*——— 1——— ꝗͦ————————————* 1 b b . b 8 V I 4 „ d . — —— — —— — h 4 . —; —— — e K 2 b —— ———; ———-O— — —— — Hochfürstl. Schleßwig⸗ Hollsteinischen Cammer⸗Allessoris, Geschichte des Landes oder Geographische, Politische und Bistorische Hachricht vom bemeldten Tande. nebst einer Special-Carte, unterschiedlichen Kupferstichen, und einer Vorrede in Hamburg. 0 AM BU RK G, im güldnen A, B, C. 1733... Ist auch in Leipzig bey Philip Hertel zu bekommen. 8 e 2 —. ¶ 0, ß,ũiÜ ꝓDmDmq˙F¼ꝶ¼¼ An de s ist das edle Land Bithmarschen wohl werth, daß gleich andern, auch be⸗ e sten Provineien unsers Deutschlandes, ei⸗ Nne umständliche Nachricht davon einge⸗ zogen werde. Es sind zwar wenig und — nicht gar grosse Städte darinnen, daher man sich wundern muß, wenn man bey dem Alberto Bar tholino, a) und in des Martini Lipenii Bibliotheca Philosopliica b) eine eigene Schrift des Nicolai Reima- ri erwehnet findet von den Hansee · Städten in Dithmarschen. Es ist aber dieser Titul dem Gelehrten Johann Mollern o) billig nicht anders als ungläublich und chimeærisch für⸗ gekommen: ich bin also auf die Gedancken gerathen es sey diese sich selbst wiedersprechende Ueberschrifft daher ent⸗ standen, daß einer aus ä geschrieben 8 . 8 en a) de scriptis Danor. p. 38. b) p- 38. e) hypomnem. ad Bartholin. p. yo.& Isagog. ad hist. Chersonnesi Cimbricæ F. 2. p-. 516. 628. „ Vorrede. sen Hansee⸗Stäte für Henstädt, welches ein bekandter Ort 5 in Dithmarschen, und des Nicolai Reimari Vaterland ist. Dieser Nicolaus mit dem Zunahmen Ursus, ist aus einem Dithmarsischen Bauer und Schweinhirten d!) von 18 Jahren, durch naturliche Fähigkeit und selbster⸗ 0 wachsenen Trieb und Fleiß ein bey dem Kayser Rudol- pho II. wohl angesehener Mathematicus, Profefsor in Prage und des Tychonis Brahe Nacheiferer worden, hat unter andern geschrieben Gcodærsiam Ranzovianam, de⸗ ren Titul bey gedachtem Bartholino auf solche Weise an⸗ geführet wird: Nic. Reimari de civitatibus Hansaticis in Dithmarsia Gcodæsia Ranzoviana. Lipf 1583. 4. Es ist auch diese Verwechselung Henstädt in Hansestädt nicht vielmehr ausser dem Wege, als desjenigen d) der aus Ditmarschen eine Stadt Dithmar gemacht, und ge⸗ f schrieben: Der gute und bekandte Henrich von Zutphen, der erste Evangelische seelige Bekenner und Märtyrer in diesem Lande, sey im Jahr A0. 15 25 in urbe Dithmar, in der Stadt Dithmar, verbrandt worden: Wiewohl ich dieses bey dem Crispino selbst nicht finde, sondern nur e) daß 900 ihm Henricus Supphen, ab Diethmar genennet wird. Db gleich aber wenig Städte in Dithmarschen sind, ungeachtet auch der Umbegriff des Landes nicht so 15 gro d) id. pag. 628. Jo. Henr. von Seelen select. literar. pag. 34. d) Jo. Crispinus apud Mollerum p. Ez. e) in Actionibus& monumentis martyrum Evangelicorum pag. 41. Genev. 1560. 4. —. 5— 8——— — 5———.... ͤ— 9 r Dun Vorrede. groß ist, und nicht viel über acht Deutsche Meilen in die Länge, und fünfe in die Breite pfleget gerechnet zu wer⸗ den, darf es doch an vortheilhaffter Lage, an Fruchtbar⸗ keit und Nahrung wenig Ländern nachgeben: die Dith⸗ marscher oder Teuto Marsi selbst sind auch unter den äl⸗ testen Deutschen Völckern nicht unbekandt, und haben bey ihren alt⸗deutschen treuhertzigem Wesen, ihrer Ar⸗ beitsamkeit und guten Muthe unter so vielen Verände⸗ rungen, auch so manche Proben ihrer Klugheit, und zu— mahlen in Jahren 1289. 132 2. 1404. und 15 00 ih⸗ rer Tapferkeit sehen lassen: sie haben auch so vielfältige Unglücks⸗Fälle zu überstehen, ja glücklich zu überwinden, und ihre Freyheit dagegen zu verfechten gewust so viel hundert Jahr hindurch, bis endlich Anno 1559 sie Göttlicher Fügung und höheren Macht weichen müssen. Also können die Dithmarsischen Geschichte, andere ab⸗ sonderliche Vortheile jetzo zu geschweigen, nützliche und reiche Materie genung geben zu allerley solchen guten Betrachtungen, dergleichen man in einer Historie zur angenehmen Unterweisung aus anderer Exempeln klüger zu werden, immer suchen und erwarten kan. Von langer Zeit her haben sich viele die rühmliche Mühe gegeben, wie von andern auswärtigen weit entle⸗ genen Ländern und Königreichen, also auch von unserm Deutschland und desselben meisten Theilen, mit Beschrei⸗ bung und Geschichten eines jeden insonderheit den Lesern an die Hand zu gehen, und derselben Verlangen nach ih⸗ rem habenden Vermögen 8 Genügen zu thun.. 83 mu Vorrede. muß sich fast wundern, was für eine Menge von allerley Geschichtschreibern sich findet, allein die Sachsen, die Schlesien, Brandenburg, Pfaltz, die Lüneburg, Meck⸗ lenburg/Hollstein, Beyern und Würtenberg, auch abson⸗ derlich welche die Schweitz aufzuweisen hat. Nur von Dithmarschen finden sich gar wenige die sich hätten ange⸗ legen seyn lassen eine ausfuhrliche Beschreibung davon zu verfertigen, und die Geschichte desselben von den alten und neuern Zeiten auf eine zuverläßige Weise und in gehöriger Ordnung zu verfassen. Ausser der kurtzen, aber guten Nachricht die in des berühmten Caspar Danckwerths belobten Beschreibung von Hollstein f) nebst den vier Land⸗Charten Joh. Meiers, die auch Joh. Blaeu seinem kostbahren Atlas einverleibet hat, weiß ich keinen, dessen Werck gedruckt vorhanden, als des M. Antoni: Heimreich Walters Chronicke von Oithmarschen, in drey Büchern, die zu Schleßwig 1683. 12. heraus⸗ gekommen, und in den Buchläden schon längst, wie auch in vielen Bibliothequen vergebens gesuchet wird. Es ist eben dieser Antonius, der in des seel. Hrn. Menckens Verzeichniß der Geschichtschreiber, Antonius Heinrich genennet wird, allwo er desselben Nord⸗Fresische Chroni⸗ cke von denen dem Schleßwigschen Hertzogthum incor⸗ porirten Frestschen Landen erwehnet, welche gedruckt worden zu Schleßwig 1668. 4. 3 as — 232— v ) pag. 289. seq. Vorrede. Was sonsten von Dithmarschen durch die Drucke⸗ rey gemein gemacht worden ist, bestehet nur entweder in einer Lobschrifft, als die ein junger Petrus Nannius(von dem bekandten Petro Nannio Alcmariano gantz unter⸗ schieden) zu Rostock A. 1622 in Lateinischer Sprache herausgegeben: oder es betrifft gewisse grosse Bege⸗ benheiten, als wie vor wenig Jahren Herr Mauritius Cramer Prediger in Marne das bekehrte Dithmarschen ans Licht gestellet hat, gedruckt zu Glückstadt 1699. 8. da er als in einer Predigt kürtzlich handelt von der Wie⸗ derbringung der Evangelischen Warheit in Deutschland, und sonderlich in Dithmarschen. Für andern ist der merckwürdige Krieg Anno 1559. darinn die Dithmar⸗ scher ihre Freyheit verlohren, von mehr als einer Feder sehr wohl und umständlich beschrieben worden, in gebun⸗ dener und ungebundener Rede. Die vornehmste Schrift davon sind wohl die zwey Bücher de bello Dithmarsico, welche xateinisch unter dem Nahmen Christiani Cilicii ei⸗ nes Hollsteiners/ im Jahr 1569 von ihm dem vortreflichẽ Hrn. und Grafen Henrich Rantzow als seinem Patron, dessen Domestique er gewesen, dediciret, und gedruckt Basel 15 7 o. zu Straßburg 1 5 74. 8. wie auch in Franckfürth 1 5. und zu Ende des Alberti Crantaii Bücher von Dännemarck, Schweden und Nor⸗ wegen. 1583. fol. Diesen Herrn, von Rantzau, als einen sehr gelehrten Herrn: muß man nach sei⸗ nem eigenen Zeugniß lieber für den wahren Urheber 1 halten ——— KB ß Vorrede. halten g) als den Cilicium, der seinen Nahmen nur dazu hat hergeben müssen. Hingegen die andere Schrifft, welche Deüͤtsch herauskommen zu Straßburg 1569. 4. unter dem Titul: Warhaffti⸗ ge Verzeichuiß des Krieges„ welchen FRIDERICUS II. König in Dännemarck, und JOHANNES und ADOLPHUS Hertzoge zu Hollstein, Anno 1559 wider die Dithmarscher geführet: diese Schrifft soll zum wahren Urheber haben dem Herrn Vater Graf Henrichs, Johann Ran- Zzau, der in eben diesem Krieges⸗Zug als Königlicher Feld⸗ marschall commandixet hat, und den Thuanus fälschlich fur den Autorem der Lateinischen zwey Bücher angege⸗ ben in den zwey und zwantzigsten Buche seiner Histo⸗ rie/ darinn er selbst auch aus derselben ziemlich ausführ⸗ lich diesen gantzen Krieg beschreibet: von welchem noch zu erwehnen sind zwey Lateinische Gedichte, eines das Hle— ronymus Ehrlich, oder mit dem Griechschen Nahmen Hosius, ein Thüringer, den der König in Dännemarck, ERIDEKICH der andere, selbst das Jahr zuvor zum Poeten gekrönet hatte, nicht lange darauf verfertiget, welches nach der Wittenbergischen Ausgabe 1559. 8, von Simone Schardio ist dem dritten Theil seiner Sammlung der Geschicht⸗Schreiber von Teutschen Sa⸗ chen einverleibt worden zu Basel 1574. fol. das andere Poetis. Werck Laurentii Ens aus Lorch in Ober⸗Oester⸗ reich in Lateinischen Versen, das mit Kupfern geöhert er⸗ 8) Siehe Molleri Isagog. T. 2. p. E30. homonymoscopiam p. 714.& ad Bartholin. p. 183. B. Hubneri Bibl. historic. centur. 3. p. 18. — 2 5———*— 5—— e Vorrede. herauskommen zu Franckfurth 1593. fol. beschreibet nicht allein diesen Dithmarsischen Krieg, sondern auch die andern Thaten hochgedachten Königs. Zuletzt hat vorerwehnter Olius auch ein Deutsch Gedicht zu Wit⸗ tenberg 1 560. fol. drucken lassen mit dieser Aufschrifft: Warhafftige und gründliche Beschreibung der Historte des Vith⸗ marschen Krieges und der Krönung FRIDERICI II. Von der, oben erwehnten Heimreichio und so. Mollero werden noch unterschiedliche andere angeführet, welche aber alle, so viel mir bewust, bis auf diese Stunde noch nicht an das Tages Licht gekommen: als Johannis Rodii aus Lunden in Dithmarschen kurtze Chronicke von Oithmarsischen Geschichten von dem Jahr 1146 bis 1475. in Niedersächsischer Sprache: Jo. Neocori aus Etta⸗ hulpe gebürtig/ der von dem Jahr 1590 Prediger in Bu⸗ sum gewesen ist, Dithmarsische Historische Geschichte: und M. Stephani Moltichii aus Burg, der in Hamburg Anno 1654. verstorben, Antiquitates Dithmarsicæ. Diesen wird noch unser belobter D. Adam Traziger, ehe⸗ mahliger Syndicus in Hamburg, beygefüget, unter dessen Schrifften auch der seelige Herr Archivarius D. Nic. Wilckens h) zehlet Deseriptionem Dithmarsiæ. Es muß aber dieses nur eine gantz kurtze, und als in einem Briefe abgefassete, oder zu einer Anmerckung im Vor⸗ beygehen gemachte e des letzten e „ 2 en h) in dem Leben Thracigeri, Hamb. 1722. 8. pag. zl. ——— 8 ö N —— —. 3 —— hh—ů—ů ä—0 Vorrede. schen Krieges seyn, welche Jo. Caselius i) meinet in den Worten die er Anno 1582 an ihn geschrieben: Ab eo usqve tempore, qvo primum legi qvæ de Dithmarsia erudite& diserte annotata, una pagina explicaveras, te colui, nec ante visum, nec ex eo tempore. Unter den noch ungedruckten Beschreibungen und Geschichten von Dithmarschen ist wohl/ wie es scheinet die vornehmste, welche dem sonst sehr fleißigen Herrn Moller nicht zu Handen kommen, davon der wohlverdiente und gelehrte Rector des Gymnasii zu Lübeck, Herr Jo. Hen- rich von Seelen, eine eigene sehr umständliche Nachricht und curieuse Auszüge daraus Anno 1723. in Quarto herausgegeben, die er darnach seinen schon zweymahl in Octavo gedruckten selectis litterariis p. 3 24. seq. einver⸗ leibet hat. Der Verfasser der Schrift it gewesen ein Dithmarscher mit Nahmen Hans Detlev, der in der Nie⸗ dersächsischen Sprache dieselbe geschrieben und den An⸗ fang davon gemacht un Jahr 1634. Es ist aber darnach diese Arbeit wie es scheinet von einer andern Feder in Hochdeutscher Sprache fortgesetzet bis auf das Jahr 1683, und beträgt sich auf 25 3 Seiten in tolio. Der Ti⸗ tul ist: Dithmarsische Historische Relation van erer Ankunfft, Freeden⸗ und Kriegs⸗Handlungen, ut glofwürdigen e olden 1) Epistola præfixa Nomenclatori Latino Saxonico Nathanis Chytræi Anno Hd.& in Epistolis Caselianis ab Henr. Vagetio editis pag. 171. 5 5 ———»mmnmk T ̃˙—Ü⅛?—d j ——— ͥꝑ́ꝗꝙ—sEö——ͤ[-!lJ— 3—ů—————— * Vorrede. olden geschrevenen Chronicis, olden Brefen und andern egentli⸗ chen Vertekenissen und Monumenten thosamen gedragen, ock einß Dehls nu erstlich angemercket dorch Hans Detlev, tho Windber⸗ gen/ angefangen 1634. Weil aber sowohl dieses Detlevs, als der jetzo er⸗ wehnten allgemeinen Nachrichten von Dithmarschen (ausgenommen des einigen Heimreichs) feine bisher noch heraus sind, auch des Heimreichs selbsten gedruckte Chronicke gar selten anzutreffen, so verdienet der geehrte Verfasser gegenwärtiger Dithmarsischen Beschreibung und Geschichte um destomehr Danck, welcher diese Arbeit übernommen, und überdem daß er der gedruckten und un⸗ gedruckten Nachrichten, auch des Hans Detleys sich nutz lich bedienet, selbst aus eigener Anmerckung und Erfah⸗ rung unterschiedenes hinzugethan, auch nicht unterlassen mehrere Proben anzuführen von den Reimen und Ge⸗ dichten damit die ehemahligen Dithmarscher nach Art der alten Deutschen ihre Thaten besungen und ihre Freu⸗ de bezeuget haben. Es ist auch nicht darin vergessen eine zulängliche Nachricht von der ehemahligen Regierung und den Dithmarsischen Rechten, sowohl in dem alten Provincial- Recht welches Anno 1447. verfasset und A. 1 5 85. fol. und 15 39. 4. gedruckt, auch von dem be⸗ kanten kenricoGieseberto in seinem periculo statutorum harmoniæ practicæ Lubec. 1 65 2. 4. fleißig gebrau⸗ chet, und mit andern Deutschen Rechten verglichen wor⸗ den: als auch von dem 9 von 97 N er⸗ —— Vnrrede. derseits Königlicher und Hochfürstl. Herrschafft im Jahr 1567 öffentlich bekandt gemacht, und in Quarto ans Licht gegeben worden, davon nebst gedachten Gieseberto, auch der berühmte Helmstädische Jurist, Herr D. Georg. Engelbrecht in der diss. de convenientia& differentia Juris Civilis& Dithmarsici, Helmst. 167 2. 4. einen mehreren Begriff an die Hand glebet: nicht weniger von denen in folgenden Zeiten publicirten Königlichen und Hochfürstlichen Constitutionen, davon auch der seelige Herr D. Samuel Reyher zu Kiel in seiner historia surium, 1711. 4. in dem funfzigsten Capittel eine kurtze Erweh⸗ nung gethan, und auch Giesebertus etliche davon zu be⸗ rühren nicht unterlassen. Endlich ist hier beygefüget die zuverläßige Land⸗Charte von Dithmarschen nach dem Original, wie selbige Anno 15 59. Petrus Beæckel die Eh⸗ re gehabt hat den hohen Besiegern der Dithmarscher zu überreichen, aus welcher die ins kleine gezogen, zu antwer⸗ pen A. 1595 des Abrahami Ortelli theatro Urbium n. 50. einverleibet ist. Der geehrte Leser lebe wohl, und wünsche nebst mir uns und unsern Gräntzen, wie auch den nahe und weit angräntzenden Landen Friede! Geschrie⸗ ben zu Hamburg den 6 April, 1733. *** Haupt 120 A e(0 80 Gaupt⸗Innhalt dieser Dithmarsischen Beschreibung und Geschichte. i *** Vorbericht von dem Uhrsprung und Nahmen derer Dithmarscher pag. I Des Ersten Theils erstes Capittel gibt eine allgemet⸗ ne Beschreibung des Landes— 8 — Das andere Capittel: Vertheilung desselben in seine Döffte und Kirchspiele 17 — Das dritte handelt von jedem Kirch⸗ spiel ins besondere 18 Der zweite Theil begreifft die Sitten, Sebräche, Tugenden, Kleidungen der alten Dithmarscher, wie auch ihre Kriegs⸗ und Regierungs⸗Ver⸗ fassungen: und zwar Cap. I. Von der alten Dithmarscher Keuschheit— 85 Cap. II. Von ihren Freywerben und Hochzeiten— 87 Cap. III. Von ihrer Sparsamkeit, Speisen und Geträuck 100 Cap. IV. Von ihrer Gastfreyheit— 102 Cap. V. Von ihrer Geschicklichkeit und Poesi i, imgleichen von thren Täntzen 105 Cap. VI. Von ihrer Tapferkeit—— 112 Cap. VII. Worinn die Befestigung des Landes bestanden 114 Cap. VIII. Von der alten Dithmarscher Slewung 1 Cap. IX. Von den Wapen des Landes 120 Cap. X. Von den Begräbnissen 8 5 5 Der —. 3(0) 80 Der dritte Theil. Vom Land ⸗Necht und 4 wie Dithmarschen regieret worden. Cap. I. Von dem Rechte der Teutschen ins gemein— p.125 Cap. II. Von der ersten Einrichtung des Dith⸗ marscher Gerichts—— 127 Cap. III. Von den Gerichts⸗Personen— 134 Cap. IV. Von dem alten Land⸗Rechte— 157 Cap. V. Von dem neuen Land⸗Rechte nach 4 Eroberung des Landes 33 181 Cap. VI. Von den Land⸗Voigten im Königl. Süder⸗Theil zu Meldorff 191 Cap. VII. Von den Land⸗Voigten im Mittel⸗Theile— 193 Cap. VIII. Von den Land⸗Voigten im Norder⸗Theile— 194 Cap. IX. Von den Land⸗ Schreibern im Süder⸗Theile 196 Cap. X. Von den Land ⸗Schreibern im Mittel⸗Theil 197 Cap. XI. Von den Land⸗Schreibern im Norder⸗Theile 199 Cap. XII. Von den Pröbsten in Hithmarschen— 199 Cap. XIII. Von des Landes Feinden—— 204 Der vierte Theil verfasset die Geschichte des Landes, von denen Zeiten Kaysers Caroli M. bis auf das Jahr 1500—— Pp. 2132310 Der fünffte Theil. Von den denck⸗ würdigsten Geschichten und Alterthümern des Landes. Von der grossen Niederlage Königs Johannis und Hertzogs Friedrichs zu Holstein, bis auf das Jahr 1599. da die Oith⸗ marscher ihre Freyheit verlohren— p.311 346 Der Sechste und Letzte Theil. Von denen denckwürdigsten Geschichten und Alterthümern des Landes/ von dem 15 5gten Jahre bis auf unsere Zeiten. 347-462 Vor⸗ Niere — Vorbericht von dem Ahrsprung und Wahmen derer Sithmarscher. 0 8 185 evor wir von denen Sitten, Heldenmüthigen Thaten derer edlen und tapfferen Dithmarscher, und was sich sonsten von vielen Seculis bißhieher bey dieser löblichen Nation begeben, und von der Situation und Beschaffen⸗ heit des Landes Dithmarschen eine Beschreibung machen, wird nöthig seyn, von dem Uhrsprung des Nahmens und von denen ersten Einkömlingen dieser Länder, und von wel⸗ chem Ende der durch die algemeine Sünd⸗Fluth verwüsteten Welt, auch durch welche Wege sie bey denen vor vielen Seculis geschehenen Migrationibus Gen- tium aus Alia nach und nach in diesen e District sich N A en, 2 Von dein Uhesprung und sen, vorzustellen. Daß ich sie aber von ano in einer Genealogischen Linie ab⸗ rechnen, und unsere Dithmarscher zu solche Helden machen solte, die Cerebro otio⸗ sorum hominun, obstetricante Pseudo. Beroso gezeuget, wie Joh: Mollerus a) schrei⸗ bet, wäre vielen Zweifel, und noch mehreren Irrthümern unterworffen. Denn alle Geschicht⸗Schreiber müssen ja die Ungewißheit derer uhralten Geschichte ber bekennen, daß sie mit ungewissen Gründen bey deren Ergrüblung umgehen, da sie keine gewisse Vorgänger haben, die sie auf dem rechten Wege führen mö⸗ gen. Denen Inheimischen Nachrichten zu folgen, stehet nicht wohl zu trauen, weil die Teutsche die wahren Geschichte allemahl mit fietionibus poeticis vermenget, und die Schreib⸗Kunst allererst mit dem Christenthum in diese Länder kommen. Von denen Griechen und Römern wird man sich auch wenig Trostes erholen, da wir ihnen allererst so gar spät bekandt worden. Solchemnach ist wohl die sicherste Meinung, daß man unsere Dithmarscher uhrsprünglich unter die alten Sachsen zehle, als welche nach Crantzii b) Bericht ihren ersten Sitz bis in das äusserste von Jütland gehabt, oder wie der e) sehr gründlich schreibet, wenn er uns lehret; wo man den uhrältesten Sitz der ersten Sachsen suchen soll: nemlich unter den 61 und 62 Grad latit: und 34 Grad long: an dem Oestlichen Strich des Gebürges, so Norwegen und Schweden von einander scheidet; von dannen, daß sie sich in andere Länder und also auch hiesiger Orten ausgebreitet, vernünfftig zu schliessen ist. Und diese Sachsen sind deñ auch ferner berühmte Celtische Völcker, welche entweder Nordwerts durch die Tartarey, Moscau und so ferner, oder Südwerts durch Cappadocien, Phrygien, Griechenland, Illyrien in diese Teutsche Provin⸗ cien gekommen, und fast gantz Europa besetzet und eingenommen, wie Cluverus d) bewiesen; welchem Rodericus Toletanus beytritt, weñ er schreibet: Teutonia. Dacia, Norveg ia, Suecia, Hundria Anglia unicam habent linguam, licet Idiomati- us dignoscantur, per hanc linguam non alia intelligitur quam lingua Celtica, und Freinsheimius in Indice ad Curtium erweiset, daß die Celten, welche an Ale- Xandrum M. eine Gesandschafft abgefertiget, keine andere als unsere Vorfah⸗ ren, die Teutsche, gewesen, wie denn auch schon Ptolomæus die eee den acken 2) In Isag: Chersonnesi Cimbricæ P. I. p. 14. v) Crantz fus Saxoniæ L. I. c. 2.& f. 4) P. I. Atlanticæ c. 9. a 4) Germ antiq: J. 1. c. 5. 6. 7. +̈IVI„V)d. en 8——— 2 85 Nahmen derer Dith marscher. 3 Nacken der Cimbrischen Halb⸗Insull setzet, e) und Venerabilis Beda schrei⸗ bet, daß A. C. 449. diese Länder 3 Völcker bewohnet, nemlich Sachsen, An⸗ geln und Jüten. Daß aber die Herkunfft derer Dithmarscher von denen Mar- lis und Cimbris von vielen hergenommen worden, ist ein allgemeiner Irrthum vieler Seribenten, welche diejenige Beynahmen vor Nomina Propria angesehen, mit welchen eine gantze Nation sich getheilet und benennet; denn so sind einige von der Gegend ihrer Wohnungen, von der Streitbahrkeit als die Cimbri von ihren Gebräuch⸗ und Sitten als die Sue i die Schwebende, Vandali Wande⸗ rer, Holsati Soltsassen benennet; ist also kein Wunder, daß unsere Einwohner von denen Marlis hergeführet werden, als welche in denen Morastigen Gegenden gewohnet, und daß man uns unter die Cimbern rechnet, f) ist wohl keine andere Uhrsache, als daß die alten Sachsen und Dänen unter den Nahmen der Cim- berer oder Kämpfer sich zuerst denen Römern bekandt gemacht haben, wie denn auch Georg. Fabricius g) die Sachsen ausdrücklich progeniem Cimbrorum nennet. Damit aber ein geneigter Leser auch die Meinungen einiger Gelehrten von dem Uhrsprung derer Dithmärscher sehen möge, will ich zu besserem Eclair⸗ cissement dieselbe in etwas berühren. Nun haben zwar die Alten von dem Uhrsprung der Dithmarscher verschie⸗ dene mit ungewissen Gründen unterstützte Meinungen geheget, selbige aber der Länge nach weitlaufftig hie anzuführen, finde ich vor überflußig, zumahlen der de⸗ sicate Geschmack der heutigen gelehrten Welt schon längstens einen Eckel darob spühren lassen, als welche sich mit keinen leeren Schaalen überflüßiger und unge⸗ gründeter Gedancken abspeisen lässet. Den(1) die Dithmarscher als ein einhei⸗ misch Volck und die von keinem andern Ort weder zu Wasser noch zu Lande hie⸗ her gekommen, angeben wollen, ist sehr ungegründet, weil die Menschen ja nicht per generationem æquivocam oder aus denen in terra latentibus seminibus mediante calore Solis erzeuget werden, wie etwa die alten Egyptier bey dem Diodoro Siculo h) sich solches einbilden wollen; sondern wir wissen vielmehr aus Hl. Schrifft, daß Alia der einige 4 2 daraus alle Völcker und Nationen 2 von 8 * e) Danckvverth Holst: Chron: p. 27. f) Crantz: l. I. c. 9. g) In fragm: Epist: dedic: orig: Saz: h) Matthæus Hale vom Ursprunge des Menschlichen Geschlechts p. 919. eg. ——— 4 Von dem Uhrsprung und von denen 3 Söhnen Noæ, Sem, Cham und Japhet, entsprossen, und ihren Uhr⸗ sprung gefunden. Aber auch(2) ihre vielfältige Veränderung und die mühsame Wallfahrten ihrer Nachkommen von der Sünd⸗Fluth bißhieher, und also viel tausend Jahr mit Lazio und anderen Scribenten weitläufftig ausführen, oder mit dem seel. D. Majore i) ihre Reisen in einem ordentl. Tag⸗Register einschlies⸗ sen wollen, ist eine grundlose Arbeit, nach deren Endigung man eben so gewiß seyn wird, als man bey dem Anfang gewesen. Denn der Satz, die Dithmarscher kommen von Gomer, einem Sohn saphets, her, hat wohl seine Richtigkeit, wie und wann sie aber aus Natolien sich an dem Bosphoro Cimmerio niedergelas⸗ sen, und durch welche Wege sie endlich in diese Länder kommen, will ich lieber an⸗ 15 zu untersuchen überlassen, als den G. L. mit verwirrten Gedäncken auf⸗ alten. (3) Die ersten Einwohner des Landes Dithmarschen in der Armee des Quintilii Vari suchen, und die von Arminio geschlagene und flüchtige Römer nach Dithmarschen führen wollen, ist keine klistorische Wahrheit, wohl aber ein hochmüthige aber dabey nichtige Einbildung, um nur einigen Geschlechtern in diesem Lande als den Suhlmannen, Bären, Bonsen ꝛc. den Ruhm zu erwer⸗ ben, als stammeten sie aus denen berühmten Römischen Familien derer Colum— nii, Cosumellæ, Ursini, Fabii her; und warum will man nicht lieber sagen (wie es denn auch aus denen alten Geschichten vielleicht besser zu erweisen stünde) es hätten diese Italiänische Geschlechter von jenen ihren Uhrsprung genommen; weil bekannt, daß der Rest der Römischen Armee damahlen nicht niederwerts, sondern wieder zurück nach dem Rhein sich retiriret, und daß bereits vor als nach dieser Schlacht viele Teutsche Familien sich in Rom und in der Römer Dien⸗ sten aufgehalten, einfolglich dorten ihre Geschlechter ausgebreitet und nur den Nahmen, nach dasiger Mundarth verändert haben. Ferner kan ich nicht absehen, warum(4) einige Gelehrte die arme Patrocolos nach dem Tode Alexandri M. mit zoo Schiffen auf dem wilden Meer über 1ooo Jahr umher treiben lassen, nur damit ein kleiner Ueberrest von etwa 24 Schiffen zu den Zeiten Theodorici des Francken Königs,) der Ermefredum, Marggrafen in Thüringen/ be⸗ krieget, an der Elbe ans Land steigen und tapfere Krieges⸗Männer disseitige Län⸗ der bevölckern mögten. — Damit ) Jo. Daniel Major, in dem bevölck: Cimbrien. E) Abbas Ursbergensis. ——— Nahmen derer Dithmarscher. 5 Damit ich aber nicht gar vor lingalair angesehen werde, will noch zum Be⸗ schluß die Meinung, was die Dithmarscher von ihrem ersten Uhrsprung geglau⸗ bet, anführen. Die Dithmarscher haben vor alters an der Süder See am be⸗ sten Orth Landes des Rheins gewohnt, bis sie von Druso, Kaysers Augusti Stief⸗Sohn, gedrungen, ihre väterliche Wohnungen zu verlassen oder auch der Römer Dienstbarkeit sich zu unterwerffen. Welcher Drulus darauf der Mar- sorum altväterlichen Sitz auf 10 Meilweges im Grunde verdorben, den herrlichen und weitberühmten Tempel der Göttin Tanphanæ J) geschleiffet und in die Soo Mann erschlagen; dadurch die Marsi genöͤhtiget mitten in Teutschland sich zu begeben und ein Theil im Münsterschen und Paterbornischen, und die übrigen in die Velau sich zu retiriren, welche Marsaci oder Marsatii von Plinio genandt werden; weil sie aber auch in Westphalen Germanicus, des Drusi Sohn, sehr starck verfolget, haben sie sich endlich herunter an die Elbe gezogen, ein Theil ins Land Keding, Hadeln, auch, wie einige wollen, in Worsten, theils auch an der Norder Seiten der Elbe, da wir noch durch Gottes Gnade wohnen; Und da wir zuvor Marsi geheissen, sind wir von unsern Nachbahren den Dänen Teutsche Marschen und vornemlich von denen beyden vermischten Völckern, Teutonibus& Marsis, in Latein Jeuthomarsi, hernach Dithmarsen verändert und genennet worden, von welcher Zeit her wir über die 1600 Jahr Dithmar⸗ scher geheissen und diesen Ort Landes bewohnet haben, und sind wir Dithmar⸗ scher denn ein alt teutsch Volck, deren Nahmen zu Zeiten des Ertz Vaters Jacobs bekandt gewesen, welchen sie bekommen nicht allererst von den Marsch⸗Ländern, wie Philippus Melanchton will; denn solcher gestalt alle Leute so Marsch⸗Län⸗ der besitzen, Marsi und nicht die Dithmarscher allein, also müsten genennet wer⸗ den. Zu geschweigen wir Dithmarscher auch ein gut Theil Geest⸗Land besitzen, ja unsere Vorfahren sich erst auf der Geest niedergelassen, hernach aber wie sie sich gemehret, allgemählich hinunter in die Marsch gezogen, hohe Wurden von Erde, damit sie vor dem täglichen Anlauff des Wassers versichert, aufgeworffen und Häuser darauf gebauet, und nachdem durch stetigen Anlauf des Wassers und die ankommende Fluth allemahl viel dünne Erde mitgebracht, wodurch die Marsch erhöhet und stets zugewachsen, so anfangs nur gar klein und niedrig ge⸗ wesen, sind sie allemahl weiter hinein gerücket, und haben wegen des fetten Bo⸗ dens ihre Wohnung darein aufgerichtet, demnach dieselbe als auch die Hade⸗ marscher, so doch lauter Geest-Land 3 8„mit keinem Fug also heissen 9 9 3 n — 1) Tacit. 1. Annal. 51. 2 6 Von dem Uhrsprung und Und so wir wegen Gelegenheit des Landes solchen Nahmen hätten, so müsten auch alle Flandri, Scelandi, Hollandi, Frisii und die, so bey Süden der Elbe wohnen, Marsi genennet werden, und also ihre Nachkommen von Marlo dem ten Teutschen König A. M. 3370 den Nahmen führen. So ungleicher Meinung nun die Scribenten gewesen sind, um den Uhr⸗ sprung derer Dithmarscher genau zu untersuchen, so streitig sind sie auch wenn sie ausfündig machen wollen, woher doch der Nahme Dithmarschen her zu lei⸗ ten. Denn bald wollen sie es Dit Marien Land nennen wegen der Einwoh⸗ ner sonderbahren Gottesfurcht oder Aberglauben. Andere stehen in den Ge⸗ dancken, weil G Ott sie so lange in ihrer Freyheit beschüͤtzet, so müsse es Leomar⸗ tia oder Heomartia heissen. Wieder andere nennen es Ditmarken, weil es die Gräntze des H. Röm. Reichs gegen Dännemarck an der Eyder gewesen. Der sehl. Cramer m) will den Nahmen per Prolepsin vom Graf Ditmar, dem Sohn Bennonis und Enckel des Kermanni Bilingii, deriviren. Die sicher⸗ ste und gründlichste Meinung ist wohl, wenn man mit Crantzio den Nahmen von der Gegend ihrer Wohnung herleitet. Denn gleich wie diejenige, so in de⸗ nen Höltzungen sich zu wohnen begeben, Soltzsaten sind genennet worden, so sind hingegen die so an den Seen, Flüssen und sümpfigten Oertern sich niederge⸗ lassen, von denen Sachsen Meeres Leute oder Marßleute genennet worden. Peterssen schreibet, daß die Marsi von ihrem fetten schwartzen Marschboden und die Holsati von ihrer sandigten Gegend und Höltzungen bezeichnet worden. Peucerus spricht: n) Marsi heisset noch diesen Tag Epirus, das ist ein Land so löngst dem Meer lieget oder ein niedrig sümpftig Land, daher die Einwohner als die Dithmarscher, Wilstermarscher ꝛc. Epirotæ oder Maris Accolæ genennet worden. Diesem trit Cilicius o) bey, wenn er schreibet: Ju depressa ideoquẽ palustria Quliginosa tenent loca: hi ab incolis Maꝛsi vocantur, quasi inter paludes li. no sasque voragines demerst habitanten. Diese Muthmassung lassen sich nicht we⸗ nige gefallen, davor haltend, daß Marsch ein zerbrochen Wort sey von Meerschite (denn Schit heisset weicher Dreck oder Schlick) oder Meerschäde, welches nem⸗ lich als Schlick oder Dreck das Meer ausschedet oder ausschläget, und sich rei⸗ nigen⸗ m) In dem bekehrten Dithmarschen in append. n) Carionis Chron: p. 609. o) Christianus Ciliaius in bello Ditmaxs. — f——————— — — 77 3——— Nahmen derer Dith marscher. 7 nigende ans Ufer wirfft, daß dahero, als diese Völcker befunden, daß es Mash sey, haben sie sich unter einander ermahnet und gesprochen: De Mash willen wy innehmen/ oder: ait it Mar ib hier pillen oy waßnen, und sey daher der Nah⸗ me Dithmarschen entstanden. Ob nun wohl nicht zu leugnen ist, daß die ersten Einwohner in denen Höltzungen gewohnet, und noch diese Stunde der grösseste Theil von Dithmarschen Geest, sandig und Heide ist, 0 ist doch dabey unstrei⸗ tig, daß dieses Land zwischen der Elbe und Eyder, oder da diese Flüsse ins Meer lauffen, gelegen. Und wie nachgehends das Meer oder die Flüsse einiges Land ausgeschlagen, so haben sich die Einwohner aus denen hohen und sandigten Ge⸗ genden in diese niedrige und sümpftige Oerter gemählig herunter gezogen Hoff⸗ stadten gebauet und das Land durch sonderbahren Fleiß zu ihrer fernern Erhal⸗ fung bequem gemacht, als unter andern: Die Wesler nach Weslingbueren/ Die Woldersen von Alversdorf nach Wörden/ Die Tellingstedter nach Neuen⸗Krog/ Die Vogdemänner von Windbergen nach Weslingburen ic. So wird auch glaublich erzehlet, daß eine Viertel Meile ungefehr von Wes⸗ ung ein Mann, mit Nahmen Liebe, seine armseelge Wohnung in solcher so mpfigten Gegend soll gebauet haben, und weil er den Winter über von der wilden See beftossen, so sind die Wesler seinetwegen sehr besorget gewesen, und ein ander gefraget: Wo maczt Tieben in de See gaen/ welche Geschicht bey mehrern Anwachs des Landes dem Dorff Tiebensee den Nahmen gegeben. Der Augenschein gibt es auch deutlich, daß die Marsch vor langer Zeit zuge⸗ wachsen, denn wenn man zu Befriedigung des Landes Graben kleyet, findet man bald recht grauen Meer⸗oder Drie⸗Sand mit vielen Muscheln vermenget, ja man kan auch augenscheinlich sehen, wenn solch angeschlagen und zugewach⸗ sen Land insonderheit, wo die Marsch ihren Anfang nimmt, berühret wird, wie es sich mit den Jahren gebessert und zu unterschiedenen Zeiten verhöhet: Da man an unterschiedenen Schichten und Strichen bald Sand, bald darauf eine dünne Erde durch einander findet, also daß der Strohm solchen Sand aufgeschla⸗ gen wenn das Wasser aufgelaufen, und als eine dünne Decke überbreitet, dar⸗ nach das Graß⸗Queller so verrottet und verdorben, und was sonst von 1 5 Mate- 5 9* N 6 * U 1 3 3 . 1 1 . 1 72 C ö 1 3 15 1 ö 9 % 15 1 8 12. 1 1 0 W 5 1 5* 3 13 1 3 110 ö* 1 3 ö 7 1 11 93 ö ö C 1 1 * 1 1 8 1 1 * 1 1* 44 19 10 1 8 1 11 15 3 4 4 J 4 * 171 1 114 5 N 1 ö 1 — 3 1 . 4 8 ö 3 K 1 10 r . 1 * 160 * 0 1 U 1 ö 1 ö f 11 1 1 0 17 N N U „ U 13 0 U N * N — 0 0 2 8 Allgemeine Beschreibung 1. Theils I. Cap. Materie die tagliche Ebbe und Fluth mit sich bringet, und auswirfft, sich dazwi⸗ schen gesetzet, und verhöhet. Auch findet man dessen ein Zeugniß in den blancken Moor in Neuenkirchen, welches von England oder der Gegend durch einen ge⸗ waltsahmen Sturm 1 und sich dieser Gegend auf den guten Marsch⸗Bo⸗ den wieder niedergelassen haben soll; wie man solches nach abgegrabenen Torf oder Mohr zur Gnüge sehen kan, und von denen Benachbahrten wie⸗ derum zu gut Bauland geschickt gemacht wird. Der Erste Theil. Das erste Capittel. Allgemeine Beschreibung des Landes Dithmarschen. ithmarschen wie es zwischen der yder und West⸗See die äusserste Grän⸗ tze des Landes Sachsen ist, so hat man es in denen alten Zeiten unter allgemeinen Nahmen die Nord albingia, die zu Norden der Elbe lie⸗ gende, mit begriffen, wie solches Helmoldus und Cranzius bezeugen, welchen Adamus in Hist: Eccl: beystimmet: Transalbianorum Saxonum populi primi ad Oecanum Thiatmarsgoi& eorum Ecclesia Mildinthorp, secundi Hol- tzati, tertii& qui nobiliores Sturmarii&c. und Hertzog Magnus zu Sachsen saget zu Fürst Butue in Wenden: Dabo tibi Bardos, Sturmarios, Holtzatos atque Thetmaschios&c. Situs. Es lieget der Breite des Erdbodens nach, oder lecundum latitudi⸗ nem im 54 Grad. und secundum longitudinem oder der Länge nach in 42 Grad: und 15 Minuten, wird also der längste Tag hier in Dithmar⸗ schen auf 17 Stunden weniger 4 Minuten gerechnet. Gräntzen. Die Gräntze des Landes Dithmarschen ist nach dem Süden die El⸗ be, welche sich hinunter in die West-See ergiesset und scheidet Dithmarschen von den benachbahrten Ländern Keding, Hadeln ꝛc. zu Westen ergiesset sich auch in die West⸗See die Eyder, welcher Strohm Dithmarschen von Norden bis ins Osten von den benachbahrten Völckern scheidet, als Eyder⸗ steter, 1. Theils I. Cap. des Landes Dithmarschen. 9 steter, Husumer, Stapelholmer. Ins Osten oder da die Eyder abweichet, ist eine kleine Awe die Gieselaw Landscheide genandt/ dann eine Linie nechst an den Fluß Wilster, so Wackenbeck und Sprant genennet wird, schließlich das wüste Mohr nach dem Ausgange des Holsten Grabens. Insgemein aber ist Dithmarschen ins Osten mit Graben und morastigen sümpfigten Orten von Holstein unterschie⸗ den, also daß nur ein eintziger Weg, wodurch man zu Wagen oder zu Fuß in Dithmarschen kommen kan. Wie nun erwehnter massen die Elbe, West⸗ See und Eyder der Dithmarscher gefährliche Nachbahren, also haben sie zu Be⸗ schüͤtzung ihres Landes/ und damit es nicht durch die tägliche Ebbe und Fluth von dem saltzen Wasser überschwemmet werde, starcke Teiche rund umher aufgefüh⸗ ret und selbige mit eingelegten Schleussen oder Sylen versehen, wodurch sie in Ktieges⸗Zeiten die Marsch unter Wasser setzen, und das überflüßige Regen⸗ oder Schnee⸗Wasser, so von der hohen Geest sich hinunter ziehet und über die Gra⸗ ben sich erhebet, wieder loß werden können, denn durch solche Schleussen, so die Fluth zumachet, die Ebbe aber wieder eröfnet, wird das Wasser wieder in die Elbe, See oder Eyder abgeführet. Grösse. Dithmarschen ist nur ein kleines Land, denn in der Länge von Sü⸗ den ins Norden, als von Braunsbüttel bis Lunden, ijst es Jin der Breite, als von Busum, welches der westlichste Ort ist bis Albersdorp, sind kaum 4 Mei⸗ len; und stehet es anjetzo in der Landes Matricul auf 1425 Pflügen oder 32000 Morgen Marsch Landes, wiewohl kaum der dritte Theil desselben gut Marsch⸗ Land ist, hat man sich also billig zu verwundern, wie es möglich gewesen, daß ein so kleines Land sich in unverrückter Freyheit etliche Hundert Jahre gegen mächtige Könige, Fürsten und Grafen detendiren können. Fruchtbahr · So klein aber das Land, so fruchtbahr ist es hinwieder, da der All⸗ keit. mächtige GOtt einen solchen reichen Seegen auf dieses Land gele⸗ get, wie auf einen Ort in Teutschland; also daß es nicht allein einen grossen Vorrath zu selbst eigener Unterhaltung hat, sondern es werden auch andere Län⸗ der von ihrem Ueberfluß zum Theil unterhalten, denn es nicht unbekandt seyn kan, welche grosse Quantität an Korn als Weitzen, Rocken, Gärsten, Habern, Buchweitzen, Raepsaat, Erbsen und Bohnen jährlich in frembde Länder, als Bremen, Hamburg, Holland ꝛc. verkauffet und transportiret wird. So müssen die Nachbarn auch die schönen fetten Rinder, Schaafe und Gänse, welche jähr⸗ lich dahin gebracht werden, rühmen, denn wie allenthalben, insonderheit in der Marsch, schöne Weyden oder Grasungen seyn; so ist nicht allein davon, nemlich von gemäßtem Vieh ein grosser Ueberfluß, sondern es wird auch eine grosse Men⸗ ge schöne Käse und Butter gemacht und N Zu dem ist auch kein Man⸗ gel 8 ——ä — mens 8— 8 7 8 N 15 2 3 8 8 3 1 33 3 0 15 8 2—— g ———— N D———— 2 8 5 8.—————— ————— 10 f 10 Allgemeine Beschreibung 1. Theils I. Cap. ärten, fruchtbahren Bäumen und andern Höltzungen, als Eichen, Bü⸗ 105 1 5 0 11 5 die Höltzungen ziemlich verhauen werden, und bey letzter Fehde auf Befehl derer Fürsten und Herren die schöne Vestung von Holtz, die Hamme, niedergehauen und ruiniret worden, welche so dichte gewesen, daß auch ein Eichhorn von der Heyde bis Bennewold/ und von Meldorp bis an die Grän⸗ tzen springen können, ohne die Erde zu berühren. Ferner so geben die Flüsse ste⸗ hende Seen, Ströme, insonderheit die Elbe, die See, die Eyder, einen grossen Vorrath an Fischen zum Unterhalt derer Einwohner, als da sind, Cabliau, Rochen, Schollen, Bütte, Stindt, Forellen, Hecht, Karpen, Carutschen, Lachs ꝛc. Und schreibet man daß Ao. 1578 eine solche Menge Fische auf Busum gefangen, daß sie solche durch das gantze Land und mit Schiffen nach Hamburg verfahren; und soll eine gewisse Frau, Frens Pauls Wiebe, daselbst gesagt ha⸗ ben: Gott geve dat se van Dage nichts fangen/ ik kan enen van Dage al⸗ leen nich raden/ und aus Uebermuth nenneten die Büsemer die Weiß⸗Fische, Vist⸗Hüser. Es ist aber dieser Seegen A. 1585 den Büsemern augenscheinlich entzogen, daß nun die Fische in solcher Menge nicht mehr gefangen werden, wie⸗ wohl man dennoch GOttes Seegenreiche Hand zu rühmen grosse Uhrsache hat. Flüsse. Ausser denen bekandten grossen Flüssen, der Elbe und Eyder, so der Herr Danckwert in seiner Hollsteinischen Chronica weitläufftig be⸗ schrieben, sind noch andere bekandte und Fisch⸗ reiche Flüsse, 1 in Dithmarschen entspringen, und ihren Uhrsprung und Ausgang nach anzuführen vor nöthig er⸗ achtet werden, als da ist 1) die Gieselaw oder Schnittelaw/ welche in einem Mohr unweit Schrum entspringet, gehet das Kirch⸗Dorff Alversdorp vor⸗ über bis nach Grönendahl/ da sie beständig längst den Gräntzen zwischen Holl⸗ 1 und Dithmarschen läufft, gehet also zuletzt durch Boeckelhover⸗Schleusse in die Eyder. 2) Die Tiele entspringet bey Wellingbüttel und daherum, gehet auf Tellinastedt und theilet diesem Kirch⸗Dorff ihren Nahmen mit, von dannen ferner auf Tielenbrück, und nachdem sie viele kleine Bäche mitgenommen, läufft sie bey Tielenburg in die Eyder. 3) Die Aue entspringet bey Linden und gehet durch den Neysee, welcher See in den alten Land⸗Graben belegen, so von der Tiele an bis an diesen Aue⸗ Fluß bey Rederstall zur Delension des Landes aufgeführet gewesen. Die Aue krümmet sich und gehet ferner nicht gar weit von dem Hamm⸗Hause bis an die Au⸗Brücke. Von Rieckelshofe kommt 4) Die Stellau, gehet auf Steller⸗Borg, Stelle und in den Steller⸗See, so 480 Ruthen lang und 180 Ruthen breit, und bald darauf fliesset st 0 die s Molling⸗ — 2 3 Ee 1 0 No oo 1. Theils I. Cap. des Landes Dithmarschen. 11 Molling⸗See in die Aue; diese theilet sich nicht gar weit von Schlichting und fallt mit dem rechten Arm durch den Klewer⸗Siel in die Eyder, der lincke Arm ge⸗ het St. Annen vorbey durch die neue Schleusse in die Eyder. 5) Die Miele kömmt uhrsprünglich erst von Arckebucke bey Alvers⸗ Dorp, und heist daselbst der Brobeeck, und nachdem sie Oster⸗ und Wester⸗ Wolt vorbey gegangen, verlieret sie sich und gehet 250 Ruthen unter der Erden, kommt unter dem Nahmen Fiel wieder hervor, nachdem sie durch die Fieler⸗See gegangen, fliesset die Miel darin so bey Rost⸗ und Tens⸗Büttel entspringet, läufft auf Delffbrügge und conjungiret sich mit der Fiele, und behält nachhero der Fluß beständig den Nahmen Miele, gehet zu Norden Meldorp vorüber, zwischen welchem Flecken und nahe vor dem Mielerhaven der Fredebeeck in die Miele fält, so bey Fredebeck seinen Uhrsprung nimmt. 6) Spranth oder Mackenbeck hat seinen Uhrsprung bey Beltorp nicht ferne bon Hademaschen, gehet bis Böckelnburg da 8 die Wolburgau zu sich nimmt, so durch den Kuden⸗See gehet(der Kuden⸗See ist sehr Fischreich, über 840 Ruthen lang, und Joo Ruthen breit) von da nimmt sie ihren Weg weiter, und fält zuletzt in die Wilster. Beschreibung des Landes Dithmarschen, durch Simo. nem Visenium, Dithmarsum Ao. 1590 in Nie⸗ der⸗Sächsischen Reimen. Hswcrus de Poet sprickt fyn, Nicht leevers enen Minsch kan syn Als de Ort dar em is gegeven, Van Gott in dieser Welt dadt leben Solckes ick ock sulvest an my erfahr Darum ick mi understah vorwahr (Offt schon tho dissen hohen Ding Min Verstand is alto gering) Dit to Ehren minem Vaderland To schrieven un geven in veeler Hand. Mercket up jy leven Landes- Lüde, Ju allen ick will singen hüde Enen korten Bericht, gelöͤvet my Van dissem Lande in welchem jy B 2 Geba⸗ ä—— ——:... 8 ĩ⅛ 3 ĩ ͤñ—:'' —— 12 SIMxONIS VISENII z. Fheils I. Cap. Gebaren un ertagen 5 Als jy de erste Melck gesagen Nicht wo ick billig dohn solde Sondern de Tidt edt liden wollde Vellicht en ander sick ward finden Dem idt beter deit gelingen Woher Dithmarschen hebbe erlangt Sinen Nahmen is so bekant Dadt unnödig an dissen Ort Darvan tho behren mit en Wort. Twe schöne Water dohn umlopen Dit unse Land mit grothen Hopen, De Elve op der enen Siden rick De Ender op der andern gelick Nicht grot is dit Land aller Dingen (Watt nütt my scholl ick Lögen bringen) Siene Längte gifft 7 Millen wiet Fieff averst ward idt gefunden breet, Dennoch is rick an Volck un Lüde. Mit Warheit ick mag seggen hüde. Manck welcken ock sehr grote Helden Gefonden werden als dohn melden Er tapper Hart und kähner Moth Indem se wagen Lif un Bloth Wenn solckes erfodert de Noth schwer Dat Vaderland und Gades Ehr. Dartho ock Lüde hier waren gebahrn In Kunst und Spracken hoch erfahrn, De Gott de Heer wolde lange wihl Erholden tho veeler Minschen Heil. Sehr schön un 5 is dit Land Van Graven, tern allerhand Veel gröne Wolden hier werden gesehn So her und dar geplantet stehn, Darin de zarten Vogelein Mit erem schal eene Freude sien Dem de et anhoret un in Sorgen geit Dad he vergit sien Harteleyd. Wor 0 155 —— 2 ů—— 0. Cap. e 1. Theils I. Cap. Beschreibung des Landes Dithmarschen. 13 Wor rick did Land mit sienen Gaven De Heer geseegnet ut bloter Gnaden Hoch röhmen mag de Minsch alleen De disse Geschenck genüt intgemeen. De Acker hier seer fett und goth Sien Korn so hüpig dragen doth Roggen, Weeten und derglicken: Dat an Getreide nig darf wicken, Veel gröten Ländern disse Orr Als solckes vör mick is schon gehort; Wenn andre offtmahls liden Noth So hebben doch de unsern Brodt. De Böme⸗Frucht tho siener Tidt Gelieck ock Gades Barmhertzigkeit Mit milder Hand un grothem Tall Dal nichts entbrickt dar äver all. Eens aver is ock lavens werth Welckes disem Lande ock is bescheert De Marsch verstah dadt edle Goth Dad mangen Mann ernehren doht Ossen, Rinder und ander Koye Hier werd gespieset ohn alle Möye Darvan didt Land sien Nahrung het Woll dancket dock Gott vär siene Wohldath; tter, Melck, Käß, Flesch allesamt ieher wie hebben in disse Land,* So ricklich und in Averfloth, Gott lof, dat man offt dehnen moth Andern Landern mit dissen Gaben, De wie van Gott empfangen haben. Wat schall ick nu van dem Orte sagen Dartho de Heer gifft alle Dagen Met Wohlgefallen sehr schöne Fisch De Minschen hier tho erem Tisch, Gegrötet bist du Busum schon? Du bist des Landes eene edle Kron, Gott die dadt Glück hefft bescheert . Dürch die wy werden fien ernehrt 5 Bor B 3 Stöhr, — ⅛ XX——. c,,. 14 SIMONIS VISENII 1. Theils I. Cap. Stöhr, Ruchen, Schullen und andre Fisch mehr, Int gantze Land deiest senden her; Tho dy der Armen Häpnung eit Went ehn een wenig övel geith Und se nicks hebben tho dadt Brodt Dadt du ehn helpest ut de Noth. Darum ick die billig röhmen scholl, Denn du mick ock heffst geholpen wohl, Als ick in do gebahren binn Vor twintig Jahren und ock värhin! Gott seegne dy an dinen Gaben, Dadt veele Fisch werden uth die gedragen Vär Water, Für und ander Gefahr De true GOtt dy lang bewahr. De Weltlicke Herrschop ick nig weth Wo ick deselbe röhm an preiß De Königliche Majestät Van Dennemarck gegeven hat N Und andere gebahren uth Fürstlichem Stand Tor Averigkeit GOtt dissem Land. Mit wadt Blodt un schwaren Schaden Se dissen Herren angenamen haben Erklären fin de olde Geschicht De ick jetzt kan kan vertellen nicht Didt Land tho värn een Fry land war Drum fragden seh nach kener Gefahr: Ehr Fryheit tho schütten stund ehr Moth, Und went ock gülde Lief und Bloth. Gott averst deth idt anders wenden Dewiel didt steit in sienen Händen, De gaff ehn gewisse Averigkeit De didt gude Land und unse Lüd Regeren und beschütten schall Gott geve dadt alles möge bliven wohl. Man segt tho Nürenbarg in de Stadt Thor tidt een Kayser gefraget hat Den Borgemeister, dith betracht By sienem Volcke wohl geacht, Mit ——: pp“,—7§7r˖',;«NßTfl. 7 ⁰᷑ nm ‚— ͤmT 3 Ci. 1. Theils I. Cap. Beschreibung des Landes Dithmarschen. 15 Mit wat Kunst und Geschicklichkeit Se regereden so veel dusend Lud Dat alle Levende nach Geböhr Und Nemand groth Leyd wedderföhr? Darup soll em geantwortet syn: Gnädigster Heer und Kayser myn! Darna ju fragen, dohn wie verschaffen Mit guden Worden und schwaren Straffen, Solck een Gebruck ward ock gefunden By uns anjetzt in dieser Stunden, In groter acht de Gerechtigkeit Geholden ward ohn Unterscheid. Dat guth geehrt und gelavet sehr Dat böse belohnt mit Straffen schwer Ken Geschenck in dissem Regiment Der Wysen Ogen nie verblendt, De Person werden hier nich gesehen an, Recht hier moth Recht sien jederman. Daher schöne Tucht und Ehrbarkeit. Ock leven sehr de gemene Lüd, In Seden, Zier und Kleder fien Den Uthländischen een Vorbild sien, Veel Nyes hierin erfinden dohn De sülben twar ohn grothen Rohm, Hier averst noch de olde Dracht, Geholden ward in goder acht; Vornemlick dit an Fruns⸗Person Tho sehn is und tho laven schon Wo fast de Geschlecht thosahmen halden, By unserm Volck, und ken Twispalten De sülbe mag van een ander scheiden, Gespöret ward in gemenen Freuden In Hochtiden und Kindel- Beer Darin en fin groot Sülver⸗Geschier En jeder Geschlecht tho egen hat Und vär sick gebrücket froh un spaat Up solcke Wiese und andere mehr De olden Römer mit Prieß und Ehr Nit SIM. VISENII Beschreibung ꝛe. 1. Theils I. Cap. . AA d Vc PPP———— 1 Ock leve und Fründschop erholden han In erem Volck by jedermnaun. Hievan ick nich seg na der Lenge, Dewihle ick bald ihle thom Ende. Dat grotheste Goth gelove in Henvörder ick schall beschrien 9 Welck diesem Lande GOtt hefft beschert Und ehm sienen leven Sohn verehrt Gades Wort is dad de Seele spiest And uns den Weg thom Hemmel wiest. Tbwintig Kercken hier stahn und Veer Darin de Gadliche reine Lehr Gedreven wart mit trüen flith Den Nahmen Gades tho Ehr und Prieß 7 Ock dgeelen Minschen thor Seeligkeit Dat se erlangen de ewige Freud. De Sacrament in hilligem Gebruck Andächtig werden erholden ock Als dith Martinus Luther recht De dühre Mann und Gades⸗Knecht In den lesten Tieden hefft gelehrt Und fast mit Gades Wort bewehrt. Danck, lewe HEre! sy dy gesagt 1 Vör dien ertögende Wohlthat, Da du uns ut der finstern Nacht Erlöset heffst und ans Licht gebracht Gif Gnade HErr und dinen Seegen Dat wy from und Gottsfürchtig leven Verlehne HEre Frede in diesem Jahr, Vor allem Aevel uns bewahr, Dat wy henbringen de geringe Tidt Und by dy leven in Ewigkyt, Amen. *** — 17— Das ä S, 12— 9 5 1 D S 2 79 0. 1. Theils II. Cap. Vertheilung des Landes. 27 Das andere Capittel. Vertheilung des Landes in seine Döffte und Kirchspiele. Se Dithmarscher in einer vollkommenen Freyheit lebeten, und von kel⸗ 2 ner andern auswärtigen Herrschafft wusten, als in so weit sie an das Stifft Bremen von Kayser Friderico J. geschencket/ und solche Bi⸗ schöffe vor ihre Schutz⸗Herren erkennen musten, hatten(as gantze Land in Döffte oder Advocatus vertheilet, wie solches die künfftighin anzuführende Kayserl. Donationes und Päbstl. Bullen ausweisen werden; und nach solchen Döfften war ihre Regierungs⸗Form, wie nicht weniger ihre Kriegs⸗Verfassun⸗ gen eingerichtet. Denn ihre junge Mannschafft, damit sie zum Kriege geschickt würde, und in den Waffen sich fleißig üben möchte, so muste sich alle wehrhaffte Mannschafft einer jeden Döffte auf einen Nahmentlichen Platz und zu gewisser Zeit im Jahr mit ihrem Gewehr darstellen, da dann Heerschauung geschehen, und die junge Mannschafft schweren muste, des Landes Freyheit zu verthädigen. Daß auch diesem allen aufs sorgfältigste nachgelebet würde, so ist A. C. 1531 folgende Brüche darauf gesetzt worden: vor einen jeglichen wehrhafften Mann 30 Marck, vor eine jegliche Bauerschafft oo Marck, vor eine jegliche Döffte ooo Gold⸗ Gülden, so aussen blieb und nicht erschien. 1. Strantmanns Döffte. Hierzu gehöret Marne, Braunsbüttel, Eddelack, Borg. Diese haben jährlich Mittewochs nach Pfingsten in ihrer Rüstung sich se⸗ hen lassen auf Barther Ochsen Kamp, da sie von den andern gemunstert worden. 2. Meldorper Döffte. Hierzu gehöret Meldorp, Barlt und Windbar⸗ gen, diese haben sich Dingstags in Pfingsten mit ihrem Gewehr in der Heyde præsentiret. a 3. Oster Döffte. Hierzu gehören Henstedt, Schlichting, Delve, Tel⸗ WWW haben sich gerüstet dargestellet Dingstags in Pfingsten zur Heyde. 5 4. Wester Döffte, darunter Busum, Weslingbühren, Oldenwörden, Neuenkirchen, diese haben bey Ratingsmede, Montags in Pfingsten ihre Heer⸗ schauung gehalten. J. Model- Döffte, als Lunden, St. Annen, Hemme, Weddingstedt, Süderharstedt, Norderharstedt, Heyde, Hemmingstedt, diese haben sich des Montags in Pfingsten auf Ratingsmede in voller Rüstung sehen lassen. Wie aber das unglückliche 1 N ankam, und die e N 0 18 Meldorfer 1. Theils II. Cap. nebst Gut und Blut ihre in so vielen Jahren verthädigte Freyheit verlohren, so wurde obige Vertheilung des Landes zu nebst ihrer verlohrnen Freyheit inter res deperditas Pancirolli mitgerechnet, und hat man sich nur bloß nachhero darnach gerichtet, wie sich der König und die Fürsten von Hollstein darin vertheilet. Wel⸗ cher Ordnung wir denn auch vor dieses mahl folgen werden, und bey einer jeden Kirchen oder Kirchspiel die behörigen Döffte, was an einem jeden Ort zu be⸗ trachten vorkommt, und welche Familien in jedem Kirchspiel bis anhero floriret, auf das genaueste dem geneigten Leser communiciren. Ihro Königl. Majestät zu Dännemarck Autheil. Meldorff Windbergen Capel Filial Semmingstedt b Meldorff. Nordharstedt Eddelack Alversdorß Brunsbüttel. Süderharstedt Marne. Bockelnborg Barlt Filial MNeldorff. Oldenworden, halb. Dunne. Dem Hertzog von Hollstein sind zuständig. Busum gepde Filial Wedd. Weslingbühren Henstedt. Neuenkirchen Filial Weßl: Schlichten Filial Henst: unden Delve. Semme Filial Hund: Tellingstedt. St. Annen Filial Lund: Weddingstedt. Oldenworden halb. Das dritte Lapittel. Von jedem Kirchspiel und Kirchen ins besondre. Meldorff oder Mieldorff. Nen hat den Nahmen von dem daran fliessenden Wasser, so gleich wie der Fluß in Hispanien St. Anas oder Guadiana in die Erde hin⸗ W. ein fällt, 2 50 Ruthen unsichtbahr unter der Erden hinläufft, und wenn er wieder hervor kömmt, die Fielau genennet wird, ist sonst ein schöner N ü 9 2 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 19 Vor Eroberung des Landes ist Meldorp sonderlich privilegirt, mit Stadt⸗ Recht begabet und mit Burgermeister und Rath versehen gewesen, wie es denn auch noch anjetzo der Haupt⸗Flecken des Süder⸗Theils Dithmarschen, und ein Sitz des Geist⸗ und weltlichen Gerichts ist. An diesem Ort hat Willericus, der andere Bischoff in Bremen, A. C. 79 1 zuerst denen Dithmarschen das Sött⸗ liche Wort geprediget. Es hat eine schöne grosse Kirche, zu Ehren St. Johannis erbauet, so ist auch daselbst in denen alten Zeiten von dem gantzen Lande ein köst⸗ lich Kloster für die schwartzen Münche oder Jacobiten gestifftet, und zu deren Un⸗ terhalt 12000 Marck, ohne das freye Kirchen⸗Land, beygeleget worden. Nach der Reformation haben die guten Münche das bekandte Veteres migrate Co- loni singen müssen, und sind des Klosters Einkünffte zu einem nützlichern Ge⸗ brauch verwendet, und Reimer Wolderichen aus Lunden einen 48er, A. 1540 den 19 Juni von dem gantzen Lande aufgetragen worden, dahin zu sehen, daß von den Kloster-Intraden eine gute particulair Schule gestifftet würde. Dem Reccori sind 100 Gülden, dem Con-Rectori 100 Marck, und dem Tertio 60 Marck, so damahlen eine grosse Besoldung gewesen, beygeleget. Der erste Rector ist gewesen Johannes Olphemius Westphalus. Heimreick Nord⸗Fresisch. Chron: J. 3. c. 4.. 5 Es hatten hieselbst 12 Priester eine Brüderschafft gestifftet, und hernach auch weltliche Brüder aus dem gantzen Lande mit angenommen; Welche bey ihrem Absterbeu aus einer sonderbahren Devotion, und damit die Seele fein balde aus dem Fege⸗Feuer durch die Seel⸗Messen derer Brüder erlöset würde, ansehnliche Legata und Einkünffte an Geld, silbern Bechern und anderm Haus⸗ Geräth verehret,so nach der Reformation dem Calande beygeleget worden, wel⸗ cher eins ynodus derer Geistl. ist, die jährlich zu gewisser 5 zusam̃en kom̃en. Weilen aber die Vorsteher und Administratores solcher Einkünffte zur Zeit der Fehde in Meldorp gewohnet, so haben sie solche Gelder fast alle nach dem Sü⸗ der⸗Theil gezogen und daselbst beleget; daß also nur die im Mittel⸗Theil etwas, und im Norder⸗Theil von 50 Marck nur, die in Schlichting 4 Marck behalten. Es hat zwar nach Eroberung des Landes, Hans Blome/ Königl. Land⸗Rath, bey denen hohen Herrschafften darüber geklaget, und auf eine richtige Vertheilung eyfrigst gedrungen, ist aber von Hinrico Ranzovio mit folgenden Worten ab⸗ gewiesen worden: de his nihil ad Principem redit, mittamus, ne amplifice- mus lites: wobey es denn bis auf diese Stunde verblieben. Es hat aber Mar⸗ cus Schwien Jo Marck/ Thomas Boje 15 Marck/ Junge Johannes Car⸗ sten 30 Warck/ Friederich Struck 15 Marck/ Hans Lubbens 15 Marck⸗ und alle Raths Persohnen, ausser Hans Nanne/ den Caland in Norder⸗ und Mittel⸗Theil zu erhalten, zur Zeit des 2 M. Wrangen Zulage ae 2 8 20 Meldorfer 1. Theils III. Cap. Es werden in Meldorff jahrlich 3 grosse Jahrmärckte gehalten, und von vielen Kaufleuten mit grossem Zulauff besuchet, als 1. auf udica, 2. auf Petri Pauli, und 3. vierzehn Tage vor Michaelis, ausser welchen Jahrmarckten keinem Frem⸗ den erlaubt gewesen, Kaufmannschafft zu treiben, laut eines von Ihro Königl. Majestät zu Dännemarck denen Kramern in Meldorff ertheilten Privilegii. Weil aber ein solch geschlossen Ambt derer Kramer zum grösten Prejudice und Schaden des gantzen Landes als ein Monopolium angesehen worden so ist die gantze Bürgerschafft von Meldorff dagegen bey Ihr. Königl. Majestät einge⸗ kommen, und hat A0. 1612 ein frey öffentliches Wochen⸗Marckt so auf dem Freytag verleget, erhalten. Zu diesem Kirchsplel Meldorff gehoren nachfol⸗ gende Dörffer Marsch⸗Dörffer zu Norden Meldorff. Bardeefleth, hat den Nahmen, daß vor diesem ein Fleth dadurch ge⸗ gangen, wie noch zu sehen, bekommen, ist vor Alters weiter ins Westen gewesen, aber wegen Abbruch des Wassers dreymahl verändert, und weiter ins Land ge⸗ bauet worden. Thalingbuhren. Epenworden. 5 Oster und Wester Dehling. 13 5 3 1 und Stremwisch, wo Joachim Blome ein Adelich Gut gehabt. Kerelsbüttel, ist vor diesem ungleich weiter ins Westen auf dem Platz, die Wurth geheissen, gestanden, und hat seine eigene Teiche gehabt, wie man sol⸗ ches noch heutiges Tages sehen, und die alte Lage von selbigen erkennen kan, wie denn auch die Büttler ihre eigene Feld⸗Marckten gehabt, und die Eyder zwischen beyden durchgelauffen. Sonsten ist Ketelsbüttel wegen der Niederlage, so die Süder⸗Dithmarscher A. 1700 von einigen Compagnien Fürstl. Soldaten aus Tönning erlitten, berühmt, davon aber künfftig an seinem Ort weitläuffti⸗ gere Meldung geschehen wird. Marsch⸗Dörffer zu Süden Meldorff. Norderbosenwurth. Suderbosenwurth. Nesch oder Esche. Lutkenbuttel. Ammerswurth. Geest⸗ 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 21 Geest⸗Vörffer. Sartsbuttel. In dieser Feld⸗Marckt, soll vor diesem noch ein Dorff gewe⸗ sen seyn, Hldendorp genandt, wovon man aber nichts mehr weiß. Gudendop. Lehersbuttel. Odderade. Wolmersdorp. Siel. Niendorp. Varenwinckel. Bargensted, hie hat Mauritius von der Wisch gewohnt. Kramsted, ist des seel. Stadthalters Hinrich Rantzau Guth gewesen⸗ Zesel, ist vormahls ein grosses Dorff gewesen, daß auch 8 Bau⸗Knechte daraus gegangen/ und in Meldorp eine Tonne Bier ausgetruncken. Senscherade, ehemahlen ein Dorff unter Bargenstedte belegen, aber vor langer Zeit verstöret, ist jetz der Bargensteter bestes affen in diesem Dorff vormahlen so reich und mächtig gewesen, daß auch der Pfaffe nicht eher hat Mes⸗ se lesen dörffen, sie wären denn zur Kirche kommen. Es ist aber ausgestorben, ausser einem Mann mit feinen Söhnen; welchen, da er einsmahls eine grosse Recht⸗Sache gehabt, so ihm seiner Meinung nach, von einem 48ern aus Wind⸗ dergen verdrehet worden, seine Kinder sollen getröstet haben: Vader wie willen ju dat Blat hahlen/ dat ju de Saack verraden, sind darauf bey Nacht⸗Zeiten in Windbergen eingebrochen, und haben dem 4 dern die Zunge aus dem Halse geschnitten und ihrem Vater gebracht, worauf sie mit all dem Ihrigen nach Se⸗ mern gezogen. 3 i e N Gldenherpe, ist ehemahlen ein grosses Dorff gewesen zu Süden⸗Meldorff auf den Dünnen, und neben andern dem Abt zu Stade hiebevor verehret wor⸗ den, weiln sie aber viel Muthwillen von den Süder⸗Männern, sonderlich von de⸗ nen aus Windbergen erlitten, auch durch grosses Sterben sich verringert und verarmet als haben die übrigen sich nach andern Bauerschafften begeben, und ist also Herpe gantz verstöret, und die Elpers⸗Bütteler haben die Feldmarck zu sich genommen, behält aber doch den Nahmen. 9 855 6 Querder, ist vormahlen ein Dorff dieses Kirchspiels gewesen, zu Osten⸗ Windbergen bey der Wasser⸗Mühlen, Spiersdiecke geheissen gelegen, und sollen die Einwohner von den Windbergern vertrieben seyn. Der letztere hat sich an dem Ort wieder häußlich niedergelassen, wo anjetzo Guddendorp lieget, und soll das erste Haus daselbst erbauet haben; den Grund aber von Quer⸗ der besitzen die Windberger. 1 5 Zwischen Niendorp/ e und Varnwinckel lieget die Ens; 3 urg⸗ 22 Meldorfer 1. Theils III. Cap. burg, welcher Ort so hoch ist, daß man von demselben ins Land Wursten sehen kan/ an demselbẽ haben sich vormahls zu Osten Mörder in einer tieffen Höhle, dar⸗ aus der Berg aufgeführet seyn soll, aufgehalten und viele Jahre grossen Schaden verübt, bis sie durch ein Mädgen, das sie bey sich gehabt, durch ein von Wolle ge⸗ gebenes Zeichen verrahten worden, und weil man ihnen nicht hat beykommen können, so sind sie durch siedenheisses Wasser heraus getrieben, 2 davon gefan⸗ gen, und vor Meldorff gerichtet worden. s Dellbrügge/ wo jetzo eine Wasser⸗Mühle zwischen Bargenstedt und Sartzbüttel an einem Paß belegen. Hie haben die Hollsteiner Ao. 1403 die Ve⸗ stung Marienburg erbauet, so ein festes Schloß oder Thurm gewesen, unten Viereckt, mit grossen und gewaltigen Balcken durch ein ander verbunden und rund umher an jeder Seiten mit Schieß⸗Löchern versehen, daß man mit groß und kleinem Geschütz unter die Feinde spielen können. Es ist aber nach der grossen Niederlage König Johanns wieder von den Dithmarschen demoliret und der Schlatewalt genennet worden, wovon zu seiner Zeit unten ein mehrers. Windbergen. Die Capelle zu Windbergen/ zum Heiligen⸗Creutz genandt, ist daher ge⸗ stifftet. Ein Mann daselbst hat auf derselben Stelle, wo anfetzo die Capelle, ein Ehernes Crucifix, etwa einer grossen Spanne lang, vor dem flug⸗Eisen aus der Erden gegraben, weil es 8, oder wie andere schreiben 12 Ochsen nicht auspflügen können, sondern dafür stehen geblieben. Welches Crucifix der Mann als ein besonder grosses Heiligthum verborgen halten wollen und in einem Kasten verschlossen, aber allemahl des Morgends wiederum aussen oben auf dem Kasten gefunden, und wie er es dennoch nicht ofsenbahren wollen, darüber gar von Sinnen gekommen; so bald es aber kund gethan worden. ist er wieder zu sei⸗ nem volligen Verstande gekommen, dafern hie nicht eine starcke Mönchen⸗Fabel untergelauffen; Weßwegen ein groß Crucifix daselbst aufgerichtet und eine klei⸗ ne höltzerne Zelle gebauet worden, dahin grosse Wahlfarten aus dem gantzen Lande und aus andern benachbahrten Oertern geschehen, und ansehnliche Opf⸗ fer dargelegt worden, von welchen Einkünfften nachgehends die Capelle ist er⸗ bauet. Nachhero ist das halbe Opffer, so künfftighin fallen würde, dem Priori und München des Klosters MWeldorff deputiret, davor sie einen München oder Priester in dieser Capelle zu Verrichtung des Gottes⸗Dienstes halten und ver⸗ chaffen müssen, welchem die andere Helffte des Opffers zu seinem nöthigen Un⸗ terhalt ist beygelegt worden. Dieses aufgerichtete Creutz, dem sie sonderbahre i e zu den Zeiten B. Heinrich von Futphen noch vorhanden ge⸗ wesen seyn. Alte 1 r] TTT. — = 1. Theil III. Cap. Kirchspiel. 23 Alte und berühmte Familien in diesem Kirchspiel Meldorff. pilsen, Geschlecht in Elpersbüttel/ führen ein aufstehendes Pfeil in blauen Felde. 8. Die Kramers,führen 3 Kesselhacken in weissen Felde. We schwartzen Adler in weissem Felde und 3 Gärsten⸗Körner in lauem Felde. Helten Geschlecht, vormahlen die Velden geheissen, haben ihren ersten Uhrsprung aus Gdderade/ davon führen sie ein Aw⸗Blad mit der Wurtzel. Hennies Peters Geschlecht ist ausheimischer Nation, hat sich zu Bo⸗ senwurth niedergelassen, und führet einen Schlüssel mitz Monden. S5 750 Iken Schlacht zu Bardesfleth, führet ein aufstehendes Schlacht⸗ Schwerdt. Die Vogedigmanne oder Vodiemanne von Windbergen, führen eine zerbrochene Maur. Diese alte Familie ist so wohl an Reichthum und Macht, als insonderheit wegen ihrer angebohrnen Tapferkeit jederzeit in sonderbahren Lustre und Anfehen gewesen, da sie, bey Frieden⸗Zeiten in Regiments⸗Sachen einen sonderbahren Verstand und Geschicklichkeit, im Kriege aber eine muntere und unermüdete Hertzhafftigkeit blicken lassen. Sie hat sich noch dieser sonder⸗ bahren Glückseeligkeit zu rühmen, daß die 2 grosse und vornehme Adliche Ge⸗ schlechter, die Keventlauen und Walstorper, von ihr den ersten Uhrsprung ge⸗ nommen, und lange Zeit zu Windbergen ihren Sitz gehabt, denen auch die Hol⸗ zung Borgholt unweit Borg zuständig gewesen. Zu welcher Zeit aber die Keventlauen Dithmarschen verlassen, ist eigentlich nicht zu bemercken: es sind tinige der Meinung, daß es schon 1199 geschehen, wie Graf Adolph Ill. zu Holstein dem Bischoff Siegtriedo Dithmarschen abgedrungen, als zu welcher Zeit die Dithmarscher allen Adel aus dem Lande gejaget, und denselben gezwun⸗ gen, anderwerts ihre Wohnung aufzuschlagen. Welches nicht wohl seyn kan, weiln nach der Zeit derer Keventlauen in denen Dithmarsischen Geschicht⸗ Büchern noch öfftere Erwehnung geschicht. Spangenberg, wenn er in seiner Schaumb. Chron: l. 2. c. 12 seqq. der 3 Grafen von Hollstein Gebrüder übeles Regiment beschreiben will, als welche mit Gewalt ihren Vater gezwungen, die Grafschafft Holstein und Wagrien ihnen abzutreten, so setzet er unter andern mit hinzu: Weil sich Graf Adolph auch an den Junckern von Re ventlauen qu grob vergriffen, welche dann vornehme von Adel, und sich kurtz vor der Zeit aus ————— ———— —— 24 Meldorfer 1. Theils III. Cap. aus Dithmarschen unter die Grafen zu Holstein begeben hatten, und unter den⸗ selben einer der fünehmsten Hartwig von Keuentlau&cc. Aus diesem Umstand erhellet klärlich, daß damahlen oder einige Zeit vor⸗ her ein Theil dieses Geschlechts sich zu allererst aus Dithmarschen begeben, und hindert der Sache nicht, daß A0. 1460 Hinrich Keventlau noch in Dith⸗ marschen gelebet, als welcher wegen einer Wiese mit den Dithmarschern, als sei⸗ nen Landes⸗Leuten in Streit gerathen, und darüber mit seinen Knechten erschla⸗ gen worden; denn ja wohl seyn kan, daß einige von der Familie auf ihre Güther zurückgeblieben, oder daß sie nachhero einige Güther wieder angeschaffet, wie⸗ wohl ersteres am glaublichsten und den Umständen damahliger Zeiten an conve- nablesten. Wie man denn auch lieset, daß nach der Zeit die Voigdimanner sich abermahlen getrennet, und ein groß Theil sich weiter hinunter in der Marsch nach Weslingbuhren gezogen. f Anno 1738 des Freytags nach Jacobi ist durch Verwahrlosung einer Schmiedes⸗Frauen, welche mit einem Licht Hüner⸗Eyer auf den Boden und unter dem Dach suchen wollen, eine grosse Feuers⸗Brunst in Meldorff entstan⸗ den, wodurch fast der halbe Flecken zu Süden der Kirchen elendiglich in die Asche geleget worden. Barlte. Barlet, ist ehemahlen unter der Kirchen zu Meldorff gehörig gewesen, lie⸗ fert auch noch jährlich auf Maytag von jedem Pflug einen Scheffel Gärsten, oder auch so viel an Gelde dahin. A0. 1600 ist hier eine Kirche gebauet, und denen Predigern und Schulbedienten nothdürfftiger Unterhalt von der Gemeine bey⸗ geleget worden, hierzu gehoren noch folgende Dörffer: f Barlet Spritzhusen. Bampe Cowall. Familien. Süderwennemanne, führen einen doppelten schwartzen Adler. Ottern oder Ottersmenne, worzu auch die Vlietz gehören. up dem Kampe führen einen Otter, so einen Fisch im Munde hält. Von Westrope. Marne. Marne, ist ein ziemlich groß Kirch⸗Dorf, und ist die Kirche 1 Ehren der Heil. Mariæ Magdalenæ erbauet. Von welcher unter a 20. v. II. & segq. zu lesen/ und scheinet/ daß das Kirch⸗Wapen eigentlich darauf Ma aselb —ůů——— r. 2 A—ͤ—·1-1A ö-w 1 —— 1. Theils III. cap. und Marne Kirchspiel. 25 daselbst von der Maria und dem Gärtner stehet. Folgende Lateinische Verse, so auf der grossen Glocken hieselbst zu lesen, bemercken, mit welcher Veneration man die Mutter Gottes verehret und angebetet. Linguæ cunctæ forent minime depromere possent, Quæ sit nec quanta Regina Virgo Maria, Q via sit pietas nec litera nec dabit ætas. it Dn9 Corus Lammeus. Wie dieses Kirchspiel an der See gelegen, so hat es bey entstandenem Sturm ⸗Wetter vieles gelitten, und kan es den unbeschreiblichen Schaden, so es in der Ao. 1717 entstandenen grossen Wasserfluth empfunden, so leicht nicht verschmertzen. Ao. 15 J8 haben die Marner angefangen von Süden bis ins Norden ge⸗ gen das Dorff Esch, Kirchspiels Meldorff, ein Stück Landes von 2500 Mor⸗ gen⸗Landes einzuteichen, so ein Meilweges lang, und wäre nach der Repartition 6 Morgen⸗Landes auf jedes Haus gekommen, wenn sie nicht durch Krieges⸗Un⸗ ruh an solcher heilsahmen Arbeit verstöhret worden. Ao. 1599 haben sie die Einteichung wieder angefangen, und in der Woche nach Pfingsten A0. 1581 mit der Schleuse zu Ende gebracht, indem sie ungefehr 126 Morgen⸗Landes be⸗ teichet, davon bey der Vertheilung jedes Haus 14 Scheffel bekommen, den Mor⸗ gen⸗Landes zu 15 Scheffel gerechnet; weil der gantze Koeg auf 140 Häuser re. partiret gewesen. A0. 1608 haben sie abermahl einen Koeg eingeteichet. Wie nun durch solche Beteichung das Kirchspiel sich vermehret, so sind einige Dorff⸗ schafften zusamen getreten, und haben zu Ehren St. Michaelis A. 16 10 anf dem Dunnen⸗Strich die Neukirche erbauet. Der sehl. Hr. Præpositus Stephanus Ram hat A0. 16 12 die Einweihungs⸗Predigt mit grossem Applausu gehalten, und den sehl. Hrn. Pastorem Henning Bumann aus Marne daselbst als ersten Predigern introduciret, nachdem er vorhero seiner Gemeine in Marne valedi- ciret und solche seinem Sohn abgetreten. Die dazu gehörige Dörffer sind folgende: Rothe Warne, wo die Kirche. Helsse. Menghusen groß und klein. Trennerwurth. Auvenbuttel. Vettenbuttel. Hembuttel. Dieckhusen. Vaerste. Katrepel. Norder Wisch e Voltzenhusen. 26 Braunsbütttel, Eddelake 1. Theils III. Cap. Rosthusen. Süder Wisch. Müggenstrate. Rohmhusen. Brumwehl. Westerdiecken. Claußhusen Dieckshorn. Becker. Braunsbüttel. Dieses Kirchspiel ist das äusserste, so zu Süden an der Elbe in Dithmar⸗ schen belegen, die Kirche daselbst so dem heiligen Jacobo zu Ehren erbauet, brand⸗ te Ao. 1717 gäntzlich ab, sie ist aber nachdem A0. 1718 wiederum erbauet. Die dazu gehörige Dörffer sind folgende: Braunsbuttel. Senstemhusen. Olbarwurden. Ostermohr. Osterbohlenhusen. Lutckemordorp. Westerbohlenhusen. Dieckendorp. Ohlen. Wallen. Mohlenstrate. Groven. Nordhusen. Dieckeshorn. Lehe. Solstengreven, nicht weit von St. Margarethen, woselbst auch der Kucks⸗Wall lieget, da die Solsten und Dithmarscher bey entstandenen Streitigkeiten zusammen ge⸗ 2009 haben solche in der Güthe oder durch Schiedes⸗Richter beyzule⸗ gen gesuchet. 8 Ao. 1717 im May wurde der sogenannte Sophĩen · Koeg glücklich beschla⸗ gen und eingeteichet, und also über 80 Morgen⸗Landes gewonnen. Eddellacke. Eine vorhin sehr reiche Kirche, welche Hertzog Hinrich der Lowe und Ma⸗ thilda, ungefehr Ao. 11 5o/unserer lieben Frauen zu Ehren erbauet. Diese ist unmittelbahr zu nebst Süderharstedt und Borg unter dem Bischoff zu Bremen gewesen, also daß die Thum⸗Herren solche Pfarr⸗Dienste selbsten vergeben, und die Pastores ihre Vicarios daselbst gehalten, wie dann weyland Hr. Peter Lape seinen Vicarium, den Hrn. Conradum Role, hieselbst gehabt. Der Ort der Kirchen ist vorhin in etwas verändert, und der Kirchen damahlen 4 Acker ent⸗ wendet worden, es haben aber die Käuffer den Vortheil dabey gehabt, daß da sie vorhin von guten Vermögen gewesen, nachgehends in der grösten Armuth sich und die Ihrigen erhalten müssen. Die dabey gehörige Dörffer sind: Edellacke. ———— —;————— 7˙˙———— ——— . A ˙— ⁵ r —— fad. ale nd⸗ die beit die e 1. Theils III. Cap. und Borg/ Kirchspiel. 27 Eddellacke. Bemenhusen. Westerbüttel. Süderdinge. Nordinge. Sönermohr. Sandhorn. Josenborg. Borg oder Bockelnborg. Bockelnborg, ist das älteste von Natur und Kunst gebauete festeste Schloß in Dithmarschen gewesen; liegt gantz an denen Gräntzen, und fliesset die Wolvers⸗Auw vorbey. Hieselbsten haben die alten Grafen von Dith⸗ 11 marschen ihren Sitz gehabt, so wohl wegen der angenehmen Situa⸗ . Id. 19. tion, als daß sie daselbsten am sichersten sich aufhalten könnten; 9. weiln es zu Osten mit lauter Morast umgeben, und zu Süden nur mit einem Thor geschlossen worden. Die gantze Vestung hat 330 Fuß in der Länge und Breite in sich begriffen, und wie nach der Fehde diese Vestung raliret, und der Erden gleich gemacht, so ist der Platz dem Pastori geschencket, welcher zum ersten 14 Tonnen Buchweitzen darauf gebauet haben soll. Es muß dieses Kirchspiel in alten Zeiten sehr Volckreich gewesen seyn, weil sie vorhin 3 Predi⸗ ger an ihrer zu Ehren St. Petri erbaueten Kirche unterhalten. Hieselbst sind verschiedene Keliquien vor der Reformation als sonderbahre Heiligthümer aufgehoben worden, nemlich das Haupt St. Petri, ingleichen St. Petri Creutz von Kupffer, so Leddiggängers Peter in der Feldmarck Borstel aufgeführet, da lange Zeit nach der Fehde ein Creutz zum Andencken gestanden. Es ist anfäng⸗ lich in eine Kiste verschlossen gewesen es vermuhtlich zu einem weltlichen Gebrauch aufzuheben, da soll es aber gesprungen haben und sich nicht wollen einschliessen lassen, sondern idt wollde in de Rereke und St. Peter sterecken, wie die alten Fabeln melden. Wie es denn auch nach dem Aberglauben damahliger Zeiten geschehen, da dieses kupfferne mit 160 Marck Silber beschlagenes Creutz in die Kirche gebracht, und viele gesund gemacht. Weswegen man am Montag nach Ostern, und auf petri grosse Wallfahrten dahin gethan. Es ist aber in der Fehde verlohren worden. Auch ist daselbst ein Kelch, auf welchem nachfol⸗ gende Aufschrifft zu lesen: wie Hr. Heimreich in Chron: Dithmaxss pag. 42. meldet Calix 1431. Istud Vas datum fae quod, Ihesu, sit tibi gratum In laudem Cxucis, da danti gaudia lucis. D 2 Fami- Familien in diesem Kirchspiel. Heydsmann, führen ein Struck Heyde. 8 N So haben auch von denen Voigdigmannen aus Windbergen hier ge⸗ wohnet. Dörffer. Das Schloß Boeckelnborg. Bockholt/hier liegt das grosse Gehölz Borgholdt, denen Voigdigmannen zugehörig/ so mit jungen Eichen, Büchen und andern Gesträuchen dicht bewach⸗ sen, und darinnen memanden zu hauen erlaubet gewesen, ohne allgemeine Ge⸗ nehmigung des Geschlechtes. Mitten in diesem Gehöltze auf der rechten Höhe des Berges, entspringet eine schöne Quelle oder Sprinck, so auch in dem stärcke⸗ sten Winter fliesset, und eine angenehme Casquade macht. Diese Sprinck giebet dem zu Süden dabey liegenden Dorff Guieckborn seinen Nahmen. Brickel, hie lieget eine schöne Wasser⸗Mühle, dessen Teich sehr Fischreich, und wird erzehlet, daß A0. 1639 Eggert Holm alda einen Hecht gefangen, wel⸗ cher über Fuß lang gewesen, und von damahligem Hrn. Pastore Mollelio vor 8 ß. gekaufft worden. Kuden, wobey der sehr Fischreiche Kuden⸗See gelegen, davon die Alten gesungen haben: Kuden⸗See hefft Fisch genog,darto de witten Ahle ꝛc. welche nebst andern Fischen daselbst sehr schön und in grosser Menge gefangen werden. Wie denn von denen Alten vor gewiß erzehlet worden, daß man zu einer Zeit in einem Zug 16 Tonnen Fische beschlossen und gefangen habe. Weswe⸗ gen auch dieser See dem König jahrlich contribuiren muß. Zu Süden⸗Kuden in der Doeckwische zu Norden⸗Kuden⸗See, wenn etwas eingegraben, soll man viel verbautes Holtz, so zu einer Grund⸗Feste oder Fundament gedienet, gefun⸗ den haben; auch eine ordentliche Steinstrasse, so von Norden in der Doeckwische durch ins Süden gehet, daher man auf die Gedancken gekommen, als wenn daselbst ein Adelich Schloß, dergleichen bey Schapstets, wie auch zwischen Od⸗ derade und Sartzbüttel, ehemahlen gestanden. Sardendorff ist ehemahlen auch ein Dorff gewesen, zwischen Kuden⸗ und Friedrichs⸗Hofe belegen. Bordorff ist vor diesem ein groß Dorff gewesen, und sind die Einwohner zu Sommer⸗Zeit mit 18 Pflügen zu Felde gegangen, zu geschweigen der Hand⸗ wercks⸗Leute so daselbst gewohnet, und die Hauß⸗eute an der Zahl übertroffen. Die Helffte von diesem Dorffe ist weiland Schack von Ahlefeld zustän⸗ dig gewesen, als welcher daselbst auch gewohnet haben soll. 15 Alvers⸗ 26 Bockelnborg 1. Theils III. Cap. t ge⸗ 1. Theils III. Cap. und Alversdorp Kirchspiel. 29 Alversdorp. Die Kirche ist zu Ehren St. Kemigü erbauet. A0. 1594 den 7 Juni; ist in Alversdorp ein grosser Brand entstanden durch muth willige Verwahrlosung eines Knaben, welcher mit einer Schlüssel⸗ Büchse in einem Berg Heyde, so ein Mann vor sein Haus gefahren, geschossen; dadurch 28 Häuser, worunter die Kirche zunebst den 2 herrlichen Kirchthürmern bis auf das Fundament in die Asche geleget, die Glocken sind zerschmoltzen und in die Erde gelauffen, und wenig Metal davon geborgen worden. Man hat bey diesem Brand als etwas sonder⸗ bahres beobachtet, daß ein Storch, so sein Nest auf dem Glocken⸗Hause gehabt, so lange über seine Jungen geschwebet und sie zu retten gesucht, bis er von den Flammen selbsten ergriffen und verbrandt worden. In folgendem Jahr hat man angefangen die Kirche zunebst der Spitzen, doch nicht in voriger Schönheit und Höhe wieder zu erbauen, wozu die gantze Landschafft ein Ansehnliches als eine milde Gabe mit beygetragen, ausser das Kirchspiel Busum/ als welches durch Peter Krusen verleitet zu einem solchen Lie⸗ bes Dienst sich nicht hat verstehen wollen. Der König von Dännemarck Chri⸗ stianus IV. schenckete denen Alversdorpern die Glocken. Dörffer. Areckebeck. Schrum. Osterrade. Süderrade. Bohnsoe. Wennebüttel. Scharpstedt. Tensbuttel. Roste. Judeabuttel. Offenbuttel. Zbwischen Schrum und Areckebeck ist ein Ofen gleich einem Berge mit gräuen Steinen umgesetzet und mit einem grossen Stein überleget, so daß be⸗ 9 0 ein Mann darin stehen kan. Dafern man denen Traditionen derer Alten einigen Glauben beymessen könte, so ist es eine Wohnung derer Unterirdi⸗ schen gewesen, darin man einen Besem allezeit gefunden, und wer mit selbigen Besem den Ofen gefeget, soll auch einen Sechsling zu Belohnung seiner Mühe gefunden haben. Von gleicher Superstition ist derjenige Berg, so diesem gegen uberlieget, so inwendig hohl und mit Steinen ausgesetzet gewesen, dahinein die alten Dithmarscher Geld geopffert, wenn sie aber wieder zurück gehen wollen, ist ihnen Brod vor die Füsse geleget worden. Geschlechte. Süderhartstedt. Die Kirche ist St. Laurentio zu Ehren erbauet. Dieses Kirchspiel ist bor⸗ D 3 mahlen Woldersen. 30 Süder⸗ und Nord⸗Harstedt 1. Theils III. Cap. mahlen unmittelbahr zunebst Borg und Eddellack unter dem Bischoff zu Bremen gestanden; hieselbsten haben vorhin viele Edelleute gewohnet und ihre Güter ge⸗ habt, wie sie denn auch an andern Orten im Süder⸗Theil von Dithmarschen hin und wieder ihre Adeliche Hofe gehabt; es ist aber hiebey wohl in Betrach⸗ tung zu nehmen, daß niemahlen die aus dem Norder⸗Theil die Edelleute haben dulden, vielweniger ihnen einen beständigen Sitz einräumen wollen. Die merckwürdigsten Höfe in diesem Kirchspiel sind folgende: Zu Fredestall/ allwo Benedictus von Ahlefeld gewesen. Zu Sartzbüttel/ Melchior von Ahlefeld. u Auùtkenharstedt/ Hr. Hinricus Ranzau, Stadthalter. Zu Sridrichshofe/ Jolias von Qualen. Dörffer. Das Kirchdorff. Lutkeharstedt. redestedt. Hindorff. Eggerstedt. Lutkerade. Westorp. Es ist vormahlen noch ein Dorff in diesem Kirchspiel gewesen, Borckholt genandt, so gegen Barlt auf dem Cleve gelegen, es ist aber nur der blosse Nahme und die Kudera einiger steinernen Wasser⸗Brunnen davon übrig. Nordharstedt. Die Kirche ist zu Ehren St. Catharinen erbauet. In diesem Kirchspiel lie⸗ get der so berühmte Riesowold/ eine gemeine Höltzung des Landes, so aber jetzi⸗ ger Zeit sehr verhauen. Hierzu gehören nachfolgende Dörffer. Nordtharstede Kiese. Osterwoldt. Bennewoldt. Westerwoldt. Süderholm. Nach der den 22 Juli Ao. 1568 gemachten allgemeinen Vertheilung des Landes Dithmarschen/ kommen die 4 ersten Dörffer dem König von Dänne⸗ marck zu, Bennewoldt und Süderholm aber, so dem Hertzog von Hollstein zu⸗ gefallen, sind unter Heyde geleget, wiewohl sie in der Kirchen von Nordhar⸗ edt eingepfarret geblieben; In diesem Kirchspiel ist gebohren Matz von der Beeck, so von Areckebeck seinen Nahmen entliehen dieser hat in dem Krieg in Liefland sich tapfer en olt 1. Theils III. Cap. und Hemmingstedt Kirchspiel. 31 und A0. 1567 durch seine Helden⸗müthige Aufführung einen solchen Ruhm er⸗ worben, daß er ist geadelt worden. Die Gdderader und Siehler/ so unter dem Kirchspiel Meldorp gehoren, gehen hier wegen nähern Weges zur Kirchen, und müssen daher unter beede Kir⸗ chen Gerechtigkeit thun. N f Ao. 1603 den 22 Marti, Abends zwischen 8 und 9 Uhr, zündete ein Unge⸗ witter den Kirch⸗Thurm in Nordharstedt an, die Leute haueten zuerst oben an der Spitzen, um selbigen zu stützen, wie es aber zum ersten mahl mißlungen, so setzte⸗ ten sie die Arbeit mit unermüdeten Fleiß und glücklichern Erfolge fort; also daß das Fundament zunebst der Kirchen vor der gäntzlichen Einäscherung erhalten wurde, wiewohl sie schon alle Gestühle aus der Kirchen gebrochen hatten. Geschlechte. Wollersmenne in Solm führen eine doppelte Lilie, unten mit 3 Wur⸗ teln und in der Mitten mit einem Bande. Hemmingstedt. Semmingstedt/ ein mittelmäßiges Kirchspiel, da die Kirche zu Ehren un⸗ ser Lieben⸗Frauen erbauet. Zwischen Hemmingstedt und zu Süden dem Sü⸗ derstruck liegen verschiedene zum Theil mit grossen Steinen umsetzt gewesene Berge, so zweifels ohne in Heydnischen Zeiten Opffer⸗Tische, auch wohl Hünen oder Riesen⸗Begräbnisse können gewesen seyn; weil aber anjetzo die Berge mei⸗ entheils ausgegraben, die Steine anderwerts verfahren, und verbauet, so ha⸗ e nichts eigentliches mehr daran erkennen können. Man lieset jedennoch in de⸗ nen alten Geschichten der Dithmarscher, daß wie einer der grösten Berge ausge⸗ graben, man ein Stück vom Schwerd und einen Topff mit kleinen Knochen ge⸗ funden, welchen Topff jemand in Stücken geschlagen und darüber gantz unsin⸗ nig geworden, und wie seine nechste Verwandten über diesen traurigen Zufall sich bey andern Raths erhohlen wollen, ist ihnen diese se. hochweise Antwort ge⸗ geben: Ware de Putt gantz bleven/ so wäre Rath/ avers nu nicht. Oörffer. Semmingstede. Kinckelshofe. Lieth. Lohe. to Neeren. Brecken und Volckswurth. Nachdem die Dithmarscher Ao. 1 500 den 17 Febr. gegen den Konig von Dännemarck, Johannes, unter Anführung ihres tapffern Generals Zebra n ge nachfolgende Dörfer: 32 Hemmingstedt und 1. Theils III. Cap. und einer Jungfrau von Hogenwörden, so die Fahne geführet, nicht ferne von Hemmingstedt, einen fast unglaublichen Sieg befochten; wolten die Dith⸗ marscher gegen GOtt, als der ihnen solchen wunderbahren Sieg gegeben, nicht undanckbahr seyn, sondern stiffteten zu Hemmingstedt nebst denen verordneten jährlichen Sieg⸗Festen ein herrlich Jungfern⸗Kloster, legten selbigem reichliche Güter, Renten und Einkünffte bey, wendeten also den grösten Theil der in dieser Schlacht eroberten Beute zu einer Geistlichen Stifftung; vermeinende den nechsten und richtigsten Weg gen Himmel sich dadurch zu eröfnen. Und weil die Jungfer aus Hogenwörden aus einer besondern Heiligkeit und Liebe zu ihrem Vaterland in Hofnung des erhaltenen Sieges, eine ewige Jungfrauschafft gelobet, so war auch sie die erste, so Krafft gethanen Gelübdes in dieses Kloster trat, zu der sich noch verschiedene andere aus einer vermeintlichen Christlichen Andacht geselleten. Es hat aber dieses Kloster nicht lang Bestand gehabt, son⸗ dern es ist A0. 1518 abgebrochen und mehrentheils mit denen Gütern nach Lun⸗ den transportiret, woselbst die Dithmarscher für die grauen Münche, so sonsten Barfüsser oder Minores genennet werden, ein Kloster zu erbauen ange⸗ fangen. Aus was Uhrsachen solche schleunige Veranderung geschehen, findet man nirgends ausgeführet, ausser daß der seel. Hr. Adolffi in seiner Niedersäch⸗ sischen Chronic folgendermassen sich darüber vernehmen läst: Vellicht hefft idt den Möncken to Meldorp tho nahe gelegen. Oldenworden. Oldenworden lieget an der See⸗Kante zu Südwesten, it ein lustiger run⸗ der und wolbebaueter Flecken, hat nur einen Weg von Osten, wohin alle andere Wege mit Brücken und Stegen geleitet werden. Die Kirche, so zu der Ehr st. Nicolai Episcopi sonsten der Schiff⸗Leute Patron erbauet, hat eine schöne Or⸗ gel, so Ao. 1591 darin aufgerichtet worden, und will man vor gewiß sagen, daß diese Orgel die allererste in Dithmarschen gewesen, weil die Meldorffer und an⸗ dere Kirchspiele nachhero erst Orgeln in ihren Kirchen zu gebrauchen angefangen. Die Tauffe soll bey denen vielfältigen Kriegen aus der Milstetter Kirche bey Susum genommen seyn. Es sind 2 Armen⸗Häuser zu Osten in Wörden gewe⸗ sen, so Thede Peters Carsten, ein 48ger/ gegeben. Dieses Kirchspiel ist nach der Landes⸗Vertheilung halb Königlich halb Fürstlich, wie dann die Landes⸗Schei⸗ dung fast mitten durch das Kirchspiel ghet. Solchemnach gehören dem Köni⸗ Wörden c 1. Theils III. Cap. Oldenworden Kirchspiel. 33 Wörden das Flecken. Nienkroge. Sogenwörden. Vienwisch. Wackenhusum. Süderwall. i Nordwalle. Grottbuttel. Hiebey ist in Süd⸗Westen noch ein Dorff gewesen, so Schackenbüttel geheissen, welches beute sd um die Fehde gelebet, wohl dencken können, zu Süden von alten Wörden ab⸗ gelegen, welches sich mit denen Büttlern eingeteichet gehabt, und haben ihre Feld⸗ Marckt, Büttler⸗Feld geheissen, gepflüget und gesäet, wie man noch die Stücke, Graben wie auch Brunuen vor alten Zeiten hat bemercken können: Es haben sich aber die Einwohner ohngefehr vor 27 Jahren von dannen wegbegeben, und den Teich den Meeres⸗Wellen nebst den Häusern überlassen müssen. A0. 1601 hat man angefangen dieses Land wieder mit Wordergroven zu beteichen, daß von Büttel bis Süden⸗Kettels⸗Büttel ein Teich von 1000 Ruthen in einem Som⸗ mer aufgeworffen, und dadurch 300 Morgen eingeteichet worden. Es hat aber der alte Teich sich unweit ferner in Süd⸗Westen erstrecket, durch den neuen Teich also, daß derselbe zu Nord⸗Westen in den See⸗Teich hinter St. Peters⸗ Werff wieder eingeschlossen, wie der Arm, so noch von dem alten Teich zu sehen gewesen, ausweiset. Ao. 1704 wurde von dem Hrn. Etats Rath Wasmer ein groß Stück Landes eingeteichet, und Friedrichs-Gabe⸗Koeg genennet. Es lieget halb auf Königl. und halb auf Fürstl. Grund, und stehet also unter bey⸗ der Herrschafften Jurisdiction. Es hat 3 schöne Heu⸗Berge und eine Graupen⸗ Mühle. So ließ auch der Hr. Etats⸗Rath Wasmer daselbst eine besondere ferd⸗Mühle anlegen, wodurch man Oel schlagen, Heckerling schneiden, auch orn dreschen konnte. Es ist aber diese kostbahre Machine mehr zur Curiosi- tät, als daß man besondern Nutzen sich daraus schaffen solte. Zu Grethenbüͤttel/ in Süd⸗Westen, da der Abbruch von Wasser gewe⸗ sen, hat eine kleine Capelle oder Clausse gestanden, da man im Pabstthum zu ge⸗ wissen Zeiten des Jahres Messe gelesen; die Gegend, wo solche Capelle gestan⸗ den, wird noch heutiges Tages St. Peters Werff genannt. Folgende Dörffer gehören Ihr. Königl. Hoheit und Hoch⸗ fürstl. Durchlauchtigkeit von Hollstein. Mdesmannwisch. Eddesmannwurth. Wennemanswisch. Wellinghusen. Overwisch. Poppenhusen. Wennemans wisch, hie stehet auch eine kleine Capelle oder Clausse,darinne man zu gewissen Zeiten des Jahrs vor 8 Reformation Messe gehalten, 1055 gbge⸗ 34 Oldenkvorden 1. Theils III. Cap. abgeschaffter Päbstlichen Lehre aber ist dahin eine Schule gelegt und verordnet, so wird auch der Schulmeister von den Einkünfften, welche bey dieser Capelle gewesen, zum Theil mit unterhalten. Gest chlechte. Woldersmann, führen 2 in Creutz geschlagene Ancker da der Rinck an Boden, beyde Orten des Schildes füllet, das Feld längst durchgetheilet, mit roth und weiß. Wennemann führen einen aufgerichteten Weinranck längst durch das Schild, die eine Seite weiß, die andere schwartz im Felde. Edis mann führen eine weisse Lilie mit z Wurtzeln im rothen Felde. Uiienkröger führen einen gehenden gelben Löwen im weissen Felde, auf ei⸗ hem kleinen ansteigenden Hügel, sie haben ihren Uhrsprung aus dem Kirchspiel Tellingstedt. Zu Kettelsbüttel haben f Vettern wohnen, als das Nieckels Volck, und das Hernebbing Geschlecht, führet auch Löwen. Wellinghuser fuhren einen gelegten Weinranck, mitten durch das Schild im schwartzen Felde: der obere und untere Theil des Schildes ist weiß. Hogenworder führen einen schwartzen halben Adler im weissen Felde, 9 Körner von Leinsaat im schwartzen Felde. 8 Walle führen einen schwartzen halben Adler im weissen Felde, und z rothe e aus der Erden wachsende auf der andern Seite auch im weis⸗ en Felde. Butt ler fuhren einen schwartzen Butt im weissen Felde, der den Kopf Rufhebet. Heyde. Heyde, ein herrlicher dabey offener Flecken; ist wegen des wöchentlichen Marcktes, so am Sonnabend gehalten, und von 905 Morgens früh bis Mittag dauret, in grossen Beruff, und wird wöchentlich von inn⸗ und ausheimischen Kauff⸗Leuten in grossem Zulauff besuchet, weiln man daselbst allerhand Kauff⸗Waaren feil hat, daß beydes hohe und niedrige Standes⸗Persohnen al⸗ les, was ihnen ihrer Bequemlichkeit nach nöthig, vor einen billigen Preiß haben können. Es hat jede Kaufmannschafft ihren abgesonderten Platz, als da ist ein herrlich Fleisch, Fisch, Brodt, Korn⸗ und Holtzmarckt, die Lacken⸗Buden ehen allein, so findet man auch in einer geraden Linie alle Schuster mit ihrer Waare stehen; was zum vollständigen Ackerbau erfodert wird, findet man am Sonnabend in grossem lleberffuß, in damma solche wöchentliche 9 11 5 8 mse⸗ 1. Theils III. Cap. und Heyde Kirchspiel. 35 Umsetzung der Gelder wird schwerlich auf viel Meilweges in einer Stadt gefun⸗ den werden. Daher die Alten nicht unbillig geschrieben haben: hedde Heyde Water und Weide So wär he beter als Meldorp und Lunden albeyde. Ausser denen wöchentlichen Marckt⸗Tagen, so hat Heyde noch 2 grosse Jahr⸗ Marckte, als auf judica und Margarethen, das Vieh⸗Marckt im Herbst, das Pferd⸗Marckt um Fast⸗Nacht, und sohanni, ist in gantz Sachsen so berühmt daß es nur ein Ueberfluß seyn würde, davon ein mehrers zu schreiben. Der Platz des Marckts ist sehr ansehnlich, dergleichen an Grösse fast in keiner grossen Stadt zu finden: indem einige ausgerechnet haben, daß bey 10000 Mann dar⸗ auf können in Ordnung gestellet werden. Es ist aber Anfangs dieser Flecken so ansehnlich und bebauet nicht gewesen, und hat nur aus einigen geringen Hütten bestanden, da sich die Geest⸗Leute aufgehalten, wenn der Marckt in Wesling noch nicht angegangen, und schreibet der Hr. M. Johannes Schneck pastor zur Heyde an einem gewissen Ort: Parentem virum novisse, qui initia& inere- menta Heydæ viderit, quod casulam primo mulier ædificaverit ut primi ad mercatum venientes, si alteri nondum venissent, haberent, quo sitim ex- satiarent:& statim in magnum excrevit Vicum, Rostorpiensibus eo com- migrantibus. Bey mehrern Anwachs der Einwohner sind die 4 Bauerschaff⸗ ten, Kieckelshofe, Lohe, Weßling und Rostorp zusammen getreten, und ha⸗ ben auf die Städte, wo ihr Feld⸗Marckt an allen 4 Orten zusammen gräntzet, eine Kirche zu Ehren des Ritters Georgii zu bauen angefangen. Nach wel⸗ cher Zeit sich viele von verschiedenen Orten hieselbst niedergelassen, und durch Erbauung vieler und der dchtet diesem Flecken das erste Ansehen gegeben. Und ob zwar A0. 1559 in der Fehde dieser Flecken, nachdem die Dithmarscher starcken Widerstand gegen den Feind daraus gethan, in Brand geschossen, und dadurch zunebst der Kirchen mehrentheils in die Asche geleget, so ist es doch her⸗ nach von den ersten Einwohnern mercklich wieder aufgebauet, sonderlich aber in diesen Jahren mit herrlichen Gebäuden gezieret, und um ein grosses vermehret. Zu Nordwesten der Heyde nahe bey der Westmühlen, ist ein Dorff gewe⸗ sen, die Beckenburg genandt, so aber kurtz nach der Fehde wegen da verübter Un⸗ zucht und Sodomiterey niedergerissen und gäntzlich verstöhret worden. Marten Scherer/ welcher 1496 eine Reise nach dem Heiligen Grabe ge⸗ than, und 1515 zu Heyde gestorben und begraben worden, wie solches seine Grab⸗ schrifft oben an der Kirchen⸗Thür ausweiset: Biddet Gott vör Warten Scherer de nah dem Silligen Grave gewesen Anno Domini 1496/ un is E 2 gestor⸗ 36 f Heyder 1. Theils III. Cap. gestorwen in Jahr 151 J. hat nach abgelegter Reise die Weite von dem Berge Golgatha bis an das Heilige Grab abgemessen, von der mittelsten Kirch⸗Thür(woselbst er einen ausgehauen Stein setzen lassen) bis an die Ziegel⸗ Hütte, allda er ein groß Creutz aufrichten, eine Capelle bauen und einen Garten von vielen Bäumen anlegen lassen. Von dem Richt⸗Haus Pilati bis an den Berg Golgatha setzt er die Distantz von der Heyder⸗Kirche bis an die Wed⸗ le Kirche, allwo er oben an der Thür ebenfalls einen ausgehauen Stein etzen lassen. f Ao. 16 II. haben die Heyder den Kirch⸗-Thurm wieder erbauet, als welcher wie berichtet Ao. 15 59 zunebst der Kirchen abgebrandt, und von der Zeit an ist die Glocke ins Thor gehängt gewesen. Es sst aber diese Arbeit nicht ohne son⸗ derbahre Gefahr ins Werck gerichtet worden; denn wie der Meckler hat sollen gerichtet werden, so hat der Baum woran die Winde befestiget, sich sehr gebeu⸗ get, darüber alle Anwesende in grosses Schrecken gerathen, sich auf die Knie ge⸗ worffen und G—Ott um Abwendung der vor Augen schwebenden Gefahr angefle⸗ het, darauf sich in der Lufft quer über der Kirchen ein weiß Creutz, so sich in alle 4 Ecken der Welt gestrecket, soll haben sehen lassen, wo nicht die Angst bey vie⸗ len starcke dees erwecket und der Aberglaube noch mit denen Miraculis schwan⸗ ger gangen, doch ist die Arbeit glücklich darauf zum Ende gebracht worden. Wie Ao. 1634 eine grosse Pest in Dithmarschen grassiret, so ist man ge⸗ zwungen worden, den Gottes⸗Acker zu Westen(wo anjetzo der Kirchspiels Krinck) um ein grosses zu erweitern: weil aber die Arbeits⸗Leute in der Pest da⸗ hin gefallen, so ist dieses Werck liegen blieben, und allererst A0. 1646 vollen⸗ führet, auch der Thurm von neuen repariret worden, wie folgende auf Pergament unter Lorentz Kaschen/ gewesenen Kirchspiel⸗Schreibers Hand, im 1 in einem Kupfernen Kästgen wohl verwahret vorgefundene Schrifft ausweiset. Fachdem vermittelst Göttlicher Hülffe und Beystands Anno 1611 dieser Thurm dem Allmächtigen zu Ehren, und dieser Kirchen zur Zierde erbauet und verfertiget, auch in diesem jetztlauffenden 1634 Jahr vor Donnerschlägen und andern Unfällen gnädig bewahret worden, als hat man deswegen dem Allerhöͤchsten G Ott fleißig zu dancken, und um fernern Schutz flehentlich anzu⸗ bitten. Dieweil aber in diesem Jahr auf Gutheissen der Aeltesten dieser Gemeine von unsern jetzo verordneten Bau⸗Meister, benamentlich Hans Hintzen und Jürgen Guthern, dieser unser Kirchhof mehrentheils mit einer neuen hochnöthi⸗ gen Maur umzogen, zum Theil auch noch an wenig Orten renoviret und er⸗ neuet, auch zugleich dieser Thurm aufs neue gezieret, der Knopf und Flügel neben andern Zugehörigen de novo vergüldet; als hat man sich belieben lassen, dieser Nl 2 vorge⸗ 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 37 vorgeschriebenen Kelation zufolge mit wenigem den jetzigen Zustand dieses Orts mit hinan zu fügen; wie folget: a 1. Ob wohl GOtt der HErr um unser vielfältigen Sünden willen seinen gerechten Zorn vor diesen über uns verhenget, indem die der Römisch⸗Kav⸗ serlichen und der Catholischen Ligæ gehörige Krieges⸗Macht nicht alleingantz Teutschland fast wie eine allgemeine Sündfluth überschwemmet, beson⸗ dern auch dieser Fürstenthümer incorporirte Länder, unter andern auch dis Land Dithmarschen, absonderlich diese unsere Gemeine mit schwe⸗ rer, dieser Gemeine aber zuletzt unerträglichen Einquartirung heimgesuchet. So hat doch der barmhertzige GOtt in Gnaden sich unser erbarmet, und nachdem zwischen Dero Röm. Kayserl. Majestät und dem König von Dän⸗ nemarck in der freyen Reichs⸗Stadt Lübeck im Jahr Christi 1629 ein bestän⸗ diger Friede geschlossen und gestifftet, uns unter dem Schutz und Schirm unserer gnädigsten und gnädigen Obrigkeit in gutem Friede erhalten, dafür dem GOtt des Friedens sey ewig Lob und Danck gesaget. König in Dännemarck war hoc anno Hr. Christianus IV. seither 1612 Wittwer, welcher damahls seinen Herrn Sohn und erwehlten Successorem Hr. Christianum V. mit des Durchl. Churfürsten, Hrn. Johann Georgii zu Sachsen, Jülich, Cleve und Berge ꝛc. Fräulein Maria Sibylla ein Königl. Beylager in Copenhagen zu halten bereite⸗ te, und ward die Königl. Braut wie dies geschrieben, menle se. Augusto täglich durch Hollstein in Dännemarck reisende erwartet. Der Durchlauchtige Hoch⸗ gebohrne Fürst und Herr, Herr Friederich, Erbe zu Norwegen, Hertzog zu Schleßwig⸗Hollstein, war damahl unser regierender Fürst und gnädiger Herr, welcher A0. 1630 mit des vorgedachten Hrn. Churfürsten zu Sachsen Fräu⸗ lein, Fr. Maria Elisabeth zu Dreßden Beylager, und am Sonntag Misericor- dias Domini Heimführung auf Gottorff gehalten. Verordneter Land- Voigt dieses Landes war damahls Herr Johannes Vieth, Dithmarsus, Erbsasse, und wohnhafft zu Nordtheil. Landschreiber zur Heyde war Hinricus Sager, ein gebohrner Dithmarscher, Kirchspiel⸗ Voigt Elaus Carstens, Kirchspiel⸗ Schreiber Jacobus Grave, welche sammt und son⸗ ders der liebe G Ott in allen Gnaden wolle sich lassen anbefohlen seyn. 2. Ob wohl die reine Evangelische Lehre an vielen Orten verfolget, in Mä⸗ ren, Schlesien und Böhmen, bey langwährenden blutigen Teutschen Kriegen die Kirchen relormiret, aus Böhmen alle Evangelische Prediger vertrieben: fo hat doch der barmhertzige GOtt und Vater uns väterlich angesehen, und bey der reinen Evangelischen Religion der ungeänderten Ao. 15 30 zu Augspurg überge⸗ benen Conlession erhalten; dafür dem lieben G Ott sey ewig Lob und Danck gesagt: und obwol die David 5 auch in e 0 3 em 38 Heyder 1. Theils III. Cap. sem Land und Ort hat einnisteln wollen, durch ein kleines Büchlein offene Her⸗ tzens⸗Pfort, Angeli Mariani genandt, hoffet man doch, demselben werde durch GOttes Beystand gewehret werden. Probst Ditmarsiæ war hoc anno, Hr. Petrus Ludenius, Exlenförda Holsatus. Pastor dieses Orts war damahls der wohlEhrwürdige andächtige Hr. Georgius Culemannus, annoch indebende, ein alter wohl meritirter Herr von 80 Jahren, der nunmehro 43 Jahr dem bastorat Allhier mit reiner Lehre und Christlichem Wandel fürgestanden. Capellan war, Melchior Ludenius, Eklenforda Holsatus. Rector Scholæ Benedictus Gueiterus. Cantor Johannes Schepping. Und ist in diesem Jahr vorgeschrie⸗ benen beyden Schul⸗Collegen der Tertius adjungiret worden Joachimus Cru. sius. Organist war Christian Finck. Eine löͤbliche Landschafft hat auch die Nothdurfft einer wohlbestalten Schulen(monente D. Nicolao Simens, Neo- kaniensium Comarcho literato) reiflich erwogen, und dahin getrachtet, daß sie eine gute particulair Schule in Norder⸗Dithmarschen, und vermuthlich in Hey⸗ de, errichten möchte. GOtt wolle sonsten alle Anschläge dahin dirigiren, daß sei⸗ nes Nahmens Ehre, der lieben Jugend Erbauung befodert werde; ob nun aber so⸗ thane Vorschläge ihre gewunschten Effect erreichen möchtẽ, stehet nicht zu wissen. 3. Ob auch wohl A0. 1629, im Sommer, der Allerhöchste GOtt nach ausgestandener beschwerlichen Einquartirungs⸗Bürde, uns mit einer hefftigen Theurung väterlich gezüchtiget, also daß damahls 1 Tonn Rocken für 20 Marck, 1 Tonn Wettzen für 19 Marck gekaufft und danckbahrlich bezahlt ward; so hat doch der liebe G Ott uns väterlich von solcher Theurung erlöst, also daß in diesem Jahr bezahlet ward, 1 Tonn alt Rocken 8 Marck, neuen Rocken vor 6 Marck, auch wohl vor 5 Marck 12 Schilling, 1 Tonn Weitzen galt 6! Marck, Gärsten 7 Marck, auch J Marck S Schilling, 1 Pfund Butter 4 Schilling, auch wohl 31 Schilling, 1 Pfund Speck 4 Schilling, v Eyer um Schilling, J ja auch wohl s Flämische Heering um 2 Schilling. Rheinische Wein war allhie nicht zu bekommen, aber die Kanne Fransch Wein galt 7 Schilling, die Kanne Ham⸗ burger Bier 2 Schilling, guch wohl 22 Schilling, in verflossenen Winter galt es 3 Schilling/ eine Kanne Braunschweiger Mumme Schilling eine Kanne Hey⸗ der Bier galt 12 Schilling, wofür G Ott höchlich zu dancken. 4 Ob auch wohl der allerhöchste GOtt diese Gemeine A0. 1628 mit Feuers⸗Brunst Väterlich heimgesuchet, indem er jn der Nacht zwischen Freytag und Sonnabend eine erschreckliche Feuers⸗Gluth in der kleinen Wester⸗Stras⸗ sen angezündet, und dadurch a1 Gebäude groß und klein aufgegangen, so hat doch der liebe G Ott in diesem Jahr uns Väterlich mit dieser Ruthen übersehen, und dafür gnädiglich behütet, davor ihm in Ewigkeit Lob gesaget, der wolle auch J. Ob ferner uns für dergleichen Unfall gnädig behüten. „rc—T—T—T—T—T—T—T—T—T—T—T—T—T——T— 1. Theils II. Cap. Kirchspiel. ̃ 39 J. Ob auch wohl 1620 eine grosse Straffe GoOttes über uns und über gantz Teutschland der Geld⸗Müntze halben, mit Kippen und Wippen verhänget, also daß mit Wagten das Geld gewogen worden, und der Reichsthaler in un⸗ serm Lande 3 Marck 6 Schill.,3 Marck 7 Schill. auch 3 Marck S Schill. galt, in Pommern Polnische Gülden ist 4 Marck 8 Schill., in Sachsen aber zehn gute Gülden, daß doch zu verwundern, nach der leichten Müntze gegolten. So hat doch auch gnädiglich uns G Ott von dieser Plage entfreiet, wiewohl ein grosser Geld⸗Mangel in diesem Jahr bey Reichen und Armen gewesen, mehr denn zu an⸗ dern Zeit vorlief, der Rosenobel galt 12 Marck, Ducat J Marck, Reinische Gül⸗ den 3 Marck 8 Schill., Reichsthaler 3 Marck, alte Lübsche Marckstücke 2 Marck; und sind in diesem Jahr fast keine Dreyling bey uns gang und geve oder gültig gewesen, besondern Königl. und Fürstl. Dütjens zu Schleswig und Glückstadt gepräget, Königl. gantz und halbe Kopfstück die Königl. gantze Cron galt 4 Marck, die halbe 2 Marck, Ortskron n Marck Königl. und Hamburger doppelte Drittel neben den Königl. Dritteln, Fürstl. Lübsche und Hamburger Sechsling, nebenst den Reichsthalern. 6. Ob auch wohl vor diesem Ao. 1629 im Sommer und Herbst G Ott der Herr mit einer sehr geschwinden Pest und andern giftigen Seuchen uns allhie zur Heyde, Rostorp und Wesling heimgesuchet, daß in selbigem Jahre ver⸗ muhtlich anderthalb tausend Menschen an Pest und Blutgang hingefallen, also daß die gantze Gemeinde angezündet gewesen, und man nicht glaubet, daß oder 6 Häuser in der gantzen Jeyde unvergifftet geblieben, so gar daß in einer Wo⸗ chen 116 ja auch 117 Menschen öffentlich und bey Tage ohne die des Nachts heimlich hiugeschleppet und begraben worden. Wie aber auf dem alten Kirch⸗ hofe, kein Platz mehr, die Todten zu beerdigen gefunden, hat man ein grosses Stück zu Westen vom Marckede zum Kirchhofe nehmen, und mit einer Kirch⸗ hoffs⸗Mauer zu umgeben angefangen, und darauf grosse Bauer⸗Kuhlen ge⸗ macht, daß 38 Persohnen zugleich darin gesetzet. Weil aber der Mauer⸗Mei⸗ ster damahls mit der gifftigen Pest auch befallen und gestorben, auch andere Zu⸗ fälle wie leicht zu erachten mit untergelauffen, als ist sothanes Werck damahls unverfertiget liegen geblieben, bis es, wie vorgesaget, in diesem Jahre ablolvi- ret und gantz verfertiget. Obwohl vor diesem, sage ich, der HErr mit solcher Last uns belästiget, daß in vielen Wochen Giffts und der inficirten Lufft halben, kein Vogel, allein die Schwalben ausgenommen, uber und in der Heyde gesehen, noch bey uns dauren konnen, so hat doch Zeit her der hoöͤchste G Ott vor klebenden Seuchen uns bewahret, dafür sein Nahme sey ewig gelobet, der wolle auch hinfort uns schüͤtzen. 1 Anne — — — 40 Weddingstedt 1. Theils III. Cap. Anno 1696 hat wegen starcken Anwachs der Gemeine ein neuer Anbau an dieser Kirchen zu Süden gebauet werden müssen, weil die alte Kirche die gantze Gemeine nicht mehr in sich begreiffen mögen, so hat man auch A0. 1724 zu mehrerer Bequemlichkeit den Schwiebogen aus der Kirchen gebrochen, und 9 hohe Gestülte zu Norden im Chor bauen lassen. In welchem Jahre auch der Meckler in Thurm von neuem ist gerichtet worden, und hat die Geschicklichkeit des damahligen Zimmermanns, Hans Jurgen Schott, den Thurmin eine ge⸗ rade und zierliche Höhe gebracht, da borhero derselbe nach dem Westen sehr frum und gebogen und fast gefährlich anzusehen gewesen. Wie Anno 1713 gantz Dithmarschen bey denen Krieges-Troublen mit Moscowitern überschwemmet war, so starb in der Heyde ein vornehmer Rußi⸗ scher Fürst und Favorit von dem Rußischen Kayser,betro dem Isten, Kulama, und wurde nach denen Griechis. Ceremonien sehr solenne zur Erden bestattet, und ihm von der gantzen Generalität gefolget. Welches Begräbniß Ihro Kayserl. Majest. bey Dero Durchreise in hohem Augenschein genommen, und zu Errichtung eines steinern Monuments 20 spec. Ducaten dargegeben. Die Grabschrifft, so Ihro Majest. selbst verordnet, lautet aus dem Rußischen überse⸗ tzet etwa folgendermassen: Anno 1713 den 7 Junii ist auf dieser Stelle begraben/ von der Rußi⸗ schen Nation, von Ihro Czaarischen Allerdurchlauchtigsten/ Allergroß⸗ machtigsten aller Russen Selbsthalters Majestat Zofe, der Kusma, Grisanoffs Sohn Patrekieff.— 8 8 Weddingstedt. Die zu Ehren St. Andreæ erbauete Kirche in Weddingstedt, soll die erste und älteste Kirche im gantzen Lande Dithmarschen seyn, wovon man vermuhtlich mehrere Nachricht würde haben können, wenn die alten Monumenta noch vorhanden so A0. 15 59 zugleich mit der Kirchen in der Fehde verbrandt und ver⸗ lohren worden. Es haben sich sonsten die Hrn. Critici viele Mühe gegeben, das Alterthum dieser Kirchen und die erste Fundation von Wedekindo dem er⸗ sten Hertzoge der Sachsen zu deduciren, vermeinend, daß dieser V edekindus nach angenommener Christlichen Religion Ao. 790 diese Kirche erbauet, und zum Gedächtniß nach seinem Nahmen genennet; daß also Weddingstedt so viel heisse als Weddekindsstedte. Allein ausser dieser Nahmens Gleichheit finde in der Historie keinen festen Grund solcher Meinung beyzupflichten, denn zu ge⸗ schweigen, das Wedekindus A0. 785 nach angenommener Tauffe zu Ander⸗ nach sogleich wieder zuruck nach Minden in Westphalen zu seiner. gekeh⸗ —. ͤ¶ P;! y ̃˙ A ²˙m— 1. Theil III. Cap. Weddingstedter Kirchspiel. 41 gekehret, und also nie seinen Fuß in Hollstein gesetzet: Es wäre dann, daß man die kurtze Zeit rechnen wolte, da er als ein Flüchtling A0. 783 nach gehaltener Schlacht sich in Dithmarschen aufgehalten haben soll. Zu dem so ist nicht er, sondern sein Vetter, Fürst Albion, der zugleich mit ihm die heilige Taufse em⸗ pfangen, derer Nord⸗albingischen Landschafften Beherscher gewesen. So findet man in denen Kirchen⸗Historien, daß der Bischoff von Bremen, Willeri⸗ cus II, zuerst denen Ueber⸗Elbischen A0. 791 das Wort Gottes geprediget, und in solcher heiligen Arbeit nur bis Meldorff gekommen, er habe aber wenig oder fast keinen Nutzen geschaffet, weil sie noch zu sehr dem Heydenthum ergeben gewesen, und daß diese Bekehrung von deuen folgenden Bischöfen, als Alberto und Alberone, mit grossem Eyfer fortgesetzet und allererst zum Stande gebracht worden. Bey solchen Umständen nun kan wohl schwerlich W edekindus der erste Stiffter dieser Kirchen gewesen seyn, und dieses Kirchspiel von ihm den Nahmen entliehen haben, zumahlen da unter der Regierung Albionis Meldorff und Weddingsted schon bekandt waren; sondern man muß weiter zurück gehen, und könnte man so dann glauben, daß diese Kirche in dem Heydenthum ein Gö⸗ tzen⸗Tempel gewesen, und dem Abgott V edle oder Woda gewidmet, und daß daher der Nahme Wedested entstanden sey, welches so viel ist, als derjenige Ort, wo man dem Krieges⸗Gott W ede göttl. Ehre erwiesen. Am allersichersten, und der antiquen Historie convenablesten ist, wenn man den Nahmen Wed⸗ dingstedt von Wedde⸗Ding oder Straf⸗Gericht herleitet, dem ungewissen Al⸗ terthum überlassende, ob die bekehrten Heyden hie zuerst eine Kirche gebauet, oder ob sie nicht vielmehr einen Heydnischen Götzen⸗Tempel, von aller Unsauberkeit gereiniget, zu einer Christlichen Kirche eingeweyhet haben. Solche besondere Meinung klährer darzu thun, so setze, daß Dithmarschen ein von denen Teutschen vor vielen Seculis bewohntes Land sey, bey denen so Wette/ Wedde als Wed⸗ de⸗Ding und Dingstädte allerdings in Gebrauch gewesen. So finden wir das Wort Wedde in den alten Teutschen Rechten, daß es die Straffe gemei⸗ niglich andeute, welche vor Austrag der Sachen von der unterliegenden Partey, auch wohl von boßhafften Verbrechern müste dem Richter bezahlet werden. So sagt Weichbild Art. 19. und mißthät einer wider ihr gesetzt Kecht, Wettet darum Haut und Haer/ eine Wendische Marck/ das ist dreißig Schilling, insonderheit aber Art. 91 und Sachsen⸗Spiegel l. 1 Art. 54 finde ich die Re⸗ dens Art dem Richter Wetten. Nicht aber nur das einfache, sondern auch das zusammen gesetzte Wort Weddeding/ das so viel als Wette⸗Gericht ist, hat Speidelius aus dem alten Sachsen Recht in specul: jurid: polit: lit. D. und. bemercket, nicht aber beschrieben, was solches sey gewesen; Man kan aber aus dem Sachsen⸗Recht darthun, daß 9 so viel als das Gericht selbsten, 8155 vi 4² Weddingstedter 1. Theils III. Cap. Civil oder Criminel, heisse, so ist ja deutlich genug zu sehen, daß Wetteding das Straff⸗Gericht andeuten solle. Daher heisset es in Sachsen Land⸗Recht 1. 2. Art. C. Der wird wetthaftig der nicht zum Gerichts Ding kommt. Und wann dann schließlich Dingstedt die Stette, allwo ein solch Straf⸗Gericht gehalten, bemercken soll, was hinderts, daß man nicht leber Weddinastedt für die Stelle wo das Weddeding oder Straff⸗Gericht gehalten, als für die Kirche des Wedekindi ansehen und daher benennen solte. Besondern da wir aus der Historie wissen, daß in alten Zeiten das höheste Gericht und letzte Appellation vor der gantzen Gemeine nicht weit von Weddingstedt gehalten worden, wie nemlich Heyde noch nicht erbauet gewesen, wozu der Schliesser aus Wedding⸗ stedt, als dem ältesten Kirchspiel des Landes, am Sonnabend das Land und die, so aus demselben gegenwärtig gewesen, convociret mit diesen Worten: Söret gy Heeren unses Landes/ dar is een Wort tho seggen/ dar dem Lande 10 anne liegt/ von welcher Materie wir aber unten weitläufftiger schrei⸗ en wollen. Die Kirche zu Weddinastedt ist weyland von ansehnlichen Mitteln gewe⸗ sen, wie den Lütje Johans Sans/ ein Wollträger, das Silber⸗Geschirr, so im Kirchthum verwahret worden, vor 700 Marck, sich zu bereichern, gekaufft, und der Kirchen jährlich zu verzinsen versprochen; Wie er aber in der Fehde 15 59 er⸗ schlagen, haben die Erben das Capital zunebst den verfallenen Zinsen wieder be⸗ zahlen müssen, wodurch sie sämmtlich an den Bettelstab gerathen, die Kirche aber, so damahlen abgebrand, ist von solchem Gelde zum Theil wieder erbauet worden.. Dörffer. Stelle/ ein groß Dorff, allwo 1593 der neue Weg von Stelle nach Wed⸗ dingstedt durch einen grossen Morast mit vielen Kosten geleget worden, zu Erof⸗ nung einer bequemen Paslage vor Reisende von Heyde nach Lunden, Tönning ꝛc. Ao. 190g geschahe allhier eine grausame Mordthat, indem ein junger dabey ver⸗ wegener Mensch, Johann Hargens/ seinen alten Vätter bey nächtlicher Zeit überfallen und mit vielen Wunden erbärmlich ums Leben gebracht, auch, damit daß er sein böses Fürnehmen, so viel glücklicher zum Stande bringen möchte, vorhero hingegangen, und das Dorff an der einen Seiten in Brand ge⸗ 1190 Die Straffe ist ihm aber bald auf dem Fuß gefolget, da er sogleich ge⸗ änglich eingezogen, nach geendigter Inquisition bey Lunden gerädert, und der Corper verbrand und der Kopf auf einen Pfahl gestecket worden. Nicht weit von hier ist annoch zu sehen die Gegend, wo vor diesem das feste Schloß Stellerborg gelegen, welches von Hertzog Hinrich dem Löwen, 5 er einer 1. Theils II. Cap. Kirchspiel. 43 seiner Diener einem, mit Nahmen Rein holt, das Rand Dithmarschen verlehnet, erbauet worden, die Dithmarscher dadurch besser im Zaum zu halten: es 0 aber nicht lange hernach, wie Graf Keinholt erschlagen, Ao. 1164 von de Dithmarschen durch eine besondere Krieges⸗List wiederum eingenommen und zerstöhret. Denn wie die Haupt⸗Leute und Ober⸗Befehlshabere am heiligen Pfüngst⸗Feste vom Schlosse gegangen und mit Spielen sich erlustigen wollen, sind die Dithmarscher, nachdem sie den Pförtner bestochen oder(wie andere wollen) erschlagen, mit grünen Zweigen bedecket, auch Zweige in den Händen haltend, plotzlich eingefallen und die Pforten besetzt, ein Theil haben diejenige so auf dem Schloß nachgeblieben, erschlagen, die andern haben die Pforten bewah⸗ ret und den Haupt⸗Leuten gewehret, daß sie nicht wieder auf das Schloß kom⸗ men konnen, sondern ihren Weg wieder aus Dithmarschen nehmen müssen. Andere setzen dieses hinzu, daß wie die Dithmarscher mit grünen Zweigen bede⸗ cket, von dem Wächter des Schlosses wären gesehen worden, habe er überlaut geruffen: De Wold de kumpt/ de Wold de kumpt/ so aber von denen Hof⸗ seuten nicht geachtet worden, daher dann auch das Schloß ohne einige Mühe von wenigen nebst der Freyheit wieder eingenommen sey. Wittenwort. Ostroh. Wedinghusen. Borgholt. Wesling, so seinen Nahmen von Wechseln oder Tauschen empfan⸗ gen. Denn wie in denen alten Zeiten der Dithmarscher Marckt⸗Platz in Weßling gewesen, hat ein jeder die Waaren so er benöͤthiget gewesen, durch Waare an sich erhandeln und tauschen müssen; indem man zu solcher Zeit von gepregter Müntze nichts gewust, und das Silber und Gold so sie geraubet oder sonsten bekommen, haben sie entweder zum Schmuck ihrer Frauen, oder ih⸗ ren Göttern zu Ehren angewendet, wie solches auch Helmoldus in Chron: Slave. I. 1. c. 30. von den Rugianern meldet: daß sie zu den Zeiten Fridericl Bar- parossæ A: 1200 von keiner andern Handlung als von Wechseln gewust haben. Kostorp. Dieses Dorff erkennet, zunebst Wesling, Weddinasted vor ihre Pfarre und Haupt⸗Kirche, contribuiret auch zu deren Unterhalt. Aber in der Kirchen zur Heyde, als welche ihre Vorfahren zunebst Kickelshoff und Lohe erbquet, hahe sie ihren Kirchgang, Kinder⸗Tauffe, Abendmahl und Begräbniß. F 2 Geschlech⸗ ———— * 0 0 7 5— 40 5 4 g * 1 ö 0 1 1 * U . 1 0 f 1 * 4⁴ Tellingstedter 1. Shells III. Cap. Geschlechter. Sghelmer Geschlecht. Junck Salckmann. Bojersmanne. Kismanne. 55 5 Woldersin. Es wird davor gehalten, daß dieses Geschlecht das älteste im Lande sey, wenigstens ist es der grösten und fürnehmsten eines, wie es sich denn auch durch gantz Atversdorff ausgebreitet gehabt, und in Krieges⸗Zeiten alle⸗ mahl zog wehrhaffte Männer aufbringen können. Aus diesem Geschlechte sind weiland berühmt gewesen Johann und Wolt Reimers, auch D. Nicolaus Hen- rici Woldersen. Sie führen in ihrem Wapen 2 ins Creutz durch einander geschlagene Ancker, die alle 4 Orten des Schildes füllen, das Holtz ist nieder⸗ werts gekehret. In alten Zeiten ist zu Weddingsted ein Warth⸗Thurm gestanden, da⸗ von annoch bey der Kirchen die Rudera zu erkennen, nach welcher Warthe die Schiffe ihre Fahrt eingerichtet, ehe noch die volle Marsch eingeteichet gewesen. Tellingstedt. Ist ein ziemlich grosses und Volckreiches Kirchspiel, dessen Kirche zu Ehren St. Martini Episcopi erbauet worden. Obwohl etliche vermeinen, daß es den Nahmen der vielen Holtzungen wegen erlanget, so ist es doch von dem anschiessen⸗ den Wasser⸗Theile,genandt Thielenstett, welches nachgehends in Tellinasted verandert, wie Meldorff von dem Wasser Mile, aber ungleichen Ominis schrei⸗ bet der seel. Johann Adolffi: Meldorpe ex pago oppidum,& Tellingsted no- mine Civitatis inscriptum pagus mansit. Denn die Tiele fliesset nicht weit bey Norden Tellingsted her, ehemahlen breit und mit einer Brücken verwahret, darauf ein Haus gestanden, so man mit 2 Thoren beschlossen, mitten in Furth ist es noch mit einem Schlag⸗Baum versehen gewesen. Zu Osten der 2 Tho⸗ ren ist ein Rondel darauf der Henstedter Stücke gepflantzet gewesen. Es ist auch eine Landwehre zu Norden der Thiele gewesen, welche auf beyden Seiten mit Morast umgeben, so voller Busch und Holtzung gestanden. Tielenburg, ein Schloß in Tielenhemme gelegen, wo noch A0. 1613 drey eiserne Stücke gefunden, einer Ellen lang, und so weit daß man einen Fuß in die Mündung stecken können, sie sind von dem damahligen Kirchspiel⸗Voigt Marx Spreth dem seel. Land⸗ Voigt übergeben, und von selbigem nach husum gesandt worden. Bey diesem Schloß soll vormahlen die Kirche gestanden ha⸗ ben, dieweil sie aber abgelegen, ist sie abgebrochen, und mitten im Kirchspiel 95 er este enn lle⸗ sind en- det der⸗ da⸗ die Ac cc * 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 45 der erbauet worden, wie denn auch die Balcken von dem Schloß zu der neuen Kirche wieder gebrauchet worden, und der Stein da das Thor zum Schloß eingegangen, ist in der Mauer bey dem Kirchthurm eingemauret worden. Hier wird nicht undienlich und dem geneigten Leser nicht unangenehm seyn, zu mehre⸗ rer Erläuterung obiger Geschicht, eine weitläufftige Relation von denen Tilen⸗ hemmer Ländereyen, insonderheit von denen 3 Meyerhöͤfen, so Ihro Hochfürstl. Durchl. zu Schleßwig⸗Hollstein zuständig, mit anzuhängen, wie folget: Vor vielen Jahren, ehe noch die Landschafft Norder⸗Dithmarschen unter der Regierung der Hertzoge zu Schleßwig⸗Hollstein gebracht worden, ist die also genandte an der Eyder gegen über das Dorff Tielen liegende Thielenburg ein festes Schloß gewesen, welches zu seiner Zeit einem von Adel Hollsteinischer Ab⸗ kunfft zugestanden. Nachdem aber dessen Einhaber das herumliegende Land vielfältig bekrieget und grosse Beute daraus hereingebracht; haben endlich die Kirchspiele Henstedt, Delve, Tellingsted und Alversdorp sich beysammen ge⸗ than, die Bestung worunter der gantze Tielenhemm gehöret hat, zu zerstöhren. Denen von Alversdorp, weil sie erst nach erstiegener Burg ins Lager gekom⸗ men, ist ein weniges von der Ausbeute verstattet worden, die andern Kirchspiel aber haben die Burg und das dazu gehörige Land vor sich behalten. Die Theilung ist also geschehen; daß dem Kirchspiel Hensted die Burg und das herumliegende Land, weil es im Sturm den Vorzug gehabt, und das übrige Delve und Tel⸗ lingsted gelassen worden. Anfänglich ist Tielenhemme wie ein Umland gewe⸗ sen, nachdem aber die Kirchspiele dasselbe unter sich getheilet, und jegliches sein Contingent theils den Kirchen, theils den wohlverdienten Eingesessenen beyge⸗ leget; hat männigl. seine Portion durch fleißige Arbeit zu gutem Lande, welches gegraset werden können, gemacht. Die Hülpes⸗Hemme, der grösseste Theil von Tielenhemme, wo Ihro Hochfürstl. Durchl.3 Mayer⸗Höfe haben, jst eines ein⸗ tzigen Mannes Eigenthum gewesen, welcher eine eintzige Tochter hinterlassen, so nachgehends an Hans Nanne, Kirchspiel⸗Voigt in Lunden, verheyrathet wor⸗ den. Wie diese Erb⸗Tochter noch unmündig gewesen, haben dero Vormün⸗ der den Halbscheid der Hülpes⸗Hemme A0. 1595 an Witte Jobans Sans, einen Eingesessenen des Kirchspiels Tellingsted, verkauffet. Die andere Helff⸗ te hat gemeldte Erb⸗DTochter behalten, und nachmahlen ihrem Ehe-Mann, Hans Nannen, zugebracht, welcher dieselbe Ko 160 an Hertzog Johann Adolff, glorwürdigsten Andenckens, auf Seiner Hochfürstl. Durchl. gnädigstes Gesinnen verkauffet. Nachdem nun diese Länderenen einigen Hauers⸗Leuten eingeräumet worden, hätte zwar die Häuer in dem Dithmarscher Catastro blei⸗ ben, und die Hauers⸗Leute der Kirchen zu Tellingstedi und der vorigen Ding stedt in Norder⸗Dithmarschen gelassen werden 1 Es hat aber Ihr. Hoch⸗ § 3 fürstl S 46 Tellingstedt 1. Theils II. Cap. fürstl. Durchl. ein anderes beliebet, indem sie Dero Beobachtung dem damah⸗ ligen Ambtmann zu Gottorp, Hr. Gosche Wensin, lalvis finibus imperii, als wohin sie unstreitig gehöͤret, als auf diese Seite der Eyder liegend, übergeben. Anbetrauter Ambtmann und dessen Nachfolger im Ambt haben ihre kunction dem Kirchspiel/ Vogt zu Arvede delegiret, daß also gedachte Hauers⸗Leute bis auf diesen Tag daselbst Kirchen⸗ und Dingflichtig verblieben. Ao. 1623 fing man an Tielenhemme mit einem Teich vor der Eyder einzufassen, wovon Her⸗ tzog Friedrich Gottseeligens, Andenckens auch damahlen nach Maaß seines Lan⸗ des, seinen Theil genommen, und nachgehends durch der Arveder Unterthanen und Land⸗Dienste unterhalten lassen, die übrige gemeine Koges⸗Kosten haben Ihr. Hochfürstl. Durchl. bis dato geschehen lassen, daß solche von dem Land⸗ Voigt besorget, von dem Land⸗Schreiber in der Heyde bezahlet, und in der Lan⸗ des Rechnung zur Ausgabe gebracht werden. Ao. 1626 sind die Tiesenhemmer Ländereyen mit dem Landschatz beleget worden, und lautet davon die Rubric in dem alten Land⸗Negister also: Folget dat nigedickte Land in dem Tielenhemme/ behalves wat Gnaden gehorig/ solches is uthstendig. Suele⸗Wolt hat ein grosses Feld mit Hagedornen und Eichen Bäumen besetzen lassen vor der Fehde, und es Haßhöͤvede genandt, hat auch das erste Haus in Dörpling erbauet, und mit seinemGeschlecht den ersten Grund zu diesem Dorff geleget; daß also die Dörpler ihr erstes Herkommen aus Schlichten deduciren müssen, weil dieser zuerst von dannen zu wohnen sich hie nieder gelassen. Ab. 161 6 ließ die Durchl. Fürstin Augusta, Hertzog Johann Adolffs Ge⸗ mahlin Glorwürdigen Andenckens, ein Lust⸗Haus in Pahlen aufbauen, um sich dessen in der Jagdt⸗Zeit zu bedienen. Den Platz hat Marcs Sprethen Bruder⸗Sohn, Claus Spreth, darzu verkauffet, wie er Kirchspiel⸗Schreiber in Tellingstedt geworden. Es ist aber dieses Haus abgebrandt. ö Dörffer. Tellingstedt. Osterborßel. LCudersbüttel Lendern. Willerhop. Wrohm. Schelrade. Dellstedt. Schackholtz. Sövede. Dörpling. Pahlen. Wallen. Glüssing. Wellenbüttel. Gaußhorn. Westerborßel. Kederstall. Itzehoop/ nicht ferne von Osten⸗Wrohm belegen, wo die Fehre über die Eyder nach Rendoburg ist. 17 i e 5 Ge 00 1 „r 1. Theils III. Cap. und Delve Kirchspiel. 47 Geschlechter. Bahren/ die den Bähren im Schilde führen, sind eigentlich aus Henstedt entsprossen. Woldermanne/ führen 2 in Creutz geschlagene Ancker⸗ Delve. Das Kirchspiel Delve liegt an der Oster⸗Seiten des Landes, nechst an der Eyder. Es hat sich vor diesem weiter ins Norden erstrecket, und sehr viel Marsch⸗Land in sich begriffen, so aber durch vielfältige Sturm⸗Winde und Ein⸗ reissung der Teiche weggespühlet, als die Dörffer Osterwische, Nordstedt, Wurthrunnen, Langen⸗Dühstatt, Hemmerfeld, welche sämmtlich durch grau⸗ sahme Wasser⸗Fluthen verlohren und vergangen. Und wird vor gewiß berich⸗ tet, daß kurtz vor Inundation obiger Dörffer, ein Mann, mit Nahmen Vaget, aus dem Vohsbekemanns Geschlecht, daselbst gewohnet, welcher, wie seine Frau Brod gebacken, vor dem Backofen gesessen und Fische auf dem glüenden Heerd springend wahrgeworden. Solches hat er als ein Præsagium künfftiger Was⸗ ser⸗Fluth angenommen und die Marsch verlassen, sich in Delve mit allem was er nur in der Eyl fortbringen können, niedergelassen, und hat vor seine Barschafft ohngefehr 600 Marck 5 Pflüg Geest⸗Land in z besondern Feld⸗Marcken erhan⸗ delt. Er soll auch dieses Gesicht vielen geoffenbahret haben: die nun seinem Rath und Vorhaben gefolget und sich mit ihm auf die Geest begeben, die sind dem bevorstehenden Unglück entronnen; viele aber so seine Offenbahrung ber⸗ spottet, sind durch die schnelle Wasser⸗Fluth ergriffen und ertruncken, wenigstens in grosse Noth und um alles das Ihrige gekommen. Weil berichteter massen die Marsch so groß gewesen, daß sie auch mehr Einwohner als die Geest in sich be⸗ griffen; so ist in alten Zeiten wegen einer Kirchen, und in welcher Gegend solche zu erbauen, ein grosser Streit vorgefallen, so aber endlich dahin gütlich ist bey elegt worden, man solte nemlich ein Marien-Bild auf ein bunt Mutter⸗ 925 binden und solches frey ohne Zügel lauffen lassen; Wo man nun das ferd am folgenden Morgen finden würde, da solte alsdenn die Kirche erbauet werden. Wie sie nun des Morgens nach dem Pferde oesuchet, so ist es in einem dicken Dorn⸗Busch gefunden worden, da man mit arosser Mühe das Land ver⸗ hohen müssen, um die Kirche zunebst dem Flecken Delve zu erbauen. Daher auch die Kirche unser lieben Frauen⸗Kirche genennet worden, und ist hiebey zu beobachten, daß die Marsch⸗Leute die Norder, und die Geest⸗ Leute die Süder⸗ Seite der Kirchen erbauet. Es ist ein schöner Thurm von feiner Höhe mit einer e Treppe 48 e Dielbe 1. Theils III. Cap. Treppe zu Süͤd⸗Westen dem Kirchhofe gestanden, welcher vormahlen eine star⸗ cke Vestung gegen die Feinde gewesen. Wie denn auch die Kirche mit einem tieffen Graben verwahret/ und mit Schießlöͤchern umher versehen gewesen. Die⸗ ser Thurm ist auf ernstliches Anhalten Hertzog Adolften A0. 163 niedergeris⸗ sen, von den Materialien die Schule erbauet und die Steine zum Theil verkaufft worden. Der Graben ist auch mit der Zeit zugeschlagen und von den Einwoh⸗ nern zu besserem Gebrauch eingenommen worden. c Dörffer. Delve/ das Kirchdorf. Delveroth. Schwienhusen. Hollingstedt. Bargwörden/ da die Fehr über die Eyder nach Stapel⸗ Geschlechter. Vohsbebemanne oder Hebkemanns Geschlecht führen einen aufstehen⸗ den Ancker und auf dem Holtze zwey Sterne. Aus diesem Geschlechte ist Junge Johann Detleff entsprossen, der mit Peter Schwin auf einem Land⸗Tag der Fürsten von Hollstein zu Itzehoe, oder wie andere schreiben zu Ervede, wegen des Landes Dithmarschen gewesen, und wie daselbst Peter Schwin sehr spöttlich derlachet worden, daß er lan ge weisse Webbes⸗Hosen und dabey ein Samme⸗ ten Wambs getragen, soll er sehr sinnreich geantwortet haben: Lachet doch nicht, den dar dat Wambs gekregen ward( vermuthlich 1500 in der Seh⸗ de) dar hedde man de Bucksen ock wol kregen konnen/ hedde uns Ehr end de Tucht des nicht gehindert. Wie auch Peter Schwin, da er um solche Kleidung befragt worden, selbsten geantwortet haben soll: Dieweil er ein Lan⸗ des⸗Herr(denn er einer der Vornehmsten unter den 48gern gewesen) trüge er das Sammitten Wambs, die Webbes⸗Hosen aber, dieweil er ein Haußmann. Es ist sonsten dieser Peter Schwin ein sehr beredsahmer Mann gewesen, der auch die Gerechtsahme des Landes Dithmarschen auf den Land⸗Tagen mit solcher Eloquence vorgetragen, daß niemand fähig gewesen ihm ex tempore zu ant⸗ worten, Junge Johann Dettleff aber ist mit einer sanfftsinnigen Natur und ge⸗ schwinden Drath begabet gewesen. Vorgieselsmann führen einen aufstehenden Ancker, aus dieser Familie ist der sehl. Hans Rode, Land⸗Voigt, entsprossen. 1 8 MWuhlmanns führen einen Maul⸗Esel an einem Maul⸗Beer Baum ge⸗ bunden. A0. 1590 haben nur 2 Persohnen aus dieser Familie gelebet, als Claus Junge und Hans Seck. Harder⸗ holm ist. i Ch. 1. Theils III. Cap. Henstedter Kirchspiel. 49 star⸗ Sardermann/ Lütke Jebesmann führen 2 Bolten in ein Andres⸗ Creutz em geschlagen, und auf beyden Seiten einen Palm⸗Zweig. f Die Wonnkemanns und Vernottemans führen einen schwartzen Bären in ee weissem Felde.. Nelsmann/ Eversmann/ Grovermann/ Bursmann/ führen alle 2 N Henstedt Henstedt/ ein ansehnlich Kirchdorff, lieget auf der Geest, eine Meilwegs auf Nordwesten von Weddingstedt. Die Kirche ist zu Ehren S. Secundli er⸗ bauet. In diesem Kirchspiel ist weyland auf einem unbegrabenen Ort ein bapch Baum von sonderbahrer Grösse gestanden, dessen Zweige alle Creutzweise ge⸗ wachsen, niemand hat jemahlen seines gleichen gesehen, ausser daß man saget, als wäre zu Schildsee in Westphalen dergleichen gewesen. Von diesem Baum hat man vorher verkündiget/ daß wenn er würde beginnen zu verdorren, die Dith⸗ „„——.— ä—— J ..— I——. — 7— 2 r * hen⸗ marscher ihre Freyheit verlieren sollen, welches kurtz vor der Fehde geschehen, und N inge wenn eine Alster darauf nisteln, und 5 weisse Jungen aushecken würde, sodann der solte das Land wieder die Freyheit erhalten. Dieses Prognosticon ist eben⸗ U mäßig erfüllet, und was das mitlere Theil von Dithmarschen anlanget, in etwas 0 lch eingetroffen, da es A. 15 80 durch den Tod Hertzog Hans/ als welcher ohne Erben he⸗ verstorben, wieder frey geworden, es haben aber König Friderich von Dän⸗ 0 92 und Hertzog Adolff von Hollstein das Land sogleich wieder unter sich 0 vertheilet. ehr Ao. 1597 ist von Henstedt nach Schlichten ein neuer Weg durch das che Moor geleget worden. a 1 Dörffer. 5 enstedt. Veddering. Cleve. . Westermoor. Ostermoor. Horst. 10 Nordfeld. Süderheistedt. Nordheistedt. ber In der Hemme. Barckenholm. Wimerstedt. 5 Zinden. Sögen. 6 Geschlechter. Johann ꝙpffen Geschlecht führet einen Eichen Baum, darunter 2 blaut . ungebundene Winden stehen. 18 Kidders mann/ Weddersmann/ Bielcken/ sindz Geschlechter in Ved⸗ dering gewesen, sind von einem Mann, 42 200 Jahr vor der letzten isch G 1 30 Schlichten 1. Theils III. Cap. sich aus Westphalen hier niedergelassen, entsprossen, daher sie denn auch von den Dithmarschern jederzeit geringer gehalten sind, als die würcklichen Eingebohrne. Schlichten. Dieweil die Dorffschafft Schlichting ein niedriger Ort, so bey Winter⸗ Zeit mehrentheils mit Wasser beflossen, und daher die Einwohner nicht wohl ha⸗ ben zur Pfarr⸗Kirchen in Henstedt kommen können, so haben sie vor vielen Jah⸗ ren(denn der Anfang ist aus Mangel Historischer Nachricht unbekandt) da⸗ selbst ein absonderliches Oratorium oder Capelle zu Ehren S. Rochi mit Con- sens der damahl gebietenden Geistl. Obrigkeit erbauet, auch mit einem absonder⸗ lichen Priester nach Gelegenheit des damahligen Gottes⸗Dienstes versehen. Doch mit dem vermuthlichen Vorbehalt, daß dadurch der Kirchen zu Henstedt nichts abginge, sondern daß die Schlichtinger allemahl Membra oder Parochial- Kirchen verbleiben, auch dem Parocho daselbst untergeben seyn solten. Dessen einen deutlichen Beweiß man daraus nim̃t, daß wenn die Kirche zu Henstedt vi- sitiret wird, auch die Prediger und Baumeister von Schlichting daselbst erschei⸗ nen und nöthige Verabscheidung gewärtig seyn müssen, daher dann die Kirche zu Henstedt propter antiquiorem fundationem& jura parochialia über die Eingepfarreten zu Schlichting Eeclesia matrix und die Capelle zu Schlich⸗ ting Filia könte genennet werden, weil sie selbst keine Parochial-Kirche ist, wie denn die Päbstliche Rechte aus solchen Gründen sich solcher Redens⸗Arten gar öffters bedienen. c. extransmissa 10. Xx de præscript. c. præterea 10. x. de transact: Alldieweil aber ex nudo nomine keine andere Folgerungen, als wel⸗ che bey der Fundation intendiret worden, deduciret werden müssen, so folget im geringsten nicht, daß die Kirche zu Schlichting eine Frlial der Kirchen zu Hen⸗ stedt könne genennet werden. Denn 1. ist die Kirche von der Parochial- Kirchen zu Henstedt nicht erbauet, weil dieselbe, ehe und bevor die Höfe in Tielenhemme bekommen, von sehr geringen Mitteln gewesen, und das Vermögen nicht gehabt andere Oratoria abzusetzen, sondern die Einwohner zu Schlichting haben aus ihren eigenen Mitteln aus Christl. Eyfer und zu bequemer Befoderung des Got⸗ tes⸗Dienstes die Kirche erbauet, und ein erkleckliches Capital zu deren Erhal⸗ tung zusammen gebracht. Wie auch 2. wenn ein Prediger⸗Dienst vacant, so votiren nicht die Henstedter, so ihnen gebühren würde, wenn sie Patroni wären, sondern die Schlichtinger wehlen sich einen Successorem im Ambt. 3. Ist ei⸗ ner Filial- Kirchen Eigenschafft, daß sie keinen eigenen bastorem hat, sondern der Pastor der Principal Kirchen seine Predigt da ablegen und den Gottes⸗Dienst abwarten muß, welches aber niemahlen hie geschehen, so wenig als es Ai g li 9 — S —— 2 S. S— —— 1. Theils III. Cap. und Lunden Kirchspiel. 51 lich; Daß 4. diese Kirche, der Kirche zu Henstedt solte uniret oder incorpori⸗ ret seyn können, auch solches den Rechten nach, nicht zu præsumiren. Odiosum enim est unire Ecclesias, Menoch. de præsumt. I. 6. præs. 8. Schließlich so würde 5. die Kirche zu Henstedt verbunden seyn, als Matrix zu Schlichting die Kirche in baulichen Stande und Wesen zu unterhalten, wozu sie sich aber nie⸗ mahlen verstehen wollen. Weil auch mit verschiedenen Kirchen es in Dithmar⸗ schen eine gleiche Bewandtniß hat, als welche æqualem fundationem, und folglich gleiche Jura haben, und sich anmassen können; so wolle ein geneigter Le⸗ ser obige Deduction de jure parochiali auf die andern Kirchen ebenfals ap- pliciren, die ich bey der Vertheilung als Filial. Kirchen angeben müssen, um ihre erste Fundation so viel besser auszuführen. Geschlechter. Itzemann/ führen in ihren Wapen einen Eichen⸗Baum, da ein Steck⸗ messer in dem Stamm des Baums stecket. Dieses Geschlecht ist sowohl Volck⸗ reich als tapffer gewesen und hat ein eigen Fähnlein Volcks aufbringen können, davon aber mehr denn die Helffte A. 1559 in der jüngsten Fehde bey der Au⸗ Brücke ihr Leben vor das Vaterland eingebüsset. Aus dieser Familie haben sich besonders distinguiret, Secke Johann, Junge, Johann, Carsten Jungen Vater, Reimer Seck alle 48 ger Regenten, Carsten Jung Kirchspiel⸗Voigt, und sein Sohn, D. Nicolaus Junge, so dem Hochfürstl. Hause Holstein als Vice. Cantzler viele und getreue Dienste gethan. Lunden. Lunden/ ein wohlbebauter Flecken von wohlbegüterten Einwohnern und köstlichen Häusern an der Eyder belegen. Es ist das äusserste Kirchspiel so sich zu Norden erstrecket, allda Jährlich auf Michaelis ein ansehnlich Marckt von Ochsen/ Pferden, Flachs und anderen Waaren gehalten wird, so von den uinher liegenden Landschafften in grosser krequence besuchet wird. Es ist in alten Zei⸗ ten sehr Volckreich gewesen, so man daraus sehen kan, daß Ao. 1471 am Oster⸗ Tage 1300 Menschen in Lunden das Heil. Abendmahl empfangen. Die Kirche so zu Ehren S. Laurentii erbauet, ist sehr groß mit einem schönen Chor 1476 vermehret und mit 9 Altären ausgezieret gewesen; welche aber 15 5 in der Auch verbrandt, wie damahlen eine vornehme Frau 120 Häuser zunebst der irchen in Brand gestecket. Ao. 1454 ist zuerst der Glocken⸗Thurm erbauet; und deshalben eine Schatzung auf alle Einwohner geleget worden, deren Anzahl damahlen sich auf 2100 N Ao. 1 /o ist der Thurm wiederum 2 vo 24 — ö ü—: PP]ꝗ9——mff. 7ꝛ˙%t *— 1———— 8 5 . 10040 32 Lunden 2. Theils III. Cap. bon neuem erbauet, wodurch die Einkünffte der Kirchen so sehr geschwächet, daß man hernach Jährlich zu Besoldung schätzen müssen. Ao. 1495 hatte die Kirche das Unglück, daß sie des Sonnabends vor U. Lbd. Frauen Lichtmessen von gottlosen Leuten erbrochen, und daraus ein grosser Schatz, so 8. Laurentü Schatz genennet, Diebischer Weise entwendet worden. Anno 1518 ist das Jungfern Kloster zu Hemmingsted(wie wir schon erwehnet) nach Lunden mit den mehrentheils Gütern transkeriret, und den grauen Munchen oder Minoribus eingeräumet worden. Es hat aber nicht lan⸗ ge Bestand gehabt, denn wie nach der Reformation die Münche entweichen müssen/ so ist es 1539 wieder abgebrochen worden, und ist mit dessen Materialien das Hammerhaus vor der Heyde verbessert, und die Einkünffte der Brüder⸗ schafften sind zu den Kalanden geleget worden. Die Einwohner des Kirch⸗ spiels Lunden, wie sie sich jederzeit vor andern hervorgethan, und sich ein sonderli⸗ ches Ansehen vor andern Kirchspielen ausnehmen wollen, haben die Meldorffer beneidet, daß sie allein mit Stadt⸗ Gerechtigkeit im gantzen Lande solten be⸗ gabet seyn; haben sich daher lange Zeit sehr viel Mühe gegeben, um solcher Herr⸗ lichkeit ebenmäßig theilhafft zu werden, bis sie endlich A0. 1529 den 27 Febr. die Einwillignng des gantzen Landes erhalten. Da ihnen in einer allgemeinen Versammlung solche Stadt⸗Privilegia auf einem Pergamenten Briefe erthei⸗ let und mit angehängten Insiegel der 48ger Regenten bestätiget worden. Ward also noch im selbigen Jahr der erste Rath erwehlet, als Burgermeister Claus Rohde und Bryen Jarre; Raths⸗Verwandte, Hennecken Dircks Claus, Claus Dencker, Marcus Dencker, Henning Schwin, Rode Claus, Hauß Reimer, Hanß Stahl, Heinen Claus, Jürgen Schröder, Jacob Rei⸗ mers, Claus und Peter Frese. Allein diese Gerechtigkeit ist Ao. 15 59 bey Ero⸗ berung des Landes wieder verlohren worden. Bevor aber ich die besondere Be⸗ schreibung des Fleckens Lunden schliesse, so finde nicht unangenehm, eine Bege⸗ benheit mit anzuhängen, so sich daselbst Ao. 1599 bey Errichtung des Galgens zugetragen; Denn wie Boje Nanne Dencker, Land⸗Voigt, einen Galgen im Hollsteinischen unter den Nahmen eines Feder⸗Thors hauen, und herüber nach Lunden bringen lassen, so den 17 Julii on allen Zimmerleuten gezimmert und den 1g hujus von dem gantzen Lande aufgerichtet worden; ist niemand der sich bey solcher Arbeit mehr Mühe gegeben, und mit grösserm Fleiß daran gezimmert, als Hütcke Hercken Volff welcher aber das Unglück gehabt, der erste zu seyn, der Verfliessung eines Jahrs darin gehangen, und den Galgen selbst dritte auszie⸗ ken mussen. e Dörk⸗ Cad. daß iche bon chatz schog d den gn wachen Tialen rüͤda⸗ Airch⸗ derli⸗ orffer sbe⸗ Her; . die en hei⸗ den. iter ircks aus, Nei⸗ ro⸗ Be⸗ ege⸗ l in ach den 00 6 el e⸗ f 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 53 Dörffer. Lehe. Dahrenwurth. Preil. Krempel. Rehmen. Flede. Halb⸗Bergen Slederwurth. Flederwurth, Nesterdieck/ da noch ein Haus auf dem Teich stehet, zur Anzeigung, daß der Arm des Teiches sich ferner und allem Ansehen nach ins Süden umgeschla⸗ gen und abgerissen. f ö Woldersen/ da die Treppe und Ueberfahrt nach Tönningen, ist ein groß Dorff gewesen, so 2 Wind⸗Mühlen, andere schreiben von, gehabt, und daraus die altesten und fürnehmsten Geschlechter, die Nannen ausgenommen, entspros⸗ sen. Es hat aber A0. 1599 ausgeteichet werden müssen, und ist darauf A0. 160 bon den gesammten Einwohnern verlassen worden. Es soll auch in der Gegend, wo anjetzo der Haven lieget, ein Dorff, so Metz geheissen, gestanden haben, so ebenmäßig von den Meeres⸗Wellen dahin geris⸗ en worden. 0 Groven/ da ebenmäßig ein Arm eines eingerissenen Teichs zu sehen soll in alten Zeiten ein groß Dorff gewesen, aber gleichfals durch das wilde Wasser weggespühlet worden seyn. 5 8 So gehören noch zu diesem Kirchspiel St. Annen, Niefeld, Osterfeld, wel⸗ che aber, wie wir bald sehen werden, eine eigene Kirche erbauet. Geschlechter. Wurtmann/ daraus das Geschlecht der Nannen, welches allezeit ansehn⸗ liche berühmte Männer gewesen; als Claus Nanne, Ritter des Heil. Grabes, imgleichen sein Vater Peter Nanne, ein 4 8ger, so mit dem Ertz⸗Bischof zu Bre⸗ men in Krieg gerathen. Nemlich es hatte Peter Nanne etliche Ochsen in des Bi⸗ schofs Lande den Zoll vorbey getrieben, denn obschon die Dithmarscher Zoll frey waren, so musten sie sich doch angeben und ein Zeichen abfodern, wie ihn nun 3 von den Zoll⸗Bedienten verfolget und mit Gewalt zurück forderten, so hat er ei⸗ nen davon erschossen. In der Nückreise wird er gefänglich angehalten, doch bald auf eine gewisse dumme Geldes, davor er seinen Sohn zum Geissel zurück gelassen, in die Freyheit wieder gesetzt. Wie er nun nach Hause gekommen, sol⸗ che Gelder abzuholen, hat er seines Sohnes vergessen, und selbigen lange gefäna⸗ lich sitzen lassen, bis seine Frau die Gelder zusammen gebracht und ihren Sohn wieder ranzioniret. Peter Nanne ist auf Rache bedacht, und hat, da er vor⸗ her seiger Frauen das gusgelegte Geld wieder gegeben, do wehrhaffte Männer G 3 zusam⸗ *———— 1 — 5——— ——. 5—— —— 8———e—é— 4—— 6 ß „ Kirchspiel unden 1. Theils III. Cap. zusammen beruffen und selbige in Braunsbüttel bescheidet und erwartet, um ei⸗ nen feindlichen Einfall in des Bischoffs Land zu thun. Wie aber die 80 Män⸗ ner sich nicht zu bestimmter Zeit und Ort eingefunden, wird er ein Schiff, dem Bischoff von Bremen zuständig, und so von Neuenhuse abfahren wollen, ge⸗ wahr, selbiges erobert er mit Hülffe 9 Hadeler Sichtenhauer(deren jeglichen er einen Ritter⸗Gülden versprochen, mit Bericht, daß ihm das Schiff entfahren wolle) erschiesset den Schiffer, so sich mit einer Hellebarth zum Gegenstand ge⸗ setzet, und bringet also das Schiff als eine Beute nach Lunden. Endlich hat sich das gantze Land dazwischen gelegt, und ist die Sache zwischen dem Bischoff von Bremen und Peter Nannen gütlich beygelegt worden. Dieser Peter Nanne hat aus der Schlacht bey Hemmingstedt Ao. 1 500, 500 Rittermäßige Kleider zur Beute mit zu Hause gebracht. ö Peter Nannen Bruder, Boje Nanne/ hat ein Haus von dem Fürsten u Cleve inne gehabt, und wie die Bauren wegen verübten Muthwillen sich sehr eschweret, so hat der Fürst solcher wegen ihm schrifftliche Erinnerung thun las⸗ sen. Er aber auf seine gerechte Sache trotzend, giebt dem Fürsten keine gute Worte, bis er durch Gewalt gezwungen, sich heimlich davon machen muß, hat aber nachhero dem Fürsten durch Raubereyen viel Schaden zugefügt. Dieses Nannen ⸗Geschlecht hat mit den Russebellingen etliche Jahre vor der Fehde einen einheimischen Krieg geführet, darüber 14 Mann erschlagen wor⸗ den. Aus diesem Wurtman⸗Geschlecht ist auch das Schwinen⸗Geschlecht, darin Peter Schwin und Marcus Schwin vernünfftige Männer und des Lan⸗ des Regenten gewesen. Das Wurtmann Geschlecht führet auf der einen Seiten einen halben Ad⸗ ler, und auf der andern Seite eine Lilie im Wapen. Russebelling fuhren 3 Fische oder Carutzschen. Ebbingmann ihr Wapen ist 2 im Creutz durch einander geschlagene Schwerdter, 4 rothe Rosen: aus diesem Geschlecht kommen die Dencker. Sulemann/ woraus D. Christianus Boje, D. Hennings Boje, und an⸗ dere ansehnliche Männer, ja fast das gantze Dorff Flede. Ihr Wapen ist eine aufgerichtete Säule. N Bilsmann führen ein aufgerichtet Hand⸗Beil. Boetmann führen ein Both, darin ein Hand⸗Beil gehauen. Woldricken führen einen aufrechtstehenden Bären, so eine Hellebart zwi⸗ schen seinen Füssen hat. Brunemien führen 2 ins Creutz geschlagene Rappier, und oben zwischen den Spitzen ein Alge tz geschlag ppier, zwisch Cap. Um ei⸗ Män⸗ dem / ge⸗ hener ahten id ge⸗ gat sich bon Uanne Kleid frsten chsehr in las⸗ e gute „hat E bor wor⸗ echt, Lan⸗ Ad⸗ gent al lle 1. Theils III. Cap. und S. ANNEN 55 Jerremanns führen einen schwartzen zwey⸗ etliche einen einköpffigen Adler. Tanckmann/ so jetzo gantz ausgestorben, führeten eine aufstehende Zange im rothen Felde. N 5 a Steickemann zu Lunden/ so mehrentheils noch in Groven, führen dieses Zeichen Brorsmen zu Nesterdieck ihr Wapen, ein aufstehend Schwerd. Preilemanne führen ein rothes Schild, da das Mittel dritte Theil längst durch mit 4 weissen aneinander hängenden Andres⸗Creutzen, als geschlagen Rautwerck gezieret. Dieses Wapen führet Peter Overlander. St. Annen. Von der Fundation dieser Kirchen eine weitläufftige Beschreibung dem ge⸗ neigten Leser vor Augen zu legen, würde etwas überflüßiges seyn, wenn das Buch, Gedächtniß der Kirchen St. Annen den 26 Jul. Ao. 1671 von dem sehl. P. Samuele Rachelio dasiger Gemeine in einer Predigt vorgestellt, in jedermans Händen wäre. Alldieweil aber gar wenig EKxemplaria von diesem Buch ge⸗ druckt, und man selten, und zwar in Bibliothequen gelehrter Männer es nur zu sehen bekömmt: so will ich diese Predigt, was die Historie der Fundation anlan⸗ get, denen so dieses Buch nicht kennen, zu Liebe excerpiren. Wie Ao. 1 5oo durch den beychemminastedt so rühmlich erhaltenen Sieg die Dithmarscher unzehlige Beute und grossen Reichthum zurück nach Hause ge⸗ bracht, also daß auch wenig Leute eine grosse dumma Geldes haben zusammen bringen können; so würden die Bösebuttler einig, von solchem Raub sich eine eige⸗ ne Capelle bauen zu lassen, weil sie als nunmehro reiche und wohlhabende Haus⸗ Leute im faulen Winter und tiefen Wege nicht nach der Kirchen zu Lunden zu gehen vermochten; verfügeten sich auch sofort A. 1 500 zu des Römischen Stuhls Cardinälen; massen sie dem damahligen Pabst Alexandro VI, als einem gott⸗ losen Menschen, wenig traueten, sich befürchtende, ein solcher würde die Haus⸗ Leute wenig achten, ja er möchte wohl gar vor die ertheilte Privilegia so viel Geld nehmen, davor sie die Capellen bauen könnten; Hatten demnach besser Ver⸗ trauen zu den Cardinälen, die ihnen denn auch eine Bullam ertheileten, nebst an⸗ gefügter Verheissung, daß diejenige, so da würden am Tage Johannis des Täuffers, der Verkündigung und Empfängnis Marie fleißig die Capelle besu⸗ chen und von einer Vesper zur andern abwarten, solten auf 100 Tage e on 56 S. ANNEN und Hemnte 1. Theils III. Cap. von aller aufgelegten Busse haben. Sind darauf A0. 1501 mit dem Bau ver⸗ fahren und haben eine geringe Capelle dahin gesetzet, und einen Meß⸗Pfaffen verordnet. Die Capelle haben auf ihre eigene Kosten aufgerichtet Kussen Marquart/ Seinen Claus und Junge Claus Johann, und nach der H. Frau Annen/ der sie solche auch gewidmet, genennet, weil sie GOtt aus grosser Gefahr errettet, wie die Eyder gantz Bösebüttel überschwem⸗ met hatte. Daher der Pabst Julius es auch eine Insul nennet, mit folgenden Worten: Ruissen Marquart H. C. S. C.. unam Cupellum apud Insulum Bussebuttel ut fabricurent& dotarent deliberate promiserunt& uoverunt. Welches Bösebüttel hiesige Einwohner nachgehends eingeteichet, damit sie nun alle Freyheit einer Kirchen möchten geniessen; als das Jus patronatus und was sonsten dem anhängig; ihnen aber berichtet worden, daß die Bulla der Cardinä⸗ le nicht fest und gültig genug wäre, weil sie von dem Pabst selbsten nicht ausge⸗ geben, insonderheit weil das Jus patronatus darin nicht enthalten. So reiseten sie 6 Jahr hernach, nemlich A0. 1 507 nach Rom zu dem damahligen Pabst Ju- lio II. und erhielten von ihm die begehrte Freyheit, wie die annoch vorhandene Bulla qusweiset. 5 Ao. 1571 wurde die kleine Capelle niedergerissen, und eine andere Kirche ziemlich guten und grosse en Ansehens, des Orts Gelegenheit und Proportion nach, erbauet; Aus Uhrsachen, damit die Einwohner nach der Ketormation bey der so reinen Lehre des Heil. Evangelü nicht das Ansehen hätten, als wären sie Ca⸗ pellen Schuler, und ihre Prediger Caßellanen oder Capellen Diener. Wel⸗ ches Wort dem sehl. P. Rachelio so verhast, daß er auch nicht Worte genug fin⸗ den kan, solch ärgerliches Prædicat von seiner Kirchen und von seinem Ambte abzulehnen. 5 Hemme. Hemme ist ein kleines Kirchspiel, so sich in alten Zeiten von Lunden abge⸗ sondert, und eine eigene Kirche zu Ehren unser Lieben Frauen erbauet. A0. 1598 den 5 Sept. wurde in Gegenwart vieler Gelehrten und Prediger die neue Orgel eingeweihet, wobey eine schöͤne Musie unter Direction Christian Bockelmann und dessen Vater Hans aufgeführet, und haben damahlen David Schede⸗ mann aus Worden und Christoffer Röhver aus Lunden die Orgel dabey ge⸗ 9 schlagen. 8 Dörffer. Hemme. Westerhemme. Senhusen. Hemmerswurth, wo ein Trajectus. Halb Bergen. G. S — 1. Theils III. Cap. und Neuenkirchen. 57 Geschlechter. Wurtmann/ Ebbingmann/ Suhlmann/ sind unter Lunden angefüͤh⸗ ret, wie auch Jerremann. Isermann/ führen ein Pflug⸗Eisen in schwartzem Felde.. Lammemann führen das Lamm Gottes im weissen Felde. Neuenkirchen. Es haben 2 vornehme Geschlechter, als die Tödiemänner und Hüddiemän⸗ ner aus Weslingbühren/ wie die Menge des Volcks zugenommen, eine Kirche zu erbauen angefangen, St. Jacobo Majori zu Ehren, und diese Neuen⸗Kirchen genandt. Zu welchem Bau ein Mann 4 Morgen⸗Landes gegeben, die Kirche und die dazu gehörige Häuser darauf zu bauen. Sie giebt noch jährlich zur Re. cognition, daß sie sich von der Kirchen zu Weslingbühren abgesondert, 14 Tonnen Gärsten. Diese Kirche ist in alten Zeiten die Reicheste gewesen, und bat 300 Tonnen Gärsten übrig gehabt/ wenn die Hrn. Prediger und Schul⸗Be⸗ dienten ihre Salaria genossen, anjetzo aber heist es olim meminisse juvabit; indem die Kirche voller Schulden ist. Wohin die Capitalia verwendet, kan man aus denen alten Rechnungen nicht finden, daß sie aber in grosse Schulden gerathen, wie Ao. 1704 den 8 Decembr. die Kirche in Feuer aufgegangen, und in folgenden Jahr wieder erbauet werden müssen, ist gewiß, obgleich eine ziemliche Summa Geldes aus den benachbahrten Städten und Landschafften dazu colli- giret worden. Aus oben benannien 2 Geschlechtern, weil sie Fundatores Eccle- siæ, wurden in alten Zeiten die Kirchen⸗Geschworne, die die Kirchen⸗Güter in Administration hatten, erwehlet, weil aber nachgehends verschiedene Geschlech⸗ ter zum Theil aus der Geest sich hier zu wohnen niederliessen, als die Itzeman⸗ ner/ Bördiemänner/ Woldersmänner/ Riesemänner/ chavekemänner/ als prætendirten dieselbe, daß sie ebenfals als Vorsteher möchten angenommen wer⸗ den, woraus denn ein grosser Procels, so über 3000 Marck gekostet, entstanden, da die erstere sich als kundatores in possessione& longæva præseriptione fundirten; endlich ist durch den Staller, Hr. Casper Hoser/ es dahin vergli⸗ chen/ daß bey den 2 vorgenandten alten Geschlechtern die Baumeisterschafft ver⸗ bleiben solte, es könten aber allemahl 2 von denen andern Geschlechtern mit da⸗ bey seyn, und Aufsicht haben, daß alles richtig zuginge, und keine unnöthige Ko⸗ sten gemacht würden; daher sie denn auch Zuseher oder Thokicker genennet worden. Ao. 1599 errichteten die e eine Vogelstange in einem W rug, ———-———.. ̃«—N.Nnnn; ß] ̃ ꝗ q ͤNRmů-N„nmngsgssn— — . 58 Neuenkirchen. 1. Theils III. Cap- jedoch mit Vergünstigung damahligen Superintendenten, Hrn. Johannis . als Sufften und Anfängern solcher Gilden; welche Stange über 1000 Fl. gekostet haben soll, und weil sie den 1 Juli selbigen Jahrs zum ersten mahl den Vogel abgeschossen, so war der Aufzug sehr schön und prächtig an Kleidung und sonsten anzusehen: der Kirchspiel⸗Voigt führete in seiner Traban⸗ ten⸗Kleidung die Fahne und hatte 2 kleine in egaler Tracht sauber angekleidete Knaben vor sich hergehen; der Auszug ist von Henwisch/ wo jetzo Jacob Schlömer wohnet, geschehen. Wie sie am Abend wieder nach Hause kehren wollen, so ist durch das vielfältige Schiessen des Superintendenten Haus in Brand gerathen, welchen aber der Kirchspiel- Voigt mit der Fahnen-Stänge wieder gelöschet auf dem Dache. Anno 1625 den 29 Aug. ist die grosse Glocke aus dem Thurm genom⸗ nen /so gewogen 2752 Pf. und ist den 30 Aug. durch Frans Magnus Bruttel/ einen Lotharinger, glücklich umgegossen, und den andern Sept. wieder aufge⸗ hänget worden. Selbige Glocke ist Ao 1630 den 12 Nov. durch M. petern gus Qusum wieder umgegossen, und folgende Reime darauf gesetzet worden; Nienkercken hefft laten my formeren, Dat ick schall denen Ott tom Ehren/ Mit minen Klanck/ den Luden ock de Tidr Antögen/ dat se mit allen Slit Tho hören Gottes Wort schölen ihlen/ Und nemand sick daran verwihlen/ So werden se hebben ricken Seegen Darna in ewiger Sreude le ven. In diesemKirchspiel liegt ein grosser hoher Mohr, Blancken⸗Mohr genannt, wel⸗ cher wie eigentlich berichtet wird von England oder der Orten abgerissen, und durch den wilden Strohm hier auf dem Marsch⸗Boden niedergesetzet worden, wie man denn noch diese Stunde nach abgegrabenen Torff oder Mohr gut Bau⸗Land antrifft, und selbiges unter dem Pflug wieder gebracht wird. Anno 1729 den 27 October, entstand des Abends um 10 Uhr mit einem starcken Nord⸗Westen⸗Winde eine grosse Feuers⸗Brunst in Neuenkirchen, wodurch in 2 Stunden die Kirche, Glocken⸗Haus, Schule, Prediger⸗Wittwen⸗ Haus, Kirchspiel⸗Schreiberey, und 22 andere Wohnungen, nebst 7 Scheunen in die Asche geleget worden. Daß also ausser den beyden Prediger⸗Wohnun⸗ gen, nur 7 fast kleine Gebäude erhalten worden. Dorf rf⸗ 0 3 8 1. Theils III. Cap. Weslingbuhren. 55 nannis e uber afin Dörffer. 0 a Neuenkirchen. Sommerhusen bal Todienwisch. Heuwisch. leidete Wolffenhusen halb. Bodiemanhusen. 15 Blanckenmohr. Tiebensee. us in 8 N Geschlechter. Todiemann und Süddiemann deren unter Weslingbuhren gedacht f genon⸗ wird. ruttel Itzemann führen einen doppelten schwartzen Adler in weissem Felde. aufge⸗ Kiesemann führen einen Rieß zum Wapen. tern l f 2 a al: Weslingbuhren. g Weslingbuhren, so von einigen Basiliborea oder Basilipurgus genennet wird, hat seinen Nahmen von dem Dorff Wesling des Kirchspiels Wedding⸗ stedt/ als von dannen die ersten Einwohner sich hinunter nach der Marsch bege⸗ ben, und sich hie niedergelassen. Es ist ein schön bebauter Flecken, hat eine herr⸗ liche dreydoppelte Kirche mit 9 Altären, einer feinen Spitzen, zu Ehren St. Bar. tholomæi Apostoli erbauet. Es sind bey dieser Kirchen 3 Prediger, und 2 Schul⸗Bedienten, ausser denen so auf den Dörffern die Jugend inkormiren, und in der Kirchen mit aufwarten müssen, welche 1o an der Zahl ausmachen. Bey dieser Kirchen ist vor vielen Jahren ein Kasten so Bartholomæus Schrein ge⸗ l⸗ nennet worden, und mit klarem Golde bezogen gewesen, welches, nachdem es er⸗ und kannt und abgeschlagen, hat es 500 Marck ausgetragen. Von welchem Gel⸗ cdes⸗ de die Weslingbuhrer A0. 1594 zwey silberne vergüldete Kannen verfertigen cat lassen, eine von 5, die andere von 3 Ohrt Kannen Maasse, und selbige zum Ge⸗ brauch des Heil. Abendmahls gewidmet, auch ist bey dieser Kirchen ein Geschütz fem gewesen, so Bartholomæus genennet, und hat 700 Tonnen Gärsten jährlich hey, Einkommens.* 900 Dieses Kirchspiel hat 2 schöne mit Kupffer gedeckte Häuser gehabt, bet 10 jedem Hause sind 700 Tonnen Gärsten Einkünffte und ein fein Geschütz gewe⸗ i sen. Das eine ist zu Süderdick A0. 1521 von Claus Marx Hargens erbauet, welcher 2 Söhne, Hargen und Claus gehabt, wie nun einsten der älteste Sohn . zur Kind⸗Tauffe ein Viertel von 1 von der Heyde bringen lassen, ist 15 2 8 6⁰ Weslingbuhrer 1. Theils III. Cap. alte obwohl reich doch dabey karge Mann sehr unwillig geworden und gespro⸗ chen: myn Sohn! myn Söhn! wen grot Gut erst gahnde ward/ so is ken obholden damit/ da höde die vän. Welche Vorher⸗Verkündigung auch rich⸗ tig eingetroffen, und sollen alle Kinder nachhero verarmet seyn, ausser was Ale⸗ xander von Hartz ein Edelmann aus Pommern, der seine Tochter Wiebcke im Ehe⸗Bette gehabt, oder vielmehr dessen Erben davon haben möchten. Das andere Haus, so ebenmäßig Joo Tonnen Gärsten jährl. Einkünffte und ein herrlich Geschütz gehabt, ist zu Nordteich von Carsten Reimers einem 48ger aus dem VBoiadimannen Geschlecht erbauet, dieser hatte 3 Söhne, als Carstens, Claus Carsten Reimers, Carstens Reimer Vieth, qui ob dubia tempora artem serinariam didicit non vero exercuit, so in der Norder⸗Kirchen in einem Stein an der Wand ausgehauen stehen. Von diesem letztern als Carstens Reimers Vieth, ist die annoch blühende Viethen Familie entsprossen, welche fast in die hundert Jahre die Vorder-Land⸗Voigtey in unverrückter Ordnung rühmlichst verwaltet. i i 5„ Deffer. Keinsbuttel. A0. 1 598 ist eine Verordnung gemacht dieses Dorff mit dem Kirchspiel Busum Land und Teich fest zu machen, und haben Ihr. Hoch⸗ fürstl. Durchl. den 11 Sept. mit ihren Räthen und 4. Strand⸗Leuten aus dem Süder⸗Theil diese projectirte Arbeit selbsten in hohem Augenschein genom⸗ men, und sind von Lunden längst den Teich nach Keinobuttler greth gefahren. Den Montag und Dienstag darauf wurden von Ihr. Durchl. 12 Teich⸗ver⸗ ständige Männer deputirt, um sothane Teichstette abzumessen, nemlich aus dem Ambte Tundern Broder Andersen; Moritz Martens weyl. Ambtschreiber nach⸗ hero Teich⸗Voigt: aus Nordstrandt Levinus Hummers, und Ipcke oder Jacob Broders. Aus Eyderstedt, Sivers Poppens, Meves Ovens. Aus dem Sü⸗ derstrande Schele Claus Barlet, Vieths Claus Vieth zum Helse, Carsten Pe⸗ ters Carsten aus Marne und Frantz Latje. Welche nach Producirung ihrer Vollmacht die Teichstette ausgegraben; als auf Busum 12 Ruthen von Gro⸗ verschleusse und 120 Ruthen hinauf, von da nach der Reinsbuttler Trencke uber den Warth und sofort ins Norden bis zur Schülper⸗Siel 30 Ruthen disseits von Hans Carstens Wehle über den Warth bis zu Westen Teich Häußner Schleusse über den Weg. Diese projectirte Teichung, so wie sie nach dem 28 Sept. ernstlich von Ihr. Durchl. befohlen, ist im Früh⸗Jahr folgenden Jahrs glücklich zum Stande gekommen. Die Büsemer teicheten zuerst 472 Ruthen, das andere mahl 2 Ruthen um Businn mit Reinsbuttel zusam̃en zu teichen. Varing. Süder⸗Teich und Nord⸗Teich, diese 2 Dörffer sind e 8 9 ö Cap. espro⸗ s ken rich⸗ Ale. ke im Das dd ein raus chens, artem Sben eimets jn die cht F mt Hoch⸗ dem lom⸗ 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 61 auf dem Aussen⸗Teich gestanden, und daher den Nahmen bekommen, nachhero aber haben sie viel Land eingehohlet, und sich in den Teich mit eingeschlossen. Wie Ao. 1695 den 10 May der Hr. Geheime Rath von bincier und Baron von Königstein von Ihro Hochfürstl. Durchl. Hertzog Friedrich alle in Ditmarschen befindl. Aussen⸗Teiche geschenckt erhalten, und bereits mit eini⸗ gen Interessenten und dem Teich⸗Grafen Ove Lorentzen wegen Beteichung derer zwischen Busum und Weslingbuhren befindlichen Aussen⸗Teichen in würckliche Accord getreten waren: so opponirten sich die Eigenthümer solcher Aussen⸗Teiche gewaltig dagegen, und wolten bey ihrem Lande und Gerecht⸗ same sich geschützet wissen, wie sie denn durch ihre Mandatarios, insonderheit durch den seel. Kirchspiel⸗/ Voigt Claus Detlefs aus Weslingbuhren/ alle Vor⸗ stellungen, sowohl bey Ihr. Hochfürstl. Durchl. als Geheimen Etats Rath von Pincier thun liessen, damit sie bey denen vor vielen Jahren erhaltenen Privilegiis, daß die Landlieger und Einwohner diese Aussen⸗Teiche selbsten behalten und nü⸗ tzen mögen, möchten geschützet werden; In Betrachtung vornehmlich des grossen Landes und Leute verderblichen Schadens, und Abbruch des Landes bey Busum; auch wie viele Köge in diesem Seculo ausgeschlagen worden: Zudem der jetzige Aussen⸗ Teich qu. nicht so von ohngefehr dahingekommen, sondern die Ein⸗ wohner hätten durch Dämmung grosser Ströͤhme vormahls bald hie, bald da ein Stück Landes fest gemacht/ welches wann es nicht geschehen, bald mochte wieder vertrieben worden seyn, einfolglich sie nicht zugeben können, daß die frembden Herrn Participanten sich mit ihrem so lang her erlittenen Schaden bereichern sol⸗ ten. Allein alle Vorstellungen und Bemühungen waren vergebens, und mu⸗ sten die Busemer und Wes ingbuhrer zufrieden seyn, daß ihnen statt ihrer verlohrnen Aussen⸗Teichen 200 Demath von dem schlechtsten Lande angewiesen wurden, welche sie aber nicht angenommen, sondern haben solches denen Interes⸗ senten vor 1900 Nthlr. hinwiederum verkauffet. Ist also dieser Koeg in dem folgenden 169 ten Jahr, unter Direction des Teich⸗Grafen Ove Lorentzen glücklich beschlagen und eingeteichet, und ihm der Nahme Hedwigen Koeg bey⸗ geleget worden, wie solches die daruber 1696 den 17 Aug gnädigst ausgefertigte Octroye mit mehrernn ausweiset: 88 ir von Gottes Gnaden Fridrich, Erbe zu Norwegen, Hertzog zu Schles⸗ wig⸗Jollstein, Stormarn und der Dithmarschen, Graf zu Oldenburg 8 und Dellmenhorst ꝛc. Uhrkunden und bekennen hiermit, und in Krafft dieses, vor uns, Unsere Erben, Nachkommen und Successoren/ au der Regirung öffentlich, daß wir auf unterthänigstes Ansuchen Unseres Geheimen Etats⸗ Raths, Johann Ludewig von Pincier, und deren so mit ihm ĩateressiren und H 3 Parti- 62 Weslingbuhrer 1. Theils III. Cap. participiren wegen der in unserer Landschafft Norder⸗Dithmarschen„ zwischen den den Kirchspielen Weslingbühren und Büsum gelegenen Aussenteichs, nach reiffer Ueberleg⸗ und Erwegung der Sachen, die Wir in hoher Persohn selbst vielfältig angehöret, und genau examiniret, auch uns zu unterschiedenen mahlen theils von unsern Committirten Cammer⸗ und Cantzeley⸗Räthen, theils von unserm Land⸗Voigt und Land⸗Schreiber in Norder⸗Dithmarschen, abgestatte⸗ ten Relation über die von Eingesessenen, zu Weslingbühren, Reimsbüttel und Eüderteich, wie auch dem Kirschspiel Büsum an solch Vorland gemachten Præ⸗ tensionen und vermeintlichen habenden Gerechtsahmen, Uns folgender gestalt in Gnaden erklähret und entschlossen, auch ihnen und ihren Erben und Nachkom⸗ men festiglich zugesaget und versprochen haben; Cegiren und überlassen dem⸗ nach gedachten unserm Geheimen Etats⸗Rath von Pincier und denen ubrigen Interessenten, ihren Erben, Erbnehmen und Suecelloren das zwischen beyde Kirchspiele sich erstreckende Ufer also und dergestalt, daß nachdem nunmehro durch Gottes Gnade, auf die von uns sub dato Tremsbüttel den 10 Martii A0. 1695 vorbesagten Unserm Geheimen Etats⸗Rath von Pincier. und denen so mit ihm würden interessiret werden/ ertheilete General · Concession die Betei⸗ chung eines Stücks von vorbesagten Ufer geschehen, ermeldte Participanten vor sich, ihre Erb⸗ und Nachkommen solches nunmehro beteichtes Land, dem Wir hiemit den Nahmen von Hedewigs⸗Koege gnädigstbeylegen, samt allen daran annoch verhandenen unbeteichten Vorlande, und was dem weiter anwachsen möchte, in geruhigen Besitz nehmen, mit selbem als ihren Erb⸗ und eigenthümlich zugehörigen Gütern aufs freyeste schalten und walten, dieselbe pleno jure Do⸗ minii nutzen, gebrauchen, verpfänden, versetzen, verkauffen, davon testiren, legi⸗ ren, und sonst ohn Unser oder der Unserigen, auch allen andern, in⸗ und ausser⸗ halb Gerichts machenden An⸗ und Zusprüchen, keine ausbeschieden, gebrau⸗ chen und damit schalten und walten mögen, wie es Ihnen, Ihren Erben, und p. t. Besitzern solcher Ländereyen gefällig und am anständigsten. 2. Solte sich auch inskünfftige begeben, daß einer oder mehr von den Ei⸗ genthümern vorbesagten eingeteichten Landes, es sey zu welcher Zeit es immer wolle, sich entschliessen möchten, ihre in diesem Koege entweder inhabende und quovis justo titulo besitzende Ländereyen zu verkauffen, oder auf andere Art zu veräusern, und anders wohin im Lande oder auch an frembde, und ausserhalb dieser Fürstenthümer belegener Orten sich zu begeben, so nehmen Sie alles, so sie vor solche gekauffte Ländereyen, Gebäude und Zubehör es sey wenig oder viel löͤ⸗ sen mochten, frey und ohne Abgifft des zehenden Pfennings oder sonst etwas, sel⸗ be habe Nahmen, wie es wolle, mit sich: wie dann denen, so per Successionem oder Erbfälle zu einigen von diesen Ländereyen gelangen möchten, ein 0 0 wieder⸗ 2——————— D —— Cap. schen nach elbst len bon atte⸗ und præ. scalt seun⸗ dem ligen eyde 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 63 wiederfähret, also daß kein Unterscheid hierob, ob selbe Possessores in diesem Für⸗ stenthümern wohnen oder nicht, zu machen. 3. Der inskünfftige nechst Göttlicher Hülffe verhoffende Anwachs bleibet denen jetzigen und hinkünfftig in dem Hedewigs Koege seyenden Participanten und deren Erben und rechtmäßigen Besitzern, wie das jetzo Aussenteichs belege⸗ nes Vorland, Erb⸗ und eigenthümlich allein, so daß sie bemächtiget seyn mogen, so wol das jetzo aussenteichs belegene Vorland, wie ihre andere eigenthümliche Güter zu gebrauchen, als auch den verhoffenden Anwachs, zunebst dem jetzigen Aussenteich nach ihrer jedermahligen Gelegenheit und Willkühr, vermöge dieser Octroy, die wir dahin gnädigst extendiren, wenn und wie es ihnen gefällig, un⸗ ter gleichmäßigen Freyheiten und Begnadigungen zu beteichen, oder es liegen zu lassen, ohne einige daoon fodernde Abgifft oder sonsten etwas. 4. Wann auch von vorbesagten Vor⸗Ufer, nunmehro durch Gottes Gna⸗ de eingeteichten Hedewiges⸗Koege, jährlich 300 Rthlr., und was sonst mehr seyn mag, in unsere Cammer, wie auch in die Landschreiberey zur Heide von denen vormahligen Besitzern jahrlich abgetragen worden: So haben Wir aus Be⸗ tracht, daß die jetzige Interessenten mit nicht geringer Gefahr ihrer dazu ange⸗ schafften Gelder dieses Land durch Gottes Gnade gewonnen, auch Unsere Cam⸗ mer hinkünfftig eine ziemliche Verbesserung dadurch zu hoffen, ohne was sonsten unsern Landen aus solcher Einteichung für Vortheil zuwachsen können, alle diese jährliche Abgifften, so sonsten auf vorbesagtem nunmehro schon eingeteichtem Lande hafften, oder jemahls sud quocunque jure gehafftet haben, denen Inte. ressenten dieses Koeges, und ihren Nachkommen in Gnaden nachgelassen, so daß hinkünfftig auf keinerley Weise noch Wege sie desfals von Uns oder Unsere Nachkommen oder Bedienten, wie auch denen Kirchspielen, sollen besprochen noch angemahnet werden, wie dann selbe Ausgifften, und auf dem Lande haften⸗ des Onus, hiemit, und in Krafft dieses, aufhöret, und völlig celliret. 5. Sollen unser Geheimer Etats⸗Rath von bincier und übrige Mit⸗Par⸗ ticipanten, als Koeges Eigener, ihre Erben und Nachkommen die eingeteichte Ländereyen, gleich den Nordstrandischen Participanten, frey und franck ohne ei⸗ nige Abgifft und Auflage geniessen und besitzen achtzehen Jahr, welche künfftigen Martini, wann alles zum Stande gebracht, und der Teich vollkommen verferti⸗ get, ihren Anfang nehmen, nach verflossenen solchen 18 Freyheits⸗-Jahren aber soll von jedem Demath genießbahren Lande der Ey derstädtischen Landmaß nach, die Teiche, Wege, Heerwege, Stege, Sielen, Schleusen und Graben, welche darunter nicht zu rechnen, ausgenommen ein halber Rthlr. in guter grober gang⸗ bahrer Müntze gegeben, und in unsere Fürstl. Cammer allemahl auf Martini un⸗ mittelbahr eingebracht werden, wohey Wir gnädigst versprechen, daß die 8 reslem- —— 64 Weslingbuhrer 5 1. Theils III. Cap. ressenten deren Erben und Nachkommen mit keiner weiteren Contribution. Donation, Sraulein⸗Steuer/ ordinair- und extraordinairen Auf⸗ und Anla⸗ gen, sie haben Nahmen, wie sie wollen, keine ausbeschieden, Einquartirung und sonsten, so wohl in Kriegs- als Friedens⸗Zeiten, von Uns und durch Unsere Ver⸗ ordnungen, niemahlen sollen beschweret und beleget, weniger jetzt oder künfftiger Zeit, unter keine Pflugzahl angeschlagen und berechnet werden. 6. Wenn auch die Keinsbüttler und Büsumer einige Wasserlösung durch diesen neuen Koeg haben, so ist Unser gnädigster Wille, daß zu Erhalt⸗ und Renovirung des Siels und Schleusen, sie das Ihrige pro quota mit contribui- ren, und nach vorhergehender Communication über solchen nöthig befindenden Bau nach zugelegter Liquidation selbe denen Interessenten sub pœna execu- tionis nach Spaden Land⸗Recht abstatten, auch ohne Sperrung oder Contra- diction sich nachbahrlich anschicken und betragen sollen. 7. Soll weder ratione præteriti noch de futuro dieses Land mit keiner Beschwerde beleget, sondern obgedachter Unser Geheimer Etats⸗Rath von bin- cier und andere Interessenten befugt seyn, die Bau⸗ Materialien, Victualien und andere Nothdurfft, als am füglichsten und bequemsten es von Ort und En⸗ den, woher es ihnen beliebet und am besten geschehen kan, frey herbey zu schaffen, ohne Abstattung einiger Zölle und Licenten. 8. Mögen in Zeit der 18 Jahren mehrgedachter Unser Geheimer Etats⸗ Rath und übrige Interessenten, das Vieh, Korn, Getrayde und dergleichen, so der liebe G Ott in diesem Koeg bescheren wird, frey, ohne Zoll und Licenten oder andere Auflagen, versenden, abgeben und abschiffen, auch was zu Behuef dieses Koeges wieder anhero gehohlet werden muß, oder ein⸗ und angebracht werden wird, gleichfals frey annehmen und an sich handeln, jedoch daß bey den Zoll⸗ Städten jederzeit die gebührende Anmeldung geschehe, und hiemit aller besorgen⸗ der Unterschleiff verhütet werde. Nach verflossenen Frey⸗Jahren aber, wird es dieserwegen, wie im Brabander Koeg und andern privilegirten eingeteichten Ländereyen gebräuchlich, gehalten. 9. Wenn(welches GOtt in Gnaden verhüten wolle) der eingeteichte Koeg solte einbrechen und inundiret werden, so soll offtbemeldten Unserm Gehei⸗ men Etats⸗Rath und andern Interessenten oder deren Erben und Nachkom⸗ men, nicht allein der freye ungehinderte Genuß davon, gleich das Land selbst, ei⸗ genthümlich verbleiben, also daß sie selbiges können und mögen nach Beliebung geniessen oder wieder einteichen, sondern es sollen ihnen auch die Freyheits⸗Jah⸗ re, als dann prolongiret und de novo zugeleget werden. 10. Soll offtgedachten Interessenten, deren Erben und Nachkommen vergönnet seyn, Wind⸗ und Roß⸗Mühlen, ausser, auf, und binnen die Kaye zu setzen, 1. Theil III. Cap. Kirchspiel. 65 setzen, und den Genuß davon zu ziehen, auch mit freyen Mahlen, Brauen, Ba⸗ cken, Herbergen, Stallen und andern Handwerckern, Kaufmannschafft und Nahrung zu treiben. 5 11. Die freye Jagd samt Fischerey, so wohl innwendig in allen Wehlen, Sielen, wie auch im saltzen Aussen⸗Wasser, stehet denen Interessenten nach Art und Weise zu, wie selbige darob mit unserm Geheimen Etats⸗Rath von Pincier contrahiret und sich vereiniget. 5 12. Wie Wir denn nicht weniger denen sämmtlichen Interessenten die Strand⸗Gerechtigkeit, so weit das Vor⸗ Ufer sich erstrecket, gnädigst zustehen und gönnen, so daß Unsere dazu verordnete Bediente in keine Wege, es sey unter welchem Vorwand oder Schein es immer wolle, selbe sollen darin beunruhigen, doch daß von denen Strand⸗Gütern uns der zte Theil durch den von denen sämt⸗ lichen Interessenten darzu verordneten Bedienten allezeit berechnet, und in Un⸗ sere Cammer eingebracht werde. 13. Wann Wir auch denen Interessenten des neu⸗eingeteichten Hede⸗ wigs⸗Koege in der General- Octroy die Einrichtung der Policey- Administra- tion und der Justitz so wol in Civilibus, als Criminalibus zugestanden, so selbsten lassen wir es allerdings dabey nochmahlen bewenden, und stehet denen Interel⸗ senten frey, nach Gefallen einen Inspeckoren zu deren Handhabung, ingleichen über Sielen, Schleusen und Teich auch jemand zu bestellen, wieder abzusetzen, und einen andern zu vociren, ohne Unser und Unserer Suecessoren an der Regie⸗ rung Zuthun, wie Wir denn gnädigst wollen, daß keiner es sey mit welcher Hülf⸗ fe oder unter welchem Vorwand es immer mehr wolle oder geschehen möchte, sich daselbst hinkünfftig eiudringen, sondern hierin den Interessenten und ihren Nachkommen Wahl⸗frey und ohnangesprochen seyn und bleiben soll, und was hier entgegen von Uns, Unsern Nachkommen oder Bedienten möchte oder solte 920 solches soll cassiret und als per sub·& obreptionem erhalten angese⸗ en werden. 14. Weil auch die Interessenten des Christl. Vorsatzes, mit der Zeit, zu Erhalt⸗ und Erbauung der wahren Gottesfurcht, eine Kirche daselbst zu bauen, und eine Schule anzurichten, wozu nothwendig Kirchen⸗ und Schul⸗Bediente erfodert werden. So lassen wir uns gnädigst gefallen, daß die jetzige Interel⸗ senten und deren Nachkommen, die freye Wahl, sowohl eines Predigers als an⸗ derer Kirchen⸗Schul⸗Bedienten und Küsters haben, auch frey geniessen, ohne einigen Eintrag jedoch, daß nach geschehener Wahl von denen Interefsenten die Sonfirmation, die Wir daruber gnädigst ertheilen wollen, bey Uns gesuchet, die Ordination aber vonunserm General · Superintendenten /oder wen er wird da⸗ zu verordnen, verrichtet werde, 0 IJ. Il 66 Weslingbuhrer 1. Theils II. Cap: 15. Indem Wir auch absehen, daß die Streitigkeiten so vielleicht hinkünf⸗ tig in diesem Koege und anwachsenden Lande möchten vorfallen, nur eine oder andere Beschwerlichkeiten mochten nach sich ziehen, wann von keiner dummen die Appellation an Unser Cantzeley⸗Gericht, als welches in allen vorfallenden Streitigkeiten in besagten Koegen, nebst dem Koeges⸗Gericht lecundam instan⸗ tiam hat, mochte oder solte vergönnet seyn; So haben wir gnädigst verordnet, daß keine Appellatio, so unter 400 Nthlr., worunter Zinsen, Kosten und Scha⸗ den nicht zu computiren seyn, in Unsere Cantzeley daher angenommen, noch Ci- tatio erkandt werden, sondern selbe Sache gleich ad exequendum ad judicem primæ instantiæ verwiesen werden soll, wie dann die Appellatio von allen sol⸗ chen Streitigkeiten pro non devoluta zu achten, der Richter primæ instantiæ auch nicht schuldig selbe zu deferiren, sondern mit der Execution, Inhalts de⸗ nen Rechten nach, zu verfahren. 8 16. Es wird von Uns denen jetzigen Interessenten und ihren Nachkom⸗ men gnädigst vergönnet, das Eyderstädtische Land⸗Recht, samt dessen Relorma⸗ tion, nebst allen dem Lande Eyderstädt, Everschop und Utholm gegebenen Con- stitutionen, Declarationen, Rescripten und derselben Gewohnheiten, als ein beständiges Recht anzunehmen und zu gebrauchen, auch nach Qualität und ih⸗ res Koeges Angelegenheit, Statuta zu machen, in ihren Gerichten dieselbe zur Observantz zu introduciren; dergestalt, daß was also darnach gesprochen wird, in allen soll gehalten werden, doch sind die Interesse nten schuldig, ob solchen von ihnen gemachten Statuten und Gesetzen unsere gnädigste Confirmation zu su⸗ chen, so auf ihr unterthänigstes Anhalten, auch erfolgen soll. 17. Und nachdem nunmehro der bisherige Hafft⸗Teich durch die Betei⸗ thung mehrerwehnten, Hedewigen⸗Koeges zum Mittel⸗Theil worden; So las⸗ sen Wir es so wohl der Ausgreiffung halber, als auch, was das Eigenthum und Genuß des nunmehrigen Mittel⸗Theils anlanget, bey dem bewenden, was nach Spade⸗Landes⸗ und Teich⸗Recht in dergleichen Fällen Herkommens und ge⸗ bräuchlich ist. Es wäre dann, daß die Interessenten sich mit denen Busumer und Weslingbührern dieserwegen anders vergleichen wolten, welches Wir ih⸗ nen allerdings frey geben und demselben nachgekommen wissen wollen. Ingleichen soll denjenigen, welche in diesem eingeteichten Koege 70 De⸗ math Landes oder mehr haben und besitzen, nebst andern Freyheiten und Ge⸗ rechtigkeiten(gleich die Participanten des Brabander und anderer freyen Koe⸗ ge zu geniessen haben, nichts ausbeschieden) das Jus batronatus, wenn eine Kirche daselbst aufzubauen, oder auch in Policey- und justitz⸗ Sachen oder sonst etwas beliebet wird, die Gerechtigkeit einer Stimme oder Voti beygeleg et seyn, die übrige gber, welche obgedachte Zahl der 70 Demath nicht haben, sollen 00 90 ——T—'T7—7..̃]⅛ Ä.. 0—˙·˙üÄ—— rr . 8 S 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 67 von ausgeschlossen seyn, und sich des Votirens in keine Wege anmassen, hinge⸗ gen demjenigen, was von denen andern hierunter wird ordiniret werden, ohne Weigerung folgen, und demselbigen barition leisten. 19. Vergönnen Wir auch gnädigst, daß die Interessenten ein eigenes Koe⸗ ges⸗Siegel haben, und darin das Ceres. Bild, mit der lincken Hand ein Schild an der lincken Hüffte, darin ein fliegender Storch mit einer gekrönten Schlange, in der rechten Hand aber das Cornu copiæ haltend führen mogen um sich dessen in gemeinen Koeges⸗Angelegenheiten bedienen zu können. Im übrigen haben Wir 20. Denen offt erwehnten Interessenten dieses Hedewigen⸗Koges hie⸗ durch nochmahlen alle und jede brivilegia und Begnädigungen, so der Braban⸗ der und andere Koege geniessen, gnädigst conferiret, und wollen, daß sie darben zu ewigen Tagen ungekränckt gelassen werden sollen. Zu Uhrkund und mehrer Bekräfftigung dessen allen, haben Wir Uns, vor Uns und Unsere Nachkommen an der Regierung eigenhändig unterschrieben, und Unser Cammer Secret: hie⸗ vor drucken lassen. So geschehen auf unser Residentz Gottorff den 17 Aug. Ao. 1696. Schülpe/ so vormahlen, respectu Nord⸗ und Süder⸗Teich, Oster⸗Teich genennet, hat anjetzo seinen Nahmen von Abschulpen oder abspühlen, weil da⸗ selbst 2 Dörffer durch die Wasserfluth abgerissen worden. Hie ist ein schöner Haven, so im Sommer von den Holländern und Rendsburgern fleißig besu⸗ chet wird. Strüͤbbel/ Harewisch, Jarrenwisch, Hüddimanswisch, Dieckhusen, Ha⸗ senbüttel, Orcken, Poppenwurth, Wehren, halb Wolffenhusen. Geschlechter. Voigdimann. Von diesem Geschlecht ist albereits unter Windbergen ge⸗ meldet worden, daß es bey mehrern Anwachs der Marschländereyen sich getheilet, ein Theil nach Nordteich gezogen, und ihre Familie ausgebreitet, diese fuhren eine zerbrochene Mauer im weissen Felde, und unterscheiden sich die Brüderschafften mit einem See-Blade im weissen Felde, einem gelben Stern im blauen oder blauen Stern, im weissen Felde. Wie nun die Voigdimanner zu Windber⸗ gen/ so nur eine zerbrochene Maur im weissen Felde, ohne Stern oder See⸗Blad führen, sich rühmen können, diejenige gewesen zu seyn, woraus die vornehmen und grosse Adeliche Familien der Keventlauen und Waistorpern ihren ersten Uhrsprung genommen, so haben diese aus Nordteich sich nicht weniger Ruhms beyzulegen, indem aus ihnen R„deren Tapferkeit e 2 or⸗ 68 Weslingbuhrer 1. Theils III. Cap. Vormaur der Dithmarscher Freyheit gewesen, wie wir unter andern inskünffti⸗ ge von Raelffs Backen Sohn sehen werden, welcher bey der Belagerung von Dellbrückke eine ungemeine Tapferkeit erwiesen, aber dabey vor die Freyheit des Vaterlandes sein Leben eingebüsset. Es sind aus diesemGGeschlechte Männer gebohren, so wegen einer sonderbahren Gelehrsahmkeit bey der gelehrten Welt annoch in frischen Andencken, und deren kluge Aufführung des Landes Wohl⸗ farth mit unermüdetem Fleiß zu erhalten gesuchet. Aus diesem Geschlecht ist entsprossen Christianus Beeck/ welcher wegen seiner getreuen Dienste A0. 1532 den 12 Jan. von dem Römischen Kayser Caro- Io Vio zu Brüssel in dem Grafen⸗Stand des Lateranischen Pallastes gesetzet worden, mit seinem Bruder Reimer und gantzem Geschlechte; es hat ihnen aber der Kayser ihr Wapen gantz geändert, denn nachhero ihr Schild nun schwartz und oben Goldgelb, zur lincken Hand ein Stern mit 6 Strahlen, auf der an⸗ dern Seite ein schwartzer Adler mit einem Haupt, ausgestreckten Flügeln, Sch wantz und Füssen, mit offenem Munde zur rechten Seiten gekehret, jn Gold⸗ gelben Felde gestellet, und welcher den dritten Theil des Schildes beschläget. Oben den Geschlechts⸗Helm, Goldgelb und schwartze Schleier und gewundenen Schleiff derselben Farbe. Das Ober⸗Theil hat einen halben Adler, an der Brust schwartz mit ausgestreckten Flügeln, offenen Mund und einer ausgereckten schwartzen Zungen zur rechten Seiten gewand. Dieser Christianus von der Beeck hat zu unsterblichem Ruhm und Andencken auf der Univerlität zu Löven, vier Dithmarschern, so aus dem Voigdimanns Geschlecht und derselben Siegel würden mitbringen, ein vier jähriges Stipendium, daselbst frey zu studiren, ver⸗ machet/ welches Stipendium der Lovanische Magister und 40 jähriger Superin⸗ tendens Marcus Wrange genossen. Bey diesem Geschlechte ist vor Einnehmung des Landes die Gerechtigkeit des See⸗Fundes auf Busum gewesen. Weil aber dadurch zuweilen viel Un⸗ lust entstanden, so haben die Busemer auf Anrathen Hrn. Andres Bruß die Ge⸗ rechtigkeit vor 10 Marck an sich erhandelt. Wenne mann aus Barlet führen eine aufstehende Wein⸗Rancke. Todie⸗ mann führen auf der einen Seiten im weissen Felde einen schwartzen halben Ad⸗ ler und s Wrangen gelb und schwartz gemenget, auf der andern Seiten der Spi⸗ tzen niederwerts gekehret. 1 b Haversmann von hdderade führen einen Baum, daran eine Haber⸗Gar⸗ be gebunden. 5 Bens mann führen ein gelbes Bein bis übers Knie, und auf beyden Sei⸗ ten einen Stern. ö 5 5 Huddie⸗ = SOT A e — — ch. iffti⸗ bon heit iner Welt Vahle Wegen Gro. gehe en abe Hipath er an⸗ geln, Gold⸗ lage. dehez Brust echten f der oben, siegel bel⸗ Hu- eit Un⸗ Ge⸗ 1. Theils III. Cap. und Busemer Kirchspiel. 69 Huddiemann führen 3 Nägel mit einem Kleeblättigen⸗Kopff im weissen Felde. nns führen ein roth Menschen⸗Hertz in weissem Felde. een gedoppelten schwartzen Adler im weissen Felde, war vormahlen ein gewaltiges und grosses Geschlecht, also daß ihnen die Norder⸗ Helffte von Weslingbüͤhren gehöret, und ein eigen Feld⸗Marckt gehabt. Grotmanne oder Grothenneme)* 6 1 Erping fuhren einen halben Hirsch mit dem Vorder⸗Bemen, etliche füh⸗ ren einen gantzen Hirsch mit einem kurtzen Schwantz. Busum. ist dieses Kirchspiel Busum von alten Zeiten ein abgesondertes und mit Waser kutossener 205 gewesen. Wie denn Ranzovius es eine Insel genennet, und andere Historici Busum mit unter die tres Insulas Sakonum des Ptolomæi rechnen wollen, auch die Dithmarscher selbsten die Busumer weit geringer gehalten und verachtet, denn dieses Kirchspiel durch einen Strohm, so die Warth genennet wird, von dem andern Lande abgeschnitten gewesen, und hat daher auch seine eigene Teich und Teich⸗Recht gehabt, weil es mit dem an⸗ dern Kirchspiel nicht hat in eine See⸗Banck geleget werden können. Dieser Strohm ist zur Ebbe⸗Zeit gantz trocken abgelauffen, daß man truckenes Fusses hin und her gehen können, bey herannahender Fluth aber ist das Wasser beson⸗ ders in denen letzteren Zeiten von Ost und West/ so schnel angewachsen, daß wer sich nicht geeilet, und von der Fluth betroffen, mit grosser Mühe sein Leben retten mogen; daher die Reisende auf Ebb und Fluth genaue Achtung geben und war⸗ ten müssen; welches warten diesem Strohm den Nahmen gegeben. Doch hat man nicht allenthalben durchgehen können, sondern nur an dem Ort wo sich das Wasser begegnet, als woselbst die tägliche Fluth mehr Sand angeworffen, als anderwerts. Weil aber solcher Fußsteig denen Reisenden besonders zu Win⸗ ters⸗Zeit nicht allein beschwerlich sondern auch sehr gefährlich gewesen, so ist vor Eroberung des Landes ein Damm darüber geschlagen worden, der aber/ weil er denen zu Reinebuttel zu nahe gelegen, nach entstandener Uneinigkeit wieder ein⸗ gerissen worden. Nachhero haben einige aus Busum, als alte Clauß Boom⸗ fen, Christofser Kruse und Bojen Reimer mit denen von Reinsbüttel und Groß⸗ Büttel die Beteichung von neuen angefangen, obaleich das Kirchspiel gäntzlich dagegen gewesen, ausser einige wenige, so diesem Spiel von ferne zugesehen, auch nach vieler Bemühung es dahin gebracht, daß nicht allein der damahlige Cantz⸗ ler Adamus Traziger gebst andern Richtern von Ihr⸗Durchl- Herzog Kdoltten g J 3 com 70 Busemer 1. Theils III. Cap. committiret worden, die Sache in Augenschein zu nehmen, und davon zu re⸗ feriren, sondern sie haben auch einen ernstl. Befehl ausgewircket, die Einteichung mit gesammter Hand anzufangen, und zu vollenden, daß nemlich ein Damm von Kamecken⸗Schlippe recht ins Norden in der Tieffe solte aufgeschlagen werden, und weil ein jedweder daran arbeiten müste, so hätte auch ein jedweder nach Kopf⸗Zahl des Zuwachses zu geniessen. Diesem ernstlichen Befehl zufolge wurde Ab. 1588 den 8 Junii, Dienstag nach S. Viti, die Beteichung mit grossem Fleiß angefangen, und den zo Juni nach vieler Arbeit glücklich zum Ende ge⸗ bracht. Paul Clauß von Deichshausen, dessen Vater Hebbecke Johanns Hanß erstochen/ hat die erste Fuhr⸗Erde in den Strohm gefahren. Ao. 1604 hat man angefangen zu Westen einen Teich über den Warth Strohm zu schlagen, zu dessen Behuf das Kirchspiel Weßlingbuhren, Neuenkirchen und Vorden er⸗ bethen hülffliche Hand mit anzulegen, wie denn auch die Beteichung den 11 Ju- nii mit guten Fortgang angefangen, und so weit gebracht worden, daß man mit Wagen über den Strohm hat fahren können; da haben sich aber die Keinsbuttler aufgesetzet, und weder durch Güte noch Gewalt dahin vermögt werden können die behörige Erde weiter herzugeben, worüber des andern Tages bey entstandenen Sturm⸗Wetter der Damm wieder weggerissen worden. Ao. 1611 wurde der Teich vonden Büsemern allein gleich übergeschlagen, und dadurch 700 Morgen Landes gewonnen. Es hat Bůsum in Uhralten Zeiten eine gantz andere Situation gehabt, zu⸗ mahlen es vor undencklichen Jahren sehr weit ins Süden gelegen; daß auch da jetzo Busum lieget, ehemahlen der rechte Wart⸗Strohm geflossen, hingegen das alte Busum nun die offenbahre See vorstellet; ist also das heutige Land aus aufgeschlagenem Sande zugewachsen, wie davon die unweit der Erden gefunde⸗ ne Fischreusen ein mercklich Zeugniß geben, und hat man A0. 1594 in des da⸗ mahligen Predigers Hrn. Adolffi Garten bey Grabung eines Brunnen, tief un⸗ ter der Erden, ein Beil gefunden. Darnach ist welches nun der alte Teich, der mittelste Teichschares Teich bis an Werven hinan, der äuserste Vorder⸗Teich geworden. Wie sie selbigen Teich geschlagen, haben die Einwohner sich bere⸗ det, um mehr Land einzuholen, eine Krumme im Teich zu machen und gespro⸗ chen: Latet uns desen chemmeken mede nehmen/ welches Gelegenheit gege⸗ den den Ort und anliegende Häuser bey Teichhäussen Femme zu nennen. Es sind vormahlen ins Süden mehr Dörffer gewesen; als Süder⸗Dorff, da die Kirche gestanden, und wo anjetzo der rechte See⸗Strohm ist, darnach Mid⸗ deldorff in der Gegend, da noch jetzo der Ort den Nahmen von behält, und der alte Kirchhof, weil die Kirche da zum andern mahl gestanden, genennet wird, und Ao. 1500 daselbst noch Häuser gestanden, wie solches gus einem 115 Be⸗ astung⸗ e Cap. — u re. hung bon den, 0 folge ossen dege⸗ Gauß ten 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 71 lastung⸗Buch zu erweisen; als: Ao. 1482 Ick Dircks Claus tho Middeldorp late up miner Modern Huf und Wurth 11 Koh⸗Graß in dem Groden und de Wurth tho Nordorp vor Jo Marck quit und fry ehre leve tydt. Und ick Elsabe late wedderop Claus mynen Söhn/ all myn Goth/ sonder mine Aleder/ quit und fry vör sien fry Guth: hæc ibi. Es ist aber Middeldorff aus folgenden Uhrsachen von denen Einwohnern verlassen worden. Es waren die Busemer A0. 1430 mit denen Hamburgern in einem weitläufftigen Krieg verfallen, also daß sie zur See einer den andern viel Schaden zugefügt, wie wir an seinem Ort weitläufftiger sehen werden, und weil die Sache nicht in der Güte hat beygeleget werden können, so sind die Busemer unter Anführung Rolfs Carstens aus dem Voigdimanner Ge⸗ schlecht von Nord⸗Teich bey Nachtzeiten die Elbe hinauf gefahren, haben auch viele Hamburger reich beladene Schiffe in Brand gesteckt, und da man so bald aus andern Schiffen nicht zu Hülffe kommen können, denen Hamburgern einen sehr grossen Schaden zugefüget. Dieses zu rächen, sind die Hamburger mit vielen Schiffen und Volck auf Busum eingefallen. Die Busumer/ wie sie sich zu schwach befanden, nahmen die Flucht und versteckten sich mehrentheils in Wester egene Mede, welches ein Dack-Werder gewesen, wo sehr viel Rohrs gestanden. Die Hamburger aber, wie sie keinen Feind vor sich fanden, steckten Middeldorff in Brand, nehmen und plünderten was sie bekommen können, und zogen also wieder davon. Nachdem sind die Einwohner schlüßig geworden, der⸗ gleichen Anfälle künfftig hin zu entgehen, zu Nordorff, so gegen gedachte beyde Dörffer Süderdorff und Middeldorff seinen Nahmen von der Gegend bekom⸗ men, eine Kirche zu bauen und die Stette durchs Looß zu erwehlen, welches die Aufschrifft des alten Altars bezeuget: Im Jahr unsers HErrn Ao. 1442 ist diese Tafel gemacket van Jacob van Lackers ut Crempe/ by Tyden rn. Johann Plõne/ Kerck⸗Heeren/ Boden Carstens und Junge Reimers Schlüters/ Gade tho Ehren. a Wie Busum vormahlen sich ungleich weiter ins Süden erstrecket, so hat man auf Pferde⸗Köpfen nach Helmesand überkommen, und die von Werffen und Büttel haben sich in der Heu⸗Erndte einander zuruffen können. Es melden auch die alten Geschichte, daß vor ungefehr 2 70 Jahr Busum so nahe an Bar⸗ des⸗Fleth, im Kirchspiel Meldorff, gegräntzet, daß man auf 2 oder 3 steeten trockenes Fußes hin und wieder gehen können. Damahlen aber hat die Teich⸗ hausener Schleuse ihr Wasser in den Wart⸗Strohm zu Westen um Busum ge⸗ lassen, und weil Busum stets zu Norden zugewachsen, so ist von den Teich⸗Rich⸗ tern aus Weslingbühren dahin practiciret worden, obgleich sich Claus Rei⸗ mers Carsten starck dagegen gesetzt, daß der Schleuse⸗Strohm denen A 72 Busemer 1. Theils III. Cap. mern zum grösten Schaden und Nachtheil zu Osten um Werven geleitet wor⸗ den; denn ee in kurtzer Zeit ein solch Revier eingerissen, und das Land zu Suden in wenig Jahren so sehr abgenommen, daß die rechte Pipe bey hohler Ebbe, 2, 3, bis 4 Faden tief recht unter den jetzigen Süͤder⸗Teich gegangen, daß die Leute in ihren Häusern und Betten gelegen, und hören können, wenn die Schiffer das Loth geworffen 5 Faden tief. Es haben auch die von Werffen, so jetzt recht ins Osten vor Nordorff wohnen, in der ersten Kirchen so weit umgehen müssen, daß ihr Kirchsteig recht in die Süder⸗Thür gewesen, daraus man ihre Gräntzen leichtlich beurtheilen kan. Auch haben die von Werven vor durchge⸗ grabenen Schleuse⸗Strohm ungleich ferner ins Osten mit ihren Ackern und Wi⸗ sen sich erstrecket. Es ist noch ein ander Dorff, die Osterwurth genandt, gewe⸗ sen, gleich wie dieses die Westerwurth geheissen, welches aber durch den Teich⸗ häusner Haven, weil eine starcke Pest damahlen grallirt, gantz weggerissen und nicht erhalten werden mögen. Es ist die Elbe vor diesem zu Osten Busum gegangen, wie nemlich die Elbe in der Hochwörder⸗Schleusse geflossen, und durch Neuoverwisch und Tiebensee in die Eyder gegangen; nun aber gehet die Elbe zu Westen Busum. Denn wie nach Eroberung der Stellerburg die Tieffe des Elbe⸗Stroms gesencket, so hat ohne Zweifel solches eine grosse Veranderung veruhrsachet, daß die Wörder und Büttler ihr Feld verlassen müssen, Zockerbüttel und Osterwurth hingerissen und der rechte Strom unter Teichhausen gegangen, und haben die Teichhause⸗ ner nach langer Zeit erst auf den äusersten Teich sich setzen und bauen müssen, der Haven aber ist in der Scheeresfleth oder Tiefe eingegangen von Nord⸗Osten. Wie Marmedde und Scharren eingehohlet, ist ein Engländer noch in den Ha⸗ ven gelegen, den sie ermahnet, daß er auslegen möchte, damit er nicht beteichet würde; weil er aber solche Vermahnung nicht hochgehalten und der Ost-Wind 78 75 angesetzet, haben sie sich der Zeit bedienet und den Engländer glücklich eteichet. Helmfand und Totel, vorhin eine schöne Insull denen Büsemern zustän⸗ dig ist weyland Süd⸗Osten von Busum abgelegen gewesen, da jetzo der Black⸗ strom/ und hat an Süderdorff angeschossen. Von dieser Insull haben die Büse⸗ mer Jährlich viel Heu abgeholet, viel Vieh darauf geweidet, und sonsten an Eyern, Bögeln, Fischen und See⸗Hunden sehr grossen Vortheil und Nutzen ge⸗ habt, ist aber Jährlich von allen Orten abgerissen, also daß sie 157; zum letzten mahl das Heu davon gehohlet. f Bis anhero haben wir aus denen alten Geschicht⸗Büchern die besondere Veränderungen von Alt⸗Busum betrachtet, und wie der gerechte G Ott selbiges fast gäntzlich weggerissen, also daß da vorhin schöne Acker und Wiesen 5 5 irche U kan di eg, e sgchen canihte duchge⸗ We „ getos Deich⸗ en und e Elbe bensee Denn 1 fo order ssen qause⸗ U der Osten. n Ha⸗ eichet Wind jcklich ustä⸗ Black Büse⸗ en an en ge⸗ lch dere biges d die che 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 73 Kirche gestanden, jetzo der Fische und Schiffe⸗Fahrt ist und die Kirche zu dreyen⸗ mahlen hat umgebauet werden müssen, und daß von dem alten Busum nichts mehr übrig denn der kleine Cretzien⸗Kbeg, so noch ein Ueberbleibsel von Oster⸗ wurth seyn soll, und A0. 1615. 1616. 1617. von Johann Rasch, Abel Speeth und Bulm eingeteichet worden. Nun müssen wir auch erwegen, wie der gnä⸗ dige G Ott diesen Abbruch zu Norden reichlich wieder ersetzet, denn so lieset man, daß die Busemer A0. 1575 Kaucken⸗Werstedt, Wester und Oster Langregens Ballie die Gret, Stellme Schollendron, Marmedenschar,Nieland, Mundsand, Kemeckenschares Gret, die Grove, Wester⸗Egge, und Nord⸗Egge zu beteichen angefangen, auch in selbigem Jahr 9 50 Ruthen Teichs aufgeführet, und 1977 glücklich zum Stande gebracht; Es haben Ihro Hochfürstl. Durchl. 3 Jahr Octroy und Freyheit von Zinse gegeben, die Busumer desto besser zu der Betei⸗ chung anzufrischen. Auf diesem neu⸗beteichtem Land hat man nachhero grosse Fruchtbahrkeit und schön Getrayde verspühret, und ist angemercket, daß von ei⸗ ner halben Tonnen Weitzen Sagt 33 Tonnen wieder eingeerndtet worden. Abo. 1597 entstand zwischen den Königl. und Fürstl. insonderheit zwischen den Fischern von Busum und Warne grosse Streitigkeit wegen Diecksand, so vor mehr als oo Jahren eine Sandbanck gewesen, und nach Untergang des Helm⸗ sandes mit Graß ist bewachsen. Finden wir die Marner, als die zu Fuß dahin kommen könten, solches den Busumern mit Gewalt wolten entziehen, so haben je⸗ ne in einem Memorial der Herrschafft ihr Eigenthums Recht vorgestellet; darauf den von Ihro Hochfürstl. Durchl. Hinrich Rantzau, Fürstl. Rath, Friderich von Ahlefeld, Ambtmann zu Apenrade, und Nicolaus Junge, J. UI. B. und Vice⸗ Cantzler, zunebst dem Land⸗Voigt und Land⸗Schreiber als Commissarien da⸗ hin beordert, welche den 18ten Jan. d. a. das Land in Augenschein genommen, und davon referiret. Ao. 1598 den 26 May kahmen abermahlen Königl. und Fürstl. Gesandte Diecksand zu besichtigen; als von Königl. Seiten Bene⸗ dict von Ahlefeld Ambtmann zu Steinburg, Doctor Rode von Lubeck, Johan⸗ nes Held, Land⸗Voigt, und Johannes Wasmer,Land⸗Schreiber: von Fürstl. Seiten Hinrich Blome, Ambtmann zu Gottorff, Henning Kock D., Nicolaus Junge D. und Vice⸗Cantzler, auch Boje Nanne Land⸗Voigt, und Johannes Rasche Land⸗Schreiber. Sie kehrten aber unverrichteter Sachen wieder zu⸗ rück, weil beyde Partheyen auf ihre Rechte stunden, und nicht weichen wolten. Denn die Königl. wolten als erste Besitzer das älteste Spaden⸗Recht darthun, und gehöre solches dem Könige, weil man zu Fuß von Marne auf Teichsand ge⸗ hen könte, also dem Königl. Boden zugeworffen: 2. weil der Mihlstrohm die Gräntze gewesen wäre zwischen König Friderich und Hertzog Hans und weil der König noch mehr Land ins Norden Wee so stünde zu schliessen ec 7 74 Busemer 1. Theils III. Cap. Diecksand auch ihme zukommen müste. Die Fürstl. aber regerirten, daß es kein zugewachsen Land, sondern es wäre schon vor 100 Jahren ein hoch Sand gewesen. 2. So hätten die Busumer allezeit die Baacken auf diesen und an⸗ dern Sanden von jeher gehalten, und daß man zu Osten um diß Diecksand durch den langen Hacken geseegelt; setzen also die Busemer die Gräntzen in den langen Hacken, die Marner aber in dem Black⸗Strom. Anno 1614 kamen zwar wieder Fürstl. Commissarien Diecksand zu beschauen, ob die Königlichen zu Fuß hinauf kommen konten, es blieb aber dieses mahl wie vorhin bey dem al⸗ ken. Ao. 1616 muste Peter Scherenberg/ so im Nahmen des Königs Dieck⸗ sand in possession genommen und viel Vieh hinauf gebracht, eiligst von dem Lande abziehen, weil das Land sehr abzunehmen begunte, so daß auch sein Haus zu Westen eingesuncken. Ao. 1597. wurde die grosse Gefahr in ernstliche Betrachtung gezogen, so Busum dereinsten gar gewiß treffen würde an der Süder Seiten bey Tappes⸗ Wehlen und Sand⸗ Dicken, daher man schlüßig geworden, auf Pfenning⸗Block einen neuen Teich zu legen. 8 Das gantze Kirchspiel Busum nach seinem heutigen Stande ist sonderlich in 3 Theile eingetheilet, als Nordorff, da die Kirche ist, Teichhausen und Wer⸗ ren; Dazu man A0. 1590 angefangen auf den alten Teich, der mittelste Teich genandt, de Herde⸗Stall/ aufzuführen, welches Dorff seinen Nahmen von Al⸗ ters her behalten. i Es sind ohngefehr Ao. 163 5 nach der grossen Wasser⸗Fluth um den an⸗ dern alten Teich, Häuser gebauet worden, so der Teich⸗Strich genennet wird. Es ist Ao. 1455 zu Busum das Teich⸗Recht durch 16 Mann aufgerichtet und von Hrn. Johann Plone/ dasigen Predigern, zu Papier gebracht, wel⸗ ches Ao. 1493 wiederhohlet und bestätiget worden. Es ist von Alters her bey jedem Dorff eine Capelle gewesen, da die Leute Abends und Morgens ihre Beth⸗ stunden gehalten, und hat man die ungetaufften Kinder bey solcher Capelle pfle⸗ gen zu begraben. In der zu Ehren St. Clemens mit dem Ancker A0. 1442 erbauten Kirche findet man verschiedene merckliche Antiquitäten, unter andern ein zierlich ge⸗ machtes Altar, welches Hr. Keimer Benning Ao. 1520 unser lieben Frauen zu Ehren dahin geschencket, daran Christus an einem Pfahl gebunden, auf einem Tisch gemahlet steht, das Blut läufft aus seinen Wunden in Patenen und Kel⸗ chen/ giesset äber über und fliesset von dem Tisch: unter dem Tisch liegt ein Münch, welcher das Blut mit zusammen geschlagenen Händen empfähet, und zu Munde führet. Dieses ist abgebrochen, und an dessen Stelle ein neu Altar A0. 1724 gufgerichtet worden. 2. Ist —— ————————„T 2 c 2 8 —. ˙—᷑11§7ꝓꝓ——(777476 ðͤ'''' . C daß ez Sand d an⸗ dutch den amen lichen eim al⸗ Deck⸗ on dem HM zogen, ppes⸗ Block delich Wer, Neich Al n an⸗ t wird. et Und wel⸗ er bey Beth⸗ ie pfl⸗ Kiche sch ge⸗ kauen einem dl lach, unde 724. . N 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 75 2. Ist in der Kirche eine schöne Kupferne Tauffe, welche die Busemer von Pilworm nebst 2 beschlagenen Schrancken in Kriegs⸗Zeiten geraubet. 3. So ist in der Kirchen zu sehen ein alter Kasten, worin Tetzel oder dessen Abge⸗ ordnete das durch seinen Ablaß⸗Kram gewonnene Geld geleget und verwahret. Ao. 1 590 sollen die Busumer den Klocken⸗Thurm, so zu Westen der Kirchen gestanden, mit Klocken und allem Zubehör auf Bäumen gebracht und nach Westen der Schulen geschoben haben, wobey Jacob Sansen sein Mei⸗ sterstück bewiesen. Wie ungefehr A0. 1452 die Busumer den Mittel⸗Teich geleget, ist eine sehr gro sse und schleunige Hungers⸗Noth entstanden, darin sehr viele gestorben, und hat man die Kühe, so den gantzen Tag vor den Teich⸗Wagen getrieben, des Abends gemolcken; welche theure Zeit so lange gewehret, bis daß das Korn sich etlicher massen auf dem Halm sehen lassen, da haben sie selbiges in Milch gethan und gegessen; man sagt auch, daß sie solch klägliches Elend an ihren Kindern nicht haben sehen können oder um ihre Pein zu verkürtzen, haben sie dieselbe auf Helm⸗ fand gesetzet, daß sie sich von dem Grase wie das Vieh entweder erhalten oder auch sterben möchten. Sind aber durch GOttes sonderbahre Vorsorge alle er⸗ halten worden; wie man aber die Kinder bey besserer Zeit wieder nach ihren El⸗ 1 und der ordentlichen Speise gewöhnen wollen, sind sie alle ge⸗ orben. Es hatten die Voigdimänner zu Nord⸗Teich, als das gewaltigste Ge⸗ schlecht vor Einnehmung des Landes, ich der folgenden Gerechtigkeit angemasset und gebrauchet, daß wann zu Busum etwas von Strand⸗Guth angetrieben, sie hinüber gekommen, und wo nicht alles, doch wenigstens ein gut Antheil davon ge⸗ nommen. Weil aber solches viel Streit und Unlust veruhrsachet, so haben die Busumer auf Anrathen Hrn. Andres Bruß diese Gerechtigkeit von ihnen vor 100 Marck erkaufft und dieselbe denen Fischern und Findern zum Besten des Kirchspiels oder der Kirchen zugeleget; dagegen diese sich wieder verbunden, der Kirchen von einem jedem Ever, eines Manns Antheil zu geben; Nachhero ist we⸗ gen solcher Abgifft ein Mißverstand gekommen, welcher aber A0. 1586 durch fol⸗ gende Decision von denen Hrn. Visitatoren beygeleget worden: HDi Christian Boje, beyder Rechten Doctor und Fürstl. verordneter Rath und Land⸗Voigt, und: Marcus Wrange, Superintendens des Nor⸗ den halben Dehles Landes Ditimarschen, dohn kund und betügen hiemit vör uns, unsern Nahkamen und jedermänniglich, dat uns hüden dato up geholdener Kercken⸗Vilitation de Bumeister und Kaspel⸗Lüde des Kaspels tho Busum vär⸗ gebracht und vermeldet, welckergestalt 0 Kercke tho Busum oldingshero an 76 Busemer 1. Theils III. Cap. an den See stund, so alldar up Busum gefunden und gebargen, sünderbahre Ge⸗ rechtigkeit gehabt, und van ehren Värfahren durch enhelligen Rath also bewil⸗ liget, ock alle Wege feste daräver gehalden worden, alles vermöge ehnes daräver opgerichteten Recesses Ao. 151 datert, welcken Recess se uns ock op Papier geschreven värgelegt und sehen lathen. Und nahdem nun desülven in allen Puncten von den gemenen Mann nicht nachgesettet, sondern de Kercke deßfals an ehrer wolhergebrachten olden Gerechtigkeit mercklich verkörtet und verunrech⸗ tet worde: so währen se daher Nothdrenglich verorsacket, uns als de Averig⸗ keit und verordnete Visitatoren um geböhrlich Insehend antoropen, und de väri⸗ ge Verordnung ferner bestedigen tho latenden: und lüden erstlich de Puncta des vorgedachten Kecesses den See⸗Fund bedrepent van Worden tho Worden also: Vortmehr schälen de Bumeester entfangen, van den Seefund, wad dem Karspel effte Kercken tho Busum darvan tho kamen mag und thokümbt. So idt sick begebe und todräge,dat da Schepe bleven, under unsern Gründen und dar Gut effte Waar van to bergen stünde, so schall dejenige de dar erste kümbt, so vele nehmen als he föhren kan, und en ander, de dar nahkombt, mag derglicken thota⸗ sten, und nehmen so veel als he föhren kan edder noch verhanden is, und dohn dem Kopmann ehrlich und gut Bescheed davan, nemlich schall dem Kopmann de dar⸗ nah kumbt, und gut Bescheed bringt, 2 Part des des Gudes effte Waaren vollka⸗ mentlick weddergegeven, und dad drudde Part mag he beholden vär siene Moyde und Arbeit, mit dissen Bescheed: nemlich de Värstender effte Bumeester schall darvan entfangen, tom Besten der Kercken van dem Parte effte van enen Ever eines Manns⸗Büte, und were idt Sacke, dat dar Guth gefunden würde, np Buckshövende, effte op dem Dicksande, esste op dem blauen Orden, wat he dar⸗ van op ehnmahl föhren kan, dat mag he hebben, und verbidden em de na em Tombt, dessülven glicken. So averst jemand Guth föhrede up Helmsand, und lete dar Volck by, de schall ded beholden und verbinden. Vortmehr so dar Waa⸗ re effte Gut geborgen wurde up dad Vortland, de schall geven van jeder Marck Lübsch der Kercken 2 Schill. und so dar Gut effte Kopmanns Waare geborgen worden, welckes nicht mehr den 1 Marck Lübsch effte ehnen Kopmanns Gülden wadderet worde, so schälen de jenen, so dat Gut geborgen hebben, der Kercken nicht plichtig sien, davon etwas to geven, söndern dat füͤlve mögen se vor ehrer Möhe und Arbeit gantz und gar verbeden. So dar jedermann um Fische uth⸗ föhre und fischede up ehnen Ancker und sien Garen daräber rete und splete, de⸗ sülbe mag den Kopmann so dar mit guden Bescheed nah kumbt, recht, und be⸗ scheed van dohn, und ist nicht pligtig der Kercken etwas davon tho geben. Und so et sick begeve dad jemand ehn Stück Warcks, effte ehn Boht, effte ehn Ever, esfte Barcken, effte derglicken/ idt sie up Pipensande, effte Krögers Orbe up em — 2 2——— 8——— ͤ——ñ— ͤ . Cap. — hee Ge⸗ obewil⸗ aäher Papier n allen deßfals unrech⸗ Joerig⸗ ddwväri⸗ Indades Wolden vad dem Ss und dar so bele thota⸗ n dem de dar⸗ Vn Noyde cschoal Eper de, no he dar⸗ na em o, und Waa⸗ Narck borgen Hülden Faucken ehtet heuth⸗ te/ l hohe⸗ und Eber, steup dent 1. Theils III. Cap. Kerckspiel. 77 dem Hunde, efte wor et sie op den Vortlande(und nicht up dem Buls hovende edder Dicksande, edder up dem blauen Orde, dar ehn jeder schall nehmen als he föhren kan up ehnmahl, und de darna kombt dessülven Glicken, vort allens wad men bie Süden dem Nord⸗Strohme findet, dad schall demsülven glieck gesche⸗ hen) und idt mit ehnen Taue fast und pahlede idt, und blifft by dem Pahle fast beliggen/ also dad et nig wieder drifft, so schall edt desülve so idt mit dem Taue befe⸗ stiget, beholden und verbidden. Brickt id avers entwey under der Tidt und werd loß und drifft an den Dick efte Grons wart, woll dat ersten fündet und bar⸗ get, de schall idt behalden und verbidden. Wenmehr dar jemand Kopmanns Guht findet und berget, und so dar nemand so hastigen nahkombt, und idt sien un⸗ verderfliche Gühter, so schall men deselben Güder dem Kopmann thom Besten beholden, und bewahren een gantz Jahr und Tag, und de jenen de dad Gut fin⸗ den, schölen dad Marck van den Kopmanns Gütern trülich und flitigen bewah⸗ ren, und wiesen idt 2 geloff⸗würdigen Männern und den Bumeestern effte Præ⸗ dicanten, also dat de Kopmanns Güdern trülich damit bewahret syn, und so dar Koplüde effte Schippers unse Kaspellüde äberfallen, und mit unrecht anklagen⸗ den, so schall unse Kaspel desülve nicht verlathen, sondern tho dem Rechte behülff⸗ lich sten und bystahn dar se rechtferdige Sacke hebben. So dar frembde Fischer tho uns kahmen, desülve mögen mede um Fische uthfahren, averst se schölen sich den Seefund gantz und gar enthalden, und sick nicht daran kehren: so se averst et⸗ lich Kopmans Goth finden, bergen and äberkamen, schölen unse Bumeester dar Achtung up geven, und tho sick datsülbe in Verwahrung nehmen, und dohn dem Kopman gut Bescheed davan, als recht is, dat ander schall tho der Kercken hören, und solcke Privilegien, als wie in ehren Lande hebben, schöͤlt se ock by uns geneten und hebben, und nichts mehr. So dar jemand uthfahret um Seefund und etlicke mitnehmen, de den Kopmann und der Kercken van dem Seefund, Bescheed dehn könne edder wolde, so schall de Schipper des Evers sambt siene Gesellschafft davör stahn, also dat den Kopman und den Karspel effte Kercken Recht geschehe. Und als uns denn baven gemeldeten verordenten Visitatoren tragenden Ambts wegen nicht anders geböhren will, den nevenst unsers gnädig⸗ sten Landes⸗Försten und Herrn, geböhrenden Hoheit, und der Heil. Kercken Ge⸗ rechtigkeit in acht tho hebben, und daran tho siende/ dat dersülven nichts entwen⸗ det, fündern erholden und vermehret werden, wie ock de vorgesetteten puncten und Verordnung Christlich und billig angesehen und erachtet. So dohn wie hiemit und in Krafft dieses anstatt unsers gnädigsten Försten und Herrn desül⸗ ven Puncten noch mahls hiemit confirmern unde bestädigen, und ordnen und befehlen, darnevenst ernstlich/ dat en jeder Ingesetener des Karspels Büsem dem⸗ selben in aller mathe, glles Wheschresen⸗ gehorsamlich verholden, und keneswe N 3 ge —.— — —— — 5 0. 10 N „ 78 Busumer 1. Theils III. Cap. ges dagegen handeln möge, den so offt jemand ungehorsamlich daeggen handelt, desülbe schall unnahläßig 30 Marck Lübsch dem Landes⸗Försten erleggen tho bröcke, und gelieck wohl der Kercken Ehre Geböhrniß to erleggen schüldig syn, doch in alle wege hoch ermeldeten unsern gnädigsten Försten und Herren an eh⸗ ren F. Gn. Gerechtigkeit an den twe Drüddendehl des Seefundes ock wes sön⸗ sten an dem Vort⸗Lande gefunden, unverfänglich und unschädlich. Des in Orkunt der Warheit hebben wie verordneter Land⸗Vagt und Superintendens unse rechte gewöhnliche Pitschafften wetendlich hierunter anhangen laten. Im Jahr Christi unsers HErrn Gebort 1586 ͤ an Dage St. Bartholomæi, Ilohannes Rasch Notarius Publ: Zum Beschluß und ehelich dieses Capitel endige, muß ich noch etwas von der Natur und Eigenschafft derer Einwohner des alten Büsems erwehnen und anführen. Denn weil gemeldter massen das alte Büsem ein gantz abge⸗ sondertes und beflossenes Land gewesen, so hat es auch das Ansehen gehabt, als wenn die Einwohner eine gantz andere Art von Volck wären, die nicht allein ar⸗ beitsahm, und wegen des Meeres Ungestühm und Abbrüchen beständig arbeiten müssen, besondern die da streitbahr, muthwillig und verwegen gewesen, die ihren Predigern und Seelsorgern jederzeit feindseelig, und aufsetzig sich erwiesen, auch viel Verdruß erwecket; daher man mit mehrern Fug und Recht von ihnen hätte schreiben können, was Kellinghusen in seinem Commentario von allen Dith⸗ marschern schreibet:esse gentem ferocem& elfrenem und an einen andern Ort Theomachis Gigantibus esse pares saltem poterunt crudelibus ausis, & vitæ feritate suæ morumque rigore. Kan also wohl seyn, daß sie ihren Nahmen solcher Uhrsache wegen von Böß, als die die Bösen, seyn, bekommen haben, wiewohl der Hr. Adolffi der Meinung ge⸗ wesen, daß sie von der Gegend des Orts, als die bey Süden, Büsem/ Besuen gelegen, durch Verstümlung der Wörter genennet worden. Wir werden bey Verfolg dieser Historie sehen, welche unzehlige Kriege sie mit den Hamburgern geführet, und wie sie zur See unbeschreiblichen Schaden bald diesen bald jenen zugefüget. So haben sie auch Krieg mit den Nordstran⸗ dern gehabt, und von da nebst andern Raub, die Tauffe und zwey mit Eisen be⸗ schlagene Schrancken weggenommen, genug zu seyn bermeinde, wenn sie die Taufe nebst den Schrancken zur Ehre GOttes hinwieder in der Kirchen vereh⸗ reten. Dergleichen Kriege haben sie mit Hrn. Omecken zu Esens geführet, welcher ein Graf in Ost⸗Frießland, Esens und Wittmund gewesen, dessen viele alte Geschichte gedencken, auch mit dessen Sohn, Juncker Balthasar, also a0 f der Dab eto ehnen abge⸗ „ als in ar⸗ eiten shten auch hatte Jth⸗ Ort als ig ge⸗ esuen ge si haben sran⸗ 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 79 der eine auf den andern geraubet, welcher Streit aber A0. 1540 mit Balthasars Todt aufgehoben worden. Wie feindseelig sie sich gegen ihre Prediger betragen, davon können folgende wenige Exempel Zeugniß geben, welche ich wegen ihrer besondern Umstände vor andern anführen wollen; doch muß ich mehrer Deut⸗ lichkeit willen zum voraus setzen, daß die Büsemer in alten Zeiten ihren Predigern die Vocation nur auf ein Jahr gegeben. Ao. 15% ist Hr. Johannes Folichius, Pastor, mit Marten Johanns Rei⸗ mers und Sagers Claus, in Streit gerathen, und wie er deswegen fürm Kirch⸗ spiel verklaget und Reimers ihn Lügen gestraffet, so hat er sich dermassen alteri-· ret, daß er auch den folgenden Sonntag die Predigt eingestellet und Reimern das Sacrament gewegert, welcher, als er nach Weslingbühren gehen, und daselbst das Sacrament empfahen wollen, befallen und am Teich todt gefunden worden. Dieser Bolichius ist nachhero zur Præpositur nach Itzehoe vociret worden. Hr. ohannem Trajectinum, da er Verbesserung seiner Besoldung begehret, haben sie aller Vorbitte ungeachtet vom Dienst gejaget und ihren Landmann, M. Johann Bruß, wieder beruffen. A0. 1564 haben sie Hrn. Hieronymum Willemann. Hamburgensem, vom Dienste gejaget, aus Uhrsache, daß sie ihren Kirchspiels⸗Mann/ Hrn. M. Jacobum Bodeum, gerne befodert hätten, weil eini⸗ ge sich, ob wohl vergebens, die Hofnung gemachet, mit ihm beschwiegert zu wer⸗ den, jener auch einen beständigen Dienst zu haben, und sich nicht von einem Jahr zum andern bestellen lassen wollen. Wie nun der Pastor unwissend, daß der ander schon bestellet, auf die Cantzel getreten, hat ihm der Kirchspiel⸗ Voigt, Gro⸗ te Johann Dircksen/ solches wehren wollen, und ist mit folgenden Worten aus der Kirche gegangen: Herut, dar is een andert geföödert/ de dissen annehmen willen/ de mögent dohn/ wie wilden em nicht halten noch hören. Ihm ist auch der gröste Theil der Gemeine aus der Kirchen gefolget, und haben von ihrem Diacono, Hrn. Peter Schnecken/ begehret, daß er im Kirchspiel Krinck ihnen predigen solte, dessen er sich aber billig gewegert. Der Hr. Willemann ist mit betrübten Gemüth und Trähnen⸗vollen Augen in Erklärung des Erange. lici fortgefahren, und feinen Verfolger angeredet: O grote Johann grot Johann! wat doh jy/ idt kan kamen/ dat jy didt gern höreden und nicht tönet. Es hat aber gedachter Prediger weichen müssen, und ist nachhero erstlich nach oer/ nachgehends im Lande Hadeln nach Oldenbrock beruffen worden. Von seinen Verfolgungen sind folgende Verle mercklich: Scrutator Cordis Deus O fortissime Divum Tandem Hieronymi sis memor, oro, tuĩ Constat pro grege quod pretioso Sanguine Christi Parto certarim perditione mei: Ful⸗ 80 Busemer I. Theils III. Cap. Pulsus in exilium, quia crimina fœda Busani Perpetrata diu dicere jussus eram. Hinc odium cœpit(mala gens male docta) plerisque In me Pastorem legitimumque Patrem. Quid multis! literæ produnt quas tota Corona Fratris Spelbergi propria dextra dedit. Quo me convertam Terrarum Sancte Creator, Te sine nil valeo, nil ago, nilque queo. Conforta miserum, misero sis& auxiliator Imbelli præstes robur, opemque feras. Conjuge dilecta Dominumque Deumque timente Prolibus, ex hac& me Babylone voca Sic te perpetuo celebrabo carmine justo. Hæc Elegia velut te comitante, facit. H. W. H. An. 65. Sein Nachfolger M Jac: Bodeus hat nicht weniger ausstehen und viele Verfolgung erdulden müssen, weil er die Heyrath mit des Kirchspiel⸗Voigts, Grote Johann Dircksen, Tochter Telsche ausgeschlagen und sich engagirte an des cel, L. Michael Boyen Verwandschafft in Hoffnung grösserer Befoderung. Es ist aber dieser Kirchspiel⸗Voigt Ao. 1587 auf der Stelle in der K irchen, wo er Hr. Hierony mum inhibirt, durch den Schlag gerührt, von Witz und Verstand gekommen, und an folgendem Tage in solchem Zustand verschieden. Gleiche Fata hat erlebet Hr. Nicolaus Simonis von Sünderburg, der in der Fehde der Eyderstädter Einfall gewehret hatte: dieser wurde A0. 1 87 auf dem Predigt⸗ Stuhl von Gene d daß er lange Zeit das Bette hüten müssen, weil nun dadurch sein Gedä tniß so sehr geschwächet worden, daß er seine Predigten von Papier hat herlesen mussen, haben die Büsemer ihn ohn anderweitige Uhrsache von Dienst gesetzet er i aber A0. 1589 gestorben. Ihm ist im Ambt und zu⸗ gleich in der Verfolgung gefolget, Johannes Adolffi, der die Dithmarscher Ge⸗ schichte mit grossem Fleiß zusammen getragen. Dieser, weil er in seinem eigenen Hause hat wohnen wollen, ist in grossen Streit gerathen und als ein Meut⸗ macher, der den Superintendenten, M. Wrangen, ungehorsahm und dem Für⸗ sten geschmähet, angegeben worden, und haben ihn ebenmäßig von Dienst stür⸗ tzen .——T——TTTTTT—T—T—T—T———————————————— 1————. ²——.. 283—— len „ 4 biele Vigts, irte an erung. po er stand eiche de der redigt⸗ eil sun e bon lache nd zu⸗ 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 81 tzen wollen; aber seine Feinde haben nichts ausrichten können, sondern er ist von einer Hochfürstl. Commission im Ambt geschützet worden. Geschlechter. Dickbohlingmann ist das gröste und wie man meinet das älteste Geschlecht im Kirchspiel, als die zuerst die Teiche umher begriffen, und daher den Nahmen Dickbohlen bekommen; ihr Wapen ist ein halber schwartzer Adler auf der einen 89 1 im weissen Felde, und ein Schlüssel auf der andern Seiten im schwar⸗ tzen Felde. a Wittingmann führen einen rothen Löen, der im Gange den einen for⸗ dersten Fuß aufhebet. Aus diesem Geschlecht ist entsprossen der alte Dammers Dick, welcher wegen seines grossen Verstandes in besondern Ansehen gewesen. Denselben sollen einsten 2 Männer vom Bette geholet und gebeten haben, mitzu⸗ gehen und eine Sache wegen gefundenen Schatzes zu entscheiden; als die auf ihm compromittirt hätten; Wiewol er nun ungerne in einer solchen Sache an einen solchen Ort und Zeit sich wollen gebrauchen lassen, so ist er doch endlich auf vielfäliges Anhalten gefolget. Darauf haben sie ihn in einen Krug Süd⸗ West von seinem Hause in die Erde geführet, woselbst er ein Kirchspiel, gleich wie Büsum, vorgefunden, und von den Einwohnern freundlich empfangen worden; die ihm denn mit entblöͤseten Haupt berichtet: wie daß jemand einen Krug Lan⸗ des, oder Wurtstette verhäuret, und wie der Hauers⸗Mann selben gepflüget, ha⸗ be er einen Grapen mit Geld gefunden; Nun wäre die 5 wem selbiges Geld zukomme? indem der Land-Herr so wohl als der Hauers⸗Mann Theil daran zu haben prætendirten. Darauf hat er nach reiffer Ueberlegung geant⸗ wortet: So ferne der Pflug den Grapen berühret, so ferne gehöre es dem Häu⸗ res⸗Mann, das übrige dem Land⸗Herrn. 8 Diesen Ausspruch haben sie säm̃tlich gelobet und ihm zur Danckbahrkeit ein grosses Horn, einer Kannen⸗Maaß, zierlich in die Runde gebeuget, geschen⸗ cket, mit dem Andeuten, daß so lange selbiges bey der Familie würde bleiben, sol⸗ ten sie glücklich seyhn. Dieses Wittingmanns Horn hat Hr. Andreas Bruß mit Silber belegen lassen, welches Hr. ans Hescke nachgehends vor oo Marck gekaufft, der es wieder an die Brand⸗Gilde vor 100 Marck ver⸗ kaufft, welche es von neuen mit Silber belegen, und folgende Inseription dar⸗ auf setzen lassen; 5 L Dat —.—WU— ß. ̃⅛ꝙsœ,iir˙²— ß 7.0. 7c˙ẽ p 7c7ꝙ—ß§«·!] ˙——— 82 Busemer 1. Theils III. Cap. Dat Wittman Schlacht in guder Acht My lang tidt hebben geholden/ Hans Sesck my kofft/ ock Hudman Blofft Wolden my nicht beholden/ Itzt de Brand ⸗Gild my betert mild/ Darby der will ick verolden. Dieser Dam̃ers Dick ist nach dem Bericht Hu. Jo. Adolfs im rogten Jahr sei⸗ nes Alters A. 1533 gestorben, welcher zu seiner Zeit der stärckste in Dithmarschen gewesen, der zu Süder⸗Teich 16 Tonnen Weitzen vor sich auf die Hände genom⸗ men, und auf den Boden geworffen, und damit den Weitzen verdienet. Wie ihm einer zu Süder⸗Teich den Tantz nehmen wollen, hat er ihn auf die Dahren ge⸗ ren geworffen, sprechende: dantz du dar. Wie einsmahl die Gevollmächtig⸗ te des Landes mit dem Fürsten von Holstein aufm Kuckswall eine Zusammen⸗ kunfft gehabt, hat er, nach vollendeter Handlung, einen sehr starcken Mann, der sich seiner Stärcke sehr gerühmet, und auf den die Hollsteiner fast getrotzet, im Ringen überwunden, und mit 2 Fingern über das gesetzte Ziel gezogen, weil dem Volck gemeiniglich 2 Finger krum in der Hand liegen, und wie der Hollsteiner gesagt: gib mir die gantze Hand, hat er geantwortet: Neen/ ritstu my 2 Fin⸗ gern ut de Hand/ den du bist so fährlick/ wil ick noch 2 beholden/ dar ick Bohl mit ethen kan. Weiln auch beyde Theile 3 Ahmen Wein zur Wette aufgesetzet, als sind dieselben ausgetruncken und von dem Fürsten von Holstein bezahlet worden. Molrinnen, sind Einkömlinge, 4 Möller, so von Westphalen bürtig, ha⸗ ben 15 Kinder nachgelassen, davon dieses Geschlecht entsprossen, und nachdem sie mehrentheils ausgestorben, haben sie sich zu dem Wittingmann Geschlecht geschlagen, führen sonst der Stadt Hameln Wapen im Schilde. Mengersam haben von Alters ein blau Auge geführet, nachhero haben sie Eckern auf einem z hackigten Zweige im weissen Felde ohne Laub zum Wapen genommen. Jelmann führen einen aufgerichteten Ancker im weissen Felde. Osterwurdigmann 1 re ei e lb g 5 15 ten den Morgenstern fahren einen halb gewachsenen Mond/ zu einer Sei⸗ Wester⸗ Cap. sesei⸗ schen sehohhe⸗ ie ihm en ge⸗ chtig⸗ men⸗ 1. Theils III. Cap. Kirchspiel. 83 Westerwurdigmann führeten vormahlen einen einköpffigten schwartzen Adler/ nachhero einen zweyköpffigten im weissen Felde. Itemann fuhren ein fünffeckigtes oder in und durch einander drehendes Pflug⸗Eisen, mit roth, gelb, blau, und gemengten Farben im weissen Felde. Isemann. Dieses Geschlecht ist vormahlen ein der gewaltigsten und grösten Geschlechter gewesen, nun aber das geringste, denn sie die Gewalt gehabt wie man saget; daß der Priester nicht eher den Gottesdienst anfangen dürffen, bis sie zur Kirchen gekommen, daruber denn auch einer, der solches wegen ihres unwilli⸗ gen Verzögerns nicht geachtet, sondern dem ungeachtet angefangen, von einem aus diesem Geschlecht vor dem Altar erschlagen worden. In diesem Geschlecht ist gewesen das Hammen⸗Volck, so sich vermuthlich aus der Hamme von der Geest nach diesem Kirchspiel hinunter gezogen: von diesem Hammen⸗Volck sind 12 der bornehmsten A0. 1 524 erttuncken, wie sie Heu von Helmsand haben hoh⸗ len wollen. 8 f In diesem Kirchspiel ist weyland ein geschickter Prediger gewesen aus de Brüsemans Geschlecht, Hr. Andreas Brus, welcher viel nützliches gestifftet. In⸗ sonderheit daß die Büsemer nicht allein den Petersen⸗Weg/ sondern auch alle auf⸗ gehende Wege nach der Heyde fahren mögen. Er ist 2 mahl nach Rom gerei⸗ set und Vice · Inspeclor des Landes gewesen. Er hat A. 1500 den 3 Novembr. eine Bulle vom Pabst Alexandro VI. erhalten, wodurch die Kirche in groß Auf⸗ nehmen gekommen. Er hat 1502 den Seiger auf Busem verschafft und be⸗ fordert, daß der Thurm daselbst 1514 von neuem wieder erbauet worden. Er ist 1732 gestorben, wie auf seinem Grabstein gehauen, und ich aus einem alten unleserlichen Manuscripto extrahiret. Anno Domini 1532. obiit venerabi- lis Vir Andreas Bruss, qvondam Vice Inspector& verus Vicarius hujus Ecclesiæ. Bulla. 5 Georgius Albanensis& Hieronymus Prænestinus Episcopus: Ludo- vicus Johannes tit. Sanctorum quatuor coronatorum& Sanctorum o- hannis& Pauli: Bernhardinus tit. sanctæ Crucis in Hierusalem: Guil- lelmus sanctæ pudentianæ: Johannes tit. sanctæ Mariæ trans- Tiberim& sanctæ Priscæ: ac Dominicus tit. S. Nicolai inter imagines Presbyte- ri: Raphael, S. Georgii ad Velum aureum: Federicus S. Theodori nec non& Sanctorum Sergi& Bacchi, Diaconi; miseratione. 2 an- 84 BVILA ALEX ANDRL VI.. Theils Il. Cap. Sanctæ Romanæ Ecclesiæ Cardinales universis& singulis Christi Fideli- bus literas has inspecturis salutem in Domino sempiternam. Quanto fre. quentius fidelium mentes& opera charitatis induimus, tanto salubrius animarum suarum saluti consulimus. Cupientes& parochialis Ecclesiæ Büsen terræ Pithmericæ Bremensis Dioecesis ad quod sicut accipimus, di- lectus nobis in Christo Venerabilis Vir Dominus Andreas Bruss ipsius Ecelesiæ Vicarius singularem gerit devotionem, congruis frequente- tur honoribus,& a Christi fidelibus jugiter veneretur ac in suis stru- cturis& ædificiis debito reparetur, conservetur& manuteneatur nec non libris, calicibus, humanioribus ornamentis Ecclesiasticis& rebus aliis pro Divino cultu inibi necessariis decenter muniatur; utque Christi fideles eo libentius devotionis causa confluant ad eandem& ad reparandam conservationem, manutentionem& munitionem homi- nes manus promptius porrigant adjutrices, quo ex hoc ibidem dono cœlestis gratiæ uberius conspexerint se refectos. Nos igitur Cardina- les præfati ut qvilibet nostrum supplicationibus ejusdem Andreæ no- bis super hoc humiliter porrectis inclinati de omnipotentis Dei memo- ria beatorum Petri& Pauli Apostolorum ejus Ecclesiæ confisi omnibus& singulis Christi fidelibus utriusque sexus vere pœnitentibus& con- feslis, qui dictam Ecclesiam, sancti Clementis& propriæ& ascensio- nis Domini& Dominicæ Lætare nec non feriæ sandtæ Cœna Domini ipsiusque Ecclesiæ Dedicationis festivitatibus in diebus ac primis Ve- speris usque ad secundas Vesperas inclusive devote visitaverint annuatim & ad præmissas manus porrexerint adjutrices, pro festivalibus sive die- bus prædictis, quibus id fecerint, centum dies de injunctis eis pœ⸗- nitentiis omnibus in Domino relaxamus præsentibus perpetuis futuris du- raturis temporibus, in quorum fidem literas nostras hodiernorum nostro- rum sigillorum fecimus appensione communiri. Datum Romæ in Domi bus nostris Anno a nativitate Domini millesimo quingentesimo, die 3 men- sis Novembris, Pontificatus sanctissimi in Christo Patris& Domini nostri Domini Alexandri anno nono. Ende des Ersten Theils. Der ——ů— —— ß ß kb II. Theils I. Cap. Dithmarscher Keuschheit. 85 Der Jweite Theil. Von denen Sitten, Gebräuchen, Tugenden, Kleidungen derer alten Dithmarscher, und von ihren Krieges⸗ und Regierungs⸗Ver⸗ fassungen. Das erste Lapittel. Von der alten Dithmarscher Keuschheit. . gereichet denen alten Teutschen zu keinem geringen Ruhm, wann die 2 0 Römische deribenten von ihnen melden; daß sie vor andern Nationen besonders keusch und unbefleckt gelebet, und eine Schande gehalten, wenn sie sich vor dem zoten Jahr verheyrathen würden, wie Jul. Cælar de bello Gall. I. 6. schreibet: intra annum vigesimum fæminæ notitiam habuisse in turpisi- onis habent rebus; und Tacitus de mor. Germ. c. 20. sera quvenum Venuscoque ine chausia pubertas, nec viigines festinantur. Und das aus der Ursachen, weiln die Keuschheit die Stärcke und Kräffte des Menschen mercklich befodert, hinge⸗ gen eine unkeusche Lebens⸗Art den Menschlichen Cörper sehr schwächet, nach dem Ausspruch Virgilii: t Venus enervat vires Oc und jul. Cæs. am oben an⸗ gezogenen Ort: Hoc ali slaturam, ali hoc vires, nervosquè confirmari putunt. Ta- citus: robora parentum liberi referunt. Dahero sie denn auch Hurerey und Ehebruch mit sehr harter Straffe beleget, ohne Ansehen der Persohn, Alters oder Reichthums, also, daß auch, wie Bonifacius in hist. ludicræ l. 6. c. 9. schreibet: wenn eine Jungfrau in ihres Vaters Haus ist geschwächet, oder auch eine Eheli⸗ che Persohn die Ehe gebrochen, dieselbe von ihren Eltern erwürget und zu Asche verbrandt worden, den Jungfrauenschänder aber und Ehebrecher hängeten sie über der Verbrandten Grab entblösseten ihm an seinemdeibe bis auf den Gürtel, und die keuschen Frauen und ee geisselten, und stachen ihn so laß fle 3 se⸗ 86 die alten Dithmarscher II. Theils I. Cap. Pfriemen, bis er starb. Tacitus schreibet: Paucisima in tam pumerosa gente adulteria: quorim pæna præsens S maritis permissa. Recisis erinibus nuudlatam co- ram propiuquis expellit domo snaritus, ac pern ommnem victim derbere 41. Sol⸗ cher Tugend und Keuschheit haben sich die alten Dithmarscher ebenmäßig be⸗ flissen, Zucht und Ehrbarkeit gellebet, Hurerey und Ehebruch aber ohn einige Erbarmen am Leben gestrafft: Nemo illic vitia ridet. nec corrumpere& corrumpi ccnlum vocutur. Denn so eine Frauens⸗Persohn entehret worden, hat sich das gantze Geschlecht derselben angenommen/ die geschwächte Persohn mit ihren eigenen Händen entletbet(weil sie damahlen keine Scharfrichter gebabt) um solche Schande aus ihrem Geschlechte zu tilgen. Dessen denn folgendes Exem⸗ pel Zeugniß geben wird: Eine Jungfer aus Malmenhusen, nachdem sie hre Ehe re verschertzet, ist nach dem Süderstrandt gewichen, und hat sich daselosteine Zeitlang heimlich aufgehalten, weil aber solche Schande nicht lange verschwie⸗ gen bleiben kunte, als haben ihre Vettern und nähsten Freunde aus dem Wol⸗ lermans Geschlecht dieselbe von dannen wieder abgeholet, und auf einem Acker, so noch diesen Tag das Meiden oder Heidenstück daher genennet wird, eine Gru⸗ be gemacht und die Geschwächte darein gestossen, und begraben. Desgleichen ein reicher Mann zu Wellinghusen D. J. Maeß, hat seine Schwester, nachdem sie vorher geschwängert gewesen, mit Zuziehung seiner Verwandten unter dem Eise versäuffet und begraben. Mehrere Exempel konte man anführen, wenn es solte erfodert werden. So aber dieselbe, so ihre Jungfrauschafft verlohren, gleich bey dem Leben geblieben, hat sie doch keine Hoffnung gehabt jemahlen bey ihren Verwandten in Gnaden wieder aufgenommen zu werden, viel weniger, daß emand sie wieder heyrathen würde oder dürffte, sondern sie hat ihr Leben in Schimpf und Schande elendig, veracht und verlassen zubringen müssen. Ja man hat zu ihrer mehrern Beschimpfung Lieder gedichtet, in öffentlichen Zusam⸗ menkünfften gesungen, und sie Graß⸗Wittwen genennet⸗ daher denn auch viele Verführete durch Sorge, Betrübniß oder wohl gar durch härtere Mittel ihr Le⸗ ben verkürtzet und die Unehre mit ihrem Blute abgewaschen. Hie kan ich nicht umhin eine sonderbahre Begebenheit anzuführen, weil sie sich zu dieser Materie gar wohl schicket, und in dem Kirchspiel Busum ungefehr um das Jahr 15 fo sich zugetragen. Es war Maseken Krusen Tochter, Grethe geschwängert worden, worüber das gantze Geschlecht nicht allein sich sehr beküm⸗ mert, sondern das gantze Kirchspiel hat solcher Unehre sich geschämet; weil sie die erste gewesen seyn soll, so daselbst ihre Jungferschafft unzuläßiger Weise verloh⸗ ren, wiewohl andere meinen, daß es Hudden Eden Tochter gewesen, so lang vor⸗ her gelebet. Da nun 2 Ehemänner, als Clauß Icke und Heime Johann, so mit ihr in Unehre gelebet, dessentwegen heschuldiget worden, hat sich der eine mit ei⸗ nem Cc. gente mn co- Sol 9 be⸗ nige unpi t sich ihren J um Gum⸗ hre kh⸗ bsteine chwie⸗ Wol⸗ cker, Gru⸗ lachen dem em les heel, bey aß en in Ja art, viele he Le⸗ pellste gefeht rethe ckün⸗ sche sloh⸗ ibot⸗ o mt it ei⸗ em II. Theils I. Cap. Keuschheit. 87 nem Eyde purgiret und die Schuld also auf einen andern gebracht. Wie aber des Ehebrechers, so geschworen, Eheweib dermahlen auch schwanger gegangen, hat GOtt beyde Kinder, das Echte und Unechte, gezeichnet, und mit krummen Füssen zur Welt kommen lassen. In solchem keuschen und ehrbahren Wandel sind die Dithmarscher einher gegangen, daß auch daher viele bewogen worden, diese Landschafft Ditmaria zu nennen, und den Nahmen von der heiligen Jung⸗ fer Maria zu deriviren. Es wäre zu wünschen, daß man dergleichen Lobes⸗Er⸗ hebungen von den jetzigen Einwohnern fuhren könte, allein die tagliche Erfah⸗ rung lehret uns leider all zu viel was Horatius an einem Ort schreibet: Jerra malos homiues nunc educat atque pu sillos. Denn so lieset man in des seel. Heinreichs Dithmarischen Chron: daß A. 1 098 zu Meldorff 26, zu Barlet 22 und zu Lunden 16 Persohnen entehret und zu Fall gekommen; Daher der König von Dännemarck bewogen worden, in folgendem Jahr ein Mandat im Süder⸗Theil publiciren zu lassen, daß keine zum andern mahl geschwächte bey Strafe der Landes Verweisung solle geduldet oder beher⸗ berget werden. Dem ungeacht, so findet man in des seel. Adolffi Chronic, daß im Kirchspiel Weslingbuhren A0. 1618. 40 Persohnen geschändet und zu Fall gekommen. Daß auch die nachfolgende Zeiten sich nicht sonderlich gebes⸗ sert, zeiget die Erfahrung leyder mehr denn zu viel, und würde solch Laster noch tieffer Wurtzeln fassen, wenn nicht die hohe Herrschafftl. Befehle und öffentliche Kirchen⸗Busse manchen abhielte, sich in solchem Unflath herum zu weltzen. Das andere Lapittel. Von Freywerben und Hochzeiten derer alten Dithmarscher. Hann ein Jung⸗Gesell sich in den Stand der Ehe begeben wollen, ist er nicht, wie die alten Romer blindings zugefahren, er hat sich nicht nach Geld und Gut umsehen oder umsehen können, viel weniger hat er die Braut mit den alten Cheruscis durch Gewalt gefodert; sondern er hat sich nach unberüchtigen Persohnen, guter und ehrlichen Herkunfft, Geblüts und Natur erkündiget, und selbiges mit seinen Eltern und Verwandten in reiffe Ueberlegung ogen. Wie solches denn auch Tacitus von denen alten Teutschen schreibet: Daß man dahin getrachtet, wie man 2 Persohnen gleichen Alters, gleicher Länge und Stärcke ehelich zusammen fügen möchte, damit durch uugleche Hehe then 88 Freywerben und Hochzeiten II. Theils II. Cap. then keine natürliche Schwachheiten des Leibes und Verstandes, oder böser Sit⸗ ten in seinem Geblüte eingeführet werde. Deshalben bey den Dithmarschern ein Sprichwort gewesen: Alse du begerest de Kindelin Also nim Dy ene Hruelin. Man hat auch nicht die, so Dithmarschers Geblüts gewesen, mit andern Aus⸗ ländischen und Frembden vermenget, sondern mit Octavio Augusto Imp: hoch und herrlich gehalten, daß man dieses Landes Arth rein und unbefleckt von allem frembden und knechtischen Geblüth erhalten und bewahren möchte. Nach geschehener wohl bedächtlichen Ueberlegung läst der Bräutigam durch 2 seiner nächsten und besten Freunden oder durch die Eltern, fals sie noch im Leben, der Braut, deren Eltern oder nächsten Anverwandten solch Christliches Begehren geziemend vortragen, welche denn auch nicht allein wohl empfangen und bewirthet werden, sondern es wird ihnen auch, nach langer Unterredung ein acht Tage oder etliche Wochen bestimmet, nach welcher sie wieder ansprechen solten. In Fall Hoffnung zu einem glücklichen Fortgang solcher bevorstehen⸗ den Heyrath, so müssen die in der Braut Hause sich wohl in acht nehmen, daß nicht etwa eine Schauffel oder dergleichen hinter der Thür zu sehen war, da die abgeordnete Freywerber ausgehen solten, denn solches ein Zeichen der Wege⸗ rung von alten Zeiten bey ihnen gewesen, daher auch die schimpflichen Sprich⸗ wörter entstanden: Se hefft de Schuffel bekamen: Ey de Kleder sitten ehm um den Liefe/ als off se mit Schuffeln darum geschlagen: Sint ehm de Schenen ock blau ic. Der Bräutigam wartet mit seinen Freywerben die berahmte Zeit genau ab, doch daß er mitlerweile nicht gar zur Sachen still sitzet und richtet, sondern er läst bey der Braut, und deren Anverwandten indessen fleißige Anfoderung thun, und best⸗möglichst seine Persohn recommandiren. Solte die Sache keinen Fort⸗ gang gewinnen, pflegte man 2 oder 3 Tage vor dem angesetzten Tag der Wieder⸗ kunfft durch ein Schreiben dem Bräutigam die Schüffel oder die Wegerung zu⸗ zuschicken. So aber die Sache keinen Widerstand gefunden, werden die Frey⸗ werber auf dem bestimmten Tag abermahl ehrlich empfangen, und ihnen ein an⸗ derer Tag auf 8 Wochen mehr oder weniger zur Bekänntniß ausgesetzet, wenn beyde Theile aus vornehmen Geschlecht, wird öffters der zte Terminus zur reifer Ueberlegung genommen. Diese Zeit wird mit Gedult erwartet, immittelst der Bräutigam und seine Freywerber fleißig alles unterbauen, um sich in der Braut und Anverwandten Liebe und Hochachtung fest zu setzen. Auf die bestimmte Zeit der Bekänntniß erscheinet der Bräutigam selbsten mit z oder mehr 0 seinen reun⸗ ——— eit..' ⅛:V]]].].]].. pp''''—ᷓ l ˙² r r— II. Theil? II. Cap. der Dithmarscher. 89 e thut seinen Antrag und bittet, daß nach geschehener Zusage die Be⸗ auntniß geschehen möge: welche alsdann auch folgender Gestalt vorgangen. Es nimmt der Braut Vater oder nächster Bluts⸗Freund eine ungebrauchte Schaa⸗ le von Eschen Holtz, oder nach Gelegenheit einen silbernen Becher, läst selbigen aus einer frischen Kanne Bier voll einschencken, trincket sie dem Bräutigam zu, und bekennet damit die Braut den Bräutigam im Nahmen der Heil. Dreyfal⸗ tigkeit zu einer folgenden Ehe, im Fall man sich ferner der Sachen vergleichen kön⸗ ne, wegen der Mitgifft und Heyraths⸗Guth. Wenn solches geschehen, wird köstlich angerichtet, gespeiset und offtmahls bis an den hellen Morgen getruncken. Wann an diesem Tag die Zeit der öffentlichen Verlöbniß nicht angesetzet wor⸗ den, so geschicht von Bräutigam und der Braut fleißige Anwerbung an beyder⸗ seits Eltern und Verwandten, daß selbige angesetzet werden möge; so aber wieder 1 bis 2 Jahr aufgeschoben wird, damit man sich so viel besser bereden, und beyderseits genauer Umstände erkundigen möge, GOtt auch mittlerweile als Stiffter des Ehestandes könne angeruffen werden, daß er alles zu seiner Ehre, und der jungen Leute zeitlichen und ewigen Wohlfart dirigiren wolle. Wiewohl itziger Zeit der Terminus sehr verkürtzet wird, theils die vielen Gastereyen, so man währender Zeit gehalten, zu vermeiden, theils dem Asmodæo die Gelegenheit zu benehmen seinen Sgamen der Uneinigkeit, Mißtrauen und Widerwillens aus⸗ zustreuen. An dem Tage der öffentlichen Verlöͤbniß erscheinen beyde Partheyen in einem bestimmten Hause, oder, wie es an einigen Orten gebräuchlich, in der Kirchen mit ihrer dazu erbetenen Verwandten und guten Freunden, bereden sich daselbst wegen der Aussteuer, Brautschatzes, Braut⸗Wagen, Wiederlage und was dem anhängig, wie es auf erfolgenden Todes⸗Fall des einen oder des an⸗ dern solle gehalten werden. Wenn solches verglichen und der Bräutigam der Braut Vater und deren Verwandten mit gebührenden Ehrerbietung gedan⸗ cket, kehren sie sämtlich wieder nach Hause, allwo der Lofft⸗Becker folgender⸗ gestalt wieder ausgebracht wird. Es läst nemlich der Braut Vater oder nech⸗ ster Bluts⸗Freund eine neue escherne oder silberne Schaale oder Becher aus ei⸗ ner frischen Kanne und frischen Tonne Bier voll einschencken, so daß es überge⸗ het, und trincket damit dem Bräutigam oder seiner Tochter zu in Nahmen GSOt⸗ tes des Vaters, des Sohnes und des Heil. Geistes; wenn der Bräutigam be⸗ scheid gethan, muß ein jeder der Anwesenden denselben vollgeschencket austrin⸗ cken. Nachgehends nimt der Bräutigam den Becher zu sich, und bringet ihn am Abend der Braut mit einem ansehnlichen Ehren⸗oder Trau⸗Pfenning. So ste aber in selbigem Hause ist, wird sie alsdann erst von der Mutter oder nechsten Verwandten eingeführet, empfängt von dem Bräutigam den Becher, und ver⸗ schliesset solchen in einem Kasten, 1275 er künfftighin von niemand 1 1 rau 90 Heyrathen II. Theils II. Cap. braucht werde. Nach geendigter Solennitüt wird gespeiset und bis an den hel⸗ len Morgen getruncken. An etlichen Orten wird bey dem Abschiede dem Bräu⸗ tigam und seinem Beystande ein rother Banner verehret, den sie mit Frolocken und Singen gleichsahm im Triumph nach Hause fuhren. Wenn die Verlöb⸗ nisse beschriebener massen gefeyret und geendiger, so setzet der Bräutigam mit Be⸗ willigung der Braut und ihrer Freunde den Tag der Hochzeit und läst alles ver⸗ anstalten seine Braut zu empfangen. Die Braut hingegen ist bemühet ihren Braut⸗Wagen an Kisten, silbern und güldenem Geschmeide, Kleidern, Betten, Leinen ꝛc. aufs beste auszurüsten, und alles zu einem bevorstehenden Uthschuff zu bereiten. Es hat aber mit dem Uthschuff folgende Bewandniß: Nachdem der Bräutigam zu bevorstehender Hochzeit alles reichlich veranstaltet, Frembde und Freunde dazu in vitiret, einige seiner nechsten Anverwandten zu Braut⸗Knech⸗ ten, und deren Frauen zu Kleider⸗Frauen( sind die der Braut Kleider besichti⸗ gen, empfangen und zu Wagen bringen) erwehlet; nachdem sie zu zweymahlen ordentlich von der Cantzel proclamiret, und den Sonntag vorher von dem Pre⸗ diger copulirt worden, nachdem also alles und jedes an seinem Ort und zu seiner Zeit verrichtet; schicket der Bräutigam 6. 8. 10. und wohl mehr Braut⸗Knech⸗ te köstlich zu Pferde ausgeputzet nach dem Braut⸗Hause nebst 4 Wagen, dar⸗ auf 4 bis 6 Kleider⸗Frauen sitzen. Mit dem einen Wagen werden der Braut⸗ Kleider abgehohlet, auf dem andern sitzet die Braut mit ihren 2 Spriddeldocken oder Beysitzerinnen, auf dem dritten sind die Spiel⸗Leute und mit dem vierten keh⸗ ren die abgeordnete Frauen wieder zuruck. Wann diese nun an gehörigem Ort angelanget, und höflich empfangen worden, hält der älteste Braut⸗Knecht mit entblösetem Haupte eine Rede dieses ungefährl. Inhalts: Daß man ihnen den Braut⸗Wagen wolle abfolgen lassen, nachdem sie von dem Bräutigam zu dem Ende wären abgeschicket worden; welches denn auch sogleich eingewilliget wird. Darauf tragen die mitgesandten Frauen der Braut Bette und Kleider nach den Wagen, und legen das Braut⸗Brod, welches fast eines Mannes Länge, und mit verschiedenen Figuren ausgezieret, zunebst dem Braut⸗Käse einer besondern Grös⸗ ee hinein, damit es nicht zerbrochen werde, imgleichen tragen die Braut⸗Knechte die Kasten und was sonsten mit soll, auf den Wagen, und befestigen alles sehr wohl, damit nichts verwahrloset werde. Wann nun der Braut⸗Wagen bela⸗ den und abgefahren, und der älteste Braut⸗Knecht auch wegen solcher Willfah⸗ rung seine Dancksagung im Nahmen des Bräutigams und seiner Mit⸗Gesellen abgestattet, werden sie sämtlich wieder eingenöthiget, eine Mahlzeit gehalten, und tapfer getruncken; Und nachdem die Braut⸗Knechte nach der Reyhe einen Vor⸗ tantz gehalten, tritt der älteste Braut⸗Knecht wieder hervor, hält abermahl eine Rede/ darin er dancket, daß man dem Bfäutigam den Wagen habe 1 f lassen, Cap. mhel⸗ rau⸗ ocken löb⸗ Be⸗ Iber⸗ ihren etten, fu dender dend KTnech⸗ sichti ahlen Pre⸗ seiner Fhech⸗ Har, ll cken keh⸗ Ort ht unt i den dem wild. II. Theils II. Cap. der Dithmarscher. 91 lassen, und ihnen insgesamt viel Ehre und Gutes erwiesen schließlich bittet er, man wolle die Braut in die Hörne kommen lassen, dieselbe dem Bräutigam zu⸗ zuführen; Die denn auch endlich, weils mit bescheidenen Worten zu verschiede⸗ nen mahlen abgeschlagen und verlängert worden, mit ihren beeden Beysitzern sich in die Horne verfüget, in Jungfräulichen Kleidern geschmücket, ohne daß sie den Hoycken so ihr der Bräutigam verehret, um den Hals gehangen, einen weis⸗ sen Tuch über den Peel geschlagen, darüber sie eine Kapkagel gesetzet, welche ihr das gantze Haupt und Angesicht bedecket, also daß niemand ihr Gesicht sehen kan. Nicht lange hernach wird die Braut von ihrem Vater oder nechsten An⸗ verwandten abgefodert/ und mit sonderlichen dazu gebräuchlichen Redens Arten dem Braut⸗Knecht überantwortet, sie dem Bräutigam zuzuführen, auch des Bräutigams Huth ihr aufgesetzt. Also wird sie verkappet mit Pferde und Wagen, wie vorgedacht, dem Bräutigam zugeführet, von jeden Anwesenden gesegnet und ihr Glück und Heil angewünschet. Wenn nun die Braut mit ihrer Gesellschafft vor des Bräutigams Hause angelanget und vom Wagen gehoben, bleibet sie mit ihren Beysitzern vor der Thür stille stehen, alsdann kommt der Bräutigam vor die Thür, und fraget zu dreyen mahlen: Vader und Moder/ Schwester und Broder/ mag ick wohl mit Ehren mine Brut intrecken? worauf ihm zu dreyen mahlen geantwortet wird: Trecket se hen in Gades Nahmen. So dann nimmt er die Braut, drehet sie dreymahl herum, und schwenget sie glimpflich ins Hauß, sprechende: Mec Ehren treck ick mine Brut in: geleitet sie bey der Hand vor dem Peesel oder Hinter⸗Saal, drehet sie abermahl zu dreyen mahlen herum und schwenget sie Küssende hinein, gehet zurück und verfüget sich in seine Stube, kommt also nicht in den Peesel da die Braut ist, bevor sie bald zu Bette gebracht werden soll: sondern wartet denen Gästen in denen andern Zimmern auf. Die Braut aber leget ihre Bedeckung ab, als den Hoycken, Huth, Kagel und Tuch, und setzet eine Schnur und Peel wieder auf das Haupt, und hänget einen Spann Hoy⸗ cken um, so gekrauset und in kleine Falten gezogen von braun Leydisch Lacken, vorne auf beyden Seiten mit grossen silbern und vergüldten Platen und Span⸗ gen besetzet und ausgezieret, verfüget sich also mit den Beysitzern in die Hörne au Tisch, denen dann die andern Gäste nach der Ordnung folgen, und sich nieder⸗ lassen. Darnach wird die Mahlzeit, so nur aus 2 Gerichten und Butter beste⸗ het, gehalten, und wenn solche geendiget, so wird getantzet, nur daß die Braut mit ihren Beysitzern besitzen bleiben, und nicht zum Tantz gefodert werden. End⸗ lich so wird der Braut⸗Tantz also gehalten„ daß der alteste Schaffer voran tantzet, dann der Bräutigam, und nach ihm der andere Schaffer, und wenn sie ein oder zwey mahl umher getantzet, so 195 die älteste Beysitzerin, nach 5 die M 2 U ut, 92 Heyrathen II. Theils II. Cap. Braut, und sofort sich mit in Tantz und machen eine bunte Reyhe; während dem Tantzen verliehret sich die Braut und wird von ihren Frauen mit den Klei⸗ dern zu Bette gebracht, und ihr die Haube von des Bräutigams nächsten Freun⸗ den aufaesetzet. Der Bräutigam nach gegebener Losung verliehret sich eben⸗ mäßig und leget sich mit den Kleidern zu seiner Btaut ins Bett, er wird aber von seinen Freunden und andern Manns⸗Persohnen verfolget, welche sich stellen, als wollen sie ihn aus dem Bette ziehen; zum Beschluß wird der Braut und dem Bräutigam zugetruncken, und wenn sie allerseits getruncken, so werden sie von dem ältesten Schaffer folgender gestalt bewrittet oder eingesegnet: Er nimt ein bloß Schwerd oder Dolch, schneidet damit Creutzweiß über das Bett, und spricht zu dreyen mahlen: Hier bewritte ick twe Kinder/ twe salige Kinder/ alle wad se tehlen/ schall ock salig sin; G Ott geve enen Gluck und Seegen/ op alle ehren Wegen und Stegen/ Gott geve ehnen Gluck und Ehre/ wel⸗ cken se sick wenden und kehren/ Gott geve ehnen so vele junge Sohne/ als de Kercken⸗Ledder hefft Treme. Gohtt geve ehnen so vele junge Töchter/ als dat Huß hefft Kechter(d. i. Latten) darto sik freuen alle ehre Ge⸗ schlechter/ sprecket Almen. Wann solches geschehen, und Braut und Bräu⸗ tigam von allen Anwesenden Glück gewünschet, kehret ein jeder nach Hause, und bleibet Braut und Bräutigam öffters zusammen, an etlichen Orten aber schlaf⸗ fen die Beysitzerinnen die beyden ersten Nächte bey der Braut, daß also der Bräutigam gezwungen, seine Tobias Nacht halten muß. Des andern Tages, als am Freytage, wenn die Braut ihre Gabe dem Bräutigam und dessen Freunden ausgetheilet und gefrühstücket, ist die Braut mit den Spannhoyken und Hengelsche(ist ein rothseiden Gewand, welches um das Haupt gestecket gewesen, und auf den Rücken und Schultern abgehangen) in Begleitung etlicher Frauen um den Kirchhoff geführet, und in die Kirche ge⸗ spielet worden, da sie ihr Gebeht verrichtet, und nach geendigtem Gottesdienst wieder nach Hause gekehret. Indessen hat der Bräutigam, mit seinen Schaf⸗ fern, seine Freunde und Verwandten wieder einladen, und alles zur Mahlzeit gufs Beste zurichten lassen. Darnach setzet die Braut sich im obigen Schmuck in die Horne mit ihren Beysitzern, welche aber anjetzo des Mannes nechste Verwandten seyn, und nicht sich die so sie von ihrer Seiten mitgebracht, und wann ein jeder nach der Ordnung gesetzet, werden von den Schaffern die Speisen aufgetragen, und zu dem Essen, insonderheit zum Trincken starck genöthiget. Wann der Braten angeschnit⸗ ten, nöthigen die Schaffer noch stärcker, sie möchten sich nicht versäumen, und fü⸗ gen die Worte hinzu: de hillige Geest holt harde vör de Döhr. Wenn nun nach allen Essen die Butter guf den Tisch gesetzet, bringet der Schaffer mit sei⸗ 5* nen Cap. ährend Klei freun⸗ eben⸗ er bon ,als ddem sie bon antein specht / alle n, op wel⸗ als ter/ 2 Ge⸗ Btäv⸗ „ und chlaf⸗ so der dem Braut es um gen ege⸗ dienst schaf⸗ Ahlzet ihten nicht uf sc a fl nun t sel⸗ Hef II. Theil II. Cap. der Dithmarscher. 93 nen Gesellen, das Braut⸗Brodt und Braut⸗Käse mit diesen Worten: de Ehre und döchtsahme Brudt hefft uns Käß und Botter verehret, wad hefft se darmit verdehnet? Solches wiederholet er dreymahl, und die älteste Beysitzerin antwor⸗ tet: Ehr und Dögent, Ehr und Dögent schall er ock wedderfahren; Nach die⸗ sem schneidet er v Stück von jeden, und giebt der Braut das erste, den Beysitzern das ꝛte, das zte dem Koch, das ate und das§te den Spiel⸗Leuten, darnach über⸗ reichet er Käß und Brodt der Braut, welche es ihren Nachbahren giebet, damit ein jeder nach Gefallen davon schneiden möge. Während daß von dem Brodt geschnitten, wird abermahl zum Trincken starck genöthiget, mit dem Beyfügen: de ch. Geest sy har de by. Endlich kommt der Bräutigam und seine Schaffern mit dem H. Geist hinein, und bittet man wolle mit der Bewirtung zufrieden seyn, und so noch jemand zu essen belieben möchte, solte ihnen Zeit gelassen werden, des⸗ sen die Gäste sich höfflich bedancken, und den H. Geist fodern; welcher also einge⸗ bracht wird: Nadem nun nemand under ju Ehr⸗ und Dögendsahme Frauen, Ehr⸗ und Achtbahre gude Gönner unde Fründe, so mehr an disse Kost begehret, edder lenger Tidt verwachtet, willen wir im Nahmen Gades den H. Geist in⸗ bringen. Damit nimmt ein jeder von ihnen einen silbern Becher in der Hand, läst selbigen voll einschencken, aus einer frischen Kanne, und frischen Tonne, und trincken solchen der Braut, Beysitzern und vornehmsten Gästen zu, sprechende: idt werd ju ein frölich Jahr mit den. Geist: behaltend den Becher in der Hand, und wird in dem gantzen Hause mit einhelliger Stimme gesungen: O Gott wir dancken deiner Gute ꝛc. wenn der Gesang ausgesungen, so wer⸗ den die Becher ausgetruncken, wieder voll geschencket und überantwortet. Nach⸗ dem werden die Speisen in solcher Ordnung abgetragen, daß man die Schüsselu zuerst abnimmt, die zuletzt aufgesetzet, und alles zum Tantzen bequem zugerichtet. Solchergestalt bringen sie die Zeit mit Tantzen zu, bis daß die Braut, wie es ge⸗ nannt, abgegrotet worden: es ist nemlich der Bräutigam mit seinen 2 Schaf⸗ fern, ein jeder eine Kanne Bier, und einen Becher in der Hand haltend, in den Peesell gekommen, hat der Braut und ihren Beysitzern zugetruncken, und nebst dem Becher auch die Kanne mit Bier überantwortet; darauf die Braut ihren Spanhoeycken und Hengelsche abgeleget, ein Frauen⸗Kagel wieder aufgesetzt, und nebst den beiden Frauen die älteste vor, die Braut in der Mitte und die jüng⸗ ste hinten an umhergegangen, und alle Gäste 3 Braut⸗Becher auszutrincken ge⸗ nöthiget. Sobald aber die Braut aufgestanden, hat der Bräutigam mit seinen Schaffern solchen Platz wieder eingenommen, denen denn von jedermann zuge⸗ truncken und Glückgewünschet worden. Es ist auch niemand gestattet aufzuste⸗ hen, bis die Braut umgeschencket. Nachdem ist noch eine Zeitlang getantzet, und also der Hochzeitlichen Freude ein 2 gemacht worden. Denn man N MN 3 d 94 Heprathen II. Theils II. Cap. zwar auch am Sonnabend und Sonntag sich lustig bezeiget, alldieweil aber keine sonderbahre Solennitäten dabey vorgefallen, und es mehrentheils nur in Essen Trincken bestanden, als gehen wir billig solche Feyer vorbey, und erwehnen nur und noch mit wenigem zum Beschluß, daß am Donnerstage nach den dach die Braut wieder nach ihrer Eltern Behausung gefahren, der Wagen aber sogleich růckgekehret, damit der Bräutigam dieselbe am Soñtage wieder abholen müssen. Dithmarsche Frye propria ejus Gentis Dialecto ex MSto Joach. Rachelii. Hu min Dochter seg van Harten, Wat dünckt dye by Reimers Marten? CN ˖ ˖ 2) Karsch d. i. Frisch. Iß et nich een(à) karschen Knecht, 2 5 dang van Leden, fick van Gode, 0 e e 25 Von dem(aa) allerbesten Blode. Dithmarscher/Olim. Wehr die de nitt eben recht? Jarrens Dülff syn Older⸗Vader Was een(b) defftig Land⸗Berader,(b) Defftig/ nach der Hollän⸗ Ja et was een(e) wellig Mann dischen Weise treffl. Van de(d) 48 Heeren 65 45918 5 1 0 De Dithmarschen tho regeeren, i ee e lagten, ehrt de Find gewann, eee ee In de grote Landes(e) Feyde(e) Ao. 1555. Schlog he op de gröne Heyde Mengen schonen Holsten Todt, e schlog lustig up de Däusen, at se pipen und mit steusen, Mosten laten Haar und Blod, As de Hövick vör de Kücken Ging de grote Garde stricken, Kammer Jarrens Dülff int Feld. Alle Finde mösten springen, Alle Fründe mösten singen, Dats een Kerl, dats een Held.. Schapkens schlachten na de Lammen Und de Twige na den Stammen, Marten is ock goder Haar; Marten schall sick nich verkrupen, 8 2 .. Sr SS Cap. keine Esen nur eit die gleich usen. II. Theils II. Cap. der Dithmarscher. 95 De mit(t) hem upt best will supen, De nehm ehm de Füste wahr. Carsten Polck leth sick gelüsten, Hem tho kamen in de Füsten, 1 Mar(g) da was nen Vordeel by, Carsten mogte stahn, und trampen Un met beyde Föte stampen, Schitt! sed Marten, dats vor dy. Marten ging mar ut der Katen, Wull mit Gunst sien Water laten, Westert(h) achter unse(1) Booß He sprack tho de andern Heeren Leven Fründe staht(K) mit Ehren, Darmet schlog de Carsten looß. Mar he kreg sien deel ock wedder Marten grep hem braf upt Ledder, Und darme dat(1) Knyff heruth, He had hem dad Levend nahmen, Wer dar nemand twischen kamen Carsten kreg een blaue Schnudt. Deet was recht min gode Harcke, Solck Lohn hört ob solcke Warcke, Sy ick bin ja mar een Wiff, Mar schull ick my brüen(m) letten, Dar will ick entiegen setten, Huth, en Haar un gantze Lyff. Iß er ichtes wat tho braden Marten werter me(n) geladen, Marten achter, Marten vör, Wenn se na den Ringe riden, Echter um den(o) Roland striden, He geit mit de Büte dör. Twemahl is he König heten, Do se nah de Schyven schöten, Dar he enen Lepel wann; Twemahl het he anderwegen Den(p) Fastlavens Hanen kregen, Un darme de Tinnen Kann. (f) ihm. (8) Maar, Belgarum more aber 8 (h) Westert/ an der Wester seiten. (i) Booß/ Kuhstall. (k) Civilitas Dithmarso- rum; siaht mit Ehren. (50 Kayff/ ein Messer. (m) Lelten/ lalen/ lassen. n) Mee/ mit (o) Roland/ Fastnachs⸗ splel vor diesen. (p) Fastlavens Hanen/ auch ein Fastnachtspiel da sie eine lebendigen Han den Kopf abreissen. Wenn ———— —— 1 . 1 U 0 1 0 0 1 4 ö 0 N * 0* ö . — ä . 0 1 . ö 190 0 10 1 1 1 155 10 1055 7. 0 N. 16 V 0 0. 1 10 10 1 5 166 5. 0 U * . f Al —. ̃ ͤglngn ß p ̃ꝰ̃§ů7ÿU—ꝙ⸗u&ᷣP P:: 96 Heyrathen II. Theils II. Cap. Wenn se vör dat(J) Karspel treden, Un thosahmen sick bereden, Marten het de gröste Ehr, He het(schult dy nich gefallen) Enen gantzen Kop vör allen Als wenn he de Vaget wehr. Lat de andern fry wad seggen, Marten weedt idt um tho leggen/ Marten ist vörn Düwel klock, All dat(r) Bürschop moth wol schwigen Und vör Martens Mütz sick nigen, Edder vör sien Sündags Brock. Un dat schastu ock wol weten, Dat he Kley het unnern(s) Vöten, Dat he dy nen Pracher ist, He het nimmer Noth van Gelde, Geit mit 7 Mann tho Felde, Ohn sien Derens dats gewiß. He het Forcken, Plog und Eggen, He het Höner de em leggen, He het so veel(t) Queck un Krupp, Als een Hußmann tho mag föden, Und da schast du die vör höden, Nitten(u) Schilling Schuld darob. Wat schiet ick up(W) 100 Morgen, Wenn ick sit in Schuld und Sorgen, Un heb nig een fryen Kluth, i Wenn my Gripert(x) nah geit schlicken, Darf uth myner Där nit kicken, Als nu menger schulen moth, Dar darf Marten nig(y) vor schrömen, Hem schall von dem Düvel drömen, dem he hen thor(2) Havesteed; Wo scholl he dat Fell hem rükken, Und den langen Galgen strikken, Dad(a) he Heyd und Weyd full deed. (g) Wenn sie ihre Zusam⸗ menkunfft halten auf dem Kirchhofe. 1 (r) Baurschafft. (5) Kley/ lutum: inde he het Kley unnern Vo⸗ ten I. C. er hat Land⸗ Guter. (t) Queck un Krupp/ klein und groß Vieh. (u) nicht einen Schilling. (vr) was acht ich das. (R) Gripert e. c. Stock⸗ Meister Scherge. (5) schrömen a gelgis ut multa, sich fürchten. (2) Hoff⸗Städte. (2) Hosen und alles. Schust e he Vo and. U 9. oc; ut l. ———————— II. Theils II. Cap. der alten Dithmarscher. 97 Schust du weten wadt vör Linnen, Wad vör Kopper, wad vör Tinnen, Wat vör(b) Ingut dat he het, Baljen, Tönnen, nie Schepels, Veer un twintig holten Lepels, Börsten, Kann und Mangelbredt. Telsche(e) Krey kan he wol wunnen, Mar so had he een Dahler funnen, 8 Solcken(d) gröne(e) schnatje Teev; Is je fest van 14 Jahren, Dar schall he ja wol me fahren, Nimmermehr so lang ick lev. Se weth nit een Kohl tho kaken, Nitt en(t) Kunckelpip tho maken, Nitt en Fladen, nitt en Ey, Schötteln mit de Tung tho waschen, Un uth beiden(8) Schrappen naschen, Dats en Dohnt vör Telsche Krey. (h) Hulckens Frenß wull gern van nyen, (i) Echters Nissen na die fryen, Mar wortho is Frenßken nütt, Marten schall, dadt will ick wedden, Hem wol övern Kop hen spredden, Solcken Hülcken Schittebütt. Darum Harcke lath dy raden, Tho dyn Vordel, nit tho Schaden, Kumbt ins Marten wedder her, So must du den Schalck wadt decken, Dinen(k) betern Pelß antrekken, Un em dohn de gröste Ehr. Erst must du die schlechten letten, Un den nynen(1) Peel up setten, Denn must du thor Dören stahn, Seggen Marten(m) west willkamen, Ey dör GOtt lath uns tho samen, Lath uns in de(n) Dörnsse gahn. N (b) Ingut i. e. Hauß⸗ Geräht/ Mobilien. (e) Telsche/ Dithmarser Frauen Nahm sehr gemein. (d) Gröne 1. e. grob un⸗ geschickt. b (e) schnatje Teer i. e. rotzig. (f) Kunckelpip i. e. weisse Grüt Wurst. (8) Schrappen i. e. sac- ciperirium Schieb⸗ Sack Ch) Hulck i. e. klein. (i) Echters Nissen i. e. noch enmahl Dith marsæ enim sæpius ambiri solent,& post aliquot repudia tan- dem consentire. (K) deinen besten Peltz. (1) Peel Haupt ⸗Zieratß von gülden Fell/ und ver⸗ güldeten Pfenningen. (m) Höflichkeit die Gäste zu empfangen. () Dörnße/ Stube. Ey Nypocaustum. 98 Heyrathen Il. Sheils I. Cap. Ey(o) kamt an min gode Marten, up een Spilcken in de Karten, Um en Sechsling, int Gelag, Edder ock nah ju bedüncken, Um en Kroßken uth tho drincken/ Is et doch nu hillig Dag. a Denn darna läth my(p) mar schnakken, Ick will't denn wol wieder backen O! dat is min erste(g) nit, Ehr het war wart wilck hem krigen, Wenn de Moth begunt tho stiegen, Und dat Hart im Munde sitt. Wenn dar is tho Disch gedragen, So must du em flitig(x) kragen, Ey nun Marten gode Fründt, e Ey, dör GOtt, nemt van den Schincken, Dar lüst ju ins up tho drincken, 5 Nemt, idt is(s) ju full woll günt. Kumbt he up Gredt Lummels Köste, Dat he dy ins(t) gröthen möste, Mit en Kroß, er mit en Kann: So sprick, ick hebt wol vernahmen, Ju Drunck is my sehr willkamen, Marten(u) stöt ju Naber an. Wo lang wilst du noch so leven, Und den Schüffel() altidt geven/ Endlich must du doch darby. Dörtig Jahr sind all verflaten, Dat ick dy hef(x) Carsten lathen, Wer idt nidt ins Tidt mit dy? Wiebke sprack ock dinent wegen, Gestern um de Klokke negen, Leve(y) Nechste ehrt ju Kind, Lath ju länger nig verstören, Bringt ju Dahler in de Hören, Wiel jy noch im Leven sind; Und de Warheit hier tho melden, Weet jy wol dat Hebcke selden, (o) Kamt an i. e. Kommt herein. (p) schnacken i. e, reden. Y nicht. (r) Kragen i. e. nöthigen. (s) mira& solenni: civilitas. (t) gröthen i. e. zu⸗ krincken. (u)& hoc accurate observatur. (vv) Schüssel geven i. e. Freyen einen Korb geben. () Carsten 1. e. faussen. 0 kechste/ so heissen sie die Verwandten und Bluts⸗ Freunde. Dicht 2. 2828799 Fer Scree 5 ui ate Ui. e. b gebel. fe. e/ 0 H. Theils II. Cap. der alten Dithmarscher. 99 Dicht kan holden, is nig schlimm? Krigt dat Marten recht tho weten, So het dar en Uhle seten, He geit fleuten dats vör jüm. Ock heb ick von dinen Sacken, All mit(a) Hebcke b) Fey gespracken, Er dünckt dat wol wesen mag; e Fey holt veel van Marten, arum rad ick dy van Harten, Sett hem nehnen(c) langen Dag. Kweet keen beter tidt tho ramen, Umb den(d) Sillmand lath hem kahmen, Dat is noch 7 Wecken lang: Länger deent het nich to töven, Ehr he mogt uns ock bedröben, Un gan enen andern Gang,, Mar dat seg ick dy tho vören, Lath keen Ja⸗Wort van dy hören, Ehr du dinen(e) Marck⸗Bref hest, Dar kanst du den Schalck mit dwingen, Dat he nig moth höher springen, Als du em den Tögel läst. Harcke seed, de(f) soercke Marten, De ligt mich so schwar in Harten, Dat ick altid sichten moet; Wo ick bin dar geit he schnüffeln, Wäd schall ick noch länger(g) schüffelu, Ja ick(h) summe Gott ick doet. Wilt du Fru in Huse wesen, Hey so wenn hem van de Nesen, Wehr he noch so hart un stiff, Lath hem nig de(1) Well erst krigen, Schust du em en Wort verschwigen, So werst du keen ehrlich Wyff. N 2 4 (2) Hebcke/ ein Frauens⸗ Nahm. 9 5 Mutter⸗Schwe⸗ er. (ec) keinen langen Tag setzen/ an welchem er bescheid haben solte. (4) September. (e) Marckbref/ gleichsahm ein Ehe Zart oder Berschreibung. (t) soercke/ freundlich/ lieblich. (8) Schüffeln i. e. Schüͤffel geben/ supra. ch) ist ein gemeiner Schwur. (1) die Welle kriegen d. e. vincere, superare. Das 100 Sparsamkeit I. Theils II. Cap. Das dritte Capittel. Von der Sparsahmkeit der alten Dithmarscher. ingleichen Von ihrer Speise und Getränck. Is haben die alten Dith marscher, wie auch die gantze Teutsche Nation, in alten Zeiten sich einer armsehligen Lebens⸗Art bedienet, sich mehrentheils von Käse und Milch, und mancherley Fleisch erhalten, wenig Brod ge⸗ habt und genossen, weil des Ackerbaues sie wenig gebrauchet, sondern die meiste Zeit mit Jagen und Weyden zugebracht, wie solches J. Cæsar de bell. Gall. be⸗ zeuget, welchem auch Lacitus beystimmet, wenn er schreibet, daß sie sich zu seiner Zeit mit schlechter Speise ernehret, als wilden Aepfeln, frischem Wilde und saurer Milch, und solche ohne eintzige Zubereitung, sine apparatu, sine blandimentis ( wie er es giebt) nur den Hunger zu stillen. Insonderheit ist in diesem Lande die saure Milch zur Speise sehr bequem, wenn selbige geronnen, gewärmet und von der Waddikke oder Heye abgesondert, mit Milch oder Bier genossen wird. Zur Sommer⸗Zeit stillet es den Durst und die Hitze, daher es denn auch von den Dithmarschern zur täglichen Nothdurfft gebraucht, und Keller genennet wird. Was sie aus dem täglichen Gebrauch der Buttermisch erübern, sammeln sie in eine Tonne zusammen, so viel, wie sie gut finden. Diese saure Buttermilch, wenn sie vorher von der Waddicke gesondert, wird in einen Beutel gethan, in ei⸗ nem Kessel gekocht, und sodann in der Lufft, aber nicht an die Sonne gehänget, damit die übrigen Feuchtigkeiten vollends abziehen können; wenn solches gesche⸗ hen, wird die getrocknete Milch aus dem Beutel genommen, und in ein ander Ge⸗ fäß oder auf ein Lacken geleget, damit es ferner austrocknen möge; nachdem wird sie klein gerieben, und durch ein Sieb gesichtet, auch so in ein Lacken gewi⸗ ckelt abgeleget, bis es sich von selbsten erwärmet, als denn wird es mit ein wenig warm Bier und frischer Butter wohl durch gearbeitet und in eine Tonne gethan, eine Weile hernach, etwa 14 Tage, wird es abermahl mit frischer Butter durch⸗ gearbeitet, so ist es fertig und heisset Käs⸗ Butter. Es wird von einigen vor eine F und angenehme Speise gehalten, doch de gustu non est dispu- andum. Ausser dieser Milch⸗Speise, Käse und Butter, haben die Dithmarscher guch sehr viel Rinder/ Schaaf⸗ und Schwein⸗Fleisch theils gesaltzen, theils auch . f gerau⸗ 3 ·— ̃ꝓF—gN— — 2. S S 5 Cp. alien, in enthels rod ge⸗ e meistt all. he⸗ u seinet saurer Mentis ande r und wird. on den toird. in stein rmich/ „in ei⸗ anget, gesche⸗ er Ge⸗ schdem n gebi⸗ wenig than dur lle abu: schet auch ab, II. Theils III. Cap. der alten Dithmarscher. 101 geräuchert, zu ihrem Lebens Unterhalt verbrauchet; Denn wie wir aus dem Cæ⸗ lare und Tacito oben erwehnet, daß sie des Jagens und der Weyde sich sehr beflissen, auch ihren grösten Reichthum in der Anzahl des Viehes gesetzet, so wa⸗ ren sie von solcher Sparsahmkeit, daß sie nicht alles auf einmahl verzehreten, son⸗ dern sie erspareten das meiste auf künfftige Zeiten mit Joseph in Agypten. Insonderheit ist dieses Land von G Ott an Weyden sehr gesegnet, daß es nicht al⸗ lein seinen Einwohnern, sondern auch denen benachbahrten Städten ein ansehn⸗ lich an gemästeten Vieh, Käse und Butter liefern kan; wohin auch vielleicht der Kayser Carolus M. in seiner Donation an den Bischof zu Bremen geziehlet, wenn er ungefehr schreibet: Septentrionalem illius partem quæ est piseium ubertate ditissima,& pecoribus alendis habetur aptissima, pio Christo& Apostolorum suorum Principi Petro pro gratiarum actione devote obtu- limus. Adami Histor. Eccl. I. 1. c. 10. i Ob nun wohl, wie gesagt worden, die alten Dithmarscher sich mehrentheils der Jagdt und der Weyde zu ihrer Speise gebrauchet; So ist dadurch eben nicht zu verstehen, als wenn sie den Acker wüste gelassen, und gar kein Korn zu ihrem Unterhalt, solten gebauet haben. Denn schreibet Tacitus an einem Ort: Fortissimus quisque ac bellicosissimus nihil agens, delegata domus,& pe- natium& agrorum cura fœminis senibusque& infirmissimo cuique ex Fa- milia. Und anderswo schreibet er: Daß der Herr von seinen Knechten, als von seinen Häurlingen, eine gewisse Anzahl Korn, Vieh oder Rinder fodere. Julius Cæsar gedencket auch umständlich, daß niemand gewisse abgetheilte Aecker und Gründe gehabt, sondern die Obrigkeit hätte jährlich einem jeden Volck und Familie ein Stück Landes nach Belieben zugetheilet; In folgendem Jahr aber hätten sie sich an einem andern Ort verfügen müssen; und das aus Uhrsache da⸗ mit sie nicht aus Liebe zum Ackerbau sich des Krieges entschlügen, auch damit sie nicht Gelegenheit bekämen viele Ländereyen durch Unterdrückung der Schwa⸗ chen und Armen an sich zu bringen, und daß einfolglich alle Lust zum Gelde, als fast die eintzige Wurtzel aller Uneinigkeit, aus dem Wege geräumet würde. Sol⸗ cher Gestalt haben die alten Dithmarscher eine schlechte Lebens⸗Art und sparsah⸗ me Haushaltung im Essen geführet, welches zu ihrer beständigen Gesundheit und starcken Leibes⸗Constitution ein Grosses beygetragen. Was aber das Trin⸗ cken anlanget, ist wohl nicht allemahl eine solche Mäßigkeit in Acht genommen worden. Denn ob sie zwar in alten Zeiten keinen Wein ins Land kommen las⸗ sen, der Meinung, daß durch Geniessung des Weins der Mensch weibisch, zum Krieg und anderer harten Arbeit ungeschickt würde, so haben sie doch das Bier von ihrem Ertz⸗Vater Marso, aus Hopffen und Maltz zu brauen erlernet, wel⸗ ches, oh wol nicht stärcker, doch 1 eben so bald der Menschen 1 3 102 Gastfreyheit I. Theils V. Cap. einnimmt, wie der Wein. Solchem unmäßigen Gebrauch des starcken Ge⸗ träncks sind die Dithmarscher mit allen alten Teutschen sehr ergeben gewesen, so noch leyder bey vielen jetzunder in steter ebung gehalten wird, da sie etliche Tage und Nächte dem Sauffen nachhängen und gleichsahm eine Ehre darin suchen, wo einer den andern in Sauffen überlegen; daher denn auch öffters groß Un⸗ glück, Mord und Todschlag entstanden; und ist es noch so gar lange nicht, daß die Weiber gewohnt gewesen, auf Hochzeiten, Kindtauffen und andern Gäste⸗ reyen der Männer Sterb⸗Kleider mitzunehmen, um solche im Fall der Noth zu gebrauchen. Von solchen Helden sind folgende Reime vor Alters gemacht worden: Die alten Teutschen unsere Vorfahren Konten wohl sauffen bey ihren Jahren, Becher verklahren. Sie setzten Kannen an den Mund Truncken sie halb gantz auf den Grund f Zur Stund. Wie ihre Kinder und Nachkommen Haben in dem nichts abgenommen, Ohne Frommen, Und könnens gleich sie eben wohl Und treiben bis sie werdeu voll und toll. Das vierte Capittel. Von Gastfreyheit der alten Dithmarscher. S. sind die Dithmarscher sehr Gastfrey gewesen, so wohl gegen Frembde als Freunde; der eine hat den andern zu Gaste gebethen, mit einer Schüssel frischen und geräucherten Fleisches(die allewege dazu bereit gehalten ward) auch wohl nach Gelegenheit des Hauses mit Fischen und andern Speisen stattlich und wohl trackiret, wobey ein ziemlicher Trunck mit vorgefal⸗ len, den sie ihren Gästen aus einer höltzernen Schaale und aus einer frischen Tonne Bier starck zugetruncken; diese Schaalen, so aus Eschen Holtz fein aatig und schlecht gedrehet, sind bey ihnen in höhern Werth und Ansehen nta = S n I. Theils V. Cap. der alten Dithmarscher. 103 denn güldene und silberne Trinck⸗Geschirr, und solche haben sie bey Verlöbnissen, Hochzeiten, Verträgen, und andern öffentlichen Gastereyen gebrauchet. Nach der Mahlzeit ist die Wirthin zu den Gästen mit einer weissen Schürtzen und sonsten wohl angekleidet in das Zimmer getreten, hat dieselbe freundlich gegrüst, und aus einer frischen Kanne Bier, und frischen und unge⸗ brauchten Schale zugetruncken und starck genöthiget, man möge doch fleißig die Schale ledigen, bittet zuweilen ihre Freunde, sie mögen doch die Frembden mit kragen(i. e. nöthigen) helffen. Die Wrrthin bleibet auch beständig vor dem Tisch stehen und wartet den Gästen mit auf, es sey denn daß eine Tochter im Hause, so das Jus holpitii vor ihr in Obacht nehme, alsdann sie sich mit nie⸗ dersetzet, sind also bey den Dithmarschern, wie bey den Persern, Uxores pi- gnus hospitii gewesen, und dabey man mercken solte, daß die Gäste einem an⸗ genehm. Solchem Gebrauch nach, und ihre Liebe gegen die Gäste sehen zu las⸗ sen, läst die Wirthin ihre Söhne und Töchter nach gerade einkommen, welche, nachdem sie die Gäste ehrerbietig gegrüsset, mit frischen Bechern, Schalen und Gläsern denselben von neuen zugetruncken, und unaufhörlich genöthiget, daß ih⸗ nen Bescheid gethan würde. So von den Gästen jemand aufzustehen von der Natur genöthiget, wird er von dem Wirth begleitet, und wenn er wieder in die Stube kömmt, gibt er einem jeden die Hand, sprechende: Gott gröte unsen leven Herren Werth/ seine le ve dögtsahme Srue und Werthinne/ siene leve Soöͤhne/ siene leflicke Tochter/ alle gude Herrn und Freunde/ den enen so wohl als den andern/ mit Ehren bin ick obgestahn/ mit Ehren will ick wed⸗ der by ju sitten gahn/ sid gegrötet altosahmen. Damit stehen alle Anwe⸗ sende wieder auf, geben ihm die Hand, und bitten er wolle sich wieder bey ihnen niederlassen. Und so gehet das Trincken wieder an, und bringet die Wirthin noch mehrere Trinck⸗Geschirr, daß zuweilen mehr Becher und Gläser auf den Tisch stehen, als Persohnen in der Gesellschafft vorhanden. Wenn die Aus⸗ heimischen solcher Gestalt von jemand zuweilen bis in die 2 und zte Nacht bewir⸗ thet worden, begleitet sie der Wirth, insonderheit so es seine Gelegenheit nicht wei⸗ ter leiden wollen in das nechste Haus,(ob sie gleich nicht gebethen,) werden da⸗ selbst ebenfals sehr wohl, wie vorhin, nach Vergnügen tractiret, sie seyn bekandt oder unbekandt, so viel die Herberge betrifft, jst unter ihnen kein Unterscheid. Daß man also mit Fug von Dithmarschen mit jenem Frembden sagen mag: Es ist ein Land, da man sich aussauffen und ausfressen muß; Und solchen Fleiß und Mühe haben die alten Dithmarscher sich gegeben, ihre Gäste frölich zu machen, und alle Liebe und Dienste zu erweisen, daher man auch im Sprichwort hat: Dithmarscher Ehre, stolte Ehre, oder wie der seel. Hr. Petrus Boje, Præpositus in öffentlicher Predigt gerühmet; Dithmarscher Ehre findet man 1* 7 Gastfreyheit I. Theils IV. Cap. mehr. Helmoldus sagt von ihnen: holspitalitatis gratiam sectantur. Ist also von denen Dithmarschern sehr wohl und löblich in Acht genommen worden, was julius Cæsar von den alten Teutschen schreibet: Holpites violare fas non pu- tant, qui quaque de causa ad eos venerunt, ab injuria prohibent, sandtosque habent: lis omnium domus patent, victusque communicatur. Und Taci- tus de moribus Germ: schreibet: Convictibus& hospitiis non alia gens effu- sius indulget: quemcunque mortalium arcere teco nefas habetur: pro fortuna quisque apparatis epulis excipitur&c. So ist auch nach Pontanĩ tract: de Con viviis Ausspruch bey allen Völckern, insonderheit bey denen alten Marsern, die Gast⸗Freyheit als eine rühmliche und löbliche Gewohnheit genau beobachtet worden: und ob zwar das übermäßige Trincken von einigen daben könnte als etwas Lasterhafftes ausgesetzet werden, so wolle man betrachten, daß bey dergleichen Frölichkeiten die Alten so genau die Schrancken der Mäßigkeit nicht haben oblerviren können; bey denen die Freundschafft und der Trunck ohne allen Betrug und Falschheit gewesen. So mag auch einiger massen statt der Entschuldigung dienen, daß der sonst strenge und ernsthaffte Plato bewilliget, daß man zuweilen mit Trincken sich wohl ein wenig vergehen möge, weil etliche Laster durch Frölichkeit bey dem Trunck können gemildert werden, die mit der Strenge nicht zu corrigiren. Lieset man doch Gen. 43, daß Joseph bey der An⸗ kunfft seiner leiblichen Brüder selbige herrlich tractiret, und ist insonderheit zu be⸗ mercken was Verl. 34 stehet. Und man trug ihnen Essen für, aber dem Benja⸗ min ward fünff mahl mehr denn dem andern, und sie truncken, und wurden truncken mit hm. Da nun dieses dem Joseph wegen der übermäßigen Freu⸗ de, so er durch die Ankunfft seines Brudern Benjamin empfunden, vor keine Sünde gerechnet wird, warum solte denn auch nicht denen alten Dithmarschern vergönnet gewesen seyn, einen überflüßigen Ehren⸗ und Freundschaffts⸗Trunck den andern zuzubringen. Ich will aber keinesweges hiedurch denen Truncken⸗ bolden das Wort geredet haben, als welche eine sündliche Gewohnheit daraus machen, sondern ich rede von ehrlichen ehrbahren Leuten, wenn solche ausseror⸗ dentlich ein poculum hilaritatis abstechen, und denn gilt auch das alte Dith⸗ marscher Sprichwort: En ehrlick Mann supt sick wohl enmahl duhn/ averst en Schalck; hödet sick davör. *** Das * ein vernünfftiger Mensch. = 7 1 I. Theils V. Cap. und Geschicklichkeit der Dithmarscher. 105 0 pon 5 1 — bas a e 44 125 Das fünffte Capittel. que 3 5 a 5 15 Von der Natur, Geschicklichkeit, und insonderheit von effu. 5. 8 2 95 der Poẽsie derer Dithmarscher, ingleichen auch von tali ihren Täntzen. walten t gau ornelius Tacitus nennet die Teutschen insgemein gentem nec astutam i dabey nec callidam, ein Volck so weder listig noch verschlagen, welchen J: Bapt: N, daß Eginhardt in præf. ad Minut. beypflichtet, wenn er denen Nord⸗Völ⸗ igkeit ckern folgenden Ruhm beyleget: Arctoæ Gentes hoc omnes habent, ut mĩ- Nunck nus insidiosæ& fallaces sint. Welches Lob die Dithmarscher sich auch bil— en statt lig annehmen, und andern Nationen gerne das Prædicat von Arglistigkeit gön⸗ Jliget, nen, wenn man nur übrigens darin der Warheit beytritt und gestehet, daß sie leliche verständige, vernünfftige und s innreiche Leute seyn, bey denen eine natürliche Fä⸗ nit der higkeit, auch die verborgensten Wissenschafften zu begreiffen; welche wegen ihres e n⸗ ausnehmenden Verstandes und besondern Geschicklich keit bey Kaysern und Kö⸗ zu be⸗ nigen sich in sonderbahren Ruhm und Gnade gesetzet. Mit welcher Klugheit desha⸗ und Vorsichtigkeit sie dieses Land regieret, erhellet ja aus dem sattsahm, daß sie in hulden die 400 Jahr ein so kleines und unbewehrtes Ländgen vor denen mannigfaltigen Freu; Anfällen der Könige und Fürsten muthig beschützet, und bey auswärtigen Krie⸗ r keine gen eine solche vorsichtige Conduite geführet wodurch ihre Freyheit nicht allein chern befestiget, sondern auch die Balance zwischen denen Puiflancen zum Theil unter⸗ drunck halten worden. Kurtz zn sagen, sie sind ore& manuConsultoresPatriæ gewesen, cken⸗ ernsthafft, gravitätisch und zu wichtigen Geschäfften sehr geschickt; die durch Jani haraus Vorsichtigkeit alles zukünfftigeUnglück vorgebeuget, und durch kluge Rathschläge Issetol⸗ nud tapfere Faust die angedrohete Gefahr von ihrem ande abgekehret. Ich könte Dih⸗ zu der Bestätigung ein weitläufftiges Register derer Manner, so durch Geschick⸗ dn/ lichkeit und Gelehrsahmkeit, sich einen unsterblichen Ruhm erworben, aus den al⸗ ten und neuen Zeiten anführen, wenn ich nicht besorgte, daß dadurch die Gräntzen einer allgemeinen Landes⸗Beschreibung überschritten würde, werde aber künfftig⸗ hin die gebührende Achtung solcher ansehnlichen Männer anzuführen Gelegen⸗ heit nehmen, und mag es hier genug seyn von der besondern Geschicklichkeit des 5 seel. Nicolai Ursi, aus Henstedt büͤrtig, etwas zu berühren. Dieser ist in seiner 00 Jugend ein Hirte gewesen, und wie er schon 18 Jahr alt, hat er sich bey dem Schweinhüten nach e dergestalt im Lesen und S — 7 ö 1 e . 1 00 5 N 9 0 0,0 . 4 1 10 . 0 4%% 1000 6 100 100 1 185 * 15 0 404 e 5 016 0 1 1 e ne 1 93 5 3 . 10 i 10 4 1100 0 0 1900 5 J 1 100060 — 9 5 10 f 1 0 nne hne ö l 1 en 3 16 1 ö 1 111 79* ö 6 1 1 0 1 00 1 0 4 ö n 4 14606ůů 0 100 0 5 40 1 in 1 0 5 9 15 nee N„ 1 1 6 100 0 1 e 1 — p ⅛—7¼)ꝓXk!!᷑⁊᷑⁊᷑. ⁊ᷣͤ̃ꝗ œ9!rNAN“Ñ e ¾.—ͥ ²˙ m 106 GSeschicklichkeit II. Theils V. Cap. ben geübet, daß er nachgehends auch ohne weitere Anführung nicht allein der La⸗ teinischen, Griechischen und Fumedslchen Sprache Meister geworden, sondern auch allen Philosophischen Wissenschafften so obgelegen, daß er andere hin⸗ wiederum zu lehren und darüber zu schreiben fähig gewesen ist. Denn A. 1782 hat er sich in Dännemarck als Hofmeister bey jungen Edelleuten gebrauchen lassen. Ao. 1585 ist er nach Pommern gegangen, da er sich gerühmet, er habe ein neu Systema a stronomicum erfunden, so von denen Principiis des Tycho Brahe in vielen Stücken weit abginge, daher er A0. 1586, nachdem er von V/ ilnelmo, ęand⸗Grafen zu Cassel, entdecket worden, mit Ty cho Brahe in einen Streit gerathen, darin sie sich ein ander des Plagü beschuldiget. A0. 1588 und 89 hat er zu Straßburg mit Erlaubniß des dasigen Professoris, Dav. Wolken stenii, über die Nathesin privatim gelesen, und seine Fundamenta Astrono- mica drucken lassen, wie er denn auch verschiedene andere Schrifften durch den Druck der gelehrten Welt mitgetheilet: als seine Opinion und Jahr⸗Rech⸗ nung von der letzten Zukunfft, von der Geodærsia, von der Rechen⸗Kunst und von der Geometrie in Genere&. daher er sich mit dem Zunahmen 4/10. DID AR TO genennet, sonst hat er in seinem Leben sich sehr modest gufgefüh⸗ ret. Er selbst schreibet in seinem Systemate mundano adversus Tych. Bra- heum, Rothmannum und Helisæum Roslinum, von sich: Scholas, rusti- cum se vocans Dithmarsum, uti sus hortum percucurrit& vix a limine salu- tavit, sed a stiva illico singulari quodam fato ac genio in Remp. literariam irrupit. Vornemlich hat er sich in Mathesi so distinguiret, daß er an dem Kay⸗ serl. Hof gefodert und von Rudolpho II. mit herrlichen Dignitäten beehret worden. Da er auch auf der Universität zu Prag über die Astronomie und Mathesin bis 1598 gelesen, da er erfahren, daß Thycho Brahe von dem Kay⸗ ser beruffen worden, dessen Gegenwart er nicht leiden können, deswegen er entwi⸗ chen, und kurtz darauf gestorben. Insbesondre wird an den Dithmarschern eine angebohrne Bered⸗ samkeit gerühmet, und daß sie mit einer durchdringenden Anmuth eine Sa⸗ che vorzustellen sehr geschickt sind, wie sie solche bey denen verschiedenen zu Itzehoe und sonsten gehaltenen Land⸗Tägen derer Könige und Fürsten zur Gnüge erwiesen. ornehmlich wissen sie ihre beredsahme Zungen in Processen, als wozu diese Nation vor andern incliniret, weitlich zu gebrauchen, und können durch ihre natürliche Verschmitztheit auch den erfahrnsten tum in Confusion setzen, weil die tägliche lebung den modum procedendi und die Landes⸗Gesetze ihnen mehr denn bekannt gemacht: daher auch ein gewisser Poet von ihnen schreibet. f De Dithmarscher 55 gar wiet bekannt, Se sind up alle Ding behandt, Van 0 Ch. der Jg⸗ onder re hin⸗ 182 duchen e habe Tycho er von essenen Jö d Volken. strono. urch den Rech⸗ ind von 4770. füh⸗ B. Bra. 1980 Usti. e salu- tarlam mKay⸗ bechtet nie und m Kay⸗ entw Beteb⸗ ne Si piedehen Fusten gen in duch tum/ oe loet Van I. Theils V. Cap. der alten Dithmarscher. 10% Van Natur geschwind in Rechtegang Dat hangt ehnen an er leventlang. Ferner so erkennet man die guten Ingenia derer Dithmarscher daran, daß sie sich in der Poesie und in der Music starck geübet, und denen Sächsischen Bardern darin nichts nachgegeben, wie solches die vielen allen Gesänge, von ihren Krie⸗ gen, heldenmüthigen Thaten und wunderlichen Geschichten, künstlich nach da⸗ mahliger Art gedichtet, ausweisen, so sie in ihren Freuden⸗Tagen und Ge⸗ sellschafften abgesungen; ihre Thaten nicht allein in frischem Gedächtniß zu er⸗ halten, sondern auch die Jugend zu gleicher Tapferkeit anzufrischen, und von La⸗ ster und Schande abzumahnen; wiewohl unzehlige Lieder verlohren gangen, die uns sonst von vielen Geschichten hatten unterrichten kösen. Damit aber die übri⸗ gen desto länger in Gedächtniß bleiben mochten, haben sie nach denselben sich im Tantzen bequemet, daß sie nach Erforderung der Worte und delodie den ritt zu halten, den Fuß fortzusetzen wissen, und mit allen Geberden vergleichen kön⸗ nen. Es sind aber solcher Tantz⸗Lieder zweyerley. I. Wenn 2 und 2 täntzen, welches sie einen Paaren⸗Tantz nennen, so allererst Ao. 15 kurtz vor der Fehde bekandt geworden. 2. Der Lange⸗Tantz, darin sich alle so tantzen wol⸗ en, nach der Reyhe anfassen und dieser ist wieder zweyfach/ erstlich der Trümme⸗ cken⸗Tantz, so mit Tritten und Hand⸗Geberden sonderlich verrichtet wird; er ist aber bey vielen nicht mehr in Gebrauch: hernach der lange Tantz, bestehet fast in springen und hüpffen; dieser Art sind die meisten Dithmarscher Lieder und Ge⸗ sänge, deren etliche ich auch dem Leser bey Gelegenheit mittheilen werde, um ihm einige Geschichte so viel deutlicher vorzustellen. Dieser lange Tantz wird also gehalten: Der Vorsänger mit einem Gläßlein in der Hand fänget an, und sin⸗ get einen Vers, darauf die gantze Gesellschafft, so singen können, antworten und selbige Worte repetiren: wenn der Vorsänger den andern Vers angefangen, tritt derjenige hervor, den Huth in der Hand haltend, so forttantzen, und den Tantz führen will, tantzt gemählig in das Zimmer umher, und führet dadurch die andern zum Tantz, so dann fassen sie sich alle nach der Reyhe an, und wie der Vortäntzer sich richtet nach dem Gesang des Vorsängers, so richten sich die übri⸗ gen nach ihrem Vortäntzer, und geschicht dieser Tantz mit solcher Einigkeit und Harmonie durch einander, daß auch ein Vortäntzer in die 200 Persohnen in der Reyhe führen kan, ohne die geringste Contusion zu besorgen. Es haben aber die Dithmarscher ihre besondere Gaben in der Poesie nicht allein der weltlichen Lust und Freude gewidmet, sondern wie das Licht des Heil. Evangelii wieder bey ihnen hervor geleuchtet, so haben sie auch Geistl. Lieder ge⸗ dichtet und G Ott zu Lobe gesungen. Der Hr. Nicolaus Boje, Senior, aus dem O 2 Voigd⸗ 108 Täntze II. Theils V. Cap. VoigdmanneGeschlecht in Weßlingbühren, hat das sehr schöne Lied: O Gott wir dancken deiner Guth/ allererst G Ott zu Ehren gesungen, welches nachhe⸗ ro bey allen Gastereyen, Kind⸗Taufsen und Hochzeiten, anstat das Gratias nach der Mahlzeit gebrauchet worden also hat auch M. Nicolaus Boje, Pastor zu Meldorff, aus dem Voigdmanner Geschlecht zu Windbergen, das geistreiche Lied: G Ehrist wir dancken deiner Guth ꝛc. und den Lob⸗Gesang Zachariæ in einen Gesang gebracht, und sich sonderlich beflissen, daß er die Worte des Heil. Geistes behalten mochte, wie dann der seel. Lutherus dieselbe gelobet und mit un⸗ ter seineu Psalmen drucken lassen. N Zum Beschluß dieses Capittels will ich einige Lieder mit anhangen, wor⸗ nach sie ihre Täntze gehalten. 5 Ein Trümmecken⸗Tantz. Herr Hinrich und siene Bröder alle drey vol grone Se bunden een Schepken, tor See, um de Adliche Rosen⸗Blome Da dat Schepken rede was, voll grone, 5 Se setten sick darin, so föhrde alle daher um de Adeliche Rosen⸗Blome, Do so Westwerts averkemen vull grone a f Do stond dar een Goldschmits Söhne vör de Döhr mit de Adliche f Rosen⸗Blome, Weset my willkamen ji Herren alle drey gar hübsch und schone Will ji Mede, effte will jj nun Wien sprack de Adliche Rosen⸗Blome Wy willn neen Mede, wie willeu neen Wien vull grone Wy willen en Goldschmidts⸗Tochter han, de van de Adliche Rosen⸗Blome Des Goldschmidts⸗Tochter krieg ji nig gar hübsch und schone Se is Lütcke Leicke al togesegt, de Adliche Rosen⸗Blome. Lütke Leicke de krigt se nig vull grone Dar will wie drey unse Halse um wagen um de Adliche Rosen⸗Blome Lütcke Leicke tog ut sien blanckes Schwerd vull grone He houde Herr Hinrich sien lüdgen Finger aff um de Adliche Rosen⸗Blom. Herr Hinrich tog ut sien blanckes Schwerdt gar hübsch und schone He haude Lütcke Leicke sien höbende wedder af, um de Adliche Rosen⸗Blome Ligge du alldar ein kruse Kroll vull grone 8 Myn Hert is hundert dusent Freuden voll, um de Adliche Rosen⸗Blome Lutcke Leicke siene Kinder werden also sehr vull grone Morgen schälen wie unsern Vader begraven um de Adliche Rosen⸗ Blome. Sprin⸗ II. Theils V. Cap. der alten Dithmarscher. 09 Springel- oder Lange⸗Tautz. Du geit hir gegen den Sommer, gegen de leve Sommer⸗Tidt, De Kindercken gahn spehlen an dem Dahl, dat sprack en Wvff, Ach Mönnecken min leve Moder, moste ick aldar tom Aven⸗Tantz gahn Dar ick hör de Pipen gahn, und de leven Ttrummel schlan, Ach neen! min Tochter nichten dat, du schalt du schalt schlaepen gahn, Ach Mönnecken myn, da deit my de Noth, dat deit my de Noth, Kan ick tom Avend⸗Tantz nich, so mut ick sterven Doth. Ach neen du myn Dochter, alleen schalst du nig gahn, So weck op dinen Broder und lath em mit dy gahn, Min Broder is junck, is man en Kind, ick weck em altes nicht/ Veel mehr weck ick een andern Mann, denn ick sprecken schall. O Dochter min! GOtt geve dy grot Heil, GOtt geve dy grot Heil, Nu ick dy nich stüren kan, so gah du all dar hen. Do se tom Avend⸗Dantz kahm, to den Kinderspeele gahn, Se leth er Ogen herummer gahn, ehr se den Richter fand, De Richter de was grot, he toeg aff synen Hoet, He toeg aff synen Hoet, he küssede se vör den Mund, An den Tantz dar se stund. Von eiteln unmöglichen Dingen. A weet my een schöne Maget, De minen Harten wol behaget, Ick nehm se gern thon Wyffe. 1. Konde se my van Haverstroh, Spinnen de kleene Sieden, Scholde ick dy van Haverstroh, Spinnen de kleene Sieden. 2̃. So schast du my van Linden⸗Loeff Een ny paar Kleder schniden, Schall ick dy van Linden⸗Loeff, Een ny paar Kleder schniden. 3. So schalst du my de Scheere haln⸗ So middewegs uth den Riene, Schall ick dy de Scheere haln, To middewegs uth den Riene. 3 O 3 5 Se 110 Täntze 4. So Schalst du my een Brügge schlan, Van eenen kleenen Riesen, Schall ick dy een Brügge schlan, Van eenen kleenen Riesen. a 5. So schalst du my de Söben⸗Stern, An hellen Middag wiesen, Schall ick dy de Sövben⸗Stern, An hellen Middag wiesen. 6. So schalst du my de Glasenburg, Mit eenen Pferd op rieden, Schall ick dy de Glasenburg, Mit eenen Pferd up rieden. 7. So schalst du my de Spaaren schlan, Wol van den gladden Ise, Schall ick dy de Spaaren schlan, Wol van den gladden Ise. 5 8. So schalst du se aver diene Vöte schlan, Am heten Sommerschiene. Schall ick se aver myne Vöte schlan, Am heten Sonnenschiene. 9. So schalstu my eene Schwepe dreyen, Van Water und van Wine, Schall ick dy eene Schwepe dreyen, Van Water und van Wine. 10. So schalst du my de graven Steen, Tho klenen Peper wriefen, Schall ick dy de graven Steen, Tho klenen Peper wriefen. i 11. So schalst du my alle wilde Schwien, In enen Kafen driefen, Schall ick dy alle wilde Schwien, In enen Kafen driefen. 13. So schalstu my dyn Moder geven, Vor Jungfer tho eenen Wyfe. Schall ick dy myn Moder geven, Vor Jungfer tho eenen Wyfe. 13. So schalst du hangen 7 Jahr, Und wedder warn thon Lieve, De Düvel uth de Hellen⸗ Grund, De kan dy my verdriefen. II. Theils V. Cap. Ein . c Ein a——— ä— ——— II. Theils V. Cap. der alten Dithmarscher. 111 Ein ander dergleichen Lied. Ick will ju singen, ick will nig legen, Gg ck sag der Braden Höner flegen, Se flogen gar sehr und schnelle, De Bükse hadden se nah den Hemmel gekehrt, Den Rükken nah der Hellen, Een Ambot un een Moelensteen, De schwimmenden beyde äver den Rien, Se schwämmenden also liese, Idt fradt een Pog een gloent Plogschart, To Pingsten op dem Ise. ö Idt wolden drey Kerls een Hasen fangen, Se kehmen up Krücken und Stelten gangen, De ehne de kunde nig hören, De ander was Blind, de drüdde Stumm, De veerde konde keen Voet röhren, Nu will ick ju seggen wo did geschah, De Blinde allererst den Hasen sah, Der ävert Feld hergedrafen, De Stumme sprack den Lahmen tho, De kreg em by den Kragen. Idt seegelten etlicke up een Land, Ehr Seegel hadden se im Wind gespannt, Se seegelten by groten Hupen, Se seegelten up een hogen Barg, Da musten se alle versupen. De Krefet de dede den Hasen entlopen, De Warheit kommt by groten Hopen, Und blief doch nicht verschwegen. Idt lag een Koh⸗Huth up den Dacke, e was dar hennup gestegen, Hiermit will ick myn Wort beschlüten, Went schon alle Lüde dede verdreten, Un will uphören tho legen, N In myn Land sind so grot de Flegen, Als hier tho Land de egen. 112 n Tapferkeit Das sechste Lapittel. Von der Tapfferkeit der alten Dithmarscher. S sind die alten Dithmarscher lange starcke und wehrhaffte Männer ge⸗ II. Theils VI. Cap. wesen, sehr streitbahr etwas keck und unverzagten Gemüths, den Kriegen gantz ergeben; bey denen eingetroffen was dorten Zolimus J. 3. von denen Sachsen insgemein schreibet: Saxones omnium eas regiones incol- lentiumBarbarorum& animi& corporum viribus,& laborum in prœliis to- lerantia fortifsimos habitos. Vor denen sich jedermann gefürchtet, und sich zum sterben bereitet, wenn es zum Treffen gehen solten, daher ein Sprich⸗ wort entstanden; wer unglücklich kriegen will, der fange es mit den Dithmar⸗ schern an, und wer will geschlagen seyn, der zancke sich mit ihnen. Sie hielten es vor eine grosse Zag⸗ und Faulheit, dasjenige mit schwerer Arbeit zu erwerben, was sie mit Fechten und ihrem Blute erwerben könten: ja ihr hertzhafft Gemüthe war so groß, daß sie mit jenem Gallischen Gesandten dem Alexandro Magno antworten konten, sie besorgten nichts denn daß der Himmel ihnen auf den Kopf fallen möchte. Rauben, und seinen Nachbahren zu befallen war bey ihnen kei⸗ ne Schande(wie Petersen in Chron. Holl. schreibet) sondern es wurde vor eine grosse Ehre gehalten, wenn sie durch Rauberey etwas gewinnen konten, und was sie denn also verrichteten, entschuldigten sie damit/ daß die Jugend etwas mü⸗ ste vorhaben, damit sie nicht sich, durch Faulheit, zu künfftigen Verrichtungen un⸗ tüchtig und ungeschickt machten, wie Jul. Cæsar schreibet: de bello Gallico: La- trocinia nullam habent infamiam quæ extra fines cujusque civitatis fiunt: atqve ea juventutis exercendæ ac desidiæ minuendæ causa fieri prædicant. Und Helmoldus schreibet, wie wir hernach sehen werden, solche Nauberey nicht der Boßheit, sondern der Noth bey, propter barbarorum vici- niam. Dahin auch Graf Adolffus der II. zu Holstein zielet wie die Seinigen unversehens von den Wenden überfallen wurden. Marcomannos oportet duram habere patientiam& prodigos esse sui sanguinis. Dank. Holstein: Chron: p. 26. Ist es also bey aller dieser Land⸗Art eine edle Tapferkeit, und zu der Zeit nicht straftwürdige Gewohnheit gewesen, davor haltende: daß zu Erwei⸗ sung eines rechtmäßigen Besitzes schon genug wäre, wenn sie es mit ge waffneter Hand geraubet. Crantzius in Vand. sschreibet, daß zu seiner Zeit diese Christen der Meinung gewesen, weil sie dem Krieg folgeten, es auch billig wäre, daß der schwächeye den stärcksten zu Raube würde; wie man von denen wilden Wachen ischen 05 let ge⸗ legen , Hol ineol⸗ Ellisto. „ und Sprich; chmat⸗ hielten erben, sänlͤthe NHagno Kopf en kei⸗ de dor N und as mü⸗ gen un⸗ o: La · vitatis sa flexi solcht m vici einigen oportet jolltein: „ und Eu vf Guten daß det Tieren, sche I. Theils VI. Cap. der alten Dithmarscher. 113 Fische im Meer, und Dögeln in der Lufft ein natürlich Beysßiel hätte; kan man also nicht absehen, was die Hollsteinischen Scribenten als den Kellinghusen, Ranzovium in Elog: parent. bewogen, solches denen Dithmarschern allein so übel auszulegen, und ihnen die schimpflichsten Beynahmen zu geben, und crude⸗ les Barbaros, sceleratos hostes, Cyclopas, Gigantes, gentem ferocem, & effrenem zu nennen; Denn wenn sie nur den Helmoldum recht eingesehen, und erweget hätten, so würden sie befunden haben, daß diese schöne brædicata nicht den Dithmarschern allein, sondern der gantzen Nord ⸗Albingischen Na- tion(worunter die Hollsteiner begriffen) beyzulegen seyn, im Fall es damahlen ein Laster B gewesen. Wäre also weit besser, sie hätten sich einer vernünfftigen Moderation in ihren Schrifsten gebraucht, um nicht ihre eigene Schande vor aller Welt Augen zu legen: denn also schreibet er l. 1. c. 48. tres sunt Nord Al- bingorum populi, Sturmarii, Holzati, Thetmarsi nec habitu nec lingua multum discrepantes, tenentes Saxonum Jura& Christianum nomen, nisi, quod propter Barbarorum viciniam latrocinĩis operam dare consue ve- rint. Des Helmoldi Continuator Arnoldus, Abbas Lubecensis l. 2. c. 32. gibt ihnen folgendes Prædicat: Saxones qui Holsati dicuntur(darunter er auch die Dithmarscher e viri sunt absque misericordia,& humanĩ sanguinis avidissimi. Die Länge, Stärcke und Tapfferkeit der alten Dith⸗ marscher weiter auszuführen, braucht es keinen mehrern Beweises, als die eugnisse ihrer damahligen Feinde selbsten in etwas zu berühren, daher sie auch is auf die letzte Niederlage Gens invicta& liberrima geachtet worden. Cilicius subEffigie Jo. Ranzovii nennet sie Corporibus vastis magna se mole gerentes, gentem im̃ani robore pollentem: und an einem andern Ort schreibet er von ihnen, daß sie Leute seyn membris torosis, lacertisque grandibus& vi- ribus indefessis, qui quantum a viris fortibus in extremo salutis discrimine positis, fieri præstariqve potuit, obstinatissime pugnarent, propellerentque, nec stationes suas quam quisque sortitus esset, fuga deserere sed corpori- bus tegere cogitarent, cum ne uno quidem confecti vulnere ad terram statim proni caderent. Joh. Ranzovius beym Cilicio rühmet die Dithmar⸗ scher, wenn er befürchtet, seinen Soldaten möchte der Muth entfallen, wenn sie sehen würden wie die Dithmarscher an einem nicht festen Ort quam pro⸗ digiosis corporibus quanto periculi& mortis contemtu, quanta animo- rum rabie& pertinacia sie iht Vaterland vertheydigten. Den besten Ruhm legt ihnen bey Hertzog Adolff, Gottseeligen Andenckens, wenn er seine Soldaten er⸗ innert: Ein jeder sehe sick wol vör, do de Ogen op und de Füste to, der eenen Dithmarscher schleit, mag seggen dat he eenen Kerl geschlagen hefft, darum sche⸗ tet nich, ehr jy ehnen dat witte in de Ogen seht. i 1 NY Die⸗ 114 Tapferkeit der Dittmarscher. II. Theils VI. Cap. Diesen unsterblichen Ruhm der Tapferkeit haben sich auch die Frauen mit angemasset, denn sie nicht allein ihren Männern im Kriege gefolget, und zur Hertzhafftigkeit angefrischet, sondern sie haben auch mit Hand angeleget, sich in die Bataille gemischet, und manchem kühnem Held das Lichtlein ausgeblasen. Wir finden beym Cilicio, daß in jüngster Fehde viel Frauen in vollen Harnisch und Gewehr unter den Männern gefunden worden, und über weibliche Natur und Vermögen gefochten, daß auch eine Frau 2 Landes Knechte mit einem Mes⸗ ser nach einander erstochen. So wird auch das Andencken der unerschrockenen Jungfer unvergänglich seyn, welche Ao. 1 J00 das Fähnlein geführet, und die wenigen Dithmarscher der gantzen Dänischen Armee entgegen gestellet, auch durch ihr Exempel und freymüthiges Zureden einen solchen Muth bey ihnen er— wecket, daß sie nechst Göttlicher Hülffe den Feind geschlagen, und eine wunderns⸗ würdige Victorie erhalten; weil aber diese und mehrere Geschichte von der Fräulichen Tapferkeit künfftig vorkommen, so habe solche nur kürtzlich hier be⸗ rühren wollen; Genug, daß dadurch erwiesen, wie sie ihren Männern an Tapfer⸗ keit nichts nachgegeben, und also der alten Teutschen Frauen würdige Nach⸗ kommen gewesen; Von welchen Julius Cæsar, Corn: Tacitus und andere Scribenten weitläufftiger können nachgelesen werden. Das siebende Capittel. Worinn die Befestigung des Landes Dithmar⸗ schen bestanden. 2 aß vor vielen Jahren, keine Vestungen und bemaurte Städte in Teutschland gewesen, und die Römischen Kayser dieselbe zuerst angele⸗ O get, ist aus dem Tacito und Jul: Cæsare genugsam zu erweisen. Die Städte aber so bey ihnen den Nahmen gehabt, sind dicke Höltzungen gewesen, mit einem Wall und Graben befestiget, da sie vor dem ersten Anfall der Feinde ihre Zuflucht genommen, und sich versammlet, davon auch Jul: Cæsar klärlich zeuget l. 6. de bello Gall: Der Städte gröͤster Ruhm ist, daß sie nach Verwüstung umliegender Gräntzen, grosse und wilde Wüsten um 15 haben, sie achten es vor eine besondere Tugend, wenn die verjagte Nachbahren ihre Aecker verlassen müssen, und ihnen nicht in die Nähe kommen dürffen. Welche Passage krilch. linus in der Comœdie de Julio redivivo sehr artig beschreibet, und Teutsch⸗ land perpetuam Sylvam nennet. Tacitus de mor: germ: gibt es silvis horri- da auch paludibus da. Solche Gewohnheit ist sehr lang bey den. 2 2 hern Cc. Frauen ind zur sichin 11 ni Natur n Mes⸗ ackenen die et, uch ihnener, ndern; bon det hier be⸗ Tapfer⸗ Nach⸗ agdere 4 dt in angele⸗ Die ewweses, Funde faärlch wͤstung schtenc belli ich. feulch⸗ hori- cht schen II. Theils VII. Cap. Befestigung des Landes. 115 schern geblieben, bis daß Meldorff und Lunden Stadt⸗Gerechtigkeit von dem gantzen Lande erbethen, und erhalten; da haben sie sich doch mit geringen Gra⸗ ben und Wällen behelfen müssen, der Mauren nicht zu gedencken, geschweige denn zu erbauen; Nach der Meinung Themistoclis, so die Athenienser leh⸗ rete: patriam municipes esse, non mœnia, civitatemque non in divitiis sed in Civibus positam. Sie haben also keine Vestungen im gantzem Lande gehabt, ausser was die bekandte Landwehren oder Linien von der Au⸗Brücke bis nach Meldorff gewesen, als welche nur in schlechten aufgeworffenen Wällen und Ab⸗ schnitten bestanden, den Feind von fernern Einfall in der Marsch abzuhalten, als deren Defension sie sich besonders angelegen seyn liessen. Diese Landweh⸗ ren wurden eigentlich in die Süder⸗ und Norder⸗Hamme eingetheilet, so mit 2 oder 3 doppelten Graben, an etlichen Orten vor der Marsch mit Höltzungen dick bewurtzelt und bewachsen, und gehet nur ein enger Weg von 3 Steinwurff breit durch solche Hamme, so noch dazu auf beyden Seiten mit einem tieffen Gra⸗ ben versehen ist. Und da etwan einige Schantzen von denen Grafen, Fürsten und Königen aufgeworffen/ so haben sie doch der ersten Gelegenheit sich bedienet, dieselbe zu Grunde wieder niederzureissen; Was sie nun zu der Resolution ge⸗ bracht, ist leicht aus der Historie und Zustand damahliger Zeiten abzunehmen, denn so hielten sie die Befestigung eines Ortes ihrer alten und erfochtenen Frey⸗ heit zuwider und höchst schädlich, dieweil sie sahen, wie sorgfältig sich die Fürsten erwiesen in Befestigung eines eroberten Orts, um denen Dithmarschern dadurch ein Gebiß oder Zaum anzulegen, und wenn er befestiget/ wie die Herrn darauf getrotzet, welch Schade und Gewalt ihnen daraus zugefüget, und welche Mühe es gekostet, solche munimenta servitii wieder zu erobern. 2. So ist ja bekannt, daß sie allemahl bey entstehendem Kriege sich aus der Geest in die Marsch hinunter gezogen, und deren Erhaltung sich hauptsächlich an⸗ gelegen seyn lassen; Alldieweil die Marsch durch die viele tieffe Graben eine na⸗ türliche Befestigung hat, theils auch mit Hülffe der Schleusen das gantze Land in kurtzer Zeit unter Wasser gesetzet werden kan. Denn wenn die Geest, so al⸗ lenthalben ein offnes Land, hätte durch Schantzen und andern Vestungen in Defensions. Stand gesetzet werden sollen, so würde solches nicht allein viel Mü⸗ he, Zeit und Kosten erfodert haben, sondern bey Empöhrungen und Kriegen dem Lande selbst schädlich und nachtheilig gewesen seyn, als wodurch ihre ohnedem kleine Anzahl zu sehr wäre geschwächet worden. 3. Sie haben also die Eintracht ihre beste Mauer und Brustwehr seyn las⸗ sen/ nach dem Anspruch dalustii: concordia res parvæ crescunt&c. und weñ sie aus wärtige Feinde vermuthen gewesen, haben sie vorher alle einheimischen Zwie⸗ spalt und Uneinigkeit abgethan, und bey 5. 2 gesetzet, um mit zusammen geen 2 in⸗ —.—¼ꝗ⁰ mm ¾ NU]])) y ⅛˙. Kleidung II. Theile VII. Cap. Eintracht in Beschützung ihres Vaterlandes dem Feind desto besser begegnen zu könen; Wie solches Agefilaus auch gesagt, wie er gefragt worden, ob man Sparta befestigẽ solte⸗ So lange wir einig unter uns sind gebrauchen wir keiner Mauren. Schließlich haben sie ihre eigene Tapferkeit, Vorsichtigkeit und Weißheit des Vaterlandes Vormquer seyn lassen, nach dem Sprichwort des antisthenis: Murum tutissimum, prudentiam esse: hanc neqve dejici nec prodi; als wodurch sie in so viel hundert Jahren, die Freyheit des Vaterlandes erhal⸗ ten, nicht aber durch ihre grosse Gewalt und Macht, zumahl sie vor der Fehde nicht über 12000 Mann ins Feld haben stellen können, und viel zu wenig gewe⸗ sen entlegene Vestungen zu besetzen, und zugleich vor einem mächtigen Feinde das Land zu decken. 5 Ifst also von vielen Seculis murus Dithmarsiæ, Civium virtus gewesen, wie solches insonderheit in 3 Haupt⸗Kriegen, als A. 13 20 vor Wörden/ 1404 vor der Hainme, und 1 500 zu Norden Meldorff erhellet. Welche starcke Gegen⸗ wehr aus dem offenen Flecken Heyde 15 59 geschehen, ist genug von den Hollstei⸗ nischen Scribenten bezeuget; wenn es nur zur Nothdurfft wäre besetzet geblieben, und nicht von denen Dithmarschern muth willig verlassen worden, da es die Fein⸗ de bis auf wenig Häuser in Brand geschossen. Wie man aber in Dithmarschen angefangen geringe Vestungen und Schantzen aufzuwerffen, als Hamhuß, die Zwinge, Kirchhof in Delve, Tielen⸗ brugge und Au⸗Brügge, so auch vor Vestungen gehalten worden, hat man sich etlicher massen darauf verlassen, und ist die vorige Tapferkeit und Klugheit erlo⸗ schen, Sicherheit aber und Uneinigkeit eingerissen: und wie ein jeder vor seiner ei⸗ genen Thür hat fegen und sich wehren wollen, ist solches ein gewiß Zeichen bal⸗ digen Untergangs gewesen. Das achte Lapittel. Von der Kleidung der alten Dithmarscher. schieden gewesen, wie denn auch noch jetzo der Stapelholmer Tracht der Dithmarschern nicht unähnlich. Es ist aber die Kleidung gar schlecht, und gemeiniglich von Webbde gewesen, so bey ihnen gemein und bis auf die jüngste Fehde geblieben, welches jnnlandisches Tuch von ihren eigenen Frauen bereitet ( nlangend die Kleidung der alten Dithmarscher, so schreibet Helmoldus, daß dieselbe zu seiner Zeit wenig von den Holsten und Stormarn untet⸗ — W r 5 Cab. gen zu Sparta auren. eißheit henis: prodi; ethal⸗ ehde uggewe⸗ inde ds ewesen, fog bot Gegen⸗ ollstei⸗ lieben, Fan Und jelen⸗ ansich elle inet ei⸗ en bal⸗ jvoldug n unte Jacht 9 und sugste bereitet d II. Theils VIII. Cap. der alten Dithmarscher. 117 und gewebet worden. Von solchem Tuch haben sie lange Hosen, die ihnen fast auf die Füsse gehangen, getragen, also daß sie bey Sommer⸗Zeit keine Strümpffe be⸗ nöthiget, sondern Barsuß gehen können. Wie denn auch nicht vor langer Zeit dieselben von den Alten getragen worden„ aber A0. 1500 in öffentlicher Munsterung zu tragen bey Geld⸗Straffe verbothen, und sich mit frembden Ge⸗ wand zu kleiden verordnet worden. So haben die Manner bis jüngste Fehde 15 lange Haare getragen, hernach aber erst angefangen, sich scheren zu lassen. Die Jungfern trugen vor Alters tägich am Sonntage und in Gesell⸗ schafften unter dem Pehle auf dem Haupt ein Ledern Band oder Schnur, aus gestippelten weissen oder auch Schuster⸗veder geschnitten, womit die Haare auf⸗ gebunden, daß selbige nicht in die Augen fielen. Diese Schnur ist in eine Leinene und hernach in eine schwartze seidene Schnur 3 Finger breit verändert worden. Der Pehl oder Zippel war etwa eines Fingers oder anderthalb breit, aus Gold Fell geschnitten, und mit Pergament ausgesteiffet, darauf vergüldete Dreylings und Sechslings und im Nacken; kupfferne erhabene vergüldete Spangen gesetzet. Nachher nahmen sie Ohrts⸗ und halbe Reichsthalers, ja sonderlich dazu gemach⸗ te Pfenninge, darauf ihres Geschlechtes Wapen gegraben, mit vergüldten krau⸗ sen Kräntzen umher, und im Nacken drey vergüldete silberne Rosen mit ange⸗ hängten Ringen, welche die Nacken⸗Blumen hiessen. Die Haare flechteten sie an einem Wollenem Bande in 2 und im Süderstrand in eine Flecht, bunden dieselbe nicht um das Haupt, sondern liessen sie auf den Rücken niederhängen, beede Frauen und Jungfern, doch mit dem Unterscheid, daß die Frauen die Bän⸗ der in einander schürtzeten, die Mädgens aber liessen eine jedere besonders neben ein ander hängen. Anfangs war es nur eine rothe wollene Schnur, hernach eine kleine rothe oder Carmoisin seidene Schnur, und zuletzt ein roth oder schwartz sei⸗ den Band, z bis 4 Finger breit. Die Frauen trugen Pirete von braun Gewand mit 4 Orden, welches oben ein klein grün Teplin hatte zur tägliche Fliege so hernach aus rothen Schar⸗ lacken verfertiget wurde. Sie trugen auch wohl Grauwercks Mützen⸗Hüllen, die sich recht ums Haupt schlossen. Wenn sie über Feld giengen, trugen die Frauen und Jungfrauen Kageln, getheilet von Farben, die lincke Seite von ro⸗ then, die rechte aber von schwartzen Tuch, welches auch die Frauen unter den Hoycken in der Kirchen trugen, an deren einen und rechten Seiten erstlich Tuch⸗ Knöpffe, darnach Kupferne, und endlich vergüldete silberne köstlich ausgearbei⸗ tete Knöpfe, 19 an der Zahl, und wie ein Tauben⸗Ey von Grösse hingen, die unterste Helffte der Knöpfe waren mit Lauvercken kleinen Ringen und Körnlein ausgezieret; zuerst waren die Kageln nicht länger denn daß sie nur den na⸗ eketen Halß vor dem Winde und Hitze 5 Sonnen deckten, nachhero aber gin⸗ 3 gen 118 Kleidung II. Theils VIII. Cap. gen sie bis über die Schultern. Ueber dem Haupte, hieng ein Band eben der Farbe und des Gewandes, getheilet, welches sie in Gürtel stecketen, zuweilen auch um das Haupt wunden. Unter dem Kagel hatten die Frauen erstlich eine ge⸗ zwirnte, hernach eine seidene Haube geknüttet, die Haar aus dem Gesichte zu bin⸗ den, wie die Mädgen ihre Schnur. Den Leib anlangend und dessen Kleidung haben sie Hembder ohne Kragen stets gehabt, ehemahlen so sehr ausgeschnitten, daß man sie nicht um den Hals und vor die Hände sehen können, hernach sind um den Hals und vor die Hände Säume gemacht mit Leinenen Borten, die mit Flämisch Garn mancherley Farbe ausgenehet, so sie Lameiden⸗Stich geheissen. Daraquf ist hernach eine deinene Schnur mit Seide verschiedener Farbe, und Gold durchgesticket, anderthalb Finger breit um das Hembd am Halse gesetzt worden. Auf eben die Manier sind auch die Ermel vor den Händen gezieret gewesen, und noch wohl darüber mit schmalen von feinen Zwirn oder Seide und Gold gemachten Spitzen zugenehet und geschmücket worden. Die Peltze der Jungfern sind vormahlen sehr schlecht und recht gewesen, nachhero wurden sie mit Leibstücken von rothen gestippelten Leder besetzet, und überzogen. Die Vormauen an den Peltzen, so von Webbe und hernach von Englisch Tuch waren, mit einer kleinen Schnur von Seide auf das Quarder ge⸗ sticket und mit Sammet besetzet, daran erst Bleyerne, bald Meßinge, hernach sil⸗ berne Knöpfe gehangen, mit breiten Ringen: an statt der Hacken wurden zuletzt silberne und vergüldete Schrauben und Rosen gesetzet. Die Peltz⸗Schurtzen waren längst nieder mit vielen schmalen rothen Ledernen Riemen gezieret, unten herum war ein roth laschen Riem, anderthalb Hand breit, und unter dem eine Schnur von Webbe oderEnglisch Tuch, einer Hand breit, welchen sie einen Knie⸗ Riem genennet. Die Frauen lassen ihre Leibstück von eiß⸗gestippelten Leder bereiten, und mit braun⸗flamisch Garn oder rother Seide etwas benähen; vor den Armen und den Händen ist alles mit den Peltzen der Jungfern gleich, die Schürtze wird mit breiten weissen Ledernen Riemen von oben hinunter nah aneinander besetzet. Von dem Knie an haben sie einen breiten Riemen von selbigem Leder, an welchen ein Ring von Grauwerck fast einer Handbreit umher genähet. 1 Ueber diesen kleiden sich die Jungfern und Frauen mit Futterhembden, wel⸗ che Kleider sind von schwartzen oder weissen Webbe, ohne Mauen und Kragen, um den Halß/ und vor der Brust ausgeschnitten, wie sie solche täglich und an et⸗ lichen Orten am Sonntag, getragen. Anfänglich sind die Futterhembde mit einem kleiden Quarder um den Halß und längst der Brust gezieret gewesen, wie man nachhero aber Englisch Tuch dazu genommen, so hat man sie auch 2 bis 3 Fingerbreit mit Seide gesuckt. Die Schürtzen an solchen ae phemb⸗ Ci. — ben det nau ine ge⸗ u bin⸗ sdung sitten, ch sind die mit hen. e und ee gesch gezietet de und pesen, und ch von der ge⸗ ich sl⸗ letzt atzen Aten mene Knie⸗ und mund d mit esetze. elchen wel lageh/ danch et „ e 9208 tte hab; II. Theils VIII. Cap. der alten Dithmarscher. 119 hembden haben hinten und forn nur 6 Falten gehabt, an dem ausländischen Tuch haben sie hinten 12, 14, forne 10, und in jeder Seiten 2 Falten gehabt. Unter den Futterhembden trugen sie Leinen Leibstück mit Webbes⸗Mauen, um den Halß und vor der Brust mit selbigem Zeug besetzet, nachhero hat man Sei⸗ den und Damasten Mauen genommen, und selbige mit Sammet und güldenen Knöpfen gezieret. Die Futterhembde und Röcke wurden mit Ledernen Riemen, oder Seidenen Schnüren und einer silbernen Schnür⸗Pfeiffe zugeschnüret. Mit den Frauens⸗Röcken hat es eine andere Beschaffenheit gehabt, dieselbe sind nicht von 2 Stücken, sondern gantz in eins gemacht worden. Diese sind von schwartzen Webbe: nachher sind sie verbessert, daß die 2 Vorder⸗Stücke nebst den Ermeln grün gewesen, folgends sind sie gantz grün geworden; sie schlagen forne auf, und sind mit einem Riemen ein oder anderthalb Handbreit in der Mit⸗ ten zusammen genehet, daß sie so weit von einander schlagen können; vormahls waren sie hinten und forn mit 3 gantzen Geren gemacht es hat aber des seel. Hrn. D. Christiani Boetii ęand-Voigts Ehe⸗Frau, Margaretha Denckers, diesel⸗ be forne mit 2 halben Geren zu tragen angefangen, damit die beyde Seiten nicht über einander schlügen: die Schliessen sind mit gelb Flamisch Garn und mit roth Cremoisin Seide benähet gewesen, weil man vor den Röcken keine Schürtzen wie bey den Futterhembden gebraucht. Zwischen solchen Röcken und Peltzen haben sie Leinen Röcke oder Laß⸗ hembder weiß oder Saffrann⸗gelb getragen, die weissen, so artig um die Brust einen Daumen breit, herunterwerts aber eine Handbreit mit weissen Spi⸗ tzen benähet, haben sie zu den Begräbnissen und am Sonntage; die Gel⸗ ben aber so mit schönen bunten seidenen Schnüren, auch Borten mit Gold aus⸗ genähet oder gewircket waren, auf Wirthschafften und Fest⸗Tagen getragen; doch sind sie so kurtz gewesen, daß man die groben Ringe, so die Frauen unten um den Peltz gehabt, sehen können: Vor Zeiten haben die Frauens⸗Persohnen keine Brusttücher gehabt, sondern es ist alles forn offen gewesen, hernach haben sie ein vierecktes Stück Tuch davor gebunden, so nun in Sammet mit Gold gestickt und mit grossen silbernen und güldenen Stücken besetzt, verändert worden. Auch trugen die Frauen, insonderheit in der Marsch, grosse silberne und vergüldete Ketten am Halse. Um den Leib hatten sie einen Gürtel mit ein wenig Gold⸗Fell an den Enden, hernach mit seidenen Posammenten, grün, gelb und roth, welche in silberne und vergüldete Riemen, so unter dem Gürtel nieder⸗ hangen, verändert. In diesem Gürtel stecken sie zur rechten Seiten ein Schnuptuch, so mit weissen Zwirn, Gold und Seide verschiedener Farbe, breit ausgenahet, dañ hängen sie mit seidenen Schnüren, silbernen Hacken und Ketten, ihr Besteck, silberne Messer und Gabel: auch hängen sie daran eee eutel, 120 Kleider und Wapen II. Theils VIII. Cap. Beutel, so unten einen breiten runden Boden hatte, mit Dwelck ausgesteiffet, und mit 2 silbernen Knöpfen, umher aber mit silbernen Ketten, Puckeln, Eckern und Laubwerck ausgeziehrrt. Die Hoycken so die Frauen vormahlen getragen, sind vermuthlich erst inn⸗ ländisch Tuch oder Webbe gewesen, wie solches aus einem Marck⸗Brief de Ao. 1 4 die omnium Sanctorum zu sehen, da der Bräutigam gelobet seiner Braut einzusenden nach Landes und Kirchspiels Weslingbühren Gebrauch ei⸗ nen doppelten Hoycken von aussen schwartz Leidisch Lacken, und von innen grün Barduicker Tuch. Die Hoycken so Frauen und Jungfern getragen, sind einer⸗ ley gewesen, ungefuttert und ohne Falten, dunckelbraun oder auch violet En⸗ glisch Lacken, und zur Seiten mit einem schmalen Strich von schwartzen Sammet desetzet; die Frauen hangen den Hoycken bey Kirchgang oder Leichen⸗Gefolge um den Halß, und schlippen ihn um das Haupt. Vor Alters haben auch vornehme Frauen Spann oder Spangen Hoy⸗ cken getragen, so ehemahlen von grünen, nachhero von braunen Englischem Lacken gemacht und in Kreusen gezogen, forne auf beyden Seiten mit silbernen Platten oder vergüldeten breiten Spangen besetzet. Die Strümpffe waren anfänglich nur von Webbe gemacht und zusam⸗ men genähet, nachhero aber hat man angefangen dieselben von Wolle zu stri⸗ 910 5 die Schuhe haben sie auswendig mit einem Meßingem Ringe fest zu⸗ geschnallet. Zum Beschluß muß ich noch mit anhängen, daß A. 1575 die Frauen in Lun⸗ den angefangen, eine kleine Leinene Serviette um den Halß zu hängen und in Busen zu stecken, so sie Dolphin genennet: sie sind aber solcher Mode wegen von andern Kirchspielen ausgelachet worden. Das neunte Lapittel. Von den Wapen des Landes Dithmarschen. S. hat das Land Dithmarschen dem Ertz⸗Bischof zu Bremen, als ihrem da⸗ mahligen Schutz⸗Herren, zu Ehren in ihren Waffen geführet einen auf⸗ f stehenden Schlüssel im rothen Felde, und zu ihrem Marckzeichen hat es eine Lehn gebraucht. Welches wohl zu mercken, weil einige der Meinung, als wenn das Land Dithmarschen schon von je her einen Reuter auf einem weissen Pferde in ihren Waffen gehabt, welches ich in soweit eben nicht widersprechen will, zu der Zeit wie sie noch in den blinden Heydenthum gelebet, wenn sonsten f nur Ci, 5 seift, Ecker t inn⸗ lief de fager such ei⸗ grün sceher⸗ olet e Jammkt Gefolge Hoh; lischem hernen rem da⸗ gen auf n hat , 5 salsen prechel, fonte 1 I. Theils IX. Cap. Begräbniß der Dithmarscher. 121 nur die geringste Nachricht davon zu finden; denn von ihnen bekandt, daß sie die weissen Pferde vor heilig gehalten, und aus deren Sprung ihre Priester von dem Ausgang des Krieges zu weissagen gewohnt gewesen. Nach der Bekehrung aber ist es eine unstreitige Warheit, daß sie den Bremer⸗Schlüssel in ihrem Wapen gefüͤhret, wie solches auch noch in den Kirchen⸗Fenstern zu Busum zu ersehen/ und daraus zu erweisen, welchen sie zuletzt bey der Capitulation noch in ihren In⸗ stegel gebraucht; Daß man aber auf dem Schloß zu Segeberg in das Fenster einen Reuter zu Pferde als der Dithmarscher Wapen gesetzt, ist nur ihnen zum Schimpf und Spott geschehen, nicht aber daraus zu erweisen, als wenn die Dithmarscher schon damahlen einen Reuter zu Pferde geführet. Denn sie hatten einen Bauren auf dem Pferde mahlen lassen, dessen ein Bein in langen weiten, und das andere Bein mit geschnittenen Hosen, in der lincken Hand einen Drösch⸗Pflegel und in der rechten Hand ein Schwerd haltend: daß er ohne Haupt gemahlet gewesen, dadurch haben sie vermuthlich mit andeuten wollen, daß es ein Land, welches ohne ordentliche Obrigkeit und Kegiment, ohne Witz und Verstand von Bauren regieret würde. Nach Eroberung des Landes aber haben Ihr. Königl. Majest. von Dännemarck und die Hertzoge von Hollstein dem Lande Dithmarschen einen Reuter zu Pferde in das Wapen geschencket; aus der Uhrsache, oder dahin zielend, daß sie dieses Land mit Kriegs⸗Macht über⸗ zogen und bezwungen, wobey die Reuterey am tapfersten gefochten, und zu der Eroberung das vornehmste und meiste beygetragen, wie denn auch die fliegende Fahne oben auf den Helm eine gleichmäßige Muthmassung giebet. Sonsten haben die 48 Kegenten vor Einnehmung des Landes ein Marien⸗ Bild und ei⸗ nen Heiligen in ihrem besondern Insiegel gebrauchet. Das zehnte Lapittel. Von denen Begräbnissen derer alten Dithmarscher. S. haben die Dithmarscher in uhralten Zeiten ihre Leichen ordentlich zue 1 Erden bestätiget und begraben, also der Erden wieder gegeben, was aus der Erden seinen Uhrsprung und Unterhalt genommen; welche Gewohn⸗ heit die Todten zu beerdigen, bey allen Völckern, sowohl Heyden als Juden, be⸗ obachtet worden, wie dann Cicero in seinem andern Buch de Legibus philosa- phiret; at mihi quidem antiquissimum sepulturæ genus id fuisse videtur, quo ä— — — — —— — Bb ů———— — ä 122 6 Baegräbniß Ul. Shells X. Cap. quo apud Xenophontem Cyrus utitur, redditur enim corpus terræ,& ita jocatum ac situm quasi operamento matris obtegitur. Cilicius l. I. de bello Ditmars. c. 19.. a ö Nachdem man aber erfahren wie Plinius schreibet, daß bey weit entfernten Kriegen die Beerdigte von denen Feinden ausgegraben, und denen wilden Thie⸗ ren zur Speise vorgeworffen worden. Heraclitus auch gelehret, daß alle Dinge aus dem Feuer ihren Uhrsprung genommen, und wiederum durch das Feuer müssen relolviret werden, so hat man angefangen die Todten zu verbren⸗ nen, welches Todten⸗Feuer sich denn über die gantze Welt ausgebreitet. Es haben aber die Cimbrische Sachsen, worunter die Dithmarscher mit zu rechnen, diese Verbrennung der Todten nicht von denen Griechen, wie einige wollen, er⸗ lernet, sondern der grosse Zauberer Othin oder Wodan, so vor Christi Geburth in denen Mitternächtigen Ländern regieret, auch einige Zeit in dieser Gegend ge⸗ herschet haben soll, hat ein Gesetz gegeben, und verordnet, die todten Cörper zu verbrennen, weil die menschliche Seele nicht fähig, ehe in ihren ursprünglichen Sitz bey den Sternen zu gelangen, sie wäre dann vorhero durch das Feuer von den Cörperlichen Unreinigkeiten gesaubert und gereiniget. Dieses Feuer hat bey den meisten Cimbren so lange gebrandt, bis es durch das Licht des heiligen Evangelii erloschen. Welche Ceremonien aber bey solcher Verbrennung der Todten in Dithmarschen beobachtet worden, davon finde ich in einem von einem guten Freunde mir communicirten Manuscripto zum Theil einige Umstände. Wenn jemand verstorben, hat man die Leiche mit ihren täglichen Kleidern, die sie bey lebendigen Leibe selbst getragen, bekleidet und mit einem Leinen Tuch, statt eines Mantels umhüllet, in der Meinung, ob würden sie diese ihre Leichen⸗ Kleider mit sich nach jener Welt hinbringen und daselbst zu ihrer Nothdurfft ge⸗ brauchen. Die gekleidete Leiche ward auf einen Stein oder Klotz gesetzet, als ob sie noch lebete; nachdem ist eine Tonne Bier gebracht, welche von denen An⸗ verwandten nebst ihren Priestern ausgesoffen worden, wobey dann die Pfaffen nicht vergessen, den Todten fleißig zuzutrincken; Wie die Tonne Bier ausgelediget, haben die Pfaffen, gleich wie bey den Preußwenden in Gebrauch gewesen, ein erbärmliches Geheul angefangen, und den Todten gefragt: Er hätte ja eine schööne Frau gehabt, er hätte ja gut Korn und Fleisch zu essen gehabt, er hätte ja Holtz zum Feuer, und ein weisses Pferd darauf zu reiten gehabt, warum er dann gestorben? Darauf truncken sie ihm noch einmahl zum Valet zu und bathen, einen Gruß an ihre Verwandte und Freunde zu bestellen in jener Welt. Nach vollenbrachter soleher Ceremonie legten sie die Leiche in einen von Holtz zu⸗ samen geschlagenen und inwendig verpechten Kasten. In solchen Kasten gaben sie denen Verstorbenen mit alles was sie im Leben lieb gehabt hatten, oder 155 X. Cn. 75 I. Theils X. Cap. der alten Dithmarscher. 123 & 1 e 0 der Todte im Leben am meisten gebrauchet, zum Exempel, denen Männern ein Schwerd, denen Weibern etwas von ihren Geschmuck oder Geräthe: denn sie lfernten vermeinten, daß sie alles in jener Welt eyfrig treiben würden, was sie in dieser en Thie Welt gethan, auch haben sie in den Kasten Geld, Gold, Silber und andere Sa⸗ daß al chen hinein geworffen, und denselbigen vernagelt, weil Othin befohlen und ver⸗ uch dag ordnet, Geld oder Gold in das Feuer zu werffen, damit denen Verstorbenen bey sberbren⸗ der Wanderschafft nach Wallhall(oder der Hollen) und daselbst an nichts et. 65 mangeln möge. Desfals musten die nachlebende sorgen, damit durch ihren nch, Geitz oder Kargheit der Verstorbene nicht betteln oder filtzhafft leben dürffte. v. Stephan. in Not. ad Saxon. J. 3. Hist. Dan. Nach diesem setzte man den eln Kasten auf ine Baare, welche von 4,8, 12 starcken Mannern, nachdem die Lei⸗ gendgs che vornehm, an den Ort getragen wo dieselbe solte verbrandt werden; Nechst beer u der Leichen gingen die Söhne, und der jungste trug den Brand, damit der Schei⸗ 8 glichen ter⸗Hauffen angezündet wurde, diesem folgeten die nechsten Anverwandten, und 10 0 wurde die Processton von einer grossen Menge Volcks beschlossen. Wenn man 11 bat also an die Brandstelle gekommen, traten die Pfaffen an der Leich⸗Baare in ei⸗ b helge nem Crayß zusammen, und schrien beyeiner Stunde Wodan Tuisco Herte, N 0 jaget die Teufel, jaget sie in die Hole. Darnach wurde der Todten⸗Brand 17 65 auf diese Weise angestellet: Der Platz war bey einem jeden Dorff, doch etwas ie. abgesondert, viereckigt nach deu 4 Plagis mundi, daherum hatten sie eine Maur n 0 von Feldsteinen aufgesetzet, und gegen alle 4 Himels⸗Ecke 4 Oeffnungen gelassen, ell, in der Mitte war ein Creutzweiß über einander ordentl. gelegter Scheiterhauffen, naeh, so bald man an den Platz gekommen, wurden 4 lange Stricke vor der Oefnung, Laihel⸗ da man hinein solte, ausgebreitet, welche die Leid⸗tragenden mit grosser Begierde ufftge⸗ ergriffen, und die Leiche in den verpichten Kasten darauf setzeten, machten darauf b als ein groß Geschrey und gingen dreymahl um den Platz herum, welcher Umgang ei⸗ en Au⸗ ne Reinigung oder Einweihung des Orts hat seyn sollen, Rolin. I. 4. Autiq;: Pfaffen c. 17. Ob sie aber damit den Umlauff des Himmels oder den Umlauff des mensch⸗ ie Ber lichen Lebens, oder den Umlauff der Seelen aus dieser in jene Welt andeuten brauch wollen, habe ich so wenig als der Hr. Arnkiel aus der Antiquität erforschen mö⸗ igt: Er gen. Nach solchem Umgang wurde die Leiche auf das Brand⸗Holtz gesetzet, der gehabt, alteste Priester zündete bey dem Feuer des jüngsten Sohns eine Fackel an, dre⸗ warum hete diese angezündete Fackel dreymahl um den Kopff herum, und sagte dabey: tun Die verstorbene Seele habe weder Anfang gehabt, werde auch kein Ende neh⸗ er Mil. men, legte damit die Fackel nieder und ging eilend davon. Diese angezündete Hahn Fackel huben sogleich des Verstorbenen Söhne auf, gingen hin, zündeten das geben Holtz an, und verbrandten also ihre leibliche Eltern. We Q 2 Man 124 Begräbniß l. Theils X. Cap. Man lieset in denen alten Geschichten, daß bey denen Nordischen Völ⸗ ckern eine Gewohnheit gewesen, daß die Weiber mit denen verstorbenen Män⸗ nern zugleich mit verbrandt oder begraben werden müssen, theils einen unsterbli⸗ chen Nahmen sich zu erwerben und die grosse Verachtung in Wegerungs⸗Fall zu entgehen, theils ihre eheliche Liebe und Treue gegen ihre verstorbene Männer darzulegen, vornehmlich/ wie der seel. Arnkiel sehr wohl bemercket, aus dem Aber⸗ glauben, daß sie vermeinten der Ehelichen Lust und Liebe in jener Welt zu genies⸗ sen, insonderheit wenn die Weiber zugleich mit ihren Mannern sterben würden. Wohin die Bitte der Königin Cleopatræ an ihren verstorbenen Gemahl, den Antonium, auch geziehlet, ne me vivam tuam conjugem dimittito. Die- sen Gebrauch schreibet Christianus Solinus in Chron. p. 64. auch denen alten Hollsteinern zu. Bey denen Dithmarschern aber ist es keine unumgängliche Nothwendigkeit gewesen, sondern wenn der Mann sich dem Tode nahe zu seyn und doch noch bey Verstande vermercket, hat er seine Frau gefraget: ob sie auch, wenn es mit ihm zum sterben kommen solte, mit ihrer Seele seine Seele begleiten wolle? welches sie dann im̃er mit Ja beantworten müssen, ausgenommen wenn sie Kinder hatte, denn wenn sie sagte, daß sie diese lieber hätte als ihren Mann, blieb sie lebendig, bezeugete sie aber Lust zu sterben, würde ihr dieser Process ge⸗ macht. Sie legete sich nemlich mit gefaltenen Händen an ihres Mannes Scheiterhaufen, auf der Erden nieder/ in einem Augenblick war ein Holtzhauffen über sie geleget, den man mit Pech, Hartz und Oel begossete, anzünden, und wur⸗ de also mit ihrem Manne verbrandt. Ich finde in einer alten Schrift, daß wie ohngefehr A0. 609 nach Christi Gebuhrt ein reicher Dithmarscher, Nahmens Mörneke Radleff, zu Odderade gestorben und verbrandt, da habe sich die Frau mit denen Domestiquen und allen seinen Pferden zugleich ins Feuer gestürtzet. Helmoldus will behaupten, so aber obigem Exempel Schnurstracks zuwider, daß sich die Frau, oder wo diese nicht gewesen, die Bediente nicht zugleich mit Herren oder Manne verbrennen, und ihre Asche mit seiner Asche vermischen dürffen, son⸗ dern wie er erweisen will, daß man den Verstorbenen 30 Tage beweinet, als ha⸗ be sich auch immer diese 30 Tage durch einer nach dem andern verbrandt/ und eben dieses hatte bey ihnen das meiste Wesen verursachet. Allein ich lasse dem Helmoldo seine besondere nnd von alten Seribenten abgehende Meinung, und kehre wieder zu unserm Scheiterhauffen, allwo wir den Verstorbenen verbrandt in der Aschen vor uns finden. Des folgenden Tages kamen die Kinder mit allen Anverwandten und Freunden wiederum zu der Brandstette, sammleten die Asche und verbrannten Gebeine des Verstorbenen sorgfältig zusammen, und thaten dieselbe in einen irrdenen Topf, aus Ursachen, weil unsere Leiber aus 8 1 5 5 X. Cc. en Vol n Män⸗ sterbli⸗ 5, al Nänner Aber⸗ igenies⸗ würden. ch den „. De⸗ fen alen ängleche e u en ie auch, egleiten wenn Mann, cels ge⸗ hannes auffen d wur⸗ daß wie ahmens je Frau stültzet. det daß Herten en, son⸗ als ha⸗ idt/ ind ss dern 9 und ubranle cla a de „ ad ius der C II. Theils X. Cap. der alten Dithmarscher. 125 Erden, also dieselbe am besten und längsten in irrdener Gefässen, aufbehalten wurden, keinesweges aber kan man es ihrer Armuth oder Einfalt zuschreiben, wie Quenstedt de sepultura veterum vorgeben darf. Solche Todten⸗Töpffe wurden gemeiniglich auf freyem Felde, und an der Heerstrassen begraben, und mit grosser Mühe und Arbeit Berge und Hügel aufgeführet und mit Steinen umsetzet, wie solches Cilicius de bello Dithmars. beschreibet: Erant eorum Se- pulturæ in silvis& agris; tumulosqve aggestis lapidibus vestientes munie- bant, quod genus complures passim adhue visuntur, qui Gigantum strata vocantur. Cypræus Ann: Episc. Schlesvv. I. I.. 2. Solcher Berge und Hügel findet man in unserm Dithmarschen, auf der Geest, sehr häuffig, die zum Theil annoch mit Steinen besetzet seyn deren etliche ich selbsten bey der Heyde ausgraben lassen, da ich in jedem 3 Töpffe von Süden ins Norden, eines Fusses tieff in der Erden gesetzet funden. Die Töpffe waren gestaltet wie der seel. Arn. kiel l. 3. von Cimbrischen Begräbnissen c. 6. lub num. u. sie abgebildet, der Platz bee Behältniß des Topffes war mit vielen Feld⸗Steinen ausgesetzet, und efestiget. Bey Alversdorff auf einem Acker, Brudt⸗Camp oenandt, ist ein Hügel mit einem Häin umgeben, da ist eine Grufft, viertehalb Fuß tief und Fuß breit, mit 5 grossen Steinen umschlossen, darüber liegt ein grosser breiter Stein so 36 Fuß in Umkreiß begreiffet, die oberste flache Seite erstreckt sich auf 2; Fuß (ist der Altar⸗Stein darauf die Heyden vormahls geopffert,) Es will von eini⸗ gen vor ein Götzen⸗Häin gehalten werden, aber die darunter befindliche Grab⸗ Grufft, da die Grab⸗Krüge und Urnen sind beygesetzet, ergiebet klärlich, daß es ein Grab⸗Häin seyn müsse. Wie das Licht des Heil. Evangeli in diese Nord⸗Länder aufgegan⸗ gen, so ist der Todten⸗Brand auch bey uns gäntzlich erloschen, und alle Heydnische Gebrauche gäntzlich abgethan und weggeräumet, wiewohl es lange gewehret ehe die Gräber der Heyden verstöret worden, dieweil die bekehrten Heydeu nicht zugeben wolten, die Gräber ihrer Vor⸗ Eltern zu verletzen, sondern haben sich selbst zuerst daselbst begraben lassen; bis daß die Christl. Religion je mehr und mehr sich befestiget und ausgebreitet, da dann die Heydnische Begräbniß⸗Gebräuche abgeschaffet, und die Grä⸗ ber in Abnehmen und Verwüstung gerathen; dahingegen von denen Christl. Lehrern andere der Heil. Schrifft gemäß und zum Theil aus der Jüdischen Kir⸗ chen entlehnte Gebräuche und Ceremonien die Todten zu beerdigen eingefüh⸗ ret worden, welche Hugo im Psalm 15 kurtz zusammen gefasset, und von 5 5 3 ehr⸗ 15 124 Begräbniß der Dithmarscher. Il. Theils X. Cap. lehrten Hrn. Haggenberg in dem Trackat de Germania media aus der Anti- quität und Historie schr gründlich erklähret und ausgeführet sind. Die Worte Hugonis sind folgende: Quando quis moritur, clauduntur ei oculi& os la- vatur involvitur in sudario, ponitur in feretro, operitur panno serico, 5 ponitur Crux ad caput& affertur aqua benedicta& accenduntur cerei, cantatur placebo& dirige& exultabunt in laudibus& Requiem in Mis- sa, tandem cum luctu effertur ad foveam& sepelitur. In dieser Be⸗ schreibung sind verschiedene Päbstische Abergläubische Dinge mit eingeführet, die aber durch die Gnade GOttes bey der letzten Retormation abgeschaffet und nicht weiter beybehalten, als in soweit es mit Heil. Göttlicher Schrifft überein⸗ 1 stimmet. Ich will diese Materie von Begräbnissen mit den Worten der Alten beschliessen: a Transivere Patres,& nos transibimus omnes, In cœlo Patriam, qui bene transit habet. 0 . g Ende des Zweyten Theils. 0 1 771 105 0 110 U 0 1¹1 Ai Lg. er Anti. Worte Cos la. serico, Cerel, n Mil. N Be⸗ ihre cu benin er Ng t III. Theils I. Cap. Rechte der alten Teutschen. 125 Der dritte Theil. Das erste Capittel. Von dem Rechte der Teutschen insgemein. aß die Teutschen, einfolglich die Dithmarscher, in uralten Zeiten bis in das XIII. Seculum keine geschriebene Rechte gehabt, ist eine von Con. ringio, Beyero und andern Gelehrten klärlich erwiesene Warheit: hin⸗ gegen die natürliche Billigkeit und die langwierige Gewohnheit ist ihr Gesetz gewesen, wornach sie ex æquo& bono die Streitigkeiten entschieden, wo⸗ hin auch Tacitus zielet: Ylus apud eos valent boni mores, quam alibi bonæ Legel. Was unter den guten Sitten und Gewonheit eigentlich verstanden werde, und was das Wort herkommen oder kundbahr herbringen, in sich begreiffe, ist vor diesem von den Gelehrten nicht deutlich bemercket worden; daßses aber kein or⸗ dentlich Jus constitutum oder stricta observantia gewesen, weiset der Hr. Thomalius in einer Disputation, de contentione morum cum qure seripto. Sondern es begreift in sich die damahlige Lebens⸗Art der alten Teutschen, bey denen die 3 Haupt⸗Laster menschlichen Geschlechtes,Ehrgeitz, Geldgeitz und wol⸗ lüstiges Leben, unbekannte Laster waren, wie solches Juttinus rühmlich von den Scythen schreibet: Hoc admirabile didetur illis naturam dare, quod Græci lon- ga sapientum Doctrina, præceptisque Philosophoriem consequi nequeunt cultosque more incultæ Barbariæ collatione superari; tanto plus in illis prosicit vitiorum ignoratio, quam in his cognitio virtutis. Denn sie lebeten damahlen in einem höchst vergnͤgten Zustand/ ein jeder war mit dem Seinen zu frieden, keiner such⸗ te den andern zu bevortheilen, lebeten mäßig und kleideten sich mit der Haut der Thiere, und da ihnen von der Obrigkeit jährlich ein Stück Landes zu ihren Un⸗ terhalt angewiesen wurde, so unterhielten sie die Ihrigen von selbigen, und waren nicht bemühet, durch Unterdrückung der Schwächern ihr Land zu vergrössern, weil sie solches in folgendem Jahr verlassen müssen. Kaufmannschafften wur⸗ den bey ihnen nicht getrieben, wie Tacitus meldet, und daher war die Quelle un⸗ zehliger Processen, so gus deu mannigfältigen Contracten und daraus füessen⸗ den Obligationen, grösten Theils entstehen, verstopffet. So halff auch ein grosses zu Unterdrückung der Civil. Processen, daß man von keinen J e en . r!:!— ͤ—— ä 5 0 3. 8 0 1 . ö f 1 N 6 N 19 ö 0 ö e 1 1 *. 1 N 6 N 10. 1 2 1 1 5 0 1 70 5 1 3 0* 0 1 112 1 0 1 1 N 1— 0 1 ö 10 7 1 1 N 10 0 1 10 3 17 1 0 8 N NN 0 N 1 0 1 1 5 ö n . ö 00 ö 1 7 7 N 5 ö N ö F. * 1 4 1 1 1 N 10 J 1 4 1 10 7 0 1 50 ö * N 0 7 — 5 —— — III. Theils I. Cap. ten etwas wuste, wie oberwehnter Tacitus ebenmäßig schreibet: Leredes suc. cessoremque sui cuique liberi,& nullum Tastament um. Si Liberi non sunt, proxi- mus gradus in possessione, fratres, patrui, avunculi, quanto plus propinquorum, quo major numeruis, tanto gratiosio. senectuc, nec ulla orbitatis pretia. Welche letzte Worte hauptsächlich Gläuben machen, daß man keine Testamenta ge⸗ habt, wenn auch gleich ohne Kinder oder erwandten jemand verstorben, weil daraus nicht folget, daß die Erbschafft deswegen verlohren wurde, sondern sie könten ihre Güter noch wohl bey ihrer Lebens⸗Zeit, mit Vorbehalt des Nu⸗ tzens, nuda conventione& tradi tione, wie Stryk de Succes: ab Intest: d. d. C. I. n. z. schreibet, an andere übertragen. Aber in peinlichen Sachen gab es bey ihnen mehrere Mühe, alldieweil die Räubereyen, auftührisch Betragen und Todtschläge fast als unstrafbare Laster wolten angesehen seyn, und viel Unruhe in der epublique verursachten/ daher man ihnen auch mit genauer Aufsicht und schwerer Bestraffung begegnen muste, Helmold: l. 1. c. 47. urari Q largiri apud Holsatos ostentatio i; ui vero prædari nescit heben& inglor ius. Doch kan man daraus nicht schliessen, als wenn die gantze Zeiten bey uns keine Gesetze ge⸗ wesen, sondern man hat nur von deren Innhalt und Beschaffenheit keine Nach⸗ richt; weil nichts davon schrifftliches zu finden, und dieselbe in Lieder verfasset gewesen, so von den Bardis abgesungen, und solchergestalt denen Nachkommen hinterlassen worden; Nachhero hat Carolus M. wie er gantz Teutschland unter seine Bothmäßigkeit gebracht, denen Sachsen und Freesen geschriebene Gesetze gegeben, so von Joh. Basilio Heroldo und Frid. Lindenbrogio zuerst ans Licht gebracht. Solche gegebene Gesetze aber sind keine neue, sondern die alte gewe⸗ sen, auf Verordnung des Kaysers erstlich mit Bewilligung des Volckes in die Feder gebracht, wie er es selber in der Constitution de sede regia, und qudicio Imperiali Aquisgr: beym Goldasto Tom. II. Const. Imp. fol. 7. bezeuget: Legem Saxonum distinctam sub autoritate regia,& imperutoria slabilivi non ex mea adinventione vel corde prolatam, sed commumi auxilio a mc renovatam SF auctam in melius: sicut Patres& Prædecessores nici fecisse perhibentur. Zu denen Zeiten des Kaysers Ottonis I. sollen die Leges Carolinæ vermehret und gebessert worden seyn, weil aber Conringius in den Tractat. de Orig. Jur. Germ. c. 19. meldet, daß er davon in denen alten Monumentis, ausser was bey dem Wittikindo l. 1. Gest. Saxon zu lesen nichts gefunden, so ist zu glauben, daß durch anderer Leute Fleiß gemählig was zugesetzet, oder auch, daß nach und nach ein und ander Ge⸗ wohnheit eingerissen, so zwar die Krafft des Gesetzes erlanget, niemahlen aber be⸗ schrieben worden. Ob nun die Dithmarscher diese Carolinische und die nach⸗ hero von Ludovico Pio, Lothario, Friderico I. gemachte Gesetze angenom⸗ men und beybehalten,ist billig zu zweifeln, vielmehr zu glauben, daß sie nach ihren eige⸗ tio dene 8 Ch. — 2 fie. Proxi. Vn, 7¹⁰ e letzte ta ge⸗ wben, ndern U Nu⸗ ed. g. enges gen und Untuhe icht und argini och kan scze ge⸗ Nach⸗ erfafset nmen unter Nescte docht egewve⸗ 5 in die udicio euget: e Med auctam ten des worden elbe, do J.. et eule det hi⸗ aberbe⸗ fach geholt schren aage⸗ III. Theils I. Cap. der alten Teutschen. 127 eigenen Gesetzen und Herkommen werden gerichtet, und ex æquo& bono ge⸗ sprochen haben. Zum Voraus da die Lransalbingi, als Solsteiner, Stor⸗ marser und Dithmarscher gantz eigene und besondere Rechte gehabt, als diejenige Sachsen, so jenseits der Elbe gewohnet, wie solches klärlich beweiset ein merckli⸗ cher Ort aus dem Sachsen⸗Spiegel J. 3. art. 64. Multæ sunt in terra Saxoniæ nationci, quæ ibi aliena dicunt competere juras ut Holsati, Heideleri(i. e. die aus dem Land Hadeln) Y Stor merii quorum jura N mulctas hic non scribo. Sol⸗ ches bezeuget auch Witichindus: Suevi trantalbini illam, quam iucolunt regio- nem eo tempore invaserunt, quo Saxæones cum Longobar dis Italiam adiere,& ideo aliis Legibiis quam Sarones utuntur v. Conring. de Orig. jur. Germ. c. 19. Was das aber vor Rechte gewesen, und von wem sie solche Gesetze bekommen, Nleibom. in introd. schreibet Adamus Bremensis J. 2. c. 19. daß Haraldus, ad Hist. Sax. infer. König in Dännemarck, zu den Zeiten Ottonis II. Römischen p. 79. Kaysers, im Xl. Seculo denen benachbahrten Teutschen Pro- vintzien und Frießland Gesetze gegeben, certissmum est eum sc. Haraldum tam no- stro populo sc. Bremensi quam Lansalbianis& Frisonum Genti Leges& jura con- slituisse: quæ adhuc pro tanti viri autoritutè servare contendunt; mit welchen auch übereinkomt Albertus Stadensis und Helmoldus in Chron. Slav. und der Hr. Conring. de Orig. Jur. Germ. c. 19. erkläret diese loca bey dem Adamo Brem: und Helmoldo also, daß sie von Haraldo, nicht aber von Adaldago, Ertz⸗ Bischoff zu Hamburg, zu verstehen, wie andere der Meinung sind. Und so liesse sich aus den Worten ue adbuc servare contendunt, nicht unfüglich schliessen, daß die alten Dithmarscher ihr Land⸗Recht aus solchen Gesetzen des Haraldi entlehnet, wo nicht gäntzlich beybehalten, und zum Theil auch im XII. und XIII. Seculo aus dem Sächsischen Rechte eins und andere genommen haben, weil solches mit dem alten Nordfriesischen Land⸗Recht grosse Verwandtschafft und mit dem alten Holsten Ding und Recht viele Gleichheit hat. Das zweyte Capittel. Von der ersten Einrichtung des Dithmarscher Gerichts. Allein unserm Zweck etwas näher zu kommen, und der alten Dithmarscher Land Rechte/ Gericht⸗ und Process· Ordnung etwas genauer zu be⸗ trachten, wird nöthig seyn, vorgängig einen Blick in die Universal- Hi⸗ storie von Dithmarschen zu thun. Da 918 dann sehen, daß die e zuer 128 Alten Dithmarscher III. Theils II. Cap. zuerst von Carolo M. dem Stifft Bremen einverleibet worden; wie aber die Bischöfe das Land gegen die Anfälle der Dänen und Wenden nicht beschützen könten/ wurden die Fürsten von Sachsen als Schut⸗Hertn über sie gesetzet, wel⸗ che es allgemählig unter ihre Perrschafft gezogen und mit eigenen Grafen verse⸗ hen so Recht und Gerechtigkeit handhaden müssen. Nach Reinholdi Tod ist es wieder unter das Stifft Bremen mit aller Gerechtigkeit gekommen und von den Bischöfen regieret worden: wie sie aber damahlen mit unbilligen Auflagen und angewandten Krieges⸗Kosten beschweret worden, haben sie sich solcher Herrschafft entzogen, einen Bund mit dem König von Dännemarck gemacht, ind wolten S. Peter in Schleßwig dienen. Allein sie funden da eben so wenis Glück und Vortheil, daß sie sich gemüßiget sahen der Bornhöveder Schlacht sich zu bedienen, um auf einmahl das Joch fremder Herrschafft von ihren Schultern zu werffen. Solchemnach blieben ste bey der Ao. 1180 gemachten, auch von Kayser Friderico I. bestätigten Regierungs⸗Form, und richteten eine freye Re. publique auf, erwehlten aus ihren eignen Mitteln Regenten, besetzten die Ge⸗ richte mit verständigen und frommen Männern, und machten Gesche, die einer Democratischen Regierung am convenablesten und vortheilhafftesten schie⸗ nen. Zwar kan man nicht läugnen, daß sie nicht nachhero des Schutzes derer Bi⸗ schöfe in Bremen und Hamburg zu ihrem Nutzen sich solten bedienet haben, in⸗ sonderheit wenn sie von olsteinischer Seiten eines feindlichen eberzuges besor⸗ get waren, da sie dann allemahl als wahre und würckliche Unterthanen der Bi⸗ schöfe wolten angesehen seyn; In der That aber war es nur ein blosser Schat⸗ ien einer Schut⸗ Gerechtigkeit, davor die Bischöfe ber Antretung ihrer Bischöfl. Würde eine Recognition von 3 ο Marck genossen, wie solches folgende alte Quitungen von dem Ertz⸗Bischof Johanne, und dem Ertz⸗Bischof Christoffer ausgegeben, mit mehrern anzeigen. Quitance Johannis, Ertz⸗Bischofs zu Bremen, wegen der S. W. to voller Gnöge entrichteten Ertz⸗Bischöstichen Willkommen aus dem Lande Dithmarschen. SD Johann von Gades Gnaden/ Ertz Bischop to Bremen/ bekennen unde betüͤgen apenbahr in dissen Brefe/ dat uns Unser Undersaten Inwahner Unsers Landes Dithmarschen gebörlicken under Ogen sind ge⸗ gaen/ und hebben uns unsern Willkamen leeflichen und frundlichen ent⸗ richtet na olden Sede/ wante/ o se unsen Vorfahren/ bethertho gedahn heb⸗ den. Und wie willen und scholen se by olden Seden/ Privilegien und Richtigheiden laten/ also unse Vorfahren betherto hebben gedahn/ behol⸗ den NA enn SSS le l. Cap. aber die eschühen bel, wel⸗ e berse⸗ Tod ist und von lufagen 9 solcher dacht, m seenig Hachsch Schulten guch bun freye Re. die Ge⸗ die einet yen schie⸗ derer Bi⸗ sben, jn⸗ 5 besor⸗ det Bi⸗ Schat⸗ Bichoft ende alte listoffer . W. to n bekennen dersale nsimdge⸗ chyent⸗ chheb⸗ ien und behol⸗ den III. Theils II. Cap. Gerichte. 129 den doch unse und unsers Stiffts Herrlichheide und Rechtigheide; Ock hebben uns de genante unse Untersaten⸗ so se uns und unsern Stiffte ge⸗ wohnt sind/ gelavet/ und geredet/ dat se sick gegen uns als getreue unsers Stifts Undersaten gebohrlicken willen hebben; Dessen to mehrer Be⸗ ti gnisse hebben Wy unser Insegel beneden an dissen Bref heten hangen/ gegeven und geschreven in unser Bremen na der Bort Christi unsers HErrn Dusent Veerhundert darna in acht und negentigsten Jahr am Sündage Cantate. Die andere Quitance von Christopher, Ert Bischof zu Bremen, ausgegeben. Son Gades Gnaden wy Christopher der hilligen Kercken to Bremen und des Stiffts to Verden Administrator, Sertzog zu Brunswyck und Lüneburg/ bekennen und betugen apenbahr in und met dissen unsern apen versegelten Brefe/ dat wy hebben entfangen gode Entrichtinge des Lan⸗ des Dithmarschen/ von dem Ehrsahmen und Bescheiden Peter Schwien/ Claus Junge met eren Beständere und andern Geschickten/ der Viefhun⸗ dert older Marck/ de sick belopen dree hundert dree und dörtig Marck Schill. 4 Pfenning Lubisch/ so se enen jeglichen nyen gekaren und con. firmerden Bischop to Bremen plichtig syn/ na older Wise und Gewönte/ dar wy se van quiteren in disen unsern Breefe. Ock confirmeren und bestä⸗ digen wy se in aller Gerichte und Gerechtigkeit/ so se vanunsern Stifft to Bremen hebben gehabt; Wy willen effte gedencken se ock nicht mehr eff⸗ te höger beschwaren/ als gewohnlich. Deses in Ohrkunde hebben Wy unse Insegel wittliche dohn hagen an desen Breef. Datum in unsern Slate Vörden/ im Jahr na Christi Gebort Dusend Viefhundert und Twölf/ am Dage der Himmelfahrt Co risti. Was aber die Regierung des Landes, die Verwaltung der justice so wohl in Geist⸗ als weltlichen betrifft, darinn gestatteten sie ihnen nicht einen Finger breit, sondern sie haben diejenige als Verräther des Vaterlandes und Mafesta⸗ ten⸗Schänder und Straffällig angesehen, so sich unterstehen wurden, bey Pröb⸗ sten und Prælaten einige Befehle auszuwircken, wie wir solches in dem alten ge⸗ schriebenen Land⸗Recht T. I. art. 2. lesen. Wede hier boven na desse Dage Brefe effte Carlinen(Befehlig⸗Schreiben) winnet van Provesten effte Prælaten, und lesen let, he sy we dat he sy, de schal gebrocken heben tegen unse Land 60 Lübsche Marck, und schal wesen in unserm Lande Loveloß und Ehrloß, und syn Huß 930 men bernen. Im Art. 6. 15 2 5 130 Alten Dithmarscher III. Theils II. Cap. ist ein gleiches enthalten, nur daß eine ewige Landes Verweisung gesetzet, an statt daß im art. 2. steht, man solle sein Hauß verbrennen, it. art. 3. so jemand sich den Geistlichen Stand gewidmet, und sich in weltliche Händel mischet, soll 60 Marck Brüche geben: so willen wy dad een Schlachte de dar hebben Schöler effte Papen, dat se dar thor Scholen vermögten, dat se sick an Scholen nögen latẽ/ we des nich en doen will dar schall dat Schlacht gut vör wesen, und dar to schölen se unsen Lande wissen 60 Marck⸗Lübsch. Und art. 5. So jemand der Geistl. Hülfe anflehet, daß der ander darüber in Bann gethan würde. Item svede hie bevor jenig Kerspiel, Burschap Schlachte effte Mann in den Bann bringet, na desen Tage, de schall se dar wedder ntlopen en bringen/ und schall den Bann quit und fry wed⸗ der dale schlaen/ und schall syn Sacke by Gade und unsern Lande und unses Landes Recht⸗Bock, und schall dartho betern unsern Lande 60 Marck⸗Lübsch, als vör geschreven is i. e. sub pœena infamiæ& exi- lii. Noch grössern Beweiß, daß sie der Geistlichkeit keine Jurisdiction haben irgends einräumen wollen, finden wir in der Klage, so das Capitul zu Hamburg an Ihro Kayserl. Majest. gegen die Dithmarscher übergeben. Die⸗ se Klage hat Mag: Johann Schnidtjer, des Officials zu Hamburg Vicarius und Commissarius, in Advent 1524 in Dithmarschen den 48gern übergeben, der staphorst Hamb: Kirchen sich auch dem theuren Blut⸗Zeugen der Warheit, Hin- Geschicht. des zte Theils rich von Zutphen, widersetzte und ihm verfolgen erster Band. halff. Dit is de Klage und Tospracke de de Praust unde Official, COmmis- larius und Notarius der Praustey to Hamburg und Decken, Dohm⸗Herren, Capitel und gantzen Papheit to Hamburg ver⸗ klagen vör den Römischen Kayserl. Tammer⸗Gericht aver des Landes⸗Rath des Landes Dithmarschen: nnt erste beklaget sick de Praust to Hamburg, wo em in dem Lande Dithmar⸗ Vsschen tobehöre alle Richt und Recht, beide Geistlick und Weltlick, dat kame und behöͤre den acht und vertigen Vorwesers und Schlütern des Landes Dith⸗ marschen nich to, en de hebben en sotane Rechte mit egener Gewalt genamen, und gerovet. Und de Prauste hebben sotane Gerechtigkeit baven de 20. 30. 40. Jo. und 100 Jahr und baven Minschen Gedächtniß in raulicken Brucke und Besetting gehabt.* Und Leg. UI. Sheils I. Cap. Gerichte. 131 Fanstat Unde de Praust mit synen Otficial, Notarien, moge und hebbe de Macht, and sch alle Dithmarschen, Geistlick und Weltlick, um Pfenning Schuld, Schaden et, sol und alle Sacken citeren, laden, bannen; sinst hebben de Schlütere und acht hebben und Vertige des gantz nene Macht to richtende. Darto hebbe de Praust alle sick an Brocke to nehmende, to strafende alse van Dotschläge, Junckfruen⸗Schänder, chtgut, und alle andere Brocke.. Jlsch Un de Praust hebbe de Macht umme Schuld und Bröcke int Land den 20 5 Bann, interdict to leggende; alle Gades⸗Dienste, Ceremonien, als de Sa- FMüber eramente apentlick verbeden, nich to döpen, begraben, de Klocken to ludende ꝛc. tsch; mit mehr groter Vorbedinge, so dann es all in raulichen Besitt gehat, und so vel schallse Jahr als baven beschreven.. ry boed⸗„nd alle Jahr 2. Sy nodos geholden in Lande dar man möste wrögen, wat de und vör Bröcke einfallen möͤgten und köͤnden/ dar he Geld mögte nehmen und mahnẽ. Kaude Ock beklaget sick de Praust alle sotane Geld, dat de Praust, Official, No- tarien plegen so tonehmende und to schattende van den Brocken, dat hebben nu & exi. unde sint der Tydt dadt de Official und Notarius ut demande gebleven und ver⸗ haben jaget, de Richter und Schlüter in dem Lande van den Dithmarschen sülvest ge⸗ tal zu schattet und upgenahmen, und sotanes by 22 Jahren upgenahmen und vor⸗ Die entholden. f 0 us und Ock beklaget sick de Praust, dat wanehr en Prester verstorven, und wed⸗ eh, det derum en ander Prester mit ener Kercken⸗Vicarie effte andernGeistlicken Lehne lin. scholde belehnet werden, de möste to allen Tyden dem Praust geven⸗ scholde he folgen anders de Vicarie, effte Lehn in Besitt krigen, teinde half Marck Lübsch und dem Official, Notarien, und dem Stall⸗Knechte einem ieglicken darto noch etlick i Geld geven, dat sy em ock so menig Jahr vörentholden und de Dithmarschen nmis⸗ hebben sotanes verbäden, und nehmen nu sotanes Geld van den Lehnen sülbest ecken) in eren Büdel. g ber⸗ Item so beklaget sick vöͤrder de Praust, dat alle de Kercken in dande Dith⸗ er des marschen, utgenahmen allene 4 Kercken, Meldorp, Barlt, Beckelnborg und Heyda, de andern gahn alle van Praust to Lehn, und de hebbe de Macht dar⸗ mede to verlehnende und up to setten, den he darmede belehnen will. Nun Ihr; hebben de Dithmarschen alle Kercken sülbestmgenahmen, und darup Kerckher⸗ aka ren, Capelanen und Predicanten gesettet baven des Praustes Willen und na 5 Oh eren egenen Gefallen, und so der Kercken berovet und alle jährliche Tinsen, Ren⸗ 1 ten und Pension, de men em darvan plag to geben, baven de 22 Jahren inne 0 40. beholden, und sülvest up genamen und gebrucket, dem Praust tom groten Nadehl nd und Schaden, so ock berovet. Vörder so beklaget sick de Praust, 85 under den Kercken in Lande Dith⸗ ö R 3 mar⸗ Und 132 Alte Dithmarscher III. Theils II. Cap. marschen, noch ene Kercke is genömet Oldenwörden, de alleen Prausten to Ham⸗ burg ist incorporert, und behöret to erer Tafel und Tisch, dar de Praust is van bethalet, alle Jahr behöͤren 40 Gülden, dar se em des berovet und so dahne 40 Gülden gebleven und sülvest up genamen. Noch beklaget sick desülve Praust dat in dersülve Kercken to Oldenwär⸗ den hebbe 4 egene Vicarios und ene Commende, de se sine egene to verlehnende, und de Herren darmede belehnet, hebben alle Jahr van den 4 Vicarien to Pen⸗ sion gehabt, und van der Commenden 76 Marck hebben se berovet und innen beholden 18 Jahr baven alde Rechte. c So beklaget sich mehr de Praust, dat de Dithmarscher, wat se Praust, Official, Notarien to enen groten Summen, alle plegen to bethalende, wo baven geschreven, hebben de Dithmarscher berovet und inne beholden. Vörder beklaget sich de Praust dat dat Land to Dithmarschen to Hem⸗ mingstedt en Kloster gebauet, und em versegelt alle Jahr uth der Kercken to ge⸗ den J0 Marck, und noch schuldig. Item alle Kerckherrn im Lande Dithmarschen weren plichtig alle Jah⸗ ren, en jüglick dem Prauste to geven 1 Marck, dat se de Kercken beseten hebben, ock berovet, und sind schuldig von 18 Jahren, dat de Dithmarscher inne beholden. Idt beklaget sick noch de Praust dat alle Prester im Lande Dithmarschen, aver dat dritte Jahr mosten enen Schott geven, darum dat he se schöle verdedi⸗ gen, in 800 Lande by eren olden Gebruck to blieven, dat hebben se em ock spolie⸗ ret 63 Jahr. Vorder beklaget sick noch de Praust dat alle Kerckherden em mösten geven juglick enen Gulden, davor dat se to Michaelis to Hamburg nich to Capittel que⸗ men, des is he ock berovet 18 Jahr, und de Dithmarscher dat beholden. Nu beklaget sick de Decken und Capittel to Hamburg, wo dat se hebben 2 Kercken alße Meldorp, dar se alle Jahr van hebben 60 Marck, und Barlt dar se alle Jahr 56 Marck van hebben, de enen egene to kamen, und ingelievet sind, und hebben de Kercken in raulicker Brücking baven aller Minschen Gedächtniß ge⸗ habt, ohne alle Insage, und des nu berovet, und die Pensien 18 Jahren inne be⸗ holden und genahmen ohne alle Rechte. Vorder beklaget sick de Decken und Capittel dat se alle Jahrlickes baven Minschen Gedächtniß in raulicken Besitt gehadt hebben, ut den Kercken alle Jahr Oldenworden 11 Marck, Wesselbühren 2 Marck, Nienkercken 11 ßl., Busen 11 ßl., Süde⸗Harstette 30 ßl., Weddingstett 30 ßl., Lunden 6 ßl., Hen⸗ stett 4 fl., Hemmingstett 3 ßl. und darum spolieret, und innebeholden baven alle Rechte 18 Jahr; Itzo noch baven de 18 Jahr vörentholden und berovet ut der Kercken to Meldorpe Marck den Capittel alle Jahr to behörig, noch 8 e ofter ———. Q. K. 2. S A . Ci —— Ham⸗ is ban e 40 llvär⸗ lende, Pen⸗ uünmen aß, o babe Hem⸗ og Jah⸗ ben, olden. schen, dedi⸗ olle · geben lque⸗ hen 2 ar se „ und ß ge⸗ ge be⸗ haben n alle I fl Hl ale tber dem oster III. Theils II. Cap. Gerichte. 133 Closter to Meldorp vörentholden und berovet, alle Jahre dat Land 58 Marck, Jahr, 3 Marck, vor dat de Möncke dar wahnen. Koch beklaget sich de Decken, Capittel to Hamburg dat se in dem Lande to Dithmarschen in den Karspel Henstedt, Tellingstedt, beide agde und Hem⸗ mingsted enen fryen Tegeden, genämet unser Leven Fruen Tegeden baven vele hundert Jahr in raulicken Bruck und Besittinge gehabt, unde de Karspel de 18 Jahr des Tegeden berovet und spolieret der Dohm⸗Kercken, dem Decken dem Capittel to Hamburg to Hon und Spott und ewigen Verdarfe. Noch in der Kercken to Meldorp ro Marck, van S. Oswaldus Vicarie noch in der Kercken to Meldorp 14 Marck, van Hr. Detlefs Vicarien in der Gervkammer alle Jahr ock 18 Jahr berobet. Wo sick düsses alles Praust, De⸗ cken und Capittel to Hamburg so höchliche beklaget, dat de Dithmarscher wo hier baven geschreben, wedder alle Billigkeit und Römischen Kayser upgerichteten Land⸗Freden mit egener Gewalt sothane Geistl. und Weltliche Gerechtigkeit, Kercken, Vicarien, Commenden, Lehnen, Tinsen, Renten, Pensien, den Te⸗ genden und sünst alle andere Ehre, olde Brückinge berovet, spolieret und entset⸗ tet, und Gewaldiglicken in dem Lande beholden. Darup beeden Röm. Kayserl. Majest. Vollmächtigen, Commissarien, Cammer⸗Gerichts⸗Försten und Hrn. Assessoren, und eschen de Dithmarscher to declareren, dat se erst in de Pene und Brocke des Rickes verfallen syn, darin finden und dehlen, und darmet den Man. daten to holden, und mit der Acht und Overacht darto dwingen, dat se uns Praust, Decken und Capittel to Hamburg in so dahne unse Official, und Nota⸗ rien laten wedder gebrucken, und in de Kercken, Vicarien, Commenden, und al⸗ le Geistl. Lehnen, den Tegenden weddersetten und secker und redlig gebrucken la⸗ ten, und alle nahsteheude Gelder, dat se dissen 18 Jahren van dem Richte, Brö⸗ cke van Kercken, Lehnen und Tegenden innebeholden, an enen Summen met allen geladenen Unkosten und Schaden, was derhalben geschehen is, bethalen, anders de Acht und Overacht över se gahn laten, dat alle Försten, Herrn Stände, Adel und Unadel, wo se sind, de Dithmarscher mögen fangen, ehre Güder neh⸗ ae se de belopen, und finden, so lange se to so dahnen Gehorsam gebracht werden. Sobhefft dat Land van wegen des Praustes synes Officials, Commissa- rien und Notarien, dat se mit dem Banne de Armode afgeschattet, und von der Kercken, Vicarien, gehnen, und was de Kerckherrn und Prester mösten betalen, is de Summa van dissen 18 Jahren Vief und Vertig Dusend by dreen hundert Marck Lüb. hier is noch baven wat de Official und Notarius plegen op to neh⸗ men van Citatien, Bannbreven unde Absolutien to schattende, e No — —...„„ —*————.. U 5 ö 5 0 0„ 100 1 1 10 1 10 1 *— 7.— P a—. — 2 3 5 134 Gerichts⸗Personen. III. Theils II. Cap. noch van den Tegenden inne beholden Twintig Hundert und Sostein Tonn Roggen. Hiernach baven wes de Kerckherrn und Vicarien in Meldorp alle Jahr to dreen Reisen vertherecken. Darnah baven wenn ehn Prester starff, wat vor Testamente möste geven und wat ehn Prester geven möste wennehr he ene Vi. carle belehnet, baven 14 Marck to gevende ohne syne Tehringe. Hiernach baven wat de Wyhel Bischop van Kerckhöfen to consacrerende und to wy⸗ hende. Hier noch baven wat de Stationarien alse unser Leven Fruen Bade van Hamburg, St. Petersbaden van Bremen, St. Antonius Bade: darto, wat de Praust van Römischen Aflate to prætenderen. f Wie acht und vertig Värweser des Landes Dithmarschen entbeden den Kerckherrn to Lunden, dat he düsse Klage apentlick lese Morgen Suntag Sexa- gesimæ vor den Karspel, und denne dem Köster by Pone 60 Marck stracks bringe den Kerckherrn to Hemme, de up den Dag Purificationis Mariæ vor dem Karspel lese, und by den been de Köster bringe dem Kerckherrn to Wed⸗ dingstede, de ock düsse Klage lese ur den Sonndag Quinquagesimæ, und den de Köster bringe by dem Pon dem Kerckherrn to Hemmingstedt, de düsse Klage up den Sonndag Invocavit vor dem Karspel lese und by dem Poen de Köster bringe an den Kerckherrn to Nord⸗Hastedt, de ock vör dem Karspel lese de Kla⸗ ge up Temper Sonndag/ denne de bringe to Heyde. Datum Heyde Sato post Convers: S. Pauli Anno Christi XImo. Günther Warner. Das dritte Capittel. Von den Gerichts⸗Persohnen. S nun diese neue Republique in Einigkeit erhalten und befestiget wer⸗ den möchte, vertheileten die Dithmarscher die gantze Landschafft in fünff Döfften oder Voigteyen, über deren jede ein besonder Voigt oder Advo. catus, Stadth alter, der im Nahmen des Bischofs zu Bremen Jurisdictionem und werum& mixtum imperium exerciret, gesetzet worden. Erstlich die Strandmanns Döffte. 2. Meldorper Döffte. 3. Oster Döffte. 4. Wester Döffte/ und J. Die Mittel Döͤffte. Neben den J Voigten aber seyn acht und viertzig Vorsteher und Regenten über das gantze Land verordnet und erwehlet worden, von deren ersten Uhrsprung ich folgende Nachricht finde. Ao. 1164 hielten die Dithmarscher ihren ersten allgemeinen Land⸗Tag ice, orsf, l Ch. n Tonn Jahr to at bor he Vi. ernach to wy⸗ Bade A wat den den Hex. stracks læ hö Wed⸗ d den Klage Koster Kla⸗ pot t wel⸗ n fünf Advo jonem ich di offt, echt wͤolt nde. Mel⸗ dorff, III. Theils III. Cap. in Dithmarschen. 135 dorff, an den Ort wo noch jetzo der Kirchspiels Krug, und beschlossen unter an⸗ dern, Hartwicum 1. wieder ins Land zu ruffen, und des entleibten Graf Rein⸗ holten Güter seiner Disposition zu überlassen, auch hinführo nichts ohne eine allgemeine Landes⸗Versammlung anzufangen. Und weil damahls von der gan⸗ tzen Dithmarsischen Nation nur 48 Familien vorhanden, so ward auch ein vor allemahl beschlossen, daß aus jeder Familie der Aelteste die andern, als seine Unter⸗ gebene, commandiren, auch solche acht und viertzig, in Geist⸗ und weltlichen Rich⸗ ter seyn solten. Wie aber nachhero das Land wieder Volckreicher geworden, so ist es dahin geandert, daß von denen Vornehmsten in den Kleinsten 2, und in den Grösten 4 erwehlet worden. Jedoch zu Suden Meldorff, aus allen den Stran⸗ der Kirchspiel hat keiner nachher erwehlet werden können, weil sie es in dem Krie⸗ ge vor Hemmingstedt versehen, und daher leiden müssen, daß die Norder⸗Leute in der Appellation und Execution uber sie zu gebieten gehabt; doch, daß in Bür⸗ gerlich und peinlichen Sachen die Unter-Gerichte, wie in andern Kirchspielen, ihnen vorbehalten worden, und daß sie zur Heyde in der Versammlung des gantzen Landes mit asliltiren dürffen. 5 Ausser diesen Acht uud Viertzigen sind im jeden Kirchspiel noch 16, die man de Söͤsteiner genennet, und darunter 2 Schlüter, gewesen, denen auch die Kir⸗ chen⸗Güter als Diaconen zu verwalten und vorzustehen befohlen, wie solches aus dem Land⸗Buch de Ao. 1447 erhellet: Da unter dem Litul von des Lan⸗ des Rechte und Reise, und ock von hilligen Güdern folgende Verordnung zu fin⸗ den: Effte de Schlüter töhgen na de hilligen Guder/ schude em dar Wed⸗ derstall an/ da bewißlick were/ so schall man em betern 90 Schill. Diese Sechszehn haben gemeiniglich alle Woche, das gantze Jahr durch, Gericht ge⸗ halten, und so jemand eine Klage gehabt, ist er für dieselbe erschienen, und hat den zu citiren gebethen, an dem er einige Ansprache zu haben vermeint, alsdenn ist einem unter ihnen, so dem Beklagten am nächsten gewohnet, auferleget, selbi⸗ gen vorzuladen; Wenn nun beyde Partheyen erschienen, Klage und Antwort vorgebracht, haben sie nach Befinden der Sachen ein Urtheil gesprochen: so aber jemand sich darin gravirt befunden, derselbe hat an das gantze Kirchspiel appelli⸗ ren mögen. Noch sind in den kleinen 16, und in den grösten Kirchspielen 24 Kerckneh⸗ mende gewesen, die über Schulden gerichtet, und die Sachen, so intricat oder von grosser Wichtigkeit waren, für das gantze Kirchspiel gebracht, welche in all⸗ gemeiner Kirchspiels Versammlung darüber gesprochen und decidiret, wiewohl einige der Meinung sind, daß diese Kercknehmende und die Sechszehner eines gewesen. In den kleinsten Kirchspielen sind 2, in den grossen aber 4 Schlüter, Executores gewesen, worunter auch die 8 Voigte gerechnet worden. dhe richte⸗ 136 Gerichts⸗ Personen, III. Theils III. Cap. richteten insonderheit in Criminal⸗Sgchen, als über Schelm und Diebe, Sa⸗ chen dar demdande angelegen und die Brüche über dem gantzen Lande. Weñ die Schlüter jedes Kirchspiels nicht starck genug, nahmen sie die Schlüter vom gan⸗ tzen Lande zu hülff, bunden und brandten die Delinquenten, welches damahlen die eintzige Straffe des Landes gewesen. So jemand mit des Kirchspiels Aus⸗ spruche nicht zufrieden gewesen, der hat seine Sache für die 48 Regenten des Landes gebracht: könten aber diese die Partheyen nicht auseinander setzen, hat man von ihnen sich auf das gantze Land beruffen, so alle Sonnabend in der Hey⸗ de versammlet gewesen; Da hat man den Schlüter aus Weddingstedt, als aus dem ältesten Kirchspiel, dahin vermocht, daß er das gantze Land, so dermahlen gegenwärtig, mit folgenden Worten zusammen geruffen: öret jy Herren un⸗ se Lande/ dar is en Wort to seggen/ dar dem Lande Macht anne liegt! Darauf die Gemeine zu Nordwesten des Marcks in der Heyde sich versammlet, einen Crayß geschlossen und sich die Sache von beyden Partheyen aufs förmlich⸗ ste vortragen lassen; Nach geschehenem Vortrag sind aus jedem Kirchspiel, die Vornehmste, Verständigste und Ansehnlichste zusammen getreten, die Sachen aufs genaueste erwogen, und ihre Meinung gegeben: welche Sententz dem gemei⸗ nen Mann gefallen, dem sind sie mit einem Ja beygetreten, und hat man alsdann keinen weitern Process gestattet, sondern man hat an das Kayserliche Cam⸗ mer⸗Gericht appelliren mögen, oder so jemandem diese Appellation zu lang oder zu kostbahr, der ist weggezogen, hat demdande Feindschafft angekündiget, und mit Rauben und Brennen sein Recht gesuchet, wie wir nachhero sehen werden. Von welcher Gerichts⸗Form und daß dieselbe bey den alten Teutschen in Ge⸗ brauch gewesen, schreibet Tacitus de mor: Germ: de minoribus rebus Principe consultant. de Majoribus omnes, ita tamen ut ea quoque, quorum penes plebem arbi- trium est, apud Principes pertractentur oder wie Grotius schreibet yrætractentur. Was aber Principes vor welche gewesen, erkläret er in folgenden: eliguntur in iisdem conciliis& Prineipes, qui jura per pagos vicosque reddunt. Das Land Dtthmarschen hat auch vormahls seinen Geheimden Cantzler oder Secretarium gehabt, und nach der Reformation, bis zu Eroberung des Landes, sind diesem Ammt vorgestanden N. Günther Warmer, der zu Henrici Zutphaniensis Zeiten gelebet. Hermannus Schröder, Ao. 1542. ä Hermannus Averhoff, der Ao. 1559 in der letzten Vehde Landschreiber gewesen, und Ao, 1569 jämmerlich umgekommen. IL Cn. N ebe, Sg⸗ Wes die bom gan⸗ mahlen fel Aus⸗ enten des ben, hat ght Heh⸗ tas aus dane verrenun⸗ nne liegt! rsammle, förmlich⸗ hspiel die Sachen em gemei⸗ alsdann he Cam⸗ ing ober und wit Weiden. eh in Ge⸗ Principe. gem arbi. Aclemur. liguntur unt. n Cantzle erung des bet cb Oos III. Theils IV. Cap⸗ Land⸗Recht. 157 Das vierte Capittel. Von dem alten Land⸗Recht. S. wird im alten Land⸗Buch art. I. angeführet, daß solches A0. 1447 erst⸗ lich gegeben und angenomen worden, denn so lauten die Worte: Anno Domini millasimo, quadr ingentesimo quadragesimo septimo feria secunda in HNgilia Valentini, do ward dat Land to Dithmarschen entrechtiglicken eins/ des nachgeschrevenen Kechtens ewiglick to holdende/ und darby to blievende/ umb Nüttigkeit und Bestenisse willen unses menen Landes to Dithmarschen/ dat de ewige Gott so bestänlick beholde/ umme syner Gnade willen/ Amen. Dennoch ist solches keines weges zu verstehen, als wenn vor derselben Zeit kein beständigLand⸗Recht gewesen/ in den 250 Jahren von A0. 1180 an zu rech⸗ nen: sondern die Meinung ist, daß solches damahls zuerst in eine richtige Form ge⸗ bracht und beschrieben worden. Und weil man durch lange Erfahrung nicht besser ordnen können, hat man es dem gantzen Lande mit allem Articuln und Clausuln vorgelesen, damit Niemand sich mit der Unwissenheit entschuldigen mögte, so auch von dem gantzen Lande angehöret und bestätiget worden; doch mit dem Vorbehalt, wann inskünfftige andere und mehrere Sachen vorfallen sollten, so darin ausdrücklich nicht entschieden und benennet, daß man die hinfüh⸗ ro mit gleicher Landes Beliebung schliessen und hinzusetzen mochte. Deñ so finden wir nachhero hinzugethan die Verordnung von Lating de Ao. 14 0 6·van aver⸗ geben Manne, de A0. 1460; van Frede dor Hand dwingen, de A0. 1467. Noch sind A0. 1480. 5 Articuln zugekom̃en, in folgenden Jahr sind 28 Art. zu⸗ gesetzt, und auf den Sonnabend nach Martini Episcopi Ao. 1J38 ist der letzte oder der 24 5ste Articul beliebet worden, wie solche zum theil anführet die ge⸗ druckte Edition de A0. 148 5, so unter dem Titul heraus gekommen: Hier hefft an dat Land⸗Recht aver Dithmarschen, welcker upgenahmen is mit Bull Wort der der Acht und Veertig und des gantzen Landes. Und was diesem fehlet, hat Wieben Peters ersetzet in der Edition so er Ao. 1539 drucken lassen unter dem Titul: Copia ut des Landes Bocke to Dithmarschen recht ludende und folgen⸗ de van Articul to Articul, nah synem 92 Original gedruckt.(*) N 2 8 (0) Dieses Land Recht ist ao 1539 durch eine Verordnung so man dat Land⸗ Bock der Dithmarscher genennet/ in vielen gemildert und ein grosses vermehret und geändert. Dithmarscher III. Theils IV. Cap. Es will fast scheinen, als wenn in diesem Land⸗Recht ein und andere Arti-* 1 culn verfasset, so dem Natürlichen und Göttlichen Recht nicht gemäß: so d 1000 wolle man doch der Zeiten Umstände betrachten, auch welche Gesetze damah⸗ 0 N len die benachbahrten Völcker gebrauche, und nachdem was unser Hepland 90 Matth. 19. v. 8. von den Mosaischen Gesetzen redet, dieses Land⸗Recht abmes⸗ 4 sen, dann wird die Verwunderung um ein grosses verringern. Wir wollen 9 auch mehrer Deutlichkeit wegen die vornehmsten Articuln, so angefochten wer⸗ 0 den, durchgehen, und wie weit denn dieselbe von dem allgemeinen Völcker⸗Recht der damahlen abgegangen, in etwas beleuchten. Denn was den Beweiß mit 65 Tragung glüenden Eisens, Kampf⸗Fechten zu Fuß und zu Pferde ꝛc. welchen sie Gades Recht nenneten, und die bey allen Teutschen bekannte und gebräuchli⸗ che Ordalia waren, anlanget, so rühret dasselbige zwar erstlich aus dem Heyden⸗ 6 thum her, es wurden aber solche Proben nachgehends bey den Christen nicht al⸗ ü lein beybehalten, sondern sie wurden auch so unfehlbahr und heilig gehalten, daß man eine besondere Göttliche Direction darinnen gesuchet: daher derjenige, so die Feuer⸗Probe ausstehen wolte, 3 Tage bethen und fasten, auch das heilige Abendmahl empfangen muste. Das Eisen wurde auch vorher von dem Priester auf eine sonderliche Art geweyhet und beschworen, wie solches Schottelius de ju- ribus antiquis Germ. und Gerike in Schotte lio ill: c. 28. weitläufftig anführen 6 und mit vielen Exempeln erweisen, daß durch diese Proben öffters die verborgene 0 Unschuld gerettet, hingegen aber heimliche Schuld und Missethat entdecket und g f bestrafet worden. Es kan auch nicht unbekandt seyn, daß wie der heilige Poppo 0 das glüende Eisen getragen, fast gantz Dennemarck zum Christlichen Glauben f bekehret worden; wiewohl man bey dergleichen Exempeln sehr behutsahm seyn l muß, indem die meisten lauter Fabeln sind: und wem können die Betriegereyen 9 derer Heydnischen Pfaffen und der Catholischen Clerisey unbekandt seyn, die sie 5 sich in diesem, als in andern Dingen bedienet, und noch gebrauchen, die Leute in ei⸗ 0 nem blinden Aberglauben, und unter dem Geistl. Joch zu erhalten. Zu dem 0 zweifelt niemand, daß nicht alles, ausser der Probe des bittern Wassers, durch na⸗ b türliche Mittel habe zugehen können, wie solches alles klärlich erweiset Beeman-⸗ nus Diss: de qudiciis Dei: c. 6. Dahero man denn sich auch nicht wundern 1 darff, daß die alten Dithmarscher, in Ermangelung zulänglichen Beweises, ich 1 0 solcher Proben bedienet, insonderheit, wenn es Sachen waren von grosser Wich⸗ 1 i tigkeit, und die das gantze Land betraffen, als in Erweisung eines Todtschlags, 2 art von Todtschlag 8. S. 8. in diesen Worten; So schall he idt updringen mit 0 enem Gades Recht; und diejenige so solchen Beweiß angehen wolten, wurden 1 von dem gantzen Lande geschützet. bid.§.9. de dat Gades Recht angahn 100% schall, hebben frede/ syn Lyf by Bröcke 00 Marck/ und by Brocke des e l 0 9 V. Cg. — eke Arti. faß: fh damah⸗ ehland tabmes⸗ wollen fen wer⸗ Recht ih mit chen bräuchl⸗ Heyden⸗ nicht al, ten, daß ge, so die s heilige Phester 1s de Ju- führen bolgene et und N dodpo Glauben ahm seyn segereyen , die sie eue in el Zu den dutch na⸗ Becman. 16 10 fee b Wi dishlhb/ Aut bulden cagahn des 104 Marc, —————— III. Theils IV. Cap. Land⸗Recht. 159 Marck. Ferner ist folgendes Urtheil der 48 ger mercklich, da sie den Beweiß durch ein Gades Recht vor zulänglich erkandt, und darauf definitivs ge⸗ sprochen: SD acht und vertig Vorweser des Landes Dithmarschen und des Lan⸗ des Rath dasulvest/ bekennen und betugen apenbahr vör allselbe ut ge⸗ genwardigen in Krafft disses unses Brefes. So alse de Bure to Lunden up der enen Scheling und Twedracht hat hebben mit den Buren to Wol⸗ dersen up der andern Seiden umme den Buten⸗Dick to Metzen beweste de Haler⸗Groff/ dar de van Woldersen sick umme berepen und gingen up eene Gades Recht dad Glöende Hand⸗ Ißen to dregen op der Heyde/ dat umme mehr quades Vermeedung to vullẽn getagen und bracht ward na Gades Schick inge des Woldersen er gang unsträflich gut und geve gefunde ward/ van den acht und vertig und van des Landes Geschwarne Kade/ de des drudden Dags darna alse dat Isen dragen was/ tor Heyde ock tor Stede we⸗ ren/ sonder gens darto geeschet und gebeden/ den man de and wiesende und by Nahme disse nahschrevende in Jegenwart veeler liefsaliger Land⸗Lude hebben Wollersen ere Hand geve/ rein und unstraflich funden/ in erste Car⸗ sten Reimere to Nordick dede mit Vulborde den Afspräcke starcken Reimer Suel/ Lange Otte/ Groten/ Hanß Clauß/ Jerren Hanß Hanß/ Herrinck Seinrick/ Jeben Hinrick Clauß/ Rode Johann up der Lohe Reimers Mar quart/ Secke Johann/ Halcken Laurenz/ Peters Sanß/ und Junge Clauß Teede/ de hier to geeschet worden/ und hebben gescheden und funden mit Vulborte des Landes schwarne Rade und mehr andern veelen guder Land⸗Lude by eren schwaren Ede/ dat Woldersen schalen mit ehren Buren des vorschrevenen Buten⸗Dicks gebrucken/ vör le und ehre Nahkamlinge Kind na Kind/ sonder alle Byspräcke to ewigen Tyden/ und dat Burschop to Lunden schölen van densulven verschrevenen Buten⸗ Dick gedehlet/ schlichtet und scheden wesen to ewigen Tyden/ dat de acht und vertig baven bestemet Wollersen eren Gang und Hand so geve und fast funden hebben mit Vulbort des Landes Kade/ sondriges darto geeschet/ und ock in Gegen⸗ wardigkeit veler guder Land⸗Lude/ de daran und aver weren. Des to groter Uhrkund und Warheit/ so hebben wir hierto gebrucket unser acht und ver⸗ tig Insegel witlicken heten hangen/ nedoen an dissen jegenwärdigen apen Bref. Schehn und geven nach Christi Bort 1400, darna in dem 79 Jahr an Mandage na Decollationis Johannis Baptistæ. Die vielfältige Verbüͤndnisse der Schlachten und Klufften, deren in diesen Land⸗ Rechte öfftere Erwehnung el gc sind wohl eben nicht nach denen 5 3 Dithmarscher geln Christi eingerichtet gewesen, sintemalen dieselbe zu vielem Unheil, Mein⸗Ey⸗ den, auch offtmalen zu innerlichen Empörungen und Blut⸗Vergiessen Anlaß gegeben. Denn 1. musten alle diejenige so in der Klufft der Verbündniß wa⸗ ren, allen Schaden, so ihr Bunds⸗Genoß gethan, es möchte an Gütern, an Leib oder Leben seyn, erstatten und bezahlen, wodurch mancher in seiner Boßheit ge⸗ stärcket und auf seines Vettern Rechnung in Sünden fortgefahren: wie wir se⸗ hen Art. 4. dar schall dat Schlacht gut vor wesen und allent dat darvan kumt und kommen mag/ dat schall dat Schlacht utdreghen; Art. 14. wenn sich jemand dem Gericht entgegen setzet/ soll er brüchen 60 Warck/ und alle der Schade/ so darvon komt. NzꝑB. den schölen se und de Eren/ ut⸗ dreghen alle dewile se Gut in unsern Lande hebben/ item art. 24. item art. 6. van Todtschlag/ efft en Mann en Mann daelschlage/ und he dad Gut nicht en hadde/ dar he ene mede betalen konde/ so schälen syne Nech⸗ sten totasten/ und betalen den Mann. Item art. 35.§. 2. 2. Wurde die purgatio canonica dadurch eingeführet, wenn ein Geschlecht den erlittenen Schaden mit einem Eyde bekräfftigen, und erweisen muste: da die meisten ihren Eyd ablegeten, nicht daß sie von der Sachen Wissenschafft hätten, sondern wei⸗ len sie durch die Bund⸗Briefe sich darzu verbindlich gemacht, oder in Wege⸗ rungs⸗Fall den Schaden bessern musten. Solche Eyde aber waren vieler Art, als: Mein⸗Ede über das gantze Geschlecht. Mein⸗Ede über die Klufft. Art. 5. Buhrwen⸗Ede art. 1. 156. Buertug. art. 6. Kerck Mein⸗Ede, oder Schlechts Mein⸗Ede und Kercknem⸗Ede zugleich. art. 26. Twölff Mann⸗Ede, dörtig Vull⸗Ede aus zo eingebohrnen Geschlechten. art. 36. 37. ut jeder Schlechts⸗ Mann aus dem Geschlechte da der Beklagte aus ist, Mann, daß allezeit 12. werden. Item Men⸗Ede über sein nechstes Sibbeblut. art. 74. 775. tem Dreman⸗Ede 195. Welche Eyde insgesamt dem Mein⸗Eyde Thüren und Thoren eröfneten, und hat mancher den Schaden erstatten und bezahleu müs⸗ sen, so er nicht gethan. 3. So war auch in den Bund⸗Briefen enthalten, daß derjenige, dem einiger Schade zugefüget, sich nicht vergleichen dürffen, wenn gleich von seinem Gegenpart oder dessen Kindern die Versöhnung angetragen, sondern das gantze Geschlecht mit allen Klüfften musten erstlich darinn willigen: handelte er dawider, so muste er seinen eigenen Schaden ausgeben, und demGGe⸗ III. Theils IV. Cap. schlecht bessern. Aus diesen und andern Umständen sind die Dithmarscher be⸗ wogen, alle solche viele Eyde nebst den schädlichen Geschlechts⸗Bündnissen Ao. 1538. öffentlich cassiren zu lassen, wie solches die letzten Worte des Land⸗ Bocks de Ao. 1539. ausweisen: In dem Jahre nach Christi Gebord 1538. up den Sonnavend vor St. Martini, hefft de Vullmacht aller Karspel des Landes Dithmarschen/ wente alle Karspel sick to bevören darup Wache e N 86 ap. in⸗Ey⸗ Anlaß wa⸗ Leb eit ge⸗ vir se⸗ van wenn / 0 en/ M. . item e dad Tech⸗ de die tenen ihren N bei⸗ III. Theils IV. Cap. Land⸗Recht. 161 schlaget hadden/ ingebracht und beschlaten/ in dem Gade geprieset unde gelavet dat Land durch ere Superintendenten und Prædicanten mit dem Worde Gades so unterrichtet und gelehret/ dad alle de verdämlicke Ver⸗ büntnisse aller Schlechte vormahls dorch dat gantze Land to Dithmar⸗ schen/ up gelöset/ vernichtiget und fry gemacket/ unde do dorch den vorsich⸗ tigen peter Schwien seliger laten af seggen/ so ewig to holdende: So denn do nicht beschlaten wat vor Recht in de Stede Schlechtes emende enjeder Sckaden to bringende/ effte suß vor recht vörder geven skall/ indeme dar nemand skall to verbunden/ effte to verplichtet syn/ darup dat Land beschla⸗ ten und befahlen dem Ehrsahmen Poppen Reimers Johann, de in Nahmen des gantzen Landes afgesest/ alse dar jemand to bevörn skaden mit enes Schlechts Nemende skolde to bringen/ efte suß mit enem Schlech⸗ tes nehmende skolde rechtferdig werden/ de skall und mag namahls numehr so to allen Tyden to sick fodern/ effte bidden in der Warheit to tilgende elven Mann ut synen Schlechte/ effte suß ut synen Karspel dar he beseten is/ dad loffwerdige Menner Christlick/ de Ehre unbeschnittet syn und negentig Skilling belövet/ wol so dann recht tor Stede bringet/ dat skall siener Sacke rechtferdin syn unde sien Kecht gelöschet hebben. Nachhero sind solche Eyde auch in dem neuen Land-Recht callirt und abgeschaffet worden, wie Art. 13. 5. 1. zu sehen iu den Worten.: darum heffen wye hiemet up/ und casseren alles wat in den olden Dith⸗ marschen Land⸗Rechte von dem Schlacht Nemenden/ Klufft Nemenden/ Kerk Nemenden und den andern Eden gesettet/ effte gebruüͤcklich gewesen. Daß aber dennoch diese Verbündnisse nicht so gar irrailonable gewesen, und es eine naturliche Billigkeit, wenn eine Familie ihre Mit⸗Glieder in Lieb und Leid auf alle Wege vortrete, und daß die vornehmste Stütze und Erhaltung da⸗ mahliger Democratischen Regierungs⸗-Form in diesem Jure Familiarum be⸗ standen, hat der Hr. Giesebertus introduct: 3, per. stat: S. 136. usque ad fin: erwiesen, wohin ich auch den G. L. beliebter Kürtze willen, verwiesen haben will. Und so ja einiger Mißbrauch anfänglich mit untergelauffen, so haben doch die al⸗ ten Dithmarscher alle Unrichtigkeit nach gerade redressiret, denn daß man alles in der Eyle und mit einer grossen Gemeinde auf einmal nicht besser einrichten kön⸗ nen, und die Zeit viel geben müssen, hat die Erfahrung auch bey andern Völckern gelehret. Denn ob es gleich in dem natürlichen Stand erlaubet gewesen, sich und die Seinigen wider die Beleidigung eines andern zu beschützen; merckt aber ein jeder bald, daß es einer Republique sehr schädlich, wenn man derglei⸗ chen verstatten wolle: und obschon diese und andere Mitter nächtigsche Bölcker Endzweck ihrer Kepubliquen in der Tapferkeit gesuchet, so siehet sie 155 SL 162 Dithmarscher III. Theils. Cap. Hertius in Elem. prud: civil: p. 2. f. 2. S. E.& in not. 2. als krancke Societæ- ten an. Was die vielen Eyde belanget, solche sind ja im Jure Feudali L. L. Allemanniorum, und Frisonum gegründet, allwo man öffters sindet purgari manu quinta, septima, duodecima; deren Eyd dahin ging, daß sie glaubeten, daß der Principalis Actor oder Reus recht geschworen. Damit man aber so viel bessern Begriff von denen Bündnissen habe, will ich ein Formular oder Ab⸗ schrifft eines Geschlechtes⸗Bündniß mit beyfügen, so noch ziemlich moderat ist: Dr N. Schlachte/ wahnhafft to N. in Karspel N. dohn kund und apen⸗ bahr/ allen und jeden wasserley Standes/ effte Werdigheit he sey/ denen disse unse Breef vorkumbt/ sehen/ effte hören lesen/ dat wy ene nye reformerde Belefung und Vereinigung upgerichtet hebben/ na rade des Götlichen Wordes/ in nahfalgender Sorm und Wise. Nadem Wy ut Götlichen Gnaden/ dorch de Predigt synes heylsahmen Wordes erken⸗ nen/ dat unse vorige Verbündniß unchristlich syn/ und so Wy darin ver⸗ harren/ nicht können salig werden/ dewil en Christ den Guden nicht schall noch mot wedderstre ven/ und Handhaben dat Böse: wente/ so iemand de Oeveldath und dat quade handhavet/ met Rahde/ effte Dahde verstercket/ sick des sulven quades dehlhafftig macket; de denn in solcken Verstrickin⸗ gen und Handhavingen des Bösen verharret/ kan nene Vergevung der Sünden ent fangen/ nadem he van den quaden nicht aflet: dat wy averst in solchen quaden nicht langer verharren/ und dat sulvige nicht handha⸗ ven/ wilde wy unse gemeldete Schlacht beleven. So jemand van unsern Veddern Schaden lede/ de were lyflich/ effte dötlich/ dat GStt afkehre/ dar willen wy alle eindrächtig und flietig to syn/ dat de sulve Schade nah unsern Land⸗ Recht gebetert werde/ und willen den Armen darin so wenig verlathen als den Kicken/ dar it rechtferdig Schade is. De UInkosten averst de darum gedahn werd/ schall man van dem Schad⸗Geld holden/ wat dar den avrig is so de Unkost bethalet/ dat schall dem Lieder effte synen Erven folgen: kan de Lieder averst effte sine nechste Fründe den erledenen Schaden allen to recht mahnen/ effte in Srundschafft schlichten ahne des Schlachts Sülpe/ sodanes konnen en willen wy em wohl gunnen. Vorder/ so dar jemand van dissen Schlachte Schaden dede/ he were liflich effte dötlich/ den schall he allene betern: is he averst so arm/ dat he den gedahn Schaden nah unsern Land⸗Recht nicht betern kan/ so wille wy met den Schlachte alle likena dar to syn/ und schölen enen Wilkohre dar to hebben/ effte wie den Schaden to Gelde betern willen effte wie den 1 Ci. ocletg. iL. I. durgari beten, abet so det Ab⸗ dat ist Napen⸗ hi/ ene ie ade des Wy ut erken⸗ in ver⸗ t schall and de lercket/ frickin⸗ g der averst andha⸗ unsern kehre/ de nah wenig kosten olden/ e synen ledenen hne des he went dot he souile Mahte e wie den Ii. Theis. Cap. Land⸗Recht. 163 den chanddädiger willen/ antasten und dem Recht averandworden/ effte denjenigen/ de den Schaden geleden/ effte sinen runden. Wieder schall van unsern genomeden Geschlechte nemand genödiget werden edder verpflichtet sin/ na dissen Dagen to Tugenden edden to schwe⸗ ren in des andern Schaden/ effte Sacken/ dat he sulvest nicht angehöret/ effte gesehen hefft/ unde em unbewust is/ wente solcke sind falsche Tugnis⸗ se/ und Men ⸗Ede jegen dat Gebot Gades. Wor he averst der Sacken Wetenheit hefft durch ansehend/ effte anhörend/ dar schall he de Warheit van betugen/ sunder Utflucht und Beeden/ weigert he so danes um hates willen/ so he de Warheit weth/ so schall he jegen unse Schlacht XC. Schil⸗ ling gebrocken hebben. Vörder so dar binnen Schlachts innig Kiff hader/ effte Twist ent⸗ stunde/ van Schade effte andern Sacken/ dat de Sacken under enander wolde nicht schliten konde/ da willen wie 4 seckere Manner setten ut un⸗ sern Schlacht/ dar schall de Sacke gäntzlicken in Fründschafft effte Rechte bystahn. Unde desulve 4 secker Manns schalen in so daner Sacken/ unan⸗ esehn der Personen/ alse vör Gades Ogen handeln/ unde de hövet Sacke/ chalen den darvan nicht appelleren/ by Verlust der Sacke. Item dar en van unsern vorgemeldeten Geschlecht in Sacke falle/ mit enen buten Schlechts/ und ene rechtferdige Sacke hefft/ den schall un⸗ se gantze Schlacht byfall dohn unde behölplick sin/ dat he in sinen geven Kechte nicht underdrücket werde. Wo averst unse Schlacht kan mar⸗ cken/ dat de Sacke up erer Syden unrecht is/ so schall man unsern Mann dar to holden/ und hebben/ dat he sick in Land⸗Recht benögen late/ will he den dem Schlachte nicht gehorsam syn/ so schall he van dem Schlachte in der Sacke gäntzlick verlaten/ syn und werden. Schall men darum reisen und Unkost dohn/ de schall de Sackewolde holden: is he averst so arm und de Unkost nicht vermag to holden/ so willen wy endrechtig mit dem Schlachte darum sprecken/ und raden/ worwy sodahne Unkost nehmen wil⸗ len/ dat wy unsern armen Vedder nicht verlaten. Wennehr wy met unsern Schlacht en Sammelt gelegt hebben/ binnen N. dar schall en juelick Schlachtes Mann tor stede syn by 4 Schill. Brö⸗ cke/ so veren he ahne Nothsacke is: so wie averst dat Sammelt to Mel⸗ dorp gemackt hebben/ in dat Hueß dar wy dat Geschlechte syn/ schall en juelick tor stede syn/ by den verschrevenen Bröcke to elffen Schlagen: kumt he na elffen Schlagen/ schall he enen Schill. darbaven verböret hebben: Un⸗ de in dree Stade dar wy mit nnn sin/ des Schlachts. e Dithmarscher HI. Theils. Cap. se handeln/ schall en is lick veelig wesen/ vor Sprewörde/ Beckergäthe/ und Vustschläge by Brocke en Tonn Hamburger Beers. Wieder hebben wy endrechtiglichen ock noch bewilliget/ unde bele⸗ vet/ so da jemand van unsern Ehrgedachten Geschlechte en Unfall ankeme⸗ als dat sin Huß afbrende/ wille wy em temlicke Hulpe und Byplicht dohn mit Geld/ Schaffunge und Wagenfohr/ so lange he sin Juß wedder under den Dacken hefft. Wat averst de vülle und halve Plog dar to geven schall/ und wo vehle Sohr to dohnde/ dat schall by s Manner stahn/ ut den Klufft to verordnende: so willen wy ock dohn by dehm/ dem sin Di⸗ ke/ dor ungestume Vloth ut ginge. Derglicken so jemand van uns in Kranckheiten fille mit sinem Huß⸗ Gesinde/ darum sin Plog und Lenten liggen/ und sin Vanck in de Arnde up dem Velde bliven möste/ dem willen wy ock to hölpe kamhen/ dat sin Acker beseiet und sin Vanck gesammlet warde/ dat wy jo dat Werck de Le⸗ ve/ under uns bewiesen/ dat wy sonsten en jeder plichter syn to liesten. Hiemet schälen gäntzlick gedödet und gecancellert syn? unse vorige Bund⸗ Brefe de wy unwetens jegen Gades Wort und der Säligkeit mögten up⸗ gerichtet hebben. Bönne wie averst wes nüttes unsern Christendohm ehnlicks hernamals erdencken/ will wy nich utschlaen/ sondern met Danck⸗ seggung upnehmen/ und hierin setten Gade to Ehren/ uns und unsern Nah⸗ kähmlingen tor Beterung und Säligheit. Allein auf dasjenige wieder zu kommen, so man in dem alten Dithmarscher Land⸗Recht als unchristlich auszusetzen habe, ist der Todtschlag eines von den Vornehmsten, welchen sie mit keiner Leibes⸗Strafe angesehen, sondern der Thäter hat mit einer Geld⸗Busse auskommen können, wie der Ste Articul vom Todtschlage§. 2. lautet: Effte dar jemand by Nacht⸗Tyden Brocke in enes Mannes Suß und schloeg enen Mann dahl/ dat God vor bede/ dene Mann schall me betalen vör 90 Marck/ und schall dem Werde betern 60 Marck/ und dem Rechte 60 Marck/ und sin Huß schall men bernen und schall gaen all sin Dage vör en ehrlosen Schalck. Item S. 4. Welck Mann dar leider mißfallig ward und schleit en Mann dod/ dat sie marckt Vrede effte nicht/ so schall man den Mann nicht höger betalen als o Marck und den Vrede/ ist Marckt⸗Vrede 60 Marck/ ist Land⸗Vrede vor 30 Marck/ und sin Huß schall men bernen/ und schall all sin Dage gaen als en erlose Schalck. War aber der Thäter nicht in dem Stande, daß er solche Straf⸗Gelder aufbringen können, so hat das gantze Geschlecht beytreten und sol⸗ che Gelder erlegen müssen, wie in selbigen Articul. S. 6. Effte en Mann enen dael schlaeg und he hadde nicht dat Gut dar he en mede betalen 11 0 . C gig/ de bele, ankeme/ ht dohn er under to geven n/ ut een Di⸗ em Ha de Arnde / dat sin ck de Le liesten. e Bund⸗ gten up⸗ endohm Dank 2 N ah⸗ Wetscher ned don dern det cul bom rocke in / dene tern 60 nen und Wan kt Vrede 0 Marck e vor 30 jen 10 che 10 Mann e, —— III. Theils V. Cap. Land⸗Recht. 165 so schalen sine Negesten totasten und betalen den Mann/ und de Handda⸗ dige schall gaen vor den Vrede. Obige Articuln scheinen zwar nicht so viel unbiliges in sich zu halten, weilen sie nach dem damaligen allgemeine Völcker⸗Recht eingerichtet, da der Todtschlag so wol bey den Cimbren als allen Teutschen Völckern nur mit einer Geld⸗Stra⸗ fe angesehen, oder der Thäter muste nach Taciti Ausrede eine gwisse Anzahl Vieh des entleibten Freunden geben: Luitur homicidium certo armento- rum ac pecorum numero, recipitque satisfactionem unĩversa domus, da⸗ mit durch einen unglücklichen Zusall nicht zwey Menschen zugleich mochten aus dem Wege geräumet werden. Auch daher in dem benachbahrten Fresland die⸗ ses Sprichwort entstanden: De dar Füste hefft mag schlaen/ de dar Geld und Gut he ffr schall bethalen; Alldieweil aber dadurch viel Muthwillen aus⸗ geübet, so ist diese Verordnung billig geändert und in eine Lebens⸗Strafe ver⸗ wandelt worden; Denn weil bey einem Todtschlag die nechsten Freunde des Thäters, eben so wohl als der Thäter selbst, schuldig gehalten und herhalten müssen; so haben öffters des entleibten Freunde, die andern unverwarnter Sa⸗ chen überfallen und nieder geschlagen, wenigstens in Verhafft gebracht, bis die angesetzte Geld⸗Strafe erleget, und die Schlachten sich unter einander wieder versöhnet, daher viele Empörungen und innerliche Kriege unter denen Geschlech⸗ ten entstanden, welche der Wohlfart des Landes sehr nachtheilig gewesen, und die allgemeine Ruhe sehr gestöhret. Viele fochten auch die Erbtheilung unter Söhnen und Töchtern an. Item der nechsten Freunde Erb⸗Necht, daß auch die Schwerdseite vor des Mannes eigene Tochter Kauffs näher gewesen. Art. 102. Ist aber aus dieser Absicht vor⸗ nemlich geschehen, weil die Männer vor die Freyheit des Vaterlandes stehen und mit ihrem Leben das Land vertheidigen müssen; Hingegen eines armen Mannes Tochter, die ehrlich und ehrlichen Geschlechtes, auch von den Reichesten und Vornehmsten des Landes geheyrathet worden, weil bey ihnen kein Unterscheid gewesen, und der Arme so viel als der Reiche seiner Tochter zur Aussteuer mitge⸗ geben, musten also die Töchter, in Fall sie wünscheten vergnügt und wohl ver⸗ heyrathet zu werden, sich eines tugendhafften, sittsamen und haußhältigen Le⸗ bens befleißigen. Hingegen eine Manns⸗Person, weil sie wüste daß sie sich durch keine Heyrath bereichern könnte, sahe sich nach einem schönen Tugendhaff⸗ ten, und in der Haushaltung wohl erzogenen Mägdchen umb. Auch ist in an⸗ dern Rechten gemeiniglich der Schwerdseiten ein Vorzug gegönnet, wie wir un⸗ ter andern aus dem Jütschen Low⸗Buch sehen, da der Sohn 2 Theil, und die Tochter den dritten Theil bey der Erb⸗Theilung empfänget. Und ist dieser Ge⸗ brauch lecundum jus Gentium bey* Völckern eingeführet 5 5 2 wesen, Dühmarscher III. Theils IV. Cap. wesen, daß die Allodia, wenn Sohne vorhanden, auf die allein gefallen, und die Töchter davon ausgeschlossen worden. Bodinus de Republ. I. 5. c. 2. Sach⸗ sen⸗Recht. J. I. art. 7. Stryk. de Suecess ab. intest. de 8. o. ui. 5. 14. Was die andern Articuln anlanget, so sind dieselbe in dem neuen Land⸗ Recht entweder gantz oder nur ein wenig geändert, und zu geschweigen, daß in dem letzten gedruckten Exemplar viele Articuln übergangen, oder auch muth⸗ willig verstümmelt und die gestrenge Poen ausgelassen worden, weil ein Feind des Landes, Wiebe Peters/ dem Lande zum Schimpff solches verfertigen wollen: so ist aus vielen Articuln zu ersehen, mit welchem Ernst die Regen⸗ ten des Landes sich der Gerechtigkeit angenommen, und des Landes Wohlfarth gesuchet. Denn da haben sie Anno 1489 den Armen zum Besten, Art. 223. Die grobe Tonne eingebrauet Bier auf 12 Schill. und die Kanne auf 2 Pfen⸗ ning gesetzet, und auf Käufer und Verkäufer, Strafe gelegt. Item die Kran⸗ cken bedacht/ und die Verfälschung des Hamburger Biers art. 230 bey 30 Marck Brüche verbothen. Item gemeinen Frieden zu stifften art. 224 und 238. alle gefährliche Gegenwehr verbothen, auf daß Niemand durch ihre Schuld in sei⸗ nem Nechte möchte verkürtzet werden. Item so haben sie A0. 1537. eine scharffe Constitution publiciren lassen, wider die offenbahren Sünder, Ehebrecher, Sabbath⸗Schänder, und wider die, so sich gegen ihre Eltern versündigen und dieselbe schlagen. A0. 1 540 haben sie eine allgemeine Police- Ordnung ver⸗ fertiget und im Palm Sonntage öffentlich publiciret, darein sie die Uebertreter solcher Verordnung mit schwerer Strafe zu verfolgen gedräuet. Auch ist auf Veranstaltung der Regenten von denen Superintendenten des Landes Anno 1537. eine Verordnung gemacht worden, wie man sich in Ehe⸗Sachen zu ver⸗ halten, und wie weit die Dispensation in den Gradibus prohibitis statt finde. Constitutio de Anno 1537. Von Bestraffung offenbahrer Sünder. Go denn hier im Lande Dithmarschen so ahne Gades Wort in apenbahren Sünden, und in Boßheit leven, und in Vortiden dorch de Geestlicken alse Prausten, Otficial, west gestrafet, de dorch der Strafe gegen Gades Wort mißbrucket, ock nig to betring, darum sülbest ut egenem Bewegniß ehres Miß⸗ bruckes halben butem dem Lande gebleven. So wy den mit Gades Wort un⸗ derwieset, up dat wy ock nene Strafe van Gade den Herren davor besorgen, so de qpenbahr verhardete Sünder und Boßheit ungestrafet bliven, hebben wy mit unserm Lande beschlaten. Dat de Schlůtere effte Rath⸗Vögede als dat geschwarne Recht 00 ö idtlicken V. Ci. „und die 5 Sach; f dand⸗ daß in Huth⸗ Feind shetigen fegen Bohssuch Art. 22) 2 fel e Kran⸗ ) Marck 3 8„ 0 lle Win sei⸗ 'scharffe hlecher, en und ag ber⸗ etteter chief 5 Anno zu ber⸗ ide, nbaßten cernale 9 Wokt s Mf⸗ Borrul⸗ 91 0 yt enein lücken III. Theils IV. Cap. Land⸗Recht. 167 idtliken Karspel scholen by ehren Eden, darto verpflichtet sin, dat se alle de apen⸗ bahre Sünders, de van ehren Sünden nicht willen aflaten, effte sick betern, to strafende, dat se in allen ehren Karspeln, schölen befragen, und wor se de finden, effte dar apenbahr strafenrüchtig is, de mit weten des gantzen Karspels effte Stadt to strafende. Wor de Schlüter effte Rath so dahnes wusten und met Eden nicht mog⸗ ten benehmen, und nicht wolden strafen, unde verschwegen, so schälen se an dat Karspel 30 Marck verbracken hebben, und so dat Karspel ock wusten und mit den Schlütern ock nicht strafen wolden, und mit enen Kercken nehmende, nicht neen seggen konden, so schall dat Karspel 60 Marck verbracken hebben, also 30 Marck to des Landes Unkost, und 30 Marck den Acht und Vertigen. Und alle Schlüter und Kath schälen alle Jahr, de des Jahrs gewesen sind, up Tamper Sunnavent nechst Pingstage vör dat gantze gemene Land to Dithmarschen ehren Edt geven, dat se ehres Jahrs de alle gestrafet hebben, de se in apenbahren Sünden befundeu, unde förder nicht aflaten willen, und nemands an ehren Karspel mehr wethen. Werden se falsch befunden, schälen se to des Landes Unkost 60 Marck geven, und ehrloß gefunden werden. Also to strafende de in apenbahrer Ehebreckery leven und bedrieven, also dat idt Stratenrüchtig und Möhlenrüchtig ist, und mit den höchsten Rechten nicht mögen entschuldigen, beyde to strafende: effte ward jemand apenbahr so befun⸗ den, alle beyde to strafende mit ener apenbahren Liefstraffinge, als stupen, effte up den Kack vör dat mene Karspel to bringende, unde glick wohl sülvest alle Un⸗ kost noch darto to holdende, dar se veele Güder hebben. Unde apenbahre Wockeners und de in apenbahre Horery leben, de Töve⸗ ry. So denn dat gemene Ruchte in dem Lande to Holsten wahne, apenbahrer Tövorer Ludewig geheten, de jenne de den söcken schälen se ock strafen. So denn ock met dem gantzen Lande angenahmen, den Sündag und alle Fest⸗Dage in der hilligen Schrifft bewehret na Rahde unserer Superintendenten to hilli⸗ gende, to fyrende, Gades Wort to hörende, den gantzen Dag Gade to laven und to priesen: dar jemand dat verachtete, schall ene Tunne ingebruen Beers an dat Büerschop dar se wahnet/ verbracken hebben, und ene Tunne Beers an de Schlüters. Dar de Schlüters dat versümen und nicht strafen, schälen se 90 Schill. an dat Karspel verbracken hebben. Desglicken wo vörmals unser Superintendent en Geboth hebben utgahn laten, alse dat neen Kröger effte jemand wol de sind, neen Beer, Brandwyn effte Wyn verkopen, up dat de Dage alse men dat Wort Gades schall predigen, noch vör der Sermon, noch under de Sermon, ehr dat gantze Amt ut is. Effte jemand dad verachtet, de schall de 8 mit dem Beer, effte mit dem Wyn 15 3 de 168 Dithmarscher de Schlüter verbracken hebben, de mögen se straxs nehmen, und schall licke wol to des gemenen Karspels Unkost 90 Schill. verbracken hebben. So de Schlů⸗ ter dat versühmen, schälen se verbracken hebben, wo baven geschreven, desgli⸗ cken dat Karspel, wo se vörder verschwiegen. In alle Mate by de sülve Brocke, schälen sick de Kramers, de Koplüde und Veh⸗Verköper van dem Kerckhaver und to kopende entholden, so lange de Ser⸗ mon und dat gantze Amt geendet is. In aller Mate de Balberer by demsülben Brocke ehres Balberends under dem Amte sick ock entholden. Se schälen ock strafen de Junckfruen⸗Schönders und apenbahre Wockeners, ock alle de jenen de apenbahr handeln, und dehn gegen Gades Gebot mit ernste strafen, by den baven geschrevenen Bröcke und Pœne. De ehren Vader und Moder de Oldern schlaen, werpen, esste unehren, mit Wörden effte Wercken, um dat wy van Gade nene Strafe darbaven mo⸗ gen erwarden, aller Plicht, vörwenden, dat dat Unkrut ut dem Korn wedder gejüdet, unde in dat Vüer geworffen werde. Disse Articuln in des Landes Bock to schrievende, so dahnes to holdende, so lange ene Christlicke Göttliche Reformation im Röͤmischen Keyserdohm werde upgerichtet, willen wy uns den als Christ⸗glöbige darna holden. Dat Sabbatho post Margare- then. 1737. ö Günther Warner, Secretarius. Terræ Dithmarsicæ de Mandato præmissorum. mpp· Weilen auch die Superintendenten der Obrigkeit und dem gantze Lande vorgetragen eine Verfügung zu machen, wie nahe zu heyrathen befuget sey; so hat Peter Detleffs im Nahmen der 48 Regenten solche Verordnung dem Su- perintendenten ubertragen. Darauf den Hrn. Nicolaus Boje zu Weß⸗ lingbühren und Hr. M. Nicolaus Boje zu Meldorff, folgende Dispolition ge⸗ macht, auch noch einige andere Articuln mit beygefüget, und von dem Landes Secretario Günther Warner bestätigen, und vom M. Johann Schnek, Pasto- re und Superintendenten zur Heyde attestiren lassen. Dewile veel Fragens is hier im Lande, worna men Chriestl. und in Ehren fryen möge, effte in den hilligen Ehe⸗Stand treden, is to weten, dat wy öber 5 Jahren, de wy Ubsehners hier im Lande heten, hebben aver de sülve Sacke gerathschlaget mit Göttlicker hilliger Schrifft, und vörder mit den Christlicken Keyser Rechten, und hebben befunden: Dat de jenigen, so sick van ander recken können, up ener siden, int dorde Glied, idt sy Blotsebbes, effte schwerd beddes halben, de mögen wol nah dem Gades Rechte, effte na Chrestl. ee II. Theils V. Cap. üben cock dessaun , b den nehren, en mo⸗ vedder andes ittliche y und gare- III. Theils V. Cap. Land⸗Recht. 169 to hopen fryen, wenn idt in den fruchten Gades geschicht, effte rede de anderside nicht wider als int twede Lidt kan gerecknet werden, wente by den Recktkündi⸗ gen apenbahr is, so wyde de ferner Side van Stamme kan gerecknet werden, 5 wy de syn ock de beyde Parten an ander to recknen. De Paustes Rechte heb⸗ ben twar so dahne Fryen verbaden, und doch allick wel wedder to gelaten, wenn men Geld geven konde und wolde. Wy averst so wy rechtschapen Chrestglöfig syn, behöͤbe wy de Chrestlicke Fryheit van den Paust nicht to kopen sondern heb⸗ ben se ut Gnaden dorch Christum unsern HErrn, de möͤgte gelavet syn in Ewig⸗ keit. Amen. N 5 Nicolaus Boje to Weslingbüren. ewile wy, Superintendenten aver etlicke Jahren unses Landes Averigkeit vörgedragen, dat se sick darum besprecken scholden, worna men raden und to laten schölen, in den Ehestand to fryende, wente wy dagelickes darum besogt werden, und Gades Gesette ock Keysers Rechte neger to laten als des Paustes Decret, darup hefft seel. Peter Detleffs im Nahmen der andern geantwordet. Nachdem wy de Schrifften binne, so scholden wy darup articuleren, wo idt nah der Schrifft bestahn konde. So hebben wy demna articuleret und in dat dridde Lidt beyde des Blot sibbes, ock des Schwerd beddes halven to gelaten, wo wol Gades Gesette kene Lehde settet. Dese Articul hebben wy wedderum vör de Averigkeit gebracht, und ne⸗ mand hefft darwedder geredet. Als hebben wy södder der Tydt darna toge⸗ laten; Meh schall averst weten, wanneee de ene int drüdde is van Stamm, de ander in dat ander Lidt, so syn under malckander under sick, in dat drödde na der gemenen Regel des Rechtens, so ferne als de vörderste van Stamm is, so ferne sind se under malckander den Stock utgenamen; Wo ock wan Dages by des Paustes Macht, wanner de ene in dat föffte und de ander in dat dörde, so weren se beede fremde, und de Paust dorch sine Dispensation und Aflats⸗Baden in dat dörde tolest, wanneer se Geld in den Kasten geven, des he nene Macht ge⸗ hadt hedden ummer Geldes willen to tolaten, wanner idt GOtt verbaden hedde, davan ick Nicolaus Boje gegenwerdig protestere. Nicolaus Boje in Meldorp. Yud ick Günther Warner, Seeretarius des Landes Dithmarschen, dit wo Scheit geschreven, mede in Macht befunden, betüge mit disser miner Hand⸗ Schrifft, Ick Johannes Schnick bekenne dit wo baben ver⸗ tecknet mit disser miner Handschrifft. Van ——————— 170 Dithmarscher III. Theils IV. Cap. Van Verlöffnissen. Sen schall ock de Verlafinge apenbahr und nicht hemlicker handeln, und hol⸗ A den, dat is averst en apenbahre Verlafing, wanner de Brut gefodert, fry⸗ willigen tom fryen Ja segt, und to beiden Siden der Fründe effte secker Volcke darto geeschet werden, unde den ferschen Becker nah unsers Landes Gewahnte mit enen Sange darto brucket, edder apentlick van den Predig⸗Stohle verkün⸗ digen unde Gade anropen laten, dat he den sülven Stand seggnen wille. So worde ock upgedecket alle Hindernisse so dar mögten vörlopen, welcke Verkün⸗ dinge van dem Predig⸗Stohle löfflich und Chrestlich were, darum schall men den Pastor effte Capellan ock besöcken, da he de Vertruede tosamen geve, dewile idt ehr Ambacht is, und nicht derjenigen, de solckes Ambachtes nicht hebben. Van Uhtländern. Item, so dar Uhtländers, dar men van ehrer Gelegenheit nene Kundschap hefft, by uns tor Ehe gripen willen, de schälen loffpardige Tüchniß schrifftlick oder mündlick bringen, dat se frye und unverbunden sin, und in andern Städen effte Ländern nene vertruede Personen sitten hebben. Können se averst um Schwarheit willen nenen bewiesen, so schälden se de Averigkeit, dar se sick bege⸗ ven, Börgen stellen, dat se unverbunden sin. Und da idt namals utbrecke, dat se verbunden weren, und anders wo ene vertruede Person sitten hebben, so schä⸗ len se den Halß verbrocken hebben. Willen se averst nenen Bewieß hahlen, ock nenen Börgen stellen, und da baven sick tosamen geven laten, so schall de jene Jo Marck⸗Lübsch gebracken hebben, und de Brut und Brüdigam schölen tom Lande utgestüpet werden. Van Ehebrecken und apenbahren Bohlern. Darum hebben wy met unsern Lande Dithmarschen eintragtigen belevet, dat neen Karspel noch Blick effte Buehrschop in unse Lande schölen apenbahre Ehebreckers, effte Bohlers liden, effte upholden, sundern met ernstlicken Inse⸗ hen strafen, dat se idt afstellen. Willen se averst solckes, dar se eenmahl gestraf⸗ fet, nicht afstellen so schölen se den Halß met 100 Marck lösen, edder ahne alle Gnade ut dem Lande gewiset werden. De jene averst de solcke upholden, Hü⸗ sen und hegen, de schälen jegen den Rath effte Gericht, dar se wahnen, 30 Marck⸗ kübisch verbracken hebben. Dar de ene echte Gade van dem andern dorch Un⸗ willen scheidet, und daraver de afgescheidete in Ehebreckery felle, des de ander belicht dorch sine Hardigkeit ehne Ohrsacke mögte syn, so schälen se sick 1a 5 malckan Ven — 9 lt, 4 Volcke Wahnte cerküͤn⸗ u. So Wialn⸗ men dag ewile dt . Idschap ufftlick Staden nbahte III. Theils V. Cap. Land⸗Recht. 171 malckander versohnen, und vordann in Ehelicker Plicht und Trüe leven. Wil⸗ len se sick nicht versohnen, so schölen se unberändert blieven und tüchtigen by sick leben, na Ordre ehrerbahrlicken Averigkeit. Confirmirte Constitution de Anno 1537. von offenbahren Sünden, so auch die letzte die von den 48 Regenten ausgegeben worden. rn den Nahmen Gades Amen. So denn hier in unserm Lande Dithmar⸗ 08 schen leider! veele wedder dat utgegangene Gades Wort und syn Hl. Ge⸗ both in apenbahren graven Sünden und Lastern leben, de dar in vergangenen Tyden dorch de Geistl. als Pausten und Olficialen worden gestrafet, wie wol unordentlick und baven ehre Eschinge und wedder Gades Wort der Strafe miß⸗ brucket, ock nicht dor beteringe: derhalven ut egener Bewegniß(wo de Gott⸗ losen vör ehn rüschend Blat plegen to schüen) uht dem Lande gebleven; Nach⸗ dem wy nu dorch Gades Wort genochsahm averwiset, wo men de apenbahren graven Sünde strafen, und under den Christen nicht dulden schall, dat wy uns derselben nicht deelhafftig macken, und Gades Torne und ewige Strafe up uns laden, hebben wy met unsern Lande eindrechtigen beschlaten, dat man de ver⸗ harrenden Sünder, de in ehrer apenbahrer Boßheit verharren, und sick mit Ga⸗ des Wort nicht willen raden laten, strafen und verwrogen schall, wo herna olget. . Dat de Schlüter effte Rath und Vagede( alse dat geschwaren Recht) in enen juelicken Karspel schölen by ehren Eeden, darto verplichtet syn, dat se alle apenbahre Sünder, de wedder Gades Gebot sündigen, apentlick, und nicht wellen aflaten, noch sick betern, schölen strafen, wor se den in ehren Karspeln, Blecken und Buerschoppen, können befragen und uhtforschen, effte dat apenbahr stratenrüchtig is, de mit wetende des gantzen Karspels effte de Stadt to strafen⸗ de. Wo averst de Schlüter effte Rath sodahnes wüsten und mit Rechte, und in der Warheit nicht mögten benennen, nicht wolden strafen, verschwegen, und dorch de Finger segen, effte hemlicken Giffte effte Gave darvor nehmen, und le⸗ ten dese lickewol in apenbahren Sünden blieven und nicht so lange strafen, dat se gar davan laten, so schallen se an dat Karspel 30 Marck verbracken hebben. Und so dat Karspel ock dat wuste, und mit den Schlütern nicht strafen wolde, und mit enen Kercknemede nicht benenen konde, so schall dat Karspel 60 Marck verbra⸗ cken hebben, als met Nahmen 30 Marck, to des Landes Unkost, und 30 Marck den 48 igen. So aberst jennig Mann effte Buerschop, den Schlüter effte Kar⸗ spel wedderstunde und hinderde, 0 Sünde to strafen ß, de schölen desül⸗ ven 172 Dithmarscher HI. Theils IV. Cap. den 60 Marck boten und gelden. Und alle Schlüter und Rath aver unse Land, schöͤlen alle Jahr, in welckem se Richter gewest, up Temper Sunnavend nechst Pingsten, vör dat gantze Land to Dithmarschen inbringen, by ehren Eede, by Gade und dem Hl. Evangelio schwerende, dat se in ehren Jahre hebben alle ge⸗ strafet, de in apenbahren Sünden gelegen und befunden, und nicht wolden afla⸗ ten. Alse met Nahmen apenbahre Ehebreckers, Hohrers, apenbahre Wocke⸗ ners, apenbahre Töverschen, und Töverers, Junckfruen⸗Kränckers, de ehre Olders met Schlägen und Wercken verunehren, und nemand mehr in ehren Karspel, van so dahner Wulle apenbahr weten; Worden se denne darover be⸗ lopen und befunden, dat se falsch geschwaren, so schälen se to des Landes Unko⸗ sten 60 Marck geven, darto Ehrloß gefunden werden. Wo nen de Ehebreckers strafen schall. De in apenbahrer Ehebreckery leven, also dat idt strafen mehr und Möhlen ruchtig is, darmede to Huße und to Have sitten, edder so apenbahr, dat se fick des met Warheit nicht entschülligen können, so schall de Rathe effte Schlüter, dar solckes geschicht, ahne Gnade strafen to 30 Marck. Werden se apenbahr also befunden, so schall men so vär dem gemenen Kar⸗ spel edder up dem Kake stupen: und sind se so vermögen in Gude, so schälen se sül⸗ vest de Unkost darto holden; Unde de sodanevůde hüset unde heget, offte upholt, ed⸗ der koppelt, de schall jegen de Schlüter effte Rath, dar he under beseten is, tein Gulden Münte verbracken hebben; In glicken Porne schöͤlen ock gestrafet wer⸗ den, de apenbahre Horer und Horen upholden, husen und hegen. Wo de Töverers gestrafet werden sollen. Item alle Töberer und apenbahre Töverschen und Wahrfegger schölen se ock met ernste strafen by de baven geschrevene Bräcke. Um de jenen de enen apenbahren Töverer edder Töverschen, Wahrsegger, edder Wahrseggerschen besucken(he sy binder, effte buten Landes, und also van ehren egenen Gade wi⸗ cken, desülbe) dar idt apenbahr gewißlick, schölen to des Landes Unkosten 60 Marck verbracken hebben. Ock schälen se by dem baven geschrevenen Brö⸗ cke gestrafet und wräget werden, de ehre Oldern schlaen, werpen edder ver⸗ unehren met Worden edder Wercken. Ock Junckftuen und Wedewenschän⸗ der schälen ungestrafft nicht blieven. Wo N. Ch. ne dard a nechs ede, by malle ge⸗ den afla⸗ Wocke⸗ de ehre enehren aher be⸗ ded bse Möhlen se ick des der, dar en Kut⸗ f se sül⸗ et ed J Vin afet wer⸗ chölen se n de enen 9ersche Bade sl⸗ osten o den Btüö⸗ dder hl⸗ dafl Wo Wo men de Wokeners schall strafen, und wat vör Wokener scholden geholden werden. Ga dem dat Landes Boock nahgifft und toleht, dat men Jahrlick up 15 de Marck Hövetstohls enen Marck mag nehmen; Wat darbaven geeschet und genamen ward, dat is und schall Woker syn. Also ock de Ossen to borge dohn up Jahr und Dag, de schölen baven de Wehrde nicht mehr nehmen, als na Anthal der 15 Marck/ Marck. Desglicken de dar Korn to borge dohn, edder up nakoep verkopen, nehmen se mehr als Schill. up de Tonne als idt in levende geldt, dat schall Woker syn, und also Woker und Betferdig to wrögen unde to strafende. Item alse ock de dar Lacken tho borge dohn und den dörden Penning baven den Wehrde geven, und stracks den dörden Penning ringer wedder verko⸗ pen vör rede Geld. Desgelicken de dat Geld up schaden dohn edder uhtlenen unde Wecken⸗Wocker darup nehmen, edder mehr nehmen als up 15 Marck, Marck des Jahrs, dat schall alles Botferdig und sünder arge List to wrögende und to strafende son. Alsd ock de dar Hövetstohl, den Nothdröfftigen ob Rente ut⸗ dohn, und darinnen Vehe edder andere Waare baven de Wehrde dohn, als dat rede Geld kan gelden; Und so een to disser Tidt hiebaven jemand gelavet effte uht gesegt, dat schall alle loß syn, und so jemand dabaven mahnet, den schall men strafen als en Wockener. Effte jemand hernahmals Börgen effte Pande settede, edder Segel unde Bref utgeve, dat sick höger belepe als des Jahrs up 15 Marck, r Marck, in wat Kopenschop effte Handel ock in unnütte köpen, wo dat geschehe, dat schall alle nene Macht hebben, und in dem Rechte nicht geholden werden, dar mag sick ener wisse na weten to richtende. Van Sonndagen und Fest⸗Dagen to fyrende. o den ock met dem Lande angenahmen den Sündag, den gantzen Dag to syrende und andre Fesi⸗Dage in der Hil. Schrisst bewehret(na rade unser Superintendentengind na Inholt der Ordinantzien, van enen up gerich⸗ tet) mit Gades Wort to hörende, und mit andern Chrestlichen Wercken to hilli⸗ gende, und to fyrende. So jemand dit verachtende, de schall en Tönne inge⸗ bruen Beer an de Burschop, dar he wahnet, verbracken hebben, und mögen se strars nehmen, und schall da baven alle licke wol to des Gemenen Karspels Unko⸗ sten 90 ßl. verbracken hebben, na deme se darmede dat Volck verhindern, dat Wort Gades to hören. So de Schlatt effte Rath so dahnes versümen, a0 2 ü ni II. Theils W. aß. Land- Recht. 173 174 Dithmarscher III. Theils IV. Cap. nicht up sehen und straffen, so schalen se in de baven geschrevene Bröcke verfal⸗ len syn, desglicken dat Karspel dat darna solckes verschwege. In allen Maten by den süͤlben Brocke schälen sich de Kramer, de Koplüde und Veh⸗Verköper van dem Kerckhave und Markede entholden, so lang de Ser— mon und dat gantze Amt geendigt is. Also fchälen de Baartscheerers und Barberers by demsülven Bröcke sick ehres Barberens entholden, so lang dat Amt tn der Kercken ut is. Unde de Schlüter und Rath schölen de Avertreders by dem verschrevenen Bröcke sunder Arge⸗List straffen. Van den Karcken-Deners. Vort mehr schall nene Predicante, Vicarius, Köster, effte jenning Kercken dener de sine Vödinge und Besorginge ut der Kercken hefft, enen apenbahren Krog holden, so dat se den Gesten Beer, Wien effte Brandewin tappen, effte verkopen by Verlust sines Amts und verdenten Lohns, so drade idt em mit tween seckern Männern avertüget werd, dat jemand sick herin vergrepen hefft, und dar chälen de Schlüter Achtung hebben, by den baven geschrevenen Bröcke, so schall eu der Gemene aller Predicanten unde Kercken⸗Denern apenbahr wesen ede und sinen Amte entsettet werden, darnah mag sick enjeder ernstlich entholden. Dat wy averst mit unserm Lande van Gade derhalven nene Straffe mö⸗ gen erwarten, noch befürchten, ock dat men uns met de Warheit nicht könne up⸗ leggen, vornemlicken in Keyserlichen Kammer⸗Gerichte: willen wie allen Plicht anwenden, dat so dahne vörgeschrevene grave Laster schälen ernstlick gestrafet werden. Derhalven schälen de Articul in aller maten wo vorgeschreven, in des Landes Boock geschreven und holden werden; So lange en Ehristl. und Göttlicke Reformation in dem Römischen Keyserdohm upgerichtet werde, dar na wy uns als Christglovige gelickmetig holden, met Gades Hülpe. Disse Kotul und Articul entbeden wy disser Kerckherrn, als Semming⸗ stedt/ Meldorp/ Bart/ Marne/ Brunebuttel/ Eddellack/ Suderharstet⸗ te/ Alversdorp und Nordharstette/ juelick by Poene und Bräcke 50 Marck⸗ Lübisch der Con vocation, dat se de strars eopieren und in ehr Karspel⸗Boock schriven und des nechsten Sündags apentlick ban den Predigstohl abkündigen, und so alle Temper⸗Sündage, Pasch⸗Dage und Pingst⸗Dage afkündigen, und nicht ene Nacht by sick beholden, sondern straxs na disser Ordnung de ene dem andern to sendende dorch sinen Küster effte Vicarien, de so dahnes verachtet, de schall in sodahne Bröcke verfallen son, und in des Landes Strafinge, dar mag sick en jeder na weten to holden. Datum Heyde unter unser 48 Segel hierun⸗ der NV. C 3 cke ba Koplide ig de Ser. eres und lang dat hätredets 19 Kercken henbahten pen, effte mit tween und dat espschal Ihr wesen velnsilch kaffe wö⸗ Naneuo⸗ len Picht Fgestraftt eben, in istl. und rde, dar⸗ emming⸗ erharste⸗ 90 Muck; pe, Boo kundig ddigey ad decem wacht de 1 mag hetun⸗ (0 9 III. Theils IV. Cap. Land⸗Recht. 175 der upt Spatium eintrechtiglicken wittlicken gedrücket an Palm Avend na Chri⸗ sti Geborth unsers HEern Dusent Viefhundert in den Vertigsten Jahre. (L. S.) Weiln aber diesen heilsahmen Verordnungen sehr schlechte Folge gesche⸗ hen, auch zum Theil von der Obrigkeit nicht genau darüber gehalten, daß die Uebertreter zu der verwirckten Strafe gezogen worden. Als ist der Ehebruch im Strande je mehr und mehr eingerissen, und der Wucher so starck getrieben, daß man sich nicht gescheuet auf einem Gulden in einem halben Jahr 14 Schill. und von 20 Gulden jährlich 20 Schill. Interesse zu nehmen, daher dann die Prediger ihre Schuldigkeit zu seyn erachtet, der Gemeine nicht allein pro Cathe· dra die Grösse solcher offenbahren Sünden und die darauf folgende schwere Strafe vor Augen zu legen, sondern sie haben auch durch ihre Superintendenten zuMeldorp und Weslingbühren denen Regenten manche scharfeGesetz-Predigt halten und Erinnerung schrifftlich thun lassen, solchem einreissenden Uebel wan⸗ del zu schaffen, sonsten sie gemüsset würden, zu Beruhigung ihres Gewissens ihr Predig⸗Amt nieder zu legen. Solche schrifftliche Vermahnungen aber ihren wörtlichen In halt nach allhier einzuführen, finde theils vor überflüßig, theils auch dem Leser verdrießlich, alldieweil dieselbe zu der Historie nichts beytragen, sondern nur an den Tag legen, wie emsig sich die Geistlichkeit bemühet unter dem Schein tragenden Amts und Rettung des Gewissens einen festen Fuß in der Re⸗ girung zu haben, und sich einige Gewalt über der weltlichen Obrigkeit anzumas⸗ sen, und da sie sich keiner andern Zwang-Mittel zu bedienen gewust, haben sie allemahl auf die Niederlegung ihres Amts gepochet: ob aber solche Dräuungen e zulänglich, wolte eben einem jeden Geistlichen nicht rathen eine Probe zu machen. Ao. 1542 war eine Ehe⸗Sache vorgefallen, darin die 48 Regenten nebst. den Predigern die Scheidung nicht wolten verfügen, und aber einige der Gemei⸗ ne sich aufgeworffen, und die streitende Ehe⸗Leute eigenmächtig geschieden; da haben die Prediger sich hefftig daruber beschweret, und ihren besiegelten Articul⸗ Brief produciret, darin enthalten, daß die Prediger solten G Ottes Wort lau⸗ ter und rein lehren, bey Strafe 60 Marck, und der solche Strafe nicht konne ge⸗ ben, solte das Land räumen, der sie aber wolle Lügen strafen, und könne es nicht erweisen, solte derselben Geld⸗Strafe unterworffen seyn. Und so jemand wider Gottes Wort und Ordnung Aufruhr stisstete, der solte solchen Frevel mit 1000 Gulden büssen; nun aber wäre ja kein grösser Aufruhr als die die ordent⸗ liche Obrigkeit gus dem Stuhl dringet, 11 GOttes Ordnung und Einsehmes 3 e —— —— —ů * —— —— I — r ——— 176 Dithwarscher Ul. Theis I. Cap. des Ehe⸗Standes umstösset: haben also darauf gedrungen, daß die geschehene Ehe⸗Scheidung vor null und nichtig möchte erkläret werden. Weiln auch die Hebammen die Kinder ohne Noth getauffet, damit die armen Leute nachgehends die Nohtdurfft zu dem Kindelbiere herbey schaffen möchten, und die Nachbahren und Befreundte nicht eher das Kind zu der öffeut⸗ lichen Tauffe tragen wollen, sie haben denn zuvor genugsahme Bürgschafft und Versicherung erhalten, daß das Kindelbier nachgehends solte gehalten werden: als haben die Geistlichkeit daruber ihre Klagen und Vermahnungen bey denen Regenten schrifftlich eingebracht und gebeten, daß denen Hebammen solch heimliches Tauffen untersaget, und einem jedem frey seyn möchte, bey der Tauffe einen Schmauß zu geben oder nicht. Nachher sind die Hrn. Geistliche insgesamt in des Hrn. Rogeri Hause zu Meldorff zusammen getreten, und in Gegenwart des damahligen Landes⸗Secretarii Hermanni Schröders über einige Articuln deliberiret, einhellig beschlossen und unterschrieben, wie das darüber ausgefertig⸗ te lnstrument mit mehrern ausweiset. In Jahr na Christi Gebordt Vöfftein Hundert und Veer und Vertig, Dingstage na dem Sündage Qualimodogeniti, sind binnen Meldorp in des Kerckheern Husse persöhnlich erschienen, de Werdigen, Achtbahren und Wohlgelarten Heern veer Superintendenten und gemeenen Prediger im Lande to Dithmarschen, und hebben endrechtiglieck in miener Hermanni Schröders Jegenwart, disse nafolgenden Articul vergliecket, und de sülbe ock also stede, fe⸗ ste und unverbrocken to holdende angenamen. Erstlick nadem de Dotschlag wedder Gade, alle beschrevene Rechte und Billigkeit, dadorch Land und Lüde to mehren mahlen geplaget, und Gades solcke grote Mißhandlinge nicht ungestrafft ward laten; So sind de vorgenömende Superintendenten mit samt den gemenen Predig⸗Heren, averengekommen, dar solcker mohtwilliger Dodtschlag van den 48 Regenten und Richtern nicht or⸗ dentlicker Wise na vermöge Keyserlicken beschrevenen Rechten hernamals schol⸗ de gestrafet werden, als Halß vör Halß, Hand vör Hand, dat se alse den hen⸗ förder im Lande to Dithmarschen nicht predigen, edder de Sacramente der hilli⸗ gen Kercken administreren können noch willen. Tom andern, dewihl allerhand Volck im Lande to Dithmarschen sick to hope verbinden, und in dem Stande des hilligen Echtes sick geven laten, und da vacken geschicht, dat men nicht weten kan, wo nah de jenigen so sick to samen co. puleren laten, Blodes halben hören, worin grote Mißbruck gespöret, und dage⸗ licks befunden ward. Solcken Mißbruck mit gebörlicken Middeln und Wegen vör to kamen, syn de Superintendenten samt der gantzen W i 101 8 asto⸗ V. Cap. — schehege satmit di shaffe röffent⸗ aft und werden: lädenen hen lch r Tuff Tgesaft genwan rticuln gefertig⸗ Dettig, seldorp e nid Lande ders Ne) fe⸗ hte und ösolcke mende 910 Uor⸗ ö schol en hel⸗ er hill sick ty und ehco⸗ dögge⸗ Wege t der J Il. Theils IV. Cap. Land⸗Recht. 177 Pastoren und Capellanen, averein gekamen, dat de jenen de sick henvörder in den Stand des hilligen Echtes dencken to begeven, effte geven werden, dat sick de⸗ fülbigen 3 Sündage na malkander van den Predigstohlen proclameren und af⸗ kündigen laten schölen, efft jemand dar wat in to seggen hefft, effte nicht. Tom drüdden und latesten, na dem se inErfahrung gekamen, dat etlicke bre. dicanten van vehlen ingesetenen des Landes sünder ehehaffter Ohrsacken genödi⸗ get und gedrungen werden, de Kinder im Huse to dopende, welckes doch wedder der hiligen Schrifft, Chrestlicke Kercken, oder oflicken⸗Gebrucke u. Oeremonien is, und darinede den Predicanten keinesweges to geduldende, und solcken uner⸗ hörten Mißbruck na to geven billig anstunde. So syn de sülben Pastoren nnd Predicanten averein gekamen, dat nemand van ehren Confratribùs, na dissen Dagen schall, eder will in denen Hüsern, sondern na olden Chrestliken Gebru⸗ cke dat Sacrament der hiligen Döpe in der Kerken administreren. Alle vörgeschrevene Articul hebben ehr gemeldete Superintendenten, Pa⸗ storen und Predicanten eindreglick angenahmen, stede, fest, und unverbreklick to holdende und geböhrlicken to achterfolgende. Welckes ick Hermanns Schröder, Secretarius des Landes Dithmarschen, mit disser miner Hand⸗ schrifft betüge. Actum Anno& die quibus supra. Idt hebben sick ock mehrer stedes, fest holdinge willen, bavengeschrevene Articùln de veer Superintendenten, Pastoren, und gemene Capelanen, düsse Articuln mit ehren Nahmen und gewöhnlicken Tonahmen underschreyen: Johannes Schneck in Heyda Pastor. Vincentius Wilkens, Pastor to Oldenwörden. Clemens Celler, Pastor to Weslingbühren. Johannes Rogerus, Pastor to Meldorp. Boætius Marquardi, Vicarius in Brunsbüttel. Hermannus Emme, in Hemma pastor. Nicolaus Junge, Pastor to Lunden. Johannes Grèvenbrok, Pastor in Nienkercken. Johannes Antwerpianus, Pastor to Henstedt. Johannis Brus, Pastor to Marne. Gerhardus Holl, Pastor to Albersdorp. Johannes Groth, Widdenstedanus. Bœtius Johannis, Pastor Divæ Annæ. Nicolaus Kröger, Pastor in Tellingstedt, Conradus Bole, in Böckelnburg pastor. Jacobus Willius, Pastor in Delve, Elerus — — —— — ̃ ̃——— 1 1 1 , e 1 10 0 0 1 0 14 119 N 7 0 1 00 n ö 1 5 109 N N e 0 I nn 1 1 1 1 1 14 9 110 1 I 1 1 1 l 10 0 9 N g — ——— W. Theils II. Cap. 178 Dithmarscher Elerus Frese, Pastor to Nordhästedt. Hinricus Vosejus, Pastor to Edellacke. Henricus Welthoff, Pastor to Hemmingstedt. Jasperus Wagenius, Prædicant to der Schlichten. Gerhardus Burmeister, Pastor to Windbergen. Bernhardus Lindemann, Pastor to Barlt. Johannes Zeger, Sacellanus Meldorpiæ. Elhardus Neonacius, Pastor in Suùderharstedt. Andreas Jodeken, Coadjutor in Delve. Philippus Andernoveus, Sacellanus Weslingburne. Nicolaus Mordenus Calopodius, Sacellanus Lundanus. Arnoldus Alomarianus, Sacellanus in Nien. Et ego Andreas Toninges, supseripsi manu mea. Ego. Theodoricus, Concionator inAlversdorp omnium Fratrum sententia subseripsi. Mainhardus Schwartius Phrisius, Concionator Weslingburnæ. Bernhardus Richmarus, Sacellanus Ecclesiæ Meldorpiens. Hinricus Hentens a Trajecto superiori, Vicarius in Hemma. Jacobus Dordracenus, Sacellanus Weddingstedt. Johannes Scherer, in Heyda Sacellanus. Tielemannus Erndæ, Seminator Verbi in Oldenwörden. Ego Johannes, Sacellanus in Marne, omnium Fratrum senten- tia subscripsi. Jacobus Sager. Johannes Frölike, Sacellanus in Henstedt. n Gades Breef edder Mandat. Des allerhöchsten Gades abgeferdiget dörch unsern getrüen Legaten Michael, den Ertz⸗Engel und sine Mitbröders de Prediger des Hl. Evangelii in Dith⸗ marschen an de Ehrbahre acht und verdig Rades⸗Personen und Värweser des Landes Dithmarschen samt der gantzen Gemene. 1 Wat is dat doch, leven Getruen vör een Geschry des veelen vergatenen un⸗ scholdigen Blodes, dat to uns ut dem Lande von der Erden in de högende schryet, glick dem Blode Abels aver sinen ungevrackenen Broder⸗Mörder, Cain? dar jy to geordnet sind, alse unse getrüe Stadtholders van welcken Händen wy so dahnes ungewracken vergathen Blot willen strenge födern, nahdemalen jh ju mit kenen Ernst unsers hogen Befehls underwinden noch annehmen. Mene an h/ berge han füngn Nbere L Ch. 5. Fratrum burn. nl. ma. enten · ichael, Dith⸗ eser des el un⸗ cht, 7 ; 0 nit Mene III. Theils IV. Cap. Land⸗Recht. 179 Mene jy dat idt en geringe Geschencke und Privilegium sy, da wy ju mede begnadet, met frydohm vör allen Volckern Europæ? darto met gnädiger Be⸗ schermingen vör jenen erfunden un laben de veerdehalff hundert Jahren, in welcken alle Völckern Europæ und Lande in Blode gebadet und alle grausame Mord, Brand, Roef und Schande erleden hebben, und jy dennoch enen nicht allene glick sind an Sünden und Missethat, sondern ock wiht averreden; Wen⸗ te wo wohl dit Land nu ene rume Tidt bull Rechtes gewesen, und Gerechtigkeit darinnen gewahnet hefft, wo unse getrüe Dener Jelais der Stadt Jerulalem und dem Jüdischen Volck diesen Rohm gegeven hefft, so geit doch van ju dat so⸗ dahne Geschrey, dat wy in unser Gottsaligen Majestät allenthalben van ju Ver⸗ achtung unsers heilsamen Göttlichen Wordes und der hilligen Sacramenten unsers geleveden Söhns IEsu Christi, mit Versühminge der Rechte und Ge⸗ richt, und andere Ungerechtigkeit und Avertreding unser hilligen Gebade, und alse unse Nahme vel up hören mocht, wente glick als se van den Jöden alse ock van ju recht geredet ward dorch densulben Propheten. Jue Fürsten sind Mör⸗ der und affallig und der Deve⸗Gesellen, den se nehmen alle gerne Geschencke und trachten nach Gave, den Weysen schaffet men keen Recht, und der Wedewen⸗ Sacken nehmen se sick nicht an. Item, se sprecken den Gottlosen Recht um er Geschencke, und dat Recht der Rechtferdigen wenden se van sick. Item, de Ge⸗ mene koppelt sick tosamen mit losen Stricken, Unrecht to dohnde. Ju Hände sind mit Blode beschmittet, Legen und Ehebrecken hefft averhand genahmen, dar is nene Trüe nen Leve, nen Gades Wort vor ehren Oegen, sondern Gades Lästeringe, mordent, stehlent, und de ene Blotschulde kambt aver de ander, (Dörtig Dootschläge binnen een Jahr) darum werd dit Land övel staen, und allen Inwahnern övel gaen. Je weten ock wo jy handeln met dem Articul des Dootschlags, darinne jy unse hoge Mandat und Gebot verachten und nenen Rechte glicke handeln, so hangen jy daran Vorbade und Nothwehren na juen gefallen, welckes nenem Rechte glick is, und dat recht Nothwehr is, na luth der hilligen Rechte willen jy ener rechten mothwilligen Mördery glick macken, und also unschuldig Blodt vergethen, und dat schuldige mit unrechtsamen Strafen verschonen und lopen laten, dadurch Hamborg, Lübeck und Lüneborg mit Dith⸗ marscher Dodtschlegern verfület werden. Men kan ja den kleglicken Mordt vöͤr allen andern an jüngsten geschehen to Brunsbüttel, recht by der Heerstraten an hilligen Dage nicht bargen noch schmücken, sondern is en erbarmlich Bloot vergetend, dat to unser allmachtigen Gottheit dorch Geestlicke und Weltlicke gantz in den Himmel schreyet, darvan jy demothwilligen Mörders uht den Ge⸗ fängniß lopen laten, und also apenbahr macken, dat jy unse Rechte un Geba⸗ de verachten, und de Tucht haten, wo 8 Psalm geschreven steht: Wenn du enen .————— ..— ˖˙rͤ— 5 Dithtarscher III. Theils. Cap. U. enen Deve sühst, so lopstu met ehme/ und heffstGGemenschop met den Ehebreckern der und Dootschlägern, unde dad noch mehr is, so sind alldar im Richtstohl met jue gen 195 Personen, de den mothwilligen Mordt rechtferdigen willen, alse billig 0 gedahnde. n i sog 0 b Also schende jy dat Land, und verunreinigen idt, dar ick allene wahnen gan ne wolde, so jy idt reinigden van Bloode: dewihl jy denn dit Land met Blode ver⸗ n, fülen beth an de Lippen des Mundes hier und dar(wy geschwigen andere Sünde) wo Manasses wahndages gedahn, so sprecke ick Gade de Herr ock van ju alse to juda und Jerusalem, sihe ick will en Vanck dohn und en Unglück aber dy bringen, dadt woll idt hören ward, dem schälen sine beide Ohren klingen. Und wenn nu de Dag diener Prediger kamen ward, dat du hemgesocht werdest, so werst du nicht weten wor du henn schalst, und alle Grundfeste des Landes wer⸗ den to Bodden gaen, wenn ick de Heer my werde up macken dat Land to rich⸗ ten. Alse den werde ick anthehn en Pantzer der Gerechtigkeit, und enen Helm 0 up min Hövet setten, und my antehn thor Wracke met Jver alse met ehnen Rock, 0 alse de sinen Weddersacker vergelden will, unde met Grimmigkeit bethalen: als 2 denn wert min Thorn anstöten alse en upgeholden Strohm und brennend Füer, fe 1 nemand wehren kan, so ward dann alle unschüldig Blodt op juen Kop 4 amen. N Didt hebben wy in unser Göttlichen Majestät bedacht, ju vör dem Ver⸗ fe derffen to verstendigen und met dissen Mandat und angehengten Strafe, ut dat lite 000 jy dorch Bothe Unse Ungnade entgahn. Datum to unser rechten Hand under habe 0 dem Segel unsers leven Sähns JEsu Christi im Jahr seiner Menschwerdung. 1 e Anno 1558. a Dili * 0 Wer eigentlich Autor von selbigen GOttes⸗Brief, ist unbekandt, weil er. 0 100 von dem seck. Adolffi Ao. 1646. gllererst unter einigen alten Briefen gefunden, fal Nl und seiner Chronic mit einverleibet worden: doch ist wohl gewiß und aus der Bir 10 Schreib⸗Art zu erkennen, daß ein Geistlicher auf Geheiß des damaligen Mini. halt e sterii ein solch ernstliches Mandat zu Papier gebracht, um ihre Lands⸗Leute da⸗ derh en durch auf den Weg wahrer Busse und Bekehrung zu bringen, weil, wie daraus old! 0 4 60 zu ersehen, alle muthwillige grobe Sünde und Laster dermassen überhand genom⸗ und 0 e men, daß es nicht fehlen könte, Gott müste endlich einmahl Einsehen thun und 1 9 10 das Land strafen, wie denn auch das folgende Jahr erfolget, da sie von dem Kö⸗ Sa 10 nig von Dännemarck und Fürsten von Hollstein mit Krieg überzogen, und ihrer Wi e Freyheit beraubet worden. Ein einiges Exempel der exorbitanten Boßheit seine 100 damaliger Einwohner aus des seel. Heinrich Walters Dithmarscher Chronie fog 00 nur anzuführen, so sich A0. 15 58 zu Wörden begeben. Da Dreves Claus Gel 00 von Hogenwörden und sein Schwager, Johann Jerres, nebst Tieß 3 N 109 05. —.—— — Ul. Theile V. Cap. Neues Land⸗Recht. 187 fete der Weunemanwisch, welche geschworne Bruder gewesen, und so grosse Gewalt 1 getrieben, daß wer zu ihnen im Wirths⸗Hause gekommen, derselbe die Zeche be⸗ se bg zahlen müssen, und noch dazu geschlagen worden, selbst unter einander streitig sind geworden, und sich also geschlagen und verwundet haben, daß sie beyde nach 9 ein ander kurtz darnach gestorben sind. 0 55— t o 5 7 15 Das fünffte Capittel. n küngeg. 5 bade, Von dem neuen Land⸗Recht, nach Eroberung . des Landes. dto r en Helm achdem Ihro Königl. Majest. von Dännemarck Fridericus II. zu nebst en Rock, 15 denen beyden Hertzogen zu Schleßwig⸗Holstein Johanne und Adolpho en: als diese Grafschafft Dithmarschen Ao. 1559 durch Dero siegreiche Waf⸗ nd Fuer, fen bezwungen, die gewesene 48 Vorweser des Landes, auch in der von dem gan⸗ len Koy tzen Lande ausgegebenen Verschreibung sich aller gehabten Regierung und Verwaltung entzogen und geäussert; so ging der hohen Herrschafften vornehm⸗ Ver⸗ ste und grösseste Landes⸗Väterliche Vorsorge dahin, wie dieses eroberte Land „dat mit einem neuen Rechte, und mit geschickten Männern, so die Gerechtigkeit hand⸗ undet habeten, versehen und besetzet würde; Solchemnach wurde Ao. 15 Son⸗ verdung. nabends nach Vilitationis Mariæ zu Rendsburg beschlossen, daß in einem jeden dritten Theil ein jeder Herr seinen Land⸗Voigt und 8 Räthe oder Kirchspiel⸗ weller Vöigte bestellen, und ordnen wolte, die aus dem Lande Dithmarschen geboh⸗ funden, ren, und Macht haben solten, im Nahmen derer Landes Herren, in Pein⸗ und ausder Bürgerlichen Sachen, doch, nach dem zu erwartenden Land⸗Necht, Gericht zu N Mini halten. Wie solches auch in dem Land⸗Recht art. 4. mit diesen Worten wie⸗ ele do derholet und bestätiget worden: Dat in yden drüdden Dehl wy setten und ver⸗ 2 darsus ordnen willen, en yder in sinen drüdden Dehl, sinen Ermeten nah, enen Vaget,, dau und de acht Räde uht unsern Lande Dithmarschen gebahren, de schälen Macht,, 0 und und Gewalt hebben, van unserntwegen to richten in Pynlicken und Börgerlicken, 0 905 Saken, aver Lyff, Ehre und Guth, na dissen unsern beschrevenen Rechten., 1 5 Wie aber Hertzog sohann Ao. 1588 ohne Leibes Erben mit Tode abging, und 15 seine Ländereyen zwischen demKönig von Dännemarck Friderico II. und Adolf 11 fo, Hertzog zu Schleßwig⸗Hollstein, vertheilet wurden; so ist auch hie das dritte 0 15 Gericht aufgehaben worden, daß man also bishero nur 2 Gerichte in diesem Lan⸗ 1 6 de Dithmarschen behalten, als im Süder⸗Theil, da das Gericht seinen bestän⸗ son W 2 digen 182 Dithmarscher III. Theils V. Cap. digen Sitz in Meldorff hat, und im Norder⸗Theil, allwo Wechsels⸗weise in Heyde und Lunden das Gericht gehalten wird. Ausser obigen Gerichts⸗Per⸗ sonen, ist von der hohen Herrschafft, in einem jeden Gerichte, ein Landschreiber verordnet worden/ welcher alle Gerichts⸗Händel, Urtheile, Brüche, beschreiben und davon ein ordentlich Gerichts⸗Protoll fuhren muß, wie solches oben ange⸗ führter art. 4.§. 4. mit mehrern anzeiget. Ausser diesem Gerichte haben die hohen Herrschafften auch die löbliche Verordnung gemacht, daß in jedem Antheil ein besonder Conlistorial- Gericht aufgerichtet worden; Es hatten vor undencklichen Jahren, vermuthlich im 13 Se⸗ culo und also noch in den Catholischen Zeiten 12 Priester in Dithmarschen eine Calands⸗Brüderschafft unter sich aufgerichtet, und sich vereiniget am ersten Mo⸗ naths⸗Tage des Calenders an einem dazu bestimmten Ort zusammen zu kom⸗ men; da sie unter sich berathschlaget und beschlossen, was für Fes⸗Tage, Me⸗ morien und Jahrzeiten zu halten, wie die Almosen zu vertheilen, und was für Feste angestellet werden sollen, was zur Aufnahme und Nutzen ihrer Brüder⸗ schafft gereiche; imgleichen so einige Mißhelligkeiten unter ihnen entstünden, sol⸗ che beyzulegen. Wobey den jederzeit in dem Calands⸗Hause die Berathschla⸗ gung mit einem guten Schmause beschlossen worden. Dieser Calands⸗Brü⸗ derschafft sind nachhero die mehresten Geistlichen im gantzen Lande beygetreten, auch viele Weltliche die Layen mit auf⸗ und angenommen worden, welche so vie⸗ le und reiche Legata dieser Brüderschafft beygeleget, daß selbige nicht allein zu de⸗ nen behörigen Seel⸗Messen, sondern auch zur Erhaltung dieser Brüderschafft vollkommen zulänglich gewesen. Nach der Reformation hat diese Calands⸗ Brüderschafft eine kleine Veränderung gelitten, wie die Weltlichen ausgetreten und von denen sämtlichen Hrn. Predigern ein ordentlicher Sy nodus daraus for- miret worden. Da der Superintendens und Prediger des gantzes Landes ent⸗ weder in Meldorff oder Heyde die Woche nach Pfingsten zusammen gekommen und sich berathschlaget, über verschiedene Geistl. Sachen Verordnung gemacht, und wie denen groben Sünden Einhalt zu thun; Ferner, so einige Streitigkei⸗ ten unter ihnen entstanden, wurde solche so denn beygeleget und entschieden, end⸗ lich musten die Vorsteher von denen Renten und andern Einkünfften dieses Sy nodi ordentliche Rechnung ablegen, und also endigte sich diese Versammlung mit einer guten Mahlzeit. Wie aber Dithmarschen nach Eroberung des Lan⸗ des von denen hohen Herrschafften in 3 Theile vertheilet wurde, so trennete sich auch dieser Synodus in 3 Theile, und setzte eine jede Herrschafft in ihrem Antheil ihren Predigern einen Superintendenten oder Probsten vor, und gaben ihnen alle Macht, doch mit vorbehaltener Appellation, in allen und jeden Consistorial- Sachen zu sprechen. Weil man aber befunden, daß die Hrn. Geistlichen in de⸗ a ö nen U. Ci. ts⸗Per⸗ chreiber hreiben nange⸗ böbüche eticht migde. schegene st en M⸗ zu kon ge, Me: was fit Brüder⸗ den, sol⸗ Ahschla⸗ Bru⸗ erreten, so bie⸗ awde⸗ easchafft alande⸗ getreten ls for- des ent⸗ omen emacht, keitigkl⸗ en/ elb⸗ ses y. mlung deb dal inetsch fel ahnen storial⸗ finde nen III. Theils V. Cap. Neues Land⸗Recht. 183 nen Rechten, nicht sonderlich bewandert, so ist die Verordnung und Beliebung gemachet worden, nach dem sie Vormittags ihre particulair. Angelegenheiten würden abgethan haben, der p. t. Land⸗Voigt und Landschreiber von den zwed jüngsten Predigern, noꝛnine des gantzen Sy nodi solten zur Mahlzeit eingeladen werden; welche den Nachmittags die Consistorial. Sachen vornehmen, denen Rechten gemäß decidiren, und ordentlich zu Protocoll bringen helffen. Wann aber ein Prediger wegen gefährlicher Lehre oder eines ärgerlichen Lebens berüch⸗ tiget, Filcaliter angeklaget werden soll; als dann wird ein besonders Gericht, so das Septemviral· Gericht genannt wird, constituiret, welches aus dem Land⸗ Voigt, Præposito, Landschreibern, 2 Prediger und 2 Kirchspiel⸗Voigten be⸗ stehet. Diese decidiren nach reifer Ueberlegung der Sachen ohne einige Ap⸗ 5 oder Confirmation, es wäre dann, daß Delinquens mitigationem oenæ suchen wolte. Das Land⸗Recht, so die hohen Herrschafften A0. 1567 Sonntags nach omnium Sanctorum gegeben, gründet sich hauptsächlich auf dem alten Dith⸗ marscher Land⸗Recht de Anno 1447 in so weit es recht, billig und unsträflich befunden worden: was aber in selbigen der natürlichen Billigkeit und andern be⸗ schriebenen vernünfftigen Rechten, zuwider ist, darin zum Theil cassiret und auf⸗ ehaben, zum Theil da es mangelhafft oder undeutlich/ ist es aus dem natürlichen, achfischen und allgemeinen beschriebenen Rechten verbessert und ersetzet. Und da etwan ein oder ander Calus vorkommen möchte, der in diesem Land⸗Recht nicht deutlich decidiret, hat die hohe Landes⸗Herrschafft nicht ermangelt durch heilsahme Constitutionen nachhero dessen seine abhelfliche Maasse zu geben, und allem Unwesen, Landes⸗Väterlicher Vorsorge nach, jeder Zeit zu begegnen; Wann aber in diesem allen keine Verfügung geschehen, so sollen die Gerichts⸗ Personen, sich nach dem Sächsischen Rechte richten: und wenn darinnen nichts ausdrückliches versehen, müssen sie die gemeine beschriebene Rechte folgen, besie⸗ he hievon den 135 Articul, welche Ordnung der Rechte auch die revidirte Land⸗Gerichts⸗Ordnung folget: wenn unter andern da part. 2. t. 3. S. also stehet: jedoch soll die Rechtl. Erkänntniß auf den alten kundbahren Landes⸗Ge⸗ brauch, so der Vernunfft und Billigkeit nicht zu wieder, oder des Heil. Reichs Ordnungen und Constitutionen nicht entgegen, gegründet: in Mangel aber einer solchen beständigen rechtmäßigen Gewonheit soll nach dem Sachsen Recht geurtheilet; Wäre aber derselbe Fall, darauf gesprochen worden soll, darin nicht, enthaltẽ so soll als in casu omisso der Disposition gemeiner beschriebenen Rech⸗ ten gefolget werden. Aus welchen erhellet, daß das sus(ivile sehr spat in diese,, Länder eingeführet, da in Holstein 1522 nur nach dem Sachsen⸗Recht und in, Schleßwigschen nach dem 3 gesprochen worden. Meurs J. 3. 51 55 3 A. 184 Dithmarscher III. Theils V. Cap. Dan. daß also Ulricus Huttenus der zu Lutheri Zeiten gelebet, nicht ungleich hat, wenn er schreibet: Saxoniam moribus antiquis viventem, Bartolum, Baldum& justiniani Pandectas ignorare. Damit auch ein jeder so wohl Richter als streitende Partheyen wisseu mochten, wie sie sich zu verhalten währender Zeit das alte Land⸗Recht abrogi⸗ ret, daß neue aber noch nicht zum Druck befodert und eingeführet worden; ha⸗ ben die hohen Landes⸗Herrschafften aus sonderbahrer Landes- Väterl. Sorg⸗ falt folgende Constitution und Verordnung publiciren lassen, wornach sie sich mittlerweile zu verhalten haben. 8 Gerichts⸗Ordnung, und wie hinführo das Recht inLande Dithmarschen besetzet und gehalten werden soll. Irn Nahmen der heiligen ungetheilten Dreyfaltigkeit: Wy Friederich van Gades Gnaden, der ander, erwehlter König zu Dünnemarck⸗Norwegen, der Wenden und Gothen, und wy Johanns und Adolff Gevettern und Gebrö⸗ dere, van derselven Gnaden, Erben to Norwegen, Hertzoge to Schleßwig⸗Hol⸗ stein, Stormarn und der Dithmarschen, Grafen zu Oldenburg und Delmen⸗ horst ꝛc. bekennen und betügen, alse wy na Innehminge des Fürstendohms und Landes Dithmarschen unse Gemuth und Sorgfaldigkeit vornehmlichen da⸗ 5 gerichtet, dat in sodahnen unsen Lande nicht allene de rechte wahre Gades eenste na der Hil. Biblischen Schriefft, und der Evangelischen Augsburgi⸗ schen Confession to Troste aller Seelen Seeligkeit gepflantzet, sondern bek Ga⸗ de dem Allmächtigen, de uns allene den herrlichen Seegen, und Averwindung uht Gnaden verlehnet, to Ehren, und Erhaldinge tydtlicker Ruhe, Frede und Enigkeit, Gude Politien, Gericht und Recht verordnet, und abgesettet worden; Dat wy derowegen dat beschreven Recht, welcher dat Land, beth herto gebrucket, mit Flyte dörch unse darto verordnete verständige Räthe besichtigen und erwe⸗ gen lathen, und offt wohl befunden, dat so dahn Recht in veelen Articuln noth⸗ wendig to verändernde, und offt to stelende. Dennoch nadem idt de Tydt und andere unsern und unserer Fürstendohm und Lande Anliggen, de Trefli⸗ ckeit der Sacken nicht lyden willen, den Inwahnern verschrevenen unsers Lan⸗ des up ditmahl en beständig Recht up to settende, und dat sülvige förmlich und verständlich in sine Ordning fahten to latende, hebben wy uppe dat glick wohl mittler Tidt und so lange dat wy mit unser allersiets Räthen, to ener solcken Ver⸗ do er griepen, und densülbigen mit riepen Rahde, und wohl bedachten Mohde to Nütte und Framen aller unser Unterthanen vel gemeldten unsern 0 3 Wer 14 N . Ch. inglech tolum, olssal brogi. J ha⸗ Sotg; esch ande 1 ch han vegen, Gebrö⸗ 9 Hol enen⸗ ohms en da⸗ Godes Sburgi⸗ ck Ga⸗ indung de und orden; rucket, d erwe⸗ a nolh⸗ e Dudt Tefl 0 f ich un l Al sohde in dat Werck III. Theils V. Cap. Neues Land⸗Recht. 185 Werck stellen werden, up dat nemand rechtloß gelaten, und dat Recht und Ge⸗ richte in Zwang gebracht werde, verordnet. Ordnen, setten, und wollen hieme⸗ dein Krafft deses Brefes dat, henfort an, alle unser Vägede, Rähde und sönst alle dejenigen, de wy recht to bespreckende und to gevende, aver unser Fürsten⸗ Dohm Dithmarschen stellen werden, van nun an bet to Michaelis aber en Jahr, so man an der weinigern Tall schrieven ward Söstig en, ordentlich Sche⸗ dunge ler Sacken, und willkührlichen Rechtens hebben, holden und gebrucken schöͤlen dat olde Dithmarscher Recht, jedoch mit sodahne Anhange und Besche⸗ denheit, wie folget. Erstlichen, nadem gegen gnädigen Verticht und Begnadunge, so Wy wohlgedachten unsen Lüden den Dithmarschern op er kläglich Bitten, und Gütig⸗ keit bewieset, se na lude Segel und Brefen wedderum sick aller Obrigkeit, Ge⸗ richt und Rechtens⸗Bröcke und Hoheit begeven, und dat sülbige to ewigen Ty⸗ den uns sund unsern Erven alse ehren Landes Fürsten upgedragen. Derowe⸗ gen der 48 Vorweser, Schlüter, Schwarnen des Karspels, ock des gantzen Landes Recht, Macht und Befehling gantz und gar abgestellet, und die Gerich⸗ te dorch unsern Chrestlich⸗ und ordentlicken in Gestalt und Macht, wie hernacher schall gemeldet werden, bestellet. So schölen hinförder alle de Broöcke/so in gedachten beschrebenen Rechten, dem Karspeln, effte dem Lande vör beholden sin, kamen an unse Voigde und Räthe, so Wy verordnen und dorch desülvigen Unsen Landschriever behändiget werden, wat ock van Rechte, Walt, Pandungen, Seckerheit und andern ge⸗ meldeten 48 Schlütern, Schwarnen, Karspeln und dem Lande vertekenet, schall hinförder nah underschedlichen Gelegenheit verstahn werden, van unsen Vögeden, Räthen, Schrievern, Bothen und Denern, de wy to Behoeff der Gerichte und Rechte gebrucken werden; und schall hinföͤrder also ernstlick gehol⸗ den werden, dat so jemands van beröhrten unsen Unterthanen, wer sick wedder uns, effte unse Erben, upwerpen, Oploep und Mütery macken, effte mit andern Anschlägen und Praeticken macken, de uns an Lieve, Levende, Lande und Lüde to Schaden gereckeden, effte gerecken mögten, effte sulbest mit unthemlicken Worden, jegen Uns vergriepen, effte unse Vögede, Räthe, Schrievers, Ba⸗ den und Deners, de wy im Lande hebben, effte darhen senden werden, mit der That beleydigen wurden, de sülve schall mit alle denjenigen, so darto geholpen, effte geraden, ahne alle Gnaden Lyff und Guth verbracken hebben, und dat sul⸗ vige to unsern Händen gefallen syn; So ock suß ener den andern mothwillig oder vörsetlichen van Levende tom Tode bringen wurde, und up so dahne Dath sick up de Flucht begeven, de schall de Helffte aller siner Goder an uns e . 2—— b— 2— n 5—————— 186 Dithmarscher III. Theils V. Cap. hebben, woveele ock in so dahnen Rechte, van Brocke op Liefschaden und andern Schaden gesettet, so veel schall hinfürder de Däder ock an uns verfallen syn. Dewiele wie ock befunden, dat de 90, 92, 102, 107, 123, 127 articuli in veel gedachten beschrevenen Dithmarschen Rechten, der Vernunfft und naturlichen Billigkeit to weddern, dat wy de sülbigen hiermede casseren und upheven, dat henförder darna nicht mehr gespracken werden schall, wo wy ock gelicker mathe also genichtiget und upgehaven holden, wat vör disser Tydt van den Eyden, Doedtschlägern und andern mehr uht Bewilligung und Wilkühr des Landes all⸗ bereit cafseret, willen ock solcke Cassation hiermit vernyet und bestädiget hebben, wat denn süß fürder in so dahnen Rechten entholden, so der hilligen Biblischen Schrifft, unser wahren Religion, Augsburgischen Bekänntniß und Evangeli⸗ schen Chrestl. Kercken⸗Gebrücken to weddern, inglicken wat der natürlichen Billigkeit und Vernunfft, ock den Breven und Seegeln twischen uns, unsern Underdahnen in Dithmarschen nüeligst ist upgerichtet, ungemehte und entjegen, dat willen wy hiemede, offte idt van Worden to Worden hierinne begrepen und gesckreven stunde, willick und utdrücklich upgehaven, genichtiget und afgedahn hebben, und wy willen uns, wann so dahne Urtehl an uns, effte unsen darto ver⸗ ordneten Rahde, welckes den Partyen frystahn schall, gelangen werden, hebben vör beholden, to sprecken und to erkennen, wat Chrestlick gemeinden beschreve⸗ nen Rechte nicht utgedrucket und natürlichen Billigkeiten gemete is. Offte sick ock beel todregen, de in veel gemeldeten beschrevenen Rechte nicht utgedrucket, darup schölen unse Voigde und Nähde, wat se na witten und gäntz⸗ lichen Vernunfft vor Christlick, rechtmäßig und billig ansehen werden, to Rechte uthsprecken und erkennen, ahn Ansehen ener Person, er sy arm edder rick. Up dat averst den Gerichten ere Gestalt und Machte gegeben, und nevenst vörberühr⸗ te Verordnung des Rechtens de Personen, durch welcke dat Recht gesprocken, und allen de dessen to dohnde, mede gedehlet werden schall, gesettet werden, hebben Wy uns fründlick, vedderlick und Bröderlick vacken benömbten unsen Lande Dithmarschen und desülbigen Inwahner unsen Underdahnen, to Nutte und Wahlfarth vergliecket, vereniget und verdragen. Nahdem dat Land Dith⸗ marschen beyde Marsch und Geest, met Rath und Todohnde der Veer und twin⸗ tig Geisseler, und ut jedem Karspel tweer framer Lüde, so Wy darto erfodert, in dree Dehle to Behoef der Gerichte, und schleuniger Verheelgung des Rechtens und nicht tom Grunde ener Arfdehling van enander gesettet und gelegt, een Dehl to Meldorp alse beschedentlick Bruns⸗Büttel, Marle, Eddellacke, Borg, Süder⸗ harstette, Bardelt, Süder⸗ und Norder⸗Bosenwurth, Neschebüttel, Elpers⸗ büttel, Ammerswörden, Winbergen, Eickstedte, Wollmerstorp, Niendorp, Farenwinckel, Krumstedte, Gudendorp, Barringstedt; Dat ander tor Lauch nemu . Ci. andern len son. i bel lichen n, 5 math Ehen, ad all⸗ theben, Fibüsche bange lürlcchn unsern nlhegen, en und gedahn ro ber⸗ hebben hrebe⸗ icht gong Rechte k. Up herüht⸗ rocken hebben Lande itte und Dih⸗ ad twil⸗ odett, in sechtens n Dal ibu Glts⸗ 1 Hehde, fen ————— ů—— III. Theils VI. Cap. Neues Land⸗Recht. 187 nemlich Tahlingbühren, Epenwörden, Barsfleth, Kettelsbüttel, Harmswör⸗ den, Streinwisch, Sartbüttel, Olderade, Legersbüttel, Albersdorp, Nord⸗ harstedte, Hemmingstedt, Wörden, Weslingbühren, Büsum. Dat drüdde Dehl to Lunden, also: Niekercken, Hemme, Weddingstedt, Henstedt, Delve, Tellingstedt, hebben wy in enen jeden Dehl verordnet und gesettet, enen Vagt und acht Rähde/ alle ut dem Lande Dithmarschen gebahren, und de van baven gemeldten Geisselern und Karspel⸗Lüden darto düchtig erkannt und genennet, welcken wy to Beschrevinge der Gerichts⸗Händel, Bröcke und Urtheil enen Schriever togeordnet, und sin disse Gerichts⸗Personen by Nahmen to Meldorp, Jacob Harders Vaget, Tieß Jacobsen, Johann Dreves, Johann Magnus, Hanß Carstens, Clauß Bruhn, Schüttiges Frenß, Johann Mars, Dirck daeß, Detlef Held, Räde. Tor Heyde, Wolt Reimers Vaget, Jerren Clauß, Marcks, Clauß Carstens, Maeß Tieß, Claus Hinrich, Carstens, Jo⸗ hann Reimer Vaget, Johann Dircks, Johann Reimer, Rähde. To Lunden Marcus Schwien Vaget, Junge Hanß Carstens, Claus Gude, Tomas Pa⸗ yer, Wiebers Carsten, Reimer Sibbecke, Detlefs Junge Johann, Hebbecken Peter, und Hanß Nanne; disse hebben wy Macht und Gewalt gegeven, to richten enen jeden Vaget und sine acht Rähde, in sinen drüdden Dehl in Pynli⸗ cken und Börgerlicken Sacken, aver Lyf, Ehr und Guth, na dem beschrevenen Dithmarscher Land⸗Recht, in Gestalt und Macht alse baven beschreven; Se schälen averst Uns, to Gade und sinen hilligen Evangelio to vorne, und ehr se sick der Richter Gewald undernehmen, enen Eed dohn, dat se nicht willen richten nah Gave, Gunst, Fründschop, sondern ahne alle Mittel na Lude und Inhalt des Rechtens enen jedern, he sy arm oder rick, groth effte geringern Geschlechts, dat Recht ahne Vertägeringe, meddehlen, und schall förder mit den Rechten dergestalt, Form und Mahte geholden werden, dat disse unse Ordnunge, alse vör und nah beschreven steith, den tokamenden Sonndag, welcker is de negende Dag des Monaths juli, in heelen Lande Dithmarschen, in allen Karspeln van den Predigstöhlen schall werden afgekündiget, up dat en jeder dessen Weten⸗ schop hebben möge: de den aver den andern to klagen, schall by dem Vaget in sinen drüdden Dehl, darinnen he geseten, ene schrifftlicke Stefinge fordern und den Beklagten eschen, dat he um to kahmen Mandag na St. Margrethen to Meldorp, effte de Beklagte in demsülben drüdden Dehl geseten, und Middewe⸗ kens tor Heyde, effte he in demsülbigen drüdden Dehl wahnhafftig, so he in den Lunder drüdden wahnhafftig, Frydags na St. Margrethen to Lunden, vör ehne und sinen besitteren den Rähden erschienen, und dem Kläger up sine Klage in Rechten, Antwort geven, und nah vörgebrachter wieder rechtlicken Nothdurfft, rechtlicken Sprackes und Erkänntniß 0„ und schall solcke. for⸗ 0 ern, 188 Dithmarscher III. Theils V. Cap. dern, van enen Rechts⸗Dage tom andern, und ehme ock nicht mehr Respit und Dilation gegönnet werden. Diese Stefinge schall de Kläger dem Beklagten dorch twe Erfgesetene lofwürdige Lüde aberantworden laten, de idt in Gericht mögen tügen, offte idt de Beklagte verlögnen wolte, dat se ehm de Stefinge togestellet, effte tom wenigsten in syn Huß averantwortet: und schall des benömenden Mon⸗ dages na St. Margrethen de erste Rechts⸗Dag angahn, und up disse unse Ver⸗ ordnung dat Recht geholden werden, in der Gestalt, dat de Vaget dat Recht he⸗ ge und banne, van Gades wegen, darna van unsernt wegen, alse de Landes Für⸗ sten verbohden, Schelttworde, Inrede, und dat nemand mit korter effter langer Wehr by offte in dat Gericht drege, by Bröcke 30 Marck. Wanneer denn so⸗ dahnes geschehen, schall er Macht geben, denjenigen, so Stefinge gefodert, to klagen; So nun de Beklagte nicht erschiene, und nene Nothsacke, dardorch he verhindert worden, antögen und bewysen lehte, schall he Fredeloß gelegt, und ehm de Frede nicht eher weddergegeven werden, he hebbe sick den mit den Klä⸗ ger verdragen, und mit uns utgesöhnet und daraver genugsahmen Schine and Bewießdohm van uns bekamen; Würde averst de Beklagte erschienen, und de Klage nicht geständig syn wollen, so schall idt mit den Bewieß na Utwiesinge des beschrevenen Dithmarschen Rechten geholden werden, und schall nah ingebrach⸗ ten Bewieß, ed sy dorch Segel, Brefe, effte levende Tügen, enen jeden fly stahn, sine tosage in Rechten vortobringen, und den Tügenföhrer syne Noth⸗ durfft ock vordragen, welckes alles de Gerichs⸗Schriever mit fliete schall upteke⸗ nen, und darvan en Book holden; Wenn den sodahnes geschehen, schall de Va⸗ get und 8 Rähde darup abwesens der Parten en rechtmäßig Urthel schlu⸗ ten, dat sülbige dorch den Gerichts- Schriever beschryven und aslesen lathen. Wenne den an sodahne Urthel nicht genöget und mit Rechte idt vermenet up to dryven, de schall Macht hebben binnen söß Wecken, in ener nnser Cantzeleyen de am angelegensten, Stefinge to fördern, de Wy em ock gnä⸗ diglichen wollen lahten, up de nechstkünfftigen Rechts⸗Dag, enen mede dehlen, de schall he, wy baven gemeldet, dörch twe Erfgesetene loefwürdige Lüde sinen Gegen⸗Dehl lathen aferantworden, so wille Wy sulvest, offte so Wy dorch Ehehafften behindert werden, dorch unse Rähde, sodane up den nechsten Rechts⸗ Dag verhören, unde alse Recht is, entscheden lathen, und schall hinforder dat Recht im Lande in jedem drüdden Dehl geholden werden, van 14 Dagen to 14 Dagen, uthgenamen, de Ahrnen: ock schölen de Sonndags und hohe Feste, de Wy nah Christl. Gebrucke fyren uhtbescheden syn, so willen Wy ock to Behueff der gescholdenen Urthel und den Sacken, de dat Land andrigt, de vör de Vagede und 8 Rähde nicht kämen, des Jahres⸗Recht lahten holden, to Rendsburg to deen. Tyden, nemlich Mandags nah Mitfasten, Mandags nach St. l und q ⸗ V. Cap. 0 HI. Theils V. Cap. Reues Land⸗Recht. 189 en dorch Mandags nach St. Michaelis, und schall en jeder, so gesteffet is, up den nechsten mogen Rechts⸗Dag, by Verlust des Fredens, schuldig syn, to erschienen und nenen wie⸗ telle, dern Vertrag hebben, he bewiese denn ene Nohtsacke. Und darmede de 8 Räh⸗ u Mon⸗ de baven genömet, wennehr se in ehrem drudden Dehl Richt sitten, ehr Under⸗ se Ver⸗ holding bekamen, schölen se hebben, Dagelicks jeder acht Schilling, welck Geld lacht he⸗ schall genamen werden, van den Gerichts⸗Gefällen, laut des 214 Articuls in den Ns Für, baven benömeden beschrevenen Rechte, de henförder nicht allene van Schuld⸗ fehangger Sacken, sondern ock Erfdehl und allen Sacken, darup Guth effte Geld geklaget dan werd, schall verstahn werden, und offt sodahne nicht würde torecken, willen Wy odett, iu dat Abrige van den Bröcken entrichten lahten, den Vaget averst und den Schry⸗ kochte ver willen Wy up en Jahr van nu an to recken, ere Besoldinge verordnen, baven gt, und der man enen nichtes wieder plichtig sin schall⸗ jedoch schölen de Parthyen der be⸗ den Klä⸗ schrevenen Urtheil halben, wennehr se deren Schyn fördern, sick mit den Schry⸗ ine and bern na Billigkeit verglicken, alse van jeder Stefinge 4 ßl., und van jeder Urthel und de 4 ßl. und schölen idt de Bägede holden, mit der Pandunge und Volstrekunge murder derUrtheil und andern, alse idt nauhtwisunge des beschrevenen Rechtes de Schlü⸗ gabrach ter in Vortyden geholden hebben, und de Schryvers schölen Jährlicken uns effte en fi unsen Verordneten, wann Wy se darto fördern van allen Bröcken und Gefällen 9 7 Reckenschop dohn, und wat vorhanden, getrülick aberantworten, and schall to 6 c 5 Behoef der Bröͤcke in jedern drüdden Dehl ene Kiste gesettet werden, darto Unser 0 jeder ein, und de Schryver den veerden Schloötel hebben schall, und schall de Brö⸗ 1 1 cke in sodahne Kiste gelegt werden, darvon dem Schryver en richtig Reckenschop, a shhn Reckenbock, und Vertecknüsse, to holden geböhret, de he hebbe vör to leggen, gsesh wenn de Reckenschop geschehen, und de Bröcke uns, effte unsen Verordneten che it togestellet werden schölen, idt schall ock sodahne Kiste an enen seckern Orte in i ele Bewahrung gesettet werden. Dewile averst mannigmahl sick todregen ock guä⸗ kan, dat de Vaget in tofilligen Sacken, Underrichtung und Beschedes von⸗ edehles, nöͤthen hefft/ damit he uns to jeder Tydt sölvest nicht dürffe besöcken, hebben Wy ide sinen in jedern drüdden Dehl enen verordnet, nemlich to Meldorff, Henrich Ran- By duch tzauen, Hr. Johanns Sohn, tor Heyde den Amtmann to Rendesborg, to Lun⸗ Naht den den Amtman to Gottorp, by denen schall sick de Vaget, und Ingeseten des der dat drüdden Dehls, darto en jeder benömet, Rahdes, Beschedes und Berichtes to n to 10 erhahlen weten; Und offt idt sick begeve, dat de Verordnete enes drüdden Dehls Fete d. schreve an den Vaged und Rähde in enem andern Dehle, und in unser aller Nah⸗ Beuf me begehrde, enen sinem drüdden Dehl Rechtes to verhelpen, denselben schölen Ae de Vagede und Rähde, unvertoiglich nahtokamen schuldig sin. Gebeden und ug to befehlen drup allen unsen Vageden, Rähden und Schryvern, ock allen unsen d Underdahnen unses Landes und N Dithmarschen, dat se sick na Mqp⸗ 1 dissen —— — — — ä 8— i ——— 6 1 U 1 1 1 1 109 1 1 4 10 9 11 1 N 10 1 * 1 ö 1 0 * 4 —— 190 Form des Processes. III. Theils V. Cap. dissen Befehle und Verordnunge, so lange düsse van enander settinge waren schöͤlle, nemlich von nun an bet to Michaelis des Söstigen Jahres richten und holden, den sülbigen nicht avertreden, by Vermeidung unserer willkührlichen ernstlichen Straffe. To Ührkund hebben Wy Unse Fürstl. Insegel wittlicken laten hengen nedden an düssen Breef, de gegeven is to Rendesborg Sonng⸗ bends by Vilitationis Mariæ im Jahr 1559. Was die Form des Processes belanget, ist unmoglich sich dabey weitläuff⸗ tig aufzuhalten, alldieweil dieselbe in dem Land⸗Recht von dem Aten Articul bis zu dem 21 so deutlich beschrieben, daß ein jeder sich daraus einen völligen Begriff nehmen kan; Nur mit wenigen anzuführen, so werden alle Sachen, so von kei⸗ ner besondern Wichtigkeit, in Süder⸗Theil am Freytage, und in Norder⸗Theil am Sonnabend, von dem Land⸗Voigte brevi manu zum Theil abgethan, zum Theil auch von dem gantzen Gerichte Summariter decidiret. Wenn aber der Beklagte litem negative contestiret, welches man Verbürgen nennet, oder die Sache gehet zu Buch, als denn wird die Sache ordentlich mit Beweis und Gegen⸗Beweis nach demLand⸗Rechte geführet, und mit einem schrifftlichen Satz von beyden Theilen dediciret, und nach eingelegten Acten wird die Sache von dem gantzen Gericht entschieden, auch daferne nicht von ein oder andern Seiten appelliret wird, zur Execution gebracht. Dieser Modus procedendi ist nur im Norder⸗Theil gebräuchlich, im Süder-Theil aber werden alle Sachen durch mündliche Recessen abgehandelt. Wobey als etwas besonders bemer⸗ cket wird, daß der verlustige Theil der Herrschafft von der gantzen Sachen octa. vam litis, das ist, von sedem Marck 2 Schill. bezahlen muß, ausser denen ge⸗ wöhnlichen Gerichts⸗Kosten, nach mehrerm Inhalt des 113 Articuls, als wel⸗ cher Articul sich auf das alte Land⸗Recht Art. 16.& 41. beruffet, daß solche Brüche vor Einnehmung des Landes, an dem Lande bezahlet worden: besiehe hiebon Gielebertum p. I. peric: stat: concl 2. Es scheinet, daß diese octava litis, mit der in alten Zeiten gewohnlichen Wette, oder Wedde, grosse Gleichheit habe, weil vor der litis contestation von beyden Theilen im Gericht genugsahme Bürgschafft geleistet werden muste: denn das Wort Vadium oder Wadium, so aus dem Lateinischen Vadimonio entstanden, und seinen ersten Uhrsprung in dem Stamm⸗Wort, vas, vadis, findet, bedeutet nicht allein ein jedes Pfand oder Bürgschafft, die zur Sicherheit gegeben wird insonderheit ein solches, daß bey einem, zwischen zwo streitenden Partheyen, die den Ausgang der streitenden Sachen erwartende, solches bey dem Sequeltro deponiret: sondern sie wird auch von der, dem Richter zu erlegenden Strafe, genommen, welche vor Aus⸗ trag der streitigen Sachen, im Gerichte deponiret, oder durch satsame Bürgen und genugsahme Caution pergewissert, nach abgethaner Sache, von Neige — iegen⸗ V. Cp. ige wgreg en und ührlichen vittlicken Fonna⸗ walläff⸗ deal bis eh degiff so bone dek⸗Thal an, un faber der et, odet weis und hen Satz ache von „ Seiten i ist nur Sachen öbemet⸗ heno ga. denen ge⸗ als wel ß solche besiehe Octava leichhet fugsahme 7 adium, sprungin es Pfand ches, daß sreltendel n sie wid eb Bütgen er utel⸗ lege III. Theils VI. Cap. Landvoigte im Südertheil. 191 liegenden Parthey, auch wohl, von einem frevelmüthigen Uebertreter der Gesetze dem Richter erleget wurde, multa judici, amenda actori datur, heisset es nach dem alten Sachsen⸗Recht. Vid. Schottel. de jur. antiq. Germ. c. 8. S. 5. und das was wir unter dem Nahmen Weddingstedt oben angeführet. Das sechste Capittel. Von den Land⸗Voigten im Königlichen Südertheil zu Meldorff. Tan Harder von Braunsbüttel, auch daselbst seßhafft, ist in der Fehde ge⸗ fangen worden: weilen aber der König sonderliche Geschicklichkeit an ihm gemercket, ist er von den 24 Geisseln, und zweyer vornehmsten Männern aus jedem Kirchspiel zum Land⸗Voigt vorgeschlagen und bestätiget worden, ein sitt⸗ samer frommer Mann, der sich viel Mühe gegeben, daß das alte Land⸗Recht, in dem Articul von Erbnehmung, möchte unverändert bleiben. Er ist 1567 ge⸗ orben; 5 0 Michael Boje, J. U. Licentiatus, und vor Einnehmung des Landes des gantzen Landes Syndicus, ein eifriger Mann, dabey sehr aufgeweckten Kopfs und grosser Gelehrsahmkeit/ ist bey der Land⸗Voigtey geblieben, bis Ao. 1572 da er mit einem Bürger aus Meldorff„ Claus Goldschmidt, in grossen Streit ge⸗ rathen, der ihn fur einen dreyer Herrn Dieb gescholten, und darüben Ao. 1574 gefänglich eingezogen und suspendiret worden. An seine Stelle ist gekom⸗ men, Claus Bruhn, ein alter frommer Mann, nicht sonderlich gelehrt, ist dem Ambte 8 Jahr, andere meinen 1 Jahr vorgestanden; Dann ist Michael Boje durch ein Fräulein von Meckelnburg wieder loß gebeten, und nachdem ihm amnestia auferleget, ist er mit sonderlicher Gnade und Freyheit wieder in sein Amt gesetzet. Er hat aber Anno 1583 von selbsten wieder sein Amt nieder gelegt, um die übrige Zeit seines Lebens in Ruhe zu endigen, und ist den 3 Octobr. Ao. 160 l. plotzlich in der Pest gestorben; Der Procels, wel⸗ chen er hatte, und darüber er sein Amt entbehren müssen/ ist dahin dirigiret wor⸗ den, daß Claus Goldschmidt enthauptet worden; welcher ihn im Hinausfüh⸗ ren wiederum vor GOttes Gericht in dem Thal Jolaphat citiret. Johannes Held, ein gelahrter, versuchter und dabey langmüthiger Mann, hat das Amt Ao. 158 1 angetreten, und ist den 24 May 0 1608 gestorben. Er hat im Ehebette gehabt argen 1 aus Epenwörden Tochter, i 5 3 geitzl .— .— —.— — ä 8 — — 192 Landvoigte im Süder⸗ II. Theils VI. Cap. geitzig gewesen, daß er die Eyer durch einen Ring gehen, die kleinen in Meldorff verkauffen lassen, und die grossen in der Haushaltung verbrauchet. Nicolaus Bruhn, ein gelehrter Mann, unverdrossen und fleißig in seinem Amt, dabey ein Befoderer gelehrter Leute und der Gerechtigkeit, trat sein Amt an Ao. 1609, da er schon ein Jahr als Assessor im Gericht præsidiret. Er war ein Sohn des alten Claus Bruhn, dessen Ober-Elter Mutter, die bekannte Wi⸗ be Nannen, gewesen; Er ist den 28 Marti Ao. 1630 gestorben, nachdem er 92 10 seine Tochter Margretha an den Königl. Rath, D. Reimarum Dorn, verehliget. 5 f Henricus Wasmer, ein Sohn Johannis Wasmers, I so Ab. 1585 Kö⸗ niglicher Landschreiber geworden, war erstlich Burgermeister zu Itzehoe, dar⸗ nach wurde er um Johannis A0. 1630 als Land⸗Voigt introducitet, ein ge⸗ lehrter, eifriger Mann, und eines geschwinden Judicil, hat in seinem Amt viel Wiedersacher und Feinde gehabt, sonderlich aber ist er Anno 1634 mit des Lan⸗ des Gevollmächtigen, auch mit eintzelen Perso nen in schweren Procels gerathen, sonsten in der Audientz sehr langmüthig, hat der streitende Partheyen Zanckre— den und vielfältige Acclamationes mit männiglicher Verwunderung angehö⸗ ret, und erduldet. Er ist den 18 Sept. A0. 1643 gestorben. Nicolaus Bruhn, Johannis Sohn, und des seel. Land⸗Voigts Nicolaus Bruhns Brudern Sohn, ist auf der Landschafft einhellige Wahl von Paris abgefodert, zum Land⸗Voigt erwehlet und von Ihr. Königl. Majest. confirmi- ret worden. Ein junger aber gelehrter Mann, der auf verschiedenen Univerli— täten in Engelland und Franckreich sich sehr habilitiret: Weilen er aber schwacher Constitution und fast beständiger Valetudinarius, dabey wegen da⸗ mahliger Kriegs⸗Unkosten schwere Amts⸗Geschäffte ihm oblagen, nahmen seine Kräffte täglich ab und muste A. 1649 den 30 Junii in der besten Blüthe sterben. Jacobus Bruhn, ist seinem Vetter A. 1649 im Amt gefolget, und hat nicht weniger Geschicklichkeit und Tugend von sich blicken lassen, als der in die 7 Jahr, so er denen Academischen Studiss gewidmet, eine besondere Gelehrsahmkeit er⸗ worben, seinem Amte hat er rühmlich vorgestanden, der Landschafft Bestes sich mit grossem Eyfer angenommen, und sich gegen Kirchen und Armen mildthätig shlaffe. Er ist am Heil. 3 Könige Tage, A0. 1670 seelig in den HErrn ent⸗ affen. Matthias Johansen, aus Weslingbühren bürtig, starb A0. 1680. Christianus Gude, ein Meldorffer, der zugleich bey der hochpreißlichen Regierungs⸗Cantzeley zu Glückstadt juftitz⸗Rath gewesen; Ein Mann von un⸗ gemeiner Gelehrsamkeit und scharffen Judicio, dessen scharfsinnige und in] 001 woh ö 7 ——— ter wegen ein Landes⸗Kind. Seine Dexterité und Eyfer in seinem Amte nach 15g d Würden zu erheben, ist meine Feder viel zu schwach, nur will ich wünschen, daß be, 10 der Allmächtige ihn noch viele Jahre in seinem Amte erhalten wolle. N VI. Ci. III. Theils VII. Cap. und Mittel- Theile. 193 0 5 a 6 8 0 Maddouf wohl gegründete Vota, die gelehrte Welt bey denen Land⸗Gerichten mit Er⸗ 1 staunen bewundern müssen; Er starb A0. 1703. 1 in seinem Paulus Paulsen, ein Meldorffer„ trat zwar nach Absterben des seel. 1 Amt an Guden, die Land⸗Voigtey an, wurde aber 20. 1707 allergnädigst wieder 1 Er wat dimittitet, da ihm dann bald darauf die Land⸗Voigtey im Norder⸗Dithmar⸗ 114 ite Wi⸗ schen dagegen eonteriret wurde, welcher Function er bishero rühmlichst vor⸗ 9 1 N gestanden. 555 11 n Fridrich Christian von Helm, Etats⸗Rath und Land⸗Voigt, seiner Mut⸗ f N 4 110 440 1 10 40 , 1 40 ö 1 0 N f 600 11 ö ö 0 il ge⸗ 5 Amt bel 5 s e Das siebende Lapittel. erathen, l 5 f 5 7 Von den Land⸗Voigten im Mitteltheile. angehö⸗ oldt Reimers, so einer von den 48 Regenten zur Heyde, und von den icolaus 24 Geisseln und Kirchspiel⸗Leuten zum Amte tüchtig erkannt worden, Potis war nicht sonderlich gelehrt, und starb den 11 Januarii Ao. 1569. frmi- Er hat seinen Erben ein grosses Guth, dazu ein grosses Haus dergleichen nicht lniverli. im Lande gewesen, hinterlassen, aber mit sehr schlechtem Glück; Denn das er aber Guth bald verschwunden, und seine Frau nebst den Kindern, ist in grosse Ar⸗ egen da⸗ muth gerathen und darin gestorben, daß sie auch die Almosen von dem Kirchspiel gen seine begehret und genossen. Das Haus, welches von Höhe und Grösse einer Kirchen sterben. ahnlich, wurde nebst denen Ställen 40. 1601 im Martio von denen Creditori- at licht bus abgebrochen, und die Naterialia hin und wieder im Lande verkaufft, von der Jaht, verwüsteten Hofstete aber wurde eine Gasse geleget. f miiter Christianus Boje, ein geschwinder und gelahrter Mann, ein Sohn Nico⸗ ste sc lai Bojen, Pastoris zu Meldorff, und der erste in Dithmarschen, so den Sradum sbchag Poctoris angenommen. Er war Hertzog Johannis Rath und Land⸗Voigt une bis 15805 da er sein Amt niederlegen muste, weil das Mittelteil, nach Hertzog Johannis Tod, unter dem König und Hertzog Adolfo getheilet wurde. Jedoch hat er von Hertzog Adolff nachhero als Fürstl. Nath und Land⸗Voigt die Be⸗ . 1 stallung wieder erhalten. Er war bey Hofe und in gantzem Lande in grossen 10 Ansehen und stard A0. 1591, andere setzen 92 den 1 Febr. Hieronymus öl- 1 le ler, hat in seiner Leichen⸗Predigt angeführet, und mit vielen Eyden ee wohl —.——ů———————ñ——— —ᷣ. r ũSWW——.. — 5———— 2— 1 ————————.————— 8———ů— ——— D—————— 5— 194 Landboigte III. Theils VII. Cap. daß er ihn sehen gen Himmel fahren, anbey gewünschet, daß seine Sele möchte bey ihm seyn, welches auch den 15 Febr. erfolget, da er in derselben Stunde, wie er die Leich⸗Predigt gehalten, gesund und frisch nach gehaltener Mahlzeit, schleu— nig Todes verblichen. Die Erben des seel. Christiani Boje musten dem Hertzo⸗ ge 16000 Rthlr. bezahlen, weilen er den Pocal, so Hertzog Fridrichen vom Lande verehret, nicht überantwortet, sondern erst nach seinem Tode gefunden, und von dem Landschreiber, o hann Rasche,(der sich mit den Erben verunwilliget) offen⸗ bahret worden. Das achte Capittel. Von den Land⸗Voigten im Nordertheil. arcus Schwien, ein sonderlicher gelahrter Mann, so die Capitulation mit stellen helffen, ein Sohn des weisen Peter Schwien, welcher ein Vater des Vaterlandes, oder der vornehmste unter den 48tziger gewe⸗ sen, und A. 1537 jämmerlich ermordet worden. Gemeldter Mareus Schwien ist Land⸗ Voigt geblieben bis 1570 da er auf sein selbst Begehren des Dienstes von der Herrschafft erlassen, und zu Lunden in privat. Stande den 11 juni 1585 gestorben, er hat zu Lunden die Bibliothec in der Kirchen verehret und ge⸗ stifftet, und weilen er ohne Erben verstorben, so sind bis 1598 grosse Processe um seine Nachlassenschafft geführet worden. Henning Boje, J. II. D. ein sehr gelehrter und beredter Mann, ist der erste Land⸗Boigt in beyden Gerichten gewesen, er starb den 7 Octobr. 1598. Nach dem Tode D. Henningii Boje haben Ihr. Fürstl. Durchl. den 2 Mart. 1591 in Beysein des Eiderstätischen Stallers, Calper Hojers, Gert Steding von Bremen, zum Land⸗ Voigt vorgeschlagen, weil aber des Landes Gevollmächtig⸗ te auf ihre Privilegien sich beruffen, daß keine als Eingebohrne solten Land⸗ Voigte seyn, ist es zwar dabey geblieben, sie haben aber die, wegen des Land⸗ schreibers Gabriel Lange verwürckte Brüche bezahlen müs⸗ v. Heimreich. Dithm. sen, die doch der König in seinem Antheil erlassen hatte. Chron. p. 247. Christianus Boje. Von diesem ist schon unter den Land⸗Voigten des Mitteln⸗Theils Erwehnung geschehen. Johann Keimer, ein alter frommer und Gerechtigkeit⸗liebender Mann, ei⸗ ner von den gewesenen 48tzigern, hat seines Alters halben, nachdem er 2 Jahre Land⸗Voigt gewesen, den 17 Junii A0. 1594, in Gegenwart Hinrich Md un 11% gtose nenne Null e . C. III. Theils VIII. Cap. und im Norder ⸗ Theile. 1995 0 möche und Caspar Hoyern, Fürstl. Commissarien und des gantzen Landes, zu Lunden 0 lol selbsten abgedancket, mit der Begnadigung⸗ daß er unter keiner surisdiction, 60 und immediate unter dem Hertzog stehen solte; Ist in solchem privat · Stande elko; geruhig den 10 Marti A0. 1601 entschlaffen. Wande Boje Nanne Denker, seßhafft zu Lunden, ist auf Inquisition Hertzogs don Adolf Ao. 1596; andere setzen A0. 1599 den 18 Januarii durch die Fürstl. offen⸗ Commissarien D. Nicolaum junge, Cantzler, und den Amtmann auf Gottorff in Gegenwart des gantzen halben Landes, öffentlich zu Lunden seines Amtes entsetzet, und bald darauf in selbigem Jahr gestorben; Er wurde vor einen ver⸗ ständigen Mann gehalten, wiewohl er in seinem Amte schlechte Conduite und Verstand sehen lassen, aber an Ehr⸗ und Geld⸗Geitz übertraf er seine Vorweser. Daher denn auch Calparo Hoyer, Fürstl. Rath und Staller in Eyderstädt, die Inspection des Landes übertragen wurde, welcher durch Verzögerung der Processen und andere Sachen, dem Lande viel Schaden, sich aber viel Geld im Beutel brachte; Von diesem Calpar Hoyer siehe Heimreichs Dith⸗ ulation 27 cher ein marsche Chron: p. 247. 8 cee Hans Rohde, ein feiner verständiger und ernsthaffter Mann, der dem Lan⸗ 1 65 de viel getreue und nützliche Dienste gethan. Unter andern hat er den Montag 45 destiniret, Gericht zu halten und die streitende Partheyen aus einander zu setzen, Kuni um des täglichen Ueberlauffens enthoben zu seyn, so sie Dehl⸗Gericht nenneten; 10 Es ist aber nachhero dieses Gericht auf den Sonnabend nach der Heyde verle⸗ 0 905 get; Dieser Hans Rohde ist zum grossen Leidwesen des gantzen Landes den elle dun 16 Febr. Ao. 1626 seelig in dem HErrn entschlaffen. N Johannes Veith zum Nordtheich, ein gelahrter und versuchter Mann, der der erse in seiner Jugend die vornehmsten Univerlitäten in Teutschland und Italien mit Nach grossen Nutzen besuchet, und nach seiner Ketour A0. 1626 zu diesem Amte er⸗ 9m nennet worden, welchem er auch mit besonderer Sorgfalt zu seinem unsterblichen 8 bol Ruhm bis an sein seeliges Ende vorgestanden, da er den 30 May A0. 1646 die⸗ nacht se Welt gesegnet, und seelig in dem HErrn entschlaffen. n Lad Johannes Boje J. II. D. ein gelehrter und geschickter Mann, und der mit es dand⸗ sonderbahrer Dexterität seinem Amt vorgestanden, Recht und Gerechtigkeit mit p. Dich. grossem Eyfer befodert, und sich bey der hohen Herrschafft durch seine Conduite 240 in grossen Gnaden gesetzet. Weil aber das Podagra ihm in seinem Amte vie⸗ sgten bes le Hindernisse gemacht, so ließ er sich vorgedachten Johannes Viethe, und seinen f Schwieger⸗Sohn, Georg Viethen, adjungiren, der ihm denn auch nach sei⸗ falle nem Ableben Ao. 1668 würcklich succediret. 2 hte Georg Viethen, welcher in allen zu einer soliden Erudition und Rechts⸗ Honm Gelartheit gehörigen Stücken durch seinen unermüdeten Fleiß sich sonderlich und Y per- perfectioniret und in seinen Reisen die bey der galanten Welt gebräuchliche Sprachen erlernet, daß die Nachwelt ihm das Prædicat eines von grosser Eru- dition, und den Ruhm eines qualiticirt gewesenen Mannes nicht mißgönnen in, 5 5 l n, wird. Daher die hohe Herrschafft kein Bedencken getragen, ihm diese Land⸗ Voigtey A0. 1668 würcklich zu übergeben, nachdem er seit A0. 1663 als Vice. 11 Land⸗Voigt dem Lande schon grosse Dienste gethan, und wie sein Comporte⸗ e ment zu verschiedenen mahleu in Consideration gekommen, so ist ihm auch von 1 der gnädigen Herrschafft A0. 1690 und 92 der Character respective eines „ Hof⸗und Cantzeley⸗A. 1697 aber Justitz⸗ Raths beygeleget, und er zu dem Holl⸗ ö 06% steinschen Land⸗Gericht gezogen worden. Er ist endlich latur laborum, hono- i xum ac annorum Ao. 1701 den 29 April qus dieser Zeitlichkeit in die Ewig⸗ 110 keit versetzet worden. Johannes Viethen, Hochfürstl. und justitz⸗ Cantzeley⸗Rath, folgete sei⸗ nem Vater im Amte, von dessen Geschicklichkeit und Tugend dieses Land sich viel Hoffnung machte. Weilen er aber G Ott lieb war, so wurde er in der be⸗ sten Blüthe seiner Jahren den 27 Nov. Ao. 1708 aus dieser Zeitlichkeit genom⸗ men, um ihm nicht die viele Veränderungen und Kriegs⸗Troublen erleben 00. zu lassen. 1 N 0 00 Paulus Paulsen, Hochfürstlicher Etats. Justitz⸗ und Cantzeley⸗Rath, dessen Verdienste weitläufftig zu erheben, leidet seine Gegenwart nicht, nur will ich wünschen, daß der allmächtige GOtt seine vor dem gantzen Lande 9 N tragende Sorgfalt mit langen Leben und allen Wohlergehen krönen wolle. 0 1100 Welche besondere Meriten Ihro Königl. Hoheit A0. 1726 würcklich erkannt, 1 da sie seinen Sohn, Hrn. Ernst Makthies Paulsen als Vice. Land⸗Voigt er⸗ kläret, und ihm die Bestallung gnädigst darüber reichen lassen. Das neunte Capittel. e Von den Landschreiber nach Eroberung des 0 Landes im Süder⸗Theil. nthonius Steinhauss, ein kluger und verständiger Mann, der in bestän⸗ digem Glück und zeitlicher Wolfahrt sein Leben geendiget. A0. 1 585 10 hat er seinem Schwieger⸗Sohn, johanni Wasmer, das Amt übertra⸗ 100 gen, hernach aber ist er wegen seines geschwinden Verstandes dem Gericht als 1 e Insp 92 196 Landschreiber in Süber⸗ III. Theils VIII. Cap. 05 III. Theils IX. Cap. und Mittel⸗ Theil. 197 0.— mit beygeordnet und den y April Ao. 160 f, in grossen Ansehen ge⸗ 5 orben. 1700 Daniel Twietmeyer wurde Ao. 1604. Landschreiber, und starb den 195 17 Augusti Ao. 1614. 5 a pot. Johannes Schele von Anklam aus Pommern bürtigist den 13 Septembr⸗ i bon A0. 1614 ins Amt gekommen, hat aber Ao. 1649 im Majo wegen seines hohen 1 5 060 1155 seiner Widerwärtigen, mit Königl. Consens dasselbe wieder miedergeleget. 1 80 Secorgius Reiche aus Kiel bürtig hat A0. 16 50 sein Amt angetreten, und 5 0 ist Ao. 1663 als Amts⸗ Verwalter nach Itzehoe vociret worden. 9 Stephanus Clotzius, welcher gestorben 1698. Johann Lud wich Reich starb Ao. 1699, und ist in allen der Landschrei⸗ eke sei⸗ berey nur 3 Monath vorgestanden. inb sich Hans Hinrich Eggers, Justitz und Cammer⸗Rath, ist diesem im Amte der be⸗ gefolget. genom⸗ kleben g: 155 Das zehnte Capittel. 1 2 2 2 2 ac Von den Landschreibern im Mittel⸗Theil. 10 abriel Lange wurde durch Befoderung Moritz Rantzauen von Han- 15 row der erste Landschreiber im Mittel⸗Theil, oder Heyder Gericht, verfiel agt e⸗ aber bald mit der Landschafft in einen schweren brocels, wegen des Zin⸗ ses, der Brüche, und Herrn⸗Korns, so er mit gehäufterMaase empfangen, und ge⸗ strichen wieder geliefert hätte, darüber er auch seines Amtes entsetzet wurde. Ob . nun wohl die Unterthanen, wegen vielfältig verübter Ungerechtigkeit, rechtmäßi⸗ ge Klage führeten, so versahen sie doch die Sache, in Führung des Beweises, und musten dem Landschreiber 1900 Marck Unkosten(wiewohl er über 600 Nthlr. dabey verwand) und an Hertzog Adolffen 7000 fthlr. Brüche bezah⸗ len. Ihro Königl. Majest. schenckten denen Unterthanen des Mittel⸗Theils, so ihm nach Hertzog Johannis Tode zufielen, sein Antheil an der Brüche; Es soll sonsten dieser Process an beyden Theilen über 33000 Marck gekostet haben. f Paul Tesmate. bel Marthen Hagge, der aber von der Landschreiberey nichts gehabt, und 0 105 Ao. 1597 in grosser Anfechtung gestorben. fall, Johannes Rasch, bekam die Landschreiberev im Mittel- und Norder⸗ 5 Theil, wie Friedrich Struck abgesetzet N er muste aber die Landschreibe⸗ lupe: Y 2 rey ——j— N —— ä—— — — 198 Landschreiber im Norder⸗Theil. II. Theils X. Cap. rey im Lunder Gericht an Johann Dank wert übergeben; Er hat Anno 1616 gäntzlich religniret, und bis Ao. 1620 in privat: Stande gelebet, da er von der Hochfüͤrstl. Durchl. als laspector und Filcalis des gantzen Norder⸗Theils ver ordnet worden. Er ist den 7 May A0. 1621 gestorben. 6 Elias Speth, des damahligen Fürstl. Rentmeisters, Abel Speths Bruder, ist den 1 Ockobr. Ab. 1617 plotzlich gestorben. 6 ü Hinricus Sager, aus Reinsbüttel, welcher vorhin Amtmann in Curland, und der erste Landschreiber nach dem ersten Vertrage von Dithmarscher Geblü⸗ the gewesen; Er ist A0. 1647 gestorben. Nicolaus Boje. 8 Thomas junge. Nicolaus junge, Hochfürstl. Cammer⸗ Assessor: Egidius Meklenburg, Hochfürstl. Cammer⸗Rath, wurde währenden Krieges⸗Troublen Ao. 1713. bon dem Konig in Dännemarck aus seinem Am⸗ te gesetzet, und haben währenden Disturbio die Landschreiberey in beyden Ge⸗ richten verwaltet Joh. Crane und der Königl. Cammer⸗Rath, Hans Jebens: nach der Resti- tution ist die Landschreiberey im Heyder⸗Gericht von Ihr. Hochfürstl. Durchl. dem Hrn. ustitz⸗Rath Owens, aufgetragen worden, welcher bis diese Stunde diesem Amte rühmlichst vorstehet. Das eilffte Capittel. Von den Landschreibern im Norder⸗Theil. riedrich Struk ist wegen verschiedener Malversationen A0. 1587 seines Amtes entsetzet worden, und nach dem er 12 Jahr ausser dem Amte gele⸗ bet, an seinen Gůtern sehr abgenommen, und an seinen Kindern viel Kum⸗ mer und Hertzeleyd gesehen, ist er endlich eines jämmerlichen Todes den 15 Mar- ti A0 1599 gestorben, da ihm die eine Helffte des Hauptes verfaulet, und der lincke Arm verlähmet worden. a 5 Johannes Dankwart, erlangte durch Befoderung Caspar Hojern, Stal⸗ lern in Eyderstädt, die Landschreiberey in Lunden. 5 Calpar Revenhardt, oder wie Herr Heimreich schreibet, Rumhert, er⸗ langte durch Recommendation, Johannis von Wowern, Fürstl. Cam⸗ mer⸗ und Consistorial- Raths und Amtmanns zu Gottorff, die Landschrei⸗ berey in Lunden, und brachte es dahin, daß Johann Rasche die Schreiberey mit ihm fast gleich theilen muste, und starb den 22 April Ao. 1621. Lud- 8 3 1 50 NC. 50 76 bon de eils ber Bruder, Aland, deblä⸗ ährenden nem Am⸗ den Ge⸗ der Resti. Durchl. Stunde ——— 7 feines nte gele⸗ jel Kum⸗ 10 Mar- undder I Stab hert/ l Fam⸗ she ahmt Lud III. Theils XI. Cap. Pröbste in Dithmarschen. 199 Ludwig Wippermann. Pethlef Lucht, und wie dieser 1665 seines Dienstes erlassen, ist ihm gefolget Fridrich Sturm. Christopher Gude. Fridrich Thomsen, und wie dieser Ao. 1725 von der hohen Herrschafft beuhrlaubet, so ist im Amte gefolget N. Langrian, Hochfürstl. Cammer⸗Assessor, war vorhin Landschreiber in Tönningen, wie aber der König in Dännemarck 1714 das Schleßwigsche in Possession nahm, muste er von dannen weichen, da er sich dann eine lange Zeit sonder Dienst in Kiel aufhielte, bis er endlich Amtschreiber in Trittau, und 1725 Landschreiber in Lunden worden. Das zwolffte CLapittel. Von den Pröbsten in Dithmarschen. ach der Reformation und vor Eroberung des Landes ist die Kirchen⸗In⸗ Yspection vier Superintendenten untergeben worden, und sind gewesen: 1. In der Wester⸗0Döffte. Herr Nicolaus Boje, Senior, Dithmarsus, Pastor zu Weslingbuh⸗ ren, der 1542 gestorben. 8 5 Herr Clemens Cetter, auch Pastor daselbst. c Herr johannes Grevenbrock, pastor zu Barlet und Nienkercken, der hernach Königl. Hof⸗Prediger geworden. 2. In Meldorper⸗Döffte. M. Nicolaus Boje, Pastor zu Meldorff, aus dem uhralten Bojen Ge⸗ schlecht von Braunsbüttel. Sein Vater ist gewesen, Marcus Boje, welcher „Söhne gehabt, unter welchen Harders Boje, so ein Vater Hrn. Lic. Michael Bojens, der nachgehends Land⸗Voigt geworden. Der andere Sohn ist gewe⸗ sen, Michacl Boje, Pastor zu Braunsbüttel, und ein Vater des berühmten Mi⸗ chael Bojens, Pastoren zu Wilster, der gestorben 1625. Vorgedachter M. Nicolaus Boje, ist zum Pastorat nach Meldorff 1524 erwehlet worden, und hat die erste Bahn zu Einführung der 7 Lehre, durch Beruffung des— 3* 200 Pcobsie II. Sheils XII. Cap. Hinrich Zutphaniensis gebrochen. Dieser ist auch einer der ersten Priester gewesen in Dithmarschen, so sich verehlichet, und hat eine Jungfrau aus Süder⸗ Teich geheyrathet, die ihm von seinen Freunden mit gewaffneter Hand hat zuge⸗ führet werden müssen. Seine andere Frau ist gewesen, Anke, aus dem Ge⸗ schlecht der Bruhnen zu Meldorff. Er ist endlich, nachdem er von 1724 bis 47 dem Predig⸗Amt getreu vorgestanden, selig entschlaffen, wiewohl andere mei⸗ nen, er sey 1542 gestorben. 1 ln Mag. Johannes Rogerius, Anglus, Pastor zu Meldorff, ist zu den Zeiten des Königes Eduardi VI. wieder nach Engeland gezogen, und daselbst Prolessor Theologiæ, in Ecclesia Paulina zu Fonden geworden, aber den 4 Febr. 1555. guf Befehl der Königin Maric, wegen der Religion verbrandt worden.* D. Henricus Schmedenstede. Dieser ist neben M. Andrea jödeken p. und Fræposito zu Lunden, und M. Joh. Brass zum Colloquio nach Lübeck gefodert worden; weil er wider den Geitz und ungebührliche Processen der ꝗ8tziger starck geprediget, und sie Huhr⸗Ochsen gescholten, haben sie ihn gefäng⸗ lich einziehen wollen, ist aber von einem Bürger, Peter Nannen aus Meldorff in einen Sack verborgen, und 1752 aus dem Lande weggeführet worden. 3. In der Oster⸗Döffte. M. Johannes Schnek, Dithmarsus, Pastor zur Heyde. Er hat sich 1532 tr. Reg. nach M. Bojen am ersten unter den Evangelischen Predigern, mit Jurgen Müllers Claus Tochter zu Meldorff verehliget. 55 M-. Johannes Brus, b. zu Marne, hernach zu Oldenwörden, und endlich in seinem Vaterlande zu Busum, A. 15 53 im 5 3ten Jahr seines Alters gestorben. 4. In der Mittel⸗Döffte. r. Nicolaus Witte, Dithmarsus P. zu Lunden. r. Vincentius Wilkens, past. zu Oldenwörden Ao. 1542. r. Nicolaus Junge, Busano-Dithm: Past. zu unden. M. Andreas jodeken, erstlich Coacqutor zu Delve, und hernach Pastor zu Lunden, welcher mit D. Hinrich Schmedensted zum Colloquio nach Lübeck gefodert worden. 1150 8 Nach Eroberung des Landes, sind die Prediger nicht allein der Leh⸗ re halben, an die heilige Schrifft, die Augsburgischen Contession, und den Catechismum Lutheri, und der Ceremonien und Ordnung wegen an die vom König Christiano III. den 9 Martii A. 1542 aufgerichtete Kirchen⸗Ord⸗ nung gewiesen, und zur Verhütung aller irrigen Lehre, fleißig und ernstlich ver⸗ mahnet: besondern es sind auch zur Aufsicht derselben 3 besondere Spee, dienten; I. dent tial. 90 0 ge 1. Ch. 0 III. Theils XII. Cap. in Dithmarschen. 5 0 1 N G0 denten, oder Pröbste, durch di Köͤ bl⸗ urch die Königl. 5 5.— atzuge⸗ tzau, Hr. Iven Reventlauen, mit Huhu der 90 Räthe, Hrn. Claus Ran- em Ge⸗ ger, Hr. Johannis Grevenbrock, Hr. M. G 3 und Fürstl. Hof⸗Predi⸗ 184) Jonæ, mit einer den 10 Novembr. Ao. 1599 ih gi Boetii und Hr. Volquart 1 em ordnet worden. 1599 ihnen gegebenen Instruction ver⸗ 1 8 9 Prcl r. Henricus Dimerbrok 0 0 ward Ao. 1556 Diaconus zu Meldorff, weil 15 a0 s dem Baumanns Geschlecht, N böte marscher ur tapfern Gegen Gewehr und Besc e a 9 übe 15 ister bey Ihr. Königl. Masest. und J. F 6 88 ihrer Freyheit angemun⸗ 0 ssen der been ae doch bald wieder eue 2 850 5 ne und Königl. a aer 0 5 he wind. Prrpolltusgewulden, und Ao. 155 n Ae 9 5 etrus Boje, Stormar: Past a 1 steden,istnscht alein enngrosfer 1 1 Meldorff, vormahlen Pastor zu Heiligen⸗ 89 4 fahren gewesen, und hat vi f gus, sondern in der Medicin 1 f vesen und hal bielen mit solcher Wöissensc g auch sehr er⸗ 1 gat sc 8 0 e Alters verstorben hafft gedienet, bis er A. 1597. N anus Ramm erstlich Recte i ö Aga, 16 Pastor und. 1 Meadors, a Diaconus, und zuletzt Anno ö adlihin feißige Tung starb den 24 Decemb 5 3 e und in seinem Amt treu⸗ 1 . Christianus Matthiæ, Di. 1 fu Nabperses hn Aer Ae. 26g dis Fafter unt Pb pee pon Sher Kü 1 Mapest. nach Meldorf beruffen worden E nd Præposttus bon Ihro Königl. 6 ber brediger, im ditputiren gegen die fr.. 91 gelahrter und eifriger Ge⸗. erwindlich eine Seule der Lutherischen Reli 10 igions- Verwandten unu⸗ 1 Faul nb Er hatte das Unolück daß er Ao 2975 und ein groß Licht kuropk. 0 dale e ee a k ag gan Ahe 4 ch bib gen aste 1 95 nz bey dem Hen. baer 0 elne alan. 55 19 4 i och wieder auff 5 ardo zubtin⸗ 14 55 ie die Professio e e ud und wurde von Ihro Kö⸗ 7 1 0 . nnus Bernhardinus, Husi 8 1 nch Hartstett gewesen, und A. Husumensis, so vormahlen Pastor zu* A 1 sch bel⸗ ristianus Alexander w N 1 f. 2 125 9 el 5 1 dach Aexander Chriltiani, gestothen 0 von andern geschrieben wird 14 Cajus f 202 Pröbste Cajus Arends, gestorben A0. 169 1. Henricus Hahn, gesto rben A0. 1703. Siegfried Bentzen, gestorben Ao. 1709. petrus Sander, gestorben A0. 1723. 0 g petrus Muller. 5 5 Im Mittel⸗Theil. M. Johannes Spelbergius, Lenne ensis, zuvor Diaconus zu Neuenkir⸗ chen, und hernach Pastor zu Weslingbü hren, und nachdem er den 20 Ockobr. Ao. 1563 gestorben, ist ihm in der Pröbstey gefolget sein vormahls gewesener Diaconus und Pastor Johannes Crelsbach, Susatiensis. der 2 Jahr des Herrn Lutheri Famu- us gemesen, und erstlich Diaconus und Pastor zu Neuenkirchen hernach aber palton zu Wörden geworden. Er hat der Kirchen und Schulen 63 Jahr vor⸗ gestanden, und ist den 8 Augusti Ab. 598 gestorben. In Norder ⸗Theil. 1 Theodoricus Clant, oder Diedericus Cant, Pastor zu Weddingstett. ac range, Dithmarsus aus dem Hädingmanns Geschlecht, ist zu zöben NMagister geworden, allwo er auch der letzte gewesen, so 4 Jahr das Voigdimannsche Stipendium genossen. Ao. 1548 ist er Schulmeister zu Hö⸗ dingmannwisch ace pie he d in Neuenkirchen angenommen worden, welchem Amt er in die 92 Jahr vorgestanden Nach Abgang Hr. Canten ist ihm die Probstey in Norder⸗Dithmarschen aufgetragen, welche er auch 40 Jahr rühmlichst verwaltet. Er ist ein sehr gelehrter Mann gewesen, und der sönderbahre Gaben, viele Sprachen, und eine sehr starcke Memorie bis an sein Ende besessen. Kinder hat er nicht hinterlassen, und ob ihm gleich 3 in der ersten Ehe gebohren, sind sie doch bald wieder gestorben, denen er fol⸗ gendes Epitaphium setzen lassen: a 1 Ik leve und Jy schöͤlen ok leven/ Elisabeth/ Marks und Salomon/ even samt de Moder for Gades Thron. Wenn ihm ist ein Kind gebohren, hat er selbiges auf seine Arme genommen und gesprochen: Nun armes Kind wat wilt du hier macken, GOtt nehme dy jo bald wed⸗ der tho sick; Er ist endlich den 29 Septembr. Ao. 1601 in wahrer Busse, Er⸗ känntniß und Ankuffung GOttes seelig verschieden. 8 8 n ohannes Schnek, Pastor zu Neuenkirchen, ward Ao. 1606 auf Hoch⸗ fürstl. Befehl als Præpofitus introduciret, und ist A0. 1615, Seht 105 eyh⸗ III. Theils XII. Cap. 1 sei ——— l. Ci. III. Theils XII. Cap. Pröbste. 203 Weyhnachten, auf dem Predig⸗Stuhl kranck geworden, und bald darauf verschieden. M. Jacobus Fabricius, Junior, Probst und Pastor zu Lunden, der von dannen gen Husum von der verwittweten Fürstin, Augusta, zum Hof- Predi⸗ ger vociret, und endlich seinem Hrn. Vater adjungiret, und General-Superin- tendens der beyden Hertzogthümer Schleßwig⸗Hollstein geworden, und Anno Wuakr⸗ 1645 gestorben. 5 Martinus Vorstius, Capellan zu Meldorff, hernach Pastor zu Busum, 1 und endlich Capelan zu Weslingbühren, erhielte durch starcken Betrieb der Weslingbührner die Probstey, welcher er vou A0. 1618 bis 1624 getreu vorge⸗ 11 standen, da er Dienstag in den Pfingsten, wie er bey seinen Collegen, Joachim F Rachel, zum Essen gewesen, vom Schlag gerühret, und eiligst gestorben. ahr vof⸗ Petrus Ludenius, Pastor zu Weddingstedt, ward A0. 1630 den 18 Ju- nii als Probst introduciret, und ihm die Kirchen⸗Ceremonie seiner Bestal⸗ lung gemäß, ad hnarmoniam zu reduciren anbefohlen. M. Henricus Fischer, Nordstrand: Past. zu funden, ward Probst Anno 167, und ist gestorben Ao. 1679 den 6 December. 12 M. Johannes Krüger, Lubecensis, der vormahls nehmlich 1653 als Pa- chlecht, stor zu Milstedt gestanden, ist nach der Heyde vociret, und nach des Herrn ahr das Fischers Tode Probst geworden, und A0. 1681 seelig entschlaffen. d Samuel Schultz, Pastor zur Heyde, succedirte diesem, wiewohl er die N Probstey nicht gar lange verwaltet, weil er kur nachdem zum Haupt⸗ Pastorat ang Hl. in S. Peter nach Hamburg vociret worden, und sich bald darauf in Dockorem velche e Theologiæ, zu Kiel creiren lassen. gewesen, Martinus Fischer, ein gelehrter Mann, und der mit grossen Eifer der Prob⸗ 'otie bis stey und Pastorat in Lunden getreulich vorgestanden, bis er A0. 1723 seelig in eich z in dem HErrn entschlaffen. n er fo Johann Hinrich Engelbrecht, Hamburgensis, und Pastor zur Heyde, ward Ao. 1723 ihm die Probstey aufgetragen, und nach dem er seinem Amte glomon⸗ mit unermüdeten Fleiß und grosser Sorgfalt etliche 20 Jahre vorgestanden, ist gebohkel, er 5 1727 den 25 Decembr. aus dieser Zeitlichkeit in die Ewigkeit versetzet worden. bd wo Johannes Wilde, Pastor zu Tellingstedt, ward auf einhellige Vorstel⸗ ist/ Er lung der Landschafft, von Ihro Königl. Hoh. A0. 1728 zum Probsten erweh⸗ let, dessen besondere Geschicklichkeit, Gelehrsahmkeit, und unermüdete Sorgfalt, uf Hoch⸗ in seinem Amt nach Würden zu erheben, würde bey seinem, GOtt gebe langen wa 5 erbe, Va ä 204 Alter Dithmarscher Leben, einer Schmeicheley nicht ungleich seyn, und weil meine Feder doch darin zu schwach, so will ich lieber auf das Gezeugniß eines Hochwürdigen Ministerü und der gantzen Landschafft mich beruffen. a Das dreyzehnte Lapittel. Von des Landes Feinden. S. ist albereit ben Erwehnung geschehen, wenn jemand in einer Rechts⸗ III. Theils IIIIl. Cap. Sachen sich durch den Ausspruch des gantzen Landes graviret zu seyn vermeinet, auch in der Appellation an dem Kayserlichen Cammer⸗Ge⸗ richt seine Convenience nicht gefunden, daß er so denn aus dem Lande gewichen sey, sich vor einen Feind des Vaterlandes öffentlich erkläret, und mit rauben und plündern sein Müthlein gekühlet, und datislaction gesuchet. Damit man aber desto besser erkennen möge, daß sie nicht allemahl wegen vorenthaltener Gerech⸗ tigkeit, sondern eines aufrührischen Gemüths, öffters aus lauter Boßheit, solchen 1 1 0 wollen wir einige derer Vornehmsten, aus denen letzten Zeiten, je anführen. Ao. 1485 ist Rohde jeben Claus qus dem Lande gezogen, und des Lan⸗ des Feind geworden, er ist aber selb 16 seiner Bande bey der Störe zu Bars⸗ fleth erschlagen von 11 Dithmarschen, derer ö aus Lunden, namentlich, Wie⸗ ber Goldschmidt, Reimer Goldschmidt, Junge Johannes Clauß, Maraquart Bahr, Clauß Hammerich, Hallkens Lafrens und 5 Weslingbührern gewesen. Ao. 149 1 hat Clauß Engel, so vormahls zu Lunden gewohnet, und des Landes Feind geworden, durch Rauben unbeschreiblichen Schaden verursa⸗ chet, daher die 48ge eine Belohnung von 100 Marck versprochen, so jemand die⸗ sen melden könte. Wie nun einer von Busum, so zu Hamburg Schullen zu kauff gehabt, in den Wein⸗Keller gekommen, wo Clauß Engel seine Gesellschafft mit folgenden Worten zum Sauffen ermahnet: Clauß Marcks zu Arckebeck, ein 4 8ger, soll ubermorgen die Zeche bezahlen; ist er eiligst nach St. Margarethen geschiffet und durch einen Bothen solches Clauß Marxen wissen lassen, der diesen Bothen mit einem Ritter⸗Gülden wieder abgefertiget; Darauf hat besagter Clauß Marxs nur 6 Mann aus Geitz zu sich beruffen, davon erz bey sich in Pe⸗ sel behalten, 3 aber in der Scheune zur Wacht geleget, und 2 Mädgens mit För⸗ cken bey sich genommen; Wie nun Clauß Engel bey hellen Mondschein mit den seinen angekommen, hat er zwar Unrath vermercket, ist doch auf der Seini⸗ gen Ermahnung angefallen, aber nach langen Scharmützel, wie die aus der Scheune dazu gekommen, selb zwölfft erschlagen worden, da auf cen eune Len III. Theils XIII. Cap. Landes ⸗Feinde. 205 chung Seite 2 todt geblieben, der 1 zte hat sich durch die Flucht retten wollen, ist aber inter des folgenden Tages von dem gantzen Kirchspiel Abersdorp aufgesuchet, und hat darnach alles geoffenbahret, daß man auch sehr viel geraubtes Guth in e Wunnecken⸗Brocke gefunden, Clauß Engel ist hernach mit seinen Gesellen, als öffentliche Strassen⸗Räuber, zur Heyde verbrandt worden. Nachdem im Kirchspiel Meldorff, einer mit Nahmen Bleß gestorben, der einen seiner nechsten Verwandten, Lahme Tieß, geheissen, das Guth erblich hin⸗ terlassen, so ist dennoch Streitigkeit wegen sothaner Erbschafft entstanden, welche wech dieser Lahme Tieß seines schlechten Vermögens wegen auszuführen sich nicht ibn getrauet/sondern hat sein Recht an Mieben Peters, vor ein ansehnliches verhan⸗ mer deln müssen. Dieser Wieben Peters ist ein feiner, ansehnlicher und beredter gewihe Mann gewesen, so einen langen breiten gelben Bart gehabt, und das Haus in ubenun Meldorff gebauet und bewohnet, o nachhero Johannes Bolt, Notarius besessen; Banabe Nach geschehenen Handel, bringet dieser V ieben Peters die Sache vor die Gere 48 Regenten, und dieweil es ihm nicht nach seinem Willen ergangen, hat ers vor bsochen das gantze Land geschoben und appelliret, und wie es ihm daselbst auch abge⸗ eiten, schlagen, hat er sich auf ein weisses Pferd gesetzet, des dandes⸗Buch in die Hand genommen, sich trotziglich darauf beruffen, und nach demselben der Sachen⸗Er⸗ es Lan⸗ örterung und Entscheidung begehret, oder sich des Landes Feind erkläret, und sol⸗ Bats⸗ ches dem Könige und Fürsten, dem Adel und Städten zu klagen, sich vernehmen We⸗ lassen, und da er mit solchen Worten, ihnen wenig abgetrotzet, ist er von allen den chat Seinigen gezogen, und sein Haus mit allem, was darin, in Stich gelassen. Nun gewesel, hätte dieser Mieben Peters an dem von denen 48 Vorwesern, ausgesprochenen und des und von dem gantzen Lande confirmirten Urtheil sich begnügen sollen, in Be⸗ berursa⸗ trachtung ihm nicht unwissend gewesen, was die damahlige Landes⸗Gesetze, in and die⸗ solchen Fällen disponiret. Denn so lieset man im Land⸗Buch de Anno 1447. ullen du Item, effte dar jenning Mann/ in Unsen Lande were/ he were/ wol dat he easchaft were/ so hochmödig/ unde so averdadig/ und wolde siener Sacken rckebeck nicht blieven/ by Gade und Unsen Lande/ und Unses Landes⸗Recht⸗ arethen Book/ de schall Bröcke hebben/ jegen Unse Lande 60 Marck⸗Lübisch/ den Ne und schall wesen unserm Lande Love loß und Ehr⸗ loß/ und schall uth un⸗ besagte sem Lande ewiglich verwieset werden; oder wie er es selbsten in dem ten ihm de Articul seines gedruckten Dithmarscher Land⸗Rechts gesetzet; Vortmehr alle 0 1 de jenen/ de dar stahn jegen dat rechte Recht/ und schüt em dar Schade i. f aver an ehren Gudern/ den schölden se beholden sunder Betrug. Oder da 0 5 er ja sich in solchem Urtheil gravirt zu seyn vermeinete, so könte ihm die Appella⸗ 1 tion an die Kayserliche Cammer nicht abgeschlagen worden seyn, allein er folge⸗ 15 8 te seiner eigenen Boßheit, und ließ seiner Sachen einigen Schein zu geben, das rande 32 Dich chen 206 Alter Dithmarscher III. Theils XIII. Cap. Dithmarscher Land⸗Recht 1539 in öffentlichen Druck geben, in Meinung den König von Dännemarck Christianum III. und die Hertzoge von Holstein ge⸗ gen die Dithmarscher in Harnisch zu bringen. Wie er aber sein böses Vorneh⸗ men daselbst nach Willen nicht ausführen mögen, hat er angefangen sein rach⸗ gieriges Gemüth gegen das gantze Land eigenthätig spuhren zu lassen, da er bey Nachtzeiten mit Rauben und Brennen seinen Muthwillen ausgeübet, gantz Schapstette ausgebrandt, und seine Landes⸗Leute auf Wegen und Stegen an⸗ gefallen, und gefänglich eingezogen. Zu Varentbötling in Holstein, hat er Reimer Grothen aus Busum, der mit einen Knaben Carsten Grothen Claus nach Lübeck reisen, und selbigen zur Schulen bringen wollen, in dem Walde bey Segeberg gefangen genommen, und in einem Hause eine Zeitlang aufgehal⸗ ten, bis er endlich heimlich zn entwischen Gelegenheit genommen, wiewohl er gleich Anfangs den Knaben freywillig lauffen lassen. Auch hat er aus Hans Vagten Stall zu Meldorff Pferde weggenommen, und daß sie nicht mit den Huf⸗Eisen klappern, und ihn verrathen könten, hat er die Strassen mit Heckerling beworffen. 6 Damit er auch sein böses Vornehmen so viel besser ausführen, und seinen Landes⸗Leuten zu Wasser und Lande allen möglichsten Schaden zufügen könnte, hat er sich mit seinem Bruder Hans und andern 16 Männern auf Heiligeland be⸗ geben, und sich Hans Pomerenning nennen lassen, von dannen er mit einer Jacht ausgefahren, den Schiffern Gewalt gethan, und insonderheit einem Embder Schiffer, Victualien, Kaufmanns⸗Waare und Schiffs⸗Geräth, ge⸗ raubet, welcher vor Warven auf Busum angeleget, und seine Noth geklaget; Worauf Reimer Groth, der ein Schiff geführet, und berichteter massen gefan⸗ gen gewesen, dieses denen andern Schiffern in Weslingbühren und Oldenwör⸗ den zu Ueberlegung vorgestellet, in welcher Gefahr sie dereinsten gerathen könn⸗ ten, denn dieser See⸗Räuber auch frembder Schiffe nicht schönete: Solchem Unheil in Zeiten vorzukommen, haben sichs insonderheit angelegen seyn lassen, Boedes Johann, ein 48ger zu Oldenwörden, dessen Sohn Bolt ein Schiff ge⸗ führet, Clauß Fack, zu Süderdieck, Rode Reimer zu Weslingbühren, und Rei⸗ mer Groth zu Büsem, alle Schiffer, die sich dahin verabredet, daß ein jeder in seinem Kirchspiel etliche aussuchen solte, bis zu oo Mann in allen, denen bey Verlust Halß, Leibes und Guthes gebothen, sich vor Sonnen Untergang an Schiffs Boort zu verfügen, um diesem muthwilligen Friedenstöhrer das Hand⸗ werck zu legen, und ihn in gefängliche Hafft zu bringen; diesem nach, haben obge⸗ meldte Schiffer nebst bey sich habenden Leuten A0. 1 54, Sonntags vor Pfing⸗ sten, bey scheinender Sonnen sich versammlet, den alten Clauß Suehl vor einen Haupt⸗Boßmann erwehlet, und sind zum Theil in Reimer Carstens, aus 125 i um Log. III. Theils XIII. Cap. Landes Feinde. 207 zung den sum, zugehörigen Boyer von 25 bis 26 Last getreten, etliche haben sich bey Schul⸗ fan ge pe in Grote Johanns Maes seine Jacht begeben, und sich auf einen Monath mit Vorneh⸗ so überflüßigen Proviant versehen/ daß sie uber S Seiten Speck wieder mit zu⸗ in tach⸗ rück gebracht, so sind auch die Schiffe mit 24 Tonnen Bier versorget worden. ger bey Wie nun in der folgenden Nacht die Trummel gerühret, sind sie mit guten Ost⸗ gantz Wind davon gefahren, mit Aufgang der Sonnen beym Sunde, da die Jacht zu deen an⸗ ihnen gestossen, und um 9 Uhr Vormittags, sind sie bey Heiligeland vorbey ge⸗ cker lauffen, in Meinung den Feind vom Lande zu locken und zu versuchen, ob er ih⸗ ends nen auch nachjagen würde, weil sie oben nicht mehr Volck auf dem Verdeck ge⸗ n Wide lassen, als zur Schiffarth nöthig: Nun hatte Wieben Peters, kurtz vorher, we⸗ zufgehll gen Mangel des Proviants 14 Mann, auf Süd⸗Land ausgesandt, daher er lergläch nicht starck genug war sich zu beschützen, ob er schon auf dem Kirchhofe gestanden Vagten und 2 Knoten in Bart geschlagen gehabt, wie er gemercket, daß es ein Dithmar⸗ uf⸗Essen scher Bojer wäre, und da er die Jacht von ferne wahr geworden, hat er sich kund eckerling gegeben, daß er Wieben Peter und des Landes Dithmarschen Feind wäre, und hat unter andern sich vernehmen lassen, scholde dat my ock wol gelden/ den d seinen dat gemene Sprickwort segt: Keen Hund löpt söben Jahr dull. konnte, Dieweil nun Wieben Peter nicht zu ihnen gekommen, haben sie durch den and be⸗ Wind gelegt, und sind in den Haven geseegelt, da viel andere Schiffe gelegen, t eiuer als Hamburger, Stader, Buxtehüder und andere, von denen sie ein Both gelie⸗ enen hen, und gefraget, ob auch Stein und Kalck zu bekommen, und ob auch Frembde h, ge; sich auf dem Lande aufhielten, die ihnen berichtet, daß vier frembde Leute, und ein lagt, Jacht⸗Ever vorhanden wäre. Worauf sie diejenige, so unten im Schiff, zuge⸗ ef, ruffen, daß sie solten herauf kommen, und haben die frembden Schiffer aus ro⸗ enwör⸗ then Schalen zugetruncken, um die Warheit von ihnen so viel besser zu erfahren, nkönn⸗ und wie mitlerweil die Jacht herbey kommen, haben sie das Volck an Land ge⸗ dolchem setzt, welches so häuffig in die Bothe gesprungen, daß der Haupt⸗Booßmann, ase, Claus Suehl, mit Hülfe Boldes Johann, als Fahnführer, kaum 20 Mann zu 1 Besetzung des Schiffes, bey sich behalten können. Dieses alles hat Wieben 1 Peter mit seinem Bruder, einem alten Landes⸗Knecht, und einen Schreiber, Jo⸗ idem achim zugesehen, und durch den Prediger Herr Luder fragen lassen, was sie su⸗ auen be cheten? Welchem die Dithmarscher geantwortet: Wieben Peter, und daß er gag sich solte auf ein Dithmarscher Land⸗Recht gefangen geben; Und wie. Hr. Luder 11 ihm solches berichtet, hat er sich erklähret: Er wolle seine Sache bey dem Könige 1105 von Dännemarck, bey den Fürsten von Hollstein und anderen, setzen, aber nicht 5 auf ein Dithmarsches Land⸗Recht; darauf sie regeriret: Sie hätten nichts 1 0 denn Liebes und Gutes mit dem König und Fürsten/ und so er sich nicht wolte auf 0 B ein Dithmarscher Land⸗Recht geben, so wolten sie ihn darauf nehmen. Wie 6 10 8 3 Wteben 208 Alter Dithmarscher III. Theils XIII. Cap. Wieben Peter diese finale Resolution vernommen, hat er einen Speer, daran ein Bett⸗Lacken gebunden, aus seinem Hause gehohlet, sein Schwerd gezucket, bey⸗ des um den Kopff gehen lassen, und aus einer höltzern Kannen seinen Mit⸗Ge⸗ hülfen zugetruncken. Dieweil auch der Kirchhof mit 3 Latten befriediget, hat er 2 eiserne Bäersen und einen ehernen Haecken darauf geleget, und auf das Volck. die sich aber gebücket, und die Schüsse über sich hingehen lassen; Darauf die Dithmarscher mit solchen Grimm und Eil den Kirchhof an⸗ gelauffen, daß auch Claus Packe seine Pantoffeln stehen lassen; indessen Wie⸗ ben Peters sich in die Kirche mit den Seinigen begeben, und die inwendig ver⸗ schlossene Thür mit einer Brau⸗Kupe verwahret; Worauf die Dithmarscher den Land⸗Voigt, Nikelsen Ercksen, gefraget, warum er ihren Feind in die Kirche elassen? der denn die Schlüssel holen lassen, und ehe noch dieselbe gebracht, haben sie schon mit einem Speer die Norder⸗Thür aufgerennet gehabt, da im⸗ mittelst der Feind sich auf den Kirch⸗Boden verborgen. Wie sie zur Kirchen eingerennet, haben sie mit gesamter Hand in und durch den Boden geschossen, daß man vor Rauch kaum sehen können, und das Blut häuffig von den Boden auf die Bilder des Altars gelauffen; Als die Dithmarscher solches gewahr wer⸗ den, daß sich niemand mehr oben gereget, sind sie hinauf gestiegen, und Wieben Peter todt gefunden, als welcher dreymahl durch den Kopf geschossen und mit dem Haupt Nordwerts gefallen, sein Bruder aber ist Südwerts gefallen, also daß sie die Füsse gegen einander gekehrt, und ob dieser schon nicht todt gefun⸗ den, sondern nur in den grossen Fusses Zähe verwundet gewesen, hat er sich doch als Todt gestellet, und nicht sprechen wollen, bis einer ihm mit ei⸗ nen halben Hacken durch die Stirn erschossen; den Landes⸗Knecht ha⸗ ben sie aus dem Gewölbe gerissen, und wie er sich nicht wollen gefangen geben, mit einen Hacken erschlagen. Der Schreiber aber ist herunter gestiegen und hat sich gutwillig gefangen gegeben, bey dem sie einigen Weggen (oder Weißbrodt) und einen Eymer Bier gefunden. Nach solchen erhalte⸗ nen Sieg sind sie wieder aus der Kirchen gegangen, und in der Voigtey mit den Heyligeländern bey 4 Tonnen Bier ausgetruncken, und bis in die späte Nacht sich belustiget, weil aber mitlerweil der Wind gantz stille geworden, haben sie bis am Donnerstag verbleiben müssen, da sie mit denen Todten und den Gefange⸗ nen zu Segel gegangen, und am Freytag Nachmittag im Teichhaußner Haben angekommen. Bey welcher Zurüͤckreise ich als etwas besonders anführen muß, daß die Dithmarscher ohngefehr bey Dicksand gekommen, haben sie sich erin⸗ nert, daß sie die Körbe und Fleisch, Fässer mit Victualien auf Heyligeland ver⸗ gessen, daher sie die jungsten 5 Männer zurück gesandt, und als wie die in die Voigtey gekommen, haben sie Manns und Frauens bey den e J gefun⸗ I. C. daranen kel, beg Mit⸗Ge⸗ get, hat suf das sgehen ef an⸗ ue eldig ver⸗ hoher die Küche gebracht, ä 7 da im k Kirchen schossen, n Boden ht wer⸗ Weben und mit , also d gefug⸗ satetsich n mit ei echt ha⸗ gefangen herunter Weggen Rerhalte⸗ y mit den e Naht den ste ht Gefange⸗ er Habeh hren nuf, eschell elan bel⸗ de indie blebenen geful⸗ — III. Theils XIII. Cap. Landes⸗Feinde. S9 gefunden, die davon gezehret, darauf sie die Gefässe genommen, und ihnen die Vicdtualien gelassen, dessen sie sich sehr bedancket. ad ih Wie man die Todten am Sonnabend vor Pfingsten zu Wagen, und den Lebendigen zu Fuß, bey Zulauff einer unbeschreiblichen Menge Volcks nach der Heyde, gleichsam im Triumph mit vielen Freuden⸗Schiessen rund um den Hey⸗ der⸗Marckt, und den Wagen mit denen Todten bey der Vogel⸗Stange nieder⸗ gesetzet, da hat eine Frau aus Schapstette sich zu den Wagen gedrungen, einen Sopf aus Wieben Peters Bart gerissen, und gesaget: Du heffst my op de Kolder⸗Köhlen gesettet: Denn er vorher ihr 2 Häuser, nebst denen Scheunen abgebrandt; Nach geendigter Procession hat man, sowohl den Todten, als dem Lebendigen die Köpfe abgehauen und auf Pfähle gesetzt. Es hat aber diese auf Heylige Land verübete Gewalt nebst andern Ursa⸗ chen, nicht allein zu folgendem Kriege und Eroberung des Landes vieles contri- buiret, wie aus dem Fehde⸗Briefe zu ersehen, sondern die Dithmarscher haben noch dazu den Freunden des Wieben Peters 6000 Marck in s Jahren zur Söhne bezahlen müssen. Von obiger Seschicht ist folgendes Lied verfertiget: 1. SS dill jy hören en nie Gedicht, 8 Daa körtelich is uthgericht. Darban will ick jy singen. En Mann is Wieben Peter genandt, De Dithmarscher wolde he dwingen. 2. 75 toeg wol ut sin Vaderland Darup het he gerovet und gebrant Mit Gewalt veel Gudes genahmen, Etliche gefangen und weggeföhrt Is nu to Uhtdracht kamen. 3. He hefft sick Hans Pommerenning genannt, Hefft Schaepstette sülbest abgebrannt Mit sinen Broder und Knechten, Dat wareden de Acht and Vertig gewahr De Sacke möste he verfechten. 4. Darna wart he gefangen schon, Dat man em scholde geven sin Lohn, Na sinen Verdenst und Rechte, To Rendsburg ward he gefunden loß Van Adelichen Geschlechte, J. Y . D— 210 Alter Dithmarscher III. Theils XIII. Cap. 5. Idt wahrde nicht gar lange Tydt Toeg he in Dütschen Lande wiht Na Carol dem Römischen Kayser Ummer sine Mandata to hahlen dar, Unglück ward sine Reise. 6. Den Acht und Vertig is Badeschop gekahmen, Wieben 89 hedde Knechte angenahmen o Jevern in Fresen Lande Darmit wolde he up de Dithmarscher nehmen, Und dohn enen Weh und Bange. 7. Up enen Sünngvent edt idt geschah De was van Hemmelfarths⸗Dag Her Hövet Mann hebben se kahren, Bohles Johann en framme Mann, De Schantze wolde he wahren. g. Rode Reimer, Claus Facke, sin ock erwehlt Reinhald Gerdt en frammer Held, Dat beste deden se raden Se segelden all uth gegen de Floth 5 To Hilligen Lande quemen se drade. 3. Se hedden en Schipken rüstet uth Mit Victualien en büssen Kruth. Mit Speisen und grote Geschütte En Jagteken dat was darmet, Dat wart en ock wol nütte. 10. Se segelden to Hillige Land langst dat Klieff Dar Wiebe Peters opstahnde blef, Dat dehde em doch ken baten, Johann sin Broder was darby De moste dar sin Levend laten. 11. Se lepen dar frischlich an dat Land, Wieben Peters 2 Baden uthgesandt De höret Lüde to stühren, De ene was Vaget, de ander Pastor Des Name het Hr. Ludert. 12. He ——— Aeg III. Theils XIII. Cap. des Landes Dithmarschen. 211 12. He wolde sick gern gefangen geven, Wolden se em fristen sin junge Leven, Und nehmen em gefangen Wol up des löflichen Königs Recht, Darnah stand sin Verlangen. 13. Bohles Johann sprack alltohand De Dithmarscher hebben my uhtgesand He schall sich fangen geven Hefft he den Kopmann ken Leed gedahn, Fristen schall he sin Leven. 14. Hänschen wol to Peter sprack Ick fürchte alhier grot Ungemack Ach Peter giff dy gefangen, Peter hof up sine witte Hand Schloeg Hänschen by de Wangeu. 15, He settede de Kanne vär sinen Mund He drunck se ut bet up den Grund Ehn Fähnlin he so drahde Darto en Schwerd umb Hövet schwanck, Hedde men de Spisse to bade. 16. De Dithmarscher lepen an dat Klief Wieben Peter mit Hanßen bestahnde bleef at dehde em keen baten, Twee andern Gesellen wären ock daby Ehr Leven mosten se laten. 17. Do hefft he man veer Schöte gedahn, Darnet is he na der Kercken gahn, Den Böhne hefft he erkaren, Mit sinen Broder und Knechten dat ö Sin Leven hefft he verlahren. 18. Dat Scheten wahret en gantze Stund Wol in der Kercken to Hillige Land Ener ward gefangen nahmen Värt gantze Land ward he geföhrt. Is em to waz gekamen. a 19. De 11. H. *„l P e—.——L————* 2——— 8———„—— K——— 2— 2——* N.———— 4—ʃ— . 0 Nie s Ne 212 Feinde des Landes. III. Theils XIII. Cap. 1 5 5 19. De Acht und Vertig schloten en Rath, 19 Wegen der dreer Doden drad, 5 Wo men et damit scholde macken, i Wieben Peters scholde up en Nadt, 0 1 9 Syn Höbet op enen Stacken. 1 0 9 9 20. De uns dat nie Ledlin sanck, ö 0 0 Reinholt Junge is he genant, 1 5 He hefft idt gar schön gesungen, i 0 e He was van twintig Jahren oldt e, Den Rey hefft he gesprungen. 8 „ 21. Jarren Reimer de was daby 11 0 Reinholt Junge de schref het fry 8 N 5 0 0 Se hebben idt gar wol gesungen, N . Se drincken veel lever guht Beer effte Win. Den het Water uht den Brunnen. 5 1 l ö 10 0 8 5 a 0 0 Nicht gar lange nach dem Tode des Wieben Peters hat Hans Fehring 1 aus dem Kirchspiel kunden, aus eben angeführten Uhrsachen sich vor einen Feind 15 ee des Vaterlandes öffentlich erkläret, viel Unheil gestifftet, und die gantze Wester⸗ Di % Seite des Heyder⸗Marcks in die Asche gelegt; er ist aber bald darnach gefäng⸗ sc 110% lich eingezogen, und selb dritte vor der Hamme gerichtet, und die Köpffe auf 6 ü 0 10 Pfählen gesetzet worden. 7 0 9 0„Diesem ist gefolget Michael Kroes, welcher Ao. 155 seinem Vaterlan⸗ lle 1 1 de in Land⸗Sachen abgesaget, und durch Räuberey vielen Schaden ausgerich⸗ sc 9 100 tet, er ist aber zu Holstenindorf ertappet, und nach der Heyde geführet, allwo er bal 0 0 selb vierte, seinen Frevel⸗Muth mit dem Leben büssen müssen. 1 1600 e Ne Fehuing U Feind Wester⸗ 0 gefang⸗ opffe auf gaterlan⸗ As8gerich⸗ allwo e Geschichte der alten Dithmarscher. 213 Der vierte Theil. Von den Geschichten des Landes Dithmarschen, von denen Zeiten des Kaysers Caroli M. anzurech⸗ nen, bis auf das Jahr 1500. ann wir unsere Augen auf dasjenige, so wir gleich Anfangs von dem . Uhrsprung der alten Dithmarscher gemeldet, zurück wenden, finden wir, daß dieselbe theils von Noa und dessen Nachkommen dem Mar- so, theils von denen Cimbern hergeholet, hauptsächlich aber uhralte Teutsche und Sächsische Völcker zu seyn, erwiesen worden, welche unter den Nahmen der Celten nach Melanchtonis Meinung beyderseits des Rheins, bis an die West⸗See gewohnet, oder wie Kirchmaierus diss. de lingu. Teut. ætate, sich durch gantz Teutschland, Dännemarck, Schweden, Norwegen, England, Franckreich und Spanien ausgebreitet, daß also die Dithmarscher mit unter de⸗ nen ältesten Völckern, deren von glaubwürdigen Historicis gedacht wird, ge⸗ wesen, wie solches aus dem Herodoto, als dem ältesten Geschichtschreiber, so A. M. 3 146. seine Historie angefangen, zu ersehen. Einfolglich können die Dithmarscher die ältesten und rühmlichen Krieges⸗Thaten der alten Teutschen sich mit Recht zueignen, und sich bald unter denen, so nach der Belagerung der Stadt Clusium, die Römische Republie in ein klein Capitolium eingeschren⸗ cket, finden lassen, bald können sie eine grosse Menge ihrer tapffern Vorfahren unter den Leichen, derer fast unüberwindlichen, zuletzt aber von C. Mario er⸗ schlagenen Cimbern, mitzehlen. Daß man aber keine besondere Nachrichten von den alten Dithmarschern hat, ist wohl eine von den grösten Uhrsachen, daß wir denen sonst sehr curiösen Griechen gar zu weit entlegen gewesen, denen Rö⸗ mern aber erst gar späte bekandt geworden, wie solches Conring. in Præf. ad Corn. Tacitum ausgeführet: ja Strabo sich nicht scheuet zu bekennen; quæ trans Albim ad Oceanum sunt, nobis prorsus ignota sunt, obschon zu seiner Zeit, nemlich bey der Regierung des Kaysers Iiberü, Teutschland durch die vielfältige Kriege, mehr denn zu bekandt geworden. Ob aber die alten Dith⸗ marscher nicht selbsten solten einige Nachrichten ihren Nachkommen hinterlassen haben, ist wohl nicht zu zweifeln, da wir aus dem Tacito wissen, daß die alten Teutschen hre Helden⸗Thaten mit Liedern besungen, welche Conring antiquis- simum annalium genus nennet. Weil aber dieselbe aus Mangel der Buch⸗ Aa 2 druckeren TPPPTPPCCGCTG0000GGGTGPTGPTVTPTPTPTPPTGTGTGbGTbTPTGTPTòTPT(TTéb pp ̃' ˖—˖˙˖— p p, p N 214 Geschichte IV. Theil. druckerey nicht aufgeschrieben, sondern gleichsahm nur per traditiones auf die Nachkommen gebracht, auch nachhero von denen Barden viele Fictiones Poeti— c, Buhler⸗Lieder und andere Possen mit untermenget, sind sie von denen Nachkommen nicht groß geachtet, und was nachgehends etwa mag aufgeho— ben seyn, ist theils von den Motten und Würmern verzehrt, theils d urch die vielfältige Kriege ruiniret worden. Und was wohl die vornehmste Uhrsache der ungewissen Historischen Nachrichten von unsern Vorfahren seyn möchte, giebet Conring cit. loc. folgendergestalt zu verstehen: notum quippe, majo- res nostros, ut ingenio non excultos, ita posteritatis parum curiosos fuisse, ne que enim tam Gloriæ in longum extendendæ fuerunt studiosi, quam recti conscientiæ: optimus quisque facere, quam dicere: sua ab aliis benefa- cta laudari, quam ipse aliorum narrare solebat. Bey sogestalten Sachen, und damit wir nicht auf etwas ungewisses unsere Historie gründen, können wir den Anfang nicht wohl früher nehmen, denn von der Regierung des Kaysers Caroli M. Denn was vorhero vor Kriege die Sachsen mit denen Dänen und Nord⸗Männern geführet, solches gehöret zu der allgemeinen Beschreibung Sächsischer Gefchichte, und gehet man dieselbe hie billig vorbey, ob sie schon die Dithmarscher mit betroffen, und ihnen zuzuschreiben, als die den obgemeldten Volckern am nechsten benachbahret. Z3au dieses Kaysers Zeiten, ist Nord- Albingia erst recht bekandt gewor⸗ den, welches bey den Alten der letzte Strich des Sachsen⸗Landes über die Elbe gewesen, und setzet man dreyerley Völcker, so zu Norden der Elbe gewohnet, nemlich die Dithmarscher, Holsteiner und Stormarscher, wie solches aus dem FPrivilegio Kaysers Ludovici I. so zu Aken A0. C. 834 ertheilet worden, zu er⸗ sehen in diesen Worten: Progenitor gloriosæ memoriæ Carolus, decrevit Pontificialem sedem fieri, trans Albiam,(quæ terra est Nord- Albingio- rum,) laxata captivitate qvam ob multam perfidiam in jipsis Chri- stianitatis initiis, patratam, per septennium passi sunt: ne locus il- le a Barbaris invaderetur& defendi posset. Der Pabst Nicolaus, der zu dieses Kaysers Zeiten gelebet, nennet Hamburg, in einer Bulle, se— dem Nord. Albingiorum. Crantzius setzet: Nord- Albingia ist dasjenige Land, zwischen der Elbe und Dännemarck, wiewohl es auch, an etlichen Orten, allein vor Holstein und Stormarn genommen wird. Johann Petersen aber, setzet wieder einen solchen Bericht und alten Historicum, auch Wagerland hinzu, da doch solches die Selaven oder Winithi inne gehabt und mit den Nord⸗ Elbingern stets in den Haaren gelegen, welchem Chytræus blindlings mit diesen Worten beyfällt: Nord-Albingia wird in 4 Theile unterschieden, und das letzte ist Dithmarschen. In dieser Landschafft, Nord- Albingia, hat damahlen, 922 N ö nem⸗ gebes der d fer Al lerer wold alge inden gewie Rech Cran. 9 gef 050 Thel. ——— 8 lauf de les Poet. hon denen ufgeho⸗ ls durch throche möchte, be J aj los fü, pft) qm lis bene Sache önnen wf 5 Kapsez agen und chteibung eschon die gemeldten tgelvor⸗ die Cle Naohnet, ö qus dem den zue decrepit Albingbo. lis Chu locus! Nicolaus Bulle, f. dase hen Olle len abel agerlald den Noc nit esen id ögs mache, feu, der alten Dithmarscher. 215 nemlich zu den Zeiten Caroli M. Albion, ein Sohn Ethelhardi, Fürsten in Sachsen, und Brudern des Fürsten in Sachsen Wernicke ein Vater des We- dekindi, das Regiment geführet, dessen Mutter Heila geheissen, so eine Tochter, des berühmten Ratbodi Königes in Friesland gewesen; Und weil dieser am standhafftesten mit seinem Vetter Waedekindo sich denen Waffen Caroli M. entgegen gesetzt und am längsten das Heydenthum nebst der Freyheit der Sach⸗ sen, verthaidiget, wird nöthig seyn die Kriege und Bekehrung Wedekindi aus andern Geschichtschreibern;, hie kürtzlich anzuführen, vornemlich, da dieser Albion kurtz nach seiner Bekehrung ohne Leibes⸗Erben verstorben, und seinem Vetter dem Wedekindo Nord- Albingiam, übertragen. Nachdem dieser Al- bion 784 nebst Wedekindo sich zum andernmahl tauffen lassen ist er bey der angenommenen Christl. Lehre beständig geblieben, die er in Nord⸗Elbing fortge⸗ pflantzet, und das Land von der Heidnischen Abgötterey gereiniget. Magdeb. Cent. 8. c. 2. p. 26. Ubbo Emmius l.. hift. Fris, ad aun. 78 5. nenne sie Brü⸗ der/ weiches aber Schurz fleisch de Wedekindo m. p. II. ihm verweist. Es ist aber dieser Ve dekindus kein ordentlicher und beständiger Hertzog über gantz Sachsen gewesen, wie einige der Meinung sind, sondern nur von den Westphalen zu einen Heertog oder Hertzog in diesem Kriege erwehlet, weil da⸗ mahlen die Angerer den Brunonem, und die Ostphalen, den Hassionem zu ih⸗ ren besonderen Heerführer gehabt, als die sich schon bald anfangs dem Kayser unterworffen, Wedekindus auch ausdrücklich unus ex primoribus West⸗ halorum von den Historicis genennet wird, daher Cranzius meldet, als 12 Fürsten Wechsel⸗weise gantz Sachsen regieret, in wessen Regierung aber ein Krieg einfiel, den haben sie zum König erwehlet. Dannenhero geschehen, daß wie Carolus M. in Sachsen gekommen, Wedekindus eben in der Regierung gewesen, deswegen ist er ihr König gewesen, so lang der Krieg gedauert, und ist der Irrthum vielleicht daher entstanden, daß dieser VV edekindus, und sein Vet⸗ ter Albion, durch keine Gewalt haben können bezwungen werden, sondern al⸗ lererst nach einem zo jährigen Kriege, durch Güthe und Freundlichkeit bewogen worden, die Christl. Keligion anzunehmen, und also eine lange Zeit unter dem allgemeinen Nahmen der Sachsen dem Kayfer den Sieg zweifelhafft gemacht, indem sie bey aller Gelegenheit, ihre Landes⸗Leute zu einem Aufstand wieder auf⸗ gewiegelt. Nach Endigung des Krieges aber kehrete er wieder zu seinem alten Recht oder Ambt, und übergab die Regierung an seine mitregierende Collegen, Cranz. l. 2. Sax. c. 22. Nachdem Carolus M. bey angetretener Regierung den festen Endschluß gefasset, die Christ iche Religion in den benachbarten Sachsen, einzuführen/ sol⸗ cher Vorsatz auch auf dem A. C. 77 20 denen Fräuckischen Reichs⸗ 1 g 3 en Geschichte 216 den zu Worms gehaltenen Reichs⸗Tag, dahin bestätiget wurde, die Sachsen mit gewaffneter Hand anzugreiffen, und zu bezwingen, einfolglich das angrän⸗ tzende Francken⸗Land von denen vielen Einfällen und Streifereyen derer da⸗ mals unbändigen und frechen Nachbahren, zu befreyen. So brachte der Kay⸗ ser in folgendem Jahre eine zahlreiche Armee, von Thüringern, Francken und Hessen zusammen, und ging nach einigen Scharmützeln, über Paterborn und Oßnabrück nach der Weser, zwang die Sachsen, daß sie um Friede bitten und zu Versicherung der Treu 12 Geissel übergeben musten. So bald aber der Kayser seinen Rücken gewendet, und mit Desiderio, der Longobarder Könige, in Italien zu thun bekam, suchten die Sachsen ihre alte Freyheit wieder, und ob er sie gleich allemal zum Gehorsam brachte, auch auf dem Reichs⸗Tag zu Worms A. C. 777. den Sächsischen Fürsten, Wede⸗ kindum ausgenommen, als welcher nach dem Könige in Dännemarck Gotri- co, dessen Schwester Geva, seine Gemahlin war, gewichen, alle Gnade ver⸗ sprochen, mit dem Vorbehalt, daß wenn sie wieder untreu erfunden würden, ihrer Güter, Freyheit, und des Vaterlandes, solten verlustig seyn, so versäume⸗ ten sie doch keine Gelegenheit das Fränckische Joch vom Halse loß zu werden. Daß man also leicht sehen kan, wie treu die Sachsen damalen es mit G Ott und dem Kayser gemeinet, ob sie schon sich öffters mit Eydes⸗Pflichten und Geisseln dazu verbunden, daher der Kayser nicht unbillig die widerspenstigen Sachsen Westphalos, quasi Westen feilden i. e. Occidentales fallunt, fidem dere- linquentes, genennet, oder wie es Engelhusius in seiner Chronic in einem Verse verfasset: Westphalus, a fallo, de feylen dicere mallo. WMWestphalus est sine ve, sine pa, sine pi, sine vere. Ao. 778. kam W'edekindus mit einer grossen Macht Dänen, Fresen, und Nord⸗Albinger wieder in Sachsen, und richtete einen allgemeinen Aufstand an, unter dem scheinbaren Vorwand, als wenn der Kayser in Spanien gestor⸗ ben: aber sie wurden auch dieses mal in ihrer Hoffnung heßlich betrogen, und muste Wedekind zu dem Hertzog Tassilo, in Bayern, entweichen. A. C. 780. ging der Kayser mit einer zahlreichen Armee über den Rhein nach der Weser, und von dannen nach der Elbe, wo sich viele Ost⸗Sachsen zu 1. 2. Chron: ad ihm versammlet, und sich tauffen lassen, welche Regino Bard⸗ An. 780. wicker und Nord⸗Leute nennet, so vermuthlich Hollsteiner und Dithmarscher gewesen; inde progressus ad Albim fluvium venit& in ipso itinere, Bordonganenses& multi de Nord. luidis, baptizati sunt, in loco qui fel 10 g in der men. ge na —————— 1—— 8— 5 * 3——————„1r— ͤ ͤ—2—.... der alten Dithmarscher. 217 — e Sachen qui dicitur Horheim, ultra Obacrum Fl.& pervenit usq; ad locum, ubi Jora Langel eonfluit in Albim& c. und nachdem er alle nöthige Veranstaltungen bey denen derer da⸗ Sachsen beyderseits der Elbe gemachet, ist er wieder nach Franckreich gegangen. der Kay⸗ A0. 782. fielen die Wenden in Thüringen und Sachsen, und verübeten cken und mit Rauben und Brennen grossen Schaden, denen zwar der Kayser sei⸗ born und ne 3 vornehmste Bediente, Adelgisen, Geilonem und Wolrad, nebst ei⸗ scepund nigen Ost⸗Fränckischen Völckern entgegen schickte: weil aber Wedekindus die Sachsen schon auf seine Seite gebracht, wurden sie gezwungen sich von den sidero. da Wenden gegen die Sachsen zu wenden, da es bey Minden zu einer grossen sen ihreghe Schlacht kam, und wurden die Kayserlichen solchergestalt vom Wedekindo auch qa empfangen, daß sie mit Verlust Adelgilen, Geilonis, 4 Grafen und vielen „Weck Volcks, das Feld räumen musten. Dieser unglückliche Streit und Treulosig⸗ ck Gott. keit der Sachsen, entrüstete den Kayser solcher gestalt, daß er auch den gäntzli⸗ Inade bel chen Untergang der gantzen Nation dräuete, im Fall sie ihm nicht Wedekin- i würden dum, welcher aber schon wieder in Norden entwichen, oder dessen vornehmste helsaum⸗ Kriegs⸗Leute ausliefern würden. Solchemnach haben sie dem Kayser 4500, u waden. meistens Edelleute, ins Lager gesandt, denen sogleich der Kayser den 7Sept. kund zu Wehrden die Köpffe abhauen lassen.! Dieses Verfahren des Kaysers er⸗ Gesseln grimmete den W edekindum und alle Sachsen so sehr, daß sie sich unter einan⸗ Sachen der verbunden, entweder alle zu sterben, oder auch das Fränckische Joch von dem Halse zu werffen: und da ging es dann an ein Morden, Brennen und Rau⸗ em dere. 5 i g in Agen ben, insonderheit wurden die Christen auf das grausahmste verfolget, als wel⸗ che sie vor die allerschädlichsten Leute hielten, die ihnen nicht nur die Freyheit und zeitliche Güter mißgönneten, sondern sie gar um Leib und Leben bringen wolten. Nach solcher Verfolgung der Christen sammlete Y edekindus Anno 783. ein grosses Heer, und zog damit dem Kayser entgegen, da es dann bey Detmold, in der Grafschafft Lippe, zu einem erst zweifelhafften und blutigen Gefecht gekom⸗ , Fu men. Diese letzte Schlacht soll gantzer Tage gewähret haben, das ist 3 Ta⸗ 1 Ausiand ge nach einander 3 mal verneuert worden feyn. Fontanus. 4. Hist. Dan: nien gesol⸗ p 91. füget hinzu, daß V edekindus nach solcher Niederlage, in einem schlech⸗ geh, ud ten Kleide, um nicht erkannt zu werden, sich auf sein Schloß bey der Weser lal⸗ viret. In diesem Treffen sollen auf beyden Seiten bey 8oooo Mann geblie⸗ an dll ben seyn. Winkelmann, in not. hist. polit. lib. 4. c. C. n. z), zehlet allein an G Sächsischer Seiten so viel tausend; jedoch behielt der Kayser endlich die Ober⸗ 17 hand und schlug die Sachsen dermassen, daß ihrer wenige mit Wedekindo ent⸗ 1 1115 kommen, welcher sich nach Nord⸗Albingen und wie einige wollen, nach Dith⸗ 1 11 marschen zurück gezogen, an denjenigen Ort, wo anjetzo das Kirchspiel Ach, N ing⸗ in 1000— qi* Eginhard Annal. ad A. C. 782. 218 Geschichte IV. Theil. dingstedt, welches denn auch den Nahmen von ihm soll erhalten haben, weil er nach seiner Bekehrung, zum Andencken seines damaligen Auffenthalts eine Kir⸗ che daselbst habe bauen, und Weddekindstadt nennen lassen, imgleichen das Dorff, wo er eigentlich gewohnet, Weddinghusen das ist das Hauß, wo Wedelcindus gewohnet; wie unrichtig aber diese Meinung, habe bereits an einem andern Ort weitläufftig erwiesen. en Solchen Sieg verfolgete der Kayser Carolus M. zwar mit gröstem Eifer, und machte die Sachsen durch verschiedene kleine Scharmützel so krafftloß, daß sie sich auch nicht mehr regen konten; doch wolte er nicht den gäntzlichen Unter⸗ gang der Sächsischen Nation befodern, sondern wie er wuste, daß alle Unruhen eintzig von Wedekindo und Albione herrührten, als war er bemühet, dieselbe in Güte zu besänfftigen, und auf Christliche Gedancken zu bringen; Daher ging er Ao. 787 nach Bardewick, um Wedekindo näher zu seyn, als welcher mit den Seinigen über die Elbe gewichen war, und ließ ihn durch seine Landes⸗ Leute die Sachsen auf eine friedliche Unterredung zu sich laden: weil aber Wede⸗ kindus sich erinnernde dessen, so bey Werden mit seinen Landes Leuten vorge⸗ gangen, dem Frieden nicht trauete und Geissel foderte, als wurden auch diese ihm zugestanden. Mit welchen der Kayser seinen vornehmsten Rath, den Amalvinum, abschickete, welcher endlich Wedekindum und seinen Vetter den Albionem bewog, dem Kayser nach Attiniaco oder Andernach zu folgen, als wohin der Kayser albereits voraus gegangen. Hie sind nun die beyden Fürsten durch die Freundlichkeit des Kaysers bewogen wörden, die Waffen niederzule⸗ gen, den Christlichen Glauben anzunehmen, und dem Fränckischen Reich be⸗ ständige Treu anzugeloben, wie sie denn auch, nach genommenen volligen Unter⸗ richt der Ehristlichen Lehre, zu Andernach sich tauffen lassen, wobey der Kayser selbst gegenwärtig gewesen, und als Gevatter den Wedekindum aus der Tauf⸗ fe gehoben, wie solches die Annales Eginhardi und Reginonis mit mehrern be⸗ zeugen, wiewohl Cranzius setzet, als wenn die Tauffe zu Bardewick geschehen, oder wie andere meinen zu Minden. Es beruhet aber solcher Ungrund darauf, als wenn der Kayser zu Bardewick geblieben, und die Fürsten daselbst abgewar⸗ tet, da doch obige Annales mit mehrern Grund ein andres erweisen. Engel husius, der der Meinung Cranzii beyzupflichten scheinet, setzet folgenden beson⸗ dern, aber nach einer Päbstlichen Legende schmeckenden Umstand, wodurch W'iͤedekindus bewogen sey, sich zu bekehren, und ein wahrer Christ zu werden, nemlich: daß, wie Wedekindus in einem kleinen Schiff die Weser hinunter gefahren, um alles selbsten in dem Lager der Christen zu erforschen, so habe er sich am Heil. Oster-Tage unter denen armen Bettlern gesetzet, und zugesehen, wie die Christen das Hochwürdige Abendmahl genössen; er wäre aber bald erkannt und enk igen cer K Vll 3 „ wilen eine Ku, chen dos 10 bo eleits an neff, fach, daß helle; ellen t, diesche 1 Dahn s welchen Landes; r Wede. en borge⸗ auch diese h, den er o en gen, als Fursten ecple⸗ Reich be⸗ en Untes et Kayset ger Tauf— chtern be geccheheh 1d darauf abgeat⸗ Pagel denbesh⸗ 5 wodunt wa, haftet aerse 1 ble eckangt Ii des Landes Dithmarschen. 219 und von dem Kayser mit Freuden angenommen, der ihn denn gefraget; aus was Uhrsachen er dahin gekommen, so habe er geantwortet, das Lager zu besehen und auszuforschen, und auf ferneres Befragen, was er dann gesehen? habe Weder kindus sich erkläret: Des vorigen Tages habe er die Francken gar elend einhergehend angetroffen, heute aber hätte er gesehen, wie sie einen überaus Wunder ⸗schönen Knaben gegessen, und wäre ihm gewesen, als hätten sie alle denselben einigen Knaben gegessen; bey einigen wäre er freudig in den Mund gegangen, bey andern aber hätte er sich lange gewegert, und sehr ver⸗ drießich gewesen; Andere, und Cranzius l. 1 metrop: c.. und l. 2. Saxon: c. 23. wollen, daß es geschehen sey, wie Wedekiodus noch im Catechumenat- Stande gewesen; doch wird das gantze Gesicht in Zweifel gezogen, Magdeb. Cent: 8. c. 2. p. 23. Wernerus Rollfink de situ& mor: Westph: I. A E.. erzehlet diese Geschichte mit noch andern Umständen. Nachdem Carolus M. gemeldeter massen, die Sachsengäntzlich bezwun⸗ gen, hat er sich gegen dieselbe einer besondern Bescheidenheit gebrauchet, dieselbe aller Schatzungen und Dienstbarkeit erlassen, und sie mit keinen Fränckischen, und dergleichen fremden Regenten besetzet, damit sie nicht durch unbillige Be⸗ schwerungen von neuen zum Kriege und Aufruhr angetrieben würden, wie sol⸗ ches ein von dem Hru. Schlöpke in Chron: Bardevic: angeführter ungenandter Poet erwiesen: Tom sub judicibus, quos Rex imponeret ipsis, Legatisque suis, permissi legibus uti, Saxones patriis& libertatis honore. Nur dieses eintzige hat er begehret, wie er aus Liebe zur Religion im gantzen Lande Sachsen 8 Bischoffthümer gestifftet, daß sie, die Sachsen, ihren Bischö⸗ fen mit einem kleinen Tribut solten verpflichtet seyn, davon Priester und Kirchen zu unterhalten, wie solches die Diplomata Fundationis und Donationis aus⸗ weisen, welches sie denn auch willig angenommen. Damahlen hat der Kayser die Grafschafft Stade, worzu vor alten Zeiten Dithmarschen mitgerechnet wur⸗ de, nach Cranzii Bericht, dem Bischof zu Bremen, das Geistl. Imperium zu v. Uehmana( hron: führen, geschencket, keinesweges aber hat er die Herrschafft Spirenst J. 3 e. 24. über Dithmarschen den Geistlichen eingeräumet, und den Bischoff zu Fremen, zum Obristen, Regenten, verordnet, wie augeführtet Cranzius l. 2 Sax. c. 23. gerne bewiesen hätte; sondern sie haben nur ausser ei⸗ nen kleinem Fribut, wenn es hoch gekommen, den Zehenden von Korn und Vieh zu geniessen gehabt, dabey ihnen das Lehr⸗Amt und die Fortpflantzung Christli⸗ cher Religion; mit nichten aber eine 6 Herrschafft über zeitliche Guter anver⸗ ——— — 2 1 8. — — ——— ä—————— —.—— 220 Geeschichte IV. Theil. anvertrauet worden, wie solches ein alter Sächsischer poet, der unlängft her⸗ nach gelebet, unter andern bezeuget: At vero Censum Francorum Regibus ullum, Solvere nec penitus deberent atque tributum Cunctorum pariter statuit sententia concors, Sed tantum decimas Divina lege statutas, Offerrent ac Præsulibus parere studerent. Vid. Arnkiels Cimbr. Heyden Bekehrung. pag. 106. So wäre auch noch wohl die Frage, ob nicht Dithmarschen gar in der Dona⸗ tion Caroli M. ausgeschlossen sey; wie denn in solcher Donation die Gräntzen des Bischoffthums Bremen ausdrücklich an der Elbe gesetzet worden, einfolg⸗ lich die Bischöfe aus einem Göttlicher Eifer getrieben, extra Dicecesin suam sich des Geistl. Regiments in Dithmarschen angenommen. Daß also damahlen Dithmarschen schon ein freyes Land und keiner Geist⸗ Roch Weltlichen Obrigkeit unterworffen gewesen. Weil Albion, als der erste bekannte Fürst derer Nord⸗Elbischen, ohne Erben verstorben, und seinem Vetter Wiedekindo seine Güter hinterlassen, von dem aber bekandt, daß er sich nach der Bekehrung an Westphalen und seinen Ländern begnügen lassen. Und worin die Regierungs⸗Korm des Albionis uber Dithmarschen bestanden, sol⸗ ches lässet sich aus dem Tacito ersehen, wenn er schreibet: nec Regibus infini- ta& libera potestas:& Duces exemplo potius, quam imperio, si prompti, si conspicui, si ante aclem agant, admiratione præsunt. Diewveil aber die an der Elbe bele gene Lönder vor den vielfältigen Einfällen derer Nord⸗Männer, Dähnen und Wenden, sich selbsten nicht vertheidigen können; als haben die Fürsten zu Sachsen, entweder, daß sie von den Bischöfen um Hülffe ersuchet, oder sonsten solcher Gelegenheit wahrgenommen, sich derer angemasset, auch Kays. Belehnung darüber erlanget, und sie also unter ihre Herrschafft gebracht, bis Ao. 921 Henricus Auceps einen eigenen Herrn und Grafen, über Dith⸗ marschen gesetzet, jedoch daß die Belehnung bey den Hertzogen zu Sachsen ver⸗ blieben, wie wir sehen aus der Historie Hertzogs Magni von Sachsen, auf dessen Befehl! die Dithmarscher einem Fürsten in Mecklenburg, gegen Critonem, . geleistet. Auch hat Hertzog, Hinrich der Löb, die Dithmarscher mit rieg überzogen, weil sie ihren Grafen Rudolffum, auf der Böckelnburch er⸗ schlagen, und hernach seinem Diener Reinholt das Land verlehnet. Auch wie Hartwicus Dithmarschen, wegen ihrer Widerspenstigkeit, an das Stifft Bre⸗ men vertauschet, und die Grafschafft Stade davor empfangen, hat We 5 ertzog ser ne d den .———— U————— ˙˖——.—— . des Landes Dithmarschen. 22 T länge Hertzog Hinrich, als Lehn⸗Herr, gegen solchen Tausch protestiret, und sich des⸗ wegen auf 05 b pen 0 Worms Ao. 1439 vor Kayser Conrado III. durch seine Räthe öffentlich beklaget. i 3 8 nun 15 die Hertzoge zu Sachsen sich einer volligen Herrschafft über Dithmarschen angemasset, auch die Belehnung von denen Kaysern dar⸗ über erhalteu, ja gar eigene Grafen mit dem Lande Dithmarschen wieder beleh⸗ net; so will gebühren, daß wir Dero Leben, in so weit es zu unserm Zweck gerei⸗ chet, in einer ordentlichen Folge in etwas betrachten, zugleich aber auch die Gra⸗ g pig. lob fen, so üben Dithmarschen gesetzet gewesen, in einer richtigen Jahr⸗Rechnung, und was(aten merckwürdig in Dithmarschen vorgefallen, mit anführen. der Dum.. ir Gtäͤltg Wedekindus. g fast Dieser VV edekindus ist nach der Bekehrung von Carolo M. zum er⸗ sten Hertzoge der Sachsen gesetzet worden, und wie kurtz darauf„ sein Vetter iner Ge Albion ohne Erben mit Tode abgegangen so sind ihm allelleber⸗Elbischedänder/ 189 f als nechstem Erben, zugefallen, und mit seinem ubrigen Sachsen incorporiret/ 10 wiewohl er sich wenig um diese Länder bekümmert haben soll⸗ sondern seine vor⸗ ö en Bett nehmste und gröͤste Sorge nach seiner Bekehrung, die Betrachtung Göttlichet ch nac Warheiten, und Stifftungen Geistl. Klöster seyn lassen. Er gerieth mit Ku 1 k. dad dolplio, Hertzogen in Schwaben, wegen der Gräntz⸗Scheidung in einen langen 6 den die und blutigen Krieg in welchem er a0. 80 geblieben, und zu Engern, in der von 14 8 0 ihm gestiffteten Kirchen, Christlich begraben worden. 55 1 0 Während seiner Regierung„konten die Sachsen, und insonderheit die 1 Manna Ueber⸗Elbische sich noch nicht zu Ruhe geben, sondern haben dem Kayser durch 11 sabendd schreckliche Aufstände viel Berdruß verursacht, und ob sie gleich zu berschiedenen 4. Fah mahlen zum Gehorsam gebracht wurden, als: Ao. 794.796.798. und 802; daß 1 eersuche, auch in einem Treffen bey 30000 det Ueber⸗Elbischen erschlagen worden, so hieltẽ. ct anf sie doch ihre Zusage nimmer/ und ehe der Kayser seine Völcker aus dem Winter⸗ 1 gebe Quartier ins Feld führen konte, waren sie schon wieder Eginhard in annal. ad 11 ber Dl fertig durch grausame Verfolgung der Kayserliche, Nor⸗ Wann. 798. 8. 802. Re, 4 achsg ber den und Verwüsten sich von der Fränckischen Herrschafft eino in Chron l. 2 ad 7 aaf frey zu machen. Bis endlich der Kayser des Dinges werde bag. Citonen, sehr müde, sehende, daß die Ueber⸗Elbische Sachsen auf Lide/ das ist Nord El.. cha feinerley Weise zu bändigen, sie A0. 80g und 80a mit eis binger genandt. a lubuucheh ner noch grössern Armee überzog, und dieselbe mit Weib 2 16 Nach ll und Kindern nach Franckreich schickte, und ihre Landschafft den Obotriten ff re übergab. In diesen beyden Jahren sollen bey 3oooo der vornehmsten Fami. gener Bb 2 lien Helig 222 Geschichtt IV. Theil. lien aus Sachsen von dem Kayser weggeführet seyhn. Lehmann l. 2. Chron. Spir. c. 20. wie solches Crantzius 2. Saxoniæ c. 19. folgendergestalt schreibet: annus erat quartus Imperii, itemque post octingentos a Christo, cum omni jam Saxonia quiescente, soli Transalbini, nunc Holsati, motus continua- runt, quarum rerum pertæsus Imperator misit exercitum, qui omnes transalbim habitantes, duxit in Franciam,& pagos transalbinos dedit Obo- tritis. Hæc est illa Germanicæ nationis origo, per rura Galliarum dissemi- nata. Inde sunt Brabantini, inde Flandrenses& Sie haben aber, nicht lange hernach, von dem Kayser Ludovico I. die Freyheit erhalten, wiederum in ihr Vaterland zurück zu kehren„ wie aus dem allbereits angeführten Privilegio des Kaysers zu ersehen. Eine alte Chronic der Abtey Corvei be⸗ stätiget es mit folgenden Worten: Ludovicus Pius A. 816 Remis a Pontifice Stephano, secunda vice coronatus, eodem anno Saxonibus, quia Carolo M. in Brabantiam& Flandriam transmissi erant, in Patriam redire, iisdemque Privilegiis, cum reliquis Saxonibus uti permisit. Und in selbigem Privile- io stehet, daß sie schon zu Caroli M. Zeiten wieder in ihr Vaterland unter An⸗ fahrung des Grafen Egberti gekommen, damit das Land nicht von den Ungläu⸗ bigen eingenommen würde: Nemlich A0. 811 wie Lambecius l. 1. Orig. Hamb. p. 10. meldet. Es hielte sich aber wegen der flüchtigen Sachsen der Kayser noch nicht völlig sicher, daher er sich nach Holdenstedt verfügete, und den König Godofredum von Dännemarck zu einem freundlichen Gespräch einla⸗ den ließ, um denen rebellischen Sachsen alle Hülffe und Zuflucht abzuschneiden. Es gerieth aber dieses Vornehmen zu Wasser, indem der König zwar nach Schleßwig kam, aber auf Gutfinden seiner Bediente dem Kayser nicht trauen wolte, und statt einer friedlichen Handelung rüstete der König sich A0. 808 zu ei⸗ nem Krieg gegen die Obotriten, in welchem er aber A0. 8 10 von seinen eigenen Dienern, oder nach anderer Meinung von seinem Sohn ermordet worden. Hier wäre zu erörtern, welcher Ort eigentlich unter Holdingstedt, wohin der Kay⸗ ser sich verfüget, verstanden werde, allein die Gelehrten sind darinn nicht einig; Regino in Ann. will gantz Holstein darunter verstanden haben, welches aber gar zu general scheinet, so kan man auch Hollingstedt im Amt Gottorff, jenseit der Eyder/ an der Trene, zu Anfang des Dännemarcks belegen, nicht davor neh⸗ men weil es gar weit von der Elbe entfernet, und in des damahligen Königes von Dännemarck Jurisciction belegen, als wohin Carolus M. derer Zeiten Umstände nach, sich nicht würde getrauet haben zu reisen. Weil auch der Kö⸗ nig Bedencken getragen, sich bey dem Kayser einzufinden, muß also Holding⸗ stedt auf Sächsischen Grund und Boden belegen gewesen seyn, daher ich auf die Gedancken gekommen, ob man dieses Holdingstedt oder Hollingstedt nicht in Jil. — 2. Chron. schreib um omni continua. qu omnes leclt Obo. un dissemi. Jab, nig „ cc Angefühneg Corvei h 4 Pontißce Carolo M 18d emque in Pri vile. unter An; en Ungläu⸗ I. Ong. schsen der und den ch einlg⸗ scgeiden. zwar nach cht trauen 908 zu el eh eigenen t worden. n det Kah⸗ icht einn; checker F, feet obo gch⸗ n Könige eket Jean ich Nl Hb hf sotlicht . des Landes Dithmarschen. 222 in Dithmarschen suchen müsse, weil man daselbst ein groß Dorf, solches Nah⸗ mens im Kirchspiel Delve, disseits der Eyder/ und nicht gar weit von der Elbe, an⸗ trifft. Allein ich lasse einem jedem seine Freyheit hierüber zu urtheilen, und kehre zum Beschluß wieder zu dem Leben des Wedekindi, als welcher an denen aufrüh⸗ rischen Betragen, derer Ueber⸗Elbischen Sachsen/ einfolglich an der Straffe, kei⸗ nen Theil genommen. Denn, nachdem derselbe sich einmal zu GOtt bekehrt, so ist er auch Lebens lang G Ott und dem Kayser treu verblieben, immassen auch Cranzius dieses alles von ihm bestätiget, und daß er ein groß Mißfallen an der Rebellion verspühren lassen, meldet, daher der Kayser auch nicht groß darauf geachtet, nachdem er gehöret, daß Wedekindus in seiner Treu beständig blie⸗ ben. Crantzi Worte lauten J. 2. c. 17. also: Interim nunciatur Carolo ite- rata Saxonum Defectio quæ invito tum fieret WMWedekindo. Tum vero duobus interpositis annis, rem distulit, nec magni pendit in Saxonibus, quum Wedekindi integram fidem intellexit. Wigbertus. Wigbertus folgete seinem Vater Wedekindo in der volligen Regierung des Landes Engern und Nieder⸗Sachsen. Von seiner Regierung ist nichts aufgezeichnet zu finden, ausser daß er von Jugend auf, da er mit seinem Vater getauffet worden, ein andächtiger und fleißiger Christ gewesen, weßwegen ihn auch Albertus Stadensis Christianissimum Saxoniæ Ducem nennet: folglich zu glauben, daß er sich bey der Verfolgung der Christlichen Religion, so sich zu sei⸗ ner Zeit begeben, als ein Beschützer der bedrängten Christen werde aufgeführet haben. Er ist aus einem heiligen Eyfer nach Rom gereiset gewesen, und hat von dannen verschiedene Reliquien mitgebracht, die er in dem Stifft Wilßhusen, so er gestifftet, niederlegen lassen. Er war mit der Sindacilla aus dem Geschlecht des bekandten Radbod, eines Friesischen Fürsten, Tochter verehliget, in welcher Ehe er 2 Söhne, Brunonem und Walbertum zeugete, wie auch 3 Töchter, Hase. Madeti Chron: Mon- lam, Kunigundam und Adelheidem. Anno 827. ist er in tis gereni p. 26. Friede sanfft und seelig entschlaffen, und zu Wilshusen be⸗ graben worden. Bruno. Bruno I. Ein Sohn und Nachfolger seines Vatern Wigberti, von dem man aber in denen Geschichten nichts besonders anzumercken findet, als daß er ein sehr Gottsfürchtiger Herr und ein Stiffter verschiedener Klöster gewesen, und den ersten Grund zu der e geleget, die daher W 3 10 e 224 Geschichte IV. Theil. rode, nachmals aber von einer Adelichen Familie, so in dem Hartz weyland flo⸗ riret, Osterode genannt worden. Er ist A0. 843 gestorben. 5 Voalbertus. Walb ertus, ein Sohn Wigberti, folgete seinem Bruder, so wohl in der Regierung, als in dem Eyfer für die Christliche Religion Albertus Stadensis nennet ihn Christianissimum, Cranzius aber l. 2. Sax. c. 27. in Christiana pie- tate ferventissinum. Wie er zu seinen männlichen Jahren gekommen, that er aus besonderer Gottesfurcht eine Wahlfarth nach Rom, und erhielte von dem Pabst Leone den Leichnam des Märtyrers Alexandri, welcher ein Sohn Felicitatis gewesen, und brachte solchen in das Stifft Wilshusen. Er starb ohne Leibes Erben, und hinterließ seines Brudern Brunonis Sohn, Ludolpho, die Regierung. Ludolphus. Bruno Walperti Bruder, hatte zum Gemahl Susannam, ein Fräulein aus Schwaben, mit der er Ludolphum zeugete, einen vortreflichen edlen Held, wel⸗ chen Albertus Stadensis, nobilissimum Saxoniæ Ducem nennet. Cranzius aber l. 2. Sax. c. 29. giebt ihm den TLitul, vir nobilis& permagnificus. und thut noch hinzu, daß dieser vortrefliche Hertzog, nachdem die Fränckischen Könige in Ober⸗Teutschland, und zuletzt nach Franckreich gezogen, angefangen libera po. testate zu regieren, und also die Fränckische Oberherrschaft, welcher seine Vorfah⸗ ren einigermassen unterwürffig gewesen, sich zu entziehen, daher er von einigen Historicis vor den ersten Hertzog der Sachsen genomen wird. Seinen unsträf⸗ lichen Wandel und Gottesfurcht erkennet man auch darin, daß er aus Andacht in eigener Person nach Rom gewalfahrtet, und des Pabstes S. Innocenti Reli- quien mit heraus gebracht: Henricus Bodo bey Meibom. l. I. rer. Germ. p. 480. schreibet folgender Gestalt von ihm: Totius Saxoniæ(orientalis, se: quæ Albim attingit,& occidentalis) Dux& Princeps, tam bonitate& vitæ moribus clarus, quam genere nobilis. Zu seiner Zeit, nemlich Ao. 845, seyn die Dänen und Nordemännern mit vielen Schiffen die Elbe aufgefahretz, viel Menschen erschlagen, Kirchen und Klöster beraubet, und in die Asche gele⸗ get, insonderheit aber haben sie Hamburg, samt der neu erbauten Kirchen, zum ⁊ten mal aufs grausamte verwüstet, welche Stadt Ao. 8 10. von denen Wen⸗ den aus Pommern zum ersten mal verstöhret, aber von Carolo M. im folgen⸗ den Jahr wieder erbauet worden. Dieser Ludolphus ist Ao. 8 59 seelig in dem HeErrn entschlassen. Bru- — 3— ̃ ̃ a ¼———. Teil des Landes Dithmarschen. 225 — 5 f hand la, Rune 9 Bruno. 1 Ludolphus hinterließ nach seinem Tode 3 Söhne/ Bruno, Tangwyard und Otto. unter welchen Bruno, als der älteste, das Regiment über diese Nie dersäch⸗ lünder sische Länder überkommen. Dieser hat mit seinem Bruder Tanqwyard, die 1 alenls Stadt Braunschweig erbauet, und nach seinem Nahmen nennen lassen. Cran- 0 llanapie zius l. 2. Sax. c. 31. schreibet, daß weil Bruno die eine Seite des Flusses, und 0 gen, Tanqward die andere Seite bebauet, so wäre der Ort, lange Zeit, bald Bruns⸗ 0 chlekeong wick, bald Tanqwardes wick genennet worden, zuletzt hätte Bruno durch sein en Sohn Ansehen es dahin gebracht, daß nach seinem Nahmen der Ort allein genennet, Crstac indessen hätte Tanqward nahe daran ein Fürstl. Schloß erbauen und befestigen 6 Adolpho, lassen, so er nach seinen Nahmen Tankwarderode genennet. Unter dieses Brunonis Regierung haben die Dänen und Normänner abermahl Hollstein, Stormarn und Dithmarschen, überfallen, grausam Hauß gehalten, alles was 1 sie angetroffen, mit Feuer und Schwerd verwüstet und erwürget, auch Ham⸗ ei aus burg zum dritten mahl zerstöret. Von hier sind sie über die Elbe in das Lüne⸗ 1 eld, wel⸗ burgische gerücket, um auch daselbst ihre Grausamkeit auszuüben. Nachdem. Tahzlus Hertzog Bruno von diesem Jammer Nachricht erhalten, ist er, fernern Unheil i thut vorzubeugen, bemühet gewesen, und alle diejenigen zum Kriege aufgebothen, die dige in er aus einem Christlichen Eyfer bereit und willig fand, worunter allein 12 aus de⸗ beta po. nen vornehmsten Geschlechtern, aus Sachsen, welche etliche Grafen, nennen, 1 Volfah⸗ desgleichen die benachbarte Bischöfe zu Verden, Minden und Hildesheim, 1 einigen Theodoricum und Marquardum. Der Bischoff zu Bremen und Hamburg, 1 funsttäf⸗ Rembertus, aber blieb zu Hause und halff ihnen mit seinem Gebethe, wie Cran⸗ 6 Andacht zius J. a. Sax. e. zi schreibet, precibus adjuvans, quos armis carnalibus non b iti Rel. poterat. Mit welchem auserlesenen Heer Bruno dem Feind entgegen gezo⸗ Germ gen, und zu Ebstorff eine blutige Schlacht geliefert, in welcher die Christen nach alis, le einer starcken und tapfern Gegenwehr von der Menge der Feinde überwunden, tate& und alle erschlagen worden, Bruno selbst ist mit seinem Bruder Tanqward und 80.90 denen Bischöfen in einem Strohm Anno 880 ertruncken. Die todten Cör⸗ gehe per sind von den wütenden Feinden nackend ausgezogen, und unter einander ge⸗ 18 fehle worffen, daß man weder Fürstliche, Edel, noch Unedel, Christliche oder Weltli⸗ 15 . che, unterscheiden knnen. Nach solcher Schlacht haben die Dänen weit und 6 ö 111 breit das Land durchstreiffet, und bis in Frießland mit Rauben und Verwüsten 115 fortgefahren, von dannen sie uber die Elbe mit grosser Beute beladen, sich wieder 0650 in ihr Land gewendet. 00 dem Otto bru- 9——ͤ——̃ ę(Qũ— 2 1—. 2 226 2 Geschichte IV. Theil. Otto. Otto ein Bruder und Nachfolger Brunonis, suchte bey angetretener Re⸗ gierung allen von denen Dänen zugefügten und verursachten Schaden, so viel nur immer möglich, in seinem Lande wieder zu ersetzen, ruffete die zerstreueten und flüchtigen Unterthanen wieder zusammen, und setzete alles in einem solchen be⸗ glückten Zustand, daß auch die Stände des Römischen Reiches kein Beden⸗ cken trugen, nach Absterben Ludo vici IV., ihm die Kayserl. Crone anzutra⸗ gen, aber er schlug dieselbe wegen seines hohen Alters, aus. Er starb endlich A0. 916 oder wie andere wollen 912 und hinterließ einen Sohn Henricum J. der ihm denn auch in der Regierung gefolget. i Henricus I. Auceps. Henricus mit dem Zunahmen der Vogeler genannt, weil er von dem Vo⸗ gelheerd zur Kayserl. Würde beruffen wurde, folgete seinem Vater in der Re⸗ gierung mit solcher Klugheit, daß er von den Seinigen geliebet, von den Benach⸗ bahrten aber gefürchtet wurde: er hatte sich eine solche Macht erworben, daß er sein Sachsen als ein souverainer Herr regierete, darüber er des Kaysers Con- radi Mißgunst übern Halß zog, wiewohl der ihm doch nicht gewachsen. Denn alle listige Anschläge des Bischofs zu Mayntz, Hattonis, waren nicht zulänglich Henricum zu fangen, und wie der Kayser eine zahlreiche Armee ihn zu bezwin⸗ 1 gen ausschickte, so wurde dieselbe solchergestalt empfangen, daß ngelhuf. p. 173. auch ein Hof⸗Narr auszuruffen bewogen ward: Ulbinam esset tantus infernus, qui tantam cæsorum multitudinem capere posset. Dahero der Kayser von seinem Vornehmen abgestanden, und EHenricum zu sei⸗ nem Nachfolger vorgeschlagen, welche Kayserliche Würde Henricus denn auch Ao. 919 angetreten, und derselben rühmlichst vorgestanden. 8 Bey angetretener Regierung, hatte er mit denen Hungarn einen Still⸗ stand auf neun Jahr gemacht, und ihnen einen gewissen Tribut versprochen, um nur sein Sachsen in einen ruhigen und gutem Stande zu sehen; Wie er Adolfni Pithm: aber nach verflossener Zeit den Tribut wegerte, fielen die Hungarn Chron: in 2 Columnen mit einem grausamen Schwarm in Teutsch⸗ land. Die eine durch Bayern und Francken, in Thüringen; die ander aber mit Joooo Mann durch Preussen in Sachsen, denen der Kayser Hen ricus eine auserlesene Armee entgegen schickte, unter welchen aus Hollstein und Dithmarschen 28000 zu Fuß und 2000 zu Pferde, gezehlet worden Wie nun die Hungarn die Christen ins Gesicht bekommen, sind sie 0 re No Cram Sax. fees chan g d 61 1 Vl des Landes Dithmarschen. 227 — recht höllischen Geschrey Hui, Hui, angefallen, aber von diesem mit einem freudigen Muth unter dem Feld⸗Geschrey Kyrie Eleison, solcher gestalt empfan⸗ 1 5 1 gen worden daß ihrer über 40 oo ins Graß beissen, die ubrigen aber das Feld aa räumen müssen. fache Nach dieser erhaltenen Vicdorie hat sich Hemicus gegen die Dänen ge⸗ fn Bade wendet, welche durch unabläßige Einfälle, Nieder⸗Sachsen, insonderheit fe Nord⸗Albingiam sehr ruinirten. Allein ihr König Gormo, ein grausamer 11 1 Herr und Verfolger Christlichen Nahmens, wurde durch die Nachricht von 1 der Niederlage der Ungarn in solches Schrecken gesetzt, daß er um Friede bath, f und sich in allen nach dem Willen des Kaysers bequemte, auch gerne geschehen ließ, daß er zu Schleßwig einen eigenen Marggrafen setzete, das Land zu beschü⸗ tzen, weil der Kayser diese Stadt, zur Gräntze seines Reiches, bestimmet hatte. I. 3. Sax. e. 9. Cranzius will, daß dieses mal zu erst der Nahme Marggraf in Ge⸗ dem Yo⸗ brauch gekommen. n der Re⸗ Wie Henricus sich und sein Land in Ruhe gesetzet, so war er bedacht, sel⸗ Bmnach⸗ biges gegen alle Reichs- Feinde in einen guten Dekenlions. Stand zu setzen, , daß er daher er hin und wieder auf denen Gräntzen, Vestungen aufbauen, andere bb Con. Städte noch mehr befestigen und erweitern lassen; Insonderheit hat er einen Denn Cranz. I. 6. Grafen, Henricum den Kahlen oder Vetten, Anno 221 über länglich Sax. c. U. Dithmarschen verordnet und gesetzet, welcher zum Rosenfelde und bc wo vor diesem das Kloster Hersefeld gelegen, 3 Meilen von Stade, gewohnet, den, daß um auf die Bewegungen derer Dänen und Wenden ein wachsames Auge zu llbinam haben. Wie wohl es die Dithmarscher nicht gerne gesehen, als die da von te polet, Natur zur Freyheit geneiget, die vielfältige Schatzungen und Beschwerden nicht umzu se⸗ wohl ertragen konten. dannach Schließlich, so that der Kayser Henricus aus einem heiligen Eyfer eine Reise nach Rom. Er wurde aber auf den Gräntzen zwischen Thüringen und gen Sill Cranz. I. 3. Sachsen kranck, und nachdem er seinen Sohn Ottonem zur vsprochen, Sax. c. 13. Reichsfolge erwehlet, starb er A0. 936 den 2 Juni im ëosten Jahr Wee seines Alters, und wurde zu Quedlenburg, unter vielen Thränen seiner Unter⸗ chat chanen, in der Kirchen S. Petri begraben. 5 Teulch⸗ g 1 oder Otto I. Magnus. 1 Henrico folgete in der Regierung sein Sohn Otto J. mit dem Zunahmen ‚ 7 der Grosse. Er war ein Gottsfürchtiger und Gerechtigkeit liebender Herr, der wachen eine Wage jederzeit vor sich hängen e zum Zeichen der Begierde, das 5 lech. e 228 Geschichte IV. Theil. Engelhus Chron. se zu bestraffen/ und das Gute zu belohnen. Er hat die Gewon⸗ bag 179. heit gehabt, bey seinem Barte zu schweren, wie man denn er⸗ zehlt, daß nachdem eine Frau in Italien, um Rache den Kayser angeffehet„ wie⸗ der einen der sie genothzüchtiget, er in seiner Sprache geschworen: By Otten Barde/ he moit Barden schmecken/ und habe darauf denselben enthaupten lassen. Bey dem Antritt seiner Regierung hatte er viele innerliche Feinde, wel⸗ che er durch seine Tapferkeit überwunden. Unter andern vielfältigen Kriegen ist er auch mit den Dänen zerfallen, denn nachdem dieselbe den Tod Hentici, und daß sein Sohn Otto mit in- und ausländischen Feinden umgeben, ver⸗ nommen, ist ihnen der Muth wieder gewachsen, sind A0. 948 in diese Länder ge⸗ fallen, haben den Marggrafen zu Schleßwig ermordet, und daselbst die Ve⸗ stung wiederum zerstöret. Dieses zu rächen, ist der Kayser mit einer starcken Armee nach Jütland gezogen, und hat alles mit Feuer und Schwerd bis an den See, so noch heutiges Tages von ihm Ottensünd genennet wird, verwü⸗ stet. Es kam der König Halardus zwar bey Schleßwig ihm entgegen, er wur⸗ de aber in einer blutigen Schlacht überwunden, und gezwungen, den ihm vorge⸗ schriebenen Frieden zu unterzeichnen, darin er unter andern, die Christliche Keli- gion mit seinen Unterthanen anzunehmen versprechen muste. Es sahe aber der Kayser schon zum voraus, daß die Dänen bey vorkommender Gelegenheit, so wie vorhin, als auch künfftig, keinen Frieden halten dürfften, einfolglich Nie⸗ der⸗Sachsen in seiner Abwesenheit ihrer Wuth exponiret seyn würde; dahero er, wie Anno 951 Berengarius in Italien, ihm viele Unruhe machte, dahin bedacht war, einen tapfern Mann in Sachsen zu verordnen, der diesen feind⸗ lichen völckern widerstehen und das and für alle Einfälle schützen mochte. Diese Würde zu bekleiden, fand er niemand an seinem Hofe geschickter, als Hermann Billing, der jungen Printzen Hofmeister, welchen der Kayser, wegen seiner be⸗ sondern Tugenden sehr liebete, deswegen er ihn auch zum Fürsten von Sach⸗ sen, insonderheit derer an der Elbe belegenen Provintzien erwehlete. Ab. 974 im Majo, ist dieser grosse Kayser aus dieser Zeitlichkeit in die Ewigkeit versetzet, und zu Magdeburg beerdiget worden. Dessen Ruhm und tapffere Thaten zu beschreiben Ditmarus Mersburgensis 1.2. Chron. p. 43. nicht Worte genug finden kan, daher er nur dieses setzet: Daß nach Carl dem Grossen, keiner vor ihm gewesen, auch keiner nach ihm kommen werde, so ihm an Tugend und Tapferkeit gleich. Wenn er seinen Tod beschreibet, so setzet er: Ita. liæ, Daciæ& Saxoniæ salus Otto primus obiit. Her- 5 . des Landes Dithmarschen. 229 dec, an Hermann Billing. U 11˙ 5 Note Hermann Billing, soll nur eines armen Edelmanns So b 1 keshobn im Lüneburgischen gewesen seyn, nach dem Ace b Face eh und anderer; wiewohl Meibomius in seinen Vindiciis Billingianis sattsam glg erwiesen, daß er aus einem Gralflichen Sachsischen Geschlecht, und von der ka⸗ Fahkenie milie des Kaysers Otto nis entsprossen, und das erstere eine München⸗Fabel e so von Alberto oder Adelberto, ei f nobelsey, Veben, ber erto, einem aufgeblasenenErtz⸗Bischof von Bremen seLüsdan und Hamburg erdacht worden, der sich viel edler und höher hielte, denn diese Her⸗ h dec zoge von Sachsen, weil er noch aus dem W ettekindischen Stamm entspros⸗ fer snn sen. Wie er in Abwesenheit des Kaysers seine Treu und Sorgfalt in der Re⸗ verd his n gierung spühren lassen; so hat der Kayser ihn nicht allein in seinem Amte bestä⸗ 5 b tiget, sondern ihn auch zu einem Hertzog erkläret, ihm die Reichs⸗Lehn über⸗ e tragen, und ihm alle diß⸗ und jenseits der Elbe belegene Ländereyen, als seine ee Allodial- und Kammer⸗Güter, geschencket, und zwar aus der Ursachen haupt⸗ hm borge⸗ sächlich damit er sich dieser, als seiner eigenen desto besser annehmen, und dieselbe fache kel. bor den Anfällen der Dänen und Wenden desto tapferer beschützen möchte Er che che ist sonsten ein strenger und ernsthaffter Liebhaber der Gerechtigkeit gewesen, und dagen, bey dem kein Ansehen der Person gegolten, wie denn Crantzius von aach Ni⸗ ihm erzehlet daß er vor seiner Erhebung nur 7 Meyer, oder Bauren zu seinem 5 dhe Erbtheil gehabt, und nachdem diese, wegen begangenen Diebstals angeklaget e, dahin worden habe er kein Bedencken getragen, dieselde alle zusammen hencken zu 925 feen fand sen, ob er gleich keinen eintzigen nachbehalten, welche That aber ihm nachhero chte. Diese grossen Ruhm erworben, wie Adam Brem. I. 2. c. 4. schreibet: cujus novi- Hermani tate facinoris,& tunc charus in populo,& clarissimus deinceps kactus est 06500 in palatio. Er ist Ao. 973 im hohen Alter verstorben. oon Sac Benno. 17% Hermann Billing hinterli So de i ing hinterließ 2 Söhne Luderum, w a 1 85 1 Grafen in Nord Albingies 1 5 er fehlet 155 5 5 wels fal 1 sten bekennet es habe dieser Luder nur einige Güter in der Grafschafft Stade Cue besesen( dicermitseiner Gemahlin kmma beheyrathet. Der andere Sohn ht Fußsta 1 Vater in der Regierung, und trat in dessen rühmliche elk l. pfsen wie er denn die Ruhe und den Wohlstand seiner Länder auf das ausserste befoderte, Hamburg befestigte, und die Dänen und W. b urg befe enden solcherge⸗ dat Pen abwiese, daß sie sich nicht getrauet, bey seinem Leben, e Her- ieselbe wieder anzufallen. e giebt ihm den Ruhm, er sey gewesen e 2 Vir 230 Geschichte IV. Theil. Vir strenuus, defensorEcclesiarum,& omni probitate conspicuus. J. 1. c. 16. Crantzius l. 4. Sax. c. 23 will an ihm tadeln, daß er als einChristlicher Fürst, ein Heydnisch Fräulein, eine Tochter des Hertzogs zu Stettin, geheyrathet, doch ent⸗ schuldiget er ihn damit, er habe es aus einer guten Absicht gethan/ seine Schwäger dadurch nemlich, so viel ehender zum Christl. Glauben zu bringen. In währender Ehe zeugete er 3 Söhne, Brunonem, so in der zarten Jugend gestorben, Bern- hardum, so seinem Vater in der Regierung gefolget, und Thietmarum. Joh. Petersen schreibet, daß dieser Thietmarus, oder Ditmer, sey ein Herr der Hol— sten, Stormarn und Dithmarschen gewesen, und von seinem eigenen Traban⸗ ten in einem Kampf erschlagen, in Gegenwart des Römischen Kaysers Henrici, so ihm den Kampf nach Sächsischen Recht auferleget; denn er beschuldiget wor⸗ den, als hätte er dem Kayser nach dem Leben gestanden, welches der Ertz-Bi⸗ schoff zu Bremen und Hamburg verhindert; aber Cranzius J. 4. Sax. c. 23. zweifelt an der gantzen Historie. ä Bernhard. Bernhardus folgete seinen Vorfahren im geringesten an Tugenden nicht, sondern sein wunderlich Gemüth brachte viel Unheil über die Ueber⸗-Elbische Län⸗ Adam. Brem. I. 2. der, und so lange er regierte, ist kein Friede im Lande gewesen, c. 33 34 item. Krieg und Empörungen aber haben allenthaben die Fackeln J. 3 c. 43. angezündet. Denn, wie er aus Hochmuth sich wider den Kayser Henricum II. setzete, und mit selbigem in Krieg versiel, bedienten die Wenden sich der Gelegenheit, fielen A0. 1013 in die Ueber⸗Elbische Länder, verwüsteten alles mit Feuer und Schwerd, und verstöhreten Hamburg bis auf den Grund. Diese Verwüstung war noch nicht genug, der unersättliche Geitz trieb Bernhardum an, Völcker nach Hamburg zu schicken, die alles nieder ris⸗ sen und raubeten, was die Wenden noch überlassen, unter dem nichtigen Vor⸗ wand, als hätte der Bischoff Unwanus es mit dem Kayser Henrico gehalten, Helmold. Chron. Und getrachtet das Hamburgische Territorium an sich zu brin⸗ Sax. lib.. c. 17. gen. Aber seine Wuth wurde durch die Großmüthigkeit des Bischofs Unvvani solchergestalt unterbrochen, daß er sich nicht allein mit ihm wieder aussöhnte, und sich ins künfftige mild⸗ und freygebig gegen die Kirche be⸗ zeugete, sondern es wurde auch durch Vermittelung des Bischofs, der Streit mit dem Kayser gehoben und beygeleget; Er starb Ao. 1062 und hinterließ 2 Söh⸗ Orang. J. 5. ne, Ordulffum und Hermannum, die bey dem Leben ihres Vatern, Sax. c. 2. sich still und ruhig gehalten, aber nach dessen Tode haben sie ihren Adam: Brem. Haß und angebohrne Feindschafft gegen den Bischof zu Bremen 1. 4. c. i. seqq: und Hamburg mehr den einmahl spühren lassen. 8 Vie V. Te f . des Landes Dithmarschen. 231 18. bel a ph Die Gelegenheit, daß die Wenden A0. 1013, wie gemeldet, diese Länder so e dg Cranz. l. g. e, 34. Sax. grausam verwüstet, ist folgende gewesen. Mistewyoi, ein hut Helmold. l. e. Sohn Milelai, Fürsten zu Mecklenburg, wie er Ko. 999. Mihhender Jehan. petersen: Cranz. nach Absterben seines Vatern, die Regierung angetreten, beg, berg. J. 2. Vand. e. 42. ließ um des Hertzogen Bernhardi Tochter(etliche meinen rum. Ich. Schwester, oder Sohns Kind) eheliche Anwerbung thun, erhielte auch eine Hande beliebige Antwort von dem Hertzog. Miste voi, um sich danckbar zu erzeigen, nen Tuba rüstete 1000 seiner Unterthanen, mit welchen er in eigener Person sich Hertzog ls Henttz Bernhard beyfügete, und dem Kayser gegen die widerspenstigen Italiäner Hül⸗ llget ro fe leistete, ist auch bey aller Gelegenheit, mit den Seinen vor der Spitze gestan⸗ er Ert⸗, den, und hat durch seine Tapferkeit die ersten Anfälle der Feinde abgehalten, dar⸗ an. C. 2 über aber von den Seinigen wenige nach Hause gekommen. Als nun nach ver⸗ . richteten Feldzügen Mistewol wegen sothan geleisteten Krieges⸗Dienste, seine versprochene Braut begehrete, ward ihm dieselbe nicht allein abgeschlagen, son⸗ dern Hertzog Bernhard hat ihm diese hönische Antwort gegeben: es wäre nicht den sicht, billig und wohl gehandelt, daß man so ein edles Fräulein einem Hunde zur Ehe che dän⸗ geben solle. gelbesel, a N f f 1 Fackeln Mistewoi, durch diese Rede ergrimmet, anttvortete: Ey welche eine schöͤ⸗ ladet den ne Belohnung empfangen wir vor unsere getreue Dienste, die uns so viel Blut enten die gekostet, daß wir nun vor Hunde und nicht vor Menschen angesehen werden: he andi, Sind wir aber Hunde, so werden wir als Hunde gewaltig um uns beissen und rg bis auf bellen. Reitet darauf in Zorn davon, und rüstet ein grosses Heer zu Rethere, che Get welches eine alte Stadt in Stargardschen„in der Gegend Neu⸗Brandenburg ider ri gewesen/ mit welchen er den ihm angethanenen Schimpf bey Gelegenheit zu rä⸗ gen Vol chen gesuchet. Diese Gelegenheit gab sich nun wie Bernhard ausser Landes/ und gehale sich gegen dem Kayser empöret hatte, da fielen die Wenden in grosser Menge ch 105 ein, und durchstreiffeten Holstein, Stormarn und Dithmarschen grausam, er⸗ jake de mordeten alle Priester und Kirchen⸗Diener, verbrannten alle Kirchen, verwüste⸗ i 1 ten Hamburg zum Iten mahl, nahmen die Einwohner gefangen, marterten und u 109 tödteten sie erbärmlich, wie sie denn auch die alte Volckreiche Stadt Oldenburg Aich 4 gantz von Einwohnern entblösset. Von hier sind sie nach Brandenburg gezo⸗ Wee gen, und daselbst nicht weniger gewütet und den Marggrafen verjaget. Endlich, 626 nachdem Hertzog Bernhard sich mit dem Kayser wieder ausgesöhnt, hat er mit be Hülfe des Bischoffs Unwvani die Wenden in einer grossen Schlacht über⸗ ehen wunden, und zum Gehorsam gebracht. Cranzius schreibet, daß dieser Milte. Bletsen S 1 Die 1 . ———„F 0—— A—— i— 2—— 2 0 eee 4 0 232 Gestchichte IV. Theil. woi selbsten in dieser Schlacht geblieben, da doch andere behaupten, daß er zehlöple Chron: 40. 103 3. die Christliche Religion angenommen„derhalben banden, 163, ihn seine Unterthanen verjaget, und er nach Barde vie entwei⸗ chen müssen, da er auch gestorben. Ordulffus. bab Es ist albereit oben erwehnet, wie daß Hertzog Bernhard 2 Söhne ge⸗ abt, Ordulffum, so nach dem Tode des Vatern„Hertzog zu Sachsen gewor⸗ den und Hermannum, welchen Joh. Petersen einen Grafen zu Hollstein, Ster⸗ marn und Dithmarschen, nennet, setzet aber hinzu, etliche wollen zu Oldenburg, und sey ohne Erben gestorben; Nun kan dieses nicht wohl seyn, daß er solte übet Dithmarschen regieret haben„denn man der Grafen zu viel zehlen würde, wei⸗ len ohne dem, wie wir nachhero sehen werden, 2 Grafen in den Geschichten ge⸗ setzet werden, so zugleich zu der Zeit über Dithmarschen geherrschet haben. Es wird zwar dieser Hermann in einem Diplomate, de Ao. 1088. Comes de Hammaburg, an den Ertz⸗Bischof Liemarum genannt, und des Carionis Cro- 14 b. 3. 5. 214. nicon will darthun, daßdie Hertzogen in Sachsen, aus ihrer Fami- lie, die Ueber⸗Elbische Lande, in die 150 Jahr also regieren lassen. Seine Worte lauten also: Hi Duces(Saxoniæ) contra Danos& Henetos, Nord- Albin- Sorum regionem, quæ hodie Holsatorum est, tanquam suam administra. runt, per aliquem ex sua Familia natum ut tunc moris erat, Comitum titulo, annos circiter centum quinquaginta. Wenn wir aber Cran- 1.5. Sax. c. 2 Zium etwas genau ansehen, so ist leicht aus der Sache zu kommen, da es gar wol seyn kan, daß er ein Graf zu Holstein gewesen, ohne über Dith⸗ marschen regieret zu haben wiewohl es doch sehr zweifelhafft ist. Seine Worte sind folgende: Ordulffus Ducatum, Comit administravere; Sed quæro quem Comita Possumus aut illum antiquissimum Phrisiæ sem, de quo plurima fuit posteris contro Holsatiæ accipere; Sed plurima in eam atum Frater ejus Hermannus, tum? Annales non expressere. de Aldenborg, vel illum Staden- versia, vel illum Trans. albinum partem dicta inclinant, ut sit Co- mitatus Phrisiæ, quem nunc Aldeburgensem vocamus. Allein auf den Hertzog Ordulffum zu Sachsen zu kommen, so ist wenig von seiner Regierung zu melden, was unsere Dithmarscher Historie anlanget, daher wir ihn nur wegen der Ordnung, wie nicht weniger seinen Sohn, Her⸗ tzog Magnum, hier einführen wollen: denn was die Unruhe und Kriege derer Wenden betrifft, daran diese Hertzoge mit antheil genommen so will ich 1155 gleick eh 0 abt Holey au Obe dug nit 5e HGasihenge dchchen. Gz 8. Comes de Cons Cro. N Ge lung ond. Ahn. auninidra. Comitum ber Cra. kommen, lber Dit ile Wolte rmannus, vpressere, m Staden. . Albinum ut stt Co. sost bent eanlange U, aer Jace glich der Landes Dithmarschen. 233 gleich absonderlich anführen, wenn ich nur vorhero Hertzogs Magni werde Er⸗ wehnung gethan haben. Magnus. Hertzog Magnus folgete seinem Vater zwar in der Regierung, aber mit keinem sonderlichen Glück, und ob er wol eine lange Zeit gelebet, und A0. 1106. allererst verstorben, so findet man doch, wegen Mangel der Geschichte, von selbi⸗ ger Zeit, nicht was er sonderlich verrichtet habe; Nur daß er nicht lange nach dem Wendischen Kriege mit dem Kayser Henrico Ab. 1070 verfallen, darüber er aber aller seiner Länder verlustig, er selbsten gefangen, und auf dem Casteel Hartesberg, in beschwerlicher und langer Gefängniß, geplaget worden, bis endlich Anno 1073 Hermannus, des Ordulffi, Hertzog Magni Vatern Bruder, sich seiner angenommen, und den Kayser gezwungen, Hertzog Magnum auf freyen Fuß zu stellen, und ihm seine Länder wieder einzuräumen. Wendische Geschichte. Mistewvoi, ein Wendischer Fürst(von dem allbereit etwas gemeldet) hinterließ 3 Söhne, Anadrog, Gneus und Udo, oder Otto, davon der letzte ein Cranz. l. 4 grausamer Verfolger der Christen, und der wegen seiner Tyranney Sax. c. 38. von einem Holsteinschen Edelmann A0. 105 J. erstochen worden. Wie Sodoscalckus sein hinterlassener Sohn, so ein getauffter Christ, und zu Lü⸗ neburg damahl in die Schule gangen, den Tod seines Vatern erfahren, hat er Helm. I. I. e. 19. die Schule und den Christlichen Glauben verlassen, ist in Wend⸗ land gezogen und hat allda ein groß Volck von Strassen⸗Räubern versamm⸗ let, mit welchem er, Holstein, Stormarn und Dithmarschen überfallen, alle Christen ermordet, Kirchen und andere Häuser verwüstet und verstöhret, also, daß nichts unbeschädiget geblieben, ohne allein die sich mit Weib, Kindern und ihren Gütern, in die Vestungen Itzehoe und Boeckelnburg in Dithmarschen mit gewaltiger Hand errettet, oder die sich aus dem Lande begeben, als welche in die 600 Familien sich an den Hartz niedergelassen, Helmold. I. 1. c. 27. Cranz. 1. 3. Metrop. c. 3. Es hat aber diesem Godoscalk die Tyranney bald gereuet, darum er auch von seiner Boßheit abgestanden, Friede gemacht, und den Christ⸗ lichen Glauben wieder angenommen: dasChristenthum hat er in seinenLändern darauf gepflantzet, und wieder aufgerichtet, Kirchen und Gottes-Häuser, so bey seiner und seines Vaterneit verwüstet, hat er wieder aufgebauet und mit gelahr⸗ ten Männeru besetzet, er selbsten hat seinen Unterthanen in Wendischer Sprache Helm. I. c. c. 23. das Wort Gottes geprediget, darüber er in einem Aufruhr 1115 en ——. ̃. ̃]— V—— 2 ——— 7 ˙—T...; — ö 9 N n 234 Geschichte V. Theil. i. den Wenden den öten Juni 1066 erbärmlich zu Lentzen getöͤdtet worden, hin⸗ Fel 0 0 terlassende 2 Söhne, Buthue und Henricum. Die Wenden besorgeten, daß stan 1 0 Buthue den Tod seines Vatern rächen mochte, derhalben verjageten sie ihn n e und erwehleten Cruconem oder Critonem, einen Sohn Grimi aus Rügen zu g 9 0 0 ihrem Herrn, einen abgesagten Feind Christlichen Nahmens: und obwohl Bu- ff. 1 thue vom Hertzog Ordulffo(bey dem er seine Zuflucht genommen) wieder in unt 6 0 seine Länder gesetzet wurde, ist er doch zum andernmahl von den Wenden ver⸗. ö 1 Crapz. 3. Vand. trieben, weil er für einen Verräther der Freyheit seines Vater⸗ Hen 1 e. 6. 7. g. landes angesehen ward. Also kam Buthue wieder, und suchte He ö 0 0 Hertzog Magnum um Hülffe an, weil Ordulffus selbigem die Regierung über⸗ hat! 1 ö N tragen; Auf dessen Befehl denn, die Holsteiner, Stormarn und Dithmarscher Be 0 9 9 mit grossem Volck zu Hülffe sich gerüstet, indessen Buthue mit 6 Mann Bar⸗ 0 dewicker(assumtis fortissimis Bordorum sagt Helmoldus) unerwartet der ö andern Auxiliar-Trouppen in Plön gerücket, und daselbst von Crucone hart 10 belagert worden. Die Wenden haben den Bothen, so die Holsteiner, Stor⸗ 1% maren und Dithmarscher um Kundschaft abgefertiget,(denn sie in grosser Menge 9 1 9 Helmola. l. e. bey dem Fluß Schwale, nicht weit von Plon avancirt waren) 0 aufgefangen, und durch ein Geschencke von 20 Marck, auch das Leben zu fristen, 2 0 dahin bewogen, daß er erstlich dem Buthue angekündiget, als wenn er sich keiner 2 0 0 Hülffe zu getrösten, darnach auch den Holsteinern, Stormarn und Dithmar⸗ a. ö schen angemeldet, daß es mit der Belagerung keine Gefahr, und also damit über⸗ l 4 0 redet, daß sie aus einander und ein jeder nach seiner Heymath gegangen. Da⸗ un 1601U0U0 durch nun und wegen eindringender Hungers⸗Noth wurde Buthue gezwun⸗ Ade 11100 gen sich nebst den Seinen auf gewisse Conditiones dem Feinde zu ergeben, 80 10000 10 welche Conditiones aber von Crucone nicht gehalten worden, sondern Buthue 5 i 0 wurde mit seinen Bardewickern A0. 1067 jämmerlich vor Plön ermordet. 1 0 N 0 Nach dem Tode Buthue erlangete Cruco das gantze Regiment uber Mecklen⸗ E 0 burg und Wagerland, hat sich auch Holstein, Stormarn und Dithmarschen bee 16006 ö 90 bemächtiget, und zinßbar gemacht, Hamburg 2 mahl A. 1072 beraubet, und die feng — 1000 Christen gepeiniget und getödtet. Man schreibet, daß 600 Erbgesessene, mit cc 160 0 allen den ihrigen, wegen solcher Tyranney aus diesen Landern entwichen, und sich l 100000 Cranz. I. 3. in dem Hartz wieder niedergelassen; Endlich ist dieser Blutdürstige e Vandal. c. 19. Tyrann auf Anstifftung seiner eigenen Gemahlin Schlavianæ e von Henrico, einem Bruder des ermordeten Buthue, auf einer Gasterey getöd⸗ 0 tet worden. Solchergestalt kam Henricus wieder zum Besitz der von seinen e Vorfahren ihm angeerbten Landen, und heyrathete die nachgelassene Wittwe bog 00 des Critonis. Darauf hat er mit denen Holsteinern, Stormarn und Dith⸗ Ha 10 marschen ein Bündniß aufgerichtet, welche ihm denn zu allen Zeiten gegen seine. 1 ö 0 ö N 3 0 1 100 Vel. 7 08 des Landes Dithmarschen. 235 U i f f 8 ab i Feinde und rebellische Unterthanen, grosse Hülffe geleistet; durch deren Bey⸗ n se hn stand er die Rugianer/ so mit grossem Volck und vielen Schiffen den Tod Crito. ge nis zu rächen, die Trave hinauf gefahren, und Lübeck belagert hatten, in einer chgalgu grossen Schlacht bey Schmielau überwunden und sich unterwürffig gemacht nch i hat. Um diese Zeit haben die Holsteiner und Dithmarscher sich aus ihren Ve⸗ Nadal Helmold. I. c. stungen,dahin sie wegen Unst icherheit und Kriegen verborgen, aller⸗ eng e 37. ert hervor begeben, und ihre Häuser wieder gebauet. Wie auch „iche Henricus mit Nicolao dem Könige in Dännemarck seiner Mutter⸗Bruder, in 2 Krieg gerathen, weil ihm derselbe sein Mütterliches Erbtheil vorenthalten; so 15 hat er mit Hülffe seiner Bundes⸗Genossen, der Holsteiner und Ditmarscher, viel um By Beute und grossen Raub aus dem Hertzogthum Schleßwig gehohlet, und das 1 0 Land offtmahls überfallen und beschädiget. 98 Verfolg derer Hertzoge zu Sachsen. „Suu Wie der Billingische Stamm mit dem Hertzog Magno ausgestorben serglenge gab der Kayser Henricus V. das erledigte Hertzogthum Gachsen eh irt waten) Grafen von Supplingburg, so nachhero 40. 1125 zur Kayserl. Würde erho⸗ uffisen, Hel mold. l. 1. ben; Was aber die Ueber⸗Elbische Länder betrifft, so hatte Her⸗ schlene e 35. seqg. tzog Magnus solche einem vornehmen von Adel, Godtrido. zur Athmar⸗ Lehn gegeben, welcher Hamburg zum siebenden mahl erbauet. Da nun die⸗ alt über⸗ Lambec: Orig: ser im Streit wider die Heydnische Wenden geblieben, hat der l. Da⸗ Hamb. p.78. Sächsische Hertzog Lotharius, dieses Sächsische Lehn, dem s geywun⸗ Adolffo, einem Grafen zu Schauenburg, A0. 1114. oder wie Traziger will, ergeben, Ao. 1120 übertragen: Weil aber dieser so wenig als jener Herr über Dithmar⸗ n Buthue spangenb. Schaunb. schen gewesen, sondern ihr Regiment nur über Holstein und elmordel. Chron. p. 10.& 17. Stormarn sich erstrecket; so habe selbiger nur deßwegen Mecklen⸗ Erwehnung thun wollen, damit in künfftigem Verfolg der Gräflichen Historie marschen keine Irrung entstehen möge. Denn Dithmarschen jederzeit ihre eigene Gra⸗ et und die fen gehabt, so es von den Hertzogen zu Sachsen zur Lehn empfangen, und die ene, mf auch allemahl die Oberaufsicht über Dithmarschen prætendiret, ob sie gleich n 10 viel Streit darüber mit den Bischöfen zu Bremen gehabt. 5 suldüstge ane Albertus Ursus. ay get Kayser Lotharius, weil er keine leibliche Erben hinterließ übertrug sein Her⸗ bon feht tzogthum Sachsen A0. 1137. seinem Schwieger⸗Sohn, Henrico Superbo, e Mlle Hertzog in Bayern. Da nun der Kayser kurtz hernach auf der Rückreise aus 0 Oh Apulien verstarb, wolte Conradus, als der in der Kayserl. Dignität succedir- gal sale Dd te/ Fande 236 Geschichte IV. Theil. te, diese Belehnung nicht billigen, sondern belehnte Albertum Ursum, Marg⸗ grafen zu Soltwedel, mit diesem Hertzogthum. Allein Albertus blieb nicht lange in Besitz, sondern wurde bald von Henrico Superbo aus der Pofsession gesetzet, bis endlich der Kayser die Sache dahin verglich, daß Henricus Sach—⸗ sen behalten, hingegen Albertus die Marggrafschafft Brandenburg empfangen 11 0 Doch starb Henricus bald, nicht ohne grossen Verdacht einer Ver⸗ gifftung. 8 Henricus Leo. Henrico Superbo, folgete in der Regierung sein unmündiger Sohn Hen⸗ ricus, mit dem Zunahmen der Löde; Dieser Hertzog hat in seinem Leben be—⸗ sonders seltsame Fata erfahren, und den Mißgunst der Geistlichkeit rechtschaffen fühlen müssen. Weil aber solche zu unserm Zweck keinen Beytrag thun, übergehen wir dieselbe mit Stillschweigen; Und was hauptsächlich von ihm könte gemeldet werden, als daß er Dithmarschen mit Krieg überzogen, Steller⸗ borg erbauet, einige Dörffer dem Bischof zu Bremen geschencket, solches und dergleichen findet einen füglichen Platz in den Geschichten derer Grafen von Dithmarschen, daher dieselbe bis dahin verschoben werden. Dieses ist nur noch zu mercken, daß dieser Kenricus Leo der letzte Hertzog in Sachsen gewesen, so einige Lehn und Schutz⸗Gerechtigkeit über Dithmar⸗ schen gehabt. Denn bey seinem Leben hat sich Dithmarschen von dem Bischof zu Bremen und zugleich von Sachsen gerissen, und sich unter den Schutz Wal- demari, Bischofs zu Schleßwig, begeben; Und nachdem ihnen auch diese Re⸗ gierung nicht angestanden, haben sie zwar sich der Geistl. Jurisdiction derer Bi⸗ schöͤfe zu Bremen wieder unterworffen, niemahlen aber eine weltliche Herrschafft frembder Fürsten über sich erkennen wollen, sondern bey der unter sich einmal eingeführten Regierungs⸗Form sich zu beschützen, getrachtet. Von denen Grafen zu Rosenfeld, so mit Dithmarschen belehnet worden. Es ist bereits oben erwehnet worden, wie der Kayser Henricus Auceps, nachdem er seine Länder vor allen ausländischen Feinden in Ruhe gesetzet, die Grafschafft Stade oder Hersefeld, zu der Zeit Rosenfeld, mit Dithmarschen ver⸗ einiget, und einem Grafen verlehnet, damit dieser, als in der Nähe wohnend, ein besseres Auge auf die Bewegungen derer Normänner und Wenden haben, und alle sowohl disseits als jenseits der Elbe belegene Länder, so viel ehender decken und beschützen könte; auch wenn er etwan durch die Menge und 8 derer einde NV. Tia —— lum J Mg tus hlch nt der b o seston enricas Each ig fingen cht eng In Sohn lien mn Leben h lechtschaff eytrag thun ich bon ihn en, Stelle. solches und Grafen bon . Hertog Dithmar⸗ M Bschof hut Wal. h diese Re⸗ n derer J Herrschaff sich einmal us Auceps, geschet, 1 atschen be⸗ ahnend el oben, ud soardecken walldeket Feinde des Landes Dithmarschen. 237 Feinde überwunden, aus einem Theil zu weichen gezwungen würde, er dennoch in dem andern seinen sichern Aufenthalt haben möchte; Solchem nach wird nö⸗ thig seyn, daß wir auch derer Leben, und was sich zu ihrer Zeit in Dithmarschen zugetragen, erwegen, nachdem wir vorher schon die Sächsische Fürsten, denen die Ober⸗Lehn von Dithmarschen zuständig gewesen, betrachtet. Henricus I. Calvus. Dieser Graf Henrich der I. zugenannt der Kahl⸗Kopf, oder mit der Gla⸗ tze, ist der erste gewesen, welcher von dem Kayser Henrico dem Vogeler Anno 921 mit Dithmarschen belehnet worden. Er war ein frommer und fried⸗ fertiger Herr. Er hat verschiedene Söhne gehabt, die alle bey seinem Leben verstorben, bis auf einen„ so ihm in der Regierung gefolget; dieser Graf ist Ao. 940 seelig in dem HErrn entschlaffen. Sein Vater war Graf Luder, der ebenfals zu Rosenfeld seine Relidenoe gehabt, ein ansehnlicher tapfferer Herr, der in dem Treffen, so mit den Wenden bey Lentzen in der Marggrafschafft Brandenburg gehalten, A0. 93 1 erschlagen worden, nebst einem andern Gra⸗ fen, gleiches Nahmens, und der ein Ueber⸗Aelter⸗Vater des Ditmari, Merse⸗ burgischen Bischofs, väterlicher Linie gewesen, wie er selbsten berichtet und bey⸗ den folgendes Lob beygeleget: Ex nostris autem duo abavi mei, (hron. p. 6. uno nomine, quod Luther fonat, signati, milites optimi& genere clarissimi, decus& solamen patriæ, nonis Septembris cum multis aliis oppetiere. Henricus II. s. bonus. Dieser hatte sich anfänglich dem Geistlichen Stande gewiedmet, und war Duhm⸗Herr zu Hildesheim geworden. Wie aber alle seine Brüder jung ver⸗ storben, hat er auf Anrathen seiner Freunde den Geistlichen Stand verlassen, und sich vereheliget. In welcher Ehe erz Söhne gezeuget, Henricum(Cran— zius und Adamus nennen ihm Theodericum) Udonem und Sigfridum. Zu Zeiten Kaysers Ottonis II. hat er nebst Hertzogen Bernhard die Schantzen an dem Dennewerck eingenommen. Auch hat er ein Kloster zu Hersefeld gestiff⸗ Cranzius l. G tet, und stattliche Einkünffte dabey geleget, daher er anch vermuthlich Sax. c. 5. von den Mönchen bonus oder benignus genennet worden. Daß Hist cel. l. 2. er aber sein Schloß solte niedergebrochen, und davon das Kloster c. 32 p. 64. erbauet haben, wie Cranzius will,, läst sich nicht wohl aus dem Adamo erweisen, wenn er schreibet: eodem tempore venerabilis Coines Heinricus in Rosafeldan, fecit præposituram, annuente Libentio, Archie- Dd 2 pisco- 235 Geschichte WW. Thel. piscopo,& Ecelesiam consecrante. Sonsten hatte auch dieser Graf zu An⸗ Crans. ¶ f. fang seiner Regierung viel Streit mit Hertzog Hermann zu Sachsen, 7. 34.35. den er wegen seiner übermäßjgen Hoffart und Pracht bey dem Kay⸗ 5 Otto dem l. verklagte, wie solche KHistorie Ditmarus weitläufftig beschrei⸗ et, und endlich mit folgenden Worten beschliesset: quem torque aureo do- natum; Cæsar dimisit remeare, suosque familiares, contristatis hostibus lætificare. Henricus III. Zu dieses Grafen Zeiten, nemlich A0. 988 sind die Dänen„welche 1. c. p. 7. AdamusAscomannos nennet, mit vielen Schiffen die Elbe hinaufge⸗ Ditmar p. 76 fahren, bis in die Zwinge, und den umliegenden Einwohnern, durch Rauben viel Schaden zugefügt, denen die 3 Bruder, Udo, Henricus und Si- getridus, nebst einigen zusammen gesammleten Völckern sich entgegen gesetzet, und zu Wasser ein scharffes Treffen mit den Dänen gehalten, seynd aber mit ihren Völckern gäntzlich geschlagen worden. Grafen Udo wurde der Kopf ab⸗ gehauen, Graf Henrich und sein Bruder Sigefridus nebst vielen Vornehmen, gefangen, und mit Ketten gefesselt, auf der Dänen Schiffe gebracht. Sobald Hertzog Bernhard zu Sachsen, von dieser unglücklichen Schlacht, die betrübte Zeitung erhalten, sandte er sogleich jemand ab, so mit den Dänen wegen Be⸗ freyung derer gefangenen Grafen handeln und eine grosse Ranzion darbieten müssen, welche sie denn auch angenommen weil aber so viel Geld auf einmahl nicht hat zusamen gebracht werden können, so haben sie zwar Henricum der Ge⸗ fängniß erlassen, und seinen Sohn und die übrigen wegen des residui als Geissel zurück behalten: Graf Sigetrid aber ist heimlich, von einem seiner Fischer, bey Nacht⸗Zeit, da er die Wache truncken gemacht, ans Land gebracht, von dar er zu 55108 nach Herseseld, bey seinem Bruder unvermuthlich angekommen. So ald die Dänen die Flucht Graf Sigelrids bermercket, sind sie solchergestalt ent⸗ rüstet, daß sie allen Gefangenen beyde Hände abgehauen, Nasen und Ohren abgeschnitten, und sie also gestümmelt, halb todt in den Haven geworffen haben, 1 qui postea multo supervixerunt tempore opprobrium Impe- 1755 3 0 rio,& miserabile spectaculum, omni facti populo; schreibet 5 Adamus, und hänget folgendes ferner hinzu: So bald sigefri⸗ dus aus der Dänen Gewalt war, sammlete er eine Armee wieder zusammen, und erlegete mit Hülffe Bennonis, Hertzogs zu Sachsen, den grösten Theil der Dänen, die ubrigen aber, so er gefangen bekommen ließ er insgesamt aufhängen, nahe bey Stade an dem Ort, daß davon den Nahmen Worgebuer erhalten. Es U, woche hinausg⸗ ern, dung us und. n geseze, aber mit Kopfab⸗ cnehmen, Sobald helrüble gen Be⸗ Albieten anmahl nder Ge 6 Gessc cher, bey dar er zu n. So stalt ent d Ohren n habe m Impe: schuabet d gelt sammes, Thaler cala. Es des Landes Dith marschen. 239 Es ist aber an diesem Siege billig zu zweifeln, weil Ditmarus, so mit gegenwär⸗ tig gewesen, und Grafen Sigetrids Geissel werden sollen, nichts davon meldet. Graf Henrich hat nach diesem Kriege noch lange Zeit gelebet, und ist Ao. 1016 ohne Erben verstorben. Anno 994 ist ein sehr harter Winter gewesen, da es von dem raten Octobr. bis den 14 NMay beständig gefroren, darauf ein heisser Sommer, theure Zeit, und groß Sterben gefolget, daß auch viele Dörffer in Dithmarschen rein ausgestorben. Sigefridus I. Von diesem Grafen ist albereit unter seinem Bruder das nothwendigste angeführet worden, nur ist noch dieses zu melden, daß, wie er nach dessen Abster⸗ ben, die Regierung angetreten, er Stade, so vorhin nur ein offener Flecken, ge⸗ waltig verbessert und befestiget habe, gegen die Anläuffe der Dänen und Nor⸗ männer, so sich damahlen die Herrschafft über gantz Sachsen angemasset: Al. bertus Stadensis will, dieser Graf habe Stade erbauet, dem aber Cranzius wiederspricht und erweiset, daß Stade weit älter sey. Sigefridus II. Marggraf Sigelrid hinterließ einen Sohn, Sigefridum II. welcher mit Crans.] 6 San.. 6. seiner Gemahlin Adlla oder Edel, einen Sohn mit Nahmen Iba. 10. Luderum zeugete, und Cranzius meinet, dieser Luder sey ein Vater Udonis I. gewesen, aber Joh. Petersen ist der Mei⸗ nung, daß Luder auch Ido sey genennet worden, welche letztere dann auch am wahrscheinlichsten, denn Cranzius sagt: Luder habe im Ehe⸗Bette gehabt, Ru- doll Hertzogs zu Schwaben welchen die Sachsen Kayser Henrich IV. zu⸗ wider, zum Kayser aufgeworsfen,) Vatern Schwester: und Joh. peterlen saget; Luderus nahm zur Ehe die Schwester Grafen Cunonis zu Reinfel⸗ 1. 5. c. 2. den die gebahr ihm UIdonem II. Nun ist uno von Reinfeld, Hertzogs Nudolffi zu Schwaben Vater. Cranzius nennet auch Rudolffum von Reinfelden selbst wie es denn nicht wohl moglich ist, wenn man die Jahre ansiehet darin sie solten gelebet haben, daß so viel Grafen nach einander in so furtzer Zeit solten regiere haben. Denn Henricus II. und Sigefridus I. ha⸗ ben zu Hertzog Bernhard Seiten regieret, und nach ihnen Sigefridus II.; dann Luder, Udo I., UHdo II. Ludolff, Dedo, Eddeler, Eggebert und Ida Witt⸗ we. Nun ist Graf Sigetridus II. A0. 1040 und Ida 1067 berstorben; Ist d 3 also Geschichte IV. Theil. also nicht wohl möglich, daß in so kurtzer Zeit so viel Grafen solten gewesen seyn; Denn, obschon die Wittwe ihre Männer nebst dem Sohn überlebet, so sind dennoch 5 bis 6 nach Cranzii Meinung, welche in einer so kurtzer Zeit über Dith⸗ marschen regieret hätten. Allein die Geschichtschreiber sind hier, wie in allen andern Händeln, dieser Zeit sehr unordentlich, wo nicht unrichtig. Denn sie 2 Grafen unterschiedener Linie über Dithmarschen setzen. Daß also die Dith⸗ marscher, so ein frey Volck seyn und keinen Herrn über sich leiden wollen, mehr Herrn denn sie jemahlen gehabt, in den Geschicht-Büchern bekommen. Doch könte man die Historicos dahin vergleichen, daß Udo J. oder Luder II. zwar die Regierung angetreten, aber von dem Kayser Henrico III. vertrieben, und sein Sohn Udo II. nach der Gräfin Idær Tode die Regierung wieder erlanget. Auch die Dithmarscher Dedonem und Etlerum sogleich bey angetretener Regierung ermordet. Udo II. oder Huder. Nach des ersten Udonis Tod ist Udo II. im Regiment gefolget und ein Marggraf zu Saltzwedel gewesen, welcher Grafen Sigetridi Il. Sohn, oder wie andere wollen Bruder soll gewesen seyn, und von dem Kayser Henrico III. seiner Herrschafft gäntzlich entsetzet worden, darum, daß er mit den Wenden ein heimlich Verbündniß aufgerichtet. a Ludolf. Nach der Entsetzung Luderi oder Huderi verlehnete der Kayser die Grafschafft Stade und Dithmarschen seines Brudern und des Pabstes Leo. nis IX.(der vormahlen Bruno geheissen, ein gebohrner Graf von Dagsburg aus der Elsaß, und den 28 Febr. 1048 Römischer Pabst geworden) Schwester Tochter Idæ Gemahl, Lippolt oder Ludolff, welcher zu Elstorp, jm Stifft Bre⸗ men gewohnet, und mit den Grafen zu Stade verwandt war. Er hatte eine Tochter Odam gezeuget, die dem Groß-Fürsten in Rußland ist vermählet wor⸗ den. Andere aber sind der Meinung, daß dieser Ludolphus nicht mit zu rech⸗ nen sey, weil er bereits zu Luderi oder Udonis Zeiten gestorben. Dedo. Cilic. l. 1. Nach Ludolffi Tod heyrathete die Wittwe Graf Dedo, welcher 5.34. von seinen eigenen Unterthanen, den Dithmarschern Ao. 1044 erschla⸗ gen worden/ und einen Sohn Eggebertum hinterlassen 5 * Edler ele gen fle Diese dem die an mel 4 dude Theil 5— en gaz „ sosd el Dith ein allen Denn ste e Dith⸗ „ mehr „ Doch J. Pad 1, und ech get. Jug Negierun „And ein , oder Nico Ill. söcn ein syset die les Leo. agsburg chtwester fft Ble⸗ atte eine let wof⸗ tua; „lh ace pale — 7«,——— ẽÄ—'— k: k U4wæ——— 4 ʒäů—— — F 0 des Landes Dithmarschen. 241 Edler oder Ettelerus. Nach dem Tode Dedonis hat die Gräfin ihren dritten Gemahl geheyrah— tet Nahmens Edler oder Ettelerus, albus non sapiens der auch von den Dith⸗ marschern erschlagen, und ein gleiches Glück mit seinem Vorweser gehabt. Eggebertus. Nach dem Tode Etteleri kam die Regierung an Eggebertum, einen Sohn der Gräfin Idee, anderer Ehe; Er ward aber von dem Marggrafen zu Joh. beter Saltzwedel Udone, Luderi II. Sohn, Ao. 1050. im Felde bey p. 19. Elstorp erschlagen, dieweil er selbst besser Recht an Dithmarschen zu haben vermeinte. Er hinterließ keine männliche Erben, die Tochter aber wur⸗ den an den Grafen zu Oldenburg Luchow, und andere Sächsische Heern vermählet. 104, Die Gräfin Ida, ihrer Männer und eintzigen Sohns, sich beraubet se⸗ hend, reisete nach Rom, und klagete ihr grosses Elend und Betrübniß dem Pabst Leoni IX. ihrem Oheim. Er aber, als ein frommer und Gottsfürchtiger Herr, tröͤstete sie mit Gottes Wort, und erinnerte, sie solte Marggraf Udonem deswe⸗ gen nicht hassen, sondern ihm solche Mißhandlung von gantzen Hertzen vergeben. Diese Erinnerung des Pabstes fruchtete in dem Gemüthe der Gräfin so viel, daß sie mit freudigem Muth nach Hause reisete, vergab nicht allein dem Marggrafen, die an ihrem Sohn verübte Mordthat, sondern nahm ihn auch für ihren Sohn und Erben aller ihrer Güter und Länder an. s A0. 1064. ist eine gar theure Zeit und grausame Pestilentz durch das gantze Land gewesen. f Udo. Solchergestalt nun brachte Marggraf Udo nach dem Tode der Gräfin Idæ, Anno 1067. die Grafschafft Stade und Dithmarschen wieder an sein Ge⸗ schlecht. Es ist dieser Marggraf ein berühmter und mächtiger Fürst des Reichs gewesen, dann er die Marck⸗Brandenburg, die Grafschafft Stade und Dith⸗ marschen besessen. In seiner Jugend hat er sich dem Ertz-Bischof Aldebrando oder Bezelino wiedersetzlich erzeiget, nachhero aber hat er dem Ertz-Bischof zu Hamburg, Adalberto, die Grafschafft Stade und Dithmarschen übertragen, und hinwieder von ihm zur Lehn empfangen, weiln der Ertz-Bischof, als ein sehr hochmüthiger Mann, und der mit einem Hamburgischen c chwan⸗ 242 Geschichte IV. Theil. — schwanger gieng, keinen Grafen in dem Bezirck seines Bischofthums leyden wolte, so ihm nicht mit dehns⸗Pflichten verwandt wäre. Udo ist Ao. 1085. ver⸗ storben, und hat 3 Söhne hinterlassen, Udonem, Rudolphum, und Henricum den Langen, so ohne Erben verstorben. Rudolphus I. Rudolphus ward nach seines Vatern Tod, Marggraf zu Saltzwedel und Graf zu Dithmarschen, Ado aber ist Herr zu Stade geblieben, und zeugete einen Sohn KHenricum, dem, weil er noch ein Kind war, wie sein Vater starb, ein Stadthalter verordnet wurde, in seiner Grafschafft kridericus genandt, der sich bey seiner Vormundschafft sehr ungetreu erwiesen; Denn er wandte allem Fleiß an, bey dem Kayser und dem Hertzoge zu Sachsen die Grafschafft Stade an sich selbsten zu bringen. Aber Marggraf Rudolffus, des Kindes Vater Bruder, verhinderte dasselbe, setzte Henricum wieder ein, und ließ den ungetreuen Vor⸗ mund gefangen nach Saltzwedel führen, wiewohl er ihn doch bald wieder loß ließ. Henricus aber lebte nicht lange darnach, sondern wurde durch des Fride- rici Befreundte mit Gifft hingerichtet. Nach dessen Tode ist die Grafschafft Stade an den Bischof zu Bremen gekommen. Bey demselben Bischof hat ob⸗ gedachter Fridericus so viel durch Geld zuwege gebracht, daß er ihm die Graf⸗ schafft verlehnet, ungeachtet Rudolffus, des vorigen Grafen Henrici Vater⸗ Bruder, nit etlichen Kindern annoch im Leben. Daher denn auch Rudolffus Oranx. I 6. init Hülfe Pfaltz⸗Graf Friderichs Bremen überfallen, und berau⸗ zan. e. 10. bet, weil der Bischof die Grafschafft Stade einem Frembden ver⸗ lehnet. Nicht lange nach diesem Zuge ward Kudolffus von seinen eigenen Un⸗ terthanen in Dithmarschen erschlagen, 3 Söhne hinterlassende, Udonem, Rudolffum, und Hartwicum. Jedoch setzet Stadensis und andere, nur schlecht hin, daß er Ao. I 124. gestorben sey, daher billig an solcher gewaltsamen Art des Todes zu zweifeln. Seine, nemlich des Rudolffi I. nachlebende Wittwe Ri. chardis aus Fränckischen Stamm, hat A0. 1144. ihre in Elmshorn belegene Güter an das Kloster zu Neumüͤnster geschencket, wie solches aus der Con firma. tion des Ertz⸗Bischofs zu Hamburg, Adalberti, zu ersehen, und welche von dem Orn. D. Muhlio in seinen Diflertationibus hist. theol: pag. 546. der gelehrten Welt communiciret. d 0 24. ist eine grosse Wasserfluth gewesen, so diese und ale umher lie⸗ gende Länder unter Wasser gesetzt. sodieß 0 Rudol- t Ji des Landes Dithmarschen. 243 uns lege 0 1000, Rudolphus II. enklcum Rudolphus II. erbete nach seines Vatern Tod die Grafschafft Dithmar⸗ schen, nach seines Brudern Udonis Tod die Marggrafschaft Soltwedel; Und wie der ungetreue Vormund, Graf Friderich, mit Tode abgangen überkam er auch Ao. 113. die Grafschafft Stade, daß er also ein mächtiger und tapferer Reichs⸗ 5 Fürst gewesen, der die Parthey des Hertzogs zu Sachsen Henrici Superbĩ ache und standhafft gehalten, und in solchem Kriege Marggraf Albrechten den Bären, ae biele Städte abgenommen, auch lange Zeit behalten. Er ist von seinen Unter⸗ ato, 00 NB. Er hat 6000 Mann thanen Ao. 1144, oder wie andere wollen A0. 116 N derst Dithmarscher bey auf Böckelnborg erschlagen worden, wie die Dithmar⸗ lem e sich gehabt. scher es selbsten folgendergestalt beschrieben. Es hatte dean sh Adolchi Chron: Graf Rudolphus, so auf der Boeckelnburg relidirte, einen Bruder,. sehr schweren Tribut denen Dithmarschern aufgeleget, welchen len Vut⸗ sie jährlich auf Aartiniin Korn liefern musten, aber wegen Mangel waren sie leder lo ein Jahr schuldig geblieben; Wie er denn auch zum Zeugniß der Dienstbarkeit d Fride. denen Dithmarschern ein Joch am Halse zu tragen auferleget haben soll. Nun fschaft trug sichs zu, daß ein vornehmer Mann, Maes Claus⸗Maes, aus dem Voldi⸗ fsgtob⸗ manns Geschlecht, so zwischen Schapstedt und Eggestette auf dem Heinevirt eGraß⸗ gewohnt, von dem Grafen zu Gaste genöthiget, und auf das köstlichste bewir⸗ Vater thet wurde. Nicht lange darnach, bath dieser den Grafen wieder zu sich, und daclftus an statt der Stühle und Bäncke ließ er mit Korn gefüllte Säcke um den Tisch se⸗ ad berau⸗ tzen; währender Mahlzeit ließ er seine Pferde, Ochsen, Küh, Kälber, Schaafe den ber⸗ und Schweine hinausführen und umher lauffen, dem Grafen nach seiner Art enen Un⸗ ein Vergnügen zu machen; Allein die Gräfin Wialburgis sahe dieses als einen donem, Hoch⸗ und Uebermuth der Dithmarscher an, als müsten sie so gar arm und elend rschlecht nicht seyn, daher reitzete sie ihren Gemahl so lange, so wohl die Jahrs rückstän⸗ Art des dige als dieses Jahrs fällige Pflicht mit allem Ernst einzutreiben. Da nun die ittwe ki. Dithmarscher auf Martini Abend das Korn, der Gewohnheit nach, bringen belege solten, haben sie etliche Wagen mit Korn gefüͤllet, voran geschickt, auf daß der onfm:. Anschlag nicht vermercket wurde. Auf den andern Wagen haben sie starcke bon den Manner in und unter die Säcke verborgen gehabt, die eilends ohne Ordnung gelehrte nachgefolget. Die fordersten, wie sie auf dem Schloß unter dem Thor kom⸗ 5 men, stelleten sich als wäre ein Rad oder sonst was zerbrochen, und hielten stille⸗ g immittelst die hintersten auch herbey kamen; Auch war bey jedem Wagen ein amber li⸗ starcker Kerl nebst dem Fuhrmann, der sie begleitete, unter dem Vorwand, das Korn abtragen zu helffen. Wie nun die e beysammen, unter dem 8 Ce un dol- Geschichte IV. Theil. und der Graf sich keines bösen versahe, schneiden sie die MPänner aus den Sä⸗ cken mit dieser Losung: Köhret de Hande und schniedet de Sakes Bande/ oder wie etliche schreiben: Nu/ Nu/ met Saken to/ de Borg ist gewonnen. Wie die Gräfin solches gewahr wird, ist sie aus dem Fenster in die vorbey flies⸗ sende Aue gesprungen, wiewohl etliche vorgeben, daß die Dithmarscher ihr die Brüste, Nase und Ohren abgeschnitten, und daß sie aus Schmertzen, und nicht aus Furcht, in die Aue gesprungen, oder darein geworffen sey, und derselbe mit ihrem Tode den Nahmen gegeben, Wolbers Aue. Der Graf, so in das in⸗ nerste und heimlichste Gemach im Schloß entwichen, ist am dritten Tage durch einen zahmen Alster verrathen, und jämmerlich von Edemanns Jürgens ge⸗ tödtet worden, hernach haben sie das Schloß nieder gerissen, und der Erden gleich gemacht. Dankwert in seiner Holsteinischen Chronic hält die Exmordung 5.293. der Gräfin Walpurgis vor eine München⸗Fabel, weil 1. Stadensis schreibet: daß des letzten Marggraf Kudolffs Gemahlin nicht Walpurgis sondern Elisa- beth geheissen, und eine Schwester Marggraf Ottocars aus Steyer gewesen. 2. Sey ein Privilegium Bischoffs Adalberonis zu Bremen de A0. 1141 vor⸗ handen, darin diese Aue ausdrücklich Waleburgau genennet wird, lange zuvor, ehe Graf Rudolffus II. erschlagen; und in der Donation Henrici, Ducis Ba- variæ de A0. 1148 wird der Strom Waleburgau genandt, VD. Muhlii Diss. Hist. Theol. p. 549. 3. Geschehe in einem andern Privilegio, so von dem Tode Graf Kudolffs handelt, gar keine Erwehnung sothaner grausahmen Er⸗ mordung der Gräfin. 5 Es soll dieser Graf Rudolffus II. und die andern Grafen Hans Detleffs mehrentheils, so vor ihm auf der Böckelnburg ihren Sitz gehabt, Chron. Dithm. nicht über das gantze Land Dithmarschen regieret und Tribut. 228. eingehoben haben, sondern nur allein die Süderstrander Strand⸗Kirchspiele, benebst den beedẽ Geest⸗Kirchspielen, Borg⸗ und Süderharstette, sind unter der⸗ selben Bothmäßigkeit gewesen, die andern alle habe in ihrer Freyheit gelebet. Da⸗ her vermuthlich auch der Autor vit. Archiep. Bremens. die Dithmayscher nen⸗ net, homines, septem parochiarum ultra Albim sitarum. Ao. 1126 ist ein so harter Winter und geschwinde Kälte eingefallen, daß auch die Vögel in der Lufft erfrohren und niedergefallen, darauf ist in folgendem Jahr solche Theu⸗ rung und Hunger gewesen, daß Menschen und Vieh in grosser Menge, Hun⸗ gers gestorben. Diese Theurung, und daß die Fürsten und ihre Amt⸗Leute die Unterthanen zu der Zeit gar zu starck geschätzet, ist Ursach gewesen, wie die Ge⸗ schichte melden, daß die Wenden wieder von den Sachsen abgefallen, 15 1 9 b sterben, Dhil. 3 den Oh Band wonnen, bey fles er ihr die und nicht elbemt asi; dagduch Irgend g⸗ der ide U pegz. schtelbet; n Ella. gewesen, IAI vol⸗ e znbol, Ucis Ba- li Dir. don dem og Er⸗ Detlef 5, Dithm. 228. kchspiel, unter det⸗ bet. Da schet sel⸗ 126 fte 1e 075 fc leber stabes, der Landes Dithmarschen. 245 sterben, als unter ihrer Schinderey leben wollen. Um welcher Ursachen denn auch die Dithmarscher Zweifelsohne sich gegen ihre Grafen aufgelehnet haben. Wie Anno 1147 zwischen Zuenone und Canutos, zweyen na⸗ hen Vettern, deren der eine des Königs Erici, der ander des Königs Magni Sohn gewesen, ein grosser Streit wegen des Königreichs Dännemarck entstan⸗ den, hat sich ein tapferer Dithmarscher Ethelerus mit Zuenone in Bündniß Diese Geschichte wird eingelassen, da Adolffus, Graf zu Holstein Oanuti Par⸗ sehr weitläufstig be- they gehalten. Ethelerus zog mit seinen Dithmarschern schrieben von span. und andern Verwandten des Zuenonis, in Wagerland, genberg. Schaumb. eroberte Altenburg, und durchstreiffte das gantze Land bis an Cbron. p. 29.30.31. Segeberg. Hernach ist Ethelerus oder Ehlert in einer an der Eyder bey dem Dorffe Schulebü zwischen Graf Adolffo und Zueno- ne gehaltenen grossen Schlacht A0. 11 50 erschlagen worden, worauf sich die⸗ ser Krieg geendiget. Anno 1161 ist dieser Orten eine so grosse Pestilentz gewesen, daß wenn die Leute die Todten haben begraben wollen, sie über die Gräber gestorben, und unterweges begraben worden. Hartwicus. Hart wicus, ein Bruder Rudolffi II. und Præpositus Major zu Bremen, erbete nach seines Brudern Tode Dithmarschen, als welcher keine Erben hinter⸗ lassen. Dieweil aber Hartwicus sahe, daß die Dithmarscher ein hartnäckicht Volck, und keine Herrn über sich leiden wolten, vertauschte er Dithmarschen und sein übriges Erbe an die Kirche zu Bremen, und empfing die Grafschafft Stade hinwieder von dem Ertz-Bischoff zu Bremen 1144 zur Lehn, welche, nach dem Tode kriderici und Kudolffi, wieder an die Kirche verfallen war. Aber Hertzog Henrich der Löve, wolte in diesen Vertrag oder Tausch nicht willigen, sondern protestirte viel mehr bey dem Kayser und Reichs⸗Ständen, und beschwerete sich höͤchlich daruber, so wol, weil ihm als Lehns⸗Herrn über Dithmarschen dadurch in seinem Rechte Eingriff geschehen, als vornemlich, weil der Ertz⸗Bischof Adalbero seiner Frau Mutter die Zusage gethan hatte, daß er nach Maggraf Kudolphs Tode, ihn mit der Grafschafft Stade belehnen wol⸗ len. Graf klartwicus, der Macht Henrici nicht gewachsen, war gerne zufrieden, wenn er seine Grafschafft Dithmarschen wieder erobern möchte. Weßwegen er 0. 1145. Friderico dem Ertz⸗Bischof zu Magdeburg, Jeri⸗ chau, Jentin, Frankenstein, Erbesleben, ꝛc. erb⸗ und eigenthümlich übergeben, dam er ihm nach 5 Hülfe leisten möchte, nicht 9 5 e 2 raf⸗ 323 246 Geschichte IV. Theil. Grafschafft Dithmarschen, sondern auch die Grafschafft Nordland(so bel leicht das Land zu Kedingen) und alle Güter, so weyland Graf Friderich und Frau Iden zugestanden, einzunehmen und zu erobern. Reinhold. Wie aber dieser Ert Bischof Friderich zu schwach, die Dithmarscher zum Gehorsam zu bringen, hat Hertzog Heinrich der Löwe, in eigener Person einen gewaltigen Zug in Dithmarschen gethan, dieselbe aufs Haupt geschlagen, und also den Todt Kudolphi II. weidlich gerochen. 40. 1 148. wie solches aus dem Privilegio zu ersehen, in welchem er dem Heil. Vicelino und dem Kloster Neumünster, die Donation der Wilster und Cremper⸗Marsch confirmiret: Ata funt hæc Heikenbutle coram frequentia totius exercitus, qui nobis- cum erat. quando reversi sumus, accepta victoria de hostibus regni Thied- marskienfibus, qui Ratulffum, M archionem, Principem& Comitem jam Pridem iaterfecerant. In diesem Zug sind mit gewesen Marggraf Albrecht der Bar von Brandenburg Graf Adolf der II. zu Hollstein, Graf Heinrich von Bodenwide, Graf Christian von Oldenburg, Adalbero, Ertz⸗ Bischof zu Bremen, und Hart wicus der Grosse, Probst zu Bremen. Woraus erhellet, daß es mit gutem Willen des Ertz⸗Bischofs Hartwici geschehen, welcher dem Hertzoge Dithmarschen gerne überlassen, weil sie es vor sich selbst weder gewin⸗ nen noch erhalten könten, daher wol zufrieden waren, wenn sie nur die Geistl. 0 exerciren, und die daraus füiessende Einkünffte wieder geniessen möchten. Hertzog Heinrich der Löwe belehnte nach obiger Ueberwindung einen sei⸗ ner getreuen Diener, so von Adel, und Reinholt geheissen, mit der Grafschafft Dithmarschen, welcher aber Anno! 164. nebst Graf Adolff II. zu Hollstein, wie sie Hertzog Heinrich in dem Wendischen Kriege gefolget, vor Demmin in Spangenberg Schaumb. Pommern von den Wenden erschlagen worden. Nach mon l 1 6. 17. dessen Tode der Hertzog Henrich dieses Land vor sich allein behalten, und mit keinem Grafen wieder versehen. Bemeldter Henricus Leo, damit er die Dithmarscher desto besser im Jaum halten möchte oll zu dieser Zeit, nemlich Anno! 164. die mächtige Vestung Stellerborg erbauet haben, welches aber die Dithmarscher, sobald Graf Reinhold erschlagen und Hertzog Henrich in vielen andern Kriegen verwickelt war, durch eine beson⸗ dere Krieges⸗List wieder erobert und das Schloß abgebrochen haben. Hen. Ranzor, de bell: Dit. Heus Leo übergab der Abtey unserer lieben Frauen vor Stade, so nachher in die Stadt verleget, diese Dörffer U V.i i N Nl des Landes Dithmarschen. 247 (so ba a 5 1 Joh. petersen, I. 1. in Dithmarschen, als Lendern in Tellingstedt, Bockholt, 1 c. 21. Cilic: l. 1. f.35. das Holtz Borchholt, und Olden-Erpen bey Meldorff. Aber die Dirhmarscher haben nach dem Tode Graf Keinholds, und in Abwesen⸗ heit des Hertzogs, den Abt des Klosters, da er in das Land kam die Zinsen von den Dörffern einzuheben, erschlagen, und wie einige Historici wollen, den chern Dörfferg andere Nahmen gegeben; Aber letzteres ist wohl mit Unwarheit und Aanenen ohne weikere Erkündigung niedergeschrieben worden, denn Lendern, Bockholtz, eg d und Borcholt, noch jetzo unter selbigen Nahmen in Dithmarschen bekandt, Ol⸗ oaches aus den⸗Erpe,zwischen Meldorff und Windbergen/ ist zwar zerstöret, und die Meine⸗ em Kloste marck von der Bauerschafft Elpers büttel erkaufft, es ist und bleibet aber gleich⸗ afirmittt, wohl der alte Nahme noch übrig. 1 Anno 1170. ist eine grosse Wasserfluth gewesen, wodurch diese und an⸗ di Thiel dere Länder einen grossen Schaden erlitten, und ist das Wasser bey Utrecht so tem jam hoch aufgelauffen, daß man auch nachher die See⸗Fische aus dem Stadt⸗Gra⸗ Ubrecht ben gefischet. 8 Anno 1173. ist abermahlen eine grosse Wasserfluth über diese Länder ge⸗ Jeinri 5 15 gangen, daß auch viele Leute in Sorgen gestanden, es möchte ein groß Stück crhelle, von Holland abgerissen werden, maer dat Water cesserde inz Dagen, ende her dem de Plaetz en aan de ee worden entlast van den Water, schreibt ein gewis⸗ geit ser Holländischer Historicus. N He. Um diese Zeit sind viele Adeliche Familien in Dithmarschen Joh. peters. d.. gelesen gewesen, dieweil aber die Dithmarscher keine Herren im Lande hatten, oder die 1 von Adel ihnen beschwerlich gefallen, und mit Frohn⸗Diensten vielleicht belegen 9 men st⸗ wollen, haben sie sich ihnen widersetzet, und genöthiget in andere Fürstenthümer 1 . zu weichen, wiewohl nach der Fehde sich wieder viele Familien in Süder⸗Dith⸗ 1 aschaft marschen niedergelassen. 99 olsstein, 90 Adolphus III. bot sch Bie Henricus Leo von dem Kayser in die Acht erkläret, Cranz. I. C. Sax, Jenricus und Anno 1180.(andere schreiben 1186. oder 1183.) bey e. 49. lm seinem Schwager, dem Könige von England, im Elende lebete, See Jabel hat Adolphus der lil. Graf zu Holsstem, welchen Henricus 4%„„, schlageh aus seinen Landern vertrieben, solcher Gelegenheit wahrgenom⸗ 5 e besa⸗ men, nicht allem sein verlohrnes Land wieder erobert, und den von Hertzog „Heu. Henrich verordneten Stadthalter Marquart von Westensee, daraus vertrie⸗ fach for ben, sondern auch um die Zeit die Grafschafft Stade, und Dithmarschen unter Aae Ee 3 seine 248 Geschichte IV. Theil. seine Gewalt gebracht. Solches verdroß den Ertz⸗Bischof zu Bremen Sigelri. Spangenberg in den dum, und er war bemühet, dieses Land seinem Bruder Hertzog Schaunburgsschen Bernhard zu Sachsen zuzubringen, aber Graf Adolphus Chron: J. I. c. 21. III. hat mit gewaltiger Hand sich gegen den Ertz⸗Bischof und seinen Bruder Hertzog Bernhard in dem Besttz dieser Länder geschützet, bis auf den Ertz⸗Bischof Hartwicum; an den er Dithmarschen wieder gg etreten. Indessen nahm der Ertz⸗Bischof Sigelridus seine Gelegenheit in acht, und reisete Ao. II 80. selbsten nach dem Kayser Fridrich den I. der damahlen in Erfurth mit Bischöfen, einem Hertzog, 3 Marggrafen, 12 Grafen und 14 Edelleuten, Hof hielte, und brachte es dahin, daß Dithmarschen und Stade dem Ertz⸗Bi⸗ schof Sigefrido und der Kirchen zu Bremen von dem Kayser verehret und beleh⸗ net wurde, wie solches die darüber ausgefertigte Bulla ausweiset, welche Ver⸗ ehrung von dessen Sohn, König Philippo A0. 1199. den 19 Jan. zu Hildes⸗ heim Hartwico II. bestätiget, auch nachhero Ao. 1477. von dem Pabst Sixto IV. abermahl confirmiret worden. In der Donation Friderici wird gedacht das Castrum Stadii& Burgum, da denn durch Zurgum, Boeckelnburg verstanden wird, dieweil in der Confirmation Philippi stehet, Castrum Stadii, com Co- mitatu; similiter hæreditatem nobilis Matronæ Idæ&c. Bulla Kaysers Friderici I. darin die Grafschafft Stade und Oithmärschen der Kirchen zu Bremen einverleibet. n nomine sanctæ& individuæ Trinitatis, Fridericus, Divina favente Cle. mentia, Romanorum Imperator, semper Augustus, digna animi consi. deratione attendentes, quam pia, quamque sollicita, circa facta Ecclesiarum Antecessorum nostrorum, Divinæ recordationis, Imperatorum& Regum, devotio se exhibuerit, quantumque Divinum, per eos obsequium, dispo- nente Domino susceperit incrementum. Nos, qui Dei Ordinatione, ea- dem Majestate,& per ejus Clementiam, non minori temporum felicitate pollemus, ipsorum vestigia imitantes, de Imperiali quoque Munificentia, Venerabiles Dei Ecclesias, pro rerum& temporum opportunitate duxi- mus adjuvandas, ut, sicut de factis priorum celebris habetur memoria, ita& noftri in Benedictione nonnunquam recordari debeat posteritas suecessi- va, hoc profecto intuitu universis Imperii fidelibus, præsentibus& futuris, notum fieri volumus, quod Nos attendentes, honestatem, prudentiam,& discretionem, dilecti Principis Nostri, Sigfridi, Bremensis Archi · Episcopi, ad preces ipsius& fratrum suorum, accedente& Consilio& multa petitione aliorum — alioru stenti tinent limus . el bett tas su nostri igtur vel h Succe mole Kats dige n C222 ͤ ͤ dd ͤ ĩ 0 P—— 0— ——— 1— ⁵³—Eu ˙r e ̃]‚«., 7 V. Isil. des Landes Dithmarschen. 249 enden aliorum Principum& Magnatum, in solenni Curia nostra Erfurdiæ, exi- 3 ö der Heitz stentium, Castrum Stadil,& Burgum, cum ministerialibus& universis per- 1 Ado fp h tinentiis,& omni jure s uoEcclesiæ Bremensi cum libera donatione contu-* dich limus, quatenus inde ipsaEcclesia honoris& utilitatis incrementum perci- 1 i 90 0 piat. Nobisque penes ipsam de impensæ Beneficentiæ gratia, memoriale 0 16 1 0 perpetuum reservetur, factam itaque Donationem, quo plenius& certius 5 nd 10 1 ætas superventura cognosceret, præsentis privilegii autoritate cum sigilli 4 10 e l nostri impressione, roborandam duximus,& confirmandam 0 Statuimus 1 Edil u igitur& Imperiali firmiter autoritate decernimus, ut nulla omnino persona 1 ee vel humilis, vel alta. Secularis vel Ecclesiastica, prædicto Archi- Episcopo,& 5 . Cg d, Successoribus ejus, in supradicta Donatione, injariam aut aliquam audeat 1 und bag molestiam inferre: Quod qui ausu temeritatis attentaverit, Nostræ Maje- 1 elche In statis offensam cum personæ& rerum suarum periculo, usque ad con- 1 5 19 dignam emendationem, se noverit in cursurum. Hujus rei testes sunt: 1 dacht das Philippus, Coloniensis, Archi- Episcopus. 1 herstanden Wichmannus, Magdeburgensis Archi- Episcopus. 1 7 165 Otto, Babenbergensis Episcopus. 38 1 Theodoricus, b e Episcopns. 1 Udo; Citicensis Episcopus. U Stade Adelhogus, Hildeshemensis Episcopus. 6 Martinus, Misnensis Episcopus.— oa. Ornoldus, Osnabrugensis Episcopus. 4 100 Sigfridus, Abbas 1 0 9 ente be. Otto Marchio Milnensis. 0 imi consi Otto Marchio de Brandenburg. 5 ö n Theodoricus Marchio de Landesberg. 1 0 Kegum, Comes Dedo, de Groze. 11 5 dispo. Bernhardus, Dux Saxoniæ. 1 ö tone es Sigfridus, Comes de Orlamunde. 17 6 kelictie ö Conradus, Burggrafius de Nurenberg. 1 Ugcente, Comes Adolffus, de Schauenburg. 7 tate dun Comes Bernhardus, de Racesborg. 1 1 0 Comes Burgardus, de A 8 5 succel. Kt Comes Hogerus Frater suus. K lutuns Comes Ale de Veltheim. tum,& 5 Comes Widetrinus de Stumphene. Jcopbad Comes Ludovicus de Smerdorp, ambo fratres de Hatremund. ettione Burgar- allorum 250 Geeschichte IV. Theil. Burgardus, Burgrafius Magdeburg.& frater suus. Conradus de Bacherberg. Crafto, frater ejus. Albertus de Hildenburg. Albertus de Grumbach. Woernherus de Bonland. Cono de Nuncenberg. Hugo de Warda. Themo de Colditz. Item de Civitate Bremensi Otto Major Præpositus. Jacobus Theodoricus, Hardvicus Rodulfus, præpositus Burchardus. Ministeriales quoque, Gerundus, Hermannus, filius ejus Ericus .. Engelbertus. Friedericus, Thietwardus, Adelhardus, Arnoldus, Albertus, Henri- cus, Fridericus, Henricus Constantinus, Theodoricus& alii quam plures. Signum Domini Friderici Romanorum Imperatoris invictis- simi. Ego Godofredus, Imperialis Aulæ Cancellarius, in vice Chri- stiani, Moguntini Archi- Episcopi, Germaniæ Archi- Cancellarii, re- cognovi. Actum Dominicæ incarnationis, Anno millesimo cente- simo octagesimo, indictione quarta decima, regnante Domino Fri- derico, Romanorum Imperatore, gloriosissimo semper Augusto, Anno Regni ejus vicesimo nono, Imperii vero vicesimo septimo, Datum apud Erfordiam, in solenni Curia, sexto decimo Calendas Decembris, Feliciter. Amen. Kapsers Philippi II. Brief, darin vorige geschehene Verschenckung nochmahls bekandt und bestätigen 000 0 daß Oithmarschen mit Stade zum Ertz⸗Bischoffthum Bremen gehöre ꝛc. 1. Nowine sanctæ& individuæ Trinitatis, Philippus II. divina Clementia, Komanorum Rex& semper Augustus, Innatam nobis regalis pietatis li- beralitatem, tenere volentes, Ecelesiis omnibus& Ecclesiarumpersonis, ju- ra sua conservare,& eas ab iniquorum incursionibus summopere, de- crevimus defensare, præsertim eas, quarum fidei& devotionis sinceritas, circa regalis munificentiæ nostræ sublimationem, pura nobis constat,& im- maculata. Qapropter notum facimus, universis Imperii fidelibus, tam præsentibus. quam futuris, qui nos attendentes, devotionem dilectorum ac fHdelium — dell tiusf. stspen fat nolec fei de edler perate brata, cacun cite Stad att. Fu Ata siden Pree secul quoi dcm fle n perpet pre Oord Cerhat Herma Come Come Come Comit Bernb Et ali nun . des Landes Dithmarschen. 251 fidelium, nostrorum Hartw/ici Il? Bremensis Archi. Episcopi, Cleri,& to- tius familiæ Bremensis Ecelesiæ, Castrum Stadii, cum Comitatu& Univer- sis pertinentiis suis, patrimonium quoque Rudolffi Marchionis& fratris sui, Hartwici Bremensis Archi- Episcopi, patrimonium Henrici Marchio. nis, nec non hæreditatem nobilis fœminæ Idæ, patrimonium Comitis Fride- rici de Stadio, quod quondam, Dux Henricus, per violentiam occupaveret, sedsserenissimus Pater noster, Fridericus, divæ memoriæ Romanorum Im- perator Augustus, postmodum, in solenni Curia apud Erpfordiam cele- brata, per sententiam Principum,& totius Curiæ suæ, eidem Duci adjudi- catum. Eeclesiæ Bremensi restituit, donavit& confirmavit. Nos igitur fe- urchardd liciter ac juste paternam imitari cupientes æquitatem, prædi dum Castrum Jus Ericn Stadii, cum Comitatu& omnibus pertinentiis suis, similiter& supradicta patrimonia Rudolffi Marchionis, Henrici Marchionis, Comitis Friderici de us, Henri. Stadio, atque hæreditatem nobilis Matronæ Idæ cum omni jure,& inte- alli quam gritate omnique utilitate& honore, Ecclesiæ Bremensi perpetuo jure pos- s invlctis. sidenda confirmamus. Statuentes& Regali autoritate nostra districte viee Chri. præcipientes, ut nulla unquam persona, humilis vel alta, Ecclesiastica, vel Mari, re. secularis, hanc nostræ confirmationis paginam infringere audeat, vel ei ali. o cente- quo improbitatis ausu contraire. Quod si quis attentaverit facere, in vin. 90 K dictam temeritatis suæ auri examinati, libras centum componat, dimidium Wgalto, flo nostro,& residuum Bremensi Ecclesiæ. Ad cujus rei judicium& sedlmo. perpetuum robur, præsens exinde privilegium conseriptum, sigilli nostri Calendas impressione communiri jussimus. Testes hujus rei sunt: Gordolffus Halberstadiensis Episcopus. Bernhardus Dux Saxoniæ. 0 chelt Gerhardus Osnabrugensis Episcopus. Diodericus Marchio Missensis. 100 Hermannus Landgravius Thuringensis. um Comes Hermann de Ramenborg. Comes Adolffus de Schauen- burg. Comes Fridericus de Zober. lementi, Comes, Burgardus de Mansfeld. iets. Comites de Hartispice. Comes Adolffus de Dassel. 1 0 Bernhardus de Hustimar. Henricus Dapifer de Walpurg. lernte Et alii quam plures. fal kin. Signum Domini Philippi II. Rom. Reg. invictissimi. has lam on a0 J Ff Ego gellum 6 N 3—— n. ͤ KddddTddTT7T7fTfT7fßfsfbfsß.......————— ——— H————— 8—— — 2 g 0 1 252 SIXTI IV. BULLA. 0 16.—— ö V Ego Conradus Nildeshemensis, Murzburgensis, Electus& Imperialis Au- pleni 1 læ Cancellarius, recognovi. Acta sunt hæe Anno ab incarnatione Domi. nis ee ni millesimo, centesimo nonagesimo nono, Indictione tertia, regnante Do- a0 dl 0 mino Philippo II. Romanorum Rege gloriosissimo. Anno Kegni ejus ert. ö 1 1 Il. Datum apud Hildesheim quarto decimo Calendas Februaril. 670 n. 5 i 05 f 1 Pabst Sixti IV. Bulla, darinnen vorige,der Kayser Dona. fl 9 1100 tion bestätiget, und der 5 Döfften des Landes, samt ihren 5 Voig⸗ 1100 i ten und 48 Regenten nach wie vor durch Päbstl. Heilig⸗ 10 00 keit bestätiget werden. N55 1 S Servorum Dei, ad perpetuam rei memoriam 2 in 0 suprema Apostolicæ dignitatis specula, meritis licet insufficientibus di- 43 0 vina Dispositione constitutus, de Universarum Orbis, præsertim insignium 500 9 Metropolitanarum Ecclesiarum utilitatibus solicite cogitamus,& his, quæ ˖ er Ecclesiarum, earundem commodis ex Romanorum Imperatorum, pia 15 7 8 facta fuisse comperimus, ut firma perpetuo illibata permaneant, 0 libenter cum a nobis petitur, adjicimus Apostolicæ muniminis firmitatem. 15 5 Exhibita, siquidem nobis nuper pro parte venerabilis Fratris mei Archi- 4 N Episcopi& dilectorum Filiorum Capituli Bremensis, nec non Advocate- f 0 rum& majorumqudicum patriæ Dithmargensis, Bremensis Dioecesis peti- 15 a0 tio continebat, qui olim videtur de Anno incarnationis Dominicæ, Milless- 8 1 mo centesimo octuagesimo. Comitatum Dithmargiensem dictæ Dioece- ment sis, certo modo Comite carente, divæ memoriæ Fridericus Romanorum Im- rögüe perator, Comitatum prædictum, cujus dispositio erat tunc ad Romanum ole Imperium legitime devoluta, eum castro Stadii, ac Burgo, cum Ministeriali. Fele, bus ac juribus,& pertinentiis suis, universis, in sua solenni Imperiali curia lune in loco Erfordiæ Moguntine Dioecesis tune celebrata in multorum ale Prælatorum c secularium Principum VIII., novem Episeopo- Fetru rum, unius Abbatis, unius Ducis, trium Marchionum, duode- eptus eim Comitum,& quatuordecim aliorum nobilium& minifterialium Bal ræsentia, bonæ memoriæ Sigefrido, Archi- Episcopo Bremensi, pro Ul e& Ecclesia Bremensi, in perpetuum libere donavit& concessit, certis sten 106 tunc expressis magnis pœnis, in contradictores adjectis. Et deinde claræ e memoriæ Philippus II. Romanorum Rex, donationem& concessionem f N Pin e e ee literis avthentieis Friderici Imperatoris& 5 0 100 Ehilippi Regis prægicti gesuper confectis ipsorum sigilis munitis e a, 0000 5 0 1 1 910 SIXTI IV. BULLA. 283 ahnen plenius contineri quam Donationis, concessionis& confirmatio- degnante by nis vigore Archi Episcopi Bremenses, qui pro tempore fuerunt, Kegui 00 ac dicta Ecclesia Comitatum cum Castro Stadii& Burgo hujusmodi dual. ex tunc tenuerunt,& possederunt, prout tenent& possident paci- sice de præsenti: Ac in eodem Comitatu, qui in quinque partes divi- t D sus est, quinque advocatos Döffte nuncupatos, quorum quilibet in par- Ol. te sibi deputata, jurisdictionem ac merum& mixtum imperium nomi- 5 Bag; ne Episcopi Bremensis exercet, majores vero ejusdem Comitatus supra di- Heilg ci Advocatos quadraginta octo judices pro regimine ejusdem Comitatus instituerunt. Quare pro parte Archi. Episcopi, Capituli, Advocatorum& Majorum judicum prædictorum nobis fuit humiliter supplicatum, utDona- lorlam: i tioni& Concessioni præfatæ, pro illarum subsistentia firmiori, robur Apo- entibus dl stolicæ confirmationis adjicere, ac alios in præmissis opportune providere insgnium de benignitate Apostolica dignaremur. Nos itaque hisce supplicationi- bis gur bus inclinati, donationem ac concessionem præfatam, prout eam concer- orm, pi nunt omnia ac singula in prædictis Literis contenta, autoritate Apostolica dmaneat, tenore præsentium, approbamus& confirmamus, supplentes omnes ac sin- miglem, gulos defectus, si qui forsan inter venirent in eisdem. Et nihilominus iis- e dem Advocatis& Majoribus Judicibus, ut prædictum Comitatum eo modo Wage& forma, quibus hactenus consueverunt,& de cœtero regere& gubernare N valeant; concedimus per præsentes„non obstantibus Constitutionibus& 0 Mule ordinibus Apostolicis ae statutis& consuetudinibus dictæ Ecclesiæ jura- 1 70 mento, Confirmatione Apostolica, vel quavis firmitate alia roboratis, cœte- 5 1105 risque contrariis alis. Nulli ergo omnino homini liceat, hanc paginam e noslræ Approbationis, confirmationis, suppletionis,& Concessionis infrin- e gere, vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attentare præ. ee sumserit, indignationem Omnipotentis Dei& beatorum, Petri& Pauli fal ur Apostolorum ejus se noverit incursurum. Datum Romæ apud sanctum ultorun petrum. Anno incarnationis Dominicæ Millesimo quadringentesimo 1 septuagesimo sexto, pridie Idus Marti. Pontificatus nostri anno Sexto. 7 90650„ 0 2 7 8 g steralum Bulla Pabst Sixti IV. darin dem Bischof zu Verden, Prob⸗ nl. 10 sten zů Lubeck und Scholastico zu Breslau/ Friedel de Corbeke, 10 r die Execution vorigen Briefes befohlen wird. essonem Jen Episcopus, Servus Servorum Dei, venerabili Fratri Episcopo Ver- atoris& densi,& dilectis Filiis, Præposito Lubecensi ac Scholastico Uratisla- öcleitur vlensi, Ecclesiarum, salutem& Benedictionem Apostolicam. Nuper a. ple⸗ f Ff 2 nobis 254 NMANDATUNM — nobis emanarunt, litera sub sequenti tenore: Sixtus Episcopus&c. Eben wie kurtz vorhergehende Bulla von Wort zu Wort lautet. Cum autem sicut exhibita nobis nuper pro parte Archi- Episcopi, Ca- pituli, Advocatorum& Majorum judicum; prædictorum; petitio conti. nebat, ipsi super præmissis contra tenorem literarum earundem molestari posse dubitent, tempore procedente, vos ve ipsos desuper per quoscun- que in futurum molestari contingat, providere volentes diseretioni ve- stræ, per Apostolica seripta mandamus, quotus vos, vel duo vel unus ve- strum, per vos vel alium seu alios Archi. Episcopo, Capitulo, Advocatis& Majoribus Judicibus, præfatis in præmissis, efficacis defensionis præsidio assistentes, non permittatis eos contra tenorem literarum prædictarum, Per quoscunque, quomodo libet impediri seu etiam molestari. Molesta- tores& impedientes, nec non contradictores quoslibet& rebelles, per censuram Ecclesiasticam,& alia juris remedia appellatione postposita, compescendo, non obstantibus supra dictis, aut si asiquibus communiter vel divisim ab Apostolica sit sede indultum, contra interdici, suspendi vel excommunicari non possint, per literas Apostolicas non facientes ple. nam& expressam, ac de verbo ad verbum de indultu hujusmodi mentio- nem. Datum Romæ apud S. Petrum, anno incarnationis Dominicæ Mil- lesimo quadringentesimo septuagesimo septimo, Pridie Idus Octobris, Pontificatus nostri Anno septimo. Instrument, worin von dem Scholastico zu Breslau, als einer von den deputirten Richtern und Executoren, die 5 Voigte und as Regenten in ihr Amt gesetzet und confirmiret werden. 0 niversis& singulis præsentes literas, sive præsens publicum instru- mentum inspecturis, visuris seu audituris, Friedel de Corbeke De. eretorum Doctor, Scholasticus Wiratislaviensis, Judex& Executor ad infra seripta una cum nonnullis infra seriptis nostris, in hac parte collegis, cum il- la clausula, quotus vos vel duo vel unus vestrum per vos, vel alium seu alios&c. a Sede Apostolica specialiter deputatus, salutem in Domino ac præ- sentibus fidem indubiam adhibere& nostris hujusmodi imo verius Apo- stolicis firmiter obedire mandatis liberis, Sanctissimi in Christo Patris,& Domini Nostri; Domini Sixti, Divina Providentia Papæ, quarti unam vi- delicet gratiosam cum filis sericeis rubri eroceique colorum& aliam vero execu- ere Halle Ekece bilem Doge valid Majo 56 pri rum,! dato n tumd rum! tatart Apol Schol jusme stolie proba &con tum ce rum In pic, 05 tio conti n molestari el quoscun- ketioni ve. seluus ye. dvocats& is præsdbo ddictarun, Molest: ales, pet ostpollta, nmuntter luspend entes ple. mentio. Ic Mil. )cobris, blau/ l die h insttu⸗ beke Le. Tadint 9 cum i. aum seu 0 20 pf. jus o- nb,& an i m vero execu- FRIDELLII PE CORBEKE&c. 255 executoriam, cum cordula canabis, veris Bullis plumbeis ipsius Domini nostri Papæ, more Romanorum Curiæ, impendentibus bullatas, sanas in- tegras illæsas non vitiatas non cancellatas neque in aliqua sui parte suspe- cas, sed omni prorsus vitio& suspicione, carentes. Nobis per vene- rabilem,& egregium Virum Dominum Hermannum Duker, Decreto- rum Doctorem Hamburgensem,& Lubecensem, Ecclesiarum Scholasti. cum nee non validorum& circumspectorum Virorum Dominicorum Ad- vocatorum& Majorum Judicum patriæ seu Comitatus Ditmargiensis, Bremensis Diœcesis principalium insuper insertis Apostolicis principaliter nominatorum procuratorem, de cuĩus procurationis mandato nobis ex- titit legitime facta fides coram Notario publico& testibus infra scriptis, præsentatus,& cum ea qua decuit reverentia, noverit eam recepisse Qvarum quidem literarum primarum videlicet gratiosus tenor sequitur, qui est talis. Sixtus Episcopus, Servus Servorum Dei ad perpetuam rei memori- am&c. Hie folget die erste Päbstl. Bulle. Alterius vero executoriæ sequitur sub his verbis: Sixtus Episcopus, Servus Servorum Dei, Venerabili Fratri&c. Hie lese man die andere Päbstl. Bulle. Post quarum quidem Literarum Apostolicarnm præsentationem & receptionem nobis& per nos, ut præmittitur, factas, sumus per venera- bilem& egregium Virum Dominum Hermannum Duker, Decretorum Doctorum, Hamburgensem& Lubecensem Ecclesiarum Scholasticum, ae validorum& cireumspectorum Virorum Dominorum Advocatorum,& Majorum judicum Patriæ seu Comitatus Ditmargiensis, Bremensis Diœce- sis principalium in subinsertis literis Apostolicis principaliter nominato- rum, Procuratorem præfatum, de cujus constitutione procurationis Man- dato nobis extitit legitime facta fides, coram nobis personaliter constitu- tum debita cum instantia requisiti, quantum ad executionem prædicta- rum literarum A postolicarum, præinsertarum, nobis ut præfertur, præsen- tatarum& in eis contentarum, juxta traditam sive directam, per eas a sede Apostolica nobis firmam procedere dignaremur. Nos igitur Friedel Scholasticus, judex& Executor præfatus, attendentes requisitionem hu- jusmodi fore justam& consanam rationi, volentesque mandatum Apo- stolicum nobis in hac parte directum, reverenter exequi,& tenemur ap- probationi& confirmationi sanctissimi Domini nostri Papæ, donationem & concessionem, olim comitatu Ditmargiensi, dictæ Bremensis Diocesis, tum certo modo Comite carente,& diva memoriæ Friderico J. Romang- rum Imperatore ad ejus& Romani Imperii, Comitatus hujusmodi disposi- f 3 c) 5— P.———f———— De* —————. ̃ ͤ—-—-:¼. — 256 FkIDELII PE CORBRRE tio. aut tune legitime devoluta cum Castro Stadii& Burgo, cum ministe. ria libus ac juribus& pertinentiis suis universis in sua solenni Curia in loco Erfordiæ Moguntinæ Diœcesis, tune in multorum Prælatorum& secula- rium Principum in ditis præinsertis literis Apostolieis contentorum, præ- sentia celebrata bonæ memoriæ Domino Sigefrido, Archi- Episcopo Bre- mensi, tunc pro se& Ecclesia Bremensi prædicta in perpetuum liberè certis tunc 8e magnis pœnis in contradictores adjectis, ac deinde earun- dem confirmatio a claræ Memoriæ Philippo II. Romanorum Rege ac dein- de prætextu hujusmodi deputationis& institutionis, quinque Advocato- rum, pro jurisdictione exercenda& majorum judicum quadraginta octo pro regimine& gubernatione dicti Comitatus, respective ostentorum, sfubsistentia& roboris firmioris, attentatio& confideratio autoritate Apo- stolica nobis commissa& qua fungimur in hae omnes& singulos defectus, si qui forsan intervenerint, seuquomodo intervenire possent, in eisdem supplendis. Et nihilominus ejusdem quinque Advocatis, ut ipsorum quilibet, in sua parte, Döffte vulgariter nuncupata, hujusmodi Comita- tus Ditmargiensis in quinque partes divisi sibi deputatam jurisdictio- nem& merum imperium nomine dicti Archi- Eiscopi Bremensis exer- cere? majoribus vero ipsius Comitatus, ultra dictos quinque advocatos, A octo qudicibus, pro regimine dicti Comitatus, per Dominos rehi-·Episcopos, qui pro tempore fuerint, respective institutum,& de- putatum seu in futurum instituendum& deputandum, ut hujusmodi Comitatum, eis respective hinc inde, modo& forma, quibus hactenus consueverunt, sive soliti fuerunt, de cœtero regere& gubernare, pacifice & quĩete ac omnia alia& singula in eis contenta, vobis omnibus& sin- gulis dictis, quibus præsens noster processus dirigitur, ae vestrum euilibet intimamus, insinuamus,& notificamus ac ad vestrum& eujuslibet ve- strum notitiam deducimus& deduei volumus per præsentes, vosque nihilominus,& vestrum quemlibet in solidum autoritate prædicta, requirimus& monemus primo, secundo, tertio& peremptorie ac vobis & vestrum cuilibet, in virtute sanctæ Obedientiæ& sub infra seriptis ho- norum pœnis districte præcipiendo mandamus. Quotus post præsen- tationem s. notificationem præsentium vobis cuilibet vestrum factam& postquam, pro parte dictorum duorum Advocatorum nee non aliorum, Judicum dictæ patriæ Ditmargiensis Bremens: Diœcesium Principalium fuerint requisiti, seu alter vestrum fuerit requisitus,& postquam spræ- insertas literas Apostolicas& in eis contenta ac donationes& concessio- nes — nes i. 15 l appf due 0 on Adroe Col didi lic 1 mine depi els f fuer siugt diho fuel gau cure 2 ellas Angult uo, dick Et ge quam dllion. nunt mil & cap prom taclen alis, & lin conis, Custo chialis die — m mini, fla in loo & leculx dum; Plc. leopo Bre. bere certi nde eatun. ge acdkein. Advocito. ginta od entorun, tate Apo- defectus, n eisdem ipsorum Comita- risdigio- is exer- vocgtos, )ominog 5 N de ujusmodi hactenus pacifice b& sin⸗ cuillbet bet ve vosque dict, ac vob iptb ho · prelen. actam 8 alorum cipalum amp nesso· nes 99 2——————„— MANNDATUM. 257 nes imperiales& confirmationes regales, inde vicissim, ut in præinser- tis literis, plenius continentur, factas,& per Dominum nostrum Papam approbatas& confirmatas fuisse& esse noveritis. Quorum sex dierum duos pro prima,& duos pro secunda,& reliquos duos dies pro tertia& pro omni dilatione ac canonica mentione assignamus. Eidem quinque Advocati, ut ipsi eorum quilibet in sua parte, vulgariter nuncupata Doff⸗ te, Comitatus Ditmargiensis, in quinque partes divifi, sibi depufatamquris- dictionem& merum Imperium, nomine Domini Archi-Episcopi Bremen- sis pro tempore exercere, Majores vero judices ipsius Comitatus, per Do- minos Archi. Kpiscopos, qui pro tempore fuerint, respective instituti& deputati, seu in futurum instituendi& deputandi, Comitatum hujusmodi eis respective modo& forma, quibus hactenus consueverunt& soliti fuerunt, de cætero pacifice& quiete regere& gubernare ac omnia& Angula, in præmissis necessaria,& cirea ea quæque opportuna facere& disponere manuteneantur& defendantur, ac ab aliis, quantum in vobis fuerit, ut dicto Comitatu seu patria Ditmargiensi uti frui, potiri& gaudere respective possint& valeant, manu teneri& defendi facit& pro- euretur. Quod si forte præmissa omnia& singula, prout vobis manda- tur, non adimpleveritis, mandatisque& monitionibus hujusmodi imo verlus Apostolicis non parueritis eum effectu. Nos id in vos omnes& singulos supradictos, qui culpabiles fueritis in præmissis, seu eorum ali- uo, ac impedientes ipsos dantes auxilium, consilium, vel favorem, pu- plicè vel oeculte, directe vel indirecte quovis quæsito colore& ingenio; Et generaliter in contradictores quoslibet& rebelles, tam Ecclesiasticos quam seculares, eujuscunque Dignitatis, status, gradus, ordinis vel Con- ditionis, existant, dicta sex dierum canonica monitioni præmissa ex nunc prout ex nunc,& ex tunc prout ex tunc singulariter exorto,& in ipsos& ipsorum, delinquentium& rebellium Ecclesias, Monasteria, & capellas, interdicti Ecclesiastiei sinos ferius in his scriptum etiam promulgamus. Cæterum, cum ad executionem promissorum ulterius faciendam nequeamus, quoad primis personaliter interesse, pluribus aliis, ordinis, in Romana Curia,& aliunde præpediti negotiis universis & singulis Dominis Abbatibus, Prioribus perpetuis, Decanis, Archidia- conis,& Thesaurariis, Scholasticis ae eee Custodibus, tam Cathedralium quam Collegiatoram, Canonicis, paro- chialiumqueEeclesiarum Pastoribus seu loca tenentibus eorundem pleba- nis viceplebanis Archipresbytetris, vicariis perpetuis, Capellanis curatis.& non FRIDELII DE CORBERE non curatis, Altaristis Prælatorum Notariis& Tabellionibus publicis, qui. buscunque ubiubi constitutum& eorum cuilibet, in solidum super ulte- riorem executionem, dicti Mandati Apostolici, atque nostri facien- dam autoritate Apostolica supra dicta, tenore præsentium plenarie committimus vices nostras, donec eas ad nos specialiter& expresse 258 duxerimus avocandum. Quos& eorum quemlibet in solidum ejus- dem, autoritate& tenore requirimus& monemus, primo, secundo, ter- tio,& peremtorie, communiter& divisim, Eisque nihilominus,& eorum cuilibet in virtute sandtæ obedientiæ& sub excommunicationis pœna, qui in eos& eorum quemlibet ferius in his seriptis nisi fecerint& adimple- verint ea, quæ eis in hac parte committimus& mandamus, destricte præcipiendo mandati. Quotus infra sex dierum spatium post notifi- cationem præsuentium eis sive eorum alteri factis,& post quam pro parte dictorum Dominorum, Advocatorum,& majorum judicum principalium fuerint requisiti, sive alter vestrum fuerit requisitus, immediate sequen- tem quem terminum eis& eorum cuilibet pro omni dilatione termino- que peremtorio, ac monitione canonica assignamus. Ita tamen cond: in his exequendum unus eorum, alterum non exspectet, nec unus pro alio se excuset, dictos quinque Advocatos, ut ipsis eorum quilibet in sua parte, vulgariter nuncupater Döffte, Comitatus Ditmargiensis in quin- que partes divisi, sibi deputata jurisdictio& merum imperium, nomine Domini Archi. Episcopi Bremensis, pro tempore exercere; Majores vel zudices ipsius Comitatas per Dominos Archi- Episcopos, qui pro tempore, fuerint respective, modo& forma, quibus hactenus consueverunt& soliti fuerunt, de cætero pacifice& quiete regere& gubernare, ac omnia& singula in præmissis necessaria& circa ea quomodo libet opor- tuna facere& disponere, nec non hujusmodi Comitatu Ditmargiensi li- bere uti, frui, potiri,& gaudere respective possint& valeant, ma- nuteneant,& defendant,& ab allis, quantum in vobis fuerit, manu teneri,& defendi faciant& procurent: Et gratialiter omnia & singula nobis in hac parte concessa, plenarie exequantur, jux- ta traditam seu directam a dicta sede Apostolica nobis formam, ita tamen iidem subdelegati nostri nihil in præjudicium dicto- rum Dominorum Advocatorum& quadraginta octo majorum judicum Comitatus Pitmargiensis, super præmissis attestare, nec circa processus per nos habitos, nec dictas sententias per nos latas absolvendo vel suspen- qdendo aliquid immutare, in cæterum, autem quibus dictis advocatis& ma- joribus quadraginta octo nocere possint, præfatis subdelegatis nostris,& eorum — corun 105 f. ram! 1 5 be tonem muss terer valeat eorut cas; catos & no modo brot 391 deber omni icli. modo moniur strume nens) public comm. anno a depüme Prælat provid & pros hanne mensis We) Cl. rogatis E periali oni& 0 cen üblich g. luper ug fell Hie n plenati expresse dum eus. cundo, ter. Y Keorum pon, qui Kadim. „ deltide ost notif. pro pate fcipalium e sequen. termino. en cond: unus pro het in sua in quin. nomine otes vel tempore, serunt& are, ac et opor⸗ giensi li w; ma- ö fuerit r omni r ju formam, n diddo⸗ judicum rocests aßen ock ma⸗ 1 eorumn MANDA TUM. 259 eorum cuilibet potestatem omnimodam denegamus. Et si contingat, nos super præmissis in aliquo procedere, de quo nobis potestatem plena- riam reser vamus, non intendendo propter eas Commissiones sive subde- legationes nostras hujusmodi in aliquo revocando, nisi de revocatione ipsa, specialem& expressam in posterum in nostris literis fecerimus men- tionem. Per Processum autem nostrum hujusmodi nolumus nec intendi. mus, nostris in aliquo præjudicare Collegis, quo minus ipsi seu eorum al- ter, servato tamen hoc nostro processu possint& valeant, sive possit& valeat, in hujusmodi executione negotio procedere, prout ipsis seu eorum alteri visum fuerit expedire, præfatas quorum Literas A postoli- cas;& hunc nostrum processum volumus penes dictos Dominos Advo- catos& quadraginta octo Majores judices terræ Dithmargiensis remanere, & non per vos aut aliquem vestrum, aut quemvis alium; ipsis invitis quo- modo deteneri, contrarium vero facientes, præfatis nostris sententiis, prout per nos in seriptis latæ sunt, ipso facto volumus su bjacere. Mandamus tamen: Copiam fieri de præmissis eam petentibus& sive debentibus, petentium quidem sumptibus& expensis Absolutionem vel omnium& singulorum, qui præfatas nostras sententias, aut earum aliquam incurrerint sive incurrerit, quomodo nobis vel superiori nostro tantum- modo reservamus. In quorum omnium& singulorum fidem& Testi. monium præmisfarum præteritas literarum, sive præsens publicum In- strumentum hujusmodi nostrum processum in se continentes seu conti- nens, exinde fieri& per Notarium publicum, infra scriptum, subscribi& publicari mandavimus, sigillique nostri jussimus& fecimus appensione communiri. Datum& Actum Romæ in Domo habitationis nostræ sub anno a Nativitate Domini, Millesimo, Quadringentesimo, Septuagesimo Septimo, Indictione decima, die Lunæ, vicesimo quarto mensis Novembris. Præfati sanctissimi in Christo Patris& Domini nostri Domini Sixti, Divina providentia Papœ quarti anno septimo. Petentibus igitur honorabilibus, & providis viris, Dominis, Lenone Lenen, Canonico Schleswicensi, Jo- banne samente, Parochiali Ecclesiæ in Henstedte, terræ Dithmarsiæ, Bre- mensis Diœcesis prædictæ, perpetuo Vicario& Magistro, Hinrico Bakeno- we, Clerico Paderburn, cunctis testibus, ad præmissa vocatis specialiterque rogatis. Et ego Johannes Mebre, Clericus Lubecensis Diœcesis publicus, Im- periali autoritate Notarius, qui hujusmodi præinsertarum literarum puta- tioni& receptioni, defectus suppletioni, concessioni, requisitioni, monitio. ni, censurarum fulminationi, subdelegationi processusque hominii petitio- I) 260— 15 Geschichte IV. Theil. ni,& decreto omnibusque aliis& singulis præmissis, dum sic ut præmittitur fierent& agerentur una cum prænotatis testibus præsens interfui, eaque omnia& singula sic fieri vidi& audivi. Ideoque hoc præsens publi- cum instrumentum manu mea propria conseriptum, exinde confeci, sub- scripsi, publicavi,& in hanc publicam forman redegi, signoque& nomine solitis& consuetis, una cum ante dicti Domini Scholastici Judicis& Kxecu- toris Sigilli appensione, signavi atque munivi. In signum, fidem, robur,& testimonium omnium& singulorum præmissorum, rogatus& requisitus. Hartwicus II. Ungeachtet jetzt⸗gemeldter Donation Kaysers Friderici I. und daß die Grafschafft Dithmarschen hiebevor von dem Ertz⸗-Bischof Hart wyico I. an die Kirche zu Bremen vertauschet und verschencket gewesen; konte der Ertz⸗ Bischoff Ligtridus zu der würcklichen Possession dennoch nicht gelangen, son⸗ dern Graf Adolffus III. hat Dithmarschen mit gewaltiger Hand gegen den Ertz⸗Bischoff und seinen Bruder Hertzog zu Sachsen, Bernhard, verthädiget Cranz. l. 6 und behalten, bis zu den Zeiten Hart wyici II. Ertz⸗Bischoffen zu Sax. c. 49. Bremen, so vorhin Hertzog Hinrich des Löwen Notarius gewesen. Und wie Cilicius will, ein naher Anverwandter Graf Adolffen, um die Præ- tensiones derer Holsteiner an Dithmarschen so viel besser zu beschönigen. So bald dieser Hart voicus Il. zu dem Ertz⸗Bischofthum gelanget, ist er mit allem Ernst dahin bedacht gewesen, die der Kirchen zustehende und bisher vorenthalte⸗ ne Grafschafft Dithmarschen, wieder an sich zu bringen. Zu dem Ende er bey dem Grafen Adolff starck angehalten, auch endlich Anno 1186 Dithmarschen wieder erhalten, mit dem Beding, daß die Dithmarscher jährlich an den Grafen 200 Maaß Haber liefern solten, oder wie andere wollen, daß die Dithmarscher dem Grafen jährlich aus den Dörffern Süderharstette, Süderwall und Nord⸗ harstett, etzliche Schaafe, Weitzen und Rocken zur Unterhaltung des Hauses Hanrau geben solten. Es schreibet Johann Petersen, doch ohne Grund der Warheit, daß die Dithmarscher solchen Zinß bis 1404, da Hertzog Gerhard in der Hamme erschlagen worden, gegeben haben. Da sie doch diesen, wider ihren Willen angelobten Zinß sich so gleich gewegert, und wie sie durch Gewalt gezwungen worden, sich gar von der Kirchen zu Bremen abgerissen, und sich Schleßwig unterworffen. Diesen Ungehorsam, und Verwegerung der Dithmarscher Tran: J. 6. zu bestraffen, hat der Ertz⸗Bischof, Graf Adolf von Holstein, Graf Sax, c. ult Christian von Oldenburg, und andere Krieges⸗Leute in seine Besoldung ge⸗ nom —— 2——————— N—— m . des Landes Dithmarschen. 261 1 en nommen, und mit einem grossen Volck die Dithmarscher überzogen, und sie so i, edge lange geängstiget, bis sie stets unterthan und gehorsam zu seyn Job. Peters. l. I. U ens publ. angelobet, anbey eine grosse SummecGeldes zur Erstattung der Crans. l. 7. ö el sab. Kosten zu bezahlen versprechen müssen. So bald der Ertz⸗Bi⸗ Dan. c. 6. 0 clan schof aber aus dem Lande, und seine Völcker aus einander gehen lassen, hab en 0 cb hnec. sie von ihren gelobten nichts gehalten, und wie Cranzius meldet, haben sie das 0 .roburck grosse Geld nicht können noch wollen erlegen, sondern sind in der Meinung ge⸗ 0 regustus standen, daß sie zu ihrer volligen Freyheit gelanget: und da man ihnen dieselbe ö noch ferner streitig machen wollen, haben sie sich mit den Dänen in Bündniß eingelassen. 0 oaß k Woldemarus, Bischof zu Schleßwig. 0 l. an dee Die in einer volligen Freyheit gebohrne Dithmarscher erkannten gar zu N der Ert wohl, den grossen Unterscheid einer blossen Schutz⸗Gerechtigkeit und einer unum⸗ 0 gen, son; schränckten Herrschafft: Daher sie die von dem Bischof Hart wico mit Gewalt 9 gegen den ihnen angelegte Ketten eines unterthänigen Gehorsams bey der ersten Gelegen⸗ 0 bachädige heit vom Halse zu werffen bedacht waren, welche sich auch bald ereignete, da der 1 schofen zu Bischof aus dem Lande seine meisten Völcker aus einander gehen lassen, und die U gelbe Alliirte die restirende Besoldung foderten, welche zu bezahlen der Hart wicus 1 die brr. viel zu unvermögend, also gezwungen war alle Bischöͤfliche Einkünffte auf 3 Jah⸗ 16 4 gen. So re in Bezahlung anzugeben, und währender Zeit von Einweyhung der Kirchen N N 0 auen sich kümmerlich erhalten muste. Dieser Schwäche des Bischofs bedienten sich 0 11 00 die Dithmarscher, und rissen sich von der Kirchen zu Bremen ab, und ergaben 1 0 1 sich dem Bischof WMoldemaro in Schleßwig, der König Canuti VI. Vetter 0 10 1 und Valall war, mit dem Vorwand, daß sie dem Apostel St. Petro, der ein Pa⸗ 5 sencrsce tron beyder Bischoffthümer war, immittelst alle Wege zu dienen bereit wären. u Gafen Ob nun zwar einige schreiben, daß die Dithmarscher dem Bischof Geissel gege⸗ barsche ben, daß sie Treu und Glauben halten wolten, so ist doch aus dem Zusammen⸗ ind No hang der Historie vielmehr das Gegentheil zu erweisen, und daß sie nur als blos⸗ es Haut se Bundes⸗Genossen anzusehen gewesen, die bey ergeben⸗ Joh. beters. I. 2. c. 59. Grunde den Nothfall, Hülf und Beystand einander leisten wol⸗ Cranz. I. 7. 3ax. c. 4. 3 9 Cctfad ten: Wie denn auch Woldemarus in Hollstein eingefallen, und den Graf 8 geh wide Adolff von Dassel gezwungen, Geissel zu geben, daß er Dithmarschen nicht 1 ich Gewa wolte berühren oder mit Krieg überziehen. Dieser Graf Adolff von Dassel 1 dsc war als Statthalter über Hollstein von Adolffo III. Grafen von Schauen⸗ burg gesetzet, wie derselbe A0. 1189 mit dem Kapser Fride. Cranz. 5. Sax. o. I. 07010 rico nach dem Gelobten Lande mit E οοο Mann gezo⸗. 8 on e ul gen war, Jerusalem wieder einzunehmen. ung ge⸗ Gg 2 Zuletzt 1 Jol 262 Geschichte VV. Theil. Zuletzt wie Woldemarus sich in verschiedene unnütze Handel mischete, viel Unruhe im Lande verursachte, ja gar dem König Canuto nach der Cron stand, ward er hinterlistiger Weise auf dem alten Schloß Brunlund, im Apenradischen, gefangen genommen, und das Hertzogthum Schleßwig des Königs Bruder Woldemaro II. übertragen: zwar kam der Bischof W oldemarus auf Inter- cession der Königin Dagmara und Ettz⸗Bischoffen Andreæ Sunonis» wieder loß nachdem er sich mit dem Könige vertragen: wie er aber hernach zum Ertz⸗ Bischof in Bremen erwehlet ward, opponirete sich der König Woldemarus hefftig dagegen, daher der Bischof endlich, wie auch des Pabstes Bann darzu kam, vor chagrin starb. 6 f Woldemarus II. Dieser Woldemarus war ein sehr mächtiger Herr, der, nach dem Todt seines Brudern Canuti, gantz Dännemarck unter seine Regierung bekommen; Den Titul eines Wendischen Königs und die Herrschafft über alle Reichs Lan⸗ de, die Norden der Elbe und Süden der Eyder liegen, con firmirte ihm der Kayser Fridericus II. Welche Donation schon vorhero seinem Vater Woldemaro l. von dem Kayser Friderico Barbarossa zu Lubeck A. 118 1, war gegeben, und von dem Pabst confirmiret worden. Welche auch in die 40 Jahr das Diploma stehet in dem Dänischen Archive gewesen, bis zu den Zeiten Königs in Hnitfeld p. 180. Canuti, da eine Teutsche Frau solche Briefschäfften in die Hände bekomen und verbrandt. Ueberhaupt war dieser Konig, in den ersten 20 Jah⸗ Us. Lindenbr. ren seiner Regierung sehr glücklich und siegreich, daher er guch den Zunahmen Seyer oder Siegreich bekommen. Dieser Woldemarus Il. verfiel Ao. 1200 mit A dolffo III. Grafen zu Schauenburg, in einem sehr schweren Krieg. Denn wie der Graf Adolf auf Zurathen seiner Freunde aus Asien zurück gekom⸗ men war, und sich mit vorgemeldtem Bischof Woldemaro wieder verglichen hatte, ging er mit einer grossen Rüstung wider König Canutum, in Dänne⸗ marck,(der Hinrici Leonis Schwieger Sohn, und folglich Adolffo gehäßig war) zu Felde, fiel mit Hülfe seines Vettern und gewesenen Stadt⸗ halters„ Grafen von Dassel, des Bischofs zu Bremen, Hartwici II. in Dithmarschen, richtete eine grosse Verwüstung an„und holete einen grossen Raub daraus, brachte also Dithmarschen, ob schon auf eine gar kur⸗ tze Zeit, wieder unter Hartwici II. Gehorsam. Arnold. Chron: Slav. J. 4. C. 10. 12.& 22. Denn die Dithmarscher und andere vereinigten sich mit dem König und dessen Bruder, und lieferten Graf Adolffen zu Stilau, eine Meile von Itzehoe, eine Schlacht, in welcher der Graf überwunden, und nach Hamburg entwichen, von dannen er auch verjaget, und nach Stade seine Zu⸗ flucht V. l 555 cher, Cron sind sctgbich dige Bruder i gflnter. ns, wieder hahn kit demarügz Bam un h dem Tod bekommen; Reichs Lan⸗ der Kayset oldemaro!. und bon ipuoms ff hel feld p. 190. Kochen und J. Undenbr. b unchmen Ao. 1200 lieg. Denn rück gekom⸗ beglichen in Dane ffo gehäßs en Stall lartwici l helete del eine gf 12 Sa, 4 0 sch 5 Ita,“ 155 0 Wa 1 1 des Landes Dithmarschen. 267 flucht nehmen müssen. Nach gehaltener Schlacht hat sich der Hertzog aller fe⸗ sten Oerter in Hollstein bemächtiget, Lübeck, nach einer harten Belagerung er⸗ obert, und sich von Mecklenburg und Pommern huldigen lassen. Von denen eroberten Städten nahm er Geissel, und ließ Segeberg und cranz. I. 7. Dan. Travemünde, durch einen Hollsteiner, Limon und dessen. 17. Bruder belagern und hart einschliessen, und über Dithmarschen setzete er Schack von Westen⸗See, des zu der Zeit berühmten Hrn. Marquart von Westen⸗ See nahen Anverwandten; Widagum von Wester⸗See setzete er über Plön, und Rudolffen über Hamburg. Diese alle hatte Adolffus kurtz vorher aus dem Lande gejaget; Ob aber die Dithmarscher diesen Schacke als ihren Gra⸗ fen angenommen und behalten, davon findet man in der Historie keine Nach⸗ richt, daß also billig daran zu zweifeln, wie denn Heimreich in seiner Dithmar⸗ scher Chronica schreibet, daß die Dithmarscher von dem König beschacket ge⸗ wesen, und einen grossen Strich von ihrer Freyheit verlohren, welche Freyheit, so sie anders bestehen soll, von keiner Herrschafft wisse zu sagen; Daher sie sich auch werden wieder frey gemacht haben, wie der König von Graf Heinrich von Schwerin gefangen worden. a Graf Adolff, der, wie schon erwehnet, nach Stade Cranz J 7. Sax. c. 20. entweichen müssen, gedachte seine verlohrne Länder wie⸗ beterl. J. 2. p. 04. der zu erobern, und sammlete zu solchem Ende so viel Clans l. 7. Dan: c. 1x. Volck, wie er konnte, mit welchem er vor Hamburg rückete, von derer beständigen Treu er vollig versichert war, wie sie denn auch ihm so gleich die Thore öffneten, und den von Woldemaro dahin gesetzten Graf Rudolffum aus der Stadt ja⸗ geten. Allein Hertzog Woldemarus sammlete in aller Eyl Trouppen von Schleßwigern, Dithmarschern und Mecklenburgern zusammen, und belagerte Adolffum in Hamburg, also daß er gezwungen ward sich Maldemaro auf ge⸗ wisse Conditiones zu ergeben, weil zu Lande der Paß ihm abgeschnitten, und das Treib⸗Eyß ihn hinderte über die Elbe zu entfliehen. Da er aber die Con. ditiones, nemlich die Uebergabe des Schlosses Lauenburg nicht zu Wercke rich⸗ ten konte, wurde er gebunden in die Eysen geschlagen, und nach Dännemarck ge⸗ führet, auch nicht eher der Hafft erlassen, bis er angelobet, sich ewig der Graf⸗ schafft Holstein zu begeben, und in der Grafschafft Schauenburg sein Leben zu enden. Indessen aber, wie die Dithmarscher merckten, daß Graf Adolff im Lager gefangen gehalten wurde, wolten sie ihn als ihren Landes⸗Feind mit Ge⸗ walt tödten, und richteten einen grossen Lärm an, also daß Graf Guntzelin von Schwerin und andere viele Mühe hatten ihn aus ihren Händen zu erretten; und wenn der Hertzog selbsten nicht mit den seinen wäre dazu gekommen, möchten vielleicht beyde Grafen ihr Leben dabey eingebüsset haben. ö Gg 3 Die 268 Geschichte IV. Theil. Die Holsten, so der Dänen ungewohnte Gewalt und Herrschafft bald überdrüßig wurden, haben durch eine Adeliche Frau, 75 e oder Haseldorpern Marsch, Cranzius nennet sie Deestz de Killingdorve, Pankwert aber nennet sie Heistin oder Heestin, Graf Contin Helmold⸗ Adolffum III. der nacher Schauenburg entweichen müssen, Cranz. I. 7. 3ax. dahin beredet, daß er die Grafschafft Holstein wieder ange⸗ c. 22. nommen, und seinen jüngsten Sohn Adolffum IV. ihnen über⸗ Dankrv. Holst. geben, welchen sie eine Zeitlang heimlich in der Wilster unterhal⸗ A 179. ten. Comes Adolphus auxilio Gerhardi Archi- Episcopi 10 Henrici Comitis Swerin& Henrici de Werle, invitatus Schaumb 8 etiam a potentioribus Holsatiæ, Albiam transit,& terram oc. Chron. l. 1. cupat Trans-Albianam Ao. 1225. Dieser junge Graf nun c hat sich erstlich aus der Wilster⸗Marsch mit den Seinen aufgemacht, und sei⸗ nes Vatern Grafschafft wiederum erobert, und mit den Lübeckern die ebener⸗ massen die Dänische Besatzung in dem Schloß mit List überfallen, und sich ihrer Gewalt entwircket, sich verbunden, mit zusammen gesetzter Macht der Dänen Uebermuth sich zu widersetzen, und die erlangte Freyheit zu beschützen. Und dieses war so viel ehender ins Werck zu richten, weil sie keinen sonderlichen Wi⸗ stand funden, denn der König VV oldemarus war von dem Grafen Henrich zu Schwerin listiglich gefangen genommen und A0. 1223. auf dem Schloß Danneberg ins zte Jahr in Ketten und Banden gehalten, und wie sein Stadt⸗ halter in Hollstein, Graf Albert, von Orlamünde ihn mit Gewalt erlösen wolte, ward er auch gefangen genommen und bey dem König gesetzet. Die Dithmarscher, denen es schon gereuete, daß sie sich mit den Dänen in Verbündniß eingelassen, und eine künfftige Dienstbarkeit daraus besorgeten, schicketen einige Abgeordnete an Graf Adolffen, und liessen ihm antragen, Woferne er sie wolte bey ihrer vorigen Freyheit bleiben lassen, und nochmahls Hülfe wider die Dänen beweisen, so wolten sie, wenn es etwan zu einer Schlacht käme, den König verlassen, und mit Gewalt zugleich auf die Dänen schlagen, und dieses solte ihr Feld⸗Zeichen seyn, daß sie die spitzige Enden ihrer Schilder wolten in die Höhe kehren; Graf Adolff nahm, nach den Umständen der Zeit den Antrag der Dithmarscher willig an, und gelobete ihnen alles dasjenige, was sie von ihnen begehret, getreulich zu halten. Nachdem der König Woldemarus endlich seiner 3 jährigen Gefängniß auf folgende Conditiones erlassen wurde, daß er nemlich allem Recht, auf Mecklenburg, Hollstein und die Elbe, auf ewig abschwören, und 47000 Marck lochigen Silbers versprechen muste; So hätte er billig in Ruhe bleiben sollen, da ihm das vorige so theuer geworden; Aber ob er gleich scheune ö 5 90 Bil fal, c 5 let Ohl bon dieset nig Nac t, Aal des Landes Dithmarschen. 269 1 100 sich nicht zu rächen, oder Hollstein anzugreiffen, so ließ er sich doch von dem f kene Pabst Ablolution von diesem Eyde geben, und ging mit Hertzog Otto von lagdon Braunschweig⸗Lüneburg und den Dithmarschern, in Holl⸗ Ranꝛ. de bell. Pit: in Helmoli, stein, und verwüstete alles Land zwischen Rendsburg und Bornhövede, da ihm . zu. Graf Adolffus IV. und die Lübecker mit ihren Allürten be⸗ Cranz. I. 7. Sax. c. 39. 5 gegneten, und auf der Heyde vor Bornhövede eine blutige 8 41. Gun l Schlacht lieferten. Ihr oberster Feldherr war Graf Adolff der III. ein Mann Aua e von 70 Jahren, und der vorhin von Woldemaro war vertrieben worden. In Heugelez dieser Schlacht sind die Dithmarscher, ihrer Zusage nach, von dem Kö⸗ Schdunh, nig abgefallen, haben ihre Schilder umgekehret, und tapfer gefochten. Chron, l Nach vielem Blut-Vergiessen, ist der König zuletzt in die Flucht geschlagen, wie 6.28. er denn selbst ein Auge verlohren, und beynahe wieder wäre gefangen worden. d, ids Diese sonst merckliche Schlacht ist geschehen am Tage Mariæ Magdalenæ die ebenen Abo. 1227. In dem folgenden Jahr kam der König wieder mit einigen Troup⸗ dd sich hy pen in Hollstein, und belagerte Rendsburg, er wurde aber von Jo. Peters. p. 70. der Däneg Graf Adolff und Graf Heinrich von Schwerin mit Gewalt davon geschlagen. gen. Ui Von da ging er in Dithmarschen, und wolte sie bestraffen, wegen dessen daß sie lichen Wi in der Schlacht von ihm abgefallen. Endlich belagerte er Itzehoe und Segeberg, lentich zu wie er aber vor beyden Oertern von denen Hollsteinern viel Schaden gelitten, Schloß ging er mit schlechten Vortheil, nach dem er Hollstein verwüstet, wieder nach in Stadt⸗ Dännemarck, muste in Frieden Adolffum alles lassen behalten, und die Dith⸗ deen wolte, marscher kamen zu ihrer alten Freyheit. 5 225 Es irret aber Joh. Petersen in der gantzen Erzehlung, so nach der Bornhö⸗ Dänenst veder Schlacht geschehen seyn solle; Denn Spangenberg und andere Hiltori— besothete ei stimmen dahin alle überein, daß nach der Bornhöveder Schlacht sich ver⸗ anttagen schiedene Mediateurs dazwischen gelegt, und den König mit den Grafen also nochmaht vereiniget, daß sie nachhero die besten Freunde geworden, und zwischen ihren 1 1100 Kindern eine Heyrath gestifftet haben. 00 Ao. 121 1. ist eine sehr grosse Wasserfluth über diese Länder ergangen, also den dera daß unzehlig viel Menschen und Vieh ertruncken; Eine gewisse Eyderstädtsche enge, ba Chronica meldet, daß damahlen in Dithmarschen, Eyderstädt und Nordstrand über ooo Menschenertruncken. Gefancaß Ac. 1228. den éten Juni, war eine grosse Sonnen⸗Finsterniß, so Rech. 1 bon 9 Uhr Vormittags an der Sonne gesehen worden, darauf ein grosses Erd⸗ 70 beben und Hagel gefolget, darin bey die 7000 Menschen, theils todt, theils % Habel, zu schaden gekommen. fewo Ao. 1230, f 270 Geschichte IV. Theil. Ao. 1230. den 10 Febr. hat sich ein groß Ungewitter von Donner, Blitz und starcken Winden erhoben, welches viele Häuser in die Asche geleget, theils niedergeworffen, und ist sonderlich das Wasser so hoch gestiegen, als niemahls erhöͤret, welches in allen Landern längst der Elbe und Weser eingebrochen, wo⸗ 155 eine unzehlbahre Menge Vieh und mehr denn roooo Menschen er⸗ truncken. Mie der König Abel, nach seinem Ao. 1270 ermordeten Bruder Erico, die Regierung angetreten und sich vorgenommen hatte, die Nord⸗Fresen mit Ge⸗ walt zu bezwingen, aber von den Eyderstädtern A0. 12 52 in die Flucht geschla⸗ gen worden, hat einer, mit Nahmen Henricus von Meldorff, Heimrichs Dithm: auf Anreitzung seiner Landes Leute der Dithmarscher, in See⸗ Chron: p. 70. land Unruh gestifftet, und sich bemühet das Volck wider den König zu erregen, unter dem schanbaren Vorwand, daß der König, wegen des erlittenen Schadens erschrocken, sich nicht weiter in einen Krieg einlassen würde, Sie also, die See⸗ länder, die schönste Gelegenheit hätten, sich frey zu machen. Zwar ist der Kö⸗ nig, um nicht vor so furchtsam angesehen zu werden, ihnen entgegen gegangen, und hat mit diesemklenrico von Meldorf und den Seeländern ein scharffes Tref⸗ fen gehalten, er ist aber, nachdem er viel der Seinigen eingebüsset, in die Flucht geschlagen, und haben die Wernemünder eine reiche Beute davon geführet. 40. 126. wurde zwischen den Dithmarschern und Hamburgern ein Frie⸗ de geschlossen, und viele Irrungen entschieden, so sich vorhin unter ihnen zuge⸗ tragen hatten. Es haben die Dithmarscher ihre in der Bornhöpeder Schlacht wieder er⸗ langte Freyheit nicht bestäͤndig und ruhig besessen, sondern die Hollsteinische Gra⸗ fen haben über 60 Jahr ihren Anspruch auf dieses Land öffters erneuert, und es wiederum unter ihrer Herrschafft zu bringen gesuchet; Wie denn auch die Dith⸗ marscher offtermahlen zwischen Thür und Angel gestecket, und es nur ein Schritt zwischen ihnen und dem Tode ihrer Freyheit gewesen. Dahero auch Anno 1289 der Graf Henricus in Cranz. I. Sax c. 33. Hollstein, und Johannes, Graf in Wagerland, ihre alte P 5 Frætensiones an Dithmarschen wieder hervor suchten, als*. n n wenn es unter ihre Herrschafft gehörete, und sind mit vielem Volck ins Land gerücket. Die Dithmarscher aber waren schon von dem Bi⸗ schof zu Bremen, Gilelberto, dessen Schutz und Hülse sie wieder angestehet, git einigen erfahrnen und geschickten Krieges⸗Leuten gestärcket worden. Wie nun die Grafen mit ihren Völckern von der Geest ab, in die Marsch zu kommen/ sich bearbeiteten, und auf die Dithmarscher und Bischöfliche Völcker 1 bega beg We hel 6 ft en Feind dene glich tet, U aus dute nach Hen Gan che. Gelt Mel ale 60 mom uam der T samn hela danch daßos Kraft geraul berjag 100 lich auchn samme Alein de Ge auge. Fade . des Landes Dithmarschen. 271 one, N 5 7 e 8 5. e ö egab sich ein seltsamer und lächerlicher Zufall, denn ein Hase lief quer über den 0, bal. 1 8 Vor⸗Trouppen Anlaß gab, ein grosses und un⸗ fem vermuthetes Jäger⸗Geschrey zu machen: Dar löpt en Saaß/ dar löpt en hen, in Haaß/ die hintersten solches hörende, vermeinten die vordersten wären unver⸗ ce 4. muthig angegriffen, und daß sie lauffen solten, nahmen derohalben die Flucht, denen die mittelsten auf dem Fuß folgeten, die vördersten, da sie zü schwach dem dhe Niles, Feinde allein Widerstand zu thun, sind theils erschlagen, theils gefangen wor⸗ Nau den, ausser die in Zeiten durch die Flucht ihr Leben gerettet; Man will, daß Tuch, etliche von Adel, so nicht gerne in Dithmarschen gewolt, dieses Spiel angerich⸗ Irin tet, und zuerst die Flucht ergriffen, daher sie auch nachgehends von denen Grafen ron: p). aus dem Lande geschlagen worden. Endlich sind beyde streitende Partheyen De durch Vermittelung Giselberti zu Bremen in der Güte verglichen worden, Mechaden nachdem er vorhero seines Brudern, des Hrn. von Brunckhorst, Tochter an ss de See Henricum I. Grafen zu Hollstein und Stormarn vermählet, aus welcher Ehe lte 00 Graf Gerhard der Grosse entsprossen; Nicht gar lange nach diesem unglückli⸗ dhe chen Kriege, nemlich 1300 hatten die Grafen zu Hollstein, Crans. I. 8. Sax. c. 27. fte dre Gerhardus, Henricus und Johannes einmuthiglich die Ungehorsamen von 15 0 Adel verjaget, und daß sie durch deren übel Verhalten eine grosse Niederlage 0 a(wie gemeldet) von den Dithmarschern erlitten, bestraffet; Diese vertriebene 15 von Adel haben mit Alberto, Hertzog zu Sachsen, zu dem sie ihre Zuflucht ge⸗ Aden Fee nommen, sich verbunden, und in die 800 Pferde aus Mecklenburg und Sachsen dan zusammen gebracht, mit welchen sie in Hollstein gefallen, und alles was zwischen der Trave und Bille gelegen, verbrennet und beraubet. Die Grafen echt sammleten in der Eyle ihre Landsassen zusammen, griffen die Feinde an, so mit uche vielem Raub beladen, und erschlugen viele, also daß sie genöthiget worden, nach 0 Ades dem Hertzog Alberto sich wieder zurück zu ziehen. Indessen kamen die Lübecker de Dh dazwischen, und machten einen Stillstand unter denen streitenden Partheyen, . Echt Krafft welches die Grafen von Holstein ihren schon umzingeltem Feinde, mit allen 0 geraubten Gut einen freyen Abzug ins Mecklenburgische verstatteten. Der 150 e, verjagete Adel wolte sich mit solcher Rache noch nicht zu frieden geben, 1,78 sondern machte eine Verbündniß mit den Dithmarschen, Crans. I. f. e. 3g. bel, lin, durch deren Hülffe sie denen Grafen vermeineten gewachsen zu seyn, wie sie denn 1602 auch würcklich ein grosses Volck aus Dithmarschen und der Westermarsch zu⸗ n sammen brachten, mit welchen sie nach Utersen zogen, die Grafen zu übereilen. 0 1 Allein diese hatten mittlerweile die Hände nicht in den Schooß geleget, sondern cle die Gehorsahmen von del und ihre andere Unterthanen versammlet, auch 10 17 einige Hülffs⸗Völcker ihrer Benachbarten an sich gezogen, mit welchen sie dem Feind entgegen gingen, und Ao. 1305 am Tage St. Petri Pauli, bey Utersen in teh einen 905 272 Geschichte IV. Theil. einem scharffen Treffen, nach einem blutigen Gefecht, den Sieg erhielten, und den Obersten der Aufrührer, mit Nahmen Peltz, und viele Vornehme gefangen bekamen, die alle nach der Zeit geviertheilet und auf dem Rade ihr auffrührisch Betragen, wie wohl zu spät, bereuen müssen. ä Sonsten hat sich A0. 1300 den 7 Sept. die West⸗See durch Sturm⸗ Winde, sehr erhoben, und höher denn 4 Ellen, über die grössesten Teiche sich ergossen, grausam gewütet, Städte und Dörffer umgekehret, wie man denn in Dithmarschen, Strand, Eyderstedt und Frießland 28 Kirchen gezehlet, so in die⸗ ser Wasserfluth vergangen. Anno 1305, wie der Ertz-Bischoff Sieselbertus in seinem hohen Alter an Stein und andern Kranckheiten schwer darnieder lag, haben sich die Kedin⸗ ger und Dithmarscher empöret, und seiner Bothmäßigkeit entzogen. Wie er nun durch keine Mittel und Wege dieselbe in der Güte zum Gehorsahm bringen können, hat er eine grosse Armee zusammen gebracht, und ist mit Hülffe der Her⸗ tzogen zu Sachsen, Lüneburg, der Grafen zu Holstein, und seiner eigenen Un⸗ terthanen aus dem Bremischen in das Land Keding, und von da in Dithmar⸗ schen gerückt, hat in verschiedenen Schlachten die Rebellischen Unterthanen aufs Haupt geschlagen, und das gantze Land, mit Raub und Brand sehr ruiniret. Es soll dieses aber dem Ertz-Bischoff sehr gereuet haben, da⸗ her zu muthmassen, daß der Schade verzweifelt groß gewesen. Der Autor vitar. Archiep. Brem: nennet die Dithmarscher homines septem pa- rochiarum, ultra Albiam sitarum. Aus welchen letzteren Worten, wie schon öffters erwehnet, deutlich zu erweisen stehet, daß die Bischöfe in Bremen nicht über gantz Dithmarschen, sondern nur über/ Geest Kirchspiele ihre Herrschafft exerciret, die übrigen aber bey entstehender Noth sich deren Schutzes bedienet; ubrigens aber in einer unumschränckten Freyheit gelebet. Wie Graf Adolffus Johannis II. Sohn Ab. 1315 auf dem Schloß zu Segeberg von Hartwig Reventlau, der von Dithmarscher Geburth, erstochen wurde, entweder die seiner Frauen oder Tochter angethane Schmach zu rächen, oder auch Graf Gerhard dem Grossen zu willfahren; entstand A0. 1317 oder wie Cilicius will, A0. 13 19 eine grosse Streitigkeit zwischen Graf Johanne III. oder den Milden zu Kiel, der des ermordeten Graf Adolffs Halb⸗Bruder war, und Graf Gerhard III. oder dem Grossen, dieweil dieser das Schloß Sege⸗ berg in Besitz genommen, und von jenem beschuldiget wurde, er sey an dem Mord seines Bruders grösten Theils Schuld. Die Dithmarscher zogen mit grosser Macht, Graf Johanni J. in Wagerland zu Hülffe, raubeten und plünderten alles, was sie in Graf Gerhards Gebieth antraffen, und stecketen Schenefeld Nord⸗Dorf und Neumünster in Brand, von dannen gingen sie nach Kiel/ als zu hren Freunden, gher sie verhielten sich also, daß sie den Bürgern bald 41 05 elen, 73220 I Dit und de marsch sharffe Ihe xe g Tel. 5 Hicleg, e gefgngg suftahgst uch Sturt en Daches than dene chende hohen dt ch die Kay n. Wee ihm blügg fe det O eigenen Un Dithmqh intetthang 1d Brass ben, da „Del Prem pa- 0 Wie schoß gemen nicht Herrschaft ö bedient; Schloßn erfoche zu rage 1317 dl hanne Il der wol ß Sch denn dal got fachen saefel Hal, al dla fe, ——— n——* 0 des Landes Dithmarschen. 273 fielen, daher dieselbe mit einer guten Manier die Dithmarscher wieder aus der Stadt in das freye Feld brachten; Joh. Petersen will, die Kieler hätten die Dithmarscher mit Pfeiffen und mit Geigen tantzend aus der Stadt bis an den Kohberg gebracht. Wie nun die Dithmarscher mit ihrem Raube wieder heim⸗ ziehen wollen, und in der Heyde bey Bornhöbede, disseit des Wassers Büßing, Nacht⸗Lager gehalten, auch an selbigem Ort vielen Muthwillen verübet, ja gar in Bier sich gebadet, da hat sie Graf Gerhard des andern Tages früh, wie die meisten noch schlieffen, überfallen, und damit sie ihn oder die seinen von ferne nicht erkennen mochten, hat er befohlen, daß ein jeder einen Zweig von den grü⸗ nen Bäumen abhauen und vor sich halten solte; dadurch erlegte er sie und schlug 500 der Dithmarscher, die übrigen wurden ins Wasser Franz 1. 9 Sax. c. 9. Büsig oder Bornbeck gejaget, darin ihrer viele ertruncken. Dieses ist geschehen am Tage Alexii oder den 15 April A0. 1320. Cranzius setzet Anno 1318. Wie er denn auch diesen Umbstand noch mit beyfüget, daß die Dithmarscher im Dorff Bornhövede neu gebraut Bier vorgefunden, und nachdem sie besoffen, sich aus grossen Muthwillen darin gebadet, daß also Grafen Gerhardl ein leichtes gewesen, über die noch zum Theil besoffene Dithmarscher einen Sieg zu erhal⸗ ten, und hingegen diese mit ihrem Blut bestätigen müssen: Daß Uebermuth sel⸗ ten Guth thue. Graf Gerhard war nicht zufrieden, daß er sich ge⸗ Oranz.. c. meldter massen an den Dithmarschern bey Bornhövede Joh. Peters. p. 83. so weitlich gerochen, sondern er hatte sich ein vor allemahl Cilic. I. 1. de bell. feste vorgenommen, Dithmarschen, welches seiner Gra- itmall.. 3. schafft wohl gelegen, sich gäntzlich zu unterwerfen, und Sbytr. l. 6. ere. hat derowegen eine grosse Armee auf die Beine gebracht, worzu ihm der Ertz⸗ Bischof zu Bremen und sein Schwager, Hertzog Johannes von Sachsen, viele Hülffs⸗Völcker sandten: Fürst Heinrich von Mecklenburg, samt den Grafen von Wonstorp, Gustrau und Ruppin waren mit ihren Völckern selbsten bey der Armee gegenwärtig, benebst noch andern 14 tapferen Männern von Adel, deren Nahmen deutlich zu setzen von den alten Geschicht⸗Schreibern übergan⸗ gen worden. Mit dieser ansehnlichen Mannschafft nun ging der Graf Anno 1322 qm Abend Mariæ Geburth, oder nach Cranzü Bericht am Christ⸗Abend in Dithmarschen, und kam ohn eintzigen Widerstand duech die Süderhamme und den Furt bey Hemmingstedt, bis in Nordstedt. Hie hatten sich die Dith⸗ marscher allererst gesammlet, und hielten mit dem Grafen zu zweyenmahlen ein scharffes Treffen, wurden aber jederzeit geschlagen, also daß sie 1700(die Dithmarscher selbsten setzen nur Joo) der Ihrigen eingebüsset, und die übrigen in der mit Bley gedeckten Kirchen zu 777 Wörden sich retiriren, und selbige Hh 2 wie 274 Geschichtt W. Theil wie eine Burg, so als es in der Eile möglich gewesen, befestigen müssen. Wie die Hollsteiner ihren flüchtigen Feind verfolgen, und in der Kirchen belägern, ha⸗ ben sie eine grosse Menge Holtz an die Kirche getragen, und sie angezündet. Nach⸗ dem die Dithmarscher solches gemercket, haben sie sich erbothen, die Grafen zu Hollstein vor ihre Herren zu erkennen, so man sie zu Gnaden annehmen und das Leben ihnen fristen wolle; allein Graf Gerhard vor dieses mahl unerbittlich, wol⸗ te denen süssen Worten derer beängstigten Dithmarscher keinen Glauben geben, sondern befahl, das Feuer der Kirchen noch näher zu legen. Wie das Bley be⸗ gunte auf dem Dach zu schmeltzen, und die Dithmarscher sahen, daß ihnen nichts f denn ein schmähliger und schmertzlicher Tod übrig war, thaten sie aus Verzweife⸗ lung einen Ausfall aus der Kirchen, und fielen in den Feind, so aus Sicherheit, wie es sich sonst wohl gebühret hätte, nicht auf ihrer Hut war, und zertrenneten sie; Die andern Dithmarscher, so sich annoch hin und wieder in den Graben ver⸗ borgen hielten, solches sehend, fasten einen Muth, kamen den Belagerten zu Hülfe, und schlugen den Feind völlig in die Flucht, also daß 12 der Fürsten und Grafen von Wustrop und Güstrau benebst 2000 der Gemeinen auf dem Platz blieben. Graf Gerhard und Fürst Henrich von Mecklenburg, welche nach Kriegs⸗Gebrauch unter der Fahne ausserhalb Treffens gehalten, kamen mit et⸗ lichen wenigen davon, und zogen in Traurigkeit wieder nach Cran:. I. 9. Sax. c. 13. Hause. Dieses Unglück hat vermuthlich Graf Gerhard vorher gesehen; Denn wie er einstens gefraget wurde, woher das Geld solte genommen werden, damit die vielen Kriegs⸗Völcker und die ihm so lange gedienet, solten bezahlet wer⸗ den, soll er geantwortet haben: Er wolle sie in Dithmarschen schicken, so sie die Ueberhand behielten, würden sie Zweifels ohne eine gute Beute erhalten, damit solten sie bezahlet werden: würden sie aber geschlagen, alsdenn dürffte er sie nicht besolden. Henningius in seiner Genealogie pag. 58. beschliesset seinen Be⸗ richt von dieser Schlacht mit folgenden Worten: Atque ut compendio di- cam, quicquid lectissimorum virorum Nobilium atque militum in Duca. tu Schlesvicensi Holsatiaque universa fuit,& flos omnis robustæ vividæque juventutis illo bello interlit. In diesem Kriege hat einer von Pagwilch 8 Söhne verlohren, und ist selber noch dazu schwerlich verwundet worden. Wie nun ein Bothe ihrer Mutter solche Zeitung bringet, sprechende: Ach liebe Frau seyd getrost, es seyn zwar euer 8 Söhne in die Schlacht umkommen, aber euer Mann ist noch beym Leben. Was? antwortet die Frau, sind meine Söhne und so mancher ehrlicher von Adel im Treffen umgekommen, und mein Mann ist allein davon geflohen? ist ihm denn sein Vaterland nicht so wol angelegen ge⸗ wesen, als den andern? Nimmer soll er mir wieder an die Seite kommen; Der Bothe antwortete, ihr Mann sey zwar noch am Leben, aber dermassen verwun⸗ det, . Jil ——— in. N lagern, hy det. Nag dechrchen ö en mndhe abttach e albengle, e dab de be ihn 1 Venn scherhel zerttennen Graben be elggerten Fürsten un dem Pi welche nac nen mit a ). Lax. c. Ig. az Denn en, damit gahlet we u, so sie die en, dam cer sie nich seinen Be⸗ endio dl. in Duc. Vividæqbe Pagwich den. We ce del „ abereal ine Eine 1 00 cle g In Da berwün⸗ f 2— des Landes Dithmarschen. 275 det, daß er schwerlich mit dem Leben werde davon kommen. Da die Frau das gehöret, soll sie gesprochen haben: G Ott sey gelobet, der mir einen solchen Mann und solche Söhne gegeben hat, die ihr Leben vor ihr Vaterland gewaget haben. Von dieser Geschicht hat Lauterbachius ein Carmen gemacht, dessen Epipho- nema dieses: Vulneribus patriæ virtus quæ commoda queærit. Digna favore hominum, digna favore Dei. Anno 1322. und 1324. am Tage Clementis, hat sich das Wasser in diese Länder sehr starck mit Donner und Blitzen über alle Teiche ergossen, also, daß so wohl hier, als in Holland ein unbeschreiblicher Schade geschehen. Ao. 1323. fiel ein so starcker Frost ein, daß man aus denen See⸗Städten nach Dännemarck und Dantzig über Eiß reisen können. Ao. 13 30. den 28 Julii ist eine sehr grosse Sonnen⸗Finsterniß gesehen worden, dergleichen man auch A0. 1351. im Sept. gehabt, da die Sonne viel Stunden verfinstert gewesen. Ao. 1338. suchte der Allmächtige G Ott diese Länder mit theurer Zeit und grossem Hunger heim, welcher von vielen Regen und beständig nassem Wetter herrührete, wie man denn von einem gewissen Mann erzehlet, eine Gärsten Gar⸗ be an einer Mühlen⸗Ruthe gebunden, und die Mühlen damit 40 Tage und Nächte gehen lassen, und dennoch hätte die Garbe nicht trocken werden können. Diese nasse Zeit daurete 3 gantzer Jahre, und was das Elend noch vergrösserte, daß man kein Saltz bekommen könte, und krochen die Maden denen Leuten le⸗ bendig aus dem Munde, daher so wol hier als in den benachbahrten Ländern ei⸗ ne unglaubliche Menge Menschen erbärmlich hinfielen: man hat sie auf dem Fel⸗ de, in den Wegen und allenthalben todt liegend gefunden. Ao. 134. regnete es Feuer über das gantze Meer Arnold. Carst. Schro · wie Schneeflocken, das verbrandte Holtz und Steine, Ga⸗ 5 leeren und alle Schiffe, so sich dermahlen auf dem Meer befunden. Wo der Rauch hinkam, starben alle Menschen und Vieh, und die nur den Rauch von ferne sahen, lebeten nur einen halben Tag. Ab. 1348. Ist eine grosse Pest über gantz Teutschland gewesen, also daß in Lübeck über 9000 und von einer Vesper zu der andern am Tage Laurentii über die 1500 Menschen gestorben. Eine gewisse Eyderstädtische Chronic 0 daß kaum der vierte Theil Einwohner in diesen Ländern beym Leben ge⸗ ieben. Heimreich in seiner Schleßwigischen Kirchen⸗Historie p. 103. meldet, daß Nicolaus III. oder ee 90 Schleßwig, der sich zu Same 3 gufge⸗ ä———————— 3— 276 Geschichte IV. Theil. aufgehalten, Ao. 1358. mit den Londern und Femern in Dithmarschen, we⸗ gen des erschlagenen Nikels Rikwarts sich verglichen, daß sie gelobet desselben Todt weder an ihm nach seinen Dienern und Nachfolgern zu rächen. Ao. 1362. um Lætare, war eine grosse Fluht, Maendrencke genannt, dadurch sehr viel Menschen gestorben. A0. 1374. im Occobr. ist abermahl ein gen Sturm gewesen, wodurch das Wasser unglaublich grossen Schaden gethan. Abo. 1381 ist eine sehr wohlfeile Zeit in diesen kändern gewesen, daß man ei⸗ nen guten fetten Bötling um 4 Witten, eine Kuh vor 4 Schill. Lübisch, 1 Stieg Eyer vor 1 Pfenning, 1 Scheffel Rocken vor 11 Pfenning, 1 Pfund Butter vor 2 Pfenning, und eine gute Tonne Bier vor 4 Schill. kauffen, einen Tag⸗ löhner aber vor 13 Pfenning miethen können. Allein auf unsere Dithmarscher Kriege wieder zu kom⸗ Heinrich Dithm: men, so sind dieselbe nach dem Todt Graf Gerhards offter⸗ Cbron: p. 83. mahls in Hollstein eingefallen, ihren A0. 1322 genom̃enen Schaden zu rächen, und haben mit dem Graf Nicolao verschiedene Rencontres gehalten, unter welchen die Vornehmsten sich begeben, A0. 1380. in der Allerheiligen Nacht, da die Dith marscher mit grosser Macht in Hollstein gefallen, die Kirchspiele Se⸗ geberg und Bornhövede verbrandt, und den Hof zu Bajenmühlen verstoöͤret ha⸗ ben. Darauf des folgenden Tages Johannes, Graf Nicolai Bruder, die Dithmarscher vor der Brücken zu Bünsings angegriffen, 500 derselben erschla⸗ gen, und die übrigen mit grosser Gewalt aus dem Lande getrieben. Ao. 138 1. haben die Dithmarscher ihr Heyl abermahlen versuchet, und sind mit vielem Volck in Hollstein eingefallen, da sie gros- Crans. I. 10. Sax. c. 10. se Beute mit zurück gebracht. Als nun Graf Nicolao sol⸗ Joh. Petets. p. 101. ches gemeldet wird, sammlet er in aller Eil 30 gerüstete Cilio. I. 1. 38. Pferde von seinem Hofgesinde zusammen, fodert die umliegende Bauren aus Schönefeld und Hademaschen mit ihrem Gewehr auf, und jaget den Dithmar⸗ schern nach. Darauf sendet der Graf einen seiner Diener an den Feind, sich zu erkündigen, wie starck sie wären, und welche Ordnung sie hielten; Der aber bald wieder zurück kommend, berichtet, wie der Feind sehr starck und wohl gerü⸗ stet einherginge, also daß kein Rath wäre, dieselbe mit so wenigem Volck anzu⸗ greiffen. Der Graf solches hörende, hat überlaut geruffen: Barmhertziger G Ott, wie erschreckest du uns also? und hiemit wendet er sich zu den Seinigen, sprechende: Fürchtet euch nicht und folget, wir müssen wenigstens die sehen, die uns das Unsrige nehmen, es wäre uns eine grosse Schande, wenn wir sie in un⸗ serer Gegenwart unbeschädiget davon ziehen liessen. Mit solchen Worten eilet der Graf und die Seinigen mit vollen Sporn hinten nach, und wie er die scher marscher Til —— en„ sbe⸗ dessaben gegn, dalmahleh Schade L „1 Sig fd Butte sen Tag ch Dithm: p. 83. lkächen, unter Nacht, ele Se⸗ ret ha⸗ del, die zeschla⸗ et, und av., I0. J0lI. en aus ithmar⸗ „iche et aher hlgell⸗ cu bettzger einige, heßce ll chelet, Dih⸗ cher des Landes Dithmarschen. 277 marscher bey Typers⸗Loh ansichtig wird, redet er die Seinigen abermahl folgen⸗ der Gestalt an: Wir wollen in GOttes Nahmen den Feind angreiffen, wer un⸗ ter uns will geehret seyn, der folge, der das nicht thun will, soll nachgehends un⸗ sere Gemeinschafft nicht haben, und würdig seyn, oder wie es Presbyter Bremen- sis giebet: Dit sind de Kalvercken/ de dantzen alle/ de her vörder mit my willen/ de treden mit my in den Dantz in den Namen Gades. Damit leget der Graf seinen Spieß ein, und rennet mit unerschrockenem Muth unter die Dithmarscher, und zertrennet mit seinen wenig Reutern die feindlichen Glieder; wie auch die Bauren von hinten die Dithmarscher angreiffen, so wurden sie gäntz⸗ lich geschlagen, viele der Vornehmsten bissen ins Graß, und die übrigen musten durch die Flucht ihr Leben retten. In dieser Schlacht hat sich ein Dithmar⸗ scher, groß und starck vom Leibe, in einem bunten Kleide oder Jack, an Graf Ni— colao gemacht und ihn vom Pferde reissen wollen, es ist ihm aber der Kopff gespalten worden. Nach so vielfältigen Schaden, welchen die Hollsteiner und Dithmarscher einander in den vorigen Kriegen zugefüget, ist ein Friede zwischen Graf Nicolaum und denen Dithmarschern dahin getroffen worden. 1. Daß die Dithmarscher an etlichen Orten in Hollstein nicht dürfften zollen, wenn sie durchzögen, wie vor Alters gebräuchlich gewesen. 2. Ob gleich Irrungen un⸗ ter ihnen mochten entstehen, und die Dithmarscher von den Hollsteinern oder die⸗ se von jenen beschädigt werden möchten, solches kein Theil mit der Faust, Feuer und Schwerd solte rächen, wie bis anhero geschehen, sondern dasselbe solte durch ordentliche Mittel des Rechts ausgemacht werden. Und dann 3. Daß kein Theil das andere häusen und hegen solte, noch ihnen einige Befoderung und Bey⸗ stand leisten. Dieser Vertrag ist von beyden Seiten auf ewig vor sich und ihre Nachkommen unterschrieben, und mit angehängten Siegeln bestätiget worden, wiewohl diese Ewigkeit kaum 20 Jahren gedauret, da über dem zten Articul ein neues Krieges⸗Feuer entstanden. Es müssen aber die Dithmarscher längst vorher und zwar zu verschiedenen mahlen Frieden mit den Hollsteinern gemacht und wieder gebrochen haben, wie die hiemit eingerückte Beylagen ausweisen: Anno 1341. Do Hinrick und Clavs van Gats Gnaden, Greve tho Holsten und Stor⸗ marn, bekennen und betügen apenbarlicken, in düssen Breve, dat gededin⸗ get is twischen Uns van der enen, wegen und twischen den Radtgeveren und Va⸗ geden, den Schlütern, den Sworen, und der gantzen Meenheit des gantzen Lan⸗ des to Dithmarschen, van der anderen, wegen ene gantzen Söne und ene stede Fründschop umme alle schelinge de twischen Uns und öne an beyden Siden ge⸗ schehen is in düssen Orloge dat nu gewesen hefft in düsser wisse. Ey hg — 278 Geschichte W. Theil. Eyn Juwelick Gudtman schall und mach uth dem Lande tho Dithmar⸗ schen velich an unse Land faren und wanderen, to Stech und to Marckeden und sin Werff werben, wor he will an unserm Lande und velich wedder an dat genömede Land to Dithmarschen, vor Uns und vor unse Manne, und vor alle den de dorch Uns doen und laten willen, und wert dat jenich Mann, unser Men⸗ ne oder der de dorch Uns doen und laten willen, und wert dat Jenich Man unser Manne oder der de dorch Uns doen und laten wollen, düsse Dingk an enigen brecken, dat schölen wy und willen richten, nah Rechte binnen veer Wecken dar na, an uns dar geklaget word, also dat de Bröcke binnen den veer Wecken, na Rechte werde wedder dden. Vortmer der Eydern und de Treya de schölen fry und veelich wesen, enen juwelicken Gudemanne, sin Werff to wervende up wart und nedder wart, wanne und wor he will, und dar⸗ ne wille wy noch en schölen never Hand inen Tollen opsetten, noch afnehmen. Vort meer neen Dithmarschen, noch Kopmann de dat Land to Dithmarschen, so den will edder so iht hefft, schall men Tollen geven in unserm Lande mehr als by unses olden Vaders Tidt gewesen hefft. Vortmehr so ne wille wy noch en soolen neinen Mann helpen up sehn und up dat Land to Dithmarschen, und ney⸗ nen Manne entholden, wedder se und op öhren Schaden. Vortmehr ne schölen wy nah unse Manne nene Slött buwen up des Landes Unkosten, mehr behalven, de Slött de dar stan Hanrowe, Tyllenborg und Halvesberg. Vortmehr worde jenich Mann geschlagen in unsem Lande van dem de in unse Landt wan⸗ hafftich sin, ut dem benömten Lande to Dithmarschen, den schall men gelden var Hundert Lüb. Marck. Vortmehr Heren Detterckes Kinder van Polen und Marquart Stormes Söhne van Imbinginen begripe wy mede an düsse Söhne. Vortmehr so schöle wy dem genambden Land to Dithmarschen scheppen unsers Veddern Bref Greven Johannes under sinen Ingesegeln, de schall dusse Söh⸗ ne wißenen mit Uns, und schall sick des mit Uns vorbinden. Weret dat idt jen⸗ nich der unsern brecke, dat schall he uns helpen richten, to ener Betüchnisse alle düsser Dinge, so hebbe wy unse Ingesegel henget; Mit willen to düssen Breve de do is geschreben und gegeben, to Rondesborg na Gades Bort Dusent Jahr, dre⸗ hundert, in dem ein und veertigsten Jaredes andern Mandags in der Vasten. Anno nostræ salutis 135 5. Dy Hinrick und Claus Brödere van Gades Gnaden, Grebe to Holsten und Stormarn, bekennen und betügen apenbarlicken in düssen Brebe, dat gededinget is twischen Uns van der einen Wegen und den Ratgevern, und Vo⸗ geden, Schlüteren und Schwaren und der gantzen Meenheit des Landes to Dithmarschen van der andern wegen, eine gantze Söne und stede Fründschop umme . S 0 Mintkehg Vedder an y ineo a iner dh Ach ist Hike he nge Brocke hen T der Eden demamest vi und daz afnehmen marschen, de meht als oy noch en es und ney⸗ r neschölen lchalben, Vorkmehr dt wan⸗ 90 deen var Polen und se Söhne. pen unsens isse Söh⸗ dat idt jen⸗ nisse ale Brebe de Jaht/ r Vastes. posten und ebe, N ib Wo Jeb to sschop Ine des Landes Dithmarschen. 279 umme alle Schelinge, de twischen Uns und an beyden Siden geschehen in düssen Orloge, dat nu gewesen hefft in düsser Wiese. Ein Juuelick Gudemann schall und mach ut dem Lande to Dithmarschen velich an unse Land faren, und wanderen to Stede und to Marckede, und sin Werff werven, wor he will an unsem Lande, und velich wedder an dat genomde Land to Dithmarschen vor Uns und vor unse Mannen, und vor alle den de dorch uns doen und laten, willen. Und were idt dat jenich unser Manne edder der de dorch Uns doen und laten willen, düsse Dinck an jenigen stücken brecke, dat schöͤ⸗ len wy und willen richten, na Rechte binnen veer Wecken, darna wenn uns dat geklaget worde, also dat de Bräcke binnen denn veer Wecken, na Rechte werde wedder dahn. Vortmehr de Eyder und de Treya schölen fry und veelich wesen einen je⸗ welicken guden Manne sin Werff to weruende upwart, und nedderwart, wann und wor he will, und darna willen wy noch schölen neiner Hande enen Tollen upsetten noch afnehmen. Vortmehr neen Dithmarscher edder Kopmann de dat Land to Dithmar⸗ schen sölen will oder socht hefft, schall nenen Tollen geven in unsem Lande mehr als se by unsers olden Vaders Tiden gewesen hefft. Vortmehr so ne willen wy noch schölen nenen Manne, he sie Hußmann, Haurmann, Eddelmann, edder here helpen up se und up dat Land to Dith⸗ marschen und nenen Manne entholden up se und ehrem Schaden. Vortmehr en schöle wy noch unser Mann nene Slöte bueven up des Lan⸗ des Unkosten behalven de Slöte, de dar staan, Hanrowe, Tilenburch und Halnesburg. Vortmehr worde jenich Dithmarsche geschlagen in unserm Lande, de Sa⸗ cke wolde met sinen Fründen schall an Gelden, vor Hundert Marck⸗übsch binnen den negsten söß Wecken, vermochten se des nicht, edder worden se vor⸗ flüchtig, so schall dat doen dat Karspel dar dat inne geschehen is, wor dat Karspel dat nicht en dede, dar schöle wy end willen dat doen. Vortmehr mit dene Sündervelde und mit der Rechtigheit de wy darinnen ae schölen de Dithmarschen unbeworn wesen, und uns daer mit nichte ane eweren. Vortmehr unse Vedder Greve Johann und alle sine Mann und de syne schölen hebben und hebbet eine gantze stede Söne mit den Dithmarschen umme alle stüͤcke de geschen sien lick Uns sülven: hefft aver unse Vedder jenige Dithmar⸗ schen mit der Hand wad gelavet, oder vorbrevet, dar mochten se ohne woll umme manen mit Breven edder mit deme Munde, men nicht en schölen se ene roven ed⸗ der bernen. Ji Vort⸗ 280 Gieschichtt WV. Theil Vortmehr hadde jennich Dithmarsche en beworn Erwe in unserm Lande, de schall he brucken nah dem Rechte, da idt ene belegen is, bewere ene jennich Holste dar ane, de Holste schall dat beholden, mit 6 Riddern und mit 6 Kna⸗ pen dat he dar beter Recht to hebbe to beholdende wenn de Dithmarsche. Vortmehr Heren Detterdes Kinder und Marquart Stormers Söne van Jebingeman begripe wy mede in düsser Sön e. 5 Vortmehr so willen wy den genomeden Lande to Dithmarschen schep⸗ pen unsers Veddern Bref Greven Johannes under sinen Insegele, de schall düsse Sone mit Uns wissenen und schall sick des mit uns vorbinden. 10 Weret dat idt jennich der unser edder der sinen brecke, dat schall he Uns und wy mit ohme helpen richten. Mit düsser Söne schall wesen Sone und is eddet allent dat geschehen is twischen unsen Veddern und Uns und dem Dithmarschen wente an düssen Dag. Dit is geschehen to der Hanrowe na Gades Bort MCC C an dem LV. Jare des Mandages na St Peter und Pawelß Dage under Unsem Insegeln de hier to hangen, mit unsen Willen. Dieweil durch Verhängniß des Allmächtigen GOttes durch Ungewitter und andere unglückliche Zufälle die Häuser, Städte, deren vornehmster Handel und Nahrung zu Wasser, offt und vielmahl Schiffbruch litten, und in grossen Schaden gesetzet wurden, Dithmarschen aber, wie bekandt, an der West⸗See gelegen, da das meiste Schiffbrüchige antreibet; sind die Hansee⸗Städte genö⸗ thiget worden, sich mit den Dithmarschen zu verschiedenen mahlen wegen des See⸗Fundes in Tractaten einzulassen, insonderheit haben sie A0. 1384. folgen⸗ den Vergleich einmüthiglich aufgerichtet und bestätiget: c In GOttes Nahmen Amen. §Dy Rath⸗Männer der Stadt Hamburg, bekennen und betügen apenbahr, Jin dissen Brefen, dat wy van unser Stadt wegen und unser Stadt Meen⸗ heit wegen und van Rath und Meenheit der Städte Lübeck, Lüneburg, Stade, Buxtehude, Itzehoe darto, van enen bevollmächtig gemacket, mit den Rath⸗ Männern, Schlütern und Meenheiten des Karspels Meldorp, und mit Schlüͤ⸗ tern, Schwaren und Meenheiten des Karspels Weßlingbühren, Büsem und Rolff, Boyckensen, Baren Claus Sohn, Boje Johannes Sohn, Sagers Reimers Sohn, Reimer Suyers Sohn, Matthies Vogedes, Gete Johan⸗ nes, und mit dem Vogediee to Windbargen, Vogdimanne, und Tägedinges Lüde, dissen nabeschrevenen Stücken, und dem gemeenen Vogdimannen Schlate to Süden und to Norden, und wo se wahnen, in Lande Dithmarschen, up een gedragen hebben, dat man um den See⸗Fund, Schipbröcken Guth 10 en scalen . Til — am fad, 1 int 6 Kn salshe. ies Söhne . 6 40195 . schal eh gecchchenk düssen Dag NLV. qu geln de he Ungetviftt er Handl in glossen Vest⸗See idle gend⸗ wegen des 84 fog qpenbahh dt Mee g/ Sta den ul t Schl dien „Scgee e hel chges dannen uche, uche dh des Landes Dithtarschen. 281 den schall, na dissen Tyden to ewigen Tiden, in disser Wise als hernach geschre⸗ ven steit. Wer idt dat jenig Schip, dat de See, oder Elbe, und Eyder, up oder nedderfahren wolde, by ehren Lande oder dar umlangst twischen twe enge San⸗ de, edder upt Land quemen, dat Schip und Lüde Güder schölen velig wesen, vor Ehnen und den Ehrigen, und se schölen nenerley Arth tokehren, und wes dessen Lüde sick behelpen und bargen mögen, dat mögen se velicken wol dohn. Eschen averst de Lüde jemand van dissen vorgeschrebenen, edder van den Ehren darto hülpe, so schölen se und de Ehrigen, den Lüden und Schepen helpen, des Besten se mögen vör enen redlichen Barglohn, als de Lüde und se de dar geeschet werden, dessen eens werden können, wan de Lüde und de darto geeschet, nicht ens wer⸗ den, so schölen se und de Ehrigen, van den Lüden, Schepen und Gude fahren, und nergends an hindern effte moyen. Were idt ock, dat en Schip tobrecke, wes de Lüde selben bargen, mögen se wol dohn, und dar darfen se dissen vär geschreve⸗ nen, edder den Ehrigen nichts afgeven. Were idt averst, dat se ehrer Hülpe dar⸗ to bedürfften, und se edder de Ehren darto escheten, wes de ehre den Luden bar⸗ gen helpen, dar schölen se van hebben den drüdden Dehl vör Arbeits⸗Lohn, und de Kop⸗Lüde denen idt tohöͤret, schölen beholden dat tweden Dehl. Desglicken, schölen se ock de Ehren hebben den drüdden Dehl des Guts dat drifftig worden is, dat se edder de Ehren helpen ut der See, edder op ehren Reve. Wat averst van Schipbröckigen kumbt, aver de Balje und schleit an ehre Gronßwarde, dat se Grete edder Groten heten, und se edder de Ehren uptehn/ dar schölen se und de it uphalen den teinden Dehl vör Arbeits⸗ohn, und dat andere schall beholden de Kopmann dem idt togehöret. Vortmer were idt, dat en Schip vor Wind und Wagen drefe an ehr Land, dat Mannloß, Stührloß en Anckerloß wäre, edder ander jennig Schipbröckig Gut, dar de Lüde afvergaen weren, dat Gut schölen se und de Ehren Jahr und Dag trülichen wohl verwahren. Kumbt binnen der Tyd van derer Kopmannen wegen, de dar Recht to hefft, mit der Stadt⸗Brefe dar he wanhafftig ist, dem schölen se averantworten den tweden Dehl, und de idt gebarget hebben, de schölen beholden den drüdden Dehl vör Arbeits⸗Kohn. Vortmer aver de Kopmann blifft und averantworten werd van alle dem Gude in aller Wiese alse hier geschreven steit, dat mag he wahren und bringen lathen, wor he will und sick brücklich macken na sienen Willen sün⸗ der Hinder. Were idt ock dat de Kop⸗Lüde klagenden, dat disse vorgeschrevene und de Ehren mehr entfangen hedden an Gude, wenn se and de Ehren bekenden, dar Kop⸗Lüde fülbest bogewesen hebben, dat mag de Kopmann wahrmacken, mit sinen Rechte, wovel des Gudes were, dat se und de Ehren entfangen hebben. Were idt averst, dat neen Kopmann darby gewest, so schölen de jenne, de idt entfangen ütern mit twölff guden Männern, dat des Gudes nicht mehr gewesen hedde. Ock schölen alle Brefe de twischen dissen dreen Ji 2 Kaspeln — ee r N 282 Geschichte IVV. Theil. Kaspeln und Voigdimannen vörgeschreben, und dissen Städen und uns vörge⸗ nombten beyden, so dar hiebevor sind gegeven, in Vollmacht bliven, und nicht mede wesen to bracken oder gekräncket. To mehrer Bekentniß und groter Ge⸗ tüchniß aller disser vörgeschrevenen Stücken, und eines juelichen besundern, heb⸗ ben Wy Rademänner verspracken unser Stadt Insegel witlicken hangen to la⸗ ten an dissen Brefe, de gegeben und geschreven is, na unsers HErrn Geburt dör⸗ tein hundert Jahr, und darna in dem Veer und Achtzigsten Jahr am guden Don⸗ nerstage, geheten in Latinsch, Cœna Domini. Ausser obigen Mißhelligkeiten hatten die Hamburger noch viel Streit und Widerwillen mit den Dithmarschern, und insonderheit mit den beyden Kirch⸗ A0. 1394 und spielen, Brunßbüttel und Marne, fielen ihnen zuweilen ins Land, 1395. brannten und raubeten wie sie konten„gleicher Weise handelten die Dithmarscher, wenn sie der Hamburger wieder mächtig werden könten; Solcher Zwiespalt ward A0. 1395 gütlich beygeleget, und verwilligten inson⸗ derheit die Dithmarscher in diesem Vertrage, daß sie ihre Feinde zu keinen Zei⸗ ten auf dem Elbe⸗Strohm solten noch wolten suchen. Ao. 1403 fielen die Eydersteter in Dithmarschen, raubeten 7 ehrbare J. Heimreich Nord- Frauen, und setzten dieselbe in der Kirchen zu Tönningen freßis. Obron. p.122. gefangen. Darauf sind die Dithmarscher den 5ͤten Tag hernach, solche Gewalt mit Gewalt zu steuren, wieder in Eyderstätt gefallen, ha⸗ ben erschlagen, die ihnen nur unter die Hände gerathen, die Häuser geplündert, und in Brand gesteckt, und die geraubten Frauens ihren Männern und Freun⸗ den unbeflecket wieder überliefert. Es war Ericus, Hertzog in Sachsen/ und ein Vater der Gemahlin Alberti, Grafens in Holstein, A. 1404. mit denen Dithmarschen, wegen seiner Untertha⸗ nen im Lande Hadeln in Streit gerathen, und in Abwesenheit seines Schwie⸗ ger⸗Sohns mit einigen Kriegs⸗Völckern durch Hollstein gezogen, und einen unvermutheten Einfall, in Dithmarschen gethan, einen grossen Raub, auch viele Dithmarscher gefänglich in aller Eil mit ich nach Lauenburg geführet, welchen Ueberfall die Dithmarscher mit Vorwissen und Genehmigung des Grafen zu Hollstein geschehen zu seyn, glaubeten. Nun hatten die Dithmarscher in dem mit denen Grafen von Hollstein neulichst aufgerichteten Frieden unter andern mit stipuliret, daß keiner des andern Feinde hausen und hegen, noch einigen Beystand leisten solte, daher schrieben sie an die benachbahrte Fürsten und um⸗ liegende Städte, daß der Graf in Hollstein nicht redlich gehandelt, sondern hät⸗ te wider GOtt, Recht, und aufgerichtete Pacta ihren Feind„Hertzog Erich, bey sich behalten, und sie durch sein Land unperwarnter Sachen überziehen las⸗ sen⸗ Vl — unbiig ec und nch d goth 60 suderp geh cg MGbuntdi⸗ gde du el Sad eyden Ki en ins dach se handeln hen Fine, igten inson⸗ keinen Za 7 ehrbate nningen sten Tag falen, ha⸗ geplündet, ind Freun; Albert, Unftertha⸗ Scho und einen auch bie „ welche Grafen h cher n de er anden och enen emu aa 100 Er. ich, cela 0 des Landes Dithmarschen. 283 sen, begehrten, daß ihnen das geraubte Gut wieder zugestellt, und der erlittene Schade erstattet würde. Dieses Ausschreiben der Dithmarscher verdroß Her⸗ tzog Gerharden in Schleßwig sehr, und stellete seinen Bruder, Graf Alberten, in Gegenwart beyder Räthe zu rede, ob Hertzog Erich mit seinem Wissen, Willen, und Vollmacht, die Dithmarscher, wie sie klageten, durch das Land Hollstein beschädiget hätte? welches aber Albertus beständigst und mit einem theuren Eyde verneinet. Wie Hertzog Gerhard seines Brudern Unschuld ver⸗ spühret, soll er gesagt haben: Dat is recht/ idt is uns Redlichkeit und Up⸗ richtigkeit van unsern Vör⸗Oldern löfflick upgelaten/ und geerfet/ de willen wy schůtten und erholden mit Worden und mit Wercken. Dar⸗ auf haben die Grafen hinwiederum an die Fürsten und Städte geschrieben und sich sehr beklaget, daß die Dithmarscher so unbesonnen, und unbedacht, zu ihrer höchsten Beschimpffung solche schändliche Lügen und Unwarheiten ausgespren⸗ get, dahero billig, daß ihnen zulängliche Satisfaction und Erstattung geschehe. Ob nun wohl die Dithmarscher nach erkannter Unschuld sich zu einem billigen Abtrag erbothen, die Städte, Lübeck und Hamburg, auch sich grosse Mühe ga⸗ ben, daß die Sache ohne Blutvergiessen mochte abgethan werden; so war doch alles vergeblich und umsonst, denn der Hertzog und Graf hatten sich gäntzlich vor⸗ genommen, Dithmarschen mit Feuer und Schwerd zu bestraffen, und wo mög⸗ lich, zu bezwingen; zu dem hetzeten die Hollsteinischen von Adel ihre Herrschafft ungemein an, Dithmarschen mit Krieg zu umziehen, und grosse Beute daraus zu hohlen; Deswegen sie denn noch in selbigem Jahr ihre Völcker zusamen brach⸗ ten, und dabey auch die Stadt Hamburg an sich zogen, welche den Grafen zu Hollstein zu Gefallen, allen Bürgern und Einwohnern untersaget, daß keiner de⸗ nen Dithmarschen etwas zuführen solte, dagegen ihnen unter andern von dem Grafen bewilliget wurde, daß kein Bürger unerkandten Rechts in Hollstein sol⸗ te gefänglich eingezogen werden. Solcher gestalt nun gingen der Hertzog und Graf mit einer ansehnlichen Macht, und eroberten gleich anfangs Meldorff mit stürmender Hand, getraueten sich aber nicht die Nacht über darin zu bleiben, weil es nicht befestiget gewesen. In dieser Attaque haben sich die Hollsteinischen von Adel so tapfer gehalten, daß ihrer viele darüber zu Ritter geschlagen wor⸗ den. Hiernechst baueten sie vor Meldorff, zu Delfbrügge, ein Blockhauß, wel⸗ ches ein fester Thurm gewesen, unten Viereckicht mit grossen Balcken durch ein⸗ ander verbunden, daß man nicht mit dem Geschütz durchschiessen mogen, und um⸗ her ist es mit grossen und kleinen Schießlöchern wohl versehen gewesen, um dem Feind auf allen Seiten Abbruch zu thun: auch haben sie das Schloß Hanrau befestiget, und Heinrich von Ahlefeld zum Commendanten darüber gesetzet, von welchen beyden Oertern und e das Land Dithmarschen e 3 geplun⸗ 284 Geschichte IV. Theil. geplůͤndert und beraubet gewesen; Zwar haben sich die Dithmarschern öffters bemühet, das Blockhauß Delfbrügge zu bestürmen und niederzureissen, sind aber jedesmahl mit grossen Verlust davon geschlagen worden. Auch ist zur selben Zeit, Graf Albrecht mit den Holsteinern durch die Norderhamme gezogen, und hat einen grossen Raub aus Dithmarschen geholet, hergegen haben sich die Dithmarscher versammlet, solchen Raub ihnen wieder abzunehmen, und wäre es auch würcklich geschehen, und die Holsteiner erschla⸗ gen worden, wenn nicht die Eyder sich unvermuthet ergossen, und den Thal, so zwischen dem Ort und der Eyder lieget, unter Wasser gesetzet, daß die Holsteiner durch einen engen Weg aus dem Lande zu eilen, genöthiget worden. Und wie der Graf seinem Pferde die Sporen geben wollen, ist er gestürtzet, und an dem Fall kurtz hernach gestorben, und ist am Abend St. Michaelis zn Itzehoe beerdi⸗ get worden. Wenn nun Hertzog Gerhard nach Absterben seines Brudern, Graf Alberti, die Grafschafft Holstein überkommen, haben die Dithmarscher durch der Städte Hamburg und Lübeck Gesandte zu verschiedenen Mahlen um Frieden anhalten lassen, aber vergebens, denn der Hertzog sich keinesweges ein⸗ zulassen beschlossen, es wolten denn die Dithmarscher, sich ihm unterthänig und zinßbahr unterwerffen, welches ihnen aber zu der Zeit höchst ungelegen war, als die lieber sterben, denn die mit dem Blute ihrer Vorfahren erworbene Freyheit vergeben wolten; damit aber die Dithmarscher ihren Ernst zum Frieden sehen liessen, erbothen sie sich Hertzog Gerhard eine grosse Summa Geldes auf eine gewisse Zeit zu geben, so doch aber von dem Hertzog wieder ausgeschlagen wurde, vorgebende, er hätte von seinen Vorfahren ein starckes Privilegium, welches das gantze Dithmarschen unterschrieben, darin sie sich zu ewigen Zeiten verpflich⸗ tet hätten, Graf Gerhardo und seinen Erben Beystand zu leisten, und mit der That und Hand behüflich zu seyn, inwendig und auswendig seiner Herrschafft gegen jedermänniglich, die sich zu ihm nöthigen würden: welche Verschreibung und Versprechung die Dithmarscher nicht gehalten, dahero er es so nicht hinge⸗ hen lassen konte, zumahlen sein Bruder Graf Albert ihrentwegen ums Leben ge⸗ kommen. Solches des Hertzogs Anmuthen, konten die Dithmarscher nicht eingehen, doch liessen sie durch der Städte Abgeordnete vortragen, daß sie aus Liebe zum Frieden über gedachte Summe Geldes, als Bundes⸗Genossen, denen Fürsten von Hollstein aus ihrem Lande wider dero Feinden in gewisser Anzahl wolten zu Hülfe komen, jedoch mit diesem Vorbehalt, daß die Hollsteiner ihnen wiederum gelobeten, in ihrem Nöthen Beystand zu leisten. Chriltianus Cilicius I. I. de bell. Dithm: schreibet: Daß das von dem Hertzog allegirte privilegium Ab. 1203. gegeben, und auf Graf Gerhard und dessen Erben gerichtet gewesen. Nun will solches nicht wol mit der Zeit⸗Rechnung überein kommen, den Ao. 1203 kein * 9 1 Vl ef, 0 aa lurch de shaghac, dhe feng den dh ie Hagahe . lud Und an den hoe beer Buden, stimanscher allen um dweges eil⸗ hang und par, als Feyseit den sehen uf eine en wurde, „ belches berpffch⸗ i oer haft relbung t hinge⸗ eben ge⸗ et nicht f stecus „denen ah erih ler Cilicus gm male. „1203 fels des Landes Dith marschen. 285 kein Graf Gerhard in Hollstein regieret, sondern einer Nahmens Adolff; zu dem, so stunden sie damahlen unter dem Schutz und in Bündniß mit dem Bi⸗ schof zu Schleßwig, Waldemaro, der mit diesem Adolffo im Kriege verwickelt war, dafern aber eine solche Verschreibung gewesen, so muß sie Gerhardo II. Ao. 1283. gegeben worden seyn. V. Spangenb. Schaumb. Chron. I. 4. C. 2. Heimreich und Presbyt. Bremens. Chron. Unter wehrender Friedens⸗Handlung versammleten sich die Dithmarscher und belagerten das Blockhauß zu Delfbrüggen, wurden aber davor geschlagen, und ihrem Hauptmann Rolff Boycken Sohn, aus dem VoigdimannGeschlecht, das Haupt mit einer Büchsen zerschmettert, und auf einen Pfahl gesetzet. Wie auch die Dithmarscher wenig Tage hernach ihren Abzug nehmen musten, ver⸗ brandten die Hollsteiner alle Dörffer auf der Geest, nahmen viele gefangen und brachten einen grossen Raub an Pferden, Kühen, Schaafen und Schweinen mit sich zuruck. Sonst haben die Dithmarscher das Gedächtniß ihres tapfern An⸗ führers mit folgenden Reimen verewigen wollen. Dor is en nye Rath geraden, To Gottorp op dem Schlate Dat hefft Herr Claus von Ahlfeld gedahn, Synen edlen Fürsten to bate, He let wol buen en grot Schlat, Unserm ehrlichen Lande to Grame, Da sprack sick Rulves Boycken Sohn, De Beste in unsem Lande, Tredt harto jy stolten Dithmarscher Unsern Kummer willen wy wrecken Wat Händecken gebuet han, Dat können wohl Händekens tobrecken, De Dithmarscher reepen äverluth Dat lyden wy nu und nimmermehre, Wy willen drum wagen Hals en Goth Und willen dat gar umkehre. Wy willen drum wagen, beedes Goth en Plot! Und willen dar alle um sterven, Ehr dat de Holsten ehr Avermoth, Scholde unse Lande verderven. Wie nun die friedlichen Vorschläge derer benachbarten Städte, Lübeck und Hamburg, nichts verfangen wollen, einfolglich die Tageleistungen 9 n r. DPR 2 — 286 Geschichte W. Theil. abgegangen, hat der Hertzog ein grosses Volck und den Kern des Adels zusam⸗ men gebracht, und ist mit selbigen am Tage Os waldi oder den 5 Augulti 1404. durch die Süderhamme bey Hemmingstedt in Dithmarschen eingefallen, in Hoffnung, dasjenige mit Gewalt zu erlangen, was er in der Güte nicht erhalten mögen, nachdem er vorhero sein Testament gemacht, und Crans. I 10.6. 22. in selben zu Vormündern seiner Kinder verordnet, Erich Krummdik, Siegfried von Seestett, und Lorentz Heesten. Anfangs hatte der Hertzog alles wohl an⸗ geordnet, und Hr. Nicolaum von Ahlefeld mit dem obersten Fähnlein, und sei⸗ nen Bruder Heinrich von Ahlefeld, beyde Ritter und Landes Fähndrige, (welches zu der Zeit eine hohe Dignität war) in das Land geschicket, die auch ohne einigen Widerstand die Kirchspiel dunden und Weddingstedt zerstöret und beraubet; Herr Heinrich von Ahlefeld eilete nicht gar sehr, wie er keinen Feind ersahe, sondern ritte langsam umher und verordnete, daß der Raub zusam⸗ men gebracht, und mit ihren bey sich habenden Bauren nach Hanrau gesandt wurde. Zwar erinnerte ihn der Bruder Nicolaus von Ahlefeld, Zeit zu seyn aus dem Lande zu weichen, dafern sie von den Dithmarschen ungeschlagen seyn wol⸗ ten; Er schlug aber solche Vermahnung in den Wind, und um sein unerschro⸗ ckenes männliches Hertz gegen jederman sehen zu lassen, ritte er wieder zurück, ei⸗ ne unfern stehende Wind⸗Mühle zu verderben; Da nun das Kriegs⸗Volck sol⸗ cher Gestalt im Lande hausete, und viele Häuser in Brandt steckete, hielte der Her⸗ tzog Gerhard selbsten, eine Zeitlang vor die Hamme, die Seinigen erwartende an dem Orte, da sie wieder durch musten; Mitlerweil sammleten sich die Dith⸗ marscher in die Hamme und verbergeten sich in den Gehöltzen, Büschen und Gra⸗ ben, weil sie dem Hertzog auf flachem Felde zu begegnen, viel zu schwach waren. Der Hertzog merckte wol daß ihnen der Paß würde verrennet werden, daher ließ er seinen Leuten zu entbieten, sie mochten nur eilen: Allein der Adel spottete sei⸗ ner. Wie die beyden Brüder von Ahlefeld bey dem Hertzog wieder angekom⸗ men und aus dem Lager wolten, schicketen sie den Raub voran, so auch glücklich und unbeschädiget davon kommen: darauf liessen sie die Schild⸗Knaben mar⸗ schiren, sie selbsten folgeten in ungetrenneter Ordnung mit dem Kriegs⸗Volck hinten nach; Die Schild⸗Knaben waren sobald nicht an den Ort gekommen, wo die Dithmarscher verborgen lagen, als sie schon von denselben überfallen wur⸗ den, welches unter den Knaben ein grosses Geschrey verursachete. Wie sol⸗ ches Hertzog Gerhard höͤret, und sich keines feindlichen Ueberfalls vermuthen war, vermeinend die Knaben schlügen sich selbsten unter einander, ritte er allein zu ihnen mit entblöͤseten Haupte und ohne alles Gewehr, mit einem Pflügsöcker in der Hand, den Aufruhr der Jungen, seiner Meinung nach, zu stillen, da ha⸗ ben ihn die Dithmarscher, derer Anfangs nur 12 gewesen, an beyden ider 1 Uber⸗ eli Wuff brüde Gerl neh 0 benen a auf e diem Chr. sh in gufg aus ind y Mul gefünd Ihm 1 I des Landes Dithmarschen. 287 bc um, überfallen, und den Kopf in stücken 9585 gespalten, davon er gleich todt zur Erden ge⸗ 10 1400 suncken; Die Jungen solch ernstlich Verfahren der Dithmarscher sehend 255 6% leten so viel moglich durch die Hamme aus dem Lande, und gaben dadurch dem erhalten gantzen Kriegs⸗Heer Anlaß, auf ihre Sicherheit bedacht zu seyn; Allein diese, woldec 22. so gerne sie auch entwichen wären, konten doch nicht wohl sämtlich wegen des en⸗ „ Gegtted gen Weges mit ihren Pferden durchkommen, derohalben gaben etliche den Rath, Nüwchlun⸗ man solte zum Theil vom Pferde steigen, und zu Fuß dabon eilen, einige aber la, ide auf ihren Pferden bleiben. Aber diese Uneinigkeit machte das Uebel ärger, in⸗ 5 Fahne, dem einer den andern verhinderte und beschädigte, die von den Pferden gestiegen et, deu waren, wurden von den Pferden zertreten, oder in den Graben gestossen, und ge⸗ jerstöretl schlagen; Etliche verliessen ihre Pferde und liefen in den Morast, in Hoffnung, ie er keine dadurch zu kommen, blieben aber alle stecken, etliche ritten nach der Heyde, die ub zusam⸗ wurden alle erschlagen; Der gröste Theil eilete nach dem Weg durch die Ham⸗ rau gesanht me, den sie gekomen waren, da stunden nun die Dithmarscher auf beyden Seiten zu seyn aus mit langen Spiessen, verwundeten viele auf dem Wege, und schlugen viele zu f seyn wal Tode, auch thaten die verwundeten und halb todt auf dem Stein⸗Wege liegen⸗ nnerschte de Pferde grossen Schaden, die schlugen mit den Füssen von sich und verdorben zurück, e⸗ Pferde und Menschen; In dieser Schlacht sind geblieben Hertzog Gerhard mit Wust sa 12 Rittern und 340 von Adel aus dem FürstenthumSchleßwig⸗Hollstein. Hier⸗ ederche⸗ unter ist gewesen, Hr. Hennecke Lembeck, der letzte von diesem Geschlecht, Hr. docktolde Wulff Pagewisch der Gute, Hr. Heinrich und Nicolaus von Ahlefeld Ge⸗ de Dh brüder, Hr. Heinrich van Siggen, Marschall, Hr. Otto von Siggen und Hr. unde, Gerhard von Schulte, Ritter aus dem Stifft Bremen: in Summa, alle Vor⸗ schwalch nehme, auserlesene von Adel, Bürger und Bauren des Fürstenthums Schleß⸗ daher it wig⸗Hollstein, sind hier auf der Wahlstadt geblieben, deren Leiber unbegraben, 5 denen Wölfen, Hunden und Raben, zur taglichen Speise von den erhitzten dull auf Dithmarschern 8 gelassen, ausser dem entseelten Cörper des Hertzogs 155 auf eine kurtze Zeit in der Meldorper⸗Kirchen beygesetzet, und 1 5 5 ben m die mit grossem Gelde von den Dithmarschern erkauffet worden; Cil. l. 1. p. 43. 8, Jil Chr. Cilicius meldet, daß, nachdem die Adelichen Frauen die Cörper ihrer er⸗ 11 schlagenen Manner von den Dithmarschern nicht erhalten mögen, haben sie sich 5 1 in Nonnen Gestalt verkleidet, und ihre Männer hin und wieder auf den Ackern 0 0 aufgesucht, aus dem Lande geführet, und begraben, welches die Dithmarscher 10 aus sonderbahrer Andacht gegen Maria der Heiligen Mutter GOttes, zugelassen 195 5 und verstattet; Wie auch des andern Tages nach der Schlacht, der junge Hr. fac Wulff Pagewisch und einer von den Ranzauen unter den Todten noch lebendig 10 5 gefunden, nebst anderen Edelleuten, so mit gefangen worden; Da haben die 1900 Dithmarscher dieselbe nicht eher wollen 1 bevor sie verschaffet, daß das Block⸗ üͤbe⸗ Geschichte 6 IV. Theil. Blockhauß zu Delfbrügge oder Marienborg, welches die Hollsteiner noch inne hatten, geschleiffet wurde. In diesem Kriege haben die Dithmarscher grosses Gut und Geld, Silber, Edelgestein, Perlen und Pferde, erbeutet, und von den eroberten Fahnen haben sie eine in der Kirchen zu Meldorff, und eine zu Olden⸗ worden, aufstecken lassen. Dieser Tag, nemlich Os waldi, oder der J Augusti, an welchem ein so herrlicher Sieg befochten, ist hernach durch das gantze Land zu feyren befohlen worden, bey Brüche 6 Marck laut des 99 Articuls des alten ge⸗ schriebenen Land⸗Rechts:nicht weniger haben sie auf diesen Tag jährliche Wall⸗ fahrten nach dem Kloster Mergenau gehalten, wie das folgende Schreiben der Mönche ausweiset/ und HermannusLebercke in Chron. Schaumb. ad annum 1404. schreibet: Cladem hanc fecisse Die Dominici,& per Gratiarum actionem quotannis cantasse. 5 Gade schölen wy lafen, de Uns hefft gesandt, Den goden Sancte Dominici den wahren Heyland, De an sinen Dage hefft unse Land, Gnädiglich behödet mit siner Vader-Hand. Kyrie Eleison. Copie einer Schrifft der Bröder des Klosters tho Mergennove. o de Kercke to Wurden brande/ dat in dem sülfften Jahre schach do men schreff 1322 up den hilligen Avend in der Krütz⸗Wihing/ do laveden de erlichen Rathge vers und Vorstanders des erlichen Landes to Dytmarschen/ dat se wolden helpen holden Geistlicke Kloster tho Mergen⸗ now e mit dögenden und mit Ehren/ und hebben dem sülfsten Kloster vor⸗ geschreven/ twemahl des Jahrs de beede gegeven aver ehre ehrliche Land/ des hebbe wy Segele und Breve. Item to dem andern male so isset ge⸗ schehen/ dat men schreff Ao. 1404. up St. Oswaldus Avent/ do was de Schlach in der Hamme/ do lavende de erlichen Ratgevers und Vorsten⸗ ders des Landes Dithmarschen/ alse ehr Vor⸗Vaders ehemahls hadden gedan/ und gelavet/ do de Kerke to Wurden brande/ alsulcke Loffte to holden/ und dem Kloster to Mergennowe eer Almissen to geven/ alse in Vortiden belavet was sunder Vortreck/ des hebben de erlicken Dithmar⸗ scher gegeven dem erlicken Kloster to Mergennowe en sulveren Krütze/ dat is twe Elen hoch und ene Ele breet/ und de Voet is veregget/ und en jevelich Egge is een Elen breet/ und steit vorhauen up veer Engelen/ und dar to en Kelck van klaren Golde/ de weget 1 Pundt und en Wissal 105 len — U. il ad lie schergust und bondg en Olden g Hogusti g dd zu ge be⸗ lch Mal Schladen b. adannun r Cratarin seison. stets hre schach Wihing do Landes to o Mergen. loster vor⸗ che Land/ so isset g o was Vorsten⸗ ls hadden Lofste to n/ ale i Dith 1 Fig / ind en 10 10 n N len des Landes Dithmarschen. 289 allen Noten/ dat stund bethalt vör drehundert Rinsche Gulden/ dat geven se do in der Tydt dem Kloster to Mergennowe/ dat GStt und Waria dat Land to Dithmarschen scholde behöden und bewaren to langen Tyden/ alse he vormals hefft gedahn/ und nachmahls schall schen; des hefft de Prior und alle de Broder des gantzen Convents belavet/ wedderumme den Dith⸗ marschen to holden/ söven Missen to der Wecken/ de ersten twee Seel⸗ messen vor alle de jenigen de vorschlagen wurden to der Bercken to Olden⸗ wurden do de brande/ und do de Schlach was in der Hamme/ und ene Seelmisse vor alle gude runde de dar mochten bliven ut dem Lande Dith⸗ marschen to Water offte in frembden Landen. Item twe Wissen van dem hilligen Lichnam unses HErrn JEsu Christi umme Hof to gande. Item noch twe Missen van unser leven Sruwen des Sonnavends/ dat de Moder Gades dat Land wille bewahren und in dogeden und in ehrem mo⸗ te sparen. Item de etste Date ward gegeven do men schreff Ao. 1322. up unser leven Fruen Dach/ in der Fasten: de andere Date ward gegeven do me schreßf Ao. 1404. up dem hilligen Paschen⸗Dach/ und up demsulven Dach brachten se de KAlenodien und Vorbeschrevene/ dar wehren sös ehrli⸗ che Manns to. Item, do dat Land gewunnen was/ laveden se dem ersten Friedach in dem nyen Maent um Sof to gaande mit unser le ven§ruen⸗ Bilde und mit dem hilligen Lichnam also in Vortiden gelavet is. i Diese so grosse als blutige Niederlage Hertzog Gerhards erweckete, wie leicht zu erachten, in Schleßwig⸗Hollstein ein allgemeines Trauren, und sahe man fast alle Familien in schwartzen Boye umhüllet, den Verlust der Eltern, Kinder und Anverwandten beklagen, insonderheit war der herbe Schmertz nicht auszusprechen, so die verwitwete Hertzogin(*) über den kläglichen Todt ih⸗ res Herrn, des Hertzog Gerhards, in ihrer Seelen empfand, weil ihre annoch unmündige Kinder bey so verwirretem Zustande der Regierungs⸗Last nicht ge⸗ wachsen, daher sie auch sich genöthiget sahe, mit Zuziehung ihres Brudern, Graf Heinrichs bon Braunschweig, mit denen Dithmarschern einen Frieden aufzu⸗ richten, und die alten Verbündnisse zu bestätigen, Krafft welcher x. die Holstei⸗ ner niemandem deu Paß durch ihr Land solten verstatten, um die Dithmarscher feindlich zu überziehen, so aber solches geschehe, solten die Holsteiner den Scha⸗ den alsofort erstatten, und solten die Dithmarscher ebener gestalt sich wiederum gegen die Hollsteiner verhalten. Kk 2 2. So 9 (*) Huitfeld, Cypræus, Petersen, und alle Hollsteinische Seribenten nennen sie Elisa- beth, hingegen Hr. Hübner Catharinam, welches unrecht, wie wohl er ander Genealogisten zu Vorgängern hat, und auch den Spangenberg. 290 Seschichte IV. Theil. 2. So inskünfftige Streitigkeit entstunde zwischen den Hollsteinern und Dithmarschern, solte man dieselbe nicht mit dem Schwerd, sondern durch ver⸗ ordnete Scheids⸗Richter beylegen. 5 i 3. Solten die Hollsteiner in Dithmarschen, und die Dithmarscher im Lan⸗ de Hollstein Zollfrey seyn. Und so jemand von beyden Theilen von solchen Ver⸗ trag und Bündnißseiner Meinung nach, wolte abtreten, so solte er gehalten seyn, es der andern Parthey 6 Wochen vorher anzukündigen. Was den lletzten Punct dieser Friedens⸗Handlung, nemlich die Zoll⸗Frey⸗ heit belanget, so haben Hertzog Gerhards Söhne, die Hertzogen Heinrich, Adolff und Gerhard(der nach des Vatern Tode gebohren) A0. 1422, am Freytag vor Palmarum, denselbigen bestätiget, wie denn auch auf dieser Hertzo⸗ gen tödtlichen Hintrit derselben Schwester Hede vvigs Sohn, und Erbe Chri. stianus I. König in Dännemarck, diese brivilegia in allen ihren Puncten und Clausuln in Dero Lande Hollstein vor sich und dero Erben und Nachkommen confirmiret, und vorgedachte Vorträge A0. 1473. in Rendesburg bestätiget; Wie folgende Bestätigung mit mehrern ausweiset: Do Christian van Gades Gnaden, to Dännemarck, Schweden, Norwe⸗ gen, der Wenden und Gothen König, Hertog to Schleßwig, Graf to Holsten, Stormarn, Oldenburg und Delmenhorst ꝛc. bekennen und betügen apenbahr vör allen den jennen, de düssen unsen Breef sehen, hören, effte lesen, dat Wy van sündrigen Gunsten und Gnade wegen, so ock um menicherley Gunst und guden Willenalse de Ehrsahmen framen Lüde, Vöigede, Schlütern, Schwaren, Radegevern, und de gantze Meennheit des Landes Dithmarschen uns gedahn und bewiset hebben, und wy noch vortan, günstig van enen vermo⸗ den sien, hebben Wy na Rahde Unser leven getruen Rathgefern, und wohl bedachten Mode sodahnen Breef als de Hochgebohrnen Fürsten, Herr Hein⸗ rich, Aleff und Gerd, Hertogen to Schleßwig, Greven to Holsten seeliger Gedächtniß, unse leve Ohme und Vorfahren, ehnen mildiglich gegeven, und versegelt hebben, ludende up Privilegia, Fryheit in unsen Lande to Holsteen, in allen sinen Puncten und Articuln to ewigen Tyden, vör Uns und unsen Erven, und Nakomlinge to wahren und to düren belevet, befestiget und confirmeret. Befestigen, confirmeren also den jegenwärdigen in Krafft deeses unses Breefes by vullen Macht und Werden to blivende to ewigen Tyden als vorgeschreven is, und ludet de vorbenomede unser sehligen Ohme und Vorfahren Breef van Wor⸗ den to Worden, als hiernah folget: SD Heinrich, Aleffund Gerd van Gades Gnaden, Hertzoge zu Schleßwig, Greven to Holsten, to Stormarn, und to Schauenburg, bekennen 155 ahr . Yi — lfte i durch in schet in ga fachen Jes neh, degale gen Heini 10.1 42200 dieser haz d Erbech puncten i Nachkoup ig bestiüg el, Molt , Gef o beten ste lseh dat etley Gunst Schlütkeg, marschen en bermo⸗ und wohl ert Hein. en seeliget en, ud teen, sen Erbe, nffrmektt, 5 Weft ebene han A agg, apen⸗ aht des Landes Dithmarschen. 291 bahr in dissen Brefe vor als weme, dat wy mit den framen Lüden, Vögede, Schlütern, Schwaren, und Meenheit des Landes to Dithmarschen, ens ge⸗ worden sin in disser Wyse, dat se mit ehren Gude, wo se dat kopen, mit ehren se⸗ ckern Gude und mit ehrem Ede beholden mögen, dat idt ehr sy sünder arge List schölen de Eyder und Treya um und dahl, und in dem gantzen Lande von Holsten, Tollenfry und Vehlig wesen, dat ehre to verkehrende in alle Wyse als de Breefe Inholt, de de hochgebahrne Fürst und Fürstinnen, Graf Hinrich, un⸗ se lebe Veder, und Frue Elisabeth, unse leve Frue Moder beyde seeliger Gedächt⸗ niß/ den vörgeschreebenen framen Lüden, Vageden, Schlütern, Schwaren und der gantzen Meenheit des Landes Dithmarschen, versegelt und gegeven heb⸗ ben, det wy alldüs ens geworden syn, dar hebben an und aber gewest des Eha⸗ würdigen in GOtt Vaders und Hochgebahrnen Herrn, Herrn Clauß, Ertz⸗ Bischofs der hilligen Kercken to Bremen, und des Ehrsahmen Rathes unse Stadt to Hamburg, Sendebaden, als de Ehrsahmen Herr Hinrick van der Mählen, Praust to Sünte Anscharius to Bremen, Herr Clauß Poppe, De⸗ kan to Ramelopen, Marquart Brant, Kerckhere to dem Kihle, Segebade, Marschalck des Stiffts to Bremen, Hr. Henrick Hoyer, Burgermeister, und Hr. Behrend Borstel, Rathmann to Hamburg. Des tor Witlikeit und Tüch⸗ niß hebben wy Hinrich, Aleff und Gerd, Unse Insegel laten hengen, vör dissen Brefe de geven is na Gades Bart, Dusent Veerhundert, darna im twe und twintigsten Jahr, des Frydags vor Palmen. VYud wy Christiern, König, Hertog, Greve vöͤr benöhmet vor Uns, unse Er⸗ ven und Nakamlinge to Uhrkunde und festen Verwahringe, hebben unse Königlicke Secret witlichen vor desen unsen Brefe laten hangen. Hieran und aver sind gewesen, de Ehrwürdigen in GOtt Vader Herr Nicolaus to Schleßwick, Herr Albrecht to Lübeck Bischoppen, Götzig van Ahlefeld, Clauß und Hanß Rantzau, Heern Schacken Söhns, Detlef van Bockwolde, Heern Detlefs Sohn, Lüder Rumor, Clauß Ratlau, Hennig Poggewisch, Clauß und Hinrich von Ahlefeld, Heern Johanns Söhns, Diedrich Blome, Johanns van Einbeck, Unsere Sccretarien; unse leve getrüe Riddere. Geven in unse Stadt Rendesburg am Dingstage negest nah den Sondage Oculh na CHristi Ahe Hern Gebort, Deertien Hundert darna in dree und Sövenstigsten Jahre. Anno Humanæ Salutis. 1470. 88 y Ehristiern van Gades Gnaden to Dännemarck, Schweden und Nor⸗ wegen, der Wenden und Gothen Konig, Hertog to Schleßwig, Greve to Holsten, Stormarn, Oldenborg und Delmenhorst, bekennen und betügen Kk 3 apenbar⸗ 292 Geschichte IV. Theil. apenbar, in und mit dissen Brefe vor als weme, dat wy nah Raht und mit Vul⸗ borde und Willen unser leven trüben Räde de Lande Schleßwig⸗Holstein und Stormarn emme sunderige Wuldadet, de uns de ersame Vagede, Schlütert, Swarend, Radtgevern, und gemene Land to Dithmarschen bewiset hebben, und vort bewiesen moegen, densülven alle ehre Friheiten, Privilegia und Rechtig⸗ heiden, ehm van unsen seligen Vorvaren, Hertogen to Schleßwig, Greven to Holsten, gegeven, und vorsegelt, in alle ehren Puneten und Articulen und offte de alle van Worden to Worden, hierinne begrepen und uthgedrucket stunden, con- firmeret, bevestiget und bestediget hebben, Krafft und Macht deses unses Bre⸗ fes, und willen de Dithmarschen in sodahnen eren Privilegien, in und up unsen Landen, und Stromen vor Gewalt, beschütten und bescharmen, und dar de un⸗ sen beschüttet und bescharmet holden: und hebben wy Könnig Christiern vorbe⸗ nohmet, unse Königl. Secret witlicken, hengen heten an düssen Bref, dede gegeven und geschrewen ist binnen Rendesburg na de Bort Christi unses Hee⸗ ren, am Dusesten Veerhundersten, in dem söventigsten Jare des Sonnavends vor den 11000 Jonckfrowen Dage. Anno 140. Dy Christierne van Gades Gnaden, to Dännemarck ꝛc. König, beken⸗ nen und betügen apenbar in und mit düssen Brefe bor alsweme, dat wy na Rade und mit Fulbort und Willen unser leven getrüben Räde de Lande Schleß⸗ wig, Holstein und Stormarn, angenamet, bewillet, bevolbordet und belevet hebben annamen, bewillen, bevolboren, und beleven, jegenwerdigen sodane früntlicke tohopesate twischen unsen leven getrüen gemeinen Ridderschop und Meenschop unser Lande Schleßwig, Holsten und Stormarn vorbenomet, up de ehnen Siden, und den ehrsamen Vogeden, Schlütern, Ratgevern und gemee⸗ nen Lande to Dithmarschen, up der andern Side gemacket, und vorgesegelt, stee de fast unvorbracken, mede to holdende by sülcken Underschede so hier na folget, wente wy sodann, tohopesate nicht hebben hören lesen, und offt in sodaner to⸗ hopensate wes were des Wy uns nicht dat vorsehen, unser Majestät to na⸗ deeln, edder vorenvange were, dat men sülckent in Vorjaren⸗ und Wedders⸗Da⸗ gen, beschedelicken up den Sonndag Jubilate nechstfolgende binnen den Kyle na Willen und Wetende beyde Partie wandelen und vorbeteren mögen/ so da na Nottorff schall behoven nicht desto mynn de tohopesate baven schreven, in alle ören Punckten und Articuln unverbracken und ungekrencket schall bliven, so de van beyden Deln bavenschreven is belevet und versegelt, ane alle List und Gere⸗ de, to meren Orkund und Seckerheit hebben Wy Könnig e unse onig⸗ enup fte stundeen. 5 Ut d und up o dar dez fern both Buef, dd inseß Hee⸗ onnabends „ heküh⸗ dat wy na VSchleß⸗ ind belebet gen sodane schop und onnet, y ld gemee⸗ egelt,stee na folgef, daner to ät to na ders Da⸗ den Kyle 1 so dan 1 in le el ee ic ke qs uu Kolig⸗ — 3— 9* r.— 1 des Landes Dithmarschen. 293 Koniglicke Secret witlicken hengen heten an düssen Bref, gegeven binnen Ren⸗ desborch, am Sonnavend vor der 11000 Junckfroven⸗Dage Anno 1470. NB. Das Original von diesem Briefe ist in der Lübeckischen Cantzelley aufgehoben. SD Christiern van Gades Gnaden, to Dennemarcken, Sweden, Nor⸗ wegen, der Wenden und Gothen, Konning, Hertoge to Schleswick, Grebe to Holsten, Stormarn, Oldenborg und Delmenhorst doen Willick be⸗ kennen, und betüͤgen apenbahr vor alle de jenne, dat düsse unse Bref varkamen⸗ de wert, dat Wy mit ripe Rade fryen Willen und wohlbedachten Mode Gad to lave, dem hilligen Romschen Ricke nicht to vorvange, sünder alle Wege tho eh⸗ ren, und to Werdigheit Vredes und Bostendigheit unsem Lande des Hartich⸗ Domes to Schleswick und Greve⸗Schoppen Holsten und Stormarn, und dersulven unser Lande Untersaten, uns mit dem Ehrsamen Vageden, Schlü⸗ tern, Swaren,Radtgevern, und gantze Meenheit des Landes Dithmarschen, de⸗ me gemenen Besten to Gude, unrechte Gewalt und Averfalle wedder to stande lefflicken und fründlicken bebben voreiniget, vorstricket, to hopensathet und ver⸗ bunden in naschreven Wise. Int erste weret Saake, dat jemand, he were wo he were, unser beder Land offte Undersaten, mit Gewalt wegen unser Lande, Privi⸗ legia, Friheit und Rechticheit, dar unser een des andern to Ehren und Rechte mechtig is, avervallen, benodigen, krencken edder beschedigen wolle na Datum düsses Brefes, darinne idt ene redlick were nicht to beschonen, edder wedderfaren mochte, so schall unser een den andern to rechte vorbaden, und vorschrieven uns een dem andern Dage wann wy darto geeschet und gebaden werden, besenden und helpen, sodanen Avervall in Fründlichheit afkehren, offt me kunde. Mochte uns aver des nicht bedyen und men uns baven rechtes Vorbadinge jo averfallen, Gewalt und Ungemäck nicht vordragen wolle, so dath jemand van uns van der⸗ wegen, midt jemende to Unwillen und Vey denn kamen muchten, denn schall un⸗ ser een dem andern sünder Trost, Hülpe und Bistand nicht laten, und umme sül⸗ cken Aberfallen und Gewalt, wedder tostande, schöle wy beede Dele tosamen⸗ de by de van Lübeck riden edder ock besenden, umme fründlicken van derewegen, mit ö me to spreckende und aver enen to kamende; So den des van noden is/und wes denne de van Lübeck mit dem Deele, de der Hülpe und Bistandes behoefft hefft, avereen kamende werden, deme schall dat andere Deel in aller Mate ock so doen ane alle Gewerde, und weret Saake, dar GOtt vor sy, dat jemand van unser vorschrevenen Deelen so hastigen mit Gewalt averfallen und bestallet worde, dat men darumme, so vorgeschreven steit, nicht tosamende riden keen eme — 294 Geschichte IV. Theil. deme scholden de van Lübeck deme andern Deele, dat nicht averfallen effte bestel⸗ let is, schriven wat Hülpe und Bistandes se den averfallen Deel und dem bestel⸗ leden Deele doen willen, desgelicken schall dat Deel, den de van Lübeck schri⸗ ven, ock so doen, sunder süment, ock unser ein jegen den anderen nicht doen noch unser een des andern Veinde Hüsen edder Haven. Item is twischen uns beden Parten gededinget und averen gekamen, dat wy alle schelhafftige Saake und Mißhellickheit an beden Parten entwischen wesend edder de in middeler Tydt düsser tohopesate entstan mochten, schall in aller mathen stan und darmede ge⸗ holden werden, na Inhalt düsses Kecesses in umme trent des Sonndags Oculi binnen Rendesborg gemacket. Item mit dem Tollen thor Hanrowe und in andern Enden in unser König Christiern ꝛc. Landen schöle wy idt ogstlick hol⸗ den na Inhalt der Privilegien und Fryheit also wy den framen Lüden den Dith⸗ marschen gegeven und vorgesegelt hebben. Item disse fründlicke tohopensahte schall enen jelicken Deele van uns in unsen Privilegien, besegelden Breve, Fry⸗ heden und Rechtigheiden to nenen vorefangen wesen, mar to bestedigen und beve⸗ sten, und schall waren und düren dre Jahre lang all uth na Datum düsses Bre⸗ fes sünder Middel negestfolgende: und in den Middel⸗Tyden schöle wy unser een dem andern in düssen Saaken, alle dick kehren, und düden to dem Besten und mit malkander beste ummegahn und in dem latesten Jahren düsse tohopesate schöle wy beeden Deele darumme to samende riden ende besenden, umme to schlütende wo wy idt deme bortan derwegen, holden willen. Weret ock Saake dat jemand van uns vorschreven beyden Deelen umme düsser fründlicken tohopesate, edder anderen Saaken willen, de sick hieruth sacken mochten, avervallen, beschedigen, edder Veiden wolde, so schall unser een dem andern dat wy malkander in den Saaken to rechte mechtig sin nicht vorlaten, men dat mit Ernste affkehren und weren helpen, und des to Ende uth by malkandern, trüvelick bliven. Alle disse vorgeschrevene Stücke und Artickel lave wy Christiern ꝛc. König vorbenohmet, in guden trüben Stede rasten, und unvorbracken wol to holdende sünder alle ar⸗ ge List des to Orkund hebben Wy UnseKönigliche Secret laten hengen an düssen Bref, gegevend is in unserm Schlate Gottorp, am Mondage na dem Sonn⸗ dage Letare na CHristi Gebort, Ao. 1473. im Jahr. Wie Hertzog Gerhard sein Leben, gemeldter massen, so jämmerlich in Dith marschen hatte eingebüsset, und 3 junge Herrn, Henrich, Adolff und Gerhard hinterlassen, so stritte um die Vormundschafft dieser Kinder Gerhardi Wittwe Elisabetha und Henricus Gerhardi Bruder, erwehleter Bischoff zu Oßnabrügge, und weil Henricus im Holsteinschen mit Gewalt Poslession ge⸗ nommen, — soume cr e Hic o K dhe Hatto lchtet? ctobett gn udo bund go de wu fc Fun steh imm Nel ba 0 steum alldet berch bete fam ellhie Wil des Landes Dithmarschen. 295 stebose nommen, rief Klisabetha den König Ericum aus Dännemarck zu Hülffe, wel⸗ em bestl cher dann auch so wol als die Königin Margaretha, diese Gelegenheit mit beyden eck schu Händen annahm, in Hoffnung das Hertzogthum Schleßwig wiederum an sich de noch und die Krone Dännemarck zu bringen; Welches aber zu einem blutigen Krie⸗ i heden ge Anlaß gegeben, so A. 1409 seinen Anfang genommen, und fast 27 Jahr 5 eund gedauret. Denn sobald die Holsteinsche Grafen merckten, daß Ericus das Nen Tut Hertzogthum an die Krone wieder wolte verknüpffen, weil sie die Lehn nicht zu samede g rechter Zeit gesucht hätten, vereinigten sie sich balde fielen ins Schleßwigsche und s Ocul eroberten viele feste Städte; In diesem Kriege haben sich die Dithmarscher we undi anfänglich sehr neutral aufgeführet, und keinem Theil Beytrag thun wollen, lick hol und obschon Konig Erich sich schon grosse Mühe gegeben, dieselbe in sein Ver⸗ en Dith, bündniß zu ziehen, hat er doch keine weitere Zusage von ihnen erhalten mogen, pensahte als daß sie sich erböthen, dafern der König gantz Hollstein gewinnen solte, ihm be, Fry⸗ zu Liebe das Haus Hanraqu zu belagern, und wo möglich, zu erobern. Hierauf d bebe⸗ schrieb der König Ericus Klage⸗Briefe an den Pabst, Kayser und umliegende ses Bre Fürsten, auch an die Dithmarscher/ beklagte und berüchtigte die Grafen von Hol⸗ iner een stein, daß sie das Hertzogthum Schleßwig(welches der Kron Dännemarck und mt immediate unterworffen) mit Gewalt vorenthielten und besässen, erboth sich hal gegen jedermann, solches mit Recht zu erweisen; Und damit er die Dithmarscher lende desto besser gewinnen möchte, beschenckete er die Vornehmsten und Berühmte⸗ wen sten mit grossen silbernen und güldenen Geschencken, kostbahren Kleidern und det andern herrlichen Kleinodien, und einem ihrer Haupt⸗Leute, Hebbecke Hanß, gel, verehrete er ein Schiff mit alem Zubehör. Hiedurch hat er die Dithmarscher in den bewogen, daß sie an die Fürsten geschrieben, daß sie dem Könige das Hertzog⸗ thum Schleßwig samt dem Hause Gottorp, so sie mit Unrecht dem Könige vor⸗ 1 10 enthielten, wiederum einräumeten, wiedrigenfalls so wolten sie dem Könige, der ahmt Recht begehrte, in seiner rechtfertigen Sache behülflich seyn; Als die Fürsten die⸗ ale 00 ses Schreiben empfangen, haben sie einen verständigen Mann in Dithmarschen die gesandt, welcher sich zu etlichen seiner Bekannten, die den Hollsteinern gewogen, 25 und von dem König keine Geschencke bekommen, verfüget, und dieselbe auf seine Som Seite gebracht; Hernach stellete er den Obersten des Landes vor, wie daß die Fürsten von Hollstein von wegen des Hertzogthums Schleßwig nichts anders 5 als Recht begehreten, und bath, daß sie nicht irgend unwissend jemand zu Gefal⸗ lch len, der Gerechtigkeit wiederstreben möchten, dieweil es Spangenberg. Schaunb. f ind in allen Rechten versehen, daß denen Kindern ihr väterlich Chron. l. 4. c. 5. hart Erbgut verlehnet würde. Anfänglich stunden die Dithmarscher, als die schlech⸗ 1 te Wissenschafft von dem jure teudali hatten, auf des Königs Seiten, und vergli⸗ f chen die Lehn⸗Gerechtigkeit eines e mit Darleihung eines 1 meh/. le 296 Geschichte IV. Theil. Wie ihnen aber bedeutet wurde, daß es mit der Belehnung eines Hertzogthums eine gantz andere Beschaffenheit hätte, und die Fürsten von Hollstein nicht we⸗ niger gewilliet wären, als der König den Streit in ihre Hände zu stellen, sind sie auf mildere Gedancken gekommen. Nach dieser Handlung haben die Fürsten zu Hollstein denen umliegenden Fürsten, Städten und Dithmarschen ihre Gerechtsahme schrifftlich vorgestellet, und begehret in der Sache, die Verlehnung des Hertzogthums Schleßwig be⸗ langend, zwischen dem Könige und ihnen Schiedes⸗Nichter zu seyn. Da ha⸗ ben die Dithmarscher die Abschrifft dieser Ausschreibung an den König gesand, anbey vorstellend, weil auch die Fürsten geneigt wären, vor Gericht zu antwor⸗ ten, könten sie nichts Feindseliges wider sie vornehmen. Zwar wurden A0. 1410 die benachbarten Fürsten und Städte von der Königin Margaretha angenom⸗ men, daß sie als Schiedes⸗Leute zu Flensburg den Streit entscheiden solten, auch mehrmalen solche Unterhandlungen angefangen, es kam aber niemalen zum Stande, weil der König Kricus von nichts wissen wolte, bis ihm das gantze Hertzogthum eingeräumet wäre. Wie aber die Dithmarscher derer Für⸗ sten Gerechtsahme und billiges Erbieten erfahren, haben sie nicht länger stille sitzen wollen, sondern sind den Friesen ins Land gefallen, und haben hinweg geführet al⸗ les, was der König von Dännemarck ihnen gelassen, und das Volck gezwun⸗ gen, denen Fürsten zu huldigen, dessen sie auch 20 Geissel von ihnen genommen, die vor 20000 Mar Silber, so denen Hauptmännern werden solten, hafften musten; Wehrend diesem Kriege hat Otto Schinckel das Cranr l. 8. Dan. 3. Haus Tielen vor Dithmarschen belegen, inne gehabt, dieweil er aber mit denen Fürsten etlicher Ursache wegen in Streit gerathen, hat er sich A0. 1414. wider⸗ setzet, und das Haus wieder ihren Willen einbehalten, auch aus dem Lande Hol⸗ ein viele Pferde und andere Güter geraubet, und in Dithmarschen verkauffet; ndlich hat der Graf Heinrich, solchen Uebermuth zu straffen, das Haus Tie⸗ len hart belagert, und nachdem er es erobert, der Erden gleich gemacht, und dem Hauptmann Schinckel aus dem Lande getrieben, der nachgehends aus Verdrüß bey Rostock in ein Cartheuser Kloster gegangen. Es ist allbereits erwehnet, wie daß A0. 1403 sich eine grosse Feindseelig⸗ keit zwischen den Dithmarschern und Eyderstädtern entsponnen: diese ist nun mercklich dadurch vermehret worden, da die Eyderstätter A0. 1414. 4 oder 5 Dithmarscher wegen Dieberey gefangen, und am St. Jacobi Abend auf Borg⸗ sandt ohne einige Schuld oder Recht aufgehangen; unter welchen einer gewe⸗ sen, Hebbecken Wulff genannt, dessen Mutter Hebbe, einen Scheffel silberne Weiß⸗Pfenninge gebothen, ihn von dem Galgen zu erretten, und fe ee a 5 iquard —— Je 5 des Landes Dithmarschen. 297 1 1 Riquard erboth sich,zwischen beyden Ländern einen ewigen Frieden zu machen, en, sid und mit Brief und Siegel zu versichern. Aber das halff alles nichts, daher Hebbecken Kiquard das halbe Geld in einer beruffenen Landes⸗Versammlung segenden verthellete und dadurch das Land rege machte, daß die Dithmarscher mit Wehr danselet und Waffen in Eyderstätt gefallen, und bey Tönning angelandet den Tod der ccd le Erhänckten zu rächen ungeachtet aller Vertrage, die sie mit den Fürsten anfge⸗ Dab richtet und mit einem Eyde bekräfftiget hatten, wohl wissend,daß sie von den Für⸗ gg sten zu Holstein nichts böses zu befahren, als welche mit Dännemarck noch in ei⸗ ua nem schweren Krieg verwickelt waren. Es sind aber die Friesen am Tage Ao. ln Arnolphi aus den 3 Landen Eyderstädt, Everschop und Uhtholmihnen entgegen augen gekommen, die in dem ersten Treffen nur 6 Mann verlohren, und in dem andern n ole Treffen 150 Mann Dithmarscher erschlagen; die übrigen wolten sich gerne nenen ergeben, aber es war bey den Friesen keine Gnade zu erbitten, daher die Dithmar⸗ ihm das scher sich wieder ermanneten, und einen neuen Angriff thaten, allein die Dith⸗ ar dür marscher fochten zu einer unglücklichen Stunde, denn sie wieder geschlagen, und left. Heimreich Chron. ihre Böthe genommen worden. In diesem Treffen sind ge⸗ 0 estzen Dit. p. 99. blieben, theils in der Eyder ertruncken 259 Dithmarscher sihuta⸗ und 125 Ftiesen. In einer Eyderstädtschen Chronica werden 400 erschlagene ul Dithmarscher und 140 Friesen erzehlet. ommen, Fach dieser Niederlage der Dithmarscher hat sich das gantze Land ver⸗ hoffen sammlet, und ist Ao. 141 5 Dienstags in Fasten über die Eyder geschiffet, und mit d. Deng. grosser Macht zu Borgsand angelandet, da denn die Friesen der Menge ihrer nitdenen Feinde weichen und die Flucht ergreiffen müssen. Denen die Dithmarscher . widel⸗ auf dem Fuß folgeten, erschlugen was sie angetroffen, beraubeten und ver⸗ nöe hol⸗ brandten Vollerwyck, Weld, Cotzenbüll, Tönningen(so damahlen nur ein fauffet; Dorff gewesen,) das Kirchspiel Oldenswort, da sie die Kirche aufgebrochen, us Te⸗ und 34 Kisten Flücht⸗Guth aufgeschlagen, und so viel Geschmeide, Geld und ind dem Kleider genommen, als 16 Männer tragen können; von dannen sind sie weiter Berdrüß gegangen, und haben das gantze Land Everschop auf 500 Marck, die Utholmer auf 700 Marck, und das Kirchspiel Ulvesbull auf 600 Marck gebrand schatzet, ndselg⸗ und sind damit wieder in ihr Land gezogen. Überdem musten noch die Eyder⸗ sest nun städter, deren Häuser abgebrandt waren, 3 J Marck geben, daß ihnen nur ber⸗ oder gönnet ward auf den blossen Warven sich aufzuhalten. A0. 1416 Montags Bot nach St. Nartini gingen die Dithmarscher zum drtttenmahl bey Coldenbüttel in gebe; Eyderstädt, den ausgelobten Brandschatz zu holen, verbrandten das Kirchspiel schene Witzwort, und des folgenden Tages Oldenswort, Ulvesbüll und Groß⸗Alver⸗ der sen, und erschlugen 125 Mann, ferner gingen sie nach Husum, verbrandten die guard 5 Mühle, —* 5— 298 Geeschichte IV. Theil 110„und stecketen die Milstädter Kirche in Brand, daher sie nachdem gesungen:. De Water ⸗Möhle to Susum brennede wy aff/ Dar verwurffen wy Prieß und Ehre/ De Kercke to Milstädte brennende wy aff/ Dat vergeve uns Gott de SEre. Wie die von Tönningen, Cothin, Cotzenbüll und Vollerwick solches gese⸗ hen, haben sie sich von neuen brandschatzen lassen, und ist Catharinen⸗Heerd gantz, und Tetenbüll zum Theil abgebrandt. Wie sie aber nach Garding ge⸗ gangen, sind endlich die Priester mit dem Heil. Sacrament ihnen entgegen ge⸗ treten, und dadurch den rasendẽ Muth derer Dithmarscher gedämnpfet, also daß sie auf folgende Conditionen einen Frieden mit den Friesen eingegangen: daß nem⸗ lich die Friesen, vor die auf Borgsand erschlagene Dithmarscher 3000, andere setzẽ zoo Marck bezahlen solten, aber die getödteten 140 Friesen blieben unbezahlet, wie nicht weniger aller andere durch Rauben und Brennen zugefügter Schade; überdem musten noch die Simens und Lündenberger 94 Marck vor sich bezah⸗ len; Auch haben sie drey gantze Jahre vor ihre Häuser eine besondere Scha⸗ tzung zahlen müssen. Hiebey ist noch von beyden Theilen verabredet, daß wenn nachmahlen einige Streitigkeiten sich erheben möchten, alsdann 20 Männer von den Dithmarschern, und ein Frese den erwachsenen Unwillen nach Dithmar⸗ schen Land⸗Recht entscheiden solten. Vertrag zwischen Dithmarschen und Eyderstädt Ao. 1444. §Ditlck si alle den jennen de dessen Bref sehen eder hören, dat wy Meenheit des gantzen Landes vonEyderstädt bekennen in düsser Schrifft, dat wy ge⸗ dinget hebben mit dem Vogeden, Schlütern, Schwaren, Radtgevern und mit dem gantzen Lande to Dithmarschen, eine ewige Söne und veligen Frede in aller Wise to holdende, also hierna geschreben steit. To dem ersten vorlicken wy alle olde Veide und hat, de in beeden Siden buten Frede geschehen is, as dat sh Brand Wunden, Roff, Dodtschlach, were Sacke dat an vore Jaren an guden Frede unser een den andern mit rechte muchte worumm Schult geven, de Sacke und Klage schall me bliven, by XX. Dithmarscher, de dar hebben in den Hilligen to schworen, na Klage und Antwort by beeder Siden allicke gudt Recht to sprecken⸗ de na einem rechten Dithmarschen Rechte. Weret Sacke, dat van den 20 Mannen welcke storve offte buten Landes were, edder kranck were, so schall men dar enen guden Mann an de stede nehmen, alle de Klage de geschehend sint an guden Frede, na, schen mögen, de schall men scheden, an dem Lande to Dithmar⸗ schen: weret Sacke dat we van uns dessen Frede breck, de schall wesen truwloß und N des Landes Dithmarschen. 299 euch hrloß, den Schaden den he deit, he sy klene offte grote, den schall he bewe⸗ 0 1155 Fründen binne vyf Wecken, den Frede darto alse recht is. We⸗ ret ock Sacke dat jennich Mann van den Vresen, und uth unsem vorschreven Lan⸗ de van Eyderstädt jennich Mann schluge uth Dithmarschen, den Mann schall he gelden mit sinen baren Fründen de den Schaden daen hefft, binnen vyf We⸗ cken, vor 1o0 Marck⸗uübisch, und dat also vorwissen, dat den Kläger nöget, den bac gf Frede schall he betern vor dortich Marck⸗Lübisch, sin Huß schall men barnen, fh und he schall gan vor enen erlosen Mann alle sin levedage, offte he siner Ehre nicht 110 bergen kan; Were Sacke, dat de Handadige neen Huß edder Gut offte Fründ ige 0 hadde, eder van buten Landes were, so schall unse mene vorschreven dand van 15 100 Eyderstädt vull daer voer doen, desgelicken schölen de ut dem Land to Dith⸗ 10 0 marschen, doen offte den unsen Schaden schude, also vorschrevenlis. cn Vortmehr men weret Sacke, dat jennich Mann wonhafftich an unsem e vorschreben Land van Eyderstädt, offte van buten Landes jenigerley haue edder bezahlet, ander Gut stele ut dem Lande to Dithmarschen, und in unse Land to Eyderstädt Teds daermede quemen, konen se edder wy den Handadigen bevragen und begripen, 0 dec so schölen unse besten und ehre to samende kamen, und den Deef um rechte vor⸗ 1e Sch winnen, so schall me eme in den Galgen hengen, de gene schall eme hengen, deme went dat Gut gestahlen is, und dar schölen wy eme trüwelicken to stercken, dat stahlen fuer bon Gut schall de Kläger fry wedder hebben, levert he(let he na) ander Gut, dat ichmar⸗ schall dat Rechte antasten, up düsse vorgeschrevene Sacke und Söͤne schöle wy ut unsem Lande van Eyderstädt vorschreven, velich wesen Leves und Godes vor 44. deme gantzen Lande to Dithmarschen, und se wedder desgelicken vor uns unser 1 16 een to dem andern to kamende, kopende und verkopende, theen to Marck eden Jaht und wor se willen in unse vorgeschrevene Land to Eyderstädt. Wert ock Sacke, e. dat we were in unsem Lande, de düssen Frede und Söne in düsser Wyse nicht wit wolde holden, so schölen wy öne darto bringen, dat he den Freden und Söne in la to holden schall, hierto vorlave wy Kercken⸗Brecker, wiff nöder, vitallien wyale Bröder, Heuetlüde an beyden Sacken, dat de nemend holden schall. Offte Bua dit we brecke, de schall verloß wesen, und 60 Marck⸗Lübisch gebracken hebben, ch dat wy düssen vorgeschreven Frede und Söne, und alle düsse vorgeschreven Stu⸗ Ae d cke stede und fast holden willen, so hebben wy to einer Bewisinge und Tüchnisse gen des gantzen Landes Insegel, an Eyderstädten gehangen, an düssen Bref de ge⸗ preckes⸗ ven und schreven is na Gades Bort, Dusent Veerhundert darna in dem Veer den 40 und Veertigsten Jare des Mandages na dem werdigen Feste. e NB. Die Verschreibung derer Uhtholmer ist dem wörtlichen Inhalt nach 10 1 mit obigem Instrument gleich lautend, nur, daß man an statt Eyder⸗ 5 adt tho. 15 stadt/ Uhtholm lesen 25 Cie d 90⁰ Geschichte IV. Theil. Cranzius will/ daß in diesem Vergleich mit angehenget Cranx l. rr. Sax. e. 3). sey, daß hinkünfftig ein erschlagener Dithmarscher gegen 2 Fresen solte gerechnet werden, so aber aus obigen Vergleich nicht zu erzwingen ist. Diesen Schaden, so nachhero auf 20000 Marck geschätzet worden, musten die Fresen mit Gedult ertragen, weil ihre Landes Herren, die jungen Fürsten von Hollstein, mit dem Konig von Dännemarck in einem schweren Krieg, wie erwehnet, verwickelt wa⸗ ren, und also keine würckliche Hülfe ihren bedrängten Unterthanen leisten kon⸗ ten. Zooar schrieben sie öfftermahlen an die Dithmarscher und vermah neten sie von solcher grausahmen Verheerung abzustehen allein diese, nach dem sie ein⸗ mahl ein Loch in die alte mit Eyd und Siegel bekräfftigte Verträge gerissen, wa⸗ ren nicht gewillet, eine Thorheit halb zu begehen, zumahlen sie sich keines Wie⸗ derstandes zu befürchten, bis endlich G Ott durch die Prediger und Vorzeigung 1 0 Sacramenten ihre Gewissen gerühret und auf andere Gedancken gebracht. 5 40. 1406. auf St. Viti- Tag, war eine solche Finsterniß, daß man sie fast 9 Händen greiffen mögen, und in dem folgenden Jahr fiel ein sehr starcker Winter ein. Ao. 14 12. war ein sehr starcker Wind, welchen man Ey derstäd. Obron. S. Cæcilien Wind genennet. Ao. 1420. den 17 April. war eine sehr grosse Wasserfluth, wodurch diese Länder nicht weniger Schaden gelitten, als Holland und Münk. Chron. I. 3. andere Gegenden. c. 227. Ju selbigem 1420. Jahr hat Kayser Sigismundus von denen Dithmar⸗ schern Schatzung gefodert, weil sie mit zu dem Römischen Reich gehöreten: da besuchten sie den Bischof Johann Glamendorff von Bremen, andere nennen ihn Slamesdorp, dem gelobten sie alles, was der Bischof vor Zeiten aus dem Lande genossen, ihm und seinen Nachkommen stets und ohne eintzige Einrede zu geben, nemlich die Nutzung des Landes von der Elbe bis an die Eyder, die Insel in der Elbe Dicksandt, davon sie viel Heu jährlich holeten, das Holtz, Borgholtz und 5 Voigdeyen, mit aller Gerechtigkeit, und was davon kommen konte, darzu wolten sie der Kirchen zu Bremen, davon sie gewichen, Ge⸗ v. Chron. Presbyt. horsahm seyn, so er sie wolte und könte bey dem Kayser ver⸗ hrem: treten und beschützen; Das bewilligte der Bischof, und berichtete an dem Kay⸗ serl. Hofe, daß die Dithmarscher seine wahre Uuterthanen wären, die ihm jähr⸗ lich Zinß entrichteten, und daß er seine Voigte und Amt⸗Leute im Laude hätte; Hiedurch beschützte der Bischof die Dithmarscher, daß sie dem Kayser keine Schatzungen geben dürfften, Sie haben aber nachhero dem Bischof von 1 b en eig Lande Harck! durche dersind 00 liche —„ e. ————. W. des Landes Dithtnarschen. 301 19 len ihren Versprechen nicht das geringste gehalten; Daß also Kellinghusen in 50 vita Ranzo vii nicht unwahr schreibet: chi Objecto sese defendit præsule Bremæ ut dem Hoc se jactabat Domino sub Legibus esse: scetwa⸗ Non tamen ut vero capiti se præbuit unquam; keen kh Aut aliquod solvit consueto more tributum, delmaßhagg Quantumvis esset bello devicta, sed illum denn see Promissis vanis& Spe delusit inani&c. 1 Anno 1421 auf St. Elisabethen- Nacht entstand ein gewaltiger Sturm⸗ Botzag Wind, wodurch die See sich solchergestalt erhoben, daß auch beynahe die chance Teiche in Holland und hiestger Orten durchgebrochen, und ein unbeschreibli⸗ K cher Schade geschehen wäre. 5 Ao. 1423 war ein sehr starcker Winter und harter Frost, also daß man 1 sefss von Dantzig nach Lübeck über das Meer sicher zu Pferde reiten mögen, und r storch weil auch die See von Mecklenburg bis Dännemarck starck mit Eiß beleget ge⸗ 5 wesen; so haben nach der Zeit die Edelleute in der Prignitz bedau⸗ Cranz. I. II. fa Cho ret, daß sie nicht zum ewigen Andencken nach Dännemarck gerit⸗ Sax, c. 10. ten, und das Vieh über die See herausgetrieben. urch dicse Ab. 1425 war eine grosse Wasserfluth guf St. Stephani Tag, desglei⸗ chron. J.. chen A0. 1426. 27. und 28. jedesmahl auf Michaeli-Tag gewesen. 2. a0. 1430 ist zwischen denen Hamburgern und Dithmarschern grosse Un⸗ Dihmg⸗ einigkeit entstanden, folgender Ursachen: wie das Kriegs⸗Volck, welches dem en: d Landes⸗Herrn, dem Hertzogen zu Schleßwig, gegen den König von Dänne⸗ e Hennen marck vor Apenrade zu Hülffe geschickt war, zu Wasser zurückkehrete, und aus dem durch Stuem und Ungewitter auf der Elbe an Dithmarschen angeschlagen wur⸗ inrede zu de, sind sie daselbst nichtes böses besorgende an Land getreten, aber von Ralves⸗ die Jnsl Carstens, einem Voigt in Dithmarschen mit seinen Anverwandten überfallen, Borghol etliche erschlagen, die andern tödtlich verwundet, und gefangẽ worden, darzu ihre tte, daß. Schiffe, Harnisch und Proviant genommen, und zwar aus der Ursache/ daß die n. brecht Hamburger nicht verstatten wolten, das Korn auf der Elbe anders wohin, den em nach Hamburg zu schicken. 5 denn Kah Ob nun wohl der Bischof zu Bremen, auch die Lübecker und Lüneburger hh sich bemüheten, die Sache im Rade beyzulegen, und 4 Herren aus dem Rath zu Ide le Hamburg zu dem Ende daselbst erschienen, so war doch alle Mühe vergebens, den r kale Ralves Carstens und die andern Gesandten der Dithmarscher, stelleten sich so on unfreundlich an, daß weder in der Güte, noch mit Recht etwas zu getvinnen war⸗ fen daher rüsteten 1431 die Dithmaxscher etliche kleine Schiffe aus, und gingen 15 302 Geschichte IV. Theil. mit für das neue Werck, hielten einige kleine Scharmützel mit den Hambur⸗ gern, verbrandten die Vorburg, und gingen mit einem guten Raub von Vieh, und anderen Waaren beladen, wieder nach Hause. Nun war es eben an dem, daß die Schiffe mit Hamburger Bier abgehen wolten, darum rüstete Hamburg 600 Mann, unter Commando Marten Schwartzkopfs, eines Raths⸗Herrn aus, selbige zu begleiten, auch ihre Kauffahrer aus England und Flandern sicher durch die See zu convoyren, doch den Dithmarschern kein Leid zuzufügen. Wie dieses Volck eine Weile auf der Elbe gelegen, sind sie wider ihres Obristen Willen in Dithmarschen an Land gestiegen, einige Häuser beraubet und ver⸗ Cranz. I. 11. brandt. Cranzius setzet hinzu, weil der Oberster ihren Eyfer 5ax. c. 17. nicht bewilligen wolte, hätten sie ihn vor einen Verräther und der den Feind scheuete, gescholten, was es denn vor Schade wäre, wenn denen Dith⸗ marschern ein paar Küh genommen würden, es wäre der Kriegs⸗Leute Herrlich⸗ keit, wenn sie streiffen und rauben möchten; sie wären des gesaltzenen und ge⸗ räucherten Fleisches müde und überdrüßig, sie müsten was frisches haben/ und ob sie wären ausgeführet, allein das Wasser zu besehen, nnd weil ihnen keine öffent⸗ liche Feinde vorkämen, müsten sie dieselbe suchen ꝛc. Mitlerweil der gröste Haufe im Lande umher geraubet und gebrandt, und der Obrister mit 300 Mann die Fahnen und das Schiff gedecket;(Andere wollen, er sey selbst mit auf den Raub gegangen,) haben sich die Dithmarscher versammlet und die Hamburger mit Gewalt wieder zurück nach ihren Schiffen getriebe, alldieweil aber es hohle Elbe gewesen, und die Schiffe nicht vom Lande loßkommen konnen, sind sie nach einer kurtzen Gegen wehr fast alle erschlagen am Abend St. Petri Stuhlfeyer; dem Obristen Schwartzkopff haben die Dithmarscher den Magen aus dem Leibe ge⸗ schnitten, denselben einer Frauen auf dem Spieß gesteckt, und zum Zeichen des Sieges ihnen fürtragen lassen. Bald darnach sind die Dithmarscher mit den Hamburgern durch gute Freunde vertragen worden. f Diüiesen schleunigen Frieden befoderte hauptsächlich die grosse Uneinig⸗ keit, so im Lande Dithmarschen Ao. 1436. sich hervor that, und dasselbe fast in 2 Theil trennete, unter Anführung Crusen Johann, und Ralfs Carstens aus Nordteich, welche letzterer, ein böser tyrannischer Mensch, ein Anfänger und Stiffter des Krieges mit den Hamburgern gewesen, und von welchem man fol⸗ gendes Sprichwort hat: Kalves Car sten lange Been/ Wo heffst du dat so versehn In disser sulven Sacken 8 Cranz. I. I I. Sax. c. 23. Kommstu to Meldorp in Traxiger Chron. Die Sövet geit up den Stacken. Hamburg. Und f/ lellet, Die Tetel dung al Macht f auchn gelbe fan in Lund. allen, seinen Gelde berg Ng . ³˙.¹ꝛ A 3—————— 2* 9**—————————. Vll 11 0 des Landes Dithmarschen. 303 U bon dich Und obwohl Cruse Johann ein sittsamer und bescheidener Mann gewesen, can dag, so war er doch in dieser Sache sehr erbittert, weil er zuerst von seinem Gegentheil Hambulg an meisten beschädiget worden, und damit er sich Rolffs Carstens und seines An⸗ ehen hangs desto besser bemächtigen möchte, vertrug er sich mit denen Hamburgern, shanschet die ihm unter Commando Hn. Cord Müllers 700 Schützenund andere Kriegs⸗ figen. Nothdurfft zu Hülfe schicketen. Mit diesen Auxiliar⸗ Trouppen setzete Cruse chien Johann so grausam in seine Feinde, mit Rauben, Brennen und Morden an berndby⸗ allen Orten, daß Rolffs Carsten gezwungen ward mit seinem Anhang aus dem ihtenbife Lande zu weichen: er ist aber noch in selbigem Jahr, auf Anstifften seiner eigenen her und Frauen, wie Nic. Vite in MS. meldet, auf dem Kirchhofe zu Weslingbühren nen Dit erschlagen worden; und wie sein Sohn in folgendem 1437 Jahre den Todt sei⸗ e Henlch nes Vatern zu rächen vermeinete, haben st ich die Städte Lübeck und Hamburg und ge dazwischen geleget, und den Streit, so leichtlich zum gäntzlichen Untergang des n und oh Landes gedeyen können, in der Güte beygeleget und vertragen; Wobey zugleich ae offen verabredet und mit Siegel und Briefen bestätiget worden, daß künfftighin ein tost Hau Todtschlag im Lande Dithmarschen mit ro Marck und ewiger Landes Ver⸗ Munde weisung solte bestraffet werden. 8 250 Ab. 143 6. ist eine sehr grosse Wasserfluth auf Allerheiligen Abend gewe⸗ hurger m sen, so hin und wieder grossen Schaden gethan, und die grosse Monddrencke ge⸗ hohleclbe nennet, und soll das Wasser an dem Lunder⸗Kirchhof zu Norden gestanden seynz Diese Fluth hat verursachet, daß in folgendem Jahr, Garding, Cathrinheerd, 11 51 Tetenbüll, Poppenbüll und Osterhever, so gantz Teichloß gelegen, auf Verord⸗ 1 abet 0 nung und Zwang einer hohen Obrigkeit, mit einem Teich beschlossen worden. 125 Ao. 1439. war eine grosse Pest weit und breit, fing an in der Ernd⸗ A te/ und endigte sich um Weyhnachten/die Menschen lagen im Schlaf z Tage und 1 Nächte, und wenn sie 1 so rungen sie mit dem 1 10 Ao. 1442. war ausserhalb der Zeit ein ungemein starcker Frost, daß man Une auch noch im Majo Eiß⸗Zapfen an denen Häusern gefunden. e 1 0 Ab. 1450. ist im Lande Dithmarschen abermahlen ein grosses Sterben stens 10 gewesen, so gantzer drey Jahre gedauret. Dergleichen auch A0. 1464. da al⸗ ger lein in Tellingstedt in 2 Jahren 840 Menschen gestorben, und A0. 1485 sind in ffn fh Lunden in anderthalb Jahren 1000 Menschen erblichen. Ao. 142, hat Cord Widderich, aus Dithmarschen, den Thurm an der alten Kirchen in Pelworm eingenommen, und ein gantzes Jahr einbehalten, bey seinem Abzuge aber hat er aus der Kirchen genommen 8 ooo Marck an barem 42 Gelde, 7 vergüldte Kelche und 7 Patinen, 2 mit Eisen beschlagene Schrancken, 1 8 vergüldete Tische, eine grosse Monstrance, und eine Kupferne Tauffe, darauf der Nahme Pilworm stehet, welche annoch zu Büsum in der Kirchen sich findet. und Mm Anno — 3 Geschichte VV. Sheil. Anno 1463. galt die Tonne Rocken 5 Schilling, und eine Tonne Wei⸗ tzen 6 Schilling. Nachdem Adolffus, Hertzog zu Schleßwig/ Ao. 143 f. zur friedsamen Be⸗ sitzung des Hertzogthums Schleßwig endlich gekommen war, und der langwie⸗ rige Krieg zwischen den Dänen und Hollsteinern sich geendiget hatte; hat er den Schaden, so die Friesen von denen Dithmarschern hiebevor erlitten, und zu 200000 Marck gesetzet worden, gefodert, dagegen aber die Dithmarscher ihren erlittenen Schaden nicht weniger groß angesetzet, also daß sie sich darüber nicht vergleichen könten, bis endlich beyde Theile die Irrung dem Probsten in Ham⸗ burg, Magister Middelmann, und dem Rathe derer Städte, Lubeck und Ham⸗ burg, als Schiedes⸗Richtern aufgetragen, und bewilliget, daß, so ein Theil mit dem Ausspruch nicht wolte zufrieden seyn, als denn dasselbe dem andern Theil 10000 Reinsche Gülden geben solte; Dieweil aber dem Abschiede kein gewiß ser Terminus gesetzet worden, so wollen einige, daß es bey Lebzeiten Hertzog Adolffs nicht ausgesprochen, noch ins Werck gerichtet worden, denn es stunde, wie Cranzius meldet, in den Händen derer, denen es übergeben, ohne Ende. Wie⸗ wol andere der Meinung sind, daß die Sache Ao. 1456. von erwehnten Schie⸗ des⸗Richtern gütlich beygeleget worden; darauf denn Adolffus den 6 Decembr. Ao. 1409 gestorben, und also das Hertzogthum Schleßwig, nach der alten Pro⸗ phezeyung, ohne Schwerdschlag wieder an Dännemarck gebracht worden. Christianus I. aus dem Oldenburgischen Stamme, der Ao. 1448, nach dem Tode Königs Chriftophori, zur Königl. Würde in Dännemarck, durch Befoderung des Hertzogs Adolffi VIII. zu Schleßwig⸗Hollstein, seiner Mutter Brudern, wiederum erhoben wurde, nach dessen Tode auch das Hertzogthum Schleßwig und die Grafschafft Hollstein erbete, begab sich aus Gottseeliger An⸗ dacht auf die Reise und Wallfarth nach Rom,, nachdem er die Unruhe, so sein Bruder Graf Gerhard in diesen Fürstenthümern gemacht hatte, beygelegt, und seine Länder in Friede und Ruhe gesetzet. Diese Reise trat der König A0. 1474 im Januario an, in Gesellschafft des Hertzog Hansen zu Lauenburg, 3 Grafen und 3 Doctorum, nebst 150 Pferden, alle als Pilgrimmer bekleidet. Unter⸗ wegens ist er im Februario zu Rotenburg an der Tauber von dem Kayser Eri- derico den III. mit Kayserlicher Pracht empfangen, und gantzer 7 Tage köstlich bewirthet worden. Währender Zeit hat der König dem Kayser unter andern vorgestellet, wie daß ein Volck im Römischen Reich nahe bey seinem Fürsten⸗ thum wäre, daß allen umliegenden Nachbahren schädlich, und niemand gehor⸗ sam und unterwürffig seyn wolte, die hiessen die Dithmarscher; begehrete dem⸗ nach, daß er durch Kayserl. Gewalt ihm dieselbe wolte unterthänig machen, weil es nicht gut wäre, daß ein Volck ohne Haupt und ordentliche Obrigkeit laat und —— dd 0 0 de in sabnach gie che bahn, Goh Dil firm Abe Erec dd Bu nun Hal El Ka Cranz. Hax, e. Dett.) al gt aa stengt dodde licht lich Hel than. ben! gelbe en e be, dem s Dicht lfte Vi e At des Landes Dithmarschen. 305 99 b f 2 0 f 0 19 . und daß der Kayser vergönnen möchte, aus denen Ländern Hollstein, Stormarn 1 suuen Je und Dithmarschen ein Hertzogthum zu machen; Der Kayser willigte sogleich in 1 largo, den Antrag des Königs, und verlehnete ihm Dithmarschen, also, daß Dithmar⸗ 1 derden schen künfftig solte zu Hollstein gehören, und nebst Stormarn ein Hertzogthum 1 0 1 ausmachen, denn bishero hatte Hollstein nur den Nahmen einer Grafschafft e ahn geführet, laut der vergüldeten von Kayserlichen Masest. und Churfürsten unter⸗ 1 Mini schriebenen Bulla. Das Diploma sothaner Erhebung ist vollständig zu lesen 3 10 0 N beym Meibomio Tom: III. rer: Germ: p. 213. 3 a So bald die Dithmarscher solches erfahren, haben sie die Anno 1188 von 3 00 Kayser kriderico I. an das Stifft Bremen geschehene Donation des Landes 1 11 0 Dithmarschen, von demdiömischen Pabst Sisto IV. den 14 Marti 1476 con. 1 ein Ja firmiren lassen, wie denn auch würcklich dem Bischoff von Verden, Probst zu 0 ein gewiß Lübeck und Scholastico zu Breßlau, Friedel Corbel, den 14 Ockobr. 1477 die„ 1. Hat Execution aufgetragen, und den 24 Novembr. selbigen Jahres vollentzogen, 8 stunde, und die Voigte und Regenten des Landes in ihren Aembtern, bey Straffe des 3 . Wie VBanns bestätiget. Siehe hievon die oben schon angeführte Diplomata. Da 5 n Schi nun der König seine Römische Reise abgeleget, hat er im Jahr 1480 auf Mar- 1 ecemb garethen einen grossen Land⸗Tag in Rendsburg zu halten ausgeschrieben, auf 1 len Ns welchem er denen Abgeordneten des Landes Dithmarschen die Kapserl. Begna⸗ 1 den. Cranz. l. 12. digung vorlegen und verlesen lassen, mit dem Beyfügen„daß sie 14 Mach dax. c. 27. sich in der Güte bequemen möchten, Ihro Königl. Majest. vor 1 lee, Woch Petr. J..f. 100. ihren Landes⸗Herrn zu erkennen, und sich mit der Grafschafft N fer Mute Hollstein und Stormarn in ein Hertzogthum einverleiben zu lassen. Die Dith⸗ 169 scbogthum marscher, denen sothaner Autrag gar nicht angenehm, antworteten: Sie hätten N fager zwar allen unterthänigsten Kelpect vor Ihro Kayserl. Majest. Briefe, es mü⸗ 1 e, so seal sten aber dieselben von der Sachen nicht unterrichtet gewesen seyn, sonsten Sie ö 4 legt, und dasjenige Land nicht würden verlehnet und vergeben haben; daß Sr. Majest.. 10.147 nicht zustünde. Sie hätten ja ihre Obrigkeit, aber geistlichen Standes, nem⸗ 1 3 Grafe lich den Ertz⸗Bischoff von Bremen. Denn nach Abgang ihres letztern Erb⸗ 14 Une Herrn, Graf Hart ici, wären sie dem Ertz⸗ Bischoff zu Bremen jederzeit unter⸗ 61 ohe. than gewesen. Der König befahl hierauf zu antworten: Daß nach Abster⸗ 1 gef ben Hart vici das Land Dithmarschen vielen Veränderungen unterwürffig„ g aden gewesen, denn sie schon einmal den Grafen von Holstein vor ihren Landes⸗Her⸗. a ren erkennet. Nachdem hätten sie sich dem Könige Voldemaro II. unterge⸗ 1 0 fa ben, anjetzo wären sie dem Schein nach unter dem Ertz⸗Bischoff von Bremen, 1 1 dem sie doch in der That, auch in geringsten nicht Gehorsahm leisteten. Die 1 1 1 Dithmarscher liessen sich hierauf vernehmen, der Ertz⸗Bischoff von Bremen 17 1 hätte noch diese Stunde seinen Stadthalter im Lande/ und sie wolten und könten 10 chek, Mm 2 sich 1 0 ö ö 2 —*— * 5 * f 1 n — 8 306 Geschichte IV. Theil. sich nicht von der Kirchen zu Bremen trennen, si on n, so lange ein wa Vieille, dune, ai ede Gespräch legten sch enge ö vische redeten den König einen jährigen Stillstand einzugehen, daß die Dithmarscher in der Zeit sich eines besse f 4 i ern besin 55 1 0 e e e ie d 0 Gnade 105 00 5 n aber die Dithmarscher A0. 1411 Cranz 5 7 1 5 an den Kayser⸗ doch nicht sonderlich mit Gelde 2 50 1. 9 t, Ihro Kayserl. Majest. vorstellig zu machen, daß sie würcklich dem e 11 1 incorporiret, und von denen Stadthaltern des Ertz⸗Bischoffs ürden. Diese Abgeordnete haben auf Producirung vorgedachter Donation Kaysers Friderici I. und Königes Philippi, von hochgedachtem Kay⸗ ser Friderico III. erhalten, d ni isti .„daß dem König Christiano I. Inhibition ge Wee er Ansprache auf das Land Dithmarschen 57 9 5 1 innerhalb 63 Tagen, nach der Insinuirung vor Ihro Kayserl. Majest. zu er⸗ scheinen, und seine Gerechtsahme auszuführen, peremptorie ist citiret worden. 15 en e die nachläßigen Dithmarscher ein geringes Geld/ um grossen Nu⸗ 115 1 zur Unzeit gesparet, und die Citation nicht ordentlich bey Leb⸗ önigs verfolget und ausgeführet, denn hochgedachter König 0 nus I. den folgenden Somt ner, als d. een Oil due l. ebe 44 nf dier Kaysers Friderici III. Di in di de Diploma, darin die Verl des Landes Dithmarschen, an den König 0. schehen, revociret/ auch derselbe allenfals perem- ptorie citiret wird. Dir Friederich, von Gottes Gnaden, Römi g„Römischer Kayser, zu allen Zei te e 155 1 nen ene, 80 a eher zu. nd zu Krain, Graf zu Tirol ꝛc. 0 Dude ne Merl 5 end en 10 9 1 msern le⸗ f Liebe und Freundschafft zuvor. D: tigster Fürst, lieber Bruder, als Wir E B e felsige Bite und etlicher l 0 ir Euch vor verschiedener Zeiten auf Euer Duhnarshen o ohne Nite uns und dem hellgen Reiche gehoren font f M ns und dem heiligen Reiche zugehöͤret VT . Le„Uns von Ihrent und des gemeinen Land ke ae wie Ihr sie auf solche Belehnung unter Euren Schersenn ehet; daß ihnen, nachdem sie von Alters her unter dem Stifft Bremen — Brenel slbae' af l ane ch deß gung U durch u scher d daß! Land derot wege hege deb bene Tag N A wennd Doge daun Al geln E droce tom Au feine Wie 5 110 thun 1 0 alen tt F D . 5 „Del, 5 0 des Landes Dithmarschen. 307 Haß 5 a i i en fü Bremen gehöret haben, und noch gehöreten, ihren Pflichten nach, damit sie dem⸗ Sieh selben Stiffte verbunden wären, undeylich sey, und Uns darauf demüthiglich fa anruffen und bitten lassen, sie hierin gnädiglich vorzustehen. Und wann wir nun 5 solches ihres Vorbringens etliche glaubliche Scheine von unsern Vorfahren ln am Reich daruber gegeben, gesehen, und aber in Verlehnung des gemeldten Lan⸗ en, des, deßwegen keinen Unterricht von Euch entfangen, ist unser Will und Mei⸗ ch nung nie gewesen, und noch nicht, daß dem Stifft Bremen dasselbe Land da⸗ 25 durch unbilliger Weise solte entzogen werden. Und begehren darauf als Römi⸗ bag scher Kayser an Euer Brüderlichen Liebe und Freundschafft ernstlich befehlend, 115 daß ihr solch Euer Vornehmen ohne Verziehen abstellet, und das gemeldte 102 N Land Dithmarschen, noch die Unterthanen und Güter darzu gehörend, in Krafft 10 der obberührten Belehnung ferner nicht anhaltet, beschweret, noch von Eurent⸗ n dane wegen zu thun verstattet, sondern sie bey dem Stiffte Bremen, wie sie von Alters e fa her gewesen, ungeirret lasset, als Ihr selbst verstehet, billig ist. Wo ihr aber det worden, des nicht schuldig zu seyn, und darwieder einigerley rechtliche Einrede zu haben sen du vermeinet, so heischen und laden wir euch auch ernstlich, daß ihr auf den 6zten ich bey eh Tage des nechsten, nach dem Euch dieser unser Brief überantwortet oder ver⸗ Y hilt kündiget wird, da wir Euch 21 vor den ersten, 21 vor den andern, und 21 uor otben. den letzten und zten Gerichts-Tag setzen und benennen, peremptorie oder wenn derselbe Tag/ nicht ein Gerichts⸗Tag seyn wird, auf den nechsten Gerichts⸗ Tage darnach vor Uns, oder dem Wir das an unser Statt befehlen; Wo wir chung dann zumahlen im Reich seyn werden, selbst oder durch Euren bevollmächten L ge⸗ Anwald kommet, und rechtlichen erscheinet, solch Eure Einrede, und dargegen der 5 genandten von Dithmarschen vollmächtigen Anwald, Antwort und Nothdurfft der Sachen vorzubringen und zu hören, und mit Recht darüber zu erkennen und procediren. Wann Ihr kommet und erschemet als dann oder nicht, nichts de⸗ en Zelt sto minder wird auf des gehorsamen Theils oder seines vollmächtigen Anwalds erkogn Anruffen und Erfodern in Rechten vollfahren und procediret, als sich das nach Enten seiner Ordnung gebühret, darnach wissen sich Ew. Liebd. zu richten: Geben zu insane Wien, mit Unsern Kayserl. anhangenden Einsiegel besiegelt, am letzten Tage ih des Monaths Juni nachChristi Geburt im Vierzehnhundert und ein und achzig⸗ Jafent sten Jahr, Unsers Reichs des Römischen, im zwey und Dierzigsten/ des Kayser⸗ 108 dad thums im Dreyßigsten, und des Ungerschen im drey und zwantziasten Jahre. i fe Nach dem Tode Königes Christiani I. hat sein Sohn König Johannes e und Hertzog Friederich die Dithmarscher Anno 1497 aber⸗ 88 l. 8. en malen nach Itzehoe beschieden, und ihnen das Diploma Kaye. 4 be sers Friderici III. vorlesen, und erinnern lassen, sich zu ergeben. Joh. Peters. Ei Die Dithmarscher, welche etzliche Thum⸗Herrn, und von der Rit⸗ E Mm 3 ter⸗ emen 308 Gescchichte W. heil. terschafft des Ertz⸗Stifftes Bremen mit sich gebracht, liessen durch einen Thum⸗ Herren antworten, und vorstellen die Gerechtigkeit der Kirchen zu Bremen an dem Lande Dithmarschen, von verschiedenen Kaysern und Römischen Königen geschencket und bestätiget, davon in dem neuen Briefe keine Erwehnung gesche⸗ hen, und dafern Ihro Kayserl. Majest. recht wären berichtet gewesen, würden sie dawider nichts verhänget haben, erböͤthen sich zu Recht, und hätten das Ver⸗ trauen zu Ihr. Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden, sie würden wider Necht nichts fürnehmen. Mit dieser Antwort aber ist die Herrschafft gar nicht fried⸗ lich gewesen, sondern sie haben bey sich beschlossen, die Dithmarscher mit dem Schwerd zum Gehorsam zu bringen, wiewohl dieses Vorhaben durch den ein⸗ gefallenen Schwedischen Krieg auf etliche Jahre unterbrochen worden. In⸗ dessen hat der König Johannes die Dithmarscher Anno 1499. wiederum nach Rendesburg gefodert, und von ihnen eine Schatzung von 15000 Marck und 3 Festungen, als eine zu Brunsbüttel, eine zu Meldorff, und die dritte an der Eyder zu bauen begehret, dessen sich aber die Dithmarscher gewegert, und ihre Freyheit mit Gut und Blut zu schützen, beschlossen. 0 Anno 1471 hat der Ehrw. Hermannus, ein Suffraganeus des Bischoffs zu Bremen, das neue Chor zu Lunden eingeweihet, die Vorsteher haben ihm vor seine Reise und Mühe 24 Marck gegeben. Anno 14756 ist die erste St. Gallen Fluth gewesen, welche vieler Orten die Teiche eingerissen, und dem Lande grossen Schaden zugefüget. N Anno 1478 sind; Männer, die auf Viti Tag den Pastoren zu Herrs⸗ büll auf Nordstrand, gebunden, gefangen, und ihm all sein Gut genommen, den dritten Tag hernach vor Lunden verbrannt worden. Anno 1483 ist ein so heisser Sommer gewesen, daß die Höltzungen an vielen Orten von selbsten angezündet. In diesem Jahr ist das Teich⸗Recht auf Büsum, welches Ao. 1455 durch 12 Männer erfunden, wiederholet und approbiret worden. Anno 1491 ist ein sehr starcker Winter gewesen, daß man gleich wie vor 10 Jahren A0. 148 1 allenthalben über die Eyder fahren können, und folgete ein gar dürrer Sommer darauf, also, daß es vom Majo bis in dem Septembr. nicht gereegnet, doch ist das Korn in diesen Ländern durch einen beständigen und fruchtbahren Nacht⸗Thau erhalten, und wohl gerathen. Dergleichen dürre Zeit hat man auch A0. 1493 gehabt, daß man an etzlichen Orten durch die Elbe mit Wagen fahren können. d Ao. 1492 ist eine grosse Theurung im Lande gewesen, also daß eine Tonne Rocken 2 Marck 8 Schill. Lübisch gegolten, die Tonne Weitzen 3 Marck, der Gärsten 1 Marck 10 Schill. der Haber 15 Schill. Diese theure Zeit ist von einem — dena fen l Aal Kas unt/ de Lalman tung Hilo kept Helle EAI ar, bon del den zu nahm wech ech lache Febr. N ket H 09 H gel 73 gehen bor o fe fen C gc sche 5 fen Th kenpng en Köll dug Ned , Wucdeg tel. 0 J ber ach arch het dan urch dench⸗ en. derum nat Marek un lite an der , und ihre 5 Bschoff ihm ht Otten oe Au Hels; men, den Suggek al each Recht echoblet nnd ach wiel dh Septet. gd fc dl 9 debe lle c, de Ft hoh baten des Landes Dithmarschen. 309 einem hohen Wasser entstanden, als wodurch die Eyder und Elbe an verschiede⸗ nen Orten durchgebrochen, und das Korn weggetrieben. Anno 1495 des andern Tages vor Lichtmessen ward in der Nacht die Kirche zu Lunden aufgebrochen, und ein grosser Schatz, 8. Laurentii Schatz ge⸗ nannt, daraus gestohlen. Anno 1496 geriethen König Johannes und Hertzog Friederich mit de⸗ nen Städten Hamburg, Bremen, Stade, Westfriesen und Dithmarschen in grosse Streitigkeit wegen Heilige Land: denn diese, die Insul vor ein frey Land hielten, hingegen die Hertzoge vor ihr eigen verbitten wolten, und einen schweren Zoll foderten, nemlich von einer Last Heering 4 Schill., vor einen jeden Boden 4 Schill., vor jeden Ever 2 Schill. vor jeder Renne 1 Schill. welches aber bemeldte Städte nicht bezahlen wolten. Diese Streitigkeit kam endlich zu sol⸗ cher Thätlichkeit, daß auch Hertzog Friederich noch in selbigen Jahr der Lakmann Einlei- Bremer Hauß auf Heilige Land abgebrandt. Da haben die tung zur Holst. Dithmarscher A0. 1497 und die von Hamburg, Bremen und Hislorie p. 152. Stade des Hertzogs Haus, nebst den darin vorhandenden Gü⸗ tern wieder verbrandt. In dem folgenden 1498 Jahr, kamen sie wieder nach Heilige Land, wurden aber von dem Eyderstädtischen Staller, Jordt Nickelsen, der von Hertzog Friederich mit vielen Dänen und Uthholmern dahin geschickt war, solchergestalt bewillkommet, daß 10 Mann von den Städten, und 130 von den Dithmarschern gefangen nach Gottorff gesandt wurden. Diesen Scha⸗ den zu rächen, fielen die Dithmarscher in Eyderstädt, beraubten das Land, und nahmen viele Gefangene zurück, gegen welche die Ihrigen hernach sind ausge⸗ wechselt worden: weil aber kein beständiger Friede könte gestifftet werden hielten die Eyderstädter und Dithmarscher an beyden Seiten längst der Eyder von Al⸗ lerheiligen bis Advent 1499 starcke Wache, oder wie andere wollen bis den 13 Febr. folgenden Jahrs, da die Vehde angegangen. Anno 1499. haben die Dithmarscher auf Anforderung de⸗ Cranz. I. 13. rer Hamburger, dem Bischof zu Bremen, Johanni, gegeu Her⸗ c. 23. tzog Magno in Nieder⸗Sachsen, 700 Mann ins Land Hadeln, gen Aterndorff zu Hülfe geschicket, da denn zwischen den Hamburgern und Dithmarschern we⸗ gen Schertz und geringer Schmäh⸗Worten ein grosser Tumult entstanden, und 73 Dithmarscher erschlagen worden; Es haben sich aber die Hamburger nach⸗ gehends mit denen Gevollmächtigen des Landes Dithmarschen verglichen, und vor die Erschlagene eine grosse Summe Geldes bezahlet. Dieses Geld soll Bo⸗ jen Clauß Boje, aus Weßlingbühren, der Vornehmste unter den 48gern, unter⸗ geschlagen, und seiner Frauen des Nachts zum Fenster eingelanget haben, dessen sich die Frau gewundert und gesagt: Behöde GGtt/ Claeß hebbe je idt a mi — 2 310 Geschichte IV. Theil. mit Gade und mit Ehren? darauf er geantwortet: Nim hen/ nim hen hebben wy idt jo/ wy hebben genog/ und alle de unsen hebben genog. Die⸗ ser Boje Clauß Boje, ist ein geitziger Mann gewesen⸗ der um schnöden Gewin⸗ stes willen der Gerechtigkeit eine wächserne Nase nach der andern andrehete, von beyden streitigen Partheyen nicht allein sich die Hände reichlich versilbern ließ, sondern ermahnete noch darzu die Partheyen, daß sie auch seinen Sohn beschen⸗ cken musten,(welcher mit dem Vater auf einer Hofstäte gewohnet) damit selbiger den Vater nicht vor dem gantzen Lande verklagen möchte. Es ist aber die Göttl. Rache nicht ausgeblieben, denn er A0. 1524. an unleidlichen Schmertzen, so er an seiner grossen Zehe empfunden, gestorben, und wie sein Sohn, Boje Maßcken Bojen, zum Regiment der 48 ger gekommen, und ohne Zweifel seinem Vater an Lastern nicht nachgegeben, wo nicht übertroffen, hat ihn GOtt Ao. 1541. mit Brand also gestraffet, daß sein Haus in der Süderdick angezündet und gantzer acht Tage gebrandt, niemand aber gewust, woherselbiges entstanden; Es ist ihm auch solche Straffe gefolget, wo er sich mit seinen Gütern nur immerhin ge⸗ wendet, also, daß nicht allein seine Wohnungen, sondern auch seines Sohnes Hinrichs Clauß Haus in Feuer aufgegangen: und wie sich niemand aus Furcht Göttlicher Straffe seiner annehmen oder ihn aufnehmen dürffen, hat er eine Schur oder Decke über einen gemauerten Keller bauen, und in selbigem die übri⸗ ge Zeit seines Lebens in gröster Armuth zubringen müssen. Seine Hoffstäte soll zu Süden Herings Johanns Hofstäte wüste liegen blieben seyn, also, daß der Weg von Süderdick nach Weslingburen beyde Hofstäte scheiden soll. Anno I oo sind in Teutschland die Frantzosen oder Neapolitanische Kranck⸗ heit allererst bekannt worden, und haben die Teutschen solche Plagen zn dulden, auch was die Englische Pippe vor eine Kranck⸗ heit sey, erfahren müssen. Ende des vierdten Theils. 5 Der 8. 2 1 2 . des Landes Dithmarschen. 371 nim 1 lg. Die E 9 85 0 5 Der fünffte Theil. d aschanlesß 2 2 J 2 Von den denckwürdigsten Geschichten und inen Antiquitaten des Landes Dithmarschen. Von der e grossen Niederlage König Jolanns und Herzog Friede. e hie richs zu Hollstein bis auf das Jahr 15 59. da n Balg die Dithmarscher ihre Freyheit rn verlohren. und gane 1 emnach, wie allbereits in dem vorigen Theil erwehnet, Oranz. I. 13. 8 Cohn die Könige in Dännemarck Christianus I. und sein 54. e. 24. an dun Sohn, wegen der vom Kayser Friderico III. erhalte? Joh Petersen. 75 0 nen Belehnung zu unterschiedenen Zeiten und Orten die Dithmarscher und dessen 75 10 Bevollmächtigte ernstlich, wiewohl vergeblich, angehalten, und künfftighin von uff 55 ihnen eine gütliche Unterwerffung nicht zu hoffen hatten; trachtete der König i t Johannes gantzer 12 Jahr dahin, und sann auf alle Mittel und Wege, wie er Aas Dithmarschen mit Gewalt schrecken oder mit gewaltiger Hand erobern möchte, chen fl ungeachtet seine Mutter, die Königin Dorothea, Femina virilis animi pariterque 5 Kun Paci studio& prudentia antecelleus(wie Meursius schreibet) bey ihrem Leben ce ihn von solcher Unternehmung abgehalten, angesehen, daß die Dithmarscher von Carolo M. und andern Kaysern und Päbsten mit köstlichen Privilegls ver⸗ sehen, und dem Ertz-Bischoff zu Bremen mit einem kleinen Tribut unterworf⸗ fen waren, und letztlich Kayser Fridericus III. denen Dithmarschern, wegen der beschehenen Belehnung, eine starcke Inhibition und Citation an hochgemeldten König Christianum I. ertheilet. Da nun also König Johannes seine Reichs⸗Geschäffte, insonderheit in Schweden beygeleget, und in Ruhe gebracht, ließ er sich bedüncken, es wäre nunmehro die rechte Zeit und Gelegenheit, seine Reiche zu erweitern, nicht zu ver⸗ säumen; allein weil die grosse Guarde in so grossem Beruf war, daß er auch das mächtige Königreich Schweden damit bezwungen, und die würden ohne viele Můhe, auch mit ihren blossen Nahmen so ein kleines Ländchen leichtlich er⸗ schrecken und auspochen. Wie man denn auch von ihrem Obersten N n entz Oel 312 Geschichte ö V. Theil. Slentz erzehlet, er habe aus Vermessenheit gefraget: ob Dithmarschen in Hoyer Dännemarck. dem Himmel läge? und da ihm der König solches vernei— sche Geschicht p. 133. neinet, habe er geantwortet: So nur darein zu kommen, wolte er es Se. Majest. schon ohne alle Sorge lieffern; er wurde aber von ei⸗ nen Dithmarscher hernacher erschlagen, und von der Zeit ist Juncker Slentz, bey den Dänen ein Spott⸗Nahm gewesen. Diese grosse Guarde foderte der Kö⸗ nig aus Frießland, da sie sich gegen die Wurster⸗Friesen mit schlechten Ruhm gebrauchen liesse/ und erlangte von Hertzog Hinrich und Christoffer, beyde Für⸗ sten von Braunschweig, einen freyen Paß und sicher Geleit, wo es sonst nöthig. Welches alles so heimlich und unvermerckt geblieben, daß auch wie sie in Holl⸗ stein angekommen, ihrer viele selbsten nicht gewust, wohin man sie führen wolte. Cranz. I. 13. Sax. c. 23. Es war aber diese grosse Guarde, wie sie sich selbsten nen⸗ 855 1. I. 8 971 K 2. neten, eine auserlesene junge Mannschafft, aus vielen Or⸗ Itræi Sax..& 2, ten und Völckern, vornemlich, wie man gläubet, aus Eng⸗ Rosæ fontanus in land 60 Mann starck, und die einem jeden Herren um vit. Johannis. den veraccordirten Sold freywillige Dienste leisteten. Sie waren alle zu Fuß, und in grossem Ruhm, daß man vor diesem Volck er⸗ schrack, wenn man ihren Nahmen hörete, darum, daß man es vor ein unüber⸗ windlich Volck hielte, denn es stellete sich sehr grausam, mit Rauben, Morden, Brennen: verwüstete Städte und Länder/ wo sie hinkamen, verschoneten weder Kirchen noch Clöster, handelten erbärmlich mit den Menschen, und verschoneten Chytr. Sax. I. 4. keines Standes und Geschlechts. Mit diesen hatte 3 Jahr p. 309. König Johannes die Schweden gedemüthiget, nachdem sie die Dahlkerln mit vieler Blutstürtzung anno 1497 erleget. Diese hat Kayser Maximilianus gegen Hertzog Carl in Geldern etzliche Jahre gebrauchet, und sind Anno 1493 ins Ober⸗Stifft von Utrecht gefallen, 4000 Mann starck, und haben viel Schaden gethan, allwo der Bischoff und Hertzog Carl ihnen entgegen gezogen und viele geschlagen, und ferner in alle dero Länder ver⸗ folget, gehangen, und auf Räder geflochten. Endlich haben sie Kayser Maxi- milianum verlassen, und sind zu Hertzog Carl übergetreten, unter dem nichtigen Vorwand, als wenn sie ihre Besoldung nicht bekommen könten, in der That aber damit sie die benachbarten Fürstenthümer Jülich und Cle⸗ Chytr. I. 2. Sax. ve überfallen möchten, wie sie dann auch würcklich den löbli⸗ p. 18. chen Kayser seiner Fürstenthümer beraubet. Diese foderte Hertzog Magnus aus den Niederlanden, gegen die von Hamburg und Bremen in das Land Ha⸗ deln, auf welcher Reise der Bischof von Hildesheim, der auch zugleich Admini. strator von Verden, ihnen leichtlich bey Verden hätte Widerstand thun kön⸗ nen/ wenn er sich in frembde Händel mischen wollen; so aber ließ er sie in 5 en WI kein al schie bltg schl sen C ale g des det! eh ! wolb gel Cle siesi en Geb bgl — — des Landes Dithmarschen. 313 nate 1 5 5 1 5 a be den ziehen. Weil aber die Bremer jenseit der Weser starcke Wache hielten, Mann musten sie sich wieder zuruck ziehen, und litten wegen des unbeständigen Wet⸗ em ters, und daß sie in den bösen Wegen nicht wol fortkommen könten /in den Grän⸗ den 0 tzen des Stifftes Bremen und des Lüneburger Landes grosse Noth und Hunger, all vornemlich, weil sie in Ermangelung des Geschützes, Buxtehude und Stade nh nicht attaquiren könten. Auch rüsteten sich gegen diese Guarde, auf Anstifften rbalest des Ertz⸗Bischofs von Bremen, Hertzog kleinrich von Braunschweig, und sein fannt Sohn Hertzog Sbristolfer) wiewohl König Johannes durch seine Vermitte⸗ 10 540 lung ihnen die Freyheit wieder zu Wege brachte. Hertzog Nagno aber glücke⸗ 705 e te sein Vornehmen, und schreckete mit diesem Volck das dand Hadeln⸗ daß es en cl sich ergeben muste; Wie sie sich aber auf Anstifstung Hertzog rlagn auch an die bern Wurst⸗Friesen reiben wolten, warff sich eine Frauens⸗Person zum Feldfüh⸗ Med rerin auf, und trieb mit grossem Verlust die unüberwindliche Helden zum Lande aus Eig⸗ hinaus. Worauf sie denn auf Erfodern König Johannis nach Holstein mar⸗ Nekken um schirten, und gingen durch Lüneburg und Winsen, mit Erlaubniß derer Ham⸗ fete, burger über die Elbe; da die Einwohner auf den geringsten Winck und Be⸗ Duck e, fehl diese Guarde ohne alle Mühe und Blut⸗Vergiessen hätten umbringen kön⸗ ain unüber nen, wenn sie nur die Schleusen eröfnet hätten, weil sie ohne dem täglich in Molden, Schlam und tiefen Koth gehen musten, aber so wolten sie dem Könige Glauben eien weder halten, daß sie also sicher durch in Hollstein kämen, um ihren gäntzlichen Unter⸗ accaneen gang in Dithmarschen entgegen zu gehen? Ehe aber die grosse Guarde durch a 3 NM des Königs Vorbitte wieder in Hollstein kam, hatte der König und sein Bru⸗ kuchen f der Hertzog Friederich denen Dithmarschen nach Kriegs⸗Gebrauch öffentliche Fehde und Krieg ankündigen lassen, welchen(*) die Dithmarscher vor die Kah 5 f f 5 115 Freyheit ihres Landes auch angenommen. Dieweil aber die Dithmarscher in sack, wol vorher sahen, daß sie mit ihrer geringen Macht gegen einen so mächtigen Kö⸗ 109 Cal nige und Fürsten nichts vermochten, auch frembden Völckern gleich ihre Vor⸗ det ber Eltern nicht trauen dörfften, denen ihre Freyheit nicht anginge; Als wandten ser Man sie sich zufoderst mit ernstlicher Reue und Busse zu GOtt dem Allmächtigen, ka⸗ nicht men offt in grosser Menge, jung und alt, zusammen, thaten nach damahligen der d Gebrauch ihre innerliche Beichte, liessen vor sich andächtige Messe lesen, ge⸗ 5 brauchten das Heil. Abendmahl, und fleheten den gnädigen GOtt mit inbrün⸗ 3 55 Nu 2 stigen l g( Vor dieser Ankündigung des Krieges ließ der König die Dithmarscher nach Land 0 Rendsdurg berussen/ woselbsten er 15000 Mann von ihnen foderte/ und daß Auma. er verlangte 3 Vestungen an der Eyder/ zu Braunsbüttel und in Meldorf afkol, aufzubauen. Welches Begehren aber die Dithmarscher gäntzlich abschlu⸗ n dle⸗ gen/ auch die nachhero von dem König abgelassene und zu einer güllichen Unterwerffung abziehlende Ermahnungs Schreiben verwarssen. del —— 314 Geschichte V. Theil. stigen Gebeth an, er wolle doch ihre vor Augen schwebende Gefahr in Gnaden ansehen, ihrer in Güte sich erbarmen, und den gerechten Theil in ihrer gerech⸗ ten Sache helffen, und sie beschützen. Es schien auch, als habe G Ott ihr Gebet erhöret, denn der König und Hertzog schicketen noch einmahl eine Legation in Dithmarschen, um zu versuchen, ob sie sich ohne Schwerdschlag ergeben wolten, ward auch darauf von beyden Theilen ein Stillstand bis auf den folgenden May bewilliget. Wie aber die Guarde so unvermuthet und bald ankam, war es dem König gantz ungelegen solchen Hauffen in seinem Lande zu verpflegen, wolte also den aufgerichteten Stillstand nicht halten. Da die Dithmarscher solches inne wurden, erschracken sie nicht wenig, und rathschlagten in allgemeiner Versamlung, was bey so schleuni⸗ Crans. J. 1 3 Sax. gen Ueberfall zu thun. Etliche nun unter ihnen riethen zum Frie⸗ 1255 1 635 den, in Betrachtung, daß das Land klein, unbewahrt, darin 85 115 5 9 keine Städte und sonderliche Vestungen, zu dem ihre Anzahl. klein und des Krieges unerfahren, die weil sie in langer Zeit keinen Krieg gehabt, und es ihnen an einem tapfern und klugen Führer fehlen dürffte: dahingegen waren die Feinde sehr mächtig und wohl 20 mahl stärcker, wie sie und solche alle wohl versuchte und behertzte Krieges⸗Leute, vornemlich die Guardle, ein erschreck⸗ lich und unüberwindliches Volck, vor dem auch das gewaltige Königreich Schweden erschrocken. Ob nun wohl dieser Rath und dessen mächtige Um⸗ stände von dem gantzen Lande genau wohl erweget wurde, wolte doch der grös⸗ seste Hauffe diesem nicht folgen, sondern lieber vor die alte in grosser Gefahr und Tapfferkeit erworbene und angeerbete Freyheit des Vaterlandes ritterlich fech⸗ ten und sterben, als sich und ihre Kinder aus einer nichtigen Furcht in eine ewige Dienstbarkeit stützen. Diesen traten viele behertzte Frauens⸗Personen bey, und sprachen ihren Männern ein Hertz ein, ob sie denn nicht wüsten, welch ein edles Kleinod die güldene Freyheit sey, die zu beschützen und zu erhalten, nicht allein viele Völcker, sondern auch die wildesten Thiere bis in den Tod bemühet gewesen,/ und deren Verlust bis in den Tod betrauret; sie zitterten ohne Gefahr, und ängstigten sich, da doch noch niemand sie drängete, wären sie doch noch ge⸗ sundes Leibes, und hätten die Waffen noch in den Händen, daneben an Muht und Gut das geringste nicht verlohren: sie solten doch bedencken, daß sie wehr⸗ haffte Männer, und keine schwache wehrlose Weiber wären, sie wolten selbsten die Waffen ergreiffen, und ihr Leben vor die Freyheit des Vaterlandes wagenz Solchergestalt nun behielt diese Meinung die Oberhand, also, daß sie sich alle entschlossen lieber zu sterben, als einen Fuß breit von ihrer Freyheit lassen; Rü⸗ teten sich demnach zur Gegenwehr, und bestelleten bestmöglichst ale Krieges⸗ Munition und Nothdurfft, beworben sich guch um etzliehe, e jeges⸗ — Klcge⸗ much, ghet ben ach det nder; demgat gls das vorn Himel Ste Med each 20⁰⁰ unc meg, Ao gehe as n Mule hlt eigen A duft seöfes de bo Orte nacht Schl Jung habe rob 40 je melm die Fate d. 3 8 8—— 8— 75 r N*—— Wil 57 des Landes Dithmarschen. 315 ö hrergath rieges⸗Knechte; Ja es waren einige, wie der Feind schon im Anzuge, so frey⸗ ihc m daß se zu Windbergen in Freuden mit Pfeiffen und Trommeln Hoch⸗ e ntiong zeit gehalten. Die andern, so auf der Geest wohneten, behielten ihre Behau⸗ cg u, sung, brachten ihre Güter, so gut sie könten, ber die halbe und wichen insgesamt enden nach der Marsch; hielten gleichwohl allenthalben fleißige Wache, und oblervir- , war eh ten der Feinde Vornehmen, wo sie zu ihnen ins Land setzen wolten; Hielten fegen, gg een in der Hamme starcke Wache, denn dadurch waren sie ihn vermuthen, als da sie den breitesten und besten Weg in die Marsch hätten; es wären auch vormahlen die Grafen und Hertzogen zu Hollstein, zu unterschiedenen Zeiten da⸗ wenig, g f f n K hinein gekommen, liessen sich auch nur daselbst sehen, als wolten sie durch dieselbe 1 Strassen wieder 9 5„ ihre 1 e e, ging indessen auf N Meldorff, welches die eintzige Stadt des Lande 3 55 116705 4 8 1 0 aber und sen Bruder, foderten aus Dännemarck, denen Füͤr⸗ ini gchabt stenthümern Schleßwig, Hollstein und angräntzenden Städten und Dörffern ain 2000 ihrer eigenen von Adel, und des andern gemeinen Kriegs⸗Volcks eine fast Vechech unzehlbare Menge. Clitcios setzt: Die Herren haben zusam⸗ Dine, debe. nerch 6 men gebracht, an Herrn, Rittern und Edelleuten bis in die 2000, Dit. l. 1. p.47. 5 10 44 und oO Lands⸗Knechte, ohne das Land⸗Volck, deren fast eine gleiche Anzahl 1 100 gewesen, zu diesen stiessen die Grafen von Oldenburg und Delmenhorst, Adolf. daugeos sus und Otto, mit vielen Reutern und Pferden, nechst denen kamen aus der 18 5 Mearck und den Fürstenthümern Braunschweig und Lüneburg eine grosse An⸗ . zahl von Adel, zum Kriege insgesambt, wohl ausgerüstet, wiewohl man nicht 10 0 eigentich wissen kan, ob sie von ihren Fürsten, den Könige als Hülfe⸗Polcker ine ale zugesandt, oder ob sie als Voluntairs ihr Gluck zu machen, und Beute zu hohlen, Nauschen aus freyen Willen sich in diesem Kriege gebrauchen lassen. Wenigstens stehet die⸗ „ wach ses fest, daß eine sehr grosse Menge Volck beysamen gewesen/ deñ so war die Guar⸗ ien nicht de éo0O Mann starck auserlesen Volck, und sonst des Fuß⸗Volcks, aus allen bent Otten ungleich mehr, wie sie denn ungefehr auf 100 Mann gerechnet werden, Gesch, nachdem waren die Füsten, Ritter und Adels⸗Personen aus Dännemarck, nochg⸗ Schleßwig, Holstein und Jütland 2000, die ohne Zweifel ihre Knechte und an Mat Jungen bey sich gehabt. Aus der Marck Oldenburg und der Lüneburger Lande, 0 0 haben sich nicht weniger ene 00 alle e 15 S abel roviant⸗ und Rüst⸗Wagens gewesen, auch 3000, da gemi 5 wage ey jedem Aba wens 5 Personen werden gewesen seyn daß also Ha- eschale melmannus nicht unrecht zu haben scheinet, wenn er schreibet, daß dieses Corps . Ai in die 30000 Mann starck gewesen. Auf diese grosse Macht verliessenssie sich fag zäntzlich, zogen gar sicher und freymüthig daher/ als zu einem Tantz, und waren 15 des Sieges so sicher und gewiß, daß 1 5 N hey sich fahren N 7 316 Geschichte V. Theil. in Meinung, damit aus andrer Beute zu löᷣsen, und was ihnen gefällig zu kauffen, hatten ihre Siegel und Pittschafften bey sich, damit sie Handschrifften, Kauf⸗ Briefe und Quitungen von sich stellen könten; allein sie machten die Rechnung sonder dem Wirth, und verkaufften die Haut, ehe noch der Bähr gefangen. Viele von Adel und Ritter zogen daher ohne Waffen, mit güldenen Arm⸗Bän⸗ dern angethan, als wenn sie zum Schau⸗Spiel und Wohl⸗Leben, nicht aber zum Kriege und zur Schlacht beruffen wären, brachten also dasjenige mit, war⸗ um öffters Krieg geführet wird. Ihre Vermessenheit und Verachtung eines kleinen Feindes kan man auch bey dem Meursio in hist: Dan: lesen, wenn er bey dieser Zurüstung auch dieses noch mit anhänget: Complures regni Proceres, avaritia& ambitione cœ i, huc amentiæ devenerant, ut prius quam in mi- litiam istam proficiscerentur, Sacerdotia quæque Regni opimiora, quæ mox hostibus profligatis, ut aiebant, domum reduces, invalsuri ipsi essent, inter sese, partirentur. Et jam nulla verecundia sese Abbatum, aliarum- que dignitatum, Ecclesiasticarum, titulis salutabant. Verum homines vecordes, ubi prædam exspectabant, ibi vitam, pars eorum non exigua ami- sere, ut non inconcinne postea dictum, nullo prœlio tantam Abbatum, capi- tumqʒ sacratorum vim cecidisse, quam hoc Dithmarsiensi. Sic, quæ res Vi- ctorias maxime impedire solet, nimius contemtus hostium, causa exitii Da- nis fuit. Oder wie Rosæfontanus schreibet: Sie hätten die besten Bißthü⸗ mer als Belohnungen des Sieges unter sich vertheilet, und ein ander Schertz⸗ weise angeredet: Salve venerande Abbas Sorensis,& tu quoque Prior Andvorschoensis, salve Cantor Roschildsensis& tu similiter Decane Lundensis. Mit dieser ansehnlichen und schönen Armee rückete nun der König Johan. nes von Dännemarck, und sein Bruder Hertzog Friederich aus Hollstein, im Anfang des Febr. A0. 1 500 vor Dithmarschen, und zweifelte niemand, Sie würden die Dithmarscher bey dessen ersten Anblick erschrecken, daß sie müsten sich ergeben, und Gnade begehren. Wie sie denn auch zu dem Ende, und noch mehrere Hülffs⸗Völck er zu erwarten, einige Tage im Felde stille lagen, die Dith⸗ marscher mit ihrer so grossen Macht zu erschrecken, auf daß sie das Land ohne Mü⸗ he und Gefahr erobern mochten. Aber G Ott gab denen Dithmarschern ein un⸗ verzagtes Hertz, also, daß auch die Frauen und Jungfrauen wieder ihre Natur es denen Männern zuvor thaten. Auch gab GOtt, daß es zu einer öffentlichen Schlacht kam, sonsten es wohl verlohren und nach Menschen Gedancken, um die Freyheit gethan gewesen. Nachdem nun der König seine Völcker beysammen und alles Benöthigte veranstaltet, auch wohl merckete, daß mit Dräuen denen Dithmarschern 1 abzu⸗ 8 Dithtt c 110 daslele nd hen te vo bender e Wosser vergebl Denn! getraut Kliegs fur Se machten bela lchen elf Mal 1 Tah Kaders siesch ed deln g ell 15 Velfg Mal ttenne der H. hattet würde Ander let Lan der fre uuf die schege i 317 des Landes Dithmarschen. n Wil f und ging mit seiner gantzen Arm 45 110 0 1 innen, brach er den 11 Febr. auf, tder errichtete Stillstand bew 5 Dichwarchen, nach dlloersdorff⸗ 1 an folgenden Tage, 1 105 en, Kal, Dithm dern in Maso erst exlpiriret war: 18 und blieb die Na ahm bee, diger von Abbersdorff nach c ee von allen Einwoh⸗ begfalge Mittwochen⸗ gi weler diesen Ort so wol als 18 ages, als den 13 Febr. wur⸗ cn, Bh da stille Be ledig fand. ae 5 waren, und ihm dieneten, 1 den f. 9 llichen Dithmarschern, 6 92 118 berge Graß⸗Weg, fache dgemt, wa den sie von einen heimlichen und ühret, thaten etlie ne Was Kesbse, bor aedorff 1105 a ene 15 5 kbennabg Wasser chüsse davor, und na men es und Graben versehen, 11 Dem wl dice Sade e e ee ee eue ot juam inn. Denn die Dithmarscher es nicht zu e d 455 frembde Soldaten, g 8 e wenige frer it des Landes lors, qu Krege, Munition schlecht verschen„ und di die Freyheit des i„Munition chtig(als denen 2 un alles pfiessen 1 dafsen burden babe stiedrg gal dende eren 5 N ng gelassen, in Geschrey hin und wieder, nfäng⸗ alarum zur Besaln J und machten ein Ge vor Meldorff, welches an homines nicht angenge denn auch das erste Geschrey vo so gut sie lauffen könten, 1 n, daher de chete, daß die meisten, so gut sie der, wurden vigua am. verlohre Schrecken verursachete, rann ind Kinder, en g rosses Se s alte und krancke Fr Proben ih⸗ atum capi lich ein grosse ubrigen aber, als i jese die Guarde die erste N tflohen, die übrig rdet sonderlich wiese die Guar nd verschoneten ju res.. en tziges Mitleiden ermordet, Leuten und Kindern, u jagen, ob ne rer Tapfere solchen wehrlosen alten Leuten nd Schrecken abzujagen/ 75 Tapferkeit an Dithmarschern ein Furcht u lassen; Die⸗ Bißthl⸗. Seele, um denen Dithm durch wolten bewegen lassen; 3 etlich, ng dadurch wolten ben dem Fürsten und Sghetz⸗ keine. 1 zur gütlichen Unterwerffu in, und blieb mit dem F 170 sie sich etwan zur König die Kirche ein, und. still belegen, mit⸗ 1 ses zu erfahren, 0 900 bis den Sonnabend in n arscher etwan 8 de e e ies ausplünderten, was ile die Soldaten umher a borgen hatten. 165 5 !.. 3 n. chrey der Er s die Ditl arscher, so si Aten, in Dieses erste Gesch Anfangs die Dithm nd 8 te nun Anfang nd Schrecken, u and, St Verfahrens der Guarde, setzt in grosse Unordnung u jewohl unter 40Nů1 inander hielten, in g daß einige, wiewoh eme ae wee ber ende eee Fend machen, . nd Meinung Kummers ein Ende 1 undo trenneten die e ben, und des Ku borgen, es N i te sich ergeben, und das Leben geborgen, f dei der Hand riethen, man solt bol so wäre doch das Aicen 10 eit verlohren/ bis sie das Land ge f d ohe hätte man schon die Freyheit ver icht nachlassen, bi lten, und ih⸗ e ei ul. e doch künfftig n 8 Land verrathen wolten, i anch würden die Fürsten loß, daß sie dem Könige das L einige, man solte sich dre Andere waren so 1 läge entdecketen: hinwieder waren erlassen, und sich, N 3 Age entdecketen: din e Oerter verlassen, und bh rer Landes⸗Leute Ansch die unsichere offen llen Anfällen e d e b ce i der Freyheit nicht b Insull Büsen setzen, allwo in Macht wür⸗ e e bebe ebe wenn des Königes seine grosse Mach de 45 sicher genug seyn könte/h un chte bn 8 318 Geschichte v. Theil. de auseinander gegangen seyn, sodann könte man sich mit geringer Mühe der verlohrnen Länder wieder bemächtigen. Aber der grösseste Hauffe riethe, man solte sich durch diese geringe Niederlage, nicht schrecken lassen, es wäre ja nur ein offen Städtgen, und einige wehrlose Leute eingebüsset, ja wenn auch die gantze Geest von dem Feinde bedecket wäre, so würde doch nichts mehr verlohren seyn, als was sie selbsten aus freyen Willen verlassen hätten: den besten und festeten Theil Landes, nemlich die Marsch, hatten sie ja noch vor sich, aus welchen sie den Feind durch Eröfnung der Schleusen, leicht abhalten konten. Der Nich ver⸗ liesse sich auf seine grosse Macht, und hätten wieder aller Völcker Recht den Stillstand gebrochen, sie aber wolten sich auf GOtt und den Hl. Apostel betrum verlassen, dem sie in der Kirchen zu Bremen beständig gedienet hätten. Ge⸗ setzt daß sie erschlagen würden, so wäre ja kein rühmlicher Tod, als welchem sie vor die Freyheit des Vaterlandes entgegen gingen, und daß sie lieber sterben, als ihren Kindern, die unvermeidliche Ketten der Dienstbarkeit zum Erbtheil hinter⸗ lassen wolten. Man solte nur die Vorfahren ansehen, welche einen schweren Stand offtermahlen ausgestanden, um die Freyheit auf die Nachkommen zu bringen, und man wolte anjetzo die Hände in den Schooß legen: wäre gleich die Macht der Feinde anjetzo ungemein grösser, wie in alten Zeiten, würde auch der Sieg, so sie unverzagt fechten würden, so viel grösser und rühmlicher geachtet, und verewiget werden. Mit diesen und dergleichen Worten munterten nun die Dithmarscher unter einander sich auf, und erkläreten sich, alle lieber zu sterben, als die Freyheit des Vaterlandes zu verlieren. Nun wiese ihnen GOtt, dem sie sich mit ernstlichen Gebet befohlen, die rechten Mittel und Wege, denn die Fürsten wurden Raths, und schicketen am Sonnabend als den 15 Febr. einige des Landes Erfahrne aus, um der Dithmarscher Anschläge auszuforschen, ge⸗ riethen aber alle in der Dithmarscher Hände, und wurden insgesamt von ihnen unbedachtsamer Weise erschlagen, nur einen Friesen aus Eiderstädt liessen sie beym Leben, sich und dem gantzen Lande zu einem besondern Glück, und zwungen selbigen, daß er ihnen, derer Fürsten Vornehmen, und welchen Weg sie ferner in das Land zu fallen gedächten offenbahren muste: Nemlich/ sie würden folgenden Montags mit der gantzen Armee fortrücken, nach Hemmingstädt, und von dan⸗ nenferner/ nach der Heyde ziehen: in dieser Entdeckung, bestanden, wie wir sehen werden, der Dithmarscher Glück und Wohlfart. Nachdem nun die Dithmarscher solche Kundschafft eingenommen, wurffen sie auf Einrathen des tapferen Ilebrants, in folgender Nacht, nemlich zwischen den Sonntag und Montag, vor dem Wege, da der Feind durchmuste, einen grossen Wall auf, so gut sie immer in der Eile konten, damit der Feind des nicht inne würde, auch die Verräther, so ein heimlich Verständniß mit dem 111155 alten, — halte Mal! fh Wuf b Bal Marien gosset gen un alen? duft der K auf, df Wele schl noc Obe l. il den hend wWutd 0 1 duft Ga Sg Big benz Gbr führe Schl denn berme ind. 6 fen un Na „Jil Wee da e chlethe, ea duch gg c ch Anu wwachenschg det Fd fer Rage ostel benm aatten. G, welchem sterben, gl chell hinten n schwereg kommen zy ee gleich de de auch der achtet und en Hun dl susterben, On, dem e, denn die Tebr. einige orschen, ge nt bon ihnen idthesen se und pwunge g sitfepah en fog und bond wie wehe me un lch i suste, dal ich canin e 3 3 1 2 5—— N 8 ä——*——— ä— des Landes Dithmar schen. 319 hätten, solches nicht übertragen konten, liessen daselbst einiges Geschüͤtz und 300 Mann zur Besatzung, andere schreiben oo Mann, und die Cilic. de bell: frembden Historici setzen von etlichen odo Mann. Dieser klei⸗ Diehm. ne Hauffe, wurde von einer Jungfrau aus Hogenwörden Kirchspiels⸗Wörden als Bannerführerin in die Ehre und verhofften Hülffe der Hl. Jungfrauen Marien bestellet, und mit einem vorgetragenen Crucifix nach der Schantze in grosser Andacht aufgeführet. Etliche wurffen an andern Orten einige Schan⸗ tzen und Wälle auf, so viel die Eyl und kurtze Zeit es zugeben könte/ und hielten an df Pässen gute Wacht, weil man dem Gefangenen nicht zu sicher trauen dürffte. Am Montage nach Valentini war der 17te Febr. brach Crans. l. 13. Sar. der König, als der von solcher Schautze nichts wuste, das Lager on der 5 auf, wiewohl Hans von Ahlfeld, Ritter und Feld⸗Marschall, 15 1. und fast alle Holsteinsche von Adel solches wiederriethen, die⸗ 1 Dan. weil es ein dunckel und ungestühmes Wetter/ und die tieffe und Rosefontanus in schlimme Wege ihnen unbekannt: es wäre besser, man bliebe Vir. Johannis. lit. noch einige Tage liegen, und erwartete besser Wetter. Aber die X. 4. Obersten der Guarde waren anderer Meinung, davor haltende, man müsse keine Gelegenheit noch Zeit versäumen, wäre das Wetter gleich dunckel, so könte es mit dem Tage sich bald aufklären, auch möchte es leicht zu ihrem Vortheil gerei⸗ chen, den Feind in solchem Nebel desto ehender zu überfallen. Dieser letzte Rath wurde von dem Könige bewilliget/ und zog er zu grossen unüberwindlichen Scha⸗ den und Unglück mit seiner gantzen Macht nach gehaltener Unterredung und An⸗ führung Carsten Holms aus der Heyde der des Landes Wege gewust/ aus Mel⸗ dorff mit fliegender Fahne, klingendem Spiel und Lösung des kleinen und grossen Geschüützes, die Dithmarscher damit zu erschrecken nach Hemmingstädt. Zuerst ging die Guarde 6000 Mann starck, und das Fuß⸗Volck, darnach Bauren und Bürger/ und die voran gingen, trugen Flacken und Bretter, dieselbe über die Gra⸗ ben zu werffen, und überzukommen: Diesem folgete die Reuterey, in grossen Gedränge auf einander, das Geschütz wurde theils voran, theils hintennach, ge⸗ führet, das gantze Corps wurde mit einer unglaublichen Menge Wagen und Schlitten beschlossen, um die eroberte Beute damit aus dem Lande zu bringen, denn sie des Sieges und der Beute schon ohne alle Mühe vergewissert zu seyn vermeineten, wenn nur die Dithmarscher sich unterstehen würden, der unüber⸗ windlichen Guarde unter die Augen zu treten. Solchergestalt nun zog diese mächtige und zahlreiche Armee einen sehr en⸗ gen und schmalen Weg, welcher an beyden Seiten sehr tieffe Graben hatte, denn diedandes Eigener so an dem Wege 1 Som̃er erst reinigen 115 0 aus⸗ ——ů— 320 Geschichte V. Theil. auswerfen lassen, war also der Weg im Winter, wegen des neu⸗aufgeworffenen frischen Kleyes, um so viel tieffer; zudem war es ein sehr ungestühmes Wetter, und der Nordwesten⸗Wind war den Königlichen Völckern so starck entgegen, daß sie auch vor Schnee, Hagel und Regen, und Wind nicht aus den Augen se⸗ hen könten, und vor Nässe und Kälte fast erfrieren musten. Auch hatten die Dithmarscher die Schleusen gegen der ankommenden Fluth geöfnet„wodurch das Wasser so häuffig eingelauffen, daß man weder Wege noch Graben er⸗ kennen mögen. a 5 Indem nun die Guarde in Hoffnung, bald auf einen geräumigen Platz zu kommen, die Helffte dieses bösen Weges abgeleget, wurden sie der Schantze, nicht ohne grosses Erstaunen gewahr, so vorige Nacht erst aufgeworffen worden. Hinter welcher die Dithmarscher(wie bereits erwehnet) unter Anführung des tapferen Isebrands lagen, und ohne unterlaß mit ihrem Geschutz unter die Fein⸗ de spieleten, so nicht ohne grossen Schaden abgegangen, diewell das Geschütz gerade auf dem Wege, da der Feind herkam, gestellet war, und sich so hart an einander herzog, daß unmüglich den Canonen zu entweichen. Die vördersten des Fußvolcks legeten ihre lange Spiesse über den Graben, und wurffen die Fla⸗ cken und Bretter daruber, und kamen also auf das Land, musten aber nichts de⸗ stoweniger in dem Gedränge bleiben, ohne eine ordentliche Schlacht⸗Ordnung formiren zu können, denn das Marschland wegen der Wasser⸗Löschung noth⸗ wendig mit vielen Graben versehen seyn muß. Bey einem ungenannten Autore wird gelesen, daß zwey lange Krieges⸗ Leute, vor deren Grösse sich die Dithmarscher erschrecket, auf einen Steinwurff, weit vor dem Fuß⸗Volck hergegaugen, da aber der eine mit einem kleinen Feld⸗ stück niedergeschossen, hätte der andere sich unter den Hauffen wieder zurück ge⸗ zogen; Man berichtet auch beständig, daß der Guarcde Obrister, Juncker Slentz, ein langer und unberzagter Held, sich vor allen sehen lassen, und einen Dithmarscher zum Zweykampf ausgefodert, da denn einer aus Neuenkirchen mit einer Hellebarten hervor gesprungen, und sich mit seinem Gegenmann, der einen langen Spieß gehabt, lange Zeit geschlagen; endlich aber ihm den Vor⸗ theil abgesehen, den Spieß ausgeschlagen, und ihn zu Boden geworffen, und weil er ihm seiner Rüstung wegen nicht wohl verwunden oder durchstossen mö⸗ gen, hat er ihm die Hellebarth auf die Brust gesetzt, ist mit den Füssen darauf ge⸗ sprungen, und also vor Augen beyderseits Völcker, den frechen und übermüthi⸗ gen Groß⸗Prahler, Juncker Slentz, erwürget wodurch die Dithmarscher zu⸗ erst einen Muth bekommen. Es wird auch ferner von oben Reimrich nennet ihn berührtem unbekandten Autore angeführet, daß der den grossen Reimer Dithmarscher aus Neukirchen, ein gelehrter Mann gewe⸗ von Ipersiäde. sen, — fel 5 bee h di 90 gerbere fact ge dase cells de shützu unn gn 5 Dith mib detel dec gen 100 J 0 10 Ache mah nichr Ross nal. aach Wat fer el kämp Dith darin liches aufd 11 5 urch. Mn Wahr Mia, N des Landes Dithmarschen. 321 pense sen, und zu dem Juncker Slentz soll gesagt haben: Es ist meiner Mutter geweis⸗ mes Mg saget, daß ich an einer Mauren, so in einer Nacht verfertiget, sterben würde, aber b eg diese wird es vermuthlich nicht seyn. 0 Augen Des Königs Geschütz war auch zwar gegen die Schantze gerichtet, weil uten d aber der Wind entgegen, und es starck regnete, wolte es nicht abgehen und u win Feuer geben. Die Dithmarscher fielen immittelst aus der Schantze, und wol⸗ oc udn ten das Geschütz umwerffen, derer wurden etliche erschlagen, wiewohl mehren⸗ theils von ihren eigenen Lands⸗Leuten, so beständig aus der Schantze das Ge⸗ ingen hn schütz unter die Feinde gehen liessen. Endlich haben sich etliche von Wackenhu⸗ der Shu sum aus der Schantze gewaget und das Königliche Geschütz umgeworffen. fen dun Dieweil nun kein ander Rath mehr übrig war, gedachten die Feinde die iuführunggt Dithmarscher untern Wind zu ziehen, und mit ihrer grossen Macht allenthalben inter die ce zu überfallen, wie sie aber solches vermerckten, fielen ihrer etliche(Cranzius mel⸗ Löns Geh det etwa z bis 400 Mann) aus, fingen einen Streit an, mit so viel Tausenden, sch so hang die aber, wie gemeldet, naß und erfroren, sehr enge bey einander stunden, sprun⸗ N böthersm gen zu der Guarde und dem Fußvolck über die Graben, und stritten also ihrer ffn de ch wenige gegen so viele, und ob sie wohl zweymahl zurück geschlagen wurden, setzten r nichteh sie sich doch wieder, und griffen die Feinde von neuen an, so gefangen in Frost und Oro Koth stunden, schlugen sie todt, und stürtzten sie in den Graben, denn der tapfere hung noch Isebrand führete seine wenige Mannschafft mit unerschrockenem Muth an, und ermahnete sie mit folgenden Worten zur Standhafftigkeit: Fort/ fort/ sieh dy Ve Krege nich um, sie dy nich um. Immittelst wurde auch das Wasser, welches mik delnwuf grosser Gewalt durch die geöfnete Schleussen eindrang, immer höhere, also daß cken gel man weder Weg, Graben oder Land, mehr unterscheiden konte. Auch kamen F urückge⸗ etliche andere Dithmarscher, die Nordhammiger herzu, so an andern Orten die ‚ Sun Wache gehalten, und wie man sagt, eine kleine Weile hinter der Hammingste⸗ 190 100 ter Kirche diesem Spiel mit zugesehen, wo es hinaus wolte. Diese, wie sie der genkrche Ihrigen Gefahr und ihre eigene Wolfarth behertziget, und wie hertzhafft dieselbe 1, kämpfeten, setzeten sie sich mit Freuden den ihrigen zu Hülfe, wurden also die 1 905 Dithmarscher der Guarde mächtig, also daß sie zuerst die Flucht suchen müssen, 1 5 darin sie doch sämtlich erschlagen wurde. Da dieses allen Landen erschreck⸗ eh, 5 liches Volck erschlagen, fasseten die Dithmarscher noch mehr Muth, drungen dosen auf die andern Fußvölcker(so von Bürgern und Bauren versammlet) grau⸗ dalle sam ein, schlugen sie alle zu tode, oder versoffen sie indem Graben, daß nichts ieh durch die Flucht entrinnen mögen, obgleich ihrer eine grosse Anzahl gewesen. schul Man sagt, daß in dieser Schlacht die Losung bey den Königlichen gewesen: vum ihn Wahr dy Buhr/ de Guarde de kumpt/ bey den Dithmarschern aber zuerst feet Maria, hernach aber: Wahr dy Guarde de Buhr de kumpt. 5 de. Oo 2 Nun fi V. Theil. Nun war noch die Cavallerie übrig, so diesem traurigen Schauspiel von ferne zugesehen, und nicht zum Treffen kommen, viel weniger ihre Lebens⸗ Rettung finden können. Denn vorwerts lag die Menge der Erschlagenen im Wege, und die Dithmarscher schossen noch beständig und hefftig aus der Schantze. Auf beyden Seiten hatten sie die tieffen Graben, hinterwerts stunden die vielen Rüst- und Proviant Wagen, so von Men⸗ schen und Pferden verlassen, wie eine Wagenburg bey einander lagen, und ihnen den Rückweg abgeschnitten hatten. Solchergestalt hielte die Reuterey in dem tieffen Wege gleich als gefangen, und erwartete nichts gewissers als den Tod. Welchen zu ertheilen denn auch die Dithmarscher als muthige Schlach⸗ ter⸗Knechte herbeylieffen, und auf beyden Seiten des Weges längst den Gra⸗ ben mit langen Spiessen, mit ihrem Geschützund Bogen anfielen; die meisten Dithmarscher aber schossen nach den Pferden, und rieffen einander zu: Schon den Mann und schla de Perde. Nachdem nun die Pferde verwundet, wur⸗ den sie gantz wütend, sprungen und schlugen grausam, warffen die Reuter unter die Füsse und in den Graben, da entstand ein erbärmlich und kläuliches Ge⸗ schrey, der Dampf von dem schwitzen der Pferde, Schnee, Hagel und Regen verblendete ihre Augen, daß sie zu ihrer Flucht keinen Weg finden kunten. Einige, wiewohl sehr wenige von der Reuterey,so vorne anhielten, entkamen zwar über die mit Fuß⸗Volck angefüllete Graben, stürtzten aber mehrentheils alle in die andere Graben, und ersoffen, daß also mancher tapferer Krieges⸗Held sein Leben jämmerlich einbüssen müssen, der nicht einmahl sein Schwerdt gezucket. Die Fürsten nur allein mit etlichen wenigen, kamen durch die Flucht davon, un⸗ geachtet niemand wissen können, durch welchen Weg. Cilicius ist der Meinung, daß sie über die Menge der Todten, damit die Graben angefüllet, entkommen. Der Ort, wo die Schlacht geschehen, lieget zwischen Hemmingstädt und Meldorff, und wird derselbe von Alters her Dusend⸗Düfels⸗Werff genannt, und hat man noch vor etlichen J0 Jahren, da der Graben gereiniget, ein groß Stück Eisen von einer gesprungenen Canone darin gefunden. Es ist aber diese fast unglaubliche grosse Macht des Königes innerhalb 3 Stunden, von so wenigen erleget, daß auch die Dithmarscher sich selbsten zum Cranz. l. 13. höchsten darob verwundert, wie es doch möglich, daß sie in einer so Zar. c 26. kurtzen Zeit solch einen grossen Hauffen Volckes erwürgen mö⸗ Joh. Petersen gen. Es ist aber befunden, da das Wasser durch die Ebbe wieder 1.4. p.167. abgelauffen, daß der gröste Theil derer Todten ohne Wunden ge⸗ wesen. leichtlich zu schliessen, daß die meisten ertruncken oder zertre⸗ en worden. f Nach erhaltenem Siege, sind einige der Dithmarscher nach Meldorff ge⸗ gangen, ligen spegeg 92 igeke Clicius Vll. . uff te Lehen schlagenn und heft A caben, em Nn, lagen 1 die Mun Isers cg ge Scat, jst den ge die messe : Schoß euter unte ches G⸗ und Regen en kunten, men zb ls alle/ Had den c gezucket dabon, un⸗ Mennung, fonmen. städt und genannt, kein groß nerhalb; sbsten zun nene 0 urgen fi be weedek unden der Alt suffge⸗ gange des Landes Dithmarschen. 323 gangen, sich der Königl. Besatzung zu bemächtigen; allein die Krieges⸗Knechte hatten allbereits mit der Flucht sich unsichtbahr gemacht, und also denen Dith⸗ marscher einer Mühe überhoben, die sich aber noch auf dem Wege ereilen liessen, musten solche Säumseeligkeit mit dem Leben büssen. Die übrigen Dithmar⸗ cher plünderten die Erschlagenen, zogen ihnen ihre kostbare Waffen, Kleider und Hembder aus, und bey denen sie noch ein wenig Leben befunden, schlugen sie vollends zu Tode, die aber noch lebendig waren, sind bey dem Leben auch erhal⸗ ten worden. Und wie die Nacht über solcher Arbeit angefallen, kamen sie des Cilic de bell. folgenden Dienstages, und plünderten etzliche Tage nach einan⸗ Dithm. p.51. der. Dieses Fuß⸗ Volckes haben sie etzliche tausend begraben, die erschlagene Ritter, Herren, Edelleute und andere Reuter ohne Zahl, haben sie nackend und bloß liegen und denen Vögeln und Hunden zur Speise werden las⸗ sen. Es ist aber des Raubens ein unglaublicher Schatz gewesen an Gold, Silber, Perlen, Edelgestein, Pferden und Rüstung, daß solches nicht zu zehlen, in Summa des Goldes und Silbers ist so viel gewesen, daß sie es auch nicht geach⸗ tet, und probiren lassen, denn man nachhero an güldenen Ketten, dieweil sie gantz schwartz gewesen, und vor Eisen angesehen worden, die Hunde angebunden, bis man es in Abtragen verspühret und hernach besser genützet. fü Wir wollen aber von dem Raub, so viel angezeichnet gewesen, hiemit ein⸗ ühren: i Erstlich haben sie bekommen beyder Fürsten Kammer⸗Wagen, mit einen mercklichen grossen Schatz. Des Königes beschlagenen Wagen mit vielem Silber beladen, davon er Müntze hat wollen prägen lassen. 25 grosse silberne Schüsseln, güldene und silberne Schauers, darunter auch Hertzog Friederichs sehr schöner güldener Becher, den hernach die Dith⸗ marscher in jüngster Vehde wieder ausgeliefert. Andere güldene und Silber⸗Geschirr ohne Zahl. Drey tausend Wagen mit allerhand Victualien und Kriegs⸗Geräth. Vier Last Büchsen⸗Pulver. Dazu das Geschütz insgesamt groß und klein. Die Fahnen und Panieren, sonderlich des Königs Haupt⸗Bannier, oder die berühmte Dannenbroge Fahne, so dem König Woldemaro und den flüch⸗ tigen Dänen gegen die Russen vom Himmel zugefallen seyn, und den Sieg zu⸗ wege gebracht haben soll. i Belangend die Anzahl derer erschlagenen, und wie viel in dieser Niederlage umgekommen; so sind die Historici nicht allerdings einig. Cilic. de bell:Ditm: Cilicius meldet von 4000 /wiewohl ihm doch selbsten bedün⸗ p. 5 L. O 0 3 cket/ 324 Geschichte V. Theil. cket, daß er sich mit solcher geringen Anzahl verdächtig mache, daher er auch an⸗ hänget: etliche und insonderheit die Dithmarscher, setzten un⸗ Cranz. I. 13. Sax, gleich mehr. Cranzius, der zu der Zeit gelebet, und ohne% 26 Zweifel gute Wissenschafft davon gehabt, schreibet; Die Dithmarscher sagen: Daß es eine überaus grosse Anzahl gewesen? Andere sagen bon weniger Tau⸗ send; aber ein jeder hat wohl in seinem Hause berspühret, wie viel er der Seini⸗ gen verlohren. Huitfeld schreibet, die Dithmarscher setzen wohl 11000 Mann, und darüber in ihren alten Jahr⸗Büchern. Heimreich Heimreich. Dithm: aber hat 15000 Mann gefunden; Adolffi in seiner ge⸗ Chro. p. 124. schriebenen Chronic, vermeinet, daß der Feinde 24000 Mann geblieben seyn, wie denn auch Hamelmannus meldet, daß des Kriegs⸗Volcks Hamelm. Oldenb. 30000 Mann gewesen, aber mehrentheils erschlagen worden, Chron. p 3. c. 4. immassen auch aus einem alten Gesange zu verspühren, darin der erschlagenen 6000 bey paaren gezehlet werden; Wann nun derselben allein, welches an ge⸗ ringsten, 2 paar seyn, werden ihrer 24000 funden, und ist solches aus ihrem ei⸗ genen Verzeichnissen zu vernehmen, wie starck sie nemlich in Dithmarschen ein⸗ gerücket, und in welcher geringen Anzahl sie wieder aus dem Lande gewichen. Die Eyderstädtischen Annales setzen eines Orts 17oο, und andern Orts 15 Mann. Die Haderslebischen Annales schreiben, es sey die grosse Guardesammt 14000 Mann erschlagen worden. Der Dithmarscher sind in al⸗ len, Weib und Kinder mit gerechnet, zoo erschlagen, wiewohl andere nur 200 setzen, wovon in der Schlacht bey Hemmingstädt der Dithmarscher 60 und 80 Kriegs⸗Knechte geblieben, die übrigen sind, wie oben gemeldet, in Meldorff er⸗ schlagen worden. Sonsten hat Hr. Andreas Bruss seine Aussage auf Perga⸗ ment mit eigener Hand geschrieben und der Nach⸗Welt hinterlassen, wie folget: Anno millesimo quingentesimo, die Polyeronii vel secunda feria post de. positionem Alleluja, erat strages novissima in Dithmarsia. So v Hem⸗ mingstäde de König van Dannemarck und Hertog Friederich van Hollsteen, verlaren umme trent XX dusent Mann. De Dithmarscher verlohren binnen Meldorff und by Hemmingstädt umme trent dreehundert Mann, Frue und Kinder. Anno ut supra Andrea Brusc. Daß nun eine so grosse Ungleichheit und Ungewißheit derer erschlagenen bey denen Geschicht⸗Schreibern zu finden, ist wohl nicht zu bewundern, sinte⸗ mahlen sie nicht einmahl einig werden können, wie viele Edelleute aus denen Für⸗ ftenthümern Schleßwig⸗Hollstein geblieben. Cilicius meldet, es seyn nur 60 5 von 0 bond aden Poffie flche 1158 Hans d Wite Henne Hinris Mare Dl 9 auch, „ 20 3. 00 chersgge, A Tu, ada h doc reich. bh, On. p. Inu. blebenst nelm. Obo on. pg. ei schlagan sches ang ub ihtemt⸗ aachen ein c geroscheg. 1d andern He gross ind in al⸗ ur 200 0 und 80 eldorff er⸗ uf Perga⸗ hie folget: ost de. 0 Hem⸗ vollsteen, n binnen tue und 110 hn. chlageheh, / fil 17 abo bog des Landes Dithmarschen. 325 von Adel aus den Fürstenthümern Schleßwig⸗Hollstein geblieben, da doch bey andern 67 gefunden werden, wie aus folgendem Aufsatz zu ersehen: Adolffus und Gtto zu Oldenburg und Del⸗ menhorst/ Gerhardi Sohn/ und des Köi nigs Vetter. Hans von Ahlefeld/ Feld Marschall und Ritter mit dem Bannier. Henneke von Ahlefeld] Gebrüder mit 2 Hinrich von Ahlefeld] Gnde⸗Manns. Marquard von Ahlefeld zu Saßdorp. Jürgen von Ahlefeld zu See⸗Garten mit 2 Gude⸗Manns. Hinrich von Ahlefeld zu Steinburg. Laurens von Ahlefeld/ Clauß Sohn. Benedix von Ahlefeld, Benedicti Sohn/ zu Borchorst. Benedictus von Ahlefeld/ Gtten Sohn. Detleff von Ahlefeld/ zu Haselburg⸗ Hans von Ahlefeld zu Nienstadt. Sind alle 11. ans einem Adelichen Stam, me/ da doch Chytræus* 10 zehlet/ und wenn man Schalk Rumor so auch des Stammes der Ahlefeldten ist/(denn ob er schon einen andern Nahmen führet/ hat er doch ein Wapen, mit den Ahle⸗ feldten /) darzu setzet/ seyn da 12 an der Zahl. Detleff von Buchwald zu Syrhagen. Detleff von Buchwald zu Haselburg, Hans von Buchwald zur Niestadt. Detleff von Buchwald zu Wensee. Seyn 4 aus dem Adelichen Geschlecht der Buchwalden. Jochim Rantzau zu Aschenberg. Owe Rantzau zu Rastorp/ mit 2 Gude, Manns. Brede Rantzau, Hinrichs Sohn/ des Hrn. Jochim Rantzau, der im Kriege 1559 Feld Marschall gewesen/ sein Bruder mit Gude Mann. Hinrich Rantzau. Seyn 4 aus dem Adelichen Geschlecht der Rantzauen. Wulff Ppogewischs Sohn von der Farve/ dieser soll einer Frauen die Brüste haben ab⸗ schneiden lassen/* darum daß sie ihr eigen Kind nicht entwehnen/ und das Seinige säugen wollen. Wulff Pogewisch zu Doppendorff. Joachim Pogewisch] Gebrüder mit 2 Hans pogewisch J Gude Manns. Hartwig pogenwisch von Grünholtz. Seyn 5 aus dem Adelichen Geschlecht der Pogewischen. Hencke von der Wische. Detleff von der Wische. Wulff von der Wische. Joachim von der Wische. Alle 4 Gebrüder von Neuenhofe. Jürgen von Lunden/ diesen vergisset Jo⸗ hann petersen/ aber ein Anonymus setzet ihn dieses Ortes. Auder Sessen mit Volrath und a Bertram/ seinen beyden Söhnen. Warquart Schwane. Hinrich Schwane. Gerdt Westerholt. Hans Blom zu Seedorff. Hinrich Blom, Amtmann zu Gottor ff. Gebrüder mit 5 Gude⸗Manns. Paul Seestette zu Rendsburg. Benedix Seestette zu Krummendick mit 2 Gude Manns, Hans Seestette zu Seestette. Paul Seestette zu Koehövede. Joachim Seestette/ Reimers Sohn. Burchard Seestette/ der sich bey dem Lau des Knechten eine Zeitlang als Haupt- mann aufgehalten. Sepn 6 ous dem Adelichen Grschlechs der Seestette. Iwe KXeventlau. Hartwig Reventlau zu Gramm. Mar, * Ib. 2. dax, p. 203. * Dans erts Caron, p. 21A, te ö V. Theil. 326 Geschich Marquard Breide. ö Otto Schack zu Nutzhaven. Henning Schack zu Nutzhaven/ diesen hat Joh. Petersen, aber der Anonymus vergis⸗ set seiner. Detleff von Gualen. Hinrich Stuer. Detleff von Siggen. 5 Schacke Kumor, gehöret wie gemeldet un⸗ ter die Ahlefelden. Hans Wastorp, der Anonymus nennet ihm Walstorp/ dessen Hauses hernach gedacht wird. Clauß Wenschin. 8 Benedix Schmalstette. Hans Schmalstette/ dessen gedencket Joh. Petersen, aber der Anonymus nicht. Gtto Rohde]. 5 Claus Rohde Gebrüder. Hellewig Wulff. Eggert Großke zu Soldick. Gtto von Tienen zu Walstorp. Claus Ratlau. Michel Ratlau. Emercke Katlau zu Federkamp. Sievert Katlau zu Bonsan. Claus von Hagen/ zu Nübel. Obige nun/ sind ausser die 2 Grafen von Ol⸗ denburg aus 26 Stämmen/ 67 Holstein⸗ sche von Adel/ so in diesen unglücklichen Kriege ihr Leben eingebüsset. In denen Mstis Lindenbrochianis sind folgende/ sowohl frembde als Holstei⸗ nische von Adel mehr. Nicolas Rrummedik mit 7 Gude⸗Manns. Burchald Rrummedik mit 5 Gude⸗Mañs. Hinrich Eriken mit 4 Gude Manns. Knut RKoye mit 2 Gude Manns. Knut Andersen mit 4 Gude Manns. Aaurens Andersen. Jürgen Rode mit 2 Gude⸗Manns. Gottwin Betlassen. Hinrich Knutsen mit 4 Gude⸗Manns. Lorentz Albertsen mit 2 Gude Manns. Erik Ottens. Juncker Gmeken, Sohn aus Frießland. Luder Heistede mit 2 Söbns' Wolber und Hinrich. Nickels Axen. Benedictus von der Wisch. Hinrich von der Wisch. Gtto von der Wisch. Gottschalck Rantzau. Schacke Rantzau. Hans Rossenhagen. Joachim Ascheberg. Claus von Mandelsloh. Holt von Mandelsloh. Gtto von Buchwald mit 3 Gude⸗Manns. Henneke von Buchwald. Henneke Stacke, tho Mußkou mit 2 Gude⸗ Manns. 85 Benedictus von Gualen. Boje Tetens Voget in Eyderstädt. Hinrich Rule, ein Hadeler. Hinrich Walstorp mit 3 Gude-Manns. Carl Wolstorp. Gerdt Wolstorp. f Dirck Bornsteeen von Niegenhagen. Dree von Halverstadt. Ludolff Torner/ tho Retern. Gert von Büteren. ö Ewert Bülau, ein Panner⸗Juncker, mit 2 Gude Manns. Garstede, ock ein Panner⸗Juncker. De Lütke, Hinrich von Wigger von Bo— tresen. Erx von Wiggen. Sinrich Knigge von Laversen. Johann Grapendorp. Wolter Brede. 0 Hinrich pogewisch mit 2 Gude⸗Manns. Benedicti Pogewisch 3 Söhne. Henning Pogewisch. Das gantze Geschlecht Doppersdorp. Hans Griese. Detleff Heistede. Sorp von Twensen, ein Lüneburger. Hans von Steinberg, Hennings Sohn. Detlef von Engen/ tho Padendorp. Sievert 75 Sievert Hurich Hans 00 Eee Ach 4 hann“ von Ad. Zinrich Jons B Anut Jͤrger Gude Labro⸗ Schack Man Lonnie. Hinric Aflne Jochin John Math * Velde! weder Voll die d 1 of nd ch pläne Haden strande gen ind berteht Gott wurden berbran Dlthm I Dat 5 Guben fu mit 200 sladt. Mann. hagen. . funder, mit fer. ger von Bo. he Man. hlt. dolp. cbt. ig Eßl, alp. gieren des Landes Dithmarschen. 327 Sievert Brockdorp. Arp Arpsen. Hinrich Brockdorp mit 4 Gude⸗ Manns. Simon Veltbrügge. Hans Goeß. Kinholdt Veltbrügge mit 2 Gude Maunk. Emecke von dem Damre. Hinrich Eripsen mit 10 Gude⸗Manuus. Erp Johann Glcksen, Vaget to Gothland mit 8 von Adel. Hinrich Jessen. Jons Brack, mit 3 Gude Manns. Knut Goyen mit 3 Gude Manns. Jürgen Wonessen oder Wernersen, mit ö Gude Manns. Labrock mit 6 Gude⸗Manns. Schacke Mot, Vaget to Kiel, mit 3 Gude⸗ Manns. Tonnies Ropolle. Dinrich von Elten Söhne. Sylmel von Gborg. Jochim von Reventlau. Johann Gosspyn. 5 Marquart Loigink oder Lonig. Jacob von Gent. Johann Hassenkamp mit sinen Broder. Jürgen Laer. Hinrich Arprade. Michael Arprade. Volckert Tetensen, Vaget im Strand. Goßwin Ketelsen/ Söne mit 2 Gude⸗ Manns. Swans Nels mit 8 Gude Manns. Sievert Hest, to der Retwisch mit 4 Söhns En Gude⸗Mann, mit 24 Pferden. Item 3 Ridder ut dem Stift van Cöln mit 280 Perden. Item 100 Gude⸗Manns ut der Marck. Düsse baven geschreven, sind alle Hövet Lüde/ als Ridder/ Gude-⸗Manns„und Vageden: Ane Börger und Buren beschwaren Tall, Gott spar se ia der Seelen All. Wir haben bis anhero die siegende Dithmarscher bey Austheilung der Beute und Verfolgung derer flüchtigen Feinde verlassen; anjetzo wollen wir uns wjeder zu ihnen weuden, und sehen, wie sie sich des erhaltenen Sieges zu ihrem Vortheil bedienet. Denn so belagerten sie noch im selbigen Jahr /in der Fasten, die Tylenbrüge, oder das Schloß zum Tiele, in Stapelholm, brandten das gan⸗ tze Dorff aus, eroberten am dritten Tage das Schloß mit stürmender Hand, und schleiffeten es; Von da gingen sie nach dem Kirchspiel Ervede, welches sie plünderten und ausbrandten. Eine gleiche Verwüstung muste das Kirchspiel Hademaschen über sich ergehen lassen. Im Majo wolten die aus dem Süder⸗ strand auch Ehre einlegen, weil es den Nordmännern so wol gelungen, und zo⸗ gen in die Wilster⸗Marsch, fielen in S. Margrethen Kirchspiel, und liessen sich vernehmen: Sie wolten der Heil. Jungfrauen die Füsse verbrennen. Allein Gott strafete solchen Uebermuth, denn wie sie das Geschütz wolten abschiessen, wurden ihrer viele von dem, durch contrairen Wind zurück getriebenen Pulver, verbrandt; die Wilster⸗Marscher ergriffen dadurch einen Muth, und trieben die Dithmarscher mit grossem Verlust der Ihrigen wieder aus dem Lande. In solcher Verfassung nun stand damalen Dithmarschen, wie der König von Dännemarck und Hertzog 1 von Hollstein mit dem kleinen 15 1 p r 328 Geschichte V. Theil. rest einer schönen Armee zurück kamen, und die Ihrigen zu trösten bedacht waren. Meursius in hist. Dan: schreibet: Rex cum Fratre Friderico& reliquiis in Holsatiam concessit, ubi suos perbenigna Oratione eonsolatus adhorta- tur, ne ingenti quanquam clade nimium demittant animos. Neque enim hostis virtute victos sed iniquitate loci ac tempestate, quam arcere aut compescere, non humanæ potestatis esse scirent,& errare, qui in bello prosperos eventus semper exspectarent: Certum sibi, brevi denuo ho- stem eum majoribus copiis adoriri,& acceptam cladem ulcisci. Nec in- valida Regis Oratio&c. Die von Adel wurden wegen des Verlusts der Ih⸗ rigen sehr erbittert, also: daß auch die jungen von Adel hin und wieder in Holl⸗ stein sich öffentlicher Dräu-Worte vernehmen liessen, daß sie, Crans. J. 8. Dan: wenn sie nur zum Kriege und Harnisch tüchtig, und erwachsen,«. Ar. und einige Gelegenheit sich geben würde, wolten die ersten seyn, die ihrer Eltern und Verwandten Blut, an den Dithmarschern rächen wolten. Doch fielen nach der Zeit solche Veränderungen und Hindernisse ein, daß Ihro Königl. Ma⸗ jest. sich des erlittenen Schaden nebst ihnen nicht erhohlen mögen, weil es den Schweden, sobald sie diese grosse Niederlage erfahren, und job. peters. I. 4. p. 116. daß eine so grosse Macht von einem so geringen Hauffen Chyer. Sa. 1.4 c 291. erlegt, gereuet, daß sie sich so leichtlich hätten ergeben. Dann als der König in Nah elch 1501. Jahr mit seiner Gemahlin Christina in Schweden kam, rach solches Feuer aus, und ward er gezwungen, sich heimlich davon zu machen, und die Königin im Schloß zu Stockholm mit 1000 Mann zu lassen, welche Steno Sturen, und die andern so den Dienst schrifftlich aufgesaget, im Schloß belagerten, und nach einer Monahtlichen Blocquade Ao. 1 fo. mit 20 noch ge⸗ sunden Männern zur Uebergabe, und folgends nach dem Kloster Wadsteng brachten. Und damit die Schweden des Königs gewaltsame Wiederkunfft so bald nicht befürchten dürfften, brachten sie die Norweger, unter Anführung ei⸗ nes Edelmanns, Cnut Adolfflen, zur Rebellion, welche zu dämpfen der Kö⸗ nig seinen Printz Christianum Ao. 1502. mit Trouppen dahin schickete, der bald alles wieder zum Gehorsam brachte, und mit Erwürgung des vornehmsten und mehresten Adels, und Unterdrückung der noch übrigen Rojer Dänemarck. Freyheit, seiner Unbarmhertzigkeit den ersten Anfang machte. Geschicht. p. 127. Weil es denn nun allenthalben so seltsam in den dreyen Königreichen sich anließ, als wurde durch Unterhandlung der Städte Lü⸗ puflend: beck, Lüneburg und Hamburg, bald ein Tag nach Ostern Laurizen Chronol: augesetzet da beyde Partheyen durch ihre Bevollmächtigte in Huitkeld p. 1095. der Stadt Hamburg auf folgende Conditiones verglichen und vertragen wurden 771 15 5 8 Witlick — 1 0 bann, n, shockt 10 Bot 0 ehh Furt. Gag chrda be Ge Man td Mol de gal Aue le. Ha Inge chi Ges gale Ge deln seh; de /d Han ste lol scher Hille de be 1 tostell ber . Jil. —— badach nog esiquisn fag adhorz Ncgueenn dumm nere aut le, qun dell eu dend l. sci. Nen Berluss gh wieder Cranz.. N. ba. c. 4. ie ihrer Ei Doch fag o Königl. M „ weil esd eters. 14 p. II. „a.. c 20l, der Konig/ weden fam, Ma wachen, gen, welch „ im Schi nit o nochg⸗ er Wadsta Wiederkunf Auführunge npfen der x cchickete vorgehen zer Dian ꝛeschsch. ll Küng end ien curl feld p 0j 0 che Pille des Landes Dithmarschen. 329 8 itlick sy, dat in den schweren twistigen und wietlofftigen Sacken, der Irr⸗ luchtigsten und Irrluchtigen, Hochgebahrnen, Fürsten und Herren, Herr Johann fo Dännemarcken, Schweden, Norwegen, der Wenden und Gothen König, und Hertog kriderich, Erfgenamen to Norwegen, Hertog to Schleß⸗ wig,/ ock to Holstein, Stormarn ꝛc. an eenen, and de vöͤrsichtigen Acht un Veer⸗ tig Vorweser des Landes Dithmarschen und densülben Lande, an andern Deh⸗ le, entwischen wesende, van wegen der Anspracke, so ehre Königl. Werde and Fürstl. Gnade thon verschreven Lande, und dat sülbige Land wedderum to Gnade to hebbende vermenen/twischen den Ehrwürdigen, in GOtt Vader, ock ehrbaren and gestrengen Herren, und tüchtigen Herren Diederick, Bischop to Lübeck, Hr. Otte Rantzauen, Ridder, und Hans Rantzauen Gebrüder, alse Geschickten der gemeldten Fürsten, an de Ehrsahmen Carstens Holm, Claus Marquart, Claus Junge, und Paul Widdercke, mit den andern ehren By⸗ stande, und medegeschickten Sendebaden des vorgeschrevenen Landes Dith⸗ marschen, durch de Ehrsahmen Herrn Rades Sendebaden der Städte Lübeck und Lüneburg, by Nahmen Hr. Cord Lange und Hr. Hinrich Töbing, Bur⸗ germester to Lüneburg, Hr. Johann Hertze, Burgermester und Hr. Heinrich Westphale, Rathmann to Lübeck, mit todacht der Ehrsahmen Herrn Burger⸗ mester to Hamburg als Hr. Carsten Berschampe, Hr. Erich von Zeven, Hr. Harmen Langebeck und Hr. Detlef Bremer, als fründlicke Middelers darto um forder Schaden en Verderff düsser Lande to vermiedende sünderlicken ge⸗ schicket und geföget, Handel, Vorlath und Bespracke is gewesen in Mate und Gestalt wo hier na folget. Int erste, so de gemeldete Dithmarscher vorgefen, sick to beklagen, ban we⸗ gen ehren Privilegie uppe de Tollen im Lande to Holsten, und andern Enden, ock Seegeln und Brefen, ehnen van den vorschrevenen Fürsten, ehrer Gnaden El⸗ dern und Vorfahren milder Gedächtniß, geven, darin se verkortet scholden we⸗ sen; Is verlaten und belevet, dat sodahnes alles sämtlichen, by idtwellen Rä⸗ de, düsser Lande to Holsten, und up der Räde der Städte, Lübeck, Lüneborg und Hamborg,inglicken Tolle, als Fründlicke Schedes⸗Richter, daraver mit dem ersten, so man folglichst bekamen mag, als twischen dit, und Michaels schierst kommende to erkennende, gesucht, sun. Darnechst, so de gemeldten Dithmar⸗ scher sick beklagen, in ehre olde Fryheiten, Rechtigkeiten und Gewohnheiten, up hillige Lande gehabt, gekortet worden. Is belevet und verlaten, dat sülffte up de verschrevene Räde der Städte, mit samt etlicken Räden des vorschrevenen Landes to Holsten, in glicken Talle, tom vörgeröhrden Tage to erkennende und to stellende; Jedoch so de verschrevene Rade und Schedes⸗Richtern allent⸗ halben nicht avereen dragen könden, 1 in Schedende wietlöfftig worden, a p 2 18 330 Geschichte V. Theil. is belevet den Cbrwerdigen und Hochgelehrden Hrn. Mester Albert Crantz, in der hilligen Schrifft, und Geistlicken Rechte, Doctor, vör enen avrigen Sche⸗ des⸗Richter in düssen Articul allene to nömende, und welckern Parth he als dann byfalt und byplichten ward, darby stedes und gäntzlick to blyvende. So ock geböͤhrede, na Gades Willen, dat gemeldte Mester Albert Crantz ehre de Tydt de gemeldete Articul wo vör geröhret, gescheiden worden in GOtt ver⸗ storfe, als denn is bewilliget und belevet, van den gemeldten Räden der Städ⸗ te, enen andern dechticken averigen Schedes⸗Richter to kesende. Ock na deme, de vorschrevene Dithmarscher sick beklagen, van wegen der Lands⸗Schede der Eyder, dar doch de gemeldten Fürsten een part Landes an den gemeldten Dithmarscher Land, gräntzend gehabt, welches de Dithmarscher mit gewapneter Hand und Heerschilde gewunnen schölen hebben, an der andern Siden na dem Stapelholme, ock een part Landes hebben vermenende„dat An⸗ dehl der Fürsten an eren Lande gelegen, by sick to holdende, und dat de Eyder da⸗ van, de rechte Land⸗Schede syn möchte; is bevulbordet and belevet eendrächtig van beeden Parthen, dat de Eyder der vorgeröhrten Lande de rechte Land⸗Sche⸗ de syn und blifen schall. And wat van den vorschrevenen Lande, an der Dith⸗ marscher Land gräntzet, schall darby blifen, wat ock aver der Eyder ligt, schall wedderum by den Fürsten blifen, jedoch umme de Betering der vorberöhrten part Landen, is eendrächtig gestellt und gesettet, by den Räden der Städte, ahne welcher Part den andern, wat men nagefen schall, Erkändtnisse to ohnde. c So den ock in der Hilligen Lander Reise, umtrent dree Jahren effte dar⸗ by vorleden, und ock in disser Veyde und Irringe, idtwelcke gefangen, van bee⸗ den Siden gegrepen syn, is bewilliget und belefet, endrächtigen, desülffte quit to scheldende, der Gefängniß to entlosende und to verlatende. ä Vortmer is bespracken, dat alle andere Klagen, Schelinge und Tospra⸗ cke, so ehrer Gnaden, to verschrevenen Lande, to hebben vermenen„derglicken alle Mord, Roef, Doetschlag, Brandschaden und Averfahringe, den vorge⸗ röͤhrten Lande und de Dithmarscher, so se sick beklagende, baven ehre des Rech⸗ ten, Erbedinge/ geschehen und wedderfahren, und also wedderum mit allen den jenigen, daruth entspraten und averlevet, gäntzlichen, und allen andern itwelcken der gemeldeten Fürsten, Heren and Fründe to den vörgeröhrten Dage, der Tollen und Hilliger Lande Sacken halben berahmet, to nomende, und darto de vorgeschrevene Städe is to erkennende. 0 Darmede den alle Verwahringe Veyde, Viendschop und Unwille, twi⸗ schen den Parten vörgeröhret, ock byder Parten Hände, Fründe and Verwand⸗ ten, V. J den ber t unt, gen She harth het dalde. S unn ehrehe dg det U de Oi ban wegen At Landei Dithmarch in der anden ide, dat ay de Eyder di eendrächt Uund⸗Oche an der Di ligt, sch vrberöhmn er Staön dige to n, este dar en, ban bes elfte gu d Tospra derglickn den votg⸗ e des Reh it allen den in itwelckes Daze, de id datto k pk ku Mnwand⸗ ses/ e ee — des Landes Dithmarschen. 331 ten, allenthalben, der vörgeröhrten Sacke halben geschehen und erwassen jen⸗ nigerley Wiese, schall gäntzlicken afgedahn und nedder gelegt syn. Ock ferner alle Dinge twischen den sülven Parten up Erkänntnisse des vor⸗ geschrevenen Tituls, Anspracke und Schadens halven to besehende, rausahm und unverfänglich upgenahmen und verfaten wesen. Wehr edt averst sodahne Erkänntnisse wo geröhret, dat GOtt doch nich⸗ ten Willen michten scheyn, is bewilliget und belevet, alse den de vorgeröhrde und andere Sacken halben mit Machte effte Walt tegen den andern nicht vör to neh⸗ mende: Sondern an geböhrlicken Orde Rechte to gebruckende, und daranGGe⸗ nögen to latende. Oek is bewilliget van beyden Parten, dat wannehr einig Twedracht effte Unwillen twischen jedwelcken Ingeseten des Landes Dithmar⸗ schen und den Holsten entstunde, dat were welckerly Wise dat shn mögte, dat als denn acht Personen van guden Männern uth dem Lande to Holsteen, und ock acht Personen uth dem Lande Dithmarschen, darto sünderlickes gefüget, op de Gräntzen der Lande, beschedendlick an Ruckvall darumme und wennehr und wovacken des vannöden is, schölen tosamen kamen, um sodahne Twiedracht und Unwillen in Fründschop, effte se mögen, by toleggende, ende in Rechte to entscheidende. Were idt averst Sacke, dat de vörgeröhrde söhstein Personen sick daraver nicht konden verenigen, is belevet, dat se sämbtlick enen Avermanne unpartielick to sick käsen und nehmen scholen, und sodahne Twiedracht und Unwillen, wo vor gemeldet, in Fründschop, effte mit Rechte to schedende. Doch schall düsse Articul den gemeldten Dithmarschern an ehren Brefen und Inholde dersülven nirgends an vörfangen effte nadehlig syn, uthgenahmen den Articul, wo baven geschreven, so dit beyde Parten in Jegenwerdigheit der gemeldten Rades Sendebaden eindrächtigen, and met fryen Willen hebben be⸗ williget, bevulbordet und belefet. To Uhrkunde de Warheit und mehrer Se⸗ ckerheit sind disser Brefe dree, eines Ludes, twee by den Parten, vör geröhret, und de drüdde by dem Ehrsahmen Rade to Lübeck in Verwahrung sind, mit des Ehrsahmen Rades und Stadt Hamburg Secreten, und darbeneven des vör— schrevenen Hrn. Johann Hertzen, Bürgermeister to Lübeck, Insegel, des ick Cord Lange, vörberöhrt, umme Entbehrung mines egenen Insegels up ditmal hierto mede gebrücket, tor Wietlickkeit um beeder Parten vörschrevenen flietigen und fründlichen beede Willen versegelt. Des wy Dirck van Gades Gnaden, Bischop to Lübeck, Otto Rantzu, Ridder, und Hans Rantzau, Gebröder vör⸗ geröhret, van wegen der gemeldeten unsern gnädigsten und gnädigen Herren: Ock Carsten Holm, Claus Marquart, Claus Junge, und Paul Widderick, mit samt den andern Byständern und e Sendebaden, van 8 p 3 8 Geschichte V. Theil. des gemeldten unses Landes, also tostaen und bekennen. Geschehen und vullen⸗ tagen binnen Hamborg up den Rahthuse na CHristi Geborth unsers HErrn in Vöfftein Hundersten Jahr an Frydage na Jubilate. Es muß aber die in diesem Compromils gemeldte Besichtigung in der ge⸗ setzten Zeit so wenig als bey der Regierung Chriltiani II. geschehen, noch die end⸗ iche Decision erfolget seyn, vermuthlich wegen denen vielfältigen in Schweden, Norwegen und Dännemarck entstandenen Kriegs⸗Unruhen und Empörungen; Denn wir finden, daß der König Fridericus I. und sein Sohn Christianus III. sich nachhero allererst A. 1523. mit denen Dithmarschern gesetzet, und alle Strei⸗ tigkeiten in der Güte beygeleget habe, auch alle denen Dithmarschern zustehende Privilegia befestiget, welche der König Christianus III. 40. 1J 36. in den zu Hamburg mit den Lübeckern und Hansee⸗Städten errichteten Frieden abermah⸗ len denen Dithmarschern gesichert.. Hojer Dännemarckis. Gesch. p. 226. Heimreich Dithm. dy Friederich und Christian van Gades Gnaden/ Chron. p. 132. Erffnahmen to Norwegen/ Hertogen to Schleß⸗ wick/ Solsteen und Stormarn/ Grafen to Oldenburg und Delmenhorst. Dohn hiemit apenbahr bekennen/ vör uns samtlichen und besonders/ vör alles weme dat Wy/ als Chriestliche Sörsten by uns betrachtet und beson⸗ nen/ wo Enigkeit und fründlicke Naberschop der Sörstendöhmer/ Städte und Länder by en ander gelegen/ den Allmächtigen Ehr und Loff/ den In⸗ gesetenen dersülven Sörstendohmer und Lande Nüttigkeit/ Gedye und ramen erwassen: denna/ umme Vermiedung/ Uprohrs/ Unwillen un Chriestlicken Blodes⸗Verstörtung/ hebben Wy vörgemeldte Sörsten/ sämtlichen und besonders de Tydt unsers beeden Lebens/ alle ut vor uns und unsen Sörstendöhmern Schleßwick/ Holstein und Stormarn/ allen und idlicken/ Gram/ haet/ Widerwillen den Wy gegen de Ehrsahmen Acht und Veertig Vörwesers und gantzen Gemeenen Ingesetenen des Landes Dithmarschen einiger maten gehabt/ edder hebben/ neddergelegt/ weggenahmen und gedödet/ wo Wy ock in Macht düsses unses Brefes/ al⸗ so jegenwärdigen nedderlegen/ wegnehmen/ döden/ und nimmermehr wil⸗ len dencken/ noch mit nenen Rechte/ upsprecken/ wo Wy dit up de höchste und beste Sorm renunceren/ und Uns to guder Enigkeit/ Frede und guder Naberschop verplichten and begefen/ Se mit Anlage/ Veide/ effte Siend⸗ schop nicht beangsten/ averfallen/ effte bedrauen to nenen to kamenden Ty⸗ den/ sondern Se gegen ehre Siende getrülicken handhaven/ beschütten und beschirmen. Se schölen averst ahne unser Medeweten mit nemand in Veide sick begeven/ de so grot und dreplick sy/ dat se unser Sülpe 0 be⸗ N f a ö b l Ar⸗ — darven mach 6 v bach ff sse na dracht dorch bohrer 0 Ju, Ie. 2 * 4 des Landes Dithmarschen. 333 Adu ers Heng darven möten. Und willen darum/ dat de Ingesetenen des Landes Dith⸗ marschen in unsen Sörstendöhmern/ Landen und Sebeden/ mit allen Be⸗ sten verfördert/ enen jeden op syn Ansöcken geböhrlicken und unvertöger⸗ des Rechtes verholpen schölen warden. Dar ock de Saake grot and wich⸗ tig/ effte de Parten van den understen Gerichte nenen Genögen hadde/ de⸗ ag in eg, ache E ben me na Inholt and Vermeldung aller ehrer Privilegien, also alle Lwy⸗ rita dracht/ wo de erwassen effte entstaen mögen/ twischen beeden Landen/ dale dorch acht Eddelmanns gebahren des Landes/ to Hollsteen/ und acht ange⸗ 00 i bohrnen Dithmarschern to entscheden. Wo ock na older Gewahnte/ 15 1 01 wente her gewesen/ alse op de Kuckwall/ effte Holsten Graven und förder * 0 0 to schienbarlicken Gnaden confirmeren/ approberen/ bestädigen/ opt nye en aber und befestigen Wy vör uns und unsern Erven und Nakamlinge/ den upge⸗ 9.226 meldeten des Landes Ingesetenen Dithmarschern alle und islicke Privile- Gnade gia, Fryheit und Gerechtigkeit/ wo se syn/ van Tollen/ und anders van unsen 0 Schah Vorfahren/ Hertogen/ Grafen in den Sörstendöhmern Schleßwig/ Sol⸗ umher steen und Stormarn/ na aller ehrer Sormen und glick hierinnen mede be⸗ 1 schreven und van Worden to Worden insereret worden/ dersulven gantz at ui fry to gebruckende und in aller ehrer Macht to genetende und to holdende. und besn, Ock nenen nyen Toll edder Unplicht up de beröhrten Dithmarscher in un⸗ , Stab sen Surstendöhme und Hertogricke up to settende. Darbaven Privilegien lden J und begnaden Wy se samtlicken und besonders⸗ so dat se mit ehren Güdern Gedge und in unsern Blecke Husum gäntzlicken scholen Tolle frye wesen/ jedoch dat se moin in met guden truen handeln willen/ und schölen in ehren Nahmen/ mit frem⸗ te Horste/ den Gelde edder Güdern uns in unsern Tolle nicht to kortende. Desgli⸗ t ut vor it cken/ schölen ock de Uinsern wedderumme in Dithmarschen ahn alle Be⸗ sarn/ ale schweringe fry handeln und wandeln mögen. Ehrsahne Und wß acht und veertig Vörwesers und Gemeene Ingesetene des cetenen de Landes Dithmarschen bekennen hiermit vör uns and unse Nakamlinge dergele and alles weme/ dat wy uns wedderum jegen de hochgemeldete Sörsten/ ref geliker mochte ver segt hebben/ und verseggen uns ock in Macht dussen sul⸗ ermehl ven Brefes van sodahne Befreyginge/ Gnade und Güdigkeit: also dat pdehist Wy ehren Sörstl. Gnaden Sörstendohme/ Lande und Lüden willen sunder⸗ e und gde lick en guthlichen gunnen und günstig syn/ und in ehrer rechten Saaken by⸗ affe gi pflichtig/ ehren Sienden na unsern Vermagen wedderstreven und wedder⸗ nenden L stan. Den Tag frembden Rütern und Knechten van der Stöhr af beth hrt d up de Eyder hindern und afwehren und dessulven ock alle de jenen so jetziger fend in Vöniglicker Werde von Dennemarck und künfftig to thende gemenes ed⸗ 1 15 der verfatig/ dat de inberohrte Sor stendöhmer eeniger maten und in 19 e a ten 334 Geschichte V. Theil. Orten averkamen/ desuülven na allen unsern utersten Vermögen und mit Göttlicker Hulpe wedder to thende. Wy schölen averst darto van ge⸗ nanntes Sörsten ock den Ehrsahmen Kade to Lubeck gefodert werden. Und dar de Tag ihlende/ edder hemlick und eher sodahne Sorderinge ge⸗ schege/ an effte averkeme/ willen Wy uns ock wo vorberöhret/ tor Afwehre und Nedderlage alles Ernstes und Getrüͤes doendes beflitigen/ ehrer Sörstlicken Gnaden und Underdahnen in unsern Landen Dithmarschen aver jedermanniglicken unvertögerdes and geböhrlickes Rechtes to ver⸗ helpende/ de Ingesetene der Förstendõhmer und Lande/ Schleßwick/ Sol⸗ steen/ Stormarn/ ehrer Sörstlichen Gnaden Underdahnen unses Landes ock fry gebrucken mögen/ darin ahn allen Tollen/ Beschweringe fry kopen/ handeln und wandeln mögen ohne Vörbedeut. Düssen Articul und Ver⸗ schriefing wol to holden unverbracken/ ohne enige Behelpe/ Argeliste effte Niefinde geistlickes effte weldlickes Rechtes hebben Wy Friederich und Christian Sörsten/ op gemeldt unse Insegel witlicken an dussen Bref dohn hangen/ und den Acht und Veertigen und gemenen Lande Dithmarschen verhändiget/ und wedderum in gude Bewahringe in gelicker Mate van Worden to Worden van veelgedachten Acht und Veertigen und gantzen Lande Dithmarschen mit ehren Insegel versegelt entfangen. Datum fe⸗ ria secunda post Palmarum Anno Millesimo, Quingentestmo, Vicesimo tertio Anno Domini 1523. Dienstags na Palmarum. Mitlerweile haben die Dithmarscher am Sonnabend vor Reminiscere A. 1 50s beschlossen, daß, so jemand nach diesem in Nordstrand, Eiderstädt und Husum oder Holstein einiges Guth würde kauffen und verzollen, der soll gege dem Lande 60 Marck verbrochen haben, und so ihm die Güter im Lande genommen würden, solte er solcherwegen keine Prætensiones machen können. Wäre es aber eine Sache, daß dem Käuffer die Güter, ausserhalb Landes, wegen nicht er⸗ legten Zolles genommen würden, so mochte er seinen Regress an dem Nehmer bestmöglichst suchen, wozu das gemeine Land ihm hülfliche Hand leisten solte. In⸗ gleichen haben sie A. 1518 bey Straffe 100 Reinischer Gülden verordnet, daß keine Müntze im Lande gelten solte, als der 4 Städte, nahmentlich Hamburg, Lübeck, àͤneburg und Bremen, und der Holsteinischen Hertzogen, und anderer frembden Müntze im Lande nicht gelten solte. Anno 1 504 hat Clas Schwarte aus Reinsbüttel denen Hamburgern als Admiral gedienet, zu dessen Zeiten viele vornehme von Adel sich zusammen gethan, und mit Rauben und Morden in der Wunnecken Brock vielen Scha⸗ den gethan. Nun hatten die Herren von Hamburg ee un — und o bea Inder fa Neahmd achte Nalber Dietde keefte die ek! Kopf begtg steckt ache Wen daßd te it ald Me gb sch der N ech wie 4 af stor; Wet Otte Mur! ö Klieg bog bl gleche bornen g . VN — des Landes Dithmarschen. 335 en und n to 5 und wo sie einen Ort bestimmet hatten, die geraubeten Güter zu theilen, daher ert wende liessen sie diesen Clauß Schwarten vor sich kommen, weil es doch Winter und er deringe in der Stadt stille lage, und trugen ihm die Com mission auf, diese Räuber⸗Ge⸗ frueh sellschafft zu zerstöhren: Nach empfangener Ordre bringt dieser Clauß Schwart iar/ n die ihm zugeordnete Soldaten in aller Stille zusammen, und findet sich bey Jthnarch Nachtzeiten an besiimmten Ort ein, beleget und bestürmet das Haus, darin die tes Um Rauber sich aufhielten, und nöthiget sie sämtlich, daß sie sich ergeben musten wick 0 Dieweil nun die Gefangene mehrentheils hohe Adliche Persohnen, und auf ei⸗ 66 1 f ner frevelhafften That ertappet, hat er sie gezwungen ihre Nahmen zu bekennen, ff 95 J die er dann alle auf Zettuln schreiben, und einem jeden seinen Nahmen vor den ö 15 Kopf binden, darnach ihnen alle die Köpfe abhauen, und die Leichnamme f 0 begraben lassen; Nach solcher Verrichtung, und wie er die Köpfe in Säcken ge⸗ 1 seeff stecket, ist er heimlich in der Nacht, und in aller Stille mit den Seinen wieder erich und nach Hamburg gegangen, als wenn er nirgends gewesen, und etwann in dem ref dehy Wein⸗Keller die Nacht uber getruncken. Wie der Rath des Morgens höret, dwarschen daß dieser Clauß Schwart im Wein⸗Keller ft itze besorgen sie, die Schantze möch⸗ Mat van te versehen seyn, lassen ihn daher hohlen, und fragen: Ob daß der Glaube sey? d gange Ja liebe Herren, antwortet er: Lasset nur den Nachrichter hohlen; Wie der Datum mit den Säcken komt und die Köpfe mit denen daran gebundenen Zettuln her⸗ Vicesimo aus schüͤttelt, spricht er weiter: Diese sollen es nicht mehr thun. Etliche sind der Meinung, Clauß Schwart habe die Säcke bey sich behalten, und selbst aus⸗ 3 geschüttet. eninisen b Der Sommer dieses Jahr ist sehr heiß und trucken, gleich Ao. 1 502, ge⸗ sastabt und wesen, also daß auch die Morasten sich selbsten angezündet, darauf eine grausame liege dem Pest eingefallen, daran viel tausend Menschen hin und wieder gestorben. euonmen Ao. 1506. grassirte abermahlen die Pest sehr in Dithmarschen, also daß Ware es auf Busum allein 30 Stiege Menschen gestorben, wie Or. Andreas Bruss, Pa- n nichter⸗ stor, aufgezeichnek. An derselben Pest starb auch Hr. Nicolaus Iheede zu Nehmer Werven gebohren, ein Clericus, und doch in ehelichem Stande. An andern 1 5 wütete die Pest nicht so starck und schleunig, denn nur in Nordstedte und net, da Marne. Hanbug, In diesem Jahr dräuete der König von Dännemarck die Dithmarscher mit nd andere Krieg zu überziehen, er änderte aber seine Meinung, wie er hörete, daß der Her⸗ tzog von Mecklenburg den Streit mit den Lübeckern verlohren, und er sich ein nburgen gleiches besorgete. Doch waren die Dithmarscher in nicht geringer Sorge, ume vornemlich, weil eben damalen ihr Anführer der tapfere Wolf Isebrand gestor⸗ 1 Ehe⸗ ben war. 975 font Qgq Ju und — 336 Geschichte V. Theil. In diesem Jahr schlug der Donner den Thurm von Weslingbühren Kir⸗ chen herunter.. b Ao. 1508. Dienstags vor S. Margrethen, war die Wester⸗Döffte nebst dem Kirchspiel Hemmingstädt und Heyde sämtlich aufgefodert, beyde Herr und Knecht, und unter Anführung Schröters Marß in voller Rüstung, der Mei⸗ nung, das Kirchspiel Lunden zu überziehen, und zu bestraffen. Es hatten sich aber diese mit denen aus Nord⸗Hammigen gestärcket, und waren, wie Adolffi schrei⸗ bet, viel dreister den vor wenig Jahren bey Hemmingstädt, begegneten also ihren Länds⸗Leuten bey Flede, da sie mit Falkonetten und halben Schlangen starck auf einander gefeuret: Doch ist diese Rencontre ohne besondern grossen Schaden abgegangen, also daß nur 2 getödtet, viele aber verwundet worden, und berühm⸗ ten sich die Lunder, daß sie das Feld und den Sieg befochten; allein Peter Det⸗ lefs aus Delve, und Boyen Clauß Maeß(etliche nennen ihn ohne Grund, Schröter Maeß) haben währenden Streit die erhitzten Gemüther besänffti⸗ get, und sie unter einander wieder verglichen. Die Ursache dieser Unruhe ist ge⸗ wesen, daß ein Mädgen aus Lunden in Neuenkirchen auf den Blancken⸗Mohr gedienet und beschlafen worden, daher nicht wieder zu Hause nach den Ihrigen kommen dürffen. Und wie Peter Schwien aus Lunden, und Bojen Herring aus Flede solchen Schimpf zu rächen, dahin gezogen, und in der Scheune die Frauens⸗Person zu nebst dem Kinde verbrand, sind beyde Partheyen scharff an⸗ tinander gerathen, und haben ausser andern Schaden einem Pfaffen zu Hemme auf dem Kirchhofe einen Fuß abgeschossen. In dem folgenden Jahr, nemlich A0. 1509, kam Jobst Jacobs, ein Bür⸗ ger und Godschmid aus Lübeck, und beklagte sich gegen dem gantzen Lande, und acht und viertzig Vorwesern des Landes, wie ihm ein grosser Schade von den Kö⸗ nig in Dännemarck, Christiano II. zugefůͤget worden, mit Bitte, die Dithmar⸗ scher mochten ihm erlauben, daß er auf der Eyder sich rächen und mit Rauben sei⸗ nes erlittenen Schadens wieder erhohlen möchte. Ob nun wohl das Land und die Acht und Viertziger es keines Weges gestatten wollen; so wurde es doch durch Carsten Holm zur Heyde mit Hülfe Clauß Johann von Lunden, bey etli⸗ chen wenigen also gekartet, daß diesem Spiel zugesehen wurde, und sie würcklich die Rauberey auf dem Eyderstrom unterfingen. Wie sie aber solches Hand⸗ werck beständig bis Ostern trieben, und nachgehends auch die Dithmärscher selbsten, unter solchem Schein anfielen, wurden die Inländische Kaufleute und Schiffer genöthiget, solches dem Lande zu klagen, welches auch unbillig hielte, diesem Unwesen langer zu zusehen; Wurde derohalben in der Heyde eine gemei⸗ ne Landes Versammlung angestellet, Jobst Jacobs, Lütke Meyers, und Clauß Johann, zu strafen, weil sie ohne Einwilligung des Landes solche Räuberey un⸗ ternom⸗ — 1 der dell b! Au fegeoß fin he gase ten! Gät dert fe schl et deo dan Ji ait die der“ dul we go et g Nac Alt ken! K* zub schl len. peil (obe g Vll 5 dhe, des Landes Dithmarschen. 337 N ternommen; Es entstund aber den Tag ei F 95 A Bier daß nichts Fauchtbahres ed 1171 11 15 1 se je Acht und Viertziger von ihren Aemte. etzten sie 5 n Tages nach Pantaleon, 190 das Land i000 1 1 sie. Des andern 10 10 der zusammen, und die, so da die Frey⸗Briefe ausgegeben 4 1 Stellerborg wie⸗ 0 ic ne grosse Summe Geldes Burgschafft stellen, und e e 3 nd sein Haus ward inwendig sehr spolüret andere schreib sten Holm zur Heyde 1. gerissen. a hreiben, es sey gantz herunter u Schen Ao. 1509. ist eine sehr wohlfeile Zei g Jist ei„ 50 Fal ben vor 5 Schlling, 1125 5 10 e eine Tonne Wei⸗ Petet Da Gärsten vor 4 Schilling kauffen können. So lieset 5 e 5 0 der N nur 2 Schilling 8 Pfenning gegolten habe an auch, daß A0. 1515 lch 0. 1512. acht Tage vor Faste ie Dithmar tuhe istg⸗ ten Verbitterung wegen ihrer 25 5 10 10 55 505 hmerscher aus einer l= Ken⸗Moht schlagenen Lands⸗Leuten sich rächen, obschon die Sa 110 1 zu Atrendorp er⸗ den tigen net, vertragen gewesen; Zu dem Ende nahmensi 1 ereits oben erweh⸗ n Hertz dreas Holle, sein Schiff, und noch ein a 1 5 eee„An⸗ eine dl damit nach Hamburg, um daselbst einen Einfall 1 ah 0 a 10 wollen und gingen sharffan solches erfahrend, verschlossen bre Thore und 5 affen Allein die Hamburger Hemm gestiegenen Dithmarschern und setzeten selbige in den Thur 1 die Hamburger in Dithmarschen, raubeten und iinderken e in Bir der Dithmarscher weder inner noch ausserhalb andes i 5 allenthalben so daß ande, un durch Vermittelung der Lübecker wieder Friede 1 e del d wieder loß gelassen worden, nemlich die, so ihr Kost⸗Geldb und die Gefangene Dihmt⸗ andern sind sitzen blieben. Das Kost⸗Geld ist a f e können, die saubense⸗ net gewesen. uf rooo Marck⸗Lübisch gerech⸗ Ao. 1513. ist ei f 0 v0. 1513. ist ein harter Winter en, al i b cee dalen aheaenehne der gastherschn 1 bc Allerheiligen angefangen, und beständis biß Lichtmeß gedcurel Nagl 1 z! ien Fran harman Ao. 1543. gehabt. dergleichen har⸗ 0 A0. 15 J. ha en die Dithmarscher, Graf Ei 5 de nel 9 0 0 75 sein 5 551 5 Ae 1 N em Grafen von Oldenburg abhändi 1 1 schlagaber, ob erwolerst iemüch glckl gabhändig zu machen, welcher A ol erst ziemlich glücklich gel chen, welcher An⸗ fg hel len. Es sind aber di ˖ ch gewesen, dennoch nicht gelingen wol⸗ 161 e Dithmarscher darüber in grossen Ver de e gan weil gegen dem ausdrücklichen B n grossen Verdruß gekommen, denn Wala(ob es gleich nur Ledi lichen Befehl des Römmischendgosers die Dich manche em h nur Lediggänger gewesen, wie Jac: cet bet) di 8 an than, so sind sie von dem Grafen aan Oddenb schreibet) diesen Zug ges hunt 8 enburg gefänglich eingezogen — Geschichte V. Theil. und in die Acht des Kaysers erkläret worden; auch wurden viele Schiffe derer Dithmarscher von dem Hertzog Georg von Anhalt angehalten, welcher dama⸗ len mit vielem Volck in Ost⸗Frießland lag.. 5 i Es soll eine Bulle vorhanden gewesen seyn, darin der Pabst A0. 15 17. alle Einwohner des Landes Dithmarschen, von allen Bann oder Suspension, ab. solviret. Item von allen gethanen Gelübden, auch von dem Eyd, so sie dem Probsten geleistet; Item ertheilet er ihnen das Jungfrauen⸗Kloster auf eine be⸗ quemere Gegend zu verlegen. Item wiederrufft er alle Briefe, auch verbeut er al⸗ les, daß ihnen einige Hindernisse an diesem neuen Bau geben könne. Item, Ge⸗ er allen benachbarten Obrigkeiten, denen Einwohnern des Landes Dithmar⸗ schen alle hülfliche Hand zu bieten, und nicht zu gestatten, daß ihnen einige Hin⸗ dernisse geschehe, so da sich aber jemand unterfangen solte, er sogleich mit dem Bann oder lnterdict solte beleget sehn. Item es solte auch der Probst zu Ham⸗ burg ihnen keine Mühe machen, bey Straffe des Bannes. Da aber dieses Do- cument mir niemalen zu Gesicht gekommen, als habe nur den Extract aus ei⸗ nem Mst. hiermit einrücken wollen. Die der König Christianus II. von Dännemarck Anno 1518 dem Ertz⸗ Bischoff Gustaff Troll gegen dem damahligen Schwedischen Gouver⸗ neur Steno Sture zum Succurs mit einer Flotte und Armee nach Stockholm ging, seine Trouppen aber mit ziemlichem Verlust wieder in die Schiffe gejaget, und er sonst wegen contrairen Windes /in eine Hungers⸗Noht kam; besorgeten die Dithmarscher, dieweil dieser Zug dem König so übel geglücket, er möchte sich an ihnen reiben, und seinen Schaden rächen wollen. Setzeten sich solchem nach, allenthalben in guten Detenlions Stand, und hielten auf der Gräntzen starcke Wache, um nicht überfallen zu werden; Nun geschah solches nicht ohne Ursache/ dieweil der König würcklich mit solchen Gedancken umgangen, und ih⸗ nen wohl einen Possen sehen lassen, wann es heimlich geblieben wäre; So aber hatten sich die Dithmarscher zur Gegenwehr gefast gemacht, und erwarteten sei⸗ ner nur. Von diesem Könige erzehlen einige Dithmarsische Annales wie er Anno 1523 den 20 April aus dem Königreich Dänne⸗»leimreich Cithm. marck zu entfliehen für dienlich befunden, sey er mit einem Thron. P. 131. Wagen gantz allein, ohne Gemahl und Kinder durch Dithmarschen gezogen, und bey Clauß Sülßen in Busum zur Herberge gewesen, und wie er sich dem Schiffer kund gegeben; Allein diese Relation findet keine Statt, weil bekannt, daß er damahlen mit 18 Schiffen, nebst seiner gantzen Familie der alten Sigbritt, allen Baarschaffteu und Actis seiner Zeit davon geseegelt und nach einem schwe⸗ den Sturm in Seeland eingelauffen/ und von da nach Antwerpen gereiset? ob er . Jil Efe dun dache dan, Apetlon; 20 W, ase ter daf aha 1 berbelkerl e. Iten, d es Dith i einige dy leich unt den obst zu. Han er dieses by tract gub d Wa e 18 dem Etz en Goul⸗ Stock hon fe gegage, „ desdtgeten ermöchtessh sich solchen der Grant es nicht ohn gen, und h/ ; Soc warteten nales th nreich Cl, n. p. 1. hen gage fe chic ell bela tent lune gat. b b 00 des Landes Dithmarschen. 339 er aber A 1526 durch Dithmarschen gegangen, wie zu Pretz von Hertzog Al. berto in Mecklenburg ein Vertrag zwischen Friederico I. und Christiano II. vorgeschlagen, und von dem Kayserl. Gesandten zu Lübeck ein Vergleich urgiret worden/ dürffte vielleicht eben so schwer aus denen Archiven zu erweisen seyn. Dieses aber finde in dem MSS. Johannis Erp, Pastoris zu Hemme, daß Ao. 1523 Dominica Septuagesimæ, Hans Deneker Peter, aus Hemme, von einem Husemer verleitet, im gantzen Lande ausgebracht, als wenn der König von Dän⸗ nemarck, der Hertzog von Holstein, und der Bischoff von Schwabstede sich zu Husum befunden, und des Nachtes bey Bosebüttel übers Eiß einfallen wolten. Darauf denn auch würcklich die Kirchspiele Lunden, Hemme, Neuenkirchen, Weslingburẽ und Busum in voller Rüstung zu unden sich eiligst versam̃let, und zu einer tapfern Gegenwehr sich gefast gemacht: Wie aber Claus Nanne, Boje Nanne, und Rode Claus von Neuenfelde sich zu erkündigen, nach Husum und Flensburg geritten, die Zeitung falsch gefunden, und daß die Herren mit ihrem Volck nach Jütland gezogen, so sind zwar die Kirchspiele nach 2 Tagen wieder aus einander gangen. Es hat aber beter Schwien in dieser Versammlung fol⸗ genden Schluß abgesprochen: daß wenn inskünfftige jemand eine solche falsche Zeitung im Lande divulgiren solte, wäre es ein Frembder, so solte man ihn so lange arretiren, bis man sich dessen erkündiget: verspürete man darnach, daß er die Warheit gesprochen, so solte er Lebenslang frey Brodt haben, im Gegentheil aber solte das Feuer sein Lohn seyn. 8 Anno 1527 haben die Dithmarscher acht Gesandten auf den Land⸗Tag so zu Tönning gehalten worden, geschicket, da der Amtmann von Gottorff, Si- vert Hermens, Detleffvon Ahlefeld von Husum, der Voigt aus dem Vor⸗ derstrande, der Voigt von Eyderstädte und 36 Gesandten des Landes, quch ge⸗ wesen, um guten Frieden zwischen beyden Ländern, Eyderstädt und Dithmar⸗ schen zu erhalten, auch zu entscheiden Todtschläge, Verlähmungen, Augen aus⸗ stechen, und andere Schaden, und ward solches den 8 Dithmarschern Gesand⸗ ten, und s von den Eyderstädtischen Gevollmächtigten zu erörtern, heimgestellet und übertragen. Auf diesem Land⸗Tage, schreibet Adoltti in seiner Dith⸗ marschen Chronic, habe Jasper von Buchwalt, Wieben Peters Carsten einen vornehmen und ansehnlichen von den Acht und Viertzigern, den Bark ausgeris⸗ sen, daraus groß Unglück vermuthet worden, wie denn auch der König von Dän⸗ nemarck und Hertzog Hans, wie sie es erfahren, sehr ungnädig genommen, doch hat sich dieser besänfftigen lassen, und ist mit 100 Marck Lübisch vor seinem Schimpf zu Frieden gewesen. A0. 1531 um Bartholomæi lagerte sich das Land Dithmarschen mit einer mercklichen Anzahl zu Braunsbüttel, Hertzog Chriftian, so hernach König ee zu begegnen und dem Einfall zu 1 3 wel⸗ — 85 . 340 Geschichte V. Theil. welcher in Butjadinger Land mit 8000 wohlgerüstete Mannschafft lag der Ge⸗ gend genähert, und der Rede nach dorten einfallen wolte, er hat sich aber 8 Tage hernach wieder verzogen, und ist von der Expedition nichts geworden, ob nun solches wegen der Dithmarscher Gegenrüstung geschehen/ oder ob es nur ein ge⸗ mein Geschrey gewesen/ ist nicht angedei de Lieder davon: Der is een nye Kadt geraden Tho Rostorp up der Heyde Dat hebben de Acht und Veertige gedahn De besten in unsen Lande. Dat dar scholden Vief Hundert Mann Tho Brunsbüttel up de Wachte. Clauß Marx Hargen stund ind Dohr ce sprack: GOtt sy gelavet. Ick se so manchen finen Mann Van Norden hergedravet. Se togen ein luttig by Dicke lang Woll nah der Dickes Horne Dar schlagen se de Spießen schwang Woll nah der Landknechts Wise. Wielen Peters und Clauß Marx Sargen De schoten de groten Büssen af f Darto de witten Schlangen. Se stellden de Bussen up dat Sand Se schoten aver ind Kedinger Land Den Kedingern den word bange Dat hebben de Dithmarscher Buren gedah Se mögen wol Herren wesen 15 Leven se noch söven Jar Dithmarscher werden Landes Seeren. Ein anders. Fyll jy hören eenen nyen Sang/ 8 Side ick ju em 19 geh; Ick sag so manchen finen Wann/ Van Norden hergekamen/ Se togen to hogen Meldorp in Se wolden een wenig tehren chnet worden /indessen findet man folgen⸗ Se 6 wegen 20 alen 04 20 100 U a getvaf lagen! fel, de gen Je sten d der gat Norde Aehll berabe faden VI. 1 Nine schrg dn cob ur an gz Wcapfge 21 des Landes Dithmarschen. 34 Se eten Krut/ se druncken Wyen/ Se deden de Braden kehren/ Do se wol geteret hadden/ Se mosten wedder to Wegen/ De Trommernschlager de schlog an/ Ehr Fähnlein leten se flegen/ Se togen den Süderstrand entlang/ Woll na der Dickes Hörne/ Se stelleden er Büssen an dat Sand/ Se schoten wol na dat Kedinger Land All nah dem Nien⸗Suse. Dat hörede de Konig ut Engeland Und em ward also bange/ Do sprack dar een gut Landes Wann/ Dat sind de Dithmarschen Buren all De drieven den klaren Schande/ Dithmarscher dat schölen Buren syn Se mögen wol wesen Herren/ Zeven de Dithmarschers noch söven Jar/ Se werden der Solsten Serren. Die Dithmarscher sind 1500 Mann, als aus jeder Döffte zoo starck ge⸗ wesen, und haben jeglicher die 8 Tage über, daß sie bey Brunsbüttel gelegen, 2 Gulden, die Haupt⸗ Leute oder Führer aber jeglicher 4 Gülden genossen. Sie hatten bey sich 2 Noth⸗Schlangen, 6 halbe, und 15 Quart⸗Schlangen/⸗ Mör⸗ ser, 20 Scharpentiner. Unter den 1500 waren 721 mit Hacken, Büchsen/ und 400 mit Arm⸗Brüsten versehen. 5 Ao. 1 132. waren die Dithmarscher abermahlen in Nüstung, zogen mit gewaffneter Hand nach der Süder⸗ und Norder⸗Hamme und Eyder⸗Kant, und lagen allda 3 Monath, um die von dem König Friderico J. abgedanckte Solda⸗ ten, derer bey dooo gewesen, von ihren Gräntzen abzuhalten. In diesem selbĩ⸗ gen Jahr, des Montags nach Allerheiligen, ist durch einen starcken Nord⸗We⸗ sten Wind eine grausame Wasserfluth über Dithmarschen, Eyderstädt, und an der gantzen See⸗Kant, 6 Ellen hoch über die Marsch gegangen, und find im Norderstrandt 1500, in Eyderstädt 1 100 Menschen, und in Dithmarschen so unzehlich viele ertruncken, daß die Todten allenthalben, wo man sie gefunden, begraben worden. Diese Fluth ist die hohe Fluth in Dithmarschen genennet worden, weil nicht zu lesen, daß das Wasser jemahlen so hoch in Duma gegan⸗ 342 Geschichte F V. Iheil. gegangen, als der Zeit. Denn es auch bey der niedrigsten Ebbe über die Teich. 1 7 1 1 der Fluth, ist es weiter uber Ulle ene. u Wien besen as f te Theil vom 5 1 blieben, und 55 a 110 Vehlen ge⸗ In diesem A0. 1532 Jahre ist die Päbstl. Messe in denen Kir ⸗ schaffet worden, wiewohl schon etliche Jahre 1 reine Eegesche e im 0 hin und wieder geprediget worden. Doch ie zu Lunden erst 30.170 3 or 15 188 vor Jacobi, die erste 5 A Predigt im Kloster gehalten Ao. 15 37. hat sich eine innerliche Unruhe in Dithmarschen e 15 14 Mann erschlagen, die andern aber aus dem ene 1 0 B Ursache mit gegeben zu der gäntzlichen Veränderung ihrer alten Frey⸗ 5 so 22 Jahren nachdem erfolget. Diese Uneinigkeit ist gewesen zwischen urthmans⸗Geschlecht zu Lunden, worin eue tarnen und Schwienen⸗ Klufft gehören, und denen Russebilligen, andern Theils, so die beyden grösten 10 ansehnlichsten Geschlechter des Kirchspiels Lunden gewesen. In diesem u mult ist Peter Schwien, ein treflicher beredsamer und seinem Vaterlande sehr 23 Mann, durch Anstifften der Rüssebellinger, zwischen Lunden und St. anen; am abend; n Himmellarth, von dreyen dazu bestelleten Bauren mördlicher Wesse el t einem Streit⸗Hammer rückling gehauen, daß er von dem Pferde in den Graben gestüͤctzet, und folgends ermordet worden. Die⸗ weil aber sein Pferd/ wie er in den Graben gefallen, nicht weichen wollen, son⸗ dern mit niedergehangenem Haupte ins Wasser gesehen, ist der todte Leichnam daruber gefunden, und mit grossen Wehklagen des gantzen Landes prächtig zur Erden bestätiget worden. Auf dessen Leichenstein der Titul Pater Patriæ qus⸗ gehauen worden. Die Mörder aber sind auf frischer That nachgespühret, er⸗ 2 tappet, und mit dem Rade gerichtet worden, nach dem die Anstiffter das Land 8 7. räumen müssen. 5. Ao. 15 39. ist die Vestung vor der Hamme, oder das Hamm⸗ l Haus 5 a 165 1 1 95 160 0 5 aufs nelle erbauet, 15 sind die 1 gebrochenen Kloster zu L ils dazu verbrau⸗ 90 weren ster zu Lunden, mehrentheils dazu verbrau⸗ Es hat Nicolaus Vite aus Weslingburen in einem Ms., welches i 2 Sesli welches in der e Bibliothec aufgehoben wird„unter andern folgendes ue 40 ub ohngefehr um Johannis in midden S. mmer was de gantze Hense de f 0 und de Dithmarscher weren darock mede, und quemen do sülvest in de en 0 und de von Rige, Revel und Dorp wolden se verbannet hebben, son⸗ rn se beschaffeden nichts. Aus dieser Relation ist nun nicht undeutlich zu schlies⸗ ce fe sal en kot Will Nebus p Nunded oha deb llt gd dis eil ausw bestat darau oda cht schg sind. will a Hocet Ubi de Dan Dar nem Ef geg male mug diese Sta fen? meld dere bel aber Jeane ge che — 3 3 8 e . des Landes Dithmarschen. 343 i dh schliessen, daß die Da marscher nicht allein dermahlen mit gegenwärtig gewe⸗ Fl sen, sondern auch würcklich in den Hanseatischen Bund mit auf und angenom⸗ Weg, men worden, wie denn die Worte lauten: und quemen do sülbest in de Hense. 0 Wann aber weder J. A. Werdenhagen in seinem weitläufftigen Wercke de fachahge⸗ Rebus publicis Hanseaticis noch andere Scribenten die Dithmarscher als ac Bundes ⸗Genossen NB. des gesammten Hanseatischen Bundes angegeben, 40.10, wohl aber daß sie bald diesen oder jenen der Genossen des Hanseatischen Bun⸗ erg des mit Rath und That beygestanden und zu Hülffe gekommen: so muß ich billig die Erzehlung des Nicolai Viten so lange in Zweifel ziehen, obgleich sein Aben, damn als eines einheimischen Geschichtschreibers Zeugniß allerdings mehr als eines N, welcht auswärtigen gelten solte, bis mit beglaubten Urkunden solches könne gründlicher alten ge bestärcket werden. Warum aber die 3 Städte, Riga, Revel und Dorpt starck in zwischen darauf gedrungen, daß die Dithmarscher möchten aus dem Bunde excludliret, Sch ucnen⸗ oder wie er setzet verbannet werben, füget er nicht bey, so kan man auch noch jetzo den grösten nichts positives melden, weilen alles mehrentheils auf blosse Muthmassungen In diesen sich gründet, und solche gründlich zu erörtern meine Nachrichten nicht zulänglich ellandeseht sind. Und wenn man das Wort, verbannet werden, in senla genuino nehmen en und dt, will, so setzet es doch allemahl zum Fundament voraus, die Dithmarscher müsten Baum in den Hanseatischen Bund angenommen worden senn denn niemand aus einer , daßn Societéè kan verbannet werden, er sey denn zuvor reciße worden,& hic est, au. Die; ubi hæsito Ob etwan diese 3 Städte die Prætensiones der Könige von len, saß Dännemarck erwogen, einige Unruhe solcher halben besorget, und ungern mit Leichnam Dännemarck der Dithmarscher wegen zerfallen wollen, weil die Crone Dän⸗ cht nemarck schon von vielen Jahren auf Liefland, und insonderheit auf diese 3 55. 10 Städte grosse Prætensiones gemachet, ist mir unwissend, daß solche damahlen Jg; 5 8 Dio Pr si d Kö 1 Dü 1 let“ er gereget worden. Solten sie aber die Præetensiones derer dönige von Dänne⸗ das bad marck an Dithmarschen erwogen„ und eine Unruhe daher wegen Aufneh⸗ ** mung der Dithmarscher in den Hanseatischen Bund besorget haben, so wäre 8 0 dieses eine Sache, so den gantzen Bund, und besonders die Niedersächsischen je Ui Städte angegangen, wiewohl damahlen Dännemarck nicht im Stande war, alm sein Absehen gegen Dithmarschen ins Werck zu richten, ob es gleich sein Auge⸗ 9 merck schon eine geraume Zeit auf Dithmarschen gerichtet gehabt. Oder ob etwa 4 00 der Mißverstand, welcher zwischen Lubeck und den Liefländern wegen des Sta⸗ 5 0 pel⸗Rechts entstanden, welches die Lübecker zu haben vermeineten, die Hollander 17 10 aber ihnen nicht zustehen wollen, sondern ihr Korn unmittelbar von den Lieflän⸗ 10 0 dern gekauffet, zu solchen Oontradictionen Gelegenheit gegeben. Denn es 1105 mögen wohl die Dithmarscher als Bundes⸗Genossen der Lübecker den Lieflän⸗ 1 dischen Städten nach damaliger Zeiten Gebrauch mit Capereyen grossen Ab⸗ 00 Rr bruch schles 5 — 344 Geschichte V. Theil. bruch gethan haben, worüber diese Städte ihre Klage bey dieser Versammlung der Hansee Städte erhoben, und ihnen das Unternehmen zu hintertreiben sich be⸗ mühet haben. Solches alles lasse ich den G. L. zu weiterer Erörterung über und soll mir sehr lieb seyn, wann jemand solcherwegen nähere Nachrichten in Liebe mir zu communiciren die Mühe nehmen will. Indessen so bleibt doch eine aus⸗ gemachte Warheit, daß Lübeck jederzeit und insonderheit bey dieser Versamlung gar zu wohl erkannt habe, die grossen Dienste, so die Dithmarscher ihnen in den vorigen und hauptsächlich in dem letzten Kriege gegen den König Christianum III. von Dännemarck seit A0. 1534. erwiesen. Denn die Dithmarscher tha⸗ ten nicht allein dem Könige allen möglichen Abbruch, und lecundirten die Lübe⸗ cker sowohl mit Volck als aller benöthigten Kriegs⸗Provision, sondern auch, wie der Churfürst und Pfaltz⸗Graf an Rhein, der Cbristiani II. älteste Tochter eben geheyrathet hatte, sich mit in dem Kriege einflochte, in der Hoffnung, die Nordische Kronen an sich zu bringen, wozu ihm der Kayser Carolus der V. alle Hülfe versprach: so errichteten die Dithmarscher auch mit diesem und der Nieder⸗ ländischen Regentin, Königin Maria, ein Verbündniß auf, und machten dem Könige viele Hindernisse, denen Progressen des Churfürsten mit Nachdruck sich zu widersetzen. Und zwar nicht allein den Lübeckern, als ihren alten Bunds⸗ Genossen, dem Pfaltz⸗Grafen und der Regentin, denen allen es um die Befrey⸗ ung Chriftiani ll, zu thun war, sich verbindlich zu machen, sondern hauptsach⸗ lich wohl sich dem Kayser gefällig zu erweisen, in Hoffnung, Sr. Kayserl. Ma⸗ jest. würde Sie bey ihrer so langen Jahren mit Gut und Blut bestrittenen Frey⸗ heit, wider die von Dännemarck gemachte Prætensiones schüͤtzen. Wie aber die Lübecker vermercketen, daß ausser und ohne Schläge in Dännemarck keine Progressen zu machen, oder zu holen sey, hingegen ihr Handel grossen Abbruch litte, schlossen sie mit den König Christiano III. zu Hamburg Ao. 1536. einen Frieden, in welchem Vergleich die Dithmarscher, als ihre Bunds⸗Genossen, mit eingeschlossen, und ihre habende Privilegia gesichert wurden, Cbron: Dan: Vita wie Huitfeld schreibet: skulle de Lüͤbeke oc deris For⸗ Christ. III. p. 1473. wandte/ hielpere oc anhengere&c. und ferner: de Dithmarsker skulle voere begrepen/ udi denne fred med de Lubske ok skulle de Dithmars⸗ ker bliffe ved deris Privilegier/ oe§rihed/ For drag/ Affkeder/ Breeff oc Segel/ er dennem nogit beswerligt der imod skeet/ dat s kal aff skaffis. Nach der eit und Krafft dieses Friedens sind denn nun die Dithmar⸗ scher von dem Churfürsten Friderico II. gäntzlichen abgetreten. Und ob wohl Fridericus II. Ao. 15 39. im Lande Hadeln einige Trouppen sammlete, Holl⸗ stein zu überziehen, so wurde doch sein Anschlag zu Wasser, weil es ihm an Geld, Proviant und Matrosen fehlete, die Hamburger ihn nicht die Elbe paßiren 0 1 0 2 — des Landes Dithmarschen. 345 Wa sen wolten, und der König Rendsburg, Crempe und Heilige Royer. Dan. über Land eben zu dem Ende A0. 15 39. befestigen ließ, und nach der Gesch v. 239. 1550 10 Zeit hat er niemalen was mit Gewalt tentiten durffen. Warees also den 0 debe Dithmarschern sehr zu verdecken gewesen, wenn sie gls vernüfftige Leute mit ei⸗ 950 nen so ohnmächtigen Feinde Dännemarcks es ferner hätten halten wollen. Der aa Ao. 1537. zwischen dem König Christiano III. und Maria, Regentin der Up Niederlande, zu Hamburg aufgerichtete Stillstand war selbsten den Dithmar⸗ enn schern im Wege, wenn sie ja noch etwan mit Kayser Carolo V. solten unter naa, der Decke gespielet haben, als welcher beständig suchte Christianum III. aufzu⸗ en die dübe halten, sich an der Ost⸗See fest zu setzen, und keinen Frieden mit dem Könige zu ndern auc Pag. 22). schliessen, welches der Hr. Hoyer sehr wohl, der Hr. Lakemann lte Docht aber nicht angemercket: und nach der Zeit ist nichts vorgefallen, darin die Dith⸗ ung, de marscher gegen den Konig sich sehen zu lassen vor dienlich gefunden, bis endlich der V. ale Mantisfa Codic. Ao. 1544 im Junio, oder wie Hr. Leibnitz setzet, im Majo zu er Niedet⸗ Diplomatie. p.233. Speyer durch den sogenandten Speyeris. Frieden oder Nie⸗ schten den derländis.Erb⸗Vertrag alle Streitigkeiten beygeleget worden. In welchen Ver⸗ chdruck sic trage unter andern mit angeführet: Daß zwischen den Königreiche Dännemarck⸗ en Bundr⸗ Norwegen, Gothen und Wenden, den Hertzogthümern, Schleßwig, Holstein, e Beftu⸗ Stormarn und Dithmarschen, und allen andern Gebieten und Landen, gute, auptsach⸗ aufrichtige beständige Freundschafft, Einigkeit und Friede seyn solle. Messenius ell. Ma⸗ Tom. V. C. 8. schreibet hievon also: Regi reconciliati Dithmarsi, fœdus de- then dreh p. 38. lerunt, quod adversus ipsum cum Palatino& Lotharingo pe- Weaber pigissent. Der gelehrte Historiographus und Justitz⸗Nath Hoyer in seiner ck keine Dänischen Geschicht pag. 240. und der Hr. Lakemann in seiner Holst. Mbluch Hist. pag. 424. wollen, die Dithmarscher hätten Reih im selbigen Jahre mit 6. enen Christiano dem III. der sie anzugreiffen Mine machte, sich vertragen, der Allian- ossen mt ce mit den Kindern Chrittiani II. renunciren und dem Hertzogthum Treue zusagen, und respective Christianus III. hätte die Dithmarscher genöthiget, 10 f eee Wi sich näher zum Ziel zu legen, von dem wider ihn mit Eriderico II. aus der Pfaltz r fue und der Niederländischen Regentin Maria geschlossenen Verbündnissen gäntz⸗ ichn, lich abzustehen, dahingegen beyden Hertzogthümern alle Treue zu versprechen. „ Breef. Daferne diese Worte müssen, oder sollen von einer angedroheten Gewalt tale und daher entstandenen Furcht, zu verstehen seyn, so finde ich nicht jedoch Na mit Erlaubniß derer Hrn. Autorum) wie solches aus denen bereits angeführten dal Worten des Speyerschen Erb⸗Vertrages oder aus dem Neessenio zu erweisen 1 sey, vornemlich da die alten Dithmarscher vor verlohrner Freyheit von der Haar 100 nicht gewesen, daß wenn der Konig nur Mine machte sie anzugreiffen, sie sich so⸗ i 5 0 gleich vertragen und den ee alle Treue hatten zusagen sollen. 5 1 2 je U — 346 5 Geschichte 15 924 V. Theil. die Meinung aber, daß die Dithmarscher, an deren Tapfferkeit auch von Däni⸗ scher Seiten nicht gezweifelt wurde, aus keiner Furcht, sondern vielmehr aus Antrieb ihrer Klugheit, weil sie nach geschlossenen allgemeinen Frieden allein mit Dännemarck solten zu schaffen haben, angetrieben, und wie die andern Histo⸗ rici reden, genöthiget worden, indem sie in Friede und Ruhe leben konten, viel ehender mit Dännemarck Friede zu halten, als in Bösen den zweifelhafften Ausgang eines unvermeidlichen Krieges ohne erhebliche Ursache abzuwarten: so finde ich nichts, daß in solcher Erzehlung solte auszusetzen seyn, vornemlich da der gelehrte bontanus ebenfals meiner Meinung zu seyn schei⸗ In vita hrist. III. net, wenn er diesen Krieg und dessen Beschluß beschreibee: pag. 72. Statim exinde exautorari Rex militem fecit, quem eo usque ob metum Burgundici belli habere sub signis coactus fuerat. Eæque copiæ prius- quam in totum Daniæ oris excederent, circa Holsatiæ limitem attineban- tur. Erant, qui existimabant Dithmarsos peti& in eos belli molem ver- sum iri. Sed cum eis quoque amice transigi Rex curavit; eo scilicet pacto, ut recederent a fœdere, quod cum Electore Friderico& Lotharingiæ Du- ce superioribus annis pepigissent, veteri fide atque obsequio erga Daniæ regnum& Holsatiæ Ducatum agerent. Das ist, wie es in dem Erb⸗Vertra⸗ ge lautet: Sie solten in einer aufrichtigen beständigen Freundschafft, Einigkeit und Friede mit einander leben. Daher dann die letzteren Worte veteri fide& obsequio agerent, nicht nach dem Sensu literali, sondern nach der Zeiten Um⸗ ständen müssen erkläret werden/ wie sie vorhin mit ihren Nachbaren gelebet, denn wenn sie zur Treue und Gehorsam wären genöthiget worden, hätte Pontanus nicht schreiben können amice Rex cum eis transigi curavit. Auch hätte der König mit seinen hohen Allürten A0. 15 59. die Dithmarscher nicht mit einer so f ansehnlichen Armee zu überziehen und mit Vergiessung vielen Blutes zum Gehorsam bringen dürffen. Ende des fünfften Theils. RN Der 0 Veil 5 bon Dan eunehr gu f allein mt deen Hilto. alen, bie defchaften Abuwagzen. rnenchde ita brill pag. 72. ob metun opiæ prius attinehan. olem ver. cet padto⸗ ningiæ Du. erga Daniz b⸗ Vertu „Einsgkel teri fide& Jalen Um⸗ galebet denn e pontanus c halte de inst einer s U Olk 3 5 n 8 2 3 J..... ͤ K des Landes Dithmarschen. 34 Der sechste Theil. Von denen denckwürdigsten Geschichten und Antiquitten des Landes Dithmarschen, von dem 155ꝗten Jahr bis auf unsere Zeiten. Chronodlistichon. Effera LIbertas DIthMarslana fuit. DlIthMarsla LIbera f VIt. Oder: DlthMarsen hat Ihre Frelhelt VerLohren. D ir fangen anjetzo den sechsten und letzten Theil unserer Dithmarsi⸗ N sischen Geschichte mit dem mercklichen 15 Joten Jahr an, in welchem die so lange Jahre durch, erstrittene und verthädigte Freyheit der Dithmarscher zu Grabe getragen worden, und in welchem sie mit Recht/ bey an⸗ noch entblöͤsseten Schwerdtern erkennen müssen, die besondere Göttliche Vor⸗ sorge vor ihr zeitliches und ewiges Heyl, wenn er ihnen die freye Regierungs⸗ Art geleget, die daraus entspriessende Unordnungen, boßhaffte Unterdrückungen, 4. vielfältge Empörungen gedämpfet; hingegen dieselbe in einer beständigen Ru⸗ he, und unter einer glückseligen Regierung versetzet, da er diese Landschafft der gnädigsten und gnädigen Herrschafft und Regierung der Könige von Dänne⸗ marck und Hertzogen von Holstein unterworffen. Zwar konten die alten Dith⸗ marscher gleich Anfangs die Göttliche Führung nach einer natürlichen Ver⸗ blendung des Verstandes und angebohrner Liebe zu einer freyen Lebens⸗Art, nicht erkennen, sondern setzten sich mit aller Macht derselben entgegen, und rüste⸗ ten sich aus allen Kräfften ihren Feinden Widerstand zu thun, allein diesesmahl war ihre sonst berühmte Tapferkeit nicht zulänglich den einmahl gesetzten Pe riodum Revolutionis zu übersteigen, sondern in diesem Jahr musten sich ihre stoltze Wellen legen. Was aber bey solcher Veränderung und nachhero vor⸗ gefallen, wird nachfolgende Relation mit mehrern zeigen, dabey ich der Hoff⸗ nung lebe, der geneigte Leser werde mich keines agi beschuldigen„wenn ich hauptsächlich mich des Cilici Tractat 7 pello Dithmariico bediene, wegehse 1 3 3— Geschichte VI. Theil. die genaueste Umstände dieses Krieges in sich fasset, und von dem berühmten Henrico Ranzovio oder wenigstens auf dessen Geheiß und gegebenen Nach⸗ richten zum Druck befodert worden. Der Heldenmüthige Kdolffus, des Kö⸗ niges Christiani III. zu Dännemarck Bruder, war von seiner zarten Jugend an dahin bedacht, wie er durch tapfere Thaten sich einen unsterblichen Nahmen erwerben, seine Länder und Einkünffte vermehren, und seiner Vorfahren vielfäl⸗ tigen erlittenen Schaden(welches ihm an Kaysers Caroli L. Hofe offters vor⸗ geworffen worden) an den Ditmarscher wieder rächen, und derer Vorrückun⸗ gen ein rühmliches Ende machen möchte. In diesem Vorsatze wurde er so viel⸗ mehr gestärcket, da der Kayser Carolus V. ihm Ao. 148 zu Brüssel nach der Belagerung Metz wegen seiner getreuen Dienste, und auf sein fleißiges Anhal⸗ ten, die Belehnung, so Kayser Friederich A0. 1474 Christiano I. über Dith⸗ marschen gegeben, vor die 3 Brüder, König Christiano, Johanne und Adolff, alle Hertzogen zu Holstein, wiederum erlanget, und bestätiget erhalten. Inson⸗ derheit vermeinte der Hertzog die beste Gelegenheit zu haben, wie Jürgen von Holle und Holmer von Monnighausen, mit einem ansehnlichen Corps aus der Kayserl. Armee in dem Stifft Bremen sich eingelegt, und mit denen er es bereits überleget, und sich gesetzet hatte. Allein sein heldenmüthiger Vorsatz wurde von dem Könige Christiano III. unterbrochen, als welcher in solchen Krieg nicht allein nicht bewilligen wolle, sondern auch seinen Bruder bey aller Gelegen⸗ heit verhinderte. Denn dieser gottsfürchtige und friedsame König, war mehr auf eine seelige Abreise aus dieser Zeitlichkeit bedacht, denn auf die Vermehrung seiner Länder. Nachdem aber der Konig den 1 Jan. A0. 1159 berschieden, nahm Hertzog Adolff den Krieg mit allem Ernst vor, und erstand auf dem Kieler Umschlag eine grosse dumma Geldes von dem anwesenden Adel, in aller Stil⸗ le und Geschwindigkeit auf Zinse, von dannen zog er um Ostern nach Wolffen⸗ büttel, ohne jemand von seinen Räthen bey sich zu haben, und überlegte diesen Krieg mit Hertzog Hinrich von Braunschweig. So bald Hertzog Adolff von Wolffenbüttel zurück gekommen, lies er durch seinen Statthalter Daniel Rantzau, auf dem Schloß Peine Volck wer⸗ ben, und untergab dem Wolf Schönewiesen, einem alten erfahrnen Krieges⸗ Obristen, ein Regiment Infanterie, und Joachim Blankenburg vertrauete er ei⸗ ne Esquadron Reuter, andere schreiben, er habe 3 Obristen als Reimer von Walle, Wilhelm Wallerdom, und Wulf Schönewiesen, jeden über ein Re⸗ giment Infanterie bestellet, auch Moritz Kantzau 5oo, und Joachim Blanken- burg 400 Pferde anvertrauet; Solches alles wurde so geheim gehalten daß nur Mauritius Kanzau, und Adamus Traziger, als seine geheimesten Räthe davon Nachricht gehabt, und die behörige Veranstaltungen gemacht, der Hoff⸗ nung, ——— Vl. des Landes Dithmarschen. 349 denlh nung wenn alles Volck beysammen, sein Vorhaben destoweniger könte hinter⸗ fen Nach; trieben werden, und daß auch, weil der junge Kron-Printz Fridericus II. noch „des Kö; nicht gekrönet, er den Krieg gegen die Dithmarscher allein fuhren, auch den Ge⸗ Jugend winn vor sich allein behalten und geniessen mochte, zu dem wäre an Ueberwin⸗ Mhmen dung der Dithmarscher so viel weniger zu zweifeln, je geschwinder und unvermu⸗ wände theter sie würden überfallen werden. Na Doch diese Veranstaltungen konten unmöglich so geheim gehalten werden, 05 0 daß nicht der Königl. Stadthalter und Amtmann zu Segeberg, Hinrich Ran⸗ 8 fa tzau, solte Nachricht davon erhalten haben. Welcher, nachdem er alle Umstän⸗ lage de genau erforschet, so gleich dem Könige davon rekeriret, und seinem Vater. ges Mh Johann Rantzau die Sache entdecket. Dieser nun hat sogleich Herzog adolf ber Off durch ein Schreiben von solchem Vorsat hefftig abgemahnet und des jungen Waal Printzen Unwill und Feindschafft, so er hiedurch würde auf sich laden, auch der „Jul Dithmarscher Tapferkeit und Krieges⸗Macht, nebst der Städte dübeck und ütgen von Hamburg Ungunst weitläufftig und gründlich vorgestellet, anbey gebeten, der ds gus det Hertzog möchte jemanden von seinen Bedienten zu ihm senden, mit welchem er debe alles genauer überlegen und seine Meinung so viel deutlicher demonstriren konte. satz wurde Auf solchen Brief schickte der Hertzog seinen Geheimten Rath, Bertram See⸗ en Krieg stett, nach Neumüͤnster, um mit Johann Rantzauen weiter zu tractiren: dersel⸗ Gelegen⸗ be bemühete sich die in dem Briefe angeführte Gründe zu wiederlegen, vornemlich war mehr aber stund er darauf, es mochte dieser, seinem vormahlen gethanen Versprechen mehrung nach, selbsten mit in den Krieg ziehen, und die Ueberwindung befodern helffen. erschieden, Allein dieser wolte sich in diesen Krieg nicht meliren, es wäre dann, daß der an Kelet Kron⸗Printz und Hertzog Johann den Krieg bewilligen, und mit eintreten wür⸗ lr Stil den. Indessen soll Hertzog Adolff in eigener Person vorhero das Land ausge⸗ Wolffn⸗ kundschafftet haben, nicht ohne Gefahr erkannt zu werden. Corn: Hamsfort te dieseh in Hift: Ms. Holsat. inprimis Dithmarsiæcx. Während dieser Unterredung conkerirte der Stadthalter mit dem Bi⸗ les t schof von Lübeck und Cantzlern des Königs Andrea Berbey und erwegeten ock we sorgfältig, wie man aller innerlichen Unruhe im Lande vorkommen, und eine Kleegts⸗ gute Harmonie zwischen dem Kron⸗Printzen und Hertzogen beybehalten möge, fete el zu dem Ende wurden sie mitlerweile schlüßig, doch ohne Vorwissen des Printzen, imer hol einige Trouppen zusammen zu ziehen, die Königliche Schlösser zu besetzen und in ein q⸗ guten Defensions. Stand zu bringen. Es ließ nemlich der Stadthalter von danken. den Grafen von Adlenburg Völcker annehmen, Hans Berner, Drosten zu , ß e wurde Geld zu Joo Pferden gegeben, desgleichen wurde Frantz von fte Hülgu in Bestallung genommen, welches alles den 18 April verlauffen. 1 Hoff ö Nach fung/ 350 Geschichttetet VI. Theil. Nach diesem sind annoch verschiedene Zusammenkünffte zwischen denen Königl. und Hertzogl. Bedienten gehalten, und viele Couriers an den Kron⸗ Printzen ab⸗ und zugesandt worden, bis endlich durch Vermittelung beyderseits Rathe es dahin gerathen, daß alle 3 Fürsten, nemlich der Kron⸗Printz, Hertzog Adoiff, und Hertzog Johann, den 28 April in Person mit ihren Rathen zu Nord⸗ dorff zusammen gekommen, und sich den May allerseits dahin verglichen, daß Hertzog adolffen die bey der ersten Munsterung verwandte Kosten, welche zu 18000 Rthlr. gerechnet, gegen eine Quitance solten wieder bezahlet werden, worunter doch etliche Tausend mit begriffen, so den Soldaten vorgeschossen, und bey der ersten Lehnung solten gekürtzet werden, die folgende Krieas-Kosten solten mit gesamter Hand getragen werden. Wenn Dithmarschen bezwun⸗ gen, solte es in z gleiche Theile gesetzet, und durch das Looß getheilet werden. Weß unterthanen währenden Krieges durch Brand oder sonsten Schadenneh⸗ men möchten, dafur solte keine Satislaction gefodert werden. Es blieb aber Fri⸗ dericus Il. nach dem Kriege, Adolffo wegen aufgewandter Kosten 0000 fthl. schuldig, wie er selbsten in der Erbtheilung von A0. 1564 bekennet. Darauf haben sie an Graf Anthon von Oldenburg um 15 Fahnen Knechte geschrieben mit Vorwenden es wäre nnnmehro Zeit daß er seine beyde Vettern, so A. 1 500 in Dithmarschen geblieben, wieder rächen konte, welcher nachmahls auch mit 15 Fahnen zu ihnen gestossen. Auf diesen Vergleich folgete nunmehro die würckliche Veranstaltung zum Kriege, und wurde von allen 3 Herren Johannes Rantzovius zum Feld⸗Marschall über die gantze Armee erwehlet, und das Com. mando ubertragen, und ihm Bertram Seestedt, zum Lieutenant bey gegeben, weil auch dieser es ernstlich ausgeschlagen, ward Frantz von Bülau an seine Statt ernennet. Auch wurden von einem jeden Fürsten 2 Tommillarien benen⸗ net, die Dölcker in Eyd und Pflichten zu nehmen, als von Königl. Seiten, Clauß Rantzau, Amtmann zu Steinburg, und Holger Rosencrantz, Reichs⸗Rath in Dännemarck. Von Hertzog Adolffen, Clauß Rantzau, der schielende, und Paul Rantzau. Von Hertzog johann, Otto bon Tinen und Caspar Buch⸗ wald, und entrichtete der Stadthalter, auf Königl. Befehl, denen Königlichen Commissfarien vor die erste Munsterung 15000 Rthlr., weil man in Eile in Dännemarck nicht mehr aufbringen können. Nechst diesem wurde ein ordentli⸗ ches Commissariat aufgerichtet, welches alles Benöthigte währenden Krieges veranstalten muste, in welchem præsidirten der Feld⸗Marschall, Johann Ran⸗ tzau, Hinrich Rantzau, Hinrich Breda, Christoffer und Moritz Rantzan, Ver⸗ tram und Benedict von Ahlfeld, Holger Rosencrantz, und Bertram Seested⸗ te, denen nachhero beygesetzet worden Wolf Schönewisen, Willhelm Woller⸗ dom, Reimer von Wolde, und der alte Christoffer Urisperg. 8 el⸗ Nel. 9 des Landes Dithmarschen. 351 ö 1— a 55 Ferner so wurde verordnet, die Gräntzen derer Churfürstenthümer wohl ade besetzet zu halten, und fremde Trouppen bey der Hand zu haben, nicht allein ge⸗ „ Haeg gen alle in⸗ und ausheimische Feinde, als wegen zweifelhaften Ausgang des udo; Krieges sich in guter Politur zu setzen. Zu dem Ende wurde der gantze Adel in , Kanten und Jütland, auf erste Ordre Marschfertig zu seyn, aufgebothen; Clauß agen dantzau, ein alter erfahrner General, und Amtmann zu Steinburg, mit denen wd Cremp⸗ und Wilster⸗Marschern, muste die Gräntzen an der Elbe gegen Dith⸗ gehe, marschen besetzen, und des alte Hinrich Rantzau muste sich mit den Friesen, Ey⸗ 0 derstädtern und übrigen Unterthanen des Fürstenthums Schleßwig, längst der 0 10 Eyder poltiren, zu dem Ende hatte der König einige Schiffe auf der Elbe gegen 17 0 Braunsbüttel geleget, denen Dithmarschern alle Zufuhr und Assistence abzu⸗ 10 0 schneiden. Solchergestalt wurde alles Benöthigte besorget, und aller besor⸗ 05 5 ö genden Gefahr vorgebeuget, also daß man den Krieg in Dithmarschen führen 9 765 und vor fremden Ueberfälle versichert seyn könte. Zu desto mehrerer Sicher⸗ h heit, und damit ihre mit Proviant und Ammunition beladene Schiffe so viel Dal sicherer und ungehindert die Elbe paßiren könten, haben die hohen Herrschafften 17100 folgendes Schreiben an die Stadt Hamburg ergehen lassen: gc König Friederichs in Dännemarck, und Hrn. Johann und 5 9 Hrn. Adolffs, Hertzogs zu chleßwig, Holstein, Schreiben, daß 92 85 Hantburg Ihro Köntgl. Majest. und Fürstl. Gnaden zu unter⸗ 0 thänigen Ehren, ihre Schiffe auf die Elbe, frey paßiren las⸗ (i öge an seile sen möge. dae Hlecderich der Ander zu Dännemarck, Norwegen, der Wenden und Gothen Cauß König, und Johannes und Adolff von denselben Gnaden, Erben zu Nor⸗ Nach wegen, alle Hertzoge zu Schleßwig, Hollstein, Stormarn, und der Dithmar⸗ de, uud schen, Grafen zu Oldenburg und Delmenhorst, Gevettern und Gebrüdern. Buh Unsern gnädigsten und gnädigen Gruß zuvorn, Ehrsahme lieben Getreuen. lch Nachdem Euch und Männiglichen wol wissend, welchergestalt und massen, daß Cen unsere ungehorsame Unterthanen, die Dithmarschen, unsern Vor⸗Eltern und ordeulh Uns lange Jahr her, muthwillig und ungehorsamlichen vorgesessen; Also seynd Khecge⸗ wir entschlossen, vermittelst Göttlicher Hülfe zu erster unser Gelegenheit gedachte n Ra⸗ Rebellischen unsere Unterthanen, die Dithmarschen, zu gebührlichen unsern Ge⸗ f, Bur horsam zu bringen, an die Hand zu nehmen. Dieweil nun an dem, daß Wir to zu gerührter unser habenden Expedition, die an Euch noch niemand anders soler⸗(ausserhalb gemeldter unser ungehorsamen Unterthanen der Dithmarschen) zu 1 Nachtheil, Schaden oder Beschwer, n„ vielweniger, daß ihr 95 0 8 er 352 Geschichte VI. Theil. der zu befahren haben sollet, etliche unsere Schiffe auf die Elbe lauffen lassen werden; So gesinnen wir hiermit an euch gantz gnädigst und gnädiglichen, Ihr wollet uns zu unterthänigst und unterthänigen Ehren, unsäumlichen euren Ausliegern auf der Elbe, und wo sie die haben, schreiben und befehlen, daß sie ge⸗ meldte unsere Schiffe, so viel dero dann in Zahl seyn werden, wann sie auf der Elbe, da sie ben⸗ und unter Dithmarschen, und sonsten ankommen, ungehin⸗ dert, auch unbeschädigt frey seegeln, paßiren, und sonsten ungehindertlliegen lassen mögen. Dahinwieder wollen wir dem Admiral gemeldter unser Schiffe ernstlich auferlegen und befehlen, daß er mit den Schiffen und inhabenden Krie⸗ ges⸗Volck eure Mit⸗Brüder, desgleichen den Seefahrenden Kaufmann, frey auf⸗ und ab, ohne alle Beschwer, seeg eln, handeln und wandeln lassen, und insgemein gantz niemand, ausser den gerührten unsern ungehorsamen Untertha⸗ nen, der Dithmarschen, beschadigen noch beleydigen, sondern sich friedlich er⸗ zeigen und verhalten soll. Und dieweil ihr euch auch zu berichten, welcher massen ihr uns als ein Gliedmaß unsers Färstenthums Hollstein zugethan und Ver⸗ wandt seyd, gesinnen Wir auch gnädig und gnädiglichen, Ihr wollet euch ge⸗ meldter Dithmarschen keinesweges theilhafftig machen, zu deme auch ihnen aus unser Stadt Hamburg, es sey an Proviant, noch andere Kriegs⸗ammunition heimlich noch öffentlichen, durch euch, noch andere keine Hülfe, Zuschub, Für⸗ derunge, noch Zufuhr thun, sondern dessen alle gäntzlich äussern und entschlagen. Auch jemands aus eurem Mittel nicht verhengen, oder verstatten, ihr werdet euch in gehörten gegen Uns unterthänlich und willfährig erzeigen. Und ob Wir Uns deß alle gantz keinen Zweifel machen, sondern gäntzlich gnädigst, und gnädiglichen versehen: so begehren wir dennoch hierauf, euere richtige, zuverläßige schrifftliche Antwort bey gegenwartigen darnach ferner zu achten haben mögen. Das wollen Wir um euch mit besonderer Gnade und allem guten hinwieder erkennen und bedencken. Und seynd euch, denen wir diß unangezeigt nicht lassen können, sonsten gnädiglich zugethan. Datum in unserm Feld⸗Lager Schöne⸗Felde, Freytags nach Pfingsten. Anno X. Lib. Friedrich. J. H. Z. S. H. A. H. Z. S. Hollstein. Manu propria. Auswendig stehet geschrieben, den Ehrsamen, unsern Lieben getreuen Bür⸗ germeister und Rath Unser Stadt Hamburg. (L. S.) CL. S.)(L.S.) So N 1 5 des Landes Dithmarschen. 353 eat 5 gc, So wurde auch bewilliget, daß ein jeder 6 grosse Canonen und chen kung 2 Mauer⸗ Brecher mit allem Zubehör, im Felde führen solte, über⸗ Apsege dem waren 1000 Schantz⸗Gräber, Schiff⸗Brücken und alles Be⸗ se cf her hörige besorget. Die Dithmarscher hingegen waren so einfältig nicht daß „Iain sie nicht hätten mercken sollen, daß gegen sie und ihre Freyheit solche Veran⸗ darth staltungen gerichtet, daher sie denn auch die Hande nicht in den Schooß cf legeten, und mit müßigen Augen diesem Spiel zusahen: zu Carst. Schroters Aden l Anfangs foderten sie alle Fremde, so sich aus denen benachbar⸗ 5 e 8 ann, fn ten Landschafften bey ihnen zu wohnen niedergelassen, und erkundigten sich, wie sen, ul. sie gesinnet: die nun vor die Wohlfahrt des Landes fechten, gut und böͤses mit ih⸗ Unterthe nen erwarten und ausstehen wolten, selbige musten den Eyd der Treue in jedem Neblchgh Kirchspiel und Geschlecht ablegen, die übrigen aber liessen sie mit einem Paß fran wieder aus dem Lande ziehen, wiewohl doch die meisten sollen geblieben seyn, und ud Pu tapfer gefochten haben. Nachdem wurde das gantze Land aufgeboten, an deuchge allen Orten Wachten gesetzt, und alle Vestungen oder Schantzen repariret, ae 15 auch wurffen sie eine Schantze vor Hesel auf, obgleich viel riethen, man solte ein nec Stüͤck Landes durchgraben, so könte man die Gegend, so der Feind passiren mü⸗ ab, gi ste, unter Wasser setzen, allein Israel war Blindheit wiederfahren, Uneinigkeit 10 9. öfnete dem Feinde den Weg, Vermessenheit, Sicherheit und Verachtung des al. Feindes, legten ihnen die Fesseln verlohrner Freyheit an, der eine rieth dieß, der ade ander jenes, und ein jeder wolte vor seiner Thür fegen, oder sein eigen Haus be⸗ 75 schüͤtzen, ja einige waren gar spöttisch, wie denn Carsten Wolderich, ein sonsten ganzlich starcker und ansehnlicher Mann, sich vernehmen lassen, er wolte schon vor 10 F euere stehen, sie solten nur auf ihn sehen, wie es aber zum Ernst gekommen, sst er der er⸗ ferner zu ste gewesen, so in einer schimpflichen Flucht die Rettung seines Lebens gefunden. ade und Auch hat Hr. Hieronymus käglich das Volck 3 mahl in die Kirche gefodert, wir dis und Bet⸗Stunde gehalten, auch nachgehends, wie sie das Schiessen vor Mel⸗ g unserm dorff gehöͤret, sind sie alle auf ihre Knie gefallen, und haben GOtt ernstlich um Sieg angeruffen. Allein wir wenden uns wieder nach denen Allürten, allwo der König, nachdem er zu Segeberg am Pfingst⸗Tage einige von der Cavallerie und olga Infanterie die Revue palsiren lassen, wieder zurück, und Schleßwig vorbeyge⸗ reiset, und zugleich mit denen beyden Fürsten die Abrede genommen, sie wolten des folgenden Mittwochens nach Pfingsten in Hogewestette zusammen kom⸗ n N men, und Krieges⸗Rath halten, welches auch würcklich den 17 May geschehen und beschlossen, mit der gesamten Armee den 22 May in Dithmarschen einzu⸗ brechen, borgängig aber nach Krieges⸗Gebrauch den Dithmarschern solenniter den Krieg anzukündigen. Ss 2 Manifest G0 354 Seschichtt VI. Theil. Manifest oder Entsegge⸗Breef auf einem weissen Stecken nach Krieges⸗Gebrauch zur Heyde überantwortet. 5 Den 20 May:. Dy Friederieh van Gades Gnaden/ Konig to Dennemarck/ und van dersulven Gnaden/ Johans und Adolff, alle Hertogen to Solsten. Nahdem ji de acht und vertig Kathgever/ wo ji ju nöhmen/ und alle und ede Inwahnern des Landes Dithmarschen/ Uns alse jue erfliche Landes⸗ Sursten und van Gott verordnete Ovrigkeit/ jegen GOttes Befehl und Verordnung der hohen Ovyrigkeit/ to juer Seelen Unheil/ nicht allein vor⸗ settiglick/ ungehorsam und wedderwerdig/ sundern ock in veele Wege und unophörlich mit unchristlicken/ schimplicken und unliedlicken Handlungen/ an Unse Vorfahren/ ock unse Hoheit antoròhren nicht verschonet/ de Underdahnen tom höchsten beschweret/ Roeff/ Mord und Frede brocke ge⸗ öfnet/ wo den op unse Land/ Silligeland genömet/ dar de Kercke nicht verschonet und geschüet worden/ Mord darin dädlick to öfen und to be⸗ gaen/ andere unsaaliche dadliche grausahmliche Handlungen/ de schwerlich to verbo den. Und in dem allen wedder Recht noch Billigkeit geachtet/ ock nicht Recht geven/ edder tolaten willen/ damit eene lange Tydt hero geduldet/ Bloet vergetend/ to verschonen. Als averst unse Langmodig⸗ here/ u halstarrig/ dadlich und unrechtmathig vornehmen/ und ungehorsam mehr gestarcket/ und keen Billigheit to verhapen. Sund wy dorch juen Frevel und Moetwillen bewagen/ und gröflich verohrsacket/ ju mit dem Schwerd heimtosöcken/ und mit Göttlicker Hůlpe ju in unsen Gehorsam/ wo ji uns verplichtet/ to bringen/ unse gehorsame Under dahnen vör juen Ire vel gehandhavet/ und vor Mord/ Roef und redebröckigen Over fall vor ju geseckert/ dat Wy uns uth Göttlicken Befehl und plichtig to syn er⸗ kemen. Waren averst de verohrsackende scharpe und ernste Straffe je⸗ gen iu ergahn to laten/ vellever verschonet gewesen; Und willen Uns dem⸗ na/wowol solckes jegen ju/ alse unse ungehorsahme Underdahnen/ nicht nö⸗ dig gewest/ hiermit samt unsern Selpern und Helpershelpern nottrofftig⸗ lich na Krieges ⸗Gebruck to Ehren/ verwarnet hebben. Darna ji ju to richt en. Datum Sogewestede/ den 18 Dag May 1559. Dieses Manifest, so mit dem Königlichen und beyder Fürsten Siegel ver⸗ siegelt, wurde auf einem weissen Stecken gestecket, und durch einen Bothen de⸗ zen Acht und Viertzigern in der Heyde, alwo fie e ca; 5 8 N f. ge * bil des Landes Dithmarschen. 355 — eschlagen, überreichet. Sobald dieses unter den Dithmarschern rücht— 10 00 gardorden„ ist ein grosser Tumult unter ihnen entstanden, haben fart dem Bothen gefluchet und gedräuet, hätten ihn auch würcklich gehan⸗ gen, wenn er nicht durch Vorsichtigkeit derer Acht und Viertziger dem Volck aus den Augen und Händen gerissen, und so lange verborgen gehalten 15150 worden, bis die Antwort durch ihren damahligen Landschreiber Hermann ö 0 5 Averhoff verfertiget worden, mit welcher sie den Bothen wieder zurück ge⸗ lade sandt haben. n Antwort derer Dithmarscher auf den Fehde⸗ ei Brief, oder Ankündigung des Krieges. 10 Den Durchlüchtigsten, Großmächtigsten, Durchlüchtigen, Hochgebohrnen ck Fürsten und Herrn, Herrn Friderichen dem Andern van Gottes Gna⸗ 1 500 den, erwehleden Konig to Dännemarck, Norwegen, Hertzog to Schleßwig, en Holsteen und Stormarn, Grafen to Oldenburg und Delmenhorst ꝛe. adtobe Dorchluchtigster Großmächtigster Konig, Dorchluchtige Hochgebohrne weich Fürsten und Herren. Juer Konigl. Majsest. und Fürstlichen Gnaden, Schrie⸗ fache ven, darinnen angetüget, dat desüͤlbe gröflick perohrsacket, Uns unde de Gemene bt her des Landes to Dithmarschen, met Heeres Krafft to averthen, und dorch dat hwodig⸗ Schbwerd to geböhrlichen Gehorsam to bringen, hebben wy ungerne, by gegen⸗ chersam werdigen Ihro Königl. Majest. und F. Gnaden Baden entfangen und verstan⸗ ich suen den. Darup geven wy Ihro Königl. Majest. und F. G. in Demoth to erken⸗ mit dem nen, dat wy denselben an dem Lande Dithmarschen keene Gerechtigkeit gestän⸗ horsam⸗ dig, sündern wy sind mit incorporerde Gliedmate der hilligen Kercken, und des or suen Ertz⸗Stiffts Bremen, under welches Schut und Scherm wy durch Gades verfal Gnaden in de Veerhundert und mehr Jahren gewesen, wo löfllick to bewiesen, 5 inet, und des mit Land und Lüden, van Römschen Pausten und Römschen Kaysern rafe s⸗ stattlich priviligiret, und hedden uns to Ihro Königl. Majest. und F. G. als löf⸗ ins de, licken, Christlichen und Gottfürchtigen Königen, Herren und Fürsten, hohen niche Herkamens und Stammes mit nichten versehen, na deme wy mit densülben in 1 Ungnade nichts to schaffen, sündern veele mehr Allergnädigster gnädigen Beför⸗ N derung und Naberschop vertröstet. Dat men uns wedder G Ott, Foge und Recht, Segel und Breefe durch Ihr. Königl. Majest. und F. G. öflicker milde Gedachtniß Herren und Vädere, Königen und Fürsten, ut gegeven, ju ock wed⸗ 00 f der der hilligen Römischen Rickes hoch verpeneden Land⸗Freden,gülden Bullen, le scholden also plötich(wo leyder jetz verhanden) unavergewunnen des Rech⸗ alu es mit dem Schwerd avertagen hebben, den dar wy in Unwegen gewesen, ed⸗ cha 1 Ss 3 c dr —— b—— — 356 Geschichte VI. Theil. der sonst eniger maten uns vergrepen hedden, könden und mösten wy an geböhr⸗ licken Orden, dar wy deenstplichtig, Erörterung der Rechten wol geladen heb⸗ ben und lyden können, und wären desfals den Rechten hoch und genogsam un⸗ derworpen; Und willen tom averflote als uns vorhen, toglick und allem Rechte, Krafft disser Schrifft erbaden hebben; Im Fall averst baven Toversicht solch Erbedent, ja nicht helpen möchte, und men uns mit Land und Lüde(wo an Da⸗ ge) averwäldigen, Wyff und Kinder, Wedwen und Waysen to gründlicheu Verderven und Undergang jämmerlich bringen, und Blotvergetend nicht vor⸗ kommen wolde, müsten wy GOtt dem Allmächtigen unsern Streides⸗Försten, Beschuüͤtter und groten Heland de Sacke heimstellen, densülven Dag und Nacht emsig bidden, dat he uns ut Gnaden sinen hilligen Frede dorch Christum verleh⸗ nen, und dewihle he Ihr. Königl. Majest. und F. G. ock unser aller Herten in siner gewaldigen Hand het, desülve met sinen hilligen Geiste regeren wolde, dat Ihro Königl. Masest. und F. G. van dissen ehren unchristlichen Vörnehmen af⸗ stahn, und een solck Bloetvergetend und groten Unrath als(beters GOtt) ver⸗ handen, nicht vollborden, sündern dat Ende, dar G Ott erst und lest dardorch nicht geringen ertörnet, ut Hochangebohrner Königl. und F. Gnade, Gude und Mildigkeit behertigen, damit beedersits Land und Lüde, Weddewen und Way⸗ senWyff und Kind nicht to Grunde verderven, sondern in dem Frede na den Willen Gades, dem wy Ihro Königl. Majest. und F. G. befehlen, erholden werden mögen. Datum an Dage Trinitatis, in unserm Feld⸗Lager und Spi⸗ tzer A0 159. Ew. Känigl. Majest. und F. Gnaden und alle Billigkeit gantz willige und unverdratene Acht und Veertig Vörweser, und gantze Gemene des Landes Dithmarschen. 6 Ehe wir weiter gehen, muß ich den besondern Eyfer des seel. Johannis Bo- lich, Senioris und Fræpositi zu Itzehoe mit wenigen erwehnen, denn dieser ließ sich, wie die Königl. Trouppen durch Itzehoe marschirten, aus seinem Todt⸗ Bette auf einen Stuhl vor der Thür tragen, sprechende: Oho Dithmarschen/ ene gude Strafe heffst du wol verdenet/ averst dit werd ock alto groth. Von seinem Tode finde ich in einem alten Manuseript folgende Umbstände: no- stridie Meldorpii capti, lohannes Bolichius calculo, quo miserrime diu labo- ravit, obiit, hefft sick ob de Dithmarscher dodt gebeden/ averst dennoch de sröliche Tiding/ der he erwachtet/ nich hören mögen. Aufolge der am 17 May genommenen Abrede, conjungirten sich die drey Fürsten den 21 May des Morgends um 9 Uhr mit ihrer gantzen Macht nicht weit von dem Dorff Bornholt, als die Gräntze zwischen Hollstein und Dithmar⸗ schen, und nachdem sie folgends Ordre de Bataille gemacht, sind sie über eine Aue in das Land gerücket, und ihr erstes Lager bey dem Kirchdorff 8 1 g⸗ — i———— ——— Tü 3 des Landes Dithmarschen. 357 A schlagen. In der Avant. Guarde marschirte zuerst ein Detachement aus al- um N len Regimentern durchs Looß zusammen gezogen, dem folgete Moritz Nantzau ant, mit einem Regiment Cavallerie, nechst diesem das kleine Geschütz und die Schantz⸗ mache, Gräber, und hernach Schonewiesen und Reimer von Wolde, jeder mit einem da Regiment Infanterie. In der mitten waren des Königs und der Fürsten Infan⸗ en de terie unter Anführung Bertram Seesteede, Benedict von Ahlefeld, und Gre⸗ dulce gorius Ahlefeld und die Arriere· Guarde mit einem Regiment Infanterie, Blan⸗ bn ckenburg mit einer Esquadron, und Theodorus von Halle, mit 100 Pferden. Nui, Diese gantze Armee bestund nun aus 4000 Mann zu Pferde, und 30 Fahnen ind Nat Infanterie, ohne die 15 Fahnen, welche unter Anführung Graf Anthon von um dench Oldenburg nachhero dazu gestossen, nemlich den 30 May. In der ersten Nacht Herten n entstund ein geschwinder Lerm im Lager, so von der Vorwache, welche aus zwey bolde, dat Fahnen Fußvolck und 200 Pferden bestanden, verursachet ward, in dem 18 men af⸗ Dithmarscher die Vor⸗Posten angefallen, so aber ohne Schaden abgegangen, tt) ver⸗ weil die Dithmarscher sich bald wieder zurück gezogen. dardorch Um diese Zeit kam der Hr. SebastianEhrsam, Secretarius der Stadt Lübeck, Hude und in der allürten Lager in Meinung von wegen seiner Herren, derer von Lübeck eine d Wan Friedens⸗Unterhandlung zu stifften, schickete, zu dem Ende seinen Diener nach e na den der Hamme, um bey denen Dithmarschern ein sicher Geleit vor sich auszuwir⸗ etholden cken, welches er auch erhielte, und haben die Dithmarscher sich in dem Paß fol⸗ n Spi gender gestalt unterschrieben: Wy Aversten Kriegs ⸗Commissarien, Sôvet⸗ felt ganz Lude/ und Befehlig hebber/ so jetzt in der Hamme liggen ꝛr. ist also falsch, mene des was ein anderer Autor ausgesprenget; als wenn die Dithmarscher ihn mit Schimpf und Dräu⸗Worten abgewiesen. Es muste aber dieser Ehrsahm, wie n Bo. er— Fürsten ernstliches Vornehmen vermercket, unverrichteter Sachen ab⸗ er etz ehen. 3 g Den ꝛaten May wurde in allgemeinem Krieges⸗Rath beschlossen, die chen, gantze Gegend zu besichtigen und auszuforschen, wie und wo dem Feinde am grotz besten anzukomen, auch wurde an Pferden und andern Vieh, was sie bekommen e:. können, hin und wieder geraubet, darüber aber auf beyden Seiten verschiedene iu erschosen wmdden. 8 a Den ꝛgten May kam der Bothe wieder in das Lager, und brachte der 5 Dithmarscher Antwort auf das übersandte Manitest zuruck. Den ꝛqten May rückte der Feld⸗Marschall und die verordnete Krieges⸗ dedre Räthe, zu recognoleiren aus dem Lager, unter Bedeckung einer Fahne des uch wa Blanckenburgs Regiments und des Wallerdoms Regiments, und funden inson⸗ dhl derheit 3 Oerter, wo man die Dithmarscher angreifen muste, als Tylenbrügge, 5 die Hamme und Meldorff, denn diese waren der Dithmarscher beste Vestun⸗ aufg a 8 gen/ schla⸗ —.— ̃———.ñ 358 Slesccichte VI. Theil. gen, welche wegen der Situation und Morastes am bequemlichsten mit Graben und Wällen verschantzet waren; Zuerst gingen sie nach Tylenbrügge, alwo die Dithmarscher sich längst dem Wasser zwar vecschantzet hatten, aber keinen starcken Einfall abhalten könten: Hie liessen Hinrich und Moritz Rantzau, Vettern, etliche kleine Feld⸗Stücke auf einem Berge pflantzen, und auf den Feind canoniren, und obschon die Dithmarscher mit 10 Schüssen aus groben Geschütz antworteten, so wurde doch auf beyden Seiten niemand beschädiget. Von dar zogen sie nach der Hamme, diese war die stärckeste Gräntz⸗Vestung in Morast an beyden Seiten gelegen, mit Wall und Graben starck befestiget, überdem so hatten die Dithmarscher an diesem Ort einen Thurm gebauet, dar⸗ auf viele Canonen gepflantzet stunden, und in welchem sie ihr Pulber⸗Magazyn bewahreten. Und weil die Dithmarscher von dieser Vestung sehr scharff oa⸗ nonirten, musten sie sich wieder nach dem Lager zurückziehen, nachdem sie vorher das Dorff so unter der Vestung gelegen, in Brand geschossen hatten. Zu diesem Werck brauchten sie einen Dithmarscher, Splitt Hering ge⸗ nandt, welchen Hertzog Adolff zwey Jahr vorher, wie er ihm Wild geschossen, gefangen, und bis auf diesen Anschlag bewahren lassen. Dieser Splitt He⸗ ring, hatte den Dithmarschern zu entbothen, sie solten sich nur wohl halten, er wolte ihnen den Feind bringen, daß sie es von G Ott nicht besser wünschen mögen, welches er auch als ein redlicher Dithmarscher gehalten, wenn nur GOtt und das Glück nicht entgegen gewesen, als 1. vor Alversdorff, 2. vor Jesel, 3. vor Tylenbrügge, 4. vor der Auebrücke. a Es hatte auch als der Feind noch bey Alversdorff gelegen, in Versamm⸗ lung der Dithmarscher, Junge Rohde gerathen, man solte des Glücks und Orts Gelegenheit gebrauchen, Alversdorff anfallen, dieweil die Holsten noch verza⸗ get, denn wenn sie weiter ins Land kämen, würden sie dreister; aber die ältesten wolten nicht, sagten, sie hätten von ihren Alten gehöret, wenn sie ihre Brust⸗ Wehre verliessen, solten sie kein Glück haben. Welches doch keinem Verstän⸗ digen behaget, und saget man, als solch Gerücht ins Lager erschollen, wären sie sehr verzagt gewesen, die Hüte weggeworffen, und ihren bevorstehenden Todt be⸗ G„weil der Graf von Oldenburg dermahlen noch nicht angekommen gewesen. Den 26 May wurde Meldorff recognoseiret, und hie gebrauchten sie zum Wegweiser Bartelt Peters, dessen Bruder Wieben auf Hillige Land von den Dithmarschern A0. 1545 erschossen worden, wie auch einen Hollsteiner, der vor dem Kriege bey Meldorff gewohnet, aber bey entstandenen Troublen aus dem Lande gewichen. 6 Den 26 May kam ein Courier von Clauß Nantzau ins Lager, mit der Nach⸗ A des Landes Dithmarschen. 359 Guubg scht/ daß der Graf Anthon von Oldenburg mit seinen Trouppen bey We⸗ woc 70 derbi Elbe gegangen; An eben demselben Tage stattete der Feld⸗Marschall er file unterthänigsten Napport bey der hohen Herrschafft ab, wegen der verrichteten Antzau, Recognoscirnng, und wo der Feind am füglichsten und am ersten anzugreifen, f de da dann in einem grossen Kriegs⸗Rath, nach starcken Dicputen zwischen dem guben Feld⸗Marschall und Breda Rantzau, Hertzog Johannis Geheimden Rath, von shngg. dem Kron⸗Printzen und beyden Fürsten beschlossen wurde, Meldorff, als das Wg Haupt des Landes zuerst zu attaquiren, weil man nach deren Eroberung die befesigt Communication des Süder⸗ und Norder⸗Strandes abschneiden könte. Diese let, do, Attaque um so viel glücklicher ins Werck zu setzen, machte der Feld⸗Marschall, 17 Johannes Rantzau, folgende Krieges⸗Verfassung: harff on 1. Solte der Rumor⸗Meister bey dem Troß im Lager bleiben, und selbi⸗ seboth ges bewahren, wozu ihm 40 Reuter und ooo Mann Fußvolck gegeben ward. 2. Solten 2 Fahnen Fuß⸗Knechte, und Blanckenburg mit 200 Pferden band dt an der Tielenbrügge verordnet und poktiret werden. i schosen, 3. Solten 2 Fahnen mit Blänckenburgs Lieutenant, mit 200 Pferden dplit He nach der Hamme ziehen. haben, 4. Solte man die Schiff⸗Brücke, 60 Flacken und die verordnete Wa⸗ üg, gen mitnehmen. 1 O im 5. Solte Schouewiese, Reimer von Wolde, und Wallerdohm, mit Die⸗ ch 3. bot derich von Halle und seinen Reutern gestärcket, und Bartelt Peters ihm den Weg weisend, bey der Norder⸗Seiten, bey einem Hause, nicht weit von Mel⸗ dersarnn dorff, anfallen. a 8 und Ot 6. Solte der Graf von Oldenburg mit seinem Volck, nebst den Lieute⸗ ch beta nant, Frantz Bülau, voran, und Moritz Rantzau, mit seiner Fahne hinten nach calkesec auf der Seite von Windbergen, von einem Flüchtling, so daselbst gewohnet, an— e Brus geführet, gegen Meldorff marchiren, und selbiges von hinten anfallen. 5 Verstoh, 7. Solten die hohe Herrschafften mit ihren beyden Fahnen vor Meldorff, wärense doch nicht dis unter dem Geschütz rücken, 4 Fahnen bey dem Geschütz zur Bede⸗ Todt ckung bleiben, und bey dem Galgenberg verschantzet werden. ckung 8. Welcher von beyden Regimentern überkommen, soll ein Signal geben, und so sie über die Brust⸗Wehre avanciren, sollen die Herren die Mühle bey ei sie r Meldorff in Brand stecken. Nuge Diese Verordnung ist nun zu dem Ende gemacht, und der Anfall auf z 0 0 Oerter zugleich beschlossen, nemlich bey Tylenbrügge und der Hamme eine Stun⸗ 1 de fruher, denn sie Meldorff angreifen wüden, um die Dithmarscher so viel ehender zu trennen, und in Unordnung zu bringen, als welche nicht wissen wür⸗ int der 8 Tt den, Nach; — 36⁰ Geschichte VI. Theil. den, nach welchem Ort sie sich zuerst wenden solten, und damit kein Ort den an⸗ dern secundiren könte; wie denn auch der Ausgang solches zur Gnüge erwiesen. DP. job. Schneck Es ist vorhin erwehnet, daß zu Anfang des Krieges Kescher langt der Eder eine starcke Postirung vor dasigen Einwoh⸗ 1 1 nern, gegen Dithmarschen gemacht worden, in welcher Jür⸗ 5 gen Knutzen aus Husum, einigen aus Milstädt, Rautern und Ostenfeld, als Hauptmann vorgesetzet gewesen. Dieser zwang seine unterha⸗ bende Mannschafft, daß sie mit ihm über die Eyder gegen Delve in Dithmar⸗ schen setzen musten, hatten eine Trommel und eine Fahne von Ketelköring als Fähnrich geführet bey sich. Zu Anfangs stecketen sie das Dorff Wallen im Kirchspiel Tellingstädt in Brand, und gingen sodann längst den Teich mit klin⸗ gendem Spiel und füegender Fahne nach Schwienhusen. Sobald die von Delve und Schwienhusen solchen Brand gesehen, ist Hanß Lübcken ein junger starcker Mann, zu der Zeit und nachhero Kirchspiel⸗Voigt in Delve und Senior im Gericht, hervorgetreten und gesprochen: Bröder! wat de dar gedahn/ werden se ock hier balde dohn/ will ji met/ so will wy tho sehen/ und uns sehn laten/ dat een gut ehrlich Kerl is/ de folge my na. Und ob er gleich schlechten Beyfall gehabt, ist er doch mit unerschrockenem Muth und einen lan⸗ gen Spieß in der Hand fortgegangen; ihm folgeten aber nur ro nach, unter welchen gewesen der Müller von Schwienhusen, Büsemer Hans, Clauß Boje und Otten Marx Clauß,(diese letztere haben den Feind mit Koth aus Mangel des Gewehrs geworffen) die übrigen aber aus dem Kirchspiel folgeten nur von ferne nach. Wie dieser Hans Lübckens dem Feind genähert, hält er die erste Salve mit den seinen aus, denn die meisten nur Harckenbüchsen bey sich führe⸗ ten: sobald sie sich aber verschossen, setzet er muthig in den Feind, und legt bey dem ersten Anfall sogleich 1o zu Boden, welches den übrigen ein solch Schrecken eingejaget, daß sie das Fähnlein niedergeworffen, und ihren Schiffen gegen Scheppen über zugeeilet sind, wiewohl sie mehrentheils mit ihrem Hauptmann ertruncken, oder auch erschlagen worden. Deñ wiedie in der Ferne sich aufhalten⸗ de Dithmarscher, der ihrigen geringe Anzahl unerschrockenes Hertz und der Fein⸗ de schändliche und schleunige Flucht ersehen, sind sie auch streuweis herbeygekom⸗ men, als 3. aus Delve, und 25 aus Tylenbrügge, und haben die Ueberwindung so viel vollkommener gemacht. Die so vor dem Feinde ertruncken, sind jenseit ans Land gehohlet, und zu Ervede begraben worden. Heimreich setzet, daß bey 400 Mann, umgekommen, derer theils erschlagen, theils mit dem Bothe um⸗ geschlagen, oder in die Eyder gejaget worden. Man erzehlet von Hertzog A dolff, daß wie er nach dem Kriege in Ervede gekommen, sey er mit dem Prediger guf den Kirchhof gegangen, und indem er eine Gegend gefunden, wo viele 905 chen Mil. 50 des Landes Dithmäͤrschen. 361 kene, chen begraben gewesen, habe er gefraget, ob die Leute beerdiget, so von Dithmar⸗ b Kkiegg schern in die Eyder gejaget worden? und auf die Bejahung des Predigers, habe Einwoh⸗ er ferner gefraget/ ob sie wohl werth/ daß sie unter so vielen fromen Christen ruhen cher Jil, solten. So schreibet auch Heimreich, daß wie Jürgen Laters, August Far⸗ daten und bers und Jürgen Warms Frauen aus Husum ihre Männer(welche zu Tile e mechg⸗ Wache gehalten) besuchen, und ihnen rein deinwand bringen wollen, und deswe⸗ Dihmm⸗ gen bey der Eyder hingefahren, da sind die Dithmarscher übergesetzet und haben ung g sie mit ihren Wagen gefangen nach der Heyde gebracht, welche allererst bey dem Walen Frieden loßgelassen worden: Um dieselbe Zeit, nemlich kurtz vor der Meldorper achmis Attaque wolten die Eyderstädter ihr Heyl an den Büsemern versuchen, und gin⸗ ald die hn gen mit verschiedenen Fahrzeugen die Eyder auf, vor Büsum, in Meinung(wie nen sug es denn auch würcklich war) daß alle wehrhaffte Mannschafft im Lager seyn ind dene würde, wolten derhalben Büsum in Brand stecken, und an Gütern, Pferden 1 gedahy und andern Vieh reich beladen wieder zurück kehren. Es war aber damahlen Fd ein junger Mensch behertzten Gemüths an der Schulen zu Busum, mit Nah⸗ cbagac men Nicolaus Simonis von Sunderburg, dieser hielte mit einigen Knaben von 1 14 bis 17 Jahren und andern wehrlosen alten Leuten, längst dem Strande die 5, m Wache. Wie er nun den andringenden Feind gewahr wird, sammlet er alle 1 0 Weibes⸗Personen der Gegend zusammen, bindet ihnen weisse Tücher um das 10 Haupt, und läst sie so eintzeln inwendig längst dem Teich marchiren, den Feind ee zu überreden, als wenn es geharnischte Reuter wären, denn es ist bekant, daß die 4 0 Dithmarscher Frauen keinen weissen Haupt⸗Schmuck trugen: Er selbsten läst er dee sich mit einigen Pferden auf dem Teich von ferne sehen, durch welche listige sih fihr⸗ Veranstaltung, er so viel gewonnen, daß die Eyderstädter, die schon auf den Aus⸗ cy hen senteich ihre begierige Hände unter dem Vieh arbeiten liessen, die Flucht ergrif⸗ cracken fen, und in solchen Schrecken in die Böthe eileten, daß auch verschiedene darüber en gegen umschlugen, und wäre es dem Büsemern ein leichtes gewesen, sie alle zu erwür⸗ ptmaff gen, wenn sich die Knaben und Weiber hätten sehen lassen dürffen. Man halle; meinet, daß Bartelt Peters, Wieben Peters Bruder, die Eyderstädter dazu an⸗ der Fel gefrischet, denn wie dieser in Meldorff gekommen, sey er gleich die Westerstrassen eygekon hinunter geritten und geruffen: Hey Büsen steistu noch? bistu nich in de wildung Asche? ib net Ein gleiches Glück hatten die Eyderstädter bey Schülpe, alwo sie bet, von einigen Mädgen und Knechten an der vorgenommenen Plunde⸗ abe un rung mit Gewalt gehindert worden, und wie sie gesehen, daß 7 Mädgen Hg auf Veranstaltung M. Marcus hingegangen, die feindliche Böthe im ger Strohm zu schieben, verlassen sie das Vieh, und dancken GOTT, le bei⸗ daß sie nur wieder ungeschlagen davon kommen. Gleichfals seynd sie von I Tt 2 Rei⸗ ö 362 SGeschichte VI. Theil. Reimers Bode von Koldenbüttel hinüber in Dithmarschen gesetzet, haben an Vieh und Pferden gute Beute gemacht, und die Häuser in Preil und Lunden in Brand gestecket, darüber ihrer 18 aber erschlagen worden. Nach⸗ dem, wie vorberühret, in einem Krieges⸗Nath beschlossen, Meldorff, als die Haupt⸗Vestung des Landes, zuerst anzugreifen, brach die Allürte Armee, nach der von dem Hrn. Feld⸗Marschall gemachten Vertheilung den 2 Junü am Frey⸗ tag Abend um 6 Uhr aus ihrem Lager auf, also daß Schönewiß die Avant. Guar- de, Reimer von Wolde, die Mitte, und Wolderdom die Arriere-Guarde ge⸗ führet, und kam, nachdem siez starcke Meilen marschiret, um 2 Uhr des Nachts vor Meldorff, er selbsten der Feld⸗Marschall hatte 4 Fahnen Fußvölcker, und die Schantz⸗Gräber zu sich genommen, und verschantzete sich ins geheim amGal⸗ genberg. Man sagt, Splethering habe(wie schon erwehnet) seinen Landes⸗ Leuten versprochen, er wolte ihnen den Feind nach eigenen Wünschen zu führen, wie er denn auch hier bey Hesell sein Wort ehrlich gehalten, aber so war diese Schantze nur allein von den Weßling bührern und Büsemern besetzet, und die von Neuenkirchen waren mit ihrem stattlichen Geschütz vor wenig Tagen nach der Hamme gefodert worden.. f So bald der Tag angebrochen, hat man angefangen zu stürmen, und ist Wulff Schönewiesen der erste gewesen, mit seinem Regiment, welcher von Bar⸗ let Peters geführet, sich bemühet eine Schif⸗Brücke über die Schantz⸗Graben zu bringen, wie auch geschehen, und von Osten an Meldorff an der rechten Seite den Anfall zu thun. Die Dithmarscher aber thaten so einen harten Wider⸗ stand, daß Wolff Schönewiese sich wieder in etwas zuruck ziehen muste, nach⸗ dem in die 100 der Seinigen erschlagen und viele verwundet worden, unter wel⸗ chen Johann Struggemann, ein Dänischer Hauptmann, Daniel Rantzau nebst seinem Fähnrich, er selbsten wurde mit einer Falconet⸗Kugel ans Bein ge⸗ schossen, an welcher Wunde er am zten Tage gestorben. Es wäre auch das gantze Regiment totaliter geschlagen worden, wenn nicht Diederich von Halle mit seinem Regiment über den Graben gesetzet, und bey Zeiten zu Hülfe und zum Entsatz gekommen wäre. Ein gewisser Autor erzehlet, es soll dieser Schöne⸗ wiß auf dem Pasche⸗Kamp, sonst Ochsen⸗Marckt genannt, gestanden, und be⸗ gehret haben, daß man ihm das Land weisen möchte, wo die Schweine aus sil⸗ bernen Trögen fressen und fauffen, ist aber zu frühe gekommen. In diesem Handgemenge, nach dem die Dithmarscher schon 2 mahl den Feind zurück getrieben, kamen endlich die andern Regimenter Hanß Detlef auch herbey, und setzeten zum zten mahl in die Dithmarscher, wel⸗ę Chron: che aber hiebey nicht sfäumeten, sondern eine so tapfere Gegenwehr erwiesen, daß man in anderthalb Stunden(andere setzen 3 Stunden vor 80 der an⸗ Vel — des Landes Dithmarschen. 363 et e a 5. 5 an Schantzen) nicht wuste, wem GOtt Glück und Sieg verleihen wolte. End⸗ . Jh lich musten die Dithmarscher weichen, und dem Feind Platz geben, welcher in der „ 0 ersten Hitze auch alles niedermachte, und der Feld⸗Marschall ließ die Mühle in 10 0 Brand stecken, damit dem Grafen von Oldenburg ein dignal zu geben mit sei⸗ l 0 N nem Detachement herbey zu eilen, und Meldorff von Süden anzugreiffen, wie e abgeredet worden, diesen Ort an dreyen Gegenden anzugreifsen. Er selbst der unt 1 Feld⸗Marschall, Johann Rantzau, ist vom Pferde gestiegen, hat mit dem Obri⸗ 0 0 sten Weißberger die Seinigen zu Fuß männlich angeführet, und vor an der ö 6 0 Spitze fechtend, zur tapfern Nachfolge die Seinigen aufgemuntert; Und ob⸗ 1 a 90 gleich die Dithmarscher eine ungemeine Tapferkeit erwiesen, und ein jeder mit 15 0 dem Leibe seinen Stand bedeckend die Erde geküsset, haben sie doch endlich stür⸗ 1 alle mender Hand den Wall erstiegen, das Thor, die Zingel genandt, aufgerennet, Aufühe, und also den Flecken um 11 Uhr erobert. Hertzog Adolff ist sogleich nach der U warde Eroberung mit wenigen, etwa 3 oder 4 Mann eingezogen, dem der König und t, undd Hertzog Johann mit ihren Fahnen nachgefolget: Währenden Sturms ist alles dagen nag bey die 400 im ersten Anlauff erbärmlich nieder gehauen, und hat man der Wei⸗ 1 ber nicht einmahl verschonet, weilen derselben eine 2 Soldaten mit einem Brod⸗ / M5 Messer erstochen, eine andere 3 mit einer Mist⸗Forcken getödtet und hat man bey bon Bur der Plünderung viele Weiber in Manns⸗Kleidern und vollen Harnisch im vör⸗ Grabe dersten Treffen zur Erden gestrecket, gefunden. Es hat ein Soldat ein kleines en Seite Kind, so in einem Hause in der Wiege allein gelegen,(weik alles verlauffen ge⸗ en Wdda⸗ wesen) mit einem Stroh⸗Halm gespielet und dem Soldaten zugelachet, mit ste, nach dem Schwerd erbärmlich erwürget, es ist ihm aber die unmenschliche That ein unter wel stetig nagender Wurm im Gewissen bis an sein Ende gewesen. anbau Die flüchtigen Dithmarscher so aus Meldorff entronnen, und die aus dem Bein ge⸗ Süder⸗Strande, so auch herbey kamen, in allen d Fahnen, mit etlichen Stü⸗ auch das cken, haben sich wieder gesammlet und gesetzet, in Meinung, Meldorff wieder zu on Hale erobern: indem aber der Graf von Oldenburg und Moritz Rantzau mit ihrem und an Detachement von Süden nach Meldorff gekommen, und solches die Dithmar⸗ Schön scher gesehen, habe sie den Grafen von Oldenburg gantz wüthend angefallen, und „und be⸗ sein Pferd unter dem Leibe zu mahlen verwundet. Weil sie sich aber gar zu unbe⸗ gecuest dachtsam auf die Ebene begeben, sind sie von der Reuterey rückwärte überfallen, ihr Geschütz als 25 Canonen, auch viele Fahnen genommen, und sie zu fliehen 11 gezwungen worden, nachdem ihrer bey 300 geblieben. In diesem charmützel 80 haben die Oldenburgische den Dithmarschern einen Wagen mit Pulver abneh⸗ 71 men wollen, weil aber eine brennende Lunte ins Pulver gefallen, sind ihrer in die 0 ß 40 Menschen in die Lufft geflogen; dieses ist den 3 junii geschehen. Es wird 10 de berichtet, daß wie die 9 Fahnen von Süden gekommen, habe der Graf dab enbur Eh, N Geschichte a I. bell. denburg zwischen Meldorff und Windbergen gelegen, auf einem Hügel, Bol⸗ ktestvurth geheissen, und weil er den Feind gemercket, nicht aufstehen dürffen; Wie aber die Dithmarscher unvorsichtig und unbedachtsamer Weise sich von Elpersbüttel zu Osten heraus, an den Dammen auf die Ebene begeben, da sie doch in der Marsch auf dem Land⸗Wege bleiben konnen, da sind die Oldenbur⸗ ger den Dithmarschern so nach Meldorff eileten, in den Rücken gefallen. Es meldet Hamelmanus, in Chron: Oldenb: dieweil von Christiano Cilicio und andern, so diesen Krieg beschrieben, mit Unwarheit angeführet wurde, als wenn sich die Oldenburger nicht wohl gehalten, auch vor den andern nach Beute ge⸗ lauffen; daß, wenn die Oldenburgischen nicht diesen Tag gewesen„die Neun Fah⸗ nen hätten demKönig und den Fürsten grossen Abbruch gethan, welches die Dith⸗ marscher ihnen auch hernach öffters vorgeworffen, daß wenn der Graf von Ol⸗ denburg mit seinem Volck nicht gewesen, der König und die Fürsten solten ihnen der Zeit, Dithmarschen wol gelassen haben. Darnach gegen Abend selbigen Tages lagerte sich das Fußvolck zu Nor⸗ den Meldorff, der Graf mit seinen Trouppen bey Ammerswurth zu Westen Meldorff(Cilicius schreibet zu Süden) und nechst bey ihm Moritz Rantzau mit seinem Volck, die Herren aber blieben mit denen Reutern in Meldorff lie⸗ gen. Des folgenden Tages, als den 4 Juni, musten sie stille liegen bleiben, weil wegen der geraubeten Beute ein grosser Tumult in dem Lager entstanden, indem die Infanterie dieselbe vor sich allein prætendirte, aus Ursachen, daß weil ie bey Eroberung des Fleckens Meldorff die gröste Gefahr ausgestanden, da⸗ 2 7 75 die Cavallerie durch die vielen Graben gehindert, mehrentheils nur blosse Zuschauer abgegeben. Es fehlete auch nicht viel, sie wären zum würckli⸗ g chen Handgemenge unter sich gerathen, so aber wurde dieser Tumult durch vor⸗ sichtige Veranstaltung ihrer Generals und ernstliche Befehle derer Fürsten, mit grosser Mühe wieder gestillet. f An diesem Tage sammleten sich auch viele Dithmarscher, jung und alt, in Meinung, Meldorff an 3 Orten anzugreiffen, wurden aber von denen Weßling⸗ bührern in ihrem Vorhaben gehindert. Fœminæ ipsæ( schreibet Adolffi) majore quam viri in hostes ira incensæ arma cepere: Den 6 Junii zog der Feld⸗Marschall, der Graf von Oldenburg, Weißbergen, Wollerdom, und Moritz Rantzau mit einem Theil Fußvolck nach dem Süder⸗Strand, und war verabredet, daß Clauß Rantzau mit denen Wilster Marsch⸗geuten, mit dem Rei⸗ mer von Walle mit seinem Regiment sich eonjungiret hatte„ die Dithmarscher zu umringen, ihnen daselbst solten entgegen ziehen. Zu Anfangs lagerten sie sich vor einem Teich, allwo die Dithmar cher eine Schantze hatten aufgeworf⸗ fen, und ward in der Besichtigung dem Obristen Weißberger das Pferd 1 55 5 em e, düem 0 Bau Nang hes 9 I ta bon ssoken hn ock u y b Wohn itt Nan Wehn cg dlae 15 , det anden, y rthals nu um puch durch o Auen, Juni f dom und er dem qa at t sols⸗ Hunter dem e A 1 2222ͤÜ:“ des Landes Dithmarschen. 365 dem Leibe erschossen, so thaten auch die Dithmarscher ihren Feinden diesen Tag grossen Abbruch, nahmen ihnen viele Proviant⸗Wagen weg, und erschossen mit 2 Kugeln des Königs Leib⸗Pagen von Qualn, welcher mit Briefen nach der Königin abgefertiget gewesen. Den 7 juni wurden sie besser hinunterwerts in Westen nachsder Elbe geführet, und kamen durch eine zuvor unbewuste harte Sandtfurth, den Dith⸗ marschern unvermuthlich auf den Halß, welche sich bald in die Flucht gaben, nachdem sie eine Fahne und viele der Ihrigen eingebüsset. Darauf gingen sie nach Braunßbüttel, daher Claus Rantzau und Reimer von Walle, mit ihrem Volck aus der Wilster⸗Marsch auch angekommen, und nahmen den Flecken ohne eintzggen Widerstand ein. Der Feld⸗Marschall und der Graf blieben mit ihrem Volck die Nacht über in Braunsbüttel, Wallerdeom aber mit seinem Volck nicht weit von Eddelack beliegen. Hie werden die Oldenburger aber⸗ mahlen von Cilicio beschuldiget, als wenn sie der Beute gar zu viel nachgetrach⸗ tet, dem aber von Hamel manno starck widersprochen wird, weil wegen der Dithmarscher Tapferkeit man nicht viel ohne Gewalt und mit gesamter Stär⸗ cke erbeuten können. In der Nacht wurde Blanckenburgs Lieutenant mit 200 Pferden, und Moritz Rantzau mit 300 Pferden nach Böckelnburg beordert, die flüchtigen Bauren auf der Geest zu verfolgen. Nun hatten sich die Dithmarscher meh⸗ rentheils der Orten verlauffen, ohne ungefehr 400 Mann, die sich mit vielen Weibern und Kindern auf einen Platz in 2 Häusern so auf hohen Werffen ge⸗ standen, begeben, mit Wasser umlauffen lassen, und mit Wagen, Kisten und an⸗ dern Sachen sich verschantzet; Wie sie sich aber mit Krieges⸗Volck umringet gesehen, haben sie das Gewehr von sich geworffen, und auf Gnade und Ungnade sich ergeben. Darauf sie den sten zu Gnaden angenommen worden, und nachdem sie den Eyd abgeleget, sind die Vornehmsten auf die Schlösser im Hol⸗ steinischen und Schleßwigschen vertheilet, die übrigen aber bis zu Ende des Krieges über die Elbe gesetzet worden. Unter den Gefangenen ist gewesen An⸗ necken, Jacobs Harder, der Voigt von Braunsbüttel, ein geschickter Mann, der hernach Land⸗Voigt im Königlichen Theil geworden. Man schreibet, die Dithmarscher hätten unter sich verabredet, im Fall der Eüder⸗Strand überfallen würde, solten sie zur Looße eine Muhle in Brand ste⸗ cken, da dann das Lager vor der Heyde und Hemmingstedt aufbrechen, und ih⸗ nen zu Hülfe kommen solte: Wie nun einige aus dem Strande des Nachts zu Wolt Reimers und Hanß Nanne in Bracken gekommen und geklaget, daß nun der Süder⸗Strand gewonnen, habe Wolt Reimers gesprochen, warum* b 366 G.eschichte VI. Theil. se de Möhle nich an, als bescheden? darauf sie geantwortet mit dem Beschede, wo se man konden; Wie nun den 7 junii der gantze Süderstrand eingenom⸗ men, sind die Fürsten mit ihrem Volck bis den 12 stille gelegen, wegen des fernern Krieges zu berathschlagen, vornemlich auch, weil eine abermahlige Empörung im Lager wegen Vertheilung der Beute entstanden; die Dithmarscher aber hat⸗ ten sich mit ihrer gantzen Macht in die Schantze bey Hemmingstedt gelagert an dem Ort, da A0. 1500 König Johannes geschlagen worden, in Meinung, die Fürsten würden dieses mahl auch dadurch ziehen, welches ihnen aber gefehlet, denn denselben Tag gegen Abend sind die Fürsten mit ihren Hof⸗Fahnen, Blan⸗ ckenburgs Fahne, des Grafen von Oldenburgs, Reimer von Wallen, und Christoffer Weißbergen Regiment, mit etlichen groben Geschütz nach Meldorff die Nacht über gezogen, und des Morgends vor Tage wieder in ihr alt Lager vor Alversdorff gekommen. Vor dem Abzuge von Meldorff war verabredet, daß der Graf von Oldenburg mit seinen Trouppen samt Moritz Rantzau Fahnen daselbst verbleiben, und den 13 Juni, als wenn er nach Hemmingstedt durchbre⸗ chen wolte, sich anstellen solte. Die übrigen Regimenter, nebst des Blancken⸗ burgs Fahne, solten den 12, ungefehr um z oder 4 Uhr des Abends nach der Tylenbrügge marschiren, und allda den Feind angreiffen: Dieweil aber der Graf von Oldenburg jm Lager nicht bleiben wollen, ist Wolderdom mit seinem Regiment daselbst gelassen. f Um diese Zeit hatten die Dithmarscher einen Anschlag zu Hemmingstädt, alwo das Land versammlet gewesen, gemacht, Meldorff und das Lager an dreyen Orten wieder anzufallen, sind aber durch einen Flüchtling entdecket und ver⸗ rathen worden, und solten die Nordhammer von der Geest, die Weßlingbuhrer von Süden an dem Landwege, die Büsemer aber von Westen anfallen, und al⸗ les in Brand stecken, auch sind die Büsemer schon in vollem Marsch gewesen, aber von Peter Nikels wieder zurück geruffen worden, weil die andern beyden Par⸗ theyen nach eingezogener Nachricht, daß ihr Vornehmen entdecket, nicht fort wollen. Mit anbrechendem Tage, ist der Feld⸗Marschall von Alverdorff auf⸗ gebrochen, und nach der Tylenbrügge marchiret, diesen Ort an zweyen Seiten anzugreiffen, sie haben aber diese Schantze verlassen, ledig gefunden, immassen die Dithmarscher sich sämtlichen bey Hemmingstädte zusammen gezogen. Die⸗ se Tylenbrügge ist mit einer Schantze von Morast und Graben rings umher wol versehen gewesen, und konte man nur durch einen Weg hineinkommen, wel⸗ cher doch durch die darauf gepflantzte Canonen zur Gnüge detendiret wurde, also, daß die Eroberung dieser Schantze nicht wenig Mühe und Blut dürffte ge⸗ kostet haben, wenn sie gehörig wäre besetzet gewesen, und nicht ohne Noth verlas⸗ sen worden: und soll ein vornehmer Kriegs⸗Erfahrner Dithmarscher zu der 102 i gesagt Ihe f Ml. des Landes Dithmarschen. 367 0 gesagt haben, daß wenn er nur 200 Mann in der Tylenbrügge gehabt hätte, def wolte er die gantze Armee aufgehalten haben. Wie nun das Kriegs⸗Volck ein durch diesen Paß, ist der Feld⸗Marschall mit 40 Pferden voran gezogen, und g nachdem in die Jo Dithmarscher, so bey einem Dorff versammlet gewesen, von wick den Reutern mehrentheils erschossen, ist er nach Anleitung eines Knechts, dem die Ulle m Gegend bekannt, daß zwischen der Heyde und der Armee, nur eine Brucke, so Anung, de über eine Auwe, und ein Mohr, da sie könten gehindert werden, nach solcher berge Auw⸗Brücke gegangen und selbige ledig und unbesetzt gefunden. Alsobald nen, Aal hat er dem Könige und Fürsten solches entbothen und gebeten, mit der Armee zu alen, md eilen, worauf auch die Fürsten und Blanckenburg mit der Reuterey die Brü⸗ 7 cke 0 0 10 Dithmarscher 19 5 von der Eroberung der Tylenbrügge das Lagerbg geringste nicht wusten, es inne worden. det, daß Etliche derer Dithmarscher sind nach Hemmingstädt geflohen, und habrn U Fahnen die Ankunfft des Feindes ihren Landes⸗Leuten angekündiget; die denn auch so⸗ ducchbre⸗ fort mit ihremGeschüͤtz nach der Heyde gezogen. Es haben aber die Dithmarscher Blancket, diese beede Pässe aus keiner Furcht, sondern aus einer betrieglichen Meinung ver⸗ ö nach da lassen, als wenn der Feind jetzt, wie A. 1 500, wieder nach Hemmingstädt gehen laber de würde. Die Dithmarscher meineten, daß der Feind noch nicht über die it seinen Auwe⸗Brüͤcke und den Damm palliret wäre, zogen derhalben 4 Fahnen in die 500 Mann starck, mit 3 Canonen aus der Heyde, in Willens den Damm ein⸗ wngstädl, zunehmen. Aber vergebens, denn es waren die Reuter mit allen Schaaren an dtebes schon über die Brücke/ und hielten hinter einem Hügel, daß die Dithmarscher ih⸗ etundber⸗ rer sogleich nicht gewahr wurden. Andere Soribenten beschreiben dieses fol⸗ ingbuhnte gender Gestalt; wie die Reuter ohngehindert über die Br ücke gekommen, wol⸗ „ und al ten sich dieselbe, nicht meinend, daß noch einiger Widerstand zu befürchten, in een aber der Heyde logiren; geriethen auch darüber in Uneinigkeit, es ward aber von dem den Pin Feld⸗Marschall verordnet, daß von Reutern und Fuß⸗Volck der halbe Theil chte solte eingeleget werden. Worauf ein Theil der Reuterey unter Anführung dorssch Jacob Blankenborg, und Asche von Holle, sich nach der Heyde begeben, und Ein von etlichen Weibern mit Meede beschencket worden, wie sie aber einen Hinter⸗ 1 10 halt, und daß 4 Fahnen Dithmarscher ihnen entgegen gerücket, vermercket, sind inn 5 sie eiligst wieder zuruck gewichen, die 4 Fahnen aber eileten ihnen freudig nach el. mit Canonen, in Meinung, daß die Cavallerie, so über die Auwebrücke, und hin⸗ sure ter einen Hügel hielte, nicht über 200 Mann starck wäre, immassen sie dessen eh/ 1(wie sie nach her bekannt) durch einen Prediger, so sie auf dem Heyder⸗Thurm , zur Wache gehabt, überredet worden. So bald sie aber an die Reuterey ge⸗ dürfe kommen, so ihre Schlacht⸗Ordnung hinter dem Berge gemacht, sind sie von sel⸗ 1155 bigen umringet, also, daß ihnen der 5 nach der Heyde zu kommen, gauge öl u abge⸗ gesch 368 Geeschichte VI. Theil. abgeschnitten worden. Die Schlacht⸗Ordnung war folgender Gestalt einge⸗ richtet: Ihro Königl. Majest. Fahne und Ihro Majest. eigene Person hiel⸗ ten bey einem Berge, zu welcher Seiten ein Mohr„ von vorn zu war stracks das Geschütz, zur lincken Hand: beyde Fürsten mit den Ihrigen zur rechten Hand, und zunechst auch von vorn, Jochim Blänckenborg kam bey Hertzog Adolff von hinten zu zum Streit. Wiewohl nun die Dithmarscher von der Ca⸗ vallerie übermannet, wehreten sie sich dennoch tapfer, und bliesen manchem das Licht aus, der ihnen zunahe kam, musten aber doch zuletzt mehrentheils alle ins Graß beissen, die übrigen, öhngefehr do bis 90, retirirten sich auf dem Mohr, da ihnen die Reuter zwar nicht folgen konten, aber von den Hacken⸗Schützen ihrer ein Theil erschossen wurde. In diesem Angriff sind viele tapfere Leute auf dem Platz geblieben, als unter andern Erich Podebusch, ein Dänischer Edelmann, wurde dem König an der Seite erschossen: der Marschall, Jens Trussen, ist, wie er sich zu viel heraus gewaget, mit dem Pferde gestürtzet, und in Schenckel mit ei⸗ nem langen Spieß starck verwundet. Clauß Trussen wurde mit einer Kugel durch den Leib geschossen, aber bey dem Leben erhalten, dagegen Andreas Free⸗ se, erschossen worden. Fndessen ist ein grosser Hauffe der Dithmarscher, 9 Fahnen starck, mit ih⸗ rem Geschütz freudig aus der Heyde 30 bis 40 Schritt an die feindliche Cano⸗ nen gerücket. Man will, daß diese aus dem Kirchspiel Lunden sollen gewesen seyn, und daß M. Wrange ihnen eifrigst und wohlmeinend gerathen, sich nicht auf das flache Land zu begeben, sondern vielmehr der Heyde zu decken. Die Meuter, um die Dithmarscher desto besser heraus zu locken, und nicht gesehen zu werden, hatten sich hinter die Berge verstecket, die Infanterie aber ward von dem Feld⸗Marschall in Schlacht⸗Ordnung gestellet, wiewohl die Arriere-Guar- de nicht wohl nachkommen konten, als welche die gantze Nacht und den halben Tag im heissen Wetter marschiret, daher dürstig, matt und müde waren. Die Reuterey aber fochte so viel tapferer, des Königs Fahne war zur Lincken, vor der Stadt vorüber, beyde Fürsten und Blanckenburgs Fahne aber zur rechten Hand nach der Stadt postiret, also, daß etliche Dithmarscher zwischen der Reu⸗ terey und Infanterie eingeschlossen worden. Die in einer Wischen, so mit ei⸗ nem Graben und Walle umgeben, haben sich daselbst männlich defendi⸗ ret, einem Dänischen Fähndrich die Fahne aus der Hand gerissen, und sich noch an 4 andere Fahnen gehänget, und solche ein groß Stück Weges zurück getrie⸗ ben. So bald Hertzog Adolff der Seinen schimpfliche Flucht verspühret, ist er gmit etlichen herbey geeilet, die Flüchtigen mit gut und bösen Worten zurück ge⸗ trieben, und selbsten dem Feind entgegen geführet, gerieth daruber aber au einen Dithmarscher, welcher, ob er ihn glesch mit einer Kugel hart getroffen ene Dil. da des Landes Dithmarschen. 369 Nera hie warst den Hertzog(der wegen der gethanen Reise und Müdigkeit seine Rüstung und iu uch Harnisch abgeleget) mit einer Helleparten oben in dem Rücken schwerlich ver⸗ bo Heth wundet, auch wenn sich der Hertzog nicht bey dem Pferde niedergelassen/ daher tand ihn der Dithmarscher nicht wohl fassen mögen, an der Stätte erstochen nend hatte; Es ließ sich aber der Hertzog sogleich auf einer Kutschen abführen, und helsdlech in einem nahe an der Auwe gelegenen Dorff verbinden. ö mo Nachdem nun der Fürsten Fuß⸗Volck sich wieder gesetzet, die Reuterey chen en auch tapfer angesetzet, sind die Dithmarscher endlich, ungeachtet ihrer tapfern te gude Gegenwehr, nachdem sie aus der auf der Wiesen gemachten Schantze getrie⸗ Edelman, ben, genöthiget worden, auf ein Mohr zu weichen, und, weil sie algemählig in fe, it vollem Treffen und beständigem Feuer auf demselben zurück und nach der Hey⸗ lckelmte de sich gewendet, folgeten ihnen die Dänischen und Holsteiner, imgleichen der N Graf von Oldenburg mit seinem Volck behertzt nach also, daß der Graf zugleich eg 15 mit ihnen in die Stadt kam: dieweil aber die Dithmarscher daselbst Stand fasse⸗ ten, und wie unsinnige Meuschen auf den Grafen ansetzten, aus den Häusern ac nid und Gärten, da sie sich enthielten/ unaufhörlich feuerten, und mit dem Geschütz, che so sie von dem Marckt auf die Gassen gepflantzet, auf den herandringenden 1 Lalo Feind beständig canonireten, wurden sie gezwungen, mit Hinterlassung vieler engel Todten, wieder aus der Heyde zu weichen. Es haben die Oldenburger selbsten u sch nne berichtet, daß von ihren 15 Fahnen so der Graf ins Land geführet, allein 700 ken. De Oldenburgische Unterthanen, so Weib und Kinder hinterlassen, ohne die gewor⸗ t gesehen bene Soldaten, in diesem Kriege erschlagen worden. Dieser Zeit kam Moritz patd baß Rantzau, so des Schiessens und Brennens gewahr geworden, ungefehr mit 60 ere. Oal. Pferden von Hemmingstädt nach der Heyde, und meineten die Fürstl. Anfangs, den halben daß es Dithmarscher wären, so sich zu Pferde begeben, und erschlug bey 300 der en. Die Flüchtigen, so ihm unter die Hände geriethen. Dagegen ward Diedrich von Ken, bol Halle des Duhm⸗Probsten, Hr. Thonies von Halle Sohn, von einem Dith⸗ ur rechin marscher mit einem Spieß erstochen, auch blieb in dem obgedachten Einfall in der nder Heyde, Marquart Rennau, der letzte von dem Geschlecht und seines Vatern ei⸗ so me niger Sohn, ward durch den Rücken in die Blase geschossen, und starb kurtz dar⸗ ) defend. nach in Itzehoe. Während diesem Treffen soll eine bunte Fahne, Dithmar⸗ bosch noh scher mehrentheils Weßlingbuhrer, zwischen der Lohe und Rieckels Hof gestan⸗ rück gell den seyn, von Reimer Grothen geführet, welche alles Ermahnens ungeacht nicht Alte e an den Feind rücken, und den Ihrigen in der Noth beyspringen wollen. In ei⸗ int nem alten Ms. stehet M. Marcus Wirange, ermahnende wat darup stunde/ 1 dat de Dithmarscher an dissen Dage/ Rröpel edder Konig sin worden. d Carsten Reimer leth sin Sahnlin flegen ud M. Marx Vermahnung/ averst ach f M. mahmung/ eve N 10 Reimer Groth/ wunde sien tosamen. Die Feinde, so mit den übrigen Dith⸗ Un 2 marschern 370 GSeschichte VI. Theil. marschern genug zu schaffen gehabt, hätten sich vor dieser Fahne, welche starck von Volck, sehr gefürchtetz es ist auch eine gemeine Rede unter den Soldaten gewesen: im Fall diese Fahne mit anfallen würde, müsten sie sich nur in Zeiten auf die Flucht schicken. Wie der Feld⸗Marschall gesehen, daß die Dith marscher nicht anders aus der Heyde zu bringen, und es also nicht anders geschehen können, ward dieselbe aller Orten anzuzünden befohlen, da dann die Dithmarscher sich tapfer wehreten/ endlich aber sind sie von dem Feuer gezwungen worden, sich her⸗ aus und auf das freye Feld in eine Kuppel zu begeben, daraus sie sich bis in den späten Abend tapfer de tendiret und keinen Fuß breit ungerochen, ihren Feinden abgetreten; Als sie aber gesehen, daß weiter Widerstand zu thun, ihnen unmüg⸗ lich, 950 sie die folgende Nacht nach der Neuen⸗Wisch, ferner in der Marsch entwichen. Solchergestalt geschahen auf diesen Tag(die Adolfi, da die Son⸗ ne im Krebs gestanden,) 3 Haupt⸗Attaquen, die in der That sehr hart gewesen, dazu hatten die Reuter von dem vorigen Abend an„bis auf die⸗ pferd„in die 24 Stunden ohne Fütterung, Essen und Trincken auf den ferden sitzen müssen, also daß auch ein Königl. Bedienter von Ohnmacht aus dem Sattel gefallen, und todt geblieben, daher guch der König auf Gutfinden des Bischofs zu Lübeck, Barby und anderer Räthe dem Feld⸗Marschall vorge⸗ stellet/ ehe man vor der Auwebrücke zu schlagen, gekommen: Ob man nicht sich zurücke ziehen und ausruhen müste, in Betrachtung, daß jederman der weiten Reise und erlittenen Arbeit müde, auch ein gut Theil der Infanterie zurück ge⸗ blieben. Es gefiel aber dieser Vorschlag dem Feld- Marschall im geringsten nicht/ als welcher lieber nicht wolte gebohren seyn, als nach so weit gebrachten Sachen, dem Feinde den Vortheil wieder einräumen, wie unter andern seine ei⸗ gene Worte bey Qilicio lauten. Darauf der König auch seine Meinung ge⸗ ändert und fortgerücket ist. Wie nun vorgedacht die Heyde in Brand gestecket, und die ubrigen Dithmarscher in der Marsch gewichen, denen man wegen ein⸗ brechender Nacht nicht weiter nachsetzen mögen, hat der Feld⸗Marschall das Volek abziehen, und bey der Auwebrucke das Lager aufschlagen lassen, also daß die Infanterie vor der Brucke mit der Artillerie, die Cavallerie aber wegen Be⸗ quemlichkeit des Wassers, hinter der Brücke postiret gewesen„und wurde die Nacht über sehr starcke Wache gehalten, und zwar nicht ohne erhebliche Ursa⸗ chen, wie man nachhero von den Dithmarschern selbsten eefahren, daß sie gesin⸗ net gewesen, wo sie die Schützen, so da gegen die Königl. Schiffe gelegen hätten, zu sich bringen mögen, in derselben Nacht das Lager anzufallen, und ihr Heyl noch einmahl zu versuchen, wiewohl es ihnen schwerlich dürffte gelungen seyn, weil . des Landes Dithmarschen. 371 an weil das feindl. Lager in einem ebenen Felde geschlagen, und von der Reuterey N 0 leichtlich könte gedecket werden. 8 1 a 0 1 Den folgenden Tag als den 13 Juni musten die Fürsten stille liegen, weil 0 nh die Pferde sehr abgemattet, und deliberirten mitlerweile, wie der Feind ferner⸗ aa fich hin zu verfolgen, und aus der Marsch zu treiben sey. mana Die Dithmarscher setzen die Anzahl aller Erschlagenen, so in diesem Krie⸗ den sch ge geblieben, bey die 3000 Mann, worunter viel vom Feuer, deren verbrannten chende Cörper man hernach auf der Wahlstatt bey der Heyde gefunden, verdorben: den fac Wie viel aber von Hollsteinischer Seiten geblieben, wird von ihren Geschicht⸗ gen un Schreibern so gar eben nicht gemeldet, ohne daß derselben eine merckliche Anzahl der Maß gewesen, nur nicht so viel denn der Dithmarscher, weil die Infanterie bey der Heyde, allwo das schärfste Treffen gewesen, nicht zur volligen Action kommen dee Su können. Man hat sonsten ohne die Gemeine, und die schon bereits angefüh⸗ t schr hat ret, unter die Todten und Bleßirten folgende mit gezehlet. Der Graf von Ol⸗ i guf die denburg unter dem Knie geschossen, Hr. Johann Rantzau über dem Knie ge⸗ e auf den schossen, Hr. Jvent Reventlau durch den Fuß, Paul Rantzau und Burchard mmacht aut Ahlefeld durch die Beine, Jens Truitson Ulffstant, Niels Ulffstant, Hans Hin⸗ Guffndah rich Rantzau durch die Lenden geschossen, Gregorius von Ahlefeld bekam einen l bote Schuß in den Schenckel, und weil die Wunde anfangs nachläßig verbunden, licht ssch starb er am ten Tag zu Rendsburg, an seine Statt bekam Joachim Rantzau der well die Fahne, der Herr Baron von Dona ward durch die Hand, und Frantz Bü⸗ zurück g⸗ lau in die Brust gestochen, gleicher Gestalt wurde Hinrich Rantzau, Casper gannase Rantzauen Sohn, Moritz von Ahlefeld, Heinrich von der Wischen, Christo⸗ brachten pher von Ahlefeld, verwundet, Hans und Enke Pogewisch, Benedict Söhne n ane el⸗ und Otto Rohde geschossen. Von fremden Edelleuten blieben, Joachim sungge⸗ Pleß, Claus Berner, Luther Kleinsau, Jürgen und Hans Wolffdorff, todt. gelte, Erich von Putbus, Marquart Rennau, Andreas Frieß. Es ware auch bald decent, im ersten Treffen Ihro Königl. Maßest. erschossen worden, so Bertram von scholde Ahlefeld denjenigen, so sich dazu gerüstet, nicht abgehalten hatte, darüber er aber 5 0 0 selbst mit einer Büchsen vom Pferde geschlagen, auch bald vollends erstochen 0 80 worden, wenn ihm nicht hinwiederum wäre der König zu Hülffe gekommen. vecch 1 Hertzog Adolf ließ sich des Abends nach der Schlacht ins Lager bringen, um * seinen Leuten so viel näher zu seyn, wurde auch von dem Könige des Nachts um bc 12 Uhr besuchet, wiewohl er an der empfangenen Wunde hefftig kranck und 6 segn schwach sich befand, also, daß seine Bedienten besorgeten, er möchte ihnen unter al 14 den Händen todt bleiben. i. e Den 14 Iunii gegen Abend schicketen die Dithmarscher 2 Prediger, als 1e Hr. Cyriacus von Alversdorff,, dem sie zu Erkauffung einiger Bucher, anstatt — 2* —.. P 372 Geeschichte VI. Theil. derer so ihm verbrandt 20 Fl. geschencket, und Hr. Wilhelmus Dunker von alten Wörden, mit weissen Stäben und einer Supplique nach dem Lager, baten um Stillstand und daß sie des andern Tages ihre Gesandten an die hohen Herr⸗ schafften abfertigen mochten. Wie die 2 Prediger vor dem Lager angelanget, hat ihnen der König durch seinen Hof⸗Prediger, Nicolaum Coldingensem, Gnade zugesaget, ins Lager führen lassen, daß sein Hof⸗Prediger sie mit Essen und Trincken reichlich unterhalten solte: Darnach ist ihnen ein sicher Geleit von dem Feld⸗Marschall unterschrieben und versiegelt zugestellet, auch ein Trom⸗ peter zugegeben, der sie wieder heim geleiten und die von dem Lande geordnete Ge⸗ sandten ins Lagen führen solte. Re So bald die beyden Prediger wieder zu den Ihrigen gekommen, haben sie deuen Acht und Viertzigern auf der Neuenwische den Salvum Conductum überliefert, und ist der Trompeter bey dem Gerhardo; Prediger in Altenwör⸗ den, einlogiret worden. Darauf haben sie beschlossen, daß obbenannte Hrn. Prediger, ihr Landes Secretarius, Hermann Averhoff, und é von denen Acht und Viertzigern, Nahmentlich, Detleff Junge, Johann aus Delve, Thomas von Flede, Wold Reimers und Reimer Vagt, Johann Detlev, Peter Junge aus der Geest, nach dem feindlichen Lager ziehen solten. Vorgängig aber sind sie insgesamt, so viel ihrer an Alten und Jungen gegenwärtig gewesen, auf die Knie gefallen, und G Ott inbrünstig angeruffen, er möge ihre Hertzen lencken und re⸗ gieren, sich zu ergeben, oder so sie sich ferner verthädigen solten, wolle er ihnen Muth, Stärcke und Krafft verleihen, ihren Feinden tapfern Widerstand zu thun. Nach verrichteten Gebeth sind die Abgeordnete zu Pferde gestiegen, die Hrn. Prediger aber zu Wagen nach Wörden gefahren, den Trompeter abzu⸗ hohlen und wie sie einmahl herum getruncken, ihren Weg ferner fortgesetzet. Wie sie in der Lohe gekommen, ist ihnen Bartolt Peters, oder Wieben Bartelt (dessen vorhin gedacht) selbst zehende entgegen gekommen, und hat sie nach dem Lager geleitet; und obschon die Prediger und übrige Abgeordnete sich dessen gewe⸗ gert, ist er doch beständig bey und neben sie her geritten, seine Landes⸗Leute, wo er gekont, gewarnet, heimlich Unterrichtung gegeben, wie sie sich zu verhalten, und was sie bey der Capitulation erhalten könten, daß er also zuletzt mit seinem Vaterland es noch gut gemeinet, und einige Funcken aufrichtigen oder bekehr⸗ ten Hertzens von sich spühren lassen. Die Abgeordnete, wie sie in das Lager gekommen, sind in des Herren Paul Rantzauen, des Feld⸗Marschalls Sohn, Gezelt geführet, und zu Mittag mit Es⸗ sen und Trincken reichlich versorget worden. Man schreibet, daß zu der Zeit ein Hollsteiner aus seinem Gezelt gesprungen, die Hände über den Kopf gehen lassen, und voller Freuden geruffen habe; GOtts Dusend/ de Buhr will sick even. Mit⸗ a bon d Rat J Iöat fc ber g 008 wels dersi Thel. des Landes Dithmarschen. 373 unleet Mitlerweile verfügte sich der König, Hertzog Johann der Graf Anthon hn von Oldenburg, sein Sohn Graf sohann, Hr. Johann Rantzau, Hr. Hinrich hehende, Rantzau, und andere Obristen und Kriegs⸗Nathe zu Hertzog Adolf(der we⸗ g gen der empfangenen Wunde noch sehr gefährlich kranck lag) in sein Gezelt, düngen und rathschlageten, ob die Dithmarscher ferner verfolget, ausgerottet, und gäntz⸗ sem 50 lich vertilget, oder zu Gnaden angenommen werden solten. Dieweil nun Her⸗ find tzog Adofst merckte, daß ein jeder seine Meinung nicht frey heraus sagen wolte, ie zum Fri f 0 rdriessen mochte Nun, aus Beysorge, wenn sie zum Frieden riethen, daß ihm solches ver ö 1 10 100 weil er so schwer von den Dithmarschern verwundet worden, war er der erste, n der sich erklärte, man solte die Dithmarscher zu Gnaden annehmen; Denn sie nunmehro, sagte er genug gezüchtiget; So wissen wir auch, was sie zuletzt an⸗ , habenst i ich, daß sie in Verzweiflung gebracht, alle Todes⸗Gefahr e g J 2 17 105 210 redlich verkaufen, und den eberwindern einen Alen blutigen Sieg hinterlassen dörfsten. Wolten wir nun das Garaus mit ihnen unte hen spielen und niemanden zu Gnaden auf⸗ und annehmen, so erzürnen wir vors erste auen d Gott, begehen hernach eine unmenschliche und unbarmhertige Grausamkeit, „Than verllehren bey jederman unsern guten Nahmen, und indem wir gedencken viel Junge zu gewinnen, werden wir zuletzt noch manchen ehrlichen Mann einbüssen, den ber sud l wir jetzt beym Leben erhalten können. Derowegen ist nichts besser, man höre ufdle Knie auf von Blut⸗Vergiessen, man schlage billige Friedens Vorschläge vor, welche ken und te die Dithmarscher annehmen können„ alsdann haben wir das Unsrige gethan, ole erihng und gewinnen in der Gute, welches sonst noch viel Blut kosten dörfste. Dieser derstand l Meinung fielen der König und alle andere einhellig bey, vornemlich/ da noch die⸗ siegen, de ses dazu kam. x. Daß bey ferner Verfolgung in vielen Jahren kein Nutz und peter abu Einkommen zu hoffen. 2. Teiche und Dämme, dazu die Schleussen vor der ogeschet, See wurden zu Grunde gehen. 3. Ein jeder Obrister würde an dem eroberten N Battet Lande Theil haben wollen. 4. Ueberdem würde man die fremden Soldaten nach dem so bald nicht aus dem Lande wieder loß werden können, und die, so bey dem gan⸗ sen gelbe⸗ tzen Handel nichts gethan, dürfften sich noch wohl aus dem Lande bereichern wol⸗ küte, 1e ken. Solchem nach wurden die Accords Puncta zu Papier gebracht, und de⸗ perhalch nen Abgeordneten eingehändiget, welche durch Frantz Bülau und Hinrich Ran⸗ mitsahen tzau aus dem Lager convoiret, und durch den ihnen schon vorhin mitgegebenen der bächt⸗ Trompeter nach Oldenwörden geleitet wurden. Man hat diese Dithmarscher mit gutem Vorbedacht über die Wahlstädt geführet, welche annoch mit den Cör⸗ gen Ml pern derer Erschlagenen bedecket war, um ihnen unvermeckt zu zeigen, welche antes Straffe auf ferneres Wegern ihnen bevorstünde. Folgenden Tages, nemlich a 15 10 den 1 öten, reisete der Konig nach Itzehoe, und von dar nach Dännemarck, 125 5 der Tag feiner Hrönung herbey nahete, hinterließ aber völlige Same pill t 1 U 374 Geschichte VI. Theil. macht, die Sachen ferner auszuführen, an den Feld⸗Marschall Johann Ran⸗ tzau, seinen Sohn Hinrich Rantzau, und Bartram von Ahlefeld. Den 1 8ten juni kamen die Abgeordnete wieder ins Lager, und brachten der Dithmarscher Antwort auf die gegebene Friedens⸗Puncka zuruck, da dann nach einigen Unterhandelungen der Friede völlig geschlossen, und von beyderseits unterschrieben worden. 1 Den 20ten juni kamen die Dithmarscher des Morgens um ro Uhr aus der Marsch/ zwischen der Lohe und Rikelshoff, führeten das übrige Geschütz, 10 egossene Canonen, Harnisch, Spiesse und alle Ammunition vor sich her, überantworteten dasselbe, und thaten vor der Heyde, vor Hertzog Johann, Her⸗ tzog Adolff und denen Königl. Räthen und Stadthaltern einen Fuß⸗Fall und Abbitte, schwuren denen Herren, und stelleten die 24 versprochene Geisseln dar, wurden also zu Gnaden angenommen, und die Geissel nach Rendsburg zu zie⸗ hen, verordnet. Damit aber die Soldaten nach abgelegtem Gewehr nicht in die Marfch fallen und plündern mochten, wurden ihnen einige Spiesse sich zu be⸗ schützen, wieder ausgeantwortet, die Huldigung aber ist folgender Gestalt gesche⸗ hen. In der Mitte hielten die Fürsten und Räthe, um die her lagen die Dith⸗ marscher auf den Knien, und die sämmtliche Cavallerie und Infanterie hätte einen Crayß formiret, und die Dithmarscher also eingeschlossen, daher dieselbe in einer nicht geringen Furcht und Schrecken gesetzet worden, sie möchten alle von den Pferden zutreten werden, welches auch einen Prediger bewogen, seinen Mit⸗Collegen in Lateinischer Sprache(um von denen Herrn nicht verstanden werden) also anzureden: O nos miseri! ad quam servamur lanienam: jam jam fœdere fracto, in nos impetum facient,& veluti pecora ferient, atque jugulabunt: totus profecto morte futura palleo atque horresco: nam extrema mox passurum me video: dem aber der Königl. Stadthalter Henri- cus Ranzovius folgendergestalt begegnet: quid tu nos ex vobis Judicas? Vos quidem digui essetis in quos sæviretur, at nobis indignum, qui sæviamus. Datam nec revocamus fidem, nec frangemus. Nach geschehener Eides⸗ Leistung, liessen die Herren sie auseinander, und in Friede zu Hause gehen, wo⸗ bey Hertzog Adolff sich dieser Redens⸗Art bedienet haben soll: Gath nu to Hueß and ethet wat warmes Kohls/ welches vielen, wegen den Verlust ange⸗ bohrner Freyheit, schmertzlich zu Hertzen gangen. Folgendes Tages brachen die Herren mit der gantzen Armee auf, und marchirten nach Meldorf, behielten von der Infanterie allein Schonewi⸗ sen Regiment bey sich. Der Graf von Oldenburg ging mit seinen Trouppen nach Elmshorn, Wallerdom nach Neumünster, und Reimer von Walle nach Bramstäde. Es wäre die Infanterie gerne länger in Dithmarschen geblieben, . 8 1 3 nd siesb in dre Came Haun Wesed ihres male gebe eg Inet nes A genon em! Anna woht wohn Graf Krieg denbu agen Ader Ji 5 des Landes Dithmarschen. 375 ga, a 8 und die Ochsen und Kühe weggetrieben, daher sie auch verschiedene Prætensso. bn nen macheten/ es wäre auch zu einem würcklichen Tumult gedieen, wenn diesem E/ dad Unheil nicht vorgebeuget, und die Cavallerie wieder zurück, ihnen näher ge⸗ daes rucket wäre, da sie sich dann an ihrem Sold begnügen lassen, und auseinander gehen musten. Weißberg und Schönewisen Regiment blieben noch 8 Tage olhpegz zu Schopstäde, bis daß das andere Gesinde gäntzlich verloffen, hernach wurden Bech sie zu Bramstade enturlaubet, und ihnen 8 Tage Sold mehr als sie gedienet, ge⸗ vorschhg reichet, auch ihre Officiers wol beschencket, wie solches auch geschehen, bey den Dan 0 fh Officirern von andern Regimentern. Die Cavallerie wurde zu grossen Aspe 25 abgedancket/ und ihnen ein Monaht Sold über die verdiente Zeit für den Antritt aach 1 und Abzug gereichet. Es schreibet ein Autor, es hatten die Offlcirer sich nicht 150 f zu beklagen, weil sie nicht von neuen gemunstert, sondern nach der erster Munster⸗ euch Rolle bezahlet worden. sich ube An eroberten Geschütz, waren 100 und etzliche Canonen auf Rädern, unter tal gesche welchen drey Schlangen, die andern Falconetten und Viertel⸗Schlangen, wie n die Dih⸗ sie solche in der Marsch und tiefen Lande brauchen können. Und wie dieselbe nterie hält in drey Theile getheilet wurden, bekam ein jeder ohne die gesprenget, 36 gegossene dieselbe n Canonen, darnebst wurden noch 3 Mauerbrecher, welche in alten Zeiten denen en alle hn Herrn von Holstein abgenommen, wie solches das aufgegossene Nesselblat aus⸗ en, deine weiset, nachmals überantwortet. Zu Meldorff übergaben sie denen Herren dedstarde ihre e und Freyheiten, nebst Kesignirung aller Bündnissen, so sie se⸗ nam: jn malen gehabt, einen Becher, welcher Königs kriederichs, Gottseel. Andenckens ent, at gewesen, und Ao. 1500 genommen. Es wurden auch denen Herren die Fah⸗ 9 7 540 nen, welche ihren hohen Vorfahren in Dithmarschen abgewonnen, ausgeliefert, I Henri. unter welchen die miraculeuse Fahne Waldemari gewesen, die König Johan- 1028 V0 nes Ab. 1 J00, in Hoffnung dadurch glücklich zu seyn, mit nach Dithmarschen genommen und verlohren. Wie viel eigentlich von Holsteinischer Seiten in die⸗ iam 5 a na ei sem Kriege geblieben, ist sehr ungewiß; Zwar wollen die Geschichtschreiber die gehen Anzahl sehr gering machen, so ist aber im Gegentheil von vielen warhafften Ein⸗ Gal wohnern, die von Anfang bis zum Ende diesem Kriege als Befehlhaber beyge⸗ ala wohnet, ein anders berichtet worden. Es ist auch schon oben erwehnet, daß der 0 Graf von Oldenburg allein in seinem Lande über 700 Wittwen durch diesen 1125 Krieg gehabt, daher eine geraume Zeit die Frauen in Butjadinger- und Ol⸗ 00 ö 5 denburger⸗Land keinen Dithmarscher, wegen ihrer erschlagenen Männer, beher⸗ Gene bergen wollen. Auch müssen gedachte Autores von selbsten bekennen, daß we⸗ 60 0 gen der Dithmarscher starcken und tapfern Gegenwehr, nicht allein viele vor⸗ 0 r 9 U 376 Geschichte VI. Theil. nehme Leute geblieben und verwundet worden, be en 2 n de pouffiret und in die Fach gebach 5 19 1 0 0 a5 dul den der Heyde die Dithmarscher nicht überwältigen mogen; Auch fan 1 geschlossen werden, daß der Feld⸗Marschall e R 8 10 ere vornehme Officiers, wie sie der Dithmarscher unverzagtes 1 G0 eden im Steeit,nüͤtzichen Hebrauch dane are Sata f 0 9 5 a sie schon ein oder andermahl verwundet, dennoch ehe segant⸗ gen d ee . 5 ennet, daß, wenn die Dith b nicht also durch das gantze Land verstreuet ch bl, besond thmarscher sich Oerter und Pässe, als Meldorf 0 eh abt, besondern die vornehmsten haus wohlbesetzet gehalten, und 1 0 9 0 8 beige e e en, bri cho fi e e„vornemlich gegen die Reuter(al wel 9e 1 dee geg dae e e pen eh eben, gebrochen,) anzuführen gel a menschlich zu reden, de en unmögl gewust, wäre es zu gewinnen. nen Fürsten unmöglich gewesen, damablen das Land Zum Beschluß dieser Historie muß ich no ü 4 5 8 zu Anfange des Krieges 25 ande 3 Lande 8 0 i 991„und bey ihren vermeinten Freunden in Holstein bis Aus 141608 0 at sich 15 halten wollen; haben die Holsteiner spöttlich gesaget 0 5 1 0 5 10 8 he Ochsen⸗Käuffer her, und haben wie nach dem Ziel 0 f sie 2 0 05 en 115 0 Rear 9 e 195 5 vorher ihr eigen Begräbniß 1 8 12 hehen. Die Frauen hernach die todten Cörper ihrer Manner 1 8 5 55 91571 5 15 graben und zu ihrer Väter Gräbern heimgeführet, N * —— 90 fad t N Htoge d del 0 Herkel Ihrs. biddes Velh uud full ee ig math mier/ Rice Jnnöl 1 Abet Udet verotd delete Lage schöe Noth ferwer ret Uh Henee 140 2 Va Fe des Landes Dithmarschen. 32 ik endet 1 5 ö Ait Supplication so die Prediger von wegen der K 18 Dithmarscher denen Herren übergeben. 6 90 Da Dorchluchtigsten/ Grothmächtigsten/ Dorchluchtigen⸗ Hochgebohrnen Fürsten und a und Herren Hrn. Frid erich den II, van GOttes Gnaden erwehlten König to Denne hchesech marck/ Norwegen ꝛc. und van der süven Gnaden/ Johann und Adolff, Erven to Norwegen⸗ erfahre Hertogen to Schleßwick/ Holsteen/ Stormarn und der Dithmarschen/ Graven to Oldenburg marca ünd Delmenhorst/ unsern gnädigsten und gnäbigen Herren underdahniglichen. 0 J in Dorchluchtigster/ Grotmächtigster Könlg/ Dorchlüchtige/ Hochgebahrne Fürsten und 0 e Herren; In Underdähnigkeit/ hebben toy Brefes hebberen Prediger Göttlichen Wordes an und Haun Ihro Königl. Majest. und F. G. mit mündlichen Warfungen afgeferdiget/ demaa dorch GOit „ welche diddende Ihro Köntgl. Majest. und F. G. wolle unsere Gesandten to gnädigster und gnädiger m Krege Verhör gestaden/ alle Sacken in Ruh und Bestand stellen/ und uns met enen Christl. Königl. chligg 10 und Fürstl. Geleide af, und an versorgen/ und tom Gespreck gnädigst und guädiglich gestaden/ so hug ausd willen wy Ihro Königl. Majest. und F. G. unse Menung und Anliggen/ in Underdahnigkeit vör⸗ st, woatec gefen laten/ der Toversicht Ihro Königl. Majest. und F. G. werden ut Hoch angebahrner Kö— en das Lal nigl. und Fürstl. Gude und Mildigheit/ dessen groken Jammer und Unrath behertigen/ und uns mit Land und Lüde beholden, Lief und Güder in allen Gnaden gnädigst und gnädiglichen anneh⸗ men/ up dat Bloet Vergetungen verhödet, de Frede geplantet, und GOttes des Allmächtigen wie eint Ricke gebuet werden mögen; Des hebben wy Ihro Königl. Majest. und F. G. in unsen Anlig⸗ 5 en gen demödig willen vörbringen, und bidden gnädigste und gnädige Antwort. Datum unter ö Fe unsern undergedruckten Pitzer den 13 Junii A0. 1559. gang de 5 1. 5 gat: dale Geleits⸗Brief, so denen Predigern mit nil auß zurück gegeben worden. abniß mache adem de Acht und Veertig/ als se sick nomen/ Vorwesere mines gnädigsten und gnädigen deten, haben 6 Herrn Landes Dithmarschen/ ene duplication by tween ehre Prediger aversandt/ darin se daun ge underdähniglich bidden/ etliche der ehren an Königl. Masest. und F. G. to vergeleiden de des Landes Anliggen underdähnigst vördregen mögten. So betüge ick/ Johann Rantzau/ Ridder/ f verorduneter Feld Marschall hier met dissen apentlicken Gelepde/ dat ick ut Befehl höchstgemel⸗ deter Ihro Königl. Masest. und F. Gnade to Schleßwig/ Holsteen/ solcke Lude, de se allhier int den/ welche doch Morgen/ Donnerstages to 12 Uhren ⸗ int Lager ankamen chölen/ frye/ velig af und to geleide vör alle de jenigen/ de alhier int Lager sind. To der ä mpeter aversandt. Ick hebbe my ock verspracken, dat mid⸗ issen Krieges⸗Lüden/ in dissen Lager keen Angreeb geschehen schall. Des to meh⸗ Rantzau/ Ridder/ van wegen mine gnädigsten und gnädigen hrnen Pitzer versegelt. Datum im Feld⸗Lager by der Heyde/ den 9 Capitulation, worauf die Dithmarscher in Gnaden anzunehmen. 1. in e schölen Ihro Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden ko Holsieen laven und schweren/ als Underdahnen van 2401 Gewohnheit wegen geböret/ und 0e W 2 a ——— töi—öð—ũ- b i b —— 378 Geschichte VI. Theil. — de Hevet Bannere und Fahnen/ so se in König Johanns, und Hertzog Frederichs Erleggung er⸗ mn overt/ g allen br ih so 10 885 nher Ege anerden. 165 2. Schölen de Dithmarscher de verohrsackenden Kr eges⸗Kosten erstaden/ de ssck u 1. 600000 Gulden erstrecken. c f 0 N 1 0 3. Idt schölen Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden Macht hebben, z Vestung anorden/ ö 10 dar idt Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden gelegen/ in dat Land to Dithmarschen met ehrer 0 1 Hülpe und Todohnt leggen to laten. Und schölen alle Veste und Schantzen/ so itziger Tydt im e Lande befunden, gäntzlich geschleiffet werden; Königl. Majest. wolden ock hiermit vorbehalden n debben/ to gemelden 3 Vestungen/ so veele Acker, Wische, Weide, Grasung und Höltungen/ als ume to gemeldeten Hüsern nödig to gebrucken/ und schölen de Underdahnen/ to den Hüsern dagliche b dal Oeenste dohn und leiten. unde 4. Idt willen sick ock Königl. Majest. und Fͤrstl. Gnaden hiermet alle Hoheit, Herrlich: de keit/ Gerechtigkeit, und wat dem anhängig utdrücklich vorbeholden hebben..* 5. Alle Geschütte/ Munition, Gewehr, und Harnisch/ schall Ihr. Königl. Majest. und Fürstl. wal Gnaden von den Dithmarschern herut gegeven/ averantwordet/ und ahne Bewilligung nicht N wedder togelegt werden. Abe 6. Und wenn der Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden Krieges⸗Kosten erlegt/ und beta⸗ 2 let worden/ schölen de Inwahner des Landes Dithmarschen/ van ehren Ackern and Grasungen/ M jährlich Ihro Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden, als ehrer Overigheit/ so vehle geven/ und n entrichten, als de jetzunder/ wenn se desülven anders utgedahn hebben. 8 10 7. Alle Brefliche Uhrkunden/ van Kaysern und Pausten, auch andern Geistl. und Weltli⸗ dite chen/ de by dem Lande Dithmarschen vörhanden/ schölen in guden Gloven vermiddels vörge⸗ f meldten ehrem Ede averantwordet werden/ und wenn de nicht averandwordet/ met Brefen und llt Segeln/ Kraffttoß geschreven werden. N 8. Und schall aller Gerichts Dwang und Recht dorch Ihro Königl. Majest. und Fuürstl. Aich Gnaden, to Holsteen verordnet werden, und de Appellation an Ihro Königl. Majest. und wah Fürstl. Gnaden bliefen/ und nicht ferner fry stahn/ und de Bröcke der Königl. Majest. und Fürstl. 1 Gnaden/ immaten solckes met andern dero Underdahnen geholden werd. i M 9. Idt schölen ock de Inwohner des Landes to Dithmarschen/ met den Underdahnen des N. Fürstendohms Hollsteen und Stormarn, Schattinge und Landbeede oder Landfolge geven und 507% listen/ und aller Confederation und Verbündnisse/ darin se jetziger Tydt stahn/ afseggen und sick funde erleddigen/ und jenne ferner nicht annehmen. Up vorgesettede Articuln, wenn de ingerühmet/ a bewilliget und darup Gelöffde und Eeede gedahn/ willen Ihro Königl. Majest. und Fürstliche Gnaden to Hollsteen de Dühmarscher als ehre Underdahnen/ to Gnaden annehmen/ und by eh⸗ dert ren Güdern geröhrter maten bliesen laten/ und schall Gnade met geböhrlich Voetfall gebeden Und werden. Schölen ock de Dithmarscher/ Breef und Segel darup geven/ und midler Tydt/ dat düde solckes vollentagen, acht van den gebededen Acht und Veertigen und 10 von den Besten und Ind! Vörnehmsten des Landes to Geisseln Ihro Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden to Handen stel⸗ dee gen/ und averantworden. Antwort derer Dithmarscher. 100 a§ S. de Inwahner des Landes Dithmarschen/ bidden durch GOtt und sin hilliges düres Li⸗ Gnad l V den underdähnigst, men wolde uns met Land und Lüde samt unsern elenden Wyff und eam Kindern, Wedewen und Wäysen, deren tom wenigsten veel Dusent in Gnaden gnädigst und lehr gnädiglich beholden/ Lief und Guth annehmen, und lom kolden Water und grülichen n Wige 5 un Nl. —— Gagat UU dung aum ac 5 hn tragen Haun Hifi 0 1 Hani est und zii wiligungat gk/ und hen d Gtasurgn le geben/ 1) i und Wa middess lig Breton . und Fun . Masest. u t und Fu. derbaßnen bit ge geben nd agen und sik ingerühm⸗ ud Färslich n/ und hych tall geha r Tydl/ N n Besen d 0 Ham ges hin 40 u fal und Tabergang 10 des Landes Dithmarschen. 379 und Verderver nicht bringen und wiesen/ und seggen tom 1. In der Capitulation verfateten Articul Ja/ willen densusven, wo he na den Bockstaven ludet, wercklich nasetten. 2. Tom 2 Articul, dat de Dithmarscher de Krieges Rostinge der 600000 Fl. erlegen schölen/ seggen se: dat ehnen solckes unchrestlick⸗ undohnlich und unmöglich, wil de mehrendehl der Inwahner ehrer Göder berovet, eutsettet/ ehre Hüͤser afgebrant/ fahrende Hafe genamen/ ehr Korn vernichtet/ und nichts mehr hebben, als se gahn und stahn/ met ehren Kledern/ an Wyff und Kindern. De Landwehre tom zten und Schanten to vernichten, seggen se ja, averst 3 Veste to Bu en/ met ehrer Hülpe/ darto Acker/ Wischen und Weyden/ so vehl des nödig to nehmen seggen se dat ehnen de sülve allenthalben beschwerlich/ denn wenn idt to den vesten Gode/ Acker, Wischen und 5 genahmen/ worden de arme Lüde ehrer Göder entsettet/ und mosten ut dem Lan⸗ de wicken. Tom Aten Articul, alle Hoheit/ Herrlichkeit und Gerechtigkeit/ Jagten/ Fischeryen, und wat dem anhängig, seggen se ja. 5 5. Belangent/ dat se alle Aunition und Wehr van sick dohn scholden/ darinnen willen se underdahnigst/ dar idt anders jo nich syn kan/ sick willig verholden. 6. Anlangent/ dat de Dithmarscher van ehren Ackern/ Graßnigen/ jährlich der Königl. Majest. und Fürstl Gnaden so vehle geven und entrichten schölen/ als jetzunder se darvan neh⸗ men/ darup erklaren se sick also: Dat se underdähnigst dohn bidden/ se de Dithmarscher nicht egen to macken/ sündern, dat se ehre Göder glick den Fresen mächtig werden/ und der Fryheit/ so den Fresen/ Cremper- und Wilster Marsch Lüden vergünnet/ se de Dithmarscher ock gendten mochten. Und dat se met kenen Havedeenst beschweret/ ündern darvan erleddiget alse deCrem⸗ per und Wilster⸗Marsch. 7. Alle Breflicke Ohrkunden, Privilegia, und Verdräge/ so vehl deren vörhanden/ und 155 umkamen/ will man averantworden/ und wat nicht averantwordet/ Krafftloß schriefen lathen. 8. Item de Gerechtigkeit/ Dwanck, Gericht und Recht belangent/ de sülve dorch Königl. Majest. und Rürstl. Gnaden solte verordnet werden stellen se de Dithmarscher to Königliche Majest. und Fürstl. Gnaden und gnädigsten und gnädigen Gefallen/ konde ock gestadet werden/ dat en Rath/ wo in Eyderstädt verordnet/ und desülven na des Landes Boeck scheideten und funden/ jedoch de Appellation an Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden to appelleren vörbe⸗ holden, da sehen de Dithmarscher vör keenen Unrath an. De Confœderation und Verbündnissen/ so wy mit der Stadt Lübeck, und nemand an⸗ ders hebben/ schall Krafftloß syn/ und willen uns to ewigen Toden met nemand ferner verbinden. Und wat se Se. Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden laven und schweren/ willen se als ehrlicke Lüde holden. De Landbede/ Stuer und Schatting bedrepent/ wat deßfals de Fresen/ Cremper, und Wilster Marscher dohn, willen se de Dithmarscher/ alse gehorsame Underdahnen sick weten to schicken. 10. De Huldigung/ den Voetfall/ und wat an Segel und Bresen gefördert schall werden/ darto seggen de Dithmarscher Ja/ und willen alle ehre Munition und Krieges Rüstung van sick dohn, achtende Geissel unnddig, jedoch stellen se solches to dero Königl. Majest. und Fürstl, Gnaden gnädigster und gnädigen Gefallen/ ungetwifelt/ men werde Chrestl. und Fürstl. met de armen Dithmarscher handeln/ Bloetvergeten umgahn, und ehres hochsten Verderfes nicht begehren, sündern Wyff und Kind/ Alt und Jung/ ferner unbeschädigt laten/ in Betrachtung, dab dat Land den Schaden, Nahdehl und e„by Menschen Leven nicht averwinnen 75 8 6 3 ahne — 72 380 Geschichtt Pl. Theil. ahne dat/ dat ock vehle Dusent armer elender Waysen, Wedewen/ und Kinder vorhanden/ na⸗ cket und bloet/ de bedeln mögen und tom kolden Water gewiset syn/ und nimmer in de Rüsting ka men können. De Allmächtige GOtt und Vader unsers HErren JEsu CHristi/ willen Ihro Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden Harten bewegen/ dat einhelliger beständiger und ewiger Frede, to Erhaltung der armen Underdahnen also upgerichtet dat GOtt de Ahmächtige erst und letzt gelafet/ und dat Land und bedröbede Underdahnen in Besten sortgesettet/ erholden und gehandhabvet werden möge. Verschreibung der Dithmarscher. Sa Nahmen der Hilligen untodeelden Dreefoldigkeit: Wy de gewesene Acht und Veertig 855 Vörwesere und gemene Inwahner des Landes Dithmarschen/ bekennen und dohn kund vör uns, unsen Erven/ Nakamen/ und sonst jedermänniglichen denen disse Brefe to sehen/ to lesen/ und to hören vörkümbt. Na dem de Dorchlüchtigster/ Großmächtigster, Dorchlüchtige/ Hoch- gebohrne Fürsten und Herren, Hr. Friderich de II. erwehlter König to Dennemarck und Nor; wegen/ Hertzog Johauns und Hertog Adolff, Gevättere und Gebrödere/ Erven to Norwegen Hertog lo Schleßwig/ Hollsteen/ Stormarn und der Dithmarschen, Graf ko Oldenburg und/ Delmenhorst/ unse gnädigste und gnädige Herren und Landes Fürsten/ van wegen unser lanck⸗ wiligen Rebellion, Ungehorsam und Wedderspenstigkeit/ damit wy uns Ew. Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden weddersettet/ to ener besogten Krieges Handelung verohrsacket, dadorch wy avertagen und vermiddels Göttl. Schickung bedwungen und averwunnen. Und averst Ew. Königl. Majest. und Furstl. Gnaden ut angebahrner Königl. und Fürstl. Güde und Mildigkeit up unsere Underdahnige kläslich demodigen Biden. und Ersöcken/ uns met unsern armen Wyff und Kindern/ unangesehen unser Verwercking to Guaden up to nehmen/ und uns to unsern Gü⸗ dern/ so vele derer averig/ gnädigst und gnädig to verstaden, bewegen laten/ darvör wy nechst Gott den Allmächtigen to ewigen Danckbahrkeit Ew. Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden uns schüldig erkennen. Dat wy demna unsern Eyden und Trüen und aller denjenigen/ dat enem framen, ehrlichen Mann binden kan/ unt verplichtet, verstricket und verspracken; Verplichten und versorecken uns ock hiermet und in Krafft disses Brefes vor uns/ unse Erven und Nakamen/ dat wo met unbewehrter Hand/ samt unsern Wyfern/ Kindern und Hueß ⸗Gesinde/ met enen Voetfall, höchst und hochgedachter Ihro Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden unser Demoth ertögen, und um Vertildinge unserer Missedaht und Verhandlinge bidden. Und wy gewese⸗ die de vn 900 U A des Landes Dithmarschen. 381 hang steen, und nicht ferner frystahn, ock de Bracke und Gerichts Fälle Ihro Königl. Majest. und de Nin Fürstl. Gnaden bliefen immaten solckes alles met Ihro Königl, Majest. und Fürstl. Gnaden / wülg d Underdahuen gebolden werd/ und schall by Ihro Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden Willen fer mg und Gefallen stahn/ wo/ wat gestalt/ und dorch wat Personen Ihrs Königl. Majest. und Fürstl. Anti Gnaden dat Land bestellen willen. Wy schölen und willen ock vermiddels unsers Eedes to Ihro I Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden Handen averantworden /alle Bresschafsten/ Ohrkunde, wo de Nahmen hebben mögen van Römschen Kapsern und Pausten/ auch Geest und weltliche Försten und Stände utgegefen, de by dem Lande Dithmarschen vorhanden, und im Fall een edder mehr, welckes doch met unsern Weten und Willen vorsetzlich nicht geschehen schall/ hinder⸗ bliefen und nicht averantwordet worden derer dohn wy uns hiemit wetendlick ohn alle Gefehr⸗ Hund dent de/ weniger nicht/ denn ob se hier Nahmkündig gemacket, edder Wordlick einverliefet wären by dohn kum unsern lieflieken schwaren Eeden/ und in der beständigsten Form und Mate/ als solckes to recht schen n geschehen kan und mag/ hiermit vertyen und vergefen/ desülde keenen Tyden/ vör uns/ unse Erven lͤchtige/ und Nakamen/ in enige Wege vör to wenden/ to gebrücken/ gestaden; Inglicken sollen und willen garck und J wy/ alle dat Geschͤtte, Munition Gewehr, Harnisch und Rustung heruth gefen/ to Ihrs Königl. 110 Normen Mapest und Fürstl. Gnaden oder dersülven verordneten Händen averantworden/ gad ahne sdenburg 1. Ihro Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden und dersülven Erven und Nakamen Weten und Wil⸗ en ufer lu len keenen andern wedderum tügen. Wy willen ock ahne Verwihling alle Schantzen und ande⸗ g. Tf re Vestinge im Lande nedderrieten und vernichten/ und ahne Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden facht, daun und dersüͤlven Erven und Nakamen Bewilligung, keene andere wedderum buen und opwerpen; Indra Ock schall dat Höltlin de Hamme genandt, förderlichst afgehauen werden/ jedoch dat gefällende b Mg Holt/ dem et betan herto gehöret bliefen. Und alse den Ihro Königl. Majest, und Fürstl. aum Gnaden up unse klägliche demodige Bidde/ uns arme verderfede Gelegenheit/ gnädigst und gna⸗ Munten diglich angesehen/ und der Wedderlage der upgewendeten Krieges Kosten/ inglicken/ de Verord⸗ Anm nung wegen der dreyer Hüser/ de wy im Lande upbuen scholden/ ock wat an Aecker/ Wischen, Gra⸗ fGr sungen und Holtingen darko gelegt werden solte/ gnädigst und gnädig to Rau gestellet/ und uns by 17 0 un unsern Güdern erf und egen to laten in Gnaden bewilliget. Darvör wyJhro Königl. Maßsest. ahn und Fürsi Hnaden in aller Underdahnigkeit danckbahr. Sollen und wollen wy und unsere Er; 10 aan ven Ihro Königl. Mapest. und Füͤrstl. OGnaden derfülven Erven und Nakamen tor Jährlichen , t e Plicht und Bekäntniß gefen van jeden Morgen Marsch Landes binnen Dicks bebuet und 1er Demolb unbebuet( de Morgen 5 Rade(n de Brede, und 6 Stiege in de Lange, und de Rode pwpgents⸗ 16 Voet lang gerecknet“ eine güldene Müntze/ den Gulden to 24 Schill. gerechnet/ und 190 0 up der Geest de halve Saet, de de Geesimann sepet. So schölen und wollen de Land⸗ 0 120 dede/ Landfolge, Deenste und in allen andern wy uns jegen Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden Un 1 10 ehren Erven und Nakamlingen ertögen und holden/ wo solckes van den Fresen/ Strandern/ Ey⸗ und 5 500 derstädtschen! Krempern und Wilstermarscher geholden werd. Wy willen ock de Bünd niß/ so maden Tl wy met de van Lübeck/ und nemand andern hebben/ denen Lübeckern ahne Widdel upschriefen/ an Rech 0 und uns aller andern Verbindnissen und Confœderation to ewigen Tyden gäntzlich ütern und (5 610 enthalden. Solches alles und jedes/ und wat süͤnst mehr framen/ ehrlichen und getrüen Under⸗ Abe 10 dahnen egnet und geböret/ gereden und gelaven wy de gewesene Acht und Veerlig und gemene Toba 5 Inwahner des Landes Dithmarschen/ vör uns und unse Erven und Nakamen, by unsern Eeden/ baum Ehren und Trüen/ veste/ unverbröcklich wolto holden, darwedder/ weder met Gedancken, Wor⸗ ud 17 1 den und Wercken nich to dohn/ noch to handeln noch jemand anders van unsentwegen to dohn⸗ 11 edder to handeln/ verstaden. Alles fünder arge List und Gefehrden. To dessen mehrer Ohrs wache funde/ Seckerheit und Wetenschop hebben wy met sämtlichen eintragtigen Rade und Be willi 10 o. U — 2 L. 1 e „ 2 7 —— Geschichte VI. Theil. gung, dat Insegel/ welckes sick dat Land Dithmarschen bet anhero gebrucket/ wetentlick laten han gen/ an desen Brefe, de gegeven Dingstags na Viti, den 20 Junii im Jahr na CHristi unsers Seeligmakers Gebort 1559. f Eh derer Dithmarscher. SS. Inwahner des Landes Dithmarschen, schweren/ dat wy und unse Erven S und NTakamen, Rönig Friderich to Dennemarck, und Hertog Johannsen und Sertog Adolffen, allen, Sertogen to Solsteen, getrü und hold syn willen, ehr bestes weten edder dohn, dat Ihro Ronigl. Majest. und Fürstl. Gnaden und ehren Erven und akamlingen mogte to Schaden gerecken, an Life, Lande, Lüden und Gü— dern, wat wy to weten bekamen dat Ibro Königl. Majest. und Fürstl Gnaden und ehren Erven to weddern, dat selve willen wy trülich vermelden, alles wat wy uns jegen der Rönigl. Majest. und Fürstl. Gnaden und ehren Erven verschreven⸗ vör uns und unsere Erven trülich holden und handhafen, und uns sünst in allen als trüen Underdahnen gebohret, jegen Ihro Rönigl Majest und Fürstl. Gnaden und dersülven Erven mit Eif und Gut ertogen. Als uns GGtt belpe und syn billiges Evangelium. Auf selbigen geleisteten Eyd und diese Verschreibung der Dithmarscher/ haben Ihr Königl. Majest. und Fürstl. Gnaden ihnen einen Revers und Versicherung gegeben/ daß sie über dem Versprechen keine weitere Belästigung zu befürchten haben solten. Dieser Revers ist in der fol⸗ genden Confirmation mit eingerücket/ Krafft welcher obiger Vergleich Ihro Königl. Majest. von Dännemarck/ und beyden Hertogen van Holsteen mit den Dithmarschern/ von Kayser NMaximiliano I. bestätiget worden. Ungeachtet der Ertz-Bischoff von Bremen/ Georgius, von Braunschweig bey dem Kayser hefftig gegen diesem allem sich beschweret/ wie noch seine bro- testation beym Gastello in statu Europæ p. 254. zu lesen. Kayserliche Confirmation obigen Vertrages. SD Maximilian de Ander van Gades Gnaden, erwehlter Römischer Kayser to allen Tyden D mehrer des Rickes in Germanien to Ungern/ Böhmen/ Dalmatien/ Croatien und Schlavonien/ König/ Ertz Hertog to Osterick/ Hertog to Burgund/ to Brabant/ to Styer, Kärnten, Kräyn, to Lützelborg /to Würtenberg/ Aver-und Nedder⸗Schlesien/ Fürst to Schwa⸗ ben/ Marggrafto Mehren, Aver und NedderLaußnitz, Gefürsteden Graf to Habstburg, to Tyrol/ to Pfirt/ to Kiborg und to Gräntze/ Landgraf in Elsas/ Herr op de Wendischen Marck/ to Partenau und to Salmes ꝛc. bekennen offentlich mit dissen Brefe, und dohn kund aller männiglich/ dat uns der Dorchluchtige Först/ Hr. Friderich de Ander/ to Dennemaeck/ Nar wegen/ der Wenden und Gothen König/ und hochgebahrne Johann und Adolff, Hertogen to Holsteen/ Gevättere und Gebrödere unse sleven Fründe, Ohme und Försten/ dorch ehre Ge⸗ vollmächtigte Zohtschafften/ den Ehrsamen Gelehrden/ unsern des Rickes/ getrüen Georg Lo- rich. und Valentin Heyden, der Rechten Doctor, fründlich und underdähnig hebden ersöcken und didden lateu, dat Wy den Verdrag so Ehre Leveden kort verschehener Tydt und dem Lande Oithmarschen opgerichtet/ als Römischer Kayser to contirmeren/ to bekräfftigen und to bestä⸗ digen/ fründlich und gnädiglich geruhten/ welcker Verdrag van Wort to Wort herna geschre⸗ ven steit und ludet also: in Naßmen der hilligen Dryfoldigkeit: Wy Friederich de II. van Gades Gnaden, erwehl⸗ A ter König to Dennemarcken, Norwegen/ der Wenden und Sothen ic. Und wy 1 un scki aan Ohe g thter 050 0 lich I be eil dude Du Ger schol licht dend ande Rach mar; In Vader erde Grade M Ill F ian a dansektpen baun und en, ehrbessez bren Erne den und Gh stl Gade lles wit erschreven in allen als naden und in billiges . Koi. eber den ist inder fol Faigl. Mat „von Kaye / Georg! loch seine l. 5. fo alen Tuben Ccpalsen und it 6 Sthel, Ae Schw U Habstburz Wendische o dehn kun Denne ff, Heut och chte en Geathlö chen c 50 den bh um o e 10% cl 56 hann 1 1 des Landes Dithmarschen. 383 und Adolff, van densulven Gnaden/ Erven to Norwegen/ Hertogen to Schleßwig/ Hollsteen/ Stormarn und der Dithmarschen Grafen to Oldenburg und Delmenhorst/ Geveddern und Ge⸗ brödern, bekennen und dohn kund vör uns, unse Erven, Nakamene, und sünst jedermänniglich, nademe Wy na erlangeten Sieg wedder unser ungehorsahme und wedderspenstige Underdah⸗ nen, de 48 und gemene Inwahner des Landes Dithmarschen denensülven, so bym Leven geble⸗ fen, und der afgegangen Erven/ op ehre demödige klägliche und jämmerliche Bede, wederum to Gnaden angen amen, und der verwerckeden Strasse, ehrer Rebellion und beleydigten Ma⸗ jest. dadorch se ehre Life Leven, Have und Guder, gäntzlich verwercket, ut angebahrner Königl. und Fürstl. Mildigheit und Güde gnädiglich erlaten/ darup se sick jegen Uns, Unse Erven und Nakamen, verschreven/ verbrefet und versegelt, wo solckes ehre under des Landes Insegel ut⸗ gegevene Verschriefung/ Dingstags na St. Viti des A0. 1559 Jahrs dateret/ ferner deit ut⸗ wiesen, dat Wy demna ehnen wedderum gnädigst und gnädiglich nagegefen und vergünstiget, nagefen und vergünnen hiermit und in Krafft disses Breses/ dat se/ de angerögede gewesene 48 und gemene Inwahner des Landes Dithmarschen, so vehl deren bym Leven averig/ ehres Lives und Levens beröhrter Rebellion und beleydigter Masestät halver verseckert/ und ut Sorgen in Rau gesettet syn schölen, und schall ehnen alle Verwerkinge hiemit gnädigst nagegefen und erla⸗ ten syn. Wo denn henwerderum twischen ehnen und allen denen, so to dissen Kriege geraden, und gedenet, wat gestalt solckes geschehen, alle Wedderwill, Findschop und Verdret, gantz und gar schöle syn upgehaven, alse dat de Dithmarscher wedder de jenigen, so des hebben geradet und gedenet/ datsülve nicht oprücken, noch mit Worden edder Wercken, to Wrecken und toIfern sick understahn schöen. Nevenst deme hebben wy ut Gnade bewilliget⸗ bewilligen ock solckes gegenwärdig in Krafft disses Brefes/ dat ofstgedacht gewesene 48 und Inwahner des Landes Dithmarschen, beholden schölen, ehre Hüser, Have, fahrende Have/ Acker/ Wischen/ Grasin⸗ gen, Weyden und Holtingen/ in aller Maten, wo se de hierbevörne gehadt/ darby wy se als by ehren Erfe und egene laten willen/ jedoch/ dat se up Nicolai jahrlich uns davan dohn/ und gefen schölen/ wo ehre utgegefene Segel und Brefe dohn bewiesen. Van dem Marsch⸗ Lande averst schölen van jedern Morgen Marsch⸗ Ackers/ binnen Dickes, und jährlich up de sülve Tydt/ nem. lich up Nicolai, ein gülden Münte, de Gulden to 24 Schill. Lübisch gerecknet/ gegefen werden. Und schölen vör jeder Morgen) Rode in de Brede, und 6 Stiege Roden in der Lange, 16 Voed up de Rode to reckende, afgemeten werden. Ock met wedder Erstading der upgewanten Krie⸗ ges⸗Kosten se gnädiglich verschonet. Se mögen ock op de Eyder an ehrer Syden, jedoch glick andern Underdahnen met unsern Weten und Willen/ de daby wahnen/ dem Strand fischen. Damit ock de Geestmann so vehl beter by siner Nehringe möge beholden werden/ hebben Wy den Geestlͤͤden de besündere Gnade ertöget, dat se ehre Holtinge Wischen/ Weyden/ Grasingen, scholen frye hebben, und alleen to jährlicher Plicht und Bekäntniß de halve Saet/ de se syen/ jähr⸗ lich op Nicolai to gefen/ schuldig syn. Idt schölen ock vördann de Dithmarscher in unsern För⸗ stendöhmern und Landen glick andern unsern Underdahnen frye, secker met Kopmannschop und andern redlichen Gewerfen ko handeln und to wandeln Macht hebben, und willen se by glick und Recht schütten: henwedderum ock schall andern Underdahnen fry staen in unserm Lande Dith⸗ marschen, to Water und to Lande ut und in to then/ dasülvest to verharren/ und met des Landes Inwahnern redliche Handlung und Gewerfe to driefen; Und willen sünst, wenn gemeldte unsere Underdahnen de Dithmarschen ehren Eede und Geböhr als wy uns versehen willen, nahsetten werden/ se by Glick und Recht ehrer Have und Güder gnädiglich erholden/ und sünst ehnen met Gnaden erschtenen/ und schall de Deenste und Buhten Dicke halven, met ehnen/ den Crempern⸗ und Wilster⸗Marschern gelick geholden wander. De Güder/ Rente und Tinsen/ so Neben * 9 384 Geschichte VI. Theil. by der Kercken gewesen, schölen henferner unverrücket darby blifen. Und als under andern den Dithmarschern operlegt, dat se dat Holtlin, de Hamme genandt, schölen ummehauen, hebben Wy bewilliget und nahgegefen, dat Wolt Reimers und Johann Reimers/ denen dat Höltlin erstlich tosteit/ dat ummehauen Holt an sick nehmen, dat sülve verkopen, und als ehren egenen Gude daemet handeln und gebüren mögen, ahne unser und jemand anders Verhinderinge. Solckes alles, wo baven steit, gelaven und versprecken Wy König kriderich, Hertog Johannes und Hertog Adolff, vörgemelten unsern Underdahnen/ den Dithmarschern, Königlich und Fürsilich to holden und to verfolgen; Jedoch, dat se wedderum ock datjenige leisten und dohn/ dar met fe sick Inholt ehrer Segel und Brefe jegen Uns verplichtet/ und hebben des to mehrer Ohrkund/ Sekerheit und Vestholdinge, unser Königl. und Fürstl. Secret wetentlick laten hangen an dissen Bref/ de gegefen is in unsern Feld⸗ Lager vör der Heyde/ Mahndags na St. Viti, im Jahr CHristi, unsers Seeligmackers Gebort/ Föftein Hundert Negen und Vösstig. Friderich R. Johann Hartog to Schleßwig⸗Holsteen. mppria. Adolff Hertog to Schleßwig⸗Hollsteen. Des hebben wy angesehen/ solck ehr fründlick/ demo dig/ trüliches Söcken und Bidden/ und darum mit wolbedachten Mode/ guden Rath und rechten Weten obgeschrevenen Verdrag in al⸗ len sinen Wörden/ Puncten und Clausuln, Articuln, Inholdingen und Menungen/ als Römi⸗ scher Kay ser/ fründlich und gnädiglich confirmeret/ bekrässtiget und bestadiget. Confixmeren/ befräfftigen und bestädigen densülven ock hiermit von Römischer Kayserlicher Macht/ Voll⸗ kamenheit/ wetendlich und Krafft disses Brefes/ wat wy van Rechts edder Billigkeit wegen dar⸗ an to confirmeren/ to bekräfftigen und to bestädigen hebben/ confirmeren schölen und mögen/ und menen/ setten und willen/ van beröhrter unser Kayserl. Macht/ dat opgeschrevener Verdrag in allen sinen Worden/ Clausuln und Articuln, Inholdingen/ Menunge und Begripinge/ kräff⸗ tig und mächtig syn/ stet/ vest und unverbröcklick geholden und vollentagen werden/ und sick op⸗ gemeldte unse lefen Fründe/ Oheimen und Försten/ de Konig to Dennemarck und Hertogen to Hollsteen/ ock ehrer Leften Nakamende dessulven als sines Inholdes fryen gebrücken/ geneten/ und gäntzlick darby bliefen/ schölen und mögen van allermänniglich unverhindert/ doch unse und dem hilligen Ricke/ an unsen und sünst männiglich/ an sinen Rechten und Gerechtigkeit/ unver⸗ grepen und unschädlich. Und gebeden darup allen und jeden Churfürsten und Fürsten/ Geest⸗ und Weltlichen Prælaten/ Grafen/ Fry⸗Herren/ Herren/ Riddern/ Knechten/ Land Voigten/ Hö⸗ vet⸗Lüden/ Vitzdumen/ Vogten, Plegern/ Vorwesern/Amtlüden/ Schultheissen/ Bürgemeistern/ Richtern/ Räthen/ Bürgern/ Gemenen und sünst allen andern unsen und des Rickes Underdahnen und Getrüen/ wat Wercks/ Standes/ edder Wesendes de syn/ ernstlich und vestiglich mit dissen Brefe/ und willen/ dat se de obgemelde unse leve Fründe/ Ohme und Försten to Hollsteen ꝛc. und ehren liflicken Nakamen/ an obgeschrevenen Verdrage/ allen darin verlifeden Puncten, Articuln, und disser unser Kayserl. Confirmation und Beslädigung nicht hindern/ noch erren/ söndern de deren geraulich gebrücken/ geneten/ und gäntzlich darby bliefen laten/ und hier wedder nich dohn/ noch des jemand anders to dohnde nich gestaden/ in keener Wise/ also leef enen jedern sy unsern und des Rickes schwere Ungnade und Strasse/ und darto ene Porn, nemlich hundert Marck lö⸗ digen Goldes to vermieden/ de en jeder so offt he wessentlick hier wedder dede/ Uns halv in unserer Ind des Rickes Camer/ and den andern halven Dehl/ obgemelten unsen leven Fründen⸗ 3 ö U — ud flick fc 000 11 Vl — et denn en, hühn du digg chene usrdeltg lag ehren hd en wn n des wn scktnteun na dt. Wü d Bidden/ an Verdragig gen/ als Röm Confrmert Nacht/ Ju eitluegenm und mogu ener Verdi guipinge/ ff 1/ und sckoy 0 Hertogent deen/ genelnn doch unse und geil/ under sen/ Gelß Voigten ch irgemeisea, Underdehan lich mithsen teen ten rc 0 sörban, der ich dat dern hun eit Nut 77 1. U 10 des Landes Dith marschen. 385 und Försten/ den Konig to Dennemarck und Hertogen to Hollsteen/ und ehren Nakamen unna⸗ latick ko betalen verfallen syn schöle. Met Ohrkund disses Brefes, besegelt met unsen Kayser⸗ lichen anhangenden Insegel in unser Stadt Wien an 29te Dage des Monaths Augusti nah ChHristi unsers leven Heern Gebort/ Vöfftein hundert und Viess en Sößtig/ unserer Ricke des Römischen in dörden/ des Hungerschen in andern/ und des Böhmischen im Söventeinden Jahre. Maximilian. ad mandatum sacræ Cæsareæ Majestatis proprium. Haller. Vice& nomine Reverendissimi Domini Dni. Archi- cancellarii Moguntinensis 5 Zasius. 3 Protestation und Prætension des Extz⸗ ** Bischoffes von Bremen, wegen Eroberung seqq. des Landes Pithmarschen, bey Ihro Kay⸗ serl. Majest. übergeben. lege Herr! Wiewohl ich für meine Persohn Ew. Römisch Kapserl. Majestät dle 1 anwesende Chur, FürstenFürsten und Stände des Heil. Römischen Reichs auch dersel— ben Bottschafften in diesen hoch wichtigen Tractationibus des Reichs/ mit meinen Sachen gantz ungerne bemühe/ ich wüste auch(GOtt Lob) bey mir wohl zu ermessen/ daß es sich nicht wohl gebüͤhrete; dannoch dringet mich dazu mein hohes Anliegen/ daß ich als ein Glied des Reichs zu Ew. Römischen Kayserl. Majestät/ als meiner von Gott gesetzten ordentlichen Obrigkeit und den andern Ständen des Heil. Reichs in jetziger Beysammenkunfft/ Zuflucht und Hülffe suchen muß/ und wollen es Ew. Römisch Kayserl. Majestät gewiß dafür halten/ daß ich diß nicht aus Lust oder Liebe zu Hader und Unwillen/ oder einigen eyfrigen Gemüthe/ wie es mir vielleicht von andern möchte wollen verstanden werden/ erhebe/ sondern daß zum Theil Ew. Kayserl. Majestät/ auch dem heiligen Reich hieran mit gelegen, und sonst auch meine Eyd und Pflichte/ damit ich meinem Ertz Stifst obligiret bin/ mich darzu fordern/ dann ich(ungerühmt) die Zeit meines Lebens/ und sonderlich in jetzigem meinem Alter und Geistl. Stande/ dermassen dem gemeinen Friede geneigt/ daß ich ungerne den geringsten Stand des Heil. Reichs/ soferne es nicht zu grossen Abbruch meiner befohlenen Land und Leute/ dem ich ohne Verletzung meiner gethanen Eyde und Pflichte nicht zuzusehen/ gereicht/ worinnen zu nahe seyn wolte/ da dergleichen von meinem Be nachbahrten mir auch begegnen möchte/ wäre ich dieses Klagens gerne übrig. Bitte demnach unterthäniges Fleisses/ Ew. Röm. Kayserl. Majestät/ die wollen diese, mein und meiner befohlenenLand und Leuke Nothdurfft allergnädigst zu vernehmen/ und aus hohen kras genden Kayserl. Majestät Amt mir hierin mit Rath und Zuthat der Chur Fürsten/ Fürsten und allgemeiner Stande/ Hülf und Trost zu beweisen, sich unbeschweret finden lassen; Und die⸗ weil ich mich etlicher zugefügten Handlungen und Gewalts/ so mir und meinen Unterthanen, wider Ew. Röm. Kayserl. Majestät und des Heil Reichs hochverpoenten Kayserl. Land Frie. den/ desselben Execution- Ordnungen und Abscheide/ neulicher Jahr und Zeit Ew. Röm Kat, serl. Majest. Regierung/ über gutes Vertrauen und alle Zu versicht wiederfahren/ über etliche benachbarte Potentaten und Fürsten, so des Heil. Reichs Mitverwandt seyn, zu beschweren ge⸗ nöthiget finde/ will ich mich gleichwohl/ 17 Ew. Röm. Kapserl. Majest. 15 115 11* — 386 Geschichte VI. Theil. Standen des Reichs öfsentlich bedinget haben, daß ich mit dieser Erzehlung der Geschichte me. mands injuriret, oder ich etwas zu Verkleinerung jemands höher oder Fürstl. Standes Reputa- tion oder ihrer Person/ Nah mens Verunglimpfung gemeinet haben wil! Demselben zufolge/ stelle ich in keinen Zweifel/ Ew. Röm Kapserl. Majestät/ die werden in Ihrer und des Heil. Reichs Annalen und Cantzeley gute Nachweisung befinden, welcher Gestalt das Land zu Dith marschen nach Abgang der letzten Erben durch die Römische Könige und folgendes Kayserliche/ sonderlich durch König Friederichen den Ersten/ auf einem Reichs; Tag zu Erfurth in Veywe⸗ sende vieler Chur und Fürsten und Stände des Heil Reichs/ im Jahr 1180. Siegfrieden/ Ertz⸗Bischoff zu Bremen/ durch eine beständige freye Donation gegeben worden/ welches auch hernach von den Folgern/ Herren Philpsen, auch Römischen König und andern/ auch von Päb⸗ sten bestätiget/ und also dis Land aus gutem Titul als von den Römischen Königen und Kaysern/ an das Ertz⸗Stifft Bremen gekommen ist. Darbey auch selbiges etliche Hundert Jahr geblie⸗ ben/ daß selthero die Dithmarschen die Ertz⸗ Bischöfe zu Bremen/ alle meine Vorfahren/ bis auf mich für ihren rechten Herren und Obrigkeit eikannt/ auch derselben Geist und weltlichen Jurisdiction unterworffen gewesen/ wie sie denn mir noch als ich zu den Stifft Bremen gekom, men bin, gleich meinen Vorfahren, Ertz⸗Bischöfen Johann und Ehristofsser die gewöhnliche Bekänntniß und Anzeig ihrer ubjection, welche von meinen Vorfahren auf eine nahmhaffte Summa Geldes gesetzet gethan/ gegeben und bezahlt/ auch andere schuldige Pflicht erzeigt ha. ben/ ich auch hinwieder ihre Privilegia, Gerichte und Gerechtigkeit/ so sie vom Stifst Bremen tragen/ bestätiget habe, daß also desselben Landes zu Dithmarschen meine Vorfahren und ich/ rechte Herren/ Obrigkeit und Besitzer gewesen; Es haben auch seither alle Römische Kayser und Könige/ nahmentlich die löblichen Kayser/ Herr Maximilianus, Herr Carl, und Herr Ferdi- nand, Ew. Röm. Kayserl. Majestät geliebte Herren Vorfahren, Anherr Schwäher und Vetter allerhochlöblichster Gedächtuiß meine Vorfahren und mich davor gehalten und geachtet also da von den Dithmatschern bey Ihr. Kapserl. Majestät und Derselben Cammer⸗Gericht oder sonst auf Reichs Tägen etwas extraordinair gesuchet worden so ist solches gemeiniglich an mei⸗ ne Vorfahren, als ihre ordentliche Obrigkeit/ wiederum remittiret worden/ wie dasselbe un⸗ längbahr/ und Ew. Röm. Kapserl. Majestät und allen Chur Fürsten, Fürsten/ und Ständen des Heil. Reichs wohl kund seyn wird: da es auch Zweifel haben solte/ so kan es mit guten gläub⸗ würdigen Siegel und Briefen/ die die Römische Könige/ Kayser und Päbste darüber geben, auch anderen stattlichen Documenten beygebracht werden; Und ist dasselbe in diesen Orten bes allen benachbahrten Fürsten und Ständen des Reichs publicum& notorium, die Dithmarscher selber auch müssen das gestehen und bekennen und ob etwann die Inwohner dieses meines Lan⸗ des sich gegen meine Vorfahren aufgeleget haben, so sind sie doch wiederum zu der dubsection gebracht/ darzu auch ehmahls/ wie mit glaubwürdigen Historien zu bescheinen, Unsern Vorfah; ren die Grafen zu Hollstein und Oldenburg mit Land und Leuten nach ihren Vermögen geholf⸗ fen/ und dadurch zum allerherrlichsten meinen Vorfahren die Ober⸗⸗Hoch und Bothmäßigkeit an und über das Land zu Dithmarschen gestanden und bekennet haben. Nun mag wohl seyn/ daß König Ehristian zu Dännemarck/ des Nahmens der Erste, weyland Kayser Frie, derichen dem Letzten fürbracht/ als solte gemeldtes/ meln Land/ Herren loß seyn, und darauf mit Verschweigung meines Stifsts/ Gerechtigkeit erhalten haben, daß es der Grafschasst Hollstein incorporiret/ und mit derselben zu einem Hertzogthum erhöhet/ und Sr. Königl. Würde/ und derselben Erben zu Lehen gerecht seyn. Es ist aber hinwtederum an dem/ als hernach Ihro Kaypserl. Majest. warhasstiglich berichtet worden/ und erkundiget hat/ daß die Oithmarscher vor Alters unter das Stift Bremen gehörig/ daß demnach höchstgemeld. ter Val — Gch dis gepun fiben gt Ind des He dn ih Wwe I ada 0. Sagan / dicht eg Fauch u n Und dag rt Jaht ga orfahten/ und welllch temen geln ie gewohnt de nahmhaß icht erzeig y Sufft Bran cfahren und th che Kapstr un d Hert ker. und Val Nachtet/ al Gnꝛicht ode sigich an n vie dasseabt iy Und Sande gun gdub ber geben, n Otten bet Jhmarsche meines dun L Subsectin fern Vun gen ga othmisell q0g wo Kaye dll 15 0 fel bu, df 1 mc mb eld aue des Landes Dithmarschen. 387 ter Kayser Friederich die gethane Belehnung/ so viel Oithmarschen belanget/ retractitet und statuiret hat/ daß Dithmarschen beym Stifft Bremen soll gelassen werden. Es ist auch hochge⸗ dachter König/ darum an den Kayserl. Hofe zu Rechte citiret worden wie sonder Zweifel davon in den Kayserl. Annalen und Cantzeley Büchern wohl wird weiter Nachweisung seyn“ wie ich zur Anzeige solches Ew. Röm Kayserl. Majest. davon ein Vidimus hierbey überreichen lassen, mit N. I. Und obgleich hiernach hochgenandte König Christiani zu Dännemarck Lehens⸗ Erben und die jetzige Königl. Wurde zu Dännemarck und Hertzog zu Hollstein/ von Ew. Kayserl. Majest. Vorfahren/ so Kayser priederichen im Reich erfolget/ Belehnungen auf Dithmarschen erhalten/ so werden doch dieselbe auf Kayser kriederichen fürgehende Incorporation und Be⸗ lehnung fundiret/ und also auf einen fälligen Grund/ welcher durch die Revocation umgestos⸗ sen/ erbauet/ auch mit gewöhnlicher Clausul, daß solches jedermänniglich an seinen Rechten un⸗ schädlich/ gegeben seyn/ und dadurch mir und meinem Stisst Bremen nichts nehmen/ und den In. petranten geben mögen: demnach seynd auch seithero die Dithmarscher bey meinen Vorfahren geblieben/ und haben sich also gegen dieselben unterthänig erzeigt und gehalten/ daß meine Vor⸗ fahren und ich mit ihnen als Unterthanen“ und sie auch hinwiederum mit meinen Vorfahren und mir als ihren rechten Herren wohl zu frieden gewesen/ daß also in desselben Landes Admini- stration, und deren habenden Hoch und Gerechtigkeit/ alle meine Vorfahren/ bis auf mich von viel hundert Jahren/ in quieta possessione vel quasi gewesen seyn/ wie solches alles Ew. Römisch⸗Kayserl. Majest. in der Warheit/ ohne daß es den Chur⸗Fürsten/ Fürsten und Ständen des Reichs auch allen benachbahrten Städten an der Elbe auch Seewertzs gesessen, kund und of⸗ fenbahr/ also befinden werden. Nun hat es sich aber zugetragen/ wie Ew. Römisch⸗Kayserl. Majestät solches/ beneben andern Chur Fürsten/ Fürsten und Ständen des Hell. Reichs aus dem gemeinen Geschrey und erfolgten Geschichten auch wohl werden vernommen haben/ daß in verschienenen 59 Jahre im Frühling der Durchlauchtig⸗Großmächtigste und Hochgebohrne Fürst/ Herr kriederich der Andere/ erwehlter König zu Dännemarck ꝛe. und Herr Johann und Adolf, Gebrüdere/ Erben zu Norwegen/ zu Schlezwig und Hollstein Hertzo⸗ gen/ sich um ein stattlich Kriegs⸗Volck/ zu Pferde und Fuß beworben/ und in der Gegend meines Ertz Stiffts Bremen/ auch in andern meinen Stifften und umlängst bestalt und ange. nommen/ und in der Eibe zusammen ziehen lassen. Ats nun hierbey das Geschrey erschollen/ es solte dis Kriegs Gewerb wider die Dithmarscher gelten, und die Dithmarscher solches mir als ihrem Landes Herren und Obrigkeit unterthänigst geklaget und kund gethan/ so habe ich also⸗ bald meinen Unterkhanen verbothen/ daß sich niemand in einige Bestallung oder sonst ausserhalb Landes begeben solte/ und darauf meines Ertz Stiffts⸗Stände an mich verschrieben/ und un⸗ gesäumet an hochgedachten Hertzogen Adolffen, als des Niedersächsischen Crayses Obristen/ darin ich meines Ertz Stifsts halber ein Zugeordneter bin/ was von diesen Keieges⸗ Gewerbe durch gemein GGeschrey und angebrachte Klage meiner Unterthanen/ der Dithmarscher/ des Ueber⸗ zugs wegen vor mich gekommen wäre/ gelangen lassen/ Sr. Liebd. darbey ihres Amts ermah⸗ net und um Abwendung solches Ueberzuges zum fleißigsten gebeten/ auch fur meine Unterthanen zu gütlichen Handlungen, Gleich und Recht/ da S. L. oder jemand mit ihnen Unwillen hätte/ mich erboten, wie ich sothanes meines Schreibens Abschrifft Ew. Kapserl. Masestät beneben mit A. zu verlesen übergeben. Darauf haben Sr. Liebd: diese Erklärung unter ihrer eigenen Hand und Pitschafft gethan/ daß ich und meine Landschafft mich gantz und gar nichts zu besor⸗ gen/ und daß S. L. zu ihrer eigenen Behülff und Nothdursst⸗ die weil sie sie sich mit etlichen aus⸗ ländischen Potentaten/ jedoch keinem gehorsamen Stand des Reichs zuwider/ eingelassen/ etlich Kriegs Volck bestellt/ Se. Liebd. hätten e denselben die Vorsehung gethan/ daß 105 15 * 3 orsa⸗ — 388 Geschichte VI. Theil. horsamer Stand des Reichs durch dieselbe, so lange Sie in Sr. Liebd: Dienste und Bestellung wären/ solten beleidiget oder beschweret werden/ darauf auch den Paß bey mir gesuchet/ mit dem Erbieten/ da mir etwas Wiederwärtiges gegen den Kayserl. Land Frieden und des Hl. Reichs Ordnung begegnen solte/ daß wolten sich Se. Liebd: weniger nicht/ als ob es sie selbst belangte/ anliegen lassen/ mit diesem ausdrücklichen Anhang der Dithmarscher halben/ daß nicht ohne/ da Sr. Liebden dazu Lust gehabt/ daß Sie derselben vorlängst zu vielen Dingen/ drängliche Ursach gegeben/ die doch Sr. Liebd. Ihrer Gewonheit nach mit Sanfftmüthigkeit überwunden/ und wolten Sr. Liebd. wohin die gehörten oder nicht/ gar nicht streiten/ und ich solte mich dieses ge⸗ wißlich verlassen/ daß Sr. Liebd. gegen sie gar nichts/ daß dem Kayserl. Land Frieden und des Heil. Reichs Ordnungen entgegen/ fürzunehmen jemahls in Ihr. Gemüth steigen lassen/ vielwe⸗ niger würcklich zu versuchen gemeinet/ alles mit weiter Buchstäblichen wörtlicher Ausfuhrung Sr. Liebd. Schreibens mit B. signiret. Fast zu gleichen Effet haben sich Sr. Liebd. auch gegen den Ertz Bischoff zu Magdeburg auch unsern Vettern/ Herrn Frantz Otto seeligen Gedächtniß Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg' erstlich dieses Kriegs Volcks halber/ daß S Liebd. sol⸗ ches zu keines Standes Nachtheil gebrauchen wolte/ wie die Abschrifst mit C. weiter mit meh⸗ rern erklähret/ ausgelassen. Sein Hertzogen Adolsss Liebd. haben auch bald hernach noch ein⸗ mahl an mich geschrieben und gebeten/ sothanem Sr. Liebd. Kriegs Volck/ so dieselben ihren Lan⸗ den und Fürstenthum zum Besten/ ohne einiges gehorsamen Reichsstandes/ Schaden und Nach⸗ theil geworben/ den Lauff durch mein Ertz Stifst zu gönnen/ wie aus der Copey mit D. zu erse⸗ hen. Gleichergestalt haben sich auch die Königl. Würde zu Dännemarck dahin erkläret/ daß sie zu Beschützung ihrer Reich und Lande ein Regiment Knechte/ zu der Herrschafft Oldenburg annehmen laffen/ für dieselben auch den Paß durch mein Ertz Stift gesuchet, nach Ausweisung Ihrer Königl. Majest. Schreibens mit E. bezeichnet. Es haben auch folgends Graf Anthon zu Oldenburg, auch Reimer von Wolde/ Obrister/ um Erlaubung Knechte in unserm Stifft anzu⸗ nehmen/ auch die sie angenommen/ ihnen zu ziehen zu lassen/ bey mir angehalten/ wie die Copeyen ihrer Schreiben mit E. G. und H. mitbringen. Als mir uun diese obberührte Erklärung von der Königl. W. zu Dännemarck/ und sonderlichen Hertzogen Adolffen, als des Nieder⸗ Sächsischen Crayß Obristen/ zu welchem ich mich Sr. Liebd. grossen Er bieten nach, keines Ar⸗ gen in gerinasten nicht vermuthen sollen/ dieses Kriegs⸗Volckes, und bevorab meiner Untertha— nen der Dithmarscher halben/ einkommen, habe ich sowohl/ als meine Stiffts Stände/ und auch die Dithmarscher diesem nicht allein getrauet und guten Glauben zugestellet/ sondern ich habe auch mein Mandat, des Auszugs halber relaxiret, und darauf Graf Antonium zu Oldenburg/ und andere Obristen/ Hauptleute und Rittmeistern, meine eigene Unterthanen in grosser Anzahl zu Roß und Fuß zuziehen lassen/ und hernach auch allen sreyen Paß und Durchzug gestattet/ den von Oldenburg mit einem gantzen Regiment durchziehen lassen/ und darzu auf der Königl. W. zu Dännemarck/ auch Hertzog adolffen Bitte/ alle mögliche gute Beförderung/ auch mit meiner armen Unterthanen wenigen Frommen beweiset/ wie Ew. Römisch-Kayserl. Majest. solches aus meinen Antworten an die Königl. W. zu Dännemarck, Hertzogen Adolffen, mit I. und K. signiret/ gnädigst ersehen. Da ich dannoch denselben wohl in andere Wege Verhinderung thun können, da ich geglaubet hätte/ daß unter diesem ein anders wäre begraben gewesen, und daß es mir selber und meinen eigenen Unterthanen den Dithmarschern gegolten hätte. Als nun sotha⸗ nes Kriegs Volck über die Elbe bey einander gebracht, und nun immer mehr und mehr Klagen von den Dithmarschern, auch allerhand glaubwürdige Anzeige ankomen/ habe ich noch auf einem Crayß Tag von Hertzog Adolffen, als Obristen des Crayses/ so doch sonst in dem Niedersächsi⸗ schen Crayse nicht gebräuchlich ist/ binnen Hamburg/ den Donnerstag nach vocem Jucundita- tis Vll. —— 8 0 5— e des Landes Dithmarschen. 389 Ucheb mud 5 i a i 609% tis, Anno 56 angesetzet nach S. Liebd. Ausschreiben/ meine Räthe mit etlichen aus meinen 15 Dhumb⸗ Capitul und Landschafst geschicket, und obwohl im Anfang des Crayses Tages Her⸗ ieeah tzogs Adolffs Gesandte ihres Herren Vorhaben und Expedition mit dem Nahmen einer Defen- We sion wider die Hertzogen von Lottharingen bekleiden wollen/ auch unter solchem Schein vou den wia andern Ständen die Zuflucht und die Hülffe bitten lassen/ so habe ich doch aus getreuer väterli⸗ kuchlian cher Vorsorge daselbst meine Nothdurfft den anwesenden Ständen/ der Dithmarscher halben 10 5 anzeigen lassen, abermahls für sie, als meine Unterthanen/ gegen männiglichen die Güte/ gleich Miau und Recht auch Handlung angebothen/ aber es hat mein Erbieten keine Statt finden können, udn und ist auf demselben Tag leichtlich ausgebrochen/ was man im Sinne gehabt/ daß dem Herren 00 5 b zu Hollstein nach meiner armen Unterthanen(die ich in dieser Ungelegenheit/ die weil ich meine 7 80 8 Ritter und Knechte aus dem Lande ziehen lassen/ in Eil nicht entsetzen können) ihrem Guth und 58 100 Blut gedürstet hat, da ich mich doch eher Himmels fallens versehen/ dann daß ich mich auf die 15 cbdsh beschehene Erklarung der Königl. Würde/ und sonderlich Hertzog Adolffen, als Obristen des le nut Niedersächsischen Crayses/ eines sothanen Widerstandes im geringsten befahren sollen. Und nach noch in haben sich also folgends die Königl. Würde zu Dännemarck und Hertzog Adolff zu dem Kriegs ben ihren Lan Volck gethan, meine Unterthanen plötzlich und über alle Zuversicht abgesaget/ und mit Heeres⸗ den und Nac Krafft sie feindlich überzogen/ belagert/ ihre Vesten erobert/ und das Land verbrandt/ verheeret/ t d. zue sie geschlagen/ gefangen/ und auf etliche tausend Menschen erbärmlich umgebracht/ welche sie jerklͤrtt/ di hernach zu unziemlicher Capitulation gedrungen, ihnen ihr Geschütz und Munition, und was at Oldabut sie vor Privilegien, Siegel und Briefen/ und sonst werthes gehabt/ abgenommen/ sie gebrand⸗ 0 Aus wessug schätzet/ und mit andern grossen Auflagen beschweret/ und die arme Leute als in eine ewige Ser- Graf Auth vitut unter ihr Joch gebracht darunter sie auch noch behalten werden; Durch welches thätliche Stift ang Fürnehmen und wiederrechtliche und gewaltsame Handlung/ derer ich der Zeit nicht ver muthet/ be die Copeyn auch nicht zu widersetzen vermocht/ als meines Landes Dithmarschen/ so dem Ertz Stifft Bre⸗ Erklärung pn men von den Römischen Königen, folgends Kaysern und Päbsten eigentlich gegeben und incor- 1 des Nh poriret worden/ und etliche viel hundert Jahr bey und unter meinen Vorfahren den Ertz, Bi 0 schofen zu Bremen bis auf mich und jetzige erzehlte Occupation continue gewesen/ von hochge⸗ iner lntenhz dachter Königlichen Würde zu Dännemarck und Herr Jobann und Adolffen, Vettern und ide/ und aut Gebrüdern, Hertzogen zu Hollstein/ wieder alle meine beschriebene Rechte/ Ew. Röm. Kayserl. rn ich hab Majest. und des Heil Reichs hochverpeenten Landes Frieden und dessen Executions Ordnung u Oldenbur und Abschiede auch ihren eigenen schrifftlichen Erklärungen zu entgegen/ in gutem Glauben und user n Trauen de facto spolüiret worden, auch mir dasselbe noch vorenthalten wird. Dieweiln diß al⸗ gestatteb a les aber sich erzehlter massen und in der Warheit also verhalt/ begeben und zugetragen hat, und at durch diese That und Handlungen die gemeine Rechte Ihrer Römisch Kayserl. Majest. und 0 main des Heil. Reichs Land, Friede/ und desselben Execution Ordnungen und Abschiede an mir und a l Nee Lande zu Dithmarschen, und desselben armen Eingesessenen gröblich übergangen und ge⸗ nal rochen, und dadurch mit der That die Poen des Landes Friedbruchs verwürcket worden ist/ und 7. sothane ungebürliche Handlung Ew. Römisch Kayserl. Majest. und dem Heil. Reiche keineswe⸗ ö 1900 ges zu gedulden. Demnach gelanget an Ew. Römisch⸗Kayserl. Majest. als meinem allergnäͤ⸗ 4 11119 digsten Herrn und Obern/ meine gantz unterthänige Bitte/ Ew. Römisch⸗Kayserl. Majest. als ein 50 Kane Kayser und Beschirmer aller Beschwerten/ die wollen sich meiner abgedrungenen hoch⸗ 1115 eschwerten/ bedruckten und armen Unterthanen/ der Dithmarscher/ mit Gnaden erbarmen las⸗ 0 125 sen/ und in diesen hochsträfichen Handlungen Ihrer Kayserl. Autorität und Macht gebrauchen⸗ Mae und auf jetzigem Reichs Tage, mit den Chur⸗Fürsten und allgemeinen Ständen des Heil. Reichs 1st auf Wege dencken/ daß ich vermöge des Heil, Reichs Land⸗Frieden desselben Execution · Ord⸗ Aung 390 Soeͤcichte I. Theil. nung/ Constitution und Abschiede/ meines spoliirten Landes Dithmarschen, wiederum vollig re— stituiret werden möge/ und mit Erstattung alles desjenigen/ was demselben abgenommen/ und seither daraus genossen worden ist/ und daß solche Kestitution völlig erfolgen möge/ bey den Gccupatoren meines Landes ernstlich besch affen(und daß ich damit an das langwierige Recht des Kayserl. Cammer Gerichts/ dieweil es recens St flagrans adhue spolium, und die That an Ihm selber Ihr. Röm Kayserl. Majest. und aller Chur Fürsten/ Fürsten und Standen des Heil. Reichs kund und offenbahr ist/ nicht möge verwiesen werden/ od er aber/ da solche Resti- tutio von den Occupatorn unverzüglich nicht geschehen würde/ alsdann in Krafft des Land⸗ Friedens und zu Handhabung desselben die Occupatores, dieweilen Sie, als Hertzoge zu Hol— stein/ dem Reiche ohne Mittel unterworssen/ in die verwürckte boen des Land Friedebruchs/ wor⸗ innen sie ipso facto gefallen seye/ auf jetzigem Reichs Tage declariren und ei klähren/ und darauf die Execution stündlich verordnen und befehlen: Solte aber bey Ew. Römisch⸗Kayserl. Majest. erlassen/ den Chur; Fürsten/ Fürsten und allgemeinen Ständen des Heil. Reichs einig ander Be⸗ dencken(wie ich doch nicht hoffen will) fürfallen/ und hierinnen der gebührliche Ernst nicht ge⸗ brauchet/ und mir und meinen armen überwältigten und bedruckten Unterthanen zu der Resti⸗ tution nicht geholffen werden können/ daß/ alsdann zum wenigsten Ew. Röm. Kayserl Maj. zu Errettung meiner armen Dithmarschern eine 8equestration verordnen und vornehmen, und sonst auf alle Mittel und Wege daß mir zu der Restitution forderlich geholffen werden möge, sich mit dem Chur ⸗Fürsten/ Fürsten und Stände des Hl. Reichs auf jetzo währendem Reichs Tage verabscheiden wollen/ denn Ew. Röm Kayserl. Majest. aus hohen begabten Verstande wohl zu erwegen, da diß den Occupatoren meines Landes/ so hinaus gehen/ und ich und meine Untertha⸗ nen die Dithmarscher von Ew. Röm. Kayserl. Majest. und dem Reiche Trost und Hülfloß ge⸗ lassen werden solten/ was für beschwerliche ärgerliche Exempel daraus erfolgen würden, ja end⸗ lich/ was für eine ewige Zertrennung alles friedlichen Wesens des gemeinen Friedens und aller guten Ordnungen im Heil. Reiche/ darum Ew. Röm. Kayserl. Majest. hochlöblichste Vorfah ren in dem gantzen Reiche viel Mühe und Arbeit gehabt/ ehe man es dahin bringen können/ da⸗ her entstehen kbate und niemand mehr auf Ew. Röm. Kayserl. Majest. und des Heil. Reichs; Land Frieden desselben Execution. Ordnung/ alle Constitutiones und Abschiede hinführo nichts achten würde/ wie dann des albereits auch andere mehr Exempel vorhanden seyn/ darge⸗ gen Ew. Rom. Kayserl. Majest. mit Rath und That der Churfürsten, Fürsten und Stände des Heil. Reichs ohne mein unterthäniges weiteres Erinnern/ ihren Ernst werden fürwenden. Ew. Röm. Kayserl. Majest. wollen sich als ein hochlöblichster gerechter Kayser, hiervon nichts ab⸗ wenden lassen/ sonde nn sich hierin also gnädigst, mild und gütigst erzeigen/ daß ich und meine arme offtberührte Unterthanen die Dithmarscher/ errettet werden/ und Hülfse bey denselben finden mögen; Solches wird Ew. Röm Kayserl. Majest. in dem gantzen Heil. Röm. Kayserl. Reich/ dieweil es zu Handhabung des gemeinen Friedens gedeyet/ zu grossen Kayserl. Ruhm gereichen/ und wird GOtt der Allmächtige Ew. Röm. Kapserl. Majest. solches in andere Wege reichlich belohnen/ und wo es nach weinem/ wiewohl geringen Vermögen, um Ew. Röm. Kayserl. Ma⸗ jest. zu verdienen weiß/ da will ich ungespahret Liebes und Gutes/ in Unterthänigkeit hinwieder geflissen und willig befunden werden/ und bin hierauf Ew. Rom. Kapserl. Majest. allergnädig⸗ sten Bescheides aufm Reichs Tage gewärtig. Datum Kc. 5 f Dieser . Vl. des Landes Dithmarschen. 391 ———— 5 dauntilhn. 195. Naumme, 0 1 5 7 1 N 5 Dieser Protestation füget angeführter Gastellius folgen⸗ 118„ des Unmittelbar bey: b ba f N 3 7 10 Ded hodie Rex Sueciæ ratione Ducatus Bremensis prætensioni huic in . Ne Dithmarsiam& Delmenhorst renunciauit, Instrument. Pac. Ao. 1659. Aae cum Rege Daniæ celebrato Art. Iz. it. A. 16 60. Art. 18. Hedebrude e Articulus autem XIII. pacis, Rotschildiæ 3 8 Ao. 1658. initæ ita se habet: 1 Eodem modo cedit, S. R. M. pro se, suis Successoribus ac regnis Sueciæ Ema omnia sua jura ac prætensiones, quas S. R. M. ratione Ducatus Bremensis, en zu dir lech aut habet aut habere potest, in Comitatum Delmenhorst& Dith- Taper Mug marsiam, transfert que illa sua jura in S. R. M. Daniæ, ejus Successo- chmen und res& Duces, ex Domo Holsatica Regiæ& Gottorpiensis lineæ, ita de mög ut S. R. M. Sueciæ& cjus Successores, nunquam ulterius in eas 1 regiones prætendere, vel velint vel debeant. Quod si etiam S. R. eee M. Sueciæ ratione dicti Ducatus Bremensis prætensionem quandam ind Hülfe obtineret, in bona quæ dam Nobilium in Holsatia, ceditur eadem simul, würden vigore hujus Tractatus,& promittitur, quod documenta, quæ in promtu sedend undal sunt,& huc pertinent, S. R. M. Daniæ& Domui Holsatiæ Regiæ& Got. liche Von torpiensis lineæ tradentur. 17 Articulus vero XVIII. Pacis Ao. 1660. factæ talem chere hn se habet& in modum: 10 6 Ebenmäßig uberläst Ihro Königl. Majest. für sich/ Dero Nachkommen am Reiche Schweden, nenden, En alle Dero Rechten und Anspruch, so sie wegen des Hertzogthums Bremen/ oder unter einigen don nicht andern Titul/ jemahls gehabt oder haben können/ zu der Grafschafft Delmenhorst und Dithmar⸗ meine schen/ und tritt solche ab Ihro Königl. Maßest. zu Dännemarck/ Dero Nachfolgern und Hertzon selben fh gen des Hauses Hollstein Königl. und Gottorfischer Linie, dero gestalt/ daß Ihro Königl. Ma⸗ dal jest. zu Schweden und Dero Nachfolger auf selbige Lande künfftig im geringsten nichts weiter we⸗ 90 15 der durch Recht noch Gewalt prætendiren sollen noch wollen. Dafern auch Ihro Königl. Ma⸗ uhmg 115 jest. zu Schweden wegen bemeldten Hertzogthums Bremen einigen Anspruch zu etlichen derer 100 05 von Adel Gütern in Hollstein haben solte/ wird solcher hiemit zugleich/ in Krafft dieses Ver⸗ . Kana 11 gleichs/ aufgehoben, und dabey versprochen/ daß die hiezu gehörige Uhrkunden/ so viel deren vor⸗ gelt 1 handen/ der Königl. Majest. von Dännemarck und dem Fürstl. Hause Hollstein Königl. und dl. allcg Gottorfischer Linien ausgehändigt werden sollen. Nachdem nun solchergestalt dieses Land Dithmarschen in Monahts Frist Det erobert, die alte Prophezeyung, anno sexagesimo caveat sibi homo, bey den Y Dith⸗ 392 Geschichte 193 1 Theil. Dithmarschern ein Jahr zu frühe eingetroffen, und man von denen zur Gnüge gedemütigten Einwohnern keine Feindseeligkeit weiter zu besorgen, wurden so⸗ wohl die Trophæa als die Länder unter dem König und den 2 Hertzogen zufolge des im Anfanz des Krieges aufgerichteten Vergleichs in drey gleiche Theile ge⸗ theilet, wiewohl die würckliche Theilung des Landes erstlich A0. 1768 in Kiel zum Stande gekommen. Da auch A0. 1580 den 2 Octobr. Hettzog Johan. nes im osten Jahr seines Alters zu Hadersleben ohne Erben verstorben, wurde dessen Verlassenschafft wieder in 2 Theile getheilet, wie solches der Extract aus der zu Flensburg den 19 Septembr. A0. 15 81 gehaltenen Erbtheilung Königs FridericilI und Hertzog Adolffen zu ersehen, wie folget: Nachdem wir auch durch unsere Land⸗Vöigte und Landschreiber des Mittel⸗Theils in Dithmar⸗ schen, so unser Gottseeliger Vetter und Bruder, Hertzog Johannes, verlassen, in 2 gleichmäßige Theile von einander theilen und setzen lassen, nach Laut und Ein⸗ halt beygefügter Zeugnissen, auch die Scheiden und Gräntzen absteinen und ab⸗ stapeln lassen. So haben wir uns derenthalben mit einander freundlich verei⸗ niget und verglichen, daß der Süder⸗Theil, Uns König Eriderichen, und der Norder⸗Theil, Uns Hertzog adolffen, erblich und eigenthümlich ankommen, und relpective dem Süder⸗Theile in dem Norder⸗Theile, so wir bishero ge⸗ habt, zugelegt werden solle. Beschreibung des Landes Dithmarschen an Marsch⸗ Geest⸗ und Aussen⸗Teichs⸗Ländereyen, als das von den Köntgl. und Fürstlichen Statthalter und Räthen zu einer beständigen Erb⸗Theilung in drey Theile gesetzet/ und dar⸗ auf folgends das Loß ergangen ist. Dem Süder⸗Theile ist zugelegt an Marsch⸗Lande Das gantze Carspel Brunsbuüͤttel, und hat zwölff Dörffer/ Brunsbüttel, Wal⸗ ren, Sestemanhusen, Osterbelmanhusen, Westerbelmanhusen, Oheln, Norderbelmanhusen, Nordhusen, Graden, Molenstritten, Oldenbehrwür⸗ den, Ostermohr. Das gantze Carspel Eddellacke hat y Dörffer: Westerbüt⸗ tel, Bemenhusen, Dingen, Weruen, Auerdielacke. Das Carspel Rode Marne, ausgenommenen sieben Dörffern, nemlich Darnwurt, Helsse, Krum⸗ wehle, Nortwische, Hemmingsbüttel, Kannemohr, Klitzhausen, mit ihrem Marsch⸗Lande, und Lüdemercke, und dannoch aus Trendewurder Velde, item auf Meldorfer Velde, nechst Talingbühren gelegen, Marenhauses⸗Krueg und da Clauß Brunes Krueg helt: Als zusammende aus Trendewurde⸗ Vel⸗ V. —— nc chogen ch g e WII Dae. be, dur kt ENA clung Kg deem una in Dihne 5 betlasses, dantund e feinen una undlich aa nen, Und g h ankomme, r Hshupg Marsch Is bon den n zu eine nd dal 1 nde ittel Wi m, O 5 mbchtwe Wessablb, aspel Rode sst, Kl 1 he lem 5 shetbulde⸗ M suden, Wendemannwege wohnen, und Acker des Landes Dithmarschen. 393 Felde met vorgemeldten beyden Krögen. Ein Hundert Zwo und Siebentzig Morgen dreyzehn Scheffel, sieben Ellen, wellich Land, als vorgeschrieben, dem Middel⸗Theile zugelegt seyn, und behält gleichwohl 15 Dörffer Trendewurt, Kattrepel, Avenbüttel, Mengehusen, Norderrusthusen, Volsemannhusen, Ru⸗ gemanhusen, Westernehusen, Harmanhusen, Süderrusthusen, Marne, Far⸗ stede, Fettenbüͤttel, Dyckhusen, Süderwische. Das Carspel Barlet, mit aller seiner 15 ben un ausbenommen die be⸗ aben im Trendewurder Felde liggen, die dem Middel⸗Theile mit zugelegt seyn, und behält gleichwohl drey Dörffer, das Süder⸗Dorff auf dem Kampe, das Norder⸗Dorff aus dem hal⸗ ben Carspel, Meldorff, Eysche, Lütkenbüttel, Elpersbüttel, Emmerswort, nach Meldorffer der Stadt Marsch⸗Lande. Summarium dieses Marsch⸗Landes soll seyn, daß einem jeden dritten Theile gebühret, Sieben Tausend, Sechs Hundert Drey und Dreysig Morgen, zehn Scheffel, zwantzig Roden, fünff Ellen, viertehalb Quartier. Item gemein Land, Ein Hundert Acht und Neuntzig Morgen, sechs Scheffel, eilff Roden, zwo Ellen und ein halb Quartier. Item, Buten⸗Teich, Ein Tausend, Sechs Hundert, Sechszehn Morgen, vierzehn Scheffel, neunzehn Roden, drey Ellen ein Quartier. N Ota. Alsdann diß Süder⸗Theil an gemeinem Lande gegen die andern zu viel ge⸗ habt, zwo und viertzig Morgen dreyzehn Scheffel, sieben und zwantzig Roden, drey Ellen, drittehalb Quartier. Dagegen wiederum an Buten⸗Teich geman⸗ gelt, sieben und siebentzig Morgen, zween Scheffel, drey Roden, zwo Ellen, drey Quartier; So ist zu Erstattung dieser Mangel die Tötel, vorhin zu Busing ge⸗ hörig, zu diesem Theile gelegt, und ist ungefehrlich⸗34 Morgen Landes, und ist auch zu diesem Theile gehörig die Hülpes Hemme. Dem Süder⸗Theile ist zugelegt an Geest⸗Lande Die Stadt Meldorff mit alle ihrem Geest⸗Lande, und die sieben Dörffer, zum halben Carspel gelegen, als Windbergen, Nandorff, Beringstede, Wal⸗ merstorff, Varnewinckel, Krumstede, Gudendorff. Das gantze Carspel zur Burg, mit füͤnff Dörffern, als Burg, Kueden, Bockholt, Brickel, Quickborn. Das gantze Carspel Süderharstedt mit acht Dörffern, als Hopen, Westorp, Hindorp, Frettstedt, Grossen⸗Haarstedt, Lütken⸗Harstedt, Eggestede, Rade, darunter Lurden, Harstedt, welches 27 Rantzauen verschieben ist,. 9 2 tel, 394 a Geschichtet Vl. Theil. tel, Bonsee, seyn aus dem Carspel Alvers dorf, zu diesem Theile gelegt. Das gan⸗ tze Carspel Hemingstede mit sechs Dorffern an Geest⸗Lande, als Hemmingstede, Rickelshave, Lohe, Lytte, Bracke, Neeren. Was aber diese Leute am Marsch⸗ Lande haben, darvon geben sie jährlich vor jeden Morgen eine güldene Müntze zum Mittel Theile und sonst nichts. Das Dorf Veddering mit aller Zubehörn an Geest⸗Lande, ist aus dem Norder⸗Theile zu dem Süder⸗Theile gelegt. Nota. 0 Hier oben soll das Norder⸗Theil jährlich diesem Süder⸗Theile an reinen Korne geben, drey und siebentzig Tonnen, nemlich Rocken, sieben und dreißig Tonnen, jede für einen Thaler: zwölff Tonnen Gärsten, zwölff Tonnen Buch⸗ weitzen, zwölff Tonnen Habern, deren jeder eine Tonne für vier und zwantzig Schilling angeschlagen, welch Korn alle Jahre in einer Summe von dem Voigte des Norderdritten⸗Theils dem Voigte im Süder⸗Theil vor Nicolai, mit vier und sechzig Thalern, und sieben und zwantzig Schillingen Lübisch, soll bezahlet werden. Dem Mittel Theile ist zugelegt an Marsch⸗Lande: Mus dem Carspel Rodemarne, sieben Dörffer, nemlich Dormewurf, Helse, Krumwele, Nordtwische, Kannenmor, Hemmingbüttel, Klitzhusen, mit ih⸗ rem Marsch⸗Lande, und Lindemarcke, und dannoch aus Trendewurder Velde, item aus Meldorffer Velde nechst an Talingsbuhren gelegen, Mamreshauses⸗ Kruege hält, und Clauß Bruns⸗Kruege, alles zusammen aus Trendewurder⸗ Velde mit vorgemeldten Kruegen 172 Morgen 13 Scheffel, 7 Ellen: welch Land aus dem Süder⸗Theile diesem Theile zugelegt ist, das halbe Norder⸗ Carspel Meldorff, als Epenwurde, Talingsbuhren, Bardesflete, Harmans⸗ wurde, Ketelsbüttel, Bodnigmanhusen, des Carspels Hemmingstädte Marsch⸗ Land, die Geest samt der Hohheit gehöret zum Süder⸗Theile, das gantze Ear⸗ pel Oldenwurde, hat 14 Dörffer, genannt: Newenkruge, Wackenhusen, Hogen⸗ wurden, Idemann⸗Wische, Eydemanwort, Wennewische, Mannemanhusen, Auerwische, Poppenhusen, Oldenwurden, Buttel, Wellinghusen, Wallen, Nyewische. Das Carspel Weßlingbuhren, ausgenommen Dörffer, Vor⸗ diecke/ Schülpe und Steubbel, die dem Norder⸗Theile seyn zugelegt, und behalt all gleichwohl 10 Dörffer, nemlich: Dykhusen, Hassenbüttler⸗Wische, Reinß⸗ büttel, Süder⸗Teiche, Poppenwurth, Wesselnbuhren, Jerre, Mannwische, Weddingstäder⸗Marsche, mit aller Zubehörunge, und hat s Dörffer, als Wel⸗ lingstädte, Weddingstädte, Borchholt, Stelle Weßlüngen, e Nn. 5 A. des Landes Dithmarschen.* u Ostrohe. Noch aus dem Carspel Nyenkarcken, Tiebensehe, und aus dem 10 e Blancken Mohr 92 Morgen,„Scheffel, 13 Roden, 4 Ellen und ein halb 10 ah Quartier. Noch hierzu aus dem Blancken⸗Mohr, zu Erstattung der Buten⸗ un din Teiche und gemeinen Landes, das in diesem Theile zu wenig gewesen, 4 Mor⸗ ec gen, ist Summa aus dem Blancken⸗Mohr, 96 Morgen, Scheffel, 13 Ro⸗ lat den, 4 Ellen und ein halb Quartier, und soll dies Theil also haben pfichtbahr Marschland 7637 Morgen, 12 Scheffel, 19 Roden, 5 Ellen, 3 Quartier. Gemein Land 181 Morgen, 6 Scheffel, 17 Roden, 3 Ellen, 3 Quartier. Bu⸗ ten⸗Teich 1690 Morgen, 10 Scheffel, 12 Roden, 3 Ellen, 2 Quartier, und Heeg l. ben 55 ist auch diesem Theile zugehörig, die Vorhemme oder Koehemme genannt. Lonnen duc 5. f 15 Dem Middel Theile ist zugelegt an Geest⸗Lande: nme den as Bleck⸗Heyde, aus dem halben Carspel Meldorff, Lehrsbüttel, Zartzebüt⸗ 1 bor Nola, tel, Odderade, Fyle. Das gantze Carspel Alversdorff„ausgenommen catibsch 2 Dörffer, Tinsebüttel und Bonsee, die zu dem Süder⸗ Theile geleget seyn, und behält gleichwohl noch Dörffer, als Alversdorff, Schapstede, Arkebecke, Schrumme, Iddesbüttel, Süder⸗Oesterrade, Offenbüttel, Bunscho, Wenne⸗ Lande. büll, das gantze Carspel Nordharstedt mit 6 Dörffern, nemlich Nordharstedt, Osterwalde, Risse, Westerwalde, Holm, Brennewaldt, das Carspel Wed⸗ wurf, Hh dingstedt, mit der Geest und aller Zubehörungeu mit 7 Dörffern, als nemlich husen, neh Weddingstedt, Buckholt, Stelle, Weßlingen, Weddinghusen, Ostrohe, Ro⸗ der Vac, storffe. Nota. Hierüber soll das Norder⸗Theil jährlich diesem Mittel⸗Theil an amrerhause⸗ reinem Korn geben 1o8 Tonnen, Rocken 74 Tonnen, jede Tonne auf! Ithl. enddaburbe⸗ Gersten, 18 Tonnen: Habern, 18 Tonnen deren jede Tonne auf 24 Schilling I: welch gerechnet, welch Korn, alle Jahr in eine Summe von den Vöigten des Nor⸗ Y Norder⸗ der⸗Theils, dem Voigt im Mittel⸗Theil vor Nicolai mit 95 Thaler und Harmans⸗ 25 Schilling soll bezahlt werden. de Marsch⸗ 5 5 95 Dem Norder⸗Theil zugelegt an Marschlande: n, Hohn, Mus dem Carspel Weßlingbühren, NordickeSchülpe und Strübbne, hier manhufg, f in dis Theil geleg, das gantze Carspel Büsinge, ausgenommen die Tä⸗ „Wala, tell, die zu dem Süder⸗Theile gelegt ist, und hat 3 Dörffer, als: Kerckdorff, ft, Voß Dickhusen, Werven, das Carspel Nienkercken, ausgenommen den Tiebensehe, und behal samt 96 Morgen,; Scheffel, 13 Roden, 4 Ellen und ein halb Quartier, die e Naß aus dem Blancken⸗Mohr, dem Mittel zugelegt sind, und hat 6 Dörffer, Blan⸗ che, cken⸗Mohr, Summerhusen, Wulffenhusen, Heyewische, Tadingwische, Bü⸗ A dingmanhusen. Das Carspel Hemme gantz und alle, hat 8 Dörffer, Ostro⸗ fache, Yy 3 haue, 0 396 Geschichte VI. Theil. haue, Jarmehaue, Marckemanhaue, unser lieben Fravenhaue. Die Wester⸗ Egge, Sehenhusen, Osterwester⸗Egge, Hemmerword. Das Carspel Lun⸗ den gantz und alle, und hat 17 Dörffer, als: Die Stadt Lunden, Krempel, Rembüll, und Berglüde, Flede, Grossen⸗Flede, Ward, Nesterdyck, Made, Wallerschein, Lehe, Darnewurdt, Oster-Ortbülling, Lutke⸗Lehede, Grosse⸗Le⸗ hede, Wester-Osterveldt, Oster⸗Osterfeldt. Das Carspel Hemmestedt, aus⸗ genommen Frederinge, ist zum Süder⸗Theile gelegt worden, und hat noch 3 Dörffer, Schlichte, Kleue, Hemstede. Das Carspel Delve gantz und alle, hat 4 Dörffer: Delve, Schwynhusen, Hollingstedt, Bergewurdt; Noch Pa⸗ ler, und Durchlinger Wischland, das zu der Plicht erkandt ist. Item das Marschland so Fedderinge hat, schuldet jährlichen zu dem Norder⸗Theile, jeden Morgen einen Gülden; Alle andere Hoheit dem Süder⸗Theile bleibet, und soll dis Theil also haben Plichtbahr Marschland 7633 Morgen, 10 Scheffel, 20 Roden, J Ellen, 3: Quartier. Gemein Land, ein Hundert acht und neuntzig Morgen, s Scheffel, 11 Roden, 2 Ellen und ein halb Quartier. Buten⸗Teich, ein Tausend sechs hundert und sechszehn Morgen, 14 Scheffel, 19 Roden, 3 Ellen, 1 Quartier. Nota: Als nun dis Theil an gemeinen Lande 25 Mor⸗ gen, 2 Scheffel, 26 Roden, 1 Elle, 3 Quartier zu geringe hat, und wieder⸗ um an Buten⸗Teiche 80 Morgen, 3 Scheffel, 23 Roden, 4 Ellen zu viel: Ist zu Erstattung zum Süder⸗Theil aus diesem Theile die Tötel, und dennoch dem Mittel⸗Theile 4 Morgen plichtbahr Land aus dem Blancken⸗Mohr zugelegt worden, und ist diesem Theile gehörig, das Sehebrocke. Dem Norder⸗Theile ist an Geest⸗Lande zugelegt: Die Stadt Lunden mit ihrem Geest⸗Lande, nemlich: Lunden, Remen, Lehe, das Carspel Hennstäde, ausgenommen Federinge ist zum Süder⸗Theile gelegt worden, und behält 8 Dörffer, als: Hennestädt, Kleve, Lunden, Bercken⸗ holm, Süder⸗ und Norder⸗Heystäde, Wimerstäde, Högen. Das Carspel zu Delve, hat Delve, Schwinhusen, Hollingstäde, Bergewörden: das Carspel zu Tellingstäde, hat 17 Dörffer, als: Schalckolt, Rederschall, Hovede, Glüsing, Wallen, Palen, Dörpling, Osterborstell, küdersbull, Dellstede, Wrome, We⸗ sterbüttel, Schellrade, Lindern, Wellenbüll, Gaußhoven, Tellingstäde. Nota. Als daß dies Norder⸗Theil, die vorgeschrevenen beyden Theile, an Lande, Heuen und Aussagt übertrifft, ist vergleichnet, das dieß Theil jährlichen auf Ni colai, dem Süder⸗Theile für 73 Tonnen reines Korns, nemlich: für 37 Socken ocken, „Teel. — de Weh Ladlle , Se e, 5 , Gust ach und heng Halti, dez Ma st. len Thal ih Nalbet, bSches htub nz Bun , og, dan ld nee LA nd dange M pee gelegt 0 0 Renne, h Siber Tt dan, Beute b Caf 5 Case ede Ga rom A des Landes Dithmarschen. 397 Rocken, jede Tonne einen Thaler, 12 Tonnen Gärsten, 12 Tonnen Buchwei⸗ tzen, 12 Tonnen Havern, fur jeden 24 Schill. Lübisch, nachgeben soll; Imglei⸗ chen soll es dem Mittel⸗Theile 108 Tonnen reines Korns geben, nemlich: 54 Tonnen Rocken, für jede Tonne 1 Thlr. 18 Tonnen Gärsten, 18 Tonnen Buchweitzen, 18 Tonnen Habern, für jede Tonne 24 Schill. Lübisch, alles zusammen 95 Thaler 25 Schilling erlegen. Dod wir Friederich der Ander, von Gottes Gnaden, zu Dännemarck⸗Nor⸗ wegen, der Wenden und Gothen König ꝛc. und von denselben Gnaden Johanns der Elter, und Adolff, Erben zu Norwegen, alle Hertzogen zu Schleß⸗ wig⸗Holstein, Stormarn und der Dithmarschen, Grafen zu Oldenburg und Delmenhorst ꝛc. Gevettern und Gebrüdern bekennen, daß vorgesetzte Verzeich⸗ niß der Carspel und Dörffere aller 3 Theile unsers Landes Dithmarschen, auf getreuliche eingebrachte Relation und Bericht, unsre Räthe mit Unsern guten Vorwissen und Willen unterschiedlich verfasset, die wir auch also zum Unter⸗ schiede eines jeden Dritten⸗Theils, gegen die andern zwey Dritten⸗Theile, vor Uns und Unsern Erben und Nachkommen, also unverrücket wollen gehalten ha⸗ ben; Zu dessen mehrer Urkund und Zeugniß haben Wir Unsere Königl. und Fürstl. Secret wissentlich hieran hangen lassen. Actum auf Unserm Her⸗ tzog Adolffen Schloß Kiel. Donnerstags den 22ten Julii, im Jahre nach Christi unsers HErrn und Seeligmachers Geburt 1568. Theilungs⸗Copia des Landes Dithmarschen unter den Hertzogen von Hollstein ꝛc. und denen dreyen regieren⸗ den Herren, in das Süder⸗Mittel⸗ und Norder⸗Theil vom 22 Julii 1568. c S Do Friederich de Andere, van Gades Gnaden, to Dännemarck, Norwe⸗ gen/ der Wenden und Gotten Köning, und wy Johanns und Adolff van densulbegen Gnaden, Erven to Norwegen, alle Hertogen to Schleßwig⸗Holl⸗ stein, Stormarn und der Dithmarschen, Graven to Oldenborg und Dellmen⸗ horst, Geveddern und Gebroöͤder, bekennen unde dohn kund vor jedermenniglich. Nademe Wy Uns vermittelst des Allmächtigen Verlehninge einer gelickmehtin⸗ ge Dehlinge Unsers Landes Dithmarschen, derogestalt fründlieck und Brö⸗ derlieck vorgeliecket, dat Wy solck Unser Land Dithmarschen in Deel, als be⸗ schedentlieck dat Süder⸗Deel, Middel⸗Deel und Norder⸗Deel, beede an Marsch unde Geest, up dat gelieckeste, als jummer geschehen mögen, van einan⸗ der setten unde afdeelen laten, dat Wy demna to verhödinge künfftiges Miß⸗ ver⸗ — 398 Geschichte VI. Theil. verstandes, Irrung, und unabeelicher Widerung de Grentzen und Scheden twischen sülcken dreyen Deelen, dörch Unsere Rede und andere darto des Lan⸗ des⸗kündige Verordnete besichtigen laten, und solcke Grentzen und Scheiden up ehre getrülich ingebrachte Kelation folgender Gestalt designiret unde beteckenet. Erstlieck dat Süder⸗Deel wert affgescheden und gesondert van dem Mid⸗ del⸗Deele, unde dem Lande to Hollsteen dorch folgende Betecknisse, als: Twischen Talingburen und Meldorp van Buten⸗Diecke, is de Scheide de Miele, van herein, beth der krummen Miele, dar de den Diecke kümt, unde dar baven dem Diecke, der Talingburer Schutz⸗Paele unde Holte stahn, unde dar aver den Diecke beth an den Graven nah Binnen⸗Dieckes, dar de Stehn steit, jegen Hans Hövedes Kroeg, de Grave ist de Scheide, unde höret de heele Grave up Meldorper Sieden to der Meldörper Acker, unde iß averst dat Land binnen langst dem Diecke her, een gemeen Weg, und so langst dem geförten Graven recht upt Westen Michel Boyen sinen groten Kroeg, und so vorth. Van dar recht vorth upt Midden in der Gröbe, twischen den gevörten des Michel Boyen Licentiaten groten Kroege up Meldörper und Mouwen Kroege up Talingbüh⸗ rer sieden, wente an Michel Boyen Licentiaten sinen andern Kroege, wel⸗ ckeren he van Maeß Peter geköfft, und dar wert eene Knee recht Westen den he⸗ len Graven entlang up Meldörper Sieden de Schedinge bet to Osten an Clauß Bruhn sinen Wester Kroeg, und also den Graven van dger wedder int Norden, bet up Süder⸗Esche Weg, dar de Stapel steit, blifft Clauß Bruhn mit sinem Kroege up Talingbührer, und der Licentiat, Michel Boyen, up Meldörper Si⸗ den met der helen Gröben, van dar schütt der Talingbührer Süderster Weg int Nord⸗Osten, bet an der Talingbührer Karck⸗Weg, is de sülbe Weg ohne de Grove, welcher up Meldörper Sieden gehöret, up der Oester⸗Sieden de Sche⸗ dinge, wente up der Talingbührer Karck⸗Weg, welcker de rechte Land⸗Weg is, daer de Steen stelt, unde kümpt darsülbest to Osten Epenwörder Land an, unde is de hele Gröve bewesten dem Wege unde to Osten an Maeß Peter sinen nien Kroege, de scheide de hele Gröbe up Meldörper, unde de Land⸗Weg up Epenwörder Sieden, unde strecket sick de Gröbe mit dem Land⸗Wege int Osten, de hele Gröve up Meldöͤrper unde de Weg up Epenwörder Sieden, und strecket sick an den Vennendelff, dar de Steen steit up der Süder⸗Siede des Weges, unde so dweer aver den Weg upt Norden in den Vennendelff, welck Vennen⸗ delff eine Gräve is, unde geit de Schede recht int Norden, twischen Epenwörder, Venne unde Meldörper Dresch. Epenwörder, Venne mit der Delff Gröben up Epenwörder Sieden, dar Dreves Hans Harrings Clauß sin Land ligt, und Meldörper Dresch, dar Jeben Hans Erven ein Stücke hebben, langst dem Delffe up Meldörper Sieden, unde so vorth an Epenwörder Dresch to an Teden N N ans Nl 6 5 des Landes Dithmarschen. 399 100 Hans Reimers to Norden up Epenworder Sieden, undist Jebens Hans Erven 5 up Meldorper Drösch/ up Meldorper Sieden unde is de Piepe recht int Midden up 9 1070 de Helffte, van dar de Schede recht int Osten, twischen Meldorper Drösch und 0 5 Epenwörder Drosch, und schütt de Piepe recht int Osten an M. Carstens N 4* Steen in dem Landwege von Meister Carsten Steen Ost int langst der 9 dec Bunackers Holm dar, welch ein kort Weg ist, to den Bunacker gehö⸗ 0 dec rig, de heele Weg up Epenwörder Sieden, unde de heele Gröve besüͤden 9 , en der Holm, dar by Hans Dirckes Kroege up Meldörper Sieden, unde so fort 0 . ume recht int Osten an der Owe edder Miele, unde schedet de Miele darsülvest up N Stehust de Helfte recht int Osten, twischen Meldörper Jerdesheim und Epenwörder Bu⸗ 1 ele hun nacker alsofort recht int Osten de Owe up de Helfte henup int Osten Meldor⸗ 0 and bing per twischen Delven up Meldorper Sieden„F unde den Bunaker up Epen⸗ 0 ten Gu wörder Sieden, und sofort de Ouwe entlangk, bet an Epenwörder schütte Lange 9 5 Vn dar Claus Exven Wisch⸗Kroeg upt Süden, up Meldörper Sieden, unde upt Nor⸗ 3 chel Bang den up Epenwörder Sieden ehr Despich von dem Epenwörder schütte, scheidet 9 Talinchil de Auw recht int Norden up de Helfte/ Meldorper lange Wische to Osten der 1 hege, woch Auw mit der halben Auw up Meldorper Sieden und Epenwörder Sieden, de en den he halbe Auw, und ehr Osten Despich, und so fortan, de Landes⸗Wi⸗ tan Ca sches Norder-Gröbe, unde scheidet de Gröve up der Helfte, recht int it Norden Osten hen an den Depen See up Meldorper Sieden, de lange unt sinen Wische, und up Epenwörder Sieden ehre Wische by ehrer Vielswurt, open O und by Depen⸗See, Epenwörder Moer uperer Sieden und de Depen⸗See er Weg up Meldorper Sieden, und sofort, na der Sprengen in Vulen⸗See, Sartz⸗ ohne e büͤttelinger Marck up erer Sieden, unde de Vulen⸗See up Meldorper Sie⸗ nde Eche⸗ den und sofort/ up de Delmade, welche den Tense-Buttlingern und Ru ssern to⸗ Mot, höret in Sartz⸗Buttlinger Sieden und Meldorper Delbes⸗Wische up erer 8 fad 0 Sieden, und so herna de Auw, de dar schedert, Sartz⸗Buttling Marcke vam N Bestingsteder ehre Marcke unde so de Auw entlangk, na der Dellbrücken, de Won Dellbrügge, und Beringstäder Siede und Sartz⸗Butlling Marcke up erer oe Sieden van dan aff belangen vor der Wische, umme in den Graven bet in den 0 10 f Flincken⸗Forth, van den Flincken⸗Forth, bet up den Kuel, dar de Steen steit und 9 0 0 van densulbigen Steen, an den andern Steen up Sartz⸗Büttel hoge Wegen. an Und is de Schede twischen Sartzbüttel und Tensebüttel Marck. Aa Van den Steen up Sartzbüttling⸗Hoge Wegen an, bet Nord⸗Ost an den ne 1 andern Steen an Röster voder Weg, und van den Steen an belangen de Busch g umme bet an den groten Steen, dar dat Crütz up steit, und van den Steen in de 151 Harcken⸗Grund, geit de Schede twischen Röster und Leersbütteler Vel⸗Marck e up den andern groten Steen, be Norden der Harcken⸗Grund, dar ock een Crütz 5 3 z up 2 425 Geschichte VI. Theil. up steit, van dar recht int Norden, be Osten Leersbüttler⸗Holte, schnor recht bet an den ersten Riß Woldes Wachtbohm, dar ock een Steen by steit, und so fort int Süd⸗Osten up den Leßbrock, sonst Spritzbecke geheten, und scheden sick den vordan Alverstörper und Röster Velt⸗Marcke, van den Steen, up den Hand⸗ Klind, van dar int Süden, in Röster Karckstig, dar de Steen steit, van dar int Süden, de Grund Düvelsbrock geheten, entlang van dar recht up den Steen in Grovendahl, Alverstörper Feld be Norden und Röster Feld be Süden van der Röster Möhlen Weg entlang, bet midden up den Lütckenberg, und sofort ahn bet midden up de Möhlenwegs⸗Brügge, van dar den Beck entlangk bet an Hidde Johanns Mölen-⸗Diecke, de Mölen⸗Dieck up Schepsteder Sieden unde de virdt up Tensebütte ler Sieden, van den Diecke an belangen dem Mohr umme bet an den Steen, van dar be Osten den Bergen van enen Pale up den andern, dar by jedern Pale een Steen steit, und so up den Heider-Graven, und dar belangenden Virdt umme, bet an den Ort des Möhlen⸗Weges, dar de Steen steit, de Virdt up Schaepsteder Sieden, und kumpt de Mohr den Mel⸗ dörping to, van dar recht ower dem Mohr, bet by den Hauroden, dar de Steen steit, by der groten Erken, darup de Crutz gehauen syn, und so schnor recht, und den dorch den Busch up den scharpen Steen, de to Nord-Westen by dem Land⸗ Wege steit, unde so fort dwer aver den Weg, buten den Busch up den Lütken⸗ Berge an den Steen, van dar recht aver den Mohr bet in den Bischops⸗Gra⸗ ven, Schaepsteder Wische, up Schaepsteder Sieden, und Eggesteder Wische up Eggesteder Sieden, und so fort den Bischops-Graven int midden entlangk, bet in der Aue, de dat Land to Hollsteen und Dithmarschen schedet, und so fort ut der Aue in de Wolberauw, ut de Wolberquw in de Redde⸗Lackes Graven, van dar fort in de Redde⸗Lackes See, van dar to Süden in den Dorsee(ut der Redde⸗Lackes See in den Doden⸗See) van dar in den Kuden⸗See int Suden by der Papen⸗Wische, und so fort in den Holsteen⸗Graven, und den Holsteen⸗Graven entlangk in der Elve. To dissen Süder⸗Deele datsülbe mit den andern beeden Deelen to vergli⸗ cken, sint genamen uth dem Middel⸗Deele de gantze Geest van dem Car⸗ spel Hemmingstede, und uth den Norder⸗Drüdden⸗Deel de gantz Bur⸗ schop Feddering, wie folget: Sieslich de Landscheide um de gantze Geest im Carspel Hemmingstäde, wel⸗ cher Geest thom Süder⸗Deel gelegt is, doch sind im süͤlbigen Carspel bin⸗ nen der nachfolgenden Schede, 21 Morgen Marsch⸗Landes, de thom Middel⸗ Deele plichtbar bliven. Erstlich to Süd⸗Westen ut dem Viels⸗See to Midden ut dem See s recht NA— ———p——— j ̃ ˖——„——— i Di 8 885 55 des Landes Dithmarschen. Aae kecht e a „undo tden Graven int Midden entlangk up den Alcken Damm Epen⸗ 1910 in r„up der Süder⸗Sied und Hemmingstäder⸗Land in der Norder⸗ h Sied, von dem Alcken Damm vor West up Klinkenberg, midden dörch den n san Klinkenberg de Süder⸗Helffte up Epenwörder Sieden, und de Norder-Helffte nne 0 up Hemmingstäder Sieden. Van dar fort West int Midden den Graven ent⸗ N e langk twischen Abelerwurt und Epenwörder Schwin⸗Mohre, Abelerwurt up . N Hemmingstäder Siede, und Epenwörder Schwin⸗Mohr up Epenwörder Sie⸗ e de, und geit desüͤlbe upt Westen, bet an den Graven an Junge Claus Grasinge, fine unde sofort densüloen midden entlangk int Süd⸗Westen, ume 15 Ort 17 an ar 10 den Landweg, und sofort den Landweg upt Norden de Graven be Osten den 10 125 Landweg int midden entlangk bet an Tieß Groten Maes sieneu Gehren: van dar en den Graben midden entlangk, so herum bet an Hemmingstäder Schlüsefelt, wat 7 0 dar also be Osten liegt, gehöret to Hemmingsteder Sieden, und be Westen to . dem Middel⸗Deele. By dem Schlüsefelt, wert ein Kuee ein wenig upt Osten, i Mul bet wedder in den Landweg in der Midde der Oester⸗Gröve, de Gröve sofort upt ö 1 Norden, bet an den breden Weg, de Midde des Weges is de Scheide, unde 7 de geit de Weg Ost upt, bet an der Geest, an den Graven vor der Marsch, twischen e Geest und Marsch densülven Graven int midden entlangk upt Norden, bet tor g wude Liet, umde be Westen Liet, umme sofort upt Norden, bet to Norden, und be b cone Westen Norden, umme bet tor Lohe, und be Westen Lohe umme bet tom Ni⸗ 4 an ckelshave, und be Westen dem Rickelshabe, umme bet up dat do er an Tete Jo⸗ 1 ene hanns Needtwische und van dem Doerwege Wenemans ehren südersten Stieg 10 , entlank upt Süden, dar de Steen steit, von dar tom andern Steen, by Heinen a N Ats Git Peter Carstens Wall, von dar an recht upt Osten an Wenemans Stieg dar 1. Dae( de ander Steen steit, von dar kort Ost an Johann Dettlef siener Wister⸗Möh⸗ 5 Nu Se il len, und von dar upt Snede Westen, dar de Steen steit, by Westen Johann. „ nd din Reimers sienen Kamp, von densulven Steen upt Sneden bet an den andern 4 Steen by dem Landwege/ de na Wörden geit, van dar up den hogen Steen, von 1 dar Südewert up den Moer up den Spriddigten Weg, van dem Wege upt J can 00 Osten upt den fort ut dem Vorde fort Ost, bet an den nien Graven. 1 b.. 555 95 Und is hierby to mercken, wat be Osten den hogen Steen ist, alse de Weyde, n de Süderstrieck is bet up den nien Graven, und hen vor der Heide, dat de Süder⸗Eggen Thor, Heide⸗Löher und Rickels Haver tosamen gebrucket fa, w. hebben, se vordan gebrucken schölen. Gul Hier endet sick de Löer und Rickels Haver Velt⸗Marcke und kamen Ru⸗ auh störper und Bracker daran, Rustörper up der Heider, und Bracker up der Gessut Hemmingsteder Sieden, und strecket sick der Schede wo folget: ach 33 2 Erst⸗ 9 2 Geschichte VI. Theil. 40 Sistick ut den Vort⸗Graven recht Ost bet an Johann Reimers sinen Kroeg, Jbesüden dem Kroege umme, und dat so fort up an den Schirings⸗Mohr, van den Schirings⸗Mohr een wenig Süd⸗West, umme von den einem Pale to dem andern, und steit de Süder⸗-Weste Pale to Norden in Bracker⸗Wische. Van den Pale fort Ost up bet in Eschen⸗See, de den Röstörpern to höͤret, alse de Grave utwieset, ut den Eschen⸗See in der Lehe, als de Grufft utwieset, und so fort bet in den Land⸗Graven, und so fort den Land⸗Graven entlangk bet in den Viels⸗See. De Scheden des Buerschopes, Veddering, welches dem Süder⸗Deele al⸗ se vorgeschreven, ock togeleget worden, sind angewiesen und betecknet, wie folget: Vrstick van de Marsch int Süden, dorch den olden Graben, wente an den Steen ꝛc. idt sind averst van wegen bequemer Verglickung ut dem Süder dridden Deele genamen, und to dem middelen Deele gelegt, ut dem Carspel Marne de Dörper Darnewurt⸗Helse, Krumwele, Hemmingbüttel, Storwisch, Kanne⸗Mohr und Klitzhusen, samt etlicken Acker to Osten, ut der Trennenwurd Lüden Velt⸗Marcke, de sint upt Suden, utgestapelt wo folget. Erstlick de Buten⸗Diecks Schede, twischen Marring und Darnwurd⸗ ting Cögen, el dan denn Diecke an, dar de Palsteit, int Westen an den Gra⸗ ven vor den Diecke, unde so den Graven entlangk Nordumme be Osten, den ol⸗ den Galgen in den Flitzen, und so de Flitze, West ut an dat nie Land, dorch dat nie togewassen Land, to Westen ut de Flitze, negst dem olden Velde, dat nie deepte up de Helffte de Schele, so recht up int Norden, so ferne alse de Marrin⸗ ger den Steen up den towassenen Felde, to Osten an den nien Deepe gesettet hebben, und also recht int Westen, na dem Compas dorch dat nie Veld van dem eenen Steene to dem andern, bet in de Elve, unde stahn in disser Scheede beer Steene. 5 Folget de Binnen⸗Diecks Schede. Sellick van dem See⸗Diecke an bet an den Cappeln⸗Werff, up den olden D iecke gelegen, is de Grave int midden de Schede, Woldericks Johann up Marringer Sieden, und Darnewurder meene Marcke up Darnewurder Sie⸗ den de Nabers van der Cappeln⸗Werff ins Norden eine Kene 13 Rode derer Quartiere, de Grave by Osten dem olden Diecke int midden, de Schede van dem olden Diecke aff int Osten enen Grave bet an Darnewürding Karckweg, Hanß Dreessen up Marringer Sieden, und Johann Höyer up Darnewürding Sie⸗ like Weg dag Kt. . des Landes Dithmarschen. 403 cen tot 5 — 5 Sieden, de Nabers de Grave int midden de Schede, dat sofort aff dem Graven 1 int midden entlangk, Hanß Dreessen sinen Papen⸗Kroeg in Marring Sieden, bach und Marten Johanns Even Land in Darnewürder Sieden de Nabere. e 0 Van dar fort Ost de Grave und den entlan gk Elseben Peters Carsten sin 15 0 Papen⸗Kroeg in Marring Sieden, und Hanß Hollsten syn Kroegeken in Dar⸗ lang newürding Sieden de Nabern: darmit kumpt man an Darnewürding olden Wäg Karckweg, dar wert ein Kne in demsülven Wege, van den Papen Siele an int Süden veer Rode lang, Hanß Claus Peters Kinder Land, in Marring Sie⸗ den, und dat Karcken⸗Land in Darnewürding Sieden, de Nabern by Osten dissen Lande, noch einen Karckweg, dar wert een Kne, upt Syden, is lang achte halbe Roden, und blifft also de füͤlbe Karckenweg fort Ost up Darnewürding Sieden, und Lüder Harring, welches nu Carsten Tonnes hefft, up Marrings went Sieden, de Nabern: de Gröven, twischen den beeden Landen int middel de Schede, up den Oester Ende des Karckenweges een Kne int Norden, int midden der Dutch beten Ubmein t nn aß den Graven, is lang negende halbe Roden, van dem Ende des Knees fort Ost, d, Sunt een Graven int midden entlangk, Johann Dressen up Marring Sieden, und Tennant Bolen Carstens, Claus unde Tieß unde Johann Dressen in einem lütken Kroe⸗ geken, tosamen up Darnewürding Sieden, und de Naburs, unde disse sülbe Gra⸗ Darn de ins midden entlangk fort Ost Huüͤlcke, Carstens Kinder Kroeg up Marring dad Sieden, und Heincken Claus up Darnewürding Sieden, de Naburs, dat so Nu, Ost anLüdersHarrings Kroeg/den nu Hans Borcherdes hefft, darin is to Wen „ ue een keene, geit int Norden, is lang Roden unde sovende halbe Ele, de Grave 1 I int middel de S chede, van dem Ende des Knees int Osten de Grave int midden 0 97700 entlangk, de sülbe Lüder Harrings Kroeg ud Marning Sieden, und Sillien aeg Tieß Kinder up Darnewürding Sieden de Naburs: be Osten Lüder Harrings 0 7 Kroeg blieben Hemming Büttler Würden mit der Wele, de by Süden den N Würden ist, up Darnewürding Sieden, und up Marring Sieden Hammen Sch Kinder Land, Hemming Bütteler vester Weg, Hülcke Carstens Kinder Kroeg, Sillien Tieß Kinder Land, und Hemming Bütteler Oster Weg, und schüt alle dat Land ende langes up de Wele und Würden, unde sind de Graven, so hier twischen belegen, alle Wege int midden de Schede. 5. Van Hemmingbüttler Wurde an, geit een Weg int Osten, bet an dem cc Land⸗Stieg, unde höret de Weg mit den halven Graven in Darnewurding rute! Sieden, und dat Land so bysüden dem Wege liegt, mit den andern halben Nahe Graben in Marring Sieden, ut dem Landwege,densülven Weg fort Ost an den c lütken Steg, densüͤlven lütken Steg int Norden, bet an Zerren Weg, und Zerren Fanhch, Weg fort Ost bet an den Siel, in Tieß Toden Kroeg, und hören de Wege, mit 42 dem halven Graven vam Landstege 55 an den gevordten Kroeg in N ö d 3 ie⸗ — 404 Geschichte VI. Theil. Sieden, und de Acker be Norden mit den andern halben Graven, vam Landste⸗ e ge an/ bet an den gevordten Kroeg, in Marring Sieden, to Westen in Tieß To⸗ pit den Kroeg, wert en Knee van der Helffte des Gravens be Norden Jerren Weg Jie angemeten, int Süden wert en Knee lang tein Roden alle Wege up den halben fat Graven de Schede, und van dem Ende des Knees an int Midden den Graven de entlangk, dat so Ost up Tieß Tode mit densülben Kroege, dar idt Knee inne is in und Darnewurding Sieden, unde Hans Tode up Darnewurding Sieden, de NWa⸗ Ode burs: to Osten dem klenenen Graß spallecken up den halben Graven wert ene Jide Knee up Norden bet an Jerren Weg van Vöffte halb Roden lang van dar Tee fort Ost Jerren Weg bet an dem Steenwege mit dem südern halven Gra⸗ Ei ven up Darnewurding Sieden und de Acker besüden, mit dem andern halven und Graven up Marring Sieden de Naburs, van dem Stege an fort Ost Jerren Il Weg entlangk, bet an Jerren Weide, de nu Bugen Maes höret, Jerren Weg f weg mit den Norder halben Graven, in Darnewurding Sieden in Jerren Weide, 1 up den Wester ende wert en Knee int Norden, iß lang süstehalve Rode be Nor⸗ 1 den der Weide en Graven int Midden entlangk, fort Ost up bet an den Geest⸗ E Dammen, und an den Pahl, de dar gesettet ist, Jerren Weide mit dem Acker, 5 0 de dar fort Ost an liegt up Marring Sieden: und Wilckens Hans Land mit 10 dem Acker, de dar fort Ost anliegt, up Darnewurding Sieden, de Naburs und 70 de Bielemann Weg besüden, dem Stapel de Schede fort Ost bet in den a9 Landweg by dem Harweddel, dar kumpt van Osten inschetend de Bestorping Eil Velt⸗Marcke, de iß van Süden upt Norden, van der Nord⸗Wische⸗Lüden und 0 Kanne⸗Mohr⸗Lüden Velde, van dem enen Steen und Stapel recht up den an⸗ 0 dern utgestapelt, bet Nord⸗Ost in den Bornen, de unter den hoge Klifft herschlut, und geit de Born under Klifft int Mohr den bede to Norden im Borne dar de N 0 Kanne⸗Mohr⸗Lüde Lindemarcke sick upt Norden endet, geit de Schede twischen Kanne⸗Mohr⸗Lüden und Trennenwurth⸗Lüden Velt⸗Marcken recht West dael bet up de Borstwehr dar lang dar de Stapel steit, unde van der de Borst⸗ wehr int Norden entlang, bet an den Wenneman Weg. Folget de Norder⸗Schede disser vorgeschrevenen Dörper 8 und Acker. 9 VDieslice die Schede twischen Kanne⸗Mohr⸗Lüden und Trennenwurth⸗Lü⸗ geit den Buten⸗Diecke iß der Trennenwurth⸗Lüden Schlusse⸗Strom: de Bu⸗ Eyd ten⸗Diecksschede geit van dem Trennenwurder Schlüsen, dar hefft de Schlüse⸗ Sg Strom en Knee int Suden, bet an de Sidt Wending, und geit de S trom vor ck Ost bet an Wieben Wehls Brüggen, de Schlüͤse⸗Strom averst gehöͤret gener dre i 9 U?— Vi ä 1 8 dach des Landes Dithmarschen. 405 Ne lick to Trennenwurt Lüden Sieden. Van der Wieben Wehls Brüggen an earn Ag fort Ost dorch de Wieben Wehle recht Ost up bet in den Graven be Norden nba Jaspers Geels Kroeg ent Midden den Graven entlangk, bet up den Weg Fiöcht cen genömet, dar de Steen steit und sind up K anne⸗Mohr⸗Lüden Sieden Jaspers dene Michel, und to Osten Jaspers Michaelis„Kale Martens Claus, und up Trennen⸗ , del wurdLüden Sieden dersülven Trennenwurteuden ehr Dweer⸗Land, und darto en nei Osten an Kale Martens Möhlenwerff de Naburs: und de Weg de Fiocht ge⸗ band nömet, van dem baven gevörten Steene an, bet an den Süͤdersteen⸗Graven by lden chr Trennenwurt Lüden Buerweg mit dem Graven, höret up Trennenwurt Luden in haben Sieden, und wat be Osten den Graven is, höͤret up Kanne⸗Mohr⸗Lüde Sieden genug unde steit ock en Steen up den Nordern Ende der Fiocht by Trennen⸗ 10 wurt Lüden Buerwege, van dar an geit de Schede besuden dem Buer⸗ Ache wege bet Ost up den Mohr-Diecke, unde de Buerweg mit den he⸗ be Nu len Graven besüden blifft in Trennenwurth Luden Sieden„ unde 00 15 de Acker de besuden dem Buerwege iß, kumpt in Trennewerth Lüden 10 0 Sieden, unde wen man in den Mohr⸗Diecke kumpt ut dem Buerwege, so 55 1 geit de Schede up int Norden dem Mohr⸗Diecke entlangk bet an Wenneman Land mg Wege up Trennenwurt Lüden Sieden mit den halden Graven to Osten, und N able d wat dar be Osten liegt, blifft in Kanne⸗Mohr Lüde Sieden: ut den Mohr⸗Die⸗ 1 tie cke geit de Wennemanweg bet Osten an de Vorstwehr, in der Scheden, de van 1 Sestotpng Süden herkümpt, und de Wennemanweg mit den helen Norder⸗Graven, und 1 Luden und wat besüden Wennemanweg liegt, hüret up Kanne⸗Mohr⸗Lüden Sieden, unde 7 50 5 wat be Norden dem Wege höret up Trennenwurt Lüde und Barlter Sieden. 950 cherschlu 5 ö 1 l 1 So veele andrepen deith de Schede des Norder⸗Drüdden⸗ 10 wuschen Deels mit dem Middeln⸗Drüdden⸗Deele/ und dem Försten⸗ 1 t Wes dohme Schleßwig, schölen de Grentzen und Scheidingen 1 Bo hen fordan geholden werden wo nageschreven: 1. 5 Seslbiß Buten⸗Dieckes en Grofft, de nie groß genöhmet, desülve Grofft 1 per schedet der van Süder⸗Diecke und Nohr⸗Diecke Buten⸗Diecke, de van 1 Nohr⸗Diecke to Norden, de van Süder⸗Diecke to Suden gelegen, de Grofft 1 17 geit von den Niendiecke int Westen, bet in Datemmens Deep und fort dahl in de 510 5 Eyder, und de Sande up der Süder S iedensgehören to Süder⸗Diecke, und de 17 Sande to Norden gehoren to Nordicke. Van dem Niendiecke an den Olden⸗ Sc 0 f dick int Osten, geit eine Grobe iß ene Wetteringe der Suderdicker Kohweide up 79 der Sudern und Nordicker Lude Kohweide und Buhland up der Norder⸗Sie⸗ fg den gelegen, unde ist de Strome int Midden de Schede. Up dem Obe neg. Geschichte VI. Theil. negst be Norden Hans Schnitters Huse, dar de Pahl steit, iß de Sche⸗ de, unde steit dat Hueß up Süder⸗Dieck Lüde Velde„de Norderste 406 Steen, de des Hueses schedet bet Osterdal in den Graven. Be Norden den Graven ein klein Reit⸗Werdercken, de höret den van Nordicke to de Schlet⸗ telste geheten. Besüͤden den Graven is ock en Reit⸗Werdercken, ock de Schlettelste geheten, de gehöͤret den van Süder⸗Dicke to, de Grave ins midden, de Schede, van dem rercht Werder den Water⸗Stroem int Osten bet an Nor⸗ dicke Lüde, Süder Karckstieg de gemelte Wateringe de Schede, und gehoöͤret de gantze Grave to Süder⸗Dieck⸗Lüde Velde, und de Weg de Schletelste geheten, to Nord⸗Dieck⸗Lüde Veltmarcke. Van dar aff geit de vorbemelte Wäteringe went an Nord⸗Dieck Lüde Karckstieg de Wäteringe int midden de& chede up der Süder⸗Dieck Lüde Velt unde up der Norder Sieden, Nord-Dieck Lüde Velt, bet aver den Nord⸗Diecker Karcken⸗Weg, dar de Steen steit, in den an⸗ dern Graven Nordiecker Kerckstieg to Westen, und Carstens Reimers Johanns Würde to Osten, de Grave is midden de Schede, und sofort, recht Nord in den Reit⸗Werder, so Heinen Reimer gehörig, und kumpt desülve Reit⸗Werder to Nordiecker⸗Lüde Velde, unde de Würde to Osten, to Weßlingbühren de Gra⸗ ve to midden de Schede. Van den Rethwerdern in Nord-Osten benedden den Wurden ein Grave int midden de Schede, de Weg darby gehöret to Nord⸗ Diecke, bet an dem Stapel, de jegen Harcken Reimers Claus Huese steit, doch höret Claus de Westerste korte Grave jegen syner Hoffstede de alleene to, van dem Stapel dwers aver den Wege int Norden, de Lütke Reit⸗Werder up Weß⸗ lingbühren Sieden, twischen den beyden Reit⸗Werdern dorch an Harcken Rei⸗ mers Johanns Kroeg, to Nordieck Lüde Velde und Schulper Karckstieg, to Weßlingbührer Sieden gehörig. Vor dan eine Grave bet jegen Reimers Jo⸗ hanns Kroege, de Grave schütt kort Ost umme recht in dobbeln Weg Rei⸗ mers Johanns Kroege be Norden up Nordiecke Lüde Sieden, und Ickels Jo⸗ hanns Kroeg be Suden up Weßlingbührer Sieden de Gröve int midden de Schede: van dar aff dobbelnden Weg entlangk bet an den Steen, an dobbe⸗ len Veltmarcke, de halbe Weg midden entlangk de Schede, de Norder helffte to Nordieck, unde de Oester helffte to Wesselbührer Sieden gehörig. Van demsulben E teen midden in dobbelen Wege dwers aver int Sud⸗Osten, in dobbeln Velt⸗Marrcke, de Gröve midden entlang/ Hercke Reimers Claus up Weßlingbührer Sieden, und Grote Claus Sager up Nordieck Lude Sieden de Nabern: in densülben Graven en Knee und eben fort up int Osten dobble Velt⸗Marck to Nordiecke und Stuventheven io Weßlingbührer Sieden de Grave to midden de Schede, bet an den Lepen Kroeg, dar wert en Knee int Su⸗ den bet in Vleth de Grave, int midden de Schede, de Lepe⸗Kroeg be Osten, up Nordieck Vl. a des Landes Dithmarschen. 407 —. Fe dee e un den Seas eee e de bn Fee V :.. —. ͤà)7577n. n Salt Kroeg up Hedgen Wisch Lüde Sieden, alle Wege de Graven Schede, dar is wedder een kort Knee int Westen, schütt an Henrichs Carstens ö 0 5 e. oi 6 id en ö nden Kroeg up Nordieck Lüde Sieden, und 1 8 ee Dal 9a 952 5. 08 2 5 Wiche dude e ee Eee Kroeg 15 Reimers Hans Johanns— 17 1 0 1 1 int Norden een Knee,. 1 Peter Wrangen Kroe⸗ 1 Werder f L dieck Lüde Sieden, Reimers Johann und Peter Wrangen K. 10 and, up Nordieck Lüde Sieden, de Schede. In Peter rende G Hilgen⸗Wisch Lüde Sieden, de Grave midden up de de. 1 ge up Hilgen⸗ 8 er een Knee, und schütt to Osten an N en bench 37 5 ert to Norden wedder een Knee,* ww e den Stapel de Grave int n 0 e e. 1 f f Wisch Lüde Sieden, und Reimer f 1 e staß eh MWrangen Kroeg wert to Hodgen Wisch L ane 9 3 0 n jeck Le Nabers. Van dar wedder een Knee 1 eneto, hn ns Kroeg in Nordieck Lüde Sieden de Na 18 1 805 77 det iy 0 1 5 bet an Peter den 108 0 das a Gidgen Wich 1 frcken de Johann up Nordieck Lüde Sieden, und Tieß J a de een. 405 5 580 f ntlang de Schede. Dar is wedder een 1 aßsieg, Lüde Sieden, de Graven midden ent 8 dieck dude Sieden * 70 7 1 IN 8 s Johann up Nor lec LU 1 97 aner gu, van dem Stapel int Westen Reimers. Han Wische Lüde Sieden, de Grave 9 7 Me 7757 1 Hidgen Wische Lüde Sieden, de Gre Weg Res und Peter Reimers Grote Johann up e ge Hel 5 3 Rn 5 0 iee geit int Norden an He 1 1 66 8 15 t e e Jo e 10 S up Hedgen Wisch 1 mdden! e ieck Lude Sieden de Gra⸗ a . Jo ls Triffen up Nordieck Lüde 16 andche ede Sudden unde Vonecken Sue hütt int Westen an Bo⸗ 1 0 int mi vermahls een Knee, schütt int A B. 8 der haf be int midden de Schede, dar is a dgen Wisch Lande Sie⸗ der 10 neken Suels Kroeg, Hebbecken Carstens Maeß up Hidgen Wisch Lande Si f 6 . 2 97 diecke Lüde Sieden, de Grave int Oe, den, und Bonecken Suels Kinder up Nordiecke Lu 4 77 5 0 2 de. 9 Cub midden de Sche 15 Suels Kinder* de iche Dar is e 1 gen be und da fel dd Krocg ur Marder ie Senne de Grabe int midden de Schede. Es Land up Hedgen Wisch Lüde Sieden, de Grabe int midden de, Ech Jungen“ 8 5 5 nd Hans Junge up fl Dar is wedder een Knee, geit int e Acker, und Haus J Hidgen M Nodhak 4⁰⁸ Geschichte VI. Theil. idgen Wisch Lüͤde Sieden, de Grave int midden de Schede. Van dar een nee int Norden an Schipper Volvs Claus Stücke, dat Karcken⸗Stücke in Hidgen Wisch Lüde Sieden, de Grave int midden de Schede. a Dar is wedder een Knee int Osten bet den Karck⸗Stüͤcke in Hedgen Wi⸗ sche Lüde Sieden, und Schipper Volves Claus in Nordieck Lude Sieden, de Grave int midden de Schede. ä g Dar is wedder een Knee int Norden bet an Schipper Volbes Claus Kroeg, desülbe Kroeg up Nordieck Lüde Sieden, und Peter Reimers Grote Jo⸗ hann up Hiding Wische Lüde Sieden, de Grave int midden de Schede. Dar wert wedder een Knee und geit int Osten, bet an Hidgen Wisch Lüde Butterweg, de Grave midden entlang de Schede, Schipper Volves Claus up Nordieck Lu⸗ de Sieden, und Peter Reimers Grote Johann, up Hidgen Wisch Lude Sie⸗ den de Nabern. De vorgeschreven Weg schütt upt Süden bet up de Delff Grö⸗ be, dat Land bewesten dem Wege, höͤret to Hidgen Wisch Lüde Sieden, unde dat Land beosten dem Wege hört to Hilgen Wisch unde Volvers Husener Veltmarcke, de Weg middẽ entlang van enen S teen bet to den andern, de Sche⸗ del de Delff⸗Grave, van dem Süder Steen up den Weg geit int Osten dar Ge⸗ seckes Weg westert ankumpt, iß de Stroem int midden de Schede: van Junge Claus Karstens Werffstede, dar de Steen midden up Geseckes Weg steit, is de Schede midden den Weg entlang bet an Vagds Reimers Möhlen, dar de Steen midden up dem Wege steit, jegen Hidgewischer Stieg. Hidgenwischer Stieg van dem Steene, de dar gesettet is int Suden, in Hebken Johanns Weg, de int Osten bet an den See⸗Weg geit, is de Weg de Schede, und höret de Wester helffte des Weges mit den Graven to Weßlingbühren, unde de Oester helffte des Weges mit den Graven to Nienkercken. Hebbeke Johanns Weg van dem Pale effte Steen, geit Ost in bet in den Seeweg, de Weg midden de Schede. De Süder helffte mit dem Graben to Weßlingbühren, und de Nor⸗ der helffte mit den Graven to Nienkercken gehörig. Dar sick Hebbecken Jo⸗ hanns Weg up dat Osten endet, steit en Pal up den Seeweg, dar is een Knee umme int Norden up den Seeweg, bet an den Steen edder Stapel de up dem Seeweg steit, unde schedet desülbe Stapel de Middeln und Nordern Vögdie. Van dem Stapel int Osten bet up den blancken Mohr dorch den Weg iß een Pip⸗Gröͤve de Schede. Grote Nickels mit Johann Wiebers Teden mit 7 Stü⸗ cken to Süden, und Grote Nickels mit eenem Stücke alleen to Norden, und hefft also de Middel Vögdie 12 Roden Landes ringer, als de van der Norder Vöge⸗ die hebben schölde, van dem Stapel so up dem Dweerwege steit, wert een Knee umme int Suden bet midden up den Graven twischen Grote Nickels to Norden, und Johann Wiebers Teden to Suden, und is de halhe Weg de i Vl.*————— ———k an 0— Cult des N Donden Landes Dit 5 5 dat e gell de Grabe kw hmarschen. Cc, 0 de Grave bn 97 3 e Hoffsted a 409 schen Johann Wi chede. V üden, und G en up int Oste abtgdeuz cket, gelieck iebers Ted an den Gra bote Nickels u bet an 5 Ge 90 den t 5* den Dal Ag Nickels 1 dat Mohr A a ede. Du et Delff⸗W̃ nde, up Broed e, dar de P 7 is aber dat Y itt, twi⸗ Bun Wische, dar eg/ der ban Nie e Hoep/ dar d alsteit, und is sohr geba⸗ 409 8 karck e versohrd na dem Gesi dafi Hammerer te bet recht mid gedar Nohrint deo elff⸗Weg b ane ö„Karken, soi idden up Si t Norden et up dat M van d us Voß bew ans Huß acken stah b He Stele ehr Rohe em Orde au/ d ohnet, van d und Sade bewesten f. deSch Dettleffs Wer f erst van en ande + ar der Blancken⸗ 5 0 Südwesten 8 dug de Mohr endet 5 ede und Hues! 1 demGGesi zohr dude und Wen g nd H in Tieben esichte v der Cra . 1 Oester Sieden Suna des 5 see up den an Baste J n d 8 r⸗Mohr und T deth⸗W ohanns 0 steit, y b oßweg int N 1Stellerfelt de G nd Belt, und eg, wen. C effs Catri dord⸗Ost twi e Graven, mi up der Nord nehr sick en, duk G atrienen Hueß ischen Marx J„midden de S röstersten Sied dgentusche 1 raven, dar Fled„up Steller Si 1 Johanns Erv chede. A en ˖ nd Steller dermarcke jeden en G en up Hemmer ver den anne Wiz dar Osti er⸗Marcke von& von Norden rabe, bet! umer und Dett⸗ d hötk! 1 st in und dorch 92 Süd⸗Osten up Hemmermarck in den Schirwed g p scheten; rcke von J eddels ede O 1 e Feddr Scherweddel geit en und dar dord⸗ w 188 de S esten be Ag 1 Fleder⸗Mohr be Nor de Helste, un Grave went! tapelstei van nden de schült n Graben, midde erden und Si 105 de Stellern 1 50 Lutken⸗See de Nor; 2 0 Süden, 1 0 e e Helffte gehe ö N 0 4 0 de ut d el e und Redi ret ecken g e to Westen e hede ut dem vütken⸗ eding be Si ü d Fedder 1 und schedet mi en⸗See, e u⸗ een Kt Claus 55 eullang, wented edderinger Wisch hedet midden d en olt Grave de upden oel digt Wise orch de Au⸗Bru ische to Osten e Grave der St 1 h el Widdin che an Ka rügge, b gelegen el⸗ Vahle. Appen gstedt to W nne dat Ca„beth dar Be„alsofort den 550 6 ntlangd esten, und Si rspel Hensted nnen⸗Wölder 5 e e barer, ndheff den St sten gelegen, bet e to Süd⸗West end And Sen de Aue der Wg Horn een vor den Hae up den groten St en und Gauß sten twischen en lle Sb e Ben 1 8 Osten lu 1 S e n to Mel, gen, mit d eyde⸗Lohe, f o Süden gele⸗ an dat klene igt. Van cd 10 den, Krippe to gel ebnen den Halse und schölen de 1 Gauß 000 Sichter n, up wente ind iecke brüken und ese⸗Mohr und Lu eyden Buer⸗ 0 ter neden de S en grönen Si begrasen Lütken⸗Mo 5 e enge. 5 nu, Benne Wolek. e Beck und aa 2 Wolt to Westen ge⸗ legen f . 410 Geschichte 34 VI. Theil. legen, van dar up den groten Steen/ de twischen den beyden Wegen ligt, Gauß Horn to Osten, Benne Wolt to Westen belegen, van dem Steen int Südwe⸗ sten längst Tellingsteder Marcktweg bet in den Barden Becke, Gauß Horn to Süd⸗Osten, und Benne Wolt to Nordwesten gelegen, van dem Bardenbeck den Weg entlang, wente in den Mackendiecke Gauß Horn to Osten, Harsteder Velt to Westen, ut dem Mackendieck de Wester⸗Brocke entlang bet an den Brocke, und van dar de Grund entlang bet an den Riese⸗Mohr, alle Wege de Becke und Grund midden de Schede. Gauß Horn to Osten, Harstedt und Riese to Westen, van dem Riesen⸗Mohr dem Landweg entlang bet an den We⸗ ster Ende an den Rieß⸗Graven, dar VBonsoer Landweg an schütt, und en Steen gesettet is, Gauß Horn to Osten, Riese to Westen gelegen, van dar den Riese⸗ Graven int Norden, bet an den Busch, und so de Vöre negst besüeden den Busch henup, bet an den Steen, de vor den krummen Jerre steit, de Förte nechst besüe⸗ den den Busch de Schede, Gauß Horn to Westen und Schrum to Osten gele⸗ gen, doch schölen desüͤlve so vorhen den Busch gebrücket, ock densülven her ferner genehten und gebrucken, van dem krummen Jerren int Osten, dar de Steen steit, Gauß Horn to Norden, Schrumme to Suden, also fort bet an den Steen, de in den Busch de Broeck geheten, steit, benorden den Hidwege, Gauß Horn benorden, Schrume to Süden, alsofort bet an den Steen de beosten vor dem Holte steit, Gauß Horn to Norden, Schrumme to Süden, van dem Steene aver den Becke, bet an de beeden Steene, de even fort liggen, Willmbell to Norden, Schrumme to Süden, also fort bet an den Steen de twischen der Ohe und den Hasselremen steit, den Ridder schölen beede Buerlage to hope brucken, wenner desulve nicht beseiet iß. Van dar in Kellhorns Becke, und sofort in Schrumer Brockes Becke, allewege de Becke int midde de Schede, Wennen⸗ bell to Norden und Schrumer Velt to Süden belegen, van Schrumer Brockes Becke eene Becke Ostert dorch de Nien⸗Wischen, dar de Steen steit, de Becke, midden de Schede, Wellenbell to Norden, Schrume to Süden, van den Steen vor der nien Wische, bet up den breden Steen de besüeden der Knollstede ligt, dar dat Crütz upgehauen is. Wellenbell to Norden, Schrume to Süden gele⸗ gen, van den breden Steen recht aver, bet up den Steen de besüeden der Stelle Wische up dem Western Ende steit, doch den Lüden so up etlicke Velt sprecken um ehren Recht unverfänglich: Lendern to Norden, Jeddesbüttel to Süden be⸗ legen, van dar bet up den Steen, de up Maeßbreding steit, Lendern to Norden, Jeddesbuttel to Süden belegen, van der Maeßbreding, bet in den Lusekenborn Lendern to Norden, Jeddesbuttel to Suden belegen. Van den Lusekeborn de Becke entlang, wente in Boyendiecke, de Becke midden de Schelde, unde ge⸗ höret desülve Dieck up Lendern, und de halye Dieck up Süderrader t K an Au. des Landes Dithmarschen. 411 15 van Boyendieck Schelrader Mölendieck entlang, bet an Grote Hanß Möhlen, 15 750 de Becke midden de Schede, van dem Wallbecke an in den Wilhorns⸗Becke 0 50 henup, Schelraden to Norden, Snederrade to Süden gelegen, und schall 700 Schelrader Quick mit Süderrader Quick, besüden aver dem Becke, twischen e den Becke und dem Korn Velde to aller Tydt herna gahn und weide n/wo bet⸗ ee her to geschehen, und solches vorhen twischen den beeden Buer Schoppen ver⸗ 1e Meg dragen worden. Van Grote Hans Möhlen Diecke/in den Walbeck, de Becke ch midden de Schede, van dem Walbecke in den Willhorns Becke henup, dar de 1 den d Steen in dem Becke steit, de Becke midden de Schede. Wrombenorden, den Suh Süderrade to Sneden gelegen, van dar henup den breden Steen, und fort up den qi den Steen, de by dem Wege gesettet/ und also fort up den Steen, de vor den den Busch Langenhorn steit. Wrom to Norden, Snederrade to Süden belegen, van dem chst besle⸗ Steen vor dem Langenhorn, negst benorden dem Holt, den Langenhorn benöh⸗ sten gele⸗ met, hendahl an dat Ellern Viehe, hendahl bet an den Steen, de in den Süden her fernt Wrom under dem Viehe steit, de Langenhorn, und dat Ellern Vieh up Süeder⸗ de Steen raden sieden und de Wende benorden dem Langenhorn, und dem Vieh up Wro⸗ en Steeg, mer sieden. Dewiele gverst twischen den beeden Buernlagen, der Höge halver Twist in gefallen, so schölen desülbe hen ferner de Weyde met ehren Besten, wo auß Horn 1 denn bet herto geschehen, gebrucken und begrasen und nicht förder van der sieden n Steene Wrom hendahl in den Süderbecke, und de Süderbecke, hendahl in de Eyder, de umbel w bede midden de Schede, Wrome to Norder, Süderrader met ehren Wischen n det Ohe to Suden gelegen, unde strecket sick de Eyder also int Norden vor dann int Nord⸗ brücke westen und Westen hendahl, und schedet de Voigedie to Lunden van dem Her⸗ d sofott i togdohm Schleßwig, wente vor de Sande vor Nordieck und Süderdieck gele⸗ Tannen gen. Noch gehöͤret in dat Norder drüdden Dehle dat Carspel Büsen, welckes Blockes mit der See beflaten und ene richtige Schede hefft, doch schölen de Steene (Becke twischen dem Middel⸗Dehle und gedachten Carspel Büsen, ock den Carspel en Sten Weßlingbuhren, beyden Dehlen, jeden de Helffte det Waters twischen beeden stede lg, Buten⸗Diecken sind togeeignet, wat averst bet hen ut in der rumen See sich stre⸗ ang cket, des schall en jeder, wo van Oldings geschehen⸗ sick herferner to gebrucken dert hebben. Und schölen in allen dreen drüdden Dehlen, wo de Lüede sampt Höde * 10 und Weyden gehabt, desülbe vordan ock blieven und efft glieck de 1 1055 Lüde der Hoheit und Gerechtigkeits halben twierley Herrschafft heb⸗ 1 ben, der sänt Wepde gelick woll Höde und Drisstes, nichts benah⸗ bände 150 i schölen idt herförder holden, alse idt vor disser Tydt ge⸗ ahn hebben. 1. Binnen de dree Hemme in den Eyderstrom, alse beschedentlick dat Sehe⸗ 15 brock de Helpeshemme und de Vorhemme/ effte Kneehemme/ is idt dergestalt ge⸗ ihre 00 Aa a 3 schei⸗ ban 412 Geschichte VI. Theil. scheiden, dat wy Konning Friederich und Hr. Johanns gelottet, unde is de Ho⸗ heit de Overichkeit der Helpeshemme Uns Konning Friederich, und Vorhem⸗ me effte Kneehemme, Uns Hertog Johannsen to gefallen. Mit dem Riesewolde scholl idt henferner dergestalt geholden werden, dat de Hoheit des Grundes, so with de begrepen ock bestapelt und betecknet is, scholl gehören tom Middel⸗Drüddel⸗Dehle, doch schölen uht allen dreen Dehlen de Lüde, wo von oldings geschehen, is sick der Holting to ehrer Noth⸗ dorfft to gebrucken hebben, und daran unverkortet sin. Und Wy Friederich Konning, und Wy Johannes und Adolff bekennen und wollen, dat solche Grentzen eigentlicker Grentzen und Scheden der dreyer bestimmten Theilen Unsers Landes Dithmarschen, dardorch henführo des Lan⸗ des Fürstl- Hoheit, Averichkeit, Bottmetigkeit aller Eigendohmen und Genete an 555 1 und Bodden, und wat dem mehr anhengig is, unterscheiden werden schöle. Wy gelaven und versprecken ock by Konninglichen und Fürstl. Würden und wahren Wörden solche Grentzen und Scheden nicht to verrücken noch dorch jemand verrucken to latende, sondern vor Uns und Unsere Erven dar op to 92 N 1 in der Gestalt und Wesen wie de als op steit betecknet, gehol⸗ To disser Orkund Wetenschop und vester Erholding hebben Wy Kon⸗ ning Friederich und Hr. Johanns und Hertog Adolff Unse Konningl. und Fürstl. Secreten wetenlick hengen laten an dissen Bref, de gegeven is up Un⸗ serm Hertog Adolffen Schlate tom Kiele, den 22 Juli nah CHristi Unsers 172755 1 Seligmachers Gebort Vöfftein hundert und Acht und Söstig⸗ Vertekenüß der Schede im Lande Dithmarschen, twischen der Königl. Majest. to Dennemarcken, Eins, und Thel Adolffen zu Schleßwig⸗Holstein ꝛc. Anderes heils/ Anno 1581. den 2. und zten Octobris von den Land⸗ Vogten und Landschreibern, besichtiget und beschreven/ auch hernach dessülven Jahres den 11. und rzten Novembris, von den Königl. und Fürstl. Stadthalter und Näthen beta⸗ gen besichtiget und bestetiget, so vorher von Anthoni Reich zu Papier gebracht worden: cken in der Marsch von Westen to midden ut dem Water, de ward ge⸗ Irstl * nöhmet in den Schlüsenstrom, den Vertein Burschoppen togehörich/ 2 0 ———— 8.—ͤ——— r—B ͤV— r* f— r 5 PF——— .————————————— 8 5 3—— ˙ Y—-—̃ 88 ä .——— 1 N 2 Vl des Landes Dithmarschen. 473 * D deidehh tom Westerdam genihmet, bet in den Dieck, dar de Steen uppe dem Diecke, ba⸗ du ven der Schlüse steit, und Binnen⸗Dieckes vordan desülven Srom entlangk, twischen Buttler und Dieckhuser Velde, Buttler Veld to Süden, und Dieck⸗ a ac huser Veld uppet Norden, den Strom int der Midde entlangk, und beede Velde 0 bac 65 hebben gelicke Gerechtigkeit in dem Strome, deese Strom geit also krum um bet 0 lang ahne de Wallude Feld, und noch vordan upt Nordenen, twischen Wallude und 0 I Dickhuser Velden/ bet der Jungen Krog upschöͤret, dar de Steen up dem Orde steit, und up der andern Siden, de Damm⸗Krog wedder angeit, de Damm⸗ of hen Krog gehöret up Wellinghuser Sieden, und Jungen Krog up Wallude Sie⸗ in had den, twischen den beyden Krogen geit de Schede den Graven int Midden ent⸗ odesbe langt, bet an Wallude Weg, und geit de Weg by dem Damm⸗Kroge int Osten Geck bet ahn den Steen, und by dem Steene dwers aver den Weg, in den andern ichen Grauen, an den Krog Westerdach geheten, van dar ahn den Graben int Midden entlangk, bet ahn Wellinghuser Schwineweg, de Westerdach up der Wallude . We Sieden, und de Weg up Wellinghuser Sieden, und geit also den Graven ent⸗ müce langk,twischen dem Wege, und der Wester Dach, bet an den Steen, de to Nord⸗ wadngt Westen up dem Orde, in Hennecken Reimers Carstens Kroge steit, doch blifft 100 de Grave int Midden de Schede, van daran upt Süden, twischen dem Wester an Dach und Hennecke Reimers 7— Kroge, de ock de Dach genannt werdt, 0 den Graven int Midden entlangk, soferne als de vorgenannten beyden Kroge int en M Süden kehren an Wallude Veld, dar en Steen steit, van dar upt Osten den n. Graven int Midden entlangk, und blifft Carstens Krog int Norden upt Wel⸗ r linghuser Sieden und Wallude Veld upt de Süder Sieden, und dat als vor⸗ bat e dan recht uht int Osten, bet dar de Steen steit, an den Acker, de ehrtides, Wolle⸗ Ei rickes Kruse, Johann tom Walle togehöret hefft und eene indem Roden⸗Regi⸗ stern togeschreben is, to Wallude Velde, van dar wedder int Norden den Gra⸗ chen ven int Midden entlangk, bet an Wellinghuser Acker, Kruse Johanns Land, up b der Oster, und Frens Hans Claus Land, up der Wester Sieden, bet an den 18 uh Steen, de up Kruse Johanns Lande steit, doch blifft de Grave int Midden de Anden Schede, van dar wedder upt Osten den Graven int Midden entlangk recht ut, en dl bet an Suwels Johanns Kinder Acker, de Ende langs van Osten daran schuet, peach und dar de Steen steit, von dar wedder upt Süden, den Graven int Midden ent⸗ venbre langk, bet an Hans Johanns Krog, dar avermals een Steen steit up den 111 Norde Westersen Ordt, doch allewege den Graven int Midden de Schede, van n 0 dar wedder upt Osten langst Hans Johanns Krog, bet an Wellinahuser Karck⸗ 11 M weg, dar up jeder Sieden des Wegs en Steen steit, und glickwoll to Midden up den Wege de Schede, und dat als ven Weg upt Suden, bet an Kampes⸗ ge, Hueses Weg dar by den Karckwege up jeder Sieden des Weges, avermals ern ch nd 725 Steen toll 414 Geschichte 10 VI. Theil. Steen steit, Kampes⸗Hueses Weg aberst geit darsulvest ut dem Karckwege int Osten, und höret de gantze Weg to Nannemannhuse, und de Grave besüden den Wege, is ene gemene Wetering, und an der Wetering schütt Worder Acker, de Wetterung upt Midden de Schede, und dat lieck ut int Osten, in Rode Hei⸗ necken Weg/ ut Rode Heinecken Weg vordan lieck ut int Osten, in den Land⸗ weg, und den Landweg vordan Ost up besüden Martens Reimers Carstens thor Edeßmann Wordt siner Hofstede, dar de Steen steit, van dem Steen an densülven Graven entlangk, twischen Bienwische Lüde und Edeßmannwordt Lüde, ehren Acker int Osten, nomblich Tieß Claus Kinder Acker upt Norden, Reimers Johanns Greten Acker, upt Süden, und also vorth int Osten, desülbi⸗ ge Wetering entlangk, Tieß Claus Kinder Acker up beiden Süden de Nabers, und alsovorth desülbige Wetering entlangk, Ost up dar de Steen steit, Frentz Jerren Pauls Erven to Süden, und Hans Johanns Jergens Kinder be Nor⸗ den de Nabers, van dem Steene an, den Graven int Midden entlangk up Sü⸗ den, dar avermals en Steen steit, von dem Steene upt Osten an Hans Claus Wordt, desülbige Wordt upt Süden, und Frens Jarren Paul Erven ehr Weg, to ohrer Wordt, benorden de Nabers, allwege de Grave int Midden de Schede, und sovorth an den Steen, de to Westen an den Dweerweg steit, van dem Steene an upt Süden, de Grave bewesten dem Wege, upt Midden de Schede, bet an den Steen, de to Norden an Kohnemanns Weg steit, van dem Steene schraet aver den Weg, dar wedder en Steen steit, von dem Steene int Süben, den Graven int Midden entlangk bet an Hans Johanns Claus Kinder Acker, dar de Steen steit, dar werdt en Knee int Osten, bet dar de Stein steit, Hans Johanns Claus Kinder besüden, und Henning Claussen Acker benor⸗ den, und stan beede Steene up Henning Claus Acker, dar werdt wedder en kordt Knee upt Süden, en Stücke bret, dar wedder en Steen steit, van demsülbi⸗ gen wedder int Westen en kort Knee, dar wedder en Steen steit, an Martens Reimers Drewes Erven Acker, und stan beyde Steene upt Henning Claussen Acker, doch is de Grave allewege int Midden de Schede: van dar int Süden, den Graven int Midden entlangk, bet schraet aver den Graßweg, dar de Steen steit, besüden an dem Wege, von dem Steene upt Süden den Graven bewesten Kampes Krog, int Midden entlangke, bet an den Süde⸗Westersteen Ort des des Kroges in den Graven, und steit en Steen up den Ort by Henderstege, van dar wedder upt Osten, den Graven int Midden entlangk, bet an den Steen, de to Süden in Kampes Krog steit, dar wardt en Knee int Süden den Graven upt Süden int Midden entlangk, bet an den Steen, de up dem Südwestersten Or⸗ de, in Hans Claus Johanns Kroge steit, van dem Steene wedder int Often, by densülbigen Kroge den Graven entlangk, dar wedder en Steen steit, im 3 5 5 n roge, Ill e des Landes Dithmarschen. 415 8 bed Kroege, dar is wedder en Knee upt Süden, bet ahne Perstemann Weg, dar Wüün dez de Steen to Süden am Wege steit, by Johann Dethleves Erven ehren Graß⸗ de Wege. Van dem Steene ahn wedder upt Süden, den Graben int midden ent⸗ add langk, bet dar de Steen steit ut den Süd⸗Westersten Ordt an Johann Dethle⸗ fats des Erben grönen Wege, van dar wedder upt Osten den Graven midden ent⸗ Nn Cian langk, dar wedder een Steen steit, up dem Süd⸗Ostersten Orde. Amfülbi⸗ bn gen Wege, van den Steene upt Süden, den Graven int midden entlangk, bet te an den Water Delff, dar wedder een Steen steit⸗ in Johann Detleves Erven Nsendilh Kroeg, up den Südwesten Orde, van dar wedder upt Osten den Water Delff ide hal int midden entlangk, bet an den Delffweg, dar besüden der Brüggen up jeder fut, Fin Siede des Weges een Steen steit, van den beeden Steenen den Delffweg upt erben Norden, bet an Wehnemann ehren Südern Voetstieg, dar avermals up jeder akup Si Siede des Delffwegs een Steen steit, doch schall de Weg int midden de Sche⸗ dus el de syn, van dar Ost up an der Geest, de Stieg up der Nördern und Johann lleroe h Reimers Kroeg up der Sudern sieden, de Grave int midden de Schede, doch 8 schattet de gantze Johann Reimers Kroeg, de besuden dem Stege licht, tom Nor⸗ m Madel 195 f 5 i . dern Deele, erlich van jedern Morgen enen Gulden, alse de tovorne tom middeln 00 Deele gedaen hefft, in der Geest steit een Steen int midden jegen den Graven. de Und van dar upt Norden, den Graven int midden entlangk, bet an dat Doer, dat feat, ven an Titte Johanns Reetwische steit, dar de olde Schede anfanget, so hiebevorn em Sha twischen den Middel⸗Deele und Südern⸗Deel gemacket, is van dem Doere an, Canan Wennemann ehren Südern stieg entlangk upt Süden, dar de Steen steit, von de Stennsit dar tohm andern Steen by Heinen Peter Carstens Wahl, van dar recht upt A bal Osten, an Wennemasfs Stieg, dar de andere Steen steit, van dar vort Ost/ an chere Johann Detleff siner Wester Möhlen, und van dar upt Süder⸗Westen, dar de iu demnsilb⸗ Steen steit, bewesten Johann Reimers sinen Kamp, van densülbigen Steene upt Marten Suden bet an den andern Steene/ by den Landwege, de na Worden geit, van dar g Clausst up den hogen Steen, van dar Südwerts ut, in dem Mohre up den Spridichten Süden du Weg, van dem Wege upt Oesten, up dem Varch, ut dem Vörde, vort Ost, Steensts bet an den nien Graven, und iß hieby to mercken, wat beosten dem hogen Stee⸗ ne iß, als de Weide, de Süderstruck und wat besüden und beosten dem Stücke senbewsch 1 g 6 5 iß, bet up den nien Graven und henvor der Heide, dat de Süder⸗Eggen tor deen ade ö 5 Heide Loher und Rickes horvor tosamen gebrucket hebben, also vordan gebru⸗ Een l. cken schölen, hier endet sick Löher und Rickes Hauer Veldmarck, und kamen Gaba Rostorffer und Bracker daran, Rostorffer up Heider und Bracker up Henning⸗ flash steder sieden, und strecket sick de Schede, wie folget. oh Erstlichen ut dem Vorch⸗Graven recht Ost up, bet an Wolt Reimers sinen Krog, besüden dem Kroege um, und dat sofort up an den Schirings⸗ eben 12 e 4 Mohr, van dem Schirings⸗Mohr een 99407 Sůdwest um, van dem eenen 15 e . 416 GSeescchte VI. Theil. e to dem andern, und steit de Südwesterste Pal to Norden an Braecker Wi⸗ sche, van dem Pal vort Ost up, bet in Eschenssehe, de den Rostorffern to gehöret, alse de Grave utwieset, ut Eschenssehe, in de lange Lehe, alse de Grofft utwieset: und so fort bet in den Land⸗Graven, up de Ruschwehre, am welcken Orde sick dat Holmer Veld anfanget, van dar midden dorch Lütke Reimers Brock, up de dree Steene in dem Becke, de Ruschwehren syn Harsteder Wische, und bliven up Harsteder sieden und Holmer Mohr, up der Holmer sieden, van den dree Steenen, so dem Becke entlangk, bet an den Sichter to Süden/ jegen dat Holdt, dat Hoen genahmet, van dar den Sichter vordan up int Osten, an den Steen, benorden dem Euesse⸗Mohr, und also fort bet an den andern Steen, de ock be⸗ norden Cuesse⸗Mohr steit, vordan bet an den Steen, so up den Landweg steit, und endet sick darsülvest Holmer Veldtmarck, an welcken Orde sick alsbalde Bennewolder Veldt wieder anfanget, van demsülbigen Steene int Osten bet an den Steen, so dar steit besüden dem Landwege, Harsteder Veldt besüden, Benneworder Veldt benorden, van dar up dem Barbecke, dar de Landweg aver geit, an wellichen Orde Benneworder Veldt siek endet, und Gaußhorner⸗ Veldt sick anfänget, van dem Barbecke, den Landweg entlangk, went in den Mackendieck, Gaußhorn to Osten, Harsteder Veldt to Westen, ut den Ma⸗ ckendieck, de Wester⸗Becke entlangk, bet an dat Broeck, und van dar de Grund entlangk bet an den Rissen⸗Hor, allewege de Becke, und Grund midden de Schede, Gaußhorn to Osten, Harsteder und Risse to Westen, van dem Rissen⸗ Hore den Landweg entlangk, bet an den Western Ende, an den Riß⸗Graven, dar Bunssoer Landweg anschütt, und een Steen gesettet iß, Gaußhorn to Osten, Nisse to Westen gelegen. Van dar den Riß⸗Graben int Norden, bet an den Busch, und so de Vore necht besüden, dem Busche henup bet an den Steen, de vor den krumme Jerren steit, de Fohre negst besüden dem Busche, de Scheide, Gaußhorn to Westen, und Schrumme to Osten gelegen, doch schölen desülben, so vorhen den Busch gebrucket, ock densülbigen henforder ge⸗ neten und gebrucken, van den krummen Jerren int Osten, dar de Steen steit, Gaußhorn to Norden, Schrumme to Suden, also fort bet an den Steen, de in den Busche, de Broeck geheten, steit, beneden dem Heitwege, Gaußhorn to Norden, Schrumme to Suden, van dar bet up den Steen, de be Osten vor den hogen Holte steit, Gaußhorn to Norden, Schrumme to Süden, van den Steene aber den Becke, bet up de beeden Steene so even vort liggen, Wellen⸗ buhl to Norden, Schrumme to Suden, van dar up den hogen Steen, de be Norden Schrumme steit, by Frenß Hanß Hueße up der Nordthorne, Wellen⸗ buhl to Norden, Schrumme to Suden, also vort, bet an den Steen, de twi⸗ schen de Ouwe und den Hassel⸗Rehmen steit, den Roder schölen beede Burlage bo hope brucken, wenneer desülve nicht beseyet iß/ van dar in Keinghorns 1 ug . V. dd des Landes Dithmarschen. 417 W und sovorch in Schrummes Brocke Becke, allewege de Becke int midden de 0 N00 Schede. Wellenbuhl to Norden und Schrummer Delt to Suden gelegen, 5 0 f van Schruen Beckes Broeck eene Becke Ostert dorch den nien Wisch, dar de b Steen steit, de Becke midden de Schede, Wellenbuhl to Norden, Schrumme he, Müh to Süden, van den Steen vor der nien Wische bet up den breden Steene, de Ahe besüden dem Knelßfelde ligt, dar dat Cruüͤtz upgehowen is, Wellenbuhl to Nor⸗ scgehuhg, den, Schrumme to Suden gelegen; Van dem breden Steen recht aver, bet up andgge, den Steen, de besüden der Stebwische up den Western Orde steit, doch den een, kü Lueden, so up etlich Velt sprecken, in ehren Rechten unverfenglich, Lendern to alan Norden, Jüddelbüͤttel to S üden gelegen, van dar bet up den Steen, de up de Au Maß Breding steit, Lendern to Norden, Jüddesbüttel to Süden gelegen, van wut in saß der Maß Breding, wente in den Lusecken Born, Lendern to Norden, Juddes⸗ 6 Nchtheche büͤttel to Süden gelegen, ut dem Lusecken Born de Becke entlangk, wente in duden Boyendieck de Becke midden de Schede, und gehöret de halbe Dieck up Len⸗ uud Huch dern, und de halve Dieck up Süden rades Veltmarcke, van Boyen Dieck ak, nun de Schelrader Mollen Becke entlangk/ bet an Grote Hanses Mohlen, de Becke , U midden de Schede, Schelrade to Norden, Süderade to Suden belegen, und banda schall Schelrader Quick mit Suderrader Quick besuden aver den Becke, twi⸗ um ah schen der Becke und dem Korn⸗ Velde to aller Tydt hier na gahn und weiden, 4 nnd wo bethero geschehen, und solckes vorhen twischen den beeden Burschoppen vor⸗ 1 e dragen worden. Van Grote Hanses Mohlen Diecke in den Wahlbecke, de. „ Guhent Becke midden de Schede, van dem Wahlbecke in den Wilhormes Becke hen⸗ 1 ce up, dar de Steen in der Becke steit, de Becke midden de Schede, Wroem to N 5 90 Norden, Süͤderradeto Süden gelegen. Van dar hennup den Breden Steen, 1 10 19 und fort up den Steen, de by dem Wege gesettet, und also fort up den Steen, 11 auben de vor den Langenhorn steit, Wroem to Norden, Süderrade to Süden gele⸗ 86 e N gen, van dem Steene vor dem Langenhorn negst be Norden dem Holte, den Lan⸗. cusehsolke genhorn genohmet, hendael an dat Ollern Viehe, und also negst be Norden un⸗ b Se ter dem Ollern Viehe hendael bet an den Steen, de in der Sieden Wroe unter 9 4 den Sila, K dem Viehe steit, des Langenhorns, und dat Ollern Viehe up Süderraden Sie⸗ 1 „Gauß den, und de Weide so be Norden dem Langenhorn und dem Viehe gelegen, up 0 e be in Wroemer Sieden. Dewile averst twischen den beeden Burlagen der Huede 1 ben, de halven Twist in gefallen, so schölen desulben henforder de Weide mit ehren Bee⸗ 1 gel, Ua sten, wo bethero geschehen, gebrucken und begrasen, und nicht forder: van der 1 Seen, Süden Wroe hendael in den Süder Becke, und de Süder Becke hendael in* i, Mil de Eyder, de Becke midden de Schede, Wroem to Norden, Süderrade met eh⸗ en, Kill ren Wischen to Suden gelegen. ch Balg Mit dem Rißwolde schall idt henforder derogestaldt geholden werden(wo ach Bec, denn solliches in der ersten Erffdeeling des Landes Duhmarschen A0. 1568. ver⸗ e Bob a handlet — 8 418 1 Geschichte Vl. Theil. handlet und beschlaen worden) dat de Hocheit des Grundes so wiet de begre⸗ pen ock bestapelt und besteinet ist, schall gehören to dem Süder⸗Deele, doch scho⸗ len ut dem Norder⸗Deele, so wol alse ut dem Sieder⸗Deele de Lüde, wo van Oldings geschehen is sick der Holtinge to ehrer Nothdorfft to gebrucken hebben, und daran unvorkortet sin, und scholen in allen beeden Deelen, wor de Lüde samt Huede und Weide gehabt, denselben hinfortan auch bleiben, und oft gelick der Lu⸗ de der Hocheit und Gerichtes halben tweerley Herrschafft hebben, gelicke wol der samt Weyde Hode und Driffte nichtes benahmen sin, sondern scholen idt henfor⸗ der holden, alsse se idt vor desser Tydt gedahn hebben. Demnach nun solliches, wie oben vermeldet, so wol mit Verfassung des Concepts eines ungefehrlichen Theil⸗Briefes, als mit Verzeichniß und De⸗ signation der Scheide von Uns den Königl. und Fürstl. Stadthalter und Rä⸗ then uff gnädigsten und gnädigen Bevelch mit allem getreuen Fleisse vor die Hand genahmen und verrichtet, die Unterthanen auch darauf in höchste und hochgedachter Königl. Majest. und Hertzogen Adolffen Fürstl. Gnaden und ih⸗ rer beederseits Erben wirckliche Eide und Plicht respective genommen worden; Als haben Wir vor Unser unterthänigst und unterthenigs Bedencken der Ko⸗ nigl. Majest. und Fürstl. Gnaden Unsern gnädigsten und gnädigen Herren auf Deroselben gnädigsten und gnädigen Ratihibition dieses alles loco relationis eröffnen wollen, mit unterthänigster und unterthäniger Bitte Ihro Konigl. Ma⸗ jest. und Fürstl. Gnaden Uns sambt und besonders bey sollichen Unsern ange⸗ wandten Fleisse gnädigst und gnädiglich vermercken wollen, Ihrer Konigl. Ma⸗ jest. und Fürstl. Gnaden Uns hiemit unterthänigst und unterthänig empfehlende. Und sind demnach diese Abschiede zwey gleich lautende verfertiget, deren Eins, wir die Konigl. Stadthalter und Räthe, den Andern wir die Fürstl. Hollsteini⸗ schen Räthe zu Uns genommen. Zu dessen allen Urkund haben wir Heinrich Rantzow, Stadthalter, Jürgen Sehestedte zum grossen Norßsehe, und Benedi. ctus von Alefeldt, Amtmann zu Steinburg, jm Nahmen von wegen der Konigl. Majest. an einen, und wir Benedictus von Alefeldt, Probst zu Preetz, Detleff Rantzow/ Amtmann zum Zißmar, und Egidius von der Lancke, Hofmeister, we⸗ gen Hertzogen Adolffen Fürstl. Gnaden anders Deeles, diesen Abschied mit un sern Pitschafften vorsiegelt, und Uns mit eigenen Händen unterschrieben. Actum zur Heide in Dithmarschen den dreyzehenden Nov. A. Ein und Achtzig. ( 4 E Hinrich Rantzow. Jürgen Seestedt. Benedictus v. Alefeldt. 8. 6(E Benedictus von Alefeldt Detlef Rantzow e. Egidius von eigenhanden. der Lanke. 5 Die l adets deco tung: auge fbsch geo Wohn det de seseg gettag Wille dachte bettüb duuch 195 Hachge Gnade le ge Kuag, N des Landes Dithmarschen. 419 —— t debt gahe Die Theilung Hertzog Hanssen zu Schleßwig⸗Holl⸗ 1 stein hochseel. Gedächtniß Antheils des Landes Hithmar⸗ ien schen, unter Köntgl. Majestät zu Dännemarck Fridrich 5 und Hertzog Adolffen zu Schleßwig⸗Hollstein, auch die tal S.. b Ann b id ganchn chelde zwischen beyden Herren Amo 158 T. in der Heide len adh aufgerichtet. u In Nahmen der heiligen unzertrennlichen Dreyfaltigkeit: Kund und zu 0 asüugh wissen sey jedermänniglich, die diesen Brief sehen oder hören lesen. sub. Nachdeme des verschienenen 1568sten Jahrs Donnerstags den 22 Julii, e die Durchlauchtigste, Großmächtigste, Durchlauchtige, Hochgebohrne Fürsten Jae hurt und Herren, Herr Friederich der Andere, zu Dännemarcken, Norwegen, der hach Wenden und Gothen König, Herr Johannes der altere, Gottseel. Christmilde⸗ ichen und i ster Gedächtniß und Herr Adolff Erben zu Norwegen, alle Hertzoge zu Schleß⸗ men wotdel, wig⸗Hollstein, Stormarn und der Dithmarschen, Graf zu Oldenburg und cken der g Delmenhorst ꝛc. Gevettere und Gebrüdere, Unsere gnädigste und gnädige Her⸗ n Herren ren das gantze Land Dithmarschen, an Marsch und Geest in drey gleichmäßige 0 resat Theile, nemlich das Suder⸗Theil, Mittel⸗Theil und Norder⸗Theil von ein Konigl. ander setzen, und jedes Theil mit seinen gewissen Enden, S cheiden und Gräntzen Unsern ar besteinen, bestapeln und abmahlen lassen, alles nach unterschiedlichen Andeu⸗ Kung tung und Aus weisung der obgedachten 176 8sten Jahres den 22 Julii zum Kiel enpfhlan aufgerichteter Delignation und Scheide⸗Briefes, von welchen dreyen unter⸗ denen Eil terschiedlichen Theilen, der Königl. Majest. das Süder⸗Theil, Gottseel. Hertzo⸗ Holla gen johansen der Mittel und Hertzog Adolffen der Norder⸗Theil durch das . Looß zu gefallen, welch Theil ein jeder Herr respective ein jeder vor sich folgen⸗ Henn 5 i 1 bam der Zeit, als sein Erb und Eigen, vermöge des aufgerichteten Erb⸗Vertrages be⸗ da Kol sessen innegehabt und genutzet, und aber sich des nechst verschienen do Jahrs zu⸗ 6 Daf getragen, daß der Allmächtige gutige G Ott nach seinem gnädigen Väterlichen affe Willen, dem alle Dinge im Himmel und auf Erden unterworfen seyn, hochge⸗ chen dachten Gottseel. Gedächtniß Hertzog Johansen den Aeltern von dieser elenden . Aan betrübten Welt in sein ewiges Reich zu den himmlichen Freuden abgefordert, 4 5 A durch welchen tödtlichen Abgang, weil Se. Fürstl. Gnaden keine Leibes⸗Erben 7 hinterlassen, neben andern Lehn⸗Gütern auch Seine Gottseel. Furstl. Gnaden 1 nachgelassenen dritten Mittel̃⸗Theil des Landes Dithmarschen, wie Se. Fürstl. Alf Gnaden laut der Delignation und Scheide⸗Briefes denselben bey ihren Leben LS) inne gehabt und besessen, erlediget, und den Vettern und nechsten Agnaten der i bol Königl. Majest. zu Dännemarck und Hertzog Adolffen zu Schleßwig⸗Holl⸗ lake e Wee lh ——— 420 Geſchichte VI. Theil. ſtein Fuͤrſtl. Gnaden als eine incorporirte Pertinentz des Fuͤrſtenthums Holl⸗ ſtein und des Heil. Roͤmiſchen Reichs Mann⸗Lehn angefallen, derenhalben Ihro Koͤnigl. Majeſt. und Fuͤrſtl. Gnaden mit einander ſich dahin freundlich und Vetterlich vereiniget und verglichen, daß ſolcher Gottſeel. Hertzogen ſohan⸗ ſen hinterlaſſener dritter Theil in zwey gleichmaͤßige Theile geſetzet und abge⸗ theilet werden ſolte, der andere Theil aber nach dem Norden ſolte Hertzog Adolf- fen Juͤrſtl. Gnaden vereiniget werden, und dem Norder⸗Theil folgen, welche Theilung und Voneinanderſetzung aufs gleichmaͤßigſte zu vollziehen von wegen Ihro Koͤnigl. Majeſt. und Hertzog Adolffen Fuͤrſtl. Gnaden den Land⸗Voig⸗ ten und Landſchreibern, Raͤhten und Vornehmſten des Landes Dithmarſchen auferleget und befohlen worden, ob ſolcher gleichmaͤßigen Theilung in einer ge⸗ wiſſen Verzeichniß zu verfaſſen, und dieſelbige pro ratihabitione der Koͤnigl. Majeſt. und Hertzog Adolften Fuͤrſtl. Gnaden den Koͤnigl. und Fuͤrſtl. Stadt⸗ haltern und Raͤthen zu uͤbergeben; Welchem Sie dann gehorſame Folge gelei⸗ ſtet, ſolche Verzeichniß, und ihr rechtl. Bedencken bey ihren Eiden, daß Sie die Theilung nicht gleichmaͤßiger zu machen wuſten, eingebracht, welches dann die Koͤnigl. Najeſt, und Hertzog Adolffen Fuͤrſtl. Gnaden gnaͤdigſt und gnaͤdiglich ſich gefallen laſſen/ daß demnach in ſpecie einem jeden Theile zugeleget und zuge⸗ theilet, wie folget: Erſtlichen dem Suͤder⸗Theil, welcher Ihro Koͤnigl. Majeſt. zukoͤmmt, in der Marſch im Kirchſpiel Marne zugeleget, die Marſch⸗Doͤrffer Darnewurth, Helſe, Krumwehl, Nordwiſchen, Kannemohr, Klitzhuſen, Hemmingbuttel, noch etliche von Barls und der Trengenwurth, thut zuſammen— „ ⸗. 1160 Mgl. 10 Schffl. 22 R.—— Noch gemein Land und Wege 130— 8— 286— 6 Ell. 2 Otr. Noch das neue eingeteichte Ldand 296— 8— 12— 6— Thut alſo in Summa alles Land, ſo von dem Mittel⸗Cheil aus dem Kirch⸗ ſpiel Marne dem Suͤder⸗Theil zupelegt 4 4 1587 Mgl. 12 Schffl. 21 R. 4 Ell: 2 Otr⸗ Noch haben gehoͤret ins Mittel⸗Theil aus dem Kirchſpiel Meldorff 2 Kruͤ⸗ ge, nench Mowen Hauſes und Jungen Claus Bruhns Krug, halten 5 Mor⸗ gen Landes, 7 Scheffel, 33 R. ſolch Land iſt dem Suͤder⸗Theil zuge⸗ legt. Noch daſelbſt die Bauerſchafften Epenwoͤrden, Tahlingbuͤhren, Dehling, Bardeſchlete, Ketelsbuͤttel, Harmswoͤrden, Boͤdemannhuſen Dieſe und Streiwiſch. Dieſe Noch Landl Niſſ Vh. — thuns T dereſcha in feadiͤ zoget aben. bet uithge ertzog zac. Gen niit en vonwen and⸗og Rthmarſhn Kin einerge der Koͤng. rſtl. Stade Folge gelei⸗ daß Siedie hes dannde id gnaͤdiglch get und zuge pukoͤmme n Darnewurh nobutelſoc SEl.2 Qr. — (Eadr. dorffri⸗ len[M⸗ Theil ube⸗ ngbütren, nunjuin diſ des Landes Dithmarſchen. 3 4²¹ Dieſe Doͤrffer haben in alles 1184 Morgen Landes Scheffel 2 Qrtr. Noch gemein dednid d da 190— 4— 32 R. 34 El. Noch ſind dis Jahr darzu gekommen 111 Scheffel. Suma alles Land im Kirchſpiel Meldorff, ſo von dem Mittel⸗Theil dem Suͤ⸗ der⸗Theil zugelegt 1380 Mgl. 14 Schffl. 7R. und 4 Ell. Von dem Kirchſpiel Woͤrden aus dem Mittel⸗Theile ſind dem Suͤder⸗ Theil zugelegt: Hogenworden hat ⸗ 197 Mgl. 5Schffl. R. 0 Ell. o QOktr. Noch gemein 1 Land und Wege ⸗ ⸗ 9 ⸗ 31 ⸗ 12⸗ ⸗„„⸗ 2 Neuen Kroge ⸗ 133 13 ⸗7 7 29„ 7 2 Noch gemein Land und Wege⸗ II, 2 ⸗„, 3⸗„ 3 0 Wackenhuſen ⸗ 90 2 9 25 2 ⸗, 7 1,. Oldenworden ⸗ 73 7 2 16 ⸗ 7 0 12„ Noch gemein Land und Wege ⸗ 2 ⸗, 13, 2 13⸗ 4 1I1 6 ⸗ Buͤttel 2 48 7 7, F5⸗ ⸗ 1 ⸗ Noch gemein Land und Wege⸗ 2 7 91 16 ⸗ O 2 Walle hat ⸗ r;⸗ W,, I6⸗, ⸗ 22 O ⸗ Noch gemein Land und Wege ⸗ 2„ 8 ⸗, 18⸗, 2 6 ⸗ Neuen Wiſch ⸗ IIS, s, 7, 3 z, 31 ⸗ Suma alles dieſesLand im Kirchſpiel Woͤrden ſind 314 Mgi.„, 28 R.⸗„ 2 Srt. Das Kirchſpiel Hemmingſtedt, welches ſonſt zum Suͤder⸗Theil unter Gottſeel. Hertzogs Johanſen gehabt .. 274 Mgl. 2 Schffl. 23 R. 7 Ell, o Q. Noch gemein Land und Wege⸗ 30⸗ 4 ⸗ 1R.,„ ⸗ 7⸗ Summa des Marſch⸗Landes zu Hemmingſtedt gehoͤrig, ſo von dem Mittel⸗Theil dem Suͤder⸗Theil zugelegt worden 304 Mgl. 6Schffl. 24 R. 3 Ell. o Q. Summa 4²² Geſchichte 2 VI. Theil. Summa Summarum, alles Marſch⸗Landes, welches von dem Mittel⸗ Theil, dem Suder⸗Theil zugelegt iſt: 4087 Mgl. 3 Schffl. R. 4. Ell. Von der Geeſt des Mittel⸗Theils ſind dem Suͤder⸗Theil zugelegt die 4 Doͤrf⸗ fer im Kirchſpiel Meldorff, als Satzbuͤttel, Leersbuͤttel, Oderrade und Hiehl; Suͤderrade, Bunſee, Offenbuͤttel, Wenerbuͤttel. Im Kirchſpiel Abversdorff, Schapſtede, Arckebecke“ Schrumme, Juͤtersbuͤttel und Oſterade. Aud dem Kirchſpiel Nordhaſtete dem Suͤder⸗Theil zugeleget das Kirchdorff Nordhaſtete, Rieſe, Oſterwolt und Weſterwolt. Alle dieſe Geeſt⸗Doͤrffer, ſo von dem Mittel⸗Theile zugelegt worden, ſolten jaͤhrlich Rocken ⸗⸗ 223 Tonnen! Schffl. 3 Spint. Gaͤrſte⸗⸗ 17 ⸗⸗ 2 Schffl. · Spint. . Buchweitzen⸗ 63 ⸗ 2 ⸗⸗ 31 ⸗ Habern⸗⸗ 140 ⸗⸗ geben. Dies iſt der halbe Theil an Marſch und Geeſt, ſo dem Suͤder⸗T ei zugeleget worden. Belangend aber das Norder⸗Theil, demſelben iſt aus dem Mittel⸗Theil zugeleget worden, das gantze Kirchſpiel Weßlingbuhren mit folgenden Doͤrf⸗ fern, als: Haſſenbuͤttel, Haſſenbuͤttler Wiſch, Poppenwurth, Haberwiſch, Jar⸗ renwiſch, Hoͤdiemannwiſch, Kirchdorff Weßlingbuhren, Teichhauſen, Reinsbuͤttel und Suͤderdieck, dieſe Doͤrffer zuſammen haben am Marſchlande 1946 Mgl. 4 Schffl. 8 R. 3 ½ Ell. noch gemein Land und Wege 160 Mgl. 1 Schffl. 13 R. 6 Ell. iſt alſo die umma alles Marſchlandes im gantzen Kirchſpiel Weß⸗ lingbuhren 2106 Mgl. Schffl. 22 Ruthen,— 3 Ort. Noch ſind aus dem Mittel⸗Theil dem Norder⸗Theil vereiniget und zuge⸗ leget die Doͤrffer Tiebenſee und Blanckenmohr im Kirchſpiel Neuen⸗Kirchen gehoͤrighaben an Marſchlande 791 Mgl. 14 Schffl. 12 R. 7 Ell. 32 Otr. Noch gemein Land und Wege ⸗.. 14 Schffl. 1R.0—— Iſt alſo die Summa alles Marſch⸗ landes zum Tiebenſee und Blancken⸗Mohr. See. 792 Moal. Schffl 13R. 7El. 3 Ort. ch Gem Gyha Gemeir Oda⸗ Sumo zugel Sumn Notde 3 folge Witt Uing,L 1Val A des Landes Dithmarſchen. 4²³ ꝛden ha Noch iſt dem Norder⸗Theile aus dem Mittel⸗Theile zugelegt worden das die 88 Marſch⸗Land im Kirchſpiel deui Weddingſtedt⸗⸗ 234 Mgl. 17 Schffl. AAEll. 3 Qtr. lJendef Noch gemein d. üdm Land und Wege ⸗ Mgl. 17 Schffl. 2ꝛr 22 fNonde Thut alſo die Anzahl des Marſch⸗Lanbes im Kirchſpiel Weddingſtedt t, porma in alen-⸗⸗ 240 Mgl. 14 Schffl. 4 Ell. 3 Otr. Aus dem Kirchſpiel Voͤrden ſind dem Norder⸗Theil folgende Doͤrffer zu⸗ geleget:* 5 Rannemannhauſen ⸗ 70 Mgl. 13 Schffl. I R. 4 Ell. Noch gemein Land u. Wege 2⸗ 4 ⸗⸗ 3⸗ 0O⸗ O⸗ Poppenhuſen ⸗ ⸗ 103 ⸗ 8 7 14⸗, 3Z 3 ⸗ 31 Senſeaſ und Wege⸗ 1 ⸗ F 2 i, O 7 02 4 u ellinghuſen ⸗; 185 ⸗ 18 ⸗⸗, I4⸗ 4. 3„ Sider Gemein Land und Wege 8 ⸗ H 27 0O 0 ⸗ Wennemannwiſch⸗⸗ 279 ⸗ 8 2⸗, 21 ⸗ 31 ⸗ O0 Mittodh Gemein Land und Wege 1. 2 0O 4 25 ⸗ F O⸗ genden i Eydesmannwiſch 4 99 ⸗ 3 z⸗ 6 4 3 ⸗2 1⸗ derwiſh ⸗ Gemein Landund Wege 1⸗ 12 ⸗⸗ 24⸗ O⸗ O⸗ Techan Ober⸗Wiſch 243 e.⸗.⸗ haben Summaalles Marſch⸗Landes, ſo aus dem Kirchſpiel Voͤrden dem Norder⸗Theil gemein lu zugelegtiiſt-⸗ ⸗ 1147 Mgl. 6Schffl. 15 R. ſEll. 3 Q. Hdie Summ Summa Summarum, alles Marſch⸗Landes, das aus dem Mittel⸗Theil, dem Norder⸗Theil zugelegt iſt 4087 Mgl. 4 Schffl. 22 R. 3 Ell. 3 .. Von der Geeſt des Mittel⸗Theils iſt dem Norder⸗Theil zugelegt, wie duur folget:. muaß Erſtlich das gantze Kirchſpiel Weddingſtedt mit dieſen Doͤrffern, Stelle, A.r Wittenwurth, Kirchdorff, Weddingſtedt, Borgholtz, Weddinghuſen, Weß⸗ 15 ling, Oſtrop und Roſtorp. Dieſe Doͤrffer geben zuſammen 8 An Rocken ⸗ 100 Tonnen. 2 Schffl. 3 Spint.*— An Gaͤrſte⸗⸗ 21⸗ 2 ⸗ O ⸗⸗ Buchweitzen ⸗ 6 ⸗ ⸗ 2 ,⸗ 31 z⸗ — ¹. 3 C Or. Habern ⸗ 4 197⸗ ⸗, b 5⸗ do⸗⸗ go Cec Noch ———— 4²4 Geſchichte VI. Theil. Noch iſt dem Norder⸗Theil aus der Geeſt des Mittel⸗Theils zugelegt, der Flecken Heyde mit den Loͤhern, die in ihrem Felde ſaͤen und Acker haben, zollen Jaͤhrliches Rocken ⸗ 83 Tonnen 2 Schffl. Spint. Gaͤrſtern⸗ ⸗ 2 ⸗• ⸗ I z, O 2⸗ Buchweitzen⸗ 10 ⸗ ⸗ 0 27⸗, 3 25⁷ Habern ⸗ ⸗ 711 7⸗ 0 z52 0 22 Aus dem Kirchſpiel Nord⸗Harſtedte ſind der Norder⸗Geeſt zugelegt wor⸗ den die Doͤrffer Bennewolt und Holm, geben jaͤhrlich: Rocken- 2o Tonnen Schffl. o Spint. Gaͤrſten—„ 2 ⸗ 2⸗ 2⸗ Buchweitzen ⸗ 4 2 Habern ⸗ I7 ⸗ Summa Summarum, alles Korn auf der Geeſt, welches aus dem Mittel⸗Theil dem Norder⸗Theil zugelegt worden: Rocken. 204 Tonnen Schffl. 3 Spint. Gaͤrſten ⸗ 7 26;, e, 3, Buchweitzen⸗ 21 ⸗„⸗ 2„⸗ 21 ⸗⸗ Habern ⸗⸗ 194 ⸗⸗ 1 ⸗. Dieſe beyde gleichmaͤßige von einander geſetzte Theile des Mittel dritten Theils in Dithmarſchen an Marſch und Geeſt, wie dieſelben reſpective dem Suͤder⸗ und Norder⸗Theil zugelegt, vereinbahret und einverleibet, ſoll der eine, nemlich der Suͤder⸗Theil, ſo oben den halben Theil des Landes Dithmarſchen ausgemacht, der Koͤnigl. Majeſt. und ihren Erben, und das Norder⸗Theil, als das andere halbe Theil des Landes Dithmarſchen, Hertzog Adolffen Fuͤrſtl. Gnaden und derſelben Erben, eigenthumlich und erblich bleiben(ausgenom⸗ men Feddering vermoͤge der vorigen Theilung, als es beſteinet und beſtapelt) zu allen Zeiten mit aller Hoheit, Herrlichkeit, Obrigkeit, Kegalien, Gerichts⸗Zwang, Peinlichem und Burgerlichem Geboth und Verboth, Steuren, Pflichten, Dien⸗ ſten, Teichen, Buten⸗Teichen, Acker, Wiſchen, Weiden, Graſungen, Holtzunge, NX B 3 0 1 A N 2 d— X X△ Jagten, Heyden, Mohren, Sanden, Stranden, Stroͤmen, Revieren, Seen, Teichen, Auen, Baͤchen, Ein⸗ und Ausfluſſen, Inwegen und Auswegen, und ſonſt allen und jeden Eigenthum, Gerechtigkeit und Nutzungen, wie die Nahmen haben moͤchten. Doch dieweil vormal der Norder⸗Theil, der Koͤnigl. Majeſtaͤt Suͤder⸗Theil jaͤhrlich 127 Marck 11 Schil, gegeben, ingleichen au den itte — Mite al92. der dh ühnin: fälbbe Narder gühe werde Kielg ſer un thelu undd angell dernd allein aucht Er⸗ nala anfecht ſehn. Fäͤrſt ſchen berhil hertra len,o horſan oderd lhe ſerl. N marſch undal wuͤrck Süde Koͤnigl beſtein Foſodch 1Thal zugle des Landes Dithtimnarſchen. 4²5 woege de ſaben, 6 Mittel⸗Theil 185 Marck 10 Schill. die nun der Koͤnigl. Majeſt. halb beykomen, als 92 Marck 13 Schill. iſt in allen, ſo Koͤnigl. Majeſt. jaͤhrlich aus dem Nor⸗ der⸗Theile an Gelde gebuͤhret, 218 Marck 8 Schill. und hievon abgezogen die uͤbrigen 3 Marck,ſo in Vergleichung der Geeſt bey den Suͤder⸗Theil mehr gewe⸗ ſen, ſo bleibt diesumma 215 Marck 8 Schill. Welches Geld der Land⸗Voigt im Norder⸗Theil, dem Land⸗Voigt im Suͤder⸗Theil jaͤhrlich auf Nicolai gegen gebuͤhrliche Quitung zur Heyde erlegen ſoll. zugelr de Was auch von den kunfftigen Nutzungen, die ein Herr in ſeinem Theile werde treffen oder finden koͤnnen, in dem Erb⸗Vertrage Ao. 1568 den 21 Juli zu Kiel aufgerichtet, caviret und verſehen. Ingleichen von neuen Zoͤllen zu Waſ⸗ nt. ſer und Land, das ſoll bey Macht und raͤfften bleiben, und durch dieſe Erb⸗Ver⸗ 7 theilung und Vertrag mit nichten gekraͤncket ſeyn, auſſerhalb des Sees fuͤr des und der angeſtrandeten Guͤter. Denn obwohl dieſelbigen Guͤter, vermoͤge des angezogenen Erb⸗Vertrages, bis dahero gemein geweſen, ſo ſoll doch hinfuͤhro Nite 8 vermoͤge des Flensburgiſchen Abſcheids, was in eines Herrn Gebiet angeſtrandet, Mütelech allein dem Herrn, welchen das Gebiet zukomt, folgen und bleiben, was ſonſt auch in demſelbigen Erb⸗Vertrage geſetzet, und diſponiret auf die Faͤlle, wo das — Ertz⸗Stifft Bremen, oder ſonſt jemand anders mit Recht oder gewaltſamer That das Land Dithmarſchen ſaͤmtlich oder des einen oder des andern Herrn Antheil anfechten wuͤrde, ſolches ſoll bey dieſer Theilung mit anhero gezogen und erneuert ſeyn. Ingleichen auch ſonſt beyde die Koͤnigl. Majeſt. und Hertzog Adolff . Fuͤrſtl. Gnaden alle gefaͤhrliche Conſpirationes der Unterthanen in Dithmar⸗ ſditel diite ſchen und auslaͤndiſche unruhige Practiquen und Anſchlaͤge zu verhuͤten und zu ective den verhindern, jederzeit fuͤr ſich ſelbſt, und durch ihre Officierer in Dithmarſchen ſoll der ene vertrauliche zuverſichtliche Correſpondence mit einander halten ſollen und wol⸗ thmarſchen len, alſo ob ein Theil etwas erfuͤhre, das zur Rebellion, Aufwiegelung, Unge⸗ 4 Theil, ab horſam oder Schaden wider das andere Theil fuͤrgehen wuͤrde, daß derſelbige ken Fuͤrſt oder dieſelbige, dem ſolches erſtlich kund und wiſſentlich wird, dem andern Theil 1 ausgenom⸗ ſolches communiciren und getreulich verwarnen ſolle und wolle. 1 ſtapelt) u Auch ſoll es mit ſaͤmtlicher Empfahung der Lehn bey der Roͤmiſchen Kay⸗ 1 zbts⸗Snan ſerl. Majeſt. auch Erneurung der Kayſerl. Confirmation auf das Land Dith⸗ hten Die marſchen hinfuͤhro gehalten werden, wie obbemeldter Erb⸗Vertrag mitbringet, 1 „Hotzundh und alsdenn einem jeden Herrn ſein halb Theil aus dem Mittel⸗dritten Theil auch ren, Seur wuͤrcklich anweiſet, und nachdem die alten Scheeden des Mittel⸗Theils gegen egen, unl Suͤden und Norden aufgenommen, jetzo eine neue Scheede zwiſchen beyden der 1 üe Nahnen Koͤnigl. Majeſt. und Hertzog Adolffen Furſtl. Gnaden Antheilen mitten durch „Muuſüt beſteinet und beſtapelt, nach Andeutung und Anweiſung des Delignation Brie⸗ auch dem fes ſolcher Scheeden und Graͤntzen, ſo ſoll die Koͤnigl. Majeſt. den Suder⸗Theil, Märneo Cec 2 und 4²⁶ Geſchichte Vu. Sheit. und Hertzog Adolff den Norder⸗Theil bey der von ſolcher neuen Scheede an⸗ ufangen fuͤr ſich und Ihro Koͤnigl. Majeſt. und Fuͤrſtl. Gnaden Erben, Erb⸗ igenthuͤmlich frey und des andern Theils ungehindert zu beherrſchen, zu beſitzen und zu gebrauchen haben, ohne einige Verhinderung, Turbation und Einſper⸗ rung mit aller Hoheit, Freyheit, Gerechtigkeit, Genieß und Nutzungen nichts ausbeſchieden, alles bey Ihro Koͤnigl. Majeſt. und Fuͤrſtl. Gnaden, Koͤnigl. und Furſtl. Wuͤrden, treuen und wahren Worten, auch vermittelſt foͤrmlicher, gebuͤhrlichen Verzichten aller und jeder Freyheiten und Wohlthaten, gemeiner Rechten, Gewohnheiten, Landes⸗Satzungen, und ſonſt aller und jeder anderen Behelffe und Auszoͤge, wie die Nahmen haben, und durch Menſchen Sinne er⸗ dacht werden moͤchten, nichts ausbeſchieden, getreulich ſonder Gefaͤhrde. Ge⸗ geben in der Heyde Anno 1581. . Wir wenden uns nunmehro wieder zu dem Verfolg unſerer Dithmarſcher Geſchichte, und wie wir bis anhero die Auffuͤhrung derer Dithmarſcher in ihrer Freyheit betrachtet, und wie ſie endlich in dieſem 15 59ten Jahre die glorieuſe Waffen Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck und beyder Hertzogen von Hollſtein zum Gehorſam gebracht; als werden wir kuͤnfftighin ſehen, was ſich nachhero von Jahren zu Jahren bis auf unſere Zeiten merckwuͤrdig in dieſen Laͤndern zugetragen... 1 Anno 1560 hat man grauſame Phænomena in der Lufft geſehen, als wenn der Himmel ſich oͤffnete, und 2 Krieges⸗Heere gegen einander ſtritten. Anfaͤnglich ſind die Leute bey ſolchem Anblick gewaltig erſchrocken, auf die Knie gefallen, und GOtt angeruffen, davorhaltende, als wenn der juͤngſte Tag vor⸗ handen. Nachhero aber, wie man es in denen folgenden Jahren obſerviret, daß es etwas natuͤrliches, und das von den Schiffern ſogenannte Nord⸗Licht ſey, hat man ſich nicht mehr daruͤber verwundert, ſondern man iſt zufrieden gewe⸗ ſen mit der Erfahrung, daß es eine Veraͤnderung des Gewitters vorher bedeute. Anno 1563 den 25 Junii iſt vom Mittag bis auf den folgenden Morgen ein ſtarcker Regen gefallen, welcher an den niedrigen Orten das Korn, Graß, und alles Land mehr als einen Fuß unter Waſſer geſetzet. Anno 1765 iſt ein ungemein kalter Winter geweſen, darauf im 1766ſten Jahre ein ſo heiſſer Sommer erfolget, daß viele Menſchen vor Hitze erſticket. Anno 1767 hatte man abermahlen einen ſtarcken Winter, und dauerte der Froſt von Martini bis Faſt⸗Nacht, daß man von Hamburg mit Pferde und Wagen dieElbe hinunter ins Land Hadeln fahren koͤnnen, und ſind viele Kram⸗ und Victualien⸗Buden auf dem Elb⸗Strohm gebauet geweſen. Den Som⸗ mer vorher wurde das Land mit Maͤuſen ſehr heimgeſuchet, welche faſt alles Korn im Felde verzehreten. Anno Ruück ei 2 übed ſchrit ſumt Apber dent der⸗h Sach gen, Frans Ernſt auf ih ben, den T aberd dgs ne dagen E ———————————— * ĩ————+½ —— eeee—————————õ——— 3 A des Landes Dithmarſchen. 4²7 Stene Inno 1570 gieng eine theure Zeit an, welche 6 Jahr daurete. In ün d ſelbigem Jahre den 1 Novembr. iſt mit dem Neumond umꝰ eimreich⸗ en ubeße Uhr des Nachts eine groſſe Eiß⸗ und Spring⸗Fluth entſtanden, deßrießſ ruhänhe welche uͤber die Niederlaͤndiſche Provincien,ja gar bis in Daͤ⸗. 3: eunendch nemarck und allen an der Weſt⸗See graͤntzenden Landſchafften 32 de, Keag. ein Fuß hoͤher als 130 gegangen, daß 400000 Menſchen ertruncken, etliche 70 ſtfruie Staͤdie unter Waſſer geſetzet, und die Teiche an allen Orten jaͤmmerlich ruini⸗ n, gmie ret, alſo daß auch die Buſemer ein groß Stuͤck Landes auf Pahlhorne auswerf⸗ ſeder ane fen muͤſſen. en Eime Anno 1571 Freytags vor Pfingſten iſt in den niedrigen Laͤndern eine ihrde. 6. nicht geringe Waſſer⸗Fluth geweſen. Anno 1572, drey Wochen vor Michaelis, war an der See⸗Kante in Rthmarſce Dithmarſchen und Enderſtaͤdt groß Schrecken, alſo, daß die Baacken und ſcher in ihr Theer⸗Tonnen allenthalben angezuͤndet, und die Glocken zum Sturm angezo⸗ iegloriei gen wurden; ſolches verurſachte, daß man eine groſſe Menge Schiffe ſich dem etzogen bor Lande naͤhern gewahr wurde, welche man vor Spanier, ſo ins Land fallen und t, wasſch pluͤndern wulten, anſahe, da es doch nur Kauffardey⸗Schiffe waren. gin dieſan Anno 1573 den 21 Auguſti iſt durch einen ſtarcken Suͤd⸗Weſt⸗Wind, eine Waſſer⸗Fluth, die Korn⸗Fluth genannt, entſtanden, daß es faſt Ellen hoch chen, al uͤber die Teiche gegangen, und groſſen Schaden an geſchnittenen und unge⸗ der triten ſchnittenen Korn und Vieh verurſachet, inſonderheit hat es die Teiche in Bu⸗ ſum von Hanns Johanns Wehlan, welcher zu Suͤden⸗Nordorff lieget, bis an 3 dt un Averfen gͤntzlich weggeſpüͤhlet.— Verritt Anno 1574 muſten die Dithmarſcher in Mittel⸗ und Norder⸗Theil drey durd⸗lich den aten Mann ausmachen, wurden mit Gewehr verſehen, und nach der Gran⸗ den ede der⸗Heyde ohnfern Reinbeck gefuͤhret, weil der Hertzog Adolff, als Nieder⸗ b deu Saͤchſiſcher Crayß⸗Obriſter, einige Voͤlcker aus ſeinen Landen zuſammen gezo⸗ en l gen, umdie Streitigkeit zwiſchen den beyden Gebruͤdern Hertzog Magnus und n 8 Frans von Sachſen⸗Lauenburg beyzulegen, welche dann auch bey erſehenden rn, bic Ernſt ſich in der Guͤte verglichen. Darauf der Hertzog Adolft ſeine Voͤlcker , auf ihre eigene Beſoldung auseinander gehen laſſen. Die Dithmarſcher ha⸗ tiſiſi ben, wie ſie durch Reder gezogen, viel Muthwillen geuͤbet und gedraͤuet in der ſtt Ruͤckreiſe das Dorff in den Brand zu ſtecken, weil die Reder in der Fehde an nddaua den Dithmarſchern groſſe Tyranney veruͤbet, wie wir oben gemeldet, ſie ſind ſerde un aber durch einen andern Weg zuruͤck gefuͤhret worden. In dieſem Jahr Frey⸗ de eum⸗ tags nach Pfingſten ds die Wilſtermarſch mit den Dithmarſchern an den er Som⸗ neuen Teich bey den Buttel zu ſchlagen.— ſitalla So wurde auch in dieſem Jähie der alte Streit wegen des Zolls Vnorzr, oe 3 ore Anne Hoͤre rege gemacht, welchen die Wittwe zu Hanorau mit Gewalt von den Dith⸗ marſchern foderte, und daher ihnen 4 Tonnen Honig conkscirte, da doch dieſe Zoll⸗frey zu ſeyn vermeineten, und darum verurſachet ward, den neuen Weg auf des Suͤder⸗Theils und der Schoͤnefeder Koſten zu legen und zu verfertigen. Anno 1775 iſt auf Heimſuchung Mariæ mit einem ſtarcken Winde ein groſſer Hagel gefallen, ſo groſſen Schaden an Korn und Flachs verurſachet. Wie denn auch den 13 Septembr. durch ein erſchreckliches Donner⸗Wetter viele Haͤuſer in Dithmarſchen in die Aſche geleget worden. Anno 1777 hat ſich um Martini ein Comet mit einem ſehr groſſen Schwantz über den gantzen Erd⸗Krays ſehen laſſen, welchen Samuel Schwi⸗ ckern auf ſeiner Reiſe zu Comorn und einige Huſemer in Rußland und Spa⸗ nien die gantze Nacht obſerviret. o. 1778 iſt am ſtillen Freytage eine groſſe Waſſer⸗Fluth entſtanden, wel⸗ che derjenigen, ſo Ao. 1770 über dieſe Laͤnder gegangen, nicht ungleich geweſen. Anno 1779 iſt der Herbſt ſehr naß und regenhafft geweſen, und hat man 3 be arſh die Wege mit Balcken ausſtechen muͤſſen, um das Korn vom Fel⸗ ezu holen. Ungefehr um dieſe Zeit hat Johann Winter, ein Zimmermann zu Lunden, mit ſeiner Frauen Hudde Johanns Sochter, Gretje, aus Tiebenſee, im erſten Jahr 2Kinder gezeuget, und wie im folgenden Jahre ihm wieder 2 gebohren wur⸗ de, hat Peter Nanne dieſem Zimmermann die freye Burgerſchafft verſprochen, dafern die Frau im 3ten Jahre wieder 2 braͤchte, darauf ſie 3 Kinder auf einmal und alſo in 3 Jahren 7 Kinder gezeuget. Dieſer Johann Winter hat bey ent⸗ ſtandener Peſt⸗Seuche ſich ſelbſt das Todten⸗Hembd angezogen, ein Bund Stroh geholet, ſich untergeleget und alſo ſeinen Geiſt aufgegeben. Hier wird hoffentlich nicht verdrießlich fallen, wenn ich bey dieſer Gelegenheit noch mehrere Exempeln fruchtharer Weiber anfuͤhre, welche in dieſem Lande ihren Ehemaͤn⸗ nern einen uͤberfluͤßigen Seegen in der Ehe gebracht. Denn wie Carſten Jun⸗ ge Johann zum Suͤder⸗Theil Ao. 1550 auf dem Felde gepfluͤget, kommt ihm die Zeitung: Seine Frau habe einen jungen Sohn, als er darnach noch ein⸗ mal umgepfluͤget, kommt Nachricht, ſeine Frau habe noch einen Sohn, und wie er abermal nmgepfluͤget, kommt die Zeitung, ſeine Frau habe noch einen, das iſt den zten Sohn gezeuget, da ſoll er zu dem Pflug⸗Treiber geſprochen haben: Golt/ holt/ dar kommt ſunſt to vehl. Huͤlcke Johanns Hebbeke in Buͤſum hat 8 Tage nach einander Kinder, und Dreß Carſten Dircks Antje 3 Tage von einander 2 Kinder gezeuget. Anno 1591 auf Lætare wurde Grote Johanns Peter in Rickels Hof 3 Kinder, als 2 Soͤhne und Tochter gebohren, da iſt er zu dem Prediger 68 er 14 1 der He der der⸗/ k tigſt ten 10 Mutte Gege ofer derJ wonde ſen ſ tet,d bis N ij lur 1 Gͤſ Lufft gi gedau ſh ſchaf Manl zuBe Volch berſch . Fe Ius Fe Hemſt „Jhl ddees Landes Dithmarſchen. 4²⁹ — nden Dh der Heyde gegangen und gebeten, er moͤchte ihm einige Kinder tauffen, wie nun dadohhde der Prediger fraget, wie viel derer ſeyn? antwortet er: do ick ut ginck, weren en Wagt der 3/ wo vehl dar nu ſyn/ weht ick nicht. Kaigen Item Paul Claus zu Dickhuſen, hat mit ſeiner Frauen innerhalb 2 Jah⸗ n Wrxau res Friſt) Kinder, als das erſte mahl 3, hernach 2 gezeuget. bennit Item Hans Moͤller, aus dem Kirchſpiel Eddelack, hat innerhalb 2 Jah⸗ Iner⸗Uar ren 10 Kinder, nemlich einmahl 4 und zweymahl gezeuget, der Frauen Gros⸗ . Mutter iſt eine Scottin geweſen. ſchr min Anno 1780 den 23 Januarü, um Mitternacht, iſt zu Boͤckelnborg und der muel Echn Gegend ein Erdbeben geweſen, doch ohne einigen Schaden zu verurſachen. ndundEh Anno 1780 den 2 October, ſtarb Hertzog Johannes zu Hadersleben im Soſten Jahr ſeines Alters ohne Erben. aandenwe⸗ Anno 1582 war ein groſſes Sterben in Dithmarſchen, alſo daß viel an c gewein der Peſt geblieben, und ſind den 18 Julii zu Lunden 11 auf einen Tag begraben und hatwm worden. So iſt auch in dieſem Jahr den 16 A uguſti ein hoch Waſſer gewe⸗ en vom ze ſen, ſo aber keinen S chaden ſonderlich verurſachet. Ferner hat man beobach⸗ tet, daß es in dieſem Jahr ein ſehr naſſer Sommer geweſen/ und man von Jacobĩ bis Martini nur 3 freye Tage gezehlet, an denen es nicht geregnet. du eunden Anno 1583 hat der Herr D. baul von Eitzen die erſte Kirchen⸗Viſitation äin erſen in Norder⸗Dithmarſchen gehalten dren wor⸗ 7. n Ni ſreine gre 5 1 Anno 1785 im Winter, iſt eine groſſe Menge unbekandter Voͤgel, von eſprohen Groͤſſe wie ein Buchfinck, durch Hollſtein geflogen, daß man kuͤmmerlich die auf einma Lufft ſehen koͤnnen, und hat der Zug 3 Stunden gedauret. horbeden⸗ Anno 1786 iſt ein ſtarcker Winter geweſen, und iſt 8 Tage vor May ſo en Bund viel Schnee gefallen, daß es 4 Fuß dick gelegen. Dieſe Kaͤlte hat bis Iohanni Hier wit gedauret, und ſind im May⸗Monath die erſten Blumen zu ſehen geweſen. Auf ohmehtan ſolchen ſtrengen Winter iſt eine theure Zeit gefallen. nehemin Anno 1786 den 1 Octobr. iſt Hertzog Adolff ſeelig in dem HErrn ent⸗ aſten Jul⸗ ſchlaffen. kommtür Anno 1787 Sonntags vor Johannis iſt Ranke Johann, ein vornehiner chnochc⸗ Mann in Neu⸗Kirchen,/ der zuvor einen muthwilligen Todtſchlag veruͤbet, kranck i, uywe zu Bette gelegen, und durch Kranckheit in Irrung des Haupts gerathen,/ hat ſein ꝛen, don Volck, ſo nicht nachider Kirche geweſen, aus dem Hauſe gejaget, ſich inwendig henhutw. verſchloſſen, und das Haus an allen Ecken in Brand geſtecket. Die ſo ſich dem Feuer zur Rettung genaͤhert, hat er mit geladenen Buͤchſe gedraͤuet, auch 2 mahl re Kindt, ius Feuer loßgeſchoſſen, und alſo ſich ſelbſten verbrand. So hat auch einer in u Hemſtede ſeinen Halb⸗Bruder ohne groſſen Urſachen erſtochen, iſt aber vo ſe ckeb dirrnach 1 430 Geſchichte VI. Theil. nem dritten Bruder verrathen 1 und Ao. 1788 vor der Heyde wieder enthauptet worden. Anno 1587 den 15 Junii Vormittags zwiſchen 10 und 11 Uhr iſt Her⸗ tzog Friederich im zoſten Jahre ſeines Alters zum groͤſten Leydweſen aller Treu⸗geſinneten entſchlaffen, nachdem er vorigen Jahres nach Abſterben ſeines hochſeel. Hrn. Vaters die Regierung angetreten. Anno 1588 den 11 Marti iſt am hellen Mittage ein Bogen hoch in der Lufft rund um die Sonne gleich hoch zu ſehen geweſen, woran 4 etliche vollen ⸗ Sonnen, als Suͤd⸗Oſt, Suͤd⸗Weſt, Nord⸗Weſt, die rechte Sonne an ihren gebuͤhrenden Ort, aber auch in dem Bogen geſtanden, es iſt auch ein Regenbo⸗ gen, recht ins Suͤden, durch den andern Bogen, Circul⸗rund uüber die Erde geſe⸗ hen worden. Die folgende Tage, bis den 16ten Martii wurden allemahl zwey Sonnen mit ihren Circuln geſehen. Den 17ten waren abermahlen 4 Son⸗ nen mit ihren Bogen zu ſehen.* Anno 1588 den 2 May hat das Norder⸗Theil Dithmarſchen nach Ab⸗ ſterben Hertzog Priederichs ſeinem Bruder Hertzog Philipp zu Lunden auf dem Marckte gehuldiget, und ihm einen koſtbahren guldenen Becher verehrt, von welchen die Beſtaͤtigung der alten privilegien mit groſſem Koſten/ durch die Ge⸗ vollmaͤchtigte des Landes, Vos Gude Starcke, Johann Ties, Carſten Junge, und Boſje Nanne erhalten worden. In dem Kirchſpiel Weßlingbuhren zu Jarrenwiſch iſt ein Tagloͤhner ge⸗ weſen, Nahmens Sylveſter Claus, welcher bey einer gefaͤhrlichen Kranckheit ſtarck geblutet. Dieſer Blutſtuͤrtzung hat ſich ſeine Frau bedienet, und gerathen, daß er mit ſpitzigen Pfriemen das Blut ferner locken ſolte, und wie er gemercket, daß, wenn er ſich alſo gerieben, das Blut haͤuffig von ihm gefloſſen, da hat er das zulauffende Volck zur Buſſe vermahnet, und geprediget, iſt auch ſo kuͤhn wor⸗ den, daß er bey ſolchem Bluten mitten unter der Predigt geruffen: Bekehret euch, auch die gewiſſe Zeit ſeines Blutens angegeben, dadurch er nicht allein viel Geld zu ſeinem Unterhalt geſammlet, ſondern auch der altor zu Weßlingbuhren, Hr. Jacobus Urſinus, bewogen worden, ihn dem Volck von der Cantzel zu befeh⸗ len, und ihn den andern Jeſum Anani zu nennen, auch wie er ſich anderwaͤrtig wegbegeben wollen, mit einem ehrlichen Atteft zu verſehen. Wie er aber 1793 nach Meldorff gekommen, und daſelbſt auch geblutet und geprediget, hat der da⸗ ſige Superintendens, Hr. Petrus Boje, die Betriegerey bald gemercket, ihn ge⸗ faͤnglich einziehen und nach der Heyde bringen laſſen, allwo er eine Zeitlang zur Straffe im Gefangniſſe ſeine Thorheit buͤſſen muͤſſen: und da er wieder auf freyen Fuß geſtellet, iſt er in groſſer Verachtung wegen ſeines Betrugs und 1 groſſe gen,a thun. len,w Sonn Q 3 fas ſe ſtedenſene en hohhaw liche bola, onnean hen ein Rexa die Edeg allemahl n. hlen 4Ce een nacht den auf d rrehrt, ber urch die be ften Jung. aoldhnetge Kranckhet d gerather⸗ rgemercke⸗ ahater da kühn wor ſhret euch nviel Ge uhren,ge el zubeſt⸗ ndernurg „abal hatderd ker, hn⸗ zeitlang — 3 qs Ul dn guſe des Landes Dithmarſchen. 43¹1 groſſe Armuth wegen ſeines abgemergelten Leibes gerathen, und 1598 in groſ⸗ ſem Elend geſtorben. Wie den 26 Januarü dieſes Jahres ein Dieb aus dem Kirchſpiel Mel⸗ dorff vor Lunden enthauptet worden, iſt Peter Duncker, da das Haupt vor ihm niedergefallen, erſchrocken und auf der Stelle todt geblieben. So ſchleunig iſt auch geſtorben Dircks Peter zu Wellinghuſen, denn wie dieſem als Vormuͤn⸗ dern Peter Niemands Kinder von Hertzog Adolffen eine ſchwere Geld⸗Buſſe auferleget worden, und er ſolches Geld beyſammen auf den Tiſch liegend geſehen, iſt er von unmaͤßiger Traurigkeit ſo gleich geſtorben. Anno 1590 den 23 Febr. war ein Comet recht ins Weſten zu ſehen 4 Tage lang, welcher wie eine gerad aufgehende Spitze anzuſehen war. Sonſt iſt der Winter dieſes Jahres von ſtarcken Froſt/ doch ohne Schnee geweſen, alſo daß die Baͤume im May erſt angefangen zugruͤnen, darauf ein ſo truckener Sommer erfolget, als kein Menſch dencken mag/ indem es von Anfang des Junĩi bis zum 2 Sonntag des Advents faſt ohne einigen Regen geweſen, dadurch das Graß und die Feld⸗Fruͤchte verdorret, vieles Vieh aus Mangel des Graſes geſtorben, und viele Menſchen auf dem Felde vor Hitze erſticket, alle Teiche und Graben ausgetrucknet, und ſollen in Ober⸗Teutſchland viel Waͤlder von der Hitze angezundet ſeyn; Selbſten der Rhein/ die Elbe, und andere Schiffrei⸗ che Fluͤſſe ſind an einigen Orten ſo klein geworden, daß man dadurch waten köͤn⸗ nen. In dieſen Laͤndern iſt die Winter⸗Saat in der Marſch und die Maſtung ſehr wohl gerathen, wiewohl die Maͤuſe dem Korn groſſen Schaden zugefuͤget. In dieſem Jahre haben etliche Freybeuter, Claus Oberlander einem rei⸗ chen Kaufmann in Amſterdam wohnhafft, aber aus Lunden in Dithmarſchen, da er ſich der Zeiten aufgehalten, buͤrtig, in der Nacht vom Bette geholet, zu Wol⸗ derſen auf ein Schiff geſetzet/ und damit in die See gefahren. Er hat zu ſeiner Rantzion 10000 Marck geben muͤſſen, ſo zur Schar auf einem Brete bezah⸗ let worden. Es hat aber der Raͤuber Johann Frantzen ſeinen gebuͤhrlichen Lohn in Toͤnningen nachhero empfangen. Auf Bartholomei in der Nacht iſt ein erſchreckliches Donner⸗Wetter ge⸗ weſen, und eines vornehmen Mannes Stall in Lunden angezuͤndet, und dieweil der Wind ſich ſo wunderlich gedrehet, iſt das Feuer uͤber gantz Lunden geflo⸗ gen, aber von GOtt durch einen Platz⸗Regen geloͤſchet, ohne ferner Schaden zu thun. Nan hat es damahlen als ein Goͤttlich gerechtes Gerichte anſehen wol⸗ len, weil in dem Stalle ein Wagen geſtanden, mit welchem man den gantzen Sonntag uͤber Korn eingefahren, und der Sabbath entheiliget worden In dieſem Jahr den 18 Octobr. iſt Hertzog Philip im a1 Jahre ſeines Al⸗ ters ſeelig in den HErrn entſchlaffen, dem in der Regierung gefolget ſein Bruder Ddd Hertzog A 4 1 5 9 1 1. — i 1' 3 1 1 1 1 *½ 4 ½ 4 5 F 6 43² Geſchichte VI. Theil. Hertzog Johann Adolff, und von dem gantzen Lande die Huldigung empfangen. Die Dithmarſcher haben Sr. Hochfuͤrſtl. Durchl. bey der Huldigung einen ſil⸗ bernen Tiſch verehret. 1 Den 2 Novembr. iſt ein Frieſe, Montags nach Allerheiligen, weil er mit jemand um 100 Rthlr. gewettet, von Toͤnningen an das Wolderſummerkliefft mit einem Stroh⸗Both gefahren. Derſelbe iſt auch im vorigen Jahre auf eine Wette von Toͤnningen nach Holland mit einem Baum⸗Kahn gefahren. Anno 1591 den 8 Septembr. iſt Hans Nanne zu Lunden, uͤber die 100 Jahr alt, der letzte von den Acht und Viertzigern, auch der letzte Raths⸗Ver⸗ wandte, nach dem Kriege geſtorben. In dieſem Jahr iſt auf Buͤſum ein Aal gefangen, welcher, wie er ſchon ausgenommen, dennoch 35 Pfund gewogen, und iſt 7 Fuß lang geweſen. Anno 1792 den 1 Nov. iſt durch einen ſtarcken Weſt⸗Wind eine Erd⸗ Bebung, als eine groſſe Fluth uͤber alle Laͤnder gegangen, ſo an der Weſer, Ems und Elbe gelegen. Anno 1593 den 3 Martii, um 1 Uhr, ſind 3 Sonnen geſehen worden, um der Sonnen iſt ein Kreutz oder Halo geweſen, auſſer dem Kreutz nach dem Oſten iſt eine Sonne, und nach dem Weſten eine mit 3 Circuln oder Regenbogen, und ein groß weiß Kreutz in Norden geſtanden, und iſt die Oſter⸗Sonne erſt, hernach der Halo und Irides, letzlich das Creutz, doch daß es zuvor dreyeckigt ge⸗ worden, verſchwunden. Den Winter uͤber iſt ein ſtarcker Sturm geweſen, faſt 14 Tage lang, bis an Weyhnachten, und an Chriſt⸗Abend am allergroͤſſe⸗ ſten, ſo die Teiche dermaſſen zerbrochen, daß man, genaulich des Chriſt⸗Tages verſchonen, die andern beyde Feſt und folgende Tage daran arbeiten muͤſſen. Arno 1794 um Pfingſten, hat es 8 Tage lang ſehr ſtarck geſchnyen und gehagelt, ſo groſſen Schaden verurſachet, und den 24 Decembr. iſt die Weſt⸗ See eingebrochen, ſo ebenfals dieſem Lande groſſen Schaden zugefuͤget. Anno 1797 forderte und erlangte Hertzog johann Adolff von den Nor⸗ der⸗Dithmarſchen 15000 Rthlr. Zulage, von welchen 6000 Heiwreich ſchreibet Rthlr. 10 Jahr auf Zinſe ſolten beleget, die uͤbrigen aber, als 25000 Rthlr. eine freywillige Steuer gerechnet werden. Welche Anforderung die Dith⸗ marſcher als eine Neurung und Verletzung der Capitulation angeſehen und ſchwierig geworden, wie auch Marcus Schwien, als das Land bey Fleder⸗ Dohr verſammlet geweſen, hart ſoll geſprochen und erinnert haben, wie Detleff Junge die Verſicherung von Hrn. Johann Rantzau erhalten, daß ſie uͤber der Capitulation unbeſchweret bleiben ſolten. In dieſem Jahr iſt ein groß Sterben unter dem Vieh geweſen, und ſind auf der Geeſt, Meldorffer und Weßlingbuͤhrer Kirchſpiel ſehr haͤufig. hadegler⸗ en — Den⸗ Riin mitd dnge ches⸗ ſen Holſt Gion Vard Hede Fünſ Kind⸗ Nord geheh Adolt blioru dn, Waal e. .Dhal. — emgſante. ungena delerm rnräif dahn itr ahran übad Rathche wiecrſce heweſen. R mworden, u ch dem Oſia Regenboer Sonne ei rceckigt oe omgeweſer malergiſt⸗ hriſt⸗Tags muſſen. Gnpen und ſidie Weſ⸗ ott. dn den Ro⸗ reich ſcrrit OOoN g dedi geſcbe ud ber Fade eDalf des Landes Dithmarſchen. 433 Den 209 Julü iſt ein grauſamer Sturm aus dem Nord⸗Weſten geweſen, ſo nicht geringen Schaden verurſachet. Anno 1796 den 30 Januarüi wurden in Dithmarſchen 3 Sonnen und 2 Circul⸗Bogen geſehen. Anno eodem im May hielte Jacobus Fabricius, Hof⸗Prediger und Probſtzu Schleßwig, General⸗Kirchen⸗Vilitation in Norder⸗Dithmarſchen, weil D. Paul von Eitzen beſtaͤndig Bettlaͤgerig geweſen, beſuchte alle Kirchen und examinirte alle Einwohner ſehr genau, wie ſie in ihrem Chriſtenthum be⸗ wandert. Den 17ten Julü ließ ſich ein Comet um Mitternacht etliche Tage am Himmel ſehen. Den 2oſten Auguſti bis den 4ten Sept. hielte Hertzog Johann Adolff mit der Printzeßin Auguſta von Daͤnnemarck Beylager, und muſte das Land einige Deputirte in Dammaſt und Sammet gekleidet dahin ſenden. In dieſem Monaht Augulti fiel ein groß Waſſer etliche Tage lang, wel⸗ ches Acker und Wege bedeckete, daß man in der Marſch Baacken ſtecken muͤſ⸗ ſen, um des rechten Weges nicht zu verfehlen, durch welche Feuchte eine ſehr groſſe Menge Maͤuſe ins Land gekommen, die einen unbeſchreiblichen Schaden an Korn⸗Fruͤchten und der Winter⸗Saat gethan, welches daher zu ermeſſen, daß man in Buſum von einem Acker nur 7 und eine halbe Tonne Gaͤrſten ge⸗ borgen, da doch im vorigen Jahr 28 Tonuen eingeerndtet worden. Es hatte ſich im vorigen Jahr D. Nicolaus Junge, Carſten Junge zu Schlichten Sohn, auf dem zu Itzehoe von den Koͤnigl. Raͤthen gehaltenen Land⸗ Tage ſolchergeſtalt meritirt gemacht, daß er auf Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤn⸗ nemarck hohe Kecommendation von Ihro Hochfuͤrſtl. Durchl. zu Schleßwig⸗ Hollſtein, zu Dero Vice⸗Cautzler gnaͤdigſt ernannt worden; Welcher Fun- Kcion er auch mit groͤſten Ruhm bis an ſein Ende vorgeſtanden, wiewol er in den Verdacht des Calvinismi bey der Geiſtlichkeit bald gerathen ſollen, weil er zu Heidelberg in Doctorem promoviret hatte. Er hat Johannis Kuhlemanns, Fuͤrſtl. Raths und Secretarii, Tochter im Ehe⸗Bette gehabt, und wie ſelbige im Kind⸗Bette geſtorben, hat er Ao. 1599 Oke Haſſens von Gaikebull, aus dem Nordſtrand(der Canonicus in Hamburg geweſen) Stief⸗Tochter, wieder geheyrathet. Anno 1597, um Oſtern, iſt auf gnaͤdigſten Befehl Hertzog Johann Adolfts denen Predigern in Norder⸗Dithmarſchen das Opus Cimbricum Bi- bliorum trilingium David Wolders, Predigern in Hamburg, zugeſtellet wor⸗ den, ſolche bey denen Kirchen als eine ewige und treue Beylage zu bewahren. Wie aber dieſes Werck von einigen Predigern durchgeſehen und befunden wor⸗ Ddd 2 den, 4³34 Geſchichte VI. Theil. den, daß dieſer Wolderus des Bezæ translation mit denen erroribus Calvini in Novo Teſtamento beygefuͤget, ohne die Urſache, warum es geſchehen, zu melden, haben Sie in einem Synodo die gefaͤhrliche Forgerung vorgeſtellet, und vermeinet, man muͤſſe dem Auctori das Opus wieder zuruͤck ſenden, wenigſtens dem damaligen Superintendenten M. Jacobo Fabricio davon referiren. Es ſind aber die Prediger von dem Præpoſito M. Marco Wrangio wegen ihrer gar zu groſſen Fuͤrſichtigkeit verlachet worden. Und da die Prediger aus dem Suͤ⸗ der⸗Theil ſolcherwegen den Auctorem zu Rede geſtellet, hat er im Julio Anno 1597 durch eine gedruckte Apologie ſich entſchuldiget, und die Schuld einem Franckfurtiſchen Exemplar(ſo Ao. 1591 unter dem Titul des Sancti Pagnini heraus gekommen) beygeleget, und ſich beruffen, er haͤtte ſanam opinionem in margine beygeſetzt. Wie wol dieſer Vorwand bey vielen Verſtaͤndigen nicht hat angenommen werden wollen. Auch iſt in dieſem und beyden folgenden Jahren hie und durch gantz Teutſch⸗ bes eine ſehr theure Zeit geweſen, wodurch das Land in groſſen Bedruck ge⸗ ommen. Man hat auch im Junio vor der Sonnen Untergang viele Regenbogen am Himmel geſehen, die ſehr hell und ſchoͤn, auch wunderlich durch einander ge⸗ wickelt geweſen. In dieſem Jahre hat der beruͤhmte Koͤnigl. Stadthalter, Hinrich Ran⸗ sau, einen Land⸗Tag zu Meldorff gehalten, wodurch dem Lande viele Koſten erſpahret worden. Den 28 Sept. iſt ein groſſer Wind, ſo 3 Tage gewehet, entſtanden, da⸗ durch das Waſſer in vielen Provintzien uͤber die hoͤchſten Teiche und Daͤmme gegangen, und groſſen Schaden verurſachet, auch hat es im Kirchſpiel Delve ein groß Stuͤck Teichs weg und eine tiefe Wehle eingeriſſen. Hie muß ich einen beſondern von dem ſeel. Adolff eingefuͤhrten Umſtand nicht unberuͤhrt laſſen: nemlich es hatte ein junger Menſch/ Claus Witten Peteri, n Delve ſich kurtz vor⸗ her zu nahe ins Geblüt/mit Hochfuͤrſtl. Diſpenſation verheyrathet, aber in einer unvergnuͤgten Ehe und beſtaͤndigem Streit gelebet, ſo gar, daß er auf einen Mor⸗ gen aus Ungedult mit den Worten: GOtt geve/ dat ick nich wedder kame/ aus dem Hauſe gegangen, welches denn auch geſchehen, indem er in gedachte Wehle gefallen und ertruncken. Es hatten die Delver mit groſſen Koſten an Holtz und andern Materialien ſich bemuͤhet den Einbruch zu fuͤllen, aber verge⸗ bens, welches einige Alten auf die aberglaͤubiſche Meinung gebracht, man ſolte einen Hund oder Katze hinein werffen, wie aber dieſer junge Menſch in ſolchen Einbruch geblieben, iſt es mit weniger Muͤhe und Koſten in einer ſehr kurtzen Zeit gefuͤllet und uͤberſchlagen worden. Anno — 4 Chrili⸗ drrch 7. Plſte Darch koſtett Weßl gebel Fulb Biiſ Die gen⸗ gewe vrſ Lann Kahl beroff hi del ſche exn. Su den 3 ſſtuͦ beſte unf Neſe W keinet denſe dm, q 1T„„ des Landes Dithmarſchen. 435 5 dan Anno 1598 den 13 Martü kamen Ihr. Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck, b ſe 1 Chriſtianus V, mit vielen Fuͤrſtl. Perſohnen, und Pferden, und groſſen Train äi durch Lunden und Heyde nach Meldorff, und traten bey Hr. Anthon Steinhau⸗ drnalhn ſen ab, blieben daſelbſt 2 Naͤchte, und gingen von da uͤber Brunsbuͤttel und denn ſ. Wilſter nach Crempe, aldda ſie die Stadt zu befeſtigen verordnet hatten. Dieſer genidem Durchzug ſoll dem Lande an Verehrungen und ſonſten uͤber 10000 Rthlr. ge⸗ nusda koſtet haben. Um dieſe Zeit hat ein Mutter⸗Pferd zu Dickhuſen Kirchſpiels z ulohmm Weßlingbuͤhren bey Borrie JohansClaus ein Fullen geworffen, ſo wie ein Hund vchulem gebellet, und in allen Geberden ſich einem Hunde gleich geſtellet. Ein gleiches actibgt Fuͤllen iſt im vorigen Jahr zu Wellinghuſen bey Clas Johann geweſen, ſo mit wopinlonte Beiſſen und Bellen ſo grauſam ſich gebuͤhret, daß niemand ihm nahen duͤrffen. Verſtanden Dieſe beyde Hausleute ſollen ſich vermeſſen haben, ſie wolten ſich Hunde zule⸗ gen, ſo groß wie ein Fuͤllen, um die armen Leute von ihren Thuͤren zu halten. antTeuii Von den 25ten Marti bis den 21 April iſt ein grauſamer Sturm⸗Wind Bedrudg geweſen, welcher an Haͤuſern, Teichen, Vieh und andern, groſſen Schaden ver⸗ urſachet. 4 Regenborn chee 18ten April wurden von Ihro Fuͤrſtl. Durchl. die Deputirten der enander e Landſchafft Norder⸗Dithmarſchen nach Gottorff zur Beerdigung Hrn. Johann Kuhlemanns aͤlteſten Tochter, ſo Hyn. D. Nicolae Jungen vertrauet geweſen, rich Ran beruffen, und von ihnen durch gedachten Cantzler im Nahmen der hohen Herr⸗ dele Koſte ſchafft 25000 Rthlr. gefordert, welche nach vielen Bemuͤhungen endlich durch die Deputirten als Boje Nanne, Fake Moͤller, Carſten Junge und Hans Ra⸗ nnden, d ſche auf 20000 Rthlr. veraccordiret worden. nd Daͤnm Donnerſtags vor Jacobi iſt der Donner zu Norden vor Meldorff in des [Debeen Hrn. Stadthalters Muͤhle geſchlagen, die Saͤcke verbrand, die Waltze und 4 ſch dinen Saͤule in 2 Stuͤcke geſpalten, das KRamm⸗Rad und eine Ruthe zerſchlagen, und htlaſr den Muͤller doch unbeſchaͤdigt aus der Muͤhle geworffen, auch iſt die Muͤhle ſonſt 3 hiu m ohne fernern Brand unbeſchaͤdigt ſtehen blieben: Ein allgemeines Ungluͤck aber berin ir iſt uͤber dieſes und alle umliegende Laͤnder gangen, da das Korn, welches ſonſt die ſde q beſte Hoffnung von ſich gab, durch einen Honig⸗Thau gaͤntzlich verdorret und 4 tnahn⸗ unfruchtbar worden. Sl dauus Im Septembr. ſoll im Norder⸗Theil Blut im Brod gefunden ſeyn, gantz inge Roſien roth und flieſſend, daß es daraus getropffelt. In dieſem Winter iſt das eKoima Waſſer aufm loſen Ort eingebrochen, welchen Einbruch die Marſch⸗Leute mit 1 ahrna keiner Muͤhe haben wieder beteichen koͤnnen, bis mitten im harten Winter. b man t Das 1599 Jahr iſt von groſſer Kaͤlte und vielen Regen geweſen, auch ha⸗ IL h ben ſich viele Ratzen und Maͤuſe gefunden, die das Korn im Felde ſehr verdor⸗ nngi ben, alſo, daß viel vermoͤgende Haus⸗Leute Korn zu ihrer eigenen Haußhaltung Ddd 3 kauffen anwo 43⁶ Geſchichte VI. Theil. kauffen muͤſſen. In dieſen Jahr iſt Wieben Vieth aus Braunsbuͤttel von Jeruſalem vom heiligen Grabe wieder zuruͤck gekommen. Im Decembr.. iſt ein Wallfiſch gefunden worden bey Buſem 48 Fuß lang, der Schwantz 16 Fuß breit, der Kopf 8 Fuß breit, die unterſten Kefen 14 Fuß, in deren jeder 21 Zaͤhne geſeſſen, ſind in allen 42 Stuͤck, deren ein jeder 13 Pfund gewogen, und 3 Handbreit lang geweſen, er iſt ſo hoch geweſen, daß auch der laͤngſte Menſch nicht uͤber hinſehen moͤgen. Im Octobr. haben die Dithmarſcher 20 Trabanten auf Gottorff hal⸗ ten muͤſſen, und wie ſie im folgenden Jahr 100 Rthlr. vor ihre Kleider und Muͤ⸗ he gefordert, haben ſie mit vielen und groſſen Unwillen nur 30 Rthlr. von dem Lande erhalten. Der Winter des 1600ten Jahres iſt von langweiligen ſtarcken Froſt, daß es 17 Ellen tief in die Erden gefroren, auch der Fruͤhling gar duͤrre und kalt ge⸗ weſen, daß es noch in die Pfingſten gefroren, und viele Pferde und Viehe aus Mangel der Futterung geſtorben, daher einige Buſemer es gewagt, und zum er⸗ ſtenmahl Heu von Bulshoͤvede in Saͤcken geholet. Die Kirſchen haben 8 Tage, die Aepfel⸗Baͤume aber 5 Wochen nach Pfingſten erſt angefangen zu bluͤhen, und iſt ſehr viel Winter⸗Korn wieder umgepfluͤget worden. Sonſt iſt den Sommer uͤber viel Regen gefallen, welcher nicht allein die Erndte gehindert, ſondern es iſt auch dadurch die Viehler See durchgebrochen, und gantz Epen⸗ woͤrden und Kettelsbuͤttel unter Waſſer geſetzt, alſo, daß das ungeſchnittene Korn bis Meldorper Marck an einigen Orten unter Waſſer geſtanden. Im bebr. begehrten Ihro Koͤnigl. Majeſt. in Daͤnnemarck von Suͤder⸗ Dithmarſchen, daß 2 Pfluͤge einen Mann ausmachen ſolten, die da zu den Ve⸗ ſtungs⸗Bau in Crempe gebraucht werden koͤnnten, es iſt aber von der Landſchafft uüͤberhaupt auf 3000 Rthl. abgehandelt worden. Den 10 April wurde des Morgens von vielen Leuten ein Creus uber der Sonnen geſehen. Den 1 May entſtand in dieſen Laͤndern an der See⸗Kante eine ungemeine Furcht, als wolten die Duͤnkerker einfallen, und die Vornehmſten zur Geiſſel wegfuͤhren, es kam auch ein Geſchrey, als wenn ſie ſchon wuͤrcklich Heiligeland weggenommen haͤtten. Daher an allen Orten, da man mit Schiffen anlegen koͤnte, Baacken und Pech⸗Tonnen ausgeſchickt, und jeder mit einer Wache von 2 Mann beſetzt wurde, damit nach gegebenen Signal einer dem andern zu Huͤlffe kommen koͤnte. Zu mehrerer Sicherheit wurden den 22 Juni von Ihr. Fuͤrſtl. Durchl. der Landſchafft vorgetragen, daß ſie die Einwohner mit benoͤhtigſten Gewehr gegen Bezahlung oder Caution verſehen wolte. Es iſt aber ſolch Er⸗ bieten in einer zu Weddingſtedt gehaltenen Verſammlung ausgeſchlagen, in je well gl nur ein marſch bergen burg⸗ marſch Comm bis S Mohr. marſche goſſen Nraͤnd zedrider . des Landes Dithmarſchen. 437 dhinits die mehreſten ſchon mit Gewehr verſehen, die uͤbrigen ſich ſolche von Hamburg ſer ge ſelbſt anſchaffen wolten. ſi 8 Anno 1601 iſt der Somnmer ſehr duͤrre geweſen, daß die Wuͤrme das unin 1 Graß derſoheet auf dem Felde, und danebenſt eine ſtetige Kaͤlte, alſo, daß nur ateäe é rechte Sommer⸗Tage geweſen. Redtac Moritz Rantzau, Cay Rantzauen Vater, hatte das Haus Hanrau nebſt 1 der Zoll⸗Gerechtigkeit Ao. 152 5 ſo wohlfeil gekauffet, daß wenn man bey einem Ganf 9 jeden Baum ein Ey geleget, man es wieder einloͤſen moͤgen, ſolchen Kauff auch der und R durch Kayſerl. Majeſt. confirmiren laſſen. Dieſer Moritz Rantzau hatte bey clr.vonde dem erſten Antritt ſchon wegen des Zolles eine Liſt gebrauchet, und die 4stziger durch ſeine Freygebigkeit dahin beredet, daß die Dithmarſcher bey Ausfuͤhrung en Froſtdi ihrer Waaren und Austreibung des Viehes und Pferde, Frey⸗Zetteln nehmen eund katt⸗ moͤchten, welches der erſte Grund des hernach mit Unrecht aufgedrungenen Zol⸗ d Wehr les geweſen. Wie nun in und kurtz nach der Vehde ein jeder ſich an die Dith⸗ und zume⸗ marſcher reiben wollen, bedienete ſich Moritz Rantzau auch der Gelegenheit, um en haben! ſich in die voͤllige Poſſeſſion des Zolles zu ſetzen, forderte ſolchen nicht allein bey gefangenn Hanrau, ſondern ließ auch bey der Queer⸗Schlippen amEnde des Landes einen Sonſiſ Schlagbaum legen, welchen die Dithmarſcher aber gleich wieder niedergeriſſen. gehinden Daruͤber als Moritz Rantzau bey dem Amtmann zu Steinburg ſich beklaget, gant Eyen hat er geantwortet: Moritz Wulhefft et dy geheten. Keſp. My hoͤret de Toll geſchnitten van de Elve bet an de Eyder; darauf der Amtmann erwidert: wo nu, wy weht e. dar ock wol um. Ille contra: de ene Wulff fridt ja den andern nicht. Und da er on Eüdtr die Erlaubniß den Schlagbaum wieder aufzurichten begehret, hat der Amtmann auden V geantwortet: ick will idt dy nicht heten, doh wat du deiſt, dat du allene weteſt und andſchaff nicht Ungluͤck anrichteſt, wente de olden Wunden ſind noch nicht hehl. Die⸗ weil aber kein ander Fahrweg als bey Hanrau und der Quer⸗Schlippen, als über d nur ein kleiner Fußſteich von Schapſtett nach der Neumuͤhlen, welchen die Dith⸗ marſcher gebrauchen koͤnnten, ſind ſie oͤffters wegen des Zolles beunruhiget und ungemein vergewalthaͤtiget, und unter andern Anno 1574 Claus Vieth aus Boͤckeln⸗ — röziſ burg 4 Tonnen Honig mit Gewalt abgenommen worden. So haben die Dith⸗ zu 5 marſcher ſolchen Plackereyen vorzukommen, und zu mehrer Bequemlichkeit des duirue Commercii Ao. 1577 einen neuen Weg von Eggeſtetter Holtz uͤber das Mohr 8* bis Schapſtett den neuen Damm, und aus Schapſtetter Feldmarck uͤbers Pahevo Mohr und die Wieſen ins Schenfelder Feldmarck nach Hogenhoͤrn auf Dith⸗ maüf marſcher Grund und Boden, ohne die Hanrauer Graͤntzen zu beruͤhren, mit he Fun groſſen Koſten und Arbeit angeleget. Welchen Weg ohne Hinderniß und nüſmin Veraͤnderung, auch ohne Zoll⸗Abgifften ruhiglich zu gebrauchen, von dem Koͤni⸗ üiher⸗ ge Friderico II. den 30 Junii 1577 Chriſtiano IV. den 28 Nov. 1593. von a, di Hertzog d 438 Geſchichte Vl. Theil. Hertzog Philippen den 4 Jan. 1589 und Iohann Adolffen den 20 Jan. 1792. die Diehmarſcher allergnaͤdigſt und gnaͤdigſt begnadiget und privilegiret wor⸗ den. Nun ſtund Cay Rantzau als damahliger Beſitzer des Hauſes Hanrau in den Gedancken, als wuͤrde durch dieſen nenen Weg(oder novo opere wie er in ſeinen Schrifften ſetzet) der Zoll zu Hanrau nicht wenig geſchmaͤlert werden, daher er dann verſchiedene Interdicta Prohibitoria bey Ihro Koͤnigl. Mgjeſt. doch ohne Nutzen ausgewuͤrcket, bis ihm endlich 1601 verſtattet worden auf Koͤnigl. Grunde bey dem neuen Wege ein klein Wacht⸗Haus(oder Kate wie es der Koͤnig in ſeiner Conceſſion nennet) zu bauen, und darin einen Mann zu halten, um die Frembden von dem Wege abzuhalten, oder ſie zur Zahlung des Hanrauer Zolles zu noͤthigen. Bey welchem Hauſe Cay Rantzau proprio motu einen groſſen Schlagbaum aufgerichtet, welchen die Dithmarſcher, wie ſie nach Itzehoe gereiſet, mit Behendigkeit abgeworffen, weshalben beyderſeits viel Streitigkeit entſtaoden, bis die Dithmarſcher durch ihre Deputirte, Marten Peters aus Boͤdinghuſen, Hinrich Peters und Hans Dreves bey dem Koͤnige ein Mandat 1601 den 19 Octobr. ausgewircket, Krafft welchen die Dithmarſcher ſol⸗ chen Zolles befreyet, und dem Amtmann Cay Ahlfeld auferleget worden, dahin zu ſehen, daß die Dithmarſcher beruhiget und nicht wieder kommen moͤchten. Die⸗ ſem erhaltenen Koͤnigl. Befehl zufolge hat der Amtmann Cay von Ahlfeld den 18 Nov. denen Dithmarſchern vorgeſtellet,ſie möͤchten deñ nur auf die 5 Maͤrck⸗ te Freyzettel nehmen, es ward aber von Nicolas Hinrichs als Worthaltern abge⸗ ſchlagen, ſich auf die Koͤnigl. vrivilegien gruͤndende. Ein gleiches Gluͤck hatte der Vorſchlag die Dithmarſcher ſolten ins Haus ruffen, deſſen ſich aber die Heming⸗ ſteder wegerten, es moͤchte ihnen præjudicirlich ſeyn und ſie beſchuldiget werden, als haͤtten ſie nicht geruffen, und haͤtte es uͤberdem das Anſehen, als weñ ſie durch ſolch Ruffen andere angaͤben. Den 23 Nov. proteftirten die Dithmarſcher bey dem Amtmann durch Niclas Hinrichs, nicht das geringſte einzuraͤumen, den es wuͤrden hernach von den 5 Maͤrckten gar Tage werden, und das Freye wuͤrde Unfrey werden. Wobey es dann auch damahlen von Koͤnigl. Seiten verblie⸗ ben. Zu Gottorff aber muſte Cay Rantzau gegen den Hertzog Iohann Adolff den 22 Sept. 1602 ſich reverſiren, daß das gebaute Haus in Ewigkeit denen Dithmarſchern nicht zum Prajudice gereichen ſolle, ſondern ſie vielmehr ihren eigenen freyen Landweg ungehindert zu gebrauchen ſolten berechtiget ſeyn und bleiben, und zum Zeugniß daß es keine Zollſtete ſcheinen moͤchte, ſo wolte er den Weg unhten mit einen Schlagbaum ſperren oder verbauen, auch niemahlen die Dithmarſcher zu keiner Proteſſion ihrer Guͤter noͤthigen. Obigen allen un⸗ geachtet, verſuchte Cay Rantzau Ao. 1610 abermahlen die Dithmarſcher mit ungewoͤhnlichen Zoͤllen zu beſchweren, dawieder aber inſonderheit die Ser⸗ Dith⸗ I —ÿ—ÿ—ÿ———— bouna⸗ Fremt wuͤhu Kelol ten be bleiben ſonder frend Wg überd TDieh Wu halken, dende Ftohl thadd mahl gande gepach heitb ſched ſie auf Lande daſie nigen etodre liſtig der⸗T undes warp daR öug Jaf twonda f der Karne dinen Nany ur Zablune aaßau pune hmarſche n lben ewi putirteMun denKännu Athmarhal orden,Ran rchken. D. or Jälſehn dies Mait thalternch Gläckhatt erdie Herin udiget wen wen ſedu. Dithwurſ zuraumene Freyen Seiten ben chann c wigketran vielwig ge ga w b 9 vüwoh Igenalrruu- murcer mt tyyGüde⸗ 8 ——— ——önn·——* 1 2.———uõ——ꝛ⅓j—— des Landes Dithmarſchen. 439 Dithmarſcher durch ihre Abgeordnete, Johannes Funck aus Wackenhuſen und Hanß Dreves aus Boſenwurth bey Ihro Koͤnigl. Majeſt. eingekommen und ſich beſchweret, darauf ihnen dann ihre Privilegia wieder confirmiret worden. Solange nun nachhero das Guth Hanrau bey denen Rantzauen verblieben, auch in den Jahren da es an Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck verfallen geweſen, haben die Dithmarſcher ihre Zoll⸗Freyheit geruhiglich genoſſen, und iſt allen Verſchreibungen genau nachgelebet worden, bis der General⸗Major Ran⸗ tzau nach verfloſſenen Kayſerl. Kriegs⸗Troublen die Dithmarſcher gleich denen Frembden zu tractiren und zu beſchweren angefangen. Alleein aller ſeiner Be⸗ muühung ungeachtet, ſind ſie doch voͤllig reſtituiret und durch eine Koͤnigl. Reſolution, pleniſſima cauſæ cognitione præmiſſa, der Dithmarſcher Freyhei⸗ ten beſtaͤtiget worden, daß ſie dieſer Orten aller Zollen⸗Abgifften ſolten befreyet bleiben. Aber hiebey iſt gedachter General⸗Major Rantzau nicht ſtill geblieben, ſondern hat den 8 April ao. 1634 ein Kͤnigl. Keſcript ausgewuͤrcket, daß keine frembde Waare Zollfrey ſeyen, und daß durch einen Schlagbaum dieſer freye Wegzu ſperren, unter dem Vorwand, als ob die Dithmarſcher frembdes Vieh uͤber die Eyder hohleten, graſeten, und ſodann vor ihr eigenes im Lande erzogenes Vieh ausgaͤben und Zollfrey aus dem Lande braͤchten. Allein dieſem nichtigen Vorgeben haben die Dithmarſcher begegnet, ihre Freyheit verthaͤdiget und er⸗ halten, daß der Schlagbaum wieder abgebrochen worden. Solchemnach ha⸗ ben die Dithmarſcher jederzeit bey der hoͤchſſten und hohen Obrigkeit ihre Zoll⸗ Freyheit ſo wol bey Hanrau als bey dem Neuenwege kraͤfftig und gruͤndlich ver⸗ thaidiget und die Abſchaffung des Schlagbaums erhalten, bis A0. 1642 der da⸗ mahlige Pachter, Hans Georg Schmidt, ſo dieſes Hauſes, dabey gehoͤrigen Landes und Muͤhlen⸗Gefaͤlle auf einige Jahre vor 693 Marck 12 Schil. gepachtet, ſeines privat Nutzens halben das Land Dithmarſchen um ihre Frey⸗ heit bringen, und die Einwohner zur Profeſſion ihrer Guͤter, und einen Unter⸗ ſcheid ihrer Guͤter zu machen zwingen wollen, daß ſie nemlich von dem Vieh, ſo ſie auf jenſeit der Eyder gekaufft, in ihrer eigenen Weyde gegraſet und auſſerhalb Landes verkauffen wolten, zu Hanrau und am Neuenwege Zoll erlegen ſolten, da ſie doch niemahlen weder von dieſem noch von ihrem ſelbſt erzogenen Vieh ei⸗ nigen Zoll gegeben hatten. Zu dem Ende er dann den 20 Junii A0. 1642 ſub etobreptitie ein Koͤnigl. Keſcript ausgewuͤrcket, ſolches auch ſo vorſichtig und liſtig auf ſeiner Seiten getrieben, daß er das auf die Koͤnigl. Unterthanen Suͤ⸗ der⸗Theils Dithmarſchen allein gerichtetes Keſcript ihnen gaͤntzlich verhehlet, und es im Sept. A0. 1643 in etlichen Kirchſpielen Norder⸗Theils Dithmarſchen zwar publiciren laſſen, eine Zeitlang aber nichts darauf gefodert, zuletzt aber bey den Norder⸗Dithmarſchern mit Einfoderung des Zolles den Anfang gemacht Eee mit —x „ 4 * 1 B 1 1 . 4 1 1 — A40 Geſchichte VI. Theil. mit faͤlſchlicher Anfuͤhrung der Bewilligung des Suͤder⸗Theils. Alllein dieſe ſind ſo wenig dabey ſtille geſeſſen als die Norder⸗Dithmarſcher, in Betracht ſie immunitates& jura communia& æqualia haͤtten, ſondern haben Anno 1647 den 22 Octobris eine ordentliche und anſehnliche Commiſſion aus⸗ gewuͤrcket, darinn die jura und Privilegia von beyden Theilen Dithmarſchen weitlaͤufftig und gruͤndlich deduciret, auch von denen hohen Commiſſarien in 2 Kelationen als 1648 den 10 Junii und 16F0 den 5 Junii an Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck en faveur des Landes referiret worden, daß ſie nem⸗ lich allerdings bey ihrer Zoll⸗Freyheit muͤſten geſchuͤtzet werden. Und ergeben es auch die Acta mit mehrern, daß die Suͤder⸗Dithmarſcher ſo gleich ihre Frey⸗ heit beſtaͤtiget erhalten, die Norder⸗Dithmarſcher aber haben Loco retorſionis den Zoll erlegen muͤſſen, weil denen Suͤder⸗Dithmarſchern bey Friederichſtadt und Huſum der Zoll geſteigert worden: nachdem aber dieſer neue Zoll 1650 den 2 Abpril von Ihro Hochfuͤrſtl. Durchl. wieder aufgehoben worden, ſo haben auch Ihro Koͤnigl. Majeſt. den 15 Junii an dem Zoͤllner zu Hogenhorn, Hans Georg Schmidt, reſcribiret, daß er keinen Zoll mehr von den Norder⸗Dithmar⸗ ſchern nehmen ſolle. Cay Ranzauen Revers an Ihro Hochfuͤrſtl. Durchl. Hertzog Johann Adolff, wegen der Dithmarſcher Freyheit zu Hanrau und auf dem neuen Wege. Ich Keye Ranzau Erbgeſeſſen zu Hanrau, bekenne fuͤr mich, meine Erben und Nachkommen am Gute Hanrau. Demnach der Hochwuͤrdige, Durchlauchtige, Hochgebohrne Fuͤrſt und Herr, Herr Johann Adolff, er⸗ wehlter Biſchof zu Luͤbeck, Erbe zu Norwegen, Hertzog zu Schleßwig⸗Holſtein ꝛc. Mein gnaͤdiger Fuͤrſt und Herr, mir unterſchiedliche Patente mitgetheilet, zu dem Ende gerichtet, daß erſtlich die Eingeſeſſene in Dithmarſchen, weil ſie von den Zollen zur Hanrau gefreyet ſeyn, und verlaͤngſt einen Weg fuͤr ſich ſelber gemacht, kein Unterſchleiff mit frembden Wagren, Guͤtern oder Viehe ge⸗ Prauchen, und dann fuͤr der Zollſtette anſprechen, ihren Nahmen und wo ſie in Dithmarſchen wohnhafftig, anzeigen. Fuͤrs andere, daß alle dieſelbigen, die in Dithmarſchen nicht geſeſſen, ſondern in Eyderſtaͤdt, Nordſtrand, Stapel⸗ holm, Huſumer Harde und der Oerter wohnhafftig, auch alle andere auſſerhalb dieſer Fuͤrſtenthuͤmer ſich des neuen Weges entweder gaͤntzlich enthalten, die al⸗ te Zollſtette zu Hanrau beſuchen, und daſelbſt die Gebuͤrnuͤß reichen, oder aber wofern ſie ſich des neuen Weges je gebrauchen wuͤrden, alsdann gleichermaſſen daſelbſt den alten gewoͤhnlichen Zollen ausgeben ſollen. Daß dagegen ich mich gegen Kirch ſchier dem ds2 doß Wag den daßſe bauer chen! Ire ge füͦ Keye. gen an ten N Konig 1. Va rn des Landes Dithtarſchen. 441 in Seni gegen Se. Fuͤrſtl. Gnaden wiederum verpflichtet, thue auch ſolches Krafft die⸗ haben an ſes, folgender Geſtalt, daß erſtlich die Unterthanen in Dithmarſchen mit ihren nmilin Waaren und Guͤtern ſowol zu Hanrau als auf den neugemachten Wege Zoll⸗ Ditherf frey ſeyn, und jederzeit bey Tage und Nacht ſich ſodaner Wege gebrauchen, ih⸗ mmiltad, nen auch der neue Weg inſonderheit mit Schlagbaͤumen oder ſonſten nicht ver⸗ an Jhaa ſperret, ſondern wenn ſie nur ihren Nahmen und wohr ſie ſeßhafftig, anzeigen, den diſn ohne einig verdrießlich Aufhalten ein freyer d verſtattet und ſie denſelben un⸗ 1. lhd ag gehindert frey haben ſollen und moͤgen. uͤrs ander, daß die uͤbrige hieroben gechien erwehnt, inſonderheit aber Se. Fuͤrſtl. Gnaden Unterthanen auch zu allen Zei⸗ contrn ten ſchleunig gefuͤrdert, und über die alte Gebuͤhr mit Verhoͤhung des Zollens, Fadded Inhalt Kuͤnningh Friederichen und Hertzog Chriſtiani Kauf⸗Verſchreibung kalben des Datum ſtehet Anno 1525 am Montage Quaſimodo geniti, nicht beſchwe⸗ en ſhedgs ret werden ſollen. Urkundlich und zu mehrerer Veſthaltung vor mich und oben * de ſpecificirte, habe ich dieſen meinen Revers und Gegenverpflichtung mil eigener d 1. 8 Hand unterſchrieben,/ und mit meinem gewoͤhnlichen Pittſchafft verſiegelt. Ge⸗ lrdar ſtae ſchehen zu Gottorff den 22 Septembris Anno 1602. „. Koͤnigl. Decret dem Kirchſpiel Schenfeld gegeben 1 Dud wegen Befreyung des Zolles. drhhei Die Koͤnigl. Majeſt. zu Daͤnnemarck, Norwegen ꝛc. Unſer gnaͤdigſter Koͤnig und Herr, geben auf Dero Unterthanen der ſaͤmtlichen Einwohner des Kirchſpiels Schenevelde, im Amte Rendesburg ſub dato den 29 Julii nechſt ver⸗ „ nemedne ſchienen unterthaͤnigſt uͤbergebene Specification zu gnaͤdigſten Beſcheide: Nach⸗ rHochrnde dem Ihre Majeſt. den Edlen und Ehren⸗Veſten Keyen Rantzauen zu Hanrau 2 clf 1 des Weges und Zolles halber gnaͤdigſt bewilligter Zulaß dahin nicht gemeinet, wwigeholſeine daß Ihnen den Supplicanten, noch anderen Ihro Majeſt. Unterthanen der neue ne ntgethe Weg zu Hogenhoͤrne verhindert oder geſperret, ſie auch mit neuen Zollen gleich raxſcen te den Fremdden nicht beleget, noch in einige maſſen beſchweret werden, ſondern e Wegfurſt daß ſie ſich des hin und wieder Reiſens und Treibens wie zuvor von Keyen Ran⸗ oder Vi tzauen und maͤnniglichen ungehindert frey ohne einige Belaſtigung zu gebrau⸗ rund wſti chen haben ſollen, immaſſen ſich dann mehrgedachter Keye Rantzau deſſen gegen dieſebun d Ihre Majeſt. genugſam reverüret. and, Etwh Daß demnach Ihre Majeſt. dieſe der Unterthanen Supplication und Kla⸗ dere quſch. ge fuͤr unzeitig und unnoͤthig erachten, da aber kuͤnfftiglich uͤber Verhoffen von halkende Keye Rantzauen oder jemand anders ihnen/ den Supplicanten/ in dieſen oder eini⸗ e, oraie gen andern einige Beſchwerde zugefuͤget werden ſolte, haͤtten ſie ihren vorgeſetz⸗ achmuſen ten Amtmann, und da derſelbige Sie von Amtswegen nicht ſchuͤtzen wuͤrde, Ihr. ranih micf Koͤnigl. Majeſt. ſelbſt um gnaͤdigſtes Einſehen und Verordnung lanzuruffen, 3 Eee 2 dar⸗ 442² Geſchichte VI. Theil. darauf Ihro Majeſt. ſich dann auch wol gnaͤdigſt wolten zu beſcheiden wiſſen. Signatum Copenhagen, unter hoͤchſtgemeldter Ihro Majeſt. Handzeichen und Decret den 18 Auguſti 1601. Chriſtian. Koͤnigl. Reſcript, daß keine Frembde Zollfrey. § Sdir Chriſtian der IVte ꝛc. entbieten allen und jeden unſern Unterthanen, und ſonſt allen andern Frembden und jedermaͤnniglichen, welche des Zol⸗ lens halben in ſpecie nicht befreyet ſeyn, und Waaren, Guter oder Vieh des⸗ wegen bey der Hanrau auf der Hollſteiniſchen und Dithmarſchen Graͤntzen durchfuͤhren oder treiben laſſen, Unſere Gnade, und fuͤgen euch hiemit zu wiſſen, was maſſen wir in Erfahrung gelangen, daß ſich etliche Kaufleute unterſtehen ſollen, durch den Weg, welchen unſere Dithmarſcher Unterthanen, die von den Zollen zu Hanrau befreyet ſeyn, hiebevor fur ſich allein gemacht, dieſelbige ihre Waaren und Vieh auch ohne Zollen fuͤhren und treiben zu laſſen. Weil nun ſolches den Ehren⸗Veſten unſern lieben getreuen Cay Ran⸗ tzowen zur Hanrau an ſeiner vor undencklichen Jahren von der Roͤmiſch⸗Kay⸗ ſerl. Majeſt. auch Koͤnigen zu Daͤnnemarcken und Hertzogen zu Schleßwig ꝛc. Unſern in GOtt ruhenden Vorfahren erlangter und habender Zoll⸗Gerechtig⸗ keit zu Abbruch und Verſchmaͤhlerung gereicht, a ls haben Wir Verordnung ge⸗ macht, wodurch ſolchem ungebuͤhrlich durchtreiben und fuͤhren gemeldtes Weges gebuͤhrlichen zu begegnen, und wollen demnach hiemit jedermaͤnniglichen, der deſſen nicht befuget, bey Verlierung der Waaren, Guͤter und Viehes halb Uns, halb gedachten Cay Rantzowen zu verfallen ernſtlich verwarnet haben, ſich hin⸗ fuͤhro des angedeuteten Weges zu enthalten, die gewoͤhnliche Zollſtette zu Han⸗ rau zu beſuchen, und den Zoll daſelbſt auszugeben, oder aber ſo jemands ſeinen Zug oder Reiſe von dem neuen Weg innehmen wuͤrde, alsdann gleichfals da⸗ ſelbſt ſeinen allda geſetzten Zollnern den von Altershero gewoͤhnlichen Zollen bey der Straffe, als vorgeſetzet, zu entrichten, und zu bezahlen, worgegen er Cay Rantzow ſich dann wiederum verpflichtet und verſchrieben, niemanden verdrieß⸗ lich aufzuhalten, oder mit Verhoͤhung des Zollens wieder die alte Gebuͤhr zu be⸗ ſchweren. Wornach ſich maͤnniglichen zu richten und fuͤr Schaden zu huͤten. Uhrkundlich unſers zu Ende aufgedruckten Koͤnigl. Secret und Handzeichens Datum auf unſern Schloß Hadersleben, den 28 Febr. 1604. Koͤnigl. .————————— 1Na des Landes Dithmarſchen 443 ndäech Koͤnigl. Begnadigung wegen des Zolles auf dem neuen Wege. §Hdir Chriſtianus IVte ꝛc. Thun kund hiemit gegen maͤnniglich, was ge⸗ li ſtalt Wir, nachdem Zeithero Unſere und des hochgebohrnen unſers freund⸗ ſic lichen lieben Vettern, Sohns und Gevattern, Hertzog Friederichen zu Hol⸗ e lräer ſtein Lbd. beederſeits Unterthanen die Eingeſeſſene ſowohl Suͤdern als Nordern richeden Theils in Dithmarſchen wegen des angeordneten und von ihnen Zeithero abge⸗ e foderten Zollens an dem neuen Wege und zu Hanrau vieffaͤltiglich ſich in Un⸗ ihen b 14 terthaͤnigkeit beſchweren wollen, auf einkommene Unſerer deswegen verordneten ſen dn Commiſſarien unterthaͤnigſte und getreue Kelation auch Veriticirung alter — un Vertraͤgen und Freyheiten endlich und nunmehr gnaͤdigſt geruhet, daß voran⸗ Gutuhn gerehte unſere und Sr. Lbd. Angehoͤrige beedes des Suͤdern und Nordern den,den Theils Dithmarſchen, in Krafft ihrer vor Jahren erlangten Privilegien und diſthi Begnadigungen, ſodann darauf erfolgten Unſern verſchiedenen Koͤnigl. Con⸗- n. firmationen und Beſtaͤtigungen hinfuhro und zu ewigen Zeiten von aller Zoll waenng Abgifft ſowohl bey unſern Ambthauſe Hanrau als auf dem neuen Wege veih exempt und befreyet ſeyn und bleiben, beſondern mit ihren Waaren, Guͤtern Ninſc 1 und Viehe allerdings deroents frey paſliren auch gemeldten neuen Weg, wel⸗ zEtſchug: chen ſie dann auf ihre Koſten bey Macht halten, und jedesmahl nach Nohtdurfft Jal Gette repariren ſollen und muͤſſen, immerfort Tages und Nachts ohn maͤnnigliches Yanrdunna Behindern und Eintrag fuͤr ſich gebrauchen ſollen und moͤgen. Die Frembden mnädeAa aber,ſo ebenmaͤßig des Orts paſſiren wollen, ſollen je und allewege nach Anlei⸗ ennachen,d tung der alten Gewohnheit und Rollen von ihrem Vieh und Guͤtern die Ge⸗ kbshabbla buͤhr entrichten, dazu unſer Amtmann ſo jetzo daſelbſt oder kuͤnfftig ſeyn wird, un⸗ haben ſichh ſern Zoͤllnern die behuͤlfliche Hand darleihen wird, und die Verbrecher mit Con- fenezuchr. kilcation der Waaren und Guͤter jederzeit belegen, ſonſten aber uͤber vorige un⸗ rmandö ſeine ſere ſpeciale Begnadigung der Dithmarſcher feſtiglich halten und gufſehen Kaleccfby wird. Alles getreulich und ohne Gefehrde. Uhrkuͤndlich unter unſern Koͤ⸗ abchena nigl. Handzeichen und gecret. Geben in unſer Veſte Gluͤckſtadt den 28 Julii ergegure Anno 1632. b e 2„ waua Koͤnigl. Schreiben an den Amtmann zu Hanrau aamaie Marquart Ranzau wegen obiger Begnadigung. Handzach Chriſtianus der Vierte. Dhrbahr und Mannhaffter, lieber Getreuer. Wir laſſen dir hiemit gnaͤdigſt fänigl unverhalten, was geſtalt wir auf eingekommene beſchehene, getreue unter⸗ Eee 3 thaͤnigſte —,——— 2 444 Geſchichte VI. Theil. thaͤnigſte Kelation unſerer hiebevor in Sachen unſers Zoͤllners zum neuen Wege und unſerer, auch des Hochgebohrnen unſers freundlichen lieben Vettern, Sohns und Gevattern Hertzog Friederichen zu Holſtein Lbd. allerſeitigen Un⸗ terthanen ſowohl Suͤdern als Nordern Theils in Dithmarſchen, wegen von denſelben Krafft alter Verdraͤgen und brivilegien offtmahls prætendirten Fxemption von aller Zoll⸗Gebuͤhrniß verordneten Commiſſarien endlich gnaͤ⸗ digſt gewilliget, daß vor angerehte Eingeſeſſene in Dithmarſchen allerſeits ins⸗ kuͤnfftig von dem Zoll frey und enthoben bleiben, und nur allein von den Fremb⸗ den nach alter Gewohnheit derſelbe ſoll entrichtet und gefodert werden. Im⸗ maſſen du dann dawider laut unſers ihnen abſonderlich ertheilten gnaͤdigſten In- dults von den Zoͤllner an beſagtem Orte nichts werdeſt verſuchen oder vorneh⸗ men, beſondern alles auf dem alten Fuß beruhen laſſen; Wir wollen aber dabey gnaͤdigſt nicht verabſaͤumen, ſintemahl Uns fuͤr unbillig anſiehet, daß die Unter⸗ thanen ſo auf wenig Weg ihr Vieh als von Braunßbuͤttel und andern Orten ausbringen koͤnnen, mit weitem Umwege beſchweret werden, die Anordnung zu thun, daß Innhalts der alten Zoll⸗Rollen jedes Orts bey den Fehrleuten oder andern dazu tauchlichen Perſohnen die Gebuͤhr allerdings entrichtet werden wu Haſt dich darnach nebſt den Zoͤllner zu achten, und wir ſind dir mit Koͤ⸗ „Gn nig aden wol gewogen. Geben in unſer Koͤnigl. Veſte Gluͤckſtadt, den 28 Julii, Anno 1632. Koͤnigl. Schreiben an den Zoͤllner zu Hogenhoͤrn, daß er von den Norder Dithmarſchern keinen Zoll nehme,nach⸗ dem der Eyder Zoll auch aufgehoben. Friederich. Dhrſahm lieber Getreuer. Es iſt, wie dir wiſſend, eine Zeithero von den Norder⸗Theils Eingeſeſſenen in Dithmarſchen quaſi in modum retor- fionis und bis die an der Eyder und ſonſt im Fuͤrſtenthum Schleßwig von un⸗ ſers Vettern, Brudern und Gevattern, Hertzog Friederichen zu Schleßwig⸗ Holſtein ꝛc. auf Gottorff Lbd. angeſetzte und erhoͤhete neue Zoͤlle abgeſchaffet, auf dem neuen Wege bey der Hohenhoͤrn ein gewiſſer Zoll abgefodert worden. Wann dann nunmehro genugſam beſcheiniget und erwieſen, daß an Furſtlicher Gottorffiſcher Seiten die gemeldete neue Zoͤlle an der Eyder als zu Huſum und zur Friedrichſtadt bereits wuͤrcklich wiederum abgeſtellet, und alles in vorigem Stande wieder geſetzet. Als iſt nicht weniger Unſer gnaͤdigſter Wille und Befehl, daß du auch nunmehr beſagte Eingeſeſſene des Norder⸗Theils dennes rt 1 Da *— s pan nau dderdin derſetgat A ngra 3. enaleite von den Fam⸗ waden. é. Kmmäͤdyint henoderbern olen aberde „daßdienwr andenon (Arerdnung Fehrkennahe rrichtet dede ſnd dimts ürſiaor, d öem, dae nne madh⸗ iheo bon de nodum reco- leßwigterw⸗ u Schltne abgeh dert vad an Fürſtc Huluman s n rlum rPiund habdeines Ols des Landes Dithmarſchen. 445 Orts kuͤnfftig mit dem Zoll, doch ſo lange wir dir keinen andern Befehl geben werden, weiter nicht belegen, beſondern gleichergeſtalt es bey der alten Zoll⸗Rol⸗ len verbleiben laſſen ſollen. Bleiben dir mit Koͤnigl. Gnaden wol gewogen. Geben Copenhagen den 15 Junii 16ſ0. In vorigen Zeiten iſt ein Gebrauch geweſen, daß die Land⸗Voigte und Land⸗Schreiber von Kirchſpiel zu Kirchſpiel gereiſet, und in Gegenwart der Vornehmſten eines jeden Kirchſpiels Bruch⸗Dingung gehalten; In dieſen 1601 Jahr aber hat Hans Rohde, Land⸗Voigt, zum erſten mahl angefangen 3 Kirchſbiele nach der Heyde und Lunden zu beruffen, und Bruch⸗Dingung zu halten. Anno 1602 den 14 Febr. iſt eine hohe Fluth geweſen, und auf Buͤſum, Suͤder-Teich, Schuͤlpe, Struͤbbel, ſind die erſt neugemachte Teiche gantz weggegangen nnd eingebrochen, auch ſowohl hier als denen angraͤntzenden Lan⸗ den laͤngſt der Elbe, Eyder und Stoer, ein unbeſchreiblicher Schaden verurſa⸗ chet, wie denn die Hamburger an Krahm⸗Waaren ſolchen den ſie allein auf 500000 Rthl. geſchaͤtzet, gelitten haben. Kaͤdinger/ Embdinger und Butjadinger kand iſt gantz uberſchwemmet, und in einem Kirchſpiel uͤber 28 Haͤuſer wegge⸗ trieben. Den 24 Febr. brach das Waſſer abermahlen ein, und that an etlichen Orten den groͤſten Schaden, und was gebeſſert, ging wieder fort. Am Sonn⸗ tag Exaudi, erhub ſich wiederum ein groſſer Sturm⸗Wind aus den Norden, ſo an Haͤuſern, Muͤhlen, Baͤumen und Korn⸗Fruͤchten einen groſſen Schaden ver⸗ urſachte, brach auch bey Schulpe und in Enderſtaͤdt wieder ein.„ Zu Ende des vorigen und Anſang des 1603 Jahres ging eine gefaͤhrliche Seuche im Lande um, alſo, daß man in Buͤſum allein am Weyhnacht⸗Abend 104 Wittwen gezehlet. Anno 1604 den 26 Febr. kam zu Suͤder⸗Theil ein Kalb zur Welt, wel⸗ ches 5 2 Fuͤſſe, aber 2 Koͤpffe gehabt, hinten iſt es gantz und gar ein Klotz eweſen. 1 Anno 1606 am 2 Advent, iſt zu Tellingſtedt in der Kirchen ein Wachs⸗ Licht auf dem Altar von ſelbſten zu brennen angefangen, aber von dem Paſtore ausgeloͤſcht. Folgenden Abend und die gantze Nacht durch hat es wieder von ſelbſten gebrandt, desgleichen am Chriſt⸗Abend und den folgenden Chriſt⸗Tag waͤhrenden Gottes⸗Dienſt, und obwol das dabey ſtehende Licht zu drey mahlen von dem Kuͤſter angezuͤndet worden, iſt doch ſelbiges allemahl von ſelbſten erlo⸗ ſchen, wie von dem ſeel. Adolff glaubhafft berichtet wird. Anno 1611 iſt der Krieg zwiſchen Daͤnnemarck und Schweden angigan 7. 446 Geſchichhlte VI. Theil. — gen, worzu die von Suͤder⸗Dithmarſchen Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnne⸗ ClausA marck 20000 Rthlr. in 4 Terminen zu bezahlen verehret. een. ¹ Anno 1612 iſt in dieſen Laͤndern geboten worden ſich mit Gewehr zu ver⸗ Nrde⸗s ſehen, auch gemeine Heerſchauung gehalten, allenthalben im Norder⸗ und Suͤ⸗ fen uwvine der⸗Theil an der See⸗Kannte, Baacken und Theer⸗Tonnen aufgerichtet und o, vil ſtarcke Wacht gehalten worden, wie ſie denn auch etliche Mordbrenner ertap⸗ nlbekard pet, und ihnen ihren gebuͤhrenden Lohn gegeben haben. Am In dieſem Jahr hat der Hertzog Johann Adolff den Zinß von dem Marſch⸗ amder Lande erhoͤhet, und muſten die Unterthanen 28 Schill. von jeden Morgen ge⸗ in Bog ben, da ſonſten in der Capitulation nur 24 Schill. angeſetzet worden. Solche war esl Verhoͤhung kam von dem damahligen ſchlechten couranten Gelde her, und war Jahrhe der Muͤntz⸗Meiſter, Matz Paulſen, groͤſten Theils ſchuld daran, als welcher eine einbrin Menge Doppel⸗Schillinge oder ſogenannte Strevkatten geſchlagen; Dieſer T Verhoͤhung vorzukommen, haben die von Suͤder⸗Dithmarſchen bey Ihro Koͤ⸗ Schle nigl. Majeſt. von Daͤnnemarck ein Memorial eingegeben, wie er eben Ao. 1613 in Mar in Brunsbuttel geweſen, und gebeten, daß man ſie bey der Capitulation ſchuͤ⸗ büͤttelg tzen moͤchte, es moͤchte auch eine Veraͤnderung im Muͤntz⸗Weſen kommen, wie wunde es wolte. Dieſes petitum iſt ihnen gegen eine Erkaͤnntlichkeit von 1800 Rthlr. Dach zugeſtanden, und ihre privilegia confirmiret worden.— Ahbll In der Nacht den 21 Septembr. iſt ein groſſer Sturm geweſen, der die einenun Teiche allenthalben ſehr beſchaͤdiget, die neue Schuͤlper⸗Siehl weggeriſſen und den in das Land unter Waſſer geſetzet worden. inEhd Anno 1612 ſind Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck im Octobr. zu uſach Braunsbuͤttel geweſen, wegen der 2 Stenen⸗Hoͤvede, welche noch ſolten aus⸗ Mauo geſchlagen werden, wie vorigen Jahres mit einem geſchehen. Zu dieſer Arbeit hat habE man durch gantz Suder⸗Dithmarſchen 12 Schill. von Morgen geben muſſen. 5 Anno 1615 wurden in der Faſten 2 Bruͤder zu Suͤder⸗Dieck, Roffs Jo⸗ de n hanns Kinder, Erbſchafft halben uneins, daß auch der eine dem andern vor offe⸗ derwe nen Gericht den Todt gedraͤuet; der eine verbirget ſich zu dem Ende des Abends ienac darauf heimlich in des Brudern Hauſe( ſo von keinen argen gewuſt, jedoch den 8 Tag geklaget, daß ihm das Hertz ſof ſchwer) und als ſein Volck zu Bette, er Huldi auch bey dem Feuer im erſten Schlaff geſeſſen, uͤberfaͤlt ihn der andere und er⸗ da ſü mordet ihn mit vielen Wunden, gehet darauf zu Hauſe, und laͤſt wegen des er⸗ bonde mordeten Bruders in der Kirchen oͤffentlich bitten, und als das Gebeth geſchicht, 4 wird er alſobald blind und ſtumm, daß ſie ihn aus der Kirchen fuͤhren muͤſſen, da narhte er alles zu verſtehen gegeben, wie die That ergangen. Eriſt zwar von der hat ſei Frauen an einen andern Ort gebracht worden, hat aber nirgends Ruhe gehabt ſhon und wegen des boͤſen Gewiſſens bleiden koͤnnen, wie denn der ſeel. Hr. Paſtor, 5 Claus NVa — bon Dam Gewehruh⸗ dde eder ue. ſaufgerägt dhrenaeme ondem den den Mra tden. Ett de her udar als welchae lagen, De nbey Ise eben Aolch itulation dh kommen, m 11800 Nü Ken, der d ggediſſen un) m Oddobt. h ſolten au⸗ ſer Arbeithe den müſſen k, Noffs— dern vorofe *des Aben ſt, jedob zu Be. 6 mnderende wegendes 1 ech geſcih nmuſſer, war oral Nuhearſcb Fr haltor, * Claud des Landes Dithmarſchen. 447 Elaus Witte, in verſchiedenen Predigten ſtarck auf ſeine Inhafftirung gedrun⸗ gen. Am Ende des Martü kam ein Hochfuͤrſtl. Befehl an den Land⸗Voigt in Norder⸗Theil Dithmarſchen, daß das gantze Land wehrhaffte Mannſchafft ſtel⸗ len und in Gegenwart des Capitains Steffen Faſchen die Munſterung paßiren ſolte, welches den 27.29. und 31 Martii vollzogen, aus was Urſachen aber, iſt unbekandt blieben. Am Sonntage Quaſimodogeniti war um Mitternacht ein Bogen rund um der Sonnen zu ſehen, hell und glaͤntzend, und ging von der Sonnen wieder ein Bogen ins Norden 4 mahl ſo groß, wie der Haupt⸗Bogen, aber ins Oſten war es bloß und nichts zu ſehen, machte alſo ins Weſten ein Creutz. In dieſem Jahr hatte man eine ſehr ſpaͤte Erndte, alſo daß viel ihr Korn allererſt um Martinĩ einbringen koͤnnen. Den 1 Decembr. brach des Nachts durch einen hefftigen Sturm die Schleuſe zu Meldorff mit etlichen Ruthen Teichs ein, desgleichen die Schleuſe in Marner neuen Koeg mit etlichen Ruthen Teichs ‚ingleichen bey Oſten Bruns⸗ buͤttel an der Landes⸗Scheidung bey der Querſchlippen ging es auch durch, und wurde der Süder⸗Strand unter Waſſer geſetzet, daß etliche Haͤuſer bis ans Dach in Waſſer geſtanden, desgleichen in Norder⸗Dithmarſchen iſt das Waſſer an vielen Orten durchgebrochen, und hat an den Teichen an Vieh und Haͤuſern einen unbeſchreiblichen Schaden verurſachet, als in Buͤſum, der Koegin Gro⸗ ven, in Delver⸗Marſch und faſt durch die gantze Marſch. Welchen Schaden in Eyderſtaͤdt, Nord⸗Strand, und im Amte Tundern dieſe Waſſer⸗Fluth ver⸗ urſachet, kan anderwerts nachgeleſen werden. Sonſt hat man nach den alten Marck⸗Zeichen gefunden, daß dieſes mahl an vielen Orten das Waſſer dritte⸗ halb Ellen hoͤher gegangen, denn wie es Ao. 1708 geweſen. Den 21 iſt ein grauſamer Sturm mit Donner und Bliz entſtan⸗ den, wodurch das Land abermahlen unter Waſſer geſetzet, und das jenige wie⸗ der weggeriſſen worden, ſo zu Keparirung der Teiche ſchon beygetragen und gemacht geweſen. Anno 1616 den9 Septembr. empfing Hertzog Friederich in Perſon die Huldigung von Norder⸗Dithmarſchen, und ließ ſich von gantzem Lande zu Lun⸗ den ſchweren. Es ſind den Herrn zum Antritt der Regierung 2000 Rthlr. von der Landſchafft verehret worden. Anno 1617 war ein ſehr gelinder Winter, daß auch der Kohl um Weyh⸗ nachten, die Ellhorn und andere Baͤume um Faſtnacht gebluͤhet, der Geeſtmann hat ſeine Saat um Faſtnacht mehrentheils geſaͤet gehabt, und das Vieh hat man ſchon um die Zeit in die Graſung gebracht. Den 15 Decembr. war ein Kaſer iäai⸗ ſo das Gericht bey Meldorfß, Ff ver⸗ 448 Geſchichte VI. Theil. verſchiedene Muͤhlen im Norder⸗Dithmarſchen niedergeworffen, und die neuen Teiche bey Brunsbuͤttel, Eddellack und St. Margarethen weggeriſſen, ob ſie ſchon vieles Land damahlen ausgeſchlagen gehabt. Dieſes Jahr ſollen viele Huͤner ihre Federn veraͤndert haben, und ſeyen aus ſchwartzen weiſſe geworden, auch iſt ein weiſſer Sperling und weiſſe Kywit⸗ ten geſehen worden. So iſt auf Buͤſum auch ein Schwerd⸗Fiſch von beſonderer Geſtalt gefangen worden. In dieſem Jahr iſt eine ſchwere Seuche unter dem Vieh entſtanden, daran ſehr viele geſtorben, welche Seuche nachhero auch unter die Menſchen gekom⸗ men, und viele hingeriſſen, die Krancken klageten ſehr uͤber Haupt⸗Schmertzen, ſchaͤumeten aus dem Munde, und die Zaͤhne im Kopff wurden ihnen loß, lagen ſonſten ſtill vor ſich weg. Anno 1619 den 21 Octobr. zanckete ſich Peter Brauer zur Heyde mit Volquart Reimers, einem Leinwands Kraͤmer, und wuͤnſchete vor offenen Ge⸗ richte: Dafern er Unrecht haͤtte, moͤchte der Teufel ſein Haus, ſo er eben baue⸗ te, herunter reiſſen. Folgenden Morgen faͤllt das Haus bey ſtillem Wettet nie⸗ der, und zerbrechen Balcken, Sparren und alle Materialien in viele Stuͤcken. Gleiche Straffe einer boßhafften Vermeſſenheit hat Hans Meyer in Buͤſum Ao. 1615 empfunden, welcher gewuͤnſchet, daß ſofern er Unrecht haͤtte, ſein Haus moͤchte innerhalb 8 Tagen in Feuer aufgehen, welches denn auch 8 Tage Pemrach ,nemlich den 25 Trinit: da das Haus in die Aſche geleget worden, er⸗ olget. Um Martini iſt in hieſige Laͤnder ins Oſten ein groſſer Comet geſehen wor⸗ den, und iſt von Norden ins Suͤden gegangen. Den 20 Novemb. darauf hat das Waſſer an den Teichen groſſen Scha⸗ den verurſachet, und an verſchiedenen Orten eingebrochen. In dieſem Jahr iſt zu Buͤſum auf der Ruſing ein Meer⸗Weib geſehen wor⸗ den, ſo an dem Ufer ſitzend ihre lange Haare gekaͤmmet, und von ungemeiner Schoͤnheit, unten aber wie ein Fiſch geſtaltet geweſen, haͤtte auch durch ihre Schneeweiſſe proportionirliche Bruͤſte der Zuſchauer Augen faſt verblendet, wie ſie aber die Leute gewahr geworden, ſey ſie dem Waſſer wieder zugeilet, doch habe ſie, wenn man geruffen, ſich wohl 5 dis 6mahl umgeſehen. Ein gleiches Meer⸗Weib iſt ehemahlen auf dem alten Kirchhofe zu Suͤden Buſum geſehẽ und gefangen worden, und wie ſie es weggebracht, ſoll es geruffen haben: Ick gelo⸗ ve idt ju, ſo wiet als jy my trecken, ſchall ju Land wegdrieven edder wegrieten. Den 12 Novembr. wurde eine Frau aus Henſtedt zu Lunden verbrandt, die ſich vor einen Mann ausgegeben, ſoͤnſten keiner Uebelthat ſchuldig veideſen⸗ eren — deren Le Daſtofb amlt LVHadis M. ens ad erum( in batr ſaotut rapto molie qre l labor⸗ ceps Fein tendb mode ſe vit Hangi mooit inted molt natu extre „ aucdil rione fecit hiſce miſſt reun gnan ttro⸗ tur. dolo nam vela tali Ao. I MVa — undden ben, dn ſor nd deſ ar hvondarer tſtandader Nriſchenein pt⸗chment nen oß, zur Hadn vor offenge ſoer ebenw im Wetten biele Eti ver in Buln Irhante, ſa auch Tag worden, 0 tgeſehen wo roſſen h geſchen wr nungemeir ch durc ſtverbladt zugelt dh Einglche um geſtemn en: Jkob wegriete verbun diggerecn dern des Landes Dithmarſchen. 449 deren Leben aus folgendem Schreiben des ſeel. Petri Ludenii, Senioris und Paſtoris zu Weddinſtedt in etwas weitlaͤufftiger zu leſen: — s ut aliquid novi appingam, facinus indignum, M. F. exme protinus audias, faxo. Commigravit in noſtram Dithmarſiam ante biennium Mulier non Mulier, Vir non Vir, Maritus non Maritus, horreſco refe- rens, adeo rerum& verborum naſcuntur mihi ſub manibus monſtra. Fuit in Patria ſua Titivilitio, ſive Ardelioni cuidam nupta, adverſus Parentum ſuorum voluntatem. Neqvam iſte maritus poſt celebratas nuptias, de rapto cœpit vivere,& in furto deprehenſus, in crucem agitur. Kelicta muliercula verebatur in Parentum ſuorum prodire conſpectum: iis nam- qve invitis Viro ſe addixerat diobolari, eodemqve jam ſuspenſo ſumma laborabat apud omnes infamia. Dum in incerto eſt animus, qvo ſe dein- ceps vertat potiſſimum, ne vitæ ſuæ inpoſterum neceſſaria deſint, monitu, ſive inſtinctu veneficæ cujusdam vetulæ ad facinus conſurgit animadver- tendum. Exuit habitum muliebrem, relictas mariti ſui veſtes ſibi accom- modat, ita peregre domo proficiſcitur, cultu, ſermone, inceſſu nomineque ſe virum mentita. Nam Erneſti nomen impoſuerat ſibi ſceleſta. Venit longis ambagibus acta tandem in borealem Dithmarſiam, ibiqve in com- munitate Henſtediana proprios invenit lares. Procus enim deteſtabilis, inteſtabilis, viduæ cujusdam multos jam annos natæ ambit nuptias. Quid multis miror? celebrantur ſponſalia, proclamatio fit per binundinum, ador- natur& inſtituitur nuptiale convivium. O tempora, o mores, o nuptias extreme inceſtas, in qvibus ambæ nupſerunt. Neonymphus enim(ut audiſti) erat mas imperfectus, ergo membrum qvod dicerè non eſt, ex co- rio neverat hircino, eoqve per annum integrum ſponſæ ſuæ vetulæ ludos fecit. Emanat demum rumor ſub veteris anni exitum de abominandis hiſce nuptiis. Qvo audito Prætor provincialis hunc Pſeudo-Maritum miſſis miniſtris acceſſit, carceri includit, tortori tradit,& ſceleris nefandi reum& convictum flammæ damnat vivæ vivum. Itaqve factis ſuis di- gnam tulit mercedem. Hanc hiſtoriam qvæſo M. Laurentio fratri no- ſtro multis nominibus ſuſpiciendo referas, ut habeat qvod nabiscum mire- tur. Nam fœminas qvidem jam dudum ætatem, ſe mutuo inceſtaſſe(proh dolor) vel aA poſtolico indicio conſtare poteſt. Verum enim vero fœmi- nam ſœminæ coram altari publice conjugii fidem dediſſe, qvis inquam ſe vel audire vellegere meminit? Gratulor autem noſtræ Dithmarſiæ, qvod tali paracatharmate divinitus ſit liberata. Dab. Weddingſt. 23 Jan. Ao. 1620. Fff 2 Anno 450 Geſchichte VI. Theil.— Anno 1620 den 5 April war der Kron⸗Printz von Daͤnnemarck, Chri⸗ Ning ſtianus V. zu Meldorff, um das Teich⸗Weſen ſo viel beſſer zu befoͤrdern, er ſoll bnrge zu vielenmahlen ſelbſt Hand mit angeleget/ und ſich erkundiget haben, ob man den an Arbeits⸗Leuten auch den gebuͤhrlichen Lohn darreichte, und ob auch alles ordent⸗ n N lich zuginge. Rlen Anno 1623 den 27 Januarü ſind alle junge Mannſchafft in Suͤder⸗ 7 8 Theil,ſo wehrhafft, in Meldorff zuſammen gefodert und 400 Mann davon aus⸗ dadd geleſen, die von dem Capitain Marquart Kantzau gemunſtert und nach Stein⸗ durchg burg gefuͤhret worden, allwo ſie vor Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck die der ne Revüe paſſiret, in roth und weiſſer Montur gekleidet, und derer Orten einquar⸗ disun tiret worden, aber bald wieder erlaſſen, und Sonnabends vor Invocavit zu Deh Hauſe gekommen. Sie ſind um Johannis wieder aufgeboten worden, und in den, folgenden Jahr um Pfingſten wieder enturlaubet. Nah 3 Den 25 Julüi, iſt ein ſchrecklicher groſſer Hagel gefallen, der 2 Ellen dick legen das Land bedecket hat, darunter Steine einer Welſchen Nuß geweſen: in dem 34T Strich wo der Hagel gekommen, iſt das Korn gaͤntzlich verdorben, und die Fen⸗ dbern ſter eingeſchlagen worden. bielt Anno 1624 beſichtigte der Koͤnigl. Amtmann zu Steinburg Detleff Täh Rantzau nebſt dem Land⸗Voigt, Landſchreiber und etlichen Kirchſpiel⸗Voigten, De⸗ alle Auſſen⸗Teiche des Suͤder⸗Theils, und ward ausgegraben, wie weit es ge⸗ anhte meſſen und hernach verzinſet werden ſolte, es moͤchte inskuͤnfftige eingeteicht wer⸗ den oder nicht. ſrond Den 10 May wurden 500 Mann in Suͤder⸗Dithmarſchen einguartiret, ülle und zwar aus folgenden Urſachen: es hatten die Kaufleute und reichſten in der denn. Marſch ein Memorial an Ihro Koͤnigl. Majeſt, uͤbergeben und die freye Aus⸗ Erich fuhr des Korns(als welche damahlen verboten) gebeten, dabey ausdruͤcklich be unter andern Urſachen mit angefuͤhret: im Fall ſie nicht koͤnten ausſchiffen, die wuͤſten ſie nicht damit zu bleiben, immaſſen das Korn dermahlen wohl gerathen. Fluße Es haben aber Ihro Koͤnigl. Mqjeſt. geantwortet: er wolte etliche ſchicken, die iingei ſolches verzehren huͤlffen. 8 ficyen Den 28 May haben Ihro Koͤnigl. Majeſt, von Daͤnnemarck in Perſohn poßfne 9 Fahnen Volckes,ſo in Höllſtein und Dithmarſchen verlegt geweſen, zu Oſten Frgeel Krumſtedte, auf der Heyde gemunſtert, ihnen Geld gegeben, und die ſchlechtſten londor ausgeſchoſſen. Hans Dettleffen ſetzet als was beſonders: Der Land⸗Voigt TllI Nicolaus Brun war mit gegenwaͤrtig, mit dem Ihro Koͤnigl. Majeſt. freundlich dieſe da ebrolhen auch bey gehaltener Mahlzeit ein Stuͤck von dem Braten reichen der A0 gſſen. gn „ 1 60 Jah Den XI. Sonntage nach Trinitatis wurde eine Fahne einer ünden i Mann⸗ —————— MV des Landes Dithmarſchen. 451 ſenan,C Mannſchafft aus dem Suͤder⸗Theil gefuͤhret, und unter den Capitain Dragen⸗ foden e aber die Elbe verleget dn aünnd burg uͤber die get. 3 öh d r anno 1625 den 26 Febr. um 6 Uhr Nachmittags iſt Heimreichs ach deag mit dem Neuen Mond durch einen ſtarcken Weſt⸗Nord⸗We⸗ Nord Frieſif. ſten⸗Wind eine groſſe Eiß⸗Futh geweſen, daß das Waſſer Cn e. df neda⸗ 2 Ellen hoch uͤber die Teiche gegangen, und ſind die Teiche durch 1 anndobane, das Eiß unten weggeſpuhlet, das unterſte oben gekehret, und an vielen Orten undugden durchgebrochen. Im Suͤder⸗Theil im Kirchſpiel Eddellack, Brunsbuͤttel, Dannemat der neue Koeg im Kirchſpiel Marne, ſo das Jahr erſt verfertiget, ſind die Haͤuſer Orten ine bis unter dem Dach unterm Waſſer geſtanden, und ſehr viel Menſchen und or lavocnn Vieh ertruncken. Im Norder⸗Theil iſt es auch an vielen Orten durchgebro⸗ wotden unt chen, in allen Marſch⸗Kirchſpielen, und ſind allein im Suͤder⸗Teich bey 140 Ruthen Teichs weggegangen. In Eyderſtaͤdt und andern an der See⸗Kante der ꝛ Ell liegenden Provincien iſt nicht weniger Schaden geſchehen, und hat das Waſſer weſen: n 14 Tage geſtanden, ehe man ſpuͤhren koͤnnen, daß es wieder verloffen. Wo es unddiege aber nicht eingebrochen, hat ſich das Eiß etliche Ruthen unter den Teich geſetzet, bis oben an den Kamm, daß das Waſſer ſo viel hoͤher dem Anſehen nach, als die nburg Dette Teiche gegangen, waͤre ſonſt vermuthlich der Teich allenthalben weggegangen. nal⸗Voigtu Die Hamburger Kaufleute und Zuckerbecker haben den Schaden, welchem ſie ie weites g an ihren Waaren gehabt, allein 370000 Marck taxiret. oatachtwe⸗ Den 20 Martü iſt wieder ein hefftiger Sturm einem Erdbeben gleich ent⸗ ſtanden, ſo 3 gantzer Tage gedauret, und iſt am andern Tage der Wind am eingucrtiat allerheffligſten geweſen, wodurch denn das gantze Land wieder 2 Ellen hoͤher ihſieninde denn vorhin unter Waſſer geſetzet worden, unzehlich Vieh ertruncken, gantze e fteye Al⸗ Stuͤcke Mohr⸗Landes nebſt Haus und Hof abgeriſſen und verſetzet, der Teich ausdruͤcklch ſo bey vorigen Sturm erhalten worden, iſt dieſesmahl ſo durchloͤchert, ausſchifen daß er auch keine Zeit oder Fluth abhalten moͤgen. Dieſe beyde Waſſer⸗ hlgeratha Fluthen hat ein Schulmeiſter in Eyderſtaͤdt vorher verkündiget, weswegen er ſhice eingeſetzet, und des Landes ſollen verwieſen werden, iſt aber nachhero wieder auf freyen Fuß geſtellet worden. ein Jrich puſſendorf. de reb. Wie der Koͤnig don Daͤnnemarck Chriſtianus der IV. A. en, ubſa Svec. 1.§. 44. 1625 an der Teutſchen Unruhe Theil genommen, und ſich zum e ſchlet Laieh Ael⸗ nieder⸗Saͤchſiſchen Crayß⸗Obriſten beſtellen laſſen, gerieth Gend un ⸗Ip. 802. er daruͤber mit dem Kayſer in einen ſchweren Krieg, in welchem 74 rud dieſe Laͤnder von beyden Theilen ſtarck mitgenommen wurden. Denn ſo wur⸗ ſeſ uin den Ao. 1626 in der Oſter⸗Wochen alle junge Mannſchafft von 16 und unter qten la) 60 Jahren aufgebothen, und von einem fremden Capitain gemunſtert. Und im ve ncet Herbſt wurde ein ſtarck Commando Reuter(deren Obriſter der Rhein⸗Graf⸗ ne l Fff 3 Graf ———“ 45² Geſchichte VI. Theil. Graf Ernſt von Mansfeld in Elmshorn lag) in der Marſch des Suͤder⸗Theils einquartiret, groſſen Muthwillen veruͤbet, die Leute auf dem Wege beraubet, bey Nacht⸗Zeiten in die Haͤuſer gebrochen, und dem Lande groſſen Koſten verurſa⸗ chet. Muſten aber Ao. 1627 in der Woche vor Pfingſten wieder marſchiren, da denn alle Buͤrger und Bauren in Meldorff, Heyde, und allenthalben wo ſie Phedäie in vollem Gewehr kamen, daß ſie alſo wider ihren Willen fromm eyn muſten.. Um jJacobi iſt ein general Aufboth durch Hollſtein und Dithmarſchen ge⸗ ſchehen, und die general Munſterung zu Braemſtette gehalten, welches Land⸗ Volck ungefehr 8 Tage bey Langenhorn, darnach zwiſchen Hamburg und Ot⸗ tenſen noch ohngefehr 14 Tage gelegen, unter welchen Hauffen, ſo bey 16 Fah⸗ nen und etlichen 1000 Mann ſtarck, auch etlichen Fuhnen geworbenes Volck ge⸗ weſen, der alte Graf von Thurn war ihr General, und Juͤrgen von Ahlefeld commanqdirte als Obriſt⸗Lieutenant. Wie aber der Kayſerl. General Tilly unvermuthet bey Tangermuͤnde uͤber die Elbe ging, ſich mit Wallenſtein con- jungirte, und alſo gerade in Stormarn marſchirte, ging dieſes Corps aus ein⸗ ander, das Land⸗Volck ein jedes an ſeinem Ort, Juͤrgen von Ahlefeld mit den geworbenen Volck zog nach der Crempe, der alte und junge Graf von Thurn, mit den bey ſich habenden 600 Frantzoſen aus Meldorff nach Lunden, und von da nach Rendsburg, und conjungirte ſich mit der darinn gelegenen Engliſchen Guarniſon, mit welcher er auch die gantze Belagerung aushielte, und hernach mit allen uͤbrigen nach Daͤnnemarck gezogen iſt. Weil nun die Kayſerliche Macht zu groß war fand Hertzo Friederich von Gottorp ſich bey Tilly in Lauen⸗ burg ein, vertrug ſich mit ihm, und verſtattete ihm freye Quartirung in ſeiuem Lan⸗ de, wie den wuͤrcklich die Kayſerlichen den 19 Octobr. mit 4 Fahnen Fußvolck und 1 Fahne Reuter ihr Quartier in der Heyde genommen. Hierauf belager⸗ ten die Kayſerlichen Breitenburg, nachdem ſie vorhero Pinnenberg, Elmshorn, Steinburg, Itzehve und Wilſter ohne Muͤhe eingenommen, da aber dieſer Ort ſich eine Zeitlang tapfer hielte, wurde es mit ſtuͤrmender Hand erobert und alles maſſacriret, weil dieſe Belagerung dem Wallenſtein bey 4000 Mann gekoſtet. Olear. Holſt. Daraufruͤcketen ſie weiter vor Rendsburg, welcher Ott ſich mit Chron 5. 79. des Koͤnigs Conſens nach einer 4 woͤchentlichen Defenſion ergab. Indeſſen hatten die Kayſerlichen eine Schiffbruͤcke uͤber die Eyder gemacht und ſich nach Juͤtland gezogen, daß ſie alſo damahlen gantz Juͤtland und Hollſtein unter ihre Gewalt brachten, auſſer Gluͤckſtadt und Crempe, welcher letzterer Ort, doch nach einer jaͤhrigen tapfern Defenſion Ao. 1628 den 14 Novembr. ſich ergeben muſte.— Bey ſo ungluͤcklichen Conjuncturen wurde Chriſtianus IV. gendihide, . 1 — ſch nag Fpit. Hi and ſey en Juc Hu Lcher Winde begabſ ſichere 1 nigl marſch haͤte die Br na Nu marc ſaunm nigau hrun und de Uota rechtſe nuß ſ buüͤteld dendiech auch d ſchafen Bruns nur ein gebrach aberm gffehr! A Aufſtan gemacht ſocches 6 euncitet I.N d — des Landes Dithmarſchen. 453 Süde⸗— — ſich nach ſeiner Keſldentz Copenhagen zu ſeiner Sicherheit zu erheben, ſolchem ſendees Ppit. Bitor. nach ging er von Stade nach Holland, und von da nach Copen⸗ d nrfhn Dithm. Chron. hagen, wie Cluverus will; Hans Dettleffſen hingegen ſetzet, er etbeben V ſey von Gluͤckſtadt zu Waſſer nach Buͤſum, von dar zu Lande uͤber die Eyder Vn— nach Huſum und ſo weiter nach Daͤnnemarck gereiſet. Die See⸗ und Elbe⸗ n Teiche wurden allenthalben durchgegraben, aber wegen des beſtaͤndigen Oſt⸗ ähnzen Windes wolte kein Waſſer ins Land kommen, das Land⸗Volck fluͤchtete und begab ſich mit dem, was ſie in der Eyle zuſammen raſpeln koͤnnten, zu Schiff an jwechesln ſichere Oerter, als Hamburg, Embden, Amſterdam ꝛc. 6 Es wird von Hans Dettleffſen als warhafftis berichtet, daß/ wie Ihro Koͤ⸗ lüſ nioledhaheſt auf den Dieckhuſumer Haven den 7 Sept. angekommen, die Dith⸗ denes dlct marſcher ihre Baacken angezuͤndet, und viel Volcks mit Gewehr ſich verſamlet, enwon ah haͤtte einer gar dem Koͤnige eine Buͤchſe, ein ander aus Buͤſum eine Piecke auf „Genenc die Bruſt geſetzet und ihn toͤdten wollen, wenn nicht ſeine Maitreſſe die Chrifti- allenſtnen na Munkin geruffen: ſchieſſer und ſtechet nicht, es iſt der Koͤnig von Daͤnne⸗ Conpsauäih marck. Und wie der Koͤnig gefraget: aus was Urſachen ſie ſich zuſammen ge⸗ tlefehmtde ſammlet haͤtten, haben ſie geantwortet; des Feindes wegen. Esſoll der Koͤ⸗ afbon Thumn nig auf der Reiſe die Buſumer, daß ſie ſich wohl gehalten, auch die Weßlingbuͤh⸗ don, und w rer geruͤhmet haben, welche mit fliegender Fahne zu Dieckhuſum gekommen, en Engliſche und die Frauen mit Forcken und Stacken ſich forne an der Spitze ſehen laſſen. „undheevas Unter andern ſoll der Koͤnig geſprochen haben: Die Dithmarſcher Frauen ſolten die Kayſerich rechtſchaffene ernſte Frauen ſeyn, nun habe ich es mit meinen Augen geſehen, und Tillyin Laue muß ſie deßhalben ruͤhmen. in ſeiuem le Dcen z und 4Octob. kam das Kayſerl. Collorediſche Regiment zu Bruns⸗ nen Fußbot buͤttel durch die Wilſter⸗Marſch unter Commando des Obriſt⸗Lieutenants Lo⸗ erauf belage dendieckes an, woſelbſt das Land ſie eine Zeitlang unterhalten muͤſſen, es ward ro, Elmsher auch alſobald daſelbſt eine Schantze aufgeworffen, wozu das Land alles ver⸗ ber dieſen ſchaffen, auch die Arbeit verrichten muͤſſen. Wallenſtein kam ſelbſten nach bert undal⸗ Brunsbuͤttel und nahm den Schantzen⸗Bau in Augenſchein, verharrete aber dann gktit nur eine Nacht daſelbſt. Nachdem die Schantze einiger maſſen zur Pérfection er Orihnt gebracht, wurden die Soldaten uͤberall einquartiret, das Kirchſpiel Meldorff fenſcnag aber muſte von dem Altringiſchen Regiment 5 Compagnien bis A. 1628, ohn⸗ ergarcttu gefehr 14 Tage vor Michaelis unterhalten. 1 V durd huli Anno 1628 den 18 Martii wurde in Suͤder⸗Dithmarſchen ein gemeiner valharl Aufſtand durch unbeſonnene Anſtifftung etlicher Perſonen gegen die Kayſerl. 14 Nent gemacht, unter dem Schein, als wenn Ihro Koͤnigi. Majeſt. von Daͤnnemarck 4 ſolches befohlen, und daß ſie zu gewiſſer Zeit aus Gluͤckſtadt mit Volck ſolten ſe⸗ wiht eundiret werden. Solcher geſtalt nun wurde das Land⸗Volck in deaen a fü, 454 Geſchichte Vl. Theil. gebracht, als denen die ſchwere Contributiones ohnedem unertraͤglich, und ver⸗ ſammleten ſich zu Meldorff, von da ging ein Theil nach Friedrichshoff und er⸗ ſchlugen daſige Kayſerl. Guarniſon in die 20 Mann faſt unbarmhertziger Wei⸗ ſe, unangeſehen ſie hefftig um Quartier gebeten, und das Haus ſtecketen ſie an, welches denen zu Gluͤckſtadt eine Looſe ſeyn ſolte, und begaben ſich ſo ferner nach der Eddellack. Der andere Haufe zog durch die Marſch nach Barlet und Mar⸗ ne, in Meinung, mit Huͤlfe des vertroͤſteten Succurſes aus Gluͤckſtadt die Schan⸗ tze bey Brunsbuͤttel zu nehmen, und ſchlugen alle Kayſerl. Soldaten, ſo ſie an⸗ traffen, mehrentheils zu Tode. Dieweilſie aber unter ſich nicht eins und zu ei⸗ nem Zweck zieleten, auch als unerfahrne ohne Ordnung daher zogen, ein Theil mit der geraubeten Beute(der ſie mehr, als ihr Vaterland zu befreyen, nachge⸗ trachtet) nach Hauſe geeilet, als wurden die ubrigen, ſo zu Marne benachtet, und des andern Tages unvorſichtig nach Brunsbuͤttel ruͤcketen, von den Kayſerl. Soldaten zu Norden Brunsbuͤttel, ohne ſonderliche Muͤhe getrennet, und etli⸗ che wenige, ſo ſich nicht gleich andern alſobald abwerts in die Kruͤge verborgen, erſchoſſen. Folgendes Tages als den 20 Martü iſt der Obriſt⸗Lieutenant mit ſeinen Soldaten vor Meldorff geruͤcket, und die Urheber als Viet Claus, Paul und andere ihm heraus zu geben begehret, oder auch gedraͤuet, die annoch wenige Einwohner(weil die meiſten ſchon davon geweſen) alle zu toͤdten, den Flecken auszupluͤndern und in Brand zu ſtecken. Eriſt doch endlich durch groſ⸗ ſe Bitte und Verheiſſungen beſaͤnfftiget, alſo daß er ſich wieder nach der Schan⸗ tze zuruͤck gezogen, hat aber etliche Gefangene mit ſich weggefuͤhret, davon einige hernach jaͤmmerlich und unſchuldiger Weiſe bey Brunsbuͤttel gerichtet worden. Den 21 Martii iſt der Graf Hannibal von Schauenburg und der Obri⸗ ſte Frenck mit einigen Offieirern und eine A nzahl Soldaten auch ein klein Feld⸗ Geſchuͤtz bey ſich habend von Itzehoe nach Meldorff gezogen, dieweil aber die Unruhe mehrentheils geſtillet, und die Einwohner ſich mit dem Obriſt⸗Lieutenant geſetzet, ſind ſie, ohne daß etliche Haͤuſer ausgeplundert, wiederum des Weges durch Windbergen, den ſie gekommen, nach Itzehoe geruͤcket. Es iſt aber das Land in jaͤmmerlichen Verderb dadurch geſtuͤrtzet, denn zu geſchweigen, daß etli⸗ che Doͤrffer an Vieh und Guͤtern gantz entbloͤſſet und von den Soldaten ausge⸗ pluͤndert worden, ſind ihnen auch die woͤchentliche Contributiones je laͤnger je hoͤher geſteigert und verhoͤhet worden. Und weil die Kayſerl. mehr Empoͤrun⸗ gen und Unruhe beſorgeten, ſo wurden einige Trouppen den 22 April in der Heyde und dem gantzen Norder⸗Theil wieder einquartieret, als welche ſonſten ſchon den 25 Febr. von da aufgebrochen waren. ns Den 15 Novembr. iſt das Collorediſche Regiment in Meldorff quartieret worden, und haben den 19 und 20 Novembr. die in SüderehenDihme 4 ſchen 30i54 anebg Cüch undoe hshof ude WMRtiger W 8 5 WW cſofenax arletwydrr nadedaci⸗ aten, ſeſta Fteinsundne gen, ein die ffeyen nach ebenachttw zen den Koyit ennet, udi rügeberben Lleutenautm 5 Viet Clau et, die annoc antdonen, d ch ducch gro ch der Scheu⸗ :, davon eiric ichtet worden und der Oor⸗ an klein Feb weil aber d jſt⸗Lieutenal ndes Wage Eiſt aberde igen, dich⸗ ldatenab⸗ es je wnge ehr Erde 2Apli in weiche odſ orffanetere zel Othrna ſchen des Landes Dithmarſchen. 455 ſchen dem Kayſer zu ſchweren und huldigen muͤſſen, als welches Land wieder un⸗ ter Bremen ſolte geleget werden. Dieſerwegen haben ſie nachher 5000 Rthlr. Bruͤche an Ihro Koͤnigl. Majeſt. bezahlen muͤſſen. Anno 1628 den 7. 6. 7. Septembr. iſt das Waſſer durch einen ſtarcken Sturm⸗Wind an vielen Orten eingebrochen, ſonderlich den 7den iſt ein groß Ungewitter mit Donner und Blizen entſtanden, wodurch die Kirche zu Schene⸗ feld in die Aſche geleget, und hin und wieder groſſer Schaden geſchehen. Den 16 Decembr. erhub ſich der Sturm wieder, und iſt faſt in allen Marſch⸗Kirchſpielen eingebrochen, inſonderheit hat es ſolchergeſtalt in Brauns⸗ buͤttel gewuͤtet, daß man auch ein groß Stuck Landes ausſchlagen muͤſſe. Anno 1629 ein Tag vor dem Friedens⸗Schluß ward die Stadt Wilſter, ſo der Kayſerl. Obriſt Frenk mit einem kleinen Wall und Graben ziemlich befe⸗ ſtiget, von den Koͤnigl. Voͤlckern aus Gluͤckſtadt mit Beyſtand etlicher Bauren ſtuͤrmender Hand eingenommen, und was nicht erſchlagen, gefaͤnglich nach Gluͤckſtadt gebracht: er ſelbſten der Obriſt Frenk ſtarb an einer empfangenen Wunde etliche Stunden hernach, die Stadt iſt faſt gantz gepluͤndert, und mit Koͤnigl. Soldaten wieder beſetzet. Den 15 Martü iſt das Altringiſche neue Regiment unter Commando des Hrn. Obriſt⸗Lieutenant Caſpar Gramm aus der Heyde mit vieler Bagage ab⸗ marſchiret, weswegen man auch an dem Tage, nemlich Sonntag, des Morgens den Gottesdienſt nicht hat feyren koͤnnen, ſondern man hat die Devotion bis auf den Abend aufgeſchoben. Dieſer Gramm iſt nachhero decolliret worden. Endlich ward den 12 May nach fuͤnff Monahtlichen Diſpuͤten der be⸗ ruͤhmte Luͤbeckiſche Friede geſchloſſen, in welchem Chriſtianus IV. alles ver⸗ lohrne wieder bekam, hingegen auf die ſeinem Printzen Friderico deſtinirte Geiſtl. Guter und ſein Crayß⸗Obriſten Amt renunciren und verſprechen muͤſ⸗ fin„kuͤnfftighin ſich um den Zuſtand Teutſchlandes weiter nicht mehr zu be⸗ uͤmmern. Wie den 30 May, am Sonnabend/ der Kayſerl. Obriſt⸗Lieutenant Bo⸗ dendik mit ſeinem Commando durch die Heyde nach dem Suͤder⸗Tbeil mar⸗ ſchiret, und eine groſſe Menge Pferde und Wagen als am ordentlichen Wo⸗ chen⸗Marckt gewahr worden, hat er ſeinen Soldaten erlaubet Pferde zu neh⸗ men, und ſich beritten zu machen. Wie aber der Land⸗Mann ſeiner Gewohn⸗ heit nach mit Wagen⸗Rungen ſich zur Gegenwehr geſtellet, auch einer den Obriſt⸗Lieutenant mit einem Stuͤck Holtz begruͤſſet, hat der Tambour Allarm geſchlagen, und der Obriſt⸗Lieutenant Feuer zu geben commandiret, woruͤber 3 bis 4 von den Dithmarſchern erſchoſſen worden. Es haben aber die Land⸗ Leute bald die Flucht genommen, und hat man in einem Augenblick den gantzen Ggg Marckt *½ 456 Geſcchichte b VI. Theil. Marckt von Menſchen und Pferden entbloͤſſet geſehen, wiewohl die Soldaten ſich doch nicht ſicher getrauet, ſondern ſie haben ſich auf dem Kirchhofe poſtiret, bis ſie des Nachmittags abmarſchiret. Den 8 Junü wurde der Friede in der Heyde auf dem Marckte in Gegen⸗ wart etlicher 100 Soldaten ausgeblaſen. Die Ausblaſung des Friedens iſt folgendergeſtalt geſchehen. Erſtlich ſind die Soldaten auf dem Marckte in der ſchoͤnſten Ordnung aufgefuͤhret, und die Muſicanten und Hauboiſten ſind vor des Commendanten Quartiere poſtiret geweſen, die ſich mit Paucken und Trompeten tapfer hoͤren laſſen, auch mit einer Salve der gantzen Muſqueterey beantwortet worden, welches dann zu dreymahlen geſchehen, nachdem ſind die Soldaten durch die Weſterſtraſſe nach der Schantze gefuͤhret und tratiret worden. Den 10 Junii ſind die Kayſerl. aus dieſen Laͤndern gewichen, da die Koͤ⸗ nigl. die Schantze bey Braunsbuͤttel den 12 Junii wieder beſetzet. Den 12 Juni iſt das Collorediſche Regiment, ſo bisher in der Heyde ge⸗ legen, aufgebrochen, nachdem die Landſchafft den Kayſerl. Kriegs⸗Commiſſair Metſchern 30000 Rthlr. verſprechen muͤſſen. Und weil dies Land eine ſolche Summa ſogleich nicht aufbringen koͤnnen, haben ſie Reinhold Detlevi J. II. D. und Hrn. Nicolaum Siemens als Geiſſel mitgenommen. Jener iſt in Ham⸗ burg die Gelder aufzutreiben erlaſſen, dieſer aber hat bis Caſſel mitfolgen muͤſſen, ehe er ſeine Erlaſſung bekommen. Den 20 Junii wurden 400 Daͤniſche Soldaten unter Commando des Obriſten Wacht⸗Meiſters Daniel von Bokwolde in der Heyde einquartieret, welche daſelbſt bis den 7 Auguſti verblieben. Unter der Zeit kam ein groſſes Sterben an der Peſt, rother Ruhr und Durchlauff in Holſtein und Dithmar⸗ ſchen, inſonderheit in der Heyde. Und dieſe Peſt iſt ſo vehement; und die Lufft ſo vergifftet geweſen, daß auch kein Vogel auſſer die Schwalben ſich der Heyde naͤhern durffen, ſie iſt ſo geſchwinde geweſen, daß auch 28 Perſohnen in einem Tage und 117 Perſohnen in einer Wochen beerdiget worden, ohne die man bey Nacht⸗Zeiten heimlich eingeſcharret; bey Anfang der Peſt hat man in Roſtorp 84 lebendige Seelen gezehlet, und bey dem Ausgang ſind nur 32 uͤbrig geblieben. In Summa es iſt faſt kein Haus in der Heyde, ſo nicht von der Peſt inficirt geweſen, und man weiß gewiß, daß uͤber 1500 Menſchen, an der Peſt, roth und weiſſen Ruhr damahlen in der Heyde geſtorben. Daher man den Gottes⸗Acker zu Weſten der Kirchen ziemlich erweitern muͤſſen. Weil aber die Mauer⸗Leute auch an der Peſt dahin gefallen, ſo hat man mit der Arbeit ſo geſchwinde nicht fortkommen moͤgen, ſondern die Mauer iſt Ao. 1634 erſt vol⸗ lends zum Stande gekommen/ da man dann die Bauer⸗Kuhlen auf dem wnßn jrch⸗ gn gäntl dawo Vond Fuuh Iäuftis Nold 1.3, nichte bielen etgoß Spri indae die T let, bi eerwo Sc uheſe MN.. d des Landes Dithtmnarſchen. 457 A d Cody—..„ tde Lnahhof mit eingeſchloſſen, mehrentheils an dem Ort, wo jetzo der Kirchſpiels⸗ Krinck iſt. darcnn geg Den 14 Auguſti iſt der ſeel. Hr. Paſtor zu Neuenkirchen, Chriſtianus deßſäue Wigberti, geſtorben. Es iſt mercklich was man von ſeinem Ende ſchreibet, ng. rti daß/ wie er nemlich die heran nahende Todes Stunde gemercket, auch ſein Haus andeſfen in Geiſt⸗ und Leiblichen beſtellet, habe er ein Glaß Wein gefordert, und daraus ni Vuu erſtlich ſeiner Frauen, hernach ſeinen Collegen und Schwager, Hartmann er ad Kock, und ztens ſeinem Bruder mit dieſen Voto: auf eine ſeel. Heimfarth, und 6. ſ daß wir alle im Himmel moͤgen wieder zuſammen kommen,/zugetruncken, und iſt mmadeiid darauf bald verſchieden. Net undtain Den 23 Oobr. iſt Hans Jenſſen wegen ſeiner Miſſethat auf den Mun⸗ . chen⸗Berg decolliret worden, er iſt der letzte geweſen, an dem auf dieſem Platz ſchen, dd eine Kxecution verrichtet. Denn der ſeel. Hr. Paſt. Melchior Ludenius, den zkk. damahligen ſeel. Land⸗Voigt, Johannes Vieth, dahin beredet, daß er verſpre⸗ einder Hed chen muͤſſen, ſolchen Ort kuͤnfftighin heilig zu halten, und keine Execution da⸗ ſegsConnilu ſelbſt verrichten zu laſſen/ weil Henrico Zutphanienſi auf dieſem Platz die Nar⸗ sbLandenſach tyr⸗Krone aufgeſetzet worden. Detleri ll Anno 1630 den 9 Julü, entſtand zu Nortorff auf Buſum eine jehlinge ener ſf ir her Feuers⸗Brunſt, in welcher in einer Zeit von anderthalb Stunden 77 Haͤuſer miwoenwäſen gaͤntzlich in die Aſche geleget wurden. Man wil, es ſey in einem kleinen Hauſe, da man Fiſcher⸗Netze trucknen wollen, entſtanden. Cernardde Anno 1634 iſt der Sommer ausbuͤndig ſchoͤn von temperirten Wetter de einouartet Von dieſer Waſſer⸗ geweſen, alſo daß auf der Geeſt und Marſch das Korn ſehr tfamenct Fluth beſiehe weit⸗ wohl gerathen und gluͤcklich eingeerndtet worden, bey welchem nund Ditr. läufftig Heimreichs beſtaͤndigen ſchoͤnen Wetter denn auch ſo viel Winter⸗Korn nt unddilr Nerdes Chron. ußgſit worden, als bey Menſchen Gedencken nicht ge⸗ n dyr.3⸗c. 13. chehen. mhie Aber durch die am 11 Octobr. entſtandene groſſe Waſſer⸗Fluth, iſt dieſes ohne dim nicht allein vernichtet, ſondern das Land iſt ſolcher Geſtalt verdorben, daß es in uhme wer⸗ vielen Jahren nicht wieder in vorigen Stand komen moͤgen. Dieſe Waſſer⸗Fluth dſ hun. ergoß ſich des Nachts zwiſchen den 11 und 12 Octobr. bey erſt ankommender dnur n Spring⸗Fluth uͤber alle an der Weſt⸗See liegende Laͤnder von dem Belt an, bis Kbende in das Luͤneburgiſche, und iſt das Waſſer an etlichen Orten Mann hoch uͤber n/on dane die Teiche geſtuͤrtzet, ſo von dem ſtarcken Ueberfall erſtlich inwendig weggeſpuͤh⸗ Sahann let, bis es gemaͤhlig von auſſen nachgeſuncken und nachgedrungen. Die Waſ⸗ P 9 ſerwogen ſind ſo ſtarck und hoch uͤber die Marſch⸗Laͤnder gegangen, daß auch vie⸗ tder Auh⸗ 3 le Schiffe nicht allein durch die zerbrochene Teiche, ſondern auch üͤber die annoch 34 Clb unbeſchaͤdigte weit ins Land getrieben und beſitzen blieben, etliche aber ſind mit ufdm dng 8 Ggg 2 dem⸗ 458 Geſchichte VI. Theil.— demſelben Waſſer wieder hinaus gebracht. Im Suͤder⸗Theil ſind 37 Men⸗ rer7in ſchen, 119 Stuͤck Vieh, 238 Pferde, 73 Schweine und 59 Schaafe ertrun⸗ Cy cken, 31 Haͤuſer gantz weggetrieben, 10 Schleuſſen eingeriſſen haoſeudn⸗ ngen Wehlen von 4 bis 20 Fuß tief eingeſchoſſen und 291 Haupt⸗Bruͤche von 4 bis dien 80 Fuß lang geſchehen. An reinen und ungedroſchenem Korn in die 17000 Ton⸗ Sb nen weggetrieben und verdorben. Im Norder⸗Theil iſt der Schade unweit(Ma hoͤher geweſen. Im Kirchſpiel Lunden 65 Perſonen ertruncken, 181 Pferde, wegen 725 gehoͤrnt Vieh, 163 Schaafe, 162 Gaͤnſe, und 409 Mgl. Winter⸗Saat met 1 gantz verdorben, an gedroſchenem und und ungedroſchenem Korn 4383 Tonnen weggetrieben. In Buſum ſind 168 Menſchen ertruncken, in die 1360 Stuͤck Can Vieh, und 102 Haͤuſer gantz weggetrieben, und an Getrayde in die 150 Laſt ſud verdorben, ohne was in andern Kirchſpielen vor Schaden geſchehen, nur daß in herun Diihndarichen in allen 38 rderſench gezehlet worden. tic eil nun niemand dieſes Ungluͤck vermuthet, indem die Teiche ſtarck dogen, und unverſehret, auch viel hefftigere Sturm⸗Winde als dieſe, deibaf, iſt neßh auch der mehrere Theil es nicht eher gewahr worden, als bis das Waſſer ans ſen, Bette geſchlagen oder daß ſie mit Haus und Hof davon getrieben, oder des wide fkorgens, wenn ſie aufſtehen wollen, ins Waſſer geſprungen. V Den 10 und 21 Nov. iſt das Waſſer mit einem ſtarcken Nord⸗Weſten Em Winde wieder eingegangen und die uͤberbliebene Teiche ſehr beſchaͤdiget, weswe⸗ oido gen auch der Landmann die angefangene Teich⸗Arbeit bis den kuͤnfftigen Som⸗ mer liegen laſſen muͤſſen. In dem folgenden 1635 Jahre haben die Teiche noch ume nicht voͤllig zum Stande gebracht, und das Land vor dem eindringenden Waſſer eiren geſchuͤtzt werden oͤnnen. Den 19. 20. und 24 April iſt das Waſſer durch ei⸗ Haßß nen ſtarcken Nord⸗Weſt⸗Wind bey einer hohen Spring⸗Fluth getrieben, durch fülce die noch ungebeſſerte Schleuſe⸗Loͤcher und durch die Teiche, ſo noch nicht aus wodder der Gefahr gebracht, haͤufig eingeſtuͤrtzet und groſſer Schaden wieder verurſa⸗ bon ß chet, ſonderlich in Barlet, Woͤrden, Lunden und Buſum. Den 19 und 20 N Octobr. ſind es ſehr windige Wetter mit Donner, Blitz und Hagel, und groſſe zunn Waſſer⸗Stuͤrtzungen geweſen, ſo groſſen Schaden an den Teichen gethan. Der Winter des A0. 1635 Jahres war von ſo ſtarckem Froſt, welcher aß ohngefehr 10 Tage vor Weyhnachten angefangen und bis auf Faſtnachten ge⸗ Nicke auret, daß auch viele Reiſende todt gefrohren, und hat man unter Hamburg al⸗ GEa— urhaiben bis nach Brocktorff und S. Margarethen mit Pferd und Wagen ui 19 er die Elbe kommen koͤnnen. Bey dieſer Gelegenheit ſind verſchiedene er chwediſche Reuter, ſo zu Suͤden der Elbe in Quartier gelegen, heruͤber kom⸗ 4 men nnd die Kaufleute und andere reiſende Perſonen zwiſchen Itzehoe nnd Ham⸗ an 1 urg beraubet, deren mehrentheils aber ihren Lohn bekommen. Denn wie ih⸗ mn 13 rer W. A des Landes Dithmarſchen. 495 ell ſindc. S* rer 7 in der Ruckreiſe auf der Elbe den Reiſenden nachjagen wollen, hat ſich das ſen, vr Eyß getheilet, und ſind alle erſoffen. Auf dieſen kalten Winter erfolgete kein war⸗ Seutm 8 mer Sommer, ſondern die Nacht⸗Froͤſte daureten noch bis in den Sommer,/ alſo nd renſt daß es noch auf Pfingſten Eiß gefrohren, und man bis Johanni faſt keinen rech⸗ d Einh ten Sommer⸗Tag geſpuͤhrt, wodurch denn unter dem Vieh an Futterung groſ⸗ 8 nad ſer Mangel entſtanden, und vieles in der Graſung todt geblieben, vornemlich da d Jan d wegen des ſaltzen Waſſers, ſo den verwichenen Herbſt die Marſch üͤberſchwem⸗ Unhei met, alles Land verdorben worden. be der Den 29 Julü kamen Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck nebſt dem 1 ä nzaei Cantzler Detleff Reventlau und Chriſtian Rantzau von Breitenburg, von Gluͤck⸗ demdelſesg ſtadt nach Braunsbuͤttel/ und fuhren des folgenden Tages bey dem neuen Teich dehe wui herum ins Norden bis nach Barlet, woſelbſt ſie den neuen ſtreitigen Auſſen⸗ — teichs⸗Strohm in hohen Augenſchein nahmen, von da ſind ſie nach Meldorff ge⸗ ndie Tau ine zogen, und nach gehaltener Mahlzeit des Nachmittags die Teiche bey Woͤrden, joboxhatn weßhalben zwiſchen den Koͤnigl. und Fuͤrſtl. Unterthanen groſſer Streit gewe⸗ das Wäſerar ſen, beſichtiget, des folgenden Tages ſind Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Meldorff neben, ade wieder aufgebrochen und nach Gluͤckſtadt retourniret. . In Suͤder⸗Dithmarſchen, desgleichen auch im Norder⸗Tbeil, iſt eine hnbne Compagnie Ausſchuß junger Leute gemunſtert und mit Gewehr verſehen Doe ſweäſe worden. kunffxgen En In dieſen und folgenden Jahren ſind viele Monſtra und Mißgeburten ndie Tachta zum Vorſchein gekommen. Zu Woͤrden hat eine Frau ein Kind gebohren, ſo noenden Wiſt einen Caputz von Fleiſch auf dem Kopff gehabt, und einen Kragen um den Paſerder Halß; auf der Dehling, im Kirchſpiel Meldorff, iſt ein Fuͤllen gefallen, ſo ein geriben de fleiſchern Caputz auf der Naſen gehabt, und ſind Fiſche eben ſo geſtalt gefangen drocnichka worden. Eine Frau zu Boͤckelnborg hat Brey kochen wollen, und wie ſie es nwiderveru vom Feuer gehoben, iſt es gantz blutig geweſen. Ein Mann im Kirchſpiel Dm unde mad hat ein Gaͤrſten⸗Brodt zerbrochen, und inwendig gantz Blut⸗roth ge⸗ dadl, undwi unden. Tencp Anno 1636 iſt zu Boͤckelnburg ein Monſtrum von einer Kuh geworffen, Fuſ[Fuß lang ohne Haar, breit wie eine Schildkroͤte, unten roth und oben an dem gfhutag Ruͤcken blaͤulich, an ſtatt der Fuͤſſe hat es nur kurtze Stummeln gehabt, an der 3 hantri Seiten iſt es einem Froſch gleich, an ſtatt des Schwantzes iſt em Stuͤck Fleiſch dudr aus dem Ruͦckgrad gewachſen geweſen, der Kopf iſt ohne Hals an dem Rumpf dr riher geweſen, an ſtatt der Ohren hat es 2 lange Stuͤcke Fleiſch gehabt, unten ſchmal, d de riw oben aber breit mit gekruͤmter kauſer Haut und langen krauſen Haarlocken, der b häh Mund iſt oben und unten mit einem uͤberhangenden Stuͤck Fleiſch bedecket gewe⸗ 3 4 ni ſen. Im Februario iſt ein Fiſch⸗Teich bey Hanrau eine Zeitlang in Blut ver⸗ Me Ggg 3 wandelt 460 Geſchichte VI. Theil. wandelt geweſen. Im Junio hat der Rocken bey Nacht⸗Zeiten gebrandt auf— dem Felde, und gleichſam Flammen von ſich gegeben/ wenn man aber die Aehren uch ehr beruͤhret, iſt keine Hitze daran verſpuͤhret. Ein weiſſer Roſenſtock hat zu da Weslingbuhren in dieſem Jahre rothe Roſen getragen. 1- jſch Anno 1638 den 17 Trinitatis iſt ein Haaſe, ohne daß er gehetzet worden en in der Meldorffer Kirche waͤhrenden Gottesdienſt gekommen, und unter das gehr Volck hin und wieder gelauffen, bis er endlich von den Jungen unter der Orgel 60 de iſt ergriffen worden. In ſelbigem Jahre ſind die Woͤlffe zuerſt in Holſtein ge⸗ kan d kumnnenſt und haben ſich des folgenden Jahres an der Dithmarſcher Graͤntzen hale ehen laſſen. Anno 1637 den 28 Pebr. iſt folgendes an dem Mond, da er eben voll ge⸗ Ghreu weſen, von vielen obſerviret worden. Anfaͤnglich wie der Mond aufgegan⸗ Dih gen, war oben um demſelben ein groſſer runder Circul, doch nur halb, welcher all⸗ riſin gemaͤhlig/als ſich der Mond erhob, ſeinen Bogen erfuͤllete, mitten in dem Centro aufſi dieſes Circuls war ein groß Creutz, ſo mit allen 4 Ecken den Circul beruͤhrete, gaſe doch war die Linea perpendicularis faſt einmahl ſo breit wie die Queer⸗Linie, draud mitten in dieſem Creutz ſtund der volle Mond, und hatte einen duncklen traurigen dele Schein, an beyden Seiten da die Queer⸗Linie den Cireul beruͤhrete, waren derſt Zandere Bey⸗Monde, alſo auch, da die aufſteigende Linie uͤber den Mond an bolge den Circul ſchlug, war auch ein Wiederſchein, doch nicht ſo deutlich wie die an⸗ AgGalel dere 2. Die Perpendicular-Linie ging oben ein wenig durch den Circul,(GElad alſo daß es auch als ein Creutz anzuſehen. Um 10 Uhr verlohr ſich allgemach Dhie der Circul und darnach das Creutz, der Mond behielt noch ſeinen traurigen mccht Schein, warff aber wunderliche Strahlen von verſchiedenen Farben um ſich. K Ungefehr um 1oder 12 Uhr ward der Mond inwendig, als ein rechter Todten⸗ SAMh Kopff ohne einigen Schein und ſo niedrig anzuſehen, als wenn er ſich aus ſeinem feineg Hauſe gar weit herunter nach der Erden begeben haͤtte.— ſamme Den Juni um 9 Uhr Vormittags iſt folgendes an der Sonnen obſervi- undda ret worden. Ein Cireul ging oben in der Lufft um den gantzen Himmel: an jeder er von Ecke, als Oſt, Weſt, Suͤden, Norden war eine Neben⸗Sonne, die 2 ins We⸗ vom ſten als auch der Circul waren weiß, die andern beyden ins Oſten aber waren und P gleich der rechten Sonnen, welche ins Mitten dieſer beyden ſtund, gefaͤrbet, und ſtaben 83 halber Circul, ſo die beyden Spitzen aufwaͤrts gekehrt, ging um die fun Sonne.. wie ge Anno 1638. Johann Fehring zu Weßlingbuͤhren, des alten Claus Feh⸗ Si rings Kirchſpiel Voigtens in Hennſtaͤdt Sohn,hatte vor dem Kayſe erl. Kriege mit nen an Handelung faſt alle ſeine Guͤter durchgebracht, und wie er ſich auſſer allen Cre⸗ rem J dit der Armuth exponirt geſehen, hat er in Ihro. Hochfurſtl. Durchl. und Dero brit 8 A 1 ba des Landes Dithmarſchen. 461 aberde Fene vornehmſten Bedienten Gnade und Gewogenheit mit liſtigen Practiquen ſich a R ſolchergeſtalt zu inſinuiren gewuſt, daß ihm alle des gantzen Landes Angelegen⸗ tait heiten aufgetragen,inſonderheit aber hat er die Rechnungen derer Kirchſpiele und Wnun Dorffſchafften wegen der Kayſerl. Einquartirung und Contributionen an ſich Lin nehe gezogen, und ſolche derogeſtalt liquidiret, daß die mehreſten Gelder, ſo ſich auf p lela dd etliche 1000 Rthlr. angelauffen, ſeinem Beutel heimgefallen auch die Aemter im rin aſta Lande ſeines Gefallens geaͤndert, und dermaſſen in Anſehen geſtiegen, daß nie⸗ archabita mand ohne ſeinen Wilen etwas tentiren duͤrffen, noch zu Hofe gegen ihn etwas erhalten moͤgen. Wie er nun in wenig Jahren zu ſolchem groſſen Reichthum, dacredertale Ehre und Gewalt gediehen, als nie keiner weder vor ihm,noch nach ihm in beyden Mandaufenr Dithmarſchen ſeyn wird, jedermann aber im Lande wegen der vielen Bedraͤng⸗ dab wche niſſen um Rache zu GOtt geſchryen; hat die Fortuna, welche er kurtz vorher tindenlerr auf ſein Luſt⸗Haus ſetzen laſſen, ploͤtzich ſich gewendet, und zwar iſt er deßwe⸗ Drcul baühe. gen ſo hoch erhaben worden, damit er deſto ſchwerer fallen koͤnte. Denn wie de Qmeli. er auch die Kirchen⸗Guter ohne eintzigen Prætext an ſich ziehen wollen, hat ſich mcklen tunde der paſtor zu Lunden, Iohannes Wendeler, ſolchem Vornehmen kraͤfftigſt wi⸗ rüͤhrete, din derſetzet, die Sache durch ein ſonderbar eingerichtetes Kirchen⸗Gebet GOtt rder Mwndu vorgetragen, und endlich den gantzen Streit zu Ihro Hochfuͤrſtl. Durchl. ſelbſt dchwiedeea eigener hohen Deciſion nach Gottorp gezogen. Hie hat nun Johann Fehring ah deCicu ſogleich bey ſeiner Ankunfft gemercket, daß GOttes Hand im Spiel, Hochfuͤrſtl. grſch aome Durchl. und derer Miniſter Augen und Hertzen erofnet, und daß ſeine bractiquen ſnen num nicht mehr, wie vorhin gelten wuͤrden, geſehen; daher iſt er ploͤtzlich mit ſo groſſer Faten wſt Furcht und Schrecken uͤberfallen, daß er in groſſer Eyl, ehe noch die Sache zum rehter dir Verhoͤr gekommen, zuruͤck gereiſet, hat, ſo bald er nach Hauſe gekommen, alle ich abſe ſeine geheime Sachen und Brefe, auch was ihm ſonſten am liebſten geweſen, zu⸗ ſammen gerafft, und mit ſeinem Diener davon und nach Brunsbuͤttel gefahren, annen oic und daſelbſt uͤber die Elbe ſein Aſylum und KRefugium nehmen wollen, wiewohl Inel: att er von niemanden verfolget oder nachgeſetzet worden. Wie nun das Schiff dſ iu vom Lande, hat er(der allgemeinen Rede nach) ſeine geſamte Briefſchafften bl vnemn und Pretiola ins Waſſer geworffen, und ſich ſelbſt darauf in die Elbe geſtuͤrtzet, den gwnn nd iſt aber von den Schiffern wieder heraus gezogen worden. Von ſeinem Tode Kfäne ind unterſchiedene Reden gegangen, einige wollen, daß nachdem die Schiffer, „giug m wie geſagt, ihn aus dem Waſſer gezogen, ſey er mit ungemeiner Furcht und 199 Schrecken befallen, ſo gar, daß er auch alle Menſchen vor ſeine Feinde und Spio⸗ enGin 1 nen angeſchen, und wie das Schiff dem Suͤder Lande genaͤhert/ habe er mit ei⸗ ſetsne nem Meſſer ſich die Kehle ausgeriſſen und ſey am Strande begraben. Andere ſſer dne berichten, er ſey todt nach Bremen gebracht und da beerdiget worden, welches lube aher wohl ichtſeyn kan/ denn man ihn ſonſien keines chrichen Begraͤbmiſes 462 Geſchichte VI. Theil. wuͤrde gewuͤrdiget haben, wie man denn noch dieſe Stunde zu Bremen im Duhm zur lincken Hand im Chor ſeinen Grabſtein ſehen kan. Daher ich mit an⸗ dern davor halte, daß er unbeſchaͤdiget in Bremen gekommen, aber nicht lange nach ſeiner Ankunfft daſelbſt geſtorben und gebuͤhrlich beerdiget worden. Sei⸗ ne Guter ſind nachhero alle dem Fiſco heimgefallen, auſſer was aus Furſtlicher Conceſſion der Kirchen zu Henſtedt und ſonſten davon verehret, und der Witt⸗ wen und Kinder auf flehentliche Bitte und geſchehene Interceſſion wieder ein⸗ geraͤumet worden. 1. Henricus Seedorff, Heßiſcher Rath, und der ſich vorher eine Zeitlang in Dithmarſchen aufgehalten, will dieſen Johann Fehring ſeinen Stoltz, und daß er die Authoritaͤt der Kirchſpiel⸗Vo⸗ gen, beymeſſen, daß er zur Einfuhrung des Landes und Kirchſpiels Gevollmaͤch⸗ tige, und des Landes Pfenningmeiſter Anlaß gegeben: Es ſoll in allen Zeiten und nach Eroberung des Landes der Gebrauch geweſen ſeyn, wann etwas in pu blicis wegen des Landes Wohlfarth zu deliberiren vorgekommen, oder einige Scha⸗ tzungen anzulegen, daß ſodann in den Kirchſpielen der Kirchſpiel⸗Voigt, in gemei⸗ nem Lande aber die Land⸗Voigte der Gemeine es vorgetragen haben, die dann darauf zuſamen getreten, aus ihren Mitteln beſondere Gevollmaͤchtige erwehlet, die der Sachen mit beywohnen und ihren gemaͤſſenen Befehl nachſchlieſſen koͤnten. Dieſen Gebrauch nun ſoll Johann Fehring als eine groſſe Unordnung und Zerruͤttung aus der nechſt verwichenen Kriegs⸗Unruhe herruͤhrend, angegebe haben, dadurch das Land aus ſeinem alten Stande gekommen, und der Hertzog ſeine Contributiones nicht gebuͤhrend erhalten koͤnte, auch die Unterthanen in groſſe Unkoſten und Weitlaͤufftigkeiten geſetzet wuͤrden. Durch dieſe und an⸗ dere Vorſtellungen habe er dann bey dem Hertzog Friderich den IV. glorwuͤr⸗ digſten Andenckens Ao. 1631 den 21 Septembr. einen Befehl an den Land⸗ Schreiber Hinrich⸗Sagern ausgewircket, daß er der Landſchafft obgedachte Unordnung andeuten und zugleich befehlen ſolte, aus jedem Kirchſpiel nach der Groͤſſe 1. 2. oder 3. zu Gevollmaͤchtigten zu benennen, und einen general Ein⸗ nehmer zu erwehlen. Nachgehends hat Ao. 1637 den 7 Januarii, Ihro Hoch⸗ fuͤrſtl. Durchl. wie ein groß Theil der Gevollmaͤchtigten verſtorben, auf Feh⸗ rings Betrieb die Zahl wieder compliret, und dabey das Privilegium gegeben, wenn in Nachtagen ein Gevollmaͤchtiger verſterben wuͤrde, daß ſo dann der Kirchſpiel⸗Voigt und uͤbrige Gevollmaͤchtigte im Kirchſpiel einen wieder er⸗ wehlen ſolten. 5 Sonſten erzehlet man von dieſem Johann Fehring, daß wie er noch in Gna⸗ den igte als ſeiner Obrigkeit nicht erleiden moͤ⸗ — den geſtn undverg tenan R fuds Eir widet Ia. en lichen/ leyderb Wechſe raume: Plut tzoge Pmnu Klauen Para ventlic mel ge GOtt tihealſ he/ ℳ Binder haltens und fle rechtz trachte wartig muthu freveln und nir andern und er Nerr 4 1 V — Drnar 1 herihnin, dernii⸗ oda. E ausgüche unddavi⸗ doa wea (ne Jeilen Stolt, unddo ht erledenm s Gevolmih dlen Jeirud was ingödia ereinigehh Voigt n ma⸗ ben, deden hngeenveh nachſchleſſen ſenaotdrung rend angege ind der Hetz jnterthauen hdieſe wden WV. glorne an dr lan aft oögedote hüöul nah genend gium goben pß ſodaude nen wida! InGn nu do 4 * des Landes Dithmarſchen. 463 den geſtanden,habe er auf die Furſtl. Kind⸗Taufe einen fetten Ochſen geſchicket, und verehret, ſo gewogen 2 ⸗ 1320 Pf. Fleiſch 91 Pf. Fett, ſo inwendig und 213 Pf. Rauch Tallich. Summa 1624 Pf. ohne die Haut, Fuͤſ⸗ von den Rippen geſchnitten: ſe und Kopf. Ein Gebet, welch es der Paſtor zu Lunden, Johannes Wenqdeler, uber und wider Johann Fehring von der Cantzel A. 1643 gebeten: NAch du allerhoͤchſter/ allwiſſender und gerechter GOtt/ Dir und viel tau⸗ ſenden bedraͤngten Hertzen iſt bekandt/ mit was boͤſen und hoͤchſtſchaͤd⸗ lichen Leuten dies Kirchſpiel/ dies gute Land und deſſen Eingeſeſſene leyder belaͤſtiget/ ſo da nichts anders den ihren eigenen Nutzen und ihres Nechſten Schaden und Verderb ſuchen und ſtifften/ welches ſie eine ge⸗ raume zeithero getrieben/ wie ſie denn von anderer Schweiß/ Gut und PBlut(ſo ſie mit Hindanſetzung aller Liebe und Gewiſſen haͤuffig an ſich ezogen) dick und fett/ andere aber hingegen ausgemergelt werden, ja ſie ſihn nicht damit vergnuͤget/ daß ſie ſonſt hin und wieder ohngeſcheut ihre Klauen einſetzen/ ſondern unterſtehen ſich auch dasjenige/ ſo unſerer Blutarmen Kirchen beygeleget/ durch Huͤlffe ihrer Colludenten gantz fre⸗ ventlich an ſich zu reiſſen/ welches Dir O GOtt! in dem hoͤchſten Him⸗ mel geklaget/ und deinem gerechten Gerichte heimgeſtellet ſey. Ach HErr GOtt/ wie kanſtu doch ſo lange zuſehen/ daß der Gottloſe und Widerwaͤr⸗ tige alſo Uebermuth treibet/ und immittelſt der Elende leyden muß? Sie⸗ he/ SErr! das ſieheſtu/ und deine Heiligen mercken drauf. Es ſind Kinder der Boßheit und Ungerechtigkeit/ die erdichten Schalckheit und haltens heimlich/ ſind verſchlagen und erdencken boͤſe Rancke/ ſie koppeln und flechten ſich zuſammen mit loſen Stricken und mit Wagenſeilen Un⸗ recht zu thun/ und ſchmuͤcken ſich unter einander Boͤſes zu befoͤrdern/ ſie trachten auf ihrem Lager nach Schaden. Der Gottloſe und Wider⸗ waͤrtige ſtehet feſt auf ſeinen boͤſen Wegen/ und ſcheuet kein arges/ er iſt muthwillig boͤſes zu thun/ und gehet ſtracks durch mit ſeinen Handen zu freveln/ er hat ſein Hertz verſtocket wie Pharao. Er reiſſet zu ſich Aecker⸗ und nimmt Hauſer/ welche ihm geluͤſten. Er zeucht ein Haus nach dem andern/ und bringet einen Acker an den andern/ bis kein KRaum mehr ſey/ und er das Land allein beſitze/ und treibet Gewalt mit eines andern Erbe. Ja er růͤhmet und kützelt ſich ſeide⸗ rerwilens und Frevels/ in 16 el⸗ 464 Geſchichte VI. Theil. ſeinen Tuͤcken haͤlt er Dich vor nichts/ ſcheuet ſich auch vor keinen Men⸗ ſchen/ er faͤhret fort mit ſeinem Thun immerdar/ deine Gerichte ſind ferne von ihm. Er handelt trotzig mit jederman/ und ſpricht in ſeinem Hertzen: ich werde nimmermehr darniederliegen. Sein Nund iſt voll Fluchens/ falſches Truges und Draͤuens wieder die/ ſo ſich ſeiner Boßheit widerſe⸗ gen/ und beiſſet ſeine zaͤhne zuſammen uͤber ſie/ ſeine zunge richtet Muͤh und Arbeit an/ er ſitzet und lauret im verborgen wie ein Loͤwe in der Hoͤh⸗ le/ ſeine Augen halten auf den Armen/ und er zuſchlaget und druͤcket nieder und zuſtoͤſſet zur Erden den Armen und Elenden. Seine Wege ſind lau⸗ ter krumme Schalckheit/ voll Schinderey und Hochmuhts. Er ſpricht in ſeinem Hertzen: GOtt hat es ſchon vergeſſen. Er fraget nicht dar⸗ nach. Hᷓrr das ſieheſtu und deine Heiligen mercken drauf/ ſie ſeufftzen und klagen druͤber/ und es thut ihnen hertzlich wehe/ auch iſt mein Hertz entbrandt in meinem Leibe und will mir brechen/ und wenn ich daran ge⸗ dencke/ werde ich entzundet. Ach HErr! der Lifer deines Hauſes und Liebe zur gemeinen Wohlifarth zuůndet mich an wie ein Feuer/ das weiſtu/ zwar wir haben dieſer Geiſſel/ und vielmehr mit unſern Sunden wohl ver⸗ dienet. Aber HᷓErr laß doch einmahl genug ſeyn/ zerbrich die Ruthe/ nachdem Du deine Kinder geſtaͤupet haſt/ ſtehe auf/ Err GOtt! vergiß der Elenden nicht/ mache des Trotzes/ Frevels und der Unterdrüͤckung/ der Schinderey und Ungerechtigkeit doch einmahl ein Ende. Scheuß in das Hertz und Gewiſſen des Widerwaͤrtigen/ welches ſo gar ſicher/ weit und verſtocket iſt/ einen ſtarcken Donnerſtrahl/ ruhre und triffs der maſſen/ daß er ſich fur deinen ʒorn und Gericht fuͤrchte/ in ſich ſchlage und ſich ei⸗ nes beſſern bedencke. Woer aber nicht zu gewinnen/ ſo laß ihn O HErr! finden was er ſuchet/ gieb ihm ſo wol als ſeinen Adhærenten und Ueber⸗ helffern nach ihren Wercken/ laß ihr Unrecht auf ihren Ropf kommen/ und ihre Frevel auf ihre Scheitel fallen/ verwirre ſie doch durch einen Schwindel⸗Geiſt/ daß ſie zunichte werden in ihren Anſchlaͤgen/ zureiß die Schalcks⸗Kotte und mache ſie uneins in ihren Kancken/ und oͤffne die Au⸗ gen derſelben/ ſo darein ſehen und zur Sache thun ſollen/ bringe ans Licht alle ihre Ungerechtigkeit und Schalckheit/ mache zunichte das Kind Be- lials für deinen Heiligen. Hilff und ſchutze Du uns zu und bey unſerm Recht/ Du gerechter Kichter/ der Du keine Perſon anſieheſt/ Dich auch durch kein Geſchencke und Gabe blenden laͤſt. Laß den Kauber wieder beraubet werden/ der Fluch und Schwindſucht komme in ſein geraubtes/ laß ihn ſamt den Seinigen werden wie Spreu vor dem Winde/ und raͤche das Recht der Unterdruͤckten/ daß ſie mit ihren Angen ihre Luſt ſhalede auen uß a dun lenburg wolte/ ſgn Dehw munſter da W wieder 9 terga d Magh aberw und ſin Wach ena Leptem hoe ins wonden 2 vigl⸗M tractire mezu A diel W gefaller gefolgen ken Re udHa 11 Thal kenegin ſcheſndſen anmgen vgurchen dßhader e nichaii we inda drucke nan Vege ſidla 3. Er ſmd aget nicht a f ſie ſafß iſt meinge michdang⸗ nes Halſtad) er/ dasweſl anden weulre⸗ rich die Rut r. venij terdrickung . Scheuß rrſicher/ wi fſs dermaſſn ggeundſcct⸗ zihrO kn! en und lei opf kommen ch durch eine en/ zoraſd oͤffne dl nge antltt das Buhbe nd bepuſenn t, dihat auber widn ingerautra e, ndai 1„n’un ſ ha des Landes Dithmarſchen. 465 ſchauen wie es den Gottloſen vergolten werde. Laß ihn wieder ſpeyen was er gefreſſen/ oder auch gar den Todt daran freſſen. Ach rr! laß der Gottloſen Boßheit doch einmahl ein Ende werden/ und foͤrdere die Gerechten/ daß man erkenne/ daß Du SErr Kecht haſt. Und das thue doch O GOtt/ der Du Gerechtigkeit lieb haſt/ um Deiner Gerechtigkeit Willen. Amen. Anno 1638 des dritten Tages nach Heil. Drey⸗Koͤnige wurde der Aus⸗ ſchuß aus Juͤtland, Holſtein und Dithmarſchen Koͤnigl. und Furſtl. Gebiets zu Oldesloh und der Orten verleget, um der Kayſerl. Gallaſiſchen Armee,ſo in Meck⸗ lenburg⸗ und Luͤneburgiſchen logirte, und ferner in Hollſtein Quartier ſuchen wolte, ſolches zu verwehren/ wurden um Pfingſten, wie ſie 22 Wochen von Hau⸗ ſe geweſen, wieder erlaſſen. Den 12 April ward alle wehrhaffte Mannſchafft aus Hollſtein und Dithmarſchen von Ihro Koͤnigl. Majeſt. und Raͤthen auſſerhalb Itzehoe ge⸗ munſtert, und eine Fahne junger Geſellen von 370 ſtarck auch aus Hollſtein und der Wilſter ausgezogen, und nach Oldesloh gefuhret, kamen aber den 2 May wieder zu Hauſe. Ihro Koͤnigl. Mgjeſt. und Fuͤrſtl. Durchl. zu Hollſtein hatten 3 Regimen⸗ ter zu Fuß und 2 zu Pferde geworben, ſo in der Gegend von Oldesloh bis nach Pfingſten und hernach zu Fuhlsbuͤttel bey Hamburg gelegen, um Michaelis aber ward das Fußvolck uͤberall und 2 Compagnien im Suͤder⸗Theil verleget, und ſind bis ins 1640 Jahr von der Landſchafft verpfleget worden, da ſie in der Woche nach Oſtern nach Gluͤckſtadt gefodert, an deren Statt 2 neue Compa⸗ gnien aber nur halb ſo ſtarck geworben, und ins Land verleget worden, den 10 Septembr. aber Ao. 1641 ſind ſie nebſt andern geworbenen Voͤlckern bey Itze⸗ hoe ins Holtz zuſammen gefuͤhret und von Ihro Koͤnigl. Majeſtaͤt gemunſtert worden. Wegen der Kayſerl. geſuchten Einquartierung ward zwiſchen Ihro Koͤ⸗ nigl. Majeſt. von Daͤnnemarck und dem Kayſerl. Geſandten, Graf Kurtzen, traGtiret, und ſolche ohngefehr 8 Tage vor Pfingſten auf eine anſehnliche Sum- me zu Gluͤckſtadt abgehandelt. Anno 1643 iſt das Vorjahr ſehr kalt und unfruchtbar geweſen, alſo daß viel Wildwerck todt gefrohren, und die Voͤgel in der Lufft erſtarret, auf die Erde gefallen. Es iſt aber ein angenehmer Sommer und fruchtbarer Herbſt darauf gefolget. Im januario dieſes Jahrs, nemlich den 22ſten, iſt durch einen ſtar⸗ cken Nord⸗Weſten Wind eine groſſe Spring⸗Fluth mit vielen Blitzen, Schnee und Hagelſchauren entſtanden, daß das Waſſer über alle Teiche geſtuͤrtzet, in Hhh 2 Dit⸗ 466 Geſchichte VlI. Theil. Dithmarſchen, und zu Suͤden der Elbe eingebrochen, und verſchiedene Schleu⸗ ſen und Teiche mit weggeriſſen, wodurch alſo dieſes Land in groſſe Noth geſetzet worden.— Wie die Schweden ſich in Teutſche Kriege melirten und ihre ſiegreiche Waffen zu anfangs groſſe Progreſſen hatten, ſo konte es nicht fehlen, daß die Daͤnen daruͤber ſtarcke Ombrage faſſen muſten; daher der Koͤnig von Daͤn⸗ nemarck, Chriſtianus IV, ſolchen gluͤcklichen Fortgang auf alle Wege zu hin⸗ dern bedacht war, wie er auch ſich fuͤr einen Mediateur zwiſchen Schweden und dem Kayſer angab. Aber ſolche Mediation war denen Schweden bey damah⸗ ligen Conjuncturen hoͤchſt ungelegen, und um ſolche deſto ehender loß zu werden, gaben ſie ihrem Generaliſſimo, Linnart Torſtenſon, der damahls in Schleſien ſtand, ins geheim Ordre, Hollſtein und Juͤtland zu uͤberfallen, der Ao. 1643 im Decembr. alle Laͤnder diſſeits der Elbe als eine Fluth uͤberſchwem⸗ mete. In welchem Kriege Daͤnnemarck ein groſſes einbuͤſſete, daß ihm alſo die Luſt zur Mediation ziemlich koſtbar kam, bis endlich durch Vermittelung von Franckreich Ao. 1645 der Broͤmſeebroiſche Friede geſchloſſen ward. Wie ſol⸗ ches alles weitlaͤufftig bey dem Puffendorffde rebus SVecicis, Bœcler de bello Sveco Danico, Memoires de Svede par Mr. Chanut nachzuleſen; daß wir al⸗ ſo hier weiter nichts anzufuͤhren haben, als in ſoweit dieſer Krieg Dithmarſchen mit betroffen. Es hatte zwar der Hertzog Friderich von Hollſtein ſchon Anno 1642 bey dem Schwediſchen Plenipotentiario, Joh. Salvio, um eine ſichere Neutralitaͤt angehalten und erhalten, ſie nutzte ihm aber nirgends zu, denn er doch denen Schwediſchen Troupen freye Quartier in ſeinen Laͤndern verſtatten, und dem General Torſtenſon 100000 Rthlr.(wozu das Norder⸗Theil Dithmar⸗ ſchen mit contribuiren muͤſſen) geben muſte, und zwang ihn der Schwediſche General⸗Major, Helm Wrangel, ſonſt der Tolle genannt, aller von Torſtenſon erhaltenen ſchrifftlichen Verſicherung ungeachtet, Ao. 164 5 noch 46000 Rthlr. auszuzahlen. Anno 1644 im Januario iſt im Norder⸗Theil viel Blut in Eiſe gefunden und geſehen worden,auch iſt in einer Stuben Blut aus der Erden gequollen. Den) Januarii wurden die Suͤder⸗Dithmarſcher, welche ſich ao0 Mann ſtarck bey Hohenhorn und Fehringhuſen unter Capitain Boye Broderſen aus Barlet verſchantzet hatten, und etwa 14 Tage an den Graͤntzen Wache gehal⸗ ten, von dem Obriſten Montagne mit 40Reutern, einem Theil Fußvolck und eini⸗ gen Canonen uͤberfallen, und iſt der Capitain mit ungefehr 27 erſchlagen, 170 aber gefangen worden, welche hernach mit 40000 Rthlr. ranꝛioniret wor⸗ den. Nach dem pluͤnderten die Schweden Krumſtede, Schapſtede und alle Doͤrffer, bis Meldorff, und zwungen die Suͤder⸗Dithmarſcher auf eine Loſſe Sum⸗ — Summel nſen,we 8— awi Alcker Oorffr Leutenc Pferder tenbuxg 2 gaͤnger habene ſo M ſtadtge 8 undoh nige nitgr hunbd greſfen dichst ſchüͤet nen ſi Etein Aurej Dorff tern u ſern gen anſehe entronn K Rauter der Ma Claus pagniet der Gee Dieſe) Nän, dün ſenin chla ig ong da dir⸗ eWerun Schwaau de beydet thenderh 1 der dan überfalen e hüberſhren „daß ihnab mmittelungwen n. Veſä⸗ ecler de bello daß wiral Nymurſcyen ſchdd Anno am enne ſichen udenn er doch erſtatten, und ell Diywa⸗ Schwediſche nTorſterſen 46cco Rthl Eſſ gefonder gequolen ch 400Nnl roderſerad Wache gejc volckunden erſchlage Lionitet wol⸗ dde un all eir goſe 1 Summ des Landes Dithmarſchen. 467 Summe Geldes, Pferde und Korn abzuhandeln, muſten auch dem Obriſten Lo⸗ huſen, welcher das Haus Harſau mit einem Walle befeſtiget, woͤchentlich Pro⸗ viant einliefern und contribuiren, darauf ſie§aive-Guarde erlanget. Zwiſchen dem 19 und 20 Januar. in der Nacht ſind die Koͤnigl. Daͤniſchen Voͤlcker aus Crempe und Gluͤckſtadt in Itzehoe eingefallen, allwo der Obriſter Doͤrffling mit einem Regiment Reuter gelegen, nahmen 250 ſamt den Obriſt⸗ Lieutenant gefangen, erſchlugen ein Theil, und kamen mit einer guten Beute an Pferden wieder zuruͤck. Der Obriſter aber iſt zu Anfang des Lermens auf Brei⸗ tenburg aus ihren Haͤnden entwiſcht. Auf Lichtmeſſen⸗Tag iſt abermahlen eine Parthey von 150 Mann Fuß⸗ gaͤnger und eben ſo viel Dragoner aus Gluͤckſtadt in Meldorff gekommen, und haben einen Schwediſchen Capitain, Lieutenant, Faͤhnrich, und ohngefehr 70 Mann, welche als Salve-Guarde dawaren, aufgehoben und nach Gluͤck⸗ ſtadt gebracht. Den 10 Martii iſt der Obriſter Lohuſen von Hanrau mit 200 Reutern und ohngefehr 50 Dragonern durch Melldorff nach Brunsbuͤttel, woſelbſt ſie ei⸗ nige Haͤuſer gepluͤndert und Pferde weggenommen, von dar nach der Eddellacke mit groſſer Muͤhe und Schrecken wegen der tieffen aufgegrabenen Wege(alſo wenn die Daͤniſchen, ſo nicht weit davon gelegen nur es wagen wollen ſie anzu⸗ greiffen, gar leicht und mit wenigem Volck uͤberwaͤltigen koͤnnen) nach Frie⸗ drichshofe gezogen, und etwa 2 Stunden vor Abend nach Windbergen mar⸗ ſchiret, wo man ihnen einen Wegweiſer bis auf Eggeſtedt geben muͤſſen, von dan⸗ nen ſie ferner nach Hanrau gezogen. Der Commendant in der Crempe Hr. Steinberg, wie er hievon benachrichtiget, hat er mit etwa 500 Soldaten und Bauren ihrer in Luͤtken Bornholt erwartet; dieweil aber die Schweden das Dorff bey hin gezogen; iſt er des Morgens um 8 Uhr den ſchlaffenden Reu⸗ tern zu Gockels eingefallen, hat etliche niedergehauen, ein Theil ſo aus den Haͤu⸗ ſern gewaltige Gegenwehr gethan, mit den Haͤuſern verbrandt, die uͤbrigen mit anſehnlicher Beute gefaͤnglich nach Crempe genommen, alſo daß nur wenige entronnen. Den 22 Martü iſt der Koͤnigliche Daͤniſche Obriſter Bauer mit einigen Reutern zu Brunsbuͤttel angekommen, und nachdem er die Wege und Paͤſſe in der Marſch beſichtiget, hat er ſich in Barlet eingeleget, welchem 2 Tage hernach Claus von Ahlefeld mit einem Regiment Infanterie, und verſchiedene Com⸗ pagnien Reuter gefolget, die Fuß⸗Voͤlcker ſind in Melldorff verleget, und von der Geeſt unterhalten, die Cavallerie aber iſt in der Marſch einquartiret worden. Dieſe huben zwar die Schwediſche Contributiones auf, thaten aber mit Geld⸗ preſſen, Abnehmen der beſten Guͤter und Peade groſſe Inſolentien. 8 3 en ——y— 468 Geſchichte VI. Theil. Den 28 April kamen ohngefehr 200 Schwediſche Fuß⸗Voͤlcker mit 2 oder 3 kleinen Feld⸗Stuͤcken, und lagerten ſich im Tenßbuͤtteler Holtz, die Reuter und Dragoner aber 300 Marck ſtarck, ſtreiffeten bis an die Meldorffer Schan⸗ tze, und pluͤnderten alle nahe liegende Geeſt⸗Doͤrffer im Geſicht der Daͤniſchen Voͤlcker. Und wie die Schweden ſo bereits in Abzuge in Bergeſtedt begriffen, geſehen, daß etwa 50 Dragoner aus Meldorff auf der Hoͤhe, bis an Nindorff ſich præſentirten, aber gleich wieder zuruͤckgezogen, haben ſie Nindorff auſſer 2 kleine Haͤuſer abgebrandt, und ſind mit denen in Tenßbuͤtteler Holtz liegendẽ Fuß⸗ Voͤlckern wieder aus dem Lande gezogen, nachdem ſie vorhero Tenßbuͤttel, Roſt, Alversdorff, und daſelbſt die Kirche gantz ausgepluͤndert. Folgendes Ta⸗ ges in aller Fruͤh ſind die Daͤniſchen Voͤlcker gefolgt, und haben die Schweden in und bey Tetenburg angetroffen. Die Reuter, ſo zuerſt auf den Feind getrof⸗ fen, haben zwar die im Holtz verſchantzte Fuß⸗Voͤlcker attaquiret, aber mit Verluſt zuruͤckweichen muͤſſen; immittelſt der Obriſt⸗Lieutenant Becker mit der Infanterie angelanget, welcher mit ungemeiner Courage den Feind angefallen, und nach einem kleinen Widerſtand, wie etwa 20 erſchoſſen, alle, nebſt 4 Offici⸗ rern gefangen genommen, und die Gemeine untergeſtecket. Die Schwedi⸗ ſche Reuter,ſo jenſeit des Dorffes gehalten, und dem Spiel zugeſehen, haben ſich wieder nach Rendsburg retiriret. Den 8 May iſt die gantze Koͤnigl. Armee uͤber die Elbe ins Stifft Bre⸗ men, wegen des Schwediſchen Einfalls, geruͤcket, und ziemlichen Succeſs ge⸗ habt, indem ſie die Schweden damahlen voͤllig aus den Stifft delogirten. Den é und 7 Junii ſind ſie wieder zuruͤck gekommen, und in denen Marſchen verleget worden. Dieſe Einquartierung hat die von Norder⸗Dithmarſchen beſonders 33 Krürhät, und ſind auf eine wiewohl kurtze Zeit 5000 Mann in der Heyde geſtanden. Den 27 May ſind 00, etliche ſagen 1000 Reuter, ans Rendsburg nach Hanrau gezogen, haben daſige Beſatzung, weil ſie wegen der vielen Schnapha⸗ nen nicht anders denn mit einer ſtarcken Eſcorte proviantiret werden koͤnnen, abgeholet, und das Haus in Brandt geſtecket. Folgendes Tages aber Hade⸗ maſchen jaͤmmerlich ausgepluͤndert, und mit denen Einwohnern unbarmhertzig umgegangen, ja der Prediger, alter abgelebten Leute, Weiber und Kinder nicht verſchonet. Weil aber die Schantze und Waͤlle in Hanrau unbeſchaͤdigt blie⸗ ben, hat Claus von Ahlefeld den 29 May Fo Soldaten darein geleget, welche afann Octobris darin geblieben, damahlen iſt die Schantze voͤllig geſchleif⸗ et worden. Den 16 Junü ſind die Koͤnigl. Trouppen, ſo im Lande verlegt dedeſtgebeh Me — Meerff Norderl⸗ Scif ſiärjeg gauen d undbe De qoitet ge ſo Mal D marſcher ſiedenn ſtoſſen ter Com de Di der Mei Mage waren, Anahr diſer ch mitohng manditt ricum, Pinnebe welches de, ol erwartet Jütland bey Ran Dejtend V des Landes Dithmarſchen. 469 — Wüän Meldorff verſammlet worden, wovon ſofort ein Theil folgendes Tages ins dldeäh Norden bey Suͤderſtapel uͤber die Eyder geruͤcket, woſelbſt 3 Tage hernach eine Afceta Schiff⸗Bruͤcke geſchlagen worden. Wie aber die Schwediſchen ins Eyder⸗ dir Diüfh ſtaͤdiſcche gekommen, haben die Daͤniſchen deu 22 und 23 ſich wieder heruͤber dledehaßig gezogen, die koſtbare Schiff⸗Bruͤcke aus unnoͤthiger Furcht verbrandt, und ſich anghaf inund bey der Heyde geleget. ndorffauſ Den 17 Junii iſt Hilligenſteden, ſo die Koͤniglichen eine geraume Zeit blo⸗ liegenige quiret gehalten, uͤbergeben, und hat ſich die Schwediſche Guarniſon, ungefehr do Denſone ſo Mann ſtarck, gutwillig unterſtecken laſſen. Kolgendesd. Den 21 Junii ſind 11 Esquadron Reuter uͤber die Eyder in Suͤder⸗Dith⸗ Schvohn marſchen gekommen, und bis den 25 dito in der Marſch einguartieret worden, da n Feindorn ſie denn aufgebrochen, und nachdem die uͤbrigen Koͤnigl. Trouppen zu ihnen ge⸗ viret, hem ſtoſſen, haben ſie ſich den 29 mit der Kayſerlichen Armee conjungiret, welche un⸗ Beckrnide ter Commando des Kayſerlichen Generals, Graf Gallas, 14000 Mann ſtarck, uid angfila⸗ den Daͤnen zum Succurs in Hollſtein geruͤcket war. Und obwohl jedermann nebſtefe der Meinung geweſen, weil die Kayſerl. und Koͤnigl. denen Schweden an Die Schwei Menge weit uͤberlegen, und an einem ſehr vortheilhafften Ort bey Kiel poſtiret en,hobenſt waren, daß esſohne einem Haupt⸗Treffen und der Schweden totalen Kuin nicht abgehen wuͤrde, ſo war doch Torſtenſon dem Graf Gallas viel zu klug. Denn SfftB dieſer ſchlaue General zog ſeine Trouppen auf der Kropper Heyde bey Tetenhu⸗ Succeßc ſen zuſammen, und nachdem er Rendsburg den? Auguſti verlaſſen, ging er den gitten. dr Graf Gallas ohne den geringſten Verluſt bey Neumünſter vorbey aus Holl⸗ ſhen uitg ſtein und ferner ͤber Ratzeburg nach der Elbe. Gallas folgete ihm zwar nach, denbeſuhe und paßirte bey Lauenburg uͤber die Elbe/ aber die Daͤniſchen Trouppen ſchieden inder Jii ſich gantz mißvergnuͤgt von ihm, weilen er nichts mehr ausgerichtet, als gantz 4 Hollſtein aufgefreſſen. eihr if Nach dieſem kam der Schwediſche General Helm Wrangel im Sept. 9. ung 99 mit ohngefehr 11 oder 12 Regimentern von der Elbe wieder zuruͤck, und com⸗ L chnche mandirte in Hollſtein gegen den damahligen Ertz⸗Biſchoff von Bremen Fride. den 6 ricum, der ſeines Vatern Generaliſſimus war. Zu Anfangs befreyete er aber 33 Pinneberg von der Daͤniſchen Belagerung, ferner ging er nach Breitenburg, barnieic welches eine Zeitlang von dem Obriſt⸗Lieutuant Steinbergen war bloquirt wor⸗ Kirdrnch den, ſolches zu entſetzen, wie aber dieſer ſeiner in gutem Defenſion-Stande nur ſchädieble erwartete/hat er ſich gewendet/ und ſeinen Marſch auf Hadersleben und ferner in Get,/ dich Juͤtland genommen. Daſelbſten verſchantzte er ſich, mit dem groͤſten Corps ,liggechh bey Randers, und der Obriſt Montagne in Ripen. Die Beſatzung aber auf Vrfete Breitenburg unter dem jungen Montagne; wie ſie ſich keines weiteren Errſihes 0/ 4 * Mal 470 Geſchichte VI. Theil. zu getroͤften, hat etzliche Tage hernach accordiret, und den Koͤniglichen das Aila, Schloß uͤbergeben.. tnn Den 26 Novembr. iſt der Ertz⸗Biſchoff Fridericus mit allem Volck ußa hieſiger Orten aufgebrochen, und ins Norden gezogen, um Wrangeln zu verfol⸗ auch* gen. Eroberte auch ſo gleich Anfangs ſtuͤrmender Hand Ripen, und wurde Kazei alles, Montagne ſelbſten, der ſchon Quartier genommen hatte, niedergehauen, at,tde 3 aus Erbitterung, weil der tapfere Steinberger davor geblieben, und durch den Nur da Kopf geſchoſſen worden. Wrangeln aber in ſeinem verſchantzeten Lager bey ber Randers anzugreiffen, hielten ſie nicht vor rathſam. Daß auch damahlen der de Pun Zug nicht weiter gegangen, und die Schweden vollends aus Juͤtland getrieben ſchiedene worden, wie ſolches an einem ſo engen Orte leicht haͤtte geſchehen koͤnnen, war manten wohl hauptſaͤchliche Urſache, die Uneinigkeit zwiſchen Friderico und Bilden, hingerin denn ſie trenneten ſich, und ging dieſer wieder nach Fuͤnen, und Fridericus kam dienten. Ao. 164 den 2 Febr. mit ſeiner Armee wieder in Dithmarſchen. Von wel⸗ N chem Corps 5 Compagnien Fußvoͤlcker von dem Ahlefeldiſchen Regiment in ſtarcke Meldorff, und 17 Esquadrons Reuter zu Oſten Meldorff in denen Geeſt⸗Doͤrf⸗ den W fern ſelbigen Kirchſpiels eingeleget worden. Dieſe fuhreten ſich ſolcher Geſtalt geſtot, mit Geld erpreſſen, rauben, pluͤndern und Veruͤbung allerhand Muthwillen arruͦckg auf, daß es die Feinde nicht aͤrgen huͤtten machen koͤnnen, ſo gar, daß auch ver⸗ uua ſchiedene Doͤrffer von Einwohnern gantz entbloͤſſet worden. Eadh Die Wrangelſchen haben in der Wochen vor Faſtnacht, nachdem der 8 Daͤniſche General Bauer bey Elmshorn geſchlagen, ſich aller Orten in Holl⸗ pnterſt ſtein wieder bemaͤchtiget/ daß alſo den Daͤnen abermahlen nichts als Gluͤckſtadt, entwede Cremp und Rendsburguͤberblieben. In der Stapelholmer Schantze haben ſir⸗und ſie bey 300 Mann theils niedergemacht, theils gefangen genommen, und allent⸗(dieerſ halben, wo ſie gekommen, haben ſie Merckmahle groſſer Unbarmhertzigkeit und den Sch Grauſamkeit zuruͤck gelaſſen. In der Faſtnachts⸗Woche haben die Daͤnen aufgenu den Duͤnnen⸗Teich durchgeſtochen, auch die Brunsbuttler Schantze, woran verurſat doch ſo groſſer Fleiß und Koſten gewandt, geſchleiffet, und die Palliſaden zu fernern Verſtaͤrckung der neuen Schantze verbrauchet, welche bey der holen Wette⸗ S rung oder Landes⸗Scheidung aufgeworffen worden. ih Zu Ende kebr. iſt der Schwediſche General Helm Wrangel mit ſei⸗ renſter nem gantzen Corps in Dithmarſchen geruͤcket, und hat ſich mit den vornehmſten deserb Officiers und der Infanterie in Meldorff einquartieret, die Cavallerie aber iſt gehaber in der Marſch deſſelbigen Kirchſpiels(jedoch Boſenwurt ausgenommen, ſo anf etich Salve- Guarde bekommen) verleget worden. Folgendes Tages und die gantze nden Zeit ithmarſchen 42 .JVal des Landes Dithmarſchen. f nan luͤndern und Rauben durch beyde dhene nigichade Zeit uͤber, daß ſie de aſden- ſdas Nüg auch kein r wed ht demyaſchen, Dithmarſchen an und Mohren, frey blieben, ſo ſi chul⸗Bediente uͤbel cüen Pa⸗ noch in den Hoͤltzungen un chonet, Prediger und Sch Jode gepeine autaf auch Menſchen wurde olck genohtzuchtiget, und viele? Vermoͤgen hatten. „Wzud tractiret,/ he nehr G geben koͤnten, als ſelbſien aran einige Reu⸗ wehhe At, dei ſirh Barlet blieb verſhenen dfüe Norder⸗Dihmauſchen daude⸗ ruch lten hatte, un ng gebracht/ 2 alin Prer Heienton eha auch in Erfahrunggebracht daß ver⸗ aühat d Plüderung mr Tag. nd Fwiee nrhalsnach Buſun, al dem der⸗ a Hhineurd Ort ihre Guͤter befüicherraindde Prediger⸗ und Schul⸗Be⸗ können, de meinten ben alles dorten aus der K et. has Peerieen nad ans allen Winckeln iedeeadeeſande und Weſten ein rideriowig ien Martii aus dem Suͤd⸗ s Furcht vor Me den 10 und 11 Marti;„ iſche Reuterey au Ara⸗ d demn entſtanden, hat ſich die Sh Wſch dede Nordhardtſtedt, Eg⸗ Nemm ſtarcker aus der Marſch in die Geeſt, qir iels zu Oſten der Dellbruͤgge Getſdi dem Waſſod an die Doͤrffer Meldoͤrper Kirchſui ch geplündert. Der Obriſt⸗ bich 55 Afedt ⸗zunnn und die andern Heſr Weeſh dd lchf Windbergen wit ſiner dMunde zu chleebuſch aber iſt bi en, daß wenig nachgeblieben. duß auch Djentenafun berben und hat ſo Haus gehalten, hat er ſich Esquadron ge W lin Dithmarſchen gelegen, rangelin Di Landes Schede, ahrender Zeit daß Helm aunsbuͤttel bey der Land 7 nadda herde Schante zu Oſien Be und von da ſich der Wi jnachder en die Sch berrumpeln, und vo rer Orten h unterſtanden die en oder Gewalt zu u ber ein Unter⸗Officie Mrenie der mit Draͤu ͤchtigen. Es hata dieſen ls Glckfde entwe d Cremper⸗Marſch zu bemaͤ in Gunther, geweſen ſeyn, ſo vor chantze habt⸗ ſter⸗ un Ul der Obriſt⸗Lieutenant, Martin 8 ariſSn in der Schantze wieder undale dieſer ſoll der⸗ ienet) die erſchrockene Guarnilon eind geſchoſſen, welches denkt den Sehwedengede 1 dem Geſchuͤtz unter den Sein aidaor eon und hertickätm aufgemuntert, undm chweden ſich nach Meldorff wieder; 3 eu kerüſächet fde L5 lck und allem Troß auf⸗ antze, wwel nichts tentiret. it dem Fußvolck und Palliſade⸗ ſennarnith Martii iſt Helm Wrangel di dom Fuüer enommen, von dan⸗ Den 18 esdorff ſein Quartier g wel⸗ holen Io⸗ gebrochen, und im Paſtorat zu Ardd gangen und Rendsburgberennet, G nen iſt er den 24 Martü nach Holl angel ni Vor ſeinem Abzu⸗ edens⸗ ret gehalten. Vorſei Gelder riedens⸗Schluß blocquiret geha⸗ rand⸗Schatz⸗ oengi chezadan Sade Dhneh Ndiniſandeund Huans zu ſeſenahe nüawna ge hode Rthl. in verſchiedenen Termine erine Summe woͤchentlich dlere cha auf etliche 1000 d Dbri odecker nicht eine gerine. contri⸗ nemn, handeln, und dem Obriſten. B Jii anddegils Zel 44 472 Geſchichte VI. Theil. 33 contribuiren muͤſſen, welcher mit ſeiner Reuterey im Kirchſpiel Henſtedt 6 Wo⸗ du chen noch liegen blieben. Nach dem Schwediſchen Abzuge kam der Daͤni⸗ Duxun ſche Obriſt Buchwald mit ohngefehr 11 bis 1200 Mann, theils Fußvoͤlcker, enan theils Cavallerie, in Dithmarſchen, und nahm ſeinen Marſch uͤber die Eyder Mbttfer nach Fridrichſtadt, den Schweden vor Rendsburg eine Diverſion zu machen. iinäegt. Dieſer foderte von Norder⸗Dithmarſchen eine gleichmaͤßige summe, er muſte inoeſt aber ſich mit 6 bis 700 Rthlr. vors erſte begnuͤgen laſſen, weil ein ſtarck Com- buEn mando Schweden ihm in die Eiſen waren, welche ſich in Weddingſtedt und Koſfen Stelle einlegeten, und bis an die Eyder ſtreiffeten, zogen aber den 26 Martü un wieder nach Rendsburg. So bald der Obriſt Buchwald der Schweden Ab⸗ S marſch vernommen, iſt er uͤber die Eyder geruͤckt, in Meinung, wieder nach ſhoſ Gluͤckſtadt zu gehen, es muſten aber die Schweden Wind davon bekommen 3 haben, denn der Obriſter Bodeker innerhalb 4 Stunden von Rendsburg nach W Weddingſtedt eiligſt mit einem Detachement gekommen, den Daͤnen zu be⸗ 1 Kan gegnen, welche die Nacht uͤber in Feddering campirten und mit anbrechendem dhrfö Tage uͤber die Au⸗Bruͤcke ſetzeten. So bald ſie der Heyde etwas naͤherten, düa wurden ſie unverſehens von den Schweden, ſo hinter den Bergen hielten, ange⸗ 3 fallen und mit weniger Muͤhe getrennet, ein Theil erſchlagen, der groͤſte Hauf Aa nebſt dem Obriſten Buchwald und deſſen Obriſt⸗Lieutenant gefangen, nach dem Ane, Lager vor Rendsburg gebracht, daß alſo nur eine Standarte mit ohngefehr 100 d Mann entronnen. Nach ſolcher Schlacht nahmen die Schweden ihr Quar⸗ Sand tier in Weddingſtedt und Stelle, die umliegende Doͤrffer muſten alles, was ſie R ü nur foderten, liefern, und in der Heyde wurden die Krancken und Verwunde⸗ 3 ten verpfleget. Nach 12 Tagen gingen ſie nach Henſtedt, Mohr, Delve, duff Pahlen und Doͤrpling, und blieben daſelbſt bey die 7 Wochen, da ſie endlich uf aufbrachen, und ihren Weg nach Hale, bis gegen Rendsburg nahmen; doch de muſten beyde Theile Dithmarſcheu ihnen allenthalben, ſie moͤchten auch ſeyn nachdem wo ſie wolten, eine unglaubliche Menge Proviant und Fourage zufuͤhren. bien In der Nacht vor dem 1 Junii ſind in die ſoo auserleſene Soldaten aus Darau Itzehoe, Crempe und Gluͤckſtadt, unter Commando des Capitain Harder nach 3. Harpſen, den Schweden zu Jevenſtedt eingefallen, ſo ohngefehr 30 erſchlagen, und gute Beute nebſt 150 Pferden gluͤcklich nach Itzehoe gebracht. Wie ſie bxe aber im Ruͤckwege die Zeit verſaͤumet, auch ihres Weges nicht abwerts nach 70aſ dem Moraſt genommen, ſind ſie von den Schweden wieder uͤberfallen, bey 200 neutm erſchlagen ün gefangen worden, der Capitain ſelbſten hat ſich kuͤmmerlich durch iment eine Aue ſalviret. 1— hanu Den mnallen N Tha — MAnadts. ram de da⸗ dals gü chüraeg erlcngnaht umme atnſ lein ſiutem Veddngita er den 26 Un r Schwadend ng, widane dabon bekonne Rendsbunene den Daͤnrnus iit anbrehene etwasnaͤhenr een hietten, w der groͤſtech angen, nachd rchagefehen vedeniht Au en alles, won und Vervud Mohr, Di 7·, daſie w nahmen uc ochten auchi⸗ ufätren. eEoldatn e zapitan nt r zotfd acr Mi ht abvers rfalln,on 6 dud irmmarichd DM des Landes Dithmarſchen. 473 Den 30 Auguſti iſt des Schwediſchen Feld⸗Marſchalls Leib⸗Regiment Dragoner unter dem O riſten Steinacker/ abmarſchiret,ſo nach bereits geſchloſ⸗ ſenen und publicirten Frieden, um ſich zu erfriſchen, etliche Tage in der Marſch, Meldoͤrffer Kirchſpiels, aber auf Abhandelung, in Akversdorf und der Gegend eingelegt worden, und dieſe ſind die letzten Schweden geweſen: nach deren Abzuge ſind 2Compagnien Biſchoͤfliche Reuter im Suͤder⸗Theil verleget und bis zu Ende Januarü verpfleget worden, da auch die andern Trouppen auf der olſteiniſchen Staͤnde inſtaͤndiges Anhalten von Ihro Koͤnigl. Majeſt, von Daͤnnemarck abgedancket worden. Den 8 Ockobr. iſt wegen des zwiſchen Daͤnnemarck und Schweden geſchloſſenen Friedens im gantzen Lande ein oͤffentlich Danck⸗Feſt gehalten worden. Anno 1648 den 15 Februarii iſt in der Nacht, aus dem Nord⸗Weſten mit einer Spring⸗Fluth ein hefftiger Sturm⸗Wind entſtanden, ſo bis 6 Uhr folgenden Morgens gedauret, und groſſen Schaden an Haͤuſern, Thuͤrmen, zuͤhlen und Teichen durch gantz Teutſchland verurſachet, viele Schleuſen durchgeriſſen, viele tauſend Baͤume in den Waͤldern und Gaͤrten mit vollen Wurbtzeln aus der Erde geriſſen. Man hat es vor ein halbes Erdbeben gehalten, weil die Erde ſolchergeſtalt ſich beweget, daß auch kein Menſch feſten Fuß oder Stand halten koͤnnen, und die Haͤuſer durch ſolche Bewegung ſtarck beſchaͤdi⸗ get worden. 9 Den 21 OCobr. ſind Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck Fride- ricus IIl. nebſt Dero Gemahlin und einer hochanſehnlichen Luite in Mel⸗ dorff angekommen, und von Dero Unterthanen mit allerunterthaͤnigſten Freu⸗ den⸗Bezeugungen und Geſchencken empfangen worden. Folgendes Tages, nachdem vorhero der Hr. M. Gerhard Kam eine Predigt in Ihro Koͤnigl. Ma⸗ jeſt. Zimmer gehalten, hat das gantze Suͤder⸗Dithmarſchen den Huldigungs⸗ Eyd in Ihro Koͤnigl. Mgjeſt. und Dero Gemahlin Gegenwart abgeleget. Darauf Ihro Koͤnigl. Majeſt. des andern Tages fruͤhe mit Dero gantzen Suite nach Flensburg ſich wieder erhoben.— Wie die Schwediſche Armee nach dem allgemeinen Frieden bis zur voͤlli⸗ gen Execution derer Friedens⸗Puncten Ao. 1649 durch gantz Teutſchland in Crayſen verleget wurde, iſt eine Compagnie Reuter vom Muͤllerſchen Regi⸗ ment mit wenigen Knechten und einem Rittmeiſter vom Hammerſteiniſchen Re⸗ giment in Suͤder⸗Dithmarſchen einquartieret worden; dieſe ſind von den 30 Januarii bis den? Octobr. ſtille gelegen ‚darnach auf Nortorff gefuͤhret, und wuit allen in Hollſtein liegenden Schweden ab gedancket worden. Jii 2 Anne — 474 Geſchichte— Vl. Theil. Anno 1650. von Pfingſten bis in den ſpaͤten Herbſt, iſt es ſehr feuchte ge⸗ weſen, und beſtaͤndiger groſſer Regen gefallen, wodurch nicht allein die Geeſt⸗ Wieſen unter Waſſer geſetzet, ſondern das Korn iſt in den mehrſten Gegenden der Marſch faſt bis an die Ohren unter Waſſer geſtanden, und auf den Ackern ermodert. An vielen Orten hat man ſich der gemeinen Land⸗Wege mit groſ⸗ ſer Gefahr bedienen muͤſſen. Weßwegen das Getrayde ſo wohl auf der Geeſt als Marſch gaͤntzlich verdorben, der wenige Gaͤrſte, ſo noch eingeerndtet worden,iſt ſo dampffig geweſen, daß man ihn weder zur Speiſe noch zu Maltzen gebrauchen koͤnnen. Vieles Vieh iſt aus Mangel der Graſung geſtorben, wiewohl noch verſchiedenes auf der hohen Geeſt in der Heyde ſich kuͤmmerlich erhalten. Wie man im Herbſt die Winter⸗Saat beſtellen wollen, ſind die Pferde an vielen Orten in die Furchen, als in Moraſt eingeſuncken, daß man ſie mit groſſer Muhe heraus ſchleppen muͤſſen. Weil nun bey ſolcher ſchlechten Jahres Zeit wegen des waſſerichten Landes wenig Winter⸗Korn geſaͤet worden, und was noch in die Erde geworffen, mehrentheils vermodert und nicht hervorgekommen, das Vieh und Pferde, ſonderlich in der Marſch in den niedrigen Gegenden, den Winter dahin gefallen, ſo folgete in dem folgenden Anno 1671 Jahr eine ſehr ſchwere theure Zeit, und die Verarmung vieler vermoͤgenden Familien, ſo gar, daß wenn von frembden Orten keine Zufuhr geſchehen, viele Menſchen haͤt⸗ zen Hungers ſterben muͤſſen.. Anno 1673 von jacobi bis Michaelis iſt es eine ſehr naſſe Zeit geweſen, daß auch ſehr viel Korn deßwegen verdorben, doch iſt dabey eine ſehr wohlfeile Zeit geblieben, daß man den Weitzen vor 4 Marck, und den Rocken vor 3 Marck die Tonne kauffen koͤnnen. Worauf ein ſehr gelinder Winter gefolget, ſo gar, daß es uͤber 4 Tage nicht gefrohren. Anno 164 iſt ein ſehr temperirt und uͤberaus fruchtbar Jahr geweſen, weil aber wegen der wohlfeilen Zeit keine Schiffe gingen, und die Kauffmann⸗ ſchafft ruhete, blieb ſehr viel Korn im Lande, und verurſachte bey den Hausleu⸗ ten einen groſſen Geld⸗Mangel. Den 13 Julii iſt ein ſtarcker Platz⸗Regen, mit Donner, Blitzen und Ha⸗ gelſchloſſen gefallen, daß derer Orten, wo der Strich durchgezogen, alles Korn gaͤntzlich verderbet, Haͤuſer, Baͤume und Thuͤrme uͤbern Hauffen ge⸗ worffen worden. Anno 1677. im Anfang des Februarü, iſt auf ungegruͤndeten Bericht, als wenn die Schweden in Hollſtein gefallen, und einige Doͤrffer gepluͤndert, ein unerhoͤrtes Schrecken und Fluͤchten entſtanden, daß jedermann in Han⸗ . 3„ — ſrein/ ſ goſies gebrah Einfalb, dureted A puffend. reb gelt. Goſt 1. § b9. das lus ſchl, erobett bliebber Man 12²000 hatten engen as Acova h, Bran haben weſen Hede 5 undkar ſce allen⸗ auf D moͤchte dene Holſte dorff, men eij 1LI 35 des Landes Dithmarſchen. 475 Vett ſtein, wie denn auch die Vornehmſten in Dithmarſchen ihre beſte Sachen in din M groſſer Eile nach Crempe, Gluͤckſtadt, Hamburg, theils auch nach Holland daid e gebracht. Und obwohl niemand einen Schweden geſehen, noch den Ort des Menatn Einfalls, oder der Plünderung mit Grund der Warheit benennen koͤnnen, ſo aun daurete doch dieſes Schrecken uͤber 8 Tage. luaiſ Wie der Koͤnig von Daͤnnemarck, Pridericus III. einen unvermeidlichen ben nund puffend. de Krieg mit Schweden vor Augen ſahe, ſchloß er eine Alliance mit 8— reb geſt. Carl den Ruſſen und Pohlen gegen Schweden, zog den Churfuͤrſten 0 Guſt: L. 4. von Brandenburg, Fridrich Wilhelm, von Carl Guſtaven ab, h 4 ¹§. 69. und publicirte Anno 1677 ſein Maniteſt gegen Schweden, dem ſerde ait das Jus Feciale armatæ Daniæ bald folgete. Hierauf ging der Reichs⸗Mar⸗ inſiemtaſ ſchall, Andreas Bilde, mit der halben Daͤniſchen Armee ins Bremiſche und Nen Näz eroberte alles, auſſer Stade. Die andere Helffte ging uͤber die Eyder, und den, uite blieb bey Itzehoe ſtehen, die Schweden abzuwarten, von welchem Corps 1200 rvorgeben Mann in Norder⸗Dithmarſchen 6 Wochen blieben, und bey ihrem Abzuge Gexaͤn 12000 Reichsthaler mitnahmen. So bald aber die Schweden das Gluͤck MJahr eneſt hatten mit kaum 10000 Mann in einem ſchlechten Zuſtande bey Moͤllen einen jamihen,ſa. engen Weg ohne Widerſtand zu paſliren, zogen ſich die Daͤnen in aller Eyl Maſcaſe aus Hollſtein zuruͤck nach Coldingen. Die Schweden aber lagerten ſich bey Altona und Ottenſen, und gingen hernach vor die etwas fortificirte Stadt Itze⸗ ſe zätgebe hoe, und ſchoſſen die alte und neue Stadt vor Bildens Augen mit Bomben in eſir wi Brand, alſo, daß ſie zu einem gaͤntzlichen Steinhauffen gemacht wurde, auch en Jocan haben ſie Elmenshorn nebſt der Kirche, darinn ein ſchoͤn Alabaſtern Altar ge⸗ VWinrrgi weſen, in die Aſche geleget. Hierauf verfolgeten ſie die Daͤnen bis Friedrichs⸗ Oedde, und brandſchatzeten unterweges Suͤder⸗Dithmarſchen. Anno 1658 im Febr. gingen die Schweden uͤber das Eiß nach Fuͤnen, uhrmna und kamen von da uͤber Laland und Falſter in Seeland, da dann der Rotſchild⸗ kethus ſche Friede den 26 Febr. geſchloſſen ward, in welchem die Schweden Art. 13. hnn allen Prætenſionen auf ewig renuncirten, die ſie wegen des Stiffts Bremen 464 auf Dithmarſchen, Delmhorſt und verſchiedene Adeliche Guͤter in Hollſtein öädenung⸗ moͤchten haben koͤnnen, und dabey verſprochen, alle dazu gehoͤrige und verhan⸗ geoga d dene Documenta an Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck und dem Hauſe n Haffn Hollſtein⸗Gottorff auszuliefern. Den 18 Martü kamen die Schweden 2000 Mann ſtarck wieder in Mel⸗ denn aui dorff, und holeten die ruͤckſtaͤndige Brandſchatzung ab. Und den 3 Julü ka⸗ ir ahünd men einige Regimenter Schweden wieder in Suͤder⸗Dithmarſchen, und ver⸗ mann n h 1 Jii 3 legten 1 —— —— 476 Geſchichte VI. Theil.— —— 1 legten ſich in Meldorff, Woͤrden und denen umliegenden Doͤrffern, und blieben a daſelbſt 6 Wochen, in welcher Zeit ſie ſehr ſchlecht Haus gehalten. Nendin In dieſem Jahr hatte der Hertzog ein halb Regiment Infanterie zur Bede⸗ Jtden 8 ckung in Norder⸗Dithmarſchen verleget, darunter viel Irrlaͤnder, Schotten un T und Frantzoſen geweſen. ſolmer Nicht kange nach dem geſchloſſenen Frieden ging der Krieg von neuen an, Nartio indem der Koͤnig von Schweden, Carl Guſtav, Anno 1678 den 14 Auguſti und in unvermuhtet auf Seeland bey Corſoͤr landete, und die Stadt Copenhagen zu Comn Waſſer und Lande belagerte. In Hollſtein hatte der Pfaltzgraf von Sultz⸗ rineb bach Ordre, Crempe und Rendsburg zuuͤberrumpeln/ wie aber beydes ſich tapf⸗ gehobe fer defendirte, wurde letzteres in einer Blocquade eingeſchloſſen. Er ſelbſt, der tvegent Pfaltzgraf, ging mit vielem Volck nach Suder⸗Dithmarſchen, brandte viele Fätg Haͤufer und Ooͤrffer ab, pluͤnderten und raubeten, wo ſie nur koͤnnten. In Daͤnne der Wilſter⸗Marſch hub er das Eberſteinſche Regiment in dem Quartiere auf. baachte Um Michaelis kam der Churfuͤrſt von Brandenburg, Fridrich Wilhelm, mit thämer 24000 der Seinen, Pohlen und Kayſerl. in Hollſtein den Daͤnen zu Huͤlfe, die daoeg zwar die Schweden aus dem Lande trieben, hingegen muſten die Dithmar⸗ der ſcher denen Allürten eine unglaubliche Menge Proviant und Geld liefern, daß Hurbo es manchen ſehr druͤckete, und dazu muſten ſie die Daͤniſche Voͤlcker mehren⸗ Färſtlc theils unterhalten. Cbr Anno 1660 legten ſich die Daͤnen, Brandenburger und Pohlen aber⸗ tntſch mahl in Dithmarſchen in die Quartiere, hielten uͤbel Haus und plageten die Ein⸗ wohner erbaͤrmlich, bis endlich Ao. 1660 den 25 May der Copenhagiſche Frie⸗ de zum Stande kam. 3 Wie der Koͤnig von Franckreich Anno 1672 den ſchweren Krieg mit den ba vereinigten Niederlanden anfing, darin hernach das Roͤmiſche Reich nothwen⸗ Jhi dig verwickelt ward, ſchloß er eine off- und defenſiv-Alliance mit Schweden, G um jemanden zu haben, der eine Diverſion in Teutſchland allenfals machen tvig,n konnte. Weil nun dieſe Alliance allen benachbarten Puiſſancen bedencklich de in war, als ſchloß der Kayſer, Brandenburg, Zell, Wolffenbuͤttel und Heſſen⸗ boet Caſſel, mit Chriſtiano V. Koͤnig von Daͤnnemarck, Anno 1672 eine defen- 5 ſV-Alliance, und wie die Schweden Anno 1674 in die Marck Brandenburg„d ſielen, ſo muſte nothwendig/ vermoͤge geſchloſſener Alliance; Daͤnnemarck der n ge Schweden feind werden. Daaber Chriſtianus der V. bey dieſen Conjun- cher Kuren ſo wohl in Hollſtein einen freyen Ruͤcken als mehrere Gelder von den vüllgit Hollſteiniſchen Staͤnden beduͤrffte; als entſchloß er ſich auf Brandenburgiſchen hes au Betrieb ceiegege d, Chotta vonnan n 14 bugi openhagan af von Eit epdes ſch w Erſäbide brandte we unten. N Warteere i Vilhelm, m zu Hüffe, N ‚de Dihma lufern, dj ſcer mehre Pohlen chr⸗ getendiedh hagiſche Krieg mi da deichvothcwer it Schweden efals mach en bedeneich elundehſce⸗ 2 eine deten. Branderdun unemua N ſſer Conhu der bon del derberoſcen Betru des Landes Dithmarſchen. 477 Betrieb Anno 1675 durch eine Surpriſé des Hertzogs von Hollſtein, Chriſtian Albrechts, in Rendsburg ſich zu verſichern, welcher den 30 Juni den bekandten Rendsburgiſchen Frieden eingehen muſte, Krafft welchem die Hertzogliche Mi⸗ litz dem Koͤnige uͤberlaſſen, das Jus Collectandi demſelben allein frey geſtellet/ und Toͤnningen dem Koͤnige eingeraͤumet ward, welche Veſtung, die Stappel⸗ holmer Schantze, und der Wall um das Tunderſche Schloß Anno 1676 im Martio raſiretwurden. In dieſer Verfaſſung blieben die Sachen ſtehen, und in Dithmarſchen wurden durch die von Daͤnnemarck dazu deputirte Commiſſarien die Contributiones eingehoben, bis Anno 1679 in dem zu Fon- tainebleau und Lunden geſchloſſenen Frieden alle Gottorpiſche Streitigkeiten gehoben, und der Hertzog Chriſtian Albrecht voͤllig reſtituiret wurde. Weß⸗ wegen in der Heyde und beyden Fuͤrſtenthuͤmern Ao. 168oein ſolennes Danck⸗ Feſt gehalten worden. Allein dieſer Friede daurete nicht lange, denn wie Daͤnnemarck die alte Keunion des Schleßwigiſchen wieder auf den Tapet brachte, 300000 Reichsthaler reſtirende Contributiones in denen Hertzog⸗ thuͤmern, und die Freyheit allein die Krieges⸗Steur einzufodern prætendirte, dagegen der Hertzog die Veſtung Toͤnningen wieder erbauet wiſſen wolte, ging der Laͤrm Anno 1684 von neuen an, und wurden die Kevenuen des Hertzogthums Hollſtein wieder von Koͤniglichen Bedienten gehoben, und die Fuͤrſtliche Unterthanen mit ſchwerer Einquartierung beladen. Ja der Hertzog Chriſtian Albrecht muſte das bittere Exilium in Hamburg zu continuiren ſich entſchlieſſen, wo er nicht abermahl in Rendsburg wolte arretiret werden. Im Junio gingen der Obriſt Richelieu, Schout bey Nacht Paulſen und Regierungs⸗Rath Schroͤder mit einigen Schiffen und Mannſchafft von Gluͤck⸗ ſtadt nach Heiligeland, und weil der Capitain Buchwald als Commendant mit behoͤriger Mannſchafft nicht verſehen, wurde die Inſul gar bald erſtiegen. Den s Julü hielte der Koͤnig von Daͤnnemarck ſeinen Einzug in Schleß⸗ wig, und ward dieſes Hertzogthum der Kron Daͤnnemarck als ein Feudum wie⸗ der einverleibee. Auch ward die Huldigung von denen Staͤnden abge⸗ leget. Indeſſen hatte Schweden Anno 1680 mit Holland eine Aſſociation ge⸗ gen Franckreich aufgerichtet, zu der Daͤnnemarck mit invitiret ward; weil aber Chriſtianus V. dabey ſich verpflichten ſolte, den Hertzog von Hollſtein voͤllig wieder in den Stand zu ſetzen, wie es Anno 1677 geweſen, ſchlug er ſol⸗ ches aus, wolte auch nicht einmahl bewilligen, daß Lunden in Dithmarſchen g —C—C—C—C—CCCCC—C—ꝛ—ꝛ—ᷣ———ᷣ——⏑—⏑—C—C—ꝛmm—nn————— 478 Geſchichte VI. Theil. — puſfendorff. ie an ſtatt Toͤnningen fortifciret wurde. Endlich wurden Anno bemühet reb. geſt. Fria. 1689 in dem Altonaiſchen Vergleich alle Streitigkeiten gehoben, unc, f Wühelm L. 17. dem Hertzog alle ſeine Lande und Rechte wieder gegeben, und der dehrcin §.91. Rendesburgiſche Vertrag voͤllig caſliret. nehenka Dieſer Friede wurde in einer ziemlichen Harmonie beyder hohen Haͤuſer dihcran eine Zeitlang unterhalten, wiewol die voͤllige Erfuͤllung des Altonaiſchen Ver⸗ modien. gleichs von Fürſtlicher Seiten vergeblich urgiret ward, bis daß Hertzog Priede- 6 undr rich glorwuͤrdigſten Andenckens nach ſeines Gottſeel. Vatern Chriſtian Al- Daniſch brecht Tode, Anno 1694 den 27 Decembr. die Regierung antrat, ſo erhuben der Koni ſich verſchiedene Irrungen, als wegen Ausſchreibung der Landſtaͤnde, wegen gegebene der Erb⸗Huldigung, wegen Kenovation der Ulnion, welche zu einer nicht ge⸗ allr Ca ringen Verbitterung und Weitlaͤufftigkeit Anlaß gaben. Voraus wie der und Kön. Koͤnig von Daͤnnemarck die Communication des vaͤterlichen Teſtaments fo⸗ eydew. derte, und dadurch die Souverainité und Jus primogenituræ in Zweifel zu zie⸗ Banu hen, dem Hochfuͤrſtl. Hauſe die lura ad qualitates activas reſpectu regalium Fedſück (wie es in denen Streit⸗Schrifften heiſſet:) in quæſtion zu bringen ſchiene; wit einen ſo zog der Hertzog Friederich oo Mann Schweden Anno 169 5im Auguſto ton lebe ins Land, die zu Perfectionirung der Veſtung Toͤnningen, zu Erbauung der d Stapelholmer⸗Barmer⸗See und Sorcker Schantzen bey Huſum gebrauchet anas Theatr. Eurog. wurden. Ueber dieſe und noch mehrere Weiterungen, und wie Comma Tom. XV. p. 54. inſonderheit Anno 169 5alle Actus der gemeinſchafftlichen Re⸗ biß 60. gierung ceſſirten, wurde zwar anfaͤnglich Anno 1696 zu Ham⸗ dire burg; hernach zu Pinneberg eine Conterence gehalten, wie aber ſolche frucht⸗ Jlboſ loß in dieſem Jahr abging, wie davon die viele hinc inde in Druck publicirte Schrifften nachzuleſen ſind, ließ der Koͤnig Chriſtianus V. in folgendem Jahre D die aufgeworffene Schantze ruiniren, und die Stuͤcke und Ammunition in nach ein Olear, cont, den Graben werffen. Hierauf gingen Anno 1698 die Pinne⸗ Schwal Holſt. Chron. bergiſche Tractaten wieder fort, weil aber in ſelbigen abermahl ergabſic p. 115. nichts zum Stande kam, und man ſich Fuͤrſtlicher Seiten von Obriie Daͤnnemarck wenig Gutes verſprach, da es ſich ſchon anließ, daß der Koͤnig Comma von Schweden mit Moſcau und Pohlen in einen ſchweren Krieg verfallen ſolte: leß. als zog der Hertzog Friederich Ao. 1699 im Julio noch ein Regiment Schwe⸗ 2 den aus Wismar, und einige Trouppen aus dem Bremiſchen zu ſich/ und erbaue⸗ Uherwyk te die ruinirte Huſemer und Stapelholmer Schantzen zu ſeiner und des Landes theuerw Sicherheit wieder, oder, wie es Hr. Hoyer in ſeiner Daͤniſchen Hiſtorie vor⸗ zutrat, u giebet, daß die Daͤnen kommen und ſie wieder niederwerffen ſolten. Wie d auch mitlerweile Koͤnig Ciriltianus V. Ao. 1699 den 2 Auguſti verſtarb, enyin u bemu⸗ ——— 8—“——— ——————j——Oõ—,——— —.—— 1. JAe— des Landes Dithmarſchen. 479 den a— ſieneät bemuͤheten ſich die hohen Garandeurs Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnne⸗ benm marck, Fridericum den IVten zum guͤtlichen Vergleich zu diſponiren, und wur⸗ de die guͤtliche Hinlegung abermahlen zu Hamburg reaſſumiret. Zu deſſen hahan mehrern Facilitirung Ihro Durchl. der Hertzog von Hollſtein geſchehen lieſſen ſchäuſe d b. 9 7 naſhe he daß er ant efohlne Schantzen⸗Bau bis auf den letzten Januarüi des folgenden Nrzgi 1700ten Jahres eingehalten wurde. Jedoch dieſer Terminus verſtrich frucht⸗ Chrlän. loß, und wie indeſſen die Lieflaͤndiſche Invaſion kund wurde, aͤuſſerten ſich von mg, ſ dtn Daͤniſcher Seiten die feindliche Deſſeins gegen das Gottorpiſche Haus, indem unde hur der Koͤnig von Daͤnnemarck, aller der hohen Mediation den 25 Martii 1700 en h gegebenen Verſicherungen ungeachtet, alle Fuͤrſtl. Lande feindlich occupirte, 9— 4 aller Cammer⸗ und anderer Gefaͤlle ſich bemaͤchtigte, die Fuͤrſtl. Bediente ab⸗ 89 hi und Koͤnigl. Commiſſarien wieder einſetzte die Kevenuen zu heben. In der Tamelih Hehde wurden den 22 Martii 14 Compagnien Infanterie unter dem Brigadier Sweftgun axhauſen, und 6 Compagnien von dem Schackſchen Regiment nebſt einigen du regalun Feldſtuͤcken eingeleget, und in Lunden nahm der Obriſte Schack Brockdorff ringenſchin. mit einem Regiment Cavallerie die Quartier, welche alle daſelbſt auf Diſcre- 5 im duu tion lebeten. 4 bumi Den 2 April brachen ſie in aller Eyl auf, und conjungirten ſich mit der m gebnüuhe gantzen Daͤniſchen Armee, welche ſich bey Rendsburg jenſeit der Eyder unter K, undr Commando des Hertzogen von Wurtenberg zuſammen gezogen. affchend Olear. cont. Hierauf eroberten ſie nun alle von den Hertzogen von Holl⸗ 1696 u Holſt. chron. ſtein aufgeworffene Schantzen als die Stapelholmer, Sorcker eſolchefta p. 160. ſeqa. und Huſemer Schantzen. 8 füh Den 16 dito bemaͤchtigten ſie ſich der Stadt und Veſtung Fridrichſtadt ſed En nach einer geringen Gegenwehr. Und kurtz nach dieſem berenneten ſie die uue 1 Schwabſtaͤdter Schantze, als welche vor die ſtaͤrckſte gehalten ward. Sie 98 denin ergab ſich aber den zten Tag mit Accord, in welchem der Commendant und den aderm Obriſt⸗Lieuteuant Meden vor ſich und das Seinige ſorgete, die unter ſeinem Lre 75 9 ſtehende Guarniſon aber als Krieges⸗Gefangene im Stiche daß der Kol leß. derfaladt: Den 15 dito kam ein Regiment Juͤtlaͤndiſche Reuter unter dem Obriſten mentEhhe Uterwyk in der Heyde in die Quartier, und weil die Fourage ſehr knap und h undedaee theuer war, fiel die Einquartierung ſehr ſchwer, bis endlich die gantze Landſchafft nd des Unde zutrat, und das benoͤthigte Heu und Haber lieferte. Oſtimn Den 21 April ging die gantze Daͤniſche Armee vor Toͤnningen, und begun⸗ olken. 3 ten hin und wieder des Nachts verſchiedene Batterien aufzuwerffen, welche uſi ntah Kkk aber demw⸗ Geſchichte VI. Theil. aber allemahl des Tages von den Belagerten wieder niedergeſchoſſen wurden; bis ſie endlich den 26 April zu Stande kamen, und mit 36 groſſen Canonen und 18 Feuermoͤrſer anfingen zu canoniren, und die Stadt mit beſtaͤndigen Bombardiren zu beaͤngſtigen. Nachdem nun durch das hefftige d taͤgige Canoniren der Belagerer Geſchuͤtz unbrauchbar geworden, als in welcher Zeit ſie bey die(670 Bomben hinein geworffen, doch ohne ſonderlichen Schaden, nur daß der Kirch⸗Thurm abgeſchoſſen wurde, zogen ſie ſich in et⸗ was zuruͤck, fuͤhreten das Geſchuͤtz nach Rendsburg ab, und lieſſen durch den General⸗Major Harbau 30 Stuͤcke mit groͤſſerm Geſchutz, Munition und Materialien von Gluͤckſtadt bringen, weil aber ein beſtaͤndiger Oſt⸗Wind ver⸗ hinderte die Schiffe ſo nahe ans Land zu bringen, daß die ſchweren Canonen konten ausgebracht werden, verſtrichen bey die 3 Wochen, daß die Belaͤgerer nichts thun konnten, hingegen aber ſaͤumeten die Belaͤgerten nicht, theils mit ihrem Geſchuͤtz von der Veſtung, theils durch haͤufige Ausfaͤlle dem Feind zu ſchaden und ihn abzumatten. Inſonderheit hatten ſie auf der Nordweſten Wind⸗Muͤhle 4 kleine Feld⸗Stuͤcke gebracht, mit welchen ſie in den Apro⸗ chen groſſen Schaden gethan. Das groͤſſeſte Ungluck vor die Belagerer und wodurch ihre Deſſeins gehindert, war wol, wie den 15 May den Sonntag vor Himmelfarth ihr gantzes Laboratorium in die Lufft flog, dabey 15 der beſten Conſtapels nebſt vielen Officierern und Handlangern crepirten. Nun lieſſen ſie zwar von neuen viele Wagen mit Pulver von Hamburg kommen, verſchrie⸗ ben auch erfahrne und geſchickte Conſtapels aus Sachſen, Heſſen und Bran⸗ denburg, allein die Zeit verlief daruͤber, und die Belaͤgerten konnten die bey der vorigen Bombardir⸗ und Canonirung erlittene Schaden ohne Hinderniſſe re⸗ Pariren. Endlich ſo ging den 27 May aus 18 Feuer⸗Moͤrſern und 36 Ca⸗ nonen die Bombardirung mit groſſer Hefftigkeit von neuen an, und die Bela⸗ gerung wurde mit ungemeiner Tapferkeit fortgeſetzet, allein ſie hatten das Un⸗ gluͤck, daß die Veſtung, unter Anfuͤhrung des General⸗Lieutenant Ban⸗ nier, an Proviant, einer tapferen Guarniſon, und allen wohl verſehenen, in einem guten Defenſions-Stande ſtunde. Und wie der Churfuͤrſt von Han⸗ nover und Hertzog von Zell mit einem Corps Luͤneburgiſche, Hollaͤndiſche und Schwediſche Voͤlcker, 28000 Mann ſtarck, zwiſchen Hamburg und Luͤbeck durchſchlugen, und ins Hollſteiniſche bey Pinneberg ſich ſetzeten, fand der Her⸗ tzog von Wuͤrtenberg rathſamer dem Feind entgegen zu gehen, als ſeiner in Ey⸗ derſtadt zu erwarten; zog alſo den 2 Junũ in der Nacht ſeine Trouppen aus den Aprochen, ließ die Canonen in aller Eyl von den Batterien in die Schiffe und ſo nach Rendsburg bringen, und marſchirte den 3ten Tag in guter Prdna urch — duchd odaßh dede dergel vlh. Sꝛd ſchlagen Heren. nahtle ner den tion zu lichen heten gein be theuer undind 36 M neSe Cünn. tain R habder 3Gd Man⸗ äͤgen A.V Thäl 1n des Landes Dithmarſchen. 481 ſenwadd öſandnn durch das Stapelholmiſche nach Kellinghuſen, und von da nach Elmshorn, entöider ſo daß beyde Armeen nahe bey einander kamen. So bald nun Toͤnningen von efi ptie der Belagerung befreye t, und die feindliche Aprochen und Batterien wieder nie⸗ dbang dergeworffen waren, ſchickte der General und Commendant von Toͤnningen der Hr. Bannier, den Capitain Maſculari und Capitain Frieſe mit 30 Mann in Suͤder⸗Dithmarſchen, und ließ in allen Kirchſpielen gedruckte Patenta an⸗ ſchlagen, darinn alle und jede Einwohner erinnert wurden, Ihro Durchl. dem nie tncher en ſieſchne⸗ eſſen dehd anchn Herrn Hertzog Fridrichen ſich zu ſubmittiren„und von jedem Pflug mo⸗ Oin 1 nahtlich 6 Rthlr. und 1 Tonne Rocken vom Monaht April anzurechnen, in⸗ verena ner den nechſten 6 Tagen zu bezahlen, oder die ſchwereſte militairiſche Execu- Fdi Büh tion zu gewaͤrtigen. Zwar ſchiene zu anfangs dieſe Intimation denen Koͤnig⸗ nch b lichen ſehr frembde, und waren ſehr hoͤniſch dabey/ ja einige wolten den abgeord⸗ fälled 3 neten Officirern und Soldaten die Haͤlſe brechen, wenn es nicht von vernuͤnffti⸗ — kVeuh gern Leuten gehindert worden: allein die Folge der Hiſtorie wird zeigen, wie et Nuneir theuer ihnen dieſer Spott und wie bitter das Lachen geworden. Mittlerweile ein den an und in denen 6 Tagen wurden die beyde Capitains Maſculari und Frieſe mit Belagaeru 36 Mann von dem General Bannier beordert, die mit Flucht⸗Gut belade⸗ Sonntagt ne Schiffe in den Meldorffer und Woͤrder Haven wegzunehmen und nacher 1I' der Toͤnningen zu bringen. Anfaͤnglich gluͤckte es ihnen in ſo weit, daß der Capi⸗ Nanliſ tain Frieſe die 3 Schiffe, welche bey Buͤttel mitten im Strohm lagen, mit der nen, verſch halben Mannſchafft beſetzete, und damit nach Toͤnningen eilete. Die andern en und Aw 3 Schiffe wurden zwar auch von dem Capitain Maſculari mit der uͤbrigen nten diebode Mannſchafft beſetzet, wie er aber von der Ebbe uͤbereilet auf den Sand feſt zu Hindernſſer ſitzen kam, muſte er die folgende Fluth abwarten. Indeſſen hatten ſich die tn und;d Bauren mit Weib und Kindern, etliche 100 ſtarck, aus Woͤrden, Meldorff, und die Bw Talingbuͤhren, Barſchlet, und Kettelsbuͤttel zuſammen rottiret, und ſchoſſen hatten daelb⸗ ungemein auf die Schiffe, und ob die Fuͤrſtliche Soldaten gleich nicht ſaͤume⸗ eutemant Br⸗ ten, ſondern durch eine tapfere Gegenwehr ihre Haut theuer genug verkauffe⸗ vetſchetn ten, wurden ſie doch zuletzt, wie ſie ſich verſchoſſen, durch die Menge(welche ürſt bor w von Miſt⸗Wagen eine Wagenburg vor ſich gemacht) uͤbermannet und die laandchand Schiffe erſtiegen, der Eapitain, ſo ohne dem ſchon viele Schuͤſſe bekommen, rg und lü wurde mit Flinten vollends zu Tode geſchlagen, und mit Miſtgabeln durchſto⸗ finddre chen. Den Capitain nebſt 2 getoͤdteten Soldaten haben die wuͤtende Bauren 6 euxud im Schlick eingeſcharret, welche aber ein vernuͤnfftiger Mann aus Woͤrden, vopenaenn Carſten Fak,wieder ausgraben, ſaͤubern, kleiden, und in Sarge legen laſſen, da uptee der Coͤrper auf dem Kirchhofe zu Woͤrden in einen Keller geſetzet, bis er nach ei⸗ „(Schiffe un 6. 1 . 6 nigen Tagen ausgefolget, und nach Weßlngbuhren gebracht worden. Dieſe 48² Geſcchichte VI. Theil. eingebildete ruͤhmliche und ſo gluͤcklich ausgefuͤhrte Action beſtaͤrckte die Suͦ⸗ der⸗Dithmarſcher je mehr und mehr in ihrer gefaſten Keſolution, ſich der ange⸗ draͤuten Execution mit Gewalt zu widerſetzen, voraus da der Koͤnig von Daͤn⸗ nemarck auf geſchehene Vorſtellungen 600 Mann Land⸗Militz, 2 Compagnien Infanterie, und 2 Compagnien Cavallerie zur Aſſiſtence einruͤcken ließ/ davon aber die 2 Compagnien Reuter den 25 Junii wieder nach dem Lager beordert wurden. Dieſe Huͤlffs⸗Voͤlcker wurden ſogleich durch das gantze Land auf allen Paͤſſen verleget, ſie ſelbſten wurffen hin und wieder Schantzen auf, gruben die Wege durch, und beſetzten dieſelbe mit ſtarcken Schlag⸗Baͤumen. Solche Veranſtaltungen, und die dabey gegen ihre Nachbahren veruͤbte Gewalt, ermunterten die Norder⸗Dithmarſcher auf Erinnern des General Banniers gleichmaͤßig auf ihre Huth zu ſeyn, und auf die Bewegungen derer Nachbaren durch eine und andere Gegen⸗Veranſtaltung ein wachendes Auge zu haben, und obwol es zu keinem Einfall gekommen, ſo hatte doch die Verbitterung alles Commerce unter ihnen aufgehobeu. Endlich ſo kam der General Bannier den 27 Junii mit 800 Mann In⸗ fanterie, 130 Mann Cavallerie, und 2 Regiments⸗Stuͤcken von Toͤnningen mit anbrechendem Tage ohne Trumel⸗Schlag in der Heyde an, um die angekuͤndig⸗ ten Pflug⸗Gelder abzulangen, welche in der Guͤte zu bezahlen ſie trotziglich ge⸗ wegert hatten. Zu Anfangs ließ er die Executions-Trouppen unter Anfuͤh⸗ rung Hrn. Obriſt⸗Lieutenant Hempeln, Major Grumkau und Capitain Schwedern vor die in Suderſtruck aufgeworffene Schantze ruͤcken, weil aber bey ihrer Ankunfft die Beſatzung ſo gleich das ſicherſte erwehlet, als wurde nur alles darin ruiniret, und nebſt dem Schlagbaum verbrandt. Von da gingen ſie nach Hemmingſtedt, welche aber ihnen entgegen kamen, und durch ihre Pre⸗ diger erklaͤhrten ſich zu ſubmittiren, und ihr Contingent herbey zu ſchaffen, daruͤber ſie in Fuͤrſtl. Antheil genuͤgige Buͤrgſchafft beſtellen, und die Soldaten mit Eſſen und Trincken verſorgen lieſſen. Gegen Mittag ließ ſich der gantze Schwarm der Suͤder⸗Dithmarſcher aus allen Doͤrffern und Flecken, zuſamt den 2 Compagnien Infanterie und Ausſchuß ſehen, und kamen gerades Weges von Meldorp durch Epenwoͤrden anmarſchiret: wie aber die Fuͤrſtl. ihnen bis an das rothe Haus entgegen ruͤcke⸗ ten, wichen ſie zuruͤck, und ſetzeten ſich in Schwein⸗Mohr, und bedecketen die hohe Weide wie die Heuſchrecken. Der Obriſt⸗Lieutenant Hempel fand nicht rathſam an dieſem vortheilhafften Orte den Feind zu attaquiren, ſondern ging mit ſei⸗ nem Commando durch die Lith nach dem Suͤder⸗Teich, und ſo nach Ketelsbuͤt⸗ tel, von dannen er den Capitain Frieſe mit 0 Mann Infanterie und z0 Nene tern — tern al oglach Offrina miffinen undiein niſe rec vid ſete wemyf dentüch und au ten dieſ gen Ge benund elhitten eiſchſſ den wo thelt ſchuſſ Nnfhii neden ſie a ter O. den T dende vemli Nerge ten und von y 1000 als Ge zohlett Afflag remg koſte, gleich Landſe de ge a —— tcd. oſchdan dagten da ryxgha ückenlodwa Logataäer ganteledaf ten aiſche mmen. Ech erübte Ger neral Bawie erer Nachöan gezuhabean rbitterunza 900 MAnn) Toͤnningenn di angekunde Vetrozlalih Runter Arfl und Coyin ken, wellhe als wurdem Von da guan durch bre beyzuſceft ddeSodm Dihmarö Infante 1 h Eperiädi enteegrtch eckarndah dnickuche n aing mi uhäate hsatga, eund⸗o Inds des Landes Dithmarſchen. 483 tern nach Worden detachirte, um ſelbige zu Kaiſon zu bringen, welche auch ſogleich die angebotene Gnade erkannten, ihr Contingent abtrugen, und die Officierer und Gemeine wohl bewirtheten. Kaum war der Capitain Frieſe mit ſeinen Leuten wieder zuruͤck, da kamen die Suͤder⸗Leute hinter dem Teich, um die in Sicherheit ſich gelagerte Soldaten unvermuthet zu uͤberfallen, allein dieſe recoſſigirten ſich balde, wichen von dem Teich in einen Krug Landes und ſetzeten ſich in eine voͤllige Ordre de Bataille, den ankommenden Feind zu empfangen, welcher auch mit einem grauſamen Mord⸗Geſchrey und unor⸗ dentlichen Feuer den Anfall that, merckete aber bald aus der Beantwortung und aus denen continuirlichen daurenden Salven, daß die Fuͤrſtliche Solda⸗ ten dieſes Handwerck beſſer denn ſie gelernet, daher ſie nach einem nicht gar lan⸗ gen Gefecht die Flucht ergreiffen, und ſich hin und wieder in den Haͤuſern, Gra⸗ ben und Korn zu verbergen ſuchen muſten. Aber auch da waren ſie vor denen erhitzten Soldaten nicht ſicher, ſondern wurden allenthalben aufgeſuchet und erſchoſſen, ſo daß in vielen Haͤuſern 10 bis 12 mit Bajonetten erſtochen, gefun⸗ den worden, weil der commandirende Obriſt⸗Lieutenant Hempel Orqdre er⸗ theilet, keinem Bauren Quartier zu geben, nur der Soldaten und des Aus⸗ ſchuſſes zu ſchonen, bis endlich ein ſtarckes Donner⸗Wetter und Platz⸗Regen den fluͤchtigen Feind weiter zu verfolgen hinderte, und die niedergehende Son⸗ ne dem Blut⸗Vergieſſen ein Ende gab, da die Fuͤrſtliche Soldaten, nachdem ſie alle Haͤuſer in und um Ketelsbuttel und alle Erſchlagene ausgepluͤndert, in gu⸗ ter Ordnung wieder nach der Heyde ſich zuruck gezogen, in willens den folgen⸗ den Tag nach Meldorff zu gehen und den Sieg zu verfolgen. Allein ſie wur⸗ den der Muͤhe uͤberhoben, indem die Suͤder⸗Landſchafft 2 aus ihren Mitteln, nemlich Hans Duͤrſen aus Meldorff und Peter Detleffs aus Windbergen ‚des Morgens in aller früh nach der Heyde an den Hrn. General Bannier deputir- ten und andeuten lieſſen, daß ſie die gefoderte Schatzungen, nemlich 32 Rthlr. von Pflug bezahlen wolten. Zu dem Ende ſie einige Stunden hernach etliche 1000 Rthlr. auszahlen lieſſen, und wegen des Keſtes muſten die 2 Deputirte als Geiſſel mit nach Toͤnningen folgen, bis nach etlichen Tagen der Reſt ausge⸗ zahlet ward, da ſie zwar in Freyheit geſetzet, aber die Ankuͤudigung einer neuen Auflage mit nach Hauſe nehmen muſten. Und hiemit hatte nun dieſer Bau⸗ ren⸗Krieg ein Ende, welcher den Suͤder⸗Dithmarſchen bey die 400 Mann ge⸗ koſtet, da von den Fuͤrſtlichen Soldaten nur z erſchoſſen worden, welche ſo⸗ gleich auf der Wahlſtatt begraben worden. Und die Animoſité, ſo beyde Landſchafften, Suder⸗und Norder⸗Dithmarſchen, bis anhero gegen einan⸗ der gehabt, ward gaͤntzlich niedergelegt, dagegen die vorige nachbarliche Kkk 3 Freund⸗ 484 Geſchichte des Landes Dithmarſchen. VI. Theil. Freundſchafft und Vertrauen voͤllig wieder hergeſtellet, wie durch Unterhand⸗ lung hoher Puiſſancen den 18 Auguſti der Travendalſche Friede geſchloſſen ward, in welchem Ihro Durchl. Hertzog Fridrich in alle ſeine Laͤnder und Jura wieder geſetzet wurde.. Die allgemeine Freude und der ungemeine Vortheil, ſo die Fuͤrſtl. Laͤnder durch dieſen geſchloſſenen Frieden empfunden, daurete nicht gar lange, ſondern wurde bald durch eine allgemeine Trauer wieder unterbrochen. Denn wie der Hertzog Fridrich ſeinem Schwager, dem tapfern Koͤnig Carl den XIl. von Schweden, nach Pohlen folgete, hatte er das Ungluͤck, daß er in der Schlacht bey Kliſſow den 19 Julii Ao. 1702 erſchoſſen ward. Dem in der Regierung gefolget der damahlen noch unmundige Erb⸗Printz, jetzo aber regie⸗ rende Hertzog, Ihro Koͤnigl. Hoh. Herr Carl Fridrich. GOtt kroͤne dieſen unſern theuren Landes⸗Vater mit langem Leben, und da er ihn in ſeiner Jugend ſo wunderbar gefuͤhret, ſo ſey er inskuͤnfftige ſein Schutz und Schirm, er ſetze ihn zum Schrecken ſeiner Feinde, zur Freude aller getreuen Un⸗ thanen. Und wie man die Tapferkeit der Heldenmuͤthigen Carln, die Fried⸗ fertigkeit der ſtandhafften Fridrichen, und andere Hochfuͤrſtl. Tugenden gller glorwuͤrdigſten Vorfahren in dieſem unſerm theureſten Landes⸗Vater zuſam⸗ men gefaſſet bewundern muß; als wuͤnſchet man auch in unterthaͤnigſter De⸗ muth und Treu: Seine Jahre werden weiter ausgedehnet, wie bey ſeinem Stamm⸗Vater Adolffo; man ſehe in ihm die Fruchtbarkeit Friderici IIl. und die Gluͤckſeeligkeit Friderici, den die Daͤnen den I. nennen; man ſehe dereinſten Kronen auf ſeinem Haupt und Scepter in ſeinen Haͤnden, damit dieſes Hochfuͤrſtl. Haus unter Goͤttl. Seegen beſtaͤndig gruͤne, und Hollſteins Wohl durch den Ruhm ſeiner Fuͤrſten, und den Wohlſtand der Unterthanen ſtets wachſe. Mit einem Wort: das iſt unſer aller Wunſch, was Plinius ehemals von einem Prajano ruͤhmet: non pacem, non concordiam, non ſecuri- tatem, non opes, oramus aut honores; unum votum omnia complectitur Salus Principis. —— — von un (l) hoe von? (von) bend Gtes (Vrü ecen ſchen (eine Fro⸗ 29. mee 6) chel wirdfe mar tin Fiu (Frieg AMu 1 8 ſel. hlrehr de oſhaſe nderndla ſe Näni ücht gala⸗ ochen, da Car dalll daß c u Dem une jeto abernn GOtt bu d da cinn n Schum er getreuendo n, deFni⸗ rugenden ale Vater zim jaͤnigſter d e bey ſeins jerici III. u ſehedereni damit das lſteinsWe terthanen e liciusehen non ſecuri. omou ——-Oõ—õ—ö —————— 8(O) a Zulaͤngliches Alphabetiſches Regiſter derer, in dieſem Tractat enthaltenen merckwuͤrdigſten Sachen. A. Benno. Aal, Fuͤrſt in Nieder⸗Sachſen/ 229. heyrathet ein von ungeheurer Groͤſee/ 432◻Beodniſches Vraulein. 230⁰ Adolphus,; d ei Gun Grsfu Selitndg wi ben geHennlnenns Ginen dd Stan boe geſchlagen, 262 f. ſchläͤgt den Koͤnig 3 Bernhardus, don Däſmemaree 4 268 Hertzog in den Ueber⸗Elbiſchen bäͤndern, 230 * Bockholt, (von) Nicolaus und Henrich, buͤſſen ihr Le mit ſei 3. ben durch die Dithmarſcher ein! 286.-7.— mit ſeimem groſſen Gehälbee 28: 2e, Gregorius wird eiſchoſſen 371(Johannes) Probſt zu Itzehoe, 356 A ertus, org/ (Vrſus,) Hertzog in Nieder⸗Sachſen, 236(Bockelnborg) das aͤlteſte und feſteſte Schloß Albion, in Dithmarſchen/ 27. deſſen Doͤrffer/ 28 erſter bekannter Fuͤrſt derer Nord⸗Elbi Braunsbuͤttel/ ſchen/ 220 das Suͤdlichſte Kirchſpiel in Dithmarſchen, an 4 Alſter, der Elbe/ mit ſeinen eingepfarrten Doͤrf⸗ (eine zahme/) verraͤth ihren Herrn/ 244fern/ 26 Alversdorp/ Bremen/ Kirch ſpiel/ mit ſeinen unterhabenden Doͤrffern/ 29. daſelbſt verſammelt ſich die Allürte Ar⸗ mee/ 356 Annen, (St.) daſiger Kirche Beſchreibung von Ka chelio, 55 Ascanus, wird faͤlſchlich fuͤr den Uhr⸗Vater der Dith⸗ marſcher angegeben/ Aue, ein Fluß in Dihmarſchen/ 10 B. Bauren, (Krieg/) wird nach vielem einheimiſchen Blutvergieſſen geendiget/ 483 (Ertz⸗Biſchoffs Johannis) Quitance wegen Dithmarſchen, 128 Ertz⸗Biſchofs Chri⸗ ftophers ſeine/ 129— Proteſtation gegen den Vertrag der Dithmarſcher mit Daͤnne⸗ 385 90 marck ꝛc. Brickel/ daſelbſt wird ein ſehr groſſer Hecht gefangen/ 28 Bruder/ 2 ermordet den andern meuchelmoͤrderiſch, 446 Bruno. folgt Wigberto im Regiment/ 223. Deſſen Nachkommen gleiches Nahmens/ 225 Buſum/ (ehemahls eine Inſul) 69. deſſen merckwuͤr⸗ dige Verſetzung, Aufkunfft, und nachherige Begebniſſe/ 70 ſqq. Fuͤrſorge fuͤr daſige Fii Regiſter. che bey Strandung der Schiffe/ 76. Naturel und Eigenſchafft der alten Buͤſemer/ 78 ſꝗq. C. Carolus M. will die Chriſtliche Keligion einfuͤhren/ 2 15 ſqq. hebt Wedekindum aus der Tauſſe, 218 Chriſtian, Albrecht,(Hertzog zu Holſtein/) muß einen Frieden mit Daͤnnemarck eingehen/ und retirirt ſich nach Hamburg. 477 Chriſtianus I. (Koͤnig in Daͤnnemarck,) laͤßt ſich vom Kay⸗ ſer Friederico III. mit Dithmarſchen beleh nen/ 305 wiederrufft ſolche Belehnung/ 306 — III. widerraͤth den Krieg gegen Dith⸗ marſchen/ 348— IV. macht mit dem Kayſer Frieden zuꝛuͤbeck/ 455.— ſchließt eine groſſe Allianz, 470 ſtirbt⸗ 478 Claus/ Sylveſter/ will durch Naſe bluten die Leute bekehren/ 1 4³⁰ Conſtitution, von Beſtraffung offenbahrer Suͤnder/ 166— 171—8 wegen Blut Freundſchafft beym heyrathen/ ꝛc. 169— 70 D. Oaͤnnemarck/ Decret wegen Befreyung des Zolls fur Schenfeld/ 441 — daß keine Fremode Zollfrey/ 442— Be⸗ gnadigung wegen des Zolls auf dem Neuen Wege/ 44 — Schreiben an Ranzau deswegen/ ib.— an den Zoͤllner zu Hogenhoͤrn/ 444. macht zu Luͤ⸗ beck mit dem Kayſer Frieden/ 455. faͤngt mit Schweden Krieg an, 475. ſchließt Frieden und wird von der letztern Krone alſobald wieder bekrieget/ 476. ſchließt eine Alliantz mit dem Kayſer, ꝛc. 476. belagert die Hollſteiniſ. Ve⸗ ſtung Toͤnningen⸗ 479/f. Delve/ Dithmarſchen/ Deſſen erſte Einwohner ſollen die alten Sach⸗ ſen geweſen ſeyn/ 2 wird mit allerhand wunder⸗ lichen Nahmen beleget, 6. Seine allgemeine Beſchreibung/ 8 bis 16. Lage/ ſowohl nach der Laͤnge als Breite/ ib. Graͤntzen/ ib. Groͤffe/ 9. Fruchtbarkeit/ ib. Fluͤſſe/ 10. Simonis Viſenii Nieder Saͤchſiſche Reimen daruͤber/ 11 16. Seine allgemeine Vertheilung in Doͤrffer und Kirchſpiele/ von 17 bis 84. deſſen alte Befeſti⸗ gung/ 114—6. Wapen, 120 Begraͤbniſſe⸗ 121—4. uhraltes Gericht/ 127. beklagt ſich uͤber den Hamburgiſchen ODohm/ 130—4. deſſen altes Land⸗Recht/ 157— 180. neueres/ 181 ſqq. bekoͤmmt oͤffentliche Landes Feinde/ 204— 12. Landes⸗Geſchichten von Carolo M. an bis 1500/ 213 faq. hat einen ſehr harten Winter/ und groß Sterben, 239. 303. 308. 4²6. theure Zeit und grauſame Peſttlentz/ 241 275 303. 308. 3 35.429. 445 451.456. let⸗ det eine ſehr groſſe Waſſer⸗Fluth/ 269. 270. 275. 276. 300. 301. 303. 341. 427. 428. 445. 447. 448. 455. 457. 473. wird durch durch den Ertz⸗Biſchof von Bremen verwuͤ⸗ ſtet/ 272/ hat ungemein wohlfeile Zeit, 276. 303. 307. bekoͤmmt Ungelegenheit mit den Hamburgern, 301.309. macht mit ihnen Frie⸗ den/ 302. 309 will zum Hanſeatiſchen Bund gerechnet ſeyn/ 343. ſeiner Freyheit Verluſt in einem accuraten Chronoſticho, 347. emp⸗ faͤngt ein Kriegs⸗Maniſeſt/ 354 deſſen Ant⸗ wort darauf,/ 355 huldiget Daͤnnemarck und Holſtein/ 374. bekoͤmmt eine neue Eintheilung⸗ 3[392— 426. rebelliret wider die Kayſerlichen/ 453. wird von ihnen verlaſſen/ 456 von den Schweden gepluͤndert/ 466 fqg. wieder verlaſ⸗ ſen 471. huldiget Koͤnig Eriderich III. von Daͤnnemarck 473 Dithmarſcher gehoͤren urſpruͤnglich zu den alten Sachſen/ 2. komen vom Gomer, einem Sohn Japkets‚ her/ 4. ſind vom Rhein durch Druſum nach Weſt⸗ phalen/ und deſſen Sohn/ Germanicum, end⸗ lich nach der Elbe vertrieben worden/ 5 hieſſen (Kirchſpiel!) deſſen Alterthum/ 47. und Döͤrffer/ 4 8 ſonſt Teutſche Marſchen/ Lat. Teuthomarſi, ib. haben ſandte feolſſ Meld 363. ſtieh — en, en dieala di dlenzu dm „Seir iain ze,ſera ucg der ddie 10, Sinn f derüha u ung in din deſen cledich un biui Dohn, 2* 77—1d0. imns de kundes n ken von Cmal einen ſt n 1239,Pp.n ge Peſila n 5 S1 341. 429 33. wird k temen der lſelle Zeit ſegenheit minn ctmitche rſectſche du teheit Vauin cho 34 34 dfadh Därnmnd uu neu Sntbeiun de Knſetlche 2u 456 r do wiede en r I n 1 r alen Ert ohn zzev vſum nac S manicun; 9 orden’ faſt Teuttenul, hohen RKegiſter. haben ehmals die Biſchoͤfe zu Bremen fuͤr ihre Schutz⸗ Herren erkaunt Dithmarſcher/ heit/ 85. derſelben Freywerben und Hochzei⸗ ten/ 87. mit denen dabey gebrauchten eignen Ceremonien/ 88— 94. Racheli plattdeutſches Carmen uͤber ihre Heyrathen, 94— 99 ihre Sparſamkeit, auch Speiſe und Getraͤnck, 100—2. Gaſt Freyheit, 102—4. Natur/ Geſchicklichkeit/ Poeſie und Taͤntze/ 105— 8. ihr Springel oder Lange⸗Tantz/ 109. Tapf⸗ ferkeit, 112— 4. Kleidung/ 116—20. Be⸗ graͤbniſſe/ mit alten Heydniſchen Ceremonien/ 121 bis— 24. Gerichts⸗Einrichtung/ 127. Perſohnen/ ſo Doͤſſte oder Voigte hieſſen/134. ihr altes Land- Recht, 157—180. ſtrafften ehemals den Todſchlag mit bloſſem Geld/164. ihre Land⸗Voigte 191—6. Landſchreiber, 196—8. Proͤbſte/ 199— 203, ihre Landes Geſchichte/ 213 fqg. reiſſen ſich von Bremen ab/ 261. machen mit den Hamburgern Frie⸗ den/ 270. erhalten durch einen Haſen einen Sieg, 271. werden vom Ertz ⸗Biſchof zu Bre⸗ men verheeret/ 272 von Graf Nicolao geſchla gen, 277. bekriegen Eyderſtaͤdt/ 282. 297. be⸗ lagern das Blockhaus zu Delfbruͤggen/ 285 koͤdten Hertzog Gerhard, und 2 Ritter von Ah lefeld, 287. erhalten die Zoll⸗Freyheit von Daͤnnemarck und Holſtein, 2900. vertragen ſich mit Eyderſtaͤdt/ 298. ſchlagen Koͤnig Iohan- nem von Daͤnnemarck/ und Hertzog Friedrich zu Holſtein/ 322. ſqq. Liſta des dabey gebliebenen Daͤniſchen und Hollſteiniſchen Adels/ 325— 7. Vertrag zwiſchen ihnen/ dem Koͤnig von Daͤnnemarck/ und dem Hertzog von Holſtein/ 329. helffen dem Graf Edzard in Oſt⸗Frießland/ 337. ſchicken Ge⸗ ſandten nach Toͤnningen/ 3 39. wollen zum Han⸗ ſeatiſchen Bund gehoͤren, 343. werden bey Meldorff von der Alllrten Armee geſchlagen⸗ 363. imgleichen bey der Auwebruͤcke/ 370. ſchlieſſen mit den Alliirten einen leidentlichen — Frleden/ 374. die dießfals gemachte Capitula- 17 tions-Foermul, und jenſeitige Antwort/ 378. ſa. Beſchreibung/ 3 80 ſq. Eyd/ 382. werden von den Daͤnen/ Brandenburgern/ und Pohlen er⸗ (die alten)werden beſchrieben von ihrer Keuſch⸗ 9 Poh baͤrmlich geplagt/ 479 (Advrocatien) deren ehmalige Fuͤnffe in Dithmarſchen, 17. 252 E. Ehebrecher, wie ſie ehmals in Dithmarſchen geſtrafft wor⸗ den⸗ 85 Ehrſam⸗ (Sebaſt.) Luͤbeckiſcher Secretarius, 357 Elbe, ein benachbarter Strohm von Dithmar⸗ ſchen⸗ 10 Eyd/ deſſen mancherley Arten⸗ 168 Eyder, ein benachbarter Fluß von Dithmarſchen/ 10 F. Familien (alte und beruͤhmte) im Kirchſpiele Meldorff 23 Barlte/ 24 Borg/ 28. Alversdorp/ 29. Suͤderharſtedt/ 30. Nordharſtedt/ 31. Ol⸗ denworden/ 34. Weddingſtedt/ 44. Telling⸗ ſtedt/ 47. Delve/ 48. Henſtedt/ 49. Schlich⸗ ten/ 50. Lunden/ 53. 54. 55. Hemme/ 59. Neuenkirchen/59. derer Viethen/ 60. Weß⸗ lingbuͤhren/ 67. 68. Buſum/ 81—83 Fehring, (Johann von Weßlingbuͤhren /) beſondere Be⸗ gebniſſe/ 460 ſq. Kirchen⸗Gebeth uͤber ihn/ 463 Fiſch Fang/ in Dithmarſchen ſehr groß/ 10 Frau/ laͤßt ſich fuͤr eine Manns Perſohn trauen/ und wird verbrandt/ 448—9 Lll Fride Regiſter. Fridericus I. (Kayſer/) deſſen Bulla wegen Einverleibung der Grafſchafft Stade und Dithmarſchen, 248— 50.— Hertzog von Hollſtein, wird von den Oithmarſchen geſchlagen/ 322.— ll. Koͤnig von Daͤnnemarck ſchickt ihnen ein Kriegs⸗Manifeſt zu, 354 Fruchtbarkeit, (leibliche) aͤuſſert ſich inſonderheit an den Dithmarſcherinnen/ 4²8—9 G. Gades ⸗Recht, bey den alten Teutſchen/ 158 fꝗg. Galgen/ muß der Erbauer ſelbſt zuerſt ziehren⸗ 52 Gedicht/ (plattdeutſch) von eiteln unmoͤglichen Din⸗ gen/ 109—11 auf Wieben Peters/ einen Aufruͤhrer/ 209.12. auf einen zu Waſſer gewordenen Ueberfall⸗ 340 ſq. Gerhard, (Graf,) faͤllt den Dithmarſchen ſehr beſchwer⸗ lich/ 233—4 Geſchichte/ des Landes Dithmarſchen/ 213. fꝗq. Gieſelaw,⸗ ein Fluß in Dithmarſchen/ 10 Giſelbertus, (Ertz⸗Biſchoff von Bremen/) 271. verwuͤſtet das Land Dithmarſchen, 272 Guadiana, (Lat. Anas,) ein Fluß in Spanien, ſo eine H. Halardus, zu Daͤnnemarck(Koͤnig/) wird von Kayſer Ottone I. bey Schleßwig geſchlagen, 228 Hamburg/ deſſen Dohm beklagt ſich beym Kayſer gegen den Land⸗Rath von Dithmarſchen, 1 3di⸗ ziemliche Laͤnge durch die Erde kreucht/ 18 macht mit Oithmarſchen Frieden/ 270. 302 raͤchet ſich wegen neuer Fehde, 337. deſſen Auslieger ſollen die Daͤhniſche und Holl ſteiniſchen Schiffe paßiren laſſen/ 351— 2. leiden durch eine Waſſer; Fluth ſehr groſſen Schaden, 445 daſelbſt wird zwiſchen Daͤnnemarck und Holl⸗ ſtein an einem Vergleich gearbeitet/ 479 Hanſee ⸗Staͤdte, machen mit den Dithmarſchern ein Buͤndnis wegen des See⸗Fundes/ 280 Hartvvicus, Graf von Dithmarſchen, 245— II. 260 Haſe/ verurſachet den Dithmarſchern den Sieg, 271 laͤufft in die Kirche/ 46⁰0 Hedwigs Koegg,/, deſſen Anricht und Privilegirung, 61—7 Hemme/ gehoͤrte ſonſt zu Lunden/ hat aber eine eigne Kirche,⸗ 56, 70 Hemmingſtedt, (Kirchſpiel) wo viele Heydniſche Alter⸗ thuͤmer ehmahls ausgegraben worden/ 31. darzu gehoͤrige kiliale und Doͤrf⸗ fer/ ib. Henricus, (Auceps oder Vogeler/) herrſcht in pie drene — ggſte, a 9 eym Kſe muntn en Fridenr eide, nufr haſche w nloſen /fl. Fauth ſit ni 4 nemarc uh zl karbeitet g dle/ hern ein urde 45 245-ll à den Sieg,anl 40 . ung i aber eine dn ü pdaiſhe Aier graben vonde ale Und M 1. 1 Nh aicht d . b5———————— ——%ſ————444¼————— 2 „———————V 2— Kegiſter. der⸗Sachſen/ 226. wird Kayſer/ ib.— Leo, 236.— I. Calvus, 237.— II. ſive Bonus, ib.— III. 238 Henſtedt, (Kirchdorff,) mit eingepfarrten Doͤrffern und Flecken/ 49 Heyde von ſeinen Maͤrckten beruͤhmt, 34 ꝛc. wird von der Peſt heimgeſucht, 36. Grabmahl eines vornehmen Ruſſen daſelbſt/ 40 Hogenwoͤrden (Ifr. von) ſicht mit den Daͤhnen/ 32 Hollingſtedt im Kirchſpiel Delve/ 222 Holtzſaten, Leute/ ſo in Holtzungen wohnen, 6 Hungarn/ fallen mit einem grauſamen Schwarm in Teutſchland ein, 226. werden von Kay⸗ ſer Nenrico Aucupe geſchlagen/ 227 J. Ida, (Graͤfin /) 241 Johannes, (Koͤnig in Daͤnnemarck/) wird von den Dith⸗ marſchern aus dem Feld geſchlagen/ 322 Iſebrand, 3 (Dithmarſcher General,) ſchlaͤgt die Daͤh⸗ nen/ 31—32 Jungfrauen⸗Schaͤnder deren Straffe/ 85 „—ͤͤ 1 K. Kalb/ mit 2 Koͤpffen/ und nur eben ſo viel Fuͤſ⸗ ſen⸗ 445 Kuden mit ſeinem fiſchreichen See/ 28 Kuſama (Czaar Peters I. Favoriten) Tod und Grab⸗ mahl zur Heyde/ 40 L. Land Recht das alte in Dithmarſchen, 157. fqq. das neuere/ 181fgq. Ludolphus, Hertzog in Nieder⸗Sachſen/ 224.240 Luͤbeck/ daſelbſt wird Frieden zwiſchen dem Kayſer und Daͤnnemarck gemacht/ 455 Lunden/ (an der Eyder) mit dem gantzen Innbe⸗ griff/ SIſqq. M. Marne ein groß Kirchdorff in Oithmarſchen/ 24. Auf⸗ ſchrifft daſiger groſſen Glocke, Waſſer⸗ Schaden/ dazu gehoͤrige Ooͤrfferꝛc. 25 Marſch/ dieſes Wortes Urſprung/ 6. heißt au Maſh, 7. ihr Anwachs/ ib. Marbfleule/ (Meeres Leute /) 6 LII2 Matz Regiſter. Matz/ von der Beek/ ein beruͤhmter Krieges⸗ Mann/ 30—1] Maximilianus, (II. Noͤmiſcher Kayſer/) bekraͤfftiget den Vertrag der Dithmarſcher mit den Daͤhnen und Holſteinern/ 382—5 Meer⸗Weib/ (Meer⸗Fraͤulein /) wird zu Buͤſum ge⸗ ſehen/ 448 Meldorff⸗ (Mieldorff) 18. deſſen alter Zuſtand/ 19. darzu gehoͤrige Marſch; und Geeſt⸗Doͤrf fer/ 20. 21. daſige Feuers Brunſt/ 24. wird von den Alliirten recognoſciret, 358. Nicolaus, (Graf von Holſtein,) ſchlaͤgt die Dithmar⸗ ſcher/ 277 O. Ochs, von ungemeiner Schwehre/ 463 Ofen/ (ſeltzamer) aus dem Alterthum/ 29 Oldenworden/ (Kirchſpiel /) halb Koͤnigl. halb Fuͤrſtl. 32 Ordalia, alte beſondre und wunderliche Gewohnheiten der Teutſchen/ 158 Ordulfus, Hertzog in Sachſen⸗ 232 Otto, Fuͤrſt in Nieder⸗Sachſen, 226. Imus, Magnus,(Kayſer) 227. ſchwuhr bey ſei⸗ nem Bart/ 228. ſtirbt/ ib. P. Pagvvisch, (Edle Frau von /) buͤßt 3 Soͤhne in einer Schlacht ein/ 274. iſt von ungemeiner Großmuth/ 275 Philippi, II.(Kayſers) Brief wegen Dithmarſchen und Stade,⸗ 2502 Q Qualen, (von) Koͤnigl. Daͤhniſ. Leib Page/ 6 5 erobert/ 363 Miele/ ein Fluß in Dithmarſchen, ſo eine ziemliche Strecke unter der Erde laͤuſfet/ 11 Miſtevvoi, (Miſtevvojus, ein Wendiſcher Fuͤrſt) ver⸗ wuͤſtet Hamburg/ 231. ſtirbt/ 23² Mond, deſſen beſondre Phænomena, 460 Monſtrum, von einer Kuhe/ 495 Moor/ (blancke/ in Neuen Kirchen /) 8 N. Nannen beruͤhmte Maͤnner in Dithmarſ. 53 Nordharſtedt/ mit eingepfarrten Ooͤrffern/ 30 ſq NeuenKirchen/ mit ſeinen unterhabenden Filialen und beſon⸗ dern Begebenheiten/ 58—9 ſchoſſen⸗ F. han. ubmme and w gegen doa- det(olt das alte Gufin (Gufer (Marg ineDe Dähni Nuii (Chs) Admi (Marte wird hande virdauf (peten,) — Ntt R dhrr hin en hald därl he Geahen 1' 1)) 4 2b. lm — ſzruxr Siyre n in vor ungemein 7 Difeute V Ib- Mase, tideh u s k Kan- V —ᷣPPQ—————————[— —— —öx———————— Rexgiſter. sigefridus, K.(Faͤrſt /) 239 Ranzovius, Sixtus IV. zeld⸗Marſchall von Daͤnne⸗(Pabſt.) Seine Bullen wegen Dithmarſchen 6 joeuneintenn.(Cay) Kevers und Stade/ 252. ſq. wegen der Dithmarſcher Freyheit zu Han, Suͤderharſtedt, rau⸗ 3,9 440 mit ſeinen Dorffern/ 29. 30. Raecht/ 3 Spranth/ Teutſchen insgemein, 125— 6. ½ Pral er etean innen 157 ſein flieſſend Waſfer in Dithmarſchen, 11 Reinhold/ Springel⸗Tantz/ der alten Dithmarſchen, 109 2 Graf in Nieder⸗Sachſen⸗ 47 V Stefau⸗ Roſenfeld/ ein breiter Fluß in Dithmarſchen/ 11 (Grafen von/) 236 Rudolphus, T. (Marggraf) I. 243 wird ermordet, 244 Tellingſtedt/ (ein volckreiches Kirchſpiel ⸗) 44 darzu gehoͤ⸗ S. rige Ooͤrffer/ 46 Schlichten/ Teutomarſi, eine Dorſſchafft, 50(Dithmarſcher.) 5 Schreiben/ 3 Vhrbe a hautaeih .. iib⸗ Daͤhniſches ꝛc. an Hamburg wegen freyer einer der erſten Einwohner de igen Di en/ 7 Paßirung der Schiſſe auf des, Eih⸗ marſch Ti le, Schwarte/ ſein flieſſendes Waſſer in Dithmarſchen/ 10 Clas) dienet den Hamburgern fuͤr einen— anta 5 verauſer di hſen Gelde/ Schwartzkopff deſſen 4 164. fg. (Marten /) ein Hamburgiſcher mahf Here Töͤnningen/ Mipan liem Lo a binh e von den Daͤhnen belagert, 479 fq. wird wie⸗ der befreyet 481 Schwerd⸗ Fiſch/ 3 Trapendaß wird auf Buͤſum gefangen⸗ 448 raven ahl, Schwien, Friedens Ort zwiſchen Dannemarck und Hol⸗ (Peter /) wird ermordete 342 ſtein ee — “ „— —, * 3 4 1 H 1 4 2 4 2 4 5 8 1 . ¹ 2 1 1 1 * 1 A 1 5 2 1 1 5 1 “ 4 1 t 15 3717 4 422 2 4 1 .. 1 . 1 8 1 8* 8 1 7 — 1 A 3 , 5 * 1 n 1 Kecggiſter. CTratziger/ (Adamus) Geheimter Rath von Hollſtein 348 Truͤmmecken⸗Tantz/ der alte/ 108 Tylenbruͤgge/ wird von den Allürten angegriffen, 35 8. 366 mithin die Oithmarſcher dabey geſchla gen/ V. Vdo, (Marggraf) 241—2 Viſenii (Simonis) Beſchreibung von Dithmar⸗ ſchen, in Nieder Saͤchſiſcher Poeſie, 11 biß 16 Vohoͤbekemann/ (alte Familie in Dithmarſchen/) 48 Voigdimann/ Siehe Windbergen, Vorgieſelsmann. (deßgleichen /) 48 Walbertus, (Fuͤrſt⸗) 224 Wallenſtein, (General von) hauſet uͤbel in Dithmarſchen/ Juͤtland und Holſtein/ 452 Wallfiſch/ bey Buͤſum gefangen,“ 436 Wasmer/ (Hr. von/) deichet Fridrichs Gabe Koeg ein/ 33 E N Weddingſtedt 1 (Kirchſpiel) muthmaßlicher Nahmens Ur⸗ ſprung, 40 ſq. 218. Doͤrffer⸗ 42. fq. Wedekind/ Hertzog in Sachſen/ 215. rebelliret wider den Kayſer/ 217. nimmt die Heil. Tauſſe an, 218. bekoͤmmt alle Ueber⸗Elbiſche Laͤnder⸗ 221 Wenden/ (der alten) ihre Geſchichte/ 234— 5. verwuͤ⸗ ſten Hamburg/ 231 Weßlingbuͤhren, (Lat. Baſilipurgus,) 60 Wieben Peters, Aufſtand, veruͤbte Unthaten/ und Tod, 205. fqq. das darauf verfertigte Gedicht/ 209— 12 Wigbertus, Hertzog in Nieder⸗Sachſen/ 223— Prediger zu Neuenkirchen, nimmt einen beſonders te- ſoluten Abſchied aus der Welt, 457 Windbergen. daſiger Capelle aberglaͤubiſche Stifftungen/ 22 Geſchlecht der daſigen Voigdimaͤnner 67 Woldemarus, (Biſchoff zu Schleßwig,) nimmt die Dith⸗ marſcher in Schutz, 261.— II. Koͤnig in Daͤnnemarck, 262. wird von Graf Adolph und den Oithmarſchern geſchlagen, 268 Wolderi, (Dav.) Prediger zu Hamburg dreyfache Bi⸗ bel wird umſonſt angefochten⸗ 433 8 —-————--——y———— ———j—,——————— ———— idt de Jöm ſſe nd nibeltade z t die Nuff e Ueha i, 1 t 34P, „“ *0 en, ers, aten/ Ind D verferiit Gede 2 9, /223- einen beſonden Dalt⸗ ſ 1 eStifftunze imaͤnet 9) rimmt die d 1— II. Kuut von Gref zu iſchlaget, A ung Nnfces u 4 ——— 2—= A„— 9— ..—— — Oanes Fĩẽ 8 ——— ol Chart — 5 — Grey Control a 1 V 1Ä Wnunnnunnanmn urn V — m Colour& 1 —* 4. △ ** 5 . 1 —,