieſen Fal e verſehen „mit deſ⸗ ht in den en Waſſer ollkommen un Ruhig⸗ ondere Ab⸗ ſel, Olku⸗ derm Wur⸗ aß man ſe he das Vi zu müſſen, ſein, dami tand ſelbſt iſ dem⸗ Lage drin⸗ rande wie⸗ kaande, den genau mit oder ſeiner das einzige gewaͤhrt NRenge Fu⸗ zwetkmiß s jddoch li Beobacktung diſſr Hit⸗ nictungen u Nucr Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 277 am See Killarney*) befindet ſich ein Viehhaus fuͤr funfzig Stuͤck, ſo groß, daß jeder Ochſe einen Stand von neun Fuß Weite hat, in welchem er nach Belieben freſſen oder ruhen kann, ohne von ſeinen Nachbarn geſtoͤrt zu werden. An der Fronte des Stalles laͤuft ein Gang hin, von dem aus das Futter eingeſchuͤttet wird und dahinter, jedoch nicht unter dem Dache, iſt ein fuͤnf Fuß breiter, mit Fließen belegter Gang, auf dem fließendes Waſſer in reinlichen Troͤgen hinlaͤuft, zu denen die Ochſen gelangen koͤn⸗ *) Der oder vielmehr die Seen von Killarney in der Mitte der Kerry⸗ gebirge in Irland ſind diejenigen von den vielen Seen dieſes Landes, die we⸗ gen ihrer Schoͤnheit mehr, als wegen ihrer Groͤße Beruͤhmtheit erlangt haben. Es ſind drei Seen uͤber- aber ſo nach aneinander gelegen, daß ſie ſich faſt beruͤhren und Nachen aus dem einen in den andern gleiten. Der untre, zwi⸗ ſchen den Bergen Tomies und Glenna, jener 2150, dieſer 2090 Fuß uͤber dem Meere gelegen, haͤlt ungefaͤhr 3000 iriſche= 5000 engl. Acker, der mittlere 640 iriſch.= 1066 engl. und der obere 720 ir.= 1200 engl. Acker. über die großen Schoͤnheiten dieſer Seen iſt nur Eine Stimme; der untre iſt an dem einen Ende von Gebirgen umkraͤnzt, an ſeinem andern mit flachem Land umgeben, das ſich durch ſeine hohe Kultur vor vielem andern in Irland auszeichnet. Drei und dreißig Eilande, manche von der groͤßten ma⸗ leriſchen Schoͤnheit, ſchmuͤcken ihn. Der obre See liegt in einer Vertiefung zwiſchen den hoͤchſten Bergen Irlands, von denen der Mangerton und Car⸗ ran Tual am meiſten bekannt ſind, und dadurch wird ſeine Lage im hoͤchſten Grade erhaben und praͤchtig. Die Natur hat hier ihre wildeſten und maͤch⸗ tigſten Reize entfaltet, um den ſtaunenden Wandrer zu uͤberraſchen, der zwi⸗ ſchen Verwundrung und Staunen einen bezauberten Boden zu betreten ver⸗ meint, und weil er nicht weiß, worauf er ſeine Aufmerkſamkeit zuerſt richten ſoll, kaum glauben kann, daß die Scenen, die er rund um ſich gewahrt, nicht blos eine Taͤuſchung, die luftigen Phantome einer gluͤhenden Einbildungskraft ſind, die ſie mit ihrer Zaubermacht nur fuͤr den Augenblick geſchaffen hat. Hier erheben ſich Felſen auf Felſen gethuͤrmt bis zu rieſiger Hoͤhe; dort ſteigt ſtufen⸗ weis eines Gebirges Haupt uͤber ein anderes hinauf, und noch ein groͤßeres droht bisweilen uͤber dich herabzuſtuͤrzen, einen Anblick darbietend, den man leichter ſich vorſtellen, als beſchreiben kann. Solche erhabene Scenen ſind nur mit dem gemiſchten Gefuͤhl von Ehrfurcht und Wohlgefallen zu betrachten und muͤſ⸗ ſen auf ein ſinniges Gemuͤth einen tiefen und bleibenden Eindruck machen. An andern Stellen, beſonders an den oͤſtlichen Ufern des untern und mittleren Sees, iſt dagegen wieder die Scenerie von der ſanfteſten und lieblichſten Art, ſchoͤn bewaldete Vorgebirge, rieſelnde Baͤche, heitere Landſitze, gruͤnende Ei⸗ lande ꝛc. entzuͤcken das Auge, und der Kontraſt zwiſchen dieſer lachenden Land⸗ ſchaft und dem Rauheſten und Wildeſten, das die Natur hat, bildet den Haupt⸗ reiz des Sees von Killarney.(Statistical account of the british Empire— By Mac Culloch. I. S. 342.). ͤyvv:pE6è66 ———— 8— 8 278 Achtes Kapitel. nen, ſobald man die Thuͤren ihrer einzelnen Staͤlle oͤffnet. Dieſe erreichen bei dem Aufſchlagen den jenſeitigen Rand, werden da⸗ ſelbſt eingehakt und ſchließen auf dieſe Weiſe beſtimmte Raͤume ein, wodurch jede Gefahr und jeder Schaden, der durch das Zu⸗ ſammenkommen hochfetten Viehes entſtehen koͤnnte, wegfallen. Es iſt ganz gewiß ein ſinnreiches Verfahren, die auf dem Stalle gefuͤtterten Thiere ſo zu behandeln, daß ſie die ihnen be⸗ quemſte Lage zur Ruhe waͤhlen koͤnnen; aber die Koſten eines ſolchen Gebaͤudes ſind zu bedeutend, und wenn daſſelbe wie ge— woͤhnlich eingerichtet waͤre, koͤnnte es recht gut noch einmal ſo viel Stuͤcke faſſen. Es moͤchte daher der von Herrn Ruet in ſeinem Wirthſchaftsbericht von Oxford gegebene Plan zu einem Viehſchuppen von 100 Fuß Laͤnge fuͤr zwanzig eingeſtelltes und zwoͤlf Stuͤck frei herumgehendes Vieh den Vorzug verdienen. S. Figur 31. aawn kN k S — Fe e 7 ⸗ Hof für Strafe und Rert fetnmen Von A— B befinden ſich Thuͤren, fuͤr jeden Stand von zwei Stuͤcken eine Bei P ſind die Futtertroͤge und die Pumpen, die tan klei tir duß trſchen, boden ſin äien ge gacg ſind Awewvaſſ n us ii tis ſin Mit bingt d i Net Lofwuri bemerk, im Win als in Nuhe un dr Annc 38 4 drung de it te bern vonc e in tit und Luſͤ n äußern. 3 d ſch grnagt b ſowohle wenn e der Etil ſcht auf drhniß d Biha net. di werden de nte Raͤume ch das z gfallen. ie auf dn ihnen be oſten eine be wie ge⸗ einmal ſo Ruet in zu einem elltes und enen. E, 3 4 — — α 8 3 3 Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 279 mit Einſchluß des Futterplatzes und dem vier Fuß breiten Waſ⸗ ſertroge t i 16 Fuß weit ſind. FOCD ſind zwoͤlf offene Staͤlle, jeder 12 Fuß lang und acht Fuß weit, fuͤr das nicht angehaͤngte Vieh. E— F iſt ein gepflaſterter Gang zur Bequemlichkeit der Viehwaͤrter von neun Fuß Breite; G das Thor zu dem Ochſenſtall. Auf dieſe Weiſe hat jeder Ochſe ſeinen offenen Stall und einen kleinen Hof fuͤr ſich. Die Umfaſſungswand deſſelben iſt vier Fuß hoch und innerhalb mit einer Reihe von Waſſertroͤgen verſehen, die durch einen Kanal ſie leicht fuͤllen zu koͤnnen, ver— bunden ſind. Der Fußboden des Stalles iſt mit hartgebrannten Ziegeln gepflaſtert, die an den Kanten in feſten Moͤrtel und ſo gelegt ſind, daß ſie einen gelinden Fall nach den Abzuͤgen des Regenwaſſers und Harns haben. In manchen Faͤllen werden doppelte Reihen von Staͤllen nach dieſem Plan errichtet, wo dann der Raum zwiſchen ihnen zur Miſtſtaͤtte fuͤr beide dient. Wenn viel Staͤlle noͤthig ſind, bringt dieſe Anordnung manchen Vortheil. Herr Webb-Hall hat neuerlich in ſeinen der Geſellſchaft fuͤr Aufmunkerung der Kuͤnſte gemachten Mittheilungen ganz richtig bemerkt, daß die Fuͤtterung des Rindviehes auf dem Stalle ſich im Winter viel leichter und mit beſſerm Erfolg ausfuͤhren laſſe, als im Sommer. In jener Jahreszeit freut ſich daſſelbe der Ruhe und des Schutzes, die ihm ein Obdach gewaͤhrt; aber bei der Annaͤherung des Fruͤhlings ſehnt es ſich eben ſo nach der friſchen Luft in freier Flur, wie die Zugvoͤgel nach einer Veraͤn⸗ derung des Klima's. Es befindet ſich, ſobald ſeine Fuͤtterung nicht vernachlaͤſſigt wird, waͤhrend der vier oder fuͤnf Winter— monate im Stalle angebunden in einem Zuſtande der Behaglich⸗ keit und frißt ſein Futter ſchnell und mit Begierde, ohne den Wunſch nach Bewegung oder einer Veraͤnderung des Platzes zu aͤußern. Im Sommer iſt es dagegen ganz anders. Das Futter, das ſich zu dieſer Zeit im ſaftigen Zuſtande, ſehr zur Gaͤhrung geneigt befindet, wird bald warm und dem Vieh unangenehm, ſowohl wenn es vom Acker nach dem Stall gebracht wird, als wenn es hier bis zu ſeiner Verzehrung liegen bleibt. Die Waͤrme der Staͤlle befoͤrdert, wenn dieſelben nicht mit beſonderer Ruͤck— ſicht auf Luͤftung erbaut ſind, bei heißer Witterung ſelbſt die Ver— derbniß des den Thieren vorgelegten Futters und ihr fortwaͤhren⸗ des Behauchen deſſelben macht es nothwendig, daß es ihnen nur 280 Achtes Kapitel. in kleinen und oftmaligen Gaben gereicht werde. Dies erheiſcht eine ununterbrochene Aufmerkſamkeit und viele Vorſicht in der Herbei⸗ ſchaffung ihres Bedarfs. Wenn dieſe fehlen, ſo befinden ſie ſich un⸗ wohl und kommen bald herunter, beſonders wenn nicht auf die Rein⸗ lichkeit und Trockenheit des Stalles durch oͤfteres Einſtreuen, durch haͤufige Wegnahme des Miſtes und der Streu und durch alle an⸗ deren Mittel, die dazu beitragen koͤnnen, geſorgt wird. Auf manchen Guͤtern findet man daher nur Schuppen, wor⸗ an kleine abgeſonderte Hoͤfe ſtoßen, und in welchen das Vieh paarweis abgetheilt ſteht. Dies ſcheint das Zweckmaͤßigſte zu ſein, weil dabei die Ochſen keine Stoͤrung von anderm Vieh leiden und, zuſammenſtehend doch die Annehmlichkeit des Beiſammenſeins genießen, das eine wohlthaͤtige Einwirkung auf alles Vieh aͤußert. Wirklich die Theorie haͤtte kein beſſeres Verfahren lehren koͤnnen; aber man beachtet nur ſelten was zum Wohlſein der Thiere dient, obgleich ein Jeder, der ſie aufmerkſam beobachtet, zu der Überzeu⸗ gung gelangen muß, daß ihre natuͤrliche Neigung auf Zuſammen⸗ leben dringt, und daß ſie, wenn dieſes mit Sicherung vor Un⸗ ruhe vereinigt werden kann, dabei weit beſſer gedeihen, als wenn ſie allein ſtehen; es ſollte aber keiner, der fuͤr die Geſchoͤpfe, die ihn umgeben, einige Sorge traͤgt, unempfindlich ſein gegen ihr Wohlbeſinden, wenn der Selbſtvortheil damit auch nicht verbun⸗ den waͤre. Dieſe Schuppen ſind gedeckt, 12 Fuß breit und 15 Fuß tief, mit einem daran ſtoßenden freien Raum von 12 Qua⸗ dratfuß Flaͤche, durch eine niedrige Mauer von einander abgeſon⸗ dert und mit einem Waſſertrog, mit Krippen fuͤr Wurzelwerk und mit Kaͤſten fuͤr Heu und Stroh verſehen, weil das Vieh meiſten⸗ theils ſein Futter, ſo vorgelegt, lieber, als aus Raufen frißt. Wenn jedoch mehre Thiere in eine ſolche Abtheilung geſtellt werden, iſt es natuͤrlich, daß die aͤlteſten und ſtaͤrkſten ſich an das Futter draͤngen und die ſchwaͤcheren nicht eher dazu laſſen, als bis ſie ihren Appetit befriedigt haben. Dies iſt in mehr, als einer Hinſicht nachtheilig und veranlaßt manchmal Ungluͤcksfaͤlle; denn Uneinigkeit unter ihnen fuͤhrt jederzeit zu etwas Ublem, und wenn auch wirklich ſo viel Futter vorgelegt wird, daß ſie am Ende alle davon ſatt werden koͤnnen, ſo iſt doch eine gerechte Ver⸗ theilung unmoͤglich und muͤſſen natuͤrlich die Abgedraͤngten zuruͤck— kommen, weil ſie aufgeregt werden und ihren Hunger nicht regel⸗ maͤßig ſtillen koͤnnen. Dies zu vermeiden, iſt man darauf bedacht geweſen, offene Schuppen fuͤr mehre zu errichten, wo ein ſolches Iſt de 1 tzälungen, dm als Tjiere, w Aüthelen adre in bene, w haben ſo gegen den Ein de Bakev indeſen a erheiſcht n der Herhe. ſieſih auf de Rein⸗ treuen, duc — alle ar uppen, wor⸗ n das Tieh ägſt 1 ſein, Vih leden ſamnenſeins Vihh iuße. hren können Thiere dien der iberer f Zuſanner ung vor he⸗ n, als wem eſchopfe, de in gegen in nicht verbun⸗ reit und 1d n 12 Qu⸗ er abgeſon⸗ elwerk und eh meiſten⸗ ftißt. ng geſtell ſich an das laſſen, als mehr, ab gluͤcksfälle Uölem, und daß ſie an erechte Ve⸗ geen zuti⸗ nicht rege⸗ rauf bedact iin ſolche Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 281 Abdraͤngen nicht ſtatt finden kann und die ſich durch Einfachheit und Zweckmaͤßigkeit empfehlen. S. Figur 2⁰0 1 iſt der Aufriß, II der Grundriß. Der Schuppen iſt in vier Ab⸗ theilungen gebracht. A iſt ein Platz fuͤr das Futter aller Art, von dem aus es in die Raufen und Troͤge B vertheilt wird. Die Thiere, welche in C freſſen, koͤnnen die in D oder dem anderen Abtheilungen nicht ſehen, und ſo umgekehrt, und ſollte eins das andre in einen Winkel treiben, z. B. in E, ſo kann das Getrie— bene, weil es kein rechter Winkel iſt, leicht entwiſchen; uͤberdies haben ſolche Schuppen noch das Gute, daß ſie dem Vieh Schutz gegen den Wind verleihen, er mag herkommen woher er will Ein aͤhnlicher Schuppen war auch zu Diſhley fuͤr Fuͤllen, die Bakewell fruͤher in großer Menge hielt, errichtet; derſelbe kann indeſſen auch recht gut fuͤr andres Großvieh gebraucht werden. Figur 33. - 2 1 —— — V 3— 282 Achtes Kapitel. In der Mitte befindet ſich eine Raufe fuͤr das Heu und daran ſtoßen vier Krippen fuͤr Koͤrner oder Wurzelwerk. Das Ganze iſt mit Bretern gedeckt und ruht auf vier Raͤdern, um es von Feld zu Feld fahren zu koͤnnen. S. Fig. 33. Auf dieſe Weiſe liegt das Futter immer trocken, das ſtaͤrkſte Fuͤllen kann die andern nicht wegtreiben, ohne ſein Futter zu ver— laſſen, und das abgetriebene findet ſogleich wieder einen andern Platz, auch ſtehen ſie ſo fern von einander, daß ſie einander nicht wohl ſchlagen koͤnnen. Wenn die Zugochſen und anderes Rindvieh aus Ermangelung guter Staͤlle und trockner Schuppen meiſt auf dem Strohhof im Freien ſtehen und liegen muͤſſen, iſt vor Allem darauf zu ſehen, daß derſelbe durch Ableitung des Regenwaſſers und haͤufiges Streun von trocknem Stroh ſo trocken, wie moͤglich gehalten werde; den⸗ noch leiden hier die Thiere, zumal im Winter, viel von Naͤſſe, und dabei gedeihen ſie nicht ſo wohl, wie in trocknen Raͤumen; denn man wird finden, daß der trockne Stand, den ſie hier fin⸗ den, faſt mehr zu ihrem Wohlſein beitraͤgt als Futter. Fätterung. Im ſiebenten Kapitel iſt ſchon ſo viel uͤber die Stallfuͤtterung geſprochen worden, daß wir, ungeachtet der großen Wichtigkeit derſelben, hier nur einige Bemerkungen uͤber die Verfuͤtterung der Turnips und des Strohes, die oͤfter fuͤr Ochſen, als fuͤr Pferde verwendet werden, hinzufuͤgen wollen. Die Turnips werden zwar vorzuͤglich fuͤr Schafe gebaut; aber doch auch hie und da, und zwar die groͤßten von ihnen zur Fuͤt⸗ terung der Ochſen aufgenommen; doch geſchieht dieſe, zumal bei Zugochſen, nur ſelten auf dem Felde ſelbſt, weil man es in mehrer Hinſicht fuͤr zweckmaͤßiger haͤlt, dieſelben auf dem Hofe zu halten. Sollen die Turnips aber ja auf jene Weiſe benutzt werden, wie es in Norfolk haͤufig der Fall iſt, ſo duͤrfen ſie nicht mit dem Maſtvieh in einen Hordenſtall geſperrt werden, weil dieſes die Auswahl des Futters haben muß, und nur das, was dieſes zu— ruͤcklaͤßt, an das andre kommt. Das Abfuͤttern der Turnipsfelder geſchieht dann oftmals durch drei Parteien Vieh, von denen die letzte aus mageren Thieren oder jungen Schafen beſteht. Wenn das Verfuͤttern der Turnips auf dem Hofe ſtatt fin⸗ ——— — A dit it gri 1 hrauh auß diſs f 4 rjut ſt ujimn zmicin. auföweyre uin E tnm Kar aunis f ber ücht un zit d in aiſen ni f ſabſt ths frich finn gnse dau 3 Sin weden Wurzen ben; und ttt, oder alfberwah ganz gut dider auf ſe Pnli dz grin in richt the ufd kenicttt ſen zät i de ſtme durh de vermehtt duch diſ ik durch Khnds fn Frih aͤgſien ui Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 283 und dun Das Geng det, iſt es beſſer, dieſelben ſobald ſie gehoͤrig ausgewachſen ſind, in un es in groͤßrer Menge auf einmal herauszuthun und in Haufen bis zum Ver⸗ brauch aufzubewahren, als ſie taͤglich vom Feld zu holen, zumal wenn dos fti dieſes feucht iſt und Pferde zum Zug genommen werden, die es dann utter zure feſt zuſammentreten und ſich dabei ſehr anſtrengen. Wenn man die zur rechten Zeit herausgenommenen Ruͤben nicht in Haufen im Freien inen and nunen aufbewahren will, bringt man ſie auch wohl in das Futterhaus, das zu dem Ende mit einem Thore verſehen wird, damit man mit rnungalun einem Karren hinein⸗ und herausfahren koͤnne. So lange die trohhof in Turnips friſch und wohlſchmeckend ſind, werden ſie ganz vorge⸗ fzu ſehen legt, hoͤchſtens ſchneidet man die Koͤpfe und unteren Wurzeln ab, ge Stran und gibt dieſe dem Jungvieh. Das Einfuͤttern derſelben geſchieht derde, dr in Kaſten oder ſchmalen Krippen unter Schuppen oder auf dem in Niſß Hofe ſelbſt und dabei wird im Laufe des Tages mehrmals Stroh, Nauurf theils friſches, theils von der Pferdeſtreu vorgelegt; denn es iſt merkwuͤrdig, daß die Ochſen letztere oft lieber freſſen, als reines . gutes Stroh, und ihre Streu mit den Hoͤrnern aufwuͤhlen, um dazu zu gelangen, ſelbſt wenn ſie feucht von Harn iſt. Sind die Turnips jedoch zur Stallfuͤtterung beſtimmt, ſo werden gleich bei dem Herausthun das Kraͤutrich und die unteren Wurzeln abgeſchnitten, um ſie dem magern und Arbeitsvieh zu ge⸗ ben; und die eigentlichen Ruͤben entweder auf Haufen aufgeſchich⸗ ſie hier fin⸗ Stalffitermn tet, oder in einem Winkel der Scheune oder des Futterhauſes Wihſih aufbewahrt, wo ſie mit etwas trocknem Stroh bedeckt, dem Froſt fütteung ganz gut widerſtehen. Bei dem Gebrauch werden ſie dann ent⸗ s für Nfad weder auf einer eignen Schneidemaſchine oder mit einem Hackmeſ⸗ ſer zerkleinert. Der Vortheil dieſes Verfahrens beſteht darin, daß gebaut; dt das gruͤn abgeſchnittene Kraͤutrich nicht verloren geht, und daß nen zur eine nicht geringe Menge der beſten Ruͤben, die, dem Winter e, zumit uͤber auf dem Felde gelaſſen durch die unguͤnſtige Witterung haͤufig es in män vernichtet werden, zu Hauſe aufbewahrt, ſich bis zur futterarm⸗ ofe zu faln ſten Zeit im Fruͤhjahre aufſparen laſſen. Wenn ſie auch, zumal werden, we die ſchwediſchen, etwas an Gewicht dabei verlieren, ſo wird da— iiht mi da durch doch ihre Nahrungsfaͤhigkeit nicht vermindert, ſondern eher eil diſes d vermehrt, weil nur die waͤſſerigen Theile verfliegen; doch darf vas dieſesi auch dieſe Austrocknung nicht zu weit getrieben werden, denn es Turniräfede iſt durch Erfahrung erwieſen, daß ſaftige Wurzeln ihre naͤhrenden von denen de Eigenſchaften ganz verlieren koͤnnen, wenn ſie zu lange den ſchar⸗ teit. fen Fruͤhjahrswinden ausgeſetzt werden. Man ſollte jedoch immer Hofe ſat fi wenigſtens den Bedarf auf einen Monat vorraͤthig haben, um bei 284 Achtes Kapitel. hartem Froſt, der die Ruͤben bisweilen ganz feſt im Boden zuruͤck⸗ haͤlt, keinen Mangel daran zu leiden. Fehlt es an Raum zur Aufbewahrung einer ſo großen Maſſe auf einmal, ſo muß jeder froſtfreie Tag benutzt werden, um den Vorrath im Hauſe fuͤr einige Zeit zu vermehren. Dies gilt jedoch Alles faſt nur von den Rutabagas; die an— deren Turnipsarten zeigen, nach dem Herausnehmen aufbewahrt, oft ſchon nach drei Wochen, je nachdem die Witterung iſt, einige Verderbniß und werden bald unſchmackhaft. Dies haben Verſuche bewieſen, die man in dieſer Hinſicht anſtellte, indem man einigen Kuͤhen Turnips gleicher Art zugleich vorlegte, die zwar auf einem Felde gewachſen waren, von denen man jedoch einen Theil ſo eben erſt aus der Erde genommen, den andern aber eine laͤngere Zeit, nach ſorgfaͤltiger Hinwegnahme des Kraͤutrichs und der duͤn⸗ nen Wurzeln, aufbewahrt hatte. Nachdem die Thiere dieſes Fut⸗ ter angerochen hatten, griffen ſie zuerſt nach jenen und erſt, als ſie damit fertig waren, nach dieſen. Es iſt auch unmoͤglich, eine große Maſſe Nuͤben mit dem Vieh unter einem Dache laͤngere Zeit aufzubewahren, ohne daß ſie von dem Athem der Thiere und den Ausduͤnſtungen des Miſtes leiden, und dadurch dem Vieh widerlich werden. Wenn die Turnips hart gefroren ſind, ſo wird es den Thieren nicht nur ſchwer, ſie zu kauen, ſondern hat man auch, ſobald ſie ſolche dennoch aus Hunger hineinfreſſen, Krank⸗ heitszufaͤlle daraus bei ihnen entſtehen ſehn; ſie kruͤmmen den Ruͤcken und ziehen die Fuͤße in die Hoͤhe, als wenn ſie von ei⸗ nen Krampf ergriffen waͤren. Dieſem kann man begegnen, wenn man die gefrorenen Ruͤben in kaltes Waſſer wirft und drei— vier Stunden darin laͤßt, wonach ſie dann ganz friſch und geſund erſcheinen. Die Menge von Turnips, die ein Zugochſe taͤglich verzehren kann, haͤngt natuͤrlich eben ſo wohl von ſeiner Groͤße, wie von ſeiner Arbeitsleiſtung und ſeiner Konſtitution ab, worin ſolche Unterſchiede ſtatt finden koͤnnen, daß keine allgemein zutreffende Berechnung zu geben iſt. Auch die Guͤte der Ruͤben iſt ſehr ver— ſchieden, nicht nur nach ihren verſchiedenen Varietaͤten, ſondern auch nach der Art des Anbaues, der Beſchaffenheit der Witterung und des Bodens. Die ſchwediſchen enthalten in der Regel um die Haͤlfte mehr naͤhrende Theile, als die anderen Arten, und ob⸗ gleich unter dieſen kein ſo großer Unterſchied ſtatt findet, ſo iſt doch gewiß, daß die gewoͤhnliche weiße Turnips, die am haͤufig⸗ A ien ange nict ein ſgadenen (cawlan f di z dun di Erfitit ſtütr peiciedene 8 ſaer Ie dun dſeb ll be ftänn 5 inig, hab Aigt goebe hde ß um1 b ma dachen F hſ Jleſthger Er titt Fur vunde, 9 nen, deſes herſärkt w nen, was konnt P duttes, Aan und d nwet nut da, ſähſt veiſchidene oden zuni Raum zu ) muß jad Hauſe fu s; die ⸗ aufbewahn ik, eing en Verſuc don einigen auf einem Theil ſo ne laͤnger d der dün⸗ dieſes Fu⸗ d erſt, ad glich, ein che laͤngen der Thier ih dem Vih nd, ſo vitd —n hat mau ſen, Krank mmen den ſie von ai nen, wenn drei— vier ind geſund h verzehren e, wie dan orin ſolht zutreffende ſt ſchrver en, ſonden rWitteruh Regel umn n, und hb⸗ ndee ſ iſ am häufi Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 285 ſten angebaut wird, am wenigſten nahrhaft iſt. Man kann aber nicht eine Sorte ausſchließlich anbauen, denn ſie verlangen ver— ſchiedenen Boden und verſchiedene Kultur. Die krugfoͤrmi⸗ ge(tankard), die kugelfoͤrmige und die gewoͤhnliche weiße ſind die zeitigſten; dann kommen die roth- und graukoͤpfigen; dann die gelbe Aberdeen und zuletzt die ſchwediſche, welche ihre Saftigkeit am laͤngſten behaͤlt, und deshalb vorzuͤglich zu Fruͤh⸗ jahrsfutter taugt. Es bietet uns die Natur demnach eine ſolche Verſchiedenartigkeit von Futter dar, daß es uns moͤglich wird, zu jeder Jahreszeit unſerm Vieh eine ihm angenehme Abwechs⸗ lung deſſelben zu verſchaffen*). Alle vergleichenden Verſuche, die Nahrungsfaͤhigkeit der ver⸗ ſchiedenen Futtermaterialien durch Verfuͤttern und Waͤgen zu er— mitteln, haben, wie Sinclair bemerkt, noch kein untruͤgliches Re— ſultat gegeben, weil 1) die Guͤte mancher Futtermaterialien oft waͤhrend des Ver⸗ ſuchs um 1— 20 Procent ſich aͤndert; 2) manche Vieh⸗Racen mehr Fleiſch von derſelben Menge gleichen Futters anſetzen, als andere, und endlich 3) ſelten zwei Individuen einer Race auf gleiche Weiſe an Fleiſchgewicht von demſelben Futter zunehmen. Er ſagt ganz richtig, daß, wenn einmal eine gewiſſe Quan— titaͤt Futter von einem Thiere laͤngere Zeit hindurch gefreſſen wurde, ohne davon merklich an Gewicht und Staͤrke zuzuneh⸗ men, dieſes allerdings bald geſchehe, wenn die Gaben von jenem verſtaͤrkt werden. Wir haben aber kein Mittel, genau zu beſtim— men, was zu einem jeden dieſer Zwecke erfordert werde; denn es kommt dabei nicht auf die Menge und Beſchaffenheit des Futters allein an; ſondern auch auf das Alter der Thiere, die Race und den Grad von Hitze oder Kaͤlte, dem ſie ausgeſetzt werden. Die Nahrungsfaͤhigkeit der Futtermaterialien kann daher immer nur annaͤhernd, nie mit abſoluter Gewißheit ermittelt wer— den, ſelbſt wenn man die Eigenthuͤmlichkeiten und Vorzuͤge der verſchiedenen Racen beruͤckſichtigt; denn es liegt oft nicht in dem Mangel an Nahrungskraft des Futters, ſondern in der geringen Kraft des Thieres, wenn es keinen Nutzen davon zieht.— *) In einem der folgenden Kapitel uͤber den Anbau der Turnips wird auch die Nahrungsfaͤhigkeit der verſchiedenen Arten derſelben angegeben. 286 Achtes Kapitel. Deshalb laͤßt ſich auch keine ganz beſtimmte Regel uͤber den taͤglichen Futterbedarf eines Ochſens angeben, noch weniger uͤber die dadurch erfolgende Vermehrung ſeiner Kraft zur Verrichtung ſeiner Arbeit; indeſſen laͤßt ſich doch im Durchſchnitt annehmen, daß ein Arbeitsochſe der am meiſten gebrauchten Racen ſich ſehr gut halte bei einer taͤglichen Gabe von 12 Steinen ſchwediſcher Turnips oder von 18— 20 Steinen der gewoͤhnlichen Sorten, wenn er dabei auf dem Strohhof herumlaufen kann und hinlaͤng— lich gutes Stroh daneben erhaͤlt; er haͤlt bei dieſer Fuͤtterung ſich beſſer, als wenn er eine verhaͤltnißmaͤßige Menge des beſten Heu's allein empfaͤngt. Dafuͤr muß aber geſorgt werden, daß er neben den Nuͤben ein feſtes Futter erhalte; denn ſonſt bekommt er den Durchfall. Trocknes Heu oder Stroh neben den Turnips gege— ben, verbeſſert die waͤſſerige Natur der letztern weſentlich; und es iſt durch eine Menge Beiſpiele beſtaͤtigt, daß ſo gefuͤtterte Ochſen ihre taͤgliche Winterarbeit verrichten koͤnnen, ohne im ge— ringſten an Fleiſch oder Kraft zu verlieren. Das Stroh verliert jedoch waͤhrend des Winters einen Theil ſeines Saftes, und die vermehrte Anſtrengung bei der Fruͤhjahrsſaat verlangt daher durch⸗ aus eine Zulage von 10— 12 Pfund Wieſen⸗ oder Kleeheu taͤg⸗ lich*); dann iſt aber, wenn zumal ſchwediſche Turnips gefuͤttert werden, und es daneben nicht an Stroh fehlt, durchaus kein Koͤrnerfutter noͤthig, das ſich, den Zugochſen gegeben, niemals bezahlt macht. Scobald man ſie nur ſpaͤrlich nicht blos mit gutem, ſondern zum Theil auch wenig kraͤftigem Heu und Stroh fuͤttert, wird es noͤthig, beides zu Haͤckſel zu ſchneiden; denn ſonſt laſſen ſie das ſchlechte liegen, mit dem guten gemengt zehren ſie es aber ebenfalls auf. Wenn jedoch dieſes Futter durchaus gut iſt, wird dieſe Vorſicht unnoͤthig; denn die Thiere freſſen es im natuͤrlichen Zuſtand lieber, und das Schneiden deſſelben iſt dann reiner Zeit⸗ verluſt. Selbſt wenn ſie viel Heu erhalten, freſſen ſie nebenbei *) Mr. Walker zu Mellendean fuͤtterte ſeine acht und zwanzig Zugochſen, ſo lange ſie kein Gruͤnfutter hatten, blos mit Turnips und Stroh, hoͤchſtens bekamen ſie eine Hand voll Heu waͤhrend der Zeit, wo die Pfluͤger ihren Im⸗ biß hinter der Hecke nahmen. Dabei wurden ſie hinſichtlich der Arbeit nie⸗ mals geſchont, und dennoch hielten ſie ſich ſo gut, daß er die Leiſtung eines ſo gefuͤtterten Ochſen der von zwei blos mit Heu gefuͤtterten gleich ſetzte. S. John Sinclair Scottish husbandsy. I. S. 120, 132, 398. gärſeſten huur wen ſe luſt a neitt, un ſenr ſcher de niht inände n dichen, ſo aürniß e nat M deren i nachher w ſa, de ner liebe wenn ma tert, faler auch niht gatmn Oear Dem ſer Lura 1 1 d it zwa n geehr dähſichs ie Vm⸗ dräüihig, bers biR nen zwar ſips; alei dn jüngſt ußenndent te ſe af Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 287 gl ite noch die beſten Theile des Strohes mit Appetit, und was ſie wnri uͤbrig laſſen, kann zur Streu dienen. daan ſin Es leidet demnach keinen Zweifel, daß Ochſen mit Turnips mehner und Stroh ganz gut zu erhalten ſind, beſſer, als wenn ſie, ſtatt 3 ſch ie des letztern in vollem Maaße, nur ein wenig Heu bekommen. ſchwaͤſte Das Stroh muß aber gut ſein und ſobald als moͤglich nach dem 5 Sortn Dreſchen verfuͤttert werden; denn es wird durch dieſes der Luft ſo nd hinlin ausgeſetzt, daß es, nachher noch lange aufgehoben, ſeine wenigen tterung ſih nahrhaften Theile ganz verliert und dem Vieh kein gedeihliches eſtn Heui Futter mehr gewaͤhrt. Es iſt uͤberhaupt nicht zu verkennen, daß Fer neben die Luft auf alle Arten von Futter eine nachtheilige Einwirkung unt er dan ausuͤbt, und es daher um ſo beſſer iſt, jemehr man dieſes vor nips gig⸗ jener ſicher ſtellt, nur darf es dabei der Gefahr, modrig zu wer— tlich; und den, nicht ausgeſetzt ſein. Wenn daher den Landwirth nicht die Nffüͤtten Umſtaͤnde noͤthigen, ſein Getreide in großen Quantitaͤten auszu⸗ hne im ge dreſchen, ſo ſollte dies nur nach und nach, wie es das Futter— coh verlien beduͤrfniß erheiſcht, geſchehen. Auch ſollte das Stroh nach dem 3, und d Monat Maͤrz eigentlich nur als Streu benutzt werden; denn es daher durt⸗ verliert in dieſem Monat ſo durch die ſcharfen Winde, daß es Keeheu ti nachher nur noch wenig Futterwerth hat, und daher den Zugoch⸗ ips geflütn ſen, die zu dieſer Zeit viel Futter beduͤrfen und deshalb ſtatt ſei— rchaus din ner lieber Heu bekommen ſollten, nicht hinreichend Nahrung gibt; en, niemai wenn man aber dieſe Thiere bei ſchwerer Arbeit nicht reichlich fuͤt⸗ tert, fallen ſie gewiß ab. Bei kuͤmmerlicher Fuͤtterung kann man in, ſonden auch nicht viel von ihnen verlangen, und demnach iſt ſie einer ttert, wid guten Okonomie entgegen. Plaſſen ſi Dem Stroh vom Hafer wird gewoͤhnlich fuͤr das Rindvieh ſie es abe der Vorzug gegeben, weil es ihm ſchmackhafter ſein ſoll; von t iſt, wid Manchen wird indeſſen das Weizenſtroh fuͤr nahrhafter gehalten. naturlicen Es iſt zwar haͤrter, ſcheint aber mehr Zuckertheile zu enthalten reiner Zii⸗ und gewaͤhrt, ſelbſt mit einem geringen Zuſatz von Turnips, ein ſie nebenti gedeihliches Futter fuͤr Rindvieh. Zu Kyle in Ayrſhire wurden einen Winter hindurch achtzehn Stuͤck Jungvieh, und zwar acht dreijaͤhrige, fuͤnf zweijaͤhrige und fuͤnf Jaͤhrlinge von Anfang Novem⸗ . zuif bers bis Mitte Mais faſt blos mit Weizenſtroh gefuͤttert. Sie beka⸗ nii Zugocſ 7 roh, hüchſt men zwar daneben noch den Ertrag von zwei Ackern gelber Tur⸗ ger ilnn In nips; allein derſelbe war nur ſehr gering und wurde zur Haͤlfte der Itet ni den juͤngſten Thieren verabreicht, ſo daß alſo an die aͤlteren nur keſtan tins außerordentlich wenig davon gelangte. Die letzten ſechs Wochen, ih ian. 6 ehe ſie auf die Weide gingen, erhielten ſie ſogar weiter nichts, als 288 Achtes Kapitel. Stroh. Dennoch wuchſen ſie ſaͤmmtlich recht gut und fielen auch waͤhrend dieſer letzten Wochen nicht merklich ab. Es ſoll damit gar nicht geſagt ſein, daß man Zugochſen mit Stroh allein fuͤt⸗ tern koͤnne, ſondern nur durch eine Thatſache die Nahrhaftigkeit des Weizenſtrohes dargethan werden. Wenn das Vieh auf dem Strohhof gelaſſen wird, kann es daſelbſt freſſen, ſo viel es will; man denkt an keine Erſparniß, weil doch der groͤßte Theil zur Streu kommt. In manchen Faͤl⸗ len wird es indeſſen nothwendig, mit dem Stroh ſo ſparſam wie mit anderm Futter umzugehen; und dann iſt nichts beſſer, als daß man es klein ſchneide oder daͤmpfe, wie es im vorigen Kapitel angegeben wurde. Die Erfahrung lehrt uns uͤberhaupt, daß die meiſten vege— tabiliſchen Subſtanzen einer Zubereitung faͤhig ſind, durch die ihre ſonſt geringe Nahrungsfaͤhigkeit ſehr geſteigert wird. So ſind ganze Getreidekoͤrner nicht ſo nahrhaft, als wenn ſie in Schrot oder Mehl verwandelt werden und Brot noch nahrhafter, als dieſes. So fuͤttern auch gekochte oder gedaͤmpfte Ruͤben beſſer, als rohe, und manche anſcheinend werthloſe Vegetabilien ſind durch irgend eine Zubereitung in Futter zu verwandeln. So gaben in Zeiten der Noth Baumblaͤtter und andere ſonſt nicht gebrauchte Pflanzen in einer Mengung mit klargehacktem Stroh ein ganz leidliches Futter, und Kleien, die an ſich nur wenig nahrhafte Subſtanzen enthalten, gewinnen daran ſehr, wenn man ſie in Waſſer einweicht und bis zum Saͤuern gaͤhren laͤßt. In Deutſch⸗ land erhaͤlt nicht ſelten ein Theil des Winterfutters eine eigenthuͤm⸗ liche Zubereitung(der Vf. meint hier die Verfertigung von Sauer⸗ kraut) und es leidet keinen Zweifel, daß wir durch eine gleiche Aufmerkſamkeit auf alle vegetabiliſchen Subſtanzen unſern Vieh⸗ ſtand merklich vergroͤßern koͤnnten. Zu allen dergleichen Zubereitungen gehoͤrt indeſſen Salz. Die Neigung, welche alle Vieharten zu dieſer Subſtanz zeigen, beweiſt, daß es ihre Verdauungskraͤfte ſtaͤrken und ihrer Geſundheit foͤrder— lich ſein muͤſſe. Man ſieht nicht ſelten, daß das Rindvieh das beſte Futter verlaͤßt, um von der aus den Pferdeſtaͤllen kommen⸗ den Streu zu freſſen. Dies wird wahrſcheinlich durch einen Zu⸗ ſtand ihres Magens veranlaßt, der den Anreiz noͤthig haben mag, welchen das im Pferdeharn enthaltene und von dem Stroh auf⸗ genommene fluͤchtige Kali gewaͤhrt. Wir haben bei der Fuͤtterung der Zugochſen weder der Kar⸗ Ar doffln, n galin teung die ten ſe falin lſ ſgt ſt ni d C um e in i dn Kar Lber ſihm, die Dnnaſter litm Be ſcyvaen mi leim ud ſtiͤne N les Tich de ſerrace bon einn jxne lict riht gan ſcidene nan ihre Väug Nacin, en Ein nSiſſe bon N did Nand denen be lſedeg Schrit hG ſhvindige iu den S dn müͤſſe di Vevu 1 Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 289 afin toffeln, noch der Moͤhren gedacht, weil wir uns durch Berechnun⸗ ſol in gen uͤber dieſen Gegenſtand uͤberzeugt haben, daß bei der Verfuͤt⸗ allint terung dieſer Gewaͤchſe an Zugochſen nur dann Vortheil ſein kann, ahrhrfi wenn ſie ſich nicht anders benutzen und auf dem Markt nicht ver⸗ kaufen laſſen. Man behauptet jedoch, daß ein Acker von ihnen id, kamd ſo gut fuͤttere, wie drei Acker Turnips, und dies ſtimmt genau e Erſpannt mit dem Gewicht der in ihnen enthaltenen nahrhaften Subſtanzen, unchen a deren es in den Moͤhren dreimal mehr, als in den Turnips und ſparſam n in den Kartoffeln noch mehr gibt. ſer, als dii Aber der Runkeln muͤſſen wir gedenken, denn nach den Ver⸗ gen Kapit, ſuchen, die unter der Leitung der Landwirthſchaftsgeſellſchaft zu Doncaſter angeſtellt wurden, leidet es keinen Zweifel, daß ſie auf ſeiſten vig leichtem Boden ſowohl, wie auf einem fuͤr ſchwediſche Turnips zu ucch dieign ſchweren mit Vortheil zu erbauen ſind, daß ſie mehr an Gewicht So f liefern und daß ſie, wenn auch uͤber ihre Nahrungsfaͤhigkeit ver⸗ le in Etn ſchiedene Meinungen herrſchen, ein ganz vorzuͤgliches Futter fuͤr rhafter, alles Vieh ſind. Küͤben biſ ien ſind u Zuchtung und Auferziehung. So gaben ht Shu Die anerkannt beſten Zugochſen liefern die Devon- und Suſ⸗ oh ein gu ſexrace, die einander im Ganzen zwar ſehr aͤhnlich, aber darin ig nabth von einander verſchieden ſind, daß letztere ſchwerer und ſtaͤrker, man ſi 1 jene leichter, thaͤtiger und flinker iſt. Die Herefordrace liefert vielleicht en Deutſt nicht ganz ſo thaͤtige Zugochſen, und hat auch wohl nicht eine ſo ent— eigenthün ſchiedene Originalitaͤt des Karakters, muß aber dennoch, wenn von Saur man ihre Maſtfaͤhigkeit und Staͤrke zugleich in Anſchlag bringt, ein glit in Bezug auf dieſe Eigenſchaften bei der Vergleichung mit ande⸗ nſern Vi ren Racen zu den erſten im vereinigten Koͤnigreiche gerechnet wer— den. Sommerſetſhire hat ebenfalls eine ſchwere Race, die der Salz. I von Suſſex aͤhnelt, und wahrſcheinlich aus einer Kreuzung mit 3 3 7 der von Nord⸗Devon, die jetzt eingeht, entſtanden. Glamorgan en, be le und Pembrokeſhire beſitzen ferner gleicherweiſe gute Zugochſen, von dheitſin denen beſonders die letztern fuͤr eben ſo thaͤtig, wie die meiſten indrih Pferde gehalten werden. Sie ſollen mit dieſen wirklich ſtets gleichen len bonne Schritt halten, ſie moͤgen Trab laufen oder Gallop und die Ge⸗ ch ann d ſchwindigkeit, welche dieſe Thiere bei dem Zufahren von Kohlen habenm zu den Schiffen, die immer waͤhrend einer Fluthzeit beladen wer⸗ Stuh u den muͤſſen, an mehren Punkten der Kuͤſte entwickeln, erregt ſtets . die Verwunderung und das Mitleid der Beiſtehenden, die ein ſo der der dä 1. 19 290 Achtes Kapitel. ungewoͤhnliches Antreiben, wie bei dieſer Gelegenheit ſtatt findet, noch nicht geſehen haben. Es wuͤrde indeſſen zu weitlaͤufig ſein, hier uͤber alle die verſchiedenen Rindviehracen, welche es in Groß⸗ britannien gibt, zu ſprechen, da die Anſichten uͤber die einzelnen derſelben noch ſo ſehr verſchieden ſind, da ſich ſpaͤterhin noch mehr⸗ mals Gelegenheit dazu darbieten wird, und da vor Kurzem ein Werk uͤber dieſen Gegenſtand erſchienen iſt, in dem ausfuͤhrlich davon gehandelt wird*). Wir bemerken daher hier blos, daß die ſchwere Suſſerrace,(es gibt auch eine leichtere Art davon) lang⸗ ſame und kraͤftige Zugthiere liefert, die ein ruhiges friedliches Tem⸗ *) Dieſes Werk iſt die ebenfalls von der Geſellſchaft zur Verbreitung nutzlicher Kenntniſſe herausgegebene belehrende Schrift uͤber die Rindviehzucht, welche den Titel fuͤhrt: Cattle, their Breeds, Management, and Diseases, und von der Hr. Profeſſor Hering in Stuttgart, wie fruͤher von dem, der⸗ ſelben Geſellſchaft ihr Entſtehen verdankenden Werke uͤber Pferdezucht, eine deutſche Bearbeitung beſorgt. Was zum naͤhern Verſtaͤndniß des in dieſem Buche uͤber Rindviehzucht Geſagten aus jenem Werke nothwendig ſcheint, ſoll am gehoͤrigen Orte im Auszug eingeſchaltet werdeu. Hier nur ſo viel: die Englaͤnder theilen ihre zahlreichen Rindviehracen meiſtentheils in ſechs Kraſ ſen ab: 1) Die Bergracen, welche in den hoͤchſten Gegenden von Schottland, Ireland und Wales gezogen werden. 2) Die langhoͤrnigen, welche hauptſaͤchlich in den weſtlichen Theilen von England und in den Ebenen von Ireland zu finden ſind. Die vorzuͤglichſten darunter ſind die von Lancaſhire und die von Leiceſterſhire; die von dem be⸗ ruͤhmten Bakewell ſehr verbeſſerte Art der letztern iſt bekannt unter dem Na⸗ men: Diſhleyrace. 3) Die kurzhoͤrnigen, in Eaſt⸗York einheimiſch, ſehr verbeſſert in Dur⸗ ham, am haͤufigſten verbreitet in den oͤſtlichen und noͤrdlichen Gegenden des Reichs, ſo wie vorzuͤglich in Lincolnſhire. Sie werden hauptſaͤchlich ihrer Milchergiebigkeit wegen geſchaͤtzt und ſind daher in reinen Milchwirthſchaften durch das ganze Land zu finden. 4) Die Devonracen, auch wohl die mit mittelgroßen Hoͤrnern verſehenen (middle hores) genannt. Dieſe werden vornehmlich in Devon, Suſſer, Here⸗ fordſhire, Glouceſterſhire und einem Theil von Suffolk gezogen und ſind ver⸗ wandt mit einigen Racen der ſchottiſchen und waͤliſchen Gebirge. 5) Die Alderney mit runzlichen(crumpled) Hoͤrnern, den Inſeln im britiſchen Kanal eigenthuͤmlich, und im Suͤden des Landes, auch wohl, in geringer Zahl, in den Parks der reichen Landeigenthuͤmer, in allen Gegenden deſſelben zu finden. 6) Die ungehoͤrnten Racen, die in Norfolk, Suffolk ſund Galloway, von woher ſie zuerſt kamen, vorzugsweiſe gezogen werden. Manche zaͤhlen dieſe Race zu den Bergracen, und behaupten, daß ſie fruͤher gehoͤrnt geweſen ſei. A- heratent u ndeg ttüngen en iißt ſog 9- 1 Ponlch ſit iugl irm; un De Acs me n vinder Hmiirdrar e4 8 ſen, ihr üre G M des piſſ mit geh 3ug, w ſteiten def ſih ütezſeupt itt, mun tbeit und Nderſihe rin dol deih un pend fu Kkſ kennihet cſt mu ſihſt m en wn eie breit düle Sch Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 291 fian perament haben und ſo feſte Zieher ſind, daß ſie es mit jedem ng ſet Pferde gleicher Kraft anſehen. Sie ſind indeſſen langſame Freſſer, 65 in G erlangen jedoch, einigermaßen gemaͤſtet ein großes, wenn auch de einzalae nicht ſo großes Gewicht, wie die verbeſſerten kurzhoͤrnigen(etwa in noch mar 130— 160 Stein, à 8 Pfd.; einer wurde 1829 im Decbr. zu tKutzem i Bromley geſchlachtet, der 232 Stein wog) und ſind daher gewiß n ausfütti ſehr tauglich zum Zug. Sie werden von manchen Wirthen bis blo, daß d zu ihrem zehnten Jahre dazu benutzt, ehe ſie auf die Maſt kom— daron) lang men. Der Hauptvorwurf, den man ihnen neben ihrem langſamen iedliches Ta⸗ Wuchs macht, beſteht darin, daß ein großer Theil ihres Gewichts in minder gutem Fleiſche beſtehe; ein Fehler, den man auch der Uie Tage Herefordrace vorwirft. hr eini Die Devonſhireſchen Ochſen ſind zwar nicht ſo ſchwer, wie knie jene, daher auch nicht ganz ſo kraͤftig, aber flinker; raſchere Ar— ⸗von den beiter und beſſere Freſſer; halten ſich auch bei minderer Pflege in ferdezutt, einem guten Zuſtande, und ſind eher zu brauchen, als jene. Ihre des in die Farbe iſt etwas lichter, als das dunkle Rothbraun der Suſſexoch⸗ dig ſcein, ſen, ihre Geſtalt geſchickter und gefaͤlliger, ihr Gemuͤth ſanft und nur ſo ni ihre Gelehrigkeit groß, faſt der der Pferde gleich. z in ſi Mit Ausnahme des beſonders vorzuͤglichen Herefordſchen Rin⸗ des paſſen die anderen Racen, wenn ſie ſonſt wohl erzogen oder von Schotttn 4 1* 1.. mit gehoͤriger Vorſicht gekauft werden, faſt alle gleich gut zum en Theiln n Zug, wenn auch die gewoͤhnliche Meinung dieſer Anſicht wider— vorzuglich ſtreiten ſollte. Sie muͤſſen aber gut gehalten werden; denn man evon dem darf ſich nicht etwa einbilden, daß ſie, blos mit Stroh gefuͤttert ntet dem J uͤberhaupt vernachlaͤſſigt, und mit Koth oder Ungeziefer verunrei⸗ nigt, munter und in einem guten Zuſtand verbleiben koͤnnen. Ihre beſſert in d 2. f, 3 8 7. 1„ 4 4 Arbeit und ihr Futter muͤſſen in einem ſolchen Verhaͤltniß zu ein⸗ Gegenden d ptſachlih he ander ſtehen, ſagt Marſhall, daß ihre Geſundheit und Lebensgei⸗ ſchwirthſchf ſter in voller Kraft verbleiben. Ihr Haar muß glatt, ihre Haut weich und elaſtiſch, die Flanken muͤſſen bei dem Anfuͤhlen die nern beriſe Hand fuͤllen und die Schultern weich ſich angreifen laſſen. Wenn Euſt ae ſie zu ſehr angeſtrengt und dabei ſchlecht gefuͤttert werden, ſind dand ſd Krankheit und Traͤgheit die unvermeidlichen Folgen. Ein Arbeits⸗ 2 anlb ochſe muß ſich immer in einem ſolchen Zuſtande befinden, daß er, auch woll, ſelbſt ungemaͤſtet geſchlachtet, mit ſeinem Fleiſch die Tafel des Ar⸗ allen ogndn men noch ſchmuͤcken kann. Er muß eine wohlgeformte Geſtalt, . eine breite Bruſt, einen geraden Ruͤcken, untadelhafte Glieder und Güllra, d volle Schultern haben, munter und thaͤtig ſein.“ the uln, In Schottland werden, wie ſchon geſagt wurde, ſelten Ochſen it geweſen e 19* 292 Achtes Kapitel. angeſpannt. In einigen Gegenden Irelands macht man zwar viel Gebrauch von ihnen, es geſchieht dieſes aber meiſt nur von reichen Gutsbeſitzern oder ſolchen Farmern, welche Viehzucht und Feldbau nebeneinander treiben und viel Graslaͤndereien haben. Von letzteren werden ſie gewoͤhnlich im Winter auf die elendeſte Weiſe gefuͤttert und mit ungemein geringer Aufmerkſamkeit in Be— zug auf ihre Tauglichkeit zum Zug behandelt. Ddie Gewoͤhnung der Zugſtiere wird ſelten von jemand Ande⸗ rem unternommen, als von ihren Erziehern; man hat gefunden, daß dieſe Thiere da, wo ſie geboren, beſſer gedeihen und geleh— riger ſind, als an einem andern Orte, und ihr Verkauf zum Zug iſt kein ſolcher Gegenſtand der Spekulation, wie der der Pferde. Die Kaͤlber werden abgeſetzt zur gewoͤhnlichen Zeit und entweder gleich von der Kuh weg genommen oder ihr einige Zeit zum Saͤu— gen gelaſſen, wie es die Einrichtung der Wirthſchaft mit ſich bringt. Es ſcheint dies ganz gleichgiltig fuͤr ihre Geſundheit und ihr nach— maliges Wachsthum; zum Entwoͤhnen haͤlt man aber immer die im Maͤrz gefallenen fuͤr die beſten. Sie werden in einem Garten oder umzaͤunten Platze bis zum Sommer gefuͤttert, hierauf bis zum November auf die Weide getrieben und dann auf dem Hofe mit dem beſten Futter, das man eruͤbrigen kann, erhalten; denn von der Menge und Guͤte des Futters haͤngt ihr Wachsthum und Gedeihen vornehmlich ab. Wenn ein halbſatt gefuͤttertes Thier endlich auch groß wird, ſo bleibt es doch mager und ungeſchickt, uͤbel geſtellt mit ſeinen Beinen und fehlerhaft in ſeiner Koͤrperbil— dung; ein ſolches Thier kann auch nur ſpaͤter eingeſpannt werden, und es geht daher bei ihm ein Theil ſeiner Arbeit verloren. Wenn das Heu den Jaͤhrlingen nur in ſehr maͤßigen Gaben gereicht werden kann, ſo muͤſſen ſie zu deſſen Erſatz etwas Hafermehl und Kleien bekommen neben vollauf Ruͤben und gutem Stroh. Auch ſollten ſie des Nachts zwar im Schutze von Staͤllen oder offenen Schuppen auf dem Hofe gehalten, am Tage aber, wenn es das Wetter nur irgend erlaubt, auf die Weide gelaſſen werden. So— bald dieſe dann hinreichend Gras liefert, bleiben ſie beſtaͤndig dar— auf bis zum naͤchſten Winter, wo, mit Ausnahme des Mohls, dieſelbe Futterweiſe wieder eintritt. Wenn ſie bei dieſer Behand⸗ lung das dritte Jahr erreicht haben, koͤnnen ſie angeſpannt und zur Arbeit gebraucht werden. Wenn man ſie ſo jung gewoͤhnt, ſind ſie gelehriger, als in einem ſpaͤtern Alter; man haͤlt auch dafuͤr, daß ſie dann beſſer ihre ganze Kraft dem Zuge widmen Atbe lernen, 1 ennamnan Prings rigevac vaden. R t dher al baſtidene an ſicht tm derſel ſim Ein un dos; ſtrieigge Di hrupt und in m it ohne ſo waht derh de däßtend lchig Jugend daher, ſobad, Mnſchn dm, der diſer Hir dungvie danchen, tionmt n ſäier ſe unge ſe ihm dand dach lenens, und 1 peſchehen wöͤhnten Pill er dnd ſuch Aträben. mnͤnxöͤöͤöͤöͤ—————-——- Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 293 n lernen, und, richtig angewieſen, einen weit ſchnelleren Schritt ehzu h annehmen. Dieſes zu bewirken, iſt indeſſen nothwendig, daß ſie tin hin Anfangs nur ſehr wenig zu ziehen bekommen und erſt ziemlich de ladi de dedißſan zum Fortbringen ganz ſchwerer Laſten gebraucht ntei ind Die Geduld des Ochſens iſt ſprichwoͤrtlich geworden; wenn unnd An er aber auch ruhiger, als das Pferd iſt, ſo iſt er doch ebenfalls verſchiedener Gemuͤthsart, bisweilen weniger leicht zu behandeln t gefunden und nicht ſelten ſehr ungelehrig; auch iſt ſeine Kraft, weun gleich und gelce von derſelben Zucht ſtammend nicht immer gleich und daher bei f zum 3u ſeinem Einſpannen große Behutſamkeit erforderlich. Sein Gewoͤh⸗ der Pfen nen, das zwar von denen, die nicht bekannt damit ſind, fuͤr ſehr d entwa ſchwierig gehalten wird, verurſacht in der That nur! geringe Muͤhe. tzum Ei⸗ Die Hauptſache dabei bleibt, daß man ihn mit Milde behandelt tſich brin. und ihn mit Freundlichkeit nach und nach zu ſeiner Arbeit anlei⸗ nd ihr ni tet, ohne Strenge oder Gewalt zu brauchen; denn wird er gereizt, t immer i ſo macht dies auf ſein Temperament einen uͤbeln Eindruck, der inem Gat durch die mildeſte Behandlung nicht wieder ſich verwiſchen laͤßt, hierauf h waͤhrend er dagegen durch Freundlichkeit leicht zutraulich und ge— uf dem diſ lehrig zu machen iſt. Ein junger Stier ſollte von ſeiner fruͤhſten halten; den Jugend an gut und zum Gehorſam gewoͤhnt werden; er ſollte chsthum ud daher, auf dem Hofe aufgeſtallt, haͤufig angriffen, geſtreichelt und, tertes Thit ſobald er zum Zug beſtimmt iſt, einem ſorgſamen, zuverlaͤſſigen ungeſchict Menſchen von ſanfter Gemuͤthsart zur Abwartung uͤbergeben wer⸗ Korverbi den, der es gut mit ihm meint, und ſeine Fuͤtterung beſorgt. In nnt werden dieſer Hinſicht iſt viel Sorgfalt und Muͤhe nothwendig; denn das ren. Wenn Jungvieh will nicht immer das ihm vorgelegte Futter freſſen. In een gereich manchen Faͤllen wird es blos vom Hunger dazu veranlaßt, und fermehl un bekommt es dann deshalb nicht ſeine volle Nahrung, ſo leidet es troh. Aul an ſeiner Geſundheit. In einem ſolchen Falle iſt es das Beſte, oder offenn die jungen Thiere einige Tage unter aͤlteres Vieh, das ſchon an venn es di das ihm noch fremde Futter gewoͤhnt iſt, zu ſtecken, wo ſie dann erden. Er bald auch daſſelbe freſſen lernen. Kommt nun die Zeit ihres An⸗ ſtindig e lernens, dann ſollten ſie im Ochſenſtalle angebunden und nach des M und nach an das Joch oder Geſchirr gewoͤhnt werden. Iſt dies ſar Behr geſchehen, ſo ſpannt man den jungen neben einen alten ſchon ge— djann m woͤhnten geduldigen Ochſen, und fuͤhrt ihn gelinde zur Arbeit an. 1 grihn Will er Widerſtand leiſten, ſo patſcht man ihn leiſe mit der Hand, m zit uu und ſucht ihn mit der Stimme oder mit dargereichtem Futter an— ui vidm zutreiben. Iſt er ſehr widerſpenſtig, ſo muß er Hunger leiden 294 Achtes Kapitel. und nicht eher gefuͤttert werden, als bis er die ihm aufgegebene Arbeit vollbracht hat. Auf dieſe Weiſe wird er gezwungen, ſei— nem Lehrherrn Folge zu leiſten; man wird dabei jedoch immer mehr durch Feſtigkeit und Ausdauer, als durch Heftigkeit ausrich⸗ ten. Wenn man dieſes Verfahren einige Tage geduldig fortſetzt, ſo lernt er bald mit anderen Ochſen arbeiten; doch darf man ihm noch nicht viel zumuthen, damit er weder ermuͤdet noch zu ſehr erhitzt werde; denn wenn er bei heißem Wetter angetrieben wird, kann er leicht verſchlagen. Das Reinhalten iſt dem Ochſen zwar nicht ſo dringend noth— wendig, wie dem Pferde, doch auch bei ihm nicht zu vernach— laͤſſigen; ſeine Fuͤße und Beine muͤſſen wohl gewaſchen und ſeine Haut nach jedesmaligem Arbeiten mit Stroh abgerieben werden. Dieſe, leider oft uͤberſehene Sorgfalt erhaͤlt ihn munter und in einem guten Zuſtande. Der junge Ochſe kann nun neben einen aͤltern geſpannt werden, wenn man aber ein Paar gut gewoͤhnte Ochſen in der Wirthſchaft hat, iſt es am Rathſamſten, die jungen hinter jene zu ſpannen, und da das Gewoͤhnen meiſt im Fruͤhjahr geſchieht, ſie mit ihnen vor einen Wieſenhobel oder eine Buſch⸗ egge zum Ebnen des Graslandes zu haͤngen; ſo koͤnnen ſie ſelbſt bei dem Anlernen ſchon einigen Nutzen leiſten. Nach zwei oder drei Verſuchen dieſer Art kann man ſie ſchon zum Eggen der Brache gebrauchen; doch iſt es immer vortheilhaft gefunden wor— den, ſie einige Wochen hinter aͤltern Ochſen gehen zu laſſen. Wenn man ſie auf dieſe Weiſe nach vollendetem zweiten Jahre anlernt, ſo verurſachen ſie wenig Muͤhe, und werden ſie allmaͤh— lig zu jeder Art von Arbeit gewoͤhnt. Es verſteht ſich jedoch da— bei von ſelbſt, daß Ochſen erſt nach ihrem dritten Jahre wirklich zur Arbeit tauglich und bis dahin alſo, um ſie eben zu gewoͤhnen, nur wenig und nur fuͤr kurze Zeiten zu brauchen ſind. Vom dritten bis nach vollbrachtem ſechſten Jahre ſind ſie am thaͤtigſten und tuͤchtigſten zum Zug. Nach dieſer Zeit erreichen ſie ihre volle Groͤße und ihr Werth nimmt ſpaͤterhin eher ab, als zu, weil ſie ſich vor dem ſiebenten Jahre leichter, als nachher maͤſten laſſen und feineres Fleiſch liefern. Wenn auch allgemein bemerkt wor⸗ den iſt, daß aͤltere Ochſen kraͤftiger im Zug ſind, ſo bleiben die juͤngeren doch jedenfalls fuͤr alle leichteren Arbeiten, die mehr Schnelligkeit erfordern, weit vorzuziehen. In ſolchen Wirthſchaften, wo nicht fortwaͤhrend Ochſen ge⸗ halten werden, ſind junge Ochſen auch recht gut zu gewoͤhnen, Ar venn na in wi inn i duc, N 4 Vrfa tt e t Diſe ſer Arin hint 5 ſn tägen ir bewoh grin ſein 8 g. Lin mit dn unndth tit u g fenniteſt 5 laui dt n Genicht ihm ange 1¹ Centne fethen, dr Kri zar Stil eendiche ir hadd, utat oc — Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 295 aufge me wenn man ein altes, ruhiges Pferd ihnen vorſpannt. Dabei koͤn⸗ doch inng nen wir indeſſen nicht warnen genug vor dem, zwar nur in keit euit kleinen Wirthſchaften, aber doch nicht ſelten vorkommenden Miß⸗ dig Ginnd brauch, Pferde oder Maulthiere mit Ochſen zuſammen zu ſpannen, f manin ein Verfahren, das unter allen den verkehrten, welche die Unwiſ⸗ oc zu ſenheit geheiligt hat, das zweckwidrigſte zu ſein ſcheint. Ein fau— ler Ochſe kommt dann wohl neben einem thaͤtigen Pferde zu ge⸗ hen; Anfangs erſchoͤpft dieſes ſeine Kraͤfte; aber nach einiger Zeit ſcheint es ihm bequem, ſeinen Schritt zu maͤßigen, es nimmt tieben wih WWn den traͤgen Gang ſeines Nachbars an und iſt ihm dieſer einmal lunn zur Gewohnheit worden, ſo behaͤlt es ihn bei und wird dadurch b eine 3 ſehr in ſeinem Werthe zuruͤckgeſetzt. en werda Es gibt auch noch ein ſehr einfaches Mittel, halsſtarrige ter üidi Stiere mit Leichtigkeit an den Zug zu gewoͤhnen, ohne viel Zeit neben ä oder unnoͤthige Gewalt aufzuwenden, blos indem man ihren Ap— lt gewün petit zu Hilfe nimmt. Das Thier wird naͤmlich angeſchirrt und 1 die lunhm vermittelſt des Halsriemens an eine Kette befeſtigt, die durch einen im Frühſt Ring laͤuft, und woran ein Gewicht bei der Krippe haͤngt, wel⸗ eine Biſ cher es nach Belieben nahen oder fern bleiben kann. Ein andres nen ſe ſin Gewicht haͤngt an ſeinen Zugſtraͤngen an einem uͤber einen hinter h zwei ne ihm angebrachten Kloben laufenden Seile. Dieſes Gewicht kann Eggen d 1 Centner und noch mehr betragen, und bleibt auf dem Boden funden w⸗ ſtehen, wenn der Ochſe bis zur ganzen Laͤnge ſeiner Kette von zu laſſe der Krippe zuruͤcktritt; will er dieſer aber, nachdem ſie elän⸗ eiten Jahe zur Stillung ſeines Hungers nahen, ſo muß er die hinter ihm ſie allmaͤ befindliche Laſt nach ſich ziehen. Auf dieſe Weiſe gewoͤhnt er ſich jedoch da⸗ gar bald an das Ziehen. Nebenſtehende Abbildung Fig 34 er⸗ zre wirklih laͤutert ſolches deutlicher. gewoͤhnan ind. Vun thatigſt ie ihre vol zu, wel eilſ aͤſten 7 eemerkt wa⸗ Hbleiben d , die nit „ V V 1- HOhſen ge 4— u gewöhnen 296 Achtes Kapitel. Um den Beſtand an Zugochſen immer vollzaͤhlig zu haben und jaͤhrlich einige derſelben verkaufen zu koͤnnen, iſt es nothwen⸗ dig, daß jedes Jahr mindeſtens ſo viel abgeſetzt werden, als zum Verkauf kommen ſollen, daß alſo ein gewiſſes feſtbeſtehendes Ver⸗ haͤltniß zwiſchen Abgang und Zugang ſtatt finde. Folgende Ein⸗ richtung iſt zu dem Ende als ſehr zweckmaͤßig empfohlen worden. 6 Ochſenkaͤlber werden jaͤhrlich abgeſetzt. 6 Jaͤhrlinge. zwei von dieſen, wenn ſie leben bleiben, 6 Zweijaͤhrige werden verkauft, nachdem die vier beſten zum eignen Gebrauch ausgewaͤhlt. 4 Dreijaͤhrige Ochſen, die neu anfangen zu ziehen. 4 Vierjaͤhrige, welche ihre volle Arbeit verrichten. 4 Fuͤnfjaͤhrige desgl. 4 Sechsjaͤhrige, die nach Beendigung der Ernte gemaͤſtet werden. Auf dieſe Weiſe ſind jederzeit zwoͤlf zu jeder Arbeit geſchickte Zugochſen vorhanden. In Bezug auf die Zuzucht des Rindviehes ſei hier noch vor⸗ laͤufig bemerkt, daß die Kuͤhe erſt nach vollendeten drittem Jahre ein Kalb bringen ſollten, daß ſie aber gemeiniglich eher zugelaſ⸗ ſen werden. Ein Bulle wird meiſtens in einem Alter von acht⸗ zehn Monaten, wohl auch ſchon etwas fruͤher, gebraucht, und dann gewoͤhnlich ſo, daß er in ſeinem dritten Jahre untuͤchtig iſt; es iſt aber wahrſcheinlich, daß er, zu groͤßrer Kraft gekommen, und maͤßiger benutzt, bis in ſein ſechſtes oder ſiebentes Jahr tauglich ſein wuͤrde. Beſchlagen. Bei den Ochſen, welche auf Straßen viel vor Wagen ge⸗ hen ſollen, iſt das Beſchlagen ein ſchwieriger und wichtiger Ge— genſtand. Die Feſtigkeit und runde Form des Pferdehufs wider⸗ ſteht dabei einer Gewalt, welche die Klauen der Ochſen verletzen wuͤrde; es iſt daher bei ihnen in Anſehung dieſer Operation große Vorſicht und Sorgfalt noͤthig; dennoch wird ſie meiſtentheils auf eine ſehr unvollkommene und nachlaͤſſige Weiſe verrichtet. Das beſte Verfahren dabei iſt, die Eiſen recht duͤnn und breit zu ma— chen, um faſt den ganzen Fuß zu ſchuͤtzen, jeder Haͤlfte der Klaue ein beſonderes aufzulegen, und ſie mit großen, breitkoͤpfigen Naͤ⸗ 1 gen, n. D du ziſß füt de Ecmide tn gate und Unbe pudg! kinmt de zm Wer ſch und: d änae 1P R4 ℳ 8 6 2 uhnten, lädign 3. 3 —- aidef amn und hlig zu he ſt es nothne den, als u ſihends M Folgende 6 fohlen wone leben bleibe vier beſten zu hen. n. ernte gemſt frbeit geſcht hier noch we drittem z ich eher zugin Alter von it zucht, und de htig iſt; di ekommen, u Jahr taug dor Wagen wichtiger erdehuſs nir Ochſen uie Dperation g neiſtente ne⸗ 5 9p verrichet d brei n M Hälfte der Flae eiktübfige 3 Arbeit des Zugviehes, Gewoͤhnung und Behandlung ꝛc. 297 geln, welche einen großen Theil ihrer Flaͤche bedecken, zu befeſti⸗ gen. Dieſe Art des Beſchlags gewaͤhrt, ſorgfaͤltig ausgefuͤhrt, den Fuͤßen ſo viel Schutz, als bei der Schwaͤche und Zerbrechlich⸗ keit des Hufes nur zu erreichen moͤglich iſt; aber nur wenig Schmiede, wenn ſie auch Pferde gut beſchlagen, ſind im Stande ein gutes Ochſenbeſchlaͤge zu liefern, da zumal die Ungeſchicktheit und Unbehilflichkeit der Thiexe, welche ſich der Operation ſelten geduldig unterwerfen, die Sache auch noch ſehr erſchwert. Man nimmt daher gewoͤhnlich, wenn ein Ochſe beſchlagen werden ſoll, zum Werfen deſſelben ſeine Zuflucht; dies aber iſt immer gefaͤhr⸗ lich und unbequem, deshalb verdient die Anwendung der folgen⸗ den einfachen aber zweckmaͤßigen Maſchine den Vorzug. S. Figur 35. a A] 5— 4 7( A ——— 5 8 A— 5))) N 1 S ſ V S 8—— S Ae—— G“ 1A,,;( N N/„ — NN 7 3 A— N N— A 4 8— X -3 s— G 2— N—d. W 4 7 N— N— „——— A 5— — 8———— 8 — 2— O 2 31 3 —— u— —— I —— A— 5— ———-— ‿—— ———=—————— ———— 2——ꝛ—ꝛ:——— 1. Eine aufrecht ſtehende Wand von gehobelten Bretern, den Kapſ 3 Thieres feſt zu halten. 2. Breite lederne, mit eiſernen Ketten feſtgehaͤngte Gurte, den hen vom Niederlegen, zu dem er ſonſt ſehr geneigt iſt, ab— zuhalten, und ſein Zuruͤcktreten, das ſeinen Kopf und Nacken be— ſchaͤdigen kann, zu hindern. 3. 3. Zwei kurze im Boden feſt eingerammelte Saͤulen, ſeine Vorderfuͤße darauf zu binden. 4. Ein eiſerner Stab, der hoͤher oder niedriger geſtellt werden rann und zur Befeſtigung der Baͤnder dient, mit welchen die Vor⸗ derfuͤße zum Behuf des Beſchlagens feſtgebunden werden. 5. 5. 5. Einſchnitte denen andere, welche in der Zeichnung nicht zu ſher ſind gegenuͤber ſtehen, um die Unterlage zum Drauf⸗ legen der Hinterfuͤße im Verhaͤltniſſe zur Laͤnge des Thieres ein— ſchieben zu koͤnnen. 298 Achtes Kapitel. Das ganze iſt ſo einfach, daß es ein jeder Zimmermann nach dieſer Abbildung und Beſchreibung verfertigen kann. In den Gegenden, wo Ochſen ſtark zum Zug, zumal zum Fahren auf Landſtraßen benutzt werden, ſollte jede Schmiede mit einer aͤhnlichen Vorrichtung verſehen ſein, um die Schwierigkeiten ihres Beſchlagens zu erleichtern; wir glauben indeſſen, daß die⸗ ſelben auch weſentlich dadurch vermindert werden koͤnnten, daß man die zum Einſpannen beſtimmten jungen Ochſen durch oftma— liges Aufheben der Fuͤße und Beklopfen der Klauen mit einem Hammier vom fruͤhſten Alter an daran zu gewoͤhnen ſuchte. Es gibt auch noch eine Vorrichtung, ihr Beſchlagen zu be⸗ wirken, die außer ihrer großen Einfachheit noch das Gute hat, daß ſie auch, wenn es der Nothfall erheiſcht, bei jedem anderen Thiere zu benutzen iſt, und eigentlich nur darin beſteht, daß man daſſelbe vermittelſt eines Sackes aufhebt. Dieſer wird naͤmlich an einem auf Saͤulen ruhenden Balken mit Seilen feſtgebunden un⸗ ter dem Leibe des Thieres weggezogen und auf der andern Seite an einen langen, auf einem ſtarken aufrechtſtehenden Pfoſten ru⸗ henden, mit einem Querholz verſehenen Hebel befeſtigt, durch deſſen Niederdruͤcken das Aufheben bewirkt wird. Figur. 35. b ſaben beſerter den Ge den Tor de Git .— 1) di. iang und d angiſhe ich iin Ne fſe fichti 80¹ ſigre da tzatſthite lict 2 eimderi engener b was verdur Viderholl it und dee Engländ länd Anded lden d Ae de iſin, 1 ermann nah zumal zum Schmiede nit hwierigkein en, daß de onnten, di durch oftme⸗ en mit einen ſuchte. lagen zu be⸗ s Gute hat dem anderen zt, daß mr d naͤmlich gebunden w andern Ein in Pfoſten u efeſtigt, dur Neuntes Kapitel. 299 Neuntes Kapitel. über die Natur und Eigenthuͤmlichkeiten der verſchiedenen Dungmittel.*) DOsgleich das Duͤngen des Bodens ſchon ſo lange ſtattfindet, als Ackerbau mit Aufmerkſamkeit betrieben worden, ſo werden die Grundſaͤtze, auf denen daſſelbe beruht, doch nur noch ſehr unvoll⸗ kommen verſtanden, und die beſte Verwendung der dazu gebrauch⸗ ten Subſtanzen im Verhaͤltniß zu den verſchiedenen Bodenarten iſt noch lange nicht genug ermittelt. Wenn es aber auch gewiß iſt, daß die chemiſche Unterſuchung der Beſtandtheile des Bodens und Duͤngerarten noch keinen genauen Aufſchluß uͤber ihren Ein⸗ fluß auf das Wachsthum der Pflanzen herbeigefuͤhrt hat, ſo iſt doch eben ſo gewiß, daß deren Ernaͤhrung nach chemiſchen Grund⸗ ſaͤtzen geſchehen muͤſſe, und daß man bei dem gegenwaͤrtigen ver⸗ beſſerten Zuſtande der Ackerbauwiſſenſchaft ſchon jetzt ſo viel von den Geſetzen des Pflanzenwachsthums weiß, als erfoderlich iſt, den Boden zu verbeſſern und nicht nur die Menge, ſondern auch die Guͤte ſeiner Produkte zu vergroͤßern. Der Landwirth freilich, *) Die Kapitel, welche von den verſchiedenen Dungmitteln, ihrer Zube⸗ reitung und Verwendung handeln, haben mir bei der deutſchen Bearbeitung des engliſchen Originals ungemein viel Muͤhe verurſacht. Sie enthalten naͤm⸗ lich eine Menge trefflicher, vielfach erprobter Vorſchriften, theilen die Ergeb⸗ niſſe hoͤchſt intereſſanter Verſuche, ſo wie viele wichtige Thatſachen mit, und gewaͤhren daher nicht nur mannichfache Belehrung uͤber dieſen wichtigen land⸗ wirthſchaftlichen Gegenſtand, der leider fuͤr uns noch viel Unerforſchtes, viel⸗ leicht ſogar Unerforſchliches enthaͤlt, ſondern bieten auch, die Eigenthuͤmlich⸗ keiten der in Großbritannien uͤblichen Verfahrungsarten deutlich entwickelnd, eine angenehme Unterhaltung dar. Dieſe unverkennbaren Vorzuͤge werden aber et⸗ was verdunkelt durch eine bisweilen unbegreifliche Weitſchweifigkeit, vielfache Wiederholungen und mehre theoretiſche Raiſonnements, denen es an Richtig⸗ keit und Haltung zu gebrechen ſcheint, die wenigſtens beweiſen duͤrften, daß die Englaͤnder in dem wiſſenſchaftlichen Theile der Landwirthſchaft und Natur⸗ kunde den Deutſchen nachſtehen; ſie ſind beſſere Praktiker, als Theoretiker.— Aus dieſen Gruͤnden war hier das Original noch viel weniger ganz treu wie⸗ I. 20 —y—õu—moyyõ——yyfe ☛△ 300 Neuntes Kapitel. welcher unbekannt mit der Chemie ein beſonderes Dungmittel, das fuͤr ſeinen Boden ſehr paſſend befunden wird, anwendet, folgt nur dem Beiſpiele ſeiner Nachbarn oder Vorgaͤnger; wenn er aber uͤber die Theoretiker, die ſeine Aufmerkſamkeit auf das Studium derzugeben, als in der erſten Abtheilung des Werkes; es war aber auch wieder doppelt ſchwer, eine paſſende Wahl des Auszuſcheidenden zu treffen. Ich habe viel gekuͤrzt, und Manches weggeſchnitten, was mir unnoͤthig vorkam, zügleich auch mich bemuͤht, die vielen vorkommenden Wiederholungen ſo viel wie moͤg— lich zu vermeiden, und Mehres zuſammenzudraͤngen, was im Original aus⸗ einander geriſſen iſt. Dadurch erſcheint dieſes hier in ſeiner Bearbeitung wohl um den vierten Theil geringer im umfange; dennoch iſt dieſe, wie ich wohl fuͤhle, ebenfalls nicht ganz frei von Wiederholungen und minder erheblichen Darſtellungen geblieben, weil es mir auch wieder darauf ankam, nichts auszu⸗ laſſen, was nur einigermaßen belehrend oder unterhaltend ſein koͤnne. Viele die Theorie betreffende Stellen waͤren vielleicht noch wegzulaſſen geweſen, ich nahm ſie aber auf, um meinen Landsleuten, zur Beglaubigung des oben Ge⸗ ſagten, zu zeigen, wie es in dieſer Hinſicht in England ſteht, und hoffe, daß dies manchem meiner Leſer angenehm ſein werde; bitte uͤbrigens, nicht Alles, was daruͤber in dieſen Kapiteln geſagt iſt, deshalb auch fuͤr meine überzeugung davon anzuſehen. Um das ſchnellere Verſtaͤndniß mancher ertheilten Vorſchriften zu befördern und der etwa moͤglichen Mißdeutung einiger von ihnen, ehe ſie durch das Wei⸗ terleſen ſelbſt wieder verſchwindet, ſchon vom Anfange zu begegnen, halt' ich es fuͤr raͤthlich, hier auf das aufmerkſam zu machen, was bereits im fuͤnften Kapitel von der Anlage der Miſthoͤfe ꝛc. geſagt worden iſt, und daran die An⸗ deutung zu fuͤgen, daß in England, wegen des gewoͤhnlich ſtattfindenden Man— gels an Viehſtaͤllen nach unſerer Art, die Behandlung des Miſtes nicht voͤllig ſo wie bei uns vor ſich gehen und daher auch das, was wir unter Stallmiſt ver⸗ ſtehen, nicht ganz in derſelben Weiſe vorkommen kann. Was die Englaͤnder Farm-yard-dung(Wirthſchaftshofmiſt— Hofmiſt) oder Stable-dung(Stall⸗ miſt) nennen, iſt nicht voͤllig daſſelbe. Eine Miſtſtaͤtte, nach unſerer Anſicht davon, iſt dort gar nicht, oder doch nur ſehr ſelten, zu finden; der Miſt wird auf groͤßeren Raͤumen den Miſthoͤfen gewonnen, wo das Vieh ſteht, theilweis auch gefuͤttert wird, und ſehr viel Streu erhaͤlt; er liegt daſelbſt meiſt nur flach und muß, um einen guten Duͤnger zu liefern, vor dem Gebrauche in der Regel erſt auf große Haufen zuſammengeſchlagen werden, weil er ſonſt nicht gleichmaͤßig von Excrementen durchdrungen ſein und ſelten zu einem ſchicklichen Grade der Zerſetzung gelangen wuͤrde. Daraus erklaͤren ſich die meiſten Ab⸗ weichungen der engliſchen Miſtbereitung von der unſrigen, die jedoch von jener Manches, beſonders den haͤufigen Zuſatz von Erde ꝛc, in ſich aufnehmen ſollte. Die allgemeine landwirthſchaftliche Zeitung von Ruͤder theilt gegen den Schluß des vorigen Jahrgangs einige recht gute Bemerkungen uͤber die engliſche Miſt⸗ bereitung mit.— Da ich einmal dieſer Zeitſchrift gedenke, erwaͤhne ich zugleich, daß deren Re⸗ dakteur in Nr. 6 des gegenwaͤrtigen Jahrgangs eine Recenſion von meiner fükl gnit J Pevend miung Fannriſſ tinm bl a hittt uh ſciienen) n ud das kämpfen; dern, da der Herr leſen und eine eſt n dm gegen gemadt iſ näric ſandr ga enannten. mpiltor te bekwnn s in dem m her deung. ne das Reue n meit veu ſäͤm un diſen Ver erd of 1 duf die me rittſchaft Drum ei Wtaßung ngwitt d vendet, foh wenn er ahg das Endun dber auchvidn fffen. Ich ba vorkam, zuglit vviel wie niy n Original aus karbeitung weh „ wie ich wa nder erheblihe nichts auel mkönne. Li n geweſen, i des oben 6 und hoff, di s, nicht Alle ne überzeugw en zu beförde durch das Ie egnen, holjit rreits im finfin d daran de ſe tfindenden Ner iſtes nich li er Stallmiſ be as die Englinr ble-dung(Ett- hunſertr Aiſt 3 der Mif ui hſteht, thelne aſelbſt meif ne Gebrauche i eil er ſont iit einem ſchikite die mäiſfe 1 jädoch r ie aufnehmen ril gegen den bl e engiſte Ri⸗ doß dan 3 ſin vun nin über die Natur u. Eigenthuͤmlichkeiten der verſchied. Duͤngmittel. 301 der erſten Grundſaͤtze ſeiner Kunſt zu richten beabſichtigen, lachen will, ſo ahnet er nicht, daß er, ſo wie die, denen er folgt, viel— leicht das von ihnen angewendete vortheilbringende Verfahren nur den Beobachtungen wiſſenſchaftlicher Maͤnner zu verdanken haben. Nicht einem, der dieſem Gegenſtande ſeine Aufmerkſamkeit zu⸗ wendet, kann unbemerkt bleiben, daß, ungeachtet des Beiſpiels ein⸗ ſichtsvoller Landwirthe, unter den gewoͤhnlichen Farmern noch ein großer Mangel an richtiger Kenntniß der beſten Zubereitung und Verwendung des Duͤngers zu finden iſt. Indem wir dieſe Be— merkung machen, wollen wir keineswegs den Mangel an chemiſchen Kenntniſſen ruͤgen; denn dieſelben ſind, obgleich werthvoll, von einem bloßen Landwirth nicht zu verlangen, auch iſt es nicht unſre Bearbeitung der erſten Abtheilung dieſes Werkes geliefert hat, in welcher der⸗ ſelbe, neben einer ganz unrichtigen Angabe uͤber die Entſtehungsweiſe von Thaer's engl. Landwirthſchaft, die Behauptungen aufſtellt, daß vorliegendes Werk haͤtte unuͤberſetzt bleiben konnen, und daß es an Reichhaltigkeit, folglich auch an Werth der Encyklopaͤdie von Loudon überſetzt in Weimar er⸗ ſchienen) nachſtehe. Ohne die erſte Behauptung, welcher mein innres Gefuͤhl und das Urtheil kompetenter und unparteiſſcher Richter widerſprechen, be⸗ kaͤmpfen zu wollen, bemerke ich nur, um die Entſtehung falſcher Anſichten zu hin— dern, daß die zweite auf einem argen Irrthum beruht und deutlich beweiſt, daß der Herr Redakteur weder das vorliegende Werk, noch jene Encyklopaͤdie ge⸗ leſen und genau mit einander verglichen haben koͤnne. Letztere iſt nichts, als eine oft mißlungene Kompilation, die nichts weniger, als ein treues Bild von dem gegenwaͤrtigen Zuſtande der engliſchen Landwirthſchaft gibt und von Einem gemacht iſt, dem es ſehr an gruͤndlichen Kenntniſſen von der Landwirthſchaft gebricht. Wahres und Falſches iſt darin auf eine merkwuͤrdige Weiſe unter⸗ einander gemengt, die nur zu erklaͤren iſt, wenn man von der Entſtehung des genannten Werkes unterrichtet iſt, mit der ich durch einen Englaͤnder, der den Kompilator gut kennt, und mit dem ich faſt taͤglich umzugehen Gelegenheit habe, bekannt worden bin. Ich will damit keineswegs das viele Gute, wel⸗ ches in dem genannten, eine ganz andere Tendenz verfolgenden Werke enthal⸗ ten iſt, herabſetzen, ſondern nur jeder überſchaͤtzung und falſchen Anſicht vor⸗ beugen. Auch der von jenem Recenſenten gethane Ausſpruch, daß daſſelbe auf das Neue mehr Ruͤckſicht nehme, als das von mir bearbeitete Werk, welches meiſt veraltete Thatſachen und Regeln angebe, iſt durchaus unrichtig, wie ſich jedem Unbefangenen ſelbſt bei der fluͤchtigſten Betrachtung zeigen muß, indem deſſen Verfaſſer nicht blos, wie geſagt wird, die vor laͤngerer Zeit an den Bo⸗ ard of Agrikulturn abgegebenen Berichte benutzt, ſondern auch Alles, was bis auf die neueren Zeiten herab in England und Schottland in Bezug auf Land⸗ wirthſchaft irgend erſchienen und geſchehen iſt, ſorgfaͤltig beruͤckſichtigt haben. Warum eine ſolche gefliſſentliche, nur den Unkundigen zu taͤuſchen vermoͤgende Verdrehung der Wahrheit? 20* 302 Neuntes Kapitel. Abſicht, einen Unterricht darin durch abſtruſe Unterſuchungen oder feingeſponnene Theorien uͤber die Nahrung der Pflanzen oder uͤber die Art ihrer Ernaͤhrung zu ertheilen; wir glauben aber, daß ei⸗ nige Bemerkungen uͤber die Natur und Eigenſchaften der Duͤnger⸗ materialien der praktiſchen Anweiſung zu ihrer Verwendung im Verhaͤltniß zum Boden mit Nutzen vorausgehen koͤnnen, und auch von ſolchen nicht unguͤnſtig aufgenommen werden, deren reiche Er⸗ fahrung keine Belehrung noͤthig zu haben ſcheint. Der Ackerbau wendet zur Erreichung ſeines Zwecks bekanntlich Mittel von zweierlei Art an, mechaniſche, oder die Bearbeitung, und chemiſche, oder die Duͤngung des Bodens, um den Pflan— zen die noͤthige Nahrung zuzufuͤhren, oder um das Pflanzenwachs— thum durch die Erhoͤhung der Bodenthaͤtigkeit zu unterſtuͤtzen; vornehmlich auch um die durch den Pflanzenbau dem Boden ent⸗ zogenen Kraͤfte zu erſetzen; ſeiner Erſchoͤpfung vorzubeugen. Alle vegetabiliſchen und animaliſchen Subſtanzen, welche in Faͤulniß uͤbergehen, enthalten die zur Erzeugung unſerer kultivirten Pflanzen noͤthigen Elemente, und tragen zu derſelben bei, ſobald ſie in einem gerechten Verhaͤltniſſe mit dem Boden gemengt, und, nur bis zu einem gewiſſen Grade in ihrer Zerſetzung fortgeſchritten, demſelben als Duͤnger zugefuͤhrt werden. Dieſer Duͤnger beſteht in den meiſten Faͤllen aus einer Mengung der Auswuͤrfe unſerer Vieharten mit dem ihnen zur Streu gegebenen Stroh, die auf Haufen gebracht wird, um hier in Gaͤhrung uͤberzugehen und zu verrotten. Sobald die Pflanzen fuͤr ſich allein in Faͤulniß uͤber— gehen, aͤußern ſie in ihren Ruͤckſtaͤnden, wie es ſcheint, eine lang— ſamere, dafuͤr aber dauerndere Wirkung auf das Pflanzenwachs⸗ thum, als wenn ſie vorher durch den Koͤrper der Thiere hindurch gegangen ſind, in letzterem Falle gewaͤhren ſie jedoch nicht nur eine mehr augenblickliche Nahrung, ſondern wirken ſie auch unmittelbar auf den Saft, auf den ſichtbar kraͤftigen Wuchs der Pflanzen ein. Der Hauptgegenſtand bei der Bereitung dieſes Duͤngers iſt, ihn fuͤr die Pflanzenwurzeln ſo aufloͤslich, wie moͤglich zu machen; doch darf ſeine Aufloͤſung im Boden nur allmaͤlig in immer ſtei— gendem Grade vor ſich gehen, ſo daß er durch die Bildung des Saftes gaͤnzlich konſumirt wird. Diejenigen Subſtanzen, welche Schleim, Gallerte und Zucker, Hl, Ertractivſtoff und in Waſſer aufgeloͤſte Kohlenſaͤure enthalten, beſitzen ſchon im unveraͤnderten Zuſtande die Stoffe, von denen das Pflanzenleben abhaͤngt; aber es gibt nur wenig Faͤlle, wo ſolche Subſtanzen an und fuͤr ſich Uher in An entſät Piend vrden fonnen d finr vir Mageb uſt de lüſanz ſKagien dn ufd veſciede ire Anw nd bege öir 3 die ſagt we halt di men be bau's dn Ey nitel ſe füderaus nineralic dnr ööͤöͤ— Über die Natur u. Eigenthuͤmlichkeiten der verſchied. Duͤngmittel. 303 cungen a en oder li in Anwendung zu bringen ſind; denn der vegetabiliſche Duͤnger ber, dß enthaͤlt nebenbei in der Regel faſerige, holzige und unaufloͤsliche der Dunge Beſtandtheile, die vorher einer chemiſchen Veraͤnderung unterworfen rwendung in werden muͤſſen, ehe ſie zur Befoͤrderung der Vegetation dienen en, und aut koͤnnen. un riche ⸗ Die mineraliſchen Duͤngungsmittel enthalten entweder gar keine wirklich naͤhrenden Beſtandtheile, oder doch nur eine geringe ts bekanntit Menge von ihnen; aber ſie dienen zur beſſeren Entwickelung der Bentbeidun Kraft des Bodens und zur Zerſetzung anderer, in ihm enthaltenen den Mier Subſtanzen, mit denen ſie zugleich ſolche chemiſche Verbindungen eingehen, die den Pflanzen die beſte Nahrung gewaͤhren, und befoͤr⸗ ini dern auf dieſe Weiſe deren Wachsthum. Da es indeſſen ſo unendlich Boden en verſchiedene Bodenarten gibt, ſo verlangen dieſe Dungmittel bei ggen. ihrer Anwendung mehr Vorſicht und Auswahl, als die animaliſchen „walchei und vegetabiliſchen; denn eine zu große Menge von letzteren kann er kultion hoͤchſtens einen zu geilen Wuchs der erſten Frucht hervorbringen; wbei, ſu aber eine ungebuͤhrliche Verwendung jener vermag dem Boden fuͤr emeng,m lange Zeit großen Schaden zuzufuͤgen. ſetgetitn Um die Wirkung des Duͤngers auf den Boden auszudruͤcken, dingr bit ſagt man gewoͤhnlich:„er macht denſelben fruchtbar“— und man . haͤlt dieſen Ausdruck nach den gewoͤhnlichen Begriffen fuͤr vollkom⸗ wüf ai men verſtaͤndlich; es iſt aber fuͤr die Theorie und Praxis des Acker⸗ ich, di d bau's von Wichtigkeit, den Unterſchied kennen zu lernen, der in gehen undi den Eigenſchaften und in der Anwendung der verſchiedenen Dung— Fäulniß u mittel ſtattfindet, weil davon ihre fruchtbarmachende Wirkung ab— nt, eine in haͤngt und wir nur aus ihren Beſtandtheilen einen einigermaßen lnzmvie⸗ richtigen Schluß auf ihren Werth machen koͤnnen. hier lidut Wir haben die verſchiedenen Dungmittel eingetheilt in vege⸗ nicht nu i tabiliſche, animaliſche und mineraliſche. Zu den erſteren beiden ſind h unnitir vornehmlich zu rechnen feſter und fluͤſſiger Auswurf des Vieh's, Manzen a das zur Streu verwendete Stroh, die menſchlichen Excremente und ggets it, in alle Unkraͤuter oder anderen vegetabiliſchen Subſtanzen, die in h zu nten Duͤnger verwandelt werden koͤnnen, ſammt den faulenden Abfaͤllen in inmur ſi van Thieren und Fiſchen— man kann dieſe Gegenſtaͤnde ſaͤmmt⸗ Bidung di lich mit dem gemeinſchaftlichen Namen„faulende Duͤngerarten oder anzen, rite Duͤnger faulender Art“ belegen. nd in Pöſſe Kreide, Kalk, Mergel, Gyps, Muſchelſchalen, Aſche, Seifen⸗ unberätdeten ſiederausſchlag(Äſcherig) und gebrannter Thon gehoͤren zu den bhägt dbe mineraliſchen Dungmitteln. und für ſc Untergepfluͤgte gruͤne Saaten, ſo wie die verſchiedenen zum 304 Zehntes Kapitel. Obenaufduͤngen gebrauchten Subſtanzen und Mengeduͤnger(Kom⸗ poſts) begreifen wir unter dem Namen„gemiſchten Duͤnger“.— über dieſe verſchiedenen Duͤngerarten ſoll auch in verſchiede— nen Kapiteln geſprochen werden; dabei iſt jedoch nicht die Abſicht, in gelehrte Unterſuchungen uͤber ihre Kraͤfte einzugehen, es ſoll blos eine auf Erfahrung gegruͤndete Darſtellung ihres Weſens und ihrer Wirkung gegeben werden. Derjenige Landwirth, welcher in reichlichem Maße uͤber ſie gebieten kann, wird in ihrer abwechſeln⸗ den und verſtaͤndigen Anwendung das ſicherſte Mittel zur Ver⸗ mehrung der Bodenprodukte finden; und der Erfolg in ſeinem Gewerbe ganz gewiß im Verhaͤltniſſe ſtehen zu ſeiner Einſicht und zu der Aufmerkſamkeit, die er auf die Kultur ſeines Landes ver⸗ wendet.. Zehntes Kapitel. Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. Zu den faulenden Duͤngerarten gehoͤren, wie ſchon geſagt, alle animaliſchen und vegetabiliſchen Subſtanzen, die durch ihre Gaͤh— rung, Faͤulniß und Zerſetzung in einen ſolchen Zuſtand uͤbergehen, wo ſie zur Verbeſſerung des Bodens und zur Befoͤrderung des Pflanzenwachsthums dienen koͤnnen. Das am haͤufigſten gebrauchte Dungmittel dieſer Art ſind die thieriſchen Auswuͤrfe; dieſelben beſtehen nicht blos aus den Überreſten der genoſſenen Nahrung, ſondern es werden dieſen, waͤhrend der Verdauung ſo viel ausge— ſchiedene animaliſche Stoffe beigemengt, daß ſie ſelbſt, wenn die Nahrung blos aus Pflanzen beſtand, faſt mehr thieriſcher, als ve getabiliſcher Natur ſind. Beſonders iſt ſolches der Fall bei reich⸗ lich genaͤhrten Thieren. So liefert das mit Koͤrnern, Ölkuchen und dergleichen nahrhaftem Futter in einem feiſten Zuſtande erhal— tene Vieh einen kraͤftigeren Duͤnger, als das blos mit Stroh ge⸗ fuͤtterte; doch ſind auch die Excremente des letztern faͤhig, die ihnen beigemengte Streu zur Faͤulniß mit fortzureißen. Mit Gewißheit — Uäeri arrf in glt, d auch in n 3 Ereer Prdukt ton änan ds Nar gearauch de det Fättet den Au diner l hen. 8 gen Ger gebenden ſ würde i de nd Fiſch in wolte ) 8 tan Fude fanen ſch unger(Een unger’.— in verſchide t die lſth ehen, s ſu Weſens m h, welcheti er abwechſale tte zur Ver g in ſeinn ELinſict u HLandes ver der Hofnit n geſagt, l urch ihre bi⸗ tand übergeln zeförderung d gſten gerant ürfe; diſehe enen Nährun ſo dill ai lbſt, wem d richer, r Fall bii tit⸗ ren, Dläce zuſtand dhha⸗ nit Etoh ge hig, di im Mi Gewißßi Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 305 laͤßt ſich indeſſen annehmen: je fetter das Vieh: deſto wirkſamer iſt der von ihm gewonnene Duͤnger.) Man hat die Meinung aufgeſtellt, daß der Weideduͤnger der wiederkaͤuenden Thiere, des Rindvieh's und her Schafe, wirkſamer ſei, als der der Pferde, wenn dieſe nur Gras bekommen, und den Grund davon darin geſucht, daß den Auswuͤrfen jener bei dem Wiederkaͤuen mehr thieriſche Saͤfte beigemengt wuͤrden; die Sache bedarf indeſſen noch einer naͤheren Unterſuchung; denn wenn es auch erwieſen iſt, daß die fruchtbarmachenden Wirkungen der thie⸗ riſchen Auswuͤrfe von der Art und Staͤrke des Futters, aus dem ſie entſtanden, zum Theil mit abhaͤngen, ſo hat doch die Erfahrung gelehrt, daß ſie, ſelbſt aus gleichem Futter hervorgegangen, doch auch in mancher Hinſicht ſehr von einander abweichen. So ſind die Excremente des Menſchen und die des Hundes, obgleich das Produkt gleicher Nahrung, in ihren Wirkungen hoͤchſt verſchieden von einander. Die letzteren werden naͤmlich bei der Bereitung des Marokins zum Gerben der Ziegenfelle ſtatt der Baumrinde gebraucht; jene aber taugen nicht dazu. Taubenmiſt iſt hitziger, als der von anderem Gefluͤgel, wenn daſſelbe auch das naͤmliche Futter erhielt, und Vauquelin will ſogar einen Unterſchied zwiſchen den Auswuͤrfen des Hahnes und der Henne, ſo wie zwiſchen denen einer legenden und einer keine Eier liefernden Henne gefunden ha— ben. Obgleich nicht zu verkennen, daß alle dergleichen Unterſuchun⸗ gen Beachtung verdienen, und, in Bezug auf die reichlich duͤnger⸗ gebenden Vieharten angeſtellt, zu wichtigen Folgen fuͤhren koͤnnen, ſo wuͤrde es doch ſehr ſchwierig, vielleicht auch unnuͤtz ſein, wenn wir die verſchiedenen thieriſchen Koͤrper, die Abfaͤlle von Fleiſch und Fiſchen, ſo wie anderer derartiger Subſtanzen einzeln auffuͤh⸗ ren wollten; denn wenn dieſelben auch ſaͤmmtlich, ſobald die Ge— legenheit dazu vorhanden, mit Vortheil als Duͤnger zu gebrauchen ſind, ſo iſt ihre Menge doch immer ſo gering, daß es unnuͤtz waͤre, auf jede einzeln Ruͤckſicht zu nehmen. Wir verfolgen daher dieſen Gegenſtand nicht weiter, ſondern gehen gleich zu der Betrachtung der aus vegetabiliſchen und animaliſchen Stoffen zuſammengeſetzten Subſtanz uͤber, die allgemein bekannt iſt unter dem Namen *) In dem Bericht von der Norfolker Wirthſchaft iſt nachgewieſen, daß zehn Fuder Miſt von mit Olkuchen gefuͤttertem Vieh in der Wirkung gleich⸗ kamen ſechzehn gleich großen Fudern, die von Turnipsfutter gewonnen waren. 306 Zehntes Kapitel. Stall⸗ oder Viehhofmiſt. Derſelbe nimmt immer die erſte Stelle ein; und wenn die Hoͤfe zur Fuͤtterung des Vieh's zweckmaͤßig eingerichtet ſind, und eben ſo wohl auf die Guͤte, als auf die Menge ſeines Duͤngers die gehoͤrige Aufmerkſamkeit verwendet wird, erhaͤlt derſelbe einen unſchaͤtzbaren Werth. Kein Landwirth kann ohne ihn ſein Geſchaͤft betreiben, und ein Jeder, der nur einen Augenblick uͤber die Schwie⸗ rigkeit, eine hinreichende Menge Duͤnger herbeizuſchaffen und den erhaltenen gut zuzubereiten, nachdenkt, wird einſehen, daß dieſer Gegenſtand die ernſtlichſte Unterſuchung verdient. Dennoch muß ſelbſt der oberflaͤchlichſte Beobachter des gewoͤhnlichen Wirthſchafts⸗ betriebs augenblicklich bemerken, daß die Aufmerkſamkeit, die man demſelben widmet, haͤufig ſo gering iſt, daß man meinen ſollte, er verrdiene die Beachtung des Landwirthes gar nicht. Nichts iſt ge⸗ woͤhnlicher, als daß große Duͤngerhaufen aus den Staͤllen und Futterſchoppen gebracht, und dem Wetter ausgeſetzt werden, ohne nur im Geringſten darauf zu ſehen, daß er regelmaͤßig und ſorg⸗ faͤltig aufgeſchichtet, vor Verduͤnſtung geſichert oder in verſchiedenen Verhaͤltniſſen, je nach ſeinen Eigenſchaften, untereinander gemengt werde, obgleich ſolches von der groͤßten Wichtigkeit iſt. Wenn der Pferdemiſt hinlaͤnglich feucht iſt, und der Einwir— kung der Luft ausgeſetzt wird, ſo geht er ſchnell in Gaͤhrung uͤber, nothwendig ſeine Beſtandtheile guͤnſtig zu miſchen; wenn aber keine Sorgfalt auf dieſen Proceß verwendet wird, ſo entwickelt ſich eine ſolche Waͤrme in ihm, daß er ſeine fluͤchtigen Theile verliert, bald trocken wird, und leicht zuſammenfault. Wenn er nicht ſo feſt zuſammengepackt wird, daß der Zutritt der Luft abgeſchloſſen bleibt, ſo zerſetzt er ſich ungleichmaͤßig; er wird modrig und verliert ei— nen großen Theil ſeiner Duͤngkraft. Wird dagegen ſeine natuͤr⸗ liche Feuchtigkeit erhalten, auch wohl durch regelmaͤßiges und maͤßi— ges Begießen vermehrt, ſo fault er zu einer ſpeckartigen Maſſe zu⸗ ſammen; und wird er endlich vor ſeiner gaͤnzlichen Zerſetzung auf das Feld gebracht, ſo iſt ſeine Wirkung auf die Vegetation beſon— ders ſchnell und ſtark; dies iſt zum Theil der Waͤrme mit zuzu⸗ ſchreiben, die ſich neu in ihm entwickelt, wenn er nach dem Unter⸗ pfluͤgen im Boden ſelbſt ſeine Zerſetzung vollendet. Dies bringt beſonders großen Nutzen auf kaltem Thonboden, deſſen Fehler ſehr dadurch verbeſſert werden. Auch auf Boden, der reich an 1 vegetabiliſchem Moder iſt, wirkt ſolcher Miſt ſehr wohlthaͤtig, well orhern 6 dlein d ſinr e f Im kei ſäken m dffdie ip in, nauſc ni un miſ dot ven de ſtitte, i der fauih ſecht a ſtad zu en Feudit (in to nhkes fentr, ſingt l kanden datt iſei ui eim londer ſdich ſä Thondod er unter mer ne angeve Verth — öͤͤͤö——y Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 307 weil er durch ſein Ammonium die Zerſetzung dieſes Moders be⸗ nd wemn di foͤrdert. tet ſind, un Sobald er ſich gaͤnzlich zerſetzt, verliert er ungemein an Maſſe, nes Dünge allein der verbleibende Ruͤckſtand, die weſentlichſten Beſtandtheile derſelbe einn ſeiner Subſtanz enthaltend, iſt dem Pflanzenwachsthum uͤberaus ſein Geſchin guͤnſtig. Doch bringt er in dieſem Zuſtande auf trockenen, ſandi— erdie Schwie gen, kreidigen, uͤberhaupt leichten und kalkigen Bodenarten nicht xffen und der ſelten mehr nachtheilige Wirkungen hervor; denn hier wirkt er n, daß diſe auf die Pflanzen in der erſten Periode ihres Wachsthums zu maͤch⸗ Dennoch muß tig ein, und wenn ſeine Wirkung ſpaͤterhin nachlaͤßt, fangen ſie Wittſähaſt an zu ſchmachten; das Getreide gibt dann wohl viel Stroh, aber keit, di um wenig und geringe Koͤrner. Auch iſt der Pferdemiſt weniger dau⸗ inen ſole, ernd in ſeinen Wirkungen, und hat daher auf ſolchem Boden nur Nichs ſt p noch wenig Einfluß auf die kuͤnftigen Ernten. Stälen und Der Duͤnger vom Hornvieh geht, auf einen Haufen aufge⸗ erden, ohn ſchichtet, ebenfalls bald 6 Gaͤhrung uͤber; doch nicht ſo ſchnell, ig und brx wie der Pferdeduͤnger, weil er ſich nicht in gleichem Grade erwaͤrmt, teiſtiddenn folglich auch weniger verdunſtet; und da er gewoͤhnlich hinlaͤnglich ader geneng feucht ausgebracht wird, iſt es nicht noͤthig, ihn zu begießen. Auch f. iſt er dem Verbrennen minder ausgeſetzt; er wird im Gegentheil zu einer ſpeckartigen Maſſe, und behaͤlt dieſe Eigenſchaft bis ſeine d der Einwir Feuchtigkeit endlich gaͤnzlich verſchwunden iſt; dann bekommt er Gahrung übe ein trocknes, kohliges, torfaͤhnliches Anſehn und bleibt in dieſem venn aber ken mehre Jahre unverweſt im Boden liegen. Seine Wirkung iſt lang— dihelt ſch ia ſamer, als die des Pferdeduͤngers, gilt aber fuͤr dauernder; doch everliert bad haͤngt letzteres ſehr von der Art des Futters ab, aus dem er ent⸗ r nicht ſfi ſtanden. Der Zerſetzungszuſtand, in welchem er auf das Feld ge⸗ chl haiah bracht wird, mag ſein, welcher er wolle, ſo ſcheint er auf keine nd verlir Weiſe eine merkliche Erwaͤrmung im Boden hervorzubringen; des⸗ ſäine Vu halb eignet er ſich am beſten fuͤr trockne und warme Bodenarten, ges und nii beſonders den ſandigen und grandigen, deren natuͤrliche Waͤrme gen Miſeir durch ſeine kuͤhlenden Eigenſchaften gemildert wird; auf ſtrengem zerſezung ai Thonboden ſcheint er dagegen faſt ganz unwirkſam zu ſein, wenn ett tion br er unter die Erde vergraben, nicht durch wiederholtes Pfluͤgen im—— rme mizi mer neu mit der Atmoſphaͤre in Beruͤhrung gebracht wird. Allein c den Unie angewendet hat er ſich in manchen Faͤllen nur von geringem noe brint Werth gezeigt*), und jedenfalls iſt es am vortheilhafteſten, ihn deſſen Fihle dr riich an*) So wird in dem Landwirthſchaftsbericht von Eſſex angegeben, daß von wohlthäig einem zu Bohnen beſtimmten Felde 9 Acker mit Kuhmiſt, und 6 Acker mit 308 Zehntes Kapitel. mit den andern Miſtarten zu vermengen. Man will auch gefunden haben, daß der Duͤnger von Milchkuͤhen minder kraͤftig, als der von Ochſen ſei; dies kann aber wohl nur dann der Fall ſein, wenn ſie reichlich Milch geben, durch die den Excrementen vielleicht et⸗ was von ihrer Duͤngkraft entzogen wird; ſobald ſie trocken ſtehn— und gemaͤſtet werden, iſt kein Unterſchied bemerkbar. Schafmiſt zerſetzt ſich ſchnell, wenn er feucht und feſt zuſam— mengepackt iſt; trocken und locker liegend aber nur langſam und unvollkommen. Seine Wirkung dauert ſelten laͤnger, als zwei Jahre. Aus den Auswuͤrfen der Schafe entwickelt ſich viel Ammo— nium, beſonders aus dem Urin; dadurch erhaͤlt dieſer Duͤnger beſonders großen Werth fuͤr ſolchen Boden, der viel unaufloͤslichen Humus enthaͤlt. Der in den Schaſſtaͤllen ſich anhaͤufende iſt, ſobald er nicht umgeſtochen wird, von zweierlei Beſchaffenheit; die obere Schicht, in welcher ſich immer friſche Streu befindet, iſt ſtrohig, trocken und unzerſetzt; die untere dagegen feucht und in der Zer⸗ ſetzung begriffen. Wenn der Duͤnger abgefahren wird, iſt deshalb darauf zu Len⸗ daß beide Schichten gemengt werden, um eine gleichmaͤßige Zerſetzung zu bewirken; zu Getreide darf man ihn jedoch ſo zugerichtet nie ſtark aufbringen, weil es ſonſt zu ſehr in's Stroh waͤchſt; auf einem kalten ſauren Boden dagegen hat die Anwendung ſolchen Duͤngers in großen Quantitaͤten auf ein⸗- mal oft einen außerordentlichen Erfolg. Die Hauptverwendung des Schafmiſtes geht indeſſen durch das Pferchen hervor, von dem in einem beſondern Kapitel die Rede ſein wird. Hier ſei nur ei— nes Verſuches gedacht. 120 Stuͤck Mutterſchafe und Widder nebſt 30 Laͤmmern wurden ſechs Wochen lang in einen Schaſſtall ge⸗ ſteckt und erhielten woͤchentlich eine Ladung Stroh zur Streu; ſie gaben 28 ſtarke Fuder Duͤnger; rechnet man von demſelben auf die Excremente 10 Pfund Steßiins und das Stroh dazu 4 ⸗ ſo koſtete dieſer Duͤnger 14 Pfund; die Schafe verzehrten aber das Produkt von zwei Ackern Turnips und zwar in einer Zeit, waͤhrend der ſie nach allen Erfahrungen zwei Acker Land gepfercht Pferdemiſt geduͤngt worden waͤren, und daß letztere mehr, als jene gegeben haͤtten. Bei einem Verſuche, der in dieſer Hinſicht auf einem Landgute in der Naͤhe von Grantham in Lincolnſhire auf einem armen trockenen Boden gemacht wurde, erhielt man von den mit Pferdemiſt geduͤngten Tur⸗ nips unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden einen weit hoͤhern Ertrag, als von den mit Kuhmiſt geduͤngten. habm Dänyer wei and un le W Ehl Etuu fe A Ech df eien dnuete, ronnen um ſie wwr Er lch wie in iefs Dan len, d 8 dcher ſe geneng befodde da 1 d 1 und au heiem nit Und thr ein Andung dl uncr noxxrün duch habe ſun d hacen. gerauſte de Sch man vo darin! nichts h genthr vit d auch gefune fftig, als d all ſein, we viellih t etrocken ſthn nd feſt zuſem⸗ langſam und ger, als zwe h viel Ammo⸗ dieſer Dunge unauflosliche de iſt, ſoban it; die oben „iſ ſtrohi din der ze⸗ d, iſt deshan en, um iin darf man ih ſonſt zu ſih n dagegen ltaͤten auf en uptverwendung rvor, von de wier ſei nur „Widder niſ Schaſſtall g⸗ zur Streuz demſelben al ng erzehrten d in einer i Land gefit als jene getn nem Landgutt n trockenen Voden 4„t9 Lur⸗ gedüngtan 8 rtrag/ oſs voh Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 309 haben wuͤrden, ohne daß die Ausgabe fuͤr die Ruͤbenernte und das Duͤngerſtreuen noͤthig geweſen waͤre. Ein andrer Fall iſt folgen— der: in einem feſtſtehenden Hordenſtalle, der einen engliſchen Acker Land umfaßte, wurde einen Fuß hoch Stroh geſtreut und darauf alle 2—3 Tage Turnips gelegt, jedoch immer nur auf eine Haͤlfte des Stalls und damit abgewechſelt; dies geſchah ſo lange, bis die Streu feucht war, wo dann friſches Stroh aufgeſtreut wurde. Die Schafe lagen ziemlich trocken, und es ſollen auf dieſe Weiſe auf einem Landgute von Eaſt Lothian ſo lange das Turnipsfutter dauerte, von 308 Stuͤck Hammeln 800 Tonnen des beſten Miſtes gewonnen worden ſein. Dieſe Menge ſcheint jedoch ſo groß, daß man ſie fuͤr unglaublich halten moͤchte, wenn dieſe Thatſache nicht von Sir John Sinclair beſtaͤtigt wuͤrde; es iſt jedoch wahrſchein⸗ lich, wiewohl davon nichts erwaͤhnt wird, daß der Hordenſtall auch ein tiefes Bett von Sand hatte. Den Schweineduͤnger halten Manche fuͤr den kraͤftigſten von allen, die menſchlichen Excremente ausgenommen, Andere dagegen nennen ihn kalt. Er iſt breiig und langſam in ſeiner Zerſetzung; daher ſollte er, fuͤr kalten Boden beſtimmt, vorher mit Pferdemiſt gemengt werden; denn wenn er auch das Pflanzenwachsthum ſehr befoͤrdert, ſo erwaͤrmt er ſich doch fuͤr ſich allein nicht genug, um das Unkrautsgeſaͤme zu zerſtoͤren. Herr Malcolm erzaͤhlt zwar, daß er auf einem flachen Lehmboden mit grandigem Untergrund und auf Sandboden, die in Schweineduͤnger geſaͤete Gerſte bei heißem Wetter habe verbrennen ſehn und daß durch ihn das Feld mit Unkraut angefuͤllt worden ſei; es mag dieſes indeſſen wohl mehr eine Folge der trockenen Witterung und mangelhafter Be⸗ handlung geweſen ſein. Jeder nicht richtig behandelte Duͤnger iſt voll Unkraut und bringt dieſes mit auf's Feld; es iſt daher gewiß ungegruͤndet, dies einer einzigen Duͤngerart allein nachzuſagen; auch haben wir keine Klagen daruͤber von ſolchen Landwirthen ge— hoͤrt, die ihr Getreide drillen und die Zwiſchenraͤume gehoͤrig be⸗ hacken. Wenn man freilich, wie es gewoͤhnlich geſchieht, das aus— geraufte Unkraut, das nicht ſelten ſchon reifen Saamen traͤgt, in die Schweineſtaͤlle wirft, dann erfordert allerdings die Vorſicht, daß man vor der Verwendung des Duͤngers die Keimkraft der etwa darin befindlichen Unkrautsſaamen zu zerſtoͤren ſuche. Dazu iſt nichts beſſer, als die Vermengung deſſelben mit Pferdemiſt; die Eigenthuͤmlichkeit des letztern, ſchnell in Gaͤhrung uͤberzugehen, be⸗ wirkt das Gewuͤnſchte, und dieſe Mengung gibt einen beſonders 310 Zehntes Kapitel. guten Duͤnger. Der Werth des Schweinemiſtes haͤngt indeſſen ſehr von ſeiner Bereitungsart ab. Wenn die Streu oft erneut, und der Stall durch Abzuͤge aller Art recht trocken gehalten wird, ſo daß nur wenig von dem Harn im Stroh zuruͤckbleibt, dann er⸗ haͤlt man einen Duͤnger, nicht viel beſſer, als wenn dieſes allein verfault. Wenn man aber dem Stroh die Exkremente nicht durch Abzuͤge entzieht, ſondern dafuͤr ſorgt, daß es recht innig damit ſich vereinige, dann geht es ſchnell in Gaͤhrung uͤber und erzeugt ſich ein ſehr guter, keineswegs kalter Duͤnger. Die Nothwendigkeit, den Stall rein und trocken zu halten, iſt eine Sache fuͤr ſich, die bei der Abwartung der Schweine zur Sprache kommt. Eine ſtarke Schweinehaltung leiſtet große Dienſte, wenn man ihnen erlaubt, frei in den Miſthoͤfen herumzulaufen, wo man viel Stroh verbraucht; ſie bereichern dieſes durch ihre Auswuͤrfe und befoͤrdern durch ihr Wuͤhlen mechaniſch die Zerſetzung ſeiner Holz— faſern, ſo wie die innigere Mengung des Duͤngers, indem ſie darin nach Koͤrnern und anderen Futterabfaͤllen ſuchen; es hat indeſſen das freie Herumlaufen der Schweine eine große Unannehmlichkeit, indem es ſchwer haͤlt, ſie im Hofe feſtzuhalten, und ihr Hinaus⸗ ſchweifen auf die Felder zu vermeiden, wo ſie an den Sagten und Vermachungen leicht großen Schaden anrichten. Daher ziehen es viele Landwirthe vor, ihre Schweine in feſtverpfaͤhlten Hoͤfen mit offenen Schoppen feſtzuhalten. Der Harn, obgleich meiſt aus Waſſer beſtehend, enthaͤlt doch auch viele pflanzennaͤhrende Subſtanzen gerade im gerechten Zu— ſtande der Aufloͤſung, beſonders auch Ammonium und ſalzige Ver— bindungen, welche der Vegetation foͤrderlich ſind. Der Harn von den verſchiedenen Thieren iſt in ſeinen Beſtandtheilen verſchieden und ſelbſt der von einer Thierart veraͤndert ſich darin nach Ver— haͤltniß der genoſſenen Nahrung*). Den meiſten Nutzen gewaͤhrt *) Der Kuhharn enthaͤlt Der Pferdeharn enthaͤlt Phosphorſauren Kalk 3% Kohlenſauren Kalk 11% Salzſaures Kali und Ammonium 15⸗ 3 Natron 9⸗ Schwefelſaures Kali 6⸗ Banzoeſaures 2 24⸗ Kohlenſaures Kali und Ammonium 4⸗ Salzſaures Kali 9⸗ Harnſtoff 4 4⸗ Harnſtoff 7⸗ Waſſer 6⸗ Waſſer und Schleim 40⸗ Der Pferdeharn enthaͤlt demnach mehr Salze, als der Kuhharn und mag deshalb auch wohl duͤngkraͤftiger ſein. Sein eigenthuͤmlicher Geruch wird dem er ide Str od ſeit der kunnende rirten u bendez! Shoh enu gebr nns vicht nüung al fonn und tim imige Puuniß u veche man tin von b ſalche d i de be banug, r 8 nz dermehre. tung mig ſägte: e Vihe ſo hend, en lung dſſebe it, 4 tin d wur- 6 8 d ſin dch tt allin, verdaut w Großbrit ·ʒ t tisturm tzäl, als al ni u derg Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 311 angt indiſe er in Verbindung mit den feſten Exkrementen der Thiere und u oft emmu Stroh oder anderen Streumaterialien. Aus dieſer Mengung ent⸗ hehalten wid ſteht der am haͤufigſten bei der Landwirthſchaft in Anwendung eibt, dam a kommende Duͤnger, von dem wir hier vorzugsweiſe ſprechen; das dieſes alin Pferchen und die Behandlung der menſchlichen Exkremente fuͤr ſich de nicht dun beſonders betrachtend. ng dami ſi Stroh oder ein aͤhnlicher trockner Pflanzenkoͤrper macht, als derzeugt ſch Streu gebraucht, den Hauptbeſtandtheil des gewoͤhnlichen Duͤngers otywendigket aus; nicht ſowohl wegen ſeines eigenen Beitrags zur Pflanzener⸗ für ſich di naͤhrung als wegen ſeiner Faͤhigkeit, den Harn der Thiere aufzu⸗ t. fangen und mit deren feſten Auswuͤrfen ſich zu mengen, ſo daß eine innige Verbindung entſteht, die gleich- und regelmaͤßig in wenn mm Faͤulniß uͤbergeht und ſo eine Maſſe bildet, die den Anforderungen, vo man vie welche man an den Duͤnger macht, am beſten entſpricht. Alle uswüͤrfe und Arten von Stroh taugen zu Streu, doch herrſchen uͤber ihren Werth ſeinet Hoſ⸗ als ſolche verſchiedene Anſichten: Einige behaupten, Roggenſtroh dem ſie darn ſei das beſte dazu, Andere dagegen geben dem Weizenſtroh den hat indeſen Vorzug, weil es mehr Feuchtigkeit aufſauge. Man rechnet, daß innehmütf es, ganz von Harn durchdrungen, ſein Gewicht um das Dreifache ihr Hinaus vermehre. n Sacten und Es war eine Zeitlang Bakewell's Gebrauch, ſein ſaͤmmtliches aher ziehen s Stroh zu verfuͤttern, und es wurde die Meinung ſeiner Nachbeter, ten Hofen ni daß dieſe Benutzung des Stroh's nicht nur eine ſtaͤrkere Viehhal⸗ tung moͤglich mache, ſondern auch den Duͤnger verbeſſere. Sie wenthͤt et ſagten: es dient auf dieſe Weiſe nicht nur zur Ernaͤhrung des gerectn ge Vieh's, ſondern erhaͤlt auch, durch den Koͤrper der Thiere hindurch⸗ d ſalzie Vr gehend, einen groͤßern Duͤngerwerth, als bei der gewoͤhnlichen Be⸗ der Harn tnn nutzung. Bakewell aͤnderte jedoch ſpaͤterhin ſein Verfahren, und en verchedn daſſelbe iſt auch gewiß nicht richtig begruͤndet; denn wenn es auch wahr iſt, daß der Theil des Stroh's, welcher als Futter verwendet in nach Vr— 3. Se e ee in un wird, zur Befoͤrderung der Faͤulniß des uͤbrigen mit beitraͤgt, ſo utzen gewiht bekommt derjenige, welcher als Streu dient und den Harn auf⸗ faͤngt, doch vielleicht einen groͤßeren Duͤngerwerth, als jener, wenn tharn erthi er allein, nicht in Verbindung mit vielem Kraftfutter verzehrt und mKalk Il verdaut wird, und es ließe ſich wohl behaupten, daß der in ganz Natron 3 Großbritannien erzeugte Duͤnger nur an Menge und Guͤte verlieren 3 Kü 4⸗ 7. benzoeſaurem Natron zugeſchrieben. Der menſchliche Urin hat mehr Beſtand⸗ Schlin 4⸗ theile, als alle andern Harnarten; ſie ſind aber ſehr verſchieden im Verhaͤlt⸗ Fharn und mah niß zu der genoſſenen Nahrung. zuch vitd den 312² Zehntes Kapitel. werde, ſobald ſaͤmmtliches daſelbſt erzeugte Stroh nur verfuͤttert, nicht auch eingeſtreut wuͤrde. Das in dieſer Hinſicht beobachtete Verfahren weicht jedoch in den verſchiedenen Gegenden des Landes ſehr von einander ab: in einigen Theilen von Yorkſhire z B. wird das Stroh groͤßtentheils verfuͤttert, nur wenig davon verſtreut; in Norfolk aber gerade das Gegentheil befolgt. Hier hegt man die Meinung, daß nichts den Boden waͤrmer mache, als die Verwen— dung des Stroh's zu Futter, ſtatt zur Streu. Die Mittelſtraße iſt auch hier gewiß das Beſte, wenn ſie verfolgt werden kann: aber es gibt Wirthſchaften, die weder Turnips, noch ein andres Kraft⸗ futter fuͤr ihre Schafe bauen, und wo dieſe daher, weil Koͤrner und Olkuchen zu koſtbar ſind, meiſt mit Stroh genaͤhrt werden; dann iſt es jedoch noͤthig, daß es friſch und wenigſtens mit einem ge— ringen Zuſatz von Turnips oder einem andern ſaftigen Erdgewaͤchs gereicht werde, um die Abſonderung des Harn's zu befoͤrdern. So erhaͤlt man dennoch einen ſehr guten Duͤnger von ihnen; wenn ſie aber blos Stroh freſſen, bekommt man wohl einen großen Duͤngerhaufen, allein derſelbe hat nur wenig Werth. Man nimmt an, daß das Vieh, wenn ihm blos Stroh oder andres trocknes Futter zu ſeiner Ernaͤhrung und zur Streu gereicht wird, ungefaͤhr drei Fuͤnftheile davon verzehren koͤnne, das Übrige zur Streu dienen ſolle und dann ein recht guter Duͤnger noch ent⸗ ſtehe. Sobald aber daſſelbe, um in einem beſſern Zuſtande zu verbleiben, reichlich Turnips nebenbei erhaͤlt, dann wird ein ſehr guter Duͤnger erzeugt, wenn die Haͤlfte des Stroh's zu Futter, die andre zur Streu dient. Wird dagegen das Vieh mit Turnips gemaͤſtet, oder mit Branntweinſpuͤlicht, Koͤrnern und anderem viel Harn erzeugenden Futter reichlich gefuͤttert, dann muß es drei Fuͤnftheile des Stroh's, wo nicht mehr zur Streu erhalten. Bei dieſen Verhaͤltniſſen erfolgt jederzeit ein guter Duͤnger; beſteht aber das Maſtfutter aus gedaͤmpften Kartoffeln und Olkuchen oder uͤber⸗ haupt einem Material, das leicht verſtopft und die Harnabſonde⸗ rung nicht befoͤrdert, dann iſt es gut, den Duͤngerhaufen bisweilen zu begießen; dadurch kann man mit einer verhaͤltnißmaͤßig geringen Quantitaͤt von Ercrementen viel Stroh in guten Duͤnger verwandeln. Marſhall erzaͤhlt, daß er ſich von den guten Wirkungen des Be— gießens durch Verſuche an zwei Duͤngerhaufen uͤberzeugt habe, die ſo lange trocken gelegen hatten, daß ſie verſchimmelt waren. Den einen davon befeuchtete er; er ließ zu dem Ende die aͤußeren, trock⸗ neren Theile nach Innen bringen, und mit dem Abfluß vom Duͤn⸗ ſäüchayen nuch dm ſched un 1 terwand Erit. D lgt und d ah wch drelaſſung id, die n Sonft, n de erätung an ſch ihn de E Ps dos der geſten The ter in der Gegenden Euhſenſte gelegt, d keins von ange i meſt zu F Tem nitel doſ de Nth hiiſ füle beſvenden, getden wid tin gun dhe ſe vals Vaſſeyſen tan Dinge ſhnel, ge Juſinde n ungeich e lne üne 3 ſein ſ Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 313 rur veriiten gerhofe wohl traͤnken, dann Alles wohl durchſtechen und zerklei⸗ ͤt beobathe nern, hierauf das Innere außen und oben hinlegen, die Oberflaͤche en des end ſchwach begießen und endlich den neugebildeten Haufen glatt und irez B ni feſtſchlagen, um ſeine Erwaͤrmung zu bewahren. Dieſe begann verſteutzi nach dem zweiten oder dritten Tage, worauf der Schimmel ver⸗ hagt man de ſchwand und der Haufen in einen ſchwarzen wohlverfaulten Duͤn⸗ die Verva⸗ ger verwandelt wurde. Andere aͤhnliche Verſuche hatten denſelben e Miteſſti Erfolg. Die Nuͤtzlichkeit einer ſolchen Behandlung iſt unzweifel⸗ werden kann. haft und die damit verbundene Beſchwerde gering; wenn ſie aber andres Kraft auch noch groͤßer waͤre, ſo gaͤbe dies keine Entſchuldigung fuͤr deren il Korner und Unterlaſſung ab, ſobald dadurch die Guͤte des Duͤngers vermehrt den; dann iſ wird, die man nicht leicht zu theuer erkaufen kann; die große nit einem g Sorgfalt, welche die Kuͤchengaͤrtner mit offenbarem Gewinn auf Erdgewaͤch die Bereitung des Duͤngers verwenden, ſollte die Landwirthe anrei⸗ öͤrdern. E zen, ſich aͤhnlicher Mittel zu bedienen. ihnen; wen Das Stroh der Huͤlſenfruͤchte gibt ein nahrhafteres Futter, änen großa als das der Halmfruͤchte; das der Bohnen wird jedoch in den meiſten Theilen von England zur Streu gebraucht; dazu muß es s Stroh on aber in der Scheune wohl gebrochen worden ſein. In manchen Streu geit Gegenden dient es ſogar nur zur Unterlage in den Miſthoͤfen; das ne, das Abrg Erbſenſtroh dagegen wird meiſtens den Pferden und Schafen vor⸗ nger noch i gelegt, die es ſehr lieben. In Schottland kommt in der Regel n Zuſtude keins von beiden zur Streu, wenn es nicht durch das Wetter oder witd en ſi lange Liegen etwa verdorben iſt, ſondern es wird kluͤglicherweiſe h's zu zutt meiſt zu Futter aufgeſpart. Wenn es an Stroh fehlt, bedient man ſich mancher Erſatz⸗ mittel desſelben, ohne darin ekel zu ſein; denn da es meiſt nur in der Noth geſchieht, iſt keine Auswahl moͤglich. Es iſt indeſſen ethaltn. B hoͤchſt fehlerhaft, vegetabiliſche Subſtanzen nebeneinander dazu zu r; beſteßt d verwenden, die ſich nicht gleichzeitig zerſetzen. In manchen Ge⸗ 7 genden wird vornehmlich Heide zur Streu genommen; ſie gibt ih mit dunit d anderem i muß es d dor Aber⸗ an ni einen guten Duͤnger, braucht aber lange Zeit, wohl uͤber ein Jahr, Hnri ehe ſie vollſtaͤndig in Faͤulniß uͤbergeht. Farrenkraut und mehre uifen bond Waſſerpflanzen, deren Aſche reich an Kali iſt, liefern beſonders gu⸗ naͤßig 3 ten Duͤnger und zergehen, friſch zur Streu verwendet, ziemlich premme ſchnell, getrocknet aber deſto langſamer. Bringt man ſie in dieſem ungen d 3 Zuſtande mit Stroh zuſammen in die Streu, ſo erhaͤlt man einen zeugt ſc ungleich vergohrenen Miſt, indem letzteres bereits zerſetzt iſt, wenn twaren. d jene ihre Zerſetzung erſt beginnen. Dies taugt nichts; man muß — ſie fuͤr ſich verwenden und erhaͤlt dann, wenn ſie gehoͤrig gefault uß bom⸗ 314 Zehntes Kapitel. ſind, eben ſo guten Duͤnger von ihnen, wie vom Stroh. Das⸗ ſelbe gilt vom Baumlaub, beſonders von dem der Eichen, das ſich ungemein ſchwer zerſetzt, und ehe dies geſchehen, auf lockerem Bo⸗ den der Vegetation nachtheilig ſich erweiſt. Es ſollte daher nie mit Stroh zuſammen gebraucht, ſondern mit Grabenauswurf oder anderer Erde und Kalk zu Kompoſt verarbeitet werden. Große Vorſicht iſt bei der Verwendnng des Scheunenabfalls zu Duͤnger noͤthig, weil derſelbe viel Unkrautsſaamen ſelbſt dann noch enthaͤlt, wenn er auf der Miſtſtaͤtte verfault ſcheint; raͤthlicher iſt es daher, ihn mit guter Erde und etwas friſchgebranntem Kalk auf Haufen zuſammenzubringen; doch darf von letzterem nur eine kleine Quan⸗ titaͤt genommen werden, weil er die vegetabiliſchen Subſtanzen zu ſchnell zerſetzt und dadurch ihre Ruͤckſtaͤnde ſehr verringert. Hoͤfe und Schuppen. Im fuͤnften Kapitel iſt bereits das Noͤthigſte uͤber die Anlage der Viehhoͤfe und Schuppen in Bezug auf Duͤngerbereitung ab⸗ gehandelt worden; hier ſei jedoch noch bemerkt, daß jene haͤufig voll großer Loͤcher ſind, in denen das Waſſer ſtehen bleibt, oder einen ſo durchlaſſenen Boden haben, oder ſo am Abhange liegen, daß die Duͤngfeuchtigkeit ganz ablaͤuft. In allen dieſen Faͤllen entſteht ein ungeheurer Verluſt fuͤr den Landwirth; viele ſcheinen aber gar nicht zu ahnen, wie viel ſie taͤglich dadurch einbuͤßen; denn ſonſt wuͤrden ſie nichts ſparen, dieſen Übelſtaͤnden abzuhelfen. Wenn daher ein Vieh⸗ oder Miſthof auf die angegebene Weiſe an— gelegt iſt, muß er vollkommen geebnet, und ſein Grund feſt und waſſerdicht gemacht werden. Wenn dann irgend eine Neigung des Hofes, oder die Stellung der Gebaͤude das darin eingeſperrte Vieh etwa veranlaßt, der einen oder der andern Stelle den Vor⸗ zug zu geben, ſo muß von Zeit zu Zeit die Stellung der Futter⸗ raufen abgeaͤndert und die Streu umgeſtoßen werden, damit ſie gleichmaͤßig uͤber den ganzen Hof zu liegen komme. Wenn auch ferner der Hof einen geringen Fall nach ſeinem Mittelpunkt zu haben und der Duͤnger immer etwas feucht ſein ſoll, ſo darf man ihn doch nicht vom Traufenwaſſer ganz naß werden laſſen. Wird dies nicht vermieden, ſo haͤlt die zu große Feuchtigkeit das Untere des Duͤngerhaufens vom Verrotten zuruͤck, und wird nicht dafuͤr geſorgt, daß der Miſt uͤberall gleichhoch liegt, ſo geht ſeine Gaͤhrung nur unvollſtaͤndig und nicht regelmaͤßig vor ſich; dies aber bewirkt, daß Von er en ma ſon vetne ung lig biſa Thei m Sci F agiſ Un de ur u mac d wit zu dJhcr lige mmſi, un e vgl tgitt ſ ſch Kectmn Gr fäng finer Väm nun ſc d ſich a e Shhuh) dä ſänen handlungs Stäͤlln, reinen Th Landritt nung uf de Alsgat ſir de ge Gczände un d Nrur⸗ bänß bercn dn un ii Vil un ii ea de Da im wan p dn Ten du vürde g i — ) Diſſs dchah ki rdien Kten, da J. de nauswuf an eiden. 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Um den Duͤnger voͤllig zuſammenzuhalten und gleich brauch⸗ bar zu machen, hat man in Vorſchlag gebracht, die Viehſchuppen ſo weit zu machen, daß darin neben der Erhoͤhung, auf der die Thiere liegen, noch ein groͤßerer, etwas vertiefter Raum anzubrin⸗ gen ſei, um den Miſt darin zu ſammeln. Wird er hier zuge⸗ deckt, ſo geht ſeine Zerſetzung mit Huͤlfe ſeiner natuͤrlichen Feuch— tigkeit ſo ſchnell vor ſich, daß ſie nach drei bis vier Wochen den gerechten Grad erreicht hat. Die Zeit, wo die groͤßte Verdun⸗ ſtung ſeiner fluͤchtigen Theile ſtatt findet, iſt dann vorbei und er kann nun ſogleich ausgefahren werden. Seine Menge und Guͤte wird ſich allerdings mehren, wenn er unter der Bedachung ei⸗ nes Schuppens liegen bleibt; es wird auch ein Arbeitserſparniß bei ſeinem Abfahren ſtatt finden; allein es ſind bei dieſer Be⸗ handlungsweiſe nicht nur die Reinlichkeit und Ordnung in den Staͤllen, ſondern auch die Koſten wohl zu beruͤckſichtigen. Die reinen Theoretiker geben ſich, ſobald ſie neue Vorſchriften in der Landwirthſchaft ertheilen, nur ſelten die Muͤhe, außer deren Wir— kung auf die Vergroͤßerung der Ernten auch noch ſchuldigermaßen die Ausgaben dafuͤr gehoͤrig in Anſchlag zu bringen. Wenn ſie hier die Vermehrung der Auslagen durch die Errichtung groͤßerer Gebaͤude und die oͤfter wiederkommenden Reparaturen, welche der das Mauer⸗ und Holzwerk angreifende Miſtdampf herbeifuͤhrt, ge⸗ hoͤrig berechneten, wuͤrden ſie wahrſcheinlich finden, daß dieſelben den von ihrem Vorſchlag zu erwartenden Nutzen uͤberſteigen. Weil nun die Meinungen der Praktiker uͤber dieſe und andere Ar⸗ ten der Duͤngerbehandlung ſo unbeſtimmt und verſchieden ſind, kann man gewiß die nicht unklug nennen, welche der wohlfeilſten den Vorzug geben. Eine große Verbeſſerung der gewoͤhnlichen wuͤrde es indeſſen ohne Zweifel ſein, wenn uͤberall Behaͤlter fuͤr *) Dieſes Schriftchen erſchien 1828, und enthaͤlt manches Gute, hat je⸗ doch noch keine deutſche Bearbeitung erhalten und duͤrfte ſelbige auch nicht verdienen, da Neues und fuͤr uns Paſſendes nur wenig darin zu finden iſt. I. 21 316 Zehntes Kapitel. den Abfluß vom Miſthofe ſo angelegt wuͤrden, daß das darin Ge⸗ ſammelte leicht ausgepumpt und uͤber den Pferdeduͤnger gegoſſen werden koͤnnte, ſobald deſſen zu große Trockenheit ſein Verbren⸗ nen befuͤrchten laͤßt. Derſelbe darf weder auf dem Miſthofe, noch bei dem Ausfahren ſo trocken ſein, daß er die Faͤhigkeit, in Gaͤh— rung zu gerathen verliert, und ſollte daher der trockengewordene, ſobald es an feuchtem Miſt zur Vermengung mit ihm fehlt, bei dem Umſtechen jedesmal regelmaͤßig begoſſen werden. In Er⸗ mangelung der Jauche kann dieſes jedoch auch mit bloßem Waſ⸗ ſer geſchehen. Humphry Davy ſagt ganz richtig in ſeinen Elementen der Agrikulturchemie, Vorleſung VI.(S. 3541 der Wolff'ſchen Üüberſetzung dieſes Werks):„Soll der Miſt einige Zeit aufbewahrt werden, ſo kommt es dabei ſehr auf die Lage der Miſtſtaͤtte an. Um ihn ge⸗ gen die Sonne zu ſchuͤtzen, ſollte man dieſe unter einen Schup⸗ pen oder an der Nordſeite einer Mauer anlegen. Der Boden der⸗ ſelben ſollte mit platten Steinen gepflaſtert und ihr eine geringe Neigung von den Seiten nach der Mitte hin gegeben werden. Durch darin angebrachte Rinnen muß man die ſich abſondernde Fluͤſſigkeit in einen mit einer Pumpe verſehenen Behaͤlter leiten; ſo daß auch dieſer Antheil des Duͤngers fuͤr den Acker nicht unbe— nutzt bleibt; denn nicht ſelten ereignet es ſich, daß der Abfluß der Dungſtaͤtte gaͤnzlich verloren geht.“ Eine etwas geſchuͤtzte Lage ſollte man wirklich fuͤr dieſelbe ausſuchen, und ſie wo moͤglich in der Naͤhe des Wirthſchaftshauſes anbringen, wo ſie immer unter dem Auge des Wirths ſich befindet, und das Umſtechen des Duͤn⸗ gers in kuͤrzerer Zeit zu bewerkſtelligen iſt. Es iſt jedoch nur ſelten der Fall, daß ein Landwirth die zweck⸗ maͤßigſte Einrichtung treffen, das beſte Verfahren beobachten kann; er iſt oft genoͤthigt, Menſchen und Spannieh zur Ausfuhr des Duͤngers auf entfernte Felder zu verwenden, lange zuvor, ehe er dieſen daſelbſt breiten laſſen kann. Dies hat allerdings das Be⸗ queme, daß man den Duͤnger, wenn es Zeit zur Turnipsſaat iſt gleich bei der Hand hat; aber man muß die Haufen zudecken, da⸗ mit ſie nicht der unmittelbaren Einwirkung der Sonne ausgeſetz ſind, und die Feuchtigkeit zum Beſten der Frucht darin erhalten werde. Das zweckmaͤßigſte Verfahren bleibt indeſſen immer das von Howard in ſeiner Beſchreibung der Wirthſchaft von Scoresby angegebene: Sobald, als der Miſthof geleert iſt, ſagt er, wird eine Quantitaͤt leichter Erde oder Straßenkoth hineingebracht und W diiſeſig ti Eth Hanxuf ganufilt bareendel vid denf dwi de nun nun ſor ton drſeben liſt abzu die Veiſe and di un tolen band n Gntte t de J dan au Sol vbenange mende N evas ti Fäudtite taler. I dacihät Und auch d ra Kegen Eon ſehr botthe dulwers e dnd d Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 317 das darin.— 1 2. nger ne dieſe ſorgfaͤltig geebnet, ſo jedoch, daß die Oberflaͤche einer ſeich— in eni ten Schale gleicht, die im Mittelpunkt ihre tiefſte Stelle hat. Rfft 4 Hierauf wird Streu darauf gebreitet; dazu eignen ſich vorzuͤglich d n Kartoffelſtengel und Abfaͤlle aller Art, die ſich ſchnell in Duͤnger ſa ah verwandeln laſſen. Der Miſt aus den Viehſtaͤllen rund herum in flt 4 wird ebenfalls von Zeit zu Zeit darauf gebracht und ausgebreitet, dr e 1 damit das Ganze gehoͤrig durchknetet und gemengt werde. Faͤhrt digonſ man nun den Duͤnger aus, ſo ſchichtet man ihn auf einer Unter⸗ lage von Erde in einem großen Haufen auf, tritt und ſchlaͤgt denſelben recht feſt, um den Zutritt der Luft und Sonne moͤg— Elenentn d lichſt abzuhalten, und bedeckt ihn zuletzt mit etwas Erde. Auf hen lbetſen dieſe Weiſe verliert er nichts von ſeinen duͤngenden Eigenſchaften, rt werden und die unten und oben liegende Erde zeigt ſich, wohl damit ge— Um ihn mengt, faſt eben ſo wirkſam, wie der uͤbrige Gehalt des Hau⸗ einen Sth fens.“— So verfahren auch in der That die meiſten einſichts— der Boden vollen Landwirthe; der Vortheil davon iſt groß, beſonders von r eine gen⸗ dem Einbringen der Erde in den Viehhof, indem dadurch nicht egeben wiin nur die Menge des Miſtes vermehrt, ſondern auch ſaͤmmtlicher ich abſondm Harn aufgefangen und erhalten wird. Behälter lin Sollte keine guͤnſtige Stelle zur Anlage einer Miſtſtaͤtte nach ſker nicht ut obenangegebener Weiſe vorhanden ſein, ſo ſollte der dazu zu neh— der Abfloß mende Platz wenigſtens in etwas ausgegraben und an einer Seite geſchutte b etwas tiefer, als an der andern gemacht werden, damit ſich die wo moͤglih Feuchtigkeit dahin ziehen und von da aus durch eine ſchmale ie immer un Rinne nach einer tiefer liegenden Aushohlung gefuͤhrt werden ſchen des O koͤnne, um ſie daſelbſt mit einer Lage von Erde und Moder oder von ſchwer ſich zerſetzenden Subſtanzen, wie Kohlſtruͤnken, zaͤhem virth die zue Stroh von uͤberreif gewordenen Bohnen ꝛc. aufzufangen. Die eobachten in Miſtſtaͤtte ſollte auch mit einem kleinen aus der ausgegrabenen ar Ausfutr. Erde errichteten Walle umgeben ſeyn, um das Waſſer davon abzu⸗ uvor, halten. Iſt dies geſchehen, dann hat man einen überfluß an dings de9 Feuchtigkeit nicht zu fuͤrchten, außer bei anhaltender Regenzeit, Turnireſtti und auch dagegen laͤßt ſich etwas thun durch Abboͤſchung der en zudeim Seitenwaͤnde. Wollte man ein Dach daruͤber anbringen, um ſie 3 4 Knägt gegen Sonne und Regen zu ſchuͤtzen, ſo wuͤrde dies allerdings Anah rict ſehr vortheilhaft ſein; es muͤßte aber nur ganz einfach und mit ame den moͤglich geringſten Koſten aus altem, ſonſt nicht zu nutzendem ſen inner d 4 ſſa eins Holzwerk errichtet werden, damit der zu erwartende Nutzen nicht ies G, u durch den groͤßern Aufwand wieder verloren ginge. ſ nergernch 1 21* 318 Zehntes Kapitel. Aufbewahrung des Duͤngers. Hierin weichen die Verfahrungsarten ungemein von einander ab. Die meiſten Landwirthe laſſen ihn ſehr lange im Miſthofe liegen und ſtreuen immer friſches Stroh regelmaͤßig darauf. Durch dieſe Anhaͤufung wird der untere Theil des Haufens, wenn man ihn nicht umſticht, der reichſte Theil, und entſteht eine gewiſſe Waͤrme fuͤr das darauf ſtehende Vieh. Andere dagegen rathen an, den Miſthof wenigſtens alle Monate einmal auszuleeren, weil dies der Geſundheit des Viehs zutraͤglicher und es vortheilhafter ſei, den Miſt an einem andern Orte zu mengen und in eine re⸗ gelmaͤßige Gaͤhrung uͤbergehen zu laſſen. Zuvoͤrderſt ſei bemerkt, daß die Beſorgniſſe, die Geſundheit des Viehs koͤnne durch die aufſteigenden Miſtdaͤmpfe leiden, durch die Erfahrung widerlegt ſind. Es herrſcht nicht einmal ein uͤbler Geruch auf dem Miſt⸗ hofe: er mag feinen verzaͤrtelten Naſen unangenehm ſein; die Luft daſelbſt iſt aber ſtets gut zum Einathmen, und wenn ſie nicht in verſchloſſenen Staͤllen, wo es an freiem Luftzutritt man⸗ gelt, feſtgehalten wird, entſtehen keine uͤblen Folgen davon. So⸗ bald aber das Vieh mit Turnips oder anderm ſaftigem Futter er⸗ naͤhrt wird, ſo ſind deſſen Excremente ſo fluͤſſig, daß kaum Stroh genug eingeſtreut werden kann, um ihm einen trockenen Stand zu verſchaffen; oder wenn daſſelbe in einem ſchlecht eingerichteten Hofe eng zuſammen ſteht, oder der Koth wegen mangelnder Streu ſich anhaͤuft, oder es an Abzuͤgen fehlt, die uͤberfluͤſſige Feuchtig⸗ keit abzuleiten, dann kann Nachtheil durch die zu große Naͤſſe entſtehen, und ein oͤfteres Ausfahren des Duͤngers noͤthig werden; alle Monate ſcheint jedoch zu oft. In manchen Faͤllen wird der Hof nicht eher ausgeleert, als bis das Vieh im Fruhjahr auf die Weide geht; nur in ſehr ſtrohreichen Jahren geſchieht es auch wohl fruͤher ſchon einmal; bei der Stallfuͤtterung im Sommer wird es indeſſen oͤfter noͤthig. Wenn das Regenwetter ſorgfaͤltig abgehalten wird, erlangt bei dieſer Behandlung der zu unterſt liegende Duͤnger allerdings eine beſſere Beſchaffenheit; es muß aber bei dem Ausfahren der ganze Haufen wohl durcheinander ge⸗ mengt werden, damit der Duͤnger voͤllig gleichartig werde. Es iſt zu beklagen, daß man nirgends beſtimmte Nachwei⸗ ſungen uͤber die zweckmaͤßigſte Mengung der verſchiedenen Miſt— arten und Streumaterialien, aus denen der Hofduͤnger zuſammen⸗ geſetzt iſt, findet, indem ſie ſaͤmmtlich blos nach den Umſtaͤnden, Vo ohne iin dnat d inj ſ Tatokn tiͤrnen tenngiber wn gfed wnden, tih auf hiet, da gefider, geinſten glit gan in ginauen Eiig ſlbevahrer u lenen, er Dung Deharter de ſan rathen ſammti Rind⸗ gen und Ir d, wo din N Änxer ud deöhe negen Mit witne Ge 43 I de üni ſan, den Grinden Nit de hermenge ſen ik. niſ wen Genauer, Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 319 4 ohne eine beſtimmte Regel, zuſammengebracht werden. Daher kommt es, daß ihr wahrer Werth als Duͤnger nicht genau be⸗ von anne kannt iſt, und der Landwirth ſie nicht mit Sicherheit in dem im Miei Verhaͤltniſſe anzuwenden vermag, wie es vielleicht, nach den ver⸗ darauf. Duu ſchiedenen Pflanzen- und Bodenarten, dem Klima und den Wit⸗ 5, wenn ma terungsverhaͤltniſſen am vortheilhafteſten ſein wuͤrde. Der Miſt t eine gewſ von Pferden, die reichlich mit Koͤrnern auf dem Stalle gefuͤttert gen rathen a wurden, muß natuͤrlich beſſer ſein, als der, welchen das Rind⸗ zuleetm, we vieh auf dem Strohhofe erzeugte. Dies wird aber ſo wenig be⸗ vorthalhet achtet, daß nichts gewoͤhnlicher iſt, als blos die Zahl der Duͤn⸗ nd in ane gerfuder, die auf das Land gekommen, anzugeben, ohne nur im t ſei benai geringſten auf ſeine Zuſammenſetzung Ruͤckſicht zu nehmen, ob es mne durch i gleich ganz gewiß iſt, daß ſeine Wirkung auf die Fruchterzeugung ung widen in genauem Verhaͤltniß mit ſeinen Beſtandtheilen ſteht. uf dem N Einige meinen daher, es ſei beſſer, jede Miſtart fuͤr ſich auf— m ſein;“ zubewahren, um die Eigenthuͤmlichkeiten einer jeden genau kennen und wem zu lernen; Undere ſagen dagegen, es ſei ein großer Fehler bei ſoizuttit n der Duͤngerbereitung, wenn man den Miſt von den verſchiedenen dabon. d Bieharten in abgeſonderten Haufen oder verſchiedenen Abtheilun⸗ — gen ſammle, und ihn unvermiſcht auf das Feld bringen. Sie iigem Futin S iß kumn Er rathen daher, den Strohhof mit Streu zu belegen, und den kenen Er ſaͤmmtlichen Miſt aus den verſchiedenen Viehhoͤfen und Staͤllen, Whe ſätt Rind⸗, Pferde⸗ und Schweinemiſt, ſchichtenweis darauf zu brin⸗ iiei gen und untereinander zu mengen. ngelnde 1 In Bezug auf dieſe abweichenden Anſichten ſei bemerkt, daß ſlſige iß da, wo der Boden und die angebauten Fruchtarten ſehr verſchie⸗ u große 9 dener Natur ſind, es wohl wuͤnſchenswerth ſein moͤchte, auch nitſi thenn Duͤnger verſchiedener Art zur Verwendung vorraͤthig zu haben, ſllen widt und deshalb ſollte wohl in ſolchen Faͤllen ein Theil des gewon— ihjahr ai nenen Miſtes fuͤr ſich geſammelt und zubereitet werden. Der ſchiht 6 9 warme Boden ſowohl, wie der kalte verlangen Duͤnger entgegen⸗ im Surr geſetzter Natur; ein ganz verrotteter i*ſt ferner der Vegetation min⸗ vetter ſergü der guͤnſtig, als ein minder vergohrener. Es iſt daher wohl rath⸗ der zu un ſam, den Pferdemiſt fuͤr ſich zu ſammeln, nicht nur aus obigen nheit; d 1 Gruͤnden, ſondern auch, um ihn, weil er hitziger iſt, mit dem urcheinander! Miſt des andern Viehes ſtets in einem ſolchen Verhaͤltniſſe zu ig wed. vermengen, wie es der beabſichtigten Verwendung am angemeſſen⸗ immte Jehun ſten iſt. Wenn keine beſſere Einrichtung zu treffen, ſollte der Pferde⸗ ſchiednn M miſt wenigſtens in einem trockenen Graben, ſonſt in einer aus⸗ inger zuſanme gemauerten Grube aufbewahrt werden, wo ihm ſeine Feuchtigkeit 320 Zehntes Kapitel. bleibt, und er der Luft weniger ausgeſetzt iſt. Hier geht, ſobald man ſein Austrocknen verhuͤtet, deſſen Gaͤhrung minder raſch vor ſich, und waͤre dies ja nicht der Fall, ſo iſt ſolches durch einen Zuſatz von Schweinemiſt, der eben ſo reich, aber kaͤlter iſt, leicht zu bewirken. Man erhaͤlt auf dieſe Weiſe einen aͤußerſt wirkſa⸗ men Duͤnger, den man nach Erfodern der Umſtaͤnde bald ziemlich friſch, bald in einem mehr vergohrenen Zuſtande anwenden kann. In andern Verhaͤltniſſen jedoch und beſonders in kleinen Wirth⸗ ſchaften, wo die von jeder Art Duͤnger gewonnene Menge nicht groß genug iſt, um ſie fuͤr ſich halten zu koͤnnen, moͤchte es doch beſſer ſein, ſie auf einem gemeinſchaftlichen Sammelplatz zuſam⸗ menzubringen, und hier fuͤr ihre regelmaͤßige Mengung beſorgt zu ſein, um einen Duͤnger zu erhalten, der etwas von den Eigen⸗ thuͤmlichkeiten einer jeden Art an ſich hat, und um die Fehler der einen durch die der andern zu verbeſſern. Duͤngerbereitung. Schon im Vorſtehenden iſt bemerkt worden, daß der von den verſchiedenen Vieharten kommende Miſt, entweder jeder fuͤr ſich allein, oder zuſammen, regelmaͤßig auf der Miſtſtaͤtte ausge⸗ breitet, ſchichtenweiſe uͤbereinander gelegt und mit Streumateria⸗ lien, uͤberhaupt mit in Faͤulniß uͤbergehenden Stoffen aller Art gemengt werden ſolle, um ſo durch die Gaͤhrung einen gleich gut zubereiteten Duͤnger zu erhalten, ſtatt deſſen ſieht man aber nicht ſelten, daß derſelbe in einzelnen Haufen, wie er aus den Staͤllen gebracht worden, auf der Miſſtſtaͤtte liegen bleibt, ſo den ganzen Winter uͤber gelaſſen wird, daher nur unvollkommen in Gaͤhrung uͤbergeht und dadurch ungemein an Werth verliert. Dabei muß jedoch bemerkt werden, daß es in jeder Wirthſchaft noch einen heißen und treibenden Duͤnger gibt, den Huͤhner- und Tauben— miſt, der fuͤr ſich zum Überduͤngen, wozu er ſich beſonders eignet,“ aufbewahrt werden muß. Setzt man ihn dem gemeinſchaftlichen Duͤngerhaufen zu, ſo befoͤrdert er die Gaͤhrung und beſchleunigt deſſen Zerſetzung. Wenn man andere, als die gewoͤhnlich dazu verwendeten Subſtanzen in den Duͤnger bringt, iſt darauf zu ſehen, daß ſie ſich ziemlich gleichzeitig zerſetzen; iſt das nicht, ſo hilft etwas friſch gebrannter Kalk nach; dieſe Mengung muß aber fuͤr ſich gemacht werden. Kalk ſollte auch ſtets den Unkraͤutern, welche Vot iyre En pferan ) gnd J liihs d, de ſcſahen, Di life fnn d In! ih zub dn Begu etung din Stoh dlangen z the B Sro, in w Tute 1 gaten dend wit ſt de Diieren ner reic ſam und vandenn Nita, por hei ſte m und da hningen fruͤher 9 dhn aa Aij Suü amme —y———,-ymm—y— Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 321 tht, ſohh Feu ihre Saamen bereits zur Reife gebracht haben, ſo wie den Am— durg in pferwurzeln(roots of docks, Rumea obtusvclius, in manchen Ge⸗ ter it, i genden Deutſchlands Hungerſaamen genannt, allerdings ein hoͤchſt ußaſß rih laͤſtiges Unkraut) und anderen ſchaͤdlichen Pflanzen zugeſetzt wer⸗ den, die ihre Vegetationskraft lange behalten, und wieder aus⸗ hadd zent wetden kin ſchlagen, wenn ſie nicht voͤllig zerſtoͤrt auf das Land kommen⸗ Das beſte Verfahren iſt, ſie auf einen beſondern, vom Hof ent⸗ n fernten Ort zu bringen, und ſie zu Kompoſt zu benutzen. üchte G n In Bezug auf das Abfahren des Duͤngers vom Hofe iſt lolns; 6 noch zu bemerken, daß deſſen gar zu langes Liegenlaſſen ſich mit llas iiſm der Bequemlichkeit des Viehs und einer zweckmaͤßigen Duͤnger⸗ g beſom bereitung doch nicht wohl vereinigen laͤßt; denn wenn immer ſo⸗ den Eige viel Stroh darauf gebracht wird, daß jenes voͤllig trocken ſteht, e Jeller a erlangen zwar die unteren Lagen des Duͤngers eine wuͤnſchens— werthe Beſchaffenheit, die oberen aber bleiben ganz ſtrohig. Stroh, in großer Menge auf den Miſthof geworfen, wird durch das Treten des Viehs zwar in eine feſte Maſſe, aber keineswegs in guten Duͤnger verwandelt; denn wenn nicht ein ſtarker Vieh⸗ daß der we ſtand mit Gruͤnfutter auf dem Stalle oder Hofe gefuͤttert wird, eder jeder i iſt die geringe Quantitaͤt Harn und Excremente, die von den ſtſtatte auige Thieren kommt, kaum hinreichend, eine ſchwache Gaͤhrung in ei⸗ Streumatai ner reichlichen Streu hervorzubringen; ſie verbrennt dann gleich⸗ feen allr ſam und iſt kaum jemals wieder in einen guten Duͤnger zu ver⸗ nen gleich g wandeln. Dieſem Übelſtand vorzubeugen, gibt es kein ſicherer ran aber nict Mittel, als ein oftmaliges Abfahren ſolch rohen Miſtes, und z den Ställ zwar bei naſſer Witterung; denn es befindet ſich in dieſem Fall V den gan ſo viel Stroh, das nicht durch den Leib der Thiere gegangen iſt, in Gaͤhrr darin, daß ein Übermaaß von Feuchtigkeit demſelben nicht nach— Dabei mi theilig werden kann; wenn nun deſſen Abfuhr zu weit hinausge⸗ t noch dn ſchoben wird, iſt viel mehr Zeit erforderlich zu ſeinem Umſtechen und Taube⸗ und zu ſeiner fuͤr das Feld paſſenden Zurichtung. Wenn man onders eig nicht uͤberjaͤhrigen ganz verrotteten Duͤnger zu Turnips noͤthig hat, rinſchltt iſt es nothwendig, ihn ſobald nach Weihnachten, als das Wetter d beſtlat und der Zuſtand der Wege ſolches erlauben, aus dem Hofe zu bringen; ſoll er zu Bohnen kommen, ſo kann die Ausfuhr ſchon vervendei fruͤher geſchehen, noch zeitiger, im Februar zum zweiten Male vor⸗ Taen, dif genommen werden. Es iſt nicht zu vergeſſen, daß ſeine Zerſetzung he⸗ eiur um ſo ſchneller vor ſich geht, je weniger zuſammengedruͤckt er auf Yo ſir ft dem Miſthof liegt; daß ſie aber zuruͤckgehalten wird durch feſtes 15 l Zuſammentreten und das Niederdruͤcken vermittelſt des Bedeckens 322 Zehntes Kapitel. mit einer ſchweren Lage von Erde. Die Anwendung dieſer Mit⸗ tel haͤngt indeſſen ab von der Menge der Streu, der Groͤße des Viehſtandes, dem Umfang des Miſthofes, dem Zuſtand der Wit⸗ terung, der Eigenſchaft der Excremente, und der Art ſeiner Ver⸗ wendung. Alle dieſe Dinge muͤſſen ſich nach den Umſtaͤnden rich⸗ ten; eine beſtimmte Regel laͤßt ſich dafuͤr nicht angeben; es muß dem Urtheil des Wirthſchaftsfuͤhrers uͤberlaſſen bleiben. Der im Winter bereitete Hofmiſt wird, vom Vieh feſtgetreten, niemals in ſchnelle Gaͤhrung kommen. Er muß, wo moͤglich, weder zu feucht, noch zu trocken gehalten werden; geſchieht jenes, ſo leidet das Vieh, ohne daß ſeine Zerſetzung vorwaͤrts ſchreitet; dieſes, ſo verbrennt er, wird er ſchimmlig, und gehen ſeine beſten Eigen⸗ ſchaften verloren. Um Beides zu vermeiden, ſollte er zwiſchen bei⸗ den Extremen gehalten werden. In den meiſten Gegenden iſt der Gebrauch, den Duͤnger, ſo⸗ bald das Fuͤttern auf dem Hofe voruͤber iſt, auf große Haufen zu bringen, um ſeine Gaͤhrung zu befoͤrdern und ihn in einem ge⸗ hoͤrig zerſetzten Zuſtande auf das Feld zu bringen. Verſchiedene Umſtaͤnde veranlaſſen jedoch oft eine AÄnderung in dieſem Verfah⸗ ren und der dabei ſtattfindenden Anſicht, und in deren Folge wird nicht ſelten der Duͤnger ſogleich auf das Feld gebracht und zu der beabſichtigten Ernte entweder friſch oder nach einmaligem Umſtechen verwendet. Die Beſorgniß, daß der Duͤnger durch die Verdunſtung an Werth verliere, findet zwar hie und da ſtatt; aber es herrſchen doch verſchiedene Anſichten daruͤber. Manche Landwirthe meinen, daß das Unterpfluͤgen des Duͤngers gleich nach dem Streuen unnoͤthig, ja wohl gar nachtheilig ſei; weil er, liegen bleibend, den Nachtthau und andere atmoſphaͤriſche Stoffe einſauge, durch die ſeine Wirkung geſteigert werde; daß der Re⸗ gen ſeine Salztheile auswaſche und dem Boden zufuͤhre, die Sonne aber nur das in ihm enthaltene Waſſer verdunſte; daß dadurch der Boden allmaͤhlig mit ſeinen Beſtandtheilen durchdrun⸗ gen, und der gebundene Thonboden durch den laͤngere Zeit auf⸗ ihm liegenden Miſt beſonders muͤrbe gemacht werde. Aus dieſen Gruͤnden fahren Manche ihren Duͤnger im heißen noch ganz un⸗ zerſetzten Zuſtande aus, und laſſen ihn auf dem Felde, oder dem Graslande wohl einen Monat oder ſechs Wochen lang ausgebrei⸗ tet liegen, ehe ſie ihn unterpfluͤgen, ob es gleich bekannt iſt, daß dadurch das Raſengras(der Windhalm, agrostis alba, twitch) und andere Unkraͤuter in ihrem uͤppigen Wuchs ſehr gefoͤrdert werden. ☛ — 3 — ** S — 3 g dieſer R er Giiße iand der R tt ſne g mſtaͤnden ii⸗ dhen; 6 mi ben. Derin n, niemals i h, weder 1 enes, ſo laͤdt reitet, diſe Duͤnger, 8e Hauftn; in einem g⸗ Verſchiedee dieſemm Verfi⸗ deren zage gebracht un ch einmalige ger durc de und da ſtatt der. Mande üͤngers gleit ſei; weil n rriſche Siif daß der R⸗ zufuͤhre, d rdunſte; di en durchduer gere Zei 1 Aus diſ noch ganz l de, oder de ung auegehni annt ik, dh ¹ tmiteb) und grdet werdi⸗ Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 323 Andere bedecken ihn, oder, wie es in Norfolk heißt, ſchalen ihn ein(scale it in), mit etwas humusreicher Erde. Es iſt aller⸗ dings nicht zu verkennen, daß ſich bei der Gaͤhrung des Duͤngers Kohlenſaͤure und Ammonium entwickeln und durch deren Entwei⸗ chung die Maſſe des Duͤngerhaufens ſehr vermindert wird, man glaubt aber, daß ſeine Wirkung um ſo viel vergroͤßert werde. Dieſe augenſcheinliche Verminderung der Maſſe wird von den Gegnern des verrotteten Duͤngers als ein Beweis ſeiner Werths— verringerung gewiß zu hoch angeſchlagen; denn wenn auch die Groͤße des Haufens bedeutend kleiner iſt, ſo hat doch der kubiſche Gehalt deſſelben ein groͤßeres Gewicht in Folge der Verdichtung*). Nach ungefaͤhr ſechs Wochen nimmt er ein fettes, ſpeckiges An⸗ ſehn an, und in dieſem weichen ſaftigen Zuſtande, der das Mit⸗ tel haͤlt zwiſchen zu ſtarker und zu ſchwacher Verrottung wird er von den beſten Landwirthen am liebſten auf das Feld gebracht. Mehr verrottet, ſo iſt ſeine Wirkung ſchneller und ſtaͤrker; minder verrottet zwar langſamer, aber dauernder. In Bezug auf die Verdunſtung des Duͤngers durch Luftaus— ſetzung, welche die Aufmerkſamkeit der wiſſenſchaftlichen Landwirthe ſo viel auf ſich gezogen hat, verweiſen wir auf das, was Thaer, deſſen praktiſche Kenntniß von der Sache nicht hoch genug zu ſchaͤtzen iſt, in ſeinen Grundſaͤtzen der rationellen Landwirthſchaft daruͤber ſagt*†). Es wirft ſolches einiges Licht auf dieſen wichti⸗ *) Das Gewicht der faulenden Duͤngerarten haͤngt ab von dem Grade ihrer Zerſetzung und von der Menge der darin enthaltenen Feuchtigkeit. Nach Verſuchen, die in Farmer's Magazine erzaͤhlt ſind, wog: 1 Kubikyard Gartenerde 19 Cntr. 3 Qu. 25 Pf. 1—— Waſſer 15———- 7— 1—— Konpoſt aus Erde, Unkraͤu⸗— tern, Kalk und Duͤnger, der neun Monate gelegen hatte und umgeſtochen worden war 141——— 5— 1—— Frriſcher Miſt 9— 3— 18— 1—— Laub und Seegras 9——— 7— Thaer gibt in ſeinen Grundſaͤtzen der rationellen Landwirthſchaft das Gewicht eines Kubikfußes ſtrohigen Stallmiſtes zu 46 Pfd. an, das eines mehr ver⸗ faulten zu 56— 60 Pf. im nicht zuſammengedruͤckten Zuſtande. **) Es wird nun ein langer Auszug aus dem 25.§. der Lehre von der Miſtduͤngung in dem genannten Meiſterwerke mitgetheilt, den wir, weil daſ⸗ ſelbe wohl in den Haͤnden faͤmmtlicher Leſer ſich befindet, hier weglaſſen. Es 324 Zehntes Kapitel. gen Gegenſtand und enthaͤlt zu gleicher Zeit mehre triftige Gruͤnde fuͤr die Verwendung des langen ſtrohigen Miſtes. Trotz deſſen und dem Verfahren der vorhin erwaͤhnten Land⸗ wirthe entgegen, gibt es indeſſen noch viele, welche bei dem Ge⸗ brauch des ein Jahr alten Miſtes beharren, der wenigſtens zwoͤlf Monate, auch wohl noch laͤnger, gelegen und ſich in eine weiche ſchwarze Maſſe verwandelt hat. Man wendet ihn in dieſem Zu— ſtande vornehmlich zu Turnips an. Er verliert, ehe er dahin ge⸗ langt, zwar wohl die Haͤlfte an Volumen; ſoll aber dadurch dem genannten Gewaͤchs beſonders guͤnſtig werden, weil er deſſen Wachsthum ungemein beſchleunigt, und es dadurch den Nachſtel⸗ lungen der Turnipsfliege*) am eheſten entruͤckt wird. Geht in⸗ deſſen der Zerſetzungsproceß zu weit, und wird der Duͤnger oͤfter umgeſtochen, ſo daß er den Zuſtand erreicht, wo die engliſchen Landwirthe ſagen: black butter becomes black snuff(die ſchwarze Butter— ſchwarzer Speck— wird ſchwarzer Schnupftaback), dann verliert er ſeine Duͤngkraft in dem Maaße, daß er gar keine Wir⸗ kung mehr hervorbringt. Man hat daher wohl Grund zn glau⸗ ben, daß es bei der Duͤngerbehandlung, wie bei allen Dingen, ei— nen Punkt gebe, wo der groͤßtmoͤgliche Gewinn davon zu erlangen iſt; daruͤber hinaus tritt nur Verluſt ein**). ſei nur bemerkt, daß der angefuͤhrte§. im 2. Bde. der ration. Landwirthſch. S. 194 der erſten Quartausgabe zu finden iſt, und darin der Anwendung des minder verrotteten Duͤngers, ſo wie dem laͤngere Zeit ausgebreitet Liegen⸗ laſſen deſſelben das Wort geredet wird. Der Bearb. *) Dieſe Turnipsfliege, die Plage der engliſchen Turnipsbauer, iſt ziem⸗ lich identiſch mit unſerm gewoͤhnlichen Erdfloh, und wird bei uns mit unter dieſem Namen begriffen; denn es gehoͤrt nur wenig Aufmerkſamkeit dazu, um wahrzunehmen, daß die kleinen Kaͤfer, welche unter dem gemeinſchaftlichen Namen„Erdfloh“ paſſiren, untereinander ziemlich verſchieden ſind, bald groͤ— ßer, bald kleiner, bald verſchieden gefaͤrbt angetroffen werden. Sie gehoͤren ſaͤmmtlich zu dem Geſchlecht Haltica.— Der gewoͤhnliche Erdfloh heißt Haltica oleracea, ſonſt Chrysomela oleracea; die Turnipsfliege Haltica ne- morum, iſt das in manchen Gegenden bunter Erdfloh genannte Kaͤferchen, deſſen Fluͤgeldecken mit einem gelben Laͤngsſtreifen geziert ſind. Leider wiſſen wir von der Naturgeſchichte aller dieſer Thiere noch ſehr wenig. **x) Young erzaͤhlt auch, daß langer Stallduͤnger zu Turnips verwendet wurde und man davon eben ſo gute Ernten erhielt, wie von kurzem zuſam— mengefaultem Miſte, nur war der Wuchs der Pflanzen dort nicht ſo ſchnell, wie hier, auch wendete man von jenem 15 Fuder an, wo von dieſem nur 12 Lun A Bon e naten lant teztien dr chor: dunz Unlau m, duh Pfwhe, di ſteenigt u uid Auf ſis auf d pir terven dmilbſt ha uip die d Bam anget del ſe nich die de Tu Bezahltmo muß er diſen aud einen Bod in gebra düſ der Igtexxyflä I da Nh dder ſäch, um Thil de N Idden G d nn i don dem G hrauht w — duät geno laegander u Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 325 nehte tiſi Nis ſ Die Bereitung des Duͤngers ſollte fuͤr leichten und ſchweren ünte 1 Boden verſchieden ſein, nach dem Gebrauch, den man davon zu bi Wen. machen beabſichtigt; denn er wird in der Regel in verſchiedenen 1 i e Jahreszeiten und zu verſchiedenen Fruͤchten verwendet. Der min⸗ igſtns dai der ſchwere Boden, auf dem die gewoͤhnlichſte Frucht am Anfange in eine wit eines Umlaufs Turnips iſt, verlangt einen mehr zerſetzten Duͤn⸗ in diſen a⸗ ger, durch deſſen innige Mengung mit der Erde der Wuchs dieſer d daüin p Pflanze, die hier gleich reichliche Nahrung findet, am meiſten be— dadurch d ſchleunigt und dadurch die Gefahr der Turnipsfliege vermindert eil ar deſ wird. Auf ſchwerem Thonboden dagegen, wo der Duͤnger mei⸗ den Natſt ſtens auf die Brache zu Winterweizen oder zu Bohnen im Fruͤh⸗ d. Giütt i⸗ jahr verwendet wird, und laͤngere Zeit zu ſeiner Faͤulniß im Bo⸗ Dünger üfa den ſelbſt hat, iſt ein geringerer Erad von Zerſetzung erforderlich. ie engliſe Auch die Kartoffeln, obgleich ebenfalls auf minder gebundenem (ddie ſchwa Boden angebaut, wachſen ſehr gut nach wenig zerſetztem Duͤnger, taback), de weil ſie nicht gleich vom Anfang an ſo viel Nahrung beduͤrfen, ar keine Wi wie die Turnips, und der lange Duͤnger auf eine ihnen vortheil⸗ rund zu ga hafte Weiſe das Land dem Zutritt der Luft offen zu erhalten n Dinge i ſcheint. n zu erlengen Wenn daher ein Landwirth hauptſaͤchlich auf eine ſchnelle Bezahltmachung der Duͤngung gleich durch die erſte Ernte ſieht, muß er wohlzergangenen Duͤnger anwenden: will er aber von dieſem auch fuͤr die folgenden Fruͤchte Nutzen ziehen, oder hat er n. Landwiriſt einen Boden, der durch die Gaͤhrung und Erwaͤrmung des in der Anwendm ihn gebrachten langen unvergohrenen Duͤngers gewinnt, dann iſt xbreitet Licge dieſem der Vorzug zu geben. Derſelbe ſollte dann aber wohl bald Der Veatb⸗ untergepfluͤgt und ganz mit Erde bedeckt werden. bauer, iſt zin In den meiſten Wirthſchaften werden die Miſthoͤfe in der uns mit un⸗ Mitte oder gegen Ende Aprils geleert. Bisweilen bringt man imkeit daiu n jedoch, um ſpaͤter nicht ſo viel zu thun zu haben, auch einen emeinſhafüt Theil des Miſtes ſchon im Winter aus und bereitet ihn zum fol— inde m genden Gebrauch vor. Das gewoͤhnlichſte Verfahren dabei iſt, Eaſ daß man ihn aus dem Hofe auf einen freien Platz, nicht weit ege Htia r von dem Gehoͤfte, oder gleich auf das Feld bringt, wo er ge— annte Kifath braucht werden ſoll, und ihn hier in einem Haufen ſo lange lie⸗ d. Lidder wiſ ig. urnipa rurmn Fuder genommen wurden. Ferner mengte man langen und kurzen Duͤnger un— kurzem zuſen⸗..* jtet li n kurzen: tereinander und ließ ihn auf ſteinigem Boden ausgebreitet liegen mit dem be⸗ tuit ſoſtna ſten Erfolg. n difn nut l— 326 Zehntes Kapitel. gen laͤßt, bis er gaͤnzlich verfault iſt, oder die Zeit zum Unterpfluͤgen kommt. Beſſer iſt es aber, wenn man ihn auf einer Unterlage von Erde, gleichviel ob thonig oder ſandig, von Grabenauswurf, Stra⸗ ßenkoth, Mergel oder einer aͤhnlichen Subſtanz aufhaͤuft. Man muß die dazu genommenen Subſtanzen wohl pulvern nnd men— gen, dann ein ordentliches Bette, ſo lang und breit, wie es nach den Umſtaͤnden noͤthig ſcheint und 18 Zoll hoch daraus bilden, das in der Mitte etwas vertieft iſt, um die aus dem Miſt waͤhrend ſeiner Gaͤhrung abſickernde Feuchtigkeit aufzunehmen. Darauf wird nun der Miſt aus dem Hofe gebracht und ausgebrei⸗ tet. Anfangs laͤßt man dabei gewoͤhnlich das eine Ende etwas niedriger, als das andere, um dem Zugvieh den Auftritt zu er— leichtern; dies iſt jedoch nicht immer zu empfehlen. So faͤhrt man fort, bis der Haufen eine Hoͤhe von vier bis fuͤnf Fuß er— reicht hat; dann zieht man den Duͤnger eben und bedeckt ſeine Seiten zwei Fuß dick mit denſelben Subſtanzen, wie man zur Unterlage nahm. Wird ein ſolcher Haufen gleich auf dem Felde angelegt, ſo pflugt man auch wohl das Land rund um denſelben auf und bedeckt ihn mit der dadurch gewonnenen Erde, die man mit der Schaufel feſtſchlaͤgt. So laͤßt man den Duͤnger vollſtaͤn— dig in Gaͤhrung uͤbergehen. Der Zeitpunkt, wenn dieſe erfolgt, laͤßt ſich aus dem Zuſammenſinken der Haufen und aus dem Ausſtroͤmen von Daͤmpfen und von ſtechendem Geruch erkennen, was ſtatt findet, ſobald man die Decke des Haufens an mehren Stellen mit einem Stabe durchſticht, das aber wieder nachlaͤßt, wenn die Gaͤhrung voruͤber iſt. Auch fließt eine ſchwarze Bruͤhe aus dem Haufen ab, und es iſt wohl nicht zu beſtreiten, daß durch dieſe Fluͤſſigkeit und jene Daͤmpfe dem Duͤnger ein Theil ſeiner Kraft entgehen muͤſſe, wenn er zumal nicht auch oben mit Erde zugedeckt waͤre. Dieſe Bedeckung muß indeſſen nur ganz duͤnn, und nicht zu ſchwer ſein, damit der Miſt nicht zu feſt zu— ſammengedruͤckt und dadurch in der Gaͤhrung gehindert werde. Man hat es dadurch indeſſen in der Hand, den gewuͤnſchten Grad der Zerſetzung in kuͤrzerer oder laͤngerer Zeit herbeizufuͤhren, je nachdem man dieſe Decke ſchwerer oder leichter macht. Daraus ergibt ſich aber auch, daß dieſe Verfahrungsart viel Sorgfalt er⸗ heiſcht; denn wenn man den noch nicht gefaulten Miſt ſo feſt und dicht zudeckt, daß jeder Luftzutritt abgeſchloſſen wird, ſo fin— det man ihn nach mehren Monaten noch beinahe in demſelben Zuſtande, oder er hat ſich, ſtatt in eine feuchte, ſpeckige Sub⸗ Von ſtat i wabde Dio Pefhten Cal debi tz nict m dit der Auten m d dahet ſtinnat ſe eine Tert enpreſen hade. Dſe ß wan ſänes ben dom M nem ftiſc nit Err das Fed theil au genen, ger ſüad diſ Uhtalage w ndi der keute, we net feſtre deten beſt dh Untrylg t Unteragete auswurf Emn ufhauft. Ne dern und na it, wie es nn daraus bihn aus dem Mi t aufßunehma und ausgebre ne Ende eiw. Auftritt zu er ſen. So ſir funf Fuß: d bedeckt ſi wie mig auf dem 7 dd um denſen Erde, die m Düͤnger bolfin nn dieſe aiig r und aus de Heruch erkenn fens an man wieder nacli ſchwatze beſtreitn, d unger ein I t auch oben ſ eſen nur ſe nicht zu ffti gehinder uan een gewüntin herbeizin macht. Dune ſiel Sorgiit ten Mſf ſp en wird, p fl e in zmſin jſactix Su ———— Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 327 ſtanz, in bloßen vegetabiliſchen Moder, in bloße Pflanzenerde ver⸗ wandelt. Dies fuͤhrt uns zu einer Bemerkung uͤber das gewoͤhnliche Verfahren bei dem Aufbringen des Miſtes auf ſolche Haufen. Weil dabei in der Regel jeder Karren denſelben Weg macht, iſt es nicht moͤglich, zu vermeiden, daß nicht der Miſt durch die Tritte der Pferde und das Einſchneiden der Raͤder auf einigen Punkten mehr, als auf den andern zuſammengedruͤckt werde, und daß daher derſelbe nicht ſo regelmaͤßig gaͤhren koͤnne, wie es der Fall ſein wuͤrde, wenn er uͤberall gleichmaͤßig dick und locker laͤge; an manchen Stellen wird er zu viel, an andern zu wenig zerſetzt, auch wohl aus Mangel an Luft und Feuchtigkeit ver ſchimmelt ſein.— Doch findet auch dieſes geruͤgte Verfahren ſeine Vertheidiger, welche behaupten, daß durch dieſes Zuſam⸗ menpreſſen des Miſtes ſeine zu ſchnelle Zerſetzung verhindert werde.— Dieſe verſchiedenen Meinungen duͤrften daher entſtanden ſein, daß man die Verſchiedenartigkeit ſowohl des Miſtes ſelbſt, als ſeines beabſichtigten Gebrauchs nicht gehoͤrig beachtete. Wenn die vom Miſthof weggeſchafften Subſtanzen meiſt aus Streu in ei— nem friſchen rohen Zuſtande beſtehen, die noch nicht hinlaͤnglich mit Excrementen durchdrungen ſind, oder der Duͤnger bald auf das Feld gebracht werden ſoll, dann kann kein bedeutender Nach— theil aus dem Eindruck der uͤber den ganzen Haufen hinweggezo⸗ genen, gewoͤhnlich mit einem Pferde beſpannten Karren erfolgen, ſobald dieſer nur einmal bis zu einer gewiſſen Hoͤhe uͤber ſeine Unterlage angewachſen iſt; ehe aber letzteres erfolgt, muß noth— wendig der aus Erde oder einer andern unelaſtiſchen Subſtanz beſtehende Haufen in feſte und ungleich große Klumpen zuſam— mengeknetet werden, welche den fruͤher geruͤgten Nachtheil hervor— bringen. Man ſollte daher den Haufen lieber ſo ſchmal ma— chen, daß man von beiden Seiten mit den Karren anfahrend, den Miſt von dieſem ab auf die Mitte bringen koͤnnte, wo er nun mit der Gabel geebnet und dicht zuſammengelegt werden muͤßte. Dadurch wird den Geſpannen viel Arbeit erſpart; und will man die raſche Gaͤhrung des Duͤngers hindern, ſo koͤnnen ihn die Leute, welche ihn gleich und eben ausbreiten, zu gleicher Zeit ſo weit feſttreten, als es dazu noͤthig iſt, und zuletzt die zum Be⸗ decken beſtimmte Erde ordentlich darauf legen. Soll dagegen der Duͤnger zu baldigem Gebrauch fertig werden, ſo braucht man 328 Zehntes Kapitel. denſelben nur leicht auseinander zu ziehen, ohne ihn feſt zu tre⸗ ten, und die Erddecke an der Seite und oben minder ſtark zu machen; oder iſt ferner der Miſt ſo hitziger Natur, daß eine zu ploͤtzliche und heftige Gaͤhrung zu beſorgen iſt, ſo kann man ei— nen Theil der zu ſeiner Bedeckung beſtimmten Erde unmittelbar mit ihm mengen, und wird auf dieſe Weiſe einen ſehr brauchba— ren Duͤnger erhalten. Unbemerkt darf nicht bleiben, daß das Jungvieh oft in abge— ſonderten Hoͤfen gehalten wird; oder daß, wenn dies auch nicht der Fall iſt, doch haͤufig der Stallmiſt der Pferde fuͤr ſich aufgehaͤuft wird. Dadurch erhaͤlt man zwei weſentlich von einander verſchie⸗ dene Arten von Miſt. Bei dem Ausfahren des Miſthofes ſollte man daher darauf ſehen, daß von jeder Art abwechſelnd einige Karren weg— genommen wuͤrden, damit das Ganze ſo gleichmaͤßig wie moͤglich untereinander gemengt werde und zur Erwaͤrmung gelange. Eben ſo ſollte man den Theil des Miſtes, der zu trocken geworden, auf den zu feuchten breiten, und wenn es uͤberhaupt an Feuchtig— keit fehlt, oder die aͤußeren Theile waͤhrend des Gaͤhrungsproceſ⸗ ſes zu trocken werden, mit Begießen zu Huͤlfe kommen. Auch iſt es gut, die Haufen nur maͤßig groß zu machen, damit ſie zu verſchiedenen Zeiten, wie es die Umſtaͤnde fordern, umgeſtochen und auf das Feld gebracht werden koͤnnen*). Dieſe Haufen ſind, wenn ſie zu Anfang des Mais gebildet werden, gewoͤhnlich gegen Ende des Juli im zweckmaͤßigſten Zuſtande, um auf die Sommerbrache gebracht zu werden; doch haͤngt ſolches auch mit ab von der Beſchaffenheit des Duͤngers *) über dieſen Gegenſtand ſoll W. Coke bei einem oͤffentlichen Mittags⸗ eſſen in Norfolk vor Kurzem Folgendes mitgetheilt haben:„ich mache eine Unterlage von Mergel, lege darauf zuerſt den minder guten Miſt, auf die⸗ ſen den von Maſtvieh und zuletzt als vierte Lage den Pferdemiſt, von jedem ziemlich gleiche Mengen. Ich pfluͤge hierauf das Land rund um den Haufen auf, um Erde zu ſeiner Bekleidung und Bedeckung zu erhalten. Gerade zur Turnipsſaatzeit wird der Haufen umgeſtochen, und der Duͤnger, der ſich im Zuſtand der heftigſten Gaͤhrung befindet, in die Saatfurchen gelegt. Meine Paͤchter ahmen dieſes Verfahren nach, ſaͤen etwas ſtark und finden, daß ih⸗ nen ihre Turnipsernten nie fehlſchlagen; die Waͤrme des Miſtes bewirkt, daß die jungen Ruͤbenpflaͤnzchen in 48 Stunden den Erdfloͤhen entwachſen.“ In Dr. Rigby's Berichten aus Holkham wird auch verſichert, daß neben dem ſo bereiteten Duͤnger Hr. Coke jaͤhrlich noch fuͤr 500 Pfd. St. Olkuchen zum überduͤngen ankaufe. Vor ſelhß, d havil trangen nid ven Redn unden. Podin bo bit, Unxeſoche Oiſe tfſoben tha zu ſ näte ganz! n voch d owihnich ti ſe ſol ag hinle tterſcie iin iomm Mir verh faczugeben Dünger hefinolihe theil kam Ginnge dabei de mingen, al uſn und iißen läßt mnn aherma ganz gewi far alle Ft fun durni —— Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 329 in ſſt un ſelbſt, von dem Wetter und dem Gebrauch, den man davon ma— runde ſnt chen will. Die waͤhrend der Sommermonate errichteten Haufen „daß en 1 erlangen ſelten ſchon in derſelben Jahreszeit den gehoͤrigen Reife— kamn un grad, wenn der Miſt nicht etwa von Pferden und Rindvieh kam, de unnittebe die den Sommer uͤber auf dem Hofe mit Gruͤnfutter ernaͤhrt ſehr braugie wurden. Der zu Turnips beſtimmte Duͤnger ſollte etwa 6— 8 Wochen vor ſeinem Gebrauch ausgefahren und nur leicht aufge⸗ ſh oſt in aig ſchichtet, dann aber 10— 14 Tage vor dieſer Zeit ſorgfaͤltig zauch nicti umgeſtochen werden. ſich aufehär Dieſes Umſtechen erfordert viel Vorſicht. Es wird haͤufig nander veiſtſ verſchoben bis von einer Erwaͤrmung der Mengung kaum noch ofes ſollte me etwas zu ſpuͤren, die Gaͤhrung des Miſtes voruͤber und dieſes bei— ge Karren we nahe ganz verrottet iſt. Zu dieſem unrichtigen Verfahren kommt g wie moͤhl nun noch die Sorgloſigkeit der daſſelbe ausfuͤhrenden Leute, welche gelange. En gewoͤhnlich an dem einem Ende beginnen, und Lage bei Lage, ken gewond wie ſie ſolche abſtechen, umwerfend, ſie wieder in derſelben Ord— dt an Feuch nung hinlegen, in der ſie ſich fruͤher befanden, mit dem einzigen ährungepre Unterſchiede, daß der Theil, welcher erſt oben war, nun unten kommen. Aut hin kommt. Dies iſt aber offenbarer Verluſt, weil dadurch der 1, damit ſie Miſt verhindert wird, etwas von ſeinen Dungtheilen an die Erde n, ungeſpte abzugeben, und dann das Aufbringen eines ſo zuſammengeſetzten Duͤngers wenig Vortheil mehr ſchafft, als wenn man jede darin Mais gelide befindliche Subſtanz fuͤr ſich allein anwendete. Dieſer Nach— zveckmißiit theil kann vermieden werden, wenn man ſorgfaͤltig den vollen werden; d Gaͤhrungszuſtand wahrnimmt, nun das Umwenden beſorgt und des Düng⸗ dabei die Beſtandtheile des Haufens vollkommen untereinander mengen, alle ſich vorfindenden Erdkloͤße und Miſtklumpen zerkruͤ⸗ meln und zerzupfen, auch, wenn es noͤthig ſcheint, die Maſſe be— gießen laͤßt. Hierauf werden wieder neue Haufen gebildet, die ichen Mittaf⸗; 85 1 tlichen Ni man abermals mit friſch aufgepfluͤgter Erde von dem zu duͤngen— ich mache t— 3 Nit, cuf den Felde leicht zudecken kann, um eine gelinde Gaͤhrung darin wiſt, ven jin zu erhalten und alle daraus aufſteigenden Gaſe und abfließende um du buſ Feuchtigkeit aufzufangen. Von ſo zubereitetem Duͤnger kann ten. baneſ man freilich nicht fuͤr die verſchiedenen Bodenarten und Kultur⸗ mer, der 88 gewaͤchſe auch verſchiedene Sorten herſtellen; aber es iſt auch en gelegt. M. 21. didn, ganz gewiß der einzige Duͤnger, der auf alle Bodenarten und iſes bexitt fuͤr alle Fruͤchte, die Kartoffeln etwa ausgenommen, paßt, und entwachſe.“ d fuͤr Turnips allen andern vorzuziehen iſt. daß näm dem. t. Slkucen iun 330 Zehntes Kapitel. Langer Miſt. Im Vorſtehenden iſt die von den meiſten Landwirthen be— folgte Behandlung des Miſtes angegeben worden; einige aus— gezeichnete Chemiker empfehlen dagegen den Gebrauch des friſchen Miſtes, d. h. desjenigen, der ſo eben ſeine Gaͤhrung begonnen hat. Über die Wirkungen der Gaͤhrung des Hofmiſtes und uͤber die Laͤnge der Zeit, welche man dieſelbe dauern laſſen ſoll, ehe er auf das Land zu bringen ſei, herrſchen in der That bei den Schriftſtellern uͤber dieſen Gegenſtand ſehr verſchiedene Meinun— gen und die ausgezeichnetſten Landwirthe weichen in ihrem dabei beobachteten Verfahren ebenfalls ſehr von einander ab. Es wurde ſchon vor laͤngerer Zeit die Behauptung aufgeſtellt, daß man nach einigen Thatſachen mit gutem Grunde glauben koͤnne, die Faͤul— niß ſei zur Vermehrung der beſruchtenden Eigenſchaften der ani⸗ maliſchen und vegetabiliſchen Stoffe nicht weiter nothwendig, als um ihren Zuſammenhang zu vermindern, ihr Gefuͤge zu trennen, und ſie zur Aufnahme von Luft und Feuchtigkeit geſchickter zu machen, und daß es daher, weil jederzeit bei der Faͤulniß ein großer Verluſt an Gaſen und Ammonium ſtatt finde, von großer Wichtigkeit ſei, ſelbige nicht weiter, als zu obigen Zwecken erfor⸗ derlich, fortſchreiten zu laſſen.— Dieſe Anſicht wurde vornehm— lich noch beſtaͤrkt durch die Außerungen des beruͤhmten Humphry Davy, der dieſelbe in ſeiner Agrikulturchemie ſehr unterſtuͤtzt. Derſelbe ſagt darin S. 343 der deutſchen überſetzung von Wolf), daß wohl der Anfang einer ſchwachen Gaͤhrung in der Miſtgrube nuͤtzlich ſein koͤnne, weil dadurch die Holzfaſer in der Streu eine Neigung ſich aufzuloͤſen und zu zerſetzen erhalte, daß aber nichts nachtheiliger ſei, als dieſe Gaͤhrung zu weit fortſchreiten zu laſ— ſen; daß es dann weit beſſer ſei, wenn gar keine ſtatt finde, weil man in jenem Falle nur einen kalten unfruchtbaren Duͤn⸗ ger erhalte. Die Ausſpruͤche dieſes beruͤhmten Chemikers haben gewiß großes Gewicht; aber wenn wir auch zugeben, daß die zu weit getriebene Zerſetzung des Hofmiſtes nachtheilig werden koͤnne, ſo— wohl durch das damit verbundene Schwinden der Maſſe, als durch den daraus erfolgenden Verluſt an duͤngenden Theilen, ſo zweifeln wir doch an der Richtigkeit des Ausſpruches, es ſei beſ⸗ ſer, den Miſt lange vor ſeiner vollendeten Gaͤhrung anzuwenden. Wir glauben auch, daß hier ein Unterſchied zu machen ſei zwiſchen Ven den brſh dr Aur dr zur An riwe fi gätniit tis, vie ti ir inn de Ulſttin grinen G rite Verſ gs gi ür welche Pring u 6c.(li g nngh ſiet d ze verottete ihden derne ua, ſäbſt ſih für de Wäten zu deſen ge in ſtiſzen letterer du deß jemerde weſchiedene und auf ei in. Auch n Aicr⸗as au aus diſen( dültrnöea uacſ zu deſe nan 3 Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 331 den verſchiedenen Miſtarten, zwiſchen den Fruͤchten, zu denen man andvitten den Duͤnger haben will und zwiſchen den Jahreszeiten, in denen n; eiig— er zur Anwendung kommen ſoll, ehe man eine Regel ohne Aus⸗ uch de iſt nahme fuͤr ſeine Zubereitung aufſtellen koͤnne. So wuͤrde die zrung be d gleichmaͤßige Anempfehlung des friſchen Miſtes ebenſo fuͤr Tur⸗ iſe 3. ine nips, wie fuͤr Kartoffeln, oder fuͤr ſchweren Thonboden ebenſo, leſa i. wii fur einen ſandigen Lehm, oder ohne Beruͤckſichtigung der Zeit dl, 3 des Aufbringens mehr von einem theoretiſchen Streben nach all⸗ ied gemeinen Grundſaͤtzen, als von einer Beachtung der durch zahl⸗ dene Nin. reiche Verſuche beſtaͤtigten Thatſachen zeigen. in ihrem dat Es gibt vielleicht wenig Gegenſtaͤnde in der Landwirthſchaft, ab. Es wun uͤber welche Theorie und Praxis ſo im Widerſpruch ſind, als die deß mmmn Bereitung und Anwendung des in Faͤulniß uͤbergehenden Duͤn⸗ ne, die Fu gers. Es gibt ſchwerlich einen Landwirth, der nicht in der Mei⸗ aſten der ie nung ſteht, daß die Turnipsernten gefaͤhrdet ſeien, wenn kein kur— Rhwendig, zer verrotteter Duͤnger dazu verwendet wird; und da mehre von uge zu treme ihnen dennoch oft genoͤthigt ſind, langen Dimger mit dazu zu neh⸗ t geſchictr, men, ſelbſt vielleicht auf einem und demſelben Felde, ſo findet der Fäulniß a ſich fuͤr dieſe Anſicht haͤufig Beſtaͤtigung, indem gewoͤhnlich von nde, von gr Weitem zu erkennen iſt, welche Saatreihen mit jenem, oder mit Zwecken erir dieſem geduͤngt waren; Kartoffeln dagegen gedeihen immer beſſer wurde vornehr in friſchem Miſt. Dieſe Thatſachen beweiſen aber weder, daß ten Humdin letzterer durch die Gaͤhrung etwas an Dungkraft gewinne, noch ehr unterſtte daß jener durch ſelbige etwas davon verliere; ſie deuten nur auf eine ng von Wol verſchiedene mechaniſche Einwirkung beider Miſtarten auf den Boden der Miſtgru und auf eine verſchiedene natuͤrliche Einrichtung beider Pflanzen der Streu ei hin. Auch wird allgemein zugegeben, daß langer Miſt beſſer auf aß aber nitz Thon⸗als auf leichten Boden paßt, den er zu poroͤs und locker macht; hreiten zu li aus dieſem Grunde wird er aber zur unmittelbaren Duͤngung fuͤr ne ſtatt fin Fruͤhlingsſaaten verworfen, weil er das Land zu offen haͤlt und da⸗ cſtbaren di durch zu deſſen Austrocknung bei trockenem Wetter und zum Ver⸗ brennen der Pflanzen im Sommer beitraͤgt. haben gi Sir Humphry ſetzt noch hinzu, daß Stroh aller Art, verdor⸗ aß die zu w benes Heu, uͤberhaupt alle trocknen vegetabiliſchen Subſtanzen ei— den könne, nen recht guten Duͤnger abgeben; vor ihrer Verwendung jedoch er Muſſ, zur Faͤulniß gebracht werden muͤßten. Ferner ſagt er, ein großer dhelen, Einwand gegen die Anwendung des wenig zerſetzten Duͤngers ſei, 1 z ſi i; daß er das Aufkommen des Unkrauts vorzuͤglich beguͤnſtige. Dies , Luan iſt indeſſen nicht ſein einziger Fehler; er gibt auch Veranlaſſung mg ai zu einem unſaubern Ackerwerk. Es iſt naͤmlich kaum moͤglich en ſi zviche 1 7 332 Zehntes Kapitel. in irgend einem Boden langen Strohmiſt gehoͤrig unterzupfluͤgen. Schon hohe Stoppeln laſſen ſich ſchwer unterbringen, und noch mehr iſt dies der Fall mit friſchem Stallmiſt, der ſich, zumal auf leichtem Boden, vor den Pflug legt und nur klumpenweis in die Furche kommt. Die Egge reißt dann einen großen Theil deſ⸗ ſelben heraus, der nun nutzlos auf der Oberflaͤche liegen bleibt. Auch iſt es nicht ſelten der Fall, daß friſch untergepfluͤgte Streu im naͤchſten Fruͤhjahr ganz unverſehrt wieder in die Hoͤhe ge⸗ bracht wird. über die Geheimniſſe der Natur bei Ernaͤhrung der Pflanzen ſind wir noch ſehr im Dunkeln, und es ſcheint beinahe, als wolle ſie deren gaͤnzliche Offenbarung vereiteln. Einige Verſuche Da— vy's beguͤnſtigen jedoch die Anſicht, daß aufloͤsliche Stoffe unver⸗ aͤndert von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden. In Be⸗ zug darauf ſagt er, es ſei bei Anwendung des Duͤngers das Wichtigſte, darauf hinzuwirken, daß er den Wurzeln ſo viel auf— loͤsliche Materie wie moͤglich zufuͤhre, und zwar nur langſam und allmaͤhlich, ſo daß er nach und nach durch die Bildung der Pflan⸗ zenſaͤfte konſumirt werde. Um dies zu erreichen, gibt er zu, daß er chemiſchen Veraͤnderungen unterliegen muͤſſe. Dieſe Veraͤn⸗ derung kann aber bei dem Stallmiſt nur durch die Gaͤhrung bewirkt werden, welche die Holzfaſer der in ihm enthaltenen Streumaterialien, des Strohs ꝛc., aus denen er groͤßtentheils be— ſteht, aufloͤslich macht. Jene chemiſchen Theoretiker ſtellen nun die Anſicht auf, daß dieſer Gaͤhrungsproceß erſt in der Erde, nicht vorher ſchon vor ſich gehen ſolle, behauptend, daß mit ſeiner Voll⸗ endung auf der Miſtſtaͤtte ein großer Verluſt an Dungtheilen ver⸗ bunden ſei, und haben auch ſchon mehre einſichtsvolle Praktiker fuͤr ihre Anſicht gewonnen. So ſagt Finlayſon in ſeinem Leitfa⸗ den fuͤr Paͤchter und Landleute, daß der halbverrottete Miſt aller⸗ dings im Boden ſchneller ſich zerſetze und auf die erſte Frucht guͤnſtiger einwirke, als der friſche unvergohrene bei unrichtiger An⸗ wendung, daß aber der letzte laͤnger nachhalte und waͤhrend der ganzen Zeit ſeines Wirkens ein weit groͤßeres Produkt hervor⸗ bringe; daß daher der Schaden, welcher durch die weitfortſchrei⸗ tende Gaͤhrung und die damit verbundene Verdunſtung dem Dung⸗ haufen zugefuͤgt werden koͤnne, mehr als jeder andere zu fuͤrch⸗ ten ſei Im Widerſpruch damit ſagt ein anderer Schriftſteller uͤber dieſen Gegenſtand in der Vierteljahrsſchrift fuͤr Landwirthſchaft: pſtän ted, ſ leun Wit ffen hery döich u f iche falerden W L ſtit ſch fers de ſo wit g ſandihel die Ausd rihht z ttit. T eine Gaza unlängter Kugthar o de 1 1 lber de daxe l 1 85 igtit ud dn Uet langet 8 tn, in u ducfige worken. 3 inmer no bodwith, 9 wwittel kit tate ga —————y— ——-m—-yy——y————— Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt 333 unterzpyfte⸗ vihis„Der Zweck der Duͤngung iſt die Ernaͤhrung der der Erde uͤbergebe⸗ der ſih, in nen Pflanzen, und wir wiſſen, daß deren Entwickelung am ſchnell⸗ klunxenris ſten herbeigefuͤhrt wird durch die unmittelbare Unterſtuͤtzung des toßen 7 du Duͤngers. Da nun aber dieſer in einem aufloͤslichen Zuſtande ſich he lige li befinden muß, wenn die Pflanzen Nutzen von ihm ziehen ſollen, agyügt 99 ſo iſt es natuͤrlich, daß letzteres in ſo hoͤherm Grade ſtatt finden in di Sh h werde, je aufloͤslicher jene iſt. Dies geht deutlich aus der ſchnel— düh leren Wirkung des fluͤſſigen Duͤngers im Verhaͤltniß zu der des ung dr Pſene feſten hervor. Da es nun kein ſicherer Mittel, den Duͤnger auf— Rane 12 loͤslich zu machen, gibt, als die Gaͤhrung, ſo muß auch augen— einche äs m ſcheinlich ein hoher Grad derſelben ſelbſt die feſteren Theile der 4 Bi ¹ faulenden Duͤngerarten zur leichtern Zerſetzung bringen. Dies be— he Sif 14 ſtaͤtigt ſich bei dem Anblick eines der Gaͤhrung uͤberlaſſenen Miſt⸗ erden. A haufens, deſſen Beſtandtheile, ſobald ſie wohl gemengt ſind, eine 88 Dünges Zeit lang ſehr heftig gaͤhren, dann aber nur langſam darin fort⸗ tzeln ſo nilt ſchreiten, bis die ganze Maſſe in jenen weichen, breiartigen Zu⸗ nur longim ſtand verſetzt iſt, der den vollkommenſten Begriff von der gaͤnzli⸗ idung daſ chen Aufloͤsbarkeit ihrer feſten Beſtandtheile gewaͤhrt. Ob durch eine „gibt er u ſo weit gegangene Zerſetzung wirklich ein pflanzennaͤhrender Be— . Deee Ji ſtandtheil verloren gegangen ſei, iſt noch ſehr zu bezweifeln; denn uch die Gihr⸗ die Ausduͤnſtungen eines ſolchen Dunghaufens ſcheinen weiter ihm enthi ti nichts zu ſeyn, als Waſſerdampf in einem Zuſtand großer Elaſti⸗ heßih citaͤt. Wenn aber auch wirklich waͤhrend der Gaͤhrung irgend ker ſielen u eine Gasart verloren gehen ſollte, ſo bleibt doch dieſe Thatſache in 4 Edde n unlaͤugbar feſt ſtehen, daß ſo vergohrner ſpeckartiger Duͤnger die ß mit ſeinrÄ⸗ Fruchtbarkeit des Bodens weit mehr erhaͤlt, als die gleiche Maſſe Dungthelet oder das gleiche Gewicht friſchen Strohmiſtes. tsvoll Nuit üÜbibber letztern Punkt herrſcht auch wohl kein Zweifel; aber in ſeinen m lit die Frage bleibt noch unbeantwortet, ob dieſelbe Maſſe von Miſt, ottete Mi tn vor ihrem durch die Gaͤhrung herbeigefuͤhrten Verluſt an Feuch⸗ die efe irt tigkeit und Gasarten als Duͤnger verwendet, nicht eine dauern⸗ ei vie dere Wirkung hervorbringe, als nachher?— Sie iſt nur nach laͤngerer Zeit fortgeſetzten Verſuchen auf verſchiedenen Bodenar⸗ 5 i 21 ten, in verſchiedenen Jahreszeiten und bei verſchiedenen Fruͤchten, vijcs fit Fruchtfolgen und klimatiſchen Verhaͤltniſſen genuͤgend zu beant⸗ ä dn dn worten. Es gibt auch ſchon Verſuche dieſer Art; allein ſie laſſen ſiun g iit immer noch viel zu wuͤnſchen uͤbrig. So hat ein einſichtsvoller anda Landwirth einen vergleichenden Verſuch mit drei verſchiedenen f ler i Dungmitteln neben ungeduͤngtem Lande angeſtellt, der folgende Sti Kzſcht Reſultate gab: lumic 22* —— ——— ——-——— —ÿ—ÿ—x::ᷓ:’’—·a— 334 Zehntes Kapitel. Bei einer Duͤn⸗ Bei einer Duͤn⸗ Bei einer Duͤn⸗ gung von? Ton⸗ gung mit 15Cent⸗ gung von 83 Ton⸗ nen vergohrenen nern unterge⸗ Ungeduͤngt nen friſchen Miſt acht Monat al⸗ pfluͤgten Gerſten⸗ gab ein Acker: gab ein Acker: tem Miſt a ein ſtroh' 3 Hab. ein er: Ctnr. St. Pf. Eim⸗ t. Pf. Ctnr. St. Pf. St. Pf. Erſtes Jahr Turnips 18 6 6 16 1 4 8 3 7 1 8 Zweites Jahr Gerſte 30 Buſh. 2Pecks. 36 Buſh. 3 Pck. 30 Buſh. 1 Pck. 14 B. 3 Pck. Drittes Jahr Klee 21 Centner. 20 Centner. 18 Centner. 8 Centner. Viertes Jahr Hafer 38 Buſh. 40 Buſh. 18 Buſh. 832 Buſh. Um dieſen Verſuch entſcheidend zu machen, haͤtte jedoch hin⸗ zugefuͤgt werden ſollen, wie viel der friſche Stallmiſt binnen acht Monaten an Gewicht verloren habe; denn drei Tonnen deſſelben moͤchten nach Ablauf jener Zeit kaum noch halb ſo viel an voͤllig verrottetem Duͤnger geben; verliert er nur ein Dritttheil an ſei— nem Gewicht, ſo laͤßt ſich in den meiſten Faͤllen wohl annehmen, daß er fuͤr den Zweck des Ackerbaus gerade im geeignetſten Zu—⸗ ſtande ſei. Vorausgeſetzt, das Gewicht des Miſtes ſei anfaͤnglich gleich geweſen, ſo wuͤrde obiges Beiſpiel zu Gunſten des verrot⸗ teten Duͤngers bei allen Fruͤchten, mit Ausnahme der Turnips, ſprechen, die hier, allen anderen Erfahrungen entgegen, nach lan— gem Duͤnger einen hoͤhern Ertrag gaben. Ohne genaue Bekannt⸗ ſchaft mit dem Boden, der Kulturweiſe und der Witterung laͤßt ſich jedoch aus dieſer einzelnen Thatſache kein Schluß ziehen. In ſeinen Bemerkungen uͤber die Bereitung des Duͤngers ſagt uͤbrigens Davy ganz richtig:„waͤhrend der heftigen Gaͤh⸗ rung, die erforderlich iſt, um ihn in einen kurzen, ſpeckartigen Duͤnger zu verwandeln, geht eine große Menge Fluͤſſigkeit und gasartiger Subſtanzen, die zur Ernaͤhrung der Pflanzen dienen moͤgen, verloren. Dieſer Verluſt kann die Haͤlfte, ja zwei Dritt⸗ theile des anfaͤnglichen Gewichts betragen. Nun iſt aber das gasartig Entweichende Kohlenſaͤure und Ammonium, die beide pflanzennaͤhrend ſind.“ Er erzaͤhlt hierauf, Herr Coke habe die Anwendung des gegohrenen Miſtes ſeit ſieben Jahren ganz aufge— geben, und verſichere, daß ſeine Ernten ſeit der Zeit ſo gut aus— gefallen als je, und daß er mit ſeinem Duͤnger beinahe noch einmal ſo weit reiche.(S. Davy's Agrikulturchemie nach der überſetzung von Wolff S. 346 ꝛc. mit der intereſſanten Anmer⸗ kung von Thaer. Es iſt kein Grund vorhanden, der den Verluſt von Feuch⸗ tigkeit und Gaſen waͤhrend des gewoͤhnlichen Gaͤhrungsproceſſes des Miſtes beſtreiten ließe: ob er dadurch aber wirklich fuͤr den P. oriſt igne ge f ch unfobebe den ſoh unh ie 1 Aſtaufer dit, dam tt, ſonde ct dadur diſen, da Vaehtion naablſch ba 1 nice ar der f 93 d faztung h dis we Getrede onſcheine Coſt her et zuſagt cen Bod Pa niht deun en nur no 7 5 odaob er 9 38 Voſtze dll nu vipun d hmn az ſ Duur de 3 Fiu Stick Fel ine wit b Nege e gch de er Duͤn⸗ 13 Uncade Tſr gab Krte, .Wf. Et f 7ert s 1Pe,14 R343 tner. 3 Eennn h. Ahf atte idoch hir niſt binnen ah onnen diſſehe viel an bol⸗ ritttheil mi vohl annegne geignetſten; ſei anfän itten des ven⸗ ne der Tuni tgegen, mch ſa genaue Bewe r Witterung i hluß zichen gg des Dunm er heftige b zen, ſvärig Flüſſiht 1 Pfanzen dan e,ja zmi d dun iſt aberd ium, di n r Coke loe hren gun ai eit ſp gte ger beinahe 1 themie nch reſente Umn ruſt in n Gihrungevroſ ritit ſir eeeiiip— ————* Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 335 praktiſchen Gebrauch minder gut werde, kann nur durch großar⸗ tigere Verſuche, als die bisherigen, dargethan werden. Überdies iſt die abſickernde Feuchtigkeit leicht in Behaͤltern aufzufangen und aufzuheben, ſo daß ſie nicht fuͤr den Gebrauch verloren geht, ſon⸗ dern ſogar, wie wir vorſtehend gezeigt haben, zur beſſern Berei⸗ tung des Duͤngers dienen kann. Die Entweichung des Gaſes wird durch die Erwaͤrmung des Miſthaufens hervorgebracht, und findet nicht erſt, wie Davy an⸗ gibt, dann ſtatt, wenn dieſe 100, Fahrenheit(30,2 R.) erreicht hat, ſondern ſchon bei einer niedrigeren Temperatur. Wenn aber auch dadurch die Maſſe verringert wird, ſo iſt doch noch nicht be— wieſen, daß das in dem Dunſte enthaltene Ammonium auf die Vegetation einwirke; eben ſo wenig, ob uͤberhaupt thieriſche und vegetabiliſche Subſtanzen waͤhrend ihrer Faͤulniß zu ihrer Unter⸗ ſtuͤtzung beitragen; denn nach zahlreichen Verſuchen befoͤrdert zwar der friſche Miſt das erſte Wachsthum der Pflanzen, aber ſpaͤterhin traͤgt er zu ihrem vorzeitigen Abſterben bei. Die Er⸗ fahrung hat ſchon ſeit laͤngerer Zeit dargethan, daß er den Tur⸗ nips, welche den meiſten Duͤnger erhalten, nachtheilig iſt, mattes Getreide erzeugt, und auf leichtem, armen Boden deſſen Wuchs anſcheinend beſchleunigt, aber den Anſatz der Koͤrner mindert und Roſt hervorbringt. Die Kartoffeln ſind die einzige Frucht, denen er zuſagt, und doch hat man gefunden, daß auch ſie auf man⸗ chen Bodenarten beſſer nach verrottetem Duͤnger gedeihen. Was Herrn Coke's oben angefuͤhrte Angabe betrifft, ſo geht nicht deutlich genug daraus hervor, ob er bei dem neuen Verfah⸗ ren nur noch einmal ſo viel Miſt, der Maſſe und dem Gewicht nach habe, ihn nun aber auch doppelt ſo ſtark auffahren muͤſſe, oder ob er wirklich jetzt eine doppelt ſo große Flaͤche damit duͤnge. In jenem Falle waͤre der durch dieſes neue Verfahren erlangte Vortheil nur ſcheinbar; in dieſem aber verdiente es ernſtliche Er⸗ waͤgung. In Thomſon's Chemie wird ein Verſuch angefuͤhrt, nach wel⸗ chem es ſcheint, als wenn die anfaͤngliche Staͤrke ſowohl, wie die Dauer der Wirkungen der faulenden Duͤngerarten von dem Grade der Faͤulniß abhingen, in dem ſie angewendet werden. Zwei Stuͤck Feld von gleicher Beſchaffenheit wurden geduͤngt, das eine mit voͤllig verrottetem, das andere mit friſchem, aus gleicher Menge Stroh und Excrementen entſtandenen Miſt. Auf jenem gab die erſte Frucht nach der Duͤngung einen hoͤhern Ertrag, als ————— 336 Zehntes Kapitel. auf dieſem, aber bei der zweiten und dritten Frucht trat der um⸗ gekehrte Fall ein; hierauf ſchienen beide Stuͤcke gleich erſchoͤpft. Daraus ergibt ſich indeſſen weiter nichts, als daß verrotteter Duͤnger mehr auf die erſte, der friſche mehr auf die nachfolgen⸗ den Ernten wirkt, beide aber am Ende eine gleiche Menge von Produkten hervorbringen. Da nun, wenn der Zuſtand des Bo⸗ dens nicht eine laͤnger dauernde Dungwirkung ausdruͤcklich ver⸗ langt, die erſte Ernte immer die wichtigſte fuͤr den Landwirth iſt, ſo wird er auch am liebſten dieſelbe vorzuͤglich zu vergroͤßern ſu— chen. Die Chemie lehrt uns allerdings, daß der Miſt in einem mehr friſchen Zuſtande angewendet werden ſolle, und wenn die Erfahrung das Gegentheil zu beweiſen ſcheint, ſoll dies keines— wegs Folge von Unrichtigkeit der chemiſchen Grundſaͤtze, ſondern von der falſchen Ausuͤbung ſein. Aber was auch in den Schrif⸗ ten der wiſſenſchaftlichen Landwirthe zu Gunſten des unvergohre⸗ nen Miſtes geſagt wird, die entgegengeſetzte Erfahrung der Prak— tiker entſchuldigt den Zweifel an der Tauglichkeit deſſelben. Was die Anwendung des Strohs betrifft, das nach Davy's Angabe klein geſchnitten mit Erfolg als Duͤnger untergepfluͤgt werden koͤnne; ſo halten wir nicht fuͤr noͤthig, außer dem bereits daruͤber Geſagten noch etwas hinzuzufuͤgen. Nur eines Verſuches ſei erwaͤhnt, der mit trockenem Weizenſtroh gemacht wurde. Nach⸗ dem daſſelbe regelmaͤßig in die offenen Furchen geſtreut worden war, legte man Kartoffeln darauf und bedeckte dann beide mit Erde. Der Erfolg war ſehr unguͤnſtig und als das Land wieder umgepfluͤgt wurde, ſchien das darin befindliche Stoh gar keine Veraͤnderung erlitten zu haben. Auch auf die folgenden Fruͤchte zeigte es keine merkliche Wirkung. Waͤre das Stroh vorher in einen maͤßigen Grad von Gaͤhrung verſetzt worden, ſo wuͤrde ſich wohl ein anderes Reſultat ergeben haben; denn wenn man Stroh zwei bis drei Tage in Waſſer einweicht, bis es geſchmeidig und ſaftig wird, und dann 2— 3 Zoll tief unterpfluͤgt, ſo wirkt es guͤnſtig auf das Wachsthum ein und zwar ſo lange bis alle Spur von ihm verſchwunden iſt. Davy mag daher wohl recht haben, wenn er ſagt, daß das vorher nicht zur Gaͤhrung gekommene Stroh anfangs zwar eine geringere Wirkung hervorbringe, dafuͤr aber eine laͤngerdauernde; allein wir ſetzen noch hinzu, daß da— von zwar das Land am Ende auch Nutzen ziehen koͤnne, daß je— doch der Landwirth vorzugsweiſe auf eine ſchnelle Bezahlung ſei⸗ ner Muͤhe zu ſehen habe. di ſch gerähen fain ii nd Entw ede ſu inner dar ſn a de Fiber ſnd, ſe wird an warmen Dungha Rörg . R bin ſo bie tegviterun gan u llegen. don alen nach man auch unn iit zu e danach ei ichen in denn er d Wiſh trat der w. ſich etiſ aß beruit 6 nachſelge e Manr m ſtand des ge drückich te Landvich ſ vergrißemn ſt Mittin äiden und wenn di dies käns ſätze, ſondn : den Stii 3 unvergiee ung der M ſſelben. à nach Duf r unterggflu ßer dem deri eines Veriuht twunde. Mu⸗ geſtreut wone dann bedd ni as Land wir Stoh gur din genden Fit troh votfeti ſo vltde ſt nn man ön eſchmeddi m t, ſo vitt bis all En zl rect län ing gekomnal rbringe, dil finzu, di d kunne, daß Bazahlung ſi⸗ wrrrrrr—·——— —————— —..———— 2.— Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 337 Wenn wir uns indeſſen auch endlich der Meinung, daß die Zerſetzung der faulenden Dungarten ſehr oft zu weit getrieben werde, aus überzeugung anſchließen, ſo ſcheint doch die Erfah— rung zu beweiſen, daß dieſe Zerſetzung bis zu einem gewiſſen Grade unumgaͤnglich nothwendig ſei; doch iſt ihre poſitive Ein⸗ wirkung auf das Pflanzenwachsthum noch ſo in Dunkel gehuͤllt, daß ſich nur durch Beobachtungen ermitteln laͤßt, wie weit ſie getrieben werden ſolle. Die Hauptfactoren bei der Gaͤhrung ſind Feuchtigkeit, Waͤrme und Luft. Wenn der Duͤngerhaufen ſehr feucht gehalten wird, geht ſeine Zerſetzung nur langſam und ohne bedeutenden Verluſt vor ſich; fuͤhrt man ihm dagegen nur ſo viel Fluͤſſigkeit zu, als nothwendig iſt, ihn zuſammen zu halten, ſo geht die Gaͤhrung mit vieler Erwaͤrmung und ſo heftig vor ſich, daß ſie, nicht gewaltſam unterbrochen, einen großen Subſtanzverluſt und Entweichung vieler Gaſe verurſacht, die man wohl zu ver⸗ meiden ſuchen ſollte. Alles nun zuſammengenommen ſcheint es immer das Beſte, die Zerſetzung nicht weiter fortſchreiten zu laſ— ſen, als bis die Keimkraft der Unkrautsgeſaͤme zerſtoͤrt iſt, und die Fibern des Strohs zwar muͤrbe werden, aber noch ſichtbar ſind, ſogenannter Gabelmiſt(Spit-dung) entſtanden iſt. Dies wird am ſicherſten erreicht, wenn man die verſchiedenen Miſtarten, warmen und kalten, untereinander mengt, an Streu nicht ſpart, die Dunghaufen hinlaͤnglich groß, nicht zu hoch macht und ſie gehoͤrig feucht haͤlt. Stroh⸗ und Dungergewinn. Die auf einem Acker Land zu erzielende Menge Stroh haͤngt von ſo viel Umſtaͤnden, vom Boden, vom Klima, von der Jah⸗ reswitterung, der Beſtellungsweiſe, der Erntemethode ꝛc. ab, daß es ganz unmoͤglich iſt, eine voͤllig genaue Berechnung daruͤber an— zulegen. Man hat indeſſen den Durchſchnittsertrag des Strohs von allen Fruͤchten dem Gewichte nach zu ermitteln verſucht, wo⸗ nach man einen Begriff von deſſen Groͤße bekommen kann. Iſt es auch unmoͤglich, auf dieſe Weiſe ein fuͤr alle Faͤlle paſſondes Reſul⸗ tat zu erlangen, ſo iſt es doch einem jeden Landwirth nicht ſchwer, danach eine ziemlich genaue Schaͤtzung des Gewichts ſeines ſaͤmmt— lichen in einem Jahre zu erbauenden Strohs vorzunehmen, und wenn er nun dabei zugleich die Staͤrke ſeines Viehſtandes und die Beſchaffenheit des demſelben zu widmenden Futters unterſucht, 338 Zehntes Kapitel. ſo wird er in den Stand geſetzt, eine der Wahrheit ziemlich nahe kommende Vorausberechnung ſeines muthmaßlichen Duͤngergewinns anzuſtellen. Eine ſolche Berechnung mag auf den erſten Blick mehr ſonderbar, als nuͤtzlich erſcheinen; aber der Ernteertrag haͤngt zum großen Theil von dem in der Wirthſchaft erzeugten Duͤnger ab, und die Fruchtfolge muß daher auf den meiſten Bodenarten nach der Menge deſſelben regulirt werden; es iſt demnach vor Entwerfung eines Wirthſchaftsplanes fuͤr die folgenden Jahre dringend nothwendig, ſo genau wie moͤglich zu unterſuchen, auf welchen Duͤngergewinn man in einem Falle, wo er ſelbſt erzeugt werden muß, nicht durch Zukauf herbeizuſchaffen iſt, mit einiger Sicherheit Rechnung machen koͤnne. Folgendes ſind einige ſolche Angaben uͤber den Strohertrag: 1 Acker Weizen liefert 30— 32 Centner Stroh. 1— Roggen 35—— 1— Bohnen und Erbſen 25—— 1— Hafer 25—— 1— Gerſte 20—— Das Verhaͤltniß zwiſchen Koͤrnern und Stroh iſt nicht in al— len Jahren gleich; im Durchſchnitt geben aber 12 Buſhels Wei⸗ zen eine Ladung Stroh, die in den meiſten Theilen von England 36 Bunde zu 36 Pfunden haͤlt und folglich 11 Centner 64 Pfund wiegt. Nach obiger Angabe wuͤrde aber der Durchſchnittsſtroh⸗ ertrag(den Roggen weggelaſſen) im ganzen Lande auf den ge— ſetzmaͤßigen Acker zu 1¼ Tonne(25 Centner) anzunehmen ſein. Es iſt jedoch vom Dr. Coventry, dem Profeſſor der Land⸗ wirthſchaft zu Edinburgh, berechnet worden, daß Ackerland mittle⸗ rer Guͤte bei pfleglicher Behandlung in gewoͤhnlichen Jahren vom Acker in runden Zahlen gebe: 28 Buſhel Weizen. 36— Gefſte. 42— Hafer, und der Durchſchnittsertrag an Stroh von dieſen Fruͤchten zu 21 Centnern vom Acker anzunehmen ſei. Er behauptet dann, daß dieſes Stroh angefeuchtet und verrottet dadurch um zwei Dritt⸗ theile bis drei Viertheile an Gewicht zunehme, ſo daß demnach der Acker ungefaͤhr 1 ¾ Tonnen Duͤnger liefere; bringt man noch dazu in Anſchlag, daß immer einige Koͤrner an die Pferde verfuͤttert werden, und daß die geringen Koͤrner, Spreu und Überkehr am do Erde ſi t dſ abs zwe Ia, d Kärnen, Geſannn nuch uch Vac ene tiler So m ſiber Suh nu dn Angat dme St Jfütamn fäpn. E dmn der i Weſſ nit Han Oneu ent rict nu de Biſ 134 Ton 6 Tonne ſähr guß Aunj als- nijſtns b nian Suu Koien ton fen geſonm dud und ne 5. eagen ſei nge Ua Bad wonnene? bei alldi Auir Vit ni ſein n enen heſſe niſſ igente zienit n üngergenine erſen Bii teertrag fom ngten Dung n Bodenara demnach tn genden Iahe teruchen, au ſelbſ azeug „mit äing einige ſat ter Stroh. — — ſt nicht in ar Buſhels Vi⸗ von Englan ner 64 Pfund hſchnittsſtat⸗ auf den ge ehmen ſein. r der Land⸗ rland mitte Jahren von uchten zu A t dann, di zwi Dii⸗ daß demat gt mm voch edde berfltet jäberkehr am —— éLLZͤLͤégééNéNéNéNèRſfNXNr —— 5—— Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 339 Ende ſaͤmmtlich in den Duͤnger kommen, ſo kann man den Be⸗ trag deſſelben von einem Acker bei obigem Strohertrag auf mehr als zwei Tonnen berechnen. Nimmt man noch dazu den Duͤn⸗ ger, der von dem neben dieſem Stroh konſumirten Futter an Koͤrnern, Heu und Futterkraͤutern aller Art erfolgt, ſo kann die Geſammtmaſſe deſſelben auf mehr als vier Tonnen betragen und noch mehr bei voller Turnips-, Kartoffel- und Kohlfuͤtterung. Nach einem von Herrn Dudgeon auf Prora in Eaſt Lothian mit vieler Sorgfalt unternommenen Verſuche ſtieg jedoch in einer Zeit von ſieben Monaten die Gewichtszunahme von 300 Steinen Stroh nur bis zu 719 Steinen Miſt. Es ſcheint indeſſen nach den Angaben mehrer ausgezeichneter Landwirthe, daß aus einer Tonne Streuſtroh nebſt den Excrementen von gut mit Turnips gefuͤttertem Vieh bei gehoͤriger Behandlung vier Tonnen Miſt er⸗ folgen. Einige meinen jedoch, und wohl mit Recht, daß dies nur dann der Fall ſein koͤnne, wenn Vieh auf einem nach gewoͤhnli— cher Weiſe bewirthſchafteten Gute auch, wie es Gebrauch iſt, mit Heu, Klee, Koͤrnern und Turnips gefuͤttert wird und reichlich Streu erhaͤlt. Das Gewicht und der Werth des Miſtes werden nicht nur durch ſeine Zubereitung vermehrt, ſondern auch durch die Beſchaffenheit und die Benutzung des Bodens. Wieſen, die 1 6½ Tonne Heu vom Acker geben, liefern wohl 6 ¾, wenigſtens 6 Tonnen Miſt vom Acker und die Braͤchfruͤchte ebenfalls eine ſehr große Menge; ein Acker Land ſollte daher, ſelbſt bei nicht ganz ausgezeichneter Guͤte und Behandlung im Durchſchnitt we⸗ nigſtens vier Tonnen Miſt liefern. Nimmt man dazu noch dieje⸗ nigen Subſtanzen, welche außerdem bei einiger Sorgſamkeit ohne Koſten von den Wegen, aus den Graͤben, Teichen und Viehtraͤn⸗ ken geſammelt und nebſt dem Unrath und den Abſaͤllen aller Art aus und neben den Wirthſchaftsgebaͤuden zu Duͤnger mit verwen⸗ det werden koͤnnen; ſo ergibt ſich, daß deſſen leicht ſo viel zu erzeugen ſei, wie zu einer reichlichen Duͤngung bei einem vierjaͤh— rigen Umlauf erforderlich iſt. Bei der gewoͤhnlichen Wirthſchaftsweiſe wird jedoch der ge— wonnene Duͤnger ſehr oft nicht ſo viel betragen. Viel kommt da— bei allerdings auch auf die verſtaͤndige Behandlungsweiſe an; ein guter Wirth kann leicht ziemlich doppelt ſo viel zuſammenbringen, wie ſein nachlaͤſſiger und unaufmerkſamer Nachbar, und ihn in einem beſſern Zuſtande aufs Feld fahren, obgleich ihre Verhaͤlt⸗ niſſe eigentlich einander ganz gleich ſind. Es ſollte aber nie ein ——“ — —õ— 340 Zehntes Kapitel. Mittel unverſucht bleiben, das dem Mangel daran abzuhelfen ver⸗ mag; in dieſer Hinſicht iſt, außer der Stallfuͤtterung vorzuͤglich das tiefe Abſchneiden des Getreides zu empfehlen, weil dadurch die Strohmaſſe bedeutend vermehrt wird. Hohe Stoppeln er⸗ ſchweren ihr Unterpfluͤgen, veranlaſſen ein unſauberes Ackerwerk, und ſind auf manchem Boden, ihn zu offen machend, durchaus ſchaͤdlich. Sie werden daher an mehren Orten fuͤr ſich abgemaͤhet und auf Haufen zur Streu fuͤr das Vieh zuſammengebracht. In Derbyſhire iſt ein Schaͤlpflug im Gebrauch, welcher die Ge⸗ treide- und Unkrautwurzeln abſchneidet, worauf dann die Stop⸗ peln und anderen Gegenſtaͤnde geſammelt und in den Miſt ge— bracht werden. Der Gewinn dieſer Operationen bezahlt indeſſen nicht die Koſten, und man hat es daher rathſamer gefunden, die Stoppeln, ſobald es ſich ausfuͤhren laͤßt, auf dem Boden zu ver— brennen; denn dadurch werden viel Inſekten und Unkraͤuter zer⸗ ſtoͤrt. Selbſt wenn man ſie ab- und zuſammengerecht hat, haͤlt man es fuͤr angemeſſen, ſie auf dem Boden auszuſtreuen und zu verbrennen, weil man glaubt, es ſei dies ein gutes Mittel gegen die Erdfloͤhe. Die nachfolgenden Verſuche uͤber die Quantitaͤt der vom Vieh ausgeleerten Excremente, die unter unſrer eignen Leitung angeſtellt wurden, werfen vielleicht noch mehr Licht auf dieſen Ge⸗ genſtand. Der erſte wurde mit einem Dragonerpferde angeſtellt, das auf unſer Anſuchen der Kommandant des Kavalleriedepots zu Maidſtone den 26. Januar 1833 in einen abgeſonderten Stall ſtellen ließ, wo es, eine Stunde Exerciren taͤglich ausgenommen, eine Woche lang ununterbrochen ſtehen blieb, und waͤhrend dieſer Zeit nachſtehende Quantitaͤt Futter erhielt: Hafer, taͤglich 10 Pfund= 70 Pfund. Heu,— 12—=— Stroh,- 8—— 56— 210— Es trank waͤhrend derſelben Zeit 27 Gallonen Waſſer und ſeine Auswuͤrfe betrugen, ohne den waͤhrend des Exercirens ſtattgefun⸗ denen Verluſt, der auf 4 Pfund taͤglich, zuſammen alſo auf 28 Pfund anzuſchlagen iſt, von 210 Pfund Futter und Streu 3 N7 h Pfund. Rechnet man dazu obigen Verluſt, ſo hat ſich das Trok⸗ kengewicht des Futters und der Streu um mehr als 7 vermehrt. Wa b der Hau 1 mert z wohl ej tiglih h Ter jinicend liimen 29 die Nen vemn ſe h buwen dunin dinge 9 defündent ſein En für einen Na gute in Füßen M 2- E woſnüche Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 341 abzuhlffn rung vorigi ¹ weil daͤu Der zweite Verſuch wurde den 28. Maͤrz 1833 mit einer großen Yorkſhirer Milchkuh angeſtellt, welche binnen 24 Stunden folgendes Futter verzehrte: e S ee 3 81 Pfund Biertraͤbern. chend 38 30 ⸗ rohe Karooffeln. rie aeä 15 ²2 Wiieſenheu. ſamnengebtat 126 Pfund zuſammen Sie trank daneben noch zwei Eimer voll Waſſer und ihrem Harn wurde freier Abfluß verſtattet; aber ſie erhielt keine Streu und ihre feſten Auswuͤrfe wogen, ſorgfaͤltig geſammelt, nicht mehr, als welcher die 6⸗ dann die Ethe dn W 45 Pfund. bezahlt indſſe Der dritte wurde mit derſelben Kuh eine Woche ſpaͤter und r gefunda,5 bei veraͤndertem Futter, das ſie mehre Tage hintereinander gleich⸗ hie 1 maͤßig erhielt, vorgenommen. Sie hatte in den letzten 24 Stunden kaui verzehrt: erecht hat, ze) 170 Pfund rohe Kartoffeln und uſtreuen ud 28 Pfund Heu. ds Mitti ge 198 Pfund. Wie bei dem vorigen Verſuche wurde keine Streu gegeben und antität der ie der Harn fortgelaſſen. Die feſten Excremente betrugen aber 73 Pfd. eignen Litr Ob es gleich nicht hierher gehoͤrt, ſo verdient doch wohl be— ͤt auf diſin⸗ merkt zu werden, daß die Kuh, welche ſich uͤbrigens vollkommen wohl befand, bei der letztern Fuͤtterung ſo an Milch verlor, daß ſie e angeſtelt d taͤglich beinahe zwei Quarts weniger gab, als vorher. valleriedepots Wenn das Rindvieh reichlich mit Turnips gefuͤttert wird und eſonderten 31 hinreichend Streu erhaͤlt, ſo hat man gefunden, daß zwoͤlf Stuͤck chh ausgenonme binnen 24 Stunden eine einſpaͤnnige Karrenladung Miſt geben; d waͤhren din dieſe Menge wird aber kaum von 16 bis 18 Stuͤcken erhalten, wenn ſie blos Stroh mit einem geringen Zuſatz von Turnips be— kommen. Man hat auch berechnet, daß 1 Acker ſehr gut ſtehende und. Turnips nebſt einer angemeſſenen Menge Stroh, 16 Karrenladungen 5 Duͤnger geben koͤnnen. Zehn ſolche Ladungen moͤgen aber als ein — zufriedenſtellender Durchſchnittsertrag von jener Flaͤche anzunehmen ſein. Sonach waͤren 2 Acker Turnips noͤthig, um den Duͤnger d i” fuͤr einen zu gewinnen. Vaſſe it Nach Arthur Youngs eigner Angabe beſtand auf ſeinem Land⸗ titns ſih gute in Hertfordſhire ſein Viehſtand im Winter aus 6 Pferden, nen aſ de 4 Kuͤhen und 9 Schweinen. Dieſe verzehrten 16 Ladungen Heu id Eir⸗ 1 und 29 Ladungen Stroh und wahrſcheinlich uͤberdies noch die ge⸗ äns us woͤhnliche Quantitaͤt Hafer fuͤr das Arbeitsvieh. Die Kuͤhe und dl5 3 34² Zehntes Kapitel. jungen Schweine liefen frei im Hofe herum und erhielten ihr Stroh in Raufen; der Miſt aus den Pferdeſtaͤllen und Koben fuͤr die Maſtſchweine wurde auf den Hof gebracht. Im Monat Mai wurde der geſammte Miſt umgewendet und auf Haufen geſchlagen; im Juni dann ausgefahren, und dabei erhielt man 118 Fuder zu 40 Cubikfuß. Der Betrag an Duͤnger, der auf dieſe Weiſe ge⸗ wonnen werden kann, iſt in der That ſo bedeutend, daß 45 Ochſen, waͤhrend ihrer Maſtungszeit, wo ſie zwanzig Wagenladungen Stop— peln zur Streu erhielten, 600 Tonnen wohlverrotteten Miſt gelie⸗ fert haben ſollen, und unabaͤnderlich iſt immer gefunden, daß der Werth deſſelben jederzeit im Verhaͤltniß ſteht mit der Guͤte und Nahrhaftigkeit des Futters. So zeigte ſich bei einer Vergleichung des aus einer reichlichen Olkuchenfuͤtterung hervorgegangenen Miſtes mit dem gewoͤhnlichen ſtrohigen Hofmiſt, daß 12 Fuder von jenem einen Acker eben ſo gut duͤngten, wie 24 Fuder von dieſem. Kompoſt. Mengeduͤnger. Wir haben ſchon bei der Bereitung des Duͤngers erwaͤhnt, daß es bei dem Umſtechen deſſelben auf dem Miſthofe ſehr vor— theilhaft ſei, das Obere und Untere innig mit einander und mit den uͤbrigen Beſtandtheilen des Dunghaufens zu vermengen, und daß dabei durch einen ſtarken Zuſatz von Erde nicht nur die Menge des Duͤngers ſehr vermehrt, ſondern auch zugleich, weil ſie die ab⸗ fließende Jauche in ſich aufnehme, ein vorzuͤglicher Kompoſt erhal— ten werde, der fuͤr alle Frucht- und Bodenarten, ganz beſonders aber fuͤr Grasland paſſend ſei. Es wird dagegen eingewendet, daß der Zuſatz von Erde zwar die Maſſe vermehre, aber nichts zu deren Guͤte beitrage, daß ferner die Koſten der Ausfuhr dadurch unnoͤthigerweiſe vermehrt werden und man einen beſſern Duͤnger erhalte, wenn man den Miſt fuͤr ſich allein zuſammenfaulen laſſe. Dies mag auch in manchen Faͤllen wahr ſein, indeſſen beweiſt doch die Erfahrung, daß ein ſolcher Mengeduͤnger in einen uͤberaus fruchtbarmachenden Moder ſich verwandelt, und daß auf manchen undankbaren Bodenarten geringe Duͤngungen nur wenig wirken. Auf ſolchem Boden geht der bloße Miſt fuͤr die Fruͤchte beinahe ganz verloren; kann er aber durch einen Zuſatz von Erde in einem groͤßern Maaße aufgebracht und leichter und inniger mit der Acker⸗ krume vermengt werden, ſo iſt dies nicht der Fall. Deshalb hat ſich in vielen Faͤllen eine ſolche Mengung ſehr nuͤtzlich erwieſen; Por die druur ten ic die Konpe Gebrauch! Kungtrac und dis i doc d kaut geri in galk ütlbare ie ür no nutwendig rqöuegen, 4 nümen, iz beſend 3 dder datt zu Iocrffei Gebruch nan alſo Juer mit dem Ve fricher Schiht diß eine( in Erihn Haufen eine 3 Ede 1 niglc, im ungen. g r mnwede inlaemm ſoßn da dn nß, fängt nun et invendi Raſſen, d d dberfe ii uc in Jegengt we ſeſchlagen; i 18 Fude jſe Weſſ 8 aß 45 Ochſa dungen St en Mit gii den, dß d der Güte m Verglaähun genen Ai er von jane dieſem. gers erwitt pofe ſehr we ander und n. rmengen, u nur die NMen eil ſie di kompoſt ette anz beſorder eingewene „aber nit fuhr dadun ſern Oin nfaulen lſt n beweit di inen übeni auf mange venig vwirtn beinahe n de in eina mit de Acer Daszabb hi ich ewieſu Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 343 die dadurch vermehrte Geſpannarbeit iſt allerdings ein Gegenſtand von Wichtigkeit, dieſe jedoch dadurch ſehr zu erleichtern, daß man die Kompoſthaufen auf den Vorarten der Äcker anlegt, wo man Gebrauch von ihnen machen will. Sie koͤnnen dann hier zuſam— mengebracht werden, ſobald es Zeit dazu gibt, ſelbſt im Sommer, und dies iſt ein nicht geringer Vortheil. In dieſem Falle ſollte jedoch das Land eine Sommerbrache erhalten, um ganz von Un⸗ kraut gereinigt zu werden. Ein geringer Zuſatz von friſchgebrann⸗ tem Kalk iſt nicht unvortheilhaft, nur darf derſelbe nicht in un⸗ mittelbare Beruͤhrung mit dem Miſte kommen. Sohbald indeſſen die fuͤr nothwendig erachtete Erſparniß an Geſpannarbeit es nicht nothwendig macht, die Kompoſthaufen an einem beſtimmten Ort anzulegen, ſo iſt es rathſam, Erde von Anſchwemmungsland dazu zu nehmen, die immer fruchtbarer, oft mit Mergel gemengt, und ganz beſonders geeignet iſt, armen, allzuthaͤtigen Boden zu kraͤf⸗ tigen; oder Lehm, oder, wenn auf dem Gute keine ſo fruchtbare Erdart zu finden iſt, doch wo moͤglich eine, welche hinſichtlich ihrer Beſchaffenheit der entgegengeſetzt iſt, auf welcher vom Kompoſt Gebrauch gemacht werden ſoll. Bei ſeiner Bereitung verfaͤhrt man alſo: Zuerſt wird ein Bette von Erde, oder von Raſenplaggen, mit dem Graſe aufwaͤrts, gemacht, darauf kommt eine Lage Miſt, je friſcher, deſto beſſer, etwa einen Fuß dick; hierauf wieder eine Schicht Erde, oder Raſenplaggen, letztere doppelt gelegt, ſo daß eine Grasſeite unten, die andre oben und jede mit dem Miſt in Beruͤhrung iſt. Auf dieſe Weiſe wird fortgefahren, bis der Haufen eine Hoͤhe von 5—6 Fuß erreicht hat, wo er dann ganz mit Erde zugedeckt wird. Man macht ihn gern ſo ſchmal, wie moͤglich, um eine groͤßere Flaͤche mit der Luft in Beruͤhrung zu bringen. Bisweilen wird auch etwas Kalk zugeſetzt; derſelbe muß aber entweder zwiſchen zwei Erd- oder zwei Raſenſchichten kommen; in letzterem Falle ſo, daß die Grasſeiten mit dem Kalk zuſammen— ſtoßen, den man uͤberhaupt mit ſolchen Subſtanzen zuſammenbrin⸗ gen muß, die ſich ſchwerer, als der Miſt zerſetzen. Der Haufen faͤngt nun an zu gaͤhren und wird in dieſem Zuſtand gelaſſen bis er inwendig kalt geworden. Hat die Erwaͤrmung gaͤnzlich nach⸗ gelaſſen, dann wird der Kompoſt ſo umgeſtochen, daß nicht nur das Oberſte zu unterſt, ſondern auch das AÄußere ſo viel als moͤg— lich nach innen komme und die ganze Maſſe zugleich recht innig gemengt werde. Iſt ein Theil des Haufens trocken, ſo muß er 344 Zehntes Kapitel. 1 angefeuchtet werden, am beſten mit Miſtjauche, und zwar jede Lage fuͤr ſich, ſowie ſie weggenommen wird, ehe die Mengung er⸗ folgt. Dieſes Umſtechen geſchieht mehrmals bis der Miſt und ſeine Zuſaͤtze gaͤnzlich zuſammengefault ſind, daher um ſo oͤfter, je lang— ſamer letztere, wie Raſen⸗ und vornehmlich Torſſoden, ſich zerſetzen. Das Verhaͤltniß des Miſtes oder anderer faulender Stoffe zur Erde haͤngt ebenſowohl von der Beſchaffenheit aller dieſer Sub⸗ ſtanzen, wie von dem Gutachten des Landwirth's ab. In Norfolk beobachtet man ungefaͤhr folgendes Verhaͤltniß: Humoſe Erde zur Bodenſchicht 160 Ladungen Miſt aus den Staͤllen und aus dem Ochſenhofe, abwechſelnd von jedem ein Fuder— ⸗ 112 Fuder Erde fuͤr die naͤchſte Schicht 42 ⸗* Miſt fuͤr desgleichen— 2 48 ⸗ Erde zur Decke und zu den Seitenwaͤnden 42 2— ⸗ 244+ 160= 404 F. Daraus entſtehen, nachdem die Mengung zweimal umgeſtochen worden, 300 Fuder Duͤnger, die fuͤr 20 Acker hinreichen. Einige Landwirthe beobachten ein andres Verfahren, das in Bezug auf die Duͤngerbereitung ſelbſt den Vorzug hat, daß dabei der ſaͤmmtliche Harn von dem Kompoſt aufgenommen wird; das aber dem Vieh, wenn der Duͤnger nicht oft weggenommen wird, einen unbequemen Standort verſchafft. Es iſt folgendes: Torf oder andre Erde werden bis zu einer Hoͤhe von zwei Fuß auf dem ganzen Viehhof ausgebreitet, nur nicht bis an die Gebaͤude, um die herum ein Weg von 6—7 Fuß Breite frei bleibt. Auf dieſe Erde wird nun zuvoͤrderſt eine Lage von Ginſter oder Farrenkraut, wenn ſie zu haben ſind, und dann erſt eine von Stroh gebracht, zu letzterer verwendet man auch die Streu aus den Staͤllen mit. Auf dieſes nun ſtellt man erſt die Futterraufen fuͤr das Vieh. So laͤßt man oft den Miſt vom ganzen Winter, oder ſo lange ſich anhaͤufen, bis ſeine Hoͤhe ſo unbequem wird, daß ſeine Entfernung ſich noͤthig macht. Er wird nun entweder im Hofe ſelbſt wohlgemengt auf einen Haufen gebracht und dieſer mit Erde bedeckt, wo er dann bis zum Herbſt ſtehen bleibt, oder ausgefahren, um ihn auf dem Felde ſelbſt zu einem Mengeduͤnger auf fruͤher angegebene Weiſe zu benutzen.— Na güchen 3 rach und Mteriai verwendet 2 dij w nayme des de ußha lefin ſti n änen A unn Faren f henatn, und znar e Nanxun Ni m und ii — riie M elbh en,ſic zite d Stoft n ler diſa e b. In off 160= Mp nal umgefote reichen. fahren, dasn hat, daßd d men wid; d enommen wi endes: Hoͤhe vun mm icht bis uni reite frei lui Ginſter h erſt ein m die Straun e Futternii zanzen Ann nbequem i r nun etmar act un diſr e blit, ode Merwoünge Von den faulenden Duͤngerarten. Stall- oder Hofmiſt. 345 Die Materialien und der Viehſtand waren in einem ſpeciellen Falle, wo dies Verfahren beobachtet wurde, folgende: 521 Fuder Erde a 20 Cubikfuß. 10 ⸗ Stoppeln. 11 ⸗ Farrenkraut. 46 Ladungen Stroh, jede zu 36 Bunden. 7 Pferde. 7 Kuͤhe. 3 Kalben und einige Schweine. Die Pferde wurden wie gewoͤhnlich gefuͤttert und das uͤbrige Vieh erhielt Kohl auf dem Hofe. Der gewonnene Duͤnger betrug, nach⸗ dem er Ende Mai's wohl umgeſtochen war, gegen 1000 Fuder à 20 Cubikfuß, und die ganzen Unkoſten des An- und Abfahrens, der Arbeit bei dem Umſtechen und Ausbreiten, ſammt der Auslage fuͤr Farrenkraut und Stroh, ſtiegen auf 45 Pfund 11 Schillinge 10 Pence. In einem andern Falle wurden 136 Fuder Erde in ziemlich gleichen Zwiſchenraͤumen von Anfang November bis Ende Maͤrz nach und nach auf den Hof gebreitet und daneben noch folgende Materialien, von denen ein großer Theil dem Vieh zu Futter diente, verwendet: 5 Fuder Stoppeln. 25 ⸗ Farrenkraut. das Stroh von 4 Ackern Hafer. 5 Fuder ſolches Stroh. 19 ⸗ Heu. Das gehaltene Vieh beſtand aus 4 Arbeitspferden. 4 Kuͤhen. 1 Jaͤhrling. 30 Schafen und einigen magern Schweinen. Der Hof wurde zuvoͤrderſt 6 Zoll hoch mit Farrenkraut zur Auf⸗ nahme des Harns beſtreut, und der Miſt aus den Staͤllen und dem Kuhhauſe darauf gebracht und ausgebreitet, nur die Schweine liefen frei auf dem Hofe herum; die Schafe wurden des Nachts in einem Winkel deſſelben eingepfercht und erhielten eine Streu von Farrenkraut. Der Miſt wurde demnach nicht von dem Vieh feſtgetreten, aber ſorgfaͤltig auf einen Haufen geſchlagen, wenn er 346 Zehntes Kapitel. eine Hoͤhe von etwa 7 Fuß erreicht hatte, und dann wieder von Neuem mit ſeinem Anſammeln begonnen. Der ganze Duͤnger⸗ gewinn, nachdem derſelbe wohl umgeſtochen worden, betrug 390 Fuder à 20 Cubikfuß, von denen die Schafe 23 Fuder gaben, und die geſammten Koſten, mit Einſchluß des Mengens und Um— ſtechens von 70 Fudern andern Miſtes aus dem vorigen Jahre, aber ohne das Heu, beliefen ſich auf 25 Pfund 18 Schill., die bei jetzigen Preiſen etwa 35 Pfund ausmachen wuͤrden. Es ver⸗ dient bemerkt zu werden, daß man auf dieſe Weiſe etwas mehr Duͤnger erhielt, als bei dem vorigen Verfahren, und daß die zu⸗ letzt beſchriebene Bereitungsart den Vortheil gewaͤhrt, daß ſie zu verſchiedenen Zeiten gutvergohrnen Duͤnger liefert. Wenn Torf oder Raſen zu ſolchem Kompoſt verwendet wird, ſo iſt zu erinnern, daß darin, wenn ſie zumal im Sommer oder Herbſt geſtochen werden, gewoͤhnlich ſehr viel Unkrautsſaamen, Wuͤr⸗ mer, Inſekteneier und Larven enthalten ſind. Es iſt daher noth⸗ wendig, ſie, wie auch alle andre, nicht durch wiederholtes Pfluͤgen gelockerte Erde entweder ein ganzes Jahr lang in Haufen ſtehen zu laſſen, und mehrmals umzuſtechen, ehe man ſie als Duͤnger auffaͤhrt, oder, dem Kompoſt Kalk zuzuſetzen. Die Anwendung des Duͤngers auf verſchiedenen Boden⸗- und zu verſchiedenen Fruchtarten iſt aller⸗ dings ein hochwichtiger Gegenſtand fuͤr den Landwirth, beruht aber im Ganzen auf wenig Regeln. Wir theilen keineswegs die Anſicht der Landwirthe, die ihren Duͤnger lange Zeit auf der Oberflaͤche ausgebreitet liegen laſſen, ſondern meinen, daß derſelbe augenblicklich, ſo wie er vom Wagen kommt, geſtreut, und dann alsbald untergepfluͤgt werden muͤſſe, um ihn recht innig mit dem Erdreich zu mengen; denn dadurch erlangt man von ihm die vollſtaͤndigſte Wirkung. Er darf auch nicht gleich tief in den Boden gebracht werden. Es meinen zwar einige, daß durch eine tiefe Bedeckung Duͤngers die nachtheilige Verdunſtung deſſelben vermieden werde, daß die Wur⸗ zeln ihren Weg zu ihm dennoch finden, und daß er dann durch ſpaͤteres Pfluͤgen immer wieder in die Hoͤhe komme. Dieſem wi⸗ derſpricht aber die lange Erfahrung aufmerkſamer Landwirthe, wel⸗ che bemerkt haben, daß der Duͤnger immer um ſo mehr wirke, je naͤher an der Oberflaͤche man ihn erhaͤlt: er liegt dann den Wur⸗ zeln der jungen Pflanzen zu einer Zeit naͤher, wo ſie der Nahrung Van am meſten widr m nit dn A gethel dar ſe enſſ Gune⸗ dt Benutz zäbengen, um das aat niemal Zäir und dan ſt dann Erag he den Vorz ſchaffenhe und der E über ange Angröen u nitkné di dal er vemn dieſe aütnd de ndeſen ei u ſl Cen fätimich em Daxa wonmen u ſ dil) —— ) Maca (onendiun in Aarf a Karra ut nn wider e ganze Ding n, betru M Fuder gitn gens und U vorigen din 8 Schil., tden. Es w 3ſe etwas u nd daß de r tt, daß ſi 1 rrwendet wit Sommer d ſaamen, Wi ſtt daher ne holtes Pfliy zufen ſtehen, ünger aufi ztarten iſtale rth, beruhta wirthe, die im t liegen biſ wie er w epfluügt wenn mengen; di Wirkung. werden. 5 g Düͤnges daß degr er dann dut e. Difſem n andvitth, wi⸗ dann d Wur ſ der Nahrun Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 347 am meiſten beduͤrfen. Auch behaupten ſie, daß der Duͤnger nicht wieder an die Oberflaͤche komme, wenn er einmal ein Jahr lang mit dem Ackerlande wohl vermengt gelegen habe, daß er im Ge— gentheil dann voͤllig im Boden ſich aufloͤſe, und dieſe Aufloͤſung ſo tief einſinke, wie der Pflug gedrungen iſt. Gute Wirthe halten es ferner noch fuͤr eine Hauptregel bei der Benutzung des Hofmiſtes, nicht mehr auf einmal davon auf⸗ zubringen, als zur Erzeugung guter Ernten erforderlich; denn wenn das Land fuͤr Futter und andere gruͤn zu erntende Gewaͤchſe auch niemals zu reich ſein kann, ſo leiden doch Weizen, Gerſte, Hafer und Roggen jederzeit durch ein Übermaaß von Duͤnger, in⸗ dem ſie dann faſt blos ins Stroh wachſen. Wir haben kuͤrzlich Wei⸗ zen auf dem ſehr gut beſtellten Felde eines großen Lohnkutſchers geſehen, der keine zwei Quarter vom Acker gab, blos in Folge zu ſtarker Miſtduͤngung; und Jedermann weiß, daß auf einem Miſt⸗ haufen kein Getreide zu bauen iſt. Doch darf er auch nicht zu ſpaͤrlich angewendet werden; denn iſt die Menge zu gering, ſo be⸗ zahlt ſie da die Koſten nicht, wo das gerechte Maaß einen hohen Ertrag liefern wuͤrde. Die Mittelſtraße verdient alſo auch hier den Vorzug; ſie haͤngt aber ſo von den Umſtaͤnden, von der Be⸗ ſchaffenheit des Miſtes und des Bodens, von der Wahl der Fruͤchte und der Beſtellungsweiſe ab, daß ſich nichts ganz Beſtimmtes dar— uͤber angeben laͤßt. Man findet zwar bei mehren Schriftſtellern Angaben und Berechnungen uͤber dieſen Gegenſtand, ſie ſind aber meiſtens viel zu ungenau, indem ſie die Duͤng8ung immer nach der Zahl der Fuder ſchaͤtzen, ohne deren Groͤße anzuzeigen, und ſelbſt wenn dieſes geſchieht, findet wieder im Gewicht, je nachdem der Zuſtand des Duͤngers, ein großer Unterſchied ſtatt. Man kann indeſſen einen Cubikyard wohlverrotteten Hofmiſt im Durchſchnitt zu 11 Centnern annehmen. Ein gehaͤufter einſpaͤnniger Karren faßt ziemlich eine Tonne, ein zweiſpaͤnniger ungefaͤhr 1 ½ Tonne; ein Wagen gegen 2 Cubikyards, jede zu 27 Buſhel ange⸗ nommen, wenn er blos eben beladen wird, gehaͤuft wohl doppelt ſo viel*). *) Malcolm berechnet in ſeinem Unterricht in der neuern Landwirthſchaft (Compendium of Modern Husbandry), einem recht guten Buche, B. 2. S. 19, den Bedarf an Hofmiſt fuͤr die verſchiedenen Fruͤchte und Bodenarten nach Karren zu 1 Cubikyard oder 11 Centnern pro Acker auf folgende Weiſe: I. 23 — 348 Zehntes Kapitel. Auf ſtrengem Boden wird der Hofmiſt am gewoͤhnlichſten im Sommer auf die Brache zu Weizen aufgebracht, und wenn dies der angenommenen Fruchtfolge gemaͤß iſt, ſo ſind die einſichtsvoll⸗ ſten Landwirthe der Meinung, daß es keine ſchicklichere Zeit dazu geben koͤnne. Die Jahreszeit iſt dann ſo weit vorgeruͤckt, daß man hinlaͤnglich Muße zur Zubereitung des Wintermiſtes hatte, und es laͤßt ſich auch auf Thonboden, wo nur wenig Wurzelgewaͤchſe ge⸗ baut werden und die Stallfuͤtterung ſelten eingefuͤhrt iſt, die Miſt⸗ ausfuhr wirklich zu jeder andern Zeit nur ſchwierig ausfuͤhren. Wird aber der Miſt unmittelbar zu Halmfruͤchten verwendet, dann muß er entweder gehoͤrig verrottet ſein, oder, friſch aufgebracht, ſo lange vor der Saat untergepfluͤgt werden, daß er, ehe dieſe erfolgt, durch mehrmaliges Ackern innig mit dem Boden zu mengen und zur vollkommenen Zerſetzung zu bringen iſt; denn ſonſt erzeugt er Unkraͤuter, die, wenn man ſie nicht ausjaͤtet, vor der Getreideernte zur Reife kommen und das Land fuͤr die Zukunft verunreinigen. Wenn Alles ordentlich vollfuͤhrt und der Acker auf dieſe Weiſe vollkommen gereinigt wird, ſo findet man den Duͤnger, ſobald er bei ſeinem Ausſtreuen ſorgſam zerzupft wurde, zur Zeit der Saat ſo vertheilt und ſo innig mit dem Boden vermengt, daß er bei keiner anderen Verwendungsart einen ſo hohen Ertrag liefert. Es iſt auch nicht ungewoͤhnlich, ihn auf ein Kleefeld einige Zeit vor deſſen Umbruch zu Weizen auszubreiten, oder ihn auf ein zum Umbruch beſtimmtes Grasland ein bis zwei Jahr vorher, ehe die— ſes geſchieht, auszuſtreuen. Letzteres Verfahren wird von Manchen indeſſen nicht gebilligt, obgleich mehre einſichtsvolle Landwirthe daſ⸗ ſelbe empfehlen. Auf minder ſchweren Bodenarten, wo die Fruchtfolge meiſtens mit Turnips anhebt, hat die Erfahrung gelehrt, daß der verrottete Duͤnger den Vorzug hat; er wird daher vor ſeiner Verwendung gewoͤhnlich zweimal umgeſtochen und untereinander gemengt, um ihn in dieſen Zuſtand zu verſetzen. Da aber die ſchwediſchen Tur⸗ Auf Auf Auf Auf Auf ſtrengem Boden mittlerm Lehmboden Grandboden Kreideboden Sandb. Zu Weizen 30 Karren 20—25 Karr. 25 K. 20 K. 20 K. ⸗ Gerſte 25 ⸗ 20 ⸗ 22 ⸗ 16 ⸗ 18 ⸗ ⸗Turnips 30 ⸗ 20 ⸗ 25 ⸗ 20 ⸗ 20⸗ = Klee 15— 20⸗ 15 2 20 ⸗ 16 ⸗ 16 ⸗ ⸗ Esparſett— ⸗— 2— ⸗ 20 ⸗— ⸗Weide 15—20⸗ 15 2 16 ⸗ 16 ⸗ 16⸗ Von nips niſt bereiung ter gelatt , ſh zi Veriei durc dern nit Eneb ltin gfu de lnterbr dfen wid gaunmen! häänelen au vür zu ſor eiſe vume ägeiſſen w fig aus ihr Wid n Fänigu ſolad Hal dos Eddrich Fuihſehre Wolte ma ſo würde n geriner ſf d rice K tingmnafen fn af en ewignicſtn, und denn die enien lichere zat d rgerück, do dr tes hat ttte, und ur waͤchſe ir iſ,de R vietig au Fühn verwenden d h aufget at ehe diſe i zu mengen ſonſt erzan der Getredn ft verunrein auf dieſe I unger, ſoud ur Zeit dee nengt, dße ertrag lefet d einige gi ihn auf en e rvorher,(hel vird von Nan e Landwithe uchtfolge mi daß der bae iner Vernane er gemenai, ſchwediſhad Auf 1 reideboden E 28. Al . 15⸗. 16: 1b⸗ — 8—— ——————— Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 349 nips meiſtens ſchon im Mai geſaͤet werden, laͤßt ſich jene Duͤnger⸗ bereitung dazu nicht wohl vollenden, wenn die Hoͤfe nicht im Win⸗ ter geleert werden; es wird daher zu ihnen viel uͤberjaͤhriger, kur⸗ zer, ſpeckiger Miſt verwendet. Dieſer wird bei der Drillſaat in die Vertiefungen zwiſchen den aufgepfluͤgten Daͤmmchen gelegt und durch deren Spalten vermittelſt eines doppelten Streichbretspfluges mit Erde bedeckt; bei der breitwuͤrfigen Saat dagegen vor dem letzten Pfluͤgen ausgebreitet; obgleich einige Landwirthe mehr fuͤr das Unterbringen mit der zweiten Pflugfurche ſind. Zu den Kar⸗ toffeln wird uͤberall, wenn es moͤglich zu machen, reiner Stallmiſt genommen und derſelbe in die geoͤffnete Furche unmittelbar unter, bisweilen auch wohl uͤber die Saatſtuͤcken gelegt; dabei iſt aber dafuͤr zu ſorgen, daß er hinlaͤnglich tief und vollkommen unter die Erde komme, damit er ſpaͤterhin nicht wieder von der Egge her⸗ ausgeriſſen werde, und dadurch zum Verruͤcken der Saamenkartof⸗ feln aus ihrer Lage beitrage. Wird es auf Boden der letzten Art einmal nothwendig, Brache zur Reinigung des Landes zu halten, ſo wird dieſelbe nicht geduͤngt, ſobald Halmfruͤchte darauf folgen, weil der Miſt, zumal der lange, das Erdreich ſo loſe macht, daß die Getreidepflanzen leicht von den Fruͤhjahrsfroͤſten herausgezogen werden und dann umkommen. Wollte man nun deshalb blos ganz verrotteten Duͤnger anwenden, ſo wuͤrde man zu viel an Maſſe verlieren, die ohnedies hier etwas geringer iſt, weil ſolcher Boden nicht ſo viel Stroh liefert, wie der reiche Klay. Der daraus entſtehende Duͤngermangel wird zwar einigermaßen dadurch erſetzt, daß man die Turnips von den Scha⸗ fen auf dem Felde abfreſſen laͤßt, und hier nicht ſo ſtark auf ein— mal zu duͤngen braucht; dafuͤr wird aber eine oͤftere Wiederholung dieſer Operation nothwendig, weil auf den minder gebundenen Bo⸗ denarten die Erſchoͤpfung viel raſcher vor ſich geht. Deshalb darf keine Muͤhe geſcheut werden, um die Duͤngermaſſe zu vergroͤßern. Auf dem Graslande in der Naͤhe von London, wo das beſte Wieſenheu im ganzen Koͤnigreiche waͤchſt, wird Duͤnger aller Art und in jedem Zuſtande, ſowohl friſch, als verrottet, angewendet; Stadtduͤnger, Straßenkoth, theilweis in einem fluͤſſigen Zuſtande, wird ohne alle weitere Vorbereitung, wie er vom Wagen oder aus der Barke kommt, daraufgebracht. Es iſt ein kalter thoniger Land⸗ ſtrich auf dem noͤrdlichen Ufer der Themſe in Hertfordſhire und Middleſer, der nur durch die ununterbrochene Duͤngung ſeine gegen⸗ waͤrtige Fruchtbarkeit erlangt hat. Einige Paͤchter ſind durch ihre 23* 350* Zehntes Kapitel. Pachtbedingungen verbunden, alle drei Jahre eine ſtarke Decke von voͤllig verrottetem Stallduͤnger darauf zu legen; Andere wenden ſelbigen lieber im friſchen Zuſtande an und ſind der Meinung, daß ein Fuder von dieſem genau ſo viel wirke, wie ein Fuder von je⸗ nem. Wenn er vom Regen ausgewaſchen worden, wird das Stroh abgerecht, und wieder zur Streu benutzt. Es unterliegt vielleicht kaum einem Zweifel, daß das Überduͤngen mit in Waſſer aufgeloͤſtem faulenden Duͤnger den Pflanzen am ſicherſten Nahrung zufuͤhrt; deshalb merken manche Landwirthe nach der Heuernte genau auf die Veraͤnderung des Wetters, und eilen, ſobald der Barometer auf baldigen Regen hinweiſt, ihren Duͤnger, gleichviel von welcher Art, aufzubringen; bleibt aber die Witterung trocken, ſo laͤßt man denſelben unangeruͤhrt ſtehen bis gegen das Ende des Septembers, wo die Duͤngung ſich am ſchicklichſten macht, weil zu der Zeit die Wieſen gewoͤhnlich trocken genug ſind, um ohne Gefahr einen Wa⸗ gen tragen zu koͤnnen, und keine dem Miſt nachtheilige Hitze mehr zu befuͤrchten iſt. In allen dieſen Faͤllen iſt eine reiche Ernte die Folge, weil das Land, obgleich kalt, doch gutes Gras hervorbringt, und Duͤn⸗ ger jeglicher Art, nur reichlich aufgebracht, deſſen Wuchs befoͤrdert; es iſt aber nur in der Naͤhe großer Staͤdte, wo fortwaͤhrend Duͤn⸗ ger wohlfeil zu haben iſt, ein ſolches Verfahren moͤglich. Gegen die Verwendung von Kompoſt aus Erde und Miſt auf Wieſenland wird angefuͤhrt, daß derſelbe nicht in den Boden ein⸗ dringe und daher reiner Miſt wirkſamer ſei. Auf einem Boden der angegebenen Art hat ſolches ſeine Richtigkeit; aber auf Boden leichterer Art ſchafft eine Mengung von Erde, beſonders von Thon mit Miſt, manchen Vortheil, indem dadurch die Maſſe vermehrt und ein Duͤnger erzeugt wird, der den Boden etwas bindender macht, den Graswurzeln einen feſteren Standort bereitet, und da⸗ durch bewirkt, daß die zarteren Pflanzen, die entweder nicht Kraft genug hatten, ſich in dem Boden zu verbreiten oder deren Saamen bisher ſchlummerten, ploͤtzlich zum Vorſchein kommen, und ſo die Raſennarbe verbeſſert wird. Einen ſchlagenden Beweis davon er⸗ zaͤhlt Herr Dawſon zu Frogden(ſ. S. 9). Derſelbe hatte Ge⸗ legenheit eine ziemliche Menge eines ſchwarzen Lehms von einem Haidehuͤgel, den er zur Ableitung des oberflaͤchlichen Waſſers von einem unkultivirten Landſtuͤcke abgrub, auf ein benachbartes mit Binſen bewachſenes Grasland zu fahren, von dem etwa ½ Acker einen Zoll dick damit belegt wurde. Es war auf demſelben vor⸗ ſtarte dace Anden vas er Meinung d in Judet un , widd das en interiiegt vil Taſſer aufgei Nahrung uſtt jernte genau d der Buu. hviel von me ken, ſo lißt des Sepinte il zu derzi jhefahr einne heilige Hier wringt, undd Wuchs bet fortwahrndd moͤglih Erde und Mt n den Bodne Auf einm d t; aber ufd ſſonders vnd je Maſſe ven⸗ metwas biüe bereitet und weder nict der dern Eir mmen, und Beweis dare erſelbe hin Lehms von” ihen Vaſau benaclurtén un imn eT f demſelbn e die Fohe, Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 331 her keine Spur von gutem Gras zu ſehn, aber nach der Bedeckung kamen weißer Klee und andere feine Grasarten zum Vorſchein, die immer mehr ſich ausbreiteten, waͤhrend die mit Lehm uͤberfah⸗ renen Binſen ſo ſchnell verſchwanden, daß im dritten Jahre kaum noch etwas davon zu bemerken war. Es iſt eine bekannte That⸗ ſache, daß der Duͤnger in demſelben Verhaͤltniſſe groͤßere Wirkung hervorbringt, in welchem der Boden beſſer wird; dies iſt aber noch viel auffallender bei Gras, als bei Ackerland. Auf einer ſchlechten beſtaͤndigen Weide wirkt der darauf gebrachte thieriſche Duͤnger faſt gar nichts, dagegen verbeſſert er die ungemein, welche mit beſ⸗ ſeren Grasarten bedeckt ſind, und beſonders dann, wenn er in Ver⸗ bindung mit Kalk angewendet wird, wie wir zeigen werden, wenn wir von dieſem ſprechen. Es findet in der That ein nicht geringer Mißbrauch bei der Anwendung des Duͤngers in den meiſten Theilen des Koͤnigreichs ſtatt, naͤmlich der, einen großen Theil deſſelben dem Lande gerin⸗ gerer Guͤte zu geben, waͤhrend das von groͤßerer Guͤte deſſelben in gleichem Maaße bedarf. Der beſſere Theil mancher Landguͤter wird durch das eitle Streben, den geringeren zu verbeſſern, ent— kraͤftet, und dies iſt ein offenbarer Verluſt. Andere befolgen zwar wieder das entgegengeſetzte Verfahren; aber auch das iſt ein Fehler. Soll dem Lande Gerechtigkeit widerfahren, ſo muß ein jeder Theil des im Umlauf mit begriffenen den aus ſeinem Produkt erzeugten Duͤnger erhalten. Es gibt allerdings einige wenige Grundſtuͤcke, die ſo reich ſind, daß es unrecht ſein wuͤrde, ſie duͤngen zu wollen; allein im Ganzen laͤßt ſich als gewiß annehmen, daß der Duͤnger ſich beſſer bezahlt macht auf gutem, als auf ſchlechtem Boden, er muͤßte denn dem vorliegendem Boden ganz unangemeſſen ſein. Bei dem Ausbreiten des Duͤngers auf dem Lande iſt das ge— woͤhnlichſte Verfahren, denſelben vom Wagen oder Karren herab zuerſt in kleine Haͤufchen zu vertheilen, und dieſe dann zu zerſtreuen. Manche Wirthe fahren ihn im Winter bei Froſt aus und warten mit dem Streuen bis es gethauet hat. Dies iſt bequem und ſo lange die Kaͤlte dauert, mag dabei auch kein Verluſt ſtattfinden; wenn aber die Haͤufchen nach dem Aufthauen nur einige Zeit ſte— hen, ſo erfolgt dieſer und wird eine ungleichartige Duͤngung er— zeugt, indem die Stellen, wo ſie ſtanden, von der abziehenden Jauche ſtaͤrker geduͤngt werden, als der uͤbrige Theil des Feldes. Wenn dieſes abhaͤngig iſt, wird der Verluſt um ſo groͤßer, indem 35² Zehntes Kapitel. durch die Feuchtigkeit viele Dungtheile auf das untere Ende deſ⸗ ſelben oder ganz ungenutzt in die Graͤben gefuͤhrt werden. Ein anderes Verfahren iſt, daß Fuhrmann und Miſtſtreuer auf dem Wagen ſtehen und den Duͤnger gleich von dieſem herab mit Gabeln ausbreiten. Dies hat zwar den Vortheil einer ſchnel⸗ len Vertheilung, aber ſie erfolgt meiſtens ſehr unregelmaͤßig; der Miſt wird nicht gehoͤrig zerzupft und uͤberdies nimmt das oftma⸗ lige Anhalten der Pferde viel Zeit weg. Es iſt demnach dieſes Verfahren nicht empfehlenswerth.— Um das Ausfahren des Miſtes ſorgfaͤltig zu bewerkſtelligen, muß die Entfernung des zu befahrenden Feldes genau ermittelt und eine ſolche Zahl von Geſpannen angeſtellt werden, daß Mann und Vieh hinreichend zu thun haben und kein Zeitverluſt entſtehe. Die Anwendung von Wechſelwagen, ſo daß z. B. zwei Geſpann fort⸗ waͤhrend mit drei Wagen, von denen einer auf dem Felde, einer auf dem Wege und einer unbeſpannt bei dem Aufladen ſich be— findet, beſchaͤftigt ſind, iſt hier ſehr anzurathen. Er ſollte ſtets ſogleich geſtreut werden; am beſten iſt es, dazu Weiber oder Kin⸗ der anzuſtellen, die ihn, ſo wie er vom Wagen faͤllt, unter den Augen eines Aufſehers ausbreiten und dabei außs ſorgfaͤltigſte ver⸗ theilen muͤſſen. Der Wirth ſelbſt, oder eine Perſon, auf die er ſich verlaſſen kann, muß nicht nur die Zahl der Fuder, die auf einen Acker kommen ſollen, ſondern auch die Strecke, welche ein Fuder zu bedecken hat, genau beſtimmen. Dies iſt am leichteſten, wenn der Duͤnger in die Furchen oder Vertiefungen zwiſchen auf— gepfluͤgte Daͤmmchen gelegt wird; denn dann iſt es nur noͤthig, dieſelben auszuſchreiten und vorzuſchreiben, wie viel Fuder in einer oder zweien von ihnen abzuladen ſind. Soll aber das ganze Feld gleichmaͤßig uͤberdeckt werden, dann wird es noͤthig, die Entfernung und Groͤße der einzelnen Haͤufchen genau anzugeben. Die regel⸗ maͤßige Vertheilung des Duͤngers darf niemals gewoͤhnlichen Ar⸗ beitern ohne Aufſicht uͤberlaſſen bleiben; denn es gibt dabei gar ſo viel zu beobachten. So kann es z. B. vortheilhaft ſein, einen Theil des Feldes ſtaͤrker, als den andern zu duͤngen, weil der Bo⸗ den verſchieden iſt; oder deſſen abhaͤngige Lage es erfordern, daß das obere Ende mehr Duͤnger empfange, als das untere, dem er den⸗ noch vom oberen in reicherem Maaße zugeſchwemmt wird. Auch iſt darauf Acht zu geben, daß die Knechte am entfernteſten Theil des zu duͤngenden Landes anfangen und nach und nach zu dem naͤchſten uͤbergehen, und daß ſie die Reihe der einzelnen Haͤufchen — ——.—— 9 ————*— —A—ͤnrnnðᷓᷓ—————————— — 2———————— 4———— 1 Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 353 ntere Ende d wena ſo wie dieſe ſelbſt ganz gleichmaͤßig hinſichtlich ihrer Entfernung und Nifie und Groͤße machen. Überlaͤßt man ſie bei dieſer Arbeit ſich ſelbſt diſm 3 ohne Aufſicht, ſo machen ſie auf dem Felde Wege in die Kreuz ei enn und Quer zum großen Schaden der Frucht. eini 4 Dies iſt das, als das beſte anerkannte Verfahren, wenn der unt* Duͤnger auf der ganzen Breite des Feldes untergepfluͤgt werden tin ſoll; wo aber derſelbe in die Saatreihen zu liegen kommt, wie es Kenuc in in Schottland und im Norden von England bei der Drillkultur der Turnips nicht ungewoͤhnlich iſt, faͤhrt man mit dem Wagen bevafſllie in der Mitte zwiſchen ſo viel Saatreihen hin, als auf einmal ge⸗ genau eritt duͤngt werden ſollen, und wirft davon in eine jede ſo viel, als den, daß Mm man fuͤr noͤthig haͤlt. Gewoͤhnlich ſind dieſe Reihen 27 Zoll weit verliſ entſ von einander und wenn man drei auf einmal duͤngt, wird in der Geſpannſe Regel der Miſt gleichmaͤßiger vertheilt, als wenn fuͤnf auf einmal n Felde, in gedungt werden, wo die aͤußeren Reihen manchmal zu kurz weg⸗ fladen ſih kommen, ſobald man nicht ſehr aufpaßt und fuͤr hinreichende Ar⸗ Er ſolle beiter ſorgt. Geſchieht indeſſen dieſes, ſo iſt es offenbar, daß die Jeiber oder faͤllt, unter d — Duͤngung von fuͤnf Reihen die Arbeit mehr foͤrdern und das Feſt⸗ 1 treten des Bodens vermindern muͤſſe. Weiber und Kinder mit ſrrgfäͤltiſſe e leichten Haken oder Gabeln verſehen, ſind zu dieſer Arbeit ſtark ſon, auf di genug und ſelbſt kleine Knaben und Maͤdchen verrichten ſelbige Fuder, de n recht gut, wenn ſie einmal einige Zeit darin geuͤbt ſind. Vier ecke, welcen ſind in der Regel hinreichend zu zwei Wechſelgeſpannen. tam leicktſe Bei dem Unterpfluͤgen des Miſtes iſt es hoͤchſt nachtheilig⸗ en zwiſchen ai wenn derſelbe nicht vollkommen mit Erde bedeckt wird, ſondern es nur nüh zum Theil daraus hervorragt oder gar auf der Oberflaͤche liegen, Fuder in in und ſo mit der Luft in Beruͤhrung bleibt. Ein ſolches vollkom⸗ das ganzed menes Unterpfluͤgen iſt ohne Beihilfe von Menſchenhaͤnden, die die Entferun den Miſt in die vom Pfluge geoͤffnete Furche legen, nur bei ganz n. Die ty⸗ verrottetem Duͤnger allenfalls moͤglich, bei langem niemals. Man woͤhnlichen! hat zwar mehre Erfindungen gemacht und manche Vorkehrung an öt dabei gi den Pfluͤgen angebracht, die dieſen Übelſtand beſeitigen ſollen, allein ft ſein, tim keine entſpricht ihrem Zweck voͤllig. Eine der beſſeren duͤrfte die , well dad nachſtehend Fig. 36 abgebildete ſein, welche aus einem vor aderd dt dem Sech in dem Grindel eines jeden Pfluges zu befeſtigenden re, dem a w Eiſen beſteht, das der Erfinder Depoſitor— Einleger— genannt f vid A hat. Es wird in den Pflugbaum eingezapft, wie das Sech, von farkeft Thi deſſen Spitze 3—4 Zoll entfernt es die Oberflaͤche des Bodens in er 1, dan einem rechten Winkel beruͤhren muß, ſobald der Pflug im Gange dut iſt. Es wird durch einen Keil feſtgehalten, um es nach Erforder⸗ nen Hiuſch 354 Zehntes Kapitel. niß hoͤher oder tiefer ſtellen zu koͤnnen. Um den Baum durch das neue Zapfenloch nicht zu ſchwaͤchen, iſt das Eiſen des Einlegers nur ⁄ Zoll ſtark und 1 ½ Zoll breit. Dies iſt als genuͤgend be⸗ funden worden. Die Entfernung ſeiner Fluͤgel von A bis B iſt 10 Zoll. Auch dieſe Vorrichtung erfuͤllt indeſſen nur bei verrotte⸗ tem Duͤnger ihren Zweck nach Wunſch. Was die Menge des Viehduͤngers betrifft, die zur Erzie⸗ lung einer beſtimmten Anzahl und Groͤße von Ernten auf verſchie⸗ denen Bodenarten und bei verſchiedenen Wirthſchaftsſyſtemen er⸗ forderlich iſt, ſo haben Unwiſſenheit und falſche Angaben uͤber die— ſen Gegenſtand manchen bedeutenden Irrthum bei der Ausuͤbung veranlaßt, und die in den landwirthſchaftlichen Schriften daruͤber ertheilte Belehrung iſt meiſtens duͤrftig und ſelten richtig. Es iſt daher eine Aufgabe von der groͤßten Wichtigkeit, ſo genau wie moͤglich zu unterſuchen, was bei dem Anbau der Fruͤchte haupt— ſaͤchlich zu beachten iſt, welche von ihnen in einer gegebenen Lage vorzugsweiſe zu waͤhlen ſeien, welches Verhaͤltniß zwiſchen ihnen ſtattfinden und in welcher Ordnung und Folge ihr Anbau geſche⸗ hen muͤſſe. Der letztere Gegenſtand ſoll genau erwogen werden, wenn wir von den Folgen und dem Umlauf der Fruͤchte ſprechen; uͤber den Durchſchnittsertrag aber, den das Land von ihnen bei ge— woͤhnlicher Kultur und Fruchtbarkeit liefern kann, ſind ſchon in dieſem Kapitel(ſ. S. 348) einige Angaben mitgetheilt worden. Was aber die Menge von faulendem Duͤnger betrifft, die im Allgemeinen als hinreichend fuͤr 1 Acker Land anzuſehen ſein moͤchte, — V V V Zeit T ſo lch Mti wunnt de Vor Fuuctt fide, atten, ſene R Menge den in d. D voͤnli Iabten Macthe Schwer in diſe gſſtt aus d gäch terge ten ein? nähre aufe riiche beſte rihtig liner W dunkt hande harter Jeit du ſ mit d der e um durch i des Einlen genugend! n A bis Bi ar bei bervtte die zur Ehi en auf berſci rftsſyſtemen e⸗ gaben über ie der Ausüberg hriften darlte ictg. Gi ſo genau w Fruchte hau⸗ egebenen dat wiſchen ihnn Anbau geſ verden, vent ſprechen; üin ihnen bei ge ſind ſtor in theilt vorden. ttrift, die Win a ſeinmödht ————— ——- Von den faulenden Duͤngerarten. Stall⸗ oder Hofmiſt. 355 ſo laͤßt ſich wohl annehmen, daß derſelbe alljaͤhrlich 4— 5 Tonnen Miſt in dem Zuſtande der Verrottung, wo wir ihn Gabelmiſt ge⸗ nannt, haben muͤſſe. Dieſe Berechnung trifft indeſſen nur unter der Vorausſetzung, daß auf den minder ſchweren Bodenarten reine Fruchtwechſelwirthſchaft mit ſtarkem Futterbau auf dem Felde ſtatt⸗ finde, daß bei der Bewirthſchaftung der ſehr gebundenen Boden⸗ arten, die dieſes Wirthſchaftsſyſtem nicht verſtatten, eine angemeſ⸗ ſene Menge von Grasland vorhanden ſei, und daß die angegebene Menge von Miſt nicht in ſo kleinen Quantitaͤten alljaͤhrlich, ſon⸗ dern in groͤßeren alle vier, fuͤnf oder ſechs Jahre aufgebracht wer⸗ de. Die minder gebundenen Bodenarten erfordern bei dem ge⸗ woͤhnlichen Wirthſchaftsgange eine Miſtduͤngung nur einmal in vier Jahren und wo der Klee zwei Jahre ſtehen bleibt, kann ſie ohne Nachtheil noch um ein Jahr weiter hinausgeſchoben werden. Schwerer Boden braucht nur alle ſechs Jahre eine ſolche, wenn er in dieſer Zeit ein Jahr Brache liegt. Dabei wird jedoch voraus⸗ geſetzt, daß außer Koͤrnern, Wolle und uͤberzaͤhligem Vieh nichts aus der Wirthſchaft verkauft werden duͤrſe, ohne es durch eine gleiche Menge erkauften Duͤnger zu erſetzen, daß ſaͤmmtliche Fut— tergewaͤchſe, ſo wie das ganze Stroh von Halm- und Huͤlſenfruͤch— ten auf die nutzbarſte Weiſe verbraucht werden muͤſſen, und daß ein Theil des Vieh's entweder mit Gruͤnfutter auf dem Stalle er— naͤhrt oder mit Hilfe von Olkuchen gemaͤſtet werde. Wird dieſes auf einen dankbaren Boden mit Sorgſamkeit und mit einem hin⸗ reichenden Kapital, um Arbeits⸗ und Nutzvieh zahlreich und im beſten Zuſtand anzuſchaffen, durchgefuͤhrt, ſo kann man auch, bei richtiger Behandlung darauf rechnen, daß es nie an Duͤnger bei einer der gewoͤhnlichen Wirthſchaftsweifen fehlen werde. Wir wollen nun am Schluß dieſes Kapitels noch einmal die Punkte kurz zuſammenſtellen, welche in Bezug auf die darin be— handelten Gegenſtaͤnde die meiſte Beachtung verdienen: 1) Der Boden des Miſthofes iſt mit Ginſter, Farrenkraut, hartem Bohnenſtroh oder anderen unnuͤtzen Vegetabilien, die lange Zeit zur Zerſetzung beduͤrfen, zu belegen und darauf dick Stroh zu ſtreuen. 2) Die Futterraufen des darauf ſtehenden Vieh's ſind von Zeit zu Zeit auf verſchiedene Stellen des Miſthofes zu ſetzen, da— mit die darauf fallenden Excremente gleichmaͤßig vertheilt und mit der Streu zuſammengetreten werden. 3) Der in den Staͤllen und Schuppen gewonnene Miſt iſt 3 5½ 1 ¹ 1 A 3 1 t I 1 ¹ I 1 1 1 1 1 ¹ 4 * P 3 * 1 1 A 4 1 I 3 1 4 n ½ H 1 A f 1 i i I 1 1 4 1 53 1 4 3 4 1 1 1 4 1 E 4 1 — 1 3 3 4 6 5 1 4 1 4 ¾ 1 3 3 31 IE 1 1 1 1 1 7 1 1 4 . 1— . 1 1 8 1* I AN 1 3 4 f A 1 II 3 1 1 I 1 t 1 1 8 3 ——— — ———— 11—— —— 4—= 4— 356 Zehntes Kapitel. bei dem Herausſchaffen gleichmaͤßig uͤber alle Theile des Miſthofes auszubreiten. 4) Der Duͤnger iſt wenigſtens einmal waͤhrend des Winters, wo nicht oͤfter, aus dem Hofe fortzuſchaffen, um ihn zu mengen. 75) Alle Dunghaufen ſind ſo oft umzuſtechen und zu mengen, bis alle holzigen und faſerigen Theile, ſo wie die Unkrautsſaamen und Wurzeln in ihnen vollkommen zerſetzt ſind, und ſie einen fau⸗ ligen Geruch ausſtoßen. Sobald dieſes der Fall iſt, haben ſie den hoͤchſten Grad ihrer Wirkſamkeit erreicht, ſind ſie in den ſogenann⸗ ten Gabelmiſt umgewandelt worden. 6) Der Duͤnger iſt fortwaͤhrend in einem gleichmaͤßigen Feuch⸗ tigkeitszuſtand zu erhalten, damit nicht ein Theil deſſelben verbrenne. Wenn die Gaͤhrung zu ſchnell vor ſich geht, laͤßt ſich die Hitze durch ſtarkes Begießen daͤmpfen; ſie entſteht aber bald mit erneu⸗ ter Kraft, wenn der Haufen nicht feſtgetreten oder mit Erde zuge⸗ deckt wird, um die Luft abzuſchließen. 7) Der im Herbſt auf den Acker gebrachte Duͤnger braucht einen weit geringeren Grad von Zerſetzung erlangt zu haben, als der, welcher im Fruͤhjahre unmittelbar vor der Beſtellung aufge⸗ fahren wird. 8) Auf kaltem, feuchtem Boden iſt weit mehr Miſt auf ein⸗ mal aufzubringen, als auf Bodenarten entgegengeſetzter Natur, weil jener durch die Waͤrme des Duͤngers verbeſſert wird, auf trocknem, ſandigem oder grandigem dagegen die Pflanzen durch ein übermaaß deſſelben leicht verſengt werden. Zaͤher Boden wird uͤberdies noch durch die unzergangenen Holzſaſern gelockert“ und daher bringt auf ihm friſcher Miſt, wenn derſelbe gleich das Pflanzenwachsthum minder ſchnell befoͤrdert, doch vorzuͤglich guͤnſtige Wirkung hervor. 9) Fuͤr leichten Boden iſt die Bereitung eines Mengedungers von Miſt oder anderen animaliſchen und vegetabiliſchen Subſtan⸗ zen mit Erde ſehr vortheilhaft. 10) Der Duͤnger iſt, wenn er aufgebracht worden, ſo ſchnell wie moͤglich ſorgfaͤltig zu ſtreuen und auf Ackerland ſogleich unter⸗ zupfluͤgen. 11) Die aus dem Miſt ſich abziehende Feuchtigkeit iſt ſorg⸗ faͤltig aufzufangen, und wenn ſie nicht im fluͤſſigen Zuſtand ange⸗ wendet wird, dem Haufen wieder zuruͤckzugeben. 12) Genaue, mehre Jahre fortzuſetzende Verſuche auf demſel— ben Boden, mit denſelben Fruͤchten, und mit derſelben Menge von Duͤnger, ſowohl friſch, als im verrotteten Zuſtand angewendet, ſind ſehr z Vrrven Taühe Da womene Wihtie ton niht gwen T Vajuche ſe ſind als die ket und du giiß Mies b feets nur lih zuſe zir diu od jd de Uw Beſte mäͤge b Frücht gang Irig de Nitas d des Vta⸗ zu mengm. nd zu maxn intrautsſeonen ſie einen ſe haben ſſe de den ſogennnr⸗ näßigen feut lben verbrenne ſich die oh Id mit erm nit Erde zur dunger braut zu haben, ü iſtellung uige Mit af er ter Natur w , auf todn hein Ubernur d überdies ner aher biint u nzenwachethe rkung herter Mengedluge ſchen Sulſir ꝛden, ſo ſtul ſogleic un tickei it ſe⸗ Zuſtand o⸗ che aufdmſt⸗ en Muge bon 995 ngevend ſi Eilftes Kapitel. Fortſetz. uͤber die faul. Duͤngerarten. 357 ſehr zu wuͤnſchen, um endlich ganz genau uͤber die vortheilhafteſte Verwendung deſſelben voͤllig ins Klare zu kommen. Bei ſolchen Verſuchen muß Alles genau gewogen und gemeſſen werden. Der richtige Grad der Zerſetzung des in einer Wirthſchaft ge⸗ wonnenen Duͤngers iſt in der That ein Gegenſtand von groͤßerer Wichtigkeit, als man gemeiniglich ſich vorſtellt; denn es haͤngt da⸗ von nicht nur der gluͤckliche Erfolg des einzelnen Landwirths zum großen Theil ab, ſondern ſelbſt unſer Nationalwohl. Daher muͤſſen Verſuche, wie wir ſie vorſchlagen, fuͤr Jedermann Intereſſe haben; ſie ſind ohne Unkoſten und ohne eine andere Beſchwerde anzuſtellen, als die durch eine mehr als gewoͤhnliche aufgewendete Aufmerkſam— keit und Intelligenz hervorgebracht wird. Alle Diskuſſionen uͤber den groͤßeren oder geringeren Werth des friſchen oder verrotteten Miſtes bei Seite ſetzend, hat indeſſen der Landwirth vorzugsweiſe ſtets nur dahin zu ſtreben, daß er ſoviel Duͤnger wie nur moͤg— lich zuſammenbringe. Die Art und Zeit ſeiner Benutzung haͤngt gar haͤufig von Umſtaͤnden ab, die er nicht zu regeln vermag, und jeder einſichtsvolle Wirth wird ſich lieber nach dem Drange der Umſtaͤnde richten, als zu feſt an dem haͤngen, was er fuͤr das Beſte haͤlt. Weder die eine noch die andere Anſicht beguͤnſtigend moͤge er ſo viel zuſammenbringen, als er nur kann, und ſeine Fruͤchte gut duͤngen und beſtellen. Dann braucht er um den Aus⸗ gang nicht beſorgt zu ſein;„das Feld und der Miſt werden das Ihrige ſchon thun.“ Eilftes Kapitel. Fortſetzung uͤber die faulenden Duͤngerarten. Kloakenduͤnger. Fluͤſſiger Duͤnger. Der Kloakenduͤnger zeichnet ſich unter den Excrementen aller Thiere durch ſeinen Geſtank und durch ſeine ſchnelle und ſtarke Wirkung aus; wechſelt jedoch in dieſen Eigenſchaften hoͤchſt wahrſcheinlich nach Verhaͤltniß der Nahrungsmittel, von denen er entſtand, indem 358 Eilftes Kapitel. alle Excremente, die von animaliſcher Nahrung erfolgen, ſie uͤber⸗ haupt in hoͤherem Grade an ſich tragen, als die von vegetabiliſcher. In allen den Gegenden, wo man ſeinen wahren Werth kennt und ſeine Zubereitung wohl verſteht, iſt auch der Widerwille gegen ſeine Benutzung uͤberwunden und wird er jedem anderem Duͤnger vor⸗ gezogen. Man hat ſogar behauptet, daß die Excremente eines Menſchen, als Duͤnger benutzt, hinreichend ſeien, die zu ſeiner Er⸗ haltung erforderlichen Koͤrner und Wurzelgewaͤchſe hervorzubringen. Wenn aber auch dieſe Behauptung uͤbertrieben iſt, ſo laͤßt ſich doch keineswegs ablaͤugnen, daß die menſchlichen Excremente, gehoͤrig angewendet, die Produktionskraft des Bodens ungemein zu erhoͤhen vermoͤgen; denn es iſt durch unzaͤhlige Verſuche dargethan, daß ſie als Duͤnger alle anderen thieriſchen Auswuͤrfe uͤbertrefſen. In England gehen ſie indeſſen meiſt aus Mangel an Sorgſamkeit ver⸗ loren; große Maſſen derſelben werden durch die Fluͤſſe aus den großen Staͤdten mitgenommen und dem Meere zugefuͤhrt. Dieſe Nichtachtung iſt theils durch den Widerwillen, den ihr Geſtank verurſacht, theils durch Vorurtheile entſtanden, zu denen jener Ver⸗ anlaſſung gab. Man waͤhnt naͤmlich, daß dieſer Duͤnger den dadurch erzeug⸗ ten Pflanzen einen unangenehmen Geruch und Geſchmack ertheile, und eine nachtheilige Wirkung auf den Boden aͤußere. Dieſe Vermuthungen erſcheinen indeſſen als voͤllig grundlos, ſobald nur die gehoͤrige Sorgfalt bei ihrer Anwendung beobachtet wird. Es werden Beiſpiele angefuͤhrt, daß Pferde das Heu verſchmaͤht haben ſollen, wenn die Wieſen mit menſchlichen Excrementen geduͤngt wurden; dies konnte aber nur dann geſchehen, wenn jene bei ihrer Benutzung als Duͤnger noch in einem ganz friſchen Zuſtande wa⸗ ren und das Gras ſchon eine ziemliche Hoͤhe erreicht hatte. Dies wird durch einen Fall bewieſen, der ſich in Norfolk zugetragen: Ein neu zu Gras niedergelegtes Stuͤck Land zeigte ſich faſt durch— gehends arm und duͤrftig mit Ausnahme von zwei Ackern, die mit vier Fudern reinem Kloakenduͤnger, ohne jede andere Beimiſchung belegt worden waren. Waͤhrend der uͤbrige Theil des Landes kaum zur Haͤlfte mit nutzbaren Pflanzen bedeckt ſchien, waren dieſe zwei Acker dicht mit ihnen beſtanden, und ſie wuchſen ſo uͤppig und ſaftig darauf, daß das Vieh den andern Theil der Weide vernach⸗ laͤſſigend, faſt blos hier fraß, und im Herbſt dieſes geduͤngte Stuͤck wie ein ſchoͤner gruͤner Teppich neben einer grauen mißfaͤrbigen magern Weide erſchien. Auch iſt keine nachtheilige Wirkung auf b b b b Fott di be renente Scmic Nachber gwwacſe ſicli ſciben nehme nnd er uſſt Aduch it hengewe de Gärt ſe denſe nder blo derwand D waden de A den ſi werde Beſch fahren thenfe auf der in gr bo Alätroc und dar zor übe ſäbiges dfür den hat Mitte den G lbfuhr nͤlen diadert R der Atbeie lgen, ſi e vegetzbilſce. erth kennt und illegegmn ſin a Düngar i reremente ene e zu ſeiner E⸗ ervorzubringe ſo laͤßt ſich doh nente, ghöt ein zu ahthe gethan, daßſt ertreffen. d rgſamkeit ie Zluͤſſe aus i eführt. di n ihr Geftr enen jener de 5n 41A dadurch erzeut ſchmack erthel menten gedung djene bei ihr Zuſtande we⸗ t hatte. De ſk zugetrage ſich faſt dum Ackern, der⸗ e Beimiſtun z Landts iag aren dieſe zu ſo uppig un 3ℳ Weide ran gedüngte Sll en müfibigen Pitkung al Fortſ. uͤb. d. faul. Duͤngerarten. Kloakenduͤnger. Fluͤſſ. Duͤnger. 359 die Gewaͤchſe zu verſpuͤren, wenn ſich die Kuͤchengaͤrtner dieſer Ex⸗ cremente zur Duͤngung bedienen. Man ſagt zwar, daß feine Schmecker einen unangenehmen Unterſchied zwiſchen den in der Nachbarſchaft großer Staͤdte gezogenen und den auf dem Lande gewachſenen Kuͤchengewaͤchſe wahrnaͤhmen und daß dieſes haupt— ſaͤchlich auf den dort uͤblichen Gebrauch des Kloakenduͤngers zu ſchieben ſei, derſelbe theilt aber gewiß den Pflanzen keinen unan— genehmen Geruch mit, und dem Boden auch nur hoͤchſtens waͤh— rend einiger Tage, denn er wird ſehr bald zerſetzt, und der ihm zugeſchriebene nachtheilige Einfluß iſt gewiß mehr eine Folge des durch ihn bewirkten allzuſchnellen Wachsthumes, wodurch die Kuͤ⸗ chengewaͤchſe an Schmackhaftigkeit uͤberhaupt verlieren. Gingen die Gaͤrtner ſparſamer mit jeder Art von Duͤnger um, oder ſuchten ſie denſelben durch einen zweckmaͤßigen Zuſatz von Kalk und Erde oder blos von etwas geloͤſchtem Kalk in einen guten Kompoſt zu verwandeln, ſo wuͤrden die angeſchuldigten Übel gewiß verſchwinden. Der widerwaͤrtige Geruch kann dem Kloakenduͤnger benommen werden durch einen bloßen Zuſatz von Aſche, und wuͤrde dieſe in die Abtrittsgruben geworfen, die nicht mit Waſſerabzuͤgen verbun⸗ den ſind, ſo wuͤrde alle Feuchtigkeit darin vollſtaͤndig aufgenommen werden und endlich ein feſter Duͤngerhaufen entſtehen, der ohne Beſchwerde und Unannehnlichkeit wegzuſchaffen iſt. Dieſes Ver— fahren iſt in Hull gebraͤuchlich und wuͤrde es in andern Staͤdten ebenfalls uͤblich, ſo muͤßte dies einen ſehr wohlthaͤtigen Einfluß auf den Ackerbau in ihren Umgebungen ausuͤben. Es wird auch eine große Menge von Kloakenduͤnger in London geſammelt, und noch vor wenig Jahren beſtand eine Fabrik daſelbſt, wo er durch Austrocknen in Poudrette verwandelt, nachher in Faͤſſer verpackt und dann ſogar in die Kolonien, wo man ſich dieſes Pulvers zur Überduͤngung bediente, verſandt wurde; am meiſten benutzten ſelbiges jedoch die Kuͤchengaͤrtner, und nach dem Preis, den ſie dafuͤr zahlten, zu ſchließen, muͤſſen ſie ihren Vortheil dabei gefun⸗ den haben. Dieſe Fabrik hat jedoch aufgehoͤrt, weil ſie, in der Mitte der Stadt liegend, zu Klagen uͤber den von ihr ausgehen⸗ den Geſtank Veranlaſſung gab. Dies und die Muͤhſeligkeit der Abfuhr des friſchen Kloakenduͤngers, ſobald ſelbige nicht auf Ka⸗ naͤlen zu bewirken iſt, hat deſſen allgemeine Benutzung ſehr ver⸗ hindert; auch hat es immer ungemein ſchwer gehalten, das Geſinde zu den mit ſeiner Einſammlung und Bereitung nothwendigen Arbeiten geneigt zu machen; dieſem laͤßt ſich indeſſen durch eine 360 Eilftes Kapitel. kleine Verguͤtung abhelfen und in Betracht des großen Werthes dieſes Dungmittels ſollte daſſelbe aus ſolchen Gruͤnden nie ver⸗ nachlaͤſſigt werden. Man verſichert, daß ein Fuder getrocknete menſchliche Excremente hinreichend ſeien fuͤr drei Acker gedrillten Weizen. Die Wirkungen dieſes Duͤngers ſind ſchneller und kraͤftiger, als die des Viehmiſtes, aber nicht ſo anhaltend. Landwirthe, die von beiden nebeneinander Gebrauch machten, bemerkten, daß die Fruͤchte nach jenem in den erſten Jahren weit uͤppiger ſtanden, ſpaͤterhin aber wenig oder gar kein Unterſchied ſtatt fand. Der friſche Kloakenduͤnger allein auf das Feld gebracht und ſogleich mit einer ſeichten Furche untergepfluͤgt, wirkte ſo heftig, daß das unmittelbar danach gebaute Getreide blos in das Stroh wuchs; dagegen erhielt man bei ſeiner Verwendung in demſelben Zuſtande zu Turnips oder auch zu der Brache folgenden Sommerweizen auf magerm und kalkigem Boden ausgezeichnet ergiebige Ernten und ſehr ſchoͤne Koͤrner. Die dazu verbrauchte Menge betrug drei Fuder pro Acker und theilweis hatte man ihm etwas Straßenkoth zugeſetzt. Er ſollte indeſſen ſtets mit anderen Subſtanzen vermengt werden. Eine vorzuͤgliche Mengung dieſer Art iſt folgende: man macht zuvoͤrderſt eine etwa zwei Fuß hohe Unterlage von Lehm, Gerberlohe, Torf oder einer andern aͤhnlichen Subſtanz, darauf bringt man noch fluͤſſig menſchliche Excremente, und vertheilt ſie in maͤßiger Dicke ſorgfaͤltig mit der Schaufel; dann macht man wieder eine Lage von Lehm oder einer Miſchung aus obengenann— ten Subſtanzen, die aber nicht ſo dick, wie die Unterlage ſein darf; auf dieſe kommt eine zweite Schicht menſchlicher Excremente, und faͤhrt nun abwechſelnd mit beiden ſo lange fort, bis der Haufen eine ſchickliche Hoͤhe erreicht hat, worauf man denſelben mit Lehm oder anderer Erde zudeckt, denen man etwas friſch gebrannten Kalk zuſetzt. Man kann auch jeder Lage zwiſchen den Excrementen et⸗ was Kalk beimengen, um die Zerſetzung des Haufens zu beſchleu⸗ nigen und ſeine uͤbeln Ausduͤnſtungen zu vernichten. Zu jeder Ladung Kloakenduͤnger nimmt man vier⸗ bis fuͤnfmal mehr Erde und andere Subſtanzen, je nachdem die Beſchaffenheit des Bodens und der Zweck, den man mit dieſem Duͤnger erreichen will, ſolches verlangen. Nach einiger Zeit wird der Haufen umgeſtochen und dabei eine genaue und ſorgfaͤltige Mengung ſeiner Beſtandtheile vorgenommen. Man kann den auf dieſe Weiſe erhaltenen Men— geduͤnger mit Vortheil zu Weizen oder Gerſte in dem Verhaͤltniß ——n:nQn,nyn—y—— ——— —·—··Qÿ;3yʒ¶VQ——— c Fori verven Errm gar lhe ton diſ bract ttzeugt Kiixxa lcen E den; di V b In V iih us u-A denhalt nen*) zumal ſich ſ zeit ſe Kult⸗ iddoc; ml ge⸗ nngexf ſchwer b ded ge danze O Eggeſtie de Saa chet d )) haupt insbeſond Kenntniß Acerbau hier wag men ward V des gooßen D a Gründen ſi, n Fuder gin drei Acer gtt neller und 8Ä d. 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Man hat auch von dieſem Kompoſt 40 doppelte Karrenladungen auf den Acker gebracht, und dadurch 5 ½ Quarter Sommerweizen auf dieſer Flaͤche erzeugt, auch im naͤchſten Sommer eine außerordentliche Ernte von Raigras und Klee erlangt. Man ſetzt ferner bisweilen die menſch⸗ lichen Excremente dem Hofmiſt zu, um deſſen Gaͤhrung zu befoͤr⸗ dern; dies iſt jedoch nicht rathſam, ſie wirken am meiſten in nicht voͤllig vergohrenem Zuſtande, und leiſten in dieſer Mengung nicht ſo viel. Fluͤſſiger Duͤnger. In Oſt⸗ und Weſtflandern bereitet man denſelben hauptſaͤch⸗ lich aus Miſtjauche, der man gepulverte Rapskuchen und menſch— liche Excremente zuſetzt. Auf 1000 Gallonen Jauche kommen etwa 50— 100 Stuͤck Olkuchen und ſoviel menſchliche Excremente, als verhaͤltnißmaͤßig geſammelt oder mit Vortheil gekauft werden koͤn— nen*). Man gibt dieſem Duͤnger vor allem andern den Vorzug, zumal auf leichtem Boden, doch iſt er auch auf ſchwerem, der an ſich ſo reich iſt, daß er keinen Duͤnger nothwendig bedarf, neuerer Zeit ſehr beliebt geworden; man ſagt von ihm, daß er fuͤr alle Frucht- und Bodenarten gleich gut paſſe. Hauptſaͤchlich wird er jedoch zum Lein verwendet. Nachdem das Land zwei⸗ oder drei⸗ mal geackert und geeggt worden iſt, wird es ganz in eins zuſam— mengepfluͤgt, ſo daß keine Beetfurche zu ſehen iſt. Nun wird eine ſchwer von drei Pferden gezogene Walze quer uͤber das geackerte Feld gezogen, darauf dieſer fluͤſſige Duͤnger gleichmaͤßig uͤber die ganze Oberflaͤche ausgebreitet, und nachher durch acht bis neun Eggeſtriche ſorgfaͤltig mit der oberen Erde gemengt. Hierauf folgt die Saat, deren Unterbringen vermittelſt einer leichten Egge, wel⸗ cher abermals die Walze folgt, geſchieht. Man kann nichts Net⸗ *) Da die Beſchreibung der Duͤngerbehandlung in den Niederlanden uͤber⸗ haupt und der Bereitung dieſes ſogenannten flandriſchen fluͤſſigen Duͤngers insbeſondere, in mehren deutſchen Schriften, ſchon in Schwerz's Anleitung zur Kenntniß der belgiſchen Landwirthſchaft, in deſſen Anleitung zum praktiſchen Ackerbau ꝛc. weitlaͤufig enthalten iſt, ſo bleibt die von dem Englaͤnder gelieferte hier weg; nur ſeine Hauptangaben und eigenen Bemerkungen ſind aufgenom⸗ men worden. 36² Eilftes Kapitel. teres und Schoͤneres von Feldbeſtellung ſehen, als ein ſo zuberei— tetes Feld. Die Duͤngung iſt reichlich, man verwendet auf den engliſchen Acker ungefaͤhr 2480 Gallons von jenem fluͤſſigen Duͤn⸗ ger*). Die ganze Bereitung deſſelben beſteht darin, daß man die zerbroͤckelten Hlkuchen in die Jauchenbehaͤlter wirft und die voͤllige Faͤulniß der ganzen Maſſe abwartet. Auf einem Landgute von 200 Ackern wurden 21 Acker zu Lein und Raps blos mit dem Harn von 44 Stuͤcken Vieh und den ihm gegebenen Zuſaͤtzen ge⸗ nannter Art ſehr reichlich geduͤngt. Dabei iſt indeſſen nicht zu vergeſſen, daß die zur Bereitung dieſes Duͤngers und zur Aufbe⸗ wahrung der menſchlichen Excremente auf einem Landgut aͤhnlicher Groͤße nothwendigen Ciſternen ꝛc. in Flandern auf 120 Pfund Sterling zu ſtehen kommen und in England wahrſcheinlich ungleich mehr koſten wuͤrden. Nun iſt zwar wohl zu glauben, daß die Flamaͤnder bei ihrem richtigen Sinn fuͤr den Werth des Geldes jene Auslage nicht machen wuͤrden, wenn ſie nicht wuͤßten, daß ſie ſich bezahle; aber dennoch duͤrften in England nur wenige Paͤchter im Stande ſein, ſelbige aus eigenen Mitteln ohne Beiſtand des Grundbeſitzers zu beſtreiten. Auch findet in Flandern und noch in manchen andern Laͤndern des Kontinents der Gebrauch der Guͤllenbereitung ſtatt, bei wel⸗ cher der Miſt ausgewaſchen und eine große Menge von fluͤſſigem Dung gewonnen wird.(S. die genaue und umſtaͤndliche Beſchrei⸗ bung dieſes Verfahrens in Schwerz's Anleitung zum praktiſchen Ackerbau B. 1. S. 165.) Obgleich dieſe Guͤlle, zumal auf Gras⸗ *) Radcliff gibt in ſeinem Bericht uͤber den Ackerbau in Oſt⸗ und Weſt⸗ flandern den Durchſchnittsertrag der Ernten und die Maſſe des dazu verwen⸗ deten Duͤngers auf einem ſandigen Lehmboden in jenen Gegenden, auf engliſches Maaß berechnet, alſo an: Weizen 22 ¾ Buſhels vom Acker geduͤngt mit 10 ½ Tonn. Miſt od. Kompoſt. Roggen 28 ½ ⸗—. auf dieſelbe Weiſe. Hafer 51 56—- ddeesgleichen. Lein an Baſt und SSi 366 Olkuchen, aufgelöſt in 2480 6 ½ B. zuſammen 17 Pfd 1. 16⸗ Schill. 9 Pence Gallonen Jauche. . 46580 St. Olkuchen in 3200 Gall. 32 ⅝ Buſhels 5 7 Jauche Luſnehoß⸗ 3 1 Karren fluͤſſiger Duͤnger und Raps eben ſo viel Stallmiſt, zuſam⸗ men 21 Tonnen. Kartoffeln 8 ⅝ Tonnen desgleichen. Bohnen 28 ½ ⸗ Forſ. land und wir dch vunen de ſaß de Güll Ererement ihr gerihn Awbeit un daß denn nimüch b und zuſan riſen Lo In tung und genatein bölkerung ſcehänd V außetotde Excremer vornehm von Ku Nexgel machen. namentl derer Eu lietet m feetend n get in je 81 Jiiſt F lrin gego auf wid ten, der nun min noch lan wieder n igung ufweiſen und verke G riße, G 1 z ein ſo ubn wendet af e nf füſſign de i, daß man de t und die bal 3 n Landgute m 3 blos mit d nen Zuſtzen deſſen nict und zur lit andgut äͤhnich auf 120 Pfn heinlich ungit duben, daß rth des Gel wußten, daß wenige Pät ne Beiſtand n prn ſt or andern Lande g ſtatt„bei in gge von flüſſge aändliche Biſh zum prattſte zumal auf Ge in Oſt⸗ und Ni des dazu berde den, auf englitt Miſt od. Komy iſe. aufgelſt in 3 uche. ben in 92 be (loſt. Fortſ. uͤb. d. faul. Duͤngerarten. Kloakenduͤnger. Fluͤſſ. Duͤnger. 363 land und Kleefelder, große Wirkung hervorbringen mag, ſo ſind wir doch in Bezug auf ſie ganz der Meinung des großen Agro— nomen Thaer, der in ſeinen Grundſaͤtzen der rationellen Landwirth⸗ ſchaft B. 2. der erſten Ausgabe S. 213. ſich dahin ausſpricht, daß die Guͤlle, zumal auf ſchweren Bodenarten, den mit ſaͤmmtlichen Excrementen durchdrungenen Strohmiſt nicht erſetzen, und der von ihr geruͤhmte Vortheil ſchwerlich groß genug ſein koͤnne, um die Arbeit und Sorgfalt, welche ſie erfordert, genuͤgend zu bezahlen; daß demnach die gewoͤhnliche Methode der Duͤngerbereitung, ſobald naͤmlich bei derſelben alle abfließende Jauche ſorgfaͤltig aufgefangen und zuſammengehalten werde, jedenfalls in den meiſten Verhaͤlt⸗ niſſen Vorzuͤge haben muͤſſe. In keinem Theil der Erde verſteht man vielleicht die Zuberei⸗ tung und Verwendung der vegetabiliſchen und animaliſchen Duͤn⸗ germaterialien beſſer, als in China. Da die ungemein ſtarke Be⸗ voͤlkerung es daſelbſt noͤthig macht, faſt alle Arbeiten durch Men— ſchenhaͤnde verrichten zu laſſen, ſo iſt die Zahl des Arbeitsvieh's außerordentlich gering daſelbſt und die Benutzung der menſchlichen Excremente zur Duͤngung unentbehrlich geworden. Sie werden vornehmlich im getrockneten Zuſtande dazu verwendet, in einer Art von Kuchen, in welchen ſie mit dem dritten Theil ihres Gewichts Mergel gemengt ſind, und die eine foͤrmliche Handelswaare aus⸗ machen. Doch werden ſie auch haͤufig im fluͤſſigen Zuſtande, und namentlich der Harn faſt nur in demſelben, nebſt einem Zuſatz an⸗ derer Subſtanzen dazu benutzt. Das dabei beobachtete Verfahren bietet manche Sonderbarkeiten dar, und wir theilen es daher nach— ſtehend mit nach der Erzaͤhlung eines Mannes, der ſich laͤngere Zeit in jenem Lande aufhielt. In einem Faß werden allerlei faulende thieriſche Subſtanzen, Fleiſch, Fiſche, Blut ꝛc., geſammelt und dazu eine beſtimmte Menge Urin gegoſſen; doch ſo, daß jenes nicht gaͤnzlich voll wird. Hier— auf wird daſſelbe im Beiſein eines Mandarinen oder Staatsbeam⸗ ten, der ſein Siegel darauf druͤckt, zugeſchlagen, und ſo muß es nun mindeſtens ſechs Monate ſtehen bleiben. Iſt dieſe oder eine noch laͤngere Zeit verfloſſen, ſo nimmt der Mandarin ſein Siegel wieder weg und ſtellt dem Eigenthuͤmer des Faſſes eine Beſchei— nigung aus, daß die Zubereitung richtig geſchehen ſei. Dieſelbe aufweiſend, ſchreit nun dieſer ſeine Waare in den Straßen aus und verkauft ſolche zur Duͤngung der Gaͤrten in Quantitaͤten, nicht groͤßer, als eine engliſche Pinte( dresdner Kanne). Vor ihrer I. 24 364— Eilftes Kapitel. Anwendung wird ſie mit vier- bis fuͤnfmal ſo viel Waſſer vermiſcht. Der Verbrauch dieſes Duͤngmittels iſt ungemein groß, beſonders fuͤr Gartengewaͤchſe; es wird aber nur in die Saatreihen gegoſ⸗ ſen. Der Berichterſtatter verſichert, er habe von unterrichteten Chineſen vernommen, ſo zubereiteter, in den Zuſtand der hoͤchſten Faͤulniß gekommener menſchlicher Urin mache den vierten Theil al— les in China verbrauchten Duͤngers aus. Daß ein Dungmaterial, welches in jenem Lande in ſo ho— her Achtung ſteht, bei uns, wo doch der Ackerbau zu großer Vollkommenheit gelangt iſt, faſt ganz vernachlaͤſſigt wird, iſt ſchwer zu verantworten. Die Menge von Urin, welche ein Menſch mittler Groͤße taͤglich ausleert, betraͤgt, wie vielfaͤltige Unterſu— chungen gezeigt haben, ungefaͤhr ein halbes Gallon, und wuͤrde, ein Jahrlang ſorgfaͤltig geſammelt und nach flamaͤndiſcher Art ver⸗ wendet, hinreichen, Acker Land gehoͤrig zu duͤngen. Hin⸗ laͤnglich mit Waſſer verduͤnnt, befoͤrdert der Urin das Wachsthum der Pflanzen ungemein; er enthaͤlt wahrſcheinlich die weſentlich⸗ ſten Beſtandtheile derſelben im aufgeloͤſten Zuſtande; der Grad ſeiner Faͤulung verlangt indeſſen große Aufmerkſamkeit. In den heißen Sommermonaten werden die Stellen einer Weide, auf die der Harn des Viehs gefallen iſt, durch ein reiches Gruͤn bemerk⸗ bar, wenn bald nachher ein Regen kommt; bleibt dagegen die Witterung trocken, ſo wird durch das bei der Faͤulniß ſich ent⸗ wickelnde Ammonium der Raſen gleichſam verbrannt, und erreicht die Feuchtigkeit ein Übermaaß, ſo zeigt ſich faſt gar keine Wir⸗ kung. So wird in Farmer's Magazin ein Fall erzaͤhlt, wo man den in einem Wohnhauſe geſammelten Urin waͤhrend drei Winter⸗ monaten taͤglich auf ein Stuͤck Weideland goß, das ſich im fol⸗ genden Sommer nur wenig von dem daran ſtoßenden nicht ge— duͤngten Theile unterſchied. Die zu große Naͤſſe hatte die Faͤul⸗ niß gehindert. Im naͤchſten Juni ward aber der Urin von einer Woche in einem Kuͤbel geſammelt und dieſer feſt zugedeckt. Darin blieb er bis er voͤllig verfault war, dann wurde er mit der vier⸗ fachen Menge von Waſſer vermiſcht und damit ein Stuͤck Weide⸗ land begoſſen, auf dem ſich bald nachher eine uͤppige Vegetation erhob. Auf Futtergewaͤchſe bringt er eine aͤhnliche Wirkung her⸗ vor: mit Waſſeer verſetzt, beſchleunigt er ihr Wachsthum; un⸗ vermiſcht aber verſengt er ihre zarten Blaͤtter dermaßen, daß ſie aufhoͤren zu wachſen. Es iſt uͤberhaupt der Fall, daß den Pflan⸗ zen die Nahrung in einem ihnen nachtheiligen Übermaaß zuge⸗ —.—— ———õ Fort⸗ füht w fünm; pvonzi Etick h fi ſh haben aingewet V men drei waren, am nuc unden; geüund. V ſon wei ölig ver berveſte alen G düſest; bald m Land! wenn d E nachlaͤſſ Bereitur laßt doc 3 fehlt vähtend wid; di diir ur dß nit Darn ¹ ein Gal fen er Kuh, d fand, dab, die dch zu ſngefüͤhrt llos nit Waſſer groß, beſo ſonden daatreihe n 8 on unterräät tand der büce vietten Dhe el a. der rwiſh Lande in ſo de erbau zu guß läſſigt wid, i elch che ein Mait efältige Unen on, und nud indiſcher A dungen. das Wachäi h die weſent rande; der 6⸗ ſamkeit. N er Weide, auf hes Gru n hen leibt dagegen Faulniß ſch annt, und enar t gar kine erzch lt, wo rend drei Vrr das ſich in ßenden rict hatte die d Urin von e⸗ zugdett d er mit der iin u Sid Se eiatl 5 Vi un 1 Wack hsthum; u ermaßen, di 1,d daß den Nf Räernauß il Fortſ. uͤb. d. faul. Duͤngerarten. Kloakenduͤnger. Fluͤſſ. Duͤnger. 365 fuͤhrt werden kann, zumal in ihrem fruͤheſten Alter. Am ange⸗ fuͤhrten Orte wird auch erzaͤhlt, daß Jemand drei Erbſen vier und zwanzig Stunden lang in ſtarke Miſtjauche und andere drei Stuͤck eben ſo lange in reinem Waſſer eingeweicht, dann jede drei fuͤr ſich in einen mit Gartenerde angefuͤllten Blumenaſch einen halben Zoll tief eingepflanzt und ſie mit der Fluͤſſigkeit, worin ſie eingeweicht waren, begoſſen habe. Die im Waſſer geweichten ka— men dreißig Stunden eher zum Vorſchein, als die anderen; beide wuchſen fort; allein die in Miſtjauche geweichten hatten ein weit ſchwaͤcheres Anſehen. Als die Pflanzen ungefaͤhr vier Zoll hoch waren, fielen die unteren Blaͤtter der letzteren ab und vier Wo— chen nachher verwelkten ſie gaͤnzlich, ob ſie gleich taͤglich begoſſen wurden; die in Waſſer geweichten blieben dagegen fortwaͤhrend geſund. Das Kraͤuterich einer Kartoffelpflanze, deren Wuchs ſchon weit vorgeruͤckt war, ſtarb ploͤtzlich ab, als ſie ſtark mit voͤllig verfaultem Urin begoſſen worden war, und die Knolle ſelbſt verweſte. Es iſt auch bekannt, daß der Harn bei heißem Wetter allen Gewaͤchſen ſchaͤdlich wird, wenn man ihm nicht viel Waſſer zuſetzt; dieſe nachtheilige Wirkung findet allerdings nicht ſtatt, ſo— bald man ihn auf die Brache oder uͤberhaupt das noch unbeſtellte Land bringt; ſeine Wirkung iſt dann aber weit geringer, als wenn die Saaten ſelbſt damit geduͤngt werden. Es gibt wohl kein Dungmaterial weiter, das bei uns ſo ver— nachlaͤſſigt wird. Der groͤßte Theil deſſelben wird zwar bei der Bereitung des Miſtes von der Streu aufgenommen, aber man laͤßt doch auch eine betraͤchtliche Menge davon ungenutzt abfließen. Es fehlt an einer genauen Ermittelung des Betrags an Harn, der waͤhrend eines Tages von den verſchiedenen Vieharten ausgeleert wird; dieſelbe iſt auch ſehr ſchwer, da er von der Groͤße der Thiere und der Art des Futters abhaͤngt. Man vermuthet jedoch, daß mit gewoͤhnlichen weißen Turnips gefuͤttertes Rindvieh an Harn des Gewichts der genoſſenen Nahrung, oder ungefaͤhr ein Gallon fuͤr jede 12 Pfund Ruͤben, außer den durch das Sau— fen erzeugten, liefere; und wir haben oben geſehen, daß eine Kuh, deren Futter zu zwei Drittheilen aus Biertrebern be⸗ ſtand, nur 45 Pfund feſte Excremente von 126 Pfund Nahrung gab, die fluͤſſigen demnach weit mehr betragen mußten. Es iſt auch zu bemerken, daß die vier und vierzig Stuͤcke Vieh auf dem angefuͤhrten Landgute in Flandern, unter denen acht im Winter blos mit trockenem Futter ernaͤhrte Pferde ſich befanden, nicht 24* 366 Eilftes Kapitel. nur das ganze gewonnene Stroh in einen ſehr guten Duͤnger ver⸗ wandelten, was ohne eine hinreichende Menge von Feuchtigkeit nicht moͤglich war, ſondern auch noch eine ſo bedeutende Menge fluͤſigen Duͤngers der beſten Art lieferten, daß damit 21 Acker Land geduͤngt werden konnten. In Schottland rechnet man, daß der Harn von ſechs Kuͤhen oder Pferden*) hinreichend ſei, ſo viel Erde, als zur überduͤngung eines Ackers Grasland nothwendig iſt, ſattſam zu traͤnken. Ein einſichtsvoller Landwirth in Pee⸗ blesſhire, Herr Alexander, verfaͤhrt dabei folgendermaaßen: In eine Grube, die einen Umfang von 12 Quadratyards und eine Tiefe von 4 Fuß hat, fuͤllt er fruchtbare Erde oder Subſtanzen aller Art, wie ſie eben bei der Hand ſind, und darauf wird der Harn des ſaͤmmtlichen Viehs in einer Rinne geleitet und gleich⸗ maͤßig vertheilt. Gegen Ende des Aprils, wo die Fruͤhjahrsſaat beginnt, und dieſer Kompoſt gewoͤhnlich vollkommen geſaͤttigt er⸗ ſcheint, wird er ausgeworfen, tuͤchtig durchſtochen und gemengt. Man erhaͤlt auf dieſe Weiſe gegen 280 Karrenladungen vorzuͤgli⸗ chen Duͤnger, von denen Herr Alexander vierzig auf den ſchotti— ſchen Acker in ihren Wirkungen fuͤr eben ſo ſtark, wo nicht noch ſtaͤrker haͤlt, als die beſte Miſtduͤngung. V In einem großen Theile der fruchtbaren Niederungen Toska⸗ na's beſteht der Duͤnger hauptſaͤchlich aus menſchlichen Excremen⸗ ten, welche in Ciſternen oder langen Graͤben mehre Monate auf⸗ bewahrt und mit der dreifachen Menge von Waſſer verduͤnnt wer⸗ den. Auch andere faulende Subſtanzen aller Art wirft man in dieſe Ciſternen und erhaͤlt auf dieſe Weiſe ein Dungwaſſer, das namentlich fuͤr Gartenland außerordentlich geſchaͤtzt wird. Man waͤſſert dieſes regelmaͤßig alle vierzehn Tage damit, und alle Ge⸗ waͤchſe erreichen dadurch eine ausgezeichnete Groͤße, beſonders die Zwiebeln, ohne daß ſelbige einen unangenehmen Geſchmack anneh— men. Auch iſt der Geruch kaum 1— 2 Tage, nachdem die Erde damit getraͤnkt worden, laͤſtig und durchaus ohne Nachtheil fuͤr die menſchliche Geſundheit befunden worden. In einem Bericht des Baron Schulenburg an den Board of Agriculture, deſſen Ehrenmitglied er war, wird nachgewieſen, .*) Dieſe Angabe iſt hoͤchſt unbeſtimmt; die Menge Harn von ſechs Kuͤhen muß natuͤrlich ſehr von der abweichen, welche von ſechs Pferden kommt. Fori. deß i gähume ſtiäenen dünger und bon Milen! ijn haug b und mei V ſens vie V In Nfweſ nit neu de fir ortbrich drrf nc davon n V den e fellte, ſchuß digem andere gffäͤht von m mig, kung richt g ablaufer dn Re as Du diß ſal 4 ſi wid Alaicher chentii mit tt ten Dünge te von Fauttiſi deutende Nap damit A Ni ſchnet man, di ſchend ſei, ſo n land nothwende nowirt in ge dermaaßen: tyards und ein oder Subſtena darauf wid itet und git le Fruͤhjahree nen geſaͤttg dungen vonzit auf den ſcht 8, wo nict w. ſeerungen hlichen Errme ehre Monate e ſer verdunnt d. tt wirſt um! Dungweſſt, d izt wid. N t, und alet e, beſondes! Heſchmack an achdem die Nachthell iin en Pon an den I⸗ „Phewieſl ſird nachgeche Fortſ. uͤb. d. faul. Duͤngerarten. Kloakenduͤnger. Fluͤſſ. Duͤnger. 367 daß in Schweden der Urin in den Wirthſchaftsgebaͤuden ſorgfaͤltig geſammelt und auf den Miſt oder auf einen Kompoſt aus ver⸗ ſchiedenen Materialien gegoſſen wird. Eben ſo wird der Kloaken⸗ duͤnger in allen groͤßern Staͤdten von Gaſſenkehrern geſammelt, und von Stockholm bis zu einer Entfernung von vierzig(engl.) Meilen verfahren. Man verduͤnnt ihn mit Waſſer und braucht ihn hauptſaͤchlich zur Wieſenduͤngung, doch auch fuͤr Futterfelder und meint, daß ſeine Wirkung, freilich immer abnehmend, wenig⸗ ſtens vier Jahre dauere. In der Schweiz werden die Wieſen nach jedem Schnitt mit Miſtwaſſer, Guͤlle, uͤbergoſſen und bald darauf treibt das Gras mit neuer Kraft in die Hoͤhe. Es ſcheint durchaus, als wenn der fuͤr Grasland beſtimmte Duͤnger eine ſchnellere Wirkung her— vorbraͤchte, wenn er im fluͤſſigen Zuſtand angewendet wird; doch darf nicht unerwaͤhnt bleiben, daß in manchen Faͤllen der Erfolg davon nicht alſo war. So fuͤhrt Marſhall einen Verſuch an, den er auf ſeinem eignen Landgute mit vieler Sorgſamkeit an— ſtellte, und bei welchem er den Abfluß des Miſthofes mit Ein⸗ ſchluß des Regenwaſſers auf zwei abgeſonderte Feldſtuͤcke mit ſan— digem Lehmboden, von denen das eine mit jungen Wicken, das andere mit Klee beſtellt war, in dem Maaße aufbrachte, daß un— gefaͤhr 2500 Gallons auf den Acker kamen. Die Fluͤſſigkeit war von mittler Staͤrke, hochbraun gefaͤrbt, truͤbe, aber nicht ſchlam— mig, und wurde nur bei feuchtem Wetter angewendet. Die Wir— kung davon war unmerklich, freilich aber auch die Witterung nicht guͤnſtig. Manche Landwirthe glauben, das vom Miſthof ablaufende Waſſer, wenn es gleich braun gefaͤrbt iſt, ſei ſo durch den Regen verduͤnnt, daß es ſich nicht der Muͤhe lohne, daſſelbe als Duͤnger aufzubringen; Andere wollen jedoch gefunden haben, daß ſelbiges, langſam uͤber die Wieſen laufend das Gras uͤppig und ſaftig mache. In den Bath'ſchen Landwirthſchaftsberichten wird eines Verſuches gedacht, wo zwei Wieſenſtuͤckchen genau von gleicher Groͤße abgemeſſen, und einen Monat lang dreimal woͤ⸗ chentlich bei ziemlich trockenem Wetter gewaͤſſert wurden, das eine mit truͤbem Waſſer aus einer Pfuͤtze, das andere mit reinem Fluß⸗ waſſer. Nach Verfluß jener Zeit war ein großer Unterſchied be⸗ merkbar: das Gras auf dem mit verfaultem Waſſer getraͤnkten war dicht, ſaftig, dunkelgruͤn und achtzehn Zoll hoch, das auf dem an⸗ dern zwar auch dicht und hoch, aber gelblich und ſchwach; jenes gab beinahe noch einmal ſo viel und beſſeres Heu als dieſes. 368 Eilftes Kapitel. Derſelbe Erfolg zeigte ſich auch im folgenden Jahr. In Schott⸗ land ſind neuerer Zeit einige Verſuche uͤber die Wirkung des Harns als fluͤſſigen Duͤngers auf verſchiedene Fruͤchte in einem ziemlich großen Maaßſtab gemacht worden. Zu dem Ende wurde in dem Duͤngerhofe eine Ciſterne angelegt, groß genug, den Harn von 35— 40, bisweilen auch wohl 70 Kuͤhen aufzunehmen. Derſelbe betrug durchſchnittlich die Woche 360 Gallons. Bei ſei⸗ ner Verwendung wurde er mit der vierfachen Menge Brunnen⸗ waſſer verſetzt und in einem auf Raͤdern ruhenden 120 Gallons haltenden Faß, an deſſen hinterm Theile ein Kaſten mit durchloͤ— chertem Boden zum Durchlaufen der Jauche befindlich war, auf das Feld gebracht. Die Ergebniſſe waren ſummariſch folgende: 1. Im October auf Grasland, das von den Schafen knapp abgefreſſen war, gegoſſen, wurde der Nachwuchs nicht merklich ver⸗ groͤßert; aber die Raſennarbe behielt waͤhrend des Winters ein friſches gruͤnes Anſehn, und lieferte im naͤchſten Jahr einen Mo— nat eher einen Schnitt als nicht ſo behandeltes Land. Schon im Maͤrz gewaͤhrte ſie eine volle Weide; ſoll aber das Gras zur Weide, nicht zu Heu, benutzt werden, ſo darf eine ſolche Duͤn⸗ gung nicht ſpaͤter als im December aufgebracht werden; geſchieht es erſt im Februar, ſo frißt das Vieh nicht gern darauf. 2) Auf Kleeland, das zu Hafer umgebrochen wurde, war die Wirkung ſehr groß; der Ernteertrag dadurch beinahe um/ ge⸗ ſteigert. 3. Dem Weizen zeigte ſie ſich nuͤtzlich auf leichtem Boden; auf ſchwerem dagegen nicht. Durch naſſe Witterung wurde die Wirkung geſchwaͤcht, unter guͤnſtigen Umſtaͤnden der Ertrag wohl um% erhoͤht. 4. Bei der Gerſte wurde ihre Wirkung nachtheilig gefun— den. Die Maſſe vergroͤßerte ſich zwar bedeutend, die Halme wurden aber ſo ſchwach und matt, daß ſich die Frucht legte. 5. Kartoffeln erlangten eine ausgezeichnete Groͤße, wurden aber waͤſſerig und untauglich fuͤr die Tafel; durch einen Zuſatz von ein wenig feſten Duͤnger neben der Jauche wurde ihre Be— ſchaffenheit verbeſſert. 6. Bei den Turnips war ihre Wirkung nur halb ſo guͤn⸗ ſtig wie die des verrotteten Miſtes. Daraus ſcheint ſich zu ergeben, daß der fluͤſſige Duͤnger am beſten fuͤr Grasland ſich eignet. Dies beſtaͤtigt Herr Harley, der Beſitzer der beruͤhmten Molkerei bei Glasgow, indem er verſichert, Mine daß di meif ale nac in dabei in wurde ge nanentie V eandwitt dang ſot Rin d. kannt Otten genthlu ſt, un drüber ſchaften währen ſe nan dhaniſ dens, chen Verhe be b de 9 wittel da T p V Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 369 . An eh daß die Vortheile des Bewaͤſſerns des Graslandes mit Kuhharn air ni meiſt allen Glauben uͤberſteigen; in manchem Jahr lieferten dem— en iim nach einzelne kleine Stüͤcke ſechs volle Schnitte, das Gras war Wi ha dabei im Durchſchnitt jedesmal 15 Zoll hoch, und die Narbe uig da Om wurde ganz dicht. Jedenfalls verdient der fluͤfige Duͤnger und 1— dufßunena namentlich die Jauche die groͤßte Aufmerkſamkeit von Seiten der lond. 9 6 Landwirthe, und wir empfehlen ihnen daher, mit ihrer Verwen⸗ 11 n dung ſorgfaͤltige Verſuche anzuſtellen. 2 Galcr n mit durle plich war, u ch folgende Schafen kaw t merklich Winters; 3 8 Pr anen⸗ Zwoͤlftes Kapitel. nd. Schon t das Gra n. ne ſolche Aw adanz gi Mineraliſche Dungmittel. Kalkige Subſtanzen. den. Kreide. Kalk. wurde, ward Der Nutzen dieſer Dungmittel iſt nur durch die Erfahrung be⸗ eichtem Lodr kannt geworden, und dieſe urtheilt hinſichtlich ihrer nicht aller Orten gleich; denn es gibt wenige Landwirthe, welchen die Ei— genthuͤmlichkeit ihrer Wirkungen auf den Boden genau bekannt iſt, und daher mag es kommen, daß Viele irrige Meinungen daruͤber hegen, die durch die beſonderen Verhaͤltniſſe ihrer Wirth⸗ ung wuden er Ertrag htheilig ger aͤltr 1 1 Hir ſchaften veranlaßt worden ſind. Den hauptſaͤchlichſten Nutzen ge⸗ ucht legt waͤhren obengenannte in dieſe Klaſſe gehoͤrige Dungmittel, ſobald zriße wur ſie naͤmlich im natuͤrlichen Zuſtande verwendet werden, wohl me— yrope, Wlab. 2 3 1 4 1 h einen di chaniſch durch Umaͤnderung der phyſiſchen Beſchaffenheit des Bo⸗ de ihr à dens, eigentlich naͤhrend ſind ſie nicht. Sie bilden einen nuͤtzli⸗ Ärde W chen Beſtandtheil der Ackererde, und tragen in einem gewiſſen Verhaͤltniſſe weſentlich zur Fruchtbarkeit der meiſten Bodenarten bei, indem ſie vielleicht ſelbſt einen nothwendigen Beſtandtheil denar u der Pflanzen ausmachen. Die wichtigſten der kalkartigen Dung— ge Dünßn mittel ſind Kreide, Kalkſtein und Muſchelkalk, aus denen durch ge ir Hrly de Atzk -r 9 ritr das Brennen der Ätzkalk gewonnen wird. mer beiſichen p g. r halb ſo g — 370 Zwoͤlftes Kapitel. Kreide. Sie iſt meiſtens nicht rein, ſondern mit Thon und Sand vermengt, die in jedem Zuſatzverhaͤltniſſe ihre Beſchaffenheit nach— theilig abaͤndern; es iſt daher nothwendig, daß der Landwirth die Art und Groͤße dieſer Beimengungen zu erforſchen ſuche. Iſt die Kreide mit Thon verbunden, ſo eignet ſie ſich wohl fuͤr Sand— und ſandigen Lehmboden, dem ſie mehr Bindung verleiht, aber nicht fuͤr Thonboden, der andere Eigenſchaften verlangt. Sie wird aber haͤufig ohne allen Unterſchied ganz gleicherweiſe auf je— der Bodenart angewendet, obgleich die fuͤr eine jede geeignete Menge ſich nur nach einer genauen Unterſuchung der Beſchaffen⸗ heit der Kreide ſowohl, wie des Bodens, auf den ſie kommen ſoll, beſtimmen laͤßt. Aus Unbekanntſchaft mit dieſer Beſchaffenheit ſind die Landwirthe haͤufig ohne alle ſichere Leitung bei ihrer An⸗ wendung; aber dennoch glauben ſie durch lange Erfahrung die Menge von Kreide, welche ihr Boden verlangt, genau ermittelt zu haben, allein dieſe Kenntniß kann nur lokal ſein, und nicht zur Beſtimmung der muthmaßlichen Wirkung in anderen Lagen faͤhig machen. Unvermengt gleicht ſie in allen Beziehungen dem reinen Kalk; nach dem Brennen unterſcheidet ſie ſich nur dadurch von ihm, daß ſie leichter zu Pulver zerfaͤllt und ſich daher auch leich— ter gleichmaͤßig auf dem Lande vertheilen laͤßt. Durch das Bren— nen verliert ſie in Folge der dabei ſtattfindenden Verdunſtungen von Waſſer und Kohlenſaͤure ſo viel an Gewicht, daß die dadurch bewirkte Erleichterung des Transportes nicht ſelten das Brenn— material reichlich bezahlt. Die Koſten des Verfahrens der rohen Kreide ſind in der That bei einiger Entfernung ſo groß, daß da— durch ihre Benutzung nur auf die naͤchſte Nachbarſchaft ihres Fundorts beſchraͤnkt bleibt, und auch da wird ſie faſt nur bei har— tem Froſt, wo die Geſpanne nichts weiter zu thun haben, aufge— fahren. Um ihr Austrocknen durch den Wind auf dem Boden zu vermeiden, wo ſie dann hart wird, ſich nur ſchwer zertheilen laͤßt und dadurch weſentlich an Wirkung verliert, ſollte ſie auch nur zu Ende des Herbſtes und zu Anfang des Winters aufgebracht werden; denn zu der Zeit iſt ſie voll Waſſer und durch den Froſt wird ſie dann bald in Staub verwandelt; daß dieſes aber ge— ſchehe, iſt nothwendig; denn nur bei moͤglichſt feiner Pulverung Mine und gin kung un üü dung der ihr, ſot fenhet d Bodens b wedden. derſchied oiſſaſch 100 5 lts. 250 Buſ gemend V weit fein Hlthſn Arde mact, verunre diſſes Unſſta Maru nuſſes müͤrbe nicht enthalt V der Ac N durch d ſmn Fal mal hir Warun ſamet von di bung Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 371 und ganz gleichmaͤßiger Vertheilung bringt ſie die erwartete Wir— kung und einen gleichen Stand der Fruͤchte hervor. Weil damit Schwierigkeiten verbunden ſind, hat die Anwen— don und E zefaetn dung der Kreide ſehr abgenommen, obgleich der Fehler nicht an hen n ihr, ſondern an der falſchen Behandlung liegt; denn die Beſchaf— emihe fenheit der Kreide ſelbſt, dann der Grad von Gebundenheit des chei N‚ Bodens und deſſen Kraftzuſtand muͤſſen vorher wohl erwogen ohl für Sm. werden. Die Menge, welche man 3 einmal aufbringt, iſt ſehr derlält, ai verſchieden und wird mehr durch die Gewohnheit als durch eine betlang. E. wiſſenſchaftliche Unterſuchung ihrer Eigenſchaften beſtimmt; 400— ſerweiſ uf 1000 Buſhels und ſelbſt mehr auf den Acker ſind nichts Ungewoͤhn⸗ jede geigne liches. Sehr haͤufig wendet man ſie in dem Maaße von 150— der Beſchafer 250 Buſh. auf altem ſaurem natuͤrlichem Weidelande an, das un— e kommen i gemein dadurch verbeſſert wird, und nach einer ſolchen Duͤngung Beſchaffent weit feinere Graͤſer nebſt weißem Klee hervorbringt, die vorher bei ihrer 1 gleichſam im Boden ſchlummerten. Gleich gute Wirkung hat die Erfahrung Kreide auf einem hitzigen grandigen Lehmboden, den ſie kuͤhler genau ernitt macht, und fuͤr einen mit Sauerampfer(Rumex acetosella) ſein, und nih verunreinigten Acker iſt ſie ein unfehlbares Heilmittel, indem ſie anderen Layn dieſes Unkraut augenblicklich toͤdtet. Dies iſt ein ſehr guͤnſtiger Umſtand fuͤr die Schafe, die in jener Pflanze eine ſehr ungeſunde in dem rie Nahrung finden; ſchon manches Lamm ſtarb in Folge ihres Ge⸗ ur dadurch wr nuſſes. Sie macht ferner den ſtrengen Thonboden lockerer und aher auch lit muͤrbe; den Sandboden dagegen friſcher und bindender, kann aber urch das Bre nicht mit Vortheil auf Boden angewendet werden, der ſchon Kalk Verdunſungn enthaͤlt; ihre Wirkung ſteht im Verhaͤltniß mit deſſen Mangel in daß die dͤn der Ackererde. n das Ben⸗ Manchmal iſt die Kreide ſo hart, daß ſie erſt nach Jahren ens der u durch die Witterung gaͤnzlich in Pulver verwandelt wird; in die⸗ groß, daß ſem Falle iſt es gut, dieſelbe Quantitaͤt von ihr drei- bis vier— zarſchaft mal hintereinander aufzubringen, wenn man naͤmlich eine ſchnelle nur bei! Wirkung durch ſie erzielen will, die dann aber auch bei ſo lang— haben, au ſamer Zerſetzung viel dauernder iſt. Einen auffallenden Erfolg von einer Kreideduͤngung berichtet Herr Gawler in ſeiner Beſchrei⸗ bung einer Wirthſchaft auf einem Landgut in Northhampfhire*). zurch der Frij**) Die intereſſante Beſchreibung dieſer Wirthſchaft befindet ſich in der „ſes aber ge⸗ ſolchen Wirthſchaftsbeſchreibungen gewidmeten Abtheilung des Farmer's Se- 7 ries Nr. 7. Der Name des Guts iſt aber nicht angegeben. ner Pulveruee 372 Zwoͤlftes Kapitel. Er brachte ſie auf einem wenig Thon haltenden Grandboden ſo dicht auf, daß die Oberflaͤche 1— 1½ Zoll hoch damit be⸗ legt war. Fruͤher war dieſes Land ſo unſicher im Ertrage, daß derſelbe gar oft, wenn es auch gut geduͤngt, gepfercht, und um ſeine Gebundenheit zu vermehren, von den Schafen feſtgetreten wurde, die aufgewendeten Koſten nicht bezahlte. Der Weizen wuchs zwar Anfangs freudig in die Hoͤhe, und behielt ein gutes Anſehn bis zum Fruͤhjahr; dann aber wurde der Boden loſe und ſchammig, und ſobald als dieſes eintrat, erhielten die Pflanzen ei— nen braͤunlichen Schimmer, ſie ſtarben in Menge ab und ſelten gab der Acker mehr, als 12— 16 Buſſel leichte ſchlechte Koͤr⸗ ner mit kurzem verblichenem Stroh. Nach jener Kreideduͤngung aber liefert er 24— 30 Buſhels von vorzuͤglicher Guͤte. Gerſte, Hafer, Wicken und Klee gediehen vorher ebenfalls nicht, und wachſen jetzt herrlich darauf; der Boden hat ſeine fruͤhere nach— theilige Beſchaffenheit gaͤnzlich verloren. Um die Kreide zum Üüberfahren zu gewinnen, werden an ſol⸗ chen Orten, wo man ſie zu finden hofft, Brunnen oder Schachte oft bis zu einer betraͤchtlichen Tiefe eingetrieben. Das gewoͤhn⸗ liche Verfahren dabei iſt, daß man den Unternehmern dieſer Ar⸗ beit ein Stuͤck Land von ungefaͤhr ſechs Ackern im Umfange ein— raͤumt, um darauf Verſuche mit dem Einſchlagen zu machen, und mit ihnen einen Kontrakt abſchließt in der Art, daß ſie einen Schacht von vier Fuß Weite eroͤffnen und bis zwanzig Fuß da— mit gehen; dann aber, wenn ſie in dieſer Tiefe keine Kreide fin— den, ihn wieder zu fuͤllen, und an einem andern Orte einſchla⸗ gen ſollen, bis ihre Bemuͤhung den gewuͤnſchten Erfolg hat. Der Schacht wird durch eine Art Flechtwerk aus gruͤnem Reißholz vor dem Einſtuͤrzen geſichert, und wenn er die Kreide erreicht hat, ſo ausgeweitet, daß ein Mann bequem darin arbeiten kann. Ge— woͤhnlich vereinigen ſich drei Maͤnner zu dieſem Geſchaͤft: der Eine hackt und ſchaufelt die Kreide los, die andern beiden winden die damit angefuͤllten Kuͤbel an einer einfachen Winde von ziemlich roher Bauart in die Hoͤhe und fahren ſie abwechſelnd auf das Land. 24— 27 Buſſhel werden auf eine Pferdeladung gerechnet, von denen man annimmt, daß hundert zu einer vollen Kreideduͤn⸗ gung nothwendig ſeien, obgleich gewoͤhnlich nur 40— 60 aufge— bracht werden. Die Koſten wechſeln nach der Tiefe der Kreide, die immer beſſer wird, je tiefer ſie liegt; die, welche ſich nur 3— 4 Fuß unter der Oberflaͤche befindet, iſt gewoͤhnlich ſo un⸗ —— Minerd witfin, Stjahi ſache d inmer g Arwende gemengt grißten, Nactite V gung g V di henſct b einen e aus wii hauvtet, ma witten eine zie Hägel! Mehvor von 8— Aceer hä liche Di dein E Mellen, beſonders Und Eur zum Toe und naf Sand 1 meiſten Landſtr Veſond V ſelben dder W der kin nach w füngich V die Pfumen ab und ſein e ſchlechte gr Kreidedingu Güte. Gei Uls nicht, w e frühere un werden an ſ n oder Scett Das grrit wmern dieſe a Umfange dn zu machen, w daß ſee ein vanzig Fuß d eine Kreide fi Orte einſch rfolg hat D n Reißholz te rreicht hat, n kann. 6⸗ haft: der(i en winden von zienlt auf das lan gerechnet, bo len Kredadr 0— b0 außh efe der Freide zelche ſih nu hnlch ſo ui 2 Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkartige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 373 wirkſam, daß ſie zuruͤckgeworfen und zum Wiederausfuͤllen des Schachtes mit benutzt wird. In den Kreidegegenden wird eine ſolche Duͤngung alle 12— 20 Jahre wiederholt, und zwar mit immer guͤnſtigem Erfolg; doch zeigt ſie ſich ſtets bei der erſten Anwendung am wirkſamſten. Je inniger ſie mit der Ackerkrume gemengt wird, deſto groͤßer und ſicherer iſt die Wirkung, am groͤßten, wenn eine Miſtduͤngung damit verbunden wird. Bei Pachtuͤbergaben ſchaͤtzt man eine kurz vorher geſchehene Kreideduͤn⸗ gung gewoͤhnlich zu 6 Pfund pro Acker. Kalkſtein. Die Eigenſchaften des Kalkſteins gleichen einander, doch herrſcht ſehr allgemein der Glaube, daß der gebrannte Kalk aus einem feſten Kalkſtein mehr duͤngende Wirkung aͤußere, als der aus weicherem Geſtein gewonnene, und es wird gewoͤhnlich be— hauptet, daß der aus Kreide gebrannte Kalk weit ſchwaͤcher ſei. An manchen Orten wird dagegen der Kreidekalk vorgezogen; z. B. mitten im ſogenannten Kentiſchen Walde*), wo ein herrlicher fe— *) Der ſogenannte Wald(weald) von Kent, Surrey und Suſſex bildet eine ziemlich ausgedehnte, meiſt ebene, nur an wenig Punkten durch kleine Huͤgel unterbrochene Landſtrecke, die ſich von der Romney⸗Marſch in Kent bis Petworth in Suſſex, in einer Laͤnge von 60— 65 Meilen und einer Breite von 8— 15 Meilen, ausdehnt und gegen 1000 Quadratmeilen oder 640,000 Acker haͤlt. Gegen Suͤden grenzt ſie hauptſaͤchlich an die South⸗Downs(ſuͤd⸗ liche Duͤnen— darunter wird eine Reihe von kalkigen Anhoͤhen verſtanden, die in Suſſex liegen, eine Laͤnge von 50 Meilen und eine Breite von 3— 6 Meilen einnehmen, und wegen der vortrefflichen Schafweide, die ſie geben, in beſonders gutem Rufe ſtehen), und im Norden an die Kalkhuͤgel von Kent und Surrey. Der Boden iſt groͤßtentheils ein fruchtbarer, Thon und Klay, zum Theil ſehr gebunden und zaͤhe, zum Theil aber auch leichter bearbeitbar und naß, an mehren Stellen ſogar mit bedeutenden Flaͤchen von thonigem Sand-, Sand- und Grandboden durchzogen. Dieſer Sandboden iſt jedoch meiſtens ſehr verbeſſert worden, hauptſaͤchlich durch Mergeln. Dieſer ganze Landſtrich befindet ſich faſt durchgaͤngig in einem ſehr guten Kulturzuſtande. Beſonders reich und uͤppig ſind die Weiden darin. Die Britannier hießen den⸗ ſelben Coit andred, d. h. der maͤchtige Wald, und die Sachſen the Wyeld, oder Weald, d. h. der wilde Forſt. Er blieb lange Zeit ein undurchdringli⸗ cher koͤniglicher Wald, in dem nur Hirſche und Schweine hauſten; nach und nach wurde er jedoch an die umliegenden Kloͤſter und Lehnguͤter vertheilt. An⸗ faͤnglich geſchah ſolches nur zum Behuf der Schweinemaſtung, weil man den 374 gZwoͤlftes Kapitel. ſter Kalkſtein zu finden iſt, aber dennoch aus Kreide gebrannter Kalk auf zwanzig Meicn weit hergebracht wird. Es ſcheint ſol— ches jedoch haͤufig mehr aus Gewohnheit und Laune, als aus vernuͤnftigen Gruͤnden zu geſchehen. Denn der Satz ſteht feſt, daß die Wirkung dieſes Duͤngers immer um ſo ſtaͤrker ſich zeigt, je reicher an reinem Kalk das dazu verwendete Material iſt. Kalkſteine ſind freilich nicht, wie die Kreide, ungebrannt zu Duͤnger zu benutzen, weil ſie nicht, wie dieſe, von ſelbſt an der Luft zerfallen, und ſich auf andere Weiſe nur mit viel Muͤhe und Koſten in Pulver verwandeln laſſen. Nun gibt es aber Gegen— den, die reich daran ſind, wo es jedoch an Brennmaterial fehlt; deshalb wurde von dem verſtorbenen Lord Kaimes der Plan zu einer Muͤhle entworfen, auf der große Maſſen von Kalkſtein, nachdem ſie in kleine Stuͤcke zerſchlagen, klar gemahlen werden ſoll⸗ ten. Sie wurde in dem ſchottiſchen Hochlande errichtet zu einer Zeit, wo wenig Sinn fuͤr Verbeſſerungen ſich zeigte; daher auch nicht ſehr benutzt und von einer Waſſerfluth weggeſchwemmt, ehe noch ihr Nutzen ſich gehoͤrig bewaͤhrt hatte. Es moͤchte indeſſen die Anlage ſolcher Muͤhlen wohl die Aufmerkſamkeit großer Land⸗ eigenthuͤmer verdienen, die aus Mangel an Kohlen oder Torf die Wohlthat der Kalkduͤngung entbehren muͤſſen, da ſich ihr Nutzen nicht bezweifeln laͤßt; denn wenn auch der gepulverte ungebrannte Kalk nicht die Wirkung des gebrannten hat, ſo iſt er doch keines— wegs zu verachten und zur allmaͤhligen Verbeſſerung der phyſi— ſchen Beſchaffenheit des Bodens vielleicht geeigneter, als der ge⸗ brannte. Der Kalkſand nimmt ebenfalls eine nicht unbedeutende Stelle unter unſeren Dungmitteln ein. Er macht, innig damit ver⸗ mengt, den Boden locker und fruchtbar. Er wird vornehmlich auf zaͤhem Thonboden angewendet und hat ſich beſonders wirkſam Boden weder zu Feld, noch zur Wieſe fuͤr taugbar hielt; im Verlauf der Zeit lichtete man jedoch den Wald und machte ihn zum groͤßten Theil mit ſehr gluͤcklichem Erfolg urbar. Der Boden iſt dem Wuchs der Eichen außer⸗ ordentlich guͤnſtig, daher beſteht faſt jede Einfriedigung und jedes gebliebene Gehoͤlze, hauptſaͤchlich aus dieſen Baͤumen, die dem ganzen weiten Landſtrich aus der Ferne noch jetzt das Anſehen eines großen Waldes geben. Der Anblick deſſelben mit ſeinen eingehegten Äckern und Wieſen, ſeinen Haͤuſern, Saaten und Doͤrfern von den denachbarten Huͤgeln herab, ſoll wahrhaft entzuͤckend ſein. Anm. d. B. — ) Mine gezeit wäſſtt fun alo dett und nut ſaur von Ill bekannt. d firr w ſinnde; V Aüſtiſch eigedri un glichet b d Daſſel Vergh 4 G- Ennte von! Schlu cen, tegend 1 in gyoß dinih Vadze trracht daraus den T Harn genſch auch werde durch lch, e Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 375 reide gorann, Lennn gezeigt auf ſumpfigem, naſſem Lande, nachdem daſſelbe zuvor ent⸗ eee waͤſſert worden. In manchen ſolchen Fauen hat er mehr gelei⸗ 2 nn 3 ſtet, als Mergel, die Gebundenheit des Bodens dauernder gemin⸗ arke ſhn dert und weißen und rothen Klee da hervorgebracht, wo fruͤher teil j ag nur ſaures Gras wuchs. Er findet ſich in manchen Gegenden ungäm von Irland und England haͤufig, iſt aber weniger in Schottland werruüiſ bekannt. in ſalbſt m viel Nihem s aün bn Muſchelſchalen. maktii fc Dieſe geben gebrannt den ſchoͤnſten Kalk, kommen aber haͤu⸗ det Ma figer roh zermalmt als Duͤnger in Anwendung. In dieſem Zu— von Kaliſt ſtande zeigen ſie ſich uͤberaus wirkſam; 40 Buſhels pulveriſirte 1 werden ſ Auſterſchalen, in 27 Zoll von einander entfernte Reihen pro Acker ichtet zu i eingedrillt, erzeugten zu Holkham bei Herrn Coke eine eben ſo he; daher i große Turnipsernte, wie 8 Tonnen Hofmiſt pro Acker Land ganz ſchwemmt, gleicher Beſchaffenheit, und auch in den folgenden Ernten von moͤhte indſſ Gerſte und Klee war kein auffallender Unterſchied zu bemerken. it großer emn Daſſelbe Dungmittel wurde auch ebendaſelbſt bei Weizen, im n oder duffd Vergleich mit Olkuchenmehl, angewendet. Man nahm von jedem ſich ihr Vie 4 Eentner pro Acker, und hatte dem Anſchein nach ganz gleiche erte ungebtum Ernten von beiden. Auch die darauf folgenden Turnips waren er doch kine⸗ von beiden gleich gut. Daraus laͤßt ſich jedoch kein ſicherer ung der pf Schluß auf die wahre Wirkſamkeit dieſer beiden Dungmittel ma⸗ er, als drg chen, indem das eine mehr poſitiv duͤngend, das andere mehr er⸗ regend zu wirken ſcheint. deutende Eil An manchen Orten finden ſich dieſe Schalen meiſt noch ganz, nig danitt in großen Lagern angehaͤuft. Man zermalmt ſie entweder auf einer td vornehnt Olmuͤhle, oder vermittelſt einer eiſernen oder ſchweren ſteinernen unders wifr Walze auf harter Unterlage von Steinplatten oder Ziegeln. Man erreicht jedoch denſelben Zweck auf wohlfeilere Weiſe, wenn man daraus die untere Schicht eines Dunghaufens macht oder ſie auf 1 den Boden des Miſthofes ſtreut, wo ſie von dem darauf fließenden in Mei Harn zerſetzt werden, und in dieſem Zuſtand dem Duͤnger die Ei— lie genſchaft eines mit Kalk verſetzten Kompoſts verleihen. Sie koͤnnen Dids guur auch unzerbrochen auf einem recht zaͤhen Thonboden angewendet wei oandſtt werden, den ſie mechaniſch lockern und fuͤr die Wurzeln leichter eben. Der Alti durchdringbar machen. Auf ſolchem Lande zeigen ſie ſich ſehr nuͤtz ſern Euuti d lich, und weil ſie nur nach und nach darin verweſen, alljͤhrlich mun nur ein wenig mehr, ſo haͤlt ihre Wirkung, wenn ſie in gehoͤri⸗ Anm. d. 2. ———— — — 376 Zwoͤlftes Kapitel. ger Menge aufgebracht wurden, ziemlich lange an. Auf Sandbo⸗ den taugen ſie aber nichts. In manchen unſerer Kuͤſtengegenden gewaͤhrt auch der Mu⸗ ſchelſand ein recht gutes Dungmittel. Die Muſſchelſchalen, die auf dem Meeresgrunde liegen, zerſetzen ſich daſelbſt mit der Zeit, und der im Bereich der Fluth liegende, bei Stuͤrmen an das Ufer geſchwemmte damit reich verſehene Sand wird mit großem Nutzen auf das Land gefahren. Innig und ſorgfaͤltig damit gemengt, traͤgt er ſehr viel zur Verbeſſerung des kalten Thon- und binden— den Lehmbodens bei. Man bringt davon ungefaͤhr 20 Tonnen pro Acker auf; ſein Werth haͤngt indeſſen ſehr von der Menge der darin befindlichen Kalktheile ab, die bisweilen ſo groß iſt, daß ſich ſolcher Sand ganz wie Kalk benutzen laͤßt. Man findet ihn auch in Schichten zwiſchen Sandklippen, wohl 40— 50 Fuß uͤber der Meeresflaͤche, wo er wahrſcheinlich in fruͤheren Zeiten vom Waſſer abgelagert wurde. Gebrannter Kalk. Der Kalk kommt hauptſaͤchlich im gebrannten Zuſtande bei der Landwirthſchaft in Anwendung. Durch das Brennen verliert er bedeutend an Gewicht, aber nicht an Volumen und erhaͤlt er bekanntlich aͤtzende Eigenſchaften, die maͤchtig auf die Zerſetzung von Thier⸗ und Pflanzenſtoffen einwirken. In dieſem Zuſtande vermag er nichts zur Ernaͤhrung einer Pflanze beizutragen, im Gegentheil wuͤrde er, in einiger Menge angewendet, deren Ver— nichtung herbeifuͤhren. Iſt er aber durch das ſogenannte Loͤſchen im Waſſer oder an der Luft von ſelbſt zu Pulver zerfallen, ſo verliert er ſeine Ätzkraft wieder; er wird mild und wirkt dann aͤhnlich der rohen Kreide. Bei ſeinem Gebrauch als Duͤnger loͤſcht man ihn nicht in großen Haufen mit Waſſer, ſondern bringt ihn gewoͤhnlich in kleinen Haͤufchen, ungefaͤhr 1 ½ Buſhel haltend, auf eine Brache und bedeckt dieſelben ſogleich mit darum herausgegrabener, feinge⸗ kruͤmelter friſcher Erde, die man gleichmaͤßig daruͤber breitet, und feſtſchlaͤgt, um Luft und Regen davon abzuhalten. In dieſem Zuſtand laͤßt man ſie einige Tage, dafuͤr ſorgend, daß ihre Decke dicht und glatt bleibe, ſobald man merkt, daß der Kalk durch die Feuchtigkeit der Erde Vlennnnen geloͤſcht iſt. Es koͤnnte ſchei— V b V V It di glätmi hen Fu ſchiddene Huͤfhh ſlben auf den ſ Entfern. R 1 a auf fänet e Aceer a dan, u Auch kibt, Zerſto Wirk Voru ſei,! ſicha 3 krune 3 ikuf kraft hefindet de ga ſens lang d kat a zerthei Witku ſehr d ganiſch ſcaͤdi unwan ſaͤuer Vj Ea. auch d M ſchſſchn, N bſt mit de a nen in d it gooßen Nue damit gunng oon⸗ und binda r 2 Vuma m der Mug d — groß üi d en Sandkiun. er wahrſcent ten Zuſtande Brennen weit en und ehitt uf die zerite dieſem Zuſin beizutagn, det, deren W genannte lite er zetfalln ind wutt da n ihn niti gewöhnlh nuf eine Sit rabener ſin⸗ ber brikt, n. In dii diß inr d Kalk urc d z kunte ſth Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 377 nen, als wenn dieſes Bedecken unnoͤthig ſei; wollte man es aber unterlaſſen, ſo wuͤrde ſich durch den eindringenden Regen eine Kruſte bilden, die Feuchtigkeit ſich nicht gleichmaͤßig darin verbrei⸗ ten und das vollſtaͤndige Zerfallen des Kalkes gehindert werden. Iſt dieſes erfolgt, ſo iſt er zum Gebrauch fertig; er wird nun gleichmaͤßig auf der Oberflaͤche ausgeſtreut, augenblicklich mit fla— chen Furchen untergepfluͤgt und durch mehrmaliges Eggen in ver⸗ ſchiedener Richtung mit der Ackerkrume gemengt. Wenn man die Haͤufchen in 18 Fuß von einander entfernten Reihen und in der⸗ ſelben Entfernung von einander abſchlaͤgt, ſo kommen 200 Buſhels auf den Acker, und danach laͤßt ſich fuͤr jede beliebige Menge die Entfernung der Reihen und Haufen berechnen. Das Brennen des Kalkes vor ſeiner Verwendung als Duͤn⸗ ger iſt hauptſaͤchlich deshalb nothwendig, weil es ſo ſchwierig iſt, ihn auf andere Weiſe in ein feines Pulver zu verwandeln. Je feiner er aber gepulvert iſt, deſto gleichmaͤßiger kann er auf den Acker ausgeſtreut, deſto inniger mit der Ackerkrume gemengt wer⸗ den, und davon iſt eine ſchnellere und ſtaͤrkere Wirkung die Folge. Auch traͤgt er, da er, bald nach dem Loͤſchen dem Boden einver⸗ leibt, ſeiner Ätzkraft noch nicht ganz beraubt iſt, nicht nur zur Zerſtoͤꝛvung des Unkrautes, ſondern auch zur Befoͤrderung der Wirkung einer Miſtduͤngung mit bei. Ein ſehr gewoͤhnliches Vorurtheil iſt, daß das Brennen des Kalkes durchaus nothwendig ſei, um ihn als Duͤnger taugbar zu machen; denn dies iſt, wie ſich aus dem Vorſtehenden ergibt, nicht der Fall. Ihn gleich nach dem Zerfallen zu ſtreuen und mit der Acker⸗ krume zu mengen iſt deshalb rathſam, weil er dann noch einige Ätzkraft beſitzt, und im moͤglichſt fein gepulverten Zuſtande ſich befindet, deshalb eine geringere Menge von ihm zur Bedeckung der ganzen Oberflaͤche hinreicht und er ſich leichter mit vielen Erdtheilchen in Beruͤhrung bringen laͤßt. Bleibt er aber eine Zeit lang der Luft ausgeſetzt liegen, ſo ſaugt er zu viel Feuchtig— keit ein, ballt ſich in Klumpen, und laͤßt ſich nicht wieder ſo fein zertheilen; es wird daher eine weit groͤßere Menge zu gleicher Wirkung nothwendig. Er aͤußert auch in obigem Zuſtande noch ſehr viel Wirkung auf die im Boden befindlichen unzerſetzten or— ganiſchen Subſtanzen, als Inſekten, Wurzeln und Saamen von ſchaͤdlichen Unkraͤutern, die er vernichtet und in fruchtbaren Moder umwandelt. Ferner iſt eine geringere Menge von ihm zur Ent⸗ ſaͤuerung des ſauern Landes erforderlich, als vom ungebrannten 378 Zwoͤlftes Kapitel. Kalk, der jedoch, in gehoͤriger Menge angewendet, dieſem Übel ebenfalls abhilft. Es iſt daher nicht zu verkennen, daß der ge⸗ brannte Kalk zu Duͤnger einen hoͤhern Werth hat, als der unge⸗ brannte; um aber von ihm den vollen Nutzen zu ziehen, wird es nun auch nothwendig, ihn nach dem Zerfallen lebendig zu erhal— ten, nicht wieder unwirkſam werden zu laſſen. Bei ſeiner derartigen Verwendung iſt indeſſen doch große Vorſicht nothwendig; denn wenn er auch die Faͤulniß befoͤrdert und haͤrtere vegetabiliſche Stoffe in Pflanzennahrung umwandelt, ſo kann doch eine ſehr große Menge Kalkes gerade das Gegen— theil hervorbringen, und bis zu einem gewiſſen Grade die Wirk⸗ ſamkeit des thieriſches Miſtes zerſtoͤren, indem er ſich entweder mit einigen Elementen derſelben verbindet oder deren Anordnung umaͤndert*). Er iſt noͤthig, die uͤbeln Geruͤche und Ausduͤnſtun⸗ gen des Aaſes und der Kloaken zu zerſtoͤren, aber wirkt nachthei— lig, ſobald er mit gewoͤhnlichem thieriſchem Miſt gemengt wird, weil er deſſen extraktartige Subſtanz unaufloͤslich zu machen ſtrebt. Wenn man einem in Gaͤhrung begriffenen Haufen von Stallmiſt eine bedeutende Menge gebrannten Kalk zuſetzt, ſo erhitzt er ſich im hoͤchſten Grad und brennt ganz zuſammen. Er ſollte daher nie mit Miſt gemengt werden, wenigſtens nur in ganz geringen Mengen, wenn man ihn zur Zerſtoͤrung der darin befindlichen Unkrauts⸗ ſaamen und Wurzeln fuͤr noͤthig erachtet, und wendet man ja beide, Miſt und Kalk, zu gleicher Zeit zur Duͤngung an, ſo muß jener einige Zeit zuvor untergepfluͤgt, und dieſer dann nach der Saatfurche eingeeggt werden. Die Excremente, welche von den Pferden, die bei Kalkoͤfen arbeiten, auf den Boden fallen, werden gewoͤhnlich durch den bei dem Beladen der Wagen ſtaͤubenden Kalk ſo vollkommen zerſtoͤrt, daß auch gar nichts davon uͤbrig bleibt. Auch vernichtet er den friſchen Graswuchs; doch, maͤßig darauf angewendet, nicht die Wurzeln; im Gegentheil bricht bald nachher ein friſcheres Gruͤn hervor und mancher Saamen, der bisher im Boden geſchlummert, kommt dadurch zum Keimen. *) Dies iſt nach Davy; ſ. deſſen Agrikulturchemie, uͤberſetzt von Wolff, S. 370. Dieſer gilt dem Verfaſſer nun einmal als Orakel, obgleich manche ſeiner Behauptungen und Angaben ſich durchaus nicht bewaͤhren. Schon in der angefuͤhrten deutſchen überſetzung ſeines Werkes finden ſich manche wohl⸗ begruͤndete Widerlegungen. ang zeretbnr auf das Einer un ſcretem ſetadd u fale un enthalten das Lan du, ads ſemmen vegen de ſenkt ſie un bi früͤhet zuſarmn ren, j G Kalkes Liſchen kurzen Boden if, abe vid, Da ü, feuen, trockene ſehen w auf de wenn tringſ jeſes d ind muß m Falkſt 11 ——y————— ————— Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 379 et di ü 7, 15 Er neutraliſirt die im Humus enthaltenen Saͤuren, und ver⸗ , als da mn wandelt die darin befindlichen vegetabiliſchen und anderen aufloͤs⸗ zichen nid lichen Subſtanzen unter Zutritt von Luft und Waſſer in Pflan⸗ bendig z rut zennahrung; aber auf arme Bodenarten, wo er nicht ſo viele zerſetzbare Stoffe findet, wirkt er ſo maͤchtig, daß er dieſelben bis ſtn duc g auf das Außerſte erſchoͤpft und ſelbſt der erſten Frucht ſchadet. 6 Einer unſerer tuͤchtigſten Landwirthe, Malcolm, ſagt in ſeiner Be⸗ 7 denſh ſchreibung der Wirthſchaft von Surrey wohl mit Recht, daß man, ade das dun ſobald unmittelbar nach dem Unterpfluͤgen des Kalkes viel Regen Frade d i falle und entweder in dieſem ſelbſt oder im Boden viel Sand r ſij eln enthalten ſei, mit Beſtimmtheit darauf rechnen koͤnne, es werde 1 1 das Land nach dem Kalken in einem uͤblern Zuſtande ſich befin⸗ ren Anorce den, als vorher, weil die Feuchtigkeit, vom Kalk und Boden zu— n Ausdn ſammen aufgehalten wird, und kann nun etwa deren Übermaaß witkt nach wegen der Zaͤhigkeit des Untergrundes nicht ſchnell ablaufen, ſo gemengt n ſenkt ſie ſich mit Kalk und Sand verbunden unter die Ackerkrume a machen i und bildet daſelbſt eine undurchdringliche Schicht, die vielleicht von Etlr fruͤher nur waſſeranhaltend war; denn Kalk und Sand bilden erhitt er ſhj zuſammen bekanntlich den Moͤrtel, und zwar einen immer feſte⸗ lie daher ner ren, je beſſer ſie in ihrer Art ſind. Es kann dieſes zum Unter⸗ eringen Nag. gang eines großen Theils der Saat dienen. dichen Unitm Es ließe ſich einwenden, daß die Ätzkraft des gebrannten wendet un Kalkes keine große Wirkung aͤußern koͤnne, weil er bald nach dem zung an, ſoui Loͤſchen wieder Kohlenſaͤure anzieht; aber ſie iſt ſelbſt in dieſer r dann nah kurzen Zeit groß, wenn er nur gleich nach dem Zerfallen mit dem welche wn Boden gemengt wird; denn wenn dieſer auch reich an Humus en falen wi iſt, aber unverſtaͤndig behandelt oder nicht hinlaͤnglich geduͤngt agen ſtälten wird, ſo macht ihn der Kalk ganz unfruchtbar. ts davon l Da der Staub von gebranntem Kalk der Geſundheit ſchaͤd⸗ 3; doch, nih lich iſt, ſo muß man darauf ſehen, daß die Leute, welche ihn theil brict ſtreuen, dabei mit dem Winde gehen. Auch ſollte er nur bei Saamen,i trockenem Wetter und Boden untergepfluͤgt, uud ſelbſt darauf ge⸗ im Keima, ſehen werden, daß die zu dieſer Arbeit verwandten Pferde nicht auf dem Wege zum Felde durch naſſe Stellen gehen. Denn wenn auch der trockene Staub des noch aͤtzenden Kalkes nicht die geringſte nachtheilige Wirkung auf die Haut hervorbringt, ſo iſt berſtt un Af dieſes doch gleich der Fall, ſobald Waſſer dazu kommt, und es A, chzlit un ſind Pferde dadurch ſchon fuͤr immer lahm geworden. Daher währn. äng muß man dieſelben nach jener Arbeit ſorgfaͤltig abbuͤrſten und den ſcj nult d Kalkſtaub beſonders von den Fuͤßen und Beinen vollſtaͤndig ent⸗ I. 25 380 Zwoͤlftes Kapitel. fernen laſſen. Bei ſolcher Vorſicht leiden ſie keinen Schaden; ſollte es ſich aber doch ereignen, daß ſie oder die mit dem Kalken beſchaͤftigten Leute mit angefeuchtetem Ätzkalkſtaub beſpruͤtzt wuͤr⸗ den, ſo hat man dieſe Stellen mit Eſſig oder ſaurer Milch abzu⸗ waſchen. Hat der geloͤſchte und zu Pulver zerfallene Kalk eine Woche gelegen, ſo iſt ſeine Atzkraft verſchwunden und er ſo gleich⸗ giltig, wie jede andere Erde, jede Gefahr alſo voruͤber. Sollte derſelbe jedoch vor dem Ausſtreuen ſich in Klumpen geballt ha⸗ ben, fo bleiben dieſelben, wenn ſie nicht zermalmt werden, laͤn⸗ ger in einem aͤtzenden Zuſtande, und es iſt deshalb dann beſſer, das Unterpfluͤgen noch eine Woche, oder auch noch laͤnger, zu verſchieben. Hat der gebrannte Kalk ſeine Ätzkraft vollſtaͤndig verloren, iſt er mild geworden, ſo wirkt er nicht mehr mit derſelben Hef⸗ tigkeit auf die organiſche Materie ein, aber er beſchleunigt dennoch ihren übergang zu dem Zuſtande, wo ſie das Pflanzenwachs⸗ thum am meiſten befoͤrdert; auch beſitzt er dann nicht mehr die Eigenſchaft, mit dem Sand armer Bodenarten einen Moͤrtel zu bilden. 3 1 Kalk, ſowohl im aͤtzenden als im milden Zuſtande, iſt in⸗ deſſen, ohne einen Zuſatz von Erde, durchaus nicht geeignet, die Vegetation zu unterſtuͤtzen. Pflanzen, die in einen mit gepulver⸗ tem kohlenſauren Kalk gefuͤllten Blumentopf geſetzt und regelmaͤ⸗ ßig begoſſen wurden, wuchſen nur ſchwach und gingen bald ganz ein. Wurde aber der Topf zum Theil mit Gartenerde gefuͤllt und darauf eine 1 ½ Zoll dicke Lage von kohlenſaurem Kalk ge⸗ ſtreut, ſo trieben die Pflanzen ihre Wurzeln ohne Seitenzweige zu machen, durch dieſe durch, bis ſie die Erde erreicht hatten. Selbſt wenn der Kalk nur den fuͤnften Theil der Miſchung aus⸗ machte, blieben die Pflanzen darin duͤrftig, und im friſch gebrann⸗ ten Zuſtande zerſtoͤrt er bei dem Hinzutritt von Waſſer alles Wachsthum. Er iſt dieſem auch unguͤnſtig, wenn er in zu großer Menge auf trocknen warmen Boden gebracht wird, weil er zur Ver⸗ dunſtung der dazu noͤthigen Feuchtigkeit beitraͤgt. Deshalb nennt der Landwirth manchen kalkreichen Boden hitzig, und bedient man ſich dieſes Dungmittels zu ſtark und oft, ohne hinreichende Un⸗ terſtuͤzung von Miſtduͤngungen, ſo traͤgt es nur zur Erſchoͤpfung des Bodens bei. Daher ſtammen die verſchiedenen Wirkungen deſſelben. Auf manchem Boden zeigt er ſich als ein gruͤndliches und dauerndes Verbeſſerungsmittel; auf anderem dagegen eher ſagt, d kommen Degetat naue E dm Et artheile mn n Geenſ mer die b kis erl dit we und d imme Kalke ſtehen ſein, den g den ſ finden. Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 381 Schaden, ſ we nn nachtheilig. Es haͤngt dies von den verſchiedenen Eigenſchaften bbeſbtigt ag des Bodens, ſo wie des Kalkes ſelbſt ab, je nachdem dieſer naͤm⸗ rer Mi 1 lich mit anderen Erdarten gemiſcht. iſt oder nicht.— allene gak Weil man Kalkerde in der Aſche aller Vegetabilien findet, ud aſ 6 weil der Gehalt daran in der Aſche von Weizen, Klee und ande⸗ iin i7 ren Pflanzen ſtaͤrker wird, wenn ſie auf Kalkboden oder nach nuan gul 6 Kalkduͤngung wuchſen, weil ferner manche Gewaͤchſe, wie man at wedn 6 ſagt, auf einem voͤllig kalkloſen Boden nicht zur Vollkommenheit kommen, ſo ſchließt man wohl nicht mit Unrecht, daß er bei dem ah dim ͤſ Vegetationsproceß von der groͤßten Wichtigkeit ſein, und eine ge⸗ noch lingn naue Bekanntſchaft mit der Art ſeiner Wirkung, durch die wir in den Stand geſetzt wuͤrden, mit Sicherheit uͤber ſeine Kraͤfte zu ſndig benen urtheilen, weſentlich zur Vervollkommnung des Ackerbau's beitra⸗ derſaben 8 gen muͤſſe. Es iſt in der That ſehr zu bedauern, daß dieſer hleunigt den Gegenſtand noch nicht hinlaͤnglich eroͤrtert iſt; und daher noch im— Manzenne mer die widerſprechendſten Reſultate von der Anwendung des Kal⸗ nicht mer kes erlangt werden. Viel Geld und Arbeit ſind nutzlos verſchwen— einen Nüri det worden, die bei beſſerer Kenntniß zu erſparen geweſen waͤren, und ohne genaue wiſſenſchaftliche Unterſuchungen bleiben wir noch Zuſtande, ſti immer im Dunkeln uͤber die Einwirkungen des Bodens und des ſnicht geeignt, Kalkes auf die Vegetation. Indeſſen duͤrſte doch ſchon die vor⸗ nen mit gebute ſtehende, freilich nur ſchwache Beleuchtung der Sache hinreichend etzt und naie ſein, durch das Zuſammenhalten unſers bisherigen Wiſſens mit gingen bod g den gebraͤuchlichen Verfahrungsarten einen ziemlich ſichern Leitfa⸗ Gattenerde gft den fuͤr die zweckmaͤßigſte Anwendung der Kalkduͤngung aufzu⸗ ſaurem gat finden. hne Seitnti e erreict hir Anwendung des Kalks. r Miſchugu.,.. ftiſc gie„9 Zu einem gluͤcklichen Ackerbau gehoͤrt zuvoͤrderſt, daß man on Waſſet! ſeinen Boden kenne, daß man wiſſe, welche Beſtandtheile deſſel— ben der Vegetation ſchaͤdlich, welche nuͤtzlich, welche gleichgiltig d 25 ſind, und daß man ihn zum Empfang und zur Ernaͤhrung der Deshalb ue darauf zu bauenden Gewaͤchſe beſtens vorbereite; dann daß man und imr die Zerſetzung der darin befindlichen der Faͤulniß faͤhigen Subſtan— timätadlt zen auf ſolche Weiſe zu leiten ſuche, daß ſie den Pflanzen waͤh— rend der ganzen Zeit ihres Wachsthums paſſende Nahrung verlei⸗ Pikunge hen. Genaue Verſuche haben nun gelehrt, daß Kalk das denen beſte Mittel iſt, die Fehler eines armen, feuchten und unthaͤtigen dite en, feucht 4 ira Thonbodens zu verbeſſern. Da er bei Hinzutritt, von Waſſer die 25 †. zut Eſtirin 382 Zwoͤlftes Kapitel. 1 Faͤhigkeit beſitzt, alle Thier- und Pflanzenkoͤrper zu zerſetzen, ſo zerſtoͤrt er auch auf einem vernachlaͤſſigten, mit Haide und Moos bedecktem Boden die alte Narbe und erzeugt an ihrer Stelle ein ſaftiges zartes Gras. Wir wiſſen auch, daß er das Wachsthum einiger Pflanzen mit beſonderer Kraft unterſtuͤtzt, ſo z. B. das der Esparſette, die ſelbſt auf duͤrftigem Boden, ſobald ſich Kalk darin befindet, gut waͤchſt und deren Wurzeln in den Kalk⸗ ſtein dringen. Es iſt indeſſen ein Irrthum, zu glauben, daß der Kalk ſchon an ſich allein ein wirklich naͤhrender und bereichernder Duͤnger ſei, er wirkt hauptſaͤchlich nur dadurch, daß er, in ſeiner phyſiſchen Beſchaffenheit das Mittel zwiſchen Thon und Sand haltend, die Nachtheile beider mindert. Wenn er aber auch fuͤr ſich allein dem Pflanzenwachsthum unguͤnſtig iſt, ſo finden wir doch, daß diejenigen Bodenarten, welche ihn entweder ſchon von Natur ent⸗ halten, oder denen er durch die verſtaͤndige Thaͤtigkeit des Land⸗ wirths beigemengt worden iſt, fruchtbarer ſind, als andere; denn er hat die Faͤhigkeit aus der Erde und der Luft Alles herbeizu⸗ ziehen, was zur Zerſetzung der organiſchen Materie, ſo auch des im Boden befindlichen, Humus beitragen kann, und indem er ſel⸗ bige auf dieſe Weiſe in Pflanzennahrung umwandelt, befoͤrdert er die Vegetation da, wo ſie ohne ſeine Mitwirkung ſchlummern wuͤrde. Ein beſonders kraͤftiges Erregungsmittel derſelben iſt er auf tiefem Lehm- und ſchwerem Thonboden, die einen von Natur ſo ſauren und unaufloͤslichen Humus enthalten, daß er der Vegeta⸗ tion nur wenig hilft; oder auf Grundſtucken, die einige Zeit zu⸗ vor blos eine ſtarke Miſtduͤngung erhalten haben, aber durchaus keinen Kalk, weder von Natur oder durch Kunſt enthalten. Hier bringt er alle Nuͤckſtaͤnde derſelben aufloͤſend, nicht ſelten groͤßere Wirkung hervor, als eine wiederholte Miſtduͤngung, wird aber eine ſolche nicht bald nachher neu gegeben, vielleicht ſogar die Kalk⸗ duͤngung mehrmals wiederholt, ſo erfolgt bald gaͤnzliche Er⸗ ſchoͤpfung des Bodens, ſo daß derſelbe ganz unfaͤhig zur ferneren Kultur wird, und nur durch laͤngeres Weideliegen erſt nach meh— ren Jahren ſich allmaͤhlig wieder zu erholen vermag. Mehre tau⸗ ſend Acker Land in dem vereinigten Koͤnigreiche ſind auf dieſe Weiſe unfruchtbar gemacht worden, und man ſagt ſogar, daß mehre der erſten Landwirthe in den Lothians den allzuſtarken Gebrauch des Kalkes, ſo verſtaͤndig ſie ihn auch anſcheinend an— wenden, ihren Ernten nachtheilig gefunden haben. 2 Mine M dn, in zaſibte werden. thenials ſähr fu dr Din fahigtt wirkſam widerhe Der K gung in innige J dan ſon ſr At b veth kerer oh E Kaltdi Wid Kalkd ihm kung. nutzen vother denarte ans de ſo B. den nin den Ka⸗ jdr ilt i nder Dunge ſi ſeiner bhvjſte nd halad,i für ſich äli wir doch, d von Natur gkeit des Oe d ander; i —Alls hatdi rie, ſo auh d nd indem e t, befördeted hlummen vün elben ſſ er d n von Muri F5 er der te einige zät „aber dutte enthalten. hi ht ſelten gi ung, wid it ſogar diel hgärzlicet hig zur fenm erſt nach n ag. Mi find auf 1 agt ſäger, d 6 ben anſeiund a —— —— Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 383 Marſchland vertraͤgt, wenn es gehoͤrig trocken gelegt wor⸗ den, eine wiederholte Anwendung von Kalk, weil es reich an un⸗ zerſetzten organiſchen Stoffen iſt, die durch denſelben aufloͤslich werden. Auf reichem, trockenen und tiefen Lehmboden ſchafft er ebenfalls vorzuͤglichen Nutzen; denn wenn derſelbe auch an ſich ſehr fruchtbar iſt, ſo wird er doch leicht unthaͤtig, und dann bleibt der Duͤnger in ihm, entweder aus Mangel an eigner Gaͤhrungs⸗ faͤhigkeit, oder aus Mangel an Kalktheilen oftmals lange Zeit un— wirkſam, wenn er nicht durch eine in laͤngeren Zwiſchenraͤumen wiederholte maͤßige Kalkduͤngung zur Zerſetzung gebracht wird. Der Kalk ſollte indeſſen einige Wochen vor der neuen Miſtduͤn⸗ gung in den Boden gebracht werden, damit er vorher durch ſeine innige Mengung mit dieſem ſeine Atzkraft voͤllig verloren habe; denn ſonſt zerſtoͤrt er einen Theil der letztern nutzlos. Boden die⸗ ſer Art bringt nach der Anwendung von Kalk reichlichere Ernten bei verhaͤltnißmaͤßig ſchwacher Miſtduͤngung hervor, als bei ſtaͤr— kerer ohne ihn. Schwerer Thon- oder Klayboden vertraͤgt eine wiederholte Kalkduͤngung beſſer als jeder andere, beſonders leichterer Boden. Wird derſelbe jedoch als Ackerland benutzt, ſo haben ſchwache Kalkduͤngungen, ſei es nun, daß ſie ſeine Cohaͤſion mindern, oder ihm die fehlenden Kalktheile zufuͤhren ſollen, nur geringe Wir⸗ kung. Will man zu ſeiner Verbeſſerung Kalk und Sand be⸗ nutzen, ſo iſt es rathſamer, jeden fuͤr ſich aufzubringen, als ſie vorher untereinander zu mengen. Auf allen ſehr bindenden Bo⸗ denarten iſt die Wirkung des Kalkes groß. Wird er ganz friſch aus dem Ofen auf ſchweren tiefen Klay gebracht, ſo erhoͤht er den Ernteertrag vorzuͤglich, ganz beſonders in naſſen Jahr⸗ gaͤngen. Auf Sandboden, der ſelten reich an Humus iſt, wirkt der Kalk mechaniſch, indem er ihn bindender macht und ihn, Feuch⸗ tigkeit aus der Luft anziehend, auch bei trockenem Wetter feuchter haͤlt. Man ſagt daher, er kuͤhle das hitzige Land. Wird er je— doch auf Sandboden ohne einen Zuſatz von Thon, mit dem man ihn vorher gemengt hat, angewendet, ſo verbindet er ſich leicht mir ihm zu Moͤrtel, deſſen nachtheilige Wirkungen bereits angegeben worden, und der nur mit viel Schwierigkeit zu zerkruͤ⸗ meln iſt. Oft bringt der Pflug harte Klumpen auf die Ober⸗ laͤhe, die ſich kaum zerbrechen laſſen. Iſt ſolches Land oft ge⸗ kalkt worden, ſo gibt es kein anderes Mittel, es wieder herzuſtel⸗ ———y——— 384 Zwoͤlftes Kapitel. len, als oft wiederholte, ſtarke Duͤngungen faulender Art. Den Beweis fuͤr das Geſagte findet man in mehren Gegenden Eng— lands, wo mancher Kreideboden, der nicht kraͤftig genug iſt, eine ſtarke Viehzucht zur Erzeugung des erforderlichen Duͤngers zu ernaͤhren, durch den unbedachtſamen Gebrauch von Kalk ganz verdorben iſt. Üüber die Erſchoͤpfung des Landes durch den Kalk herrſchen uͤbrigens verſchiedene Meinungen. Es iſt augenſcheinlich, daß fort⸗ waͤhrendes Ernten ohne Erſatz durch naͤhrende Duͤngung endlich den beſten Boden erſchoͤpft; aber wenn auch deſſen Fruchtbarkeit durch eine ſolche Nachhilfe unterſtuͤtzt wird, ſo kann ſie doch da⸗ von allein nicht abhaͤngen. Dies zeigt ſich dadurch, daß eine Erde, auch ohne Zuſatzvon vegetabiliſchen oder animaliſchen Sub⸗ ſtanzen, Pflanzen erzeugt; denn reiner Sand, Thon und Kreide, obgleich jedes fuͤr ſich unfruchtbar, uͤben, untereinandergemengt, chemiſche Einwirkungen auf einander aus, die mit Beihilfe der Luft, des Thaus, des Regens, des Sonnenlichtes und der Zeu— gungskraft der Gewaͤchſe, Koͤrner und Fruͤchte zur Reife bringen. Daraus geht deutlich hervor, daß der Boden fuͤr ſich allein die Vegetation zu unterſtuͤtzen vermag; dennoch lehrt die Erfahrung taͤglich, daß der Betrag ſeiner Erzeugniſſe, ſeine Fruchtbarkeit, nach kurzer Zeit zum großen Theile von der Zerſetzung organiſcher Stoffe abhaͤngt, die im Humus enthalten ſind, oder als Duͤn— ger ihm zugefuͤhrt werden. Alles iſt Duͤnger zu nennen, was, in den Boden gebracht, entweder deſſen fehlerhafte phyſiſche Beſchaf⸗ fenheit abaͤndert, oder irgend eine uͤble Eigenſchaft verbeſſert, oder ſeine Thaͤtigkeit erhoͤht, oder ihn mit Pflanzennahrung verſieht. So macht zwar der Kalk den Sand bindender, und dadurch zur Erzeugung von Pflanzen geſchickter; da dieſelben aber weder in dem einen, noch in dem andern Nahrung finden, ſo wird noch eine Duͤngung faulender Art nothwendig, um ſie zur Vollkom— menheit zu bringen. Beſteht dagegen der Boden aus Thon und Sand und iſt er reich an organiſcher Materie, die ſich jedoch in einem unthaͤtigen Zuſtande darin befindet, ſo wirkt Kalk mehr als jede andere Duͤngung. Daher ſollte vor ſeiner Anwendung jedes— mal der Zuſtand des Bodens genau unterſucht, und diefelbe hauptſaͤch⸗ ich nur ſtatt finden, um unthaͤtige Subſtanzen darin anzuregen. Wir wiſſen zwar, daß die fruchtbarſten Bodenarten immer etwas Kalk enthalten, und daß deſſen Einwirkung auf die Wur— zeln der Pflanzen bedeutend iſt; aber wir ſind noch ſehr unvoll⸗ — in eine bigete Hifed aögew türlice wird, eindii b durch e or ſih A der g dis konne ſchale ringſ in ei Jaht it; in O ſchein Sübſß gen er der er und u duf ſe auf ihn! ßer At, Grae Nen rnthſe Bde Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 385 der A. d 1 zber die Grk je Art di Gegende n kommen unterrichtet uͤber die Broͤße und die Art dieſer Einwir⸗ genux 9 kung, im hoͤchſten Grad unwiſſend in Betreff der Veraͤnderun⸗ din n gen, die durch ihn im Boden hervorgebracht werden. Es ſcheint zon 9 1 jedoch, als wenn er nur durch die Beſchleunigung der Zerſetzung ben faulender Subſtanzen im Boden deſſen Erſchoͤpfung herbeifuͤhre, g und daher bei ſeiner Anwendung eine groͤßere Menge von jenen mn herrſhn in einer gegebenen Zeit konſumirt werde. Es hat dies aber ergie⸗ 6 duß ſin bigere Ernten zur Folge und es kann daher ein Landwirth mit ungan adit Hilfe des Kalkes eine Zeit lang ſeinem Acker einen hoͤhern Ertrag n Nruthüniä abgewinnen, als ohne dieſelbe; allein wenn dadurch auch die na⸗ n ſie doch i tuͤrliche Beſchaffenheit des Bodens nicht nachtheilig abgeaͤndert rch, dß i wird, ſo leidet es doch keinen Zweifel, daß ſowohl der darin naliſchen d befindliche Humus, als der ihm zugefuͤhrte Duͤnger ſchneller da⸗ n und Kri durch erſchoͤpft werden, als wenn deren Zerſetzung mehr allmaͤhlig dandergeme, vor ſich ginge. t Bähiſen Auf dieſe Weiſe iſt es auch nur moͤglich, daß bisweilen mil⸗ und der ze der Kalk zur Erſchoͤpfung des Bodens beizutragen vermag. Daß Reife brine dies aber nur ſelten und nie im hoͤherm Grade der Fall ſein ſich allin a koͤnne, ſieht man aus den großen Mengen von Kreide, Muſchel⸗ die Erfazru ſchalen, Kalkſand, und Mergel aller Art, die oft ohne den ge⸗ e Fructhin ringſten Nachtheil angewendet werden. Man bringt davon haͤufig ung orgarite in einem Jahre mehr auf das Feld, als Kalk in einem ganzen oder abs D Jahrhundert, in den Gegenden, wo deſſen Gebrauch gewoͤhnlich hennen, wazji iſt; der Boden wird aber dadurch keineswegs entkraͤftet, ſondern yſiſche Bite im Gegentheil nicht ſelten dauernd verbeſſert. Dies wird wahr⸗ vetbeſſen or ſcheinlich durch die Verbindungen bewirkt, welche jene kalkigen hrung verſt Subſtanzen mit andern eingehen, die ihren erſchoͤpfenden Wirkun⸗ id dadurh i gen entgegen arbeiten, oder den Verluſt an Pflanzennahrung wie⸗ aber woͤri der erſetzen.- ſ wid ut Den hauptſaͤchlichſten Nutzen gewaͤhrt der Kalk auf Neuland zur Vulir und umgebrochenen ſchlechten Weiden. Hier wirkt er mehr, als us Thon h auf ſchon langer ſeit Zeit in Kultur ſich befindendem Boden. Auch ſch jdet p auf Moor⸗ und rauhem Bergland ſind große Verbeſſerungen durch Kalk maht dn ihn bewirkt worden; man muß ihn dann aber anfaͤnglich in gro⸗ vedung i ßer Maſſe aufbringen. Dies gilt jedoch nur fuͤr ſolches Land der Abe beulüt Art, das wirklich umgebrochen und als Acker benutzt wird; auf ielur⸗ Grasland, welches liegen bleibt, wendet man ihn in geringerer dninas Menge zur überduͤngung an. Dabei iſt es vielleicht beſonders natin ie rathſam, ihn vorher mit Erde zu mengen, nur nicht, wenn der de Pur⸗. 3... anian Boden zaͤher Thon iſt. Seine Wirkung auf die Grasnarbe iſt 386 Zwoͤlftes Kapitel. uͤberaus guͤnſtig und ziemlich lange bemerkbar. Kein anderes Dungmittel bringt eine ſo ſchnelle Änderung hervor; denn er iſt das kraͤftigſte Gegenmittel gegen Saͤure, und erzeugt daher die ſuͤßeſten Graͤſer da, wo fruͤher die ungenießbarſte Weide zu fin⸗ den war. Die Excremente, welche auf eine rauhe und magere Raſennarbe von dem darauf weidenden Vieh fallen, bringen we⸗ nig oder gar keine Wirkung hervor, wenn dieſelbe nicht vorher gekalkt wurde; dann aber vermehren ſie nicht nur den Weide— ertrag, ſondern die beſſeren Graͤſer nehmen auch dauernd den Boden ein; er wird daher auf doppelte Weiſe verbeſſert, indem noch uͤberdies durch die reichlicher gewordene Weide die Excre⸗ mente vermehrt und kraͤftiger werden. Nie ſollte man Land die— ſer Art, uͤberhaupt altes Weideland umbrechen, ohne, vor Anwen⸗ dung von Duͤnger faulender Art, Kalk aufgebracht zu haben, der deſſen Saͤure und andere den Pflanzen nachtheilige oder toͤdtliche Stoffe zerſtoͤrt und deshalb kraͤftiger wirkt, als Miſt. Deshalb darf man ihn aber immer nicht als eine Nahrung fuͤr die Pflan⸗ zen, ſondern nur als ein Erregungsmittel der im Boden befind⸗ lichen Kraͤfte betrachten. Darin fehlen aber immer noch viele Landwirthe, die nicht uͤber die Sache nachdenken, und nur, wenn ſie bemerken, daß ihnen der Kalk, in Folge ſeiner zerſetzenden Eigenſchaften, gute Enten ſchafft, in dem Glauben, daß er wirk⸗ lich duͤnge, ſo lange fortfahren mit Kalken und Fruchtbau, bis ihr Boden ganz unfaͤhig wird zur Koͤrnererzeugung. über den Zuſtand, in welchem ſich der Kalk bei ſeiner An— wendung befinden ſoll, ſind die Meinungen ebenfalls getheilt. Einige meinen, daß er gleich nach dem Zerfallen zu Pulver, alſo noch etwas aͤtzend eingepfluͤgt werden muͤſſe, und ſeine Wirkung ungleich geringer ſei, wenn er wieder mild geworden. Andere be⸗ haupten das Gegentheil. Die Streitenden beſtehen hauptſaͤchlich aus ſolchen, deren Erfahrungen nur eine Art von Boden betref⸗ fen, oder die ihn unter beſondern Umſtaͤnden angewendet haben und nun das Verfahren Anderer tadeln, weil ſie von dem ihrigen Nutzen hatten, und umgekehrt. Jeder mag daher auf ſeinem Standpunkte recht haben; es iſt jedoch ſehr wahrſcheinlich, daß es in den meiſten Faͤllen, wo ſich das Land uͤberhaupt fuͤr eine Kalkduͤngung eignet, d. h. wenn es nicht kurz vorher gekalkt worden, oder wenn es lange Zeit zu Gras niedergelegt geweſen, oder erſt durch Miſtduͤngung bereichert iſt, ziemlich auf eins hin⸗ aus komme, ob man aͤtzenden oder milden Kalk verwende. Nur Mier ruf n vegn ſ zaſetie Ofn we ſin Ve dann we witd. 3 vitths( vem ſi Ei zurfalln ligen z ſolen. alt die ülig in b ſalchs d Ri V Zwff gllgte etzende einen mit g wie d ( A genwa gebrat b der T näglich nigen⸗ Eafli Sant ſramer fahten chen brach noch Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 387 ei dnuin auf rohem wuͤſten Boden hat der aͤtzende entſchiedene Vorzuͤge dt daher 1 wegen ſeines zerſtoͤrenden Einfluſſes auf die darin enthaltenen un⸗ Jeide a zerſetzten organiſchen Überreſte; er ſollte hier ſtets gleich vom lund Vu Ofen weg angewendet werden. überdies iſt zu bemerken, daß kengn be ſeine Verwendung in dieſem Zuſtande minder koſtbar iſt, weil Vict u dann weniger Arbeit und eine geringere Menge dazu erfordert * us wird. Zeit und Umſtaͤnde ſind indeſſen nicht immer in des Land⸗ aan 6 wirths Gewalt, und daher muß er ihn manchmal aufbringen, * dnn wenn ſeine Ätzkraft ſchon voͤllig erloſchen iſt. 3 de un Ein nicht ungewoͤhnliches Verfahren iſt es auch, den zu Pulver n gnd it⸗ zerfallenen Atzkalk einige Monate auf Klee oder Esparſette ausgeſtreut 4 id die liegen zu laſſen, die erſt im folgenden Jahre umgebrochen werden 7 Anwen⸗ ſollen. Dazu eignet ſich jedoch der Mergel beſſer; denn in dieſem Falle B dn, der geht die Ätzkraft des gebrannten Kalkes ganz verloren; er wird tiͤdtlihe voͤllig in Kreide verwandelt. Hinſichtlich ſeiner Wirkungen auf Ddethal ſolches Land, das wieder zur Weide niedergelegt werden ſoll, ſind ſi Pfl⸗ die Meinungen ebenfalls getheilt; es leidet indeſſen wohl keinen A din⸗ Zweifel, daß auf einem an ſich trocknen, oder doch voͤllig trocken wnoch vil gelegten Boden eine Üüberduͤngung mit Kalk, ſowohl mit noch Pnun, wenn aͤtzendem, als mit wieder voͤllig mildgewordenem, auf das Gras Tzerſbenden einen ſehr guͤnſtigen Einfluß ausuͤbt; doch iſt der noch aͤtzende Aer wit mit großer Vorſicht und nicht in ſo reichem Maße anzuwenden, Dthau, bi wie der milde. . In den beſtangebauten Gegenden von Schottland wird ge— I einer In⸗ genwaͤrtig der Kalk meiſtens erſt auf das voͤllig gepulverte Land Sr gttheit gebracht; entweder auf eine ſchon bearbeitete Brache, oder nach dver, alſo der Turnipsſaat; in jenem Falle ſucht man ihn ſo aͤtzend wie Wirkung moͤglich, in dieſem nur mild geworden anzuwenden. Nach ei— dere b- nigen Verſuchen zu ſchließen, iſt er ein gutes Mittel gegen die nrſachlich Erdfloͤhe. Bisweilen wird er auch im Fruͤhling auf das zur g betref⸗ Saat vorgerichtete Feld geſtreut und mit dem Klee- und Gras— dGaben und ſaamen zugleich eingeeggt, nicht untergepfluͤgt. Bei dieſem Ver— wihrigen fahren hat eine geringe Menge auf den Huͤgelweiden der ſuͤdoͤſtli⸗ af ſänn chen Gegenden des Landes eine dauernde Verbeſſerung hervorge⸗ nah, dis bracht. Seine Wirkungen ſind nach einem halben Jahrhunderte tr fir iin noch ſichtbar. An manchen Orten wird auch der Kalk ein Jahr, 5 geunc und wohl noch laͤnger vor dem Umbruch auf Grasland geſtreut, s griin, und dies hat nicht nur anfangs auf die Weide, ſondern auch auf eins hin⸗ die nachfolgenden Fruͤchte einen ſehr guͤnſtigen Einfluß. Wie man ge Nur aber auch dieſes kraͤftige und wohlthaͤtige Reizmittel anwende, 388 Zwoͤlftes Kapitel. ſtets muß feſte Regel bleiben, den damit geduͤngten Boden nach⸗ her nicht durch wiederholte Koͤrnerarten zu erſchoͤpfen, indem er dadurch zu ewiger Unfruchtbarkeit herabſinken kann. Eigenſchaften und Menge des zur Duͤngung verwendeten Kalkes. Reiner Kalkſtein und Kreide zerfallen nach dem Brennen und Loͤſchen zu einem feinen unfuͤhlbaren Pulver; dies iſt nicht der Fall, ſobald ſie Sand enthalten; es wird dann immer um ſo rauher, je mehr von dieſem ſich darin befindet. Gewoͤhnlich iſt der weiße Kalk der beſte; jedoch nicht immer, indem bisweilen der dunkelgefaͤrbte, wiewohl nur ſelten, wirkſamer ſich zeigt, als jener. Je reiner der Kalk iſt, deſto mehr verliert er durch das Brennen an Gewicht. Aus Allem ergibt ſich, daß der reinſte Kalk fuͤr den Landwirth der vortheilhafteſte ſei. Die einfachſten Kennzeichen ſeiner Guͤte ſind folgende: Die Kalkſteine muͤſſen durch das Brennen viel an Gewicht verlieren, und die gebrannten Muſchelſchalen außerordentlich leicht ſein. Letztere muͤſſen bei dem Loͤſchen ſehr viel Waſſer einſaugen und nur langſam zerfallen. Der Kalkſtein darf ſich bei dem Brennen nicht verglaſen. Gut gebrannter Kalk muß nach dem Loͤſchen vollkommen zu einem feinen, leichten, vollkommen weißen Pulver zerfallen und ſich dabei ſehr aufblaͤhen. Werden dieſe Anforderungen erfuͤllt, ſo kann man ſchließen, daß er außerordentlich gut, und anderem, der ſich nicht ſo zeigt, vorzuziehen ſei. Die Wirkſamkeit des gebrannten Kalkes ſoll nach Davy in manchen Faͤllen ſehr erhoͤht worden ſein, wenn man zum Loͤſchen deſſelben See-, nicht gemeines Waſſer nahm. Die Gegenwart von Kalk in einem Geſtein oder einem Bo— den wird durch das Aufbrauſen derſelben bei dem Übergießen mit einer ſcharfen Saͤure erkannt. Genauere chemiſche Unterſuchun— gen uͤber die Menge und Guͤte des darin enthaltenen Kalkes ſind fuͤr den gewoͤhnlichen Landwirth nicht; die Anweiſung dazu ge— hoͤrt deshalb nicht hierher. Wer ſie kennen lernen willl, findet ſie in den Lehrbuͤchern der Agrikulturchemie. Die Gegenwart von Bittererde oder Magneſia im gebrannten Kalke wird der Vegetation fuͤr nachtheilig erachtet. Mehre Land⸗ Minet wichei Prſtir daß galk Vranliſ auneC As er nt wöhnlihe Nengung onr chſt thalig ſ ſie nach V und des lüct wie ſm nur! d emiker mm ſic da nadh geraät Beſtard von C üͤberrei gegen (Rume du falls, widd in uiin en Baden nth pfin iddm n. g verwenden em Vennen 1 is it iit i n inna m Genüiti indem büni ſch zeigt 4 Her durch daß der ni Die eifttt el an Geni rrordentlih lit Jaſſer eiſe ht berglain vollkomma er zerfalen u man ſchli h nict ſi u Kalkes ſulät in, wem un nahm. der einma Übergißfa e ze Untric nen Kake ſ ſſung du g wil, fnüe in aetunnin Aühre Lan⸗ Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 389 wirthe in der Naͤhe von Doncaſter und in anderen Theilen von Yorkſhire, Derby und Nottingham erfuhren ſchon vor langer Zeit, daß Kalk gewiſſer Art ihren Ernten Nachtheil brachte; dies gab Veranlaſſung zu genaueren Unterſuchungen, und der verſtorbene be— kannte Chemiker Tennant entdeckte, daß derſelbe Bittererde enthalte. Als er nun, dadurch aufmerkſam gemacht, reine Magneſia mit ge⸗ woͤhnlicher Gartenerde mengte, und verſchiedene Gewaͤchſe in dieſe Mengung ſaͤete, welche ſaͤmmtlich kuͤmmerlich wuchſen, zum Theil gar abſtarben, ſchloß er, daß die Bittererde der Vegetation nach— theilig ſein muͤſſe. Man glaubt dies darin ſuchen zu muͤſſen, daß ſie nach dem Brennen ihre Atzkraft laͤnger behalte, als der Kalk, und das Waſſer weder ſo begierig einſchlucke, wie dieſer, noch ſo leicht wieder abgaͤbe; denn dieſe Eigenſchaft koͤnne mehren Gewaͤch⸗ ſen nur nachtheilig ſein. Auch von Humphry Davy und anderen Chemikern wurden darauf ſich beziehende Verſuche angeſtellt, aus denen ſich ergibt, daß die Bittererde gebrannt, wie Kalk, dem Bo⸗ den nachtheilig werden koͤnne, ſobald ſie in zu großer Menge auf⸗ gebracht worden, daß ſie aber im milden Zuſtande ein nuͤtzlicher Beſtandtheil des Bodens ſei. Eine der fruchtbarſten Gegenden von Cornwallis iſt ein Landſtrich in der Naͤhe von Lizart, der uͤberreich daran iſt. Dieſelbe gehoͤrt zu den kraͤftigſten Mitteln gegen Saͤure im Boden, und vertilgt als ſolches den Sauerampfer (Rumex acetosella) faſt augenblicklich. Bittererdehaltiger Kalkſtein, Dolomit, hat meiſt eine bleichgelbe oder braune Farbe, brauſt eben⸗ falls, wie anderer mit Saͤuren, loͤſt ſich aber langſamer auf; er wird in mehren Gegenden von England und Irland haͤufig ge— funden. Die Menge von Kalk, welche man auf einmal anwendet, muß ſich ſowohl nach ſeiner, als nach des Bodens Beſchaffenheit richten; doch ſind dabei auch die Koſten nicht unberuͤckſichtigt zu laſſen. Nirgends wird wohl ein groͤßerer Gebrauch von ihm gemacht, als in den beſtangebauten Gegenden von Schottland, wo er wohl 20— 30 Meilen weit angefahren wird, nachdem er aus entfernteren Orten, ſelbſt aus Irland an die Kuͤſte geſchafft worden. Ob da⸗ bei gleich der Preis des Chaldrons von 36 Buſheln, je nach ſeiner Guͤte und den Brennkoſten, ohne das Fuhrlohn auf 6—18 Schill. zu ſtehen kommt, und er, nach Verhaͤltniß der Anforderungen des Bodens, in ziemlich großer Menge angewendet wird, ſo machen ſich doch meiſtens die Koſten einer ſolchen Duͤngung gleich durch die erſten Ernten bezahlt. Man bringt daſelbſt mit großem Nutzen 390 Zwoͤlftes Kapitel. auf muͤrbem lockerem Boden im Durchſchnitt 153 Buſhel Muſchel⸗ kalk, auf Thon und gebundenem Lehmboden 240— 300 B., auf ſtrengem Klay wohl 600 B. pro Acker auf, er mag als Acker⸗ oder als Grasland benutzt werden. 300— 480 B. haͤlt man indeſſen in den fruchtbarſten Diſtrikten jenes Landes meiſtens fuͤr die paſ— ſendſte Menge, nur nicht auf leichtem Boden, bei dem man es fuͤr zweckmaͤßiger erachtet, weniger auf einmal zu nehmen, dafuͤr aber die Duͤngung oͤfter zu wiederholen. In Irland werden nicht ſelten 400 B. auf einmal auf 1 Acker Land gebracht und darnach ungeheure Kartoffelernten ge⸗ wonnen, wenn man altes Grasland auf dieſe Weiſe duͤngt, es im Juli oder Auguſt umbricht und es bis zum naͤchſten Fruͤhjahr un— gepfluͤgt laͤßt. In den Mooren von Derbyſhire hat man ſogar bis 1500 B. auf 1 Acker gefahren. Dr. Anderſon ſagt, er habe den Kalk in verſchiedenen Mengen von 100— 700 B. pro Acker angewendet und unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden jederzeit gefun⸗ den, daß ſeine guͤnſtige Wirkung auf den Boden mit der Menge ſteige. Doch werden auch mehre Faͤlle erzaͤhlt, wo man auf ſehr ſchwerem, Feuchtigkeit anhaltendem Boden 300, 460, 550, ja 720 Buſhel pro Acker verwendete, und trotz mehrjaͤhriger Wiederholung ſolcher Duͤngungen keinen erheblichen Erfolg davon wahrnahm. An ſolchen ungluͤcklichen Erfolgen mag indeſſen wohl hauptſaͤchlich eine mangelhafte Trockenlegung des Bodens Schuld ſein. Es wird aber auch haͤufig der Kalk ſo ins Blaue hinein, ohne Unterſuchung und Beachtung ſeiner Eigenſchaften und des Bodens Beſchaffen— heit angewendet, daß viel Geld damit ohne Nutzen verloren geht und die erwartete Verbeſſerung außenbleiben muß. In manchen Gegenden des Koͤnigreichs iſt es ſogar Gebrauch, den Paͤchtern die Bedingung zu ſtellen, daß ſie das Land zu beſtimmten Zeiten Brache liegen laſſen und dann allemal mit einer feſtgeſetzten Menge Kalk duͤngen ſollen. Wird nun dieſes ſtreng befolgt, ohne daß der Zuſtand des Bodens dies erfordert, ſo muͤſſen natuͤrlich die guten Folgen ausbleiben. Die Verſchiedenheit des Bodens und der Verhaͤltniſſe iſt in der That ſo groß, daß ſich keine beſtimmte Regel fuͤr die auf 1 Acker Land auf einmal aufzubringende Menge Kalk lafſtellen laͤßt. Wir finden, daß auf minder ſtrengem Boden 80— 180 B. ſich ſehr wirkſam zeigen und auf mehr gebundenem, ſchwerem Bo— den 240— 700 Buſhel mit Erfolg aufzubringen ſind. Auf Neu— land beſonders zeigt ſich eine gleich zu Anfang angewendete große ——* Mine Menge der bif un Gcj Jahten Ghbraud malſche hervott⸗ tielz ah das Get gaben f von den tzi 1 den Ger Kalk ga Nuͤchtn ewas f sakt gſatig 3 es not innigſt zur Er Meng auf da ſein 3 entwede werden. do Mf mit en Nengur dit m aber ir zu wie Kalk! wohl! ſind, tif un do pf werdete denn ——————.— 8— —öö—— Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 391 u Menge uͤberaus nuͤtzlich; ſeine Fruchtbarkeit kann dadurch dauern⸗ mag ae der befeſtigt werden, als durch jedes andere Dungmittel. In meh⸗ it nm id k ren Gegenden von Schottland, wo erſt in den letzt vergangenen ens ſir ha ſa Jahren eine beſſere Kultur eingefuͤhrt, und fruͤher nie vom Kalk. di dm 6 Gebrauch gemacht worden war, bemerkte man, daß die ſtaͤrkſte ani⸗ einen g maliſche Duͤngung nur eine ſchwache Wirkung auf die Koͤrnerernten ehaen, di hervorbrachte. Erbſen, Gerſte und Weizen verſprachen Anfangs viel; aber ſobald die Erbſen in die Bluͤthe getreten waren und auf einnal a das Getreide Ähren getrieben hatte, vergingen ſie gleichſam und roffilmg gaben faſt gar keine Koͤrner. Dies kann zwar bei den Erbſen, ſe ding, si von denen man weiß, daß dieſelben in einem Boden ohne Kalk— en Fruͤhfin theile nicht gedeihen, keine Verwunderung erregen, wohl aber bei hat man ſ dem Getreide. Nachdem indeſſen derſelbe Boden nur ſchwach mit n ſagt, e Kalk geduͤngt war, brachte er, wohl zubereitet und mit paſſenden ) B. pr Fruͤchten beſtellt, ſehr ergiebige Ernten. Die Erfahrung lehrt, daß jederzeit ſi etwas Kalk alle Bodenarten fruchtbar macht; daß aber, ſobald ihr mit der M Kalkgehalt von Natur bedeutend iſt oder ſie durch Kunſt damit do man aufſ geſaͤtigt ſind, ein weiteres Kalken als nutzlos ſich zeigt. 60, 550, p In welcher Menge derſelbe auch angewendet werde, ſtets iſt zer Wiederzote es nothwendig, jedes Theilchen deſſelben mit dem Boden in die wvon wahtnit innigſte Beruͤhrung zu bringen. Kommt dieſe Bedingung nicht ohl hauptſtte zur Erfuͤllung, ſo wird ſeine Wirkung um ſo viel geringer, als die d ſein Eir Mengung weniger vollkommen bewirkt wurde. Er muß demnach hne Untarhu auf das Außerſte vertheilt, ſorgfaͤltig und gleichmaͤßig ausgeſtreut, dens Biſceft ſein Zuſammenballen in Klumpen gaͤnzlich vermieden und zuerſt en verlorm entweder blos ſorgfaͤltig eingeeggt oder ganz flach untergepfluͤgt 5. In un werden. In letzterem Falle muß bald die Egge folgen; in jenem den Aüttmi das Pfluͤgen wiederholt werden. Es geſchieht ſolches am beſten finntu zu mit einem Skarrifikator oder Exſtirpator, durch welche eine innige geiemge Mengung eher, als durch jeden Pflug bewirkt wird. Nach einiger wohne wir Zeit muß das Land abermals geeggt oder gepfluͤgt werden, letzteres rlih deg aber immer noch nicht zu großer Tiefe, und dies iſt noch ſo oft zu wiederholen, bis auf den minder gebundenen Bodenarten der Kalk und die Ackerkrume mindeſtens dreimal, auf den ſchwereren dil ürä wohl vier- bis fuͤnfmal mit Pflug und Egge innig durcharbeitet fun 1 ſind, ohne jedoch, wir wiederholen es noch einmal, den Kalk zu 8 6h5 tief unterzubringen. Dabei iſt jedoch zu bemerken, daß die Tiefe neheeg, des Pfluͤgens auch zum großen Theil von der Menge des ange⸗ 85 N wendeten Kalkes und von der Beſchaffenheit des Bodens abhaͤngt; n nat gui denn es iſt auf Sandboden nicht nur eine geringere Quantitaͤt von dwendete gioe 392 Zwoͤlftes Kapitel. ihm noͤthig als auf Thon, ſondern er ſinkt auch auf jenem eher in die Tiefe, als auf dieſem, und da es darauf ankommt, ihn zum groͤßten Theil der Oberflaͤche moͤglichſt nahe zu erhalten, ſo iſt es natuͤrlich, daß man ihn dort kaum ſeicht genug unterbringen koͤnne. Aus dem Geſagten ergibt ſich, daß eigentlich zur vortheilhaf— teſten Benutzung der Kalkduͤngung eine reine gutbearbeitete Brache nothwendig iſt. Wird dann die gehoͤrige Menge von Kalk auf einen paſſenden Boden aufgebracht, die fernere Behandlung des Landes mit Einſicht beſorgt und die Miſtduͤngung nicht vernach⸗ laͤſſigt, ſo bleibt der erwartete Erfolg gewiß nicht aus, und bewirkt jener eine Melioration, die viele Jahre hindurch ſichtbar iſt. So verfahren auch die meiſten einſichtsvollen Landwirthe; doch behaup⸗ ten einige, daß Grasland die beſte Stelle fuͤr Kalk ſei. Wird dieſes indeſſen umgebrochen, ſo iſt es meiſtens ſo voll Unkraut, daß ſich dieſes ebenfalls nur durch eine volle Sommerbrache ver⸗ tilgen laͤßt, iſt jedoch das Land rein, ſo kann es bisweilen vortheil— haft ſein, den Kalk eine Zeit lang vorher aufzubringen. Intereſſant ſind folgende Verſuche, die uͤber deſſen beſte Ver⸗ wendung auf einem Gute im Norden des Landes von einem ſehr einſichtsvollen Manne mit großer Genauigkeit angeſtellt wurden. 1) Ein ſchwacher, zum Theil torfiger Thonboden, der auf einem undurchlaſſenden Untergrunde ruhte, lag ſeit mehren Jahren zu Gras nieder, gab aber einen ſehr geringen Ertrag. Dieſes Land wurde gebracht, aber nicht im Herbſt des Brachjahres, ſon⸗ dern erſt im naͤchſten Fruͤhling mit Hafer beſaͤet, und dazu mit 220 Buſhel voͤllig mildgewordenem Kalk pro Acker geduͤngt. Er zeigte bei dieſer erſten Ernte eine geringe Wirkung; im naͤchſten Jahr aber brachte er die erwuͤnſchte Faͤulniß im Boden hervor. Nun wurde Lein geſaͤet, der viel Koͤrner und Baſt gab; dieſem folgten Erbſen, welche viel Stroh, aber wenig Koͤrner lieferten. Der thonige Theil des Landes war nun gehoͤrig muͤrbe, der tor⸗ fige Theil aber noch feſt und ſchwer zu bearbeiten. Es wurde nunmehr mit rothem Weizen beſaͤet, deſſen Ertrag anſehnlich war, und nicht eher, als im neunten Jahre nach dem Umbruche, wo es Brache lag, wieder mit Miſt geduͤngt. Die Ernten, die es bis dahin lieferte, waren ſaͤmmtlich gut, uud als es im zwoͤlften Jahre wieder zur Weide niedergelegt wurde, befand es ſich in einem ſicht⸗ lich beſſern Zuſtande, als fruͤher. 2) Ein anderes Feld von ziemlich gleicher Beſchaffenheit war von dem abgehenden Paͤchter uͤbel behandelt worden und auf's ecfalken uuf ni fahten l war nur Falk tbe geige ſi übrigens Ernte u des Kal b aber hier eom Anf der dur worden chen M Jettra Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 393 mhn w aͤußerſte erſchoͤpft. Ob es fruͤher eine Kalkduͤngung bekommen, iſt alt ten m nicht angegeben. Nachdem es eine gut bearbeitete Sommerbrache ſoſt eraler, wurde es fuͤr mehre Jahre zur Weide niedergelegt; hier⸗ dringe ün auf waͤhrend der Wintermonate mit Kalk auf die Raſennarbe be— dur bortite fahren und im folgenden Februar mit Hafer beſaͤet. Die Ernte mieitt dt war nur mittelmaͤßig, und in den naͤchſten ſechs Jahren ſchien der „yn gah Kalk ebenfalls keine erhebliche Wirkung zu thun; erſt im achten Sehandim zeigte ſich dieſelbe deutlich; denn auf einem ungekalkt gebliebenen, J vich emm uͤbrigens eben ſo behandel ten Theile dieſes Grundſtuͤcks war die us, ud mi Ernte um 50% geringer. Dieſes lange Ausbleiben der Wirkung ichtbar ſt⸗ des Kalkes zeigt ſich bisweilen auf Boden geringerer Art, war e; doch baw aber hier wahrſcheinlich mit dadurch begruͤndet, daß man den Kalk jalk ſäi d vom Anfange an zu tief untergepfluͤgt hatte, und er nun erſt wie— o voll Uin der durch ein noch tieferes Pfluͤgen an die Oberflaͤche gebracht nmerbrate, worden war, wo er nun mit der zugleich aufgebrachten reichli⸗ zweilen de chen Miſtduͤngung ſeine volle Wirkung ausuͤben konnte. e ſh 3) Ein Moorboden auf undurchlaſſendem Untergrund war ſi ae von dem vorigen Pachter nach einer Kalkduͤngung durch zu haͤu⸗ d ſ ſilt wen fige Ernten gaͤnzlich erſchoͤpft worden. Dieſes Feld erhielt eine fſelt mn Sommerbrache, wurde mit 160 Buſhel Kalk pro Acker geduͤngt boden e und im naͤchſten Fruͤhjahr mit Hafer beſaͤet, der gaͤnzlich mißrieth. t mehren ae Can d 4) Ein dem vorigen aͤhnlicher, aber etwas beſſerer Boden grachuhns t wurde ebenfalls gebracht, mit ganz friſchem, eben aus dem Ofen und drut gekommenen Kalk befahren, und dann mit Hafer beſaͤet; der Er— r gairg! folg war davon nicht beſſer. Der Hafer ſtand vom Anfange an gz in nit recht gut, verfiel aber taͤglich mehr. Als das Feld hierauf noch⸗ Boden len mals brache gelegen hatte und mit Miſt geduͤngt worden war, iſt gabz din ſchien der Kalk einige Wirkung zu aͤußern, jedoch ſo geringe, daß die orner lir⸗ Koſten nicht bezahlt wurden. Dieſe beiden Berſuche zeigen deut⸗ rirbe, nr lich, daß auf Boden, der von Natur ſchlecht, oder durch unver— ESm ſtaͤndigen Gebrauch des Kalkes verdorben worden iſt, eine neue en. t 1 Anwendung deſſelben ſich nicht bezahlt. nihenn 14 5) Ein Feld mit mildem Lehmboden, aber naſſem Untergrunde, uinn, s das fruͤher nicht gekalkt zu ſein ſchien, und ſich in einem ſehr er— iken ſchoͤpften Zuſtande befand, blieb deshalb nach einer Weizenernte zwſt mſih brache liegen, und wurde mit 200 Buſſhels friſchgebranntem Kalk in inn pro Acker geduͤngt. Dieſer wirkte augenblicklich und nach einem Zeitraum von ſechzehn Jahren, von denen das Feld nur drei gras⸗ em uf liegend zubrachte, war dies noch ſichtbar. en 394 Zwoͤlftes Kapitel. 6) Ein ſtrenger, auf Thon ruhender Lehmboden, dem man, nachdem er laͤngere Zeit zur Weide gelegen, fuͤnf Koͤrnerernten ab⸗ genommen hatte, blieb brache liegen, wurde mit Miſt und Kalk in der obenangegebenen Staͤrke geduͤngt und ſechsmal gepfluͤgt. Dies bewirkte in weniger, als einem Monat eine ſolche Gaͤhrung im Boden, daß er faſt wie geſaͤuertes Brot aufſtieg. Die Wirkung davon war ſehr groß. Fruͤher konnte auf dieſem Felde keine Gerſte gebaut werden; aber nach jener Duͤngung lieferte es ſchoͤne Ernten von dieſer Frucht; auch ließ es ſich nachher ungleich leichter bear⸗ beiten, als fruͤher, und dies iſt ein deutlicher Beweis einer gruͤnd⸗ lichen Verbeſſerung. 7) Ein Stuͤck Land mit ſchwerem, tiefem Lehm- zum Theil mit rothem zaͤhem Thonboden, und faſt durchgaͤngig anhaltendem Untergrunde, das laͤngere Zeit zu Gras gelegen, wurde umgebro⸗ chen und mit Hafer beſaͤet; dann blieb es im naͤchſten Jahre brache liegen und erhielt nun eine ſtarke Duͤngung von groͤßtentheils ganz friſch gebranntem Kalke, der gleich, nachdem er geloͤſcht und zerfallen war, geſtreut wurde. Ungefaͤhr zwei Drittheile des Feldes bekamen 240 Buſhels pro Acker; der uͤbrige Theil 280— 340 B. Der Erfolg war gut und ſchien in geradem Verhaͤltniſſe mit der aufgewendeten Menge zu ſtehen. Auch war kein merklicher Unter— ſchied zu ſpuͤren zwiſchen der Wirkung des ganz friſch geſtreuten und des mehr erloſchenen, obgleich, da es ein naſſer Jahrgang war, ſich ein Theil von jenem in eine Art Moͤrtel verwandelt hatte. 8) Ein Feld von 50 Ackern meiſt Lehmboden verſchiedener Guͤte und mit groͤßtentheils undurchlaſſendem Untergrunde war ſeit undenklichen Zeiten fortwaͤhrend beſtellt und des Weizentragens ſo uͤberdruͤſſig geworden, daß es kaum noch des Pfluͤgens werth ſchien. Es wurde deshalb von dem neuantretenden Pachter zu Gras niedergelegt, und blieb in dieſem Zuſtande fuͤnf Jahr, nach deren Verlauf er es wieder umbrach. 30 Acker davon erhielten eine Kalkduͤngung von 160 B. pro Acker auf die Raſennarbe vor dem Umbruch, aber nicht zu gleicher Zeit, ſondern ein Theil drei Jahre, ein Theil zwei Jahre und der dritte nur wenige Tage vor⸗ her; der Kalk war theils friſch, theils erloſchen. Kein Verſuch konnte demnach beſſer berechnet ſein, um die verſchiedenen Wirkun⸗ gen des Kalkes auf den Boden zu erforſchen. Dieſelben waren auf dem ganzen Felde, ſelbſt ſchon im erſten Jahre, beinahe gleich. Die Ernte war uͤberall gut, wo Kalk lag; aber weit geringer auf den 20 Ackern, die keinen erhalten hatten. Minen d Jahre bo len vid iian de naßen it gen vom geſt A andere, n kunged geing iſ end, u tht abw rüchen dictigki ics vebe ſidenen venden fruh wenden d et iigeitsh dient un 1 b V Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 395 en, Wn Dies beweiſt, daß das Aufbringen von Kalk ein bis zwei rnermin Jahre vor ſeinem Umbruch, das von mehren Schriftſtellern empfoh⸗ Miſ wn 4 len wird, weder dem Boden noͤthig, noch immer mit einer rich— Gaſi Te tigen Skonomie vereinbar iſt, weil, wenn das Grundſtuͤck einiger⸗ „Ghrng maßen abhaͤngig, ein großer Theil des Kalkes vor dem Unterpfluͤ⸗ de Ri gen vom Regen weggefuͤhrt wird und fuͤr den Boden verloren de dtingi geht. Auch zeigen die angefuͤhrten Verſuche, wie auch noch viele ſchöne En andere, nicht angegebene deutlich, daß der Unterſchied in den Wir— hleichte h kungen des friſchgebrannten und wieder erloſchenen Kalkes hoͤchſt z einer 8 gering iſt. Merkwuͤrdig iſt noch folgende Thatſache: in der Ge⸗ gend, wo jene Verſuche gemacht wurden, waren die Meinungen n⸗ zum ſehr abweichend uͤber den Werth des aus den verſchiedenen Stein— angaltende bruͤchen der Nachbarſchaft kommenden Kalkes. Um uͤber deren de ungek’. Richtigkeit ins Reine zu kommen, wurden auf einem Feldſtuͤcke Jahre brac ſechs nebeneinander liegende gleich große Streifen mit ſechs ver— gräßtenthei ſchiedenen Kalkarten, jeder mit gleicher Menge beſtreut. Die Wir⸗ galſcht u kung war von allen gut und ſo gleich, daß ſelbſt das geuͤbteſte äll des Fa Auge kaum einen Unterſchied wahrnehmen konnte. 28O— 340 Nach Exrwaͤgung aller Umſtaͤnde moͤchte ſich nun Folgendes itriſſ ni als Endreſultat uͤber dieſen hochwichtigen Gegenſtand ergeben: erlichet rn Ehe man zur Kalkduͤngung ſchreitet, unterſuche man ja genau die fiſch gr Natur und Beſchaffenheit ſeines Bodens ſowohl, wie des anzu⸗ Jahrgupet wendenden Kalkes. Hat jener lange vorher zu Gras gelegen, iſt nndet gt er fruͤher nie gekalkt worden, und kann man die Koſten daran e beſtrin wenden, ſo bringe man eine große Menge auf einmal darauf; denn 1 d 1 da er hier ein dauerndes Verbeſſerungsmittel abgeben ſoll, ſo iſt nag 3 jede vermeintliche Erſparung in der Quantitaͤt weggeworfenes Geld. ſeechee c Soll er dagegen auf Pflugland, das ſchon fruͤher gekalkt wurde, flügens un kommen, ſo darf dieſes erſt nach Verlauf mehrer Jahre und in en Mactn l geringen Mengen geſchehen. Auf ſolchem Lande endlich, das in nf Iahre 9 einem zweckmaͤßigen Wechſel bewirthſchaftet und regelmaͤßig mit dvon aßin Miſt, Knochen, Olkuchenmehl und anderen naͤhrenden Subſtanzen ufefit geduͤngt wird, wo er deren Wirkungen eigentlich nur verſtaͤrken ein Thelt ſoll, mag er nach jeder zweiten oder dritten Duͤngung genannter nige Tag n Art aufgebracht werden, um die von ihr im Boden unthaͤtig blei— Kein Ant benden Ruͤckſtaͤnde zu erwecken. Auf jedem Boden, der reich an denen riur Pflanzennahrung iſt, bringt er Nutzen, den Sand macht er feuch— ßieſeben ann tigkeitshaltender; den Thon lockerer und muͤrber*). Auf Kalkbo⸗ beinde h*) Als Beweis ſeiner großen Wirkung auf Boden der letzteren Art ver⸗ ü gailge au dient unter zahlloſen dafuͤr ſprechenden Beiſpielen folgendes beſonders Erwaͤh⸗ 26 396 Zwoͤlftes Kapitel. den aͤußert er freilich nur geringe Wirkung, weil er in ſolchem bereits enthalten iſt; doch hat man gefunden, daß er auf ſolchem als Duͤngung des Weidelandes ebenfalls großen Nutzen bringt, indem er auf die Erzeugung feinerer Graͤſer Einfluß hat. Über⸗ haupt iſt man der Meinung, daß eine Schafweide auf Kalkboden ein Praͤſervativ gegen die Bleichſucht der Schafe ſei, und es iſt daher wohl moͤglich, daß eine Kalkduͤngung, verbunden mit voͤlli— ger Trockenlegung des Landes, Weiden anderer Art dieſe gute Eigenſchaft ebenfalls verleihen koͤnne, wie ſie auch nach mehren Er⸗ fahrungen die Fußfaͤule verhuͤten ſoll. Aus dem Geſagten laſſen ſich nun folgende Hauptregeln fuͤr den Gebrauch des Kalkes bei dem Ackerbau ableiten: 1) Vor ſeiner Anwendung muß das Land mit gehoͤrigen Ab⸗ zuͤgen verſehen und vollkommen trocken gelegt werden. 2) Er muß aufgefahren werden, wenn die Geſpanne dazu Zeit haben. Der Sommer paßt indeſſen am beſten dazu, und ſtets ſollte es nur bei trockenem Wetter geſchehen. 3) Er ſollte nur im vollkommen gepulverten Zuſtande, je trockner, deſto beſſer, ausgeſtreut und der Oberflaͤche moͤglichſt nahe gehalten werden, weil er ſich dann am beſten mit der Ackerkrume innig mengen laͤßt. 4) Er kann ſowohl ganz friſch, noch aͤtzend, als ſchon wieder voͤllig erloſchen angewendet werden; in jenem Falle traͤgt er jedoch mehr zur Reinigung des Bodens bei und genuͤgt eine geringere Quantitaͤt zur erſten unmittelbaren Wirkung. Er muß aber dann gleich vom Ofen weg aufgefahren, unmittelbar nach dem Zerfallen ausgeſtreut und augenblicklich untergeackert werden, damit er erſt im Boden ſelbſt vollends erloͤſche. Auf leichtem Boden iſt er in dieſem Zuſtande nur mit großer Vorſicht zu gebrauchen. 5) Da er das Streben zeigt, in die Tiefe der Ackerkrume zu ſinken, es aber noͤthig i*ſt, ihn ſo viel, wie moͤglich in der Ober— faͤche zu erhalten, muß ſein Unterpfluͤgen nur ganz flach geſchehen. nung: Auf einem Landgute in Roßſhire(Schottland) lieferte ein Grundſtuͤck von ſolcher Beſchaffenheit bei der fruͤheren Behandlung ſo kaͤrgliche Haferernten, daß ſie kaum die Erntekoſten bezahlten; nachdem aber im naͤchſten Jahre daſ⸗ ſelbe Grundſtuͤkk Brache gelegen und eine Duͤngung von 200 Buſhels Kalk und 12 Tonnen Miſt pro Acker erhalten hatte, gab es 40 Buſhel Weizen von dieſer Flaͤche: Man koͤnnte vielleicht glauben, dies ſei hauptſaͤch⸗ lich Folge des Miſtes geweſen; allein dem iſt nicht ſo, denn ein blos mit Kalk geduͤngtes Stuͤck derſelben Art gab 36 Buſhel Weizen vom Acker. Miner )! tif un an diiſe! und mit A eine guſß Boden da Beſchffn 9)¹ faulender wöhnlic und vid Ungührig falls das keit, oft führlichen verſchwe verdienen im Durc halk zu an 5 hab ds lichte h von iitung Biswale tetem T herdienen Nrdd in eht. S Niide, G brle all Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 397 il er in ſalte er it 6) Wenn man ihn nach einigen Jahren in Stuͤcke geballt, Nutzen bin tief unter der Oberflaͤche findet, muß er mit tiefer Furche wieder duß hr. in an dieſe gebracht und durch tuchtiges Eggen moͤglichſt zerkruͤmelt und mit der Ackerkrume gemengt werden. dauf Fakte 4 3 dahi 7) Klay und uͤberhaupt ſtark gebundene Bodenarten verlangen Inden g mi 1 eine große Menge auf einmal; Sand-Kreide⸗ und anderer leichter ntt dn Boden dagegen vertragen nur eine geringe, ihrer und des Kalkes ch na Beſchaffenheit angemeſſene Menge. 8) Wenn das Land nicht zugleich mit eben ſoviel Duͤnger z faulender Art, wie man auf anderen, nicht gekalkten Boden ge⸗ wui ngen woͤhnlich aufbringt, unterſtuͤtzt wird, ſchlagen die Ernten zuruͤck und wird durch den Kalk der Boden ſo erſchoͤpft, daß er nur durch tatüim langjaͤhriges Grasliegen wieder in guten Stand zu ſetzen iſt. en. Heſpanne en dazu, Das Brennen des Kalkes. Das Brennen des Kalkes, das in unſerm Original weitlaͤufig en uſtnde beſchrieben iſt, wird in dem vereinigten Koͤnigreich Groß⸗Britannien ee möglihſt auf ſehr verſchiedene Weiſe ausgefuͤhrt; am haͤufigſten mit Steinkohlen der Acnin in Ofen, die mit unſern ſogenannten Schnellern, in denen eben⸗ falls das Kalkbrennen mit Steinkohlen beſorgt wird, viel Ähnlich⸗ alzſchenn keit, oft ganz gleiche Einrichtung haben. Daher wuͤrde eine aus⸗ etrigt a trja fuͤhrlichere Auseinanderſetzung des engliſchen Verfahrens Raum— gt eine gen verſchwendung ſein. Nur folgende Bemerkung moͤchte Beachtung muß cher de verdienen. Man nimmt daſelbſt an, 25 Tonnen Steinkohlen ſeien ch dem zeh im Durchſchnitt erforderlich, um 2400 Buſhel gut gebrannten n, dwütn Kalk zu gewinnen. Boden iſ t In den Gegenden, wo die Landwirthe den Kalk nicht in der ruchen Naͤhe haben, kaufen ſie ihn zu ihrem Behufe lieber ſchon gebrannt, der Acatr des leichtern Transports wegen; wo ſie ſich aber in der Nachbar— lch in d dy ſchaft von Kalkſteinbruͤchen befinden, oder ſolche wohl gar zu ihren jach giſtie Beſitzungen mit gehoͤren, brennen ſie ihren Bedarf meiſt ſelbſt. Bisweilen geſchieht ſolches ohne ordentlichen Ofen mit wohlgetrock⸗ netem Torf auf eine Weiſe, die an geeigneten Orten Nachahmung 1 d⸗ verdienen duͤrfte: Zuvoͤrderſt wird eine runde Grube von 5 bis 6 nicſin Sin Yard im Durchmeſſer gegraben, nicht tiefer, als der Obergrund den WNh ſteht. Dieſe wird dann auf dem Boden mit einer Schicht von 906 640 3 Haide, Ginſter, Laub oder anderen leicht brennenden Gegenſtaͤnden dis ſi uſt belegt, auf welche eine etwa 2 Fuß dicke Lage von Torfſoden kommt. Auu In der Mitte von dieſen wird eine Roͤhre oder Eſſe von Haide 26* 398 Zwoͤlftes Kapitel. oder Ginſter angelegt, die man zuvoͤrderſt mit etwas Torf, dann aber rundum in der Breite der Unterſchicht 6— 8 Zoll hoch mit kleingepochten Kalkſteinen umgibt. Nun fuͤhrt man die Roͤhre ein bis zwei Fuß uͤber die Kalklage hinaus, umgibt ſie mit einer et— wa 1 Fuß hohen Lage von Torf, Ginſter ꝛc., dann abermals mit einer Lage Kalkſteinen, und wechſelt damit die Roͤhre immer dar⸗ uͤber hinausfuͤhrend, ab, bis der Haufen die gewuͤnſchte Hoͤhe er— reicht hat, gibt dabei jedoch jeder folgenden Lage einen geringeren Durchmeſſer, damit derſelbe die Geſtalt eines Kegels oder Zucker⸗ hutes erhalte, deſſen Spitze jene Roͤhre iſt. Hat man ſolches voll⸗ endet, ſo wird das Ganze mit Haide, Ginſter oder anderen leicht brennbaren Stoffen uͤberſchuͤttet und Torf darauf gelegt, um Alles feſtzuhalten. Enthaͤlt der Boden Thon, ſo kann man ebenfalls Klumpen davon mit hinzufuͤgen. Iſt man damit fertig, dann wird die Spitze des Haufens angezuͤndet, der darauf mit ſolcher Heftig— keit niederbrennt, daß in 24 Stunden der Kalk voͤllig kalcinirt iſt. Der beigegebene Thon wird dadurch ſo hart, daß er ſich pulvern laͤßt und ebenfalls zu Duͤnger dienen kann, wie auch die reichlich gewonnene Aſche. Dieſe Art, den Kalk zu brennen hat noch das Gute, daß man an jedem Orte, wo man ihn anwenden will, Ge⸗ brauch von ihr machen kann. Kompoſt von Kalk und Erde. Außer der Verwendung des Kalkes auf vorhin angegebene Weiſe kann man auch mit Vortheil einen Mengeduͤnger aus ihm und Erde bereiten, wo er bisweilen beſſere Dienſte leiſtet, als wenn er allein aufgebracht wird. Der wichtigſte Einwurf, den gegen dieſe Benutzung deſſelben die meiſten Landwirthe machen, gruͤndet ſich auf die viele Arbeit und die großen Fuhrkoſten, die damit ver⸗ bunden ſind. Dagegen iſt zu bemerken, daß dieſer Kompoſt haupt⸗ ſaͤchlich aus Teichſchlamm und Grabenauswurf bereitet wird, die ebenfalls weggefahren werden muͤſſen, und dadurch ſinkt der Be⸗ trag der Koſten bedeutend. Dieſe ſind theilweis auch noch dadurch zu mindern, daß man die Angewaͤnde oder Vorarten der Acker, wo dieſer Mengeduͤnger angewendet werden ſoll, zum Gewinn der Erde umpfluͤgt. Dies geſchieht ſo tief wie moͤglich, weil die Vermen— gung des Untergrunds, ſobald er nicht voͤllig ſteril iſt, mit der Ackerkrume und Kalk ſich vorzuͤglich guͤnſtig ausweiſt. Zwar iſt jungfraͤuliche Erde keineswegs an ſich ſelbſt ſchon ein Duͤnger, Miner aber ſi Erde vin weniget. plchen ſoxgſälig tenfürche weggevor pfügte ſich bald wollge ladungen uühnliche b ſicbente fünnthei dm ſe de Beſc 6z nach Nuſchel Ende m ter wol abgaͤber wirkſan mehr als eine denen n 9 Thontos hlnen2 ds Bi dnem Ko ſ S eine M. eine gt gere Ze Kompo der and )) durden Reggt. Muge 8.—————.—————————=— ————nnN‿——————ͤ—— 2 Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 399 was Trf d 311 4 aber ſie gibt mit Kalk gemengt, einen wirkſameren Kompoſt, als n diegin, Erde von der Oberflaͤche, und zwar mit geringeren Koſten, weil ſe mi d weniger Kalk dazu noͤthig iſt. Am beſten eignen ſich zu einer m dietn ſolchen Mengung gebrannte Muſchelſchalen, die ungeloͤſcht tief und ütr ur ſorgfaͤltig eingepfluͤgt werden; die loſe Erde, welche von den Sei— Pnſtte Fi tenfurchen abfaͤllt, wird dann aufgeſchaufelt und uͦber das Ganze eun un weggeworfen, ſo daß ein Haufen entſteht ſo lang, wie die aufge⸗ 6 1 m pfluͤgte Vorart. Wenn das Wetter feucht und warm iſt, entwickelt hes ne R ſich bald eine heftige Gaͤhrung darin, und dann ſollte der Kompoſt nan ſolche wohlgemengt gleich aufgefahren werden. 40—50 doppelte Karren⸗ er andenn i ladungen pro Acker hat man als eine hinreichende Menge auf ge— gelegt und woͤhnlichem Boden gefunden, und davon war vielleicht nur der man doiſ ſiebente Theil Kalk. Nichts laͤßt ſich indeſſen mit weniger Be— rtig, dant ſtimmtheit angeben, als die dazu nothwendige Quantitaͤt von Kalk; ſolcher ſ denn ſie haͤngt nicht nur von ſeiner Guͤte, ſondern auch von ig kalänt der Beſchaffenheit der Erde, und der Witterung ab; doch ſcheint er ſich gi es nach mehrmals wiederholten Verſuchen, als wenn zwei Buſhel auch die nit Muſchelkalk im Durchſchnitt hinreichend waͤren fuͤr einen Kubikyard en hat nut Erde mittlerer Guͤte, und 64 Kubikyards auf dieſe Weiſe bereite— venden wil! ter wohlgemengter Kompoſt eine gute Duͤngung fuͤr 1 Acker Land abgaͤben. Schon 40 Kubikyard haben ſich auf leichtem Boden wirkſam erwieſen, in den meiſten Faͤllen iſt es jedoch vortheilhafter, mehr aufzubringen. Eine ſolche Duͤngung leiſtet nicht ſelten mehr, rde als eine Miſtduͤngung; dies haben viele Verſuche dargethan, von orhin anxehe denen nachſtehend nur einige mitgetheilt ſein moͤgen: dünger ni 1) Die Vorarten eines Feldes mit ſtrengem, keineswegs gutem leſtet ar Thonboden wurden mit dem darauf gefahrenen Unrath aus einem putf, da kleinen Waſſerlauf tief umgepfluͤgt, dann friſch gebrannter Kalk machen gu 96 Buſhels pro Acker darauf gebracht und dieſer damit innig zu die dmir einem Kompoſt gemengt. Man verwendete denſelben zur Duͤngung einer Sommerbrache, von der zum Vergleich ein Stuͤck ſtatt jenes Konpoite ni— zen di m, eine Miſtduͤngung erhielt. Der Kompoſt brachte augenſcheinlich h ſinkt eine groͤßere Wirkung hervor, als der Miſt, die noch uͤberdies laͤn⸗ gere Zeit anhielt. Auch war das Feld, ſo weit es mit dieſem nn haßen Kompoſt uͤberfahren worden, muͤrber und leichter bearbeitbar, als Gewindac der andere Theil deſſelben. di di m⸗ 2) Einige alte Gaͤrten mit einem lockeren ſandigen Boden N f mr wurden tief umgepfluͤgt und bei dem beginnenden Winter tuͤchtig 4 zuni geeggt. Nun wurde Kalk darauf⸗- und derſelbe ſogleich mit dem rit Pfluge untergebracht. So blieb das Land liegen bis zum Fruͤh⸗ ' ein Dinm 400 Zwoͤlftes Kapitel. jahr, wo es nochmals gepfluͤgt und geeggt wurde. Den auf dieſe Weiſe erhaltenen Mengeduͤnger fuhr man im Monat April zur Gerſtenſaat auf und hatte davon mehre Jahre hintereinander aus⸗ gezeichnete Ernten. Immer iſt jedoch der Erfolg einer ſolchen Kompoſtduͤngung nicht von guͤnſtiger Wirkung; ſo erzaͤhlt Herr Bailey in ſeinem Landwirthſchaftsbericht einen Fall, wo man den meiſt aus Pflan⸗ zenreſten beſtehenden Auswurf aus einem alten verſumpften Teiche mit Kalk verſetzte und dieſe Mengung, ſie von Zeit zu Zeit um— ſtechend, 2, 3, bis 5 Jahre, weil ſie nicht gleichzeitig die gewuͤnſchte Beſchaffenheit erhielt, liegen ließ. Sie wurde dann hauptſaͤchlich auf die Brache eines ſchlechten ausgetragenen Sandbodens ver— wendet, zum Theil aber auch, zu dem Betrag von 30 Fudern pro Acker, auf ein ſandiges Grasfeld ziemlich dicht geſtreut. In beiden Faͤllen war nicht der geringſte Erfolg zu bemerken. Daruͤber laͤßt ſich indeſſen wohl folgende Bemerkung machen: Vielleicht war die angewendete Quantitaͤt Kalk zu ſtark auf einen ausgetragenen Sandboden, vielleicht enthielt auch die aus dem Teiche gebrachte Subſtanz, wenn gleich der Beſchreibung nach, meiſt vegetabiliſcher Natur, ſchaͤdliche Stoffe, welche der Beachtung des Berichterſtatters entgingen. Wir koͤnnen dieſes Kapitel nicht ſchließen, ohne auch der an ſich richtigen und haͤufig aufgeſtellten Behauptung, daß die ver— ſchiedenen Bodenarten mit einander gekreuzt werden muͤßten, zu gedenken. Man verſteht darunter, daß ein Kompoſt, deſſen Haupt— beſtandtheil Thon, auf leichten Boden zu bringen ſei, und ſo um— gekehrt. Der Surveyor Edward John Lance hat ſogar den 29. Februar 1832 dem Hauſe der Gemeinen eine Petition vorgelegt, worin er behauptet, daß nur wenige, ſelbſt hoͤchſt unfruchtbare Diſtrikte im vereinigten Koͤnigreiche zu finden ſein duͤrften, die nicht durch eine wohl angepaßte Zumengung von Thon, Sand und Kalk fruchtbar zu machen waͤren, und es iſt auch gewiß nicht zu bezweifeln, daß jeder Boden, der Verbeſſerung noͤthig hat, durch das Auffahren der ihm fehlenden, ſeiner natuͤrlichen Beſchaffenheit entgegengeſetzten Erdarten dauernd zu verbeſſern ſei; denn eine jede bringt eine wohlthaͤtige Anderung in ihm hervor und theilt ihm Eigenſchaften mit, die ihm fruͤher fehlten. Allein die Koſten einer ſolchen Melioration ſind in den meiſten Faͤllen ſo groß, daß die⸗ ſelbe nur ſelten mit Gewinn auszufuͤhren iſt; denn ſoll eine er— hebliche Wirkung hervorgebracht werden, ſo muß man eine gar zu Mine guße und Ale git und lch und wo kene gen diſt ſat. leben an V b in Eige noch ein nng ſe Ndtzei ſe voſt asführe b V Mineraliſche Duͤngmittel. Kalkige Subſtanzen. Kreide. Kalk. 401 ai große Maſſe aufbringen, und dies verurſacht ungemein viel Muͤhe 3 ril, und Ausgaben. Iſt freilich die Erde, welche der Ackerkrume man— ntereinande a gelt und ihr deshalb zugeſetzt werden ſoll, im Untergrunde befind⸗ lich und liegt ſie nicht zu tief, ſo iſt ſie in ſolchen Jahreszeiten, Lonnſtin wo keine anderen Arbeiten draͤngen, vielleicht bisweilen mit gerin⸗ Viig ſe gen Koſten heraufzubringen, und dann findet jene Ruͤckſicht nicht miſt au ſ ſtatt. Dieſe Faͤlle ſind jedoch ſelten, und das Herbeiſchaffen der⸗ jenumyftn ſelben aus einiger Ferne kann Niemand wohl unternehmen, weder det zu Jän ein Eigenthuͤmer, der nicht ein großes disponibles Kapital beſitzt, tig die gewunt noch ein Pachter, der niemals mit Sicherheit auf die Wiedererſtat⸗ ann hauptit tung ſeiner dafuͤr gemachten Auslagen bis zum Schluß ſeiner Sandbodes Pachtzeit rechnen kann. Eine Erdmengung mit Kalk dagegen, wie von 30 gir ſie vorſtehend beſchrieben wurde, laͤßt ſich nicht ſelten mit Vortheil ͤt geſtteut. ausfuͤhren. mmerken. nerkung mat ſtark auf e ch die aus eſchreibung de ae Dreizehntes Kapitel. ohne auch de. ng, daß den den nißin Fortſetzung der mineraliſchen Dungmaterialien. Mergel. ſſt, deſſen Her ie, udſe Mexgel iſt in den meiſten Laͤndern der Erde zu finden und in t ſen in, Großbritannien weit verbreitet. Man nimmt an, daß er daſelbſt üin t dem Landmann ſchon in ſehr entfernten Zeiten bekannt geweſen ſt unfaß ſei, und es gibt allerdings Pachtkontrakte, die unter der Regierung n dirin der Koͤnige Eduard I. und II.(von 1273— 1327) entworfen wor⸗ hon Sinn den ſind, und worin Paͤchtern aufgegeben wird, Gebrauch von ihm genij ni zu machen*). Wenn man ihn aber auch noch immer angewendet thig hyt, en 1 Biſtefn*) Die Charta Foresta, welche aus dem J. 1225 ſtammt, erwaͤhnt des demn in Rechtes, Mergelgruben anzulegen, und Daines Barrington fuͤhrt eine Stelle und theitie aus des Plinius Naturgeſchichte(Buch XVII. Kap. VI.) an, in welcher er⸗ die Koſten in waͤhnt wird, daß in Britannien und Frankreich eine Subſtanz als Duͤnger an⸗ pß, daß d gewendet werde, die den Namen marga fuͤhre, was nach ſeiner Meinung ein gwh, rne t Mißverſtaͤndniß ſei, indem es wohl marla, Mergel heißen müͤſſe. Und in dem 1 ſ 11 Statutum Wallice, das vom Koͤnig Eduard I. ausgegangen, wird dem She⸗ n eine ge 40² Dreizehntes Kapitel. findet, ſo iſt er doch neuerer Zeit durch den ſtaͤrkeren Verbrauch von Kalk gewiſſermaßen zuruͤckgeſetzt worden. Die Unbekanntſchaft mit den Unterſcheidungsmerkmalen des Mergels, und die noch im⸗ mer herrſchende Ungewißheit uͤber die Art ſeiner Wirkung mußte nothwendigerweiſe zu Mißgriffen bei ſeiner Anwendung fuͤhren, und daraus ſind die verſchiedenen Meinungen, welche uͤber ſeine Nuͤtz⸗ lichkeit herrſchen, entſtanden. An den meiſten Orten, wo er von Alters her im Gebrauch geweſen, und ſeine fruchtbarmachende Wir⸗ kung ſehr groß gefunden worden, waren manche Landwirthe zu der Vermuthung gekommen, er koͤnne den Miſt erſetzen; ſie ver— kauften deshalb zum Theil ihr Heu und Stroh, und erhielten, trotz der dadurch entſtehenden Verminderung an Duͤnger faulender Art, doch wohl laͤngere Zeit hindurch ſehr ergiebige Ernten. Endlich aber ward durch die chemiſche Wirkung des Mergels der Boden erſchoͤpft und ein zweites Aufbringen deſſelben brachte nicht eher wieder Nutzen, als bis jener durch wiederholte Miſtduͤngungen aufs Neue gekraͤftiget war. Daher entſtand das alte Sprichwort, das ſchon Barnaby Grog, der in der Mitte des ſechzehnten Jahrhunderts ſchrieb, anfuͤhrt:„Kalk und Mergel machen reiche Vaͤter, aber arme Soͤhne“(„lime and marl are good for the father, but bad for the son“) Auf dieſe Weiſe ſind mehre landwirthſchaftliche Ent⸗ deckungen durch unverſtaͤndige Anwendung in Mißkredit gekommen. Wo aber der Mergel auf eine dem Boden angemeſſene Weiſe ge— braucht und damit ein verſtaͤndiges Wirthſchaftsſyſtem verbunden, der Boden weder zu ſtark durch erſchoͤpfende Ernten angegriffen, noch die Miſtduͤngung unterlaſſen wird, trifft jenes Sprichwort keineswegs, ſondern gerade das Gegentheil ein. Wir halten uns bei einer Erklaͤrung, was man unter Mer⸗ gel zu verſtehen habe und bei einer Beſchreibung ſeiner Eigenthuͤm⸗ lichkeiten nicht auf, da ſolche allgemein bekannt und in vielen Schriften zu finden ſind, ſondern bemerken blos uͤber die verſchie— denen in Großbritannien zu findenden Arten dieſes Foſſiles Fol⸗ gendes: riff und Coroner aufgegeben, die Wege nach den Mergelgruben zu unterſuchen, ein Beweis von ſeinem allgemeinen Gebrauch zu jener Zeit. Die Anwendung des Mergels und Kalkes iſt auch erwaͤhnt in einer Schrift uͤber Landwirth⸗ ſchaft, die in waͤliſcher Sprache abgefaßt, und der gewoͤhnlichen Annahme zu Folge 3— 400 Jahr alt iſt. Es enthaͤlt dieſelbe mehre intereſſante und werth⸗ volle Bemerkungen, welche zeigen, daß die damals herrſchende Unwiſſenheit in landwirthſchaftlichen Dingen nicht ſo groß war, wie man gemeiniglich annimmt. idm dhande lockeren tr ſeeb rungem iſt ſo! genthun zu eine der Ach ) anderen braun, hält wi V borige, oſſen, wegen wittel beitba 7 b V V b ſtein ren L hat g ra w erſt 4 thieren 5, reſſti V ſcht we dem ſe vorherr In T Miſc teren Vehn Unbeimnſte nd de ni Virin un ung führen w über ſin n en, wo et armachende W Landvirze neehen; ſi t erhialten ne faulender nten. Enit 1s der Bon hte nicht e mgungen oj prichwort, n Jahrhunden äter, aber in , but bad i- ſchaftliche E tedit gekomm ſſene Weſeg ſtem verbunde ten angegife nes Sprihnet jan unter Nr ner Eyutiir und in tin er die beſt⸗ z Foſſiks de n zu unteſche Die Arvenda über bandrit⸗ ben Antahme ſante und ual unriſenhelti ijich annimme —9———— Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmaterialien. Mergel. 403 1) Der Thonmergel verbeſſert vornehmlich den Sandboden, indem der darin enthaltene Thon deſſen Beſchaffenheit vortheilhaft abaͤndert. Auch auf ſandigem Lehmboden und uͤberhaupt allen zu lockeren und thaͤtigen Bodenarten bringt er großen Nutzen, indem er ſie bindender macht und in einen Zuſtand verſetzt, der erfah— rungsmaͤßig der Vegetation am guͤnſtigſten iſt. Er iſt anſcheinend oft ſo bindend, wie zaͤher Thon, zerfaͤllt aber in Folge ſeiner Ei— genthuͤmlichkeit als Mergel, der Luft ausgeſetzt, nach einiger Zeit zu einem feinen Pulver und laͤßt ſich daher ungleich leichter mit der Ackerkrume innig mengen, als reiner Thon. 2) Der Sandmergel findet ſich in Irland haͤufiger, als in anderen Theilen des Koͤnigreichs. Man hat ihn daſelbſt bleifarben, braun, faſt ſchwarz und an manchen Orten ſogar blau. Er ent⸗ haͤlt, wie ſchon ſein Name beſagt, ungleich mehr Sand, als der vorige, bisweilen 60— 80% und brauſt daher, mit Saͤuren uͤber⸗ goſſen, nicht ſo heftig auf, wie mehr kalkreicher Mergel; iſt aber wegen ſeiner geringen Bindigkeit ein vortreffliches Verbeſſerungs⸗ mittel des ſtrengen Thonbodens, den er muͤrber und leichter bear⸗ beitbar macht. 3) Steinmergel oder Mergelſchiefer, der auch verweſter Kalk⸗ ſtein(rotten limestone) genannt wird, paßt vornehmlich auf ſchwe⸗ ren Boden. Seine Wirkung iſt langſam, aber dauernd. Man hat gefunden, daß Land, welches vor vierzig Jahren damit befah⸗ ren worden, dichteres und beſſeres Gras traͤgt, als ſolches, welches erſt kuͤrzlich eine ſolche Duͤngung erhalten hat. 4) Muſchelmergel iſt ſichtbar aus den überreſten von Schal⸗ thieren entſtanden. Dies ſind die in England gewoͤhnlichſten Benennungen der verſchiedenen Mergelarten; es koͤnnen aber in wiſſenſchaftlicher Hin— ſicht noch mehre Unterabtheilungen davon gemacht werden, je nach— dem ſeine Bildung beſchaffen, Kalk oder Sand oder Thon darin vorherrſchend, und ihm noch andere Beſtandtheile zugemengt ſind. In Bezug auf ſeine Benutzung reicht es aber hin, blos Erd- und Muſchelmergel zu unterſcheiden. Erdmergel. Die krakteriſtiſchen Hauptbeſtandtheile alles Mergels ſind Thon und kohlenſaurer Kalk, die in ſo mannichfachen Verhaͤltniſſen innig mit einander verbunden ſind, daß dadurch ſeine Beſchaffen— 404 Dreizehntes Kapitel. heit vielfaͤltig abgeaͤndert wird. Er wirkt ſowohl mechaniſch, als chemiſch; jenes indem er, vornehmlich durch ſeinen Thongehalt, die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens umgeſtaltet, dieſes durch ſeinen Kalkgehalt auf die fruͤher ſchon bei dem Kalk entwickelte Weiſe. Beide ſind in ihm ſo innig chemiſch mit einander verbun⸗ den, daß man weder mit dem bloßen Auge, noch durch das Mi— kroſkop ſie von einander unterſcheiden kann. Wie die Natur dabei zu Werke gegangen, iſt unbekannt. Man ſollte meinen, eine kuͤnſt⸗ liche Mengung von Kalk und Thon muͤſſe daſſelbe leiſten, allein ſie zerfaͤllt, der Luft ausgeſetzt, nicht von ſelbſt zu Pulver. Auch beſitzt er entſchieden noch einige fruchtbarmachende Eigenſchaften, mit deren Weſen wir noch unbekannt ſind. So bemerkte man bei der Urbarmachung des Chatmoores in Lancaſhire(England) daß Stuͤckchen Mergel, die zufaͤllig einige Monate auf dem Boden liegen blieben, ſich mit einer ziemlich dichten Moordecke uͤberzogen, die bei naͤherer Unterſuchung aus einer Verbindung von Torf und Mexgel zu beſtehen ſchien und eine ſchleimige ſeifenartige Maſſe von dunkler Farbe bildete. Je nachdem man nun mehr die eine, oder die andre von je⸗ nen beiden Wirkungsarten benutzen will, muß man die aufzubrin⸗ gende Menge einrichten. Dieſe muß naͤmlich ungleich groͤßer ſein zur mechaniſchen Wirkung, als zur chemiſchen; denn da der Thon im Mergel vornehmlich dadurch nuͤtzt, daß er zu lockeren Boden⸗ arten mehr Bindung ertheilt, ſo iſt es natuͤrlich, daß man den moͤglichen Vortheil nicht erreichen kann, wenn man nicht eine hin⸗ reichende Menge auf einmal aufbringt; dieſe aber wuͤrde auf ei⸗ nem Thonboden nur Schaden bringen, ſobald die Wirkung des Kalkes voruͤber iſt. Der Sand, welchen man in vielem Erdmergel findet, iſt zwar eigentlich nur ein zufaͤlliger Beſtandtheil, er macht aber, wenn zu⸗ mal ſeine Menge bedeutend wird, den Mergel auch zu einem Ver⸗ beſſerungsmittel der phyſiſchen Beſchaffenheit des Thonbodens, was er ohne dieſen Zuſatz nicht iſt. Der Steinmergel haͤlt in der Regel mehr Kalk, als die an⸗ deren Arten und iſt, wenn gleich feſt, beinahe ſteinartig, doch zu dem Erdmergel mit zu rechnen, weil er, wie dieſer, nur etwas ſpaͤter, an der Luft zerfaͤllt und ſich ihm dann ganz gleich verhaͤlt. Man hat ihn bisweilen bis zu der Menge von 400— 600 einſpaͤnni⸗ ger Pferdekarren pro Acker aufgebracht. Dies iſt jedoch ſo koſt⸗ ſpielig und verurſacht ſo ſchwere Arbeit, daß der Gebrauch von büewil Eo ha ter we ſt ſih pothe, üfhung üt au gch V fil und ſtent fir de wiß, hafter fuͤhle Luft Wiſe ah in V tt ſein bereits derwej hn reſte tabil zen als V ſo gr⸗ techne der a fand Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmaterialien. Mergel. 405 lnethn denh reinem Kalk vortheilhafter wird, ſelbſt wenn derſelbe weit herge⸗ tet diſn holt werden muß. Nur dann verhaͤlt es ſich anders, wenn der Kalk ati Hauptzweck in der Lockerung eines ſteifen Thonbodens beſteht, wo (htwitg..., enadn i jener Mergel außerordentlich viel leiſtet.. h durh 889. Alle dieſe Mergelarten finden ſich haͤufig am Fuße von Krei⸗ edeeJune dehuͤgeln und in den zwiſchen ihnen ſich lhinziehenden Thaͤlern, eine in bisweilen uͤbereinander in ſtreng von einander abgeſonderten Lagen. be li 4 So hat man Sandmergel, der auf einer Lage Kalkſtein ruht, un⸗ 3 an d ter welchem wieder Thonmergel anſteht. Die Farbe des Mergels de E riüt iſt ſehr verſchieden; deſto weißer, je reicher an Kalk er iſt; die aun 4 rothe, braune, graue ꝛc. Farbe entſtehen durch anderweite Zumi⸗ un ſchungen, meiſt Eiſen in verſchiedenen Graden der Oxydation. Es (Englard gibt auch einen Thon, der ſeines Äußeren wegen haͤufig fuͤr Mer— auf den de gel gehalten wird; aber keinen Kalk enthaͤlt, ſondern mit Schwe⸗ ddecke ien fel und anderen mineraliſchen Subſtanzen durchdrungen zu ſein g von eff ſcheint, die der Vegetation nachtheilig ſich erwieſen. Es iſt daher ifenarige fuͤr den Landwirth, der den wahren Mergel nicht zu unterſcheiden . weiß, von Wichtigkeit, daß er die Wirkung von dergleichen zweifel⸗ die andre i, haften Maſſen zuvoͤrderſt im Kleinen zu erproben ſuche. m die auff ee negetmergen lockemn zi⸗ Derſelbe iſt gewoͤhnlich blaͤulich von Farbe, ſanft beim An— , daß um u fuͤhlen und bisweilen dem Toͤpferthon aͤhnelnd; wird er aber der n nich ei Luft ausgeſetzt, ſo zerfaͤllt er bald zu Pulver, beinahe auf dieſelbe r würde ai Weiſe, wie geloͤſchter Kalk. die Wikung Dieſer Mergel weicht in ſeiner Natur ſehr von dem vorigen ab, indem er reich an befruchtender animaliſcher Subſtanz iſt, die findet iin er ſeiner Entſtehungsart zu verdanken hat. Er iſt naͤmlich, wie aber, vmn bereits erwaͤhnt, ſichtbar aus den Myriaden von in ihren Huͤllen zu einen or verweſten Schalthieren, Fiſchen und Inſekten entſtanden, die ge⸗ woͤhnlich uͤberall da leben, wo Waſſer ſich anhaͤufte. Dieſe über⸗ reſte haben ſich im Laufe der Zeit mit Sand und zerſetzten Vege⸗ ſk, abs dn tabilien, oder mit anderen von der Hoͤhe abgeſchwemmten Subſtan⸗ t, ponboden, n zen vereinigt, in großen Maſſen abgeſetzt und ihn gebildet. Dar⸗ ſer, nur dt aus laͤßt ſich ſein Reichthum an organiſcher Subſtanz erklaͤren, der lit reti ſo groß iſt, daß man ihn unter die animaliſchen Dungmittel hat i inßin rechnen wollen; er iſt indeſſen mehr als ein Kompoſt anzuſehen, der aus Thon, Kalk, animaliſchen und vegetabiliſchen Stoffen ent— ſtanden und wegen des Zuſatzes von letzteren anderem Mergel 406 Dreizehntes Kapitel. weit vorzuziehen iſt. Er befindet ſich auf dem Grunde der mei⸗ ſten Landſeen, unter Suͤmpfen und Moraͤſten, uͤberhaupt faſt uͤber⸗ all, wo ſtehendes Waſſer abgeleitet wurde; nur haͤufig ſo tief un— ter Lagen von Torf und anderen Erden, daß er nicht immer mit Vortheil zu Tage zu foͤrdern iſt. Jeder Landwirth ſollte indeſſen die Raͤnder und Sohlen ſeiner Graͤben und Teiche ſtets ſorgfaͤltig unterſuchen; denn man fand dabei nicht ſelten Lagen von ſolchem Mergel da, wo man keinen vermuthete. Sein Kalkgehalt iſt bisweilen ſo groß(man hat bis 84% in ihm gefunden), daß er ſich brennen laͤßt, und auch in dieſem Zu⸗ ſtande angewendet wird, wo er zwar ſchneller, aber nicht ſo nach— haltig wirkt, wie im natuͤrlichen. Wird er in dieſem auf Klee oder Grasland geſtreut, ſo befoͤrdert er den Pflanzenwuchs unge— mein; aͤhnlich dem pulveriſirten Kalkſtein, und da er nicht die Eigenſchaften des aͤtzenden Kalkes beſitzt, kann er auch ohne Gefahr zu ſolcher Üüberduͤngung benutzt werden. Auf Ackerland bringt er ebenfalls ausgezeichnete Ernten hervor, und legt man daſſelbe nicht zu lange nach ſeiner Anwendung zu Gras nieder, ſo bildet ſich ein weit vollerer, uͤppigerer und beſſerer Raſen danach, als es fruͤ— her trug. Aber auf kaltem, feuchtem, ſchwer bearbeitbarem Boden bringt eine ſolche Mergelduͤngung leichtere und ſpaͤterreifende Koͤr⸗ nerernten hervor, als reiner Kalk. * Mergelgruben. Das gewoͤhnlichſte Verfahren, den Mergel aufzuſuchen, iſt die Anwendung des Erdbohrers. Liegt er tiefer, als zwanzig Fuß unter der Oberflaͤche, ſo wird ſich die Anlage einer Mergelgrube, waͤre er auch von noch groͤßerer Guͤte, ſelten bezahlt machen. Die Grube wird gewoͤhnlich durch einen Graben von 6 Fuß Breite und 12— 20 Fuß Laͤnge eroͤffnet. Man wirft dabei die obere Erde auf die eine, den Untergrund auf die andere Seite; der Mergel wird dann mit einem ſchmalen ſchneidenden Spaten in viereckigen Stuͤcken ausgeſtochen, und entweder bis zu ſeiner vollen Tiefe, oder ſo weit, wie es ohne Gefahr geſchehen kann, herausgenommen; denn es iſt große Vorſorge noͤthig, daß dem Einfallen der Grube vorgebeugt werde, durch das ſchon bedeutende Ungluͤcksfaͤlle entſtan⸗ den ſind. Die Grube wird dann ſpaͤterhin wieder mit der Erde aus dem Untergrunde, worauf man die von der Oberflaͤche legt, ſo gut ſichs thun laͤßt, ausgefuͤllt, und war ſie nicht ſehr tief, ſo — it nach bringer Orten man d weder ſehr a 1 Ausgr aus n Landw ſo aha nach de duürtoſ men, ſo Ehülin im Rer das A. 12 E ſolche die M 4 C9 In 9 durch der Gt nimmt werden ——— Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmaterialien. Mergel. 407 K4 treaes iſt es meiſt nicht ſchwer, die Stelle, wo ſie ſich befand, nach und uſg i 3 nach mit dem daran ſtoßenden Lande wieder in gleiche Hoͤhe zu icht in ifn. bringen. Iſt ſolches nicht moͤglich, ſo macht man an manchen nar d Orten einen Teich daraus. In dieſem Falle aber, ſo wie da, wo ſlt indſ man die Grube offen laͤßt, iſt es unumgaͤnglich nothwendig, ent⸗ ſies ſegft weder ſie mit einer Einfriedigung zu verſehen, oder ihre Raͤnder en von ſolte ſehr abzuboͤſchen, damit kein Ungluͤck entſtehe. An den Orten, wo das Mergeln gewoͤhnlich iſt, wird das at bis 8, i 2 ,9en 4 hi Ausgraben meiſt von Leuten beſorgt, die ihr einziges Geſchaͤft dar⸗ nnifan aus machen. Soll aber das Auffahren durch die Geſpanne des eſem au 1 Landwirths geſchehen, ſo gibt es keine Zeit weiter dazu, als vom uihs 4 Ende des Herbſtes bis zum Beginn der Fruͤhlingsſaat und in ein⸗ er nihf 3 zelnen kleinen Perioden des uͤbrigen Jahres, wo zufaͤllig einige 4 Tage nichts zu thun iſt. Das Auffahren ſelbſt kann uͤbrigens zu ohne Gift jeder Zeit, wie es gerade paßt, vorgenommen werden. Die Koſten and bringt haͤngen von einer ſo großen Menge von Unſtaͤnden ab, daß ſich doſſeleni gar nichts Genaues daruͤber angeben laͤßt*). Am meiſten haͤngen ſb bidde ſ ſie ab von der Tiefe des Mergellagers und der Entfernung, zu ach, als eft welcher man ihn fahren muß; aber auch die Beſchaffenheit der äibem Bir Oberflaͤche, die groͤßere oder geringere Leichtigkeit des Abraͤumens, terrefende ſ die Feſtigkeit des Mergels, der Zudrang von Waſſer ꝛc. haben dar⸗ auf Einfluß. Das Auffahren von Thonmergel iſt, ſobald es in einiger Entfernung ſtattfindet, meiſt uͤberaus ſchwierig und beſchwer⸗ zuſuchen, it i*) Wenn das Ausbringen des Mergels von Unternehmern beſorgt wird, zwanzig di ſo erhalten dieſe Bodenzins, Graben und Streuen auf ſehr verſchiedene Weiſe Mergal nach den jedesmaligen uUmſtaͤnden bezahlt, und dazu kommen dann noch die machen 1 Fuhrkoſten. Wird der Mergel von unbebauten oder Gemeindeplaͤtzen genom⸗ 11h. men, ſo nehmen Einige den Betrag der auf 1 Acker noͤthigen Menge zu fuͤnf ſuß Bräle n Shilling an, Andere rechnen eine Pferdeladung 2 Pence. In einigen Theilen die ober e im Norden des Landes berechnet man die Koſten des Mergelns folgendermaßen: ; der Mgl das Abraͤumen der Mergelgrube, ſobald es nicht tiefer, als 3 Fuß geſchieht, in dieredgn 12 Shilling fuͤr die Kubikruthe oder 64 Kubikyards; das Ausſtechen einer . Se, A ſolchen Ruthe Mergel ebenfalls 12 Sh.; das Auffahren, vorausgeſetzt, daß len Lüf 4 die Mergelgrube nur 100— 150 Yards entfernt iſt, 21 Sh-; das Ausſtreuen ꝛusgenonna, 4 Sh. Es kommt demnach eine Kubikruthe Mergel auf 49 Sh. zu ſtehen. len der Ga In Hampſſire ſchlaͤgt man die geſammten Koſten des Mergelns, im Fall es ksfäͤlle enüſr durch des Landwirths eigene Leute und Geſpanne geſchieht, und die Entfernung i de Ei der Grube nicht 80 Rods uͤberſteigt, zu 3 Pfund 10 Sh. pro Acker an, und m rze l nimmt an, daß auf dieſe Flaͤche 30 Fuder zu 1 ½ Tonnen jedes gebracht berjliche 6 werden. ſehr tiff 408 Dreizehntes Kapitel. lich; es vermehrt im Winter die Futterkoſten des Zugvieh's, traͤgt ſehr zur Abnutzung des Geſchirrs bei, kurz, verurſacht haͤufig ſo viel Koſten, daß es ſich oft gar nicht bezahlt und daher die reiflichſte überlegung von Seiten des Landwirths noͤthig macht, ehe er ſich zu einer ſolchen Operation entſchließt. Anwendung des Mergels. Manche Landwirthe bringen den Mergel auf zu einer Wik⸗ kenſaat und geben dem Lande eine halbe Brache; Andere auf Gras⸗ land oder Kleefelder, die im folgenden Jahre umgebrochen werden ſollen. Das letztere iſt gewiß vorzuziehen und auch das gewoͤhn⸗ liche Verfahren; es wird dadurch nicht nur eine reichliche Weide, ſondern auch hinlaͤnglich Zeit gewonnen, den Mergel dem Boden recht innig einzuverleiben. Es iſt dieſes naͤmlich durch das Pfluͤ⸗ gen allein nicht leicht vollſtaͤndig zu bewirken, wenn nicht zuvor der Mergel von ſelbſt in das Erdreich eingeſunken iſt, und ſich darin etwas vertheilt hat. Dies wird aber von einigen Landwir— then auf thoͤrichte Weiſe uͤbertrieben; ſie fahren den Mergel gele⸗ gentlich auf ein Stuͤck Land und laſſen ihn daſelbſt mehre Jahre uneingepfluͤgt liegen. Dies gereicht aber der Weide zum Nachtheil; denn der Mergel ſinkt bei dieſem Verfahren als eine zuſammen⸗ haͤngende Maſſe immer tiefer in den Boden, ohne ſich in demſel— ben zu vertheilen; die nach dem endlichen Umpfluͤgen gewonnenen Kornernten ſind indeſſen meiſt außerordentlich. Bringt man ihn auf Land, das zu Gras niederliegt, ſo kann ſolches zu jeder Zeit im Jahre geſchehen, wo daſſelbe nicht im vollen Wachsthum iſt; aber auf Ackerland, das zu baldiger Beſtellung beſtimmt iſt, ſind die Monate Juni und Juli, oder die Zeit nach der Herbſtſaat am paſſendſten. Kurz vor dem Winter aufgebracht wirkt er gewoͤhn⸗ lich ſehr ſchnell, weil ihn, wenn er nicht ſehr bindiger Art iſt, Kaͤlte und Regen gemeiniglich in ſehr kurzer Zeit ſo vollſtaͤndig zertheilen, daß er ſich leicht durch eine Brachbearbeitung im naͤch— ſten Sommer innig mit der Ackerkrume mengen laͤßt. Dies iſt nicht ſo vollſtaͤndig zu bewirken, wenn er erſt im Fruͤhling aufge— fahren wird, weil er eigentlich eines Sommers Sonne und eines Winters Froſt zu ſeiner vollſtaͤndigen Pulverung bedarf; er wirkt daher auch im letztern Falle nicht ſo guͤnſtig auf die erſte Ernte ein. Eine reine Sommerbrache iſt jedenfalls am geeignetſten, ihn dem Boden innig einzuverleiben, nur freilich oft ein zu koſtbares Mittel dazu. —: ·,——ÿ—— ) 8 mige ſi id findlich ſchlagen man ih ſchweren diſes: und wi Einyflt und da duch; daraufec V kann ri Brden bevor 5 ſäner diſtor übeddi ſtande jede! nicht d5 K den ka daß d ſolchen keinen Boden licht ze Boden ſelbe ni üble E D halten dh. gemein Icer e Karren. lißt i Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmaterialien. Mergel. 409 zumihe 3 Es verſteht ſich uͤͤbrigens von ſelbſt, daß der Mergel, man rſach hiufg moͤge ihn auf dieſe oder jene Weiſe anwenden, jedesmal gleichmaͤ⸗ und dahe ßig uͤber die Oberflaͤche ausgeſtreut, und jeder etwa darin noch be— nothig mai findliche Klumpen vor dem Einpfluͤgen mit dem Kloshammer zer— ſchlagen werden muͤſſe. Dies wird jedoch nur ſelten noͤthig, wenn man ihn, nachdem er meiſt von ſelbſt an der Luft zerfallen, mit ſchweren Walzen und Schleifen bei trocknem Wetter uͤberzieht, und zu einer Ah dieſes nach einiger Zeit, wenn er einmal vom Regen durchnaͤßt dere auf Gie und wieder trocken worden iſt, nochmals wiederholt. Das erſte brochen wein„Einpfluͤgen muß moͤglichſt ſeicht geſchehen, ihm folgt bald die Egge, h das gevin und dann iſt der Mergel, je nach der Beſchaffenheit des Bodens, eichliche Wi durch zwei-⸗ bis viermaliges Pfluͤgen in verſchiedener Tiefe und e2l dem Boͤr darauffolgendes Eggen mit der Ackerkrume zu vermengen. Dies rch das M. kann nicht innig genug geſchehen; denn was von ihm fuͤr ſich im nicht zun Boden bleibt bringt eher eine nachtheilige, als guͤnſtige Wirkung iſt, und ſ hervor. igen Landre Die Menge des aufzubringenden Mergels haͤngt lediglich von Nergel g ſeiner und des Bodens Beſchaffenheit ab. Je kallkreicher jener iſt, ſ mehre zir deſto mehr wirkt er als ein Reizmittel, und der Muſchelmergel zum Nachthe uͤberdies noch naͤhrend durch ſeinen Gehalt an organiſchen Ruͤck— eine zuſanmr ſtaͤnden. Der letztere wurde ehedem in ſehr großer Menge auf ſich in dein jede Art von Boden aufgebracht; gegenwaͤrtig aber nimmt man nicht mehr von ihm als 30— 40, auf leichtem Boden ſogar nur en gewonnen d⸗ 25 Karrenladungen à 16 Kubikfuß pro Acker Land. Leichter Bo⸗ ringt wm in 1b dubi 1 1 ide z den kann in der That damit uͤbermergelt werden; man hat Faͤlle, Wathttum i daß derſelbe durch wiederholtes Aufbringen von großen Maſſen nmt i 1 ſolchen Mergels ſo loſe wuͤrde, daß er den Pflanzenwurzeln keinen feſten Standort mehr darbot. Auf ſchwerem bindenden Boden kann man dagegen das Doppelte und noch mehr, ja nicht leicht zu viel davon aufbringen; auf feuchtem, kaltem, moorigem Herbſtſaat n ckt er gewir ndiger di Boden aber erheiſcht ſein Gebrauch große Vorſicht; denn iſt der⸗ ſo rulhit ſelbe nicht vorher voͤllig trocken gelegt, ſo verſchlimmert er deſſen tung in uͤble Eigenſchaften noch. ißt. Disn Die erdigen Mergelarten eignen ſich, wenn ſie viel Thon ent⸗ rühling ul halten, nur fuͤr lockeren Boden. Sind ſie von guter Qualitaͤt, nne und 13 d. h. enthalten ſie etwa gegen 20— 25% Kalk, dann belegt man darf; dt 3 gemeiniglich die Oberflaͤche einen Zoll dick damit. Dazu ſind pro wie eife Enn Acker erforderlich 135 Kubikyards, oder ungefaͤhr 200 einſpaͤnnige eigneffen, t Karrenladungen. Sandmergel, der gewoͤhnlich auch kalkreicher iſt, n zu üiſhn laͤßt ſich leichter gewinnen und wird auf Thonboden haͤufig in 410 Dreizehntes Kapitel. groͤßerer Menge aufgebracht. In manchen Gegenden, wo man uͤber das Mergeln viel Erfahrungen gemacht hat, wendet man jedoch neuerer Zeit kaum noch halb ſo viel, wie ehedem auf einmal an, und hat davon ziemlich dieſelbe Wirkung, die jedoch nicht ſo lange anhaͤlt und nach 12 Jahren meiſt ganz verſchwunden iſt. Mit dieſem Verfahren iſt indeſſen der große Vortheil verbunden, daß eine Mergelung nur halb ſo viel koſtet, alſo auch noch von Je⸗ mand auszufuͤhren iſt, deſſen Mittel zu einer vollſtaͤndigen nicht ausreichen, oder daß er mit denſelben Koſten ein doppelt ſo gro— ßes Stuͤck mergeln kann. überdies hat man noch bemerkt, daß zwar die Wirkungen einer ſehr ſtarken Mergelung laͤnger dauern, daß aber dieſe, wenn man nicht eine ſehr ſorgfaͤltige und einſichts⸗ volle Feldbehandlung damit verbindet, ſondern etwa, um die be⸗ deutenden Koſten derſelben bald erſetzt zu erhalten, zu viel Ernten ohne Miſtduͤngung danach nimmt, ſehr zur Erſchoͤpfung des Ackers beitraͤgt. Iſt dieſe erfolgt, dann bringt eine zweite Mergelung nur wenig Nutzen. Wurde dagegen die erſte ſchwaͤcher gegeben, ſo zeigten ſich fernere Wiederholungen wieder wirkſam. Die Ur⸗ ſache davon liegt ohne Zweifel darin, daß in jenem Falle entweder der Humus im Boden durch die chemiſche Wirkung des Mergels nach und nach voͤllig zerſetzt wurde, oder daß der Mergel zu viel Thon enthielt, der dem an ſich ſchon thonigen Boden nach der Aufloͤſung des Kalkes nachtheilig wurde, waͤhrend im zweiten Falle entweder Miſtduͤngungen mit dem Mergel verbunden wurden, oder ſeine erdigen Beſtandtheile denen des Bodens, auf den man ihn brachte, entgegengeſetzt waren. Das Letztere wird auch durch die Thatſache beſtaͤtigt, daß, wenn eine zweite Anwendung von Thon— mergel fehl ſchlug, nicht ſelten reiner Kalk eine große Wirkung hervorbrachte. Auch hat man gefunden, daß, wenn da, wo man den Mergel in kleinen Mengen von Zeit zu Zeit zugleich mit Miſt aufbrachte, einmal Unkraͤuter aller Art ſehr zu wuchern anfangen, dieſe durch eine neue Mergelung mit reiner Brache verbunden, vollkommen vertilgt und bei dieſem Verfahren beſſere Getreideernten gewonnen werden, als durch eine Miſtduͤngung, wenn ſie auch ebenfalls mit einer reinen Brache verbunden wird. Was die Dauer der Wirkungen des Mergels betrifft, ſo haͤngt dieſelbe natuͤrlich von ſeinem Verhaͤltniß zum Boden ab. Eine bedeutende Menge von Thonmergel verbeſſert einen ſandigen Boden, ihm mehr Bindung gebend, ſo, daß eine ſolche Verbeſſe⸗ 1 8 rung, gehöri Tponbe lange, außert davon richt d A eſhire lere gwühn dunkeb ben Ad läßt ſic Mrygel Win gem weil er wid d in gud tets a krume indeſſe und n den in ſes Ve ————— 1—x Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmaterialien. Mergel. 411 n, wo man 1 det 5 rung, ſobald das Land uͤbrigens ſorgfaͤltig kultivirt und nebenbei auf änmae gehoͤrig mit Miſt geduͤngt wird, als dauernd auzuſehen iſt. Auf ch richt jo Thonboden wirkt dagegen ſelbſt ſehr kalkreicher Mergel nur ſo unden ſſ lange, als ſein Kalkgehalt einen guͤnſtigen Einfluß auf den Thon verbunden aͤußert. Nach ſieben bis acht Ernten iſt gewoͤhnlich nichts mehr ch roth wun davon zu ſehen. Es laͤßt ſich daher eine allgemein giltige Regel lſtärdign ft nicht dafuͤr aufſtellen. duppet ſ 6 Am meiſten Gebrauch vom Mergel wird in Cheſhire, Lan⸗ h bemett, d caſhire, Shropſhire, Staffordſhire, und uͤberhaupt in den mitt⸗ lingr den leren Grafſchaften von England gemacht. Er findet ſich daſelbſt len gewoͤhnlich unter Thon- und Lehmboden, iſt meiſtens von rother, 4 ünd ni dunkelbrauner oder blaͤulich grauer Farbe, durchzogen mit lichtgel— 4, 4 di ben Adern, hat im feuchten Zuſtande ein fettiges Anfuͤhlen und Vnde— laͤßt ſich trocken leicht zerbroͤckeln. Eine ganz vorzuͤgliche Art von Mergel wird auch in jenen Gegenden hie und da gefunden, der ite Mergel im gemeinen Leben den Namen„Taubenmiſt“(dove-dung) fuͤhrt, vächet geht weil er demſelben in ſeinem Anſehn aͤhnelt. Unter Sandboden ſam. Del wird daſelbſt ebenfalls viel Mergel gefunden; aber gewoͤhnlich erſt Talle enm in groͤßerer Tiefe. Man bringt ihn bisweilen waͤhrend des Win— ng des M ters auf Grasland auf und pfluͤgt ihn, nachdem er vom Froſt zer⸗ Mergel z kruͤmelt worden, im naͤchſten Fruͤhjahr zu Hafer unter; bleibt er Boden nac indeſſen zwoͤlf bis achtzehn Monate mit der Luft in Beruͤhrung in zweitn und wird er durch eine ſorgfaͤltige Brachbearbeitung mit dem Bo— en wurden er den innig gemengt, ſo iſt ſeine Wirkung groͤßer, daher auch die— uf den mnit ſes Verfahren vorzugsweiſe ſtatt findet. Er wird gleich nach dem d auch durch Auffahren ausgeſtreut, ſeine Pulverung aber faſt ganz der Atmo⸗ dung von Ie ſphaͤre uͤberlaſſen. Einige Mergelarten zerfallen leichter und ſchnel— große Viin ler; andere langſamer; danach richtet ſich zum Theil ihre Anwen⸗ dung. Jene kommen auf die ſchwereren; dieſe auf die mehr locke⸗ man den Neh ren Bodenarten. Mit aufbuct Noch wird in den genannten Gegenden ein rother Thonmer⸗ gen, diſe d gel oder vielmehr eine Art von braͤunlichem Thon angetroffen, en, volkonne den manche Landwirthe faͤlſchlicherweiſe fuͤr Mergel gehalten ha⸗ rnten geon ben, der aber, auf thonigen Boden gebracht, deſſen Zaͤhigkeit be⸗ 9 tberjalon. deutend vermehrt und ihn zu einem guten Anbau unfaͤhig macht. Seine Wirkungen ſind in der That ſo augenſcheinlich unguͤnſtig, els betift, daß deſſen Anwendung den Paͤchtern des Herzogs von Sutherland 4 Bodi d in Staffordſhire und Salop ſtreng unterſagt iſt, und man ganz 6 ſandige genau unterſcheiden kann, welche Grundſtuͤcke fruͤher damit uͤber⸗ ſich Vabeſt J. 27 412 Dreizehntes Kapitel. fahren wurden. Dadurch haben ſich jetzt alle verſtaͤndigen Paͤch⸗ ter ſelbſt von ſeiner Schaͤdlichkeit uͤberzeugt; dennoch gibt es noch immer einige unter ihnen, die ſo feſt an ihren alten Gewohnhei— ten kleben, daß ſie ſich uͤber jene Anordnung beſchweren. Auch in Norfolk wird vom Mergel ein ſtarker Gebrauch ge⸗ macht. Man findet ihn da von vorzuͤglicherer Guͤte, als ſonſt wo im ganzen Koͤnigreiche. Er iſt zum Theil, wenn er aus der Grube kommt, hart, trocken und von ſchiefrigem Gefuͤge, unter⸗ ſcheidet ſich dem Anſehen nach nur wenig von dem Norfolker kalkhaltigen Klay, iſt nur leichter zerreibbar und wird daher von Einigen Mergel, von Andern Klay genannt. Eine andere Art von dort zu findendem Mergel iſt weiß, anſcheinend bloßer Kalk oder Kreide, bisweilen mit gelben Streifen durchzogen und fettig beim Anfuͤhlen. Wenn er von anderer Farbe vorkommt, ſind die Landleute ſchwer davon zu uͤberzeugen, daß ſolches auch Mergel ſei. Bei ſeiner erſten Entdeckung brachte man ſelten auf einen Acker Land weniger, als 80— 100 dreiſpaͤnnige Fuder auf, und hatte davon auf manchem Boden eine wohl zwoͤlf Jahr dauernde guͤnſtige Wirkung. Neuerer Zeit iſt man jedoch davon zuruͤckge⸗ kommen und wendet gewoͤhnlich nicht mehr, als 40— 50 Tonnen pro Acker auf einmal an. Er theilt dem Boden groͤßere Bindung mit und verbeſſert den ſandigen Lehm-, auch wohl lehmigen Sandboden ſehr, aber auf faſt ganz reinem Sandboden hat man gefunden, daß durch ihn im Verlauf der Zeit ein undurchlaſſen⸗ der Untergrund gebildet werde, welcher nachtheilig wirkt. Zu der Zeit, wo die großen landwirthſchaftlichen Verbeſſe⸗ rungen in Norfolk ihren Anfang nahmen, mergelten einige Land⸗ wirthe, welche die Nachtheile des Mangels an Bindung in ihrem armem Sandboden aus Erfahrung kannten, uͤberaus ſtark. Sie brachten auf den Acker Land auf einmal wohl 120— 150 Kubik⸗ yards auf, und erreichten dadurch das, was ſie Setzen des Bo⸗ dens(setting) nennen. Seine Gebundenheit war hergeſtellt, aber auf Koſten ſeiner Muͤrbigkeit; er ward faſt zu bindend. Daher zieht man es jetzt vor, Anfangs weniger auf einmal aufzufahren, dies aber nach einiger Zeit zu wiederholen. Jene nachtheilige Wir⸗ kung des Mergels iſt merkwuͤrdig; denn der Thon, Sand und Kalk, aus denen er beſteht, wuͤrden einzeln dem Boden zuge⸗ mengt, dieſelbe nicht hervorbringen, und ſind uͤberhaupt nicht in einem unpaſſenden Verhaͤltniſſe darin untereinandergemengt, ſon⸗ V dern denat entha wäre wenn fknndt als t5 ainig Rüg hinte Bra und bis ſ gffül bon An de linen! Lüſti line Ernte ſehen,; Müg ſtande unter, folgen aberm. men ä weder Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmaterialien. Mergel. 413 rſtändite An 4 1 lt dern vielmehr in einem ſolchen, wie wir es in ſehr reichen Bo— ten Gari denarten finden. Er mag daher wohl noch andere Beſtandtheile hwere. enthalten, die von den Chemikern noch nicht entdeckt ſind; doch er Gebrauh waͤre es auch nicht unmoͤglich, daß Arthur Young recht habe, te ds ſa wenn er jene nachtheilige Wirkung davon herleitet, daß ſeine Be⸗ enn dr an b ſtandtheile inniger mit einander durchwebt und verbunden ſind, Gig m als es der Fall iſt, wenn man ſie im Boden findet, wo ſie mehr we ss eine Mengung, als eine chemiſche Verbindung ſind. Aber gerade wid dahe f darin duͤrfte wieder unter anderen Umſtaͤnden ſeine Wirkung haupt⸗ . Ka ſaͤchlich begruͤndet ſein. uie enr Bei derſelben findet uͤberhaupt noch ſehr viel Raͤthſelhaftes nd hßa di ſtatt: die widerſprechendſten Erfahrungen und Anſichten werden gen und fi daruͤber mitgetheilt; im Ganzen laͤßt ſich aber wohl mit Gewiß— emmt, ſind heit behaupten, daß der Mergel ein Verbeſſerungsmittel des Bo⸗ auch Me⸗ dens ſei, das nicht leicht zu ſehr empfohlen werden koͤnne; denn tten auf in mit Einſicht angewendet, vermehrt er die Staͤrke der Ackerkrume, Kuder auffn aͤndert er deren nachtheilige Eigenſchaften ab und vermehrt er die Jahr deum Wirkung der Dungmittel faulender Art. Der Gebrauch, den davon zuich einige Landwirthe von ihm machen, verdient indeſſen die ſtrengſte 40— 0 Tone Ruͤge; ſie nehmen naͤmlich nach dem Mergeln mehre Haferernten gräßete Binn hintereinander, dann laſſen ſie das Land, um es zu reinigen, wohl lehnie Brache liegen, ſaͤen darauf Weizen und nach dieſem wieder Gerſte dboden hat ne und Hafer ſo lange, als es nur noch etwas zu tragen vermag, undurchlſe bis ſie es dann endlich, mit Quecken und anderen Unkraͤutern an⸗ wirkt. gefuͤllt, liegen laſſen. So iſt nach dem Berichte des Surveyors klichen Vetß von Lancaſhire ſehr haͤufig das Verfahren der daſigen Landwirthe. ten einige en An deſſen Stelle bringt er fuͤr die dortigen Verhaͤltniſſe und auf indung in ir einen nicht zu ſtrengen Boden folgendes in Vorſchlag: nach dem aus ſtt. Aufbringen des Mergels ſoll man im naͤchſten Jahre zuvoͤrderſt Le n eine Haferernte nehmen, deſſen Stoppeln unmittelbar nach der Setzn de Ernte umbrechen, um den Mergel noch einmal dem Froſt auszu⸗ hagin 1 ſetzen; dann das Feld mit Miſt duͤngen und nach mehrmaligem nd. Dah Pfluͤgen und Eggen mit Turnips beſtellen, die unter dieſen Um⸗ aütn ſtaͤnden niemals fehlſchlagen; nach ihnen ſollen zuerſt Gerſte mit tzuftn jnn untergeſaͤttem Klee, darauf Weizen, und dann abermals Turnips d folgen, dieſe auf dem Felde von Schafen verzehrt, und hernach pi, dn. abermals Gerſte mit untergeſaͤetem Klee- und Grasſaamen genom⸗ 47 3 men werden, worauf nun das Land zur Weide liegen bleibt, ent⸗ e mung. weder fuͤr lange Zeit, oder nur fuͤr einige Jahre. Durch eine a9 27* 414. Dreizehntes Kapitel. ſolche Behandlung iſt ſelbſt duͤrftiges Land, wenn es daneben gut gepfluͤgt und ſorgſam beſtellt wird, zu einem außerordentlichen Er⸗ trag zu bringen. Vierzehntes Kapitel. Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmittel. Gips. Der Gips oder ſchwefelſaure Kalk, haͤlt in 100 Theilen 30— 33 Theile reinen Kalk. 32— 43— Schwefelſaͤure. 38— 24— Kryſtalliſtionswaſſer, loͤſt ſich in 450— 500 Theilen Waſſer auf, zerfaͤllt im Feuer zu Pulver, ſchmilzt eben ſo ſchwer, wie der Kalk, und verliert durch das Brennen 20% an Gewicht. Rein ohne Beimiſchung brauſt er, mit Saͤuren uͤbergoſſen, nicht auf, und iſt er geruch- und ge⸗ ſchmacklos; es gibt aber auch Arten, die nicht ganz rein ſind, ſondern mancherlei Zuſaͤtze haben, durch welche die karakteriſti⸗ ſchen Merkmale des Gipſes Abaͤnderungen erleiden. Seine Ei— genſchaften, ſo weit es zu ſeinem landwirthſchaftlichen Gebrauch noͤthig, kennen zu lernen, wenden die Amerikaner folgendes einfa⸗ che Mittel an: ſie ſchuͤtten eine Quantitaͤt pulveriſirten Gips in einen trockenen Topf und ſetzen denſelben uͤber Feuer. Sobald er darin heiß wird, ſo entwickelt ſich ein Schwefelgeruch, und wenn zu gleicher Zeit ein ſtarkes Aufwallen gleichſam ein Kochen deſſel⸗ ben ſtatt findet, ſo iſt er gut; iſt dieſes Aufwallen nur ſchwach, von geringerem Werth, und bleibt es ganz aus, ſo taugt er gar nichts. Eine andere Pruͤfung ſeiner Guͤte beſteht darin, daß man etwas davon pulveriſirt, in einem eiſernen Topf uͤber das Feuer ſetzt, und, wenn er darin zu wallen anfaͤngt, beinahe wie ſieden⸗ des Waſſer, mit einem Strohhalm hineinſticht. Dringt dieſer ohne gis G ten E vun z E. nen, auch i ausge 3 weng indem C det.. 2 S deris d lung d 7,, konow durch wurde über nach in g wohl welte dreim daß e des be firafter Rj Mhe M. ſe: Vaſhi danätn g dentite er eilen 1 in Feue Hverliert dn iſchung bi eruch⸗ und anz rin ſi die krrckrii . Seie chen Gün plgendes i irten Gisi r. Sobid ch, und de Kochen di nur ſe ˖taugt t diin, di. n ber das de he wie ſede Dringt dieſr Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmittel. Gips. 415 ohne Widerſtand bis auf den Boden des Topfes ein, ſo iſt der Gips gut. Er findet ſich in vielen Laͤndern und Gegenden in ſecundaͤ— ren Gebirgen; bisweilen in großen halbdurchſcheinenden Maſſen von ziemlicher Haͤrte, bisweilen auch im pulverfoͤrmigen Zuſtande. In England wird der meiſte Gipsſtein jetzt in Derbyſhire gewon⸗ nen, der pulverfoͤrmige hauptſaͤchlich in Nottinghamſhire; doch auch in Dorſet und Ayrſhire, von woaus er zu geringen Preiſen ausgefuͤhrt wird. Der Gebrauch des Gipſes als Duͤnger, iſt zwar erſt ſeit wenig Jahren allgemeiner geworden, aber keine neue Entdeckung, indem man ſchon Spuren davon in den Schriften der Alten fin— det. Indeſſen ward erſt gegen die Mitte des vorigen Jahrhun— derts die Aufmerkſamkeit mehr auf ihn gelenkt durch die Erzaͤh— lung von den mit ihm in Deutſchland angeſtellten, und von der oͤkonomiſchen Geſellſchaft zu Bern bekannt gemachten Verſuchen, durch deren Empfehlung er ſogleich in der Schweiz eingefuͤhrt wurde. Von da an verbreitete ſich ſein Ruhm nach und nach uͤber mehre Theile das Kontinents von Europa und endlich auch nach Penſylvanien, wo er in ſo großen Gebrauch kam, daß er in großen Mengen aus Frankreich eingefuͤhrt und dann zu Lande wohl bis zu einer Entfernung von 150 Meilen von Delaware weiter gebracht wurde, bis man ihn endlich in Newyork und an— deren Staaten der Union ſelbſt auffand. Von ſeiner fruchtbar⸗ machenden Wirkung wurden die ſtaunenswertheſten Dinge berich— tet. So wurde in einer zu Philadelphia erſchienenen Bekannt⸗ machung, deren Verbreitung in England ſich eine zum Vertrieb des von ihr Patentgips genannten Dungmaterials ſehr angele⸗ I ſein ließ, verſichert, man habe fruͤher virginiſchen Weizen, 3 Buſhel pro Acker, auf ein ganz ausgetragenes Land geſaͤet, und davon mit Hilfe einer Gipsduͤngung eine reichliche Ernte der ſchoͤnſten Koͤrner gewonnen, die fruͤher gereift ſeien, als der fruͤ— heſte Roggen, und von denen der Buſhel 64 Pfund gewogen habe; daß ferner ein mit 2 ½ Buſhel beſtreuter Acker Kleeland dreimal ſo viel gegeben haben, als dieſelbe Flaͤche nicht gegipſt; daß endlich ſechs Buſhel Gips mehr leiſteten, als funfzig Karren des beſten Miſtes. Allein die meiſten damit angeſtellten Verſuche ſtraften dergleichen uͤbertribene Angaben Luüͤgen. Eine ganze Reihe ſolcher Verſuche wurde auf dem Landgute des Generals Waſhington zu Mount Vernon unternommen, und dabei der 416 Vierzehntes Kapitel. Gips auf die verſchiedenſte Weiſe und in den verſchiedenſten Quantitaͤten von 1— 20 Buſhel pro Acker, angewendet, aber er brachte niemals eine erhebliche Wirkung hervor. Mr. Parkin— ſon, der laͤngere Zeit in den vereinigten Staaten lebte und uͤber den daſigen Landwirthſchaftsbetrieb geſchrieben hat, leugnet ſeine Wirkſamkeit mit Ausnahme auf einige Gewaͤchſe, gaͤnzlich, und ſagt in Bezug auf den in jenen Gegenden gebrauchten Stallmiſt, daß derſelbe wenig werth ſei, ſchlecht behandelt werde, meiſt aus Stroh beſtehe, und von ſo duͤrftigem Rindvieh komme, daß er nur leicht und werthlos ſein koͤnne; dazu ſetzt er noch, daß ein daſiger Pferdekarren Miſt nicht mehr enthalte, als hier zu Lande ein guter Handkarren. In England hat ſich der Gebrauch des Gipſes weit langſa⸗ mer verbreitet, und die uͤber ſeine Wirkung bekannt gemachten Berichte widerſprechen ſich vielfaͤltig. In Schottland und man⸗ chen anderen Theilen des vereinigten Koͤnigreichs zeigte er ſich beinahe ganz unwirkſam; in anderen dagegen ſehr wirkſam. So z. B. zu Holkham in Norfolk bei Herrn Coke, wo er fein ge— mahlen, vier Buſhel pro Acker auf Esxarſettfelder geſtreut wurde, und deren Ertrag verdoppelt haben ſoll. Nach anderen Berichten von Verſuchen, die damit in Kent gemacht wurden, ſcheint es, daß er auf einem kalkhaltigen ſandigen Lehmboden, und ſelbſt auf einem fruͤher gekalkten ſchweren Boden außerordentliche Wirkung gehabt habe; man ruͤhmt von ihm, daß der Ertrag von Klee und Luzerne durch ihn um das Dreifache erhoͤht worden ſei und uͤberhaupt alle Leguminoſen Vortheil von ihm ziehen. Dies wird beſtaͤtigt durch Herrn Smith auf Tunſtal bei Silling— bourne; derſelbe ſtellte, um dieſe Wirkung genauer zu beſtimmen, folgenden Verſuch auf zwei Quadratruthen rothen Klee an: die eine wurde in der Mitte des April's ſorgfaͤltig mit pulveriſirtem Gips in dem Maaße von fuͤnf Buſheln pro Acker uͤberſtreut, die andere danebenliegende ganz ungeduͤngt gelaſſen. Der Klee wurde das erſte Mal zu Heu gemaͤht und der zweite Schnitt von ihm zu Saamen ſtehen gelaſſen. Das Reſultat war folgendes: Heu. Saamen. Stroh Ctnr. Pfund. Ctnr. Pf. Vom gegipſten Klee gab der Acker 60. 105. 22. 950. Vom nicht geduͤngten——— 20. 20. 5. Der Buſhel Gips koſtete damals noch 5 Schilling und der durch ihn bewirkte Mehrertrag betraͤgt pro Acker nicht weniger, als 10 daß ei opfle mih d Nindoi ſelbe, auch g vermeh Größe 5 Aſche Büthe 0 ‿ von 3 zächnet durh Ban Fortſetzung der minetaliſchen Duͤngmittel. Gips. 417 ve als 16 Pf. 2 Sch. 9 P. Der Berichterſtatter ſetzt noch hinzu, M den daß er 10 Acker Luzerne, 5 Acker Esparſette und 3 Acker rothen 2 ah Kopfklee mit Gips geduͤngt habe, die ſaͤmmtlich dem Anſchein — lin nach denſelben Vortheil davon erhalten. Auch verſichert er, das nn ſr Rindvieh habe eine ſolche Vorliebe fuͤr gegipſten Klee, daß daſ⸗ — lih c ſelbe, ſobald es ihn einmal gekoſtet, bei dem andern, wenn er en Stlbi auch gut ſtehe, vorbeigehe, um zu jenem zu gelangen; der Gips werde, mi vermehrt daher nach ſeiner Meinung nicht nur die Kraft und konme d Groͤße der Pflanzen, ſondern auch merklich deren Saͤfte. t noh, d Folgende Verſuche uͤber ſeine Wirkſamkeit im Vergleich mit als hir i Aſche auf einzelne Quadratruthen Klee, der nachher in voller Bluͤthe gemaͤhet wurde, beweiſen ebenfalls ſeine Vorzuͤge. weit langie auße Erſter Verſuch. igte et 3 Nr. 1. nicht geduͤngt gab 38 Pf. 6 Unzen. tiſam. 6.— 2. geduͤngt mit ½ Centner fein geſieb⸗ er fin ter Kohlenaſche, die nicht an der Luft dder giinn gelegen, gab 30— Aach unden— 3. geduͤngt mit ¼ Centner Gips 54— 8— rieu Zweiter Verſuch. ßerordenti Nr. 1. und 2. wurden fuͤr ſich, das eine mit ½¼, das andere der Etty mit ½ Centner Gips beſtreut. rhoßt voden— 3. und 4. eben ſo, das eine mit%, das andere mit 1 ihm zihen Centner. be dü— 5. mit 1 ¼ Centner Holzaſche. u beſimnn Alee 4 ä Das Produkt von 1 und 2 war gleich und groͤßer, als das pulverſſim von 3 und 4; das von 5 das geringſte; aber jedes dieſer Stuͤcke erſtrat d zeichnete ſich von dem danebenliegenden ungeduͤngt gebliebenen Klee wuit durch einen hoͤhern, dichtern Stand, dunklere Farbe uund breitere itt bon in Blaͤtter des Klee's aus.. Ides Noch andere aͤhnliche Verſuche zeigten dieſelben Folgen; auch w enh brachte er eine viel reichlichere Schafweide und beſonders große Etr. 9 Erbſenernten hervor. Man ſtreute ihn unter andern in der Mitte „ K. eines großen mit Klee beſtandenen Feldes mit leichtem Kreidebo⸗ den auf ein bezeichnetes Stuͤckchen deſſelben in der Staͤrke von 19 d fuͤnf Buſheln pro Acker und beſaͤete dann das ganze im folgenden gm November mit Weizen, der ſich auf dem gegipſten Theile ſchon t veniger 418 Vierzehntes Kapitel. im naͤchſten Mai durch Farbe und Dichtheit auszeichnete, und bei der Ernte ſo auffallend reichlicher gab, daß man ſich entſchloß, ihn aufs Sorgfaͤltigſte fuͤr ſich zu ernten und zu dreſchen, um ſeinen Mehrertrag genau berechnen zu koͤnnen. Das Reſultat war folgendes. V Lande gab 5 um genſnenn eg 4Srarter.6Buſ à72 Sh.= 17 Pf. 2S. Vom ungegipſten Lande 2 gab der Acker.“ Und dies erfolgte auf einem Felde, das vorher binnen 28 Jah⸗ ren, wo es einer Perſon gehoͤrte und waͤhrend welcher der Wei⸗ zen nach gewoͤhnlicher Wirthſchaftsweiſe bald auf Bohnen, bald auf Erbſen und Klee gefolgt war, nie mehr als 3 Quarter pro Acker gegeben hatte. Es muß ſolches denen unglaublich erſcheinen, die uͤber ſeine Wirkungen entgegengeſetzte Erfahrungen gemacht haben; aber durch jene wohlbegruͤndeten und beſcheinigten Angaben, ſowie durch die allgemeine Anſicht einſichtsvoller Landwirthe, ſollten ſich ſelbige zu erneuten Verſuchen angeregt fuͤhlen; denn man darf niemals gleich ſichere Schluͤſſe aus einzelnen Wahrnehmungen ziehen wol— len, die nicht ſelten bei genauer Unterſuchung und Kenntniß des Bodens und der Verhaͤltniſſe anders ausgefallen ſein wuͤrden. Es zeigt ſich auch in der That ganz deutlich, daß mehre gegen den Gips gemachte Einwuͤrfe mehr ſcheinbar als gerecht ſind; denn ſelbſt das angebliche Fehlſchlagen der damit gemachten Verſuche beſteht keineswegs in einer von ihm bemerkten nachtheiligen Wir⸗ kung, ſondern blos darin, daß der durch ihn hervorgebrachte Mehrertrag die Koſten nicht genuͤgend bezahlte. Wir wollen da— her nachſtehend ſo genau wie moͤglich die Eigenthuͤmlichkeiten die— ſes Dungmittels und die beſte Art ſeines Gebrauchs auf verſchie— denem Boden und Fruchtgattungen zu erforſchen ſuchen. Anwendung. Der Gips muß vor ſeinem Gebrauch auf irgend eine Weiſe fein zermahlen werden, wo dann 1 Tonne Gipsſtein, je nachdem derſelbe mehr oder weniger rein, 20— 25 Buſhel Mehl gibt. Je feiner dieſes iſt, deſto beſſer, weil man dann weniger davon noͤ— thig hat und auch wohl groͤßere Wirkung davon erhaͤlt. Man wendet ſeiner: dder geb ſogar„ ſammen, her darc witd un verwande lern 46 ehwa die rungen Durh d theile we auch nur Der nem, ſen Lehm⸗ u wudde. Mänun dies g ſung. Wie 3 halte, ſerer ch uns dal ſuchung Thatſach Aff iigen Bo in nah Mlanzen nem, al Witteru tt ſog gleich J borher, hortheil tung ode herbeigef anlaßt. T — — — — —2 binnen B3 echer der I. Bohnen, d 3 Quartet de uber ſi haben; ai en, ſowie de Iten ſich ſeh n durf rienn gſen z ziehe dwe d Kenntniß d ein vinn ehre gegen w cht ſind; dm Vritt en W ꝛct htheil⸗ gen I Mr her vorge iir wolen d mlichkeitn d⸗ Z auf veſt cen. nd ei Sit n, je nachrn ni jilt 4 r davon ni⸗ er thal Ma Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmittel. Gips. 419 wendet den Gips meiſtens ungebrannt an, da man hinſichtlich ſeiner Dungwirkung keinen Unterſchied bemerkt hat, er mochte ſo oder gebrannt ausgeſtreut werden. In letzterem Zuſtand baͤckt er ſogar, wenn bald nachher Regen kommt, zu feſten Klumpen zu⸗ ſammen, die eher Nachtheil bringen koͤnnen. Man gewinnt da— her durch das Brennen nichts, als daß er dadurch etwas leichter wird und ſich nachher mit geringerer Muͤhe in ein feines Pulver verwandeln laͤßt. Es koſtet davon aber der Buſhel bei den Haͤnd⸗ lern 4 Sch. 6 Pence, waͤhrend von roh gemahlenem Gips, der etwa die Feinheit von grobem Mehl hat und ſo allen Anforde⸗ rungen als Duͤnger entſpricht, der Buſhel nur 2 Schilling gilt. Durch dieſe groͤßere Wohlfeilheit des letztern werden jene Vor— theile weit uͤberwogen. Wir wollen demnach unſere Bemerkungen auch nur auf ihn beſchraͤnken. Der Gips ſcheint am meiſten zu wirken auf leichtem, trocke— nem, ſandigen, grandigem und kreidigem Boden; auf gebundenem Lehm- und ſchwerem Thonboden nur dann, wenn er vorher gekalkt wurde. Da der Gips ſelbſt Kalk enthaͤlt war man fruͤher der Meinung, daß er auf Kalkboden keine Wirkung haben koͤnne, und dies gab zu vielen Vernachlaͤſſigungen ſeines Gebrauchs Veranlaſ⸗ ſung. Die Erfahrung hat aber gerade das Gegentheil bewieſen. Wie es ſich indeſſen mit der duͤngenden Wirkung des Gipſes ver— halte, wovon ſie herruͤhre, iſt bei dem gegenwaͤrtigen Zuſtand un— ſerer chemiſchen Erkenntniß noch ein großes Raͤthſel; wir laſſen uns daher auch auf keine weitere, hier zu nichts fuͤhrende Unter⸗ ſuchung daruͤber ein, ſondern beſchraͤnken uns auf die Angabe von Thatſachen. Auf erſchoͤpftem, humusarmen oder uͤberhaupt nicht dungkraͤf— tigen Boden zeigt er ſich wenig wirkſam, deſto mehr, wenn man ihn nach einer Miſtduͤngung oder nach gruͤn untergepfluͤgten Pflanzen verwendet. Auch leiſtet er mehr, wenn er bei trocke— nem, als wenn er bei feuchtem Wetter aufgeſtreut wird. Naſſe Witkerung haͤlt ſeine Wirkung nicht nur zuruͤck, ſondern vernich— tet ſogar die des gebrannten Gipſes ganz; jedoch nur, wenn gleich nach ſeinem Aufſtreuen Regen folgt; faͤllt dieſer dagegen vorher, ſo ſcheint die durch ihn hervorgebrachte Feuchtigkeit eher vortheilhaft. Die Anwendung des Gipſes waͤhrend naſſer Witte⸗ rung oder kurz vor einem Regen hat manche unguͤnſtige Erfolge herbeigefuͤhrt und dadurch Vorurtheile gegen ſeinen Gebrauch ver⸗ anlaßt. So wird in dem Wirthſchaftsbericht von Suſſex erzaͤhlt, 420 Vierzehntes Kapitel. daß gleiche Mengen von engliſchem und franzoͤſiſchem Gips den 14. Juni auf ſechs verſchiedene Feldſtuͤcke mit ſandigem Lehmbo— den, die theils mit Bohnen, Erbſen, Kartoffeln und Gerſte beſaͤet waren, theils zu Gras niederlagen, 8 Buſhel pro Acker ausge— ſtreut worden ſeien. An dem Tage, wo dies geſchah, kamen ei⸗ nige Regenſchauer und den Tag darauf regnete es von fruͤh 10 Uhr bis ſpaͤt Abends. Kein Erfolg war von dieſer Duͤngung zu ſehen. Davon lag aber die Urſache gewiß nicht in ihr, ſondern in der unpaſſenden Zeit ihrer Anwendung und in dem Regen, der den Gips von den Stengeln der Pflanzen wuſch. Waͤre er daran haͤngen geblieben, ſo wuͤrde wohl ein guͤnſtiger Erfolg ſtatt gefun⸗ den haben. Den groͤßten Nutzen bringt er auf kuͤnſtlichen Graslaͤnde⸗ reien und allen Leguminoſen; auch verbeſſert er die Raſennarbe auf einer vermooſten Weide. Unter allen jenen Gewaͤchſen zieht indeſſen doch der rothe Kopfklee den groͤßten Vortheil von ihm, beſonders wenn er darauf aufgeſtreut wird, ſobald ſeine Blaͤtter ziemlich den Boden bedecken, denn es ſcheint gewiß, daß der Gips am meiſten wirkt, wenn er auf den Blaͤttern liegen bleibt, und zwar um ſo ſtaͤrker, je laͤnger dies der Fall iſt. Er ſollte daher nie vor Ende Aprils oder Anfang Mai's ausgeſtreut wer⸗ den, ſchon deshalb, weil man gefunden hat, daß er waͤhrend der kalten Jahreszeit, wo ſich die Pflanzen in einem ſchlummer⸗ aͤhnlichen Zuſtande befinden, ſeine Wirkſamkeit ſtets ſehr gering iſt. Manche ſtreuen ihn jedoch auch im Herbſt auf den jungen, im Fruͤhjahr erſt geſaͤeten Klee, noch Andere erſt nach deſſen er⸗ ſtem Schnitt aus, und wollen davon einen guͤnſtigeren Erfolg noch gehabt haben. Vielleicht waͤre es bisweilen am beſten, die aufzuwendende Gipsmenge zu theilen, die eine Haͤfte aufzuſtreuen zeitig im Fruͤhjahr, wenn der Klee zu treiben beginnt, die andere nach ſeinem erſten Schnitt, wenn die neuen Blaͤtter wieder zum Vorſchein kommen. Wenn Klee, Luzern und Esparſette ſchon dicht ſtehen, und der Boden an ſich ſo gut iſt, daß ihr erſter Wuchs kraͤftig emportreibt, dann waͤre es moͤglich, daß eine Gipsduͤngung einen zu uͤppigen Wuchs, der ihre Faͤulniß am Bo— den zur Folge haben koͤnnte, hervorbraͤchte, und dann waͤre ſolche wohl bis nach dem erſten Schnitt zu verſchieben. Zum Ausſtreuen des Gipſes ſollte man daher, um ſein Lie— genbleiben auf den Blaͤttern zu befoͤrdern, jederzeit einen ruhigen Tag waͤhlen. Das Ausſtreuen ſelbſt geſchehe mit der Hand, oder noch biſ zer Thal genſcaue Pfanzen rimnt, pulvert! Poden zu em zwei avon no geinge? fem Zuſte hen liber egebenen Bi de Anwer in auöge h dine dahre d Alieb a vas vot tereinand vachſen ips au aängt ſo age des Pas die an gefu lder L üngung b jitt d Pp ein de beſorders vorausge den ſei. ſtreut an ſtiel gi Keſaat Die zäigten, aber, be Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmittel. Gips. 421 ſcen git dign in noch beſſer durch ein Sieb, entweder an einem Morgen, wo ſtar⸗ ad Gefieii ker Thau gefallen, oder des Nachts, oder nach einem kleinen Re— o Ac genſchauer, damit er etwas Feuchtigkeit finde, die ihn auf den chch d Pflanzen feſthaͤlt. Die gewoͤhnliche Quantitaͤt, die man von ihm i nimmt, iſt vier bis ſechs Buſhel pro Acker. Wenn er fein ge⸗ 3 dun pulvert und von guter Beſchaffenheit iſt, reicht jene auf gutem in ir ſi Boden zu einmaligem Überſtreuen vollkommen hin, und bei ei⸗ dn An, nem zweimaligen iſt auch nur jedesmal wenig uͤber die Haͤlfte Lir ih davon nothwendig. Iſt er dagegen grob gemahlen, wo er nur — geringe Wirkung auf die Blaͤtter aͤußert und will man ihn in die— olg ſint ſ ſem Zuſtande in die Saatrinnen ſtreuen oder zu einer gewoͤhnli⸗ chen Überduͤngung benutzen, dann muß man die groͤßere der an— en Grin gegebenen Mengen nehmen. ie Naſem Bei Luzerne und Esparſette hat man Beiſpiele, daß durch hewäͤchſen die Anwendung von ſechs Buſhel Gips pro Acker im erſten Jahre theil von; ein ausgezeichneter Ertrag erlangt wurde, daß aber die Wiederho⸗ d ſäne lung einer gleich ſtarken Duͤngung damit im dritten oder vierten gewiß, dzz Jahre die Pflanzen in Kurzem ſo ſchwaͤchte, daß nichts uͤbrig en liegm blieb, als den Pflug anzuſetzen. Es verdient daher Überlegung, liſ. Eri was vortheilhafter ſei, ob ſehr reichliche Ernten wenige Jahre hin— ausgeſtetn tereinander, oder eine laͤngere Benutzung der mit genannten Ge⸗ daß er wir waͤchſen beſtellten Grundſtuͤcke, indem man nur 2—3 Buſhel inem ſchlumn Gips auf einmal ausſtreut, und dies mehrmals wiederholt. Es ſtets ſähr haͤngt ſolches indeſſen ſo von den oͤrtlichen Verhaͤltniſſen und der auf de un Lage des Landwirths ab, daß ſich nichts daruͤber beſtimmen laͤßt. nach dſn“ Was die Dauer der Wirkung einer Gipsduͤngung betrifft, ſo hat inſtigerm h man gefunden, daß ſie bei der Esparſette nur bei vier Schnitten, n am beſtn, bei der Luzerne fuͤnf Jahre zu bemerken ſei, und dann eine neue däfte zufuhne Duͤngung wieder großen Nutzen bringe. Nach Allem, was nun ginnt, de nd bis jetzt daruͤber bekannt geworden, ſtehen wir nicht an, den Gips ſatter wid als ein vortreffliches Mittel, das Wachsthum der Futtergewaͤchſe, Espaxtt 6 beſonders des rothen Klees, zu befoͤrdern allgemein zu empfehlen, d in i vorausgeſetzt naͤmlich, daß der Boden hinreichend dicht damit beſtan⸗ gic, n den ſei. Zwar ſind wir der Meinung, daß er auf die Blaͤtter ge⸗ ſtreut am meiſten wirke, indeſſen wollen wir dogh, da zahlloſe Bei— ſpiele guͤnſtig dafuͤr ſprechen, ſeine Anwendung gleich zur Zeit der Kleeſaat auch nicht verwerfen. Die Verſuche, die man mit ihm bei Halmfruͤchten machte, zeigten, daß er auf dieſelben unmittelbar nicht wirkte, daß ſie aber, beſonders der Weizen, nach damit geduͤngtem Klee einen „„.„. M Fäulniß m dann wäte ſe „ un ſ 1 3 einn uic drr Hnd 422 Vierzehntes Kapitel. reichlicheren Ertrag gaben, als nach ungegipſt gebliebenem. Dies mag indeſſen mehr den Ruͤckſtaͤnden des Klee's, als dem Gips zu— zuſchreiben ſein; denn das Getreide waͤchſt bekanntlich jedesmal nach jenem um ſo beſſer, je kraͤftiger und dichter er ſtand. Neue Verſuche, die man mit dem Überduͤngen des Weizens mit Gips im Fruͤhjahr gemacht hat, ſollen indeſſen ebenfalls guͤnſtige Reſul⸗ tate gegeben haben. Was ſeine direkte Wirkung auf Huͤlſenfruͤchte betrifft, ſo iſt dieſelbe noch nicht hinreichend feſtgeſtellt, um etwas Beſtimmtes dar— uͤber ſagen zu koͤnnen. Erbſen nach gegipſter Esparſette geriethen freilich außerordentlich; ſie wachſen aber uͤberhaupt auf Kreidebo— den, wo man gewoͤhnlich Esparſette baut, ſehr gut. Bohnen und Erbſen ſollen nicht leicht weich kochen, wenn ſie auf Boden ge— wachſen ſind, der entweder von Natur Gips haͤlt, oder damit ge— duͤngt wurde; dieſem Fehler iſt indeſſen abzuhelfen, wenn man ein wenig kohlenſaures Natrum in das Kochgeſchirr mit wirft. Als ein Beiſpiel, ſowohl von ſeiner Wirkung, wie von den gegen ſeine Anwendung herrſchenden Vorurtheilen, kann folgende Anekdote dienen: Ein Gutsbeſitzer, der die Anwendung des Gip— ſes ſehr empfohlen hatte, befahl ſeinem Diener, ein Stuͤck von einem Esparſettfelde heimlich damit zu beſtreuen, das einem heftig dage— gen eifernden alten Pachter gehoͤrte. Der Ertrag auf dieſem ge— gipſten Stuͤcke war ungleich hoͤher, als auf dem uͤbrigen Theile des Feldes; als davon der Alte die Urſache erfuhr, ſuchte er nicht etwa dieſen Umſtand zu ſeinem Vortheil zu benutzen, ſondern wurde daruͤber aͤrgerlich, daß ſein Nachbar ſich unterſtanden habe, ſein Esparſettefeld mit dem neuerfundenen Dungmittel zu beſtreuen, das ſeiner Meinung nach mehr Schaden als Nutzen bringe. Da er ihm deswegen geſetzlich nichts anhaben konnte, pfluͤgte er, um den aͤrgerlichen Anblick los zu werden, dieſes Feld um und beſaͤete es mit Erbſen; aber ſiehe! auch dieſe wuchſen auf dem gegipſten Stuͤcke ungleich beſſer, als auf dem ungegipſten, und er mußte nun, wiewohl mit großem Widerſtreben, anerken⸗ nen, daß der Gips eine gute Sache ſei; dennoch wendete er ſpaͤ⸗ terhin nie einen Buſhel davon in ſeiner Wirthſchaft an. In Betreff ſeiner Wirkung auf Wurzel- und Knollengewaͤchſe ſind die Angaben ſehr mangelhaft; nur Parkinſon gibt uns ge— nauere Rechenſchaft von der Anwendung deſſelben bei genannten Gewaͤchſen auf ſeinem eignen Gute in Amerika. Er duͤngte Tur— nips damit, indem er ihn theils in die Saatrinnen, theils uͤber ——— —— dingt und ſpätetſin ter Bußbo unkle Fr ſiigen Ein auf den andete. von Hunt iys ein jener nich im in D geige erk dan Ott fruchte d toffelreh nem um geſetzten mehr§ Parkinſe ortel aͤrme naͤhrende die Vur heſchleun ein und ann mi haffen, de dung ge dund ſch gooße gen Ge rt, w 5 1) dens kar der in blicenen. l dem bir unit e ter ſtnd, ſ(ibens mi ginſig 0 te bettfft BBeſtimnte parſette ge pt auf Krh t. Bohnn. auf Bon oder dam en, wem: ar wit wif 9, wie bor 1, kann it endung de Stuͤdk oner inem heit g auf diſe n üörien yr, ſuchte a benutzen, ſe ſich untrin n Dungaitl aden als Ne anhaben fmn erden, diſsi dieſe wutſan dem uni ſtreben, mat wendeie n aft a. Krollegeri in göt uns m bei geunn Er dingte d nn, thelb l Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmittel. Gips. 423 die ſchon aufgegangenen Pflanzen ſtreute. In beiden Faͤllen war ſeine Wirkung ausgezeichnet. Ein Feldſtuͤck hatte er in mehre kleine Quadrate abgetheilt und dieſe abwechſelnd mit Gips ge⸗ duͤngt und wieder ungeduͤngt gelaſſen. Dieſes Feldſtuͤck ſtellte ſich ſpaͤterhin wie ein mit weißem und ſchwarzem Marmor gepflaſter⸗ ter Fußboden dar, jedes gegipſte Viereck zeichnete ſich durch ſeine dunkle Farbe aus. Auch auf die Guͤte der Ruͤben hatte er guͤn⸗ ſtigem Einfluß, dieſelben wurden danach ſuͤßer und ſaftiger und auf dem Markt zu Baltimore theurer und ſchneller verkauft, als andere. In einem andern ſeiner Werke, dem Wirthſchaftsbericht von Huntingdonſhire gibt er jedoch an, daß gleichzeitig mit dem Gips ein wenig Kompoſt angewendet worden ſei, ohne welchen jener nichts gewirkt habe. Bei anderen Verſuchen, die man mit ihm in Derbyſhire auf Hafer und Turnips abwechſelnd anſtellte, zeigte er keinen merklichen Erfolg. Daſſelbe war der Fall an an— dern Orten, wo man Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl und Halm⸗ fruͤchte damit dungte; nur in einem Falle, wo die gegipſten Kar⸗ toffelreihen zeitiger abſtarben, als die anderen, und dann auf ei— nem umgebrochenen, aber nicht durch Raſenbrennen in Kultur geſetzten alten Graslande, wo die damit uͤberſtreuten Stellen mehr Koͤrner und weniger Stroh als die anderen gaben. Herr Parkinſon ſucht ſeine Hauptwirkung darin, daß er ſchnell einen Moͤrtel im Boden bilde, welcher die Einwirkung der Sonnen⸗ waͤrme ſchwaͤche und die Verdunſtung der Feuchtigkeit und der naͤhrenden Beſtandtheile des Duͤngers hindere; dadurch wuͤrden die Wurzeln der Pflanzen feucht erhalten, ihr Wachsthum folglich beſchleunigt und ihnen eher Schatten unter ihren eigenen Sten⸗ geln und Blaͤttern bereitet. Verhielte es ſich jedoch wirklich ſo, dann muͤßte der Gips bei trockenem Wetter allen Pflanzen Nutzen ſchaffen, und dies wird durch die Erfahrung nicht beſtaͤtigt. Die wichtigſten Einwuͤrfe, welche man gegen ſeine Anwen⸗ dung gemacht hat, ſind vornehmlich folgende. 1. Er macht das Land ſchwerer bearbeitbar. 2. Er erſchoͤpft den Boden durch allzu⸗ große Verſtaͤrkung des Pflanzenwachsthums. 3. Da er nur eini⸗ gen Gewaͤchſen zuſagt, iſt zu vermuthen, daß er denen anderer Art, welche jenen folgen, nachtheilig werde. Darauf laͤßt ſich entgegnen: 1) Eine groͤßere nachtheilig werdende Gebundenheit des Bo— dens kann durch den Gips nur dann entſtehen, wenn er entwe⸗ der in allzugroßer Menge oder auf einem an ſich ſchon zaͤhen 424 Vierzehntes Kapitel. Thonboden angewendet wird, auf den er ohnedies nicht paßt; auf einem lockern trockenen Boden wuͤrde dieſe Eigenſchaft des Gipſes gerade hoͤchſt erwuͤnſcht ſein. 2) Dieſe Wirkung iſt allen Subſtanzen eigen, denen man den Namen Duͤnger gibt. Der Gips beſitzt zwar keine pflanzen— naͤhrende Eigenſchaft an ſich, ſondern wirkt, was man nie ver— geſſen ſollte, blos auf einem dungkraͤftigen Boden die Vegetation anregend, dadurch kann indeſſen derſelbe, wenn er uͤbrigens klug und richtig behandelt wird, nichts an ſeiner natuͤrlichen Frucht⸗ barkeit verlieren, im Gegentheil nur gewinnen durch die, in Folge der reichlicheren Futterernten vermehrte Duͤngererzeugung und durch die groͤßere Menge in ihm zuruͤckbleibender Pflanzenruͤck⸗ ſtaͤnde. 3) Daß er nur auf einige Pflanzenarten guͤnſtig einwirkt, gereicht ihm keineswegs zu einem wirklichen Nachtheil; denn auf andere Gewaͤchſe angewendet, hat er in keinem bekannten Falle ge⸗ ſchadet. Seine Einwirkung ſcheint mehr auf die Pflanzen ſelbſt, als auf den Boden ſtatt zu finden; denn wenn man ihn auch auf Pflanzen, denen er nichts nutzt, ſelbſt in großer Menge bis zu 32 Buſhel pro Acker aufſtreute, ſah man keine Wirkung von ihm*). Humphry Davy ſagt in ſeiner Agrikulturchemie, er wirke vornehmlich nur auf ſolche Pflanzen, die in ihrer Aſche Gips ent⸗ halten. Die von Luzerne, Esparſette, Raigras, und Klee enthaͤlt verhaͤltnißmaͤßig viel, die von Getreide, Huͤlſenfruͤchten und Tur— nips nur wenig Gips. Demnach ſoll er weſentlich nothwendig zum Wachsthum jener Gewaͤchſe, und Land, das keinen Klee mehr tragen will, durch eine Duͤngung mit Gips oder Torfaſche, die bisweilen reich daran iſt, wieder dazu faͤhig zu machen ſein. Wenn aber der Boden ſchon an ſich einen zur Erhaltung der ge⸗ nannten Gewaͤchſe hinreichenden Gehalt an Gips beſitzt, ſo kann *) Parkinſon berichtet, er habe den Gips in den verſchiedenſten Verhaͤlt⸗ niſſen, 2, 4, 8, 16 und 32 Buſhel pro Acker, auf ganz gleichem Boden angewendet und davon zugleich ein Stuͤck ungegipſt gelaſſen, uͤbrigens aber das ganze Feld gleichmaͤßig mit Kompoſt geduͤngt und es dann an einem Tage und bei durchaus gleicher Beſtellung mit Roggen beſaͤet; an deſſen Stand ſei aber bei der nachmaligen Ernte auch nicht der geringſte Unterſchied zu be⸗ merken geweſen. Im naͤchſten Jahre wurde derſelbe Verſuch mit Gerſte und Hafer vorgenommen, aber auch kein anderer Erfolg erlangt. 5 nach jh gewiſt Es laßt richt au ſtanzen; worden. ſer begie Fuuchtig fir de⸗ als auf der Thar din laͤng ſem wid et nur wiſſenſe Landwi daß der biddete werde; hat ma chende en von ngegebe orfol, Wi ſen, um en de tt für lichtig duele Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmittel. Gips. 425 äain nach ihm eine Duͤngung damit nichts fruchten, weil jene nur eine R gewiſſe Menge davon beduͤrfen und von einem Übermaaß leiden. e. de Es laͤßt ſich nach ihm daraus zum Theil erklaͤren, warum er 6 enend nicht auf allen Bodenarten wirkt; denn in ſehr vielen iſt etwas ir keine pe Gips enthalten und den beſtangebauten und ſtarkgeduͤngten wird as man nig nicht wenig davon zugefuͤhrt, weil, was nicht jedem Landwirth 3 de Bn bekannt iſt, ſich in allen thieriſchen Exkrementen Gips vor⸗ er ihrig findet. Kürlihen de Kirwan ſagt, er beſchleunige die Zerſetzung faulender Sub⸗ durch d ſtanzen; dies iſt jedoch durch Davy's Verſuche gruͤndlich widerlegt gererzeugange worden. Man hat auch geglaubt, weil die Schwefelſaͤure Waſ— er Manz ſer begierig anſauge, muͤſſe der Gips dadurch nuͤtzen, daß er die Feuchtigkeit aus der Luft anziehe, deshalb die Hitze des Sommers ünſtig ein fuͤr die Pflanzen mindere, und auf einem trockenen wirkſamer ſei, heil; dem als auf feuchtem Thonboden. Man will ſogar bemerkt haben, daß nnten Ful der Thau auf damit beſtreuten Pflanzen des Morgens zwei Stun⸗ Pflanzw den laͤnger ſtehen bleibe, als auf nicht beſtreuten. Allein auch die⸗ man ihne ſem widerſpricht Davy, weil ſeine Verſuche gezeigt haben, daß pofer Man er nur wenig Feuchtigkeit anziehe und aufnehme. Trotz dieſes keine Vir wiſſenſchaftlichen Widerſpruchs ſcheint jedoch die Erfahrung der Landwirthe jene Meinung zu unterſtuͤtzen. Einige glauben ſogar, henie, ar daß der auf feuchte Blaͤtter geſtreute Gips, durch die darauf ge⸗ ſch(it bildete Kruſte manchen Inſekten namentlich dem Erdfloh nachtheilig werde; dies hat ſich jedoch durch die Erfahrung nicht beſtaͤtigt. So hat man auch behauptet, die Seeluft vernichte ſeine fruchtbarma⸗ chende Wirkung; und daher komme es, warum er in manchen Thei⸗ len von England nichts nutze; dieſes widerlegen aber die fruͤher angegebenen Verſuche in Kent und der Umſtand, daß man ihn in Norfolk, kaum zwei Meilen vom Ocean, mit Erfolg anwendet. und Klee al rüchten un d ktlich nothwe das kna 3 oder duff. ieih Wir haben uns bei dieſem Gegenſtand etwas lange aufgehal— rhimg ne ten, um die Vorurtheile, welche im Allgemeinen in England ge— beſtt, h gen den Gips herrſchen, zu bekaͤmpfen und weil wir glauben, daß er fuͤr jeden unparteiiſchen und einſichtsvollen Landwirth, der ihn richtig und mit gehoͤriger Beurtheilung anzuwenden weiß, eine henaſa 3 Quelle großer Vortheile werden koͤnne. mz gleichen de in, itim 3 es dann in C tz an diſen Eir unteſchid zu c nit Grtu t. 426 Funfzehntes Kapitel. Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Aſche. Ruß. Seifenſiederausſchlag. Die Aſche aller Art gehoͤrt zwar ſtreng genommen nicht unter die mineraliſchen Dungmittel, ſtammt ſogar großentheils aus dem Pflanzenreiche, da ſie aber in ihren Eigenſchaften den bereits be— ſchriebenen kalkhaltigen Subſtanzen ſehr nahe kommt, iſt es wohl erlaubt, ſie zu dieſer Art von Dungmitteln mitzurechnen. Die in den Wirthſchaften ſelbſt gewonnene Aſche von Holz, Torf und Steinkohlen wird auf dem Lande meiſtens auf den Miſthaufen geworfen, worin ſie jedoch, ſelbſt bei erheblicher Menge, keine merkliche Abaͤnderung hervorbringt; wird ſie dagegen fuͤr ſich al— lein zur Überduͤngung von Grasland benutzt, ſo befoͤrdert ſie das Wachsthum der Gras⸗ und Kleearten, und vermehrt daher nicht nur die Menge, ſondern auch die Guͤte des Futters; nicht minder wirkſam iſt ſie auf Ackerland, ſowohl fuͤr Halmfruͤchte, als Fut⸗ tergewaͤchſe, beſonders auf ſchwerem, thonigem Boden. Die Steinkohlenaſche hat einen beſonders merklichen Einfluß auf die Lockerung und Thaͤtigkeit ſolcher Bodenarten. Wo man ſie daher in der Naͤhe großer Staͤdte und Fabrikorte in Menge haben kann, wird ſie mit großem Vortheil, 50— 60 Buſhel pro Acker untergepfluͤgt. Die Aſche von Holz, welches im Innern des Landes das Hauptbrennmaterial ausmacht, wird ebenfalls von vielen Land⸗ wirthen ſtark gebraucht. Sie ſchließen deshalb Vertraͤge mit allen Haͤuslern in Betreff ſaͤmmtlicher von dieſen erzeugter Aſche ab, und fahren ihnen dafuͤr ihr Holz an. Der auf dieſe Weiſe gewon— nene Duͤnger dient in Folge ſeines Gehalts an Kali ganz vor⸗ zuͤglich dazu, jede etwa im Boden enthaltene Saͤure zu vernich⸗ ten; wird aber in den meiſten Faͤllen ganz ohne Ruͤckſicht auf das Holz, von dem er kam, angewendet, da doch die verſchiedene Beſchaffenheit der Baͤume großen Einfluß auf ſeine groͤßere oder 7 Fortze gering viel ii tictige O Nander ſchar z auf der den du Aſche Acker. auf ei zum T Aſche Es w. derholt mit au Theil Vil m man die ——MM Fortſ. d. mineral. Dungmittel. Aſche. Ruß. Seifenſiederausſchlag. 427 geringere Wirkſamkeit ausuͤbt und die Landwirthe, dies beachtend, viel richtiger die in jedem gegebenen Falle nothwendige Menge tel richtiger beurtheilen wuͤrden. 1 Dieſelbe Bemerkung gilt auch fuͤr die Aſche von Ginſterar⸗ ten, die verſchiedene Grade von Kraft aͤußert, je nachdem ſie im Ziegel⸗ oder Kalk- oder Back- und Stubenofen erzeugt wurde. Die im erſteren gewonnene, die immer mit Thontheilen gemengt Iſche g iſt, leiſtet am wenigſten, die zweite immer mit etwas Kalk ver⸗ A ſetzt, ſchon mehr; die letzte, als die reinſte, am meiſten. Die Aſche von verbranntem Stroh iſt von manchen einſichts⸗ vollen praktiſchen Landwirthen ebenfalls ſehr wirkſam befunden en nict unn worden, wie nachfolgende Beiſpiele zeigen moͤgen. An einem ntheils als ſchoͤnen Tage wurden die Stoppeln auf einem Haferfelde, bald den berii nach der Ernte angezuͤndet, nachdem man ſiee ſorgfaͤltig an den unt, it: Raͤndern weggenommen hatte, um die Hecken vor dem Feuer tzurechne ſicher zu ſtellen. Die Sache machte ſich leicht, indem man blos Hol, df auf der Windſeite Feuer anzulegen brauchte; alle Unkraͤuter wur⸗ fdm Nit den durch dieſes Verfahren zerſtoͤrt und die ganze Oberflaͤche mit der Meng, Aſche bedeckt. Der danach geſaͤete Weizen gab fuͤnf Quarter vom geen frf Acker. Dieſer Erfolg reizte zu ferneren Verſuchen; man ſtuͤrzte beindet auf einem Felde die Stoppeln zum Theil wie gewoͤhnlich um, neitt dhe: zum Theil aber verbrannte man ſie vorher, und pfluͤgte dann die e. Naer Aſche unter. Letzterer gab 8 Buſhel vom Acker mehr, als jener. keref n 3 Es wurde nun ſolches mehrmals immer mit demſelben Erfolg wie⸗ ftüg, i derholt, und als unter eine danach vorgenommene Haferſaat Klee Anii mit ausgeſaͤet wurde, zeigte ſich derſelbe auf dem gebrannten mila t Theile rein und kraͤftig, auf dem nichtgebrannten voll Unkraut. wri, di Will man jedoch von dieſem Verfahren Gebrauch machen, ſo muß rine i 3 man die Stoppeln ſehr hoch laſſen, und dadurch verliert man al— 50- 1 d lerdings an Streumaterial; gewinnt dagegen auf der andern Seite, daß dadurch die Muͤhe des Stoppelabraͤunens erſpart, die des bndsn Vernichtung von Inſekten und Unkrautsſaamen bewirkt und das von dilln Umpfluͤgen des Landes erleichtert wird. ertrige nn In der Ebene von Lincolnſhire*) herrſcht nicht nur der Ge⸗ rugter Aü brauch, die Stoppeln zu verbrennen, ſondern man bringt auch ſe Weſt he Kali gu „r, alI beltt Anr n*) Unter der Ebene von Lincolnſhire(the wolds of Lincolnshire) ver⸗ 1 3„ ſteht man in der Regel einen Landſtrich, der ſich von Spilsbury im Norden 3wfni bis gen Barton an dem Humber erſtreckt, meiſt einen ſandigen Lehmboden 66 0' in grißer J. 28 428 Funfzehntes Kapitel. in manchen Faͤllen das Stroh aus der Scheune zu vier bis ſechs Fudern pro Acker auf das Feld, um es daſelbſt in Aſche zu ver— wandeln und hat davon ſehr guten Erfolg. Es wird ſogar ver— ſichert, es haben fuͤnf Tonnen Stroh auf dieſe Weiſe mehr Wir⸗ kung geleiſtet, als zehn Tonnen Miſt. Wenn wir aber auch der— gleichen Angaben unbedingten Glauben ſchenken, ſo meinen wir doch, dieſem Verfahren praktiſchen Werth abſprechen zu muͤſ⸗ ſen; denn es duͤrfte keine Maßregel zu empfehlen ſein, durch welche die Menge des Stallmiſtes verringert wird, deſſen nuͤtzliche Wir⸗ kung jederzeit ſicher und dauernd iſt, waͤhrend die Lobpreiſer des Verbrennens des Strohs eingeſtehen muͤſſen, daß dadurch nur ein ſchnell voruͤbergehender Erfolg erlangt werde. Mehre ein— ſichtsvolle Landwirthe ſind auch der Meinung, daß derſelbe mehr durch die Vertilgung des Unkrauts und Ungeziefers mittels des Feuers, als durch die geringe Menge von erzeugter Aſche hervor⸗ gebracht werde, und der hauptſaͤchlichſte Nutzen dieſes Verfahrens in der Reinigung des Bodens beſtehe. Der Torf findet ſich in England meiſtens blos auf der Ober⸗ flaͤhhe von Torfmooren, wird daſelbſt abgeſtochen und nachdem er vollkommen ausgetrocknet in Soden verbrannt. Die duͤngende Wirkung der von ihm gewonnenen Aſche mag erſt im folgenden Kapitel, wo vom Raſenbrennen die Rede iſt, beſprochen werden. In den meiſten Gegenden von Schottland aber und im Innern von Irland trifft man ihn haͤufig in großen Lagern von uner⸗ gruͤndlicher Tiefe an. Er ſcheint hier aus den überreſten von Waſſerpflanzen, Haide, Farrenkraͤutern und anderen Gewaͤchſen entſtanden zu ſein, die ſich angehaͤuft und durch darauf ſtehen ge— bliebenes Waſſer eine Art von Zerſetzung erlitten haben. Derſelbe haͤlt auch in der That das Waſſer gleich einem Schwamm zuruͤck. Es gibt daſelbſt große Gruben von ihm, aus denen er waͤhrend des Sommers herausgeſchafft, in viereckige Stuͤcke zerſtochen und an Luft und Sonne getrocknet wird; man brennt ihn aber auch, entweder in Ofen oder in großen Haufen zu Aſche, blos zum wirth⸗ ſchaftlichen Gebrauch. Die von Newbury in Barkſhire wird vor⸗ auf Kreide⸗Untergrund beſitzt, und vortreffliche Ernten liefert. Überhaupt wird Lincolnſhire allgemein fuͤr die fruchtbarſte unter den vierzig Graf⸗ oder Shireſchaften, in die England getheilt iſt, gehalten. Sie umfaßt, an Groͤße die zweite, 1671040 Acker Land und davon ſind 1465000 angebaut, theils Acker⸗, theils Wieſe⸗, theils Weideland; zum Theil von der ausgezeichnetſten Guͤte. ———-—öxx Fottſ zügli reitun denen eine! meiſt die die le gengi Kaſer von d durch borneh ſchvr Iſche von we te tor über dieſer Zoll eine Reihe bis a Vaſſe gleich 4 . d vird, die dm X den tro andem urd na lſcher Fortſ. d. mineral. Duͤngmittel. Aſche. Ruß. Seifenſiederausſchlag. 429 u dier li n Nſte 1 zuͤglich zu dieſem Behuf geſchaͤtzt. Man verfaͤhrt bei ihrer Be⸗ witd ſign te reitung auf folgende Weiſe. deiſe mä g Das Torflager von Newbury befindet ſich in einer verſchie⸗ aber Kih denen Tiefe, meiſt gegen fuͤnf Fuß unter der Oberflaͤche, und hat ſo miine 3 eine Maͤchtigkeit von 1—9 Fuß; ſeine Unterlage iſt uneben und nchen zu u meiſt grober Sand; ſeine obere Decke beſteht aus guten Wieſen. in, durh u Die daſſelbe umgebenden Huͤgel enthalten hauptſaͤchlich Kreide, niützie R die leicht im Waſſer aufloͤslich iſt und von der durch ſtarke Re— abpriſe genguͤſſe viel in die Tiefe geſchwemmt wird, wo ſie ſich uͤber den s dedut r Raſen verbreitet und durch ſelbigen hindurchſſinkt in den Torf. Die Münr 6 von dieſem genommene Aſche zeichnet ſich daher von anderer aus 4 durch ihren großen Kalkgehalt, dem man ihre große Wirkſamkeit vornehmlich zuſchreibt. Der Torf iſt von verſchiedener Farbe; der Iſche ha ſchwarze gilt jedoch als der beſte und die am meiſten geſchaͤtzte 3 Vefft Aſche hat einen roͤthlichen Schimmer. Die bleiche und weißliche iſt b h von weit geringerer Guͤte, ſie entſteht aus einer mit Thon verſetz— ten torfigen Erde, die ebenfalls zu Dungaſche verbrannt wird, und uͤber dem aͤchten Torf liegt. Wenn jene abgeraͤumt worden, wird derſelbe ne mitt à auf der de n häin dieſer mit einem beſondern Spaten in Stuͤcken von ungefaͤhr 3 ½ Die dng Zoll Breite in jeder Richtung ausgeſtochen und in Handkarren ſt in iohn eine kleine Strecke weggeſchafft, wo man ihn in regelmaͤßigen proche rd Reihen zum Trocknen auf den Boden auslegt. Man ſticht ihn nd in Im bis auf den Grund aus, wenn man naͤmlich des Zudrangs von gern dhi Me Waſſer Herr werden kann, was nicht immer der Fall iſt, wenn lberiſin n gleich ſtets Leute mit Pumpen beſchaͤftigt ſind. eren Genüht Hat der Torf etwa eine Woche zum Trocknen ausgelegen, ſo arauf ſthen wird er umgewendet und dieſes zwei bis dreimal wiederholt. Hat aben. Diſ er die gehoͤrige Trockenheit erlangt, ſo ſchichtet man daraus auf wenm ind dem Trockenplatz einen runden Haufen auf, in deſſen Mittel man en er vihe den trockenſten legt, den man anzuͤndet und der das Feuer dem zerſioben andern mittheilt. Sobald das Ganze brennt, wirft man nach ihn abtr a und nach immer mehr Torf auf den Haufen bis er ſaͤmmtlich in los zun vi Aſche verwandelt iſt. Es dauert ſolches 8— 14 Tage, auch wohl hire vid noch laͤnger, weil man ein ſchnelles Brennen nicht liebt. Der Regen dringt ſelten tief genug ein, um das Feuer ausloͤſchen zu koͤnnen. Die Haufen werden meiſtens kreisfoͤrmig, oben ffett lüetut mehr flach, als ſpitzig gemacht, anfangs nur klein, aber nach ierig Gicf e und nach immer groͤßer, ſo daß ſie bisweilen eine Hoͤhe von mii, m en 2— 3 Yards und einen Durchmeſſer von 6— 7 Yards erhal⸗ engtat, ten. Ein regelmaͤßig unterhaltenes, langſames Feuer laͤßt der itta Gu 28* 430 Funfzehntes Kapitel. Aſche mehr Kali, als ein lebhaftes und liefert auch eine groͤßere Menge davon. So verſichert Herr Malcolm im Kirchſpiel von Frimley in Surrey, daß drei Ladungen trockener Torf(ſo viel kommen ungefaͤhr auf einen gewoͤhnlichen Haufen), die etwa 6000 — 7000 Buſſhels enthalten, 2400 Buſhels gute Aſche liefern koͤn⸗ nen, daß aber bei dem gewoͤhnlichen Verfahren derſelbe haͤufig kaum den vierten Theil ſeines Volumens an Aſche gebe, ſo werde er zuſammengebrannt. Dieſelbe wird geſiebt und dann unter trockenen Schuppen aufbewahrt bis zu ihrem Verkauf; denn jemehr ſie gegen Feuchtigkeit geſchuͤtzt bleibt, deſto wirkſamer iſt ſie, die friſcheſte verdient daher immer den Vorzug. Die gewoͤhn⸗ lichſte Zeit ihrer Anwendung ſind die Monate Maͤrz und April; man nimmt pro Acker 12— 15 Buſhel, je nachdem Boden und Fruͤchte es verlangen. Eine zu große Menge wuͤrde ſchaͤdlich ſein; doch hat man auf Wieſen bis zwanzig Buſhel auf einmal angewendet. Wird ſie nicht zur Überduͤngung gebraucht, ſo ſtreut man ſie zu gleicher Zeit mit dem Saamen aus. Auf Grasland ziehen dazu Manche den Herbſt vor. Fuͤr Getreide achtet man ſie uͤbrigens nicht ſehr; mehr fuͤr Turnips, die ſie gegen den Erdfloh ſchuͤtzen ſoll, und fuͤr Klee, von dem man nach einer Duͤngung damit wohl eine Tonne mehr Heu vom Acker erwartet, als er ſonſt gegeben haben wuͤrde. Ihre Wirkung darauf wird zwar nur fuͤr ein paar Jahre ſichtbar gehalten, ſie iſt aber auf den Klee und den darauf folgenden Weizen ſo groß, daß ein ab⸗ gehender Pachter, wenn er das Jahr zuvor Aſche aufgebracht hat, gewoͤhnlich die Haͤlfte des Aufwandes dafuͤr von ſeinem Nachfol⸗ ger erſetzt erhaͤlt. Der Preis derſelben iſt verſchieden nach ihrer Guͤte: von der beſten gilt der Buſhel in der Regel gegen 7 Pence. Ein Mann kann, wenn ſie ein anderer zufuͤhrt, mehre Acker in einem Tage damit uͤberſtreuen; dies muß aber bei ruhi⸗ gem Wetter geſchehen, damit ſie der Wind nicht verwehe und un— gleich vertheile. Die Torfaſche enthaͤlt hauptſaͤchlich Gips, Thon-, Kalk- und Kieſelerde, einige Salze und etwas Eiſen. Eine genaue chemiſche Analyſe von Brand gab folgendes Reſultat: Fort ſdine giß Lurtſpie bh 2 Latf ſo d dee ew he lefenni drrebe hft lice gi, ebt und dm Vetkauf; den wirkſame i de grütr t und Aui n Boden ui ürde ſchdi auf einm uct ſo ſir Auf Grnac de achtet nn ſie gegen nan nach tin Acker ervart g darauf we te iſt aber ui 5, daß än t zufgebract ſe einem Nahft⸗ den nach inr Negel gegn) ufüht, mi aber bi ui wehe und ⸗ ⸗, Kale w naue chenit Fortſ. d. mineral. Duͤngmittel. Aſche. Ruß. Seifenſiederausſchlag. 431 32% Kieſelerde. 6% ſchwefel⸗ und ſalzſaures Natron. 12% Gips. 40% kohlenſauren Kalk. 3% Eiſenoxyd. 7% Verluſt und Unreinigkeiten. 100. Von der hollaͤndiſchen Torfaſche wird bekanntlich in den Nie⸗ derlanden, beſonders in Flandern, ein ſehr ſtarker Gebrauch ge⸗ macht. Sinclair erzaͤhlt davon viel in ſeiner Beſchreibung des Ackerbaus in den Niederlanden, und theilt zum Beleg ihrer gro⸗ ßen Wirkung eine von drei und achtzig praktiſchen Landwirthen unterſchriebene Erklaͤrung mit, ſie haͤtten die beſtimmte Erfahrung gemacht, daß, wenn der Klee nicht mit Torfaſche in dem Maaße von 19 Buſhel auf 1 Acker engl. geduͤngt werde, die darauf folgende Frucht, ſelbſt bei ſonſt guter Kultur, nicht genuͤgend lohne, daß aber der Weizen jedesmal nach obenangegebener Über⸗ duͤngung des Klees ausgezeichnete Ernten liefere. Zwei andere tuͤchtige Landwirthe verſicherten, daß es keinen Duͤnger weiter gebe, der, ſelbſt in noch groͤßerer Menge und mit noch mehr Ko⸗ ſten aufgebracht, daſſelbe leiſte. Der mit hollaͤndiſcher Aſche be— ſtreute Klee liefere jedesmal zwei ergiebige Schnitte, dann noch eine reichliche Weide, und der danach geſaͤete Weizen gedeihe nicht nur ſtets ganz ſicher, ſondern bleibe auch vom Ungeziefer ver⸗ ſchont.— Die Landwirthe, welche obige Erklaͤrung unterſchrie⸗ ben, waren ſo fuͤr dieſe Duͤngung eingenommen, daß ſie die da⸗ mit verbundenen Koſten, die durch den Transport aus Holland auf Kanaͤlen und von da 40— 50 Meilen weit auf der Achſe ſehr vermehrt werden, nicht ſcheuen. Auch nach England kommt ſolche Aſche aus Rotterdam; die Tonne davon wird bis Leith fuͤr 3 Pfund St. mit Einſchluß aller Unkoſten geliefert. Der Buſhel von der beſten Sorte, die ſchwarz und ſchwer iſt, wiegt etwa 40 Pfund, und die Tonne haͤlt 56 Buſhels. Die Koſten einer Duͤngung damit betragen demnach gegen 20 Sh. pro Acker. Ruß. Der Ruß iſt verſchieden nach der Beſchaffenheit des Brenn⸗ materials, von dem er kommt. So gibt die Steinkohle von Sun⸗ 432 Funfzehntes Kapitel. derland und Newcaſtle, welche eine viel groͤßere Menge von Bi⸗ tumen enthaͤlt, einen ganz andern Ruß, als die von Stafefordſhire und den meiſten andern Orten des Reichs, die bei dem Brennen einen ſtarken Schwefelgeruch ausſtoͤßt und in eine weiße Aſche ſich verwandelt. Auch der Ruß von den verſchiedenen Holz- und Torfarten hat verſchiedene Eigenſchaften. Es iſt jedoch nicht wich— tig genug, die Reſultate chemiſcher Unterſuchungen daruͤber mit— zutheilen, da nachſtehender praktiſcher Verſuch, den Herr Mal⸗ colm mit den verſchiedenen Rußarten anſtellte, fuͤr den Landwirth viel mehr Wichtigkeit hat. Dieſer Verſuch wurde gemacht auf einem Stuͤck gedrillten Weizen von Acker Flaͤche, welches das Jahr zuvor ſtark ge⸗ duͤngte Kartoffeln getragen hatte, nach dieſen zum Weizen acht⸗ zehn Zoll tief gegraben und in Beete von 5 Fuß Breite abge— theilt worden war. Auf jedes Beet wurden vier 1 Fuß von ein⸗ ander entfernte Reihen mit der Hacke gezogen, und darin den 14. Dec. der Weizen ſehr duͤnn geſaͤet, ſo daß fuͤr jedes Beet nur 2 Quarts Saamen erforderlich waren. Wegen der ſpaͤten Jah— reszeit ging derſelbe erſt einige Zeit nach Weihnachten, aber ſehr regelmaͤßig auf. Den 22. Februar wurde jedes Beet ſorgfaͤltig mit der Hand behackt, numerirt und auf folgende Weiſe uͤber— duͤngt: Nr. 1. mit Steinkohlenruß. — 2. mit Ruß von Holz. Die Puaiiph euin betrug — 3. mit Ruß von Torf. — 4. mit Steinkohlenruß. — 5. mit Ruß von Holz.) Von jedem nur ½ Buſhel. — 6. mit Ruß von Torf. Die fernere Behandlung geſchah bis zur Ernte gleichmaͤßig auf gewoͤhnliche Weiſe. Der Weizen ſtand auf allen Beeten aus— gezeichnet gut; war jedoch auf den erſten dreien wohl um einen Fuß hoͤher, verhaͤltnißmaͤßig ſtaͤrker, frei vom Befallen und mit ſchoͤnern Koͤrnern verſehen. Der Ertrag war folgender: Nr. 1. gab 1 Buſh. 3 Pecks 6 Quart. Nr. 4. 3 Pck. 7 Quart. — 2.— 1— 1— 4—— 5. 3— 3— — 3.— 1— 2— 5—— 6. 3——— Die ganze Ernte betrug demnach vom Acker 5 ½˖ Quarter; der Ruß war ſorgfaͤltig von dem im Hauſe gebrannten Feuerma⸗ ———O.ę˖—ę———O———OO—————— uͤbli koſte lch era 2a 4 diſel gfſchi vaͤrs b feger vor ſhr des woͤh vel V ſhw wit b der ge tun a Enffendſin den Brena weiße ni Hol⸗ u nich vit darühet n Hett Mu⸗ en Landwit ic gedrih or ſtark Weizen act Breite ahy uß von ei darin de es Beet w ſpaͤten 3i- n, aber ſi ſeet ſctgfüt Weiſe r edem betng gleicwinh Beeten ar⸗ hl un än len und ni er: ck. 7 Oun — 3— — —— , Qaatter; 1 Feuerna⸗ Fortſ. d. mineral. Duͤngmittel. Aſche. Ruß. Seifenſiederausſchlag. 433 terial geſammelt worden, weil der von den Schornſteinfegern er⸗ kaufte meiſtens mit Unrath aller Art vermengt iſt, welcher ſeine Wirkſamkeit vermindert. Der von ihnen gekaufte Ruß iſt ſehr verſchieden im Preiſe: in London koſtet der Buſhel geſtrichen Maaß 6— 7 ½ Pence; in Pork aber der gehaͤufte Buſhel 5 Schilling; in Hull 4 Schilling und in Mancheſter 2 Schilling. Als die gewoͤhnlich anzuwendende Quantitaͤt nimmt man an pro Acker: Auf ſtrengem Lehmboden fuͤr Weizen 40— 45 Buſhels. auf Grasland und Fut⸗ tergewaͤchſe 20— 30— — leichterem Lehm fuͤr Weizen, Gerſte und Turnips. 30— 35— fuͤr Grasland und Fut⸗ gewaͤchſe 20— 25— — kreidigem Lehm fuͤr Weizen, Gerſte und. Turnips 30— 40— auf Grasland und Fut⸗ tergewaͤchſe 20— 25— Die letztere Menge iſt indeſſen auf allen Bodenarten die uͤblichſte. Wenn die Arbeit eines Tagloͤhners woͤchentlich 12 Schilling koſtet, ſo wird fuͤr das Ausſtreuen eines Buſhels Ruß gewoͤhn⸗ lich ein Halfpenny gezahlt und bisweilen daneben noch etwas Bier verabreicht. Dabei kann ein fleißiger Mann 3— 4 Schilling den Tag verdienen, da es nichts Ungewoͤhnliches iſt, daß er waͤhrend deſſelben 70— 80 Buſhel, auch wohl noch mehr ausſtreut. Es geſchieht ſolches mit der vollen Hand, indem der Streuer ruͤck⸗ waͤrts ſchreitet. Dieſe Arbeit wird indeſſen oͤfter von Schornſtein— fegern, als andern Arbeitern verrichtet und iſt nur bei Windſtille vorzunehmen, weil ſonſt der umherfliegende Ruß die Leute voͤllig ſchwaͤrzt und ihnen an Naſe, Augen und Ohren durch ſein aͤtzen⸗ des Weſen Schmerzen verurſacht. Die, welche nicht daran ge— woͤhnt ſind, ſollten daher ihr Geſicht mit Gaze bedecken, wie die, welche mit friſchgebranntem Kalk zu thun haben. Am haͤufigſten wird der Ruß auf Weizen angewendet, der ſchwach iſt und im Fruͤhjahr eine gelbliche Farbe annimmt. Hier wirkt er bisweilen wundervoll. Zur Gerſte wird er bisweilen mit der Saat zugleich ausgeſtreut; bisweilen auch vierzehn Tage ſpaͤ⸗ 434 Funfzehntes Kapitel. ter; es ſollte nie weiter hinausgeſchoben werden; und wo moͤglich ſtets noch im April geſchehen. Er wird bisweilen auch zur Über⸗ duͤngung des Klee⸗ und anderer Futtergewaͤchſe der Art benutzt, wirkt aber auf dieſe bei weitem nicht ſo, wie auf das Raigras; denn ſteht dieſes unter Klee, und uͤberduͤngt man dieſes Gemenge mit Ruß, ſo waͤchſt jenes ſo uͤppig, daß letzterer beinahe von ihm unterdruͤckt wird. Manche Landwirthe halten ihn vorzugsweiſe fuͤr Turnips geeignet, und beſtreuen die damit beſtellten Felder entweder gleich mit der Saat oder noch haͤufiger ſo wie die jun— gen Pflaͤnzchen zum Vorſchein kommen, denen er ein Schutzmittel gegen Erdfloͤhe und anderes Ungeziefer gewaͤhrt. Die beſte Zeit zum Ausſtreuen iſt der Abend eines ſtillen truͤben Tages, wo Re⸗ gen zu erwarten iſt; denn wenn es bei heißem trockenem Wetter geſchieht, hat es geringern Erfolg. Einige Landwirthe empfehlen auch eine Mengung von glei⸗ chen Theilen Ruß und Kalk mit der doppelten Quantitaͤt friſchen Lehm. Der Ruß und Lehm werden durcheinander gemengt, in⸗ dem man ſie gemeinſchaftlich durch einen Durchwurf wirft und dabei alle Klumpen ſorgfältig zerſchlaͤgt. Nachdem dieſe Mengung ungefaͤhr vierzehn Tage ruhig geſtanden, wird der Kalk hinzuge⸗ ſetzt und Alles wohl durchſchaufelt. Nach einigen Wochen iſt denn dieſe Mengung zum Gebrauch fertig. Es mag ſelbige recht gut ſein, es fehlt aber an ſicheren Nachweiſungen uͤber ihre Wir⸗ kung und es iſt kaum zu glauben, daß ſie vor der Anwendung des reinen Rußes Vorzuͤge beſitzen koͤnne. Seifenſiederausſchlag. Man hat vermuthet, daß die Wirkung dieſes ſehr empfohle— nen Dungmittels von den darin befindlichen Salztheilen abhaͤnge; deren Menge iſt indeſſen ſehr geringe und ſelbſt wieder abhaͤngig von dem Alkali, welches von den Seifenſiedern genommen wurde, naͤmlich Soda(ſowohl Kelp als Barilla), oder gewoͤhnliche Pot⸗ aſche, die jener bei der Seifenbereitung nachſteht. Die anderen Beſtandtheile des Ausſchlags ſind meiſt kalkiger Natur mit weni⸗ gen Überreſten der zur Seife verwendeten Fettigkeiten; er kann daher auch nur wirkſam ſein auf Boden, dem es an Kalk fehlt oder der reich an unzerſetzten Pflanzenſtoffen iſt. Hier leiſtet er ſehr viel. Dabei iſt jedoch zu bemerken, daß ſeine Eigenſchaften verſchieden ſind, je nachdem er von harter oder von Schmier⸗ ſeit l mehr ohne a und ſt en ſe dine ſe ſchaff die D an, vom für g von L gewohn Bili Fortſ. d. mineral. Dungmittel. Aſche. Ruß. Seifenſiederausſchlag. 435 d wo nin du ui ſeife uͤbriggeblieben iſt. Der von letzterer iſt leicht und ſchwam⸗ :At 5 mig und· haͤlt mehr Kali, wahrſcheinlich weil man Potaſche zu a3 Jans ihr nimmt; der von der harten Seife dagegen dichter und feſter eſs Een und groͤßer in ſeiner Wirkung auf den Boden. Die Landwirthe ma ſollten daher vor ſeiner Anwendung unterſuchen, wie er entſtan⸗ nahe don he ton ig den, und ſich danach richten. fanei Auf ſtrengem, kalten und naſſen Boden, auf niedrig gelege⸗ a Ni nen, ſchwammigen ,mit Binſen und andern aͤhnlichen Unkraͤutern Siu 3 uͤberzogenen Wieſen, und auf Torf⸗ oder Moorland zeigt er ſich J nuu uͤberaus wirkſam. Auch fuͤr Lehmboden gibt er einen vorzuͤglichen ie biſf Ri Duͤnger ab, beſonders bei feuchter Witterung durch die ſeine Hitze ages, woge wahrſcheinlich etwas gemaͤßigt wird. Auf trockenem lockeren Sand⸗ enem Ai und Kalkboden ſchafft er dagegen wenig Nutzen. Auf Grasland paßt er beſſer als auf Ackerland; bringt man ihn jedoch auf letz⸗ ng von gi teres, ſo muß er vor der Saat eingeeggt, oder mit ganz ſeichter tität ftiſt Furche untergeackert und nur ganz friſch ausgeſtreut werden; denn gemengt i er verliert einen Theil ſeiner Kraft, wenn er laͤngere Zeit an der e witſt mn Luft liegt. Er wird in verſchiedenen Mengen von 60— 240 üiſe Nenmm Buſhel pro Acker angewendet, je nach dem Boden und andere Kalk hinu Verhaͤltniſſe dieſes zu fordern ſcheinen. Folgendes moͤchte jedoch n Wochen i das Richtige ſein: gſelbige tit Auf ſtrengem Ackerland 200— 240 Buſhel. ber ihre Vr— Lehm zu Weizen 160— 200— r Anwendumg— demſelben zu Gerſte und Turnips 120— 160— — Weide und Grasland aller Art 160— 200— Auf Grasland hat von ihm ein rein praktiſcher Landwirth ſeit laͤnger als zwoͤlf Jahre in der ungeheuern Quantitaͤt von mehr als 40 Tonnen pro Acker Gebrauch gemacht, ihn dabei, ehr mpir ohne allen Zuſatz, friſch, wie er aus dem Faſſe kam, ausgeſtreut len abhinge und ſtets guten Erfolg gehabt. Er ſagt, mit Erde ihn zu men— rri gen ſei die Sache nur halb thun; er habe Anfangs geglaubt, hane vas eine ſo große Menge werde das Land, das von recht guter Be⸗ hnlüche ⸗ ſchaffenheit war, verbrennen, aber von dem Augenblick an, wo Die ader die Duͤngung geſchehe, nehme die Raſennarbe eine dunklere Farbe t nit we an, und der Ertrag ſei ſeitdem nie unter zwei Tonnen Heu n A kmn vom Acker geweſen, ohne die reichliche Vor— und Nachweide m huk üt fuͤr große New. Leiceſter ⸗Schafe. In dem Wirthſchaftsbericht e likt a von Lancaſhire wird ebenfalls erzaͤhlt, daß man in Liverpool nnitrim gewoͤhnlich 40— 50 Tonnen pro Acker aufbringe und Herr Shnie⸗ Billingsley hatte auf einer ſehr ſchlechten Wieſe von ſechs Wagen⸗ 436. Funfzehntes Kapitel. ladungen pro Acker außerordentliche Wirkung. Die Binſen ver⸗ ſchwanden nach dieſer Duͤngung augenblicklich und machten Klee— arten Platz, die ſo uͤppig hindurchwuchſen, daß man noch nach 3— 4 Jahren genau die Linie bemerken konnte, bis wohin der Seifenſiederausſchlag gereicht hatte. Das Aufbringen von 160 Buſheln alle fuͤnf Jahre ſoll den Heuertrag mehr als verdoppeln und auf ſtrengem, naſſem und ſchwerem Lande, das blos eine duͤrftige Weide gab, haben in der Nachbarſchaft von Epping vier Wagenladungen dieſes Dungmittels pro Acker eine voͤllige Um— wandelung hervorgebracht. Der Preis war ſonſt betraͤchtlich, und betrug in den meiſten großen Staͤdten gegen 10 Schilling das vierſpaͤnnige Fuder; nach⸗ dem jedoch die große Entwerthung aller landwirthſchaftlichen Pro⸗ dukte entſtanden war, an der England ſo lange gelitten, hat die Nachfrage danach ſo nachgelaſſen, daß die großen Londoner Sei— fenfabrikanten froh ſind, wenn ſie ſolchen los werden koͤnnen, und ihn daher denen umſonſt ablaſſen, die das Ausleeren ihrer Schuppen uͤbernehmen. Manche ſind der Meinung, die beſte Benutzung dieſes Dung— mittels beſtehe darin, daß man daſſelbe mit Miſt und Erde zu Kompoſt verarbeite. Was die Erde betrifft, ſo iſt nichts dage— gen einzuwenden; aber in Betreff des Miſtes moͤchte daran zu zweifeln ſein, weil das in der Aſche enthaltene Kali die Dauer von deſſen Wirkung eben ſo verringern muß, wie friſch gebrann⸗ ter Kalk. Wollte man ja einen ſolchen Mengeduͤnger bereiten, ſo muͤßte man zuvoͤrderſt den Miſt mit ſeiner viermaligen Menge fri— ſcher Erde innig mengen und erſt ſpaͤter eben ſo viel Aſche, wie Miſt, hinzuſetzen. Auf dieſe Weiſe wuͤrde die Schaͤrfe der Aſche gemaͤßigt und ein Kompoſt gewonnen werden, der auf mildem Lehmboden beſſer wirken mag, als der Ausſchlag allein. Nach einer dem Board of Agriculture gemachten Mittheilung erhielt man bei einem uͤber die Wirkung der Seifenſiederaſche auf Kartoffeln gemachten Verſuche folgende Reſultate in Verhaͤltniß⸗ zahlen ausgedruͤckt: Das Feld Nr. 1. ungeduͤngt gab 134. ——— 2. mit Stallmiſt und Seifenſiederaſche geduͤngt, gab 298. ——— 3. mit Stallmiſt allein gab 315. ——— 4. mit Seifenſiederaſche allein geduͤngt gab 383. Fort G wiß Scne ertrag then i von ſl ttieben Aluöſch That langet 1 tung cbtr in An dr Na fraht: ſie manch zu de dem den g denklie d E und zl Rahmt britanr . Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 437 De Pitſ und unn 1 Seifenſiederausſchlag in großer Menge angewendet, iſt ge⸗ aß man dn wiß ein ſehr nuͤtzlicher und dauernder Duͤnger; er toͤdtet die nte, bis ni Schnecken und anderes Ungeziefer jeder Art; vermehrt den Heu— üfbringe umt ertrag vom Ackerland um eine Tonne, und von manchen Landwir⸗ nehr als n then wird die Wirkung eines Fuders Ausſchlag gleich geachtet der nde, daz 66 von fuͤnf Fudern verrottetem Miſt. Letzteres ſcheint jedoch uͤber⸗ ift von Enn trieben, ſobald derſelbe allein angewendet wird; allein ein Fuder er di ri Ausſchlag in Verbindung mit fuͤnf Fudern Miſt, ſcheint in der 4 That ſo viel zu leiſten, wie zehn Fuder von letzterm allein und eing unn laͤnger nachzuhalten. . u ui Aus Allem geht hervor, daß dieſes Dungmittel volle Beach— aännige dͤn tung verdient, ſobald man daſſelbe wohlfeil erlangen kann, daß ditthſchſth aber bei ſeiner Anwendung die Koſten der Herbeiſchafſung wohl nge giin in Anſchlag zu bringen ſind, und es daher hauptſaͤchlich nur in woßen Londom der Nachbarſchaft großer Fabrikſtaͤdte, wo man es leicht als Ruͤck⸗ los werden i fracht mitnehmen kann, mit Vortheil zu benutzen iſt. das Auslen nutzung diſſn Miſt und ſo it ritz ,3a Sechzehntes Kapitel. ene Kai d wie ftiſh oi gedunger bat ermaligen M ſo vil, KFortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. 6 h Vom Raſenbrennen. en, der alf lag allin Di... machten Mit ie doppelte Abſicht, ſowohl eine nichtsnutzige Vegetation, die Scifenſidait manchmal ein Grundſtuͤck uͤberzieht, zu vernichten, als auch Aſche kaſe in V zu deſſen Duͤngung zu erhalten, hat ſchon vor ſo langer Zeit zu dem genannten Verfahren Veranlaſſung gegeben, daß es bereits den Roͤmern bekannt war und von unſeren Vorfahren ſeit un— „„ denklichen Zeiten ausgeuͤbt wurde. Man glaubt, daß es waͤhrend nſidermhe der Einfaͤlle der Italiener in unſere ſuͤdlichen Kuͤſten eingefuͤhrt 1 und zuerſt von den Bewohnern von Devon und Cornwallis nach— geahmt worden ſei. Es hat ſeitdem in verſchiedenen Theilen Groß⸗ in gaüm g britanniens und des Kontinents eine ſehr ausgedehnte Anwendung 438 Sechzehntes Kapitel. gefunden; es gibt aber vielleicht keinen Theil der Landwirthſchaft, uͤber deſſen Werth verſchiedenere Meinungen herrſchen, als uͤber die⸗ ſen. Auf dazu geeigneten Bodenarten und in Wirthſchaften, wo es ausfuͤhrbar iſt, hat es indeſſen jederzeit, mit Einſicht unternom⸗ men, nicht nur gute Wirkung gehabt, ſondern auch als ein ganz vorzuͤgliches Mittel ſich bewaͤhrt, wuͤſtes Land oder Grundſtuͤcke, die mit Wurzelunkraͤutern und Geſtrippe bedeckt ſind, ſchnell in einen guten Kulturſtand zu verſetzen. Es verdient daher gewiß volle Beachtnng. Dabei iſt jedoch zu bemerken, daß daſſelbe haͤufig mit dem Thonbrennen verwechſelt worden iſt, es weicht aber ganz davon ab, und demnach muͤſſen beide Operationen fuͤr ſich abgehandelt werden. Von den zahlreichen Vertheidigern des Raſenbrennens verdienen vornehmlich folgende genannt zu werden: Arthur Young, Dr. Rennie und Mr. Boys zu Betſhanger in Kent, die werthvolle Abhandlungen daruͤber geſchrieben haben. Von den Werkzeugen zum Raſenſchaͤlen und den bei dieſem, wie bei dem Brennen zu beobachtenden Verfahrungsarten. Das Abſchaͤlen des zum Brennen beſtimmten Raſens ge— ſchieht auf ſehr verſchiedene Weiſe; am gewoͤhnlichſten vermittelſt eines Inſtrumentes, das Schaͤlſpaten(paring-spade, in einigen Gegenden von Schottland ſlawter-Spade) oder Bruſtpflug ge⸗ nannt wird; letzteren Namen hat es davon, daß es ſonſt ge— woͤhnlich mit der Bruſt vorwaͤrts geſtoßen wurde; dies findet aber jetzt nur noch ſelten ſtatt. Figur 37 gibt eine nngefaͤdre Vorſtellung ieſes Inſtrumentes. ————QCQO⸗ͦCO— Fer⸗ L lauft in E di Re lich d gehalte mehr, warts dem bracht beguen Inſtru ſo dun DSre hen die ſechn p Spater teht worde große lang diee dem 38 ern b guter dos Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen 439 arithſäs Der Spaten oder das Schar iſt ungefaͤhr 13 Zoll lang, d üte i laͤuft in eine breite dreieckige Spitze aus, und hat auf ſeiner lin⸗ ſchft, n ken Seite einen aufwaͤrts gebogenen, vorn ſcharfen Rand; um ht untenn⸗ die Raſennarbe ſenkrecht abzuſchneiden. Dieſer Spaten muß ziem— als ein Wm lich dunn von gutem Stahl gefertigt ſein, und immer ſehr ſcharf Grundfüs gehalten werden; ſeine Breite betraͤgt am obern Ende bisweilen d, ſcnali mehr, als einen Fuß. Befeſtigt wird er an einem hoͤlzernen, auf⸗ daher gef waͤrts gekruͤmmten Schaft von ungefaͤhr ſieben Fuß Laͤnge, an daß diſſe dem oben ein zwei Fuß breites Querholz oder Griff ange— ſt, es wii bracht iſt, der nicht dicker ſein darf, als daß ihn ein Mann erationen i bequem mit ſeinen Haͤnden umſpannen kann, mit denen er das heidigern d Inſtrument vor ſich herſtoͤßt, und ſo die Oberflaͤche des Bodens zu wenn ſo duͤnn wie moͤglich horizontal von dem Untergrund abſchneidet. eiſhangat Dabei iſt darauf zu ſehen, daß nichts unabgeſchnitten bleibe. Ha— haben. ben die auf dieſe Weiſe gewonnenen Raſenſtreifen die Laͤnge von etwa zwei Fuß erhalten, ſo werden ſie durch eine Wendung des bi diſ Spatens auf die rechte Seite geworfen. Dadurch kommen ſie ungente hohl zu liegen und wird ſichtbar, ob das Schaͤlen rein bewirkt worden iſt. Auf Kreideboden, der Feuerſtein enthaͤlt, oder bei Raſenz großer Zaͤhigkeit des Raſens wird der Spaten nur 9— 10 Zoll ten benini lang gemacht. Bisweilen wird denn auch der aufrechtſtehende, e, in ün die Stelle eines Sechs vertretende ſcharfe Rand weggelaſſen, und Bruſtpfln r dem Ganzen eine mehr ovale Form gegeben. S. ts ſolſt dis fi Figur 38. Die Arbeit mit dieſem Inſtrument iſt ſchwer, und wenn der Boden dick mit Geniſte, Wurzelunkraͤutern und ſchlechten Graͤ— ſern bewachſen iſt, erfordert ſie einen ſehr ſtarken Mann. Ein guter Arbeiter kann aber, wenn der Boden nicht zu zaͤhe iſt, und das Schaͤlen nicht ſehr tief geſchieht, in vier Tagen einen Acker 440 Sechzehntes Kapitel. fertig bringen. Wenn mehre zuſammen das Schaͤlen eines Grundſtuͤcks uͤbernehmen, folgen ſie einander, wie bei dem Maͤ— hen des Graſes, gehen aber in einem Zuge nur etwa zwan— zig Rods vorwaͤrts, dann wieder zuruͤck an den Punkt, wo ſie anfingen. Die umgekehrten Raſenſtuͤcke oder Soden muͤſſen ſo viel als moͤglich der Luft und Sonne ausgeſetzt werden, damit ſie austrocknen. Dies erfolgt nach zwei bis drei Wochen, je nachdem das Wetter und die Beſchaffenheit des Raſens demſelben guͤnſtig ſind. Iſt letzterer leicht, mehr torfaͤhnlicher Natur und vollkom— men ausgetrocknet, ſo iſt es am beſten, ſein Verbrennen vorzu-⸗ nehmen in dem Zuſtande, wie er hingelegt worden, ohne ihn vor⸗ her an einen andern Ort zu bringen. Die Anwendung des Bruſtpfluges wird im Weſten von England gewoͤhnlich mit der einer breiten Haue verbunden, die Schaͤlhacke oder Plaggenhaue heißt, aber auch noch mehre andere provinzielle Namen fuͤhrt.(Beating— axe. Kaib- bait. Baring- mattock. Cobbing-hoe.) Sie dient zum Abhacken der Haide⸗ und Ginſterſtaͤmme und aller ſtaͤrkeren Wurzeln, die jenem zu großen Widerſtand entgegenſetzen und iſt daher bisweilen unentbehrlich. Sie iſt in einem Winkel von ungefaͤhr 45˙ an ihren Stiel befe⸗ ſtigt, und nebenſtehend 5 ig ur 39 A. abgebildet L Fortſetzung der mineraliſchen Duͤngmittel. Vom Raſenbrennen. 441 Shilen in Wo der zu ſchaͤlende Boden mit vielem Geſtripp bewachſen bi de M iſt, laͤßt ſich das Schaͤlen deſſelben nicht mit dem Bruſtpflug be⸗ t eins ze⸗ wirken; es muß dann blos mit der Haue vorgenommen werden, 1 Auntn die zu dem Ende doppelt iſt und eine andere Einrichtung hat. S. den niſſe Figur 39 B. Die Raſenſoden oder Plaggen werden dann nicht, den, dani wie bei jenem Verfahren, umgewendet, ſondern zum Trocknen in en ſe mter kleine kegelfoͤrmige Haufen aufgeſetzt. nelben gini Ob nun aber gleich das Schaͤlen gemeiniglich mit der Hand und voller geſchieht, ſo iſt doch nicht ſelten die Narbe ſo zaͤhe, daß man tennen dor ſich zu dieſer Arbeit der Pferde bedienen muß. In den Marſchen ohne ihn te von Cambridgeſhire und den anſtoßenden Gegenden iſt zu dem Ende ein Pflug viel im Gebrauch, der zuerſt aus Holland kam Weſten u und deshalb noch den Namen„Hollaͤndiſcher Schaͤlpflug“ fuͤhrt. tbunden, Er wird gewoͤhnlich mit zwei, bisweilen ſogar mit vier Pferden mehre and beſpannt und iſt ait. Bari. r Haĩde⸗ u Figur 40. em zu gyfe nnentbegrlt en Stiel hi B abgebildet. Ehedem wurde er nur mit einer Sterze oder Hand— habe gefertigt; jetzt hat man ihm aber, wie anderen Pfluͤgen, zwei gegeben. Statt einer Stelze oder eines Rades zur Unterſtuͤtzung des Pflugbaumes befindet ſich vorn eine eiſerne immer ſich dre— hende Scheibe mit wohlverſtaͤhlten Raͤndern, die, wie das Schar, vedmittelſt einer Feile, welche der Pfluͤger immer bei ſich fuͤhrt, ſtets ſehr ſcharf erhalten werden; denn da das Schar nur ſeicht unter der Oberflaͤche hinſchleicht, kommt es oft mit harten Wur— zeln in Beruͤhrung, die es nur wohl geſchaͤrft durchſchneiden kann. Man hat gefunden, daß dieſes radfoͤrmige Sech das harte Rohr⸗ gras dieſer Marſchen beſſer durchſchneidet, als ein gewoͤhnliches, ſchwertfoͤrmiges; doch iſt zu ſeiner Unterſtuͤtzung hinten im Baum 4 442 Sechzehntes Kapitel. noch ein ſolches feſt angebracht, das Enke(Boy) genannt wird und das Binſengeflecht vollkommen zertheilt. Der Schaͤlpflug von Barkſhire, welcher Figur 41. abgebildet iſt, hat ein Rad von 14 Zoll Durchmeſſer und ein Schar von verſchiedener Groͤße; meiſtens iſt daſſelbe jedoch unten 14 Zoll und oben 10 Zoll lang; ſeine Hoͤhe bis zum Pflugkoͤr— per betraͤgt gegen zwei Fuß und bis zur Spitze des Pflugbaumes gegen 20 Zoll. Das ſchneidende Blatt unten hat eine Breite von 4 Zoll und die Einrichtung iſt ſo getroffen, daß das Schar und das Rad leicht hoͤher und tiefer geſtellt werden koͤnnen. Es gibt noch viele Arten von Schaͤlpfluͤgen, die ihren Zweck mehr oder weniger gut erfuͤllen, aber ohne genaue Abbildungen in allen ihren Theilen nicht deutlich zu beſchreiben ſind, wir laſ— ſen ſie daher um ſo lieber unbeachtet, weil die Arbeit ſelbſt auch mit jedem gewoͤhnlichen Pfluge, und zwar in manchen Faͤllen am aller beſten, ſich verrichten laͤßt. Sie geht damit am raſcheſten von ſtatten, und koſtet daher auch, was das Schaͤlen betrifft, am wenigſten; das Brennen des damit geſchaͤlten Raſens verur— ſacht dagegen freilich etwas mehr Koſten und Arbeit wegen der groͤßern Menge daran haͤngender Erde; man erreicht aber dadurch wieder den Vortheil, daß zu gleicher Zeit viel Thon mitgebrannt und pulveriſirt wird, was auf die folgenden Ernten einen guͤnſti— gen Einfluß hat. Das Raſenſchaͤlen mit dem gewoͤhnlichen Pflug wird ſehr er⸗ leichtert, wenn man vor dem Sech vermittelſt zweier eiſerner Stuͤtzen ein 2 Fuß breites Schar ohne Streichbret an den Baum befeſtigt. Dieſe Einrichtung erſpart auch auf lockeren Bodenarten bei dem Umbruch der Erbſen⸗, Wicken⸗ und Bohnenſtoppeln, die dadurch ſammt allen Unkraͤutern kaum zwei Zoll unter der Ober⸗ 3 V auch n Naſenn ſett wer ing); in klein aiog) Aut ſhiedene di in d an und brechen laſſen ſi vit. wie Andere andetes Anbe ihn 1 heſer und ejedoch in zum Pfug 3 Pflugbnur. at eine B daß das Ett den künna die ihren zut ie Albiddr ſind, wi beit ſebſtat hen güln n am niöht haͤlen biff Raſens n it weoa „pp aber dian mitzete einen gint wid ſire weirr eſen n dy Bam Wodenaren fſayyen d ar der Nh Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 443 faͤhhe vollkommen abgeſchnitten werden, und ſich nun leicht her⸗ auseggen auf Haͤufchen bringen und verbrennen laſſen, viel Arbeit. Das ſogenannte Skim, ein Schaͤlmeſſer von beſonderer Form, wird auch haͤufig in Oxfordſhire an den daſigen Pflug angebracht, und ſowohl zum Schaͤlen, als gewoͤhnlichen Pfluͤgen gebraucht. Daſſelbe ſteht vor dem Sech und iſt Figur 42. auch noch beſonders von der Seite abgebildet; es wendet die Raſennarbe mit leichter Muͤhe vollkommen um. In einigen Theilen von England und Irland wird das Schaͤ— len und Brennen des Raſens von beſonderen Leuten verrichtet, die im ganzen Lande herumgehen, und in Irland taͤglich 1 Schilling Lohn außer der Koſt erhalten. Wenn die Raſennarbe nur in ei— ner Richtung durchſchnitten und die Soden in große Haufen ge⸗ ſetzt werden, ſo heißt die Operation„Großſchaͤlen“(great- bea- ting); wird ſie aber auch uͤbers Kreuz zerſchnitten und dadurch in kleine Stuͤcke zertheilt, ſo nennt man ſie„Kleinſchaͤlen“((small- beating). Auch bei dem Schaͤlen vermittelſt des Pfluges finden ver⸗ ſchiedene Methoden ſtatt. Einige wenden ihn gleich hintereinan⸗ der in doppelter Richtung, einmal in die Laͤnge, dann uͤbers Kreuz an und zertheilen dadurch den Raſen in viereckige Stuͤcke; Andere brechen die Narbe zeitig im Winter ganz flach vollſtaͤndig um, laſſen ſie einige Zeit liegen, eggen dann und verbrennen davon ſo viel, wie ihnen zweckmaͤßig ſcheint; Einige brennen viel Erde mit, Andere beinahe weiter nichts als die Wurzeln und Unkraͤuter. Ein anderes Verfahren beſteht wieder darin, daß man nicht die ganze Narbe umbricht, ſondern jeden einzelnen Pflugſchnitt auf einen ſtehen bleibenden ſchmalen Streifen legt. Es hat ſolches mehre I. 29 444 Sechzehntes Kapitel. provinzielle Benennungen, Balkenſtreifen, Rispen, Baͤlken ꝛc., Furrow and comb.; turning to rot; ribbing; raftering; baulking). Ein drittes in Cornwallis uͤbliches weicht von dem vorigen nur darin ab, daß die Pflugſtreifen durch Weiber und Kinder zer⸗ ſchnitten und mit dem Raſen nach oben gekehrt, dann auf Hau⸗ fen gebracht und verbrannt werden. Noch ein anderes Verfahren wird von Herrn Boys empfoh⸗ len; es beſteht im Folgenden: wenn im Fruͤhjahr das Wetter trocken worden, ſoll man den Raſen ſo ſeicht wie moͤglich(nur bei einer alten Raſennarbe mit vielen harten holzigen Wurzeln kann es zu groͤßerer Tiefe geſchehen) in Daͤmmchen umbrechen, indem man den Pflug auf der der gewoͤhnlichen Weiſe entgegenge— ſetzten Seite anſetzt und jedesmal zwei Pflugſchnitte, einander ent— gegengekehrt, auf einen darunter liegen bleibenden Raſenſtreifen wirft, ſo daß ungefaͤhr 18 Zoll Breite kleine Daͤmmchen entſte⸗ hen. Iſt ein Stuͤck Land ſo bearbeitet, dann wird es ſchwach geegt und gleich danach in entgegengeſetzter Richtung auf dieſelbe Weiſe nochmals ſo behandelt, die fruͤheren Daͤmmchen in einem rechten Winkel durchſchneidend; endlich wird das Land voͤllig umgebro⸗ chen, indem man die zuletzt gemachten Daͤmmchen in der Mitte mit dem Pfluge durchfaͤhrt. Wendet man hierauf eine ſchwere Egge an, ſo kommt ſaͤmmtlicher Raſen in kleine Stuͤcke zerſchnit— ten an die Oberflaͤche, die nach einigen trocknen Tagen zum Brennen tauglich ſind, zu deſſen Vollfuͤhrung ſie ſogleich in Hau— fen gebracht werden ſollten. Wie man nun aber auch bei dem Schaͤlen verfahre und wel⸗ cher Inſtrumente man ſich dazu bediene, ſo geſchieht es doch nur 1— 2 Zoll, hoͤchſtens drei Zoll tief. Es haͤngt jedoch ſolches großentheils von der Beſchaffenheit des Raſens ab. Zu dickes Schaͤlen erſchwert das Brennen, zu duͤnnes bewirkt, daß die Narbe nicht vollkommen zerſtoͤrt und zu wenig Aſche gewonnen wird. Eine rauhe, ſchwammige Narbe muß dicker geſchaͤlt wer— den, als eine feſte, grasarme; ein leichter flacher Boden duͤnner, als ein tiefgruͤndiger, gebundener. Feſter Klay ſollte jedoch nur in ſeltenen Faͤllen uͤber einen Zoll tief geſchaͤlt werden; bei ſandi⸗ gem, torfigem kann es ſchon tiefer geſchehen, zumal wenn viel Wurzeln und Faſern vorhanden ſind; auf flachem Boden jeder Art iſt es nie zu duͤnn vorzunehmen. Laͤßt man, mit Willen, tiefer bei dem Schaͤlen gehend, viel Erde an der Raſennarbe, um mit ihr zugleich Thon zu roͤſten, ſo gehoͤrt die Operation mehr Förtfe zu den. beſt Zet ſcarfen hefbtdern der Lage denn es! Ottobers Das die Haufe ſo entſte wacht un lief in der tit Nühe ns nochm 3 zu ti iiche die derglich ſe di We ſie oſt ir gen zuſa nem Sch in der h ball rennen nit glüh has Torf ind wolle lhennen ſo näglch 1 dingen ke Uid nur auch nur venwandel Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 445 dn zu dem Thonroͤſten, von dem ſpaͤterhin die Rede ſein wird. Die d nne beſte Zeit zum Schaͤlen iſt der Anfang des Fruͤhjahrs, weil die We n ſcharfen trocknen Fruͤhjahrswinde das Trocknen des Raſens ſehr dnn af 3 befoͤrdern, indeſſen muß man ſich dabei immer nach der Witterung, der Lage, den Umſtaͤnden und den Wirthſchaftsverhaͤltniſſen richten; denn es kann zu jeder Zeit des Jahres vom Februar bis Ende Bays ent, js egi Octobers vorgenommen werden. ir das A Das Brennen ſelbſt iſt eine kritiſche Operation; denn werden mäüglch ſw die Haufen zu groß gemacht, und zu lange unausgeſtreut gelaſſen, iigen Vn ſo entſteht großer Zeitverluſt; werden ſie ferner nicht ſorgfaͤltig be⸗ hen unbate wacht und zur rechten Zeit ausgeloͤſcht, ſo dringt das Feuer ſo iſe entgege tief in den Boden ein, daß er faſt zu Ziegel erhaͤrtet und dadurch einande: viel Muͤhe und Nachtheil entſteht; denn es wird dadurch nicht nur Raſenſti das nochmalige Pfluͤgen ſehr erſchwert, ſondern auch die Veranlaſ⸗ umchen er ſung zu tiefen, nicht ſichtbaren Loͤchern im Untergrunde gegeben, ſchwach welche die Feuchtigkeit zuruͤckhalten und die Kultur beeintraͤchtigen. deeſelbe d Dergleichen Zufaͤlle ſind ſorgfaͤltigſt zu vermeiden; denn ſie haben einem it ſchon viel Schaden gebracht. öllig unnt Wenn die Soden trocken genug zum Brennen ſind, werden Rin der M ſie oft in große Haufen von 4—20 und noch mehr Karrenladun⸗ uf eine ſter gen zuſammengebracht, die in der Mitte eine Offnung, aͤhnlich ei— Stüͤcke zir nem Schornſtein haben und mit Reiſig oder irgend einem andern nen Tyen in der Naͤhe befindlichem Brennmaterial angezuͤndet werden. Es ſoglich inhe wird bald mehr, bald weniger Feuer erfordert, je nachdem der zum Brennen beſtimmte Raſen beſchaffen iſt; manche Arten laſſen ſich rfabtr r mit gluͤhender Aſche anzuͤnden, die man daran bringt und mit et⸗ eelt es vir was Torf oder Raſen bedeckt; andere erfordern mehre Reiſigbuͤſchel t järg ſ und wollen mit großer Sorgfalt zuſammengelegt ſein, wenn ſie dh. Aud brennen ſollen. Am beſten iſt es meiſtens, die Soden ſo dicht als ewitt, wi moͤglich zuſammenzulegen, ſo daß die Luſt nicht durch die Haufen Tice gumn dringen kann, weil ſonſt das Feuer mit Gewalt nach außen bricht e gſtr und nur ein theilweiſes Brennen entſteht. Daher ſollte das Feuer gudn ir auch nur an der geſchuͤtzten Seite der Haufen angelegt werden. llte idtr Wenn jedoch die Soden feſt liegen und man das Feuer durch Ver— d. bi bi ſtopfung der Offnungen, aus denen es hervorbricht, zuruͤckhaͤlt, auch den, au das Ganze, nachdem das Feuer niedergebrannt, mit klarer Erde . eri oder Aſche bedeckt wird, ſo geht das Brennen in der Regel gut 1 khr vor ſich; ſelbſt wenn bedeutende Regengüſſe fallen, weil die große n, ,u Maſſe von Brennſtoff den groͤßten Theil des Regens in Dampf Kuimad, verwandelt. drnxien Wi 29* 446 Sechzehntes Kapitel. So verfaͤhrt man in Kent, und dieſes unterdruͤckte Brennen wird von den meiſten Schriftſtellern empfohlen, weil dadurch die vegetabiliſchen Stoffe, aus denen dieſe Aſche hauptſaͤchlich entſteht, in eine kohlige Subſtanz von groͤßerer Wirkſamkeit verwandelt werden, als es bei lebhaftem Feuer der Fall iſt. Im oͤſtlichen Theil von Yorkſhire, wo das Raſenbrennen in ſehr großer Aus⸗ dehnung und mit gutem Erfolg ausgeuͤbt wird, macht man die Soden ſo duͤnn, wie moͤglich, und bringt ſie, ſobald ſie maͤßig ab⸗ getrocknet ſind, in kegelfoͤrmige Haͤufchen, die vier bis fuͤnf Yards von einander entfernt ſtehen, und ſogleich angezuͤndet werden. Bei ihrem Brennen ſucht man das Ausbrechen des Feuers durch Zu⸗ werfen von dazu uͤbrig behaltenen Soden zu daͤmpfen. Da man ein zu ſtarkes Brennen fuͤr nachtheilig haͤlt, ſo oͤffnet man dieſe Haͤufchen ſchon, wenn ſie halb niedergebrannt ſind, mit der Schau⸗ fel, und ſtreut das von ihnen in Aſche Verwandelte auf das Land. Man ſetzt ihnen dann, wenn ſie in voller Gluth ſich befinden, von Zeit zu Zeit friſche Soden zu, bis Alles vom Feuer verzehrt iſt. Die etwa noch unverbrannt gebliebenen Stuͤcke von der Außen⸗ ſeite der Haͤufchen werden aufs Neue zuſammengebracht, um auch ſie in Aſche zu verwandeln. In manchen Faͤllen errichtete man auch große umfaͤngliche Haufen uͤber einer Unterlage von Stockholz, und zwar auf folgende Weiſe. Eine Quantitaͤt Stockholz wurde auf den Boden gelegt, und mit einem Wall von Soden in der Hoͤhe von 3— 4 Fuß umgeben, dem man unten auf jeder Seite 6 Hffnungen von un— gefaͤhr zwanzig Zoll ins Gevierte ließ, in welche Reißig gelegt wurde, um das daran ſtoßende Stockholz in Brand zu ſetzen. Nachdem nun der eingeſchloſſene Raum mit Soden ausgefuͤllt und der Haufen bis zu einer Hoͤhe von 8 Fuß gebracht worden war, zuͤndete man das Reißig in allen 12 Offnungen auf einmal an, und in weniger, als 48 Stunden war die ganze Maſſe, die 400 Karrenladungen betrug, niedergebrannt. Von der auf dieſe Weiſe gewonnenen Aſche koſtete die Karrenladung von 16 Buſheln nicht mehr, als 3 Pence. Das gewoͤhnlichſte Verfahren beſteht indeſſen darin, daß man die Soden, wie das Gras bei dem Heumachen, in kleine Haͤufchen, etwa einen Yard im Durchmeſſer und einige Yards von einander entfernt, zuſammenbringt. Man legt zuvoͤrderſt etwas trockenes Reißig oder Ginſter auf den Boden, ſetzt darum herum einen Rand von Soden auf und deckt dieſen mit anderen, die trocken⸗ Fortze ſten zll außen a hen mt ſ zunde tauchken zu Hauſ trrderli ſie vidder heit geht drfen d licht d drüct wi Ende bed tunp: me ſſe ſ dic ſchenräͤum liniget d ſein klein in Kna Verbrer der Rei *) I akannte 9 ſſtort m Bearbette Gebiete d von einig Beſchrel ſiufthen 4 ben dor dem Jiſt dur werden. int Am. deil ddunt keit veun C, ar . Im üſtit ir guße l dſi wißg bis ſi I dt werden, a euers duch pfen. Na ffnet mend mit derei eauf dat h befinda uer venii von der lu bracht, un e oße unfinit war aufffah n Boden g von 3-4 5 nungen en e Reß g Brond zu ſät rauegrilt it woddi e auf einnl Mſſe, d M auf diſ ei . 6 ” drin, dhn geir Hufta s v innder rvss tuaͤme r krun inn , de tode Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 447 ſten zu unterſt ſo zu, daß ſie im Innern ſo hohl wie moͤglich, außen aber dicht zu liegen kommen, und kleine kegelfoͤrmige Haͤuf⸗ chen entſtehen. Sind ſelbige in angezeigter Weiſe fertig worden, ſo zuͤndet man ſie gewoͤhnlich mit einer Fackel aus in Theer ge— tauchten und um einen Stab gewundenen Werrig, von Haufen zu Haufen laufend, an. Zu ihrer Errichtung iſt einiges Geſchick erforderlich; macht man ſie zu groß, ſo druͤckt ihr eignes Gewicht ſie nieder und die zur Erhaltung des Feuers nothwendige Locker⸗ heit geht verloren; zu klein, ſo wirkt dieſes zu maͤchtig. Auch duͤrfen die Soden nicht feucht ſein, weil ſonſt das Feuer leicht ver⸗ liſcht, das ohnedies oft durch unguͤnſtige Witterung leicht unter— druͤckt wird und dann moͤglichſt verſtaͤrkt werden muß. Zu dem Ende bedient man ſich in Schottland einer ſehr einfachen Vorrich⸗ tung: man nimmt einige alte Wagenreifen, halbirt ſelbige, ſtellt ſie ſo dicht nebeneinander hin, daß die Soden nicht durch die Zwi⸗ ſchenraͤume hindurch fallen koͤnnen, und verbindet ſie vermittelſt einiger daran genieteter duͤnner Eiſenſtaͤbe feſt mit einander, ſo daß ein kleiner tragbarer Ofen von etwa 4 Fuß Laͤnge entſteht, den ein Knabe transportiren kann. Wenn nun Raſen oder Torf zum Verbrennen darauf gelegt wird, laͤßt man eine Offnung innerhalb der Reifen und befoͤrdert dadurch den Luftzug. S. Fig. 43.*) Figur 43. *) In Bezug auf das bei uns gewiß nicht nach ſeinem vollen Werthe erkannte Raſenbrennen, und die dabei zu treffenden Vorkehrungen, daſſelbe un⸗ geſtoͤrt und ohne Verloͤſchen der angezuͤndeten Soden zu vollfuͤhren, haͤlt der Bearbeiter nicht fuͤr unzweckmaͤßig, auf die bekannten Mittheilungen aus dem Gebiete der Londwirthſchaft: Leipzig 1818. B. 1. S. 194 zu verweiſen, wo von einigen damit gemachten gluͤcklichen Verſuchen Nachricht und eine genaue Beſchreibung von einer als beſonders zweckmaͤßig befundenen Bauart der Brenn⸗ haͤufchen gegeben wird. Herr Finanzrath W. Albert zu Roßlau ſoll neuerer Zeit ebenfalls ſehr gelungene Verſuche damit gemacht haben und viglleicht noch vor dem Druck dieſer Zeilen wird bei Tharand eine ſchlechte, nichtsnutzige Wieſe durch das Raſenbrennen hoffentlich in ein fruchtbares Feld verwandelt werden. 448 Sechzehntes Kapitel. Wenn das Land mitc Haide und Ginſter bedeckt iſt, ſo kom— men bei der Art zu ſchaͤlen, wo die Narbe umgekehrt wird, die Plaggen ſo hohl und ſo hoch uͤber dem Boden zu liegen, daß ſie bei guͤnſtigem Wetter bald austrocknen und nicht ſelten gleich in dieſer Lage zu verbrennen ſind. Dadurch wird nicht nur bedeu⸗ tend an Koſten erſpart, ſondern auch das gleichmaͤßige Ausſtreuen der Aſche ſehr erleichtert, und die guͤnſtige Einwirkung des Feuers uͤber die ganze Oberflaͤche verbreitet. Auf einem Gute im weſtli— ſchen Theile von Yorkſhire, wo man den Raſen auf dieſe Weiſe verbrannte, kam bald nachher ohne Saat und Beſtellung der ſchoͤn— ſte Graswuchs hervor auf einem ſchwarzen Moorboden, der vorher nichts trug, als Haide. Dieſe Verſuche wurden ſpaͤterhin mit demſelben gluͤcklichen Erfolge mehrmals wiederholt, nur ſuchte man den Graswuchs durch die Anſaat von weißem und gelbem Klee, von Raygras, Wegebreit und anderen guten Weidepflanzen, deren Saamen man, ohne zu pfluͤgen, auf die Aſche ſtreute, und blos eineggte, ſchneller und uͤppiger zu erzeugen. Die Urbarmachung von Torfmooren vermittelſt des Brennens wird von Curwen in ſeinen Bemerkungen uͤber Irland alſo be— ſchrieben. Rund um einen Raum von ſechs bis zehn Fuß Durch— meſſer wird ein Graben gezogen, 1 Fuß tief und eben ſo breit; das herausgegrabene Land wird auf den Boden daneben in der⸗ ſelben Breite gelegt; außerhalb des auf dieſe Weiſe entſtandenen Kreiſes wird dann dicht daneben ein zweiter gegraben und gebil— det und auf dieſe Weiſe fortgefahren, bis man ſo viel Soden er— halten hat, als man ſammt dem als Unterlage ſtehen gebliebenen Lande auf dem innern Raume bequem verbrennen zu koͤnnen glaubt. Hier bringt man die Soden, ſobald ſie hinlaͤnglich trocken ſind, auf einen Haufen zuſammen, zuͤndet ihn an und wirft von Zeit zu Zeit bald trockenen, bald feuchten, von den Unterlagen ab⸗ geſtochenen Torf hinzu, um ein regelmaͤßiges, nicht raſches, mehr ſchmauchendes Feuer zu unterhalten. Die groͤßte Aufmerkſamkeit, die man dieſem Verfahren ſchenkt, wird durch die damit im Ver⸗ haͤltniß ſtehende reichlichere Kartoffelernte bezahlt. Von den Wirkungen des Raſenbrennens. Die Menge von Aſche, die man durch das Raſenbrennen ge— winnt, haͤngt nothwendig von der Beſchaffenheit der Raſendecke ſowohl, wie von der des Bodens und von der Tiefe des Schaͤlens Fortſe ob. N che vach Ilgeſch zuſt b bis 50 Verbren ihrer i Oyeusio Weiſe de Def wohl A Di berſiede ch d ttwr⸗ Ge nur der! ſondern In Ken ausgefü lohn ei des S. 9 aiſ a 2560. der gan eine cher Reſüutat 80 Gr⸗ Be en mit tmlich vom eng ute in un⸗ üj dis 1 lung drſtt en, der un ſpäterſn 1 nur ſuchten gelbem lanzen, R te, und des Brane rland alſ än Fuß dr eben ſot aaneben in ſſe entſtnden aben und gi diel Soda hen golite nn zu bre nlaͤngich ten und wifn Unterlogn t raſchen n Außneriit damit in de tenneté nſabemn ge w luindeh ds Shhäle Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 449 ab. Wenn nur das verbrannt werden ſoll, was auf der Oberflaͤ⸗ che waͤchſt, ohne einen Beiſatz von Erde, und zu dem Ende das Abgeſchaͤlte aufgeeggt, zuſammengerecht und moͤglichſt von allem Zuſatz befreit verbrannt wird, ſo erhaͤlt man nicht mehr, als 30 bis 50 Buſhels vom Acker, es muͤßte denn viel Holz mit zum Verbrennen gekommen ſein, wodurch die Aſche vermehrt und in ihrer Wirkung verbeſſert wird. Allein nur hoͤchſt ſelten bleibt dieſe Operation in ſo engen Grenzen; geſchieht ſie auf die gewoͤhnliche Weiſe, iſt der dazu genommene Raſen filzig und dicht, und betraͤgt die Tiefe des Schaͤlens gegen 2 Zoll, dann gibt der Acker Land wohl 2000— 2400 Buſhels Aſche*). Die Koſten des Raſenſchaͤlens und Brennens werden ſehr verſchieden berechnet, und haͤngen von ſo verſchiedenen Umſtaͤnden ab, daß ſich nicht im Allgemeinen, ſondern nur fuͤr ſpecielle Faͤlle etwas Genaues daruͤber angeben laͤßt; denn es kommen dabei nicht nur der Boden, auf dem, und die Art, wie es geſchieht, in Betracht, ſondern auch der Arbeitslohn und die dazu gewaͤhlte Jahreszeit. In Kent, wo das Schaͤlen ſtets im Verdinge mit dem Bruſtpflug ausgefuͤhrt wird, rechnet man, daß, ſobald der gewoͤhnliche Tag— lohn eines Mannes 2— 2 ½ Schilling iſt, die geſammten Koſten des Schaͤlens zu maͤßiger Tiefe, des Brennens ſelbſt und des *) Man maß die Aſche, welche bei dem Raſenbrennen nach gewoͤhnlicher Weiſe auf einem Acker Land gewonnen worden war, und fand, daß dieſelbe 2660 Buſhel betrug. Da nun der Buſhel trocken 65 Pfund wog, ſo war der ganze Aſchenertrag pro Acker 172900 Pfund oder 77 Tonnen. Es wurde eine chemiſche Unterſuchung derſelben angeſtellt, und dieſe lieferte folgende Reſultate: In 200 Gran In der ganzen Quantitaͤt 80 Gran kohlenſauren Kalk 69160 Pfund. 11 ⸗ ſchwefelſauren Kalk oder Gips 9509,5 9 ⸗ vxerkohlte Subſtanz 7780,5 3* Sakze, hauptſaͤchlich ſchwefelſaures Kali, und ſalzſaure Bittererde, 2593,5 15 ⸗ Eiſenoxyd 12967,5 82 ⸗ uunauflsliche erdige Stoffe 70889 200 Gran 172900 Pfund. Nachſatz des Bearbeiters. Bei dem in den obenangefuͤhrten Mittheilungen bekanntgemachten Verſu⸗ chen mit dem Raſenbrennen betrug die gewonnene Aſchenmenge noch mehr, naͤmlich 800 dresdner Scheffel vom magdeb. Morgen, das gibt 3155 Buſhel vom engliſchen Acker. 450 Sechzehntes Kapitel. Ausſtreuens der Aſche mit allen dabei vorkommenden Nebenarbeiten auf dem daſigen Kreideboden 30— 50 Schilling pro Acker betragen, je nachdem die Menge des verbrannten Raſens groß iſt, und da⸗ bei wird in manchen Faͤllen außerordentlich viel Aſche gewonnen. In Suffolk koſtet das Schaͤlen und Brennen in kleinen Haͤufchen, ſobald jenes mit der Hand geſchieht, 30— 40 Schilling vom Acker; mit dem Pfluge nur halb ſo viel, und wird das mit letzterem Ab⸗ geſchaͤlte auf einen großen Haufen gefahren, ſo zahlt man fuͤr die Ladung 4 Pence. In anderen Gegenden, wo das Schaͤlen und Brennen nach dem Maße bezahlt wird, koſtet die Karrenladung 9 Pence, auch wohl wenn die Arbeit ſehr ſchwer, 1 Schilling. In einigen Theilen von Schottland betrugen die Koſten pro Acker: Auf Thonboden 35 Sch.) 3 2 6. d 2 - entwaͤſſerten Suͤmpfen 40 is zen Nebeanhſähni - Torfmooren 45 A N d gewoͤhnlichem Weideland 53 2 Sahiüng. Letzteres jedoch mit Zurechnung des Saatpfluͤgens und Eggens, die zu 13 Schill. angeſchlagen werden. Das Raſenbrennen findet, außer dem Marſchboden hauptſaͤch⸗ lich nur auf armen Laͤndereien ſtatt, auf Kreidehuͤgeln, wuͤſten, mit Haide und Farrenkraut bewachſenen Lehden, und auf rohem Boden aller Art, den man ſchnell in Kultur zu bringen beabſichtigt. Wenn alte Lehden oder Schafweiden mit kreidigem Untergrund zeitig im Sommer geſchaͤlt und gebrannt, und dann zweimal mit dem Pflug bearbeitet werden, liefern ſie, der Boden mag noch aͤr⸗ mer ſein, eine vorzuͤgliche Turnipsernte noch in demſelben Jahre. Dieſe aber auf einem Lande, wo dieſe Frucht nie zuvor geſtanden und durch kein anderes Mittel jemals zu erziehen moͤglich geweſen waͤre, iſt ein ſo großer Vortheil, ſowohl fuͤr den Wirth, als fuͤr das Land ſelbſt, daß es gar nicht noͤthig waͤre, weiter noch etwas zur Empfehlung des Verfahrens zu ſagen, geſchaͤhe es nicht um derer willen, die den Nutzen der Turnips in armen Gegenden noch nicht genau kennen. Eine Turnipsernte auf einem durch Schaͤlen und Brennen kultivirten Boden, ſagt Herr Boys, kann, je nachdem ſie reichlich ausfaͤllt und die Thiere mehr oder weniger Futter beduͤrfen, auf einem Ackerland 5— 12 Schafe waͤhrend der fuͤnf ſchlimmſten Win— termonate ernaͤhren. Iſt der Boden trocken, ſo koͤnnen ſie die ganze Zeit uͤber, ausgenommen bei Regentagen, darauf liegen; ſie Fortſ tteten d ijn ni danach Säel m o ethäl mexfltt geeignete ab der Wezen gepſüg vorgeri lergehan fereo diſem renden gcgebene § von der E den, d Reihe ſchlecht darauf dann gangen gfſätt vor den Gerſte kam der hinterein be em eif NMal u eine a darauf Hierau ttgiebi Somm den Jn ſch mit —— 3—y———y— ————— Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 451 Ntbennrg, Acer n treten dadurch ihn, der gewoͤhnlich ſehr locker iſt, feſt und duͤngen Fit, un 3 ihn mit ihren Excrementen ſo reichlich, daß man im naͤchſten Jahre ſch gmenr danach eine ſehr ergiebige Hafer⸗ oder Gerſtenernte erwarten kann. inn düit Saͤer man unter letztgenannte Gewaͤchſe Klee- und Grasſaamen, ing voni ſo erhaͤlt man ferner das Jahr nachher eine ausgezeichnete Som— 1 itlatmnl merfuͤtterung fuͤr die Schafe und im Herbſt ein fuͤr Weizen wohl t um it geeignetes Land, der hier einen Ertrag, mindeſtens doppelt ſo hoch, Scln 3 als der fruͤhere vor dem Brennen, gibt. Wird hierauf nach dem Faxnnidn Weizen, im vierten Sommer nach dem Brennen, das Land wohl Stili 1 gepfluͤgt, ſo iſt es zum Empfang einer zweiten Turnipsſaat gut d Kife vorgerichtet, und bringt man den Duͤnger, welchen die beiden vor⸗ 3 hergegangenen Strohernten gegeben haben, mit Teichſchlamm, Stra— ßenkoth, Grabenauswurf oder anderer Erde wohl vermengt, zu durchſch dieſem Gewaͤchs auf, ſo kann man abermals von ihm einen loh⸗ aglohne t nenden Ertrag erwarten und mit gleichem Erfolg den vorhin an— chilling. gegebenen Umlauf noch einmal vor ſich gehen laſſen. Herr Boys belegt dies mit mehren intereſſanten Beiſpielen, ad Eggend, von denen wir nachſtehend einige mittheilen wollen. Eine alte Schafweide, deren Oberflaͤche ein lockerer Kreidebo— den haupitt den, der Untergrund reiner Kreidefelſen war, und die eine lange n, wüſſen n Reihe von Jahren ſchon zu Gras gelegen hatte, aber blos ſo frohem Ba ſchlechte Graͤſer trug, daß die Schafe nur aus Hunger getrieben abſichigt darauf fraßen, wurde zeitig im Sommer geſchaͤlt und gebrannt, gem Untaurh dann mehrmals gepfluͤgt und dabei jedesmal eine Menge aufge⸗ n zweina n gangenen Hederichs vernichtet. Im naͤchſten Maͤrz wurde Gerſte mag wh geſaͤet, die 6 Quarter vom Acker gab, und der, nachdem das Land mſelben ai vor dem Winter umgebrochen war, im naͤchſten Jahre abermals uvor gettne Gerſte mit untergeſaͤetem Raygras folgte. Die Ernte von jener üglic grit kam der erſten faſt ganz gleich, und das Raygras gab zwei Jahre itth, a hintereinander eine reichliche Schafweide. Dann aber nahm der er noch ir Ertrag allmaͤhlig ab, ſo daß man das Land im zehnten Jahre nach es rittn dem erſten Schaͤlen und Brennen dieſer Operation zum zweiten begedn Mal unterwarf und dann Anfangs Juli mit Turnips beſaͤete, die eine außerordentliche Groͤße erreichten, und von Tag und Nacht und Arrn darauf liegenden Schafen auf dem Felde ſelbſt verzehrt wurden. m ſe ri Hierauf wurde daſſelbe mit Gerſte und Esparſette beſaͤet, die ſehr lediir, ergiebige Ernten an Koͤrnern und Heu gaben. Letztere wurde zwei bec. Sommer hintereinander zu Heu benutzt, und dann die ſechs folgen⸗ uyſ d den Jahre von Schafen abgeweidet. Als nach dieſer Zeit das Land ſmnaß ſich mit ſchlechten Graͤſern uͤberzogen hatte, wurde es fuͤnf Zoll 452 Sechzehntes Kapitel. tief umgepfluͤgt, die Narbe in große Haufen, die in jeder Richtung gegen 2 Rods(33 Fuß) weit auseinander ſtanden, zuſammenge⸗ bracht, und in dieſen zum dritten Mal verbrannt. Jeder Haufen lieferte funfzehn zweiſpaͤnnige Fuder Aſche; der Acker demnach 600 Fuder. Nachdem dieſelbe ſorgfaͤltig ausgeſtreut worden, wurde ſie un— tergepfluͤgt, und dadurch ein Theil des Untergrundes oder des muͤr— ben Kreidefelſens heraufgebracht, der, mit jener und den unver⸗ brannt gebliebenen überbleibſeln der fruͤheren Ackerkrume unterein⸗ andergemengt eine neue bildete, die waͤhrend der uͤbrigen Zeit des Sommers eine Brachbearbeitung erhielt, und im naͤchſten Fruͤhjahr mit Hafer und Esparſette beſaͤet wurde, die ſehr ergiebig waren, und wodurch ſich nach wenigen Jahren wieder eine ſo dichte Narbe bildete, daß man an ein abermaliges Brennen derſelben denken konnte. Das Reſultat dieſes Verſuches, der von dem Vater des Herrn Boys gemacht wurde, gab Veranlaſſung zu dem von ihm ange⸗ nommenen Verfahren, das er 37 Jahre hindurch auf einer Flaͤche von 267 Ackern mit gleichem Erfolge beobachtete. Er ſchaͤlte und brannte einen Theil des huͤgeligen Weidelan— des zweimal hintereinander, und erhielt von der erſten Gerſtenernte ſieben, von der zweiten fuͤnf Buſheln Koͤrner erſter Guͤte vom Acker. Auf den unter die letztere geſaͤeten Klee folgte Weizen, der drei Buſhel vom Acker gab auf einem Lande, auf dem Niemand vor⸗ her Weizen und ſelbſt Gerſte geſehen hatte. Im Fruͤhling nach dieſer Weizenernte wurde daſſelbe mit einem Kompoſt von Miſt, Lehm und Torfaſche in dem Maße von 40 Fudern geduͤngt, und hierauf, nachdem es einige Jahre mit Raygras, weißem und rothem Klee angeſaͤet, zur Weide gelegen hatte, zum dritten Mal geſchaͤlt und gebrannt, erſteres ſtellenweis bis zu einer Tiefe von 5 Zoll, und es verdient bemerkt zu werden, daß nicht nur die darauf fol— genden Wicken, Weizen und Hafer, ſondern auch alle ſpaͤteren Fruͤchte da am beſten gediehen, wo das Schaͤlen am tiefſten ge⸗ ſchehen war. Ein Feld von 20 Ackern Flaͤche, deſſen Boden ſo arm, loſe, ſeicht, kreidehaltig und uͤbel beſchaffen war, wie auf keinem der vorhergehenden, oder in der ganzen Nachbarſchaft, wurde ſorgfaͤltig geſchaͤlt und gebrannt, und hierauf mit Gerſte beſaͤet, welche 66 Quarters gab, alſo einen Ertrag, der hingereicht haͤtte, das ganze Grundſtuͤck zu kaufen. Nachdem es hierauf einige Jahre Espar— ſette getragen, wurde es abermals gebrannt, und dann mit Weizen Fortſe beſcͤet der Ni kommen En ebenfale nach de ſeell.) nachſtfo ſonders gung w zu Dun do Bol drrauf li Gerſemer ſäet won nachher Narbe 5 dra Be das R. ihm ab Fruchte an Iw gebrach denarte iberye iſt auch des Naſe bon Da ünne d abran als das Itland ſenbrer der B. gehörte Luchh doch n degen Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 453 jiäe gi 1 Van beſaͤet, deſſen Ertrag nach allgemeiner Schaͤtzung mehr betrug, als : Jda ga der Preis des Grundſtuͤcks, wenn es zum ſenülichen Verkauf ge⸗ ir dei kommen waͤre. n wundſe⸗ Ein anderes Feld von 33 Ackern, an n jenes graͤnzend, wurde ohrr den ebenfal 1 geſch chaͤlt und gebrannt, hierauf mit Turnips beſaͤet, und und den 16 nach dieſen mit Gerſte, dann mit Klee und zuletzt mit Weizen be⸗ krum⸗ uir ſtellt. Nach deſſen Ernte ſuchte man das Feld im Herbſt und brgen zir naͤchſtfolgenden Fruͤhjahr durch mehrmaliges Pfluͤgen in einen be⸗ hſte di ſonders guten Zuſtand zu verſetzen, dann brachte man eine Men⸗ enitin u gung von gleichen Theilen Miſt, Lehm und Torfaſche als Duͤnger dißen zu Turnips auf, die im Verhaͤltniß zur natuͤrlichen Beſchaffenheit — 3 des Bodens einen ſehr hohen Ertrag gaben, von Tag und Nacht 1 darauf liegenden Schafen verzehrt wurden, und eine ausgezeichnete Gerſtenernte zur Folge hatten. Es war Esparſette darunter ge⸗ ater de h ſaͤet worden, die dabei gute Heuernten, vom Acker eine Tonne, und on im p nachher eine gute, ſo dichte Schafweide gab, daß ſich wieder eine uf einer Narbe gebildet hat, weit dichter, als die fruͤhere. Herr Boys meint, er habe immer gefunden, daß unter den igen Wäil drei Bodenarten, kalkigem, ſandigem und thonigem, der letztere durch en Getſam das Raſenbrennen am wenigſten, der erſte am meiſten gewinne, Büte vonh ihm aber doch kein Fall bekannt worden ſei, wo daſſelbe nicht die eten, dan Fruchtbarkeit, bald mehr, bald weniger erhoͤht habe. Nemand e Trotz dieſer Beweiſe von ſeiner Nuͤtzlichkeit fehlt es doch nicht Früͤhling ut an Zweiflern, welche der Meinung ſind, daß die dadurch hervor⸗ poſt vun Kij gebrachte Verringerung der Dammerde auf uͤberhaupt flachen Bo⸗ gedüng, m denarten nur nachtheilig und der davon gehabte Nutzen nur vor— zem und vi uͤbergehend den Werth des Landes herabſetzend ſein koͤnne. Daran 1 Ma gt iſt auch gewiß viel Wahres, und ſelbſt die eifrigſten Vertheidiger fe von 5 30 des Raſenbrennens koͤnnen nicht ablaͤugnen, daß dadurch die Schicht die daruff von Dammerde verringert werde; ſie ſagen zwar, die Ackerkrume alle pimn koͤnne dadurch nicht an Staͤrke verlieren; aber das, was davon m tieſten verbrannt wird, betraͤgt doch offenbar mehr an Maſſe und Gewicht, als das, was davon zuruͤckbleibt; auch hat man, namentlich in ſo mn, l Irland, viele Beiſpiele, daß durch unmaͤßige Anwendung des Ra— if kum ſenbrennens, verbunden mit angeſtrengtem Fruchtbau ohne Duͤnger, nde ſüt) der Boden ſo erſchoͤpft wurde, daß ſpaͤterhin viele Jahre dazu vich d gehoͤrten, ihn nur einigermaßen wieder zu Kraͤften zu bringen. f w gnnze Auch hat man ſelbiges in Schottland faſt gaͤnzlich aufgegeben, je⸗ dur bohr doch wohl hauptſaͤchlich des dazu unguͤnſtigen feuchten Klima's rri Wiin wegen, wenigſtens wendet man es faſt nur noch bei der Urbar⸗ ————Dʒ Sechzehntes Kapitel. machung von Sumpfland an. Dieſe Nachtheile des Raſenbrennens treten indeſſen nur dann hervor, wenn ohne Einſicht von ihm Ge⸗ brauch gemacht und keine vernuͤnftige Fruchtfolge mit gehoͤriger Miſtduͤngung damit verbunden wird. Vornehmlich wird es ſich auf einem geſunden, trockenen, muͤrben, mit einer guten, ſuͤßen Grasnarbe uͤberzogenen Boden, der durch den Weidegang der Schafe immer mehr verbeſſert wird, meiſtentheils nachtheilig erwei⸗ ſen, wenn nicht eine vorzuͤglich gute und zweckmaͤßige Behandlung damit verbunden wird. Dagegen fuͤr Marſch-, Sumpf⸗-, Torf— und Moorboden, auf Haideland, alten Viehtriften, mit Ginſter be⸗ wachſenen Lehden, und auf allen mit einem dichten, zaͤhen Raſen von ſchlechter Beſchaffenheit uͤberzogenen Grundſtuͤcken gibt es ge— wiß kein beſſeres, ſichreres und wohlfeileres Mittel, ſie ſchnell in einen guten Kulturzuſtand zu verſetzen, als das Raſenbrennen. In einem ſo wilden, rohen Boden ſchlummern die pflanzennaͤh⸗ renden Kraͤfte ſo tief, daß, wenn er ohne dieſe Vorbereitung unter den Pflug genommen wird, der Raſen und die anderen ungſſtoͤrt gebliebenen Gewaͤchſe nicht nur deſſen Gang vielfach hemmen, ſon⸗ dern auch eine Herberge fuͤr Regenwuͤrmer, Schnecken und ande⸗ res Ungeziefer abgeben, die durch das Raſenbrennen ſaͤmmtlich vernichtet werden. Iſt daneben der Boden auch noch ſchwer, ſo traͤgt die Aſche weſentlich zu ſeiner Lockerung, ſo wie zur Erhoͤhung ſeiner Thaͤtigkeit bei und dadurch wird ihm eine Fruchtbarkeit er— theilt, die auf andere Weiſe nicht zu erlangen iſt. Die Raſennarbe in den Marſchlaͤndereien iſt in der That ſo dicht und zaͤhe, daß ohne Hilfe des Brennens in mehren Jahren ihre Verweſung nicht erfolgt; auch hat man gefunden, daß ohne Anwendung deſ⸗ ſelben die Ruͤbſaat auf ſolchem Lande nicht uͤppig genug waͤchſt, um Schafe darauf maͤſten zu koͤnnen. Es iſt dagegen erinnert worden, daß zwar die durch das Brennen gewonnene Aſche ein ausgezeichnetes Reizmittel fuͤr die im Boden ſchlummernde Triebkraft ſei, daß dieſelbe aber durch die Faͤulniß des Raſens viel laͤnger darin erhalten und das Land durch jenes Verfahren bald voͤllig erſchoͤpft werde, wenn man nicht mit einer das Verlorne voͤllig erſetzenden Menge von Duͤnger fau— lender Art zu Hilfe komme. Ohne die Richtigkeit dieſer Anſicht in Abrede zu ſtellen, iſt doch dagegen zu bemerken, daß der bloße Umbruch des Raſens langſam zum Ziele fuͤhrt, das Ackerwerk fuͤr lange Zeit erſchwert und keinen ſicheren Erfolg gewaͤhrt, waͤhrend das Raſenbrennen, mit gehoͤriger Sorgfalt ausgefuͤhrt, und mit Fortſe iiner ibt der Din Vernlaſ Sol vollkomm fälter un und widd Weſſe ni Thrt nu ſolchs! verſeten. Ei dickn R Brnnen 1 Tho mmzen 8 derſ mi vog d hier un giebig auf, na mit der gen tü Forcher ſo geht dann g fürs Erſ 1 Sunpf, d mit Gini ten, zahen ne ücken git s, l, ſie ſtei 8 Raſentune die pfaanen orbereiug n andern uyin ich hemnen ſe necken un d ennen ſäuit noch ſche, wie zur Et Fruchtoatä Die Kaſemne und zähe, ihre Veriin Anwenduwi enug vif Pdie dub zwittl i aber u und di h enn mut jDinpr ir diſſr Uf d i l Lnmn ir Ftr. rägend n, un 1 Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 455 einer uͤbrigens richtigen Behandlung, ſo wie mit gehoͤriger naͤhren⸗ der Duͤngung verbunden, keineswegs zur Erſchoͤpfung des Bodens Veranlaſſung gibt. Soll aber daſſelbe wirklich Nutzen bringen, ſo muß ſtets eine vollkommene Trockenlegung des Bodens damit vereint werden, je kaͤlter und thoniger zumal der Boden an ſich iſt; geſchieht dieſes und wird dadurch nur die obere, ſchlechte, nutzloſe, auf andere Weiſe nicht leicht zerſtoͤrbare Raſendecke vernichtet, ſo iſt in der That nur eine recht erbaͤrmliche fernere Wirthſchaftsweiſe im Stande, ſolches Land wieder in ſeinen fruͤheren, ſchlechten Zuſtand zu verſetzen. Einen kalten Klay- oder zaͤhen Thonboden, der mit einem dicken Raſen oben erwaͤhnter Art bekleidet iſt, ſchaͤlt man zum Brennen gewoͤhnlich etwas tiefer, als andere Bodenarten, um et⸗ was Thon mit zu roͤſten und dadurch ſeine Gebundenheit einiger— maßen zu vermindern. Man beſaͤet ihn dann gewoͤhnlich zuvoͤr— derſt mit Hafer, weil Turnips, ſelbſt wenn der Boden locker ge— nug dazu erſcheinen ſollte, doch als erſte Frucht nach dem Brennen hier unſicher ſind, Hafer dagegen in der Regel außerordentlich er— giebig iſt. Die verſtaͤndigeren Landwirthe bringen ſogar noch Kalk auf, nachdem die Aſche geſtreut worden und vermengen beide innig mit dem Boden, indem ſie dreimal pfluͤgen und nach jedem Pfluͤ⸗ gen tuͤchtig eggen. Dabei iſt es nothwendig, nur ganz ſeichte Furchen zu nehmen; denn werden Aſche und Kalk tief vergraben, ſo geht ein großer Theil der Wirkung verloren*). Sie nehmen dann gewoͤhnlich Ruͤbſen als erſte Frucht, und bewirthſchaften nun das Land in einer ihm angemeſſenen Fruchtfolge. Wie aber auch dieſelbe ſei, ſo muß Regel bleiben, die erbauten Futtergewaͤchſe auf dem Felde ſelbſt verzehren zu laſſen, oder ihm, wenn ſie auf dem Stall verfuͤttert werden, den Duͤnger wieder zuzufuͤhren, der aus ihnen und dem darauf gewonnenen Stroh hervorgeht. Dieſelben Bemerkungen paſſen auch groͤßtentheils auf die dem Brennen unterworfenen Marſchlaͤndereien. Bei denen mittlerer *) Man hat vielfaͤltig die Bemerkung gemacht, daß nach dem unterpfluͤ⸗ gen des Duͤngers, von welcher Art derſelbe auch ſei, die zweite Ernte oft weit beſſer iſt, als die erſte. Die Urſache davon iſt gewoͤhnlich, daß die Duͤn⸗ gung zu tief eingeackert wird. Deshalb empfiehlt man, nach dem Raſenbren⸗ nen zuvoͤrderſt zwiſchen den Reihen der Brennhaufen hinzuackern, dann erſt die Aſche auf die rauhe Furche ganz gleichmaͤßig auszuſtreuen und ſie hier fuͤrs Erſte blos einzueggen. 456 Sechzehntes Kapitel. Guͤte wird gewoͤhnlich folgendes Verfahren beobachtet: nachdem ſie voͤllig trocken gelegt ſind, geſchieht das Schaͤlen und Brennen, dann wird Raps oder Ruͤbſen geſaͤet, den die Schafe abfreſſen; darauf folgt Hafer, dieſem abermals Ruͤbſen und nun noch einmal Hafer mit untergeſaͤetem Klee- und Grasſaamen. Einige nehmen indeſſen auch zweimal Hafer hintereinander, oder laſſen dem erſten Hafer Weizen folgen und fahren damit, von Zeit zu Zeit einmal Klee oder Ruͤbſen einſchiebend, ſo lange fort, bis das Land ent— weder in einem ganz erſchoͤpften Zuſtande zu Gras niedergelegt, oder abermals gebrannt wird. In Lincolnſhire jedoch, wo der ſtrenge Marſchboden regelmaͤßig als Ackerland benutzt wird, iſt die Rotation folgende: Raps, dann Hafer, hierauf Bohnen, Weizen, Klee und Weizen abwechſelnd. Man laͤßt auch bisweilen hier, wie in einigen reichen Marſchen von Cambridgeſhire, Raps und Ruͤbſen bisweilen zur Reife kommen. Sie ſind zwar ſehr zehrende Fruͤchte, geben aber in manchen Jahren einen außerordentlichen Ertrag; auch der Hafer iſt uͤberaus ergibig und wird theuer be— zahlt zu Saamen fuͤr Hoͤheboden. Aus den vorhergehend gemachten Mittheilungen und Zuſam— menſtellungen uͤber dieſen Gegenſtand duͤrfte ſich nunmehr folgendes Endreſultat ziehen laſſen. Es iſt gewiß, daß durch das Schaͤlen und Brennen des Bodens ſtets einiger Verluſt an Humus ent— „ ſteht, und es daher nur da wirklich nutzbar ſein kann, wo ein überfluß an unzerſetzten Pflanzentheilen in einem unthaͤtigen Zu— ſtande zu finden iſt; denn eine bedeutende Anhaͤufung von harten filzigen Graͤſern und Holzfaſern, womit manches Grundſtuͤck uͤber— zogen iſt, verwandelt ſich durch die natuͤrliche Zerſetzung nur auf ſehr langſame Weiſe in milden Humus, wird ſelbſt durch die An— wendung von Kalk nicht ſchnell zur Kultur geeignet. Das Bren— nen hat ferner die Wirkung, daß ſtrenger Thonboden dadurch an Bindung verliert, folglich nicht nur leichter zu bearbeiten, ſondern auch minder waſſerhal ltend wird; denn Davy's Verſuche haben er— geben, daß die waſſerhaltende Kraft des Thons durch das Brennen von 5 auf 2 herabgebracht wird. Das Brennen, mit Einſicht ausgefuͤhrt, kann daher einem zaͤhen, feuchten, kalten Boden die entgegengeſetzten Eigenſchaften verleihen und ihn zur Kultur ge— ſchickter machen. Die Bodenarten dagegen, denen es leicht nach— theilig wird, ſind die ſandigen und ſteinigen, denen es noch dazu an organiſchen überreſten fehlt; denn es zerſtoͤrt hier den geringen Vorrath daran zum großen Theil und ſichert daher die Fruchtbar⸗ Foriſ keit des das Sch ſaͤhe ri in Fiur beftet ſi Grabena Wiſe ei Es Brennen und dad ſein, we nur mit machen richig an neuen O werden d bald gan Ernten ſind ger durch d Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Vom Raſenbrennen. 457 9 An keit des Landes nicht fuͤr die Dauer. Auf Boden dieſer Art wirkt haf n das Schaͤlen ohne Brennen guͤnſtiger, ſobald naͤmlich die Ober⸗ 1 zn flaͤche viel Wurzelunkraͤuter und zaͤhen Raſen enthaͤlt, die ſchwer Ein enne in Faͤulniß uͤbergehen. Man eggt und recht ſelbige ſorgfaͤltig ab, ſer b nimr befreit ſie moͤglichſt von Erde und bringt ſie mit Kalk, Teichſchlamm, dem e Grabenauswurf, auch wohl Thon zuſammen und bildet auf dieſe zu Jeit ine Weiſe einen ſehr wirkſamen Mengeduͤnger. ds dnd d Es iſt uͤbrigens mehr dem unbeſonnenen Fruchtbau nach dem a nidanin Brennen, als dieſem ſelbſt zuzuſchreiben, wenn es Schaden brachte, doch, wo und dadurch in einen uͤbeln Ruf kam. Unrecht wuͤrde es freilich t wind if ſein, wenn man von ihm auf einem wohlkultivirten Boden, der ſich Nen, Ven nur mit einer milden, leicht faulenden Narbe bekleidet hat, Gebrauch ſsweilen machen wollte; aber auf einem der obenangezeigten Art wirkt es, e, Rapsn richtig angewendet, Wunder. Es ertheilt zwar demſelben keine ſehr zehre neuen Dungkraͤfte, aber alle organiſche Überreſte, die er enthaͤlt, gerordentlit werden dadurch in Pflanzennahrung umgewandelt, die allerdings ind theur bald ganz zu erſchoͤpfen iſt, wenn immerfort nach dem Brennen Ernten ohne Erſatz dafuͤr genommen werden. Die erſten Ernten n und Ilir ſind gewoͤhnlich ſehr ergiebig und manche Landwirthe, verfuͤhrt meht fägene durch den großen Vortheil, den ſie dadurch auf einmal erlangen, h ds Edil ſuchen nun durch einen fortgeſetzten Anbau von Fruͤchten, ohne n Hun n Dazwiſchenkunft von Futtergewaͤchſen oder ſtaͤrkender Duͤngung die kann, wi Wirkung der Aſche ſo lange zu benutzen, bis der Boden zur voͤl— untöätin d ligen Werthloſigkeit herabſinkt. ung uun or Daraus ergeben ſich folgende Regeln: urdflt ir 1) Das Land iſt zuvoͤrderſt vollkommen zu entwaͤſſern und ſetzung nur d trocken zu legen. 4 drrh ür⸗ 2) Die Tiefe des Schaͤlens muß ſich nach der Beſchaffenheit . DR br⸗ des Raſens und der Staͤrke der Narbe richten. 3) Das Abgeſchaͤlte muß langſam, aber vollſtaͤndig verbrannt und dabei ſorgfaͤltig das Erhaͤrten des Bodens unter den Haufen durch das Feuer vermieden werden. een dadud beiten, eim 5 4) Die Aſche muß gleichmaͤßig und ſo friſch wie moͤglich, wenn mit Erſt es ſein kann, noch warm, ſeicht untergepfluͤgt werden, weil dann en Bir ihre Atzkraft mehr Wirkung aͤußert. t Aulr e 5) Auf zaͤhem Thonboden bringt es Vortheil, der Aſche noch Was Kalk zuzuſetzen. 6 aui 6) Die Ausſaat ſollte ſtets ſo bald als moͤglich nach dem 8 3 Unterpfluͤgen der Aſche vorgenommen werden. vn 7) Der Fruchtbau nach dem Brennen beginnt am beſten mit decrucſte 458 Siebzehntes Kapitel. Turnips oder Ruͤbſen; nimmt man aber zuerſt Hafer oder Gerſte, ſo ſollten ſtets zwei Futtergewaͤchſe hintereinander darauf folgen; Weizen iſt nicht eher auf ſolchem Lande mit Vortheil zu bauen, als bis es in einen vollkommenen Kulturzuſtand verſetzt und ganz rein iſt. tem Boden gewonnenen Ernten erfolgte, oder erfolgen koͤnnte, muß ihm als Duͤnger wieder zuruͤckgegeben werden. Befolgt man dieſe Regeln, dann gewaͤhrt das Raſenbrennen gewiß großen Nutzen. Wenn wir daher denen nicht beiſtimmen, welche daſſelbe verwerfen, ſo gehoͤren wir doch auch nicht zu ſeinen uͤberſchwenglichen Lobrednern und meinen, daß eine Wiederholung dieſer Operation auf demſelben Grundſtuͤck unnoͤthig ſei, wenn ſolches fernerhin richtig behandelt wird, weil es in dieſem Falle unmoͤglich wieder in einen Zuſtand zuruͤckſinken kann, wo ein neues Brennen rathſam wird. Siebzehntes Kapitel. Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Gebrannter oder vielmehr geroͤſteter Thon. Das Brennen des Thons zu Duͤnger wird fuͤr eine Erfindung des Carl von Halifax gehalten und ſoll in England vor dem Jahre 1730 nicht in Anwendung gekommen ſein; es war indeſſen daſelbſt ſchon vor ſehr langer Zeit bekannt, und wird bereits in mancher alten Schrift uͤber Ackerbau erwaͤhnt. In einer derſelben, die vor laͤnger als einem Jahrhundert herauskam und den Titel fuͤhrt: „der praktiſche Farmer oder der Herefordſhire'ſche Landwirth“ wird das dabei zu beobachtende Verfahren auf eine von dem jetzigen wenig abweichende Weiſe beſchrieben. In dem Wegweiſer fuͤr Landedelleute(the Country Gentleman's Companion), der 1732 in London erſchien, befinden ſich auch zwei Abbildungen von dazu 8) Der ſaͤmmtliche Miſt, welcher aus den, auf ſo behandel⸗ Fort. vorgeſch daß dis und Sc Dungnit berurſoch vor unde Totfmoor auf dieſe roughs, dieſen und Her tor nic hahm J Den 8lö dur üi du in Gege den, au Ackerbau ſebung Thon d als jede Schrifte gezeichne He fald zun bin gehr alf beiden fuiher zu d auf j in nicſ vom eng da ſie a Theil d ··Q C uing Cla) mahte Er y Chuud —— —— Fortſ. der mineral. Dungmittel. Gebrannter od. geroͤſteter Thon. 459 ſt der ge vorgeſchlagenen Ofen, und mehre Briefe, worin beſtaͤtigt wird, naf 5 V daß das Brennen des Thons in mehren Gegenden von England r 8 da und Schottland verſucht worden ſei, und das dadurch gewonnene 1 m Dungmittel zwar mehr, als Kalk und Miſt geleiſtet, aber zu viel Koſten verurſacht habe. Im Norden von Irland iſt es ebenfalls ſchon üf ſo bm vor undenklichen Zeiten ausgeuͤbt worden, und in der Naͤhe von eſügen iin Torfmooren, wo das Brennmaterial leicht zu haben, erhaͤlt man auf dieſe Weiſe einen guten und wohlfeilen Duͤnger. Herr Bur⸗ 3 Raſentrmn roughs ertheilte demſelben in einer neben mehren anderen uͤber iht beiſime dieſen Gegenſtand erſchienenen Schrift ſehr warme Lobſpruͤche, nicht uſi. und Herr Cartwright erhielt fuͤr ſeine damit gemachten Verſuche Wiedatan vor nicht gar langer Zeit von der Geſellſchaft der Kuͤnſte die hig ſei, n goldne Medallle. dicſm Dennoch kam dieſes Verfahren faſt ganz außer Gebrauch, bis wo enn n 1815 durch einige Briefe im Farmersmagazin und ein paar Jahr ſpaͤter durch den General Beatſon die Aufmerkſamkeit neu auf die⸗ ſen Gegenſtand gelenkt wurde. Letzterer verſichert in ſeiner bekann⸗ ten, auch in Deutſchland Aufſehn erregenden Schrift:„Neues Ackerbauſyſtem ohne Duͤnger, Pflug und Brache“(deutſche Über⸗ ſetzung, Ilmenau 1828), daß nach ſeinen Verſuchen mit geroͤſtetem Thon derſelbe eben ſo viel, in manchen Faͤllen noch mehr leiſte, l. als jedes andere Dungmittel. Dies wird beſtaͤtigt durch zwei andre Schriften*), die faſt daſſelbe behaupten, und die Erfahrung aus⸗ gezeichneter Landwirthe ſpricht ebenfalls dafuͤr. Herr Craig zu Cally in Gallowayſhire duͤngte ein Turnips⸗ ebrannter feld zum Theil mit verrottetem Stallmiſt, zum Theil mit Aſche von gebranntem Thon. Die Saat von der gelben Art geſchah auf beiden Theilen an einem Tage, aber die auf letzterem kam weit fruͤher zum Vorſchein und gab einen ungleich hoͤhern Ertrag als eine Eft die auf jenem und irgend eine in der Umgegend. Darauf folgten vor dn im naͤchſten Jahr ſchwediſche Turnips, von denen man 40 Tonnen indeſſn din vom engliſchen Acker Ertrag, mit Einſchluß der Blaͤtter, erwartete, eits in untt da ſie aber mitten in einem Wildgehege ſtanden, wurde ein großer rſeben ün Theil der Ernte von Faſanen und Haſen verwuͤſtet. en Ti iff andwi thn n den Yögen*) Cheap Manure produced by the newly-discovered Methods of Bur- Varii fur ning Clay, York 1822(Wohlfeiles Dungmittel, erzeugt durch die kuͤrzlich ge⸗ 1 32 ſ machte Erfindung des Thonbrennens); und Practical Hints on Burning Clayetc- ) vl. by Charles Poppy. Ipswich 1830(Praktiſche Anweiſung zum Thonbrennen.) unn imn d I. 30 460 Siebzehntes Kapitel. Ein Freund von jenem, ein großer Pachter, erhielt von der Hochlandsgeſellſchaft den erſten Preis, weil er 20 Acker mit Thon⸗ aſche, 45 Karrenladungen pro Acker, geduͤngt hatte. Er verminderte dieſe Quantitaͤt ſpaͤterhin auf 30 Karrenladungen und erklaͤrte ſich ſo zufrieden mit dem Erfolge, daß er verſicherte, er werde nie wie⸗ der Duͤnger aus Kirkeudbright, das nur 1 ½ Meile von ſeinem Gute entfernt liegt, anfahren, ſelbſt wenn er ihn daſelbſt umſonſt bekommen koͤnnte. Auch auf einem Gute mit ſtrengem Thonboden in Annandalne in Schottland wurde gebrannter Klay, ſechzig Karrenladungen pro Acker, zu Turnips aufgefahren; dieſe gaben danach einen hoͤhern Ertrag, als nach einer Miſtduͤngung auf demſelben Felde, und bei der darauf folgenden Gerſte war kein Unterſchied zu bemerken. Die Koſten betrugen, es war im Jahr 1818, nicht mehr, als ſechs Pence fuͤr die Karrenladung, mit Ausſchluß jedoch des Fuhrlohns, und in manchen Zeiten des Jahres gar nur 3— 4 Pence. Herr Curwen verſichert ebenfalls, daß er auf ſeinem Landgut in Weſtmoreland 50 Acker ſchwediſche Turnips mit 2000 Karrenla⸗ dungen Thonaſche geduͤngt und danach eine eben ſo reichliche Ernte wie nach einer ſtarken Miſtduͤngung erhalten habe. Der Generalmajor Vavaſour auf Melbourne Hall bei Pock⸗ lington in Yorkſhire, der ſein Landgut mit ſtrengem Thonboden in einem ſehr entkraͤfteten Zuſtande uͤbernahm, fing das Thonbren⸗ nen auch an, und brachte die davon gewonnene Aſche gegen 25 Tonnen pro Acker auf die eine Haͤlfte eines Turnipsfeldes, deſſen andere eine Miſtduͤngung von 15 Tonnen pro Acker erhielt. Die Ruͤben gaben nach jener Duͤngung einen hoͤhern Ertrag, als nach dieſer. Daſſelbe Ergebniß fand ebendaſelbſt bei Koͤrnerfruͤchten ſtatt, und Land, das, mit Futtergewaͤchſen angeſaͤet, niedergelegt wurde, zeigte nach einer Überduͤngung mit Thonaſche eine beſonders uͤppige Vegetation. Dieſe Verſuche wurden, wie man ſieht, blos mit ungleichen Mengen von Thonaſche und Stallmiſt angeſtellt; Herr Cartwright verglich aber in ſeinen Verſuchen 400 Buſhel Thonaſche; 100 B. Holzaſche und 50 B. Ruß, als Duͤngung pro Acker, auf gleichen Flaͤchen eines kalten, naſſen, zaͤhen Bodens, von dem er auch ein gleich großes Stuͤck voͤllig ohne Duͤnger ließ. Die Reſultate die⸗ ſes Verſuches waren folgende: Fottſ Gehr. T. Hohzaſh Ruß Ungedün Oar geb ſchid zu viellicht winder warum! der unger Mütl, d u ernit ds geöra uß der J ſamer ge hones: daftr m Hohzaſch das Str He Kalk als nen gele du über häbe die die gebna 1 1' hah auf Mor vof Fatt in einem ha m überau brannte vermehrt theilt er A eeße drau dun goönnnte Kalk und ———— jciet nd Fortſ. der mineral. Dungmittel. Gebrannter od. geroͤſteter Thon. 461 5 nü Rutabaga. Kohlrabi. Kartoffeln. Gerſte. „et lmaiir Gebr. Thon 25 Tonn. 2 Ctr. 6 T. 17 ½ Ctr. 480 Buſh. 4 Qrt. 4 Bſh. undamf Folzaſche 23 ⸗ 12„ 3⸗16% ⸗ 456* 4 ⸗„ 2 ⸗ er wademen Ruß 16 ⸗ 12 ½⸗ 4⸗ 17 ½ ⸗ 432 ⸗„ 4 ⸗ 2 ⸗ lele don ſtr Ungedüngt 10 ⸗ 4 ⸗ 4⸗ 7 ½ ⸗ 340 ⸗ 3 ⸗=⸗ diſäbſt me Der gebrannte Thon behauptete demnach den Vorzug; der Unter⸗ ſchied zwiſchen den uͤberduͤngten und nicht uͤberduͤngten Ruͤben iſt en in Annie vielleicht zum Theil dem Umſtande mit zuzuſchreiben, daß jene arrenlädungn, minder von dem Erdfloh litten; ſchwer aber iſt es zu ekklaͤren, nach eineg warum der mit, Holzaſche uͤberſtreute Kohlrabi weniger gab, als en Fede 9 der ungeduͤngte. Cartwright ſagt ferner, daß er zwar kein andres ſed zu bet Mittel, die Erfolge der auf Grasland von ihm gemachten Verſuche tmahr, 6 zu ermitteln gehabt habe, als das Auge, daß aber die Wirkung h des Rait des gebrannten Thons unbezweifelt die groͤßte geweſen ſei, und „4 Pen daß der Ruß ſich jederzeit, mit Ausnahme des obigen Falles, wirk— ſamer gezeigt habe, als die Holzaſche. Die Menge des gebrannten ſeinem dande Thones war allerdings weit groͤßer, aber er berechnet die Ausgabe t 2000 en dafuͤr nur auf 15 Schilling, waͤhrend der Ruß ſowohl, wie die ſo rechlikln Holzaſche 50 Shilling koſteten; dabei iſt jedoch zu bemerken, daß ve. das Streuen und Anfahren von jenem mehr Koſten verurſachten. . Herr Burroughs ſagt, es ſei ſchwer diejenigen, welche den ne Hil big Kalk als ein werthvolles Dungmittel fuͤr manche Bodenarten ken— engen Teiet nen gelernt, und den gebrannten Thon noch nicht verſucht haͤtten, ng daö Aheir zu uͤberzeugen, daß dieſer fruchtbarer mache, als jener; ihm aber e Aſce aam. habe die Erfahrung, die mehr gelte, als alles Andre, gelehrt, daß nipsſedds, die gebrannte Erde auf manchem Boden mehr wirke, als Kalk. cet erhilt n„Ich habe ſie, fuͤgt er hinzu, auf Thon- auf leichtem Lehm- und Ertrag d auf Moorboden angewendet, und uͤberall brachte ſie gute Ernten i Körnrftt von Kartoffeln, Turnips und dem darauffolgenden Getreide hervor; ſaet, nath in einem Falle beſonders, wo eine Kalkduͤngung nichts gefruchtet he eine bfäbe hatte, machte eine überduͤngung mit gebranntem Thon das Land uͤberaus tragbar. Kalk reizt nur und lockert den Boden; die ge⸗ brannte Erde beſitzt aber nicht allein dieſe Eigenſchaften, ſondern 5 he vermehrt auch wirklich die Fruchtbarkeit.“ Zum Beweis davon rinn theilt er folgende Thatſachen mit: naſche; 10 9 1) Ein Feld mit leichtem ſandigem Lehmboden, das Weizen fer, uf gu getragen hatte, wurde im folgenden Fruͤhjahr mit Gerſte beſaͤet, dem e aci dazu durch eine Winterbrache gut zubereitet, und zum Theil mit ie Flüla lux i gebranntem Thon, zum Theil mit Kalk und mit Kompoſt aus Kalk und Thon geduͤngt. Die Beſtellung war auf beiden Theilen 30* 462 Siebzehntes Kapitel. ganz gleich; aber der mit gebranntem Thon geduͤngte gab mehr vom Acker und beſſere Koͤrner. 2) Auf einem Felde mit Moorboden, das zu Kartoffeln be⸗ ſtimmt war, wurde eine ſtarke Duͤngung von Kalk und bindendem Thon, untereinandergemengt, aufgebracht, weil man nicht glaubte, daß reiner Kalk Nutzen auf ihm bringen werde; ein Theil dieſes Feldes blieb jedoch ungeduͤngt liegen bis in die Mitte des Mais, und wurde dann mit gebrannter Erde uͤberſtreut, die man von den Vorarten gewonnen hatte. Die Ernte war hier ergiebiger, als auf dem mit jener Mengung geduͤngten Theile. Er ſetzt dann noch hinzu, daß die gebrannte Erde ein beſon⸗ ders guter Duͤnger fuͤr alle Arten von Turnips auf verſchiedenen Bodenarten ſei, und ſelbſt die ſchwediſchen, die auf leichtem Boden nicht gut gedeihen, danach beſſer wachſen, als nach einer Miſtduͤn⸗ gung und weit weniger von dem Erdfloh leiden. Es mag Man⸗ chen ſcheinen, als koͤnne die gebrannte Erde in trockenen Jahr⸗ gaͤngen nachtheilig wirken, weil ſie nach ihrer Meinung weder be⸗ fruchtende Eigenſchaften beſitzt, noch Feuchtigkeit anhaltend iſt; es verhaͤlt ſich aber keineswegs ſo; die gebrannte Erde verleiht im Gegentheil dem Boden, auf welchen man ſie bringt, die Faͤhigkeit aus der Atmoſphaͤre Feuchtigkeit anzuziehen, und macht ihn zugleich ſo locker, daß die Pflanzenwurzeln ungemein leicht darin ſich ver⸗ breiten und ihre Nahrung aufſuchen koͤnnen. Ich habe oft bemerkt, daß der Stallduͤnger bei ſehr trockner Witterung den Pflanzen nicht hinlaͤngliche Feuchtigkeit verſchafft, ſo daß ſie danach verkuͤmmern, waͤhrend ſie, in Aſche oder in gebrannte Erde geſaͤet, bei ſolchem Wetter freudig fortwachſen.“ Das Gut des Generals Beatſon, welches 300 Acker Land, davon 120 Acker unter dem Pflug, haͤlt, wurde einige Jahre bis zu ſeinem Tod auf eine ganz eigne Weiſe bewirthſchaftet., Fruͤher war es ſo uneintraͤglich, daß er es ganz abgeben wollte, als ſeine Aufmerkſamkeit auf eine kleine Koppel gezogen wurde, wo er mit gebranntem Thon 4 Verſuche, zu 10, 20, 30 und 40 Karrenla⸗ dungen pro Acker angeſtellt hatte; daneben war ein Stuͤck ganz ungeduͤngt geblieben und das übrige mit verrottetem Stallmiſt in dem Verhaͤltniß von 40 Fudern pro Acker geduͤngt worden; das ganze Feld erhielt voͤllig gleiche Behandlung, wurde ſorgfaͤltig ſkar⸗ rificirt, geeggt und bedrillt. Der mit gebranntem Thon geduͤngte Theil deſſelben zeichnete ſich bei drei hintereinander folgenden Ern⸗ ten, erſtens Gemenge von Wicken und Hafer, dann zweimal Wei⸗ Jott zen rie nen n tele.4 heobach hinteti namlich nit geb anlagen D es taue ſandige wohl a ritung volſtamd Darren auch, d barmach rüſtet zennat ſowot Lttzter Jene letzter bereit einen Fäll I ett wi in, ſe ich ni tlang diefet Koͤrn Fruch dieſer dn w Sdar der in nge n n zu Karieffn ik und birdenn nan richt gau ; ein Thal di Mitte des M die man don er ergibign, e Ende ein l auf verſciie uf leichten hh einer Nt Es mag! trockenen deinung va anhaltend ii Erde vellitt fingt, die zi macht ihn zu icht dain ſh h habe oſt bor den Pfanze anach betlunr eſäet, biſ 300 Ain b einige din tſſchaftt d wollte, vurde, wo und 40 fr- r ein Sit ttem Euuii ngt nenn nde ſoütg em Twr gü der ilndad de „ mn mitd Fortſ. der mineral. Dungmittel. Gebrannter od. geroͤſteter Thon. 463 zen nicht nur zu ſeinem Vortheil aus, ſondern blieb auch vollkom⸗ men rein, waͤhrend der mit Miſt geduͤngte Theil ſehr verunkrau⸗ tete. Dieſe Wahrnehmung gab Veranlaſſung zu ſeinem nachmals beobachteten Verfahren, das er nach ſeiner Verſicherung ſechs Jahre hintereinander mit dem vollkommenſten Erfolge ausfuͤhrte; er duͤngte naͤmlich waͤhrend dieſer Zeit ſein ſaͤmmtliches Ackerland faſt blos mit gebranntem Thon, und brachte ſeinen Miſt blos auf Hopfen⸗ anlagen und einige wenige Acker Kartoffelland. Der Ausdruck:„gebrannte Erde“ iſt nicht ganz richtig; denn es taugt nicht eine jede zu dieſer Behandlung. So z. B. kein ſandiger, mooriger, uͤberhaupt der Bindung ermangelnder Boden, wohl aber Thon- und ſtrenger Lehmboden aller Art. Die Zube⸗ reitung der Erde zu Duͤnger dieſer Art beſteht nicht darin, daß ſie vollſtaͤndig in Aſche verwandelt werde, ſondern vielmehr in einem Darren oder Roͤſten derſelben. Geſchieht jenes, ſo wirkt ſie zwar auch, aber minder nachhaltig, weil dadurch viel von ihrer frucht⸗ barmachenden Eigenſchaft verloren geht, wird ſie dagegen nur ge— roͤſtet, ſo bleibt ihr dieſe und wird nur die in ihr. befindliche Pflan⸗ zennahrung leichter aufloͤslich gemacht. Man kann zweierlei Arten von Erde dem Roͤſten unterwerfen, ſowohl die von der Oberflaͤche, als die aus dem Untergrunde. Letztere kann wieder entweder ſtreng thonig, oder kalkhaltig ſein. Jene beſitzt in ihrem natuͤrlichen Zuſtande ſelten Fruchtbarkeit; die letztere dagegen kann unter paſſenden Umſtaͤnden auch ohne Vor⸗ bereitung nuͤtzlich wirken; durch das Feuer laͤßt ſich aber jene in einen guten Duͤnger verwandeln und die Wirkung dieſer fuͤr alle Faͤlle erhoͤhen. Wenn ein bindendes Erdreich geroͤſtet worden und nun gepul⸗ vert wird, hat es ſeine Anlage zum Zuſammenbacken ganz verlo⸗ ren, ſeine einzelnen Theile liegen feſt aneinander, aber verbinden ſich nicht. Es ſcheint blos die Konſiſtenz eines fruchtbaren Bodens erlangt zu haben; Getreide waͤchſt freudig darin in die Hoͤhe und liefert, von Zeit zu Zeit mit etwas Jauche begoſſen, ſehr reichliche Koͤrnerernten. Auf andern Boden gebracht vermehrt es deſſen Fruchtbarkeit, und ſelbſt ein blos ſchwaches Ausgluͤhen bringt in dieſer Hinſicht nicht geringen Erfolg hervor. Wir ſind nach dieſen Angaben berechtigt zu vermuthen, daß ein weſentlicher Unterſchied in der Wirkung der blos geroͤſteten Erdarten beſtehen muͤſſe, da ſelbige jedenfalls von der Menge der in ihnen enthaltenen vegetabiliſchen Materie abhaͤngig iſt. Al⸗ A 464 Siebzehntes Kapitel. lein es iſt ſchwierig die Grenze zwiſchen dem bloßen Roͤſten der Erde und ihrer Verwandlung in Aſche genau zu beobachten; denn geſchieht jenes in ſo geringem Grade, daß der Thon blos ausge⸗ trocknet wird, ſo bringt ihn der naͤchſte Regen wieder in ſeinen vorigen Zuſtand zuruͤck, und wendet man das Feuer in einem ſtaͤr⸗ kern Grade an, ſo wird die Erde leicht zu Aſche gebrannt, deren Wirkung von allen Arten derſelben ziemlich gleich, blos mechaniſch ſein und darin beſtehen duͤrfte, daß ſie die Zaͤhigkeit des ſtrengen Thonbodens mindert und ihn weniger widerſpenſtig macht. Dies muß ohne Zweifel ſeine Fruchtbarkeit erhoͤhen, kann aber nicht Duͤngung genannt werden. Die Wichtigkeit, welche man auf den Kalkgehalt mancher zum Brennen verwandten Thonarten gelegt hat, iſt wahrſcheinlich uͤber⸗ ſchaͤtzt worden; denn derſelbe iſt in Boden dieſer Art ſelten ſo be⸗ deutend, daß er, auf andres Land gebracht, dieſem als Duͤnger dienen koͤnnte. Aus einem Verſuche des Generals Beatſon erfah⸗ ren wir auch, daß kein Unterſchied zu bemerken war zwiſchen den Wirkungen der gebrannten Erde, ſie mochte von der Oberflaͤche genommen worden und reich an vegetabiliſcher Materie, oder aus dem Untergrunde gegraben ſein; doch war vielleicht die aufgewen⸗ dete Quantitaͤt zu gering, um einen richtigen Schluß darauf bauen zu koͤnnen. Wir ſind nach Allem, was daruͤber mitgetheilt wor— den, der Meinung, daß die Lobpreiſungen der gebrannten Erde als Dungmittel oft uͤbertrieben worden ſind, und die Erwartungen derjenigen, welche durch ſelbige die Miſtduͤngung entbehrlich zu machen glauben, großer Taͤuſchung unterliegen werden. Schon bei einem neuerlich vom Herrn Burroughs damit gemachten Ver— ſuch bei dem Weizenbau iſt derſelbe, wie es ſcheint, nicht mehr von ihr ſo zufriedengeſtellt worden, wie vormals; denn er empfiehlt den Gebrauch von Stallmiſt, und ſagt nichts mehr von gebrann⸗ tem Thon, durch den er jenen fruͤher erſetzen zu koͤnnen glaubte. Auch in Schottland, wo vor wenig Jahren das Brennen des Thons ſehr in Aufnahme gekommen war, hat daſſelbe neuerer Zeit wieder an Achtung verloren. Thonaſche kann gewiß nicht ſelten nuͤtzlich werden, aber die Anwendung von Kalk auf Boden, der mit die⸗ ſem noch nicht geduͤngt worden, keineswegs entbehrlich machen. Wir haben uns etwas lange bei dieſen Betrachtungen auf⸗ gehalten; die Sache iſt aber von Wichtigkeit, und wenn wir auch einige Zweifel in die Richtigkeit der aus den damit gemachten Ver⸗ ſuchen von einigen Schriftſtellern gezogenen Folgerungen ſetzen, ſo Fort⸗ nihen! Wirkun Vaſſuche richt al das Lan ſäßt. zoll tie xn Ac on gle aus den Tpfer ſ fohe Vo gieleiht dbewi tmerken ſt g dem Ra Es gi werk wird d deckung E Fortſ. der mineral. Dungmittel. Gebrannter od. geroͤſteter Thon. 465 laßmn giin lahu d rathen wir doch jedem Landwirth, der Gelegenheit dazu hat, die hon hs a Wirkung der gebrannten Erde in ſeinen Verhaͤltniſſen durch eigne vidder inſ Verſuche zu erforſchen. Es iſt indeſſen wohl zu beachten, daß net in inen nicht alle Bodenarten dazu taugen, daß ferner in manchen Faͤllen e gormmt das Land ſo koſtbar iſt, daß jeder Zoll davon ſich beſſer nutzen b mehune laͤßt. Wenn man bedenkt, daß 150 Quadratyards Flaͤche ſechs Jküit de ſn Zoll tief abgegraben werden muͤſſen, um die Erde fuͤr einen einzi— ig matt d. gen Acker Land zu gewinnen, oder zu dieſem Behuf eine Grube kann or n von gleichem Kubikgehalt anzulegen iſt, im Fall man das Erdreich aus dem Untergrunde nehmen will, ſo werden freilich Viele dieſes jalt manta Opfer ſcheuen; aber es gibt faſt auf jedem Landgute Erdhuͤgel, rſcheinic le hohe Vorarten oder irgend ein wuͤſtes Stuͤckchen Land, deren Erde Att ſetmn vielleicht zu nichts beſſer anzuwenden iſt. Nachſtehend wollen wir iſem as De die bewaͤhrteſten Verfahrungsarten bei dem Thonbrennen angeben, 5 Beaſan it bemerken jedoch, daß das Brennen oder Roͤſten der von der Ober⸗ var zvſün faͤhe genommenen Erde auch auf die in dem vorigen Kapitel bei n der dieft dem Raſenbrennen angegebene Weiſe geſchehen kann. Naterie, ün ct die ufhe Hfen zum Thonbrennen. luß darauf bu Es gibt zwei Arten von Hfen zu dieſem Behuf, ſolche von Mauer⸗ werk und ſolche von Erd- oder Raſenſtuͤcken errichtete. In beiden wird der Thon oben darauf gelegt, nicht, wie der Kalk, unter Be⸗ deckung gebrannt. Ein Ofen der erſten Art, wie Herr Burroughs ihn beſchreibt, wird in einer Vertiefung errichtet, die in den zu brennenden Bo⸗ mitgetheit me gebrannten h die Erwaning ig enthegrich ₰ werden. Ein 3 nahan den eingegraben worden, und beſteht aus einem Bogengewoͤlbe von 1 Ziegeln 4—5 Fuß lang, 3 Fuß weit und 2 Fuß hoch. Die Vor⸗ mn er enpfi der- und Hinterſeite ſind wie an einem Ofen geſchloſſen, in dem P boid gänn obern Theil des Gewoͤlbes bleiben aber 6—S Loͤcher von der Groͤße onnen git eines kleinen Backſteins, damit die Hitze aus dem Innern des nen daöie Ofens, das zur Aufnahme eines ſtarken Feuers eingerichtet iſt, her— rer Zei unr ausſchlagen und der daraufliegenden Erde ſich mittheilen koͤnne. ſelten nä Sobald das Feuer im vollen heftigen Brand iſt, wird die Thuͤr der mi i des Ofens wohl verſtopft, und die etwas zerkruͤmelte Erde ſechs lch macn. bis acht Zoll hoch auf das Gewoͤlbe deſſelben und ſoweit die Hitze achtungen al- dringt geworfen. Es geſchieht dies abwechſelnd mit Schmiedekoh⸗ wenn w ac len im Verhaͤltniß zur Hitze des Feuers, das auf keine Weiſe zu zemagten N heftig werden darf. Iſt der Ofen einmal in Brand, dann koͤnnen nonnſezen, ſ einige hundert Buſhel Erde ohne Erneuerung des Feuers im In⸗ 466 Siebzehntes Kapitel. nern gebrannt, und in demſelben Ofen der Proceß mehrmals wie⸗ derholt werden. Der Ofen, deſſen ſich der General Beatſon bediente und worin derſelbe 250 Karrenladungen à 16 Buſhel brannte, war kunſt⸗ reicher errichtet, wie nebenſtehender Grundriß, Aufriß und Durch⸗ ſchnitt zeigt. S. Fig. 44., 45. und 46. Der eiſerne Roſt mit Querzuͤgen, welche die erhitzte Luft un⸗ mittelbar unter den Thon leiten, iſt nur in Hfen von großem Umfange noͤthig, bei kleineren genuͤgt ein gewoͤlbter Hauptzug in der Mitte, der vom Herd aus bis an das hintere Ende des Ofens laͤuft und hier in eine Eſſe muͤndet. Die Lage des Ofens, der in die Erde gegraben wird, ſollte ſtets dem zu roͤſtenden Material moͤglichſt nahe ſein. Steilabhaͤn⸗ gige Huͤgel, in welche der Ofen hineingearbeitet werden kann, eig⸗ Figur 44 u. 45. Aona] Ve g ſen Vp ⸗ —— äran Manadde- dccdlgagdaa 1 II f——— iiſſſſffſfſfd L See E—— “ 715 Sott nin ſich zugraber bringen man di Dfens der R es du des W 6 ſender vonh abzule Iwei Gewo Zall bben dungen 4 üj nfän den a Beat gema Sterl düt Lſte nami B nmas dientenͤie n: vnr d friß und de. ſſfſſfſſggſfſffſgmssfm wetiizte uit Dfn un gi 8 dter Haupzu.— 1 Ende ds N— ben wid, i in. Ställii eerden im, nen ſich vorzugsweiſe dazu, weil der innere Raum deſto tiefer aus⸗ zugraben und groͤßer zu machen iſt, je tiefer das Ofenloch ſich an— bringen laͤßt. Hat man eine paſſende Lage gefunden, ſo ebnet man eine Flaͤche und bezeichnet darauf den oberen Umfang des Ofens genau, und graͤbt dann den dazu beſtimmten Raum aus, der Ruͤck,⸗ ſo wie den Seitenwaͤnden eine Boͤſchung gebend, wie es durch die punktirten Linien auf dem Aufriß des Vordertheils des Ofens Fig. 46. angedeutet iſt. Iſt das Ausgraben bis zu einer fuͤr Herd und Hauptzug paſ⸗ ſenden Tiefe geſchehen, ſo legt man letztern in der Art an, daß er von hinten, der Eſſe an, nach vorn etwas abfaͤllt, um das Waſſer abzuleiten; das Innere wird der Laͤnge nach mit Ziegeln belegt. Zwei Mauern von 4 ⅛ Zoll Staͤrke bilden die Stuͤtzen des offenen Gewoͤlbes, aus mehren 4 ½ Zoll von einander entfernten und neun Zoll weiten, von Ziegeln ausgefuͤhrten Boͤgen beſtehend, damit es oben offen bleibt. Dieſes offene Gewoͤlbe muß jedoch drei Verbin⸗ dungen haben, eine in der Mitte oder uͤber den Schluß der Boͤ⸗ gen hin, und zwei auf deren Seiten zwiſchen der Mitte und den Anfaͤngen des Gewoͤlbes. Dadurch wird dieſes feſt und gegen den Druck der darauf zu liegen kommenden Erdlaſt geſchuͤtzt. Ein Ofen von der hier angegebenen Groͤße, vom General Beatſon errichtet, erforderte 3000 Stuͤck Ziegel, wurde mit Lehm gemauert und koſtete vollſtaͤndig nicht mehr, als 10— 12 Pfund Sterling. Bei dem Roͤſten des Thons wird nun dieſer zuerſt in großen Stuͤcken ſorgfaͤltig, aber weitlaͤufig darauf gelegt, ſo daß die erhitzte S Luft aus dem mittleren Hauptzuge und den Seitenzuͤgen(im Fall naͤmlich der Ofen ſo breit iſt, daß ſolche noͤthig werden) uͤberall —— 468 Siebzehntes Kapitel. heraus und hindurchdringen koͤnne. Wenn der Thon in dieſer Weiſe 2—3 Fuß hoch aufgelegt worden, dann wird aus ihm ein geſchloſſener Haufen auf dem Ofen gebildet. Dabei ſucht man jedoch immer die groͤßern Stuͤcke unten hinzulegen und die kleine⸗ ren zur Decke zu benutzen, damit auch dieſe von der durch jene ſtroͤnenden Hitze durchdrungen werden. Der Thon ſollte ſtets in feuchtem Zuſtande ſein, weil er, zuvor ausgetrocknet, leicht durch die Hitze ganz erhaͤrtet; feucht dagegen, wird er gleichſam gedaͤmpft, nur leicht geroͤſtet und in eine poroͤſe Subſtanz verwandelt, die, der Luft ausgeſetzt, leicht zerkruͤmelt. Eine Karrenladung von 16 Buſheln feuchten Thones wiegt gegen 1500 Pfund und nach dem Brennen nur noch 1200 Pfund. Das Brennmaterial dazu iſt nach den Umſtaͤnden zu waͤhlen; in den mittleren Grafſchaften be⸗ ſteht es meiſtens aus Holz. Bei einem genauen Verſuche in ei— nem kleinen Ofen ergab ſich, daß 275 Stuͤck Reißbuͤndel und eine halbe Klafter Stockholz hinreichten, 80 Karrenladungen Thon vollkom⸗ men zu roͤſten. Dieſes Brennmaterial koſtete 13 Shilling und es be⸗ trug daher fuͤr eine Karrenladung nicht einmal ganz 2 Pence; die ſaͤmmtlichen Koſten des Roͤſtens, mit Einſchluß der Arbeit, ſtie⸗ gen fuͤr eine Karrenladung Thon auf 10 ½ Pence. Aus Mauerwerk aufgefuͤhrte Ofen ſind zwar die dauerhafte⸗ ſten, haben aber den Nachtheil, daß ſie viel Auslagen verurſachen, aus Mangel an guten Arbeitern oft nicht richtig gebaut werden und ſich nicht verſetzen laſſen, deshalb, wenn ſie fern von dem zu brennenden Material ſtehen, die Fuhrkoſten fuͤr das Herbeiſchaffen deſſelben leicht mehr betragen, als das Brennen ſelbſt mit allen dazu gehoͤrigen Arbeiten. Man errichtet daher meiſtens die Ofen lieber aus Raſen oder Lehm und Stroh gleich an dem Orte, wo man ſie braucht, und zwar auf folgende Weiſe: 3 Auf einer Vorart oder ſonſt einem unbebauten Stuͤcke Land, wo man Raſenplaggen genug dazu haben kann, umſchließt man einen viereckigen oder runden Raum von ungefaͤhr 8— 10 Fuß im Durchmeſſer mit daraus gebildeten Waͤnden von 2 Fuß Staͤrke und 3— 4 Fuß Hoͤhe. Unten am Boden bringt man in dieſen Waͤnden gegeneinander uͤberſtehende Luftzuͤge an, die in der Mitte des Ofens muͤnden, 5— 6 Zoll hoch, 4 Zoll weit ſind und oben mit Raſenſoden zugedeckt werden, damit nichts hineinfallen und ihre Hffnungen gegen den Zutritt der Luft ſchließen koͤnne. Hier— auf wird in der Mitte des Ofens ein Feuer von Reißholz, Torf oder irgend einem Brennmaterial, und einigen Stuͤcken derbem Fort.. Hohd nen if nach un mal al darauf, ſtmi bl er daau hadd nac verliſch, größten die Hibe wie mog zang des nit dem ück, iſ De geſchlagen und das Feuer ſ den ſie vor vol 4ls 4 5F 4 107 biiden biſer ar ſuhrung iſ, eitem a bqd mit häht wer alf de auch nie erſchwer die duſt auch die ſie gebil 1 ſolcher gel ſüt Then in W id an in abei ſuct und de te der durh n ſolle ſt dt, licht du icſam gaͤn erwandet g, rrenladung u d und nac e aterial dau Grafſchafen Verſuche in uͤndel ud n Thon talin lling unde nz 2Mnes er Atbeit, ſ die dauethet gen berurſehe gebaut wen ern von den s Herbeſtfr ſelbſt mit a iſtens di d dem Or n Stuck bi umſchlitßt un 8- 10 ⁸) 2 Fuß Ein man ind ein dr N ſind und tin neinfälen um konne die riin, Tuf licin deü 5'9 60” Fortſ. der mineral. Dungmittel. Gebrannter od. geroͤſteter Thon. 469 Holz, damit es nachhalte, angezuͤndet. Wenn es in vollem Bren— nen iſt, wirft man Schmiedekohlen, wenn man deren hat, und dann nach und nach den zu roͤſtenden Thon darauf, nie mehr auf ein⸗ mal, als das Feuer gehoͤrig durchdringen kann. Dabei ſieht man darauf, daß die Hitze immer ſo maͤßig, wie moͤglich, und gleich ſtark bleibe, gerade hinreichend, die Feuchtigkeit des Thons, ſowie er darauf kommt, zu verdunſten. Das Feuer darf jedoch nicht zu bald nach ſeinem Anzuͤnden bedeckt werden, weil es ſonſt leicht verliſcht, daher muͤſſen auch die zuerſt aufgeworfenen Stuͤcke die groͤßten ſein, weil dieſe nicht ſo feſt ſich aneinanderſchließen und die Hitze ſich frei entwickeln laſſen. Den Rauch muß man ſo viel wie moͤglich zuruͤckzuhalten ſuchen, und, um ſich von dem Fort— gang des Feuers zu unterrichten, von Zeit zu Zeit die Oberflaͤche mit dem Finger durchſtechen; wenn man dabei fuͤhlt, daß es nahe ruͤckt, iſt wieder neues Material aufzuſchuͤtten. Die von Raſen errichteten Waͤnde muͤſſen ganz feſt zuſammen⸗ geſchlagen werden, damit die Luft nicht durch ſie hindurchdringe und das Roͤſten des Thones verzoͤgere. Zwiſchen ihnen kann das Feuer ſogleich, nachdem ſie fertig ſind, angezuͤndet werden. Wur— den ſie aber von Lehm und Stroh aufgefuͤhrt, ſo muͤſſen ſie zu— vor voͤllig ausgetrocknet ſein. Anfangs darf man ſie nicht hoͤher, als 4 Fuß und den von ihnen eingeſchloſſenen Raum nicht weiter, als 10 Fuß machen, weil ſich dann die zu roͤſtende Erde leicht von beiden Seiten bis in die Mitte werfen und das Feuer ſich weit beſſer anſchuͤren und in Ordnung halten laͤßt, Da bei der Auf— ſuͤhrung eines ſolchen Ofens keine beſondere Nettigkeit nothwendig iſt, ſo iſt derſelbe, bei gehoͤriger Aufſicht, von 5—6 Maͤnnern in einem Tage fertig zu bringen, Wenn nun aber ſein innerer Raum bald mit Thon voͤllig angefuͤllt iſt, dann muͤſſen ſeine Waͤnde er⸗ hoͤht werden, ſo daß ſie immer waͤhrend des Brennens 15— 18 Zoll hoͤher, als der Thonhaufen ſelbſt ſind, damit der Wind nicht auf die Oberflaͤche des Feuers ſtoße; doch darf dieſe Erhoͤhung auch nicht ſo weit gehen, daß dadurch das Aufwerfen von Erde erſchwert wird. Sobald das Feuer recht heftig brennt, werden die Luftzuͤge bis auf den an der Windſeite liegenden verſtopft, und auch dieſer hilft nur anfaͤnglich etwas, weil die Raſen, aus denen ſie gebildet ſind, bald in Aſche verwandelt werden, und ſie dann zuſammenfallen. Daher ſind auch Einige ganz gegen die Anlage ſolcher Luftzuͤge; ſie verurſachen aber wenig Muͤhe, und ihr Man— gel ſtoͤrt gar oft die Entwickelung des Feuers. Siebzehntes Kapitel. Der Ofen kann auch vergroͤßert werden, wenn man neue Waͤnde rund um die erſteren auffuͤhrt, ſobald dieſe durchgebrannt ſind, und ſo iſt ſchon manchmal die Vergroͤßerung ſo weit getrie⸗ ben worden, daß bis 100 Fuder Aſche auf einmal gewonnen wur⸗ den. Die durchgebrannten Waͤnde muͤſſen eingeriſſen und ihre Ruͤckſtaͤnde nach Beendigung des Brennens mit dem uͤbrigen In⸗ halt des Ofens gemengt werden. Über die Zeit, in welcher das Brennen zu beendigen iſt, laͤßt ſich nichts Gewiſſes angeben; es haͤngt von der Menge der dazu verwendeten Erde, von der Be⸗ ſchaffenheit des Brennmaterials, von der Behandlung des Feuers und von der Witterung ab. Einige ſagen, das Brennen und nachmalige Abkuͤhlen dauere nur wenig Tage, Andere fordern dazu zwei bis drei Wochen, noch Andere einen Monat, und Herr Bur⸗ roughs ſagt, es ſeien dazu ſechs Wochen noͤthig, und uͤberdies noch zwei Monate, um den gebrannten Thon zur Duͤngung des Landes geſchickt zu machen; denn es werde viel Zeit zum Pulvern deſſel⸗ ben erfordert. Wenn die Sfen niedergebrannt ſind, erſcheint der geroͤſtete Thon etwas bleicher, als er vorher war; er zeigt ſich ferner broͤck⸗ lich und laͤßt ſich leicht mit einem Schaufelſchlag bei dem Aufla— den oder bei dem Ausſtreuen auf das Feld vollends zerkruͤmeln. Dies darf nie unterlaſſen werden; denn wird der gebrannte Thon nicht moͤglichſt gepulvert, ſo iſt ſeine Wirkung nicht viel groͤßer, als die von Ziegelſtuͤcken. Die Hauptkunſt bei dem Brennen beſteht darin, die Luft ab⸗ zuſchließen und den Rauch moͤglichſt zuruͤckzuhalten. Dies iſt nur dadurch zu bewirken, daß man die Waͤnde vollkommen dicht macht, und dafuͤr ſorgt, daß uͤber dem Feuer fortwaͤhrend eine leichte Thon⸗ decke ſich befinde. Sobald der Rauch hie und da durch entſtan⸗ dene Riſſe hervorbricht, muß man dieſe Stellen augenblicklich mit friſchen Soden zudecken; denn durch dieſes Halbbrennen, gleichſam Verkohlen, der Erde wird wahrſcheinlich ein Theil der darin befind⸗ lichen Pflanzenſubſtanz zuruͤckgehalten und ihre Wirkſamkeit befoͤr⸗ dert. Kurz die Ofen muͤſſen beſtaͤndig, Tag und Nacht, mit der groͤßten Aufmerkſamkeit beaufſichtigt werden, bis das Brennen voll⸗ endet iſt. Über die Groͤße der Erdſtuͤcke laͤßt ſich keine beſtimmte Regel geben; aber die zuerſt aufgelegten brennen beſſer, wenn ſie ein paar Tage zuvor ausgegraben und etwas abgetrocknet ſind; ſpaͤterhin iſt dies nicht nothwendig und wenn ein Ofen einmal recht im Brand iſt, wird auch kein Feuermaterial mehr erfordert; Fort demn d richt d merklih Inn ſch bekannt Forggan dem A dielleich durhſti leicht d ternehn terbroch höcht fahrung richt be Es ſt dß d werde ——— wem man⸗ 1 ſeſe dutgan i ſo wit gn. l gewonne m Ntiſen und dem übrign in wecht viſſes anghen, de, von da dlung des zur as Branna dere fotden t, und Had und uͤbenisn ggung des le m Pulbem heint der ge t ſich ferner! g bei dem l llends zati er gebrannt! nicht bil ge ſ darin, diedif tn. Dis i mmen dict eine leiht da durh it augenblikij: veennen, gi⸗ der datn Wirkſanät d Nach ki das Brenna c kiim bi beſer, wa abgerucnt n ein dfur ein nr cfune ——ᷓ Fortſ. der mineral. Dungmittel. Gebrannter od. geroͤſteter Thon. 471 denn der Thon, wenn auch feucht, glimmt fort, ſobald das Feuer nicht durch Sorgloſigkeit verliſcht, ſelbſt Regenſchauer haben keinen merklichen Einfluß darauf, nur anhaltend naſſes Wetter. Es moͤ⸗ gen ſich jedoch diejenigen, welche mit dieſer Operation noch nicht bekannt ſind, vor dem Offnen eines Theils des Ofens, um den Fortgang des Feuers zu beobachten, huͤten; denn wenn auch nach dem AÄußern das Feuer erloſchen zu ſein ſcheint, brennt es doch vielleicht im Innern kraͤftig fort, und wenn man nun die Decke durchſticht, ſtroͤmt die ganze Glut nach dieſer Offnung hin, wo ſie leicht vom Wind ausgeblaſen wird, ſo daß durch ein ſolches Un— ternehmen die Operation jedenfalls aufgehalten, wo nicht ganz un⸗ terbrochen wird. Wenn das Verfahren gleich fuͤr den Kundigen hoͤchſt einfach iſt, ſo erfordert es bei der Ausfuͤhrung einige Er— fahrung, und durch Mißgriffe der Arbeitsleute, die mit der Sache nicht vertraut ſind, erhaͤrtet der Thon gar leicht zu feſten Klumpen. Es iſt in der That ſchwer das Verfahren ſo genau zu beſchreiben, daß die, welche es noch nicht ſahen, dadurch in den Stand geſetzt werden, es gleich ohne Fehler auszufuͤhren. Brennen in Haufen. Ein nicht ungewoͤhnliches Verfahren iſt auch, die Erde von der Oberflaͤche wuͤſter Stellen, oder der Vorarten oder alter Raͤn⸗ der abzugraben, auf Haufen zu fahren und hier zu brennen. Man legt zu dem Ende einen Grund von Erde, einige Zoll dick, dar⸗ auf Stoppeln, Stroh, gedorrte Unkraͤuter, etwas Reißholz, Geniſte, oder ſonſt etwas der Art, und richtet darauf einen kegelfoͤrmigen Erdhaufen auf, den man mit einer Wand von Raſen oder Torf in der vorhin beſchriebenen Weiſe umgibt. Wo das Brennmate⸗ rial ſelten iſt, ſoll man, nach der Angabe eines erfahrnen Bren⸗ ners, erſt nur einen kleinen Haufen machen und dieſen, ſobald er in vollem Brand iſt, allmaͤhlig vergroͤßern, indem man einen Theil der Umfaſſungswand einreißt, und hinzuwirft, die dadurch entſtan— dene Luͤcke aber gleich wieder durch neue Erde ſchließt. Die Hau⸗ fen werden nicht ſelten bis zu der Groͤße von 12 Yards im Durchmeſſer angefertigt, und halten dann ungefaͤhr 100 Fuder Aſche à 36 Buſhel. Das Ausgraben und Brennen eines Chal⸗ dron(36 Buſſhel) Erde koſtet in Suffolk in Verdung 6 Pence bis 1 Shilling und das Auffahren, Laden und Streuen eines Fuders Aſche im Durchſchnitt 1 Shilling. 472 Siebzehntes Kapitel. Ein dem vorigen aͤhnliches Verfahren findet ſich auch noch in Suffolk in Anwendung unter dem Namen Schollenbrennen (clod-burning). Die Erdſchollen werden in kleine 4— 8 Buſhel haltende Haͤuſchen, ein Rod von einander entfernt, auf eine Unter⸗ lage von Stoppeln oder Stroh aufgeſetzt, und durch deren Ver⸗ brennen geroͤſtet. Dies geſchieht jedoch auf dieſe Weiſe ſo unvoll⸗ kommen, daß dieſelbe nicht zu empfehlen iſt, da zumal durch ſie nichts an Koſten erſpart wird. Das Brennen der Erde zugleich mit Kalk iſt ebenfalls von Herrn Curven in Anwendung gebracht worden, und zwar anſchei— nend mit Vortheil, wenn Erde und Kalk zuſammen in der Ober⸗ flaͤhhe und im Untergrund zu finden ſind. Das Verfahren iſt fol⸗ gendes: Man errichtet Erdhaufen 7 Yards lang und 31 breit, und brennt ſie zugleich mit 72 Buſhel Kalk; zuerſt macht man eine Lage von trockenen Raſenſoden und ſtreut darauf einen Theil des Kalkes, ihn damit mengend; dann legt man abermals 8 Zoll hoch dergleichen Soden darauf, ſtreut darauf den andern Theil des Kalkes und bedeckt ihn 1 Fuß hoch mit Soden, ſo daß Haufen von 1 Yard Hoͤhe ungefaͤhr entſtehen. Man ſetzt dieſelben in Brand und wirft dann den zu roͤſtenden Thon darauf. Auch die⸗ ſes Verfahren kann nur da allenfalls Vortheil bringen, wo Kalk wohlfeil zu haben iſt. Die Hauptſache bei der Bereitung und Anwendung der Thon— aſche bleibt immer, dahin zu ſtreben, daß dieſelbe in einen pulver— foͤrmigen oder doch wenigſtens ſehr fein zerkruͤmelten Zuſtand ver— ſetzt werde, und dies iſt nur zu erreichen, wenn man das heftige Flammen des Feuers verhuͤtet, welches den Thon zu Ziegeln ver— haͤrtet, und durch dieſe Wirkung ſchon mehrmals zum Mißlingen dieſes Verfahrens Veranlaſſung gegeben hat. Der Ausdruck Aſche iſt zwar nicht bezeichnend genug, aber es gibt keinen, der bezeich⸗ nender waͤre; es geht daraus hervor, daß der Thon nicht hart, wie Ziegel werden duͤrfe. Es iſt daher keine an der Sonne vor⸗ her trocken gewordenen Erde zum Roͤſten zu verwenden, weil die⸗ ſelbe dabei ſo feſt wird, daß ſie ſich nur ſehr ſchwer, kaum mit einem Hammer zerkruͤmeln laͤßt. Die ſchicklichſte Zeit zu dieſer Operation iſt das Fruͤhjahr, wenn das Wetter einen beſtaͤndig trockenen Karakter angenommen hat; das Land, auf dem der geroͤſtete Thon als Duͤnger angewen⸗ det werden ſoll, muß aber zuvor vollkommen gereinigt und aufs Beſte zugerichtet ſein. Bringt man denſelben auf Ackerland, ſo 8 iſ b üiberdn d. igtet E Puäkunc der Bed grenzter fahrung Buihhel Fo F benen geringe Tonne, bei der; doß reine gegen 12 nommen t ſih auh 1 Sczlntn 4 8 en, auf einl durch deen 1 Wäſe ung zumal dun und 3 4 erſt matt rauf einn d abermals 8, andern Thel e ſo daß Hur ſezt deſeht rauf. Auh ngen, wo dung derder in einen puhe en Zuſtand w nan das hſt zu Ziegen we zum Nhinxr Ausdeus ld n, de lazit⸗ hon niht i r Sonne l- den, wiie re, kaun ni os Frllft anyxvernan ger enxwin it mn duß lcerland Fortſ. der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeter. 423 iſt es nothwendig, ihn ſo fein, wie moͤglich zu pulvern; zur Überduͤngung von Gruͤnfutter kann er etwas groͤber bleiben. Die Menge der aufzubringenden Erdaſche richtet ſich nach ihrer Beſchaffenheit. Beruͤckſichtigt man nun ihre mechaniſche Wirkung, ſo wird um ſo mehr von ihr gefordert, je bindender der Boden iſt; man kann ſie in einem ſolchen Falle in unbe⸗ grenzter Menge aufbringen. Nach allen daruͤber gemachten Er— fahrungen ſollte aber in keinem Falle wohl weniger, als 300 Buſhel auf einmal auf den Acker Land gefahren werden. Achtzehntes Kapitel. Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeker. In Folge der fruͤher darauf haftenden, erſt ſeit Kurzem aufgeho— benen ſtarken Abgabe*) iſt das Kochſalz in England bisher in ſo geringem Maaße als Duͤnger angewendet worden, daß ſich uͤber ſeinen Werth als ſolchen, kein entſcheidendes Urtheil faͤllen laͤßt. Dies hat, wie bei allen Gegenſtaͤnden in der Landwirthſchaft, die nur durch Verſuche zu eroͤrtern ſind, zu ſo verſchiedenen Anſich⸗ ten Veranlaſſung gegeben, daß wir eigentlich noch nicht mehr daruͤber genau wiſſen, als zu der Zeit, wo man zuerſt Verſuche *) Dieſe Abgabe betrug ſonſt in England 30 Pfund Sterling von der Tonne, die an ſich nur 20 Pfund koſtete; fruͤher wurde der Salzabfall, der bei der Bereitung des Poͤkelfleiſches durch die Abſonderung der groͤberen Theile von reinem Salz entſtand, an die Landwirthe abgabefrei verkauft; aber auch dies ſpaͤterhin beſteuert, und ſaͤmmtliches unreine Salz, das allein in Chaſhire gegen 120,000 Buſhel jaͤhrlich betrug, nach der Fabrikation ſorgfaͤltig wegge⸗ nommen und im Beiſein der Acciſebeamten in den Fluß geworfen. 474 Achtzehntes Kapitel. damit machte. Es ſind von mehren ausgezeichneten Landwirthen Berichte daruͤber abgeſtattet worden, die, obgleich an ihrer Wahr⸗ haftigkeit nicht zu zweifeln iſt, doch einander geradehin widerſpre⸗ chen, und die von der Handelskammer im Jahr 1817, ſo wie von einem Comité des Hauſes der Gemeinen im Jahre 1818 in Bezug auf die vom Salz zu erhebende Abgabe angeſtellten Unterſuchungen erwieſen zwar, daß daſſelbe im Allgemeinen fuͤr die Landwirthſchaft ſehr erſprießlich ſei, gaben aber uͤber ſeine Ver⸗ wendung als Duͤnger durchaus keinen voͤllig genuͤgenden Auf— ſchluß. 8 Man ruͤhmt von demſelben, daß es durch ſeine Faͤhigkeit, die Faͤulniß zu befoͤrdern, auf Ackerland als Duͤnger wirke, durch ſeine Anziehungskraft fuͤr die Feuchtigkeit aus der Atmoſphaͤre das Pflanzenwachsthum befoͤrdere, ferner Unkraͤuter und Ungezie⸗ fer zerſtoͤre, Roſt und Brand verhuͤte, das Gras auf Wieſen und Weiden verbeſſere, das Moos vertilge, manches Futter, das ohne⸗ dies vom Vieh verſchmaͤht werden wuͤrde, genießbarer mache und uͤberhaupt der Geſundheit der Thiere ſehr zutraͤglich ſei. Die Aufhebung der darauf haftenden Abgabe wurde daher von ſeinen Vertheidigern als eine große Wohlthat fuͤr den Ackerbau angeprie⸗ ſen und dies durch eine Menge Beiſpiele von ſeiner großen Wir⸗ kung auf manchen Bodenarten belegt; dennoch haben die Land⸗ wirthe bis jetzt nur da, wo die oͤrtlichen Verhaͤltniſſe deſſen An— wendung ſehr erleichtern, weniger, wie es ſcheint, aus innerer überzeugung von ſeiner Tauglichkeit dazu, daſſelbe als Duͤnger benutzt, dagegen nimmt ſein Gebrauch bei der Viehzucht immer⸗ mehr zu. Es wird allgemein angenommen, daß das Salz den Schnecken und aͤhnlichem Gewuͤrm verderblich ſei*); aber davon, daß es auch die Erdfloͤhe oder Turnipsfliegen vertilge, hat man noch keinen Beweis, und ſeine vermuthete Wirkung auf Verbeſſe⸗ rung ſauren Weidelandes ſcheint ebenfalls noch nicht ganz unzwei⸗ felhaft zu ſein. Dagegen fehlt es nicht an Beweiſen, daß es ein Gegenmittel gegen den Roſt am Getreide ſein koͤnne; denn wenn man auch die Entſtehung dieſer Krankheit gewoͤhnlich den ver⸗ *) Im Farmersmagazin, Band 18. S. 440 wird erzaͤhlt, man habe ganz vollgefuͤtterte Regenwuͤrmer in friſche mit jungen Graswurzeln bepflanzte Erde geworfen und ſie mit nur wenigem Kochſalz beſtreut. Nach 24 Stun⸗ den erſchienen ſie wie leere Haͤute, und von dreien waren zwei todt. Fort ſchidene Dr. M vitthe Äffallh vor der daß dar der ihner rigen Roſt im in der daß dos gung mi aber nich iſee ei ubeugen de ſies man zu Menge Sulſta eine T unreine eeln ab Jheil N azieher ſälbe vi nhit, den, Ohne B hubt füdigu ner V Folge gebraue terung⸗ kung b ſundhei höt ab mit So ¹ — 1—yjj—yyy————y——— ll— Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeter. 475 en Landvit an h ſchiedenen Abwechſelungen in der Witterung zuſchreibt, ſo hat doch Rhin wirin Dr. Paris vor dem Salzcomitẽ nachgewieſen, daß manche Land⸗ latr, un wirthe in Cornwall ungefaͤhr 30 Buſhel à 56 Pfund Salz, den n Jür Abfall von der Sardellenfiſcherei, auf 1 Acker Land vierzehn Tage abe agil vor der Turnipsſaat ausſtreuen, und Alle darin uͤbereinſtimmen, plxrnm daß darnach der darauf folgende Weizen vom Roſt befreit bleibe, iie ſtn der ihnen fruͤher viel Schaden zufuͤgte. In Folge mehrer vor ei⸗ nignda 1 nigen Jahren angeſtellter ſehr genauer Unterſuchungen uͤber den 1 Roſt im Weizen hat ſich auch ergeben, daß dieſe Krankheit nicht ſänm üt in der unmittelbaren Naͤhe des Meeres erſcheint, es waͤre denn, hr die daß das Land zu viel Miſt erhalten haͤtte, und daß eine Duͤn⸗ 9. Tn gung mit Meerſchlamm oder Sand denſelben verhuͤtete. Dies iſt Vhi aber nicht der Fall, wenn man den Saatweizen blos in Salz⸗ r und la waſſer eintaucht, wodurch, wie es ſcheint, mehr dem Brande vor⸗ uf Wiſa zubeugen ſein duͤrfte. ttet, dlt Der Einfluß des Salzes auf die Fortſchritte der Faͤulniß des arer nahen Miſtes haͤngt von der Staͤrke ſeiner Anwendung ab. Nimmt glih ſi d man zu viel davon, ſo hindert es dieſelbe mehr, nur in geringer aher dun ſin Menge befoͤrdert es die Zerſetzung animaliſcher und vegetabiliſcher kerbu engar Subſtanzen. Man nimmt an, daß auf 1 Acker nicht mehr als ner gon I eine Tonne auf einmal aufzubringen ſei, darunter iſt aber nur haben di l unreines bei dem Fiſcheinſalzen gebrauchtes oder bei dem Einpoͤ⸗ triſe deſen d keln abgefallenes Salz, das nur halb, oder gar nur den dritten nt, aus inner Theil ſo viel wirkt als reines Salz zu verſtehen. be ass Du Was die Faͤhigkeit des Salzes, Feuchtigkeit aus der Luft an⸗ ichzucht irmr zuziehen, und ſelbige im Boden feſtzuhalten betrifft, ſo kann die⸗ das En n ſelbe vielleicht fuͤr trockenen Boden in trockenen Jahrgaͤngen ſehr ); aber din nuͤtzlich, auf ſchwerem aber und in naſſen Jahren eher nachtheilig tilge, ha n werden, dadurch iſt es in Mißcredit bei denen gekommen, die es g auf Viiſ ohne Beruͤckſichtigung dieſer Umſtaͤnde anwendeten. Es iſt uͤber⸗ t ganz wi haupt nicht zu verkennen, daß die von Vielen nicht erlangte Be⸗ ſen, diß 1 friedigung der durch allerdings oft uͤbertriebene Anpreiſungen ſei— ne; dem ne ner Wirkſamkeit in ihnen erregten Erwartungen nicht blos eine pnlich dn Folge ſeiner eigenthuͤmlichen Natur, ſondern auch der von ihm gebrauchten Menge, der Beſchaffenheit des Bodens, und der Wit⸗ terungszuſtaͤnde zu ſein ſcheint, indem durch ſelbige ſeine Wir— kung bisweilen ganz aufgehoben werden kann. Daß es der Ge⸗ ezühtt mm ſ ſundheit der Thiere ſehr zutraͤglich ſei, leidet keinen Zweifel, ge⸗ rurit kofti hoͤrt aber nicht hierher. Wir wollen lieber die Reſultate einiger 13 4 Gn mit Salzduͤngung gemachten Verſuche mittheilen. ai ian I. 31 ———ÿõ—. 476 Achtzehntes Kapitel. In Hollands Wirthſchaftsbericht von Cheſhire wird uͤber ſeine Wirkung auf Brachlande Folgendes mitgetheilt. 17 In Bezug auf die verſchiedenen Erfolge von der Duͤngung mit Salz kommt es vornehmlich auf zwei Dinge an, auf die Staͤrke und Art ſeiner Anwendung und auf die Beſchaffenheit des zu duͤngenden Bodens. Erſteres iſt das Wichtigſte; denn ſeine Einwirkung auf das Pflanzenwachsthum muß natuͤrlich von der angewendeten Menge hauptſaͤchlich abhaͤngen. In großer Menge zeigt es, wie andere ſtarke Reizmittel, ein Streben, die vegetabiliſchen Subſtanzen, mit denen es in Beruͤhrung kommt, zu desorganiſiren und zu zerſtoͤren; wenn es aber nur in gerin⸗ ger Gabe oder in einem Mengeduͤnger angewendet wird, kann es, guͤnſtig auf die Thaͤtigkeit der Pflanzenorgane einwirkend, einen werthvollen Duͤnger abgeben. Es hat in dieſer Hinſicht viel Ähn⸗ lichkeit mit dem Kalk. Dieſe Bemerkungen werden beſtaͤtigt durch Verſuche, von welchen Thomas Brooks in ſeiner Schrift uͤber die Salzauflagen Rechenſchaft ablegt und die von Mr. Hollin— ſhead auf Chorley in Lancaſhire, der einen großen Theil ſeines langen Lebens einer wiſſenſchaftlichen und praktiſchen Unterſuchung uͤber die Wirkſamkeit des Salzes als Duͤnger widmete, angeſtellt wurden. In Bezug auf die angewendete Menge heißt es daſelbſt: wenn man eine Brache mit Salz duͤngen will, muß man ſoviel davon aufbringen, daß zueeſt alle Vegetation dadurch vernichtet wird, alſo ungefaͤhr 40 Buſhel ſchmutziges, oder 15— 20 B. reines Salz auf 1 Acker Land. Dies muß einige Zeit vor dem Umbruch der Brache geſchehen; am beſten im Herbſt zuvor, weil da das Salz Zeit genug hat, die im Boden befindlichen Unkraͤu⸗ ter und ſchaͤdlichen Wuͤrmer zu toͤdten. Wenn nun daſſelbe im naͤchſten Fruͤhjahr und Sommer durch die Brachbearbeitung innig mit der Ackerkrume gemengt worden iſt, verliert es auch zugleich an ſeiner aͤtzenden Wirkung ſo, daß es den Pflanzen nicht mehr nachtheilig, ſondern blos ihr Wachsthum foͤrdernd iſt; daneben traͤgt es noch weſentlich zur Lockerung des Bodens bei und er⸗ leichtert auf dieſe Weiſe deſſen Bearbeitung. Dieſes Verfahren wird jedoch nur fuͤr einen tiefen, trockenen Lehmboden empfohlen; auf anderen zum Kornbau geeigneten Bodenarten ſoll es beſſer ſeyn, das Salz 16 Buſhel pro Acker im Fruͤhjahr, nachdem die Saat eingeeggt worden, aufzuſtreuen und durch die allaaͤhrliche Fon Wiedet dos lar 3 Comit' Saldi ben bra trag her ſondern Bei ei dies w Quunti hro Ack Si eten E ittheit hpe T gadung gedün ohne. übenau ohne 2 gdungt der gdüngt der odüng wit Sac ohne. 15 her geͤlng der nid ihn i d der Duna ge an, ai de Vichafen Wihtiſie, d uß nünich n. In gr in Etrben, rüͤhrung kun r nut in ae t wird, kmn nwirkend, in inſicht dil Kbeſtaͤtig er Schiſt on M. hl ßen Thel ſin hen Untaüche dmete, anwfi ißt s dili muß man ſa ſadurch veni der 15- ge Jeit wei ebſt zuvor nllichen li un daſlken earbeitun in s auh zui zen nittäu d iſt; du ns bei un ieſes Vaitnn den enfftie n ſal es bſt r, mcden de altrie Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeter. 477 Wiederholung einer ſolchen Duͤngung von 10 Buſhel pro Acker das Land zu außerordentlicher Fruchtbarkeit gelangen. In dem Bericht des vom Hauſe der Gemeinen ernannten Comité's werden ebenfalls mehre Verſuche mitgetheilt, die mit der Salzduͤngung auf Brachland gemacht worden. Bei einem derſel⸗ ben brachte angeblich dieſelbe einen beinahe dreimal ſtaͤrkeren Er⸗ trag hervor und waren nicht nur die darnach gebauten Koͤrner, ſondern auch der darauf folgende Klee von weit groͤßerer Guͤte. Bei einigen anderen war anſcheinend der Erfolg nicht ſo guͤnſtig; dies wird aber dem Umſtande zugeſchrieben, daß die aufgewendete Quantitaͤt zu gering war, nur 10— 12 Buſhel unreines Salz pro Acker betrug. Sinclair erhielt bei ſeinen Verſuchen mit der Salzduͤngung, deren Ergebniß er im Jahre 1820 dem Board of Agriculture mittheilte, nachſtehende Erfolge. Weizen nach Gerſte ohne Duͤnger gab 16 ½ Buſh. vom Acker. geduͤngt mit 11 Buſhel Salz— 22 ½——— — Weizen nach Lein geduͤngt mit 11 ½ Tonnen Gabelmiſt gab 16⁄½——— —— 6 ½ Buſhel Salz— 23½—— ⸗— Weizen nach Bohnen ohne Duͤnger gab 11 ½——— obenauf geduͤngt mit 6½ Buſh. Salz— 21——— Weizen nach Erbſen ohne Duͤnger gab 16——— geduͤngt mit 6 ½ Buſh. Salz nach der Saat— 17⁄——— geduͤngt mit 6 ½ Buſh. Salz mit 1 der Saat untergebracht— 23½——— geduͤngt mit 6 ½ Buſh. Salz und mit eben ſoviel Ruß, mit der Saat untergebracht— 20——— Gerſte nach Turnips ohne Duͤnger gab 12——— geduͤngt mit 5 ¼ Buſh. Salz vor der Saat— 28 ½——— geduͤngt mit 11 Buſh. Salz vor der Saat 2 28%——— 478 Achtzehntes Kapitel. Die Anwendung der Salzduͤngung zu Hafer zeigte ſich un⸗ guͤnſtig, war aber wohl in zu reichlichem Maaße angewendet worden. Sinclair erwaͤhnt auch noch einiger damit gemachter Ver⸗ ſuche auf kleinen Stuͤcken von 36 Quadrathufen, die in der Staͤrke von 5 ½ Buſhel pro Acker mit Salz geduͤngt und den 5. Novbr. mit Talaveraweizen bedrillt wurden, der den 2. Auguſt zur Ernte kam, und, nach Ackern berechnet, den ungeheuren Er⸗ trag von 91, 73 und 82 Buſheln vom Acker gab. Im erſten Falle war das Salz vier Zoll tief untergepfluͤgt, im zweiten mit dem Weizen zugleich ausgeſaͤet und eingeegt, im dritten blos nach der Saat oben aufgeſtreut worden. Er macht dabei die Be⸗ merkung, daß dieſes große Erzeugniß nicht etwa auf einem Irr⸗ thum in der Rechnung beruhe, er habe ſchon im Großen erlebt, daß der Acker 92 Buſhel Weizen geliefert habe. Solche außer⸗ ordentliche Faͤlle gibt es allerdings; allein ſo viel iſt auch gewiß, daß man im Großen faſt niemals ſo viel im Verhaͤltniß erbauen wird, als man bei Verſuchen auf ſo kleinen Flaͤchen erhaͤlt, zu denen man immer den beſten Boden nimmt und wo die Be⸗ arbeitung ſowohl, wie die Ernte mit ungleich mehr Sorgfalt und Genauigkeit geſchehen kann. Deshalb bleiben dergleichen Verſuche jedoch immer ſehr werthvoll und belehrend; denn ſie verſchaffen uns, wirklich vergleichend angeſtellt, uͤber die verhaͤltnißmaͤßige Wirkung der verſchiedenen Dungmittel und andere Gegenſtaͤnde genauen Aufſchluß. Eine ſpaͤtere Mittheilung Sinclair's beſagt, daß ſeine An⸗ ſicht von der großen Wirkſamkeit des Salzes feſtſtehe; aber mit der Aufrichtigkeit, die jedem Mann, der redlich nach Wahrheit forſcht, geziemt, fuͤgt er hinzu, daß bei deſſen Anwendung aller⸗ dings Anomalien zum Vorſchein kaͤmen, deren Aufhellung man der Zeit und ferneren Verſuchen uͤberlaſſen muͤſſe. Herr Cuthbert Johnſon berichtet in ſeinen Bemerkungen uͤber die Anwendung des Salzes, daß daſſelbe auf ſeinem eigenen Gute zu Great⸗Totham in Eſſex den Ertrag des Weizens auf einem leichten Grandboden um 5 ½ Buſhel pro Acker geſteigert habe, wenn er auf dieſe Flaͤche 20 Buſhel brachte. 1 Acker Land, das ſeit 4 Jahren keinen Duͤn⸗ ger erhalten, gab Weizen 13 Buſh. 26 Pfd. 1 Acker deſſelben Landes, das Jahr zuvor zu Kartoffeln mit Miſt geduͤngt, gab 52— 3 Her! der Er ſic de her ihr trag 9. dezec auf de dierzel damit beſtrer zeichn einem Weiſe düngt den W inter ingte E ſt n nvon Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeter. 479 zeit hinhe 1 Acker deſſelben Landes, ſeit 4 Jahren M nicht, und jetzt mit 5 Buſhel Salz ge⸗ genditt e duͤngt, gab 26 Buſh. 12 Pfd. fe denn In Bezug auf die Wirkung des Salzes auf Gerſte erzaͤhlt ddüng u Herr Ranſon zu Sproughton in Suffolk, bis vierzehn Tage vor e dn? 8 der Ernte ſei kein Unterſchied zu bemerken geweſen; dann aber habe ungzenn ſich die mit Salz geduͤngte Gerſte auffallend gehoben, weit fruͤ⸗ a I her ihre Reife erlangt, als die andere und einen weit groͤßeren Er⸗ 8 pint trag gegeben; naͤmlich jt de Die Gerſte ohne Duͤnger, genau gemeſſen, vom auf einn Acker.— 30 Buſſhel. Großm t Die mit 16 Buſhel Salz pro Acker im Maͤrz ge⸗ Solch 3 duͤngte 51— ſſ auc Auch auf Wurzelgewaͤchſe hat ſich die Salzduͤngung wirkſam hältii r gezeigt. Sir Thomas Acland zu Killerton in Devonſhire fuhr ichen aht auf den Acker Land 40 Haufen Erde, von denen er einem jeden nd wo di vierzehn Tage vorher 33 Pfund Salz zugeſetzt und dieſes innig r Sergitt damit gemengt hatte. Nachdem das Land mit dieſer Mengung gleicen Leſt beſtreut worden, wurde es mit Runkeln beſtellt, die eine ausge⸗ n ſie bertß zeichnete Schwere(einzelne Stuͤcke 32 Pfund) erlangten. Von verhäͤltnini einem zu Turnips beſtimmten Felde wurde 1½ mit auf gleiche ere Gegeii Weiſe zubereitetem Salze, mit Kalk, und mit Aſche ge⸗ duͤngt. Bei dem Aufgehen der Pflanzen ſchienen die auf letzterem daß ſane b den Vorzug zu erhalten, aber nach dem erſten Monat blieben ſie ſtehe; aan hinter den anderen zuruͤck und zuletzt wurden die mit Salz ge⸗ nach Wit duͤngten die beſten. Sie uͤbertrafen die anderen weit im Ertrage. mendung in Es wurden auch vergleichende Verſuche mit Salz, Ruß und flufhellun m Miſt neben einander bei Moͤhren und Kartoffeln angeſtellt, und davon folgende Reſultate erlangt: aung I. Bei Herrn G. Sinclair zu Deptfort. ens auf om Tonnen. Entnr. Pfund. gelihn 6 1. Moͤhren ohne irgend eine Duͤngung gaben vom Acker 23 9 107 2. Moͤhren zugleich mit 13 ½ Buſh. Salz 2u1 R. ausgeſaͤet 30 12 79 3. Moͤhren geduͤngt mit 6½ Buſh. Salz, vor der Saat untergebracht 3 14 17 480 Achtzehntes Kapitel. 3 Tonnen. Cntnr. Pfund. 4. Moͤhren geduͤngt mit 13 ½ Buſh. Salz, an ebenfalls vor der Saat untergebracht 31 13 40 5. Moͤhren geduͤngt mit 6½ Buſh. Salz und 6½ Buſh. Ruß, beide vor der Saat untergebracht 40 4 97 Die Wurzeln von Nr. 2. waren die kleinſten, die von Nr. 4. die groͤßten und die von Nr. 5. die geſundeſten. II. Bei Herrn Dr. Cartwright zu Tunbridge auf einem ei⸗ ſenſchuͤſſigen Sandboden, der durch ein ſtarkes Überfahren mit Teichſchlamm verbeſſert und bindender gemacht worden war. 1. Kartoffeln ohne allen Duͤnger gaben vom Acker 157 Buſhel. 2. Kartoffeln geduͤngt mit 9 Buſh. Salz pro Acker 198— 3.—— 8S und 30— Ruß—— 240— 4.—— mit 30———— 182— Die guͤnſtige Wirkung des Salzes in Verbindung mit Ruß iſt vorzuͤglich bemerkenswerth. III. Bei Herrn Cuthbert Johnſon auf einem leichten Grand⸗ boden. 1. Kartoffeln ohne allen Dünger gaben vom Acker 120 Buſh. 2.— geduͤngt mit 20 B. Salz im September des vorigen Jahres——— 192— 3. Kartoffeln geduͤngt mit Stall⸗ miſt zur Zeit des Auslegens——— 219— 4. Kartoffeln geduͤngt mit Stall⸗ miſt und 20 Buſhel Salz——— 234— 5. Kartoffeln geduͤngt mit 40 B. Salz allein, wovon die eine Haͤlfte im Septbr. vorher, die andere im Fruͤhjahr nach dem Auslegen aufgebracht wurde——— 192 ½— 6. Kartoffeln geduͤngt mit 40 B. Salz, wie bei dem vorigen Ver⸗ ſuch und zugleich mit Stallmmſt——— 244— len zu ſtell ſch u bchach tation Emten gugi Ackern aus de nur in Saß h ſind tigung auf ei Ertra⸗ und habt ſn w dwiß tn B ebeſ df d Lage dem Sal auch theils ſicht vom de tn R. he auf eim, lberfährn rden war. r 157 Shh. : 105- 0- 182- dung wi gi keichten Gime Fer 120 WM 19 29 21- 100- 4 Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeter. 481 Aus den Verſuchen, die Herr Forbes in den Pflanzſchu⸗ len zu Pinefield bei Elgin mit Salz im Vergleich mit Miſt an⸗ ſtellte, und im Gartenmagazin Juni 1828 mitgetheilt hat, ſcheint ſich zu ergeben, daß der letztere bei Wurzelgewaͤchſen den Vorzug behaupte, und erſteres, in großer Menge angewendet, der Vege⸗ tation nachtheilig ſei, auch, wie nachſtehende Tabelle zeigt, die Ernten immer um ſo geringer werden, je ſtaͤrker die Salzduͤn⸗ gung iſt. Die Staͤrke derſelben iſt nachſtehend nach ſchottiſchen Ackern(4=5 engl.) berechnet, die Verſuche ſind aber, wie ſich aus dem geringen Gewicht der erlangten Produkte erkennen laͤßt, nur in ſehr kleinem Maaßſtabe angeſtellt worden: Salz pro Acker an⸗ gewendet in dem 2 Tonn. 1½ T. 1. T. TC. Miſjſt. Verhaͤltniß von Zwiebeln 8 Pf. 8 ½ Pf. 10 ½ Pf. 15 Pf. 20 Pf. Moͤhren 1= 1⸗— 20 ½— 24 28— Turnips 360— 32 30— 27 34 ⁄2— Kartoffeln 11— 11— 12 14— 24 ½— Runkeln 39— 40— 41— 40— 40 ½— Die Angaben uͤber die Wirkung des Salzes auf Futterfelder ſind ſo unſicher und wenig genau, daß ſie keine große Beruͤckſich tigung verdienen, doch ſcheint eine Üüberduͤngung des rothen Klee's auf einem guten Turnipsboden mit 6 Buſh. Salz pro Acker den Ertrag dieſes Futtergewaͤchſes um 10 Centner pro Acker erhoͤht und ſelbſt auf den zweiten Wuchs einen ſo guͤnſtigen Einfluß ge⸗ habt zu haben, daß er von dem Vieh lieber und reiner abgefreſ⸗ ſen wurde, als der, wo eine ſolche Duͤngung nicht ſtatt fand. Gewiß iſt uͤbrigens, daß Heu aller Art, wenn es nicht von gu⸗ ter Beſchaffenheit iſt, oder durch naſſes Wetter gelitten hat, ſehr verbeſſert wird durch die Beimengung eines Pecks reines Salz auf die Tonne Heu. Man ſtreut daſſelbe nur duͤnn auf jede Lage von dieſem bei Errichtung der Feimen und macht es dadurch dem Vieh ſchmackhafter und gedeihlicher. Neben ſo vielen Angaben von einer guͤnſtigen Wirkung des Salzes, wenn es als Duͤnger angewendet wurde, fehlt es aber auch nicht an mehren, nach denen es ſich theils ganz unwirkſam, theils ſogar ſchaͤdlich zeigte. Beſonders merkwuͤrdig in dieſer Hin— ſicht ſind die von der Hochlandgeſellſchaft in ihren Verhandlungen vom November 1820 und December 1823 mitgetheilten Reſultate 482 Achtzehntes Kapitel. von Verſuchen, die ſie uͤber dieſen Gegenſtand, einen Preis dar⸗ auf ſetzend, mit großer Genauigkeit anſtellen ließ. Dieſelben ge⸗ ben zwar ebenfalls keinen ganz unfehlbaren Aufſchluß uͤber die Dungwirkung des Salzes, haben aber doch weſentlich dazu bei⸗ getragen, ſein Anſehen in dieſer Hinſicht zu mindern, weil ſie, mit Ausnahme eines von einem erfahrenen Landwirth angeſtellten, der ſich guͤnſtig dafuͤr ausſpricht, ſaͤmmtlich von einem nicht vor⸗ theilhaften Erfolge Zeugniß ablegen. Bei einem ſolchen Verſuche, der mit beſonderer Genauigkeit durchgefuͤhrt zu ſein ſcheint, wurde das Salz auf Kartoffeln, Hafer, Gerſte, Turnips, natuͤrlichem und kuͤnſtlichem Graslande angewendet. Man nahm ſchmuziges Salz, miſchte ſelbiges mit Aſche(¾ von jenem, ½¼ von dieſer), und brachte dieſe Mengung, 16— 30 Buſhel pro Acker, ſie theils eindrillend, theils nur oben aufſtreuend, ſowohl auf ungeduͤngtes, als zugleich mit beſtem Stallmiſt geduͤngtes Land. Bei dem Ha⸗ fer und der Gerſte wurde durch das Salz gar keine merkliche Än⸗ derung hervorgebracht, bei den uͤbrigen Gewaͤchſen zeigte es ſich aber durchaus nachtheilig. da, wo blos mit Salz und Aſche geduͤngt war, im Vergleich mit dem Lande, das Miſtduͤngung erhalten hatte, iſt wirklich außeror⸗ dentlich; denn in zwei Faͤllen, wo das Salz in die Reihen bei dem Legen der Kartoffeln geſtreut worden, betrug die Ernte nur den dritten Theil von der nach Miſt erlangten. Auch in dem Farmersmagazin ſind neuerlich mehr Thatſachen mitgetheilt, die nicht viel guͤnſtiger lauten, aber wohl meiſt durch die Beſchaffenheit des Bodens, auf dem das Salz angewendet wurde, herbeigefuͤhrt wurden. Bei dieſer noch beſtehenden Ungewißheit uͤber ſeine Wirkung in allen Faͤllen, laͤßt ſich auch nichts ganz Genaues uͤber ſeine Anwendung, uͤber die von ihm zu einem beſtimmten Zwecke erfor⸗ derliche Menge und uͤber die paſſendſte Zeit ſeines Aufbringens angeben. Es ſcheint indeſſen aus Allem hervorzugehen, daß ſeine Wirkung am ſichtbarſten und zufriedenſtellendſten auf warmem, trok⸗ kenem Boden und in heißen Sommern ſei, dagegen auf kaltem, naſſem Boden, und in regnichten Jahrgaͤngen oder in einem feuch⸗ ten Klima ſeine Kraft neutraliſirt werde und ſich nur wenig nütz⸗ lich zeige. Auf Ackerland duͤrfte es mehr Nutzen ſchaffen, wenn es vor der Saat angewendet, als wenn es erſt mit oder nach ihr aufgebracht wird. Sobald es aber auf ein zu Getreide be⸗ ſtimmtes Kleefeld einige Wochen vor der Saatzeit oder unmittel⸗ Der verringerte Ertrag an Kartoffeln — OO—Q—C————— For bar na tem Gr hat ma in dene dem A Lockeru ſchon a Icerkru ufmerg zu verte inden 4 X Wy ſtelkal 40 Kc großen Cornn von S ſelbe n ſchieden lic no zu Tu Tunne diſſe A voßlg griße A Büſhel und d halten. 16 Mung⸗ zwei b wenden 8 nung, Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeter. 483 inn hres däi üin bar nach dem erſten Schnitt ausgeſtreut wird, laͤßt ſich mit gu⸗ uß ir tem Grund erwarten, daß es die Schnecken vertilgen werde; auch tich a 1 hat man bemerkt, daß eine leichte liberduͤngung aller Stoppeln, den, 9 in denen keine Klee⸗ und Grasſaat ſich befindet, mit Salz vor it agitn dem Winter nicht nur das Feld von Schnecken befreit, ſondern tineniit n auch noch auf andere Weiſe verbeſſert. aün dj Auf Brachland hat man, wie bereits geſagt wurde, eine Kſcen üaſ Duͤngung von 30— 40 Buſheln Salz pro Acker zur Vertilgung 8 it nn der Unkraͤuter und des Ungeziefers im Boden, ſo wie zu deſſen dn i Lockerung ſtets vortheilhaft gefunden, ſobald es vor dem Winter ſtmui ſchon aufgebracht und durch die Brachbearbeitung innig mit der 1 don di Ackerkrume gemengt wurde. Wir muͤſſen aber noch einmal darauf er ſe t aufmerkſam machen, daß unter obiger Quantitaͤt nur unreines Salz ſj ungain 4 zu verſtehen, von reinem nur hoͤchſtens die Haͤlfte zu nehmen ſei, Bei dm indem 40 Buſhel von dieſem die Vegetation ganz vernichten. e mer üt Im Kompoſt hat man es wirkſamer gefunden, als den Kalk. n zeige 6 In Ayrſhire mengt man 32 Buſhel davon mit ebenſo viel Mu⸗ gan katft ſchelkalk und gebraucht dieſe Mengung entweder allein, oder mit m Vanic 40 Karren Torf in einen Kompoſt verwandelt und hat davon virklich ußenr großen Nutzen bei Bohnen und Weizen. An den Kuͤſten von die Rähen Cornwall, wo durch das Einſalzen der Sardellen eine große Menge die Emem von Salz verunreinigt und unbrauchbar wird, mengt man daſ⸗ ſelbe mit Meerſand, verdorbenen Fiſchen, Miſt und Erde in ver⸗ nehr Thetſache ſchiedenen Verhaͤltniſſen zu einem Kompoſt, dem man noch gewoͤhn⸗ ohl meſt dar lich noch 40— 60 Buſhel Kalk zuſetzt, und verwendet denſelben alz angewene zu Turnips, gemeiniglich in ſolcher Staͤrke, daß ungefaͤhr eine Tonne Fiſche und Salz auf 1 Acker Land kommen. Man ſchaͤtzt ſeine Wiit dieſe Art zu duͤngen daſelbſt ſchon ſeit langer Zeit als eine ganz ues uͤber üi vorzuͤgliche; es bleibt dabei jedoch unentſchieden, ob man ſeine Zwecke ii große Wirkung dem Salz oder den Fiſchen zuzuſchreiben habe. Aufbri Auf Wieſen ſoll man nach Hollinſhead's Angabe ſechs hen, doß it Buſhel Salz pro Acker unmittelbar nach der Heuernte ausſtreuen, warmen n” und dadurch einen hoͤhern Ertrag und eine beſſere Nachweide er— af ie halten. Fuͤr Weideland empfiehlt er dagegen die Anwendung von Reinen fit 16 Buſſhel unreinem Salz pro Acker, noch mehr aber einen n veni i Mengeduͤnger von dieſer Quantitaͤt Salz und 20 Fuder Erde, der dufe in zwei bis dreimal tuͤchtig durcharbeitet und im Herbſt aufgebracht b werden ſoll. Bei Froſtwetter hat ſich die Manchem ſehr auffaͤllige Erſchei⸗ nung gezeigt, daß dann, wenn anderes Land vom Froſt ganz nit odr unh Grträe b der unii ———ÿ——õnn 484 Achhtzehntes Kapitel. weiß erſchien, mit Salz uͤberſtreute Stuͤcke gruͤn blieben und an⸗ ſcheinend nicht von der Kaͤlte litten. Man ſollte daraus ſchließen koͤnnen, daß das Salz die Gewaͤchſe vor den nachtheiligen Fol⸗ gen des Froſtes zu ſchuͤtzen vermoͤge, es fehlt indeſſen Morh an entſcheidenden Verſuchen daruͤber. 7 In Betreff der Anwendung von reinem Salz gibt Herr Cuth⸗ bert Johnſon 5— 20 Buſtel als die geringſte und groͤßte Menge an, die davon mit Vortheil fuͤr die verſchiedenen Gewaͤchſe anzu⸗ wenden ſei; wir ſind jedoch der Meinung, daß letztere Menge in den meiſten Faͤllen zu groß ſei, und daß uͤberhaupt dieſe Vor⸗ ſchrift zu ſehr nach Theorie ſchmecke, als daß ſie in allen Faͤllen zur Richtſchnur dienen koͤnne; wir treten ihr daher nur mit der Bemerkung bei, daß ſie nur bei der erſtmaligen Anwendung des Salzes als Duͤnger zu befolgen ſein moͤchte. Herr Hollinſhead und Andere haben indeſſen dargethan, daß eine alljaͤhrliche Wie— derholung derſelben, freilich in weit geringeren Gaben, den meiſten Nutzen bringe und das Land am fruchtbarſten mache. Nach letztgenanntem ſoll man nehmen: Fuͤr Weizen und Roggen 10— 20 Buſhel pro Acker. Fuͤr Gerſte, Hafer, Erbſen und Bohnen 5—16 Buſſhel pro Acker. Im Weſten von England hat man es fuͤr dieſe Ge⸗ waͤchſe am vortheilhafteſten gefunden, das Salz erſt nach dem Eineggen der Saat aufzubringen; in weniger feuchten Gegen⸗ den iſt aber eine fruͤhere Anwendung, im Januar und Februar beſſer. Fuͤr Turnips und die meiſten Futtergewaͤchſe 5— 15 Buſhel pro Acker, entweder einen Monat vor der Saatzeit, oder noch beſſer im Januar und Februar, wo das lindgeslefer in ſeinem ſchwaͤchſten Zuſtand ſich befindet. Fuͤr Kartoffeln 10— 15 Buſhel pro Acker im Januar oder Februar auszuſtreuen, wenn kein anderer Duͤnger gebraucht wird; ſoll aber noch eine ſchwache Miſtduͤngung zur Zeit des Ausle— gens damit in Verbindung kommen, dann iſt nur halb ſo viel Salz nach dem die Saatkartoffeln mit Erde bedeckt ſind, aufzu⸗ bringen. Fuͤr Hopfen 15— 20 Buſhel im November oder De⸗ cember. Fuͤr Grasland 10— 15 Buſhel im Herbſt, und zwar wo moͤg⸗ lich nicht ſpaͤter als im November; wiewohl es noch ohne Nach— theil bis zum Februar aufzubringen iſt. 40— 50 Buſſel ver⸗ bei fau liß, al velſchied abgeänd beachtu Nach; Salper witthſe nehmii doch d dber ni wudde, vom M —— Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeter. 485 T Wht nd n nichten die alte Raſennarbe gaͤnzlich; aber in der Regel bildet ſich Gereiei nicht lange nachher eine vollig neue von beſſeren Graͤſern. Whelligen 1 deſen voc A Salpekt er. hi at Derſelbe iſt zwar entſchieden ein wirkſameres Dungmittel als Vee das Kochſalz, kommt aber im Ganzen nur ſehr wenig in Anwen⸗ btere Manei upt dieſe de Gevitſt a dung, weil er zu ſelten und zu theuer dazu iſt. Wir wuͤrden daher ſeiner, als eines Gegenſtandes, der nur fuͤr wenige beſon⸗ 3 ders ſpeculative Landwirthe ein untergeordnetes Intereſſe haben in allen d kann, gar nicht hier gedenken, wenn nicht unſere Aufmerkſamkeit nur wid durch einige Nachrichten in der Vierteljahrsſchrift fuͤr Landwirth⸗ Unwendun ſchaft darauf gelenkt worden waͤre. Daraus erfahren wir, daß 3 Holinſe man in einigen Theilen von Hertfordſhire ſeit einigen Jahren lahrlichen nicht ganz ſelten von ihm Gebrauch macht, und dieſer immer en, den nii mehr zuzunehmen ſcheint, daß durch ihn ſelbſt da gute Ernten h. erzielt werden, wo ſie vorher niemals gut waren, daß er vor⸗ nehmlich auf Weizen, Gerſte, Hafer und Grasland angewendet, ro Aaer zu dem Ende zeitig im Fruͤhjahr uͤber die Gewaͤchſe in der Staͤrke 15 Buſhe von 1— 1 ½ Centner pro Acker ausgeſtreut wird, und daß der für diſe d Preis eines Centners 25 Shilling betraͤgt. eeſt nach de In Bezug auf die Bodenarten, wo ſeine Anwendung am feuchtn Garr meiſten Nutzen verſchafft, fehlt es, wie gewoͤhnlich, an uͤberein— ar und Fönur ſtimmenden Anſichten; doch ſcheint er vorzuͤglich auf Kreideboden Wirkung zu leiſten, und alle Nachrichten kommen dahin uͤberein, z— 15 B daß ſich ſelbige am groͤßeſten auf allen Futterfeldern, namentlich zit, ode u auf rothem Klee zeige. Auch wird allgemein angegeben, daß er ifer in ſin bei feuchtem Wetter auszuſtreuen, fein zu pulvern und ſowohl al⸗ lein, als mit Aſche gemengt anzuwenden ſei. Er iſt jedoch von n Ianur verſchiedener Beſchaffenheit, wird dadurch in ſeiner Wirkſamkeit dbrrukt abgeaͤndert und muß daher auch verſchieden benutzt werden. Nicht⸗ it de M beachtung dieſes Umſtandes gibt zu Jerthuͤmern Veranlaſſung. r hab ſpi Nach Davy's chemiſchen Unterſuchungen ſcheint der Weizen mehr 1 ſnd cir Salpeter in ſeinen Koͤrnern zu enthalten, als jedes andere land— wirthſchaftliche Produkt, und man vermuthete daher, daß er vor⸗ nehmlich deren Ausbildung verbeſſern werde; der Erfolg hat je⸗ doch dieſe Theorie nicht beſtaͤtigt, indem zwar der Strohertrag, aber nicht die Menge und Guͤte der Koͤrner durch ihn vermehrt wurde, und die damit geduͤngte Frucht mehrmals ungewoͤhnlich vom Mehlthau gelitten hat. No nber e2, zvr tnoh⸗ nh dhl Nat⸗ dShi —————————————— 486 Achtzehntes Kapitel. Wir theilen nachſtehend einen Auszug aus den bekannt ge⸗ wordenen Reſultaten der damit gemachten Verſuche mit, und zwar zuerſt in Bezug auf die verſchiedenen Bodenarten. Auf ſchwerem Thonboden hat in einem Zeitraum von zwoͤlf Jahren der Salpeter in einer Gabe von 1 Centner pro Acker das Kochſalz und den Ruß an Wirkung uͤbertroffen. Fuͤr Turnips aͤußerte er ſich zwar nicht guͤnſtig, dies aber wohl mehr deshalb, weil ihnen der Boden uͤberhaupt nicht zuſagte; dagegen gaben die darauf folgenden Fruͤchte, Weizen und Gerſte, einen außerordent⸗ lichen Ertrag, und das auf ſolchem Boden damit geduͤngte Gras lieferte eine nie zuvor geſehene Maſſe. Grandiger Thonboden gab, mit Salpeter geduͤngt, mehr Stroh, als mit Ruß geduͤngt, aber weniger Koͤrner. Auf ſtrengem Lehmboden wurde er zu Weizen nach Kartof⸗ feln und auf Grasland angewendet. Auf beide war ſeine Wir⸗ kung wundervoll. Das Grasland gab mehr Heu, als das nicht ſo geduͤngte und konnte weit fruͤher gemaͤht werden; und der Weizen wuchs ſo uͤppig, daß man Nachtheil davon zu fuͤrch⸗ ten hatte. Auf Grandboden brachte er, 1 ½— 2 CEentner pro Acker angewendet, einen außerordentlichen Strohertrag hervorz der Wei⸗ zen litt aber vom Mehlthau, und gab daher nach Ruß mehr und beſſere Koͤrner. Wenn Gerſte mit Salpeter geduͤngt wurde, wuchs der darunter geſaͤete Klee vorzuͤglich gut. 2 Centner davon pro Acker brachten auch eine außerordentliche Wickenernte hervor; dem widerſprechend wird jedoch in einem andern Berichte geſagt, daß neun Jahre hindurch der Salpeter nie ſeine Wirkung verſagt habe, ausgenommen bei Wicken. Auf Kreideboden wird angenommen, daß er alle Erzeug⸗ niſſe vermehre, beſonders aber den Hafer. Bei der Gerſte, ver⸗ glichen mit Huͤhnermiſt, lieferte Salpeter die groͤßte Maſſe, jener aber die meiſten Koͤrner. Auf naſſem, kuͤhlen Boden und in feuchtem Jahrgaͤngen ſoll er bei Weizen und Hafer ſeine Wirkung fuͤnf bis ſechs Jahre lang zeigen; auf lockenem Boden und bei trockenem Wetter dage⸗ gen nicht viel wirken. Ein anderer Bericht widerſpricht indeſſen dieſem, die Behauptung aufſtellend, daß er bei trockenem Wetter am beſten wirke. Bei Weizen nach einer mit Kalk geduͤngten Sommerbrache, die keine weitere Duͤngung erhielt, wurde ein Theil des Feldes Fori den 2. Das La her wat gaüngie die Hal unglich ſih uher Be auch da Berechn veniger ortheil wenden luf den r ſth de ſe war Gtas d andern maͤht ſain, i käfets „Die d lichſten Sie iſ und ſch der Zoo nin und fre chen I Fortſetzung der mineraliſchen Dungmittel. Salz. Salpeter. 487 das den 28. Maͤrz, der andere den 14. April mit Salpeter geduͤngt. d und i Das Land war ein ſtrenger Thon, ſehr naß. Vier Wochen nach⸗ her war der Unterſchied auffallend, die Farbe des mit Salpeter un dm niſ geduͤngten dunkler, ſein Blatt breiter; in Ähren getreten waren bn An die Halme 5— 6 Zoll laͤnger, und bei der Ernte die Maſſe di Tuni ungleich groͤßer; die Ernte litt aber ſo durch heftigen Regen, daß mſ de ſich uͤber den Ertrag nichts Genaues angeben laͤßt.“ gegen gaben Bei dem Hafer war derſelbe Erfolg ſichtbar, zugleich aber ſen außnnde auch das Wetter bei der Ernte eben ſo unguͤnſtig, daher keine Kdüngte b Berechnung des Ertrages moͤglich. Es ſcheint jedoch, daß etwas weniger als 1 Centner pro Acker verhaͤltnißmaͤßig den meiſten gedungt, m Vortheil gewaͤhre und er vorzugsweiſe bei feuchtem Wetter anzu— -r. wenden ſei. mnach am Auf Grasland wurde er den 28. Maͤrz 1829 geſtreut. Der dar ſeine d Boden war ein ſtrenger Thon. Nach 8— 10 Tagen zeichneten Heu, a ſich die damit beſtreuten Streifen merklich vor den andern aus; t werden, ſie waren dunkler gruͤn, ihr Wuchs weit voraus geruͤckt und das davon z i Gras darauf anſcheinend dem Vieh weit angenehmer, als auf den andern Stellen. Eben ſo war es auf ſolchem Grasland, das ge— ntner p l maͤht wurde, es mochte von naſſer oder trockener Beſchaffenheit eroor; dd ſein, ie gab das mit Salpeter geduͤngte Stuͤck mehr und beſ⸗ duß meſtr ſeres Heu. 1 W Aus Allem ſcheint hervorzugehen, daß der Salpeter ein vor⸗ tner dabon zuͤgliches Dungmittel ſei, beſonders aber auf Grasland, wo er te heror die Schnecken, die Larven des Saat⸗Schnellkaͤfers(wireworm)*) gt geug und andere Inſekten vertilgt, und beſonders dann wirkſam ſich g veſit zeigt, wenn er vor ſeiner Anwendung mit Aſche(1 ⅛ Centner r alle Che er Gerſt,n*) Der wireworm der Englaͤnder, uͤber deſſen Verheerungen ſie viel⸗ e Maſſe, faͤltig klagen und den ſie beſonders fuͤrchten, iſt die Larve des Saat-Schnell⸗ kaͤfers(Elater segetis). In Oken's Naturgeſchichte heißt es uͤber ſelbige: Jahrgingn„Die Larve iſt unter dem Namen Drahtwurm bekannt, und eine der ſchaͤd⸗ Föh lichſten fuͤr das Getreide, beſonders in Schweden(auch in England alſo). is ſet Sie iſt etwa vier Linien lang, gelb, mit einigen Haͤrchen, braunem Kopf m Wett 6 und ſchwarzen Kiefern, und hat ſechs Fuͤße.“ Auch Vogt in ſeinem Lehrbuch prict inbeſen der Zoologie, Stuttgart 1838. B. 4. S. 383, ſpricht ſich auf gleiche Weiſe ockenmn Biie daruͤber aus. Bei uns ſcheint dieſes Thier nach Zenker's Naturgeſchichte der ſchaͤdlichen Thiere in der Encyklopaͤdie der Landwirthſchaft, minder verheerend mabtudt und furchtbar zu ſein. Wie wenig wiſſen wir doch noch uͤber die uns ſchaͤdli⸗ Eonma ſ chen Inſekten! ld F —-rõ—————————y—m Achtzehntes Kapitel. Salpeter mit einer kleinen Karrenladung Aſche pro Acker wohl ge⸗ mengt wird. 1 Seine Guͤte wird am ſicherſten aus dem Winkel erkannt, in dem die durch ihn durchgehenden Lichtſtrahlen ſich brechen. Ein Winkel von 50 iſt der regelmaͤßige. Je geringer derſelbe, deſto groͤßer iſt die Guͤte des Salpeters, und demnach muß die Quanti— taͤt regulirt werden. Die ſchlechteren Sorten enthalten gemeines Kochſalz. Neunzehntes Kapitel. über die verſchiedenartigen Dungmittel. 1. Knochen. Wenn gleich die Knochen im Verhaͤltniß zu andern Dungmitteln erſt ſpaͤt als ſolches in Gebrauch gekommen ſind, ſo haben ſie doch in wenig Jahren die Aufmerkſamkeit der Landwirthe in ſol⸗ chem Grade auf ſich gezogen, daß wir keinen Augenblick anſtehen, ſie unter den verſchiedenartigen Dungmitteln zuerſt zu nennen. Sie ſind zwar in einigen Theilen von England ſchon ſeit langer Zeit angewendet und vornehmlich vom Kontinent nach der Stadt Hull in großer Menge gebracht worden, wo ſie durch verſchiedene Maſchinen entweder in feines Mehl verwandelt, oder nur groͤb⸗ lich zerſtoßen wurden; aber erſt ſeit unfaͤhr zwanzig Jahren, nach⸗ dem ſie durch ihren geleiſteten Nutzen die allgemeine Aufmerkſam⸗ keit erregt, werden ſie als eins der wichtigſten Dungmittel zur Erziehung der Turnips auf den kalkigen Bodenarten von York⸗ ſhire und Lincolnſhire angeſehen. Fuͤr genannte Bodenarten ha⸗ ben ſie den meiſten Werth, und nach dem Zeugniß mehrer erfah⸗ rener Landwirthe iſt eine Mengung von Knochenmehl mit Holz⸗ oder Steinkohlenaſche am allervortheilhafteſten fuͤr den Turnips⸗ bau;! widd, nen der Lo geſtoßen ten ſcho bemerkt. das der zrennen auf de vonnte ſen, u adere rniche ſttt oder dn Ha mer der ſtets ei ſette 3 vorgebe 3 mahlen fen un ihhu raubt Zuſtand und ni nſe in ßen.. ſo zetm mij tie Aobe Valzer theilun halben groben ter der lie 9 den hal über die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 489 din ni bau; weil durch ſelbige der Wuchs derſelben vorzuͤglich belebt wird, und die jungen Pflaͤnzchen bald ſo rauh werden, daß ih⸗ ke dirt, nen der Erdfloh nichts mehr anhaben kann. hhrrhen E Lange zuvor, ehe der große Nutzen, den die gemahlenen oder deribe, i geſtoßenen Knochen gewaͤhren koͤnnen, allgemein bekannt war, hat⸗ nuß de Lum ten ſchon mehre Perſonen ihre fruchtbar machenden Eigenſchaften halten gemin bemerkt. Um ſie jedoch anwendbar zu machen, wurde gemeiniglich das verſchwenderiſche und verkehrte Verfahren, ſie zu Aſche zu brennen, angewendet. Durch dieſe wurde allerdings ſolchem Lande, auf dem Gips Wirkung hat, einiger Nutzen geſchafft; aber ſie konnte, in Bezug auf die Ernaͤhrung der Pflanzen, nicht ſo wirk⸗ ſam, wie unkalzinirte Knochen ſein, weil deren Fettigkeit und andere darin enthaltene naͤhrende Subſtanzen durch das Feuer vernichtet werden. In anderen Faͤllen wurden ſie durch Kalk zer⸗ tel. ſetzt oder auf den Boden des Miſthofs geworfen und hier durch den Harn aufloͤslich gemacht, in noch ſeltenern mit einem Ham— mer zerſchlagen. Bei dieſen verſchiedenen Verfahrungsarten fand ſtets ein großer Verluſt ſtatt, dem gegenwaͤrtig durch das verbeſ— ſerte Zermalmen der Knochen vermittelſt verſchiedener Maſchinen vorgebeugt worden iſt. ungnitte Zu feinem Pulver koͤnnen die Knochen nur dann zer⸗ mahlen werden, wenn ſie dem Proceß des Kochens unterwor⸗ fen und dadurch nicht nur alles daran befindlichen Fleiſches, er Durt ſondern auch eines Theils der darin enthaltenen Fettigkeit be⸗ ern Iu. raubt worden ſind. Man ſollte glauben, daß ſie in dieſem 1 ſ täa Zuſtande dem Boden weniger Nutzen bringen muͤßten, als friſch ndritie 3 und nicht gekocht; allein Verſuche haben gezeigt, daß fie ge— genblik äi rade in jenem Zuſtande mehr, wenigſtens ſchnellere Wirkung aͤu⸗ erſt zu de⸗ ßern. Wenn ſie nicht ganz in Mehl verwandelt werden ſollen, hon ſi h ſo zermalmt man ſie in Maſchinen mit Walzen von Gußeiſen nach dan mit tief ausgefurchten Rinnen. Hier werden ſie zuerſt blos in urch riſtie grobe Stuͤcke zerbrochen, dann fallen ſie zwiſchen zwei andere oder nur Walzen, die etwas naͤher an einander geruͤckt ſind, und ihre Zer— g Jahken e theilung in Stuͤckchen von der Staͤrke eines ganzen oder eines ne Vufrat⸗ halben Zolls bewirken, neben denen noch eine betraͤchtliche Menge Dungritt r groben Mehles abfaͤllt. Die ſo behandelten Knochen werden un— rten ton Ne ter der Benennung:„ganzzollige“,„dreiviertelzollige“,„halbzol⸗ Budeum d lige“, oder Mehl verkauft. Die groͤßte Nachfrage iſt jedoch nach z nn 33 den halbzolligen, die alles Mehl mit enthalten, das bei ihrer Be— mel ni di n dun 490 Neunzehntes Kapitel. reitung ſich bildee. Das Mehl wird gewonnen, indem man die ganz und dreiviertelzolligen ſiebet. 1 Wenn nicht gekochte Knochen zermahlen werden ſollen, iſt je⸗ des Paar Walzen unten mit einer Reihe von aus Schmiedeeiſen gefertigten Kratzern verſehen, welche die Rinnen voͤn den darin haͤngen bleibenden thieriſchen Subſtanzen reinigen, und ſo wird die in den Knochen befindliche Fettigkeit erhalten. Seitdem nun ſo viele Knochenmuͤhlen errichtet worden ſind, gibt es nur noch wenig Gegenden im Lande, wo man ſich dieſes Dungmittel nicht im gehoͤrig zubereiteten Zuſtande verſchaffen koͤnnte; wenn indeſſen die Knochen auch nur roh zu haben waͤren und dem Landwirth daran laͤge, Mehl davon zu haben, ſo kann er ſie auf leichte Weiſe durch ſeine eigenen Arbeiter zermalmen laſſen. Es haben ſich auch in der That mehre Landwirthe kleine Maſchinen mit zwei Cylindern von Gußeiſen, die mit ineinandergreifenden Rin⸗ nen verſehen ſind, angeſchafft und laſſen darauf ihren Bedarf an Knochenmehl bereiten. Der Preis deſſelben in den Muͤhlen iſt verſchieden, nach der Art, wie dieſe getrieben werden, nach der Laͤnge des Wegs fuͤr die Zufuhr, nach den Koſten des Mahlens und nach dem Begehr; im Durchſchnitt wird aber fuͤr den Buſhel Mehl 2 Shilling 6 Pences bis 3 Shilling, bei ſehr weiter Zu— fuhr ſogar 3 Sh. 6 P.; fuͤr 1 Buſhel Stuͤcke 2 Sh. bis 2 Sh. 3 Pence, je nachdem ſie groß ſind, und fuͤr 1 Buſhel rohe Knochen 1 Sh. 10 P. gezahlt. Es ſcheint dabei von den Kaͤu⸗ fern kein Abzug fuͤr die gemacht zu werden, die vorher gekocht wurden. Die Koſten einer Knochenmehlduͤngung pro Acker werden, wenn die Knochen roh gekauft und in der Wirthſchaft ſelbſt ge⸗ mahlen werden, folgendermaßen berechnet: 24 Centner Knochen 2 Pf. 3 Sh. 2 P. Fuhrlohn derſelben bei einer Entfernung von 7 engl. Meilen—— 7——— 6 ½ Tage Maͤnnerarbeit, die Knochen zu mahlen, den Tag 1 Sh. 10 P.—— 11— 11— 3 ½ Tage Maͤdchenarbeit, das Mehl in die Saatrinnen zu ſtreuen à 10 P.—— 8 genden 31 landſi aſt auf den nut tetn, ſt von 12 rinnen gſtle in raslan Wirkut d ſchotti gus zu zen Be Wachst i Über die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 491 ſem man d. ni Die Wirkungen der Knochen laſſen ſich am beſten aus fol— en ſola, ſte genden Thatſachen erkennen. s Shhidiſ Zu Garrowby, einem dem Sir Francis Wood zugehoͤrigen von den de Landſitze in der Ebene von Vorkſhire, waren die Turnipsernten 1 und ſin faſt auf nichts geſunken; die Felder, obgleich leidlich geduͤngt, wur⸗ Seihen n den nur mit Hanfneſſeln(galeopsis Tetrahit.) und andern Unkraͤu⸗ bt e nn tern, ſtatt mit Ruͤbenpflanzen bedeckt; aber durch die Anwendung dungriten von 12— 20 Buſheln Knochenmehl pro Acker, das in die Saat⸗ e; wem u rinnen geſtreut wurde, erhielt man wieder ſehr ſchoͤne Ruͤbenern— den Lui ten, und auch weit beſſere Nachfruͤchte. t ſi uj 1 Zu Clumber Park, einem Landſitze des Herzogs von New⸗ ſen. E 3 caſtle in Nottinghamſhire, wurden im Jahre 1822 auf 24 Acker Miſäin Grasland, die vor ungefaͤhr 10 Jahren zur Kuhweide niedergelegt 1 worden waren, und einen feſten Sand- und Kiesboden hatten, tgreifann 600 Buſhel kleine Knochenſtuͤcke geſtreut. Die Wirkung dieſer üren Bai Duͤngung zeigte ſich auffallend an dem beſſern Zuſtande der Kuͤhe, den Nü die faſt noch einmal ſo viel Butter lieferten, als andere, die auf eden, ni aͤhnlichem, aber nicht alſo geduͤngtem Lande weideten, und dieſe en de N Wirkung dauert noch immer fort. tfür dn Fuͤnf und zwanzig Buſhel Knochenmehl wurden auf den ſehr nein. ſchottiſchen Acker von Herrn Wackſon zu Keillor bei Cupar An— 2Eh. l gus zu gelben Aberdeen-Turnips auf einem etwas feſten, ſchwar— 1 Blſt zen Boden angewendet. Die Ruͤben gingen hier ſchon den drit— ei von da ten Tag nach der Saat auf, bekamen den zehnten das rauhe ie vothergi Blatt und konnten den funfßzehnten bereits verduͤnnt werden; waͤhrend auf demſelben Boden mit Stallmiſt, fuͤnf und zwanzig ) Acker we Karrenladungen auf den Acker, geduͤngte Ruͤben erſt den fuͤnften ſchaft ſelt Tag aufgingen, und erſt den zwanzigſten behackt werden konnten. Jene behaupteten dieſen Vorſprung bis in den Monat September, wo das Wetter ſehr trocken wurde, und man vermuthete, das 3 Sh.¹ Wachsthum der Pflanzen werde aufhoͤren. Dies war auch der Fall bei den mit Miſt geduͤngten, die mit Knochenmehl geduͤng— 7= ten wuchſen dagegen freudig fort und bei der Vergleichung der Ernte von beiden in der Mitte des Octobers zeigte es ſich, daß 11— 1⸗ letztere 28 Tonnen, dieſe nur 22 Tonnen, alſo ſechs Tonnen we⸗ niger gaben. 52, 11⸗ Herr Falla zu Gateshead bei Newcaſtle upon Tyne wendete — pro Acker 100 Buſhel Knochenmehl auf einem Boden an, deſſen 5⸗ Beſchaffenheit nicht angegeben iſt, und duͤngte den uͤbrigen Theil des Feldes mit wohl verrottetem Stallmiſt in der Staͤrke von I. 32 492 Neunzehntes Kapitel. funfzehn zweiſpaͤnnigen Fudern auf den Acker. Der mit Knochen geduͤngte Theil zeichnete ſich auf einigen Stellen zu ſeinem Vortheil vor dem andern aus, und war dieſem auf den uͤbrigen wenigſtens voͤllig gleich. Herr Graburn zu Barton in Lincolnſhire duͤngte einen Theil ſeines Turnipsfeldes mit dreißig Buſheln Knochenmehl, den andern mit acht Fudern Miſt pro Acker. Nach letzterem wuchſen die Ruͤ⸗ ben weit langſamer. Zwei Jahre nachher duͤngte er den mit Miſt be⸗ fahrenen Theil dieſes Feldes aufs neue damit, und zwei Jahre ſpaͤ⸗ ter zum dritten Male; hierauf beſaͤtte er das Ganze mit Weizen, und erhielt auf dem mit Knochen geduͤngten Theile eine beſſere Ernte, als auf dem dreimal mit Miſt befahrenen. In dem trockenen Sommer 1826 wurden vier und dreißig Acker eines kieſigen, ſandigen Bodens auf dem Landſitze des Sir Charles Throckmorton zu Buckland in Orfordſhire halb mit Miſt und halb mit Knochen geduͤngt. Das ganze Feld wurde hierauf mit Turnips bedrillt und der mit Knochen geduͤngte Theil deſſel⸗ ben lieferte eine ausgezeichnete Ernte, auf dem vierten Theile deſ⸗ ſelben bildeten ſich ſchon Ende Auguſts die Ruͤben, waͤhrend auf dem mit Miſt geduͤngten Theile ſich erſt die Blaͤtter entwickelten. Der Verſuch ward 1827 wiederholt mit der gruͤnen runden Tur⸗ nips, die den 20. Juli auf aͤhnlichem Boden geſaͤet wurden, und ebenfalls auf dem mit Knochen geduͤngten Theile ungleich beſſer geriethen. Die nach den Ruͤben folgende Gerſte gab auf dieſem Theile fuͤnf Buſhel mehr vom Acker, als auf dem mit Miſt ge— duͤngten und der darunter geſaͤtte Klee war dort ebenfalls er— giebiger. Der Capitain W. Ogilvie zu Airlie Caſtle brachte ebenfalls 1827 Knochenmehl, in der Staͤrke von 15— 20 Buſhel pro Acker, auf einen lockern ſandigen Lehmboden mit einem grandi⸗ gen, ſandigen Untergrunde, der an mehren Stellen der Oberflaͤche nahe kam, und fand bei fuͤnf Jahr nacheinander in dieſer Art fortgeſetzten Verſuchen ſtets, daß die auf einander folgenden Ern⸗ ten von Turnips, Gerſte und Grasweide nach dieſer Duͤngung ungleich ergiebiger, als nach jeder andern ausfielen. Die Hoch⸗ landgeſellſchaft fand ſich daher bewogen, ihm in Folge ſeines daruͤber abgeſtatteten Berichts ihre ſilberne Ehrenmedaille zu ertheilen. Dieſen Thatſachen zu Gunſten der Knochen muͤſſen nun aber auch andere gegenuͤber geſtellt werden, die fuͤr das Gegentheil, beſonders im Verhaͤltniß zum Stallmiſt, ſprechen, auf den wir de I eined witth 1 Houſe auf eit wendet Kroche kein T über die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 493 der mn die Aufmerkſamkeit vorzugsweiſe lenken moͤchten, wenn es auf rigen ne riſe eine Vergleichung mit Knochen ankommt, weil er einem jeden Land⸗ wirth zu Gebote ſteht. ingte einen d Auf dem Landſitze des Herrn Evans des Juͤngern zu Dean wmehl, den ai Houſe in der Gegend von Oxford wurde Knochenmehl zu Weizen wuchſen de auf einem ſteinigen Kalkboden im Vergleich mit Stallmiſt ange⸗ den mi Ni. wendet. Letzterer zeigte ſich hier ungleich vorzuͤglicher; der nach zwe Iüh Knochen gewachſene Weizen war nicht viel beſſer, als wenn gar anze ni De kein Duͤnger aufgebracht worden waͤre. heile ein li Auf den Beſitzungen des Herrn Hawden in Kincardineſhire 1 wurde im Monat Juni Turnips in 27 Zoll von einander ent⸗ vier und i fernte Reihen auf verſchiedenen Bodenarten theils nach Knochen—-, Landſizee theils nach anderer Duͤngung geſaͤet, und die vom Acker erhalte— e halb wi nen Ernten mit Ausnahme der Blaͤtter genau gewogen. dn i Auf einem mit Kies vermengten ſteifen Klayboden lieferte 1 Acker geduͤngt mit 12 Tonnen Stall⸗ irin i miſt 26 Tonn. 8 Entnr. R. f1 rüna 1 Acker geduͤngt mit 1 ½ Tonne Kno⸗ latte enmut chenmehl 23— 12— unen runden eſaet wude Auf einem lockern Sandboden von etwas mooriger Natur ile unglic i lieferte w e gab uf i 1 Acker geduͤngt mit 16 Tonnen Stall⸗ dem mi Nit miſt 29 Tonn. 12 Cntnr. R. drt drits 1 Acker geduͤngt mit 1 ½ Tonne Kno⸗ chenmehl 24— 16— bracht i. Auf einem leichten Sandboden lieferte .20 Blſ 1 Acker geduͤngt mit 16 Tonnen Miſt 25 Tonn. 16 Cntnr. R. it einen ſe 1———— 1 LTonne Kno⸗ len der Wi chenmehl 23— 18— der in in 1 1 Acker geduͤngt mit 10 Eentete er fo lnur Hornſpaͤnen, vermengt mit 1 Kar⸗ 2o 5 dieſer? dir renladung Huͤhnermiſt und 9 Kar⸗ gen. Oe renladungen Kohlenaſche eſiig Auf Herrn Boswells Landgute zu Kingcauſſie in Kincardine⸗ zu hm mu h ſhire wurden zwei Acker eines armen aus Haideland gewonnenen riſaa Hoͤhebodens mit Norfolker runden Turnips bedrillt und dazu halb dn9 mit Miſt, halb mit Knochen geduͤngt. en, ruj kl 3 32* ——= S ——— 494 Neunzehntes Kapitel. 1 Acker geduͤngt mit 20 Fudern oder Tonnen Miſt gab 32 Tonn. 14 Cntnr. R. 1 Acker geduͤngt mit 1 ½ Tonne Kno⸗ chen gab 28— 13—— Auf demſelben Landgute geriethen in dem kalten naſſen Jahre 1824 die Ruͤben nach Miſt weit beſſer, als nach Knochenmehl; aber im Jahre 1822 ſchienen beide einander gleich zu ſein. Wenn jnun aber auch das Produkt nach der Knochenduͤn⸗ gung hinſichtlich des Gewichts geringer als nach der Miſtduͤngung ausfiel, ſo darf doch nicht unbemerkt bleiben, daß letztgenannter Landwirth den Ertrag von jenem nach Geld hoͤher anſchlaͤgt, als von dieſem; er rechnet naͤmlich ſo: 20 Fuder Miſt pro Acker koſten ſammt Fuhr⸗ lohn, das Fuder zu 10 Shilling 10 Pfd.— Sh. 33 Tonnen Turnips zu 10 Shilling die Tonne betragen 16— 10— bleibt Ertrag 6— 10— 1 ½ Tonne Knochen pro Acker à 42 Sh. koſten 2 Pf. 12 Sh. 6 P. Dieſelben zu mahlen und anzufahren—— 18— 10— 3— 10— 6— 20 Tonnen Turnips zu 10 Shilling die Tonne betragen 14— 10——— bleibt Ertrag 10— 19— 6— Dies gaͤbe einen Unterſchied zu Gunſten der Knochen von 4 Pf. 9 Sh. 6 P., der in der angegebenen Gegend als ein ſehr bedeutender Gewinn angeſehen werden kann; zwar iſt bei dieſer Berechnung der Preis der Turnips weit uͤber jetzigen hinaus an⸗ genommen, auch der Miſt, ſelbſt wenn er weit gefahren werden muß, viel zu hoch angeſchlagen; wir theilen indeſſen doch die Be⸗ rechnung mit, wie ſie vorliegt, um uns bei andern aͤhnlichen ver⸗ gleichenden Berechnungen auf ſie beziehen zu koͤnnen. Hier moͤgen nun noch die genauen Angaben von den Ergeb⸗ niſſen eines vergleichenden Verſuches folgen, der erſt vor Kurzem auf der Beſitzung des Herrn William Maxwell zu Calderwood zwiſchen Stallmiſt und Knochenmehl angeſtellt wurde. Das Feld hatte dehmtc Unſtän daher, einem! jahrein wurden arten e Chaldre angewe und kr en ſich gedungt mmen olgend Schwe Dale Uber die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 495 hatte ehedem einen ſtrengen, auf anhaltender Thonunterlage ruhenden . l Citn..g Lehmboben, war aber vollkommen trocken gelegt und unter guͤnſtigen Umſtaͤnden ſorgfaͤltig gepfluͤgt und gereinigt worden, es befand ſich 6— caher, nachdem es im Jahre 1832 eine Haferernte gegeben hatte, in einem voͤllig zufriedenſtellenden Zuſtande, als es im naͤchſten Fruͤh⸗ te niſtn R jahre in dazu paſſender Zeit zu Turnips vorbereitet werden ſollte. Es h Krachen wurden von dieſen mehrere Sorten nach verſchiedenen Duͤngungs⸗ h zw ſen arten eingeſaͤet, von denen eine jede noch einen Zuſatz von 7 ½ der Knobhnt Chaldrons Kalk auf den ſchottiſchen Acker erhielt. Wo Stallmiſt der Müſdüme angewendet worden war, wuchſen die Pflanzen Anfangs ſchneller aß lettzenar und kraͤftiger, als nach der Knochenduͤngung; aber endlich breite⸗ er anſchligt ten ſich letztere auch aus und ſtanden anſcheinend in nichts den geduͤngten nach. Die ſorgfaͤltigſten Berechnungen wurden unter⸗ nommen, um den Ertrag eines Ackers genau zu beſtimmen, und Folgendes war das Reſultat: 0 Pd. Schwediſche Turnips 30 Fuder Stallmiſt auf den 16— 1- ſchottiſchen Acker gaben 29 Tonnen. 6— f- 60 Buſhel Knochenmehl auf den ſchott. Acker gaben 24— Dale's Baſtardturn. 30 Fuder Stallmiſt auf den † 12 E ſchottiſchen Acker gaben 33— S 60 Buſhel Knochenmehl auf 40- i⸗ den ſchott. Acker gaben 31— 45 Buſhel Knochenmehl auf 10 den ſchott. Acker gaben 29— — Gelbe Bullockturn. 30 Fuder Stallmiſt auf den 19 ſchottiſchen Acker gaben 29— b— 60 Buſhel Knochenmehl auf d dhs den ſchott. Acker gaben 28— dend ö i, dar iſ nm Die Beſchaffenheit des Bodens eignete ſich jedoch keineswegs bigen linnn recht gut zum Turnipsbau, weil er dem Klay ſich naͤhert; und geirtmnnir wenn er auch durch Abzuͤge von aller uͤberfluͤſſigen Feuchtigkeit be⸗ ſen dac 5 freit worden, iſt doch wohl dieſem Umſtande der unguͤnſtige Er— en ähnlün i folg der Knochenmehlduͤngung hauptſaͤchlich mit zuzuſchreiben. ner. 6 Aus dieſen, nebſt noch vielen andern Thatſachen moͤchte ſich von di Cih uͤber die Wirkungen und Anwendung des Knochenmehles, ſowie er wirie der Knochen uͤberhaupt, vornehmlich Folgendes als das Richtigſte zu bedetwen bewaͤhren. uede Das d Neunzehntes Kapitel. Auf Grasland ſind die Knochen nur als feines Mehl gut anwendbar; denn ſie bringen nicht nur in dieſem Zuſtande die meiſte Wirkung auf den Ertrag hervor, ſondern legen auch, in Stuͤckchen aufgeſtreut, der Senſe und Sichel Hinderniſſe in den Weg. Es iſt jedoch nochmals zu erwaͤhnen, daß feines Mehl nur non ausgelaugten Knochen gewonnen werden kann. Es wird ſelbiges zur Obenaufduͤngung mit der Hand ausgeſtreut, oder noch oͤfter in die zu Turnips beſtimmten Saatrinnen geworfen. Zu letzterem Zweck ſind mehre ſinnreiche Maſchinen erfunden worden, durch die es mit dem Saamen zugleich ausgeſtreut wird. Es iſt nur zu bedauern, daß dergleichen Werkzeuge nicht einfacher zu bauen ſind; denn ihre Koſten betragen ſo viel, daß nur dann, wenn Jemand eine bedeutende Flaͤche zu bedrillen hat, ihr An⸗ kauf raͤthlich, und das Miethen derſelben gewoͤhnlich unverhaͤlt— nißmaͤßig koſtſpielig iſt. Was nun die anzuwendende Menge betrifft, ſo iſt zu be— merken, daß voͤllig gepulverte Knochen theurer, als die blos zer⸗ malmten ſind, und wenn ſie auch, wie geſagt, mehr auf die erſte Frucht einwirken, weil ſie in dieſem Zuſtande inniger mit dem Boden ſich mengen laſſen, und den Pflanzen gleich zu gute kommen, ſo hat man ſie doch nicht ſo dauerhaft in ihren Wir⸗ kungen gefunden, als blos in kleine Stuͤcke zerbrochene; dafuͤr aber braucht man von ihnen weniger auf einmal; denn der Be⸗ darf haͤngt hauptſaͤchlich von der Groͤße der Knochenſtuͤcke ab. Von ganzen, unzermalmten Knochen hat man 100 Buſſhel auf den Acker gebraucht; von zermalmten dagegen rechnet man nach den Berichten der Landoirthſchaftsgeſellſchaft zu Duncaſter im Durchſchnitt aller Grade der Zerkleinerung 39 Buſhel. Werden die kleineren Stuͤcke von den groͤßeren geſondert, ſo ſcheint jedoch die auf einmal angewendete Menge ſelten 30 Buſhel auf den Acker zu uͤberſteigen, in manchen Faͤllen ſogar kaum 20 Buſhel zu betragen. Vielleicht kann man annehmen, daß in den meiſten Faͤllen von halbzolligen Stuͤckcken 25— 30 Buſhel, und von Mehl 20 Buſhel auf den Acker gebraucht werden; es ſollte aber ein Unterſchied gemacht werden zwiſchen Knochen, die man vorher ſchon auf irgend eine Weiſe benutzt, und denen, die im unveraͤn⸗ derten Zuſtande zur Anwendung kommen. Die Groͤße der Stuͤcke der zermalmten Knochen iſt demnach ein Gegenſtand von einiger Erheblichkeit; je kleiner dieſelben ſind, deſto raſcher iſt ihre Wirkung. Daruͤber macht ein Correſpondent der G nen i zuten Stüͤck was g Mehl gößer etnte Knoche folgen u gerli hende galten, n zo aatr delſch noch keinen wohl zwei in g außer richt chen hinter dm a ans Mehl m Luſtnde legen Kih daniſe n n iß fins M kann. 65 7 ſtreut de 1 geworfen. 4 efunden vanr t widd. 6 dt einihe daß nur e hat, in! nlich umat t, ſo ün als dieli t, mehr a ande inign een gleic ug t in ihm b erbrochene, ii 1. denn de Knocenſüct, 100 Büſhle rehhnet m ni zu Duräſt Bufhel. Wen ſo ſcheit i Buſßel uf kaum Wb ß in da ꝛit zuſhel, m n; es ſolt it „die mn nie die in muai en i anac der diüben ſod in lriperde über die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 497 der Geſellſchaft von Doncaſter folgende Bemerkung: ſobald er ei⸗ nen recht baldigen Erfolg haben wolle, und ſein Feld in einem guten Zuſtand zu erhalten wuͤnſche, werde er jedesmal halbzollige Stuͤcke, ja, wenn er die Knochen ſelbſt zermalmen laſſe, noch et— was groͤßeren den Vorzug geben, jedoch in letzterm Falle kein Mehl herausſieben laſſen und zwar deshalb, weil das mit den groͤßeren Stuͤcken vermengte Mehl hinreiche, die erſte Turnips⸗ ernte hinlaͤnglich zu unterſtuͤtzen, die zuruͤckbleibenden groͤßeren Knochenſtuͤcke aber das Land in einem beſſeren Zuſtande fuͤr die folgenden Fruͤchte erhielten. Was nun die Dauer betrifft, welche ihre Wirkſamkeit haben kann, ſo iſt allerdings erwieſen, daß die Groͤße der letztern nicht merklich geſteigert wird, wenn man ſie in ſehr großer Menge an— wendet; denn es wurde daſſelbe Produkt von gleicher Flaͤche er⸗ halten, man mochte 50 oder 100 Buſhels aufbringen. So wur⸗ den zum Beiſpiel bei einem Verſuche die Quantitaͤten in den Saatrinnen auf einem ziemlich großen, mit Turnips beſtellten Acker verſchiedenartig alſo gewechſelt, daß auf den Acker 28, 40 und noch mehr Buſhel gekommen ſein wuͤrden, man bemerkte aber keinen auffallenden Unterſchied im Ertrage. Dies hat indeſſen wohl nur dann ſeine Richtigkeit, wenn es blos auf eine oder zwei Ernten ankommt; gewiß dagegen iſt es, daß die Knochen, in großer Menge aufgebracht, das Land fuͤr eine ſehr lange Zeit außerordentlich fruchtbar machen. Wir finden davon in dem Be— richt von Duncaſter folgende Beiſpiele: 1) Ein Feld, das zum Theil vor vierzig Jahren mit Kno⸗ chen geduͤngt worden war, trug funfzehn bis ſechzehn Jahre lang hintereinander auf dieſem Theile immer beſſere Fruͤchte, als auf dem andern, ob dieſer gleich mit Miſt geduͤngt wurde und das ganze Feld von gleicher Beſchaffenheit war. 2) Ungefaͤhr drei Acker leichten Sandbodens wurden im Jahre 1814 mit 150 Buſhel Knochen pro Acker geduͤngt. Seit der Zeit, heißt es, hat dieſes Land ſolches nie vergeſſen, ſondern es iſt gegenwaͤrtig faſt noch einmal ſo tragbar, als der uͤbrige Theil des Feldes, der uͤbrigens, mit Ausnahme der Knochenduͤn⸗ gung, genau eben ſo behandelt worden iſt. Ferner wird erzaͤhlt, daß vor ungefaͤhr ſechzig Jahren ein Landwirth ein Stuͤck armes Land in hoher Lage bei Rochdale in Lincolnſhire auf vierzig Jahre erpachtet, und, nachdem er es ein⸗ gefriedigt und trocken gelegt, eine Knochenmuͤhle daſelbſt errichtet 498 Neunzehntes Kapitel. habe, um das Land durch die Duͤngung mit Knochenmehl und Stuͤckchen zu verbeſſern. Er wandte davon 100— 130 Buſhel pro Acker an. Die Folge davon war, daß er nach wenig Jah⸗ ren einen Theil dieſes Landes gegen ein hoͤheres Pachtgeld aus— gab, als er fuͤr das Ganze zahlte und noch eine bedeutende Wirthſchaft fuͤr ſich behielt. Der Correſpondent des vierteljaͤhri— gen Ackerbaujournals, aus dem dieſe Notizen genommen, ſagt, daß ein Acker genuͤgliche Sommerweide fuͤr eine Kuh ſtarken Schlages gebe, und daß einige Felder zehn-⸗ bis funfzehnmal hin⸗ tereinander Hafer getragen haͤtten, dennoch ſei es zum Verwun⸗ dern, wenn man die Weide betrachte, die das Land noch im— mer liefere und die zur Haͤlfte aus weißem und gelbem Klee beſtehe. Wir erfahren auch aus den in Kew angeſtellten Verſuchen, daß ſie zwar den Pflanzen, ſobald ſolche nur faͤhig ſind, Nah— rung in ſich aufzunehmen, zur Ernaͤhrung dienen, ihnen ſolche aber immer nur allmaͤhlig und regelmaͤßig nach ihrem jedesmali— gen Erfordern gewaͤhren. Daraus iſt zu ſchließen, daß eine große Maſſe von Knochen, auf einmal aufgebracht, zwar den Ertrag einer Ernte im Verhaͤltniß zur groͤßern Menge nicht ſteigern werde, dafuͤr aber auch nicht ſo bald erſchoͤpft werden koͤnne, als eine kleinere Quantitaͤt. Es mag eine ſolche ſtarke Verwendung mit einer guten Wirthſchaft recht wohl vertraͤglich ſein; allein ob die dafuͤr zu machende Auslage dem Geldbeutel des Pachters ange⸗ meſſen, das iſt eine andere Frage. Die Dauer ihrer fruchtbar⸗ machenden Eigenſchaften iſt uͤbrigens groͤßer auf abgeweidetem Grasland, als auf Ackerland. Man nimmt bei Pachtuͤbergaben an, daß die Wirkung einer Knochenduͤngung auf Ackerland und Wieſen nur vier Jahre, auf abgeweidetem Grasland aber acht Jahre anhalte. Die Erfahrung ſcheint fuͤr die Anwendung des Knochenduͤn⸗ gers in den Saatrinnen, beſonders wenn er zu Turnips kommen ſoll, zu ſprechen, doch wird auch von mehren ſehr einſichtsvollen Landwirthen behauptet, daß es beſſer ſei, denſelben breitwuͤrfig auszuſtreuen. Dieſe ſind der Meinung, daß die Turnipspflanze ihren Unterhalt vornehmlich durch die Thauwurzeln empfange, die ſie ſeitwaͤrts austreibt, bis zu einer groͤßern Laͤnge, als man ge⸗ woͤhnlich glaubt, und durch ſie mehr Nahrung aus dem Boden ziehe, als durch die Pfahlwurzel, daß demnach, wenn die Kno⸗ chen uͤber das ganze Land verbreitet liegen, die Thauwurzeln wehr m de Nii beſt ſei Nahrun Rinnen, der Ace durch eir mal die ker Du gewende vermitte N Dänpung nachrſche abgt für. ſtige Ze di Erf ad well Zuſtand es weni ſchieht ſo Anvendl wit dem in fiſch gedünt z vor der E übe ugeh virkkn. Auf auf naſſ Fähigkeit ſammen auch nich nicht zu gen; aber Rage au nur unbed Üüber die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 499 d nn mehr mit ihnen in Beruͤhrung kommen, als wenn ſie ſich um c uii 3 die Pfahlwurzel herum angehaͤuft finden und daß die Methode die Aitnd n beſte ſein muͤſſe, durch welche dem Koͤrper der Ruͤbe die meiſte eine inni Nahrung zugefuͤhrt werde. Kommen die Knochen blos in die des Veigen Rinnen, ſo wird es bei dem nachherigen Pfluͤgen ſchwer, ſie mit andn ſ der Ackerkrume zu mengen, und wenn dieſes auch einigermaßen n du 5 durch ein Querpfluͤgen zu erleichtern iſt, ſo empfaͤngt doch jedes⸗ unen mal die Stelle, wo die Knochen hin zu liegen kommen, eine ſtaͤr⸗ 3umn d kere Duͤngung. Noch eine dritte Methode wird von Einigen an— emn nun gewendet; ſie ſtreuen ſelbige breitwuͤrfig aus und bringen ſie dann d vermittelſt eines Haͤufelpfluges in die Saatreihen. id geha ſ Als die ſchicklichſte Zeit zur Anwendung der Knochen als Duͤngung wird, wenn ſie auf Weideland, kuͤnſtliches ſowohl, wie lien Viig natuͤrliches, kommen ſollen, allgemein das zeitige Fruͤhjahr anerkannt; wig ſid, ne aber fuͤr Wieſen, deren Erzeugniß abgefuͤttert worden, ſoll die guͤn⸗ 1, ihna ih ſtigſte Zeit dann ſein, wenn das Vieh nicht mehr darauf geht. htem ſätu Die Erfahrungen weichen jedoch uͤber dieſen Punkt von einander daß ein gi ab, weil es dabei vorzuͤglich auch mit auf die Witterung und den var den En Zuſtand des Landes ankommt; denn ſobald daſſelbe naß iſt, zieht tſteigen i es weniger Nutzen von einer ſolchen Duͤngung, als wenn dieſe kunne, abi bis zu einer Zeit verſchoben wird, wo das Wetter warm und der gerwendung n Boden trocken iſt ; alein Werden ſie auf Ackerland in die Saatrinnen geſtreut, ſo ge⸗ Pachters mr ſchieht ſolches mit der Saat zu gleicher Zeit; aber bei breitwuͤrfiger ihret ftucth Anwendung werden ſie entweder kurz vor der Saat eingeeggt, oder f abgeweäde mit dem letzten Pfluͤgen untergebracht; ſie ſollten jedoch, ſobald ſie Pachtübergen im friſchen Zuſtande, ohne vorher irgend einem Manufakturzweck Ackerlond w gedient zu haben, zur Anwendung kommen, jedesmal einige Zeit land aber o vor der Saat aufgebracht werden, um vorlaͤufig etwas in Gaͤhrung uͤberzugehen, weil ſie ſonſt nicht ſogleich auf die junge Saat ein— 3 Kvochai wirken. urnips kommn Auf lockerem warmem Boden ſchaffen ſie den groͤßten Nutzen; einſchkäulr auf naſſem kaltem hat ſich ſelten ein bedeutender gezeigt. Ihre en bretrift Faͤhigkeit, ſtrengen Boden mechaniſch zu lockern und weniger zu— Turnipepfune ſammenhaͤngend zu machen, iſt zwar. geruͤhmt worden, und es iſt enuftnge auch nicht zu bezweifeln, daß die Knochen in großer Menge und als nnge nicht zu kleinen Stuͤckchen angewendet, dieſen Erfolg haben moͤ⸗ z dr Kin gen; aber bei den kleinen Quantitaͤten, die man von ihnen in der eun i zu Regel auf einmal aufbringt, kann ihre Wirkung in dieſer Hinſicht dprvurzon nur unbedeutend ſein. Neunzehntes Kapitel. Auf ſchwerem Lehm- und Klayboden lauten die Nachrichten von ihrer Wirkung faſt durchgaͤngig unguͤnſtig, und es gilt allge— mein als eine weſentliche Bedingung fuͤr den gluͤcklichen Erfolg ihrer Anwendung, daß der Boden, auf dem dieſe ſtattfindet, trocken ſei. Dieſem wird zwar durch Verſuche, die in dem Berichte von Duncaſter mitgetheilt ſind, widerſprochen, indem nach dieſen ein naſſer Sandboden mit einem eiſenſchuͤſſigen Untergrunde, auf wel⸗ chem zwei Quarter Knochenſtuͤckchen auf den Acker mit eingedrillt wurden, eine vorzuͤgliche Ernte gab, waͤhrend vorher angewendete Miſtduͤngungen keinen Erfolg hatten. Dieſes fand indeſſen in den trockenen Jahren 1826 und 1827 ſtatt, und dadurch duͤrfte ſich genannte Thatſache erklaͤren laſſen, ohne den Grundſatz, daß die Knochenduͤngung auf feuchtem Lande in der Regel keinen Nutzen bringt, umzuſtoßen. Derſelbe Bericht beſtaͤtigt, daß auf ſehr leichtem Sandboden die Knochenduͤngung einen unſchaͤtzbaren Werth habe; ſie beſchraͤnkt ihre wohlthaͤtige Wirkung nicht blos auf die einzige Ernte, zu der ſie unmittelbar aufgebracht wird, ſondern dehnt dieſelbe auf ſaͤmmt— liche Fruͤchte einer Rotation aus, und ſelbſt in den nachkommen⸗ den Rotationen ſind die guͤnſtigen Folgen davon noch ſichtbar in der beſſeren Beſchaffenheit des Bodens und in der groͤßeren Wirk⸗ ſamkeit einer geringeren Duͤngermenge, als fruͤher zur Erzeugung einer guten Ernte nothwendig war. Auf vielen Hoͤhelaͤndereien um Babworth, die einen leichten Sandboden haben, waren bei der gewoͤhnlichen Wirthſchaftsweiſe die Ernten ſehr unbedeutend; aber ſeit der Einfuͤhrung der Knochenduͤngung, die auf manchen Brach⸗ feldern mit 60— 70 Buſhel pro Acker ausgefuͤhrt wurde, ſind nicht nur die Ernten weit ergiebiger geworden, ſondern hat auch ſelbſt der Boden eine ſo gruͤndliche Verbeſſerung erhalten, daß er in den folgenden Rotationen mit einer weit geringeren Miſt- oder Kno— chenduͤngung doch eben ſo reichliche Ernten wieder liefert. Auf den trockenen ſteinigen Kalkfeldern bei Doncaſter haben ſich eben ſo vortheilhafte Reſultate ergeben, und man hoͤrt nicht von einem einzigen unguͤnſtigen Erfolge, außer von ſolchen, die durch die Eigenthuͤmlichkeiten der Witterung hervorgebracht wurden. In den Ebenen von Yorkſhire und Lincolnſhire wurden, wie es ſich aus dem Zeugniß mehrer anſehnlicher Landwirthe ergibt, vor Einfuͤhrung der Knochenduͤngung zu Turnips, alljaͤhrlich mehre tauſend Acker Land ohne irgend eine Duͤngung mit dieſer Frucht beſaͤet, weil es unmoͤglich war, mehr als den dritten oder vierten 8 Thel de ungedn dr Ech de Anwe ernten in nur bis: gen. Al ſch eben der daſel Boden! daß er ſit ha Auf irtſchaf talmit. vin Pork 15 Buſt demſelbe mit Ete alle Be Au gelegt n ginſig eitgedri Stallmi Hi urd ſich orindſatz ſe Mi nen San de noth luf naſ witkſam Ei des als meinen ren in in atten tt dieſen G — ä⅓⅛⅓·¾¼·⅓·——— —„— g.—*—y——— ———= de Jatrit d es gil git an lclicen en atfindet i 6 m Britt 1 nach dieſe dende afr er mit ängzi cher angevene fand indiſct dadurc in Grundſtt, er Regel iin tem Sant be; ſie bitze ige Ernn, a eſelbe auf ſim den nachkonn nnoch ſichtn er groͤßerad er zur Enzuhe 1 b lländen en, waren aint unbedeutand; f nacat wunde ſid n hat aud di n, daß tit Miſt⸗ da de r liefert. Dunait e an hört üin der, die duc wurden hire wutden, m andwitte pi- d lhas über die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 501 Theil der Brache mit Miſt zu duͤngen. Die Turnips auf ſolchem ungeduͤngten Lande waren natuͤrlich ſehr duͤrftig, und der Nutzen der Schafweide auf den Ruͤben ſehr unbedeutend. Seit nun aber die Anwendung der Knochen allgemein geworden, ſind die Turnips⸗ ernten in manchen Faͤllen bis zum Zehnfachen, undo in wenigen nur bis zum Vier- und Fuͤnffachen ihres fruͤheren Betrags geſtie⸗ gen. Alle darauf folgenden Koͤrner⸗, und anderen Fruͤchte haben ſich ebenfalls in ihrem Ertrage zum Erſtaunen gehoben, und bei der daſelbſt uͤblichen Vier- und Fuͤnffelderwirthſchaft wird ſich der Boden unbezweifelt von Jahr zu Jahr immer mehr verbeſſern, ſo daß er fernerhin ungleich weniger Knochen zu gleicher Wirkung noͤthig haben duͤrfte. Auf mildem ſandigem Lehmboden geben die Berichte der Land⸗ wirthſchaftsgeſellſchaft zu Doncaſter den Knochen den Vorzug vor Stallmiſt. Auch erfahren wir daraus, daß auf dem Kalkboden von Yorkſhire ſehr ergiebige Turnipsernten bei einer Duͤngung von 16 Buſheln Knochen auf den Acker erlangt wurden, waͤhrend auf demſelben Felde und unter aͤhnlichen Umſtaͤnden bei einer Duͤngung mit Stallmiſt von 8— 10 Tonnen auf den Acker die Turnips uͤber alle Beſchreibung ſchlecht geriethen. Auf Torfboden, wenn er vorher gehoͤrig entwaͤſſert und trocken⸗ gelegt worden, ſind die Wirkungen der Knochen ebenfalls uͤberaus guͤnſtig geweſen, indem 15— 20 Buſhel Mehl auf den Acker mit eingedrillt weit mehr leiſteten, als eine gewoͤhnliche Duͤngung mit Stallmiſt und ſelbſt mit Kalk und Taubenmiſt. Hinſichtlich des Kiesbodens ſind die Nachrichten ungenuͤgend und ſich widerſprechend, vielleicht aber dennoch mit dem Haupt— grundſatz vertraͤglich, indem der Kiesboden, in den verſchiedenartig⸗ ſten Miſchungen und Eigenſchaften vorkommt, vom leichten trock— nen Sand an, bis zum waſſerſuͤchtigen gelben Klay, wenn er nur die nothwendige Beimengung von Steinen und Grand enthaͤlt. Auf naſſem Grandboden haben ſich die Knochen entſchieden un⸗ wirkſam gezeigt. Eine naͤhere Betrachtung der Beſtandtheile des Bodens und des als Duͤnger wirkenden Gehalts der Knochen muͤßte, wie man meinen ſollte, wohl zur Erklaͤrung der bemerkten Unregelmaͤßigkei⸗ ten in ihren duͤngenden Wirkungen auf den verſchiedenen Boden⸗ arten etwas beitragen, und es duͤrften daher einige Worte uͤber dieſen Gegenſtand hier nicht am unrechten Orte ſein; jedoch iſt Neunzehntes Kapitel. nicht zu verkennen, daß uͤber dieſen Gegenſtand noch großes Dun⸗ kel verbreitet iſt. Die Knochen ſind bekanntlich aus ziemlich gleichen Theilen von erdigen und animaliſchen Stoffen zuſammengeſetzt; jene be⸗ ſtehen zum groͤßten Theil aus Gips von ſo unverwuͤſtlicher Natur, daß er von den fruͤheren Chemikern Knochenerde genannt wurde, und einer geringen Menge von kohlenſaurem Kalk. Daraus koͤn⸗ nen wir ſchließen, daß wahrſcheinlich das halbe Gewicht der Kno⸗ chen zum groͤßten Theile von den Pflanzen unmittelbar als Nah— rung waͤhrend ihres Wachsthums aufgenommen, das Zuruͤckblei⸗ bende aber mehr nach und nach ebenſowohl von dem Boden, als von den Pflanzen ſelbſt abſorbirt werde; denn Kalk iſt ſtets mehr oder weniger, wenn auch immer nur in geringer Menge, in allen Pflanzen enthalten. Die Menge der erdigen Beſtandtheile in den Knochen iſt ver⸗ ſchieden nach dem Alter, und die der animaliſchen nach dem koͤrper⸗ lichen Zuſtande der Thiere. In den zur Duͤngung vorzuͤglich ge— eigneten Knochen, z. B. in denen von fetten jungen Thieren, moͤchten vielleicht die folgenden Angaben das Verhaͤltniß der verſchiedenen Beſtandtheile zu einander in 100 Theilen ziemlich richtig bezeichnen: Erdige und ſalzige Stoffe 40 Knorpel und Gallerte 40 Theile. fettige Materie 20. Die weichen Theile machen demnach in den beſten Knochen gegen ſechzig und im Durchſchnitt vielleicht funfzig Procent vom Ganzen aus, ſie beſtehen uͤberdies aus den naͤmlichen Elementen, woraus die Pflanzen zuſammengeſetzt ſind, und werden ſaͤmmtlich fruͤher oder ſpaͤter aufgeloͤſt und von den Wurzeln aufgeſaugt. Der Knor⸗ pel wird zwar, wenn die Knochen lange trocken gelegen haben, ſehr ſchwer aufloͤslich, wenn er jedoch den Einwirkungen der Luft, des Waſſers, des Bodens und der Vegetation ausgeſetzt wird, geht er wahrſcheinlich in den Gallertzuſtand uͤber und wird dann auf⸗ geloͤſt oder auf andere Weiſe zerſetzt, wahrſcheinlich zu der Zeit, wo die fettige Materie, deren Zerſetzung meiſtens ſogleich vor ſich geht, ziemlich erſchoͤpft iſt. Wenn aber auch die Zerſetzung der Knochen ganz darauf be⸗ rechnet iſt, den Pflanzen Nahrung zu geben, ſo bleibt doch die Groͤße ihrer Wirkung als Duͤnger noch immer in einem hohen Grade unerklaͤrlich. Die Quantitaͤt, welche auf den Acker ange⸗ wendet wird, betraͤgt gewoͤhnlich nicht mehr, als 10— 45 Centner, und ſil Virkun dikton, ſtinden Hypothe gen heſt an ſiche den die auf jede ſigen un ſo begn .Einc etzählt i de Grundſt hethorbt 4 — doßes da. geiche Tgel ſſett; je üſticher Ain genonnt won Daraus ih wicht der ga telbar alz. das Zurüch em Boden a k iſt ſiet me Nenge, ini tnochen ſi lach dem iin g vorzüͤgih, Thieren, nitn der verſchiäne ſchtig bezacne e. Knochen oe ent vom Gin⸗ menten, wor⸗ ſammüich fl agt. Da gelegen lit ungen da ſſett wid wird dam 10-E Centnen Üüber die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 503 und ſelbſt davon hat eigentlich nur die Haͤlfte wirklich duͤngende Wirkung. Wie groß iſt dagegen das Gewicht der Pflanzenpro⸗ duktion, die wir dafuͤr dem Felde abgewinnen! Unter dieſen Um⸗ ſtaͤnden muͤſſen wir entweder die Sache unerklaͤrt laſſen, oder zu Hypotheſen unſere Zuflucht nehmen, die durch kuͤnftige Unterſuchun⸗ gen beſtaͤtigt oder verworfen werden moͤgen. Letzteres fuͤhrt gewiß am ſicherſten zur Entdeckung der Wahrheit, und da das Beſtre⸗ ben die Urſachen der verſchiedenen Ergebniſſe der Knochenduͤngung auf jeder Art von Boden aufzufinden, uns nur zu einer weitlaͤu⸗ figen und wahrſcheinlich fruchtloſen Unterſuchung verleiten wuͤrde, ſo begnuͤgen wir uns mit der Angabe einer Analyſe, die Herr G. Sinclair von zwei Bodenarten mittheilt, auf welchen, wie er erzaͤhlt, in Oxfordſhire Verſuche angeſtellt worden ſind. Der eine Boden von einer Beſitzung des Sir Charles Throck⸗ morton, auf dem die Knochen außerordentliche Wirkungen hervor⸗ brachten, enthielt in 400 Theilen: Feinen Quarzſand, 167 Theile; Kalkſand 43; Abſorptionswaſſer 9...=U ͦ309 Th. Halbzerſetzte, im Feuer zerſtoͤrbare Thier- und Pflanzenruͤckſtände........ 24 ⸗ Unfuͤhlbaren kohlenſauren Kaal.. 25 ⸗ Reine Kieſelerde........ 23 ⸗ Reine Thonerded.. 9 2 Eiſenoxyd... 32 Aufloͤsliche Thier- und Pflanzenſubſtanz mit An⸗ zeigen von Kochſalz...... 5 Feuchtigkeit und Verlunſt.... 22 2 400 Th. Der Boden eines andern Herrn Evans jun. zugehoͤrigen Grundſtuͤcks, auf dem die Knochenduͤngung keine guͤnſtige Wirkung hervorbrachte, enthielt dagegen in 400 Theilen: Kalkſand und Grand, faſt reinen kohlen⸗ ſauren Kaal... 217 Th. Halbzerſetzte im Feuer zerſtoͤrbare Thier⸗ und Pflanzenuͤberreſte— 17 Unfuͤhlbaren kohlenſauren Kalk.. 39 Kieſelerde.... e e 85⁵ Thonerde. 20 übertrag 378 Th. ³ d A Neunzehntes Kapitel. übertrag 378 Th. Eiſenory.... 5 ⸗ Aufloͤsliche Stoffe, vorzuͤglich Humus mit ſchwefelſaurem Kalk oder Gipvßs. 4 ⸗ Feuchtigkeit oder Verlunitfh.. 13 ⸗ 400 Th. Der auffallendſte und wichtigſte Unterſchied zwiſchen dieſen beiden Bodenarten wird durch den kohlenſauren Kalk hervorgebracht. In dem Boden, wo die Knochenduͤngung außerordentlich wirkte, iſt derſelbe nur in geringer Menge, in dem andern aber, dem ſie ſo wenig nuͤtzte, im Übermaaß enthalten; waͤre jedoch der Kalk darin nicht hauptſaͤchlich in der Form von Sand und Grand erſchienen, ſo wuͤrde dieſer Boden kalt zu nennen geweſen ſein. Es darf auch der Unterſchied in der Feinheit des Sandes zwiſchen dieſen beiden Bodenarten, ſo wie der groͤßere Gehalt an Thonerde in dem Kalkboden nicht uͤberſehen werden. Die Quantitaͤt, welche auf dem Quarzſandboden, wo die Knochen ſo gute Wirkung aͤußerten, aufgewendet wurde, betrug 36 Buſhel auf den Acker, die zum Theil in dem Hundeſtall ge— ſammelt und nur zum Theil gekauft worden waren. Auf dem Kalkboden wurden ſie in groͤßerer Menge und auch in einem fri— ſcheren Zuſtande aufgebracht. Dabei macht Herr Sinclair die Be⸗ merkung, daß die thieriſchen Stoffe, weil ſie ſchneller als die vege⸗ tabiliſchen zerſetzt wuͤrden, auch den Pflanzen eher Nahrung geben muͤßten, als dieſe. Er fuͤgt jedoch hinzu, daß beide, thieriſche und vegetabiliſche Stoffe, erſt dann den Pflanzen wirklich zu gute kaͤ⸗ men, wenn ihre Zerſetzung einzutreten anfange, und daß es, um gleich der erſten Ernte Nutzen zu ſchaffen, am beſten ſei, vor ihrer Anwendung den erſten Grad von Faͤulniß oder Zerſetzung eintreten zu laſſen.— Dies ſtimmt mit den Berichten der Donecaſtergeſellſchaft uͤber⸗ ein, in welcher verſichert wird, es ſei unter einſichtsvollen Land⸗ wirthen die vorherrſchende Meinung, daß vorher in Manufakturen benutzte Knochen eben ſo wirkſam ſeien, wie friſche. Zum Beweis dafuͤr fuͤhren ſie folgende Verſuche an: Vier und zwanzig Acker Land wurden mit Knochen zur Staͤrke von 50 Buſheln pro Acker geduͤngt; ⅛ mit ſolchen, aus denen das Fett ausgekocht worden, ⅛ mit ſolchen, in welchen das Mark noch enthalten war und ½ mit Pferdeknochen, an denen ſich noch bi Dunnipe ſeicig wie alf .3 Stäirke Kleeweid Weizen die Ern Wirkun wiederhe damit Nüͤben Feldes, kuchen D ſtaͤtigen Kochen mend n ſchen G gegrabe in Fäul tiung geſen, d nußte K Ste ma und wi worfen als wer ſowohl als auch duechen darn en ſie aln v d) b: 13 ⸗ 400 2h. en dieen bi vorgebracht. tlich wit, ber, dmſ ˖ der Kale de grand eiſtir ſein. G zwiſchen in an Thonh dboden, un n Hundeſtl, varen. Auf uch in ennf Sinelar de eler als d ih r Nahrung gi de, thieſce klich zu gwei und daß 6 n beſten ſin oder Jate gfelinir ictsvolen in Manftten e. Zum Seti⸗ uchn ir A nis denen über die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 505 noch viel Fleiſch befand. Die nach dieſer Duͤngung gewonnene Turnipsernte war auf dem ganzen Felde gut; auf dem mit den fleiſchigen Knochen geduͤngten Theile jedoch nicht ganz ſo ergiebig, wie auf den anderen. Zermalmte friſche Knochen aus dem Hundeſtalle wurden zur Staͤrke von 80 Buſheln pro Acker auf eine friſch umgebrochene Kleeweide auf ſandigem Boden ausgeſtreut, und den Tag nachher Weizen darauf geſaͤet und dieſer mit der Egge untergebracht; aber die Ernte war ſchlecht und auch an den folgenden Fruͤchten keine Wirkung von den Knochen zu bemerken. Derſelbe Verſuch ward wiederholt auf einem Felde zu Blyth Foreſt, und dieſes mit Tur⸗ nips beſaͤet; aber auch hier ergab ſich ein gleich unguͤnſtiger Er⸗ folg. Der naͤmliche Grundbeſitzer nahm nun aber auch noch zer⸗ malmte Knochen derſelben Art, ſchuͤttete ſie auf einen Haufen, be⸗ deckte dieſen mit Erde und ließ ſie etwa einen Monat lang ſo liegen. Hierauf wurden ſie auf Turnips geſtreut, und nun brach⸗ ten ſie eine ſo guͤnſtige Wirkung darauf hervor, daß man jedes damit beſtreute Stuͤck ſogleich erkannte. Es waren darauf die Ruͤben weit laͤnger und ſtaͤrker, als auf den andern Theilen des Feldes, die eine Miſtduͤngung, der eine bedeutende Menge von Öl⸗ kuchen zugeſetzt worden, erhalten hatten. Dieſe Verſuche tragen gewiß dazu bei, die Thatſache zu be⸗ ſtaͤtigen, daß die Gaͤhrung faͤhig iſt, die unmittelbare Wirkung der Knochen als Duͤnger zu befoͤrdern und dies iſt ganz uͤbereinſtim⸗ mend mit den auf alle thieriſchen Subſtanzen anwendbaren chemi⸗ ſchen Grundſaͤtzen; denn es iſt allgemein bekannt, daß in die Erde gegrabenes Fleiſch nicht eher dem Lande Nutzen bringt, als bis es in Faͤulniß uͤbergegangen iſt, dann aber ſeine fruchtbarmachenden Wirkungen ſogleich kraͤftig zeigt. Wir koͤnnen indeſſen nicht zu⸗ geben, daß dies zu dem Schluß berechtige, in Manufakturen be⸗ nutzte Knochen ſeien eben ſo wirkſam, wie unverſehrt gebliebene. Sie moͤgen vielleicht bei der erſten Frucht einen Vorzug haben, und wir bezweifeln auch nicht, daß ſie, auf Haufen zuſammenge⸗ worfen und hier in Faͤulniß uͤbergehend, noch eher nutzbar werden, als wenn ſie vorher ihre Zerſetzung nicht begonnen; aber wir ſind, ſowohl wegen der Beſchaffenheit der thieriſchen Stoffe als Duͤnger, als auch in Folge vieler uͤber die zweckmaͤßigſte Anwendung der Knochen gemachter Verſuche uͤberzeugt, daß, wenn dieſelben der darin enthaltenen Gelatine und Fettigkeit beraubt ſind, die durch ſie erlangte Verbeſſerung des Bodens nicht ſo dauerhaft ſein koͤnne, —-————— 506 Neunzehntes Kapitel. als wenn man ſie im unverſehrten Zuſtande, oder nach eingetrete⸗ ner Gaͤhrung, im Fall ſie friſch geſammelt wurden, anwendet. Manche Landwirthe werden in dieſer Hinficht von den Haͤndlern geprellt; diejenigen aber, welche ihren wahren Vortheil verſtehen, zahlen fuͤr Knochen, denen das Fett entzogen worden, nicht ſo viel, wie fuͤr unverſehrt gebliebene. Das uͤber die Faͤulniß der Knochen Geſagte fuͤhrt uns ganz natuͤrlich zu der Betrachtung, daß dieſelben mit Erde und anderen Subſtanzen, mit denen man ſie verſetzt, bald aufloͤslich werden und einen ſehr wirkſamen Kompoſt geben muͤſſen. Dieſes Verfahren wird auch in den Doncaſter'ſchen Berichten von mehren einſichtsvollen Landwirthen empfohlen. Dreizehn von ihnen erklaͤren, einzig nach ihrer eignen Erfahrung, die Wirkungen dieſes Mengeduͤngers fuͤr groͤßer, als die der allein angewendeten Knochen. Einige von ih⸗ nen wenden eine Mengung von 50 Buſheln Knochen mit 5 Fud. gebranntem Thon oder guter Erde auf den Acker an, und nach die⸗ ſer Duͤngung ſcheinen die Ernten eines ganzen Umlaufs, mit Aus⸗ nahme des Klee's, um ½ ſtaͤrker zu werden. Andere bringen vier⸗ zig Buſhel in dreizolligen Stuͤcken zerbrochene Knochen mit fuͤnf Fudern Miſt und einer hinreichenden Menge von Erde zuſammen, und die Wirkung dieſes Duͤngers zeigt ſich noch deutlich an dem Weizen zu Ende des Vierfelderſyſtems. Einige mengen auch Miſt, Ruß, Olkuchenmehl und Aſche mit den Knochen, wodurch eine große Erwaͤrmung und folglich auch eine Zerſetzung hervorge⸗ bracht wird. Das gewoͤhnlichſte Verfahren iſt jedoch, blos Miſt und Kno⸗ chen untereinander zu mengen in verſchiedenen Verhaͤltniſſen, z. B. 50 Buſhel Knochen mit 4—5 Fuder Miſt. 20. 2 4 2 2 12 2 2 8 2 Wenn die daraus gebildeten Haufen wohl zugedeckt werden, gehen darin die Knochen ſehr ſchnell in Faͤulniß uͤber, und ein Landwirth verſichert, daß er 35 Buſhel Knochenmehl pro Acker ohne Zu⸗ ſatz von Miſt auf demſelben Felde angewendet habe, wo ein ande⸗ res Stuͤck mit einer Mengung von 6 Fudern Miſt und 10 Buſh. Knochenmehl pro Acker geduͤngt worden ſei. Nach den bloßen Knochen waͤren die Turnips nicht ſo gut, wie nach dieſem Kom⸗ poſt gerathen, und die nachfolgenden Fruͤchte im Verhaͤltniß noch mehr zuruͤckgeblieben. A ³ u d 0 brauch wit ber inmer! und fol viertel fägten! den Jah ten ell auſgehob ſige Sch übgſireu geſebt ſcine r auf mit entwick nips ga lein ge Nüͤben wiis he Sterlin ſen doch den Pfa thuns R d ſch ei wen ung entdect zeigen, d welche d kung au auf die meinen, nig iber un von! nach eingen den, anwen, on d Hmne ortheil ver teftt en, nicht on füͤhrt uns 9 Ede und mn oslich wend es Verfahrene ten einſien aten, eing kengedünge Einigemn chen mitii an, und nh mlaufs, witl dere brigar nochen wi Erde zlſurn Hdeutiich n nengen autli en, wodurh ſetzung henet⸗ 3 Mit ud ir iltiſen, z3 Mift kt werdn li nd ein baten A Acer ohne 1 wo di an 4 da c den duß in ach di d ſerr fom⸗ Vrtiri me 5—— —— 2. — 3— 4 —— e 3 1 Üüber die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 507 Da der große Bedarf an Knochen zum gegenwaͤrtigen Ver⸗ brauch als Duͤnger, andere Benutzungsarten derſelben nicht einmal mit beruͤckſichtiget, die gerechte Beſorgniß erwecken kann, daß der immer noch wachſende Begehr danach bald die Zufuhr uͤberſteigen und folglich den Preis erhoͤhen werde, hat ein Korreſpondent des vierteljaͤhrigen Landwirthſchaftsjournals folgendes Erſparungsver⸗ fahren bei ihrem Gebrauch vorgeſchlagen, das er in den letzten bei⸗ den Jahren angewendet und durch das er ſehr ergiebige Ruͤbenern⸗ ten erlangt zu haben verſichert. Er bereitet zur Duͤngung eines Ackers Land einen Kompoſt von 8 Buſheln geringem Knochenmehl mit der doppelten Menge Kohlenaſche, von der die Tonne etwa 5 Shilling koſtet. Die Aſche muß wo moͤglich bei trocknem Wetter geſammelt und unter Obdach aufgehoben werden, damit ſie nicht feucht werde. Haͤtte dies etwa ſeine Schwierigkeiten, ſo muͤßte ſie mit friſch geloͤſchtem Kalkſtaub uͤberſtreut und dann mit dieſem zuſammen durch ein feines Sieb geſiebt werden; denn ſonſt laͤuft ſie bei dem Saͤen mit einer Ma⸗ ſchine nicht leicht durch den Trichter. Das Knochenmehl wird hier⸗ auf mit der Aſche gemengt; die Maſſe geraͤth in Gaͤhrung und entwickelt einen bedeutenden Grad von Waͤrme, dies iſt das Zei⸗ chen, daß ſie bald zum Gebrauch geeignet iſt. Er verſichert, daß die mit dieſem Mengeduͤnger erzogenen Tur⸗ nips ganz die Eigenſchaften beſaͤßen, wie die mit Knochenmehl al— lein gezogenen, naͤmlich einen dichten geſchloſſenen Wuchs, feſte Ruͤben und die Faͤhigkeit der Winterkaͤlte zu widerſtehen. Als Be⸗ weis dafuͤr fuͤhrt er an, daß er den Acker davon fuͤr 7 Pfund Sterling zum Abfreſſen durch Schafe verkauft habe. Er iſt indeſ⸗ ſen doch der Meinung, daß es nur das Knochenmehl ſei, welches den Pflanzen waͤhrend des allmaͤhligen Fortſchreitens ihres Wachs⸗ thums Nahrung gewaͤhre und hat darin gewiß recht; aber wenn er ſich einbildet, daß er ein ſparſameres Verfahren bei ihrer An⸗ wendung, auch hinſichtlich ihrer Wirkung auf die folgenden Fruͤchte entdeckt habe, ſo glauben wir, ſpaͤtere Erfahrungen werden ihm zeigen, daß er ſich getaͤuſcht habe; denn wenn auch die Gaͤhrung, welche durch den Zuſatz von Aſche hervorgebracht wird, ihre Wir⸗ kung auf die erſte Frucht vermehrt, ſo moͤchte doch dagegen die auf die folgenden dadurch vermindert werden; auch ſollten wir meinen, die angegebenen Beiſpiele muͤßten den Praktiker zur Ge⸗ nuͤge uͤberzeugen, daß die Dauer ihrer Einwirkung auf den Boden nur von der Quantitaͤt abhaͤnge, in der ſie angewendet werden. J. 33 Neunzehntes Kapitel. Abgeſehen von ihren entſchieden fruchtbarmachenden Eigen⸗ ſchaften, deren Wirkung ſich vornehmlich auf einem trockenen und lockerem Boden zeigt, haben die Knochen auch noch den großen Vorzug, daß ſie nicht viel Fuhrkoſten verurſachen und dadurch die Geſpannarbeiten ſehr verringern; denn eine Wagenladung von 100 Buſheln zermalmten Knochen iſt in den meiſten Faͤllen 40 Fudern Miſt gleich zu ſchaͤtzen. Sie laſſen ſich auch, ſobald ſie trocken gehalten werden, lange Zeit aufbewahren, ohne Schaden zu leiden, man kann ſie daher waͤhrend des Winters, wo die land⸗ wirthſchaftlichen Geſchaͤfte ruhen, herbeiſchaffen. Dazu kommt nun endlich noch, daß ſie das Land reiner von Unkraut halten, als wenn ſelbiges mit Miſt geduͤngt wird. Dies und ihre Tauglich⸗ keit zum Eindrillen macht ſie beſonders geeignet zum Anbau der Turnips, fuͤr die ſie auch in der That am meiſten angewendet werden; und wir haben nicht noͤthig, unſere Leſer darauf aufmerk⸗ ſam zu machen, daß von dem Gerathen dieſer Frucht meiſtentheils das aller folgenden im Umlauf abhaͤngt. Auch liegen viele Bei⸗ ſpiele vor, welche darthun, daß, wenn die unmittelbar nach einer Miſtduͤngung gedrillten Ruͤben von dem Erdfloh vernichtet wurden, dieſelben, mit Knochenmehl geduͤngt, auf dem naͤmlichen Felde von den Verheerungen dieſes Thiers verſchont blieben und zwar auf allen Bodenarten ohne Unterſchied. Ihr Werth iſt deshalb fuͤr die Beſitzer eines lockeren Bodens, die durch dieſe Vermehrung des naͤhrenden Duͤngers fuͤr denſelben in den Stand geſetzt werden, deſſen Ernten immer ergiebiger zu machen, unſchaͤtꝛbar. Durch einige vergleichende Verſuche iſt bewieſen worden, daß Knochenmehl, im Verhaͤltniß zu dem beſten Stallmiſt, auf die Koͤrnerfruͤchte in folgenden Verhaͤltniſſen einwirkt. In Anſehung der Guͤte der Koͤrner wie 7 zu 5. 2- Menge 2 5 4. ⸗ ⸗ Dauer der Wirkung⸗ 3 ⸗ 2. Wir koͤnnen nun zwar keineswegs allen dieſen Schaͤtzungen un⸗ bedingt beiſtimmen, indeſſen ſind ſie auch nicht noͤthig, um die Anwendung der Knochen allen Landwirthen zu empfehlen, die im Beſitz eines dazu geeigneten Bodens ſind, da ſich deren Nutzen auch außerdem nicht verkennen laͤßt. Daher wollen wir auch nichts mehr daruͤber ſagen, ſondern nur noch am Schluß die An⸗ gaben und Vorſchriften hinzufuͤgen, die uͤber die Anwendung der Knochen von den Mitgliedern der Landwirthſchaftsgeſellſchaft zu Doncaſter aufgeſtellt werden. N zuwend 1 darauf O ſie zuy dern D dingehe F gemengt ten The ein Kn auf was weßem Acker k mein e Thell dine K fortwat asji achendn d. em trockenen' noch den kohn und dedat dagenladung n ciſtn älln waudh, ſöbadi 1, ohne Shr 1 wo dia Dazu konmn kraut haln, nd iſre dun t zum Aihu eiſten anyen tdarauf uir rucht meſiete liegen tinen ittelbar nah d vernichtt ven mlichen in en und zin iſ deshab ſti e Vermehrung nd geictt wen nſchätber d daß kroten e Körmafäet: vie 7 nu ei 34 3 3 24 en 8 bung te. t nöthig, m 3 enpfehlen dn ich der Min wolln vi 3 mStufn 1, e Arraduh gd 5 gp ſtaſt i —P über die verſchiedenartigen Dungmittel. Knochen. 509 Auf allem trockenen Sand-, Mergel-, Kalk⸗, ſandigen Lehm⸗ und Moorboden liefern die Knochen einen ganz vorzuͤglichen Duͤnger. Auf Grasland ſind ſie mit einem ſehr guten Erfolg an— zuwenden. Auf Ackerland leiſten ſie ſowohl zu Turnips wie zu einer darauf folgenden Frucht großen Nutzen. Die beſte Verwendungsart derſelben beſteht darin, daß man ſie zuvor im zermalmten Zuſtande mit Erde, Miſt oder einem an— dern Dungmittel vermengt, und ſie damit eine vorlaͤufige Gaͤhrung eingehen laͤßt. Fuͤr ſich allein angewendet koͤnnen ſie ſowohl eingedrillt, als breitwuͤrfig ausgeſtreut werden. Knochen, welche den Proceß der Gaͤhrung begonnen haben, leiſten entſchieden(in Betreff ihrer unmittelbaren Wirkung) mehr, als ſolche, bei denen dies nicht der Fall iſt. Die auf einmal gebrauchte Menge darf nicht mehr, als 20 B. pro Acker betragen; hoͤchſtens 40 Bſh., wenn das zu duͤngende Land ſehr erſchoͤpft iſt, auch nach unſrer Meinung dann, wenn die Knochen vorher einer andern Benutzung unterworfen gewe⸗ ſen ſind. Auf Klay- und gebundenem Lehmboden leiſten die Knochen anſcheinend keine Dienſte. In Betreff der letztern Beobachtung bemerkt jedoch ein Land⸗ wirth bei Nantwich in Cheſhire, daß er ein Landgut in dem Be⸗ zirk von Pickmore beſitze, welches einen ſtrengen Lehmboden von kaum 12 Zoll Tiefe mit einem Untergrund von mit grauem Sand gemengtem rohem Thon habe, der wieder auf einer Lage von gu⸗ tem Thonmergel ruhe. Vor zwei Jahren habe er auf dieſes Land eine Knochenduͤngung gebracht, durch die ſeitdem das fruͤher dar⸗ auf wachſende, ſaure ſchlechte Gras in den ſchoͤnſten Raſen von weißem und rothem Klee verwandelt und der fruͤhere geringe, pro Acker kaum auf 10 Schilling anzuſchlagende Bruttobetrag unge⸗ mein erhoͤht worden ſei. Er ſetzt noch hinzu, daß ein andrer Theil dieſer Laͤndereien vor 32 Jahren von einem fruͤhern Pachter eine Knochenduͤngung erhalten habe; und, wenn gleich 20 Jahre fortwaͤhrend beſtellt, ſich doch noch immer vor dem uͤbrigen auszeichne. 33* 510 Zwanzigſtes Kapitel. Zwanzigſtes Kapitel. Fortſetzung uͤber die verſchiedenartigen Dungmittel. Gruͤnduͤngung. Eine gruͤne Duͤngung wird dem Boden gegeben, wenn man eine darauf gewachſene Ernte ſaftiger Gewaͤchſe, wie Buchweizen, Ruͤb⸗ ſen, Wicken ꝛc. unterpfluͤgt und ihm einverleibt. Dieſelbe hat in manchen Faͤllen großen Nutzen gewaͤhrt, beſonders auf kalkigem ſandigem und grandigem Boden, deſſen Fruchtbarkeit dadurch ſehr erhoͤht worden iſt. Sie war ſchon bei den alten Roͤmern uͤblich, und wird noch in Italien haͤufig angewendet, ſelbſt da, wo es nicht an thieriſchem Duͤnger fehlt. Das daſige Klima iſt aber auch freilich beſſer dazu geeignet, als das unſrige; denn die Ge⸗ treideernte findet daſelbſt ſo zeitig ſtatt, daß nach ihr geſaͤete Ge⸗ waͤchſe noch zur vollen Ausbildung kommen, und wenn man dann dieſe unterpfluͤgt, glaubt man allgemein, daß das Land durch nichts ſo verbeſſert werden koͤnne. Manche einſichtsvolle Maͤnner ſind zwar entgegengeſetzter Meinung, indem ſie behaupten, daß die Fruchtbarkeit des Bodens durch den Wuchs dieſer Gewaͤchſe er⸗ ſchoͤpft werde, und ihm durch ihr Unterpfluͤgen nicht mehr wieder⸗ zugeben ſei, als ſie ihm fruͤher entnahmen. Dieſe Behauptung iſt indeſſen blos eine Folge der irrigen Anſicht, daß ſich die Pflan⸗ zen mehr aus dem Boden, als aus der Luft erhalten und wird zur Genuͤge durch den Umſtand widerlegt, daß ſelbſt arme Boden⸗ arten, wenn ſie bei guͤnſtigem Wetter, ohne allen Duͤnger, ein darauf geſaͤetes Gewaͤchs zu einiger Vollkommenheit bringen, durch deſſen Unterpfluͤgen bereichert werden. Wenn ſie zur Gruͤnduͤngung untergepfluͤgt worden, ver⸗ gehen gewoͤhnlich mehre Monate, ehe ſie verweſen; denn ihre Zer⸗ ſetzung geht nur langſam unter der Erde vor ſich; es kann daher Fot biswei ſufin zübrin derget wit der pollfin hervorr du erw D hauptſ ſe ab, ſein! eife i ſeiſtn ſtmmter gowedde häd g dunge ſolle fang! der G mit v Gäͤhru der D warm pflgte der be deg; d unh ſſ dig d faſt ga thälhar zu ver Unſta in we⸗ ſten N ſie in ſind un Leße noch ii Fortſetzung uͤber die verſchiebenen Dungmittel. Gruͤnduͤnger. 511 bisweilen ſich zutragen, daß ſie der zweiten Ernte mehr Nutzen ſchaffen, als der erſten. Es iſt nothwendig, ſie vollſtaͤndig unter⸗ zubringen; daher ſollten ſie zuvor mit einer ſchweren Walze nie⸗ dergedruͤckt, dann mit einem Schnittpflug abgeſchaͤlt und nun erſt mit dem ordentlichen Pflug eingeackert werden. Sind ſie nicht tel. vollſtaͤndig unter die Erde vergraben, ſo wird durch die daraus hervorragenden Theile die Gaͤhrung aufgehalten und ein Theil des zu erwartenden Nutzens aufgehoben. Die Zeit im Jahre, wo das Unterpfluͤgen erfolgen ſoll, haͤngt hauptſaͤchlich von der Beſchaffenheit der dazu angeſaͤeten Gewaͤch⸗ enartige ſe ab, die den groͤßten Nutzen als Gruͤnduͤngung gewaͤhren, wenn ung. ſie in dem Zuſtande ihrer groͤßten Ausbildung, ehe ſie noch zur Reife uͤbergehen, alſo in voller Bluͤthe untergebracht werden. Die meiſten Landwirthe benutzen zuvor den erſten Wuchs der dazu be⸗ n, wem nne ſtimmten Wicken und Kleearten. Dies iſt nuͤtzlich, wenn ſie ab⸗ Buchwain d geweidet werden; will man ſie aber abmaͤhen, ſo iſt die Sache nur t. Diſſte halb gethan; denn dann verliert das Land nicht nur den Weide⸗ ders auf bü duͤnger, ſondern erfolgt auch das Unterpfluͤgen zu ſpaͤt. Daſſelbe zarkeit duh ſollte naͤmlich ſtets in der Mitte des Sommers, laͤngſtens zu An— en Rönen ii fang des Herbſtes vorgenommen werden, weil die Sommerwaͤrme ſelbſt d, ni der Gaͤhrung foͤrderlich iſt. Die Wirkung haͤngt in der That ſehr ge Klina ſt mit von der Witterung ab, weil dieſelbe auf den Fortgang der ige; dem de Gaͤhrung großen Einfluß hat; iſt ſie kalt, ſo geht ein großer Theil ich ihr giün der Dungwirkung verloren; iſt ſie aber maͤßig feucht, und dabei d wenn nin e warm, ſo ſchreitet die Gaͤhrung raſch vorwaͤrts und die unterge⸗ Land duh pfluͤgten Pflanzen werden dadurch bald in einen fruchtbaren Mo— olle Mäma der verwandelt. Beſonders iſt dies der Fall, wenn ſie uͤppig ſtan⸗ gaupte dhi den; denn eine große Maſſe zerſetzt ſich leichter, als eine kleine, eſer Gewihſt und iſt ſie ſehr gering, ſo fault ſie wohl gar nicht einmal vollſtaͤn⸗ icht nir ii dig, oder wenigſtens ſo langſam und allmaͤhlich, daß der Boden Diſe Btuir faſt gar keinen Nutzen davon zieht. Die Frage, ob es nicht vor⸗ dß ſch verh theilhafter ſei, die Pflanzen zu Futter, als zur gruͤnen Duͤngung rhalen u) zu verwenden, kommt hier nicht in Betracht; ſie iſt nur nach den li Krnekr Umſtaͤnden zu beantworten. Hier haben wir blos zu unterſuchen, jen Düngr, 1 in welchem Zuſtande die zu letzterer benutzten Gewaͤchſe den mei⸗ ad d uj ſten Nutzen gewaͤhren, und dies iſt gewiß nur dann der Fall, wenn eitbeigen ſie in dem oben gegebenen Zeitpunkt, wenn ſie in voller Bluͤthe t ver 8 ſind, untergepfluͤgt werden. Das Land genießt dann zugleich den Vortheil einer halben Brache, nur kann es dann ſpaͤterhin nur . donn iike di 3„ b 3 mn noch einmal, zur Saat gepfluͤgt, und alſo nicht vollkommen ge⸗ ; 1 512² Zwanzigſtes Kapitel. reinigt werden, als mit Hilfe des Pferdehackens und Skarrificirens; dies iſt jedoch, wie wir nicht erſt zu ſagen noͤthig haben, keines⸗ wegs vollſtaͤndig. Die Gewaͤchſe, welche zu dem angegebenen Zwecke am meiſten angewendet werden, ſind Buchweizen, Winterwicken, zweijaͤhriger Klee und Ruͤbſen. Letzterer iſt vorzuͤglich wirkſam befunden wor⸗ den, wahrſcheinlich wegen ſeiner oͤhligen Natur. Noch wirkſamer und vorzuͤglicher iſt der Spoͤrgel, der jedoch hier zu Lande kaum be⸗ kannt iſt, dagegen deſto haͤufiger in Flandern geſaͤet wird, und mit dem man in mehren Gegenden Deutſchlands ſehr gluͤckliche Ver⸗ ſuche zur Grunduͤngung gemacht hat. Er eignet ſich ganz vorzuͤg⸗ lich dazu, weil ſeine Saat wenig koſtet, weil er ferner leicht zu beſtellen iſt, uͤberaus raſch waͤchſt und ſchnell in Faͤulniß uͤbergeht. Herr Borroughs hat bei uns die intereſſanteſten Verſuche mit der Grunduͤngung gemacht. Wir theilen die Ergebniſſe von eini⸗ gen derſelben mit. 1) Ein Feld mit ſtrengem Thonboden auf Herrn Borroughs eignem Gute wurde folgendermaßen beſtellt: Ein Acker wurde waͤhrend des Sommers gebracht, mit ſechzig Barrels(1 Barrel= 4 Buſhel) Kalk geduͤngt und dieſer eingeeggt; 1 Acker daneben war mit Winterwicken beſaͤet, die einmal gemaͤhet, und dann, nach⸗ dem ſie wieder aufgewachſen und zur Bluͤthe gekommen waren, untergepfluͤgt wurden. Der dritte Acker wurde mit Kartoffeln be⸗ ſtellt, und dazu mit Miſt geduͤngt. Das ganze Feld wurde nun in der erſten Woche des Novembers mit Weizen beſaͤet. Der mit Wicken beſtellte Theil war dabei reiner und in einem beſſern Zu⸗ ſtande, als die andern beiden Theile und lieferte auch im naͤchſten Jahre mehr und beſſeren Weizen. Nachdem dieſer geerntet war, wurde das Feld ſogleich umgepfluͤgt und im naͤchſten Jahre mit Gerſte, und Grasſaamen beſaͤet. Der Koͤrnerertrag war auf allen drei Theilen ziemlich gleich, aber die Futterernte im naͤchſten Jahre auf dem mit Wicken beſaͤeten Theile reichlicher und reiner von Unkraut, als auf den andern beiden. 2) Nach mehren vergeblichen Verſuchen, die ein Landwirth in Herefordſhire gemacht hatte, auf einem ſchon ſeit mehren Jahren kultivirten Felde Weizen zu bauen, ſaͤete er endlich einmal Win⸗ terwicken als Vorbereitungsfrucht fuͤr ſelbigen. Der erſte Wuchs derſelben ward auf dem Stalle verfuͤttert, und der zweite zur Duͤngung untergepfluͤgt. Ob nun gleich die Wicken verfuͤttert, nicht abgeweidet worden waren, und ſtatt des erſten blos deren weittr nommen trf doc gede e 9) geweſen ſoppel im geb tbeyren ſattrich reexia oden ſe hier Das L ſtens r armüch pflüͤgt ſich da ſich ſch Daher von ih tinges eiden rage, de Ver dg glei es dane nicht doiniſting hahn keine ucfe mnſf en, zwejäfig n hejunden dwor Nac virſen Lande kan t wid ur glüclicht 0” ſic arz vng t ferner lit dulniß iieg ſten Vaiiter gebriſe ta i Herrr Aurn Ein Air wr rels(1 Vnn⸗ 1 Tcer dade wund dann we gekomwen nm nit Karuffi Fedd wudew beſtit. De (nen beſen d auch in nücir er geenit n nächſtn ahr atrag un u rnte in nitt izer un tin ir orrdoit nehrin aitg c einm Be dr aſt At dr zwit in iin nitta ſin o d Fortſetzung uͤber die verſchiedenen Dungmittel. Gruͤnduͤnger. 513 zweiter Wuchs, der bekanntlich, wenn jener nicht bald hinwegge⸗ nommen wird, hoͤchſt unbedeutend iſt, untergepfluͤgt wurde, ſo uͤber⸗ traf doch die danach gewonnene Koͤrnerernte jede fruͤher auf dieſem Felde erhaltene. 3) Auf einen Theil eines laͤngere Zeit zu Gras niedergelegt geweſenen Feldes wurde das Kraͤutrich der auf einer nahgelegenen Koppel gewachſenen Turnips geſtreut, und mit der Raſennarbe zu⸗ gleich untergepfluͤgt, hierauf das ganze Feld mit Hafer beſaͤet. Dieſer gerieth auf dem mit jenem Kraͤutrich geduͤngten Theile un⸗ gleich beſſer und gab im Verhaͤltniß ½ mehr an Koͤrnern, als das uͤbrige Stuͤck. Wenn Ackerland durch irgend einen Zufall der Wohlthat einer ihm gebuͤhrenden Miſt- oder andern faulenden Duͤngung einmal entbehren muß, dann kann an deren Stelle ein ſchnellwachſendes, blattreiches und leichtfaulendes Gewaͤchs als gruͤne Duͤngung un⸗ tergepfluͤgt, ihm gewiß viel Nutzen ſchaffen; aber einen erſchoͤpften Boden dadurch verbeſſern wollen, kann nicht vortheilhaft ſein, weil ſie hier zu duͤrftig wachſen, um viel Wirkung leiſten zu koͤnnen. Das Land, das durch ihre Dungkraft gewinnen ſoll, muß wenig⸗ ſtens noch ſo reich ſein, daß ſie, wenn auch nicht uͤppig, doch nicht aͤrmlich darauf wachſen, um es dicht zu beſchatten, und unterge⸗ pfluͤgt eine nicht geringe, leichtfaulende Maſſe zu geben. Es eignet ſich daher dieſe Duͤngung mehr zur Fruchtbarerhaltung eines an ſich ſchon guten Bodens, als zur Verbeſſerung eines entkraͤfteten. Daher mag es kommen, daß in großen Wirthſchaften nur ſelten von ihr Gebrauch gemacht wird; denn bei denen, welche viel ge⸗ ringes Land haben, haͤngt deſſen Benutzung hauptſaͤchlich von dem Weiden ab, und bei denen mit fruchtbarem Boden entſteht die Frage, ob der aus einem uͤppig ſtehenden gruͤnen Gewaͤchſe, durch das Verfuͤttern zu gewinnende Duͤnger nicht mehr wirke, als wenn es gleich an Ort und Stelle eingepfluͤgt wird; den Nutzen, den es daneben noch durch die Ernaͤhrung des Vieh's gewaͤhrt, gar nicht einmal mit in Anſchlag gebracht. 514 Ein und zwanzigſtes Kapitel. Ein und zwanzigſtes Kapitel. Fortſetzung uͤber die verſchiedenartigen Dung⸗ mittel. Hlkuchen. Malzſtaub. Olkuchen heißen die Ruͤckſtaͤnde aller ausgepreßten Hlſaaten; es i*ſt aber ein großer Unterſchied, ob ſie von Leinſaamen oder von Ruͤbſen ꝛc. gewonnen wurden. Jene werden nur zu Futter, zu Duͤnger nur dieſe verwendet. Je reicher ſie noch an Ol ſind, deſto mehr Dungkraft beſitzen ſie; ſehr oft werden aber die bei dem Auspreſſen der Olſaamen gewonnenen Kuchen nochmals geſtampft und einem zweiten Preſſen unterworfen, um ſie ihres geringen Hl— gehalts vollends zu berauben, und dann haben ſie nicht nur we— nig Werth als Duͤnger, ſondern ſind ſie auch ſo hart, daß man ſie nur mit groͤßter Muͤhe zu zermalmen vermag. Wer dazu keine eigne Maſchine beſitzt, muß dieſe Arbeit mit ſchweren eiſernen Haͤm⸗ mern verrichten laſſen; doch iſt es auch nichts Seltenes, daß die Landwirthe an ihre Dreſchmaſchine einen Stein zum Zermahlen der Olkuchen anbringen laſſen. Wenn man dieſe zuvor eine Zeit lang an einem feuchten Orte liegen laͤßt, ſo erweichen ſie etwas, und dadurch wird ihr Zerkleinern ſehr erleichtert. Dieſes Weichwerden darf aber nicht zu weit gehen, weil ſie ſonſt an Dungwerth ver⸗ lieren. Ein Mann kann in einem Tage 4 Centner Kuchen in ſo kleine Stuͤcken ſchlagen, daß ſie durch ein Haferſieb gehen; aber auf einer von einem Pferde in Umtrieb geſetzten Muͤhle ſind in derſelben Zeit 5 Tonnen zu zermalmen. Das Zerkleinern der Lein-⸗ und Ruͤbſenkuchen geſchieht uͤbrigens ganz auf gleiche Weiſe. Man hat erſtere ebenfalls unmittelbar als Duͤnger angewendet, und von ihnen mehr Erfolg gehabt, als von den letzteren, aber wir glauben, daß nichts auf dieſe Weiſe verbraucht werden ſollte, was ein gutes Futter gibt. Ein Fuder Miſt von Thieren, die mit Leinkuchen gefuͤttert wurden, iſt wohl ſo viel werth, wie zwei Fatſ. Fuder mn als wenn daher ohr ten Aube das Land zu lettere wonnenen Wer ſie in R ſind aber auemſte, receen bri Pfanzen 4 eing On Wei ihnen, ſo odg Ayt Coke zu Verſuch ſolle gle liche Di ausſtreu lich zwi denn kor leidet de mehl en daher ei das zuvo bedecken. derſabe Tur wittel an Witkung keit des ganz nu eintritt. ſelten z wo die zaßi ſer deu Fortſ. ub. die verſchiedenen Dungmittel, Olkuchen. Malzſtaub. 515 Fuder andrer Miſt, und wirkt als Duͤnger gewiß ziemlich daſſelbe, als wenn die Kuchen unmittelbar dazu verwendet werden. Es iſt daher ohne Zweifel beſſer, ſie zu verfuͤttern, weil ſie dann doppel⸗ ten Nutzen gewaͤhren, Nahrung fuͤr das Vieh und Duͤnger fuͤr das Land. Unſre Bemerkungen uͤber den Gebrauch der Olkuchen zpitel. zu letzterem Zwecke betreffen daher nur die vom Ruͤbſen ge⸗ wonnenen. Wenn man ſie breitwuͤrfig ausſtreut, verſchlaͤgt es wenig, ob . ſie in Mehl verwandelt, oder nur in kleine Stuͤckchen zerbrochen igen Dung ſind, aber da man bei dieſer Art ihres Gebrauchs, freilich der be⸗ aub. quemſten, mehr davon noͤthig hat, als wenn man ſie in die Saat⸗ reihen bringt, ſie auch uͤberdies dabei nicht ſo unmittelbar auf die er ohen, Pflanzen ſelbſt einwirken, ſo werden ſie jetzt meiſtentheils mit der lſaumn Saat eingedrillt; wenigſtens iſt dieſes bei den Turnips der Fall. aamen aie Den Weizen aber duͤngt man nicht jedesmal bei der Saat mit du dunn, ihnen, ſondern nicht ſelten erſt im naͤchſten Fruͤhjahr im Maͤrz an A fin, e oder April, wo man ſie zwiſchen die Pflanzenreihen ſtreut. Herr ber die bi Coke zu Holkham verſichert, daß ihm bei einem vergleichenden dmalz giin Verſuch das letztere Verfahren vortheilhafter erſchienen ſei. Man des gerigad ſollte glauben, daß bei ihrer Verwendung zu Turnips die gewoͤhn⸗ ie nicht nur liche Drillmaſchine, welche das Mehl mit dem Saamen zugleich d hart dß u ausſtreut, ausreichend ſei; allein dies iſt nicht der Fall, weil eigent⸗ Wer dezu in lich zwiſchen jenem und dieſem eine duͤnne Erdſchicht ſein ſollte; eiſernen Hir denn kommen beide miteinander in unmittelbare Beruͤhrung, ſo heltenes, d leidet der Saamen durch die Gaͤhrung, die ſich in dem Olkuchen— Zermahlend mehl entwickelt, ſobald es in den Boden gekommen iſt. Es gibt eine dü lg daher eigene Drillmaſchinen, die vor dem Ausſtreuen des Saamens ſie etwos, wh das zuvor ausgeworfene Olkuchenmehl mit einer duͤnnen Lage Erde es Wiitnehn bedecken. Bei dem Weizen iſt dieſe Vorſicht nicht noͤthigz denn dungwan e derſelbe leidet weniger von der Gaͤhrung.— rKuch i Turnips und Weizen ſind die Gewaͤchſe, fuͤr die dieſes Dung⸗ ghe t mittel am meiſten gebraucht wird; bei erſteren iſt indeſſen ſeine Jühle fi Wirkung unſicher, weil es nur dann eine aͤußert, wenn Feuchtig— Serkleinen dr keit des Bodens oder der Witterung zu Hilfe kommt, und ſo lange Jlite Gi ganz nutzlos in der Erde liegen bleibt, bis feuchte kuͤhle Witterung angevne eintritt. Deshalb wird es, ſobald anderer Duͤnger zu haben iſt, thtn,i ſelten zu Gerſte angewendet; denn wenn ſelbige ſpaͤt im Fruͤhjahr, wenen(ün wo die Witterung gewoͤhnlich trocken iſt, geſaͤet wird, und Waͤrme Thin, ti und Trockenheit nachher noch lange anhalten, ſo hat man bei die⸗ , n wi ſer Frucht auch nicht den geringſten Erfolg von einer ſolchen Duͤn⸗ —————————————— 516 Ein und zwanzigſtes Kapitel⸗ gung. Es iſt zwar wahrſcheinlich, daß ſie dafuͤr den folgenden Fruͤchten zu gute komme; allein das liegt nicht in der Abſicht des Landwirths. Die auf einmal angewendete Menge iſt verſchieden nach der Beſchaffenheit des Bodens und nach der Guͤte der Kuchen; man braucht eine Tonne davon bald auf drei, bald auf vier, bald auf ſechs Acker Land. Im erſten Falle ſoll dieſe Quantitaͤt ſo viel leiſten, wie 12 Fuder Miſt pro Acker, und ihre Wirkung bei zwei Fruͤchten ſichtbar ſein, in der Regel aber hat nur die zuerſt danach gebaute Nutzen von einer ſolchen Duͤngung. Herr Curwen brachte 5 Centner Olkuchenmehl und 40 Centner Miſt zugleich zu Tur⸗ nips auf den Acker und hatte einen wundervollen Ertrag davon. Funfzig Buſhel Mehl wiegen eine Tonne, und deren Preis betraͤgt gegenwaͤrtig fuͤnf Guineen. Auf Klay und uͤberhaupt feuchten Bodenarten wirkt dieſes Dungmittel am meiſten; auf trocknem, zumal leichtem und armen nur bei feuchter Witterung, bei trockner ſchadet es wohl gar. Wir theilen nachſtehend einige Verſuche mit, die zu mancher inter⸗ eſſanten Bemerkung Veranlaſſung geben koͤnnen: 1) Die Anwendung des Olkuchenmehls fand hier auf folgende Weiſe ſtatt: Nachdem der Acker vollkommen gereinigt und geebnet war, wurde es reihenweis in gleich weiten Entfernungen mit einer Saͤemaſchine ausgeſtreut und vermittelſt eines ganz duͤnnen ſchma⸗ len Pflugſtreifens ſchwach mit Erde bedeckt, auf die nachher ſogleich der Turnipsſaamen geſaͤet wurde. Dieſer Verſuch erfolgte auf einem etwas mehr als vier Acker haltenden Felde mit einem ar⸗ men Moorboden, von dem die eine Haͤlfte ſtark mit Miſt, funfzehn Tonnen pro Acker, geduͤngt worden war, und von der andern Haͤlfte wieder die Haͤlfte 5 Centner, die andre 7 Centner Olkuchen pro Acker auf oben angegebene Weiſe erhielt. Zwiſchen jeder die⸗ ſer Abtheilungen blieben ſechs Reihen ungeduͤngt liegen. Die Tur⸗ nipsſaat geſchah im Juni, und das Reſultat war folgendes: da wo der Miſt lag war die Ernte ausgezeichnet, in den ungeduͤngten Reihen erreichten die Turnips kaum die Groͤße eines Taubeneies; da wo fuͤnf Centner Hlkuchen hinzugekommen waren, wuchs ihre Groͤße bis zu der eines großen Apfels und ſelbſt nach 7 Centnern dieſes Dungmittels war der Ertrag kaum ſo groß, als nach Miſt. Hier konnte aber kein Nachtheil aus der Gaͤhrung des Hl⸗ kuchenmehls entſtanden ſein; denn es befand ſich zwiſchen ihm und deri d. dem San Tum 9 1 ds Nitz Schafen g jimmlch 1 Ege unt ſo wie de Streifen bei der C merkhar 3) Srrefen! kuchenmeh Ston na fen zu ſä ganzen S mehr vor die den der auch der ſo war zu bezah ſcfter kuchen g großet man in Wiſſerm mes Mo brigt das im Winte es nun h ſergfilti Dedurch rung gun ſig werde Aung mit Gtrauch alſc au be —— fir den folge i da uſa erſchieden nac der Kuczen, 8 auf tie bih Dunntigt, Wring bajr ar die zuni ee ert Curven g t zuglic a len Grg d deren Pri la narten witt i leichen ud m adet es wi e zu mntzr n 1: d hier aufyg reinigt und ga ernungen nitin anz dünnen ſte die nacher ſte erſuch erfolgt elde mit inm mit Miß fufi von der di Centner ditn wiſchen jin iegen. Dei ar folgende den ungobn ines Tuutmis ren, wuts i nach? banem ſo rij 1 ihug s 2 rihe un w Fortſ. uͤb. die verſchiedenartigen Dungmittel. lkuchen. Malzſtaub 517 dem Saamen eine hinlaͤnglich dicke Erdſchicht; auch ſtanden die Pflanzen voͤllig gleichmaͤßig und geſund auf dem ganzen Felde. 2) Auf einem leichten, trocknen Sandboden wurde zu Anfang des Maͤrz Weizen nach Turnips geſaͤet, die auf dem Felde von Schafen abgefreſſen worden waren, und dabei ein Streifen, der ziemlich Acker hielt, mit drei Centnern Olkuchenmehl, das die Egge unter die Erde brachte, breitwuͤrfig beſaͤet, uͤbrigens aber ganz ſo wie der andre Theil behandelt. Anfangs ſchien der auf dieſem Streifen ſtehende Weizen einen Vorzug vor dem uͤbrigen zu haben, bei der Ernte war aber auch nicht der geringſte Unterſchied be⸗ merkbar. 3) Auf einem alten, zu Hafer beſtimmten Kleefelde wurde ein Streifen von ungefaͤhr ½ Acker breitwuͤrfig mit 2 ½ Centner Ol⸗ kuchenmehl beſtreut und dieſes mit dem Hafer zugleich eingeeggt. Schon nach dem Auſgehen der Pflanzen zeichnete ſich dieſer Strei⸗ fen zu ſeinem Vortheil aus; dies blieb ſich gleich waͤhrend des ganzen Sommers, und bei der Ernte gab derſelbe ſechzehn Garben mehr vom Acker, als der andere.. Dieſe beiden Verſuche ſprechen dafür, daß die Hlkuchen auf Bo⸗ den der angegebenen Art keinen großen Nutzen gewaͤhren; denn wenn auch der danach gewachſene Hafer einen etwas hoͤhern Ertrag gab, ſo war dieſer doch ſchwerlich hinreichend, die Koſten der Duͤngung zu bezahlen. Wir erfahren zwar, daß in Kinkardineſhire auf er⸗ ſchoͤpſtem Boden verſchiedener Art ein ſtarker Gebrauch von Ol⸗ kuchen gemacht werde; allein man wendet ſie daſelbſt in ungemein großer Menge, auf den ſchottiſchen Acker eine Tonne, an, die man in kleine Stuͤcke bricht und mit 30 Kubikyard getrocknetem Waſſermoos, bisweilen auch Torf zu einem Kompoſt mengt*). Die *) Bei der Bereitung dieſes Kompoſtes verfaͤhrt man nach einer im Far⸗ mer's Magazin B. 26. S. 37 enthaltenen Angabe folgendermaßen: Man bringt das Moos in eine Lage, wo es trocknen kann. Dies geſchieht meiſtens im Winter und erfordert einige Monate Zeit. In dieſem Zuſtande laͤßt man es nun bis etwa vierzehn Tage vor ſeiner Anwendung; dann mengt man es ſorgfaͤltig mit den Olkuchen, indem man es ſchichtenweis damit zuſammenbringt. Dadurch wird eine ſo heftige Gaͤhrung hervorgebracht, daß, ſobald die Witte⸗ rung guͤnſtig iſt, ſelbſt die groͤßten Stuͤcke Olkuchen aufgeloͤſt, gleichſam fluͤſ⸗ ſig werden. Bisweilen hat man es auch vortheilhafter gefunden, dieſe Men— gung mit der Haͤlfte der dazu beſtimmten Maſſe ſchon ſechs Wochen vor ihrem Gebrauch vorzunehmen, und die andre Häͤlfte ſpaͤter, vierzehn Tage vorher, alſo zu behandeln. Dabei hat man aber doppelte Mengungskoſten. 318 Ein und zwanzigſtes Kapitel. Koſten dafuͤr betrugen aber noch kuͤrzlich mit Einſchluß des Fuhr⸗ lohns und Streuens 8— 10 Pfund Sterl., und dieſe werden augenſcheinlich durch eine einzige Ernte niemals wiederbezahlt. Einige Landwirthe nehmen daher auch nur eine halbe Tonne l⸗ kuchen pro Acker und ſetzen denſelben halb ſo viel Miſt zu, als ohne ſie zu einer vollen Duͤngung erforderlich ſein wuͤrde. Die nachſtehend mitgetheilten Verſuche zeigen auch, daß die lkuchen nicht immer auf ſtrengem Boden Vortheil bringen, daß es wenigſtens mißlich bleibt, ſie zu Getreide zu verwenden, das ihre Wirkſamkeit auf einmal erſchoͤpft, durch Turnips dagegen mag der dafuͤr zu machende Aufwand, ſobald die Witterung guͤn⸗ ſtig iſt, wohl erſetzt werden, weil von ihrem reichlichen Ertrage das Gedeihen aller uͤbrigen Ernten einer Fruchtfolge abhaͤngt, und man daher denſelben nicht leicht zu theuer erkaufen kann. 4) Auf einem ſtrengen Grandboden mit thoniger Unterlage, welcher brach gelegen hatte, wurden zwoͤlf nebeneinander liegen⸗ de Beete, von denen jedes etwa Acker groß war, im Octo⸗ ber mit rothem Weizen, 2 Buſfel pro Acker, beſaͤet, und davon abwechſelnd einige breitwuͤrfig mit Olkuchenmehl in unten ange⸗ gebenen Quantitaͤten beſtreut, die anderen ohne eine ſolche Duͤn⸗ gung gelaſſen. Das Reſultat davon war folgendes: Nummer der Quantitaͤt der§Sl⸗ Verkaͤufl. Koͤr⸗ Gewicht derſelben Mittel⸗und Beete. kuchen. ner. pro Buſhel. Hinterkorn. Stein. Pfund. Buſh. Peck. Pfund. Unz. Pfund. 1 u. 2 59 6 26 V. 52 10 46 3— 4 ungeduͤngt 21 3 ½ 50 3 67 5— 6 86 4 28— 53 4 35 7— 8 ungeduͤngt 22 3 ½1. 51 2 91 9— 10 125 4 29 2 52 10 36 11— 12 208— 27 3 52 2 97 Es ergibt ſich daraus, daß die mit Olkuchen geduͤngten Beete allerdings einen weit hoͤhern Ertrag gaben, als die ungeduͤngt gebliebenen; aber es wird der Bemerkung nicht entgehen, daß da, wo daſſelbe in der groͤßten Menge angewendet worden war, we⸗ der ſo viel, noch ſo ſchwere Koͤrner erzeugt wurden, als da, wo nur halb ſo viel hinkam. Dies fuͤhrt zu einer Berechnung des bei dieſer Duͤngung ſtatt gefundenen Gewinnes und Verluſtes. Nehmen wir an, der Preis eines Buſhels Weizen von 56 Pfund Fott. üb. Schween lende Nflr Mitteb un Kachendln gaben zu Stein à 1 nung alſo Vertnum⸗ Pmern. 1 u.2 3-4 5— 6 7—8 951 11— L Diee Reinertre gar offen wegs ei derſelben zu ihrem und einf die mit ſam mac run hüch Die ſtarker( großet? terung b it ſeine Gerſte ſ dade; d nem rege liefet ihr Fortſ. uͤb. d. verſchiedenartigen Dungmittel. Hlkuchen. Malzſtaub. 519 b 3 Schweere ſei 8 Shilling, aber fuͤr jedes an dieſem Gewicht feh⸗ ne vn mng lende Pfund um drei Pence niedriger, ſchlagen wir ferner 1 Pfund dabe d Mittel⸗ und Hinterkorn zu 1 Penny an, und die Koſten der Ol⸗ ri Nt kuchendungung mit Fuhrlohn, Streuerlohn und allen Nebenaus⸗ ſtu,s gaben zu 8 Pfund Sterling pro Tonne, oder zu 1 Shilling pro h. Stein à 14 Pfund, ſo kommt, die Bruͤche weggelaſſen, die Rech⸗ thal te nung alſo zu ſtehen: denad Beetnum⸗ Preis der verkaͤufli⸗ Prada de Preis der OSlku⸗ Reiner Gewinn ü Tren Amern. chen Koͤrner. 2 orng. 55 1 1 a Ede. o an helhendee dſr ehe e lh n 3— 4 7 4 9 5 7 7 10 4 fen im 5— 6 10 4 9 2 11 4 6 3 6 41 5 ponige lnag„ i 15 1 7 2 8 2 8 beneingit in 9— 10 10 8 8 3 6 5 4 6 5 h ud 11— 12 9 13 5 8 1 10 8 6 Verluſt⸗/= eſaet, ud de l in vne Dies zeigt, daß die ungeduͤngten Beete ſtets einen hoͤheren eine ſice Reinertrag abwarfen, und bei der ſtaͤrkſten Olkuchenduͤngung ſo⸗ ndes: gar offenbarer Verluſt erfolgte. Daraus wollen wir jedoch keines⸗ wegs einen uͤberhaupt nachtheiligen Schluß fuͤr die Anwendung deriltn Aike derſelben als Duͤnger ableiten, um ſo weniger, weil das fruͤher zuſßel. Füttn zu ihrem Lobe Geſagte ſich auf die Ausſpruͤche hoͤchſt erfahrener .um. Tu und einſichtsvoller Landwirthe ſtuͤtzt, wir wollen nur diejenigen, 10 4 die mit dieſem Dungmittel noch unbekannt ſind, darauf aufmerk⸗ 3 f ſam machen, daß ſie wohl thun moͤchten, wenn ſie anfaͤnglich 4 1 nur hoͤchſt vorſichtig kleine Verſuche damit anſtellen. 2 10 5 Malzkeime oder Staub. 2 Dieſer Abfall vom Malz wird in den Gegenden, wo ein 30 ſtarker Gerſtenbau eine ausgedehnte Malzbereitung herbeifuͤhrt, in großer Menge zur Überduͤngung benutzt, bisweilen auch zur Fuͤt⸗ terung von Milchkuͤhen und Schweinen genommen. Als Duͤnger grdüngta z die unge vann ie iſt ſeine Wirkung ſehr verſchieden, je nach der Beſchaffenheit der ente Gerſte ſelbſt und nach dem bei dem Darren angewendeten Hitz⸗ , d. 5 grade; denn wenn die Koͤrner gleichmaͤßig gut ſind, und bei ei⸗ Vafifs nem regel⸗- und gleichmaͤßigen Feuer nur ſchwach gedarrt werden, 1n g liefert ihr Abfall keinen ſo ſchnell wirkenden, wenn auch vielleicht tn ö Nhrn 520 Ein und zwanzigſtes Kapitel. dauernderen Duͤnger, als wenn man ſie ſcharf darret. Je brauner daher die Malzkeime ſind, deſto groͤßere Wirkung hat man in der Regel von ihnen. Aus Mangel an Selbſtbeachtung dieſes Um— ſtandes werden deshalb nicht ſelten die Landwirthe in ihren Er— wartungen betrogen; denn die auf den Acker zu bringende Menge muß darnach beſtimmt werden. Dieſes Dungmittel gewaͤhrt uͤbrigens nicht nur großen Nutzen auf ſtrengem, ſondern auch auf ſaͤndigem und kreidehaltigem Lehm— boden, ja ſelbſt auf anderem hungrigen Kreideboden; aber auf einem kalten ſtrengen Thon kann man ſich nur von einem ſehr braunen Malz— ſtaube Wirkung verſprochen. Dieſe kommt indeſſen gewoͤhnlich nur ei⸗ ner Frucht nicht den folgenden zu gute; in Walker's Wirthſchaftsbe⸗ richt von Hertfordſhire wird jedoch verſichert, daß das Überſtreuen mit dieſem Dungmittel den Mangel einer vorhergegangenen vollſtaͤndigen und ordentlichen Duͤngung nicht nur vollkommen erſetzen koͤnne, ſondern auf kuͤmmerlichen Weizenſaaten, die durch eine uͤble Saat⸗ zeit, durch Froſt oder andere Urſachen gelitten haben und zuruͤck⸗ geblieben ſind, im Fruͤhjahre angewendet, wundervolle Wirkun⸗ gen hervorbringe, und ihr Wachsthum dermaßen befoͤrdere, daß ſie bald das ganze Feld belegen und von der Trockenheit des Sommers nicht leiden. Die daſigen Landwirthe ſeien daher ſo von einem nie fehlſchlagenden Erfolge einer Überduͤngung damit uͤberzeugt, daß ſie von derſelben, trotz ihrer Koſtbarkeit, nicht ab⸗ gingen. Zur Beſtaͤtigung des Geſagten erzaͤhlt Malcolm in ſei— nem Lehrbuch der neuern Landwirthſchaft B. 2. S. 172, er habe durch unguͤnſtige Witterung eine junge Gerſtenſaat, die fruͤher ſchon mit Malzſtaub beſtreut worden, ſo leiden ſehn, daß ſie ganz fehl— zuſchlagen gedrohet habe; durch die Wiederholung einer ſolchen Duͤngung ſei aber dieſelbe gerettet und zu einem hohen Ertrage gebracht worden. Dies beweiſe, ſagt er, daß man in dem Falle, wo durch unguͤnſtige Umſtaͤnde die erſte Duͤngung dieſer Art nicht den erwarteten Erfolg gehabt habe, eine zweite nicht ſcheuen ſolle, weil dieſelbe oft mehr als das Gewoͤhnliche leiſte. Die anzuwen⸗ denden Quantitaͤten gibt er folgendermaßen an: Zur überduͤngung von Weizen zu 36— 40 Buſhels pro Acker. Zum Eindrillen mit der Saat von Gerſte oder Turnips zu 30— 34——— je nachdem der Boden mehr oder minder ſtreng iſt. Young ſpricht in ſeinem Verſuch uͤber die Dungmittel(Schriften der Bath'ſchen 1 Foriſ üd Göſelſch dln, u di 6 doch vor zu erw ſollte m nung zu mfn letzen 6 gewöhnl S r Fortſ. uͤb. d. verſchiedenartigen Dungmittel. Olkuchen. Malzſtaub. 521 itrt. ehrn 3 Geſellſchaft B. 10. S. 182) im Allgemeinen von 40— 60 Bu⸗ ag hi nm n ſheln, und behauptet, daß dieſes Dungmittel vorzugsweiſe ſich fur itung dſs h kaltes Grasland eigne; trotz dieſer großen Autoritaͤt empfehlen wir the i Urn e doch vor dieſer Art der Verwendung ja genau die Koſten mit der bigad ge zu erwartenden Ertragsvermehrung zu vergleichen. Zu Weizen ſollte man es im Maͤrz, gerade zu der Zeit, wo ſich die Witte⸗ nur grßen gi rung zu aͤndern pflegt, ausſtreuen und mit leichten Eggen unter⸗ düdhätigm le bringen. Zu Gerſte und Turnips wird es gewoͤhnlich vor dem inz te ftt letzten Saateggen aufgebracht und zuletzt noch eingewalzt. Der ſerdn gewoͤhnliche Preis iſt 5— 6 Shilling der Quarter. gewährit m. er's Vitfſhig das liberdenne genen vlſi en eiſtn ir ich eine n e. haben und i. bünae Zwei und zwanzigſtes Kapitel. zen befäter er Trocnztt the ſeien dahe batzhs Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. ſith dg le 76 Nalelm n Torf. S. 177 E 1 defüütat Von der Torfaſche iſt ſchon im funfzehnten Kapitel die Rede ge⸗ diß ſe mni weſen. Indem er in ſolche verwandelt wird, verliert er ſo an üng ante i Gewicht, daß er leicht in die entfernteſten Gegenden zu verſen⸗ 3 hohm Ei den iſt; aber in ſeinem natuͤrlichen Zuſtande bleibt ſein Verbrauch an i drin als Dungmittel nur auf die naͤchſten Umgebungen der Torfmoore Jdieſerat beſchraͤnkt, weil er, ſelbſt wohl ausgetrocknet und dadurch ſehr ict ſchun leicht geworden, einen zu großen Raum einnimmt, um mit Vor⸗ . Die mom theil weit transportirt werden zu koͤnnen. In ſeinem natuͤrlichen Zuſtande wird in Irland und Schott⸗ zöſhas m kn land, auch in einigen Gegenden Englands, wo es große Torf⸗ lager gibt, ſehr viel Torf als Duͤnger verbraucht; es dauert je⸗ 5 doch ziemlich lange, ehe er dazu taugbar wird. Es ſind wohl 1 zwei bis drei Jahre, ſo wie mehrmaliges Umwenden und Luft⸗ b berſe ausſetzen erforderlich, ehe er einigermaßen die Beſchaffenheit eines 1M G — — à* Zwei und zwanzigſtes Kapitel. dungkraͤftigen Pflanzenmoders annimmt. Seiner kalten Natur wegen iſt er aber in dieſem Zuſtande in großer Menge aufge⸗ bracht, ein herrliches Verbeſſerungsmittel fuͤr hitzige, grandige und ſandige Bodenarten. Hat er ganz das Anſehen des reinen Humus oder einer reichen Gartenerde erlangt, dann iſt er auch ſehr gut geeignet, einen zaͤhen, ſteifen Thonboden zu lockeren, wie man in Irland, wo er zu dieſem Zweck viel verwendet wird, ſehen kann; auf muͤrbem, lockerem Boden aber ſoll er in dieſem Zuſtande zu we⸗ nig Subſtanz, um nuͤtzen zu koͤnnen, beſitzen, und auf Grasland den Wuchs des Mooſes befoͤrdern. Er iſt auch haͤufig mit den Wurzeln und Saamen von ſchaͤdlichen Waſſergraͤſern angefuͤllt, durch die er, im noch rohen Zuſtand angewendet, dem Lande ſehr ſchaͤdlich werden kann. Einige Landwirthe haben ſich dadurch ihr Grasland ſo verdorben, daß es erſt nach einigen Jahren ſich wieder erholt hat. Dieſe nachtheiligen Wirkungen ſind indeſ⸗ ſen durch das Aufſtreuen von etwas friſchgebranntem Kalke zu beſeitigen. Seit einigen Jahren haben mehre Landwirthe in der Naͤhe von Torfmooren ihrem Vieh getrockneten Torf eingeſtreut, weil ſie gefunden, daß derſelbe durch die darauf fallenden feſten und fluͤſſigen Excremente zerſetzt wird. Dieſes Verfahren iſt vornehm⸗ lich in Irland ſo gemein, daß jeder Bauer, der nur wenig Acker⸗ land hat, ſeine Miſtſtaͤtte mit Torf auslegt, um, wie er zu ſa— gen pflegt, Saft und Kraft(seep or gooding) des Miſtes zu be⸗ wahren. Sie vermengen auch den Torf mit Miſt in verſchiede⸗ nen Verhaͤltniſſen, ſo daß dieſer bisweilen ½, bisweilen die Haͤlfte der ganzen Maſſe ausmacht. In letzterm Falle will man gefun— den haben, daß dieſe Mengung meiſtentheils eben ſo viel wirke, wie eine gleiche Quantitaͤt bloßer Miſt. In ſolchen Gegenden, wo kein Torf zu haben iſt, laͤßt er ſich durch jede moorige Erde erſetzen; es iſt indeſſen nicht rathſam, dieſe Subſtanzen fuͤr ſich allein zuſammenfaulen zu laſſen, weil weder der Torf, noch Erde genannter Art ſchon an ſich hinlaͤnglich fruchtbarmachende Eigenſchaften beſitzen, ſondern hauptſaͤchlich nur die phyſiſche Be⸗ ſchaffenheit des Bodens abaͤndernd wirken, wenn ſie nicht zuvor durch eine Vermengung mit treibenden Duͤngermaterialien zerſetzt worden ſind. Die Schwierigkeit, dieſe Zerſetzung zu bewirken, fuͤhrte zu haͤufiger Vereitlung der gehegten Erwartungen, und dadurch folglich auch zu vielen verſchiedenen Anſichten uͤber den Werth dieſes Dungmaterials, bis endlich der letztverſtorbene Lord Mea⸗ 6 dowban drch ei durch di durf mn — *) g ſen dem? den Orkn Bereitung gehene We auf den ge nirglich gel glei hinſih fühß ud Lag menne zwithen d uma Th an der 30 beläuft, chenraum 29,000 C nern. D ſein, ſteil uß ſc mannichfa nur hie u Kleine Fla treffiche daum 35,0 durch gder zu Matzſ muthigen und den 12,000 S als was ſ der Walt der darin haugt eein wieg nesg aber, denn en N ge an ndige 1s n Hmm ſchr l ie Haſt gefun⸗ wirk, genden, e Eide ir ſh , nh nachende che Be⸗ t zubot zaſtht toirkn, 7 und Werih Ma⸗ Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Torf. 523 dowbank, die gegen ſeinen Gebrauch gemachten Beſchuldigungen durch eine wiſſenſchaftliche Unterſuchung ſeiner Eigenſchaften, und durch die Sorgfalt, die er auf die Bereitung von Kompoſt aus Torf und Miſt verwendete, gluͤcklicherweiſe beſeitigte*). Das *) Die Ehre der erſten Erfindung dieſer Art von Kompoſt wird indeſ⸗ ſen dem edlen Lord ſtreitig gemacht in Shirreff's Landwirthſchaftsbericht von den Orkney⸗ und Shetlandinſeln, in welchem man dargethan findet, daß die Bereitung dieſes Mengeduͤngers, ganz auf die vom Lord Meadowbank ange— gebene Weiſe, ſchon ſeit vielen, wahrſcheinlich ſeit hundert und mehr Jahren auf den genannten Inſeln uͤblich ſſt.— Der Ackerbaubetrieb auf dieſen ſo noͤrdlich gelegenen Inſeln bietet manches hoͤchſt Intereſſante dar, und iſt, ob⸗ gleich hinſichtlich der Flaͤche beſchraͤnkt, auch wohl noch großer Verbeſſerung faͤhig, doeß ungleich wichtiger und eintraͤglicher, als man bei ſo noͤrdlicher Lage meinen ſollte. Die Orkneys, Orkaden, die Thule der Alten, liegen zwiſchen dem 58. und 60. Grade noͤrdl. Br., die Shetland⸗Inſeln, die ul- tima Thule, erſtrecken ſich noch uͤber einen Grad noͤrdlicher. Von jenen, 67 an der Zahl, ſind 40 unbewohnt, von dieſen, deren Anzahl ſich uͤber 100 belaͤuft, noch einige mehr ohne Bewohner. Die erſteren enthalten einen Flaͤ⸗ chenraum von 281,000 Ackern mit einer Geſammtbevoͤlkerung von ungefaͤhr 29,000 Einwohnern; letztere 563,200 Acker mit ungefaͤhr 30,000 Einwoh⸗ nern. Der Anblick des Landes mag ganz eigenthuͤmlich und nicht ohne Reize ſein, ſteile Felſen nach der See jaͤh ſich ſenkend, Huͤgel zu Bergen bis 900 Fuß ſich erhebend, Sumpf, Haide, Torfmoor, kleine Landſeen nehmen im mannichfaltigen Wechſel den groͤßten Theil des Landes ein, auf dem kein Baum, nur hie und da niedriges Geſtripp zu finden iſt; dazwiſchen aber ziehen ſich kleine Flaͤchen des fruchtbarſten Bodens hin, der reichlich Koͤrner traͤgt und treffliche Weide darbietet. Das ganze tragbare Land uͤberſteigt auf den Orkneys kaum 25,000 Acker, auf den Shetlandsinſeln nicht 22,000 Acker, und wird natuͤrlich nur in kleinen Guͤtern, von denen wenige uͤber 10 Acker halten, be⸗ wirthſchaftet. Dennoch iſt das Erzeugniß an Feldfruͤchten, Kartoffeln, Hafer, kleiner Gerſte(hordeum hexastichon) und Turnips— andere Gewaͤchſe wer⸗ den kaum cultivirt— ſo reichlich, daß nicht nur das heimiſche Beduͤrfniß da⸗ durch gedeckt, ſondern auch viel Gerſte, die von kaum erwarteter Guͤte und zu Malz ſehr geſchaͤtzt iſt, ausgefuͤhrt wird. Merkwuͤrdig ſind die kleinen, muthigen Pferde, welche in großer Anzahl auf dieſen Inſeln faſt wild leben, und den Namen Shelties fuͤhren. Man ſchaͤtzt ihre Zahl auf 10,000— 12,000 Stuͤck, ſie werden nicht eingeſtallt, erhalten faſt kein Futter weiter, als was ſie ſich ſelbſt ſuchen, und ſind wegen ihrer Ausdauer beliebt.(Wer, der Walter Scott's Seeraͤuber geleſen, wird ſich nicht mit Vergnuͤgen der darin enthaltenen Schilderung dieſer Thiere und ihres Wohnortes uͤber⸗ haupt erinnern?) Das Rindvieh iſt ſcheckig und ebenfalls klein, das Stuͤck wiegt ausgeſchlachtet nicht ſelten kaum 180 Pfund, das Fleiſch davon ſoll aber, wenn es gut gemaͤſtet worden, von vorzuͤglicher Guͤte und Zartheit ſein. I. 34 524„ Zwei und zwanzigſtes Kapitel. Hauptſaͤchlichſte der letzteren iſt Folgendes: der dazu beſtimmte Torf muß einige Wochen, vielleicht Monate zuvor geſtochen wer⸗ den, um ihn des groͤßten Theils ſeiner Feuchtigkeit zu berauben. Dadurch wird er leichter und minder dicht; er zerſetzt ſich daher, mit friſchem Miſt zuſammengebracht, eher, und fordert daher auch weniger von letzterem, als wenn er eben geſtochen iſt. Er ſollte ſtets auf einen trockenen Ort in der Naͤhe des zu duͤngenden Fel— des gefahren und daſelbſt in einem laͤnglichen Haufen abgeſchlagen werden. Soll nun die Bereitung des Kompoſts erfolgen, ſo wird halb ſo viel Miſt der Maſſe nach, auf einen dem vorigen paral— lellaufenden Haufen in einer ſolchen Entfernung angefahren, daß zwiſchen beiden ein Raum bleibt, auf dem ein Arbeiter mit dem Spaten bequem zu einem jeden gelangen kann. Dieſer Zwiſchen⸗ raum bildet die Grundflaͤche fuͤr den zu errichtenden Kompoſthaufen. Zuerſt wird nun eine Unterlage von Torf, etwa ſechs Zollhoch ge— macht, die etwas breiter ſein muß, als der darauf zu ſtehen kom— mende Haufen, welcher abwechſelnd aus Torf und Miſt zuſammen⸗ geſetzt wird. Auf jene Unterlage kommt zuvoͤrderſt eine Schicht Miſt von 10 Zoll Staͤrke, dann eine von Torf 6 Zoll ſtark, nun eine von Miſt 4 Zoll ſtark. So vermindert man die Staͤrke einer jeden Schicht, Man ruͤhmt die Feſtigkeit, die verhaͤltnißmaͤßig große Ergiebigkeit und die Maſtfaͤhigkeit dieſes Viehs, deſſen Zahl auf den vereinten Inſeln gegen 45000 Stuͤcke betragen ſoll. Die daſelbſt wohnenden Schaafe, ungefaͤhr 135,000 Stuͤck, tragen eine kurze, ziemlich feine Wolle, und die neuerdings gemach⸗ ten Verſuche, Cheviotſchaafe, auch reine Merinos einzufuͤhren, ſollen einen gu⸗ ten Erfolg gehabt haben. Auch eine kleine Raſſe von Schweinen iſt daſelbſt in ziemlicher Menge zu finden; ſie laufen frei herum, und richten nicht we⸗ nig Schaden an. Merkwuͤrdig ſind noch die vielen Kaninchen, welche auf dieſen Inſeln leben und getoͤdtet werden;z aus dem Hafen von Stromneß al— lein betraͤgt die Zahl der ausgefuͤhrten Felle manches Jahr 36,000 Stuͤck. Auch die Federviehzucht und die wild dort lebenden Voͤgel weiß man ſich zu Nutze zu machen; große Maſſen von Eiern werden alljaͤhrlich ausgefuͤhrt. Der Fiſchfang verſchafft indeſſen den Bewohnern dieſer Inſeln, die im Gan⸗ zen ein recht angenehmes Leben fuͤhren und ſich wohl befinden moͤgen, dem hauptſaͤchlichſten Verdienſt.— Hier iſt es ja, wo jaͤhrlich Millionen von Heringen gefangen werden.— Der Bearbeiter glaubte mit dieſen kurzen Notizen uͤber ein beinahe unbekanntes Land, das man haͤufig, ſeiner nordli⸗ ſchen Lage wegen, vom Himmel für ganz verwahrloſt hält, mehren ſeiner Le⸗ der einen nicht unangenehmen Dienſt zu erweiſen, und hofft daher eine freund⸗ liche Aufnahme dieſer Einſchaltung. bis der⸗ er dann Ende, o Bii fiſche g kaltem W ftiſher beſſer wi M den, ent je nachde fen ſind; im Winte Käͤßte ſehr im Sonnn laſſind, Zet Std ſich bei der Ste waͤrme oder um Waͤrme ſchaffen die Väͤt drei Wo der Art Fers nar Er ſtwat und ſeſch eide ͤhne haltend Sechzeh nigſtens zwuͤf ſ in Hol drei Tol drei To Stück d zum Vor ——.——— ———.—.— Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Torf. 525 dau beſi r beine bis der Haufen die Hoͤhe von drei bis vier Fuß erreicht hat, wo eit um ben 3 er dann ganz, Obertheil, Seitenflaͤchen, vorderes und hinteres eſett ſh 3 Ende, loſe mit Torf zugedeckt und dieſer wohl abgeglaͤttet wird. der dih 3 Bei mildem Wetter reichen ſieben Karrenladungen ziemlich n if. Ei i friſcher gewoͤhnlicher Stallmiſt zu 21 Karren Torf hin, aber bei 3 kaltem Wetter iſt eine groͤßere Menge Miſt wuͤnſchenswerth. Je bee friſcher oder wenigſtens je unzerſetzter dieſer uͤbrigens iſt, deſto eflgen ſ beſſer wird der Zweck erreicht. 1 de d Nachdem auf dieſe Weiſe der Kompoſthaufen errichtet wor⸗ angfthm den, entwickelt ſich darin eine große Waͤrme, fruͤher oder ſpaͤter, Abeüt n je nachdem die Witterung und der dazu genommene Miſt beſchaf⸗ Doſe fen ſind; im Sommer nach zehn Tagen, wohl auch noch fruͤher, Fuiei im Winter vielleicht nicht nach eben ſo viel Wochen, ſobald die n Konken Kaͤlte ſehr ſtreng iſt. Sie bleibt indeſſen doch nie aus und ſteigt ſech Alha im Sommer bisweilen ſo hoch, daß ſie, das Verbrennen veran⸗ uf zu ſtjt laſſend, nachtheilig werden kann. Man ſollte daher von Zeit zu d Aſf uim Zeit Stoͤcke an verſchiedenen Punkten des Haufens einſtoßen, um eine Scitt ſich bei ihrem Herausziehen von dem Fortgang der Gaͤhrung und ark, nun iin der Steigerung der Hitze zu uͤberzeugen; hat letztere die Blut— ner jeden et waͤrme erreicht, ſo ſollte der Haufen ſtark mit Waſſer begoſſen oder umgeſtochen und etwas Torf noch hinzugeſetzt werden. Die Waͤrme nimmt nach und nach ab, je nachdem die Jahreszeit be⸗ ſchaffen iſt und der Kompoſt in ſeiner Bildung vorſchreitet; ſobald Ergibitit m die Waͤrme in ihm gaͤnzlich verſchwunden, muß er noch gegen Imen ghn drei Wochen unangeruͤhrt ſtehen bleiben, dann aber ſorgfaͤltig in jöungrig 1 der Art umgeſtochen werden, daß das Obere zu Unterſt, das Au⸗ neuerdings gn ren iln in ßere nach Innen kommt, und jeder Klumpen zerbrochen wird. „ 1 Er erwaͤrmt ſich hierauf aufs Neue, kuͤhlt aber bald wieder ab, 3 daih und erſcheint nachher als eine gleichfoͤrmige ſchwarze, der Garten— inchen, nch erde aͤhnliche Maſſe, von der ein Fuder gerade ſo viel und ſo an— von Etrriit⸗ haltend wirken ſoll, wie ein gleich ſchweres Fuder guter Miſt. ahr Söol k Sechzehn einſpaͤnnige Karrenladungen ſolchen Kompoſts haben we⸗ vii a nigſtens bei einem vergleichenden Verſuche daſſelbe geleiſtet, wie iit us zwoͤlf ſolche Ladungen gut zubereiteter Stallmiſt. Es wird auch sar 3 in Hollands Wirthſchaftsbericht von Cheſhire erzaͤhlt, daß man ih Mlian drei Tonnen Mengeduͤnger dieſer Art auf eine Wieſe und eben ſo nit diſn 1 drei Tonnen wohlverrotteten Miſt auf ein anderes gleich großes jjg, ſin 8 Stuͤck derſelben geſtreut habe; auf letzterem ſei das Gras eher mn inn zum Vorſchein gekommen und hoͤher geworden, auf jenem aber ir de iru 34* 1 4———— ——j—— 1 526 Zwei und zwanzigſtes Kapitel. habe es mehr Dichtheit und eine dunklere Farbe erhalten und des⸗ halb auch bei der Ernte um den achten Theil mehr gegeben. Bei der Bereitung dieſes Kompoſtes kann man mit einer Tonne Miſt drei Tonnen Torf zur Gaͤhrung und Zerſetzung brin⸗ gen, ſie bietet daher, wenn man den letzteren nicht weiter, als drei Meilen(1 Stunde) anzufahren hat, gewiß großen Vortheil dar. Der Lord Meadowbank verſuchte auch aus rein thieriſchen Subſtanzen, als geſtorbenen Fiſchen, Wallfiſchgrieben, Abfaͤllen aus den Schlachthaͤuſern ꝛc. und Torf, ohne andern Zuſatz einen Menge⸗ duͤnger zu bereiten. Er nahm dazu 1 Tonne jener Subſtanzen und 10— 12 Tonnen Torf und erhielt davon nach neun Mona⸗ ten einen Duͤnger, der den oben beſprochenen Kompoſt noch an Wirkſamkeit uͤbertraf. Dagegen verſichert er, daß Kalk mit Torf allein zuſammengebracht, dieſen nicht vollſtaͤndig zerſetze und kei⸗ nen wirkſamen Duͤnger mit ihm liefere. Dieſem widerſprechen jedoch andere Erfahrungen. So macht die Ackerbaugeſellſchaft in Mancheſter bekannt, daß ein Kompoſt von 119 Tonnen Torf und Kalk auf fuͤnf Acker eines armen Sandbodens gebracht und mit dem Hafer eingeeggt worden ſei, desgleichen fuͤnf Acker eines flachgruͤndigen armen Thonbodens dieſelbe Duͤngung und Behand⸗ lung erhalten haben. Die Ernte auf dem Sandboden war außeror⸗ dentlich ergiebig, und die auf dem Thon zwar nicht ganz ſo reich⸗ lich, aber doch auch bedeutend, wenn man den fruͤheren Zuſtand des Ackers beruͤckſichtigt. Es fehlt zwar nicht an Beiſpielen, daß ein Mengeduͤnger blos aus Torf und Kalk eher ſchaͤdlich als nuͤtzlich war; aber dann brachte man ihn meiſtens wohl auf einen vorher durch wie⸗ derholtes Kalken und Mergeln erſchoͤpften Boden. Intereſſant ſind in Bezug darauf noch folgende Verſuche, die Herr Arbuthnot in Peterheat anſtellte und Sir John Sinclair bekannt gemacht hat. 1) 300 Karren Torf und 50 Karren verfaultes Seegras (Tang) wurden im November auf einen Haufen zuſammenge⸗ bracht. Als derſelbe im Januar in ſeiner Mitte eine Waͤrme von 90 Grad Fahrenheit(uͤber 25⁰ R.) erlangt hatte, wurde er um⸗ geſtochen; dieſes im Maͤrz wiederholt, Ende Aprils der auf dieſe Weiſe gewonnene Kompoſt auf 18 Acker Land geſtreut und hier ſogleich untergepfluüͤgt. Den 15. Mai wurde das ſo geduͤngte 8 ged nit als die )) Farrenſ Oen Al zeien, legen hat in der⸗ S. S.) folgte di erſten M hirzugeſe kraut(t ſihh daher ganze Me gemengter ſtacken 39) Siadtdi ſchnell, aber nie 9) zenteſte gen Pfe in demſe len, in Mfſfes. 5) Schhte mit 150 durch zi Nun de gleiche das Ga nach gel Al- ſam. E nige, w nuten ko nicht ſal — Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Torf. 527 erhaltn enunn Feld mit Gerſte beſaͤet, und dieſe gab ⅛3 mehr von der Flaͤche, un ſn als die ebendaſelbſt nach Miſt gebaute. 3 5 1 2) Den 1. Mai wurden 8⁰⁰ Karrenladungen Torf und 150 ſis h ſtung n Karrenladungen Kuhmiſt auf einen Haufen zuſammengebracht. nitte Den Kuͤhen waren gruͤne Binſen eingeſtreut worden, und dieſe j grze en V zeigten, ob ſie gleich neun Monate lang in der Duͤngergrube ge⸗ d win thiſ legen hatten, noch keine Spur von Zerſetzung; es wurden daher ben- Thfilns in der Mitte des Juni 50 Hogshead's(1 Hfd= 63 Gallons uſat äna he. S. S. XXV.) Salzwaſſer uͤber den Haufen gegoſſen, und nun er⸗ jener di folgte die Gaͤhrung ſchnell. Er wurde hierauf Anfangs Juni zum nach nen U erſten Mal umgeſtochen und dabei ein wenig friſch geloͤſchter Kalk Konpoſt wh. hinzugeſetzt. Ende Auguſts war das Ganze mit gemeinem Stern⸗ aß Kalk nt kraut(Stellaria media, engl. Chickweed) dicht uͤberzogen; es machte g zelſeze wi ſich daher ein neues Umſtechen noͤthig, und nun zeigte ſich die eſem wofine ganze Maſſe voͤllig zerſetzt; ſie hatte das Anſehn einer gleichmaͤßig erbaugeſllct gemengten Gartenerde, ein mildes, ſeifenartiges Gefuͤhl und einen 11 Tna ſtarken Geruch. dens gehnt 3) 300 Karrenladungen Torf und 50 ſolcher Ladungen n fünf Atri Stadtduͤnger zerſetzten ſich nach ihrem Zuſammenbringen eben ſo dung u3 ſchnell, wie die vorhin angegebene Mengung, die Maſſe erhielt oden vir air aber nicht voͤllig daſſelbe gleichartige Anſehen. ſict gen in 4) 200 Karrenladungen rohe noch viel unzergangene Pflan⸗ fruhern zir zenreſte haltende Torfſoden wurden im Juli mit 30 ſolcher Ladun— gen Pferdemiſt auf einen Haufen zuſammengeſetzt. Die Gaͤhrung in demſelben entwickelte ſich weit fruͤher, als in den anderen Faͤl— l mihe len, in Folge der warmen Witterung und des an ſich hitzigeren . Miſtes. vorher dhr 5) 300 Karrenladungen Torf wurden in drei gleich ſtarken Schichten uͤbereinander gelegt. Die erſte, einen Fuß dick, wurde nde Veitt mit 150 Gallons Kuhharn begoſſen, und dadurch eine baldige, John eni durch ziſchendes Geraͤuſch ſich verkuͤndende Gaͤhrung hervorgebracht. Nun legte man die zweite, eben ſo verfahrend und ſpaͤter auf faulks Eu gleiche Weiſe die dritte Schicht darauf. Nach acht Tagen wurde in zuſerma das Ganze umgeſtochen und die Zerſetzung war allem Anſchein eine Wimn nach gehoͤrig erfolgt. Alle dieſe Kompoſtarten zeigten ſich als Duͤnger ſehr wirk— Ir uue iſ ſam. Es ergibt ſich aus der Angabe ihrer Bereitung zur Ge⸗ ld hir nuͤge, wie man den Torf mit großem Vortheil als Duͤnger be⸗ f gding nutzen koͤnne. Es iſt dieſes von nicht geringer Wichtigkeit, indem b nicht ſelten die Gelegenheit zu einer ſolchen Benutzung gegeben 528 Drei und zwanzigſtes Kapitel. iſt, aber dieſelbe aus Mangel an Kenntniß, wie dabei zu verfah⸗ ren, bald gar nicht, bald nur auf eine Weiſe beachtet wird, die mehr Nachtheil als Vortheil bringt. Noch iſt zu bemerken, daß die beſte Zeit zum Torfſtechen fuͤr dieſen Behuf nach Vollendung der Herbſtſaat eintritt. Man laͤßt ihn waͤhrend des Winters zum Trocknen durch den Froſt in laͤnglichen Haufen ſtehen, wo er dann Ende Februars, wenn man ihn umwendet und zu Kom⸗ poſt benutzen will, ungleich leichter, als bei ſeinem Ausſtechen ſein wird. über die beſte Zeit zur Anwendung dieſes Duͤngers iſt man noch nicht einig. Einige meinen, er ſolle zur Fruͤhjahrsſaat ver⸗ wendet, Andere im Herbſt zu Weizen untergepfluͤgt werden; wir aber glauben, daß er zu jeder Zeit und zu jeder Frucht mit gleich großem Nutzen zu gebrauchen ſei. Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Seetang, Kelp, verdorbene Fiſche, Thran⸗ grieben und Hl. Dieſe Dungmaterialien ſind zwar nur von denen mit Vortheil zu benutzen, die in der Naͤhe der See wohnen, aber da, wo man ſie leicht haben kann, von großer Wichtigkeit; daher verdie⸗ nen ſie wohl eine Stelle in dem allgemeinen Berichte von der Landwirthſchaft im Koͤnigreich Großbritannien. Das Seegras oder der Tang wird in einigen Gegenden fort⸗ waͤhrend ſtark gebraucht, und wo ſolches mit Einſicht geſchieht, wird dadurch jedesmal die Fruchtbarkeit des Bodens bedeutend er⸗ hoͤht. An manchen Theilen der Kuͤſte werden ungeheure Quan⸗ ————— Fortſezu tütiten der Wi goßen ſuct m veil ma betrache aus Un händen, zu Dü auf de Küſten vohl i günſige ſchwemn ale Ha neln, däa w Kippe Meng⸗ von( und Ebbe weit! auf di queme haupte Waſſe Land einer dens! durch aber; harkeit ders w oruch Fortſetzung d. verſchiedenartigen Dungmittel. Seetang Kelp ꝛc. 529 je dabe af s ann titaͤten davon an das Land geſpuͤlt, wenn dabei zu gleicher Zeit zu derene der Wind guͤnſtig iſt; und wo man nun durch Erfahrung den ma u. großen Werth dieſes Dungmittels gehoͤrig kennen gelernt hat, des Tun ſucht man es begierig in großen Mengen zuſammenzubringen, ſ henn weil man es als ein ſicheres Mittel, den Feldertrag zu erhoͤhen de un n. betrachtet; in anderen Gegenden wird es dagegen haͤufig, theils fin 9 aus Unwiſſenheit, theils aus Mangel an Mitteln und Menſchen⸗ tii haͤnden, gaͤnzlich vernachlaͤſſigt, oder zu einem andern Behuf, als zu Duͤnger verwendet. So benutzt man es auf den Orkneys, Dings ſtr auf den von Schottland weſtlich liegenden Inſeln und an den Füühſtrine Kuͤſten von Irland meiſtens zur Bereitung von Kelp, oder auch vlügt wedn wohl im getrockneten Zuſtande zu Viehfutter. Wenn bei einem jder dng guͤnſtigen Winde eine große Menge davon an das Ufer ge⸗ ſchwemmt wird, ſetzen die Landwirthe auf der Inſel Thanet*) alle Haͤnde in Bewegung, um moͤglichſt viel davon einzuſam⸗ meln, ehe die Fluth es wieder wegſpuͤlt, und ſollten ſie die Nacht dazu mit zu Hilfe nehmen muͤſſen. Es wird auf ſteilen in die Klippen gehauenen Wegen in Sicherheit gebracht, und in ſolcher Menge herbeigefuͤhrt, daß mancher Landwirth in der Zwiſchenzeit von Ebbe zur Fluth wohl 200— 300 Fuder zuſammenbringt, . und vielleicht tauſende von Fudern bei dem Eintritt der naͤchſten Kapite Ebbe wieder fortgeſchwemmt werden. Diejenigen, welche etwas weit von der See entfernt wohnen, miethen kleine Stuͤcke Land, auf die ſie es einſtweilen bringen, und von denen ſie es zu be— quemerer Zeit wegfahren. Meiſtentheils wird es mit Stallmiſt auf Haufen zuſammengebracht, und dadurch die in dieſem befind⸗ Dungrit liche harte Streu vorzuͤglich ſchnell zerſetzt. he, dir *) Die Inſel Thanet bildet den nordoͤſtlichſien Theil der Graf⸗ oder Shireſchaft Kent, und war nur fruͤher, als die Roͤmer Britannien noch be⸗ enen mit Ar haupteten, eine wirkliche Inſel. Nach und nach iſt ſie, weil der geringe n, aba dren Waſſerarm, der ſie von dem feſten Lande trennte, durch angeſchwemmtes t dar r Land und manche für den Geologen wichtige Ereigniſſe ausgefuͤllt worden, zu l ve einer bloßen Halbinſel geworden, die 3500 Acker des herrlichſten Marſchbo⸗ Beriche w 4 dens und gegen 23,000 Acker trockenes Ackerland enthaͤlt. Letzteres ruht faſt durchgaͤngig auf einem harten Kreideuntergrund und iſt meiſtens, beſonders n Gegrdn in aber zwiſchen Ramsgate und Monkton, lehmig und von ſehr großer Frucht⸗ Einit giciit barkeit. überhaupt zeichnet ſich dieſe Inſel durch hohe Kultur aus und beſon⸗ 8 autid 3 ders wird in keinem andern Theile von Großbritannien noch ein ſo ſtarker Ge⸗ n d brauch vom Tang gemacht, wie hier. ngäſeue Qur⸗ 530 Drei und zwanzigſtes Kapitel. Schon im vorigen Kapitel war von dem vorzuͤglich wirkſa⸗ men Kompoſt, der mit ſeiner Hilfe zu bereiten ſei, die Rede; folgender Verſuch, der damit zu Goodwood, dem Landſitz des Herzogs von Richmont, gemacht wurde, beſtaͤtigt das Geſagte: Sechs Fuder Tang wurden Anfangs Auguſts mit einem Fu— der Muſchelkalk vermengt. Im September wurde die Mengung zum erſten, und im October zum zweiten Male umgeſtochen. Sie hatte an Volumen den dritten Theil verloren und das Anſehen einer Mengung von Erde und Kalk erlangt, worin ſich weiße Streifen, aus Salz beſtehend, befanden. Als Überduͤngungsmittel des Weizens angewendet, ſteigerte ſie den Ertrag bis auf fuͤnf Quarters vom Acker. Trotz dieſes Zeugniſſes fuͤr eine vortheilhafte Verwendung des Tangs auf dieſe Weiſe, ſcheint es doch, wenn ſonſt das Land in einem guten Zuſtande ſich befindet, ſowohl in Hinſicht auf Ko— ſtenerſparniß, als in Hinſicht auf den zu erwartenden Erfolg, das Rathſamſte, ihn gleich auf das Feld zu fahren und daſelbſt noch friſch auszuſtreuen; denn die Erfahrung hat gelehrt, daß, wenn er in Haͤufchen bleibt, ſeine wirkſamſten Beſtandtheile von den Stellen, wo dieſe ſtehen, eingeſogen werden, und daraus eine un⸗ gleichartige Duͤngung erfolgt. Man hat ihn auch wohl vorher in Gaͤhrung uͤbergehen laſſen; dies iſt aber vollends ganz unnoͤthig; denn es befindet ſich keine ſchwer aufloͤsliche Faſer in ihm, und demnach iſt mit dieſem Verfahren jedenfalls Verluſt verbunden. Kann er daher nicht gleich aufgebracht werden, ſo ſollte man ihn mit langem Strohmiſt, oder mit Erde verſetzen. Wenn aber auch der Seetang ein werthvolles Dungmittel iſt, ſo dauert ſeine Wirkung doch nur ein Jahr, auch bringt er keinen erheblichen Vortheil auf ſehr gebundenem Boden und bei naſſer Witterung; den meiſten immer auf den minder ſtrengen Bodenarten. Auf Grasland ausgeſtreut, verbeſſert er das Futter nicht wenig; allein er muß dann ſehr duͤnn und gleichmaͤßig aus⸗ gebreitet werden. Üüber die auf Ackerland zu bringende Quantitaͤt laͤßt ſich nichts Genaues angeben; dieſelbe kann ungemein groß ſein, ohne nachtheilig zu wirken. Fortſeb ſi di ſtemden rim fiſ richt ger mer M nuͤtliche Tonnen Tonne ſoll. O uiter 3, Pres de liger her Anwend ſäne S Menge nem d Buſyel Torfaſe S und w Schaͤrf ihn zu nur di aber nie er zu k wie die geten T neten laſſen vorzülig, u m ſi, de N dem Aandſ 3 das Gian. mit einen;, tde die der umgeſoche 3 und das i worin ſih ne berdünguen rag bi uf e Verveniwe ſonſt das le Hiniitt a enden Ei d und daſeltn lehrt, d m nndtheile te daraus tme h wohl tater ganz unit ſer in iw, u erluſt vedwi o ſolte wnii olles Duprt auch bint Boden u minder ſin t er de fi lichmißl us zende Quunii ungerein gi ⸗ Fortſetzung d. verſchiedenartigen Dungmittel. Seetang. Kelp ꝛc. 531 K e l p iſt die Aſche von verbranntem Seegras. Seit der Zulaſſung der fremden Barille*) hat jedoch deſſen Zubereitung in Großbritan⸗ nien faſt ganz aufgehoͤrt, und es iſt nunmehr ein Gegenſtand von nicht geringer Wichtigkeit fuͤr eine große Anzahl armer, arbeitſa⸗ mer Menſchen, die ſich fruͤher damit beſchaͤftigten, eine andere nuͤtzliche Anwendung dieſes Fabrikates ausfindig zu machen. 30 Tonnen Seegras im feuchten Zuſtande ſind erforderlich zu einer Tonne Kelp, der in ſeiner Wirkung der Torfaſche gleichkommen ſoll. Der Preis derſelben war aber in der letzteren Zeit ſelten unter 3 Pfund 10 Shilling die Tonne, und dies uͤberſteigt weit den Preis der beſten hollaͤndiſchen Torfaſche, wenn er daher nicht bil⸗ liger herzuſtellen iſt, ſo wird er nicht allgemein als Duͤnger zur Anwendung kommen. Wir glauben aber, daß die Angaben uͤber ſeine Wirkſamkeit unrichtig ſind, und der Kelp in weit geringerer Menge angewendet werden muͤſſe, als die Torfaſche. Nach ei⸗ nem damit angeſtellten Verſuche zeigten ſich wenigſtens ſechs Buſhel von ihm eben ſo wirkſam, wie vier und zwanzig Buſhel Torfaſche. Soll der Kelp zu Duͤnger dienen, ſo muß er fein zerſtoßen und wie Aſche angewendet werden; da er aber wegen ſeiner Schaͤrfe den Streuern leicht die Haͤnde verletzt, iſt es wohlgethan, ihn zuvor mit feinem Sand zu mengen; denn dadurch wird nicht nur dieſer Übelſtand beſeitigt, ſondern auch ſeine Vertheilung er⸗ *) Durch die Freigebung der Einfuhr der Barille(ſpaniſchen Sode), durch welche der Verbrauch des inlaͤndiſchen, wohl minder guten Kelps ſehr verringert worden iſt, ſind viele arme Bewohner der Kuͤſten von Großbritan⸗ nien, die ſich ſonſt mit deſſen Bereitung beſchaͤftigten, um ihren Erwerbs⸗ zweig und ſomit in Nahrungsloſigkeit gekommen. Es wird daruͤber ſehr ge⸗ klagt, und man hat daher zu ihrem Beſten in Vorſchlag gebracht, die Berei⸗ tung des Kelps zur Duͤngung fortſetzen zu laſſen; wenn deſſen Wirkſamkeit. aber nicht groͤßer iſt, wird ſchwerlich viel von ihm dazu benutzt werden, weil er zu koſtbar iſt und der Seetang im feuchten Zuſtande eben ſo viel leiſtet, wie die aus derſelben Maſſe gewonnene Aſche; alſo bei letztern nur die gerin⸗ geren Transportkoſten, durch die es moͤglich wird, auch an der Kuͤſte fer⸗ neren Orten Gebrauch davon zu machen, allenfalls einigen Gewinn erwarten laſſen. —QO————————— 532 Drei und zwanzigſtes Kapitel. leichtert. Mehre von der Hochlandgeſellſchaft bekanntgemachte Verſuche ſcheinen fuͤr ſeine große Wirkſamkeit zu ſprechen. Wir theilen nachſtehend einen Auszug daraus mit. 1) Auf ein mit Hafer beſtelltes Feld mit ſandigem Lehm⸗ boden, das auch im Jahre vorher Hafer getragen hatte, wurden im Maͤrz 3— 4 Centner Kelp pro Acker aufgeſtreut. Auf ei⸗ nem Theil ließ man ihn ohne Weiteres auf der Oberflaͤche liegen, auf einem andern wurde es leicht eingeeggt und der uͤbrige Theil. des Feldes mit Miſt geduͤngt. Die Ernte auf den mit Kelp be⸗ ſtreuten Theilen war der auf dem gemiſteten Theile voͤllgg gleich, wo nicht uͤberlegen, und da, wo jener eingeeggt war, etwas beſ⸗ ſer, als wo dies nicht geſchehen. 2) Eine eben ſo große Menge Kelp wurde auf jungen Klee und Raigras geſtreut, die wenigſtens ſieben Centner vom Acker mehr gaben, als der nicht alſo geduͤngte Theil. Auch der zweite Wuchs von jenem war beſſer. 3) Dieſelbe Menge wurde zur überduͤngung von Weizen auf einem Thonboden verwendet und deſſen Ertrag dadurch ſo vergroͤßert, daß man es auf eine andere Urſache, als die Kelp⸗ duͤngung zu ſchieben ſich geneigt fand. 4) Eine Quanittaͤt Kelp wurde, ohne ſie genau zu wiegen, auf ſchon aufgegangene Turnips geſtreut, und zwar wahrſchein⸗ lich in einer das Erfoderniß uͤberſteigenden Menge, weil man ihn nicht gehoͤrig zermalmt hatte. Überdies hatte man ihn nicht zu⸗ vor innig mit dem Boden gemengt, ſondern in die Saatreihen geſtreut, und die Turnips unmittelbar darauf geſaͤet. Da nun darauf trockene Witterung eintrat, ward er durch ſeine Schaͤrfe den jungen Pflanzen nachtheilig; als aber gegen das Ende des Herbſtes Regen erfolgte, erholten ſie ſich wieder ſo, daß ſie zu der Zeit, wo die andern ihr Wachsthum vollendet hatten, deſto kraͤftiger wurden. Wahrſcheinlich wirkt der Kelp nur auf eine Frucht, nicht fuͤr mehre Jahre; allein ſchon dadurch wird er, das Futter mehrend, dem Landwirth nuͤtzlich und zu einem Vermehrungsmittel des in einer Wirthſchaft zu erzeugenden Duͤngers. Nach allen uͤber ſeine Anwendung bis jetzt gemachten Erfahrungen muß er im Fruͤhjahr ſo zeitig wie moͤglich geſtreut und, wenn es ſein kann, leicht mit Erde bedeckt werden. Auf leichtem warmem Boden ſcheinen vier Centner pro Acker hinreichend, auf einem ſchweren aber moͤchte eine groͤßere Menge erforderlich ſein. Förtſe 6 ſſchen tannien bei ein Sprott und in ſich der in ſolch gen K biitet, o wotfen ſccher⸗ abswut Man den A tigkeit kungen Grasn auf da von Man tenden. ſchnitt in Gre Dinge derer; dieſem dem ob anzünd geheure oder no b Fortſetzung d. verſchiedenartigen Dungmittel. Seetang. Kelp ꝛc. 533 Eanntgme. zu ſorethe 1 Abfall von Fiſchen. i ſadimm dh gen hrtke m Große Zuͤge von Heringen, Stroͤmlingen und anderen See⸗ ſgefte 1i fiſchen kommen zu beſtimmten Zeiten an die Kuͤſten von Großbri⸗ „Dharläte i tannien, werden daſelbſt gefangen und eingeſalzen und geben da⸗ d der üürin d bei eine große Menge Abfall, der als Duͤnger benutzt wird. den mi ic Sprotten und andere kleine Fiſche wendet man ebenfalls dazu an, cheilevvill und in den Marſchen von Lincolnſhire und Cambridgeſhire findet t war, eira ſich der Meerſtichling(gasterosteus spinachia, engl. Stickleback) in ſolcher Menge, daß er von den Landwirthen haͤufig mit gerin⸗ vurde aff in gen Koſten gefangen und entweder mit Erde zu Kompoſt verar⸗ ben Cenm beitet, oder auch wohl ohne weitere Zubereitung auf das Feld ge⸗ Theil Au worfen wird. Ein Barrel(1 Barrel= 32 Gallons S. S. XXV.) ſolcher Abfall wird mit 4— 5 Karrenladungen Erde, Graben⸗ gung von d. auswurf oder auch nur Sand zuſammengeſetzt und innig gemengt. Ertrag dam Man nimmt von dieſem Kompoſt gegen 20 Karrenladungen auf he, als Ri den Acker, bald etwas mehr, bald weniger, je nachdem mehr Fett⸗ tigkeit darin enthalten iſt*). genau zu vi Ein gut zubereiteter Kompoſt dieſer Art iſt in ſeinen Wir⸗ vvar ei kungen ſehr anhaltend und bringt auf Grasland einen reichen g v Graswuchs hervor; wird er aber, ohne gehoͤrig vergohren zu ſein, 5 in uin auf das Feld gebracht, ſo leidet nicht ſelten die erſte Ernte da⸗ von Schaden, ohne daß die folgenden viel Nutzen davon haben. ua dn. MNan will auch bemerkt haben, daß ein reichlicher Fiſchdünge „ AN rch ſein ein n das Eide ſo, dh ſei*) Die Maſſe von Dungmaterial, die auf dieſe Weiſe in den engliſchen Kuͤſten⸗ det hata n gegenden theils durch ganze Fiſche, theils durch deren Abfall gewonnen wird, iſt gar nicht unbedeutend. In Schottland rechnet man, daß 14 Barrels Heringe einen u Barrel Abfall gaben. Sardellen liefern etwas weniger, aber mehr Fett enthal⸗ Frucht itti tenden. Wenn man nun bedenkt, daß jaͤhrlich nach Mac Culloch im Durch— Futter mäa ſchnitt uͤber 450,000 Barrels Heringe und gegen 90,000 Barrels Sardellen nasmitte 1 in Großbritannien zubereitet werden, ſo iſt ſchon der von dieſen ausgehende alen ür ſin Duͤngergewinn ſehr anſehnlich. Dazu kommen aber nun noch die Maſſen an⸗ Früu derer Fiſche, die theils im verdorbenen Zuſtande dazu verwendet, theils zu er in Fa 3 dieſem Zwecke beſonders gefangen werden. Letzteres geſchieht hauptſaͤchlich mit kann, lit dem oben genannten Meerſtichling, der durch Feuer, die man am Strande den ſtamm uů anzuͤndet, und denen er haufenweis nachzieht, ans ufer gelockt und oft in un⸗ en d mochte geheurer Menge gefangen wird. Man wendet ihn entweder gleich ganz, oder nachdem man Brennoͤl daraus gekocht hat, zur Duͤngung an. —õyÿõ———/—ÿ——jjjjjj—yj—B———yyyy— 534 Drei und zwanzigſtes Kapitel. zwar der Gerſte und den Futtergewaͤchſen zuſage, aber den Bo⸗ den fuͤr den Hafer verderbe. Jedenfalls iſt es rathſam, Fiſche und aͤhnliche Subſtanzen nicht eher als Duͤnger anzuwenden, als bis ſie vollkommen zerſetzt ſind, und wollte man ſie im noch fri— ſchen Zuſtande unterpfluͤgen, ſo ſollte ſtets etwas eben gebrannter Kalk oder ſcharfe Aſche hinzugeſetzt werden; denn alle oͤligen Subſtanzen ſind der Vegetation nachtheilig, ſo lange ſie nicht aufgeloͤſt ſind. Durch die Anwendung friſcher Heringe ſoll jedoch der Weizen auf einem Felde ſo geil geworden ſein, daß er ſich noch vor der Ernte lagerte: auch verſichert man, daß Sprotten in der Gegend von Medway den Hopfenanlagen fuͤr ein Jahr großen Nutzen bringen; wir erfahren aber nichts Naͤheres uͤber die Beſchaffenheit des Bodens, wo dieſe Duͤngung geſchah, noch uͤber die Zeit, wenn ſie gegeben wurde, noch auch daruͤber, ob nicht etwa zugleich ein kalihaltiges Dungmittel mit angewen⸗ det wurde. Thrangrieben. Darunter ſind die überreſte vom Wallfiſchſpeck, nachdem der Thran herausgekocht worden, zu verſtehen. Dieſelben werden, da ſie einer andern Verwendung nicht faͤhig, von den Landwirthen in der Naͤhe der Wallfiſcherſtationen haͤufig zur Duͤngung benutzt, je— doch ſtets nur mit Erde zu einem Kompoſt verarbeitet, indem ſie friſch und unvermengt der Vegetation eher Schaden als Nutzen bringen. Selbſt als Kompoſt ſind ſie nur mit Vorſicht anzuwenden, indem ſie in zu großer Menge darin, ebenfalls leicht nachtheilig wirken; wird dagegen nur eine Tonne ſolcher Grieben mit zwanzig Ton— nen humusreicher Erde und einem Chaldron wohlgepulverten Kal⸗ kes zuſammengebracht, und dieſe Mengung in einem Zeitraum von drei bis vier Monaten mehrmals umgewendet und unterein— ander geruͤhrt, ſo daß ſie recht innig wird, dann erhaͤlt man ei⸗ nen außerordentlich wirkſamen Duͤnger, ſowohl fuͤr Acker⸗ als fuͤr Grasland, der fuͤr alle Bodenarten paßt, aber immer nur nach deren Beduͤrfniß an Duͤnger aufgebracht werden darf. 20— 30 Tonnen auf den Acker erzeugen ſchon ſehr hohe Ertraͤge, man hat darnach vom Acker Wieſe und Feld geerntet: drei Tonnen Heu und verhaͤltnißmaͤßig Nachmahd; fuͤnf Quarters Bohnen, eben⸗ ſoviel Weizen und 325— 375 Buſhel Kartoffeln. —— Fortſet Erde, ſtreutee ſtalt wa gläher Böiheln veigleich Der u gab Der al Räb d auß, in Anſ Boden Daher die Sa che er den 3 ra thſmm, 1 anuvain, 6 ei. in ui z eben en geördn dm A b ling e ſe Seringe eſul i ſein, d e n, daß e Ennt hen für an hts Nähers d ung geſcah m auch dmäle tel mit anm. peck, mami d ſelben wedn en Landunfni ngung ban tet inden ſe⸗ 3 Nätzen Vhe zuwenden hha achthelig nii nt zwon r gepubn rai einem üia drm et und uiin n ethlt n ir Acker d5 immer nur n datf. J=I rträge, vtt ei Tonnin M Böhyn, di . 3 ₰ Fortſetzung d. verſchiedenartigen Dungmittel. Seetang. Kelp ꝛc. Sl. Man will in manchen Theilen des europaͤiſchen Kontinents (wo?) gefunden haben, daß mit Waſſer verduͤnntes Hl, maͤßig df die Oberflaͤche gegoſſen, den Pflanzenwuchs ſehr befördere. In England verſuchte Herr Maſon zu Childon die Anwendung des Hls, auf andere Weiſe mit gluͤcklichem Erfolg. Er nahm pro Acker 40 Gallons ungereinigten Fiſchthran, von dem d. G. 8 ½ Pence koſtete, vermengte denſelben mit 120 Buſheln Feſtcbter Erde, und ließ dieſe Mengung einen Monat lang liegen, dann ſtreute er ſie auf einen bindenden Boden, der mit Turnips be⸗ ſtellt war. Auf 1 Acker deſſelben Feldes brachte er bei uͤbrigens gleicher Behandlung 40 Buſſel kleine Knochenſtuͤcke, die mit 80 Buſheln gebrannter Erde vermengt waren. Als Reſultat dieſes vergleichenden Verſuches ergab ſich Folgendes: Der mit Thran Fedündt Acker gab.—.. 23 Tonnen. 5 Centner. 6 Stein. Der andere Acker aulr 21— 18— 6— Ruͤben. Daſſelbe fiel demnach ſehr zu Gunſten der Thranduͤngung aus, wenn man zumal die weit geringeren Koſten derſelben mit in Anſchlag bringt; es iſt aber dabei nicht zu vergeſſen, daß der Boden beſſer fuͤr dieſe, als fuͤr die Knochenduͤngung ſich eignete. Daher iſt dieſer Verſuch nicht als entſcheidend anzuſehen, ſondern die Sache noch anderen Pruͤfungen anzuempfehlen. 536 Vier und zwanzigſtes Kapitel. Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Kuͤrſchnerabfall. Lederſchnitze. Gerberlohe. Wollene Lumpen und Tuehſcheererabfall. Zuckererde. In Folge der Verbefferungen in der Landwirthſchaft, zu denen der waͤhrend des letzten Kriegs geſteigerte Ertrag vom Boden Ver⸗ anlaſſung gab, beſtrebte man ſich, deſſen Tragbarkeit durch die Anwendung aller fruͤher ganz vernachlaͤſſigten Abfaͤlle von Thie⸗ ren, deren man habhaft werden konnte, zu vermehren. Den wich⸗ tigſten von ihnen iſt dieſes Kapitel gewidmet; da ſie jedoch nur in der Naͤhe großer Fabrikſtaͤdte in einiger Menge zu erlangen ſind, daher nicht jedem Landwirth immer zu Gebote ſtehen und wohl nie unter den Dungmitteln eine wichtige Rolle ſpielen wer⸗ den, ſo ſei ihrer nur mit wenigen Worten gedacht. Kuͤrſchnerabfall und Lederſchnitzel. Der erſte erzeugt ſich bei der Zubereitung des Pelzwerkes, be⸗ ſteht aus einer Mengung von Kalk, Fett und Haaren in verſchie⸗ denen Verhaͤltniſſen, und iſt von ſo ſcharfer, hitziger Natur, daß er ſelten anders angewendet wird, als mit erdigen Subſtanzen, bisweilen auch mit einem Zuſatz von Miſt, zu Kompoſt vermengt. Dieſer erwaͤrmt ſich nach ſeinem Zuſammenbringen auf einen Haufen ſchnell und wird nach ſechs Wochen ungefaͤhr zum Ge— brauch fertig, wenn er bis dahin ein paarmal umgeſtochen und tuͤchtig durcharbeitet worden iſt. Dieſer Mengeduͤnger eignet ſich vorzuͤglich gut fuͤr kalten, zaͤhen Boden, auch fuͤr Lehmboden al⸗ ler Art. Man bringt von ihm 12— 16 Tonnen auf den Acker als übe drii bis mehtmal und nur ſer Dur keinen; ſchaften rer Ver Die meifen zur Din wergrach duf ve ſchone Maſſe gen, d nahe k ihnen die ſie den an Acket a von 4 in allr Lohget aus un Manz ten ben wirkſan Niſth dunnte lettgena den Ve apitel, Dungrnit Gerbenlt rerabfall thſchaft, un vom Bode gbarkeit dut Abfälle ten d hehren. Du n. da ſie jädodn tenge zu elr zebote ſicen e Rolle ſpim w dt. nitzel elzwets aaren in vri⸗ ziger Natu d igen Shſin onpoſt batne ingen af in gefihr un C ungeſucen d nger and r Eehntcdn 1 n afdn Fortſ. d. verſchiedenart. Dungmittel. Kuͤrſchnerabfall. Lederſchnitze ꝛc. 537 Land, je nachdem daſſelbe weniger oder mehr gebunden iſt, und hat nach einer ſolchen Duͤngung 4— 5 Jahre nacheinander ſehr reichliche Ernten gehabt. Es iſt dieſer Abfall auch gleich, ohne weitere Zubereitung als Überduͤngung auf ein Stuͤck ſchlechte ſaure Wieſe gebracht, drei bis vier Monate darauf liegen gelaſſen, waͤhrend dieſer Zeit mehrmals mit einer Dornegge uͤberzogen, dann wieder abgerecht und nun auf den Miſthaufen gebracht worden. Der Erfolg die⸗ ſer Duͤngung ſoll ſehr gut geweſen ſein; es leidet indeſſen wohl keinen Zweifel, daß dabei ein großer Theil der duͤngenden Eigen⸗ ſchaften dieſer Subſtanz verloren gegangen ſein muß, die bei ih— rer Verwendung zu Kompoſt zu erhalten geweſen waͤren. Die Lederſchnitzel fallen bei den Gerbern ab, und werden zwar meiſtens zur Leimbereitung verwendet, aber doch auch bisweilen zur Duͤngung benutzt. Dieſelben haben, bei einer reinen Som— merbrache auf das Feld gebracht, und ſorgfaͤltig untergepfluͤgt, auf tiefem Lehm- und trockenem Thonboden nicht nur vorzuͤglich ſchoͤne Koͤrner und ſtarkes Stroh erzeugt, ſondern auch deren Maſſe bedeutend vermehrt. Es iſt indeſſen dafuͤr Sorge zu tra— gen, daß ſie ziemlich tief unter die Erde, nicht der Oberflaͤche zu nahe kommen; denn die fauligen Ausduͤnſtungen, die bald von ihnen aufſteigen, locken ſonſt große Scharen von Kraͤhen herbei, die ſie aus dem Boden ſcharren und dadurch nicht geringen Scha⸗ den anrichten. Man bringt gewoͤhnlich 30— 40 Buſhel pro Acker auf, und ihr Preis wechſelt nach den verſchiedenen Orten von 4— 9 Pence pro Buſhel, loſe gemeſſen. Gerberlohe. Die eigentlichen Abfaͤlle von den gegerbten Ledern kommen in aller Hinſicht den Kuͤrſchnerabfaͤllen gleich; allein die von den Lohgerbern gebrauchte Lohe zeichnet ſich in ihrer Wirkung davon aus und wird hauptſaͤchlich von den Gaͤrtnern zur Bedeckung der Pflanzenbeete und zur Bewahrung der Waͤrme in den Treibebee⸗ ten benutzt. Man haͤlt ſie gewoͤhnlich als Duͤnger fuͤr ganz un— wirkſam; ein Kompoſt jedoch, aus ſolcher Lohe, Kreide, Erde und Miſt hat ſich auf ſtrengem Boden ſehr nuͤtzlich erwieſen. Man koͤnnte vielleicht glauben, daß dieſe guͤnſtige Wirkung nur den letztgenannten drei Beſtandtheilen zuzuſchreiben ſei; allein nach den Verſuchen, die Malcolm in ſeinem Lehrbuch der neuen Land⸗ 538 Vier und zwanzigſtes Kapitel. wirthſchaft mittheilt, ſcheint es doch, als wenn die Lohe auch ei⸗ nen nicht geringen Antheil daran habe. Wenn man ſie mit Kalk vermengt, iſt indeſſen dafuͤr zu ſorgen, daß ſie nicht verbrenne; man muß zu dem Ende die Mengung wohl mit Erde zudecken, um die Luft abzuſchließen; auch ſind, bei der Bereitung dieſes Kompoſts, um ſeine Gaͤhrung ſich vollſtaͤndig entwickeln zu laſſen, wohl drei bis vier Monate erforderlich, ehe er zum erſten Male umgeſtochen werden kann; ſeine nach der Zeit aufs Neue eintre⸗ tende Gaͤhrung und nachmalige Abkuͤhlung bedarf vielleicht wieder zwei Monate, und dann erſt iſt er zum Gebrauch fertig. Herr Malcolm wendete folgende verſchiedene Verfahrungsar⸗ ten bei der Bereitung dieſes Kompoſts an. 1) Vier Fuder friſche Lohe wurden mit eben ſo viel langem Pferdemiſt zuſammengeſetzt und drei Wochen lang liegen gelaſ⸗ ſen, in denen die Feuchtigkeit der Lohe den Miſt zur Zerſetzung brachte. 2) Zu derſelben Menge von Rinde und Miſt wurden noch 20 Buſhel friſch gebrannter Kalk hinzugeſetzt. Nach 4— 5 Ta⸗ gen war der Kalk durch die Gaͤhrung des Miſtes geloͤſcht und da— durch eine Verbrennung des letzteren herbeigefuͤhrt worden; die Rinde aber wohl in der Farbe veraͤndert, allein ſonſt nicht ſehr angegriffen.. 3) Zu derſelben Menge von Lohe, Miſt und Kalk wurden noch 40 Buſhel Erde zur Bedeckung des Haufens hinzugeſetzt; durch die darin ſich entwickelnde Gaͤhrung fing derſelbe an ſich zu ſenken, und da die Luft nicht ganz abgeſchloſſen war, trat doch an einer Stelle eine Art von Verbrennung ein. 4) Zu derſelben Menge von Lohe und Miſt wurden 20 Buſhel Kreide geſetzt; erſtere beide fingen heftig an zu gaͤhren, und die Kreide zerfiel dadurch in Pulver. 5) Zu derſelben Menge von Lohe, Miſt und Kreide wur⸗ den auch noch 40 Buſhel friſch gegrabene Erde hinzugefuͤgt. Nachdem die Gaͤhrung aufgehoͤrt hatte, merklich zu ſein, wur⸗ den die Haufen dreimal, in Zwiſchenraͤumen von einem Monat umgeſtochen und wohl gemengt; hierauf nicht ſehr ſtark auf ei⸗ nen Thon- und ziemlich rohen Lehmboden mit kreidigem Unter— grund gebracht, und theils untergepfluͤgt, theils als Überduͤngung benutzt. Zugleich wurden auch gut vergohrener Miſt, Ruß und Aſche von Schmiedekohlen zur Vergleichung als Duͤnger angewen⸗ det. Das Land wurde mit Turnips beſaͤet, auf welche Gerſte Fortſ.d und K. kriftg wo er E Geberl die Ger ſie nich zu ehhe Staͤtke habe; enthalt magh N 1 Krade⸗ Fogge ten, b zerſchn Wezer Den gn, d Witter die F naſſem gewihn ſie in gräͤbt, hinraich Uberdu füt d Saatz nen n. dageger wohl heraus Jit la davon l ————*— —— e—— Fortſ. d. verſchiedenart. Dungmittel. Kuͤrſchnerabfall. Lederſchnitze ꝛc. 539 die Lohe man 3 4 und Klee folgten. Jener Kompoſt zeigte ſich durchaus am dung— richt retrn kraͤftigſten, minder jedoch da, wo er obenauf gelegen hatte, als it Eie e wo er untergepflugt worden war. Beritum Es ſcheint daraus ſich zu ergeben, daß doch wohl oft die twiceln 1 Gerberlohe mit Vortheil als Duͤnger zu verwenden ſei, und da zun efin n die Gerber oftmals in Verlegenheit, ſie unterzubringen ſind, iſt ſie nicht ſelten ganz umſonſt, wenigſtens ſehr wohlfeil von ihnen zu erhalten. Herr Malcolm ſagt uns indeſſen nicht, in welcher Staͤrke er den mit ihr zuſammengeſetzten Kompoſt aufgebracht habe; wir meinen aber, daß dieſelbe von der Menge des darin enthaltenen Kalkes abhaͤngig, und die Lohe nicht leicht im über— maaß anzuwenden ſei. aufs Nau rf villt ih fertg ne Veiftuns den ſo bil i lang lign diſt zu ai Wollene Lumpen und Tuchſchererabfall. Nif wan Erſtere ſind bisweilen in ziemlich großer Menge auf leichtem Aah 14 Kreide- und Sandboden angewendet worden, auf dem ſie, in luch k Folge ihrer Faͤhigkeit, die Feuchtigkeit anzuziehen und feſtzuhal⸗ 8 grlſſtn ten, beſonders gute Dienſte leiſten. Sie muͤſſen in kleine Stuͤcke führt wod zerſchnitten werden, und eignen ſich vorzuͤglich zur Duͤngung des n ſonſt iit Weizens nach Klee, wenn derſelbe einfaͤhrig darnach beſtellt wird. Den groͤßten Nutzen gewaͤhren ſie jedoch auf Hopfenpflanzun— und gk m⸗ gen, denen ſie, gleich einem Schwamme wirkend, bei trockener ufens ſinuni Witterung, wo anderer Duͤnger ihnen bisweilen nachtheilig wird, derſelbe nſtt die Feuchtigkeit erhalten; dagegen bringen ſie freilich auch bei in wer, nt naſſem Wetter, Schimmel erzeugend, manchmal Schaden. Die gewoͤhnlichſte Art ihrer Verwendung dabei beſteht darin, daß man Mitt wude. ſie in den Huͤgeln, rund um die Wurzeln nur wenig tief ein⸗ g an zu thw graͤbt, und ſie mit guter Erde bedeckt. Eine Tonne Lumpen iſt hinreichend auf 1 Acker Land. Sie werden auch bisweilen zur und Kriie überduͤngung der Kleefelder benutzt und ſchon vor dem Winter hirzugeitt fuͤr Turnips untergepflugt. Bringt man ſie fuͤr dieſe erſt zur dic zu ſin e Saatzeit auf, ſo iſt ihre Wirkung fuͤr dieſe erſte Furche nach ih⸗ on einem N nen nur ſehr gering. Bei anderen Gewaͤchſen pfluͤgt man ſie ſehr fiak uj dagegen gern mit der letzten Furche unter; ſie muͤſſen aber dabei ktedixen lir wohl eingelegt werden, damit ſie durch die Eggen nicht wieder als ſbetunrg herausgeriſſen werden. Man hat ſie auch, nachdem ſie eine Mi A ud Zeit lang im Jauchenloch gelegen, zu Gerſte aufgebracht und Dünge häte⸗ Wüc einen ſehr guten Erfolg gehabt. 4 If uch bi E— 540 Vier und zwanzigſtes Kapitel. Die Tonne koſtet gewoͤhnlich 7— 10 Pfund Sterling und 6— 8 Centner von ihnen reichen zu einer gewoͤhnlichen Duͤn— gung hin. Eine groͤßere Menge ſchadet indeſſen nichts, ſondern ver⸗ langt nur, daß der Landwirth etwas tiefer in den Beutel greife. Die Abfaͤlle von den Tuchſcherern werden wie jene, und auf denſelben Bodenarten angewendet, aber gewoͤhnlich nach Quar— tern verkauft. Der Quarter koſtet 14— 16 Shillinge, und 24— 30 Buſhel reichen hin zur Duͤngung eines Ackers. Ihre Anwendung findet jedoch nur in beſchraͤnkterem Maaße ſtatt, und iſt auch noch nicht genuͤgend eroͤrtert. Zuckererde. beſteht aus den bei dem Raffiniren des Zuckers ſich ergebenden Abfaͤllen und iſt hauptſaͤchlich zuſammengeſetzt aus Pflanzen⸗ ſchleim, Ochſenblut, Kalk und verſchiedenartigem Unrath. Sie i*ſt ſehr aͤtzender Natur und taugt deshalb nicht fuͤr leichten Bo— den; man hat ſie uͤberhaupt auf Ackerland aller Art nicht von be— ſonderer Wirkung gefunden; dagegen gibt ſie einen ausgezeichne— ten Duͤnger fuͤr Wieſen mit einem kalten waſſeranhaltenden Thon⸗ boden ab, und wird ſie auch zu dieſem Behuf in der Nachbar⸗ ſchaft der großen Seeſtaͤdte, die mit Weſtindien handeln, in gto— ßer Menge angewendet. Entweder ſtreut man ſie gleich friſch, nachdem man die darin befindlichen Stuͤcke zerkleinert hat, duͤnn und gleichmaͤßig darauf, oder mengt vorher ein Fuder von ihr mit zwei oder drei Fudern feinem Sand und bringt von dieſer Mengung, ohne ihre Gaͤhrung abzuwarten, gegen 30 Karrenladungen, bald etwas mehr, bald et⸗ was weniger, je nachdem der Zuſtand des Bodens iſt, auf einen Acker Wieſe. Letzteres Verfahren verdient den Vorzug. Ein Fu⸗ der Zuckererde, das wenigſtens eine Tonne haͤlt, koſtet oft nur 4— 5 Stillig. Fortfebun Ne⸗ wotden, d fechot, d ane gioß werden k zeigt ſch mag ſehr Itt er ſt Acker von das Drei fahren iſ Feld, da Vinterger Regen un ſo ſaß er ſich durc zetkümer Dis mu p iſ ſi Raxel do raum vo⸗ große M Fall die ſſt und d auf leicht nuhls w Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Thon. Sand ꝛc. 541 ind Sn teting vigita d ct i ihn nn den Buu wiej jene, n 1 Fuͤnf und zwanzigſtes Kapitel. nes Aüns.. Manße ſint⸗ Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Thon. Sand. Teich⸗, Fluß⸗ und Seeſchlamm. Thon. 3 ſih iir Mehrmals iſt im Vorhergehenden bereits darauf hingewieſen tt ads die worden, daß die Vermengung von Erdarten verſchiedener Beſchaf⸗ 3 Unch fenheit, die einander in ihren ſpecifiſchen Eigenſchaften abaͤndern, tfir länt eine große Bodenverbeſſerung bewirken und dadurch vortheilhaft 1 nitn 11 werden koͤnne, ſobald ſolche wohlfeil auszufuͤhren ſei. Beſonders aien aleih zeigt ſich die Wahrheit des Geſagten, wenn Thon aller Art, er ranhalennth mag ſehr oder wenig fruchtbar ſein, auf Sandland gebracht wird. fin der Iſt er ſtreng und fruchtbar, ſo gewaͤhren ſchon 50 Tonnen pro handen a Acker von ihm eine recht merkliche Wirkung, von anderm iſt wohl das Dreifache dazu noͤthig. Die ſchicklichſte Zeit zu ſeinem Auf— eem nm ün fahren iſt der Herbſt oder der erſte Theil des Winters auf ein gleichmißig ur Feld, das zu Gras oder Brache liegt und im naͤchſten Jahre zu joder di Pr Wintergetreide vorbereitet werden ſoll. Der Wechſel von Froſt, hne ſah Regen und austrocknenden Winden macht dann den Thon muͤrbe, as mehr,lo, ſo daß er im Fruͤhjahr darauf nach dem ſorgfaͤltigen Ausſtreuen ens iſt,aücn ſich durch Eggen und Walzen vor dem Unterpfluͤgen vollkommen Vorzug. 5 zerkruͤmeln, und auf der Oberflaͤche gleichmaͤßig vertheilen laͤßt. t, koſtt ſt Dies muß zuvor geſchehenz denn werden Kloͤße mit eingeackert, ſo iſt ſpaͤterhin deren Zertheilung ſchwierig. Es zeigt ſich in der Regel vortheilhafter, wenn die Operation nach einem Zwiſchen⸗ raum von ein paar Jahren noch einmal wiederholt, als eine ſehr große Menge gleich auf einmal aufgebracht wird, weil in jenem Falle die innige Mengung mit dem Sande leichter zu bewirken iſt und dieſe muß, erſtrebt werden, weil ſonſt der Thon, zumal auf leichtem Boden, allmaͤhlich in die Tieſe ſinkt, und dadurch nutzlos wird, oder wohl gar einen nachtheiligen, undurchlaſſenden 35* 542 Fuͤnf und zwanzigſtes Kapitel. Untergrund bildet. Auch darf der Thon anfangs nur ganz ſeicht untergepfluͤgt werden, weil ſonſt ein großer Theil ſeiner Wirkung verloren geht. So vortheilhaft uͤbrigens auch dieſes Verfahren werden kann, ſo iſt es doch nur ſelten ausfuͤhrbar, weil ſein Ausgraben, Her— beiſchaffen und nachmaliges innige Mengen mit dem Sande zu⸗ viel Arbeit und Koſten verurſacht. Sand macht dabei nicht ſo viel Umſtaͤnde und iſt daher leichter anwend⸗ bar. Er ſchafft auf ſtrengem Thonboden bisweilen großen Nutzen, indem er ſeine zu große Bindung aufhebt und ihm der Conſiſtenz des Lehms naͤher bringt, die faſt allen Gewaͤchſen die guͤnſtigſte iſt. Er wirkt in dieſer Hinſicht dem Thon⸗Mergel entgegenge⸗ ſetzt. Dieſer macht den Sandboden bindender, der Sand den Thonboden lockerer, und beide verdienen daher die Aufmerkſamkeit des Landwirths im hohen Grade, weil er ſich ſtets beſtreben muß, ſeinen Boden in den Zuſtand zu verſetzen, wo er am pro⸗ duktiveſten iſt.— Noch vor einem halben Jahrhundert dachte man kaum an eine Bodenverbeſſerung dieſer Art, bis endlich ein tuͤchtiger Land⸗ wirth in Cheſhire anfing, große Mengen von Sand, bald mit Miſt vermengt, bald ganz roh auf ſein Grasland zu bringen, und durch den gluͤcklichen Erfolg dieſes Verfahrens ſeine Nach⸗ barn ſo zur Nachahmung reizte, daß ſelbiges ſeitdem in manchen Milchwirthſchaften in der Mitte des Landes ſehr allgemein gewor⸗ den iſt. Freilich wird es aber auch daſelbſt durch den Umſtand ſehr beguͤnſtigt, daß unter der ſtrengthonigen Oberflaͤche haͤufig tiefe Lager von Sand ſich befinden. Ein Landeigenthuͤmer jener Gegenden ſagt daruͤber Folgen— des: Überfaͤhrt man ein ſtreng thoniges Stuͤck Land doppelt ſo dick mit Sand, wie gewoͤhnlich mit Miſt, ſo wird dadurch der Boden gelockert und leichter bearbeitbar; er gibt dann als Acker benutzt, reichlichere Ernten, und zu Gras wieder niedergelegt, fei⸗ nere, beſſere Graͤſer, die bei trockenem Wetter minder leicht ver⸗ trocknen und bei Naͤſſe weniger von dem Fußtritt der Thiere lei⸗ den. Es iſt ein ſehr gutes Verfahren, wenn der Wirthſchafter, ehe er ſein Rindvieh fuͤr den Winter aufſtallt, eine Lage Sand, wenigſtens 1 Fuß dick auf den Ort bringt, wohin er den Miſt * Förlſet aus den. mal hen tine zweit ruf de de das Vieh nachdem d entweder inander! gffahren! man eine zwei bi! Dünger a Bii! rätung ein ſich alein anvenden dagernder legterm? bis 300 iſt e n brauch z dem Tho ſem Fall dann Vo benutt, her nur der Lanzwirt man ſchei heit geht richig a auf das Andere in kleine dann mit ſie nch wotten ſi ur gm ſt lſinr Wi r lachte un en großene im darbeit ſen die geff Lergel athe 7 der Ew die Aufmaiſr ich ſteis hit , wo a m ke man her ein tüͤchigr e Sand, uhr land zu bin grens ſein le eitdem in unne allgewuir e irhh dan luit Oberſttt i dariber ig Land dettt wid duuh t denn dblt rridepict winde lu it der dir der Tirſütie i er En ſin m M u Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Thon. Sand ꝛc. 543 aus den Kuhhaͤuſern zu ſchaffen gedenkt. Der Miſt muß jedes⸗ mal eben uͤber den Sand weggebreitet, und wenn es moͤglich iſt, eine zweite Lage Sand Ende Februars darauf gebracht werden, auf die dann der Miſt vollends kommt, der bis zu der Zeit, wo das Vieh wieder auf das Gras geht, noch gemacht wird. Bald nachdem dieſes erfolgt iſt, ſollten dieſe Sand- und Miſtſchichten entweder an dem Orte, wo ſie liegen, umgeſtochen und innig mit einander vermengt, oder auf Karren in die Naͤhe des Grundſtuͤcks gefahren werden, fuͤr das die Duͤngung beſtimmt iſt. Hier macht man einen Haufen daraus von wenigſtens zwei Yards Hoͤhe, der zwei bis drei Monate ſtehen bleibt und dann einen vortrefflichen Duͤnger abgibt.“ Bei dieſem Verfahren wird indeſſen der Sand nur zur Be⸗ reitung eines Kompoſtes benutzt; aber man kann ihn auch fuͤr ſich allein entweder zur Überduͤngung thoniger Wieſen mit Erfolg anwenden oder auf ſchwerem gebundenem Ackerlande, zu deſſen dauernder Verbeſſerung flach unterpfluͤgen. Es ſind jedoch zu letzterm Behuf große Mengen, vielleicht nicht weniger, als 200 bis 300 Fuder oder Kubikyards pro Acker erfoderlich, und daher iſt es nur dann kluͤglich, von dieſem Verbeſſerungsmittel Ge⸗ brauch zu machen, wenn der Sand entweder unmittelbar unter dem Thon, oder doch ganz in der Naͤhe liegt; uud ſelbſt in die⸗ ſem Falle iſt ſeine Anwendung nicht ſelten ſo koſtbar, daß nur dann Vortheil dabei entſtehen kann, wenn man die Zeiten dazu benutzt, wo man mit ſeinem Spannvieh nichts zu thun und da⸗ her nur das Ausgraben zu bezahlen hat. Schlamm. Der Teichſchlamm verdient gewiß die Aufmerkſamkeit des Landwirths, und wird auch vielfaͤltig als Duͤnger angewendet, man ſcheint dabei aber nicht immer ſeine verſchiedene Beſchaffen— heit gehoͤrig zu beachten und bei ſeiner Anwendung nicht immer richtig zu verfahren. Einige ſchaffen ihn gleich aus dem Teiche auf das Feld und pfluͤgen ihn unter zu Turnips oder Getreide; Andere ſtreuen ihn auf alte Kleeacker; noch Andere bringen ihn in kleine Haufen, laſſen ihn hier abtrocknen und vermengen ihn dann mit Kreide oder Kalk, auch wohl mit Miſt. Fragt man ſie nach den Gruͤnden fuͤr ihr verſchiedenes Verfahren, ſo ant— worten ſie gemeiniglich, ſie haͤtten es immer ſo gemacht, ſie waͤ⸗ 544 Fuͤnf und zwanzigſtes Kapitel. ren dadurch ſtets zufriedengeſtellt worden und kennten keine andere Art der Verwendung. Es laͤßt ſich daraus wohl mit ziemlicher Sicherheit ſchließen, daß nicht aller Schlamm auf einerlei Weiſe, und auch nicht auf allen Bodenarten gleich zu behandeln ſei. Es duͤrfte daher eine naͤhere Unterſuchung des Gegenſtandes, um fuͤr jeden gegebenen Fall das beſte Verfahren auffinden zu koͤnnen, hier nicht am unrechten Orte ſein. Den Teichen, welche meiſtens auf den tiefern Stellen der Flu⸗ ren ſich befinden, wird bei heftigen Regenguͤſſen immer ein Theil des Bodens und Duͤngers von den Feldern zugefuͤhrt. Wenn ſie groß und tief ſind, ſammeln ſich uͤberdies auch wohl noch manche vegetabiliſche Ruͤckſtaͤnde von ſolchen Waſſerpflanzen, die in der Regel haͤufig darin vorkommen, und liegen ſie vollends in der Naͤhe der Hoͤfe, wo das Vieh gemeiniglich getraͤnkt wird, ſo kommt auch noch etwas Miſt von dieſem hinzu. Solcher Schlamm muß dann einen ſehr guten Duͤnger fuͤr leichte Bodenarten abgeben, weil er deren Bindung vermehrt und ihnen zugleich Pflanzen⸗ nahrung zufuͤhrt. Befinden ſich dagegen Quellen in den Tei— chen, ſo iſt das darin Abgelagerte ſelten der Vegetation guͤn⸗ ſtig, weil es mehr Sand als organiſche Überreſte enthaͤlt, und der Sonne ausgeſetzt ganz hart wird. Solcher Schlamm mag dann nur durch die Zerſtoͤrung der Binſen und ſchlechten Graͤſer auf nie— drig gelegenen ſauren Wieſen nuͤtzlich wirken. Daraus ergibt ſich, daß der Schlamm nicht in allen Teichen gleich ſein koͤnne, und der Landwirth vor ſeiner Anwendung erſt deſſen Beſchaffenheit unterſuchen muͤſſe. Das Schlaͤmmen der Teiche geſchieht gemeiniglich im Som— mer. Man legt ihn gewoͤhnlich, nachdem dieſe abgelaſſen, zu— voͤrderſt auf den Rand derſelben, von wo aus man ihn auf eine Vorart des Feldes, wohin er kommen ſoll, oder doch demſelben ſo nahe wie moͤglich, bringt, und ihn hier entweder mit Kalk, oder mit Miſt, in abwechſelnden Lagen zu Kompoſthaufen auf— ſchichtet. Nimmt man Kalk dazu und iſt noch etwas Feuchtigkeit im Schlamm enthalten, ſo ſetzen ſich die Haufen ſchon nach einigen Tagen ſo zuſammen, daß man ſie umſtechen kann. Iſt aber Miſt der Zuſatz, ſo ſind dazu wohl ſechs bis acht Wochen erforder— lich. Soll ſolcher Kompoſt den moͤglich groͤßten Nutzen gewaͤhren, ſo muß er durch mehrmaliges ſorgfaͤltiges Umſtechen aufs Innigſte gemengt werden. Den Schlamm mit Kalk und Miſt zugleich zu⸗ —— — Fortſebnn ſammen; änander i haft, ein Yiſt zuzu Von Acer auf weniger a ſchlanm den davo ewas G man ihn Epatherd Dvrnegge velt werde Fuuß in ſogene jſet Hir Menge Se manchen ſind o veranlaf ter zu oft in g die ſich vot fun kein Du als für lich auf tig verthe tergepf Ftoſt br zum Un müͤſſen Hiffe g ſolchen man G und im de man in der 5 1 fäne ade d ut ji f einnt di thande ſi ſtnde, um 4 aden ſt ür Stelln a Wimnet ig fuzr. Ven vohl nohh ne azen dih e vollenn t wid, ſ iw er Schlann denarten ühnt ugleic r len in dnl Vegetai d enthält uh lamm mmg ie Gräſer af araus agit ſ ſein kurn d en Beſckfrnt — — niglich in ar abgalsſe nan iht efit doch dritn veder ni ſü poſtwin u⸗ Fauctig l on nah in Iſ n Ni gochn gini⸗ duben grife n araniſt it uſihu Fortſetzung der verſchiedenartigen Dungmittel. Thon. Sand ꝛc. 545 ſammen zu ſetzen, iſt nicht rathſam, weil letztere beide nicht mit einander in Beruͤhrung kommen duͤrfen. Dagegen iſt es vortheil⸗ haft, einem alten, mit Kalk bereiteten Kompoſt ſpaͤterhin noch Miſt zuzuſetzen. Von ſolchem Kompoſt faͤhrt man 16— 20 Kubikyards pro Acker auf ſtrengem Lehmboden, auf minder bindendem noch etwas weniger auf. In unzubereitetem Zuſtande bringt man den Teich⸗ ſchlamm auch nicht ſelten auf Grasland auf. Die Berichte uͤber den davon gehabten Erfolg ſind indeſſen ſo widerſprechend, daß etwas Gewiſſes ſich durchaus nicht daruͤber angeben laͤßt. Will man ihn auf dieſe Weiſe verwenden, ſo muß er jedenfalls im Spaͤtherbſt oder zu Anfang des Winters aufgebracht und mit der Dornegge oder durch andere Mittel ſpaͤterhin moͤglichſt gepul— vert werden. Flußſchlamm, der ſich haͤufig, zumal an ihren Muͤndungen in ſogenannten Baͤnken abſetzt, kommt dem Teichſchlamm faſt in jeder Hinſicht gleich, und wird in manchen Gegenden in großer Menge benutzt. Seeſchlamm, auch Schlick(Sleech) genannt, wird ebenfalls in manchen Gegenden ſehr ſtark angewendet, und ſeine Wirkungen ſind ſo groß, daß ſie den verſtorbenen Herzog von Bridgewater veranlaßten, ihn in Barken auf dem Fluſſe Merſey auf ſeine Guͤ⸗ ter zu Wooslei in Lancaſhire kommen zu laſſen. Er findet ſich oft in großen Maſſen aufgehaͤuft an den Muͤndungen der Fluͤſſe, die ſich in die See ergießen, und ein Gutsbeſitzer in Cheſhire, der vor funfzig Jahren von ihm Gebrauch machte, verſichert, daß es kein Dungmittel weiter gebe, welches ihm, ſowohl fuͤr Getreide, als fuͤr Grasland, an Wirkung gleichkomme. Er wird gemeinig⸗ lich auf ein zum Umbruch beſtimmtes Grasland gefahren, ſorgfaͤl⸗ tig vertheilt und im naͤchſten Fruͤhjahr, ohne weiteren Zuſatz un— tergepfluͤgt. Wenn der Maͤrz trocken iſt und der Winter ſtarken Froſt brachte, reicht das Überziehen mit ſchweren Eggen hin, ihn zum Unterackern vorzubereiten; iſt aber dieſes nicht der Fall, dann muͤſſen Handinſtrumente zu ſeiner vollſtaͤndigen Zerkruͤmelung zu Hilfe genommen werden. Die erſte Frucht, welche man nach einer ſolchen Duͤngung ſaͤet, iſt gewoͤhnlich Hafer, nach dieſem nimmt man Gerſte oder Kartoffeln, darauf folgt im dritten Jahr Weizen und im vierten legt man es wieder mit Gras und Klee nieder, die man unter Gerſte oder Hafer ſaͤet. Alle dieſe Fruͤchte gerathen in der Regel ſehr gut, und die Wirkung dieſes Dungmittels ſoll ——õ,ÿ 546— Sechs und zwantzigſtes Kapitel. laͤnger anhalten, als die des Mergels, der noch uͤberdies, in ſehr großer Menge aufgebracht, dem Graswuchs ſchaͤdlich werden kann, was bei dem Seeſchlamm nie der Fall iſt. In manchen Gegen⸗ den von Schottland hat man dieſen auch ſehr wirkſam zur Ver⸗ beſſerung des Moorlandes gefunden, auf welches man von ihm, nachdem es gehoͤrig trockengelegt worden, 100 einſpaͤnnige Kar⸗ renladungen pro Acker aufbringt. Dabei iſt jedoch zu erinnern, daß die Wiederholung einer ſo ſtarken Duͤngung eine ſo guͤnſtige Wirkung nicht wieder gezeigt hat. In Suſſer hat man vom Schlick wohl 1200— 1300 Buſhel auf einmal auf den Acker Land gefahren, wo man aber damit zu oft gekommen, leiſtet er keine Dienſte mehr; man ſagt dann: das Land iſt uͤberfuͤllt(over-dosed). Sechs und zwanzigſtes Kapitel. Allgemeine Betrachtungen uͤber die verſchiede— nen Dungmittel, die faulenden, mineraliſchen und verſchiedenartigen. In den vorſtehenden Kapiteln iſt zwar ziemlich umſtaͤndlich uͤber die verſchiedene Natur, Behandlungsweiſe und Anwendung der bei dem Ackerbau als Duͤnger zu benutzenden Subſtanzen geſpro⸗ chen, und dadurch der Gegenſtand fuͤr unſeren Zweck anſcheinend zur Genuͤge erſchoͤpft worden; allein einige allgemeine Bemerkun— gen und Vorſchriften duͤrften dennoch hier nicht am unrechten Orte ſein. Die faulenden Dungmittel bleiben die wichtigſten, und zwar vor allem Anderen der in einer Wirthſchaft ſelbſt zu gewinnende Miſt; er gewaͤhrt in der Regel die wohlfeilſte Duͤngung und reicht fuͤr ſich, in gehoͤriger Menge gewonnen, zur Fruchtbarerhaltung des Bodens aus. Es iſt daher fuͤr den Landwirth von der hoͤch— ſten Wichtigkeit, auf deſſen Behandlung die groͤßte Aufmerkſamkeit Alg. 3 31 verwen den Auger Gedecken! meiden un in welhen der anzube Wrzüglih ſchaft dar richt verl daß auch ger gehen 38 dem Ache ds nix nicht der Unrath mißig gen Fähr⸗ w Graben⸗ Alles, w werden, jede Schf Erde, ſtr mals etw die ſich n Finan auf dieſe bereiten. dazu mit und Saan Land biin kann. Er wöhl duſe attige M Unterpflu Jeit des cen Bc in denen Nunge u Raepten achtung d — Allg. Betracht. uͤb. d. verſchied. Dungmittel, faulende, mineral. ꝛc. 547 berdies ch mnen zu verwenden, deshalb die daruͤber angegebenen Regeln nicht aus manten ee den Augen zu verlieren, deſſen Verbrennen und Vermodern durch itſam haſ Bedecken mit Erde, gehoͤrige Feuchterhaltung, Miſchung ꝛc. zu ver⸗ nm un 3 meiden und Alles anzuwenden, wodurch er in den Zuſtand gelange, Enhäni in welchem er, im Verhaͤltniß zur Verſchiedenheit des Bodens und der anzubauenden Gewaͤchſe, anerkannt den meiſten Nutzen gewaͤhrt. och zu er B Vorzuͤglich iſt es auch unumgaͤnglich nothwendig, in jeder Wirth⸗ un buii ſchaft darauf zu ſehen, daß nicht nur das Geringſte vom Miſt fda n nicht verloren gehe, oder verſchleppt und verwuͤſtet werde, ſondern , i 1 daß auch jede animaliſche und vegetabiliſche Subſtanz, welche Duͤn⸗ t Grag ger geben kann, von den Dienſtboten ſorgfaͤltig geſammelt werde. Zu dem Ende ſollte immer an einem abgelegenen Orte in der Naͤhe des Wirthſchaftshofes ein Lager von Sand oder anderer Erde, nur nicht von ſtrengem Thon, bereit gehalten werden, auf das je⸗ der Unrath und Abfall, der in der Wirthſchaft ſich ergibt, regel— maͤßig geworfen werden muß; auch der auf dem Hofe, ſo wie auf Fahr⸗ und Fußwegen zuſammengeſchaufelte Koth, Unkraͤuter, Torf, Graben⸗ und Gaſſenauswurf ſind hier zu ſammeln, uͤberhaupt apitel Alles, was faͤhig iſt, durch Zerſetzung in Duͤnger verwandelt zu werden, und ohne große Muͤhe ſich zuſammenbringen laͤßt. Auf jede Schicht ſolcher Subſtanzen mache man wieder eine Decke von Erde, ſtreue darauf friſchgebrannten Kalk und lege auf dieſen aber⸗ verſchid⸗ mals etwas Erde; man kann auch auf diejenigen Pflanzenuͤberreſte, ineraliſt die ſich nur ſchwer und langſam zerſetzen, wie z. B. harte Pflan⸗ zenſtengel, Stoppeln, Farrenkraut, ꝛc. gleich etwas Kalk ſtreuen und auf dieſe Weiſe ſich alljaͤhrlich eine große Menge guten Kompoſt— bereiten. Nothwendig iſt es nur dabei, darauf zu ſehen, daß die unſtiddchün dazu mit verwendeten noch nicht abgeſtorbenen Pflanzenwurzeln Anwerdun n und Saamen voͤllig zerſetzt ſeien, ehe man den Kompoſt auf das jſtanin zir Land bringt, weil ſonſt dieſes leicht dadurch verunreinigt werden veck aiſtirh kann. Er mag uͤbrigens beſtehen, woraus er will, immer wird er, ene Berrir wohl zuſammengefault, untereinander gemengt und in eine gleich— am untt artige Maſſe verwandelt, einen ſehr guten Duͤnger, ſowohl zum Unterpfluͤgen, als zum Obenaufſtreuen abgeben, und dazu in jeder ken, und ſer Zeit des Jahres gut zu benutzen ſein. Man hat fruͤher in man— e erina chen Buͤchern Vorſchriften zur Bereitung ſolcher Mengungen ertheilt, 4 u in denen die Beſtandtheile, woraus dieſelben beſtehen ſollten, der 3 88 Menge und Beſchaffenheit ſo genau angegeben ſind, wie in den kiue i Recepten der Ärzte; das ſind aber Charlatanereien, welche die Be— lerrtntit achtung der Praktiker durchaus nicht verdienen. 548 Sechs und zwanzigſtes Kapitel. Alle Unkraͤuter, die an Zaͤunen, Mauern, Hecken und anderen Vermachungen wachſen, ſollten nie zur Saamenreife gelangen, ſon⸗ dern ſtets im noch ſaftigem Zuſtande abgeſchnitten und auf den Kompoſthaufen geworfen werden; eben ſo die durch das Jaͤten und Pferdehacken aus dem Boden geriſſenen nicht darauf lie⸗ gen bleiben, um nach einem Regenſchauer bald wieder einzuwur⸗ zeln, ſondern durch Kinder gleich dahin getragen werden. Auf dieſe Weiſe gewinnt man von ihnen nicht nur eine nicht geringe Duͤngervermehrung, ſondern man erlangt auch dadurch jene Rein⸗ lichkeit und Nettigkeit der Felder, die immer ein Zeichen einer ſorg⸗ ſamen Kultur iſt, den Sinn der Arbeiter, wenn man ſtreng dar⸗ auf ſieht, fuͤr Ordnung und Sauberkeit ſchaͤrft, und ein Pflanzen⸗ gedeihen herbeifuͤhrt, deſſen ſich ein ſchlaͤfriger, in dieſer Hinſicht nachlaͤſſiger Wirth nicht zu erfreuen hat. Waͤre die Sommerſtallfuͤtterung allgemeiner, ſo wuͤrde auch der Gewinn an Duͤnger, ohne den vom Ackerlande kein Ertrag zu ziehen iſt, bedeutender und das Beduͤrfniß daran eher zu decken ſein. Dieſes aber iſt groß, weil es nur wenig Grundſtuͤcke bei uns gibt, die zum Fruchtbau zu benutzen ſind, wenn ſie nicht min⸗ deſtens alle vier Jahre mit einer Duͤngung faulender Art neu ge— ſaͤrkt, oder fuͤr laͤngere Zeit zur Weide niedergelegt oder gepfercht werden. Die erforderliche Menge von Miſtt zu erzeugen, iſt daher ſchon mehrmals den Bemuͤhungen der thaͤtigſten Landwirthe nicht moͤglich geweſen, ausgenommen in der naͤchſten Nachbarſchaft gro⸗ ßer Staͤdte, wo das Fehlende leicht durch Duͤngerzukauf, der durch die dadurch vergroͤßerten Ernten ſich oft bezahlt macht, zu erſetzen iſt. Der aber, welcher auf ſich beſchraͤnkt iſt, auf einen Duͤnger⸗ zuſchuß von außen nicht rechnen kann, muß zur Fruchtbarerhaltung ſeines Bodens eines ausgedehnten Futterbau's ſich befleißigen, um ſein Vieh gut und reichlich zu fuͤttern. Iſt ſein Boden jedoch den Futtergewaͤchſen nicht zuſagend, ſo muß er zu dieſem Behuf Heu und Olkuchen zu Hilfe nehmen. Die Verſuche, den fehlenden Miſt durch Kalk, Kreide und Mergel zu erſetzen, ſind alle mehr oder weniger mißlungen. Alle dieſe Subſtanzen dienen mehr als Reizmittel, und zur Erhoͤhung der Thaͤtigkeit des Bodens, als zu deſſen Bereicherung und eigent⸗ lichen Duͤngung. Sie fuͤhren, ohne Miſt angewendet, zu ſeiner gaͤnzlichen Erſchoͤpfung, koͤnnen aber allerdings auch, mit Einſicht und in einer zweckmaͤßigen Verbindung mit dieſem gebraucht, ſeine Tragbarkeit auf die hoͤchſte Stufe heben. Alg. B. Der cſben. ton Suſſ (en uns kainer jedo dedurch be ſen Gegen di ſahic Kalkdüͤng. oder auf er wohl Mit mal angen nhoſten S ßaoddentii macht ſtet Was ſtaub, R Anwendu großer V ſaͤumen, doch nien ſie nur a ben Nah ihie eigne Bſſtandth ſta zen er daß die ve und Geh ernähtt: Manzen einander wenigſter aber wa dieer Hi Dis 3 da wir a eden und rin eff glangn b ten und au 1 dut des niht drnj 1 wieder tinm gen weiden,n ein nit e ddurh jn Jeihen äin n man ſin und in pie in diſr üi r, ſo wie de kin Enn, an ehet ue Grundüt enn ſie nütr lender At m legt oder gaf eezeugen ſii jLandwithen Nachbwitetg tzukauf dr u macht z i uf einen Aun Fruchtbantn h beflefinn,n Boden jadh u eſem Bie Kalk, Krier i ur mißlungen. A d zur Gthu rung und toni vendet, i inn uch nit Enſich „ 9 ehrc ſän Allg. Betracht. uͤb. d. verſchied. Dungmittel, faulende, mineral. ꝛc. 549 Der gebrannte Thon iſt ebenfalls nicht faͤhig, den Miſt zu erſetzen. Neuere Erkundigungen, die wir daruͤber in der Gegend von Suſſex, wo der General Beatſon lebte, eingezogen haben, lehren uns, daß er unter den daſigen Landwirthen viele Nachahmer, keiner jedoch ſeine Erwartungen befriedigt gefunden habe. Es wird dadurch beſtaͤtigt, was wir ſchon fruͤher im 17. Kapitel, uͤber die⸗ ſen Gegenſtand geurtheilt haben. Der gebrannte Thon iſt auch nicht faͤhig, den Kalk auf ſolchem Boden zu erſetzen, der noch keine Kalkduͤngung erhielt; aber auf einem, der ſchon oͤfter gekalkt wurde, oder auf den, wegen Mangel daran, kein Kalk zu bringen iſt, kann er wohl bis zu einem gewiſſen Grade großen Vortheil gewaͤhren. Mit dem Raſenbrennen verhaͤlt es ſich ziemlich eben ſo. Ein— mal angewendet, vornehmlich zur Urbarmachung eines alten ver⸗ mooſten Stuͤckes Graslandes mit dicker Narbe, iſt es oft von au⸗ ßerordentlicher Wirkung; allein eine mehrmalige Wiederholung macht ſtets den Boden aͤrmer. Was nun die verſchiedenartigen Dungmittel, Olkuchen, Malz⸗ ſtaub, Ruß, Sl, Fiſche, Thrangrieben ꝛc., betrifft, ſo iſt von ihrer Anwendung allerdings, ſobald man ſie wohlfeil haben kann, oft großer Vortheil zu ziehen und deshalb keine Gelegenheit zu ver— ſaͤumen, durch die man ſie ſich wohlfeil verſchaffen kann, allein doch niemals voͤllig ſichere Rechnung darauf zu machen: man darf ſie nur als einen gelegentlichen Zuſchuß betrachten, um die Kraft der Miſtduͤngung zu ſteigern und die Fruchtbarkeit des Bodens aufs Hoͤchſte zu heben. Es iſt viel daruͤber geſtritten worden, ob alle Pflanzen dieſel⸗ ben Nahrungsſtoffe aus dem Boden ziehen und ſelbige nur durch ihre eigne Lebensthaͤtigkeit in die ihnen eigenthuͤmlichen Saͤfte und Beſtandtheile umwandeln, oder ob ſie ſich von verſchiedenen Sub— ſtanzen ernaͤhren. Es ſcheint auf den erſten Blick unwahrſcheinlich, daß die verſchiedenen Pflanzen, welche an Form, Geruch, Geſchmack und Gehalt ſo ſehr von einander abweichen, durch gleiche Stoffe ernaͤhrt werden koͤnnten; wenn wir dagegen bemerken, daß auch Pflanzen verſchiedener Art, wenn ſie in einem Boden ſtehen, ſich einander beeintraͤchtigen, ſo muͤſſen wir auch wieder ſchließen, daß wenigſtens ihre erſte Nahrung gleicher Beſchaffenheit ſei; daß ſie aber wahrſcheinlich von einander abweichende Anforderungen in dieſer Hinſicht machen, je naͤher ſie ihrer Vollendung kommen. Dies iſt jedoch noch ein unenthuͤlltes Geheimniß der Vegetation; da wir aber auch wieder ſehen, daß manche Bodenarten ſich beſ— 550 Sechs und zwanzigſtes Kapitel. ſer, als andere fuͤr gewiſſe Gewaͤchſe eignen, daß jedoch auch dieſe, ſelbſt wenn ſie vom Anfange an noch beſſer darauf wuchſen, immer weniger gut gerathen, und immer mehr an Guͤte verlieren, je oͤfter hintereinander ſie auf derſelben Stelle gebaut werden, auch dann, wenn man regelmaͤßig zu ihnen eine faulende Duͤngung derſelben Art aufbringt, ſo ſcheint es wahrſcheinlich, daß es eben ſo vortheil— haft ſein muͤſſe, hinſichtlich der Duͤngung einen eben ſolchen Wech⸗ ſel zu beobachten, wie bei den Fruͤchten ſelbſt. Ein Landwirth daher, deſſen Lage es ihm verſtattet, ſich Duͤnger aller, ſelbſt un— gewoͤhnlicher Art, zu verſchaffen und der deſſen Gebrauch verſteht, hat vor Anderen, die nicht in ſo guͤnſtigen Verhaͤltniſſen leben, den großen Vortheil voraus, daß er einen dieſen unmoͤglichen Wirthſchaftsplan durchfuͤhren, und ſeinen Fruchtumlauf den jedes⸗ maligen Umſtaͤnden und ſeiner Bequemlichkeit gemaͤß einrichten kann. über den Einfluß der alkaliſchen Subſtanzen auf das Pflan— zenwachsthum fehlt es uns nicht an lehrreichen Erfahrungen; wir haben aber noch keine uͤber die Wirkung der Saͤuren darauf, die doch hoͤchſt wahrſcheinlich eben ſo auch zur Konſtitution der Pflan⸗ zen gehoͤren. Die bisher damit in dieſer Hinſicht von Chemikern angeſtellten Verſuche weichen zu ſehr von einander ab, als daß darauf ſich etwas Sichres begruͤnden ließe. Es ſind demnach noch andere, in einem gooͤßeren Maaßſtabe, von praktiſchen Landwirthen ſelbſt gemachte nothwendig. Man hat den in der Wirthſchaft ſelbſt gewonnenen Miſt mit Recht den Zauberſtab des Landwirths genannt, und je oͤfter er den⸗ ſelben bewegt, deſto mehr Segen wird er ihm bringen. Wenn er ihn mit Einſicht anwendet, vergroͤßert er ſeine Ernten, und wenn er ihn ſpart, lagert ſich Unfruchtbarkeit auf ſeine Gefilde; ſein Hauptbeſtreben muß demnach immer darauf gerichtet ſein, ihn nach Moͤglichkeit zu vermehren. Zwar haͤngen Zeit und Anwendung des Duͤngers jeder Art theils von der Beſchaffenheit des Bodens und der Witterung, theils von der Wahl der anzubauenden Gewaͤchſe in einem ſolchen Grade ab, daß beſtimmte Regeln ſich nicht daruͤber ertheilen laſſen. Einige Winke moͤchten indeſſen doch nicht unnuͤtz ſein: Soll irgend ein Dungmittel zur Überduͤngung von Grasland angewendet werden, dann iſt in der Regel die ſchicklichſte Zeit dazu der Monat Februar, wo es dann von dem Fruͤhjahrsregen in den Boden gewaſchen wird. Auf Ackerland aber entweder mit oder Alg B gliih nich in Fülii Wird biſten vor beitung we gen. Kon 35 doch zu je Das die Dung im Verhaͤ Das Unte Aertrume X ſtr erprderlich di nicht ſ tirdig v Wachsthu halten ſie inmner eir mehr füͤr dem Bod haltend, dige hi ine ar auf einme zu wieder Folge lüliger Gt Ackr Land nach Kubi mit der groß än Zahl d ⸗ Allg. Betracht. uͤb. d. verſchied. Dungmittel, faulende, mineral. ꝛc. 551 doch auch ge daea gleich nach der Saat, und zu Weizen, ſobald deſſen Wachsthum weüna, 3 im Fruͤhjahr beginnt.—. den, ui 1 Wird zum Weizen Miſt aufgebracht, ſo geſchieht ſolches am üngung m beſten vor dem Umbruch der Brache, um ihn durch deren Bear⸗ beitung waͤhrend des Sommers gehoͤrig mit dem Boden zu men— gen. Kompoſt dagegen ſollte man erſt mit der Saatfurche unter— pfluͤgen; der aus Erde und Kalk bereitete Mengeduͤnger kann je— bhen ſ bonze den ſolchenge 16 lunn doch zu jeder Zeit des Jahres aufgefahren werden. anihn Das zu duͤngende Land muß jederzeit wohl trockengelegt, und hane die Duͤngung ſtets unverzuͤglich und gleichmaͤßig auf jedem Punkt im Verhaͤltniß zur Beſchaffenheit des Bodens, ausgebreitet werden. Das Unterpfluͤgen derſelben, obwohl ihre innige Mengung mit der thältriſa eſen umayit mlafdaſ Ackerkrume bezweckend, darf nie zu tief geſchehen. ß einittnin Je ſtrenger und kaͤlter der Boden iſt, deſto mehr Duͤnger iſt auf de ſ erforderlich, und da hier gewoͤhnlich ſolche Fruͤchte erbaut werden, Eratrunne die nicht ſchnell vollkommen auswachſen, ſo iſt hier auch nicht voll— uren der ſtaͤndig verrotteter Miſt vorzugsweiſe anwendbar; denn da das Wachsthum der Pflanzen hier nicht ſo raſch vor ſich geht, ſo er⸗ ftution dee io linr 3 halten ſie bei einer allmaͤhlichen Zerſetzung des Miſtes im Boden dr e immer eine ihnen angemeſſene Nahrung, und uͤberdies bleibt davon in dan 3 mehr fuͤr die folgenden Gewaͤchſe zuruͤck. Auch wirkt auf binden⸗ er onit dem Boden der lange Miſt mechaniſch, ihn offener und lockerer 15. haltend, als kurzer, mehr verrotteter, der dagegen fuͤr trockene, ſan⸗ dige, hitzige Bodenarten vorzuziehen iſt. Sollen dieſe uͤberhaupt nnenn Nia irgend eine Duͤngung erhalten, ſo iſt es allemal gut, nicht viel die iinan auf einmal von ihr aufzubringen, ſondern das Duͤngen lieber oͤfter ngen. Iur zu wiederholen. enten, und tn Folgende Tabelle ſoll nachweiſen, wie viel Haͤufchen von be⸗ i Geftdi liebiger Groͤße bei einer beſtimmten Entfernung derſelben auf einen t ſäin inz Acker Land kommen, ſo daß man, ſobald die zu gebende Duͤngung nach Kubikyards à 27 Buſſel berechnet iſt, und dieſe Quantitaͤt „ds ſi. 2.—.„ 22... ngers jin l mit der Zahl der Haͤufchen dividirt wird, ermitteln kann, wie der Witennt groß ein jedes derſelben ſein muͤſſe. n enem ſih Zahl der Haͤufchen bei 5 Yards Entfernung: 193 pro Acker. erteihn lſa 7 ⸗— 2 5½ ⸗ 4 160 ⸗ ⸗ ſfin: 2 2 2 6 2 2 134 ⸗ 1 2 2 2 2 2 ½ 2 2 2 2 von(ici 4 6 5 114 4 „c,Eldczu 2 2 2 2 7 2 2 98 ⸗ ⸗ klchſtedi 71 1 u de 2 2 2 2 7 2 2 86 ⸗ 5 rärgſg 2 2 S A⸗ 7o, ⸗ war vit d ₰̈̃ ☛ Sieben und zwanzigſtes Kapitel. 1 Sieben und zwanzigſtes Kapitel. Bodenarten. So unvollkommen auch die Kenntniß der Landwirthſchaft in fruͤ⸗ heren Zeiten war, ſo wußten unſere Vorfahren doch die verſchiede⸗ nen Eigenſchaften des Bodens recht gut zu wuͤrdigen; denn die Laͤndereien, welche von Alters her kultivirt ſind, und das Innen⸗ feld rund um ihre Doͤrfer bildeten, ſind, wie man jetzt noch ſieht, von der beſten natuͤrlichen Beſchaffenheit, waͤhrend die ſeitdem ur⸗ bargemachten erſt durch Duͤngung und zweckmaͤßige Bearbeitung in einen guten Zuſtand zu verſetzen waren. Die Verſchiedenheit in der Beſchaffenheit der Bodenprodukte, die ſich vornehmlich bei den Koͤrnern zu erkennen gibt, und in manchen Gegenden ſogar durch die Benennung, welche man ein⸗ zelnen Diſtrikten, wo dieſe oder jene Getreideart beſſer gedeiht, bei— legt, bezeichnet wird, haͤngt hauptſaͤchlich von der Verſchiedenheit des Bodens und des Klima's ab; und ſelbſt die angeſtrengteſte Kultur vermag nur bis zu einem gewiſſen Grade die Produkte des Bodens zu verbeſſern, nie eine gaͤnzliche Umaͤnderung in der Be— ſchaffenheit derſelben zu bewirken. Dieſes iſt auch in Betreff der verſchiedenen Bodenarten allgemein anerkannt; aber ſelbſt die an— ſcheinend voͤllig gleichen weichen hinſichtlich ihrer Fruchtbarkeit auf⸗ fallend von einander ab, ſobald das Klima ſich aͤndert, ſelbſt wenn ſie ziemlich in einer Gegend des Landes liegen und ihre Erhebung uͤber den Meeresſpiegel nur unbedeutend wechſelt; denn wenn auch die durch das Thermometer angezeigte Waͤrme uͤbereinſtimmt, ſo erleidet doch die Temperatur der Luft manche Abaͤnderungen nach der Lage des Landes, je nachdem es naͤmlich mehr nach Suͤden oder nach Norden ſich neigt, und je nachdem die herrſchenden Winde uͤber mehr Hoͤhen oder Thaͤler ſtreichen, und danach tritt dann der Wechſel der Jahreszeiten bald fruͤher, bald ſpaͤter ein. De natit ſchaft bon vun gtüßt Einfluß, a zenezeugni ſelr bon d iiin den und wadden, a E Bodens, ander boll detung in Fructbarke paſende be hat jedoch Beden ei näthigen, zu durchb einengen, gläche I Weg denarten u in nommen beticht au lieſt nicht ſichzu der wid jeder in gaderen fett Edde vetſteht, Schon S und Gar nen Lehr von Dan ſer Ausd ſinmt er wunden- den berei ÿ——— 2 Bodenarten. 553 Die natuͤrliche Lage eines Landgutes, abgeſehen von der Nachbar⸗ ſchaft von Straßen und Marktorten, iſt demnach ein Gegenſtand von groͤßter Wichtigkeit und hat auf ſeinen Werth einen groͤßeren Einfluß, ats man gewoͤhnlich glaubt. Denn die Guͤte aller Pflan⸗ 1 t zenerzeugniſſe Großbritanniens haͤngt, mit wenig Ausnahmen, gar hi 0 ſehr von dem Waͤrmegrade ab, den ſie waͤhrend ihres Wachsthums genießen; und es iſt wohl bekannt, daß auf einem trockenen Bo⸗ den und bei einer fruͤhen Ernte die Getreidekoͤrner zuckerreicher werden, als wenn ſie unter minder guͤnſtigen Umſtaͤnden reifen. Es gibt vielleicht nicht zwei Landguͤter, die in Hinſicht ihres Bodens, ihres Klima's, ihrer Lage und ihrer Windausſetzung ein⸗ ander vollkommen gleich ſind, und ſelbſt nur eine geringe Abaͤn⸗ thſchit di derung in dieſen Dingen kann eine große Verſchiedenheit in ihrer hdie baitt Fruchtbarkeit bewirken; deshalb laſſen ſich auch keine fuͤr jedes igen; den paſſende beſtimmte Regeln fuͤr ihre Behandlung angeben. Man nnd das Ir hat jedoch ganz richtig bemerkt, daß Guͤter mit verſchiedenartigem jett wi Boden ein Sporn zum Nachdenken ſeien, indem ſie den Landwirth die ſeitdm. noͤthigen, die Schranken von Vorurtheilen und falſchen Anſichten ige Beaten zu durchbrechen, die nicht ſelten ſein Verfahren in den Gegenden einengen, wo ein ziemlich gleichmaͤßiger Boden und mit ihm eine Bodenprie gleiche Wirthſchaftsweiſe herrſchen. en güt, unt Wegen der unbeſtimmten Weiſe, mit der die verſchiedenen Bo⸗ welche i denarten haͤufig beſchrieben werden und der abweichenden Bedeu⸗ iſſergdein t tung, in welcher manche Ausdruͤcke in verſchiedenen Gegenden ge— er Veſſtſäni nommen werden, iſt es einem Landwirth, der einen Wirthſchafts⸗ ie angektewi bericht aus einem andern Diſtrikt, als dem von ihm bewohnten die Prudutei lieſt, nicht ſelten ſchwer, zu errathen, wie der beſchriebene Boden rung indc ſich zu dem ſeinigen verhaͤlt. In einigen Gegenden von England h in Betfi wird jeder Thonboden, der nicht ſehr bindend iſt, Mergel genannt; er ſahft ücr in anderen heißt derſelbe wieder Lehm, unter dem der Eine jede ructbnit a⸗ fette Erde, der Andere eine Mengung von Thon, Sand und Kalk dert ſäline verſteht, ohne die Verhaͤltniſſe derſelben zu einander anzugeben. d ihrebte Schon Sinelair bemerkt, daß in vielen Buͤchern, die vom Land⸗ denn vnet und Gartenbau handeln, von einem ſchwarzen Lehm, einem brau⸗ berinern nen Lehm, einem thonigen Lehm, einem feuchten, ſandigen Boden, inderunwen nt von Dammerde, von Gartenerde ꝛc. die Rede, die Erklaͤrung die⸗ ſer Ausdruͤcke aber ſo verwirrend ſei, daß man durchaus nicht be⸗ ſtimmt ermitteln koͤnne, was man darunter zu verſtehen habe. Es wurden gegen funfzig verſchiedene Arten von Bodenmiſchungen in dem vereinigten Koͤnigreiche von ihm unterſucht, die alle gleichen ehr nah 8 die betnde Ind dh ri ald ſittt d 554 Sieben und zwanzigſtes Kapitel. Namen trugen, und doch weſentlich von einander abwichen. Die Beſtimmung der verſchiedenen Bodenarten durch chemiſche Unter⸗ ſuchungen und deren darauf gegruͤndete feſtgeſetzte und bezeichnende Benennungen ſind indeſſen in den letztern Jahren, vornehmlich durch Davy's Bemuͤhungen, immer mehr bekannt, und es dadurch den Praktikern moͤglich geworden, ſich gegenſeitig daruͤber verſtaͤnd— lich zu machen. Es iſt nur zu wuͤnſchen, daß ſich Alle bemuͤhen dieſe einfache und beſtimmte Terminologie kennen zu lernen und daß ſie allgemein, hauptſaͤchlich in Schriften angenommen werde, um fernere Mißverſtaͤndniſſe zu vermeiden. Die Verfaſſer geben nun nach Davy eine Beſchreibung, was man unter Thon, Lehm ꝛc. zu verſtehen habe. Es wuͤrde zweck⸗ los ſein, wenn dies in der Bearbeitung wiedergegeben wuͤrde, da wir uͤber dieſen Gegenſtand in Deutſchland ſchon laͤnger uͤberall einverſtanden ſind, und derſelbe nicht nur beinahe in allen neueren Lehrbuͤchern der Landwirthſchaft, ſondern auch in einzelnen vorzuͤg⸗ lichen Werken in der Hauptſache ziemlich gleich behandelt worden iſt. Von letzteren ſei hier nur der beiden neueſten und beſten ge⸗ dacht: Sprengel's Bodenkunde und Schuͤbler's Bodenkunde, neu bearbeitet von Krutzſch. Nur einige Bemerkungen, die uͤber die Eigenthuͤmlichkeiten und Bearbeitung der verſchiedenen Bodenarten in dem engliſchen Werke eingeſchaltet, auch fuͤr Deutſchland nicht ohne praktiſchen Werth ſind, und manchen naͤhern Aufſchluß uͤber engliſche Verhaͤltniſſe geben, moͤgen hier eine Stelle finden. Vom Thon heißt es: Das erſte und ſicherſte Mittel, die zaͤhen Thonbodenarten zu verbeſſern, beſteht darin, dieſelben voll⸗ kommen trocken zu legen. Es wird dieſes meiſtens dadurch erleich— tert, daß in den thonigen Gegenden die Oberflaͤche etwas abhaͤn— gig liegt und demnach den Vorkehrungen zur Entwaͤſſerung guͤnſtig iſt. Diagonale oder ſanft gekruͤmmte Furchen und unterirdiſche Abzuͤge fuͤhren das Waſſer gleichmaͤßiger und zuverlaͤſſiger ab, als jaͤhe und gerade, die zu Waſſerriſſen Veranlaſſung geben und durch hineinfallendes Erdreich ſich leicht verſtopfen. Daher finden wir bei der alten Wirthſchaftsweiſe vielfach gekruͤmmte, in der Mitte hoch aufgetriebene ſchmale Ackerbeete, durch die deren Oberflaͤche allerdings voͤllig entwaͤſſert und trocken erhalten wird. Es ent⸗ ſteht indeſſen aus dieſem veralteten Verfahren großer Verluſt und viel Unbequemlichkeit. Auf einigermaßen abhaͤngigen Feldern iſt es gewiß das Beſte, die Beete ſo flach zu machen, als es die Fur⸗ chen zwiſchen ihnen(die Ausackerfurchen) nur erlauben; auf ganz ſiac lig bleibt abe ſchrint, ethöhend, Erde ber Unbräuter tiggen ſin aller Feld dee Beet Trockenle ſtin. Ei obern En *) Ein baues oftma Wrtiefung! dchen, ſeif alfnim.nt, giten Kul zu machen Ackerkrume Inſtrumen es nur irg 14— 16 vot Waſſe chen Opera Es hat die aufgewühlt Mal mit Oyxffliche Veffahren meif genug vergſitlich Aſſermaß das Wende ſorge ſol. mit dieſen ſo geringen Der Pluug zu einer b ſchaffen, d benen Ant, d b T I den bon ener T Bodenarten. 5⁵55 abwi J.— zue flach liegenden, gar keinen merklichen Abhang habenden Feldern bleibt aber freilich der Abzug des Waſſers auf die Beetfurchen be⸗ ſchraͤnkt, die man hier ziemlich tief, die Ackerkrume auf den Ruͤcken erhoͤhend, machen muß. Dadurch werden ſie jedoch ihrer guten Erde beraubt, und ſtets ſo voll Feuchtigkeit erhalten, daß darin und zäine en, bornait und es dä inne Unkraͤuter und ſelbſt Waſſerpflanzen aufkommen, die kaum zu ver⸗ zaber tilgen ſind. Uberhaupt iſt dieſes Verfahren der guten Vollfuͤhrung Fnthe aller Feldarbeiten ſo hinderlich, daß man es moͤglichſt vermeiden, die Beetfurchen nicht ohne Noth haͤufen und andere Mittel zur Trockenlegung der Felder aufſuchen muß, ſollten ſie auch koſtbar zeihnümg ſein. Ein ſehr wirkſames iſt die Vertiefung der Ackerkrume oder nehf obern Erdſchicht, ohne das gute Land zu vergraben*). Dies eben win n laͤnge n*) Ein einfaches, wohlfeiles und fuͤr den gewoͤhnlichen Zweck des Acker⸗ in allr ann baues oftmals ausreichendes, aber nicht hinlaͤnglich erkanntes Mittel, eine ſolche einzennn n Vertiefung da zu bewirken, wo der Untergrund aus einem ganz unfruchtbaren zaͤhen, ſteifen, voͤllig erhaͤrteten Thon beſteht, der durchaus kein Waſſer in ſich aufniment, der aber auch, an die Oberflaͤche gebracht, fuͤr laͤngere Zeit jeder behandet n en und hii guten Kultur widerſteht und nur durch einen großen Koſtenaufwand tragbar Bodenärd, n zu machen iſt, beſteht darin, daß man einem Pfluge, mit welchem man die en, de iin Ackerkrume bis zu ihrer vollen Tiefe umbricht, unmittelbar ein hakenfoͤrmiges deen Babom Inſtrument ohne Streichbret folgen und da mit den Untergrund ſo tief, als eed es nur irgend geht, aufwuͤhlen laͤßt. Es kann ſolches bis zu einer Tiefe von Deuſſclm 4 14— 16 Zollen geſchehen. Dadurch wird dieſe untere Schicht zur Aufnahme n Aufſhluß von Waſſer faͤhig gemacht, das nun auf ſo geartetetem Boden nach einer ſol— elle fiden. chen Operation bei weitem nicht mehr ſo leicht nachtheilig wird, als vorher. erſte Ni i Es hat dieſelbe aber auch noch den Vortheil, daß dadurch der vorlaͤufig nur aufgewuͤhlte Untergrund leichter kulturfaͤhig wird, und nachdem ſie ein paar m, deültni Mal mit ihm wiederholt worden, ſpaͤterhin ohne erheblichen Nachtheil an die 3 dadur tl⸗ Oberflaͤche gebracht werden kann. Es ſchien nicht unzweckmaͤßig hier auf ein he etwen dhir Verfahren aufmerkſam zu machen, deſſen Nutzen in der That noch nicht allge— däſſermn Gu mein genug anerkannt zu werden ſcheint. Man hat neuerer Zeit zu ſeiner vermeintlich leichteren Bewerkſtelligung Ackerwerkzeuge erfunden, an denen ſich teid ug G und u gewiſſermaßen zwei Pflugkoͤrper hintereinander befinden, von denen der vordere erläſige 1 4 das Wenden der Ackerkrume, der hintere das Aufwuͤhlen des Untergrundes be⸗ geben unddn ſorgen ſoll. Ziemlich genaue Verſuche ſcheinen jedoch bewieſen zu haben, daß ſaher findn d mit dieſen Inſtrumenten der Zweck weder ſo vollſtaͤndig, noch ſo ſchnell, mit in der M ſo geringem Kraftaufwand und ſo wohlfeil zu erreichen ſei, als auf jene Weiſe. Der Pflug zum Vorangehn iſt in jeder Wirthſchaft, und man braucht daher Dhrrſit— 4 deren dn zu einer beabſichtigten Vertiefung dieſer Art nur noch einen Haken ſich anzu⸗ widd. 6 7 ſchaffen, der nur ſehr wenig koſtet. Ein Doppelwerkzeug der vorhin angege⸗ er Vandl n benen Art, das ſeinen Erfindern uͤbrigens alle Ehre macht und ſich vielleicht gen fada ſt noch ſehr verbeſſern laͤßt, iſt dagegen ſehr koſtbar. als 5 Fu⸗ In dem dieſer Bearbeitung zum Grunde liegenden Original iſt hier, wo wuuf i von einer Vertiefung oder vielmehr gleichmaͤßigen Erhoͤhung der obern trag⸗ uben; auf He I. 36 —ꝭ—ꝭ—ʒ˖—— — 556 Sieben und zwanzigſtes Kapitel. wird beſonders auch noͤthig, wenn ſolche Acker zur Weide fuͤr Schafe dienen ſollen, von denen ſich ſchon viele durch den Genuß der in dieſen tiefen Furchen wachſenden Pflanzen und der darin baren Erdſchicht die Rede iſt, auf die Beſchreibung ausgeſuchter Wirthſchaften, die gegenwaͤrtig in England erſcheint, verwieſen, und zwar auf das fuͤnfte Heft dieſer Beſchreibungen, das dem Landgute Scoreby, dem Esquire Ottiwill Wood gehoͤrig, gewidmet iſt, und zum Motto folgende Stelle aus dem 1. Buch Moſe Kap. 2, V. 15 an der Stirn traͤgt:„Und Gott der Herr nahm den Menſchen und ſetzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bauete und be⸗ wohnte“.— Die an der angezogenen Stelle gegebene Beſchreibung der gruͤnd⸗ lichen Verbeſſerung einer alten, ſchlechten, ganz verwahrloſeten Viehweide bietet manches Intereſſante dar, und duͤrfte auch dem deutſchen Leſer angenehm ſein, daher folgt ſie nachſtehend:„ Vor ungefaͤhr 12 Jahren befand ſich vor dem Wirthſchaftshofe noch ein Stuͤck Land, das ſeit langer Zeit zur Weide gelegen hatte und in hohe unre⸗ gelmaͤßige Beete abgetheilt war, auf deren Ruͤcken allein etwas gutes Gras ſtand; mehr als vier Fuͤnftheile des Ganzen waren dagegen nur mit Binſen und Sumpfgraͤſern bedeckt. Herr Wood wuͤnſchte deſſen Verbeſſerung, und dieſe ward nach einem in Blakie's Abhandlung uͤber die Inokulation des Gra⸗ ſes gegebenen Winke auf folgende Weiſe ganz nach Wunſch bewirkt. Im Monat Januar wurden die Binſen ſo knapp wie moͤglich am Boden weggemaͤhet, und hierauf das Land vermittelſt unterirdiſcher, mit Ziegeln aus⸗ geſetzter Abzuͤge voͤllig trocken gelegt. Das ſchlechte Gras ward abgeſchaͤlt und davon ſo viel verbrannt, als bei ſo fruͤher Jahreszeit geſchehen konnte. Was unverbrannt blieb, wurde mit friſchgebranntem Kalk zu Kompoſt aufgeſetzt. Die durch das Schaͤlen nackt gewordenen Stellen pfluͤgte man hierauf flach um und warf dabei das Erdreich in die alte tiefe Furche, in welcher faſt gar kein Boden war. Nachdem das Aufgeackerte ebengeeggt war, wiederholte man dieſes Pfluͤgen, ſammt dem darauffolgenden Eggen noch einmal. Dadurch wurden die großen Vertiefungen zwiſchen den Beeten ziemlich ausgeglichen, zu— gleich entſtanden aber auch andere tiefe Furchen zur Seite des auf den Beet⸗ ruͤcken befindlichen guten Raſens, der bis jetzt unberuͤhrt geblieben war, und auf jedem einen Streifen ungefähr von vier Fuß Breite bildete. Man ſchaͤlte dieſen guten Raſen ab, nahm darunter ſo viel Erde weg, als nothwendig war, jene Furchen auszugleichen, grub das Land vollends um und ebnete auf dieſe Weiſe das ganze Stuͤck vollkommen. Der abgeſtochene gute Raſen wurde hier⸗ auf in kleine Stuͤckchen zerſtochen und dieſe gleichmaͤßig uͤber das Ganze in maͤßigen Zwiſchenraͤumen vertheilt. So wie dies auf einer Stelle vollendet war, ſtreute man weißen Kleeſaamen, 14 Pfund pro Acker, daruͤber und ließ nun eine ſchwere Walze zwei⸗ bis dreimal daruͤber weggehen. Zeitig im Maͤrz war die Operation vollendet, und bis zum Juni hatte ſich das ganze Grund⸗ ſtuͤk mit dem ſchönſten jungen Graſe bekleidet, das aus den aufgelegten Ra⸗ ſenſtuͤckchen entſproſſen war und ſich mit dem uͤppig aufgegangenen weißen Klee vermengt hatte. Man ließ es von dieſer Zeit an, aber nur ganz leicht — ſtthete gel vic di ſcic hal ſi zu nehn um das ſc ag ſikenn zahlrei man di zuf ein ſich die ſc de. gdurch Die menen get der dungsar die Rei Bieh, N wichtig vermeid der Ac Kreide, — unh nur nat wurde und Kalk atin fruch ſt. Das aber eine unebenhei ver, iſ vandelt i erfteut in fter Wetſarin ar auf dasſin n Esrvir diin e aus den 1 er Herr nugn g in bautte h greibungit gi ten Lichorde a eſer anxenz ſ ſis doſen und in 6 au etwas git gen nur wi gi Verblſ üſum nokulation doze h bewict. e mäglich un din er, mit Jioa ward tſtän hehen dnte Kompiſ rii man hiruf in walche ffttt ar, wi leder fale ne T jeinmal. Dum ch ausgegite des alf in geblieben d d ldete Aufi als nothondhr und ebnete f di eRaſen rube ie itr des bei nr Etele vln m a, drite nji 1 6 bem Bodenarten. 557 ſtehenbleibenden Feuchtigkeit den Tod geholt haben. In der Re⸗ gel reicht der Pflug vollkommen aus, der Oberflaͤche der Felder die ſchicklichſte Form zu geben; ſollte dies aber einmal nicht der Fall ſein, ſo darf man ſich nicht ſcheuen, den Spaten mit zu Hilfe zu nehmen. In allen thonigen Fluren ſind tiefe Graͤben noͤthig, um das bei heftigen Regenguͤſſen und dem Schmelzen des Schnee's ſich ergebende Waſſer, von dem hier der Boden nur wenig ein⸗ ſickern laͤßt, aufnehmen zu koͤnnen. Ehe man zur Anlage von zahlreichen und koſtbaren unterirdiſchen Abzuͤgen ſchreitet, unterſuche man die Tiefe der oberen Erdſchicht genau. Bisweilen ruht dieſe auf einem Lager von Grand, Kreide oder Steinen, und dann macht ſich die Entwaͤſſerung leicht, wenn man an einigen Stellen, wo ſich das Waſſer hinzuziehen pflegt, die Thonſchicht durchſchlaͤgt, und dadurch ſein Einſinken herbeifuͤhrt. Die lange noch nicht genug erkannten Vortheile der vollkom— menen Trockenlegung des Thonbodens ſind ungemein groß; ſie gibt der Oberflaͤche Feſtigkeit und erleichtert dadurch alle Beſtel— lungsarbeiten; ſie erwaͤrmt die daruͤberſchwebende Luft, befoͤrdert die Reife und die Guͤte der Ernten, und macht das Auftreiben von Vieh, ſo wie das Befahren mit Wagen c. unſchaͤdlich. Naͤchſt ihr iſt fuͤr den Bewirthſchafter eines Thonbodens der wichtigſte Gegenſtand, ſein Zuſammenſchwimmen und Erhaͤrten zu vermeiden. Dies iſt nur durch tiefes Pfluͤgen und Vermengung der Ackerkrume mit leichter bearbeitbaren Erdarten, als Sand, Kreide, Mergel, und durch ſtarke faulende Duͤngungen aller Art und nur von Schafen, bis gegen den October hin beweiden. In dieſem Mo⸗ nat wurde dann der Kompoſt, den man aus den halbverbrannten Raſenſoden und Kalk bereitet hatte, darauf geſtreut, und nun erhielt es das Anſehn eines alten fruchtbaren Graslandes, das ihm auch bis jetzt unveraͤndert verblieben iſt. Das Schaͤlen, Entwaͤſſern und Ebenen mit dem Spaten koſtete gegen vier Pfund Sterling pro Acker; die Ziegel zu den Abzuͤgen drei Pfund und der Kalk etwa ein Pfund. Dieſe acht Pfund zahlte der Grundeigenthuͤmer. Das Pfluͤgen und die Kleeſaat wurden von dem Pachter beſorgt und ſind un⸗ gefaͤhr zu funfzig Schilling zu berechnen. Die Geſammtkoſten betragen dem⸗ nach pro Acker gegen zehn Guinen. Es iſt dies freilich eine ſtarke Auslage; aber eine alte ſchlechte, einen widerlichen Anblick gewaͤhrende Viehweide voll Unebenheiten und Vertiefungen, von welcher der Acker kaum 12 Schilling werth war, iſt dadurch binnen ſechs Monaten in einen ſchoͤnen ebenen Raſen ver⸗ wandelt worden, der, vor einem ſchoͤnen, netten Landhaus gelegen, das Auge erfreut und volle dreißig Schilling Pacht pro Acker werth iſt. 36* 558 Sieben und zwanzigſtes Kapitel. zu erreichen. Letztere bereichern nicht nur den Boden, ſondern er⸗ halten ihn auch poroͤſer und daher auch den Einwirkungen atmo— ſphaͤriſcher Einfluͤſſe offener. Je tiefer die Ackerkrume iſt, deſto frucht⸗ barer und leichter zu bearbeiten iſt ſie auch; deſto mehr nimmt ſie Waſſer ohne Rachtheil fuͤr die darauf ſtehenden Gewaͤchſe auf. Die Beobachtung des gerechten Feuchtigkeitszuſtandes iſt fer— ner bei der Bearbeitung des Thonbodens von großer Wichtigkeit. Er darf weder ſo naß ſein, daß er ſchmiert, noch ſo ausgetrocknet, daß er bei dem Pfluͤgen in große feſte Schollen bricht; am beſten iſt es, wenn ſich die Kloͤße zerkruͤmeln laſſen, ohne an dem Fuß oder der Walze kleben zu bleiben. Eine Eigenthuͤmlichkeit aller mit Thonboden zu thun haben— den Wirthſchaften iſt, daß ſie zwar reichliche Ertraͤge abwerfen, aber nur mit vielen Koſten zu betreiben ſind, weil ſie viel Geſpann— und Handarbeit verlangen. Wenn der Thonboden einmal verun— krautet iſt, dann gibt es kaum ein ander Mittel, ihn wieder zu reinigen und in Ordnung zu bringen, als eine Sommerbrache, bei welcher er mehrmals gepfluͤgt und der Sonne in verſchiedenen Lagen ausgeſetzt wird. Man hat zwar mehre Inſtrumente erfun⸗ den, die den Pflug dabei erſetzen und die Arbeit erleichtern ſollen; allein zur Vertilgung der tiefwurzelnden Unkraͤuter reichen ſie nicht aus. Es gibt indeſſen auch vielen ſchweren Thonboden, der ohne Brache rein erhalten wird, indem man Bohnen, Weizen oder an⸗ deres Getreide und Klee im Wechſel auf ihn baut und durch die Bearbeitung mit Pferdehacken waͤhrend des Wachsthum's der Boh— nen das Aufkommen des Unkrauts verhuͤtet. Man findet aber auch zuweilen einen ſehr unfruchtbaren Thon⸗ boden, der hungriger Klay(Letten) genannt wird, haͤufig mit einer betraͤchtlichen Menge Eiſenocher verſetzt iſt und nur wenig Ge— waͤchſen zuſagt. Blos durch vollkommenes Trockenlegen, ſtarkes überfahren mit Kalk oder Kreide und wiederholte Miſtduͤngungen iſt ſolcher Boden zu einem guten Ertrag zu bringen. Vom Sandboden heißt es, nachdem deſſen dem Thon entge— gengeſetzte Eigenſchaften hervorgehoben worden: Die Getreide⸗ fruͤchte kommen auf ihm ſchneller zur Reife und geben beſſere Koͤr⸗ ner, als auf reicheren und ſchweren Bodenarten; liefern aber weit ſchwaͤchere Ernten, zumal in trockenen Sommern, wo ſie bisweilen kaum die Erntekoſten decken. Kein Boden bezahlt aber beſſer die auf ſeine Verbeſſerung verwendeten Koſten, wenn die Mittel dazu vorhanden ſind. Alles was ſeine Bindung und waſſerhaltende Kueft 3 Krede, ume di ich ſir ſelben h Wa hoden*) Toockenh mannich bis zu Boden ihm berſe bis ſeiner Vindung denarten die Lcer Wazen! merhalm auch ſin waͤchſe, vorzugse jeder Zei Terzug Bis Seiten d Dies gi heer Bod ſern und unangteiſe ſenoryd d ender wi Nod füdlicen zu nenne iſt, daß — ) Gre denarten 9 dder S Schief vottomnt, ſch vli en, ſordern 1 ungen aine iſ,d diofet meht nimm evächſe u uſtands ſi ſe Vüifi o rusgert richt; in i ne an d zi zu then hbhe ttraͤge döeri ſie vigfer einna vaur „inn war ommertrac, in verchidm ſtrumene eir erleichtern ſaln reichen ſt nt nboden, dr d Weizen orr ar t und duch de thums dedi rühttn haren dhe haͤuf fig nit ur nur wab enlegen, ii Miſtdungng en. em Thon anhe Die Geirie ben bſer r efern abr n vo ſi Gännin aher iſt de 3 Nitul dad nſer ohabt ttende Bodenarten. 559 Kraft zu vermehren vermag, iſt dazu geeignet; Thon, Mergel, Kreide, uͤberhaupt jede Erde, die etwas ſchwerer iſt und der Acker⸗ krume eine beſſere Beſchaffenheit gibt. Solcher Boden iſt vornehm— lich fuͤr Schafe geeignet; das Beweiden und Feſttreten durch die— ſelben hat einen unſchaͤtzbaren Werth fuͤr ihn. Was uͤber den Sand geſagt worden, iſt auch auf den Grand⸗ boden*) und uͤberhaupt auf allen anderen Bodenarten, die durch Trockenheit leiden, anwendbar. Er kommt, wie der Sand, in den mannichfaltigſten Abſtufungen vor, von der groͤßten Unfruchtbarkeit bis zu großer Ertragsfaͤhigkeit. Jener wird meiſtens hungriger Boden genannt, weil jede Miſtduͤngung gleichſam wirkungslos auf ihm verſchwindet, und nicht eher einen Nutzen auf ihm bringt, als bis ſeiner Ackerkrume durch Zumengung anderer Erdarten mehr Bindung gegeben worden iſt. Die reicheren hierher gehoͤrigen Bo⸗ denarten bringen alle Arten von Getreide hervor, und wenn auch die Lockerheit ihres Gefuͤges ſie minder paſſend fuͤr Bohnen und Weizen macht, ſo ſind ſie dafuͤr ganz vorzuͤglich geeignet fuͤr Som— merhalmfruͤchte. Die Guͤte der Koͤrner iſt beſonders groß auf ihnen, auch ſind ſie dem Gedeihen der Leguminoſen, und aller Futterge— waͤchſe, vornehmlich den Turnips ſehr guͤnſtig und dies hat ihnen vorzugsweiſe den Namen„Turnipsboden“ verſchafft. Daß ſie zu jeder Zeit im Jahre ſich bearbeiten laſſen, iſt ebenfalls ein großer Vorzug von ihnen. Bisweilen liegen Thon und Grand in abwechſelnden, an den Seiten der Huͤgel zu Tage ausgehenden Schichten uͤbereinander. Dies gibt eine der ſchlechteſten Arten von Ackerland, weil ein ſol— cher Boden meiſtens ſehr quellenreich, dennoch ſchwer zu entwaͤſ⸗ ſern und bei trockner Witterung manchmal fuͤr den Pflug faſt ganz unangreiflich iſt. Zu dem kommt noch, daß ſich ſehr oft viel Ei— ſenoxyd darin befindet, durch das er fuͤr Koͤrnerfruͤchte noch unpaſ⸗ ſender wird. Noch kommt eine Bodenart ziemlich weit verbreitet in den ſuͤdlichen Theilen von England vor, die zwar gerade nicht grandig zu nennen, aber doch ſo mit loſen mittelgroßen Steinen vermengt iſt, daß ſie einige Ähnlichkeit damit erhaͤlt. Die Ackerkrume iſt *) Grandboden(gravelly Soils) werden von dem Englaͤnder alle die Bo— denarten genannt, welche viele kleine loſe Steine enthalten, ſei's Kieſel, Kalk— oder Schieferſtein ꝛc. je nachdem die Gebirgsart, in deren Naͤhe ſolcher Boden vorkommt, beſchaffen iſt. Es wuͤrde daher das Wort gravelly Soil im Deut⸗ ſchen vielleicht richtiger durch ſteinigen oder Schuttboden wiedergegeben. 560 Sieben und zwanzigſtes Kapitel. dabei in der Regel mehr thoniger, als ſandiger Natur und die Steine groͤßtentheils Feuerſteine, welche den nachtheiligen Eigen— ſchaften des Thones entgegenwirken. Solcher Boden iſt meiſtens fruchtbar. In Yorkſhire gibt es eine aͤhnliche Bodenart, welche rothſteinig Land(red stone Land) genannt wird und aus Lehm verſchiedener Art beſteht, dem bald mehr, bald weniger weiche Sandſteine, von der gewoͤhnlichen Groͤße der Feuerſteine und von dunkelgelber oder Orangefarbe beigemengt ſind. Dieſer Boden ge⸗ hoͤrt mit zu den beſten des Reichs in Bezug auf die Guͤte der Koͤrner, welche er liefert. Vom Lehm wird geſagt: Dieſer Name wird denjenigen Bo⸗ denarten beigelegt, die eine innige Mengung der fruͤher genannten zu ſein ſcheint. Er kommt von verſchiedener Faͤrbung vor. Auf hochgelegenen Ebenen iſt er meiſtens roth; auf den Abhaͤngen gelb oder dunkelbraun, und in den Tiefen ſchwarz. Er ruht bald auf Felſen, bald auf Thon, bald auf Grand in Lagern von verſchiede⸗ ner Tiefe, doch immer tief genug fuͤr die gewoͤhnlichen Zwecke des Landwirth's. Er laͤßt Luft und Regen leicht eindringen, entledigt ſich bald des übermaßes des letztern, und behaͤlt nur ſo viel davon zuruͤck, als zur Erhaltung der Vegetation nothwendig iſt. Lehm in ſeinem unkultivirten Zuſtande enthaͤlt ſtets einen ſtarken Antheil von jener ſonderbaren namenloſen Subſtanz, welche dem Pflanzen⸗ wuchs ſo guͤnſtig iſt und den wirkſamen Beſtandtheil der ſoge— nannten jungfraͤulichen Erde(maiden-earth) d. h. des unerſchoͤpf⸗ ten Bodens ausmacht. In keiner andern Bodenart iſt dieſe ge— heimnißvolle Subſtanz in groͤßrer Menge und von laͤngerer Dauer zu finden, als im Lehm. Zu allen dieſen guten Eigenſchaften deſ— ſelben kommt nun auch noch vorzuͤglich die, daß er ſich leicht be— arbeiten laͤßt. Ausgenommen bei hartem Froſt oder unmittelbar nach ſtarken Regenguͤſſen iſt er zu jeder Zeit gut und ohne beſon⸗ dere Anſtrengung zu pfluͤgen, zu eggen, zu ſkarriſiciren, mit der Hand, oder mit der Pferdehacke zu bearbeiten und zu walzen. Solcher Boden leidet weder von Trockenheit, noch von Naͤſſe. Wenn er, vernachlaͤſſigt, ſich mit Unkraͤutern uͤberzieht, ſind dieſe bald mit dem Exſtirpator wieder zu entfernen, und iſt er durch Mißhandlung erſchoͤpft worden, ſo laͤßt ſich ſeine Kraft ſchnell wieder herſtellen. Er eignet ſich fuͤr alle Feldfruͤchte, und fuͤr jedes Wirthſchaftsſyſtem, und bringt als Acker ſowohl, wie als Grasland dem Eigenthuͤmer und Paͤchter den groͤßten Gewinn. So iſt der Lehmboden beſchaffen; jeder Landwirth ſtrebt daher — nach 1 wenne Eineo heſonden Eine gt. decen,i künnen. derglec ſind, oder ei Augen Bäſchef in einer henutzt Dberflae denn E Anſche den vo dieſem enthalt liche: ſind in ihrer( haben, it nich auf der ſeen un deſſen ſhhon a ſteiget wachſe daß ihr worte? — ) En Val La carn Los hon p las 1 Bodenarten. 561 6 und i nach ihm; jeder thaͤtige und unternehmende bemüht ſich ſeinen Boden, 9 ge wenn er nicht ſo beſchaffen, dem Lehm moͤglichſt aͤhnlich zu machen. en ſt min Eine ſolche Umwandlung herzuſtellen iſt nicht unmoͤglich, aber nur unter dinat dice beſonders guͤnſtigen Umſtaͤnden im Großen vollkommen auszufuͤhren. und dlo li Eine große Flaͤche Sand mit Thon, eine von Thon mit Sand zu uͤber⸗ wenigt nit decken, iſt ein furchtbares Unternehmen, an das nur Wenige ſich machen iſtim udtm koͤnnen. Da es aber keinem Zweifel unterliegt, daß nach und nach ſeſe Aüa. dergleichen Verbeſſerungen doch oft mit Vortheil zu bewerkſtelligen ff die bin ſind, ſo ſollten ſie von keinem Landwirth, der einen zu ſchweren oder einen zu leichten Boden zu bearbeiten hat, ganz aus den derjenign a Augen gelaſſen werden. Die Bodenarten von entgegengeſetzter ruͤher gnnn Beſchaffenheit ſtehen nicht ſelten einander ganz nahe, und koͤnnen bung uor in einer Reihe von Jahren allmaͤhlich zu gegenſeitiger Verbeſſerung Abhämn.. benutzt werden. Und ſollte die gewuͤnſchte Erde nicht auf der e ruit ah Oberflaͤche zu finden ſein, ſo liegt ſie nicht ſelten in geringer Tiefe; von vite denn Sand und Thon ruhen oftmals aufeinander. icen zuu Ess giübt auch einen beſonders reichen Lehmboden, den man ringen in Anſchwemmungs-(Alluvions-) Boden nennt, und der ſich aus ur ſ tilwr den von Waſſerfluthen abgeſetzten Niederſchlaͤgen gebildet hat. In endig iſe li dieſem ſind viel organiſche überreſte, animaliſche und vegetabiliſche, rfirka n enthalten, die ihm eine dunkle Faͤrbung und eine faſt unerſchoͤpf⸗ e den ghue liche Fruchtbarkeit verleihen. Die darauf wachſenden Produkte dbel i ſh ſind indeſſen zwar ſchoͤn füͤr das Auge, ſtehen jedoch hinſichtlich ds mai ihrer Guͤte und Nahrungsfaͤhigkeit, wie wir bereits fruͤher bemerkt unt fui haben, denen nach, die auf trockenem Lande erzeugt werden. Dies J de iſt nicht nur in Großbritannien bemerkbar, ſondern auch uͤberall ühiein auf der bekannten Erde; ſo gibt es in Valencia, einem der reich⸗ ügnitia ſten und am beſten angebauten Theile von Spanien einen Boden, erſt li deſſen natuͤrliche Fruchtbarkeit noch durch die von den Mauren der umdie ſchon angelegten Bewaͤſſerungsanſtalten auf wundervolle Weiſe ge⸗ und dne ſteigert wird, der aber, wenn auch in ſchwelgeriſcher Üppigkeit ſiennn n wachſende, doch nur ſo wenig nahrhafte Pflanzenerzeugniſſe liefert, und zin ne daß ihr geringer Werth zu einem eben nicht ſchmeichelhaften Sprich⸗ och vun M worte Veranlaſſung gegeben hat*). Ferner gibt es auf der Inſel ziht, ſnu ni ruf n uſ ſtuu) Dieſes Sprichwort lautet: At it En Valencia la yerva es agua, In Valencia iſt das Gras Waſſer, 7, La carne es yerva, Das Fleiſch nur Gras, ie als blesde Los hombres son mugeres, Die Maͤnner ſind Weiber n. v las mugeres— nada. Und die Weiber— nichts. it ett dabe 562 Sieben und zwanzigſtes Kapitel. Martinique eine Niederung, Lamentin geheißen, deren natuͤrliche Fruchtbarkeit unuͤbertrefflich iſt. Das Zuckerrohr erreicht daſelbſt eine ungeheure Hoͤhe, der daraus gewonnene Zucker aber iſt zwar ſehr ſchoͤn weiß, allein von ſo geringer Suͤßigkeit und ſo wenig kryſtallrſirbar, daß er, uͤber das Meer gefuͤhrt, ſich zerſetzt und zum Raffiniren faſt untauglich iſt. Vom Torf wird geſagt: Wegen der großen Menge von Pflan⸗ zenuͤberreſten, die in ihm enthalten ſind, die eigentlich ſeinen Haupt⸗ beſtandtheil ausmachen, ſollte man meinen, daß er ſehr fruchtbar ſein muͤſſe; davon findet aber gerade das Gegentheil ſtatt; denn in ſeinem natuͤrlichen Zuſtande iſt er ſo unfruchtbar, daß er kaum den Namen eines Bodens verdient. Erſt durch Kunſt und zweck⸗ maͤßige Vorbereitungen iſt er in tragbares Ackerland zu verwan⸗ deln, das bisweilen, ſobald es die Konſiſtenz eines leichten Bodens erlangt hat, ſich ganz vorzuͤglich fuͤr Kartoffeln und andere Erd⸗ gewaͤchſe, auch fuͤr die leichteren Kornarten und Flachs eignet und einigermaßen dem Lehm aͤhnlich iſt. Der Torfboden hat bisweilen das Anſehen eines reichen Humusbodens und kann daher ein un⸗ geuͤbtes Auge wohl taͤuſchen; ſo lange er aber nicht durch die Zu⸗ mengung einer feſteren Erde mehr Bindung erlangt hat, bleibt er zu loſe, zu poroͤs, zu waſſerſuͤchtig und zu ſchwer auszutrocknen. Die Mannichfaltigkeit der verſchiedenen Bodenarten iſt uͤbri⸗ gens unendlich; manche, die anſcheinend von ganz gleicher Frucht— barkeit ſind, weichen in ihrer Zuſammenſetzung doch oftmals ſehr von einander ab. Einige chemiſche Kenntniſſe ſind nothwendig, um zu ermitteln, worin dieſe Verſchiedenheit beſteht; denn je ge⸗ nauer und richtiger man dieſes erkannt hat, deſto leichter wird es auch, die ſchicklichſten Mittel zu ihrer Verbeſſerung aufzufinden. Die Landwirthe erwerben ſich jedoch auch haͤufig eine ziemliche Fertigkeit in der Entdeckung der Fehler eines Bodens durch ſeine Vergleichung mit anderen, und dann erſetzt die Erfahrung den Mangel an Wiſſenſchaft. Sichere Anzeigen von einem guten Bo⸗ den gewaͤhren in der Regel der Zuſtand der Hecken und der Wuchs großer Baͤume. Zeigen jene ein kraͤftiges Wachsthum, heben ſich dieſe, namentlich Eichen und Eſchen, mit dichtbelaubten, ſich weit ausbreitenden Wipfeln in die Hoͤhe, dann iſt es ein ſehr gutes Zeichen; aus dem Gegentheil kann man aber ziemlich ſicher auf einen armen Boden ſchließen. Die manchem Boden eigenthuͤm⸗ lichen Unkraͤuter geben auch Zeugniß ſowohl von ſeiner Fruchtbar⸗ keit, als von ſeiner Armuth. Manchem Boden iſt nicht zu trauen, wenn al iine ſari Zuſtand, findet; übertiibe wider de verſeten. Wei Verbeſſer lic, daß Ganze 6 unfruchth gung und Grundſtüc ſaͤbert wor her Baſch chet u men troe zur recht lichſte D ſett und um ige bon lfo ſeinen daut ſeht fuc l ſtnt im daß er kur ſt und zue zu verwar chten Boden andere E z eignet u hat biswii daher ein w durch dee hat, bleibt szutrodkner arten iſ ürr gleichr Fuce foftmabs ſih d nohhvendi, ; denn i ge eichter wid g außzoftde eine zinit 1s durh ſir erfahrung in :m gutn de und der Vuti m, hebenſc ten, ſih wi —— — n- en iigathin iht atu Bodenarten. 563 wenn auch die Fruͤchte gut darauf ſtehen; denn dies kann durch eine ſtarke Duͤngung bewirkt worden ſein, durch die er in einen Zuſtand gekommen iſt, in dem ihn zu erhalten, Schwierigkeiten findet; ein von Natur wirklich gutes Stuͤck Land kann durch uͤbertriebenen Fruchtbau wohl erſchoͤpft ſein, es iſt aber leicht wieder durch zweckmaͤßige Behandlung in einen guten Zuſtand zu verſetzen. Wenige Bodenarten ſind ſo undankbar, daß ſie die auf ihre Verbeſſerung verwendeten Koſten nicht bezahlten, vorausgeſetzt naͤm— lich, daß dieſelben wirklich mit Einſicht darauf verwendet wurden. Ganze Strecken des aͤrmſten Sandlandes, und anderen duͤrftigen unfruchtbaren Bodens ſind durch paſſende Erdzumiſchungen, Duͤn⸗ gung und zweckmaͤßige Bearbeitung nachhaltig verbeſſert, ſo wie Grundſtuͤcke der ſauerſten Art durch Kalk, Kreide und Aſche ent— ſaͤuert worden. Nie aber ſollte man vergeſſen, daß Boden jegli— cher Beſchaffenheit, in welchem das Waſſer ſtehen bleibt, nicht eher zu Ackerland zu gebrauchen iſt, als bis man ihn vollkom⸗— men trockengelegt hat; denn ſonſt kann er nicht nur faſt niemals zur rechten Zeit bearbeitet werden, ſondern bringt auch die reich⸗ lichſte Duͤngung nicht den vollen Nutzen auf ihm. 564 Acht und zwanzigſtes Kapitel. Acht und zwanzigſtes Kapitel. Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. Soll die Oberflaͤche des Bodens mit Vortheil zum Pflanzenbau benutzt werden, ſo iſt unter allen Umſtaͤnden noͤthig, ſie von der uͤberfluͤſſigen Feuchtigkeit zu befreien. Dieſe kann durch mehre Veranlaſſungen entſtehen, durch Waſſerfluthen, überſtroͤmungen, zu Tage ausgehende und unterirdiſche Quellen, oder auch durch ſeine oͤrtliche Lage und natuͤrliche Beſchaffenheit, die ihn zur Zu⸗ ruͤckhaltung des Waſſers geneigt machen. Eindaͤmmung und Ent⸗ waͤſſerung durch Abzuͤge ſind die Mittel, das Land vor dem Schaden des Waſſeruͤberfluſſes zu bewahren. Durch Fluthen leiden alle Gegenden mehr oder weniger, am meiſten jedoch die, deren Oberflaͤche wellenfoͤrmig iſt und die ei— nen feinkoͤrnigen Lehm- oder Thonboden haben, die das Waſſer nicht leicht in ſich aufnehmen, ſondern uͤber ſich weglaufen laſſen. Anders verhaͤlt es ſich mit leichtem Sand- und Grandboden, der den Regen einſchluͤrft, faſt ſo ſchnell, wie er vom Himmel faͤllt. Eindaͤmmung von Fluͤſſen. In ſolchen Gegenden, wo ſich ein Fluß traͤge durch eine weite voͤllig ebene Wieſenflaͤche windet, iſt ſeine Begrenzung in ſeinem eignen Bette ein Gegenſtand, der viel Schwierigkeiten und Koſten verurſacht. Es wird nur dadurch moͤglich, daß man ihm ſeinen Lauf zwiſchen hoch aufgefuͤhrten Daͤmmen anweiſt und dann uͤber dieſe das dahinter ſtehenbleibende Waſſer durch Ma— ſchinen empor hebt. Dies iſt in den Marſchen von England mehrmals mit Gluͤck ausgefuͤhrt worden und ſtets zu unternehmen, wenn der Erfolg die Koſten zu decken verſpricht. V die damnun ſten aubz bett erwe Damme der Dam und dem Die Aus ſen werd wendete Thon od zu. Kei taugt das ſein, der ſchung en zm bekl ſän Vnt auf die Beſchädd einem J tigt, zu nigen d gen von wenn ei macht, ij dadurch Be danmun kleinen F ieſebe denden gen, we Erfolg W Lauf ha ſolches, Brſhäd nbeſteg dieler S Begran tel. ſerung, Flanzenba ie von der uch mehre ſadwungen auch dart ihn zur z⸗ g und Er d vor w weniger, a und diei das Wiſe aufen laſen dhoden, de mmej fäͤll durh ein grezung i wiergkeitn „daß man anweiſt ud durh N n Erglnd rterneywin Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 565 Die Faͤlle ſind nicht ſelten, wo geſchickt ausgefuͤhrte Ein⸗ daͤmmungen außerordentliche Dienſte leiſten und mit geringen Ko⸗ ſten auszufuͤhren ſein wuͤrden, blos dadurch, daß man das Fluß⸗ bett erweiterte und die ausgegrabene Erde zur Auffuͤhrung der Daͤmme benutzte. Zur Zeit von überſtroͤmungen ſind die Stellen der Daͤmme, wo das Waſſer zuerſt uͤberfließt, wohl zu merken und demnaͤchſt zu erhoͤhen, vornehmlich dem Strom aufwaͤrts. Die Ausbeſſerung und Erhoͤhung der Daͤmme darf nie unterlaſ⸗ ſen werden, und kann zu jeder Zeit geſchehen. Das dazu ver⸗ wendete Material muß von gleichmaͤßiger Dichtheit ſein; zaͤher Thon oder Lehm im trockenen Zuſtande eignen ſich am beſten da⸗ zu. Keine zerſetzbare vegetabiliſche oder mineraliſche Subſtanz taugt dazu. Die Maſſe muß dem Waſſer voͤllig undurchdringlich ſein, der Damm ſowohl innen, als außen, eine gehoͤrige Boͤ⸗ ſchung enthalten, dort mit einem dichten Raſen von Waſſerpflan⸗ zen bekleidet und am Fuße mit Steinplatten belegt werden, um ſein Unterwaſchen durch das Waſſer zu verhuͤten. Die Aufſicht auf die Daͤmme darf keinen Augenblick unterbleiben; die geringſte Beſchaͤdigung daran iſt augenblicklich auszubeſſern; ein Loch, von einem Maulwurf oder einer Ratte veranlaßt, kann, unberuͤckſich— tigt, zu großem Schaden und Koſtenaufwand fuͤhren. Das Rei⸗ nigen des Flußbettes von Geſtripp, Graͤſern und allen Anhaͤufun⸗ gen von Schutt und Sand verhuͤtet gar oft überſtroͤmungen, und wenn ein Fluß nicht die Grenze zwiſchen zwei Grundbeſitzern macht, iſt es gut, die Vorſpruͤnge an den Ufern zu entfernen, und dadurch den Waſſerablauf zu befoͤrdern. Bei großen Stroͤmen iſt es durchaus nothwendig, die Ein⸗ daͤmmung einem eignen Waſſerbauverſtaͤndigen zu uͤbertragen; bei kleinen Fluͤßchen dagegen, die oft großen Schaden anrichten, iſt dieſelbe meiſtens durch die vereinten Bemuͤhungen der dadurch lei⸗ denden Landwirthe ohne große Koſten und Muͤhe zu bewerkſtelli⸗ gen, wenn nicht, wie es haͤufig der Fall, durch Muͤhlen der Erfolg ſolcher Unternehmungen gehindert wird. Wenn ein kleiner Fluß dieſer Art einen ſchlangenfoͤrmigen Lauf hat, dann iſt es das Beſte, ihn gerade zu legen. Es iſt ſolches oft mit geringen Koſten auszufuͤhren und dadurch ſeinen Beſchaͤdigungen fuͤr immer Einhalt zu thun; nur leider oft mit unbeſiegbaren Schwierigkeiten verbunden, wenn die Grundſtuͤcke vieler Beſitzer daran liegen, die ſich dann nicht uͤber die neue Begrenzung vereinigen koͤnnen. Das Ausgraben des neuen Bet⸗ 566 Acht und zwanzigſtes Kapitel. tes erfordert wenig Geſchicklichkeit; es iſt faſt nichts dazu noͤ— thig, als Handarbeit und deren Betrag laͤßt ſich leicht berechnen nach der Groͤße des Grabens und der Beſchaffenheit des Bodens. Und wenn auch das ausgegrabene Erdreich, nach Errichtung der onr Daͤmme nicht vollkommen hinreicht, das alte Flußbett auszufuͤl⸗ Teruu len, ſo wird doch in den meiſten Faͤllen nicht viel daran fehlen, t weil man das neue jederzeit ziemlich breit machen muß; denn die— 1 ſi ſes und die gehoͤrige Boͤſchung der neuen Ufer ſind die ſicherſten fänden Mittel, dem Fluß das übertreten in das alte Flußbett zu verbie— it de ten. Dagegen wird aber haͤufig gefehlt. hanze über die Groͤße der Boͤſchung laſſen genaue Vorſchriften ſich das Bi nicht ertheilen, indem die Beſchaffenheit des Erdreichs, durch wel⸗ vid d* ches der Fluß laͤuft, viel Einfluß darauf hat; doch findet man hüuirg gemeiniglich, daß es hinreichend iſt, auf jeden Fuß ſenkrechte h 1 Waſſertiefe der ſchiefen Flaͤche der Ufer auf jeder Seite eine Laͤnge s— von 1 ½— 2 Fuß zu geben. Je groͤßer uͤbrigens die Boͤſchung, lü deſto beſſer. Überdies iſt vorzuͤglich noch darauf zu ſehen, daß aſthde das neue Rinnſal ganz glatt gemacht und rein erhalten werde, foſche um den Waſſerfluß zu befoͤrdern. Iſt ein Unternehmen dieſer Art Sden einigermaßen von Belang, dann iſt es am beſten, ſeine Ausfuͤh— üm ged rung in Accord zu geben, die Arbeiter dafuͤr verantwortlich und ich ſein verbindlich zu machen, daß ſie eine Reihe von Jahren dafuͤr ſte— aſſer hen muͤſſen. altin u Zum Beweis, wie viel nutzbares Land durch ein ſolches Un— echt, ternehmen oft mit geringen Koſten gewonnen werden koͤnne, diene uncore folgendes Beiſpiel: in der Grafſchaft Kent war bei einem Land⸗ pean gut eine Flaͤche von ſechs und funfzig Acker durch einen kleinen d Sin hindurch ſich windenden Fluß gaͤnzlich verſumpft und untauglich a 56 geworden. Dieſe wurde in eine gute Wieſe verwandelt durch das V fi dnge Geradelegen des Fluſſes, welches durch das Ausgraben eines lchag neuen Bettes von 671 Yards Laͤnge bewerkſtelligt wurde, und nicht mehr koſtete, als 74 Pfund 14 Shilling. Land von vorzuͤglicher Guͤte kann auch oft durch Eindaͤm—. mungen gewonnen werden in der Naͤhe kleiner Seebuchten, wo Vne das Ufer ſehr niedrig iſt und ſich ein reicher Alluvionsboden ab⸗ lchnung n geſetzt hat. Es gibt noch viele Stellen in Großbritannien, wo ſtalen und auf ſolche Unternehmungen bedeutende Kapitalien mit Vortheil zu drüber, verwenden waͤren. Dies iſt jedoch mehr die Sache der großen uu ri Grundeigenthuͤmer, nicht des gewoͤhnlichen Landwirths und des— d bun halb hier nicht weiter zu beſprechen. mn din pü d n litt derh t ds Bohmn Erichtug 1 zbett auizji daran fte nuß; dm i d dieſtein bbett zu hi dorſchiſte ſ hö, durc h findet m fuß ſenktt ite eine Li die Baͤſche zu ſehen, ſi rthalten ue men diefer! ſeine Aeilt ntwortlich w hren daflri ein ſolches e n könne, din ei einem ew⸗ einen klin und untuxich delt durh de lsgrabet dies t wudd, ud duch Emdur ſebuchken, u donskoden d ritannien, w it Lortfl n he de lnzen th und de⸗ Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 567 Entwäaäſſerung. Manches Stuͤck Land wird beinahe ganz untauglich zum Ackerbau durch unterirdiſche, verborgene Quellen. Dergleichen fin⸗ den ſich haͤufig, wo eine ſanft ſich neigende Flaͤche von abwech— ſelnden Lagen Sand und Thon, oder Grand und Thon gebildet iſt, die in verſchiedenen Entfernungen von einander an dem Ab⸗ hange zu Tage ausgehen. Die durchlaſſenden Erdſchichten laſſen das Waſſer ſchnell durch ſich hindurch; aber von den Thonlagen wird es aufgehalten und es bilden ſich nun in jenen Waſſeran— haͤufungen, die auf der unter ihnen befindlichen Thonſchicht fort⸗ laufen und da, wo dieſe vom Abhange zu Tage ausgeht, als Quellen hervortreten. Um ſolches Land trocken zu legen, muß man zuvor dieſe verſchiedenen Schichten, ihre Neigung und Staͤrke genau zu er— forſchen ſuchen. Durch die gluͤckliche Entwaͤſſerung ſolch naſſen Bodens erwarb ſich dder verſtorbene Elkington vornehmlich das ihm gewordene große Zutrauen und die Zufriedenheit derer, die ſich ſeiner dazu bedienten. Er bemerkte, daß dann, wenn das Waſſer durch eine der Oberflaͤche nahe gelegene Thonlage aufge— halten wurde, es nicht ſelten, um ihm Abfluß zu verſchaffen, hin— reichte, dieſe mit einem Erdbohrer oder einem eiſernen Stichel zu durchbrechen, wo es dann von der darunter befindlichen Schicht lockerer Erde aufgenommen und ſo die Trockenlegung wohlfeil zu Stande gebracht wurde. Er baute auf dieſe Entdeckung ein eignes Syſtem der Entwaͤſſerung, das großes Aufſehn erregte und meiſt einen gluͤcklichen Ausgang hatte, aber doch auch bisweilen fehlſchlug und vergeblich große Koſten verurſachte*). *) Elkington's Verfahren machte in dem letzten Decennium des vorigen Jahrhunderts ſolches Aufſehen, daß ihm das Parlament eine anſehnliche Be— lohnung verwilligte, uͤber die Anwendung ſeiner Methode Unterſuchungen an— ſtellen und Andere darin belehren ließ. Johnſtone verfaßte eine eigne Schrift daruͤber, die vom Grafen von Podewils in das Deutſche uͤberſetzt, ſchon 1799 zu Berlin erſchienen iſt unter dem Titel: über das Austrocknen der Suͤmpfe und Entwaͤſſerung kaltgruͤndiger Äcker nach Elkingtons Art.“— S. uͤber die⸗ ſen Gegenſtand Thaer's rationelle Landwirthſchaft B. 3. S. 144 ꝛc. In die⸗ ſem Werke, ſo wie in mehren neuern landwirthſchaftlichen Buͤchern iſt, uͤber die 568 Acht und zwanzigſtes Kapitel. Da Grundſtuͤcke, auf denen ſolche Quellen ſich befinden, eine ſehr wechſelnde Oberflaͤche haben, und deshalb das Waſſer auf mehren Punkten zum Vorſchein kommt, ſo ſind ſie ſelten durch einen oder zwei Abzuͤge trocken zu legen; es werden deren zu dem Ende oft mehre, zum Theil nur kurze erfordert. Bei ihrer An⸗ lage muß vornehmlich nie vergeſſen werden, daß da, wo auf der Oberflaͤche naſſe und trockene Stellen mit einander wechſeln, unter jenen eine undurchlaſſende, unter dieſen eine durchlaſſende Erdſchicht ſich befindet. Das einfachſte Mittel iſt dann, auf den feuchten Stellen Abzuͤge zu graben, tief genug, um das darin angehaͤufte Waſſer in ſich aufzunehmen, und ſolche auf die trockenen zu fuͤhren, wo dieſes dann verſinkt. Selbſt Teiche oder Tuͤmpel, die zur Viehtraͤnke nicht benutzt werden, und keinen natuͤrlichen Abfluß haben, ſind oft dadurch zu entwaͤſſern, daß man in das naͤchſte Lager von Sand oder Kreide einen Schacht oder Brunnen graͤbt, und dahin durch verdeckte Abzuͤge, die man mit Steinen oder Ziegeln ausſetzt, das Waſſer aus jenen leitet. Nicht ſelten ſind die hoͤchſten Punkte eines quelligen Grund⸗ ſtuͤkes Grand, der auf Thon ruht und die Baſis der Erhoͤhung reicher Lehmboden, der zu allen landſchaftlichen Zwecken trefflich geeignet waͤre, wenn er nicht an Naͤſſe litte. Dieſer reiche Bo⸗ den iſt nicht an ſich naß; denn es treten in ihm ſelbſt keine Quellen hervor; ſondern er wird nur durch das Waſſer, welches Anlage von unterirdiſchen Waſſerabzuͤgen(Unterdrains), die uͤberdies in vielen Gegenden Deutſchlands ſchon ſeit undenklichen Zeiten keine unbekannte Sache ſind, ſo vollſtaͤndig und umfaſſend gehandelt, daß es unnoͤthig ſchien, das in dem hier bearbeiteten engliſchen Werke daruͤber Geſagte vollſtaͤndig wiederzu⸗ geben. Nur das iſt daraus uͤber den hochwichtigen Gegenſtand, die leider noch nicht uͤberall gehoͤrig gewuͤrdigte Trockenlegung der Fluren, aufgenom⸗ men worden, was, wenn auch nicht gaͤnzlich neu, doch minder bekannt und weniger allgemein beachtet ſchien. Hier ſei nur bemerkt, daß dem Bearbeiter mehre in der neueſten Zeit gemachte Erfahrungen abermals bewieſen haben, daß durch ſolche Abzuͤge, richtig angelegt, oft mit geringen Koſten kaum Glaubliches zu bewirken iſt. In der Seite 301 bereits erwaͤhnten Encyklo⸗ paͤdie der Landwirthſchaft von Loudon iſt gleich zu Anfang des zweiten Ban⸗ des der deutſchen Bearbeitung zur Trockenlegung der Laͤndereien eine genaue und umſtaͤndliche Anleitung zu finden. Am ausfuͤhrlichſten und erſchoͤpfend⸗ ſten iſt aber neuerer Zeit dieſer Gegenſtand beſprochen in dem neueſten Werke des Herrn Profeſſors Dr. Karl Sprengel: Die Lehre von den Urbarmachun⸗ gen und Grundverbeſſerungen. Leipzig. Baumgaͤrtner 1838, von S. 8— 51. von oben dieſen un ihn on! binlingle der gößt man dant dem erſte Algemein folgende: austtitt, Wenn, n (l — eigt, au haltene; ugsgrube rechen. Du Waſſer die Dau Ange Ne nerfahren tſitd ſe nit ſich den ſic ſopfen Wird da ben, ſo Paſſere Erde et kommen nen, ſ hͤbinde, ds un ſe ſeten d en deren a ade Bä ihrr n da, wo dufde wechſeln un ſſende Enſtit uf den ſaue drin angli enen zu flhr umpel, de ürlichen Ai in das nit Grunnen gri Steinen 9. ſwelligen Gir⸗ der Erzze Zwecken tt dieſer riche d. ihm ſabſ ke Waſer, wal de uberdis intie e unbekannte er öthig ſchin wei olſtändig ni enſtand/ h bär Fluren, ant minder be i w daß dem Ban u vciax heia n Küſte err ri ve⸗ 1 g des zbei iin d. derei ien d ein tmm. dem n nuſtn a , bon 6 den e u- — Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 56 von oben unmerklich herabſickert, zu feucht erhalten. Um nun dieſen untern Theil der abhaͤngigen Flaͤche zu verbeſſern, muß man ihn von dem oberen durch einen tiefen ofſenen Graben oder einen hinlaͤnglich weiten verdeckten Abzug trennen. Dadurch iſt haͤufig der groͤßte Theil des beſſeren Landes trocken zu legen, und wenn man dann hoͤher hinauf noch einige kleinere Graͤben parallel mit dem erſten zieht, laͤßt ſich oft der ganze Abhang voͤllig entwaͤſſern. Allgemeine feſte Regeln fuͤr die Anlage von Waſſerabzuͤgen ſind folgende: 1) Dieſelben muͤſſen uͤber der Stelle, wo das Waſſer austritt, hingefuͤhrt werden; 2) ihr Gefaͤlle darf nie ſtark ſein. Wenn, wie nebenſtehende Figur 47 1 — 8 Send 5 5“— ZThon- — Jandl — I-. N me meeee zeigt, auf einer abhaͤngigen Flaͤche das durch die Thonlage aufge— haltene Waſſer bei aa zum Vorſchein kommt, und nun die Ab⸗ zugsgruben bei beb gemacht werden, ſo kann keine Quelle hervor⸗ brechen. Durch Befolgung der erſten Regel wird es moͤglich, das Waſſer abzufangen, bevor es hervortritt. Die der zweiten ſichert die Dauer eines bedeckten Abzugs fuͤr immer, wenigſtens fuͤr eine lange Reihe von Jahren. Wenn ein ſolcher, wie es haͤufig von unerfahrenen Haͤnden geſchieht, den Huͤgel gerade herabgeleitet wird, ſo entſteht ein zu ungeſtuͤmer Waſſerlauf, welcher Erdtheile mit ſich fortnimmt, und dieſe hie und da ſitzen laͤßt; dadurch bil— den ſich unſichtbare Anhaͤufungen, welche den Waſſerabfluß ver⸗ ſtopfen und eine Erneuerung der Anlage nothwendig machen. Wird dagegen den Abzugsgraͤben nur ein geringes Gefaͤlle gege— ben, ſo nimmt zwar ihre Laͤnge bisweilen bedeutend zu, aber das Waſſer laͤuft in ihnen allmaͤhlich und ohne Unterbrechung fort, keine Erde ſetzt ſich in ihnen an; ſie erfuͤllen demnach ihren Zweck voll— kommen und auf die Dauer. Da ſolche verborgene Quellen haͤufig im Sommer austrock— nen, ſo halten Viele, in der Meinung, daß der im Fruͤhjahr von m—jjjj 570 Acht und zwanzigſtes Kapitel. ihnen anzurichtende Schaden nicht ſehr bedeutend ſein koͤnne, ihre Ableitung nicht fuͤr nothwendig. Dies iſt aber blos ein Zeichen von Nachlaͤſſigkeit und Unachtſamkeit. Oft wird ein Feld im Fruͤh⸗ jahr nicht zur rechten Zeit beſaͤet, weil es, jener Quellen wegen, noch nicht abgetrocknet iſt, und dies bringt groͤßeren Schaden, als man denkt; uͤberhaupt iſt eine gute Kultur auf nicht trockengeleg⸗ ten Feldern ganz unmoͤglich. Zu Tage hervorſprudelnde Quellen koͤnnen bisweilen uͤber die Oberflaͤche des Landes hinwegrieſeln, ſie bringen aber ſelten Schaden, weil ſie gewoͤhnlich in einem ſich ſelbſt gegebenen Bette fortlaufen, oder ſich ihnen doch leicht eins geben laͤßt und man dann nur dafuͤr zu ſorgen braucht, daß dieſes immer rein erhal— ten werde. Sie kommen meiſt aus einer groͤßeren Tiefe als jene hervor, haben ihren Urſprung oft weit unter allen Stein- und Erdſchichten, die der Oberflaͤche nahe liegen, und ſcheinen, zum Theil wenigſtens, auf ganz andere Weiſe zu entſtehen. Fuͤr haͤus⸗ liche Beduͤrfniſſe hat ſolches Quellwaſſer unendlichen Werth, na⸗ mentlich fuͤr die Kuͤche, das Brauhaus und das Milchweſen; ſelbſt zum Traͤnken des Viehs hat es vor anderem Waſſer große Vorzuͤge; daher verdient deſſen Aufſuchen alle Beachtung von Seiten des Landwirths. Aber nicht nur durch Fluͤſſe, Fluthen und Quellen koͤnnen Grundſtuͤcke fuͤr ihren Beſitzer faſt allen Nutzen verlieren; auch dadurch, daß ſie das Waſſer zu lange und feſt zuruͤckbehalten, theils in Folge ihrer Grundmiſchung, theils wegen Mangels an Abzug, weil ſie ganz eben liegen. Die fruchtbarſten Laͤndereien Großbritanniens bildet der in Thalgruͤnden angehaͤufte Alluvionsboden. Seine Erdtheilchen ſind ſo fein und deren Bindung ſo feſt und innig, daß kein Waſſer in ihn eindringen kann; ſeine Oberflaͤche quillt daher bei feuch— tem Wetter, oder ſelbſt nach heftigen Regenguͤſſen, wie ein Schwamm auf und da ſie nirgends hin ein Gefaͤlle hat, bleibt nun das Waſſer laͤnger in ihr zuruͤck, als es fuͤr das Wachsthum des Graſes und das Gedeihn des darauf weidenden Viehes gut iſt. Dazu kommt noch, daß bei der Beweidung in ſo feuchtem Zuſtande das Großvieh Vertiefungen hineintritt, in welchen ſich ungeſundes Waſſer verſammelt, das darauf gehenden Schafen nicht ſelten den Tod bringt, das uͤberhaupt noch manche andere Unbequemlichkeiten fuͤr den Beſitzer ſolchen Landes daraus ent⸗ ſtehen. V . Es iſt gutm geingen gel doh ein breit Jliche g ben obet fernung nach den zwoͤlf F macht. Graben, Eeiten di ief durch Stätke u ie üne ſticht me dem Sp der gan⸗ ſchmaler Bei der he ochenen egt, un zasfült ſän kümne, bos in git n näai in Fi Qw. len we dagn ſen Stide den, 4 ſict mänge biswän iür ꝛgen aber ſinn gegebenen Be laͤßt und m mer rein ai Tiefe alse en Stein⸗ ſcheinen,; den. Fur ha. hen Werth, as Milchwit em Waſſer i Beachtung Dul korne 7 verii ä3 3 1 zur rickbehe gen Nang 1 ns bidet d Erdtheilhenſ daß ken Aſt daher ba ſ güſſen, 4 ffälle hat, das nte nden Vih g in ſo ft a⸗ in welchen thenden tt 4 h mandh 7 des dund d Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 571 Wie iſt aber ſo ganz flach liegendes Land zu entwaͤſſern?— Es iſt ſolches zwar nicht leicht, aber doch ſchon mehrmals mit gutem Erfolg ausgefuͤhrt worden. Einigen, wenn auch noch ſo geringen, kaum merklichen Fall hat eine ſolche Flaͤche in der Re— gel doch. Iſt dieſer ermittelt, dann wird an ſeiner tiefſten Stelle ein breiter Auffangegraben gezogen, und iſt die zu entwaͤſſernde Flaͤche groß, ſo macht man noch zwei bis drei andere ſolche Graͤ— ben oberhalb des erſteren parallel mit und in verſchiedener Ent— fernung von ihm. Sind dieſe vollendet, ſo werden von dem obern nach dem tiefern Ende jeder dadurch gebildeten Abtheilung ſechs bis zwoͤlf Fuß von einander entfernte kleine verdeckte Abzugsgraͤben ge— macht. Dabei verfaͤhrt man folgendermaßen: Nachdem man den Graben einen Fuß breit gerade abgeſteckt hat, wird auf beiden Seiten die Raſennarbe mit einem ſcharfen Werkzeuge, vier Zoll tief durchſtochen; hierauf hebt man dieſelbe in Stuͤcken von dieſer Staͤrke und beliebiger Laͤnge heraus und legt ſie regelmaͤßig auf die eine Seite zu nachmaligem Gebrauch. Iſt dies geſchehen, ſo ſticht man einen Streifen Erde aus dem blosgelegten Grunde mit dem Spaten aus und eroͤffnet auf dieſe Weiſe einen Graben in der ganzen abgeſteckten Laͤnge, der hierauf vermittelſt eines noch ſchmaleren Werkzeuges noch um einen Stich tiefer gemacht wird. Bei der Anwendung des letztern laͤßt man auf jeder Seite einen kleinen Vorſprung ſtehen, auf den man hernach die zuerſt ausge⸗ ſtochenen Raſenſtreifen mit der Narbe nach unten ſorgfaͤltig auf⸗ legt, und dann den uͤbrigen Raum mit der lockeren Erde vollends ausfuͤllt, wie Figur 48. A. zeigt. Offene Graͤben auf Grasland tragen, ebenfalls viel Waſſer abfuͤhrend, zum Trockenlegen mit bei, ohne viel Raum wegzuneh— men, ſobald es nicht noͤthig iſt, ſie tief zu machen. Sie koͤnnen I. 37 572 Acht und zwanzigſtes Kapitel. vermittelſt eines gewoͤhnlichen Pfluges in zwei Zuͤgen, einen hin und einen wieder zuruͤck, angefertigt werden; beſſer eignet ſich je— doch dazu ein zu dieſem Behuf beſonders gefertigter Grabenpflug mit zwei Streichbretern, welcher einen regelmaͤßigen dreieckigen Graben, wie Figur 48 B zu ſehen, auswirft, deſſen Seitenwaͤnde ſich nachher vermittelſt einer eignen, an einen Karren anzubrin— genden Vorrichtung feſtdruͤcken und glaͤtten laſſen. Dieſelbe(ſiehe Figur 48. C) beſteht aus einem an einer Radfelge von ſechs Zoll Breite angebrachten kegelfoͤrmigen Anſatz von Holz, der mit eiſer⸗ nen Baͤndern und Klammern rings um jene feſtgemacht iſt. Ein ſo zugerichtetes Rad wird an einen gewoͤhnlichen zweiraͤdrigen Karren geſteckt, und wenn man es nun genau, die Pferde an⸗ treibend, in dem aufgeſchlitzten Graben gehen laͤßt, ſo druͤckt es deſſen Seitenflaͤchen gleichmaͤßig nieder. Die Seite des Karrens, auf welcher das Rad ſich befindet, muß jedoch belaſtet werden, um ſeinen Eindruck zu verſtaͤrken; das Rad auf der andern Seite dagegen, das dem Karren nur zur Stuͤtze dient, darf nicht ein⸗ ſchneiden. Wenn die Beſchaffenheit des Bodens ſehr eng neben— einander laufende Graͤben erfordert, ſo koͤnnen zwei ſo eingerichtete Raͤder an einer Axe umlaufen, deren Laͤnge der Entfernung der Graͤben entſpricht, wo dann der Zweck noch vollkommner erreicht wird. Die Vortheile dieſes Verfahrens beſtehen hauptſaͤchlich darin, daß dadurch nicht nur ein feſter Einſchnitt in den Boden gemacht wird, der dem Waſſer einen freien Abzug waͤhrend des Winters verſtattet, ſondern auch dieſe kleinen Graͤben im naͤch⸗ ſten Fruͤhjahr ſo zuwachſen, daß durch ſie nichts fuͤr die Weide und die Senſe verloren geht. Auch ſind ſelbige uͤberaus leicht im Stand zu erhalten, da zwei Pferde und ein Mann in einem Tage leicht und bequem auf zehn bis zwanzig Ackern Wieſe das Aufraͤu⸗ men ſolcher Graͤben beſchicken koͤnnen. Nur haben alle offenen Graͤben das wider ſich, daß ſie den Schafen leicht gefaͤhrlich werden. Dieſes zu vermeiden, hat man auch noch ein anderes Ver⸗ fahren, Grundſtuͤcke der angezeigten Art trocken zu legen, erfun— den, indem man ſie vermittelſt eines ſogenannten Maulwurfs⸗ pflugs mit unterirdiſchen Abzuͤgen verſieht. Ein Pflug dieſer Art iſt 6 algebide en von ohlgehä en ſt aber ſpi eiſen,h dens we it ſchw an man hen. S beichter 4 Se inen Fl ſtichtr far in d nachfallen läͤten des ih Pun de Sei einlaſſen ſchärſten offen zu mittelbar ſicern u daſ man indiſſn, Scodung erlichen In, ana i agne ſih er Gubagf gen deiicin n Säitenvind arten gtzuürir Diſlbe(e von ſchz al „der mi iſe⸗ macht iſ, En en zweirdein die Pfedde on , ſo drüch des Kara elaſtet wen tandern Et daf richt i ehr eng nie ſo eingeitt Entfernung d ommner errit n hauptſaht in den Beig g wahrad d raben in nih⸗ für de Va zeraus leittin in einem To ſe des Aufri en all offn acht grfährt in anderes Ur a lagen, ei ten Malluu in fu i Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 573 Figur 49. AG 4—, Le. abgebildet, und beſteht aus einem ſtarken Pflugbaum mit Ster⸗ zen von gewoͤhnlicher Form. Der Wuͤhler beſteht aus einem wohlgehaͤrteten kegelfoͤrmigen Schar von Gußeiſen B, das an ſei⸗ nem ſtaͤrkſten Ende ungefaͤhr 3 Zoll im Durchmeſſer haͤlt, vorn aber ſpitzig und vermittelſt eines breiten Stieles von Schmiede⸗ eiſen, hinten einen Zoll ſtark und vorn zum Zerſchneiden des Bo— dens wohl geſchaͤrft, in dem Baum befeſtigt iſt. Das Sech C i*ſt ſchwaͤcher, ſchneidet mit jener Schaͤrfe in einer Linie und iſt an manchen Pfluͤgen durch eine Stemme mit dem Schar verbun⸗ den. Dies iſt aber nicht rathſam, weil bei dieſer Einrichtung leichter Stopfungen eintreten, als wenn ein Raum zwiſchen Schar und Sech bleibt. Mit dieſem Werkzeug arbeitet man ungefaͤhr einen Fuß tief im Untergrunde hin; nach den Umſtaͤnden etwas ſeichter oder tiefer, indem man Schar und Sech hoͤher oder tie— fer in dem Baum ſtellt. Iſt der Boden ein recht bindender, nicht nachfallender Thon, ſo werden dadurch foͤrmliche Roͤhren zum Ab— leiten des Waſſers gebildet, die jedoch nur das von einem hoͤhe— ren Punkt kommende, nach einer tieferen Stelle fuͤhren, das von den Seiten eindringende durch ihre feſtgeſchliffenen Waͤnde nicht einlaſſen wuͤrden, wenn ſie nicht durch das Sech und den ge— ſchaͤrften Scharſtiel oben einen Schlitz erhielten, den man dadurch offen zu erhalten ſuchen muß, daß man Strohbaͤnder oben un— mittelbar unter der Narbe hineinlegt, welche das Waſſer durch— ſickern und das Gras uͤber ſich geſchloſſen wegwachſen laſſen, ſo daß man gar nichts von der Arbeit bemerkt.— Dieſer Pflug muß indeſſen, wenn die mit ihm gemachten Roͤhren das Waſſer ohne Stockung abfuͤhren ſollen, ganz eben gefuͤhrt werden. Um dies zu erleichtern, hat man ihm auch Raͤder gegeben, wie 37* Acht und zwanzigſtes Kapitel. Figur 50 wLX zu ſehen iſt, von denen das hintere A eine eiſerne Scheibe, mit ganz ſcharf ſchneidendem Rande von 1 Zoll Staͤrke in der Mitte und von 18 Zoll Durchmeſſer, das vordere aber eine kleine ſechs Zoll breite Walze iſt. Beide koͤnnen, wie das Schar, hoͤher und tiefer geſtellt werden. Dieſer Pflug arbeitet vollkommener, erfordert aber, wie der vorige, ein ſo ſtarkes Geſpann, nie unter ſechs und wohl bis zehn Pferde, daß dadurch ſeine Anwendung ſehr koſtbar wird, und man ſich ſchon mehrmals bewogen geſehen hat, zu ſeiner Fortbewegung von einer Winde Gebrauch zu ma— chen, die auf dem Grundſtuͤck aufgerichtet wird, welches auf dieſe Weiſe entwaͤſſert werden ſoll. Das eine Ende eines Seiles wird an dieſer an dem Ausgang des Abzugs aufgeſtellten Winde, das andere an dem am Anfange dieſes Abzugs eingeſetzten Pflug be— feſtigt, und dann vermittelſt Menſchen- oder Pferdekraft auf jene gewunden, dadurch aber der Pflug nachgezogen. Wenn man dem Schwengel, an dem das Pferd zieht, eine Laͤnge von 15 Fuß gibt, dann iſt ein einziges zur Fortbewegung des Pfluges ausrei⸗ chend und im Stande, die Abzuͤge auf 2 ¼ bis 4 Acker zaͤhen Thonboden zu verfertigen, je nachdem ſie weit oder eng gelegt werden. In Eſſex wendet man haͤufig mit Erfolg einen noch groͤße⸗ ren und ſchwereren Maulwurfspflug an, der erſt dann eingeſetzt wird, nachdem man mit einem gewoͤhnlichen Pfluge eine Furche, gleichſam zur Bahn vorgezogen hat, und bis zwanzig Pferde er— fordert, wenn der Abzug 18 Zoll tief werden ſoll. Dieſes ſtarke Geſpann iſt deshalb nothwendig, weil man, um das Zertreten des Bodens zu vermeiden, von dieſem Inſtrumente nie eher Gebrauch macht, als bis derſelbe vollkommen ausgetrocknet iſt. Die damit angefertigten Abzuͤge behalten ihre Wirkſamkeit mehre Jahre hin⸗ durch, und es gibt Leute, die bis 250 Acker Land auf dieſe Weiſe entwaſſ Es kan gevinſe Pzige jädes A ſeht lan Ei und ihr mer das mittelſt nach de das Ga anzufert nen, und Auf lich ba wit bin Grund, mehr Steine Steller und ei bleiben Nachth J & Boden lich lar halten ben in ihnen ſ dnande Att du fen zu nen n Fuß u Ibthei von e 9 bei ihn Luflüſ eiſenne Scei Staͤrke in i aber eine kir s Schar, hi vollkommen vann, vie in ane Anwende bewogen gei hebrauch zu me welches auf d ines Säiles di ſten Winde, d ſſetten Nu „ erdekraft u ln Wenn mnn di ge von i Pfluges duar oder eng g— nen nodh gis t dann eigſt luge eim Su rarzg Jftn l. Diſo ſan das Jart nie cher üa Di dami mäh aün ſe . 6 daf iſ B Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 575 entwaͤſſert haben; dreißig Acker wurden in zwei Tagen fertig. Es kann die Anwendung dieſer Pfluͤge indeſſen doch nur dann den gewuͤnſchten Erfolg herbeifuͤhren, wenn die damit zu fertigenden Abzuͤge ſehr nahe an einander gelegt werden; denn auf einer, faſt jedes Abhangs entbehrenden Flaͤche laͤuft das Waſſer in ihnen nur ſehr langſam ab. Eine ſo gelegene Wieſe ſo tragbar, wie moͤglich zu machen, und ihre Entwaͤſſerung ſpaͤterhin zu erleichtern, bleibt jedoch im⸗ mer das beſte Mittel, ſie umzubrechen, und ihrer Oberflaͤche ver⸗ mittelſt des Pfluges eine ſchickliche Form zu geben. Man nimmt nach dem Umbruch zwei bis drei Koͤrnerfruͤchte von ihr, legt dann das Ganze in wohlgerundete Beete, deren Ausackerfurchen den anzufertigenden unterirdiſchen Waſſerabzuͤgen zur Richtſchnur die⸗ nen, und beſaͤet es wieder mit perennirenden Graͤſern. Auf die bis jetzt angegebenen Weiſen verfaͤhrt man gemeinig⸗ lich bei der Entwaͤſſerung und Verbeſſerung einer Wieſe oder Weide mit bindendem Boden, die von oberflaͤchlichem Waſſer leiden; bei Grundſtuͤcken dieſer Art, die einen durchlaͤſſigeren Boden und mehr Fall haben, macht ſich die Sache ungleich leichter. Mit Steinen ausgeſetzte unterirdiſche Abzuͤge, die an den niedrigſten Stellen in ziemlicher Entfernung von einander angelegt werden und einen freien Ausgang erhalten, leiten in der Regel das ſtehen⸗ bleibende Waſſer von ihnen ſo vollſtaͤndig ab, daß dadurch kein Nachtheil entſtehen kann. Torfgruͤnde kommen bei der Entwaͤſſerung Wieſen mit feſtem Boden ziemlich gleich. In letztgenannten bleibt das Waſſer ziem— lich lange Zeit in der Oberflaͤche gleichmaͤßig vertheilt, und jene halten es in ihrem faſerigen Gefuͤge feſt. Zahlreiche kleine Graͤ⸗ ben in geringen Entfernung von einander fuͤhren das Waſſer aus ihnen ſicherer und vollſtaͤndiger ab, als große, breite, weiter von einander entfernte. Am beſten bleibt es jedoch, Laͤndereien dieſer Art durch mehre offene Graͤben, die auf Torfgruͤnden leichter of⸗ fen zu laſſen ſind, als auf Boden anderer Art, weil ſie auf ih— nen nicht ſo leicht einſchießen, und zu dieſem Behufe oben vier Fuß und an der Sohle etwas uͤber einen Fuß weit ſind, in groͤßere Abtheilungen zu bringen, und dieſe mit kleineren vier bis fuͤnf Fuß von einander entfernte verdeckten Abzuͤgen zu durchſchneiden. Naſſes Sandland iſt am ſchwierigſten trocken zu legen, weil bei ihm der ganze Untergrund ſich gleichſam in einem Zuſtand der Aufloͤſung befindet, und kein darin angebrachter Graben ſtehen 4 576 Acht und zwanzigſtes Kapitel. bleibt, ſelbſt wenn man denſelben auf irgend eine Weiſe zu befe⸗ ſtigen ſucht. Das ganze Thal, wo ſich naſſes Land dieſer Art befindet, gleicht einem See, mit reinem Sand ausgefuͤllt, der ſich zwei bis drei Fuß uͤber das Waſſer erhebt. Die Raſennarbe, welche darauf ſich bildet, iſt zaͤhe und geeignet, leichte Wagen und Thiere zu tragen; aber nur Waſſerpflanzen gedeihen auf ſol— chen Grundſtuͤcken. Daß dieſelben nur da zu finden ſein koͤnnen, wo es dem Waſſer an einem natuͤrlichen Abfluß fehlt, iſt natuͤr⸗ lichz und deshalb ſind ſie auf keine andere Weiſe trocken zu le⸗ gen, als daß man auf der naͤchſtliegenden Stelle feſten Bodens einen Schacht bis zur erſten Lage durchlaſſender Erde oder Kreide eintreibt und dahin das Waſſer von ihnen leitet. Die Koſten ei⸗ nes ſolchen Unternehmens ſind allerdings bedeutend, und daher zuvor wohl zu berechnen; allein es gibt kein anderes Mittel, zum Zweck zu gelangen. Sonſt gutes Ackerland, ſelbſt wenn es huͤgelig gelegen, erfor— dert dennoch oftmals unterirdiſche Abzuͤge, ſobald ſein Untergrund ſo feſt iſt, daß er das Waſſer nicht eindringen laͤßt. Ihre An— fertigung iſt nicht ſchwierig. Oft reicht es hin, eine tiefe Furche mit dem Pflug zu ziehen, indem man denſelben einmal hin und wieder zuruͤckgehen und ſo einen Erdſtreifen rechts und einen links werfen laͤßt. Die dadurch entſtandene Vertiefung wird vermittelſt eines keilfoͤrmigen Inſtruments noch groͤßer gemacht, mit Stroh oder Stoppeln ausgefuͤllt und wieder zugedeckt. Solche Abzuͤge dauern wohl zehn bis zwoͤlf Jahre, reichen aber nicht aus, wenn das Land mehr an Waſſer leidet und minder abhaͤngig iſt. Iſt daſſelbe ſehr flach, ſo muß bisweilen die Richtung der Abzuͤge durch die Waſſerwage ermittelt werden; in den meiſten Faͤllen reicht jedoch das Auge zur Entdeckung der Neigung hin. Darauf iſt indeſſen große Sorgfalt zu verwenden; denn werden die Ab⸗ zuͤge in einer falſchen Richtung angelegt, ſo ſtockt in ihnen das Waſſer und ſie zerplatzen gleichſam zum großen Nachtheil des Ackers; vorzuͤglich iſt auch darauf zu ſehen, daß die Sohle der⸗ ſelben immer gleichmaͤßig ſich neige, um dem Waſſer durchgaͤngig gleichen Abfluß zu verſchaffen. Ferner ſollten ſie ſtets die Beete durchſchneiden, nie parallel mit den Furchen laufen, weil ſie ſonſt bei dem Pfluͤgen leicht durch den Fußtritt der Thiere beſchaͤdigt werden. Gleicherweiſe iſt es von Wichtigkeit, wo moͤglich jeden einzelnen fuͤr ſich in den Hauptgraben muͤnden zu laſſen, ihr Kreuzen und Zuſammenlaufen zu vermeiden, weil ſie in dieſem Fale inande viſſru bringt Köſten. bon ei hängt dürfen ſen; tragen mehr meiſten entſuee dens, häufig D bhachte Äbzug rade o henden Der men vollend Verfer Hand, ZollL unten, 1-2 84 wigfü d A Raſennrd, liche Vom eihn af ſ den ſi üma , nt trocen zu l⸗ ffſten Aher ede oder Ani Die Koſtin d, und dat 5 Mittel, zu gllegen, erſe ſin Untergru⸗ ßt. Ihre N ine tüfe zut inmal hin m und einen lit wird vermiteit ht, mit Ett Solche Ahig icht aus, vmn zngig ii. N ng der Ahi meiſten Fäll hin. Oatu erden die A. in ihnen di Nachthell de de Sohle de ſer durchin ſtets di Bis , wel ſi i thiere beſtide e mägiihn zu Un, ſien diſe Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 577 Falle ſich leichter verſtopfen. Dann muͤſſen ſie auch ſo nah an⸗ einander und ſo tief angefertigt werden, daß ſie eine voͤllige Ent— waͤſſerung herbeifuͤhren, denn jede theilweiſe Operation dieſer Art bringt wenig Nutzen und verurſacht nur vergeblich weggeworfene Koſten. Es laͤßt ſich daher fuͤr die Entfernung, in welcher ſie von einander anzulegen ſind, keine beſtimmte Regel angeben; ſie haͤngt von den Unſtaͤnden ab. Iſt der Boden ſehr zaͤhe, dann duͤrfen ſie oft nicht uͤber 18— 30 Fuß von einander entfernt ſein; auf ſandigem dagegen kann ihre Entfernung weit mehr be— tragen; es gibt Lagen, wo ein einziger tiefer Abzug dieſer Art mehr wirkt, und ungleich weniger koſtet, als viele kleine. Die meiſten Fehler, welche bei Entwaͤſſerungen dieſer Art vorkommen, entſtehen aus einer unrichtigen Beurtheilung des vorliegenden Bo⸗ dens, und in einer uͤbelangebrachten Sparſamkeit, die nur zu haͤufig ihre unvollkommene Ausfuͤhrung veranlaßt. Das gewoͤhnlichſte Verfahren, das man bei ihrer Anlage be⸗ obachtet, iſt folgendes: Nachdem die Richtung des beabſichtigten Abzugs beſtimmt iſt, wird dieſelbe mit Pfloͤcken vollkommen ge— rade abgeſteckt, und hierauf durch einen hin und wieder zuruͤckge⸗ henden, eine tiefe Furche auswerfenden Pflug genau bezeichnet. Der Theil der Ackerkrume, welcher auf dieſe Weiſe nicht vollkom— men herauskommt, wird mit gewoͤhnlichem Spaten und Schaufel vollends auf die Seite gebracht. Dann nimmt man die fuͤr die Verfertigung ſolcher Abzuͤge eigens beſtimmten Werkzeuge zur Hand, naͤmlich erſtens einen wohlgehaͤrteten Spaten von 12— 14 Zoll Laͤnge, 4— 5 Zoll Breite oben und 2— 3 Zoll Breite unten, und zweitens einen dergleichen von 3 Zoll Breite oben, 1—2 Zoll Breite unten und 15 Zoll Laͤnge; S. Figur 51 aa. 578 Acht und zwanzigſtes Kapitel. Minder im Gebrauch, aber die Arbeit erleichternd ſind ein Schabe⸗ eiſen mit einem 4— 6 Zoll breiten Tritt, ſ. Figur 51 b. und ſchaufelfoͤrmige, wie ein Schwanenhals gebogene hohle Hacken, die nicht breiter, als der ſchmalſte Theil des zweiten Spatens und an einer langen Handhabe befeſtigt ſind. Figur 51 c. Durch einen Stich mit dem erſten Spaten und einen darauf folgenden mit dem zweiten wird nun ein keilfoͤrmiger Graben von etwa 30 Zoll Tiefe, oben 10— 12 Zoll und unten 1½— 2 Zoll breit, ausgeſtochen, und derſelbe durch die anderen Werk— zeuge an ſeinen Seitenwaͤnden glatt und von jedem hineingefalle⸗ nen Erdbrocken rein gemacht. Je ſchmaler die Abzuͤge an der Sohle ſind, deſto mehr leiſten ſie. Sie werden dann 8— 10 Zoll hoch mit von Blaͤttern befreitem Reißholz(am beſten von Eichen, Eſchen und Weiden) angefuͤllt, und auf dieſe Fuͤllung mit aus Stroh geflochtenen Baͤndern feſt belegt, mit der Vorſicht, daß kein klares Erdreich mit hineinrolle. Hierauf wird der ganze Graben vollends mit Erde zugeſchuͤttet, von der man die erſte Lage maͤßig feſt tritt, das uͤbrige aber nur locker hineinwirft. Die Fuͤllung muß gleich nach Vollendung des Grabens geſchehen, damit die Seitenwaͤnde nicht nachſchießen, und niemals ſollte die Arbeit bei Froſtwetter unternommen werden. Auf dieſe Weiſe verfaͤhrt man in Eſſex, Suffolk, Norfolk und den meiſten mittleren Grafſchaften; ies leidet indeſſen keinen Zweifel, daß bisweilen die Graͤben tiefer ſein ſollten und nicht ſelten ihre beſte Ausfuͤllung aus Steinen beſteht, weil dadurch die Dauer und Wirkſamkeit der Abzuͤge viel groͤßer wird. Dann iſt es aber freilich nothwendig, ſie tiefer und breiter zu machen und ſie bis zu einer Hoͤhe von 18 Zollen anzufuͤllen, was die Koſten ihrer Anfertigung allerdings bedeutend vermehrt. Am beſten dazu eignen ſich ganz glatte Steine von maͤßigem Umfange, z. B. große Kieſel oder grober Grand; ſie muͤſſen aber vor ihrem Ge— brauch von jeder anhaͤngenden Erde befreit und laͤngs des ausge— worfenen Grabens angefahren werden. In Ermangelung der Steine wendet man auch mit gutem Erfolg eigens dazu angefer— tigte gewoͤlbte Ziegel an, die 13— 14 Zoll lang ſind, und ei— nen Bogen von 3 Zoll Weite und 4 Zoll Hoͤhe beſchreiben, um dem Waſſer einen Durchgang von 3 Zoll Weite und 4 Zoll Hoͤhe zu verſchaffen. Die Graͤben duͤrfen zur Anwendung der Ziegel nur ſo weit gemacht werden, daß dieſe gerade hineinpaſſen, und nicht tiefer, als nothwendig iſt, ſie vor Beſchaͤdigungen zu ſchützen, 44 und dem Pirer d Woeiſ git zur galgt ſi auf gedech zwiſchen: wenn die ſchließen das Waſ ren daher geſetten, ſi 10— ſend Etüc dert und! Koſten, fut diſe ling bere Land 3 gefertite ſten Fall 1. 13 Pfun berechnen Noc chen Geg wendbar Tife ge Holz vor alze, o Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 579 ſind ei 8 Fin Shi und dem Waſſer einen regelmaͤßigen Abfluß zu verſchaffen. Im e hatle Pu Winter oder zeitig im Fruͤhjahr, wo die Feuchtigkeit einen ſichern meam 1 Wegweiſer fuͤr die Anlage der Graͤben abgibt, iſt die ſchicklichſte b1 e, T Zeit zur Anlage ſolcher Abzuͤge. Sobald, als die Ziegel hinein⸗ und eimn gelegt ſind, wird ein wenig Stroh oder nichtsnutziges Gras dar⸗ ie G araf auf gedeckt, damit kein klares Erdreich durch die Zwiſchenraͤume din in zwiſchen den Ziegeln hindurchfalle und den Abzug verſtopfe; denn hanhen wenn die Ziegel auch noch enger aneinandergelegt werden, ſo en bin 3 ſchließen ſie doch nie ſo dicht, daß nicht Luͤcken blieben, durch die eMhi das Waſſer freien Abfluß findet. Die ſo gefertigten Abzuͤge fuͤh⸗ dülge m i ren daher daſſelbe ſo vollſtaͤndig ab, wie die mit Feldſteinen aus— dam 8-1 geſetzten, und wenn das Grundſtuͤck nicht ſehr feucht iſt, genuͤgt es, am beſten in ſie 10— 12 Yards weit von einander entfernt zu machen. Tau⸗ ditſe Fülln, ſend Stuͤck Ziegel werden gewoͤhnlich auf einen Acker Land erfor⸗ t der Lrrſt dert und koſten im Durchſchnitt 2 Pfund Sterling; die uͤbrigen widd der g„u. Koſten, Grabenziehen, Fuhrlohn, Legen der Ziegel ec. laſſen ſich man die iſ fuͤr dieſe Menge auf 1 Pfund 5 Shilling bis 1 Pfund 10 Shil⸗ ket hininyn ling berechnen. Demnach wuͤrden zur Entwaͤſſerung eines Ackers abens geſchehn Land 3— 3 ½ Pfund Sterling erfordert. Die mit Steinen an⸗ jemals ſollen gefertigten Abzuͤge koſten dagegen auf dieſer Flaͤche im gluͤcklich⸗ ſten Falle mindeſtens 4 Pfund Sterling, aber auch bisweilen bis uffolk, Ati 13 Pfund und moͤchten ſich im Durchſchnitt auf 5— 7 Pfund indeſſn kinm berechnen laſſen. llten und nitt Noch iſt einer Entwaͤſſerungsart zu gedenken, die in man— veil dadurh di chen Gegenden vorkommt, aber nur auf ſtrengem Thonboden an⸗ ird. Dun ſt wendbar iſt. Nachdem zuvoͤrderſt ein Graben in der verlangten zu⸗machen und Tiefe gezogen iſt, werden mehre mit Ketteln verbundene Stuͤcke vas die Koftn Holz von ſechs bis acht Zoll Durchmeſſer und entweder wie eine in beſten da Walze, oder wie ein Keil geſtaltet, hineingelegt, S. fange, z. B. ln h e Fi g ur 52. igs des ausge nangelung de dazu angefe⸗ ſind, und ii ſſchreben, un d 4 3ol HA 1 ng de äi mit Erde bedeckt und dieſe daruͤber feſtgerammelt. Iſt dieſes ge⸗ anyaſin nd ⸗ ſchehen, ſo zieht man vermittelſt eines daran befeſtigten Strickes en ſülben, die Hoͤlzer ein Stuͤck vorwaͤrts, verfaͤhrt damit wie vorhin und ] 580 Acht und zwanzigſtes Kapitel. ſetzt das Geſchaͤft alſo fort bis der ganze Graben zugedeckt iſt. Es wird dadurch gleichſam ein gewoͤlbter Gang gebildet, der dem Waſſer Abzug verſtattet; man muß ihn aber an ſeinem Ausgang mit einem Gitter ſchließen, um das Hineinkriechen von Thieren zu verhuͤten. Auch duͤrfen ſich nicht mehre ſolche Roͤhren durch— ſchneiden und niemals ſollten ſie in einem rechten Winkel auf dem Hauptableitungsgraben ſtoßen, ſondern gegen ihr Ende hin etwas nach dieſem hin in der Richtung ſeines Falles gekruͤmmt werden. Wenn das Feſtrammeln des uͤber die Form geworfenen Thones geſchickt gemacht worden iſt, leiſten dergleichen Abzuͤge mehre Jahre hindurch ſehr gute Dienſte. Auch gewaͤhren ſie den gro— ßen Vortheil, daß ſie blos Handarbeit, keine Auslagen fuͤr Ma— terial und Fuhrlohn verlangen, daher ſehr wenig koſten. Ein Gutsbeſitzer in Glouceſterſhire ließ waͤhrend vier Jahren ſolche Ab— zuͤge in einer Strecke von 300 Meilen anfertigen, und berechnet die Geſammtkoſten derſelben zu 1 ½¼ Pence pro Yard. Dieſe ſtei⸗ gen und fallen jedoch nach der Tiefe und Breite der Graͤben. Auch Herr Osborne verſichert in den Schriften der Bath-Socie⸗ taͤt, B. 15. S. 67, daß er in ſieben Jahren uͤber 30,000 Rods ſolcher Abzuͤge angelegt, und ſein Gut dadurch ſo verbeſſert habe, daß er jetzt 800 Schafe den Winter hindurch mit Turnips ernaͤh⸗ ren koͤnne, die ſonſt in ſeinem Boden verfaulten. Sehr viel traͤgt auch oft zur Trockenlegung eines Bodens bei, wenn man einem gewoͤhnlichen Pflug, der einen Erdſtreifen zur vollen Tiefe der Ackerkrume umgeworfen hat, einen Pflug ohne Streichbret unmittelbar in der von jenem gezogenen Furche hin gehen und damit den Untergrund bis zu einer Tiefe von 16—18 Zollen aufwuͤhlen laͤßt. Herr Smith in Dranſton hat zu dieſem Behuf einen beſondern Pflug erfunden.(Serſelbe iſt nichts, als ein ſtarker und zweckmaͤßig gebauter Haken mit ſpitzem Schar ohne Streichbreter und ohne Vordergeſtell, dafuͤr mit gekruͤmmten Baum und der Anſpannungsweiſe der Schwingpfluͤge). Große Strecken feuchten thonigen Bodens ſind auch dadurch mit Erfolg trocken gelegt worden, daß man dieſelben in parallele Abtheilungen von ſechzig Fuß Breite gebracht, dieſelben durch Furchen von drei Fuß Weite von einander getrennt und ihnen vermittelſt der aus den letzteren gehobenen Erde eine regelmaͤßige ſanfte Woͤlbung gegeben hat, auf deren Abhaͤngen ſich ſaͤmmtliche Feuchtigkeit nach den Furchen herabzieht, die ſelbige weiter fuͤhren. Zum Transport der Erde aus den Vertiefungen, um die regelmaͤßi⸗ ge Vl Vorhel weitr nie der Sii Schriften hier zu u Thaet in wirthſchaf ſeinem ol chungen“ Aus folgende, De jiderzeit m 5 die uch zt Land iſt trocken z ſie zuſam die, hinle Ma witth ſer dber der chiedenan en ſich tragen w Das agge von Somn ſß gleich Wer hiit iſ, bewirken gen ſo o ſih bezal den weni und ine dütene und ſein dſt Von der Eindaͤmmung und Entwaͤſſerung. 581 1 Seat dägaei gen Woͤlbungen hervorzubringen, hat man ſich dabei mit beſonderm rſien en Vortheil des Moldbrets bedient. Dieſes Inſtrument, eigentlich then inn 8 weiter nichts, als eine große von Pferden gezogene große Schaufel te ürn oder Schippe, findet ſich in mehren deutſchen landwirthſchaftlichen en Vril Schriften beſchrieben und abgebildet. Daher war dies um ſo eher r Ende. är. hier zu unterlaſſen. Schwerz in ſeiner belgiſchen Landwirthſchaft; ſ Thaer in der rationellen Landwirthſchaft; Lengerke in ſeinem land⸗ gttimnt nee wirthſchaftlichen Converſationslexikon und neuerdings Sprengel in eworfenn d ſeinem oben angefuͤhrten Werke:„Die Lehre von den Urbarma— 5 lhir e dh chungen“, S. 149, geben hinreichende Nachweiſungen daruͤber.) gren ſi m Aus dem bisher uͤber Entwaͤſſerung Geſagten laſſen ſich nun Auslagen ft! folgende Hauptregeln ableiten: enig koſin, i Die Abtheilung eines Gutes in Felder oder Schlaͤge ſollte Jahren ſihh jederzeit mit Ruͤckſicht auf deren Entwaͤſſerung vorgenommen wer⸗ eenn, und lan den. Die Graͤben muͤſſen nicht nur zur Aufnahme, ſondern Pard. Di auch zur Ableitung des Waſſers dienen; manches feuchte Stuͤck dreite der Gi Land iſt durch eine geſchickte Anlage der Einfriedigungsgraͤben der Brth⸗en trocken zu legen. Feuchte Stuͤcke ſollten ſtets von trockenen, wo über 30000 1” ſie zuſammenſtoßen, durch Graͤben von einander getrennt werden, ſo verheſſet die, hinlaͤnglich tief, oft beide trocken legen. it Turnips i Manche gewoͤhnliche Entwaͤſſerungen ſind von dem Land— n. wirth ſelbſt vorzuzeichnen und von ſeinen Leuten auszufuͤhren; ng eines r aber der Entwurf zu großen Anlagen dieſer Art, zumal auf ver— einen Edrin ſchiedenartigem Boden und in verſchiedener Lage, ſollten ſtets ei— einen Tinth nen ſich damit vorzugsweiſe beſchaͤftigenden Sachverſtaͤndigen uͤber⸗ genen Fute tragen werden. iefe von 10- Das Fruͤhjahr und der Herbſt eignen ſich am beſten zur An— in hat zu die lage von Abzuͤgen, weil man in dieſen Jahreszeiten ſicherer, als eſſt nichs, im Sommer ſehen kann, wo ſie noͤthig ſind; uͤbrigens laſſen ſie ſoiten Et ſich gleich gut in jeder Zeit des Jahres ausfuͤhren. rit gekünm. Wenn der Boden durchaus von waſſeranhaltender Beſchaffen⸗ heit iſt, muͤſſen die Abzuͤge, um eine gaͤnzliche Trockenlegung zu beet drdni bewirken, oft ſo nah aneinander angebracht werden, daß, ſie moͤ⸗ bben in parale gen ſo oder ſo beſchaffen ſein, der Aufwand dafuͤr faſt niemals venh dn ſich bezahlt machen kann; dieſelben ſind jedoch auf ſolchem Bo— diſt 3 8 den wenigſtens zum großen Theil zu erſetzen durch tiefes Pfluͤgen engt un In und ane richtige Anlage der Ackerbeete mit tiefen immer rein ge⸗ iine 55 haltener Waſſer- und Querfurchen, welche das Waſſer abfuͤhren ſic bi und ſein Stehenbleiben hindern.. e wiinſt Oft interbleiben umfaſſende und zweckmaͤßige Entwaͤſſerungs⸗ 1 die neltae gwi ⸗ 582 Neun und zwanzigſtes Kapitel. anlagen, weil die großen Landeigenthuͤmer ihre Paͤchter dabei aus uͤbelverſtandenem Geiz nicht gehoͤrig unterſtuͤtzen, dieſen aber nicht zuzumuthen iſt, daß ſie fuͤr ſolche Verbeſſerungen, welche den Werth des Grundbeſitzes erhoͤhen, Opfer bringen ſollen, die ihnen niemals erſetzt werden. Hier iſt das Intereſſe der Eigenthuͤmer und Paͤchter ſo innig verwoben, daß ſie Beide ſtets zu gleichem Zwecke ſich vereinigen ſollten; ſie koͤnnen Beide nur dadurch ge— winnen. Noch viele naſſe und thonige Grundſtuͤcke gibt es in Großbritannien, deren Fruchtbarkeit durch zweckmaͤßige Entwaͤſſe⸗ rung fuͤr immer zu begruͤnden waͤre. Die Grundbeſitzer ſollten ſich in dieſer Hinſicht ein Beiſpiel nehmen an dem letztverſtorbe⸗ nen Herzog von Sutherland, deſſen große Guͤter in Shropſhire und Staffordſhire durch die edelmuͤthige Unterſtuͤtzung, die er ſei— nen Paͤchtern angedeihen ließ, aus ihrem fruͤheren, wahrhaft wuͤ— ſten Zuſtande zu dem der hoͤchſten Kultur uͤbergegangen ſind, und nunmehr zu den ausgezeichnetſten im ganzen vereinigten Koͤnig— reich gehoͤren. Neun und zwanzigſtes Kapitel. Wuͤſtungen. Hochmoore. Fennen. Aufſchlicken. Wuͤſtungen und Hochmoore. Der Plan, ſaͤmmtliche Gemeinheiten zu vertheilen und einzufrie— digen, welcher waͤhrend des letzten Krieges zur Ausfuͤhrung kom— men ſollte, wird jetzt, in Folge des Fallens der Preiſe landwirth— ſchaftlicher Produkte und der dadurch herbeigefuͤhrten Verluſte der Landkaͤufer*), nur noch wenig verfolgt. Die volkswirthſchaftlichen. —*²) Die Leute waren haͤufig ſo begierig im Kaufen von Land, daß ſie uͤbermaͤßige Preiſe zahlten und dadurch natuͤrlich Schaden leiden nußten. So wurden im Jahre 1803 von Enſield⸗Choſe, einem Landſtrich mit ꝛaſſem, armen Sthritſa lung mit für di 3 de Eiwi Laadvolks rict unt ſränkte Mation d wattet, daß ihre Sporteln machung hin ei Pürde fre mooren* — Boden, de Acker vert den Kom aber, ſole großen P. lejahl w bet trug. weien mit auf denen ben und men in E uß; die and, Dur en beine 1197440 resſpiegel chen aus wie Hai Nahtung die Bergen! 450,000 falln in trecen Gujsboror Wuͤſtungen. Hochmore. Fennen. Aufſchlicken. 583 icir d diſe de in Schriftſteller heben den Nutzen einer allgemeinen Gemeinheitsthei⸗ ſen, walhe e lung mit großer Waͤrme hervor und fuͤhren zum Hauptgrund da⸗ olen, di ir fuͤr die Befoͤrderung des Nationalwohles an. Ob ſie damit, was der Eiente die Einwirkung dieſer Maaßregel auf den moraliſchen Zuſtand des ſtets z glite Landvolks betrifft, immer recht haben oder nicht, wollen wir hier nu ddut ge nicht unterſuchen, ſehr zweifelhaft aber iſt es, ob die unum— ücke zin i ſchraͤnkte Vertheilung und Verkoppelung der Gemeinheiten der däßige Enniſt Nation den Vortheil wirklich bringen koͤnne, den man davon er⸗ ndbeſiter ſaln wartet, indem manche von ihnen ſo ſchlechter Beſchaffenheit ſind, m lebtrefut daß ihre Kultur die Koſten der dazu noͤthigen Erlaubnißakte, die in Etra Sporteln der Commiſſion, die Anlage der Hecken und die Urbar— n, die n machung niemals bezahlen kann, und dann geht daraus gerade⸗ wahrhaft hin ein Verluſt an Kapital, kein Gewinn fuͤr das Land hervor. ngen ſind, Wuͤrde freilich die Urbarmachung der großen Strecken von Hoch— ſrigten F mooren*), die der Krone gehoͤren und jetzt nur eine duͤrftige 1 Boden, der aus abwechſelnden Lagen von Kies und gelbem Thon beſteht, 5000 Acker vertheilt. Jeder Gemeindeantheil, ½— ⅛ Acker betragend, wurde von den Kommiſſionaͤren zu 23 Pfund 16 Shilling abgeſchaͤtzt. Die Begierde aber, ſolches Land zu kaufen, war ſo groß, daß davon der Acker, ſelbſt in . großen Parcellen mit 34— 38 Pfund, einige ſogar mit 50— 100 Pfund apitel. bezahlt wurden und der niedrigſte Durchſchnittspreis des Ackers 27 Pfund betrug. *) Die Englaͤnder nennen Moor geradehin ſolche unangebaute Laͤnde⸗ reien mit Torfboden, die wir gewoͤhnlich mit dem Namen Hochmoore belegen, auf denen faſt nichts, wie Haidekraut waͤchſt, die ſich nach der Mitte zu woͤl⸗ Aufſchlikn ben und uͤber das benachbarte Land um mehre Fuß erheben. Dieſelben neh⸗ men in England ſo große Flaͤchen ein, daß man daruͤber wahrhaft erſtaunen 5 . muß; die meiſten befinden ſich in den Grafſchaften Northumberland, Cumber⸗ land, Durham, York, Lancaſter und Stafford. Die in Northumberland neh⸗ men beinahe den dritten Theil der Grundflaͤche der ganzen Grafſchaft, welche Kund üängs 1197440 Acker betraͤgt, und erheben ſich 500— 1000 Fuß uͤber den Mee⸗ usführung ie resſpiegel, bieten keine merklichen Unebenheiten der Oberflaͤche dar, glei⸗ reiſe landeit chen ausgedehnten, offenen, einſamen Wuͤſten, bringen faſt nichts hervor, te Veruſte wie Haide und gewaͤhren den darauf weidenden Schafen eine nur duͤrftige . Nahrung. wirtſrilte Die Hochmoore in Cumberland und Weſtmooreland liegen zwiſchen den Bergen dieſer Grafſchaften und umfaſſen mit ihnen einen Flaͤchenraum von 450,000— 500,000 Acker, die in Yorkſhire ſind noch umfaͤnglicher, ſie zer⸗ on Lu w fallen in zwei Haupttheile, die öſtlichen und die weſtlichen. Die erſten er— aden vein 99 ſtrecken ſich zwiſchen Scarborough und Whitby uͤber 30 Meilen, und von mit uſm arn Guisborough im Norden bis Kirby Moorſide im Suͤden(gegen 20 Meilen ——õ—õ——— M— 584 Neun und zwanzigſtes Kapitel. Schafweide fuͤr eine ſchlechte Raſſe gewaͤhren, von der Regierung unternommen, ſo wuͤrde dadurch eine zweckmaͤßige Beſchaͤftigung fuͤr eine große Anzahl Arbeiter gewonnen werden und am Ende wohl auch eine Bezahlung der aufgewendeten Koſten erfolgen; wenn aber von der Wahrſcheinlichkeit eines Gewinnes fuͤr Privat⸗ unternehmer die Rede iſt, dann kommen andere Ruͤckſichten in Be⸗ tracht und laͤßt ſich nicht in Abrede ſtellen, daß gegenwaͤrtig nur wenig Anreiz zu dergleichen Spekulationen vorhanden iſt. Dabei haͤngt jedoch allerdings viel von der Beſchaffenheit des urbarzu⸗ machenden Bodens ab; mancher iſt von der Art, daß er die dar— auf verwendeten Koſten bald und ſicher wieder bezahlt, waͤhrend anderer faſt niemals die Auslagen deckt. Zu dieſem gehoͤren der arme ſeichte Thon- und der magere Grandboden, die uͤbermaͤßig ſtarke Duͤngungen verlangen, um tragbar zu werden; zu jenem Torf- und ſtrengen Thonboden, deren Thaͤtigkeit durch die Wir⸗ kungen des aͤtzenden Kalkes zu beleben iſt, und die ſchon oft den Unternehmern ihrer Urbarmachung in kurzer Zeit einen bedeutenden Gewinn brachten. So wurde ein Strich wuͤſtes Land in der Naͤhe von Wick, welches 156 Acker hielt, im Jahr 1824 von einem Herrn John Leith zur Urbarmachung in Pacht genommen fuͤr eine jaͤhrliche Rente von 31 Pfund 6 Schill. Der groͤßte Theil dieſer Flaͤche beſteht aus ſtrengem Klay, der kleinere aus Sumpf und Torfmoor. Als die Unternehmung begann wuchs nichts darauf, als Haide und einige ſchlechte Graͤſer. Mit Ausnahme des ſumpfigen Stuͤckes war das Land ſehr kulturfaͤhig, und da es der Urbarmachung kein beſonderes Hinderniß entgegenſtellte, wurde dieſelbe bis zum Jahr 1828 vollendet mit Ausnahme eines tiefgelegenen Ackers Sumpf⸗ boden, der nicht trocken genug wurde zum Pfluͤgen. Der einzige Duͤnger, deſſen man ſich bediente, war ein Kompoſt, aus 8— 10 Theilen Thon und Torf und einem Theil Heringsabfall beſtehend. lang. In dieſen langen Zuͤgen befinden ſich indeſſen mehre fruchtbare wohl⸗ angebaute Thaͤler, von denen einige 5000— 10000 Acker halten. Die weſtli⸗ chen ſind beinahe noch groͤßer, aber minder ſteril. Nicht ſehr viel geringer an Ausdehnung ſind die in den andern genannten Grafſchaften. In Schottland gibt es noch mehr dergleichen Moore, als in England, ſie ſind daſelbſt torfreicher und feuchter. In Irland findet man mehr Suͤmpfe und Gruͤnlandsmoore oder Bruͤcher(mosses, das deutſche Moos, wie Donau⸗ moos), als Hochmoore. Mn bra auf und wurde na als vothi Landes zu Saat un Her Entn je folger es wuth. ten Ernte de Ra enn 3 dif ſcfiin nd an 6 doſt in er cfüge nnes ſt git ſtt tn ig gegenrin 6 nur den ii. diß eit des uin dnw deß a ew zahlt, wiͤne mn gehörm die uͤbern en; zu jen urch die d ſchon oſte ꝛen bedeutenr dähe von Ae n Herrn I jähriiche den Flache beſt Torfmoor. A ls Hadde und pfigen Stitt ermachung kin bis zum Ii cers Sumi Der einzy aus 8—1. fall beſtehen ruchtbare veh⸗ en. Di vefl' viel geringer m e e s in Eruln, nefr einpfe de, wi Donal Wuͤſtungen. Hochmoore. Fennen. Aufſchlicken. 585 Man brachte davon 50— 60 Fuder pro Acker zur erſten Haferernte auf und den vierten Theil weniger zur zweiten. Der Boden wurde nach dem Umbruch nur noch einmal gepfluͤgt und ſo viel als noͤthig zur Ebnung geeggt. Die Koſten der Zubereitung des Landes zur erſten Ernte werden, mit Ausſchluß der Ausgaben fuͤr Saat und Landrente berechnet zu 5 Pfund 6 Schill. 6 Pence pro Acker, naͤmlich: Pfluͤgen und Eggen 10 Sch. 6 Pence. Heringsabfall und Zuſammenſetzen des Kompoſt's 1 Pf. 1. 4— N d Ausfahren und Breiten deſſelben 1 Herausſchaffen großer Steine— Entwaͤſſerung 1 uts. Die folgende Berechnung zeigt den Betrag und eine Schaͤtzung des muthmaßlichen Preiſes der waͤhrend jener vier Jahre gemach⸗ ten Ernten. 65 10 ⸗— A aeAhsiteAr ArerdAen üEEBSEe— ——— 4—————— 8 ¹ Zahl der jedes Zahl der 4 Jahre. Jahr unter jedes Jahr Gewonnene Ernnten. Angenommener Preis den Pflug ge⸗ beſtellten derſelben. nommenen Acker. Acker. 1825 54 54 214 Quarter Hafer à 21 Schill. 4 Pence. 228 Pfd. 5 Sch. 4 P. . 1826 30 66 273⸗ ⸗ 2 30 ⸗ S ⸗ 448 Pſd. 13 Sch.— 2 14 Turnips à 75 ⸗-— ⸗ 52 ⸗ 2 S 3 Kartoffeln à 120 ⸗— ⸗ 24 ⸗— ⸗ 2 84 495 ⸗2 ⸗— ⸗ — * 1827 34 93 371 Quarter Hafer: à 21 Sch. 3*. 395 Pfd. 14 ch. 8 8 P. 5 16 Turnips à 75 ⸗ ⸗ 60 ⸗ ⸗ ⸗ — 4 Kartoffeln à 120 ⸗— ⸗ 24— ⸗—⸗ 5 5 Wicken à 75 ⸗— ⸗ 18 ⸗ 15⸗—⸗ S— 1*⁸ 3 498 ⸗9 ⸗ 8⸗ 8 1828 37 111 443 Quarter Hafer à 21 Sch..4. 472 Pfd. 10 Sch..82. 16 Turnips 1à75 ⸗ 2 60 ⸗ 2 A 4 Kartoffeln à 120 ⸗— ⸗ 24 ⸗— ⸗—. 6 Wicken à 75 ⸗— ⸗ 22* 10⸗— ⸗ 18 Heu à75 ⸗— 68 ⸗ 10⸗—⸗ 155 647 ⸗ 10⸗ 8⸗ 85 1869 Pfd. 7 Sch. 8 P. S L 7 Ae rnrerrrrrt G a2— 1134113243 ouac TIꝙ= 1 u alvG a⸗avun G= G 828 I S3232 2 5 213rS Selaea DA Aolnnnnneee 41111 3 141 2 71435 S322T 22 1 249 S —= — 1ura Wuͤſtungen. Hochmoore. Fennen. Aufſchlicken. 587 Obgleich bei dieſer Urbarmachung die mehrmaligen Koͤrnerernten hintereinander ſich nicht billigen laſſen und die mitgetheilte Berech⸗ nung alle anderen Ausgaben, die außer den gewoͤhnlichen Kultur⸗ koſten vorgekommen ſind, unberuͤckſichtigt laͤßt, ſo ergibt ſich doch daraus deutlich, daß das Unternehmen einen ſehr gluͤcklichen Er⸗ folg gehabt habe. Auch wird verſichert, daß dieſes Grundſtuͤck jetzt Fruͤchte trage ſo ſchoͤn, wie irgend eines im Lande. Nicht immer geht's ſo gluͤcklich, wie ein anderes Beiſpiel zei⸗ gen moͤge: Im Jahr 1825 unternahm Herr Hewatſon zu Drumboy die Beurbarung eines Hochmoores von 260 Ackern Flaͤche, von dem der Acker nicht mehr, als 2 Schilling werth war. Der Bo⸗ den beſtand aus einer torfigen Erde, von 6—12 Zoll Tiefe, und hatte zum Untergrund theils ſteifen Thon, theils einen weißen grobkoͤrnigen Sand. Das Ganze war mit Haide und Binſen be— wachſen, mit Ausnahme eines kleinen Stuͤckes Sumpf. Der An⸗ fang der Beurbarung wurde gemacht mit dem Verbrennen der Haide, dem Ebnen der Oberflaͤche und dem Abfuͤhren des Waſſers vermittelſt Abzuͤgen von 2 Fuß Weite und 15 Zoll Tiefe. Hier⸗ auf wurden 9— 10 Karrenladungen Kalk auf den Acker gebracht, und dann mehrmals in gehoͤrigen Zwiſchenraͤumen zuerſt 3 Zoll und nach und nach bis 7 Zoll tief gepfluͤgt; aber nicht auf ge⸗ woͤhnliche Weiſe, ſondern nur mit einer Dornegge geeggt, um die Furchen nicht vollſtaͤndig zu zerkruͤmeln, weil Herr Hewatſon in der Meinung ſtand, es wuͤrden bei einer ſo vollſtaͤndigen Zerkruͤ⸗ melung die Wurzeln der Halmfruͤchte und Graͤſer nicht feſt am Boden haften. Es wurde jedesmal Hafer geſaͤet, deſſen erſte Ernte ſehr gering war. Das Reſultat dieſer Beurbarung iſt folgendes: Koſten pro Acker. 1826. Das Brennen 10 ½ Pence, das Entwaͤſſern 5 Sch. 2 ½ Pence= Kalk 48 Buſhel pro Acker à 9 Pence...... 1 Pfd. 16 6 Sch. 1 Pence. Fuhrlohn und Streuerlohn. 1 ⸗ 10 ⸗ 1 ⸗ Pflügen. 15 8. ⸗ Eggen— 2 ⸗ 410 ½ ⸗ Waſſerfurchen ziehen.. J ⸗ 2.⸗— ⸗ 1827. Pfluͤgen, Saamen, Saͤen ꝛc. 1 1S ⸗ 5 ⸗ ſübertrag 6 Pfd. 11 Sch. 1 ½˖ P. 38 erAANii2Ar HdadnulideAanalda‿ 588 Neun und zwanzigſtes Kapitel. übertrag 6 Pfd. 11 Sch. 1 ½ P. 1828. desgleichen... 1 3 19 ⸗ 3 ⸗ Rente auf vier Jahre. 8⸗ Intereſſen vom aufgewendeten Gelde......— ⸗ 13 3 ½ ⸗ 9 Pfd. 11 Sch. 8 Pence⸗ Werth der Ernten nach Ab⸗ zug der Erntekoſten 9 ½ 4 3 5 2 Verluſt— Pfd. 7 Sch. 3 Pence. Seitdem iſt das Land zu Gras niedergelegt und zu 8 Schilling jaͤhrliche Pachtrente vom Acker zu veranſchlagen. Ein ſolches Re⸗ ſultat iſt freilich nicht anlockend, doch auch nicht zu uͤberſehen, daß man wohl nicht ganz richtig verfuhr. Die Quantitaͤt des aufge— wendeten Kalkes war jedenfalls zu gering, und die Entwaͤſſerung kann, nach den geringen dafuͤr in Anſatz gebrachten Koſten, un— moͤglich genuͤgend geweſen ſein. Das Erſte, was bei der Urbarmachung ſolcher Wuͤſtungen geſchehen muß, iſt, jeden Theil derſelben durch leidliche Wege zu⸗ gaͤnglich zu machen; dann ſie in Koppeln, ſo viel als moͤglich von viereckiger Form, zu bringen und einzufriedigen, und endlich, ſie vollkommen trocken zu legen. Letzteres iſt ſo wichtig, daß, ehe es geſchehen, ſich an keinen gluͤcklichen Erfolg denken laͤßt. Bei dem Ausgraben des Geſtraͤuches auch Geſtrippes aller Art, das auf ſolchen Grundſtuͤcken haͤufig ſich befindet, wird nicht ſelten unbe— dachtſamerweiſe das wenige beßre Erdreich, das ſich nach und nach in einer langen Reihe von Jahren von den alljaͤhrlich abſterbenden und faulenden Pflanzenreſten gebildet hat, unter den der Vegeta⸗ tion ganz unguͤnſtigen Untergrund vergraben; dies ſollte, wenn es auch ſchwierig iſt, moͤglichſt vermieden werden. Soll ferner dem Lande ſein volles Recht geſchehen, ſo muß all' das ausgerodete nutzloſe Geſtrippe ꝛc. darauf verbrannt und die Aſche davon flach untergepfluͤgt werden. Desgleichen auch die Haide und die Wur⸗ zeln der Binſen und anderer ſchlechter Graͤſer, die nur durch das Verbrennen zu zerſtoͤren ſind, ſonſt unverwuͤſtlich im Boden blei⸗ ben und ihn ſo ſchwammig machen, daß er kaum durch ſchwere Walzen einige Konſiſtenz erlangt. Große Schwierigkeit verurſacht bei der Urbarmachung der Hochmoore oftmals die Anweſenheit einer in verſchiedener Tiefe zu findendes feſtes Lager von Sand und Grand(Moor⸗Band oder Am anſte d ſih nur m verneh ſonder Tage, G nur a häufig ungeh De. und ſch aber d zu wer a wie Schaf es, im V durſti wachſ beſſer. dern! Regel Weide Haide, malige muß fällg ü genden dem J ſizung die un angebe ſen w heinr ehen cht Emten ſein m 1. ¹ — Sc. 3 im. zu d Eüiln Ein ſolct 9 überſä itaͤt des tiy e Entviſtr ten Koſte e her Vüſtne dliche Vo als mälihm d erdlih, ſ 1 ht ſeltn ub nach und nih h abſtertan n der Veger lte, wenn ol ferner de as ausgerodt he davon ſi und die Wr nut durc de m Boden lli durch ſhner nrnatin d edeneraife d ſor⸗bnd or ——jj Wuͤſtungen. Hochmoore. Fennen. Aufſchlicken. 589 Pan genannt), das zwiſchen der erſten und zweiten Bodenſchicht anſteht, ½— 4 Zoll dick, dem Waſſer ganz undurchdringbar und ſo ſchwer mit dem Pflug zu durchbrechen iſt, daß es bisweilen nur mit Hilfe von Hacke und Spaten moͤglich wird. Dadurch vermehren ſich aber nicht nur die Koſten des Umbrechens bedeutend, ſondern kommen auch bisweilen große Maſſen von Steinen zu Tage, deren Fortſchaffen wieder neue Muͤhe und Arbeit verurſacht. Ein Pflug, der hinter dem andern gehend den Untergrund nur aufwuͤhlt, wie im vorigen Kapitel erwaͤhnt wurde, duͤrfte hier haͤufig von beſonderm Nutzen ſein. Nachdem das Land einmal umgebrochen, ſollte es quer gepfluͤgt, und tuͤchtig geeggt werden. Die Anwendung von Kalk zeigt ſich oft ſehr wirkſam. Das beſte und ſchnellſte Mittel, ſolchen Boden in Kultur zu ſetzen, bleibt aber das Raſenbrennen, ſ. Kap. 16. Doch verdient dabei bemerkt zu werden, daß, wenn Land dieſer Art hoch und trocken liegt, es zu nichts mit mehr Vortheil verwendet werden kann, als zur Schafweide; denn wird es in ſolcher Lage umgebrochen, ſo liefert es, im Fall ſein Boden nicht etwa beſſer, als gewoͤhnlich iſt, nur duͤrftige Ernten. Wenn es daher nur einigermaßen mit Gras be— wachſen iſt, ſo beſteht die wohlfeilſte und ſicherſte dauernde Ver— beſſerung deſſelben haͤufig darin, daß man es nicht umbricht, ſon— dern nur mit Kalk uͤberduͤngt, worauf nach wenig Jahren in der Regel eine vorzuͤgliche ſuͤße Grasnarbe ſich bildet, die eine gute Weide darbietet. Auch das Verbrennen der darauf wachſenden Haide, Binſen und Geſtrippe bei trockenem Wetter und das nach— malige Ausſtreuen der gewonnenen Aſche traͤgt dazu bei; ſolches muß indeſſen vor dem 10. April geſchehen ſein, weil es ſonſt ſtraf⸗ faͤllig iſt. Weit groͤßeren Schaden, als den im Gemeindeverband lie— genden Wuͤſtungen mit Recht zugeſchrieben wird, bringen die unter dem Namen Gemeindefelder(common fields) bekannten kleinen Be⸗ ſitzungen, welche in Folge eines ſehr alten Erbpachtvertrages, als die um die Doͤrfer liegenden Grundſtuͤcke von deren Bewohnern angebaut, dieſen zur gemeinſchaftlichen Benutzung uͤberlaſ⸗ ſen wurden, und meiſt ſehr guten Boden haben. Bei einer Ver⸗ theilung, die neuerer Zeit oft mit ihnen vorgenommen wird, ent⸗ ſtehen ſo kleine Parcellen, daß deren Beſitzer ſelbige bisweilen gar nicht ordentlich mit Ackerwerkzeugen bearbeiten koͤnnen, und da die Ernten gemeiniglich zu einer beſtimmten Zeit vom Felde geraͤumt ſein muͤſſen, damit die Dorfbewohner ihr Vieh auf die Stoppeln 38* 590 Neun und zwanzigſtes Kapitel. treiben koͤnnen, ſo wird der Anbau der verbeſſernden Futtergewaͤchſe und eine Abaͤnderung in der einmal beſtehenden ausſaugenden Fruchtfolge unmoͤglich gemacht. Große Striche des beſten Landes ſind dadurch eiuer erbaͤrmlichen Benutzung preisgegeben. Mit den Gemeindewieſen verhaͤlt es ſich eben ſo; das Heu muß auf ihnen zu einer beſtimmten Zeit gemaͤhet werden, an man— chen Orten iſt auch die Zahl des von ihren Beſitzern nach der Heuernte darauf zu treibenden Vieh's beſtimmt. Dieſe Beſtim— mung wurde aber zu einer Zeit gemacht, als es noch keine ſo großen Viehraſſen gab, wie jetzt, wo ſich nun die Thiere nicht mehr darauf erhalten koͤnnen, und daher in einem jaͤmmerlichen, halb verhungerten Zuſtande aufgetrieben werden. Dennoch laͤßt man ſie den groͤßten Theil des Winters auf ihnen, wo ſie dann ſo zertreten und geknetet werden, daß die naͤchſte Heuernte nur gering an Menge und Guͤte ausfallen kann; denn es wird, wie ſich den⸗ ken laͤßt, gar nichts an ſolchen Grundſtuͤcken gethan, und ſo muͤſ⸗ ſen ſie natuͤrlich verwildern. Eine Parlamentsakte, welche deren Einfriedigung und Verſteigerung geſtattete, wuͤrde fuͤr ihre bishe— rigen Beſitzer ſo wohlthaͤtig, wie fuͤr das Allgemeine ſein. Fennen*). Grundſtuͤcke verſchiedener Art werden alſo genannt; entweder entſtehen ſie von Quellen in niedrigen Lagen, oder ſie werden *) Der Bearbeiter waͤhlte dieſes nicht allgemein bekannte deutſche Wort, weil daſſelbe den hier behandelten Gegenſtand, ein noch nicht vollſtaͤndig in Kultur geſetztes ſumpfiges Marſchland, am deutlichſten bezeichnet und mit dem engliſchen Worte(fens) gleichen Urſprungs iſt. Sind die alſo genannten Grundſtuͤcke vor Waſſer geſchuͤtzt und einer regelmaͤßigen Benutzung unterwor⸗ fen, dann entſprechen ſie haͤufig dem, was in Oſtfriesland ꝛc.„Polder“ heißt. Wenn man jedoch in England von den Fens geradehin ſpricht, verſteht man jedesmal nur den Landſtrich darunter, auf den im Nachfolgenden eben⸗ falls hingedeutet wird, naͤmlich die Marſchlaͤnder, die den großen Seearm, Waſh genannt, umgeben, hauptſaͤchlich in den Grafſchaften Cambridge und Lincolm, zum Theil aber auch in den Grafſchaften Northampton, Norfolk, Suffolk und Huntingdon liegen und einen Flaͤchenraum wohl von 400000 Ackern einnehmen. Nicht ohne Intereſſe iſt die Geſchichte der Ent⸗ waͤſſerung dieſes Landſtriches, die mit vielen Schwierigkeiten verbunden war und, kann man ſagen, noch iſt. Schon die Roͤmer haben darauf Kultur⸗ verſuche gemacht; ſpaͤterhin ward die ganze Ebene mehr unter Waſſer geſetzt, als fruͤher; zu Koͤnigs Eduard I. Zeiten(1273— 1307) hatte das übel den hoͤchſten Grad erreicht. Man machte nun ernſtliche Anſtalt, demſelben abzu⸗ —— durch gebid ſchd wohl der2 und! Land ſtif ſchwa zu le hat. leicht aufero de li chen lanr bisw die fer f Som ſaam lieger V folgt — helfen Tolken gi E lei t unterſt Land endet; ſo wi große ſes O Anfert Lhn. Jahre ſein k bringer nothwe ſ ie za den ann⸗ iben win Diſe Dlin⸗ woch din e Tjier ii rjämnarita Dennoc vo ſie dmn nte nu gin wie ſih e 1 und ſo r „welche dn fär ihn ne ſein. annt; entwed der ſie nain nte deuſc Ba ct volſtidg i Inet und mit du ealſo genannta uzung unterwer dnc. Molder ſpricht derft ncfolgenden ba⸗ grofen Saern Ffen Eantedd n Northanpien enraum woll ben ſſcichte de Err erbunden w darauf Küht. er Paſſ ſ tte de il de demſaben dbzur Wuͤſtungen. Hochmoore. Fennen. Aufſchlicken. 591 durch Anſchwemmungen von Flüſſen, auch hier und da der See gebildet. Zu den von Fluͤſſen gebildeten gehoͤrt die große Ebene, welche ſich durch ſechs Grafſchaften des oͤſtlichen Englands erſtreckt und wohl der fetteſte und reichſte Landſtrich des ganzen Koͤnigreichs iſt; der Boden wird daſelbſt meiſtens mit Fleiß und Einſicht angebaut und liefert, vollſtaͤndig entwaͤſſert, uͤberaus ergiebige Ernten. Das Land iſt indeſſen nicht ganz flach, auch nicht von gleicher Be⸗ ſchaffenheit; auf den am tiefſten gelegenen Stellen iſt es leicht und ſchwammig; viel davon ruht auf Torf, der ungemein ſchwer trocken zu legen iſt und ſchon große Summen zu dieſem Zweck gefordert hat. Macht Thon die Unterlage aus, dann iſt die Entwaͤſſerung leichter und erhaͤlt man, ſobald ſie gut ausgefuͤhrt worden, einen außerordentlich fruchtbaren Boden. Die zweite Klaſſe ſolchen Lan— des liegt hoͤher, iſt minder feſt gebunden, und liefert keine ſo rei⸗ chen Ernten, dafuͤr aber beſſere Weiden. Das erſter Qualitaͤt iſt ein reicher ſchwarzer Lehm mit einer Unterlage von mildem Thon, bisweilen auch von reinem Moder ohne Beimiſchung von Torf. Die Urbarmachung ſolchen Landes beginnt mit Raſenbrennen; die erſte Saat iſt jedesmal Ruͤbſen zum Abweiden, dem dann Ha⸗ fer folgt. Nach dieſem wird entweder noch einmal Hafer oder Sommerweizen genommen, unter welche man gewoͤhnlich Gras— ſaamen ſaͤet. Geſchieht letzteres nicht, ſo bleibt das Land Brache liegen und wird nun mit Raps zum Reifwerden beſtellt. Dieſem folgt abermals Hafer, und dann wird das Land eine Reihe von helfen, die Sache wurde als ein Gegenſtand von groͤßter Wichtigkeit fuͤr das Volkswohl betrachtet, von den Regenten, beſonders von den Zeiten der Koͤni— gin Eliſabeth an, auf alle Weiſe beguͤnſtigt, von dem Parlament durch aller⸗ lei Akten und andere Vorkehrungen befoͤrdert und mit ungeheuren Geldſummen unterſtuͤtzt. Auf dieſe Weiſe iſt es denn gelungen, immer mehr fruchtbares Land zu gewinnen; die ganze Entwäſſerung jedoch noch immer nicht voll⸗ endet; vielleicht auch unmoͤglich; man meint indeſſen allgemein, die Sache ſei ſo wichtig, daß kein dazu fuͤhrendes Mittel unverſucht bleiben ſolle. Das letzte große Unternehmen der Art beſtand in dem Reinigen der Muͤndung des Fluſ⸗ ſes Ouſe, um dem Waſſer einen ſchnellern Abfluß zu verſchaffen und in der Anfertigung eines Durchſtiches quer durch die Marſchen von Eau Brink bis Lyn. Dieſes wichtige Werk, das große Dienſte geleiſtet hat, wurde in zwei Jahren vollendet; laber man ſollte es kaum glauben, daß 23 Jahre noͤthig ſein konnten, um es, nachdem es einmal beſchloſſen war, zur Ausfuͤhrung zu bringen. Im Jahr 1795 wurde naͤmlich ſchon die zu dieſem Unternehmen nothwendige Parlamentsakte erlaſſen, und erſt 1818 Hand an daſſelbe gelegt. 592 Neun und zwanzigſtes Kapitel. Jahren als Weide und Wieſe benutzt; doch ſind alle einſichtsvolle Landwirthe der Meinung, daß es binnen zwanzig Jahren wenig⸗ ſtens zwei bis drei Jahre unter den Pflug genommen werden muͤſſe. Werden dieſe Laͤndereien gut behandelt, ſo werfen ſie einen ungemein hohen Ertrag ab; erſchoͤpft man ſie aber durch uͤber⸗ triebenen Fruchtbau, ſo leiden ſie in trockenen Sommern ſehr. Un⸗ ter einem großen Theil derſelben liegt Mergel, der mit großem Nutzen auf ſie gebracht wird. Die Seemarſchen entſtanden in einer langen Reihe von Jah⸗ ren aus dem Ruͤckſtande, den die Fluthen zuruͤckließen; und der, nachdem er die Hoͤhe der gewoͤhnlichen Springfluthen erreicht, durch kuͤnſtliche Daͤmme oder, wie es bisweilen der Fall, durch natuͤr⸗ liche Schutzwehren, gegen fernere Einbruͤche der See geſichert wurde. Ihr Boden beſteht, wenn man ihn ſich gehoͤrig anhaͤufen ließ, aus einem milden, fettigen, braunen Lehm mit einem Unter— grund von Moder oder feinem Meeresſand, und iſt mit einer dicken Narbe von jenen Graͤſern bekleidet, die ſeiner Lage eigen⸗ thuͤmlich ſind und die unter dem Namen Salzmarſchen bekannten Fettweiden bilden. Die erſten Anſchwemmungen ſcheinen jedoch ſtets aus einem ſchwarzen zaͤhen Klay oder gemeinem Seeſchlamm ſehr roher ungeſchlachter Art zu beſtehen; denn wenn man ſich mit der Eindaͤmmung ſehr beeilt und ſie deshalb zu fruͤh gemacht hat, ſind die Erwartungen ſelten befriedigt worden, und immer iſt ihr Boden, mehr oder weniger fruchtbar, je nachdem er ſich in ſeiner Erhebung mehr dem hoͤchſten oder zäehn dem tiefſten Waſ⸗ ſerſtande naͤhert. Aufſchlicken, Aufſchlaͤmmen. Darunter verſteht man ein ſinnreiches Verfahren, den Nieder⸗ ſchlag ſchlammreicher Fluͤſſe vermittelſt Aufſtauung und Eindaͤm— mung zu fruchtbarem Lande anzuhaͤufen. Seit undenklichen Zei⸗ ten iſt es in einigen Theilen von Italien gebraͤuchlich, und einige der reichſten Gefilde Toskana's ſind auf dieſe Weiſe entſtanden; in England kennt man es jedoch erſt ſeit ungefaͤhr hundert Jahren und findet es nur in einigen Gegenden in Ausuͤbung. Die in Italien von den Apenninen herabkommenden Stroͤme ſchwellen in Regenzeiten gewaltig an und fuͤhren eine Menge von Erde mit ſich, womit ſie, Schlammſtroͤmen gleichend, die benachbarten Flu— ren uͤberfluthe, wenn ihnen keine Schranken geſetzt werden. Um ſolche derung allgem iine a nehme ſtehen ſtn) Es ſe Schla Jahre erhebt nug! ſchwen fungen Paſſer wonne Waſſe reich und Fluſſe dieſes bliebe demſe Warf barter gegen die ne deuten dem U ſie en betra⸗ den, ſchlien Ofn. Nach die ei mit: Schla eiſttane dahrn wenig werdn niſt eii ſt im t duuc üer nern ſ e t ni gim ſdeihe un de⸗ eßen; mͤ erriäit it „ durc nir See giit hoͤrig attin t einen lr iſt mit an er Lage i chen beinnne ſcheinen iah m Seeſchlonn venn man ſ wfruͤh gemtt und inmer ſ dem er ſih i tiefſten W den Nidder⸗ udd Eindir⸗ enklichen 30 h, und einie ſ entſtanden undert Jaſre ung. A t eſchwelen on Etd' n chbartndl wadn Un Wuͤſtungen. Hochmoore. Fennen. Aufſchlicken. 593 ſolchen Verwuͤſtungen vorzubeugen, werden die anſtoßenden Nie⸗ derungen mit hohen und ſtarken Daͤmmen umgeben, welche eine allgemeine Verbreitung des Waſſers hindern, indem ſie es durch eine am hoͤchſten Punkte angebrachte Schleuße zwiſchen ſich auf⸗ nehmen. Nachdem es nun auf dieſer Einfriedigung eine Zeit lang ſtehen geblieben und hell geworden iſt, wird es durch ein am tief— ſten Punkte angebrachtes Fluthgitter langſam wieder abgelaſſen. Es ſetzt ſich dabei nicht ſelten auf dem alſo uͤberſtauten Lande der Schlamm 3—4 Zoll dick ab, und wenn die Operation ſo oft im Jahre, als die Gelegenheit dazu ſich darbietet, wiederholt wird, ſo erhebt ſich daſſelbe im Verlauf weniger Jahre nicht nur hoch ge— nug uͤber den Waſſerſpiegel des Fluſſes, um fernerhin vor über⸗ ſchwemmungen ſicher zu ſein, ſondern es werden auch alle Vertie— fungen darauf ſo vollſtaͤndig ausgeglichen, daß nirgends mehr Waſſer darauf ſtehen bleibt. Die Guͤte des auf dieſe Weiſe ge— wonnenen Bodens haͤngt natuͤrlich von der Beſchaffenheit des vom Waſſer herbeigefuͤhrten Erdreiches ab; wenn daher daſſelbe nicht reich an fruchtbaren Theilen iſt, verdient es das Auffangen nicht, und eben ſo laͤßt ſich dieſes nicht ausſuͤhren, ſobald man nicht des Fluſſes vollkommen Meiſter werden kann. In England iſt daher dieſes Verfahren bis jetzt meiſt nur auf die Fluͤſſe beſchraͤnkt ge— blieben, welche der großen Muͤndung des Humbers zufallen und demſelben eine Menge hoͤchſt fruchtbaren Schlammes zufuͤhren, der Warf(warp) genannt wird und ſich von ſelbſt auf den benach— barten Sandbaͤnken waͤhrend der Fluth abſetzt. Das Stuͤck Land, welches uͤberſchlickt werden ſoll, muß rundum gegen den Strom mit einem Damm umgeben werden, zu dem man die noͤthige Erde am Orte ſelbſt nimmt, und deſſen Boͤſchung be⸗ deutend ſein muß. Die Staͤrke dieſer Daͤmme richtet ſich nach dem Ungeſtuͤm der Fluthen und nach der Maſſe von Waſſer, die ſie einzuſchließen beſtimmt ſind, und kann oben zwei bis zwoͤlf Fuß betragen. Ihre Hoͤhe dagegen muß nach der Hoͤhe beſtimmt wer— den, bis zu welcher die Springfluthen anſteigen, um dieſe auszu— ſchließen. In dieſen Daͤmmen werden nun mehr oder weniger Offnungen, im Verhaͤltniß zur Groͤße der von ihnen umgebenen Flaͤche angebracht; in der Regel haben ſie aber nur 2 Schleußen, die eine zum Einlaſſen, die andere zum Ablaſſen des Waſſers; da— mit reicht man aus fuͤr zehn bis funfzehn Acker. Auf dieſe Weiſe wird das Land in einem Sommer durch den Schlamm um zehn bis ſechzehn Zoll erhoͤht, und die fruͤhere Be— en usgzeine 594 Neun und zwanzigſtes Kapitel. ſchaffenheit des Bodens ganz umgewandelt. Sumpfland, von dem vor dem Aufſchlicken der Acker kaum 1½ Schilling Pacht werth war, wurde nachher fuͤr funfzig Schilling verpachtet. Die üppig— keit des Pflanzenwuchſes iſt in der That auf ſo behandelten Grund⸗ ſtuͤcen außerordentlich. Bohnen haben darauf 90 Buſhel, Kartof⸗ feln 360— 580 B., Klee bei dem erſten Schnitt drei Tonnen Heu, und außerdem noch einen guten zweiten Schnitt und eine reichliche Weide gegeben. Auf ſolche Ertraͤge iſt freilich nicht im Durch— ſchnitt zu rechnen, aber ſehr hoch ſind ſie ſtets. Weizen darf ei— gentlich nicht eher darauf geſaͤet werden, als bis der Boden durch Kartoffel,- Flachs⸗ und Rapsernten etwas erſchoͤpft und mit Klee niedergelegt geweſen iſt. Es erfordert dann ſpaͤterhin eine Duͤngung, dabei muß man aber ſehr auf die Reinerhaltung dieſes Landes ſehen; denn daſſelbe wird durch den Schlamm ſehr zum Verunkrauten geneigt. Die Koſten einer ſolchen Bodenverbeſſerung ſind allerdings bedeutend, laſſen ſich aber nicht berechnen, weil ſie zu abhaͤngig von den Umſtaͤnden ſind und danach ſehr verſchieden ausfallen; in der Regel machen ſie ſich jedoch mit der Zeit reichlich bezahlt. So erzaͤhlt man von einem Gute in Yorkſhire, mit 212 Ackern Land, von dem der Acker fruͤher fuͤr 11 Pfund Sterling verkauft wurde, ſpaͤter 12 Pfund Sterl. zu uͤberſchlicken koſtete, und nun, nachdem dieſes geſchehen, zu 70 Pfund geſchaͤtzt wird. Je kleiner und minder heftig die Schlamm mit ſich fuͤhrenden Fluͤſſe ſind, deſto geringer werden verhaͤltnißmaͤßig die Koſten. Immer erfor— dern jedoch Anlagen dieſer Art einen bedeutenden Vorſchuß, weil die Zeit, wo ſich das darauf gewendete Kapital zu verzinſen an— faͤngt, ſpaͤt erſt eintritt; denn das Aufſchlicken kann nur in den Sommermonaten mit einigem Vortheil geſchehen, und von dem Beginn deſſelben bis dahin, wo der Boden hinlaͤnglich erhoͤht, trocken und zum Fruchttragen geſchickt iſt, vergehen wenigſtens vier Jahre. E 1 goßen diſe ſſ üger 8 ken; a und E wo ihr unenth zum T hir 1 4 280000 minder enihſten rmen L es allu iliig a don Se deutend und ſon ortern venig, Weg tr Namene ſo wie fiͤdet n land, Lauber ſpateti dthi en nerha aldunsd W hlamn ſtt a ſind lans ſie zu ahen en ausfulakn rechlih ie bät mit A lin Sterling veid⸗ ſſtete, M m vird. 3 de kem den Füſe ſch Inme cir Vorſchuß,n zu vetzinig we an nur i d und von di Pnglich echö hen wenigfe Dreißigſtes Kapitel. 595 Dreißigſtes Kapitel. Suͤmpfe. Bruͤche. Gruͤnlandsmoore. Es kann unſre Abſicht nicht ſein, uͤber die Trockenlegung der großen Torfmoore in Irland*) uns weitlaͤufig auszulaſſen; denn dieſe iſt nur durch nationelles Zuſammenwirken unter Leitung tuͤch— tiger Sachverſtaͤndiger, nicht von einzelnen Landwirthen, zu bewir⸗ ken; aber bei manchen Landguͤtern gibt es dort, wie in England und Schottland, ziemlich große Strecken ſolchen Landes, die da, wo ihr Produkt, der Torf, nicht als Brennmaterial fuͤr die Armen unentbehrlich iſt, mit weit mehr Vortheil urbar zu machen, als zum Torfſtechen zu benutzen ſind, und daruͤber duͤrften einige Worte hier nicht am unrechten Orte ſein. *) Die Flaͤche der ganz unbenutzten Torfmoore in Irland wird auf 2800000 Acker geſchaͤtzt, und da ſie meiſt nur rothen Torf liefern, welcher minder gut zum Brennen, als der ſchwarze iſt, ſo wuͤrde ihre Urbarmachung, wenigſtens des groͤßern Theils derſelben, gewiß große Vortheile darbieten, der armen Bevoͤlkerung Verdienſt und Brod verſchaffen, eine guͤnſtige Veraͤnderung des allzufeuchten Klima's herbeifuͤhren ꝛdc. Man hat daher auch ſchon viel— faͤltig auf ihre Austrocknung, die erſte Grundlage der Urbarmachung gedacht; von Seiten der Regierung wurde vor mehren Jahren zu dem Ende eine be⸗ deutende Summe verwilligt, um durch Ingenieure die Sache genau unterſuchen, und ſowohl die Moͤglichkeit, wie die Koſten einer gaͤnzlichen Trockenlegung er⸗ oͤrtern zu laſſen. Im Ganzen iſt aber in dieſer Hinſicht bis jetzt nur noch wenig geſchehen, weil eine Menge ungeahneter Schwierigkeiten hindernd in den Weg treten, wie ſich aus den Berichten dieſer Ingenieure, beſonders eines, Namens Minno ergibt. Sehr intereſſante Aufſchluͤſſe uͤber dieſen Gegenſtand, ſo wie uͤber die irriſchen, eben nicht erfreulichen Landwirthſchaftsangelegenheiten findet man in folgendem Werke: Observations on the Rural Affairs of Ireland; and a Practical Treatise on Bogs and Wastes etc. by Joseph Lambert. : Asi2ArHrMeliaddetaldde 596 Dreißigſtes Kapitel. Im Allgemeinen kann man annehmen, daß das Innere eines ſolchen ſumpfigen Torfmoores, mehr urbar zu machen koſtet, als der aͤußere Umfang; nicht nur deshalb, weil es ferner von den zu ſeiner Verbeſſerung aufzubringenden Materialien, wie Thon, Kalk, Sand, ꝛc. liegt, und dieſe ſeiner Weichheit wegen ſchwieriger darauf zu fahren ſind, ſondern auch deshalb, weil es gewoͤhnlich aus ſolchem Torf beſteht, welcher faſriger, als der an den aͤußeren Raͤndern, und daher ſchwieriger zu kultiviren iſt. Bei minder großen Grundſtuͤcken dieſer Art, die etwa 50— 150 Acker enthal⸗ ten, laͤßt ſich meiſtens folgendes Verfahren bei der Urbarmachung der aͤußeren Theile anwenden: Ein fließendes oder ſtehendes Waſſer iſt gewoͤhnlich in der Mitte oder an der Seite eines Bruchs zu finden, oder ſteht doch wenigſtens in unmittelbarem Zuſammenhang mit ihm. Daraus muß man den Hauptabzug machen, indem man dafuͤr ſorgt, daß es der Naͤſſe einen freien ungehinderten Abfluß verſtattet. Die Betten der Baͤche oder Fluͤſſe, die dazu dienen koͤnnen, muſſen daher, ſobald ſie traͤge fortſchleichen, gereinigt und vertieft, auch wohl in ihrem Lauf geradegelegt werden, wenn er durch Kruͤmmun⸗ gen ſtockt. Iſt kein ſolcher natuͤrlicher Waſſerableiter vorhanden, ſo graͤbt man zu dem Zweck einen tiefen geraden Graben und gibt dieſem den Ausgang an dem niedrigſt gelegenen Punkt der Umgegend. Mit den naturlichen oder kuͤnſtlichen Hauptableitern bringt man hierauf einen kleineren Graben in Verbindung, den man rund um das Innere des Moors oder Bruchs zieht, gerade zwiſchen ſeinen ſchlimmſten Theilen und ſeinen der Verbeſſerung faͤhigen Raͤndern, um das von jenem auf dieſe ziehende Waſſer abzuſchneiden. Bisweilen fuͤgt es ſich, daß man dieſem Graben die Form eines Bogens geben kann, der mit ſeinen beiden Enden auf den Hauptableiter ſtoͤßt. Nicht fern von dieſem bringt man auch haͤufig einen zweiten aͤhnlichen, nur nicht ganz ſo tiefen und weiten Graben an, zwiſchen dem Rande des Moors und dem darangrenzenden trockenen Lande; doch haͤngt dieſes ſehr von der Lage und dem Zuſtande des zu entwaͤſſernden Grundſtuͤcks ab. Daſſelbe ſoll naͤmlich durch die bereits angegebenen und außer ihnen vielleicht noch anzubringenden kleinern Kreuz- und Quer⸗ graͤben von dem oberflaͤchlichen Waſſer befreit und ſo weit trocken gelegt werden, daß man darauf arbeiten koͤnne, keineswegs aber ſeine Feuchtigkeit gaͤnzlich verlieren. Schwammige, tief ſtehende Torfmoore zumal wuͤrden zum Anbau ungemein verlieren, wenn ſie unte entſehen Hinnel und in! Si zeige T Wage zu aufgebro ſie um feilſte u iſt in d wenn do Theilen eit(alſ parſan liebene cher na Kalk ab unwirkſe anzen ine gut räͤſeren T n,§ witd do ebenen Das ge lis zu⸗ um die! zu nehm var an wachſen, ſtanden lich R diiſen folgen! eeſten Ichren; d weide decung das Imnen eie achen loſtt, faner uin d lien wi t Ta, wegen ſgviag eil 6 g griſni Pan da ilſan iſ. gi dnder 150 Ac me der Urinmatan gewöhnic nnr 1, oder ſr dſtd it ihm. DNur dafür e i verſtann de können ni nd vertift, u durch Krunmr. gleiter vorhw den Graben u genen Puſi n Hruptälin Gerbindung,d N hs zieht, gen er Verbeſſe ziehende Vſt dieſem Grat beiden En em bringt m zſo tiefen m toors und dn e ſeht von d Grundſtics nen und au z⸗ und Qur⸗ 3 wei di na käinewis c e, ti ſchende verlien, wemn Suͤmpfe. Bruͤche. Gruͤnlandsmoore 597 ſie unter der Oberflaͤche ganz trocken wuͤrden; denn die dadurch entſtehende große Maſſe trockner faſriger Subſtanz wuͤrde den vom Himmel kommenden Regen nutzlos fuͤr die Gewaͤchſe einſaugen und in warmen, trockenen Sommern ganz unproduktiv werden. Sind nun die zum Anbau tauglichen Theile auf die ange⸗ zeigte Weiſe ziemlich trockengelegt worden, dann gibt es zwei Wege zu ihrer ferneren Benutzung. Entweder laͤßt man ſie un⸗ aufgebrochen und ſtreut blos Kalkſand darauf, oder man pfluͤgt ſie um und kultivirt ſie ordentlich. Der erſte Weg iſt der wohl⸗ feilſte und erſtattet, ſobald die Oberflaͤche dem Graswuchs guͤnſtig iſt, in den meiſten Faͤllen die Auslagen am ſicherſten zuruͤck; denn wenn der aufgebrachte Kalkſand, wie man ihn in den meiſten Theilen von Irland findet, von einer guten lehmigen Beſchaffent heit(alſo mehr ein Mergel) iſt, und bei ſeiner Anwendung nicht ſparſam zu Werke gegangen wird, ſo laͤßt ihn die unberuͤhrt ge⸗ bliebene Narbe nicht zu tief verſinken und entſteht dann ein rei— cher natuͤrlicher Kleewuchs. Guter Mergel leiſtet faſt daſſelbe; Kalk aber zeigt ſich auf ſolchem tiefen Torfboden beinahe ganz unwirkſam, wenn nicht vorher auf ſeine Oberflaͤche ſchwerere Sub⸗ ſtanzen geſtreut worden ſind. Auf die angegebene Weiſe wird eine gute Weide erlangt, und Land dieſer Art eignet ſich beſſer zur Graͤſerei, als zu Feld. Iſt jedoch die Oberflaͤche ſehr uneben, oder mit Binſen, Far⸗ ren, Haide und anderen nichtsnutzigen Pflanzen uͤberzogen, ſo wird deſſen Umbruch und Bearbeitung nothwendig, um es zu ebenen und dieſe Gewaͤchſe ſammt ihren Wurzeln zu vernichten. Das gewoͤhnlichſte Verfahren iſt dann, daß man die Oberflaͤche bis zu einer geringen Tiefe abſchaͤlt und das Abgeſchaͤlte verbrennt, um die Unkraͤuter zu zerſtoͤren und in der Aſche Duͤnger fuͤr die zu nehmenden Ernten zu gewinnen. Manche Schriftſteller rathen zwar an, das Schaͤlen und Brennen, nachdem eine Frucht ge⸗ wachſen, zu wiederholen, wir koͤnnen uns aber damit nicht einver— ſtanden erklaͤren. Die erſte Frucht nach dem Brennen iſt gewoͤhn— lich Ruͤbſen, dem man noch einmal Ruͤbſen oder Kartoffeln und dieſen Hafer, unter welchem Gras- und Kleeſaamen geſaͤet wird, folgen laͤßt. Das davon entſtehende Gruͤnſutter benutzt man im erſten Jahre nur zum Maͤhen und auch in den beiden naͤchſten Jahren duͤrfen nur Schafe oder leichtes Jungvieh auf ſolchem Lan— de weiden, damit es nicht zertreten werde. Eine ſchwache Be— deckung von Sand, Straßenkoth oder Thon ſollte demſelben ſtets — 2 4 ——— 598. Dreißigſtes Kapitel. gegeben werden, um ſeine Feſtigkeit zu vermehren; denn ohne eine ſolche Duͤngung wird Boden dieſer Art nie zum Getreidebau taug⸗ lich, zumal nicht in naſſen Jahren. Auch gibt derſelbe keine guten, trockenen, ſondern nur zu Viehfutter taugliche Kartoffeln. Dieſel⸗ ben tragen aber vorzuͤglich dazu bei, die Bindung ſeiner Ackerkrume zu vermehren. Kann eine gute Grasnarbe geſchaffen werden, dann bleibt es gewiß das Beſte, ſolches Land ſpaͤterhin blos als Weide zu benutzen und dieſe durch Kalkduͤngung zu verbeſſern. Es iſt kaum zu bezweifeln, daß hier der Anbau des Fioringraſes oft ganz an ſeinem Orte ſein wuͤrde. Auch waͤre eine Anpflanzung von ſchottiſchen Kiefern an dem inneren bogenfoͤrmigen Graben gewiß ſtets eine nuͤtzliche Verbeſſerung, weil ſie einen Schutz gegen die von Suͤmpfen ausgehenden kalten, der Vegetation nachtheiligen Winde geben. Die genannten Baͤume eignen ſich vorzugsweiſe fuͤr Torfboden; ſie geben zwar nur ſchlechtes Holz, erreichen auch keine bedeutende Groͤße; wenn man aber auf der geſchuͤtzten Seite einige Schierlingstannen(Pinus canadensis) darunter pflanzt und unten am Boden eine dichte Schirmhecke von Ginſter anbringt, ſo wird dieſe Pflanzung nach wenig Jahren gegen die Winterkaͤlte gewiß einen wuͤnſchenswerthen Schutz verleihen. Augenſcheinlich entſtehen auch bisweilen Suͤmpfe durch Waſ— ſer, das laͤngs an den uͤber ihnen beſindlichen Hoͤhen hervorbricht; eben ſo durch Quellen, die frei uͤber ihre ganze Oberflaͤche hin— rinnen; und nicht ſelten aus beiden Urſachen zugleich. Der Druck des von oben kommenden Waſſers wirkt auf das unter dem Bo— den ſtehende, daß es durch die durchlaͤſſigeren Theile der Oberflaͤche in die Hoͤhe treten muß, und ſo entſtehen Sumpfſtellen, auf denen es gefaͤhrlich zu gehen iſt, und die an dem auf ihnen ſich erzeu⸗ genden eigenthuͤmlichen Gruͤn leicht zu erkennen ſind. Viel Land liegt ſolcher Stellen wegen wuͤſte, ohne Torf zu enthalten. Um ſolches zu entwaͤſſern, muß man zuvor nach der Urſache der Ver⸗ ſumpfung forſchen. Entſteht ſie durch das an ihrer oberen Seite hervorbrechende Waſſer, dann iſt zuvoͤrderſt ein Graben laͤngs der naſſen Stelle hinzuziehen, hinlaͤnglich tief, um das von oben kom— mende Waſſer abzuſchneiden; man ſetzt denſelben dann mit Quer= graͤben in Verbindung, die gerade ſo tief ſind, daß ſie es nach niedriger gelegenen Punkten fuͤhren koͤnnen. IFfſt die zu entwaͤſſernde Flaͤche bedeutend, ſo iſt es rathſam, dieſelbe, im Verhaͤltniß zu ihrer Form und Lage, durch offene Graͤben in verſchiedene Abtheilungen zu bringen. Man macht die Grüben ſt uf den G halkende in Durch denen dan enporſtig Boden ſo man dieſe kleinen S nicht nut, ungebend findliche z das Grun ntſtehende muß m landsmoc en anger en zur ieſes zaß, uͤb rland. vthen T nigen und lache ge Dabei da gung eine as Manc tteln ne Rbigen gen, Sc die beiden niedergl Die wurde in — ,—— —.——z ; denn ühner Geridänn te erſäbe käne gan attfen ön ſännr liatr ffe vede dm in blos i Ta vrbeſen bif ngraſesd w Schut in B R tion mieln olz, erutg äc er geſchltm runter pflnn u Ginſter ohi en die Vnti mpfe durch d öhen hervotit e Oberllice t leich. Der Du z unter den d ile der Dberſtt ſeelen, auf de ihnen ſich err nd. Viel Lu enthalten. l grſache der We rer oberen Eit zraben längod z von oben lm⸗ dann wit Air daß ſied 1 Rit ez utſan e, dusßoffe Nur mach d Suͤmpfe. Bruͤche. Gruͤnlandsmoore. 599 Graͤben fuͤnf bis ſechs Fuß tief, und wenn dieſe Tiefe nicht bis auf den Grund der Verſumpfung, oder auf die das Waſſer ent— haltende Erdſchicht reicht, ſo bohrt man mit einem etwa 5 Zoll im Durchmeſſer haltenden Erdbohrer Loͤcher in die Grabenſohle, in denen dann das eingepreßte Waſſer durch ſeinen eigenen Druck emporſteigt und nun in dem Graben fortlaufen kann. Iſt der Boden ſo weich, daß die Bohrloͤcher darin nicht ſtehen, ſo muß man dieſelben durch enge Brunnen, die bis zur Grabenſohle mit kleinen Steinen ausgefuͤllt werden, erſetzen. Dieſe Mittel dienen nicht nur, das Hervorquellen des Waſſers am Fuße der den Sumpf umgebenden Hoͤhen zu verhindern, und das unter der Oberflaͤche be— findliche zu entfernen, ſondern befreien auch in den meiſten Faͤllen das Grundſtuͤck von allem oberflaͤchlichen, durch Schnee und Regen entſtehenden Waſſeruͤberfluß. Sollte Letzteres ja nicht der Fall ſein, ſo muß man noch mit kleinen keilfoͤrmigen Graͤben, die richtig ge⸗ macht, wohl zwanzig bis dreißig Jahr dauern, zu Hilfe kommen. Um große Verſumpfungen, wie die inneren Theile der Gruͤn⸗ landsmoore trocken zu legen, kann wohl kaum ein beſſeres Verfah⸗ ren angewendet werden, als das, deſſen man ſich vor einigen Jah⸗ ren zur Entwaͤſſerung des Chatmoores in Lancaſhire bediente. Dieſes Moor hielt mehre tauſend Acker und war eben ſo tief und naß, uͤberhaupt ganz ſo beſchaffen, wie die meiſten Bruͤcher in Irland. Der darin geſtochene Torf kam dem nahe, welchen man rothen Torf nennt, und der aus einer gelben, leichten, zaͤhen, faſ⸗ rigen und ſchwammigen Maſſe beſteht; dennoch wachſen auf dieſer Flaͤche gegenwaͤrtig Weizen und Kartoffeln von vorzuͤglicher Guͤte. Dabei darf jedoch nicht unbemerkt bleiben, daß man zu ihrer Duͤn⸗ gung einen Thonmergel von beſondrer Art und den Straßenkoth aus Mancheſter ſtark in Anwendung brachte, und dieſen Dung— mitteln neben der guten Entwaͤſſerung wohl hauptſaͤchlich die er— giebigen Ernten zu verdanken hat. Auch Baͤume, als Lerchen, Bu⸗ chen, Schierlingstannen, ſchottiſche Kiefern und Pappeln, zumal die beiden letztgenannten, wachſen ſehr gut darauf, und der zu Gras niedergelegte Theil deſſelben gibt vortreffliche Weide. Die Art der Entwaͤſſerung war ſehr einfach. Das Moor wurde in geradlinige, nach dem Mittelpunkt zu gehende Abthei⸗ lungen von 100 Yards Laͤnge und 50 Yards Breite gebracht, und jede ſolche Abtheilung mit einem Graben, 3 Fuß 9 Zoll tief und 3 Fuß oben, an der Sohle 20 Zoll breit, umgeben. Dieſe offenen Graͤben wurden hierauf mit quer uͤber jede Abtheilung gehenden 600 Dreißigſtes Kapitel. 16 Zoll tiefen, oben 12— 14 Zoll, unten 8 Zoll breiten verdeckten Abzuͤgen verbunden, die man auf die im 28. Kapitel angegebene und abgebildete Weiſe verfertigte. Die Arbeit war ſchwierig und forderte manche Vorkehrung, weil das Moor ſo weich war, daß die Arbeiter Breter an ihre Fuͤße binden mußten, um nicht einzu— ſinken. Die Koſten davon betrugen 31 Schilling 6 Pence vom Acker. Die Oberflaͤche wurde hierauf in dicken Soden abgeſchaͤlt, die man aber nicht durchgaͤngig verbrannte, ſondern zum Theil blos der eignen Zerſetzung uͤberließ um ſie nachher als Duͤnger zu gebrauchen. Durch dieſe verſchiedenen Operationen ſetzte ſich das Moor bedeutend zuſammen und erhielt nun weit mehr Feſtigkeit. Man darf jedoch bei dieſem gluͤcklichen Erfolg der Urbarma⸗ chung des Chatmoores nicht vergeſſen, daß dieſelbe nur mit gro— ßem Aufwand zu bewirken war und mitten in einer ausgedehnten Fabrikgegend ſtatt fand, wo Maͤrkte, Kanaͤle, Eiſenbahnen ec., wie Irland ſie nicht beſitzt, den Abſatz der Produkte und die Anſchaf⸗ fung von Hilfsmitteln erleichtern. Die Unternehmer ſolcher Werke ſollten daher ſtets, ehe ſie dazu ſchreiten, wohl uͤberlegen, ob die Umſtaͤnde denſelben guͤnſtig ſind. Haben ſie ſich aber nach reif— licher Überlegung dafuͤr entſchieden, dann bleiben folgende Punkte zu beruͤckſichtigen: Torfmoore, die den beſten Torf zur Feuerung liefern, ſind in der Regel am leichteſten urbar zu machen und geben, gut entwaͤſ⸗ ſert, das fruchtbarſte Land. Die zur Entwaͤſſerung nothwendigen Arbeiten ſind nur im Sommer bei gutem Wetter bis die Ernte zu anderen Geſchaͤften ruft, vorzunehmen. Im Winter laſſen ſie ſich nicht ausfuͤhren. Der Boden muß von aller uͤberfluͤſſigen Feuchtigkeit gaͤnzlich befreit ſein, ehe man an einen Ertrag denken kann. Der gewoͤhnliche Wirthſchaftsduͤnger ſollte anfaͤnglich nie fuͤr ſolches Land verſchwendet werden, indem es durch Üüberfahren mit Kalk, Kreide, Sand oder Mergel eher in einen guten Kulturzu⸗ ſtand zu bringen iſt, und endlich: Alles was man zu einem ſolchen Zwecke thun will, muß or⸗ dentlich und kraͤftig geſchehen, ſonſt lieber ganz unterbleiben. anche ange al duͤrſtig weckma gſenbr erzulege iner or oden! B n en eine zubreche letzten K Hahen go eine Rei nd eine Kt lang werden, gehoͤren haben. lond beſt die Erfa ler und auch met in der T Graslind Ein und dreißigſtes Kapitel. 601 ence ton ean gſhit nn m M Ein und dreißigſtes Kapitel. er os dirn rinn fei nun wit m Über dauernde Graslaͤndereien. ol d Uieme.. Tdt h Weiden. Wieſen. elbe nu nig ner aigtten erbänaun Manche erfahrene Landwirthe ſind der Meinung, daß Land zu und Fedii lange als Weide liegen bleiben koͤnne, und daß es, ſobald dieſe nn ſite duͤrftig werde, Moos und Unkraͤuter die Flaͤche aberziehen, keine überlgn, a zweckmaͤßigere Verbeſſerung eines ſolchen Grundſtuͤcks gebe, als das h aber nd Raſenbrennen auf ihm anzuwenden, und es wieder zu Gras nie⸗ folgmd An derzulegen, weil unter den gegenwaͤrtigen Verhaͤltniſſen die Koſten einer ordentlichen Kultur nicht bezahlt werden, es waͤre denn der Boden von ſehr guter Beſchaffenheit. Gute alte Wieſen jedoch, welche mit einer dichten Narbe ſaftiger Graͤſer bekleidet ſind, ha— ben einen zu großen Werth, als daß ſie jemals mit Vortheil um— n ſid mi zubrechen waͤren, und die, mit denen man ſolches waͤhrend des ve Giſtir letzten Krieges, durch die hohen Getreidepreiſe verlockt, vornahm, t aufüften haben gar ſehr gelitten. Aller ſtrenge Thon⸗ oder Klayboden, der zigtät gin eine Reihe von Jahren als Wieſe oder Weide benutzt worden iſt, und eine Raſennarbe der beſchriebenen Art erlangt hat, kann, eine 1 Zeit lang als Ackerland behandelt, auf keine Weiſe dahin gebracht ſngich ni werden, ſich bald wieder mit einem guten Raſen zu uͤberziehen; es llen 4 gehoͤren viele Jahre dazu, wie mehre Beiſpiele deutlich gezeigt gutm Lulni haben. Es iſt daher ein altes Sprichwort:„Wer ein gutes Gras⸗ 1 land beſitzt, iſt ein Thor, wenn er es umbricht.“ Dies beſtaͤtigt vil, ni die Erfahrung; denn gutes altes Grasland maͤſtet die Thiere ſchnel— tebläben ler und liefert mehr Milch, als neu niedergelegtes; es wird daher auch mehr geſucht und theurer verpachtet, als Ackerland. Es gibt in der That zahlreiche Beiſpiele im Suͤden von England, wo alte Graslaͤndereien 10—20 Schilling mehr Pachtrente vom Acker ab⸗ g liffen ſidi ben, gut inwi 60² Ein und dreißigſtes Kapitel. werfen, als erſt vor Kurzem noch beackerte, obgleich letztere von jenen oft nur durch einen bloßen Graben getrennt, und nach einer gut behandelten Sommerbrache mit den beſten Graͤſern beſaͤet, nie— dergelegt worden ſind. So erzaͤhlt Herr Boys in ſeiner Schrift uͤber die Verwandlung des Graslandes in Feld, daß er zwei an⸗ einander grenzende Grundſtuͤcke, jedes von 8 Ackern Flaͤche beſitze, die ſowohl hinſichtlich des Bodens, wie hinſichtlich ihrer Lage und ihres Feuchtigkeitszuſtandes vollkommen gleich waͤren, von denen aber das eine wohl ſeit laͤnger, als hundert Jahren nicht unter den Pflug genommen, das andre dagegen erſt vor ungefaͤhr drei⸗ ßig Jahren zu Gras niedergelegt worden ſei; beide wuͤrden ganz auf gleiche Weiſe behandelt und mit Vieh betrieben, allein das alte Grasſtuͤck habe dennoch einen doppelt hoͤheren Werth, als das andere. In einigen Marſchen von Lincolnſhire ferner reicht ein Acker altes Grasland hin zur Sommernaͤhrung eines Ochſens und 2—5 großer Schafe und zur Winterfuͤtterung von 2 ſolchen Scha⸗ fen. Dreizehn Acker wurden in einem Falle nur gebraucht, um 14 Ochſen und 35 Schafe ein Jahr hindurch zu erhalten, und in einem andern Falle waren 21 Acker mehre Jahre hindurch ausrei⸗ chend zur Ernaͤhrung von 19 ſchweren Ochſen und 100 Schafen vom Mariaͤverkuͤndigungsfeſte(25. Maͤrz) an bis zum Michaelis⸗ tage und daneben noch zur Durchwinterung von funfzig Schafen. Herr Billingsley rechnet, daß in Sommerſetſhire ein Viehmaͤſter, welcher 200 Acker gutes Grasland, nicht etwa Marſchboden, be⸗ ſitze, das Jahr hindurch 110 Stuͤck Ochſen und 270 Schafe maͤ— ſten und daneben noch 12 Fullen durchfuͤttern koͤnne. Solche Faͤlle laſſen ſich freilich nicht als Durchſchnitt annehmen; aber es gibt in England, und beſonders in Irland große Strecken natuͤr⸗ liches Grasland, Wieſen und Weiden, die als ſolche einen weit hoͤhern Ertrag abwerfen, als ſie zu Ackerland benutzt liefern wuͤrden. Der vorſtehend ausgeſprochenen Anſicht entgegen ſind jedoch die Vertheidiger des verbeſſerten ſchottiſchen Wirthſchaftsſyſtems, welche die Meinung aufſtellen, daß der Boden abwechſelnd Acker⸗ und Grasland ſein muͤſſe, und das augenſcheinlich uͤppigere An⸗ ſehen der neu angeſaͤeten Graslaͤndereien und ihren hoͤheren Ertrag der Maſſe nach, verglichen mit aͤlteren, als Beweis dafuͤr anfuͤhren. Dies iſt vielleicht dem Mangel an Kalk in Schottland zuzuſchreiben, wodurch der daſige Boden weniger geeignet zum natuͤrlichen Gras- wuchs wird. Kein Land Europa's hat beßre und feinere Wieſen und Weiden, als Irland, und dennoch ſind ſie es ſchon ſeit un— denkic giß au nach u di Ve bereich lichere ſind ab gewinn in Ab natüͤrli len Fä mit ſei und de Ver de ſein Gr den Hf daß die ſich w gehaͤuft den ve Grun ſchyft dererzer aufs die Erſ hüͤten, entdeckt ich gar ens ine unden; en Be Grasla iſt die bleibti welche abwirft jüber dauernde Graslaͤndereien. Weiden. Wieſen. 603 ſih ltn t denklichen Zeiten; aber unter der Oberflaͤche liegt beinahe durchgaͤn⸗ und nach ein gig auf der ganzen Inſel Kalkſtein. Manches alte Grasland, das ſen dn beſtt i nach und nach durch den darauffallenden Weideduͤnger und durch ſeine dr Gäſi die Verweſung eines Theils der darauf wachſenden Pflanzen ſehr diß r zwei bereichert worden iſt, mag allerdings nach ſeinem Umbruch eintraͤg— njeiſ bbiſt lichere Ernten liefern, als in ſeinem natuͤrlichen Zuſtande; dieſelben ˖ ihr uy m ſind aber nur durch einen großen Duͤngeraufwand nachhaltig zu ren, dn dam gewinnen und werden in ihrem Ertrage durch die bedeutenden ten nicht wir in Abzug zu bringenden Kulturkoſten ſehr geſchmaͤlert, die bei dem r ungefizt de natuͤrlichen Graslande faſt ganz wegfallen. Daſſelbe wird in vie— e würddn gr len Faͤllen ſehr mißbraucht, indem der Miſt von den Thieren, die den, allin mit ſeinem Heu ernaͤhrt wurden, meiſt dem Ackerland zugewendet, Werth, as und die Weide ſelbſt im Winter ſtark mit Vieh betrieben wird. ner reich Wer den in einer Wirthſchaft gemachten Duͤnger mit Einſicht auf s Ochſens ſein Grasland bringt, wird gewiß nie in Verſuchung gerathen, Lſolchen e den Pflug daran zu ſetzen. Es iſt in der That augenſcheinlich, gebrauch, daß die Koͤrnererzeugung gar bald die Fruchtbarkeit erſchoͤpft, die echalten, w ſich waͤhrend einer langen Reihe von Jahren im Graslande an⸗ hindurch nei gehaͤuft hat, und hauptſaͤchlich durch den in dieſer Zeit ſich bilden— d 100 Shre den vegetabiliſchen Moder hervorgebracht wird, dem das uͤppige zum Mital Gruͤn einer guten Weide zu verdanken iſt, und der ſich, einmal er— unfig Eict ſchoͤpft, nur nach und nach oft ſpaͤt erſt wieder erzeugt. Dieſe Wie⸗ ein Vihmir dererzeugung, wenn ſolches Land nach mehrjaͤhrigem Fruchtbaue nrſäbͤn, k aufs Neue zu Gras niedergelegt wird, zu befoͤrdern oder vielmehr 70 Söni ne die Erſchoͤpfung jenes Moders waͤhrend der Ackerbenutzung zu ver⸗ huͤten, iſt das große Geheimniß des Ackerbaus; wuͤrde es einmal entdeckt und darauf ein Wirthſchaftsſyſtem begruͤndet, ſo wuͤrden ſich gar bald die beiden verſchiedenen Benutzungsweiſen des Bo⸗ dens ins Gleichgewicht ſetzen. Zur Zeit iſt es noch nicht aufge— könne. Solct hmen; abet Strecken natu c lhen n funden; die Umwandlung des Graslandes in Acker auf eine fuͤr ſin dne den Beſitzer eintraͤgliche Weiſe iſt leicht; aber daraus wieder neues gen ſid 4 Grasland mit ungeſchwaͤchtem Ertrag gegen fruͤher zu bilden, das iſtieſin iſt die Schwierigkeit. Das Hauptziel, nach dem man ſtreben muß, utſini bleibt immer, jedes Grundſtuͤck auf die Weiſe zu benutzen, auf nauen welche es ſeinen Inhabern die groͤßtmoͤgliche Rente nachhaltig ühern bim abwirft. drflr wfin Immerwaͤhrendes Grasland kommt unter zwei verſchiedenen d zuzntt em Benennungen vor, als Weide und als Wieſe. Die erſtgenannten untde haben gemeiniglich einen minder kraͤftigen Boden, und eine mehr ſrſa 3 huͤgelige Lage, als die Wieſen; dennoch ſind viele von ihnen zum — ſünn ſät I. 39 604 Ein und dreißigſtes Kapitel. Viehmaͤſten geeignet; die letzteren werden hauptſaͤchlich zum Heu⸗ machen benutzt und beſitzen entweder eine ſo niedrige Lage und ſo kalten feuchten Boden, daß ſie nicht wohl zu Ackerland taugen, oder liegen in der Naͤhe großer Staͤdte, wo das Heu immer ein ſehr geſuchter Artikel iſt, oder an Fluͤſſen, die ihre Bewaͤſſerung verſtatten. Weide. Die Guͤte der Weiden laͤßt ſich nur nach ihrer Lage und in Bezug auf die Viehart, fuͤr die ſelbige dienen ſollen, beſtimmen. Hohe, frei und offen gelegene, trockene Weideraͤume eignen ſich am beſten fuͤr Schafe; ſchweres Vieh dagegen wird mit mehr Vor⸗ theil auf tiefer gelegene und mehr eingeſchloſſene Plaͤtze getrieben. Der Boden jener Hoͤhen, beſonders wenn er etwas Kalk haͤlt, traͤgt ein ſuͤßes kurzes Gras, das beſonders den kleinen Schafraſ⸗ ſen zuſagt, die zwar nicht ſehr ins Gewicht fallen, aber das feinſte Hammelfleiſch liefern. Die Kultur duͤrftiger Bodenarten haͤngt uͤberdies hauptſaͤchlich vom Pferch ab, und in Ruͤckſicht auf dieſen haben dergleichen Weiden doppelten Werth. In einigen der ſuͤd⸗ lichen Grafſchaften Englands kann in der That nur mit ſeiner Hilfe der zum Ackerbau nothwendige Duͤnger gewonnen werden, und ohne ihn wuͤrde der Pflug faſt nutzlos ſein. Es iſt daher ſehr zu beklagen, daß viele von dieſen Duͤnen umgebrochen wor⸗ den ſind; denn weder Geſchicklichkeit, noch Koſtenaufwand ſind vermoͤgend, vor Verlauf einer langen Reihe von Jahren die natuͤr— liche Raſennarbe wieder herzuſtellen, die ſie fruͤher trugen, und da ſie auch nicht mit Erfolg beſtellt werden koͤnnen, ſind ſie fuͤr ihre gegenwaͤrtigen Inhaber beinahe werthlos geworden. Weiden dieſer Art verhuͤten auch bei den Schafen die Faͤule und gewaͤhren ihnen mehr Schutz gegen die Angriffe der Fliegen, als kleine Koppeln. Grundſtuͤcke, wo bisweilen Waſſer ſtehen bleibt, ſind immer gefaͤhrlich fuͤr die Schafe, und ſolche, die uͤber— fluthet wurden, ihnen nur dann gedeihlich, wenn ſie vollkommen trocken ſind; dagegen iſt nicht viel Gefahr fuͤr ſie vorhanden, wo das Waſſer fortwaͤhrend uͤber ſie hinrieſelt. So gibt es in den ſchottiſchen Hochlanden und in einigen Gebirgsgegenden des noͤrd⸗ lichen Englands, Wales und Irland's ausgedehnte Huͤgelreihen, die ſich ſelbſt in den trockenſten Sommern feucht halten, und den⸗ noch bei den Schafen keine Krankheit erzeugen; das Waſſer iſt aber a De A Man in jider wechſel Haupt in, der paſſen. deren reif wi ſeines ſonſt Haide Blumen über, un bis zun ſie von die na in den Weide zeit zu loren, Fülle reichich 9 Dhorum und E. a lliebte a dieſe om Vie fig wach weniger hält ſch ſchreiben weiden i pflanzun uch der voͤhnten ſe entſch ndvir dten Ge⸗ Üüber dauernde Graslaͤndereien. Weiden. Wieſen. 605 ich zun ge— 2ud, 7 ibt ni g euhr aber auf ihnen beſtaͤndig in Bewegung, bleibt nirgends ſtehen. taind tunn Die Weide iſt in dieſen Gebirgsgegenden aus ſehr verſchiedenen 19 Pflanzen gebildet, die ganz beſonders zur Erhaltung der Schafe ne in jedem Monat des Jahres geeignet ſind, aber in ihrer Guͤte wechſeln im Verhaͤltniß zum Boden, auf dem ſie wachſen. Die Hauptſchwierigkeit bei der Abwartung der Herden beſteht hier dar⸗— in, deren Staͤrke der verſchiedenen Beſchaffenheit der Weide anzu⸗ paſſen. Ein großer Theil von dieſer traͤgt vornehmlich Haidearten, amhe deren Saamen in Jahren gewoͤhnlicher Fruchtbarkeit wie Korn r Lage ni reif wird, und dem Vieh in den Wintermonaten den Haupttheil en, bciimr ſeines Futters gewaͤhrt. Die gemeine Haide,(Calluna vulgaris, eignen ſih u ſonſt Erica v.) bluͤht im Auguſt, ihr folgt darin die feinblaͤttrige nit mehr 1 8 Haide(Erica cinerea), ziemlich einen Monat ſpaͤter. Die laͤhe gi in Blumen der letztern gehen vom dunkeln Roth zum reinen Weiß da5 Kalk uͤber, und eben ſo wechſeln ihre Blaͤtter in der Farbe vom dunkeln enen Schi bis zum hellen Gruͤn. Auf den entlegenen hoͤheren Theilen wird aber daöfii ſie von den Schaͤfern niedergebrannt, und die Schafe genießen dann denarten ſi die nachher wieder zum Vorſchein kommenden jungen Pflanzen; ſſich auf din in den tieferen Lagen aber laͤßt man ſie zur Reife kommen, um äinigen der Weide waͤhrend Schnee liegt zu geben und Schutz bei der Lamm— nur mit ſin zeit zu gewaͤhren. Im Februar hat die Haide ihren Saamen ver— vonnen vede loren, nun ſproſſen aber andre Pflanzen hervor, vornehmlich in Es it dir Fuͤlle verſchiedene Eriophorumarten, die bis in die Mitte Aprils ngitrim u reichliche, und vorzuͤglich gute Weide darbieten*). Von dieſer tenaufwend fn iren de di nir*) Die Angabe, daß die Eriophorum⸗, Wollgrasarten, namentlich Erio- trugen, und phorum vaginatum, ſcheidiges Wollgras, E. polystachion, vielaͤhriges Wollgr. ind ſie flr in in und E. angustifolium, ſchmalblaͤttriges W., den Schafen eine gute und von ihnen geliebte Weide jemals gewaͤhren koͤnnen, muß uns ganz ſonderbar vorkommen, cfen die Tu da dieſe Graͤſer bei uns, und zwar nicht mit unrecht, allgemein als ſchaͤdliche, vom Vieh verſchmaͤhte angeſehen werden. Das Heu von Wieſen, wo ſie haͤu⸗ ſſe der Jlihn fig wachſen, wird von ihm nicht gern gefreſſen, und nur ungern gekauft; noch Paſſet ſi weniger aber ſagen ſie dem Vieh im gruͤnen Zuſtande abgemaͤhet zu. Ver⸗ ſolche, die lie haͤlt ſich dieſes in England anders, ſo iſt es wohl nur dem Umſtande zuzu⸗ ſie linm ſchreiben, daß man ſie nicht in Halme ſchießen laͤßt, ſondern durch das Ab⸗ vothanden weiden immer niederhaͤlt, und daß in jenem Lande faſt ſaͤmmtliche Wieſen⸗ n n pflanzungen nahrhafter zu ſein ſcheinen, als bei uns. Und dennoch duͤrften gbt t 6 auch dort Weideraͤume mit Wollgras bewachſen wohl nur von jeher daran ge⸗ enden do ⸗ woͤhnten Schafarten zuſagen. Fuͤr unſere Merino's, wie wir ſie halten, ſind te Higin eriin ſie entſchieden gefaͤhrlich, und was ſchon Crome in ſeiner Naturgeſchichte fuͤr alten und 4 Landwirthe uͤber dieſe Grasarten ſagt, moͤchte, trotz des aus England gemel⸗ d S Güſet it deten Gegentheils, dennoch immer als beachtungswerth bei uns anzuſehen ſein. 39* 606 Ein und dreißigſtes Kapitel. Zeit an, bis zur Mitte des Mai tritt nun aber ein Futtermangel ein, welcher der Geſundheit der Thiere, die ſogenannte Hungerfaͤule (hunger-rot) erzeugend, nachtheilig werden kann, wenn man ihm nicht durch Verminderung der Herden und durch Weiden auf wohl— entwaͤſſertem Lande vorzubeugen ſucht. Der groͤßere oder geringere Werth einer Weide in jenen Ge⸗ genden beruht in nicht geringem Grade auf ihrer verſchiedenartigen Vegetation und auf dem Schutz, den ſie in ihren Unebenheiten darbietet. Die Duͤnen,(downs, Sand- und Kreidehuͤgel) in un⸗ ſeren ſuͤdlichen Grafſchaften beſitzen nicht alle Vorzuͤge jener Berg⸗ weiden, ſie bieten weder denſelben Wechſel, noch dieſelbe Aufeinan— derfolge von Pflanzen dar, und da ſie an ſich weniger feucht, auch der Sonne mehr ausgeſetzt ſind, ſo ſind ſie der Gefahr, im Som— mer zu verbrennen, unterworfen; aber wenn ſie auch den Schafen anſcheinend nur eine knappe Weide gewaͤhren, ſo iſt doch die Naͤhr⸗ kraft des auf ihnen wachſenden Graſes ſo intenſiv, daß ſie nicht darauf abfallen, und da die Guͤter in dieſen Gegenden ſaͤmmtlich etwas Ackerland neben der Duͤnenweide haben, ſo kann in ſolchen Zeiten der Noth immer noch etwas andres Futter herbeigebracht werden. Die Benutzung und Behandlung der Weiden in dieſen Huͤ⸗ gelgegenden iſt daher ganz von der im Norden verſchieden. Hier beſitzen die Viehzuͤchter in der Regel kein Ackerland; ſie ſind dem— Es heißt a. a. O. Th. 2. Bd. 1. S. 187: Alle drei Arten des Wollgraſes vorzuͤglich die beiden letzteren ſind fuͤr den Landwirth ſchädliche Gewaͤchſe. Das Vieh frißt ſie nicht, und ſie werden ihm noch dadurch nachtheilig, daß ihre Saamenwolle ſich an andere Wieſengewaͤchſe haͤngt, hier von dem Vieh mit verſchluckt wird, und ſo zur Entſtehung der ſogenannten Haarballen oder Haar⸗ kugeln im Magen der Kuͤhe Anlaß gibt(ꝛ2). Die Darſtellung der Weidever⸗ haͤltniſſe und Weidewirthſchaften Großbritanniens ſcheint dem Bearbeiter von großem Intereſſe zu ſein; es iſt daher von ihm nur wenig daran verkuͤrzt, nur das Unwichtigere davon weggelaſſen worden. In einem großen Theil von Deutſchland erkennt man den Werth einer guten Weide gewiß noch nicht im gerechten Grade an, weil man, ſobald von Weide die Rede iſt, immer nur eine ſolche im Auge hat, wie ſie auf duͤrftigen Brachaͤckern, mißhandelten Ge⸗ meindeaͤngern, und in dem Vieh nichts Angenehmes bietenden Holzungen ſtatt findet.— Wollte man ihnen aber, wie es wohl gerathen wird, auch bei uns denſelben Werth im Allgemeinen beilegen, den ſie in Großbritannien wirklich haben moͤgen, ſo wuͤrde dies eine große Verkennung unſerer gewoͤhnlichen Wirthſchaftsverhaͤltniſſe verrathen und leicht zu einer nachtheiligen überſchaͤ⸗ tzung fuͤhren. nach ji weiden nehmen doegen wie mo und Re in dem cen die Duͤnen, Boden tende⸗ meiden dcht mi an Glte So kommen den W. gehalte Im G. than, und lei mi K koſtbar ger, we kung h von ſel Farren oten in blchen: oſten erner werden Hetſ⸗ mente dung; zu vert n W dgrund önben, tet, de m dutenan nte Hungaftu wenn manig Jeiden duf weh⸗ de in ian 6, veiſitin den Untata edeſini nw⸗ zuge jene de⸗ Wieſebe Auim niger feuh u zefaht, inee uch den etfe ſt doch el⸗ io, daß ſeit denden ſäwnit kann in ſit er herbegnt n in diſen h⸗ erſchieden. Hi d; ſie ſind de⸗ ten des Walgſ he Gevächſt. D acttheiig daß h n dem Lich ni galen oder Har g der Wädenn a Vearbeiter z daran veckün großen Thel m wiß woch nict t de iſt, inmit un mißhandelte ge en Hohzungen ſi wird/ auch ti 1 britannin rů ſerer gerie 1 ſtheiiin le i Über dauernde Graslaͤndereien. Weiden. Wieſen. 607 nach hinſichtlich der Erhaltung ihrer Herden blos auf die Berg— weiden beſchraͤnkt und folglich auch genoͤthigt, ſich ſehr in Acht zu nehmen, daß ſie dieſe nicht mit Vieh uͤberſetzen; in den Duͤnen dagegen wird es fuͤr rathſam gehalten, die Weiden darauf ſo knapp wie moͤglich abfreſſen zu laſſen, weil nur dadurch das Aufkommen und Reifen ſchlechter Pflanzen zu verhuͤten und der Raſen immer in dem Zuſtand von Weichheit und Suͤßigkeit zu erhalten iſt, wel⸗ chen die Schafe am meiſten lieben. In manchen Theilen dieſer Duͤnen, wo die beſten Graͤſer vorhanden ſind, iſt auch wirklich der Boden ſo loſe und poroͤs, daß nur durch das dichte und fortwaͤh⸗ rende Betreten deſſelben das Aufkommen groͤberer Arten ſich ver⸗ meiden laͤßt; werden ſolche Grundſtuͤcke ein oder zwei Jahre nicht dicht mit Vieh belegt, ſo verliert die Weide darauf in dem Grade an Guͤte, daß die Thiere lieber hungern, als darauf ſich naͤhren. Solches Land, wie uͤberhaupt alle mageren Weidegruͤnde, be⸗ kommen ſelten eine andre Duͤngung, als den gerade darauf fallen— den Weideduͤnger, indem ihnen die uͤbrigen Auswuͤrfe des darauf gehaltenen Vieh's ſehr oft durch das Pferchen entzogen werden. Im Ganzen wird noch wenig zur Verbeſſerung der Weiden ge⸗ than, obgleich in dem Falle, wo der Boden keinen Kalk enthaͤlt und leicht mit ſchlechten Graͤſern ſich uͤberzieht, eine Überduͤngung mit Kalk außerordentliche Dienſte leiſtet. Leider iſt dieſelbe oft ſo koſtbar, daß ſie ſich nicht wieder bezahlt macht. Der Weideduͤn⸗ ger, welcher auf ſolche Grundſtuͤcke faͤllt, bringt nur wenig Wir⸗ kung hervor, bevor fie nicht mit Kalk beſtreut worden, wo dann von ſelbſt die feineren Graͤſer hervorkommen. Befinden ſich Haide⸗ Farrenkraͤuter und Ginſter darauf, ſo ſollten ſie von den Dienſt⸗ boten in muͤßigen Stunden weggebracht werden; auch waͤre auf ſolchen mit ſchlechten Pflanzen bekleideten Weiden das nur geringe Koſten verurſachende Brennen oͤfter mit Vortheil anzuwenden. Ferner iſt auf Weiden geringerer Guͤte, die mit Großvieh belegt werden, die oͤftere Anwendung der Buſchegge, vornehmlich im Herbſt, vorzuͤglich zu empfehlen, um die darauf fallenden Excre⸗ mente auseinander zu bringen, dadurch eine gleichmaͤßigere Duͤn⸗ gung zu erzeugen und das Aufkommen der ſogenannten Geilhorſte zu verhuͤten. Es kann ſelbſt Vortheil bringen, dieſe Excremente von Weibern und Kindern aufleſen und in einen Winkel des Wei⸗ degrundſtuͤcks bringen zu laſſen, wo man ſie mit Erde, Unkraͤutern, Grabenauswurf ꝛc. zuſammenſetzt, und ſo einen Kompoſt berei— tet, der ſich als überduͤngungsmittel der Weide ſehr nutzbar zeigen isiieArAHrlAAdebilicaadA* 608 Ein und dreißigſtes Kapitel. wuͤrde. Die Koſten dieſer Operation wuͤrden im Verhaͤltniß zu ihrem Nutzen nicht ſelten unbedeutend ſein, und die Maſſe des auf dieſe Weiſe zuſammenzubringenden Miſtes iſt nicht gering; denn es hat ſich ergeben, daß eine Frau und zwei Kinder mit ganz gewoͤhnlicher Thaͤtigkeit in einem Tage ziemlich einen Kubikyard Pferdeexcremente ſammeln konnten, von Auswuͤrfen des Rindvieh's etwas weniger. Daß der ſo behandelte Weideduͤnger ungleich vor⸗ theilhafter wirken muͤſſe, als wenn er auf dem Boden ungleichmaͤ⸗ ßig liegen bleibt und hier zum großen Theil von Inſekten, die ihre Eier hineinlegen, konſumirt wird, iſt ganz natuͤrlich. Das Scarrificiren der Weideflaͤche dient ebenfalls dazu, den Raſen dichter und geſchloſſener zu machen. Es geſchieht ſolches mit einem Werkzeug, das nur die Narbe in ihrer ganzeu Tiefe durchſchneidet, ohne die Graswurzeln nachtheilig zu verletzen, und dies hat ein Austreiben neuer Schoͤßlinge zur Folge. Wenn man dieſen Scarrificator oder Schroͤpfer(ſ. Fig. 53) nur fuͤnf Fuß breit Figur 53. macht, iſt er recht gut von einem Pferde zu ziehen und alſo ohne bedeutende Koſten und Kraftaufwand eine große Flaͤche zu bearbei— ten. Die Meſſer daran duͤrfen nicht gerade ſtehen, ſondern muͤſſen nach vorn gerichtet ſein, wie das Sech im Pfluge; auch hat man darauf zu ſehen, daß ſie immer wohl geſchaͤrft ſind. Es iſt uͤbri⸗ gens dieſes Inſtrument nur dann anzuwenden, wenn der Boden maͤßig feucht iſt, damit ſich der Raſen gut durchſchneiden laſſe, ohne daß die Wurzeln abgeriſſen werden; auch verſteht es ſich von ſelbſt, daß vor ſeinem Gebrauch das Gras dicht abgefreſſen, und auf einem armen, mit Moos uͤberzogenen Weidegrunde ein zwei⸗ maliges Überziehn damit in ſich kreuzender Richtung beſonders wirkſam ſein muͤſſe. Es iſt ein hoͤchſt nuͤtzliches Werkzeug, jedoch vorzugsweiſe auf feuchtem Thon- und uͤberhaupt mildem Boden, der keine Steine enthaͤlt. Großen Vortheil bringt es auch, mit demſebe wenn n wil, d Einbrin verottet Un herrſcht abwechſe Große: beſehzen. P Iahr i manche ndehin. ten kann dabej at Wädded auch lei fortwaͤt mehre! ſchein! freſſen dieſes dienen, hen wi hen vo votgebe die We 2 ets auf zur Bl den. und w Üüberhar unangen wie ſie 8 ibt un ten iſt. bchander t rict ge „jacht ger Kinde ni „ — er ungac or⸗ den unete Jiſän i türlih fall du, M geſtiitt ic er ganga d tverlezn, a ge. Vamn fünfzim ſ und alſo ohe ce zu bearbi ondern müſſt uch hat un Es iſt ür⸗ un der Bodn cnedden liſ eßt es ſch u gefriſen, ud unde ein zwe⸗ ung heſcerd erkeug dh iiden Arden e5 auch, n ——e Über dauernde Graslaͤndereien. Weiden. Wieſen. 609 demſelben die Oberflaͤche eines Graslandes zuvor außzuritzen, wenn man zur Verdichtung des Raſens Grasſaamen darauf ſtreuen will, der dann mit einer Dornegge eingekratzt wird; ſelbſt zum Einbringen des auf Wieſen und Weiden geſtreuten Kompoſtes oder verrotteten Miſtes iſt es mit Nutzen zu gebrauchen. Unter den Inhabern von Weiden auf reicheren Bodenarten herrſcht eine verſchiedene Anſicht daruͤber, ob es beſſer ſei, dieſelben abwechſelnd zu behuͤten und zu maͤhen, oder nicht, ferner uͤber die Groͤße der Koppeln und uͤber die Art und Weiſe, ſie mit Vieh zu beſetzen. Was den erſten Punkt betrifft, ſo laſſen manche das Land Jahr fuͤr Jahr abweiden, ohne jemals die Senſe anzuſetzen, und manche Pachtkontrakte von Marſchlaͤndereien verbieten Letzteres ge⸗ radehin. Daß ſo behandeltes Land ſehr ſchweres Vieh gut erhal⸗ ten kann iſt gewiß, und daß, wenn ſelbiges abwechſelnd gemaͤht, dabei aber nicht von Zeit zu Zeit geduͤngt wird, einen Theil des Weideduͤngers zu ſeinem Schaden verliert, ebenfalls. Aber es iſt auch leicht zu bemerken, daß auf jedem Grundſtuͤck der Art, das fortwaͤhrend als Weide zum Maͤſten ſchweren Vieh's benutzt wird, mehre von demſelben unangeruͤhrt bleibende Gewaͤchſe zum Vor⸗ ſchein kommen, die ſelbſt von anderen Vieharten nur dann abge⸗ freſſen werden, wenn ſie durch Hunger dazu gezwungen ſind, daß dieſes aber auf ſolchen, die abwechſelnd zur Wieſe und zur Weide dienen, nicht der Fall iſt. Durch das bisweilen ſtattfindende Maͤ⸗ hen wird ein kuͤrzeres, beſſer naͤhrendes Gras erzeugt, dem Entſte⸗ hen von Geilhorſten an den Stellen, wo Excremente hinfielen, vorgebeugt und dem Überhandnehmen der Diſteln, welche dem Vieh die Weide mehre Zoll um ihren Stamm herum verderben, Einhalt gethan. Dieſelben ſollten ihres nachtheiligen Einfluſſes wegen auch ſtets auf immer beweideten Grundſtuͤcken, ehe ſie noch vollkommen zur Bluͤthe gelangen, moͤglichſt glatt am Boden weggehauen wer⸗ den. Sie verbreiten ſich dann nicht weiter durch den Saamen und werden halb abgewelkt vom Vieh nicht ungern gefreſſen. überhaupt ſollte man auf keiner Weide nichtsnutzige, dem Vieh unangenehme Pflanzen dulden, ſondern ſie ausſtechen laſſen, ſo wie ſie im Fruͤhjahr erſcheinen. Es koſtet ſolches, ſobald es regel⸗ maͤßig geſchieht, nur wenig, da es dann nicht viel auszuſtechen gibt und ſolches von einer alten oder ſchwachen Perſon zu verrich⸗— ten iſt. Weiden muͤſſen eigentlich eben ſo ſorgfaͤltig, wie Wieſen behandelt werden, wenn ſie gut bleiben ſollen. 610„Ein und dreißigſtes Kapitel. Die angemeſſenſte Groͤße der Koppeln oder Einhegungen iſt durch wirkliche Verſuche noch nicht eroͤrtert worden; es iſt aber Bakewell's und andrer Viehzuͤchter Meinung, daß die kleineren die beſſeren ſeien, weil, ſobald mehre Thiere mit einander in einer eingeſchloſſen ſind, ein unruhiges Individuum darunter den Frieden aller zu ſtoͤren vermag, und weil ſie ſich nicht ſelten auf den trockneren, ihnen angenehmeren Stellen zuſammendraͤngen, wo ſie nun das Gras aufs Außerſte zertreten, waͤhrend ſie es auf anderen vernachlaͤſſigen, ein Uebelſtand, der in groͤßeren Koppeln oͤfter vor— kommt und durch den in den reichen, meiſt offenen Weidediſtrikten Irlands viel Land nicht vollſtaͤndig benutzt wird. Minder zeigt er ſich auf den Weideraͤumen von Lincolnſhire, Sommerſetſhire und den meiſten Theilen der Romneymarſch, wo die Koppeln mei⸗ ſtens nicht uͤber zehn Acker halten und manche kaum halb ſo groß ſind. Doch ſind nicht alle Viehzuͤchter der Meinung, mehre ſind fuͤr groͤßere Koppeln und gegen das Pflanzen von Baͤumen und Hecken, weil ſie den freien Luftzug unterbrechen und Fliegen be⸗ herbergen. Beſonders iſt dieſe Anſicht in Irland herrſchend. Hinſichtlich des Beſatzes der Weiden ſtimmen die meiſten ein— ſichtsvollen Viehzuͤchter darin uͤberein, daß es am beſten ſei, das auf ihnen zu ernaͤhrende Vieh in mehre Abtheilungen zu bringen. Angenommen, man habe vier Weideſchlaͤge von ziemlich gleicher Groͤße, ſo muß der eine ſo lange unberuͤhrt bleiben, bis das Gras darauf im vollſten Wuchſe iſt, damit das darauf zu bringende Maſtvieh volles Futter erſter Guͤte finde; ihm folgt dann das naͤchſt gut zu naͤhrende Vieh, und dieſem das Arbeits⸗ und Jungvieh mit einigen magern Schafen, um die Weiden knapp abzufreſſen. Dem— nach wuͤrden die vier Koppeln in folgender Ordnung zur Cana rung des darauf getriebenen Vieh's dienen: Nr. 1 bleibt anfangs frei von Vieh und wird fuͤr das fett zu machende aufgehoben. - 2 dient den zur Maſt beſtimmten Thieren bis ſie nach 1 gebracht werden. ⸗- 3 den naͤchſt gut genaͤhrten bis ſie allmaͤlig nach 2 und 1 vorruͤcken. 4 dem Jungvieh und Schafen. Dieſe Koppel bleibt dann, ſobald dieſe dem uͤbrigen Vieh gefolgt ſind, ſo lange unbeſetzt, bis das Gras darauf wieder die Groͤße erreicht hat, die es auf 1 hatte, als die Maſtthiere darauf ka⸗ men, fuͤr die ſie nun beſtimmt wird. Di Futtet un wenn ſi haben.. richt die Ende ſog mittelſt Thieren, Gras fin wendig a müſſen) daran rei verſchon⸗ mit Oeich Reiben ih nuß dient M trockenen ihnen ger zum Von mehrung darauf, Grns en geworden ie dieſ vom Vi det, wen ie Küͤhe iiber tt Wed falls gett atz vie das Vie wetde. riichem? iäberva i verh ſtſhire d diſebben haben, ſo Üüber dauernde Graslaͤndereien. Weiden. Wieſen. 611 Entegge n; 3 ſ Die Maſtthiere bekommen bei dieſem Verfahren jederzeit das beſte e- a di l Futter und werden dabei ſchnell fett; denn dies iſt nur moͤglich, nude 35 wenn ſie immerfort kurzes ſuͤßes Gras in reichem Maaße vor ſich ter anziin dabei Daher muß man auch ſehr ſorgſam darauf ſenn daß ja ſile un nicht die Weide mit ſolchem Vieh uͤberſetzt werde. s iſt zu dem ringn n The ſogar rathſam, die zum Ausmaͤſten beſtimmten Koppeln ver⸗ 6 Ehufn mittelſt Horden in zwei gleiche Theile zu theilen und dieſe den pren Pa Thieren abwechſelnd einzuraͤumen, damit ſie immer wieder friſches eh Gras finden. Schatten und reines Waſſer ſind weſentlich noth— dern ſtir wendig auf den Weiden, und wenn keine Baͤume darauf ſtehen, „Nauj muͤſſen Pfoſten darauf angebracht werden, damit das Vieh ſich Sönmmitſt daran reiben koͤnne und ſo die Thore umd Vermachungen damit ie Kobbin a verſchone. Dies iſt beſonders auf Marſchlaͤndereien, die meiſt nur mm hab ſin mit Deichen eingefriedigt ſind, nicht zu vernachlaͤſſigen, weil dieſes ing, na ſih Reiben ihm zu einem angenehmen, ja nothwendigen Lebensge⸗ n Bünnyj nuß dient. und Fignd Milchkuͤhe ſind ganz auf dieſelbe Weiſe zu behandeln; in herrhhen trockenen Sommern, wo die Weide zu knapp wird, raͤumt man die meſtei 8 ihnen gern die Wieſen ein, ſobald der Nachwuchs nach der Heuernte beſten ſäi d zum Vorſchein kommt; denn nichts wirkt guͤnſtiger auf die Ver— gen zu bein mehrung ihrer Milch. In den Mil lchwirthſchaften ſieht man ſehr zemmich glit darauf, daß die fuͤr ſie beſtimmten Weiden immer ein kurzes ſuͤßes 7, bis des Gia Gras enthalten, weil ſolches, das ſich uͤberwachſen hat, zu groß f zu brinn geworden iſt, dem Kaͤſe einen unangenehmen Geſchmack verleiht. dann deericſt Die dieſen Thieren einzuraͤumenden Koppeln ſollten nie entfernt unnit vom Wirthſchaftshofe ſein; da die Guͤte der Milch auffallend lei⸗ freſſen. Der det, wenn ſie nach dem Melken weit getragen werden muß, oder j zur Emii die Kuͤhe vor demſelben einen langen Weg zu machen haben. über die Vortheile eines groͤßeren oder geringeren Beſatzes r das fett; der Weiden auf gutem Boden mit Vieh ſind die Meinungen eben— falls getheilt. Einige geben zwar zu, daß bei einem geringen Be— ſs ſie nath! ſatz viel Weidegras unbenutzt bleibe, behaupten aber, daß dabei das Vieh beſſer gedeihe und dadurch dieſer Verluſt uͤberwogen nc 2 werde. Andere dagegen ſagen, ein ſtarker Beſatz ſei, zumal auf reichem Boden, unumgaͤnglich nothwendig, weil dadurch allein das lblibt 1m überwachſen des Graſes und das Überhandnehmen ſchlechter Kraͤu⸗ 1d, p l ter verhuͤtet werde. Wie die Duͤnen von Suſſex, Wilts und Dor— bu9 rit ſetſhire die Guͤte ihres Weidegrades nur dem knappen Abfreſſen er duf lu⸗ deſſelben durch die Schafe, ſo wie es hervorſproſſe, zu verdanken haben, ſo ſei dieſes auch auf den reichen Weiden vortheilhaft, und 612 Ein und dreißigſtes Kapitel. allerdings ſcheint fuͤr dieſe Anſicht die ausgezeichnete Ergiebigkeit der ſtark beſetzten Weiden von Lincolnſhire und der Romneymarſch zu ſprechen. Auf jedem Grundſtuͤck wachſen zahlreiche Pflanzen wild, einige davon werden von manchen Thieren verſchmaͤht, von anderen da⸗ gegen gern gefreſſen; einige wieder nur waͤhrend einer beſtimmten Periode ihres Wachsthums mit Begierden aufgeſucht, zu einer an⸗ deren von derſelben Viehart nicht angeruͤhrt. Deshalb wird es nothwendig, nicht nur mehre Vieharten auf dieſelbe Weide zu treiben, ſondern auch die eine oder die andre Art zu verſchiedenen Zeiten des Jahres bald zu vermehren, bald zu verringern; denn ſonſt bleibt viel Gras unbenutzt, man muͤßte denn den Beſatz ſo groß machen, daß kein Stuͤck dabei gedeihen koͤnnte. Einige Vieh— maͤſter behaupten zwar, daß neben einem zu maͤſtenden ſchweren Ochſen kein Schaf mit auf die Fettweide kommen duͤrfe; die vor⸗ herrſchendſte Meinung iſt jedoch, daß es mehr Vortheil bringe, neben einem mittelgroßen Ochſen zu gleicher Zeit ein oder zwei Schafe auf der Flaͤche zu maͤſten, die ein großer Ochſe allein noͤ— thig habe, und daß zwei Ochſen und drei Schafe den vollen Be⸗ ſatz fuͤr drei Acker Weideland erſter Klaſſe ausmachen. Auf dem zweiter Klaſſe, wo das Vieh den ganzen Sommer bleiben ſoll, kann man vielleicht vier Acker als das durchſchnittliche Erforder⸗ niß fuͤr dieſelbe Anzahl von Vieh annehmen. Das der dritten Klaſſe iſt nur fuͤr Jungvieh und Zuchtſchafe mit Vortheil zu be— nutzen, und Jedermann weiß, daß auf allen Weiden, die laͤngere Zeit hindurch von Schafen knapp abgefreſſen werden, das Gras beſſer und feiner wird, als auf denen, wo ſolches durch Rind— vieh geſchieht. In einigen Theilen von Wales, namentlich in Cardiganſſhire und Pembrokeſhire findet noch eine ganz eigne Benutzung mancher Weideraͤume ſtatt, die den provinziellen Namen fogging(am be⸗ zeichnendſten durch Winterweiden im Deutſchen wiederzugeben) fuͤhrt, auch ſchon in anderen Gegenden des vereinigten Koͤnigreichs nachgeahmt worden iſt, und darin beſteht, daß man die dazu be⸗ ſtimmten Grundſtuͤcke von Anfang des Mai an nicht mehr be— huͤtet, ſondern den ganzen Sommer hindurch ſorgſam hegt. Erſt im November, bisweilen ſogar nicht vor dem Februar und Maͤrz, bringt man das Vieh darauf, das ſich nun den ganzen Winter hin⸗ durch darauf erhaͤlt. Man ruͤhmt von dieſem Verfahren, daß ſich dabei alle Arten von Vieh ohne Beihilfe von Heu, Stroh und Koͤrnern während in dieſer reſt doch einn nit tocke unter den vor und der Mein Grasland könne, al üͤberdies man die Sommers und belbe ais nur tend der fteilich d menden Stallnj heläzut daher ub Lagen ge al ein 8* b nd geſu darauf:! es gebran Die llt, wie orkommt raswue erſt im daß man metken, ner natu nehr get In in Alger litineß aet Ggii dommanri din nid äig von maen e ſeiner bſinnnn ſcht n äm i. deöhub n eſebe Ain zu veſſie vertingen e nn den Bſt te. Eini di iſtende tenn a dürfe, em⸗ Vorthal dnn it ein on ſi Ochſe alin e den volln d d ſ 6 achen. Auf 1 mer hleibe ſi ittlihe Etfade Das der ditn Votthel unke den, di linget den, das mi es durch I Crrdiganſte zung mante geing(am 1 widdetzugebe ten Kunigiit an die dazu 3 nicht mar ſim ha bi uax und N zen Vinet en, daß ſtͤata ch und Komen Über dauernde Graslaͤndereien. Weiden. Wieſen. 613 waͤhrend des Winters im beſten Zuſtande erhalten und die Butter in dieſer Jahreszeit ſo gut, wie im Sommer werde. Der Froſt verſuͤßt das Gras, und der Schnee ſchadet ihm nicht, wird es je— doch einmal von dieſem zu dicht bedeckt, ſo muß fuͤr einige Tage mit trockenem Futter nachgeholfen werden. Im Fruͤhjahr treiben unter dem Schutz des alten Graſes zeitig junge Schoͤßlinge her— vor und werden zugleich mit jenem begierig gefreſſen. Man iſt der Meinung, daß man mit dem Heu von einem Acker des beſten Graslandes nicht mehr Vieh in einem ſo guten Stande erhalten koͤnne, als auf einem Acker ſolcher Winterweide, bei der man noch uͤberdies die Gefahr und Koſten der Heuernte erſpart; auch hat man die Überzeugung, daß durch das Ausfallen der waͤhrend des Sommers reif gewordenen Koͤrner der Raſen immer neu verjuͤngt und verbeſſert werde. Fuͤr hoͤchſt wichtig haͤlt man es aber, das Vieh nur am Tage, nicht des Nachts darauf zu laſſen, es waͤh⸗ rend der letztern auf den Strohhof zu nehmen. Man entzieht freilich dadurch der Weide einen Theil der ihr ſonſt zu gute kom⸗ menden thieriſchen Auswuͤrfe, aber der dabei mehr gewonnene Stallmiſt und die daraus hervorgehende Sicherung des Geſund— heitszuſtandes der Thiere uͤberwiegen dieſen Verluſt. Sobald es daher uͤbrigens nicht an Sommerweide fehlt, iſt es in guͤnſtigen Lagen gewiß vortheilhaft, etwas Land zur Winterweide aufzuſparen, als ein ſicheres Mittel gegen Futtermangel im Fruͤhjahr. Es iſt indeſſen erforderlich, daß das dazu erwaͤhlte Grundſtuͤck trockener und geſunder Natur ſei; denn iſt es feucht, ſo fault das Gras darauf, und iſt es zu leicht, ſo vertrocknet und verwelkt dieſes, ehe es gebraucht wird. Dieſe Winterweiden ſind nicht zu verwechſeln mit der Nach⸗ hut, wie ſie auch bei der gewoͤhnlichen Weidewirthſchaft haͤufig vorkommt. Letztere beſteht darin, daß man bisweilen den zweiten Graswuchs nach der Heuernte zum Abweiden im Winter oder gar erſt im Fruͤhjahr aufſpart; jene hingegen werden dadurch gebildet, daß man die Heuernte ganz aufopfert. Es iſt dabei noch zu be⸗ merken, daß das zur Reife gekommene Gras im Winter volſſtaͤn⸗ dig abgefreſſen werden muͤſſe, indem es im naͤchſten Sommer, ſei⸗ ner natuͤrlichen Suͤßigkeit durch das Saamentragen beraubt, nicht mehr gern gefreſſen wird. In Bezug auf die gewoͤhnliche Behandlung der Weiden iſt im Allgemeinen noch zu bemerken, daß die Grundſtuͤcke, welche von Lichtmeß an gehegt werden, im Laufe des Maimonats zur Weide 614 Ein und dreißigſtes Kapitel. kommen; die bis in den April behuͤtetem und dann verſchloſſenem zu Johannis wieder mit Vieh beſetzt, und die von da an verſchonten zu Petri Kettenfeuer(1. Aug.) aufs Neue zur Weide benutzt werden. Soll dann eines waͤhrend des Winters dazu dienen, ſo iſt es noͤthig, daſſelbe in den beiden letzten Herbſtmonaten zu hegen. Wieſen. Die Behandlung der Wieſen iſt ſehr einfach und wenig ver⸗ ſchieden, wenn nicht die Beſchaffenheit der Witterung und des Bo— dens einzelne Abaͤnderungen noͤthig macht. Da das fruͤhe Wachs⸗ thum des Graſes durch zeitige Entfernung des Vieh's von den Wieſen befoͤrdert wird, nimmt man daſſelbe von den hoͤher gele— genen gewoͤhnlich ſchon zu Lichtmeß hinweg; von den tiefer gele— genen und ergiebigeren oft erſt Ende Maͤrzes, bisweilen, zumal bei feuchtem Wetter, noch ſpaͤter; bleibt es indeſſen zu lange darauf, ſo wird die Heuernte dadurch in geradem Verhaͤltniß verringert und verſpaͤtigt. Auf denen der letzteren Art ſollte man ſchweres Vieh auch im Herbſt nicht lange gehen laſſen; denn da ihr Boden gewoͤhnlich lehmig iſt und bei Regenwetter ſchnell weich wird, lei— den ſie leicht durch das Betreten der Thiere, da bekanntlich die Klauen des Rindvieh's bei feuchter Witterung Hohlungen hervor⸗ bringen, in denen das Waſſer ſtehen bleibt, und dieſes nicht ſelten zum Verſauern der Wieſen beitraͤgt. Nachdem das Heu weg iſt werden die Wieſen gewoͤhnlich ſo lange gehegt, bis das Gras wieder ausgeſchlagen iſt, und dann mit ſo viel Vieh behuͤtet, als man glaubt, daß ſie den Herbſt hindurch ernaͤhren koͤnnen; doch wird auch leichtes Jungvieh bis⸗ weilen gleich nach der Heuernte darauf getrieben, um das Gras an den Raͤndern und in den Graͤben abzufreſſen, das die Senſe nicht erreichen konnte. Einige Landwirthe heben auch den Nach⸗ wuchs zur Weide fuͤr den Winter auf, wie vorhin bereits erwaͤhnt wurde; waͤhrend Andere, die in der Naͤhe großer Staͤdte leben, wo ſie Duͤnger leicht kaufen koͤnnen, ihre Wieſen noch einmal im Monat Auguſt maͤhen laſſen; dann muß aber die Heuernte fruͤher, als in der Regel vorgenommen werden. Kuhhalter machen ſogar wohl dreimal des Jahres Duͤrrfutter auf ihren Wieſen, weil ſie bemerkt haben, daß Grummet und Nachmaht auf die Menge der Milch einen guͤnſtigeren Einfluß haben, als Heu, ohne jedoch deren Gehalt zu vergroͤßern. Dieſes oͤftere Maͤhen erſchoͤpft zwar nicht den Bode Diſen J alte, und eeſten beid anderem! der Natbe Sob Dornegge kleinen E würmern waͤhren, den*) eben zu n det es keir ſchwammig mahtt d ſchwerm ner verm Gen winfe au worfenen jedoch no üͤgen, ni bnan reitet„9 4) M in Thaer's egebenen wie aus jdoch äin ſ ſth gegenn kommen hi (zeren Ven tung hemn nicht nach ruhren), n flicht und: ragen und i die rücht, wirs wurde auf andere der ei Über dauernde Graslaͤndereien. Weiden. Wieſen. 615 eee den Boden, traͤgt aber zu einer Verduͤnnung der Raſennarbe bei. id une Dieſem Nachtheil ſind neuangelegte Wieſen mehr ausgeſetzt, als za tng alte, und deshalb ſollte neu zu Gras niedergelegtes Land in den naen; nna, erſten beiden Jahren nicht gemaͤht, ſondern blos mit Schafen oder Kir anderem leichten Vieh behuͤtet werden, weil dies zur Verdichtung der Narbe weſentlich beitraͤgt. Sobald das Vieh von den Wieſen iſt, werden ſie mit einer Dornegge und dann mit einer Walze uͤberzogen. Jene bringt die und nain kleinen Erdhaufen auseinander, welche von Maulwuͤrfen, Regen⸗ ung und da⸗ wuͤrmern aufgeſtoßen worden, und eine herrliche Überduͤngung ge⸗ d ftiß Re waͤhren, wenn ſie uͤber die ganze Oberflaͤche wohl verbreitet wer⸗ Vichs m den*). Das Walzen dient vornehmlich dazu, die Oberflaͤche recht den dit i eben zu machen und dadurch das Maͤhen zu erleichtern; doch lei— den ii 1 det es keinen Zweifel, daß es auch, wenn der Boden poroͤs und veilen, mlte ſchwammig iſt, die Feſtigkeit und Dichtigkeit der Raſennarbe ver⸗ zu lnpedr mehrt. Es hat ſich ergeben, daß durch das Überziehen mit einer aͤltniß vae ſchweren Walze der Heuertrag pro Acker um ſechs bis ſieben Cent⸗ lte min ſtte ner vermehrt worden iſt. un da ihr bir Gemeiniglich wird es auch fuͤr nuͤtzlich gehalten, die Maul— weich wid wuͤrfe auf den Wieſen wegzufangen, weil die von ihnen aufge— bekanrtit worfenen Huͤgel der Senſe Hinderniſſe in den Weg legen; es iſt ohlunge har jedoch noch die Frage, ob der Schaden, den ſie dem Grasland zu⸗ ſieſts nit it fuͤgen, nicht aufgewogen werde, zumal auf Schafweiden, durch die Duͤngung, welche die von ihnen ausgeſtoßene Erde, wohl ver⸗ n gewänih ſ breitet, gewaͤhrt. iſt, und dmr *) Man hat beſonders gefertigte Dorneggen, deren Einrichtung aus einer ſie den Ha in Thaer's Beſchreibung der nutzbarſten neuen Ackergeraͤthe, Heft 2, Taf. 7, Jungvieh 1 gegebenen Abbildung und deren damit verbundenen, ausfuͤhrlichen Beſchreibung, um das Gr ſo wie aus mehren anderen Schriften, kennen zu lernen iſt. Will man ſich das die En jedoch ein ſolches Werkzeug nicht anſchaffen, ſo reicht es, wie der Bearbeiter 4 ſich gegenwaͤrtig zur Genuͤge uͤberzeugt hatl, fuͤr den gewoͤhnlichen Zweck voll⸗ uch den Ae kommen hin, wenn man in eine, nach Altenburger Art gebaute hoͤlzerne Egge bereits erwnt(deren Beweglichkeit man freilich zu dieſem Behuf durch irgend eine Vorrich⸗ rEtide l h tung hemmen, und die man dann verkehrt anſpannen muß, ſo daß die Zinken noch einnal nicht nach vorn ſtehen, ſondern in entgegengeſetzter Richtung den Boden be— d ni ruͤhren), recht feſte und aͤſtige Stuͤcke von Weiß⸗ oder Schwarzdorn ſo ein⸗ Heuernie flicht und darauf feſtbindet, daß ſie uͤber den zuletzt gehenden Balken hinaus⸗ r machen ſthr ragen und dicht auf der Oberflaͤche hinſtreifen. Es iſt kaum zu glauben, wie iſe wülft herrlich dieſes Werkzeug, zu deſſen Fortbewegung ein Pferd vollkommen hin⸗ die N pag de reicht, wirkt. Der auf eine Wieſe in dieſem Jahr dicht gefahrene Schlamm m ldu en wurde auf dieſe Weiſe mehr zerpulvert und beſſer vertheilt, als durch jedes t zun ritt andere verſuchte Mittel. öpft; 4— 1 616 Zwei und dreißigſtes Kapitel. Grasland, das fortwaͤhrend gemaͤht wird, muß auch oft ge⸗ duͤngt werden, ſonſt verringert ſich ſein Ertrag immer mehr. Dieſe Regel wird indeſſen von den Landwirthen, welche hauptſaͤchlich Ackerland haben, ſehr vernachlaͤſſigt; Graswirthe dagegen wiſſen recht gut, daß ſie keine ganz reichen Heuernten gewinnen, wenn ſie ihre Wieſen nicht wenigſtens alle drei bis vier Jahre einmal mit wohlverrottetem Miſt belegen; ſelbſt dann nicht, wenn der Nach⸗ wuchs abgeweidet wird. Man iſt ſogar hie und da der Meinung, daß eine recht dichte Raſennarbe nur dann zu erhalten ſei, wenn ſie alle zwei Jahre geduͤngt werde; deshalb maͤhen mehre Land⸗ wirthe in Middleſſex ihre Wieſen nur einmal im Jahre und geben ihnen jedes dritte Jahr eine ſtarke Duͤngung von ganz verrottetem Stallmiſt. Iſt die Witterung feucht, oder bald Regen zu erwar⸗ ten, ſo geſchieht dieſe Duͤngung unmittelbar nach der Heuernte; herrſcht aber Trockenheit, ſo verſchiebt man ſie entweder bis in den Herbſt, oder noch haͤufiger bis zum Anfang des Fruͤhlings. Der Erfolg dieſes Verfahrens iſt ſehr guͤnſtig. Die Bewaͤſſerungswieſen wollen wir beſprechen, wenn von Bewaͤſſerung uͤberhaupt die Rede iſt. Zwei und dreißigſtes Kapitel. Über die Heubereitung. Die Zeit der Heuernte und das dabei angewendete Verfahren ſind, bei natuͤrlichem Gras ſowohl, wie bei kuͤnſtlich angebauten Futter⸗ gewaͤchſen, nicht immer gleich. Sie werden beſtimmt nicht nur durch den Zuſtand der Witterung und die Gewohnheit einzelner Gegenden, ſondern auch durch den Gebrauch, den man vom Heu machen will. Daſſelbe iſt zwar durchgaͤngig zu Viehfutter beſtimmt, aber man glaubt, daß es fuͤr die verſchiedenen Arten von Vieh auch verſchieden beſchaffen ſein ſolle. Heu von Klee, Esparſette und Wic Vitthſcho fferde ah der Stidt ſchöne Fe zeitig gen als eö we z für ih mindet ſe Darin g. haͤufig z dis nahe ſchuldigt, teichen da ſe Gras be je In wane wird eir velche d 1 auch das Gra viß meh kraft, we rſichert ernte um E diß die dir Zet ſien, ale gaͤnz verf gel und Die 1 ſind; giſßenthe it diſe e tigkeit der nuß aach iſ d mer mi. I icheh hauut T e dygn iſ ewinnen nen ſ Jahre i tana wenn a a da de deäten thalten ſ ſi d ſen min d Jahre und g der tganz benntter Regen g mr ch der famt, tweder hnin Frußli de echen, vmn pitel Lerfahren gebaute dte Uimmt nict n yhrhet inle mman bo f hfute bi imi Arin wdi glee, Eanü über die Heubereitung. 617 und Wicken haͤlt man dem ſchweren Zugvieh und den gewoͤhnlichen Wirthſchaftszwecken voͤllig angemeſſen, fuͤr Milchkuͤhe und Reit— pferde aber gibt man dem von Wieſen den Vorzug. In der Naͤhe der Staͤdte ferner, wo man von Seiten der Kaͤufer mehr auf ſeine ſchoͤne Farbe, als auf ſeine naͤhrenden Eigenſchaften ſieht, wird es zeitig gemaͤht und in einem gruͤneren Zuſtande auf Feimen gebracht, als es wohlgethan ſein duͤrfte; diejenigen Landwirthe dagegen, die es fuͤr ihr eignes Beduͤrfniß bereiten, ſind in Bezug auf die Farbe minder ſorgſam, maͤhen es ſpaͤter und laſſen es laͤnger liegen. Darin geht man aber auch wieder, um recht reichlich zu ernten, haͤufig zu weit, zumal in Irland, wo man nicht ſelten das Gras bis nahe an den Herbſt ſtehen laͤßt, ehe man es maͤht. Man ent— ſchuldigt dieſes Verfahren damit, daß es bei dem uͤberſchwenglich reichen daſelbſt zu findenden Graswuchs nicht gut moͤglich ſei, 8* ges Gras bei dem Heumachen vor Verderbniß zu ſchuͤtzen; moͤchte jedoch dieſe Entſchuldigung nicht immer gegruͤndet ſer In manchen Gegenden Englands, zumal an ſeinen oͤſtlichen Kuͤſten, wird eine ſpaͤte Heuernte durch die kalten Fruͤhjahre bedingt, welche das Behuͤten der Wieſen mit hinausſchieben. Manche glau— ben auch, daß das Heu an Nahrhaftigkeit gewinne, wenn man das Gras zur Reife kommen laſſe; dadurch verliert man aber ge⸗ wiß mehr an Nachwuchs, als dieſe geringe Vermehrung der Naͤhr⸗ kraft, wenn ja eine ſtattfindet, zu erſetzen vermag. Herr Sinclair verſichert, er habe geſehen, daß der letztere durch eine ſpaͤte Heu⸗ ernte um mehr, als die Haͤlfte verringert worden ſei. Erntezeit. Es iſt von dem verſtorbenen Dr. Darwin bemerkt worden, daß die Graͤſer, beſonders die Poa- und Festuca-Arten waͤhrend der Zeit ihrer Bluͤthe und Befruchtung reicher an Zuckertheilen ſeien, als fruͤher oder ſpaͤter, jund daß dieſer Zuckergehalt beinahe ganz verſchwinde, wenn die Reife der Saamen eintritt, der Sten— gel und die Blaͤtter zu welken anfangen. Die ſchicklichſte Zeit zum Maͤhen einer Wieſe ſcheint demnach dann zu ſein, wenn dieſe Zuckertheile im groͤßten Maaße vorhan— den ſind; dieſer Zeitpunkt iſt eingetreten, ſobald ſich die Saamen großentheils gebildet, ihre Reife aber noch nicht erlangt haben; iſt dieſe erfolgt, ſo geht nicht nur ein großer Theil der Nahrhaf⸗ tigkeit der Pflanzen verloren, ſondern wird auch der Boden mehr 618 Zwei und dreißigſtes Kapitel. erſchoͤpſt. Es iſt durch genaue Verſuche mit mehren Arten von Gras und Kraͤutern und zu verſchiedenen Zeiten ihres Wachsthums dargethan worden, daß ſie ſaͤmmtlich, in voller Kraft gemaͤht und mit Sorgfalt, damit nichts von ihren naͤhrenden Saͤften verloren gehe, getrocknet, faſt noch einmal ſo viel Nahrhaftigkeit beſitzen, wie die, welche vollkommen ausgewachſen ſind und ſich ſchon eini— germaßen ihrem Welken zuneigen. Manche Landwirthe ſind jedoch der Meinung, man muͤſſe das Gras maͤhen, ſo wie die erſte Bluͤ⸗ the zum Vorſchein kommt, weil es ſpaͤterhin taͤglich zaͤher und ſaftloſer werde. Dieſer Anſicht gemaͤß verfaͤhrt man allerdings in Middleſer, das wegen der Guͤte ſeines Heu's beruͤhmt iſt, vielleicht jedoch mehr ſeiner ſchoͤnen Farbe wegen, durch die es auf dem Lon⸗ doner Markt beliebt wird, als ſeiner Naͤhrkraft wegen. Laͤßt man das Gras zu alt werden, ſo vergeht die beſte Zeit zur Heuberei⸗ tung, die Pflanzen werden unten am Halm welk, die Wurzeln verlieren an Kraft, und der Nachwuchs wird verringert. Es laͤßt ſich nach dieſen Bemerkungen als die ſchicklichſte Zeit zum Maͤhen der Wieſen als Regel aufſtellen, daß dieſelbe dann gekommen ſei, wenn die zeitigen darauf ſtehenden Pflanzen ihren Saamen voll— kommen ausgebildet, aber noch nicht fallen gelaſſen haben und die ſpaͤteren eben verbluͤht ſind. Bei natuͤrlichen, gutgeduͤngten Wie⸗ ſen tritt dieſer Zeitpunkt gewoͤhnlich in der Mitte Juni's, in guͤn— ſtigen Sommern wohl noch fruͤher ein, und nie ſollte das Maͤhen laͤnger, als bis zum Juli verſchoben werden, wenn es nicht durch feuchte Witterung gehindert wird. Der erſte Schnitt der ange— bauten Futterkraͤuter erfolgt noch zeitiger. Heubereitung⸗ Kein landwirthſchaftliches Geſchaͤft erfordert mehr Aufmerk⸗ ſamkeit, als die Heuernte; denn die Witterung haͤngt nicht von uns ab, und ſoll das Heu durch unguͤnſtige nicht verderben, ſo iſt die groͤßte Sorgfalt noͤthig. Aus Mangel daran gehen allaaͤhrlich große Maſſen von Duͤrrfutter verloren, mehr in Folge unzweck⸗ maͤßiger Behandlung, als in Folge nachtheiliger atmoſphaͤriſcher Einfluͤſſe. Das Maͤhen geſchieht in der Regel im Accord, und wird ackerweis bezahlt, das Machen ſelbſt aber im Tagelohn durch Perſonen jedes Geſchlechts und Alters, die ſcharfe Aufſicht erhei⸗ ſchen, wenn ſie ihre Sache gut machen ſollen. V In ein geſe mähen! trgiebig Arvei j gewöhnt Regal t gatt an Verluſt widd. ſchwere an ſtar Da noch alf wenn dac bigem M dieſe R Tag, w ers vor das aus mal we behält, witd es achtth ee endet der Reh Feimn; aher, toholb nie des dem Abt lange in Grad de Beſchaff erwarme Vo⸗ 3 prob inteeſſan un eiſer deren Aten 1 in ts Votette Nraft gen t gem it Sifn aſten vengn thaficit tbſte ad ſih ſten i witze dids wie die Hnt ie ich i zthe n man alende ihm Rn ſe es aifd t wegen. Lißtn. Jeit zu zann ell, de 3 ring e Jeit zm inn gekonnn reit Saanmn ſen haben und! zutgedungen Ö te Juni, in g ſollte ds ih unn es nicht dur Schnitt de un wehr Aufm hangt nich verderben, gthen alint Folge lnhno t atropthiſt⸗ in Aern 1 n Tagäli urh ffe Aufft d 1 über die Heubereitung. 619 In den ſuͤdlichen Grafſchaften rechnet man gewoͤhnlich, daß ein geſchickter Maͤher taͤglich einen Acker dicht beſtandene Wieſe maͤhen und nur dann mehr leiſten koͤnne, wenn die Ernte minder ergiebig iſt. In den noͤrdlichen Grafſchaften dagegen wird dieſe Arbeit jederzeit von den ſtaͤrkſten Maͤnnern mit einer weit laͤngern, gewoͤhnlich 5 Fuß langen Senſe verrichtet, und von einem in der Regel taͤglich 1½ Acker fertig gebracht. Das Gras muß dicht und glatt am Boden weggehauen werden, weil man ſonſt nicht nur Verluſt an Heu hat, ſondern auch der Nachwuchs minder uͤppig wird. Gute Maͤher ſind demnach zu ſchaͤtzen; ſie haben eine ſchwere Arbeit und bekommen daher haͤufig eine Ertraverguͤtung an ſtarkem Bier, die man anderen Arbeitern nicht gibt. Das Maͤhen beginnt mit dem fruͤheſten Tage, wenn der Thau noch auf dem Boden liegt, und die abgemaͤhten Schwaden ſollten, wenn das Wetter guͤnſtig, ſtets unmittelbar nachher, noch an ſel⸗ bigem Morgen gleichmaͤßig geſtreut werden. Oft befolgt man aber dieſe Regel nicht, ſondern nimmt das Streuen erſt den andern Tag, wenn die Oberflaͤche welk geworden, zum Nachtheil des Fut⸗ ters vor. Bleibt das Wetter trocken und warm, ſo muß man das ausgeſtreute Gras noch an demſelben Tage ein- oder zwei— mal wenden, weil es dann ſchneller trocknet und ſeine Farbe mehr behaͤlt, als wenn es lange in einer Lage bleibt. Des Abends wird es in kleine Haͤufchen gebracht, um es moͤglichſt vor dem Nachtthau zu ſchuͤtzen. Den folgenden Tag werden dieſe Haͤufchen wieder gleichmaͤßig ausgeſtreut, das Heu mehrmals ſorgfaͤltig ge— wendet und Abends in groͤßere Haufen gebracht, von denen es in der Regel den dritten Tag, ohne weiter etwas daran zu thun, in Feimen zu ſetzen iſt. Die wichtigſten Regeln bei dieſer Arbeit ſind daher, das Heu moͤglichſt vor Thau und Regen zu ſchuͤtzen, es deshalb ſchnell in Haͤuſchen zu bringen, wenn letztrer droht, es nie des Nachts breit liegen zu laſſen, es des Morgens nicht vor dem Abtrocknen des Thau's auszuſtreuen und es der Sonne nicht lange in einer Lage auszuſetzen, ſondern es oft zu wenden. Der Grad des Trocknens, welchen das Heu fordert, haͤngt von ſeiner Beſchaffenheit ab; das groͤbere ſollte ſich mehr auf den Feimen erwaͤrmen, als das feinere und bedarf daher weniger duͤrr zu werden. Von der hier angegebenen Art der Heubereitung kommen in⸗ deß provinziell mehre Abweichungen vor, die zu kennen nicht un⸗ intereſſant iſt. Das in Middleſex uͤbliche Verfahren iſt folgendes: den erſten Tag wird ſaͤmmtliches bis neun Uhr gemaͤhete Gras I. 40 620 Zwei und dreißigſtes Kapitel. ſorgfaͤltig ausgeſtreut und dabei jeder Wiſch und Flocken voͤllig auseinander gezupft. Bald darauf wird es gewendet, wenn Haͤnde genug vorhanden ſind, ſogar zweimal, wenigſtens ſo weit man da— mit kommt, ehe es noch zwoͤlf ſchlaͤgt, wo man zu Mittag ißt. Nachmittags recht man es zuvoͤrderſt in lange Reihen(Kaͤmme, Wuͤrſte) und bildet dann, nachdem es eine Zeit lang ſo geſtanden, daraus kleine Haͤufchen. Den zweiten Tag wird zuerſt das Tags zuvor nach neun Uhr und dann das an dieſem Tag vor neun Uhr gemaͤhete Gras geſtreut, hierauf breitet man das in Haͤufchen geſtandene Gras in von einander abgeſonderten Schuͤtten von fuͤnf bis ſechs Yards Durchmeſſer ſorgfaͤltig aus, und wendet es hier bis Mittags zwoͤlf, laͤngſtens ein Uhr ein- bis zweimal um, ohne das an dieſem Tag erſt gemaͤhete und aus den Schwaden geſtreute Gras zu vergeſſen, mit dem man, wie es bei dem erſten Tag angegeben worden, ver⸗ faͤhrt. Waͤhrend die Arbeiter ihr Mittagseſſen einnehmen, bleibt es ruhig liegen. Nachmittags wird zuvoͤrderſt das geſtern gemaͤ⸗ hete Gras in doppelte, das heute gemaͤhete in einfache Kaͤmme ge⸗ recht, und hierauf bringt man jene in groͤßere, dieſe in kleinere Windhaͤufchen fuͤr die Nacht. Den dritten Tag verfaͤhrt man mit dem geſtern nicht aus den Schwaden geſtreuten und heute erſt gemaͤheten Gras, wie es be— reits angegeben worden; hierauf zerſtreut man zuvoͤrderſt die klei⸗ neren, dann die groͤßeren Haͤufchen und beginnt das Wenden, wo⸗ bei man mit dem des in letzteren geſtandenen Heues den Anfang macht, weil es am wenigſten Feuchtigkeit enthaͤlt. Iſt das Wetter guͤnſtig, ſonnig nnd warm, ſo wird dieſes des Nachmittags zum Einfahren fertig; tritt aber truͤbes und kuͤhles Wetter ein, ſo bringt man es des Abends in große Haufen, die man ganz glatt mit dem Rechen abzieht und laͤßt dieſe bis zum vierten Tag ſtehen, wo man ſie dann noch vor Mittag einfaͤhrt.— In Wensley Dale und anderen Theilen von Yorkſhire, ſo wie in einigen der noͤrdlichen Grafſchaften, laͤßt man das ganz knapp abgemaͤhete Gras den erſten Tag in Schwaden liegen und ſtreut dieſe erſt den andern Tag ganz gleichmaͤßig mit der Hand aus. So bleibt es bis den andern Tag, wo es mit dem Rechen gewen⸗ det, dann in kleine Kaͤmme, und aus dieſen des Abends in Wind⸗ haͤuſchen gebracht wird. Den naͤchſten Morgen, ſobald der Thau abgetrocknet, werden die Haͤuſchen mit der Hand zerſtreut und abermals noch vor Mittag in Kaͤmme gebracht. Nun taugt das Hau bei gſeßten ein paar jädoch ni iigkitd Na das Gras änige 6 ſchmale Witteru Haufen geſtanden Verſayte das Heu ern auch iſſen w ſſt; viel ittedi ortheilt rächte, veniger aA ſer Din it, wi reut da es mehr Augenbl hſeibt 6 it dem ßen a aüch wo aus dieſ Wetter, ij. 1 fen zuſar davon zu worden, aſßa der Gebt (pibas 0d 11 über die Heubereitung. 621 d Fodt de 3 Heu bei guͤnſtiger Witterung gleich zum Einfahren, im entgegen⸗ ſo wa dnad geſetzten Fall bringt man es in große Haufen und laͤßt es darin nä ii ein paar Tage ſtehen, um in eine ſchwache Gaͤhrung uͤberzugehen, Rähe aſßnn jedoch nicht ſo lange bis etwa die untere Schicht durch die Feuch⸗ ang ſ ghni 4 tigkeit des Bodens verdirbt. Nach dem Vorſchlag des Dr. Anderſon und Anderer ſoll man zuua um das Gras nicht vollkommen trocknen, ſondern, ſobald die Schwaden r gnän einige Stunden Sonne gehabt haben, in kleine ſpitzige„ganz gfi ie d ſchmale Haͤufchen bringen, und hierin nach Beſchaffenheit der föbs ſ h Witterung acht bis vierzehn Tage ſtehen laſſen, dann in große is Nig Haufen treten und, nachdem es in ſelbigem ein paar Tage 3 a enn geſtanden, zum Einheimſen fertiges Heu haben. Die Vorzuͤge dieſes zuas iun Verfahrens ſollen darin beſtehen, daß es weniger Arbeit koſte, und 6 K n das Heu nicht nur faſt ſo gruͤn, wie eben erſt gemaͤhet bleibe, ſon⸗ eden uniam dern auch alle ſeine nahrhaften Saͤfte behalte. Dies moͤchte in— nnena i deſſen wohl nur der Fall ſein, ſobald die Witterung ſehr guͤnſtig das gäſtn ge iſt; vielleicht waͤre aber fuͤr die, welchen es an Haͤnden fehlt, ein njath m Mittelding zwiſchen dieſem und dem vorhin empfohlenen Verfahren diſe i lin vortheilhaft, indem man das Heu nicht jeden Abend in Haͤufchen braͤchte, ſondern in Kaͤmmen ſtehen ließ, und am Tage einmal ſern niht nn weniger wendete. Sias, ni Auf die angegebenen Weiſen iſt bei dem gewoͤhnlichen Gange uvördeſt d der Dinge auszukommen, ſobald aber unguͤnſtige Witterung ein⸗ das Wenda n tritt, wird ein anderes und muͤhſameres Verfahren noͤthig. Man euues da Arün ſtreut dann das Gras nach dem Maͤhen nicht aus, ſondern laͤßt Jf des Let es mehre Tage in Schwaden liegen, entweder bis ein trockner Nachmittage ir Augenblick zum Wenden derſelben kommt, oder wenn dieſer aus⸗ tter ein, ſo bin bleibt, bis ſie unten gelb zu werden anfangen, wo man ſie dann i glatt mit d mit dem Rechenſtiel umwendet. Sind ſie auf dieſe Weiſe einiger— Tag ſtehen, maßen abgetrocknet, ſo wendet man ſie nochmals um, ſtreut ſie auch wohl einmal fluͤchtig aus, bringt ſie dann in Kaͤmme, bildet on Vorkſhite aus dieſen kleine Schober oder Haufen, die man, wenn es das n das getz ke Wetter erlaubt, von Zeit zu Zeit umſchuͤttelt oder wenigſtens um— ſn liegn und t ſtuͤlpt, und ſpaͤterhin auf groͤßere kegelfoͤrmige Schober oder Hau⸗ it der 3 fen zuſammenſetzt, in denen es viel Regen abhalten kann, ohne em Rehen, davon zu leiden, und ſo bleibt es ſtehen, bis es hinlaͤnglich trocken Abende ud worden, um in Feimen aufgeſetzt zu werden. In Yorkſhire iſt, „ſobad d ddrlh im Fall das Heu nicht trocken genug zum Einfeimen erſcheint, adi grkntw der Gebrauch uͤblich, daß man daſſelbe vorher in ſpitzige Haufen . Nun dld dag d(pikes oder Stacklets genannt) ſetzt, von denen jeder etwa ein Fu⸗ 40* enenn —— 622 Zwei und dreißigſtes Kapitel. der haͤlt. Dies geſchieht, indem man ein Seil um zehn bis zwoͤlf Schober ſchlingt und daran Pferde ſpannt, um ſie auf Haufen zu bringen, von denen jeder etwa ein Fuder haͤlt, und die auf einer Schleife in den Feimenhof gefuͤhrt und daſelbſt in noch groͤßeren rund um den Platz geſtellt werden, wo man aus ihnen einen Fei⸗ men errichten will. Wenn ſie gut gebaut werden, leiden ſie nicht viel vom Regen, und die ſchwache in ihnen ſtattfindende Gaͤhrung verhindert eine zu große Erhitzung in Feimen. Marſhall iſt je⸗ doch nicht damit einverſtanden, und ſagt in ſeiner Beſchreibung der Landwirthſchaft von Yorkſhire, es ſei dieſes Verfahren nur gemacht, das Heu bei unguͤnſtiger Witterung ſchnell aus der Hand zu brin⸗ gen; denn er habe geſehen, daß dieſe Haufen, wenn ſie haͤtten auf Feimen gebracht werden ſollen, weiß von Moder, oder ſchwarz von Faͤulniß, oder von ſonſt einer Farbe, nur nicht von der gewuͤnſch⸗ ten geweſen waͤren. Die Verfertigung des Grummets iſt mit noch mehr Umſtaͤn⸗ den verbunden, als die des Heu's, weil es ſchwieriger zu maͤhen, ſo wie dem Verderben mehr unterworfen, und die Witterung zu ſeiner Bereitung ſelten guͤnſtig iſt. Das Verfahren dabei weicht aber von dem bei dem Heu uͤblichen nicht ab. Klee und andere dem aͤhnliche Futterkraͤuter werden gewoͤhn— lich gemaͤhet, wenn ſie in voller Bluͤthe ſind, lieber fruͤher, als ſpaͤter; denn der Verluſt, der durch einen zu zeitigen erſten Schnitt, wie Manche fuͤrchten, entſtehen koͤnnte, wird dann reichlich durch groͤßere Ergiebigkeit des zweiten erſetzt; den richtigſten Zeitpunkt erkennt man durch die Betrachtung des untern Theils der Pflan⸗ zen; er iſt gekommen, ſobald die unteren Blaͤtter Zeichen vom Ver⸗ welken an ſich tragen; laͤßt man ſie laͤnger ſtehen, ſo verliert man unten mehr, als man oben gewinnen kann. Dieſer Zuſtand tritt bei dem Klee in der Regel auf einem gut bearbeiteten Boden in der erſten Haͤlfte des Juni ein; bei der Esparſette meiſtens noch fruͤher. Je eher letztere, nachdem die erſten Bluͤthen erſchienen ſind, gemaͤhet wird, deſto mehr gewinnt ihr Heu an Guͤte, wenn die Menge auch etwas geringer ausfallen ſollte; wenn man dage⸗ gen warten will, bis ſich ſaͤmmtliche Bluͤthen entwickelt haben, dann wird das Heu hart und zaͤhe. Ein geuͤbter Maͤher kann taͤglich zwei Acker Esparſette ab⸗ hauen, vom Klee etwas weniger; doch kommt es auch dabei auf den mehr oder weniger dichten Stand dieſer Gewaͤchſe an, nach dem bald das eine, bald das andre mehr Zeit bei dem Maͤhen wegneh das We rocken! 3 ohn lee er uf den odrig, en nich laßt ſie wei bi der The enn k Tag in iitzufohr We hon ve heil ve unternin het wur Heu's Sollte hefüͤrcht porzunet Di Einigen ther wer funf He Feimenſe iig zugle derlangt, gen, daß Grben u i zih i zal an üd gi Unm einn n, lin ſend findendedlnn Nartaſi rBeſcrätma ahren nr gnmu V der nd gt enn ſieſtn oder ſtanm von der gauſt och mehr bei. vieriger zu nie die Witang hren dabei wi rwwed gert lieber früher, d gen erſen etnt ann reihlih de ütigſen zinun Theits da Nir geichen von d ſo verlert i eſer Zuſtand dteten Bode tte weſſtens i glüthen eichin man Gltt, n wenn man d- entwikit en ke Ehnaſtk 6s aut diſ zevcſt n n rbei i e über die Heubereitung. 623 wegnehmen kann. Das dichteſte fordert immer die meiſte. Da das Wetter zu der angegebenen Maͤhezeit gewoͤhnlich anhaltend trocken und die Esparſette nicht ſehr ſaftig iſt, laͤßt ſie ſich gewoͤhn— lich ohne große Schwierigkeit in Heu verwandeln; der ſaftreichere Klee erfordert dazu mehr Zeit und Sorgfalt, weil er ſich ſonſt auf den Feimen ſtark erhitzt und dadurch, wenn auch nicht gerade modrig, doch mißfarbig wird. Nach dem Maͤhen duͤrfen die Schwa— den nicht, wie bei dem Wieſenheu geſtreut werden, ſondern man laͤßt ſie liegen bis ſie oben abgetrocknet ſind, was gewoͤhnlich nach zwei bis drei Tagen der Fall iſt. Dann wendet man ſie, ſobald der Thau verſchwunden, glimpflich mit dem Rechenſtiele um, und wenn kein Regen faͤllt, iſt ſo das Heu in der Regel den naͤchſten Tag in kleine Haͤufchen zu bringen und von da den Tag darauf einzufahren. Wenn der Klee aufgehaͤufelt wird, unmittelbar nachdem der Thon verſchwunden, behaͤlt er die Blaͤtter, die haͤufig zum großen Theil verloren gehen, wenn man die Arbeit bei der Tageshitze unternimmt; doch iſt dieſe Gefahr geringer, ſobald er jung gemaͤ⸗ het wurde, wo dann auch das Aufladen und in Feimen ſetzen des Heu's den ganzen Tag hindurch ohne Unterbrechung geſchehen kann. Sollte er zu duͤrr werden und bei letztern Geſchaͤften Verluſt zu befuͤrchten ſein, ſo ſind dieſe freilich mit der groͤßten Sorgſamkeit vorzunehmen, um dieſen zu verhuͤten. Dies iſt das gewoͤhnliche Verfahren bei der Kleeheubereitung; Einige weichen jedoch davon ab, indem ſie die Schwaden nicht eher wenden, als bis ſie ziemlich trocken ſind, daraus ſogleich kleine Haͤufchen machen, dieſe drei Tage ſtehen laſſen, dann an einem recht trocknenden Tage ausſtreuen und nun den naͤchſten Morgen das Heu in große Haufen, jeden etwa ½ Tonne haltend, feſt ſetzen, welche nach einiger Zeit auf die Feimen gebracht werden. Das Heu von Wicken, Raigras und Luzerne wird auf gleiche Weiſe bereitet; dieſe Gewaͤchſe kommen indeſſen ſelten dazu, weil ſie meiſtens gruͤn verfuͤttert werden und bei dem Trocknen leicht vom Regen leiden. Die gewoͤhnliche Zahl von Arbeitsleuten iſt auf jeden Maͤher fuͤnf Heumacher, mit Einſchluß der zum Auf- und Abladen und Feimenſetzen noͤthigen Perſonen. Da aber wohl mehr als zwan— zig zugleich angeſtellt ſind, wird große und anhaltende Aufſicht verlangt, um ſie in Ordnung zu erhalten, und es dahin zu brin⸗ gen, daß in jeder guͤnſtigen Stunde angeſtrengt gearbeitet werde. Gabeln und Rechen ſind die einzigen Werkzeuge, welche bei dem A ReudAA AeR i ed de—AA TA. 624 Zwei und dreißigſtes Kapitel. Heumachen in der Regel gebraucht werden; jeder Arbeiter ſoll eins oder das andre mitbringen, haͤufig muß aber der Landwirth fuͤr beide ſorgen. Neuerer Zeit hat man, um ſie theilweis zu erſpa⸗ ren, und die Arbeit zu beſchleunigen in Yorkſhire eine Maſchine erfunden, mit welcher das Heu unmittelbar nach dem Maͤhen zer⸗ ſtreut wird, und die jetzt haͤufig in Gebrauch iſt.(S. Fig. 54.) Ein Pferd und ein Mann koͤnnen mit ſelbiger ohne Anſtrengung das Gras auf einer groͤßeren Flaͤche und beſſer ſtreuen, als funfzehn Menſchen; man will 30 Acker damit in einem Tage beſchickt ha⸗ ben. Sie breitet das Gras ganz duͤnn und gleichmaͤßig aus, bringt die Schwaden vollſtaͤndig auseinander und verrichtet dies am beſten und ſchnellſten, wenn das Pferd in einem kurzen Trabe geht. Um Stockungen zu vermeiden, iſt es noͤthig, mit der Maſchine keine kurzen Wendungen zu machen, und wenn es ſehr luftig und das Heu ſchon ziemlich trocken iſt, muß ſie ſtets dem Winde entgegen⸗ gefuͤhrt werden, weil ſonſt das Heu uͤber ſie weggeblaſen wird, nicht hinter ihr liegen bleibt. Sie bewirkt uͤbrigens keine ſo große Arbeitserſparniß, als man meinen ſollte, weil ſie weder das Ein⸗ rechen in Kaͤmme, noch das Aufſchobern des Heu's beſorgt; auch iſt ihre Wirkung ſo heftig, daß der etwa vorhandene trocken ge⸗ wordene Saamen leicht dadurch ausgeſchuͤttelt wird. Ihre Nüͤtz⸗ lichkeit mag ſich daher bei ſehr reichlichen Heuernten und bei un— guͤnſtiger Witterung hauptſaͤchlich bewaͤhren. Sie iſt indeſſen nur auf ganz ebenen Flaͤchen zu gebrauchen und ein koſtbares Werk⸗ zeug; die Londoner Maſchinenarbeiter verlangen fuͤr eine 18 Pfund, in Yorkſhire ſoll man ſie jedoch fuͤr 4 Pfund haben koͤnnen. 1 man ne ie nach uf den ammen uſamn ferder s Ge iſt neu der H G 3 Wieſe de zu ire ge ig. d5 Abete ſlie N lndeih jelmis a i te en Iaſta dn Ni n E 1” ohne Anrenoe, reuen, a funch Tage beſcict r mäͤßig aus bing ztet die m fn Trabe git. Ne er Maſchiwe ii r luftig und i Winde entgegt egggeblaſen w ens keine ſo g wider das Ei u's beſotgt; un andene ktocen vidd Ihre nten und baj u- ie iſt ideſen n koſtbne B⸗ ir ined aben könc über die Heubereitung. 625 Außer dem gewoͤhnlichen leichten hoͤlzernen Rechen wendet man noch einen groͤßeren mit gebogenen eiſernen Zinken an, um die nach dem letzten Zuſammenrechen des Heu's auf große Haufen auf dem Boden etwa liegen bleibenden Halme ꝛc. vollſtaͤndig zu⸗ ſammenzurafſen. Eine große Arbeitserſparniß laͤßt ſich bei dem Zuſammenbringen des Heu's auf groͤßere Haufen durch einen Pferderechen bewirken, der wie ein Stoppelrechen zum Nachharken des Getreides gebaut iſt. Ein verbeſſertes Werkzeug dieſer Art iſt neuerlich aus Amerika gekommen und in den Verhandlungen der Hochlandsgeſellſchaft als ſehr nutzbar beſchrieben. In einigen Theilen von England und Irland bedient man ſich zum ſchnellen Fortbringen des Heu's, ſobald daſſelbe auf der Wieſe ſelbſt in Feimen geſetzt werden ſoll, einer Art von Schleife, die zu dieſer Arbeit zweckmaͤßiger iſt, als Wagen. Die in York⸗ ſhire gebraͤuchliche wird von zwei Pferden gezogen und iſt in Fig. 55 abgebildet. Figur 55. A ſeß 5 ür 2 V 4a. A iſt eine perſpektiviſche Anſicht der Maſchine und B der am Boden hingehende Rahmen, welcher oben eingefaßt iſt. aa ſind zwei eiſerne Staͤbe, die mit Schrauben an dem Rah⸗ men befeſtigt ſind; an jeder Seite befindet ſich ein Ring, an welchen die Pferde geſpannt werden, von dieſem geht das eine auf dieſer, das andre auf jener Seite des fortzuſchaffenden zuſam⸗ mengerechten, aber noch nicht aufgeſchoberten Heukammes ſo lange, bis die Schleife gehoͤrig beladen iſt; dann wird das eine Pferd quer uͤber den Kamm hinuͤbergefuͤhrt und ſo das eingeſam⸗ melte Heu zur Feimenſtelle gebracht. Hier angekommen wendet 626 Zwei und dreißigſtes Kapitel. man die Pferde um, die Ringe kommen dadurch an das andere Ende der Staͤbe, die Schleife wird ſo zuruͤckgezogen, laͤßt ihre Ladung zuruͤck und iſt nun geſchickt, eine neue aufzunehmen. Die⸗ ſes Werkzeug iſt ſehr einfach und wenig koſtbar; denn es koſtet kaum 50 Shilling; bringt man uͤberdies noch an jeder Seite eine Reihe von Zinken an, ſo kann es zugleich als Rechen dienen. Auf manchen abhaͤngigen und kleinen Wieſenkoppeln gebraucht man auch in Derbyſhire zum Fortbringen des Heu's Stangen, die man unter die Haufen ſteckt und auf denen man ſie wie eine Saͤnfte forttraͤgt. Heufeimen. Bei dem Aufbewahren des Heu's in Feimen iſt große Sorg— falt noͤthig; denn wenn es nicht gehoͤrig trocken iſt, geht es leicht in Gaͤhrung uͤber, kann es ſogar ſich entzuͤnden. Die Heufeimen werden gewoͤhnlich laͤnglich gemacht, weil ſich dann von ihnen das Heu leichter in viereckigen Stuͤcken abſtechen laͤßt, als wenn ſie rund ſind. Der Grund, auf dem man ſie errichtet, ſollte von Steinen und hartem Moͤrtel oder Kreide aufgefuͤhrt werden, um das Untere vor Feuchtigkeit zu bewahren; will man dieſes nicht, ſo macht man ein Geruͤſte von ſtarkem unbehauenem Zimmerholz in der Groͤße des Feimens, das man mit Reißbuͤſcheln oder Ge⸗ niſte ausfuͤllt und mit Horden oder Flechten belegt. Jenes iſt je— doch vorzuziehen, weil es die Ratten abhaͤlt; oft wird indeſſen gar nur eine fluͤchtige Unterlage von Reißholz und Scheiten gemacht. Die Groͤße der Feimen haͤngt ſowohl von der Menge des aufzu— bewahrenden Futters, als auch von der Anſicht des Wirthſchafters ab. Die von maͤßiger Groͤße d. h. etwa 30 Fuß lang, unten 12 Fuß breit und 9— 10 Fuß bis zu dem Dach hoch, nehmen ſich am beſten aus, ſind dem Erhitzen weniger ausgeſetzt, und faſſen gegen 20 Fuder. Die meiſten Landwirthe geben jedoch denen von doppelter Groͤße den Vorzug, weil ihre Bedeckung weniger koſtet, und ſie im Verhaͤltniß zum Ganzen eine geringere Oberflaͤche der Luft darbieten. Das außenbefindliche Heu wird immer ſtaubig und unſcheinbarer, als das im Innern. Die Feimen ſollten ſtets in einer Entfernung von 10—12 Fuß parallel nebeneinander ſte⸗ hen, damit man mit den Wagen bequem dazwiſchen hinfahren und die Luft ſie von allen Seiten frei beſtreichen koͤnne. Auch ſollten ſie ſtets bedacht werden, um ſie gegen Feuchtigkeit zu ſchuͤtzen. ch deſſt au dann na regelmiß als die hat, mac zur Hit überhan Dah w der Arb vollende mit der ſcheine ordentlih doch dar weil ſon Der ge Quadra Kleine dethr Stroh, N. ieſe la im wel M dem ſie wäͤrmen ie den Pt mel us Br urchbon Röhren man da eſtopfte eginn nun das it, wir d Wo Nime l ſolln han ds ai dogen, li in lſzunehmen. d ) den 6 tüt a jder i ſtecen din nioppeln brud Heus Eug man ſe ve, V h ſf tri ei iſt, galüt 1. 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Iſt der Bau vollendet, dann zieht man die herausragenden Halme und Binſen mit der Hand heraus, damit die Feime recht glatt von außen er⸗ ſcheine. Hierauf laͤßt man ſie einige Tage ſich ſetzen und hernach ordentlich mit Weizen, oder Roggenſtroh bedachen. Dabei iſt je⸗ doch darauf zu ſehen, daß kein naſſes Stroh genommen werde, weil ſonſt das Heu ein paar Zoll tief dadurch an Guͤte verliert. Der gewoͤhnliche Lohn fuͤr das Errichten einer Feime von 100 Quadratfuß Umfang iſt 1 Pfd. Sterl. bis 1 Pfd. 3 Shilling. Kleine Feimen koſten im Verhaͤltniß mehr. Eine Feime, die un— gefaͤhr vierzig Fuder Heu haͤlt, erfordert zum Decken zwei Fuder Stroh, eine kleinere verhaͤltnißmaͤßig mehr. Nicht ſelten werven kleine Feimen auch ganz rund angelegt; dieſe laſſen weniger Waſſer durch das Dach und erfordern zu die— ſem weniger Stroh. Manche Landwirthe ſuchen ihren Feimen Luft zuzufuͤhren, in— dem ſie in deren Innern Roͤhren anbringen, durch welche das Er⸗ waͤrmen und Verderben des Heu's vermieden werden ſoll, indem ſie den warmen durch Gaͤhrung erzeugten Dunſt ableiten. Es gibt mehre Arten, dieſe Roͤhren zu verfertigen: entweder ſind es aus Bretern zuſammengeſetzte, an allen Seiten mit vielen Loͤchern durchbohrte viereckige Kaͤſten oder aus Latten zuſammengenagelte Roͤhren, die man in der Mitte der Feimen aufrichtet und um die man das Heu legt, oder man nimmt einen mit Stroh dicht aus⸗ geſtopften Sack, an den man einen Strick bindet, und der bei dem Beginn des Feimenerrichtens aufrecht hingeſtellt wird. Man tritt nun das Heu rund um ihn feſt, und ſo wie er ziemlich verſchuͤttet iſt, wird er an dem Strick ein wenig in die Hoͤhe gezogen, um das Werk in der Weiſe fortzuſetzen; ſo faͤhrt man fort, bis die Feime beendigt iſt. Die Vortheile, welche dadurch erlangt werden ſollen, gehen durch den Nachtheil verloren, der daraus entſteht, 628 Zwei und dreißigſtes Kapitel. daß die innere Seite dieſer Dunſtroͤhren modrig wird, ſobald nicht ein freier Gegenzug von unten ſtattfindet; und iſt dieſer vorhan⸗ den, ſo wird wieder die Gefahr der Entzuͤndung groͤßer. Die ein⸗ ſichtsvolleren Heumacher ſind daher einſtimmig gegen dieſes Ver⸗ fahren; ſie wenden es hoͤchſtens bei naſſem Wetter an, wo ſie die Gefahr durch Zwiſchenlagen von Stroh zwiſchen dem Heu zu ver— huͤten ſuchen. Ein maͤßiger Grad von Gaͤhrung, das Schwitzen des Heu's in den Feimen, theilt demſelben einen eigenthuͤmlichen Wohlgeruch mit, durch den es, wie der Unterſchied zwiſchen altem und neuem Heu beweiſt, nicht nur an Nahrhaftigkeit und Gedeihlichkeit fuͤr das Vieh gewinnt, ſondern dieſem auch angenehmer und verdau— licher wird. Je mehr natuͤrliche Saͤfte man dem Heu, ohne Ge— fahr vor Erhitzung, zur Zeit des Auffeimens bewahren kann, deſto mehr erzeugt ſich dieſer eigenthuͤmliche Geruch nach demſelben. Es verdient daher die Wahl des dazu paſſendſten Zeitpunktes die groͤßte Aufmerkſamkeit; er haͤngt nicht nur von der Beſchaffenheit der Witterung, ſondern auch von der Beſchaffenheit des Futters ſelbſt ab. In ſehr trockenen Sommern iſt bisweilen das Heu ſchon den zweiten Tag nach dem Hauen zum Auffeimen tauglich, und man muß bei ſchwachen Ernten und auf minder krlaͤftigen ungeduͤngten Wieſen dazu ſchreiten, weil hier das Heu, bei ſolcher Witterung die Pflanzen zu lange der Luft und Sonne ausgeſetzt, zu viel an Gewicht und Nahrhaftigkeit verliert; auf kraͤftigem Boden und bei dichtem Stand des Graſes wuͤrde dagegen ein ſo zeitiges Einheimſen des Heu's leicht nachtheilig werden. Das Duͤrrwerden deſſelben kann demnach zu weit, aber auch nicht weit genug getrieben werden. Das Letztere ereignet ſich nicht ſelten, wenn reiche Heuernten bei ſchoͤnem ſonnigem Wetter ſchnell an der Oberflaͤche abtrocknen, dadurch das Anſehen von gut getrocknetem Heu bekommen und dadurch Veranlaſſung geben, es einzufahren, obgleich die inneren Saͤfte noch darin enthalten ſind. In dieſem Zuſtand auf Feimen gebracht, verdirbt es leicht; erhitzt ſich, verliert dadurch ſeinen angenehmen Geruch, nimmt eine braune, nach dem Mittelpunkt immer dunkler werdende Farbe an, wird dann vom Feimenbrand ergriffen(mowbuont genannt), und ſoll, in dieſem Zu⸗ ſtand verfuͤttert, den Harn der Pferde uͤbermaͤßig vermehren. Bringt man dagegen das Heu bei feuchter Witterung nicht voͤllig trocken auf den Feimen, ſo wird es durch das Verdampfen der Feuchtig⸗ keit modrig und iſt dann den Thieren ganz ungenießbar; freſſen ſe, ich we Luffein eer Wi Dabei den, ſt; ke nimmt den ſo Güte: 71 verkenn einen ſ man be Quant und ſo tigen ſtechen waͤhrer ohne Leute daß m in die noch, Naͤhe ſelbſt ſpaͤkerh vwitd, ichket wogen biele( boͤllg D heile in den iin fer ſen Se ann m Vinter wid, ſbad nih ſt diſr v grißer. i i gegen diſe g ter an, w ſ d dem Ha i t hvite d he nlichen Wiſgac altem und nun Gadhlititt ehmer und bedrr m Heu, ohn d vahren imn diſ ) nach dmich ten Zeitwuh e der Beſckfett fenheit de dn isweilen des h Auffeimen tugt⸗ ninder küfi s Heu bi ſoce Sonne aliyſth t; auf kiſige de dageyn in g werden. d er auch nicht e ſih nict ſiln er ſchnell an d gut gettoenen „E ärzufche ſind. In din erhitt ſih venin braune nah da wird dann v ule ermehrer Bim ſict büll nin in da ül grißtejfiſ 3 1 über die Heubereitung. 629 ſie es, vom Hunger getrieben, ſo kann es ihnen leicht gefaͤhr⸗ lich werden. Schon im achtzehnten Kapitel wurde erwaͤhnt, daß bei dem Auffeimen des Heues von geringer Guͤte oder bei unguͤnſtiger feuch⸗ ter Witterung ein Zuſatz von Salz ſehr wohlthaͤtige Folgen habe. Dabei iſt indeſſen zu erinnern, daß dieſe nur dann eintreten koͤn⸗ nen, wenn das Heu blos noch von innen feucht, ſtark abgewelkt iſt; keineswegs, ſobald ihm aͤußere Naͤſſe noch ſtark anhaͤngt. Man nimmt auf eine Tonne Heu ungefaͤhr vierzehn, in manchen Gegen⸗ den ſogar bis dreißig Pfund Salz, und verbeſſert dadurch deſſen Guͤte merklich, obwohl es an Schoͤnheit der Farbe etwas verliert. Man hat auch beſondere Heuſcheunen, und dieſe beſitzen un⸗ verkennbar große Vorzuͤge vor den Feimen: ſie bieten dem Heu einen ſichern Aufbewahrungsort dar, gewaͤhren den Vortheil, daß man bei unguͤnſtigem Wetter jede kleine etwa trocken gewordene Quantitaͤt fuͤr ſich einbringen, die Wagen unter Obdach abladen und ſo bei einfallendem Regenwetter ſeine Leute fortgeſetzt beſchaͤf— tigen kann; im Winter ferner verſtatten ſie zu jederzeit das Ab⸗ ſtechen, Wiegen, Binden und Vorrichten des Heu's zum Verkauf, waͤhrend ſolches bei unguͤnſtiger Witterung im Freien nicht gut ohne Gefahr fuͤr das Futter ſelbſt und fuͤr die Geſundheit der Leute geſchehen kann. Auch ſind einige Landwirthe der Meinung, daß man das Heu ohne Nachtheil wohl einen ganzen Tag fruͤher in die Scheunen, als in Feimen bringen koͤnne. Dazu kommt noch, daß das jaͤhrliche Decken der letzteren, welches, zumal in der Naͤhe großer Staͤdte, wo das Stroh immer ſehr geſucht wird, ſelbſt dann noch ſehr koſtbar iſt, wenn man den Werth deſſelben ſpaͤterhin als Streu in Abzug bringt, bei den Scheunen erſpart wird, durch dieſe Erſparniß aber, ſowie durch die anderen Bequem⸗ lichkeiten, welche ſie darbieten, ihre Erbauungskoſten meiſtens uͤber⸗ wogen werden. Trotz dieſer Vorzuͤge finden die Heuſcheunen doch viele Gegner und beſonders glaubt man, daß das Heu ſich nicht voͤllig ſo gut darin halte, wie in gut geſetzten Feimen. Das Gras verliert bei der Verwandlung in Heu drei Vier⸗ theile ſeines Gewichts; durch die Erwaͤrmung und Verdunſtung in den Feimen oder Scheunen ergiebt ſich im Lauf eines Jahres ein fernerer Gewichtsverluſt von 10%, und wenn es erſt im naͤch⸗ ſten Sommer abgeſtochen, gebunde und zu Markte gefahren wird, kann man immer noch einen neuen von 5— 10% erwarten. Im Winter bleibt der letztere aus, und deshalb ſuchen die Landwirthe 630 Zwei und dreißigſtes Kapitel. ihren überfluß an Heu zu dieſer Jahreszeit zu verkaufen. Auf kraͤftigem, gut gehaltenem Wieſenboden haͤlt man 1 ½ Ladungen Heu pro Acker fuͤr einen guten Durchſchnittsertrag; in guͤnſtigen Jah⸗ ren und bei reichlicher Duͤngung ſind zwei nichts ſeltenes; aber drei Ladungen der hoͤchſte Ertrag, den man nur auf den frucht⸗ barſten Bodenarten bisweilen erlangt. Darunter ſind ſolche Ladungen zu verſtehen, nach welchen in London und uͤberhaupt in den ſuͤdlichen Grafſchaften das Heu ge⸗ woͤhnlich verkauft wird.(S. Seite XXIII.) An manchen Orten wird es jedoch auch nach Tonnen geſchaͤtzt, und in Edinburg nach Steinen zu 24 Pfunden verkauft. In England wird alles Heu in Bunden von 56 oder 60 Pfund zum Verkauf gebracht. Dieſelben werden mit ganz beſond⸗ rer Sauberkeit, Feſtigkeit und Geſchicklichkeit in mehre Strohbaͤn⸗ der uͤbers Kreuz geſchnuͤrt oder vielmehr gewickelt. Dieſes ge⸗ ſchieht meiſtens im Verding, und wird gewoͤhnlich mit 2 Shilling 6 Pence pro Ladung bezahlt. Ein geſchickter Heubinder fertigt in einem Tage die Bunde fuͤr zwei Ladungen, alſo 72 Bunde. In Schottland und Irland iſt jedoch dieſes Binden nicht uͤblich, obgleich deſſen Vortheile nicht unwichtig ſind; denn wenn es auch einige Koͤſten verurſacht, ſo wird doch dafuͤr durch ſelbiges jedem Verluſt und jeder Verwuͤſtung des Heu's vorgebeugt, ein genaue— res Waͤgen bewirkt, das Aufladen und Abladen beſchleunigt und ſelbſt bei Wind moͤglich gemacht, an Raum auf dem Wagen ge— ſpart und der Transport erleichtert. Das Ausmeſſen eines Feimens, um deſſen Gewicht zu erfah⸗ ren, geſchieht, indem man ſeine Laͤnge, Hoͤhe und Breite mit ein— ander multiplicirt; dabei nimmt man an, daß 10 Kubikyards gu⸗ tes Wieſenheu, das einen ganzen Winter hindurch in einem Fei— men ſich gehoͤrig zuſammengeſetzt hat, gewoͤhnlich eine Tonne wiege. Es kann ſich jedoch dieſes mannichfach abaͤndern nach dem aͤlteren oder juͤngeren Zuſtande des Graſes zur Zeit des Maͤhens, nach dem groͤßeren oder geringeren Grade der Trockenheit des Heu's als es eingefeimt wurde, und nach der Laͤnge der Zeit, die es vorher gelegen hat. Alle dieſe Umſtaͤnde muͤſſen wohl beruͤck⸗ ſichtigt werden; denn in einer ſehr großen Feime, die laͤnger, als ein Jahr geſtanden, machen bisweilen ſchon neun, ja manchmal ſogar ſchon acht Kubikyards eine Tonne. Vom Kleeheu, das immer lockerer liegt, ſind zu dieſer Laſt in der Regel zwoͤlf, wenn es recht trocken aufgeſpeichert worden, ſogar wohl dreizehn Kubikyards er⸗ ſordeii men. eckigen! am Bo ten und vier N 3 Yande Mitt R ſſche K fache d naͤmlec nung Maaß leren! und d verigufe 4 ladumn i öinſign a 8 ſätes, ie auf dn fut nach ng i ten das e⸗ dmnnta dnn n Editun m von öh o mit ganain mehre enii⸗ elt. Iſs g⸗ h mit 2e Heubind ii alſo 7 Bm. den nict uih m wenn d u ch ſebiigs jdr ugt, en gur beſchleunigt md dem Vaynn ⸗ wwicht z eit⸗ Breite wit ir Kubityards. in einem d h ene Tor dern nach di t des Mißn Tockanhei de pe der zuü n en wohl harc⸗ die langer 16 , jn muntan heu, do innet f wemn ucht Kubiknndo de über die Heubereitung. 631 forderlich; im Durchſchnitt laͤßt ſich aber wohl obige Zahl anneh⸗ men. Die Art der Berechnung bei den regelmaͤßig geſetzten vier⸗ eckigen Feimen iſt leicht: Angenommen, es ſei eine Feime 10 Yards am Boden und 11 am Anfang des Daches lang, 4 ½ Yards un⸗ ten und 5 ½ am Dache breit, bis zu dieſem ſenkrecht gemeſſen, vier Yards hoch und erhebe ſich von da bis zum Giebel noch um 3 Yards, ſo findet man den Kubikgehalt nach folgender Rechnung: Mittlere Laͤnge 10 ½ Yards. 2 Breite 5 52 ½ Hühe 2. 5 mit Einſchluß eines Drittels der Erhebung des Daches. 10) 262 ½= 26 ⅓ Tonnen oder 29 ⅛ Lad. Runde Feimen ſind ſchwieriger und ohne genaue mathema— tiſche Kenntniſſe nicht wohl zu berechnen. Es gibt jedoch eine ein— fache Formel, die ein ziemlich richtiges Reſultat liefert. Man mißt naͤmlich den Umfang derſelben am Boden und in voͤllg gleicher Entfer⸗ nung davon den am Anfange des Daches, addirt das gefundene Maaß und dividirt die gefundene Summe mit 2, um einen mitt— leren Umfang zu finden. Dieſen multiplicirt man mit ſich ſelbſt, und das erhaltene Quadrat mit der Decimale.07958, das daraus folgende Produkt wieder mit der Hoͤhe bis zum Dach, zu der man 1 der Hoͤhe des Daches ſelbſt addirt hat. Endlich disidirt man das auf dieſe Weiſe gewonnene Produkt mit 27 und erhaͤlt ſo, wenn die Meſſung und Rechnung nach Fußen geſchah, den Kubik⸗ gehalt der Feime nach Decimalyards.— Die Koſten der Heuernte ſind ſehr verſchieden; in der Naͤhe von London, wo ſie am hoͤchſten ſind, laſſen ſie ſich folgenderma— ßen berechnen: 1 Acker zu maͤhen koſtet 4—6 Schilling; je nach⸗ dem die Ernte reichlich iſt, im Durchſchnitt 5 Schilling; das Heu zu machen, mit Einſchluß aller Handarbeit bei dem Aufladen, Fah⸗ ren und Aufſetzen, aber ohne die Geſpannarbeit, wird von 1 Acker mit 10—15 Schilling bezahlt, je nachdem die Witterung guͤnſtig, der Graswuchs mehr oder minder uͤppig iſt, gewoͤhnlich wohl mit 10— 12 Schilling. Von den Arbeitern, Maͤnnern ſowohl, wie Weibern, trinkt jeder im Durchſchnitt uͤberdies taͤglich gegen 4 Quart Bier, von dem das Gallon 6 Pence koſtet, dies macht 2 Schilling fuͤr Bier vom Acker, wenn es jedoch ſehr heiß iſt, bekommen die Maͤnner auf den Wagen und bei den Feimen noch etwas mehr. Die Erntekoſten von 1 Acker Wieſe betragen demnach: 7 632 Zwei und dreißigſtes Kapitel. Maͤhen 5 Schilling. Trocknen 10 2 Bier 2 2 17 Schilling. Als Durchſchnittsertrag kann man, die verſchiedenen Guͤtegrade der Wieſen und die mehr oder minder guͤnſtigen Jahre zuſammen⸗ gerechnet, vom Acker 1½ Ladung Heu zur Zeit, wenn es von Fei⸗ men abgeſtochen wird, annehmen. Demnach ſind die Ernteko⸗ ſten von einer Ladung Heu folgende: Vier Fuͤnftheile der obigen Summe 13 Schill. 6 Pence. Das Decken der Feimen 2 Schill.; da aber das Stroh ſpaͤter wieder zur Streu genommen wird, nur 1 ⸗ 6 ⸗ Das Binden, um es auf den Markt zu bringen.. 2— 6 ⸗ Wagegeld und Wagenführer. 2 6 ⸗ Verkaufsunkoſten und Unterhaͤndlerge⸗ buhren... 5 ⸗— ⸗ und wenn bis zum folgenden Tag feil gehalten werden muß 7 Sch. 6 P. Demnach waͤre die baare Geldauslage fuͤr eine Ladung Heu 25 Schilling. Dazu muͤſſen nun noch die Fuhrkoſten nach der ver— ſchiedenen Entfernung gerechnet werden, die jedoch mindeſtens zehn Schilling betragen, und da jeder Pachter vermoͤge ſeines Kontrak— tes verbunden iſt, oder jeder gute Landwirth ſich meiſtens nach dem Gebrauch der Gegend ſich fuͤr verbunden haͤlt, fuͤr jede ver⸗ kaufte Ladung Heu ein gleich ſchweres Fuder Miſt oder anderen gleich wirkſamen Duͤnger wieder mit zuruͤckzunehmen, das wohl 4 Schilling koſtet, ſo laſſen ſich die Geſammtkoſten einer ſolchen Ladung Heu, die Geſpannarbeit bei der Ernte nicht einmal mit in Anſatz gebracht, nicht niedriger, als zu 2 Pfund Sterling ge⸗ genwaͤrtig in der angenommenen Gegend berechnen, und danach iſt es leicht die Abaͤnderungen, welche an anderen Orten durch niedrigere Loͤhne ꝛc. hervorgebracht werden, aufzufinden. — Von de 6 Gre tingeren ens; ſie en. Na toßen E oden w wenn ſie nzelne n einer, wo heit verſe Da wäcſſ, ſ eiden ſei emnem gew fähtung h einen beſt zu machen Manzen doß durch mehr oder künſtlich, * te. E Man zen! denen 1 Jähre n linn⸗ venn 6 m ge fnd di eae Scil. e Ladung Ha ken nach da ir windet in ah e ſeines dorni ſch mäſſns j1 ſt, fü lua iſt oder nder men, das u en einer ſolch icht änmal nd Sterling. ren, und dna ren Orten dnd finden. Drei und dreißigſtes Kapitel. 633 Drei und dreißigſtes Kapitel. Von der Verwandlung des Ackerlandes in im—- merwaͤhrende Weide oder Wieſe. Alle Graͤſer und Futterkraͤuter erhalten ihren groͤßeren oder ge⸗ ringeren Futterwerth vornehmlich durch die Beſchaffenheit des Bo⸗ dens; ſie werden nahrhafter auf einem reichen, als auf einem ar⸗ men. Naͤchſtdem hat ſein groͤßerer oder geringerer Feuchtigkeitsgrad großen Einfluß darauf. Sie werden ferner nur auf einem ſolchen Boden wildwachſend angetroffen, der ihnen verzuͤglich zuſagt, und wenn ſie auch uͤberall zur Noth fortkommen, ſo gedeiht doch jedes einzelne nur auf einer Bodenart vollkommen, und wenn es von einer, wo es von ſelbſt aufwuchs, auf eine von andrer Beſchaffen⸗ heit verſetzt wird, verliert es viel an ſeiner Haͤrte und Ausdauer. Da jede Grasart wenigſtens eine kurze Zeit auf jedem Boden waͤchſt, ſo ſollte man meinen, dieſer Verluſt muͤſſe dadurch zu ver⸗ meiden ſein, daß man nur die beſten Arten ausſaͤe, und bis zu einem gewiſſen Grade iſt dieſes auch allerdings der Fall; die Er⸗ fahrung hat indeſſen bewieſen, daß es leichter ſei, die Pflanzen fuͤr einen beſtimmten Boden auszuwaͤhlen, als dieſen fuͤr ſie geeignet zu machen, und jedes Grundſtuͤck zeigt ein ſolches Beſtreben, die Pflanzen hervorzubringen, die ſeiner Beſchaffenheit angemeſſen ſind, daß durch dieſe nach mehr oder weniger Jahren, je nachdem man mehr oder weniger Fleiß auf ſeine Kultur verwendet, die darauf kuͤnſtlich gebauten verdraͤngt werden. Dies iſt ein Hauptgrund, warum man alte Wieſen nie ohne reifliche liberlegung umbrechen ſollte. Es erklaͤrt ſich aber auch daraus, daß wir um ſo kraͤftigere Pflanzen und einen um ſo laͤnger dauernden neuen Raſen erziehen 634 Drei und dreißigſtes Kapitel. werden, je inniger wir uns bei der Auswahl der Saat an die Natur halten, d. h. dabei hauptſaͤchlich auf ſolche Gewaͤchſe Ruͤck⸗ ſicht nehmen, die dem Boden angemeſſen ſind. Ein Jeder, der ein Stuͤck Land zu einer dauernden Weide oder Wieſe niederlegen will, ſollte daher die beſten Weide- und Wieſenpflanzen, ſo wie den einer jeden zuſagenden Boden und ihre Anforderungen in Bezug auf Schutz und Feuchtigkeit genau kennen. Iſt er mit dieſen Gegenſtaͤnden vertraut, dann muß er die Saa— men von den beſſeren in jedem Fall paſſenden Pflanzen entweder durch Ankauf von einem zuverlaͤſſigen Handelsgaͤrtner, oder durch Selbſtzucht oder durch das Abmaͤhen vorzuͤglicher Wieſenſtuͤcke zu verſchiedenen Zeiten immer dann, wenn einige der vorzuͤglicheren Graͤſer und Kraͤuter im Zuſtand der hoͤchſten Reife ſind,*) ſich zu verſchaffen ſuchen. Viele Landwirthe befolgen aber leider dieſe Vor⸗ ſchrift nicht, ſondern nehmen ihren Grasſaamen ohne Auswahl von der Unterlage ihrer oder ihrer Nachbarn Feimen. Dies iſt ganz verkehrt, weil darunter nicht nur viel unreifer, nicht kei— mender, ſondern auch der Saamen vieler Unkraͤuter oder doch wenigſtens minder guter Wieſenpflanzen enthalten, und auf dieſe Weiſe nie eine gute Grasnarbe herzuſtellen iſt. Das gewoͤhnliche Verfahren bei der Anſaat von Graͤſern ꝛc. iſt, ihren Saamen unter eine Halmfrucht, gewoͤhnlich Gerſte, zu ſaͤnn. Man beugt dadurch allerdings dem Verluſte des Ertrags von einem Jahr vor, aber hat doch am Ende keinen Gewinn da— von; denn durch das Reifen der Frucht wird den jungen Pflanzen Nahrung entzogen, und man muß dann ſpaͤterhin, um den dar⸗ aus entſtehenden Nachtheil wieder zu beſeitigen, mehr an Duͤnger und Arbeit aufwenden, als jene Ernte Gewinn brachte. Eine dau⸗ *) Das dabei zu beobachtende Verfahren iſt durch mehre deutſche land⸗ wirthſchaftliche Werke, ſchon durch Thaer's rationelle Landwirthſchaft, B. 2, §. 323, S. 234 der erſten Ausgabe, bei uns laͤngſt bekannt geworden, und bedurfte daher hier um ſo weniger einer neuen Auseinanderſetzung, weil es gegenwaͤrtig nicht mehr ſo ſchwer haͤlt, wie fruͤher, guten reifen Grasſaamen durch Kauf und Selbſtzucht ſich zu verſchaffen, indem man mit letzter vertrau⸗ ter worden iſt, dieſelbe eifriger betreibt und mehre zuverlaͤſſige Handelsgaͤrtner die Anſchaffung erleichtern. Es duͤrfte aber eine kuͤnſtlich gemachte Mengung der voͤllig reifen Saamen von verſchiedenen Graͤſern und Futterkraͤutern, nach beſtimmten Verhaͤltniſſen und mit umſichtiger Auswahl, zur Beſaamung eines neuen Graslandes ſtets vor jener natuͤrlichen den Vorzug verdienen. Von der ernde, bon niſtigen merbrache aufs oll auſs Auße Beſten in und war Düngung ſichtig vn nur den; daß ſie k gung mit jedesmal: Eorgfätig kauspfüt erden d aber, wi n der L uch Rie ahte zu n den m erhin un bel ang urch ei urnips, ie Anſe en und Oi then un en Ve erlangt inander ere nich aftigke 3 5—————————— “ Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 635 tt Entt an eni ernde, von Unkraut reine Raſennarbe kann nur auf einem reichen, kraͤftigen oder wohlgeduͤngten Boden durch eine vollſtaͤndige Som⸗ merbrache hergeſtellt werden, durch die man das Land nicht nur daunin dh aufs Vollkommenſte von allen Unkraͤutern zu befreien, ſondern auch 9 Uhe aufs Außerſte zu pulvern ſucht. Die Ausſaat geſchieht dann am 1 ünaiih Beſten in der Mitte oder gegen Ende des Auguſt's fuͤr ſich allein, lit eimn und war man bei der Bearbeitung der Brache ſtreng, mit der nmaaner Duͤngung nicht ſparſam und in der Auswahl der Saamen um— Dſanin emner ſichtig und gluͤcklich, dann uͤberſtehen die jungen Pflanzen nicht Kena, inde nur den Winter, ſondern treiben ſie auch im Fruͤhjahr ſo klaͤftig e Wiett, daß ſie kein Unkraut unter ſich aufkommen laſſen. Eine überduͤn⸗ de wrüſtmm gung mit irgend einem klaren Duͤnger oder Kompoſt ſollte jedoch eff ſiy ſ jedesmal im Maͤrz des naͤchſten Jahres aufgebracht und auf das eleidr inge. Sorgfaͤltigſte darauf vertheilt, auch jedes etwa erſcheinende Un⸗ n ohne lanal krautspflaͤnzchen mit der Hand ausgerauft werden. Die Koſten Hfimen. daſ werden durch dieſen Muͤhaufwand allerdings bedeutend vermehrt, rreffer, niti aber, wie in allen Angelegenheiten des Lebens, taugen beſonders kraͤuter on d in der Landwirthſchaft alle halben Muaßregeln nichts, und ſo darf en, und affde auch Niemand, der die Abſicht hat, ein Stuͤck Land auf mehre Jahre zu Gras niederzulegen, Muͤhe und Koſten ſcheuen, daſſelbe t von Griſen in den moͤglich beſten Zuſtand zu verſetzen; denn ſonſt hat er ſpaͤ— hnlich Geſte, terhin ungleich mehr Verluſt, als fuͤr den Augenblick durch ſeine luſte de Ein uͤbel angebrachte Sparſamkeit Gewinn. Iſt es moͤglich, den Boden inen Grrim d⸗ durch eine gute geduͤngte und behandelte Hackfrucht, vornehmlich rjunga Tionm Turnips, in dieſen Zuſtand zu verſetzen, dann kann man auch wohl in, un d w die Anſaat von Graslaͤndereien bis in das naͤchſte Fruͤhjahr verſchie⸗ mehr an Dun ben und mit Erfolg unter einer Sommerhalmfrucht vornehmen. igte Eied Die Grasſaamen ſollten ſtets mit dem von perennirendem rothen und weißen Klee vereinigt werden und zwar in verſchiede⸗ nen Verhaͤltniſſen, wie es die Eigenthuͤmlichkeit’ des Bodens verlangt; denn alle Graͤſer weichen hinſichtlich ihres Wuchſes von einander ab; einige treiben breite Blaͤtter und dichte Stoͤcke, an⸗ dere nicht, ihre Saamenreife tritt zu verſchiedenen Zeiten ein, Nahr⸗ nehre deutſche l wirthſchaft/ 8 unnt geworden w nderſezung, uli haftigkeit und Ertrag ſind nicht von allen gleich ꝛc. Verſucht reffmn Grrſuin man es, einen dichten Raſen durch die ſtarke Ausſaat einer einzi⸗ nitläte rann gen Grasart zu erzeugen, ſo wird zwar im erſten Jahre der Boden ſige vneie„ooon vielen Pflanzen dicht beſetzt ſein, viele davon werden aber bald genmcte e abſterben und dadurch leere Stellen entſtehen, die erſt nach und dutterkiuim m ur Beſaanung dnds verdienen nach ſich wieder durch Pflanzen, welche aus dem von benachbar⸗ ten Wieſen herbeigeflogenen Saamen entſtehen, meiſtens aber mit I. 41 ———— ‧⁸⅛ 636 Drei und dreißigſtes Kapitel. Unkraͤutern ausfuͤllen. Es liegt in der natuͤrlichen Hkonomie der dauernden Raſen bildenden Graͤſer und anderen Pflanzen, dicht und nicht fuͤr ſich allein, ſondern in Geſellſchaft aufzuwachſen; man findet ſtets auf den reichſten natuͤrlichen Weiden eine ſolche Menge verſchiedener Arten neben einander, daß man davon uͤber zwanzig mit mehr als tauſend erkennbaren Wurzeln auf einem Quadratfuß Land gefunden hat. Es iſt demnach bei der Anlage von Grasland nicht nur unumgaͤnglich nothwendig, daß die dazu gewaͤhlten Saamen aͤcht, rein, vollkommen und friſch ſeien, ſondern auch von mehren verſchiedenen Arten genommen, und wo moͤglich ſo innig gemengt werden, daß die Pflanzen einer Art nicht un⸗ mittelbar neben einander zu ſtehen kommen. Wie ſchon geſagt, das zu Grasland beſtimmte Grundſtuͤck muß in den Zuſtand moͤglichſter Lockerung, Reinheit und Kraft verſetzt werden. Alle nur irgend dazu dienliche Mittel ſind anzu⸗ wenden, Pfluͤgen, Duͤngung mit Miſt, Kalk, Kreide, Mergel, Aſche, Thon oder Sand, vollſtaͤndige Trockenlegung, Raſenbrennen ec., je nachdem die Umſtaͤnde dieſes oder jenes fordern; beſonders iſt auf gaͤnzliche Ausrottung des Wurzelunkrautes zu ſehen. Auch ſollte das Land ſtets vollkommen eben ſein, und deshalb jede Beet⸗ furche ausgeglichen werden, um eine moͤglichſt gleiche Oberflaͤche herzuſtellen. Die Ausſaat geſchieht auf eine friſche, zuvor klar⸗ geegte Furche und muß ooͤlli gleichmaͤßig uͤber die ganze Flaͤche vertheilt werden; daher beſorgt ſelbige ein geſchickter Saͤemann breitwuͤrfig beſſer, als eine Saͤemaſchine. Dabei ſind jedoch die leichteren Saamen von den ſchwereren zu trennen und fuͤr ſich zu ſaͤen. Dadurch werden zwar mehre Gaͤnge verurſacht; der daraus etwa entſtehende Nachtheil kommt jedoch nicht in Betracht gegen den Vortheil einer gleichmaͤßigen Vertheilung des Saamens, die nur durch eine Trennung moͤglich wird, da das Gewicht der ver⸗ ſchiedenen Saamenarten gar zu ſehr von einander abweicht. So wiegt z. B. der Buſhel von dem Saamen der meiſten Kleearten uͤber 60 Pfnnd, von dem des Wegerichs 50 Pfund, von dem des Timotheusgraſes 40 Pfund, von dem des Raigraſes 18—30 Pfd., von dem der Poa⸗ und Feſtucaarten 15 Pfd. und von dem man⸗ cher anderer Graͤſer nicht 10 Pfund. Die Saat wird dann ver⸗ mittelſt leichter Eggen mit feinen, kurzen, dichtgeſetzten Zinken, oder noch beſſer, mit Handrechen untergebracht, da es raͤthlich iſt, das Betreten des Landes, zumal das ſchwerere mit Pferden, nach⸗ dem jene geſchehen iſt, zu vermeiden. Iſt der Boden ſchwammig Von der oder poro in Hotde noch beſſe vor der ſteengem: Füt der Anfer fil, daß demſelber Potzuͤge den nicht harten2 Nachſaat püthig ma halb, un fſtzudru ſondern wurde, i Staͤtkun zubringer gewaͤhrt lberdun oder irg Wahsth nich dur ſebze vor mit dem darf ſolc ſorgfälig weil ſie Grasſaat beördert ſäe ein ma Seam ſcädt, fuͤrchten n dunni 1 fanm, di t ufmmuſ⸗ diden in ſ man duon t nzeln uf im h bin di 99, daß N d 8ſch ſien iin und wo nigit de At ittn mmte Gunſit inhei nh iif Mitulſi a de Magielt, Raſenbunn in; beſordes zu ſcher Ar eshob jde Bi⸗ gleice Dhaſut ſche, zuwer er dee genze Fli hickter Eimmm i ſind ſioh de und ſir ſc rcht; der dau⸗ Betracht ger Saamens, ewicht det i abweicht. d :iſten Klernn d, von de de 9 18- 0M. von dem man⸗ wird dam 1 eſetzen 1 1 Nfrden nah den ihvanmc ———— u“ ————.— —— Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 637 oder poroͤs, ſo walzt man ſie auch wol noch leicht ein; doch wirkt ein Hordenlager, wo man jedem Schafe 5— 6 Yards einraͤumt, noch beſſer; dagegen iſt die Walze oft mit Vortheil anzuwenden vor der Saat, wenn das Erdreich zu loſe oder kloſig iſt. Auf frengem Boden taugt ſolches jedoch nicht. Fuͤr die beſte Zeit zur Saat wird, wie bereits geſagt wurde, der Anfang des Herbſtes gehalten; es leidet indeſſen keinen Zwei⸗ fel, daß das Fruͤhjahr, ſobald es nur moͤglich wird, das Land in demſelben vollkommen rein und wohl zubereitet darzuſtellen, noch Vorzuͤge dazu habe, weil bei einer ſpaͤtern Saat doch manche von den nicht gehoͤrig erſtarkten Pflaͤnzchen durch einen etwa folgenden harten Winter zerſtoͤrt werden, und ſich nachher eine ſchwache Nachſaat im Februar, laͤngſtens in der erſten Haͤlfte des Maͤrzes, noͤthig macht, die man mit der Walze einbringt, auch ſchon des⸗ halb, um die durch den Froſt gehobenen Wurzeln der Herbſtſaat feſtzudruͤcken. Wenn der Boden fruͤher keine Miſtduͤngung erhielt, ſondern nur gekalkt oder gemergelt, oder geſchaͤlt und gebrannt wurde, iſt der Anfang des Fruͤhlings auch die beſte Zeit, Miſt zur Staͤrkung der Pflanzen und zur Befoͤrderung ihres Wuchſes auf— zubringen, und ſelbſt wenn ſolches ſchon vor ihrer Saat geſchah, gewaͤhrt es dennoch Vortheil, zu der angegebenen Zeit noch eine überduͤngung von ganz verrottetem Miſt oder einem guten Kompoſt oder irgend einer animaliſchen Subſtanz anzuwenden, um das Wachsthum der Pflanzen gleich in ihrem erſten Jahre aufs Außerſte zu befoͤrdern; denn gleich den Thieren leiſten ſie ſpaͤterhin um ſo mehr, je beſſer ſie in der fruͤheſten Jugend gepflegt werden. Geſchieht die Ausſaat im Fruͤhjahre und wurde dazu das Land nicht durch eine ſtark geduͤngte Hackfrucht vorbereitet, ſo muß das⸗ ſelbe vor der Saat eine faulende Duͤngung erhalten. Saͤet man mit dem Gras- und Kleeſaamen zugleich Getreide mit aus, ſo darf ſolches nur duͤnn geſchehen, und muß die aufgelaufene Saat ſorgfaͤltig gejaͤtet werden. Gerſte iſt dabei dem Hafer vorzuziehen, weil ſie den Boden mehr lockert und eher zur Reife kommt, der Grasſaat alſo das Feld fruͤher raͤumt und dadurch ihr Beſtocken befoͤrdert; denn wenn auch fuͤr dieſelbe eine mit ihr zugleich ge— ſchehene Ausſaat von Sommergetreide gewiſſermaßen vortheilhaft ſein mag, weil es ihr Schatten und Schutz gegen die brennende Sommerſonne gewaͤhrt, ſo iſt doch nicht zu verkennen, daß es ihr ſchadet, ſobald ſie in dieſer Hinſicht keine Gefahr mehr zu be⸗ fuͤrchten hat, indem es auch jede ſchaͤdliche Pflanze auf gleiche Weiſe 41* f„—„— 638 Drei und dreißigſtes Kapitel. Vnnde ſchuͤtzt. Man hat auch Nuͤbſen und Wicken zur Anſaat als Schutz⸗ Helen we gewaͤchs empfohlen, und wenn ſie vor ihrer Reife zu Gruͤnfutter raſerdm abgemaͤhet werden, moͤgen ſie auch als ſolches den Halmfruͤchten nindem; vorzuziehen ſein, zumal erſterer, indem letztere, wenn ſie dicht„de und uͤppig ſtehen, leicht die jungen Graspflaͤnzchen unterdruͤcken mntürich duͤrften. 4 veſchide über die beſte Behandlung neu angelegter Graslaͤndereien im der Nau erſten Jahre herrſchen verſchiedene Meinungen; Einige empfehlen, ruf ihm ſie in demſelben blos zu maͤhen; die Meiſten, ſie nur mit Schafen Raſens, zu behuͤten. Jene ſagen, das Maͤhen koͤnne fruͤher geſchehen und kaum z dadurch ſowohl, wie durch ein darauf vorgenommenes Walzen kommen bildeten die Graͤſer eher eine dichte Narbe; durch das Behuͤten derr Ci mit Schafen wuͤrde dagegen manche junge Pflanze ausgeriſſen. nehuiij Auf leichtem Boden mag dies auch bisweilen ſeine Richtigkeit die auf haben, aber auf einem gebundenen, wenn er zumal im Spaͤtſom⸗ bhafäls mer oder Fruͤhherbſt beſaͤet wurde, findet dieſe Beſorgniß nicht meht Na ſtatt, und durch das Beweiden genießt er zugleich den Vortheil rächſte einer Duͤngung. machen In Bezug auf die zu dauerndem Grasland tauglichen Boden⸗ finden arten iſt noch zu bemerken, daß keine eine gute Wieſe liefert, wenn Von jer ſie nicht bis zu einem gewiſſen Grade die Feuchtigkeit anhaͤlt, um Schluß dem Beduͤrfniß der Pflanzen daran zu genuͤgen und ſie vor dem Reife Verdorren bei trocknem, heißem Wetter zu ſchuͤtzen; doch darf die geartete Feuchtigkeit nicht zur Naͤſſe uͤbergehen, weil ſonſt das Gras hart hindurch wird, auch Unkraͤuter und ſchlechte Waſſerpflanzen aufkommen. mnan nu Lehm eignet ſich am beſten dazu; er hat aber als Ackerland einen denen ſo hohen Werth, daß er nur ſelten zu dauerndem Grasland ge— der Mt nommen wird; am haͤufigſten beſtimmt man dazu Thonboden, der A D ſo feucht und ſchwer iſt, daß er ſich nicht wohl mit dem Pfluge ſariuseu behandeln laͤßt, und Grundſtuͤcke mit Boden jeder andern Art, ſo⸗ brrigg bald ſie der Gefahr, von Zeit zu Zeit uͤberſchwemmt zu werden, Dflanzer ausgeſetzt oder der kuͤnſtlichen Bewaͤſſerung faͤhig ſind. Es darf a jedoch dabei nicht unberuͤckſichtigt bleiben, daß ſelbſt bei der beſten nerala; Vorbereitung zum Empfange der Anſaat und bei der ſorgfaͤltigſten Piſſenſ Behandlung ſpaͤterhin eine Menge Zufaͤlligkeiten auf das Wachs⸗ Nhespe, thum der Pflanzen Einfluß haben. So vermag ein halber Zoll garbe, mehr oder weniger Regen im Laufe eines Jahres unter uͤbrigens Ruchgee ganz gleichen Verhaͤltniſſen, nur bei geringer Verſchiedenheit des nelle, P. Bodens und oͤrtlichen Klimas, eine große Abaͤnderung im Gewicht Au I und in der Nahrhaftigkeit der Futterkraͤuter hervorzubringen Amathe ————— 8 — Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 639 n— fua2 Heller warmer Sonnenſchein kann in manchen Lagen und zur d Linit paſſenden Zeit beide vermehren, unter andern Umſtaͤnden ſie ver⸗ 6 unftt mindern; daſſelbe gilt von feuchtem und naſſem Wetter. „wen ſe ſe Die ausdauernden Graͤſer und Futterkraͤuter, die man auf ſchen unedi natuͤrlichen Weiden findet, belaufen ſich wol auf mehr als hundert Peäofte verſchiedene Arten, und jeder Boden hat von der guͤtigen Hand taälätrini der Natur diejenigen erhalten, die ihm am angemeſſenſten ſind und Enig miln auf ihm am laͤngſten dauern. Wenn jedoch bei dem Anblick des 2nur niet Raſens auch mehre von ihnen ſich aͤhnlich ſehen, ſo ſtimmen doch her beſtza kaum zwei davon hinſichtlich der Zeit, wo ſie ihre groͤßte Voll⸗ omnins d kommenheit erlangen, oder hinſichtlich ihres Futterwerthes und an— urch de bann derer Eigenſchaften mit einander uͤberein. Einige eignen ſich vor⸗ lang dägeſſ nehmlich fuͤr Schafe, andere auf Mittelboden fuͤr Milchkuͤhe, und ſein gui die auf reichem Marſchlande zum Maͤſten. Ihre Reifezeit iſt nal in aäti ebenfalls verſchieden und einige koͤnnen mehr Trockenheit, andere e Beſer i mehr Naͤſſe vertragen. Diejenigen von ihnen, aus welchen die leich dey Vaht reichſten natuͤrlichen Weiden und Wieſen vorzugsweiſe beſtehen, machen jedoch kaum zwanzig bis dreißig verſchiedene Arten aus; tauglihe Bir finden ſich auch mehre, ſo ſind ſolche doch von geringem Werthe. diſſ lit a. Von jenen bringt jeder Monat, vom zeitigſten Fruͤhjahr bis zum ſigkeit anl,u Schluß des Herbſtes, andere zur groͤßten Vollkommenheit oder zur und ſiewmw Reife. Wenn man nun bei der Anſaat mehre ſo verſchieden⸗ en; doh drf geartete auswaͤhlt, erhaͤlt man den Vortheil, den ganzen Sommer t das bus i hindurch immer eine friſche dichte Weide zu haben, eher, als wenn nen effena man nur zwei bis drei nimmt. Im Verhaͤltniß zu den verſchie— Acelud inn. denen Bodenarten findet man ſie meiſtens auf folgende Weiſe von m Graalan der Natur mit einander gepaart: Thonboden Auf ſandigem Boden mehr Schwingelarten, beſonders Festuca nit dem Pfe duriuscula, F. glabra und F. ovina, Kammgras, Cynosurus eristatus, ander At Honiggras, Holeus lanatus und H. mollis, und einige kriechende umt zu wanh Pflanzen von geringem Werth. ſind. Eod Auf kalkigem Boden weißen Klee, Knaulgras, Dactylis glo- ſ bii d bir merata; außer oben ſchon genannten Schwingelarten ꝛc. noch den ſr ülir Wieſenſchwingel, F. pratensis; Raigras, Lolium perenne; weiche dr bgt Trespe, Bromus mollis; Wegerich, Plantago lanceolata; Schaf⸗ au i 1 garbe, Achillea millefolium; gelbes Hafergras, Avena flavescens; in ſi Ruchgras, Anthoxantum odoratum; und Bibernelle oder Pimpi⸗ zin. 3 nelle, Poterium sanguisorba. ſähdn ict Auf Thonboden Wieſenfuchsſchwanz, Alopecurus pratensis; ung in hew Timotheus⸗ oder Wieſenlieſchgras, Phleum pratense; Knaulgras; fenerliingn — ¹— 7.eeeneneeeieh, A ͤͤööͤͤͤͤöͤͤöͤͤͤ———,—·˖ 640 Drei und dreißigſtes Kapitel. 4 hohen und Wieſenſchwingel, Festuca elatior und pratensis; fran⸗ zoͤſiſches Raigras, Holcus avenaceus; gelbes Hafergras; Wegerich; Pimpinelle; Zaunwicke, Vicia sepium; Ruchgras und engliſches Raigras. Auf Torfboden Ruchgras, Knaulgras; wolliges Honiggras, Holcus lanatus; Wieſenfuchsſchwanz; Lieſchgras; weißes Strauß⸗ gras, Agrostis Alba und Kammgras. Auf naſſem Marſchboden Fioringras, Agrostis stolonifera; Mannagras, Poa, ſonſt Festuca fluitans; kniefoͤrmiger Fuchsſchwanz, Alopecurus genienlatus; Waſſerſchmielen, Aira aquatica; Waſſer⸗ riſpengras, Poa aquatica, und noch einige gewoͤhnliche Waſſer⸗ pflanzen. Auf einem gemiſchten Boden, der Sand, Kalk und Thon haͤlt, erlangen in guͤnſtiger Lage faſt alle guten Wieſenpflanzen, beſon⸗ ders die Riſpengraͤſer und Schwingelarten ein uͤppiges Wachsthum. Es moͤge nachſtehend eine kurze Angabe der Eigenſchaften der vor⸗ zuͤglichſten unter ihnen folgen: Poa annua, jaͤhriges Riſpengras(annual meadow-grass), iſt, wie ſchon ſein Name beſagt, nicht ausdauernd; da es aber den ganzen Sommer hindurch bluͤht und immer Saamen zur Reife bringt, welcher ausfaͤllt, ſo erhaͤlt es ſich dennoch fortwaͤhrend. Es wird von allem Vieh ſehr geliebt und wirkt ſehr guͤnſtig auf die Milch, deren Buttergehalt es vermehrt. Sein Ertrag iſt in⸗ deſſen gering. Poa pratensis, Wieſenriſpengras(Smooth-stalked poa), eines der nutzbarſten Graͤſer; es waͤchſt auf dem trockenſten Boden, bleibt gruͤn waͤhrend des Winters, treibt zeitig im Fruͤhjahre junge Schoͤß⸗ linge, gibt vorzuͤgliches Heu und bluͤht im Mai. P. trivialis, gemeines Riſpengras(rough-stalked poa), aͤhnelt im Außern dem vorigen ſehr, weicht aber in ſeinen Eigenſchaften von ihm ab. Es gedeiht nur gut in niedrigen Lagen und auf feuchtem Boden, eignet ſich daher vorzuͤglich fuͤr Waͤſſerungswieſen, bluͤht ſpaͤter als das vorige, und leidet von Trockenheit und ſtren⸗ ger Kaͤlte, liefert aber in guͤnſtigem Standorte viel und gutes Futter. Auf der in ganz England wegen ihrer Ergiebigkeit be⸗ ruͤhmten Orcheſton⸗Wieſe in der Naͤhe der Ebene von Salisbury ſoll es uͤber 8 Fuß hoch werden. Beide Arten pflanzen ſich nur ſchwach durch Wurzelſchoͤßlinge fort, und muͤſſen daher von Zeit zu Zeit, um nicht endlich auszugehen, zur vollen Reife kommen oder neu angeſaͤet werden. Dabei iſt es noͤthig, den feſt an ein⸗ (ceejin Wäddgr auf de P. i ein und T wuchern zuſeten P 2 Eigente und paß bäͤume ſind. ſchlecht verdriͦ . ſſen ehi m jin in der melnd und ſeit 9 8 nd Lehm HS ſün ieſer 3 j on( Futte . du chn F. rul odis Süleitn ger drtſt amuüin; 1 wihnite dſ udd n npfleyn kfi diges iten nſchafen am. adog-grs i R ca i aaman zur gi och fantvägrn ſehr ginſig u in Ernmp ſti⸗ NMed faa), äne en Boda blt he junye Sti dpoa), ah! Eigenſche kagen und i ſſerungsviſt heit und ſim⸗ viel und glis Ergiifti be von Saläben lanzen ſchu daher ber zet Rijf ummen inſil n ir ſ 9 Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 641 ander haͤngenden leichten Saamen mit trocknem Sand oder Kalk zu mengen, weil er ſich ſonſt nicht vertheilen laͤßt. P. compressa, zuſammengedruͤcktes oder kriechendes Riſpengras (creeping poa), bluͤht den ganzen Sommer und iſt eins der beſten Weidegraͤſer, das einen vorzuͤglich dichten, fetten Raſen bildet und auf die Guͤte des Hammelfleiſches einen guͤnſtigen Einfluß hat. P. angustifolia, ſchmalblaͤttriges Riſpengras(narrov-leaved poa), iſt ein ergiebiges Gras, das ſowohl auf Sand⸗, wie auf Lehm⸗ und Thonboden waͤchſt; da aber ſeine Wurzeln ſehr auslaufen und wuchern, darf man es andern Graͤſern nur in geringem Maaße zuſetzen. P. nemoralis, Waldriſpengras(wood-meadow grass), hat die Eigenthuͤmlichkeit, daß es unter dem Schatten von Baͤumen bluͤht, und paßt daher vorzuͤglich fuͤr Graslaͤndereien, auf denen Wald⸗ baͤume ſtehen oder die durch Holzpflanzungen zu enge eingeſchloſſen ſind. Es wird jedoch, wie auch die anderen Arten dieſes Ge⸗ ſchlechts, leicht von ſtaͤrker und uͤppiger wachſenden Graͤſern verdraͤngt. Festuca pratensis, Wieſenſchwingel(meadow fescue), iſt eine feſte Pflanze mit breiten ſaftigen Blaͤttern, aber harten, trocknen Halmen. Sie waͤchſt auf jedem Boden, vorzuͤglich jedoch auf Lehm⸗, thaͤtigem Torf⸗ und wohlentwaͤſſertem Thonboden, gibt eine reichliche, allem Vieh angenehme Weide, viel und gutes Heu, bluͤht in der Mitte des Juni und liefert eine große Menge leicht zu ſam— melnden Saamen. F. elatior, hoher Schwingel(tall fescue), eine der kraͤftigſten und ergiebigſten Wieſenpflanzen. Herr Taunton erntete von einem ſeit 9 Jahren nicht geduͤngten, hauptſaͤchlich mit ihr beſtandenen Wieſenſtuͤckchen zwei Tonnen Heu vom Acker. Sie bluͤht im Juni und Juli, und liebt vornehmlich einen kalkhaltigen ſandigen Lehmboden. F. ovina, Schaf⸗Schwingel(sheep's fescue), bildet einen feinen dichten Raſen auf trocknem Sandboden und iſt daher auf Hoͤhen dieſer Art ſehr zur Weide fuͤr die Schafe empfohlen worden; man hat jedoch gefunden, daß dieſe und mehre andere Schwingelarten von Schafen und Rindvieh verſchmaͤht werden, ſobald ſie anderes Futter haben koͤnnen. Sie wird faſt immer im Gemenge mit F. duriuscula, hartem Schw.(hand fescue), F. glabra, glattem Schw.(smooth f.), F. cambrica, welſchem Schw.(welch f.) und F. rubra, rothem od. kriechendem Schw.(creeping f.), die ſaͤmmtlich ——ͤ¼ 7 5— — 642 Drei und dreißigſtes Kapitel. auf armem Boden wachſen, auf den engliſchen Duͤnen angetroffen, und da dieſe Graͤſer faſt das ganze Jahr hindurch gruͤn bleiben, gewaͤhren ſie eine nicht genug zu ſchaͤtzende Winterweide. F. loliacea, lolchaͤhnlicher Schw.(darnel-like fescue), kommt in gewiſſer Hinſicht dem Raigraſe ſehr gleich und iſt daher fuͤr eine Baſtardpflanze von Raigras und einer Schwingelart gehalten worden; dies iſt aber ein Irrthum. Lathyrus pratensis, Wieſenplatterbſe, Honigwicke, Wieſ enbohne, gelbe Wicke(meadow vetchlipg), liefert ein gutes, allen Vieharten angenehmes Futter und vermehrt den Heuertrag nicht wenig, bluͤht aber ſpaͤt. Vicia sepium, Zaunwicke(bush-vetch), bluͤht etwas fruͤher, doch nicht vor dem Juli, und gibt einen noch hoͤhern Er— trag, zumal auf leichtem Boden. Plantago lanceolata, Wegerich(rib grass), kommt zwar meiſt nur im Gemenge mit anderen Pflanzen vor, iſt aber auch fuͤr ſich allein angebaut worden und gibt auf reichem Sand- und Lehm⸗ boden einen reichlichen Ertrag, auf trocknem armen Boden eine gute Schafweide. In Wales verleiht dieſe Pflanze manchem duͤrf⸗ tigen Huͤgel, der ſonſt nur als nackter Fels erſcheinen wuͤrde, den Anſchein einiger Fruchtbarkeit. Über ihre Eigenſchaften iſt man indeſſen noch nickt einig. Einige meinen, ſie ſei den Kuͤhen nach⸗ theilig, Andere ſagen wieder, die Milchergiebigkeit der Alvenweiden ſei vornehmlich ihr und dem gemeinen Frauenmantel oder Sinau (Alchemilla vulgaris— common lad)y's mantle) zuzuſchreiben. Un⸗ ter den Klee geſaͤet, ſoll ſie dem Aufblaͤhen des Viehes vorbeugen. Poterium Sanguisorba, Pimpinelle(burnet), wird auch haͤufig fuͤr ſich allein geſaͤet und uͤberſteht unter allen Futterpflanzen die Strenge des Winters in ausgeſetzten Lagen am beſten; daher wird ſie von den Viehzuͤchtern ſehr geſchaͤtzt, vornehmlich fuͤr Schafe, denen ſie ganz zeitig im Fruͤhjahre eine gute Weide darbietet. Als Heu traͤgt ſie ohne ſtarken Beiſatz anderer Pflanzen nicht viel. überhaupt gewaͤhrt ſie fuͤr ſich allein und ausgewachſen nur ein ſchlechtes, allem Vieh unangenehmes Futter, das nur ſeiner aroma⸗ tiſchen Eigenſchaften wegen im Gemenge mit anderen Futterkraͤutern auf Hoͤheweiden, wo es immer knapp abgefreſſen wird, einigen Werth erhaͤlt. Sie waͤchſt auf den bekannten South⸗Downs(ſ. S. 373) haͤufig wild und ſcheint den Kreideboden vorzuͤglich zu lieben, kommt jedoch auch auf Sand⸗ und Grandboden fort. Alopecurus pratensis, Wieſenfuchsſchwanz(meadow fox tail), iſt eines der fruͤheſten und beſten Graͤſer. Es waͤchſt ſehr uͤppig, Von ſſ gruͤr Heu⸗ U bringt gewon auf den am lieb nem kr Kamm Boden wo es Nahru Kanm auf ei minder nicht benutzt halten ſtrohar es zier mit ar men iſ 1 docbes angeba aber auf M ger, na ———-ͤõ--—— Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 643 üne 9 nuni iſt gruͤn und getrocknet allem Vieh ſehr angenehm und liefert reiche erveide 80 Heu⸗ und Grummeternten. Es bluͤhet vom Mai bis Juli und ekesm bringt viel reifen Saamen, der bald ausfaͤllt und daher unter den m it d ng gewoͤhnlichen Heuſaamen nur ſelten zu finden iſt, dafuͤr aber ſich Vaſ auf den Wieſen leicht vor dem Ausfallen ſammeln laͤßt. Es waͤchſt am liebſten auf allen mehr gebundenen Bodenarten, zumal mit ei⸗ te,Wiln nem kraͤftigen Lehm. iͤüne Cynosurus cristatus, gekaͤmmter Hundeſchwanz, gemeines 4 Kammgras(crested dog's tail), waͤchſt auf ſandigem und kalkigem ), ühn hih Boden und eignet ſich daher recht gut fuͤr trockene Hoͤheweiden, d i n wo es einen dichten kurzen Raſen bildet und den Schafen gute Vim Nahrung gewaͤhrt. Es bluͤht im Juli. Eine Abart, das blaue Kammgras, Cynosurus caeruleus, waͤchſt auf den hoͤchſten Kalk⸗ ornnt ar ni felſen, iſt eins der fruͤheſten Graͤſer, und gibt, da es Trockenheit ber wi aih ſehr gut vertraͤgt, eine vorzuͤgliche Schafweide im Sommer. and; nnh Phleum pratense, Wieſenlieſchgras, Timotheusgras(meadow men Boha 4 cat's tail), wurde unter letzterm Namen haͤufig fuͤr ſich allein mit e manen de Erfolg in Amerika angebaut, und von da in England eingefuͤhrt, inen wude, a weil man glaubte, es ſei eine beſondere Art. Es waͤchſt am beſten ſchaitn it u auf einem feuchten reichen Lehm- oder gutentwaͤſſerten Torfboden, den Kühen mi⸗ minder gut auf Kreide- und reichem lehmigen Sandboden, gar der Abenät nicht auf armem Kalkboden. Als Gruͤnfutter wird es hauptſaͤchlich tel odr Enu benutzt und von allem Vieh geliebt, nur muß es immer kurz ge⸗ ſchreien l⸗ halten werden. Als Heu dagegen iſt es nicht ſo gut, weil es harte ehes vortage ſtrohartige Halme bringt; da es indeſſen ſpaͤt erſt bluͤht, ſo kommt id auc duuſ es ziemlich jung noch zum Maͤhen und gibt daher, im Gemenge terpflanzen d mit andern Wieſenpflanzen, dennoch ein gutes Heu. Sein Saa⸗ n; daher wi men iſt klein und ſchwierig zu ſammeln. für Scha⸗ Dactylis glomerata, gemeines Knaulgras, Hundsgras(rough atbietet. A cock's foot), bluͤht im Juni, wird ebenfalls haͤufig fuͤr ſich allein en nicht vil angebaut, iſt jung allem Vieh ein angenehmes Futter, aufgeſchoſſen ſen nur än aber hart und demſelben zuwider. Es gibt einen hohen Ertrag einer cron auf Mittelboden; aber leichte Sand- oder Kreidehuͤgel, ſowie ſtren— Futtnktum ger, naſſer Thonboden ſagen ihm nicht zu. Es treibt fruͤh im Jahre eiigenBet und eignet ſich daher ſehr gut zur Weide; zeitig zu Heu gemaͤht 3(1SS) liefert es auch noch eine reichliche Grummeternte, und da es uͤppig leben dr im Schatten von Baͤumen waͤchſt, verdient es in Obſtgaͤrten an— gebaut zu werden. Will man es fuͤr ſich allein anſaͤen, ſo braucht don hrdil) man zwei Buſhel Saamen auf den Acker. t ir ihdi Avena elatior oder Holcus avenaceus, franzoͤſiſches Raigras, ———————–‧––* 644 Drei und dreißigſtes Kapitel. Hafergras(tall oat-grass), iſt ein ergiebiges, aber hartes, vom Vieh nicht ſehr geliebtes Gras, das am beſten auf ſtrengem Thon⸗ boden, doch auch gut auf ſandigem Lehme gedeiht. Avena flavescens, gelber Wieſenhafer, gelbes Wieſengras, liebt vorzugsweiſe kalkigen Boden und wird daher durch Kalkduͤngung ſehr in ſeinem Wuchſe gefoͤrdert, kommt jedoch auch auf jedem andern Boden, vom leichteſten Kalk bis zum ſchwerſten Thone, fort. Es ſoll dem Rindvieh kein angenehmes Futter darbieten, von den Schafen dagegen geliebt werden. Da es indeſſen, wie das vorige, erſt im Juli bluͤht, wo in der Regel das Gras zu Heu gemaͤht wird, ſo ſind beide zu der Zeit noch ſaftig und daher wegen ihrer großen Ergiebigkeit dennoch zu den guten Wieſenpflanzen zu rechnen, und als ſolche auch von den meiſten Landwirthen, die oh⸗ nedies uͤber ihren Futterwerth noch nicht einverſtanden ſind, anerkannt. Achillea millefolium, Schafgarbe, Raingarbe, Tauſendblatt (Yyarrow) iſt eine der gewoͤhnlichſten, aber auch eine der beſten Wei⸗ den⸗ und Wieſenpflanzen, die von allen Vieharten vorzuͤglich ge⸗ liebt und bei dem Weiden ſtets ſo ſchnell nach ihrem Hervortreiben abgefreſſen wird, daß man nur bei genauer Unterſuchung etwas von ihr wahrnimmt. Sie iſt nicht nur nahrhaft, ſondern beſitzt auch heilſame Kraͤfte, bluͤht Ende Juni's oder Anfang Juli's, kommt auf allen Bodenarten fort und kann ſelbſt auf einem an ſich duͤrren der Trockenheit lange widerſtehen. Holcus lanatus, wolliges Honiggras(wooly Soft grass) und H. mollis, weiches Honiggras(common Soft grass) bluͤhen im Juni und Juli, und kommen ſowohl auf feuchtem, wie auf ſan⸗ digem Boden vor. Sie eignen ſich am beſten noch zur Schaf⸗ weide, werden aber vom Vieh nicht beſonders gern gefreſſen. Anthoxanthum odoratum, Ruchgras(Sweet-scented vernal) iſt eins der fruͤheſten Graͤſer, das faſt auf allen Bodenarten vorkommt, und wahrſcheinlich den angenehmen Geruch des Heu's etwas er— hoͤht, aber weder ſehr nahrhaft iſt, noch von dem Vieh beſonders geliebt wird. Lolium perenne, ausdauernder Lolch, engliſches Raigras(pe- rennial rye-grass) iſt in England ſchon ſeit langen Zeiten ange⸗ baut worden; bereits in einem 1677 erſchienenen Buche:„Wor- ndge's husbandry“ geſchieht deſſen Erwaͤhnung, und durch dieſe ihm ſo anhaltend gewidmete Aufmerkſamkeit moͤgen ſich die man— nichfaltigen Varietaͤten davon gebildet haben, deren man in Eng⸗ Von de landgeget und Ruc nut wen de abhe einem ge kommt f nach der ſet Vorꝛ blieben, ſelbſt n hier nic ſo wird ſehr. dann, w Stroh! . B. d 8 ſbeit Ertrag wie get Ob es ſuche er land er aus H ſcher H auch a dern, d und in werlich Klee, eine ur und C I auch n ſcheinl dagege die der durrot Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 645 de er ſuna land gegen ſechzig zaͤhlt, unter denen Pacey's, Ruſſell's, Whitworth's t 1 und Ruck's Raigras fuͤr die beſten gelten, die aber im Ganzen Viiaa 1 nur wenig von einander abweichen, und deren Konſtanz vom Bo⸗ nch ntn den abhaͤngig iſt. Es gedeiht auf den meiſten Bodenarten, auf aut af einem geſunden etwas feuchten Mittelboden jedoch am beſten. Es nſen Ti 33 kommt fruͤh zur Vollkommenheit und gewaͤhrt ſchon im erſten Jahre atliten 89 nach der Ausſaat eine zeitige, allem Vieh angenehme Weide. Die⸗ n, vie 33 ſer Vorzuͤge wegen iſt es fortwaͤhrend den Landwirthen beliebt ge— u hu 5 blieben, und wird es haͤufig mit Klee zuſammen auf das Ackerland aher u 8, ſelbſt nur zu einjaͤhriger Benutzung geſaͤtt. Wenn man es aber anze at hier nicht jung abſchneiden oder abfreſſen, ſondern aufſchießen laͤßt, n imn ſo wird es dem Vieh unſchmackhaft und erſchoͤpft den Boden 6 ſehr. Dennoch laͤßt man es nicht ſelten zur Reife kommen, wo es nverſtin ſi dann, wie Getreide gedroſchen wird, aber nur zur Streu taugliches Stroh liefert. An Nahrhaftigkeit ſteht es andern guten Graͤſern, 4 en z. B. dem Knaulgras und dem Wieſenfuchsſchwanz, weit nach. 4 ufnn Das neu eingefuͤhrte italieniſche Raigras, Lolium aristatum, en derott ſcheint bedeutende Vorzuͤge vor jenem zu haben, einen groͤßeren Ertrag zu liefern, ſaftiger zu ſein und dem Vieh ſowohl gruͤn, wie getrocknet, ein beſſeres und angenehmeres Futter zu gewaͤhren. Ob es eben ſo dauernd, wie jenes iſt, muß erſt noch durch Ver⸗ ſuche ermittelt werden. Trifolium repens, weißer Klee(white clover) wurde in Eng⸗ land erſt durch die Flamaͤnder bekannt, ſein Saamen dahin zuerſt aus Holland gebracht und heißt daher dort auch haͤufig hollaͤndi— ſcher Klee. Er waͤchſt am liebſten auf Kalkboden, kommt jedoch terſuczung cne „ſondern biſt Anfeng ault ſt auf enmn i Soſt gas) und ass) hühen in ni auch auf jeder andern Bodenart fort und iſt auf allen Graslaͤn⸗ gefeſen dern, den hoch, wie tiefgelegenen zu finden, auf kraftloſem Boden tel vemmſi und in minder guͤnſtigen Verhaͤltniſſen freilich nur klein und kuͤm⸗ ten vorkum merlich. Er iſt zwar keine ſo gute Futterpflanze, wie der rothe eus ttwas Klee, und gibt fuͤr ſich allein keine vorzuͤgliche, den Schafen ſogar Vieh beſonde eine ungeſunde Weide; aber im Gemenge mit anderen Kraͤutern und Graͤſern eine deſto beſſere. Naixras(e Trifolium pratense, gemeiner Wieſenklee(native red clover, 1ain un ang⸗ auch marl-grass) iſt eine perennirende Pflanze, der von ihm wahr⸗ Buche:„ſ ſcheinlich abſtammende, auf dem Felde angebaute rothe Kopfklee nd durd diſ dagegen nur eine zweijaͤhrige. Es gibt von ihm eine Varietaͤt, ſch di nan⸗ die den Namen Kuhgras(cow-grass) fuͤhrt, im Juli große pur— na in Ehj purrothe Bluͤthenkoͤpfe traͤgt, ſich durch Ausdauer auszeichnet, ſelbſt — 2 5 3 8— an 7 ———————— ͦ———————————‚—* 4* 1 1 646 Drei und dreißigſtes Kapitel. auf leichtem Sandboden uͤppig waͤchſt und daher als Weide⸗ und Wieſenpflanze Empfehlung verdient*). Ranunculus acris, ſcharfer Hahnenfuß oder Butterblume (butter-cap) und Rumex acetosella, kleiner Sauerampfer, Feldam⸗ pfer(Sorrel), werden hier nur erwaͤhnt, weil ſie ſich haͤufig auf unſeren Weiden und Wieſen befinden, und zwar erſtere auf den reichſten, aber darauf nicht zu dulden ſind, indem ſie beſſere Pflan⸗ zen verdraͤngen, das Vieh nur durch die Noth zu ihrem Genuß ſich zwingen laͤßt und von demſelben ſogar Nachtheil fuͤr ſeine Ge— ſundheit zu befuͤrchten hat. Der Sauerampfer zeigt an Saͤure im Boden und vergeht nach einer Duͤngnng mit gebranntem Kalk oder Dolomit.(S. Seite 389.) Unter den vorhin genannten beſſeren Weide⸗ und Wieſenpflan⸗ zen moͤge ſich nun ein umſichtiger Landwirth fuͤr ſeinen Zweck und ſeine Verhaͤltniſſe immer die beſten und tauglichſten auswaͤhlen; eine beſtimmte Regel laͤßt ſich dafuͤr nicht angeben. Gewoͤhnlich ſaͤtt man die verſchiedenen Graasſaamen nach dem Maaß und nur die Kleearten nach dem Gewicht aus; man ſollte dieſes aber auch bei jenen thun; denn das Gewicht wechſelt bei ihnen ſehr und da der beſte Saamen immer verhaͤltnißmaͤßig der ſchwerere iſt, ſo bekommt man bei der Ausſaat nach dem Maaß bisweilen nicht genug keimfaͤhige Koͤrner. Nach in Schottland gemachten Erfahrungen ſind folgendes ſehr vortheilhafte Mengungen fuͤr dau— erndes Grasland, auf 1 Acker berechnet: *) Dieſes Kuhgras ſoll nach einigen Schriftſtellern, z. B. Low und ande⸗ ren(ſ. den amtlichen Bericht uͤber die Verſammlung deutſcher Landwirthe zu Dresden, Seite 87) keine Varietaͤt von Trifolium pratense, ſondern eine eigne Art, Trifolium medium, ſein. Dieſem wurde bei der zweiten Verſamm⸗ lung der deutſchen Landwirthe zu Karlsruhe im Herbſt 1838 lebhaft wider⸗ ſprochen, und der Bearbeiter muß jetzt, da er das aͤchte Kuhgras der Englaͤn⸗ der vor ſich hat, in dieſen Widerſpruch mit einſtimmen. Es fehlen ihm die karakteriſtiſchen, von den Botanikern aufgeſtellten Merkmale des Trif. medium; dafuͤr gleicht es in Blaͤttern und geſammtem Habitus unſerm wildwachſen⸗ den rothen Wieſenklee beinahe voͤllig. Es laͤßt ſich vielleicht annehmen, daß es aus demſelben entſtanden ſei, wie unſer gewoͤhnlich angebauter rother Kopf⸗ klee, daß aber dieſer, den man immer nur hoͤchſtens 2 Jahre ſtehen laͤßt, da⸗ durch nach und nach die anfaͤnglich von ſeinem Stammvater auch auf ihn ubergegangene Ausdauer verloren, das Kuhgras dagegen, zu dauernden Futter⸗ feldern nur benutzt, ſie behalten habe. Die Abweichungen, die in der Form zwiſchen beiden und zwiſchen ihnen und dem wilden Wieſenklee ſtattfinden, laſ⸗ ſen ſich ſaͤmmtlich als Folgen der Kultur erklaͤren. Von! — erdi Wifſſe Aimot Wiiſe Knaul Gemei Wijen Weißer Nother Hopſer eag V Kuhg n b blos. b ander auf i⸗ V dieſe gen L endlie vorne tal)! dere! ihm; ſchen ſo der er wi dann des g chend — (Plote von d Von der Verwandl. des Ackerl, in immerw. Weide od. Grasland. 647 ”s Vi⸗ Wh⸗ in Fuͤr leichten Fuͤr Mittel⸗ Fuͤr ſchweren r BArtai Boden. boden. Boden. myft de Mit Ohne Mit Ohne Mit Ohne ſi zu ne einer eine einerſ eine einer eine f Schutz⸗Schutz⸗ Schutz⸗Schutz⸗ Schutz⸗Schutz⸗ dfſer dfdr frucht. frucht. frucht. frucht. frucht. frucht. ſekiſagi. Pfund Pfund[Pfund Pfund[Pfund Pfund u irm nj Engliſches Raigrasſ 12 24 12 24 12 24 il für ſarege Wieſenfuchsſchwanzz 1½ 2 ½ 2 4 3 6 ½ eigt en ei Timotheusgras—— 1 ½ 3 3 ½ 5 ½ gernnm Wieſenſchwingel 2 ½ 4 2½ 4 2 ½ 4 3 Knaulgras 5 8 3 ½ 6 ½ 2 ½ 4 Gemeines Riſpengr.—— 1 ½¾½ 3 ¼ 3 ¼ 6 ½ nd Viſmſt⸗ Wieſenriſpengras 3 6 6 ½ 1 ½ 3 ½—— einen zre n Weißer Klee 5 8 5 8 5 8 ſten dadäſa Rother Klee 1 ½ 2 ½ 1 ½ 2 ½ 1 ½ 2 ⅓ en. Geadaih Hopfenklee(Medi- den Neßn cago lupulina) 11½ 2 ½ 1½ 2 ½ ½ 2% all dſß in Kuhgras 1 ½ 2 ½ 1 ½ 2 /2 1 ½ 21 ii in 6 33 ½ 60 ½ 34 63 ½˖ 36 ¼ 66 g der ſowenn Wenn der Boden nur einen Hauptbeſtandtheil enthaͤlt, entweder Maaß lüeln blos Kreide, oder Torf oder zaͤhen feuchten Thon ohne Beimiſchung and gemattn anderer Erdarten, ſo wachſen nur wenige Pflanzen in Verbindung ungen ſürdr⸗ auf ihm; eben ſo auf naſſen Grundſtuͤcken; wenn man jedoch auf V dieſe einige das Waſſer liebende gute Graͤſer, die man in niedri⸗ V gen Lagen und auf Sumpfland findet, dick ausſaͤet, ſo bilden ſie endlich doch darauf eine dichte gute Narbe. Darunter verdienen de ni vornehmlich folgende genannt zu werden: e, ſonden i Alopecurus geniculatus, kniefoͤrmiger Fuchsſchwanz(fſlote fox- eiten Verſam tail) liebt der Überſchwemmung ausgeſetztes Land ſo, daß er an— lehaft rir dere darauf geſaͤete gute Graͤſer unterdruͤckt. Hinſichtlich des von rds der Eis ihm zu ertragenden Feuchtigkeitsgrades ſteht er in der Mitte zwi— öfin ſchen dem gemeinen Riſpengras und dem Mannagras und bildet 3 hurje ſo den Übergang von den feuchten Wieſen zu den Fennen; denn annzun, i er wird auf einigen der reichſten Marſchlaͤndereien gefunden und te rrtr duff dann nicht nur auf den Fettweiden ſehr gern geſehen, ſondern auch ſehen lht e des guten Heu's wegen, das es gibt, geſchaͤtzt. Er iſt eine krie⸗ r auh ii chende Pflanze und bluͤht im Mai und Juni. kinee Poa fluitans, ſonſt Festuca fluitans, Mannagras, Schwaden 2 l 1 (Flote fercue), waͤchſt bald in, bald außer dem Waſſer und wird vden lci.- 3 jazi von dem Rindvieh ſo geliebt, daß es ſich, um ſeinen Genuß zu ——jj—-=——— 648 Drei und dreißigſtes Kapitel. erlangen, in Gefahr begibt. Man ſagt die Cheddar⸗ und Cotten⸗ hamkaͤſe haben ihm ihre Guͤte zu verdanken. Es kommt fruͤh zum Vorſchein, und liefert zeitig gemaͤht ein weiches Heu von blaugruͤ⸗ ner Farbe. Aira aquatica, Waſſerſchmielen, kleines Militzgras,(water hair grass) waͤchſt wild an den Raͤndern von ſtehendem Waſſer, bluͤht im Juli, wird vornehmlich in den noch nicht voͤllig entwaͤſſerten Fennen gefunden und ſoll viel zur Guͤte der Cambridgebutter beitragen. Poa aquatica, Waſſerrispengras(water poa reed meadow grass) bluͤht im Juli und Auguſt, und wird in den Fennen von Cam⸗ bridgeſhire und Lincolnſhire ſehr geſchaͤtzt. Es gibt ein gutes Fut⸗ ter fuͤr die Kuͤhe, wird aber von den Pferden nicht geliebt und er⸗ reicht eine Hoͤhe von 6 Fuß; man maͤht es indeſſen zu Heu, wenn es erſt vier Fuß hoch iſt und bindet es zum Abtrocknen in Garben. Einige von den genannten Grasarten ſind bisweilen mit dem im Vorhergehenden ſchon fuͤr dauerndes Grasland empfohlenen an⸗ geſaͤtt worden und verdienen fuͤr feuchten Boden alle Beachtung; denn wo ſie uͤppig wachſen, liefern ſie eine große Menge gutes Futter. Unter allen die Naͤſſe liebenden Grasarten hat jedoch neu⸗ erer Zeit keine ſo viel Aufſehen erregt, als Agrostis Stolonifera, ſproſſender Windhalm, Fioringras(cree- ping bent-grass, fiorin). Der Name Fiorin, der iriſchen Sprache entlehnt, entſpricht dem, was wir grasreich nennen. Fruͤher ward dieſes Gras nur als ein Unkraut angeſehen; vor nun etwa 25 Jahren aber von dem Dr. Richardſon zu Clonfecle in der iriſchen Grafſchaft Antrim*) zum Anbau empfohlen. Da genaue Unter⸗ ſüchungen von Seiten erfahrener Landwirthe die Wahrheit ſeiner Anpreiſungen dieſer Grasart beſtaͤtigten, ward ihm dafuͤr vom Board of Agricutlure eine Medaille zuerkannt. Die von ihr ge⸗ ruͤhmten Vorzuͤge beſtehen im Folgenden: 1) Sie waͤchſt auf einem niedrigen, naſſen, ſchwammigen Boden, der uͤbrigens zum Anbau ganz untauglich iſt. 2) Sie waͤchſt auf bewaͤſſerten Wieſen, die ihr liebſter Stand⸗ ort ſind, ſo uͤppig, daß ſie dem Gewichte noch vier mal mehr Fut⸗ ter liefert, als jede andre gewoͤhnlich angebaute Grasart. *) Dieſe an der See gelegene Grafſchaft von Irland haͤlt 758,866 Acker Land, und davon ſind 225,970 Acker Berg und Torfmoor, 49,790 Acker Waſſer; alſo nicht ganz der Flaͤche kulturfaͤhig; ſie gehoͤrt aber dennoch zu den beſtangebauten Grafſchaften von Irland. Von der 9) hereitete zegetit ters zu ihr, wie des Oct Decemb nicht w jedoch her dieſe den lat davon, gebracht bewahrt ſelbſt d Man u wirke, ergaben Kartoffe bei eine Quanti rockeng heit un hleiben, ner Be und ze deckt ſi Porfaſc wenn: duf eir Stuͤce geiomn werden, Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 649 3) Sie wird von allem Vieh ſo geliebt, daß das aus ihr bereitete Heu demſelben angenehmer, als jedes andre iſt, und vegetirt ſo lange im Jahre, daß ſie den groͤßten Theil des Win⸗ ters zu Gruͤnfutter dienen kann. Der Dr. Richardſon erhielt von ree ihr, wie durch Augenzeugen beſtaͤtigt wird, auf 1 Acker das Jahr lg aer zuvor nicht geduͤngten Land 6 Tonnen und auf 1 geduͤngten 7 din 35 Tonnen 4 Centner gut getrocknetes verkaufbares Heu. tägte Es bewahrt ſeine Vegetationskraft in der That vom Anfang un des Octobers bis zu Ende des Maͤrzes und man hat ſogar im Mäalen gu December Heu dakaus bereitet, da es, in kleine Haͤufchen gebracht, men din Em nicht wie andere Grasarten, in Faͤulniß uͤbergeht. Es iſt dieſes ten gini jedoch ein langweiliges und muͤhſeliges Geſchaͤft; man benutzt da⸗ litmh her dieſes Gras am beſten zu Gruͤnfutter, da es ſich nicht abwei— 1 zu en nm den laͤßt; dabei hat es nur das Unangenehme, daß jedes Stuͤck knen ngain davon, welches vom Vieh nicht aufgezehrt und auf den Miſthof weilen ni gebracht wird, daſelbſt nicht fault, ſondern ſeine Vegetationskraft empfohlenn a bewahrt und auf dem Felde dann als Unkraut leicht einwurzelt; alle Baachwn ſelbſt die Halmknoten des Heu's haben wieder Wurzel geſchlagen. ſe Mange gut Man ruͤhmt uͤbrigens von ihm, daß es guͤnſtig auf die Milch hat jedoch ner wirke, ſowohl hinſichtlich ihrer Menge, als ihrer Guͤte; Verſuche ergaben wenigſtens, daß man bei einer Fuͤtterung mit gedaͤmpften poringtoö eir Kartoffeln und Haferſtroh von 6 Gallons Milch nur 39 ⅜ Unzen, iſchen Eprahe bei einer mit Fiorinheu und gleichem Stroh aber von derſelben Fruher vnd Quantitaͤt Milch 55 ⅛ Unze Butter, alſo 40% mehr erhielt. nun eirt Ö Es laͤßt ſich durch Saamen fortpflanzen, beſſer aber durch in der iiſcen Wurzeln und Schnittlinge, die man gegen das Ende des Herbſtes genaue Unte einſetzt; ſelbſt noch in der Mitte des Decembers iſt ſolches mit ahrheit ſein Erfolg geſchehen. Das Land muß zuvor ſo viel, als moͤglich dafüör der trockengelegt werden; denn wenn auch das Fiorin die Feuchtig⸗ von ihr keit und Bewaͤſſerung liebt, ſo darf doch das Waſſer nicht ſtehen bleiben, wenn es gedeihen ſoll. Nachdem man hierauf das zu ei⸗ ſhwannin ner Bepflanzung mit ihm beſtimmte Grundſtuͤck wohl gereinigt 1 und zerkruͤmelt hat, ſtreut man die Schnittlinge darauf und be⸗ eöſterEin deckt ſie leicht mit lockerer Erde oder mit einer Mengung von nal mär dir Torfaſche und Erde. Man erhaͤlt dieſe Schnittlinge am leichteſten, zat wenn man die Grasſchoſſen in armſtarke Bunde bindet und ſolche ann auf einem Brete mit einem Heckenmeſſer in 3— 4 Zoll lange 768805 li Stuͤcke zerſchneidet. Nachdem die jungen Pflanzen zum Vorſchein 4970 n gekommen, muͤſſen ſie im erſten Jahre zwei⸗ bis dreimal gejaͤtet dirimmch” werden, ſpaͤter iſt ſolches nicht mehr noͤthig. 650 Drei und dreißigſtes Kapitel. Wir haben das Fiorin unter den Waſſerpflanzen mit aufge⸗ fuͤhrt; denn es gedeiht auf ſehr naſſem Boden, in Suͤmpfen, auf kaltem Thon und wohl bewaͤſſertem Lande am beſten, und bringt wenn es auch darauf fortkommt, auf Sand und andern armen trocknen Boden nur einen kuͤmmerlichen Ertrag. Ja es verlangt nicht nur einen naſſen Standort, ſondern auch ein feuchtes Klima, um gut zu gedeihen, und iſt daher fuͤr ſolche Torflaͤndereien, wie man ſie in Schottland und Irland haͤufig findet, und bei einem Klima, wie letztgenanntes Land und der Weſten von Schottland es hat, gewiß ein ſchaͤtzbares Futtergewaͤchs, fuͤr andere Lagen aber kann man an ihm tadeln, daß es kein Fruͤhlingsfutter und keinen zwei⸗ ten Schnitt in demſelben Jahre gibt. Der große Futterwerth, den Mehre ihm zugeſchrieben, iſt von Anderen auch beſtritten worden, und ſo hat denn ſein Anbau, trotz ſeiner unverkennbaren Vorzüge, ſich doch nicht ſo verbreitet, ſelbſt nicht in ihm guͤnſtigen Verhaͤlt⸗ niſſen, wie man haͤtte erwarten ſollen. Die Auswahl dieſer das Waſſer liebenden Futtergraͤſer muß nach den verſchiedenen Feuchtigkeitsgraden des Bodens regulirt werden. Auf Fennen und Marſchlaͤnder verdient vielleicht, wenn das Fiorin nicht genommen werden ſoll, das Waſſerrispengras den Vorzug vor allen anderen, weil es einen reichen Ertrag gewaͤhrt und zum Befeſtigen des Bodens weſentlich beitraͤgt; dieſer, an halbzerſetzten Pflanzenreſten gewoͤhnlich ſehr reich, muß jedoch zu⸗ vor mit Kalk oder mit kaliſchen Subſtanzen ſtark geduͤngt werden, um ihn thaͤtiger zu machen. In nicht ganz ſo naſſen Lagen kann man noch Mannagras, kniefoͤrmigen Fuchsſchwanz und gemeines Rispengras hinzuſetzen, und fuͤr noch beſſer entwaͤſſertes Land iſt folgende Miſchung fuͤr einen Acker zu empfehlen: Kniefoͤrmiger Fuchsſchwanz 4 Quart. Mannagras 2 Gemeines Rispengras 2 Pecks. Wieſenfuchsſchwanz 2A⸗ Wieſenſchwingel 2 Kuhgras 2 Quart. Wintergraäſer. Solchen Graswirthſchaften, denen es an Winterweide gebricht, empfiehlt Sinclair die Anſaat folgender harter, ergiebiger Graͤſer mit Hilfe des Skarrificirens und Überduͤngens: Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 651 d r — Gemeines Wieſengras und Wieſen ſchwingel. 3 Pecks. in, m bi Jenes nur, wenn ſehr ſchwerer Boden immer vom nennt 9. Vieh beweidet wird; auf Sandboden dagegen eine lung e8 1 oder mehre der feſteren Schwingelarten, z. B. den 9 ttw glatten oder rothen Schwingel ſtatt jener beiden. „ i M Knaulgras...........4 e,winnſ Tinothensgragsg........... ,„1 a ennn im Franzöſiſches Raigras....... 2„ uttnd 6, Fiorin............ 1 ⸗ agen vhe i Auf Hoͤhen und armen Bodenarten iſt ſtatt des und kinnn ae Fiorins wolliges Honiggras zu nehmen und an die duttrneh Stelle des franzoͤſiſchen Raigraſes ein andres der eſtittn wni genannten nach Willkuͤhr zu ſetzen. nbarn dri,, Engliſches Raigras und zwar die Varietaͤt, welche Anſtigaätt Pacey's Raigras genannt wirrd...3 ⸗ Pimpinelle...... 2 ⸗ futtegiſe uaa) Kuhgvas........... 6 Pfund Bodens⸗ rzli Weißer Klee. 8 ⸗ vielliht, vn Die genannte Saamenquantitaͤt iſt erforderlich, wenn eine ganz erripengua neue Weide gebildet werden ſoll; ſobald aber nur eine luͤckenhaft Ertrag gwi werdende alte Grasnarbe auszubeſſern iſt, richtet ſich die zu neh— gt; diſr, n mende Saamenmenge nach der Groͤße der leeren Stellen, wobei nuß jüot x man als Norm annehmen kann, daß auf den Acker im Durch⸗ gdüng min ſchnitt etwa 4 Buſhel jener Miſchung noͤthig ſeien. ſen Luy am 8 Der Zuſtand des Wachsthums im Winter haͤngt von der und gmins Witterung zu Anfang dieſer Jahreszeit ab. Beginnt ſie mit har⸗ ſertes undi tem Froſt ohne Schnee, ſo werden die letzten Pflanzentriebe ge⸗ toͤdtet, und ſie erlangen ihre Friſche nicht wieder. Beginnt ſie mit heftigem Regen und Hagelſchauern, ſo wird die Oberflaͤche des Bodens ſo ausgewaſchen und ausgekuͤhlt, daͤß die Pflanzen in einen Zuſtand der Hinfaͤlligkeit gerathen. Wenn dagegen die Temperatur nicht unter 46 Fahrenheit(7° R.) ſinkt, ſo iſt die Weieeide fortdauernd mit Vortheil zu benutzen; doch betragen nach Sinclair's Unterſuchungen die Zucker⸗ und Schleimtheile der in ſo niedriger Temperatur erwachſenen Pflanzen kaum ſo viel, als wenn die Sonne am hoͤchſten ſteht. Keine Witterung iſt indeſſen der Dauer des Wintergruͤnens ſo guͤnſtig, als ein dauernder gelin⸗ hi gtt, der Froſt mit etwas Schnee; denn bei dem dabei gewoͤhnlich ſtatt findenden trocknen Luftzuſtande gewaͤhrt der Schnee den noch jungen Pflanzen einen Schutz, in dem ſie an Feſtigkeit und Reife gewinnen. I. 42 — — — —= — —ů — —½ — — — SeSepitLeSEell'un GG,⅓‧⅓ 65² Drei und dreißigſtes Kapitel. Verbeſſerung des Graslandes. Jede Art von Grasland laͤßt ſich uͤbrigens verbeſſern, indem man mit dem überduͤngen eine Anſaat von Graͤſern und anderen Futterpflanzen verbindet, oder letztere blos zu einer ſchicklichen Zeit eineggt. Das erſtgenannte Verfahren verlangt weniger Saamen und bringt einen hoͤheren Ertrag im erſten Jahr; bei dem zweiten aber laͤßt ſich eine groͤßere Flaͤche mit geringeren Koſten beſchicken. Bei dem erſten muß der Duͤnger vor ſeiner Anwendung aufs Außerſte vertheilt ſein und wo moͤglich aus ſolchen Subſtanzen beſtehen, die zu gleicher Zeit die Beſchaffenheit der Oberflaͤche ver— beſſern und bereichern, wie z. B. ein Mengeduͤnger von ganz ver— rottetem Miſt und Sand oder anderer lockerer Erde; oder von Straßenkoth und Aſche von Holz und Kohlen; oder von Graben⸗ auswurf und Teichſchlamm mit friſch gebranntem Kalk gemengt ꝛc. Wohl bereiteter Kompoſt dieſer Art laͤßt ſich in einem Inſtande zwiſchen Feuchtigkeit und Trockenheit, in welchem er ſich am beſten kruͤmelt, mit dem Saamen recht gut mengen. Dieſes ſollte jedoch ſtets nur am Tage der Ausſaat geſchehen, und macht ſich am be⸗ ſten, wenn man beide zuſammen durch ein weites Drahtſieb gehen laͤßt. Zwei Mann koͤnnen bei einiger übung in einem Tage viel fertig bringen; weniger als zehn Kubikyards Kompoſt ſollten je— doch nie auf 1 Acker Land gebracht werden. Die Raſennarbe muß zum Empfang der Saat durch ein tuͤchtiges Eggen oder Skarrificiren vorbereitet werden, auch um die Duͤngung mit dem Boden in unmittelbare Berührung zu bringen. Dieſe Operation ſchadet der alten Narbe nicht im Geringſten, bringt ihr im Gegentheil großen Nutzen; das Walzen aber iſt nur dann dem Boden nuͤtzlich, wenn er ſehr loſe iſt, im Zuſtand der Feuchtigkeit eher ſchaͤdlich. Die beſte Jahreszeit zu dieſer Arbeit iſt der Maͤrz oder der Anfang des Aprils, je nachdem ſolche die Witterung verſtattet. So behandeltes Grasland maͤht man im erſten Jahre nicht, weil dadurch die jungen Pflaͤnzchen Schaden leiden, man laͤßt in demſelben auch nicht Schafe darauf, ſondern beweidet es nur mit jungem Rindvieh. Verfaͤhrt man auf die andre angegebene Weiſe bei der Erneu⸗ erung der Raſennarbe, ſo wendet man den Skarrifikator recht kraͤftig an und hat man etwas mehr Saamen noͤthig, weil das Gedeihen der jungen Pflanzen nicht zugleich durch Duͤngung un⸗ terſtuͤtzt wird. Übrigens findet durchaus kein Unterſchied ſtatt, we⸗ W der felh des teria ndes. detbeſeen inr räͤſern und ane Aner ſchiclihen t wenige eiun or; bei dem drit Koſien bſtüän er Annedung a ſolchen Sibftnne da dhafäche t uͤnger bon gu e ter Erde, dhrr m zoder von Gtaben ten Kalk gmengt in einen zyſer em er ſch an l Diſcs ſolte d macht ſich an ites drdſtib g in einen Tag Kompoft ſoltn er Sat durh d waden auc m rhrong urinn ict in Gnpin Prier dir ſfnu f Anmn r uwa e natder ſach N nd nät on Pfumta ötza ft druf ſeim eiſ bi du er Skxriſſtid röthit, i rh Düngung rrſched ſin n Von der Verwandl. des Ackerl. in immerw. Weide od. Grasland. 653 der hinſichtlich der Zeit, noch hinſichtlich der Arbeitsverrichtung ſelbſt; nur liegt die Ausdehnung der letzteren ganz in der Willkuͤhr des Unternehmers, weil ſie nicht von dem Vorrath an Dungma⸗ terialien zum Überduͤngen abhaͤngt. Verpflanzen des Raſens. Dieſes wurde vor nunmehr etwa 25 Jahren von Herrn John Bloomfield zu Werham, einem ausgezeichneten Pachter des Herrn Coke zu Holkham, in Anwendung gebracht. Es beſteht darin, daß man ein Stuͤck alte gute Grasnarbe in kleine Stuͤcke zertheilt, und dieſe auf ein gut zubereitetes Land reihenweis auspflanzt, wo dann die leeren Zwiſchenraͤume gar bald durch die auslaufenden Wurzeln der Raſenſtuͤcke zugedeckt werden und ſo eine dichte Narbe entſteht. Die beſte Zeit zu deſſen Ausfuͤhrung iſt der Herbſt*). Man waͤhlt dazu eine alte reine dichte Raſennarbe der beſten Art, die man in der Staͤrke von 2— 2½ Zoll abſchaͤlen und dann auf irgend eine Weiſe in kleine Stuͤcke von etwa drei Quadratzoll zertheilen laͤßt. Das zu ihrem Empfang vorher wohl vorbereitete Stuͤck Land uͤberzieht man in doppelter Richtung uͤbers Kreuz mit einem Linienzieher, deſſen Zinken 7—8 Zoll von einander ent⸗ fernt ſtehen, um fuͤr das Einſetzen der Raſen die Stellen zu bezeichnen, die immer dahin fallen, wo ſich die mit jenem Inſtru⸗ ment gemachten Linien durchſchneiden. Weiber und Kinder werden hierauf angeſtellt, um die einzelnen Raſenſtuͤckchen an dieſen Durch⸗ ſchnittspunkten mit der Narbe aufwaͤrts einzuſetzen und feſtzutre— ten, wobei jedoch darauf zu ſehen iſt, daß die Wurzeln derſelben gaͤnzlich mit Erde bedeckt werden, nicht der Luft ausgeſetzt bleiben. Daher iſt auch die Arbeit moͤglichſt zu beſchleunigen, beſonders wenn ſie bis in den Winter hinein ausgedehnt wird, wo an einem Tage nicht mehr Raſen geſchaͤlt und zertheilt werden darf, als vor Eintritt des Nachtfroſtes einzuſetzen iſt. Mit dem Raſen von einem Acker ſind, wenn er in drei Zoll große Quadrate zerſtochen wird, neun Acker zu bepflanzen; man braucht daher ein altes Grasland zu dieſem Zwecke nicht ganz zu zerſtoͤren, ſondern nur einzelne kleine Stellen davon abzuſchaͤlen, die dann bald wieder zuwachſen, und dieſes dient mehr zu ſeiner Verjuͤngung und Verbeſſerung, zumal wenn es verhaͤrtet und mit *) Dieſes Verfahren iſt ausfuͤhrlich beſchrieben in den intereſſanten Brie⸗ fen des Herrn von Knobelsdorf uͤber den Zuſtand der britiſchen Landwirth⸗ ſchaft in den Moͤglin'ſchen Annalen vom Jahr 1817 an. 42* 654 Vier und dreißigſtes Kapitel. Moos uͤberzogen war, nur muß es danach gewalzt werden und eine Überduͤngung erhalten, auch iſt es gut, wenn man etwas Grasſaamen auf die leeren Stellen ſtreut. Die Koſten einer ſolchen Umwandlung des Ackerlandes in Grasland betragen pro Acker ungefaͤhr 2 Pfund 9 Sh. 3 Pence. Vier und dreißigſtes Kapitel. Bewäaͤſſerung. Die erſte und einfachſte Weiſe, an Fluͤſſen liegende Wieſen zu bewaͤſſern, war, ein Wehr quer uͤber jene anzulegen und oberhalb deſſelben einen Ausfluß anzubringen, durch den das Waſſer auf die trockenen Stellen gebracht wurde und hier entweder verſank und verdunſtete, oder an der tiefſten Stelle wieder davon hinweg⸗ geleitet wurde. Dieſes Verfahren der Landbauer, das ſchon fruͤh in den ſuͤd— lichen Gegenden in Aufnahme kam, wurde auch in gemaͤßigten Klimaten, als den Graswuchs ſehr foͤrdernd erkannt, und gar bald in England in ſolcher Ausdehnung ausgefuͤhrt, daß in ſeinen ſuͤdlicheren Theilen kaum ein Acker alter Wieſe an einem Bache oder Fluſſe vorkommt, auf dem nicht eine Waͤſſerungseinrichtung ſich befindet. In jenen Zeiten war die groͤßte Schwierigkeit bei der Erhaltung des Vieh's im Winter der Mangel an gutem Fut⸗ ter. Pferde und Rindvieh bekamen nur Stroh, wenn ſie von den Gemeinweiden bei Froſt und Schnee auf den Hof genommen wurden. Heu war damals ein ſeltner und theurer Artikel, nur fuͤr Reitpferde im Gebrauch und bei den Landwirthen auf leichtem Boden kaum zu finden. Fuͤr dieſe hatte das Heu einen ſo gro⸗ ßen Werth und wurde es fuͤr ſo wichtig gehalten, daß noch bis auf, den heutigen Tag Geſetze und Pachtklauſeln ihm beſonderen Schutz verleihen. Jeder Acker Wieſe erhoͤhte bedeutend den Ertrag eines Landgutes, und eine jede, die das Gluͤck hatte, an einem Fluß zu liegen, wurde noch einmal ſo hoch geſchaͤtzt; denn die Herbeiſchaffung einer groͤßeren Menge von Winterfutter war ein gar zu erheblicher Gegenſtand, und da dieſelbe ſich hauptſaͤchlich durch Bewaͤſſerung bewirken ließ, mußte die Ausfuͤhrung derſelben jedem Landwirth als eine Pflicht erſcheinen. Jetzt aber ſind Waͤſ⸗ ſerung in der Winter ſolchen führun der T geſtelt Landn erhalte nahme daß e wechſe eintrete hen. rungon ausger odeti rungs Schaß fehlge eines gende füre Engl nißm ſtens wͤſſe Flſſ Vaſſ in ſe ſih! zwech dadu ſonde die gute Wie über ſſ wede un 1 man dövas elnds i ih 3 pee itel. e Wiſn zu und dlatad Waſer uf veder beiin⸗ nvon hinyis ˖Hin den ſid gemäßiglen t, und gr aß in ſainen inem Bache seinrichtung ierigkeit hi gutem Fu⸗ ſie von den genommen tikel, nur k leichten en ſo gro⸗ roch bis beſonderen den Ettrag an einen den di t war en upſüihh deſib ſind Lif Bewaͤſſerung. 655 ſerungswieſen kein dringendes Beduͤrfniß mehr fuͤr ihn; ſie ſind in der allgemeinen Achtung geſunken, ſeitdem man gefunden, daß Winterfutter in hinreichender Menge und groͤßerer Guͤte, als von ſolchen Wieſen, auf dem Ackerlande zu gewinnen iſt. Die Ein⸗ fuͤhrung des Klee's, des Raigraſes, der Esparſette, der Wicken, der Turnips ꝛc. hat die Waͤſſerungswieſen in den Hintergrund geſtellt. Der Anbau dieſer herrlichen Futtergewaͤchſe ſetzt den Landwirth nicht nur in den Stand, ungleich mehr Vieh, als ſonſt zu erhalten, und dadurch ſeinen Boden zu bereichern und ſeine Ein⸗ nahmen zu vermehren, ſondern gewaͤhrt auch den großen Vortheil, daß es mit ſeiner Hilfe moͤglich wird, einen zweckmaͤßigen Frucht— wechſel zwiſchen Getreide- und Futterpflanzen auf dem Ackerlande eintreten zu laſſen und dadurch deſſen Ertrag ungemein zu erhoͤ— hen. Dieſe Umſtaͤnde haben eine Vernachlaͤſſigung der Bewaͤſſe— rungswieſen in den beſten angebauten Gegenden hervorgebracht, ausgenommen wo man gern ganz zeitiges Gruͤnfutter im Fruͤhjahr oder im Herbſt reichliche Weide haben will. Dazu ſind Waͤſſe— rungswieſen ſehr beliebt und von beſondrer Wichtigkeit fuͤr die Schafzuͤchter, wenn die Turnips aufgezehrt und die Winterwicken fehlgeſchlagen ſind; auch fuͤr die, welche eine große Herde waͤhrend eines ſehr trockenen Sommers oder nach ihm zu ernaͤhren haben. Wenn aber auch dergleichen Wieſen in ſehr hoch kultivirten Ge— genden minder nothwendig jetzt, als fruͤher ſind, ſo haben ſie da— fuͤr einen ungleich hoͤhern Werth in einigen noͤrdlichen Theilen von England, wo es große Strecken von Huͤgelweiden, aber verhaͤlt— nißmaͤßig nur wenig Wieſen gibt. Dieſe ſind daſelbſt aber mei— ſtens von Baͤchen durchſchnitten, die ſich leicht und gut zur Be— waͤſſerung benutzen laſſen. In huͤgeligen Gegenden haben die Fluͤſſe meiſt einen ſtarken Fall, und dadurch wird es moͤglich, das Waſſer auf einen hohen Punkt zu bringen, und es ſchnell wieder in ſeinem natuͤrlichen Bette abzuleiten. Manche in ſolcher Lage ſich befindende Wieſe waͤre gewiß fuͤr ihren' Beſitzer durch eine zweckmaͤßige Bewaͤſſerungsanlage weit nutzbarer zu machen, indem dadurch nicht nur das Wachsthum des Graſes zu beſchleunigen, ſondern auch der Ertrag daran bedeutend zu erhoͤhen, und durch die Waͤſſerung im Auguſt und September nach der Heuernte eine gute Winterweide darzuſtellen ſein wuͤrde. Vorſtehende Bemerkungen enthalten eine kurze Geſchichte der Wieſenwaͤſſerung in Großbritannien, es moͤgen nun einige Worte uͤber ihren Einfluß auf das Wachsthum und die Eigenſchaften 656 Vier und dreißigſtes Kapitel. des Graſes folgen. Die gewoͤhnlich angenommene Meinung iſt, daß die Hauptnahrung der Pflanzen ſich im Waſſer aufgeloͤſt be⸗ finde und keine Pflanze ohne daſſelbe, in groͤßerer oder geringerer Menge, in einem reineren oder unreineren Zuſtande beſtehen koͤnne. Ohne einen gewiſſen Grad von Feuchtigkeit welken die Graswur⸗ zeln, und ſterben ſie endlich ab; ſteht dieſelbe aber zu tief und an— haltend uͤber ihnen, ſo leiden ſie, die im Waſſer wachſenden aus— genommen, ebenfalls. Stehendes Waſſer auf Grasland verdirbt daſſelbe und toͤdtet endlich die beſten Pflanzen. Daruͤber hinflie— ßendes Waſſer aber iſt ihnen nicht ſchaͤdlich, befoͤrdert im Gegen— theil ihr Wachsthum und zwar um ſo mehr, je geringer ſeine Menge auf einmal, und je raſcher ſein Lauf uͤber die Raſennarbe iſt. über dieſe Erſcheinung gibt es mehre Meinungen. Einige ſagen, das Waſſer lagere in ſeinem Lauf Nahrungsſtoffe fuͤr die Pflanzen ab und je groͤßer daher die daruͤber hinfließende Menge ſei, deſto mehr muͤſſe auch dieſe Ablagerung betragen. Dieſe Mei⸗ nung ſtuͤtzt ſich auf die Anſicht, daß mineraliſche oder verfaulte organiſche Subſtanzen in dem Waſſer ſich befinden und ſich waͤh— rend ſeines Laufes in den Blaͤttern und Stengeln der Pflanzen abſetzen. Dies mag zum Theil wahr ſein; wenn man aber ſieht, daß da, wo der meiſte Ruͤckſtand vom Waſſer verbleibt, das Gras gerade viel weniger waͤchſt, als wo man kaum einen merklichen Niederſchlag wahrnimmt, ſo muͤſſen wir die Wirkung der Waͤſſe— rung einem anderen Umſtande, als dem Abſatz jener Subſtanzen zuſchreiben. Es werden eben ſo zeitige und eben ſo reichliche Gras— ſchnitte erzeugt, wenn man ſich ganz reinen Waſſers bedient, als wenn man ſolches nimmt, das voll Unreinigkeiten iſt. Es laͤßt ſich nicht in Zweifel ziehen, daß letzteres den Boden bereichern und daher einen guͤnſtigeren Einfluß auf die kuͤnftigen Gras- und Kornernten haben koͤnne; aber fuͤr den augenblicklichen Zweck der Waͤſſerung iſt vielleicht das klarſte Waſſer das wirkſamſte. Man darf nie vergeſſen, daß Waͤrme, Luft und Licht unent⸗ behrliche Agentien bei der Entwicklung, wie bei der Ernaͤhrung der Pflanzen ſind. Werden ſie in einer niedrigen Temperatur, der friſchen Luft abgeſchloſſen oder im Dunkeln erhalten, ſo kuͤmmern und ſterben ſie. Wendet man dieſe Thatſachen auf die Wirkungen des Waͤſſerns an, ſo muͤſſen wir ſchließen, daß dadurch die Thaͤ— tigkeit der Pflanzen erhoͤht werde, indem es dieſelben gegen die kalte Nachtluft ſchuͤtzt, ihnen durch den Lauf des Waſſers eine groͤßere Waͤrme zufuͤhrt und ſie doch auch zu gleicher Zeit der un— I mittel zieht. nothm wegte durch — ſemm gegen jedes dichtn Entſe der mit wirkli bat w ihn a lande ſchne als ein ten, weni ſchen im? habe neue mehr ſo au wenn auch es de uͤber runge cher; aus ſeiner den Scha Bewaͤſſerung. 657 hii. u 3 mittelbaren Wirkung und Wohlthat des Sonnenlichtes nicht ent⸗ er b zieht. Auch raubt ihnen eine duͤnne Waſſerbedeckung nicht die thn lnn nothwendige Luft, im Gegentheil verbindet ſich die kraͤuſelnd be⸗ eaan wegte Oberflaͤche von jener mit letztgenanntem Fluidum und da⸗ ie 38 durch wird wahrſcheinlich die wohlthaͤtige Wirkung beider verſtaͤrkt. tn Nach dieſen Beobachtungen ſcheint es, daß durch das Bewaͤſ⸗ ſinda di ſern die Entwicklung der Graͤſer beſchleunigt werde, indem es ſie nd wadii gegen die kalte Luft ſchuͤtzt, Waͤrme erzeugt und den freien Zutritt lde imů jedes Sonnenſtrahles verſtattet. Überdies traͤgt es noch zur Ver⸗ im Giga dichtung der Narbe bei, indem es die Zahl und die gleichzeitige iger ſin Entſtehung von Blaͤttern vermehrt, weniger das Hervorkommen ſemnmei der Halme und Stiele beguͤnſtigt. Deshalb nennt man es auch zen. Eiiy mit Recht einen Verbeſſerer der Grasnarbe. Wenn nun auch kofft ir wirklich der Schlamm, den manches unreine Waſſer abſetzt, frucht⸗ ende Nag bar machende Stoffe im Verhaͤltniß zu dem Boden, von dem es Diſege ihn aufnahm, enthalten und dadurch zur Verbeſſerung des Gras⸗ er verfaun landes dienen mag, ſo bringt er doch da, wo der Zweck eine d ſich wir ſchnelle Erzeugung und Benutzung des Graſes iſt, eher Schaden, et Pfanm. als Nutzen, weil er die Blaͤtter beſchmutzt, und deshalb hat hierzu Kaber ſit ein reines, ſchnell fließendes Waſſer den Vorzug. t, dos Gi über die Anlage der Waͤſſerungswieſen, ſowohl der uͤberſtau⸗ wmerlichen ten, wie der uͤberrieſelten wird in dem vorliegenden Werke nur der Viſe wenig und durchaus nichts Wichtiges, oder Neues fuͤr den Deut— Sübſarze ſchen mitgetheilt, da wir gegenwaͤrtig gerade uͤber dieſen Gegenſtand liche Gut⸗ im Beſitz mehrer ausgezeichneter Werke ſind. Thaer und Schwerz ddient, as haben denſelben ſchon fruͤher klar und einſichtsvoll behandelt, und .Es lit neuerer Zeit von Babo, von Lengerke, Vorherr, Sprengel und lereicern mehre in eignen Werken uͤber Wieſenbau und Wieſenwaͤſſerung gras⸗ und ſo ausfuͤhrlich und umfaſſend geſchrieben, daß es unrecht ſein wuͤrde, zweck de wenn hier das Mindervollkommene, welches die Englaͤnder geben, de auch nur im Auszug mitgetheilt werden ſollte; der Bearbeiter laͤßt dt unen⸗ es daher lieber ganz weg und begnuͤgt ſich mit dem, was dieſelben ibrung de uͤber die Behandlung, die Benutzung und den Werth der Waͤſſe⸗ natu, de rungswieſen ſagen, weil darin manches Eigenthuͤmliche und man⸗ V künnen cher nicht unwichtige Fingerzeig auch fuͤr uns enthalten ſein duͤrften. Viiungn Der Nutzen, den Waͤſſerungswieſen gewaͤhren koͤnnen, iſt uͤber⸗ de Wr aus groß. Es gibt keine Ernte, die der Landwirth ſo ganz in 3 ſeiner Gewalt hat, wie die auf ihnen wachſende, und jeder der in Lle— den kalten Huͤgelgegenden von Wills, Hants und Dorſet eine he 3 Schafherde, aber kein ſolches Grundſtuck beſitzt, geraͤth wegen ih— e ————— 658 Vier und dreißigſtes Kapitel. rer Erhaltung in der futterarmen Fruͤhjahrszeit in die groͤßte Ver⸗ legenheit. Die Schafmuͤtter verlieren ihre Milch, und die Laͤmmer kommen ſo zuruͤck, daß ſelbſt das reichlichſte Sommerfutter ſie nicht wieder vorwaͤrts zu bringen vermag. Der Boden iſt in jenen Gegenden nicht immer fuͤr Turnips paſſend, und ſelbſt das Rai⸗ gras gibt daſelbſt in ausgeſetzten Lagen ſelten vor dem Mai eine nahrhafte Weide. Daraus folgt, daß unter ſolchen Umſtaͤnden ein Landwirth kein andres Futter fuͤr ſeine Schafe in dieſer Zeit haben koͤnne, als Heu; und ſelbſt daran iſt oft Mangel, weil er vielleicht ſchon das Fruͤhjahr vorher genoͤthigt war, das Land ab⸗ weiden zu laſſen, das ihm einen Vorrath davon haͤtte geben ſollen. Er iſt daher vielmals gezwungen, Futter zu kaufen und es weit herzuſchaffen. Von dieſen fuͤr ſeinen Beutel nachtheiligen Zufaͤllen bleibt dagegen der verſchont, der ſich im Beſitz von Waͤſſerungs⸗ wieſen befindet. Er kann dieſelben, obgleich fruͤh und ſtark behuͤ— tet, doch noch zeitig genug hegen, um einer Heuernte gewiß zu ſein, und ſeine Laͤmmer ſind im Mai ſchon ſo groß, wie die ſeiner weniger gluͤcklichen Nachbarn kaum mitten im Sommer. Man hat den wirklichen Reinertrag vom Acker Waͤſſerungswieſe auf 10 Pfd. Sterling berechnet*); aber der Werth, den dergleichen *) Folgende Berechnung der Ausgaben und des Ertrags, welche Waͤſſe⸗ rungswieſen im Durchſchnitt jaͤhrlich vom Acker verurſachen und geben koͤnnen, befindet ſich in Vancouvers Wirthſchaftsbericht von Hampſhire nach den An⸗ gaben eines rechtſchaffenen und zuverlaͤſſigen Landwirthes jener Grafſchaft. Ausgaben: Intereſſen vom Anlagekapita.. 5 Sh.— P. Erhaltung der Graͤben, Schleußen ꝛc.... 7— 6 ⸗ Reinigen und Ebnen ber Oberflaͤche, Vorbereitung zur Waͤſſerung im Winter und nach der Fruͤhjahrsweide 6 ⸗— Heuernte.............. 1 Pfd.—— ⸗ Landrente........... 2 10 ⸗— ⸗ Zehnten und Abgabe.— 12 6⸗ Parochiallaſten........ 15⸗— Erhaltung und Abnutzung des Hordenzeugs. 2 6 ⸗ 5 Pfd. 18 Sh. 6 P. Die Einnahmen dagegen ſind folgende: Ernaͤhrung von 400 Mutterſchafen mit ihren Laͤmmern einen Tag lang, bei einem Futtergeld von 7 Pence woͤchentlich fuͤr 1 Schaf mit Lamm.... 1 Pfd. 13 Sch. 4 P. 80 Centner Heu à 3 Sch. 3 P... 4 ⸗ 17 ⸗ 6 ⸗ übertrag: 6 Pfd. 10 Sh. 10 P. — —— Grund und ſi geſche Beſorg andere üͤber Duleg Prisle Synitt von die dr 6 Ne der Fn Heu u tet, d 156.( b auf b net, dieſe deren benut bom I unge den gerein ſcadi Enpf ſtens das? — Der R Vif giißt Ver⸗ tter ſe iiht in jenen ſt das Ri⸗ n Nüj ein Unſtänden dieſer zi gel, wal a as Land g Wiſſeuns d ſtatta⸗ ate geuſ vie di ſin nner. Mn gewieſe af daxglächn walche Viſe geben bmmm, nach den A⸗ nfchi * Bewaͤſſerung. 659 Grundſtuͤcke fuͤr den Schafzuͤchter haben, iſt gar nicht zu berechnen, und ſind ſie einmal gut angelegt, ſo iſt dies gleichſam fuͤr immer geſchehen; denn die jaͤhrlichen Auslagen fuͤr die Erhaltung und Beſorgung der Waͤſſerung kommen gegen die fuͤr Duͤngung bei anderen Wieſen kaum in Betracht. In Smith's Beobachtungen uͤber Waͤſſerungswieſen, London 1806, S. 109, befindet ſich eine Darlegung des Ertrages einer Waͤſſerungswieſe von 9 Ackern, im Prisley Moor bei Woburn, dem Herzog von Bedford gehoͤrig, die Smith zu Stande brachte, nachdem die Entwaͤſſerung des Sumpfes von Elkington vergebens verſucht worden war: Im Monat Maͤrz wurde die Wieſe beſetzt mit 240 Schafen, die drei Wochen bis zum 16. April darauf blieben, und vom Stuͤck 6 Pence Futtergeld woͤchentlich gerechnet, 40 Schilling Ertrag von der Fruͤhlingsweide pro Acker gaben. Im Juni wurden 2 Tonnen Heu und den 20. Auguſt 1½ Tonne Grummet vom Acker geern⸗ tet, das macht, die Tonne 4 Pfund gerechnet, 14 Pfund; den 16. September kamen 80 Maſtſchafe darauf, die drei Wochen dar⸗ auf blieben und fuͤr jedes woͤchentlich 4 Pence Futtergeld gerech⸗ net, wieder 8 Sch. 10 P. Weideertrag abwarfen. Nachdem dieſe wegwaren, raͤumte man die Wieſe noch mageren Ochſen ein, deren Zahl in der Rechnung nicht angegeben iſt, mit deren Weide⸗ benutzung aber der Geſammtertrag auf 16 Pfd. 13 Sch. 4 P. vom Acker berechnet wird. Die gewoͤhnliche Behandlung und Abwartung der Waͤſſe— rungswieſen in Großbritannien beſteht darin, daß man im Herbſt den Nachwuchs knapp wegfreſſen laͤßt. Dann werden alle Graben gereinigt, die von dem Fußtritt der Thiere etwa entſtandenen Be⸗ ſchaͤdigungen ausgebeſſert und uͤberhaupt die ganze Anlage zum Empfang des Waſſers vorbereitet. Dies muß wo moͤglich laͤng— ſtens bis zu Michaelis geſchehen ſein, um gleich nach dieſem Tage das Waſſer zum erſten Mal darauf laſſen zu koͤnnen. Die Zeit, übertrag: 6 Pfd. 10 Sh. 10 P. Der Nachwuchs als Weide benutzt bis zum Eintritt der Waſſerung im November.... 2 ⸗ 412 ⸗ 6 ⸗ 9 Pfd. 3 Sch. 4 P. Ausgabe 5 ⸗ 18 ⸗ 6 ⸗ abgezogen, bleibt Reinertrag 3 Pfd. 4 Sch. 10 P. Zu dieſem Reinertrag iſt nun aber noch zu rechnen der Betrag des naͤcht⸗ lichen Weidemiſtes, den man vom Acker doch wenigſtens zu 16 Sch. 8 P. veranſchlagen kann. 660 Vier und dreißigſtes Kapitel. wie lange dieſes darauf bleiben ſoll, laͤßt ſich nicht beſtimmen, da ſie von den oͤrtlichen Verhaͤltniſſen abhaͤngt; wenn es aber nicht daran fehlt, laͤßt man es in der Regel wohl vierzehn Tage bis drei Wochen darauf, um das Land vollſtaͤndig-zu traͤnken, und nimmt es in dieſer Zeit nur einmal zwei bis drei Tage hinweg, oder man waͤſſert auch wohl zweimal vierzehn Tage lang mit einer Unterbrechung dazwiſchen von einer Woche. Dieſes erſte Waͤſſern bezweckt das Austreiben neuer Wurzeln, die ſich fortwaͤhrend bilden und eine Verſtaͤrkung des ganzen Pflan⸗ zenwuchſes; nachdem es geſchehen, iſt eine neue Waͤſſerung nicht noͤthig, ſo lange die Pflanzen freudig wachſen; aber ſobald ſie an⸗ fangen zu ſchmachten, ſollte ſie ſtets ein paar Tage lang wieder⸗ holt werden. Regel iſt, zwiſchen jedem Waͤſſern die Wieſe ſo trocken, wie moͤglich zu machen und das Waſſer ſogleich von ihr zu nehmen, ſobald Schaum ſich zeigt; denn dies iſt ein Zeichen, daß ſie hinlaͤnglich damit getraͤnkt iſt. Es gibt Wieſen, die das Waſſer drei Wochen lang im Oktober und in den beiden folgen⸗ den Monaten fordern, im Februar und Maͤrz aber vielleicht nur eine Woche, und im April und Mai kaum 2 Tage vertragen koͤnnen. Das Vieh, hauptſaͤchlich Schafe, wird gewoͤhnlich in der Mitte des Maͤrzes auf ſolche Wieſen getrieben, nachdem man zu— vor dafuͤr geſorgt hat, daß ſie zur Zeit des Auftriebes voͤllig ab⸗ getrocknet ſeien; man laͤßt es auch nicht gern darauf, waͤhrend der Thau noch liegt, ſondern gewoͤhnlich nur von zehn bis eilf des Vormittags und von vier bis fuͤnf des Abends. Dieſe Weide wird im Fruͤhjahr den Schafen fuͤr heilſam, im Herbſt aber fuͤr nachtheilig, die Faͤule erzeugend, geachtet. Einen Acker guter ſol⸗ cher Wieſen haͤlt man fuͤr hinlaͤnglich, 500 Mutterſchafe mit ihren Laͤmmern einen Tag lang zu ernaͤhren. Wenn man ſie dann nicht zu Heu benutzen will, ſo werden ſpaͤterhin Milchkuͤhe oder Jungvieh aufgetrieben*). *) Zu Dunſter Caſtle in Sommerſetſhire wird auch eine große Flaͤche Ackerland mit Erfolg bewaͤſſert. Die darauf eingefuͤhrte Fruchtfolge iſt: 1) Weizen; 2) Turnips; 3) Gerſte mit untergeſaͤetem Klee- und Grasſaamen, worauf es zwei Jahre zur Weide liegen bleibt. Waͤhrend dieſer Zeit wird es in angemeſſenen Zwiſchenraͤumen regelmaͤßig bewaͤſſert aus einem Bach, der von den angrenzenden Huͤgeln kommt. Der Umlauf beginnt dann aufs Neue, und ſolches iſt ſchon viel Jahre hindurch, ohne weitere Duͤngung, fortgeſetzt worden. Der Ertrag iſt bedeutend; der Weizen gibt immer 40— 50, und die Gerſte 50— 60 Buſhel vom Acker. —= *— T Aihe V der g fahren die A ſchleif V ſchreit gewo⸗ wo es V Pferd nug V Wahr man. ſehr ſe ſ ber ſot J Bewe meint geren Land zum ters und; Land ken, leicht aber are nin 8 als ting 2 efin und 5 8 fre⸗ Jahr beüinrn, a 1 es ohe Krit rhe hn d R tine m dn elime e lang ni in neuer Vng es ganzen ſir Wiſſeru er ſobald ſ ꝛge lang vir die Vi ſogleich ven iſt ein Ri Wieſen, d n beiden ſi ielleicht ma tragen kima. woͤhnlich i achdem man rriebes blli nuf, wihahi zehn bis aft 3. DieſeAin Hettſt bni Aceer gain -rſchafe wln man ſe i Milctieh ⸗ und E dieſer Jäite hid zeinem 3 Bac nt dann ui üngung, fe 6 r 40-M09 14 “ —————— Bewaͤſſerung. 661 Ddie Heuernte auf Vaͤſſerungswieſen erheiſcht etwas mehr Muͤhe und Sorgfalt, als auf anderen, weicht aber ſonſt nicht von der gewoͤhnlichen ab. Einige Schwierigkeiten verurſacht das Ab⸗ fahren des Futters wegen der vielen Graͤben und Krippen, welche die Anwendung von Wagen nicht raͤthlich machen. Hier ſind Heu⸗ ſchleifen ſehr nuͤtzlich; auch lernen ruhige Pferde bald das Weg⸗ ſchreiten uͤber die Graͤben ohne ſie zu beſchaͤdigen. Da das Gras gewoͤhnlich lang und hart wird, ſo maͤht man es gern recht jung, wo es dann ein beſonders gutes Heu fuͤr Milchkuͤhe gibt. Den Pferden reicht man es ſelten, weil man es nicht fuͤr nahrhaft ge⸗ nug haͤlt; dem ſcheinen jedoch mehre vom Gegentheil gemachte Wahrnehmungen zu widerſprechen. In manchen Faͤllen nimmt man noch einen zweiten Schnitt; da aber das Gras gemeiniglich ſehr ſaftig und weich iſt und ſich daher nur ſchwer trocknen laͤßt, ſo benutzt man den Nachwuchs lieber zu einer vortrefflichen Weide fuͤr Milchkuͤhe, die darauf bleiben, bis die Vorkehrungen zur neuen Bewaͤſſerung getroffen werden. Man taͤdelt nicht ſelten das Heu von Waͤſſerungswieſen, und meint, der Nutzen, den dieſelben durch einen ſchnelleren und uͤppi⸗ geren Wuchs des Graſes gewaͤhrten, werde in den Theilen des Landes, wo es an gutem nicht gewaͤſſertem Graslande nicht fehle, zum großen Theile durch die weit beſſere Beſchaffenheit des Fut⸗ ters auf dieſem uͤbertragen. Wenn aber das Heu auf jenen hart und minder gut iſt, ſo tragen nicht ſowohl ſie, als meiſtens die Landwirthe ſelbſt die Schuld, weil ſie, um den Ertrag zu verſtaͤr⸗ ken, das Gras zu alt werden laſſen. Jung gemaͤht mag es viel⸗ leicht etwas weniger nahrhaftes Heu geben; dafuͤr wirkt ſolches aber bei den Milchkuͤhen ſehr vortheilhaft auf die Milch. Vielleicht waͤre es jedoch in manchen Gegenden, wo es zumal viel Milch⸗ wirthſchaften gibt, beſſer, ſie nie zu maͤhen, ſondern nur abzuweiden. Der große Vortheil, den die Waͤſſerungswieſen dadurch bringen, daß man ſie einen ganzen Monat fruͤher zur Weide benutzen kann, als andere, iſt groß und augenſcheinlich. Sind ſie abgehuͤtet, ſo bringt man das Vieh auf das zur Sommerweide beſtimmte Land, das ſich unter der Zeit gehoͤrig beſtockt hat. Waͤhrend es hier ſich befindet, laͤßt man auf jene etwa vierzehn Tage lang das Waſſer und erzeugt dadurch einen neuen Graswuchs zur Ernaͤhrung der Milchkuͤhe, nachdem ſie den erſten Trieb der Sommerweiden ab⸗ gefreſſen haben. Auf dieſe Weiſe ſind ſolche Wieſen das ganze Jahr hindurch zu behuͤten, und die Menge von Gras, welche ſie, 662 Vier und dreißigſtes Kapitel. zumal in trockenen Sommern, hervorbringen, ſo wie deſſen guͤn⸗ ſtige Einwirkung auf die Milcherzeugung, ſind denen ganz unbe⸗ greiflich, die ſolches noch nicht aus Erfahrung kennen. „Hinſichtlich des Bodens, der zu Waͤſſerungsanlagen am vor⸗ theilhafteſten zu benutzen iſt, kann man annehmen, daß ein war⸗ mer, durchlaſſender Untergrund wichtiger dabei ſei, als eine gute und tiefe Oberflaͤche. Ein loſer Grand oder eine Lage von klei⸗ nen Feuerſteinen mit Erde gemengt, geben den beſten Untergrund fuͤr ſie ab, und manche der beſten Waͤſſerungswieſen haben kaum eine 6 Zoll ſtarke Schicht Dammerde. Doch taugt auch jeder ſandige und grandige, mit etwas Lehm gemengte Boden dazu, wenn ſonſt ſeine Lage, zum Waͤſſern guͤnſtig iſt. Nimmt man Alles zuſammen, ſo leidet es keinen Zweifel, daß die Verbeſſerung eines Grundſtuͤcks durch die Bewaͤſſerung von groͤßter Wichtigkeit ſei, und daß ſie daher von Niemand vernach⸗ laͤſſigt werden ſollte, ſobald die Umſtaͤnde ihr guͤnſtig ſind; d. h. wo das Waſſer hoch genng zu bringen iſt, um ſich nachher in zweckmaͤßig angelegten Graͤben und Krippen uͤber die ganze zu be⸗ waͤſſernde Flaͤche gleichmaͤßig ergießen zu koͤnnen; denn in ſolchen Lagen iſt dadurch ein jedes Grundſtuͤck, ſei es von Natur auch noch ſo arm, ſo bedeutend zu verbeſſern, daß die fuͤr die Waͤſſe⸗ rungsanlage verwendeten Koſten ſich gar bald durch den hoͤheren Ertrag wieder bezahlt machen. Es gibt viele kleine Baͤche, welche an den Seiten von Abhaͤngen hinlaufen und mit geringem Muͤh⸗ und Koſtenaufwand zur Erreichung jenes Zweckes hinlaͤnglich auf⸗ gedaͤmmt werden koͤnnten. Wo daher nicht durch benachbarte Gutsbeſitzer oder durch Muͤhlen Hinderniſſe entſtehen, ſollte man ſolche Gelegenheiten ja nicht unbenutzt laſſen; denn dadurch wird der Werth eines Landgutes nicht nur unmittelbar erhoͤht, ſondern auch noch mancher andre Vortheil fuͤr die ganze Wirthſchaft er⸗ langt; dahin iſt als ein nicht geringer die Duͤngererſparniß zu anderen Zwecken zu rechnen, welche daraus hervorgeht, daß gewaͤſ⸗ ſertes Land der Duͤngung faſt ganz entbehren, und man daher den von dem darauf erbauten Futter erzeugten Miſt fuͤr andere Grundſtuͤcke zur bedeutenden Steigerung ihres Ertrages be⸗ nutzen kann. Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig. diſe gür⸗ n oon ute n. agen an bor diß en ug. en Untanah d hoben iun t auch jae en dain den 1 Jniiſi. vaſemng im 4 mand ummt⸗ ig ſnd; d ch nachher i eganze zu b enn in ſichr n Natut auc ur die Viſe⸗ h den hibern Bache valhe ringen Nt⸗ nlaͤnglih ai⸗ h benachbone , ſolte mmn ddurg witd üht, ſonder rihſchaft a⸗ repetniß i daß gevi⸗ man düt für ande gttrags be ʒʒʒGʒGʒGʒGG.— 2 5 ——e— 5 M2Adatda4AAeralA8 8 — bn TrlrLILAANAIHNAAML 1- 1 1 dahn ünanigit anange Ga Mmnnnnan; M l 3 4 6 7 8 9 10 11 1. 13 9 7Sn I Colſour& Grey Control Chart ees Blu Na Green vellow Hed Magenta Greona Gres— 4 Black Saue, auceiae lrr