Die Verbindung des Feldbaues mit dem Waldbau oder die Baumfeldwirthſchaft, ee it women Von Heinrich Cotta, Königl. Sgaer und rechnet, daß uur ZF davon aufgehet? ſo erſcheinen doc) auf dem Aer 375000 Pflanzen, während zur Zeit der Haubarkeit nur wenige hundert Stämme übrig ſind, hunderttau? ſende alſo verkümmern mußten. Die Natur ſtreut aber den Holzſaamen in den Waldungen noch veichlia cher aus, und es feimen Tauſende von"Pflanzen auf einem Raume, den zuletzt ein einziger Baum nöthig hat. Dieſer Ueberflaß von Pflanzen iſt nun nicht etwa blos unnüß, ſondern ſehr ſchädlich, weil eine Holzpflanze die andere im Wachsthume hindert. Aber auch davon abgeſehen, ſo geht man doch auf jeden Fall höchſt unökonomiſch mit dem Boden um-/ wenn man ſo viele Pflanzen, die nicht nußbar werden können, auf einem Raume wachſen läßt, wo man ets was. Nüßliches erziehen könnte. Wenn der Gärtner, ſchvn bei ſeinen einjährigen Pflanzen, zwiſchen den ſpäterreifenden Gewächſen, in der Zeit, wo dieſe noch klein ſind, mit Vortheil frü2 herreifende erzieht; warum. ſoll es der Forſtwirth nicht mit weit mehr Vortheil thun, im Walde, wo die junz gen Pflanzen viels Jahre lang ſo wenig Raum== der alte Baum aber ſo vielen bedarf. 7 Dabei war alſo der Grundgedanke: Man kann den Waldboden beſſer benußen, wenn man ſtatt der Ueber? zähl von Holzpflanzen ,- welche durch ihre Menge ſchäd- lich ſind, lieber. Feldfrüchte oder Gras erzieht, indem man dadurch nicht. nur eine frühere, ſondern auch eins weit größere Zwiſchennutzung erlangt, als das Holz zu geben vermag. Hierbei zog im nun folgende drei Era fährungsſätze in Betracht: 1) Der Boden wird fruchtbarer, wenn er umges arbeitet, aufgelo>ert und dem Einfluſſe der Luft auss geſckt wird. 2) Der Wuchs eines freiſtehenden Baumes iſt weit ſtärker, als der Wuchs eines im vollen Schluſſe, auf gleichem Standorte ſichenden, von der nämlichen Holzart. 5) Die Abwechſelung mit den Gewächſen gewährt beſſere Ernten. Den erſten von dieſen Säßen nahm ich als ausz gemacht an, und hielt ihn beſonders in Beziehung auf den Waldboden für wichtig. Es giebt in unſern Waldungen, wie ſie jebt meiſt beſchaffen ſind, ſo ſehr vielen öden mit Gras und Unz fraut überzogenen, allen atmosphäriſchen Einwirkun- gen unzugänglichen und in ſeinem jeßigen Zuſtande une fruchtbaren Waldboden- der- wenn man ihn bearbeitet, aufloc>ert, mengt, eine Zeit lang wie ordentliches Acer: land behandelt und düngt, in aller Hinſicht beſſer und duch zur künftigen Holzerziehung geſchi>ter und ſrucht- 8 barer wird. I< durfte folglich von dieſer Seits mit Recht bedeutende' Vortheile für ven. Holzanbau erwar? ten, und wenn ich meinerſeits die Fälle noch. nicht gez nau bezeichnet habe, wo vergleichen Umarbeitungen des Waldbodens von großem Nutzen ſind, oder wo ſie ſchäd- lich werden können; ſo verdiene ich dadurch gewiß we2 niger Vorwurf. als- diejenigen, welche eben. ſo unbez ſtimmt die Waldbodenbearbeitung allgemein für-nachz theilig erklaren. Durch richtige. Bearbeitung kann jeder Boden, ſelbſt der ſchlechteſte, verbeſſert werden. Der zweite Saßz iſt no< von niemanden beſtritten worden, und ſelbſt die Erfahrungen, welche ver erklär: teſie Gegner zur Widerlegung meiner Lehre mittheilt, zeigen- daß. der. Wuchs einzeln ſtehender Bäume viel größer iſt, als der Wuchs von den auf gleichem Bo- den im Schluſſe erwachſenen."3 Was den dritten Satz betrifft, ſo finden wir ihn bei der Feld- und Gartenwirthſchaft durchaus wahr, und es iſt kein Grund vorhanden, warum es bei den Waldbäumen anders ſein ſollte. Wennaber auch dies wäre; ſo würde doch immer dieſer Saß in Beziehung auf die Abwechſelung mit Holzund Getreideunbeſtreitz bar ſein, und wenn wir einen Waldboden, der vielleicht noch nichts anders getragen hat, als Holz, eine Rei- he von Jahren mit“ andern Gewächſen beſtellen, nach= her aber wieder Holz darauf erbauen; ſo werden bei wann omm en-t ») Siehe Hundeshagens Prüfung der Cottaiſchen Baumz feldwirthſchaft, Seite 21. 9 dieſer Abwechſelung beide== das Holz und die Feld- früchte= im Wachsthame gewinnen. Geleitet durch die oben erwähnte Grundidee, daß man bei dem langſamen Wuchſe des Holzes den Wald- boven zu. ſchlecht benußt, und geſtüßt auf die vorſie- henden drei. Erfahrungsſäße, ſchlug ich nun vor: Man ſollte den Waldboden an ſchiF&lichen Orten bearbeiten und etliche Jahre mit Feldfrüchten beſiellen, ſodann eine dem Standorte, dem Zwe>e und den Be- dürfniſſen angemeſſene Holzart"reihenweiſe dergeſtalt pflanzen, daß die Baumreihen 1 bis 4 Ruthen=- die Stämme ſelbſt aber in dieſen Reihen nahe an einander zu ſtehen kämen. Zwiſchen dieſen Baumreihen ſollte der Feldbau ſo lange betrieben, oder das Gras ſo lanz ge benußt werden, als es das heranwachſende Holz er? laubte.' Wollte man dabei den Getreidebau oder den Graswuchs vorzüglich begünſtigen, und beides länger benußen als gewöhnlich 3 ſoſollte man die Baume aus- ſchneideln und das Laub zum Viehfutter, die Nadelholz zweige aber zur Einſtreu verwenden. Nachdem die gepflanzten Stämme ſo groß geworz- den waren, daß ſie ſich im Wacsthume hinderten, ſollte man ſie allmählig auslichten und mit dieſen Durch- hauungen ſo lange fortfahren/ bis zuletzt noch die an- gemeſſene Anzahl von Bäumen übrig ware; Die' gegründeten Einwendungen, 3. B. daß vie- le Waldungen ſich wegen ihrer Lage und Beſchaffen- heit nicht zu dieſer Wirthſchaft eigneten, vaß man nicht glle Holzſortimente. bei dieſem„Verfahren erziehen könn- 50 te 16. habe ich dabei wohl erwogen und beſeitigt, zu? gleich aber auch ausdrü>lich erklärt, daß nicht alle Waldungen auf dieſe Art behandelt werden ſollten, ſons dern daß unſere gewöhnliche Forſtwirthſchaft neben diez ſer Baumfeldwirthſchaft fortbeſtehen, und durch Aufs- hebung nachtheiliger Servitute=- was am leichteſien vurch die Baumfeldwirthſchaft zu bewerkſtelligen iſt=> zu einer größern Zollkommenheit erhoben werden ſolle, Da man nuw.-bei- richtiger Anwendung der Baum» Feldwirthſchaft in den eiſten 20 Jahren, wo die ges wöhnliche Waldwirthſchaſt uoch gar nichts. giebt, Frucht und Gras erziehen; nachher aber, wo in den Waldunz gen die Durchforſtungen anfangen, dieſe hei der Baum- feldwirthſchaft ebenfalls machen kannz da bei ihr die Hu- tung. länger und Fräftiger beſteht, ohne dem Holze zu ſchaden 3; da zuletzt bei der Haubarkeit eben ſo viel Bäu- me vorhanden ſein können, als man zu dieſer Zeit auf ven gewöhnlichen Schlägen findet,(indem ſolches ganz von unſerer Willkühr abhängt) und da jeder von diez ſen Bäumen bei ſeinem freiern Stande durchſchnitt lich gewiß in der halben Zeit eben ſo viel Holzmaſſe enthält, als im geſchloſſenen Walde auf gleichem Boz denz ſo liegen die Vortheile dieſer Behandlungöart klar vor Augen. Um ſie jedoch noch beſtimmter herauszuheben, wol2 fein wir uns zwei gleich gute und zur Baumfeldwirths ſchaft taugliche Fichten- Reviere, No. 1. und No. 2.) denken, die beide bisher bei einem 120jährigen Ums 33 triebe auf gewöhnliche Art behandelt wurden, und von denen jedes 1440 A>er groß iſt. No. 1. ſoll wie bisher fortbewirthſchaftet werden, man hat alſo jährlich 12 Aer abzuſchlägen. No. 2+ wird zur Baumfeldwirthſchaft beſtimmt und im dieſer Beziehung auf 6ojöhrigen Umtrieb geſeßt, was bei der Bauinfeldwirthſchaft deßhalb geſchehen kann, weil man durch ſie in der halben Zeit wenigſtens: eben ſo ſtarke Bäume erlangt, als es auf" gleichem Boden im Schluſ- ſe möglich iſt. Dabei hat man alſo jährlich anſtatt 12 Aker- künftig 24 Aer abzatreiben. Daß man dabei gleich anfangs auf einem ESdltla- ge von 24 Adern jährlich mehr Holz erlangt, als auf einem Schlage von 12 Adern, iſt klar; wir ſeßen aber dieſen aus der vergrößerten Schlagfläche im Anfange unmittelbar hervorgehenden Ertrag jeßt ganz bei Sei2 te, und faſſen blos den Unterſchied ins Auge, welchen die Baumfeldwirthſchäft an fich hervorbringt. Die Kulturkoſten des 12 Aer großen; Schlags von No. 1. werdeu dem Waldbeſitzer für ſeine Perſon nur ſelten wieder zu Theil, weil er die Holzbenußtzung nicht leicht wieder erlebt. Er muß alſo bei der gewöhn- lichen Forſiwirthſchaft nicht nur Geld ausgeben, ohne wieder etwas dafür einzunehmen, ſondern muß auch meiſt für ſeine ganze Lebenszeit jede andere Benutzung von einem ſolchen Schlage entbehren, dabei aber doch den Forſtſchuß beſorgen und vielleicht auch noch foſta ſpielige Nachbeſſerungen machen. Ganz anders iſt das bei No, 2. Die Auslage für die Bodenbearbeitung wird in den erſten Jahren durch den Fruchtbau erſeßt, wie die Verpachtungen der Holzſchläge, zur Fruchterziehung auf nur etliche Jahre, beweiſen. Rechnet man nachher, wenn die Reihen- pfianzung mit jungen Fichten geſchehen iſt, den Frucht- erirag vom aſien bis zum 20ſien Jahre auf den Aer durchſchnittlich nur zu 4 Thaler; ſo bringt der 24 Aer große Schlag in 20 Jahren 1920 Thlr. ein, wobei in dem ganzen Zeitraume noch keine Zinſen gerechnet ſind. Vom 2oſten Jahre an, ſoll weder Frucht- noch Heuertrag mehr in Anſchlag kommen; nehmen wir aber dagegen an, daß von jener Zeit bis zum 4oſten Jahre obiges Kapital mit 5 vom Hundert verzinſet werde, ſo erwächſt dieſes. bis dahin zu der Summe von 33840 Thalern, und bis zum 6oſien Jahre würde dieſe Sum- me ſich abermals verdoppeln, mithin 7630 Thaler-be: tragen, ILir könnten dabei auch noch die Weide und die bis dahin gewiß ſchon einträglich gewordenen Durch- forſtungen in Anſchlag bringen, wollen jedoch dieſe bei vem, Geldanſchlage gänzlich übergehen. In dem bojährigen Alter wird dann von den auf No. 2« bei freierem Stande erzogenen Fichten ein Stamm in den andern gerechnet gewiß eben ſo viel Holzmaſſe enthalten, als bei No. 1. im 12oſten Jah- re, und die Stamumzahl wird bei No.- 2. auf x Aer ſv groß ſein können als bei No, 1,3 da man aber vort 24 und hier nur 32 Aer zu ſchlagen hat: ſv wird auch in der halben Zeit der Ertrag dort dop- pelt ſo groß ſein, während bei No, 1. nach der ge- wöhnlichen Bewirthſhaftungsweiſe der Ertrag von"den Durchforſtungen verhaltnißmajig nur ſehr gering wäre. Nachdem ich in dem erſien Heftchen dieſer Schriſt die Jdee der Baumfeldwirthſchaft auf vorſtehende Art entwikelt und abgeſchloſſen hatte; ſagte ich daſelbſt Seite 19= gleichſan1 im Borbeigehen: Es gabe auch Telder, welche kaum die Bearbeitung lohnten'; zu gro- ße ſchlechte Felder aber, die nicht ördentlich bearbeitet werden könnten, wären oft den. Beſitzern nachtheilig 3 auf der Halfte des Landes würden ſie bei hatbey'Ar- beit einen gleich großen Ertrag haben, und“ ich rieth daher, dergleichen ſchlechtes und überflüſſiges Land lie- ber zur Holzerziehung zu verwenden. Nächſidem- erwähnte ich daſelbſt,- ebenfalls“nur beiläufig, daß.man auch auf den beſten Feldern, auf welchen man den Fruchtbau niemals aufgeben wollte, in vielen Gegenden durch den erweiterten Obſibau mehr Holz und mehr Nahrungsmittel erlangen könne. Dieſe Stellen hat man nun ſo mißdeutet, als wolle ich alles Feld in Wald, und allen Wald in Feld verwandelt haben. Gegen eine ſolc&ert“ und dem Einfluß der Luft ausgeſeßt wird. Es iſt in dem Preußiſchen Forſtweſen ſelt länger denn 50 Jahren eingeführt, große Waldblößen, wenn der Boden nur nicht aus zu lo>erm Sande beſteht, vor der Hölzſaat, 2 bis+3 Jahre zum Kornbau in Beaderung 828zuthun, mithin durch den Kornbau gufz lodern und der Luft ausſeßen zu laſſen. Die angren« zenden Grundbeſißer übernehmen dieſe Beacerang gern, zahlen für den Morgen in der-Regel jährlich 4 bis 6 gy. Pacht ,/ bea&>ern das Land zur Holzſaat unentgerdlich, wenn dieſe Saat nicht unter. der leßterü Kornſaat bes wirkt wird, und liefern überdies größrentheils die Holze ſaat frei- Die"Pächter müſſen. daher bei der Bea>e- B 33 rung ihre Rechnung finden, nicht weniger äber auch die Forſten. Es werden die Kulturkoſten“erſpart, und wenn nicht ungewöhnlich ungünſtige Witterung“ einge treten war„* habe ich, in dieſer Art erzogen, in der Re- gel die gleichwüchſigſten und ſchönſten Anlagen gefun den. Den Beweis hiervon findet man in den Maärſi- 1! ſchen Forſten Faſt allgemein. - Daß ein von aller Fruchtbarkeit entblöſter, todter Boden zur Beacterung nicht taugt, verſteht ſic) von Feibſt.>> Doch aber habe ich auch in ganz fliegendem Saude', in ebener Lage und dem Windzuge nicht zu ſtark ausgeſeßt;. recht gute Kiefern- Anlagen gefunden, u deen der Boden bei völler Winterfeuchtigkeit recht rief gepflügt und nach der Saat mit Strauch ſchwach +25 bedec>r war. Ungepflügt waren die Anlagen nicht 5e- ratheit.' Dae ater. Saks... Der. Wuchs. eines freiſcehenden Baumes iſt weit ſtärker, als der. Wuchs eines in vollem Schluſſe auf gleichem Standorte jiehenden, von der nämlichen Holzart.“ke Es beweiſen dies nicht allein die an den Randern der Forſten, au den Wegen, in Alleen und auf Räum- “den ſtehenden Bäume, ſondern auch die Durchforſiun- gen. Da Durchforſtungen in den großen Preußiſchen Staatsforſten"nicht eingeführt waren, weil die natür lich abſtehenden Stängen, zur“ Befriedigung der Be- dürfniſſe der Unterthanen, zum Raff- und Leſeholz gerechnet werden,„ſo habe ich hierüber in einigen Kiez 19 fernforſten Verſuche angeſtellt. Von Fanz gleichwüch- ſigen, in Verbindung liegenden Beſtänden ,: von"ganz gleichem„Boden 7 DTheilicht geſtellt; zeigte ſich ſchon nuch 5 bis 4 Jahren der auffallendſte Unterſchied: Ob dagegen durch Ausſchneidlungen-inafreiem Stande gerade und ſchlanke Baumſtämme erzogen wers den Fönnen, darüber fehlen mir alle Erfahrungen Kiefern und Birken“ in ſchmalen Streifen nicht über 2 Fuß breit aus dem. Saamen/gezogen ,. zu geraden ſchlanken Stämmen ohne Ausſchneidlung erwachſen; mit wenigen Seitenäſten, ſind mir. wohl vorgekomuien> von Ausſchneidlungen habe ich aber nur einen erwäh= hungswerthen Fall gefunden. Dies“ iſt nämlich! eine Eichen- Anlage in Hinterpommern,"die auf einer be- deutenden Blöße aus dem Saamen angezogen und in der Jugend durch Fröſte ganz verkrüppelt war.“ Der Forſtbediente, ein fleißiger Mann, hatte dieſe verkrüp- pelten jungen Cichen durch Ausſchneidlungen in die Höhe gettieben, und als ich dte Anlage ſah, waren die Stamme“ 25 bis 50 Fuß ho vorgekommen. Cs werden. hier nämlich zunge Eichen, in etwa 12jährigem Umtrieb, in9sbezs ſondere zur Benutzung. der Rinde unrerhalten. Nach- dem die/jungen Reiſer zu dieſem Zwe auf dem Stamm geſchält und die nußbarſten'BandſtöFe herausgeſucht, wird das Holz abgetrieben, mit Borſicht verbrannt, der Boden mit der Aſche gedüngt und ein paar Jahr mit Korn beſäet., Eine andere dergleichen Wechſel- wirthſchaft habe ic) im Bätowſchen Kreiſe in Hinter- pommern"angetroffen, wo im Kieferboden die etwa 2.0jährigen Beſtände ſtrichweiſe abgetrieben und na Soviel über die Säßze, welche der Baumfeldwirthe ſchaft'zum Grunde liegen; ic) wende mich nun zur Anz wendung der Wirthſchaft ſelbſt und will zu dem Ende zunächſt das Intereſſe der Privatwald- Beſitzer in Hin? ſicht auf rationelle Forſtwirthſchaft hier näher beleuchten. Geld iſt'der große Hebel, um den- ſich alles dreht; Die rationelle Forſtwirthſchaft beſchräuft die Benußung der Forſten, in Umtrieben, welche der Produktionskraftz oder doch wenigſtens dem Local- Bedarf und der Geles genheit zum Abſatz am angeweſſenſien ſind /- auf den jährlichen Zuwachs, welcher nachhaltig erfolgen kann, und verlangt, daß“ die abgeholzten Diſtrikte ſofort mit Holz wieder in Anbau gebracht werden Beides ſtimmt“mit'dem pecuniären Intereſſe des Waldeigen- thumers ſehr ſchlecht. Holzbefiände, welche 3.'B.'in einem Hochwalde bei 100jährigem Umtriebe, auf eis ne T0ojährige Benußzung verſpart werden müßten, wenn fie. in wenigen Jahren. abgeſetzt werden können, geben- bei irgend günſtiger Gelegenheit zum Abſatz mindeſtens ein Kapital, deſſen Zinſen die ganze Nutzung der näch» haltigen Wirthſchaft de>en. Dem Waltdeigenthümer bleiben dann noch 5 ſeiner Forſt- und die abgetriebe- 25 nen Diſtricte als reiner Ueberſchuß." Cs. iſt in'der That eine große Zumuthung, einem Privatforſt- Eiz " genthümer, für das allgemeine Intereſſe, eine ſo gro- ße Aufopferung auflegen zu wollen, Cben ſo. dempe- cuniären Intereſſe entgegen iſt der ſofortige Anbau. der Abtriebe mit Holz. Die haubaren Beſtande, in der Regel nicht zu geſchloſſen,„geben dem Cigenthümer, als Weideländer, die beſte Nutzung, welche um ſo mehr in Betrachtung kommt, je mehr der Boden zum Graswuchs geeignet iſt, und je mehr der Cigenthümer ſich auf Schaäfereien gelegt hat. Beim Aubaun mit Holz ver- liert der Eigenthümer dieſe Nußung nicht nur während der Schonzeit ,. ſoudern bei gutgeraäthenen Anlagen we- nigſtens ſo lange, bis entweder die große Menge-der in einander gewachſenen Pflanzen ſich durch Unterdrückung oder durch Durchforſtung licht genug geſtellt haben, oft auf Immer. Die Durchforſtung, welche dieſe Aufz opferung zunächſt vergüten-ſoll, tritt. ſo ſpat ein, daß wenige Eigenthümer ſte zu erleben hoffen dürfen. Der Holzanbau-erfordert alſo, ſelbſt wenn er durch natürliz Vielleicht hat Herr Pfeil Gründe, es mit Diez ſeum,neuern naturphilöſophiſchen Staaswirthen nicht verz derben zu wollen, ſeine Erfahrungen würden„ihm ſonſt in jedem größeren oder kleinern Privat- Walde ſehr leicht das Gegentheil. bewieſen haben. Ganz anders iſt es, wenn der Waldbeſißer nach dem Abtrieb ſeiner haubaren Beſtände, bei Einführung der Baumfeldwirthſchaft die entblöſten Flächen in vko- nommiſche Nußzung nehmen und bis die Zwiſchennußun- gen eintreten, aus demſelben die Entſchädigung für die in der Folgen erſt eintretende Aufopferung finden kann. Lange ſchon"habe ic) darüber nachgedacht, wie das Intereſſe der Waldbeſißer für den Anbau und die Un- terhalrung der" Forſten belebt werden könne, aber ich habe nichts. auffinden können, was dieſem ſo entſprä- he- als die projectirte Bäumfeldwirthſchafrt, welche ſo ſehr verdient näher durchgeführt zu werden, als es in der Skißze. des. Herrn Verfaſſers geſchehen iſt. Daß es übrigens Gegenden geben kann, wo eine - ſolche Wirihſchaft jeldſt anſ ſehr gatem AFerlande mit 25 Nutzen einzuführen iſt, ſo fehlt es auch hierikn nicht an"Beiſpielen. In dem Preußiſchem Litthauen,'einex Provinz, welche im Ganzen Ueberfluß an Holz hat, befindet ſich ein bedeutender Landſtrich von vortrefflichem Boden, in den? durc) wachſende Kultur das Holz" ei: nen ſehr“ hohen Preis erlangt hat und die Wälder längſt unter das Minimum beſchränkt ſind. Nur wenige un- bedeutende Staatsforſten liegen in dieſem Landſtrich und troß des Holzüberfluſſes der Provinz iſt hier doch die Holznoth ſo groß, daß die Unterthauen, obgleich ſie es wiſſen, daß ſie durch die gutbeſetzten Poſien nicht"durchkommen können, und obgleich) ſie das des fraudirte Holz über" 4 fach bezahlen müſſen, doch zue Defraudation ihre Zuflucht nehmen und wenn ſie mit dem geſiohlnen Holze aus dem Walde fahren, ſelbſt den Förſter rufen und fich als Defraudanten notiren laſſen. Schwerlich wird es nach dem Vorſchlage“ des Herrn Pfeil einem Staatswirth einfallen, zur Abhülfe dieſer Holznoth, diefen Landſtrich durch Kanäle mir den Gegenden des Ueberfluſſes' in Verbindung zu ſeßen; oder in ihrem, im Herbſt Winter und Frühjahr beina- he unfahrbarem, Boden zu dieſem Behuf Chauſſee anzulegen, wenn gleich der Zeitpunkt nicht mehr fern iſt, wo der Mangel*an Holz, in dieſem kalten Kli- ma, dieſen Landſtrich zu Rückſchritten in der Kultur zwingen dürfte, wenn nicht bald dem Mangel an Holz begegnet wird, welches mit den wenigſten Aufopferun- gen gewiß nur durch die Einführung der Baumfelds wirthſchaft geſchehen kann. 26 Die Staatsforſten im-Preußiſchen änlangend; iſt dagegen die Behauptung des Herxn Pfeil ganz gegrüns det. Es befinden ſich in demſelben noch ſehr bedeu- tende Diſtricte des ſchöyſten Aer- und Wieſengrundes mit Holz ſehr ſchlecht beſtanden und daher als Forſt grund ſehr ſchlecht genußt. Nicht weniger gegründet iſt es, daß viele Dorfſchaften, oft an ſolchen Wieſen- * reichen Forſten grenzend ,' auf dem magerſten Sandbo»* den ihre Kräfte im A>erbau verſchwenden. Sie ex- nähren ihre während dem Winter halb„verhungerten Viehſtände in und auf Koſten dieſer Forſten, oft ſich ſelbſt'größtentheils vom Holzſtehlen, entblößen den Bo- den durch Streurehen, von ſeiner natürlichen Düngung und thun überhaupt alles, den Holzwuchs zu ſtören, um ihre Weidenußzungen zu verbeſſern. Dieſe Forſten bieten daher noch ein weites Feld zur Ausgleichung dieſer unnatürlichen*)«Länder= Vertheilung, und Mil- lionen liegen hier noc: unbenußt. Lange Jahre iſt es ſchon ein. Gegenſtand meines eifrigſten Strebens ge- weſen, dergleichen mit Unrecht als Wald erhaltenen guten Boden der nüößlichern Aer'- Kultun zuzuwen- den, theils aber haben die Unruhen des Krieges meine dringenden und völlig belegten Vorſchläge in Vergeſ- ſenheit kommen laſſen, theils haben ſie in'der Einſeiz tigkeit unſerer ſogenannten practiſchen Forſtmänner, auch wohl in der Rivalität, den eutſchiedenſten Widerſiand mwemeeeeeeeer verſchaffen; ich will zu gleicher Zeit die Nachtheile der. Walds 53 hutung“entfernen, und dadurch die übrigbleiben: den ordentlichen Waldungen-in“beſſeren" Fiör brins genzrich will'auf ſchlechten und! überflüſſigen! Netz Fern 7guch1Holzrmit erziehen wo dieſes nothwenz Dig iſt; und" ich empfehle in paſſenden: Gegenden die Odjrbaumzucht auf den“ Feldern;: um1daſerbſe zu“ gleicher Zeit Feldſrüchte, Obſt und Holz zu ers Däuemw:“1dia s iſt. e85111was."ich will:"Das gegen. fagtnun, Hr? Pfeil2.!. ich wolle das“ Feld in!Wald ,?, und] dem Wald+'in Feld verwandeln; CS. 42:1 der"enſten Fortſetzung)“und beweiſt ſos dann daß dieſes nichtuüberall;angehe;“ er! bes weiſt“ferner„“ daß ein. gutes! Kornfeld mehr einz bringt,» went man zFrucht“»darauf erzieht 7»a1s wenn. man„Holz darauf, erbaut," und"ſuchr aſs dadur< die F&ejer glaubem:zu/machen,"418" habs ich! das“Gegentheil."behauptet?=-1 Wenn er'mier nun“ Dinge"unterlegt; amidie: ich nicht“gedacht habe; und wenn er-mich und nneine Lehre“ das durc) inden Augen derevw, die. meine Schriften nicyt. ſelbſt leſen, oder ſich nicht Zeit nehmen, ſie zu. beurrheilen ,- in einem ganz Falſchem Lichte darjiellt, und ich vertheidige, mich dagegen, ſo fin- det“ er das heftig und bittet. G& Herr Pfeil.)"Jhe, Gelegenheit ge- geben haben, was mir um ſo weher thut, da ih es nicht ſo böſe meinte und es iſt mir, freilich durch meine Schuld, mit Hru. Cotta gegangen,wie mit an» dern verdienten Männern, die ich achte und ehre und doch durch unbedachte Worte fränkte und beleidigte. Ohne weitere Veranlaſſung und blos aus dem Ge- fühle daß ich darinn Unrecht hatte, bitte ich ihn ſehr deßhalb um Verzeihung.- Er hält das Baumfeld für höchſt vortheilhaft,- ic glaube daß es in dem Land- ſtriche dieſſeits der Elbe nach Norden: und Morgen zu für die daſelbſt gelegenen Preußiſchen und Anhältiſhen| Länder durchaus uupaſſend iſt und. die Ausführung| ſeiner Idee ſich weder mit den beſtehenden noM zu verſchaffenden Verhältniſſen vereinigen läßt. Wenn ex die Verhältniſſe genau: hier kennt wird er mir wahr- ſcheinlich Recht geben und ſtatt einzelne Wälder gan? ze Provinzen ausnehmen und es iſt kein Grund vor- handen weshalb wir uns deßhalb ſtreiten oder gar ent? zweien ſollten. Herr Cotta iſt durch ſeine vortreffliz mäßig, als unzwe>maßig erkennen| Wenn Hr. Cotta billig denkt, wird ex mir ſchott nach dem Geſagten mein Hinterthürchen laſſen, da es GC 2 36 „meit“Haupt-'Aus-"und'Eingangsthor war, aus wel- hem ich''die- Arena betrat. Er wird"es vielleicht um ſo eher„thun wenn ich“ ihm bemerklich' mäche,"daß kr ſich ein noch viel geräumigeres' offen gehalten hat wenn er nicht ſagt wo'?'<= und unter welchen Ber- Hältniſſen 2 das"Baumfeld eingeführt-werden!'ſoll. Er benierkt: überall" paßt! das-Baumfeld freilich nicht, «aber“ich:"gebe die-Jdee-"für die ganze Erde an und da:“wird ſich ſchon" ein“ F> finden/ wo ſte paſſend“ 4ſt1- Das läßt ſich allerdings wohl-hsöxen,“und auf der grsßen! Exdeniſt Raum genug Jeden Hinderniſſe des Dertlichfeit“ auszuweichen, aber da- der Norddeutſche doch den» Vorſchlag eher" beherzigen wird, als“ der Ber wohner von"Senegambien)z"Nigritien, Tibet oder Ieü“ ſeeland:, ſo war.es'wohl' auch fehr verzeihlich, wenn man ihn zuerſt"für Norddeutſchland'anzuwenden ſuch? te. Waren nur die Verhältniſſe unter denen'das Baums feld“. eingeführt werden“ ſoll," genau und beſtimmt quss geſprochen und. alles 1 ſpeciell für“ die Ausführung in einzelnen Fällen angegebeit, ſd lieg ſich viel beſſer dar über. ſtreiten /wir"Wutem, einander“ viel beſſer"in das Auge faſſew und“ eutäzingen'gegenſeitig' vielen falſchen Auslegungen und 1. Deutuügen.|? 13 Meine“Behauptung iſt: Es'würdefür den Nä- tional-Wohlſtand nachtheilig“ſein, auf fruchtbarem Ak Fer Holz zu- ziehen 1 da wir' vom"unfruchtbaren ge= nug erhalten können.!? 141 Hr. Cotta verwiedeit 2."Ei freilich!“ das wäre ja unvernünftig?! Ferner! ſags-ich 1"Wit haben“ in'Norb-' 97 deutſchland eine ſo große Menge natürlichen Holz- Boa den, welcher die, abwechſelnde. Benußung zu Getreide- land nicht belohut, daß wir, hinlänglich) ſchon„davon Holz erhalten, und. hier, folglich. das, Bgqumfeld weder bedürfen. noch. einführen. können... Hr. C.) Wer. denkt denn daran; auf„Sandſieppen ,, Bergen und in Brüsz t ſtehe, welche mit naher Erſchv- pfung der nöthigen Mittel zum allgemei- nen kräftigen Daſein zu endigen„droht. So wie ich Deutſch verſtehe ſo muß: wenn kein Mite tel mehr anſchlagen will, unſere Bedürfniſſe zu erzeus gen, doch aucbild- iſt die Erſchöpf- ung aller Mittel immer, es beziehe ſim nun auf den wirthſchaftlihen Zuſtand oder-die natürliche Fruchtbar- Xeit. Sie, beſter Herr Profeſſor, führen es unleugbar ein, ich läugne deſſen Exiſtenz ganz und gar== über? läſſen wir es den Leſern, wen ſie von; uns beiden, für den hißigen Ritter mit der kranken Einbildungskraft halten, der mit den Windmühlen kämpft. Ich fühle mich dabei ebenfalls niht im mindeſten getroffen, Sie werden ſelbſt finden, daß man den Glauben, die Erde werde bald aufhören, die Menſchen zu ernähren, für einen Geier halten mußte, der von der Ruhe der Men- ſchen zehrte und daß man deshalb ſchon einmal einen Schlag nad ihm thun kann um ihn zu verſeuchen! Zu Seite 35. der erſten Fortſetzung der Baumfeldwirthſcmäßig und naturgemäß getheilt, in dem fruchtbare Gegenden wenig und unfruchtbare viel Wald haben. Deshalb wird auch das Baumfeld nicht allgemein eingeführt werden können. Im einzelnen ſind im Felde viel ſchlechte Stellen die beſſer zu Holze dienen und im Walde viel fruchtbare die beſſer zur Frucht» erzeugung verwendet werden können und daher ausge- tauſcht werden möchten, was aber erſt geſchehen kann, wenn nicht mehr ſo viel Grundeigenthum in todter Hand und veräußerlich iſt. So lößt ſich dieſer Widerſpruch recht leicht, und Hr. C. wird nun wohl auch finden, was dabei zu den- ken iſt,*) ſo wie mir ganz klar dabei iſt, daß die ſchlechten AeFer, die ſchon die Kulturkoſten kaum mehr dabei de>en, nicht fortwährend nobeweiſty,„bedarf es weiter»keiner Rech- nung„von meiner Seite„„ſonderu ich. erkenne mich gleich für„überwunden, und» gewiß. werden dann gleich eine Menge Menſchen mir: nachfolgen;. und alle/irgend ent- beyrlichen. Felder: mit Bäumen bepflanzen. Um, dieſen Aujjedluß+ zur„Berichtigung des größten. aller meiner Irrühumex. bitte ich; ebenfalls recht ſehr. Anwmerk. Hr. Pfeil yahm., die Morißburger Pflanzung „als Beiſpiel any wie er„Seite 54 in der erſten Fortſeßung, meiner. Schrift ausdrücklich. ſagt, und gruündete.darauf. ſeine. Berechnung 3; in dieſem Fals» Ie mußte,„er natürlich auch die Größen beibehal- ten, welche von mir in meiner erſien Schrift angegeben worden«ſind.. Ex verwandelte. indeſ- ſen die von. mir genannten: 12 Dresdner Fuß in 12 Decimalfuß, und rechnet dadurc) 43 Preuſ, ORuathen. heraus. Hierbei. Xommt. nun. die überhaupt ſchwer mit Beſtimmtheit zu löſende. Frage 2: wie viel Walds flache. eine freiſtehende Fichte zur. Fruchterzeugung untauglich macht /- gar nicht. in Betracht, ſondern es entſteht ein reines Rechnungsexempel, zu wel- t ſich ſelten über 4== 5 Jahre hinaus. Sollte es aber deshalb nicht vortheil- haſter ſein, ſo lange als der Aer Getreide ohne Dün- gung bringt dieſen zum Getreidebau zu benußen und ihn dann regelmäßig wieder mit Holz“ zu hebauen?=- Das iſt unläugbar, daß. dex Ertrag höher ſein muß, wenn wir die Wirthſchaft ſo einrichten, daß ſtets die ganze Ertragsfähigkeit des Bodes benußt wird, als wenn ein Theil deſſelben eine Zeitlang nicht die volle mögliche Erzeugungsgiebt. Pflanzen wir die Baum- reihen 5== 4 Ruthen auseinander, benußen das da- zwiſchen liegende Land 9== 12 Jahr als Aker und laſſen es alsdann liegen, ſo ſcheint das leßztere der Fall zu ſein, ſo weit von Holz- und Fruchterzeugung die Rede iſt und nicht etwa blos von Weide. Säen wir das Neuland 4== 5 Jahr und bepflanzen oder be- Fgen es dann mit Holz zwe>mäßig, ſo ſcheint uns der erſtere Fall einzutreten.== Allerdings läßt ſich aber erſt beſtimmt darüber ſtreiten und reden, wenn Hr. Cotta uns mit dem Detail der Baumfeldwirthſchaft ganz genau bekannt gemacht hat, denn aus den bis jet ſehr lüFenhaften allgemeinen Umriſſen des Para- dieſes der Oekonomen läßt ſich noch nicht ſehr auf das vollkommen ausgemalte Bild ſchließen! S. 78. Mein Glaäbe, daß uns das Ausſchnei- deln der Waldbäume keine aſtloſen Brettbäume geben wird, und daß wir dieſe ſicherer im Schluſſe dicht ſie- henden Holzes erziehen iſt unwandelbar, da ich bei mehreren Unterſuchungen von neuem gefunden habe, dE 55 daß auch bei ſolchen Stämmen welche die vollkfomme- ne Krone behielten, der im ſpätern Alter d, h. über 350 Jahre,*) abgeſchnittene Aff nicht mehr verwächſt. Fichten haben wir hier nicht und können ſie dem Bo- den nac), auch nicht erziehen und ich will daher ei- nem andern Forſtmanne den Beweis überlaſſen, daß es duch ohne Ausſchneideln ſchon aſtreine Bretter gez geben hat, deren ich übrigens ſchon genug geſehen ha- be.=- Da die Appellation an das urtheilsfähige Pub- liceum deshalb ſchon eingereicht iſt, können wir nun ja ruhig die Entſcheidung darüber abwarten. Bis da- hin, daß ſie gnügend erfolgt iſt, kann ich meine Ueber- zeugung, durch alle Wahrnehmungen in der Natur er- langt, nicht aufgeben, daß der freiſtehende Waldbaum, ſelbſt wenn dies nur von 2 Seiten der Fall iſt, durch Schyneideln keinen reinern Schaft erhalte, als im ge- ſchloſſenen Stande. Daß es geſchneidelte Fichten giebt, welche ihn auf geringe Länge äußerlich haben, ſtelle ich nicht einen AugenbliF in Abrede, allein gewöshn- lich ſind die Aeſte bei ihnen viel weniger verwachſen, als bei denen im geſchloſſenen Stande.== Gerade die Fichte iſt es aber, welche wir im nördlichen Deutſch- land gar nicht auf dem Baumfelde würden ziehen kön- nen. S, 31. Die Begierde nac) Laub für die Scha- fereien wird durch etwas ganz anderes verurſacht, als *) Siehe Gegenbemerfung Seite 79, der erſten Fortſeßung. 56 wodurc< Hr. Cotta meint=- weil den“Schfern das Holz gehört und ſie gewöhnlich darauf beſchräukt ſind, und weil nach einem Volksſprichworte wohl die Schaa- fe aber nie die Schäfer genug Weide und Futter haben können. Hr. Cotta ſcheint übrigens mit der Theorie des Laubesn, wie man es hier nennt, ziemlich unbe- Fannt zu ſein*). Ein Stamm der nur ſo weit ausz geſchneidelt wird, daß er ſeine volle Krone behält und daß die Säfte Blätter genug finden, deſſen Stamm von der Krone beſchattet wird, ſchlägt wenig oder gar nicht wieder aus wo die Aeſte abgehauen ſind und nur Wuülſte und Maſern eutſtehen da, wo der Ausſchlag hervorfommen ſoll. Will man einmal Kopfholz ha- ben, ſo kann man nicht volle Krone laſſen und wenn man darauf ausgeht einen Ertrag vom Baumlaube durch die Schneidelung zu haben wird man nun ſchon von dem, den Bäumen freilich ſehr nachtheiligen Verfahren nicht abgehen dürfen, Daß übrigens das getro>nete nonetes abgefallenes Laub zu Schaaf: futter verwenden könnte, iſt mir. nie bekannt geworden und die Schaafe freſſen es wenigſtens friſch abgefallen nicht. Um es zu erhalten bedürfen wir übrigens feiz ner Baumfelder.: S. 35, Die Rede war nicht von Fichten, nicht von Kiefern allein, ſondern von allen, Seite 7., dey Feldbaumwirthſchaft aufgeführten Hölzern im allgemeiz nen, und ich-war berechtigt die Kiefer herauszuheben, da es der Baum iſt, der vorzüglich auf einigen tauſend Quadratmeilen, des nördlichen Deutſchlands gezogen werden muß. Hr. Cotta hebt ſtets blys heraus, was für ſeine Theorie paßt, und ich ſuche auf, da ich ſie nun einmal beſtreite, iſt das auch ganz«natürlich, was dagegen ſtreitet. That ich das nicht, wäre es eine ſonderbare Discuſſion, und wir könnten ja nicht hinter die Wahrheit kommen. I< bin ſchon zufrieden, wenn Hr, Cotta zugiebt, daß die Kiefern nicht geſchneidelt werden ſollen, die doh ausdrüFlich als für Baunz;- feld beſtimmt war, Seite 89."Wenn Hr. Cotta, die magern Auſs ſenfelder zu Baumfelde nehmen will, ſo ſpringt er als lerdings auf lang bearbeitetem AFerfelde herum,'wenn er von unſern norddeutſchen Kieferheiden etwas dazu verlangt, ſo tummelt er ſein Nößlein auch im Sande. Will er keines'von beiden, ſo findet er keinen Plaß für daſſelbe, deun die guten Striche im Waive wollen wir recht gern, ganz zur Feidwirthſchaft abtreten, da wir ſchlechten Boden genug zu Forſt haben. Dieſe Be- merkungen wird das-Publicum leicht machen können, ohne ihnen weit nachlaufen zu dürfen. Seite 91. 1 f. Der Beweis: daß zur Einführung der Baumz- feldwirthſchaft eine Veräußerung desjenigen Grundes; wo ſie ſtatt finden ſoll, von Seiten des Staats ge- ſchehen müſſe, ſcheint doch ziemlich am Tage zu liez gen. Hr. Cotta hat ſich zwar noch nicht näher dar- über ausgeſprochen, wer ſie eigentlich führen ſoll, der Bauer, der größere Guthsbeſißer, oder der- Staat durch ſeine Domainenverwaltungen, aber nach meiner Meiz- nung iſt das auch gar nicht nöthig, indem es ganz klar iſt, daß ſie blos die Privaten treiben können. Soll dies aber ſein, ſo muß ihnen doch wohl auch der da- zu beſtimmte Grund abgetreten werden;»was denn doh eine theilweiſe Veräußerung der. Staatsforſten, vorzüglich der von beſſerm Boden, herbei führen würz de?= Mir ſcheint dieſe Folgerung ganz unbeſtreit? 59 ar*)- und ich bitte Hrn. Cotta ſehr ſich darnber auszuſprechen, was nod) nicht geſchah, was ich aber für fein Hinterthürchen halten kann. Anmerk, Eine umſtändliche Darſtellung und Entwik- kelung, wie und von wem die Baumfeldwirth- ſchaft betrieben werden ſoll, kann hier noch nicht von mir geliefert werden, theils weil erſt uoch mancherlei vorauszuſchi>en iſt, theils und vor- züglich aber, weil es mir jeßt an Zeit dazu fehlt. Ich muß mich alſo vorerſt blos mit einigen An-" deutungen begnügen, und beziehe dieſe nur auf Staatsforſte, weil bei dieſen die Löſung der Aufgabe am ſchwierigſten iſt. Wir unterſcheiden zunga<ſt. bei der Baumfeld: wirthſchaft; 2) Grasbenußung und 2) Fruchtbau. 1) Die Grasbenußzung dient entweder zur Abfindung von Hutungsberechtigten, oder zur Verkaufung und Verpachtung des Graſes. Jn jedem Falle aber iſt die Sache mit wenig Schwierigkeiten ver2 bunden. Man wählt in dem Walde die frucht- baren und zur Gragerzeugung tauglichen Orte, *) Wenn ſonſt niemand ein Land bebanen kann, als der Eigenthümer, ſo iſt dieſe Folgerung allerdings unbeſtreit- bar; wo es aber noh Pächter giebt, da hat dieſe Folge- zung eben nicht mehr Gültigkeit, als viele andere die Hr, Pfeil gegen die Baumfeldwirthſchaft macht. vorzüglich die Thäter und naſſen Gegenden, be- pflanzt ſie cin angemeſſener Entfernung mit ſol- chen Holzarten, welche den Graswuchs beguünſti- gen, und benußt vorerſt und ſo lange, bis vie- ſe Orte ohne. Nachtheil für das Holz behütet wer- den können, das Gras, indem man daſſelbe ab= mähen und grün oder dürr verwenden läßt, und zwar gegen Hatungsrecht oder für Geld. Wenn dieſe Orte reif zur Behutung ſind, jo gibt man ſie den Hutungsberechtigien anſtatr ver gewühn=- lichen' Waldhut, wodurch dieſe, unſchädlich wird, die Berechtigten aber gleichfalls gewinnen können. 2) Der Fruchtbau kann nicht unmittelbar von den Forſtämtern adminiſtrirt werden, wie das Gras; ſo gut aber, wie ſich Menſchen finden, welche die gewöhnlichen Waidſchläge auf einige Jahre zur Frucht- erziehung in Pacht nehmen, eben ſo gut=- und ge- wiß viel mehr=- werden ſich Menſchen finden, wel- che dergleichen Orte, wenn ſie zwedmäßig in Abthei2 langen gebracht ſind, auf 20== 25 Jahre in Pacht nehmen. Weſentliche Bedingungen würden, unter andern dabei ſein? 3) das erſte Jahr iſt abgabenfrei; 2) das Pachtgeld beginnt alſo erſt mit dem 2ten Jah- re und wird ſodann mit jedem folgenden Jahre geringer, bis es am Schluſſe der Pachtzeit ſich allmählig ganz verliert. 61 53) Die Anpflanzung des Holzes geſchieht in der" ver- tragsmaäaßigen Zeit und auf..die dabei ſeſigeſetzte Arr von. dem Forſiperſonale. 4) Der Pachter hat aber nachher bis zum Ablauf der Pachtzeit für allen Schaden an dem Holze zu ſtehen und jeden ausgegangenen oder ſtark bes ſchädigten Stamm ſogleich wieder zu erſeßen. 5) Die Zwiſchennußung des Holzes gehört zur Forſtz benußung, wenn nicht ausdrüclich darüber andes re Bedingungen feſtgeſeßt ſind. 6) Nach Ablauf der Pachtzeit hat der Pachter keiner= lei Anſprüche mehr an das inne gehabte Land. Da unter ſoldjen Bedingungen viele Bauern ohne Vieh- und Geſchirr- Vermehrung dergleichen Grund- ſtuFe benutzen, und ſelbſt auc) aime Tagelöhner fleine Theile zur Erbauung von Kartoffeln, Kraut, Flachs 2c. erhalten können, die vieljährige Benußung von einent und demſelben Platze aber gewiß ſehr anlo&end iſt; ſo unterliegt es keinem Zweifel, daß es nicht an derglei- betrachte ich die Acten meinerſeits als geſchloſſen und füge nur die Verſicherung hinzu, daß die etwas harten Gegenbemerkungen auch nicht einen Augenbli> die Liebe und ſehr große Ver- ehrung, welche ich gegen ihren heege, gez? ſchwächt haben, und das hier geſagte ohne die allets geringſte Bitterkeit niedergeſchrieben wurde. ür. Da Hr. Pfeil die Baumfeldwirthſc des ſiebenten Bandes ſeiner Annalen der Land» wirthſchaft S. 2530 u. f. befindlich iſt.| Nachdem der Hr. Staatsrath S. 151 ünd 132 | den Inhalt meiner Schrift ängegeben hat, ſährt er 4 S. 133 bis S. 1538 fort wie folgt t „Der Hr. Verf. ſeßt nun die Vortheile dieſes Verfahrens auseinander, und beantwortet die Einwenz dungen, die ſcheinbarlich dägegen gemacht werden xönnen. Wir können ihm blos in der Widerlegung des lezten Einwurfs=- bei dem freien Strande des Holzes verdirbt der Boden== nicht unbedingt beipflich-* ten. Der Verfaſſer nimmt in dex Anmerkung den Flug- ſand ausz allein auf allem wärmeren oder thätigeren Boden möchte. die Lufcung deſſelben durch den Pflug den Abgang des Walddüngers wohl nicht erſezen, zu- mal da fortdauernd Ernten von ihm gezogen werden ſollen. Nur einige Jahre=- mehrere je naßfalter, weni- gere je wärmer Boden und Lage iſt=- wird die Frucht- barkeit zunehmen, wenn die Oberfläche gelo>ert und der darin ſieFende Moder von der Luft mehr oxidirt 65 und dadurch auflöslich wird. Aber abnehmen wird die- ſer dabei, und dies kann bis zur vollen Sterilität gehen, wenn es lange fortgeſeßzt und kein Erſaß gegeben wird. Auf gutem Mittelboden haben wir davon Erfahrungen genug: ſolches Rodeland giebt 5 bis 4 ſehr gute Ernten, wird. es länger angegriffen; öhne gedüngt Zu werden, ſo lohnt es lange Zeit die Beſtellung nicht mehr. Lehmz- boden hält länger aus, da er den von der Natur inihm erzeugten vegetabiliſchen Nährungsſtoff mehr anhält; aber es wird doch auch damit zu Ende gehen. Auf je? nem Boden erfahren wir denn auch, daß der Holzwuchs, wenn er nach völliger Abtragung. wieder däzu niedergez legt wird, höchſt kümmerlich ſei. Auf leßterenmi Bo- den hat Rec, keine Erfahrung darüber. Aber ſeiner.Ueber- zeugung nach 5 darf die Beackerung nirgends lange fortz gejeizt werden, ohne Düngung zu geben, wenn die Holzz Cultur nicht für die Folge leiden ſoll.“ Anmerkung. I< bin vollkommen mit Hrn. Th. ein= verſiänden, daß-die bloße Beaderung den Dünger keinesweges erſetze, und daß jeder Boden früher oder ſpäter erſchöpft werde, wenn er nur bebauet und nicht gedüngt wird. Durch die Baäumfeld- wirthſchaft- ſoll nun aber vorzüglich der Viehſtand erhöht und verbeſſert=- mithin auch der Dünger vermehrt werden, wodurch dieſes Bedenken ſchwin- der, was auch Hr, Th, im folgenden ſelbſt aner- Fennt. C, Hr. Th. Da jeddh der Boden» wenn der AFetr häu durch die zu groß gewordenen Bäume verdrängt wird, und das Vieh dieſen keinen Schaden mehr thun kann, zur Weide und Wiefe nach des Verfaſſers Vor? ſchlage benutzt werden ſoll, ſo kann daraus vielleicht ein ſolern zu entziehen, dadurch möglich werde,(worüber ſich der Berf- unten bei Gelegenheit des Aufſaßes des Hrn. von Gablenz erklärt.) Behufs der Vieh- beſonders Schaaf- zucht rechnet der Verf. dann auch auf die Laubſütterung» die, wenn das Yusſchneideln gehörig geſchiehet, er den Freiſtehenden Bäumen für unnachtheitig hält. So wie nun aber der Forſtgrund Getreide erzeuge; xönne wiederum der AFergrund Holz liefern,- Viele Felder, welche faum die Bearbeitung lohnen würden ſich dennoch zu dieſer Baumfeldwirthſchaft eignen. Zu große ſchlechte Felder, die nicht ordentlich bearbeitet Cgedünget) werden können, ſind oft den Beſitzern durch ihre Größe nachtheiligz auf der Hälfte des Landes würden ſie bei halber Arbeit(und concentrirtem Dünger) einen gleich großen Ertrag haben.= PHierinn ſind wir mit dem Verfaſſer ganz einig, und wir halten da- für, daß auf hohem tro>nen Boden die Baumpfſlanzen dem Ertrage des AFers be- deutenven Vortheil bringen würden. Die Schwierigkeit wegen der Weide und der Sc- nung der Bäume beim Pflügen, Eggen und Fahren, auc) wegen muthwilliger Frevel, ſct nur davon ab, und das Pflanzen der" Bäume in Reihen iſt ſelten von Erfolge geweſen.| Anmerkung- Die Schwierigkeiten der Baumpflanzung auf AFerland ſind allerdings unverkennbar und ſchreFen viele davon ab; tauſende von Beiſpie» len in und außer Deutſchland, vorzüglich aber in Bohmen und Franken, zeigen jedoch, daß dieſe Schwierigkeiten leicht zu beſiegen ſind: C. Hr.„Th. Rec. kann aber nicht umhin, hier eine andere Jdee anzugeben, wovon er ſich mehr verſpricht. Auf ſolchen großen Feldmarken, die man doch ſo ſchwer in Dünger halten kann, würde die Aufopferung einer Breite von 8== 10=- 15 Ruthen zwiſchen jeder Feld- abtheilung oder jedem Schlage Behufs einer Schlagholz- pflanzung den AFerbau nicht beeinträchtigen. Sie wür2 de die ausdorrenden nachtheiligen Winde brechen, und ohne Zweifel einen ſiärkern Feuchtigkeits- Niederſchlag, wenn ſie ſich in einer Gegend verbreitete, bewirken. Mit einem kleinen Graben und Wall umzogen, würde ſich das Weidevieh leimt davon abhalten laſſen, und dieſes würde dadurch den ſo wohlthätigen Schuß bald gegen kalten Wind, bald gegen brennende Sonnenſitrahz len erhalten. Den Gragwachs würde es vorzüglich be* fördern, ſo daß auch die Weide, worauf wir jetzt der Schaafzucht wegen einen ſo großen Werth ſetzen, das durch nicht geſchmälert würde. Cine ſolche Schlagholz»- Anlage würde manchen Wirthſchaften bald ihren gan- zen Feuerungs- auc) zum Theil Nutzholzbedarf lieſern, E 2 638 „und allerdings könnte man einzeln ſich auszeichnende Bäume heranwachſen laſſen. Wie ſehr würde-es dieſe hohen kahlen Gegenden verſchönern und ihr Klima ver- beſſern! 9) ; Dieſe Idee trift zuſammen mit der von Arndt „in ſeiner Zeitſchrift der Wächter vom Jahre 1313 -S. 5346. angegebenen, die der Verf. in Fortſetzung oder dem z2ten Heft auszieht, deren Ausfuührbarkeit aber gro- ßem Bedenken unterliegt. Hr- C. glaubt aber, daß "die entfernt von einander liegenden Waldſtreifen den Schuß gegen den Wind nicht leiſten würden, indem ex dieſe Streifen überſteige und ſich hinter jedem bald wie- "der zur Erde ſenke, ohne ſeine Schärfe zu verlieren. Aber man verſpürt dieſe Milderung des Windes ſchon in jeder Gegend, wo die Koppel nur, mit ſchmalen wilden He>en und einzelnen darin aufgekommenen Bäu- men umgeben ſind. Es folgt nun die Unterſuchung über die Anwend- barkeit dieſer von, unſerm Verf. vorgeſchlagenen Verbitz- dung vom Hrn. Forſimeiſter Pfeil, der zuvörderſt des Prof. Geier Beſorgniß über die, Erſchöpfung der Produktions- Fähigkeit der deutſchen Erde beleuch- tet; worauf dann wieder die Beantwortung des leßteren worinn er ſeine Meinung, daß die Hru. mitgetheilt wird, EE EMH *) Bei der umſtändlichen Anweiſung zu? Baumfeldwirth- ſchaft werden ebenfalls Streiſen ſtatt einfacher Baum- reihen von mir mit in Vorſchlag gebracht, jedoch nicht allgemein, ſondepyn unter gewiſſen Umſtänden,' C, 69 Abnahme der phyſiſchen Kräfte unſerer Erde nur von einer verkehrten Wirthſchafts- Politik unſerer Zeit hzer- rühre, erklärt. WUnſers Erachtens rührt ſie allerdings in manchen Gegenden daher, daß da wir den ſeit Jahrtauſenden in der Erdrinde von der Natur angehäuften vegetabiliſchen Nahrungöſtoff durch übertriebenen Fruchtbau'erſchopft utid die Viehzucht' vermindert haben, nun nicht im Stande ſind, ihr dieſen Stoff in genugſamen Dünger zurü& zu geben; In anderen Gegenden, wo man. dies früh genug durch Verſtärkung. der Viehhaltung that, zeigt ſich unverkennbar eine Zunahme- der Fruchtbar- keit.) Die Bemerkungen des Hrn. Pfeils werden nun in Gegenbemerkungen unſers Verf. beantwortet. Wir Fönnen nur ſagen, daß jeder hier von einem verſchiedes nen, Standpunete“ ganz verſchiedene Anſichten nimmt, und einer deni! ändern eine Meinung beweißt, die er nicht hatte, Daß Hrn. Cottas Vorſchlag nirgends anwend- bar ſei, hat Hr. Pfeil nicht ſagen wollen; fondern nur in den Diſtrikten nicht,“ die dieſer vor Augen hat- te, und C. hat wieder nicht behauptet, daß er allge- mein anwendbar ſei, Anmerkung. Daß mir Hr. Pfeil Meinungen zu be- weiſen ſuche, die ich nicht hatte, liegr klar vor Augen 3; meinerſeits aber habe ich das nicht gegen ihn gethan. Er ſpricht ſv allgemein von der Un- zwe&mäßigkeit meiner Vorſchläge, daß für das Beſondere nichts zwe&>mäßiges übrig bleibt- 3. B-« Seite 57 der erſten Fortſetzung: „An einen Getreidebau zwiſchen den von Cotta vorgeſchlagenen Holzreihen und Streifen iſt gar nicht: zu denken 2c.“ Seite-61.„Bei der gewöhnlichen Aerberei- tung können keine Pflanzungen auffommen 2c,“ und S. 90.„- Grasbenußung unter den Baumen iſt für die Oekonomie von wenig Werth 1kh Hier iſt offenbar eben ſo wenig blos vom nörd2 lichen Deutſchland, noch ſonſt von einer Augsnah2 me die Rede. Wenn aber bei meinen Vorſchlägen an keinen Getreidebau zu denken iſt, bei der Bea>erung des Landes keine Baumpflanzungen aufkommen kön- nen, und die Grasbenußzung unter den Bäumen nur wenig Werth hat z ſo fällt natürlich die ganz ze Baumfeldwirthſchaft von ſelbſt über den Haus fen, und ſie iſt durch dieſe Säße nicht blos in Beziehung auf das nördliche Deutſchland, ſon- dern ganz allgemein» für unanwendbar erklärt. Auch würde Hru. Pfeils ganzer Aufſaß völlig zwelos ſein, wenn er nichts weiter damit hätte ſagen wollen, als daß meine Vorſchläge in gez wiſſen Gegenden nicht anwendbar wären; was ich ſelbſt ſchon erklärt habe. Wenn jemand, der in einer Gegend wohnt, wo keine Buchen wachſen, einem Schriſtſieller, der die Behandlung der Buchen lehrt, in einer 71 F Gegeuſcheift'den Vorwurf machen wollte, er habe etwas unzwedmaßiges gelehrt, weil bei ihm( dem Gegner) feine Buchen wüchſen; ſo könnte ihm der angegriffene Schriftſteller antworten: warte doch, Freund, bis ich dir zumuthe, da Buchen zu er- ziehen, wo keine gedeihen!=- C. Hr. Th. Dann die Anſicht eines Landwirths bei der Schrift des Herrn Oberforſtrath Cotta über Baum- Feldwirthſchaft von Herrn von Gablenz, welche in die- ſen Annalen B. 5. S. 567. befindlich iſt. Der Verfaſſer erklärt ſic) hier wezen des dieſem Forſtlande gebührenden Düngers. In der Regel wird er aber dem Rodelande wohl nicht gegeben, und wenn er gegeben werden ſoll, ohne andern Ae>ern entzogen zu werden, ſo muß auf jenem auch Futter erbauet wer- den, was bisher ſelten geſchehen iſt. Anmerkung. Die Baumfeldwirthſchaft geht überhaupt von der gewöhnlichen Regel ab, und ſoll auch da- rinn davon abgehen, daß man das Roveland nicht wie gewöhnlich behandelt, ſondern daſſelbe düngt wie die andern Ae&Xer, was durch den vermehrten Viehſtand zu bewerkſtelligen iſt. CE. Hr. Th.„Es iſt uns beſonders erfreulich Forſi- und Landwirthſchaftliche Anſichten hier vereinigt zu fin- den, und dieſe ſonſt oft ſo entzweiten Schweſtern ſich hier die Hand bieten zu ſehen.- Ohne Zweifel wird der Vorſchlag. dieſes berühmten und hochverdienten Forſt- p 72 mannes bei manchen Privat- Forſtbeſikern Eingang finz den, wenn auch bei Domainial- Forſten die Bedenklich» keiten dagegen überwiegen ſollten.“ Anmerkung. Man vergleiche, was oben Seite 59 in dieſer Beziehung angedeutet 2c.. iſt. C. IV. Unter vem 35ten Juli 1820. erhielt ich nachſte- hende Zuſchrift: Ew. 26,26, haben meine unbedeutenden Bemerkungen über Ihre Baumfeldwirthſchaft. mit ſo vieler Güte aufgenommen, daß ich mir ſchmeichle, die Mittheilung einer Erfahrung von dieſem Jahre hierüber, werde Ihnen nicht unange= nehm ſein. Ich werde dabei um ſo unpartheiiſcher er- ſcheinen, als dieſelbe gewiſſermaßen gegen meine Mei- nung und für die Ihrige ſpricht. In der Umgebung meines Guts finden. ſich ſehr häufig große Apfel- und Birnbäume mitten in den Fel: dern, und bei mir ſelbſt ſind faſt alle Wege und Feld- ränder damit beſeßt. Eine auffallende Erſcheinung war es mir in dieſem Jahre, alle Getreidearten unter die= ſen Bäumen größtentheils eben ſo gut, wie im Freien, ja zum Theil ausgezeichnet darunter ſtehen zu ſehen: Ich weiß mir dies nur damit zu erklären, daß bei der diesjährigen fortwährend naßkalten Witterung gerade die dichteſten Bäume allen Saaten und insbeſondere 73 der gegen Näſſe oft'ſo empfindlichen Gerſte den mei- ſten Schutz gegeben und gleichſam zum Schirm gedient haben. Dieſe anhaltende Witterung in dieſer Jahreszeit kann aber wohl blos als eine Ausnahme von der Re: gel angeſehen werden, und ſo möchte dieſe Beobachtung auch noch' immer mit meiner Meinung verträglich blei- ben, daß es nämlich für große Güter und insbeſondere im fruchtbaren Lehmboden weit rathſamer ſei, für Apfel= und Birnbäume paſſende Stellen außerhalb der Felder zu wahlen, Mit der aufrichtigſten Verehrung 2036, Barenklauſe den 15ten Juli EU.,-20 1820, F- C. v, Gablenz, Voll Erwartung eilte ich ſogleich nach dem Gute des Herrn Stiftshauptmanns von Gablenz, und mei- ne Erwartung wurde bei weitem übertroffen. Die Feld- früchte ſtanden ſelbſt unter den größten und dichtbelaub- teſten Bäumen bis an ihre Stämme( heran nicht nur gleich gut, ſondern hier und da ſogar noch beſſer als in einiger Entfernung von den Bäumen, und die Halmen trugen große Aehren und ganz vollfommene Körner. Dieſe auffallende Erſcheinung halte ich zwar ebenfalls nur für eine Ausnahme, und räume recht gern ein, daß im Ganzen genommen die Bäume in den Feldern nicht ohne Nachtheil für den Fruchtbau ſind; dabei habe ich 74 aber zugleich die Ueberzeugung, daß in Gegenden; wo das Obſt uur einigermaßen geräth, der Gewinn von demſelben bei weitem größer iſt, als der Verluſt, den mau dadurch am Getreide erleidet. Um mich hierüber in Beziehung auf dieſe Gegend noch beſtimmter belehz zen zu laſſen, ſührte mich der Hr. v. Gablenz zu ei- nem alten ſehr erfahrnen und verſtändigen Landwirthe, welcher ſein großes Bauerguth faſt ein halbes Jahrhunsz vert bewirthſchaftet hatte. Auf den Ae&ern dieſes Gu- tes ſtand eine große Anzahl meiſt ſehr alter und über- aus ſtark belaubter Obſtbäume, unter welchen die Felds früchte eben ſo, wie auf den Ae>ern des Rittergutes Barenklauſe, bis unmittelbar an die Stämme heran in der größten Vollkommenheit zu finden waren. Der alte Landwirth verſicherte, daß der Nußen, welchen ihm ſeine Bäume durch ihre Früchte gewährten, im Ganzen genommen ſehr viel größer wäre, als der Nachtheil, den ſie gewöhnlich durch ihre Beſchattung brächten, und daß die Wurzeln der Bäume der Bes aderung nicht das geringſte Hinderniß in den Weg leg- tenz indem ſie überall, wo die Felder von dem erſien Anpflanzen der Bäume an gepflügt würden, in der Ober-, fläche und ſo tief der Pflug gehe, nicht. zu Kraften kamen, ſondern tiefer in den Boden eindrängen, wes- halb auch ſolche Bäume den Feldfrüchten. keine Nah- rung entziehen könnten. Bei dieſen lehrreichen Beobachtungen war mir der Umſtand vorzüglich auffallend und wichtig- daß überall das Land bis unmittelbar an die Baumſtämme bearbei- 23 tet war, welches nach der Verſicherung des Beſitzers dadurch ſehr leicht bewerkſtelliget wurde, daß der kleis ne Raum, welchen der Pflug zunächſt an dem Stamme nicht treffen kann, mit der Ha>Xe umgeha>t wird. Der Crtrag voa dem Obſte dieſer Bäume'des Bauers iſt. ſo bedeutend, daß er nicht nur den Bedarf ſeines eignen Haushaltes damit beſtreitet, ſondern meiſt noch jährlic) für mehrere Hundert Thaler ver- kauft. Eben ſo lehrreiche Erfahrungen und wichtige Be- lege für die Baumfeldwirthſchaft enthalten die folgenz den Aufſäße, V. Bemerkungen in Hinſicht der Obſtbaumpflanzung in GetreideäaFern auf der Herrſchaft Rotenhaus in Böhmen, Die verſetzbaren Apfel- und Birnbaumſtämme; werden in einer Entfernung von 36 N, O. Fuß oder 6. Klaftern im Quadrat verpflanzt. In der Zeitperiode von 10== 15 Jahren nach ihrer Verpflanzung verurſachen ſie dem Getreidebau beinahe gar keinen Schaden, die einzige Unbequem= lichfeit ausgenommen, daß die Knechte bei der Be» aFerung behutſamer verfahren müſſen, damit die Stämme nicht beſchädigt werden.= Schon in dieſer Zeitperiode erwartet man von dieſen Stämmen einiges 726 Obſt von wenigſtens 3 auch x Strich von jedem Stam-' me an Birnen und Aepfeln, wodurch der Vortheil am Tage liegt, In der zweiten Zeitperivde, wenn ein ſolcher Obſt» baum 30 Jahre erreicht hat, wird er als vollfommen ausgewachſen angenvmmen; dann reichen ſeine Aeſte bei- nahe mit dem daneben ſtehenden Baume zuſammen. Hier geſchieht allerdings eine Beſchattung für den Getreide- bau, wodurch der aufgewachſene Halm in etwas gehin-- dert wird, ſv daß der Kern ſich aus dem Grunde nicht ſo leicht vollkommen ausbilden kann, weil die Einwir=- fungen der Atmoſphäre gehindert werden 3 allein dieſer Nachtheil wird durch die Obſtfechſung reichlich erſeßt, denn ein ſolcher ausgewachſener Baum giebt 2 bis 5 Strich Obſt, auch noch mehr, wenn der Boden den Stämmen geeignet. iſt. Im Allgemeinen kann man den 4ten Theil einer geringern Fechſung eines mit Obſtbäumen verpflanzten Feldes annehmen, wo die Obſtbäume ſchon vollkommen ausgewachſen ſind; aber auch in dieſem. Falle iſt die Einnahme an Gelde faſt noch einmal ſo groß/ als wenn,|, nur Getreide erbaut würde. Die Wurzeln des Obſt-, baumes verurſachen dem Ad&ersmanne kein Hinderniß, weil ſich ſolche mehr in die Erde abwärts eindräangen:; Rotenhaus, den 7 Januar 2320% Joſeph Oppolzer. Oberamtmann. 2 2 pH in Es iſt eine in der hieſigen Elbaue ſich jährlich erz neuernde Erfahrung, daß tiefliegende Wieſen(hier ge- wöhnlich) Laaken genannt) welche mit Kopfweideu be- pflanzt ſind, jedes Mal den erſten Sommer faſt gar kein Gras produciren, wo im Frühjahr deſſelben Jah- res die darauf ſieheuden Weiden geköpft werden, und daß mit jedem folgenden Jahre wo die Beſchattung des Weidenausſchlags wieder zunimmt, auch der Graswuchs allmälig beſſer wird. Die Umſtände unter welchen ich ſelbſt Gelegenheit hatte dieſe Erſcheinung zu beobachten, ſind folgende: Die Lage ſolcher Laaken iſt die tiefſte im hieſiz gen Reviere, weshalb auch dergleichen Orte nicht mit harten Hölzern in Beſtand gebracht, ſondern als Wieſen vder zur Kopfholz- Zucht benußt werden und auf dieſe Art einen bedeutenden Ertrag abwerfen. Der Boden iſt ein bündiger tiefgehender Lehm mit weniger Beimie ſchung von Dammerde, deren Erzeugung durch das jährliche Fortſchlemmen des Laubes beim Austritte der Elbe in ſolchen tiefen Orten behindert wird. Die Weiden womit dieſe Diſtrikte beſtanden ſind, ſtehen gewöhnlich in 10“== 12“ weiter Entfernung wer- den aller 5 bis 6 Jahr geköpft und beſchatten die leßz ten Jahre vor dem Abhiebe dieſe Wieſen ganz und gar, Mit einer dichten Grasnarbe iſt der Boden zwar nicht belegt, die Gräſer-und Kräuter wachſen indeß auch in den troFenſten Sommern zu einer bedeutendey 78 Höhe, wegen mängelnden Sonnenſchein aber flattrich, und ſchwinden daher bei der Heuerndte zuſammen. Die Urſachen, welche das oben bemerkte Sto>en ves Graswuchſes wahrſcheinlich zur Folge haben, glau- be il nun darinn ſuchen zu müſſen, daß erſtlich der Boden, ſo lange die Weiden ihn'ganz beſchatten immer lo&er uad ſcen und ſich viel Nah- rung aneignen können. Sobald indeß dieſer bündige Lehm den Einwirkungen der Sonne auf einmal wieder exponirt iſt, tro>net derſelbe beſonders bei längerer Dürre zu einer ganz feſten Maſſe zuſammen, die Funk- tionen der flachſtreichenden Wurzeln werden gehemmt, und die Pflanze kränkelt bis günſtigere Umſtände ihr Gedeihen wieder befördern. Zweitens aber ſind während der Schattenzeit die Laaken zum Theil mit Pflanzen überzogen/ die von'der Natur ausſchlieslich auf einen ſchattigen und feuchten Standort angewieſen ſind, wie z. B. die Myosstis 8corpioides, Banunculus Ficaria und ähnliche, dieſe aber verſc&er und feucht bleibt. Auch höher gelegene Wieſen, die mit 50 bis 60- zährigen Eſchen und Rüſtern ſo beſianden ſind, daß die äußerſten Zweige einander berühren, geben in den hie- ſigen Revieren in Betreff der zwar nicht dichten Gras- narbe aber des übrigens üppigen Wuchſes des Grajes gleiche Reſultate als die beſchriebenen Laaken, und papt 79 des Hin. Pfeils neuerlich ausgeſprochene Meinung„daß die Grasnußung unter den Bäumen keinen Werth für Oeconomen habe“ wenigſtens für dieſe Gegend nicht, wd in: den Elbauen viele tauſend StüF Rindvieh und Schaafe von ſolchem Graſe und Heu ernährt werden, das unter Baumen gewonnen wurde. Ein einziger Diſirikt meines Revieres 3. B. von Circa 1400 Morgen gut beſiandenem Niederwald, welcher im x6jährigen Umtriebe ſtehet und worinn kei- ne. Weidegerechtigfeit ſtatt findet, ernährt in der Re- gel 6 bis 7 Monat im Jahr, 200 bis 250 StüF milchen- der Kühe mit ſeiner Gräſerei unter den Bäumen. Es verſteht ſich, daß bei obiger Angave, die Weide gar nicht in Anſchlag kam, welche außerdem noch auf mehrern Revieren dieſer Aue mit großer Aus dehnung haftet. Die gedrungenen Beſtände in dem angefährten Forſtdiſirikte worinn ſchon ſeit mehrern Hundert Jahren die Waldgräſerei ausgeubt wird, beweiſen übrigens daß dieſe ſo ſchr verrufene Waldplage unter Umſtänden ſelbſt vortheilhaft auf den Holzwuchs wirken kann. Mehrere Arten der Forſtunkräuter wachſen hier nämlich auf 2, 5 und 4jäahrigen Niederwald- Schla: gen, begünſtigt durch den vorzüglichen Boden, zu einer unglaublichen Höhe und Stärke, verdammen und über» ziehen dabei nict nur die zungen Lohden, ſondern la- gern ſic) mit dieſen beſonders bei naſſer Herbſtwitte- rung wie dies wohl das Getreide zu thun pflegt. 80 Ein ſo gelagerter Schlag kann ſich aber im-Frühe jahre nur theilweiſe durc das. Gewirr der abgeſtiorbe- nen Unkräuter erheben, und hat im folgenden Spaäts- ſommer denſelben. Kampf. mit dieſen. wieder zu beſtehen, Nach diefer kleinen Abſchweiſung beinerke ich nun noch endlich, daß ſolche Wieſen bei uns den volifom- menſten Grasertrag geben, welche“ mit Obſt 3 beſon- ders mit Pflaumenbäumen bepflanzt ſind. Hier iſt der Boden, auch bei faſt gänzlicher Beſchattung, mit einer dichten Grasnarbe überzogen, und der Wuchs des Graſes iſt vortrefflich, ſogar in den letzten tro>- nen Sommern entſchieden beſſer geweſen, als auf nicht bepflanzten Wieſen« Man wählt aber, bei uns den Pflaumenbaum zu dergleichen Pflanzungen darum am zwe&mäßigſien, weil derſelbe. x) den Graswuchs weniger, als andere harte Obſi2 ſorren verdammt z 2) weil bei der Ernte des frühreifenden harten Ob- ſtes und der Kirſchen das hohe Gras durch die Obſt- pächter unvermeidlich niedergetreten wird, welcher große Nachtheitl bei den Pflaumen wegfällt, da die- ſe erſt mit der Grummet Ernte reifen und vom Bau- me genommen werden; 5) wird bei den Pflaumen nicht ſo häufig eine ſchlech- te oder gänzliche Mißernte gemacht, wie dies bei. dem harten Obſte der Fall iſt, und 84 4). ſind auch die erſten Auslagen bei der Pflanzung ſehr verſchieden, indem ein junger 7== 8 Fuß ho2 her Pflaumenbaum in hieſiger Gegend 1 gr. koſtet, ein dergleichen veredelter Apfel= Birn= oder Kirſchbaum aber mit 12 gr. bezahlt wird. Weun daher die Bepflanzung eines Magdeburger Morgens mit Pflaumenbäumen in 18 Fuß weiter Ent- fernung 5 Thir. 13 gl. koſtet; ſo muß man ein Kapital von 46 Thlr. anlegen, um unter gleichen Umſtänden ei: nen Morgen mit harten Obſiſorteu zu bepflanzen, wo= bei die Pflanzer= Löhne noch gar nicht in Anſchlag kommen. Auch Klee; Luzerne, Kartoffeln und andere bes haFte Früchte gedeihen bei uns unter ſolchen Pflan zungen vortrefflich, doch keine Art von Getreide, In den Forſten, welche von Deſſau ab bis Mags deburg längs den Ufern der Eibe belegen ſind, findet man hin und wieder veredelte Obſthäume, die dort freu- dig wachſen, und ſo lange, als bis das Unterholz nicht zu hoch iſt, immer guten Obſtgewinn geben. Am bedeutendſten aber iſt dieſe Nebennußung in den Forſtdiſtrikten Grüneberg und Barby, der Forſtinz ſpektion Barby, und auf dieſe allein beſchränken ſich nachſtehende Notizen. Die Lage der genannten Diſtrikte iſt in der Aue ziemlich tief, ſo daß dieſelben in der Regel alljährlich bei Austritt der Elbe unter Waſſer geſeßt werden. 62 Der Boden qualificirt ſich durchgängig zum Wei- zenbau und iſt gut mit melirtem Unterholze und verhält- nißmäßigem Eichen- und Rüſter- Oberbaume beſtanden. Der Umtrieb dieſes Mittelwaldes iſt in beiden'Di- ſtrikten nicht gleich, ſteht aber zwiſchen 15 und 16 Jahr, und dürften die Forſtorte, worinn Obſtbäume be- Findlich find, ſich zuſammen auf 700 Magdeburger' Morgen belaufen. Die erſten Nachrichten von dieſer Art der Obſt- kultur giebt eine Verfügung der Magdeburger Domai- nenfammer vom“ Jahr 1754(welche in den hieſigen Akten befindlich iſt) und worinn dem"damaligen Förſter Klopfleiſch zu Grüneberg unter andern geſagt wird: „„Um euch aus dem bisherigen Schlaf zu erwe>en, werdet ihr hiermit befehligt, gute Baumſchulen anzu- legen und ſolche demnächſt in der Cu anvertrauten Forſt zu verpflanzen, auch zu Fultiviren. Ihr könnt dazu Stämme aus der Forſt daſelbſt nehmen, auch) Bäume aus dem Kern ziehen, auch müßt ihr wilde Bäume ſo in den Waldern ſiehen, fleißig pfropfen und oculiren. Wie eure bisherige desfallſige Sorgloſigkeit und der rühmliche Fleiß angrenzender Säche ſiſcher Forſtbediente euch allerdings zur großen Beſchä- mung gereichen 2.“. Das letztere Compliment beweiſet, daß ſchon vor 1754 in dem damals Sächſiſchen Barbyer Forſtdi- ſtrikte einiges für die Obſtkultur geſchehen war; ob- gleich aber'dem Förſter Klopffleiſch ſpätere Reſcripte noch verſchiedene Male mit Caſſation bedrohen, ſo be- [0,2] zZ [9] ſagt doch daſſelbe Aktenſtück /. daß er in ſeiner Dienſt- zeit nichts für die Obſtizucht gethan, und ſtich die Verz- edlung der wilden Stämme in den Schlägen des Grüneberger Forſidiſtrikts erſt von 1775 her datire, Bon dieſer Zeit an ſind faſt jedes Jahr 10 bis 20 Thaler für Propfen und Reinigett der veredelten Obſtbäume verwendet worden, und ſo iſt mit wenig Muh und Koſten endlich eine Nebennutzung entſtanden, die unbeſchadet der Holzzucht in guten Jahren der Hauptz nußung nahe kommt, Um nun dieſen Ertrag zu unterhalte und noch mehr auSzüdehnen, verfährt man hier folgendermaßen. Wenn von den jahrlichen Schlägen das Unterholz abgetrieben iſt, werden die ſchadbären veredelten Obſt- bäume, welche auf dieſen Schlägen befindlich ſind und keinen Ertrag mehr verſprechen, zum Abhauen ausgez= zeichnet, die geſunden Bäume hingegen von wilden Rei- ſern und troänen Aeſien gereinigt, und eine Partie der vorfindlichen wilden Stämme durch Pfropfen wieder veredelt. Man wählt hierzu gewöhnlich 20 bis Zojghriz ge Bäume, doch werden auch ſolche von Büchſenlaufs- Starte 6 Fuß über der Erde gepfropft; leßtere bleiben indeß nur 2 Jahre nach der Veredlung auf dem Schla- ge und werden dann auf kleine Blöſen und Wieſen oder an die Wege verpflanzt. Bei Auswahl der zum Pfropfen beſtimmten Stam- me nimnit man darauf RäFſicht, daß dieſe in gehöriz [eo] C 2 84 ger Entfernung von der Traufe hoher Eichen 26. ſiehen, und hält in ihrer Nähe keine Sgamenbäume vder. Laß- reidel über, auch dürfen die Pfropfreiſer uur von guten Winterobſt- Sorten gebrochen werden. Die im Frühjahre gepfropften Reiſer zählt endlich der betreffende Forſibediente zu Johanni durd) und zahlt für die gerathenen pro Stü> 4 Pfennige. Die Ausdauer der Obſtbäume hängt unter dieſen Umſtänden wohl beſonders davon ab, daß ſie„nie unz ter dem Drue des Oberbaums geſtanden,; Haben ſie hierdurch nicht gelitten, ſo erreichen ſte wahrſcheinlich ein ziemlich ſo hohes Alter als in Plan- tagen 2.3-denn es giebt hier wenigſtens 50=- 6ojzäh- rige Birn- und Apfelbäume, die noch reichliche Früchte tragen. Die Birnen haben indeß entſchieden eine längere "Dauer, als die Apfelbäume, obgleich von leßztern einige Sorten, als die Calvillen, Peppings, Pigeons 2c. in vem Walde beſſer zu dauern ſcheinen, als im freieren Stande.' Der Gewinn von dieſer Obſikultur iſt, wie ſchon vben bemerkt, in den erſien 8 bis 10 Jahren nac Ab- trieb des Unterholzes ſehr bedeutend z ſpäterhin laſſen die Bäume im Obſiertrage ſo lange nah ,- bis fte beim nächſten Umtriebe wieder frei geſtellt werden. Dieſer Yusfall det ſich indeß dadurch einigermaaßen, daß die Blüthen der Obſtbäume im geſchüßten Stande weniger vom Froſte leiden, als dies in den Obſtgärten und Plan- tagen der Fall iſt, Der Obſtgewinn wird giljährlich 85 verpachtet und das Obſt gewöhnlich zu Wäſſer nach Ber- lin verſchifft. Der Vachtzins betrug für beide Diſtrikte im Jahr 1817= 1952 Thaler 1818= 2046; 1319-- 21561 7 Da endlich. die Obſt- beſonders Birnbäume ihre Aeſte hier nicht ſehr ausbreiten können, ſondern im Schluſſe des Niederwaldes faſt pyramidaliſch aufwach- ſen, ſo iſt der Schade, welchen ſie dem Unterholze durch Verdämmen zufügen, nur unbedeutend und dadurch leicht auszugleichen, daß beim Abtreiben der Schläge weniger Laßreidel als gewöhnlich übergehalten werden. Forſthaus Grüneberg bei Barby im Juli 1820 v. Meyerin>. (Königl, Preuß. Forſtmeiſier.) VIEL Auch Etwas über die Baumfeldwirthſchaft zum beliebigen Gebrauch für den Herrn Verfaſſer der darüber kürzlich erſchienenen Schrift, Der als gelehrter Forſtmanun rühmlichſt bekannte, und als Menſchenfreund verehrungswürdige Herr Ober- forſtrath Cotta in Tharand hat in ſeiner Schrift über die Baumfeldwirthſchaft S. 24. aufgefordert, ihm alle dagegen zu machenden Einwendungen und Bedenklich- 86 Feiten mitzutheilen 3"und gewiß wird mancher Freund" des Guten und Gemeinnütlzlichen in dem hohen Inte- reſſe,- welches die Jdee des Herrn Verfaſſers für alle Bewohner der Erde hat, die Verpflichtung finden, die- ſe Idee an der eigenen Erfahrung zu prüfen, und die ihm dabei etwa aufſtoßenden wichtig genug ſcheinenden Einwürfe öffentlich gauszuſprechen, um dieſelben wo möglich widerlegt, und dadurch jedes Hinderniß der guten Sache aus dem Wege geräumt zu ſchen: aber er wird ſich im entgegengeſeßten Falle auch verbunden achten, daszenige nicht zu verſchweigen, was für die Sache zeugt. Von dieſer Anſicht ausgehend, hat ſich denn auch der Untengenannte gedrungen gefühlt, die Nachricht von einer hierher einſchlagenden Erfahrung niederzuſchreiben und mitzutheilen, welche im Allgemeinen als ein ſpre- t, ſodann gedüngt mit den A&erwerkzeugen bei ſorgfältiger Scho- nung der Baumwurzeln bearbeitet und mit dem unter- gebrachten Dünger den Winter hindurc liegen gelaſſen, im folgenden. Jahre aber der Anfang mit dem Erdäpfel? bau gemacht; nach Cinbringung der Erdäpfel wurde die urbare Fläche mit Winterweizen, auch etwas mit Sommerkorn beſtellt, und endlich im dritten Jahre dar- auf mit Hafer und Klee beſäet, welcher leßztere, ſo lange er ergiebig iſt, benußt und hernach) die Behand- lungsweiſe von neuem angefangen wird, Der Erfolg war, daß auf dieſer weder durch Lage noch durch Boden begünſtigten Fläche Land nicht nur alle Feldfrüchte herrlich und mindeſtens eben ſo gut ge 88 diehen, als auf irgend einem andern Felde daſiger Ge- gend, ſondern auch die Baume nah Umarbeitung. des Bodens ſich ſchnell erholten, dergeſtalt, daß ſchon im 2ten Jahre darauf 15 Thaler Pachtgeld für die Kirz ſchen einfam. Dieſe vom Einſender ſeibſt gemachte Erfahrung dünkt ihm. Beweiſes genug für des Herrn Oberforſtz raths Cotta'aufgeſtellte Theorie; indem dieſe Erfahrung des Einſenders nicht nur einen neuen Beleg liefert, daß der Feldbau und der Obſtbau ſelbſt da, wo Kli- ma, Lage und Boden weniger günſtig ſind, mit Nuzz zen vereinbart werden können, ſondern auch, weil ſie den heilſamen Einfluß, welchen die Bearbeitung, des Bodens als AFerland auf das Wachsthum und Gedeihen der Bäume hat, unwiderſprechlich darz thut und als Thatſache bewährt. Wittgensdorf im Königl. Sächſ. Erzgebirge den Zoſten Januar 1820. Guſtav Ferdinand Scilling. TDeconom. 89 Da mir der Vorwurf gemacht worden iſt, ich hät: te den Satz: bei weitläufiger Pflänzung oder bei lictem Standekönne man mehr Holz erziehen, als bei ganz dichtem Schluſſe, nur auf zwei Erfahrungen gegründet; ſo theile ich aus der Menge, die mir zu Gebote ſtehen, 4gwch. eini- ge mit. 1. Man hatte einſt einen Theil des Zillbacher Wal- des ausgerodet und daraus ein Kammergut gebildet. Die Ae>er hatten ſich aber an jenen ſaudigen Ber- gen nach einer Reihe von Jahren ſo ausgetragen, daß Fein Pachter mehr beſtehen konnte, und es wurden da- her die entfernteren Ae>Xer wieder zur Holzzucht beſtimmt, die näher gelegenen aber im Jahre 1784 gegen einen jährlichen Erbpacht von 58 gl. pro Aker an die Zillba2 höhe von 15 Fuß 65 Jah- reSringe zählen ließ und im Durchmeiſer 25 franzöſi ſche Fuß oder 54,4 22 Zoll ſächſiſch hielt. Ihre gaänz- ze Länge war 83x Fuß oder 933 ſächſiſch. Dieſer Stamm hielt demnach)== blos als Kes gel berechnet: 205 Kubikfuß, und übertraf alſo die von wir mitgetheilten Erfahrunz gen bei weitem. In der Wildenburger Pflanzuug hatte ein 7 ojähz riger Stamm der erſten Klaſſe 76 Kubikfuß rheiniſch; hier hat ein 65 Jahresringe enthaltender Stamm 205 Kubikfaß ſächſiſch. Die Meſſung geſchah von mir im Beiſeyn mehrerer damals in Zillbach anweſender junz ger Forſtmänner, und mancher wird ſich' deſſen wohl noch erinnern. Aus dem Stamme wurden von ſei- nem Eigenthümer-=- dem damaligen Forſiſchreiber Schle- voigt== 5 Kiözer genommen, und die Breter davon iu deſſen Hauſe zum Fußboden verwendet, wo ſie noch zu vergleichen ſind. Wäre es mir nur darum zu thun geweſen„ außerordentliche Erfahrungen über Hen ſtar- xen Wuchs der in freiem Stande erwachſenen Bäume mitzutheilen, ſo würde ich die vorſtehenden vor allen gewählt haben; es war mir aber nicht an außeror? ventlichen Erfahrungen gelegen, ſondern nur an eini gen belehrenden Beitpielen, IJ. In dem nachſtehenden Briefe vow. dem Königt. Ssöchſ. Cammerherrn und Odberforſtmeiſter, Herrn von Schönberg, ſind einige merkwürdige Erfahrungen über einzeln erwachſene Fichten mitgetheilt, von welchen vor- züglich die bei 75 Jahresringen 59 Zoll haltende als außerordentlich zu betrachtet iſt. „„Einer mündlichen Unterredung zufolge überſende ic Cw. Hochwohlgeb, über den ſchnellen Zuwachs ein» zelnſtehender Fichten, einige Bemerkungen, welche zu machen ich auf meinem Guthe Gelegenheit hatte. Auf einer im Holze liegenden Wieſe, worauf einzelne Erlen ſtanden, die als Niederwald bewirth- ſchaftet wurden, waren einzelne Fichten angeflogen, deren Entfernung von einander 6== 3 und mehrere Ellen betrug. Da mir dieſes Holz bei dem Durr2 machen des Heues durch zu vielen Schatten hinderlich, war, ſo ließ ich daſjelde ausroden, und faud an ala len Fichten bei einer Stärke von 10 bis 36 Zollen nicht mehr als einige 20 bis 30 Jahresringe im Durchz= ſchnitt. Da ich zu einem wirthſchaftlichen Gebrauch nicht ſtarke Breter nöthig hatte,. ſo ließ ich Klößer von dieſen Fichten zu 8 Ellen Länge ausShalten, die ihrem Zwede vollkommen entſprachen. Faſt in einem ähnlichen Verhältniſſe des Zuwach: ſes wurden zwei Fichten, welche einen gemeinſchaft: lichen StoFX hatten, und die auf einer Schaaftrifft am Rande des Feldes ſtanden, von denen man bei der 4 9* ſtärkſten 75 Jahresringe zählte, gefällt; leztere maß auf dem Sto>e 549 Zoll im Durchmeſſer und die ſchwä- diere 22. Zoll; aus beiden wurden 4 Stü> 8 Ellen lange Klößer und noch außerdem 25 Klafter Felliges Scheitholz gemacht. Es ſollte mich freuen, wenn dieſe wenigen Bez merkungen Ew, 2c. Wünſchen einigermaßen entſprechen, der ich die Ehre habe, mit vollkommenſter Hochachs tung zu ſeyn. Cw. tc. Wolf v. Schönberg, Oberreinsberg, am 16. Januar 1320. 4. ny einer der höchſten Gegenden des ſächſiſchen Erzgebirges auf dem Cibenſto>er Revier, am Buk- kerSberge, in Section JT. Nr. 23.5 ſind. am a7te1t Auguſt 2819, im Beiſeyn noch anderer Forſtmänner, von dem Oberförſter, Herrn Thierſch in Eibenſio>, die hier unten auſgeführten, weitläufig geſtandenen Fichten gemeſſen worden. Die Meſſung der Starke iſt auf den ellenhohen StöFen nach dem Diameter ge- ſchehen, und die Rinde hat man nicht mit gemeſſetg Sqmmtliche StöFe habe ich ſelbſt auch geſehen und mich von der Richtigkeit der Meſſung überzeugt. 95 Der Boden iſt daſelbſt ſehr gut und theils ſanft, theils ſteil gegen Oſten abhängig, die Lage aber ſs rauh, als ſichs von einer ſv. hohen Gebirgsgegend er- warten laßt. Die drei erſten Stämme waren ſeit 15 Jahren geharzt worden. Die Berechnutig des Inz- haltes iſt blos. nach der Kegelform geſchehen, Anzahl| Srärke| Höhe| Inhalt No,[der Jah-=|. nach| nach[7„nach | resringe| Zollen| Fußen ſ|Kubikfußen 1 62 215 110)="NTM 2 60 21% 110 S 92.422 3 58 22 110% 96.755 4 92 29% 11.0|+F* 174.108 5 86 2033154 11: D6l. Es 156.790 '< 104 42X 120 389.364 7 109 43 120 441.790 8 110 57 1201 7 298.570 9)0 195 120= 02.932 10 50 21 120:€ 96.2 3 11 50 24 120;> 129.660 12 102 56 120/18: 282.740 15 50 165 120| 59.3276 14 50| 16 120|| 53.858 Die Höhen haben darum nicht einzeln und genau angegeben werden können, weil die Spitzen ſchon auf- gearbeitet waren, und alſo die Längen der Bäume mit Hülfe ihrer Hauptabſchnitte nur ungefähr beſtinimt werden konnten. 5 Die nachverzeichneten Fichten habe in einer raus hen Gebirgsgegend auf dem Olbernhauer Reviere, am ſogenannten faulen Manne, in der Unterabtheilung Nv. 38*, au einem ſüdöſtlichen Hange, auf guten Bo- den geſianden, Die Meſſung iſt von den im Jahre 1820- daſelbſt arbeitenden Forſtitaxatoren geſchehen, und der Forſivermeſſer, Hr. Benedikt, hat mir darüber noch folgende Anskunft ertheilt. Der Drt ſey dem Vernehmen nach vor ungefähr 50 Jahren abgetrie- ben worden, wobei einzeine junge Fichten theils vor- handen geweſen, theils ſpäter von Natur angeflogen wären, die man ohne Nachbeſſerung der Räumde und alſo ohne Schluß habe ſfortwachſen laſſen, wo=- durch ſie bei einer gegenſeitigen Entfernung von 2 bis 5 Ruthen eine ſo außerordentliche Stärke erlangt hätz tei. Die Stämme ſind au ihrem Abſchnitte, 5 Fuß güber der Erde, gemeſſen worden, und man hat zu den gefundenen Jahresringen allemal nog 5 Jahre für die Sto>höhe zugerechnet, ſo daß die gemeſſenen, und hier als Kegel berechneten Abſchnitte allezeit 5 Jahresgringe weniger enthalten haben, als hier Jahre geſeßt ſind. Cin außerdem noch vorhandener Stock von 43 Jahresringen hatte bei 3 Fuß Höhe 25 Zoll Durchmeſſer"gehabt; da aber der Stamm nicht mehr„vorhanden geweſen war, und. ſei- ne Länge nicht hat angegeben werden können: ſo iſt auch ſein Inhalt nicht beyechnet worden, Bei der Be- 97 rechnung ſind. zu dem Kegelinhalte noM 13 Prozent genommen. Alter Stärke Höhe Jahalt Nr. nach nach nach nach Jahren| Zollen Fußen|Kubitſußen. 1 48 222 65 67.12 2 76. 232 78 65.959 5 62 27"2 109.94 4 77 32 108 2.25.20 5 56 14% 7:0 29.68 6*|8obis90 37 85 254,33 6. Eine der äuffallendſten. Beobachtungen über den vermehrten Zuwachs des Holzes durc) eine freiere Stelz lung, hatte. ich vor einigen Jahren Gelegenheit zu machen. Auf. einer Geſchäftsreiſe im Jahre 1817 zeigte mir der Förſter, Herr Eſchke in Lohmen, einen Ab- ſchnitt von einer- Weißtanne, bei welchem die innern 103 Jahresringe nur 34 Zoll im Durchmeſſer hielten, während die äußern 7 Jahresringe ohne Rinde eine Starke von 8525 Zollen erreicht hatten. Die Fläche eines Kreiſes von 5,2 Zoll Durc: 312 5 3501< 325 5 32.0..:3.2 "384= 307- 305 7 326 7 338.1. 385 105 Die Meſſung. dieſer Umfänge geſchah in der Hy- he zwiſchen 4 und 5 Fuß von der Erde. Als etwas außerordentliches bemerke ich hier noh, daß dorr auch eine dergleichen Eiche ſtand, in de- ren. Mitte eine ſo große Oeffnung vou der Erde- au bis zu einer großen Höhe ausgefault war, daß ich mit ei- nem ſehr ſtarken Pferde ohne Anſtoß hindurch ritt, wor- auf mir eine: große, Anzahl anderer Reiter nachfolgte, von denen ich hier nur den jezigen Königl. Preußiſchen Forſimeiſter, Herrn von Beulwiß in Trier, namhaſt mache, I. Neben dieſen. Eichen verdienen die verhältnißma- ßig eben ſo großen Weißtanneu bei Olbernhau im ſächz ſiſchen Erzgebirge hier erwähnt zu werden. 3m Auguſt 1811 bereiſete ich jene Waldungen und fand dort== vielleicht als Reſte eines Urwaldes== mehrere einzelne Weißtannen, von denen ich verſchiedene maß. Die, Meſſung der Starke geſchah nach dem Um- fange zwiſchen 4 bis 5 Fuß Höhe. 1) Auf dem Olberuhauer Reviere Gie Lage hoch und rauh; mitternächtlicher Abhang; der Boden aus Gneus beſtehend, lo>er, friſch und gut) a) eine Weißtanne von 217 Zoll Umfang, b) eine dergleihen von 255 Zoll Umfang und 152 Fuß Höhe. Dieſer Baum hielt alſo nah der IVten von mei- neun Hülfstafeln, Klaſſe. IV, 21453 Kubikfuß. c) eine dergleichen von 209 Zoll Umfang, 153 Fuß hoch, ſehr ſchön gewachſen und noch vollkommen geſund; 2) Auf dem Krüc>walder Reviere eine dergleichen von 277 Zoll Umfang, aber hohl und abſtändig; nicht weit von dieſer ganz ſtarken Tanne war ein 30 Zoll hoher Tanneuſto> von 105 Zoll Umfang, an welchem 370 Jahresringe ſehr deutlich zu erkennen waren, Die . leßten 10 Jahresringe maßen. 0.37 Zoll, Die Geſchäfte erlaubten damals nicht, mehrere dergleichen Bäume aufzuſuchen, von welchen zu jener Zeit noch viele vorhanden waren, die aber nunmehr gro- ßentheils weggeſchlagen ſind. 405 10. Die hier verzeichneten Rüſtern ſind auf dem Gu- the Dennſtädt bei Weimar freiſtehend erwachſen, und ihr Beſißer=- der vormalige Geheime Kammerrath Frei- herr von Linker hat ſie: im. Jahre 17.948 in Nr. 258 des damaligen Reichs- Anzeigers beſchrieben. Die Ins haltsberect, und er be- kehrt ſich auch da noch nicht zu der heilbringenden Baum« 110 felderwirthſchaft; ſo muß ſein forſigerechter Sinn ganz verſtockt ſeyn. Habeat Sibi!“ Auch die geiſtreichen Bemerkungen, welche in Nr. 136 des Allgemeinen Anzeigers der Deutſchen von 1820 enthalten ſind, würde ich vollſtändig aufs? nehmen, wenn ſie nicht allzulangweilig wären. I< begnüge mich daher mit dem Schluſſe, welcher das Ganze hinreichenden, wohin man will, ſo wird ſichs finden, daß ſich der Vorſchlag des Forſtraths Cotta im Großen ſchwerlich ausführen läßt; und daß ſelbſt der Privatmann nur dann den Verſuch wagen kann, wenn er eine ſehr große Feldmarkung beſißt, um einige Morgen Landes ohne Nachtheil dem Getreidebau entziehen zu können. Es mögte daher doch am räthlichſten ſeyn, nach der Weiſe unſerer Vorfahren auf dem Felde Getreide und gehackte Früch=» te, in den Gärten Obſt, und in den Wäldern Holz zu erziehen. Werden die leztern forſimäßig behandelt, wer den ſie von den Regierungen 818 ein nothwendiges Bes 311 dingniß des Flors aller Fabriken. des Landes, der Vieh- zucht und des AFerbaues, folglic) mehr als. ein Regale und weniger als ein Camerale betrachtet; ſo wird man weder über Mangel-an Holz, noch über Mangel an Ge? treide zu klagen haben. *- & ; Dies ſind die Aeußerungen eines erfahrnen und ge» ſchätzten Cameraliſten, deſſen Name der Redact.(des Allg. Anzeigers) vortheilhaft bekannt iſt. Einem Forſtmanne, dem dieſer Aufſaß mitgetheilt wurde, konnte die'Bewilliz gung der öffentlichen Bekanntmachung von dem Verf. nicht verſagt werden. Dieſen ſchmerzt es in der Seele, aus Cotta's Schrift entnehmen zu müſſen, daß ein Mann von ſo gutem Ruf und Namen, wie der Verf., ſo viel auf das Spiel ſeßt, um einer Lauye oder einer unglüklichen Neue- rungsſucht zu fröhnen. Kaum iſt die Sache im Klei- nen ausführbar, am wenigſten im Großen, und doch iſt ſie uns mitgetheilt, wahrſcheinlich in der Abſicht, um zu zeigen, daß Forſte männer auch ohne Tantieme= Bezug Waldzerſtörex werden können, während ſie auf der andern Seite die vortrefflichſten Au= leitungen zu deren Aufblühen theoretiſch zu bilden wiſz ſen.== Der gegenwärtige Getreideüberfluß und die für den Landmann ſo nachtheiligen geringen Preiſe deſ- ſelben, haben Herrn Cotta übrigens eine ſtarke Lehre gegeben, nicht ſogleic) Alles druen zu laſſen, was 112 ſich ſo gläuzend ankündigt, denn nicht5 Alles iſt Gold; was glänzt.- Aus der Feldbaumwirthſchaft, inſofern nicht blos Obſtbäume gemeint ſind, was gar nichts Neues iſt, möchte aber in jeder Hinſicht äußerſt wenig Geld, gez ſchöpft werden können. Darum wollen wir uns über» zeugt halten, daß Cotta zwar Nachbeter viele, aber Nacheiferer recht wenig gewonnen haben mag. Wir behalten ihm gern bevor, nach einigen hundert Jahren; wenn die Menſchen, wie die Heuſchre&en ſich vermehrt haben, mit ſeiner Feldbaumwirthſchaft neuerdings herz vorzurü&en, oder damit hervorrüFen zu laſſen. Bis dahin aber wollen wir doc) unmaßgeblich unſere Wälder zu erhalten und möglichſt zu verdichten ſuchen.“ N. W. So gern ich auch dieſen Herren eine beſſere Mei- gung von meiner Lehre und Perſon beibringen möchte; ſo muß ich doch leider! alle Hoffnung dazu aufgeben. Lichtenberg quälte ſich einſt ab, ein Kalb apportiren zu lehren=- iſt es nicht daſſelbe, jemand begreiflich zu machen, was er weder begreifen kann noch will?*). *)„Üterariſches Converſations'- Blatk, vom 9. December 192, — OLHt S1EAdBA 016