Die Verbindung des Feldbaues mit dem Waldbau oder die Baumfeldwirthſchaft. Bon Heinrich Cotta, Königl. Sät, die von mancherlei: Gewürmen, uns- geheuren Schlangen und einer Unendlichkeit von Fiſchen und Vögeln wimmäten. Zu jener Zeit waren die gröz ßeren Laudthiere. jener Gegeuden gewiß weichlicher und ſchwächlicher, als ſie jetzt ſind, und auch der Menſch, der einzeln durch die noch ungebändigte. und.ungeordnete Natur hinſchweifte, hatte noch keinen Kern. Vor zweiz hundert Jahren hatten die größeren Thiere,„und der Menſch die Erde ſchon mehr bezwungen und den Pflanz zen und Würmern das Gebiet eingeſchränkt;“ da waren gewiß ſchon viele derſelben vergangen oder.kleiner und ſchwächer geworden, als in früheren Jahrhunderten, Jeßt wieder wie ganz anders ſieht das Land aus, als zu den Zeiten der Königin Eliſabeth: und des. Königs Jakob! Wie würden die europäiſchen Pflanzer erſiauz nen, wie wenig würden ſie das Land kennen,-.die vor zweihundert Jahren dort lebten, wenn) ſie wiederkehren könnten! Schon geht. der Pflug, wo. ,damals die Fiſche ſcherzten oder ungeheure/Schlangen ihre Rieſenleiber fort- wälzten, und dichte und wüſte Wälder ſind verſchwun- den und ihre Stelle, nehmen anmuthige Dörfer oder blü- hende Städte einz Nod hat es hie und.da ungeheure Lindwürmer in den abgelegenern Sümpfen und Wäldern, aber die Zeit wird kommen, wo der Urenkel über die Geſchichten davon wie über Mährchen lachen wird, So macht der waltende und bildende Menſch ſich von Jahr- hundert zu Jahrhundert die Natur mehr fertig, er berei- tet ſie für ſich, er vermenſchlicht ſie. Auf dieſe Weiſe haben viele Urvölker arbeiten müſſen oder ſolche, die in 8 rohe Länder qls Pflanzer gekommen ſind... Auch die Pe- lasger und Hellenen hatten ihre Beſtien'- und Schlanz genbändiger und Würger, ſelbſt aus unſerer germaniz- ſchen Vorzeit werden ungeheure Wölfe und Schlangeu erzählt, dergleichen wir nun nicht mehr ſehen. So iſt die ewige Ordnung: der Natur, daß das Unedleve und. Unz vollkommnere weichen oder-untergehen muß, wann das Edlere und Vollkommnere“fich bilden und entwickeln foll.“ S- 3621155 Das- Gewürm ſucht Dunkelheit und Schlamm u'n5"Koth, worüber die Sommerhitze, von keinen Lüften bewegt ,“ brüten-kann."Darin gedeihen üppige oder wohl gär giftige Pflanzen am beſten, und die unedelſten'der Thiere, Die edleren Thiere wollen ſehon mehr auf dem Feſten tretennund: verlangen mehr Luft und. Licht. Der Menſch aber, der vom Himmel ſtammt, kann des bewegten Aethers- und Lichtes nicht entbehren. Darum zapft er die Sümpfe:ab, damit die faulen Düuſte ſchwinden, und haut die Wälder nieder, damit die Lüfte frei athmen und als Winde ſpielen, ja als Stürme ſauſen können; daxun öffnet-er ſich Hügel und Höhen,“damit er das Licht ſchzauew und ſchlürfen konne. Bei dieſer Arbeit, die beides für das Aeuſſere und Innere, für die Noth des Leibes und ſür die Weide des Geiſtes iſt, ſchafft er ſich im Ablauf der Jahrhun- derte endlich beides, Schönheit und Kraft: er bringt die Natur und ſich in das Gleichgewicht und die Ueber? einſtimmung, worin die Naturals die ſchönſte erſcheint und worin er der ſtärkſte wird.“ 9 S. 365.„Der Menſch hat gewiß einſt in einem viel liebenderen und klareren Verſtändniſſe mit der Na- tur geſtanden, die damals ganz ſeine Natur war, er hat ihr gewiß vieles. ablauſchen und abfragen, ja ab- fühlen können, wovon einzelne Wahrzeichen und Sagen noch übrig ſind, welche die ſogenannten Klugen für Al» bernheiten und Aberglauben erklären und wovon die, welche daran glauben, meiſtens ſowohl Deutung als Bedeutung verloren haben. Der Inder und Aegypter hat einſt gewußt, wo er die Wälder niederhauen und wo er ſie ſchonen und pflegen, wo er die Waſſer eindämmen und wo er ſie abzapfen, gegen welche Sonnenſeite er für ſich das Haus,;und gegen welche für ſein Vieh die Hürde bauen ſollte. So der Grieche ,. der Hiſpanier, der Germane, jeder in ſeinem Lande und in ſeinem Volke.“ S. 373.„Wir denken uns Teutſchland, unſer Vaterland, oder das Germanien der Alten, wie es zu- erſt. in einem rohen und wilden Zuſtande war, ehe die herrſchende und bildende oder zerſtörende Menſchenhand darin Veränderungen hervorgebracht hatte. Da lag es unter einem ziemlich nördlichen Himmel, mit dichten und zum Theil undurcMenſchen, die ſeinem Peſthauche ausge- ſeßt ſind, durch Mark und Bein dringt. Daß dieſe Angabe nur zu wahr iſt, das wiſſen die Aerzte wohl, und das wiſſen diejenigen wohl, welche Menſchen auf kahlen Bergen, ja auch nur auf weiten waldloſen Cbe- nen dieſen verzehrenden Winden preisgegeben geſehen haben. Gegen dieſen unſern Erbfeind muß vorzüglich der Schuß der Walder erhalten und, wo er nicht mehr iſt, wo möglich wieder angepflanzt werden. In der Vorausſetzung, daß der Meuſch und vor2 züglich daß die„Erzeugung und Erhaltung eines edlen und krafrigen Menjchengeſchlechts einmal wieder das Erſte und alles Andere und alle' anderen Rückſichten das Zweite und Dritte dünken werden und dünken müjjen, nehme ich an, daß die Erde fünftig wieder recht in Be- 21 ziehung auf den Menſchen verwaltet werden wird. In dieſer Vorausſetzung muß jede verſtändige Regierung dem Menſchen ſein Nothwendiges von Wäldern und Bäumen erhalten oder wieder erſchaffen, wo es nicht mehr iſt. In der guten Waldordnung werden zuerſt die höt erhal- ten werden. Die Schlüchte zwiſchen den Kämmen md-= gen nach der Oertlichkeit und Gelegenheit in Felder und Wieſen verwandelt werden. So kommen wir zur Ebene. Und folgende wäre für die Ebenen unſere Ordnung und für die Blachfelder. Wv Wälder wären auf der Ebene, erhielten wir ſie, wo keine wären, legten wir ſie an auf folgende .. Weiſe Der großte Feind unſeres Landes ſowohl für den Menſchen als für die Gewachſe und Früchte iſt der Wind, der vom Oſten und Norden her wehet. Unſere Walder würden dieſemnach in der Richtung erhalten oder gepflanzt werden müſſen, daß der Strich von Oſten bis Nordweſten gegen die Winde geſchirmt wäre. Je alle anderthalb teutſct, ſo daß auch ver Pfeilſche, Text ohne Störung im Zuſammenhange geleſen werz veu kann. Unterſuc bei dem von dem Profeſſor, Geier in'Würzburg aufgeſtellten, von Cotta richtig erkannten und bis zur Befürchtung eines Holz= und Getraidemangels ausgedehnten Satze: ,,daß die Productionsfähigkeit der deutſchen Erde abnehme, während die Bedürfniſſe der Völker ſich vermehren,“ Dieſer Gedanke hat für den denkenden Menſchen ,- wel? her ſein Baterland liebt, ſo viel Schre&bares, daß man. ihn feſthalten und prüfen muß, weil man das furchtbare Bild, welches er erzeugt, nicht los werden kann. So unendlich die Kraft des menſchlichen Geiſtes iſt, ſo gelähmt erſcheint ſie, wenn die Naturthätigkeit aufhört mit ihr zuſammenzuwirken und ſie an die Stelle dieſer ſeßen zu wollen, hieße den Ocean. durch einen Blaſeblag in Bewegung zu ſeßen verſuchen,| Iſt der +7 Anfang des Abnehmens der Erzeugungsfähigkeit der Erde erwieſen, ſo ijt das Fortſchreiten und zuleßt das Ende derſelben unzweifelhaft und die Länge des Zwie- ſchenraums bis zu ihm iſt dem, der die Erde und ihre Bewohner liebt, gleich, wenn er nicht alles auf den Augenbli> ſeines eigenen Daſeins bezieht. Das Schick: ſal weißt dann der Erde in der Zukunft eine Stelle un- ter den vden ausgebranuten Vulkanen an, die nach'den Beobachtungen der Aſironomen den unendlichen Raum durchirren. Wer kann ſich aber ohne Grauſen denken, daß dieſe Millionen Leben vergehen, weil die Naturtchä- tigkeit verſchwand, die ſie ernährte! Oder wer will ſeinen Verſtand an ihre Stelle ſeen um alle dieſe verborgenen Kräfte von neuem zu erſchaffen oder zu beleben! Fürwahr einſol lichen Gez danken für richtig anerkannt habe; ſo muß ich auch Herrn Pfeil als Complicen denunciren. Man leſe was er im Forſt= und Jagd- Archiv von und für Preußen Seite 17 des 2ten Hefts vom vierten Jahrgange geſagt hat: „„So wie die Bevölkerung ſich mehrte, und die Bedürfniſſe an Holz, Gras, Laub und Allem, was nur irgend auf ihm erzeugt wird, zunahmen, wurde der Boden, in gleichem Verhältniſſe, wie die vegetabiliſche Erde«conſumirt wurde und ver- ging, immer ſchlechter; und das, was früher von ſelbſt wuchs, wird jetzt keine Kunſt mehr in ihm erzeugen können. Man fragt jetzt ſo oft, wes- halb die Eichen ſo haufig wipfeltro>en werden und abſterben; und man könnte dies anſcheinende Ratyſel ſo leicht durch die Beach- tung- dieſes Umſtandes löſen. Die Eiche ſtand früher auf einem ihr angemeſſenen Boden, als 'dieſer Dammerde genug zur Beimiſchung hatte; ſie ſtehet aber ganz unzwe>mäßig daſelbſt, ſobald der Boden ſich in dieſer Hinſicht geändert hat, und der Schluß: Wo Cichen gewahſenſind, müſſen auch wieder welche wachſen, iſt ganz unrichtig, wenn die Verhältniſſe ſich ſo we- ſentlich geändert haben, wie es jetzt geſchehen iſt.“ Da ich durch die Aufnähme von Geiers Aus: ſpruch demſelben einen ſo ſcharfen Angriff zugezo- gen hatte, ſo hielt ich mich verpflichtet, ihm dies ſen Angriff mitzutheilen, worauf mir derſelbe den nachſtehenden Aufſaß mit der ausdrüFlichen Bes' merkung zugeſendet hat, daß er mit der Pfeilſchen Schrift abgedruFt und hier eingeſchaltet werden ſollte, - Bemerkungen zur Unterſuchung über die Anwendbarkeit der von dem Herrn Oberforſtrathe Cotta vorgeſchlagenen Verbins dung des Feldbaues mit dem Waldbaue für Norddeutſchland. Gegen die Angriſſe des Programms: Ueber die Landſtändiſche Verſicherung der deutſchen Stgatsbedürfniſſe vom Profeſſor Geier in Würzburg. Herr Pfeil! Dieſer Schuß trifft nict. I< has . be nirgends geſagt, daß die natürliche Productions- 5,5 fähigkeit der deutſchen„Erde abnehme, ſondern daß die, heutige deutſce Wirthſchaft auſ verkehrter Bahne wandle, und daß, wenn auf der bisherigen Bahne verhavret werde, daß fernere Auskommen für Einz zelne zwar verſchönert und genußreicher, für die Erhaltung des Ganzen aber nicht kraftvoller werden könne. Sie haben wahrſcheinlich das fragliche Pro2 gramm ſelbſten nicht geleſen, ſondern blos die von Heyrn Cotta ausgehobenen Sätze, ſonſt hätten Sie meinen Anſichten dieſe ganze fremde Deutung nicht unterſchieben können. Zum Abſtumpfen ihrer ſpißis gen Pfeile habe ich heute durc) Buchhändler- Gele- geheit ein Cyemplar dieſes Programms an Sie abge- hen laſſen, welches Sie Seite 2 mit 7 belehren wird, ob ich den verminderten Berg-, Forſt= und Aderbauſeegen und überhaupt das bey der größten Kraftanſtrengung dennoch für die Bedürfniſſe nicht ausreichende Totalproduct der heutigen deutſchen Wirthſchaft aus der Abnahme der phyſiſchen Krafte(der natürlichen Fruchtbarkeit) der deutz ſchen Erde, oder aus einer verkehrten Wirth- ſchaftspolitik unſerer Zeit erflgren wolle. Dort werden Sie au(jedoch nur für meine, nicht für die von Ihnen untergeſchobene Behauptung) ei- nige Belege aus der ältern und neuern Staatenge- ſchichte, und mehrere aus der neueſten Zeit ſprechende Thatſachen finden. Dort, hoffe im, werden Sie auch, der ſchreFbare Gedanke, das furchtbare Bild, das von Ihnen ſelbſt geſchaffene Geſpenſt wieder ver- 1 laſſen, die unendlichen Kräfte des Geiſtes ferner nicht lähmen und die Liebe zum deutſchen Vaterlande doppelt anfeuern 2c. Was wird aber alsdann aus Ihren Ozean- Bla- ſebälgen== umherirrenden ausgebrannten Vulkao nen== eingemauerten Feldſteinen und wachſen? den Krautsköpfen== aus dem mehr als hundert- tauſendjährigen Alter China's und Oſtindiens und| endlich aus der krankhaften Einbildungskraft? Antwort: Ein Kampf mit Windmüh- len, den alle higzige Ritter kämpfen, welche ge| gen Feinde in der Einbildung zu Felde| ziehen.| unterzeichnet| der Verfaſſer des Programms, Profeſſor D. I, Geier. Dagegen iſt die Vermehrung der Bedürfniſſe un- läugbar und jeder Verſuch ihre ſichere und bequeme Be- friedigung zu erleichtern, iſt höchſt dankens- und beachtungswerth, wenn auch die Befriedigung überhaupt noch keineswegs im mindeſten Gefahr läuft und die Furcht eines Mangels nur wie die Ahndung einer krankhaften Einbildungökraft erſcheint. Brod und Holz ſind unent- behrlich, das wiederholen wir mit Cotta und für einige Gegenden mag die hinreichende Menge des einen oder des andern herbeizuſchaffen mit manchen Schwürigleiten (G2] (S2 verbunden ſein,„aber im allgemeinen iſt kein Mangel daran, wenn wir das. Ganze beträchten, dies! ſei mun die Erde; Europa; Deutſchland, oder ein beträchtlicher Staat deſſelben, ſondern vielmehr ſd viel Ueberfluß, daß eine«doppelte Menſchenmenge ihre Bedürfniſſe zwe>- maßig daran befriedigen könnte. Wohl kann temporell in einzeltten Gegenden ein Maügel entſtehen, dies liegt &ber micht“ daran 5 daß im Ganzen die Production zu ge= ving' wäre, ſondern in: der, zu ſchlechten und geringen Verbindung der getraidereichen mit'den holzreichen Gez genden, in der Schwürigleir der Austauſchung der Proe ducte, welche die Natur'dem einen oder dem.andern Di- ſtricte gegeben hat.» Es»ſcheint, wir bedürften nicht ſo- wohl eine Vermehrung der Erzeugniſſe als allenfalls eine beſſere Vertheilung, ein Beduürfniß, welches man lebhaft fühlt, und dem man deshalb auch abzuhelfen ſucht, da man noch nie ſo viel auf die. Vervollkorimmnung der Com- munication„achtete als jeßt.:“ Werfen wir emen Blick auf das nördliche Europa uud wir werden ſehen, daß es einen Uceberfluß an Getrgide und Holz, ſo wie unermeßs= liche Vorrathe von: noch. gar nicht benüßten anderem Brennmaterial'hat. Denken-wir uns die möglichſte Ver- vollkfommnung der"Verbindung aller ſchiffbaren und ſchiffbar zu machenden Flüſſe durch tauſend Cangle, die wie ernährende Adern Deutſchland, Ungarn, Polen und Rußland durchſtrömen, Kunſiſtraßen, wo ein Pferd überall 50 und 40 Centner bewegen kann, und der Harz, das Erz= und Nieſengebirge wird keinen Mangel an Korn, Leipzig und Halle keinen an Brenn= und Daus EC material fühlen. Die Vermehrung dieſer Naturerzeug- niſſe kann partiell nöthig ſein, wo die Herbeiführung koſtbar und weitläuftig iſt, die gleichmäßige Vertheilung und Benutzung des Vorhandenen iſt es aber no< weit mehr, weil dieſe es allein iſt, wodurch es möglich gez macht wird, daß jeder Landſtrich ſeiner Natur gemäß am beſten genußzt wird. Wie nachtheilig iſt es, wenn der Leipziger und Magdeburger ſeinen Boden, wo eine oR ſo viel Getraideertrag giebt als oft ein Morgen Lauſitzer oder märkiſcher Sand, zum Holzbau anwenden muß, und wie bedauernswerth, wenn der Bewohner dieſer Gez gend ſeine Kräfte umſonſt an den undankbaren Boden verſchwenden muß, ohne auch nur oſt den Saamen zus? rü zu bekommen, bedarf keiner Auseinanderſeßung. 3n England iſt die Erzeugung des Brennmaterials auf einen einzigen Punkt für einen großen Landſtrich, und die ungeheure Stadt London, welche ſoviel conſumirt als eine ganze Provinz, zuſammengedrängt*) und noch iſt es wohlfeil und überall in Ueberfluß, welches man blos der vervollfommneten Communication und Mechanik zu danken hat. Man ſehe dagegen Berlin, wo die Klaſter Holz 8 Thaler koſtet und wo 12 und 25 Meilen davon die Menge verfault. Das Benußen des Vorhandenen iſt zwe&mäßiger als das Erzeugen des nicht vorhandenen und darauf wende man deshalb zuerſt ſeine Bli>e. a) Die Kohlengruben von Newcaſtle verſorgen den größten Theil des Reichs. 35 Gegenbemerkung., Es iſt wahr, auf unſerer Erde und äuch in Europa fehlt es,im Ganzen genommen, weder an Holz noch an Getreide, und bei gehöriger Vers theilung würde nirgends Mangel daran ſein. So lange aber das bekannte 81 ni81 non e33et etc. noch gilt, iſt der Gegend, wo das eine oder das andere fehlt, ſv wenig mit obiger Wahrheit ges dient, als dem Armen mit dem Troſtie, daß es auch viele Reiche giebt. Wenn alles gehörig vertheilt wäre; wenn es überall Kanale und Kunſtſtraſen gäbe;== wenn man wirklich auf leßteren== wie Pfeil ſagt=- überall(mithin auch in unſern Gebirgen) durch ein Pferd 530 bis 40 Zeutner fortbewegen „könntez wenn man da“ H»: nur in ſo geringer Menge brauchte, daß ſein Bedarf von einem Welts theile zum andern geſchafft werden könnte wie der Pfeffer 2c.7 dann würden wir zwar dem Verfaſſer darin beipflichten, daß es zur Erhaltung der Mene- ſchen im Ganzen nicht nothwendig ſei, auf die Vermehrung von Holz und Getreide zu deuken z wir würden aber darum weder ſeine Folgerungen gelten laſſen, noch unſere Jdeen aufgeben. Anz genommen, die Wünſche des Verf. wären wirklicß erfüllt und man könnte durch Kunſiſtraſen und Kae näle das Holz von Pohlen nac) Thüringen und das Getreide von Thüringen nach dem Erzgebirge ſchäffen; würde es darum der Thüringer verſchmä- hen, auf unfruchtbaren AeFern, welche die Arbeit CE 2 nicht lohnen, wohlfeileres Holz ſelbſt zu erziehen? und würde der Erzgebirger wohl das Getreide von Thüringen kommen laſſen, wenn er es. mit viel geringern Koſten auf überflüſſigem Waldboden da| erbauen könnte, wo das Holz nur einen geringen Werth hat? k Was nun aber die Leichtigkeit betrifft, mit wel- ſicht ausgelichtet, ſo müßten viele Gegenden des Brenn- Materials entvehrenz ihre Manujacturen würden ſto>en, ihr Bergbau gufhvren, und verſchiedene Wirtyjchajtszweige, zu- madl vie Caltur des Hopſfens, konnen nicht be- triebeit werden. Antwortet man hierauf: es könne ja Holz eingeführt werden, ſo bez denkt' man nicht, daß die Koſten de? Transportes, beſonders nach vem Inneren des Landes, oder nach den Pläßent, wo wenig Handel herrſcht, nicht zu erſchwingen ſeyn würden. In der That können nur jene ſich einen Begriff von, der Lage der Be- wohner machen, denen es an dieſem weſentlichen Artikel gebricht, welche ſelbſt eine Gegend bewoh- nen, wo man daran Mangel leidet.“ (H. Pf.) Wir haben in Deutſchland ſo viel aus- ſchließlichen Holzboden, d.h. ſolchen, welcher nicht zum Getraidebaue zu benußen iſt, ſo viel unbenüßtes Feue- rungsmaterial, daß es ſonderbar ware, die Holzzucht in das Akerfeld zu bringen. So weit wir auch davon entfern! ſind, ſo liegt uns das Verhungern doch noch näher als das Erfrieren- Nicht in der Verbindung des Feldbaues mit dem Waldbaue ſondern mehr in der beſſern Sonde- rung beider dadurch daß jedes den ihm gehörigen Boden erhält, dürfte ein Vortheil für den Nätionalwohlſtand zu ſuchen ſein. So wie die Lage der Sachen jeßzt iſt, ſv thut es noch nicht noth die Forſtcultur auf Koſten de! Acerwirthſchaft zu erheben, ſondern umgekehrt. Gegenbemerk. Nicht blos ſonder b ar, ſondern unver- nünftig würde es ſein, wenn man da, wo Ueber: fluß an Holz iſt, den Akerbau durch die Holzzucht verdrängen oder beſchränken wollte: Wer iſt aber wohl ſo unvernünftig, dieſes zu wollen? 33 (H. Pf.) Woher entſtand aber die zugeſtandene große Vermehrung der Bedürfniſſe?=- Daraus, daß ihre Bez friedigung nicht blos möglich ſondern ſogar leicht war! Die Verſchwendung deutet keinen Mangel ſondern Reich»- thum an. Betrachten wir den Weg, welchen der Luxus und vorher nicht gekannte Bedürfniſſe zu den Völkern nahmen, es iſt nie ein anderer, als den der, Ueberfluß zeigte! Was liegt dabei aber näher, als lieber eine Einſchränfung der ungeheuren Conſumtion, die oft gar keinen Nutzen und Zwe hat, zu erlangen als eine. Ver- mehrung der Erzeugung?=- Dem Verſchwender muß man zehnmahl eher Beſchränkung und Verminderung der Ausgabe aurathen, als Projecte zur Vermehrung der Einnahme, denn was man erſpart, iſt die ſchnellſie und ſicherſte! Doch wozu auch das nur! Ohne daß das Bedürfniß drängt und die Noth drüt, bleibt alles leere unbeachtete Declamation, denn es liegt in der Natur des großen Haufens, daß er das nicht glaubt, was er nicht durch ſeine fünf Sinne demonſtrirt erhalt. Laßt die Leute frieren, und ſie werden nicht unnüßerweiſe ſo viel tauſend Klaftern Holz verbrennen, laßt den Stamm Bauholz 20 Thaler koſten, und ſie werden nicht von Schrotholz bauen ſondern mauren, laßt ſie hungern und fie werden nicht+ der Getraideproduction in den Brannt weinbrennereien vergeuden, wig man in Schweden bald genug verboth! Alle unſere guten Lehren und Rathe- ſchläge helfen zu nichts, wenn man ſie nicht braucht, und das fühlt auch Cotta, wenn er ahndet, daß man auf ſeine Vorſchläge nicht achten werde. 3.3 Gegenbemerk. Wenn unſer Verf. oben ſo ergriffen war von dem Gedanken, daß die Fruchtbarkeit der Erde abnehmen könne, ſo weiß man nicht, wie er mit einemmale'zu dem ſtählernen Herzen gekommen iſt, daß er nun ſagt: Laßt die Leute frieren, laßt ſie hungern 2c. Bei ſolchen Anſichten ſind aller- dings meine Vorſchläge ſehr nuß= und zwelos, denn durch ſie ſollte jenen Uebeln== wofür i< den Hunger und Froſt fälſchlich hielt== begegnet werden. Wir wollen aber nun doch nicht auf halbem Wege ſtehen bleiben, fondern erkiären in Folge dieſer Anſichten unſere ganze Forſtwiſſenſchaft, Thaers Lehrſäe und überhaupt jede Veranſtal: tung, wodurch wir etwas leichter, wohlfeiler, in größerer Menge 2c. gewinnen, für überflüſſig. Laßt die Leute frieren= laßt ſie ohne Obdach ſein== laßt ſie hungern== laßt ſie naFend laus fen=- dann wird alles beſſer werden!== Dieſe unſerer Zeit ſehr angemeſſenen höchſt ein- fachen Regierungsmarimen werden nicht ohne Bei- fall bleiben, und allerdings an vielen Orten eine beſſere Aufnahme finden als die meinigen, welche dieſen ſchnurſtra>s entgegen ſtehen.=- (H. Pf.) Es ſoll jedoc< keinesweges damit geſagt ſein, daß die Vermehrung der Production etwas ganz Un- nüßes und Ueberfiüſſiges wäre, denn das iſt ſie nicht, weit es gut iſt etwas ſebſt zu erzeugen, was wir ſonſt von an- 40 dern haben. mäſſen.,. Iſtrauch das. Bedürfuiß, fürn. das Ganze, nicht vorhanden, ſo kann es doch für die.einzel: nen Theile ſiatt, finden und, der Aufwaud.an Kraft zur Erzeugung Fannu.geringer.fein, als. der, welchen. die Her- beiſchaſſung: verlangt:.» Das- Volk. mag wählen, was ihm das, nüßlichſte iſt,. aber es iſt gut ihm die, Mittel zu ſagen, wodurch es das;eine oder das andere kann; Gegenbemerk, Gerade ſo denken wir auch und durch die Baumfeldwirthſchaft wollen wirt. einzig'"nur die Mittel angeben, den Leuten aber-natürlich die "Vahl laſſen,„Der Verf.. wird uns doch nicht ſo giel Unvernuuft zutrauen, die Menſchen zwingen 31 wollen»„gegen ihren Bortheil Holz auf dem Felde vder Getreide im Walde zu erziehen? Wo es nicht, vortheilhaft iſt, da ſoll es unterbleiben, und wem es-yicht vortheilhaft ſc; eint, mag es unter: laſſe„Tauſend Fälle wird es aber geben, wo es vortheilhaft iſt, und tauſend Menſchen werden ſi; auch finden, die es gerne anwenden, wenn ſie es kennen gelernt haben.„Das Volk mag wäh= len, was ihm das nüßlichſte iſt, aber es. iſt gut „ihm die Mittel zu ſagen“=- wiederholep wir mit Pfeil. 4 (H. Pf.).So wieder Luxus und die Bedürfniſſe dem Ueberfluſſe folgen, ſo folgt auch. wieder das Streben nach ihm dem vermehrten Bedarfe, und wenn das eine im Zu- nehmen iſt, wird. und darf das andere nicht ſiille ſtehen. Die Frage iſt daher hier auch nicht: ob Cotta etwas.Un- / 41 nüßzes. geſagt=== ſondern ob er etwas Zwecmäßiges vor geſchlagen hat?--- Wie kann man ihm eine beſſere Gelegenheit geben dies"zu erweiſen, als wenn-män'es beſtreitet 22 Und das glaubt der“ Unterſchriebene zu können, inden er die Anwendung jener Vorſchläge auf das nördliche Deutſch- land, welches er kennt, vor Augen hat. Gegenbemerk. Unzwe&mäßige Vorſchläge ſind immer auch unnüße Vorſchläge. Dem Herrn Verf, bin ich verbunden, daß er m'“"Zelegenheit hat' geben wol- len, darzuthun, ob meine Vorſchläge zwe&mäßig ſind oder nicht. Dabei möchten wir aber wohl das hintere Thürchen zuſchließen, welches er ſich offen halten zu wöllen ſcheint, indem er hier und ſonſt oft thut, als habe'er'nur das nördliche Deutſch= land vdr Augen/ während er unaufhörlich das Ganze in ſeiner Allgemeinheit beſtreitet. Meine Ideen und Vorſchläge beſchränken ſich weder auf das nördliche Deutſchland, noch auf einen einzelnen Staat und noch weniger auf einen kleinen Landesſtrich, ſondern auf die ganze Erd- fläche, welche Holz und Getreide zu erzeugen ver« mag und wo das eine oder das andere in zu gerin- ger Menge vorhanden iſt, oder. mit.größerm Vor2 theil erzogen werden kann. Daß es Fleinere und größere Erdflächen giebt, die nicht zur Ausführung meiner Vorſchläge taugen, iſt von mir nicht nur nicht beſtritten, ſondern ausdrüFlich geſagt wor- den. Wollte aiſo Hery Pfeil nichts weiter, als beweiſen, daß es Gegenden und Orte giebt, die nicht zur Baumfeldwirthſchaft taugen; ſo hatte er ſich eine überflüſſige Mühe gegeben, weil dieſes ſchon von mir angenommen und ausdrüFlich ers wähnt iſt. (H- Pf.) Die Natur weiſet hiex Gegenden zur Holzer« zeugung an und andere zum Getraidebaue. Gebirge, rau? he und kalte Striche, Sandſteppen, Brücher können nur mit Vortheil zur Holz- und Viehzucht benußt werden, während die fruchtbareren Striche ſo vortheilhaft zum Getraidebaue ſind, daß er die Herbeiſchaffungskoſten ves Holzes aus fernen Gegenden überträgt. Ohne irgend eine leitende Gewalt hat ſich hiernach das Land in wal-, digte und waldleere Striche getheilt, eine Theilung, die unabänderlich iſt, weibſie natürlich iſt. Nac der Cote taſchen Idee würde ſie abgeändert werden müſſen, weil man dadurch das Feld in Wald und den Wald in Feld / verwandeln müßte. Gegenbemerk. Hier ſind meine Worte? „Bisher war in dieſer Abhandlung nur die Re- ve von Benußung der Wälder auf die vorbee- ſchriebene Weiſe, und es wurde dabei vor- ausgeſeßt, daß dazu blos ſollichen Waid. zum Baumfelde bilden, verwenden wir in ſolchen Fällen auch das ſchlechte Feld dazu ,- und nüßen es dadurch weit beſſer, als durch die gewöhnliche Brache.“(Siehe Seite 19 der Baumfeldwirthſchaft.) Ferner: „Viele Waldungen eignen ſic) durch ihre Lage und durch die Beſchaffenheit ihres Bodens nicht zu dieſer Bewirthſchaftung. Die Wahrheit dieſes Einwurfes wird anerkannt. Er würde aber nur dann Gewicht haben, wenn alle Waldungen zum Feldbau angewendet werden ſollten z aber ſelbſt dann, wenn alle dazu tauglich wären, würden wirſie nichtalle dazu verwenden wollen, Unſere gewöhnliche Forſtwirtyſchaft ſoll neben dieſer Baumfeldwirthſchaft immer noch beſtehen, und ſoll zu einer größern Vollkommenheit erhoben werden, als gegenwärtig; weil die läſtigſten Sere vituten durch Abtretung beſtimmter Waldtheile zu Baumfeldern entfernt werden können.“(Siehe Seite 21. d. B.) Der verehrte Leſer vergleiche, prüfe und urtheile nun, ob. überall das Feld.in: Wald und der Wald in Feld verwandelt werden ſoll, (H.'Pf.) Dax kann im Großen nie vortheilhaft ſein, weil es unnatürlich iſt. Das nördliche Deutſchland hat im Allgemeinen mehr Boden, der zu nichts weiter taugt als zur Holzerzeugung, als es bedarf, um ſeine Holzbe- dürfniſſe zu befriedigen. Die'Getraideproduction da- durch zu. vermindern,“ daß man die Holzzucht auf den Getraideboden bringt, iſt deShalb unklug. Das Getrai- ve iſt uns nöthiger und hat mehr Werth als das Holz; das wird dadurch bewieſen, daß das Getraide mehr bringt als das Holz, der AFerbau ein Stü> Land beſſer und höher benußt, als der Waldbau. Erſt wenn be- wieſen iſt, daß derjenige Boden, welcher kein Getraide giebt, zuſammengenommen mit Steinkohlen und Torf?c, nicht ſo viel Bauholz und Feuerungsmaterial giebt und geben kann, als wir bedürfen, tritt die Frage ein: wie und auf welche Art wird Getraideboden am beſten zur Holzzucht benußt?=- Vorher ſind ganz andere Fragen zu beantworten! Wie viel haben wir Holzboden der kein 45 Getraide giebt?=- Wo iſt er?== Wie viel bringt er Holz?=- Wie iſt er vertheilt?=- Wie iſt Getraide- boden vom Holzboden zu ſondern?= Reicht der legte für die Bedürfniſſe hin?=- u. ſf. w. Das iſt der Stein der Weiſen, der hier geſucht werden ſoll und den gewiß keine Forſtdirection eines beträchtlichen Staates, kein Forſttaxator und fein Oberforſimeiſter finden wird. Ex kann.und wird aber gefynden werden, wenn.die Bevoöl- ferung und mit ihr das Bedürfniß ſteigt, wenn die Cul- tur im ruhigen Fortſchreiten bleibt, wenn das zuviele Regieren und Anordnen unterbleibt, und man dem, der die Bedurfniſſe fühlt, es überlaßt ihnen abzuhelfen, dem Volke Gelegenheit giebt ſeine Kraft zu entwi>eln. Er muß gefunden werden, wenn das Verlangen erſt ſo hef= tig. wird, daß es keinen Widerjiand mehr duldet. Wer kann ihn aber allein finden?=-- der Förjtier über einen Fleinen Forſt, der Landmann, der Forſtgarthner und Aerwirth zugleich iſt. Was gehört dazu? Nichts als Freiheit des Eigenthaums im vollen Sinne des Wortes! Ian halte große Flächen, die bloß zur Holzzucht taugen, zur„regelmäßigen Forſtwirthſchaft und als Reſerve für eine eingebildete Holznoth zuſammen, aber man zerz ſchlage ſie in einzelne kleine Beſißungen, ſobald ſie zur Adercultur taugen und überlaſſe es dem Beſiker, wozu er ſie benutzen will. Wird die Geſellſchaft mehr Holz brau- ker zum Holzbau genommen werden ſollen; und wenn der Verf. hier ſo beſtimmt erklärt, daß die Waldungen guten Weizenboden enthielten; wenn er verſichert, daß der Landmann elende Sanda ſchollen als AFerland bearbeiten müſſe; wenn er endlich hier ſo unzweideutig von der unzwe>ma- ßigen Beytheilung der Ländereien ſpricht, nachdem er kurz vorher geſagt hat, dieſe Vertheilung ſei unabänderlich:==> ſo weiß man in der That nicht, was man hierbei denken und ſagen ſoll,=> 47 (H. Pf. Man gebe Gelegenheit den AXer umzutaus- ſchen und ſchnell genug wird es geſchehen ſein. Neue Dörz fer werden entſtehen, wo Ueberreſte von Wäldern ſind und Wälder werden ſich finden, wo der Wind das Saamen- korn verwehet. Das iſt eine Sache, deren Beachtung uns Noth thut, und wer das für den Traum einer uma herſchweifenden Phautaſie hält, der reiſe durch die Ge» genden längſt der Elbe und Oder, um ſich zu überzeu- gen?: Gegenbemert. Sogar im Großen, ſo daß neue Dörfer ents ſtehen, wo jet Wälder ſind und Walder, wo jekt noch der Pflug betrieben wird, ſollen auch im nörd- lichen Deutſchland dergleichen Umwandlungen ge? ſchehen? Vielen Dank für dieſe Angaben! ſie wi- derlegen mehr, als ich es zu thun vermöchte, die Einwendungen des Herrn Verf. gegen die Anz wendbarkeit meiner Vorſchläge und ſetzen dieſe in das helleſte Licht.--- (H. Pf.) Das ſind die Jdeen, welche ſich d. V. bei Cottas Vorſchlägen im allgemeinen aufdrängten, da er fie Kuf die Gegenden und Forſten bezog, welche ihm vor Augen kagen. Die Möglichkeit, daß ſie dem ſüddeutſchen Forſt manne fremd und unpaſſend erſcheinen, wird er nicht läugnen.== Betrachten wir die einzelnen Aufſtellungen von Cotta, ſo ſagt er: Der Boden wird fruchtbarer, wenn er aufgelo>ert, umgearbeitet und dem Einfluſſe der Luft ausgeſeßt wird. Ex hält mit Recht dieſen Satz für ſo erwieſen, daß er 43 den. Beweis davon übergehet, äber er beachtet nicht, daß dieſer Saß nichts für ſeine Theorie beweiſet, ſobald er auf Boden angewendet wird, der nicht aufgelo&ert werden därf oder kann, und gerade aus ſolchem Boden beſiehen. unſere norddeutſchen Forſten größten? g theils. Gegenbemert. Wir halten hier zunächſt das Eingeſtand- niß feſt, „-daß der Boden-durch die Bearbeitung frucht- barer werde,“ und kommen hierauf zu den Folgerungen des Verf. Er ſagt: ich hatte nicht beachtet, daß dieſer Saß nichts für meine Theorie beweiſe, ſobald er auf Boden angewendet werde, der nicht aufgelo>ert werden durfe oder könne. Mir ſcheint es, Herr Pfeil habe nicht beachtet, daß diefer Einwurf nichts für ſeine Meinung beweiſet, weil ein ſolcher Boden ſchon von der Baumfeldwirthſchaft ausge- ſchloſſen iſt, wie er ſelbſt in den nächſten Zeilen richtig bemerkt hat. (H. Pf.) Der Grund in denſelben(den norddeutſchen Forſten), ſo weit die Natur ſie zur Holzerzeugung beſtimmt hat, iſt Sand, in den Bergen Steine und Felſen und oft ſehr beträchtliche Brücher. Den Sand ſchließt Cotta ſelbſt von der von ihm vorgeſchlagenen Feldbaumwirth- ſchaft gewiſſermaßen aus, indem er ſagt, daß vom Flug- ſande nicht die Rede dabei ſeyn könne*), da dieſer durch *) Seite 13 Anmerkung. *9 Umarbeitung nicht verbeſſert ſoudern verſchlechtert wer- de. Den preußiſchen Staat berückſichtigt, ſo haben die Lauſikzen oder das Herzogthum Sachſen, die Marken, Niederſchleſien, Poſen, Pommern und Preußen. ſo viel Boden, der eigentlich als Flugſand betrachtet werden muß und nur durch die BedeFung mit Holz ſtehend iſt und erhalten wird, daß ſchon dadarch dieſe ganzen Ge- genden durchaus unpaſſend. für dieſe FTeldbaumwirthe Fchaft werden. Gegenbemerk. H. Pf. macht, wie wir ſehen, aus ſeinem Boden, was er will und was er eben braucht; bald giebt es nur Sand, der nicht umgeadert werden darf, bald üppigen Weizenboden 2c., nir- gends aber ſolchen, der zur Ausführung meiner Vorſchläge taugt, und das ganze Herzogthum Sachſen, die Marken, Niederſchleſien, Pommern und Preußen ſind durchaus. unpaſſend für die Baumfeldwirthſchaft, während wir kurz vorher bes lehret worden ſind, daß es in dieſen Gegenden vor- trefflichen Waldboden giebt,== (H. Pf.) Nicht bei dem eigentlichen Flugſande allein, ſondern auch bei dem, welcher noch eine Beimiſchung von Dammerde hat, ſo daß ſein Flüchtigwerden nicht zu fürchten iſt, wird die Bearbeitung zu Feld nachtheilig. Dies zeigen die vielen mißlungenen Holzſaaten auf ſole ern erſetzt werden. Von Natur ſchon lo&er genug, um ſich diejenigen Nahrungstheile'aneig- nen zu können, welche dieſe ihm gewährt, dient die mehrere Auflo>erung nur dazu, den Boden außer Stand zu ſeßen, ſie zu bewahren. Den Beweis davon füöhrt die AFerwirthſchaft im Sande.== So wie der Boden, welcher bindende Theile hat, deſto tragbarer wird, je öfter er geſtürzt, gepflügt, und gewendet wird, ſo kann der Sand oft nur eine einzige Furche vertragen, und würde ganz untragbar werden, wenn man ihn öfter pflügte. Der zweite Saßzziſt 2 Der Wuchs eines freiſtehenden Baumes iſt weit ſtärker, als der Wuchs eines in vollem Schiuſſe, auf gleichem Boden ſiehenden, von der nämlichen Holzart. Weit entfernt deſſen Richtigkeit zu beſtreiten, kann der Verf. vielmehr eben ſo. wichtige Beläge für diez ſelbe anführen, als in jener Schrift aaufgeführet ſind. Demohnerachtet beſtreiret er, daß daraus ein Beweis für die Feldbaumwirthſchaft zu entnehmen iſt, ſondern bezieht dieſe Erfahrung nar auf eine beſſere Anordnung der Durchforjtung- Haben wir Boden genug, wo für unſere Bedürfnijſe hinreichendes Ho!z wachſt und wels er fein Getraive hervorbringt, ſo müſſen wir-keinen Geirgideboden zum Holizbaue verwenden, wi Gegenbem, Cs iſt mix ungemein lieb, daß Pfeil, der mit der größten Anſtrengung darauf hinarbeitete, meine Lehre zu entkräften, der alles aufſuchte und oft 0 gez waltchätig herbeizvg bB er mit widerſpre- g verz theidigt werden. Bei dieſem Zeagniſſe iſt übrigens von Belägen aus der Natur== von Thatſachen die Rede, nicht von Meinungen, Mißverſtänds niſſen und irrigen Shlüſſen. Die Wahrheit einer Thatſache können wir änerkennen und dennoch falſche Schlüſſe daraus ziehen oder eine unrichtige Anwendung davon machen; unrichtige Thatſachen hingegen für wahr ausgeben, ware Betrug. Dies für manche Leſer» Herr Pfeil iſt älſo von der Wahrheit überzeugt, daß freiſtehende Bäume weit ſtärker wachſen,- als im Schlaſſe ſtehende, beſireitet aber, daß daraus ein Beweis für die Baumfeldwirthſchaft zu ent- nehmen ſey, und glaabt; daß man dey Vortheit D 2 des freien Standes vermittelſt der Durc Korn oder 8 Berliner Scheffel= 128 Meßzen, 55 Die OB folglich zu+ Metzen gerechnet iſt der jährliche Verluſt ohne Stroh, 2 Z Mezen Korn, denn daß unter einer freiſtehenden Fichte etwas wachſen kann, wird wohl niemand glauben. Den Scheffel Korn zu dem niedrigſten Preiſe von 1 Thlr. gerechnet, iſt der Geld- werth der Kornproduction dieſer 41. ODR in 40, Jahren 7 Thlr. 2 Gr.= Wächſt der Stamm in 40 Jahren 40 Cubikfuß zu, und koſtet der Cubikfuß ſolches Brenn- holz, denn das wird es yur, 1 Gr., ſo ſind das 1 Thlr. 16 Gr. Mag man für das Betriebscapital des Land- wirths ſo viel von dem Kornertrage abziehen als man will, mag man die geringere Fläche, die im Anfange verloren gehet, die Brache und alles mögliche in Rech- nung bringen, nie wird der Holzertrag den Getraidever- luſt deXen.== Der Preis einer Sache iſt aber die Be- ſtimmung des größern oder geringern Bedürfniſſes und des Werths, den ſie für uns hat. Gegenbemerk. Herr P. nimmt hier für ſeinen Beweis die Morizburger Fichtenpflanzung und ihre 12 Fuß weite Entfernung an, giebt aber den Bäumen 12 preußiſche Decimalfuß lange Yeſte und mithin der.Krone einer jeden von dieſen, nur erſt 44jähris gen, von Jugend an ausgeſchneidelten Fichten eine Breite von 22 preußiſchen Ruthen. Dabei ſinb aber folgende Errata eingeſchlichen: 1) Die ausdrüFlichgenannten 12 DreSsdner Fuß ſind in 12 preußiſche Decimalfuß ver- wandelt. Ds ſich nun der Dreödner Fuß zu dem rheiniſchen Fuß verhält, wie 1,000000'zu 1,108605 und da 12 ſvlcker legt. Dreißig bis Vierzig Fuß breite zwiſchen hohen Holze liegende AFerſireifen ſind gar nicht zu be- nußen, und man kann ſehr viele ſolche Stü>e nachwei- ſen, die liegen bleiben, weil der Saame nicht mehr wie- ver zu gewinnen war. Der BV. hat 12 Jahre eine be- trächtliche AFerwirthſchaft gehabt, wo der YFer mitten im Holze lag, und er hat es eben ſo lange erfahren, daß man unter dem Baume nie, und weit von ihm ab 5 und die Hälfte weniger ärndet- Wüßte er es nicht, ſo raurde es ihm hier, wo alle Felder im Holze liegen, der einfältigſte Bauer geſagt haben, * Gegenbemerk. Wir geben gern zu, daß uns der einfältig ſte Bauer dieſe Belehrung geben könne, hoffen aber, „ es werde gewiß nur ſehr wenige ſo ganz einfältige Bauern geben, die unſexe klaren Worte:„„Zwi- ſchen dieſen Baumreihen wird der Fruchtbau ſo Jange betrieben, bis das Holz durch ſeine Größe demſelben hinderlich wird“=- falſch verſtehen oder mißdeuten.== . (H. Pf.) Fürwahr wir würden unſere Feldwirthſchaft ganz ruiniren, wenn wir erſt die Bäume aufs Feld brin- gen wollten, und dieſe Jdee muß den befremden, welcher das Holz verfaulen oder vergeuden, den natürlichen Holzboden wüſte liegen, die ungeheuren Vorxräthe von Torf, Stein- und Braunkohlen unbenußt bleiben ſiehet. Laßt uns erſt unſern Waldwüſten den höchſien Ertrag abgewinnen, alles erzeugte und vorhandene Bau- und Brennmaterial zwe>mäßig und mit möglichſter Erſpars 99 niß benußzen“ und fehlt es dann uoch ,- dann wird und kann der Landmann nicht murren, wenn wir ihm auf das Feld kommen, Es iſt wahr, wir ſinden ſchon, vorzüglich in der Schweiß und der Pfalz, Baume, mit Vortheil gezogen, auf dem Felde, aber nicht zur Erziehung von Holz, fon- dern von Frucht und Obſt. Es iſt ſchr auffallend, wie Cotta dieſe beiden ſo höchſt verſchiedenen Zwecke bei den Vorſchlägen zu ſeiner Feldbaumwirthſchaſt zuſammeyg werfen und nicht ſtreng von einander ſondern konnte, wie er die Eiche und den Kirſchbaum, die Cſche und den Apfelbaum zuſammen ſtellen konnte. Die Feldbaum- wirthſchaft zur Obſtzucer zuſammen gepflanzt haben, wie er ſie auf eine Seite des Buches beiſammen geſeßt hat? Ware dieſes nicht die gewaltthätigſte Ausle- gung, wenn auch der Verfaſſer gar nichts zur Er- Läuterung darüber geſagt hätte? Man leſe aber, was Seite 7 der Baumfeldwirthſchaft ausdrü- lich hierüber bemerkt iſt,== Der gerügten Kürze ungeachtet wird doch der unbefangene Leſer einſehen, daß am angeführten Orte weder blos Holz no<4 blos Obſt=- ſondern beides zu erziehen empfohlen wird, und es iſt nicht wohl abzuſehen, warum mein Gegner nur jene Al- ternative ſeßt, des dritten Falles aber gar nicht ge- denkt;=- au iſt nicht abzuſehen, warum das Holz von Obſtbäumen. nicht eben ſo gut zu den Feuerungsmaterialien zu rechnen iſt, wie das Holz von der Kiefer 2c.: (H. Pf.) Was man auch noch weſentlich vermißt, iſt eine Angabe der mehr oder weniger verdämmenden 410 Eigenſchaft des Baumes, denn von ihr hängt ja beinahe |* allein die Empfehlung ab, ob er im Felde anzubauen iſt oder nicht. Die Buche, Ciche, Erle, der Elzbeer- baum und Ahorn verdammen vielmehr als die Pappel, 61 Weide, Birke und Lerche:» Unter dem Obſie der Kirſche baum weniger als- der Apfelbaum. Hier ſoll nicht der Forſimaun entſcheiden, was gut iſt, ſondern der AFers- mann. Stellen wir die Schluyßfolge des zweiten Saßes ſo: das Holz wächſt, im einzelnen Stande mehr zu, als im gedrängten ,. folglich muß. es einzeln gepflanzt werz den. Steht es aber in-der Jugend ſo einzeln, als es im Alter zwe>mäßig wird, ſo iſt dann auch Raum gez nug, um Goetraide zwiſchen deuſelben zu bauen, welches dann die beſte und zwe>mäßigſte Zwiſchen- oder Nes bennußung iſt, welche man haben kann, ſo kann dies auf die erſien Jahre bezogen, der Theorie nach aller: dings nicht beſtritten werden, allein darum iſt es in Praxi noch niht anwendbar. Wenn der Getraidebau zwiſchen den Holzpflanzungen erfolgen ſoll, ſo muß er gärtnermäßig betrieben werden, und dazu haben wir zu viel Land und zu wenig Menſchen. Ein anderes iſt es, wo 4 bis 8000 Menſchen auf der OD Meile leben, und wo wir wie im nördlichen Deutſchlande ſelten 2000 haben. Bei der gewöhnlichen AFerbereitung können keine Pflanzungen aufkommen ohne beſchädigt zu werden, das Vieh befrißt ſie, zertritt ſie, der Pflug, die Egge zer- reißt und beſchädigt ſie, Senſe, Sichel und Wagen ver- derben ſie bei dem rohen und ungeſhi>ten Benehmen unſerer Landleute, Gegenbem. Die fränkiſchen Bauern, die Millionen Bäu2 me auf ihre Felder pflanzen und dazwiſchen pflügen, werden ſich über dieſe Ungeſchi>lichfeit wundern. Bei der Baumfeldwirthſchaft iſt übrigens das Yrkern zwiſchen den Baumreihen nicht ſo ſchwierig als bei ver gewöhnlichen Feldwirthſchaft, weil man nicht ſo mit demLande zu geizen hat, wie dort, Wenn wir auf Waldboden, der ohne die Baumfeld- wirthſchaft gar kein Getreide liefert, die Baumreihen 4 Ruthen weit auseinander bringen; an jeder Reihe aber zu beiden Seiten+ Ruthe Land ungepflügt liegen läſſen, ſo Zewinnen wir noch immer X vom Lande für den Getreidebau und auf den ruthenbrei«- ten Streifen, die der Pflug nicht mehr berührt, kön- nen die Holzpflanzen ungeſtört wachſen. (H;'Pf.) Es iſt gewiß, alle dieſe Hinderniſſe ſind zu überwinden/abernicht jeßt, erſtwenn das Verlangen nach Getraide uud Holz größer wird. Soll die Getraidebe- nußung möglich werden, muß die Holzpflanzung ſo weit- läuftig ſeyn, daß mehr Zwiſchenraum bleibt als das Holz| auch noch in ſpätern Jahren bedarf, und dann gehet, was in 3. Jahren. vielleicht an Getraide gewonnen wird, an Holz in Zo reichlich wieder verloren, Gegenbemert. In vielen Gegenden Deutſchlands ſind. die GrundſtüFe der Bauern durch die Vererbungen ällmählig- ſo zertheilt, daß ein 5 Ruthen breiter Aker ſchon zu den ſehr großen Grundſtücken gehört. Nun wollen wir zwar keineswegs ableugnen; daß eine ſolche Zerſtückelung des Landes der Aerkul2 tur nachtheilig iſt, Folgern dürfen wir aber dar- 6 197] aus, daß die Felvwirthſchaft uo& immer dabei beſtehen kann,«weil ſie. in; jenen Gegenden wirklich dabei beſteht... Im Vorſtehenden.,iſt.nun gezeigt, daß man 3, Ruthen breite AFerſireifen behält, wenn man auch den jungen. Bäumen eine Ruthe breit Land einxaumtz: auch iſt es, flar, daß ſie in der erſten Zeitiyzedergdurch ihren" Swatten noch durch ihre Wurzeln. ſchaden, können..u1d,.daß wir ihnen nicht dur) das Pflügen und Ernden zu ſchags den brauchen."Pfeil beſorgt aber, daß, wenu'man auch noch weitläufiger pflanzte, als von-uu8s anz genommen iſt; in 50 Jahren am Holze. verloren ginge, was in 3 Jahren am Getraide gewonnen wurde. Er räumt alſo hier viel mehr ein; als wir wöl2 lem und bedürfen» So groß auch unſere Erwar? tung von dem beſſern Holzwuchſe bei unſerer Baumfeldwirthſchaft iſt; ſo glauben wir doc) keiz neswegs, daß ſchon 3 Jayre nach der Pflanzung eine Störung==noh viel weniger aber ein Vers drängen des Getreidebaues durc) die Größe des Holzes möglich ſey. Wir nehmen vielmehr an, daß man wenigſiens 9 bis 12 Jahre nach der Pflanzung noch Getreide bauen könne, und ſetzen voraus, daß wir das Land vorher auch 5 bis 6 Jahre ganz frei von aller Baum= Pflanzung bez nußt haben, wodurch alſo eine mittlere Benue ßungszeit von 15 Jahren erſcheint ,- anſtatt daß P. nur 3 Jahre bei ſeiner Bilanz annimmt, Wir machen hierbei noch auf den Umſtand auf- merkſam, daß P. überall, wo er von den Nachthei- len ſpricht, welche der Getreidebau von den Bäu- men erleiden ſoll, große Bäume vor Augen hat, welche alles in ihrer Nähe verdämmen. Hier aber, wo er von dem Fruchtertrage redet, nimmt er nur 5 Ernden zur Vergleichung des Holzertrags von einem ganzen Umtriebe an. (H: Pf.) Die Aercultur auf dieſe Art in nicht ganz gutem Boden wird zu koſtbar, um viel Gewinn zu ver- ſprechen. Wer ſoll ſie auf dieſe Art in unſern großen, von den Dörfern weit entlegenen Waldungen betreiben?== Das kann wohl dann geſchehen, wenn ſie in kieine Privat- beſigungen, die rund um die Höfe herum liegen, getheilt worden ſind, und das hohe Wild ausgerottet iſt. Man bies- thezeßt dem Bauer ſolche Benutzungen an, und er wird ſie nicht mögen, er kann es auch nicht,„denn die Culturfo- ſten ſind noch" größer als der Ertrag, wenn der Boden nicht gut und ohne viele Vorbereitung, dem Pflug zu- gänglich iſt.„Sechzehn Jahre hindurch iſt es eine Lieb- lings- Idee des V. geweſen, das zu cultivirende Forſtlaud vor dem Anbaue mit Holz zum Getraidebaue zu be- nußen;: und mannigfaltige Verſuche ſind deshalb von ihm angeſtellt, aber nur auf gutem Boden und vorzüg- lich bei der Eichencultur hat er, vorzüglich auf Bloßen Gewinn und Erfolg davon gehabt. Gegenbemerk. Das Vorſtehende enthält viel Wahres, nur keine Widerlegung der Sache, So wie es ſchlech 65 ten Bodeti giebt, der darum zur Bäaumfeldwirth- ſchaft nicht taugt, giebt es äuch guten; und-wie es zu entfernten giebt, ſo findet ſich auch. naher, und der ganze Einwurf beſchränkt ſich auf den ſo oft ſchon wiederholten Saß?- nicht au jedem Orte iſt die Ausführung möglich. (H. Pfeil) Immer darauf zurüFkötnmend, daß wir mehr natürlicjen Holzboden haben als wir bedurfen, glaubt er, daß das Holz eine nätuürlichere ud daram beſ- ſere Zwiſchennußung iſt, als das Geträide*) und daß män bei zwe&mäßiger Durchforſtung den höhern und höchſten Zuwachs eben ſo gut wird erreichen können. Wenn die Theorie richtig iſt,.was wird ſie aber bei der Anwen- dung herbeiführen?=- Iſt dann etwas anders mög= lich, als die Vertheilung der Waldungen von gutem Bo- den in kleine Beſißungen von freiem Eigenthume?== Wenn jemand erweiſet, daß dieſe Art der Forſtgärchne- rei den höchſten Ertrag gewährt== ſpricht er nicht da- durch den großen Waldungen und Waldwirthſchaften das Urtheil?=- Wenn wir im Stande ſind, auf einer unendlich kleinern Fläche ſo viel Holz zu ziehen, muß dann nicht die jeßige Fläche zu groß ſein?==“ Was bez weißt das Norddepartemant von Frankrei<; welches keinen Walo und dod) Ueberfluß an Holz hat?== Nichts, als daß der einzelne Beſitzer am beſien für ſich *) Wenn das natürlichſte immer das beſte iſt, ſo müſſen wir auch das Unkraut zwiſchen unſeren Gemüſen wachſen laſſen, auch dürfen wir weder pflügen Knoch ha>en,== E 66 zu-ſorgen weiß; daß,wo man die-Wälder ausrottet man guch. wiſſen wird; Holz zu ziehen, wenn'man es braucht. Hätten: die Beherrſcher dieſer Gegenden die Wälder dort als ein unantaſtbares. Nationaleigenthum, bewahrt, ſo würden heute Tauſende. von Menſchen„daſelbſt-weniger exiſtiren, und das Nationaleinkommen um Millionen klei- ner ſeyn, das Holzbedürfniß vielleicht. drüFender werz den, als es jetzt iſt. Wie oft wird man auf die verſpot= tete und verworfene Jdee zurü&>kommen, daß auch bei den Forſten die höchſte Freiheit des Eigenthums und der Benußung, das Vertrauen auf das natürliche Streben zur Verbeſſerung unſeres Zuſtandes, allein die höchſte Cultur herbeiführen kann.; Betrachten wir Cottas dritten Salt Die Abwechſelung mit den Gewächſen gewährt beſſere Erndten, ſo können wir, auch ohne ſeine Richtig? keit zu beſtreiten, ihm immer noch keinen Einfluß auf die Anwendbarkeit der Feldbaumwirthſchaft für Nord= deutſchland diſſeits der Elbe einräumen. Geſeßt, der Morgen giebt ohne dieſen Wechſel in 40 Jahren 320 Scheffel und mit ihm in 20 Jahren 200 Scheffel, ſo haben die 520 Scheffel ohne Holz mehr Werth für uns als die 200 Scheffel mit deifi Holze, welches in 20 Jahren gezogen iſt. Die Verminderung der Gez2 traideproduktion, um das Holz.zu vermehren, iſt durch? aus unzwedmäßig, ſo lange ſich nicht erweiſen laßt, daß leßteres nöthiger iſt, als das erſte, die Benußung des Getraidebodens zu Holz iſt unſtatthaft, ſobald wir mehr 67 natürlichen Holzboden haben als Getraideboden. Wohr möglich, daß die Zeit eintreten kann, wo es umgekehrt der Fall iſt, daß es Gegenden giebt, wo der Holzanbau beſſer iſt== das mag ſic jeder berechnen, und das was ihm frommt thun== aber eine allgemeine Empfehlung der Umwandlung von Feld in Holz kqun und wird nichts fruchten, da ſie gegen das Jutereſſe des Ganzen wie des Einzelnen läuft. Nicht eine Wechſelung ſondern eine Uma tauſchung iſt uns vonnöthen, damit ſie erfolgen kann, gebe man mehr zum Tauſche geeignetes Land frei, oder verkaufe den Getraideboden und erhandle den Holzboden, wenn man von der Jdee nicht abgehen kaun, daß der Staat die Holzmagazine behalten muß, ohnerachtet er unbeſorgt die Getraidemagazine aufgab. Wenn Cottas Jdee, den Feldbau mit dem Waldbau zu verbinden je ausgeführt wird, muß dann nicht Hhnedem der ganze Wald in die Hände des Landmanns kommen?--- Man überdenke den Gang, den die Forſiverwaltung dann nehmen muß, und man wird finden,. daß jene Feldbaumwirthſchaft die ſchou ſo oft ausgeſproczene Idee des Unterſchriebenen ausführen wird, mit dem einzigen Unterſchiede, daß Cotta das vorſchreibt, was d. V. dieſes Aufſatßes einem jeden nach ſeiner Convenienz überlaſſen will. Gegenbemert. Nach den frühern Erörterungen dürfte es kaum nod) nöthig ſeyn, hier wiederholt darauf auf= merkſam zu machen, daß überall Mißverſtändniſſe oder=- Mißdeutungen== zum Grande liegen. Es wird mir Schuld gegeben, die Getreideprodufs E 2 tion um des Holzes wilfen zu vermindern; vor- zuſchreiben, was der Verf. jedem nah ſeiner Con- venienz überlaſſen wollte 2. Hoffentlich bedürfen dieſe Anſchuldigungen bei dem Unbefangenen gar feine Widerlegung, ſo wie die vorhergehende Ver- gleichung des Fruchtertrags in 40 und in 20 Jäh- ren=- keine Beleuchtung. (H. Pf.) Wir gehen nun zur Prüfung der Art der Einrichtung jener Feldbaumwirthſchaft über. Sie iſt folgende? x) Den zum Feldbaue anwendbaren und für dieſen Zwe auserleſenen Wald theilt man nach Maas- gabe des Bodens, des Elimas, der zu erziehen? den Holzarten und. des Zwees, für den man ſie erziehen will,„in eine beſtimmte Anzahl von Schlägen ,/ 3- B- in 50, 40, 50, 60, 70 bis 80 Schläge. 2) Alljährlich wird das Holz auf einem oder auch wohl auf mehreren Schlägen gefällt, die Stö>e werden gerodet, und der Boden wird für den Feld- bau zugerichtet. 3) Hierauf behandelt und benußt man dieſes Rode- land wie gewöhnliches AFerland.' 4) Sodann pflanzt man eine, dem Standorte, dem Zwede und den Bedürfniſſen angemeſſene Holz- art in Reihen wie die AFerfurchen gezogen ſind, dergeſtalt, daß die Baumreihen x= 4 Ru- then,= je nachdem die Benutzung des Holzes, des Graſes, oder- der Feldfrüchte vorherrſchen 69 ſoll== die Bäume ſelbſt aber in dieſen Reihen nur 24 bis 4 Fuß weit von einander zu ſtehen kommen. 5) Zwiſchen dieſen Baumreihen wird der Feldbau ſo lange betrieben, bis das Holz demſelben durch ſeine Größe hinderlich wird. 6) Sobald die gepflanzten Stämme ſo groß gewor- den ſind, daß ſie ſic) in den Reihen im Wa der Baumerziehung beſtimmt hierüber das Nähere. So weit Cotta. Wir wollen jene Cinwürfe, welche wir im Allge- meinen ſchon oben gemacht haben, nicht noM einmahl wiederholen, allein man muß hierbei noch folgendes be» merkbar machen. Ein nicht beachtetes Hinderniß dieſer Art dex Feldbaumwirthſchaft iſt die Huthung. Alle unſere Feld- wirthſchaften ſind in der Regel ſo eingerichtet, daß die Stoppel- und Brachweide für dieſelbe ganz unentbehr- lich iſt, indem entweder die Kühe und das Zugvieh oder vorzüglich die Schafe ſie benutzen und ohne ſie gar nicht exiſtiven können. Will man guch für das Rindvieh 70 Stallfütterung einführen, was aber gerade da am we- nigſtenmöglich ſeyn wird, wo ver Boden dieſe Wechſel: wirthſchaft am nöthigſten macht, ſo hat doch die Erfah- rung gelehrt, daß dieß bei den Schafen nicht anwendbar iſt. Bringt man das Holz auf das Feld, ſo wird dieß, ſv lange es nicht dem Maule des Viehes entwachſen iſt, nicht bloß geſchont werden müſſen, ſondern die Huthung wird auch bald durch den Schatten verdorben ſein. Keiz- ne Schäferei, und dieſe iſt zelt der wichtigſte Zweig der Landwirthſchaft, der oft alles aufgeopfert wird, kann dieß vertragen. Der Einwurf, daß im Walde auch Schonungen ſind, hebt dieß Bedenken nicht, denn Ein Morgen gute Brache iſt ver Schäferei oſt mehr werth, als 20 und 30 Morgen mit Holz'bewachſene Forſthu- thung. Selbſt wenn dex Huthung an Quantität nichts verloren ging,' ſo iſt dieß. doch gewiß der Fall in der Qualität. Nehmen wir an, daß nunmehro durc Ro- dungen die Maſſe der Felder verdreifa an Raum gewinnen. Durch die Verwendung des Waldbodens zur Baumfeldwirthſchaft wird die Huthung nie leiden, ſondern allemal gewinnen z; nur durch die Verwens dung der Felder zu dieſer Wirthſchaft könnte ſie geſchmälert werden. Nun wird man aber ganz gewiß viel mehr Waldboden zu dieſer Benußungsart anwenden, als Feld/ weil man weit geneigter iſt, auf dem Waldboden Getreide zu erziehen, als auf den Ae&Fern Waldbäume. Die Sconungszeit und das daraus hervorge- hende Verhältniß der zu behüthenden AFerflächen betreffend, ſo muß ſchon jedem der von Pfeil an- genommene Umtrieb auffallen. Er ſeßt hier 50 Jahre, um nur+ zur Huthung einzuräumen, nachdem er vorher den Bäumen eine Aſtlänge von 1x Ruthen zugetheilt und dort alſo offenbar ein viel größeres Alter angenommen hatte. Aber auch bei dieſem 5ojährigen Umtriebe würde nicht der dritte Theil in Schonung zu liegen brauchen. Pflanzen wir Obſtbäume aufs Feld,+ ſo nehmen wir ſie ohnehin ſchon in einer Größe, daß die Scha- fe ihre Kronen niht mehr verbeißen, und pflanzen wir 3. B. Fichten oder Kiefern, ſo bedürfen dieſe doch nicht 10 Jahre, bevor ſie auf dem AFerlane- de den Schafen entwachſen, und nehmen wir et- was große Stämme, ſo können gewiß. wenigſtens T der Fläche behüthet werden. Daß ſopach die Huthung und vorzüglich die Schafhuthung gewinnen müſſe, liegt flar am Ta2 ge, und die entgegengeſeßte Meinung kann ledig- lich. durch, die irrige Vorſtellung erzeugt werden, die Holzerziehung ſolle eben ſo ſtark oder noch mehr auf die Felder ausgedehnt werden, als die Frucht- erziehung auf den Waldboden. Gerade die Viehzucht und namentlich die Schaf- zucht iſt es, welche den größten Gewinn von dieſer Wirthſchaft erlangen ſoll, was künftig ins Klare geſetzt und erwieſen werden wird. (H. Pf.) Ein anderes Hinderniß iſt das Auslaufen der Wurzeln in der loFern Erde, die das A>ern bald verhindern werden, 75 Bei dem Zwiſchenraume von Einer Ruthe zwiſchen den“ Bäumreihen iſt keine Bea>kerung, ſondern höchſtens nur eine'Begraſung denkbar, da das Geſpann vor dem Pfluge mit der Wage eine Breite von 7== 8 Fuß be- darf und ſich.daher 4== 5 Fuß links und rechts bewes- gen könnte, wenn nicht die Pflanzen beſchädigt werden ſollen. Der V. hat im-Jahv 1808 ein beträchtliches AFerſtüF mit Obſtbäumen in viel weiterer Entfernung bepflanzen und dann dazwiſchen aFern laſſen, und dieß konute nur geſchehen, wenn jemand neben dem Pfluge herging, und ſtets wenn ein Baum kam, die Wage her- umdrehete und dafür ſorgte, daß nicht die E>e des äuße- ven Schwengels den Baum umriß oder die Rinde beſchä- digte.| Bei Cottas- dichter Reihenpflanzung wäre dieß aber gar nicht möglich, wenn man auch den jungen Bäu- men dieſe Sauvegarde jedesmal mitgeben wollte: und könnte, oder es müſſen! Fanz andere AFerinſtrumente erfunden werden. Man kann ſich deshalb dreiſt auf das Zeugniß jedes Großknechts berufen. Gegenbem. Wir bedürfen darüber nicht der Belehrung vom Großknecht, daß bei einer nur ruthenweiten Stel- lung der Baumreihen das Pflügen zu beſchwerlich ſey, haben aber auch bei ſo enger Stellung daſſelbe nirgends empfohlen. In unſerer Schrift iſt S. 6. ausdrüklich geſagt, daß die Entfernung 1 bis 4 Ruthen betragen ſolle, je nachdem die Be- nußung des Holzes, des. Graſes oder der Feldfrüchte vorherrſchen ſolle, Bei der ruthenz weiten Entfernung iſt-alſo die Bea&>erungſchon ausgeſchloſſen, indem„dieſe enge Pflanzung der vorherrſchenden Benußung des Holzes und des Graſes gewidmet iſt, der, A&erbau aber in die größere Entfernung von 5 bis 4 Ruthen gehört. (H- Pf.) Auch bei einer Breite von 2 bis 3 Ruthen wird'der Aer entweder durch die auslaufenden Wurzeln bald unzugänglich oder dieſe müſſen ſtets abgeſtohen und der Wachsthum des Stammes wird dadurch ſehr verminz dert werden,wenn man auch noch nicht einmal den Nach- theil vom Schatten" des Holzes empfindet,- Jedey frei- ftehende Baum wächſt mehr.in die Wurzeln als dieß im geſchloſſenen Stande der Fall-iſt, weil er einmal ſich. be- ſtrebt ſich gegen den Wind;zu befeſtigen und dann auch einen größern Reiß ſich auszubreiten hat, da er nirgends durch andere Wurzeln beengt wird, um ſic) Nahrungs- theile anzueignen, die er im geſchloſſenen Stande nicht findet. Mehr als irgendwo.iſt dieß in einem aufgelo>er- ten, zumahl magern Boden, der Fall, wo die Wurzeln weit nach Nahrung umherſtreihen und dieſe inſtnkt2 mäßig ſuchen, ſv daß man ſie 3. B: durch das Auffah- xen eines Streuhaufens um den Baum herum, ſogar über die Erdoberfläche herausziehen kann, Selbſt Pflan- zen; welche von der Natur urſprünglich angewieſen ſind, mit ihren Wurzeln in die Tiefe zu gehen, verbreiten ſich vft bloß inder aufgelo>erten fruchtbaren AFerkrume, ſo wie hier die Eiche keine Pfahlwurzel erzeugt, ſondern mit ihren Wurzeln in der obern flachen Dammerdenſchicht 75 bleibt, und die todte Tiefe meidet. Es iſt der Natur des Baums gemaß, daß der ſchnellere Wachsthum mit der ſchnellern Ausbreitung der Wurzeln in Verhältniß ſtehet, und bei der Cottaſchen Reihenpflanzung wird ſie das AFern um deſto ſchneller verhindern, da die junger Stämme wegen ihres. dichten Standes genöthiget ſind, die Nahrung bloß. von. den beiden Seiten herzuſuchen. Maun betrachte nur den am Holze liegenden Aker vor2 züglich bei Kiefern, Pappeln, denen die Natur, da ſie für ſchlechten Boden beſtimmt ſind, weitſtreichende Wurz zeln gab, um ſich die Nahrungstheile eines großen Um- kreiſes aneignen zu können. Hier vertreiben die Wurz zeln den Akerwirth Schritt vor Schritt jährlich weiter und oft iſt dieſer genöthiget einen mehrere Fuß tiefen Graben zu ziehen, um ihnen Schranken zu ſeen, denn der Pflug iſt durchaus nicht im Stande ſie zu überwal? tigen.== Laßt man. daher die Wurzeln ungehindert gehen, ſo wird ſchr bald kein AFerbau mehr ſtatt finden können, verhindert man aber ihre Verbreitung, und ſte hen die Holzpflanzen in den Reihen ſo dicht wie Cotta vorſchlägt und alſo dichter wie bei jeder gewöhnlichen Pflanzung, ſo-iſt ganz klar, daß der erwartete mehrere Zuwachs nicht ſtatt finden kann. Wir erhalten dann ein Zwitterding von Forſt und Feld, welches weder den vollen Holzertrag noch die volle Getraidenußung giebt, und wo beides zuſammen nicht gewahrt, was eine ungemiſchte Benutzung geben würde. Bei der Weite von Einer Ru- the iſt an Getraidenußung ſchon in den erſten Jahren nicht zu denken, und dabei iſt die Vertheilung der Pflans 76 zen ſo ſchlecht, daß der Boden durchaus lange Zeit nicht den vollen Holzzuwachs geben kann. Die Weide- und Grasbenugung kann man aber eben ſo gut bei der gez wöhnlichen Art der Pflanzung in Verband erhalten. Bei der Entfernung der Pflanzreihen von 4 Ruthen, wo die Getraidebenußung vorherrſchen ſoll, verliert man ſchon in 10 Jahren die Hälfte an Getraide durch den Schat- ten und Beſchränkung des Laftzuges und für den ganzen Vimntrieb gewiß die Hälfte des Holzertrages, denn der Zwiſchenraum iſt zu groß, als daß ihn die Bäume be- nußen könnten. Ueberdem erhält man bei der zu ſehr begünſtigten Aſtverbreitung kein glattes Bau- und Nugholz, ſondern nur aſtiges Brennholz. Gegenbemerk. Abermatl Wahres mit Falſchem vermengt und das Ganze unrichtig angewendet. Daß die Wurzeln=- beſonders in aufgeloFertem Boden= weit ausſtreichen; daß dadurch der AFerbau all- ,mählig geſchmälert und zuleßt ſogar bei der 4 Ru- then weiten Pflanzung verdrängt werde: wer woll- te das leugnen? Aber reichen denn ſchon in der frühen Jugend des Holzes, wo wir den AFerbau betreiben wollen, die Wurzeln ſo weit? Wir räuz men recht gern ein, daß ſie auf jeder Seite der Baumreihen zuleßt 2 Ruthen weit auöſtreichen, ſich<&70 begegnen und mithin den vollen Erdraum zwiſchen den Baureihen zur Nahrung benußen, wenn auch die Breite 4 Ruthen beträgt. Wir raumen aber nicht ein, daß dieſes in der Jugend «4 des Holzes geſchieht, wo wir Feldfrüchte erziehen wollen; und es folgt alſo aus. dieſer Zuſammenz ſtellung des Verf. nichts weiter, als die Wahrheit des für uns günſtigen Satzes, daß auch bei der 4 Ruthen weiten Reihenſtellung 53060 Stämme auf einem Saächſ. Aker ernährt und groß gezogen werden könen,“ weil ſie dur) die Verlängerung der Wurzeln nach zwei Seiten zuleßt dew vollen Erdraum zu ihrer Nährung und Ausbiidung ſo gut benußen können, als wenn ſie nach. ällen Seiten gleich weit entfernt von einander ſeänden. Wer hat auch. nicht ſchon Bäume in Reihen eng zuſammengedrängt mit ſehr ſtarkem Zuwachs geſehen, wenn ſie nur zu beiden Seiten frei genug waren? Wir haben oft Bäume vom beſten Zu- wachs gefunden, die ihre Wurzein nur nah einer einzigen Seite hin verbreiten fonnten. (H-Pf.) Hierbei muß man einen gewiß jedem practi- ſchen Forſtmann auffallenden Irrthum Cotras bemerken, in welchen er aus Vorliebe für ſeine Theorie gefallen zu ſein ſcheint, indem er behauptet, daß ein allein ſtehender auegeſchneidelter Bäum einen glatten, ſpaltigen und ſchlanken Stamm geben würde, glatter und reiner als ein im Schluß aufgewachſener. Dagegen ſtreitet aber eben ſo ſehr die practiſche Erfahrung als die Theorie, und daß dieſer Glaube ein ſehr falſcher iſt, känn der V. mit mehr als 10000 von Jugend auf geſct. Es gibt kein Trockenfutter, wovey ſich das Vieh ſo wohl befände, als bey gee hvrig aufbewahrtem Laube. Ju Schweden erhals ten die Schafe, welche durch ſieben Monate des Jahres im Staile gefüttert werden, täglich ein Mahl Laubfutter, nähmlich Blätter der Birke, Weide oder dergleichen.“ Schon die Jahreszeit der Einſammlung bes weiſt in Beziehung auf Italien, daß von den a de gefallenen Blättern und nicht von Schneidel- reißig die Rede iſt, noch mehr aber giebt die Art 8 2 der Behandlung dieſes zu erkennen. Auch in meh- rern Gegenden Deutſchlands, namentlich) im Wer- xagrunde, iſt es ſehr gewöhnlich, das' abgefallene Laub verſchiedener Holzarten, 3. B. von Linden, Apfelbäumen 2c, als ein ſehr ſchäßbares Viehfutter einzuſammeln. (H. Pf.) Noch irriger= wenn es möglich wäre== iſt dieſer Glaube auf die Kiefer angewendet. Ein abs geſchnittener Aſt verwächſt bei dieſem Nadelholze gar nicht, wenn er auch überwächſt, während er, wenn er aus Mangel an Luft und Licht abſtirbt, abfällt, ohne eine Spur ſeines Daſeins zurü&zulaſſen. Gerade das Gegentheil von Cottas Behauptung läßt ſich dreiſt be- haupten und erweiſen. Untertauſendin dichtem Schluſſe aufgewachſenen Kiefernund Fiche ten findet manoft nicht einen äſtigen Baum, während ſich, vorzüglich bei der Kiefer, durch das Schneideln nie aſtreine Bretter und noch weniger ſpaltiz ges Holz erziehen läßt, ſondern dieſer Baum zu einem Xnorrigen Strauche wird. D. V. appellirt hierüber an das Urtheil aller praktiſchen Forſtmänner und kann die Beweiſe für ſeine Behauptung zu tauſenden in den von ihm verwalteten Forſten aufſtellen. Gegenbemerk. Die Kiefer würden wir ebenfalls nicht zur Schneidelung empfehlen, ohne uns jedoch Pfeils Vebertreibung theilhaftig zu machen; denn auch ges ſchneidelte Kiefern haben wir zu aſtloſen Stämmen erwachſen ſehen und können dem Ungläubigen noch 835 einehinlänglich große Anzahl davon vorzeigen. Was nun aber die von mir ausdrücklich genannte Fichte betrifft, ſo muß ich ſtandhaft auf meiner Behaup- tung verharren, daß unter tauſend im dichteſten Schluſſe erwachſenen Fichten oft nicht eine iſt, die aſtloſe Breter liefert. I< appellire hier=-nicht an praktiſche Forſtimäuner, welche die Bäume nur äußerlich angeſehen haben== ſondern an ſolche, die ſie auch innerlich kennen, vorzüglich aber an die Sägemüller, Tiſchler, Zimmerleute und an alle Profeſſioniſten, welche dieſe Holzart verar- beiten. Aſtlos ſtehen freilich die geſchloſſenen haubaren Fichten im Walde; Aeſte zeigen ſich aber im Innern faſt bei allen Stämmen. Anders iſt es bei den Kiefern, dieſe geben== im guten Schluſſe erwachſen=- die ſchönſten und reinſten Breter; von Kiefern aber war auch nicht die Rede in unſerer Schrift. (H. Pf.) Die Theorie, wie er ſich dieſelbe bildet, widerſpricht dem nicht, ſondern beſtätiget ſie, aber gern wird er hierin von einem ſo erfahrnen Pflanzenphyſio- logen als C., ſich belehrt ſehen.=- Im geſchloſſenen Stande. kaun der Lichtreiß 2c. blos auf den Wipfel wir- Xen und der Baum wird dadurch gezwungen in die Höhe zu wachſen, wohin alle Säfte dräugen. Freiſtehend breitet ſich die Krone auch dann, wenn man die untern Yeſte wegnimmt, ſo ſehr aus, daß ſtets der Höhenwuchs dadurch vernichtet werden wird. Die abſterbendey Nj 86. Yeſte ver- nud überwachſen) weil der Zufluß der Safte aus Mangel an Reiß nach und nach aufhört und durch den Gang und das Streben der Säfte nach oben an die- Stelle der ausbiegenden Saftcanäle gerade in die Höhe gehende treten und erzeugt werden. Das kann bei dem abſterbenden Aſie geſchehen, weil die horizontalen und perpendicularen Saftcanäle ſo lange in Verbindung bleiben, bis die Wnänderung erfolgen konnte und erfolgt iſt, uicht aber bei den-abgehauenen, weil da dieſe Verbindung ſo pldkzlich. geſiört wird, daß die Verände- rung aus Maugel des wirkenden Lebens nicht mehr er- folgen kann, da die ausbiegenden Canale des Aſtes, vorzüglich die perpendiculären, ſo zu ſagen plötzlich er ſierben müſſen/ ſich zuſammenziehen und verholzen.== Mag die Erklärung gewagt und unrichtig ſejn, die That ſache iſt vorhanden, und eine Beſtreitung der erſten vers langt nur eine beſſere Entwi>&elung der Urſachen dieſer. Verweilen wir noch einen Augenblick bei der Idee: baß die Luft, wenn ihr freierer Zugang verſchafft wird, den Abgang der Düngung durch Blätter, Nadeln, Holz 2c. hinreichend erſeßze. Wem fällt dabei nicht der geiſtreiche Jean Paul ein, welcher behauptet, die Forſte departements ſorgten dadurch für die Erwarmung Deutſchlands, daß ſie die dichten Walder lichteten und qusrotteten, in denen nach Tacitus die harten.Nachwin-' ter ſteXen- Man kann bei jener Idee eben ſo gut auf die Behauptung kommen, daß die Walder ausgez kichtet worden wären, um ſie zu düngen und fruchtbarer 67 1 zu machen, indem man der Luft freien Zutritt vdrſchaffs te, Die Erfahrung lehrt, daß män dabei zulekt ſchlecht fahren würde, Bei ſtarkem bindenden Boden, welcher viel Dammerde hat, entwi>elt allerdings der freie Zutritt der Luft in aufgeloFertem Boden mehr Fruchte barkeit, als ihm eine Vermehrung der Dammerde geben würde, aber die Düngungsmittel; welche die Luft ſelbſt enthält, ſind nicht im Stande den Mangel der vegetabi- Üſchen Düngung zu erſezen. So wird ſtarker gedüng? ter Boden durch öfteres Pflügen fruchtbarer, aber nicht der magere, der keinen Humus bei ſich führet. Wahr- ſcheinlich ſind C. die Verſuche und Erfahrungen unbe- Xannt', welche man darüber in Holſtein angeſtellt hat. Yuch hier glaubten mehrere Landwirthe durch ein öfteres und ſtetes Auflo>ern des Bodens den Dünger erſetzen zu können und dehnten dieß bis auf ein neunmahliges Pflüs gen des Jahres aus. Die natürliche Folge davon war, daß der Boden zuleßt wie der Landmäaun ſagt, ſo aus: geplündert wurde, daß ſoaſt fruchtbare Ae>Xer ganz unz tragbar wurden, bis ſie wieder in Dünger kamen. Die Luft theilt ihre Düngungstheile nicht den kleinen Steis nen=- Sande=- oder dem ſogenannten todten Boden mit, ſondern vorzüglich der Dammerde oder dem Hue mus, weldyer die Fähigkeit hat ſie fic) anzueignen, ſie zu bewahre und den Pflanzen mitzutheilen. So lange ſvlern vortheilhaft Fein, verzehrt'ſie ſich' dadur<, welches mehr als im vers ſchioſſenen Zuſtande des Bodens geſchieht, ſo wird er auch dann untragbar.- Könnte die Luft ihre Nahrungs 83 theile im, bloßen Sande abſetzen, ſo-würde er durch Auf- lo&ern nicht. noch untragbarer werden, was C.;ſelbſt zugeſtehet..... Man. wende dieſe Idee, auf unſere Kieferns heiden an,„und man. wird: Wüſten von Flugſande-erzeuz gen, die Fein Auflo&ern fruchtbar machen kann. Wenn die Luft mehr. düngt.als Blätter, ſo müßte immer eine Blöße beſſex: zum Holzanbaue ſein als der. Boden in ge- ſchloſſenem„Forſte, deun-ſie iſt dem Luftzuge und Cin- drange des Schnees, Regens 2c. immer niehr ausgeſeßt als diejer.| Gegenbemert. Wahrend Herr P. einem Wige des geiſt reichen Jean Paul nachläuft= um ſelbſt mit wißig, zu ſeyn hat er ſich aus der Richtung der Zielſcheibe gänzlich entfernt, indem er. die S. 12. angedeutete,, dur< Bearbeitung„und Freilegung des Bodens zu bewirkende Luft düngung ſogar - ins Lächerliche zu ziehen trachtet- Wir geben ihm gern zu- vas wir, hier zu Lande auch wiſſen: daß die Luſt den Mangel der vegetabiliſchen Düngung (der Dammerde) nicht erſeße;. wir benachrichtigen ihn, daß es uns nicht unbekannt iſt, daß may nicht nur in Holſtein ſondern auch in der, Sc weiz und.in England fruchtloſe Berſuche ges macht hat, durch vieles Umarbeiten des Bo.dens die Düngung zu erſeßen; wir gez ben noch viel anderes Wahre zu, was dieſe ſeyn ſollende Widerlegung enthält= bemerken nur; daß es wie das Halbwahre und Falſche, welches 89 überall mit vorkommt, am unrechten Orte iſt, weit dort,'in der angezogenen Stelle die wenigen Wor- te ſtehen, die wir Herrn P. noch einmal zu leſen und: zu würdigen bitten: „bei einem Boden, der lange Zeit Wald“== alſo lange Zeit der atmoſphäriſchen Ein- wirkung verſchloſſen war! Wobei wir vorausſeßten: der Leſer werde bei dem ſtehen bleiben, was wir geſagt hatten, und nicht kreuz und quer auf„Flugſand“„Wald- blößen“„ausgemagertem Kiefernbo- den“ und„langbearbeitetem Aderlan- de“ 2x. umherſpringen, und uns allerlei Abſurdi- täten aufhalſen, die wir ihm als eigene Schöpfunz- gen zurü> geben müſſen. (H. Pf.) Jeder Forſtmänn aber weiß, daß ſie für die“ Holzcultur untauglich wird, ſobald ſich die Damm- erde in ihr ohne Erſatz verzehrt. Die Benutzung des Holzbodens zum Getraidebaue kann daher für die Holz= zucht nur unter der Bedingung vortheilhaft ſein ,- wenn die vorhandene Dammerde nicht vermindert und ihr durch Auflo>ern Gelegenheit gegeben wird, ſich mehr Nahrungstheile aus der Luft anzueignen. Degshalb iſt die temporelle Getraidebenußzung in ſtarkem Cichenboden für die Eiche vortheilhaft und bei der Kiefercultur in leichtem Sande ſchädlich.*) Um nicht mit der Unter- *) Man ſehe dieß als Supplement zu der Abhandlung über die Cuitur der Kiefer im Archive an, Lie 9.“ ſuchung ver Schrift über Vereinigung des Waldbaues mit dem Feldbauey viel weitläuftiger zu ſein, als die Schrift ſelbſt, ſei erlaubt'auf- mehrere der darin aufge: ſtellten Behauptungen kurze: Bemerkungen zumachen, zu deren umſtändlicher Ausführung d. V, jederzeit erbö- higäſt WERE EE; 1) Graßbenußung unter den Bäumen iſt für die Dekonomen von wenig Werth. Entweder wir bedürfen mehr Graß als Holz, dann baue man nicht Holz auf Koſten der Wieſen und Weide, oder es iſt umgekehrt, dann laſſe man keine leexen Räume guf Koſien der Holz- zucht. 2) Das Baumlaub. Xoſtet ſchon jekt hier mehr, als es der Viehzucht bringt, das erweiſen. ausgedehnte Berechnungen. die mitgetheilt werden können, und wo man es irgend» da die Schäfereien einmahl darauf einz gerichtet ſind, durch Wieſen erſetzen kann, laſſen meh2 rere verſtändige.Guthsadminiſtrotionen die Laubbäume eingehen, ſo. wie das Holz im Werthe ſteigt. Bloß bei der Rüſter bringt es noch. Ueberſchuß, bei der Ciche durchaus nicht, da.die verloren gehende Maſt allein mehr Werth hat, als. das alle drei Jahre zu gewinnende Laub. / 3) Bei dem Nadelholze liegt der Verluſt durch, bas Abhauen der Aeſte, um die Nadeln zu gewinnen, ſv am Tage, daß es wohl keines Beweiſes bedarf, da die abfallenden Nadeln ja denſelben Werth haben. Das Scheeren der Schafe iſt ja wohl beſſer als das Schlach- ten und das Scheeren der Felle! 92 4,5; 6): Das Lauben. und das Gewinnen der Früchte iſt» wohl nicht gut zuſammenzuſtellen, ſo wie denn ſchon. geſagt iſt, daß das Anziehen von Obſibäu- men, um Frucht zu gewinnen, aus. einem ganz andern Geſichtspunkte betrachtet) werden muß, als' die Anzucht von Watldbäumen, um Holz und-Blätter zu erzeugen. 8. und 9 beweiſet nichts, als daß kleine Privatbe- ſißungen immer beſſer und zwe&mäßiger benußt werden können, als große Stgatsgücher, und dieſer Saß wird ſchon langſt nicht mehr beſtritten. Der natürliche Fol- geſaß: daß zur Vermehrung des Nationalreichthums deshalb ſolche Guüther, welche ſich zu Privatbeſitzungen eignen, in ſreies Privateigenthum verwandelt werden müſſen== um die zwe&>maßigſie Benußungsart frei wählen zu können= deſio mehr. Auch von Cotta in dem zoten Saße, welcher die Beſchränkung der Frei- heit des Eigenthums in Hinſicht der Wälder für nöthig halt, nachdem ſeine ganze Schrift, genau durchdacht, nichts enthält, als eine Widerlegung dieſer Be- hauptung, nachdem klar iſt, daß, wenn ſeine Theorie und Vorſchläge realiſirt werden ſollen, eine Verwandlung der Wälderin kleine freie Privatbeſitzungen die erſie Be- dingung iſt, die allen übrigen vorausgehen muß.= Gegenbemert. Wenn meine ganze Schrift weiter nichts enthält, als„die Widerlegung jener Behaup- tung“ ſo enthält ſie allerdings ſehr wenig; mix ſcheint es jedoch, als'ob dieß vorerſt einen ſtärkern Beweis nöthig hätte, als die Pfeilſche Verſiche- rung, bevor mir eine Widerlegung zugemuthet werden könnte. (H. Pf.) Sollte er dieß'beſtreiten, ſo behält: ſich d. V. vor, den Beweis davon unwiderleglich im Archive zu führen und wird er gewiß nicht ſchuldig bleiben. Gegenbemerk. Wenn nur dieſer Beweis haltbarer iſt, als der Seite 54 von H. Pf, geführte! (H. Pf.) Wiederholen wir mit wenig Worten die Anſichten und Urtheile, die ſich dem V. bei Leſung der Cottaſchen Schrift aufdrängten, ſo ſind es folgende: Weder Holze noc< Getraidemangel iſt im Allge- meinen zu erweiſen und wo er im Einzelnen zu fürchten wäre, wird er am einfachſten durc Vervollkommnung der Communication zur beſſern Vertheilung der vorhans denen Erzeugniſſe gehoben. Zwe&mäßige Benutzung des Landes dazu, wozu es ſich eignet, wird mehr Bortheil gewähren, als die vorgeſchlagene Verbindung des Feld- baues mit dem Waldbaue. Wir haben mehr eigenthümz= lichen Holzboden in Norddeutſchland als wir bedürfen, welcher kein Getraide bringt, Getraide iſt uns nöthiger als Holz, folglich wäre es unrecht, Holz auf Getraidez boden ziehen zu wollen und mithin muß die Anwendbar- keit der Feldbaumwirthſchaft für dieſe Gegenden beſtrit- ten werden- Da wo ſie anwendbar ſein möchte bedingt ſie eine Vertheilung der Waldungen in kleine freie Pri- vätbeſizungen. Ehe man ſic) über dieſelbe unbesz dingt ausſprechen kann, muß die Erziehung der Obſt- 93 bäume von der der Waldbäume getrennt ſein, und meh» rere Praliminarfragen müſſen beantwortet ſein. Mehe- rere der angenommenen werden einer weſentlichen Berichtigung unterworfen ſein.== Der Verf. würde ſich glüFli< ſchaßen ,. von und unter Cotta lernen und ſich ausbilden zu können, er ver- ehrt ihn als einen unſerer äusgezeichneteſten Forſtimaän= njer und practiſchen Schriftſteller, der ſo unendlich viel geleiſtet hat, aber das kann ihn nicht abhalten, da wo er andere Anſichten haben zu dürfen glaubt; ſie frei und rüſichtslos mitzutheilen. Er wird ſich freuen, wenn ſie, auch auf ſeine Koſten, berichtigt werden, denn die Wiſſenſchaft und das Ganze kann dabei nur gewinnen. Perſon und Sache haben nichts mit einander gemein. W. Pfeil. Forſtmeiſter. Gegenbemerk. Wiederholen wir nun auh unſererſeits mit wenig Worten die Anſichten- und Urtheile, welche ſich dem Verf. der Baumfeldwirthſchaft bei Leſung der Pfeilſcheit Unterſuchung gufgedrungen haben, ſo ſind es folgende: 1) Herr Pfeil hat faſt überall einen andern vft entgegengeſeßten Sinn in die Worte gelegt, vder darin zu finden geglaubt. 2. B. Der Holzbau ſolle auf Koſten des Feldbaues erweitert werz den ,,ſ. S. 37,5 überall ſollte aus Wald: Feld und aus Feld Wald gemacht werden, ſ, S, 42, 26. 9) Er ſteht im größten Widerſpruche mit ſich ſetbſt. Z. B.„„Das Land hat ſich in waldigte und waldleere Striche getheilt/ eine Theilung die unz abänderlich iſt, weil ſie natürlich iſt.“ ſ. S. 42. „„Noung mit Holz ſtehend, ſo daß dieſe ganzen Gegenden durchaus uns paſſend für die Baumfeldwirthſchaft find“"ſ. S?49. „Man gebe Gelegenheit den Aker umzutau2 ſchen,(in den oben genannten Gegenden) und ſchnell genug wird es geſchehen ſein. Neue Dör2 fer werden entſiehen, wo Ueberreſte von Wäldern ſind und Wälder werden ſich finden, wo der Wind das Saamenkorn verweht.“ ſ, S. 47. 3) Er räumt das Weſentliche meiner Lehre und vorgetragenen Säße ein, oder beſiätigt ſie gänz? lich. Er beſiätigt 3. B. die Hauptſätze 1) Der Boden wird fruchtbarer, wenn er ums: gearbeitet wird. ſ- S. 47+ 2) Der Wuchs eines freiſtehenden Baums iſt weit ſtärker, als der Wuchs eines im vollen Schluſ- ſe auf gleichem Standorte ſtehenden. f. S. 50. Er leugnet keineswegs die Richtigkeit des Sten Saßzes? 95 3) Die Abwechſelung nit ven Gewachſen ge- währt beſſere Ernden. ſ. S. 65, Er hat ſogär die Hauptſache, um die ſich alles dreht, früher ſchon als richtig anerkannt? „„Nicht blos Holz, ſondern auch Getraive ſoll der Forſimann erziehen.“ ſ. S. 34, Akzeptiren wir älle Eingeſtändniſſez- nehmen wir die falſchen Auslegungen weg, und etklären wir diejenigen Einwendungen gegen unſere Lehre für null und nichtig, welche Pfeil ſelbſt dur< ſeine eige2 nen Widerſprüche aufgehoben hat; ſo bleibt von der ganzen Schrift nichts. übrig, als das Eingeſiändz niß- daß die von mir vorgetragene Lehre richtig ſei,, Mögen übrigens unſere Anſichten nber den vors Üegenden Gegenſtand noch ſo verſchieden ſein, ſo ſtimmen ſie doch darin vollfommen zuſammen, daß Perſon und Sache nichts mit einander gemein Haben. I< ſchäße:und verehre Herrn Pfeil und drü&e ihm dankbar die Hand, daß er ſich ſo um- ſtändlich über meine“ Lehre herausgelaſſen== und mir dadurch Gelegenheit gegeben hat, ſie ſo viel? ſeitig zu erörtern. Wir vergleichen jet zunächſt mit Pfeils Aus- ſprüchen die Anſichten eines andern, nicht minder ſcharffinnigen und durch ſeine Bemühungen, die Flechten zum Brodba&en anzuwenden, rühmlich Befannten Schriſtj;eljers. M In den Erinnerungen an die Gründung der Gemeinden durch das nußbare Eigenthum der unz veräußerlichen Staatswaldungen, den hohen verz ſammelten Ständen des Königreichs Baiern zur Würdigung vorgelegt von .-I. CE. Bayrhammer, (Freiberg bei Cratz und Gerlach, 1819) finden wir unter andern folgende Stellen: Seite 33.„Indem ich nach ſolchen Erinnerua- gen dahin komme, den Einwendungen zu begegnen, womit man die Forſtpurification zu rechtfertigen ſtrebt, bedarf ich keiner neuen Lehre, keiner Theorie.== Was neu erſcheint än meinem Vortrag, iſt nur in unſern Ta- gen ſelten z ſo wie jede Wahrnehmung, welche man durch Unbefangenheit bewahrt. Der allgemeinen Theilz= nahme au meiner Einſicht ſteht ein einzig falſches Urs theil nur entgegen. Es heißt: der Wald ſoll Holz ſeyn, und nichts weiter; dann trägt er auch das meiſte Geld, und mehr als Geld foll kein Beſitz uns tragen. Dieſes Urtheil gilt, ſeitdem eine Sache zum Mittelpunkte. der Beziehungen aller andern, und da= durch als ihr Werthmaß geltend. geworden, Näch ih= rer Werthbeſtimmung verkannte man zuerſt jedes wahr- haft werthe Verhältniß des Landes zu ſeinen Bewoh- nern; indem man keines ſchäßte, das nicht durch die Vermittelung des Geldes hergeſiellt, alſo nicht-durch einen Preis beſtimmt würde. 97, Nicht beitragen ſollte von nun an der Wald die Erträgniſſe des unbebauten Landes zur Cultur des be- bauten, nicht dienen den Ackergemeinden mit ſeinen nuß= baren Reichniſſen, ſo wie überhaupt nicht nüßen durd) ſeine naturgemäßen Verhältniſſe zu' den Fluren; ſondern gerade umgekehrt zum Mittel eines beſondern «Geldertrages werden, und zu dieſem Ende frei und abgeſchloſſen von jeder unmittelbaren Beziehung auf Land und Leute, weil jede ſolche Dienſtbarkeit den disponiblen Theil ſeines Ertrages, d. h, den Geld- ertrag beſchränkt. Man bildet ſich ein, dieſe Anmäßung zu rechtfer- figen durch eine Theorie, welche in unſern Tagen zu Verſtand gekommen iſt, wie der.Kater im Fauſt auch dazu gelangen könnte*), und daher noch immer für gez rade ſo verſtändig gilt, als ſie eben einträglich bleibt. Ich, meine die Lehre von der Vermehrung des Gelder- trages durch hölzerne Wälder, oder die„rationelle“ Forſtwirthſchaft. I< weiß, daß man die Wirthſchaft, von- Grund aus verwandt mit der herrſchenden Bejqtrebung unſeres Zeitalters,=== unterſtüßt mit der Lehre von der unbe- dingten UnterdrüFung des Graswuchſes in den Wälz dern, durch die Anzucht eines ſogenannten geſchloſſe: nen Holzbeſtandes, Aber wer hat denn dieſe unmünz *) Und wär! ih bei Geld ſo wsr* ich bei Sinnen!' 2 Göthe.“ (6 98 dige Wiſſenſchaft berechtigt, die Wälder außer ihrer Bez ziehung auf die Fluren zu betrachten, und wie hat man ſich denn jemals verleiten laſſen können, den Werth der Wälder zu beurtheilen nach dem Ertrag eines einzelnen Products, anſtatt nach den Erträgniſſen aller ihrer Prodacte, oder vielmehr nach den unmittelbaren Verhältniſſen aller ihrer Beiträge zu dem erſten Unter» halte des Lebens? Es muß jedem unbefangenen Beobachter auffalz- fen, wie ſehr man noch immer alle andern Erträgniſſe der Walder ihrem Holzertrage unterordnet, und wie ſehr man ſie um dieſer ſogenannten Hauptnußung wil- len lovreißt von allen ihren andern unmittelbaren Bezie- hungen uf Land und Leatez ſo daß ſie in einſeitiger Abgeſchloſſenheit immer mehr. als Wildniſſe, und die Menſchen bei zenex Unterordnung immer mehr als Mito tel erſcheinen, dem Holzertrag dieſer Wildniſſe einen Preis zu verſchaffen. Die künſtliche Vermehrung geſchloſſener Holzbee ſtände hat ſelbſt unter den gelehrten Staatsbkonomen einen ſo unbedingten Beifall geſunden,„daß es in der That hohe Zeit iſt, den Aufopferungen, welche dieſe Holzzucht fodert, durc) Anweiſung der engen Grenzen, inneryalb welchen ſie gerechtfertigt werven kann, Abs bruch zu thun. Ich muß daher zunächſt erinnern, daß nur die Ans zucht der größeren Bauhölzer einen geſchloſſenen Beſtand erfordere, während der Ertrag an Brennholz 99 mit der Entfernung der Bäume bis auf einen gewiſſen Grad zunimmt, und, daß es eine gewiſſe Licht- ſtellung der Beſtände giebt, wobei der Ertrag an Holz, Waldweide und wilder Maſt zuſammen genommen, ſein relatives Maximum erreicht. Der Kampf um Licht und Boden vermehrt die Sterblichkeit in den. von Jugend auf geſchloſſenen Bes ſtänden ſo auffallend, daß man die Nothwendigkeit eis ner, dem möglichſt größten Holzertrage angemeſſe: nen Lichtſtellung ſehr bald eingeſehen hat. Man benußt die Vortheile dieſes geregelten Auslichtens in den Zwiſchennußungen der ſogenannten Durchforſtung, aber man, hat noch gar nicht daran gedacht, die Erfahrungen der Forſttaxation auch anzuwenden, um die Benutzung der Waldweide und der wilden Maſt vurc ihrer ſogenannten Cultur und Wirth- ſchaft proclamirten. Sie haben ſich daher alle mög- liche, und oft gründliche Mühe gegeben, jenes relative Maximum, ſowohl quantitative als qualitative, zu bes ſtimmen; allein ſie haben ihren Triumph über die ge- meinen und ſelbſt ſiupiden Plusmacher nicht erleben xönnen- weil auch ſie gleich dieſen bei. ihrer Zwe&ber ſtimmung immer nur Sachen im Sinne hatten.“ S. 18.„Man müß freilich zur Entſchuldigung ih- rer Mehrzahl anführen, daß der außere Standpunkt, den man ihnen im Staarsdienſte angewieſen hat== außer dem großen Umfang ihres Tagwerks lag und gleichſam än verrü> ter war; indem ſie ausgeſchloſſen von den „großen ſraatsdkonomiſchen Ay s und Einſichten als bloße /D 301 Commiſſarien,'over'höchſtens als Sections- Mitglieder irgend einer Abtheilung der Finaunzkanmmer auf den vereinzelten vorgeſchriebenen Zwe"ihrer Forſitaxation hingewieſen waren." Aber verſiändige Männer taſſen ſich in der Regel kein unverſcändiges'Dagewerk auywei- ſen, no weniger ihre beſſere Einſicht zu ſchlechten Zwecken mißbrauchen. Denn es bleibt ihnen immer die" Freiheit, ſich wenigſtens als' Schriftſieller auf den rechten, ihrer Einſicht angemeſſenen Standpunkt zu ſtelz fein; und von da-aus'würden ſie dann ,' wenn es ihnen "mit“ der'vielfachſten Befriedigung der erſten menſ warum haben ſie denn die wahrhaſt königlichen Sum2 303 men*), welche der General- Forſtadminiſtration jährlich zur Holzcultur bewilligt wurden, nicht anwenden wol- len, um die Wildniſſe- ſo viel als möglich in Gärten zu verwandeln, wodurch beſſeres Brenn'- und Nuß= holz, Obſt und Weide zugleich auf einem und dent nämlichen Boden gewonnen, und das Klima und die Volksösnahrung verbeſſert worden wären!“== S. 24.„So lange in den Urwäldern die Natur- kräfte wirken ungeſtört von menſchlicher Einmiſchung nach göttlichen Geſeßzen== treibt der nämliche Boden Gräſer hervor und Holz, und Maſt fällt von demſelben Baume, der Laub trägt: Der Wald beſchüßt die Flur, erhält und wärmt das Haus, und nähret reichlich auch die Heerden. Stört aber der Menſch dieſe vielfach wer- the: Beſtimmung, dringt er dem Holzwucdhſe Regeln auf, die unterdrüend wirken auf die andern Kräfte des Wal- des': ſo widerſtrebt die Natur dieſem Gewinne, und werthere Opfer fallen für den gewaltſam vermehr« ten Ertrag! Finſtere Di>ichte verſchließen allmählig die Erde und erſtreben ſelbſt nur mit ihren Gipfeln das Licht, die Wärme und den Athem des Himmels. Unter ihnen ſierben zuerſt.die Graſer, dann'die ſchwächeren Bäume, endlich die ſtärkeren auch in unnatürlicher Menge;= denu von Tauſenden erreicht das vollendete Leben kamn einer. *) Sie betragen jährlich in einem einzigen Kreiſe des Kd- nigreichs mehrere 29000 Gulden. Bis aber gewaltſamer Tod den Kampfplatz des Lebens erweitert, und hundert Leichen ſeiner Art den ſiegenden Sprößling umgeben== theilt er, vergeblich der Heerde entwachſen, den dienſtbaren Böden nicht mehr. ntit dem dienenden Hirten. Verdrängt iſt-das nährende-Raygras vom nußloſen Laubmoos, und ſein" ſchmuloſer Filz ladet die Dörfer nicht ein!"„Blumen zu ſuchen“. durch die Heerden im Walde,- Langſam verbreitet der ſchmächtige Stamm die jeltenen Aeſte in dem errungenen Lichtraume, und am verſpäteten Zweige verſchließt ſparſam die: Knospe den fruchtbaren Keim. Nicht reichlicher fälit vom ſchwach- belaubten Gipfel die Waldſireu; denu vergebens bede&t ſie die grundloſe Saat auf der unerreichbaren Erde. Auch ſoll ſie das Lager der Hausthiere nimmer erreichen, uicht mehr düngen das Feld, ſondern durc Verweſung ver? mehren die Wildniß./ So vermehrt der Menſch die hölzernen Wäle der, und der vermehrte Ertrag mindert das tragbare Land. Denn=- theilen muß er nun den'AFer mit ſeiner Heerde, wie mit dem eigenen Geſchlechte„ ihr Futter erbauen, wie ſeine eigene Nahrung!" Thiere,"die ihm bisher als Werkzeuge gedient, zu nüßen, was das unbebaute Land beitrug zu ſeiner Erhaltung, muß umgekehrt der Menſch nun bedienen, der zum Werkzeug geworden ihrer Ernahrung und Pflege! 105 Th kann nicht glauben, daß die hohe Verſamm? lung dieſe Wirkungen der Forſtpurification rechtfertigen werde; weil die neue„rationelle“ Forſiwirthſchaft es nicht verſieht, die Nußung der Weide, der Waldſireu, und der wilden Maſt vereinbar zu erhalten mit dem mög lich höchſten Holzerträge.“ Der nachſtehende Auszug eines Briefes von dem eben ſo kenutnißreichen Forſtmanne als fleißigen und kreuen Beobachter=- dem Königl.„preußiſchen Forfſt- inſpector Herrn Reuß in Schleußingen, enthält ſehr lehrreihe Erfahrungen über die Grasbenußung zwiſchen und unter den Bäumen, und die Erlaubniß des ge- ſchätzten Verf., dieſe Erfahrungen hier mittheilen zu dürfen, wird dankbar benußt. „Ueber die Gräsbenußung in Verbindung mit der Holzzucht, kann im meine Ueberzeugung von deren Nußen zwar nicht auf Erfahrungen ſtüßen, deren Ree ſultate ſich-in Zahlen angeben laſſen, aber demohnge- achtet beruht ſie doch auf ſorgfältigen Beobachtungen, die ich über dieſen Gegenſtand beider Verwaltung des Schkeuditzer Reviers anſtellen konnte. Dieſes begreift die Königlichen Waldungen in dem Schkeuditzer, Lülze- ner und Merſeburger Amte, welche größtenthejls in den von. der weißen Elſter und der Saale gebildeten Auen liegen."Der Boden, beſonders in dem von dem leßtern Fluſte gebildeten Thale ift ganz vorzüglich gut und wür- 106 ve bei dey zunehmenden Kultur kaum ſeiner jekigen Ber ſtimmung, der Holzzucht verblieben ſeyn, wenn er nez: ben ſeiner vorzüglichen Fruchtbarkeit nicht zugleich der öftern Ueberſchwemmung durch. jene Flüſſe ausgeſeßt wäre=== ein Nachtheil, der- den Ertrag des Bodens bei der reinen Wieſenwirthſchaft nochmehr als bei der Holz zucht unſicher maht, Gerade dieſer Umſtand aber: würde auch hier die Verbindung von beiden ganz vor? züglich paſſend machen und ich habe bei der Bewirth- ſchaftung dieſes Reviers bereits darauf hinzuwirken gez ſucht, Von dem Gedeihen des Graſes in der Nähe von Bäumen haben mich hier viele Beiſpiele überzeugt. Unz. 5 ter den früher angepflanzten Kopfweiden, die größten= theils im bjährigen Alter immer abgetrieben werden, und dann immer wieder zu weit gediehen ſind, als daß ſie-ven Boden. nicht für den, Graswuchs zu ſehr beſchatte- ten, findet ſich demungeachtet ein, vorzügliches, Futter, das nur in den.leßtern. Jahren, wo die Aeſte.oft einen Faſt vollkommenen Schluß. bilden ,..mehr dünn und. wez, niger lang erwächſt. Auffallend. iſt dabei, daß ſelbſt in dieſer ungünſtigen Beſchattung der Graswuchs- immer, noch beſſer iſt; als. im erſten Sommer nach. der Ab- nußyng der Kopfweiden. Es herrſcht hierüber unter. den Annehmern jeuer Gröſereien nur eine Stimme, die ich bei den Verſteigerungen, durch. welche dieſe Waldne- bennußung hier an Privatleute immer nur auf ein Jahr überlaſſen werden, entſchieden vernommen habe und die 207 durd) die niedrigern Steigerpreiße für ſolc etwa als Abſatz annehmen laſſen, erzogen werden kann, und zu dem Ende angeſtellte Verſuche einen Ertrag von 130 SchoF auf dem Dresdner Aer(als Ertrag im Sjährigen Alter) ergeben haben. Das Schv> wird mit 3 Thaler bezahlt, und der Sächſ. Acker giebt hiernach 26 Thaler als Brutto- Ertrag.“ Wir theilen nun noch einen ſchätzbaren Aufſaß mit, welcher uns von dem verehrten Verfaſſer, dem Herrn Stiftshauptmann von Gablenz auf dem Nitter- guth Bärenklauße, gütigſt zugeſandt worden iſt, Anſichten eines Landwirths bey der Schrift des Herrn Ober» forſtraths Cotta, über Baumfeldwirthſchaft, Wenn der Oberforſtrath Cotta in der Vorrede zu ſeiner Baumfeldwirthſchaft die Beſorgniß äußert, daß ſeine darinn aufgeſtellten Ideen und Vorſchläge vor der Hand no nicht die Theilnahme finden möchten, die der Werth des Gegenſtandes verdiene; ſo darf derſelbe dieſe 112 Beſorguiß gewiß nicht auf nachdenkende Landwirthe er- ſireFen. Die Tendenz ſeiner Scrift iſt unter andern Wechſel zwiſchen Feld und Waldz und dieſe Idee iſt von ſo überaus umfaſſender Wichtigkeit, daß ſie die Aufmerkſamkeit und Unterſtüßung faſt aller Regie- rungen im hohen Grade verdient; indem eine glüliche Ausführung den erwarteten Erfolg; mehr Brod, mehr Holz und mehr Erwerb“ ohne allen Zweifel herbeyfüh- ren würde- Man kann daher mit dem Herrn Oberforſt- rath die Ueberzeugung theilen, daß eine Wechſelwirthz ſchaft zwiſchen Holz= und Feldbau, da wo ſie ſich aus- fähren läßt, auch gewiß einmal ſtatt finden werde 3 nicht ſowohl wenn größeres Bedurfniß als vielmehr wenn eine erhöhtere Induſtrie und allgemeiner verbreitete Kennt2- niſſe die Menſchen dahin leiten werden, Das große Verdienſt des erſten Anlaſſes wird dann immer dankbar an ihm erkannt werden, ſo wie das Verdienſt des Staatsraths Thaer um die Frucht wechſelwirthſchaft, ſchon jeßt über alle Berechnung hinz ausſteiget- Wenn jedoch die von dem Oberforſtrath zur Ausführung ſeiner Idee gewählten Mittel bey vie- len Landwirthen einigen Anſtoß finden dürften und wenn vielleicht Maucher den großen Gehalt ſeiner Schrift ſelbſi darüber überſehen könnte; ſo dürfte es wohl nicht ganz unverdienſtlich ſeyn, ſolche Landwirthe auf die Wichtigkeit des Gegenſtandes beſonders aufmerkſam zu machen» Ich erlaube mir dieſes zu unternehmen, indem ic) zugleich die verſchiedenen landwirthſchaftlicen Bez denfen, die ſich, den gethanen Vorſchlägen entgegen ſeen laſſen, kürzlich berühren und zuleßt einen-Verſuch wagen will, wie eine Wechſelwirthſchaft von Feld und Wald mit weniger Schwierigkeit. erreicht werden könnte. Aus dieſem Geſichtspunkte bitre ich die flüchtigen' Bes merkungen eines. Landwirths, der ſich weder zum Schriftſieller noFH viel weniger zum Critiker berufen fühlt, mit Nachſicht aufzunehmen.. Sie würden übriz gens ſchon ihren. ZweF nicht verfehlen ,. wenn ſie nur Anlaß zu fortgeſeßten Betrachtungen über dieſen Gegene- ſtand geben ſollten. Nah den Vorſchlägen des Oberforſtraths würde der zum Feldbau anwendbare Wald allmählig die Ein- tichtung erhalten, daß alle Bäume. in Reihen von höch- ſtens 4 Ruthen Breite zu ſtehen und die AFerfurchen und Weideländereien dazwiſchen kämen, ſo daß die Wald- und die Obſibäume künftig lauter Alleen zwie ſchen Feldern und Huthweiden bildeten, 1) Dieſe neue Einrimtung müßte nun vors erſte den Erfolg haben, daß ſich das AFerland ſehr beträcht» lich vermehrte. Gegen eine ſolche allgemeine Vermeh- rung des Acers ließe ſich aber bey dem jetzigen Zuſtande der Landwirthſchaft und landwirthſchaftlichen Induſtrie folgender gegründeter Einwand machen. In den mei2 ſten Ländern und ſelbſt in den fruchtbareſten darf man mit Gewißheit annehmen, daß das untern Pflug gee? 9 114 ichene Land", bey weitem nicht die erforderliche Dan-| gung zu dem Erträge erhalte,'den es ſeinem Raume nach wirklich gewähren könnte." Es würde ſich einiger- maßen“ nach den Viehbeſtänden"berechnen laſſen ,/ daß ſerbſt im Königreich Sachſen kaum'2 des erforderlichen Düngers im Durchſchnitt producirt Weiden und es iſt außer Zweifel,'daß in weniger fruchtbaren und betrieb- ſamen Ländern der Mangel an Dünger die Hälfte und darüber betrage.- Nun wäre zwär in Schriften dieſe| Kleinigkeit ſehr bald mit dem kurzen Ausſpruche geho-| bein, daß man künftig den Futterbau vergrößern, die Viehzucht vermehren und den L Dünger-ſelbſt auf Nieder- rändiſche oder Schweitßeriſche Weiſe behandeln müſſe.| Daß dies aber in der Wirklichkeit vor der Hand nicht erfolgen werde und erfolgen könne, leidet. wohl eben ſo wenig einen Zweifel, als es überhaupt immer noch nicht gusgemacht ſeyn würde, ob durch eine ſolche intenſivere Wirthſchaft der Reinertrag auch wirklich vermehrt wurde,;| So viel iſt iüdeß gewiß, daß bei dem gegenwärz rigen Düngermaugel. und den Schwierigkeiten der Düns gererzeugung durch obige Art der AFervermehrung nicht mehr, ſondern weniger Feldfrüchte erzeugt werden würden. Gegenbemerkung. Den Einwurf, daß man durch die Baumfeldwirthſchaft zu viel Land erhalten würde, daß ſolcer gewährt einen weik vorzügli- nen undbey ungünſtiger Crndte- witterung leichter-verderben. d) Selbſt das Gras würde zwar üppig wachſen, an der Näahrhaftigkeit aber ſehr verlieren, und in fettem Boden der Geſundheit des Viehes insbeſondere ver Schaafe nachtheilig werden. Eine Ausnahme hievon machen allerdings die 2 letzten Bodenclaſ- ſen, der lehmige Sandboden und ver Sandboden. Da können Anpflanzungen, welche den Luftzug und das Sonnenlicht beſchränken, von großem Nugen ſein. Auf. allen„anderen„Dodenclaſſen hingegen;»möchte, die Regel feſtſtehen,„wo. Feld iſt, darf kein Baum ſein, und wo Wald iſt, darf. ſich kein Feld dazwiſchen„befinden.“ Selbſt die Obſtpflanzungen. an, den Rändern der-Felder ſind gewöhnlich mehr. ſchädlich als vortheilhaft..- Am, wenigſten können ſie in den. Feldern ſelbſt yon Laudwir- then geduldet werden. 4,.;| Gewiß. würden'wir'"auch Obſt in Ueberfluß außer? halb der Felder“erhaltew, wem nur die Kenntuiſſe' zum Obſrhau nicht: ſo ſeltem'wären?“ Wir könnten eine Men- ge dem Obſibaue angemeſſens'Plätze mit geſandeu"Bäuz 119 men. von edlerer„Art bepflanzen /.. wo.jett. nichts oder ſehr geringes Obſt wächſt. Schlechte undawenig trag- bare Sorten ſollten wir gänzlich mit beſſern verdrängen. Doch auch hierzu iſt durch die wiſſenſchaftlich geordnete Baumſchule im großen Garten bey Dresden der erſte Grund gelegt. Dankbar müſſen noch unſere Nachkom- men des Gründers dieſer Anlage gedenken: Sie iſt mei- nes Wiſſens von dieſer Größe, Vollſtändigkeit und Cin- richtung, die erſte und einzige in Deutſchland, und es dürfte eine beſſer geordnete ſelbſt in Frankreich nicht auf- zuzeigen ſein. Wie matt jedvch' auch auf die Meinung kommen könne,' daß'gerade unter ſchr'großen ſich! weit'in das Feld' ausbreitenden"das allerſchönſte! Getraide wachſe, davon habe ich früher ſerbſt' die"Erfahrung ge macht; indem ich unter ſolen und Mäuſe die- nen, zeigen an den beſchädigten Sääten der anſtoßenden YAFerbeete ihren'großen Nachtheil, um wie viel größer würde dieſer"aber von beſchatteten Feldreinen ſein; da Schatten und Feuchtigkeit das Leben und die ungeheure Vermehrung der Schneen beſonders begünſtigen. Gegenbemerk."Dieſe Einwendungen ſind'an ſich gegrün- det, aber nicht ſo erheblich, als"es ſcheinen möchte. 3%n vielen. Gegenden Deutſchlands ſind/ die Ae>er der Bauern in ſo. kleine Theile vertheilt, daß an ein Querpflügen! gar nicht zudenken iſt, und den- noch: baut man dort) viele! und. gute"Feldfrüchte; auch"giebt es"Gegenden, worin jeder Feldfluhr hunderte'von/'Grasrainen liegen die meiſt mit Bäumen bepflanzt ſind, ohne'daß- die: Sign Uebel ſo groß erſchienen,; Wir wollen dadurch keineswegs den Grasrai- wen das"Wortreden, öder das'Querpflügen für unnüß halten 5“ ſondern erklären dieſes vielmehr für nüßlich unddie Grasvaine" zwiſchen den Fel- Hier handelt'es"ſich aber nicht darum, ob es beſſer ſey, das Querpflügen onzuweuden und keinen Grasrain,zu dulden; ſon- dern ob es beſſer ſey, Artland mit Grasrainen und ohne Querpflügung.zu haben, oder gar kein Artland- aufdem Waldboden. Bei dem gänzlie chen Mangel einer Sache, fallen allerdings die daz; mit verbundenen Nachtheile. weg, aber auch die daraus hervorgehenden Vortheile. die Frage zu beantworten: Gewährt uns die Baumfeldwirthſchaft. bei der mminder vollkommenen Feldbearbeitung noc) einen; Veberſchuß, oder iſt es. beſſer, ſie garnicht zu ha- dern für nachtheilig. Hier gilt es Es Hen ſv vieleylei;- was wir nur. nbabiähunn weiſe erlangen können. So; würde es z- B. auch | 125 weit: beſſer ſeyin, das Kornyzu erudten, ohne es vorher zu ſäen z'- da es aber nicht“auders iſt, ſo ſäen. wir es und'-bearbeiten noch obendrein das Land. H, 9..G.) 5) Wuürden-von den zur Bepflanzung der Reine vorgeſchlagenen Bäumen die Eichen, Erlen und Wallnüſſe ausSgenommen werden müſſen; da das Laub dieſer Bäume in beträchtlicher Menge und. von Schnee und Näſſe ausgelaugt/ auf die meiſien Saaten ſehr nachtheilig wirkt. Endlich möchte im allgemeinen auch wohl nicht atizunehmen ſeyn, daß durch ſolche Bepflänzungen das Klima verbeſſert werde 3; weil die Cinwirkung der Sonne beſchränft, die aufſteigenden Dünſte zurü&gehalten, und die Warme des Bodens ſelbſt vermindert würde. Nur da, wo Gegenden von dem Nord= und Nord- Oſtwinde beſonders litten, könnten ſolche Vorpflanzungen zur Verbeſſerung des Klimas beitragen. ! I< komme nun zu dem Vorſchlag eines minder ſchwierigen Feld- und Waldwechſels; deſſen auch ſchon Der Oberforſtrath: ſelbſt"gedenkt, und der zwar im klei- nen aber auf eine ziemlich"ähnliche Weiſe mitdem vor- zuſchlagenden bereits im Norddepärtement wirklich ſchon getrieben wird. Cine Furze Aufzahlang aller)der Vor- theile, die eine Wechſelwirthſchaft im Großen, mit Feld und“Holz) herbeiführen“ würde ,' möge jedoch" hier vor- auögehet, 124 Ein noch ſo gut gedüngtes Feld/hat nie den Werth eines geruhten AFers in alter Kaſt: Der friſche Dün- ger wirkt beim Getraidebau mehr“ auf das Stroh und bewirkt oft Lagergetraide. Eine. ungeſchi>te Fruchtfol- ge erſchöpft ſehr bald die Kräfte des Dungers, oder ver- eitelt deſſen Wirkung. Ein gerühter Aer hingegen in alter Kraft gewahrt einen weit vorzüglicheren Erttag au Körnern und bietet mehrere Jahre lang der erſchbpfend- ſten Fruchtfolge Troß.;: Wie unbenußt gehen aber jekt dieſe Krafte für die Meuſchen verlohren, da Holz- und Feldfrüchte nur immer auf ein und demſelben Boden erzwungen werden ſ ollen. Wie wohl würde der Landwirth mit ſeinem Dun-, ger ausreichen, wenn er Ruhe und alte Kraft in Verbin- dung wirken laſſen könnte. Welcher Ertrag müßte erz folgen, wenn Holz auf cultivirtem AFerlande und. Feld- früchte auf geruhtem Holzboden in Wechſel erzeugt wür- ven. Wie unbedenklich könnte hier das Aerland ver- größert werden, wo der Ertrag in gleichem Verhältniſſe) ſich mehrte und Erſchöpfung nicht;zu fürchten wäre. Wie leicht könnten auf dieſe Weiſe und ſo allmählig Urbare machungen im Großen ausgeführt werden, die ſonſt nar mit vielen Koſten und, bey den meiſten Bodenarten, mit ſehr großer Gefahr unternommen werden können.== Wie ſehr. würde endlich eine ſolche AFervergrößerung; die öfters zum Aushau der Höfe ins Mittel der Be«- 125 ſißung nöthig würde, das.ſo vielſeitig nüßliche Arron? diſſement befördern. Der Vorſchlag zu einem ſolchen Wechſel iſt nun dieſer: 1) Alles Land, welches ſich zum Feldbau nicht eig- nete und ſeiner Natur nach der Holzkultur angehörte, oder ausgezeichnete Stellen für die Obſtbaumzucht darböte, dürfte: größtentheils zum'"Anbau hoher Hölzer und zuin Obſibau beſtimmt werden. 2). Aller Boden hingegen, der zum Feldbau an- wendbar wäre, würde zur abwechſelnden Benutzung mit Feldfrüchten und mit Buſch- und Schlaghölzern ver- wendet. 3) Ein Beſißer von Aerland. und Waldung würde ſo verfahren: angenommen, er habe 100 Aer zum Feldbau paſſenden Holzboden, oder er habe nur 50 Ader dieſes Bodens und nehme 50 Aer ſeiner abgelegenen Felder dazu; ſo würde er dieſe 100 Aer in 24 bis 30 gleihe Schläge eintheilen 3 hiervon würden 12 bis 15 Schläge zum Geträide- und Fut- terbau und 12 bis 15 Schläge zum Holzbaue be- ſtimmt 3; beim Schluſſe der Feldrotation mit Gerſte, Hafer 2c. würde die Holzſaat mit untergebracht und dieſer Schlag dann bis 25 Jahr.dem Holzwuchſe überlaſſen 3 dafür würde ein 12 bis 15 jähriger Holz? ſchlag abgetrieben, gerodet, und zum Feldbau gezo- gen; ſo daß jeder Holzſchlag na< 32 bis 15 Jahren 126 Rühe und Laubdüngung zum Getraidebau, und-zeder 12 bis 15 Jahre lang bearbeitete und gedüngte Ge- traideſchlag zur Holzkultur überging. Der Gewinn für beide und insbeſondere der Tauſch einer jetzigen Holz» weide mit einer Futterbrache für die Schäfereyen ſpricht zu für ſich ſelbſt, als daß hierüber ein Wort noch beyzufügen wäre. Eine Vergrößerung des Feldraums, und zwar..um 50 Aer, fände nur imer ſten oben angenommenen Falle ſtatt 3 Vergrößerung des Ertrags und-Verminderung des-Düngerbedarfs. und alſo der Produktionskoſten gewiß in beiden Fällen. Die erſte Probe dieſer Art möchte wohl von mir ſelbſt und zwar auf einem entfernten Vorwerke gemächt werden.- Hier werde ich einen Theil des Waldes in „4 Schläge theilen und denſelben von der Morgen- und Abendſeite öffnen.;: Die Behandlung dürfte folgende ſeyn: Das uſte Jahr Bearbeitung des Bodens; --=="Kartoffeln in Kalk, der ziemlich in der Nähe zu haben iſt; -. Zte=- Gerſte mit Kleez -- 4te“== Kleebenußung; -- dte=- Scaafhutung; -=-- 6te== Roggenz Erbſenz Roggen, in halbe Düngung;*) | -.„te -- 8üte | *) Anmerk.. Unter halber Düngung verſtehe i< 10 Fudex Miſt zu 20== 22 Zentnet das Fuder, auf xz Sgc<ß, ACFoxr, 127 Das gte Jahr. Hafer z == 10te== Mengekorn zur grünen Fütterung, in halbe Düngung; -= 1 ite'==: Roggen; == 12te'==! Hafer mit untergebrachter Holzſaat. In 42. Jahren. alſo eine, volle-Miſt= Dünz gung. Bey einer folgenden Rotation könnte mit etwas verſiärkter Düngung» eine vierte Winterung ohne Be- denken eingeſchoben,' und dieſe Wirthſchaft, der Aus- ſaat nach, gleich.einer dreyartigen geführt werden. Veber das Detail der Ausführung. würde ſich leicht ein Buch ſchreiben laſſen; jür erfahrne Landwirthe duürf- te aber dieſe kurze Andeutung ſchon hinreichend ſeyn, und blos für ſoiche habe ich dieſe wenigen. Zeilen mit dem herzlichen Wunſche niedergeſchrieben? daß es einem oder dem andern gefällig ſeyn möchte, ebenfalls ſeine Gedanz ken über dieſen höchſt wichtigen Gegenſtand-söffentlich be- fannt zu machen. Hierdurch, bin ich verſichert, würde dem. Verlangen des ehrwürdigen Verfaſſers. der Bäum= feldwirthſchaft, dem es nicht ſowohl um das Neue, ſon- dern um das Gute zn thun iſt, am gemäßeſten gehandelt werden; indem die-von' ihm ausgegangene Jdee, in ſo weit ſie das-landwirthſchaftliche Gebiet umfaßt, auf dieſe Weiſe am zwe&mäßigſten für die Ausführung be- arbeitet werden' würde."Möge ſich derſelbe:von meiney hohen Achtung auf das vollkommenſte überzeugt halten, 128 Gegenbemert. Mit herzlichem Dank nehmen wir die „neue Anſicht. des Herrn Stiftöhauptmanns- von Gablenz auf; und behalten uns vor/ zu einer andern Zeit umſtändlicher darüber zu ſprechen. Jetzt theilen wir noch einige' Worte aus der Rede mit, welche bei Eröffnung der Forſtakademie zu Aſchaffenburg am 15. November vorigen Jahres von dem Director, Herrn Landesdirectionsrath Bauer, gehalten worden iſt. Nachdem der Redner angegeben hat, wo- durch der alte Reichthum der deutſchen Wälder vorzüglich vermindert worden iſt, fährt er fort: „Auch abgeſehen von dieſen Hauptepdhen der Waldverheerung, zeigt uns die vergleichende Zuſams-- menſtellung der ſtatiſtiſchen Tafeln, wie ſehr die zu? genommene Bevölkerung, der erhöhete Wohlſtand und der geſteigerte Nationalreichthum den Verbrauch der Wälder über die Möglichkeit ihres Ertrages ge* ſieigert haben, und es entſtehet die gegründete Be- ſorgniß, es möchte die Epoche nicht ferne ſeyn, wv ver Fortſchritt der Nationalinduſtrie an der Unzureichen- heit der Wälder ſeine Gränzen finden müſſe.“ „„Det alte von vielen früheren Jahrhunderten unberührte, in ungeſtörter Ruhe üppig verehrte Reiche? thum der Waldungen gab dem. Feldbaue ſeinen Bo: den, dem AFersmanne ſeine Feldgeräthe und ſeine Hütte, dem Viehe Nahrung durch: die. Waide. Aus 329 den„Waldungen ſind die gewaltigen. Baue volkreichex Städte hervorgegaugen 3; die Ströme ſind mit. Schiffen aller Gattung verſehen worden 3 aus, dem Reichthume der Waldungen ſind die ausgewäühlten Schachten der Berge aufgezimmert, und die Erze aus deren Stein- maſſen geſchieden worden; die Salzquellen wurden durch ihn zu-Tage gefördert und zum reichlichen Ers trag gebracht. Um Alles in Eines zu faſſen: der Reichthum der Waldungen. war die Bedingung der Kals tur von Europa.“ „Daß dieſer Reichthum, beſonders in Deutſch: land, ſo groß und mächtig war, hat unſeligerweiſe den Wahn veranlaßt, und in manchen Köpfen noch bis jekt erhalten, dieſer Reichthum ſey auch uner- ſc<öpflich=- und gerade dieſer Wahn iſt es, durch den die Kultur deutſcher Nation, ihr Gewerbfleiß und ihr Nationglreichthum, früher, als der Lauf menſchli. ſt mit auch jeder aus gleichem Zwe& entſprungene Einwurf und Widert- ſpruch willkommen. Wer nun ebenfalls aus reiner. Ab- ſicht über dieſen Gegenſtand zu ſprechen wünſcht, der wird es gewiß'am liebſten in dem Sprechſale thun, welz- chen ich hiermit in dieſen Heften eröffne; und ich bitte daher um gütige Zuſendung belehrender Aufſäß?y ,. welche der Hr, Verleger diefer Schrift ſehr gern honoriren wird, 151 Syſtems gemäht werden. Der Forſtimann muß in der That. die Verſchwendung der vegetabiliſchen Krafte bedauern, welche im Kampfe der einzelnen Pflänzchen lediglich auf wechſelſeitige Vernichtung vergeudet wer- den, da, wo dichte Wiederwüchſe emporkommen und nach filzartigem Verwachſen in einander ſich ſelbſt. jedes nährende Element ſtreitig machen, bis die vorherrſchen- den mit UnterdrüFung der übrigen zum Baum erſtarkt ſind, Dieſer unnatürliche Kampf, in welchem von 10000 Pflanzenindividuen nur 500 übrig bleiben und zur Baumreife gelangen, würde durc) die Baumfel- derwirthſchaft mit Föderung der Totalproductioy ente behrlich gemacht. Sodann iſt nicht zu zweiſeln, daß durch dieſe Operation ein größerer Vorrath von nuß- baren Laubholzarten erzielt werden würde. Der Land- wirth kann dem Vorſchlag ſeinen Beifall nicht vor- enthalten, da die Befriedigung mehrerer ökonomiſchen Bedürfniſſe ſehr erleichtert wird. So hat z. B. die Huth in den älrern Baumfeldbeſtänden ganz und gar keine Schwierigkeit, und dieſer Zankapfel zwiſchen Land- und Forſtwirthen iſt dadurc) ganz entfernt. Dieſes Vereinigungsmittel von zwey ſonſt entgegengeſeßten In- tereſſen muß für den Staatswirth beſonders anziehend feyn.“ In den Oekonomiſchen Neuigkeiten und Berhand- lungen. Herausgegeben von Chriſtian Carl Andre 2c, 52 152 finden wir im Novemberheft vom Jahre 1819 Sei: te 567 eine Anzeige von unſerer Schrift. Nach Anz führung ihres Titels ſagt der Rez. „„Unter dieſem Titel hat der Verf. eine eben ſo neue als fruchtbare Idee zur Sprache gebracht, welche wahrhaftig die größte Beherzigung verdient.== Nie- manden wird es gereuen, dieſe kleine Schrift== die aber in den paar Bogen Stoff zu di>en Bänden ent- halt= zu leſen, und nach Umſtänden=- darnach zu handeln. Ich glaube zwar, daß bei uns im geſegneten Oeſtreichiſchen wohl noh lange fein Mangel an Holz und Brod ſein dürfte,== demohngeachtet iſt Herrn Cotta's Baumfeldwirthſchaft nicht nur ganz anwendbar bei uns, ſondern wird uns auch bei größe- rem Ertrage der GrundſtüFe, ganz ſicher vor dem Mangel diejer 2 Hauptbedürfniſſe ſchüßen! Ganz vor- züglich dürfte ſich dieſe Bewirthſchaſtung für kleine Garsbeſißer und den Landmann überhaupt eignen. Diez ſe töunen ſodann guten Theils eigentlihe Waldun- gen entbehren, denn ſie erziehen ſich auf eine ganz ein- fache, wenig koſiſpielige Art ihre Holzbedürfniſſe auf andere Art, und können dann ihre Waldungen vielleicht viel vorrcheilhafter als Feld, Wieſe oder Weide be- nußen. In der Regel.eignen ſich ohnehin kleine Wald-" hölzer, wie man ſie bei kleinen Gütern und Gemein- den trifft== oder gar nun vollens einzelne Bauerwälz 1535 der== nie als Objekt einer ordentlichen geregelten Forſtwirthſchaft. Durch dergleichen Verminderung an Waldfläche geht nicht nur nichts an Holz verloren, da na<4 Herrn Cotta's Vorſchlag die Felder, Wieſen und Weiden mit Bäumen bepflanzt werden ſollen, ſonz dern es verſc enthält die landwirthſchaft- liche Zeitung, herausgegeben von GO. H. Schnee, im Septemberheft vom Jahr 1819. Der mit S,. unterzeich- nete Verf. eines Aufſaßes ſpricht auch von der Baum- feldwirthſchaft= ob dafür vder dagegen? kann man ſo eigentlich nicht wiſſey, da überhaupt der Sinn ſchwer darin 393909 Nicht als ob wir den nachſtehend bezeichnedew Gegner zu den ſcharfſinnigen zählten, ſondern um die & vben von uns gerühmte lebhafte Theilnahme zu bele- gen, die an unſerer Lehre genommen wird,“führen. wir ſchließlich nor an, daß man es ſogar dem Orte, der Zeit und der Würde der„Handlung„angemeſſen gehalten hat, bei der feierlichen Einweihung der Königl. Baier- ſchen Forſtakademie, zu Aſchaffenburg die Baumfelds wirthſchaft bei den ausgebrachten Toaſten== nämlich dieſen gegenüber, wie das Peregt dem Vivat-- zu er? 3zmnemomn emden m nmmun aufzufinden iſt,= Ex macht vorzüglich ſeine Bemerkun- gen über die 3 vorſtehend Seite 135 ſc