— SIV.-BG 4 7 S5 A7; 11 en offn Rickeiſ 0 — Rückreise nach Rußland und Blick auf die Mongoley. Reise nach China durch 1 die Mongoley in den Jahren 1820 und 1821 von Georg Timkowski. Aus dem Russischen übersetzt bo n . J. A. E. Schmidt, öffentlichem Lehrer der russischen und neugriechischen Sprache an der Universität zu Leipzig. Ye 8 EEE BIB“. 107 U n 1 8 In drey Theilen. 0 NI. * 8. W Mit fünf Kupfern. Leipzig, bey Gerhard Fleischer. 26, In hal.. VV Erste Abtheilung. ückkehr der Mission nach Rußland, welche seit 1808 in Pekin gewesen war. Seite. Erstes Kapitel. Reise von Pekin über Chal— gan nach der Stadt Sagan Balgaßu in den Nomadenplätzen der Zacharen. 5 Abreise von Pekin 500 5 Abschied von den Mitgliedern unserer in 1 zurückgebliebenen Missioan. 5 7 Letzte Zusammenkunft mit Tschen Lama—-— 7 Beschwerlicher Weg auf den Gipfel des Berges Osimin⸗i; Besuch in den dort befindlichen Tempeln 16 Unsre Ankunft in Chalgan oder Dshandsäkeu.. 24 Hindernisse der Abreise aus dieser Festung... 30 Die Mission langt an dem Orte an, wo das der Regierung gehörige Vieh bey 8 e zurück⸗ geblieben war. 34 1 7 Kapitel. 0 zur Rück⸗ reise in das Vaterland. Reise durch die Länder der Zacharereerrn 35 Von den der(chinesischen) Regierung gehörigen manshurischen Weideplätzen in der Mongoley.. 39 Drittes Kapitel. Unsre Reise durch den Aimak(das Fürstenthum) der Mongolen— Ssuniten 4 5 4*— 5 4**** 50 IV Salzsee im Oistriet Kobunr 8 Distriet Mingan, d. i. Wuüsennsesß Zusammenkunft mit Afaschi Tide %% ᷣ(v—TT.. Tempel Ssudshu Ssune.. Ein Chineser, der sein Vermögen im Kartenspiel Wien„ Trümmer eines schigemunischen Tempels bey Chai⸗ Maßen nn mongolischen Steppen Viertes Kapitel. Reise durch den südlichen Theil der chalchassischen Länder bis Urga. Meinung von den eigentlichen Gränzen der Wüste FFF„3 Scheidung der Handelsstraßen in der Mongoley. Marmorfelsen und gute Brunnen. Mongolische Rennpferde. Schlechte Bauart der Brunnen bey Nomaden—⸗ JJ 2 Traurige Folgen der Dürree.... Granit-Gürtel Narada... 53 % //(V0 Meinung des Bitcheschi Fußange über die bequem— ste Art das Fortkommen unsrer pekinschen Mis⸗ sienen zu befö rden 8 Mongolischer Silberar beiter.... 5 Versammlung der Lama's, um die Nom's zu lesen Gränze der chalchassischen Lander, die dem Tusche⸗ tu⸗ und Zezen-Chan gehören. 8 Die Ebene Borgio. 222%„ Gewöhnliche Aeußerung der Mongolen über die — 89 20 0 * 32 Entfernung der Oerter.. 9 Ebene Zantu. c 25 Zwist zwischen den chinesischen Führern der Mission Ansicht des Berges Chang r Starke Bevölkerung in dem Distriet Chaschatu. Musterhafte Bauart eines Brunnens Beschreibung der nongolischen Büffel.... Große Menge von Murmelthierenn Seite. 53 56 57 62 65 66 67 68 69 90 100 102 103 104 104 105 106 gahseh 0 pl gut. Uasete ch Nicht. 1 a den Ber 90 kin — — 5 Aachen gn Zwe. zlick au erung det Benen e Efeignise eh.„ Tdhokchvothe ahechelhung Iuwschl se d Wache die geog khshger der Mot Aale n Hand dee. H dle. ee Noch eine Ansicht des 5 Gebirge Chingang 9 Unverhofftes Zusammentreffen eit Auuschi Taidst. Ankunft der Mission in Ur gaga Fünftes Kapitel. Unser Aufenthalt in Urga Vorstellung der zurückgekehrten Mission ben den Regenten von Urgghgaa aa. Sechstes Kapitel. Reise von Urga nach Kiachta. Unsere Rückkehr nach Rußland Herrliche Ansicht. Flusse Schara Ansicht von dem Berge Zagan-Daba auf die um⸗ gebungen der russischen Gränzzt e Frommer Lama bey den Mongolen Zusammenkunft mit e Landsleuten an der Gränzze 85 e Verzeichniß der Stationen auf e Wege von Kiachta nach Pekin und wieder zurück. 8 Zweyte Abtheilung. Blick auf die Mon g ol Erklärung der Benennung Mongolen und Tataren Wichtigste e in der. der Mon⸗ ITTF Erdbeschreibunn g... Vorschläge die geographische Eintheilung N zittel⸗ Asiens betreffend Beschreibung der Mongoley mit allen hren Län⸗ derantheilen, aus einer chinesischen Erdͤbeschrei— F Beschaffenheit des Landes. 7))))))))))G0öͤ ͤ K Einwohner der Mongoley: ihre Anzahl, Sitten ꝛc. Gewerbe und Handel Ni(( CCCCCCCCCCCCVVVVJVVJ. V Seite. 107 107 109 112 112 114 e y. I Seite. Leben des Schigemuni oder Budda, des Stifters des lamaischen Glaube nʒ-nn 387 Brief des Hrn. Präsidenten der kaiserlichen Aka— demie der Künste an den Herausgeber dieser Reise, über das lamaische Gebet Om mani ne. 409 (Im Anfange dieses dritten Theils befindet sich die Abbildung des Schigemuni als Bildsäule; vor der zweyten Abtheilung der Mongole Araschi Taidsi; und vor dem Leben des Schigemuni S. 587. die Abbildung des Gemähldes des Schigemuni. Die Er⸗ klärung der beiden Kupfer von Schigemuni befindet sich am Ende in N des ganzen Werks nach dem Blatte, welches die verschiedenen 0 Schriften des Om mani pad me aum vorstellt, S. 438.) Seite. nach 2 2 . — — — — . 8 * 2 S — — . 2 — — 1 = nde len Nei l. 2 — %% Band. III. — — — 2 0 —— Abtheilung. Erste 8 8 — — S — — 1808 fei der Rückreise gewesenen Mission— * * Fgeise h. D Den! Aten J guäh. nandrit und na Heten, zu iht. 1 hestimn Noch 00 Net ge gang das astwager nung auf. Kasafe, —— ) In d leichen langen! sicht gu . E W Junge, Erstes Kapitel. Reise von Pekin über Chalgan nach der Stadt Zagan Balgaßu, in den Nomadenplötzen der Zacharen. Den 15. Mai(27. Mai N. St.) 1821. oder am 26. des Aten Mondes im ersten Jahre der Regierung des Dä o— gun.— um s uhr des Morgens hielt der Pater Archi— mandrit Peter mit zwey Ordensgeistlichen das Hochamt, und nach dessen Beendigung feyerliche Gebete zu Gott dem Herrn, um den in das Vaterland Surückkehrenden Glück zu ihrer Reise zu verleihen. um 12 uhr erschienen der zur Begleitung der Mission bestimmte Bitcheschi Fu-Loje und der Boschko U-Loje“). Nach ein Uhr, nach dem Mittagsessen, das bey dem Pater Peter gehalten wurde, begannen wir unsere Abreise. Zuerst ging das Gepäck der Mission, auf 30 Kameelen und fünf Lastwagen, unter Begleitung von 5 Kasaken, ab. Eine Stunde nachher brach auch die Mission in folgender Ord— nung auf: voran ritt der Kasaken-Aelteste; hinter ihm 9 Kasaken, 3 neben einander; dann in einer Tragsänfte der *) In der chinesischen Sprache sind die Buchstaben(Schrift— zeichen) größtentheils einsylbig, und daher können sie die langen manshurischen, mongolischen u. s. w. Familiennahmen nicht ausdrücken, und sprechen nur die ersten Sylben davon aus. So haben sie z. B. aus dem Familiennahmen Fu- ßange, Fu, und aus Urgentai, U gemacht. A. d. V. 3 565353 Vorsteher der vorigen Mission Pater Jakinf, eben so auch die Ordensgeistlichen Serafim und Arkadi(Arkadius); bey jeder Tragsänfte befand sich ein Kasak zu Pferde, hinter ihnen der Sotnik der Kasaken, und endlich ich selbst mit dem Wagenmeister und dem Dolmetscher, den Studenten Ssipakow, Simailow und dem Kirchendiener Ja— fitzki; den Zug schlossen die zwey Urädnik's) der Kasaken. Die drey geistlichen Personen ausgenommen, wa— ren alle übrigen zu Pferde, in Paradekleidung. Hinter diesen folgten in chinesischen Wagen der Pater Archimandrit Peter und alle Mitglieder der neuen Mission. Von den Dfhangin's des Gerichtshofes der auswärtigen Angelegen— heiten war bey der Abreise der Mission niemand außer den Boschko's, welche, sogleich nach unserm Auszuge, davon an ihre höchste Behörde Bericht erstatteten. Neugierige und auch mit den Mitgliedern der zurückkehrenden Mission be— kannte Manshuren und Chineser hatten sich in großer An— zahl auf dem russischen Klosterhofe versammelt, und beglei— teten uns bis an das angdin'sche Thor, und einige sogar bis zu dem russischen Begräbnißplatze. Auch diesesmahl zogen wir durch dieselben Straßen, auf welchen die neue Mission in Pekin eingezogen war. Es war sehr schwül, 23 Grad Wärme nach dem Reaumür'schen Thermometer. Die pekin'sche Polizey zeigte, auf Befehl ihrer Obrigkeit, bey dieser Gelegenheit eine große Thätigkeit. Die Straßen waren begossen, und von einem Stadtviertel bis zum an— dern begleiteten uns Polizeybeamte, um den Pöbel abzuhal— ten, daß er uns nicht etwa belästigen sollte. — *) Urädnik ist ein Unterosstzier, der in allem auf die Ord— nung sieht; in offentlichen Militär-Anstalten hat er die Kleider in seiner Verwahrung. A. d. U. — 1 waren, and Un Dir el dr hö und d wandt Maß nern d fast ul und d leicht gleitet det K g We Tel schen gehör 5in, Hraten. gion d galig Nach e Nachmi danselhe 10, sich de ) Der Verd Ange eil * Als wir an den russischen Begräbnißplatz gekommen waren, schieden wir vom Pater Archimandriten Peter*) und unsern übrigen in Pekin zurückbleibenden Landsleuten. Der erste Schritt aus dem angdin'schen Thore war für uns der höchst erfreuliche Anfang der Rückkehr ins Vaterland und der Vorläufer eines baldigen Wiedersehens unserer Ver— wandten und Freunde. Aber wir konnten nicht in vollem Maaße dieses frohen Gefühles genießen, da wir von Män— nern uns trennten, mit denen wir im Laufe eines Jahres fast unzertrennlich gelebt, an die wir uns gewöhnt hatten, und die wir nicht hoffen durften, unter zehn Jahren, viel⸗ leicht auch nie, wieder zu sehen. Aus besonderem Eifer be— gleiteten uns bis Zinché der Student Woizechowski und der Kirchendiener Ißakow. Als wir bey Chua nßü vorüber gingen, lud Tschen— Lama alle Reisende in den letzten gegen Westen liegenden Tempel ein, der den Tanguten, den Einwohnern des zwi— schen Tibet und dem östlichen Turkestan gelegenen Landes, gehört. Er bewirthete uns mit Branntwein— Schäu— ßin, und, nach der Gewohnheit seines Landes, mit ge— bratenem Fisch, als dem reinsten Opfer, zufolge der Reli— gion des Schigemuni, zu der er sich bekannte. Nicht gleich— gültig schieden wir von diesem guten, verständigen Lama. Nach einigem Ausruhen gingen wir weiter; um 6 Uhr Nachmittags kamen wir in Zinché an, und blieben in demselben Gasthofe, wo die neue Mission am. Dee. 1820. ihr Nachtlager gehabt hatte. Bey stillem Wetter ließ sich der Staub in dicken Wolken auf uns nieder. *) Der Pater Peter hat, zur Belohnung seiner ausgezeichneten Verdienste, auf Vorstellung des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, Hru. Grafen Nesselrode, den Orden des heil. Wladimir, ten Grades, am. Dee. 1825. erhalten. A. d. V. 55 Auf dem Wege von Chuanßü grünten überall die Felder. Der Weizen schoß schon in Aehren, aber wegen der Trockenheit war das Getreide sehr niedrig und stand sehr dünn. Zwischen dem Weizen war in besondern Fur— chen Gäolän gesäet, aber später als jener, so daß man zuerst den Weizen abschneiden wird, und darnach diese Hir— segattung. Bey Zinché, zur Rechten des Weges, stehen sehr große Getreidemagazine, die für die Hofburg Juang— ming⸗juang, die nicht weit von da, am Fuße der westlichen Berge sich befindet, errichtet sind. Von Pekin, auf dem Wege nach Chalgan, ist die erste Station die Districtsstadt Tschanpin-dsheu. Da man aber von dem russischen Klosterhofe bis zu dieser Stadt mehr als 40 Werste(557— 54 d. M.) rechnet, und wir nicht zeitig von Pekin abgehen konnten, beschlos— sen wir, nicht so weit zu reisen. Den 16. Mai(28. Mai N. St.) oder den 27. des Aten Mondes. Wir nahmen Abschied von dem Studenten Woizechowski*) und dem Kirchendiener Ißakow, und rei— sten um 7 uhr des Morgens von Zinchs weiter. Der Wirth des Gasthofes erhielt für das Nachtlager 2 Lana und 1 Tschina Silber, oder nach russischem Gewicht 18 Solotniks*). Den ganzen Tag war das Wetter still; die Hitze war sehr heftig. Von unserm Wege aus sah man die westlichen Berge deutlich, und vorzüglich die Höhe Ssängscheng, wohin die Artillerie-Brigade des pekin'schen Corps verlegt —— ) Auf den Bericht des Hrn. Ministers der auswärtigen Ange⸗ legenheiten wurde Hr. Woizechowski, am 17. Dec. 1825, zum Collegien- Assessor ernannt. A. d. V. **) Is des russischen Pfundes, oder fast 54 Loth Leipz. Gewicht. A. d. U. 0 , El ut if; eh det falt fi In sichten! als zur tiefe S Vof gen wit Berge f fann m Häuser sind, l leinen chen d Landle Herde winde mittags g Aöschag d 0 Sling dahlunge ktlampin⸗ fubuil — 9* war. Eben so glänzten in der Ferne die weißen Mauern der mingjuangschen Hofburg und die Pyramide nahe bey der Quelle, aus welcher man das Wasser für den Kaiser nimmt. In Schachs hielt die Mission Rasttag. Die Aus— sichten um uns her schienen uns jetzt ungleich angenehmer, als zur Seit unsrer vorigen Reise nach Pekin; nur der tiefe Sand bey jener Stadt erschwerte sehr unsre Reise. Von Schachs bis zu der Festung Nang-keu gin— gen wir auf einem niedrigen Wege, der an die westlichen Berge stößt. Hier giebt es viele Feldwege, und deswegen kann man leicht von dem wirklichen Wege abgehen. Die Häuser der Landleute, die mit schattigen Bäumen umringt sind, bemerkt man von der Seite nicht. Nur allein die kleinen Wäldchen von Weiden dienen als wahres Kennzei— chen bewohnter Oerter, eine Einrichtung der chinesischen Landleute, die Nachahmung verdiente. Bäume machen die Zierde der Dörfer, und einigen Schutz gegen die Sturm— winde aus, und das davon herabfallende Laub dient zur Düngung des Bodens. Reisende trafen wir auf diesem Wege nicht an. Lasten werden meist im Winter verführt. Bey uns ging nur eine Karawane mit Schafwolle aus Chalgan vorbey. In Nang-keu kam die Mission um 3 Uhr des Nach— mittags an. Auf Bitte des Podrädtschik's ward ihm, auf Abschlag der ihm zukommenden Summe, noch 69 Lana, 6 Tschina in Silber, d. i. sechs Pfund) gegeben. Solche Zahlungen waren für unsre Kasse vortheilhafter hier, im Erlämpin-Gewicht, als in Chalgan, wo das schwere Ku— pin-Gewicht im Gebrauche ist. ) D. i. 5 Pfund, 7 Loth Leipziger Gewicht. A. d. li. Den 17. Mai(29. Mai N. St.) Den 28. des Iten Mondes. Beym Aufgange der Sonne regnete es. Zur Bedeckung der Kisten mit den Büchern und andern Sachen gegen die Nässe auf der Reise wurden hier 10 Ssidsü oder doppelte Strohmatten, jede zu 280 Tschech gekauft. Zwischen dem Podrädtschik Liländüng und einem Tur— kestanen entstand ein Streit. Der Letztere wollte sich ge— waltsam zur Theilnahme an der Besorgung der Ueberfuhr der Mission, unserm Wunsche entgegen, aufdringen. Denn es war mir bewußt, daß dieser Turkestane, mit dem Fa— miliennahmen Li, der die Mission von Pekin 1808, fort— gebracht, noch ehe sie nach Chalgan kam, sich entfernt, und dadurch der Mission eine unangenehme Zögerung verursacht hatte. Uebrigens endigte sich die Sache damit, daß Lilän— düng genöthigt war, dem Turkestanen eine gewisse Summe für die Abtretung zu schenken, worauf dieser nach Pekin zurückkehrte. um 8 Uhr des Morgens verließen wir die Festung Nang-keu. Die Beschwerlichkeit der jetzigen Reise bis Tschadao durch den Hohlweg Guang gou(Huang hou) verdoppelte sich durch die große Schwüle. Chineser, selbst die, welche zu Pferde sind, miethen, um bequemer durch diesen, so zu sagen, fast ungangbaren Hohlweg zu kommen, Tragesänften, die von vier Menschen getragen werden. Die Träger gehen sehr geschwind, und der Rei— sende sitzt ruhig in einem guten Lehnstuhle. Uebrigens ist das ein Luxus reicher oder weichlicher Leute. Zu dieser Jahreszeit verdeckte das grüne Gras und die breiten Blät— ter der Nuß- und Kastanienbäume etwas das Wilde dieser drohenden Felsen und tiefen Abgründe. Bergströme rausch— ten von allen Seiten, konnten aber nicht die Luft abkühlen, I g dutch stahlen Be. pit ein wo der wohnt deb S wilde lande e gewiß steigen hen di ein. glͤckli aud, binde l hofe, Absect die vol it. E ein Mal bon den unseres Gosthofe, hür zu iber; N weiter. , und Aehen Rach hu 55 die durch die von den Steinklippen abprallenden Sonnen— strahlen erhitzt war. Bey unserm Durchgange durch den Hohlweg besuchten wir einen Tempel, der auf einem Felsen an der Stelle, wo der Weg sich nach Westen wendet, erbaut war. Jetzt wohnt dort ein junger Lama, aus Tibet gebürtig. Laune des Schicksals und flammender Fanatismus hat ihn in diese wilde Gegend aus seinem von der Natur gesegneten Vater— lande gezogen. Wir unterließen nicht, noch einmahl, und gewiß zum letzten Mahle, auf die große Mauer hinauf zu steigen. Dort prägten wir unserm Geiste für das ganze Le— ben die Erinnerung unsers Besuchs des chinesischen Reiches ein. Dort sprachen wir die herzlichsten Wünsche für einen glücklichen Aufenthalt unsrer Landsleute in diesem Lande aus, und, wenn auch mit der Zeit erst, einer engern Ver— bindung desselben mit Rußland. um 2 uhr Nachmittags kam die Mission in dem Gast— hofe, nahe bey der Festung Tschadao an, doch in der Absicht um die Reise bis zur Stadt Juilin g fortzusetzen, die von hier 12“ Werste(über 14 d. M.) entfernt ist. Eine halbe Stunde nach unserer Ankunft, fiel ein Platzregen mit häufigen Donnerschlägen, die gewaltig von den benachbarten Bergen wiederhallten. Die Kameele unseres Gepäcks gelangten nicht ohne Mühe bis zu dem Gasthofe, wegen des schlimmen Wetters; daher beschloß ich hier zu übernachten. Aber das Ungewitter ging bald vor— über; der Himmel erheiterte sich, und die Mission ging weiter. Um 8 uhr des Abends kamen wir in ee an, und blieben in dem der Regierung gehörigen Gasthofe, nachdem wir heute ungefähr 35 Werste(5 d. M.) zurück— gelegt hatten. Der sandige und stellenweise steinige Boden 1 1 5 1 0 1 —1 101 1 0 1 ö 1 ö ** 0 0 — 4— des Weges konnte nach dem Regen dennoch nicht sehr ko— thig werden. Das Getreide war diesseit des Bergrückens noch wenig emporgewachsen. Wahrscheinlich war es, wegen der Kälte, spät gesäet worden. An diesen Orten ist der Unterschied des Klima, ob sie gleich nicht weit von Pekin entfernt sind, doch sehr fühlbar; sie liegen 250 Klaftern) in senkrechter Richtung höher als die Ebene von Dshili. Je näher man an Chalgan kommt, desto bedeutender wird diese Höhe, und die Atmosphäre wird kälter. Den 18. Mai(30. Mai N. St.) Den 29. des Iten Mondes. Die ganze Nacht regnete es stark, unter Blitz und Donner. Wir brachen um 8 Uhr des Morgens auf. Beynahe der ganze Weg von Juiling nach Chuailai ist mit Koth bedeckt von dem Regen in der vorigen Nacht, und wegen des lehmigen Bodens. Auf dieser Strecke sind die Felder ungleich besser bearbeitet, und Korn, Weizen und Gerste steht dicht. Nach einem Wege von 122 Wersten hielt die Mission, auf eine Zeitlang, in der Stadt Chuailai im Gast hofe an. In dem der Regierung gehörigen Gasthofe wohnte ein aus Ssiuan-chua-fu angekommener Beamter, um die bey der Beförderung der Civilbeamten und der Offizier nö— thigen Prüfungen zu halten. Wir hielten uns länger auf, um den Thieren, welche die Sänften trugen und die Last— wagen zogen, Zeit zur Erholung zu lassen. Einer von den städtischen Beamten empfahl sich mir in mongolischer Sprache, indem er unter andern sagte, daß er vor drey Jahren im östlichen Turkestan, in der Stadt Kaschchar gedient habe. *) Oder 750 Arschinen, d. i. 945 Leipz. Ellen, oder fast 1700 rheinl. Fuß. A. d. U. Mat dag un Merste ** W nach 1 Hier Gostho N nach J cothen 4 uegnet: vorͤͤbet f Landler tleide! Spar ale. 9 „ Nach zwey Stunden gingen wir weiter auf einer san— digen und mit Steinen übersäeten Ebene. Nachdem wir 15 Werste(2% d. M.), und von dem Orte des Nachtlagers aus 27 Werste(fast 4 d. M.) zurückgelegt hatten, kamen wir nach 1 Uhr des Nachmittags in der Stadt Tumeu an. 10 1 7 Ir 1 0 0 Ago RN 5 Hier blieb die Mission in dem der Regierung gehörigen Gasthofe, der im westlichen Theile der Stadt liegt.. Auf dem Wege von Chuailai führte man bey uns nach Pekin, auf Eseln reitend, drey Verbrecher, die mit rothen Mänteln umhüllt waren, vorbey. Auf der Nordseite von Chuailai hatte es nicht ge— regnet; die Gewitterwolken waren nur an den Berggipfeln vorüber gezogen. Auf den Feldern begegneten uns viele Landleute. Sie ackerten ihre Felder, um das spätere Ge— treide einzusäen. Sie graben das Land zuerst mit krummen Spaten um. Die Besatzungen der Soldaten von den Wacht— häusern am Wege beschäftigen sich auch mit dem Ackerbau*). ) In der Geschichte der Kaiser aus dem Hause Min wird unter andern erwähnt, daß der Unterhalt der zahlreichen zum Schutz nöthigen Truppen, die man nothwendig an diese weit ausgedehnte Gräuze, welche China von der Mongoley schei— det, verlegen mußte, dem Reiche sehr theuer zu stehen kam. In Folge dessen gab der Kaiser Chun-u, der erste aus dem Hause Min, der im vierzehnten Jahrhunderte regierte, die Verordnung, daß drey Viertel der Krieger sich mit dem Ackerbau beschäftigen, und das eine Viertel den Dienst in den Festangen versehen sollte; im Falle aber feindlicher Ein— fälle, sollten alle sich bewaffnen und zur Vertheidigung der Festungen und ihrer eigenen Familien bereit seyn. Zur Ue— bung in der Kriegskunst war die Zeit des Winters bestimmt. Jeder Krieger mußte 50 Striche Land bearbeiten, die Mu genannt wurden und ungefähr 30 Klaftern*) lang und 6 Klaftern**) breit waren. Nach der Berechnung der Anzahl *) 90 Arschinen, fast 1152 Leipz. Elle, od. 204 rheinl. Fuß. A. d. U. **) 28 Arschinen, 223 Leipz. Ellen, oder fast 41 rheinl. Fuß. A. d. U. — „„ Den 19. Mai(31. Mai N. St.) od. den 1. des sten Mondes. Am Morgen besuchten Fu-Lo je und der Boschko, die immer in besondern Gasthöfen abgetreten waren, den Pater Jakinf; auch ich befand mich dort. Fu-Loje äu— ßerte seine Unzufriedenheit daruber, daß die Studenten ge⸗ stern sich entschlossen hatten, dem ältesten seiner drey Die— ner(dem bewußten Nerba, der sich bey der Mission zur Zeit der vorigen Reise befunden hatte) einen derben Ver— weis zu geben, weil er einen bekannten Chineser nicht zu ihnen gelassen hatte. Zur Beruhigung des Hrn. Bitcheschi baten wir ihn, er möchte künftig seinen Dienern nicht er— lauben, sich in unsre Angelegenheiten zu mischen. Der Bitcheschi gab sein Wort, im Falle einer neuen Anmaa— ßung des Nerba, ihn ungesäumt nach Pekin zurück zu der hierzu bestimmten Krieger war Befehl gegeben, die un— umgänglich nöthigen Waffen, Aussaat, Arbeitsvieh und übri— gen Sachen aus der Schatzkammer zu geben. Sie waren von allen Abgaben befreyt. Ueberdieß war befohlen, Regeln zu entwerfen, als Anleitung zu der besten Bearbeitung des Lan— des, der Anlegung von Küchengärten, der Vermehrung der Gärten und zu allem, was zu einer ordentlichen Landwirth— schaft gehört. Der Erfolg entsprach dieser weisen Einrichtung des Kaisers. Der Ackerbau nahm auf der ganzen Gränze von Jahr zu Jahr zu; die daran gewöhnten Krieger fingen an, den daraus entspringenden Nutzen zu fühlen; überdieß war die Schatzkammer von den ungeheuern Ausgaben befreyt; das Volk hatte nicht mehr die zu Grunde richtenden Ver— bindlichkeiten zu erfüllen, und den Druck der Beamten zu ertragen, was vorher immer der Fall gewesen war, wenn alles Nöthige für jene Truppen herbeygeschafft werden sollte, sondern erhielt auch eine bedeutende Erleichterung in den Steuern, da man in die Speicher der Regierung von jedem Mu nur ungefähr einen halben Tschetwerik Getreide einlie— ferte. Der Kaiser war sehr erfreut, daß es ihm gelungen war, seine Krieger dem Vaterlaude noch nützlicher zu machen, indem er sie an Arbeiten gewöhnte, den Müßiggang, die Wurzel aller Laster, ausrottete, und dem Volke Erleichte⸗ rung von Abgaben verschaffte. A. d. V. fiken, ud ift en N Die eber sit aßen Reifn Nad an, um als am große At Getreide fauften a na, d heutot kaufen. ⁰ Städte ländligen ani Leu 11 N 50 Passer acht weit kchaut, po Jus y S die nete, Alt pyn se af din ge uu, Dab Ehen, thing W schicken. Fu-Loje hielt sein Versprechen. Seine Diener und selbst der Boschko Urgentai betrugen sich, auf dem ganzen Wege bis Kiachta gegen uns ziemlich bescheiden. Die Mission reiste um 7 Uhr des Morgens ab. Die Felder sind diesseit Tumeu sehr gut bearbeitet; sie sind größtentheils mit Gerste besäet, welche dicht stand und dem Reifen schon nahe war. Nach einem Wege von etwa zehn Wersten(fast 1 d. M.) hielten unsre Fuhrleute in der Stadt Schatschen an, um ihre Maulthiere und Pferde zu füttern. Heute, als am isten des neuen Mondes, ist hier Markt. Eine große Anzahl Landleute hatten sich mit ihren Erzeugnissen, Getreide, Gartenfrüchten u. s. w. versammelt. Viele ver— kauften auch Esel. Für einen derselben verlangten sie 10 Lana, d. i. 20 Rubel in Silber, von uns. Bey solcher Theurung beschlossen wir keins dieser Thiere von ihnen zu kaufen. Von Schatschen gingen wir, wie früher, über die Städete Dunbeli und Baoang. Jetzt ist die Zeit der ländlichen Arbeiten, und in den Städten bemerkt man wenig Leute. 72 Werste vor Dsimin-i ist ein abgesonderter Ort, wo Wasser von Quellen aus dem östlichen Gebirge fließt. Nicht weit von dem choschan'schen Tempel ist ein Bassin erbaut, worin Quellen aus dem Boden hervorströmen. Aus dem Bassin ist das Wasser durch kleine Kanäle auf eine weite, niedrige, gegen Westen liegende Ebene geleitet. Jetzt war sie ganz in abgetheilten Vierecken überschwemmt; auf diesen Feldern war Reiß gesäet, der schon aufgegangen war. Das Land, wie auch in ganz China, gehört der Schatzkammer; die Landleute zahlen dafür jährlich einen Erbzins von z des eingeernteten Reißes, welchen sie nach ihrer Gouvernementsstadt Ssiuang chua-fu führen, die an Al von hier 40 Werste(55— 54 d. M.) entfernt ist. fue Bey der Festung Dsimin-i kam die Mission nach gte 12 Uhr Mittags an und trat im Regierungs-Gasthofe ab. r de Das Gepäck versammelte sich um 3 Uhr. Bey der Durch— gan reise kamen wir in die Festung selbst. Niedrige Häuser, 8 und, wie man merken konnte, die Armuth der Einwohner 0 910 selbst entsprachen nicht der prächtigen Mauer, von der sie nd umgeben ist. Gewiß sind dieses Reste der alten Schutz— 10 mauern, dergleichen wir beynahe auf jedem Schritt auf dem 10 Wege von Chalgan nach Pekin sehen, Schutzmauern gegen 8 die nördlichen Barbaren,— die Mongolen, die von den 1 15 Zeiten des tiefsten Alterthums an immer ein Schrecken für 0. China gewesen waren. 0 Im isten Theile dieser Reise(S. 334.) ist von mir A erwähnt worden, daß auf dem gegen Norden von Dfi— 0 min⸗i liegenden Berge sich alte Tempel auf der steilen fast s unzugänglichen Höhe des Berges befänden. Es scheint, daß n nirgends erwähnt wird, ob je dort einer von den vorbey e reisenden Russen gewesen sey. Jetzt hatte der Vorsteher 5 al der zurückkehrenden Mission, mit einigen Mitgliedern da— saht ci von, die Nähe des Orts und das schöne Wetter benutzend, Ahle beschlossen, die Tempel zu besehen, deren Erbauung auf fler Bau dem Gipfel selbst eiues hohen und spitzigen Felsen jeden e sabst ha. Reisenden in Erstaunen setzt. Ihnen folgte ich mit dem dot, ihn Kasaken-Aeltesten Rasgildejew und zwey Kasaken. Ein nee uns begegnender chinesischer Landmann zeigte den Mitglie— in wungols dern der Mission den eigentlichen Weg zu den Tempeln; aaf a gat aber wir kamen davon ab, indem wir auf den Berg von n fe der Südseite herauf stiegen, und stießen auf tiefe Abgründe hau und unersteigliche steile Höhen. Deswegen nahm ich, mit Wan gl dem bey mir befindlichen Aeltesten und den Kasaken, auf Ghz 5 n, 10 1. N 1 .„ dem Abhange des Bergges eine östliche Richtung, und auf solche Art, obgleich mit ungewöhnlichen Anstrengungen, erreichte ich das vorgesetzte Ziel. Die Uebrigen aber, die von der Südseite unbesiegbare Hindernisse antrafen, mußten gänzlich unverrichteter Sache zurückkehren. Die Steile des Berges, die scharfen Bruchstücke von Steinen, die häufigen und tiefen Klüfte, und der heftige Wind— hatten uns so abgemattet, daß wir schon die Hoffnung, unsre Neugierde zu befriedigen, verloren. Gänz⸗ lich entkräftet und einer an den andern uns haltend stiegen wir höher und höher. Plötzlich erscholl in den Felsen das laute Gebell eines Hundes, und wir ermuthigten uns wie⸗ der, da wir wenigstens einen Ort erreicht hatten, wo Menschen wohnten. Als wir über den steilen Zweig des Gebirges hinüber geklettert waren, sahen wir einen Tempel, der sehr schön auf der Mitte des Berges angelegt war, auf dem Wege, der zu den obern Tempeln führte. Dieser Tempel, so wie auch alle die übrigen, ist von Backsteinen erbaut, und be— steht aus einigen kleinen abgesonderten Häusern, die mit Götzenbildern angefüllt sind. Neben demselben war ein kleiner Baumgarten und Küchengarten, und über dem Tem— pel selbst hängt eine Steinklippe, die in Einem Augenblicke droht, ihn unter ihren Trümmern zu begraben. In dem Tempel fanden wir nur einen chinesischen Wächter, dee et— was mongolisch verstand. Von da aus stiegen wir nun auf dem eigentlichen Fußpfade, der in steilen Windungen in dem felsigen Berge ausgearbeitet ist, auf den Gipfel selbst hinauf. Es ist schwer zu begreifen, welcher kühne Geist den Entschluß gefaßt hat, Gebäude auf dem schmalen Gipfel eines Berges zu errichten, der von Abgründen um— geben ist, und ewig von Wirbelwinden umstürmt wird. III. Band. 2 4 „„ Aber die den Gedanken ausführten, verdienen noch größere Bewunderung, wegen der Anstrengungen, welche es kostete, hier zwey 10000 und ein Haus für die Tempeldiener zu erbauen. Wie viele Mühe und Kosten mußte man aufwen— den, nur um die Widget von dem Fuße des Ber— ges, der auf drey Werste(2 d. M.) entfernt ist, da hin— auf zu schaffen Kaum war ich mit meinen Gefährten auf dem Gipfel angelangt, als ein in den Tempeln wohnender Choschan mit zwey Dienern, die mongolisch sprachen, uns entgegen kam. Diese Bergeinsiedler. als sie unvermuthet Russen, die sie vielleicht nur vom Hören sagen kannten, vor mere — sich sahen. Sehr bereitwillig 1 5 sie uns das J aller Gebäude und selbst ihre Wohnungen. Der Gipfel des Berges ist von der Natur in zwey Arme oder Zweige gespalten, die durch eine marmorne, über Abgründen schwe— bende Brücke verbunden sind. Auf dem einen Zweige, dem östlichen, steht ein nicht großer Tempel; auf dem westlichen aber steht der Haupttempel, mit einer großen Glocke davor und einem Hause für die Tempeldiener. Die Gebäude neh— men die ganze Fläche des Gipfels ein, so daß von allen Seiten rings herum ein offener Platz ist; etwas tiefer sieht man in Absätzen empor ragende Felsen: gegen Nordwest stürzt sich zwischen Bergen der Fluß Jan herab, und auf der Südseite, gerade am Fuße des Berges, liegt die Fe— stung Dsimin⸗ i, deren Gebäude man von der ab kaum bemerkt; der ganze ferne Gesichtskreis ist mit Rücken hoher Berge bedeckt. So ist der Wohnplatz, den die Chineser als anständig für Leute halten, welche die eiteln Güter der Welt verachten, und freywillig allein dem wid⸗ 7 „. 0 Gebete und der Betrachtung hoch erhabener Dinge sie men.— Bis dahin hatte ich noch keinen Ort gesehen, so gal auf di alters et Old st hier Cinwo Berge und we Nach d nan a hen. 30 W. den mi sinfen, N schied Sunge len e eber ay Ar mil. sc dar 9 dag t den uu suben d. —— 8 einsam gelegen und mit solchen majestätischen Aussichten auf die umliegende Gegend. Diese Tempel, zu Ehren des Lehrers Fo, oder Schigemuni errichtet, werden in gu— ter Ordnung erhalten. In der Hälfte des vierten Mondes ist hier ein zahlreicher Zusammenfluß von den benachbarten Einwohnern beiderley Geschlechts. Keiner von den auf dem Berge wohnenden konnte uns sagen, von wem eigentlich und wenn dieser ungewöhnliche Bau ausgeführt worden ist. Nach dem alten Ansehn der Gebäude zu schließen, muß man annehmen, daß sie schon länger als 200 Jahre beste— hen. Die auf dem Gipfel des Berges wohnenden werden zu Wasser mit Steinkohlen und andern Bedürfnissen aus den mittlern Tempeln versehen, welchen man aus Dfi— min- i und andern Orten alle Nothwendigkeiten des Le— bens zuführt; deswegen hält man auch auf dem Berge ei— nige Esel. Die Einsiedler setzten uns, zur Stärkung der Kräfte, Thee und zu essen vor; aber wir, von Durst er⸗ schöpft, begnügten uns bloß mit frischem Wasser. Die Sonne fing schon an, hinter die Berge hinab zu sinken, und wir mußten eilen zurück zu kehren. Beym Abschied schenkte ich dem Choschan, zum Andenken, eine Stange Silber, 4 Pfund schwer, und seine Diener erhiel— ten einige Tschechen. Zu dem mittlern Tempel gingen wir auf dem vorigen Fußpfade. Diese Seite des Berges, die gegen Nordwest gekehrt ist, ist mit kleinen Sträuchen und Bäumen bedeckt. Auf den Absätzen des Berges find kleine Felder angelegt, die mit Weizen besäet sind. Tiefer als der mittlere ist noch ein kleiner Tempel; ganz unten, wo sich der gewundene Fußpfad endet, ist ein kleiner Subu gan(Art von Kapelle) errichtet. Dann gingen wir auf den westlichen Zweig des Berges hinüber, zu den Rauch— stuben der Arbeiter, welche die Steinkohlen gewinnen, und 9 — E— 2— ö 75 . 20 8 J f endlich gingen wir auf die Landstraße hinab, die nach fer de Siuang-chua zugeht, auf welcher wir nach unserm Buck Gasthofe schon um 10 Uhr des Nachts zurückkamen. Unsre wem zu Hause gebliebenen Reisegefährten, über unsre lange Ab— gelben, wesenheit beunruhigt, freuten sich sehr, als sie uns, ob— Hoa gleich von Müdigkeit erschöpft, doch lebend wieder sahen. tobt Den ganzen Tag wehete ein kalter Ostwind, mit hef— 5 len is tigen Stößen; auf dem Gipfel des Berges tobte er mit 7 1 furchtbarem Geheul. Am Abend regnete es; doch bald hörte 9 es auf, die Regenwolken zertheilten sich 0 den Berg— Land rücken, auf deren Gipfeln es noch lange blitzte gewel Den 20. Mai(1. Juni N. St.) oder dei 2. des öten water Mondes. Die Mission verließ Dsimin-i um 7 Uhr des schen Morgens, und kam, nach einem Wege von 30 Wersten gepfl. (47— 4 d. M.), um 2 uhr des Nachmittags in Siu— dal ang⸗chua⸗-fu an. eile Auch heute ging ein schneidender Wind aus Westen. 0 Auf dem Wege begegneten wir zwey Mongolen aus dem 10 chalchassischen Fürstenthume, die nach Pekin reisten. Von gal ihnen hörten wir, daß in den zacharischen Nomadenplätze i das Futter auf der Weide gut sey; je weiter aber gegen 1 9 Norden, desto schlechter sey das Gras, wegen der Dürre. 15 Stellenweise sahen wir vortreffliches Getreide, wozu 1 das Wässern der Felder beyträgt, ein Mittel, wodurch die. b Chineser gegen die Kargheit ihres Bodens kämpfen. Uebri— 5 gens ist die Noth für viele Völker die Quelle des Wohl— 3 oder des östlichen Turkestans in angenehme Gärten und reiche Felder verwandelt worden. Hier ist das Wasser aus* Gols dem Janché fast ganz durch abgetheilte Kanäle zur Be— Wet wässerung der Felder abgeleitet, und jetzt ist dieser Fluß 1 5 nicht so tief und reißend, als er im Winter war. Säulen, 1 8 — 21 die man quer durch den Fluß Jan, Dsimin-i gegen über bemerkt, waren gemacht worden, um auf ihnen eine Brücke zu erbauen, und einen cem gegen die Ueber— h dem gelben Flusse(Chuanch é, oder wie man bey uns schreibt: Hoanho), flache Ufer hat und zwischen Bergen fließt, schwemmungen zu errichten. Der Janché, der, gleie Zeit, tobt zu der Ze 2 wenn das Wasser vom Regen angeschwol— len ist, und richtet große Verheerungen an, wie dieß im J. 1801. geschah. Nahe am Wege sahen wir, wie die Chineser das Land pflügten. Zuerst gingen sie auf dem Felde mit dem 112 gewöhnlichen Hakenpfluge, an dem zwey Ochsen gespannt waren und der Aehnlichkeit mit jenem hat, den die russi— schen Landleute gebrauchen. Dann gehen sie über die schon gepflügten Stellen mit einem andern Hakenpfluge mit drey Zacken, zwischen denen Spalten, und am Ende gabelförmige eiserne Stützen sind; durch diese Zacken, ungefähr 1 Arschin lang, fallen aus einem oben angebrachten Kasten die Saa— menkörner auf die Erde, zugleich mit der Bewegung des Hakenpfluges auf den Furchen. Von hinten ist an den Hakenpflug ein kleiner runder Balken angebunden, der nach der Aussaat den Boden gleich macht, anstatt unserer Egge. Ein solcher Hakenpfl g ist so leicht, daß man ihn mit ei— ner Hand aufheben kann. Wenn das Getreide in Ching 50 und 70 ja 100fältig(der Reiß) sich vermehrt, so kommt dieß von nichts anderm her, als von der sorgfältigen Dün— — gung der Felder, vom Einsäen zur rechten Zeit, vom Aus— jäten und Bewässern. Bey dem muß man auch dieß noch in Betracht ziehen, daß 5 Chineser die Furchen in ihren — Feldern x bis* Arschin*) von einander legen. Das Ge— *) D. i. 72 und 15 Zoll Leipz. oder 675 und 15786 Soll rheinl. treide erhält dadurch mehr Freyheit im Wachsen, und kann bequemer die Nahrung aus der Erde ziehen. Den Samen werfen sie in die Erde durch eine Röhre, oder aus den Händen, oder auch aus dem Munde— ohne davon im geringsten überflüssig einzustreuen, damit die Halme durch einen zu dichten Stand nicht einander ersticken. In den Swischenräumen säen sie, zwischen dem Frühgetreide, die spätern Arten ein, oder lassen jene auf einen ganzen Som— mer ausruhen, so wie bey unsern Brachfeldern geschieht. Der chinesische Landmann sorgt überhaupt dafür, den Raum des Landes, die Getreidesamen, die Zeit und die Kräfte seines Viehes zu schonen. Mühe und strenge Haushältig— keit in Allem sind die einzigen Stützen seines mäßigen Lebens. Auf der Hälfte des Weges von Dsimin-i nach Ssiuang⸗-chua hielten wir in dem Dorfe Se chang— ßäpu an, um auszuruhen. Der übrige Theil des Weges ist weit öder, und überhaupt ist die Umgegend von Ssiu— ang⸗-chua wenig bevölkert, wovon man den Hauptgrund in der Unfruchtbarkeit des Bodens suchen muß. Die ganze Ebene, von der Stadt ungefähr 7 Werste(1 d. M.) weit, besteht aus Lehm und Sand. Mit dem letztern sind die ufer des Flusses Jan, auf eine große Strecke in der Breite, bedeckt. In Ssiuang⸗-chua-fu blieben wir in demselben Gasthofe, in welchem das Quartier für die neue Mission bestimmt gewesen war. Die Einwohner dieser Stadt trei— ben einen bedeutenden Handel mit Rauchtabak, worein sie, nach dem eee der Mongolen sich richtend, viel Wach— holderblätter, des Wohlgeruchs wegen, mischen. Hier ist beynahe in jedem Hause ein Kaufladen mit Tabak. hs (he a lil file, icht ai 3 Um 5 Uhr regnete es unter heftigem Gewitter; in der Nacht aber war alles vorüber. Den 21. Mai(2. Juni N. St.) oder den 3. des§ten Mondes. um 7 Uhr des Morgens verließen wir Ssiu— ang⸗-chua. Zuerst gingen wir durch die Stadt von dem westlichen nach dem östlichen Thore, näher gegen Süden. Die verfallene Stadtmauer und Thore geben einen deutli— chen Beweis, daß China schon lange eine tiefe Ruhe ge— nießt, und nichts mehr von den Pfeilen der Mongolen färchtet. Der westliche Theil der Stadt ist mehr bevölkert; viele Kaufläden mit verschiedenen Waaren, wovon einige ziemlich reich sind, giebt es darin. Auf der breiten Straße stehen zwey hölzerne Triumphbogen, und am Ende ein gro— ßes steinernes und prächtig verziertes Thor, in der Mitte der Stadt, mit vier Durchgängen. Von diesem Thore westlich fangen die kleinen Häuser mit den Küchengärten an; die Straße ist auf beiden Seiten mit Weiden besetzt. Und diese entlegenen Theile der Stadt hier sind die Woh— nungen der Armuth! Als wir aus der Stadt hinaus waren, ging unser Weg zwischen Feldern, die mit reichen Ernten bedeckt wa— ren; dieß verdanken die Einwohner der Bequemlichkeit, ihre Felder aus dem nahe vorbey fließenden Flusse zu wässern. Viele sind mit Gerste, Bohnen, Erbsen, Knoblauch u. s. w. besa et. Am nordwestlichen Gebirge, ungefähr 4 Werste (uber 4 d. M.) von der Stadt, sieht man die Spuren eines alten Begräbnißplatzes. Thore von Granit, Grab— steine, Löwen u. s. w. von eben der Masse liegen noch jetzt aufer den Feldern umher zerstreut. Endlich kamen wir auf die Landstraße, und setzten unsern Weg in tiefem Sande 170 der zur Zeit unsrer ersten Reise nach Pekin— im Winter, fest zusammengefroren, dem Reisenden nicht so 24 hinderlich im Fortkommen war. Als wir durch einen mit Stei— nen gepflasterten Hohlweg, d. i. 122 Werste(üb. 14 d. M.) von Ssiuang-chua, hindurch waren, hielten wir, um auszuruhen, in einem auf einem Abhange des Berges lie— genden Tempel an. Von hier bis nach Chalgan selbst, auf 20 Werste(gast 3 d. M.) weit, geht der Weg abwärts. Auf dieser abhängigen Ebene sind viele Dörfer. Die Felder sind gut bearbeitet; aber Getreide ist wenig, welches von dem, gegen Pekin verglichen, hier rauherm Klima herrührt; doch die Hauptursache davon ist der Man— gel an Wasser, um die Felder zu bewässern. Die Land— leute erwarten die Hommerregen; dann kann das Getreide sehr schnell emporwachsen und reifen. Auf der Hälfte des Weges, nahe bey dem Dorfe Maojuiling, eilte der Nerba des uns begleitenden Boschko mir nach, und bat mich im Nahmen von Fu-Loje und Urgentai, die in Ssiua ng⸗chua zurückgeblieben waren, nicht mit dem Einzuge in Chalgan zu eilen, da— mit der vorausgesandte Nerba des Bitcheschi vorher für die Mission das von der Stadt gewöhnlich angewiesene Quar— tier bereiten könne. Rach einem Aufenthalte von zwey Stunden in diesem Dorfe, ging die Mission weiter, und kam um 4 Uhr; Nach— mittags glücklich in Chalgan an. Auf dieser Reise fiel uns der Sand, dicke Wolken Staubes und die drückende Hitze fehr lästig. Als wir durch die vor Chalgan lie— gende Vorstadt gekommen waren, konnten wir nicht auf dem ehemaligen W̃! in die Stadt kommen. Die steinerne Brücke war gerade in der Mitte eingestürzt, und ward jetzt ausgebessert; W wurden große Haufen grauen Gra— nits aus den nahgelegenen Bergen herbeygeführt. Wir be— gaben uns höher hinauf, gingen in einem Furth durch den — iar Ha Manseh Messin Eine n Chah dat unste ij freund furückehne 23 Fluß, und kamen rechts in einer großen Straße, zu dem für die Mission angewiesenen Gasthofe, nicht weit von dem großen Platze, wo das Haus des Husai-Amban von Chalgan steht. Die Auswahl des Quartiers hatte der alte Nerba besore und wir hatten sehr unbequeme und sogar unruhige Zimmer, wegen des Kartenspielergesindels' erhalten. Die Kaufleute von Schaangßi, die nach Kiachta handeln, kommen in Menge in Chalgan wegen ihrer Handelsgeschäfte zusammen, und verschwenden in mü— ßigen Stunden große Summen in Hasardspielen. Ueber— dieß war, ungeachtet des Trauerjahres um den Tod des Kaisers Dsäzin, in Chalgan, als einem von der Hauptstadt weit genug entfernten Orte, ein öffentliches Theater; eine eue Gelegenheit zur Verschwendung für die Schaangßier. In Pekin versicherte man uns, die Einwohner des Gebietes von Schaangßi und des östlichen Turkestans seyen die größ— ten Verschwender im ganzen chinesischen Reiche, die stärk— sten Hasardspieler, und sehr freygebige Verehrer sinnlicher Freuden, auch der gröbsten und erniedrigendsten für die Menschheit; in ihrem Hauswesen aber sind sie, gleich den meisten andern Kaufleuten, sehr geizig. Eine Stunde nach unsrer Ankunft besuchte uns der in Chalgan dienende Bitcheschi Dsha, mit dem ich zur Zeit unsrer ersten Reise Bekanntschaft machte, und der auch in freundschaftlichen Verhaltnissen mit den Mitgliedern der zurückkehrenden Mission stand, da er vorher im Dienste des Gerichtshofes der auswärtigen Angelegenheiten in Pe— kin gewesen war. Wenn dieser Bitcheschi die bestimmten drey Jahre ausgedient hat, kehrt er nach einem Monate wieder in jenen Gerichtshof zurück. Er erklärte mir, er habe von diesem Gerichtshofe noch keine Schrift erhalten, weder die zurückkehrende Mission über die große Mauer ragt, Sin gehen zu lassen, noch auch ihr bey ihrer Durchreise durch a f die Mongoley mit Vieh behülflich zu seyn. Diese 9 e 10 f, setzte mich in Bestützung; denn ich hatte von den Mit— 0 in gliedern jenes Gerichtshofes mehr als einmahse ie Versiche— ehe rung gehört, daß wir auf meine Bitte, volle Befriedigung fat nos bey unserer Reise erhalten sollten. Dsha-Loje äußerte Mschü noch seine eigne Meinung dabey, daß auch, nach Eingang dunkel jener Schrift, die Mission werde noch drey oder vier Tage süuleffe in Chalgan zubringen müssen. r u Am Abend brachte man in unsern Gasthof Esel zum den ei Verkauf. Für einen männlichen Esel von hohem Wuchse Kaacht und weißer Farbe verlangte man 18 Lana, d. i. 36 Rube l nen. in Silber; und für andere von geringerer Güte 12— 16 Lana, d. i. 24— 32 Rubel in Silber; äußerst hohe Preise! Gewi Man möchte wohl wünschen, daß in Sibirien der Versuch N gemacht werden möchte, Esel zu ziehen, und von ihnen diucch Maulthiere— eine Art Arbeitsvieh, sehr nüßlich in der rͤck Landwirthschaft, und besonders zum gegenseitigen Verkehr war auf den steilen und felsigen Bergen, die unsre Gränze ge— ten, gen die Mongoley ausmachen. ß Den 22. Mai(3. Juni N. St.) den 4. des Sten orden Mondes. Am Abend vorher und heute mit Tagesanbruch ann hörte man F lintenschüse von einem Bataillons-Feuer. vag f. Dieses, sagt man, sey die Kriegsübung der Besatzung von it fi Chalgan. Das Bataillons-Feuer wird hier zu sehr unter— fäl brochen ausgeführt. flug um 8 uhr des Morgens besuchte mich der Bitcheschi in dn; Fu⸗Loje und der Boschko(die in einem besondern Quar— 1 g tier geblieben waren) auf dem Wege nach dem hiesigen 0 1 Jamung, d. i. dem Gerichtshause. Sie äußerten auch 10 0 ihre Verwunderung darüber, daß man von der Durchreise 5 der Mission und von ihrer Begleitung derselben in Chalgan de 1 „„ noch gar keine Nachricht aus Pekin erhalten hatte. Ich bat sie, davon dem Husai-Amban Meldung zu thun und von ihm den Beschluß auszuwirken, nach Zagan-Balgaßu wenigstens unser Gepäck zuzulassen. Endlich fand ich es für nöthig, um Fu-Loje für uns zu gewinnen, ihm 5 Arschinen zimmetfarbenen und 3 Arschinen 10 Werschok dunkelblauen Kasimir, und 4 Zobel der besten Gattung zu schenken; der Boschko erhielt 77 Arschinen schwarzen Kasi— mir und 2 Zobel. Fu-Loje willigte nur auf mein Zure— den ein, diese Sachen anzunehmen, und bat mich, bis nach Kiachta hin nicht darum zu sorgen, ihren Eifer zu beloh— nen. Auch ihre Diener bekamen angemessene Geschenke. Um 3 Uhr Nachmittags regnete es unter heftigem Gewitter. Fu⸗Loje und der Boschko erfreuten uns nicht sehr durch ihren Bericht, als sie von dem Husai-Amban zu— rück kamen. Die Schrift wegen Durchlassung der Mission war von dem Gerichtshofe der auswärtigen Angelegenhei— ten, auf Befehl, zuerst an den General-Gouverneur von Dshili, der in der Stadt Baoding-fu wohnt, gesandt worden; aber von dem General-Gouverneur war an den Commandanten von Chalgan, den Husai-Amban, davon noch keine Nachricht gekommen. Den jetzigen Husai-Amban, mit seinem Familiennahmen Fulang, lobt man aber nicht; er ist ein Solone(tungusischen Stammes), ein zu strenger und wenig gebildeter Mann. Er hatte befohlen, in den Acten nachzuschlagen, welche Grundsätze man bey der Rückkehr der russischen Mission vor 13 Jahren befolgt habe. Hier ist das erste Gesetz in Geschäften das Beyspiel der vergangenen Jahre. Heute wurde dem Podrädtschik das übrige Silber für die Ueberfuhr der Mission gegeben, und zwar 49 Lana im Kupin-Gewicht, oder nach russischem Gewicht 4 Pfund, a0 43 Solotnik). Ueberdieß wurden auf Bitten Liländüng's ga um eine, wenn auch nur kleine Belohnung, nach der a Sitte des Landes, für die Arbeiter, die sich bey der Ue— gen berfuhr der Mission befanden, an Silber 24 Solotnik**) bd gegeben. 1 um 7 uhr führte man bey dem Thore unseres Gast— 90 hofes zur Hinrichtung einen mongolischen Lama, von 30 0 Jahren, vorbey, der mehrerer Mordthaten überführt war. 0 Den Verbrecher führte man auf einem Fuhrwagen; diesen im umgab eine zahlreiche Abtheilung Krieger zu Pferde, hinter 0 diesen kam in einer von Menschen getragenen Sänfte einer 10 von den ältesten Beamten aus Chalgan, mit allen Zeichen. seiner Würde, einem Sonnenschirm u. s. w. und ebenfalls 5 mit einer Abtheilung berittener Soldaten mit Bogen und i Feuergewehren umgeben. Jenseit des nördlichen Thors von 1 Chalgan, d. i. jenseit der großen Mauer, oder der Gränze 1 China's, ward dem Verbrecher der Kopf abgeschlagen; sei— g nen Körper verscharrte man auf der Stelle in die Erde, t und der Kopf ward, zur Beruhigung der Einwohner, in den— 0 jenigen Nomadenplatz, wo der Lama vorher gewohnt hatte, von geschickt. Der Beamte kehrte am Abend zurück. Vor ihm mit trug man, außer seinen Ehrenzeichen, noch Laternen, und Kubi die vorangehenden Leute zu Fuß schlugen die Becken, und den schrieen, daß das Volk Platz machen sollte. Fu⸗Loje bewirthete heute, versteht sich auf Kosten daß seiner Regierung, alle Mitglieder der Mission und mich, MN Nag ) O. i. 5 Pfund, 275 Loth Leipz. Gewicht, welches in Coup. du g Gelde(das Pfund zu 40 Gulden, oder 26 Kthlr. 16 Gr. ge— in rechnet) 1055 Rthlr. beträgt. A. d. U. *) Oder& Pfund russ., d. i. fast 7 Loth Leipz. Gew. oder in 5 Conv. G. 5 Rthlr. 20 Gr. A. d. U. 0 „„ nebst den Offizieren und Kasaken der Bedeckung, mit einem Abendessen; dabey befand sich auch Dsha-Loje. Den 23. Mai(4. Juni N. St.) den 5. des Sten Mondes. Am Morgen kam zu mir unser Podrädtschik Li— ländüng. Er erklärte, daß bey dem Abschlusse unseres Con— tractes ausgemacht worden, die Mission solle sich nicht län— ger als 24 Stunden in Chalgan aufhalten; da aber die Mission sich auch heute noch nicht bereite, von hier abzu— reisen, so müsse er die Arbeiter und Eigenthümer des von ihm gemietheten Viehes besonders bezahlen für diesen Tag, den sie auf dem Platze zubringen müßten. Für den Unter— halt von 30 Kameelen und einer gleichen Anzahl Maul— thiere und Pferde sey auf 24 Stunden 10 Lana(20 Ru— bel) in Silber ausgegeben worden. Liländung bat mich, und suchte mich zur Nachgiebigkeit zu überreden— forderte es aber nicht als ein Recht— wenigstens die Hälfte der gedachten Summe auf Rechnung unserer Kasse zu überneh— men. Ueberzeugt von der ausgezeichneten Rechtlichkeit dieses Podrädtschiks entschloß ich mich, obgleich die Zögerung nicht von uns herrührte, ihm 48 Solotnik) in Silber, zu geben. mit dem Gedanken, daß die einem Fremden in Bedrängniß bewiesene Willfährigkeit bey ihm und bey seinen Mitbrü— dern einen für uns vortheilhaften Eindruck machen würde. Des Nachmittags kam zu mir Fu-Loje und sagte mir, daß die Schrift wegen der ins Vaterland rückkehrenden Mission endlich bey dem Husai-Amban gestern in der Nacht angekommen sey, und daß man morgen uns über die große Mauer zu gehen gestatten werde. Die Anordnung, daß man uns mit Vieh auf der Reise aushelfen, und Jur— ) D. i. 2 Pfund russ. oder fast 14 Loth Leipz. Gew. 11 Rrhlr. 16 Gr. Conv. G. A. d. Il. — 30 ten in den mongolischen Stationen anweisen sollte, suchte Fu⸗Loje, in Erwartung einer größern Belohnung von uns, sichtbar seinem eifrigen Bemühen zuzuschreiben, und verhehlte es, daß der Gerichtshof nahmentlich ihn bestimmt hatte, das eine wie das andere, für die Mission, von den Mongolen zu fordern. Er behauptete auch, über die— sen Gegenstand wären ihm vom Lifujang, d. i. dem Gerichtshofe der auswärtigen Angelegenheiten, keine Vor— schriften gegeben worden. Der Wirth des Hauses, in welchem im vergangenen Jahre die neue Mission abgestiegen war, besuchte mich jetzt. Von ihm erfuhren wir, daß die hiesige Brücke, von wel— cher oben die Rede war, auf Rechnung der über Chalgan nach der Mongoley und Kiachta handelnden Kaufmann— schaft wieder. werde; denn dieser Bau sey als vorzüglich für sie nöthig anerkannt, und die Brücke werde am meisten durch das häufige darüber Führen der Waaren beschädigt. Auf gleiche Weise erwähnte er, daß die hiesi— gen Kaufleute im vergangenen Winter nicht viele Waaren in Kiachta, und zugleich ohne bedeutenden Gewinn, ver— kauft hätten. Viel Gutes erzählte er uns auch von Ssun— Dshun⸗-tang, der ehemahls hier Husai-Amban gewesen war, von dem außführlich, im zweyten Theile dieser Reise, unter dem 8g. Dec. 1820. gesprochen worden. Auch heute um 2 Uhr des Morgens fiel ein Platzre— gen mit Gewitter, dessen Donnerschläge lange in den Klüf— ten der Berge sich wiederholten. Die große Straße in Chalgan hat sich durch die Regengüsse in einem tiefen und reißenden Strom verwandelt. Den 24. Mai(5. Juni N. St.) den 6. des sten Mondes. Lange zögerten unsre Führer, die Mission heute Chalgan hinaus zu lassen. um 9 uhr waren die 8 2 2 8 —— an vol engen n lichkeit Mison Hans 0 gases, uns Oaahder Sieg 5 I 0 8 C00 Fameele beladen, aber länger als zwey Stunden wurden sie auf der Straße aufgehalten. Der Nerba des Bitcheschi forderte von dem Podrädtschik einen Sicherheitsschein, daß die Fuhrleute, auf der Reise durch den östlichen Weg, auf Tolai Mäo(Ssumé), die der Mission gehörigen Ge— päcke nicht naß machen sollten. Daß ist unsere Sache, sagte ich zu dem allzubesorgten Nerba; und überdieß haben wir den westlichen Weg, bey dem Tempel Borozétschi vorbey, auf dem die neue Mission reiste, erwählt. Die chinesische Betteley suchte bey dieser Gelegenheit neue Beute, unge— achtet der unersättlich habfüchtige Nerba des Bitcheschi schon von den Fuhrleuten 8 Lana(16 Rubel) in Silber genom— men hatte, die ihm als Kostgeld von denjenigen Städten gehörten, durch welche sie mit unsrer, der Regierung gehörigen Ladung gingen; hätten sie aber Kauf— mannswaaren geführt, so wären sie verbunden gewe— sen, dieselbe Summe zum Nutzen der Städte zu bezahlen. So ist die Regel der chinesischen Stadt- Einrichtungen. Meinem Auftrage zufolge ging Hr. Ssipakow zu Fu— Loje, um ihn zu fragen, von wem und warum die Mis— sion auf dem Wege aufgehalten werde. Fu-Loje und der Boschko, die nach ihren Absichten noch einen Tag in Chal— gan zu bleiben Lust hatten, wollten auch uns aufhalten, um von hier mit uns zugleich abzugehen, wie dieß der strengen Ordnung gemäß war. Da sie aber unsre Beharr— lichkeit sahen, schickten sie den Nerba Ssindsfä ab, die Mission jenseit der Mauer zu begleiten. Der Wirth des Hauses, in welchem die Mission länger als mahl 24 Stunden sich aufgehalten hatte, erhielt bey der Abreise 12 Solotnik*) Silber. *) 5 Pfund russ. oder fast 52 Loth Leipz. Gew. 2 Nthlr. 20 Gr. Conv. G. A. d. U. 8 Auf diese Art gingen wir schon nach 11 Uhr, unter 0 einem heftigen Regen, aus 1 wo jedesmahl bey N der Durchreise von Russen, ähnliche gewaltsame Verhind gage rungen von Seiten chinesischer 5 Statt 11 0 9 in hatten. Da wir keine Möglichkeit fanden, nach Tolai— aud e ßumé zu gehen, weil der Weg von den starken Regen— 1 5 güssen überschwemmt war, gingen wir nach Nordäng, 5 auf einem uns schon bekannten Wege. Jetzt war die Reise 1 in diesen Gegenden für das Vieh beschwerlicher; deni 29 In S selbst an den Gasthof, 20 Werste(fast 3 d. M.) w Dult mußte man immer bergauf fahren; dabey regnete es 90 xb, u ganzen Tag. Auf den Bergen lag noch Schnee, der vor süunde. einigen Tagen in großer Menge gefallen war. Die hohen sliben, Gebirge von Chalgan, jetzt mit Grün bedeckt, hatten nicht daß in mehr jene wilde Gestalt, in der sie uns im Winter den 9 erschienen. 120 Da ich sah, wie sehr das Vieh von dem beschwerli— 5 chen Wege erschöpft war, hielt ich mit der Mission in dem 15 2 Dorfe Nordäng, in demselben Hause an, wo wir im ver— hülle gangenen Jahre, am 17. und 18. Nov.(29. und 30. Nov. dug gn N. St.) das Nachtlager gehabt hatten. Hier versammel— der Sig ten wir uns alle um 6 Uhr des Abends, ohne einen chine— dar bal sischen Führer bey uns zu haben. Af fhorge! Als wir auf diese Berge hinauf kamen, empfanden i Sach wir eine heftige Kälte. Die Getreidearten, Roggen und 3 Gerste, waren nur eben aufgegangen, indeß bey unsrer 1 d* Abreise von Pekin der Weizen schon längst geblüht hatte Nahe und in Aehren schoß. Einen solchen Unterschied in dem gehalker Luftkreise machte die höhere Lage der Gegend zwischen Pe— 0 kin und der großen Mauer. Hier sieht man in Allem be Aehnlichkeit mit dem fernen, kalten Norden. f 1085 N— 5 8 f 3 3 5 0 3 „ Den 25. Mai(6. Juni N. St.) den 7. des öten ö Mondes. Nachdem wir dem Wirthe des Gasthofes für das Nachtlager 12 Solotnik Silber bezahlt hatten, gingen wir um 6 Uhr des Morgens weiter, und um 2 uhr Nachmit— tags erreichten wir den District Zag än Balgaßü. Wir hatten ungefähr 40 Werste(55— 53 d. M.) gemacht. ö Das Gepäck kam um 6 Uhr an. Von dem gestrigen Regen erhob sich am Morgen in den Bergen ein Nebel mit durchdringender Kälte. Ein dicker Dunst umschwebte uns, gleich den hohen Wellen des Mee— res, und verhüllte unsern Augen selbst die nächsten Gegen— stände. Die dunkeln Klüfte der Berge und die Absätze der— selben, die mit Getreide besäet waren, zeigten einigermaßen, daß in diesen Schluchten noch Menschen, aus China durch den Mangel an Lande verdrängt, wohnten. Endlich um 12 uhr kamen wir aus den steilen Bergen heraus, wie aus einem dunkeln, dichten Walde. Der Nebel zertheilte sich; das Wetter ward heiter und still. Vor unsern Augen ent— hüllte sich die Steppe. Ihre unübersehbare Ausdehnung, das grünende Gras, die Frische der Luft und der Gesang der Steppenlerchen*), alles belebte uns in den Gedanken einer baldigen Rückkehr ins Vaterland. Auf den grünen Ebenen gingen große dem Bogdochan gehörige Roßheerden umher. Pater Herbillon, der 1696 n den Bogdochan Kanßi auf seinen Zügen begleitete, erwähnt, ee F*) Die pyrenäische Lerche, auf chinesisch: Bailin. Diese Lerche wird in China für den ersten unter den Singvögeln gehalten, weil sie in ihrem Gesange nicht nur die Stimmen * verschiedener Vögel und Thiere, sondern auch den Klang der e Metalle nachmacht. Auf der Nückreise hatten wir einen sol— chen Steppen-Troubadour, der sogar bey den Reisen von aal Station zu Station, im Käfig auf dem Kutschbock der Ki— bitke sitzend, ohne Unterlaß sang. A. d. V. III. Band— 4 n——.———— 34 daß bey der Reise durch diese Gegenden(am 24. und 25. Oct.) der Kaiser seine Stutereyen besehen habe. Solcher N Stutereyen rechnete man damahls 230, und jede davon enthielt 300 Stuten und Hengstfüllen; außerdem waren 32 Heerden Wallachen unter 3 Jahr. Im Aten Jahre kom— Ni 1 men die besten Pferde in den kaiserlichen Marstall, und die 0 0 ubrigen werden zur Verfügung des Kriegsbureau's überlassen, 1 g 5 5 a 5(ele welches damit die Truppen und die Poststationen versieht. 170 lee Auf denselben Ebenen weideten damahls bis 40000 Stück 0 Hornvieh und in verschiedenen Gegenden bis 180000 Schafe, 1 5 die dem Bogdochan gehörten.“ 0 Sechs Werste vor der Station kam mir der Solotnik 809 Peter mit dem Kasaken Frolow entgegen, und berichtete, daß die bey der der Regierung gehörigen Heerde befindlichen. Leute gesund, und alles in gehöriger Ordnung sey. Wir m wendeten uns von dem Wege rechts, und gingen gegen 5 VNordost, 5 Werste lang auf der Steppe, bis zu jenem das Orte, wo sich unser Gepäck befand. Als wir dort anka— a men, fanden wir Briefe an uns aus Kiachta vom 23. März, Die die von chinesischen Kaufleuten mitgebracht worden waren. and Am Abend nahm man alle Ladungen von dem Podräd— a0 tschik Liländüng in Empfang. Für die Ueberfuhr der Sa— haben chen, die auf Rechnung der Schatzkammer in Chalgan ge— fit d kauft waren, und den Mitgliedern der Regierung gehörten, h und auch zur Belohnung für die Arbeiter fär die gläckliche sur 9 Ueberfuhr der Mission aus Pekin, wurde noch über den gn Contract dem Podrädtschik 36 Solotnik**) Silber gegeben. fr af 5) Sühalde IV, 42). A. d. V. mal, **) 2 Pfund russ. oder fast 10 Loth Leipz. Gew. 82 Rthlr. a Kl Conv. G. A. d. Ul. 0 7 ih f Rate 35 Zweytes Kapitel. Vorbereitungen zur Rückreise in das Vaterland. Reise durch die Länder der Zacharen. Den 26. Mai(7. Juni N. St.) den 8. des sten Mondes. Um 5 Uhr des Morgens schieden wir von Lilän— düng. Wegen seiner vollkommenen Rechtlichkeit auf Reise und auch bey der gegenwärtigen Ueberfuhr wurden diesem Turkestanen zwey Zobel und ein schwarzer Saffian geschenkt. Mit ihm sandte ich: einen Brief an den Pater Archimandriten Peter, mit 19 Nachricht, daß wir schon in Zagän Balg aß angekommen wären. Zugleich mit dem Wagenmeister ritt ich hierauf hin, um die Heerde der Regierung zu besehen, welche 3 Kasaken und 10 Mongolen bewachten, von unserm Lager auf 7 Werste(1 d. M.) gegen Norden, bey den Seen. Dort ist das Gras auf den Wiesen gut, es giebt viele Salzstellen, auch ist die Tränke aus dem vorbey fließenden Flusse frey. Die Chineser, die auf dieser Steppe Hornvieh, Hammel und Pferde weiden, die sie in der Mongoley oder in Ki— achta bey unsern Buräten und den Gränzkasaken einkaufen, haben an diesem Orte geräumige Umzäunungen aus Rasen, mit dazwischen gelegten Backsteinen, aufgeführt. Diese Umzäunungen dienten auch als Verwahrungsörter, um un— sere Heerde hinein zu treiben. Von dem der Regierung ge— hörigen Viehe befand sich, nach dem Viehsterben im Win— ter und beym Eintritt des Frühlings: 26 sehr magere Ka— meele, 103 Pferde. Diese letztern hatten wieder ziemlich am Körper zugenommen, nach der Abmagerung im Winter; aber 7 Pferde waren gänzlich entkräftet. Daher beschloß ich, bey der ersten bequemen Gelegenheit, die hinfälligen Kameele und Pferde an die Mongolen zu vertauschen. 3 8 —. 9 55— ee—— „„ Um 5 Uhr des Nachmittags kamen aus Chalgan der Bitcheschi und Boschko mit ihren Dienern an. Fu-Loje besuchte mich und versicherte, man werde zur Fortschaffung unsers Gepäcks uns die nöthige Unterstützung durch Vieh unverzüglich geben. Wir setzten die Abreise der Mission aus Zagän Balgaßa auf den 29. Mai(10. Juni N. St.), d. i. den 11. des öten Mondes— ein glücklicher Tag nach dem chinesischen Kalender— fest. Den 27. Mai(8. Juni N. St.) den 9. des sten Mondes. Nach der Vertheilung einiger Sachen in 6 zwey— rädrige Wagen und 10 Fuhrwagen, waren zur Fortschaf— fung der übrigen der Mission gehörigen Ladungen, so 8 auch der von mir in Pekin gekauften Bücher wenigsten 34 Kameele nöthig. Wegen des großen Abganges an un— ferm Viehe im vergangenen Winter waren nur 26 Kameele übrig geblieben. Unter diesen wurden zum Lasttragen nur noch 22 tauglich befunden, und auch diese nur zur Noth. Das Steppen-Kameel kann zu Fortbringung von Lasten auf eine weite Entfernung nic ht eher als vom August oder September an gebraucht werden; denn bis zu jener Zeit kann es erst sich in dem gehörigen Grade nähren, d. i. so, daß seine Höcker oder Buckel sich gänzlich mit Fett füllen. Ueberdieß härt sich das Kameel von der Frühlingszeit an; seine Haut wird völlig kahl, und das Haar wächst vor dem Juli nicht wieder. Unser gegenwärtiges Lager liegt von dem Städtchen Zagän Balgaß, N zerste gegen Osten, nicht weit von dem Fläßchen Narin(der enge Fluß). Dieses Flüßchen besteht aus 3 Bächen, Schabartai genannt, dem östlichen, mittlern und westlichen. Sie entspringen aus dem Gebirge Ssingchan, wo der W Veg nach Chal— gan durch geht. Der Narin fällt in den gegen Norden e 8 8 1 2 1 2 2* —— K ä—— S— 2 — 2— — — S Weh — 2——.———— 1 von da nächstgelegenen See; des durch einige Ausflüsse sich mit dem großen See Angal, auf der nordwestlichen Seite dieser weiten Ebene vereinigt. Auf den hiesigen Gewässern und Wiesen giebt es viel Wild, vorzüglich viele Schwäne, sehr geschätzt bey den Mongolen, die außer Hammelfleisch, und selten Rindfleisch, kein andres Fleisch genießen, und gar kein Geflügel tödten. Unsere Kasaken setzten die Chi— neser und Mongolen in Erstaunen, indrm sie mit Flinten nach wilden Enten schossen. Den 28. Mai(9. Juni 1821.) den 10. des Sten Mondes. Am Morgen kamen zu mir zwey zacharische Dshungdaä, die bestimmt waren, die Mission bis zur folgenden Station zu begleiten; mit ihnen kam auch der Nerba des Bitcheschi. Sie sagten bestimmt,, daß sie für das Gepäck der Mission nur 8 Kameele bereit hätten; doch mehr als diese Anzahl könnten sie uns nicht ablassen, da sie von den Nomadenplätzen ihres Choschun's auf 100 Werste(über 14 d. M.) entfernt wären. Da wir uns nicht gar zu hartnäckig zeigen wollten, erklärte ich, wir würden morgen abreisen. Den 29. Mai(10. Juni N. St.) den 10. des Zten Mondes. Am Morgen gingen die chinesischen Begleiter der Mission, zugleich mit den zacharischen Dshungda's, nach der folgenden Station ab. Endlich, nach 3 Uhr Nachmittags, brach die Mission auf; die Mitglieder derselben in 7 Wagen, und ich, mit den bey mir befindlichen Offizieren und dem Kasaken-Sot— nik, zu Pferde. Die Einwohner des Ortes begleiteten uns, als ihre aufrichtigen Freunde. In der Steppe gingen wir 2 Werste gegen Westen zu der großen Straße, worauf die Mission das vorige Mahl gereist war; der Weg ist für Fuhrwerk sehr bequem. Das Gras ist in den niedrigen 3 5 fit f Gegenden ungemein gut. Wilde Gänse und Enten flogen aan die in großen Zügen umher. Nach einem Wege von 17 Wer— cg sten(fast 25 d. M.) gingen wir auf einem Furth durch 1 bat einen Bach, der die Seen vereinigt, welche die Nordseite Dünget des Thales von Balgaßu begränzen. Von diesen Gegenden n bis nach Tola, beynahe auf 1000 Werste(143 d. M.) nacb weit, giebt es keinen Fluß mehr. Nachdem wir noch 13 ue Werste(fast 2 d. M.) weiter und im Ganzen 30 Werste 1 (4% d. M.) gegangen waren, kamen wir zu der Station nt f Tulga, die auf der nördlichen Seite einer Höhe angelegt sichj ist, auf welcher ein O bo errichtet steht. Das Thal, f wo wir im vergangenen Jahre, am 12. und 13. Nov.(24. 936 und 25. Nov. N. St.) hielten, liegt dahinter. An der Nl Stelle des Nachtlagers kam unser Gepäck um 11 uhr des bun Nachts bey Mondschein an. Der Boschko kam der Mission 100 entgegen. Zwey Jurten und ein mongolisches Zelt, auf 1 dem Wege selbst, nicht weit von einem Brunnen, waren 10 für die Mission bereitet. 5 Den 30. Mai(11. Juni N. St.) den 12. des öten mt Mondes. Rasttag. um 8 Uhr des Morgens besuchte mich Fu- Loje. Auf seine Frage, wie die Mission die Rückreise nach der Heimath angetreten habe, erklärte ich bestimmt, 1 wenn man uns zur Aushülfe nicht wenigstens 10 Kameele a1 schicke, wären wir nicht im Stande, unsere Reise fortzu— de setzen. Der Bitcheschi versprach, sich alle mögliche Mühe 1 darum zu geben. W Auf 10 Werste(15— 14 d. M.) von dieser Station 0 1 steht ein schigemunischer Tempel. Gegen Osten von hier Dise nomadisirt die Familie des bekannten Piefu oder siebenten Hof,, Schwiegersohns des chinesischen Kaisers Zänglung. Dieser. Piefu war ein warmer Vertheidiger der Mongolen vor dem Get Bogdochan, bey allen Gelegenheiten. Die Zacharen gedenken band seiner mit Achtung und Erkenntlichkeit. Im Sommer wer— den die mongolischen Jurten hier auf den Hügeln aufge— schlagen, wegen der frischen Luft, und auch zugleich wegen der bequemeren Zubereitung des Argals(des getrockneten Düngers zur Feuerung) auf den Plätzen der Winterläger. Am Abend, nach Sonnenuntergang, stießen sie in dem be⸗ nachbarten Nomadenplatze in die Hörner, die aus Muscheln gemacht sind; die Lama's lasen die festgesetzten Gebete an die Burchanen(ihre vermeinten Heiligen und Geister), da— mit sie die Schafe des Bogdochan's von der Seuche, die sich jetzt unter ihnen verbreitet hatte, erretten möchten. Auf dieser Station kam zu mir unser Bekannter, der Dargui Molon. Wir besuchten seine hier befindliche Wohnung, wo wir mit allen Zeichen der in den Steppen herrschenden Gastfreundschaft empfangen wurden; man be⸗ wirthete uns mit Backsteinthee, Käse, Butter und Kumüß oder gesäuerter Stutenmilch. Unter der Aufsicht des Molon befinden sich ungefähr 500 der Regierung gehörige Stuten mit ihren Füllen. * Das jetzt in China herrschende manshurische Haus hat in der Mongoley, an der großen Mauer, d. i. in den Ländern der Zacharen, große Weide an stalten angelegt, und Beamte zur Verwaltung darüber gesetzt. Unter dem Worte Weideanstalt wird verstanden: die Verwaltung. der Weiden selbst, die Weideplätze und die Stutereyen. Diese Weideanstalten werden eingetheilt: in die Zucht- Hof⸗, und Kron-Weideanstalt. 1. Die Zucht-Weideanstalt ist nördlich von der Stadt Guannin, die in Dsindsheu liegt, angelegt; von Osten nach Westen erstreckt sich der Weideplatz auf 150, — von Süden nach Norden 250 Li*); bis zu der Gränze a des charatschin' schen Aimak, oder Appanage-Landtheil ae 90, gegen Westen, bis zu dem Appanage-Landtheil Tu— 1 f 7 4% d met 60 Li; gegen Süden bis an das Thor(den Engpaß) 1 Oshanwutai 50, gegen Norden bis an die chara⸗ in M! tschin' sche Gränze 200 Li. Von dem Hauptaufenthalts— del 0 Orte der Verwalter dieser Weideanstalt bis nach Pekin, dr gl über das Zollhaus Ssiüfün-keu, rechnet man 1250 Li. N 2. Die Hof-Weideanstalt, sonst auch die von Cüin Schangdu, auf 145 Li von dem Zollhause Duschi— faucht keu in der Stadt Borscho-ts, enthält von Osten nach 3. Westen 130, von Süden nach Norden 197 Li; gegen sche L Osten bis Gurban Kurd é sind 80, gegen Westen bis se Ne zu der Gränze der Zacharen von der weißen Fahne mit Jon O Einfassung 50 Li, gegen Söden bis 8 agan Kurdé 70, bach J bis an die große Mauer 140, gegen Norden bis an die uch Gränze der Zacharen von der weißen Fahne mit Einfassung fia 57 Li. Bis an die Hauptstadt über Duschikeu sind il den 675 Li. dun s Innerhalb der Gränzen dieses Weideplatzes liegt der hin See Dolonnor, d. i. Sieben Seen. Unter der gegen- 15 wärtigen Daizinschen Dynastie, im J. 1691. als die chal⸗ i chassischen Fürsten, die von dem sungarischen Galdan ge— 90 schlagen waren, an die chinesische Gränze kamen und sich Flügel diefer Macht unterwarfen, unternahm der Kaiser Kanßi aß, geg (nach dem Tode Shengdi genannt) eine Reise aus Pekin, u über die Gränze, und kam in dieser Steppe an. Die fim in ) Man sagt, daß eine chinesische Li 289 russischen Klaftern 0) gleich seyn. A. d. V. Da die russische Werst 500 Klaftern Flügel, enthält, so würden 25 chinesische Li 14 russischen Wersten m dl oder 2 deutschen Meilen gleich seyn— In den beiden ersten Theilen dieser Reise hatte der Verf. gewöhnlich 2 Li auf eine auth g russische Werste gerechnet. A. d. U. hin mongolischen Fürsten alle erschienen dort. Der chalchassische Tuschetu Chan und der Kutuchta, von den Fürsten beglei- tet, stellten sich dem Kanßi vor und wurden mit vorzüg— lichem Wohlwollen empfangen. Bey dieser Gelegenheit ba— ten die Mongolen den Bogdochan, einen Tempel an diesem Orte zu erbauen, wo sie sich dem Schutze und der Gewalt der chinesischen Regierung unterworfen hatten. Der Tempel wurde errichtet und Leidsun genannt, und daneben ein Stein mit einer auf diese damahlige Begebenheit passenden Aufschrift aufgestellt. 3. Die Kron-Weideanstalten: a) der pekin'- sche Wapenkammer(Libu) auf 230 Li von Chalgan, ge⸗ gen Nordwest, an dem See Dshaßirtu Zagan-nor. Von Osten nach Westen enthält der Platz 46, von Süden nach Norden 65 Li. Ueber Chalgan bis zu der Hauptstadt rechnet man 640 Li. In den Ländern dieses Weideplatzes fließen die kleinen Flüsse Schabartai und Bodun, die in den See Dshaßirtu Zagan fallen. Der Fluß Bo— dun strömt durch die nordwestliche Seite des Weideplatzes hinaus, wendet sich gegen Südost und fällt an der nord— östlichen Seite desselben in jenen See. b) Der Weideplatz von Taipu, dem linken Flügel des manshurischen Corps, auf 140 Li von Chal— gan, gegen Nordost. Von Osten nach Westen enthält er 130, von Süden nach Norden 50 Li. Bis an die Haupt— stadt über Chalgan rechnet man 550 Li. e) Der Weideplatz von Taipu, dem rechten Flügel, von Chalgan auf 310 Li gegen Nordwest, bey dem Flusse Tschitschirchai. Von Osten nach Westen enthält er 150, von Süden nach Norden 65 Li. ueber Chalgan bis an die Hauptstadt rechnet man 720 Li. — 8 8 d) Der Weideplatz der gelben eingefaßten Fahne mit den andern drey Fahnen. Durch die Länder dieser Weideanstalt reist gewöhnlich die russische Mis— sion nach Pekin. Die Verwaltung dieses Weideplatzes liegt auf 100 Li von Chalgan gegen Norden, bey dem Berge Chongor— Obo. Von Osten nach Westen erstreckt er sich auf 140, von Süden nach Norden 150 Li. Unter der chang'schen Dynastie machten diese Länder einen Theil der Statthalterschaft Schangu aus; unter der min'schen ward dort ein beson— derer Kriegsbefehlshaber eingesetzt; aber 1422 ward er nach Sjuäng⸗-chud⸗ fu versetzt, und dieser Ort als Gränzplatz bestimmt. Unter der gegenwärtigen Dynastie ward der Platz zu den Stutereyen der vier Fahnen der manshurischen Trup— pen, die im Innern China's verlegt sind, angewiesen. Die bekanntesten Berge sind: Olon Tologoi, auf 70 Li gegen Osten von der Verwaltung der Weideanstalt; Chaptagai, Jadaiola und Jurbo. Alterthümer sind: die Stadt Ssincho, auf 20 Li von der Anstalt gegen Südwesten, und auf 100 Li von Chal— gan gerade gegen Norden, jetzt auf mongolisch: Char- Balgaßu. Sie ward unter der Dynastie Dsin gegrün— det; im Umkreise enthält sie 6 Li; sie hat vier Thore. Der Grund dieser Stadt ist noch bis jetzt vorhanden. Scha— tschen auf 20 Li von der Anstalt gegen Nordwest, auf 10 Li von dem alten Ssincho gegen Norden, unter der Dy— nastie Juan gegründet. Die Mongolen nennen sie Za gän Balgaßuz im Umkereise hält sie? Li, sie hat vier Thore. Auch jetzt noch sieht man den Grund dieser Stadt. e) Die Weideanstalt der gelben Fahne mit den drey übrigen auf 200 Li von Chalgan gegen Nord— west, bey dem Berge Nomochon-Boro. Von Osten 8 5—— 9 Weid fes del Die ost; Oshaf Def Runde. Guniten ian fl walce! k, sche sinde, bh Caf in den 0 9 — 43 nach Westen enthält der Weideplatz 130, von Süden nach korden 250 Li, bis an die Hauptstadt üker Chalgan rech— net man 610 Li. Flüsse: der Schabartai 7 Li gegen Westen; er kommt aus dem Berge Nomochon-Boro, auf einem ebenen Platze hervor, fließt gegen Norden und fällt in den See Dshaßirtu-ZSagan. Der Chaliutai auf 80 Li gegen Südost, entspringt aus dem Berge Netschu— gun Schara Schabartai, fließt nach Nordost, und fällt in den See Anguli. Der See Dsinin Chaidsü, auf mongolisch A n— guli oder Angäl, auf 60 Li gegen Osten; in diesen fallen die kleinen Flüsse Chaliutai und Chara Ußu; auf der Westseite dieses See's lag die alte Stadt Dsinin. Dshaßirtu Zagan-nor oder Chußutu, auf 40 Li gegen Norden. Auf der Westseite dieses See's sind die Weideplätze des Gerichtshofes Liibu, d. i. des Gerichtsho— fes der Rangbestimmungen, oder des Ceremonienmeisterlichen. Die Quelle Darchan Budak, auf 20 Li gegen Süd— ost; sie fließt gegen Nordwest und fällt in den See Dshaßirtu Zagan-nor. Den 31. Mai(12. Juni N. St.) den 13. des Sten Mondes. Von Tulga bis an die Nomadenplätze der Suniten erstreckt sich das Gebiet der Zacharen von der Di— vision Kubôscharͤ. Den Aeltesten des vorigen Gebiets, welche die Mission von Zagan Balgaßu aus begleitet hat— ten, schenkte ich, wegen des mit Kameelen geleisteten Bey— standes, einen rothen Fuchs zu 25 Rubel, und einen ro— then Saffian zu 7 Rubel, in allem an Werth 32 Rubel in Assignationen. Solche Belohnungen beschloß ich nach dem Verhältniß der Anzahl des Viehes einzurichten, welches ——. 8——— 5 —— — 2—— ,., 8———— ͤ———————— r ——————— 5—— B———————— 2 44—— die Mongolen zur Fortschaffung unseres Gepäcks uns her— beyschaffen würden. Von dieser Station gingen 23 der Krone gehörige Ka— meele, und 11 von den Mongolen zur Unterstützung gelie— ferte, um 5 Uhr des Morgens zugleich mit den zweyrädri— gen Wagen ab, die andern Wagen aber um 7 uhr. Wegen der weiten Entfernung des folgenden Nachtla— gers, theilten wir die gegenwärtige Tagereise in zwey Ab— sätze. Nachdem wir von Tulga aus 15 Werste(27 d. M.) gemacht hatten, wurde dem Vieh eine dreystündige Ruhezeit bey dem See Dutu, der rechts vom Wege liegt, gegeben. Bis zu diesen Gegenden war das Gras auf den Hü— geln von der starken Hitze vertrocknet. Auf dem Ruheplatze strömten zu uns aus dem benachbarten Uluß viele Neugie— rige herbey, deren Aeußeres große Armuth verrieth. Ein 70jähriger Lama bat um Almosen; man gab ihm ein Stück Backsteinthee, aber er verlangte Silber. Um 3 Uhr Nachmittags brachen wir wieder auf, und 20 Werste weiter, um 9 Uhr des Abends kamen wir auf der Station Dsamüin ußü, auch Zagan-Obo ge— nannt, an. In diesem Gebiete hatte die neue Mission den 11. Nov.(23. Nov. N. St.) 1820. Nachtlager gehalten. Am Abend überfiel uns auf dem Wege ein Platzregen mit einem starken Gewitter. Wir trösteten uns durch die Hoff— nung, daß die mongolischen Steppen etwas mit Grün würden belebt werden. Auf den Bergen fanden wir sehr gutes Gras, und be— sonders auf den Plätzen, wo das vorjährige beym heran— nahendem Frühlinge verbrannt worden war, wie man dieß in der Ukraine, in Bessarabien, bey den Baschkiren und in den kirgisischen Steppen thut. Hin und wieder wächst wilder Lein. Auch kamen uns nicht wenig wilde Ziegen, . Hä ff men sap fist fab abs ch da lichen Erde he wegen Uhu. hͤsem dochan ded X deblbes aum R ihnen I Kamele fc un hatte chat blich lh fel e uns dean di nit a fit Was M fan Ur fun ein Nun An beg 1— die Heerdenweise umher streiften, vor. Hier und weiterhin auf unserm Wege, sind die Gegenden bergig; die Berge sind sanft abhängig und von Thälern durchschnitten, die bald als Ebenen, bald in Gestalt kesselförmiger Vertiefun— gen da liegen. Aber im Ganzen genommen sind die mongo— lischen Steppen steinig. Der Boden ist Kies mit sandiger Erde vermischt. Funn i:(A. St.) Den 1.(13. N. St.) den 14. des sten Mondes. Diesen Tag nahmen wir uns vor, an dem Orte zu bleiben, wegen des Ueberflusses an gutem Grase um Dfamüin Ußu. Aber die zacharischen Kundui's klagten, daß sie in diesem Districte, der in dem Gebiete der Hirten des Bog⸗ dochan liegt, keine Vorräthe zum Unterhalt des Bitcheschi, des Boschko und ihrer vier Diener finden könnten; und deswegen baten sie uns, weiter zu reisen, und dort erst zum Rasttage liegen zu bleiben. In Rücksicht des uns von ihnen erwiesenen Beystandes willigte ich in ihr Verlangen. Ueber unsere Erwartung gaben uns die Zacharen 14 Kameele zum Lasttragen. Und so ging denn unser Gepäck, nachdem wir auch unsere einzigen besten 20 Kameele bela— den hatten, um acht Uhr des Morgens ab; die Mission aber blieb an Ort und Stelle bis zum Mittage. Nach 12 Uhr fiel ein Platzregen, der das ganze Thal, in dem wir uns befanden, unter Wasser setzte. Unsere beiden Jurten, die mit alten abgenutzten Filzen bedeckt waren, füllten sich mit Wasser. Das Regenwetter erlaubte uns nicht, vor vier Uhr Dsamüin-ußu zu verlassen. Aber auch da hatten wir kaum 11 Werste(15 d. M.) zurückgelegt, als plotzlich ein Regen mit Hagel sich ergoß, von heftigen Donnerschlä— gen begleitet, Der ganze Weg verwandelte sich in einen 2 FP%⅛—.np̃ F—:: ß N 5 tiefen Strom von Regenwasser; unsere Kleider wurden völlig bab! durchnäßt. Nach einer halben Stunde war alles wieder ru— iat hig, und als wir noch 5 Werste weiter gekommen waren, deuss sahen wir, daß es in den Bergen gar nicht geregnet hatte. fit und Nach einem Wege von noch 6 Wersten kamen wir zu einem 8 Uluß in dem Gebirge Kuit un, wo wir im vorigen Jahre 100 angehalten hatten. Diesesmahl war die Station 7 Werste 0 1 (1 d. M.) weiterhin angewiesen, in dem Districte Ich E 2 ußa(ueberfluß an Wasser), oder Ulän choschu(rother tar W. Felsen), wo wir um 11 Uhr in der Nacht ankamen. Am 9 Wer Abend wurde es sehr kalt; der Mond schien hell. Still Den 2. Juni(14. Juni N. St.) den 15. des öten Mon- tung des. Die Nacht war sehr kalt. Bey Tagesanbruch erhob andre sich ein heftiger Wind aus Südwest, der den ganzen Tag gewöht anhielt, und die Regenwolken, die sich zusammengezogen det S hatten, wieder zerstreuete. Wel Am Morgen besuchte mich Fu-Loje, aus vorzüglicher en ihm eigener Höflichkeit. Dieß beobachtete er auf dem ganzen sunge Wege bis Kiachta. Er beklagte sich über die Tücke des ihn hatten begleitenden Boschko, der sich vor ihm mit seiner Kenntniß d. M) der mongolischen Sprache brüstete, in welcher er gleichwohl, Mug soviel wir bemerken konnten, nicht sehr weit war. nchen. Die in der Nähe dieser Gegenden nomadisirenden Ein— au g wohner sind arm. Sie kamen haufenweise zu uns, um Al— am gi mosen zu betteln, und freuten sich sehr, wenn sie Zwiebacke ent erhielten. a 0 ih, Von dem zacharischen Dshungda, der die Mission be— gleitete, wurde ein frisches Pferd eingetauscht; zu unserm An abgemagerten Pferde, das wir ihm dafür gaben, fügten wir 0 J noch einen Fuchsbalg hinzu aus der Zahl der zum Verschenken l bestimmten Sachen. Ein solcher Tausch ist im Frühjahre. weit vortheilhafter als im Herbste. Die Einwohner der Ge— 15 ————— 5 8 2 genden hoffen, beym Eintausche magerer Pferde von uns, sie während des Sommers und in der Freyheit auszufüttern. Die russischen Pferde werden hier wegen ihrer Dauerhaftig— keit und Stärke geschätzt. Den 3. Juni(15. Juni N. St.) den 16. des ͤten Mondes. In der Nacht starke Kälte. Das Gepäck ging um 5 Uhr des Morgens ab, und un— sere Wagen zwey Stunden später. Nach einem Wege von 3 Wersten von der Station aus kamen wir zu derjenigen Stelle, wo die große Straße Gundshü-dsam eine Rich— tung gerade nach Norden zu nimmt. Nach Nordost geht eine andre Straße, die von Argali, auf der unsre Missionen gewöhnlich nach Pekin gehen. Wir gingen von der Stelle der Scheidung aus auf der Straße Gundshu-dsam 12 Werste, dann stiegen wir einen steilen Berg hinauf, und hernach ging unser Weg 72 Werste lang über kleine Erhö— hungen, wobey wir auf der Westseite eine Kette hoher Berge hatten. Als wir in Allem ungefähr 12 Werste(18— 12 d. M.) gemacht hatten, mußte die Mission um 10 uhr des Morgens, bey einem Brunnen, Chadüin ußa, Halt machen. Hier war die Station angelegt. Dieser Brunnen mit gutem Wasser ist westlich von der Straße, nahe bey ei— nem Felsen. Um den Brunnen herum liegen Sandhügel, die mit federartigem Pfriemengras oder Derißu bewachsen sind, in welchem es viele Hasen giebt. Auch heute begleitete uns ein kalter Südwestwind. Von 3 Uhr Nachmittags an bis zum Abend zogen Regenwol— ken vorüber, mehr nach der Richtung der Gebirge. Den 4. Juni(16. Juni N. St.) den 17. des öten Mondes. Die ganze Nacht regnete es bey starkem Winde; ————————————.. „ dann wehete aus Norden ein sehr schneidender Wind, hielt bnd den ganzen Tag an und trieb die Wolken aus einander. 10 Die Mission brach um 9 Uhr des Morgens auf, und 5 kam, nach einem Wege von 30 Wersten(47 d. M.) auf der scht m Station Uguntüin Chaschätu um 4 Uhr des Nach— fa mittags an. gen Ungefänr 2 Werste gingen wir auf der großen Straße Alliß. gerade nordwärts, machten dann eine merkliche Wendung 5 gegen Westen, und 5 Werste weiter gingen wir bergan. nc Der gestrige Regen hatte den Sand auf der Ebene und auf ich den steilen Stellen, wo wir hinauf mußten, stark durchnäßt; Stati dadurch war der Weg bequemer geworden. Auf dem Gipfel der 4. des Berges steht ein Obo. Von da wanden wir uns hin— ober x durch auf einem durch Berge sich schlängelnden Wege; hohe bit g Granitfelsen, die das Ansehen von verfallenen Gebäuden fat haben, ragen auf diesen Bergen empor. derste Drey Werste weiterhin gingen wir wieder einen felsigen bey d und hohen Berg Ulän Dab hinauf, und von diesem ka— Auffe men wir auf einem steilen Abhange zuerst in eine enge den d. Schlucht zwischen hohen Bergen hinab, und dann in das gm, Thal Tschelün Ongozs bder steinerne Kahn), wo einige ftysall Nomadenwohnungen von Hirten des Bogdochan standen. An Auf einem sehr ebenen Hohlwege gingen wir dann ungefähr fin dt 10 Werste, hierauf überschritten wir einen Zweig des Berges fakt wi Chak, und traten in eine weite Ebene, umringt in der Julten! Ferne von hohen Bergen, die die Länder der Zacharen von mg jenen der Ssuniten scheiden. Von dem Berge Chak bis zur— folgenden Station sind etwa 10 Werste; die letzten 3 Werste 0 mußten wir den nordwärts liegenden Bergrücken Ugundui 10 hinauf gehen. Am Fuße desselben waren für uns zwey Jur— 1 In ten bereit, schon im Gebiete der westlichen Ssuniten errich— tet, deren Länder jenseit des gedachten Bergrückens beginnen. —— N —ůů—̃ ̃—— N—. 5——. ——— 8 n——————————— ä Von dieser Gränze an muß man die sandige Steppe, Go⸗ bi“*) genannt, annehmen. Nahe bey der Station, gerade am Fuße des Berges, sieht man das Bett elnes ausgetrockneten See's. Ein Brun— nen mit reinem Wasser befindet sich gegen Norden in den Ber— gen; und ein andrer gegen Osten, nahe bey einem Hirten— Uluß. Das Gras ist schlecht. Bald nach unserer Ankunft auf der Station erschienen bet mir, um uns zu der Ankunft Glück zu wünschen, zwey ßu— nitische Dsangin's, die bestimmt waren, die Mission zwey Stationen weit zu begleiten. Bey dem Einen von ihnen, der 45 Jahr alt war, und in der Eigenschaft eines Ch ä oder Leibwächters bey dem ßunitischen Wan dient, bemerkten wir an der Mütze ein dunkelblaues Kügelchen mit einer Pfauenfeder. Diese Auszeichnung erhielt er von dem verstorbenen Bogdochan Dsäzin, wegen der Thaten, die er bey der kaiserlichen Treibjagd durch seine Stärke, sein gutes Treffen mit Pfeilen, und seine kühnen Angriffe auf die wil— den Thiere verrichtet hatte. Ein anderer Dsangin, ein alter Mann, ging in einem chinesischen Sommerhute mit einem krystallenen Kügelchen. Am Abend trennten wir uns von den zacharischen Aelte— sten der Division Kubo-Schara, die reichlich von uns be— schenkt wurden; es waren die zwey Kundui's Tuguß und Zuiren und der Dshungda Tschakdur. Sie hatten alle an den Mützen weiße undurchsichtige Kügelchen. *) Gobi nennt man in mongolischer Sprache jede wasser⸗ und graslose Steppe, eben so wie man unter dem Worte Cha n— gai eine solche Gegend versteht, wo die Berge mit Wal— dung bedeckt sind, und die Thäler Ueberfluß an Gras und Wasser haben. A. d. V. III. Band. 4 —— a— Abo, Drittes Kapitel. a0 Unsere Reise durch den Aimak(das Fürstenthum) der Na Mongolen-Ssuniten. ghleist Den 5. Juni(17. Juni N. St.), den 18. des öten wan Mondes. Gestern in der Nacht hatte sich der Wind gelegt; dete aber bey Tagesanbruch ging er aus Norden, mit einer uner— G00 träglichen Kälte von— 5 Grad Reaum. Man muß denken, tt! daß es irgendwo geschneyet hat. Bor Wegen des gefallenen Regens brach die Mission erst N 0 um 11 Uhr des Morgens auf, und kam, nachdem sie gegen zu be Westen ungefähr 30 Werste(4 d. M.) zurückgelegt hatte, dung um 6 Uhr Nachmittags auf der Station Südshi an. in de Beynahe den ganzen Tag ging uns ein schneidender Nordwind feine entgegen, und es stürzte Regen herab. Anfangs mußte man 8 Werste weit über Höhen bis zu M einem thonigen Berge gehen, auf welchen von der Südseite 30 her die Auffahrt lang und steil war. Von diesem Berge gin— gen wir in das tiefe Thal Zaptschür hinab, wo eine Noma— und! denwohnung von 12 Jurten stand. Von hier bis Ssu— im le dshi, 22 Werste(35 d. M.) weit, zogen wir durch eine un- offene Steppe; der Weg ist eben und glatt. Nach dem Re— far Auf gen war das Gras hier sehr gut; und daher versammelten sich Mett! auf dieser Ebene die Ssuniten in großer Anzahl. Dort sahen nien wir viele Trappen(das Huhn der Steppen) und wilde Enten. ui dach dem Eintritt in die Wüste Gobi kamen die Bai— end lin⸗Lerchen weit seltener vor; am meisten sah man Kra— un dh niche, Raben und schwarze oder Trauerenten(anas nigra). n 1 In der Nähe des Salzsees gegen Osten, nicht weit von 10 Ssudshi, weidete eine Roßheerde des Bogdochan. feen Die Station Ssudshi ist auf dem sandigen Abhange dei eines Berges, zur Rechten des Weges, angelegt; westlich 15 ————— — — A— 5 8 4 2 4 8— 2—— i———— ä—ͤ— 5—— a 5— 8— 3 8 ö— 8— 8 1 —— davon, in einem tiefen Thale, sind zwey Brunnen reichlich mit süßem Wasser versehen. Unsere Mission, die 1808 aus Pekin zurückkam, und aus dieser Stadt den 11.(23.) Mai abreiste, kam in dieser Gegend schon am 10.(22.) Juni an, indem sie eine Wendung von der Straße von Argali, von der Station Jeleßutu aus, gema 155 hatte. In 9 85 Gegend hielt, am 17.(28.) Nov. Lang Rasttag, d mit der Karawane nach Pekin ging, nachdem am 1 Boro der Graf Wladislawitsch die vorläufigen Bedingungen des Freundschaftstractats mit China geschlossen hatte. Es ist zu bemerken, daß wegen der späten Jahrszeit und der Ermü— dung des Lastviehes— 1650 Pferde und 565 Ochsen waren in der Karawane über die Gränze gegangen— Lang sehr kleine Tagereisen, kaum die Hälfte der unsrigen, machte. Den 6. Juni(18. Juni N. St.), den 19. des ͤten Mondes. Der Morgen heiter und warm; Nachmittags nach 3 Uhr Regen. Heute besprach ich mich mit Fu-Loje über jene 7 Pferde d 3 Kameele aus der der Regierung gehörigen Heerde, die im vergangenen Jahre von mir den Aeltesten der letzten Ba— run-Ssuniten auf der Station Durma und Zakildak, zur Aufbewahrung übergeben worden waren.(S. im ersten Thl. dieser R ale S. 280. 282.) Der damahls bey der Mission gewesene Boschko leugnete, daß er etwas von diesem Viehe wisse. 54 105 die Misston begleitenden Barun-Ssuniti— schen Dsangin's erklärten auch, es sey bey ihrer Abreise aus dem Choschun ihnen nichts von jenem Viehe gesagt worden; denn es wäre auf der Straße von Argali zuruck gelassen wor— den, auf welcher die Stationen von den östlichen Ssomunen (Escadronen) der westlichen Ssuniten gehalten würden, aber die jetzigen seyen von den westlichen Ssomunen angelegt. Fu— Loje sandte sogleich, auf meine Bitte, einen Werres nach 4* . den erwähnten Stationen, die von hier auf 50 Werste (über 7 d. M.) gegen Osten zu liegen, mit dem Befehle, 10 f. von den Aeltesten, dem Taidsi Araschi von Durma, und dem Taidsi Dsörichtu von Zakildak, entweder die Zurück— ba gabe des der Regierung gehörigen Viehes, wenn es noch 0 am Leben wäre, zu fordern, oder im entgegengesetzten Falle ein glaubhaftes Zeugniß, daß es umgekommen sey. 1 Der Bitcheschi Fu-Loje bewirthete bey sich mit einem 1 Mittagsmahle die Mitglieder der Mission und die sie be— W . Zur! gleitenden Offizier. 15 In der Nähe unserer Station, zur Rechten der Straße, 10 sieht man einen zerbrochenen viereckigen Stein, auf welchem 1 mit tibetischer Schrift das Gebet: Om ma ni bat me Wu chom u. s. w. mit mongolischer Uebersetzung eingegraben ist. fran Den 7. Juni(19. Juni N. St.), den 20. des Sten 10 Mondes. Mit dem Anbruch des Tages fing es an zu reg— 5 nen, und hielt so den ganzen Tag an. Ein schneidender Nel Nordwind wehete, wie vorher, uns entgegen. Wir gingen nach 7 uhr des Morgens weiter, und kamen, nach einem. Wege von 35 Wersten(5 d. M.) auf der Station K- ghd bur um 4 Uhr des Nachmittags an. fal, Von Sudshi aus ist der Weg 15 Werste(2 d. M.) sch v lang eben und glatt und geht durch einen Boden von Gra— 10 Ha nit. Auf allen Seiten öffnet sich eine unübersehbare Steppe. Nen Als wir jene Strecke hinter uns hatten, sahen wir links Nb von dem Wege die Nomadenwohnuug des ßunitischen Tu— scuf ßulachtschi Uidsün, die aus 17 Jurten besteht. Gegen in dn Osten, dem Lager gegenüber, ist der Brunnen Chud uchtü; chr und das ganze Gebiet heißt Enké Bain(ewiger Ueber— wal fluß). Die uns begegnenden Diener des Tußulachtschi sag— K ten uns, er habe mehr als 500 Pferde, 300 Stück Horn— N vieh und bis 2000 Schafe. Von dem Tußulachtschi führte anch * ** N —.———————— — 33 ein Lama, auf zwey Kameelen das bekannte geistliche Buch Ganshur(Hanshur), in tibetischer Sprache, um es, bey irgend einer besondern Gelegenheit, in der Wohnung von einem der ßunitischen Beamten, der in der Nachbar— schaft nomadisirt, zu lesen. Der Lama und sein Wegweiser 5 waren gut gekleidet, ig Gewänder von gelber Farbe. Fünf Werste von Enké Bain gingen wir in der Richtung gegen Norden, über morastige Gründe. Dann geht der Weg 15 Werste weit über sandige flache Hügel. Zur Rechten sieht man Anhöhen, die an den tiefen Sand angränzen, durch 0 0 08 Reise im vergangenen Winter, zwischen den Stationen Scha rä budurgunaz, durmä, Zakildäk ging 1 die Wüste Gobi im strengsten Sinne. Der gene Weg Gundshü dsam geht in gleicher Richtung mit dem von Argali, ist aber nicht so sandig lebrigens wächst auch hier das giftige Kraut Ssuli. Eine Werste ehe man an die Station kommt, rechts vom Wege, liegt ein Salzsee, der dem hiesigen Choschun gehört. Dieser See, der im Umkreise ungefähr eine Werste hält, ist nicht tief, hat aber einen Ueberfluß an Salz, daß sich von selbst auf der Oberfläche ansetzt, und das auch jetzt in Haufen gesammelt war. Einige davon waren zum Schutz gegen die Sonne und den Regen, mit Schlamm bedeckt. Das Salz ist weiß, und hat durchaus keinen Nebenge— schmack. Von der Ost- und Westseite fließen Salzquellen in den See. Ueberhaupt sind in diesen sandigen Gegenden sehr viele Salzseen. Das gewonnene Salz führen die Einwohner zum Verkauf nach Dolonnor, Chalgan und Kukuchoto. Es waren Jurten für uns auf einer sandigen Fläche errichtet, von wo aus man einen großen Abhang gegen . —.— 1 Westen zu bemerkte. Eine Werst gegen Osten von der 45 Station ist ein Brunnen; das Wasser ist rein aber etwas 1 salzig. Von hier aus werden die Misston die Barun— 1 Ssuniten des neuen Ssomuns begleiten. Der Dsangin der 0 Station, ein Mongole von stattlichem Ansehen, hat auf n der Mütze eine Pfauenfeder, als einggitter in den Steppen. 1 Den 8. Juni(20. Juni N. St.), den 21. des öten N Mondes. Da die Nacht still und mondhell war, wurden 1 die beladenen Kameele nach 2 Uhr voran geschickt; und nach 1 3 Stunden fuhren auch die Wagen ab. Auf der folgenden, 100 30 Werste(45 d. M.) entfernten Station Chadatu k ka— n men wir nach Mittage an. 8 a 1 Als wir uns eine Werst von dem Nachtlager entfernt 0 hatten, gingen wir in ein tiefes und geräumiges Thal hin— ab, wo der Weg seine vorige Richtung nach Nordwest wie— 0 der annahm. Auf der linken Seite in der Ferne sah man dae einen See, und auf der rechten liegen felsige Anhöhen. In 10 der Ebene ist der Boden lehmig. An einigen Stellen trat f. Wasser unter den Hufen der Pferde aus dem Boden her⸗ nd aus; die Brunnen sind nur einen halben Arschin unter der Oberfläche der Erde. Dort wächst nur das Gras Deriß a, dhe in welchem sich viele Hasen und Kraniche aufhalten. Noch lh, 8 Werste weiter kamen wir in den District Ulan Tolo— Olle 96, d. i. der rothe Hügel. Zur Rechten des Weges liegt blbas ein steiler, sandiger Berg. Weiterhin zeigen sich von allen ihr! Seiten sandige, mit dem Grase Ssuli bewachsene Hügel. din ul Uebrigens kann man den Weg nicht für vollig sandig hal— lasie ten, denn hier und da giebt es Streifen, die mit Kies Burg, und Steinen bedeckt sind. Wir gingen von dem letztern 2 N Districte 17 Werste(25— 22 d. M.) vorwärts, bey einer WII heftigen Sonnenhitze, und kamen mühsam einen hohen sen sandigen Berg hinauf. Dort wendeten wir uns von der gutt K— 5 15 ———..— . 2— 2—. Straße links, und wanden uns 5 Werste lang bis zu der neuangelegten Station hindurch auf einem kleinen Fuß— pfade, über graslose Hügel und durch wasserlose Thäler. Bey all dem sah man auch in diesem Sande Jurten und nicht große Heerden Schafe, Kühe und Pferde. Das hie— sige Vieh, und besonders die Pferde, sind von kleinem Wuchs, aber sehr stark. Die Station Chadatu ist auf dem Gipfel eines san— digen Bergrückens angelegt, der sich von Osten nach Westen hin dehnt; rings umher sind hohe Hügel, und näher bey den Jurten Haufen Granits. Im Thale sind zwey Brun— nen mit reinem Wasser. Gras für unser Vieh war gar nicht vorhanden. Den 9. Juni(21. Juni N. St.), den 22. des Sten Mondes. Wir brachen um 4 UÜhr des Morgens auf, und versammelten uns auf der Station Chudshür UÜßu nach zwölf Uhr Mittags, nachdem wir 25 Werste(35 d. M.) zurückgelegt hatten. Mongolische Kameele erhielten wir 16, und 4 Reitpferde für die Kasaken. Ungefähr 5 Werste gingen wir durch bergige und san— dige Gegenden, bis wir wieder auf die Straße herauska— men, die auf der rechten Seite lag. Eine Werst von dem Orte des Nachtlagers gegen Norden fließt eine Quelle von etwas salzigem Wasser. Wir gingen auf der großen Straße über einen kiesigen Boden ungefähr 2 Werste weit, wende— ten uns dann rechts, hierauf durch einen tiefen Kessel, und erstiegen endlich, mit großer Anstrengung, einen sandigen Berg. Auf flachen Erhöhungen ging nun unser Weg noch 12 Werste(15— 14 d. M.) Dann kamen wir in ein Thal herab, von hohen sandigen Bergen umgeben; in die— sem Thale ist ein Salzsee und ein Brunnen, reichlich mit gutem Wasser versehen. Diese Gegend nennen die Mon— golen Church a. Von dieser bis an die Station sind 3 0 Werste; auf dieser Strecke mußten wir mit vieler Mühe 10 einen sehr steilen Berg hinauf; dort standen viele Jurten W von hier nomadisirenden Mongolen. Hierauf gingen wir W wieder durch ein tiefes, mit federartigem Pfriemengrase be— Au 5 wachsenes Thal, in dessen Nähe, auf einem Abhange eines Sse Berges gegen Nordost, die Station angelegt war. Weiter Cine gegen Osten ist ein Salzsee und ein Brunnen mit trübem fan Wasser. Bey unserer Ankunft sahen wir auch hier viele int de Pferde, die irgend einem reichen Taidsi gehörten.. 0 Nahe bey der gegenwärtigen Station, gegen Westen, Muffen liegt der District Mingan auf der großen Straße. Der Wg in Agent Lang, den Frost und Schneegestöber begleiteten, niten! hatte, bey völliger Erschöpfung seiner Pferde, hier am 9. heiten ge und 10. Nov.(20. u. 21. Nov. N. St.) 1727 Nachtlager, und Salat die 1808. aus Pekin zurückkehrende Mission hielt hier am duch d. 14. und 15. Juni(26. und 27. Juni N. St.) Min⸗. eicher gͤn bedeutet auf mongolisch tausend. Von Pekin bis chi an diesen Ort rechnet man 1000 Li, ungefähr 500 Wer⸗ Hufe) ste*); und von hier bis Urga 1300 Li, mehr als 600 die in Werste. Hier fängt schon eine allmählige Abdachung gegen hir zur den fernen Norden zu an. An Auf dieser Station endet die Sandwüste, die sich in tus dm der Breite auf 120 Werste(17 d. M.) erstreckt. Weiterhin heͤbeshuf ist noch 80 Werste(113— 11 d. M.) lang ein kiesiger, en Piel und ebenfalls unfruchtbarer Boden— eine unterscheidende dug R *) Nach der oben S. 40. angegebenen Größe des Li, nämlich t 0 25 auf 2 deutsche Meilen, wären 1000 Li= 80 d. M. tuch an; (560 russische Werste), und 1500 Li= 104 d. M.(728 ruf. shsitte de Werste). Es müßte. dort angegebene Große 280 i gg ein Druckfehler seyn(statt 250). Indessen ist unter den we— a nigen Druckfehlern des sten Theils(im ruffsschen Originale) Mank, nichts hier angezeigt. A d. U. 1820 10 Eigenschaft der Steppe Gobi. Dort enden auch die Ge⸗ genden, wo das Hauptproduet das Gras Ssuli ist. Die Aehre desselben wächst aus der Wurzel selbst; man giebt sie dem Viehe zu fressen und arme Leute lesen die Samen auf und machen daraus Graupen, die sie zur Speise in Form eines Grützbrey's gebrauchen. In diesen Gegenden giebt es eine große Menge Eidechsen; sie sind kleiner als die unsrigen, von gelblicher Farbe, und haben unter den Vorderpfoten rothe Streifen. Von der Station Chudshir ußu an begleiteten die Mission die Dsun löstlichen) Ssuniten, obschon der Weg in den Nomadenplätzen der Barun(westlichen) S su— niten liegt. Dieses geschieht, um die Landdienstobliegen— heiten gegen einander abzugleichen. Der Aelteste von der Begleitung, Taidsi Baschü Dugar, der die Mission auch bey der vorigen Reise begleitet hatte, legte mir hier Zeichen(die von dem Kopfe abgezogene Haut, die ausge— schnittenen eingebrannten Merkzeichen und die beschlagenen Hufe) eines Pferdes und zweyer gefallenen Kameele vor, die im vergangenen Jahre, wegen Ermüdung, von uns hier zur Aufbewahrung waren übergeben worden. Am Abend kam in unserm Lager der Taidsi A räschi aus dem Districte Durmaà man, und brachte in guter Lei— besbeschaffenheit zwey Pferde von dem der Regierung gehö— rigen Viehe mit, daß ihm zum Aufbewahren bey unserer vorigen Reise übergeben worden war. Dem ehrlichen Taidsi schenkte ich den allerbesten Fuchsbalg; sein Diener erhielt auch ein gutes Geschenk. Man sehe die zum zweyten Ab— schnitte dieses Theiles gehörige Zeichnung. Das ist Ar a- schi Taidsi, ein nicht gebildeter, nicht aufgeklärter Mongole, in Wintertracht. Als in den Jahren 1807 und 1820 unsere Missionen bey seinem Romadenplatze vorbey — 38— reisten, leistete er mit dem lebhaftesten Eifer, bey dem mü⸗ e Wege durch diese sandigen Steppen, hü fer iche Hand. en 10. Juni(22. Juni N. St.), den 2 Mondes. Wir hielten Rasttag. Die Nacht war kalt. Den ganzen Tag hielt der Westwind an. Unser Vieh war sehr ermüdet, da es drey Tage lang ungef fähr hundert Werste 9 (über 14 d. M.) auf dem allerbeschwerlichsten Wege gegan— gen war; und deswegen ward es für nöthig erkannt, es heute ausruhen zu lassen. Am Morgen besuchte mich Fu-Loje. Er ist gut, aber zu hitzig und übereilt. Er tadelte sehr die Nachlässigkeit des Bitcheschi Tschen und das unserständige Betragen des Boschko Urgentai, welche die Mission im vergangenen Jahre begleitet hatten. Den zwey Taidsi's, Chä und Kundui, welche die Mission die zwey 7 Stationen hindurch begleitet, und bey diesem Wege mit 15 Kameelen und 4 Pferden versehen hatte, wurden 2 Füchse und 2 Saffiane gegeben. Den 11. Juni(23. Juni N. St.), den 24. des Sten Mondes. Vor unserm Abgange aus diesen Gegenden wur— den mir die Kennzeichen von 3 Pferden und einem Kameele vorgelegt, die wegen Kraftlosigkeit zu Zakild ak zurück⸗ gelassen wurden, und aus Erschöpfung gefallen waren. Die Mission brach nach 7 Uhr des Morgens auf, und kam auf der Station Börolshi um 2 Uhr Nachmittags an, nachdem wir mit Beschwerde 30 Werste(48 d. M.) zurückgelegt hatten. ungefähr 5 Werste gingen wir durch die Steppe, in einer westlichen n ehe wir auf die große Straße kamen, die wir am. Juni zur Linken hatten liegen lassen. Der Weg, der sich gegen Norden neigt, geht durch eine weite Ebene, Tamtschin Tala, und ist so gleich ————— — 5— 10 gat Vasen Cad U zamisch shit von di nannt linige wohn, 50019 7 Ui sirslih b Nn iche d Mont ————————. — 59 und glatt, als wäre er von kunstreicher Hand nach der Lasserwage gezogen worden. Der Boden ist kiesig, mit Sand und buntfarbigen Steinchen von der Kieselgattung vermischt. Zwölf Werste(15— 14 d. M.) von Chu⸗ dshir Ußu oder Mingan gingen wir über eine Höhe, von den Mongolen Tabün To logsôi(die 5 Hügel) ge— nannt, eine Benennung, die man ihm wegen eben dieser Anzahl kleiner Anhöhen gegeben hat. Dann gingen wir 8 Werste weit bis zu dem sandigen Berge Sͤin Tu— schétu(gute Stütze), der den Weg quer durchschneidet. Hier gingen zahlreiche Heerden Kameele und trefflicher Pferde herum, die dem Taidsi(Edelmann) Namdshil gehörten. Von dem gedachten Berge gingen wir wieder in die Ebene hinab; auf der wir auch unsern Weg 10 Werste weit, bis zu der Station Borolshi selbst, fortsetzten. Diese war am Fuße einer von Osten nach Westen sich ziehenden An— höhe angelegt. Nahe dabey sind zwey Brunnen. Bey unserer Ankunft auf der Station fand ich um einige Jurten herum einen großen Haufen neugieriger Ein— wohner. Unter diesen befand sich der eben erwähnte Nam— dshil Taidsi, ein junger Mann von etwa 30 Jahren, von ungewöhnlicher Dicke, welches unter den Mongolen die größte Seltenheit, und— Ungestalt ist. Nach dem was die Stations-Aeltesten äußerten, ist er sehr reich, und die Pferde aus seinen Heerden werden, wegen ihrer Güte und Schönheit, für die ersten im ganzen Choschun gehalten. Ein Taidsi des fünften Grades, ein Nachkomme von fürstlchem Stamme, der dort nomadisirt, beschäftigt sich aus Armuth nur mit der Jagd. Hier giebt es viel gelbe Füchse und Wölfe. Den 12. Juni(24. Juni N. St.), den 25. des 8ten Mondes. Wir verließen den Ort unseres Nachtlagers um ————— 6 Uhr des Morgens, die Misslon ging weiter und hielt 0 bey dem Brunnen Dsamüin Chuduk(der Brunnen glmsste! am Wege). Wann Auf einem ebenen kiesigen Wege gingen wir 15 Werste Fun g (27 d. M.) Die Steppe ist in diesen Gegenden völlig kahl; en Mi es giebt weder Gras noch Brunnen. Daher sieht man auch Gua auf dieser ganzen Fläche keine Nomadenwohnungen. Dort 8 gingen wir in ein tiefes Thal herab auf einem steilen Ab— Nhde hange des thonigen Berges Naratu(des Salzberges). ans eit Diesen Berg kann man mit größerem Rechte für das Ufer aus S eines geräumigen See's ansehen. Aus den Trümmern die— Wister ses Ufers blieben große, abgesondert in Gestalt sehr großer des R Thürme liegende Haufen Thons zurück, der mit Steinen 1 vermengt ist. Das Thal selbst ist mit Thonhügeln bedeckt, 0 gel auf welchen Budürgunͤ, die Robinia Pygmaea“) haft und Tamarinden wachsen. Zwischen diesen Hügeln wanden ie wir uns 4 Werste weit hindurch. Als wir über den salzi— 11 gen Bach Dsamüin Buläk gegangen waren, der sehr 1 morastig ist und einen Schwefelgeruch aushaucht, und auf f 9 dem viele wilde Enten schwammen, erstiegen wir eine Höhe 0 von weißlichem Thone, auf deren Gipfel für uns zwey 9905 Jurten bey einem Brunnen aufgeschlagen waren. lib, Heute ging uns auch der Nordwestwind entgegen, mit 91 0 solcher Stärke, daß durch einen Windstoß eine unserer Jur— 1 ten umgerissen wurde. Die unaufhörliche Wirkung des 1 Windes trocknete auch sogar jenes Gras aus, das seit dem 3 75 Frühjahre auf 2 Werschok(ungefähr 4 Zoll) gewachsen 1 war. Schon fünf Stationen sind wir durchreist, ohne dun i grünes Futter zu finden, und unser Arbeitsvieh hat sicht— 1 1 bar an Kräften abgenommen. 1 c , 5 0 5 .. 3 8 g Julteh 3) Eine Art Erbsenstaude im ößtlichen Sibirien. A. d. U. gam 0 —— ß ß —— 3 61— Am Abend hielt, unsern Jurten gegenüber, eine mon— golische Karawane von 40 Kameelen, welche kiachtaische Waaren aus Urga nach Chalgan führte. Die Kameele waren gänzlich mager. Mit Betrübniß hörten wir von die— sen Mongolen, daß es weiter hin ganz und gar kein Gras gäbe. Den 13. Juni(25. Juni N. St.) den 26. des Sten Mondes. Wir hielten Rasttag. Den ganzen Tag drückte uns eine sengende Hitze. Gegen Abend hatte sich der Wind aus Süden erhoben, und der Horizont bedeckte sich gegen Westen mit Regenwolken, alles schien ein froher Vorbothe des Regens; aber unsere Hoffnung ward nicht erfüllt. Um das freundliche Verhältniß zu unterhalten, besuchte ich heute den Bitcheschi und Boschko. Der letztere hatte sich heftig den Backen erkältet, und bat um die Erlaubniß in unserm Wagen zu fahren. Ich schlug Urgentai vor, so wie dem Bitcheschi Tschen(im vergangenen Jahre) meinen Wa— gen einzunehmen; denn ich selbst machte auch die Rückreise zu Pferde. Den 14. Juni(26. Juni N. St.) den 27. des Sten Mondes. Bey Tagesanbruch war es sehr kalt und etwas trübe; aber nach Sonnenaufgang trat die vorige schwüle Hitze wieder ein. Zum Glück wehete von der Seite der Südwestwind und erfrischte etwas die Luft. Nachdem wir das Gepäck vorausgeschickt hatten, gin— gen wir um 7 Uhr des Morgens weiter. Der Weg geht durch eine ebene Steppe, deren Boden mehr kiesig ist. Als wir von Dsamüiin Chuduk 8 Werste entfernt waren, zeigte sich uns der Berg Charäͤtu(der von weitem sicht⸗ bare). Hier und da, entfernt von der Straße, standen Jurten und nahe dabey ging Vieh herum, am meisten Kameele. Noch 7 Werste(1 d. M.) weiter kamen wir in r N 8* 3 ein tiefes Thal, mit thonigem Boden, hinab. Diese Ge— 3 4 genden n uns den Anblick eines wahren Thales der 1c Oede und Armuth dar; es gab da weder Gras noch Was— an d ser. Etwa 5 Werste gingen wir in dem Thale gegen Nord— un o west, bis zu der Station Irén, wo wir zu Mittage 8 ankamen.(aul Diese Station ist zwischen felsigen Anhöhen, zur Lin— ö 10 10 ken der Straße, angelegt. Auf dieser ist ein Brunnen mit 1 10 reinem, aber etwas salzigem Wasser. Weiter gegen Osten, 1910 hinter sandigen Hügeln, liegt der Salzsee Irn. Lang ü schätzt diesen See im Umkreise 3 Werste, eine zu groß an— 110 genommene Ausmessung, denn um den See herum ist es nicht mehr als 2 Werste. Er gehört dem Barun-ßuniti— 1 schen Wan, der es den Leuten seines Choschuns überlassen 1 hat, das Salz zu benutzen. Eine Kameelladung Salz ver— 4 a kauft man auf dem Platze denen, die sie nehmen wollen, 1 für 6 Tschina Silber(ungefähr 5 Rubel in unsern Assig— 7 nationen). Zur Wache wird an den See aus dem Cho— 15 b schun ein besonderer Dargui und vier Boschko's abgeordnet. 1 Jetzt ist, wegen der Dürre, wenig Salz; aber nach Platz— bach regen setzt es sich in großer Menge an. 1 010 Auf dieser Station wechselten die östlichen Ssuniten, Haupt welche die Mission begleitet hatten. Bey der Trennung von kun den denjenigen unter ihnen, welche uns durch die drey letzten Eher Stationen begleitet, und unser Gepäck mit 15 Kameelen ur ads und 2 Pferden auf jeder Reise von einer Station zur an— 0 Aid dern versorgt hatten, gab ich dem Taidsi Bat Dugar, den Aab u zwey Dsangin's und dem Kundui 3 Füchse, einen Zobel cu un ch *) 6 Cschina sind zufolge der am Ende des ꝛ2ten Theils befind⸗ Anh lichen Tabelle 125 Loth Leipz. Gewicht, wenn hier, wie es wahrscheinlich, das chinesische Handelsgewicht zu verstehen ist. ö Ech Dieß betrüge in Conv. G. ungefähr 1 Rthlr. 9 Gr. A. d. U. ssse, f — 63 . und eine Juchtenhaut. Von hier an bis zu den Ländern der Chalchassen begleiteten unsere Misston die Taidsi's auch von den östlichen Ssuniten, aber von einem andern Sso— mun oder Escadron. Bey den Ssuniten giebt es eine große Menge Taidsi's (Edelleute), die man, wegen ihrer Armuth an Vieh, und der Aufgeblasenheit wegen der Größe ihrer Vorfahren, recht wohl mit einigen Nachkommen der europäischen Ri itterschaft vergleichen kann. Sie sind der letzte arme Sprößling fürst— licher Familien. Außer dem Lande zu ihrer Wirthschaft werden ihnen von den Choschunen folgende Beyhülfen ge— geben: einem Taidsi des ersten Grades oder Terigun 18 Ar— beiter; einem vom ten Grade 12; vom Zten 8; und end— lich einem vom Aten Grade 4 Arbeiter. Die Taidsi's vom öten Grade sind die letzten vom adelichen Geschlechte, und werden den gemeinen Mongolen gleich gestellt. Zufolge ei— nem in China bestehenden Herkommen bieten die Taidsi's, wenn sie in Pekin sind, dem Bogdochan eine Gabe von le— bendigen Hammeln an, die sie nicht selten auf Borg aus den Fleischerbuden nehmen. Wenn der Kaiser, oder der Hauptempfänger den Hammel anzunehmen geruht, so giebt man dem Taidsi dafür aus der Schatzkammer 10 Lana Silber(beym freyen Verkaufe kostet der beste Hammel nicht mehr als 5 Lana), 2 Maaß Reiß und 4 Stück Nanking. Wird das Anerbieten nicht angenommen, so erhalt der Taidsi nur 5 Lana Silber und ein Maaß Graupen. Dieser Gebrauch, der schon in alten Zeiten eingeführt war, als noch China die Einfälle der Mongolen färchtete, verliert allmählig seine Kraft. Einige der hier nomadisirenden Ssuniten tragen chine— sische, aus Bambuswurz zel geflochtene Sommerhüte, Aber ——— 2 5———— BBP. TTTk——T—T0T000TbTG—— —. 7 — 5 der chalchassische Mongole verschmäht diesen aus län di— 5 schen Schmuck. 1 i Den 15. Juni(27. Juni N. St.) den 28. des sten lde Mondes. Nach 6 Uhr des Morgens verließen wir unser 1 Sta Nachtlager und richteten unsere Reise nach Norden zu. aug Von der Station aus gingen wir gerade eine Höhe hinauf, und 2 Werste auf einer Ebene bis zu einem Berge, auf min dessen Gipfel ein Obo aufgethürmt ist. Auf diesem Berge, 1090 bis zum Fuße desselben gegen Norden, ungefähr 25 Werst aft weit, ist ein sehr beschwerlicher Weg, wegen der spitzigen Steinschichten. Jenseit des Berges liegt eine lange sandige sih Ebene, auf welcher ziemlich gutes Gras zu sehen war. 45 Dann gingen wir wieder auf die Höhe eines Bergrückens 1 hinauf, in dessen Schluchten wir ungefähr 12 Werste bis 9 zu der Station Kutül fortgingen. Je weiter wir vor— v wärts kamen, desto mehr stießen wir auf Hindernisse un— 10 serer Reise. Bald mußte man eine Höhe erklimmen, bald 80 zwischen großen Steinen, auf dem unebensten für die Rä— ö der und Hufe der Pferde verderblichen Wege durchgehen. 600 Auf den Gipfeln des Bergrückens sind Obo's errichtet. 1 1 Auf der Station kam die Mission nach zwölf Uhr Mittags 5 0 an, nachdem sie einen Weg von nicht mehr als 20 Wer— 159 sten(fast 3 d. M.) heute gemacht hatte. ah Der gegenwärtige Weg ist mühsamer und ungleich är— e mer an Gras als der östliche oder der Weg von Argali. Funk, Die Hauptursache davon ist die hohe Lage der Gegenden, sagty n durch welche wir jetzt reisen; der Boden ist steinig und da— 90 gil bey reist man hier zu jeder Zeit des Jahres mehr zu Wa— eilt gen als zu Pferde. Auf demselben Wege treibt man nach g Chalgan, zum Verkauf, verschiedene Arten Vieh, welches urg das grüne Futter aufzehrt. uuf dan l In i⸗ — 85 3 Den 16. Juni(28. Juni N. St.) den 29. des Sten Mondes. Der Mond schien nicht früh, und daher konnten wir nicht zeitig aufbrechen; von 8 Uhr des Morgens an ward es heiß. Dieses bewog mich, nach der folgenden Station, gleich nachdem die Mittagshitze vorüber wäre, abzugehen. Den District Kutul verließen wir um 47 Uhr Nach⸗ mittags, und kamen nach vier Stunden auf der Station Tugurik(ein kleiner Kreis), die 15 Werste(27 d. M.) entfernt liegt, an. Diese Tagereise kann man als eine Fortsetzung des ge— strigen beschwerlichen Weges ansehen. Ungefähr 7 Werste (1 d. M.) mußten wir auf Bergen, zwischen hohen Stei— nen hindurch. Drey Werste von K utul, zur Linken des Weges, ist ein tiefer Brunnen mit gutem Wasser; und diesem gegenüber der Boden eines ausgetrockneten See's. Und zwischen diesen Steinen sahen wir einige Jurten— Wohnungen der äußersten Armuth. Auf 7 Werste weiter gingen wir von einem felsigen Gebirge herab gegen Westen in ein enges sandiges Thal, welches unser Weg durchschneidet. Dort ist ein Brunnen. Von da bis an das Lager gingen wir über flache Erhö— hungen, die mit schwärzlichem Kies und Schutt von zer— brochenen Steinen bedeckt sind. In der Ferne gegen Osten schimmern die weißen Mauern des Tempels Ssud shüͤ ßum é, der unten am Berge liegt. Dort, wie man uns sagte, wohnt ein Lama, mit Nahmen Dalai Chutuchta, 80 Jahr alt— der erste Erbauer des Tempels. In den Schluchten grünte ziemlich gutes Gras, das wir lange nicht gesehen hatten. Als wir in ein weites, von Höhen umgebenes Thal herabgekommen waren, fanden wir darin, auf dem Wege selbst, einen tiefen Brunnen mit kaltem und III. Band— 0 ——— C 8 66— süßem Wasser; westwärts von diesem Brunnen sind die f Jurten für die chinesischen Führer und für die Mission en aufgeschlagen. gage Den 17. Juni(29. Juni N. St.) den 1. des ten 15 Mondes. Wir hielten Rasttag. Von Mitternacht wehete 0 ein heftiger trockener Südwind, und hielt den ganzen Tag hindurch an. 05 um 9 uhr des Morgens machte mir Fu-Loje seinen 8 Besuch. Dieser Bitcheschi bewies uns viel Höflichkeit, Eifer 0 und Uneigennützigkeit, die sehr selten in Verhältnissen eines 5 armen chinesischen Beamten mit Fremden gefunden wird. 0 85 Von der Station gegen Osten ist das weite Bett eines 8 ausgetrockneten See's, welcher nach vielem Regen sich 11 mit Wasser anfüllt. In den hiesigen Bergen giebt es viel 13 solcher Seen. Wegen der Hitze wurden die Kameele mit den Ladun— g 1 gen nach der folgenden Station um 7 Uhr des Abends, 11 unter Aufsicht des Wagenmeisters, abgeschickt. 10 Bald nachher kam in unser Lager ein chinesischer Kauf— bon mann, der zu Fuße aus Urga kam. Er ist aus der Statt— dame halterschaft Schaangßi gebürtig. Er hatte lange in I zu urga nach Kiachta Handel getrieben; aber, nach der far gewöhnlichen Leidenschaft der Schaangßier, hatte er eine NMãug bedeutende Summe Geld im Kartenspiel verloren, und kehrt ile! jetzt über Chalgan zu seinem ältern Bruder zurück, um 1 Hülfe von ihm zu erbitten. Von ihm erfuhren wir, daß 1 auf der ersten Station in den Nomadenplätzen des chalchas— emds sischen Fürstenthums, zwey Tagereisen von hier, die Mis— 0 sion der Tußulachtschi Idam Dsap— der frühere und ei— lan frige Führer der russischen Missionen, erwarte. Diese eh kachrie rfreute uns sehr 10 0 ——— Den 18. Juni(30. Juni N. St.), den 2. des ten Mondes. Des Morgens, bey Ostwinde, kalt. Die Wagen gingen von Tugurik nach 5 Uhr früh ab, und nach einem Wege von 18 Wersten(27 d. M.) kamen wir auf der Station Chailäßutu um 11 uhr an. Der Weg geht im Anfange über sanft abhängige san— dige Anhöhen; wir mußten dreymahl aufwärts, auf steile Absätze, mit ziemlicher Beschwerde, gehen. Etwa 8 Werste weiter kamen wir auf eine geräumige Anhöhe, deren Boden rother Lehm ist. Diese Höhe hat eine Abdachung nach Norden, und von Osten nach Westen wird sie durch große Schluchten von den in der Ferne stehenden Bergen getrennt. Noch 4 Werste weiterhin kamen wir in ein weites Thal mit Salzgründen, und gingen in diesem noch 6 Werste bis zu unsern Jurten. Das Thal ist ganz mit federartigem Pfriemengras be— deckt; ein andres gutes Gras gab es gar nicht. Diese Ge— gend, von Bergen umschlossen, hat in der Ferne ein sehr reizendes Ansehen. Zwey Werste von der Station, ͤstlich von dem Wege, sieht man die Trümmer eines hölzernen Tempels. Der Lama— Erbauer desselben, starb, ohne ihn zu beendigen, und niemand entschloß sich, den Bau fottzusetzen. Auf dem ganzen Wege bemerkten wir, wegen Mangel an Grase, gar keine Nomadenwohnungen; aber nahe bey der Station standen vier sehr armselige Jurten. Für uns waren die Jurten gegen Norden von einem Brunnen aufgeschlagen, der zur Linken von der großen Straße liegt. Auf dem westlichen Berge, zwey Werste von der Sta— tion, giebt es viele Ulmenwälder, die man vom weiten wie schwarze Flecken gewahrt. In einer der Felsenschluchten, die sehr lang und gekrümmt ist, fanden wir ungefahr 0 55 ———n—“ — 2... 1 N— 8 30 Bäume und Brunnen mit gutem, aus den Felsen flie— ßenden Wasser; auf den Klippen wachsen stellenweise wilde Aprikosen, und gegen Süden öffnet sich ein weites, sanft abhängiges Thal; die Aussicht aus diesem Garten der Wüste auf die umliegenden bläulichen Berge ist schön, er— haben. Ein enger, sandiger Weg geht in verschiedenen Zweigen gegen Norden, wo Nomadenwohnungen sind. Aus diesen kamen junge Mongolinnen, um Wasser zu holen, als wir bey dem Brunnen standen. Als sie mich mit den Kasaken- Offizieren erblickten, geriethen diese Schönen aus den Steppen in große Bestuärzung; aber einige unserer, nach Steppensitte, ziemlich passenden Höflichkeiten, die auch wie es schien, dem Ohre der Schönen nicht zuwider waren, und überdieß in mongolischer Sprache gesagt wurden, ver— nichteten alle ihre Furcht. Wir sprachen lange mit den Töchtern der Wüste mit den schwarzen Augenbraunen, und schieden von ihnen mit dem Versprechen, nach einigen Jahren an diesem Brunnen unsre Reitpferde mit ßunitischem Wasser zu tränken, von den Händen bekannter Mongolinnen geschöpft. Die Ulme, auf mongolisch Chailäßu, ist eine wun— dervolle Erscheinung der Natur in den steinigen Steppen. Uebrigens kann man daraus schließen, das es in diesen Gegenden, wenn man da eine feste Wohnung errichtete, nicht schwer wäre, den Ackerbau einzuführen; denn der Boden ist hier dem Wachsthum sehr beförderlich. Den 19. Juni(1. Juli N. St.), den 3. des Gten Mondes. Die ganze Nacht wehete ein heftiger Ostwind; bey Tagesanbruch regnete es, aber der Wind vertrieb die Regenwolken. Nach 6 uhr des Morgens ging die Mission von Chai— läßutu ab, und kam, nach einem Wege von 20 Wersten, 0 f fan ih an sach! Dohr Read auf uach ae lacht Au 2 0 8 und nach 6 Stunden, zu der Station Gaschüͤn, der er— sten in dem chalchassischen Fürstenthume. Im Anfange gingen wir durch dasselbe Thal, in wel— chem wir unser Nachtlager gehabt hatten. Der Weg geht nach Norden zu; auf beiden Seiten sind felsige Anhöhen. Dann gingen wir bey einem nicht großen Uluß vorüber, gerade gegen Norden, und ungefähr 9 Werste zogen wir auf einem unebenen Wege, bald über steinige Anhöhen, bald durch die dazwischen liegenden Hohlwege. Das letzte Thal ist geräumig; es floß einst eine, jetzt vertrocknete, Quelle darin; das Gras ist ziemlich gut. Dort standen fünf Jurten nomadisirender Mongolen. Als wir auf diese Art 14 Werste(2 d. M.) zurück gelegt hatten, naheten wir uns dem Gebirge Ulan Cha— da, daß die ßunitischen Länder von den chalchassischen trennt. Ulan Chada bedeutet auf mongolisch: rother Stein, und wirklich besteht dieses Gebirge größtentheils aus Haufen rothen Granits, der in dicken Schichten liegt. In den engen Schluchten giebt es Ulmenwälder, sowohl auf der östlichen Seite des Berges, als auf der westlichen. An den Felsen standen viele Jurten. Etwa 6 Werste gingen wir durch eine Ebene, die eine Abdachung nach Norden hat. Der breite und ebene Weg ist hier und da von nicht großen flachen Erhöhungen durchschnitten. Eine Werst von der Station kam mir mit den Be— amten, der Chä Darm Dsap, der sich bey dem Tußu— lachtschi Idam befindet, entgegen. Dann kam uns der Tußulachtschi Idam selbst entgegen, und bewillkommnete uns mit allen Zeichen der Freundschaft. Mit ihm hatten wir uns gerade nach seiner Jurte begeben; aber der Bitche— schi Fu, als wenn er unsre Freundschaft gegen den Mon— „5 golen beneidete, lud uns in die seinige ein. Dennoch gin— gen wir bald nachher zum Tußulachtschi. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Man bewirthete uns mit Back— steinthee, Urmä(getrockneten Pflaumen), Churüt, Bi— ßaläk(trocknem Käse) und Schöpsenfleisch. Nach den ge— genseitigen, aufrichtigen Fragen nach der Gesundheit, nach dem Wege u. s. w. sagte der Tußulachtschi, daß an unsern Gränzen alles glücklich ginge; nichts Wichtiges wäre im Laufe des Jahres vorgefallen. Er bedauerte den Verlust unsers Viehes im vergangenen Winter, und fügte noch hinzu, daß auch der Tußulachtschi Déemit, der an uns im vorigen Jahre 13 Kameele vertauscht hatte, von den von uns dagegen erhaltenen 23 Kameelen 15 verloren, die theils aus Erschöpfung, da sie noch so jung waren, fielen, theils auch weil die burätischen Kameele nicht an das karge Futter in Gobi gewöhnt sind. Wir brachten bey dem Tußulachtschi ungefähr eine Stunde zu, und gingen dann in unsere Jurten, wovon auch die Chalchassen, nach dem Beyspiele der Ssuniten, für die Mission nur zwey, gerade auf dem Wege, 50 Klaf— tern von einem östlich gelegenen Hügel, aufgeschlagen hat— ten. Nahe bey unserm Lager sind zwey Brunnen; das Wasser ist rein, aber etwas salzig. ach etwa zwey Stunden kam zu mir der Tußulach— tschi und versicherte mir seinen Eifer und seine Bereitwil— ligkeit zu unsern Diensten. Der asiatischen Sitte gemäß, schenkte ich Idam eine chinesische achatene Tabacksdose; Hr. Rasgildejew I. brachte auch ihm eine Schnalle von Car— neol zum Leibgürtel dar. Der alte Mann war sehr zufrie— den mit diesen Beweisen unserer Erkenntlichkeit. Unter an— dern sagten wir ihm, bey welcher Gelegenheit und in wel— cher Absicht von mir dem pekin'schen Gerichtshofe der aus— 5 —— wärtigen Angelegenheiten die Bitte um Unterstützung der Mission mit Vieh auf der Reise übergeben worden, und was mir der Gerichtshof für einen Bescheid darauf ertheilt hatte. Der Tußulachtschi seinerseits entdeckte mir, der Wan von Urga habe von dem Gerichtshofe die Nachricht von der Abreise der Mission zu Ende des Iten Mondes erhalten, und zugleich die Aufforderung, zur sichern und bequemen 1 derselben bis an die Gränzen der Heimoth— nach en früheren Beyspielen— mitzuwirken. Der 0 sandte unverzüglich ihn ab, um die Mission durch die Nomadenplätze der Chalchassen zu begleiten. Da aber in das Helchassische Fürstenthum kein förmlicher Befehl, mongolisches Vieh zu unserm Gepäck abzulassen, gesandt worden war(die Mitglieder des Gerichtshofes verfahren sehr zart in ihrem Verkehr mit dem Wan); so schickte der Tußulachtschi, nachdem er vorläufig erfahren hatte, daß die Mission schon einen solchen Beystand bey ihrer Reise durch die Länder der Zacharen und Ssuniten genossen hatte, nach Urga einen Expressen, mit der Bitte um Entschei— dung der Regenten darüber. Uebrigens e te Idam, wir würden bis zu dieser Entscheidung auch keine Hinder— nisse auf unserer Reise treffen. Nach diesem besuchte ich, mit dem Wagenmeister und dem Studenten Ssipakow, den Fu-Loje, und bat ihn, der Schicklichkeit wegen, um Fortsetzung seiner freund— schaftlichen Sorgfalt für die glückliche Reise der Mission auch durch das chalchassische Fürstenthum. Dem Bitcheschi gefiel diese Wendung sehr wohl. Er kannte hinlänglich die Macht des Wan von Urga, Jundun Dordshi, und seine Aufmerksamkeit für die Russen; und daher fürchtete er, wir möchten mit dem Tußulachtschi, der das Vertrauen des Wan genoß und uns ergeben war, uns vereinigen und „„ gegen die Chineser erkalten, so bald wir an ihnen Verstel— lung und Gewinnsucht bemerkten. Im Gegentheile gaben wir, während der ganzen Fortsetzung der Reise dem Bitche⸗ schi Beweise, daß wir in ihm den Haupt-Fürsorger der Mission sähen. Auf dem Wege besuchten wir auch den kranken Boschko. Bey unserm neuen Zusammentreffen mit dem Tußulachtschi Idam war er in große Furcht gerathen. Die ßunitischen Damal's oder Aeltesten schieden von uns, nachdem sie die Mission der Fürsorge des chalchassi— schen Tußulachtschi übergeben und von ihm darüber einen Schein empfangen hatten. Aus Erkenntlichkeit dafür, daß sie unser Gepäck, auf vier Stationen, mit 15 Kameelen und 15 Pferden versehen hatten, schenkte ich jenen fünf Aeltesten 4 Füchse, 2 Zobel und 2 Saffiane. Die Ssuni— ten nahmen die Geschenke mit lautem Danke an. Viertes Kapitel. Reise durch den südlichen Theil der chalchassischen Länder bis Urga. Den 20. Juni(2. Juli N. St.), den 4. des Gten Mondes. Wir hielten Rasttag. Die Nacht war kalt. Den ganzen Tag ging der Wind heftig aus Süden. Nach einer von mir gemachten Berechnung waren, zu künftigen anständigen Belohnungen der Stations-Aeltesten, für das für unser Gepäck abgelassene Vieh, nicht Sachen genug zu Geschenken vorhanden. Von der andern Seite aber genöthigt, so viel nur immer möglich, gegen die Chal— chassen, unsre Nachbaren uns gefällig zu beweisen, besprach ich mich darüber mit dem Tußulachtschi durch den Wagen— meister und den Dolmetscher Frolow. An Idam wurde —— 1 lle faldulk 1805, fiel * E siht! wollt ag d foch! duch! Bes wise wälke fc dune Weh. wit Mol z . haf lichen lähten Nigen scht ä von uns der Vorschlag gethan, den Stations-Dsangin's, Kundui's u. s. w. für ihren Eifer, nach dem Beyspiele von 1808, für ein Kameel 2 Tschina*)(40 Kopeiken), und für ein Pferd 1 Tschina**)(20 Kopeiken) in Silber, auf jede Station, d. i. für Fortschaffung einer Last von unge— fähr 12 Pud***) 25 bis 30 Werste weit, zu geben. Er wollte nicht einwilligen, von unsrer Seite eine Belohnung an die Mongolen von irgend einer Art zu gestatten, und noch weit minder eine Belohnung in Silber, die, es sey auch unter welchem Vorwande es wolle, das Ansehen einer Bezahlung hätte, eine Sache die den freundschaftlichen, zwischen beiden Nationen bestehenden Verhältnissen entgegen wäre. Er überließ es uns, dazu für ihn, den Tußulach— tschi, von den manshurischen, die Mission begleitenden Be— amten eine Vorschrift zu fordern, wenn sie das Recht hät— ten, solche Verfügungen zu treffen. Gegen drey Uhr des Nachmittags war ein starkes Ge— witter mit nicht vielem Regen. Den 21. Juni(3. Juli N. St.), den 5. des öten Mondes. Schon bey Tagesanbruch fing es an, schwach zu regnen, und dauerte so bis 10 Uhr des Morgens fort. Auf meine Bitte befahl der Tußulachtschi, zur Fort— schaffung unsrer Lasten, von dem auf der Station befind— lichen Viehe 17 Kameele(diese Anzahl erhielten wir bis zur letzten Station vor Kiachta) und 6 Pferde für die zweyrä— drigen Wagen abzulassen; diese Maaßregel war für uns sehr nützlich. *) Es Loth Leipz. Gewicht(da hier ohne Zweifel das chinesische Erlämpin-Gewicht zu verstehen ist, s. S. 367 und 68 des zweyten Theils), oder ungefähr 98 Gr. Conv. G. A. d. U. *) Ls Loth Leipz. Gew. oder 4 Gr. Conv. G. A. d. U. *) D. i. 480 russische Pfund, welches 4177 Pfund Leipz. Gew., oder 5 Centner, 8778 Pfund beträgt. A. d. U. So ausgerüstet ging die Mission nach 6 Uhr des Mor— 5 in Begleitung des Tußulachtschi Idam ab. Ungefähr Werste(1 d. M.) gingen wir von Gaschün auf einen Berg, von dessen Gipfel das gaschun'sche Thal in seiner ganzen Ausdehnung sich uns darstellte. Etwa 4 Werste gingen wir nachher über flache Erhöhungen, wobey wir zur Rechten einen Theil des Felsengürtels Dsabük Ulän Dab hatien, der in der Ferne nach Osten sich hinzog. Nachdem wir diese Strecke zurückgelegt hatten, fingen wir an in eine geräumige Ebene auf einem steilen Bergabhange hinab zu gehen. Dort fanden wir eine chinesische Ladung mit Backsteinthee, die von Chalgan nach Urga, in allem bis 150 zweyrädrige Wagen, mit Ochsen gekommen war. Die Fuhrleute, Mongolen aus dem zacharischen Ländertheile, nahmen für die Fracht von 100 Gin*)(335 Pud) Last, 1 Lana und 4 Tschina**) in Silber. Sie hatten auf dem Wege von Chalgan schon 40 Tage zugebracht, und halten sich, wegen der Erschöpfung ihres Viehes, 6 Tage hier auf, damit sich dieses wieder erholen sollte. Nach einem mühsamen Wege von 6 Wersten naheten wir einem hohen felsigen Hügel, der auf mongolisch Er— deni Obs(der helle Leuchtthurm) heißt; die emporragen— den Steine desselben sehen wie Trümmer eines Gebäudes aus. Weiter gegen Osten ist auch ein solcher Hügel; aber nach Westen dehnen sich große Höhen hin, wovon die eine ganz aus rothem Lehm besteht. Von dem Obo, wo ein Brunnen ist, bis zur Station hin noch 8 Werste, gingen wir anfangs durch eine lehmige Gegend, dann aber auf *) 100 Gin in Exlämpin-Gewicht betragen 120 Pfund oder Centner und 10 Pfund Leipz. Gewicht. A. d. U. **) D. i. 32 Loth Leipz. Gewicht, oder 2 Rthlr. 195 Gr- Con. Geld. A. d. U. „ 8 einem glatten, sich etwas abwärts senkenden Wege. In dieser Gegend begegneten wir Ssuniten, die aus Urga zu— rückkehrten— sie waren zur Verehrung des Kutuchta dahin gereist. Sie waren schon neun Tage lang auf der Rück— reise begriffen. Endlich kamen wir zu Bergen, die, so zu sagen, den Weg verzäunen; dort wachsen viele Ulmen. Durch eine enge Schlucht drangen wir bis zu der Station selbst, Ude (das Thor), die nahe an einem Brunnen, in einem von Bergen umringten und mit Steinen übersäeten Thale liegt. An dem Orte versammelten wir uns alle nach zwölf Uhr Mittags, nachdem wir ungefähr 23 Werste vorwärts ge— kommen waren. Der Tußulachtschi begleitete mich die ganze Tagereise hindurch; und nach der Ankunft an dem Orte bewirthete er die Mitglieder der Mission und die Kasaken, so wie es auch während der vorigen Reise geschehen war, mit Backsteinthee, mit Milch u. s. w. Eine solche Gastfreund— schaft genossen wir bey den Chalchassen bis zu unserer An— kunft in Kiachta. U dé bedeutet auf mongolisch eine Thüre, oder ein Thor, eine Benennung, passend für die Oeffnung eines Ausgangs aus den Bergen auf eine offene Ebene. Gegen— den mit dieser Benennung giebt es, wie wir sahen, bey den Chalchassen und Ssuniten, auf der Straße Argali oder unserm Winterwege.(S. oben im ersten Theile dieser Reise, beym 18. und 21. Oct.(30. Oct. und 2. Nov. N. St.) Einige nehmen an, daß die durch diese Thore von Nor— den herkommenden, in Gobi eintreten, die wasserlose Steppe, die weder Waldung noch Gras hat und sich gegen Süden auf 280 Werste(40 d. M.) bis an die Nomaden— plätze der Zacharen erstreckt. Uebrigens finden wir kiesige, steinge Gegenden, so wie bey Ergi und Gaschun, auch — — 76— in der Nähe des Flusses Tola. Gobi nennen die Chine— ser Schamo, d. i. sandige Steppe; welches, meiner Mei— nung nach, mehr auf den sandigen Strich paßt, der sich auf der Südseite der ßunitischen Nomadenplätze befindet, auf 125 Werste(fast 18 d. M.) breit, auf dem gegen— wärtigen Wege von Chudshir Ußu oder Mingän bis nach Ugundüin chaschatu; und auf der Straße Ar— gali von Ssäin Ußu bis nach Jeleßutun). Von 11 Uhr an war eine unerträgliche Hitze; der Wind vertrieb die Regenwolken; aber von 4 Uhr Nachmit— tags bis zum Untergange der Sonne tobte ein heftiger Sturm, der die Luft mit Sand erfüllte. Am Abend schickte ich den Studenten Ssipakow zu dem Bitcheschi, um seine Gedanken darüber zu erforschen, ob wir den Stations-Mongolen Silber geben könnten, zur Belohnung für das von ihnen abgelassene Vieh. Fu— Loje gestand, er getraue sich durchaus nicht, diese Art von Belohnung zu gestatten, wegen der Strenge des ihm hier— über von dem Gerichtshofe gegebenen Befehls. Kaum war der Student Ssipakow mit dieser Antwort zurückgekehrt, als(der höchst schlaue Chineser) der alte Nerba des Hrn. Bitcheschi kam und mir vorschlug, bey ihm 12 Tabacks— dosen von Glaspaste(einer Art Glascomposition, von der Farbe von Edelsteinen) im mongolischen Geschmacke, zu kaufen, und sie zu Geschenken an die Stations-Aeltesten zu gebrauchen; zu diesem Zwecke habe sie der Bitcheschi aus Pekin mitgenommen. Wegen unumgänglicher Noth— wendigkeit kaufte ich diese Tabacksdosen, und gab dem *) Siehe die Reisecharte bey dem ersten Theile dieser Reise. A. d. V ä———— 2 ——„———— 2 ——— 1 „„ Nerba ein halbes Pfund*) Silber, oder 48 Solotnik, d. i. 4 Solotnik für jeder. Die Mongolen nahmen mit Vergnügen diese Dosen von mir an, als ein Andenken an die russischen Reisenden. Den 22. Juni(4. Juli N. St.), den 6. des 6ten Mondes. Ich ging mit der Mission nach 6 Uhr des Mor— gens ab. Nach einem Wege von ungefähr 33 Wersten (44 d. M.) kamen wir auf der Station Ssendshi nach 2 Uhr Nachmittags an. Den ganzen Tag ging uns der Westwind entgegen. 0 Von der Station U dé führen zwey Straßen nach Urga. Die eine geht gerade nordwärts, und ist bekannt unter dem Nahmen der darch än schen Straße, denn sie geht bey dem Berge Darchän(auf 200 Werste l(über 28 d. M.) von Urga südlich) vorbey; auf dieser gehen ge— wöhnlich die chinesischen Ladungen auf Lastwagen, und auch unsre Mission kehrte 1808 auf derselben zurück; die andere Straße aber neigt sich gegen Westen. Um die Dienstoblie— genheiten in den Choschunen mit einander auszugleichen, ist von der mongolischen Regierung bestimmt worden, die Mis— sion jetzt auf dieser letztern zu begleiten, die als Fortsetzung der Straße Gundshü-Dsam, oder der Straße der kai— serlichen Prinzessin dient. Man sagt, auf dieser Straße sey vor 40 Jahren die Schwester des verstorbenen Bogdo— chan Dsäzin, die an den Zinwan Ziefu(dessen oben un— ter dem 30. Mai(11. Juni N. St.) gedacht wurde) ver— mählt war, gereist, um ihren Schwiegervater zu besuchen, *) Ein halbes Pfund russ. sind 1522 Loth Leipz. Gew. oder in Conv. Gelde ungefähr 17 Gulden, 24 Xr., oder 11 Rthlr. 144 Gr.; also für jede Dose 1 Gulden 27 Kreuzer, oder 235 Gr. A. d. U⸗ — 1 1 1 1 117 1 1 1 ö 1 1 1 1 7 1400 l 1 1 1 57 der seine Nomadenwohnung am Fuße der chanchaischen Berge, nordwestlich von Urga hatte. Wir nahmen unsere Richtung nach Nordwest, und gingen auf einem betretenen Woge 2 Werste bis zu einer Höhe, und von dieser gingen wir auf einem sanften Ab— hange 6 Werste bis zu einem morastigen Thale Dolödo hinunter, wo zwey tiefe Brunnen sind. Das Wasser ist trübe und von der Oberfläche der Erde nicht mehr als einen Arschin entfernt. Von dieser Stelle mußten wir 4 Werste bis zum Gipfel eines felsigen Bergrückens hinauf steigen, wo wir noch einen Ulmenbaum sahen. Drey Werste gin— gen wir in Bergen bis zu einer Stelle, wo große Stücke Granit umher gestreut liegen. Dann gingen wir 5 Werste über flache Erhöhungen, die mit ziemlich gutem Grase be— deckt waren. Jurten sah man nicht, weil es keine Brun— nen da giebt. Die Nomadenbewohner versammeln sich hier im Winter, wenn man den Schnee anstatt des Wassers benutzen kann. Der Boden ist weißer Quarz, welches dem Wege ein Ansehen giebt, als wäre er von Marmor. Wei— terhin kamen wir 3 Werste lang durch ein Thal, das mit dem Grase Derißu und Budürgun« bewachsen war; von allen Seiten erheben sich Anhöhen mit emporragenden ungeheuren Steinen. Bey Sandhügeln vorüber kamen wir 5 Werste bis zu einer quer über liegenden Höhe, wo sich der Weg in zwey Theile theilt; der eine ging etwas östlich, der andere geht gerade aus über einen steinigen Bergrücken. Von der Scheidung der Wege an 25 zu der Station gingen unsre Wagen 5 Werste am Fuße Berge, in ei— nem sandigen Thale. Die letzten 2 5 mußten wir, mit großen Anstrengungen, in den sandigen Bergen vor— wärts dringen, wo man große Schichten weißen und grauen Marmors sah. Die Jurten für die Mission waren schwatz der S Malm font. dba wit b Thale jezt; üherre gechen Daß zl Ind ein De Munde, wird 90 hukei, Apel ane fame — Ci —— 8 8 zur Rechten des Weges aufgeschlagen, an dem westlichen Ende eines sandigen Thales, hinter welchem sich in der Ferne ein großes felsiges Gebirge erhebt. Gegen Osten zeigt schwarz sich der Berg Adsarga(der Hengst). Oberhalb der Station, am Fuße eines länglichen Hügels von weißem Marmor, ist ein Brunnen. Die Pracht dieser Gegend könnte dem schönsten Garten zur Zier dienen. Der Brunnen übertrifft an Größe und Reinheit des Wassers alle, die wir bis jetzt in den mongolischen Steppen sahen. Im Thale standen Jurten nomadisirender Mongolen, und überall sah man zahlreiche Heerden Schafe und Ziegen. Bald nach der Ankunft der Mission im Nachtlager, besuchte mich der Sohn des Ajüschi Taidsi, der 20 Werste(27— 3 d. M.) von hier gegen Osten wohnte, und die Mission, im vorigen Jahre, durch das ganze Ge— biet des Choschuns des Mergen-Wan, vom 14. bis 21. October(26. Oct.— 2. Nov. N. St.) 1820, begleitet hatte. Er brachte eine Empfehlung von seinem Vater, der jetzt zu seinem Tuschetu-Chan gereist ist. Der junge Taidsi überreichte mie ein Chadak), das gewöhnliche Kenn— zeichen der Ehrerbietung bey den Tibetern und Mongolen. Dieß zu erwiedern schenkte ich ihm einen rothen Saffian und eine Tabacksdose. Den 23. Juni(5. Juli N. St.), den 7. des öbten Mondes. Wir hielten Rasttag. Die gegenwärtige Station wird von Schabinen, Mongolen aus der Klostergerichts— barkeit, unterhalten. Nicht weit von da, westlich, ist ein Tempel eines gewissen Lama Noin⸗Chutuchtu. Die hiesigen Einwohner, die lange keine Russen gesehen hatten, kamen in Haufen aus Neugierde in unser Lager. —-—— ) Siehe 1. Thl. S. 7. A. d. V. 3 Schon vom Morgen an ging ein kalter Ostwind. Um 5 4 2 uhr Nachmittags ward es sehr dunkel; es fiel ein dichter 1 Regen, der bis völlig zum Abend anhielt. 5 0 Den 24. Juni(6. Juli N. St.), den 8. des ten 1055 Mondes. Die beladenen Kameele, 15 von den der Krone dur let gehdrigen, und 17 von den mongolischen, wurden um vier e uhr des Morgens vorwärts geschickt. Die zweyrädrigen sie. und die andern Wagen(mit 6 mongolischen Pferden), gin⸗ an g gen um halb sechs Uhr, bey einem kalten Ostwinde, ab. 1 fi Auf der folgenden Station sammelten wir uns um 2 Uhr deen f des Nachmittags, nachdem wir in allem 30 Werste(A4 d. den A M.) zurückgelegt hatten. auf eil Der Weg auf der jetzigen Tagereise ist sehr bergig, hinnn, und neigt sich gegen Westen. Sechs Werste von dem Nacht— Eule lager gingen wir auf eine Höhe hinauf. Von dieser Höhe fur R sieht man in der Ferne, gegen Osten, den Berg Kéktschin, wolch an dessen Fuße die Mission 1808 den 1. und 3. Juli(13. große und 15. Juli N. St.) angehalten hatte. Näher gegen uns Bunt war das Gebirge Zag än tugurik. Von der Höhe gin— gen wir in ein tiefes Thal hinab, und zogen am Fuße Monde des spitzigen und abgesondert stehenden Berges Schub u— un G1 tüin chara hin. Weiter gegen Osten ist das Gebirge ur nig Schamaga(ie Schöpfkelle7). Aus diesem Thale gingen siher ah wir in ein andres, das geräumiger und mit Salzgründen Eaton e bedeckt war. Auf den Bergabhängen sind viele Steine von n diese der Kieselgattung, Karneole und Achate. Aus diesem Thale bi gn geht der Weg ziemlich lange aufwärts bis auf den Gipfel sch ur eines Bergrückens, der von Ssendshi 11 Werste(15 d. fer geh M.) entfernt ist. Wir gingen 5 Werste in einer Schlucht, fer und kamen dann auf einen breiten Hohlweg, der seine mhfüt Richtung von Osten nach Westen hatte. Auf der rechten ut Seite sahen wir einige Jurten; auf der linken erhebt sich 0 16 l Il. N „ 88 ein thoniger Vorsprung derselben von Bergen, die bey den Mongolen Urgün u län(die breiten, rothen) heißen. Am Fuße dieses Vorsprungs ist ein tiefer Brunnen mit süßem Wasser, und nicht weit davon steht ein Ulmenbaum— der letzte, den wir auf diesem Wege sahen,. Alle Gegen⸗ den waren mit grünem Grase bedeckt, und haben, so öde sie auch sind, eine sehr angenehme Lage. Von dem Brun⸗ nen gingen wir etwa 8 Werste in einem Hohlwege hin, der sich nach dem hohen Berge Udün la hin neigt, dessen spitziger Gipfel sich in der Gestalt eines aufgeworfe⸗ nen Walles zeigt. Ungefähr eine Werste weit gingen wir auf einen Zweig dieses Berges, den wir zur Linken ließen, hinan. Von hier fängt ein enges Thal an, in welchem die Station Ulan Chuduk angelegt ist. Die Jurten sind zur Rechten des Weges aufgeschlagen, bey drey Brunnen, welche trübes Wasser enthalten. Nahe bey diesen ist eine große Strecke Landes mit rothem Thone, von welchem diese Brunnen die rothen: Ulän Chuduk heißen. Den 25. Juni(7. Juli N. St.), den 9. des sten Mondes. Vor Tagesanbruch regnete es, und früher als um 6 Uhr konnte man nicht aufbrechen. Der heutige Weg war nicht so bergig wie der gestrige, aber ermüdend wegen seiner Länge. Als wir 15 Werste(27 d. M.) von der Station entfernt waren, gingen wir eine Höhe hinauf. Von dieser sieht man noch den U dün ola, bey welchem wir gestern vorüber gingen. Etwa 3 Werste weiter hin öffnete sich vor unsern Augen eine weite Ebene zwischen Bergen; eine gewöhnliche Lage der hiesigen Steppen. Auf 4 Werste geht der Weg über solche Erhöhungen bis an den Brun⸗ nen Ud für; nahe bey diesem stand viel Hornvieh, und am Fuße des Berges ein Uluß hier nomadisirender Mongolen. Bis zu diesen Gegenden ist der Boden größtentheils grober III. Band. 0 ..—— „„ 5 ö 0 Kies; von dem Brunnen 13 Werste(fast 2 d. M.) weit, ö cel gingen wir auf sandigen und sanft abhängigen niedrigen fle: Erhöhungen. Der Weg hat eine merkliche Abdachung ge— audit gen Norden. Drey Werste vor der Station fangen die Ob d Salzgründe an; auch giebt es viele sumpfige Seen. Diese 9 ganze kothige Ebene ist mit Haufen Sand bedeckt, die mit zwe Robinia Pygmaea und federartigem Pfriemengras oder gobit Derißü bewachsen sind. Dieses wogt, beym Wehen des d, Windes, wie hohes Korn. Hier wächst das Derißu als het Strauch, der Stengel zwey Arschinen und darüber hoch; du da hier und da sieht man kleines Schilfrohr; es giebt da viele 0 Hasen, Kraniche und wilde Enten. Zwischen den Sand— Nui hügeln näherten wir uns unvermerkt den Jurten, die für 40 uns zmahe bey einem wasserreichen Brunnen aufgeschlagen 190 waren. 0 Auf der Station Kukü Derißü kam die Mission e nach 2 Uhr des Nachmittags an, nach einem Wege von 17 35 Wersten(5 d. M.) 195 Den 26. Juni(8. Juli N. St.), den 10. des ten ud Mondes. Wir hielten Rasttag. Es war sehr heiß. Vom Wut Morgen an wehete der Ostwind, aber am Abend legte 19 0 er sich. 10 Am Morgen brachte man zu unserm Brunnen zehn ö 115 Rennpferde, um sie zu tränken. Lama's und gemeine Mon— Van de golen ritten nach irgend einem berühmten Obo. Bey den 1 Mongolen, so wie bey unsern Buräten und Tungusen ist 1 die Gewohnheit, in jedem Geschlecht oder Stamme, sich im 58 Sommer, ein oder zweymahl, auf einem gewissen durch 1 allgemeine Achtung geheiligten Platze zu versammeln. Dort, e bey einem zahlreichen Zusammenflusse von Einwohnern, und b 0 zwar nur Mannern, lesen die Lama's an festgesetzten Tagen l Gebete; von den Stammoberhäuptern werden Gastmähler 1 derg —ñ—ñ——— 2 N——ů—ů————— ö gegeben, die mit verschiedenen Vergnügungen begleitet sind, als: Pferderennen, Ringen, Bogenschießen u. s. w. Diese andächtige Versammlung oder Wallfahrt nach dem Obo dauert 5 Tage und darüber. Im ersten Theile dieser Reise S. 36. gedachte ich des Zweckes und der Art der Errichtung der Obo's, oder der Anbetungshügel in der Mongoley. Der Tag, an welchem dieser, nach der Meinung der Mongolen, heilige Hügel er— richtet wird, bleibt für die Zukunft, für alle Einwohner, die daran Theil genommen haben, ein jährliches Fest. Den 27. Juni(9. Jult N. St.), den 11. des Eten Mondes. Wir brachen um 5 Uhr des Morgens auf, und erreichten nach 9 Stunden die Station Ulan Tologsi, nachdem wir heute 35 Werste(5 d. M.) zurückgelegt hat— ten. Anfangs geht der Weg durch eine schmale Ebene, zwischen Anhöhen. Der Boden ist feiner Kies, und an einzelnen Stellen Schutt von zerbrochenen verschiedenfarbi— gen Steinen der Kieselgattung. Die Felsen in dieser Ebene sind mit ziemlich gutem Grase bedeckt. Auf den ersten 5 Wersten sahen wir, zur Seite des Weges, einige Jurten, und dabey große Heerden Schafe und Kameele. Ungefähr 7 Werste(1 d. M.) weiter ging, von der rechten Seite, auf unsern Weg ein Zweig der Straße von Darchan. Von der Vereinigung derselben rechnet man 10 Werste bis an den Brunnen Chadain Choschu, der an einem nicht großen Felsen liegt. Hier hielt Lang, wie man aus sei⸗ nen Papieren sieht, mit der Karawane am 24. Oktober (4. Nov. N. St.) 1727. Nahe bey dem Brunnen Chadäin Choschu auf ei— ner Anhöhe gegen Norden, sahen wir dunkelblaue Selte, in welchen der Gegen oder Kutuchta des barin' schen Länderappanagetheils der Mongolen, die ostwärts von den 6* d Ssuniten nomadisiren, sich aufhielt. Dieser mongolische 15 Oberpriester reiste in die chinesische Statthalterschaft Scha— i 1 0 angßi, um ihre heiligen Orte auf dem Berge U tai zu 1 5 verehren. Dort sind viele Tempel des Fo; in einem der— f 1 selben endete sein Leben der Kutuchta von Urga— der 5 Vorgänger desjenigen, der im J. 1820 nach Urga ge— 11 bracht wurde. 1 Von dem Brunnen aus setzten wir unsere Reise, 8 N Werste lang, auf derselben Ebene fort, welche an die fol— 9 gende Station gränzt. Wir gingen einen Abhang des 1 Berges, der zur Rechten des Weges liegt, hinauf, dann d wendeten wir uns wieder gegen Nordwest, und gingen 5 ahl Werste bis zur Station über flache Erhöhungen. Die lun nächste davon gegen Norden hat auf dem Gipfel eine un Schicht von röthlichem rohen Gestein, wovon auch die en Station den Nahmen Uläan Tologôi(rother Hügel) er— g halten hat. Das Gras um das Lager hier ist gut, nur auf ist zu bedauern, daß die Brunnen in weiter Entfernung 50 liegen; auch ist darin nur wenig und trübes Wasser. 0. Auf der vorigen Station endete der Mergenwan'sche die! Choschun der Chanschaft Tuschetu, der sich von Ga— dagen schun, d. i. der südlichen Gränze zwischen den Ländern fac! der Chalchassen und Ssuniten, anfängt. Die jetzige und folgende Station sind in dem Ländertheile des Dshan— dg dshun Beile von der zezenschen Chanschaft angelegt; ab d aber um die Dienstobliegenheiten gegen einander auszuglei—(45 chen, wird sie von dem Choschun des Chardal Dsaßak Gras unterhalten, der in eben dieser zezenschen Chanschaft, weiter fame gegen Osten, jenseit der Straße von Darchan, bey dem stiden Berge Noin nomadisirt. Die Länder dieser Chanschaft f g erstrecken sich von hier bis Urga, und noch mehr östlich, von u bis an die russische Gränze. Den von hier zurückkehrenden waren — a a 3 2— 2———— Taidsi's, welche die Mission durch drey Stationen beglei— tet hatten, wurden von mir ein Fuchs, 2 Zobel und ein schwarzer Saffian geschenkt. Bey einem nahe wohnenden, reichen Lama tauschten wir 3 Kameele ein, wo wir für jedes 2 von unsern abge— magerten gaben, die vor Kraftlosigkeit kaum noch gehen konnten. Ueberhaupt haben die hiesigen Mongolen viele Kameele, Schafe und Pferde, schön und sehr wohlbeleibt. um 10 Uhr in der Nacht besuchte mich der Tußulach— tschi Idam. Die Ursache dieses späten Besuchs war der Beschluß, den er aus Urga von dem Wan und Amban erhalten hatte, daß zum Gepäcke der Mission, ohne Zah— lung für Vorspann, mongolische Kameele und Pferde, nach dem Maaße des Bedürfnisses, abgelassen werden sollten. Ein solches Zeichen der Wohlgewogenheit der Regenten von Urga nahmen wir mit dem Ausdrucke wahrer Dankbarkeit auf. Der Tußulachtschi benachrichtigte uns zugleich, der Wan werde den 13. des jetzt laufenden öten Mondes(den 29. Juni— 11. Juli N. St.) bis Kiachta abreisen, um die Poststationen in Augenschein zu nehmen, und nach 12 Tagen, zur Ankunft der Mission, habe er beschlossen wieder nach Urga zurück zu kehren. Den 28. Juni(10. Juli N. St.), den 12. des ten Mondes. Nach fünf Uhr des Morgens ging die Misston— von dem Platze ihres Nachtlagers ab. Auf 12 Werste (4 d. M.) gingen wir durch eine ebene Steppe. Das Gras war, wie auch auf der vorigen Station, frisch und ziemlich hoch; der Boden Kies mit kleinem Schutt ver— schiedenfarbiger Steine. In der Ferne fingen an sich Berge zu zeigen, und näher gegen Westen zu geht eine Schicht von rothem Sandstein. Als wir bey dieser Fläche vorüber waren, gingen wir in ein lehmiges Thal hinab. Zur „ 2 Linken des Weges ist ein Brunnen, bey den Mongolen un— ter der Benennung Budarin Buläk bekannt. Von hier gan an geht der Weg zwischen steinigen Hügeln. Noch 10 Werste 0 (17— 12 d. M.) weiter traten wir in eine geräumige san— f dige Vertiefung, dann gingen wir aus dieser auf einen Berg— Jun abhang gegen Norden hinauf, und hielten in den für uns N bereiteten Jurten an. 900 Die Mongolen nennen diesen Ort Uidfün. Der 90 Brunnen, gerade in der Mitte der Vertiefung, zwischen Gra— b 1 nitsteinen und Sandhügeln, die mit federartigem Pfriemen—. grase bewachsen sind, ist tief und hat gutes Wasser. Lach lig der Sorglosigkeit der Mongolen ist auf der Oberfläche keine 00 hölzerne Einfassung gebaut; die Unreinigkeit, die beym Trän⸗ ab ken der Heerden sich am Troge aufhäuft, fließt alle in den b Brunnen und giebt dem Wasser einen widrigen Geruch. Wir i konnten nicht eher dieses Wasser gebrauchen, als bis wir d es bis auf den Grund ausgeschöpft hatten, und dann die l. Oeffnung des Brunnens mit Sand umlegten, damit das neu un sich anhäufende Wasser sich nicht mit den Unreinigkeiten ver— fi mischte. Zu diesem Mittel nahmen wir, bey unserer Rück— übe reise, mehr als einmahl unsere Zuflucht. Lon Den 29. Juni(11. Juli N. St.), den 13. des Eten Och Mondes. Rasttag. Gegen Abend erhob sich ein heftiger lat Wirbelwind; Wolken von Staub erfüllten die Luft, in einer Richtung von Norden nach Süden. Dann fiel ein mäßiger ß Regen; in der Ferne blitzte es stark. tit Den 30. Juni(12. Juli N. St.), den 14. des ten bon Mondes. Aus dem District Uid fün brachen wir um 5 web Uhr des Morgens auf, und kamen, nach einem Wege von hae ungefähr 24 Wersten(33— 33 d. M.) nach 11 Uhr auf der* Station Buchäin Mo-Ußu an. Während dieser Reise N hatten wir beständig einen kalten Ostwind; bis zur Hälfte — . des Tages war es tribe, dann erhob sich der Wind von Norden, und vertrieb die Wolken. Die Steppe, auf welcher heute die Mission reiste, gleicht völlig den Gegenden, durch welche die Reise am 28. Juni(10. Juli N. St.) ging. Nomadenwohnungen sieht man auch hier nicht. Etwa 11 Werste(15 d. M.) gin⸗ gen wir im Anfange über eine Ebene, mit verschiedenfarbi— gen Steinchen übersäet, und mit ziemlich gutem Grase be— deckt, bis zu dem Berge Chong ôr, wo auf einem Sweige desselben ein Obo aus Bruchstücken von weißem Quarz er— richtet ist. Von hier zeigen sich in der Ferne Ketten nicht hoher Berge. Von Chong or muß man in ein Thal her— abgehen, das mit rothem Lehm bedeckt ist, und sich auf 6 Werste weit erstreckt. Dort begegneten wir einem Lama und einem Mongolen aus dem chalchassischen Fürstenthum, die nach der Verehrung des Gegen in Urga zurückkehr— ten. Unter andern gaben sie uns, auf unsere Fragen, die unangenehme Nachricht, daß es weiterhin auf 4 Stationen kein Gras gebe. Der übrige Theil unseres Weges ging über Anhöhen bis zu der Station selbst, die nicht weit von dem großen Berge Buch(auf mongolisch: der Och se; in Klein-Reußen ebenfalls Bugäi!)) an— gelegt war. dach diesem Berge ist der Distr et Buch äin Mo ußu genannt. Die Worte Mo Ußu bedeuten schlech— tes Wasser. Und wirklich ist der eine halbe Werste von der Station südlich befindliche Brunnen ganz unbedeckt, weshalb auch das Wasser unrein und von widrigem Ge— schmacke ist. Diese Unbequemlichkeit war indessen minder *) Im Russischen heißt der Ochse Bulk. Allein das Wort Bugai in Klein-Reußen ist dem mongolischen Buchä noch ähnlicher, und eben deswegen führt der Verf. dieses hier an. A. d. U. ä . f 1 1 5 14 1 ö ö 3————j—ç—— empfindlich als der gänzliche Mangel an Gras für unser Lastvieh. Die umliegenden Thäler und Berge, auf deren südlichem ein großer Obo aus Quarz stehet, sind ganz durch die Därre entblößt, so daß, außer zermalmten Steinen und verdorrten Gewächsen den Blicken sich gar nichts zeigt. Buchäin Mo Uß!u liegt beynahe parallel mit dem Districte Olön Bäischin auf der Straße von Argali, wo die neue Mission am. Oct. 1820 ihr Nachtlager hatte, und welches von hier nach Osten zu eine Tagereise entfernt ist. Unter den Mongolen von der Station kamen zu uns mit Höflichkeitsbezeigungen auch solche, welche die Mission im vergangenen Jahre begleitet hatten. Wir be— gegneten hier einem Mongolen, der 10 Jahre auf der Gränzwache, unserer Distanz Tschinlant-Turukujew gegenüber, gestanden hatte. Zum Beweise seiner Bekannt— schaft mit den Russen, brachte er in verdorbener Mund— art einige russische Worte vor, als: Brigadier, Sot— nik, Chleb(Getreide, Brod), Wodka(Branntwein) u. s. w. Die Lage dieser Führer ist äußerst drückend; denn zu diesem eine kurze Zeit nur dauernden Amte waren sie aus ihren Nomadenplätzen abgeschickt, die sich an den Ufern des Cheruliun, 10 Tagereisen, d. i. auf 500 Werste (über 71 d. M.) weit befanden. Diese und die folgende Station befindet sich ebenfalls in den Ländern des Dshandshun Beilé, die noch auf 8 Stationen weiter hin sich ausdehnen, und von den Leu— ten des Choschun von Chardal Beiß unterhalten werden. Juli(A. St.) Den 1.(13. Juli N. St.), den 15. des öten Mondes. Bey Tagesanbruch eine außerordentliche Kälte, als wie — 2 5—— * 70 18 tet 1 ch watel E Man liefe vorig Sch ten. deb die war hig lose Sch führt umrin auen lar s fen fa D Mond U amn gubt 0 und —— 7 im September. Der Nordwind wehete mit großer Hef⸗ tigkeit bis 9 Uhr des Morgens. Dann aber legte er sich. Nachdem wir um 5 Uhr von dem Nachtlager abgegan⸗ gen und auf 20 Werste(fast 3 d. M.) vorwärts gedrungen waren, kam die Mission in dem Districte Mogôitu (Schlangenort) um 11 Uhr des Morgens an. Wir gingen gerade gegen Westen auf steinigen Bergen. Man mußte unaufhörlich bald auf Höhen hinauf, bald in tiefe und enge Thäler hinabgehen. Auf 4 Werste von der vorigen Station, rechts von der Straße, sah man in einer Schlucht einen See, und in der Nähe desselben einige Jur— ten. In blauer Ferne gegen Hsten zeigen sich die Gipfel des in dem chalchassischen Fürstenthume bekannten Gebirges, die drey Mändals. Auf der Hälfte des Weges sah man die Spuren von zwey ausgetrockneten Seen; westlich von diesen steht eine halbe Werst weit ein weißer Marmor— felsen. Nach diesem fingen wir an auf die Höhe des Ge— birges Ich Chongöôr hinauf zu gehen. Auf den gras— losen Abhängen desselben gingen wir bis zu einer engen Schlucht, die uns in das nicht große Thal Mogéitu führte, das mit hohen, steinigen Bergen von allen Seiten umringt ist; hier und da sieht man Adern von weißem und grauem Marmor. Das Wasser in einer offenen Grube war so äußerst trübe, daß sogar die Pferde es nicht sau— fen konnten. Den 2. Juli(14. Juli N. St.), den 16. des ten Mondes. Wir gingen um 5 uhr des Morgens weiter, und nach 11 Uhr kamen wir auf der Station Chodödo zusammen, nachdem wir ungefähr 23 Werste(37 d. M.) gemacht hatten. Ein steiniger Weg geht über hohe Berge, das Hinauf— und Hinabsteigen geht sehr steil. Auf 12 Werste, von ——— n— Mogsöitu, in einem tiefen Thale, fanden wir einen gu— ten Brunnen, einen steinigen Hügel gegen über. Aber 0 vergebens suchten unsre Augen Jurten oder weidendes Vieh. 1 Es sieht aus, als wären diese Gegenden von der zerstören— den Hand eines Feindes, oder von einer Tod verbreitenden e Pest verwüstet worden. Das ist die niederdrückende Wir— den kung der langwierigen Dürre!— Auf 20 Werste(fast 3 0 fur d. M.) östlich von unserm Wege zeigte sich in blauem 10 Dufte der hohe Berg Ozöl. Am nördlichen Fuße desselben be hat seine Nomadenwohnung der Dshandshun Beilé, Oi der die weitläufigen Länder in der zezen' schen Chanschaft p beherrscht. Diese Gebiete sind bey den Chalchassen bekannt die als die reichsten an wohlhabenden Leuten und guter Vieh— fe zucht, besonders an Pferden. Die Berge, auf welchen wir fte heute unsern Weg fortsetzten, besteht aus rothem Granit, t Quarz, und aus weißem und grauem Marmor. 0 Von dem letzten Berge an, 3 Werste von der Station N Chodoôdo, macht die Straße von Gundshu, die bis— 9 jetzt fast von der Station Ude aus in westlicher Richtung 5 gegangen war, eine plötzliche Wendung gegen Norden. 1 Auf solche Art gingen wir, durch eine enge Schlucht, bis zu unsern Jurten, wobey wir auf der linken Seite die g Höhe Narada(die sonnige) hatten, umkränzt mit gewal— 5 tigen Granitsteinen in verschiedenen Gestalten, sehr ähnlich 8 i denjenigen, die wir vergangenes Jahr(den= und 282. fun Oct.) in dem Districte Olön Bäischin sahen. Die 5 Schlucht hat einen sandigen mit Thon vermischten Boden. 5 Auch hier ist das Gras vom Frühjahre durch die Dürre hage verbrannt. Es wächst viel Derißü da; nahe am Wege, 9 5 unsern Jurten gegen über, sind zwey Brunnen mit gutem. Wasser. 5 bon! 3— K—. 8— — a——————— 177 1 Diese und die folgende Station werden von dem Cho— schun Achäi Gun, des Polizeymeisters von Urga, un⸗ terhalten. Den 3. Juli(15. Juli N. St.) Wegen des Man— gels an grünem Futter hielt ich es nicht für zuträglich, dem Viehe auf dieser Station einen Ruhetag zu geben; sondern ich beschloß noch eine oder zwey Stationen weiter zu gehen, und dann erst einen Tag lang anzuhalten, oder wenn das Gras gut seyn würde, auch noch länger an dem Orte zu verweilen, um die Kameele und Pferde sich erholen zu lassen. In einer solchen Sache muß man sich nie auf die Reden der Mongolen auf den Stationen verlassen; denn sie suchen nur so schnell als möglich die Reisenden nach fremden Stationen zu bringen, um dann selbst nach Hause zurückzukehren. Sie rathen immer und eifrig, weiter zu reisen; dort giebt es, nach ihrem Wunsche, auch gutes Wasser und fette Weiden. Wir brachen nach 5 Uhr auf, bey einer empfindlichen Kälte, und kamen, nach einem Wege von 25 Wersten (37 d. M.) an den Brunnen Chapchaktu um ein Uhr Nachmittags. Einige Klaftern von Chodo do nimmt der Weg eine tichtung nach Nordwest. Etwa 5 Werste gingen wir durch die vorige sandige Schlucht; wir gingen auf einen Berg hinauf, und von diesem, ungefähr eine Werst weit, gin— gen wir durch einen engen Hohlweg hinunter. Dann ka— men wir auf eine geräumige und glatte Ebene hinaus und gingen ungefähr 5 Werste bis an einen Brunnen mit gu⸗ tem Wasser. Auch dort fließt, am Fuße des Berges, ein nicht großer Bach. Von hier geht der Weg, auf 6 Werste, über dieselbe Ebene, die mit verschiedenfarbigen Steinen, von der Kieselart, mit Karneolen, Chalcedoniern u. s. w. — —————— 8 — 92 8 übersäet ist. Von der erwähnten Ebene gingen wir auf einen Berg hinauf. Hier zeigte sich der Berg Ozol, den wir gestern gesehen hatten, in aller Klarheit. Weiter da— von, gegen Nordwest, zieht sich das große Gebirge S san— ßär hin. Ueberhaupt erblickt man auf dieser glatten Höhe weite Aussichten nach allen Seiten. Auf der Höhe gingen wir auf 8 Werste weit bis zu den für uns bereiteten Jur— ten bey Chapchaktu. Dieser Brunnen war in der Nähe eines ausgetrockneten Sees gegraben; aus Vernachlässigung war er verfallen, und enthielt kaum das nöthige Wasser zur Bereitung der Speisen. Auch hier fanden wir das Gras nicht in hinreichender Menge, obgleich man übrigens hier mehr Grünes(größ— tentheils Steppenlauch) als auf den drey letzten Stationen bemerkte. Den 4. Juli(16. Juli N. St.), den 18. des ten Mondes. Nach 5 Uhr des Morgens ging die Mission von Chapchaktä ab. Diesen Morgen war die Kälte gemä— ßigter; aber, wie vorher, wehete den Nord wind. Vier Werste gingen wir auf sonft abhängigen Höhen bis zu dem Brunnen Bulén, der rechts vom Wege an dem Fuße eines Berges ist. Dort ist ein nicht großer See oder richtiger Sumpf; und weiter nach Osten fließt auf 100 Klaftern eine Quelle süßen Wassers. Dann gingen wir etwa 5 Werste auf einem engen Fußpfade eine Höhe hinauf, von welcher wieder sich der Berg Ozöl und viele andere, die man am ganzen Horizonte sah, zeigten. Auf 4 Werste gingen wir abwärts zu dem Brunnen Gaschün, der in einem tiefen Thale erbaut ist. Gegen Norden, am Fuße eines Gebirges, standen einige Jurten und es gingen große Heerden Schafe, Kameele u. s. w. herum. Von dem Brunnen mußte man wieder auf einen hohen, aber 3——— 2— — 93— sanft abhängigen Bergrücken hinauf, und durch eine enge Schlucht, im Ganzen 10 Werste, bis zur Station, gehen, wo die Mission um 12 Uhr Mittags ankam. Die Jurten waren auf einem nördlichen Bergabhange bereitet, bey einem Brunnen Dsamüin Ulän chudük, d. i. der rothe Brunnen am Wege. Nahe dabey standen einige Jurten nomadisirender Mongolen, hingelockt in diese Gegenden durch den Ueberfluß an Wasser und Gras. Dort wächst ebenfalls viel Steppenlauch. Von dieser Station kehrten zwey Kundui's, welche die Mission von Chodôe do aus begleitet hatten, zurück; die gegenwärtige Station und die folgende Kuschötu werden eigentlich von dem Choschun des Dshand she un Beilé unterhalten, dessen früher unter dem 23. und 29. Sept.(5. und 11. Oct. N. St.) 1820, und unter dem Ka. Juli 1821 gedacht worden; er ist zugleich Inspector der Truppen in den Gebieten des Zezen Chan. Solche Dshandshun's befinden sich in jeder Chanschaft des chalchas⸗ sischen Fürstenthums, und stehen unter den Befehlen des obersten Dfängdsiung's oder manshurischen General— Inspectors, der seinen Aufenthalt in Uläßutai hat, und die Aufsicht über alle chalchassischen Truppen führt, die vor— zugsweise an der Gränze gegen Rußland stehen. Im Falle eines Krieges muß dieser Dsängdsiung das chalchassische Corps commandiren. Die erwähnten Inspectoren sind ver— bunden, alle 3 Jahre sich in Uläßutai zu versammeln, wo sie in Dienstangelegenheiten 4 Monate und länger blei— ben. Der gedachte Dshandshun Beilé(auf manshurisch ist Dshandshun das Amt, und Beil der Rang eines Fürsten vom Zten Grade) sollte in diesem Jahre dahin rei— sen, aber wegen eingetretener Hindernisse ging an seiner Statt der Chardal Beiß e(Fürst vom 4. Grade) dahin. „ ü 1 Den 5. Juli(17. Juli N. St.), den 19. des ten 100 Mondes. Wir hielten Rasttag. Es war kühl. 1 um 10 uhr des Morgens besuchte mich Fu-Loje. gal Er kam beynahe jeden Tag zu uns. Selbst der Bitcheschi Jute bewies durch Erfahrung die ganze Unbequemlichkeit der SCE ße Reisen der Mission von Station zu Station nach der ge— fim! genwärtigen Einrichtung. Es ist schwer, sich mit so star— ö von kem Viehe zu versehen, das die Herbstreise von Kiachta nach Chalgan(d. i. ungefähr 1200 Werste— über 170 d. M.). und wieder zurück, während der Sommerzeit— der aller— 15 beschwerlichste Weg, der seiner Lage nach oft über steile 1 Berge oder durch tiefen Sand geht— und noch dazu bey Ent mangelndem Futter und Wasser, aushalten könnte. Alle 1 solche unvermeidliche Beschwerden drohen stets mit Zerrüt— bin tung der Kräfte unsers Viehes, das in reichlichem Grase, 5 und bey freyer Tränke ans den Flüssen aufgewachsen ist. Nach der Meinung des Bitcheschi wäre es am bequemsten M. und anstandigsten 1mgewesen, unsre pekin'sche Mission mit Ela mongolischem Vorspann zurückzuführen. Sie reise wegen fernt Zwecken, die das Reich betreffen, und ihre Mitglieder er— des! halten, während ihres ganzen Aufenthalts in Pekin, Ge— 0 halt und Lebensmittel von der chinesischen Regierung. Aber Alg dieses muß man, bey bequemer Gelegenheit, nach vorher— fußt gegangener Verständigung mit dem Gerichtshofe der aus— san ng wärtigen Angelegenheiten festsetzen. e Den 6. Juli(18. Juli N. St.), den 20. des Gten gingen Mondes. um fünf Uhr des Morgens verließen wir den hab; Ort, wo wir Rasttag gehalten hatten, und nach drey— Stunden kamen wir auf der Station Kuschötu an, 080 nachdem wir nicht mehr als 12 Werste(15— 14 d. M.) f weit gereist waren. 50 —— 2———— 2. — 95—— Der Weg nach dieser Station geht durch zwey Thäler, sie durch Höhen von einander getrennt sind. Wegen des Ueberflusses an Grase hatte sich hier eine große Menge Mon— golen versammelt, so daß wir in dem ersten Thale bis 25 Jurten) zählten, bey welchen viele Kameele, Pferde und Schafe umher gingen. Dort begegneten wir auch einem Hau— fen Wallfahrer aus dem Choschun des Mergen-Wan, die von dem Kutuchta aus Urga zurückkamen. 2 wir 2 Werste weiterhin zu den für uns bereiteten Jurten. Der Brunnen ist eine halbe Werste nach Westen; das Wasser ist trübe; das Gras ist schlechter als auf der vorhergehenden Station. In der Ferne, gegen Südwest, sah man den gro— ßen Berg Dsala, und auch der Ozol zeigt sich noch in blauer Ferne nach Südost. Den 7. Juli(19. Juli N. St.), den 21. des ten Mondes. Von Kuschötu ging die Mission heute nach der Station Olôn(viel) Ob“, die 13 Werste(19 d. M.) ent⸗ fernt ist. Wir reisten um 5 Uhr ab und kamen um 8 uhr des Morgens an. — Zwischen diesen nahen Stationen geht der Weg durch Thäler, die von nicht großen Anhöhen durchschnitten werden. Auf dem nördlichen Bergabhange des Thales, das am näch⸗ sten nach Kuschotu liegt, sahen wir einige Jurten und viele Schafe. Von da aus stiegen wir auf eine Höhe empor, und gingen 5 Werste nach und nach zu dem Gebirge Olon Obo hinab; auf dem Gipfel befinden sich einige Haufen von Stei— ) Die Armuth der Steppen an Gras und Wasser macht, daß die Mongolen zerstreut nomadisiren. Jede Familie vertheilt sich in 2 oder 5 Jurten besonders, und nimmt eine nicht kleine Fläche von Land ein. A. d. V⸗ nen aufgethürmt, am Fuße des Gebirges ist ein Brunnen, dauerhaft mit Steinen ausgelegt, und mit gutem Wasser. Die Station ist auf dem Abhange des nördlichen Ge— birges; der Boden ist Sand, und Schutt von verschieden— farbigen Steinen. Gegen Westen, in einer sandigen Ver— tiefung, sind zwey Brunnen, von denen nur der eine ge— braucht wird; aber auch in diesem ist das Wasser trübe, wegen der schlechten Bauart dieses Brunnens: vor unsern Augen fielen zwey Hammel hinein. Nahe bey dem Brun— nen sind viele Jurten, und dabey Tausende von Schafen und nicht wenig Kameele. In diesem Uluß wohnt ein Silberarbeiter, der dem Dshandshun Beilé unterworfen ist. Schnell machte er unserm Tußulachtschi silberne Verzierun— gen an den Deckel der Tabakspfeife und an die Schnalle des Leibgürtels, und zwar mit merklicher Geschicklichkeit. Das Gras ist hier, nach der Dürre zu urtheilen, sehr gut. Die Gegend bietet eine gewisse angenehme Mannig— faltigkeit dar. Den 8. Juli(20. Juli N. St.), den 22. des bten Mondes. Um 5 Uhr des Morgens erhoben wir uns vom Platze. Als wir das Gebirge erreicht hatten, gingen wir 17 Werste über Höhen, dann kamen wir in ein Thal her— aus, das sich von Osten nach Westen hinzog, und worin einige Jurten standen. Aus dem Thale gingen wir einen Berg hinauf; von diesem herab war der Weg lang und ging immer abschüssig bis zu dem Brunnen Zaptschür, der zur Linken des Weges lag. Bis zu diesem Brunnen kann man von unserm Nachtlager eine Entfernung von 6 Wersten rechnen; dann mußte man bis zur folgenden Sta— tion noch 9 Werste gehen. Von dem Brunnen aus gingen wir auf einen hohen Berg, auf dem, in Südost, in blauer Ferne sich noch der —— Ga auf schl 96 5 gaht/ unge zum sam shen tu, gen, eine ht fel Jut Ge N0 det 0 halle Hie hege 7 f. r eee rr—— 3— 8 Ssanßär und der hohe Ozöl zeigte. Dann stiegen wir auf eine weite Ebene hernieder, und als wir diese über— schritten hatten, mußten wir auf einen Zweig des Gebir— ges Bain Charz, das ebenfalls von Osten nach Westen geht, uns erheben. Auf der Südseite desselben sahen wir ungefähr 30 Jurten, wo, wie man sagt, sich die Lama's zum Lesen ihrer Nom's, oder geistlichen Bücher, ver— sammelten. Gegen Westen, ganz am Fuße des Berges, stehen einige Jurten; dort ist auch der Brunnen D sulhe⸗ tu, gut gebaut und mit reinem Wasser. Von diesem Brun— nen, eine Werst weiter vorwärts gegen Norden, war auf einem Hügel unser Lager angelegt, wo die Mission um 9 Uhr des Morgens ankam, nachdem sie einen Weg von un— gefähr 15 Wersten(über 2 d. M.) gemacht hatte. Unsere Jurten standen dem Bain Chara gegen über. Dieses Gebirge trennt die Länder des Zezen-Chan von den nach Norden zu gehenden Gebieten des Tuschetu-Chan. Das Gras war auf dieser Station schlechter als auf der vorigen, aber noch immer ziemlich grün. Man muß sich verwundern, wie es dieses Grün bey der Dürre be— halten konnte, die vom Frühjahre an, bey einer so starken Hitze(von 25 Grad), wie sie uns schon drey Tage lang begleitete, angehalten hatte. Fu⸗Loje, von Begierde zum Gewinn angetrieben, that mir bey einem Besuche, den er mir machte, einen selt— samen Vorschlag, nämlich: von ihm aus Urga einigen Back⸗ steinthee zu nehmen, und dafür von unsern kiachtaischen Kauf— leuten russische für ihn nöthige Waaren einzutauschen. Von Ihnen, sprach er, werden sie auf Ihrem Soll— hause keinen Zoll nehmen. Man mußte in diesem Vorschlage die listigen Rathschläge des alten Nerba, der sich bey dem Bitcheschi befand, entdecken, Ich lehnte entschieden III. Band. 7 RWP die Erfüllung dieser verfänglichen Forderung ab; dagegen bat ich den Bitcheschi mir aufrichtig seine Bedürfnisse zu sagen, und versichert zu seyn, daß aus Erkenntlichkeit von unsrer Seite, und bey dem bekannten Eifer der kiachtaischen Kaufmannschaft für den gemeinschaftlichen Nutzen, seine der Mission bewiesene Sorgfalt nicht unbelohnt bleiben werde. Den 9. Juli(21. Juli N. St.), den 23. des ten Mondes. Von Bain chara ging die Mission nach 2 Uhr des Morgens vorwärts; und nach 7 Uhr kam sie auf der Station Ulan nor(der rothe See), nach einem zurück— gelegten Wege von 15 Wersten(27 d. M.) an. Vier Werste weiter hin kamen wir auf eine Ebene heraus, auf welcher wir 5 Werste gingen; von da kamen wir auf eine Höhe, und setzten 6 Werste lang unsern Weg, auf steilen kleinen Erhöhungen, bis zu der Station fort. Etwa drey Werste vor Ulan nor zeigte sich sehr gutes Gras. Der Boden ist Sand, hier und da mit Schutt von Steinen bedeckt. Alles verkündete, daß wir uns Ge— genden naheten, mehr von der Natur gesegnet, als die südlichen chalchassischen Steppen und die sandigen Noma— denplätze der Ssuniten. Die Station Ulan nor ist zur Rechten des Weges, auf dem nördlichen Abhange von Bergen, die von allen Seiten ein tiefes Thal umschließen, angelegt. Die Tiefe des Thals füllt sich zur Regenzeit mit Wasser; jetzt stellt der Boden dieses manchmahligen See's einen großen Kreis von röthlichem Sande dar. Gegen Osten, an einem Fel— sen, ist ein Brunnen mit gutem, kalten Wasser. Der Choschun des Amban Beißé, der seinen Aufent- halt in uläßutai hat, unterhält diese Station, und weiterhin ist schon das schabanische Gebiet oder des Ku⸗ tuchta, d. i. das geistliche, klösterliche Gebiet. N a 111——.—— geht Dist ohe Vers desen an den Bal nd d .d 5 Der Ostwind, der gestern mit heftigem Sturme begann, hielt auch heute den ganzen Tag an. Nachmittags regnete es etwas, aber nicht stark. Den 10. Juli(22. Juli N. St.), den 24. des ten Mondes. Wir hielten Rasttag. Den ganzen Tag wehete ein heißer Südwind. Den 11. Juli(23. Juli N. St.), den 25. des ten Mondes. Nach zuvor erhaltener Nachricht vom Tußulach— tschi von der weitern Entfernung der folgenden Station, brach die Mission um 2 uhr des Morgens auf. Von Mit— ternacht an schien der Mond, aber dießmahl verhüllten ihn dicke Regenwolken. Bey Tagesanbruch fiel mäßiger Regen. In der Dunkelheit gingen wir, nicht ohne Mühe, über die Höhen, welche die Station umschließen. Auf 12 Werste(17 d. M.) gingen wir auf einem glatten und festgetretenen Wege; dann kamen wir eine sanft abhängige Höhe hinauf, von welcher sich uns die ungeheure weite Ebene Borgio, von Bergen umringt, enthüllte. Ein Gebirge, daß in gerader Linie von Süden nach Norden geht, begränzt diese Ebene. In dem ober- udin'schen Districte, auf dem linken Ufer der Dshida, heißt die große Steppe auch Borgio oder Borgöi. Auf drey Werste gingen wir bis zu einem nicht großen Uluß hinab; diesem gegenüber, etwa zwey Werste von der Straße, sieht man den See Chaja. Die Thäler sind mit reichen Wei— den bedeckt, wie wir sie seit der Steppe von Zagän Balgaßuü nicht gesehen hatten; das Gras ist grün, hoch und dicht,— eine Folge der niedrigen Lage der Gegend und der Regen, die hier im Frühjahre gefallen waren. Nach allen Seiten sah man weiße Jurten, und zahlreiche Heerden Schafe, Pferde und Rinder gingen umher. Noch 7 Werste(1 d. M.) weiter gingen wir bis zu einem andern 7* — 100 See, der nahe am Wege liegt und S chakschur heißt; von da 3 Werste weiter bis zu einer scharf zugespitzten An— höhe, die von dem Vereinigungspunkte der Berge sich ge— 15 Süden in einem engen Streifen hinzieht. Nach einem Lege von 5 Wersten auf der Höhe erreichten wir die No— 9 bey dem Brunnen Borgo; wo auf Veranstaltung des Tußulachtschi ein Zelt zum Ausruhen für die Mission aufgeschlagen war. Hier ist, wie die uns begleitenden Taidsi's sagen, die Hälfte der heutigen Tage— reise, die sich, wie uns andre fremde Mongolen erklärten, sich auf mehr als 60 unsrer Werste(über 83 d. M.) er- streckt. Es ist zu bemerken, wenn man einen auf der Straße uns begegnenden Mongolen nach der Entfernung ei⸗ nes bekannten Ortes fragt, und er antwortet chol6! d. i. weit, so zeigt dieses etwa 25 Werste(über 35 d. M.) an; sagt er oiré“, d. i. nahe, so bedeutet es 15 Werste (über 2 d. M.); und wenn er mit fröhlicher Miene spricht oirch on, d. i. ziemlich nahe, so hat man wenigstens noch 7 Werste(1 d. M.) zu reisen. Der Steppenbewohner, zu reiten gewohnt, rechnet das für nichts, mit seinem Pferde noch ein 10 oder 15 Werste mehr zu durchjagen; überdieß reitet er immer in gerader Richtung, über hohe Berge und durch tiefe Schluchten. In diesem Districte, der am Fuße des langen Berg— rückens Bain arik westlich von der Straße liegt, war die Station zum Voraus von dem Choschun des Amban Beißé bestimmt worden; aber die Aeltesten des Dsho— non-Dfasäkischen Choschuns, die ihre Stationen zu verkürzen wünschten, hatten den Tußulachtschi Idam über— redet, sie nach Ulan nor zu verlegen, wo die Mission gestern das Nachtlager gehabt hatte, unter dem Vorwande, daß die Reise nach Borgio von B Zain schara zu weit seh. 8— 3—————— 5 5——————— 101 Wir berechneken die Zeit, und hielten uns daher nicht bey Borg io auf, um bloß eine kurze Seit auszuruhen, sondern gingen vorwärts, um unser Gepäck einzuholen. Ungefähr 8 Werste gingen wir durch eine ebene Steppe, wo der Weg von Gundshü ganz mit Gras bewachsen ist. Auf der linken Seite hatten wir das Gebirge Bain ärik, und gegen Osten auf 10 Werste(15 d. M.) erhob sich der gewaltige Berg Bain zocht“, dessen Gipfel aus rothem Granit besteht. Diesen Berg sahen wir auch im vergangenen Jahre(den 28. Sept.— 10. Oct. N. St.) bey der Reise auf der darchan'schen Straße von der Station Gachz a(Hachzä) chudük auf Oshirgalantü. Dann gingen wir auf den östlichen Abhang des Berges Chapzäl, und als wir über diesen hinüber waren, gin— gen wir auf 2 Werste zu dem nördlichen Fuße desselben hinab. Dort, in einer engen Schlucht, lagerten wir uns bey einem Brunnen mit kaltem und reinem Wasser, das aus einem Steinfelsen hervorquillt. Nicht weit von uns standen zwey armselige Jurten. Die Reichen waren am Tage vorher mit ihren Nomadenwohnungen weggezogen, da sie fürchteten, daß ihr Vieh zum Vorspanne genommen werden möchte; dieß geschieht gewöhnlich durch die Sta— tions-Aeltesten mit großer Unordnung. Die Wagen kamen nach Chapzäl schon nach 2 Uhr des Nachmittags, nachdem sie heute einen Weg von we— nigstens 40 Wersten(55— 54 d. M.) gemacht hatten. Da ich die Ermüdung der Pferde von einem so weiten Wege sah, wagte ich es nicht, bis zur Station zu gehen, die von da noch nicht sehr nahe angelegt war, sondern ich fand, nachdem ich mich vorher darüber mit den chinesischen Führern und dem Tußulachtschi besprochen hatte, für nö⸗ thig, hier anzuhalten, und die Reise erst morgen fortzu— setzen. Der Tußulachtschi war in großer Verlegenheit, da er, auf den Rath der Landeseinwohner, eine so ungewöhn— lich weite Tagereise zum Voraus bestimmt hatte. Unter— dessen ging der Bitcheschi, alles unserm Gutdünken über— lassend, mit dem Boschko vorwärts, der bisher, wegen seiner Unpäßlichkeit, immer in meinem Wagen gefahren war. Der Tußulachtschi ging auch dahin ab, und ließ bey der Mission zwey Taidsi's zuruck. Auch hier ist eine grasreiche Ebene, auf allen Seiten von Bergen eingeengt. Den 12. Juli(24. Juli N. St.), den 26. des ten Mondes. Die Mission ging halb sechs Uhr des Morgens ab, und kam nach 6 Stunden, nach einem Wege von 25 Wersten(33 d. M.) auf der Station Chaschätu an. Von dem Brrge Chapzäl geht der Weg Gundshü gerade nördlich, durch den Hohlweg Chôloto, und ver— einigt sich dann mit dem von Darchän; die Mission wurde auf dem Narin Dsam, d. i. der kleinen Straße die näher gegen Westen liegt, geleitet. Als wir in dieser Richtung 3 Werste in dem Thale Bilgich« gereist waren, traten wir in einen Hohlweg, der von dem Berge Zantu, von Norden nach Süden, zwischen großen Anhöhen, sich hinzog. Auf 7 Werste(1 d. M.) gingen wir durch diesen Hohlweg, in welchem ein Ueberfluß an schönem Grase war. Hier sind nur im Winter Nomadenwohnungen. Dann gingen wir ungefähr 2 Werste auf das Gebirge Zantu hinauf. Rohes Gestein, woraus dieser Berg besteht, liegt auf dem Gebirge in engen gezackten Schichten; neben dem Wege ist ein nicht großer Obo. Auf dem Berge wächst viel Rhabarber. Hier begegneten wir Lama's, die aus Urga kamen; sie sagten uns, Jundün Wan sey schon aus Kiachta zurück. 5 1 wochte daegn Bic — 2 03. Mit großer Mühe brachten wir unsere Wagen und die zweyrädrigen Fuhrwerke den steilen Berg hinunter. Auf 3 Werste gingen wir immer abwärts am nördlichen Fuße des Berges, bis zu einem kleinen sandigen Hügel; über diesen hinaus kamen wir in die Ebene Zantu, worin ein Bach von Norden nach Osten fließt. Der Boden ist salzige Erde. Auf der Ebene sind viele Jurten und große Rinderheerden, die einem reichen Mongolen aus dem Choschun des Amban Beißé gehörten; er hat bis 2000 Schafe, 1000 5 de, 300 Stück Hornvieh und mehr als 150 Kameele. Auf 8 Werste gingen wir in diesem, mit federartigem Pfriemen— grase bewachsenen Thale, bis zu einem Felsen, der von dem westlichen Gebirge sich nach dem Wege hinzieht; die— sem gegenüber erhebt sich, in nicht weiter Entfernung, ein besonderer Berg. Durch dieses Thor, so zu sagen, kamen wir heraus auf den nördlichen Zweig derselben, mit An⸗ höhen umringten Ebene Zantu, und 2 Werste weiterhin kamen wir an den Brunnen Chaschätu, in dessen Nähe zwey Jurten für die Mission aufgeschlagen waren. Bald nach unsrer Ankunft besuchte mich der Tußulach— tschi Idam, um sich zu erkundigen, ob wir die Nacht in seiner Abwesenheit ruhig zugebracht und ob wir glükklich die neue Station erreicht hätten. Mit diesen Höflichkeits— bezeigungen hatte er uns seinen Chäò entgegen geschickt. Nach ihm kam Fu-Loje und äußerte sein großes Miß⸗ vergnügen über den Tußulachtschi, der gestern den Herrn Bitcheschi, mit seinem Gefolge, habe in einem Zuge einen Weg von 140 Li, d. i. 70 unserer Werste(10 d. M.) machen lassen. In seinem großen Aerger gegen den Tußu⸗ lachtschi hatte Fu-Loje die Studenten Ssipakow und Si— mailow gebeten, ihm in manshurischer Sprache, die er (nicht das erste Beyspiel!) ganz und gar nicht versteht, ——— 5 104 einen Bericht an den Gerichtshof, wegen der Unordnung in Vertheilung der Stationen, aufzusetzen, wie er sie in dem chalchassischen Fürstenthume gefunden habe. Ich rieth aber den Herren Studenten, sich nicht in Sachen eines fremden Streites zu mischen, der bey dem Regenten von Urga eine uns nachtheilige Meinung erwecken könnte. Die Station Chaschätu wird von Schabinen unterhalten. Gegen Süden zeigt sich unsern Blicken noch der Gipfel des Berges Bain Zochts in Gestalt eines Dreyzacks, und gegen Norden erscheint in blauer Ferne, wie eine Insel im Meere, der Chanöôla, der über Urga liegt. Den 13. Juli(25. Juli N. St.), den 27. des ten Mondes. Rasttag. Hier fanden wir gutes grünes Futter für das Vieh, und daher beschlossen wir, den Tag an die— sem Orte zuzubringen. Dieser District hat das Ansehen einer großen Nieder— lassung: ein großer Zusammenfluß von Mongolen; viele Jurten, große Heerden Pferde, Schafe, Rinder und Büffel. Der hiesige Brunnen übertrifft bey einem Ueberfluß an gu— tem Wasser, auch durch seine Bauart alle, die wir in der Mongoley sahen; er hat eine große Tiefe, er ist breit, und von innen mit fichtenen Bretern ausgelegt. Hier weiden mehr als tausend Pferde von den unzähl— baren Heerden des Kutuchta-Gegenz; es giebt wohlge— bildete Pferde darunter, aber auch viele alte. Sie sind, wie man uns versicherte, unberührbar; man reitet nicht auf ihnen, auch vertauscht man sie nicht. In dem Gebiete Chaschätu wohnen viele Lama's, welche die Heerden des Gegen weiden. In ihrem Umgange mit den Fremden, so wie auch mit den Mongolen, sind sie stolz und grob. . Früher ist schon von mir bemerkt worden„daß man in der Umgegend von Urga, eben so wie in Tibet, viele zottige Büffel zieht; es giebt schwarze, weiße, graue und dunkel— braune. Sie sind von Körper lang, dick, haben einen Rücken, der wie einwärts gebogen aussieht, weil der Hals und der Hintertheil, von dem sich aufwärts borstenden Haare, höher emporzuragen scheinen; ihre Köpfe sind klein; manche haben Hörner, andere nicht und nur Buckel an deren Stelle; der Hals ist dünn und kurz; die Füße und der Schwanz sind auch kurz; im Genicke wächst ihnen kurzes Haar, aber am Bauche an den obern Theilen der Füße, und am Schwanze ist das Haar dicht und 4 Arschin(fast 7 Zoll rheinl.) lang. Dieses nämliche Haar, doch nur das weiße, gebrauchen die Chineser als Quasten für ihre Sommerhüte, Fahnen u. s. w. Man führt es größtentheils aus Tangut aus, und färbt es in Chändsheu, einer chinesischen Stadt der Statthalterschaft Dshedfän, die durch ihre Seidenmanufacturen und andere sehr gute Fabriken bekannt ist. Diese Büffel brüllen nicht, sondern grunzen nur fast wie die Schweine. Sie finden sich an den nördlichen Gränzen China's, in ganz Tangut und Tibet, zahme und wilde auf den Bergen. Den 14. Juli(26. Juli N. St.), den 28. des Eten Mondes. Starke Kälte. Wir gingen um 5 Uhr des Mor— gens von dem Orte unsers Nachtlagers vorwärts, und nach einem Wege von 30 Wersten(4 d. M.) kam die Mission nach 1 Uhr des Nachmittags, auf der Station Ssudshi, der letzten bis Urga, an. Auf 6 Werste gingen wir, in westlicher Richtung, im— mer auf der Ebene Zan tu bis zu dem mit vielen Hügeln be⸗ setzten Berge Unege tu(unehetu), der die Ebene von Nor— den her begränzt. Als wir bey dem westlichen Fuße des Ber— ges vorüber waren, traten wir in die Schlucht Bain To— *— 2 — 15 2 — — . 1 * 1 9 1 15 4 7 5 * f 13 13 3 1 1 1. 1* 1 1 1 1 5 1 , 1 1 r 8 — 106— log ldie reichen Hügel). Von der Station Chaschätu n bis nach Ssudshi sind zwey Wege; der eine geht auf der 0 Ostseite der Schlucht, und der andere auf der Westseite, San wobey man die beschwerlichen Auffahrten auf den steilen Ab- Lad hang des quer vorstehenden Berges Ssalkkitü umgeht. AN Gleichwohl führte man die Mission auf dem ersten, d. i. dem Ti östlichen, als dem nächsten Wege. Die Schlucht hat Gras nig im Ueberflusse. Nomadenwohnungen sah man nicht, denn Gi es giebt keine Brunnen; die Einwohner versammeln sich hier San im Winter. gar In der Schlucht von Bain Tologoi gingen wir, in gen nördlicher Richtung, 17 Werste(27— 25 d. M.) bis zu mel dem sehr hohen Berge Ssalkitu(der stürmische). In let den Schluchten desselben wächst viel Rhabarber und es giebt Oft viele Murmelthiere. Die Mongolen gebrauchen das Fleisch S5 dieser Thierchen zur Speise, und mit ihren Fellen verbrämen 0 sie die Aermel ihrer Röcke und ihre Wintermützen. Bel be— N merkt*), in Hinsicht der großen Anzahl von Murmelthieren de und der Menge des Rhabarbers in den Umgegenden von 0 Urga, daß, wo man nur zehn oder zwanzig Rhabarber— 0 pflanzen findet, da sind auch unfehlbar einige Löcher in der 0 mit Blättern bedeckten Gegend umher. Vielleicht, fährt er fort, nähren sich die Murmelthiere von den Wurzeln und fe Blättern der Rhabarberpflanze; aber am wahrscheinlichsten 1165 ist, daß der um die Rhabarberwurzeln herum ausgeworfene 105 U Unrath dieser Thiere nicht wenig zur Permehrung jener ö 1 Pflanzen beyträgt, und daß sie, indem sie die Erde durch— ö 0 0 wühlen, den Samen davon das Einwurzeln erleichtern. 15 5 Die sanften Abhänge dieses Berges sind nicht zu sehr 10 i 1 beschwerlich für die Auffahrt von Wagen; der Gipfel des 8 „*) S. Bels Reisen II 89. 90 8 107— Berges selbst bleibt zur Rechten des Weges liegen. Von hier sahen wir endlich, durch eine Bergschlucht, in klarem Blau, den Chanöla, dadurch merkwürdig, daß er von Norden her der letzte, und von Süden der erste Berg in der Mongoley ist, den Waldungen bedecken. Von dem Fuße des Ssalkitu gingen wir lange zwischen den stei— nigen Bergen des in der Mongoley bekannten Gebirges Chinchang, wozu auch der Chanöla gehört. Hier sind die Berge ungleich höher als alle, über welche wir von Za— gan Balgaßu aus bis hieher gekommen waren; sie fan— gen unvermerkt an, sich noch zwey Stationen weiterhin mehr zu erheben. Fünf Werste weiter kamen wir auf einen betretenen Weg heraus, und nach einer Wendung gegen Osten stiegen wir mit großen Anstrengungen den Berg Ssüdhi hinauf, einen der höchsten in dem erwähnten Gebirge. Die übrigen 2 Werste gingen wir auf einem äußerst steilen Wege, in einer engen und dunkeln Schlucht; dieses Hinabsteigen ist, wegen des nahe liegenden Hohl— weges, sehr gefährlich. Indem wir vom Berge herab gin— gen, erreichten wir endlich das an einem Bergabhange, nahe bey einer Quelle mit gutem Wasser angelegte Lager. Der ganze Gesichtskreis ist mit Bergen bedeckt. Außer ihren hohen, nackten Gipfeln, und ihren nächsten Schluch— ten, zeigt sich nichts dem Auge des Reisenden. Nur allein der Riese Chan bla ragt stolz empor mit seinen Waldun— gen, die bey den Mongolen als heilig geachtet werden. Bey unsrer Ankunft auf der Station trieb man zur Tränke eine Heerde guter Pferde, die von eifrigen Chalchassen dem, ihrer Meinung nach, auf den Gipfeln des Chanöla woh— nenden Schutzgeiste zum Opfer dargebracht wurden. Zwey Stunden nach der Ankunft der Mission im La⸗ ger ward der Boschko voran nach Urga geschickt, um den —. .— 1 1 1 ö — j ů—ç—ꝛ— n = — ————————— 3 108— Mitgliedern des Famung die Ankunft der Mission in der nähe dieser Stadt zu melden. Mit ihm ging auch der Chä Darmadsäp, der sich bey dem Tußulachtschi Idam befand. um 3 uhr regnete es stark mit grobem Hagel, und hielt ungefähr eine Stunde an. Bey unserm Lager zogen viele Mongolen vorbey zur Verehrung des Kutuchta-Gegen in Urga. Unser Ge— päck wurde auf unsern der Regierung gehörigen und auf mongolischen Kameelen von mir um 6 Uhr des Abends vor— aus geschickt, doch sollte dieses, wenn es am Ufer der Tola angelangt wäre, dort die Ankunft der Mission er— warten, um zusammen nach Urga zu gehen. Den 15. Juli(27. Juli N. St.), den 29. des ten Mondes. Die Mission ging von dem Orte des Nachtlagers um 6 Uhr des Morgens ab. Nach einem Wege von 2 Werst niederwärts, über— schritten wir eine nicht beträchtliche Anhöhe, und gingen dann 6 Werste gegen Norden in einem Hohlwege, merklich aufwärts auf den steilen Berg S chirdük tu. Dieser Berg erhielt diesen Nahmen, weil der sungarische Chan Galdan, von den Truppen des zweyten manshurischen Kaisers auf dem Throne China's— des berühmten Kanßi— ge— drängt, auf der Flucht durch diese Berge, sein Gepäck, und sogar die Satteldecken von seinen Kameelen verlohr. Schir— dük bedeutet auf mongolisch eine gesteppte Filzdecke. Von Schirdüktu gingen wir in einen engen Hohl— weg hinab, der zwischen hohen Bergen liegt; und hier giebt es viele Murmelthiere. In einem sanft abhängigen Hohlwege, in östlicher Richtung, setzten wir unsere Reise 8 Werste bis zu dem Bache vom Schier düktu fort, der . 2 tg Jus! U . N —— 1 8 aus dem südöstlichen Zweige des Chanb la, dessen Gipfel mit Wäldern von Lärchenbäumen bedeckt sind, hervorfließt. An diesem Orte erfreute uns durch sein unerwartetes Begegnen der ehrwürdige chalchassische Taidsi Ajüschi ui— dfün, der die Mission im vorigen Jahre, durch vier Sta— tionen von dem Choschun des Mergen-Wan, bis zu den ßunitischen Nomadenplätzen begleitet hatte.(S. oben T Juni). Er kehrte jetzt von seinem Tuschetu Chan, der an der Selenga einen Nomadenplatz hat, zurück. Ajuüschi, der in Urga von der Durchreise unserer Mission gehört hatte, wendete sich, vom Gefühle der Freundschaft bewo— gen, absichtlich von der Straße von Darchän ab, die man von hier in der Entfernung von 2 Wersten sieht, um noch einmahl uns zu sehen. Wieder gegen Norden gewendet gingen wir an dem östlichen Fuße des Chanôla 5 Werste bis zu der Sta— tion Kul. Diese Station ist auf der Straße von Dar— chan angelegt, um die Schriften, welche in Dienstangele— genheiten aus Urga in die Choschune in den Steppen ge— schickt werden, weiter zu befördern. In den Schluchten des Chanéͤla stehen Wacht-Jurten(Zagdä), welche allen gemeinen Leuten den Zutritt zu dem Berge verbieten. Die Schluchten in der Tiefe sind mit dichter Waldung, eben so wie der Gipfel des Berges bedeckt. An den Ufern des Baches Kul standen viele Zelte und Pferde, die den Ver— ehrern des Kutuchta-Gegen gehörten, welche nach Urga aus den entfernten Gegenden der Mongoley, sogar aus Dolonnor, das nicht weit von Chalgan liegt, zusammenströmten. Von Kul bis an den Fluß Tola gingen wir 6 Werste auf dem uns schon bekannten Wege von Darch än über flache Erhöhungen auf den Abhängen des östlichen Berg— 3 rückens. Mit dem Gefühle eines besondern Vergnügens blickte jeder von uns auf die eilenden Wellen der Tola, welche die wüsten und verderblichen Steppen schloß, wo— durch wir bis hierher gekommen waren. Auf dem linken ufer der Tola kam die Mission nach 1 Uhr des Nach— mittags zusammen; dort fanden wir unser Gepäck. Der Chä des Tußulachtschi Idam, der schon gestern aus Urga angekommen war, kam uns entgegen mit dem Berichte, daß die Mitglieder des Jamung's wünschten, die Mission möchte heute noch nicht nach Urga gehen; denn es wären zu ihrem Empfange noch keine Vorkehrungen ge— troffen. Diese Verfügung ward, von unsrer Seite sowohl, als auch von Seiten unserer Führer unbequem gefunden. Erstens waren am Ufer der Tola keine Jurten da, worin die Mission hätte ihren Aufenthalt nehmen können, denn die Einwohner sind arme Wächter der Flöße, die nach urga gehen, oder Hirten des Arbeitsviehes der Kaufleute; überdieß war gar nicht genug Gras für das Vieh da. Ich besprach mich mit dem Bitcheschi und Tußulachtschi über die Fortsetzung der Reise. Nach einer allgemeinen Ueber— einkunft hierüber gingen wir über die Tola auf einem Furth, umgingen dann Maimatschén von der Südseite, und kamen glücklich in Urga, nach 4 Uhr des Nachmit— tags, nach einem Wege von 35 Wersten(5 d. M.) an. Von der Tola bis nach Urga war der Weg sehr kothig; zwey Stunden vor unserer Ankunft hier war ein Platzregen gefallen. Fu-Loje ging mit uns, aber der Tußulachtschi war, zwey Werste vor Urga, voran geeilt, um dem Wan die Ankunft der Mission zu melden. Am Thore des russi— schen Klosterhofes kam uns der schon bekannte Salirochtschi Darma Dsap und zwanzig berittene Mongolen entgegen, bewaffnet mit Bogen und Pfeilen. Auf dem Hofe fanden 5* Ne . —— — 111— wir drey Jurten, in welchen der Bitcheschi des pekin'schen Kriegs-Collegiums Platz genommen hatte, der die gnädige Bekanntmachung des Bogdochan nach Urga gebracht hatte. Von hier geht er damit nach Uläßutai und Godba. Für die Mission wurden, erst in unsrer Anwesenheit, 4 Jurten, so wie zuvor, bereitet. Der Chalgatschi, der die Mission von Sudshi aus begleitet hatte, erhielt für seinen Eifer von uns einen rothen Saffian. Bald erschienen bey mir: der Bitcheschi des hiesigen Jamungs Tanbai und des Wan's Chä vom ersten Grade, der auf der Mütze ein dunkelblaues undurchsichtiges Kügel— chen und eine Pfauenfeder hatte. Im Nahmen des Wan und Amban wünschten sie uns Glück zu der glücklichen An— kunft in diesen Gegenden. Wir erwiederten dieß indem wir unsre tiefste Dankbarkeit für diese Ehre ausdrückten, und für den uns geleisteten Beystand an Vieh, bey der Durch— reise der Mission durch die Nomadenplätze des chalchassischen Fürstenthums. Mit Vergnügen hörten wir von ihnen, daß an den Gränzen unseres Vaterlandes Friede und Wohlstand herrsche; daß bey der Anwesenheit des Wan in der Nähe von Kiachta unsere Beamten: der Solldirector, der Rath der Gränzkanzley, der Commissar u. s. w. zu ihm kamen und wohlwollend aufgenommen wurden, und eben so, daß die jungen Söhne des Wan unsere Troitzkosawskische Fe— stung besucht hatten. Endlich erklärten der Bitcheschi und der Chä, daß es den Regenten von Urga gefällig sey, die Mission übermorgen zu empfangen. Als sie mich verlassen hatten, besuchten sie auch den Vorsteher der zurückkehren— den Mission. Dann kam zu mir der Terigün Charzag i, und drückte seine Freude aus, daß er Gelegenheit hätte, uns noch einmahl zu sehen. Der Tußulachtschi Ida m sagte, — 888— 8. ——— N — — — 1 0 4 1 ——— — 12— als er von dem Wan zurückkehrte, mir unter andern, seine Erlaucht sey sehr zufrieden mit der glücklichen und ruhigen Ankunft der Mission, und wünsche dieselbe am ersten des folgenden siebenten Mondes zu sehen. Unser Vieh wird, auf Befehl des Fürsten, auf die Wiesen in jene Schlucht getrieben werden, die gegen Norden von Urga liegt, und worin seine eigenen Pferde und die zum Etat des Kutuchta gehörigen weiden, die immer zum steten Gebrauche unter— halten werden. Die Gäste erhielten eine anständige Bewirthung. Bey unserm Klosterhofe befanden sich 14 wachthabende Mongolen, unter den Befehlen des Chalgatschi, der uns, bey unsrer ersten Zusammenkunft, viel Dienstfertigkeit be— wiesen hatte. Zu der Heerde wurden, außer unsern zwey Kasaken, noch 16 Mann bestellt,— eine überflüssige An- zahl,— denn sie hielten unser Vieh in einem Haufen bey— sammen, damit es nicht zu weit auseinander laufen sollte. Fünftes Kapitel. unser Aufenthalt in Urga. Den 16. Juli(28. Juli N. St.), den 30. des Eten Mondes. Am Morgen war es trübe mit Regen; dieß ver⸗ doppelte die Feuchtigkeit auf dem Hofe und in unsern Jurten. Der Beamte des Kriegscollegiums, der sich auf unserm Klosterhofe einquartiert hatte, reiste ab nach Uläßutai, kehrte aber vorher nach Ssair Ußu zurück, zufolge der Richtung der Poststraße. Die eigen vom Bogdochan persönlich gegebenen Be— fehle, mit gelbem Seidenzeuge umwunden, trug der Sta— tions-Dsangin auf dem Rücken. glei Hole! wür Urg Iqchi lach hie herug Gevic Ag 4 un(e fun che „„ Nach zwölf Uhr Mittags kamen zwey von den ältesten Söhnen des Wan an das Thor unsers Klosterhofes gerit— ten, um gegenseitig dem Fu-Loje ihre Höflichkeit zu bezei⸗ gen, der am Tage vorher dem Wan, nach pekin'scher Sitte eine Visitenkarte geschickt hatte. Die jungen Fürsten sagten dem Bitcheschi ein Paar Worte und jagten dann zurück nach Hause. Nach 1 Uhr ward von mir der Wagenmeister nach Maimatschén abgesandt, um die Sachen zu übernehmen, die wir im vergangenen Jahre, mit Vorwissen des verstor⸗ benen Sargutschei Chuai-Loje, zum Aufbewahren zurück⸗ gelassen hatten. Zum Ausreiten für uns, so wie für die Kasaken um auf die Weide nach unserer Heerde zu reiten, ließ man uns auch dießmahl, auf Befehl des Wan, mon— golische Pferde ab. Die Sachen wurden von dem Wagen⸗ meister richtig und unversehrt in Empfang genommen. Zu— gleich mit diesen ward zu anständiger Belohnung der Mon— golen ins künftige, wenn sie uns Beystand mit Vieh leisten würden, auf meine Anordnung in Maimatschen bey Urga gekauft: schwarzer Plüsch 15 Arschinen, jede zu 5 Tschina Silber, in Allem 7 Lana, 5 Tschina, Juchten 4 Arschinen zu 1 Lana, 8 Tschina, zusammen 7 Lana, 2 Tschina; mongolische Messer 12 zu 1 Lana, 42 Tschina, betrug 17 Lana, 4 Tschina. Rechnet man nach Kupin— Gewicht das(russische) Pfund zu 11 Lana, so betrug diese Ausgabe 2 Pfund, 88 Solotnik*) Silber. Am Abend schickte der Bitcheschi mir, in seinem Nah⸗ men(es muß auf Anordnung der urgaischen Regenten seyn) zum Geschenke einen lebendigen Hammel, auch dem Pater ) Diese betragen in Leipz. Gewicht 2 Pfund, 18s Loth, oder in Conv. Gelde 67 Rthlr. 16 Gr. od. 101 Fl. 50 Kr. A. d. U. III. Band— 8 — 1 Archimandriten einen, und ebenfalls einen für die Kasaken— bedeckung. Ueberdieß schenkte mir der Tußulachtschi, zum Zeichen seines Eifers, einen schönen Hammel. Den 17. Juli(29. Juli N. St.), den 1. des 7ten Mondes, nach chinesischem Kalender. Des Morgens Regen. um 9 uhr des Morgens kam zu mir aus dem hiesigen Jamung der Bitcheschi mit einem Schreiber. Er schrieb (zur Nachricht für den Wan) die Nahmen aller Mitglieder der zurückkehrenden Mission, meinen Rang, Vor- und Zu⸗ nahmen auf, und sie entfernten dann sich bald. Endlich um 10 Uhr kamen zu uns der Bitcheschi Ta und der Terigun Charzagai, und luden alle Mitglieder der Mission zu dem Wan und Amban ein. Wir machten uns auf zu Pferde, in folgender Ord— nung: voran ritt der Kasaken-Aelteste mit 9 Kasaken, drey neben einander; hinter ihnen die Studenten Ssipako w und Simailow, auch der Kirchendiener Jafitzki, dann der Pater 7 mit den zwey Ordensgeistlichen, ebenfalls zu Pferde, endlich ich se lbst mit dem Wagenmei— ster und dem 0 den Zug schloß der Sotnik mit zwey Kasaken. Alle waren in Paradekleidung; die Mit— glieder der Mission in chinesischer Paradetracht. Achtzehn Reitpferde waren uns von der urgaischen Station über— lassen; ich aber, und die bey mir besindl ichen Beamten, ritten auf unsern eignen Pferden. Von dem russischen Klosterhofe bis an das Haus des Wan begleiteten uns: der Bitcheschi Tan, der Terigun Cha rzagai, auch der Bitcheschi Fu, der Boschko Urgentai, und der Tußu⸗ lachtschi Idam mit einer großen Zahl Mongolen. Am Thore stiegen alle von den Pferden, und mitten durch die Wachen des Wan und Haufen von Zuschauern führte man uns in dasselbe Zimmer im Hause des Wan, 2 — n 1 1 —— 3— in welchem die neue Mission am 17.(29.) Sept. 1820. empfangen worden war. Zuerst traten der Pater Archi— mandrit und ich mit dem Dolmetscher Fro low ein. Der Wan und der(neue) Amban*) saßen schon in dem Em— pfangzimmer, gerade in derselben Ordnung, wie im ver— gangenen Jahre. Dieser Amban aus der Zahl der bogdo— chanischen Chä vom ersten Grade, gleichsam Flügeladju— tant, ist 40 Jahr alt; von ansehnlichem Aeußern; auf der Mütze hat er ein dunkelblaues Kügelchen und eine Pfauen— feder mit einem Auge. Er verwaltete bisher die Einnahme und Ausgabe der Kasse der Statthalterschaft Schangdun; er unterlag aber einer Untersuchung, ward im Range her— abgesetzt, und nach Urga, gleichfalls auf 3 Jahre, gesandt. Nach dem Eintritte in das Empfangszimmer ließ ich, durch unsern Dolmetscher, in mongolischer Sprache dem Wan und Amban meine Ehrfurcht bezeigen. Seine Erlaucht fragten mit ausgezeichneter Freundlichkeit nach unserm Befin— den, ob wir glücklich unsere Reise nach dem Vaterlande fort— ö 6 1 setzen. Dann hieß er, ihm gegenüber, den Pater Archiman— driten und mich sich setzen(er sagte auf russisch: Isadils', und fragte den Pater Jakinf in chinesischer Sprache: sprechen Sie chinesisch? Diese Frage ward von ihm auch den übrigen Mitgliedern der Mission vorgelegt. Alle ant— worteten in chinesischer Sprache. Der Wan äußerte, der Pater Jakinf drücke sich in dieser Sprache aus, wie der 82—— —— — 8—— ——*— 8 *) Der vorige Amban war, nach Ablauf der dreyjährigen Fkist, aus Urga nach Pekin im vergangenen Winter zurückgekehrt. — d *) D. i. wörtlich: setze Dich, wie man zu vertrauten Freunden spricht. Sonst gegen mehrere, oder auch gegen Einen, sagt man; beaditeb' setzen Sie sich— A. d. II. 8 * ——— 5 e „ gebildetste südliche Chineser); dann that er an die Studenten einige Fragen auch in manshurischer Sprache. Hierauf sagte der Fürst, zu dem Amban gewendet, mit Ver- wunderung, daß Russen, wenn sie einige Jahre in Pekin ge— lebt haben, sehr gut die manshurische und chinesische Sprache erlernen, indeß Manshuren, die in der russischen Schule zu Pekin lernen, ganz und gar nicht russisch sprechen könn— ten*). In dieser Hinsicht hatte der Fürst einst bey seiner Regierung ein Gutachten eingegeben, wie nützlich es seyn würde, die russischen Studenten, anstatt nach Pekin, nach urga zu schicken; eben so auch die Manshuren, welche die russische Sprache in Pekin lernen, nach Urga zu versetzen, damit sie, durch häufigen Umgang unter sich, geschwinder und mit bessern Erfolge die Gegenstände ihres Studiums erlernen könnten.— Der Amban fand, der Neuheit wegen, großen Gefallen an unsern Uniformen, Säbeln, Stiefeln, Sporen u. s. w. Der Wan erklärte ihm die Bedeutung unseres Wortes Kawalér(Ritter), und fügte hinzu, er habe an dem Gouverneur von Irkutsk einen Stern und ein Band gesehen, und es sey schwer an der Kleidung die rus— sischen Rangordnungen zu unterscheiden**). Er nannte mich Bitschôtschikun, einen Civilbeamten; und Ras— gildejew den J. Zürükkun, einen Kriegsbeamten, Soldat*π⁹]α,), der eigene Ausdruck des Fürsten, der einige Wörter russisch weiß. Endlich erklärte mir der Wan, daß während der Zeit unsers Aufenthaltes in dem chinesischen *) Die südlichen Chineser kennen, von Liebe zur Aufklärung bewogen, vorzugsweise vor ihren Landsleuten, ihre eigne Sprache in ihrem ganzen Umfange. A. d. V. **) Ein Beweis davon befindet sich im zweyten Theile, unterm 24. Dec. 1820.(5. Jan. 1821. N. St.) A. d. V. ***) Es ist zu verstehen: die Civil-Rangordnungen. A. d. V. v Vr) Soldat heißt auch auf russisch der Soldat. Ad. U. Reiche unser Herr der Kaiser geruhet habe, aus der Hauptstadt in fremde Reiche zu reisen; er selbst(der Wan) sey nicht längst bey Kiachta gewesen und habe mit großem Vergnügen den freundschaftlichen Umgang unsrer Beamten mit den Chinesern gesehen. Man gab uns jedem eine Tasse Thee; und bald darauf brachten sie zwey Kisten mit Geschenken und einen Brief an den Civil-Gouverneur von Irkutsk, von dem Wan und dem vorigen Amban. Der Fürst bat mich, indem er mir seinen Brief an den Hrn. Gouverneur über— reichte, ihm denselben nebst den Sachen zu übergeben, die ihm zum Zeichen einer freundschaftlichen Erkenntlichkeit für diejenigen Geschenke übersandt werden, welche sie beide von Seiten des Gouverneurs im vorigen Jahre, bey Gelegen— heit der Durchreise der Mission durch Urga, erhalten hat— ten. Nach dem Empfang des Schreibens drückte ich dem Wan und Amban meinen Dank aus für alle ihre sorgfäl— tigen Anordnungen zur Beförderung der Durchreisen unserer Missionen durch das chalchassische Fürstenthum im vergan— genen und im gegenwärtigen Jahre, und insbesondere dankte ich für den jetzt durch die Mongolen geleisteten Bey— stand an Kameelen und Pferden für unser Gepäck. Der Wan erwiederte, alles geschehe von ihrer Seite aus Pflicht nachbarlicher Freundschaft. Als Seine Erlaucht vernahm, die Mission sey entschlossen, aus Urga den 3. des 7ten Mondes, d. i. übermorgen, abzureisen, redete er uns zu, mit der Abreise nicht zu eilen, sondern hier, als im Kreise aufrichtiger Freunde auszuruhen. Beym Abschiede von uns schenkte er jedem von den Mitgliedern der Mission und den sie begleitenden Beamten ein nicht großes Stück Seiden— zeug. Beym Ausgange aus dem Zimmer standen, an der Thüre ihrer Hälfte, alle fünf Söhne des Wan und sein Enkel vom ältesten Sohne. Ich ging zu dem ältesten Fürsten 1 0 9 * 0 — 118— hin, machte ihnen allen eine gebührende Höflichkeitsbezei— gung, und trennte mich bald von ihnen. Wir kehrten in derselben Ordnung wieder zurück. Das heitere und warme Wetter begünstigte unsern Aufzug. Bald nachher kam zu mir der Bitcheschi Tanbai und sein Chä. Hinter ihnen trug man einige kleine Schüsseln mit gewöhnlichem Zuckergebackenen(mehr getrocknete Früchte) und zwey bauchige Krüge(Kuwschin) mit gelbem Brannt— wein(Schaußin) für mich und den Pater Archimandri— ten, und für die Kasaken der Bedeckung zwey Kisten mit Backsteinthee. Denen, welche das Gebackene und die Kisten mit den Geschenken an den Gouverneur von Irkutsk ge— bracht hatten, wurden dem angenommenen Gebrauche ge— mäß, geschenkt: 2 der besten Zobel an den Bitcheschi Tan, einer an den andern Bitcheschi und einer an den Chä, und den sieben Dienern, jedem einen Arschin Plüsch. Die Gäste entfernten sich bald. Des Nachmittags ritten die Mitglieder der Mission nach den Tempeln des Gegen spazieren, und dann um die Häuser des Wan und Amban herum. Am Abend besuchte mich der Bitcheschi Ssun, der das Amt eines Sargutschei in Maimatschen bey Urga verwaltet, und der, bey der letzten Reise des Wan, mit dessen Söhnen in Kiachta und der troitzkoßawskischen Fe— stung bey dem Director des Zollamtes gewesen war. Die angenehmen Erinnerungen Ssun's von dieser Reise wa— ren der Hauptgegenstand unsers Gesprächs. Dann kamen zu mir zwey Sakirochtschi's, die bey dem Jamung in Urga dienen. Diese Gäste, so wie auch alle übrige, wurden anständig bewirthet. Einer von ihnen erhielt zum Andenken einen kleinen Spiegel; und der Sa— kirochtschi Darma Dsap, der auch im vorigen Jahre uns ziemlichen Eifer bewiesen hatte, empfing von mir eine achatene Tabacksdose von der besten pekin'schen Arbeit zum Geschenke. Als die Sakirochtschi's sich entfernt hatten, besuchte mich noch der sehr 5 Tußulachtschi Ssergulén, der die Aufsicht über die Postst stationen zwischen Urga und Kiachta hat. In den frühem Jahren war er einigemahl in Irkutsk als Courier von den urgaischen Regenten gewesen. Den 18. Juli(30. Juli N. St.), den 2. des 7ten Mondes. Nach 10 Uhr des Morgens überbrachte und über— reichte mir eigenhändig der Bitcheschi Tan einen andern Bericht an den Herrn Gouverneur von Irkutsk von dem Wan und Amban, wegen der Rückkehr der vorigen Mis— sion, welcher Bericht, wie uns bekannt war, zufolge eines Auftrags von dem Gerichtshofe der auswärtigen Angelegen— heiten geschrieben war. Einige von den Leuten unsrer Bedeckung kauften hier junge Büffel, um sie zur Zucht an der Gränze zu gebrau— chen. Für 2 Pferde erhielten sie 5 Büffelz; und in Silber kam jeder Büffel, sowohl der Ochs als die Kuh, auf 3 Lana), ungefähr 25 Rubel in Assignationen zu stehen. Die der Krone gehörigen Lastkameele wurden nach 5 Uhr des Nachmittags unter der Aufsicht des Kasaken-Aek— testen nach der folgenden Station vorausgeschickt.(Dieß ward immer, bis nach Kiachta hin, beobachtet). Fu⸗Loje sagte mir, als er vom Wan zurückgekommen war, Seine Erlaucht habe die Verfügung gemacht, daß auf der Poststraße von Urga nach Kiachta zum Gepäck der Mission 17 Kameele und 40 Pferde auf jeder Station ge— ) 5 Lana(in Erlämpin-Gewicht) sind 7 Loth Leipz. Gewicht, ungefähr 6 Rthlr. Conv. Geld. A. d. U. liefert werden sollten. Er übergab, zum Aufbewahren, dem Studenten Ssipakow ein Bündelchen wohlriechender tibetischer Lichter, die vom Wan an den Sargutschei in Maimatschen bey Kiachta zum Geschenke gesandt wurden, und die man gewöhnlich in den Tempeln vor den Götzen— bildern anzündet. „ Sechstes Kapitel. Reise von Urga nach Kiachta. Unsere Rückkehr nach Rußland. Den 19. Juli(31. Juli N. St.), den 3. des 7ten Mondes. Bey trübem Wetter verließ die Mission Ur ga nach 6 uhr des Morgens. In Urga werden, zu Reisen in Dienstangelegenheiten, von dem schabinischen Gebiet und den vier chalchassischen Chanschaften 300 Reitpferde unterhalten, welche alle Mo— nate mit frischen vertauscht werden. Für den 7ten Mond waren von den Schabinen, an denen die Reihe war, 150 Pferde gestellt worden. Aus diesen trieben sie 25 auf unsern Klosterhof; alle von brauner Farbe, stark und stämmig, und ziemlich hübsch von Ansehen. An die zweyrädrigen Wagen wurden, nach unsrer eignen Auswahl 6 Pferde gespannt, und zum Vorrath eben so viel aufbehalten; über—⸗ dieß erhielten die Kasaken 5 Reitpferde. Die Mongolen sa— hen mit Staunen, wie unsre Leute an zweyrädrige Wagen Pferde spannen konnten, die niemahls noch im Kummete gegangen waren. Die Hülfskameele und Pferde brachten sie spät; und daher ging unser Gepäck erst nach 8 uhr aus Urga ab. Auf Befehl des Wan begleitete der Saki— rochtschi Darma Dsap mich und die bey mir befindlichen, — 2 1 — 121—— den Wagenmeister Rasgildejew und den Dolmetscher Frolow, durch die ganze Stadt. Ueberdieß begleiteten der Dsangin und 10 gemeine mongolische Soldaten, mit Bogen und Pfeilen bewaffnet, mich(eine, nach hiesiger Sitte, ungewöhnliche Ehre) aus Urga bis zur ersten Sta— tion Kui, ohne auf meinen Vorschlag, daß sie zurückkeh⸗ ren möchten, zu achten. Von den Regengüssen, die vor Kurzem gefallen waren, war der Weg kothig. Bey all dem kamen die Wagen wohl— behalten zu dem Gebirge Guntui, gingen schnell auf diese steilen Höhen hinauf, und von da wieder glücklich hinunter. Die Auffahrt von Urga aus ist weit abschüssiger als von Norden her. Um 11 Uhr siel ein dichter Regen, und der Weg ward noch kothiger. Die Wiesen waren diesseits des Gebirges mit gutem Grase bedeckt; auf den fetten Weiden gingen zahlreiche Heerden Büffel, die dem Kutuchta— Gegen gehören. Nachdem wir von Urga 25 Werste(35 d. M.) uns entfernt hatten, kamen wir bey jenem Felsen an, wo die Mission im vorigen Jahre, am 15.(27.) Sept. ihr Nacht- lager gehabt hatte. Von hier bis an die eigentliche Sta— tion sind noch 7 Werste(1 d. M.) Vier Werste gingen wir bis zu dem Einfalle des Bachs Arschantu in den Kui; dann machten wir eine plötzliche Wendung nach Osten; auf einem Abhange von Bergen gingen wir auf einem betretenen Wege, nahe bey Kui-Gͤl zu der Station, auch Kui genannt; dieser gegenüber gingen wir über das Flüßchen auf einem Fuhrt. Auf den fetten Wie— sen standen viele Jurten, und es weideten große Heerden da, besonders Schafe. Die Wagen kamen auf der Station nach 2 Uhr des Nachmittags an. Sie hatten in Allem einen Weg von —— e— „% 32 Wersten(4 d. M.) gemacht. Auf der Station waren Ain für die Mission zwey Jurten bereitet; eben so viel wurden t immer, bis Kiachta hin, aufgeschlagen, und eine größere duc Anzahl bedurften wir jetzt nicht. Nicht weit davon sah alt de man die Nomadenwohnungen des Postvorstehers, des Tu— Ode ßulachtschi Ssergulen, dessen unter dem 17.(29.) Juli schen gedacht wurde. Dem Chalchatschi Sson m, der sich bey ws der Mission während der ganzen Zeit ihres Aufenthalts in siee n urga befand, und uns bis hierher begleitete, ward für fee seinen Eifer ein schöner Fuchsbalg geschenkt. Ueberdieß wiede schenkte ich zum Andenken diesem dienstfertigen Thürhüter franz des Kutuchta-Gegen eine achatene Tabaksdose von pekin'— chen, scher Arbeit. Von hier aus wird uns, durch das ganze genie Gebiet der Schabinen, ein andrer Chalchatschi 5 Vich Dru 20. Juli(1. August N. St.), den 4. des 7tei Sie Mondes. Am Morgen dichter Nebel, mit e icher ten Kälte, eine auszeichnende Eigenschaft der Thäler zwischen we den Bergen. dae Den Ort des Nachtlagers verließ die Mission halb 7 Vi. Uhr des Morgens, und kam, 12 Werste davon, um 9 Uhr leic an dem Flüßchen Burgultai, in dem Districte dieses snn Kahmens, an. In der Mongoley entlehnen die Districte benen größtentheils ihre Benennungen von den nahgelegenen Ber— seg gen, Seen und Flüssen. Das Lager, das von den zu den lag tegimentern gehörigen Mongolen unterhalten wird, war 1d! jetzt am linken Ufer des Flusses Burgultai angelegt, 90 etwas oberhalb jener Stelle, wo wir im verflossenen Jahre 70 anhielten. Wegen der weitern Entfernung der vorigen Sta— genie tion war die heutige Tagereise um 6 Werste kürzer gewor— uz den. Wir gingen auf demselben Wege, wie zur Zeit un— 5 serer vorigen Reise. Nach den Regengüssen waren die Berge 9 und Thäler mit hohem Grase bedeckt; überall zeigten sich f — 123— baten unsern Blicken verschiedene Feldblumen, dergleichen wir jen— 50 seit Urga gegen Süden gar nicht gesehen hatten. Auf obere diesen von der Natur bunt ausgeschmückten Bergabhängen sah ruht der Blick des Reisenden aus, nach der ermüdenden du⸗ Oede und Einförmigkeit der großen Steppe. Die narin'— Vi schen Berge waren mit grünen Birkenwäldchen bekleidet, worin genug Erdbeeren wachsen. Die Mongolen genießen 6 in sie nicht, so wie auch die übrigen Beeren, eben so auch für keine grünen Gemüsekräuter. In Hinsicht dieser Sache dieß wiederholt Hr. Grosier das alte Bonmot*), das einst lte französische Missionare auf Kosten der Mongolen ausspra— lin chen.„Da die Mongolen, sagt er, immer faul sind, so salze genießen sie lieber die Nahrung, welche sie von ihrem Viehe erhalten, als daß sie das Land bearbeiten sollten. ten, Sie scheinen sogar den Ackerbau, aus Stolz, zu verach— lache ten. Wenn die Missionare sie fragten, warum sie nicht ichen wenigstens mit dem Gartenbau sich beschäftigten, hätten die Mongolen geantwortet: das Gras wächst für das 0 7 Vieh, und das Vieh für den Menschen.“ Viel— le leicht finden manche in dieser Antwort ziemlichen Scharf— ieh sinn; aber es ist schwer, die Richtigkeit der dazu angege— licte benen Beweggründe anzuerkennen. Wir wollen schlechthin Ber⸗ sagen, die Natur selbst entdeckt den Mongolen nicht hin— den längliche Mittel weder zum Ackerbau noch zum Gartenbau; war und der Mensch, der von Kindheit auf sich, aus unum— legt, gänglicher Nothwendigkeit, von Milch und Fleisch nährte, Jalte kann nicht jedesmahl Nahrung nur aus dem Pflanzenreiche Sla⸗ genießen, ohne seine Gesundheit einer großen Zerrüttung wor⸗ auszusetzen. 15*) herbe est pour les beètes, et les bétes pour homme.(Das Belge Gras(Kraut) ist für das Vieh, und das Vieh für den Men— i sih schen.) S. De la Chine, I, 266. A. d. V. —— 8 2 ——— — ä N 1 VV Wir begegneten vielen Mongolen, größtentheils Frauen— 9 gaboste zimmern, die zu Wagen zur Verehrung des Kutuchta-Ge— fen gen reisten. Diese Wanderungen sind eine Uebung ihrer ge— 1 wöhnlichen Frömmigkeit. Zu diesem geistlichen Zwecke reisen 100 N die Mongolen nach Urga zu jeder Zeit des Jahres, wobey tds sa sie auf ihre häuslichen Umstände Rücksicht nehmen, wenn a »diese des Segens des schigemunischen Oberpriesters bedürfen. d Ueberdieß kam uns ein chinesischer Kaufmann nach, der 15 aus Maimatschen bey Urga nach Kiachta eilte. a Des Abends nach 6 Uhr ritt, aus Kiachta zurückkeh⸗ 1820 rend, ein Buchä(Expresser, Courier) des Wan vorbey,— 3 8 der dahin aus Urga gesandt worden war, um den Sargu— ehe tschei zum Voraus von der Ankunft der Mission an der fan Gränze zu benachrichtigen. Der Buchä besprach sich mit uns. gun dach Untergang der Sonne ging bey unserm Lager 1 eine chinesische Frachtladung mit Ochsen vorbey; sie führten 135 Schweine, die sie bey unsern Landsleuten in Kiachta ein— 4 gekauft hatten, nach Urga, wo das Schweinefleisch vor— 10 zugsweise von den manshurischen Beamten und den chinesi— 0 schen Kaufleuten genossen wird. Die Mongolen genießen 0 beständig ihr geliebtes Choni mach!— Schöpsenfleisch. 110 Den 21. Juli(2. August N. St.), den 5. des 7ten 1 Mondes. Nicht starker Nebel; viel Thau und kalt. Die 5. Mission ging nach 5 Uhr ab, und kam nach 4 Stunden ae auf der Station Chunzäl, 17 Werste(27 d. M.) wei— 5 terhin an. un Von Burgultäi aus gingen wir auf dem vorigen Dar! Wege. Am Fuße des Gebirges Burgultai, auf dem a auch Cedern wachsen, sahen wir Heerden guter Pferde. len Nach einem Wege von 13 Wersten(fast 2 d. M.) gingen 150 wir den zweyten Berg hinauf. Von diesem gingen wir,. die Handelsstraße zur Linken lassend, auf einem Fußsteige 00 Westse allen⸗ 105 nordostwärts hinab, in ein tiefes Thal, und gelangten, r ge einen großen See vorbeygehend, zu der Station, die am alen Fuße der nördlichen Höhe angelegt war. Hier fanden wir oben viele Lama's und den Chalchatschi, der die Mission durch 110 das schabinische Gebiet begleitet. 12 Der Kundui, der mit uns von Burgultai aus ge— 90 reist war, erhielt zum Geschenke: 1 Arschin Plüsch und ein mongolisches Messer. lh Das Thal, wo die neue Mission am 12.(26.) Sept. 0 1820 ihr Nachtlager hatte, liegt von hier gegen Westen 0 5 3 Werste weiterhin. Auf der von uns jetzt eingenommenen 11 Ebene, sind einige Seen, auf denen viele schwarze Enten 15(Trauerenten, anas nigra) herum schwimmen. Die hier 3 Nomadisirenden haben ziemlich viel Schafe, und anderes 1 Hornvieh; gleichwohl klagen sie, daß der starke Frost des 25 verflossenen Winters ihre Heerden verwüstet habe. W Den 22. Juli(3. August N. St.), den 6. des 7ten . Mondes. Von Chunzäl brach die Mission nach 5 Uhr e des Morgens auf. Auf der folgenden, 25 Werste(32 d. 5 M.) entfernten Station, Chorimtu, kamen wir nach 1 11 uhr zusammen. 1 Auf Anordnung des Stations-Dsangin's fuhren unsre n Wagen auf dem östlichen Zweige der großen Straße ab; an aber diese Fahrt war, wegen der steilen und sogar gefähr— Ve lichen Auf- und Abfahrten, sehr nachtheilig für die Räder. a Der vorjährige Weg war weit bequemer. uh Auf 10 Werste(14 d. M.) gingen wir an dem west— dan lichen Fuße des bekannten Gebirges Noin-ôla hin.(S. de. I. Th. dieser Reise, unterm 22. und 23. Sept.) Die stei⸗ 00 nigen Gipfel desselben waren mit grünen Tannen und mit . Birkenwäldern bekleidet, in denen es viel Wild giebt. Die per Westseite des Berges hat sechs steinige Absätze, die mit ————— 8 5—... 77——ů lt Bäumen bedeckt sind und einen herrlichen Anblick gewähren. 5 hen be Die von dem Gebirge aus laufenden Hohlwege sind reich an W 0 Yb gutem Grase. Nur allein die übrigens allen Nomadenvöl— 900 ö I alt kern gemeine Sorglosigkeit der Mongolen— ist Ursache, daß diese fetten und wohlriechenden Kräuter ohne allen Nuz— zen dahin welken. Hier könnte man viel Heu bereiten, das unumgänglich nothwendig für diese kalten Gegenden ist, wo N der Schnee gewöhnlich einen Arschin(über 2 Fuß rheinl.) woahss uf den ten vol um di ö hoch liegt; wo das Vieh im Winter des grünen Futters in di beraubt, keinen Zufluchtsort vor dem kalten Schneegestöber Feu we hat, und zu Tausenden umkommt. Ställe faür das Vieh bun he bauen die Mongolen auch nicht, ungeachtet sie Ueberfluß der Ne an Holz haben. 2 Endlich gingen wir in das Thal Ssußuktuü hinab, Ronde und kamen auf die große Straße heraus, auf der die Mis— de N sion im vorigen Jahre gereist war. Auf diesem Wege gin— fer gen wir noch 15 Werste(2% d. M.) weiter, bis an das 32 Lager Chorimtu, das am rechten Ufer des Flusses Bo— 0 ro, nahe bey der Mündung des Bergbaches Ban, der so. reißend und mit starken Krümmungen aus dem nördlichen wese Fuße des Gebirges Noin hervorströmt, aufgeschlagen war. hesaet; Die Stations-Aeltesten, welche die Mission von Chun— bur seh zäl aus begleitet hatten, erhielten zum Geschenke: der mon— m 1, golische Dsangin ein Messer und eine Tabaksdose, und der Elf Kundui ein Messer und einen Arschin Plüsch. jet von Um 12 uhr regnete es, doch nicht stark; der übrige Sulee, Theil des Tages war, bey trübem Wetter, ziemlich warm. den Ber Die Mongolen klagten auch hier gegen uns, über ihren im Ir Jof vergangenen Winter erlittenen Verlust an Schafen und Ka—. Es meelen; Pferde überstehen die Kälte leichter. Einigen Vieh— scläht, besitzern waren von 300 Hammeln nicht mehr als 30 ge— le 10 blieben, und selbst auch diese können sich bis jetzt noch gekonne val, un⸗ jon⸗ der brige a. f im Ka⸗ Vich⸗ 0 ge t fo nicht gehörig erholen, welches nicht selten in den kirgisi— schen und kalmükischen Steppen geschieht. In dem Flüß— chen Bor“ giebt es viele Fische, größtentheils Schleihen, und auf den Wiesen sind viele Wachteln. Auf der Ebene, auf dem rechten Ufer dieses Flüßchens, sieht man die Spu— ren von ehemahligen Ackerfeldern oder abgetheilten Plätzen; um diese herum bemerkt man nicht große Gräben, die wahrscheinlich als Wasserleitungen zur Wässerung der Fel— der dienten. Auf unsre Frage, warum diese Felder verlas— sen worden wären, antworteten die Mongolen, der Acker— bau habe in dieser Gegend, bey Gelegenheit der Anlegung der Poststation, aufgehört. Den 23. Juli(4. August N. St.), den 7. des 7ten Mondes. Die Mission, die von Chörimtu um 6 Uhr des Morgens abging, setzte um 11 Uhr auf das rechte Ufer des Flusses Chara über. In Allem legten wir heute 23 Werste(35 d. M.) zurück. Der Morgen war trübe, und der ganze Tag war eben so. Der Weg ist von den gewesenen Regengüssen stellen— weise kothig. Das borogol'sche Thal ist jetzt mit Gerste besäet; die Aehren sind groß und der Reife nahe, aber sie war sehr dünn aufgeschossen. In China war das Getreide am 12(27.) Mai schon gereift. lf Werste gingen wir auf dieser reichen Ebene, die 15 Nomadenwohnungen eingenommen ist, bis zu jener Stelle, wo die Handelsstraße eine westliche Richtung, in den Bergen, annimmt; und wir setzten unsere Reise auf der Poststraße fort, auf welcher wir im vorigen Jahre gin— gen. Es begegneten uns viele Mongolen beiderley Ge— schlechts, die nach Urga zur Verehrung des Kutuchta reisten. Als wir bis an die vorspringende Bergecke Kukü-tschols gekommen waren, wendeten wir uns links; auf 2 Werste — 1298— gingen wir durch eine Wiese voller Maulwurfshügel bis Fa an den Fluß Chara, durch den wir auf einem Furth an Ak de der vorigen Stelle gingen. Die Station war dießmahl du che auf dem rechten Ufer, dem Furth gegen über angelegt. Al Das Wasser ist von mittlerer Höhe; im Frühjahre aber. hach nimmt der Fluß die ganze Wiese ein, und ergießt sich bis wit! selbst zu den Bergen hin, wodurch das Gras hoch und Du dicht empor wächst. Das Vieh weidet im Sommer auf den g der Wiese, und im Herbst und Winter in den Bergen. gegen Das Gras mähen die Mongolen in äußerst geringer Menge Mar im September ab, wenn, wie sie sagen, es nicht mehr in Linke Haufen faulen kann. Es versteht sich von selbst, daß als— feu dann das Gras ganz saftlos ist. 7 sülbst Da es bekannt ist, daß der Fluß Char à einen Ue— ten, berfluß an Fischen hat, so fingen wir ziemlich viel Lachs— da; forellen, Schleihen, Hechte, Barsche u. s. w. Einige ste Lachsforellen waren so groß, daß sie 25 Pfund wogen. On Den 24. Juli(5. August N. St.), den 8. des 7ten Bea Mondes. Wir hielten Rasttag. Nach einer Reise von fünf genes Stationen von Urga aus hielt ich es für nöthig, dem gen Viehe eine Erholung zu geben, um desto mehr, da das Ve Gras hier im Ueberflusse ist, und besonders am Fuße der Dl d nördlichen Berge. Von dieser Station weiterhin bis zu dem Flüßchen 1 Bain ist die Poststraße, bey Gelegenheit der Reise des Ding Wan von Urga(mit siebzig Leuten Gefolge) nach Kiachta nen im vorigen Monde, gerade über das hohe Gebirge Man— ler 10 gat i geführt worden. Die Lage dieser Straße war uns ie in nicht bekannt; einige verglichen auch das Gebirge Man— che gatäi mit dem Tumukei, über welchen im vorigen dul. Jahre die Mission ging. Ich beschloß vorläufig diese Straße 10 10 zu besehen, daher begab ich mich dahin nach 9 Uhr des 10 0 . 5. — 29. Morgens in Begleitung des Wagenmeisters und des Sot— niks der Kasaken; von mongolischer Seite begleiteten uns der Chalchatschi, der Stations-Dsangin und der bey dem Tußulachtschi befindliche Chä Dar ma Dsap. Der Weg nach dem Gebirge geht gerade durch jenes Thal, in welchem wir gestern nach dem Flusse Chara gingen. Als wir 10 Werste(12 d. M.) durch einen engen Hohlweg gegen Nor— den gegangen waren, gingen wir über eine Quelle, die gegen Süden von dem Gipfel selbst bis zum Fuße des Mangatai dahin rauscht, bald zur Rechten, bald zur Linken des Weges. Auf den nächsten Bergen liegen unge— heure Steine in verschiedenen Gestalten; und der Bergrücken selbst ist mit dichtem Gehölz bedeckt, das aus Birken, Fich— ten, Espen und kleinem Gesträuche besteht,— ein reizen— der, erhabener Anblick. Hier sind viele Kräuter und Ge— sträuche, die dem mittlern Landstriche Rußland eigen sind. Dann mußten wir 2 Werste bis zu dem untern Gipfel des Bergrückens hinauf gehen. Die Auffahrt ist, im Ganzen genommen, nicht sehr steil; aber dem Fortkommen der Wa⸗ gen stellten das hauptsächlichste Hinderniß die mitten im Wege liegenden großen Steine entgegen, auf welche man die Räder nicht anders als mit Hülfe von Hebebäumen hinauf bringen konnte. Als wir eine mongolische auf dem Gipfel erbaute Kapelle erreicht hatten, von wo aus bis Baingol nur noch 5 Werste übrig waren, mußten wir umkehren, und beschlossen heute nur die beladenen Kameele über den Mangatai zu schicken, die Wagen aber, so wie im vorigen Jahre, am. Sept., über den Tum u— kei gehen zu lassen, wo der Weg weniger Schwierigkeiten darbot. Freylich kann man auch über den Mangatai mit Wagen fahren, aber nur von Kiachta nach Urga; denn die Auffahrt von Norden her ist ziemlich eben, und II. Band⸗ 9 2„ 2— „ 190—— i 9 f 1 bergab kann man, auf dem südlichen Abhange, die Wagen bequemer herunter bringen. Die eigentliche Handelsstraße, ac die wir immer zur Linken ließen, ist um hohe Berge her— ag um geführt; sie beugt sich aber weit gegen Westen, und 1 0 geht an die Mündung des Flusses Ir“. Dieser letztere us Weg ist den Russen bekannt. Die Missionen führt man dit Tu! durch Poststationen zur bequemern Reise für die sie beglei— tenden chinesischen Beamten. Wir kehrten um 12 Uhr En nach der Charà zurück. t Nach 12 uhr Mittags gab Fu-Loje allen Mitgliedern 1 der Mission und auch mir und den Beamten ein Mittags— 1 mahl. Dann beschäftigten wir uns wieder mit dem Fisch— 1 fange, wovon die Chineser große Liebhaber sind. 00 00 Den 25. Juli(6. August N. St.), den 9. des 7ten 1 Mondes. Um 6 Uhr des Morgens verließen wir die Cha— 110 rä. Die Wagen, auch die zweyrädrigen, gingen in der de Richtung auf den Scharäkutül, nach dem Tumukei; auf unsre chinesischen und mongolischen Führer aber gingen auf die der Straße nach dem Mangatai. sig, Wir ritten mit dem Wagenmeister bey den Wagen. Der Tußulachtschi schickte, zu unserer Begleitung, seinen Slati Chä, auch den Stations-Dsangin mit dem Kundui und ick 7 mongolischen gemeinen Soldaten. Die Auffahrt auf den gie Bergrücken des Tumukei ist von der Südseite weit leich— 5 auf d ter, als von der nördlichen, auf welcher unser Weg, bey hieler der vorigen Reise, hinauf ging. Auf der steilen Niederfahrt cw vom Scharakutul wurden 2 zweyrädrige Wagen in ei— uf nen Hohlweg umgeworfen, da die mongolischen Pferde nicht d daran gewöhnt sind, einen Wagen bergab aufzuhalten; Muh dasselbe Loos traf auch einen meiner Wagen beym Nieder— N 9 fahren von dem Tumukei. Wasst e— ä— g„ agen 8 Als wir über den Bergrücken hinüber waren, und noch caße, nicht das linke Ufer des Flüßchens Bain erreicht hatten, her⸗ wo im vorigen Jahre das Lager gewesen war, mußten wir und f uns rechts wenden auf dem südlichen Abhange des Berges ahtere Kusché, der mit Kalksteinen von dunkelbrauner Farbe be— man deckt ist; dann kamen wir auf die Straße heraus, die vom glei⸗ Tumukei auf dem östlichen Abhange geht. Auf dieser Ut Straße gingen wir gegen vier Werste bis an den Bain. Wir gingen durch einen Furth auf das rechte Ufer desselben hinüber, dann etwa drey Werste höher hinauf bis zu der 1605 11 Station, die nahe an dem Flüßchen bey der Straße selbst, 102 die nach dem Mangatai führt, angelegt war. Die Wa— f gen kamen zur Stelle nach 1 Uhr, die zweyrädrigen Wa— gen nach drey Uhr des Nachmittags, nachdem sie in Allem Iten ungefähr 24 Werste(fast 35 d. M.) zurückgelegt hatten. Eha⸗ Ueber das Gebirge Mangatai, von der Chara, bis an in der diese Stelle sind nicht mehr als 16 Werste(lüber 21 d. M.) kei; Auf diesem Lagerplatze, so wie auch auf dem vorigen, sind n auf die Thäler um die Flüsse gar zu niedrig, und daher mora— stig; am Fuße des Berges aber sind vortreffliche Viehweiden. en. Die von hier zurückkehrenden Aeltesten der vorigen inen Station erhielten für ihren Eifer und ihre Mitwirkung zur und glücklichen Vollendung der heutigen sehr beschwerlichen Ta— f den gereise von mir zum Geschenke: der Dsangin(der 19 Jahre 10 auf dieser Station gewohnt hat und sich der Durchreise 9 vieler Russen erinnert) ein mongolisches Messer und einen doll schwarzen Saffian, und der Kundui ein Messer und eine 1 Tabaksdose. nicht Den 26. Juli(7. August N. St.), den 10. des 7ten n 0 Mondes. Von Baingol ging die Mission um 6 uhr des Morgens weiter, und kam, nach einem Wege von 15 Wersten(2 d. M.), in 4 Stunden auf der Station Ur— * sliede⸗ 4 . muchtui, am linken Ufer der Schar an, den Bergen Kerétu und Dendshin gegenüber, die an demselben Ufer liegen. Wir gingen eine Höhe, die von Baingol gegen Südwest liegt, hinauf, kamen dann in das Thal Zäidam, und setzten unsre Reise bis an den Fluß Schara auf ei— nem betretenen Wege fort, demselben auf dem die Mission bey ihrer vorjährigen Reise ging. Die Thäler und Berg— abhänge waren mit guten Gräsern bewachsen. Auf diesem Wege kann man, in einem Zuge, von Urmuchtui gerade nach der Chara über das Gebirge Mangatai gehen, ohne den Berg Undüͤr Ulän zu betreten, und ohne sich am Baingol aufzuhalten. Von den der Krone gehörigen Pferden war eins, und zwar das beste, auf der Rückreise, schon in Urga, lahm geworden. Da aber der Tußulachtschi sich nicht entschlie— ßen konnte, uns zu gestatten, es auf irgend einer Station bis zu seiner Wiederherstellung zurückzulassen, so befahl ich dieses Pferd so viel nur immer möglich, am Sügel zu lei— ten. Auf dieser Station brannte der Dsangin diesem Pferde die Haut mit einem glühenden Stück Kupfer durch, auf einer Geschwulst, die sich um den Huf herum angesetzt hatte, wobey er jenes Stück Kupfer auf Schöpsenfett am Fuße anbrachte; und es war bald wieder hergestellt. Den 27. Juli(8. August N. St.), den 11. des 7ten Mondes. Nach der heftigen Hitze von gestern siel am Mor— gen ein schwacher Regen. Um 6 Uhr des Morgens brach die Mission auf. Auf 15 Werste(27 d. M.) weit gingen wir auf dem vorigen Wege abwärts an der Schara hin. Wir gelang— ten zu dem Felsen Chapzagäi Bogotschi, einem Tem— pel gegenuber, der auf dem entgegengesetzten Ufer steht, die G Jost Aura Dur sanf 105 * 9 b Log Von Betgen selben gegen idam, auf ei⸗ Mission Berg⸗ diesem gerade gehen, ne sich und Um uischlie⸗ Station fahl ich zu lii⸗ Melde „ auf gesetzt tt am 8 7ten n Mor⸗ 0 bunch uf dem gelang⸗ em Tels⸗ fir sil, wo auch jetzt ziemlich viel Hirse ausgesäet war; dann gin— gen wir über dem Felsen durch eine sandige Schlucht, und setzten unsern Weg in nordöstlicher Richtung fort. Auf 5 Werste mußten wir aufwärts über flache Erhöhungen, den Berg Uhu hinauf gehen; der Boden ist fester Sand, mit gutem Grase bewachsen. Diese Gegenden kann man mit Recht mahlerisch nen— nen. Auf dem Bergabhange wachsen große Fichten, es giebt da Birken, Espen, Hagebuttensträuche u. s. w. Am Fuße der Berge fließt der Fluß Schara; seine Auen sind mit dichtem Grase und Ulmenwaldung bedeckt; jenseit des Flusses steht ein Tempel mit rothem Dache; über diesem erhebt sich ein Bergrücken, und eine ewig grünende mit Fichten bewachsene Sandfläche; auf der Ebene wallen gol⸗ dene Ackerfelder. Auf dem ganzen Wege durch die Mongo— ley sah ich noch keinen Ort, der so viel Vortheile für an— säsige Einwohner und für den Landbau versprochen hätte. Der Weg von dem erwähnten Wendungspunkte an (dem Tempel gegen über) ist in gerader Richtung nach dem Flusse Ir“, bey der letzten Reise des Wan nach Kiachta geführt worden. Er wünschte, soviel als möglich, die Länge des Weges von Urga bis an die russische Gränze zu verkürzen. Seit jener Zeit ist diese Straße die Poststraße geworden. Doch ist dabey keine Aufmerksamkeit darauf gewendet worden, den Wagen einen bequemern Durchgang zu verschaffen. Der Wan reiste in einer Trag— sänfte, die von vier Dienern zu Pferde getragen wird; und Leute, die man in Dienstsachen absendet, machen in der Mongoley die Reise zu Pferde. Diesen Berg nannte der Wan, wegen seiner reizenden Lage, auf mongolisch Ssaichan Ulu, den schönen Ulu. Von dem Obo, der auf dessen Gipfel steht, gingen wir N— — ö 2— * 2 . 7 4 11 1 N ö 105 1 1 9 1 ö 0 9 12 „„ auf einem Fußpfade steil abwärts gegen drey Werste. Auf der Nordseite hat der Berg einen völlig sandigen Boden; von der Dürre ist das Gras ganz verbrannt. Von allen Seiten zeigen sich Berge; auf den südlichen Abhängen wach- sen Fichten. Aus einer tiefen Schlucht gingen wir auf den Chara Tologbi(der schwarze Hügel), der einige spitzige Gipfel hat, hinauf. Von diesem Berge aus ent— hüllte sich ein geräumiges Thal, durch welches sich der Kuitän-⸗gol hinwendet. Auf 2 Werste gingen wir durch eine Aue, und als wir über das Flüßchen, das an dieser Stelle sehr reißend und ziemlich tief ist, gegangen waren, kamen wir gegen Mittag im Lager an. Wir hatten einen Weg von 25 Wersten(über 35 d. M.) gemacht. Diese Station ist auf dem rechten Ufer des Flüßchens Kuitun angelegt, der, in nicht weiter Entfernung, aus zwey Bä— chen desselben Nahmens gebildet wird. Auf der Aue sah man zahlreiche Nomadenwohnungen; hier sahen wir zum letztenmahle Büffel. Auf 7 Werste(1 d. M.) gegen We— sten fält der Kuitüͤn in die Schara; dort war das Nachtlager der Mission im vergangenen Jahre, am 4. und 5.(16. und 17.) Sept. und ebenfalls auch die Durchreise der Missionen 1807 und 1808. Jenseit des Flusses kamen der Mission, mit allen Zei— chen der Freundschaft, die Stations-Aeltesten, der Dsan— gin und Kundui entgegen, die auch bey der vorigen Reise uns vielen Eifer bewiesen hatten. Auf der Station kam zu mir der eine Taidsi, abgesandt von dem Sargutschei zu Kiachta mit 20 bewaffneten mongolischen gemeinen Solda— ten, um als Ehrenbedeckung der Mission bis an die Gränze zu dienen. Zum Zeichen unserer Zufriedenheit erhielt dieser Taidsi, der auch die neue Mission begleitet hatte, eine 6 5 Auf Tabaksdose. Er gab uns angenehme Nachrichten von eini— oden; gen unserer kiachtaischen Bekannten. allen Von hier kehrte der Chalchatschi Zud n-Dshap zu— wach⸗ rück, der mit besonderm Eifer uns durch sechs Stationen r auf des schabinischen Gebiets, das an der Schara sich endet, änige begleitet hatte. Zum Zeichen unserer Erkenntlichkeit erhielt s ent⸗ der Chalchatschi zum Geschenke: 2 der besten Zobel und ei— ch der nen kleinen Spiegel; der bey ihm befindliche Lama empfing . 5 5 0 0 dutch einen Arschin Plüsch. f dieser Der Tußulachtschi schickte einen Taidst voraus nach der viren, folgenden Station, und befahl ihm, alles zum Uebersetzen 00 des Gepäckes der Mission über den Fluß Irs vorzubereiten. Oisse Am Abend Sturm mit starkem Regen. tun Den 28. Juli(9. August N. St.), den 12. des 7ten Ba⸗ Mondes. Am Morgen Regen. Den Ort des Nachtlagers K sch verließen wir um 6 Uhr früh, und kamen nach einem i zun Wege von ungefähr 25 Wersten(35 d. M.) zu dem Fluß 1 Pe⸗ Iro um 12 Uhr. N 006 Von dem rechten Ufer des Kuitun gingen wir 3 1 10 Werste gerade nordwärts zu dem Berge Manuchaitu t aufwärts, dann ungefähr 3 Werste auf dem Abhange des Berges bis zu dem Steppenwege, der von Osten nach We— sten nach dem mangirtuischen Thale geht. Von da 1 gingen wir in einen engen Hohlweg hinab, auf dessen öst— dsan⸗ lichen Gipfel einige Fichten stehen, die aus Samen, den die der Wind von Westen her aus dem Gehölze Kutül Na— 1400 raßu dahin geführt hat, aufgewachsen sind. Aus dem 100 j Hohlwege geht die Auffahrt steil hinauf auf den Berg Dea— aba roßotu, der von dem Kuitun auf 10 Werste(12 d. M.) 1 5 entfernt ist. Von der Höhe sieht man zur Linken, 4 Werste dee weit, den abgesonderten Berg Ulan Tschols(der rothe 1 Stein); an dem westlichen Fuße desselben reiste die Mission U 4 1 im vorigen Jahre am 4.(16.) Sept. vorbey. Näher gegen unsern schmalen Weg, ebenfalls gegen Westen, stehen zwey zugespitzte Hügel, und in der Ferne gegen Norden zeigte sich der Rücken der Berge Urüchetu, die jenseit des Fluf⸗ ses Irs liegen. Von dem erwähnten Berge Daroßotu gingen wir 3 Werste abwärts an dem Fuße von Höhen hin, die gegen Osten liegen, und kamen auf einen betrete— nen Weg heraus, der von dem Iro an die Schara führt. Auf diesem Wege gingen wir 7 Werste(1 d. M.) weiter, größtentheils auf einer gegen den Iro geneigten Ebene; die übrigen 5 Werste gingen wir auf einem sandi— gen, mit Fichten bewachsenen Bergabhange, und dann hin⸗ ab in die Aue des Flusses Iro, wobey wir noch in der Ferne jenen Hohlweg vor Augen hatten, durch den der Weg nach Ibizüch geht. Es waren schon Kähne bereit zum Uebersetzen über den Iro. Die Ladungen, welche in der Nacht auf Kameelen herbey geführt waren, wurden am Morgen übergesetzt; als die Wagen ankamen, wurden auch diese hinübergeschafft, und dann die zweyrädrigen Wagen; die Pferde trieb man schwimmend hinüber. Die Ueberfahrt ward mit so glück⸗ lichem Erfolge von den Kasaken ausgeführt, daß Nachmit— tags nach 2 Uhr das ganze Gepäck der Mission sich bey— fammen auf dem rechten Ufer, auf einer kleinen Insel des Flusses Iro befand, dem Wege, der nach Ibizüch führt, und dem Berge Chutük Kund ü gegenüber. Die Poststation, wo unsre Fährer einkehrten, ist auf dem linken Ufer. Um 4 Uhr besuchte mich Fu-Loje, der auf einem Kahne über den Fluß gesetzt war. Unserthalben schickte er feinen Nerba an den Sargutschei von Maimatschen bey Kiachta. Bey dieser Gelegenheit schickte ich mit dem Nerba 1 ehen einen Brief von mir an den Hrn. Director des Zollamtes, zwe mit der vorläufigen Nachricht, die Mission werde am 31. eigte Juli(12. August N. St.) bey Kiachta eintreffen und am laß 1.(13.) August in die Gränzen des Vaterlandes eintreten. Von Seiten des chinesischen Gränzamtes sah man keine Schwierigkeiten wegen des Durchlassens der Mission vor— aus, weil an diesem Tage, den 15. des 7ten Mondes, nach barg ihrem Kalender, ein glücklicher Tag war. Man vergleiche M.) damit die Bemerkung über diesen Gegenstand im 2ten Theile igten dieser Reise, S. 55. andi⸗ Am Abend starker Regen ohne Donner. bu, Den 29. Juli(10. August N. St.), den 13. des 7ten der Mondes. Wir hielten Rasttag. Das Wetter blieb fort— der dauernd warm. Im Iro sind viele Fische: Schnäpel, Hechte, Barsche, Schleihen, Plötzen oder Rothfedern. 8 Den 30 Juli(11. August N. St.), den 14. des 7ten neelen Mondes. Der Tag war sehr heiß. Die Mission ging von „ dem Nachtlager nach 6 Uhr des Morgens ab. haft, 0 Gegen 10 Werste(13 d. M.) gingen wir auf den man Berg Zagaän Dab hinauf, von dessen Gipfel man schon slack⸗ 0 die Umgebungen des Flusses Tschikoi bemerkt. Beym mit⸗ Anblicke der Gipfel der heimischen Berge in nebliger Ferne, beh⸗ ö waren wir bereit, wie die Seefahrer auszurufen: Land! des Land!— Die Wagen fuhren den Berg hinauf, aber unsre uch N Führer wendeten sich, ohne bis zur Stelle der Auffahrt zu M gehen, links auf den gebahnten Weg, den der Wan von dem Urga zur Poststraße umgewandelt hatte. Dorthin begab ich mich ebenfalls mit dem Dolmetscher und dem Kasaken— gem Aeltesten, um die Lage dieser Gegend zu erforschen. Wir te er mußten durch eine Schlucht zwischen den Bergen: Nam W 00 gegen Süden und Chamär Dab gegen Norden, auf— Nahe wärts gehen; die Abhänge der Berge sind mit Birken be— 9.—— 8 — 138 deckt und auf den Gipfeln wachsen Fichten. Als wir auf den Berg Chamär-Daba, der vom Iro auf 13 Werste (fast 2 d. M.) entfernt ist, hinauf gekommen waren, gin— gen wir von diesem auf 3 Werste niederwärts, durch einen steilen und engen Hohlweg zwischen hohen und steinigen Bergen. Dann gingen wir in dem Hohlwege noch 3 Werste und kamen zu dem Flüßchen Ibizüch, das seinen Ur— sprung in dem westlichen Gebirge hat: Gegenden gesegnet von der Natur. Quellwasser, Auen reich an fetten Kräu— tern und geschickt zum Ackerbau, dessen ehemahlige Spuren auch hier bemerkbar sind. Von hier gingen wir 4 Werste bis an das Lager, das am linken Ufer des Ibizüch, nahe bey dem kleinen Bergbache Mogitu angelegt ist, der auch aus dem westlichen Gebirge herkommt, und in den Ibizüch fällt. Gegen Norden, nahe bey den Jurten, ist der Berg Togöͤß(der Pfau), diesseits des Baches— der Berg Dajantschi, und auf dem entgegengesetzten Ufer des Ibizüch sieht man den Hügel, wo wir das Nachtla— ger am 2.(14.) Sept. 1820. hatten. Die Mission kam auf der Station halb 11 Uhr an, nachdem sie auf dem früheren Wege 20 Werste(fast 3 d. M.) zurückgelegt hatte. Der neue Weg ist weiter und un— gleich beschwerlicher fün Wagen. Der Dsangin, der die Mission vom Jro aus begleitet hatte, ein sehr eifriger Mann, erhielt eine Tabaksdose und ein großes Messer zum Geschenke; der Kundui einen Arschin Plüsch. Bald besuchte uns der Dolmetscher Tschakdur, der beym Bitcheschi Tschen, welcher die neue Mission nach Pekin geleitet hatte, gewesen war, und jetzt in Dien— sten bey einem gewissen chinesischen Kaufmanne in Kiachta stand. Er brachte mir Nachricht von einigen unserer Landsleute. 8—— quf erste gin⸗ nen igen ute Ur⸗ ghet u⸗ ren erste sahe 5 Der Lama, dessen ich im Isten Theile S. 27. und 77, erwähnte, kam zu mir zum Besuche. Unter andern entdeckte er uns seinen eifrigen Wunsch, mit(seinen Ideen nach) frommen Leuten aus seinen Nachbarn nach Tibet zu reisen, um den Thron des Dalai-Lama zu verehren. Zu den Kosten dieser Reise sind ungefähr 1000 Rubel in Sil— ber nöthig; mehr als die Hälfte dieser Summe ist schon von ihm aus seiner eigenen Wirthschaft zusammengebracht, und durch die Freygebigkeit von Landsleuten, eifrigen Schi— gemunianern, die bereit sind, zur Vollendung einer solchen, ihrer Meinung nach, heilbringenden Wallfahrt mitzuwirken. Der Lama, mit zum Himmel emporgehobenen Augen und schweren Seufzern, erklärte mir die unumgängliche Noth— wendigkeit und Wichtigkeit seines Vorhabens— in Chlassa sich aufzuhalten, auf den Berg Buda dä zu gehen, und sich vor dem Fußschemel des heiligen Stuhls des Dalai-Lama niederzuwerfen, mit Bereuung seiner ir— dischen Sünden, um mehr Kräfte und Festigkeit zu erlan— gen zur künftigen Erfüllung der hohen und schweren Pflich⸗ ten eines schigemunischen Priesters. Alle Worte und Ge— berden des Lama's zielten bemerkbar darauf ab, in uns Aufmerksamkeit für sein Unternehmen zu erwecken, und von uns einige Lana Silber in seinen Beutel zu den Reisekosten zu erhalten. Wir begnügten uns mit äußerlicher auf bloße Höflichkeit gegründeten Billigung seiner Anhänglichkeit an die Gebräuche seiner Vorfahren, und wünschten seinen an— dächtigen Pilgern eine glückliche Reise; riethen aber auch dem Lama, vielmehr um die Beobachtung der Gesetze der Wahrheit und der Ehre sich zu bekümmern, indem er zu Hause bliebe, in den friedlichen Nomadenwohnungen an den Ufern des J bizüch. —.———————— g 140— Den 31. Juli(12. August N. St.), den 15. des 7ten ea Mondes. Wir brachen nach 5 Uhr des Morgens auf, und f kamen um 10 Uhr auf der letzten Station vor Kiachta, 09 Gilännor an, nachdem wir einen Weg von 25 Wersten Aae (32 d. M.) gemacht hatten. dig Wir gingen auf dem früheren Wege zuerst durch eine fan Aue, und dann durch Gehölz. Als wir durch diesem letz— N tern herausgekommen waren, sahen wir endlich von der gl Höhe die Berge auf der Gränze und Kiachta. Die Kuppel geit der rechtgläubigen Kirche, von den Strahlen der Morgen— de sonne umglänzt, und die Häuser der Einwohner gewährten d. uns einen entzückenden Anblick. Es dünkte uns, als wäre 0 unsre Abwesenheit aus dem Vaterlande, die gegen ein Jahr um gedauert hatte, im Vergessen der Vergangenheit verschwun— 0 den, wie die Phantasie eines langen Traumes. Die 9 Stürme und Schneegestöber, Frost und Hitze, Hunger 5 und Durst, die mehr als einmahl auf der Reise uns quäl— 5 ten— alles war vergessen, bey dem Anblicke von Gegen— i ständen, die der Seele bekannt waren, und bey dem un— 1 geduldigen Wunsche, unsre Landsleute wieder zu sehen. 5 Die Sonnenhitze ward noch fühlbarer. Unten sah man die Spuren einer anhaltenden Dürre; aber auf unsern 0 Gränzen schimmerte auf den Bergen das reife Korn in b gelber Farbe. 90 Der Weg aus dem Gehölz geht gegen Norden in ver— 0 schiedenen Richtungen; wir mußten auf der letztern gegen Westen gehen. Als wir von einem sandigen Bergabhange 0 herab gekommen, und über das sumpfige Flüßchen Boro“) gegangen waren, kam die Mission auf der Station an, 1 he Mi *) Dieses Flüßchen ist bey uns mehr unter dem Nahmen fl Bura bekannt. Im isten Theile dieser Reise, S. 24, ist pn f „ die auf derselben Stelle, wo wir im vorigen Jahre unser Nachtlager gehabt hatten, angelegt war. Für uns waren hier 3 schöne Jurten bereitet. Die Aeltesten, welche die Mission von dem Ibizüch aus begleitet hatten, ward— dem Dsangin ein mongolisches Messer, und dem Kundui ein Juchten geschenkt. Im Lager kam uns der aus Kiachta zurückgekommene Nerba des Bitcheschi entgegen. Von ihm erfuhr ich, daß mein Brief an den Hrn. Director gelangt war, und daß dieser beschlossen hatte, heute an uns Expresse zu senden. Der Sargutschei war bereit, die Mission morgen über die Gränze zu lassen. Mit der Nachricht von diesem letztern Umstande erschien bey mir der Dsalän(Rittmeister) der mongolischen Gränztruppen. Dann kam zu uns der in Kiachta bekannte Turkestane Abdaraim(dessen im Isten Theile S. 15. 16. gedacht ist), um der Mission zu ihrer glücklichen Ankunft an den Gränzen des Vaterlands Glück zu wünschen. Er theilte mir sehr umständliche Nachrichten gesagt, daß an diesem Fluße der Traetat zwischen Rußland und China geschlossen worden. Zu derselben Zeit wurden die Gränzen der beiden Reichen gehörigen Länder festgesetzt. In dem Archiv des St. Petersburgischen Landcharten-Depots befindet sich auch eine Charte, die bey dieser Gelegenheit entworfen wurde. Hier ist der Titel derselben:„Diese Gränz— „Original-Landcharte: welche verfertigt worden in der Ge— „sandtschaftlichen Feld-Kauzley. auf Befehl des Geheimen „Raths und Ritters. Außerordentlichen Gesandten und be— „vollmächtigten Ministers des Illyrischen Grafen Ssawa Wla— „dislawitsch durch die Geodäsisten Alexei Kuschelew Michailo „Sinowew und Iwan Balujew mit deutlicher und treuer Be— „schreibung; indem wir Unterschriebene bey jener Gränzab— „theilung und Augenzeugen waren Alexei Kuschelew. „Michailo Sinowew.“ A. d. V.(Im russischen Ori— ginale zeichnet sich dieser Titel der Landcharte auch noch durch Abweichungen von der gewöhnlichen Rechtschreibung aus. A. d. U.) — 1 40 von allen unsern Gränzbeamten mit, auch sogar von mei— 1 nem ältern, in Orenburg befindlichen Bruder. 1 Nach 5 Uhr des Nachmittags besuchten uns endlich n zwey Dolmetscher des kiachtaischen Zollamtes, die von 10 Seiten des Hrn. Directors kamen, um die zurückkehrende Saedd Mission durch Ueberreichung von Brod und Salz zu bewill— Aale kommen. Nach einer Stunde kehrten sie wieder zurück. lm Den 1. August(13. August N. St.), den 16. des lch. 7ten Mondes. Um 7 uhr des Morgens ward das Gepäck f 55 der Mission unter Aufsicht des Kasakenältesten mit dem der eien Krone gehörigen Viehe vorwärts geschickt. fl um 8 uhr kamen an in unserm Lager, in Begleitung 0 des Sargutschei, die Herren: der Director des kiachtaischen fac l Zollamtes Golächowski, der Rath der Gränz-Kanzley gn Drishenko(gestorben 1822), der Gränzcommissar Pe— Nu g. tuchow mit den Beamten und der Kaufmannschaft, vor fee denen eine Abtheilung Kasaken unter Commando des Be— en fehlshaber der troitzkosawskischen Distanz Ostrowski her— Dial ging. Unter unsern Landsleuten kamen der Mission auch ll ge. entgegen: die Stammoberhäupter der Buräten: die Ata— mg, man's(Hetmann's) der burätischen Regimenter der leichten faber fe steiterey, auch die beiden Taischi(Taidsi) der Selengin'— schen Stämme, mit ihren Söhnen und Gefolge. Ein Ent— f f gegenkommen, rührend für jeden Russen, und auffallend u n für Ausländer!— Nach gegenseitiger Bewillkommung gingen die geistli— n chen Mitglieder in der Equipage des Hrn. Directors, und 90 die Studenten und der Kirchendiener, nebst mir, dem Wa— Ne 1 genmeister und dem Dolmetscher, zu Pferde, nach der Gränze, 0 0 mit allen Landsleuten und in Begleitung der chinesischen 5 Führer der Mission. Drey Werste vor Kiachta wurden die ah Mitglieder der Mission von dem Sargutschei in ein für sie 1 2——.——— — 143— bereitetes Zelt eingeladen und mit Thee bewirthet. Hier— auf, als wir nach Maimatschen gekommen waren, besuchten wir den Sargutschei in seinem Hause, wo wir uns auch, auf eine Zeitlang, von unsern Begleitern, dem Bitcheschi Fu-Loje, dem Boschko Urgentai und dem Tußulachtschi ITdam Dsap“) trennten. In der kurzen Unterredung mit dem Sargutschei sagte ich ihm unsern auf— richtigen Dank für alle Fürsorge der chinesischen Regierung für die glückliche Reise beider Missionen, und drückte unsre Erkenntlichkeit aus für die Dienste der Beamten, welche sie geleitet hatten. Von dem Sargutschei begaben wir uns alle zu Fuße nach der Gränzlinie, wo um 10 Uhr des Morgens der ganzen Mission die Geistlichkeit von Kiachta mit dem heili— gen Kreuze, unter einer zahlreichen Versammlung von un— sern Landsleuten und Fremden entgegen kam. Von da gin— gen wir alle in die Kirche zu Kiachta; dort wurde ein Dankgebet Gott dem Herrn dargebracht, der einen glückli— chen Fortgang zu den Verfügungen der Allerhöchsten Regie— rung, den Wechsel der pekin'schen Mission betreffend, ver— liehen hatte. . 5 Auf solche Weise war die Reise der neuen Mission nach Pekin und der Rückkehr der vorigen in das Vaterland *) Drey Tage nachher wurden sie in die troitzkosawskische Fe— stung eingeladen, und von dem Hrn. Golächowski auf die allerbeste Weise bewirthet; sie besuchten den Pater Archiman— driten und mich, und nahmen von uns zum letztenmahle Ab— schied. Einen Tag später wurden ihnen von uns, unter Beyhülfe der verehrten in Kiachta Handel treibenden Kauf— mannschaft, reiche Geschenke zugesandt, die aus Tuch und Pelzwerk bestanden.— Der Tußulachtschi Idam starb im Frühjahre 1823, zum wahrhaften Bedauern aller, die ihn gekannt hatten. A. d. V. 144— vollendet. Unsre einsichtsvolle Regierung hatte durch ihre Fürsorge alle in Zufriedenheit erhalten; und die Beherrscher China's gaben ein neues Zeichen der Freundschaft durch ihre besondere Aufmerksamkeit auf die russischen Reisenden. Unser Weg, außerhalb der Gränzen Rußlands war freylich nicht zu sehr weit, dauerte aber doch bis Pekin und zurück un— gefähr ein halbes Jahr. Der späte Herbst und der rauhe Winter, unter freyem Himmel, setzten 25 Monate hindurch, uns Hindernisse und Unannehmlichkeiten entgegen; die sen— gende Hitze und die Armuth der Natur selbst in den steini— gen mongolischen Steppen, drohten uns mehr als einmahl eine gänzliche Zerrüttung der Gesundheit. Nicht im Gefühle einer kleinmüthigen Trauer, sondern mit schuldiger Aufrich— tigkeit sage ich, aus eigener Erfahrung, daß dieser Weg eine unbequeme, beschwerliche und sogar für die Gesundheit gefährliche Wanderung ist. Die ermüdende Einförmigkeit der Steppen und die langsame Reise durch dieselben, haben nothwendiger Weise ihr Gepräge auch dieser Beschreibung mitgetheilt, die übri— gens auf Wahrheit der Ereignisse sich gründet. S 5—— j r r ihre rscher ihte Unser 5 dit Stat i en dk un auf dem Wege von Kiachta nach Pekin, bey der nauhe Reise der neuen Mission, vom 31. Aug.(12. Sept. durch, N. St.) bis zum 1.(13.) Dec. 1820. sen⸗ steini⸗ Monat 8 und Mongoley. Ss Bemerkungen. mahl 2 fahl A. Cha lch a. nach 5 rich⸗ Auf der Post— fung Zwischen Kiachta und 900 August stra ße. ung. Urga Poststationen. 85 31.(12. Sept) Gilan Nor.. 7 Das Wasser nicht gut, het aus dem nahe liegenden Sumpfe, den das Flüß⸗ J September. chen Boro macht. nd dee 1. 13.) Ibizüch; 25 Von hier bis Urga Weise 2( Faß ese 25(8 das Wasser rein und n 3.(15.) Rasttag. 2 süß; man erhalt es Ubll⸗ Saus Flüssen; Gras „S wächst in Ueberfluß Sund in Bergschluch— 155 den Auen jener z ten; zum Heizen ge⸗ braucht man feuch— tes Holz. 4.(16.)[Mündung des Flusses Kuitün in den Fluß Schar a... 30 Gegen das Ende unsres Weges, an diesem Ta⸗ ge, sind Ackerfelder. 5.(17.) Rasttag. 6.(18.) urmuchtu... O Der Weg geht am Ufer der Schara hin. Im An— fange des Weges, an diesem Tage, ein Tem— pel und Ackerfelder. — *) 7 Russische Werste auf 1 d. M. II VBand⸗ Monate 5 und Ss Bemerkungen Tage. S September 7.(19.) Das Flüßchen Bäinf 20(Die Reise zu diesem 8.(20.) Der Fluß Chara. 18) S Flusse, sehr beschwer⸗ g.(21.) Rasttag. lich, über den hohen = Bergrücken Man— gatai, und besonders über den Berg Tu— mukei. 10.(22.) Chorimtuu... 23 Die Straße geht hier durch eine glatte Ebene, zwischen Ackerfeldern. Viel wilde Enten. 11.(23.) Chunzaall 25 Hier der Weg bergig. Um die Station herum viele Seen. 12.(24.) Fluß Bürgultai. 20 13.(25.)[Rasttag. f 14.(26.) Der Bach Arschäntus 18 Der Weg sehr bergig u. besonders üb. den Berg— rücken Guntü. 15.(27.) Urga oder Kuréng 25 Von Kiachta bis Urgas261 Vom 15.(27.) bis 25. In Urga kalt u. feucht. Sept.(7. Oct.) blieb die Mission in Urga, wegen des Absterbens des chinesischen Kai— r8 O 82 9 5 0 Von Urga bis Chälgan schen Straße. werden d die Statione: 25.(7. Oct.) Nalich l.. 35 feigends für die Durch⸗ 26.(8. Oct.) Gachzä Chudüäk. 40 freise der Misston au 27.(9. Oct. Rast tag.„ 28.(10. Oct.) Dshirgalantu.. 35 Von hier bis nach Chalgan hin erhält man das Wasser zur Bereitung der Spei— sen und zum Trän— ken des Viehes aus Brunnen; zum Hei— zen gebraucht man N SV S —— r—.— 147— 192 Monat 8 n. und S Bemerkungen. Lage. S2 * September. i 0 getrockneten Dün— hel. ger vom Vieh, auf haben mongolisch: Argäl. an 399 Die Gräser sind ders zi. 5 8, niedrig, und ver⸗ 95 29.(11. Oct.) Giltegenta.. 28 85 sengen bey Dürre. .—— hier 30.(12. Oct.) Rasttag. 5 October 3 1.(13.)[Mukotu oder Goto 23 In den Umgegenden 10 2.(14.) Bumbätu.. 20(weiden Heerden schö— 009. jner Pferde; es ist vor— t theilhaft, gegen unsre ermüdeten welche da— von einzutauschen. 1 0 3.(15.)[Borô Chudshir 22 Der Berg Oartchan, 195 dem Dshingis- Chan Wei 4.. 5. geheiligt. (16. u. 17.) Rasttag. n 6.(18.) Der Berg Schibetu] 20 Von Urga bis zu diesen bucht. Gegenden Gras und Wasser gut; der Weg, wie auch in der ganzen Mongoley, mehr bergig und Schutt kleiner zer— brochener Steine. dan(19.) Rasttag. 4 en 8.(20.) Die Brunnen Scha— urch⸗ ra schorͤbtu.. 20[Hier kann man gute ll Kameele eintauschen. 8 Auf der Straße lach von Argali. halt 9,(21.)[Olon Bäischin.. 23 Verschiedengestaltete r dt Steinschicht od. Gürtel. Spei⸗ In der Nähe Ueberreste Träl⸗ eines alten Gebäudes. t nan 10* Monate und Tage. 20.(1. Nov.) 21.(2. Nov.) 22.(3. Nov.) 23.(4. Nov.) 24.(5. Nov. 25.(6. Nob.) 26.(7. Nob.) 27.(8. Nov.) 28.(9. Nov.) Olan Chuduk October. 9 11 12.(24.) 17.(20.) 18.(30.) 19.(31.) Thal Dsulhet un. Ssudshin Ußü Rasttag. Chulugün.. Dereßüin Uß un. Aburgäin Ssumé Durbän Deret un. NN Ergi„* 5 2** Rasttag. B. Ssuniten, a. Oestliche. Din de G a sch U n 2 4* Rasttag. — Charätuin Ssüdshi Dsun Ssüdshi. Batchäi. Rasttag. Russische Bemerkungen. — — 35 40 Auf dem Wege hierher die Steppe mit ver— schiedenfarbigen Stei— nen von der Kieselgat— tung bedeckt. Anfang des Choschun's des Mergen-Wan. Hier steht ein schöner Tempel. Die Einwoh ner haben viel Vieh, besonders Kameele. Sandig. In der Nähe befinden sich Kameelstu— tereyen des Bogdochans. Natürliches steinernes Thor. Das Wasser äu— ßerst schlecht. Von hier bis nach dem zacharischen Aimak (Fürstenthum) das Gras wenig und schlecht, das Wasser etwas salzig, und der Weg mehr sandig. In der Nähe ein schö—⸗ ner Obo. Vortrefflicher Brunnen. Bis hierher geht der Weg durch enge Stein— schichten. In den Um— gegenden befinden sich Heerden bogdochani— scher Pferde. ———— 2 i 149 3 Monate 8 — und S Bemerkungen. g Tage. 885 . October. g . 29.(10. Nov.) Ssäin ußa.. 23[Das Wasser nicht gut. Salzsee. i 30.(11. Nov.) Rasttag. iuset 31.(12. Nov.) Chudshirtu... 23[Von diesen Gegenden N fängt der Sand an, auf tei welchem das Gras Ssu— elgat⸗ li wächst, sehr schädlich ür ausländische Pferde. Pe e S für ausländische Pferde un's November. niten. l. 1.(13.) Kul Chuduük.. 23 Beschwerliche Reise. hönet 2.(14.)[Rasttag. ih 3.(15.)[Schara Budurgung 22 Reh, 4.(16.)[Durm a... 25 Reise nach Durma auf . 5.(17.)[Rasttag. Bergen, bedeckt mit tie— he fem Sande und steilen elstu⸗ niedrigen Erhöhungen; chan. die beschwerlichste Reise ernes auf dem ganzen Wege 1 al von Kiachta nach Pekin 6.(18.)[Zakildak.. 20 Der Weg bergig und sandig. GS d ch aßen, e a. von dem Cho⸗ 5 schun oder der Di— Jas vision Kube scharä. das 7.(19.)[Jeléßuta... 22(Ebenfalls. Von hier an und kommen wieder Gegen— dig · den, reich an Grase, cho Brunnen mit süßem Wasser und von guter Bauart. 10 8.(20.)[Charà Tologoi„ 30(Gastfreundliche Hirten. 9.(21.) Rasttag. der 2 5 teil. Auf der Straße Um i Sundshü Mam.“ 2 1 f 10.(22.)[Kuitü nn... 35 Einkehr bey den Ein⸗ f wohnern eines Uluß sali⸗ 0 „„ Monat. und Ss Bemerkungen. Tage. S8 November. 11.(23.) Dsamü ein ußu„ 20 Vortreffliche Viehwei⸗ den; viele Dfer en oder wilde Ziegen. b. Choschün Gu— lüsch ara. 12.(24.) Tülga 37 Hier sind die Zacharen 13.(25.) Rasttag. höflich und gastfrey. 14.(26.) Zagän Balgaß u. 27 Dort wird unser der 15.(27.) Rasttag. Krone gehöriges Vieh zum Ueberwintern zu— rückgelassen; die Steppe hat Ueberfluß an Gras; es giebt Flüßchen und Seen. Viele Schwäne, D. Chin a. wilde Enten und Gänse. 16.(28.) Dorf Nor-däng. 40 Der Weg bergig und sehr 47.() Rasttag. beschwerlich über das Gebirge Ssinchang da— bachan, das die Mongo— ley von China scheidet. 18.(30.) Chälgan, oder Dshan eien Von Urga nach 97 5 Chalgan. 944 Von Chalgan nach Pe— Hier blieb die Mission kin wird die Missf in dem Orte 115 18 e 1 955 zum 24.9 v.(30. mit e Vor⸗ 9 0 b 6, Der spanne gefuhrt, der auf Rechnung unfrer Kasse Auf der Post— gemiethet ist. straße. 24.(6. Dec.) Gouvernementsstadt Ssiuang-chua-fu 35[Der Weg gegen das Ende dieser Tagereise sandig. 25,(7. Dec.) Festung Dsimin-i 30 Der Weg beschwerlich über Steine. Auf dem höchsten Berge ein Tempel. — 151* f Monat 88 en. und S Bemerkungen. Tage. 8 ö November. wei⸗ 26.(8. Dec.) Städtchen Tuméu 30 ren 27.(9. Dec.) Städtchen Chuäilai 15 0 28.(10. Dec.) Festung Sccheda o 25 29.(11. Dec.) Festung Nang⸗keu 23 Der Weg der allerbe— schwerlichste, durch eine enge steinige Schlucht, ch. zwischen den Flügeln der großen Mauer. 30.(12. Dec.) Der Flecken Zinché 35 Der Weg geht über der Vieh eine glatte Ebene. n zu⸗ December. lerpe 4.(13.) Pekin 40 tus; Von Chalgan nach un Pen 8 lle, Von Urga nach ue. Chalgaan ach Urga von sosche Kiachta 281 f 5 In Allem von Kiachta 1 0 nach Pekin, der 705 10 Messung nach 1408 elde oder 201 d. N. Pe⸗ ssion Vor⸗ r auf—— Kasse das ereise verlich uf dem e Ell* — 1 Rückreise der vorigen Mission, von Pekin nach Kiachta, vom 15.(27.) Mai bis zum 1.(13.) August. Monate 8 und S Bemerkungen. Tage. 885 Mai. Ehn a. Von Pekin bis Zagan Auf der Post— Balgaßu reist die Mis— straße. sion mit chinesischem 15.(27.) Das Städtchen Zin— Vorspann, auf Kosten . 10 lunsrer Kasse gemiethet. 16.(28.) Bis Scha'ché 15, bis Nangkeu 20[35 17.(29.) Bis Tschada'o 23, bis Juiling 122[ 352 18.(30.) Von Juiling bis ghu⸗ ailai 122. Wir ru— heten aus, und dann nach Tumeu 15 272 19.(31.) Bis Schatschen 10, und dann bis zu dem Städtchen Dsimin-i 9 0 20.(1. Juni.) Siuang⸗chua⸗fsu. 30 21.(2. Juni.) Chalgan. 35 22. und 23. Blieb die Mission in G. u. 4. Juni) Chalgan. 24.(5. Juni) Nordäng... 20 Mongoley. B. Im Lande der za— charischen Truppen. 25,(6. Juni) Zagan Balgaß u. 40 Von Pekin bis Za— gan Balgaßu 263 Vom 25. bis 29. Maiscs 8 (6. bis 10. Juni) be⸗ reiteten wir uns vor zur Reise durch die Mongoley. ach . fan Nis⸗ eint ten et. — 153 Monat 8 8 und S Bemerkungen. Tage. S Mai. Auf der Straße Gundshü-dsam a. Stationen in der Division Guluü— sch ara. 29.(10.) Von Zagan Balgaßu bis Jlga 30 30.(11. Juni) astt ag. b. Stationen in der Division Ku bö— schara. 31.(12. Juni) Dsamüin uß;u 35 Fette Viehweiden. Juni. JIché Ußa, oder Ulän 1.(13.) Choschn. 2 2.(14.)[Rasttag. 3.(15.) JChada'in Uuß̃u.. 12 C. S su nit ey. a. westliche. 4.(16.) sugundüin Chascha'tuf 30[Von Zagan Balgaßu bis hierher das Wasser süß und hell; das Gras ziemlich gut. 5.(17.)[Ssudshi 30 6.(18.) Rast tag. 7.(19.) Chadshü Köbur 35 Salzsee. Die Gegenden sandig, ohne Gras, der Weg beschwerlich. 8.(20.) Chadatu 30 b. Stationen der östlichen Ssu— niten. 9.(21.) JChudshir Ußu, oder Mingan.. 25[Sandig, und wenig 10.(22.) Rasttag. Gras; das Wasser nicht gut. 11.(23.) Bôrolshi... 30 Das Wasser gut, aber der Boden sandig, arm an Grase. In den Um—⸗ gegenden giebt es gute Pferde. „„ Monat 4 und Ss Bemerkungen. Tage. 8 Juni. 12.(24.)[Dsamüin Chuduk 21[Das Wasser etwas salzig. 13.(25.)[Rasttag. 14, 6.) Jen 20 Die Gegend bergig und ohne Gras. 15,(27. Kuti!!! 20 16.(28.) Tugur it... 15 Wasser im Ueberfluß und gut. 4/½(29. Raft fag. 18.(30.) Chailaßutu... 18 In einer Schlucht eine lange Reihe Ulmen— bäume. D. Chalga. 19.(1. Juli.) Gaschün... 20 Das Wasser etwas salzig 20.(2. Juli.) Rasttag. 2(3. Juli uss 2 22.(4. Juli.) Auf dem westlichen Wege von Gun— dshui, von Üdé bis Ssendshi 33[Der Weg beschwerlich, gegen das Ende über sandige Berge; ein Brunnen an einem Marmorfelsen, von vor züglicher Bauart, und i das Wasser gut. 23.(5. Juli.) Rasttag. 24.(6. Juli.) ula'n Chudük. 30 25. Juli.) Kuku Dereßu 5 35 Sumpfige und sandige Ebenen; gutes Gras s wenig. 26.(8. Juli.) Rasttag. 27.(9. Juli.) ula'n Tologoi.. 35 Wasser wenig. 28.(10. Juli)suidsün... 22(Guter Brunnen. 29.(11. Juli) Rasttag. 30.(12. Juli) Bucha in mo ußü] 24 Die Gegend bergig, oh ne Gras. — ——. 1 5 Monat S2 g und Ss Bemerkungen. . Tage. 88 i Juli. 5 1,(18. Moge in,. 0 2.(14.) Chododo... 23 Das Wasser gut. Der 0 steinerne Gürtel. 0 3.(15.) Chapchaktu.. 25.Wasser wenig. 4.(16.) Dsamüin Ulan Chu— 15 S 5.(17. Ra st ig. 6.(18.)[Kuschötu.. 12 Wasser wenig. ie 7.(19.)[Olon Obo 3 Vortreffliche Brunnen. 1 8.(20.)[Berg Bain Chara 15 9 9.(21.) sula'n nor.. 15 Von hier kommen nach Norden zu Gegenden, die an Gras Ueberfluß haben; das Quellwasser . kalt und süß. 0 10.(22.) Rasttag.- 11.(23.) Berg Chapzall„40[Wasser das allerbeste. 12.(24.) Chascha tu. 26[Ein Brunnen von Holz von musterhafter Bau— art. Der Weg durch die Berge beschwerlich. belli, 13.(25.)[Rasttag. e über 14.(26.) Ssudshi 30 Der Weg, gegen das eil Ende, über sehr hohe eien 5 Berge. u bot 15.(27.) surga. 35 Im Anfange der Weg und Von Zagan Balgaßu bergig. nach Urgg.. 887 (fast 22 sandige d. M) 5 10.(28.) Die Mission blieb „ in 18.(30.) Urga. 19.(31.)[Fluß Kui.. 32 sueber den Weg zwi⸗ N 20.(1. Aug.) Fluß Burgulta'i. 12 fcb e ace f 2 2. Aug.) Chunza'l 8 17 in ie Bemerkunge tig, Uh⸗ 4 a. on oben, bey der dig 22.(3. Aug.) Chorimtu... 25 l nach Pekin, ge⸗ geben. — 156 1 Monat 1 und S Bemerkungen. Tage. S8 Juli. 23.(4. Aug.) Rechtes Ufer des Flusses Chara. 23 24.(5. Aug.) Rasttag. 25.(6. Aug.) Fluß Bain, über den Berg Tumukei. 24 und über das Ge— birge Mangata'i 16 26.(7. Aug.) Urmucht ui... 15 27.(8. Aug.) Rechtes Ufer des 15 den Wegen durch Flusses Kuitün. 25 diese Stationen trifft 9 5 ast 06.. 25[man mahlerische, rei— 29. Aug. a a g. 7 2 0 30.(11. Aug. Fluß Döizäch 20 zende Gegenden. 31.(12. Aug.)][Gila'in Nor. 25 August. 1.(13. Kiachtaga Von Urga nach Ki— hg 230 Von Zagan Balgaßu nach Urga.. 887 Von Pekin nach Za— gan Balgaßu 263 7 200 d. M) 0 0 — 1 H. Zweyte Abtheilung. urch lifft Mongoley. Ni e a uf Blick kel⸗ 1823. N ü 8 I . N 9 * W . 0 N . eee, f, 0, A ee, eee, L D Der er schichtlch in durch Teil eint fang dies diesem 9. votzulche der Dur Der Wu ichen, fen Lula, 1nd SN 0 Cyrachen li %% 3 ek/ Mn 60*I. it at u dope ald eee — Zweyte Abtheilung. Blick auf die Rongoley. Der erste Theil meines Reisetagebuchs enthält einen ge— schichtlichen Bericht von unsrer Reise von Kiachta nach Pe— kin durch die Steppen der Mongoley und den nördlichen Theil einer von den Statthalterschaften China's. Der An— fang dieses(ZSten) Theils dient dazu als Ergänzung. Nach diesem halte ich es für Pflicht, diejenigen Beobachtungen vorzulegen, die es mir gelang, über die Mongoley, bey der Durchreise durch einige ihrer Ländertheile, zu machen. Der Wunsch, den Nachrichten über diese merkwürdige Ge— gend mehr Vollständigkeit und Interesse zu geben, bewog mich, Hülfsmittel in den Werken von Schriftstellern zu suchen, die sich um Nachforschungen über die Mongoley und die Mongolen bemüht haben. Insbesondere waren mir, in dieser Hinsicht, die Bemühungen von Pallas und Bergmann nützlich. Ohne mir fremde Verdienste zuzu— eignen, strebte ich einzig nur nach dem Ziele, meinen Lands— leuten, und besonders denen, die keine Bücher in fremden Sprachen lesen, soviel möglich, befriedigende Nachrichten über die Mongoley vorzulegen. Es ist nicht mein Vorhaben, eine Geschichte oder Sta⸗ tistik der Mongoley zu schreiben; dieß ist für mich beynahe eine Unmöglichkeit, aus Mangel an glaubwürdigen Quel— len, und auch selbst an Zeit. Von der andern Seite finde g ich es nicht überflüssig, zum Schlusse meines Reisetage— SElün buches den Blick auf die Gegend zu wenden, durch welche jus größtentheils unser Weg ging, und die wichtigsten Gegen— i i stände derselben in folgender Ordnung durchzugehen. e I. Zum Anfange werden die Benennungen der Mon— age golen und Tataren erklärt, die so sehr schwankende Bedeu— jbhter tungen in den Sprachen vieler Gelehrten haben. subi II. Die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der bstts Mongolen. N III. Es ist bekannt, daß die Mongoley das ausgedehn— f tritt teste Reich von Mittelasien ausmacht; und daher beschreibe einte ich— indem ich meine Vorschläge in Hinsicht der geogra— phischen Eintheilung derselben darlege— die gegenwärtige det! Zertheilung der Mongoley in Aimak's oder Länderabthei— Geb lungen. Deshalb ist ein Auszug aus der chinesischen Erd— A beschreibung Däizin Itu ndshi, von allen mongolischen 5 Aimak's eingerückt. he Ferner folgen die Gegenstände meiner Beobachtungen: jet IV. Eigenschaft des Landes. hie V. Erzeugnisse. S0 VI. Einwohner der Mongoley. Ihre Anzahl, Sit— lher! ten h. s. w. ge VII. Gewerbe und Handel. 8 VIII. Regierung. NN F 1 4 N kennen 0 IX. Gesetze, und endlich bing 17 8 8 hing 11 X. Glaube. 19 1 er denen ig 9 — J. Benennung. 18 2— 9 f i Nongol 1 Ein Volk, in steinigen Steppen wohnend, und durch 1 5. g l 9 die Armuth der Natur selb 1 st ein Nomadenleben zu führen 1 3 F fangen 0 — — angewiesen; ein Volk, dem bürgerliche Bildung fremd ist, von den 6 Re * —— und das von alten Seiten her zum Hauptziel seiner Thätig⸗ —*——— 1 1 g — 161— keit die gewaltsame Erwerbung der Beute von angesessenen fange Stämmen, reich durch die Erzeugnisse der Natur selbst und e ihres Gewerbfleißes, machte; ein solches Volk kümmerte gen sich nicht darum, ja hatte nicht einmahl die Mittel dazu, der Nachwelt schriftliche Zeugnisse von seinem Daseyn, von fAur⸗ seinen Thaten zu überliefern. Die Reiche, welche das Ziel Bedeu⸗ ihrer kriegerischen Einfälle waren, bewahrten in ihrer Ge— schichte das blutige Andenken des mongolischen Heeres, wel— te der ches gleich zerstörenden Sturmwinden, sich über die Länder Asiens verbreitete, und vor dem einst das ganze Europa sdehn⸗ erzitterte, unbekannt mit dem wahren Mittel, durch ver— schteibe einte Kräfte den mächtigen Feind zurückzuschlagen. eogta⸗ Diesen Ueberlieferungen zufolge muß man die Wiege dͤrtige der Mongolen in die Steppe, an dem südlichen Fuße des abthei⸗ Gebirges Altai und Chingang setzen; nach der Meinung n Ed⸗ Andrer aber, in die am See Bailal liegenden Berge des olsschen östlichen Sibiriens. Gewässer und Berge, Waldungen und Ebenen, die sich in jenen Gegenden befinden, haben bis gel: jetzt noch mongolische Benennungen. Jene ganze Gegend bietet überhaupt keine bedeutenden Spuren von Anbau von Städten dar; und die ältesten Nachrichten, von Abulhasi Sit⸗ über den Wohnort der ehemahligen mongolischen Stämme gegeben, deuten auf dieselbe Gegend hin. Ich sage: Mongolen, und nicht ohne Grund. So nennen sich jetzt die Bewohner der zwischen Sibirien und China liegenden Steppen; unter diesem Nahmen sind sie in der Sprache der Manshuren und Chineser bekannt, mit denen ich Gelegenheit hatte, an Ort und Stelle von den Mongolen zu sprechen. Es ist schwer, die Bestätigung davon in den uns be— kannten Schriftstellern aufzufinden, deren jeder, wenn er von den Mongolen spricht, eben so wie auch von andern III. Band- 11 d dutch u führen ftemd t, 1 Thalig⸗ — — ů———:—. 1— 8 3 2 Völkern Asiens, ein genealogisches System, nach seinem Geschmacke und seiner Absicht gemäß, zusammensetzte. Zu noch größerer Verwirrung ließen die mohammedanischen Schriftsteller, die sich um die Herausgabe der wichtigsten Denkschriften bemühten, dabey sich von den Vorurtheilen ihres Glaubens und ihres Volkes leiten; sie suchten, die Herkunft der Mongolen mit dem Geschlechtsregister der Erzväter, und die Ueberlieferungen der Mongolen mit den Nachrichten der Türken zu vereinigen, und machten daraus eine Vermischung von Völkern, die nichts mit einander ge— mein haben*). Diesen Vorwurf haben wir das Recht, insbesondere dem Sultan von Chiwa, Abulhasi*) zu machen, und aller Wahrscheinlichkeit nach, dem Raschid— Eddin, dem der erstere ohne die geringste Abweichung folgte. Aus der Vereinigung dieser angenommenen Meinun— gen entsprang eine noch größere Dunkelheit, und anstatt Bestätigungen, die in nicht großer Zahl beygebracht sind, zu finden, muß man eine große Menge Beweise lesen, die in solchem Grade von ihnen entstellt sind, daß man unwill— *) Abel⸗ Re mü sat: Recherches sur les langues Tartares, T. J. P- 7 A. d. V. *) Genealogische Geschichte der Tataren.„Der Verfasser die— ses Buches, Abulhatschi Bafadur Chan— wird in einer Anmerkung jenes Buches, I. Th. S. 12. gesagt— ward in der Stadt Urgens(richtiger Urganitsch oder Chi— wa) geboren, welches die Hauptstadt in dem charas mẽschen Lande(Chowaresm, Chiwa) ist, im Jahre der Hedschra rox, welches mit dem J. 1605 der christlichen Zeitrechnung über⸗ einkommt. Er war der vierte in der Geburtsreihe unter sei— nen sieben Brüdern. Seine Mutter stammte in gerader Li⸗ nie von Dshingis-Chan ab, so wie auch sein Vater, doch nur durch eine andere Linie“ u. s. w. Es ist uns hin— länglich bekannt, mit welchem Stolze jeder Kirgise, ja sogar der erbärmlichste Baigusch(Bettler) kühn seine Abstam⸗ mung von Dshingis-Chan herleitet, der, allem Anschein nach, eine zahllose Familie hatte. A. d. V. (oht wei 08 lafetu wohne fen, carase digt s hamm. Tur dal sillan, 9 U —— 163— um kührlich ein Mißtrauen behält, erweckt auf jeder Blattseite du durch irrige Muthmaßungen, hervorgesuchte Begebenheiten, chen offenbare Anachronismen, und augenscheinlich nach Will— sten kühr von ihnen gemachte Geschlechtsregister. Denken wir eilen uns den chiwaischen Krieger in der Sandwüste, unter einer die dunkeln Jurte wohnend, gezwungen entweder an den krie— der gerischen Einfällen seiner Kampfgenossen in die nächsten den Gebiete Theil zu nehmen, oder sich gegen die eindringenden taub täuber der Steppen zu schirmen; konnte wohl Abulhasi in ge⸗ einer solchen Lage eine Chronik der Völker Mittelasiens, die icht, einige Jahrhunderte vor ihm gelebt hatten, abfassen? konnte zu er wohl ein deutliches Gemählde von ihren Erzeugnissen, id⸗ ihrer innern Einrichtung, ihrer Aufklärung, ihren gegen— ung seitigen Verhältnissen und Kriegsthaten aufstellen? Wenn wu wir auch in ihm die höchste Bildung annehmen, wie sie zu Wstatt jener Zeit die chiwaischen Fürsten in der samarkandischen d, zu Akademie erhalten konnten, so kann man doch nicht um— die in hin, an der Gründlichkeit des Werkes von den Tataren mwil⸗(ohne noch die Mängel der Uebersetzung zu berühren) zu zweifeln, welches dieser Zögling der Bucharischen Mul— 2— lah's, wie man bemerken kann, aus oberflächlichen Ueber— r die⸗ lieferungen gesammelt hat, die zu jener Zeit unter den Be— ird in wohnern des wüsten Mawaralnahar im Umlaufe wa— 1 ren, und gleiches Schicksal mit den Mährchen der Scha— poschen charasade(Scheherazade) hatten. Selbst Abulhasi entschul— we, digt sich aufrichtig vor den Lesern, daß er die Mühe über— 10 6 nommen, eine Geschichte der Tataren zu schreiben, einzig der Li⸗ nur darum, weil sein Land an gelehrten, geschickten Schrift— Luer, stellern arm war). is hin⸗ n sogak Wan 5) Ebendaselbst, I. Th. S. 15. UI. Th. S. 180. A. d. V. Auscheit 11* ——̃——— 1 a— 7——— „ Da aber den Gelehrten Europens die Ueberlieferungen dieses asiatischen Schriftstellers entfernter Zeiten mehr be— kannt sind, so muß auch ich, indem ich von den Mongo— len spreche, fürs erste erwähnen, daß Abulhasi ihre Be— nennung von dem Nahmen des Fürsten Mungol, eines Sohnes von Alantschi-Chan und leiblichen Bruders des Tatar, herleitet. Da haben wir einen Anlaß eifri— ger Nachfolgen, Forschungen und eitler Bemühungen für viele Schriftsteller, die da wünschen, die Richtigkeit dieser Ableitung aufrecht zu erhalten. Uebrigens kann man nicht umhin, einige Aufmerksamkeit folgender Erklärung des Abulhasi zu widmen, daß das Wort Mungl überall und von allen verdorben und in Mogull verwandelt worden sey. Ferner, fährt er fort, Mung bedeute traurig, und weil der Beherrscher Mungl von so trauriger und mürri— scher Gemüthsart war, habe er auch diesen Nahmen mit Recht erhalten. Diese Wortableitung wird nicht durch die mongolischen Wörterbücher unterstützt; und überdieß konnte wohl kaum ein Nahme, einem Fürsten bey seiner Geburt gegeben, auf seine geistigen Eigenschaften gegründet seyn. Mun auf mongolisch heißt: gegenwärtig, wirklich, Gol ein Fluß; überdieß bedeutet Mungün in derselben Sprache Silber. Und also konnten nicht vielleicht diese Benennung sich die Mongolen zugeeignet haben, zum Unterschiede von den Tatarn der goldenen Horde, die am Fuße des Gebir— ges Altai, auf mongolisch das goldene, und auf chine— sisch Dsingschang, nomadisirten. Wir können noch sa— gen, daß die Etymologie des Abulhasi die Bedeutung des russischen Wortes: Ismuglüi(brun, dunkelbraun“) sehr *) Beide Worte: das französische und das deutsche sind als Uebersetzung des russischen bmuglüi vom Hrn. Verf. selbst im russ. Originale beygefügt. A. d. U. gig schte! ble uchi 9 Hin ausge die n. walche st, deen let de Tatg Volk h Nr Nit ingen be⸗ ngo⸗ Be⸗ eines küderd orden und dörri⸗ in mit, ich die fennte Geburt t sehn. Gol rache mung e von Gebir⸗ cine och sa⸗ 110 des schr sind ab selhs in 00 . 165 günstig ist, welches man vorzugsweise der Farbe des Ge— sichts der Mongolen, in ihrer Sprache Bargu genannt, beylegen kann. Aber— die Etymologie allein kann nicht geschichtlich unbekannte Dinge entscheiden. Wenden wir uns zu den, aus chinesischen Geschichts— schreibern und Erdbeschreibern geschöpften Nachrichten, so treffen wir da dieselbe Verwickelung und Dunkelheit in Hinsicht der Benennung der Mongolen. So wie der weit ausgedehnte Theil Mittelasiens, der von Völkern, welche die mongolische Sprache reden, bewohnt ist, in alten Zei— ten in besondere Stämme, Fürstenthümer oder Aimak's eingetheilt war; so bewahrten die benachbarten Chineser, in ihren gleichzeitigen Chroniken, die Benennung desjenigen der mongolischen Fürstenthümer auf, welches ihnen bekann— ter war, entweder wegen seiner nähern geographischen Lage, oder wegen seiner Macht und feindlichen Bewegungen, oder endlich wegen des Handels und freundschaftlicher Verbin— dungen. Laßt uns einen Blick thun in die Irrgewinde der Gelehrsamkeit dieses alten Volkes. Die eigentlich sogenannten Mongolen werden, bey den Geschichtschreibern der chinesischen Dynastie Min(1368 — 1643) immer unter dem Nahmen Tadsü erwähnt, welches vielleicht ursprünglich Tata ausgesprochen worden ist, und stets den mongolischen Stamm bezeichnet hat, dessen von den Beschreibern der mongolischen Geschichte un— ter dem Nahmen Tatall, oder in gemeiner Mundart Tata, gedacht wird. Das dem Dshingis unterworfene Volk wird von einem gleichzeitigen Schriftsteller), der in der Mitte der Mongolen lebte, und in ihrem Heere kämpfte, „) Der Feldherr und Geschichtschreiber Menkun, der das Heer der chinesischen Hülfstruppen, die mit den mongolischen 8 die schwarzen Tata genannt, im Gegensatze der wei— ßen, welches die Oniuten des Abulhasi sind. Die mon— golische Sprache war übrigens immer bekannt unter dem Nahmen der Sprache Tata oder Tadsä. Die Tungusen, welche Reisende des Mittelalters unter dem Nahmen der Ssu-Mongolen(Mongols aquatiques, Wassermon— golen) kannten, hießen bey den Chinesern SchuiF-Tata, oder die Wasser-Tataren. Endlich wird überall die Be— nennung Tata oder Tatar als gleichbedeutend mit dem Worte Mongole gebraucht. Hieraus folgt, daß die Tata— ren, die nach Abulhasi's Worten an den Ufern des See's Boir, d. i. in den eigentlichen mongolischen Ländern wohnten, Mongolen und nicht Türken waren, wie dieß die meisten Schriftsteller, die darüber Untersuchungen an— stellten, angenommen haben. Endlich hat Hr. Klaproth*) mit der ihm eigenen scharfsinnigen Bestimmtheit die Ver— wirrung dieser Benennungen aufgehoben, indem er, zufolge der bekanntesten chinesischen Werke entscheidet, daß Mon— gole und Tatar Nahmen sind, die zwey Geschlechtern mongolischen Stammes zugehören. Wenn man auch bis jetzt die Tatarn oder Mongolen mit den Fürken vermengte, so kam dieses daher, weil Dshingis-Chans Nachkommen nachdem sie die am kaspischen und schwarzen Meere woh— nenden türkischen Völker sich unterworfen hatten, dort das ———— gegen die Ofin's sich vereinigt hatten, anführte und 1246 starb, hatte die allerbeste Gelegenheit, wahrhafte Nachrichten von diesen Völkern zu sammeln. Diese Nachrichten befinden fich in den von ihm verfaßten Denkwürdigkeiten und in der Geschichte der fünf kleinen chinesischen Dynastien. A. d. V. *) Asia polyęlotta, 1823. S. 202.„Was sind Tataren?“ Die— ses Buch enthält viele interessante Untersuchungen über die asiatischen Sprachen; es ist auch daraus von mir das unten eingerückte Leben des Schigemuni entlehnt. A. d. V. 167 ei⸗ kiptschak'sche Reich gründeten, welches sich vom Dniester lon⸗ bis zur Emba und bis an die kirgisische Steppe erstreckte. dem Die Gebieter dieses Reiches waren Tatarn, und ihre sen, Unterthanen größtentheils Türken. Gegen das Ende des der funfzehnten Jahrhunderts zertheilte sich jenes Reich in meh— mon⸗ rere kleine Königreiche, von welchen das krimmische, kasa— ata, nische und astrachanische die wichtigsten waren. Die Be— Be⸗ herrscher derselben stammten von Oshingis-Chan ab, und dem waren Mongolen oder Tatarn; aber ihre Heere bestanden ata⸗ aus dortigen Eingebornen oder alten türkischen Einwohnern. deb Dessen ungeachtet behielten diese Chanschaften den Nahmen dern der tatarischen, weil die Chane derselben Tatarn waren. daß Zum Schlusse wollen wir noch sagen, daß in der an⸗ Geschichte der Dynastie Juan(der mongolischen, von 9 1280 bis 1367 China beherrschenden Dynastie) ein beruöhmter Der mongolischer General erwähnt wird, der in den gegen China 12 kämpfenden Heeren des Dshingis-Chan und Ügu— 11 dei diente. Dieser Feldherr, mit Nahmen Kukubucha, tar hatte den Beynahmen der Tatar. Aus derselben Geschichte 0 1 sieht man, daß Tatar ein Nahme eines mongolischen 195 Stammes ist, der von Ißugei, dem Vater Dshingis— en Chan's, besiegt worden. Angi Tatar oder die mit der voh⸗ Jagd sich beschäftigenden Tatarn, und Zagan Tatar, das d. i. die weißen Tatarn, sind mongolische Stämme, die Oshingis-Chan selbst unterjocht hat. Alle diese Stämme 1240 nomadisirten von Kiachta östlich, an den üfern des Ar— 1 5 gung, und waren mit Solonen vermischt, welche in alten 19170 Zeiten Moch é genannt wurden, und die Länder beherrsch— ten, die sich bis zur Mündung des Flusses Amur erstrek⸗ die ken. Folglich kommen die Benennungen Mongole und det die Tatar einem und demselben Volke zu. g uften 70 5 5 9005 Ge f chi chat e⸗ 1 Aus den Gebirgen Altai und Chingang, wie aus dug einem Vulkane mit Getöse und strömender siedender Lava, Au ergossen sich die Mongolen über alle Länder, nachbarliche W und ferne. Die Ursachen zu diesen Umwälzungen in der 1 Mongoley konnten entweder vorübergehende oder fortdauernde aan, seyn. Zu den erstern gehören: Dürre, Miswachs an 0 aft Gras und Viehsterben, und kriegerische Unternehmungen; Nl unter den letztern Ursachen muß man verstehen: die Eigen— 9 10 heit des komadenlebens, das von den verschiedenen, der hohen Lage der Mongoley eigenthümlichen Veranderungen he abhängt, auch die Ungeduld, in welche die Dürftigkeit einer unfruchtbaren Gegend die Menschen stürzt, endlich die Ent— Hart fernung der Meere, welche die Kraft der Einwohner be— schäftigen und ihnen Gränzen setzen. ö Die Geschichte China's, das seit alten Zeiten mit diesen wilden Söhnen der Wüsten Asiens im Kampfe war, und von Asien weit ausführlichere und genauere Nachrichten ö aufstellt, als sie die Griechen vor den Zeiten Alexanders hatten, setzt die Existenz des mongolischen Volkes in ein nah noch höheres Alterthum zurück. Nach ihren Berichten mach— g Hole ten die Mongolen 220 Jahr vor Chr. Geb. schon ein mäch— dem tiges Reich aus.— Wir wollen in der Kürze die geschicht— car. 6 lichen Ueberlieferungen von den Mongolen durchgehen, die Ind di ein trauriges Andenken von sich in den Jahrbüchern Chi— uur, na's, das mehr als einmahl ein Opfer ihrer feindlichen al 6 Einfälle war, zurückgelassen haben. Zu mehrerer Be— Chu quemlichkeit kann man die Geschichte der Mongolen in vier Ging Zeiträume eintheilen, den ausgezeichneten Epochen in ihren 10 15 Thaten, besonders in ihrem politischem Schicksale zufolge. dlc un Der erste Zeitraum kann den fast wilden Zustand lg der Mongolen begreifen, die jeder Bildung fremd waren, au 88 ä———— ————————— 169— von 220 J. vor Chr. G. bis 1206 nach Chr. G., die in blutigen Kriegen mit China rangen, und unter verschiedenen Benennungen barbarischer Horden, die größtentheils ihren Nahmen von denjenigen ihrer Chane erhielten. Der zweyte Zeitraum stellt das ungeheure Reich dar, das aus der Mongoley und China bestand, und über— haupt die Herrschaft der mongolischen Chane über ganz Mittelasien, und über die östlichen Länder Europens, vom J. 1206 bis 1367. Der dritte Zeitraum. Lage der Mongolen, nach ihrer Vertreibung aus China, von 1368 bis 1691; endlich Der vierte Zeitraum. Die Mongolen unter der Herrschaft der manshurisch chinesischen Kaiser. Eber Zeiten 220 vor Chr. G. bis 1206 nach Chr. G. Die chinesischen Geschichtschreiber erwähnen zum ersten— mahle von allen der Mongolen unter dem Nahmen der Horde Ssiunnu. Der vierte chinesische Kaiser Schi(aus dem Hause Dsin, das von 255 vor Chr. G. bis 207 nach Chr. G. herrschte) rottete, die damahlige Anarchie im Reiche, und die Zwiste der sechs Königreiche, in welche es zertheilt war, benutzend, ihre Herrscher aus, und nannte sich zu— erst Chuandi, d. i. Kaiser von ganz China. Schi Chuandi, der auf solche Art zur Alleinherrschaft über China gelangt war, wähnte, alle benachbarte Völker müß— ten auch ihn für ihren Gebieter erkennen; er forderte von allen Unterwerfung und Knechtschaft. Anstatt sich in fried— liche unterhandlungen mit dem mächtigen Volke Ssiunnu einzulassen, und einen dauerhaften Frieden zu begründen, 0 — 70— fiel Schi Chuandi unvermuthet dasselbe, mit allen J Streitkräften China's, an, schlug es und vertrieb es weit Hause gegen Norden von den Gränzen des Reichs; konnte aber fe nicht es unterjochen. Dreyhundert tausend Krieger wurden an u bestimmt, die nördliche Gränze China's zu schirmen, und Rech eine ganze Million Menschen war mit der Erbauung jener Jaht großen Mauer beschäftigt, die noch bis jetzt, zum Staunen er se der Ausländer, erhalten ist. Solche nicht wohl überlegte mind Maaßregeln, zur Sicherung des Reiches gegen die Ssiun— alle nuer genommen, kosteten demselben zahllose Opfer, ten noch drückender nach langwierigen, verwüstenden innern Sei Zwisten; brachten aber gar keinen Nutzen. Mit dem Tode den. des Schi Chuandi schwand auch zugleich seine Macht Kal dahin. ca Der Stifter der Dynastie Chang(welche in China g von 206 vor Chr. G. bis 220 nach Chr. G. herrschte) d Gau Chuandi, erfreut über die Vortheile, die er über 90 die unvorsichtigen chinesischen Herrscher erlangt hatte, ge— 90 dachte die Ssiunnuer sich zu unterwerfen, oder minde— g stens sie in Furcht zu setzen; aber dieses kühne Unterneh— 1 men stürzte ihn beynahe selbst ins Verderben. Vom Feinde 90 geschlagen, und in eine Stadt eingeschlossen, wo er keine 0 Lebensmittel hatte, war er gezwungen um Friede zu bitten, 11 den er auch auf Bedingungen, schimpflich für ihn selbst, 10 schloß, das ist: der Gebieter China's ward einem Noma— ü denvolke zinsbar. Wie dem auch sey, so verschaffte doch b f dieser Friede dem chinesischen Reiche wichtige Vortheile auf ö 900 viele Jahre. Die mongolischen Chane des Stammes Ssiunnu, die einen gewissen Tribut erhielten, und sich mit 5 chinesischen Prinzessinnen vermählten, traten in engere Ver— I g bindungen mit dem Reiche, und beunruhigten es nicht durch 0 ihre feindlichen Einfälle, 80 Jahre hindurch. Aber der 80 f 171— 5 junge unternehmende U-Chuandi, der fünfte Kaiser des . Hauses Chang, mit dem Ruhme eines Siegers sich che schmeichelnd, brach, unter nichtigen Vorwänden, den Frie— urden den mit dem ßiunnuischen Volke, und stürzte das 2 Reich in einen Abgrund von Uebeln, die es ungefähr 40 ö poner Jahre bedrängten. Gegen das Ende seines Lebens erkannte n er seinen Irrthum, und hinterließ als Vermächtniß seinem N minderjährigen Erben und dessen Vormündern, den Befehl, 19010 alle mögliche Maaßregeln anzuwenden, um einen dauerhaf— Mir ten Frieden mit dem unbesiegbaren Feinde zu errichten. N Sein Wunsch ward erfüllt durch Abschließung eines Frie— del dens mit den Mongolen, welcher unwandelbar unter sechs fac Kaisern gehalten wurde, bis zu Wan-Man, der den chang'schen Thron im J. 8 nach Chr. Geb. gewaltsam an Me sich riß. Die erwähnte Veränderung hatte ihren Nutzen. che Die ßiunnuischen Chane, als Freunde der vom Throne r iber gestoßenen Dynastie, verwarfen mit Verachtung alle für sie „ ge⸗ vortheilhaften Anträge des Thronräubers, und erklärten sich ninde⸗ geradezu als Beschützer der am Leben gebliebenen Nachkom— anche men des kaiserlichen Hauses. Bey solcher Mitwirkung der feine Mongolen ging der Räuber des chinesischen Thrones zu feine Grunde, und Huang U Chuandi stellte seine gesunkene tten, Familie wieder her. Aber die Nachkommen dieses Kaisers, elbst, und noch mehr ihre aufgeblasenen Günstlinge, welche sich oma⸗ nicht so sehr um den allgemeinen Nutzen kümmerten, als doch um die Befriedigung ihres Ehrgeizes, hörten nicht auf ihre be auf Nachbarn die Mongolen durch stolzes Betragen und kriege— ammes rische Unternehmungen zu reizen. Hieraus entstand in der 9 mit Folge der Zeit das, daß bey entstandenen Empörungen „ Ver⸗ und Zwistigkeiten in China die Mongolen in dasselbe ein⸗ dur drangen, und überall Mord und Verheerung verbreiteten. ber d So erlosch endlich das Haus Chang in dem Wirbelsturme — — — — 8 E — 140 1 2 5—— — innerer Unruhen, die durch den Uebermuth der Heerführer erzeugt wurden, als die benachbarten dadurch gekränkten Völker es nicht mehr unterstützten. Die Regierungsunfähigkeit des Chuai Chuandi, des zweyten Kaisers des Hauses Dsing(das in China von 265 bis 420 nach Chr. Geb. herrschte), das auf den Trümmern des vorhergegangenen Hauses Chang sich erho— ben hatte, erzeugte Streitigkeiten zwischen den Fürsten aus dem Geblüte jenes Stammes. Die daraus entstandenen innern Kriege und blutigen Kämpfe überschwemmten das chinesische Reich mit dem Blute seiner Bürger; dabey er— weckten sie bey den Nachbarvölkern Verachtung gegen die Gräuelthaten des herrschenden Hauses und Mitleiden mit ihren unglücklichen unterthanen. Liu jan, einer von den ßiunnuischen Fürsten, ging ruhig mit einem Heere nach China, das von innerer Zerrüttung zerrissen war, und nahm eine Statthalterschaft nach der andern weg. In ei⸗ nem Zeitraume von zehn Jahren bekam er zwey Kaiser ge— fangen, und erklärte sich zum Gebieter China's. Er würde dieß ohne Zweifel geblieben seyn, wenn nicht ein frühzeiti— ger Tod ihn dahin gerafft hätte. Der Tod dieses Fürsten brachte bald, zu einer und eben derselben Zeit, so viele Kaiser hervor, als es damahls Statthalterschaften in China gab. Zum Unglück befeindeten sie sich alle einander. In ganz China erklang das Getöse der Waffen; der rothe Schein von flammenden Städten und Dorfern erhellete den Gesichtskreis jener Gegenden, und zeugte von ihren Leiden. Dieser Zeitraum in der Geschichte China's, bekannt unter dem Nahmen Udai, d. i. der fünf kleinen Dynastien, ist ein genaues Abbild dessen, was in Europa, zwey Jahrhun— derte vor Karl dem Großen, durch die Einfälle der barbari— schen Volker, die das weströmische Reich verwüsteten, geschah. ——— W———— 5 8 5 8 8 5 8 8—— 8— 2 7 0 dab sah sutch Vete Cha del 0 Fi Na 30 lan fad war eld So war die Einwirkung der ßiunnuischen Horde auf das Schicksal China's. Die Bedrängung der Mongolen, selbst der in den nördlichen Gränzgebirgen nomadisirenden, durch Schi Chuandi, gab Veranlassung zu einer großen Vereinigung ihrer Stämme. Modon, ein ßiunnuischer Chan, unterjochte in kurzer Seit alle Länder, die zwischen der Manshurey und den jetzigen kirgisischen Steppen, zwi— schen der großen Mauer und dem See Baikal liegen. Das ßiunnuische Haus herrschte in der Mongoley über 300 Jahre. Das erste Jahrhundert davon war sein blühendster Zeitraum; im zweyten Jahrhunderte sank es durch einen langwierigen Krieg mit China, und die Sertheilung in die südliche und nördliche Chanschaft. Die südliche Chanschaft war vom chinesischen Reiche abhängig; und die nördliche endete im J. 93 nach Chr. G. In der Geschichte China's ist auch von einer mongoli— schen Horde, unter dem Nahmen U chuan, die Rede, die in den nördlich von der chinesischen Statthalterschaft Dshili liegenden Ländern nomadisirte. Diese Horde hatte ange— fangen in der südlichen Mongoley mächtig zu werden, als schon die ßiunnuische gesunken war; aber im J. 207 nach Chr. G., in einer Schlacht mit den Chinesern, welche in dem jetzigen tum et' schen Aimak, bey der Stadt Tur— ban Ssuburgän Chotò verloren ging, ward sie gänz— lich geschlagen und zerstreut. Uebrigens machten die Uchu— anen nur einen der mächtigsten ßpiunnuischen Stämme aus, und ihr Daseyn in der Geschichte macht keine be— sondere Epoche. Die ßiänbische Horde nahm anfangs die jetzigen Aimak's Aochan und Naiman, mit den umliegenden Gegenden, und ebenfalls auch den charatschischen Aimak ein. Das Jahr des Falles der nördlichen piunnuischen — 1741— Chanschaft ist das Jahr der wiederaufkeimenden Macht je— ner Horde. Sie beherrschte Chalcha und unterwarf ihrer Macht alle Länder, die unter der Herrschaft der Piunnui— schen Chane gestanden hatten. Zu Ende des dritten Jahr— hunderts sank das ßiänbi'sche Haus. An dessen Stelle wurden zwey Fürsten besonderer Ländertheile mächtig, Mu— jun und Toba. Der mugun'sche Stamm erhob sich in dem jetzigen Tumet, und herrschte im nördlichen Theile China's, unter dem Nahmen der Dynastie Jang, bis zum J. 399. In diesem Jahre unterjochte der Fürst Toba, Beherrscher eines besondern Ländertheils, der in den Ai— mak's Abaganara, Abga u. s. w. nomadisirte, die Gebiete des Jang'schen Hauses nebst der nördlichen Hälfte China's, und legte den Grund zu der nördlichen Dynastie Wei, die in China bis 555 herrschte. Diese zwey Dynastien werden nicht als besondere Horden ange— sehen, und waren nur eine Fortsetzung des ßiänböschen Reichs. Sie beherrschten den größten Theil der Mongoley, aber nur auf kurze Zeit, und dabey konnten sie nicht alle Aimak's derselben sich unterwerfen. Die Horde Gumozi ward im Anfange des fünften Jahrhunderts mächtig, und riß den größten Theil der süd— östlichen Mongoley an sich. Sie ist eigentlich einer von den mächtigen ßiänbi'schen Stämmen, der in der Steppe, die jetzt den oniutischen Aimak ausmacht, nomadisirte. Er war abhängig von den mächtigen Gebieten bis zum neunten Jahrhunderte, als ihn seiner Gewalt der bagarin'sche Fürst, der Stifter der Dynastie Liao, der in China ehe— dem herrschenden Dynastie, unterwarf. Die Horde Shushu erschien im Anfange des fünften Jahrhunderts in der Nähe der großen Mauer; sie versetzte ihre Nomadenplätze an den südlichen Fuß der altaischen ft uit l 1 5. fach e Tudf tin e f Trum deb j von! sprun wurd tunge Hal Ba Sept zwey liche östli hole. bis eif anch delselben Auan, bs le sich ale dolles N fink 90 dick a heftig Wohlige 9 Gebirge, wo sie einen Theil der Länder, die dem Stamme Guich é gehörten, eroberte. Dann eroberte diese Horde die ganze Mongoley und die ehemahlige Sungarey; aber im J. 552 tödtete der Gebieter derselben, Tubin Chan, nach einer verlorenen Schlacht gegen die mongolische Horde Tudsiui, sich selbst und machte damit seiner Chanschaft ein Ende. Die Horde Tudsiui stieg im J. 552, auf den Trümmern der Horde Shushu empor, welche die Steppen des jetzigen chalchassischen Fürstenthums inne hatte, und von dem ersten tudsiuischen Chan, Ili, der aus dem ur— sprünglichen ßiunnuischen Stamme herkam, unterjocht wurde. Sein Sohn Mugan Chan machte große Erobe— rungen. Die ganze Strecke von dem gelben Meere(Chuan chai) bis Kukunor, von der großen Mauer bis zum Baikal, und die sungarischen Länder— alles war seinem Zepter unterworfen. Aber bald theilte sich diese Horde in zwey Chanschaften, die östliche und westliche. Der west— liche Chan beherrschte Chalga und die Sungarey; und der östliche Chan die südliche und östliche Hälfte der Mon— goley. Einer von diesen letztern, Schibi Chan, hatte bis eine Million Truppen. In der Folge wurden beide Chanschaften von China abhängig; sie waren aber zu eben derselben Zeit ein furchtbares Unwetter für dieses Reich. Liuang, der Stammvater des Hauses Tan, das von 618 bis 906 in China herrschte, schämte sich nicht, selbst sich als Unterthan des Chans des mächtigen tudsiuischen Volkes zu bekennen, um Beystand von ihm zur Erreichung seiner Absichten zu erhalten. Er gelangte wirklich zu seinem Ziele; aber, nachdem er seine Herrschaft über ganz China befestigt hatte, suchte er, anstatt des Dankes, seinem Wohlthäter Ketten anzulegen, und dessen Volk zu unter— 5 jochen. Die Mongolen der tudsiuischen Horde, durch dieses Betragen erbittert, hörten nicht auf, dem Reiche bey jeder bequemen Gelegenheit zu schaden. Als die chine— sischen Heerführer Ang-luschang, Schißümüng, Luzü und die übrigen ihnen ähnlichen, einer nach dem andern in ihrem Reiche Empörungen erregten, der Hauptstadt sich bemächtigten, und mit Grausamkeit die schwachen Chuan— di's, die sich durch die Flucht gerettet hatten, verfolgten, vereinigten die Mongolen, um sich an den Chinesern für ihre Treulosigkeit zu rächen, ihre Macht mit den Empörern, und richteten furchtbare Verheerungen in diesem Lande an, selbst sogar zu der Zeit, als sie, dem Anscheine nach, in der Eigenschaft als Hülfstruppen, für die chinesischen Kaiser kämpften. Im J. 745 ging das Haus Tudsiui durch innere Unruhen zu Grunde. Die Horde Guigu(Huihu) zeigte sich im Anfange des(ten Jahrhunderts im jetzigen Tarbagatai, und nahm, unter tudsiuischer Abhängigkeit, allmählig bis zum J. 745 an Macht zu. In diesem Jahre machte der Chan derselben Feilo den innern Zwisten, welche die Mongoley zerrissen, ein Ende, und zugleich auch dem Daseyn des Hauses Tudsiui. Er eroberte alle Länder, die noch unter der Herrschaft der ßiunnu' schen Chane gewesen waren. Um das J. 844 ward diese Horde durch ihre eigenen in— nern Zerrüttungen gestürzt. Die Horde Ssejanto war einer der mächtigen tu— dsiuischen Zweige, und fing an, sich früher als die Horde Guigu zu erheben. Im J. 630 erhielt sie den ersten Chan; im J. 642 war sie, von den Chinesern besiegt, ge— zwungen, sich dem Reiche zu unterwerfen. 0 f Chet adi langt bald tige dab Aim Jel Su Dh Hau qud Se den ein Git 60, geld Hinte Gele lchen salce Ging zahle lung Die Horde Zidang oder Kidang machte den östli— ice chen mongolischen Stamm aus, der in den jetzigen Aimak's: 17... 5. no⸗ madisirt. Seit dem Anfange des dritten Jahrhunderts ge⸗ andern langte dieser Stamm nach und nach zu Macht, und war K sch bald von China abhängig, bald unter der Herrschaft mäch⸗ chuar⸗ tigerer Horden von seinen Stammgenossen. In der Hälfte olgten, des zehnten Jahrhunderts ward der im jetzigen bagarin'schen in füt Aimak(in der Mongoley) geborne zidang'sche Fürst dn, Jelui Anbadfän, nachdem er die ganze Mongoley und de an, Sungarey sich unterworfen hatte, in China der Stifter der 9, in Dynastie Liäo. Dieses Haus wurde im J. 1114 von dem Haiser Hause Dsing(herrschend in China von 1115 bis 1234) aus manshurischem Stamme besiegt; und dieses seiner inet Seits wieder, im J. 1235 von Dshingis-Chan, dem Stammvater der Dynastie Ju ang unterjocht. e a Nach dem Falle der N Tan facht in China 10 ein zweyter ÜUdai, oder Zeitraum allgemeiner Anarchie. China, in kleine Kaiserthümer, so zu sagen, zerstückt, war his zum 5 b, 5 60 Jahre hindurch von ununterbrochenen innern Zwisten, 1 gewöhnlich von Mord und Verheerung begleitet, zerrissen. 50 Hinterlist, Bikrug, Verrätherey, Gewaltthätigkeit und alle Greuelthaten nisteten an den damahligen sogenannten kaiser— 5 lichen Höfen. Selbst die rohesten Barbaren begingen nicht . solche Unthaten, womit die sich der Aufklärung rühmenden en ul Chineser sich befleckten. In jener Zeit erschien in China das zahlreiche und tapfere zidang' sche Volk, dessen oben er— een ku⸗ wähnt worden, und welches viele Siege über die nur kleine Horde Stücken Land beherrschenden Chuandi's, und endlich über J ersten Taidsun erfocht, den zweyten Kaiser der Dynastie Ssun gt, he(die in China abwechselnd von 960 bis 1279 herrschte), von dem Reiche die nördlichen und westlichen Gebiete abriß, III. Band. 12 und das Haflager seiner Chane in dem jetzigen Pekin aufschlug. Furchtbar durch ihre Tapferkeit, aber gemäßigt in ihren Unternehmungen, waren die Mongolen— Zi— dang's damit zufrieden, daß sie bey dem Friedensschlusse mit den chinesischen Kaisern ruhig eine gewisse Abgabe erhielten. Häufige Friedensbrüche von Seiten der letztern erzeugten mehr als einmahl Krieg, der immer vortheilhaft für die Mongolen ausfiel, welche wohl ganz China erobert haben würden, wäre dieses ihren Absichten gemäß gewesen. Aber der achte Kaiser der ßun' chen Dynastie, nicht zu— frieden mit der Mäßigung der mongolisch- zidang'schen Chane, brach Frieden und Freundschaft, und nahm die Parthey eines Arglistigen von ihren Unterthanen. Dieser Aufrührer war Aguda(Ahuda), einer von den Aeltesten des niudshi'schen oder manshurischen Volkes, der in China der Stifter der dsing' schen(goldenen) Dynastie geworden war. Das blinde Glück begünstigte ihn, und mit Beyhülfe der Ssun's zerstörte er das zidang'sche oder liäd'sche Reich, welches die ganze nördliche und öst— liche Mongoley bis nach Korea hin beherrschte. Hierin sind die wichtigsten Umstände des ersten Zeit— raums der mongolischen Geschichte begriffen, der nur die Erzählung enthält von unaufhörlichen Kriegen dieses Volkes entweder mit seinen Stammgenossen oder mit dem benach— barten China. Die Horden Ssiunnu Tudsiui und Zidang waren die herrschenden Stämme, die nach einan— der die Herrschaft über die ganze Mongoley an sich zogen. Die innern Einrichtungen dieses Volks, wenn dergleichen bey rohen, halbwilden Völkern bestehen können, sind uns unbekannt. Man muß sagen, die Kriegsthaten der Mon— golen waren, während dieses Zeitraums, in die Gränzen ihres Vaterlands, und zum Theil in die nördlichen Gebiete Gesc Ausf gestec bberf hint au in d „ ekin des chinesischen Reichs eingeschlossen. Jetzt tritt der Zeit— näßigt punkt ein ihrer kriegerischen Wanderungen über den Imaus 8 in die fernsten Gegenden Asiens und selbst Europens— ein chluse Zeitpunkt des höchsten Ruhms der mongolischen Waffen. Abgabe later. seilhaft N 111 Zweyter Zeitraum. 3 wesen. Vom J. 1206 bis 1367. 0 fe Die Ereignisse in diesem Zeitraume der mongolischen 1 che Geschichte sind von europäischen Schriftstellern mit aller 1 4 5 Ausführlichkeit dargestellt. Da ich die Gränzen meines vor— 1 0 gesteckten Plans nicht überschreiten mochte, und auch es für 1 sasen überflüssig halte, Begebenheiten, die meinen Lesern schon 0 d in hinlänglich bekannt sind, zu wiederholen, werde ich nur 1 dpf auf die merkwürdigsten Thaten der mongolischen Chane, die 9 „ und in diesem Zeitraume herrschten, hindeuten. N g'sche I 5 1. Dshingis( schingis). 1 Im J. 1206 erklärte ein chalchassischer Fürst, mit 10 dal Nahmen Demutschin, sich als Dshingis-Chan an den 1 r die ufern des Flusses Onon, unterwarf sich den Aimak 1 volkes Naiman und vereinigte überhaupt unter seinen Fahnen 1 mach⸗ alle Stämme des mongolischen Volks. Im J. 1209 er— 1 und oberte er Tangut, auf chinesisch: das ßiä'sche Reich, 1 einar⸗ und unterjochte die Uiguren, die im jetzigen chinesischen 8 ghia Turkestan wohnten. Im J. 1210 fing er Krieg an mit lachen dem chinesischen herrschenden Hause Dsing, das aus der 0 und Manshurey stammte. Aufgebracht durch die Verachtung und Mer. die Drohungen, welche ihm von dem Kaiser Jungdsi Stün und seinen Höflingen widerfuhren, drang Dshingis-Chan ibi mit seinem zahlreichen Heere über die große Mauer, eroberte 12* —— 1809— all in einigen Feldzügen alle nördliche und viele westliche Pro— 11 vinzen China's, und drang mit Ungestüm sogar bis an das 11 östlcche Weltmeer. Dann wendete er sich gegen Westen, 110 und da er auf gar keine Hindernisse stieß, ging er mit ver— 10 wüstendem Schritte durch das ganze Turkestan, durch Per— lee sien bis an das kaspische Thor am Kaukasus. Nach der 0 Rückkehr von diesem Siege in jenen Ländern im J. 1225 1 führte Oshingis-Chan von neuem Krieg in Tangut, weil 0 man dort einem mongolischen 1 Fürsten, seinem Feinde, einen 5 Zufluchtsort gegeben hatte. Im J. 1227 machte Dshin— 1 gis, nachdem er Tangut verheert hatte, diesem Reiche ein 0 Ende. Der Gebieter desselben übergab seine Hauptstadt,. Lindsheu, und ward gebunden nach der Mongoley ab— 80 gefuhrt. In dem letzten Monate dieses Jahres starb Dshin— 5 gis⸗Chan im 22sten Jahre seiner Herrschaft und dem 66sten 0 seines Alters). In der chinesischen Geschichte wird er 8 Taidsu oder der Ahnherr genannt; denn seine Nachkommen 0 herrschten, unter dem Nahmen des Hauses Jua ng, über China vom J. 1280 bis 1367, und zeichneten sich aus, 0 sowohl durch Tapferkeit und Gewandtheit in Kriegsunter— E. nehmungen, 15 auch durch die treueste Wahnehmung aller wel Maaßregeln, die zur bürgerlichen Verwaltung gehören. ech Kriegerische Thaten, mit Blutvergießen und Verheerung late begleitet, sind eine ausgezeichnete Eigenschaft der Regierung f fine Dshingis-Chans. Doch kann man annehmen, wäre er 5 unter einem minder wilden Volke geboren gewesen, so hätte Wag — dieß *) Die Mongolen, welche meinen, ihr Lieblingsheld Oshingis— anlpen Chan, auf dessen Nahmen sie auch noch jetz zt stolz sind, hätte 99 nicht so bald sterben sollen, schreiben seinen— gleichsam zu le frühzeitigen— Tod der Rache der Frau des kao schen Fa Beherrschers zu. Sie bewirkte, wie sie sagen, durch Zau— salh. beren, bey Dshingis-Chan eine qualbolle, unheilbare Krank— 5 heit. A. d. V Monge che ein stadt, 7 ab⸗ Oshin⸗ (eden ch aus, 72 vun erung erung „ hätte am zu gutischen 181 er alle Held entugenden der Eroberer besessen„ die man am meisten in der Geschichte bewundert, und von denen er nur durch einige, übrigens ziem lich scharfe Schattirungen sich unterscheidet. Die von ihm in der Verwaltung des Reichs eingeführte Ordnung, und einige von ihm hinterlassene Ge— setze(Zatschin bitschik) zeugen von seinem Verstande. ze und die innere Einrichtung, eingeführt unter und bisher in Vernichtung sich herumtreiben— — — einem rohen, den Volke, geben dem Dshingis-Chan einen Anspruch auf den Nahmen eines vollkommenen Umwandlers der Mon— golen. Noch bey seinem Leben übergab er seinen vier ältesten Söhnen die Verwaltung des ganzen Reichs e Aufsicht über den Hof und die Tschutschei hatte d Jagd; Tschagadai verwaltete die Gerechtigkeit; Ugudei (Oktai) das Vermögen des Herrschers; und Tolai die Kriegsangelegenheiten. Die kriegerische Unterordnung(Subordination) war der Hauptgegenstand der Aufmerksamkeit Dshingis-Chans. Seine Truppen waren in mehrere Corps eingetheilt, von welchen jedes aus 10000 Mann bestand. Im Falle eines Feldzugs war angezeigt, welche Pflicht nahmentlich jeder Unterthan verbunden sey, auf sich zu nehmen. Bey aller seiner Wildheit zeigte, Dshingis-Chan Tugend, bestrafte das Vergehen, und ließ nie eine lobenswürdige T Vergessenheit kommen. Daß er würdig war zu gebieten, dieß beweist die unermüdliche Aufmerksamkeit, welche er anwendete, um den Charakter und die Tauglichkeit jener Leute zu erforschen, denen er Reichsämter anvertraute. Folgendes Beyspiel dient zum Beweise davon. Dshingis hatte von dem Verstande und den hohen Tugenden des mongolischen Jͤͤrsten von Liao, Jelui Tsch u zai, gehört — 182 und lud ihn zu sich ein. Dieser Weise war von ungewöhn— licher Leibesgröße(gegen 4 Arschinen*), hatte einen lan— gen Bart und eine sehr starke Stimme. Dshingis machte ihn zu seinem nächsten Rathe, und nannte ihn, zum Zei⸗ chen einer besondern Achtung, den Langbart. dach der Einnahme der Hauptstadt des tangutischen Reichs, überlie— ßen sich die Mongolen mit Wuth allem Ungestüm; die Einwohner wurden unmenschlich ermordet, und alles mit Feuer und Schwert verheert. Nur allein Jelui Tschuzai erhielt alle Bücher vom Verderben und war zufrieden mit der Beute der nöthigsten Arzneyen für die Truppen. Er nahm seine Zuflucht zur List und durch Auslegung der an— ßerordentlichen Erscheinung von 5 Sternen am Tage mil— derte er die Grausamkeit Dshingis-Chans. Mit gleicher Sorgfalt und Vorsicht suchte Dshingis— Chan auch die Kriegsgefangenen zu seinem Nutzen zu ge— brauchen. Die Befehlshaber über die verschiedenen Theile wurden jährlich an einem bestimmten Orte versammelt. Da er sie persönlich kannte, oder sich nach den ihm zugekom— menen Berichten richtete, untersuchte er ihr Verfahren und überhäufte, nach diesem urtheilend, einige mit Gnaden und bestrafte andre streng. Folgendes sind die merkwürdigsten von Oshingis-Chan vorgeschriebenen Verordnungen: 1. Es ist festgesetzt zu glauben an den Schöpfer des Himmels und der Erde, und Herrn aller Dinge. 2. Von den allgemeinen bürgerlichen Obliegenheiten sind die Geistlichen und die Aerzte befreyt. 3. Es ist bey Todesstrafe jedem Gebieter, wer es auch sey, verboten, sich Chan zu nennen, wenn er zu die— ser Würde nicht durch die Häupter des Volks, in einer be— *) Auf 5 Ellen Leipz. Maaß oder 9 rheinl. Fuß. A. d. U. 0 lter kate mt 0 inen licht! n dae soll sondern, deswegen zusammen berufenen Reichsversammlung ernannt worden ist. 4. Mit keinem Gebieter, er sey wer er wolle, soll man Friede schließen, so lange er nicht bezwungen ist. 5. In dem Heere ist eingeführt die Eintheilung in 2 Zehende. Zehntausende, Tausende, Hunderte und 6. Jeder Krieger soll, wenn ein Feldzug herannaht, sich bey seinem Befehlshaber melden, und aus seinen Hän— den die Waffen erhalten, die er immer in gutem Stande erhalten muß. 7. Man soll, ohne Einwilligung des Heerführers, den Feind nicht plündern. In diesem letzten Falle soll jeder Krieger seine Beute benutzen, doch dem Chan den festgesetz— ten Theil überlassen. 8. um die Heere in steter Bereitschaft zu erhalten, ist befohlen, sie jeden Winter mit der großen Jagd wilder Thiere zu beschäftigen. Zu diesem Ende ist verboten, wäh— rend der Zeit vom Monat März an bis zum October, Hir— sche, wilde Siegen, Hasen, wilde Esel und Vögel jeder Art zu tödten. 9. Die Befreyung von Abgaben auf gewisse Zeiten, und die Vorrechte der Beamten sind festgesetzt. 10. Bey der ersten Nachricht vom Kriege, waren alle Unterthanen Dshingis-Chan's, ohne Unterschied verbunden, entweder in den Krieg zu ziehen, oder für die Schatzkam— mer umsonst zu arbeiten. 11. Oshingis setzte Strafen für Verbrecher fest. Für einen gewöhnlichen Diebstahl, wenn der Schuldige ihn nicht dreyfach ersetzen kann, ist verordnet, ihn mit Stock— schlägen zu bestrafen. Für ein gestohlnes Kameel oder Pferd, diese Hauptgegenstände des Reichthums der Nomadenvölker, soll der Uebertreter des Lebens beraubt, und sein Korper, — 18 bis zur Hälfte bedeckt, dem Volke zur Schau hinausge— worfen werden. 12. um die Tapferkeit zu erhalten, und das Ehrge— fühl in den Mongolen zu erwecken, verbot er sie in Pri— vatdienste zu nehmen. Diejenigen, welche durch Nachsicht dem Müßiggange oder der Flucht eines Sklaven förderlich waren, wurden andern zum Beyspiele gestraft. 13. Die Ehen betreffend wurde festgesetzt, die Weiber zu kaufen; es wurde verboten, in eheliche Verbindung mit einer Verwandten im ersten oder zweyten Gliede zu treten. Die Ehe mit zwey leiblichen Schwestern war nicht verbo— ten; eine Menge von Beyschläferinnen war ebenfalls erlaubt. 14. Dshingis bestimmte die Todesstrafe für Ehebre— cher, indem er erlaubte, diejenigen zu tödten, welche man in diesem Verbrechen antreffen würde. 15. Um den übermäßigen Aberglauben der Mongolen auszurotten, welche das Rollen des Donners und seine übrigen Wirkungen für Vorherverkündigung ungewöhnlicher Ereignisse hielten, und aus Furcht vor diesen sich oft ins Wasser stürzten, verbot er sich den Flüssen zu nähern; und um zugleich auch Abscheu dagegen zu erwecken, versicherte er, die aus den Flässen aufsteigenden Dünste wären sehr schädlich. 16. Er bestimmte die Todesstrafe für Kundschafter, falsche Zeugen, Wahrsager und die, welche sich eines wi— dernatürlichen Verbrechens schuldig machten. 17. Er setzte eine Strafe fest für Beamte, welche ihre Pflicht verletzen. Dshingis-Chan ist, wie man sagt, an einem von ihm selbst ausgewählten Orte begraben, den die Mongolen Burchän gäldin, und die Chineser den Berg Chang nennen, westlich von Pekin in einer Höhle Zinängu nl, dag 00 N Deyter schen 0 gen de di E robe sonde an de nannt die kum weg gend C0 0 Dfi dhe gig! r sich tai ch deb H dsing nd J derselbe ihr/ fue fol. 9 Und de — 22 1 uuge⸗ genannt. Alle Fürsten seines Stammes wurden in der 0 Folge ebendaselbst beygesetzt. 0 ge, Pri⸗ 2. Ugun di hsicht Nach Dshingis-Chan's Tode ergriff dessen blutiges ö dalch Zepter sein Sohn Ugudei oder Ogedai, in der chinesi— 1 schen Geschichte Taidsun genannt. 1 eber Im September 1229 trat er die Chanschaft an. Ge— 1 mit gen das Ende dieses Jahres bestätigte der mongolische Hof f keten. die Einsammlung der Tribute aus der Bucharey und den erbo⸗ eroberten Ländern in China und den Jaßak(Abgabe, be— aubt. sonders in Pelzwerk) aus der Mongoley. Ugudei ging ebte⸗ an den gelben Fluß in Schaangßi. Im J. 1231 er— man nannte er Jelui Tschuzai, der unter Dshingis-Chan gedient hatte, zu seinem ersten Minister. Im November igolen kündigte er dem Königreiche Gaoli oder Korea Krieg an, seine wegen Ermordung der mongolischen Gesandten. Im fol⸗ llcher genden Monde desselben Jahres schlug Tolai, UÜgudei— t ins Chan's Bruder, das beste chinesische Heer des Hauses und Dsing, zwischen den Städten Dündsheu und J ui⸗ hafte dsheu, in den jui'schen Gebirgen. Im Februar 1232 sche ging ugudei über den gelben Fluß, und sandte, während er sich in ODshendsheu aufhielt, den General Ssubu— tet, tai ab, um die Stadt Kaifün, die südliche Hauptstadt wi⸗ des Hauses Dsing, zu belagern. Tolai schlug das dsingsche Heer bey der Stadt Ssangfün. Im März alche und April hielt Kaifün die Belagerung aus; während 8 derselben kamen, bey den Stürmen, von beiden Seiten bon mehr als eine Million Krieger um. Dann ward ein Waf—⸗ len fenstillstand geschlossen, aber der Krieg dauerte noch immer ang fort. Im November starb Tolai, des Dshingis Sohn bs und des ugudei Bruder, und hinterließ sechs Söhne. Im letzten Monate schlossen die Mongolen ein Kriegsbünd— niß mit dem chinesischen Hause Ssun gegen das Haus Dsing. Der dsingsche Kaiser flüchtete aus der Haupt— stadt nach Chebei, und Ssubutai belagerte von neuem Kaifün. Im Februar 1233 floh der dsing' sche Kaiser, von den Mongolen geschlagen, nach der Stadt Guidé. Im März ward Kaifün durch Verrath an die Mongolen übergeben. Im Juli ftüchtete der dsing' sche Kaiser nach Zaidsheu, wo er im November von den vereinigten mon— golischen und ßun'schen Truppen belagert wurde. Im Fe— bruar 1234 ward die Stadt Zaidsheu mit Sturm ein— genommen. Der dsing' sche Kaiser erhängte sich, und sein Leichnam wurde auf Befehl verbrannt. Sein halb ver— brannter Körper ward unter den mongolischen und ßun'— schen Gebietern in zwey Theile getheilt. Auf solche Art endete der dsing'sche Krieg, der 27 Jahre ununterbrochen und unter großem Blutvergießen gewährt hatte. Die Ssunnen, welche durch einen Vertrag Länder bekommen hatten, wollten einen Theil der mongolischen Gebiete am südlichen Ufer des gelben Flusses sich anmaßen, und be— mächtigten sich im August, nach dem Abzuge der Mongo— len, der Städte Kaifün und Lojan. Im September kehrten die Mongolen an das südliche Ufer zurück und schlugen die Ssunnen. Im März 1235 baueten sie ihre Hauptstadt Choling(Charakorum). Im August 1235 drangen die mongolischen Truppen in das Innere des südlichen China's ein. In demselben Monate ließ der Chan ugudei einen Befehl ergehen zur Unternehmung eines gro— ßen Kriegszuges gegen China, Korea und gegen Rußland!). *) Nach Rußland wurden geschickt: der Fürst M ün ge, Ugu— dei's Sohn, Guijuk und Eukel des Dshingis(von Tschu— Edt betülg ẽhünd⸗ Haus neuem diser, ulde. yngolen r nach mon⸗ m Fe⸗ n ein⸗ und b ver⸗ ßun'⸗ e Mt brochen Die omen dte am id be⸗ ongo⸗ ber und ihre ügust e des Chan glb⸗ —̃̃—. 1— ——————— 5——— Zu Ende des Jahres wendeten sich die Mongolen zur Er— oberung der chinesischen Statthalterschaft Sfütschuang. Im October 1236 rückte der mongolische Heerführer Ko— kan in die Hauptstadt Tschéndu ein, verließ sie aber bald wieder. Im J. 1237 führen die Mongolen in Ruß— land*) Krieg, und gehen bis zu den fernsten Gränzen der— selben, wo im Sommer die Nächte so kurz waren, daß die Sonne bald nach ihrem Untergange sich wieder von 5 neuem in Osten zeigte. Im J. 1238 setzen sie den Krieg mit dem Hause Ssun, mit abwechselndem Glücke fort. Im J. 1239 entrissen die südlichen Chineser alle ihre ver— lornen Städte den Mongolen wieder. Im J. 1240 fielen die Mongolen von neuem in die ßun'schen Länder ein. tschei) Fürst Batüi, der seinen Länderantheil in Turke— stan hatte. A. d. V. *) In dem Artikel:„von dem Kriege in Rußland“ wird ge— sagt: die Mongolen unterjochen die zingtscha'schen Aimaks oder Länderantheile. Zingtscha liegt von China weiter als 30000 Li(über Ili) T). Im Sommer sind die Nächte dort äußerst kurz; die Sonne geht bald nach ihrem Unter— gange wieder auf. In dem erwähnten Lande sind viele gute Pferde, und reiche Leute haben deren einige Tausende. Die Einwohner sind immer mit Metall und Leder(oder Häuten) bekleidet; sie sind tapfer und mannhaft, fest und feurig; sie haben dunkelblaue Augen und röthliches Haar. Müngs« kam mit seinem Heere an das kaspische Meer. Zu dieser Zeit erhob sich ein starker Wind und die Wasser des Meeres bedeckten sich mit weißem Schaume. Daher ging Müngsé weiter, schlug ihre Truppen und stürzte ihren Fürsten Batschman. Nach weiter vorwärts gehend belagerte er Gangloß und Mekioß und unterjochte alle. A. d. V. +) 14 Li auf die deutsche Meile gerechnet, machte dieses über 2145 Meilen. Wenn man aber zu folge der Anm. S. 40. 25 Li auf 2 d. M. setzt, wären es gar 2400 Mei— len. Ein gewaltiger geographischer Irrthum des chinesi— schen Verfassers. A. d. U. — 188— Im December 1241 starb der Chan Ugudei im 13. Jahre seiner Herrschaft und im 56sten seines Alters. Er war unmäßig dem Trunke ergeben. Jelui Tschuzai, der die immer mehr davon geschwächte Gesundheit seines Gebieters sah, nahm einst, in Gegenwart aller vornehmen Hofbeamten, einen eisernen Trichter, der zum Eingießen des Weins gedient hatte, und schon ziemlich verdorben war, zeigte ihn dem 1 und sagte: der Wein ist so scharf, daß er sogar die Metalle zerstört; was muß er nicht mit unserm Körper 980— Der Chan wurde etwas mäßiger, konnte aber dennoch nicht ganz seine schädliche Neigung ausrotten. Ugudei bestimmte zu seinem Erben Schilemüng, seinen Enkel von seinem vierten Sohne; aber seine Frau widersetzte sich dem letzten Willen ihres Gemahls, und be— herrschte einige Zeit das Reich selbst. Die Mongolen schick— ten einen Gesandten an den ßun'schen Hof, um einen Frie— den zu schließen; aber die Ssunnen setzten ihn ins Gefäng— niß. Im Februar 1242 fallen die Mongolen zum zweyten mahle in Ssütschuang ein. Im September unterwarfen sie, über den Fluß Chuai gehend, Jandshe übrigen Städte. Im J. 1243 starb Jelui Tschuzai, da er unter den ungezügelten Mongolen keine Ordnung ein— zuführen vermogte, aus Kummer. Im September 1245 machten die Mongolen wieder einen Angriff auf die ßund— schen Länder; aber während des Zwischenreiches waren ihre Kriegsthaten zu schwach. Der Krieg wurde mehr durch chi— nesische Generale, die sich an sie ergeben hatten, gefährt, und dabey bloß nur, um zu verheeren, nicht um zu er— obern; denn sie hatten nicht Macht genug, um sich in den von ihnen unterjochten Ländern zu behaupten. Zum Be— * weise des Blutdurstes der Mongolen kann folgender B u und die ericht sheh, gehun fen Mi 8 weh ficht sch! E᷑f,“.:. — 189— 3 0 5 dienen, der dem 19 W von seinen Heerfüͤhrern über⸗ huzah geben n es 1 diraheseen gicßer Gebketekg daß sens das chinesische Volk für deinen Thron unnütz ist; befiehl 0 gänzlich e gürob en, e eee auf Riede inch Art gereinigten Feldern die Viehzucht einzuführen.“ Diese unerhörte Unmenschlichkeit wäre fast in der That ausge- führt worden, hätte nicht der weise Jelui Tschuzai sich dawider gesetzt. Uebrigens unterließ Ugudei nicht, sich um die Ein⸗ richtung seiner Truppen zu bekümmern, so wie auch um en war, scharf, cht mit üßiger, 90 Neigun 0 2 5 5. 00 Einführung eines gerechten Gerichts im Volke. Er vervoll— f ständigte die Gesetze seines Vaters, und von den weisen mühe. 8: 5 8. a 95 Rathschlägen des weitsehenden Jelui Tschuzai geleitet, e Frau gab er von neuem nützliche Anordnungen zur bürgerlichen Verwaltung heraus. Zum Beyspiel, es wurde verordnet: n. streng darauf zu sehen, daß die Truppen die Regeln beob— ge achteten, die in der Kriegsordnung dargelegt sind, und Wg durchaus im Dienst nicht ohne Panzer erscheinen sollten. 125 Das Volk, als den Grund des Ganzen, solle man im in Ueberflusse erhalten und es gütig behandeln; sorgfältig da— 100 b hin sehen, daß es, außer den ihm aufgelegten Abgaben 11 durchaus mit keinen Lasten beschwert werde. Die Mongo— g in⸗ len, Türken und Choßier, die fruchtbare Länder besaßen, 1200 und aus Trägheit keine Abgaben bezahlten, solle man zur un' Arbeit aufmuntern und wegen ihrer Nachlässigkeit einer en ihre strengen Untersuchung unterwerfen. Die, welche Geschenke uch chi⸗ oder Sporteln annehmen, solle man vom Amte absetzen, gefahr, als ehrlose Menschen. Todtschläger sollen mit dem Tode zu er⸗ bestraft werden, nachdem vorher darüber an den Beherr⸗ in den scher Bericht erstattet worden. An Gerichtsstellen solle man um Bi Ernst und Anstand beobachten; wer diese in Gegenwart Bauch des höchsten Befehlshabers verletzt, soll erschossen werden. —.———— — Die, welche sich in der Kleidung nicht nach den gegebenen Vorschriften richten, soll man auf einen ungesattelten Och— sen setzen, und zur Beschämung in der Stadt herum— führen u. s. w. . G i Endlich, nach vier Jahren und sieben Monaten eines Swischenreiches, bestieg, im September 1246, Gujuk (Ajuka), der älteste Sohn Ugudei's, nach allgemeiner Wahl, den chan'schen Thron. Zu Ende desselben Jahres greifen die Mongolen Chubei an. Zu Ende 1247 führen sie Krieg im Königreiche Gaoli(Korea). Im April 1248 starb Chan Gujuk im 43sten Jahre seines Alters. In demselben Jahre war in der Mongoley eine fürhterliche Dürre; und die Fürsten drückten das Volk noch mehr durch ihre willkührlichen, eigenmächtigen Handlungen. Nach dem Tode des Chans hatte seine Mutter, im Nahmen ihres Enkels Schilemüng übernommen, die Regierung, aber die Fürsten widersetzten sich. Chan Gujuk wird in der chi— nesischen Geschichte Dindsun genannt. 4. Müng é. Nach einem Zwischenreiche von drey Jahren und drey Monaten erhoben endlich, im August 1251, die mongoli— schen, am Flusse Onon versammelten Fürsten zur Chan— würde Müngé oder Mangu, den ältesten Sohn To— lai's; und Schilemüng ward, gegen den Willen seiner Großmutter, verworfen. Müng é fing an die Ordnung in der Regierung zu befestigen, und concentrirte die kaiser— liche Gewalt in seinen Händen. Der Fürst Batüi und der Heerführer Uränchatai, Sohn von Ssubutai, wirkten mit zu seiner Erhebung auf den Thron. Im Sep— tber i N Ob. Haufe sschua' det Ui Ubhret Glaul 65 Dalal sen d Glan Rechn und d den war Dab olis in d Stat fingen hernich den sül Esokt bilgi! sbeitet laschen. Ina, so auch! mi eh mittel bin, 353— benen tember übernimmt Chubilai, Bruder Müngé Chans, Oc⸗ den Oberbefehl über die Truppen, und der mongolische kum⸗ Heerführer Tschagan macht einen Angriff auf S fü— tschuang und Chubei. Zn Ausgang des Jahres erhält der tibetische Lama, Nam“, den Titel eines königlichen Lehrers, und wird zum Oberhaupte des schigemunischen eines Glaubens gemacht. Das ist der Anfang des Standes der M Dalai-Lama's; aber sie hatten damahls noch nicht diesen biet Titel, und wohnten nicht in Tibet, sondern am mongoli— ahteß schen Hofe. Im J. 1252 fingen die Mongolen, entschlos— uhren sen das südliche China zu erobern, Städte an der südlichen 12480 Gränze zu erbauen an, und Ackerbau einzuführen, der für In Rechnung der Regierung getrieben wurde. Schilemüng liche und die übrigen Fürsten machten eine Verschwörung um ei— dutch nen Aufstand zu erregen; aber als ihre Absichten entdeckt 9 dem waren, wurden sie in verschiedene Gränzplätze geschickt. ihtes Das nördliche China wird in Länderantheile unter den mon— aber golischen Fürsten getheilt. Im September geht Chubilai hi in das Königreich Dali, welches jetzt die chinesische Statthalterschaft Junnang ausmacht. Im Juli 1253 fingen die Mongolen Krieg in Persien an. Im December vernichtete Chubilai das Reich Dali, und rückte in eh den südwestlichen Theil Tibets ein. Der tibetische König oli⸗ Ssokto unterwarf sich freywillig. Aus Tibet geht Ch u— au⸗ bilai zurück, und sendet den Heerführer Uränchatai To⸗ weiter gegen Süden, nach Ava und den andern König— 110 reichen. Im J. 1254 waren die Thaten der Mongolen in ing China, wegen der Vertheilung der Truppen, schwach; eben ser⸗ so auch beschäftigten im J. 1255 die Mongolen sich mehr 10 mit Erbauung von Städten und Anschaffung von Lebens— 14 mitteln. Im J. 1256 baueten sie die Hauptstadt Kai— 215 pin, sonst Schandu, d. i. die obere Residenz genannt; bis zu dieser Zeit hatten die Chane in der mongolischen Stadt Choling gewohnt. Im J. 1257 führten die Mon— golen den Krieg in China kräftiger. Uränchatai ging bey Ava, Pegu, Laos vorüber, rückte in Tonkin ein, und zerstörte die Hauptstadt desselben; aber wegen der un— erträglichen Hitze trat er nach neun Tagen den Rückzug an. Im October sandte Chan Müng« große Truppen-Corps in das südliche China, und ließ seinen Bruder Alibug“ in Choling zur Verwaltung der Regierung zurück; er selbst rückte mit 40000 Mongolen in Tangut ein; dem aus Tonkin zurückgekommenen Heerführer Uränchatai be— fahl er, nach der Stadt Chedsheu zu gehen, wohin er selbst auch zu kommen beschlossen hatte. Im October 1258 rückte der Chan in Ssütschuang ein; wo er nach blu— tigen Schlachten viele Städte einnahm, und sie auch be— hauptete. Im März 1259 belagerte er die Stadt Che— dsheu, ward aber zurückgeschlagen. Nach vielen unglück— lichen Gefechten bey dieser Belagerung starb endlich Mün— gé im Monat September an einer Krankheit, selbst unter den Mauern der Stadt Chedsheu. Die Belagerung ward aufgehoben, und die mongolischen Truppen traten den Rückzug an. Im October setzte Chubilai über den Chuai, im November über den Dsin, und belagerte Wutschan; doch er schloß einen Waffenstillstand mit dem ßun'schen Hofe, und fing an, auf die Erlangung des Thro— nes zu sinnen. Auf solche Weise ward dieser Krieg, dessen Zweck war, daß die Mongolen das ganze chinesische Reich erobern sollten, mitten im Siegeslaufe unterbrochen. Chan Müngé wird in der chinesischen Geschichte Ssängdsun genannt. Das Gerücht, daß der mongolische Groß-Chan den christlichen Glauben annehmen wollte, bewog den König sch Wo und wir schle hne Ir k den, u In zug iu gehe feine des ew Iherrs Chan! schen ö deb fun ahmen 1. 9 1 chen von Frankreich, Ludwig, in der römischen Kirche der Hei— Mun⸗ lige genannt, nach der Mongoley den bekannten Mönch gung Ruysbroek(Ruisbruk) zu senden. Er ward von dem wein, Chan Müngé in Karokorum empfangen. Die nähern u un Umstände der Reise Ruysbroek's, und die von ihm ag an. über die Mongoley gemachten Bemerkungen sind gebildeten Oorps Lesern schon hinlänglich aus der von Bergeron heraus— buge gegebenen Geschichte der ältern Reisen in Asien bekannt. sübs Da mein Bestreben mehr ist, den Charakter der mongoli— aus schen Chane darzustellen, so beschränke ich mich hier, den i be⸗ Inhalt desjenigen Briefes einzurücken, der, wie man sagt, hin er von Müng«(1253) mit jenem Missionar an den König 12⁵⁸ von Frankreich gesandt worden ist. bla⸗„Der Ewige hat geboten, es sey im Himmel ein eini— ch de⸗ ger Gott von Ewigkeit, und auf Erden ein einiger Herr— Che⸗ scher Dshingis Chan. Wir richten an Dich folgende uglͤc⸗ Worte: wir alle, die wir uns in dieser Gegend befinden, Mͤͤn⸗ und überall, wo Ohren hören, und Rosse gehen können, unter wir alle wissen, daß unsere Feinde weder auf unsere Be— wald fehle achten, noch sie erfüllen mögen; im Gegentheile er— den kühnen sie sich gegen uns eine Kriegsmacht aufjzustellen. den Ihr werdet sehen und hören, daß ihre Augen blicken wer— gerte den, und doch nicht sehen; daß sie mit ihren Händen wer— dem den zugreifen wollen, und keine Hände haben; sie werden Ihto⸗ zu gehen wünschen, und es nicht können, denn sie werden dessen keine Füße haben. Hierdurch zeichnet sich aus die Stimme Nac des ewigen Gottes, und des Herrn der ganzen Erde, des Chan Beherrschers der Mongolen. Diesen Befehl giebt Müng é dsun Chan Ludwig, dem Könige von Frankreich, den Beherr— schern, der Geistlichkeit und dem ganzen berühmten Volke an din des französischen Königreichs, damit sie unsre Worte ver— din nehmen und die Befehle des ewigen Gottes, 5 von Ihm III. Band.. . 1944— dem Dshingis-Chan gegeben, und von diesem zu uns ge— langt sind. Ein gewisser David war bey uns, unter dem Nahmen eines Abgesandten von den Mongolen; mit diesem Lügner und Betrieger habt ihr an Gujuk Chan Gesandten geschickt, welche nach seinem Tode in der Mon— goley ankamen. Seine Witwe schickte euch mit ihnen ein seidenes Gewebe, nebst Briefen. Aber auf welche Weise kann dieses Weib, welche noch unbedeutender und abscheu— licher als selbst ein Hund ist, etwas von Kriegsangelegen— heiten und von dem Reichthume unsers Reiches wissen? Jene zwey Mönche kamen von Euch nach Ssartak zu uns; dieser begleitete sie zu Batüi, und derselbe sandte sie hierher: denn Müngé Chan ist der größte Herr und der Beherrscher der Mongolen.— Jetzt hätten wir gewünscht, Gesandte an euch mit diesen Mönchen zu schicken, damit alle, sowohl Geistliche, Mönche und andere, in Frieden leben und sich freuen sollten, daß sie unsre Befehle verneh— men; aber sie berichteten uns, daß streitsüchtige Völker, und auch ein beschwerlicher und gefährlicher Weg sich zwi⸗ schen unsern und euern Wohnungen befinden. Und weil wir daher nicht hoffen durften, daß unsre Gesandten zu Euch gelangen würden, so erboten sich eure Mönche, dir, dem König Ludwig, unsre Befehle zukommen zu lassen. Aus dieser Ursache haben wir auch dir mit ihnen, deinen geistlichen Leuten, jene Befehle des ewigen Gottes gesandt. Wenn du sie vernommen und ihnen Glauben gestellt hast, so du geneigt bist, uns zu gehorchen; dann sende deine Gesandten, damit sie uns vergewissern, ob du Friede oder Streit mit uns wünschest. Wenn nun, nach der Allmacht des ewigen Gottes, alle sich in Ruhe und Fröhlichkeit ver— einigen, dann wirst du sehen, was wir thun werden. Aber wenn du dem göttlichen Willen nicht glaubest, den— ———— 2 K— — 195— b ge⸗ selben verachtest und sagst: mein Land ist entfernt, hoch unter sind seine Berge, tief seine Meere— und du, in der mit Hoffnung auf alles dieses, Streit willst, um uns zu er— han proben; so weiß der Allerhöchste, der das Schwere leicht, Mon⸗ und das Ferne nahe macht, wie wir verfahren können.“— en ein West., Chu bit ci scheu— Im Mai 1260 bestieg Chubilai, der Bruder Mün— llegen⸗ gé Chans, den chan'schen Thron in Kaipin und er— vissen? richtete dort seinen Hofstaat. Als der würdigste Enkel ak zu Dshingis-Chans vollendete er alles, was sein Großvater de sie vorgezeichnet hatte. Er schlug in einem Feldzuge mit der nd der Schnelle des Blitzes die zahlreichen chinesischen Truppen zu lacht, Boden, stürzte ihren jungen Kaiser vom Throne, und ver— damit einigte dessen Erbe mit seinem eigenen. Das ganze zit— Fridden ternde China beugte sich vor der furchtbaren Macht Chu— berneh⸗ bilai's. Alle damahls in China bekannten Reiche und Poller, Völker mußten ihn als ihren Gebieter erkennen. Nur allein 9 zwi Japan konnte seine Unabhängigkeit schützen und seine f 1 Rechte behaupten. n zu Chubilai fing an die Gesetze der chinesischen Dyna— di, stie Chang einzuführen. Zu dieser Zeit erklärte sein äl— sen. terer Bruder Alibug é(Alibuhé) sich zum Chan in der einen mongolischen Stadt Choling, aber sein Heerführer Ala n— sandt. goar ward, als er mit seinem Heere nach Tangut ge— ba, kommen war, bey der Stadt Tangdsheu völlig ge— dalle schlagen. Im September schickte Chubilai an den ßun'— e oder schen(den eigentlich chinesischen) Hof einen Gesandten, um macht einen Frieden zu schließen. Die Ssunnen kerkerten den it vir Gesandten ein, und dieses ward in der Folge als Vorwand 1 11 des Kriegs angeführt, der dem Hause Ssun im J. 1279 * ekdeh, ein Ende machte.— Im J. 1261 schlug Chubilai selbst 13* % seinen Bruder Alibugé in der Mongoley. Im Septem— ber 1262 schlugen die Mongolen ihren Empörer, Litang, in Schangdung zu Boden, und zerstörten die Stadt Dsinang. Im J. 1264 verglich sich Alibugé mit Chubilai und legte den Chanstitel ab. Im September errichtete Chubilai seine Residenz in Pekin. Zu Aus— gange des J. 4267 bereiteten die Mongolen sich völlig zu einem Feldzuge zur Eroberung des südlichen China's. Wäh— reud dieser Zeit beschäftigte sich Chubilai mit Einführung der Ordnung und der Gesetze in dem neuen Reiche, und mit der Zurüstung zum Kriege. Auch der ßun'sche Hof verstärkte mit großer Anstrengung die Gränzstädte an den Flüssen Dsän und Changdfän, und rüstete mehr als 700000 Mann Truppen aus, und errichtete bis 10000 Kriegsgerichte. Der Hauptangriff auf das südliche China sollte aus Sfütschuang über den Fluß Changdfän erfolgen. Im October 1268 belagerten die mongolischen Heerführer Adshu und Letscheng(ein Chineser) S fi— ängjan. Diese Belagerung währte ganzer fünf Jahre. Im Februar 1269 verstärkten die Mongolen ihr Heer bey Ssiängjan. Im März ernennt Chubilai den Pakbu zum König des Glaubens(ietziger Titel des Dalai— Lama) wegen der Erfindung der mongolischen Buchstaben. Im Mai belagerten die Mongolen die Festung Fang— tschen, die Ssiängjan, am nördlichen Ufer des Changdfän, gegenüber liegt. Im September ward Ssiägui, der mit einer Flotte Ssiängjan zu Hülfe kam, von den Mongolen geschlagen; Fangwüngchu, der zweyte Admiral, der ihm zu Hülfe geeilt war, erlitt gleichfalls eine Niederlage. Im December 1271 nimmt der mongolische Hof feyerlich den Titel der Dynastie Juan an. Im Februar 1273 ward Fangtschen mit Sturm ein— 2 S 2 22 — 2 — . tem⸗ ung, tadt mit uber Aud⸗ 0 zu Bah⸗ tung und Hof den als 0⁰⁰ Mina dsän ischen 50 Ssi⸗ genommen, und einen Monat nachher ergab sich Sfiäng— jan freywillig an die Mongolen. Im September 1274 ging der juan'sche Genoral mit Truppen von Ssiängjan den Fluß Changdsan hinunter in das Innere der ßun'- schen Länder; General Boröôchon mit einem andern Heere rückte in Chubei ein. Bojan, der die befestigte Stadt Anglu nicht einnehmen konnte, rückte an die Mündung des Changdfän, wo das zahlreiche ßun'sche Heer und eine starke Flotte den Uebergang über den Dfän deckten, Zu Ende des Jahres schlug Bojan, der durch geschickte Manduvpres die schwierigsten Hindernisse besiegt hatte, die Flotte und das ßun'sche Heer zu Lande gänzlich. Er nahm Janäo, ein befestigtes Städtchen am nördlichen Ufer des Dfän ein, ging über den Fluß und vereinigte sich mit Adshu. Die Städte Wutschan und Changjan er⸗ gaben sich freywillig. Adshu blieb mit 40000 Mann Be⸗ satzung in Wutschan, und Bojan schiffte mit dem Hauptheere nach Osten. Alle am Dsän liegenden Städte ergaben sich, durch Verrath der Befehlshaber, ohne Gegen— wehr. Die Corps der ßun'schen Truppen, die sich ergeben hatten, mußten mit dem mongolischen Heere ziehen, und im Kampfe voran stehen. Chubilai wird als der erste Kaiser aus dem Hause Juan gerechnet, und in der chinesischen Geschichte Schi— dsu genannt. Er vollendete die von den Mongolen unter— nommene Eroberung China's, und ward des vollen Titels Chuandi gewürdigt. Die Thaten Chubilai's und seiner Nachfolger auf dem pekin'schen Throne gehoren mehr in die chinesische als in die mongolische Geschichte.— Dieser Monarch zeichnete sich vor allen seinen Vor— gängern durch Bildung, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Ver— breitung wahrer Aufklärung in China aus, Er achtete die 1 0 0 1 . 4 1 1. 2 198 Rathschläge des Chinesers Juschui, der damahls als ein Mann von tiefer Einsicht berühmt war. Juschui gab, gleich Jelui Tschuzai, von dem oben die Rede war, seinem Kaiser sehr nützlichen Rath. Folgendes sind die kur— zen Regeln, von ihm dem Chubilai, zur Anleitung in der Regierung des Reichs vorgelegt:„erforsche dein eigenes Herz; erkenne dich selbst und sorge für deine Besserung. Erschlaffe nicht in der Liebe zu den Wiss enschaften. Sey ein Beschützer der Weisen. Die Eltern liebe und ehre. Sey andächtig und ehrerbietfg vor dem höchsten Himmel. Sey dem Volke ein wahrer Vater. Belohne die Tugend. Bestrafe die Laster, und sorge dafür sie zu vernichten.“— Als Juschui einige neue, zur Regierung eines Reiches unumgänglich nöthige Sätze entworfen hatte, überreichte er sie dem Chubilai, bey folgendem Berichte: „Die Größe deines Reichs, o Herr! fordert die Stif— tung neuer Richterstühle, und die Beschränkung derselben, durch unwandelbare Gesetze: dort diene deine wachsame Weisheit für alle zum Spiegel der Gerechtigkeit und zur Aufmunterung zur Arbeit. Je mehr die Verordnungen zeit— gemäß und überdacht sind, desto kräftiger und dauernder ist ihre Wirkung. Wenn persönlichen Fähigkeiten und be— wiesenen Tugenden Gerechtigkeit widerfährt, wenn alles mit seinen Rechten umgränzt ist; wenn in Tugenden ge— prüfte Männer als Schätzer der Thaten deiner Unterthanen bestellt werden; wenn, sage ich, wichtiger in den Augen des Volks Verdienste und Fähigkeiten seyn werden, als vornehme Herkunft;— dann werden die weisen und tu— gendhaften Männer, ihre gezwungene Einsamkeit verlassend, von allen Seiten zusammen strömen, und eine auserlesene Dienstversammlung bildend, auf immer den Grund deines hohen Thrones befestigen. Dann wird die mit giftiger 4. — 199 ein Süßigkeit getränkte Zunge der Schmeicheley verstummen, gab, die gewaltsamen Stürme der Leidenschaften werden sich le— var, gen; dann wird der niedrige Gewinnsüchtige, der durch kur⸗ Plünderung der Nebenmenschen sich gemästet hat, mit g in Schande bedeckt, sich entfernen; dann werden die Gesetze genes ihre gebührende Kraft erhalten, und die Wage der Gerech— rung. tigkeit, welche das Schicksal des Volkes abwiegt, wird Sey sich in den Händen der wahren Söhne des Vaterlands be— hre. finden; dann wird die Unschuld ihre Rechte erlangen, das mel. Laster, wie es verdient, bestraft werden; dann werden gend. Vergehungen, vom Sterblichen entsprossen, und Schwäche — mitleidig von Uebelthat geschieden werden. Wenn der Herr, ches als der oberste Schätzer des Lebens seiner Unterthanen, e er standhaft dem Ackerbaue nachforschen wird, dann wird selbst die träge Hummel sich in eine arbeitsame Biene um— Sijf⸗ wandeln.“— alben, Bey den Mongolen wird Chubilai Sezen-Chan, ale d. i. der weise Monarch, genannt. Nach ihm werden in r der Geschichte noch folgende Monarchen erwähnt, die zu— zet⸗ gleich über die Mongoley und China herrschten: Elsetu er Chan, der 10 Jahre regierte; Kuliuk Chan 4 Jahre; be⸗ Bujantu Chan 9 Jahre; Gegen Chan 3 Jahre; les Jußun Temur Chan 5 Jahre; Irsemül Chan 40 ge⸗ Tage; Giuschil Chan 10 Monate; Sajatu Chan gen 15 Jahre; Rünzenpel 1 Monat; Togon Temur gen Chan 28 Jahre. ale In der Geschichte des Hauses Juan stellt die Regie— 15 rung dieses letzten Chans, auf chinesisch Sch ungdi ge— 10 nannt, ein düsteres Gemählde seiner Schwächen, Laster ele und blutiger Verwirrungen dar. Eine solche Regierung 100 zicht die bekannten Folgen nach sich. Bald entdeckte sich 15 überall die Unzufriedenheit des Volks, und auf diese er— 5 n 5— ꝗ—ũàñ8Sũ ———— 2 ä. — TTT 3 200 3 folgten Empörungen. In kurzer Zeit war das mongolisch— 1 chinesische Reich in seiner ganzen Grundfeste erschüttert. mau Die Einwohner vieler Provinzen, in Verzweiflung gebracht e durch die Grausamkeit der Regierung, griffen zu den Waf⸗ d fen, und unter der Anführung mehr kühner, als in kriege— s rischen Unternehmungen erfahrner Leute, fielen sie über ihre w räuberischen Befehlshaber her, übergaben sie alle dem Tode, 0 vac und weigerten sich, einer ungerechten Gewalt zu gehorchen. 10 Die Anführer der Empörer geriethen, zum Unglück des Nn Volkes, in Zwistigkeiten und blutigen Streit, und fast ih ganz China ward mit dem Blute seiner eignen Einwohner 6 Ni überschwemmt. Die Anführer gaben, durch Zerreißung die—. ser weit ausgedehnten Monarchie, Anlaß, daß die mind— 1 stig sche Dynastie Kraft gewann, die in China bis zum Jahre Adee 1644 d. i. bis zur Bezwingung desselben durch die Man— fa shuren, herrschte. Juangdshan, der Stifter der er— 9 din wähnten Dynastie, der anfangs in einem Kloster ein blo— ö het ßer Diener gewesen war, vertrieb den Togon Temur ll oder Schungdi aus seiner Residenzstadt Dadu(Pekin) eine und nöthigte ihn, mit dem ganzen Volke nach den nördli— Elt chen mongolischen Steppen zu fliehen, wo er auch im J. dab 1370 starb. w Diese Begebenheit ist in dem Schicksale der mongoli— 1 schen Herrscher so merkwürdig, und die Folgen derselben Alt für die Mongolen und Chineser so wichtig und eutscheidend, l daß ich hoffe, meine Leser werden nicht gleichgültig seyn ö but gegen die folgenden umständlichern Nachrichten von dem dale Haupturheber der gedachten Umwandlung— dem Chineser Ma Juangdshan. i fan, en Hier ist, was von ihm in der chinesischen Geschichte ninm des Stammes der min' schen Kaiser gesagt wird:— 1 — ðV—0iũg—— „Juangdshan war der Sohn eines armen Land— manns in der Provinz Chaodsheu. Der Himmel hatte ihn ausersehen— der furchtbaren Macht der juang'schen d i. der mongolischen Kaiser, der Nachkommen des siegrei— chen Dshingis-Chan, durch Verjagung aller Mongolen mit ihrem Beherrscher aus dem Reiche nach der Steppe, nach ihren frühern Nomadenwohnungen, ein Ziel zu setzen, und sich selbst zum Gebieter des ganzen China zu machen. Man sagt, gerade in der Stunde der Geburt Juang— dshan's habe ein ungewöhnlicher Schein einigemahl die Hütte erleuchtet, in welcher er zum erstenmahle das Licht des Tages erblickte. Die Rathschlüsse des Himmels über— steigen unsre Fassungskraft. Glaubwürdig bekannt ist in— dessen, daß er von ungewöhnlicher Leibesgröße war; er hatte einen starken Körperbau, ein männliches Ansehen und einen durchdringenden Blick, der die Größe seines Geistes verrieth. Kaum hatte er das 14te Jahr seines Alters er— reicht, als sein Vater und seine Mutter in kurzer Zeit nach einander starben. Der Tod, der vor der Zeit ihm seine Eltern entriß, beraubte ihn des einzigen Schatzes, der ihm das theuerste auf der ganzen Welt war. Nicht weit von der Stelle, wo seine Eltern begraben waren, befand sich das Kloster Chuandfäo. Er geht dahin und wird ein Choschan(Mönch) und Schüler der Lehre des Fo. Indessen vermehrten sich merklich die Verwirrungen, die China zer— rütteten, und den nahen Fall des Hauses Juang verkün— deten. Zu dieser Zeit war Juangdshan zum Alter der Mündigkeit gelangt, und fing an viele Unbequemlichkeiten in seinem einsiedlerischen Zustande zu fühlen. Dem Zuge seines Geistes folgend, verläßt er heimlich das Kloster, und nimmt seinen Weg zu dem Anführer der Empörer, Gao— dfüßin, der einige Städte in demselben Gebiete inne F hatte. Dieß geschah im 20sten Jahre der Herrschaft des Schungdi(1352 nach Chr. G.) Gaodsüßin bemerkte bey der ersten Zusammenkunft in ihm seltene Fähigkeiten, und nahm ihn unter die Zahl seiner ausgezeichnetesten Krie— ger auf. Juangdschan, vom Himmel ausersehen zur Verrichtung großer Thaten, fand Geschmack am Stande des Kriegers, und widmete alle seine freyen Stunden dem Studium der Kriegswissenschaft, die mit Muth dem Krie— ger beseelt, und Weisheit dem Heerführer giebt. Bald zeigte er ausgezeichnete Proben seiner Tapferkeit, indem er mit Unerschrockenheit kämpfte und mit kluger Einsicht an— führte. Endlich stirbt Gaodfüßin. Die seltenen Eigen— schaften Ju angdshan's, sein viel umfassender Verstand, sein tief eindringender Scharfsinn, seine unermüdete Thätig— keit, sein Heldenmuth, seine Freundlichkeit in Worten, seine Bescheidenheit im Betragen, und seine musterhafte Seelen— größe— machten alle Anhänger Gaodsüßin's zu sei— nem Vortheile geneigt. Juangdshan ward einstimmig als oberster Anführer erkannt. In der Folge war all sein Sinnen darauf gerichtet, China von dem Joche der Mon— golen zu befreyen, und den unheilbringenden Empörungen ein Ende zu machen. Er wußte, daß die Gewalt der Waffen nur schreckt und die Herzen abwendet; die Tugend der Menschenliebe aber sie besiegt und sie einnimmt. Daher bemühte er auch sich, streng die Regeln dieser Tugend zu beobachten. Der Ruhm seines Nahmens verbreitete sich überall. Wo nur seine Fahnen sich zeigten, kam ihm das Volk entgegen, und übergab sich seinem Schutze. Im 32sten Jahre des Schungdi(1364 nach Chr. G.) ließ Juangdshan, den Bitten seiner Heerführer und des ganzen Heeres nachgebend, sich zum gebietenden Herrn von uß(u⸗Wan) ausrufen, und vier Jahre nachher setzte er, dab fe K 8258— „55 des da das ganze, Volk deswegen in ihn drang, sich die kaiser— walt liche Krone auf. Er brachte das Opfer dem Himmel und l der Erde dar, und erklärte sich zum Chuandi von ganz Krie⸗ China; den von ihm gegründeten Stamm nannte er Dai— a ür mün, und die Jahre seiner Regierung Chun-u.“ bande n dem Krie⸗ Bald em er Drifter iiraum, t an Von 1368 bis 1691. eg Seit der Rückkehr der Mongolen in ihr Vaterland, in sand, die sandigen, steinigen Steppen— zählen sie 22 Chane, üͤtg⸗ welche nach einander unabhängig über sie herrschten. Da— Jene bey bemerken ihre Schriftsteller, daß der bey den Mongo— Sallen⸗ len eingeführte lamaische Glaube gänzlich ausgerottet wor— zu scl⸗ den, und die Mongolen wieder in die Finsterniß des scha— Finn manischen Aberglaubens versenkt waren. Aus dieser Ur— ll fein sache findet man auch wenig glaubwürdige Nachrichten von Noh⸗ den Ereignissen jener Zeit bis zu Abide Galßan Chan, ungen welcher, nach einer ihm gewordenen Offenbarung 9), nach der Tibet reiste. Dort erbat er sich von dem Dalai-Lama ei— gend nen Lama, und bauete in der Mongoley(an dem Ufer des daher Flusses Orchon) ein Kloster, unter dem Nahmen Jer— d zu deniso. N ch Ungeachtet dieses Mangels an genauen Nachrichten, n dab beendige ich die Darstellung der Hauptbegebenheiten in der In Geschichte des mongolischen Volkes, auf Ueberlieferungen ließ der Chineser gegründet. ) des 8 Wo*) Verstehet sich, vermeinten, an welche nur allein die be e, abergläubischen Mongolen glauben konnten. A. d. V. — 204!— Als der letzte Kaiser aus dem Hause Juan, Schungdi in Pitschan(im kischikten schen Länder— antheile, nordwestlich von Dolonnor) gestorben war, so ward sein Sohn, Ajurschiri Dalatun, nach dem Rechte der Erbfolge, zum mongolischen Chan im J. 1371 erhoben, und verlegte seine Residenz nach Chobin(Cha— rakorum). Ihm folgte auf dem Throne 1378 sein Sohn To— guß Temur. Im J. 1388 erhielt der chinesische Heer— führer Lang-jui, der aus Danin ausgerückt war, einen Sieg bey dem See Bor. Toguß Temur rettete sich durch die Flucht mit nicht mehr als 10 Reitern, aber am Ufer des Flusses Tola ward er von einem seiner Unter— thanen, Jeßuder, getödtet. Indessen geriethen alle seine Frauen, mit dem zweyten Sohne, mehr als 3000 Be— amte, und 70000 Personen beiderley Geschlechts in die Gefangenschaft der Chineser. Das Heer des Lang-jui bekam überdieß zur Beute an verschiedenem Vieh bis 150000 Stäck, ohne des Silbers, Goldes und andere Kostbarkeiten zu erwähnen. Nach einer solchen Niederlage zerstreuten sich die Aimak's des Toguß Temur, und während der Re— gierung des ersten Kaisers aus dem Hause Min wagten sie es nicht, kriegerische Einfälle in China zu thun. Er hin- terließ das mongolische Reich seinem Verwandten, Un or— schiri, der seine Haupt-Jurte in einem Districte, Cha— jamil genannt, westlich von der Stadt Choling, aufge— schlagen hatte. Nach dem Tode des Toguß Temur, der den Titel Di, oder Kaiser, noch geführt hatte, erbten zwar noch fünf Kaiser aus dem Hause des Dshingis diese Würde, sie hatten aber weder Macht, noch Gewalt, noch Ansehen, und starben alle eines gewaltsamen Todes. lan, änder⸗ , so dem 137¹ N 0 a 72 * Heer einen e sich ram uter⸗ seine 0 Be⸗ in die 9 ⸗ju1 0000 eiten sch Re⸗ n sie hin⸗ nor⸗ Cha⸗ aufh⸗ mut, erbten in gis Hewal, Todeb. — 203— Auf solche Weise endete die furchtbare Macht und die Gewalt der mongolischen Kaiser, der Nachkommen Dshin— gis-Chans, über die ganze Mongoley. Sie zertheilte sich in mehrere, mehr oder minder mächtige Herrschaften. Ein sehr entfernter Verwandter des letzten Di Gun(Hun) Temur riß den Thron an sich und nannte sich Chan. Er veränderte endlich die Benennung Juan, unter welcher die Herrschaft des Dshingisischen Hauses bekannt gewesen war, und nannte seinen Stamm, wie früher, Dakdang (Tata, Tadshe); aber die Mongolen wollten ihm nicht dienen, als einem der nicht zum Geschlechte des Dshin— gis gehörte. Der Fürst Olutai“) tödtete mit Hülfe anderer Empörer ihn, und erklärte zum Chan den Nachkommen des Hauses Juan, Bunäschiri. Dieser neue Gebieter der Mongolen war zwar aus dem kaiserlichen Blute ent— sprossen, aber er war, während der fortwährenden Unru— hen, ohne alle Erziehung, die seinem Range entsprach, ge— lassen worden; überdieß hatte er auch nicht von der Natur jene Eigenschaften, die einem Monarchen, besonders zu einer solchen Zeit nöthig sind, wo die Aeltesten in den Stämmen sich ein unumschränktes Recht, ganze Länderan— theile zu regieren, anmaßten, und da die Chanswürde, die einmahl von dem Hause des Dshingis weggekommen war, bey ihnen in geringer Achtung stand. Uebrigens zeigte das mongolische Volk eine besondere Anhänglichkeit an sei— nen neuen Chan. Im J. 1408 ward ihm vom chinesischen Hofe der Antrag gemacht, in Unterthanenschaft zu treten; *) Von diesem Olutai erhielt der bekannte Stamm der Mongolen, die in Tangut und westlich von Kiachta, näher gegen Buchtarma nomadisirten, den Nahmen Olut en. A. d. V. ———**———— a r 55 0 aber es erfolgte keine Antwort darauf. Der an ihn ge—. schickte Gesandte ward getödtet, und der von ihm über— n brachte Brief ins Feuer geworfen. Hierauf ging der sehr 10 tapfere chinesische Heerführer Ziufu über die Gränze gegen 0 9 Bunäschiri mit einem Heere, das aus 100000 Mann 0d auserlesener Reiterey bestand; aber dieses Heer ward von d den Mongolen geschlagen, durch die Unklugheit und Ver— wegenheit des Anführers, der das erste Opfer des ungedul— dan digen Angriffs auf die größere Zahl der Mongolen ward. 9 Als der chinesische Kaiser Junlé die unangenehme Nach— 0 richt davon erhielt, bebte er vor Zorn, sandte sogleich Eil— fil boten nach der Mongoley, um die Anordnungen seiner al Kriegsbefehlshaber zu untersuchen, und die Schuldigen al wurden auf die grausamste Weise bestraft. Und um ihre nit Fehler wieder gut zu machen, und auch sich an Bunä— fü schiri und Olutai zu rächen, den er stets einen Schand— S fleck der Natur nannte, zog Junlé im J. 1410 selbst bel ins Feld mit drey Truppen-Corps Fußvolk und Reiterey, Sf in welchem man 500000 Streiter zählte. Bunäschiri mu wollte aus Furcht nach Westen entweichen. Olutai, der gen nicht darein willigte, trennte sich mit seinem Stamme von scha dem Chan. Diese unglückliche Trennung war eben so ver— e derblich für sie, als vortheilhaft für die Chineser. Der frag chinesische Kaiser verfolgte ihn, und kam am Flusse Onon ah an, wo der Stammvater des Hauses Juan, Dshingis— gelbe Chan, entsprossen war. Bunäschiri ging in den Kampf, J aber gänzlich geschlagen, nahm er die Flucht weiter gegen age Westen. Der Kaiser stieß auf dem Rückwege auf Olu— J tai, schlug sein Heer, und kehrte siegreich nach Pekin fut zurück. ci! Im J. 1412 ward Bunäschiri von dem mongoli— vc schen Fürsten Machamu umgebracht. Unter der Regie— lich ä — 2 n ge⸗ über⸗ r sehr gegen Mann td obn d Ver⸗ Agedul⸗ ward. Mach⸗ seiner lldigen u ihre Sund⸗ Schand⸗ 10 selhs Niteteh, äschiti taß der e bon o ber⸗ Der Ohon hingis⸗ Kampf, r gehen Olu⸗ Pekin mongel⸗ er Nagl „ rung Junlé's ward Machamu zur Fürstenwürde des chinesischen Reichs erhoben, aber nachher erkühnte er sich, in die Gränzen desselben einzufallen. Der Kaiser zog persön— lich gegen diesen Fürsten aus, schlug sein Heer bey Ulan Choschun völlig, verfolgte ihn bis an den Fluß Tola, und zwang ihm wieder Tribut zu zahlen. Außer dem machte der chinesische Kaiser Junlé, von dem hier die Rede ist, in den zwey letzten Jahren seiner Regierung(er starb 1424) noch zwey Feldzüge nach der Mongoley, um einen entscheidenden Schlag gegen den treubrüchigen Fürsten Olut ai auszuführen, der, eifrig nach Freyheit strebend, entschlossen war, seine Rechte nach allen Kräften zu vertheidigen, und die chinesischen Gränzen mit verschiedenen Schrecken zu beunruhigen. Vier Monate führte Fun l“ sein drohendes Heer durch die unermeßlichen Steppen der Mongoley, um den Feind anzutreffen; aber bey allen Anstrengungen gelang es ihm nicht einmahl, seine Spuren aufzufinden. Bey solchen vergeblichen Unterneh— mungen verwandelte sich, bey dem letzten Feldzuge— sa— gen die chinesischen Geschichtschreiber— die heftige Leiden— schaft der Rache des Kaisers Junlé, beschränkt durch die völlige Unmöglichkeit der Befriedigung, in einen uner— träglichen Verdruß, der sein Herz zernagte und ihm die tuhe raubte. Die weiten Ebenen der Mongoley, mit den gebleichten Gebeinen seiner Krieger bedeckt, waren, bey jedem Blicke darauf, für ihn ein Vorwurf seiner Harther— zigkeit und seines Mißbrauchs der Obergewalt. Die ver— schiedenartigen Gefühle, die seine Seele erschütterten, ver— senkten ihn in tiefe Schwermuth. Bald empfand Junlé eine äußerste Schwächung seiner Gesundheit und war ge— nöthigt, allen seinen Truppen den Befehl zur schleunigen Rückkehr nach China zu geben. Bey der Ankunft an den „ Quellen des Dsin außerhalb China, gebot der Kaiser 5 Junlé, auf dem nahe liegenden Berge ein prachtvolles Mt Denkmahl zu errichten, auf welchem in der Kürze alle seine i Feldzüge und berühmtesten Thaten in der Mongoley, zum fi immerwährenden Andenken für die Nachwelt aufgezeichnet lite wurden. don Der Sohn des Herrschers Machamu, Togon, der ol als Erbe im Fürstenthume ihm gefolgt war, wollte sich del zum Chan erklären; aber die Unterthanen gaben dazu nicht Ge ihre Einwilligung. Dem zufolge erhob er zur Chanswürde 5. einen Nachkommen des Hauses Juan, Tochtobucha; Ge und er selbst übernahm die Verwaltung des Reichsraths. he Sie nomadisirten auf der Nordseite der sandigen Steppe N Gobi. Charatschin und die andern Stämme waren N. von ihnen abhängig. Sie hatten schon ihre Absichten auf bat China gerichtet, aber Togon's Tod machte ihren Unter— def nehmungen ein Ende. a0 Eßen(bey den Chinesern Jeßän Tugang) sein dr Sohn, folgte ihm in der Würde eines ersten Ministers. Al Die ihm unterworfenen Mongolen wuchsen sehr an Macht, und Tochtobucha konnte sie nicht beherrschen. Im J. ber 1449 überredete Eß En verschiedene Stämme, einen großen dafl Einfall in China zu thun. Der Eunuch Wandshen nö— Ala thigte dem Kaiser, in eigner Person ins Feld gegen die fur E Mongolen zu ziehen. Die Minister suchten ihn abzuhalten, nige aber der Kaiser folgte ihrem Rathe nicht. Bey seiner An— und kunft in Daschun, das nahe an der großen Mauer liegt, dh wollte er in die Stadt Ssiuangchua zurückkehren; sem aber Eß en verfolgte ihn. Der chinesische Kaiser hatte ca 500000 Mann Truppen bey sich; allein dieses Heer erlitt len eine völlige Niederlage. Die Minister und Generale fielen 1 alle in der Schlacht. Der Kaiser Indsun(der öte Monarch 9 9 ll ä Haisee aus dem Hause Min), wurde nebst einem Offizier von den volle Mongolen gefangen genommen. Als Eßén den Indsun e seine gefangen genommen hatte, fiel er in die Hauptstadt(Pe— zum kin) ein; er ward aber von dem Präsidenten des Kriegs— fechnet, büreau's, Juizäng, geschlagen. Nach diesem wurden von Seiten China's große Vertheidigungsmaaßregeln ge— , der nommen; aber die Mongolen schickten Gesandte mit Frie— te sich densvorschlägen und begleiteten Indsun nach China zurück. u nicht Hierauf brachte Eß En seinen Herrn Tochtobucha im dlwürde J. 1451 um, und bestieg selbst den Thron der Chane. ucha; Gegen Osten, bis zu den wilden Niudshiern und Urän— ralhs. chen(Manshuren und Tanguten), und eben so bis nach dleppe Mongol-Dshidsipi und Komun oder Chami gegen waren Westen— war alles seinem Willen unterworfen. Eß En n daf nannte, als er China einen Tribut vorschlug, sich selbst inter- den hochweisen, großen Chan. In der Hoffnung auf seine Macht betrug er sich gar zu übermüthig. Unter 0 en der Regierung des chinesischen Kaisers Dsingdi griff ted. Ala*), im J. 1455, den EßEn an und erschlug ihn. Nhl, Indessen nahm der chalchassische(d. i. der juansche zn J. oder dshingisische) Stamm ab. Zu dieser Zeit erhob der ßen daklang'sche(tatarische) Fürst Bulai, als er den de Ala geschlagen hatte, Tochtobuchas Sohn, Narkor e zur Chanschaft, unter der Benennung des kleinen Kö— 1 50 nigs(ßizäo wangdsüh). Dieser letztere starb 1460, q und die Mongolen erwählten einstimmig Magu Kor— ö 9 0 fit dshu, auch unter dem Nahmen des kleinen Königs. Nach 017 5 5 8. N i ö 5 ö dhe diesem fingen die Fürsten des daklang'schen Stammes an, 3 n l 3 ö 0„ hatte eigenmächtig zu handeln. Die Ordnung der Nachfolge der alit kleinen Könige ist größtentheils unbekannt; und wer kann T ek e fiele 7 1950 i N e*) Ist das vielleicht der Alantscha des Abulhasi? A. d. VB. Hanh III. Band. 1 3 8. B———— 5 5 2 —— 2 8 J — n — 2 — 210— auch vielfach zusammengesetzte Genealogie deutlich ausein— ander setzen?— Zu Ende der Regierung des Schundi(nach 1485) nannte sich der mongolische Beherrscher, der in China Ein— fälle that, noch den kleinen König. Er fing an, Ortoß zu besuchen, und ward, mit Hülfe der Chalchassen, von Tage zu Tage mächtiger. Im J. 1500 fing der kleine König wieder an, in Ortoß zu nomadisiren, und die Gränzbewohner China's sahen auch nicht Ein ruhiges Jahr. Im J. 1532 verlegte der kleine König seinen Aufenthalts— ort nach der östlichen Gegend und nannte seinen Stamm Tumang. Von den abgesonderten Stämmen, die an der nordwestlichen Gränze China's geblieben, waren die mäch— tigsten seine Verwandten Dsemün und Angdaz; sie hatten Ortoß inne und thaten immer Einfälle in China. Im J. 1550 verlegte Angda seine Nomadenwohnungen an den See Choirnor, rief flüchtige Chineser herbey, um die Stadt Fündscheu anzulegen, bauete zu seinem Schutz Städte, und that mit dem Stamme Tumang abwechselnd Einfälle in die östlichen und westlichen Gränzen China's. Im J. 1570 erhielt Ang d den Titel eines schuni' schen Fürsten, verbot den übrigen Stämmen, Ein— fälle in China zu thun, und reiste alle Jahr nach Pekin zu Ueberbringung einer Gabe und des Handels wegen. Endlich theilte sich das mongolische Volk in zwey Theile. Der Nachkomme der kleinen Könige Boßi, der sich auch der kleine König nannte, nomadisirte in dem Lande Dshichä), jetzt Tschagar oder Zachar. *) Dieses Wort bedeutet auf mongolisch: Gränzland(russisch: Ukraina) oder die der Gränze nahgelegenen Gegenden; denn die Länder der Tschagaren, oder wie die Chalchassen sprechen: Zacharen, stoßen an die große Mauer, welche China von der Mongoley scheidet. A. d. V. — 211 dudein⸗ Angdä war damahls mächtig, und Boßi verlegte, aus 1 Furcht vor seiner Macht, seine Nomadenwohnung nach 1485) Liäo, vereinigte mit sich den Stamm Fujudsi und ver— n Ein⸗ heerte einigemahl die Gegenden, welche westlich von De si— rtoß dsheu liegen. Der vierte zacharische Chan Ründan „ den erklärte sich zum Chutuktu-Chan, und wurde nach 1 kleine und nach mächtig. Im J. 1615 that er mehr als ein— 1 nd die mahl Einfälle in Liäodun. Im J. 1628 schlug er den 0 NJhr. charatschin'schen Stamm und den Taidsi Bain Boßtuz; 0 thalts⸗ darnach griff er Datun und Ssiuangchuafu an, und Stamm forderte für sich von dem chinesischen Hofe jährliche Beloh— an der nungen. Viele östliche und westliche Stämme, die von mach⸗ ihm gedrückt wurden, fielen ab. Die Mongolen ergaben j sie sich nach einander an den manshurischen Chan. Wüngdi Gig.(der Nahme dieses Chans) unternahm im J. 1634 selbst nungen einen Kriegszug gegen die Zacharen. Ründan floh im hetbeh⸗ Schrecken nach Westen zu den Tubotern(nach Tibet), seinem und starb auf dem Wege. Sein Sohn Changor Odshͤ Inang unterwarf sich als Unterthan den Manshuren: sein Volk Gränzen ward in Fahnen oder Divisionen getheilt, nach dem Bey— ines spiele der eigentlich manshurischen Truppen. Ein⸗ Die mongolischen Länderantheile, die auf der Nord— Pekin seite der großen Steppe(Gobi) übrig waren, gaben sich 9 den Nahmen Chalcha und machten ein besonderes, mäch— wen tiges Gebiet aus. Solcher Länderantheile zählte man 7, , der über welche drey Chane herrschten. Der im Westen woh— in den nende nannte sich Dsaßachtü-Chan, der mittlere Tu— char. schötu-Chan, und der östliche Zezén-Chan. Diese Benennungen hatten sie vom Dalai-Lama erhalten. Im 5 J. 1634 schickte Machäßamädi Zezen-Chan eine een Gesandtschaft mit reichen Geschenken an den N 1 bon der 14* Beherrscher Taidsun, von dem er sich die Tochter zur Gemahlin erbat. Indessen fingen die Oluten(Sungaren oder Kalmü— ken), von Westen her an, häufige Einfälle in Chalcha zu machen. Der chinesische Kaiser Kanßi k oder Shengdis) wendete, unter dem Vorwande die mongolischen Stämme zur Ruhe zu bringen, seine Aufmerksamkeit auf ihre Zwi— stigkeiten, nahm sich aber übrigens vor, sie mit seinem Reiche zu vereinigen*). Im J. 1677 machte der oluti— sche Galdän Plünderungen und Verheerungen in der nord— westlichen Gegend; indessen fährten die chalchassischen zwey Flügel, der rechte und linke(den rechten Flügel macht der einzige Dsaßachtu-Chan aus, und den linken die zwey Chane, der mittlere und östliche), einen innern Krieg unter sich. Im J. 1689 schlug Galdan die Chalchassen. Sie— ben Länderantheile zerstreuten sich, näherten sich der großen Mauer, und begaben sich in den Schutz der Manshuren. Im J. 1691 reiste der chinesische Kaiser Kanßi selbst aus Pekin über die Gränzen, um die Chalchassen zu empfangen, und veranstaltete eine große Versammlung bey Dolonnor, d. i. den sieben Seen, die nicht weit von Chalgan lie— gen. Jeder von den chalchassischen Chanen brachte 8 weiße Pferde und ein weißes Kameel dar; welches die neun weißen Gaben, auf mongolisch Jußün Zagän, genannt wurden, die man jährlich an den pekin'schen Hof zu zahlen festsetzte. *) Der ihm nach dem Tode gegebene Nahme. A. d. V. **) Von diesen Umständen ist ausführlicher gesprochen im J. Th— dieser Reise, S. 144, 145. A. d V. GGG— 5 5 213— r ur Vierter Zeitraum. alnn⸗ Vom Jahr 1691 bis zu unsern Zeiten. ha zu Dieser Zeitraum fängt mit der neuen Epoche der völ⸗ Idi) ligen Unterthänigkeit der Mongolen unter die manshurisch— tämme chinesische Macht an, unter welcher sie auch jetzt noch sich Zwi⸗ befinden. Zuerst von allen traten in Abhängigkeit von der seinem manshurisch-daidsin'schen jetzt in China herrschenden Dyna— oluti⸗ stie die Mongolen des charatschin'schen Stammes. hotd⸗ Nach der Unterwerfung der zacharischen Chane unter— zwey warfen sich auch die übrigen mongolischen Stämme einer t der nach dem andern. Der pekin'sche Hof befahl, die Gränzen zwey ihrer Nomadenplätze auszumessen, und gab zur Regierung unter der Mongoley ein besonderes Gesetzbuch heraus. Se Was die Chalchassen betrifft, so vertheilte sie der Kai— großen ser Kanßi, nach der Unterwerfung des olutischen Chans urn. Galdan, längs der russischen Gränze hin, theilte sie in 1 55 Fahnen oder Divisionen, und ließ nur drey Chanen inen, ihre ehemahligen Titel; die übrigen bekleidete er mit fürst— 11755 lichen Würden verschiedener Grade. In der Folge wurden, 11 durch Zertheilung noch 5 Fahnen hinzugefügt. Schamba 125 herrschte über einen besondern Länderantheil unter dem de Nahmen Ssäin Noln(auf mongolisch: der hübsche Herr, jan, oder Beherrscher). Im J. 1731 ward der kureng'sche 90(in urga) Schwiegersohn des manshurisch-chinesischen 5 Kaisers, Züren, zur Belohnung seiner Dienste, die im Kriege gegen Galdan geleisteten Dienste, zum G roß-Dsa⸗ ßak gemacht, und erhielt unter seine Verwaltung die 24ste Fahne. Und so waren die vier chalchassischen Chanschaften 1. Th in 84 Fahnen getheilt, und in eine Reihe mit den 49 Fah- nen der südlichen Mongolen gesetzt. — —. 8 III. Erdbeschreibung. Die Reisen einiger Europäer(im dreyzehnten, vierzehn— ten und funfzehnten Jahrhunderte) im Innern der mongo— lischen Steppen waren gleichsam Vorläufer unserer nähern Bekanntschaft mit dieser Gegend, mit ihren Bewohnern und Erzeugnissen. Die Eroberung Sibiriens entdeckte den Russen den Weg auch jenseit des altaischen Gebirges. Die mehr als einmahl vorgefallenen Reisen unserer Couriere nach China brachten uns zum Theil Nachrichten auch von der benachbarten Mongoley. Nur Schade daß Reisende, wie Plan Karpin, Ruysbroek, Marco Polo und der armenische Fürst Getum(Hetum)*) ihre Berichte von der Mongoley mit oberflächlichen Bemerkungen ange— füllt haben; sie haben Benennungen von Bergen, Flüssen u. s. w. hineingesetzt, so ausgedrückt, daß man sie nur durch Rathen verstehen kann. Die Aufnahme der Jesuiten in China unter der jetzigen Dynastie, ihre Reisen nach der Mongoley,(dem Willen der manshurischen Chane zufolge); ihre Aufnahme von Gegenden und Beschreibungen haben der Erdbeschreibung und Statistik der mongolischen Steppen mehr Bestimmtheit gegeben, obgleich nicht wenig Dinge noch ohne Untersuchung und Aufhellung geblieben waren. Indessen haben die Manshuren, im Laufe der Zeit, die Gesetze ihrer behutsamen Politik auch auf jenes Land aus— gedehnt; der freye Eintritt in dasselbe ist jedem Ausländer verboten. Nur Rußland allein hat, wegen seiner Macht, und nachbarlichen Verhältnisse, sich die Möglichkeit bewahrt, *) Die Reise dieses Fürsten zu dem mongolischen Heerführer Batüi und Chan Müng«(im J. 1254 und 55) ist in der Urschrift mit(russischer) Uebersetzung und Anmerkungen ab— gedruckt, im sibirischen Boten, herausgegeben von Herrn Sspaßki, 8. 9. und 10. Buch. A. d. V. file! i feld 1 0 f die und N un gap 0 lch fr gen! wor det, gent osten tlic Etat Ah de E sabe die 6 gehe id in aßen Mie ienahn⸗ 6. Die Ouriere ch von eisende, lo und Berichte ange⸗ Flüsen sie dor Isulten nach der zufolge; aben der Steppen Ole waren. „ die d aus⸗ landet Macht, ewahtt, erführer st in dek agen ab⸗ u Heri d. N. 0 8 5 f 5 8—————̃(2——* 2————— 3 seine Unterthanen nach der Mongoley und selbst nach China zu senden. Ich verstehe hier die russischen Gesandtschaften nach China, die Reisen der pekin'schen Mission, und end— lich die ehemahligen Züge der Handelskarawanen nach Urga und nach Pekin. Die Tagebücher unsrer Reisenden haben uns nützliche Beobachtungen, unter andern von der Topo⸗ graphie der mongolischen Gegenden, verschafft; einige von solchen Bemerkungen sind schon in russischer und andern fremden Sprachen gedruckt. Freylich sind diese Bemerkun— gen nicht so genau und umfassend, als es zu wünschen wäre, um destomehr, da von Seiten China's, zur Reise der Russen nach Pekin, nur Ein Weg übrig gelassen ist, der von Kiachta in südöstlicher Richtung über Urga und Chalgan führt. Gleichwohl, dünkt mich, muß man auch diese Nachrichten nicht einer ungerechten Vergessenheit über— geben, bis wir Gelegenheit erhalten, auch die in andern Richtungen liegenden Gegenden der Mongoley zu sehen und zu beschreiben. Zufolge der von den europäischen Erdbeschreibern an— genommenen Eintheilung Asiens ergiebt sich, daß Mittel⸗ asien die ganze Strecke von dem kaspischen Meere bis zum östlichen Ocean einnimmt, zur Nordgränze die sibirischen Statthalterschaften Rußlands hat, und gegen Süden an Awghanistan, Tibet und China siößt. Die Eigenschaft und die Erzeugnisse dieser Länder, die im auffallenden Gegen— satze gegen die übrigen Gegenden Asiens stehen, bestätigen die Gründlichkeit dieser Eintheilung. Da aber auch dieser ungeheure Strich eine merkliche Verschiedenheit im Lande und in den Einwohnern desselben besitzt, so kann man, zu größerer Deutlichkeit, denselben noch weiter auf folgende Weise eintheilen: — 26 1. In das westliche Mittelasien— Turkestan im eigentlichen Sinne), mit Einschluß der von dem altai— 5 schen Gebirge gegen Westen bis an das kaspische Meer hin, in den Steppen wohnenden Volker: der Kirgisen, Chiwi— ner, Turkmenen(Turkomannen), Karakalpaken und in den Reichen: Kokant, der großen Bucharey und der Gegend, die irrig die kleine Bucharey genannt wird. 2. In das mittlere oder hohe, d. i. die Mongo— ley, die in viele Aimak's oder Länderantheile getheilt ist. Diese Gegend muß in der Erdbeschreibung unter diesem Nahmen bleiben, weil die bedeutendste Abtheilung davon, die Sungarey, die einst von Kalmüken oder Oluten, Stammgenossen der Mongolen, bewohnt war, schon längst durch die Manshuren aus der Charte der Mongoley aus— gestrichen ist. Nach der Eroberung des östlichen Turkestans durch den chinesischen Kaiser Zänglung, um d. J. 1757, und nach Ausrottung der Sungaren, sind diese Gegenden nun in der chinesischen Erdbeschreibung unter dem Nahmen der neuen Linie oder des Gebietes Illi bekannt. Dieses letztere ist zum Theil von Ackerbauern bewohnt, die aus China und dem östlichen Turkestan dahin versetzt wurden, und mehr als ein Lager für die manshurischen Truppen dienen, die, in Verbindung mit den Ssolonen und Mon- golen, unter Aufsicht eines besondern General-Inspectors, eines Dsängdsiung, das chinesische Beobachtungsheer gegen Rußland und die kirgisischen Horden ausmachen. 3. In das östliche, oder die Manshurey, welche sich von der Mongoley gegen Osten bis an den Ocean hin ausdehnt. Die Einwohner derselben gehören zum turkesta⸗ 0 — ) S. die Bemerkungen hierüber, die sich im J. Theile dieser Reise, S. 1b. und im II. Th. S. 72. u. folg. befinden. A. d. V. dekun 5 Nong Asen Guogra den ge, nazi —— Na 13 07 a 06 Pe Clio Aud stan im ö altai⸗ er hin, hiwi⸗ in den Hegend, Nongo⸗ lt ist. diesem davon, Auten, langst als⸗ tan 1557, genden lahmen Dieses je aus den, sgpen Non⸗ tors, gegen nischen Stamme; sie reden eine eigene Sprache, in welcher man viele Worte, die den mongolischen ähnlich sind, an— trifft— eine Aehnlichkeit, die man mehr der engen Nach— barschaft dieser Völker und jener Herrschaft zuschreiben muß, die ehedem die Mongolen über ganz Mittelasien besaßen. Mongolische Wörter, durch die Aussprache verändert, fin— den sich auch in der türkischen Sprache. Ueberdieß halten sich die Manshuren, gleich den Tungusen, an die Gebräuche des Schamanenthums, und haben feste, unveränderliche Wohnplätze in Städten und Dörfern. Eine solche Eintheilung Mittelasiens kann endlich uns von der im Laufe der Jahrhunderte von europäischen Ge— schicht- und Erdbeschreibern angenommenen Sitte entwöh— nen, die Nahmen Tataren, und unabhängige, große, chinesische u. s. w. Tatarey zu wiederholen, Nahmen, die so ohne Grund und irrig von aufgeklärten Schriftstellern von jenem Theile der alten Welt so häufig gebraucht werden. Der scharfsinnige Malte-Brün er— kannte seiner Seits schon das Gegründete dieser Abän— derung. 9 Da ich zur Vergleichung bey meiner Reise durch die Mongoley und einen Theil China's, mich der Charte von Asien bediente, die in Paris 1814 von dem Ingenieur— Geographen Brüey herausgegeben ist, stieß ich fast bey jedem Schritte auf unverständliche Dinge, auf Auslassun— gen, und darum kann ich auch nicht verschweigen, wie 9 nützlich es für uns seyn würde, eine richtigere Charte von ) Malte-Blrün in seinem vortrefflichen Werke: Précis de la Geographie universelle, 1812, Th. S. 415. sagt:„mais il est plus convenable de bannir ce terme absurde(Tartarie Chinoise)“(Aber es ist passender, diesen widersinnigen Aus— druck(chinesische Tartarey) zu verbannen.“) A. d. V. — 218— jenem weiten Striche Landes auf der Erdkugel zu erhalten, und zwar von Mittelasien, d. i. von Turkestan, der Mon— goley, der Manshurey u. s. w. Bis jetzt kann man noch kühn mit Hrn. Delonay) sagen, daß wir, in Hinsicht der Erdbeschreibung Asiens, fast alles anders nennen, als die Asiaten selbst. Die Ausdehnung der Mongoley kann man vom 70. bis 120. Grad der Länge nach dem Pariser Mittagskreise**), und zwischen 35 bis 50 Grad nötdlicher Breite setzen. Diese Bestimmung ist nach Messung genommen; die gegen— wärtigen Gränzen der Mongoley, und besonders gegen Sü— den, ziehen sich in einer schlängelnden Linie hin, zufolge der ungleichen Fortschritte der Truppen dieses Volks zur Zeit ihrer ehemahligen Einfälle in die angränzenden Gegen— den. Diese Linie hat eine bedeutende Vertiefung nach Sü— den zu, nahe bey den westlichen Gränzen China's, an jener Stelle, wo jetzt Kukunor— der blaue See— ist, und wo einst ein besonderes tangutisches Königreich war. Diese Stelle diente den Mongolen als ein Thor zum Eingange *) Tableau topographique et politique de la Siberie, de la Chine, de la Zone moyenne etc. par M. Cordier de Lonay, 1806. Im Anfange dieses rednerischen Werkes ruft der Ver— fasser aus:„Presque rien ne Happelle en Asie des noms, dont nous nous servons en Europe!“(Fast nichts nennt man in Asien mit den Nahmen, die wir in Europa gebrauchen.“) Das ist wahr. Indessen Hr. Delonay nennt, indem er die Fehler der römisch-katholischen Missionare in China verbes— sern will, selbst(S. 5.) die Manshurey mit dem Nahmen Mongoley, die Mongoley nennt er Tatarey u. s. w. Uebri— gens erlauben sich einige Gelehrte, indem sie zu viel von dem chinesischen Reiche sprechen, ähnliche Nahmenverdrehun— gen; gleich als wäre es in einem uns gänzlich unbekannten Lande: terra incognita! A. d V. *) D. i. von 90 bis 140 Grad der Länge von Ferro, oder vielmehr von demjenigen Mittagskreise, der vom Pariser Mittagskreise 20 Grad westlich liegt. A; d. U. Auma ier! Obe 5 aihalten, nach China; denn bis dorthin erstrecken sich nicht die für sie unersteiglichen Festen der großen Mauer. Die Mongoley wird, nach ihrer Regierung unter dem Zepter der manshurisch-chinesischen Kaiser, in folgende n, als Aimaks, das ist Länderantheile oder Fürstenthümer, welche ihre besondern Rechte und Obliegenheiten, auch besondere Oberhäupter haben. er Mon⸗ an noch Hinsicht N 70. bi iso NN kast, a. Gegen Norden: 1. Chalchaà, oder das chalchassische Fürstenthum. b. Gegen Süden: e setzen. ie gegen⸗ 70 2. Barguü-Burät, 3. Ars⸗chortschin, 4. ales l Chorlöß, 5. Durbét, 6. Dshulit, 7. Baring, Gig 8. Dsharôt, 9. On iat, 10. Näiman, 11. Aochän. ach Sü⸗ c. In den mittlern Steppen: in n 12. udsemertscht, 13. Abagäner, 14. Ch s- it, ud tschit, 15. Abgs(Abha), 16. Kischikten, 17. Ssu— l. Diese ncht, 18. Durbän-⸗küket. Eingange d. Gegen Süden, näher an China: 19. Tuma t lin der südlichen Ecke des manshurischen e, de l 155. e s 2 1 7 Palissadenwerks), 20. Charatschin, 21. Za 5 e Lonay, er Ver⸗ Mo-mingän, 23. Orat(die Hälfte der Länder dieser bent Horde sind unter den Weideplätzen der Heerden des Bogdo— man in. 5 5 5 5 agen.) chan begriffen), 24. das Kuku⸗chotossische oder gui— er die chuatschen' sche Tumét, 25. Ort ß(in der nördli- 1 chen Krümmung des gelben Flusses), und 26. Kukunör, Nahlllel 3 a 5 5 „ belli auf chinesisch: Zinchai, d. i. das blaue Meer. iel ben Nicht viele der europäischen Erdbeschreiber folgen dieser edrehun⸗. n; 8 2 8* en Eintheilung. Deguignes(der Vater), Pallas) und sekal 2. 4. 12 eE V. Malte-Brün) gedenken, bey Aufzählung der Völker, to, bdet, m Mae Nachrichten über die mongolischen Völker. I, 9. „ 1.**) Ebendas. Ul, 466. — 1 S———————— 2 5—— welche Mittelasien bewohnen, einiger mongolischen Aimak's, indem sie ihre Angaben, wie sich es auch gehört, auf die unter der Benennung Daizin Itundshi bekannte chine— sische Erdbeschreibung gründen. Hr. Orlow hat in seiner Beschreibung des chinesischen Reiches“) die Benennungen aller dieser Aimak's mit aller Ausfährlichkeit aufgestellt. Die übrigen deutschen und französischen Erdbeschreiber*), die hierüber geschrieben haben, halten sich an die ehemah— lige, nicht gänzlich richtige Eintheilung der Mongoley, und sprechen lieber von 4 Oiraten, Choschoten, den gel— ben Mongolen u. s. w. und erwähnen nur obenhin Chalcha, Ortoß; andere schließen in ihre Beschreibun— gen noch Choit, Tumet mit ein, andere Kukunor, und sprechen sogar, wie z. B. Hr. Grosier, von Cha— ratschin oder Karzin, darum nur, weil in diesem Ai— mak, jenseit der großen Mauer gegen Norden, Sheché (Gehol), das berühmte Lustschloß der chinesischen Kaiser sich befindet. Von allen mongolischen Länderantheilen zieht das chal— chassische Fürstenthum) eine besondere Aufmerksamkeit *) Moskwa, 1820. J. Th. S. 159. **) Ritter, Erdkunde, 1817. I, 518— 19. Stein Hand buch der Geographie und Statistik, 1817, III, 265. Gas pa ri Lehrbuch der Erdbeschreibung, 1819. Abth. II, 115— 15. Grosier, De la Chine, 1818, 19. J, 265— 87. u. s. w. A. d. V. ***) A. W. Igumnow(in Irkutsk wohnhaft, der mehr als einmahl in der Mongoley gewesen ist, und die Sprache die ses Landes gründlich versteht) sagt in seiner Uebersicht der Mongoley, das Wort Chalcha bedeute einen Schirm zum Vorsetzen vor etwas, und es sey dieser Nahme deswegen je— nem Volke gegeben worden, weil die vier Chane desselben, als die nächsten Nachbarn der Bewohner des Nordens, für China durch ihre Lage gleichsam einen Schirm ausmachen. 1 sih Stam Agua Ugo d oh Hach cha; daß i gef Seger flͤss schte porzl June Vorst Jain Dee! d. biete 0 die sadl 221 Amak' 9 161 11 auf sich, wegen seiner politischen Macht unter seinen eie Stammgenossen 5 alten Zeiten, wegen. großen Aus⸗ . dehnung seiner Steppen, welche von seinen Einwohnern 0 fehr eingenommen wird, und für uns Russen auch noch, weil 0 es an Sibirien gränzt. Die Hälfte unsers Weges von . Kiachta nach Pekin geht durch die Nomadenplätze von Chal— e cha; und daher hatte ich Gelegenheit, während der Zeit, chenah⸗ daß ich in Berührung mit seinen Bewohnern kam, was d ungefähr 100 Tage lang dauerte— mich mehr mit dieser Wbek Gegend bekannt zu machen. Die genauern Umstände von obenhin der Topographie und der jetzigen Lage derselben sind oben hreibun— im Anfange des 1sten Theils, und am Ende der ersten Ab— unot, theilung des dritten Theils meines Reisetagebuches darge— Cha⸗ stellt worden. sun M⸗ Zu mehrerer Vollständigkeit halte ich es nicht für über— Shiche flüssig, hier der Wißbegierde gebildeter Leser eine kurze Be— n Koe schreibung uberhaupt von den mongolischen Länderantheilen vorzulegen, die aus der chinesischen Erdbeschreibung Daizin as chal⸗ Itundshi entlehnt ist, und welche aus der Urschrift der Tanke Vorsteher unserer aus Pekin zurückkehrenden Mission Pater Jakinf Pitschujew“) in das Russische übersetzt hat. Diese Uebersetzung befindet sich noch im Manuscript. Hand⸗ Aa 1. Chalch a. 31 Dieses Fürstenthum gränzt gegen Norden an die Ge— biete des östlichen und westlichen Sibiriens, und berührt al d die südlichen Gränzen der Statthalterschaften: Irkutsk, Je— Iche bie 1 der n zum S. Sibir. Bote, von Hrn. Sspaßki herausgegeben, 1819, egen se⸗ V, 15. A. d. V. esselben,*) Mit dem Gefühle wahrer Erkenntlichkeit muß ich sagen, n, flit daß ich sehr vieles der tiefen, gründlichen Kenntniß des Hru— ga ache⸗ Pat. Jakinf in Hinsicht auf China verdanke. A. d. V. —.—— 3 8 nißeisk, Tomsk und Tobolsk. Gegen Westen erstreckt sich bis zum östlichen Turkestan und den Ländern von Ili, wo die Natur selbst es durch den Berg Bogdo und den See Balchasch, in welchen der Fluß JI li fällt, beschränkt hat. Gegen Süden gränzen an Chalcha die Nomaden— pläe der Ssuniten und andrer mittlern mongolischen Länderantheile; und gegen Osten erstreckt es sich bis an die Bargu-burätischen und manshurischen Länder. Von Osten nach Westen hat Chalcha 5000, von Süden nach Norden ungefähr 3000 Li) Länge. Zur bessern Ordnung in den Nomadenplätzen, und in der Regierung des Volks selbst, ist das chalchassische Für— stenthum in folgende vier Gebiete getheilt: a. Das nördliche Gebiet, enthält 20 Fahnen oder Divisionen. Ihre Nomadenplätze liegen zu beiden Seiten des Flusses Tola, gegen Osten bis zu den guntui'schen Bergen, welche die Gränze der Länder des ZSezen-Chan ausmachen. Gegen Westen bis an den Fluß Ongin, oder die Gränze der Länder von Ssain Noin; gegen Süden bis an die große Steppe(Gobi), die ßunitische Gränze; gegen Norden bis an die russische Gränze. Die regierenden Fürsten darin sind: Tuschetu-Chan, der am Ursprunge des Flusses Sselenga seinen Nomadenplatz hat, 2 Dsiunwan's, 2 Beißèé, 6 Gun und 8 Dfaßak-⸗Taidsi der ersten Klasse. b. Das östliche Gebiet, enthält 21 Fahnen. Der Regent desselben, Zezen-Chan, nomadisirt am Fuße des Berges Undür dab, am Flusse Cheruliun. Im J. *) Zwey Li machen etwas mehr als eine russische Werst aus. A. d. V. Nach der Angabe S. 40. in der Anmerkung betragen Li gerade 2 deutsche Meilen, oder 14 russ. Werste. A. d. U. akt sch Fi wo hen See schräkt maden⸗ igolichen b an die Lander. Süden und in che güͤr⸗ gen odet 1 Saen tui schen gen⸗ Chan in, oder n Siden nitische % Ole , der denplatz und 8 n. Der Fuße deb qm J. ist aus. igen 55 l J. b. „„ 1688, ais der Zezen-Chan sich dem chinesischen Reiche als Vasall unterwarf, hatte er 100000 Unterthanen. In seiner Chanschaft befinden sich ein Dsinwan, ein Dsiun— wan, 1 Beilé, 2 Beißé, 1 Gun der ersten, 2 der zweyten, und 3 der dritten Klasse, und 12 Dsa⸗ ßaken. c. Das westliche Gebiet, enthält 19 Fahnen. Der Beherrscher desselben, der Dsaßachtu-Chan, hat seinen 0 atz an der Südseite der changaischen Berge, und gebietet, außer seinem eignen be noch über 18 Fahnen. In seiner Chanschaft ist 1 Beilé, 2 Gun der ersten und 6 der zweyten Klasse, 9 T 0 der — ersten Klasse. Der größte Theil von ihnen nomadisirt an der Südseite des changaisschen Gebirges. d. Die Chanschaft des Ssain Noin, enthält 24 Fahnen. In derselben sind 2 Dsinwan's, wovon der erste auch über die andern 23 Fahnen gebietet, der andere aber nur den Titel Ssain Noin hat, 2 e 2 Beilé, 1 Gun der ersten, 5 der zweyten Klasse, 1 Dfsaßak-Taidsi. Die Nomadenplätze dieser 8911 liegen in dem westlichen Theile von Chalcha, von dem Ursprunge der Sselenga weiter nach Ili zu. Berge. Im J. 745 nach Chr. G. verlegte der Feil é von Guich é seine Nomadenplätze in die Gegenden zwischen den Bergen Büdedfän und dem Flusse Gu ngché, auf 1700 Li von der großen Mauer gegen Norden.. ist der Fluß Orchon. Die bud edfän' schen Berge mässen nahe an dem jetzigen chan cha i' schen Gebirge, auf der Westseite seyn; diese Berge heißen auch Duju id sän. Burchän-schang, aus welchem der Fluß Onön ent— springt. Der Berg Teriwüng, nicht weit vom Onon; bey diesem Berge ward Dshingis-Chan geboren, — 0 N 1 1 8 2 1 Tono-ôla(ola auf mongolisch: großer Berg), am nördlichen Ufer des Flusses Cheruliun. Bey diesem Berge hielt der Kaiser Shangdi(Kanßi) im Juni 1696, zur Zeit seines Feldzugs gegen den sungarischen Gal dan, und schnitt in einem Stein folgende Worte in chinesischer Sprache ein: Unabsehbar ist die große Steppe, Tief und breit der Cheruliun. Die von mir geführten sechs Heere Zeigten hier ihre Tapferkeit; Alles erschütterten sie, gleich dem Donner. Sie versetzten in Schrecken die Sonne und den Mond, Sie schlugen und zermalmten die Bösewichter, Brachten Ruhe den fernen Wüsten. Chingang(Chinhang), oder das große chingang' sche Gebirge, auf der Nordseite des Onon, östlich von dem Baga-guntui' schen Bergen. Von hier erstreckt sich die— ses Gebirge bis an den Anfang des Flusses Amur hin. Auf der Südseite des Gebirges sind die chalchassischen Grän— zen, auf der Nordseite die russischen Länder. Guntu-ola auf der Südseite des Ursprungs des Onon. Aus der südöstlichen Seite dieses Berges strönen zwey Flüsse her, die den Fluß Cheruliun ausmachen; auf der Westseite liegen die Berge Dsilun und Tereldshi-Dabä(Daba auf mongolisch: Berg); Bajä-Guntu, oder kleine Guntu, nahe bey Urga, an den Berg Tereldshi sto— ßend. Hier nimmt der Fluß Tola seinen Anfang. Aus der Nordseite des Baga Guntu fließt der Fluß Zuku (Tschikoi), der in das russische Gebiet geht. Der Gir— 5“ auf der Ostseite des Flusses Tola, am Ursprunge des— selben. Die Kette dieser Berge geht von dem nördlichen Ende des Gebirges Chingang aus, dann um die Tola von der Nordseite herum, wendet sich hierauf und bil— Der Chan- ola nördlich von det die Berge Tereldshi. un 6 Aub d faßt! alter Dsshes Kat bol E tauß. mut⸗ bey! beugen en hen dehsun und de nach 2 ll. 5 ) am diesem 100% dan, sesischer Mond, 95sche dem ic die⸗ at hig. n Grän⸗ ola lub der se her, alle Jaba kleine sto⸗ Aus Zuku Gir e des⸗ lichen Tola d bib lch do 8 ff dem Gebirge Chingang, am südlichen Ufer der Tola. Aus der Ostseite desselben strömt das Flüßchen Kul hervor, fließt gegen Norden und fällt in die To la. Von da nicht weiter als 30 Li gegen Südost entfernt, ist der Ort Dshomöôdo(Nahme eines Waldes). Hier schlug der Kaiser Kanßi im J. 1696 das Heer der Sungaren aufs Haupt, und zum Andenken grub er in einen Stein folgende In— schrift: Der Himmel wirkte mächtig mit uns Bey der Niederlage der Gegner, bey der Vertilgung der Bösewichter. Die entkräfteten wilden Thiere(die Sungaren) flohen nach Westen. Der Himmel kräftigte unser Kriegsheer: Im Augenblick fielen die Feinde unter der Schärfe des Schwerts, Und ihr im Felde aufgeschlagener Hof verödete. Auf diesem Steinfelsen Erhebe ich zum Himmel die Großthaten der Krieger. Der Tolän charä, von dem Chan-ola südwestwärts, dem Flusse Tola gegen über. Dieses Gebirge ist gegen Süden der großen Steppe Gobi nahe, und gegen Norden der Tola. Der Chadamaäl auf der Nordseite des Flüß— chens Chara-ußu. Die Nordseite dieser Berge nähert sich dem russischen Reiche und bildet die nördliche Gränze von Chalcha. Der Chalälr zwischen den Flüssen Cha— raußu und Orchon. Diese Berge stoßen an Dshä— mur⸗ la. Der Dshämür am nördlichen Ufer der Tola, bey dem Einfalle derselben in den Orchon. Diese Berge beugen sich, nach dem Laufe der Tola gegen Norden aus; gegen Osten erstrecken sie sich bis Ssélbi-Dabä und machen einen Halbkreis, der auf einige hundert Li Aus— dehnung hat. Der Barüͤn-ola zwischen dem Orchon und der Sselenga. Dieses Gebirge erstreckt sich von Osten nach Westen auf einige hundert Li. Der Bugün schara III. Band. 15 5 dehnt sich auf 200 Li von Barun gegen Westen hin. Weiter gegen Norden liegen die Berge: Zirchégung (Zirchehung) und Erüchetai; alle liegen zwischen der Sselenga und dem Orchon. Das chantaische Gebirge, auf der Nordseite der Sselenga, dehnt sich gegen Norden hin bis über die russi— sche Gränze. Der Kuküntscholétu am südlichen Ufer des Orchon. Diese Berge krümmen sich, nach dem Laufe des Orchon, ostwärts. Hundert Li davon gegen Osten sind warme Quellen. Der Zirch a adsargä(adsarga auf mongolisch: der Hengst), am Ursprunge des Orchon, am östlichen Ufer desselben. Am westlichen Fuße dieser Berge steht der Tempel Erdeni Dshäo. Der Changi (Chanhi) cha mär südlich von Zircha-adsarga; an der Nordseite dieser Berge fließt der Orchon, und auf der Südseite fängt der Ongin an. Der Dshangu(dshanhü) auf der Nordseite des Orchon, am Ursprunge desselben; er wird durch diesen Fluß vom Zirga-adsarga geschieden, und macht den östlichen Zweig des Gebirges Chan gai aus. Der Changai, oder das changaische Gebirge, nördlich von der Quelle des Flusses Orchon, 500 Li vom Ongin gegen Nordwest. Diese Berge sind die höchsten von allen umliegenden Bergen. Die Kette derselben zieht sich nordwestlich von dem altaischen Gebirge hin. In ihrer Fortsetzung gehen sie über die Flüsse Orchon und Tola und bilden die großen Gebirge Chingang und Guntu; westlich von dem Berge Kuku umfließen sie, sich nach Norden wendend, alle Quellen der Sselenga, und nähern sich der russischen Gränze. In diesem Gebirge nehmen die Flüsse Orchon und Tamir ihren Anfang. In alten Zeiten hieß dieses Gebirge, wie es scheint, das Gebirge Ang— schang. Der Bain Dshiruché westlich von der Quelle en hin. gung en der dite det je russ⸗ en llfer Haufe Osten satga Orchon, dieser hani a; an guf der dshanh) ben; er schieden, al aus. Gehege, von n von t sich ihrer la und untu; ch nach nähern nen die n Zeilen e Ang t Ale le 8 —— 8 des Orchon. Diese Berge heißen weiter gegen Nordost zu Ssaichän-ôla, noch weiter gegen Osten Eruchetai chubßül, am Ende des Flusses Chaßui am nördlichen ufer. Der Undür westlich von dem Berge Chubßul. Der Näiman auf der Nordseite der Sselenga. Der Chal— dsän Burguttäi, von dem Naiman-ola gegen Westen. Der Erzit westlich von dem Chaldsan Burguttai auf der Südseite des Flusses Charaschala. Der Cheboldöôk auf einer Insel des Sees Koßogol. Der Ulbetschi, auf der Ostseite des Sees Ssongin-dalai, bildet die westliche Gränze China's. Weiter sädwarts sind die Berge rt ui. Der Altäi⸗öô la, in alten Zeiten auf chinesisch Dsingschang, d. i. der goldene Berg, nordwestlich von dem Flusse Teß, erstreckt sich auf mehr als 2000 Li (ungefähr 1000 Werste).— Die Gipfel desselben verlie— ren sich in den Wolken, und der darauf liegende Schnee thaut selost in der Mitte des Sommers nicht auf. Dieser Berg wird als die Mutter aller Berge in dem nordwestli— chen Theile der Mongoley angesehen. Der Hauptgrund desselben besindet sich nordwestlich von dem See Ubßa; seine Gipfel erheben sich einer über den andern. Er theils sich in vier Zweige; der eine geht in der Richtung des Er— ziß oder Irtüsch, gegen Norden, bis an die russische Gränze hin, unter dem Nahmen des altaischen Gebir— ges; der nach Nordost gehende Zweig umgiebt den Fluß Teß von der Nordseite beynahe auf 1000 Li, und bildet gegen Osten die Kette der tan nu' schen Berge. Dieser Zweig stößt, weiterhin gegen Nordost, an die Nordseite des Changai, und geht nördlich bis an die Sselenga. — *) Zufolge der Anm. S. 40. sind dieß 160 d. Meilen. A. d. U. 15* 5. — — 0 1 1 0 Nicht mehr als hundert Li südlich von dieser geht der dritte Zweig ostwärts und bildet die Berge Ulangüm, welche den See Ergis von Norden her umgeben; weiter gegen Südost bildet dieser Zweig die Berge Kuku, hierauf gegen Osten die onginschen Berge. Der Fluß Chungui strömt aus dem südlichen Fuße dieser letztern hervor, und aus dem nördlichen Fuße der Uchai. Weiter gegen Nor— den bildet derselbe Zweig des Altai die Berge Malcha. Der Fluß Burgaßutai kommt aus dem südlichen Fuße dieser Berge. Endlich gegen Nordost gränzt dieser Gebirgs— zweig an die Südseite des Changai und umfaßt die Flüsse Chaßui und Tamir. Der nach Süden gehende Zweig zieht sich, ohne Unterbrechung, in verschiedenen Krümmungen hin. Die Flüsse Narüm, Kuizil, Chamotu, Akar, Burdsi, Chaß, Chira, Chara-Erziß und Erziß strönen aus der Westseite seines Fußes. Dieser Zweig wendet sich ostwärts; der Bujantu fließt aus dem nörd— lichen Fuße desselben, der Zingil und die Bulaga aus der südlichen. Weiter gegen Osten bildet er die Spitze des Altai, dehnt sich aber in kleinen Abzweigungen bis an die große Steppe Gobi hin, wo er, noch weiter südost— wärts fortgehend, die Berge Gurbän Ssaichän, in Süden den Nomoch n-ola, und in Osten den U bur— gun ola bildet. Der Tarbachtäͤi-ola, westlich von den Flüssen No rüm, Kuizil und Chamo tu, erstreckt sich auf 600 Li. Der Barü-daba auf der südöstlichen Seite der Quelle des Cheruliun macht einen Zweig des guntu'— schen Gebirges aus; aus der Nordseite dieses Berges fließt der Bargugol, der in den Onon fällt. Der Dshi— lündaba vom Guntu gegen Westen; aus dem südlichen Fuße desselben fließt das Flüßchen Dshilun, das in den 1 dag elch Ssel dab gold Der desse tät u, daß ung wah gend fol 0 als 3 nimm itte elche egen egen gui und Nor⸗ cha, uße Riß Weig sörd⸗ 2 2 9 2 Cheruliun fällt. Der Berg Tereldshi vom Oshilun west— lich; aus diesem Berge strömt der Fluß Tereldshi, der in den Cheruliun fällt. Der Galutai vom Tereldshi südlich. Der Adchai auf der Nordseite der Tola. Der Sseélbi-daba gegen Südwest vom Adchai. Der Uchür daba(uchür auf mongolisch: der Ochs), vom Changai nordwestlich. Das Flüßchen Uchür bildet den Fluß Tui. Der Kukü vom Uchür westlich. Aus dem nördlichen Fuße desselben strömt der Tamir, aus dem südlichen der Ba i—⸗ tärik. Zagamtscholo; von Chalgan nördlich auf 800 Li, nicht weit von einem Wachthause über der Gränze; diese Berge liegen der Länge nach von Osten nach Westen ungefähr 200 Li. Der Kaiser Kanßi, der im Mai 1696, während seines Feldzugs gegen Galdan, durch diese Ge— gend ging, ließ hier ein steinernes Denkmahl aufrichten mit folgender Inschrift: Alles, was vom Himmel überdeckt ist, Ist von meinen Kindern bewohnt. Ich stelle fest die Ruhe auf den Gränzen, Ich vertilge das kriechende Gewürm. Mit mir wirken die Berge und die Seen, Die fetten Kräuter und die süßen Quellen. Bey dem Durchgange durch diese Gegenden Hinterlasse ich zum Andenken diese Inschrift auf dem Steine. Von dem Berge Tons weiterhin(nordwärts) erstreckt sich von- Osten nach Westen auf 5000 Li(400 d. M. nach der Anm. S. 40.) die Steppengegend, die an Gras und Wasser Ueberfluß hat. Hier nomadisirt der größte Theil der chalchassischen Stämme. Flüssse. Der Ludsiui, der alte chinesische Nahme des Cheruliün; er nimmt seinen Anfang auf der Süd— seite des gun tu' schen Gebirges, Ortoß gegenüber, mehr als 200 Li davon nordwärts, fließt gegen Südost, und nimmt in sich fünf kleine Flüßchen auf. Auf 200 Li . — weiter wendet er sich nach Süden, und geht durch eine Schlucht des Bain-ola. Von da 100 Lie weit fallt in denselben das Flüßchen Ssingur; noch 100 Li weiter wendet sich der Cheruliun, nachdem er an der Südseite des Berges Töͤno vorüber gegangen, gegen Nordost, und 200 Li weiterhin ninemt er von Südost her den Fluß Terel— dshi auf. Noch 800 Li weiter, etwas ostwärts, sließt er zwischen zwey Bergen, in Krümmungen über 100 Li, hierauf 200 Li nach Nordost und fällt in den See Chu— lun(Dalai). Weiterhin, wenn er wieder aus dem Chulun- nor(dem See Chulun) hervorkömmt, geht er in Nordosten über die ßo lo n' schen Gränzen, wo er von den dortigen Einwohnern Ergune(Argung) ge— nannt wird. Noch strömt er weiter 800 Li gegen Nordost und ergießt sich in den Amur. Südlich vom Cheruliun liegt die große Steppe(Gobi), die an Gras und Basser Mangel hat. Im 10ten und 11ten Jahrhun— derte war dieser Fluß die Gränze zwischen China und den nördlichen—rongolen; denn die südlichen beherrschten einen Theil China's. 8 Im Anfange des 15ten Jahrhunderts, als die Oraten den Abkömmling des Hauses Juan, den Chan Bunä— schiri, angrisfen, ging er um an diesem Flusse seinen No— madenplatz aufzuschlagen, und willigte nicht in den Antrag, den ihm das Reich machte, sich diesem zu unterwerfen (s. oben S. 205, 6) Im J. 1409 ward der gegen ihn ge— sandte chinesische General Ziufu bey diesem Clusse mit seinem ganzen Heere geschlagen. Im folgenden Jahre zog der Kaiser selbst ins Feld gegen Bunäschiri, schlug das Lager an diesem Flusse auf, und nannte ihn Ingmä-ch é, ) Nach der Anm. S. 40. machen 100 Li gerade 8 deutsche Meilen. A. d. U. eine fallt eiter e des 200 erel⸗ fließt 0 g, Chu⸗ dem geht bo er ge⸗ gehen vom Gras srhun⸗ d den linen alen dz No⸗ tag, fen ge⸗ mit d. i. der Fluß zum Tränken. Im Juni 1696 machte der Kaiser Kanßi, als er gegen Galdan auszog, bey diesem Flusse Halt. Er hatte geglaubt, Galdan würde unfehlbar diesen Fluß, als einen wichtigen Posten, zu vertheidigen suchen; darum ging er selbst dahin. Die sungarischen Trup— pen, ohne die Ankunft der Chineser abzuwarten, ließen in der Bestürzung die Alten und die Kleinen zurück, und flohen westwärts. Kanßi, zu den Umstehenden gewendet, sagte: „vorher sagte man, Galdan sey des Krieges kundig, und niemand könne ihm widerstehen; aber seine Feigheit zeigt sich daraus, daß er sich nicht hat entschließen können, den Cheruliun zu behaupten.“ Dann ging er an diesem Flusse hinauf bis Tono, und schlug hier ein Lager auf. Zu dieser Zeit waren die Feinde schon von dem großen west— lichen Heere geschlagen; daher traten alle Truppen wie— der den Rückweg an. Der Onön ist der Ursprung des Amur; er nimmt seinen Anfang 200 Li vom Cheruliun nordwestlich, in dem guntu' schen Zweige des Tereldshi. Er fließt ostwärts, geht an der Nordseite des Gebirges Guntu, und an der Südseite des Gebirges Chingang über 500 Li hin, wen— det sich, nachdem er da, wo der Korßugol, der von Süden herkommt, in ihn fällt, acht kleine Flüßchen in sich aufgenommen, mehr als 1000 Li nach der Südseite der Stadt Nertschinsk hin. Auf dieser Strecke nimmt er mehr als zehn kleine Flüsse auf, die von Nordwest da— her fließen, als: den Agatschü, Tarbachtäi, Tulu— dai, Tärbaldshi u. s. w. und einige Flüsse von Sü⸗ den her, und geht dann auf 300 Li weiter bis an das steinerne Denkmahl an der Gränze. 2 Auf der Nordseite die⸗ ses Flusses liegt die Gränze zwischen Chalcha und Rußland. Von der Quelle dieses Flusses südlich fließt der Cheruliun; gegen Westen strömt die Tola. In diesen Gegenden war Dshingis-Chan, der Stammvater der Dynastie Juan, ent— sprossen. Bey demselben Flusse schlug im J. 1410 der chi⸗ nesische Kaiser den Abkömmling des Hauses Juan, Bu— näschiri. Die Tola nimmt ihren Anfang auf 100 Li von der Quelle des Onon gegen Nordwest, aus zwey Quellen aus den Bergen Tereldshi und Bagaguntu. Sie geht gegen Südwest ungefähr 200 Li, vereinigt sich dann mit einigen Flüßchen; hierauf geht sie gegen die Nordseite des Gebietes Dshomodo, und wendet sich nach Westen; geht nun bey dem Berge Chan- ola(welchem gegenüber, auf dem rechten Ufer der Tola, die Stadt Urga oder Kureng angelegt ist) vorüber, fließt dann 100 Li weiter— hin von neuem auf 100 Li westlich; und nimmt nachher, nachdem sie über 300 Li nordwestwärts geflossen ist, von Südwest her, den Charata-gol(gol auf mongolisch: ein Fluß) auf, und fällt, nach einem Laufe von noch un— gefähr 150 Li, in den Orchon. Bey diesem Flusse schlug im J. 1407 der chinesische Heerführer Liu wüngdshun, der mit der leichten Reiterey eilends vom Flusse Cheruliun herbeygekommen war, den juan'schen Heerführer Man— dshi Charadshan; und im F. 1414 schlug der chine— sische Kaiser selbst dort den Orat. Von der Tola gegen Süden zu, auf der Westseite des Berges Chinchang, ist ein District, Dshomodo genannt, der von drey Seiten mit Bergen, und auf der Nordseite von einem Flusse ein— geschlossen ist; hier schlug das chinesische Heer im J. 1696 den sungarischen Chan Galdan völlig. Der Orchon, auf chinesisch Elchung, in alten Zei— ten Aluchung, hat zwey Quellen. Die eine aus der Südseite des Gebirges Changai, auf chinesisch Gulo; seite I dsht der T. 1 on de 5 2 die andere Uliut4i genannt, strömt aus dem Berge Ul— dfütu dolon-chara-ola. Nach einem Laufe von un— gefähr 100 Li gegen Südost vereinigen sich jene Quellen zu Einem Flusse, der 100 Li in den Bergen gegen Osten fließend sich gegen Nordost auf 200 Li wendet, und bey den Tempeln Erdenidshͤo, auf der Westseite vorüber geht; nachdem er aus den Bergen herausgekommen, fließt er ungefähr noch 150 Li, wendet sich dann nach Nordwest, vereinigt sich mit den von Westen kommenden Flüssen Dshiramtai und Tamir, und fließt gerade nach Nor— den. Etwas weniges über 100 Li wendet sich der Orchon gegen Nordost, noch 100 Li weiter nimmt er von Süden her eine warme Quelle auf; noch 300 Li weiter fällt die Tola hinein von der Südwestseite; wenn er weiterhin auf der Westseite des Berges Chalär vorüber gegangen, nimmt er von Südost her den Fluß Chara auf; und nach 100 Li weiter wendet er sich nach Nordwest und fällt in die Sselenga. Der Fluß Orchön ist größer als die Töla, aber kleiner als die Sselenga, und windet sich, gleich dieser, zwischen Bergen hindurch. Das Wasser des Orchon ist hell und fließt schnell. An beiden Ufern wach— sen Weiden und Ulmen in dichten Reihen. Im Flusse sind viele Fische. Bey seinem Einfalle in die Sselenga geht an der Nordseite die russische Gränze hin, und auf der Süd— seite die Nomadenplätze des chalchassischen Tuschetu-Chan. Im J. 1370 verfolgte der chinesische Heerführer Liu wüng— dshun, als er den Mandshi Charadshan am Ufer der Tola geschlagen hatte, ihn bis zu dieser Stelle am Orchon. Der Chara-gol“) nimmt seinen Anfang nördlich von der Tola in dem Berge Sselbi, und wird Kui-gol *) Von diesem Flusse und den hineinfallenden ist im ersten Theile dieser Reise die Rede gewesen. A. d. V. —— genannt; nordwärts fließend vereinigt er sich gegen Westen mit den Flüßchen Narin uud Burgultäi, gegen Osten mit den Fläßchen Alchäi, Ssonortüu und Tünla; nach einem Laufe von noch ungefähr 150 Li wendet er sich gegen Nordwest; und nachdem er noch von Süden her die Flüßchen Bor und Dshäkdül aufgenommen, fließt er wieder gerade nordwärts und fällt in den Orchon. Der Ongin entspringt nicht weit von der Quelle des Orchon; er fließt gegen Südost durch ebene Gegenden über 700 Li weit, und fällt in den See Churgän ulän. Dieser See ist nicht groß, und ist von Ortoß gegen Nordwest zu auf 800 Li entfernt. Der Tamür, eigentlich zwey Flüsse, der östliche und westliche. Der erste nimmt seinen Anfang westlich von der Quelle des Orchon, auf der Nordseite des Gebirges Changaiz der letztere fließt westlich vom Changai, auf der Nordseite des Verges Kuku-daba. Diese zwey Ströme sind von einander über 200 Li entfernt, beide fließen gegen Nordost, vereinigen sich mit andern Flüßchen und verbinden sich, 200 Li weiterhin, zu Einem Flusse, der, nach einem Laufe von noch etwa 100 Li, in den Orchon fällt. Die Sselenga“) nimmt ihren Ursprung im Nord— westen des Changai in Bergen. Sie hat in allem sechs Quellen. Die nördlichen: Charatalr und Bukß ui fließen südostwärts; die südlichen: Eder, Tscholütu, ule'tai und Adsarga' gehen nach Nordost zu. Nach einem Laufe von ungefähr 300 Li vereinigen sie sich alle zu Einem Flusse, welcher, nachdem er über 200 Li ostwärts ) Ptolemäus verstand diesen Fluß unter dem Nahmen Oechardes, wie Mannert zeigt, in seiner: Geographie der Griechen und Römer; 1820. IV. Th. S. 491— 96. A. d. V. gat af 90 100 K Jud * D g 01 U wie un Wisten n Often ün la; er sich her die faßt et egenden urgan Ortoß che und on der cchitges ai, auf se zwey „ beide läßchen Fluse, in den dord⸗ sechs ßül lütu, Nach alle zu üvärts Rahmen, phie deb . d. Y. — geströmt, von Südwest her den Fluß Chaßmi aufnimmt; hierauf fließt er ungefähr 200 Li nordostwärts, nimmt von Nordwest her den Fluß Iché auf, geht dann über 400 Li nach Nordost, und nimmt von Südwest her den Fluß Orchon auf; von da fließt er nordostwärts bis an die russische Gränze; von Westen her nimmt er den Fluß Dshidu, von Osten den Tschikôi, Udü und andere“) auf; dann strömt er über 1000 Li gerade nach Norden, und fällt in den See Baikal; aus dem Baikal geht er wieder nordwestwärts unter dem Nahmen der Ang ara, und ergießt sich in den nördlichen Ocean. Der Ich é entspringt an den nordwestlichen Bergen aus dem See Koßogol; er fließt südostwärts über 700 Li und fällt in die Sselenga. Von beiden Seiten er— gießen sich in ihn viele kleine Flüsse, von der Nord- und Südseite. Der Chaßui strömt aus den Bergen, nördlich vom Tamirz; er fließt südostwärts ungefähr 500 Li, und fällt in die Sselenga. Der Tui-gol(Toing-gol) entspringt aus der Südseite des Changai, fließt süd— wärts über 300 Li und fällt in den See Uruk. Der Baita'rik nimmt seinen Ursprung an der Südseite des Berges Kukudaba; nach einem Laufe von mehr als 200 Li südwärts geht er durch den District Kureng Bel— tschir und vereinigt sich nit dem Flusse Zak Baitarik; noch 100 Li weiterhin nimmt er von Nordost her den Fluß Zaga'n temüͤr auf, und fällt, nachdem er noch 200 Li durchlaufen, in den See Zag an. Der Dsäb— gang fängt in den Bergen nordwestlich von Kureng Beltschir an, fließt gegen Südwest mehr als 200 Li, ) Die Dshida, der Tschikois, die Uda und selbst die Sselenga fließen durch den Ober- udinschen Distriet der irkutskischen Statthalterschaft. A. d. V. und nimmt dann von Westen her den Fluß Burg aß u⸗ tai auf; noch 200 Li weiter empfängt er von Norden her den Fluß Kungui; hierauf nordwestwärts sich wendend nimmt er den Fluß Abdu, der sich bis dahin mit dem Flusse Büjantu vereinigte, auf; noch 100 Li weiter fällt er in den See Kergis. Hier ist die Westgränze der chalchassischen Lande. Der Teß kömmt aus der Südseite des Gebirges Tannu; südwestwärts strömend vereinigt er sich mit andern kleinen Flüssen, nähert sich weiter gegen Südwest hin dem östlichen Fuße des Altai und fällt in den See Ubßu. Auf der südwestlichen Seite des Sees fällt der Fluß Ssakli Chara-gol gleichfalls in diesen See. Seen. Der Kuku-nor(nicht der, welcher sich in Tangut befindet, und von dem weiter unten die Rede seyn wird). Bey diesem See ward von der Versammlung der mongolischen Aimak's Dshingis zum Chan oder Kaiser erklärt. Jetzt ist es unbekannt, wo dieser See lag. Der Bir- nor von der Stadt Tschitschigar im Westen auf 1200 Li. Der Chulün(Dalai) von Tschitschi— gar auf 1170 Li westlich. Der Fluß Cheruliun bildet mit seinem Wasser diesen großen See, der bis 600 Li (mehr als 300 Werste“) im Umkreise hat. Der Cheruliun fällt hinein von der Südwestseite, geht dann nordostwärts aus diesem See unter dem Nahmen Ar gung hervor, und verei— nigt sich mit dem Amur. Unter der Dynastie Tan ward er auf chinesisch Giuilung, unter der Dynastie Min Ko— luang genannt. Der Koßogol von der Sselenga nordwestwärts auf 600 Li; er hat im Umkreise uber 100 Li. Mitten darin befindet sich die Insel Kui-boldok. Aus diesem fließt nach Südost der Fluß Ich é. Der *) 48 deutsche Meilen nach Anm. S. 40. A. d. U. nen nim Fluß sti madist det O in def gaßh⸗ den her endend it dem Weiter ige det öüdseite nigt er gegen in den o fallt See. sich in Rede lung Kaiser „ Der Westen schi⸗ bildet 0 N fült aus rei⸗ hard Ko⸗ nge 100 237— Ssingüng dalali, vom Ursprunge der Sselenga west— lich, neben dem Berge Urbega; im Umkreise enthält er mehr als 100 Li. Das Wasser darin ist stillstehend. Der üldsuitu Zagakn, nordöstlich von Ssingüng dalai; aus diesem See fließt nach Nordost der Fluß Dsholutu, der in die Sselenga fällt. Der Urük von Kureng Beltschir gegen Südost. Von Norden her fällt der Fluß Tuigol hinein. Der Kergis-nor von dem Berge ulanchum gegen Nordost; in diesen See fällt der Fluß Dfäbchang, vereinigt mit dem Kungui und andern Flüssen. Er faßt im Umkreise 340 Li. Es giebt noch ei— nen See Iché-aral südwestlich vom Kergis. Dieser nimmt von Westen her den Fluß Adbu, von Süden den Fluß Bujangtu auf. Der Ubßa-nor auf der Süd⸗ ostseite des altaischen Gebirges. Der Fluß Teß, der von der nordöstlichen Seite hinein fällt, bildet diesen See Von Südwest fällt der Fluß Ssaklichara' hinein. Warme Quellen am südichen Ufer des Flusses Orchon. 2 Barg u Bure Die Mongolen dieses Aimak's oder Länderantheils no— madisiren am rechten Ufer des Flusses Argung, zwischen der Ostgränze von Chalcha und der westlichen Manshurey, in den eigentlich ßolo n' schen Ländern. 3. Aro(das nördliche) Chortschien.) Es besteht nur aus Einer Fahne; liegt auf 1100 Li gegen Nordost von Gubei-keu, einem der Sollhäuser in der großen Mauer. Von Osten nach Westen enthält es ) Choro auf mongolisch bedeutet Gist— A. d. V. — 238— 130, von Süden nach Norden 420 Li. Gegen Osten bis an die dsharot' sche Gränze ist die Entfernung 30, gegen Westen bis an die baringsche 100 Li; gegen Süden bis an die chalchassische Gränze der linken Fahne 200; gegen Norden bis an die udsumtsch in' sche Gränze 220 Li. Bis Pekin sind 1340 Li. Der Dsiunwan von Aro chortschin nomadisirt auf der Ostseite des Berges Chungtuk, der 1100 Li von Gu bi— keu entfernt ist. Der Fluß Scharamuren, der auf 200 Li südlich von dem Hauptnomadenlager fließt, kömmt aus dem ba— ring' schen Länderantheile, und geht in die dsharot'schen Nomadenplätze. „ Ehr des ß. Dieser Aimak befand sich in alten Zeiten unter den komadenplätzen des Stammes Zidang. Er besteht aus zwey Fahnen oder Kreisen, die zu dem linken chortschin'— schen Flügel gehören; er liegt auf 1487 Li von Ssifün— keu(einem Zollhause in der großen Mauer) gegen Nord— ost. Von Osten nach Westen enthält er 450, von Süden nach Norden 660 Li; gegen Osten erstreckt er sich bis an die Gränze von Jundsi, gegen Westen und Norden bis zur chortschi n' schen, gegen Süden bis zur mugdeng'— schen Gränze. Bis zur Hauptstadt sind 1897 Li. Die vordere Fahne befindet sih um Gurba'n-Za— ga'n auf 1487 Li von Ssifün-keu im Nordosten, und die hintere Fahne bey dem Berge Dshendshilin von Ssifün-keu 1570 Li. *) Chorlochs auf mongolisch: das Uebel nähren. A. d. V. stn bis „gegen bis an gehen W g. auf der Gubi— fich dem ba⸗ tot schen ter den cht aus tischin⸗ f ün⸗ Mlö⸗ lden ö an u bis eng⸗ -H a⸗ N und n von A. d. P. „— Der Hauptfluß hier ist Chirin. Er geht von Ju n— dshi nordwestwärts über die Gränze, umspühlt Chorloß, fließt dann nach Nordost durch die Nomadenplätze der hin— tern Fahne; hierauf fällt er in den Amur, und ergießt sich mit diesem in das Meer. Der See Dabußutai bringt Salz hervor. 5 Dee bet, Es enthält eine Fahne, und gehört zum rechten chor— t schin' schen Flügel; die Hauptverwaltung dieser Fahne befindet sich bey der Höhe Dokdor 1640 Li gegen Nord— ost von Ssifün-keu. Von Osten nach Westen enthält es 170, von Süden nach Norden 240 Li; gegen Osten bis an das Gebiet des a mu r' schen Inspectors(Dfäng— dsiung) 140, gegen Westen bis an die tschalit' sche Gränze 30 Li; gegen Süden bis an die Gränze von Chorloß 140, gegen Norden bis an die ßolon'sche Gränze 100 Li. Bis Pekin 2050 Li, nämlich von der Hauptjurte des Fürsten, der über diesen Länderantheil gebietet. Der Fluß Nong, von Norden her, aus der amur'— schen Gränze kommend, macht gegen Westen die Gränze dieses Aimak's von dem Aimak Dshalit. G. Desih ant Dieses macht eine Fahne aus; es gehört zum chor— tschin' schen rechten Flügel; es liegt an dem Hügel Tu bo— ßin Zagan auf 1600 Li von Ssifün-keu gegen Nord— west. Von Osten nach Westen hält es 60, von Süden nach Norden 400 Li; gegen Osten bis an die durbet' sche ) Durböt auf mongolisch vier— A. d. V. „„ 35, gegen Westen bis an die chorloßische Geänze; gegen Süden auch bis an die Graänze von Chorloß 150, und gegen Norden bis an die ßolon' sche Gränze 350 Li. Bis zur Hauptstadt sind 2010 Li. Diesen Länderantheil durchschneidet der Fluß Nong— Muren. Er fließt aus den Ländern am Amur und geht südlich in die Gränze der vordern chorloßischen Fahne. Durch denselben Länderantheil fließt auch der Fluß Tschol, der von Nordwest aus dem Gebirge Chingang herfließt; von da geht er südlich über 500 Li, theilt sich dann in einige Arme, wendet sich hierauf nach Südost und fällt in den Nong-Muren. 7. Baring oder Bagarin. Zwey Fahnen ohne Abtheilung der Gränzen. Der Hauptaufenthalt der Verwaltung des rechten Flügels ist bey dem Berge Tobin-ola, auf 720 Li von Gubei— keu gegen Nordost; die Nomadenplätze des linken Flügels sind bey Atschatu-Tologoi auf 60 Li und weiter ge— gen Nordost. Von Osten nach Westen enthält dieser Ai— mak 251, von Süden nach Norden 253 Li in der Länge. Gegen Osten bis an die Gränze sind 160, gegen Westen bis an die Gränze von Chischikten 91 Li; gegen Süden bis an die oniut' sche Gränze 60, und gegen Norden bis an die Gränze von Udsiumtschin 173 Li. Bis an die Hauptstadt rechnet man 960 Li. Der Berg Bardam ist dadurch merkwürdig, daß Batu, der Stammvater der Dynastie Liao, bey diesem Berge gebohren, und wegen seiner außerordentlichen körper— lichen Stärke zum Fürsten erwählt ward; nach seinem Tode begrub man ihn bey demselben Berge, 200 Li von Zin— dsheu gegen Südost.— Der Fluß Chara-Muren Gtinze; 5 150, 0 J Nong⸗ ur und Fahhe, schol, fließt; ann in id fall A. Det sägele it Gubel läge eiter ge⸗ der N⸗ 2 hesten öden n bis m die „daß diesem otper⸗ Tode zit Nuten . nimmt seinen Anfang in dem Gebirge Choir-chan, strömt gegen Südwest, dann gegen Südost, vereinigt sich mit dem Burgultai-Ußu und fallt in den Schara— Muren. Alterthümer. Die alte Stadt Linchuan, sonst Changdsei, ehedem die Residenz der Kaiser aus dem Hause Liäo; sie lag, wie es scheint, am östlichen Ufer des Flusses Tschoné ußu, den Trümmern des Städtchens Boro Choto gegenuber. An dieser Stelle hatte die Dynastie Liäo zu Ausgang des zehnten Jahr— hunderts ihren Ursprung, daher ward auch zu derselben Zeit die Residenz mit einem prachtvollen Schlosse erbaut. Unter dem Gebiete desselben waren 25 andere Städte. Jetzt sieht man auch nicht einmahl die Trümmer meht. Dsu⸗dsheu im Norden. Hier ward der erste Kaiser des Hauses Liäo geboren, und beschäftigte sich im Herbst oft mit der Jagd. Daher ward nachher hier eine Stadt ge⸗ baut und Dsu-dsheu, d. i. die Ahnherrnstadt, genannt. Fünf Li von dieser Stadt war der Begräbnißplatz des Taidsun(des Vorfahren), in einem großen felsigen Berge ausgehauen. Dabey ward ein Stein mit einer In⸗ schrift errichtet, die sich mehr auf seine Jagd bezog. Von Dsindsheu 20 Li westlich befand sich ein andrer Begräb⸗ nißplatz des Kaisers Schendsun aus dem Hause Liao. 8. Dshalrot oder Dsaragut.* Dieses besteht aus zwey Fahnen, es liegt 1100 Li von Ssifün-keu gegen Nordost. Von Osten nach We— sten enthält es 125, von Süden nach Norden 460 Li. Gegen Norden, Osten und Westen erstreckt es sich bis zur )shakagot auf möngolisch der sechtigste“ N. d. V. III. Band. 10 Gränze von Arochortschin, und gegen Süden bis zur Gränze von Charatschin und Chalcha. Bis an die fam Hauptstadt rechnet man 1510 Li. 8 Sn Der hinke Flügel befindet sich auf der Nordseite des Berges Tschitschihin-chua Tologoi, 1100 Li nord— östlich von Ssifün-keu; der rechte Flügel nomadisirt auf der Südseite des Berges Tura, 1100 Li von S si⸗ 8 fü n⸗keu. 16 Auch hier fließt der Schara-muren, und die bei⸗ 1 den Flüßchen, der nördliche und südliche Chundulen 175 nehmen da ihren Anfang.— Zwey Seen, der große und 10 kleine Oshagaßutai.— Das Thal Chailaßutai, 10 und der schöne Wald Tanichara-molo, der sehr dicht 11 ist und sich über 20 Li erstreckt. Ein Tempel des Schige— muni, 90 Li vom linken Flügel nördlich, gebaut 1673. 10 „„ 90 Zwey Fahnen oder Kreise; 500 Li von Gubei-keu gegen Nordost. Es hat von Osten nach W Besten 100, von Süden nach Norden 160 Li Länge; nach Osten und Sü⸗ den geht es bis zur Gränze von Charatschin und A o— ber chan, gegen Westen bis an die Gränze von Sheché, 600 gegen Norden bis an die baring' sche und chischikten'⸗ sach sche Gränze. Bis an die Hauptstadt rechnet man 760 Li. 80 Der rechte Flügel oder Fahne hat seinen Haupt— gh Standort in Inßir Chogotschit. 520 Li El von Gubei-keu nordöstlich; und der N 580 Li. h. Unter mehreren Flüssen sind die vorzt 5 die f Löcha fließt auf 100 Li gegen Südost vou dem rechten 3 Flägel; sie kommt aus Aochan, geht nach Nordost und 10 vereinigt sich mit dem Chundulen; der Ingin auf 150 0 92 Li, vom rechten Flügel nach Nordwest, entspringt aus Li, des hord⸗ ladisut kel , bon 0 Si⸗ Ao⸗ che, en ⸗ 0 A. aupt⸗ 0 N den Bergen Chamar-daba; er strömt südostwärts, kommt dann mit der Ssucha' zusammen, und fällt in Osten in die Löcha. O einn Es besteht aus einer Fahne; es liegt 700 Li von Ssifün-keu nordöstlich; von Osten nach Westen enthält es 95, von Süden nach Norden 220 Li. Ostwärts bis zur Gränze des linken chalchassischen Flügels sind 40, west— wärts zur Gränze von Aochan 55 Li; gegen Süden bis zur Gränze von Tumet 120 Li, gegen Norden bis zur oniut' schen Gränze 100 Li. Bis zur Hauptstadt sind 1110 Li. Von den Flüssen, welche diesen Aimak durchströmen, verdienen Aufmerksamkeit: der Turgün, der aus dem Ber— ge Tabun-Tologoi herkömmt, und die Löcha— „ Es besteht aus einer Fahne; der Haupt-Standort derselben ist bey dem Berge Gurban turcha-ola auf 600 Li von Ssifün-keu gegen Nordwest. Von Osten nach Westen enthält es 160, von Süden nach Norden 280 Li; nach Osten bis zur naiman' schen Gränze 60, nach Westen bis zur charatschin' schen 100 Li; nach Süden bis zur Gränze von Tumet 200, nach Norden bis zur oniut' chen Gränze 80 Li. Bis zur Hauptstadt sind 1100 Li. ) Naiman auf mongolisch: acht. A. d. V. **) Ao chan auf mongolisch: der Erstgeborne. A. d. V. 16* 244 12. Üdsemertschi oder Udsumutschin.) Zwey Fahnen. Es ist 923 Li von Gubei-keu ge— gen Nordost entfernt. Von Osten nach Westen enthält es 360, von Süden nach Norden 425 Li. Gegen Osten geht es bis zur ßolon' schen, gegen Westen bis zur chotschit'— schen Gränze, gegen Süden bis zu den baring' schen Gränzen, und gegen Norden bis zur großen Steppe(Go— bi). Bis an die Hauptstadt zählt man von dem Haupt⸗ Standorte 1163 Li. Der rechte Flügel befindet sich bey dem Berge Bak⸗ ßurtachai, und ist von Gubei-keu 923 Li nordöstlich entfernt; der linke nomadisirt bey Chosch u-Tologoi 1160 Li von Gubei-keu(dem Zollhause in der großen Mauer) gegen Nordost. Flüüssse: Der Chulugür fließt aus dem nord— östlichen Theile von Chischikten 310 Li unter dem Nah— men Altatu, indem er weiter gegen Nordost von dem rechten Flügel strömt, erhält er den Nahmen Chulugur— ußu; dann fließt er weiter nach Norden und verrinnt im Sande. Der Fluß Scharachoroi 70 Li von dem linken Flügel nordwärts fließt über 40 Li weit, und verliert sich dann im Sande.— Der See Gurbaän 33 Li von dem linken Flügel gegen Südwest, bringt Salz hervor. 13. Abchanar oder Abaganer. Zwey Fahnen; sie sind 640 Li von dem Zollorte Dshandfä-keu oder Chalgan gegen Nordost entfernt. Von Osten nach Westen enthalten sie 180, von Süden nach Norden 36 Li in der Länge; gegen Osten erstrecken sie sich bis an die chotschit' sche, gegen Westen bis an *) UÜdséemertschi auf mongolisch: vorher vermuthen. A. d. V. 1— (Go⸗ züpk⸗ Bak⸗ stlich 901 oßen nord⸗ Nah⸗ dem gük⸗ t im alen sch em lotte unt. lden ecken 8 an 0. die abga' sche Gränze; gegen Süden bis an die blaue zacharische, gegen Norden bis an die große Steppe. Bis zur Hauptstadt sind 1500 Li. Dieses Land gehörte, unter der juan'schen Dynastie, gleich den übrigen benachbarten Länderantheilen, zu einer der chinesischen Statthalterschaften; unter der Dynastie Min beherrschten es die Mongolen. Zu jener Zeit wurde es Abchanar) genannt, und stand unter der Herrschaft des Zezen-Chan. Um das J. 1640 unterwarf es sich dem manshurischen Chan. Es ist in zwey Fahnen, unter der Verwaltung zweyer Fürsten getheilt. Ein Beil gebietet über den rechten, und ein Beil über den linken Flügel. Sie gehen mit dem Tribute nach Pekin, vom rechten Flü— gel über Chalgan, und vom linken über Duschi-keu. Der rechte Flügel befindet sich bey dem Berge, 640 Li von Oshandfä-keu nordöstlich. Von Osten nach We— sten hat er 60, von Süden nach Norden 310 Li in der Länge. Gegen Osten bis an die Gränze des linken Flügels erstreckt er sich auf 30, und gegen Westen bis an die Gränze von Abga auch auf 30 Li; gegen Süden bis an die Gränze der zacharischen blauen Fahne auf 170, gegen Norden bis zur großen Steppe auf 140 Li.— Der linke Flügel befindet sich bey dem Berge Urchu Tologoi, 582 Li nordöstlich von dem Zollorte Duschi-keu. Von Osten nach Westen hat er eine Ausdehnung von 110, von Süden nach Norden von 318 Li; gegen Osten geht er bis zur Gränze von Chotschit 31, und gegen Westen bis zum rechten Flügel 89 Li, gegen Süden bis zur Gränze von Abga 32, gegen Norden bis zur Gränze von Chotschit 286 Li. *) Abaganar heißt guf mongolisch: der Oheim. A. d. V. 246 14. Chotschit oder Chogotschit.) Swey Fahnen; sie sind von Duschi-keu nordostwärts entfernt. Von Osten nach Westen dehnen sie sich 170, von Süden nach Norden 375 Li in der Länge aus. Gegen Osten reichen sie bis an die udsumtschine— sche, gegen Westen bis an die abga' sche Gränze; gegen Süden bis zur chischikten' schen, und gegen Norden bis zur udsumtschin' schen Gränze.— Bis an die Haupt— stadt zählt man 1185 Li. 685 Li Der rechte Flügel befindet sich bey dem Brunnen Tu- gurik; er ist 690 Li von Duschi-keu nach Nordost entfernt; von Osten nach Westen hat er eine Länge von 75, von Süden nach Norden von 375 Li.— Der linke Flügel ist 685 Li von Duschi-keu nordöstlich; von Osten nach Westen hat er 95, von Süden nach Norden 320 Li in der Länge; gegen Osten bis zur Gränze von Üdsumtschin sind 15, gegen Westen bis zur Gränze des rechten Flügels 80 Li; gegen Süden 120 Li bis zur chi— schikten' schen, gegen Norden 190 Li bis zur udsum— t sch in' schen Gränze. In diesem Aimak sind viele Seen. 1 Zwey Fahnen; sie sind von Chalgan 590 Li nach Nordost entfernt. Von Osten nach Westen hat dieser Ai— mak 200, von Süden nach Norden 300 Li Länge. Gegen Osten erstreckt er sich bis an die abchanar' sche, gegen Westen bis an die ßunitische Gränze; gegen Süden bis an die Gränzen der zacharischen blauen Fahne, gegen Norden ') TCThogotschfst auf mongolisch: alt: A. d. V. don storden ze von ze des T 0 2 sum— nach Ai⸗ Gegen gegen n bis doldeh 306 —„— 1 bis an die große Steppe. Bis an die Hauptstadt zählt man 1000 Li. Der rechte Flügel befindet sich bey der Quelle Ko— bur, 590 Li von Chalgan nach Nordost; von Osten nach Westen hat er 80, von Süden nach Norden 310 Li. Gegen Osten bis an die Gränze von Oniut 50; gegen Sͤͤden bis an die Gränze der zacharischen blauen Fahne 130, gegen Norden bis an die große Steppe 80 Li.— Der bin ke Flügel befindet sich bey Bain-olon, 550 Li von Duschi-keu nach Norden; von Osten nach We— sten erstreckt er sich 120, von Süden nach Norden 182 Li in der Länge. Nach Osten bis zur Gränze von Chotschit sind 31, nach Westen bis an die Gränze von Abcha— nar 89, nach Süden bis zur Gränze der zacharischen blauen Fahne 50, bis an die Gränze von Abchan ar 32. 16. Eh if ch i ten, Eine Fahne, deren Aufenthalt am Berge Gilbéß chada ist: sie ist 570 Li von Gubei-keu nach Nordost entfernt; von Osten nach Westen hat sie 334, von Süden nach Norden 357 Li Ausdehnung. Gegen Osten geht sie bis zur oniut' schen Gränze 163, gegen Westen bis zur Gränze der zacharischen blauen Fahne 171 Li, gegen Sü⸗ den bis an die oniut' sche Gränze 51, gegen Norden bis zur Gränze von Üdsu mischin 320 Li. Bis an die Haupt- stadt sind 810 Li. Der bedeutendste Fluß ist der Schara-muren, der einen von den Flüssen ausmacht, aus welchen der Liäo— schui entsteht. Er nimmt seinen Anfang in dem Berge Borgochorchun. Dann fließt er nach Nordost, ver— „) Chischikten auf mongolisch: ein Glückskind. A. d. V. einigt sich mit andern Fläßchen, und geht durch die Nord— seite des barüng' schen Länderantheils. Noch weiter nach Osten hin geht er über die baring'schen Gränzen; dann fließt er durch die Südseite der arochortschin' schen, und die Nordseite der oniut' schen Nomadenplätze; gegen Nordost sich wendend, nimmt er von Südwest her den Fluß Locha auf, strömt hierauf durch die Südseite von Dsharot und die Nordseite von Chalcha; nun wendet er sich nach Südost, durchströmt die Südseite des rechten charatschin' schen Flügels; noch weiter gegen Süden vereinigt er sich mit dem Flusse Liäoschui und fließt nach China.— Es giebt viele Seen; und 190 Li gegen Norden sind warme Quellen, aus denen der Chalcha ß u— tai seinen Ursprung nimmt.— Der Wald Darchän— mödo, 30 Li südwärts von der Hauptjurte des Fürsten, der über diesen Aimak gebietet. un Dieser Aimak besteht aus zwey Fahnen, die 550 Li von Chalgan nach Norden zu liegen. Die Länder dessel— ben erstrecken sich ostwärts bis an die Gränze des abga'— schen rechten Flügels, westwärts bis zur Gränze von Dur— ban⸗Kuket; südwärts bis zur zacharischen Gränze, und nordwärts bis zur großen Steppe(Gobi). Bis Pekin sind 960 Li, Unter der chang' schen Dynastie machte dieses Gebiet die nördlichen Gränzen der Statthalterschaften Schangu und Dai; unter der jüngern chan g' schen Dynastie lebten hier die Stämme Uchuang und Ssängbi; unter der Dynastie Dsing war dieses Land unter der Herrschaft der Tobaßerz; unter dem Hause Ssun und im Anfange des Hauses Tang herrschten darüber die Tudsiueßer. Das Lord⸗ fach dann hen, egen den bon endet ten aden lißt egen 5 u⸗ an⸗ teh, 249 Haus Liäo errichtete darin das Gebiet Fudsheu, wel— ches auch durch das Haus Dsang bestätigt wurde, indem dieß jenes zu dem ßidsing' schen Wege(Gebiete) rechnete. Unter der Dynastie Juan war dieses Land der Straße Ssincho untergeordnet, unter der Dynastie Min hatten es die Mongolen-Ssuniten aus dem zacharischen Hause inne. Im J. 1634, als die Zacharen sich unterworfen hatten, ergab sich der Ppunitische Fürst den Manshuren. In der Folge ward dieser Aimak in zwey Flügel getheilt, die zwey besonderen Dsiunwan's unterworfen waren. Sie überbringen den Tribut dem pekin'schen Hofe über Chalgan. Der rechte Flügel nomadisirt bey Ssimüng-chai, 550 Li von Chalgan im Norden; von Osten nach We— sten enthält er 246, von Süden nach Norden 280 Li; ostwärts bis zu der Gränze des linken Flügels sind 130 Li; westlich bis zu der Gränze von Durban-kuket sind 116 Li; gegen Süden bis zur Gränze der zacharischen gel— ben Fahne mit Einfassung 120; gegen Norden bis zu der nördlichen Gränze der großen Steppe 180 Li.— Der linke Flügel nomadisirt bey dem Berge Oringtu Tschabtai 170 Li von Chalgan im Norden; von Osten nach Westen enthält er 160, von Süden nach Norden 300 Li; nach Osten bis zur Gränze von Abga des rechten Flügels 100 Li, nach Süden bis zur Gränze der zachari— schen weißen Fahne 130, gegen Norden bis zum nördlichen Theile der großen Steppe 170 Li. Berge: Der Ssumüng⸗chada, Chorbo, Nomochon, Zagan botok, Uchür Dsunga-ola, Dsara, Baingschach, Bainto-logoi und Bairi— ola.— Flüsse: der Urtu fließt aus dem Berge Chorcho, dann nach Südwesten, geht über die ßuniti— 5 sche Gränze; der Nuket fließt aus den Nomadenplätzen der zacharischen blauen Fahne, bey dem Berge Bairi vor- über und fällt in den See Chér é.— Seen: Chéré, Chulußutai, Schabartai und Charäuß u. 18, Durban Ku ke Auf chinesisch: Ssidsü Bulo, und auf manshu— risch Duing dshüßé, d. i. die vier Söhne. Eine Fahne. Sie nomadisirt bey dem Berge Ulan Ergi Tologoi, 550 Li von Chalgan nach Nordwest. Von Osten nach Westen enthält es 235, von Süden nach Norden 240 Li; von Osten bis an die ßunit' sche Gränze 130, gegen We— sten bis zu den kukuchoto' schen Tu met's 150 Li; ge— gen Süden bis an die zacharische rothe Fahne 140, und nördlich bis zur ßunit' schen Gränze 100 Li. F Dieser Aimak besteht aus zwey Fahnen oder Kreisen; er liegt 590 Li von Ssifün-keu nordwestlich; von Osten nach Westen enthält er 460, von Süden nach Nor— den 310 Li; gegen Osten erstreckt er sich bis zur Gränze von Janßimu; gegen Westen bis zur Gränze des rechten charatsch in' schen Flügels, gegen Süden bis zur mug— deng' schen Gränze, und nach Norden bis zur Gränze des linken charatschin'schen und aochan' schen Flügels. Bis zur Hauptstadt rechnet man 1000 Li. Der linke Flügel befindet sich bey dem Berge Chan— lun⸗tan, 820 Li von Ssifün⸗keu nach Nordost; und der rechte bey Dachuaschang, 590 Li von Ssi⸗ fün-keu. —̃ä— *) Durban Kuket auf mongolisch: vier Söhne. 5) Tumet auf mongolisch: zehn tausend. A. d. V. enblatze 15 Von dem linken Flügel 30 Li gegen Westen liegt der here, Berg Ssanta-Chang, 1 e Gurban Ssuburgan-ola, auf dem Gipfel desselben bestehen noch bis jetzt drey Obelisken, die in den 0 ten der Dynastien Lido und Dsing errichtet sind. Neben seinem Gipfel mul befinden sich die Trümmern der alten Stadt Ssindshun. güln, Auf derselben Seite ist der große Be 0 Zin sché schang, 0 48 8 von dem* Flügel gegen Nord 91 5 auf mon— 00 golisch: r ola.— Der Fluß Ußin 290 Li 0 fg gegen N 8 aus 5 5 Dla 8 5 1 0 25 ne fließend geht er in den Distriet Dsinßän; 1 0 N geht er nach Südost, vereinigt sich mit dem Ssiäo— lin-ché und fällt in das Meer. „und 20. Der Länderantheil Charatschin oder Karzin. Er besteht aus drey Fahnen oder Militär-Kreisen; 5 von Süden nach Norden erstreckt er sich 450, von Osten den; aach Westen 500 Li. Nach Osten geht er bis zu der 5. aoch an' schen und durbet'schen Gränze; gegen Westen 0. bis zur Gränze der zacharischen rothen Fahne, gegen Sü⸗ Gl den bis zur Gränzmauer; gegen Norden bis zur oniut'⸗ 4 schen Gränze. Bis zur Hauptstadt(Pekin) sind 760 Li. nug⸗ Der rechte Flügel nomadisirt am nördlichen Ufer des e deb Flusses Ssibé, 390 Li von dem Zollorte in der großen igelb. Mauer Ssifün-keu nordwärts, und erstreckt sich süd— wärts bis zu den Ackerfeldern, die dem Hofe gehören; Lhah⸗ der linke Flügel hat seinen Nomadenplatz bey dem Berge rbost; Niußung, 350 Li von Ssifün-keu ebenfalls gegen Ssi Norden. Die hinzugefügte dritte Fahne befindet sich zwi— schen den erwähnten zwey Fahnen. Durch den cha ratsch in' schen Aimak fließt ein Fluß, 9 chinesisch: Lao-ch é, mongolisch: Locha genannt. Er V. . 292 nimmt seinen Ursprung in dem Berge Mingan, fließt dann nach Nordost und nimmt einige kleine Flüßchen auf; hierauf geht er an der Nordseite von Aochan und Süd— seite von Oniut vorbey; fließt nun weiter auf der Nord— seite des Aimaks Naiman und des löstlichen) Chalcha, und vereinigt sich, nach einem Laufe von mehr als 500 Li, mit dem Flusse Schara-muren, der in den liäodun'— schen Bach des dshili' schen Meerbusens, bey den Euro— päern das gelbe Meer genannt, fällt. Unter den Alterthümern des charatschin' schen Ai— mak's oder Länderantheils stellen die chinesischen Schrift— steller die Ueberreste der alten Städte auf: 1) von Dan in oder Dadin, die einst von Chinesern bewohnt war; 2) von Zintschen, auf mongolisch: Charachoto schara schwarz, choto Stadt); 3) Guidsheu, auf mongolisch: Zagan⸗-choto(zagan oder tschagan auf mongolisch: weiß); 4) Lidsheu. Jetzt bietet diese Stadt nur noch Trümmer dar, die sich auf 2 Werste im Umkreise erstrecken. Auf der Westseite davon befinden sich drey Obelisken(auf mongolisch: Ssuburga). Darum nennen die dortigen Einwohner auch diesen Ort Gurban Ssuburganchoto. 2 Nördlich von Chalgan liegt der mongolische Länderan— theil Zachar oder Tschagar, der aus 8 Fahnen besteht. Nach Osten zu reicht er bis an die Gränze von Chischik— ten, nach Westen bis an die Gränze der kukuchoto'— schen Tumeten; gegen Süden bis an die Gränze ver— schiedener Stutereyen, und die Gränze der Statthalterschaft Schangßi, gegen Norden bis an die ßunitische und durban-kuket' sche Gränze; er erstreckt sich im Ganzen auf mehr als 1000 Li. fleßt eh auf; Sůd⸗ Nord⸗ alcha, 500 f, odun⸗ Euro⸗ U Ai⸗ chrift⸗ anin r noch nilken. auf ligen 900 — 253 Zachar(Dshagar bedeutet ein Gränzland) wurde unter der Dynastie Min Zagan oder Tschagan ge— nannt. Dieses Haus stammt von dem Ablömmling des Hauses Ju an, dem Chan Ssiäo Wa ngdsü, d. i. der kleine König, ab. Im J. 1530 fing Bußi kan, in dem Lande Zachar zu nomadisiren, daher erhielt sein Volk den Nahmen. Nachher verlegte er seinen Nomadenplatz lan die Gränze von Liaodun. Rindan Chan, der im vierten Gliede von ihm abstammte, fing an, die benachbarten mon— golischen Stämme zu drücken. Im J. 1632 zog der man— shurische Herrscher Wüngdi selbst ins Feld, und Rin- dan Chan starb auf der Flucht. Sein Sohn Chongor Odsha unterwarf sich. Sein Volk ward in Fahnen ge— theilt, nach dem Beyspiele der eigentlich manshurischen Truppen. Im J. 1675 fiel Burni mit seinen Brüdern ab; in Folge dessen wurden sie alle hingerichtet, und ihr Volk zum Nomadisiren jenseit der Gränzmauer von Da— tun und Ssiuang-chua versetzt. In der Folge erwie— sen die Zacharen dem Reiche Dienste im Kriege gegen den kalmükischen Beherrscher Galdan. Mit ihnen sind noch einige chalchassische und olutische(kalmükische) Stämme, die sich unterworfen hatten, vereinigt. Von den zacharischen acht Fahnen nomadisiren vier jenseit Chalgan: a) Die Verwaltung der gelben Fahne bey dem Berge Mißuntek-ola, 320 Li von Chalgan gegen Nordwest. Von Osten nach Westen hält sie 110, von Süden nach Norden 280 Li. Gegen Osten bis an die Gränze der Zacharen von der gelben Fahne mit Einfassung sind 50, gegen Westen bis zur Gränze der Zacharen von der rothen Fahne 60 Li; gegen Süden bis an die Stute— reyen des taip u' schen rechten Flügels 100, gegen Nor— den bis an den Berg Charaunagüng 180 Li. Bis Pekin über Chalgan sind 730 Li. Bene De e Orginak, Urchu tologoi, Chorbotschin, Uräßutai, der sehr hoch ist; der Chara Nibdt, Schara kita u. s. w. Der Fluß Dsiuk 60 Li gegen Südost, entspringt auf einem ebenen Platze, fließt südwärts und vereinigt sich mit dem Urchu-gol; weiter südlich nimmt er von Westen her das Flüßchen Müngutschi, noch weiter südlich von Nordost her den Fluß Ssurdshu auf; weiter südwärts bey dem befestigten pl atze Ssingpinpu geht er über die chinesische Gränze; nachdem er bey dem befestigten Platze Tschaigepu vorüber gegangen, erhält er den Nahmen Jan⸗-ché; in alten Zeiten nannte man ihn Juijang— schui. b) Die gelbe Fahne mit Einfassung nomadi— sirt bey dem Berge Ssumüng-chada, 340 Li von Chalgan. Von Osten nach Westen hat sie eine Ausdeh— nung von 160, von Süden nach Norden von 190 Li; ostwärts geht sie bis an die Gränze der Zacharen von der weißen Fahne; westwärts bis an die gelbe Fahne; nord— wä 85 12 an die e 19 120 Li weit, und Berg e: Der Chanürtu, Dodo, Borochun, Ulanchun, Agalak, Cheibot temüng; bey diesem Berge schlug der min'sche Heerführer Liwang dshung das juan'sche Heer; der Chudshiugutai, Bogotu, Charagun und Budur.— Fulüsse giebt es nicht, nur einige Quellen sind da, worunter eine Salzquelle, auf U l. Bis Urchn r hoch . igt auf sch mit f fen ch von dwärts ber die Maze ahmen al g⸗ gomadi⸗ i bon luodeh⸗ desem hung gotl, t, hut nongolisch: Dabastu-Bulak, 120 Li gegen Nordost, die Granze gegen die Ssuniten des linken Fl ügels ausmacht. e) Bey den Zacharen der vothen Fahne befindet sich die Verwaltung westlich von der gelben, nahe an dem Berge Gurban Tologoi, 370 Li von Chalgan gegen Nordwest. Diese Fahne nimmt von Osten nach Westen ei— nen Raum von 55, von Süden nach Norden 280 Li ein. Gegen Osten bis zur Gränze der Zacharen von der gelben Fahne sind 35, gegen Westen bis zur rothen Fahne mit Einfassung 20 Li; gegen Norden bis zur Gränze von Durban-Kuket 180, gegen Süden bis zu den Weide— platzen des taipu' schen rechten Flügels 100 Li. d) Der Befel N der rothen Fahne mit Einfassung nomadisirt bey der Quelle Burin e 420 Li von Chalgan nordwärts. Von Osten nach Westen enthält diese Fahne 50, von Süden nach Norden 290 Li. Ostwärts bis zur Gränze der zacharischen rothen Fahne sind 20, west— wärts bis zur blauen Fahne mit Einfassung 30 Li; gegen Süden bis zur datun' schen Gränze 120, gegen Norden bis an Durban-Kuket 170 Li. Zacharische Fahnen, welche nordwärts von dem Thore Duschi-keu ihre Nomadenplätze haben: e) Die Verwaltung der weißen Fahne in Burga— tai, 290 Li von Duschi-keu gegen Nordwest. Diese Fahne nimmt von Osten nach Westen 78, von Süden nach Norden 295 Li ein. Gegen Osten und Norden er— streckt sie sich bis zu der Gränze der Zacharen von der wei⸗ ßen Fahne mit Einfassung, und gegen W zesten und Süden bis zur gelben Fahne mit Einfassung. Bis an die Haupt— stadt über Duschi-keu sind 820 Li. 4) Die weiße Fahne mit Einfassung hat ihren No— madenplatz bey Buja-achgi ßumé, 245 Li von De u— ——— ———— 1 0 1 — 256— schi⸗keu gegen Norden. Von Osten nach Westen nimmt sie 56, von Süden nach Norden 197 Li ein. Gegen Osten geht sie bis zur Gränze der tai pu' schen Weideplätze, ge— gen Westen bis zur Gränze der weißen Fahne, gegen Sü— den bis zu den eben erwähnten Weideplätzen, gegen Nor— den bis zur Gränze der blauen Fahne. Bis zur Haupt— stadt über Duschi-keu werden 770 Li gerechnet. g) Die Zacharen der blauen Fahne haben ihren Nomadenplatz bey dem See Dshachßutai, 360 Li von Duschi-keu gegen Nordost. Von Osten nach Westen nehmen sie 265, von Süden nach Norden 95 Li ein. Ost⸗ wärts reichen sie bis an die Gränze von Chischikten, west— wärts bis an die weiße Fahne mit Einfassung, südwärts bis an die Schäfereyen des Bogdochan, nordwärts bis an die Gränze des abg a' schen linken Flügels. Bis an die Hauptstadt über Duschi-keu sind 890 Li. h) Die Zacharen der blauen Fahne mit Einfas— sung haben ihren Nomadenplatz beym Berge Abchan— char, 90 Li von dem Sollorte Schachu-keu gegen Nordost; von Osten nach Westen erstrecken sie sich auf 150, von Süden nach Norden auf 160 Li; gegen Osten bis zur Gränze der Zacharen von der rothen Fahne mit Einfassung 60, westwärts bis zur Gränze der Kukuchoto' schen Tu— meten 55 Li; südwärts bis zur datun' schen großen Gränzmauer 90, und nordwärts bis zur Gränze von Dur— ban-Kuket 70 Li. Bis zur Hauptstadt über Schach u— keu rechnet man 1000 Li. Die Steppe, welche die Zacharen einnehmen, ist im Ganzen genommen bergig; sie hat viele kleine Flüsse und Quellen; der Boden derselben bringt gutes Gras hervor, und ist sogar auch zum Ackerbau tauglich. l N a e — 257— en sinnt Innerhalb der Gränzen dieser Fahne befand sich einst een Ofin ein Salzsee, in welchen der Fluß Boschui fiel. Nach der , ge Beschreibung(unter der Dynastie Chang) war dieser See n Sü⸗ von Osten nach Westen 30, von Süden nach Norden 20 n MWi⸗ Li lang. Jetzt sieht man hier weder Fluß noch See. ir Razz An verschiedenen Stellen in den Nomadenplätzen der 0 acht zacharischen Fahnen bemerkt man bis jetzt noch die 595 Spuren ehemahliger chinesischer Städte, als: Bojan, ben in N e 15 Liäntschen, Zing-ché u. s. w. 0 Auen 22. Ma o ming a n.) N Eine Fahne; sie hat ihren Nomadenplatz bey der Quelle 0 0 Tschetu-bulak, 800 Li nordwestlich von Chalgan. Von sihwärt Osten nach Westen enthält sie 100, von Süden nach Nor— 05 000. 1—„ 5 Nene N den 190 Li. Gegen Hsten bis zur chalchassischen Gränze i sind 40, gegen Westen bis zur o rat' schen Gränze 60 Li; gegen Süden bis zur Gränze der kukuch oto' schen Tu— Einf meten 80, gegen Norden bis zur großen Steppe 110 Li. Ache Bis zur Hauptstadt sind 1240 Li. fe g Berge: Der Charä tologéi, Chalgaitu, 470 Charatôk, Chorchs, Gurbän Chara. Hr Flüsse: Der Chundulén, Bolörstochoi, sasung Aibucha— 5 23. Oiergt, Reoßen f i g 90 Drey Fahnen: die vordere, mittlere und hintere. Sie ahr nomadisiren auf der Ebene Chadamal, 360 Li von Ku— kuchoto gegen Westen. Von Osten nach Westen enthal— ten sie 215, von Süden nach Norden 300 Li. Gegen Osten s N Are 0 52 7„ 7 8 2 7 1 ue u.) Richtiger Mov Mingan, bedeutet auf mongolisch: ein 5 ber, schlechtes Tausend. A. d. V. ö**) Orat auf mengolisch: det Küͤnstler. A. d. V. bis an Momingan sind 90, gegen Westen bis zur Gränze von Ortoß 125, gegen Süden bis zum gelben Flusse 50, gegen Norden bis an die Gränze von Chalcha 250 Li. Bis an die Hauptstadt sind 1520 Li. Berge: Der Chundulen, Dshiran tolo— goi, Bartu Ogudé, Ogon Unduriz dieser Berg ist hoch, steil, und sieht fast wie eine Korndarre aus, daher er auch diesen Nahmen erhalten hat. Chadshar ch oschu, eine ganze Kette Berge auf der Nordwestseite der Oraten bis Kukuchoto, d. i. in der ganzen Länge von Or to ß, am nördlichen Ufer des gelben Flusses.— Außer dem gel— ben Flusse, der durch die südlichen Gränzen von Orat geht, fließen darin die Flüßchen: Burgatu, Chaliut, Schara u. s. w., welche alle in den gelben Fluß fallen. Hier sieht man an mehrern Stellen Ueberreste alter Städte. Auf dem Gebirge Ingschang, auf mongolisch: Chadshärschoschu, ist die bekannte lange Mauer erbaut (von Schichuan aus dem Hause Dsing, 214 Jahr vor Chr. Geb.), welche 34 Districtsstädte längs dem gelben Flusse hin umschließt.— Ueberdieß verdienen bemerkt zu werden die alten Tempel: 1) Fojungßü, dieser befand sich auf dem Berge Fojungdui, auf mongolisch: Ud sur zaganschada, 190 Li gegen Nordwest von dem Haupt⸗ standorte. Hier concentrirten sich im siebenten und achten Jahrhunderte die Mongolen, um Einfälle in China zu thun.) Ssuwu miaso, oder der Tempel des Mini— sters Ssuwu, auf der Nordseite des alten Jung- né. Er ist zu seinem Andenken erbaut worden, weil er einst durch diese Gegend gereist ist. 5 zur gelben lcha tole⸗ etg ist daher sch, aten ß n gel⸗ rat ut, fallen. e alter olisch: erbaut hr vor allen f zü fand sur zupt⸗ achten ha zl Mni⸗ nE. eint 7 24. Der kukuchoto'sche Tumet. Zwey Fahnen, deren Hauptaufenthaltsort in der Stadt Kukuchoto, auf chinesisch Guichua-tschen, 370 Li von dem Zollorte Schachu-keu gegen Norden ist. Von Osten nach Westen enthalten sie 403, von Süden nach Norden 370 Li in der Länge; gegen Osten bis zur Gränze von Durban-Kuket sind 138, gegen Westen bis an Ortoß 265 Li, gegen Süden bis zur Gränz— mauer in Schangßi 210, und gegen Norden bis zur Gränze von Chalcha 160 Li. Bis zur Hauptstadt Pe— kin 1160 Li. Von der Stadt Guichuatschen 35 Li gegen Nor— den liegt der Berg Ingschang, auf mongolisch: Ong in— ola. Dieser Bergrücken fängt auf der Nordseite von Or— toß, in den westlichen Gränzen von Orat an, und er— streckt sich bis zu der nordöstlichen Seite von Guich ua— tschen über 500 Li weit. Auf dieser Strecke hat er be— sondere Nahmen nach den Bergen der Gegenden, von wel— chen einige sehr hoch sind.— Der gelbe Fluß(auf chine— sisch: Chuan che) fließt 160 Li von der Stadt in Süd— westen. Er kommt aus den Gränzen von Orat, und fließt gegen Südost; dann wendet er sich gegen Süden, und nimmt von Osten her den Fluß Turgün auf; hier— auf strömt er bey den Trümmern der alten Stadt Cho— ton schoschu vorüber, und nimmt von Osten her noch den Fluß Ulan muren auf, und geht endlich über die Gränze China's, wo er dann Dfü-che heißt. „) Diese Stadt ist von Schachu-keu(dem Thore in der großen Mauer) 200 Li; im Umkreise hat sie 2 Li; die Stadt⸗ mauer ist 30 Fuß hoch⸗ A, d. V. 17* 25. Oer to ß, Es besteht aus sieben Fahnen, deren Verwaltungen 5 Li von Kukuchoto gegen Westen liegen. Gegen ssten reicht es bis an die Gränze der kukuchoto' schen Tumeten, gegen Westen bis an die Statthalterschaft Chalcha, und gegen Süden bis an die Statthalterschaft Schaangßi. Von Osten, Westen und Norden wird es von dem gelben Flusse umftossen. Bis zur Hauptstadt sind 1100 Li. Diese Gegenden waren unter der Dynastie 8 ing un— ter der Benennung des Landes Ssingzüng dshun be⸗ kannt. Im Anfange der Dynastie Chang beherrschten es die Ssiunnuer. Der Kaiser Wudi errichtete 127 J. vor Chr. G. hier das Gebiet Schofan, und rechnete es zu dem Gebiete Bindsheu. In der Folge wurde dieses Land eine Beute verschiedener Eroberer. Am Ende des neunten Jahrhunderts hatte Toba Gun hier seinen No— madenplatz. Dieser mongolische Fürst erhielt Ortoß von dem Reiche zur Belohnung für die Dienste, die er im Krie⸗ ge gegen den Aufrührer Chuandshao geleistet hatte. Während des zehnten, elften und zwölften Jahrhunderts befand sich Ortoß unter der Heerschaft von Tangut. Als das Haus Juan(1209) Tangut unterworfen hatte, errichtete es hier ein chinesisches Gebiet. Im Anfange der Dynastie Min wurden hierher n gelegt, und der nfzehnten Jahr— D S 70 2 Ackerbau eingeführt. In der Hälfte des fur hunderts waren die mongolischen Fi 1155 Ortschor und .. 8 Maguri die ersten, die in diese Gegend gingen. Um das J. 1550 beherrschte der hiesige Fürst Gina diese ganze Gegend Gina, der ältere Bruder Ang da's, erklärte sich zum Zezen-Chan. Nach ihm theilten seine sieben Söhne dieses Land, zugleich mit den übrigen Ländern, unter sich, und schen schaft schaft ird es t sind J Uh⸗ u be⸗ Krie⸗ alt. Hol 5 261 hatten einige hundert tausend Mann Truppen. Nach die— sem fiel dieses Land unter die Gewalt der Zacharen und ward Ortoß genannt. Im FJ. 1635, nach der Nieder— lage des Chans Rindan, ergab sich der Ortosse Orin an die e welche ihm auftrugen, auch die übrigen Fürsten dazu zu bewegen. Im J. 1649 ward Orto ß in sechs Fahnen und 8 Fürsten getheilt, die Beherrscher dersel— ben als Erbfürsten erklärt. Im J. 1731 ward hier noch eine Fahne errichtet. Mit dem Tribut an die chinesische Regierung reisen sie über Schach u-keu. Ortoß theilt 1 uerst in zwey Flügel, wovon jeder wieder in zwey besondere Fahnen von neuem getheilt ist. Vom linken Flle 1 a) die vordere Fahne hat ihren komadenplatz im sü 0 Theile von Ortoß, 145 Li von Choschon Choschu gegen Westen; b) die mitt— lere im Innern von Ortoß, südlich von dem Dsharo; c) die hintere hat ihren Nomadenplatz im nordwestlichen Theile von Orto 5 bey Balgaßun- nor. Vom rechten Flügel: a) die vordere Fahne hat ih— ren Nomadenplatz in Ortoß bey Baganor; b) die mittlere im westlichen Theile von Ortoß, nahe bey dem See Scharaboritu; c) die hintere nomadisirt bey dem südwestlichen Theile von Ortoß und dem See — Orgie Berge: Der 819 chara tologoi; Chara choschu, auf chinesisch: C. ang; Tuinok, Bai— 1 Bain dla n ai gelbe fließt, indem er von der ninßä' chen Gränze der Districtsstadt Bao fün über die Gränze geht, auf der nordwestlichen Seite von Ortoß hin, wendet sich dann nach Osten, geht durch die Nordseite desselben, und scheidet dieses Land von Orat; wenn er die Gränze des alten — —— .— 3 f 2—— D — — —— ö 9 N. — 8 Gebiets Schendsheu erreicht hat, wendet er sich nach Süden, geht an der Ostseite von Ortoß vorbey, scheidet dieses von den Tumeten, und geht dann über die Grän— zen von China.— Der Chigarcha, Ichs toßutu, Bagattoßutu, Ulan Bulak. Ueberhaupt hat Or— toß viele Flüsse. Die alte Stadt Schofan, unter der chan g' schen Dynastie 128 J. vor Chr. G. gebaut, befand sich inner— halb der Gränzen der hintern Fahne des rechten Flügels, neben dem gelben Flusse, 500 Li vor seiner Wendung nach Osten. Die alte Stadt Lingché, von Schofan gegen Nordwest. Juiling gun befand sich im Innern der al— ten Stadt Schendsheu; es wurde 607 J. nach Chr. G. von dem ßui' schen Kaiser Angdi erbaut. 26. Der Aimak von Kukunor ist der Wohnplatz der Oluten, Torgouten, Chalchassen und Guiten. Kukunor liegt westlich von dem chinesischen Gebiet Gangßu (Hangßu); gegen Osten gränzt es an Gangßu; im We— sten an Tibet, im Süden erstreckt es sich bis an die chine— sische Statthalterschaft Sfütschu ang, im Norden bis an Ssudsheu und Angßi, und enthält eine Fläche von ungefähr 2000 Li. Bis nach Pekin zählt man von der Hauptjurte 5700 Li. Zufolge der Auflagen des Kaisers Ju*) macht dieser Aimak den Wohnplatz der westlichen Shunen aus; —— — *) Der erste Kaiser der Oynastie Sfä, die vom J. 2205 bis 1767 vor Chr. Geb. in China herrschte. In China segnet man noch jetzt seinen Nahmen, als des Stifters der bürger— lichen Ordnung und des Beschützers des Ackerbaues. Unter der Benennung: Auflagen des Kaisers Ju versteht „ p fach nach diesem gehörte er den Zänen. Unter der östlichen chedet Dynastie Dsing herrschte die tuguchung' sche Horde brar⸗(bon den Mongolen) über dieses Land. Im J. 610 nach utu, Chr. G. stiftete China, nach Unterwerfung der tugu— Or⸗ chung' schen Horde, hier die Statthalterschaften Ssichai und Chejuang. Im J. 653 beherrschte der tibetische ' schen Monarch, nach der Vernichtung des tuguchung' schen inner⸗ Stammes, das ganze kukunor' sche Land. Unter der ügels, ju an' schen Dynastie war K ukunor in Statthalterschaf— nach ten eingetheilt. Im J. 1509 beherrschten es die Mongo— gegen len, und fingen an, Einfalle in das chinesische Reich zu er al⸗ thun. Im Anfange der Dynastie Zin eroberte der olutische Ct. Guschi-Chan, von Nordwest kommend, dieses Land, und schickte einen Gesandten an den chinesischen Hof, und dieser bestatigte ihn auch in der Würde eines Guschi— Chans. Hierauf theilte der Chan selbst dieses Land in 16 zwey Flügel, den linken und rechten. Die Stämme leben 1178 zerstreut auf der ganzen Flache des Aimaks, und der Chan 111 wird als einer von den vier kukunor' schen Taidsi's an— 8 gesehen. Im J. 1697, als der sungarische Galdan unter— gl worfen war, reiste der Taidsi Dshaßi Batur mit allen 66 übrigen an den pekin'schen Hof und trat in den Stand 11 eines Ante nen In Folge dessen wurden sie alle mit . erblichen Würden begleitet: einer ward zum Range eines 2 Dsinwan erhoben, sieben wurden zu Beilé, fünf zu 0 Beißé, sechs zu Gun's, und mehr als zehn zu Ta i⸗ 0 dsi's gemacht. Im J. 1723 bewog Dshaßi-Batur's 63 5 bis man ein Buch, das die von diesem Kaiser abgefaßte geolo— segnet gische Beschreibung China's und zugleich die Bestimmung fiene enthalt, wie viel jeder Landmann von dem Lande, das er Unten bearbeitet, in die Staatskasse zu zahlen hat, mit Rücksicht auf die Eigenschaft des Landes. A. d. V. erseht 0 4 f 0 3 1 Sohn, Loßan Dandsen(Enkel Guschi-Chan's) die übrigen, einen Angriff auf die Gränzen China's zu machen. Der Kaiser Ssiängdi sandte Truppen gegen die Empö⸗ rer, und in kurzer Zeit waren sie ausgerottet. Nach der Unterwerfung dieser Länder wurden nur die, welche keinen Theil an der Empörung genommen hatten, zu Würden er— hoben. Von dem pekin'schen Hofe ward festgesetzt, daß sie in drey Jahren einmahl ihm eine Gabe Tribut) überreichen sollten, und die Fürsten wurden in drey Abtheilungen ge— theilt, so daß nach neun Jahren die Reihe, eine Gabe zu überreichen, an jeden kommt. Der Handel der Chineser mit den Kukunoren ist in der Stadt Ssinin errichtet. Im J. 1725 wurden 4 kukunor'sche Stämme in 29 Fahnen getheilt: ein und zwanzig der kukunor'schen Olu— ten, drey der Guiten, vier der Torgouten, und eine Fahne der Chalchassen. Ueberdieß wurden vier Regimenter Mon— golen, die dem Lama Nomochon gehörten, nicht zu den Fahnen gerechnet; dem Lama ward ein Siegel gegeben über sie die Verwaltung zu führen. Die Gabe(den Tri⸗ but) überbringen sie auf der Pin in' schen Straße.— Die kukunor'schen Dsaßaken(die Vornehmen oder der Adel) sind: drey Dsiunwan's, zwey Beils, zwey Beißé, vier Gun's, achtzehn Taidsi's. Jeder von diesen Fürsten hat unter sei— nem Befehl eine Fahne. Die kukunor'schen Mongolen sind eigentlich von Nord— west gekommen; sie wohnen in Jurten von Filz; sie hab keinen beständigen Aufenthaltsort, und en ziehen als Noma— den umher, indem sie auf den Ueberfluß an Wasser und Gras sehen; sie säen wenig Getreide; sie nähren sich von Fleisch, trinken Milch; sie kleiden sich in Wolle und Felle. Den Jaßak(Abgabe in Vieh oder Pelzwerk bestehend) sammelt man von ihnen in Ochsen, Schafen, Pferden und —,ñ—— ̃——— — 0 di nachen. Empo⸗ ch der keinen den er⸗ daß sie keichen en ge⸗ abe zu hineser lichtet on 20 Olu⸗ Johne Mog⸗ zu den scgeben haben loma⸗ r und von Felle. hend) en und — 265 Kameelen. An die Kälte gewöhnt, vermeiden sie stürmi— sches Schneegestöber nicht. Sie haben einen festen Charak— ter und sind sehr tapfer. Ihre Strafen sind streng, aber der Verbrechen nur wenig; größtentheils legen sie Straf— zahlungen in Vieh auf; sie bekennen sich zur lamaischen Lehre; von Natur sind sie zum Prahlen geneigt. Mit sol— chen Zügen schildern die chinesischen Erdbeschreiber die Be— vohner von Kuknnor. ö Berge: Das schurchun' sche Gebirge liegt an der Westgränze von Kukunor. Es besteht aus einer Fortsetzung dreyer Berge, in welchen der gelbe Fluß seinen Ursprung nimmt, nämlich: Aktatschin, Barbocha und Bain— char a.— Im J. 1782 sandte der chinesische Kaiser Zänglung seinen Leibwächter Amida ab, um ein Opfer zu bringen, und schrieb ihm vor, die wahre Quelle desselben aufzusuchen. Amida er— — dem Geiste des gelben Flusses füllte diesen Auftrag, und überbrachte dem Zänglung eine Beschreibung mit einem Plane. In Folge dessen ward ihm befohlen, eine Schrift über den Ursprung des gelben Flus— ses aufzusetzen.— Nach diesem Werke kommt ein Abfluß der Quelle des gelben Stromes aus Chadaßün Tscho— l“ und macht das Flüßchen Altangol aus, das trübes gelbes Wasser hat, durch Odon-tala, aufß chinesisch Ssinßuchai(das Sternenmeer) geht, und nach Osten fließt. Der erste Urquell davon ist in den Bergen von Kaschchar und Choton; das von da ausfließende Was— ser verbirgt sich in Lobnor und kommt hier zum zweyten— mahl heraus. Und so muß man das jetzige Chu 1 in Ost-Turkestan setzen, wo die ersten Ausflüsse elben Flusses sind; die Alten aber wendeten hierauf 11 Aufmerksamkeit und nahmen das kukunor'sche Churchun für Chunkung.— Hierauf der Bergrücken Dsischi, „— auf mongolisch: Am éE(molün mußün-ôla, in einer Entfernung von 530 Li südwestlich von der ßinin'schen Gränze. Dieser Bergrücken bildet das nördliche Ufer des gelben Flusses, er hat 300 Li in der Länge, besteht aus neun Gipfeln, die sich in den Wolken verbergen; er wird fär den höchsten in Kukunor gehalten; er zieht sich von dem Berge Bainchar gegen Osten; der mittlere Gipfel ragt abgesondert empor und ist über 100 Li(50 Werste) weit sichtbar; aus den großen Haufen von Schnee sind Eisklumpen geworden, welche nie aufthauen; von diesen schimmern die Felsen der Berge weiß, kund sind mit steilen Abstürzen übersäet. Dort sind Krankheit erzeugende Nebel äußerst lästig, und es gehen selten Menschen auf diesen Berg. Der gelbe Fluß fließt an dem südlichen Fuße, und wendet sich an dem östlichen Ende desselben nordwärts. Die Einwohner bringen in allen vier Jahrszeiten diesem Berge Opfer. In allem sind um Kukunor dreyzehn große und hohe Berge, denen die Tanguten Opfer bringen; dieser aber wird für den höchsten darunter gehalten.— Der Berg Shoschui, im Südwesten jenseit der ßinin'schen Gränze. Auf der Südseite derselben ist eine warme Quelle, die in den See Kukunor fällt; auf der Nordseite strömt aus diesem Berge eine kalte Quelle, welche den Ursprung des Flusses Ssinin bildet. Außer diesem sind die Berge: Fünli, Maltu, Tschewodsheng und Schu— chung. Diese fünf Berge haben alte chinesische Benen— nungen; bey diesen sind merkwürdige Kriegsthaten ausge— führt worden.— Der Chan Tologoi in der Entfer— nung von 200 Li von Kukunor südlich, liegt mitten in „) Nach Anm. S. 40. sind es 8 deutsche Meilen(56 russische Werste). A. d. U. feiner in schen er des t aus t wird en dem el ragt rste 90 e sind diesen steilen Nobel diesen „ und Walt. diesem n große MJ dieset — Der sih'schen Quelle stlönt prung derge: tusssche — 267 den Steppen; hier giebt es Krankheit erzeugende Nebel, und man findet hier giftige Kräuter. Der Guißu Tolo— goi liegt in der Mitte des Sees Kuku oder des blauen; der Gipfel dieses Berges ist völlig weiß, und es ist ein nicht großer Tempel darauf erbaut worden, aus welchem die tangutischen Lama's, um Brod zu erhalten, nur ein— mahl im Jahre herausgehen, wenn der See mit Eis be— deckt ist. Der Manitu-ola am Ursprunge des gelben Flusses. Dieser Berg ist sehr hoch, und man sieht auf Steinen Spuren chinesischer, in alten Zeiten eingeschnitte— ner Schriftzeichen. Altan Gaschün Tscholo, ein Stein oder eine Felsenkoppe; hier kommt zum zweytenmahle de die echte Quelle des gelben Flusses heraus. Im J. 1782, als, wie oben erwähnt worden, Amida die Quelle dieses Flusses aufsuchte, fand er das Flüßchen Altan 300 Li von dem Sternmeere gegen Westen. Von dieser Gegend westlich ist ein sehr großer Stein, einige Zehend Fuß hoch, der abgesondert steht, und Altan Gaschun Tscholo genannt wird. Seine Seiten sind senkrecht steil, und be— stehen aus gelbröthlichem Lehm(Ocher), auf welchem nichts wachsen kann; auf dem Gipfel desselben ist ein kleiner See, aus dessen Mitte eine Quelle hervorbricht, die sich in meh— rere Arme von gelber oder goldartiger Farbe theilt, welche sich alle zu dem Flüßchen Altan vereinigen, und die echte Quelle des gelben Flusses bilden. Der gelbe Fluß, auf chinesisch: Chuang-ché, auf tibetisch: Mortschu, nimmt seinen Anfang gerade an dem westlichen Rande des kukunor'schen Länderantheils, indem er durch unterirdische Gänge aus dem See Lob, der im östlichen Turkestan oder der kleinen Bucharey liegt, horvorströmt; er kömmt hier zum zweytenmahle zum Vor— schein, und erhält den Nahmen des Flüßchens Altan, er 8 — geht in Odong tala hinein, fließt bey den Seen Dsa— rüng, Nö rüng vorüber, strömt gegen Südost, wendet sich nach 5 und dann wieder nach Nordost; auf diese Art durchströmt er über 2700 Li), und geht, wenn er bis an die Festung Dsischi-guang gekommen ist, bey Chedsheu in das chinesische Gebiet.— Im Aimak von Kukunor sind auch viele andere Flüsse, darunter einige bedeutende. Seen: Kukunor), auf chinesisch jetzt: Zin— chli, d. i. das 15 Meer, in alten Zeiten aber: 770 chai— das westliche Meer. Er liegt 500 Li von Ssi— nin gegen d und enthält im Umkreise über 750 Li. In demselben sind zwey Inseln: Choschuᷣtologoi und Zaganschada, die gegen Ost und West einander gegen— über liegen. Das Wasser des Sees ist von dunkel— bläulicher Farbe, und in der Mitte etwas hoher. Im F. 1724 kamen die chinesischen Truppen, bey der Verfolgung des sungarischen Empörers Rabdan, an das Flüßchen Ich é Choirgaà, 55 der Nordseite von Kukunor; zu jener Zeit waren die Pferde und die Soldaten äußerst von Durst erschöpft und konnten kein Wasser finden. Plötzlich fing vor dem Lager eine Quelle an hervorzusprudeln, und bildete einen Bach. Die Soldaten und Pferde, die hier ihren Durst löschten, retteten sich dadurch vom Verschmach— ten. Das chinesische Heer empfand vor Freuden einen großen Muth, und vertrieb die Empörer. Der Oberbe— fehlshaber berichtete dem Kaiser diese wohlthätige Wirkung des Ku kunor; deswegen ward befohlen, einen Stein mit einer Inschrift auf diesen Vorfall dahin zu setzen, und —— *) Nach der Aum.— S. 40.— 216 deutsche Meilen. A. d. U. *) Auf mongolisch: Kuku blau; Nor ein See. A. d. V. Dsa⸗ Wendet 5 auf wenn hen ist, u gk darunter 1 und gegen⸗ 1 Mol und e hier mach⸗ . dem Geiste des blauen Sees ein Opfer zu bringen.— eilquellen befinden sich jenseit der ßin in' schen Gränze, 19 5 dem Tempel Arschan Kit.— Ein Salßzsee auf der Südwestseite des Kuku-nor, im Umkreise über 100 Li; er erzeugt grünliches Salz. Dieser See nimmt die Flüßchen Much r B ulak und Chara Ußu auf, welche aus der Südostseite desselben ausströmen, und 100 Li wei— terhin sich mit dem Flüßchen Barchu vereinigen. Die kukunor'schen Mongolen, die Bewohner von Ssinin und die Tanguten überhaupt gebrauchen das Salz dieses Sees. Die Erzeugnisse des Aimaks Kukunor bestehen in Salz, Gerste und Roggen. Kameele, langhaarige Ochsen, wilde Ochsen, Wölfe, Panther, Luchse, und eine kleine Art Fische ohne Schuppen, die hier nur gefunden wird. Diese Fische sind rund, mit schwarzen Flecken auf dem Rücken; sie sind ungefähr 2 bis 5 Zoll groß; die großere rt heißt Nuch u, die kleinere Buch a. 5 3 Außer den 26 mongolischen oben erwähnten Länder— antheilen, wird in der chinesischen Erdbeschreibung Dai— zin Itundshi gesprochen:&. von den Oluten bey Ortoß; B. von dem rechten und linken Flügel der Chal— chassen; C. von der Regierungsverwaltung von Tschendé; die alle sich in den Gränzen der Mongoley befinden. A. Die Oluten bey Ortoß. Sie machen drey Fahnen aus; ihr Nomadenplatz ist an der Nordseite von Chedang und Lindsheu, ost— wärts bis an die Gränze von Ninß ia, westlich bis an die Gränze von Gangdsheu, südlich bis zur Gränze von Liändsheu, und nordwärts bis an die große —— — 20— Steppe, und sie gränzen an das Land der Chalchassen. Bis zur Hauptstadt zählt man 5000 Li. Die Oluten(d. i. die Fürsten, nach welchen der Aimak auch genannt ist) sind eigentlich ein Stamm des Olutai, des Abkömmlings vom Hause Juan. Es sind vier Länderantheile: die Durboten, Kukunorer, die nördlichen Oluten, die selbst wieder in vier Kreise sich theilen, und die Oluten bey Ortoß. Die Fürsten dieser vier Länderantheile waren alle von Guschi-Chan ab— hängig, und machten eine starke Macht in Nordwest aus. Der Fürst Otschirtu Ablai Noin unterwarf sich zu— gleich mit Guschi-Chan, als Unterthan dem chinesischen Reiche. In der Folge ward der sungarische Chan Gal— dan mächtig, und unterjochte die ortoßischen Länder. Der Enkel Otschirtu-Chans Dshirun Batur Erké und Rabdan flohen zu den chinesischen Gränzen, und baten im J. 1686 den chinesischen Kaiser, ihnen Land zu Noma— denplätzen anzuweisen. Dem zufolge ward Befehl gegeben, einen Theil der Länder jenseit der Gränzen von Ninßiä und Changdsheu zu vermessen, als: Chaldsan Bur— gut und die galbin' sche Steppe, von dem Gebirge Alaschang an westlich bis zum Flusse Edsan, mit der Bedingung, daß die auf 60 Li von der Gränze sich aus— dehnenden Länder China gehören sollten; um dieses zu be— zeichnen wurden auch Gränzlinien gezogen. Im J. 1697 baten sie den Kaiser ihre Stamme in Divisionen zu thei— len, und, gleich den übrigen 49 mongolischen Fahnen, die Stammoberhäupter mit erblichen Würden zu bekleiden. Seit dieser Zeit machen sie drey Fahnen aus. Berge: Das Gebirge Ulaschang, an die Gränze von Ninßiä stoßend; es geht nordwestwärts bis an den gelben Fluß hin. Vom Anfange bis zum Ende bildet 2 lchasen. hen der m des ieise sich n dieser in ab⸗ st aus. sich zu⸗ esischen 6 0 2 Der e und d baten Noma⸗ gegeben, linßiä n But⸗ Oeliige t der aub⸗ zu be⸗ 1697 u thei⸗ Fahnen, ekleiden. Gränze an del e badgl 274— dieses Gebirge die Gestalt des neuen(sichelförmigen) Mon— des, von Süden nach Norden ist es 500 Li lang, und dient als eine starke Vormauer für die Gränzstädee.— Der Ninlo, Laifu und Alak-ola. Flüssse: Der Gulan-ché fällt in den See Baichai, Guschui, Ssangtscha und Jung— tschuang. Seen: Ssiutundsé, Chara, Schara. Viele Moräste. Zin-jangtschi, d. i. der See des grünen Salzes, und Chun-jang-tschi, oder der See des ro— then Salzes, 300 Li von Schangdang im Norden; er bringt rothes Salz hervor, woraus man Geschirre machen kann. B. Der rechte und linke Flügel der Chalchassen. a. Der rechte Flügel macht eine Fahne aus; er hat seinen Nomadenplatz am Flusse Tarchun, 710 Li von Chalgan nach Nordwest. Von Osten nach Westen hält er 120, von Süden nach Norden 130 Li. Gegen Osten bis zur Gränze von Durban Kuket sind 65, gegen Westen bis an die Gränze von Moningan 55 Li, südwärts bis an die Gränze der kukuchoto' schen Tumeten 70, nach Norden bis zur großen Steppe(Gobi) 60 Li. Bis nach Pekin sind 1130 Li. Unter der Dynastie Min war diese Gegend von den Chalchassen besetzt. Ihr Fürst stand früher unter der Ge— walt des Tuschetu-Chan; aber bey einem mit ihm ent— standenen Streite ergab er sich, im J. 1653, an den chi— nesischen Kaiser. Sie überbringen ihre Gabe über Chalgan. b. Der linke Flügel besteht auch aus einer Fahne; er befindet sich in Zagan Cheschodun 840 Li von Ssifün-keu gegen Nordost. Von Osten nach Westen erstreckt er sich auf 125, von Süden nach Norden auf 230 Li. Gegen Osten bis zur Gränze von Charatschin sind 75, gegen Westen bis zur Gränze von Naiman 50 Li; gegen Süden bis an die Gränze von Tumet 100, und gegen Norden bis an die dsharot'sche Gränze 130 Li. Bis nach Pekin sind 1210 Li, Dieses Land war unter der Dynastie Min von den Chalchassen besetzt. Der Fürst desselben Gombo Irdén war vorher vom Dsaßachtu-Chan abhängig; aber aus Unzufriedenheit gegen ihn, unterwarf er sich der gegenwär— tigen manshurisch-chinesischen Dynastie, und er ward in der Würde eines Beil als erblicher Gebieter der linken Fahne gelassen. C. Regierungs verwaltung von Tschendsé. Sie befindet sich 420 Li von Pekin nordostwärts; von Osten nach Westen enthält sie 1200, von Süden nach Norden 358 Li, und mit dem Gebiet Zinziuang und dem District Tschifün 860 Li. Dieser Landstrich faßt eigentlich die Gegenden in sich, wo der manshurisch-chinesische Kaiser sich mit der Jagd beschäftigt. Er ist von Chinesern bewohnt; und da in den umliegenden Länderantheilen: Baring, Oniut u. s. w. sich viele Chineser befinden, Handelsleute und Ackerbauer, so sind an schicklichen Plätzen in den hiesigen Aimaks Di— stricts- Verwalter angest e welche nur über die Chineser zu gebieten, aber mit d In alten Zeiten war dieser Landstrich von den mon— golischen Stämmen Schangshün und Dunchü be— wohnt. Unter der juan'schen Dynastie ward er als Länder⸗ antheil des Fürsten von Lu gerechnet; aber unter der Dy a Mongolen nichts zu thun haben. * nastie Min wurden, im J. 1403, alle Regierungsverwal— au 230 in sind 50 9% und 100 Li. don den Itden et aus enwär⸗ bald in linken ade. to; von den nach ng und in sich, 1 Jah n den s. w. cbauer, 8 Di⸗ Hineser haben. „ tungen in das Innere von China verlegt; die Länder aber den Uränchaiern überlassen, und in der Folge von den Zacharen erobert. Die gegenwärtig der Regierungsverwal— tung von Tschendé unterworfenen mongolischen Aimaks Charatschin, Oniut, Tumet, Aochan, Naiman, Baring und der linke chalchassische Flügel unterwarfen sich, im Anfange der Regierung der gegenwärtigen da i— zin' schen Dynastie, dem manshurischen Chan, und wurden in Fahnen eingetheilt. Im J. 1703 ward an dem Flüß— chen Shech é ein kaiserliches Schloß erbaut. Im J. 1723 wurde der Gerichtshof von Shech é errichtet, und 1778 in die Regierungsverwaltung von Tschendé, die von der Statthalterschaft Dshili abhängt, verwandelt. Diese Re— gierungsverwaltung hat, außer ihrem Kreise, noch ein Gebiet und fünf Districte unter sich. Auf dieser Fläche zählt man 109805 chinesische Fa— milien, oder 558396 Seelen; die Ländereyen derjenigen, die zu den Fahnen eingeschrieben sind, betragen 17791, und die der Bauern 3440 Zin. An Steuern nimmt man von den Ländereyen der Fahnen in Silber 13332 Lana (26664 Silberrubel), und von denjenigen der Bauern 6692 Lana(13384 Silberrubel) ein.) Unter den Schlössern des Bogdochan, die jenseit der großen Mauer liegen, verdient besonders Shech é, ge— nannt Schubischang-dshuan, d. i. Bergdorf, Zu— fluchtsort vor der Sommerhitze, bemerkt zu werden. Die— ses Schloß ist im J. 1703 erbaut, zum Aufenthaltsort *) Wenn hier Erlämpin-Gewicht(s. S. 567, 68 des ꝛ2ten Theils) gemeint ist, so ist eine Lang 25 Loth Leipz. Gewicht, welches in Conv. Geld 2 Kthlr. ausmacht. A. d. U. **) Man vergleiche damit die Nachricht Staunton's in der Reise des Lord Macartney, 3 Th.*. Kap. A. d. V. I. Band, 18 5 7 1 . .— des Kaisers während seiner Herbstjagd; es ist nach dem Plane der Hofburg in Pekin angelegt, und enthält im Um— kreise bis 17 Li(uber 13 d. M.); auf der Südseite hat es drey Thore, und auf der östlichen, nordöstlichen und nord— westlichen eines in jeder Seite. Vor dem östlichen Thore krümmt sich ein langer Damm hin, der bey dem Löwen— graben in Norden anfängt, im Süden an dem Sanddamme sich endet, und 12 Li(fast 1 d. M.) in der Länge ent— hält; in der Breite hat er über 10 Fuß und ist mit Stei— nen in sieben Reihen ausgelegt. Auf der linken Seite des Schlosses ist ein See, und auf der westlichen sind Berge. Diese letztern gehen von Norden nach Westen und sind: der Lischu-gu, Ssunling-gu, Oshengdfü-gu und Ssi-gu. Sie umgeben das Schloß wie ein Ring. Das Wasser des Sees geht von Nordwest nach Süden bis zur Mittagsseite von Wangschu-guan(der Garten). Er ist rein und hell. Ein Sanddamm, der in Krümmun— gen es durchschneidet, bildet die Insel Shundsheu. Auf der Nordseite des Sees ist ein Wasserfall, der aus dem Berge Ssi-gu herkommt, sich gerade auf den Scheitel des Berges Junzujang herabstürzt, und dann einen See bildet. Am ufer des Sees wachsen hohe und gerade Bäume. Er geht gegen Nordost, und kommt bey dem östlichen und südlichen Thore zu einer Schleuße, durch welche man das Wasser aufstauet und abläßt. Die ver⸗ schiedenen Schloßgebäude, die zu der Lage der Gegend passend angelegt, und ohne alle üppige Verzierungen sind, haben einen unaussprechlichen Reiz. Es ist nicht möglich, es in kurzen Worten darzustellen— sagen die chinesischen Erdbeschreiber; denn der Gegenstand der Erdbeschreibung ist die Darstellung der Reiche. In Pekin ist ein besondrer Entwurf von 36 Ansichten dieses Schlosses herausgegeben, ach dem im Un⸗ hat es d hord⸗ u There Mwen⸗ ddamme sü⸗gu u Ring. ) Süden Gatten). rümmun⸗ eu. Auf aus dem Scheit en Ele gerade 9 dem durch e ver⸗ Gegend gen sind, moglich, hesischen kbung it besondlet Aeg, — 275— welche in Versen beschrieben und mit in Kupfer gestochenen Zeichnungen, in schöner Schrift gedruckt sind. Unter der Menge prächtiger Tempel in Shechs sind merkwürdig: 1. Putodsundshen Miao, eine Werst vom Kaiser Zänglung ihn nach dem genauen Plane des buda— liw'schen Tempels bauen. Bemerkung. Der budalin' sche Tempel ist das Schloß des Dalai-Lama in Tibet, nahe bey der Stadt Chlassa). Man sagt, daß das sheché- sche budalin'sche Schloß, sowohl der örtlichen Lage, als der Bauart nach, gänzlich seinem Urbilde gleicht. 2. Der Tempel Ssiuimi Fuscheu von Tschendé gegen Norden. Im J. 1780 kam, zur Feyer des siebzig⸗ sten Geburtsfestes des Kaisers Zänglung, der tibetische Bantschang nach Pekin, um für das lange Leben des Kai— sers zu beten. Damahls ward befohlen, für ihn zum Auf— enthalte ein Gebäude nach der Art des Klosters Dsheß i⸗ liumbu zu erbauen, und dieser Tempel ward Ssiuim i Fuscheu genannt. Die Inschriften an den Tempeln und an den Thoren sind in vier Sprachen, manshurisch, chine— sisch, tibetisch und mongolisch, geschrieben. Bemerkung. Der Tempel oder das Schloß des Bantschang, das im südwestlichen Theile Tibets liegt, heißt ODsheßiliumbu). Man sagt, der Dsheßiliumbu in Sheché sey nach dem Muster des tibetischen gebaut, und der erstere stehe an Pracht dem sheché'schen Budala nicht nach. a 4) S. im 2ten Th. dieser Reise S. 178, 79, ** S ehendas. S. 60, 615 A. d. V. 18* — —— ——— * 9 . 7 9 1 — 273—ͤ— Ich habe hier aus chinesischen Erdbeschreibern einen Auszug über die Mongoley geliefert. Jetzt gehe ich zu den Beobachtungen über, die ich selbst während der Reise durch einige Fürstenthümer der Mongoley gemacht habe, mit wel— cher auch die übrigen Länderantheile, in größerm oder ge— ringerm Grade, viel unter einander gemein haben, IV. Beschaffenheit des Landes. Die Mongoley bildet eine erhöhete Fläche, die von Süden durch die tibetischen, und von Norden durch die al— taischen Gebirge unterstützt ist. Man muß sie als Step— penland ansehen; denn sie hat keine großen Waldungen, die Einwohner haben keine festen Wohnplätze, und daher ist sie jeder landwirthschaftlichen Einrichtung, dem Acker— bau u. s. w. fremd. Aber diese Steppen gleichen nicht im geringsten jenen glatten und unübersehbaren Ebenen in un— sern Statthalterschaften Jekaterinoßlaw, Cherßon, Astra— chan u. s. w. Die chalchassischen Lande sind, von der nördlichen Gränze Rußlands bis an die Stadt Urga am Flusse Tola, mit hohen Bergrücken, größtentheils von Gra— nit, mannichfaltig besetzt; am Fuße derselben fließen Flüsse, und die Gipfel einiger sind mit Waldung bedeckt. Auf der weiten Fläche, welche die Mongoley einnimmt, sollte man glauben, müßte der Boden verschiedenartig seyn; aber er besteht hauptsächlich aus schwarzem Sande und Steinen. Uebrigens haben die Ufer der Flüsse und die Bergschluchten Ueberfluß an gutem Grase; und stellenweise, näher an den Flüssen giebt es auch Land, das zum Ackerbaue tauglich ist. Wir sahen Proben hiervon an den Flüssen Bors, Schara, Irô, bey aller Unachtsamkeit der Mongolen auf eilen zu den durch t wel⸗ Aer ge⸗ e von die al Step⸗ algen, daher Aeer⸗ icht in in un⸗ Asra⸗ on det n Gla⸗ lͤsse, achten —— 7 5 diesen Zweig der Landwirthschaft. Der obere oder nördliche Theil der chalchassischen Lande bietet alle landwirthschaft— liche Bequemlichkeiten für ansässige Bewohner dar, wenn vielleicht hier, durch Zusammentreffen glücklicher Umstände, sich irgend einst hier solche niederlassen sollten. Der Schooß der südlichen Berge des altaischen Gebirges(alt heißt auf mongolisch: Gold), reich an Gold- und Silberadern, macht gewiß einen Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit aus. Das nämliche muß man von einem Zweige des Ge— birges Chingang sagen, welches die Mongoley von Daurien trennt. Ich weiß nicht, worauf sich die Voraus— setzung gründet, die Herr Malte-Brün in seinen Nach⸗ richten von den chalchassischen Landen vorbringt*), als fänden sich darin Bergwerke, aus welchen die Chineser Zinn gewönnen; und eben so seine eigne Versicherung, daß die Chineser mit bedeutendem Vortheil für sich selbst Eisen— fabriken an einem gewissen See Iroi*), 50 Werste von Kiachta, angelegt hätten. So viel mir die Umstände er— laubten, mich an Ort und Stelle darnach zu erkundigen, ist die Bergwerkskunde fast ganz den nomadisirenden Mon— golen unbekannt, besonders im chalchassischen Fürstenthume. — Weiter über Urga hinaus, gegen Süden, fangen die dürren Steppen an, die ebenfalls von Bergen durchschnit— ten sind, deren Ketten sich von Ost nach West* ziehen, 0 Précis de la Géographie universelle. III. Th. S. 454. **) Von einem solchen See(dae Ixoi) habe ich in der Mongo⸗ ley nichts gehört, sondern es ist der F luß Irs, der 65 Werste von unsrer Gränze gegen Süden fließt, und der schon mehr als einmahl von mir erwähnt wurde. A. d. V. *r) Ritter(Erdkunde, 1817. I. Th. S. 516) hat die Be— merkung gemacht, daß diese Richtung der Bergrücken und Bergschluchten von Ober-Asien sich völlig von den amerika— nischen und afrikanischen unterscheidet, wo die vorzüglichsten Bergketten sich von Süden nach Norden ziehen. A. d. V. 1 und nicht so hoch sind, als im Norden. Diese Gegenden sind bey den Mongolen bekannt unter der allgemeinen Be— nennung Gobi— eines Landes, das einen steinigen Kiesboden, und fast weder Gras noch Wasser hat.*) Dort sieht man fast gar keine Feldblumen; das Gras wächst sehr niedrig und dünn, und verbrennt bey mäßiger Dürre ganzlich; Wasser erhalten sie aus Brunnen, die absichtlich dazu in den Ebenen gegraben sind. Zum Glück für die Einwohner ist die Natur in dieser Hinsicht gütig gegen sie gewesen; das Wasser ist in den Brunnen selten tiefer unter der Oberfläche der Erde als 1 Klafter, oder 7 bis 10 Fuß. Bey allen diesen Naturmängeln sah ich doch in diesen Ge— genden zahlreiche Heerden großer Kameele, starker Pferde, fetter Schafe, Ziegen und Rinder. In der Steppe sind viele Salzgründe; wegen der Trockenheit der Luft und der unaufhörlich wehenden Winde giebt es, selbst im Sommer, gar keine Insekten da, die gewöhnlich in Gegenden, wo Waldung und Wiesen sind, das Vieh beunruhigen; es giebt weder Blasenfüße*), noch Bremsen, noch Mücken. (Ich sah dort weder Schlangen noch Frösche.) Deswegen wächst das Vieh gut empor, besonders aber die Kameele, und wird weit fetter, als diesseits Urga. Hierzu trägt nicht wenig auch dieser Umstand noch bey, das das Vieh in Gobi, aus Mangel einer Tränke in Flüssen und Bächen, zur Sommerzeit aus Brunnen oft in vier und zwanzig *) Der englische Erdbeschreiber Kelly spricht ziemlich unbe— stimmt, daß die Mongoley unter andern von den geräumigen Steppen Kob und Schamo durchschnitten werde, welche (gleichsam) für eins und dasselbe angesehen werden, in der Meinung, daß erstere Benennung tatarisch, letztere chinesisch sey. S. A uew aud complete system of univ. Geography, in 2 vol. London 1814 u. 1817. Th. I. S. 150. A. d. V. *) Thrips eine Art sehr kleiner Stechfliegen. A. d. U. N gegenden Stunden nur einmahl säuft, und vielleicht auch noch sel— 1 en Be⸗ tener, und folglich mit größerem Durste, und dabey kaltes 9 einigen Wasser, welches während der Sommerhitze sehr erfrischend gat. 5) ist. In diesem Striche Landes sind keine Wälder. Die 1 wächst Einwohner müssen alles, von den Jurten an bis zu den r Dürre kleinsten Bedürfnissen ihres ärmlichen Haushalts, an den 1 sechtlich Ufern des Cheruliun, der Tola, des Orchon einkaufen. für die Wegen Mangels an Brennholz brennen sie trocknen Dün— 1 gen sie ger vom Vieh. Der vollig steinige Boden des Landes ist r unter zum Ackerbau nicht tauglich. 0 Fuß. So sind die chalchassischen Lande beschaffen.— Wei⸗ en Ge⸗ terhin gehen die Nomadenplätze der Ssuniten. Hier geht, Herde, nach meiner Meinung, Gobi— jener unebene, sandige e sind Landstrich hindurch, welcher in den Ländern der östlichen und der Mongolen anfängt, und in einem schmalen Streifen nach zen, Südwest, durch die neue Linie oder das östliche Turkestan, n, wo bis nach Tibet sich hinzieht; die Breite derselben nimmt zu, ß t so wie er näher nach Süden kommt. Diese Gegenden lk, drohen den durchziehenden Karawanen viele Bedrängnisse: wi die n versagt ihnen nicht selten Gras und Wart 115 Ueberall ien der Boden gelb aus 1 Sande, in Thä⸗ lh ß ö auf Hügeln 18 Beuggz nur ist es kein Triebsand, Ne wie in den Afrikanischen eg Dennoch, ungeachtet 5 ich, großer Unbeguemlichfeiden ihres des, haben die in 1 diesen unwirthbaren Steppen nomadisirenden Mongolen, . eine hinlängliche Anzahl Vieh, welches aus Gewohnheit leicht den Mangel erträgt, und dabey wohlgebaut und h unbe⸗. jumigen fett ist. gelche Jenseit des südlichen Strichs von Gobi endigen sich in 1 die unfruchtbaren Länder. An die große chinesische Mauer 15 1 gränzen die Nomadenplätze der Zacharen, Ortossen und an— . N. derer mongolischen Stamme. Die Steppen derselben haben . 2— einen fruchtbaren Boden, sind von Flüssen bewässert, und bieten hinlängliche Bequemlichkeiten zur Viehzucht dar. In Kukunor beschäftigt man sich auch mit glücklichem Erfolge mit dem Ackerbau. Ein Theil der Mongolen des zachari— schen Länderantheils sind Hirten der zahlreichen Heerden des chinesischen Kaisers; der andre Theil derselben bildet ein Corps des Heeres der acht Fahnen des jetzt in China herrschenden manshurischen Hauses. Die östlichen Mongolen wohnen auf fruchtbaren Bo— den; unter ihnen beschäftigen sich viele mit Bearbeitung des Landes. Diese Gegenden, und besonders die an die große Mauer stoßenden, gleichen, in Ansehung des Kli— ma's und der Beschaffenheit des Bodens, einigen Ländern im mittlern Deutschland. 9 Die Luft in der Mongoley ist kalt, wegen ihrer hohen Lage und Ueberfluß an Salpeter, womit die Steppen an vielen Stellen bedeckt sind. Diese natürliche Beschaffenheit des Landes setzte einst die französischen Jesuiten in Verwun— derung, weil in den hohen Gegenden der Mongoley, zwi— schen 43 und 45 Grad nördlicher Breite die Kälte weit stärker ist als in Paris, das in gleicher Breite liegt.**) Man sieht, die damahls eingefallene ungewöhnliche Kälte mußte ihnen die Vermuthung aufdrängen, als trügen die Mongolen das ganze Jahr hindurch Pelze.***) Wir haben dieses nicht bemerkt. Bey meiner Reise nach China im J. 1820, waren Fröste im Oktober und November von 10 bis 15 Grad und sogar gegen 18 nach dem Reaumür'schen *) Malte-Brün, ebendas. S. 434. A. d. V. ) Oder vielmehr in noch höherer, nördlicher Breite. Denn die pariser Sternwarte liegt, astronomischen Beobachtungen zufolge, unter 48 Gr. 50 Min. 15 See. N. Br. A. d. U. Du- Halde, Description de la Shine; T. IV. p. 8 et 130, A, d. V. Fr) — 281 2 „ Thermometer; obgleich ein so heftiger Winter, nach der 5 n Versicherung der Mongolen, sie nur selten besucht. In og der Strecke von Kiachta bis Urga fällt tiefer Schnee, und char es giebt heftige Regengüsse. Im Sommer sind in den Ge— en deb birgen oft dicke Nebel, und kalte Reife des Morgens. Das u en ist auch der Fall in den zacharischen Nomadenplätzen. In Gim den zwischen Urga und den Zacharen liegenden Steppen— als den höchsten und freyesten der Mongoley— gehen i Bo⸗ fast unaufhörlich Winde, und besonders von Nordwest, etung durch deren Stöße die Schnee- und Regenwolken aus einan— an die der getrieben werden. Aus dieser Ursache sieht man in Gobi ö Kli⸗ selten tiefen Schnee, und weit öfter leidet man durch ndern Dürre, die der dortigen Viehzucht so verderblich ist. hohen den an fahet V. Erzeugnisse, wun⸗ a. Die nördlichen Gegenden der Mongoley haben Ue— „zwi⸗ berfluß an Waldungen verschiedener Gattungen. Auf weit den Bergen wachsen Fichten, Tannen, Birken, Espen, 0 und stellenweise Cedern und weiße Pappeln; viel Ulmen— falle bäume; ich sah dort schöne Johannisbeeren, wilde Pfirsichen die und andre Sträuche. Diesseits Urga, in den Bergschluch— ben ö ten, wächst wilder Lein und wilder Hanf.— b. In den 8. Flüssen giebt es viele Fische, als: in der Sselenga, im 1 10 Orchon, Iro, der Chara und andern; es sind darin Störe, schen Lachsforellen, Schleihen, Hechte, Barsche und andere klei— nere Fische.— C. Von vierfüßigen Thieren giebt es wilde Pferde, wilde Schweine, wilde Ziegen verschiedener Denn a f 1 50 8 b igen Gattungen, Bären, Wölfe, Hasen, Füchse, Zobel, Eich— d. u. hörner. Von Vögeln: Kraniche, wilde Gänse und En— 130, ten, schwarze Enten(Trauerenten, anas nigra), Hasel— hühner, Wachteln, Schwäne(in den zacharischen Noma— denplätzen).— d. In den Landen der Ssuniten giebt es viel Salz, das auf Salzseen sich von selbst ansetzt. In Gobi kommen in großen Strichen Steine der Kieselgattung vor, besonders Karneole; eine besondere Varietät des Kar— neols, durch die Benennung rother Kornalin, aus— gezeichnet; Chalcedonier von verschiedenen Farben, mit Ei— nem Worte: verschiedene Formen agathartigen Quarzes. An Hausthieren hat man: Pferde, klein und nicht sehr ansehnlich, aber ziemlich stark und schnell im Reiten; die, welche Paß gehen, werden, nach dem allge— meinen Geschmacke der Bewohner Mittelasiens, besonders geschätzt. Diesseits Urga sind die Pferde stämmiger; in Gobi sind sie besser gebaut.— Die Kameele sind in der ganzen Mongoley mit zwey Höckern; in Gobi sind die größten und stärksten. Hornvieh, und darunter Büffel, zieht man in den Umgegenden von Urga. Die Schafe sind ausschließend weiße, mit Fettschwänzen und langen schwar— zen Ohren. Sie machen den Hauptreichthum und die ein— zige Speise der Mongolen aus. Das Schöpsenfleisch ist in Gobi außerordentlich weiß und schmackhaft. In die Zahl der Hausthiere kann man die Hunde mit einschließen; Katzen halten die Mongolen gar nicht(auf manshurisch heißen sie Keschke!?)). In Charatschin, wo das bog— dochanische Schloß Shech é liegt, zieht man auch Esel und Maulthiere. Durch die Sorglosigkeit der Mongolen befindet sich ihr Ackerbau in dem allerschlechtesten Zustande; sie säen et— was Hirse(Scharänbudä), Gerste und Weizen, aber 5) Der Hr. Verf. führt dieses Wort ohne Zweifel deswegen (mit Beyfügung des!?) an, weil die russische Benennung der Katze, koschka, soviel Aehnlichkeit damit hat. A. d. U. N Noma⸗ gilt ez in so geringer Menge, und mit solcher Nachlässigkeit, daß . J man diese ihre Anlagen im strengen Sinne gar nicht Acker— bt. J 5 gattu bau nennen kann.— Die Armuth an grünem Futter in 0 g den Steppen für die Heerden veranlaßt die Mongolen, den 18 Kar⸗ 5 Ort ihres Aufenthalts oft zu verändern. Da sie, so zu 15 sagen, dem 8 ö Musen sie 1 1 5 im 15 Sommer auf Weideplätze übergehen, die von ihren Winter— g platzen und Aufenthaltsorten im Frühjahre entfernt liegen: 1 7 folglich müssen sie sich auf lange Zeit von den besäeten 2 Feldern trennen. Menschen, die ihr ganzes Leben, als m allge⸗ 8 5 8. i Kinder der Natur unter freyem Himmel auf unabsehbaren esonders 8 a i i i i Steppen zubringen, und mit zahlreichen Heerden von einem er; in e.. 8 Orte zum andern umherschweifen, müssen sehr natürlich in der eine Abneigung gegen ein Leben in festen unveränderlichen Wohnplätzen empfinden. Fügen wir dazu den Hang zum Nichtsthun, und die Scheu vor einer steten Bemühung, die wilden und Nomadenvolkern so eigen ist*), so werden wir leicht begreifen, warum die Mongolen, gleich den Bu— sind die Buff chafe sind 4 räten, Kalmüken und Kirgisen, keine Lust zu unermüdeter fc 0 Sorgfalt für die Saatfelder haben, ob sie gleich zur Zeit J eines Viehsterbens die Vortheile derjenigen, die zu ihrer flachen; Nahrung Brod haben, sehr beneiden. Ihre Liebe zum lutisch Müßiggange geht so weit, daß sie an Orten, wo Ueber— s bog⸗ fluß an Waldung und Gras ist, wie z. B. zwischen 9 El Kiachta und Urga, niemahls für ihr Vieh Winterveranstal— tungen treffen, niemahls bereiten sie Heu,— einige 10 oder dit sch 20 Schober sind nicht zu erwähnen—, sondern sie über— saen et „ aber*) Sie haben einen Abscheu vor der Arbeit, lieben den Krieg, schätzen die Tapferkeit, und— wie Tacitus(von den alten deswegen Deutschen) sagt, schonen mehr ihren Schweiß als ihr Blut. denennulg Pigrum quin imo et iners videtur sudore acquirere, quod A. 0. 1 possis sanguine paraxe. A. d⸗ V. 284 lassen, zur Zeit des tiefsten Schnees, in der heftigsten Kälte, und sogar selbst im krankhaften Zustande ihres Viehes, die Erhaltung ihrer Heerden dem Willen des Schicksals. Durch eine solche Sorglosigkeit und Trägheit verlieren sie oft fast ihr ganzes Vermögen. Zum Beyspiel, im Frühjahre 1821 war im nördlichen Theile von Chalcha ein so großes Vieh— sterben, daß mehrern Viehbesitzern von 1000 Schafen nicht mehr als 80 übrig blieben. M. Einwohner; Der Mangel an treuen Berichten von der Bevölkerung der Mongoley, die Schwierigkeit, oder aufrichtiger gespro— chen, die völlige Unmöglichkeit für einen Fremden, sie auf— zufinden, beraubte mich der Mittel, etwas bestimmteres davon zu sagen. Man nimmt an), die genaue Anzahl der Mongolen sey selbst nicht der chinesischen Regierung bekannt. Jeder mongolische Beherrscher gab bey der Erklärung seiner Un— terwürfigkeit(kim siebzehnten Jahrhunderte) gegen die man— shurischen Bogdochane, so viele seiner Unterthanen an, als er hoffte, Krieger ins Feld zu stellen, und diese Rechnung muß auch jetzt noch gültig bleiben. Die Dsaßaken oder Oberhäupter besonderer Choschune(Fahnen), wiesen von 3 bis 23 Escadrons auf; jedes Escadron besteht aus 150 Mann Reiter, mit völliger Waffenrüstung. Wenn man eine Mittelzahl, 13 Escadrons in jedem Choschun annimmt, so machen die 49 Fahnen der südlichen Mongolen, die ge— rade im Anfange(1644) sich dem manshurischen Kaiser, *) Igumn ow. S. oben. A. d. P. „ eilte dem Exoberer China's ergaben, und die 84 Fahnen der e, dt nördlichen Mongolen, oder Chalchassen, in Allem 133 Fah— Dur nen, ungefähr 260000 Mann aus. Zu diesem muß man oft fast noch 8 Fahnen der Zacharen hinzurechnen, in denen man e 1821 höchstens 24000 zählt. Auf diese Art machen alle Mon— 0 dh golen, die zu Rosse aufsitzen konnen, bis 284000 Mann en niht aus. Diese Berechnung ist auf diejenige Lage gegründet, worin sich am Ende des siebzehnten Jahrhunderts, nach den blutigen Kämpfen mit den Sungaren und Chinesern die Mongoley befand. Da aber seit dieser Zeit dieses Land, unter der Herrschaft der Manshuren, schon über 100 Jahre, eines ununterbrochenen Friedens genießt; so muß die er— kerung wähnte Anzahl der Einwohner sich bedeutend vermehrt ha— gespto⸗ ben. Bey all dem kann man doch die Volkszahl der Mon— sie auf⸗ golen, nicht höher, als 500000 Jurten oder Kibitken(Filz— imumteret zelter, Filzhütten) anschlagen. Jede Jurte enthält einen Krieger, d. i. einen Mann mit Frau und Kindern, folg⸗ Jongolen lich ergiebt sich, nach der bey uns angenommenen Rech— „ Idder nung, wo man in jeder Familie selbst bis 4 Seelen an— iner Un⸗ nimmt, daß die Anzahl aller Bewohner der Mongoley sich nan⸗ auf 2 Millionen beiderley Geschlechts beläuft. , als Uebrigens, wenn man nach der großen Fläche Landes hnung urtheilt, welche zur Nahrung für das Vieh, bey einem oder Volke, das ein Nomadenleben führt, erfordert wird, und von 3 nach der von mir bemerkten Oede der mongolischen Step— 6 150 pen, wo man Zehende von Wersten(mehrere Meilen) an man reist, ohne nur eine einzige Jurte zu sehen, darf ich glau— snnt, ben, daß die angegebene Berechnung der Volkszahl der die ge⸗ Mongoley nicht sehr von der Wahrheit abweicht. So denke gaser, ich, indem ich nur etwas zum mindesten eine Sache auf— zuhellen wünschte, die bis jetzt ohne genaue Beachtung und Berichtigung geblieben ist. * „ Das Aeußere der Mongolen ist hinlänglich bekannt aus den Beschreibungen unsrer Gelehrten. Wer Gelegenheit gehabt hat, einen Kalmüken oder Buräten, Stammgenos— sen des Mongolen, zu sehen, hat von diesem letztern einen der Wahrheit nahe kommenden Begriff. Die Mongolen un— terscheiden sich in der That von allen ihren Nachbarn, nicht nur durch die Sprache), fondern selbst durch die Bildung des ganzen Körpers; sie haben eine mittlere Leibesgröße; schwarze Haare, auf der Stirne und an den Schläfen ab— geschoren, hinten aber in einen Zopf geflochten, der auf dem Räcken hinunterhängt; ein rundes, schwarzbräunliches Gesicht; tiefliegende, aber scharfblickende Augen; große hängende Ohren; breite Backenknochen; eine etwas platte Nase, und ungewöhnlich dünne Barthaare. Ein Mongole, mit einem dichten Barte(wie ich doch einige zufällig gese— hen habe) ist für seine Landsleute ein Gegenstand einiger Verwunderung, doch kann man nicht sagen Verehrung, wie daß besonders bey den Mohammedanern geschieht. Ich traf, — und besonders im chalchassischen und zacharischen Fürsten— thume, Mongolen mit einem weißen und wohlgebildeten Gesichte. Aber ein angenehmes Aeußere ist mehr ihren Frauenzimmern eigen, die frische und rothe Wangen, und ) Die mongolische Sprache ifl eine Ursprache; es sind darin mehr vielsylbige, harte, aber ausdrucksvolle Laute. Die mon— golische Schrift wird, wie die chinesische, auf dem Blatte senkrecht von oben herunter geschrieben, aber die Zeilen wer— den von der Linken zur Rechten gezählt, wie bey den Man— shuren; sie schreiben mit einem Pinsel. In den mongolischen Schriftzeichen entdecken einige eine Aehnlichkeit mit den grie— chischen, lateinischen und besonders den syrischen, und suchen die Ursache dieser Aehnlichkeit in jenen frühern Zeiten, als nestorianische und andere Missionare den christlichen Glauben in Gegenden, von mongolischen Völkern bewohnt, verkündeten. A. d. V. 287— kunt einen lebhaften, feurigen Blick haben. Wahrhaftig, einige genhei von diesen, in den wilden Steppen erzogenen Töchtern der genos⸗ Wüste, sind von der Natur mit Reizen begabt, die bey inen allen Schattirungen asiatischer Rauheit, Aufmerksamkeit, u un⸗ wo nicht Nebenbuhlerschaft, selbst im Kreise europäischer „ct Schönen erwecken könnten. Klima, Erziehung, Lebensart dibbung und andere Umstände mögen dazu beytragen. Auch muß sroßte; ich sagen, daß das äußere Ansehen des mongolischen Kör— n ab⸗ perbaues sich leicht andern Völkern mittheilt, und in diesen et auf beynahe unveränderlich bleibt, wie man das an den Chine— liches sern, Tibetern, Kirgisen u. s. w. sieht, die alle noch bis jetzt roße dieses Gepräge an sich tragen, ungeachtet schon seit der platte ersten Vermischung einige Jahrhunderte verflossen sind. ngole, Hingegen behalten die Mongolen selbst, in jeder Vereini— 9. Ree⸗ gung, das ihnen eigenthümliche Aeußere. einiger n 0, ble 9 llaf, Die Geschichte zeigt uns, daß Völker, im ursprüng— rster⸗ 13 oder einfachen Naturstande, großmüthig und gastfrey deten gegen Fremde, und freundlich in ihren Familien sind. Für Vn solche Menschen sind Freundschaft und Feindschaft Worte 15 von großer Bedeutung. Sie verwechseln sie niemahls; sie entfernen sich von dem Feinde, und hängen dem Freunde 10 an. Stämme und Völker sind der Gegenstand ihrer Be— mon⸗ sorgniß und Plünderung; der einzelne Wanderer geht un— Glatte verletzt mitten durch sie hin, und wird sogar mit Geschen— 11 ken überhäuft.— Dasselbe kann man auch von den Mon— chen golen sagen. Ob sie gleich bis jetzt in Unwissenheit ver— gie: sunken sind, so sind doch ihre Sitten etwas gemildert durch 99 die Vorschriften des lamaischen oder schigemunischen Glau— hlauben bens. Sie sind im Ganzen genommen gascsrey, freundlich, indetel⸗ dienstfertig, gutherzig und aufrichtig. Diebstahl, und noch 5— — — 288— weit mehr Raub ist bey ihnen ein ungewöhnliches Laster; diese Verbrechen werden hart verfolgt durch die Macht der Volksgewohnheiten, und durch die unvermeidliche, gerechte Strenge der Gesetze. So beschreiben sie Manshuren), die mit ihnen Umgang gehabt haben; ja ich selbst auch konnte dasselbe bemerken, bey meiner Durchreise durch die Mongoley. Freylich muß man darin einige Ausnahmen gestatten, diejenigen Mongolen betreffend, die einige Jahre in China gelebt haben. Eben so haben auch die Zacharen, da sie im wirklichen Dienste der Manshuren stehen und in der Nähe der aufgeklärten Hauptstadt China's wohnen, ihre natürliche Einfalt verloren; sie haben ihrem Herzen viele Eigenschaften eingeimpft, die halbgebildeten Kriegern, wie die Manshuren sind, oder einem Volke mit verfeinerten Sitten, das zugleich stolz ist, wie die Chineser, eigen sind. * In der Kleidung beobachten die Mongolen Einfachheit, ihrer Lage angemessen, die von Nöthen jeder Art beengt ist. Die Mannspersonen tragen im Sommer einen langen Rock, im Schnitte den russischen ähnlich, aus Nanking oder auch von Seidenzeug, vorzüglich von dunkelblauer Farbe; den obersten Zipfel des rechten Schoßes heften sie an die Brust, und umnähen ihn mit schwarzem Plüsch. Sie machen Mäntel aus Tuch, vorzugsweise von rother und schwarzer Farbe. Sie tragen einen ledernen Gür— tel mit kupfernen oder silbernen Schnallen, und daran je— derzeit ein Messer und ein Feuerzeug. Eine runde Mütze ) Dagegen werden die Kirgis-Kaißaken von den Manshuren für treubrüchige, grausame Räuber gehalten, die auf nichts Rücksicht nehmen, und nur auf Befriedigung ihrer Habsucht denken. A. d. V. — 89— 5 0 br„ 8 2 2 ftr; don Seidenzeug mit einer aufrechtstehenden Verbrämung von aht da schwarzem Plüsch. Hinten nähen sie zwey oder drey rothe gerechte Bänder daran, die auf dem Rücken hinabhängen. Hemden 1 2(welche einige ganz und gar nicht gebrauchen) und Bein— Mauch kleider tragen sie ebenfalls von Nanking. Die Stiefeln uc de sind von Leder(größtentheils von unserm Juchten), mit nahmen ungewöhnlich dicken Sohlen, den chinesischen ähnlich. Im e Jahte Winter gehen sie in langen Schlafröcken von Schafspelz acharen, entweder ohne Oberzeug, oder mit Nanking überzogen, und und in ihre Wintermützen sind mit Schaffell, oder auch mit Zobel, en, ihre Fuchs, Marder, Murmelthier, nach dem Reichthum eines en viele jeden, verbrämt. Die Reichen, versteht sich schon von selbst, „ wie haben die Mittel, ihrer Kleidung mehr Geschmack und Uep— einerten pigkeit zu geben, aber der Schnitt ist bey allen ein und Nn sird. derselbe; die Herrschaft der Mode ist den Mongolen un— bekannt. Die Geistlichkeit trägt Röcke mit einem schräggeschnit— fachheit, tenen Kragen aus Nanking, Taffet, oder Fries, ausschließ— t biengt lich von gelber oder karmoisinrother Farbe. langen Die weibliche Kleidung ist in vielen Stücken der männ— lang lichen ähnlich. Die Haare auf dem Kopfe theilen sie in lauer zwey Locken oder Flechten, die auf die Brust herab fallen, en sie und am Ende mit kleinen Stücken Silber mit echten Ko— blüsch. rallen, Glaskorallen oder buntfarbigen Steinen. Die Ko— other rallen machen bey den Mongolen den schönsten, bisweilen 1 Gör⸗ sehr theuren Schmuck aus. Einige Wohlhabende beiderley pan j Geschlechts haben Gürtel und Sättel, die mit Korallen be— güte setzt sind, und einige tausend Rubel kosten. Das Pferdegeschirr, Zäume und Sättel, mit einer 1 sehr großen vordern Schweifung, werden mit kupferner uf nicht Besetzung verziert; selten kann man daran, oder an den Hai Köchern Silber sehen. Bogen, Pfeile und ein kurzes Sei— III. Band. 19 tengewehr— das ist die ganze Rüstung eines mongolischen Kriegers. Flinten, mehr noch gezogene Röhre, besitzen nur Jagdfreunde, um wilde Thiere zu schießen. Pulver, Schrot und Kugeln erhalten die Mongolen von den Chine— sern. Es ist wahr, Flinten giebt man denjenigen Mon— golen, die eigentlich zu den manshurischen Truppen gezählt werden. * Was die Wohnungen der Mongolen betrifft, so sind die Bauart und innere Einrichtung ihrer Jurten ebenfalls Gegenstände, die von vielen beschrieben sind. Ein rundes Gatterwerk aus dünnen Stäben, kreuzweise durch Riemen zusammen verbunden, machen die Grundlage einer Jurte aus; auf das Gatterwerk werden lange dünne Stangen in Form von Dachsparren gelegt, die oben sich vereinigen und eine kleine Oeffnung zum Ausgange für den Rauch lassen. Alles dieß wird dicht mit Filzen belegt, die im Winter in drey Schichten über einander befestigt werden. An der Südseite(und durchaus nirgends anders) bringen sie ein ziemlich niedriges und enges Thürchen an; und rings um den Grund der Jurte häufen sie Sand auf In der Mitte der Jurte ist ein Herd gebaut, in welchem eine Schale von Gußeisen befestigt ist, um Thee, Milch und Fleisch zu kochen. Die rechte Seite der Jurte, vom Ein— e herein, ist dem weiblichen Geschlechte überlassen. Bey gang Wohlhabenden breitet man auf der Erde Filzdecken aus, die mit allerley Mustern gesteppt sind; die reichen Leute gebrau⸗ chen dazu persische und turkestanische Teppiche. Der Thüre gegenüber stehen auf besondern Tischchen kupferne Götzen— bilder— die schigemunischen Laren und Penaten, mit ver— schiedenen Gefäßen, die zum Darbringen von Opfern ge— braucht werden. Zur Rechten steht eine hölzerne Bettstelle, 110 mit Fibdecken belegt; zur Linken sind Kisten und Kasten 9 71000 mit Kleidern u. s. w. N giebt es gar e sie setzen 0 hne sich 1 den 1 1 e ee Vage nach 3 Mn allgemeiner asiatischer Sitte. Neben der Thüre stehen Zu— ber, Eimer und allerley häusliche Geräthschaften. Bey wit wohlhabenden Mongolen sind die Jurten geräumig und hoch, ö so daß man darin herumgehen kann, ohne sich zu bücken; 3 5 auf gleiche Weise verbinden einige von ihnen zwey und u d mehrere Jurten mit einander, wie eben soviel abgetheilte e Zimmer, wovon jede ihre besondere Bestimmung hat. 5 rundes 1 Riemen* ö e Die Speise und das Getränk der Mongolen besteht in en Milch, die sie von ihren Heerden erhalten, Käse und But— en und 8 5 2 878 ie ter. Daher sind sie sehr schwach von Kräften; auf der an— N fas 9 8„:„ 0 dern Seite dagegen ungewöhnlich leicht und behend; ein Auer l Mann von 60 Jahren setzt sich rüstiger zu Pferde, als ein An der Reiter von 30 Jahren, der alle Regeln der Reitkunst er— sr ei lernt hat, und kann ohne Ermüdung des Tags 200 Werste gs un(uber 28 d. M.) und mehr durchjagen. Fleisch, besonders n ör Schöpsenfleisch, genießen sie nicht alle Tage, und nicht in eine jeder Jurte. Wildbret, außer wilden Ziegen oder Dsa— 0 und ren's und wilden Schweinen, und noch mehr Fische, n Ein⸗ habe ich nie auf der mäßigen Tafel des Mongolen gesehen. n. Bey Aus Noth een sie Pferdefleisch und Kameelfleisch; und der ub, die äußerste Mangel an besserer Speise nöthigt sie auch zuwei⸗ gebrau⸗ len das Fleisch verreck kter Thiere zn genießen. Wasser trin— c Thüͤre ken sie, ohne besondere Nothwendigkeit, nicht. Der Back⸗ Götzen— steinthee macht den Haupttrank und Speise bey den Mon— N vel; golen, den Armen und Reichen, aus. Eine Scha le von fern Gußeisen, angefüllt mit diesem, mit Milch, Butter und detlstlle Salz gekochten Thee(eine Art Bouillon) findet man in 19* —.——— 33——.—* ————— — 2922— 0 jeder Jurte auf dem Heerde. Die Hausherren trinken ihn, wie sie Bedürfniß und Lust dazu fühlen. Der ermüdete Reisende geht dreist in die Jurte, und kann, nach dem Gesetze der Gastfreyheit unter Steppenbewohnern, zu jeder Zeit seinen Hunger und Durst mit Backsteinthee stillen. Hierzu gebraucht er indessen seine eigene hölzerne Schale“), die jeder Mongole, als ein unumgänglich nothwendiges Bedürfniß, bey sich hat. 75 Die Jagd, Pferderennen, Ringen, Schießen mit dem Bogen nach dem Ziele, machen die einzigen Zeitvertreibe der Mongolen aus; andere kennen sie nicht. Vom Tanzen scheinen sie nicht einmahl einen Begriff zu haben; wenig— stens habe ich nie in der Mongoley Vergnügungen dieser Art gesehen oder davon gehört. Endlich muß man sagen, daß der fröhliche Bacchus in den mongolischen Wüsten nicht selten seine eifrigen An— hänger, die ihm, besonders zur Sommerszeit, mit A irak (Branntwein aus Schaf- und Kuhmilch), Kumüß und Branntwein, den sie bey den Chinesern kaufen, Ehre er— weisen. In Unterhaltungen wahrer Freundschaft, im Kreise sitzend um den immer glimmenden Argal in der Mitte der Jurte, bringen die Mongolen, in Stunden der Muße, die ) Bey den Mongolen werden die aus Tibet eingeführten höl— zernen Schalen sehr geschätzt, wegen der ausgezeichneten Zierlichkeit der Drechslerarbeit daran, des schönen Anblicks des gewässerten Holzes, und wegen— der Heiligkeit des Landes, das dieses Erzeugniß hervorbringt. Diese Schalen sind bey den Reichen mit reinem Silber von innen ausge— legt. Eine solche Schale, meine unzertrennliche Reisegefähr— tin während meiner Reise durch die Mongoley, bewahre ich bis jetzt auf, als ein ungewöhnliches Andenken von meiner Nomadenreise nach China. A. d. V. für sie so gewöhnlich sind, und noch mehr bey Ueberfluß von 10% 00 Milchbranntwein, die Seit z in schwermͤthigen Erinne— ahn N 9 5 5 entwichener Zeiten 5 die Thaten u jder 1 05 vaterländischen Helden, und ee die Beschwerden files. des Lebens und die Last des manshurischen Zepters. Aus halle, dem 1 der von Branntwein Begeisterten strömen wd e Scherze, N unterhaltende Geschichten oder Er— zählungen von der Kühnheit und dem Glücke der Jäger, von der Schnelligkeit berühmter Renner u. s. w. Dann ertönen auch die melancholischen Töne ihres Gesanges, bis— weilen von einer Flöte und Balalaika(Art Zither mit drey 5 Saiten) begleitet. 1 der Hier sind einige mongolische Gesänge, die einen Be— 7 0 griff von der Sprache dieses Volks geben und zugleich auch 1 uns mit dem Geschmacke seiner Dichtkunst!“) bekannt n dieset machen können. 55 2 Bacchus Nomün Chagan Dsunchabs hen An⸗ Turüin Edsén Chagän bi, ö Airak Teguss chubitü amitän Burchanũ oron du turubei Ulagän murungeéin ossugi Dsalbiradshi tulaga, Kkeise 1 2 Utai schang- géin oron du e der 3 2 1 Dagän turulzekü boltogäi. e, die Choblän chotschilän kelektschi Choratü maggi Isanaga 535 1 höl⸗ Chojar Dsajaga ilgaktschi ichneten.— G e .*) Man sagt, die Hofleute des Attila hätten geweint, als sie e von Heldenthaten hörten, die sie nicht mehr unternehmen schalen konnten. A. d. V. lues„*) Diese Gesänge habe ich durch A. P. Frolow, meinen iges treuen Dolmetscher während der Reise nach China, erhal⸗ ahre i ten. Die(russische) Uebersetzung ist von ihm. A. d. V. eilt ö 5—— 2 8 5 2————— B—ü—¼ 1 2———5ð5ðii——— 1 E——— — —* 10 4 ü 2. 2 v2— 2 725 2 C 0 f 5 ö— 7 75 — 0 3 1 6— 2 1 2 3 8 D 2— 2— — 7— 22 —— 0 S— 7 2* a 2 — 8 8 7 2 — 4 2 22 N 8 3 8= 8 8 8 N— 8 2 5 . S= 85 2 15—„ 2* 2 1 8— 2 0* 5 1— 5 0 4—. 1— 8 .* 4 5— 15 7—— 1* 0— — 0 19 2 9 4 r. 2 2 2 1*. 21 8 e 5 2 4 5 2 28— 2 1 6 57 15.— 5— 8 1 — 2 2 e 2 2. 127 — f 2—*— 5— 2— 7— 92 5—— 7. 5. ö 2 0 1 5 7 2 U 1 4 9——— 5 75 7=* 2 752 1 5 25—4 1 7 1 1— 2 2— 9 1— 2 2 ö N L. 23 3„—— 4— 8 ul—— 5— 23 10——— 2— u 2* „ 2 22 18 7 89 2 S 2 8 2 3 2 7 20 5 8 8 7—— 7 3 2— 1 1 3 0 6 1— 2—*— 5— 5— 22 ö 2 E 9* 7 5 5 2 1 62 2 2* 3 2 5 f 2 0 8 5 8— 1 7 3 5 2* 8 0 0 S 2 r P 0 e 6.— K 8 S N S 8 8 g 9 2 F„ 2 A* 5 l——. 128— r 2 5 * 75 4— 15—— 14 2* 2 2 8 2— 3 2 9 8„ 5 9 8 4 2 2 2 r—. 8 5 3 2 8—— 2 1 2. 5 2 5 f 5 25 5 5 2 5—** 2 + 0 12 1 8 3 1 22= 22 21 5 8 5— S S 2 W 22 8% 8 3 3. r S— 7 0— 7„5 89 775— 8 8 8 8— 1 7 5 2 n 2 4—. 4. CE 5 2 5* 1 5— 3 2 2 8 2& 4 c& C EA O G 1 2— 7— 1* 5 — — 0 1 . — „ 1—— 5 eee — 66— V 7««ßXͤNRͤʃ3 en A —— 1 222. 1. 9 . 295 8 Diese kurze Lehre Muß man zur Bemerkung annehmen— In dem Dunkel durch das Thal wandelnd Kann man den morastigen Koth wohl sehen? Wenn mau lebt mit jemand in enger Freundschaft, Kann man seine Gedanken sehen?— Mögen wir durch den Beystand des Dalai-Lama Von unsern Feinden erlöst werden! insre geheimen und offenen Thaten Mögen sie uns verziehen werden von den dret Bogdo's.“) ö Dse Zeien Chäni choschunass, dse aid dse, ö Zerik bidé mordôba; ö Dse Zeriklelsun zerik mäni, dse aidu dse Gurbän mingan 2erik pi. Dse Zeriga mäni turüni, dse aidü dse, Zebden Beile bätur bi. Dse Schilgaradshä mordossôn, dse aldi dse f Schidär Chünchün Taidsi tüi; Dose Dsorikladshi mordofsôn, dse aidü dse, Dordshi Dshoném Beile tui Dse Schikschigedshi mordossén, dse aidü dse, Banba Büifsun Noin tüi. Dse Changäin ga dabändu, dse aldu dse, Iläldussôn daissün dor; 1 Dse Chariũ ugüi' i mordossôn, dse aidü dse, 0 Mandi nojad Erdeni. Dse Enké taläin dsülgetschi dse aidu dse en. Ergiltén de ideltü'i, Dse Edsen Bogdäin ssuldér, dse aidu dse, Domdür nigen dariltu'i. auf ihm. Achtung a 3 i 0 5) Der Dalai-Lama, Bautschang Erdeni und der Gegen in . 9 Urga. TTT...:..... ͤ— 2—— — 298— Hieber se su g: Aus dem Choschun des Zezen-Chan*) Zieht aus das Heer zu Roß, Bestehend aus dreytausend(Mann). Der Führer dieses Heeres ist Unser Held Zebden Beile, Aus den Rittern des Hofes Ist der Taidsi Chunchun durch die Wahl ausgehoben; 11 Noch zieht dahin aus freyem Willen ö Unser tapfrer Beile Dordshi Oshonom; Banba Buißun Noin ist schnell Dahin geeilt auch mit zum Auszug. Dieser Helden seltenen Muth Hat schon unser Feind erfahren In dem heißen Kampfe am Berge Changai.— ö Wenn der Bogdo-Edsen, nach seiner Gnade, 0 Bestehlt diesen Krieg zu enden, Dann werden wir auf dem Wege zur Heimath— Alle nach Enke Tala x) ziehen, Dessen fettes grünes Gras Futter wird geben den guten Rossen. 3. ö Röthliches Roß mit dem Paßgange, t In der gewohnten Heerde wandelnd. Wie schön bist du in deiner Gattung; Mit wundervoller Farbe der stolze Wuchs. Aber jene junge Schöne, In dem fremden Lande wohnend, 9 Härmet sich ob ihrer Heimath; 0 Blickt hierher mit unverwandtem Auge. Immer würd' ich bey dir seyn, Doch der Berg Changai verhindert's; ) Der Auhang oder Refrain dse aid 55 5 5 übersetzt. f 5 *) Die Ebene der Ruhe.. g %) Von No. 5. und 4. ist nur die(russische) Uebersetzung, nicht auch das mongolische Original vorhanden. A. d. U. ä Streb' ich auch zu leben in der Liebe, Scheidet mich das Schicksal doch von dir 4. Wie die Sträuche auf dem grauen Gletscher) Von den stürmischen Winden schwanken, So erschlaffen auch vom Trunke Die im reifen Alter stehnden Brüder. Das junge Roß, das da gekommen ist Zur fremden großen Heerde, Und nicht vermochte dessen zu gewohnen, Grämt immer sich um die Gefährten. Die fremde Fürstentochter, . Die unter dem zahlreichen Volke richt weiß, wie sie gefallen soll, Erduldet Unannehmlichkeiten.— Zeigt die schwarze Wolke sich— ö Denk' ich mir das starke Schneegestöber; Deckt mit Staube sich der Pfad— Sagt das Herz: es kommt der liebe Freund! Wälzt die weiße Wolke sich daher— Harre ich des Frostes nur; Wirbelt ob dem Thale sich der Staub— Sag' ich nur: sieh da! mein lieber Freund!— 5. Bogdôin talükssàn darassũ ehoben; Bodotü'i[saichän arschijän! Bal metü amtatü'i: Balgun Isagudshi nairalüja. Olän tumèn kurtemekzé, Tenü'k- schingi boldék bi; Onodshü gakzä nurtekui- du Ogô lündé bachatül'i. .„) Gletscher lim russischen Göletz) nennt man im östlichen Sibirien die hohen Berge, auf deren steinernem Gipfel ewi— 1 nich ger Schnee liegt(belli, d. i. die weißen Berge, auf dem l. Altai). A. d. V. — 5 1 r„—— 3 8082 0 5 298 5 Ssaua charin aguldsak san Ssaichan idr dsalagud, Ssagämal Isü- che tudchadshü, saichän dshirgäl ene bi. Heber se bung Es ist ein trefflicher Arschan) in Wahrheit Der Wein, den uns der Bogdo gab! 2 1 Wie Honig ist er lieblich uns So laßt uns trinken ihn im Bruderkreise. Vom Uebermaaße des Genusses Umfängt gar leicht der Wahnsinn dich; Doch wer nur mäßig ihn genießt, Der wird ergriffen von Entzücken. Gesundheit juble, Stärke, Jugend; Ein seltner Fall hat uns vereint. Das milde Süß der Milch genießet; Das Brudermahl erfreut das Herz. * * Bis da * Die Mongolen schreiten sehr jung zur Ehe. hin wohnen Söhne und Töchter zusammen bey ihren El— tern. Im Fall einer Heirath erhält der Neuverehlichte von dem Vater etwas Vieh und eine besondere Jurte(Ger) dann wird er schon gerté, d. i. Haushalter oder Haus— herr, genannt. Die Braut bringt als Mitgift, außer Kleidung, Hausgeräthe u. s. w. eine gewisse Anzahl Schafe und Pferde mit. Die Zärtlichkeit der Eltern, und die ge— genseitige Anhänglichkeit der Kinder an sie, ist unter diesem rohen Volke gränzenlos, rührend. Die Söhne haben auch ach der Verheirathung größtentheils ihren Nomadenplatz ungetrennt mit dem Vater der Familie zusammen, soviel *) Ein Heiltrank. A. d. V. 5 299 es nur die Größe der für die Viehzucht unumgänglich nö— chigen 9 ideplätze erlaubt. lichen Gebräuche, die bey 2 Verhe irathungen und Begräb— nissen beobachtet werden. kongolen sehen bey e gar nicht auf Seite, so daß bey ih— nen Kinder vom leiblichen Bruder und e einander Verwandtschaftsgrade von weiblicher heirathen können; zwey Schwestern heirathen einen Mann u. s. w. Dagegen ist die Verwandtschaft im weiblichen Geschlechtsstamme so wichtig, daß nicht nur in dem ent— ferntesten Grade desselben, sondern sogar in den Geschlech— tern oder Stämmen davon, die Jaßu genannt werden, und ihren Anhang von irgend einem Ahnherrn ableiten, die Ehe gänzlich unerlaubt ist, wenn der Bräutigam und die Braut von Einem Geschlecht(Jaß u) sind. Deswegen führen die Mongolen ihren Stammbaum mit solcher Ge— nauigkeit, daß sie, ungeachtet ihrer Vermehrung und zufäl⸗ 19 ligen Versetzung in andre Geschlechter, niemahls ihr Jaß ü 5. verlieren. Das zweyte nicht minder wichtige Hin derniß der sten El⸗ ehelichen Verbindung bey den Mongolen besteht d darin, daß . 0 sie, nach ihren Vorurtheilen, und dem ihnen eigenen Aber⸗ 5 glauben mit Hülfe von Büchern, das Geburts-Jahr des A* Bräutigams und der Braut erforschen, d. i. unter welchen „ Thierkreisen sie geboren sind, damit das Zeichen, unter dem . die Braut geboren ist, nicht dem Bräutigam schade, oder 1 0 ihn nicht an Kraft übertreffe; darunter ist zu verstehen, daß 15 die Frau in der Familie nicht die Oberhand über den Mann . erhalte. Himmelszeichen zählt man bey ihnen zwölf, nach vurlaz denen sie die Jahre, so wie wir bey uns die Monate, be— 15 nennen; sie sind unter folgenden Nahmen bekannt: 1. Chu— lägana— die Maus; 2. Ufer— das Kalb; 3. Bar — ä— 2 8 3 300— — der Tiger; 4. Tolài— der Hase; 5. Lu— der Drache; 6. Mog— die Schlange; 7. Mori— das Pferd; 8. Choni— der Widder; 9. Megit— der Affe; 10. Takiq— das Huhn; 11. Nochäi— der Hund, und 12. Gachäi(Hachai)— das Schwein.— Das fünfte Jahr, nach obiger Reihefolge zu rechnen, ist jederzeit das, welches den Eintritt in die Ehe erlaubt, und heißt Ibegél, das siebente dagegen: Charschi. Zum Beyspiel: Wenn die Braut unter dem Zeichen der Maus oder des Kalbes, und der Bräutigam unter dem Zeichen des Drachen oder der Schlange geboren ist, so ist die Ehe erlaubt; ist aber eins von diesen unter dem Zeichen der Maus und das andere unter dem Zeichen des Pfer— des geboren, so ist dennoch, und wären sie auch aus ver— schiedenen Stämmen, es ihnen nicht erlaubt, sich mit ein— ander zu verheirathen. Ueberdieß nehmen sie an, daß das Kalb mit dem Tiger, das Huhn mit dem Pferde, das Schwein mit der Schlange, einander entgegen gesetzte oder feindselige Zeichen(Charschi) sind, und die Ehe unter diesen Zeichen ist schlechterdings verboten. Die Heirathsgebräuche bey den Mongolen sind folgende. Die Freywerberey geschieht bey ihnen durch fremde Leute. Nach erhaltener Einwilligung begiebt sich der Vater des Bräutigams mit dem Freywerber und mit einigen der näch— sten Anverwandten in das Haus der Braut, um den Con— tract abzuschließen. Sie bringen wenigstens einen Hammel mit, der in Theile zerstückt gekocht ist, welches Tuel Ei genannt wird; einige bauchige Krüge Branntwein und Chadak's. Nachdem die Parthey des Bräutigams dem Vater der Braut die Ursache ihrer Ankunft mit gewöhnlis chem asiatischen Wortgepränge eröffnet hat, legen sie vor die Burchanen auf einen Teller den Kopf des mitgebrachten ——— ö— der F O das Hammels hin, nebst einigen andern Stücken Fleisch und — der einem Chadak, zünden Kerzen an, und machen einige tiefe er Verbeugungen bis zur Erde vor den Götzenbildern. Dann in.— setzen sie sich alle nieder, und die Angekommenen bewirthen u, sst mit dem übrig gebliebenen Hammelfleische und Branntwein d, und die Eltern und Verwandten der Braut; dabey müssen sie Zum jedem einen Chadak überreichen, oder auf den Boden Naus einer Trinkschale einige kleine Kupfermünzen legen, welche deichen die Eltern der Braut, nachdem sie den Branntwein aus— ist die getrunken haben, für sich behalten. Dieser Gebrauch heißt Zeichen Takil tabichu, und ist unserm Handschlage gleich. Der Pfer⸗ Hauptcontract bey dieser Gelegenheit wird abgeschlossen, s ber⸗ indem man die Anzahl Vieh bestimmt, welche für die Braut üt ein⸗ gefordert wird, und besonders unter armen Leuten, welche daß das auf ihren Forderungen bestehen, als wäre es ein Handel. ferde, Wohlhabende bestimmen die Zahl des Viehes nicht, und gegen rechnen es sich zur Ehre, nicht zu widersprechen, und ver— ud die lassen sich in Allem auf das Gewissen und das gegenseitige Vertrauen. Bey reichen Mongolen, und besonders bey hende. regierenden Fürsten, muß dieser Kaufpreis für die Braut all. freylich hoch seyn; unter gemeinen Leuten bezahlt man sel— des ten bis zu 400 Stück Vieh von verschiedener Art. Da sie nach⸗ aber fast immer dieses Vieh zur Herbstzeit übergeben, so Con⸗ wird jedes Weibchen für zwey Stück genommen; überdieß mel geschieht auch die Zahlung nicht auf einmahl, sondern theil— 1 005 weise, nach Verhältniß der Umstände des Bräutigams, 00 und sie dauert bisweilen sechs bis sieben Jahre. Die El— 16115 tern der Braut, dem zufolge verbunden, für das empfan— chili 1 1 1 eine 97 Jurte mit allem häuslichen Zube— 185 hör anzuschaffen, damit sie nicht, wie man sagt, mit nichts ahl unter die Leute käme, und gleichfalls mit einer ihrem 1 Stande angemessenen Mitgift, und sogar mit einem Pferde „ und Sattel zu versehen, worauf sie zum Bräutigam reiten muß— sind genöthigt, einige Sachen aus ihrem Eigen— thum zuzubereiten. Wenn das ausbedungene Vieh völlg überliefert ist, zu dessen Empfang der Vater der Braut sich durchaus hinbe— geben muß, und wobey die Parthey des Bräutigams ihn auf eine anständige Weise bewirthet; so giebt bald nachher der Bräutigam den Eltern und Verwandten der Braut ei— nen Schmaus. Dieser Schmaus wird auf folgende Weise N ausgeführt. Der Bräutigam, mit allen seinen Verwandten und Beka e deren Zahl bisweilen bis 100 Menschen beträgt, begiebt sich mit der aus einigen Hammeln zuberei— teten 1(Reiche bringen bis 20 Hammel mit), und mit einer, soviel als möglich, großen Menge Branntwein und Chadak's, zu seinem bestimmten Schwiegervater, in dessen Jurte alle Gäste schon versammelt seyn müssen. Wenn die Ceremonie, die bey dem Takil tabichu statt findet, verrichtet ist, überreichen sie dem Schwiegervater, der Schwiegermutter und den nahen Anverwandten Ch a— dak' s. Hierauf gehen alle Gäste aus der Jurte heraus, setzen sich neben derselben in einen Kreis, und beginnen den Schmaus, der in Bewirthung mi it Branntwein, Fleisch und Backsteinthee besteht. Nach beendigtem Schmause be— geben sie zuweilen sich auch zu den nächsten Anverwandten der Braut, um sie auf gleiche Art zu bewirthen. Dieses 7 9 0 0 0 heißt Chorim kurgeku(kurheku), die Darbringung des 0 gullg Verlobungsschmauses. Bey diesem Schmause schenkt man gewöhnlich dem Bräutigam, und zuweilen auch seinem Vater und seiner Mutter, von Seiten der Braut reiche Gewänder. Uebrigens hat der Bräutigam nicht das Ver— gnügen, sich mit der Braut zu unterhalten. Denn, nach mongolischer Sitte, vermeidet sie, vom Tage ihrer Verlo— amd ihn Hachher und atwein eldatet, müsse, u saftt ekbater, Cha⸗ 380 bung an, jede Zusammenkunft mit ihm, und sogar mit seinen Verwandten. Bey diesem Schmause bestimmen sie, in nicht langer Zeit, auch die Hochzeit selbst, wozu man von beiden Seiten, nach dem Rathe der Lama's, einen glücklichen Tag erwählt. Bey den Mongolen ist es nicht Sitte, daß man von Seiten des Bräutigams kommt, um die Braut abzuholen; man schickt nur am Vorabend vor der Hochzeit 2 Männer ab, um anzufragen, ob keine Hindernisse oder Irrungen vorgefallen sind; die Abgesandten müssen dann wieder zu— rückkehren. Wenn die Zeit der Hochzeit herannaht, besucht die Braut ihre nächsten Anverwandten, bey denen sie we— nigstens eine Nacht in Spielen und Lustwandeln mit ihren Freundinnen zubringt. Mit diesen begiebt sie sich darnach zu ihren Eltern, und bringt die übrige Zeit(eine Nacht oder zwey) ebenfalls in Spielen, mit Singen von Liedern, und mit Bewirthung ihrer Freundinnen und ihrer versam— melten Verwandten und Nachbarn zu. Am Vorabende und am Tage des Auszugs der Braut, halten die Lama's ein Gebet, Gurum kikü genannt; und vor dem Auszuge selbst, das sogenannte Ssan tabichü. Während der Zeit, daß sie die Jurte und die übrige Mitgift überschicken, kommen alle Freundinnen in der Jurte zusammen, und setzen sich in der Nähe der Thüre in einen Kreis mit der Braut, wobey sie dicht an diese anrücken. Die Führer sind genöthigt, mit großer Mühe sie einzeln aus der Jurte hinaus zu stoßen, bis sie die Braut ausliefern. Diese nehmen sie nun auf die Schultern, tragen sie fort, setzen sie auf ein Pferd, verhüllen sie mit einem Mantel, und reiten mit ihr dreymahl um das Opferfener; dann brechen sie auf in Begleitung der nächsten Anverwandten; und hinter diesen geht die Mutter der Braut und die übrigen 2223 — 304— Verwandten. Ihr Vater bleibt zu Hause, wenn er nicht am Vorabende gebeten ist, und reitet schon am dritten Tage hin, um sich nach der Gesundheit seiner Tochter zu erkundigen. Die Fortführung der Braut(Buläzold a) findet großen Widerstand, wenn viele erwachsene Freun— dinnen da sind, und vorzüglich in den frühern Zeiten, als die Sitte bestand, sich mit einer Schnur zu verflechten, sie durch die Aermel der Kleidung zu ziehen, und an der Jurte zu befestigen. Eine halbe Werst von seinem Hause, sendet der Bräu⸗ tigam einen Mann aus, mit Branntwein und Fleisch, um der Braut und ihrem ganzen Gefolge entgegen zu ge— hen. Nach der Ankunft an dem Orte darf die Braut in keine einzige Jurte gehen, und bleibt im Freyen unter einer Decke, mit den sie begleitenden Frauenzimmern, bis man für sie eine eigne Jurte errichtet und ausgeschmückt hat. Wenn alles beendigt ist, führen sie sie hinein, setzen sie auf ein Bett, flechten ihre Mädchenzöpfe, deren gewöhnlich viel sind, los, nehmen den Korallenschmuck daraus weg, und machen dafür zwey Zöpfe mit dem gehörigen Kopfputz, legen ihr dann ein Kleid an, wie es sich für verheirathete Frauen ziemt, und führen sie in das Haus des Schwie— gervaters zur Begrüßung(Murgäüleku), wo alle An— verwandten und Gäste des Bräutigams versammelt sind. Während das mongolische Ceremonienbuch gelesen wird, verbeugt sich die Braut, deren Gesicht mit der Mütze be⸗ deckt ist, hinter einer Mannsperson(bey dieser, so wie auch bey andern Gelegenheiten, wählt man immer einen solchen, dessen Geburtsjahr mit dem der Braut überein— stimmt) zuerst gegen das Feuer, dann gegen den Schwie⸗ gervater, die Schwiegermutter und die übrigen nächsten oder ältesten Verwandten des Bräutigams, welche alle ihr er ficht n dritten ochter zu zolda) e Iteun⸗ ten, ads erftechten, an der er Bräu⸗ d Fliisch, n zu ge⸗ Braut in stet einer did Won muckt hat, sehen se gewöhnlich raus weg, Kopf spuh, sescalhele Echwie⸗ alle An⸗ alt sind. n witd, Mütze be⸗ 8 so wie mer einen übettin⸗ l 5 mündlich einen Segen(Jurugél) geben. Zu dieser Zeit werden auch von der Braut dem Schwiegervater, der Schwie— germutter und den übrigen Verwandten Geschenke überbracht, die in verschiedenen Sachen und Kleidern bestehen, beson— ders die für den Schwiegervater; dieser kann sogar für sich selbst ein Geschenk, durch vorgängige Ve Verabredung bestimmen. Hierauf kehrt die Braut in ihre eigne Jurte zurück. Die Mongolen sind sehr gleichgältig gegen die Freuden der Ehe, so daß der junge Ehemann, zuweilen sechs bis sieben Tage hindurch, mit seiner Frau die Na acht nicht zubringt, und vorzüglich so lange bey ihm seine Se chwiegermutter zu Gaste ist, die wenigstens eine Nacht bey ihrer Tochter blei— ben muß. Bey ihrem Weggange, so a auch bey ihren übri— gen nächsten Verwandten, ist es der Neuverehlichten ver— boten, sie zu begleiten, ja sie darf nicht einmahl ihnen beym Weggehen nachsehen. Einen Monat nach der Ho ochzeit begiebt sich die Neu— verehlichte mit ihrem Manne, oder in Begleitung eines ih— rer Verwandten, zu ihren Eltern zum Besuch, und bleibt einige Monate oder auch während eines Jahres zum zwey— tenmahle bey ihnen. Diesen letztern Besuch machen sie bloß deshalb, um zur Mitgift Vieh von den Eltern zu er— halten, die aus Liebe zu ihrer Tochter ihr davon sosiel ge⸗ ben können, als sie wollen, und als es ihre Umstände er— lauben. Und daher kann man nicht genau die Menge des— selben bestimmen; bey all dem ist es beke annt, daß Reiche ihren e bis 100 Stäck Vieh ve rschiedener Art mitgeben. Die Schwiegertochter muß ihrem Schwiegervater, ihrer Schwiegermutter, den Oheimen und Tanten ihres Mannes auf folgende Art ihre Ehrerbietung beweisen. Sie darf sie nicht in ihrer Jurte empfangen, oder zu ihnen kommen, III. Band. 20 306— ohne ein kurzes Oberkleid(welches aus Nanking oder Sei— denzeug, ohne Aermel, gemacht ist), Üdshi genannt, und ohne Mütze auf dem Kopfe. Wenn sie in die Jurte treten, steht sie sogleich auf, und in ihrer Gegenwart muß sie auf einem Knie ruhen; auch darf sie, wenn sie aus der Jurte geht, ihnen den Rücken nicht zukehren. In der Jurte ihres Schwiegervaters hat sie ihren Platz nur an der Thür, und darf nicht in den Choi mör, d. i. in denjenigen Theil der Jurte kommen, der zwischen dem Feuer und den Burchanen befindlich ist. Eben so setzt sich auch die Mutter des Mannes, wenn sie in der Jurte ihrer Schwiegertochter ist, nicht neben das Bette derselben, das gewohnlich in der rechten Hälfte der Jurte steht. Den Mongolen ist es nicht verboten, einige Frauen zu haben, unter denen der ältesten die Verwaltung des Hauswesens überlassen ist; auch wird ihr mehr Achtung bezeigt. Ehescheidungen sind bey ihnen eine gewöhnliche Sache, bey Unzufriedenheit von irgend einer Seite kann die Ehe sogleich getrennt werden. Wenn der Mann, ohne alle ge— setzliche Ursachen sich von seiner Frau scheiden will, muß er ihr eins der besten Kleider und ein Pferd mit Sattel geben, damit sie darauf zu ihren Eltern zurückkehren könne; ihre übrige Mitgift behalt er an sich, auf Abschlag des für sie von ihm gegebenen Kaufpreises an Vieh, und verliert das Recht, seine übrigen Ausgaben zurück zu fordern. Eine Frau, die ihren Mann nicht leiden kann, geht heim— lich fort zu ihren Eltern, die indessen verbunden sind, sie dreymahl dem Manne zurück zu bringen. Wenn sie aber zum viertenmahle davon geht, dann schreitet man schon zu den Bedingungen der Ehescheidung, nach welchen ihre ganze Mitgift dem Manne verbleibt, und überdieß ist ihr Vater — 0 5 307 8 oder Sei⸗ — verbunden, dem Schwiegersohne eine gewisse Anzahl Vieh, die gerichtlich bestimmt wird, zurückzugeben. Doch geschieht diese Zahlung, die auch bey den Allerreichsten nicht über 35 Stück Vieh steigt, und Ansanu Mal genannt wird, nicht eher, als bis die geschiedene Frau an einen andern 0 0* versprochen ist, wenn nicht übrigens ihre Eltern, aus Liebe Nah un zu ihr, und um Unannehmlichkeiten zu entgehen, das Ge— „ d. i, f forderte aus ihrem eigenen Vermögen geben. Da aber diese Foy Tano 3„. deim gelt Trennungen der Ehe nachtheilig für die Eltern der davon unt, un de Ju Gegenwart Venn sie sich auc gegangenen Frau, und ebenfalls auch fär die letztere selbst urte ihrer sind, so wissen die Schlauen unter ihnen, die besten Klei— ben, daß der und den besten Kopfputz, der in Korallen, Lasurstein, Bernstein u. s. w. besteht, heimlich mit fortzubringen. e Frauen Wird sie aber dessen gerichtlich überführt, so ist sie ver— Muang de bunden, Alles dem vorigen Manne zurück zu geben, ausge— r Autung nommen das Pferd, den Sattel mit Zubehör, und den besten Kopfschmuck und das beste Kleid, das sie zur Mit— che Safe, gift erhalten hat. 1 n die Ehe 5 ye alle ge Von Begräbnissen. Die Mongolen begraben zu— I muß weilen die Leichname der Verstorbenen, oder lassen sie auf ö Sattel der Oberfläche der Erde in Särgen, oder bedecken sie auch 0 konne; mit Steinen, wobey sie darauf Rücksicht nehmen, unter 5 des für welchem Zeichen der Verstorbene geboren ist, wie viel Jahre 0 Lerliert er gelebt hat, an welchem Tage und zu welcher Stunde 0 fordern. er gestorben ist, d. i. ob an einem glücklichen oder unglück—. cht heim lichen Tage, in einer glücklichen oder unglücklichen Stunde, ö i, se und auf welche Art sein Leichenbegängniß geschehen soll. 1 Hierzu haben sie eigene Bücher, die von gelehrten Lama's sie abet. g 8 5 5. erklärt sind.* uweilen verbrennen sie die Leichname, 8 Ran schen zl hre gast*) S. die Bemerkung hierüber im isten Theile dieser Reise 0 alt S. 286. u. folg. A. d. V. W 20˙* 7 8 r—— 5 oder werfen sie bloß 55 den wilden Thieren und Vögeln zur Speise. Nicht minder herrscht bey i. n ein Vorur— theil, nach welchem diejenigen Eltern, dene n schnell Kinder sterben, die Leichname der Kleinen an die 18 in ledernen Säcken hinwerfen; auch legen sie einigen Vorrath an Speise dazu, als: Butter u. s. w., um durch dieses Mittel den Tod abzuwenden. Bey ihnen findet eine Feyer zum An⸗ denken der Verstorbenen Statt, nach Beschaffenheit der Umstände und dem Eifer der Verwandten. Die längste Feyer währt 49 Tage, in welcher Zeit die Lama's unun— terbrochen, in dem Hause des Verstorbenen, geistliche Bü— cher zur Reinigung seiner Seele lesen. Ueberdieß schenken die Reichen viel Vieh an verschiedene Tempel zum Vortheil der Lama's, damit sie für den Verstorbenen beten sollen. Nach zwey oder drey Jahren vergessen sie den Verstorbenen ganz; denn die Sense des Todes g gewährt täglich den ge— winnsüchtigen Lama's neue Beschäftigungen, mit reichlicher Belohnung für ihre Bemühungen in Worten, die sie nur ihres eigenen Nutzens wegen, und nicht aus Liebe zu den Verstorbenen, oder nach reinen Begriffen von deren Zustande nach dem Tode uoübernehmen. Mit einem Worte, ohne Be— zahlung beten die Lama's nie und begehen nie eine Feyer für die Abgeschiedenen. Die Schamanen allein begräbt kein Lama, sondern ebenfalls ein Schaman, die bösen Geister anruft, die Seele des Verstorbenen aufzunehmen. Die Leichname der Schamanen legt man gewohnlich, ihrem vor dem Tode ausgedrückten Wunsche gemäß, auf erhabene Oerter, oder an einem Kreuzweg, damit sie, ihrer Meinung nach, desto leichter den Vorübergehenden Schaden zufügen können. Zu— weilen haben Schamanen, besonders demjenigen, mit dem sie Feindschaft haben, vorhergesagt, ihr Schatten werde ————— ind Mogel ein Vorür⸗ gell Kinder in ledernen Mittel den zum An⸗ enheit det ie längste s unun⸗ stlice Bü schenken n Vortheil ten sollen. dersterbenen lich den ge⸗ it reichlicher die sie nut ohne Be he Fehet sondern ken spekde VVV 3— 309— von ihm ein Opfer fordern, welches, wegen seiner Selten— heit, viele Sorgen verursachen würde, das ist: wenn sie Pferde forderten, so verlangten sie immer eine seltene Farbe u. s. w. Wenn nachher in dem Hause eines solchen Men— schen jemand krank wurde, so schrieben sie es immer der Vorhersagung des Schamans zu, und bemühten sich sogleich, ihm das benannte Opfer zu bringen. Nach der Meinung der Mongolen kann die Seele eines Schamanen nicht zu Gott empor steigen, sondern muß auf der Erde in Gestalt eines bösen Geistes umher wandeln, und den Menschen Schaden zufügen, um sie zu zwingen, ihnen Ehre zu er— weisen, und Opfer zu bringen. Diesem Aberglauben zu— folge nahmen die Mongolen, wenn irgend jemand von ei— ner unbekannten Krankheit befallen wurde, sogleich ihre Zu— flucht zu den Schamanen, und suchten von ihnen die Er— klärung des Uebels. Der Schaman, seines Vortheils willen, bemühte sich nicht sehr in Antworten, und schrieb die Krankheit irgend einem bösen Geiste zu, der Opfer fordere; er bestimmte dasselbe selbst, und rief die bösen Geister an in gewaltiger Verzückung, daß sie mit dem ihnen darge— brachten Opfer zufrieden seyn, und von dem Kranken ab— lassen möchten. Jeder glückliche Erfolg bey dieser Gelegen— heit ward freygebig belohnt. Der Schaden und die Nachtheile, verursacht durch die Schamanen, die ihren eignen Willen zum Gesetz machten, waren die Veranlassung zu ihrem Falle. Vor ungefähr 4 Jahren, d. i. im J. 1819 und 1820, stand ein ausge— zeichneter Lama, der seinen Aufenthalt in dem Choschun des Mergen Wan lin den südlichen Nomadenplätzen von Chalcha) hatte, kräftig gegen die Schamanen auf, und es gelang ihm in kurzer Zeit, den schamanischen Glauben im ganzen chalchassischen Fürstenthume auszurotten. Dem 310— Beyspiele der chalchassischen Mongolen folgten alle an der Sselenga und zum Theil unsere chorin'schen Buräten, und die schamanischen Geräthschaften und Gewänder wurden, ohne das etwas übrig blieb, verbrannt. Man sagt, der gedachte Lama habe zur Ausrottung des Schamanenthums von ihm selbst geweihete Erde gebraucht; diese habe er an alle entfernt wohnende Schamanen geschickt, und so hätten dann, von der Berührung dieser Erde, die bösen Geister die Schama— nen verlassen. Eine solche kräftige Wirkung hat der Glaube (auch sogar ein falscher) in den Begriffen ungebildeter Heiden! VII. Gewerbe und Handel. Die Geschichte bezeugt, daß die Mongolen in alten Zeiten ununterbrochen im Kriege begriffen waren, wozu selbst ihre Lebensart beytrug. Ein Volk mit solchen Eigen— schaften(wie man sie übrigens bey allen Stämmen über— haupt, die keine beständigen Wohnungen haben, und nicht unter sich durch Bande einer Reichsregierung und der Bil— dung vereinigt sind, voraussetzen muß), kümmert sich nie um Wissenschaften oder Künste: inter arma silent Musae. Der Mensch, der stets Bogen und Pfeile mit sich führt, gewohnt auf dem schnellen Rosse dahin zu eilen, wird sich schwerlich entschließen, freywillig sich an einen Weberstuhl zu setzen, die Säge oder den Meißel in die Hand zu neh⸗ men. Die Mongolen bewahren auch noch bis jetzt den Charakter ihrer kriegerischen Vorfahren. Bey ihnen giebt es kühne Reiter, Bogenschützen, die das Ziel treffen; sie gelangen zur Vollkommenheit in diesen Eigenschaften, durch Verfolgung der wilden Thiere; aber es ist schwer, unter ihnen einen geschickten Künstler zu finden, selbst gemeine 1 0 in der Handwerker giebt es wenig. Es giebt zwar Silberarbeiter, und die aber auch diese finden sich nur in sehr ge eringer Anzahl, und ohne das nur Fürsten der Länderantheile halten solche bey sich zur he Lama Versertigung kleiner Sachen im eigentlich mongolischen Ge— 10 sübst schmacke, welche den Gegenstand ihres beschränkten Luxus le anffant ausmachen. Die Schmiede- und Tischlerkunst ist bis jetzt ann, von noch sehr unvollkommen. Nur Filze und Haarseile, un— Schann⸗ umgänglich nöthig zur Um hüllung der Jurten, machen die er Glaube Mongolen selbst; eben so bereiten sie zu Hause d die Schaf— r Heiden! felle zur Winterkleidung zu. Wirft man einen Blick auf die Kleidung des Mongo— len, auf seinen dürftigen Hausrath, selbst auf seinen Sat— tel, so kann man sich überzeugen, daß er alles Nöthige le 1. Händen der Chinef 1 e 5 Die Vorsehung, gleich in, won 6 nach dem Gesetze der Fürsorge für das 1 8 der Sterb⸗ gen öhm. N„hat diese zwey Länder— China und die e lun lh— in nahe Nachbarschaft und enge Verbindung, gegründet 110 0 auf gegenseitige Bedürfnisse, gesetzt. Chins, 1 eon. . werken, aber arm an Naturerzeugnissen im Thierreiche, 1505 80 findet immer die Möglichkeit seine Bedürfnisse, durch Aus— f sch ni tausch seiner Kunsterzeugnisse an die Mongolen, die deren Musa. 1 fühet, wird sich bedürfen, zu befriedigen. Backsteinthee, Tabak, seidene und baumwollene Zeuge zur Bekleidung, zur Fußbedeckung, verschiedene Eisenwaa— ——— —ů—— scherstuhl d zu nch⸗ ren, nothwendig in der Hauswirthschaft, alles die es tau⸗ jeh 0 schen die Mongolen von chinesischen Kaufleuten ein gegen 0 ihre Kameele, Schafe, Ochsen und Pferde. Während un— sers 3 8 ts daselbst verkauften die Mongolen ein or— dentliches Pferd für 50— 60 Backsteine Thee. Jeder Back— stein oder kleiner Balken hat am Gewicht nicht weniger als . 4 russische Pfund. nen giebt ssen; sie n, durch „ unter t gemale ä —. 340% ᷣ— Wegen dieses Handels reisen die Chineser ausdröckl lich in die! ae b Gleich unsern Tabulätkrämern, die zum Verkauf ihrer Waaren in entfernte Statthalterschaften rei— sen, 15955 die chinesischen Kleinkrämer in den mongoli— schen Steppen umher, und bringen das dort eingetauschte Vieh, rohe Häute, Butter u. s. w. nach Chalgan, Pekin und andern chinesischen Städten. Noch mehr aber reisen die Mongolen selbst zu den Chinesern, um verschiedene Le— bensbedürfnisse einzutauschen oder einzukaufen, gegen Vieh oder Silber(die Mongolen haben keine eigene Münze), das indessen vom niedrigsten Gehalte ist, so daß man es in ihrer eigenen Sprache unter dem Nahmen cha rä m on— gu, d. i. schwarzes Silber, kennt. Zu diesem Tauschhan— del kommen die Mongolen nach den Maimatf schen's oder chinesischen Handels-Sloboden), die bey Kiachta und Urga angelegt sind; in dem ersten Orte indessen kaufen sie alles Nöthige aus der zweyten Hand, von chinesischen Handelsleuten. Hauptsächlich treiben sie ihr Vieh nach ver— schiedenen Städten, die in der großen Mauer und diesseits derselben liegen, als: Dolonnor, Chalgan, Kuku-choto (auf chinesisch: Guichuatschen). Während meines Aufent- halts in der Mongoley wurde ein gutes Kameel für 20 bis 30 Lana*) in Silber(40— 60 Sil lberrubel) verkauft; ein starkes Arbeitspferd für 6, 10, 15 Lana(1 20, 30 Silberrubel); ein fetter Hammel für 2 bis 3 Lana(4 bis 6 Silberrubel). Eben dahin gehen auch die Mongolen, um das aus den Seen gewonnene Salz zu verkaufen. eur allein die Ueberfuhr der chinesischen Waaren aus Chal⸗ *) Slobode ein großes aus einer Gasse bestehendes Dorf, auch eine Vorstadt. A. d. U. ) Nach den bereits mehrmahls gegebenen Berechnungen ist 1 Lana 2 Kthlr. Conv. Münze. A. d. Ul. ä 318—— eric gan nach Kiachta, und der dafür zurückgebrachten Erzeug— N zum nisse, welche sie am letztern Orte von russischen Kaufleuten ben rei⸗ eintauschen, macht bey den Mongolen einen bedeutenden Tongoll⸗ und einträglichen Gewerbszweig aus. Hierzu bedienen sie kauschte sich ihrer eigenen Kameele und(die zacharischen Mongolen) „kin der Ochsen. Die Zahlung erhalten sie von den Chinesern er keisen in Silber, noch mehr aber in Waaren. Bey der gegenwärtigen Lage der Mongoley scheint es schwer, irgend einen Handelszweig mit derselben von Sei— ene Le⸗ ne), ten Rußlands ausfindig zu machen. Zur Kleidung bedürfen man es die Mongolen eine bedeutende Menge Leinwand, deren auch mön⸗ die Einwohner Sibiriens nicht minder bedürftig sind. Mit schhan— Getreide, Tabak und Eisenwaaren könnten wir freylich sie ö oder versehen, aber was für eine Gattung von Waaren sollten ta und wir von ihnen dafür empfangen? Keine außer Vieh, wor— zufen sie an sich noch jetzt kein besonderes Bedürfniß zeigt, bey inesischen der bekannten Bevölkerung Sibiriens und dem jetzigen haus— ach ber⸗ wirthschaftlichen Zustande unserer Buräten. diesseits u ⸗choto n; Irre ge 0 b¹⁶ luft; Die Mongoley, wie oben bemerkt, besteht aus einigen „30 abgesonderten Fürstenthümern, die als ihr Oberhaupt den 1 b8 chinesischen Kaiser erkennen. Indessen steht jeder Länderan— 9050 theil unter der Regierung eines der ältesten Fürsten oder aufen. eines Wan's, ausgenommen die chalchassische Horde, welche 0 0 wegen ihrer größern Ausdehnung in vier Chanschaften ge— 6 theilt ist. Diese Chane hängen gar nicht von einander ab. Doff, Ueberhaupt bemüht sich die Regierung schon seit langer 0 Zeit, die Theilung der Mongoley in besondere Fürstenthü— igen il mer zu erhalten. Denn, wenn alle sollten unter der Ge— — 31 8 walt e unternehmenden Chans vereinigt werden, der seine M 2 17515 Vorfahren, die mehrmahls dort geherrsch t bis nach China auszudehnen dächte, nach dem haben, so würde das chinesische Reich in eine mißliche Lage gerathen, sowohl in Ansehung seiner Integrität und der Ruhe seiner Bewohner, als auch wegen Versorgung der Einwohner. Die Wie Eintheilung der mongolischen Horden in Choschune(Divisionen), Dsalane. und Sso— mune(Escadrons) gründet sich auf d rfordernisse einer Militärregierung, d. i. sie bilden einige Corps eines Heers, das sich mit der in den Steppen gewohnlichen Viehwirth— schaft beschäftigt, und sich auf eigene Kosten erhält,— eines Heeres, das unter dem Oberbefehl von Wan's, Bei— 0 lé's, Beißé's, Gun's, Taidsi's und Tabunan's ste 195 mit einer schicklichen Anzahl Beamter vom zweyten Gr Dsaßak, Tußulachtschi, Sakirochtschi, Meiren; dann auch von niedern 1 nämlich: Dsalän, Dsangi, Kundu, N Saisan, Boschko u. s. w. Diese Beamten haben die Auf sicht sowohl über die Kriegsangelegenheiten als de Antheil 2 8 7 * an Lande der ihrer Gewalt unterworfenen Leute. Das Land gehört als Eigenthum den Fürsten; diese erhalten von den darin Wohnenden eine kleine Anzahl an Vieh, Dienstleistungen, und Hirten um ihre eigenen Heerden zu weiden, und dafür entscheiden sie als Richter die Rechts— händel und auch die Criminalsachen ihrer Unterthanen, den gesetzlichen Verordnungen gemäß, die vor alten Zeiten von den mongolischen Heerführern zur Grundlage der Ordnung 9— und des Rechts bey ihrem Heere, festgesetzt worden. Was die Militär-Angelegenheiten betrifft, sind von den manshurischen Katsern, die den Thron von Pekin inne haben, besondere Generalinspectoren(Dfiängdsun' s) d den„ der nach dem oeh in E Sso⸗ se eiger 11 1 ersallen Vi e b Rechts⸗ n, den ten von Jrdhüng nd don in inne un's) 9 — oder Befehlshaber der Corps aus gebornen Manshuren ein— geführt worden. Der, welcher den chalchassischen Truppen vorsteht, hat seinen Aufenthalt westlich von Urga, in der Stadt Ulä⸗ ßutu, die nicht weit von der sibirischen Gränze liegt. Ueberdieß ist bey den Chalchassen, zur Verwaltung der Militärangelegenheiten, in jeder der vier Chanschaften ein Hülfs-Dshandshun gesetzt. Diese erhalten von dem Ji Bogdochan eine besondere Instruction und ein Insiegel. Jedem von ihnen wird ein 1 9 zugegeben. Die Zacharen stehen unter der Gewalt des chalchassischen Husai-Amban. Alle Sachen gehen von den Oberhäuptern der Cho— schune, der Ordnung nach, an die Landesversammlung ih— res Fürstenthums. Die Oberbefehlshaber dieser Fürsten— thümer oder Länderantheile versammeln sich alle drey J zu einem Hauptlandtage(die chalchassischen Fürsten in der Stadt Uläßutu); da untersucht und entscheidet man, nach allgemeinem Gutachten, die wichtigsten Angelegenhei— ten, welche die Länder, die ihnen unterworfenen Leute u. s. w. betreffen. Bey jedem Landtage muß ein Land— tagsvorsteher, Oshulgänida, und ein Gehülfe desselben seyn. Die Landtagsvorsteher wählt man aus ihren Ge— hülfen und den Chanen, oder aus den in den Choschunen regierenden und nicht regierenden Wan's, Beilé's, Beißé's und Gun's, die ien sind, wobey man auf die Grade und auf das Alter ihres Eintritts in die Verwaltung der Choschune sieht. Zu dem Ende erscheinen alle Fürsten des Landtags persönlich am chinesischen Hofe, mit Nahmens— verzeichnissen, und von dem Willen des manshurisch-chine— sischen Kaisers hängt die Bestätigung des einen oder des andern ab. Bey den Chalchassen, so wie auch bey den übrigen Mongolen, findet alle drey Jahre eine Außzeichnung des e 9 N N „„ Volks statt. Wenn die Zeit dieser Aufzeichnung herannaht, erbittet sich der pekin'sche Gerichtshof der aus swärtigen An— elegenheiten einen Befehl vom Bogdo-Chan, und sendet dann poglal Couriere an den Hülfs-Oshandshun in Uläßutu, an den Amban in Chobdo, an den Landtagsvorsteher der vier chalchassischen Aimak's u. s. w. Jeder Choschun ver— sieht sich bey Zeiten mit Heften weißen Papiers unter dem Reichsinstegel, in welche mit Nahmen die Neugeborenen eingetragen werden; die Verstorbenen werden daraus aus— geschlossen, mit Genauigkeit und der strengsten Verantwort— lichkeit für die kleinste absichtliche oder u nabsichtliche Aus— lassung; hierauf sendet man diese Hefte an den pekin'schen Gerichtshof der auswärtigen Angelegenheiten zur Durchsicht und behält in jedem Choschun ebenfalls Abschriften davon. Bey dieser Gelegenheit werden, jenachdem sich die Volks— zahl vermehrt oder vermindert hat, die mongo lischen Sso— mun's entweder von neuem zusammengesetzt oder gänzlich aufgehoben. Jeder derselben muß aus 150 Mann bestehen. Die Soldaten derselben müssen vom 18ten bis zum 60sten Jahre ihres Alters dienen, wenn es die Stärke ihrer Kräfte erlaubt; im entgegengesetzten Falle werden sie vom Dienste ausgeschlossen. Auf drey Mann wird eine Kriegsrüstung gegeben; folglich haben in einem Ssomun nur 50 Mann Waffen; aber im Falle eines Kriegs müssen von drey Mann zwey ins Feld ziehen, und der dritte bleibt in ihrem gemein— schaftlichen Nomadenplatze. In einem Ssomun müssen seyn: 1 Dsangin, 1 älterer und 6 jüngere Kundu's; über 6 Ssomune ist ein Dsalan gesetzt. In einem Choschun ist 1 Choschuns-Dsangin und 2 Meiren's angestellt; wenn aber ein Choschun weniger Ssomune enthält, so wird je— dem Choschun's-Dsangin nur 1 Meiren beygegeben. Alles dieß betrifft nur den militärischen Theil. rannoht, gen an- et dann laßutu, 5 aus⸗ davon. Volkd⸗ en Sso⸗ gänzlich bestehen. 60 sten Mann mein⸗ müssen eder Choschun besteht noch unter der Verwaltung ei⸗ nes Dsaßak(eines erblichen Gebieters), aus Fürsten ver— schiedener Grade. Es befindet sich bey ihm 1 Tußulachtschi, d. i. Gehülfe. Zu diesem Amte erwählt man einen von 2 Df — den Taidsi's des Zten und ten Grades, und sogar von den in den Choschunen nicht regierenden Gun's, Beilé's und Beißé's. In dem chalchassischen Fürstenthume, als einem das an ein fremdes(das russische) Reich gränzt, sind von dem pekin'schen Hofe b. Regenten, ein Wan und Amban angestellt, welche die bürgerlichen und Gränzangelegenhei— ten, die 1 politischen, unter ihrer Aufsicht haben. Sie wohnen in Urga und haben dort ihren Jamung oder Gerichtshof. Es ist festgesetzt, daß der Wan von Urga 3 Boschko's bey sich haben muß; überdieß ist bestimmt, daß jeder Sargutschei in Urga und in Maimatschen bey Kiachta einen Boschko hat, welche alle nach drey Jahren mit neuen Beamten abwechseln, die man aus dem pekin'— schen Gerichtshofe der auswärtigen Angelegenheiten absendet. In den Jamung des Wans von Urga werden zur Beyhülfe in Führung der schriftlichen Sachen aus dem Etat der Hülfs-Dshandshun's der Aimak's des Tuschetu-Chan und des Zezen-Chan mongolische Schreiber genommen, unter 8400 die würdigsten an Erfahrung, Diensteifer und Betra— gen, wenn ihnen die Obrigkeit des Orts ein Zeugniß giebt, zu Offiziersgraden erhoben werden; zu diesem Behuf sind auch hier Vacanzen für den öten Grad(unserer 12ten Klasse entsprechend) angeordnet und eben so auch für den 7ten und Sten Grad. Indessen hat der Wan das Recht, diejenigen, bey welchen ein schlechtes Betragen und Nachlässigkeiten im Dienste bemerkt werden, dieser Offiziersgrade zu berauben. Ueberdieß befinden sich in diesem Jamung bey dem(chinesi— 15 1 17 2 1 51 1 . W 0 1 2 N ö 8 2 schen) Reichssiegel 1 Sargutschei und 2 Bitcheschi don den Manshuren. Diese drey Beamten, so wie die Sargutschei's in Urga und Maimatschen bey Kiachta erhalten aus der Staatskasse der chinesischen Regierung jeder 1 Lana in Sil— ber(2 Silberrubel— oder 2 Rthlr. Conv. G.) des Tags Tafelgelder, doch mit diesem Unterschiede, daß die Sargu— tschei's dieses Geld, nach den Bestimmungen des Gerichts— hofes der auswärtigen Angelegenheiten aus der Schatzkam— mer in Pekin erhalten; der Bitcheschi aber bekömmt es aus dem Jamung von Urga. Die Hauptverwaltung aller Angelegenheiten der Mon— goley ist dem pekin'schen Gerichtshofe der auswärtigen An— gelegenheiten anvertraut, welcher noch mehr unter dem mon— golischen Nahmen Dshurgang oder die Kammer, bekannt ist; auf manshurisch heißt er Tülerdsi golöôbo dä— ßara dshürchang, und auf chinesisch: Li-fang— juang. Die Würde der mongolischen regierenden Fürsten geht erblich vom Vater allein auf den ältesten Sohn über; die jüngern Brüder werden von Geschlecht zu Geschlecht ernie— drigt, bis zum allerletzten Grade der Taidsi's, die in der Mongoley die ziemlich zahlreiche Klasse des güterlosen Adels ausmachen. Geringere Aemter werden den würdigsten, nach der Wahl der Fürsten und der Regimentsobrigkeit übertragen. Von dem Grade der Anhänglichkeit der Mongolen an die jetzt in China herrschende manshurische Dynastie, ist es schwer etwas Entscheidendes zu sagen. Der Haß des Mon— golen gegen den Chineser scheint unaustilgbar; er ist in dem Herzen des erstern befestigt durch die ihm widrigen Eigenschaften des letztern, der jede auch selbst die niedrigsten Mittel anwendet, um für sich Vortheil zu ziehen. Uebri— 919— gens muß man die Ursachen dieser gegenseitigen Feindschaft noch in jenen entfernten Seiten suchen, als China das Ziel 0 ber der kriegerischen Thaten für die Mongolen und die Beute u Eile ihrer Raubgier war. Mehr als einmahl drangen die Mon— 15 Las golen in das Innere von China ein, beluden sich darin Su mit der reichsten Beute, ja herrschten sogar über dieses Gerichtz— Reich; mehr als einmahl wurden sie auch aus demselben saßkan⸗ vertrieben. es aud Die jetzige f Dynastie hat dennoch gewußt, dieses Nomaden-Kriegsheer bis zu dem Grade zu bezähmen, er Mon⸗ daß die Pfeile des Mo 0 len schon längst im Köcher rosten. en An⸗ Indem der chinesische Hof die Mongolen für zinsbare Un— mn mon⸗ terthanen erklärt hat, und öffentlich von ihren Fürsten die bekannt Beweise davon, die in unbedeutenden Gaben an Vieh be— bo dä⸗ stehen, annimmt, giebt er ihnen den Werth davon zehnfach i⸗fang⸗ zurück, unter dem scheinbaren Vorwande einer Belohnung für ihren Eifer als Unterthanen. Ueberhaupt empfangen sin geht die mongolischen Fürsten selbst reiche Geschenke von dem et; die Bogdo-Chan, sowohl an Silber als an seidenen Zeugen; t emie⸗ sie werden mit reichen Gewändern aus der kaiserlichen Gar— ñ kur derobe, mit Mützen mit Pfauenfedern u. s. w. belohnt. dels Es ist den manshurisch-chinesischen Kaisern gelungen, einige igsten, von ihnen, und besonders die im Osten, näher bey der higkeit großen Mauer Nomadisirenden, durch die festesten Bande der Verwandtschaft an ihr Haus zu knüpfen, indem sie len an ihnen ihre Töchter, Schwestern, Nichten zur Ehe gaben. it te Indessen befinden sich in dem Gefolge solcher Prinzessinnen b Mon⸗ immer Manshuren, treue Wächter des chinesischen Hofes sst in über das Betragen ihrer Verwandten in den Steppen. vidtigen J Endlich muß man noch sagen, daß die mongolischen rü Fürsten von dem pekin'schen Hofe einen bestimmten Gehalt Ubnl⸗ in folgenden Summen empfangen: ——— 2—— 4 — Die charatschin'schen Dsinwan's: der Dsorichtu, Tu— schetu und Darchan, eben so auch die chalchassischen Chane und übrigen regierenden Fürsten haben jeder jährlich einen Gehalt von 2500 Lana(ungefähr 5000 Silberrubel— oder 8000 Rthlr. in Conv. Münze) und 40 Stück(die Länge der Stücke ist größtentheils 8 Klaftern) verschiedener Seidenzeuge; die übrigen Dsinwan's jeder 2000 Lana und 35 Stück Zeug; die Dsiunwan's jeder 2000 Lana und 15 Stück Seidenzeug, mit Ausnahme des charatschin'schen Dsa— ßaktu Dsiunwan, der 1500 Lana und 20 Stück Seidenzeug erhält; die Beilé's bekommen jeder 800 Lana in Silber und 13 Stück Seidenzeug; die Beißé's jeder 500 Lana und 10 Stück Seidenzeug; die älteren Gun's jeder 300 Lana und 9 Stück Seidenzeug, die jüngern 200 Lana und 7 Stück Seidenzeug; die Dsaßak-Taidsi's 100 Lana Silber und 4 Stück Seidenzeug. Auf gleiche Weise werden Jahrgehalte an die nach der Mongoley verheiratheten Kaisers- und Für— stentͤchter und an ihren Männern gegeben, welche auch nach dem Tode ihrer Frauen dieses Rechtes genießen, wenn sie nicht wieder mit andern sich verheirathen; im entgegen— gesetzten Falle wird ihnen der Titel eines(kaiserlichen) Eidams und der Gehalt entzogen. Die bey dem zäng— (in Pekin) dienenden Taidsi's und 8 Tl zin-müng' schen Thore Tabunan's empfangen de und Tabunan des ersten Grades 100 Lana Silber; des zweyten Grades 80 8 Lana; des dritten Grades 60 Lana; des vierten Grades 40 Lana. Der Gehalt wird sowohl den äußern, als den innern Fürsten und Beamten zu Einer Zeit auf das ganze Jahr ausgezahlt, und zwar am 15ten des letzten Wintermonats. Taidsi's, denen von ihrem Gehalte, wegen Vernachlässigung im Dienste, Abzüge gemacht worden sind, vor dem Ablaufe Jahrs an Gehalt: jeder Taidsi Wenn mongolische Fürsten und iin — 8 chtl, TJu⸗ der zu diesen Abzügen bestimmten Frist sterben, so fallen en Chan 85 ese Rückstände nicht mehr auf ihre Kinder. ich einen Güruni Gundshüͤ— eine Tochter des Bogdo-Chan, zübel— nach der Mongoley verheirathet, empfängt zur Zeit ihres ü die Aufenthalts in Pekin, einen Jahrgehalt von 400 Lana schiedene(800 Silberrubel— oder 800 Rthle. Conv. G.) Silber Lana und und 200 Tagar Reißgraupen*); und wenn sie sich in und 15 der Mongoley aufhält, 1000 Lana(2000 Silberrubel) hen Dsa⸗ Silber, und 30 Stück verschiedene Seidenzeuge. Ihr Ge— eidenzeug mahl erhält in der Hauptstadt 300 Lana und 150 Tagar in Silber Graupen, in seinem eigenen Nomadenplatze aber 300 Lana Lana und und 10 Stück Seidenzeug. dana und Choschöi Gundshu, nicht leibliche Tochter des 7 Stlͤck Bogdo-Chan, erhält, wenn sie in Pekin wohnt, 300 Lana et und 4 Silber Jahrgehalt und 150 Tagar Graupen, und wenn zahrgchalte sie sich in der Mongoley befindet 400 Lana und 15 Stück und für Seidenzeug. Ihrem Manne giebt man, wenn er sich in ache auch Pekin aufhält, bis 255 Lana Silber, und 127 Zagar u, wenn Graupen; ist er aber in seinem eignen Nomadenplatze, so enthcger⸗ erhält er denselben Gehalt, aber statt der Graupen bekömmt salchen er 9 Stück Seidenzeug jährlich. zang⸗ Die Tochter eines Zin wan*) empfängt während Is und*) Tagar, auf manshurisch chul«, bedeutet einen halben Taldsi Sack, am Gewicht 10 Gin, welches in russischem Gewicht 2 24 Pud) entspricht. Graupen giebt man überhaupt den Für— des 0 und ihren 1 9980„welche auf eine Zeitlang 0 Lana; nach Pekin reisen, anstatt der Seidenzeuge, die sie in ihren Nomadenplätzen erhalten. Auf gleiche Weise bekommen auch d sowohl. 7 5 e Fuürsten verschiedener Grade, wenn sie im Dienste sich in der zu Einer Hauptstadt befinden, eine gewisse Menge Graupen. A. d. V. m löten + Oder 9⁰ russische 9 Pfund, welche 7875 Pfund Leipziger 2 5 Gewicht ausmachen. A. d. Ul. sten und**) Es versteht sich hier nur von den Töchtern und Schwie— Nässthucg gersöhnen derjenigen Fürsten, welche zu der Verwandtschaft alla des pekin'schen Hofes gezählt werden. A. d. V. u III. Band. 21 5—— —————ů—r̃ ö—v—U——— „ ihrer Anwesenheit in der Hauptstadt(Pekin) jährlich 160 Lana Silber und 80 Tagar Graupen; in ihrem eignen Nomadenplatze hat sie denselben Gehalt und 12 Stück Sei⸗ denzeug. Der Schwiegersohn des Zinwan erhält in Pekin 100 Lana und 50 Tagar Graupen jährlich, und in seinem eignen Nomadenplatze statt der Graupen 8 Stück Seidenzeug. Die Tochter eines Dsiun wan erhält 110 Lana Silber jährlich. Ueberdieß giebt man ihr in Pekin 55 Ta— gar Graupen, und in ihrem eigenen Nomadenplatze 10 Stück Seidenzeug; ihrem Manne wirft man 60 Lana Ge— halt aus.— Wenn er in Pekin sich aufhält, empfängt er noch 30 Tagar Graupen; in seinem eignen Nomadenplatze aber 6 Stück Seidenzeug jährlich. Die Tochter eines Beilé empfängt 60 Lana Silber und 30 Tagar Graupen, oder statt der Graupen 8 Stück Seidenzeug jedes Jahr. Ihrem Manne giebt man 50 Lana und 25 Tagar Graupen, und wenn er sich in dem Lande seiner Geburt befindet, 5 Stück Seidenzeug statt der Reißgraupen. Die Tochter eines Beiß erhält 50 Lana Silber. Befindet sie sich in Pekin, so erhält sie noch 25 Tagar Graupen, und wenn sie in der Mongoley sich aufhält 6 Stück Seidenzeug jährlich. Ihr Mann erhält 40 Lana Silber und 30 Tagar Graupen; ist er in seinem Noma— denplatze, so erhält er 4 Stück Seidenzeug. Die Tochter eines Gun empfängt 40 Lana und 20 Tagar Graupen, wenn sie in Pekin wohnt; im entgegen— gesetzten Falle giebt man ihr 5 Stück Seidenzeug anstatt der Graupen. Ihrem Manne, so wie den übrigen Eida— men von niedern Graden, ist kein Gehalt angewiesen. Die Töchter der Wan's und Gun's, die in einem entfernten Gliede mit dem kaiserlichen Hause verwandt sind, 1 15 5 20 5 sind bloß mit Würden bekleidet, ohne Anspruch auf Gehalt b ehm zu haben. ück Sei⸗ Die Gemahle für die kaiserlichen und fürstlichen Prin— zessinnen, die in nähern Graden mit dem bogdochanischen Hause verwandt sind, werden in der Mongoley aus den in Pekin in amm l enz 8 2 7* 2 458.*„ nge. Fürsten der Länderantheile Baring, Charatschin, Naiman, 10 Lang Oniut, Tumet und Aochan, in allem aus 13 Choschunen j da⸗ gewählt. Die Färsten dieser Geschlechter sind verbunden lr 10 an den pekin'schen Gerichtshof der auswärtigen Angelegen— 5 Ge⸗ heiten jährlich im ersten Wintermonate über diejenigen von fangt er ihren Söhnen und Brüdern, welche nicht weniger als 15 delplahe und nicht mehr als 20 Jahr alt sind, und welche, ihren ssttlichen Eigenschaften und übrigen Fähigkeiten nach die g Siler würdigsten seyn möchten, Bericht einzusenden, mit genauer 8 Stück Angabe ihrer Nahmen, ihres Grades und der Zeit ihrer 50 Hann Geburt mit Ausschluß solcher, die von Krankheitszufällen em Lande irgend einer Art befallen sind. Die Eltern, von deren Kin— falt der dern schon jenem Gerichtshofe Kenntniß zugekommen ist, müssen, wenn sie nach Pekin reisen, sie mit sich nach Pe— Silber kin bringen. Der Gerichtshof, welcher die Angelegenheiten J Tagan der kaiserlichen Familie unter seiner Aufsicht hat, fordert, halt 6 nach genommener Rücksprache mit dem Gerichtshofe der Lana auswärtigen Angelegenheiten, von den zur Familie gehöri— Noma⸗ gen Dsaßaken alle solche Taidßi's, wählt aus ihnen die Würdigsten und stellt sie dem Bogdo-Chan zur Bestätigung und 0 vor. Bey der Auswahl der Schwiegersöhne muß man es ntgeen⸗ indeß nicht als Regel annehmen, daß sie durchaus 18 Jahr anstatt alt seyn müßten. Es ist erlaubt, dem Gerichtshofe auch n Eida⸗ von solchen, die 5 Jahr älter oder jünger sind, als das en. festgesetzte Alter erfordert, Bericht einzusenden. Für Unter— in eilen lassung desselben unterliegt die Obrigkeit des Orts einer dt siß, Geldstrafe. 21* — 0 11 Die nach der Mongoley verheiratheten manshurischen Prinzessinnen können nicht eher nach Hofe zur Darbringung von Glückwünschen reisen, als 10 Jahre nach ihrer Ver— heirathung. Dann haben sie das Recht, während der gan— zen Zeit ihres Aufenthalts in Pekin, Unterhalt auf Kosten der Regierung, ihrer Würde und dem Grade ihrer Ver— wandtschaft mit dem bogdochanischen Hause gemäß zu for— dern. Aber alle diejenigen, welche noch nicht 10 Jahre vermählt gewesen sind, und die ihrer eignen Angelegenhei— ten wegen nach Pekin kommen, können keinen Unterhalt von der Regierung empfangen. Keine Fürstentochter kann nach Pekin reisen, ohne dazu durch den Gerichtshof sich die Erlaubniß des Bogdo-Chan zu erbitten. Dabey müssen sie die Ursachen angeben, welche sie bewegen, ihre Eltern zu besuchen. Solchen, welche ohne dringende Nothwendigkeit darum bitten, hat der Gerichtshof er auswärtigen Angele— genheiten das Recht, ihre Bitte abzuschlagen. Wenn Für⸗ stentöchter, ohne es dem zur Fumilie gehörigen Dsaßak an— zuzeigek, aus eigner Willkühr nach der Hauptstadt oder sonst nach einem andern Orte reisen, so ist der Dsaßak verbunden, sie auf dem Wege anzuhalten. Im entgegen— gesetzten Falle verfällt so wohl er, als die Fürstentochter und ihr Gemahl in Geldstrafe, und besonders, wenn der Dsaßak, ohne genau die Ursache dieser Wegreise erfahren zu haben, darüber einen falschen Bericht abstattet, so wird er mit Einziehung des Gehalts auf ein Jahr bestraft, die Fürstentochter aber mit ihrem Gemahl verliert zwey Jahr— gehalte. Wenn der Vater der Fürstegtochter 60 Jahr alt ist, so ist ihr, wenn sie 5 Jahre in der Mongoley gelebt hat, erlaubt, auf eine Zeitlang nach der Hauptstadt zu reisen. In jedem Falle müssen die Fürstentöchter sich die Erlaubniß dazu darch die Dsaßaks aus der Familie erbitten shutishen bningung ster V Ver⸗ det gan⸗ uf Kosten het Vet⸗ 6 J fol⸗ 0 Juhte legenhei⸗ Unterhalt ster kann f sich die lüssen sie Eltern zu Wendigkeit n Angele⸗ ann Füͤt⸗ saßak an⸗ sadt oder Osaßak ngeher⸗ slochter un det kfahten so wird ft, die y Jhr⸗ ahr alt gelebt stadt zu sich de ethilten Der Gerichtshof der auswärtigen Angelegenheiten vergleicht den Bericht des Dsaßaks mit den Aeußerungen der Eltern dieser Fürstinnen und wenn er ihre Vorstellungen wichtig genug findet, erbittet er die Erlaubniß von dem Bogdo— Chan. Einer Fürstentochter wird erlaubt, sechs Monate, von dem Tage ihrer Ankunft an gerechnet, in Pekin zu bleiben; und nach Ablauf dieser Zeit sind ihre Eltern ver— bunden, sie sogleich zurück zu senden, und davon an den Gerichtshof der auswärtigen Angelegenheiten Bericht zu er— statten, und der zur Familie gehörige Dsaßak meldet den Tag ihrer Abreise nach ihrem Nomadenplatze. Einer Für— stentochter, die zur Heilung einer Krankheit nach Pekin kommt, wird ebenfalls eine sechsmonatliche Frist zu ihrem Aufenthalte in der Hauptstadt bestimmt; und nach Ablauf dieser Zeit ist sie verbunden, nach ihrem N komadenplatze zu— rückuukehren. Wenn sie in dem Laufe der sechs Monate noch nicht wieder hergestellt ist, so müssen in einem solchen Falle ihre Eltern den Gerichtshof um Verlängerung der Zeit auf noch sechs Monate bitten; wenn sie aber nach Ablauf dieser Zeit immer, noch nicht wieder genesen ist, so wendet sich der Gerichtshof mit einem Bericht an den Bog— do⸗Chan, versichert sich aber zuvor von der Wahrheit der angegebenen Gründe. Wegen der Verlängerung der Frist und Unterlassung des Berichtes zur gehörigen Zeit ver— fallen die Eltern der Fürstin, eben so auch der zur Fa⸗ milie gehörige Dsaßak in Strafe. Da nun auf diese Art die mongolischen Fürsten ihren eigenen politischen und hauswirthlichen Nutzen darin sehen, wenn sie dem manshurischen Zepter ergeben sind, so wer— den sie wohl schwerlich wünschen, ohne besondere Veran⸗ lassungen von Seiten ihrer Gebieter, diesen die Treue zu brechen. Was das gemeine Volk betrifft, so wird dieses, 326 gewohnt unbedingt seinen Stammoberhäuptern zu gehorchen, es nicht leicht wagen, etwas zu unternehmen, das den Absichten dieser entgegen wäre. Im Gegentheil ist beynahe jeder von ihnen so zufrieden mit seiner innern Regierung, und hat so viele Anhänglichkeit an seine Fürsten, daß er nicht säumet, bey jeder Gelegenheit große Opfer zum Be— weise seiner Treue zu bringen. Ein europäischer Schrift— steller sagt mit ziemlich gutem Grunde: man muß entweder die Kriegsmacht gebrauchen, um jene Verbindlichkeit zu er— zwingen, oder mit Silber sie erkaufen— jene Verbindlichkeit, die der Tatar-Mongole auf sich nimmt, indem er seinem Herrn gelobt,„dahin zu gehen, wohin man es ihm befiehlt, zu erscheinen, wenn man ihn verlangt, niederzuschlagen, wen man ihm gebietet, und das kaiserliche Wort wie ein Schwert zu ehren.“) ueberdieß erinnern sich die Mongo— len des Schutzes, den ihnen der manshurisch-chinesische Kaiser Kanßi zur Zeit der blutigen Kämpfe mit dem sunga— rischen Galdan bewies, und genießen schon lange Zeit die Früchte eines ununterbrochenen Friedens, daher werden sie, wie es scheint, wohl nicht anders zu einem Wechsel in ihrer Abhängigkeit schreiten, als wenn sich größere Vor— theile bey einem neuen Gebieter darböten. Von allen auswärtigen Mächten kennen die Mongolen vorzugsweise Rußland. Die Reisen unsrer Abgesandten oder Couriere, der Karawanen und besonders der Missio— nen, durch ihre Steppen nach China, wurden die Veran— lassung zu dieser Bekanntschaft. Die Einwohner des chal— chassischen Fürstenthums, als die nächsten Nachbarn, begrei— fen die Macht unsers Vaterlands, und zeigen bey jeder Gelegenheit, die sich darbietet, ihren Eifer für die Russen. *) Simon de St. Quiutin. A. d. V. — 327 geherhen, IX. Gesetz e. de den Wer zuerst den Bewohner der Steppen lehrte, das behnahe Roß zu zäumen, seine Hütte oder Jurte von Ort zu Ort gierung, fortzuführen, seinen Feind zu ermüden, bald durch Angriff, daß er bald durch Flucht, im vollen Laufe den Spieß zu werfen zum Be⸗ und mit dem Bogen zu schießen, und in der Flucht aus Shift seinem Lande, durch die Lüfte Pfeile den Verfolgern entge— entweder gen zu senden; wer seine Landsleute lehrte, ein und das— eit zu er— selbe Thier, bey allen Gelegenheiten, in dem Melkhofe, lichkeit, auf der Schlachtbank und im Felde des Kampfes zu gebrau— er seinem chen; den kann man als den ersten Anführer seines eie befiehlt, ansehen. Indessen die Liebe zur Sicherheit und die Ne schlagen, gung zum Herrschen bewogen die Menschen, ihre 97 zu t wie ein vermehren. Ruhm und Beute waren im Anfange der Zweck e Mogo⸗ der Schlachten; die Ueberlassung der Obergewalt oder die ⸗chinesisch Loskaufung der Gefangenen war der Preis des Friedens. dem sunge⸗ Die Geschichte zeigt uns indessen, daß die berühmtesten ge at di Krieger auch zugleich die berühmtesten Bürger waren. Denn veden si, wenn die Völker die innere Regierung nach den Absichten Wechsl i des äußern Krieges einrichten müssen; so sind sie 150 minder verpflichtet, für die Erhaltung der innern Ruh sorgen. Auf diese Art überzeugten sich die 1 Kriegsoberhäupter durch eigne Erfahrungen, von der Noth— e Hor⸗ 6 wendigkeit, die Ruhe, die Rechte und Pflichten ihrer Unter— Missio⸗ thanen durch gewisse Verordnungen zu sichern. Sie ergrif— e Viran⸗ fen die Gelegenheiten, wenn das Volk, wie auf den Schall des cal⸗ der Trompete, zusammen strömte, und auf ihren Befehl bare Kriegsunternehmungen begann; die Anführer fanden eine gh jeder kraftige Stütze für ihre Herrschaft in der Entscheidung der sussen, Dinge, die gerade zu der Zeit vorfielen, und für die gute Ordnung im Reiche, in der Ausgleichung der Streitigkeiten, . die zwischen den verschiedenen Partheyen entstanden. Die Mongolen haben viele alte Gewohnheiten, die noch bis jetzt bey ihnen heilig gehalten werden. Es giebt auch außerdem bey ihnen geschriebene Gesetze, die nach den Umständen von ihren Fürsten und Beherrschern ausgegeben worden, ja selbst noch von den Zeiten des Dshingis-Chan. Dieses Gesetzbuch, das vielleicht im Laufe einiger Jahrhun— derte nach und nach entstanden ist, ward, nach der Ver— einigung der Mongoley mit dem chinesischen Reiche im J. 1691, von den pekin'schen Gesetzkundigen durchgesehen und nach Vergleichung der alten und neuen Ueberlieferungen von den mongolischen Verordnungen völlig umgearbeitet, und in Pekin in mongolischer, manshurischer und chinesischer Sprache gedruckt. Um einigen Begriff von dem Geiste der Gesetzgebung der Steppenbewohner zu geben, finde ich es passend, hier einige der wichtigsten Artikel aus diesem Ge— setzbuche in der Uebersetzung einzurücken. Die mongolischen Fürsten sind verbunden, jährlich nach Pekin an den Hof zu reisen, um dem Bogdo-Chan zum ersten Tage des ersten Monats Glück zu wünschen. Daher sind die chalchassischen und übrigen Mongolen in vier Reihen getheilt; jedes Jahr erscheint eine Reihe aus allen Länderantheilen bey Hofe. In demjenigen Jahre, in wel— chem die Dsaßaken*) die Reihe nicht haben, müssen aus ihren Aimak's einer der mitregierenden Taidsi's und ein Taidsi aus dem Geschlechte und den Verwandten der kaiser— lichen Prinzessinnen, die an mongolische Fürsten verheira— thet sind, dahin reisen. Der chalchassische Tuschetu- und Zezen-Chan, und eben so auch der Dsäbdsun Dombo Ku— tuchta überbringen als jährliche Gabe ein weißes Kameel *) Dsaßak ist eigentlich die Benennung jedes mongolischen Fürsten, der seinen eignen Länderantheil hat. A. d. V. 0 die 5 git ach den gegeben Gan. ahthun⸗ er Ver⸗ en und en von und eiche ste det ich es m Ge⸗ jührlich o- Gan ünschen. in ier b allen wel⸗ aus ein faiser⸗ heira⸗ = Und 9 Ku⸗ ameil lischen d. V. „ und acht weiße Pferde. Die Annahme derselben hängt von einem eigenen Gerichtshofe ab, der die kaiserlichen Stutereyen unter seinem Gebiet hat. Von acht Pferden werden nicht mehr als vier durch Auswahl angenommen. Zur Belohnung erhält jeder eine silberne Thee-Dom ba (bauchigen Krug), 30 Lana(ungefahr 3 Pfund) schwer, 30 Stück Atlaß, 70 große Stück Nanking u. s. w. Nach dem Tode der Fürsten werden ihren minderjährigen Söhnen, die noch nicht 17 Jahr alt sind, die jährliche Reise an den Hof erlassen; aber wenn sie das 18te Jahr erreicht haben, treten sie in die Reihe ihrer Väter ein. Die Taidsi's, oder Edelleute des letzten Grades, haben nicht das Recht, zur Abstattung des Glückwunsches am pekin'schen Hofe zu erscheinen. Sie überbringen die Gabe Dfsülmachoni, d. i. abgesengte, ausgeschlachtete Ham— mel. Das Recht solche Gaben zu überbringen, ist nur den Taidsi's von den 37 Choschunen der innern Mongolen, welches die von Charatschin, Baring, Naiman, Oniut u. s. w. sind, gestattet. Doch genießen auch nicht alle unter ihnen dieses Recht. In dem ud sumutschin'— schen Choschun ist befohlen, von zehn Taidsi's nur zwey Dsulma anzunehmen, und bey den übrigen nur ein Dfsulma von zehn Mann. Auf das Jahr ist festgesetzt 500 Stück Dsulma, 50 Säcke**) Schmelzbutter, und 20 geräucherte ausgeweidete wilde Schweine anzunehmen. Die Taidsi erscheinen selbst in Pekin nach ihrer Reihe, während der drey Wintermonate mit Rücksicht darauf, wie— viel deren in jedem Choschun sind; von 1000 Taidsi's reisen *) Orey russische Pfund sind 25 Leipz. Pfund. A. de l. **) Im Russischen Bruschina, d. i. eigentlich das Darmfell, welches im Unterleibe der Menschen und Thiere die Gedärme umschließt. A. d V. 200 mit einer Gabe hin, von 500 Menschen 100 u. s. w. Solche Taidsi's an denen die Reihe ist, müssen die Dsa— ßal's mit Scheinen unter ihrem Siegel versehen, mit Bey— fügung ihrer Nahmen, Grade, Jahre u. s. w. Jede fal⸗ sche Angabe und Anmaßung eines falschen Ranges u. s. w. wird streng bestraft. Der udsumutschin'sche Zinwan und chischikten'sche Dsaßak bringen ihre Gabe in lebendigen Hammeln dar. Ueberdieß überreichen die Wan's, Gun's und Taidsi's noch dem Bogdo-Chan Habichte und Hunde zur Jagd, Adlerfedern zu den Pfeilen u. s. w. Alle solche überreichte Gaben werden, wie oben bemerkt worden, reich⸗ lich von dem pekin'schen Hofe belohnt. N Jede 150 Familien machen in der Mongoley eine Compagnie oder Escadron aus; über 6 Escadrons ist ein Oberst gesetzt. Es ist durch das Gesetz bestimmt, daß von 3 Mannspersonen in einer Familie einer von den Pflichten des Kriegsdienstes befreyt seyn soll. Die Dsaßak's sind verbunden, in ihrer Fahne(Divi⸗ sion) aus den Taidsi's und Tabunan's starke und tüchtige Leute auszuwählen; und wenn solche unter den Taidsi's nicht zu finden sind, sie aus den gemeinen Kriegern zu nehmen, doch aber nur kräftige und zur Regierungsver— waltung tüchtige. In die erledigten Stellen der niedern Beamten und der gemeinen Reiter soll man solche setzen, die im Stande sind, den Dienst zu versehen und Haus— vieh besitzen. In jeden 10 Jurten soll ein Vorgesetzter über zehn Mann seyn; und wenn dieses nicht geschieht, soll man den Osaßak-Fürsten, Beilé's, Beißé's, Gun's, Taidsi's und Tabunan's einen dreymonatlichen Gehalt abziehen. „ 5 0 Die(oon China aus) jenseit der Gränze wohnenden a 4 Mongolen, sollen in drey Jahren einmahl zum Landtag 1 Sh. reisen, zur Untersuchung der Angelegenheiten und Prüfung de fil der Leute. 1 s p. Wenn die Reise zum Landtage angesagt ist, und die 1 0 über die Fahnen(Divisionen) gebietenden und nicht gebie— Me tenden Fürsten sich nicht einfinden; so soll ihnen ein halb— s jähriger Gehalt abgezogen, und diejenigen Taidsi's und Hunde Tabunan's, welche keinen Gehalt beziehen, um 10 Pferde e solche gestraft werden. , keich⸗ Alle Jahre versammeln die Dsaßak-Fürsten und Tai— dsi's verschiedene Fahnen ihrer Truppenabtheilungen an Ei— nem Ort, untersuchen ihre Bogen und Pfeile, und stellen mit ihren Untergebenen Prüfungen im Schießen an. ih eine Die Soldaten sollen, wenn sie ins Feld rücken, hin— ö ist ein ter ihren Fahnen gehen. Wenn einer oder zwey Soldaten daß von ihre Fahne verlassen, und für sich abgesondert gehen, so Iflichten soll man sie ergreifen, und zu den Fürsten und Dsangin's der Fahnen fähren; diese nehmen einem jeden davon einen e(Dioi⸗ ausgewachsenen Ochsen ab und geben diesen demjenigen, lachlihe der sie angezeigt hat. Denjenigen, die auf dem Marsche ats Feuer verwahrlosen, soll man den Kopf abschlagen. Wer rn zu einen Sattel, Zaum, Spannkette oder Pferdedecke stiehlt, göver⸗ der soll mit der Peitsche gezüchtigt werden, als einer der niedern ärgsten Diebe. Wenn es sich trifft, daß der Marsch des setzen, Nachts fortgesetzt wird, soll kein Geschrey erhoben, und Hau⸗ die Ungehorsamen bestraft werden. Die Fürsten, welche mit den Truppen gehen, sollen überall für die Sicherung r zehn der Ruhe sorgen, und dem Volke Hüffe leisten. an den Die über die Fahnen gebietenden und nicht gebietenden 0s u sollen, wenn die zum Marsch oder zur Post bestimmten Pferde zu Schanden geritten werden, für jedes um einen —,. —— halbjährigen Gehalt gestraft werden; diejenigen aber, welche keinen Gehalt haben, sollen zehn Pferde zur Strafe geben. 90 0 Wenn zur Zeit einer Schlacht einige Fahnen die fl 14 Flucht ergreifen, und ein Fürst von irgend einer Fahne ge in den Kampf geht, den übrigen beyzustehen; so soll den f Befehlshabern der Fahnen, welche die Flucht ergriffen ha— 1 N ben, jedem eine Escadron genommen und dem, der in den Kampf gegangen ist(zum Oberbefehl) übergeben werden. d Wenn die übrigen Fahnen nicht in Ordnung kommen, und 10 nur ein Fürst von einer Fahne in die Schlacht geht, so 0 soll er eine Belohnung, nach Verhältniß seiner Verdienste, 5 f und der Zahl der Gefangenen erhalten. Wenn gemeine 5 5 Krieger geschlagen werden(folglich müssen sie siegen oder 6 . sterben!), so soll man ihnen die Köpfe abschlagen, ihr 8 Vieh aber, ihre übrige Habe und Familie der Schatzkammer anheim fallen, und denjenigen zur Belohnung gegeben wer— den, welche(ohne zwischen einem Taidsi und einem gemei— nen Krieger einen Unterschied zu machen) allein in die Rei— f 9 hen der Feinde eindringen, und über sie die Oberhand be— 0 9 halten. Wenn zur Zeit der Schlacht, und dann, wenn sie 0 1 der feindlichen Linie gegen über stehen, die höhern Offizier, 9 0 nicht nach der Ordnung, sondern nach ihrer Willkühr, vor— ö 0 wärts eilen, oder wenn sie die geringe Zahl der Feinde se— 0 hen, und sich nicht genauer erkundigen, und unüberlegt. darauf losstürmen, soll man sie durch Wegnahme der Pferde und Gefangenen, weiche sie haben, strafen. Wenn bey 6 Fortsetzung des Krieges, irgend einer sich von seiner Par— 1 they trennt, um zu plündern, und dabey getödtet wird; 10 so soll man die Familien solcher als Kriegsgefangene an— sehen, und auch den Dsangin der Fahne zur Verantwor— tung ziehen. Tempel und Wohnungen soll man nicht zer— 0 storen, Vorbeyreisende nicht unbedachtsam tödten; die welche 7 , welche. 8 a sich widerseen, umbringeu; die, welche sich unterwerfen, 9 9 verpflegen. Den n soll 1. Kleider 105 nicht abnehmen; die Weiber von ihren Männern nicht tren— 0 nen. Den Gefangenen soll man die Aufsicht über die Pferde 9 2 nicht auftragen; wer dieses thut, soll vor Gericht gezogen 1 0 10 Werben u.. w. 85 1 5 0 Wehn einer bey der Rückkehr von der Jagd des Bog— f do-Chan, von dem Marsche oder vom Landtage, ohne zu N warten, bis die Reihe an ihn kommt, früher nach Hause , 0 geht; so sollen die über die Fahnen gebietenden Fürsten, 0 Nut, Beilé's, Beißé's, Gunzs', Taidsi's und Tabunan's um Mee einen dreymonatlichen Gehalt, Taidsi's aber, die keinen en 1 Gehalt haben, um fünf Pferde gestraft werden; jeder ihrer 1 1 Diener soll sein Reitpferd verlieren. Feger a bin wer⸗* n gem Wenn einer über die Gränze fremder Länderantheile geht, di Mi und abgesondert nomadisirt; so sollen lber Fahnen gebietende hand be— und nicht gebietende Fürsten um einen Jahrgehalt, solche aber, wenn sie welche keinen Gehalt haben, um 50 Pferde gestraft werden. Off Wenn die auf solche Art Fortgegangenen gemeinen Standes „ bor⸗ sind, soll man sowohl denen, die darum wissen, als auch de se⸗ den Schuldigen selbst, ihr ganzes Vieh wegnehmen, und betlegt es den Beherrschern jener Länder geben. Pferde Die Mongolen der innern und äußern Dsaßak's sollen un bey nicht ihre panzer, Bogen, Pfeile und übrigen Kriegsge— er Par⸗ räthschaften an die Russen, eben so auch nicht an die Olu— b wild; ten und an Völker türkischen Stammes verkaufen. ne an⸗ Wenn Abgesandte durch die Länder irgend einer Fahne ntwor⸗ reisen, sollen die wachthabenden Dsangin's jener Fahne auf icht ze⸗ sie Acht haben und sie begleiten. Wenn sie dieses nicht ie welche thun, und die Abgesandten etwa bestohlen werden, so soll „ der wachthabende Dsangin mit dreymahl neun Stück Vieh zur Strafe gezogen werden, und die Soldaten jeder 100 Peitschenhiebe erhalten. Wenn die Beilé's und übrigen jenseit der Gränze flüchtige Leute antreffen; so sollen sie den Vornehmsten der Flüchtigen binden und in zwey Tagen vor die Gerichtsbe— hörde stellen; wenn aber der Beilé und die übrigen sie länger als zwey Tage bey sich behalten, sollen sie um ei— nen dreymonatlichen Gehalt gestraft werden. Wenn der an der Gränze stehende Dsangin und seine Soldaten einen Flüchtling durchlassen, und, bey Verfol— gung desselben unverrichteter Sache zurückkehren; so soll der Osangin, nachdem er seines Amtes entsetzt worden, um dreymahl neun Stück Vieh, der Korporal vom Dienste entlassen und um 5 Stück Vieh gestraft werden, auch 100 Peitschenhiebe bekommen; jeder der Soldaten bekömmt gleich— falls 100 Peitschenhiebe. f Die chinesischen Beamten und Sargutschei's, welche sich zu Zeiten an den Granzen und in der Mongoley befin— den, um über den Handel zu wachen und den chinesischen Kaufleuten in ihren Streitigkeiten Recht zu sprechen, haben das Recht, jedes Jahr, nach ihrer eignen Untersuchung, aus der Mitte der handelnden Kaufmannschaft die Aeltesten und Aufseher über zehn Mann von der besten und geprüf— testen Aufführung auszuwählen; diese müssen über das Be— tragen eines jeden in ihrem Zehend, bey Gefahr strenger Verantwortlichkeit dafür, die Aufsicht führen. Wenn sie einige davon auf verdächtigen Schritten bemerken, so sind sie verbunden, diese sogleich dem Sargutschei anzuzeigen, welcher nach den Umständen, die bey der Untersuchung sich ergeben, sie in ihre vorige Wohnung zurückschickt. Ueberdieß müssen der Sargutschei und die mongolische Ortsobrigkeit, ——— 333—— lic dich jedes Jahr im Frühlinge und Herbste, die Aufseher über lber 100 zehn durch Unterscheift verbindlich machen, daß sie durch— aus keine Leute von schlechtem Betragen verhehlen wollen, Glanze und müssen dieses im Journale aufzeichnen. Dieser Ver— hen de bindlichkeit zufolge müssen die Aufseher über zehn für jede Gechtkt⸗ von Chinesern begangene Uebelthat nach der Strenge der baigen se Gesetze verantwortlich seyn. Auf gleiche Weise haben die e um ei⸗ Sargutschei's unablässig Acht, daß nicht in ihre Stadt (in der Mongoley) aus andern Gegenden Chineser kommen nd seine unter dem Vorwande Arbeit zu suchen, und sie schicken alle Versol⸗ solche sogleich nach China zurück, diejenigen nur ausgenom— soll der men, welche Verwandte dort haben, und diese Verwandten n, um müssen ebenfalls sich durch Unterschrift verbindlich machen, Dienste für deren Aufführung verantwortlich zu seyn. uch 100 85 t glech⸗ In einem unglücklichen Jahre müssen bey den Mongo— wle len die Dsaßak's(regierenden Fürsten) die reichen Leute und c bft Lama's in ihren Fahnen Maaßregeln zur Verpflegung des hessehen Volkes ergreifen. Wenn für alle diese die Nahrung nicht 00 hinreicht, so müssen sie durch Zusammenbringung von Och— gung, sen und Hammeln aus der ganzen Landesversammlung den aten Hülfsbedürftigen beystehen; über die Leute aber, welche 1 verpflegt worden sind, müssen sie an den Gerichtshof der 6 Bi auswärtigen Angelegenheiten(in Pekin) Bericht einsenden. 15 1 1 ein i 8 1 und Mangel an Vieh 10 einige Jahre nach einander sich ereignet, und die Landes— versammlung nicht im Stande ist das Volk zu verpflegen, so ist das Oberhaupt der Landesversammlung, nachdem er alle Dsaßak's zusammen berufen, verbunden an den Ge— richtshof zu berichten und den Bogdo-Chan um Ernennung eines Beamten zu bitten, um dem Elend in dem Lande so sind zeigen, ang sich laberdieß obrigkel, — 336 abzuhelfen, und eine hinreichende Menge Silber, zum Ein⸗ kauf von Lebensmitteln, abzusenden. In diesem Falle müs— sen die Dsaßak⸗Fürsten, Gun's, Taidsi's und Tabunan's zum voraus ihren Gehalt auf das folgende Jahr erhalten und zur Verpflegung ihrer Untergebenen anzuwenden. Wenn nach dieser Unterstützung die Osaßak's nicht für die hinlängliche Ernährung ihrer Untergebenen sorgen, und sie dadurch ins äußerste Elend stürzen, so werden die Nothleidenden von ihnen weggenommen und den guten Dsaßak's in derselben Landesversammlung geschenkt. Jeder mongolische(regierende) Fürst sammelt jährlich die Abgaben von seinen Unterthanen ein. Von demjenigen, der 5 Ochsen und mehr hat, begnügt er sich einen Hammel zu nehmen, von 20 Hammeln ebenfalls einen, und von 40 Hammeln zwey; und wenn einer auch noch mehr Vieh besitzt, so darf er doch nicht mehr als zwey fordern. Bey Absendung der Gabe an den Hof, bey der Reise zum Land— tage, bey Verlegung des Hauptstandortes anderswohin, bey Verheirathung seiner Kinder, kann er von jeden zehn Jurten 1 Pferd und einen Wagen mit einem Ochsen, oder ein Kameel nehmen; von dem, der 3 Kühe hat, einen Eimer Milch; von 5 Kühen und mehr einen bauchigen Krug Milchbranntwein; von dem, der über 100 Hammel hat— 1 Filz. Wenn einer aber mehr verlangt, wird ein solcher vor Gericht gezogen. Die Zahl der Leute, welche der Tochter eines Z in— wan(mongolischen Fürsten des ersten Grades) mitgegeben werden, muß, nach der Einrichtung eines innern(man— shurischen) Zinwan seyn, d. i. außer einer Amme mit ihrem Manne, aus 8 Stubenmädchen und 8 Familien bestehen; bey einer Tochter eines gewöhnlichen Dfsiunwan, außer einer Amme mit ihrem Manne, 7 Stubenmädchen und 4 Fa⸗ 5— 397 zum Ein⸗ milien, und so ferner. Uebrigens, ob man den Zinwan's, dalle müs⸗ Taidsi's und Tabunan's eine Amme mit ihrem Manne sen— Vbunan's den will oder nicht, ob man einer Braut eine geringere * aalen Anzahl Stubenmädchen und Familien mitgeben will, alles den, ian dieses hängt ganz von dem Willen der Väter und Mütter ab. blergite In zwey Familien, die durch Verehlichung in Ver— wut in wandtschaft treten, müssen, wenn beide Theile Leute ge⸗ Helden gon meinen Standes sind, die Verlobungsgeschenke aus Vieh, in fesche und zwar aus 2 Pferden, 2 Ochsen und 2 Hammeln be— stehen. Wenn aber, dem Zustande derselben zuwider, mehr 1. fc gegeben wird, so nimmt man das, was darüber ist an 1 7 ming Vieh, für die Schatzkammer weg; die Verminderung in— . g„„* 5 dessen wird nicht als ein Vergehen angerechnet. Nach dem Hammel f 0 geh gerech dach de Tode des Bräutigams wird das gegebene Vieh zurückgenom— und von 0 f . Bic men; nach dem Tode der Braut aber nur die Hälfte. weht Di 5 a 3 d 5 a 10 Wenn die Eltern einig sind, ihre Tochter zu verheirathen, ern. N„ e f f f 6 0 und der Bräutigam aus Haß sie nicht nimmt, so ist es zum Laho⸗ nicht gestattet, das gegebene Vieh zurückzufordern. Wenn das verlobte Mädchen schon 20 Jahr erreicht hat, und der Bräutigam sie noch nicht nimmt, so ist es den Eltern ver— vohin, bey n Jukten . 4 stattet, sie einem andern zur Ehe zu geben. . h Wenn einer von seiner Frau geschieden wird, so ist g es ihr nicht erlanbt, ein einziges von den Dingen mitzu— hat— nehmen, welche sie zu der Seit gebrauchte, als sie mit ih— r soche rem Manne noch in Einigkeit lebte. ö Jeder Mongole kann, wenn er keine Erben hat, es Zin⸗ fremde eheliche Kinder an Kindes Statt aufnehmen, indem ütgegeben er es vorher seinem Fürsten und Dsangin meldet, um das in(hal⸗ angenommene Kind in das Buch der Compagnie seiner f nit 165 Fahne einzuschreiben. 0 chen; bey 4 ußer eint 5 d 1 fe III. Band. 2 0 0 — „— Wenn einer der Beamten, oder Leute gemeinen Stan— des, allein, oder zu zweyen und mehreren, Sachen rauben, und einen Menschen todtschlagen, so schlägt man, ohne Untersuchung über den Anstifter und seine Mithelfee anzu— stellen, allen die Köpfe ab und stellt sie dem Volke zur Schau aus. Wenn Beamte oder gemeine Leute Sachen rauben, aber keinen Menschen dabey verwunden, so soll, wenn ei— ner dieses allein gethan hat, dieser nebst seiner Familie, seinem Vermögen und Vieh nach(den chinesischen Statt— halterschaften) Chenang und Schangdun zu schwerer Arbeit auf den Poststationen geschickt werden. Wenn zwey, drey oder mehrere zusammen einen Diebstahl begangen ha— ben, so soll der eine, der diesen Anschlag angegeben hat, erwürgt, sein Vermögen und Vieh, nachdem es von der Schatzkammer eingezogen worden, dem beleidigten Theile gegeben werden; seine Familie aber soll man nach Chenang und Schangdun zu schweren Arbeiten auf den Poststatio— nen schicken. Derselben Strafe sind auch seine Mitgenossen, nebst ihren Familien, Vermögen und Vieh unterworfen. Für Pferdediebstahl im Lager, während der Reise des Bogdo-Chan zur Jagd, wird jeder ohne Unterschied, er sey Mongole oder Chineser, für fünf Stück pferde und darüber, ohne weiteres Zögern zum Erdrosseln verurtheilt, und zur Abschreckung für andere bleibt der Leichnam zur Schau lie— gen. Für drey Pferde und darüber“) wird der Schuldige in die(chinesischen Statthalterschaften) Funnang, Gui— dsheu, Guangdun und Guanßi, in ungesunde Ge— genden geschickt; für ein und zwey Pferde schickt man ihn „) Folglich für drey oder vier Pferde, denn für fünf ist schon die Strafe Erdrosselung. A. de U 3*— zen Enn⸗ nach Chuguan, Fudsiäng, Dfsiängßi, Dshe— n rauben, dsiän und Dfsiännang, um zum Dienst auf den Sta— u, ohne tionen gebraucht zu werden. lie anzu- Für einen Diebstahl von 10 bis 20 Pferden), Och— Valle zur sen oder Kameelen wird der Verbrecher, nach vorheriger Einkerkerung erwürgt; für einen Diebstahl von 2 Pferden rauben, schickt man ihn nach Chenang oder Schangdun. Ein wenn ei⸗ Ochse, Kameel oder Pferd werden vier Hammeln gleich ge— Familie, schätzt. Wer weniger als 4 Hammel gestohlen hat, be— en Statt⸗ kömmt 100 Peitschenhiebe. Wer einen Hund gestohlen hat, 1 schwerer wird um 5 Stück Vieh zum Besten des Herrn des Hun— enn zweh, des gestraft. ingen ha⸗ Wenn die über Fahnen gebietenden und nicht gebieten— gaben hat, den Fürsten Diebe bey sich behalten, wird jeder um einen e don der Jahrgehalt gestraft; die keinen Jahrgehalt haben, müssen gten Thie ömahl 9, oder 45 Stück Vieh zur Strafe geben. Wenn 0 Oherang aber einer von ihnen es nicht bekennen will, daß er Diebe Jesstatio⸗ bey sich hält, so läßt man seine Oheime(von des Vaters sügrossa, Seite) darüber einen Eid ablegen; wenn er keine Oheime worfen hat, so nöthigt man dazu seinen Vetter(der mit ihm Ge— gss bes schwisterkind ist). „ er seh Wenn bey Aufsuchung des gestohlenen Viehes die Spur darüber, in einer solchen Entfernung von dem Wohnplatze unterbro— und zur chen ist, daß man mit einem Pfeilschusse die Jurten errei— chau lie⸗ chen kann, so läßt man die Besitzer derselben einen Eid all schwören; kann man aber nicht bis dahin schießen, so brauchen sie keinen Eid zu leisten. 9 Gui 119 Ge⸗ Wenn ein über Fahnen gebietender oder nicht gebie— Une 55 man ihn tender Fürst, mit irgend einem scharfen Werkzeuge, ab— 52 800 Zweifel sind hier Diebstähle gemeint, die nicht im 1 Lager des Bogdo-Chan oder chinesischen Kaisers geschehen. it she A. d. U. 5. U. 22 — — „ sichtlich, aus Feindschaft oder in der Trunkenheit, seinen Untergebenen oder Leibeigenen tödtet, soll ein Fürst um 40 Pferde— ein Beilé, Beißé und Gun um 30 Pferde, ein Taidsi und Tabunan um dreymahl neun Stück Vieh ge— straft werden. Alles dieß wird den leiblichen Brüdern des Getödteten gegeben; und seine ganze Familie wird an den— jenigen Ort gebracht, wohin sie es wünscht. Wenn einer bey einer Schlägerey einen Menschen ver— wundet, und dieser innerhalb 50 Tagen stirbt, soll der, welcher ihn verwundete, ins Gefängniß gesetzt und dort erdrosselt werden. Wenn ein Beamter oder gemeiner Mann eigenmächtig seine Frau umbringt, soll er ins Gefängniß gesetzt und er— drosselt werden. Wenn er mit der Frau sich zankt und schlägt, und dabey unvermuthet sie todtschlägt, soll er um dreymahl neun Stück Vieh gestraft werden, welche man in das Haus der Mutter der Frau giebt. Wenn die Frau von schlechter Aufführung war, und der Mann, ohne die— ses anzuzeigen, eigenmächtig sie tödtet, soll er um Zmahl 9 Stück Vieh gestraft werden. Wenn er mit Hülfe irgend eines Werkzeugs sie todt schießt, hauet, sticht, oder bloß so sie todt schlägt, soll er, als für einen vorsätzlichen Mord, ins Gefängniß gesetzt und erdrosselt werden. Wenn ein Leibeigener seinen Herrn umbringt, soll er in Stücken gehauen werden. Wenn ein Beamter oder ein Mann gemeinen Stan— des aus Bosheit Feuer anlegt und ein Mensch dabey ver⸗ brennt, so soll man den Feueranleger, wenn es ein Beam— ter ist, erdrosseln; wenn es ein gemeiner Mann ist, soll er ins Gefängniß gesetzt und ihm der Kopf abgeschlagen werden. Wenn ein Beamter oder gemeiner Mongole den Be— gräbnißplatz eines Fürsten oder seiner Gemahlin aufgräbt eit, seinen st um 40 ferde, ein Vieh ge— dulden des ird an deg⸗ nschen ber⸗ soll der, und dort cigenmächtg seht und er— Jank und „soll er un welche man n die Frau „ohhe die— um amahl ülfe irgend ober Kloß fsäblichen . „oll et en Stan⸗ abey vel in Beam⸗ tt, soll er n werden. den Bl⸗ aufgabe 3 soll man den Verbrecher unverzüglich zur Abschlagung des Kopfs verurtheilen, seine Familie, Vermögen und Vieh der Schatzkammer anheim fallen, und dem Besitzer des Begräb— nißplatzes gegeben werden. Wer das Grab eines gemeinen Mannes aufgräbt, soll 100 Peitschenhiebe bekommen und einmahl neun Stück Vieh zur Strafe geben, zum Besten des Besitzers des Grabes. Einen gemeinen Mann, der einen Fürsten entweder ins Gesicht oder hinter seinem Rücken schmähet, soll man zum Besten des Geschmäheten um Zmahl 9 Stück Vieh strafen u. s. w. Wenn ein gemeiner Mongole Unzucht mit der Frau eines andern gemeinen Mannes treibt, soll man ihn um fünfmahl neun Stück Vieh strafen, und die Verbrecherin von ihm nehmen und sie ihrem eignen Manne übergeben, damit er sie tödte; wenn er sie nicht tödtet, erhält der Fürst derselben das zur Strafe gegebene Vieh. Wenn ein über Fahnen gebietender oder nicht gebieten— der Fürst Unzucht mit der Frau eines gemeinen Mongolen treibt, so soll er um neunmahl neun Stück Vieh gestraft werden; ist es ein Beilé, Beißé und Gun so muß er sie— benmahl neun Stück Vieh; ein Taidsi und Tabunan fünf mahl neun Stück Vieh geben. Dieses als Strafe gegebene Vieh wird dem beleidigten Ehemanne gegeben. Ein gemeiner Mann, der mit einer Fürstin Unzucht treibt, wird in Stücken zerhauen, der Fürstin der Kopf abgeschlagen, und die Familie des Verbrechers in die Leib— eigenschaft hingegeben. Wer auf dem Hute einen Quast trägt, länger als die Krämpen, einen Hut, der die Ohren bedeckt, einen gewalkten Hut ohne Krämpen, der soll, wenn es ein Beilé u.. 6 „ ist, um 3 Pferde, ein gemeiner Mongole aber um einen dreyjährigen Ochsen gestraft werden. Venn einer, der die Blattern hat, in einer fremden Wohnung liegt, und die übrigen ansteckt, und ihnen den Tod zuzieht, so soll man ihn um dreymahl neun Stück Vieh; wenn aber der Angesteckte wieder gesund wird, um neun Stück Vieh strafen. Wenn einer den andern, ohne Blattern, ansteckt, soll man ihn um ein Pferd strafen. Einen Wahnsinnigen soll man den Oheimen, Neffen und nahen Anverwandten zur Aufsicht übergeben. Hat er keine Verwandten, so soll man ihn der Aufsicht eines Auf— sehers über zehn im benachbarten Escadron übergeben. Wenn er aber durch Nachlässigkeit der Aufseher entwischt, und einen Menschen umbringt, soll man den Aufsehern 100 Peitschenhiebe geben. Wer einen Vorbeyreisenden nicht einläßt, um zu über— nachten, und dadurch Anlaß giebt, daß er erfriert, soll um neun Stück Vieh; stirbt aber der Reisende nicht, um einen zweyjährigen Ochsen gestraft werden. Wenn er auch den Reisenden einläßt zum Uebernachten, dem Gaste aber seine Sachen, oder sein Pferd gestohlen werden, soll man den Hauswirth zwingen, sie zu bezahlen. Beamte und gemeine Mongolen von schlechter Auffüh— rung soll man durchaus nicht in der Fahne behalten, son— dern sie mit ihrer Familie, ihrem Vermögen und Vieh nach Chenang und Schangdun verweisen, um schwere Ar— beiten auf den Poststationen zu verrichten. um einen N. len be a funden Der Götzendienst ist unter den asiatischen 8 ent⸗ 9790 standen. Um 5 ersten Urquell 1 zu 3 muß an Sc man zu 5 e der Leidenschaften zurückgehen. d un 2 0 25 heiligen Bücher der von Gott beheen 1 Dae zeigen uns die wahre Ursache Nr Ahe 0 der 1 Verkehrtheit des Menschengeschlechts. Nur allein dieses Me himmlische Licht kann das Dunkel zerstreuen, und der „ pffen Mensch erkennt, allein bey dieser Leitung, zugleich seine Hat a Schwäche und seinen Stolz, und hört auf ein Spiel der ines Auf Unwissenheit zu seyn. In dem göttlichen Worte, jenem übergeben 1 Urquell, schöpfte der beredsame Bossuet den 1 enwdicht zu seiner lehrreichen hänlang über die Weltgeschichte Vusshen 8 5 histoire 5 5 Auf die 7 Schrift sich stützend, ergreift er den Meißel der Geschichte, und entwirft ein treues und zugleich erhabenes Bild der n zu über⸗ nach der allgemeinen Sündfluth erneueten Welt. „ sol un„Alles nimmt einen Anfang: es giebt nicht Eine alte um einen Geschichte, worin nicht deutliche Spuren der Neuheit der auch den Welt enthalten wären. Man giebt Gesetze, die Sitten ler seine bilden sich, Reiche entstehen; das Menschengeschlecht tritt nan den nach und nach aus dem Zustande der Unwissenheit heraus; die Erfahrung klärt es auf. Man erfindet Künste, es Auffüͤh⸗ ) Das vortreffliche Werk des Bossuet'schen Geistes: Discours en, sor⸗ sur Phistoire universelle ist bey uns durch eine alte(russische) Uebersetzung des Capit. Wasili Naum ow bekannt, und 9 088 zum erstenmahle 1761 und 62, zum zweytenmahle 1774 ge— war Ar⸗ druckt. Diese sehr nützliche und nöthige Anleitung zum Un⸗ terricht in der Geschichte ist nicht längst von neuem von W. K. übersetzt. Diese russische sehr verbesserte Uebersetzung die— ses klassischen Buchs wird unter dem Titel: Betrachtung uber die Weltgeschichte gedruckt werden. A. d. V. ind Vieh mehrt sich die Zahl der Erdbewohner— und Abgründe, Berge, Meere, Flüsse setzen keine Hindernisse mehr ihnen entgegen; man bezwingt sie; niedergehauene Wälder machen Feldern, Hütten, Dörfern und Städten Platz; der Mensch verwendet zu seinem Nutzen auch die Metalle, und stufen— weise beugt er die ganze Natur zu seinem Dienste. Aber die Menschen, nach dem Maaße der Entfernung von ihrem Ursprunge, verwirrten die Begriffe, die sie von ihren Vor— fahren erhalten hatten. Der menschliche Verstand, herab— gesunken bis zur Unvernunft, vermochte nicht mehr sich zu erheben, und als die Menschen nur das vergöttern wollten, was ihre Sinne rührte, da verbreitete, sich überall der Gö— tzendienst. Indessen erhielt sich ein dunkler Begriff von der göttlichen Allmacht durch seine eigene Kraft, ungeachtet man diesen Begriff mit Aehnlichkeiten vermengte, die ihren Ursprung aus den Sinnen nahmen. Von dieser Zeit an fing man an alles zu vergöttern, was einige Wirksamkeit oder Kraft besaß. Auf diese Art wurden die Sonne und die Sterne, die aus der Ferne leuchten, das Feuer und die Elemente, deren Wirkungen für alle dieselben waren, die ersten Gegenstände allgemeiner Vergötterung. Die Men— schen erniedrigten in sich selbst die Würde der Vernunft so weit, daß sie völlig sich ihren Sinnen unterwarfen; die Sinne entschieden alles, und, ohne auf die Eingebungen der Vernunft zu achten, brachten sie Götter hervor, vor denen man auf der Erde sich beugte.“ Aber von allen Heienischen Glaubensbekenntnissen er— weckt keine so sehr unsre Wißbegierde und Aufmerksamkeit, als das tibet-mongolische, durch das Verwickelte seiner Regeln, den Dichtergeist seiner Fabeln und seiner Sitten— lehre, die den Grund desselben ausmacht(eine Sittenlehre, .... ¾m-]... ĩ˙7'“§Ü g ,... 9 0 9 0 weit e als die in andern heidnischen en a denn sie dient mehr als jene, um die Menschen vom Bösen 15 abzuhalten).. n und ene 10 1 suchungen der Gelehrten versichern uns, daß diese Religion in Indien, an den Ufern des Ganges, entstanden ist, und sich von da über den größten Theil Asiens verbreitet hat. Ihre Herrschaft erstreckt sich vom Imaus bis an den stillen Ocean, durch China und Japan hin. In Mittelasien hat sie die rohen Nomaden mild gemacht, und sogar die heid— sste. Mer bon ihrem hren Vot⸗ d, hen ehr sich z nischen Völker Sibiriens haben an sich erfahren, daß der n wollten, Einfluß derselben wohlthätiger ist, als die seltsame Lehre l der G anderer Götzenverehrungen. ff bon der ungeachtet Die Mongolen haben ihren Glauben, wie sie selbst an— „die ihten nehmen, unmittelbar aus Tibet und mittelbar aus Ennet— ser Zeit an kek, oder Indien, erhalten. Diese Herkunft desselben wird Wikkamkeit durch Beweise der Glaubwürdigkeit, und durch die nahe Longe und Uebereinstimmung der Regeln der indischen und der tibet— Feuer und mongolischen Lehre unterstützt, als z. B. in dem was von en waren, dem Falle der Geister und der Erdbewohner, von der See— Die NMn⸗ lenwanderung, von den künftigen Strafen und Reinigun— nunft so gen gesagt wird; zum Theil sieht man dieß aus den Mei— n; die nungen von der Erschaffung der Welt, und ebenfalls auch gebungen aus der Menge der Gebräuche, die bey den Indiern, Ti— or, bor betern und Mongolen beynahe in nichts verschieden sind. Diesen Glauben nennen die Mongolen den schigemunischen, nach dem Nahmen des Lehrers, der ihn stiftete, und wel— hissn er⸗ chen die Chineser Fo nennen. In Europa ist er mehr un— aunket, ter dem Nahmen des Lamaischen bekannt, wozu wahrschein— ie seite lich die Achtung, welche die mongolischen Völker ihren Site Geistlichen, den Lama's, bezeigen, die Veranlassung gab. ilenlchr Diese Ehrfurcht in den Gemüthern der Mongolen gründet ä sich auf die Meinung, daß der Burchan“) Schigemuni ein Lama gewesen sey. Die eigentliche Zeit der Einfuhrung des schigemunischen Glaubens bey den Mongolen ist im Dunkel der Unwissen— heit verborgen. Einige nehmen an, er habe über das Scha— manenthum bey diesem Volke nicht eher als im siebzehnten Jahrhunderte gesiegt, als aus Tangut von einem, nach den Begriffen der Mongolen, frommen Oluten(Einwohner der Sungarey) das bekannte Buch Ganshur(Hanshur) dahin gebracht wurde, welches die schigemunische Lehre ent— hält und in tibetischer Sprache geschrieben ist, von welcher nicht nur Europäer, sondern auch selbst die mongolischen Geistlichen noch keine gründliche Kenntniß besitzen, obgleich die letztern täglich dieses Buch fast auswendig lernen. Der schigemunische Glaube ist auf die Meinung ge— gründet, daß„das Wesen aller Dinge durch Einen uner— forschlichen Geist belebt werde, der in unendlich verschiede— nen Gestalten sich offenbart.“*) So verkehrt auch die Erklärung des schigemunischen Glaubens von der Gottheit ist;, so kann man doch *) Pallas versichert, das mongolische Wort Burchan(Gott— heit) bedeute dasselbe, wie bey den Tanguten Bud da. Nachr. ub. d. mongol. Völker, II, 75. A. d. V. * Klaproth, Asia Polyglotta, 122. A. d V. ***) Schigemuni, gleich andern heidnischen Lehrern, konnte nicht eigne reine Begriffe von der Gottheit haben; sie werden nur allein in dem hellen Quelle des göttlichen Wor— tes geschöpft. Aus der Geschichte der heidnischen, selbst der aufgeklärtesten Völker, wie die Aegypter, Griechen und Rö— mer waren, sehen wir, daß bey ihnen, auch bey der größten Anstrengung der Vernunft, die Gottheit und die Natur zu ergründen, der Götzendienst herrschte,— und was für ein Götzendienst?— ausgeschmückt durch Scharfsinn, aber un⸗ terhalten und ausgebreitet durch Verderbtheit, so daß äu— ßerste Irrthümer und Vorurtheile die allgemeine Religion emuni ein nunischen lnwissen⸗ ad Scha⸗ sichehnweg m, hach inwohner Hanshur) ahre ent⸗ n welcher, ngolischen ohgleich n. nung ge⸗ nen uner⸗ herschibe⸗ munischen man doch (Golt⸗ 5d dg. V. 8. „ konnte ben; sie en Vor⸗ selbst der und Ro⸗ gtößten Natur zu fur ein aber un⸗ b daß al; Relign 347— von der andern Seite nicht umhin, die Sittenlehre zu be— merken, die sich darin befindet. Auf solche Weise haben die Mongolen, indem sie das Schamanenthum verließen, die ungezügelten Leidenschaften abgelegt, und haben die, früher unter ihnen herrschende Meinung aufgegeben, daß alles nach dem Rechte des Schwertes erlaubt sey. Mit dem schigemunischen Glauben wurden sie ein sanftes und ach— tungswerthes Volk. Die Anhänger desselben erkennen die Unsterblichkeit der Seele, aber nach heidnischem Irrthum, und ihre Wanderung aus einem Thiere in das andere. Sie glauben, daß man um ausgezeichneter Tugenden willen ewige Glückseligkeit erlangen könne, obgleich diese, nach ih— ren rohen Begriffen, in sinnlichen Genüssen besteht; und für das Böse nehmen sie verschiedene Qualen an. Die Seele muß, nach der Trennung vom Körper, vor dem Be— herrscher der Hölle erscheinen. Er untersucht ihre Hand— lungen, und legt ihr eine Strafe, aber keine ewige, auf; denn die Seele wird zuweilen, nach ausgestandener Qual in der Hölle, zum Aufenthalt in irgend einem Thiere, ihren im Leben begangenen Sünden gemäß, gesendet.— Zur Belohnung der Tugend kann einer ein Burchan werden. Dieses Wort kann man für Gottheit nehmen, zuweilen auch für einen Heiligen. Um aber genauer den Schö— pfer zu bezeichnen, nennen ihn die Mongolen Himmel, Konig des Lichts, und mit Worten, diesen ähnlich, welche Unbegränztheit bedeuten können.— Wahrhaftig eine ausmachten; und die letzte Stuse der Schande war diejenige, daß die Heiden in ihren Gottheiten(wenn man sich so aus— drücken darf) menschliche Laster und Uebelthaten heiligten. So groß ist die Blindheit des menschlichen Verstandes in den Kenntnissen, die ihm die wichtigsten sind, die man aber, nach dem Zeugnisse der Erfahrung aller Zeitalter, nur durch gottliche Offenbarung empfängt. A. d. V. F Erscheinung, aller Aufmerksamkeit würdig! Bey Menschen, die kaum verstehen, die Wolle ihrer Heerden zu bearbeiten, und ihre Stuten zu melken, bey diesen Menschen besteht schon einige Jahrhunderte hindurch eine Religion, der Auf— merksamkeit würdig wegen ihrer Sittenlehre(die besser als die in andern heidnischen Religionen ist), Verwunderung er— weckend durch ihre Allegorien, sogar in Erstaunen setzend durch die Irrthümer ihrer Metaphysik; eine Religion, in welcher die Einbildungskraft nicht selten in eiteln Specula— tionen über das Ewige sich verliert, die aber den Verstand mit den schwersten abstracten Ideen beschäftigt; obgleich der Verstand des Menschen, selbst bey dem Emporstreben, un— aufhörlich sich von seiner Schwachheit und Unvollkommen— heit überzeugt.) Wir wollen näher das Wesen dieser Lehre betrachten, welche Pallas und Bergmann so umständlich aus einander gesetzt haben. Vielleicht befriedigt diese Uebersicht die Wiß— begierde, und überzeugt zugleich den aufmerksamen Beob⸗ achter, wie richtig die gemachte Bemerkung ist, daß der menschliche Verstand leicht in grobe Irrthümer verfällt, und immer im Dunkel bleibt, wenn seine Pfade im Erforschen der für den Menschen nothwendigsten Wahrheiten nicht von der göttlichen Leuchte erhellt werden. Von der andern Seite kann man nicht umhin zu bemerken, daß selbst in den abergläubigsten Ueberlieferungen der Mongolen sich ein Schatten einiger Kenntnisse bewahrt, die aus der Urwelt von ihnen entlehnt sind. *) Remüsat, Recherches sur les langues Tartares. I, XV. A. d. V. * 7 ————————————GGGGGGGGGGGGGGG GGG— 5 aha, Darstellung der tibetisch-mongolischen arbeiten,. beselt Mythologie. der Auf— 1. Erschaffung der Welt. ut ale Nach den mongolischen Ueberlieferungen verfloß vor der N Erschaffung der Welt eine lange Zeit im Zustande des Chaos. n schend Auf einmahl bildete sich durch einen gewissen Wind eine ion, in Masse, in der Tiefe 1600000 und in der Länge 10000 pecula⸗ Berren.“) Es häufte sich eine Menge goldfarbiger Wol— Verstand ken auf; aus diesen fingen an Tropfen zu fallen, von der leich det Größe eines Wagenrades und bildeten ein allgemeines en, un— Weltmeer, das in der Länge 1120000(8960000 Werste fommen⸗— 1280000 d. M.), und in der Breite 1203450 Berren (ungefähr 9627600 Werste— 1375371 d. M.) enthielt. Von einem starken Winde häufte sich auf der Ober— settachten, fläche dieses furchtbaren allgemeinen Weltmeeres ein Schaum, einander der dieses auf 320000 Berren(365714 d. M.) weit be— die Wiß⸗ deckte; aus der Verdickung desselben ging die gegenwärtige en Blob⸗ Welt hervor. daß der Während aus dem sich verdichtenden Schaume die , und Welt sich zu gestalten anfing, erschien auf dem furchtbaren sorschen Oceane eine goldfarbige Schildkröte, welche der göttliche cht von Mandsoschirt belebte, um sie mit einem Pfeile zu andern durchbohren und in die Tiefe des Meeres hinabzustürzen. selbst in Auf diese Schildkröte ward der große Berg Ssium mér sch ein gesetzt. Die Stürme, welche den Ocean von allen zehn Sei— ten des Himmels durchwühlten, häuften den Schaum immer mehr und mehr auf, bis endlich daraus ein Berg entstand, der den Nahmen Ssiummer erhielt. Die eine Hälfte des r Urwilt *) Ein Längen maaß, das ungefähr 8 Werste(15 deutsche Meile) ausmacht. A. d. V. 3— 25———„—T—T—TbT—T—T—T—T——....... r 8 a * f 380— Berges erhebt sich über die Oberfläche des Meeres, und die 0 andere verbirgt sich in der Tiefe desselben; jede dieser Hälf⸗ U ten erstreckt sich auf 80000 Berren(91428 d. M.) Der fi th sichtbare Theil bildet einen vierseitigen, aus vier Absätzen bestehenden Felsen, dessen Fläche, nach dem Maaße wie sie sich über einander erheben, stufenweise sich vermindert und 8 auf dem Gipfel eine nicht große Ebene bildet. Alle vier 0 Seiten dieses Felsen haben das schönste Ansehen: die Ost— 2 seite ist ganz von Silber, die südliche von Lasur, die west—* liche von Rubinen und die Nordseite von Gold. b Der Berg Ssiummer ist von sieben großen Meeren umringt und mit einer gleichen Zahl ungeheurer Gebirge. 9 Sechs dieser Gebirge bestehen aus Gold; und das letzte, 0 welches die übrigen Meere und Gebirge in sich schließt, aus 8 Eisen. Die Länge dieses letztern beträgt auf jeder der vier 0 Seiten 556250 Berren(635714 d. M.) Das nächste gol— dene Gebirge hat in der Höhe 1250 Berren(1428 d. M.), 0 das folgende 2500(2857 d. M.), und das letzte 40000' (45714 d. M.) Das erste Meer um den Ssiummer hat in b der Breite 80000(91428 d. M.), und das äußerste 1250 Berren(1428 d. M.). Auf jeder Seite des Ssiummer liegt eine der großen Inseln, die man im Durchschnitt genommen als die vier N großen Theile der Welt ansehen kann. N Die südliche Insel, von dem Wunderbaume Ssam— N06 bu Bararch ä, Ssambutüib genannt, besteht aus sel— fl tenen Edelsteinen. Sie hat die Gestalt eines Dreyecks, fe und ihr Umkreis beträgt 6000 Berren(6857 d. M.) Die⸗ fc ser große Theil der Welt enthält unsre Erde. ft Die östliche Insel heißt wegen des schönen Gesichts der Einwohner Uliumdshi Biituüntib(das Land der schö— te nen Gesichter). Dieser Theil der Welt ist nicht kleiner der 8— 8—— 9—— 1 N* und die als der vorhergehende, und besteht aus Gold. Die Ein— r Hal wohner desselben erreichen ein Alter von 150 Jahren, und Der sind auf 8 Arschinen(ungefähr 10 Leipz. Ellen, oder 18 latin rheinl. Fuß) hoch. wie sie Die westliche Insel wird von den zahlreichen Heerden ert und Hornvieh Ukér edlektschütib(das Land, welches das lle vier Hornvieh ernährt) genannt; und besteht aus Rubinen. ie Ost⸗ Dieser Theil der Welt ist rund, und hat im Umfange e west⸗ 7500 Berren(8571 d. M.) Die Einwohner derselben le— ben bis 500 Jahr, und sind 16 Arschinen lang. Meken Die nördliche Insel, welche aus Silber besteht, heißt ebitge. Modütudtib; denn eine gewisse übelverkündende Stimme lezte, sagt den Einwohnern ihren Tod einige Tage zuvor vorher. t, aus Die Menschen leben hier bis 1000 Jahr, und erreichen der dier Reine Länge von 32 Arschinen. sse gal Jede dieser vier Inseln hat auf den Seiten zwey nicht .), große Inseln, deren Bewohner sich durch dieselben Eigen— 40000 schaften auszeichnen, wie die Bewohner der Hauptinseln, hat in die ihnen am nächsten liegen. 140 2. Besetzung des Erdballs mit Einwohnern. robe Unter den Tengeri's, göttlichen Wesen, welche von 115 den urältesten Zeiten ein seliges Leben in dem obern Raume des Himmels führten, entstanden Uneinigkeiten und Zwiste, san⸗ 5 mit offenbarem Kriege sich endeten. Der Sieg begün— 15 fl stigte die gute Parthey. i Assuri(die Bösen) ergrif— 11 9 fen die Flucht; sie verließen nach und nach ihre himmli— ei⸗ schen Wohnungen und verlieren immer mehr und mehr ihre 1 frühere Vollkommenheit. ts dit Die ersten Gottheiten, die sich durch die Flucht geret— N tet hatten, hielten in jenem Theile unserer Welt an, der 11 dem Himmel am nächsten war, und zwar auf dem Gipfel — 32— des Ssiummer. Als der fortdauernde Krieg im Himmel die Zahl der Flüchtigen vermehrt hatte, so wurden die untern Stufen des Ssiummer, eben so wie auch die sieben Ge— birge mit Göttern besetzt. Die neuen Schaaren von Ten— geri's, die aus dem Himmel vertrieben wurden, wählten für sich die vier untersten Theile der Welt; denn die obern Theile waren schon besetzt. Obgleich sich in allen diesen Vertriebenen ein Unter— schied zwischen ihrem vorigen und ihrem gegenwärtigen Zu— stande zeigte, so kündete sich doch nicht destoweniger ihre göttliche Abkunft in einer Menge Vollkommenheiten an. Die Bewohner der Erde hatten, gleich den Bewoh— nern des Ssiummer und der übrigen Gebirge, auch ihre ausgezeichneten geistigen Eigenschaften und Kräfte, deren sie aber in der Folge beraubt wurden. Alle ihre Wünsche wurden erfüllt. Sie hatten von Strahlen glänzende Ge— sichter, und waren mit Flügeln versehen. Sie erhielten sich ohne Speise, vermehrten sich von sich selbst, und erreichten ein Alter von 80000 Jahren; ihre Nachkommen waren eben so vollkommen. Von diesen vollkommenen Menschen erhoben sich tausend in den Himmel und wurden Burcha— nen(Götter). 3. Fall der Erdbewohner. Die Vollkommenheit unter den Menschen verlor sich dann, als sie die weiße, dem Zucker ähnliche Frucht Sch i⸗ m, die sich auf der Oberflache der Erde zeigte, kosteten. Kaum hatten sie davon versucht, als in ihrem Innern eine Gährung entstand, die in ihrem Körper absondernde Ge⸗ fäße hervorbrachte. Es zeigte sich bey ihnen der Hunger. Der Glanz des Gesichtes verschwand. Die Menschen wur⸗ imm die le untern ben Ge⸗ n Ten⸗ wählten die chern Untet⸗ gen Zu- iger ihre n an. Bewoh⸗ uch ihre deren sie Wuhsche ende Ge⸗ helten ssch erkeichten en waren Menschen Bunsa⸗ alot sich ht Schi kostren. nern eine unde Ge Hung schen nl * — 2— den der Flügel beraubt, sie waren an die Erde geheftet, und ihre Lebenszeit verminderte sich auf 10000 Jahr.) 4. Gegenden der Lüfte. So lange die Menschen strahlende Gesichter hatten, waren weder Sonne noch Mond nöthig; die Verdunkelung ihrer Gesichter brachte auf der Erde eine allgemeine Finster— niß hervor. Vier wohlthätige Tengeri: Wischna, Man— di, Ubba und Lukan verwendeten sich für die Menschen. Sie ergriffen den Berg Ssiummer mit solcher Gewalt, daß sie sowohl diesen, als auch das allgemeine Weltmeer bis in ihren Grund erschütterten, und durch diese gewaltige Be— wegung brachten sie anfangs zwey große Lichter hervor, Sonne und Mond genannt, wovon jene aus Feuer und Glas, dieser aus Wasser und Glas besteht, und dann noch eine Menge kleiner Lichter, Sterne genannt. Die Sonne wird in der physischen Mythologie der Tibeter und Mongolen als ein hohles feuriges Glas vor— gestellt, dessen Umkreis 130 Berren(148 d. M.) beträgt. In dem innern Raume dieser Laterne wohnt ein Tengeri, der durch sein strahlendes Gesicht Licht und Wärme hervor— bringt. Diese ungeheure Leuchte ruht auf einer angenehmen Ebene, die mit Galban-Gummi-Bäumen und verschiede— nen Blumen geschmückt, und mit einer Mauer 2000 Ar— schinen(2520 Leipz. Ellen, oder 4536 rheinl. Fuß) hoch umgeben ist. Die Ebene und die Leuchte werden alle 24 Stunden einmahl um den Ssiummer durch die sieben Luft— *) Die Geschichte der Urwelt kam nicht uuverstümmelt bis zu den heidnischen Schriftstellern; doch die Spuren derselben sind noch bis jetzt in einigen von ihnen aufbewahrten Ueber— lieferungen, und selbst in den Fabeln enthalten(Entwurf der kirchlichen biblischen Geschichte vom Pater Philaret.) A. d. V. III, Band. 23 8——— —————.— 3 2 2 ————————— 8 3—— r— g 2. 5 ———— P rosse Kimori, welche ein Automedon*) aus den Tengeri's f regiert, herum geführt. Wenn die Sonne ihre Strahlen 85 gegen Osten auf den silbernen Theil des Ssiummer wirft, N so beginnt der Tag; die blaue Seite von Lasur wird im ü Mittage beleuchtet, die von Rubin des Abends, und die 6 goldene in der Nacht, nach Untergang der Sonne. Wenn f in dem südlichen Theile der Welt Mittag ist, so ist in dem ö westlichen Morgen, und in dem nördlichen Abend. Der 9 Lauf der Sonne um den Ssiummer richtet sich nach den verschiedenen Jahrszeiten. Zur rauhen Jahrszeit nähert sich d die Sonne dem allgemeinen Weltmeere, und wird durch f die Gewalt der Seestürme mit ungewöhnlicher Schnelligkeit i um die breite Seite des Ssiummer geführt. Zur heißen Jahrszeit bewegt sich die Sonne um den obern Absatz des ö Ssiummer, aber, wegen der Entfernung von jenem Meere, 6 langsamer als in den übrigen Zeiten des Jahres. Der Mond ist, nach der tibetisch-mongolischen My— ö thologie, Glas mit Wasser gefüllt, und ebenfalls von ei— N nem strahlenden Tengeri bewohnt. Der nächtliche Thau ist ö die Wirkung des Mondes. Fünf Luftrosse ziehen den Mond N mit leisen Schritten um den Ssiummer, eben so wie die 0 Sonnenrosse die Sonne ziehen. Die Veränderungen des 0 Mondes kommen, nach der Meinung einiger, von dem b Berge Ssiummer, und nach andern von der größern oder ö kleinern Entfernung des Mondes von der Sonne. ö Die Flecken im Monde erklären sie gleichfalls auf ver— schiedene Weise. Zuweilen halten sie sie für einen Schatten der über dem Monde liegenden Welten; zuweilen für den Schatten der Seethiere, die sich in dem allgemeinen Welt— 0 3 5 „) Der bekannte Wagenführer des Achill(beym Homer) in der 0 Belagerung Trofa's. A... 0 J Tengttis Srahlen ler wirft, wird im und die k. Wenn st in den nd. Der nach den hett sich ird dur hnelligkei ur heißen az des en Merke, ichen Ny⸗ l von ei⸗ e Thau ist den Mond me ole gen des on dem ern oder auf ver⸗ Schatten n Welt⸗ e) in de . meere befinden; gewöhnlich aber nehmen sie an, daß sie das Erzeugniß eines der mächtigsten Tengeri seyen, der bey den Mongolen unter dem Nahmen Churmuüßta geehrt wird. Sie erzählen, dieser Tengeri habe die Gestalt eines Hasen in den Mond versetzt, aus Achtung gegen den ober— sten Gebieter des Himmels, Schigemuni, welcher sich einst in einen Hasen verwandelt hatte, um einem vor Hunger verschmachteten Wanderer zur Speise zu dienen. Nach Erschaffung der Sonne und des Mondes, hielten die Götter eine Rathͤversammlung, in welche unvermerkt der böse Geist Arach sich einschlich, er trank das vor ihnen stehende geheiligte Wasser aus, und verunreinigte das Gefäß. Als die Götter gewahr wurden, daß dieser Aracho ihnen auf diese Art einen Streich gespielt hatte, beschlossen sie ihn zu bestrafen. Aber Aracho hatte sich so geschickt ver— borgen, daß niemand seinen Zufluchtsort finden konnte. Sie fragten darüber die Sonne; aber diese gab eine unge— nügende Antwort. Sie fragten den Mond, und erfuhren, wo Aracho sich versteckt hatte. Die Götter suchten ihn auf, und bestraften ihn für seine Kühnheit. Aus Rache deshalb verfolgt er Sonne und Mond, und so oft er mit ihnen ins Handgemenge kommt, entsteht eine Verfinsterung derselben. Um die himmlischen Leuchten aus solcher Noth zu erretten, machen die Mongolen und übrigen Lamaiten zu dieser Zeit gewöhnlich ein Getöse auf musikalischen und andern Instrumenten, wodurch nach ihrer Meinung Aracho gezwungen wird, sich zu entfernen. Die Sterne sind, nach den Begriffen der Mongolen, ebenfalls große, leuchtende, gläserne Kugeln, in welchen eingeschlossene Tengeri ihren Aufenthalt haben. Sie alle sind weit kleiner als die Sonne; denn die allergrößten haben nicht mehr als 3000 Arschinen(3780 Leipz. Ellen, 23* 5 oder 6804 rheinl. Fuß), die mittlern 1500(4890 Leipz. Ellen, oder 3402 rheinl. Fuß), und die kleinsten 500 (630 Leipz. Ellen, oder 1134 rheinl. Fuß) im Durchmesser. Der Polarstern, genannt der goldene Pfahl, ist un- beweglich, aber die übrigen Sterne werden von Luftrossen umhergeführt. Am Tage verdeckt der Ssiummer vor unsern Augen die Sterne, deren Zahl sich auf 285 Millionen er— streckt. Der Fall der Sterne(Sternschnuppen) bedeutet jedesmahl den Tod irgend eines Tengeri, der in die Unter— welt hinabfährt, um einen andern Körper zu beleben. Die Veränderungen des Wetters bringt ein geflügelter Drache hervor, der während des ganzen Winters auf den sieben Meeren liegt, und im Sommer zugleich mit den Aus⸗ dünstungen sich erhebt; hierdurch entsteht Regen und Schnee. Ein Tengeri, der auf diesem Ungeheuer reitet, zwingt ihn, den Schall des Donners von sich zu geben; das aus sei— nem Rachen herausfahrende Feuer bringt den Blitz hervor. Der Tengeri wirft bisweilen vom Himmel feurige Pfeile herab, die Schaden und selbst den Tod bringen. 5. Begriff vom Bösen und Guten. Die oben erklärte Umwandlung in dem Schicksale der Menschen, machte sie auf ihre eigene Nacktheit aufmerksam; sie fingen an, sich vor einander zu schämen und sich zu be⸗ decken; aber zu derselben Zeit entstanden auch sinnliche Be— gierden.) Der Hunger konnte nicht mehr mit dem dürf⸗ tigen Schims« gestillt werden, denn sie suchten dieß mit solcher Gier, daß bald auch keine Spur mehr davon übrig blieb. Die Menschen nahmen hierauf ihre Zuflucht zu dem *) Ein Beweis, daß auch in den Sagen des heidnischen Asiens sich die älteste Kunde von dem ersten Falle der Menschen erhalten hat. A. d. V. ——.——— 5 — 337— 1 ä Honig, 8 dann zu der Frucht Sallo, d. i: 8 Binsen oder Schilfgras(Scirpus Linn.). Bald hörten chase. auch diese Nahrungsmittel auf, weil die Menfchen, aus 0 it 05 gar zu großer Vorsicht, anfingen, Vorräthe davon aufzu— Aten haufen. Der Ueberfluß bey dem einen, und der Mangel 6 en bey dem andern erzeugten Gewaltthätigkeiten. Die verderb⸗ ionen er⸗ lichen Folgen derselben zwangen die Menschen, Oberhäupter bert zu erwählen, um das Verbrechen durch Gesetze und Stra— ie Unter⸗ fen im Zaume zu halten. Die Oberhäupter mißbrauchten ben. indessen ihre Gewalt; aus Richtern wurden sie Despoten. geftögelit Nach Verhältniß der zunehmenden menschlichen Verderbtheit s auf den ward auch das Leben kürzer. Bald fingen die Menschen an, den Aus⸗ nur bis 30000 Jahre zu leben, dann bis 20000, hierauf Schnee. bis 10000, bis 1000 und endlich bis 100 Jahr. Dieses vingt ihn, letzte Alter ist die längste Zeit, welche nur das jetzige Ge— s au se⸗ schlecht zu durchleben hoffen kann. lib hetbot. Nach dem gegenwärtigen Zeitalter werden die Men— lige file schen nur zehn Jahre alt werden können, und ihre Leibes— große wird, wie in den vergangenen Seitaltern, ihren Jah— ren angemessen seyn. Die spätere Nachkommenschaft wird 1 nicht höher als einen Arschin(T Elle Leipz. Maaß, oder ale der 22 rheinl. Fuß) seyn. Ein Kind wird sogleich nach der Geburt erksam; reden konnen, und am andern Tage sich mit der Wirth— h zu be⸗ schaft beschäftigen. Die Menschen werden im fünften Jahre iche Be⸗ sich verheirathen u. s. w. em düͤrf⸗ Aus der stufenweise zunehmenden Verderbniß des Men— dieß mit schengeschlechts folgt unausbleiblich die Vernichtung dessel— on ühlig ben, und ein neues besseres Geschlecht wird geboren wer— zu dem den. Wenn der Zeitpunkt der Vernichtung herannaht, dann wird die Erde sieben Jahre hindurch nichts hervorbringen, en Astelz und der größte Theil der Zwerge kommt um. Nach Ablauf Menschel s„ f 5888 f 5 dieser Zeit wird einer aus der Zahl der übrig gebliebenen — 358 tugendhaften Zwerge eine Stimme von oben herab hören: daß sieben Tage nach einander vom Himmel Schwerter fallen werden. Der davon zuvor Unterrichtete wird dieser Stimme folgen, und mit seiner Familie eine Zuflucht in den Klüften der Berge suchen. Dann werden wieder sieben Tage lang Schwerter fallen, die Erde wird mit Leichnamen angefüllt, mit Blut überschwemmt und alles zerstört wer— den. Nach diesem wird ein Platzregen fallen und die Erde abspühlen; ein zweyter wohlthätiger Regen wird darin Fruchtbarkeit erwecken; ein dritter Regen wird vom Him— mel herab Kleider, Schmuck, Edelsteine und Speise brin— gen, zum Heil der übrig gebliebenen Erdbewohner, die aus ihren Höhlen hervorkommen, und der neuen Schöpfung sich freuen werden. Die Tugendhaften kehren zurück, und die Lebensdauer der Menschen nimmt in eben dem Verhältnisse zu, in dem sie abgenommen hatte. 6. Herabkunft der Götter auf die Erde. Die Mongolen sagen, vier göttliche Wesen seyen wäh— rend der stufenweise zunehmenden Verderbtheit des Men— schengeschlechts auf die Erde in Menschengestalt herabge— kommen, um Reue und Besserung zu predigen. Diese menschenliebenden Götter regierten die Menschen während ihres Aufenthalts auf der Erde. Der erste, Ortschilin Ebdektschi, erschien in Indien, als das Alter der Men— schen nicht mehr an 86000 Jahre reichte; der zweyte, Al— tän Tschidüktschi, als die Menschen weniger als 40000 Jahre lebten; der dritte, Geril Ssakiktschi, erschien, als ihre Lebensdauer unter 20000 Jahre war; der vierte, noch herrschende Burchan, Schigemuni, er— schien gleichfalls in Indien, wo er, nach den tibetischen Sagen, seine Lehre 60 verschiedenen Völkern predigte. Er —— ab hören;: Schwertr eichnanen stott wer⸗ die Erde ird darin om Him⸗ veise bin⸗ „ die aus pfung sich und die ethaltnisse Erde. chen wäͤh⸗ des Men⸗ seruhhe⸗ „ Diese wahrend schilin er Men⸗ hte, Al⸗ iger als iktschi, hre war; ini, et⸗ übetischen digte. Er — 3 5 9— wird seinen Platz einem andern Burchanen, in einem ent— fernteren Zeitraume, abtreten. Wenn in der Folge das menschliche Leben wieder von neuem auf 20000 Jahre reicht, dann wird auf der Erde Maidäri erscheinen, um die Menschen der Vollkommen— heit näher zu bringen. Wenn die Menschen Maidäri se— hen, werden sie über seine Schönheit und Größe staunen und fragen: wovon er so schön und groß sey.— Ma i⸗ dari wird ihnen zur Antwort geben, daß sey die Folge seines tugendhaften Lebens, und daß sie ihm gleich werden könnten, wenn sie von ihren Lastern abließen. Das Bey— spiel und die Lehre des Gottes werden auf die Menschen wirken. Die Menschen werden sich vollkommen bessern, und endlich ein Alter von 80000 Jahren erreichen. Viele solche Perioden des Falles und des Wiedererste— hens davon machen einen Galäplu*) oder große Periode aus. Acht solcher Galäp müssen siebenmahl vergehen. Jeder achte Galäp endet mit einer Sündfluth, und die übrigen mit einem allgemeinen Brande. Jede sechs und funfzig Galap schließen sich mit der Zerstörung der Welt: Galäp Ergichu. 7. Tengeri. Burchanen. Raginen. Diese Benennungen sind vielen göttlichen Wesen des tibetisch-mongolischen Glaubens gemein. Die erstern sind die obern Götter, und die Raginen die obern Göttinnen. Die Tengeri sind zahlreicher als die Burchanen und Ragi— nen; ihre Zahl erstreckt sich, nach mongolischen Angaben, auf einige Millionen. No „) Galay eigentlich Galab. Dieses mongolische Wort ist zu— sammengesetzt aus Gal— Feuer, und ab— acht. A. d. V. —— 8 *——————— — Die Tengert existirten vor der Erschaffung der Welt. Ihre erste Wohnung war der oberste der sieben Himmel. Die unter ihnen entstandenen Unruhen veranlaßten sie, ihre Wohnungen in die niederen Himmel, auf den Berg Ssium— mer und die übrigen Gebirge des Oceans zu verlegen. Es giebt gute und böse Tengeri. Die erstern nehmen geringen, die andern großen Antheil an dem Schicksale der Menschen; darum verehrt man auch die letztern häufiger. Diese so— wohl als jene sind sterblich, aber ihr Leben erstreckt sich auf eine Zeit ohne Zahl, und selbst wenn sie sterben, wer— den sie in andern Körpern wiedergeboren. Auf dem Gipfel des Ssiummer wohnen 33 Tengeri, welche bis 3700 Millionen menschlicher Jahre leben. Auf dem höchsten Absatze des Ssiummer haben ihren Aufenthalt, auf allen vier Seiten, die vier Chane Macha— randfü; diese leben 500 Jahre, wovon jeder Tag 50 menschliche Jahre enthält. Auf dem zweyten Absatze woh— nen die Urgiudshinßoktochs(die ewig trunkenen) Tengeri, die diesen Nahmen von ihrer Lebensart erhalten haben. Auf dem dritten wohnen die Eriké barikß an (die Rosenkränze(zum Beten) haltenden) Tengeri. Auf dem untern Absatze, dem nächsten am Meere, wohnen die O n— gozé baridrän(die Kähne habenden) Tengeri. In den untersten Klüften des Ssiummer wohnen die Assuri Ten— geri, die sich in ewiger Feindschaft mit den übrigen Be— wohnern des Ssiummer befinden. Sie theilen sich in Feinde und Freunde des Gesetzes. Die guten Tengeri sind Ideale von Schönheit, aber die bösen dagegen Muster von Ab— scheulichkeit. Den Schaden, den die Bösen verursachen, kann man durch Beschwörungen abwenden. Die Burchänen. Obgleich der größte Theil dieser Gottheiten von den Tengeri herkommt, so können doch e her Malt. Himmel sie, ihre Ssum⸗ , E gering, lenschen j Nie so⸗ akt sich , wer⸗ Tengerl, n ihren Nacha⸗ Tag 50 ze woh⸗ inkenen) erhalten ikß an f dem On⸗ — 361— selbst auch Menschen zu dem Grade eines Burchanen gelan— gen, durch milde Gaben, Gebete, Lesen der Schrift u. s. w. Die Burchanen steigen nicht selten zur Erde herab, und so— gar in die Unterwelt, um in der von ihnen angenommenen Gestalt von Chubilgänen(Wiedergebornen) Buße und Besserung zu predigen. Viele der Burchanen sind sanft und gut, andere aber schrecklich. Unter diesen letztern nennt man die acht furchtbaren Naim än dokschöt. Unter den erstern werden fünf der uranfänglichen, Tabün Ißurtu, fär die Oberhäupter des mongolischen Paradieses gehalten. Die Raginen. Diese weiblichen Gottheiten haben gleiche Macht mit den Burchanen. Sie theilen sich auch in gute und böse; sie wohnen in denselben Oertern der Freude, und verlassen auch ebenfalls diese, um die, welche Hülfe verlangen, zu retten. In Anrufungen und Gebeten werden sie unter dem allgemeinen Nahmen Burchan ver— standen. Unter den acht furchtbaren Gottheiten befindet sich auch eine Ragine. Die untern bösen Geister. Von dieser Art Gei— ster giebt es viele Gestalten. Ssetkir, Schulmut, Mangüsch sind mannlichen und weiblichen Geschlechts; sie alle sind böse Wesen. Das letztere bezieht sich auch auf die Adden. Alle schweben über dem Erdkreise und finden ihr Vergnügen in bösen Thaten. 8. Von der Seele. Den Regeln des indischen Glaubensbekenntnisses zufolge glauben die Mongolen auch an die Seelenwanderung. Sie erkennen keine andere Art von Unsterblichkeit. Ihre ganze Moral gründet sich auf sieben Regeln ihrer Glaubenslehre. Die Lehrer des Christenthums fanden, nach dem Begriffe 7 der höchsten Gerechtigkeit des Schöpfers, die Hauptursachen der Leiden des Menschen in der Erbsünde, in den von einem jeden begangenen eigenen Sünden, und in der be⸗ sondern Nothwendigkeit der Reinigung davon durch Dulden und Glauben; die mongolischen Geistlichen aber erklären die Leiden als Strafen für die, in den vorigen Seelen— wanderungen begangenen Vergehen. Die Seelen aller Geschöpfe werden, nach der Lehre der mongolischen Geistlichkeit, noch während der Lebenszeit zu den Wanderungen vorbereitet. Die Seele befindet sich in steter Bewegung, sie geht aus einem Gliede des Kör— pers, den sie bewohnt, in ein anderes über; bald hinauf, bald hinab, und verändert täglich den Ort ihres Aufent— halts. Z. B. den ersten Tag jedes Monats befindet sich die Seele in dem großen Zeigefinger, den andern Tag im Fuße, den dritten in der Wade, den vierten im Knie; auf solche Weise steigt sie den achten Tag in das Kreuz, den zwölften geht sie in die flache Hand über, den funf⸗ zehnten dehnt sie sich durch den ganzen Körper, den sech— zehnten sitzt sie in der Nase, den zwanzigsten im Finger— nagel; und am letzten Tage des Monats kehrt sie wieder in den Daumen zurück. Den folgenden Monat bewegt sie sich durch dieselben Wege. Wenn man denjenigen Theil des Korpers verletzt, in welchem zu der Zeit gerade die Seele ihren Sitz hat, so muß der Tod unausbleiblich erfolgen. Wenn die Seele den Körper verläßt, so stehen vor ihr sechs Reiche offen, um dort wieder neue Körper zu beleben. Diese sechs Reiche sind folgende: 1. das der guten Tengeri; 2. der Assuri; 3. der Menschen; 4. der unvernünftigen Thiere; 5. Birid und 6. Tamu, oder das Reich ewiger Qualen und Leiden. Die Wiedergeburt in diesen sechs Reichen hängt natürlich nicht vom freyen Willen oder dem ursachen den bon der he⸗ Dulden er Lehre benszeit det sich ed Kor⸗ hinauf, Aufent⸗ det sich Tag im im Knie; n Finger⸗ je wieber vagl sie beleben. Terhi; lünftigen h ewiget en sechs oder dan . 8 Zufalle ab, sondern wird durch die Aussprüche des unter— irdischen Gerichts bestimmt. Durch die drey ersten Reiche werden die guten Handlungen belohnt; aber durch die drey Reiche des Elends(gurbän Ssaiatän) werden die bö— sen Thaten bestraft. Fünfhundert Berren(571 d. M.) unter der Erde sitzt auf einem Throne in einem Pallaste, von 16 eisernen Mauern umringt, Erlük-Chän, der Richter der Seelen. Wer nach dem Tode nicht sogleich, durch die Kraft des Gebetes, sich in die höhern Regionen erhebt, der muß we— nigstens in 7 Wochen, dem Erlük-Chan vorgestellt werden. Die Seele erscheint, in Begleitung zweyer Geister, eines guten und bösen. Diese beiden Gottheiten schütten vor Erlük-Chan die von ihnen gesammelten Steine(der eine weiße, der andere schwarze) aus. Nach der Mehrzahl der erstern oder der ester wird das Urtheil ausgesprochen. Wenn die weißen überwiegen, so tragen sie die Seele auf einem goldnen Stuhle in das Reich der Tengeri. Beym Uebergewicht der schwarzen übergiebt Erlük-Chan die Seele seinen Gerichtsdienern(Ergatschi), um sie in die Oerter der Qual zu führen. Wenn die weißen und schwarzen Steine gleich sind, sucht man irgend einen bußfertigen Menschen von guter Seele auf, der sich für die Seele ver— wendet und sie von dem Elend befreyt. Ehe Erlük-Chan das Urtheil spricht, schlägt er(um die Verheimlichung Steine zu verhindern) das Buch Altän Töli(den gold— nen Spiegel) auf, in welchem alle Thaten der Sterblichen aufgezeichnet sind. Ein andres Mittel, das Erlük-Chan in streitigen Fällen anwendet, ist, die guten und bösen Thaten auf einer Wagschale zu wiegen, R 9. Reinigungsort der Seelen. Die asiatische Phantasie hat sich bemüht, den mongo— lischen Reinigungsort, eben so auch die Hölle selbst, mit allen möglichen Schrecken zu beschreiben. Das Reich Bi— rid besteht aus 36 Abtheilungen, wo die Unglücklichen 5000 Jahre, deren Tage Monaten gleich sind, in unbe— schreiblicher Qual zubringen müssen, wenn sie nicht durch die Kraft der Gebete daraus erlöst werden. Einer mongo— lischen Schrift, Jartuntschin Töli, zufolge, haben die Bewohner von Birid das Ansehen flammender Feuer— brände, und leiden am meisten von Hunger und Durst. Wenn sie trinken wollen, erscheinen von allen Seiten Sä⸗ bel, Spieße und Messer. Gelingt es ihnen auch, irgend etwas einzuschöpfen, so finden sie nichts, als nur Blut und Mistjauche. Beym Anblick der Speise verengt sich ihr Mund so klein, wie ein Nadelöhr, und die Kehle wie ein Zwirnsfaden; der Bauch aber dehnt sich ungemein aus vorwärts über den Füßen, die Schwefelhölzchen gleichen. Die gewohnliche Speise der Bewohner in Birid sind Feuer— funken und Unreinigkeit jeder Art. Zuweilen sehen sie Bäume mit schönen Früchten bedeckt; sie nähern sich diesen mit Mühe; aber die Bäume verschwinden, und wenn sie auch sogar eine Frucht erhaschen, so finden sie nichts darin als Staub und Asche. Geizige und andere Verbrecher wer— den an diesen Ort zur Reinigung gebracht, damit sie eines bessern Zustandes würdig werden sollen. Tyrannen baden sich hier in Meeren von Blut, und die, welche keine Göt— ter erkennen, in Meeren ekelkafter Feuchtigkeiten. 10. Das Reich Tamu oder die Holle. Es besteht aus 16, nach andern aus 18 abgesonder⸗ ten Reichen, wovon das entfernteste sich 60000 Berren —— r — 365— (68571 d. M.) unter der Erde befindet. Hier sind beson— Mongo⸗ dere Aufseher angestellt, die unter der Herrschaft Erlük— t, mit Chans stehen. Sie haben Ziegen-, Schlangen-, Löwen-, ich Bi⸗ Einhornsköpfe, und quälen die Menschen auf alle nur läklchen mögliche Weise. Diese Reiche der Hölle haben die Ge— in unbi⸗ stalt von Vierecken, und sind mit eisernen Mauern umge— ht dutch ben. Die eine Hälfte derselben besteht aus heißen, die mongo⸗ andere aus kalten Abtheilungen; jedes ist von dem an— haben dern 2000 Berren(2285 d. M.) entfernt. Feuer⸗ Die erste der heißen Abtheilungen ist mit Messern an— ) Durst. gefüllt. Die halbtodten Verbrecher wirft man von einem ten Sa⸗ Messer auf das andere; dann erwecken sie sie wieder zum irgend Leben, und martern sie, ohne ihnen Ruhe zu lassen, von r Blut neuem. Die Zeit der Strafe erstreckt sich auf 500 Jahre, sech iht wovon jeder Tag mehr als neun Millionen gewöhnliche pie ein Menschenjahre enthält. In der zweyten Hölle zersägt man ein aus die Verdammten unaufhörlich. Die Zeit der Strafe dauert glace 1000 Jahre, wovon jeder Tag der Lebensdauer der 33 d Feuer⸗ Tengeri gleich kommt. In der dritten Hölle werden die chen se Verbrecher zwischen zwey eisernen Mühlsteinen zerquetscht, 122 dann wieder in ihre vorige Lage gebracht, um von neuem 11 se zerquetscht zu werden. In der vierten braten sie die Schul— 1905 digen über dem Feuer, 4000 lange Jahre hindurch. In t der fünften Hölle macht man dasselbe Feuer von zwey Sei— 72 100 ten. In der sechsten siedet man die Menschen in großen 11255 Kesseln und setzt sie dann auf glühende Bratspieße. In ge Göͤ⸗ der folgenden Hölle herrscht dieselbe Marter, aber noch mit größerer Stärke, denn die Bratspieße haben drey Spitzen und gehen durch den Kopf und die Schultern. In der aller— 1 schrecklichsten, Hölle braten sie die Schuldigen während der 5 ganzen Dauer einer Welt, und beleben sie dann wieder, sondet um sie von neuem zu martern. ) Beli . ö 5 „555.—————————— 4 2——— 2 5 9————. p— —— „ In der ersten kalten Hölle weht unaufhörlich ein kal— ter Wind, der die Haut mit schlimmen Blasen bedeckt. In der folgenden hört man nichts als Zähnklappen. In der dritten werden die Lippen blau von der Kälte, und zer— springen in sechs Theile. In zwey andern verursacht die Kälte den Krebs, und die Lippen zerspringen in noch mehr Theile. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Thiere, von dem kleinsten Gewürm an bis zum Krokodil, sind nach ih- rem Tode künftigen Strafen unterworfen, wenn sie etwas böses gethan haben. Hausthiere müssen für das Böse, das sie gethan haben, unter Lasten schmachten. Andere Thiere sind verbunden, unaufhörlich zu laufen. Die wilden Thiere zerreißen einander. 11. Wohnungen der künftigen Seligkeit. So wie die lasterhaften Wesen in den Oertern der Qual gestraft werden, werden die Tugendhaften in den Wohnungen der Freude, Amg olontͤ Orôn(das Reich der Ruhe) genannt, belohnt. Die künftigen Hoffnungen, welche die Mongolen in diesen Reichen erwarten, eine Frucht ihrer üppigen Einbildungskraft, werden mit rei⸗ zenden Farben geschildert. Jedes von den fünf Paradiesen, welche von den Mon⸗ golen geglaubt werden, wird von einem besondern Burcha— nen regiert. Die Nahmen dieser fänf Burchanen sind: Abldaba, Andshibä, Berosana, Radnäßam— bawä und Amugi Ssiddidsh. Den ersten bildet man ab dunkelroth, den zweyten weiß, den dritten gelb, den vierten dunkelblau, den letzten grün. Sie haben alle ihren Aufenthalt im Himmel; der erste in Westen, die zwey fol— genden in Osten, und die übrigen in Süden und Norden. N r — EEEPC e — S ein kal Das vorzüglichste aller mongolischen Paradiese ist das eckt. J Ssukuwad'sche Reich des Abidaba. Silberne Bäume J der mit goldenen Zweigen tragen Edelsteine in Gestalt von und zer⸗ Früchten. Auf rosigen Badmen(Wasserlilien), die zwi— facht di schen Blättern von Edelsteinen hervorwachsen, sind Sitze ach niht fär die Burchanen. Goldene gewölbte Bogen erheben sich über die Bäume, an deren Wurzeln Quellen von Ar— irt, von schän, dem Wasser des Lebens, fließen. Mitten in dieser nach ih⸗ Wohnung der Freude ist ein herrlicher Hain. Dort ruhet ie etwas der Burchan Abidaba auf einem Throne, der von den Ge— zöse, das rechten(nach mongolischen Begriffen) umringt, und von re Thiete einem Pfau und Löwen unterstuätzt ist. n Thiere Außer den Paradiesen, in welchen die fünf uranfäng— lichen Burchanen herrschen, zeigt sich den Hoffnungen der Tugendhaften noch eine Wohnung der Seligkeit auf dem zeit, Gipfel des Ssiummer, wo Churmußta über die 33 ettern der Tengeri Regent ist. Wir haben keine umständliche Nach— n in den richt von der Wohnung der Seligen dieses Berges; aber das Reich aus der Beschreibung der Hauptstadt des Churmußta kön— nungen, nen wir auch auf die paradiesischen Thäler des Ssiummer , eile schließen. Der Umkreis dieser Stadt beträgt drittehalb 1 ni⸗ tausend Berren(ungefähr 20000 Werste— 2857 d. M.) Bey jedem der 173 Thore befinden sich 500 bewaffnete n Nogn⸗ Krieger. Die Gebäude von Gold haben sich von selbst auf— Butcha⸗ geführt, gleich den luftigen Schlössern der Feen. Der ela— en sid: stische Boden erhebt und senkt sich unter den Fußtritten. g näßau⸗ Der königliche, in der Mitte stehende Pallast hat 350 Ber— bet nan ren(400 d. M.) im Umfange, und ist von allen vier Sei— ub, de ten von Gärten umgeben, wo bisweilen der furchtbare Ele— phant des Gebieters weidet. Die Oerter der Seligen sind nicht weit von diesem Haine. Ein ungeheurer Baum, dessen Wurzeln auf 50 Berren(57 d. M.) in die Erde gehen, alle ihten wwe fi d Notdeh. 8 0 0 — 368—ͤ— und dessen Stamm sich über 1000 Berren(1143 d. M.) in die Luft erhebt, dehnt nach Norden und Süden seine gewaltigen Zweige aus, an denen jedes Blatt 5 Berren (fast 54 d. M.) im Umfange hat. Den Wohlgeruch der Blüthen dieses Baumes empfindet man über 50 Berren (400 Werste— 57 d. M.) weit. Unter dem Schatten desselben herrscht kühlendes Dunkel. Zwischen Norden und Süden haben die Tengeri ihre Versammlungen. 12. Von den vornehmsten mongolischen Burchanen. Von den vornehmsten Burchanen finden sich in den mongolischen Büchern, wenn nicht immer vollständige Le— bensbeschreibungen, doch wenigstens Nachrichten von ihrem Schicksale, Thaten und Obliegenheiten. Bey all dem ist der größte Theil davon uns nur dem Nahmen nach bekannt. Schigemüni.*) Dieser Burchan, nach mongoli— scher Sage, Gebieter der gegenwärtigen Periode der Welt, ist unzählige Mahl auf die Erde in Menschengestalt herab⸗ gestiegen, um das Menschengeschlecht zu bessern. In dem Buche Jum, das sehr heilig bey den Mon- golen gehalten wird, wird gesagt: der Burchan Schak— dshinßtüͤbi(Schigemuni), oder anders Jladschültegüß niktschikß an Burchan(der vollkommen Wiedergeborene aus dem Unsterblichen) wohnt auf einem Berge, der den Vögeln zum Sammelplatze dient, mit 5000 Lama's. Sie alle haben schon in dieser Welt ihre Leidenschaften ertödtet, *) Zu Anfang dieses Theils ist eine Abbildung desselben, als Götze, beygefügt, und weiter unten sein Bildniß, genau in derselben Gestalt, worin man diesen Lehrer in jedem chinesi— schen, mongolischen, burätischen und kalmükischen Tempel sehen kann. A. d. V. 9 d. N) den seine ) Berren nuch der Paten Schatten kden und ischen h in den indige Le⸗ don ihrem u dem ist ach bekannt, 0 mongol⸗ e der Vell, stalt herah⸗ den Mon⸗ Schak— Utegüß ergebotede „ der den babs. Sie en ertödtet, elbe, dle „ genad il dem chinese chen Tenn V. 369 5 bedurften keiner geistlichen Versammlung, hatten keine Sünden, genossen einer vollkommenen Freyheit; hierdurch ward ihr Verstand erleuchtet, ihre Weisheit vollendet. Sie haben schon die Last der Sünden verloren, ihr eignes Heil erworben, ihren Verstand in der Glaubenslehre erleuchtet, und jene hohe Seligkeit erlangt, wohin nur je die mensch— lichen Wünsche reichen können u. s. w. Dem Schige— muni selbst legen sie folgende Eigenschaften bey: der sich selbst verleugnet hat, der keiner Besserung bedarf(der Voll— kommene), der Unpartheyische, der von Ruhmsucht und Emporstreben Entfernte, der immer Lehrende, der Selige, der Allesdurchdringende, der frey ist von Versuchungen des Teufels, der jede widerstrebende Macht besiegende und Un— besieghbare, der Mitleidsvolle, das Wort der Wahrheit, der fern vom Zorne ist, und eine liebliche Stimme hat, der, gleich einem Gemählde, das Zittern des Zephyrs, den Wiederschein des Mondes vom Wasser, die Phantasien der Träume, den Wiederhall und die Chubilgane in sich faßt; der Quell, der die Gedanken aller Geschöpfe, alles geheime Wis— sen und Wirken umfaßt; der von unerreichbarer Geduld Er— füllte u. s. w. u. s. w.; der ewig mit zahllosen Burchanen zusammen Sitzende; der ewig seine Hand Ausstreckende (Schigemuni wird, wie man es auch auf den beyliegenden Zeichnungen sehen kann, mit unterwärts ausgestreckter rech— ter Hand abgebildet; auf solche Art hält er, nach der Mei— nung der Mongolen, die Welt von der Verderbtheit und vom Falle zurück). Weiter wird gesagt, daß Iladshu tegüͤß nuktschikßän Burchan sich einen Thron errich— tet habe, der statt des Fußgestells von Löwen getragen wird, und sich auf diesen Thron setze. Wenn er von die— sem Throne herabsteigt, wendet er seinen Blick auf den Erdkreis, und laßt aus allen seinen Gliedern Licht aus— III. Band. 24 „„ strömen; aus seinen Händen und Füßen sind Millionen Strahlen hervorgebrochen; mit diesem Lichte hat er die un— absehbaren Räume, die es in den zehn Himmelsgegenden giebt, erfüllt, und nahmentlich: in Osten, Süden, Westen, Norden; in Nordost, Südost, Südwest und Nordwest, unten und oben. Das gemeine Volk nennt Schigemuni auch Burchan Baktschi, d. i. den Lehrer der Götter. Weiter unten ist von mir das Leben des Schige— muni eingerückt, zur Aufhellung der wichtigsten Umstände, die auf die von ihm gestiftete Religion Bezug haben. Mäidäri. So wie Schigemuni die gute Ordnung in der jetzigen Welt verwaltet, wird Maidäri die künf— tige unter seiner Regierung haben. Man bildet ihn gelb ab, mit einer rothen Binde um den Leib. Seine Hände ruhen auf der Brust mit zusammengelegten Fingern. Mandsoschtri(der nie Alternde). Bey der Erschaf— fung der Welt tödtete er die große Schildkröte. Man nennt ihn zuweilen den Vater von 1000 Burchanen. Nach Mai— dari wird er die Weltordnung verwalten. Als Gott der Gerechtigkeit hält er in der einen Hand ein goldnes Schwert und in der andern, als Gott der Gelehrsamkeit, ein Buch, das auf einem geheiligten Blümchen liegt. Zwey andere Hände scheinen zu segnen. Nidubeér Jusuktschi. Einer der vornehmsten Göt— ter; er wird auch unter dem Nahmen Chondshun Bo— dißadü verehrt. Man bildet ihn ab mit vielen, einan— der gegenüber stehenden Köpfen, und in den Händen acht symbolische Figuren haltend. Bey seinen Füßen befinden sich gewöhnlich die zwey Gefährtinnen seiner Wanderungen, Nogoén Daraäiché, und Zagän Daräiché, welche diese Nahmen, die erste von ihrer grünen, die zweyte von ihrer weißen Farbe, erhalten haben. nd Milonga ber die un selsgegenden , Westen, ) Mͤrdwest, Schigemuni Göͤttet. Schige— Umstände, aben. te Ordnung i die küsf⸗ t ihn gelb eine Hände gern. der Erschaß Man nennt Nach Mas lis Gott der 1 Schwpent 45 Buch, h andere sten Gö⸗ hun Bo⸗ n, einan⸗ anden acht u befinden nderungen, gelche dies e von iht Churmußta. Diese Gottheit wird zuweilen ein Tengeri, zuweilen ein Burchan genannt, jenes, weil er das Haupt der 33 Tengeri ist, und dieses wegen der ihm zugeschriebenen Sorgfalt für das Wohl der Geschöpfe. Er wird für den höchsten Schutzgeist der Erde gehalten und ge— wöhnlich in der Gestalt eines Greises abgebildet, der in der rechten Hand ein bloßes Schwert hält, und auf einem Elephanten reitet. Dieser Elephant wird der Sohn oder Knabe des Beschützers der Erde genannt; er ist von sehr heller weißer Farbe, 25 Berren(20 Werste, fast 3 d. M.) lang, und 1 Berren(8 Werste, 17 d. M.) dick. Der ge— wöhnliche Weideplatz dieses Elephanten ist eine reizende Gegend an einem See, der im Umkreise 2000 Berren (2286 d. M.) hat, und Wasser, süß wie Honig, enthält. Wenn Churmußta Lust hat zu reiten, so bekömmt dieses Thier 33 Köpfe; an jedem Kopfe sind einige Rüssel; am Rüssel sind einige Seen, und in jedem See eine Menge Wasserlilien, und auf jeder der letztern sind einige Töchter der Tengeri, die ein Getöse durch Schlagen auf Teller ma— chen. Auf dem mittlern Kopfe sitzt Churmußta selbst, und auf den andern die übrigen 33 Tengeri. In dem vorigen Leben war dieser Elephant der ungeheure Vogel Garudin. Erlük-Chan. Dieser Burchan hat, als Richter der Todten, seinen Aufenthalt in dem Königreiche Bir id, in einer großen Stadt, wo man unaufhörlich die Pauken schlägt, und die heiligen Bücher liest. Einst herrschte er, irgendwo in der vorigen Welt, gewaltsam. Der furchtbare Jamändagä bezwang ihn. Weil er aber Reue bezeigte, ward er zum Beherrscher der Unterwelt ernannt. Man bildet ihn ab: stehend, mit einem feurigen Kranze, auf einem ergrimmten Büffel, der eine Schumna mit Füßen tritt. In einer Hand hält er ein Zepter und in der andern 24 ¹ — 372— eine mongolische Schlinge zum Einfangen der Pferde. Eine Kette von Todtenköpfen hängt um seine Schultern von bei— den Seiten. Neben ihm steht gewöhnlich ein Weibsbild von widrigem Ansehen, mit einer Eyer- oder Nußschale in der Hand. Jamändagaä, der Besieger Erlük-Chans, ist der Chubilgan Mandsoschiri, und gehört zu der Zahl der acht furchtbaren mongolischen Gottheiten. Seine Thaten und Verwandlungen füllen ganze Chroniken an. Sein Bild ist das völlige Ideal der Häßlichkeit. Eine Flamme um— giebt ihn. Verschiedene Köpfe, worunter sogar ein Ochsen— kopf, erheben sich über einander. Auf jeder Seite hat er achtzehn Arme und Hände, die Waffen, Todtenköpfe, Schlangen und andere symbolische Figuren halten. Sein Gürtel ist eine Schlangenhaut, die mit Menschenköpfen besetzt ist. Mit den Füßen tritt er auf Ungeheuer und Menschen. Man bildet ihn dunkelblau ab; und ein häßli— ches Weib, die neben ihm kniet, hellblau. Otschirbäni. Dieser Burchan hat in seiner Ge— walt die Wolken; er bringt Ungewitter und Stürme her— vor, und wird hauptsächlich gegen Bezauberungen und Wirkungen böser Geister angerufen. Seinen Nahmen er— hielt er von dem Hirtenstabe(Otschür), den er in der Hand hat. Seine Wohnung ist ein einsames Gebirge, das mit rothen Sandelbäumen bedeckt ist. Daitschin Tengeri. Dieses göttliche Wesen der Mongolen ist ihr Kriegsgott. Auf Kriegszügen bilden sie ihn auf den Fahnen, die vor den Heeren her getragen werden, ab. Zuweilen bringen sie ihm feindliche Kriegsge— fangene zum Opfer. Ototsché Burchan. Er ist bey den Mongolen der Gott der Arzneykunst; er wird sitzend vorgestellt, wie erdt. kin eln bon hei Walbebid Schigemuni, mit diesem Unterschiede nur, daß er von röth— licher Farbe ist, eine dunkelblaue Leibbinde trägt, und kei— nen Bad ir— Gefäß mit Wasser des Lebens— hält. sußshnle in In den mongolischen Tempeln befinden sich gestickte oder gemahlte Abbildungen der Burchanen, aller oder , i der auch nur der vornehmsten. Beide Arten von Abbildungen * Hahl de erhält man vorzugsweise aus Tibet, und wegen der Ent— e Tgalen fernung und der Heiligkeit des Ortes*) wo sie gemacht uin Bild sind, stehen sie sehr hoch im Preise. Sie gießen Götzen— mme um⸗ bilder aus Kupfer und vergolden sie dann im Feuer. Die in Ochsen⸗ in Tibet gegossenen Bilder könnten, wegen ihres richtigen eite hat er Verhältnisses und der Reinheit des Gusses, auch bey uns dtenköpfe, die Aufmerksamkeit des Künstlers, der schöne Modelle sucht, en. Sein auf sich ziehen. Die Figuren werden größtentheils sitzend schenkopfen vorgestellt, wie dieses auf den diesem Theile beygefügten scheuet und Zeichnungen, im Anfange und weiter unten vor dem Leben ein haßli⸗ des Schigemuni**) abgebildet ist. In das Innere des Fußgestelles legen sie gewohnlich Gebete und Talismane in seiner Gi⸗ tibetischer Sprache, Stückchen von Räucherkerzen, Asche türe har⸗ verbrannter Lama's u. s. w. Es giebt in den Tempeln ngen und auch Bildsäulen der Burchanen, aus Thon gemacht, von nen er⸗ ungeheurer Größe, und mit merklicher Kunst gearbeitet. in det Die gemahlten Burchanen zeigen große Fehler in der ige das Mahlerey. Ihr Hauptverdienst besteht im Colorit; die Schattirung ist schlecht, die Perspective noch schlechter. Besen der Sie mahlen sie auf Leinwand und auf Seidenzeug mit bilden sie Wasserfarben, mit strenger Beobachtung der bestimmten gekragen Vorbilder. Der Grund dieser Gemählde stellt— ausge— grigege⸗ nommen bey den furchtbaren Burchanen, die immer in *) Einer Heiligkeit, wie sie die Mongolen diesem Orte beylegen. Mongole**) Die Erklärung dieser Platten J. und II. befindet sich am kalt, we Ende dieses Theiles. A. d. V, . 2 a r N 2 7 . — 374 Flammen abgebildet werden— stets einen Berg, oder ein mit Gras und Blumen bedecktes Feld vor, oder auch Luft, mit Wolken angefüllt. Einigen Begriff davon kann die unten vor dem Leben des Schigemuni befindliche Zeichnung geben. Die gemahlten Abbildungen der Burchanen hängen in den Tempeln, an den innern und Seitenwänden, nur die nördliche ausgenommen, wohin man gewöhnlich die Götzenbilder und Opfergefäße stellt, die aus silbernen oder kupfernen und zinnernen Schalen, Schüsseln u. s. w. bestehen. 13. Heilige Bücher und Gebete. Die Zahl der geistlichen Bücher läßt sich nicht genau bestimmen. Indessen wenn man sie alle sammeln könnte, würden sie eine ziemliche Bibliothek ausmachen. Der Sinn dieser Bücher ist schon hinlänglich aus Uebersetzungen be— kannt, und daher ist es nicht nöthig, sich über den Inhalt derselben zu verbreiten. Den ersten Platz nehmen die tangutischen oder tibeti— schen Bücher ein, die nur Gebete enthalten, und, gleich den mongolischen Büchern von gleichem Inhalte, Bücher der Rettung oder Erlösung(Tusfatün Nom) genannt werden. Jene werden, wie die mongolischen Bücher, auf schmale, lange Blätter geschrieben und gedruckt, die nicht zusammen geheftet, sondern bloß in hölzerne Kasten, die nach der Größe des Buchs gemacht sind, gelegt werden; indeß man die mongolischen Schriften in Tücher wickelt und zwischen zwey Seitenbretern zusammen bindet. Ueber— dieß haben die mongolischen Bücher senkrechte Zeilen von oben nach unten; die tangutischen und tibetischen aber ge— hen, nach der europäischen Weise zu schreiben, von der lin— ken Hand zur Rechten. 2——— 8——— 333—— „ oder ei Nach den Bildern schätzen sie am meisten die heiligen duch uf, Bücher. Wenn ein geistlicher oder weltlicher Mongole mit kann die einem Bilde oder einem Buche sich naht, so merkt man so— dahnung 580 daß er etwas bey den Mongolen für heilig gehalte— fen hingen s trägt. Sein Gang wird anders. Sein Gesicht hat den, gur etwas Feyerliches, welches ihn über das Irdische zu erhe— Anlich di ben scheint. Ehe die Lama's die Blätter aufschlagen, wa— rnen oder schen sie sich die Hände, und spülen den Mund aus, um fbestehen. nicht mit dem Hauche, 8 mit unreinen Händen ihr Hei— ligthum zu beflecken. Die geistlichen Bücher, welche die Beschreibung der wundervollen Thaten der furchtbaren Burchanen enthalten, t genau darf man nur im Frühjahr oder Sommer lesen; denn nach u konnte, der abergläubischen Meinung der Mongolen erfolgt, wenn Det Siam man sie zu anderer Zeit liest, Wirbelwind oder Schnee. ungen be⸗ Zum Beyspiel die Geschichte vom Gessér⸗Chan darf den Julalt man durchaus nicht im Winter lesen, um nicht den Zorn dieses Burchanen zu erwecken, und nicht feuchte Witterung der tibeti⸗ oder heftige Kälte zu erregen. Abschreiber der heiligen Bü— cher sind besondere Schreiber-Lama's, die zum Theil hier— nd, gleich 0 Fächer durch nur sich ihr Brod erwerben. grant Die Gebete bey den Mongolen sind zum Theil indi— cc auf sche, zum Theil tangutische, zum Theil eigentlich mongoli— U 19. 8— b 17 8 che. Die ersten sind größte entheils kurze Sprüche, die we— e hicht 0 0 1 der die Geistlichen noch die Weltlichen verstehen, sie aber want unaufhörlich wiederholen. Die zweyten füllen ganze Bücher 7 2 8 5 7 15 wikl. an; sogar vornehme Leute lesen sie, aber kaum wird sich r wicke ö. 15 5 lebe⸗ in der ganzen Mongoley ein einziger Weltlicher finden, der ellen von aber ge⸗ der lil⸗ ihren Sinn verstünde. Die letzten, vermischt mit tanguti— schen Ausdrücken, werden bey geistlichen Festen gesungen. Nach der Meinung der gemeinen Leute besteht die Sache nicht darin, daß der Betende den Sinn des Gebetes ver⸗ — 376— stehe, wenn er nur die Worte ausspricht. Daher werden sie auch nicht böse, wenn ihr Gottesdienst durch ein lautes Gespräch, oder gar durch Gelächter unterbrochen wird, wenn nur das Gebet nicht dazu die Veranlassung ist. Das am häufigsten gebrauchte Mustergebet, welches der andächtige Mongole, oder überhaupt jeder Nachfolger des Schigemuni, einige tausendmahl des Tags wiederholt, heißt: om ma ni bat me chom. Bey den Indiern und Tibetern dienen diese Worte auch als tägliche Uebung ihrer Andacht. Sie werden auf Gebetfahnen und andern heiligen Dingen der Schigemunier dargestellt. Auf die Frage nach der Bedeutung dieses Gebetes, antworten sie, man müsse ganze Bücher schreiben, um den Sinn desselben zu bestim— men. Aus ihren Worten indessen kann man schließen, daß der Grund dieses Gebetes etwas Geheimnißvolles ist. Nach einigen ihrer Chroniken wird jedem Worte desselben eine Wunderwirkung zugeschrieben. Das erste, zum Beyspiel, zerstreuet die Gefahren des Lebens, die zwey letzten bewah— ren vor den Schrecken der Hölle und des Reinigungsortes. Alles dieß hat freylich das Ansehen großer Unbestimmt— heit und Unrichtigkeit. Aber auf der andern Seite hoffe ich, die Wißbegierde meiner Leser werde eine befriedigende Erklärung finden in der gelehrten Meinung über diesen Ge— genstand des Hrn. Präsidenten der kaiserlichen Akademie der Künste, geheimen Raths A. N. Olenin, dargelegt in einem besondern Schreiben, mit welchem Se. Excellenz(um die vielen Gefälligkeiten bey der Herausgabe dieser Reise noch zu vollenden) mich zu beehren geruheten, und welches ich mit der lebhaftesten Erkenntlichkeit am Ende dieses Buches beyfüge. Tiefe Kenntnisse in den asiatischen Alterthümern und geprüfte Aufklärung stellen diese Beurtheilung auf eine hohe Stufe der Wahrheit und des Einnehmenden. er werden ein laultz en win, . „dwolches Ruhschge wiederholt, diern und ung ihrer n heiligen tage nach zan müse u bestim⸗ ßen, daß it. Mach elben eine d Behspiel, ten bewah⸗ gottes. ubestimmt⸗ elle hoffe salgenöe sen Ge⸗ mie det in einem (um die eise noch elches ich b Buches tthümern auf eine 9 — Ge i st leich ke pt Vielleicht giebt es kein heidnisches Land in Asien, wo die Geistlichen mehr geehrt werden, und kaum können sie irgendwo sonst ihre Wichtigkeit so sehr fühlen, als bey dem mongolischen Stamme. Nicht nur die höhern, sondern auch die niedern Geistlichen dünken sich, durch die Weihung, über das gemeine Volk erhaben. Hiervon wird in dem mongolischen Buche Nomun Daläi(Meer der Bücher) gesagt: Man muß einen Lama ehren, nicht dadurch, daß man alles, was er gethan, nicht achtet, sondern daß man es für gut achtet; nicht dadurch, daß man verwirft, sondern daß man für vollkommen anerkennt alles, was in den hei— ligen Büchern verkündet wird; und endlich dadurch, daß man das vollbringt, was den Geist eines Lama erfreut, und alles abwendet, was ihm zuwider ist u. s. w. In dem Buche Zagün Kurdunn Undußun Tantäriß wird unter andern gesagt: ihr werdet die höchste Weisheit erreichen, wenn ihr auf solche Art einen Lama verherrlicht; selbst die Sonne, die das undurchdring— liche Dunkel erhellt, verdankt ihren Aufgang der Verherr— lichung des Lama; die allersündlichsten Leidenschaften wer— den durch die Achtung des Arztes Lama geheilt. Von der Verherrlichung des höchsten Lama erwerben die Burchanen und Bodißadu(ihre Gerechten) den seligen Willen, sich von dem Bösen abzuwenden und das Gute zu thun; durch die Preisung des Fürsten der Lama's genießen wir Stärke der Kräfte, Jugend der Jahre, Vortheile und Ruhm. Wenn ihr nur einen Tag, mit Aufrichtigkeit des Herzens, mit ungeheucheltem Munde, und mit sorgsamen Willen, euch der Preisung des Lama weihet, so werden alle Sün— den, die ihr in zahllosen Wiedergeburten begangen habt, — 378 gereinigt; der Mensch wird dann ein Burchan. Im ent— gegengesetzten Falle verliert er eben so viele durch Tugend erworbene Verdienste und fällt in die Hölle. Nach dem Maaße der boshaften Lästerung gegen einen Lama gehen die Tugendverdienste verloren, die während Tausenden von Seelenwanderungen erworben sind. Boshafte Lästerung, bestehend in Verachtung der Heiligkeit des Lama, wird durch Verwandlung in eine häßliche Gestalt, Vermehrung von Krankheiten u. s. w. bestraft. Lästerung gegen die Gebete eines Lama wird durch Stottern, Vergehen der Ge⸗ danken u. s. w. bestraft; Lästerung gegen den Geist eines Lama wird durch Verrücktheit, völlige Verdunkelung des Gedächtnisses und des Verstandes, und durch Versetzung in die Oerter der ewigen Qualen bestraft. Nach dem Maaße des boshaften Tadels gehen Tugendverdienste verloren, die während der Seelenwanderungen erworben sind, und man muß sich während einer eben so großen Anzahl Seelenwan— derungen den schweren Qualen der Hölle unterwerfen u. s. w. — Diese Lästerung übertrifft jedes Uebel. Wer nicht die übergroße Krankheit der Bosheit bezähmt, der wird keine Ruhe haben, weder in seinem Körper, noch in seiner Zunge, noch in seinem Geiste; wer es vermag sich durch das Arzneymittel der Geduld zu heilen, kann den jemahls Unglück treffen? Wenn wir in uns die Bosheit besiegen, indem wir sie für einen Feind erkennen, so besiegen wir dadurch alle Feinde. Daher muß man auch, wie in den Büchern vorgeschrieben ist, den höchsten Lama durch ständ— hafte Geduld preisen. Als eifrige Anhänger des Schigemuni ehren die Mon— golen hoch den obersten Priester desselben, den Dalai-Lama in Tibet. Was übrigens den Grad der Heiligkeit betrifft, geben sie den Vorrang einem andern Haupte der Geistlich— Im ast⸗ Tugend ach dem ug gehen nden von Lastzrung, a, wird nchrung etzung in Maaße ren, die und man elenwan— vird keine n seiner duch jemahls desiegen, gen wie in den ch stand⸗ ie Mon⸗ sai⸗Lama 5 bettift, keit, bekannt unter dem Nahmen Bantschäng Erdeni und Bogdo-Lama, der im südlichen Tibet im Kloster Osheßi-Lumbu wohnt. Er ist, ihrer Meinung nach, des Schigemuni Liebling, von welchem die Welt abhängt. um von ihm den Segen zu erhalten, unternehmen begüterte Mongolen nicht selten weite und beschwerliche Reisen. Mit der Empfindung eifriger Andacht verehren die Mongolen die Stellvertreter jener Oberpriester— die Ku— tuchta's. In das chalchassische Fürstenthum wird, unter Bestätigung des pekin'schen Hofes, der Kutuchta gesandt, der seinen Aufenthalt in der Stadt Urga, bey den Mongo— len Kuréng, hat. Die übrigen Aimaks sind in geistlichen Dingen besondern in Pekin wohnenden Kutuchta's unter— worfen. Diese Oberpriester genießen im Volke eine außer— ordentliche Verehrung, wobey noch die abergläubige Mei— nung herrscht, daß sie nie sterben, sondern nach einigen in dieser Welt durchlebten Jahren, diese irdische Welt ver— lassen, und ihre Seelen von neuem in der Person auser— wählter Jünglinge erscheinen. Außer der Verehrung der Hausgötzen und der Besuchung des nächsten Tempels(die übrigens in der Mongoley sehr selten sind) an geistlichen Festtagen, hält es jeder für eins anerläßliche Pfticht seiner Andacht, wenigstens einmahl im Jahre zur Verehrung des Kutuchta zu reisen, und ihm ein Opfer aus dem Ueberftusse ihrer Heerden darzubringen. Die mongolischen Lama's sind, nach ihrer geistigen und sittlichen Bildung, nicht sehr viel über die gemeinen Leute erhaben. Sie lernen tibetisch lesen, weil alle Kirchen— bücher in dieser Sprache(in Tibet) gedruckt sind, und wäh— rend des Tempeldienstes gelesen werden. Es ist schwer, un— ter ihnen einen solchen Geistlichen zu finden, der sich einer gründlichen Kenntniß der tibetischen Sprache rühmen könnte, —— „ und noch weniger solche, welche den Sinn ihrer kirchlichen Gebräuche begriffen. Alles ist nur Gedächtnißwerk: die Lama's singen und lesen tibetische Gebete, die sie noch in ihrer Kindheit auswendig gelernt haben. Uebrigens ist das nicht eben derselbe Fall mit den mohammedanischen Mol— lah's in Hinsicht des arabischen Koran's?— In der Mongoley hält es jeder Familienvater für Pflicht, einen seiner Söhne dem geistlichen Stande zu wid— men; daher sieht man dort eine große Menge dieser Lama's und ihrer Kirchendiener. Sie haben in ihren Familien die Aufsicht über das Hauswesen, verkaufen, kaufen ein u. s. w. im festen Vertrauen auf den Schutz des Schigemuni selbst. Sie sind frey vom Kriegsdienste; aber im Nothfalle sind sie, auf Anordnung der Häupter der Choschune, verbunden die Landpflichtigkeiten durch persönlichen Dienst und mit Vieh zu erfüllen. Die mongolische Geistlichkeit ist unverheirathet. Ihre Aufführung ist durch strenge Regeln des Nönchsthums beschränkt. Leute geistlichen Standes, Mannspersonen und Frauen— zimmer, haben auch ihre Grade. Hier folgt die Aufstellung ihrer Rangordnungen, wie sie mir von einem gelehrten Lama*) in Pekin mitgetheilt worden. Der erste, Obuschi, auf tibetisch Genin, auf in— disch Ubaschika, ist weltlich und verheirathet, und hat *) Die Zahl der Chubarak's(Mönche), die dem Kutuchta untergeordnet sind, erstreckt sich nur in dem chalchassischen Aimak allein auf 20000, außer den Schabinen, oder Kloster— bauern. Am iöten jedes Monats lesen in dem Tempel zu Urga ungefähr 4000 dieser Mönche und an einigen bestimm— ten Festtagen versammeln sich ungefähr 14000 zum Gebete. A. d. V. **) Chubilgan Lama Tschen, dessen im zweyten Theile dieser Reise gedacht worden. A. d. V. — firchlchen 1 e. en N:; ö nur zur Rettung der Seele auf sich die Pflicht genommen, ef: di mehr als die gewöhnlichen Leute, die Reinigkeit zu beob— . in achten. Er trägt zur Auszeichnung einen rothen Gürtel; 5 st das er schiert aber sein Haar nicht ab, und hat die Freyheit in en Ml⸗ seinem Hause in seiner Familie zu wohnen. batte fit Der zweyte Lama nach diesem ist Bängdi, auf tibe— e zu ö tisch Rabdsiün, auf mongolisch Tin. Es bedeutet 1 Ala einen, der der Welt entsagt hat. Dieser lebt im Tempel 1 0 ehelos, trägt gelbe Kleidung, und hat schon nach der ersten 1 n das Recht, 1 rothen Gürtel zu tragen, und 1 fab. in den 3 zum 1 zu 9 In dem Tempel fle sud macht er, mit Ausschluß 5 Obuschi, den letzten Grad der schigemunischen Geistlichkeit aus, und ist verbunden, 1 58 Regeln eiues strengen Lebens zu beobachten. Im gemei— 1 nen Leben nennt man sie Schüler. et, Ale Der dritte, Gezül, ist der tibetische und mongolische ochthune Nahme dessen, der einen höhern Grad der Weihung über dem Bangdi erhalten hat. Er hat, zur Auszeichnung von o guuler 9 Wan außer N Gürtel, einen Ueberwurf, auf Inseln tibetisch e Ad ge Schurz, auf e. n⸗ hen dan, die sie noch überdieß an dagen eines feherlichen Tempeldienstes gebrauchen. Bey der Weihung verpflichtet 1 15 er sich 4 Pegel zu beobachten, 0 unterscheidet sich Kölle im Dienst durch nichts von dem Bangdi, als durch das f Vorrecht des Alters in Ansehung des Platzes. in Der vierte, Gelün, ein tibetisches und mongolisches er Hlser⸗ Wort; er ist dem Grade der Weihung nach höher als Ge— Tenge i zul, und hat, zur Auszeichnung von diesem, außer dem 0 Ueberwurf und Schurz, noch einen obern Ueberwurf, auf i tibetisch Namdslär. Bey der Weihung verpflichtet er sich, 1 dieset 253 Regeln eines strengen Lebens zu beobachten; im Dienst aber zeichnet er sich von dem Gezul nur durch das Vorrecht des Alters im Platze aus. Der fünfte— Kiängbu: ein tibetisches Wort, auf mongolisch Kambu oder Chamb; dieß ist der höchste Rang bey der schigemunischen Geistlichkeit. Er erhält die Weihung von dem Kutuchta, und hat selbst die Gewalt, zu den drey niedern Graden zu weihen, wobey mit ihm vier Gelun's den Dienst verrichten. Zur Zeit des Tem— peldienstes sitzt er auf einem Throne, bekleidet mit einem Mantel, sein Gesicht gegen die Gottheiten wendend. Dieser Mantel ist ohne Falten, in Form eines viereckigen Schals. Die Abgesandten, die aus Tibet und Pekin ankommen, sind gewöhnlich Kiängbu's. Die gedachten vier Weihungen sind, mit Ausschluß des Obuschi, vielmehr Stufen oder Maaße einer weitern Uebung der Lama's in den strengen Regeln des Mönch— thums. Die Kutuchta's sind, ungeachtet ihrer Wiederge— burt, gleichfalls verbunden, durch diese Stufen der Prüfung zu gehen; nur, wenn sie bis zum höchsten Grade nach ei— nigen Wiedergeburten ihrer Seelen gereinigt sind, haben sie keiner langdauernden Prüfung nöthig. Ueberhaupt scheeren alle Lama's, die Obuschi ausge— nommen, das Haar auf dem Kopfe ab, sie tragen einen breiten Maiak(Schurz) anstatt der Beinkleider, und einen Orkindshi oder Binde von rothem wollenen Zeuge, über die rechte Schulter bis zum Gürtel. Außer dem Kiän g⸗ bu tragen die übrigen Lama's, beym Tempeldienste, bis— weilen Mäntel, Tag am genannt, und gelbe Mützen, wie unsre ehemahligen Grenadiermützen gestaltet, die Schaßer genannt werden. Diese Worte sind tibetisch. In dem schigemunischen Glauben giebt es auch geist— liche Frauen, oder eine Art Nonnen, welche auf mongo— —— 255 — 383— as Port ont lisch Tschabchangzi, auf kalmükisch Obuschinza ge— nannt werden. Sie sind aber sowohl verheirathete als un— verheirathete, und haben keine Tempel; man kann sie nicht eigentlich Nonnen nennen, ob sie gleich aus Frömmigkeit sich einigen Regeln eines strengen Lebens unterwerfen, und Bort, auf der höchste eihält die ie Gewalt a 1 N b zur Auszeichnung die Weihe annehmen. Sie haben das h mit ih N 5 5 5. 2 8 h it ihn Recht, ein gelbes Kleid mit rother Binde zu tragen, sie 8 des Tel 2 7** 2e— 0 scheeren sich das Haupt, wohnen aber in Häusern, und mit einem end. Dieser haben oft auch Männer. Die Lama's haben, außer den Graden der Weihe, en Schals. 85; f noch Aemter bey den Tempeln. Nach diesen Aemtern be— ankomme 5 3 5 i a stimmt sich der Grad ihrer Erhöhung im Range. „ 1. Ziäbarzt, ein mongolisches Wort, auf tibetisch Ausschluß Zabri. Dieser dient bey dem(von den Mongolen so ge— nannten) Gottesdienste; er wird aus den Bangdi's, Gezul's und Gelun's gewählt. 2. Nerbaà, ein tibetisches Wort; er ist der Oekonom des Tempels. Er wird aus den vorerwähnten dreyen gewählt. 3. Keßguüi, ein tibetisches und mongolisches Wort; er ist Aufseher über die gute Ordnung beym Dienste in den Tempeln. 4. Umsät, ein tibetisches und mongolisches Wort; er ist Vorsänger in den Tempeln. Der Keßgui und der Umsat werden aus den Gezul's und Gelun's gewählt. er weitern eb Monch⸗ e Viederge⸗ er Prüfung de nach ei⸗ nd, haben alibge⸗ en einen nd einen age, uber Kiäng⸗ ste, bis⸗ 5. Demzi, ein mongolisches Wort, bedeutet Schatz— lben, wie meister. Er hat die Besorgung der Ausgaben und wacht Zhaßet über die anständige Ordnung in den Tempeln. Er wird aus den Keßgui's und Umsat's genommen, und zu dem uch geis Range eines Untervorstehers erhoben, und bleibt ohne Amt, 18 7 5 no 51 5 47 if none bis er irgend einen Tempel erhält. 5 D 8— 2 5 3————— 8— 8—ů— — 384— 6. Dalama, oder Vorsteher eines Tempels, wird größtentheils aus den Untervorstehern genommen, aus wel— chen die Glieder der geistlichen Regierung der Lama's ge— wählt, und dann Dsaßäk Lama genannt werden. Die geistlichen Obliegenheiten der gemeinen Mongolen, und noch mehr der Lama's, bestehen in der Enthaltung von gewissen Sünden, und in der unverbrüchlichen Beob— achtung der festgesetzten Regeln ihrer Frömmigkeit. In dem Buche Iché Muranũ Tantäriß wird über diesen Ge— genstand gesagt: Sünden sind: J. Arbän charänigül— die zehn schwarzen; II. Tabün dsabßär ugüi— die fünf Tod— sünden; III. Schidär tabün— die fünf nahen; IV. Durban kund— die vier schweren, und V. Gur— bän borogü— die drey lasterhaften. J. Arbänscharänigül.— Die Mongolen theilen sie in fleischliche Sünden, wörtliche Sünden und Seelen— sünden. Fleischliche Sünden zählen sie drey, diese sind: Ami taßolchü— die Beraubung des Lebens; eßé ugukßäni abchü— gewaltsame Wegnahme dessen, was einem andern gehört; arigün boßü jabodäl— jede fleischliche Unreinheit(Hurerey u. s. w.) Wörtliche Sün— den sind vier, und zwar: Chudall— Lügen; chöb— Schreckung oder Bedrohung; schirigün ug é— grobe Reden oder Schmähung; zalagali ugé— eitles oder müßiges Geschwätz. Seelensünden(Sünden mit den Ge— danken) sind drey, welche genannt werden: chomgöl— dsachünßedkil— Neid; charatünßßedkil— ein bos— haftes Herz; borogüudfüll— lasterhafte Gedanken. Dagegen wird vorgeschrieben folgende zehn Tugenden zu erfülen: 1. ami aborachü— sich(andrer) zu erbar⸗ men oder sie vom Tode zu retten; 2. ukligée ukü— els, pit aus wel— ma's ge⸗ den. Dangelen, inthaltung hen Beob— In dem iesen Ge⸗ -die zehn fünf Tod⸗ en; IV. V. Gur⸗ olen theilen 1d Serlen⸗ diese sind: ens; eßs esen, was E joe se Eln⸗ chob* — grobe tles oder den Ge⸗ homgöl⸗ ein bob⸗ danken. Tugenden u erbat⸗ d ukü bösen Drangsalen zu befreyen u. s. w. A. d. V. III. Band. 25 — 8—— 8———— Almosen zu geben; 3. schakschab ad ßakichn— die Reinigkeit zu beobachten; 4. dsugélen uguleku— freundlich und höflich zu reden; 5. unen ti ugulekü— die Wahrheit zu reden; 6. dsokildogulôn uiletch u — zur Versöhnung zu bewegen; 7. nomün jabodäl uiletchü— nach den Geboten der heiligen Bücher zu handeln); 8. chanchünmmedelnschituchn— zufrie— den zu seyn mit seinem Zustande; 9. tußalachü n ßed— kili egußkekü— dem Nächsten zu helfen, und 10. dsajaganüsatschlurégisitegichn— an eine Vor— herbestimmung zu glauben, d. i. daß das Böse mit Bösem, und das Gute mit Gutem werde vergolten werden. II. unter den Sünden tabün dsabßar ugüli (den fünf Todsünden) wird verstanden: die Ermordung seiner Eltern, der Todschlag der Sieger, die Befleckung der Chubilgan's(Wiedergebornen) mit Blut in böser Ab— sicht, die Stiftung von Feindschaft zwischen den Chubarak's (der Brüderschaft). III. Unter den Worten tabün schidär(die fünf nahen Sünden) wird verboten, die Ssuburgane— Ge— betpyramiden— zu zerstören; den Einsiedlern den Tod zu *) Dieses Gebot hat 8 Obliegenheiten, und zwar: abzuschreiben, um geistliche Bücher weiter zu verbreiten, Opfer zu bringen, Almosen zu geben; zu hören, zu lesen, auswendig zu lernen, zu predigen und im steten Lesen jener Bücher zu wachen. Uebrigens wird noch als Pflicht festgestellt, die Erfüllung vie— ler Tugenden, als: der Seele heilsame Bücher zu sammeln; den Geiz zu verabscheuen; sanft und geduldig und nicht zänkisch und böse zu seyn; fleißig zu seyn, und die Nachlässigkeit zu meiden; der wahren und nicht der falschen Weisheit zu folgen. Unter Geduld versteht man: geneigt seyn um freywillig Unglück auf sich zu nehmen u. s. w. Sich um den Nutzen des Geschöpfs zu mühen, d. i. die Menschheit von allen Fallstricken und — 386— verursachen; durch unerlaubte Begierden die Ehre der Ein— siedler zu kränken; das was zum Nutzen der Chubarak's (der niedern Tempeldiener) geopfert ist, wegzunehmen; die aus Bosheit geschehene Befleckung mit Blut der zum Tem— peldienst geweiheten Wiedergebornen, welche die Mongolen als ihre Heiligen anerkennen. IV. Durbän kundü— die vier schweren Sün— den. Jede davon wird wieder in vier andere eingetheilt, und zwar: à. in Sünden, die zum völligen Verderben füh— ren, welche sind: ein Anschlag gegen die Bodüßadü(die Heiligen), der Bruch des Eides die Geheimnisse der Prü— fungen zu bewahren u. s. w. b. in Sünden, die aus Ge— ringschätzung entstehen, als: die Verdienste andrer herab— setzen, wahren Worten keine Aufmerksamkeit schenken, die Lama's u. s. w. verachten. C. in Sünden des Tadelns, welche sind: Auslegungen machen und Unterschied in der wahren Lehre zu finden, das in den zehn schwarzen Sün— den Verbotene verwerfen, sündigen gegen die tabüun dsa b⸗ ßärug i— die fünf schweren Sünden u. s. w. —ů—ðsK— ——— ˙—————. 5 N— 8 S—————— 1 2 8 5— 8 eiiie e der Ein⸗ Subarak's ken; die 5 5 ä zum Tem⸗—— Mongolen Veten Sin⸗ elgetheil, derben füh— 5 adüͤ(die se der Prü⸗ ie aus Ge⸗ dter hetab⸗ henken, die ud DTodelne, e 0 9 1 varzen Sün⸗ bün dsab— b. Ff ö 0 0 9 16680 1 eh M 22 ae ue ee . u ee, Gee, ,, 5 Al, eme, ——————ůĩ— ä 1——— . ——. 7˖——— nach B de die zh hey den dem 5 machen . 3 3. Volendi watd. 1 n 0 01 lebten. 10 der Te * J rade Gla lisch — — Leben des Schigemuni, nach mongolischen Nachrichten.) 1 2 welcher nach der Meinung der jetzigen Indier, die zehnte Wanderung der Seele des Wischnu ist, heiß bey den Mongolen Schigemüni, d. i. der Gerechte aus dem Hause Schig é, der Buße gethan hat. Sein Leben machen folgende zwölf Epochen aus: 1. Seine Abstammung aus dem Reiche der Götter. 2. Seine Empfängniß im Leibe der irdischen Mutter. 3. Seine Geburt. 4. Seine Gelangung zum volljährigen Alter und Voll— endung in der Weisheit. 5. Verheirathung und königliche Größe. 6. Letzte Entsagung der Welt. 7. Leben in der Wüste. 8. Erscheinung unter dem Feigenbaume, wo er nach Vollendung der Reinigungen, als der Heiligste anerkannt ward. 9. Anfang seiner Belehrungen im Tempel zu War— naschi(in Benares), wo alle frühern Religionslehrer lebten. 10. Unterwerfung der sechs vornehmsten Oberhäupter der Tersen, oder Anbeter des Feuers. *) In diesen Nachrichten von Schigemuni wird der Leser ge— rade eben so wie in der Beschreibung seiner Lehre und seines Glaubens, ein Gemisch heidnischer Fabeln mit einigen mora— lischen Gedanken finden. A. d. N 25* — 5 3 16 8 1 — 388 8 11. Sein Lebensende. 12. Bestattung seines Leichnams zur Erde. Zur Zeit der Geburt des Schigemuni befand sich im südlichen Bagar das mächtige Reich Magad, zu welchem alle am ufer des Ganges liegende Länder gehörten. Die Bramanen(auf tibetisch und mongolisch Birman) mach— ten schon damahls die erste Kaste unter den Indiern aus. Ihr vornehmstes Geschlecht hieß Schige, und bestand aus fünfhundert edeln Familien. Aus diesem Geschlechte stammte der Beherrscher von Magad ab, mit Nahmen Ssuda⸗ duni, der seine Residenz in der Stadt Chober-Schara hatte. Seine Gemahlin, Machamai, empfing in ihrem Leibe einen Sohn am funfzehnten Tage des mittlern Som— mermonats des Jahres des Rabdshur, den sie im fol— genden Jahre, am funfzehnten Tage des letzten Monats, in dem Lustschlosse Liumba gebar; folglich trug sie ihn zehn Monate in ihrem Leibe. Während sie sich mit ihren teisegefährtinnen in einem schönen Garten vergnügte, em— pfand sie die Annäherung der Niederkunft, lehnte sich an einen Baum, und ward, ohne das geringste schmerzliche Gefühl, von einem Sohne entbunden, der auf der Erde als eine Gottheit in Menschengestalt(versteht sich, nach den sehr übertriebenen Sagen der Indier) erschien. Nach der Geburt nahm sie ihr Kind in die rechte Hand, so daß dieses die Erde nicht berührte, und übergab es zum Dienst einem Beherrscher aus dem Geschlechte der wiedergeborenen As— suri-Tengeri. Dieser wickelte das Kind in theure sei— dene Decken ein. Der andre König aus diesem Geschlecht der Wiedergeborenen, Churmußta Tengeri, vollzog das erste Taufbad des Kindes, wobey ihm der Nahme Ardaschidi gegeben wurde. ——— 1— 8 ä 9 In der Familie Schige hatte sich eine alte Gewohn— heit erhalten, welche darin bestand daß man jedes neuge— borene Kind männlichen Geschlechts an einen geheiligten, mit Felsen umgebenen Ort brachte, um das Bild der Gott— heit zu verehren; bey welcher Gelegenheit das versammelte Volk feyerliche Gebete, nach den Gebräuchen des Glaubens, hielt. Dieses geschah auch mit dem kleinen Knaben Ar— and sch im zu weschem ötten. Die 11 0 0 Wich Die Lortzehmsten Großen Reichs, welche ö g ihn in den Tempel begleiteten, bemerkten alle, daß zu der e Zeit, als das Kind sich vor dem Götzenbilde verbeugte, e faunte dieses letztere selbst sich vor ihm neigte. Dieser Vorfall * machte, daß die Anwesenden das Kind als einen Wunder— 1 knaben ansahen, der höhere Eigenschaften besitzen werde, in ihrn als alle vorigen Götter, welche Menschengestalt angenom— born Som⸗ men hatten. Darum nannten sie alle einstimmig ihn die se in fil Gottheit, höher als alle Götter(auf indisch en Monats, Dewatidewa, und auf mongolisch: Tengeriin Ten— trug se ihn geri) und fingen an, sich vor ihm zu verbeugen. Selbst ch mit ihten seine letzten Lehrer hatten gegen ihn immer jene Ehrerbie— znügte, en⸗ tung, die einem Gott in Menschengestalt gebührt. Fünf fte sch an und dreyßig Jungfrauen waren bestimmt, ihn durch Musitk schmenliche zu ergötzen, sieben um das tägliche Bad zu bereiten, sieben f der Erde zur Bekleidung seiner Füße, sieben zu seiner Bedienung „dach den und um ihn auf den Knien zu schaukeln, sieben um auf Nach der die Reinlichkeit zu sehen, und sieben zu seinem Zeitvertreibe. daß dieses Im zehnten Jahre seines Lebens ward ihm zum Lehrer der dienst einem weise Bag(Bah) Burenu Baktschi gegeben, welcher orenen As— ihn in der Dichtkunst, im Zeichnen, in der Musik, der thut sei⸗ Arzneykunst und den mathematischen Wissenschaften unter— 1 Geschlecht richtete. Der Fürst gelangte mit bewundernswürdiger i, volsog Leichtigkeit in allen diesen Kenntnissen zur Vollkommenheit, der Nahe und in kurzer Zeit legte er seinem Lehrer unauflösliche „„ Fragen vor, die er selbst dann hernach beantwortete. Der Lehrer konnte ihm nicht vollkommen genügen und ihn mit Fragen über Gegenstände der tiefsten Weisheit beschäftigen, und der Fürst verlangte, er sollte ihn auch in den, zur Ausbreitung des Glaubens unter allen Völkern unumgäng— lich nöthigen Sprachen unterrichten. Da aber Bag Bu— renu Baktschi nur die indischen Sprachen und Schriften kannte, worin sein Schüler schon hinlängliche Kenntnisse hatte, so lehrte der Knabe ihm funfzig verschiedene fremde Sprachen, und theilte ihm die Buchstaben einer jeden da— von mit. Der Durst nach Wissen war in ihm gränzenlos, und er strebte immer mehr und mehr sich neue Kenntnisse zu erwerben. Seine Schönheit war mehr als menschlich, und wenn er zuweilen Lust hatte, sich in der Einsamkeit im Schatten von Feigen- und Sitronenbäumen abzukühlen, so versammelte sich das Volk in zahlreichen Haufen, um sich der zwey und dreyßig Aehnlichkeiten der Schönheit (Lakschan) und der achtzehn Schönheiten(Nairak) zu erfreuen. Jeder wünschte, den nächsten Zutritt zu ihm zu haben, um mit einer Ehrfurchtbezeigung, wie sie einer Gottheit gebührt, zum Zeichen der Freude ihm als ein Opfer Geschenke darzubringen, die aus schönen Blumen, seltenen Verzierungen oder Sachen, aus Gold und Edel— steinen gemacht, bestanden. Als er das Jünglingsalter er— reicht hatte, beschlossen seine Eltern und Verwandten, ihn zu verheirathen. Sie thaten ihm das zu wissen, und be— fragten ihn um seine Neigung; aber er gab seine Einwilli— gung nicht dazu. Dieses versetzte alle in Betrübniß. Alle Mittel wurden angewendet, um seinen Sinn zu ändern, und er willigte endlich nicht anders darein, als unter der Bedingung, daß seine künftige Gattin die zwey und drey— ßig Haupttugenden haben sollte. Er hoffte auf diese Art let Ot der Verheirathung auszuweichen, da er nicht glaubte, daß 0 mit es möglich seyn würde, für ihn eine Frau mit solchen chastigen, Vollkommenheiten zu finden. Indessen fingen die Nachfor— den, zur schungen nach ihr im Reiche wirklich an, und endlich fand mumzäng⸗ man ein Madchen aus der Familie Schige, welche allen Bag Bl⸗ Forderungen des Bräutigams entsprach. Um ihre Hand Schristen hatte Dewadatt, Oheim und Freund des Fürsten Arta— Lenntnise schidi, angehalten. Der Vater des Mädchens, der ihn ne fremde fürchtete, erklärte, er werde sie nur demjenigen zur Ehe jiden da⸗ geben, der in jeder Hinsicht den Vorzug vor dem andern cänzenlos, verdienen würde. Aber Dewadatt stand seinem Neffen so Kenntnise sehr in allen Arten der Vollkommenheit nach, daß dieser nenschlich, letztere die Oberhand behielt. Zur Zeit dieser Verheirathung Linsamkeit war Budda zwanzig Jahr alt. Er lebte mit seiner Gattin in der größten Eintracht, und sie gebar ihm im folgenden ukühhen, Jahre einen Sohn, uit Nahmen Racholi. In der Folge uufen, um gebar sie noch eine Tochter. Obgleich Artascheid di, nach dem Wunsche des Va— ters und der königlichen Familie, in diese Verbindung ge— willigt hatte, so war sein Geist doch immer beschäftigt, die Gottheit zu erforschen, und allem Weltlichen zu entsa⸗ gen. Er wendete seine vorzüglichste Aufmerksamkeit auf d damahlige Verderbtheit des Menschengeschlechts. Da er mitleidigen Antheil an allen? Nöthen seiner Mitbrüder nahm, ward ihm die königliche Größe verhaßt. Mit e e erklärte er, daß die vier Stufen des menschlichen Elend Einwill namlich: Geburt, Alter, Krankheiten and 8 alle 5951 bol. Me 90 des menschlichen Lebens vergiften, weil sie unvermeid— 11 115 5 Nhe und kein Sterblicher darin helfen kann. Als er le 10 einst eine Frau sah, die von Geburtsschmerzen gequält wurde, einen Greis-von aller Pflege entblößt, Kranke in 7 und dreh⸗. l f a f düse M. sehr großen Leiden, und Freunde, die über einem Sterben⸗ f diese Sghhönheit taitah zu t zu ihm zu e sie einer m als ein Blumen, und Edel⸗ dalter er⸗ ddten, ihn und be⸗ 2 1 — 392— den schluchzten, fragte er einen mit ihm reisenden Hofbe— amten Schari, was dieses bedeute, und ob diese Menschen allein solchen Unfällen unterworfen wären.— Schari ant— wortete, nicht nur diese, sondern alle Menschen wären einem solchen traurigen Schicksale unterworfen, und er selbst müsse ein gleiches Loos fürchten. Hierauf fragte Arta— schidi, auf welche Art er so viele Leiden besiegen könne, und welches das beste Mittel sey, sich von diesen Drang— salen zu befreyen.— Schari antwortete: alle Geschöpfe sind unausbleiblich solchen Leiden unterworfen, wenn nicht eine standhafte Uebung in seelenheilsamen Dingen des Glau— bens sie davor bewahrt.— Von dieser Zeit an be— schloß Artaschidi, seiner Gattin und der irdischen Größe zu entsagen, und ein Einsiedlerleben zu beginnen. Er er— klärte diesen Entschluß seiner Gemahlin und der ganzen Familie. Dieses versenkte alle in die größte Trauer. Der Vater bat ihn, als den einzigen Sohn, inständigst, daß er ihn nicht verlassen möchte; und die Verwandten fürchte— ten, das Reich und der Thron möchten ohne Beherrscher bleiben. Sie stellten ihm vor, er könne, wenn er das Reich, das sie ihm anvertrauen wollten, regiere, ebenfalls ein gottgefälliges Leben führen; aber alles Zureden war vergebens, und es schien dadurch sein Eifer sich nur noch zu vergrößern. Alle verloren sich in Muthmaßungen über die Ursache des seltsamen Hanges des Fürsten. Einige nannten es Verrücktheit, und andere suchten die Ursache da— von in seiner Uneinigkeit mit seiner Gemahlin, oder in einer stärkern Leidenschaft für ein anderes Frauenzimmer. Sein Vater, König Ssudaduni, ließ ihn in einem Schlosse verwahren und stellte zu ihm eine starke Wache, die aus Mitgliedern der Familie Schige bestand. Im ganzen Reiche ward öffentlich bekannt gemacht, niemand r————— u Hoshe⸗ Nenschen ai ant⸗ wären er fab Artg⸗ könne, Drang⸗ schopfe n nicht »Glau⸗ an be⸗ Größe Er er⸗ ganzen . Der gst, daß flrcht⸗ hertscher m er das ehenfalls „ war k noch u über Einige che da⸗ oder in zimmer. einem Wache, e niemand von den Vornehmen solle bey sich den Fürsten aufnehmen, wenn er vielleicht unvermuthet zu ihnen käme; denn dieser hatte erklärt, trotz der größten Vorsicht der Wächter, werde er aus dem Schlosse gehen. Artaschidi sprach, in Ge— genwart seines Vaters und des ganzen Hofes, folgende Abschiedsrede:„mein Vater, leb wohl! ich weide eine Buße beginnen, und entsage hiermit dir, dem Reiche, mei— ner Gattin und meinem geliebten Sohne. Ich habe sehr wichtige Ursachen, meinem neuen Berufe zu folgen. Halte mich nicht ab; meiner Pflicht gemäß werde ich seelenheil— same Dinge vollbringen.“ Als er dieß gesagt hatte, um— armte er seinen Vater unter einem Strome von Thränen, und bat großmüthig ihm zu verzeihen, daß er seine Be— stimmung nicht ändern könne. Viele Jünglinge aus seiner Familie hatten damahls beschlossen, ihm ein Pferd zu ver— schaffen, und ihn feyerlich zu begleiten; aber die Aufmerk— samkeit der Wache hatte stets die Vollbringung dieses Vor— habens verhindert. Endlich brachte Churmußta Ten— geri, derselbe, der das erste Taufbad an ihm verrichtet hatte, ihm ein gesatteltes Pferd, auf welchem er in der Nacht aus dem königlichen Hofe entfloh, und die Haupt— stadt verließ. f Bald erfuhr man, daß er sich an dem Flusse Arna— ßara oder Naraßara, in dem Reiche ÜUdipa, nieder— gelassen habe. Er befand sich hier in dem Kreise seiner Schüler, welche ihn niemahls verließen. Sein Lager war mit Steinen ausgelegt und mit dem heiligen Kraute Gu— scha bedeckt. Er fing sein Einsiedlerleben an am achten Tage des ersten Sommermonats, des Jahres Donnan's. Er weihete sich selbst zum geistlichen Stande, beschor sich das Haupt, und legte ein Kleid, wie es sich für seinen Stand schickte, an. Damahls ward gestiftet ein geh ei— „ ligter Ort, zur Ablegung des Schmuckes. Ar⸗ taschidi verwandelte seinen Nahmen in Godam(Ho— dam) d. i. Kühhüter. Seine Nahrung bestand, wie auch bey allen andern indischen Einsiedlern, aus Angelika-Saa— men, Honig, Weintrauben und andern Früchten; überdieß genoß er sehr wenig, um sich nicht in der Erforschung der göttlichen Natur zu stören, so daß er endlich in eine völlige Schwäche verfiel. Godam ward oft von seinen Freunden besucht, die den lebhaftesten Antheil an seiner Beharrlich— keit nahmen, die so weit ging, daß er nicht einmahl seinen Besuchern erlaubte, ihm mit irgend etwas zu dienen. Eine Braminin, seine nahe Anverwandte, brachte ihm oft fri— sches Gras, Guscha, für sein Lager; dieß nahm er in— dessen nur ungern an. Endlich ward er durch ihre Bitten bewogen, seine Nahrung zu ändern, und erlaubte der Fa— milie Schige, in seiner Nachbarschaft eine Heerde von fünfhundert Kühen zu halten, deren Milch zur täglichen Nahrung für ihn, sür die Brüderschaft und die Besuchen— den diente. Godam, dessen außerordentliche Entkräftung vor kurzem erst seine Freunde zur Verzweiflung gebracht hatte, erholte sich so von dem täglichen Gebrauche der Milch, daß er, nach dem Ausdruck einer mongolischen Chronik, einem glatten und gut vergoldeten Ambos glich. In der Wüste nahm der Heilige der Mongolen die allerseltsamsten Besuche an. Darunter befand sich unter andern der Fürst der großen Affen Chachomanßu, wel— cher mit seinen Reisegefährten sich an seine Nachbarschaft gewöhnt hatte, und oft ihn besuchte. Da er sah, daß man Godam mehr als einmahl verschiedene Speisen und Getränke zum Geschenke brachte, sammelte er Honigscheiben wilder Bienen und Weintrauben, und überbrachte sie ihm einst des Abends. Dieser Fürst der Affen bemerkte, daß 2 ä 2 2—— — 8 8. Ar⸗ 1 60 Godam, nach seiner Gewohnheit, mit bey den Mongolen Ho⸗ geheiligtem Wasser, die Speise, die er hernach genoß, be— sprengte, und dieses versetzte ihn in solches Entzücken, daß er außer sich vor Freuden herum sprang, unvermuthet in einen Brunnen fiel und ertrank. Zum Andenken dieses Vorfalls wurde dann gestiftet: ein geheiligter Ort die auch fa Sga⸗ llecdieß chung der ne völlig 8 e der von dem Affen zum Opfer dargebrachten Freunden Speisen chan Zu einer andern Zeit ließ Dewadatt, Godam's Ahl sythe 9 b fen Oheim, ihn von neuem seinen Haß empfinden. Er ließ in en. Eine seine Nähe einen zahmen Elephanten bringen, den er zur oft fri⸗ Stillung des Durstes mit dem allerstärksten Wein aus Ko— in er in kosnüssen hatte tränken lassen. Dann band er an die Zähne e Bitten des betrunken gemachten Elephanten scharfe Schwerter, und der Fa⸗ faührte ihn zu Godam, in der Meinung, daß Thier werde dalde dog seinen Grimm gegen den Einsiedler kehren. Aber vergebens; täglichen denn Godam hob nur die fünf Finger auf, womit er den Besüchen⸗ Elephanten die Gestalt eines Löven vormachte; dadurch stfräftung ward der Elephant vollkommen bezähmt. Dieses gab Ver— h gebracht anlassung zur Errichtung eines geheiligten Platzes uche det zum Andenken der Besänftigung des ergrimm— golsschen ten Elephanten. glich. Bald nachher begab sich Godam in eine Gegend, len die welche noch einsamer war und in der Nachbarschaft lag. ich unter Es begleiteten ihn dahin zwey seiner treuesten Schüler. zu, wel⸗ Der eine davon war ein Sohn des obengedachten Hofbe— barschaft amten Schari, und der andere hieß Molon Toin. ah, daß Dort fand er zwey seiner Gegner Labai Eriktu und eisen und Ußun Debeltu. Diese zwey Männer fragten ihn mit igscheiben großer, aber verstellter Bescheidenheit: Godam, welches i sie ihn Glaubens bist Du? Von wem bist Du zum geistlichen lite, dh Stande geweiht worden?— Godam antwortete ihnen: — 1 5 3 „ich selbst bin zu der Stufe eines Gerechten(Heiligen) ge— langt; was bedarf ich andrer Lehrer? Der Glaube hat mich durchdrungen. Wollt ihr mehr wissen, so wendet euch zu diesen meinen zwey Schülern; sie werden euch be— lehren.“ Hierauf begann ein heftiger Streit, und beide Gegner standen, als sie besiegt waren, auf, und breiteten, zum Beweise ihrer Ueberzeugung, Teppiche für ihre Sie— ger aus. Ungeachtet des Ruhms, der sich von den Wundertha— ten Godam's verbreitete, mußte er doch viele Prüfungen aushalten. Auf solche Weise ergriff einst ein besonderes Verlangen vier junge und schöne Schwestern. Der Brude fragte sie nach der Ursache einer solchen Verzückung. Sie antworteten ihm, sie wären verliebt in Godam, und be— reit alles anzuwenden, um ihn zur Befriedigung ihrer Lei— denschaft zu bewegen. Sie gingen und erschienen vor ihm in allen ihren natürlichen Reizen; aber Godam zeigte, einen strengen Blick auf sie werfend, seine unerschütterliche Festigkeit. Mit Einem Blicke brachte er sie zur größten Schamhaftigkeit, wie sie alten Frauen eigen ist. Hinge— rissen von außerordentlichen Wollustgefühl fragten sie ihn: o Godam, wer ist jener lügenhafte Zeuge, welcher ver— sichert, daß du in dir alle vorigen(versteht sich, mongoli— schen) Heiligen vereinigst?— Godam sitzend schlug mit der Hand auf die Erde, und rief zornig aus:„hier ist mein Zeuge!“ Da erschien, ihn zu rechtfertigen, an der— selben Stelle Okiin Tengeri, der Beschützer der Erde, und rief mit lauter Stimme:„ich bin Zeuge, daß er die Wahrheit redet!“— Die verliebten Mädchen fielen unver— züglich zur Erde, und verehrten Godam mit folgenden Aeußerungen ihres Glaubens: vollkommen reines Wesen, Gold enthaltende Weisheit, und unbegreifliche Erhabenheit! C ͤ — iger) g aube hat Dir, dem Urquell des Glaubens aller drey Ausdehnungen wendet der Zeit*), Dir gebührt die volle Ehre der Anbetung. euch be— Zum Andenken des Siegs in dieser Prufung ward ein hei— ad beide liger Platz errichtet. breiteten, Godam, der sechs Jahre in einem tadellosen Leben, hre Sie, in Mäßigkeit und Entfernung von aller Welt zugebracht hatte, endete sein Einsiedlerleben des Abends, am funfzehn— ndertha⸗ ten Tage des mittlern Frühlingsmondes im Jahre des ei— fungen sernen Stieres, und kündigte fünfen von seinen Schü— sonderdd lern an, daß er endlich alle irdischen Prüfungen besiegt habe. Bruder Um Mitternacht beschloß er seine sechsjährige Uebung der 9. Sit Frömmigkeit und der Betrachtungen, und am Morgen ver— und be⸗ kündete er zum zweytenmahle, er sey zur höchsten Stufe ler Li⸗ des vollkommenen und hochheiligen Lebens eines Gerechten bot ihn gelangt, und jetzt sey die Zeit gekommen, zur Ausbreitung in jh, des wahren Glaubens und der Erkenntniß der Gottheit in gitlalhe der ganzen Welt. Bald verbreitete sich der Ruf davon 8 gg überall und erweckte allgemeine Aufmerksamkeit, so daß das 59 05 Volk von seiner Heiligkeit versichert ward. Einige von sr ih seinen Neidern versicherten dagegen, der Sohn des Königs ger au von Magad befinde sich in großer Verstandeszerrüttung. gungill Andere aber sagten, er sey durch Versagung des väterlichen 1 Thrones und neue Liebesbande in Versuchung geführt wor— Jab 1 den. Aber der größte Theil war von der Heiligkeit seiner 10 Person versichert, und gab ihm die ehrenvolle Benennung Burchan Baktschi und Schigemuni, d. i. der Buße gethan hat im Geschlecht Schige. Er berief selbst zu sich fünf seiner Schüler und sagte:„das Kleinod meiner Hei— der Erde, daß er die en under⸗ 10 fe; ines G.. 20;; en ligkeit und meines Glaubens kann keinen schnellen Eingang solgenden in diefe n Seelen e i 6 folge g in diesen Seelen finden, und darum laßt euch nicht durch 3 Wesen, 8 buht) O. i. der vergangenen, gegenwärtigen und künftigen. A. d. V. „ euern Eifer hinreißen, sie zu bekehren; denn wir müssen erst eine geistliche Fasten vollbringen.“ Dann begab er sich wieder in die Wüste, und brachte dort neun und vier— zig Tage zu in ununterbrochener Erforschung des Glaubens und Andacht. Als die Zeit der Buße vorüber war, besuchte ihn in der Wüste der mächtige Eßruwa Tengeri und über— reichte ihm ein aus Gold verfertigtes Betrad(Kurd é“) von tausend Speichen, und suchte durch folgende Rede Schigemuni zu bewegen, die allgemeine Volksbelehrung zu beginnen:„Du hast gewiß, sprach er, nicht um deinet— willen nur den Beruf eines Büßenden übernommen, und das große Werk der Heiligkeit vollbracht. Ohne Zweifel warst Du dazu zum Heil aller Menschen ausersehen; laß Dir jetzt es gefallen das Beyspiel deiner Rettung unter al— len Völkern zu verbreiten.“ Ungeachtet solches dringenden Zuredens konnte sich Schigemuni nicht dazu entschließen, und Esruwa Tengeri war genöthigt, unverrichteter Sache wieder zurückzukehren. Ein andermahl erhielt Schigemuni einen feyerlichen Besuch von einem großen Beherrscher aus dem Geschlecht Macharansa. Dieser überreichte ihm acht Kleinode und sprach dabey folgendes:„Besitzer der zehnfachen Macht, großer Held, der alle Prüfungen besiegt hat! Wir bitten Dich durch deine seelenheilsamen Lehren zum Heil der Menschheit mitzuwirken.“ Aber auch diese Bitte ward nicht erhört, bis zu ihm zur Anbetung Churmußta Tengeri kam, von drey und dreyßig gebietenden Geistern begleitet. Bey dieser Gelegenheit überreichte er dem Schi— *) S. ir Th. S. 241. A. d. U. r müssn gemuni einen Dun*) und sagte:„Erfinder der kräftigen gab e Arzney und des geheiligten Wassers! Erlöse alle Geschöpfe, und vier die zum Leiden verurtheilt sind, von ihrem Elend, und Galbens erlaube der Menschheit, die in den tiefsten Schlaf versun— ken ist, deine göttliche Lehre zu hören.“ Diese Worte te ihn in setzten seine fünf Schüler, Dshanschi Goding, Dea— nd über⸗ tol, Lanba, Minsan und Ssandan, in großes rde Erstaunen.„Wenn die Heiligkeit unsers Lehrers, sprachen de Rede sie, wahrhaft ist, so laßt uns vor ihm unsre Anbetung achtung verrichten.“ Das war der Augenblick ihrer Prüfung; sie 1 0 wendeten unverrückt ihre Blicke auf sein Angesicht, um sich 1 0 von der Wahrheit zu überzeugen. Dshanschi Goding vel besiegte rst, durch n 8 05 A den; laß genden Seil; fiel zur Erde 5 5 ihm göttliche ut al Ehre ö 7 er 5 1 sein e Jurte) 9 e um ging. 5 840 e 905 1 vier 5 15 ler, und 1 dem 3 ihre N„Wenn 15 Du der gerechteste der Menschen bist, so laß Dir es ge— N fallen, Dich auf dem Throne aller vorherigen Gerechten in Barnaschi niederzulassen, und beginne die Belehrung alles sherligen Volkes.“ Sein Gesicht erglänzte von göttlicher Größe, sclcht und er beschloß, ihren Wunsch zu erfüllen; daher begab er de und sich auch unverzüglich nach Barnaschi. Dreymahl ging er n Macht, rings um die Stadt, und dann ließ er sich auf dem Throne gie liter nieder als Ortschilun-ebektschi Burchan, Altan o— Hul di tschidektschi und Gerili-ßakiktschi, als Stifter itte wad und Gebieter der drey ältesten Epochen des Glaubens. Bey rnußta dieser Gelegenheit ward errichtet der heilige Ort des n Geistern 8 den Sh) Dun ist eine kostbare indische Seemuschel, die zu den mu— sikalischen Instrumenten und Geräthen gehört, die man in 5 6 den Tempeln gebraucht. A. d. V. m———ů—ů—ů—ů————— 3— 5———— 3 S altesten Throns aller Gerechten(d. i. der von den Mongolen geglaubten). Im Anfange blieb er unbekannt, und beschäftigte sich mit den Vorbereitungen zur Ausbreitung der neuen Lehre. Hierauf begab er sich mit seinen Schülern an das Ufer des allgemeinen Weltmeers, ging durch mehrere Wüsten, und vollbrachte dort, in der Stille, die gehörigen Beschwörungen. Zu dieser Zeit kamen zu ihm einige der vornehmsten Großen des Reichs, um ihm feyerliche Besuche abzustatten, besonders aber, als er sich mit seinen Schülern in ihrer Nachbarschaft befand. Einst gingen bey seinem Aufenthalts— orte zwey Kaufleute mit einer Karawane vorbey, die aus fünfhundert beladenen Elephanten bestand, und als sie Schigemuni erblickten, suchten sie aus ihrer Habe gol— dene und silberne Gefäße aus, füllten sie mit den schönsten Steinen, überreichten sie ihm mit Ehrerbietung, und riefen aus: unsere Karawane besteht aus fünfhundert Mann; sey so gnädig und verrichte ein Gebet für das Glück und den guten Erfolg unserer Unternehmung. Er erfüllte ihre Bitte, schrieb ihnen einige Gebete, wünschte ihnen Glück und theilte ihnen seine erste Handschrift mit Fragen und Ant— worten über die Sternkunde und die acht und zwanzig Zei— chen des Thierkreises mit. Dann ging er nach Barnaschi, wo er seinen Unterricht in Gegenwart seiner Zuhörer, vor— nehmen sowohl als niedern Standes, begann. Im ersten Jahre des Lehrens, am vierten Tage des mittlern Sommermonats, trug Schigemuni seinen ersten fünf Schülern die Lehre von dem Quell und der Nothwen— digkeit des Glaubens vor:„der allgemeine elende Zustand (d. i. des Menschengeschlechts) ist die erste Wahrheit. Der Weg zur Errettung ist die zweyte Wahrheit. Die Untersuchung und Prüfung auf diesem Wege ist die —— ⁴— ͤũ . der bon igte ssch en Lahre. Ufer des ten, und örungen. nehmsten ustatten, in ihrer fenthalts⸗ die aus als sie Hobe gol⸗ n schonssen und riefen Mann; seh k und den ihre Bitte, Gläck und ind Ml⸗ lig Zei datdaschi, drer, vor⸗ Tage des einen ern r Nothwen— „ dritte, und der Widerstand und das Mittel zum Siegen ist die vierte Wahrheit.“ Hierüber gab er ihnen eine umständliche Erklärung, und endlich sagte er: „In dem gegenwärtigen Leben in der Welt darf man nicht Einen Augenblick des Vergnügens der Wahrheit gleich stellen; darum verkünde ich auch, die Menschenwelt in dem jetzigen Zustande des Elends, und die Erfüllung der Lehre des Glaubens als die größte Seligkeit. Blickt ferner auf den vierfachen Zustand des Menschen, auf die Qual bey der Geburt, auf den Lauf seines Lebens bis zu dem beschwerlichsten Alter, auf das Elend, das aus den unvermeidlichen Krankheiten entsteht, und auf sein betrübtes Ende.— Die Qual des Menschen bey der Geburt ist groß: er wird herausgepreßt, als wie aus einem glühen— den Thore, und in diesem Augenblicke unbeschreiblicher Qual liegt er ausgestreckt, zu Boden geschlagen von der Berau— bung seiner Gefühle und von unsäglichem Schmerz.— Sehet ferner auf ihn in dem unglücklichen Laufe seines Le— bens bis zum Alter: die Haut trocknet aus und bedeckt sich mit Runzeln, gleich einem verdorbenen Pergament; sein Körper erschöpft sich und vertrocknet; selbst das Blut, das durch seine Adern rinnt, vermindert sich, und sein Umlauf wird langsamer. Der gerade Körper des Menschen verliert sein Ansehen durch die unvermeidliche Hinneigung zum Ver— derben; es beginnt Schwäche der Augen, und bald erkennt er nicht mehr sogar die vor ihm sich erhebenden Rücken der Berge. Das Gehör stumpft sich so sehr ab, daß er nicht einmahl mehr den Schall der Trompete hört; die Zähne fallen aus, und der Sinn des Geruchs wird unempfindlich. Die Abnahme der Kräfte des Körpers macht den Stab nö— thig zur Stütze; und die Abnahme der Kräfte des Verstan— des äußert sich durch Vergeßlichkeit, und endlich durch völ— III. Band. 26 5 lige Unfähigkeit, gerade so, wie der Sinn des Geschmacks sich verliert.— Wendet ferner eure Aufmerksamkeit auf alle Krankheiten, die im Leben vorkommen: zu welcher Menge von Bemerkungen geben sie Anlaß! Der Mensch ist vier— hundert und zwanzig verschiedenen Arten von Krantheiten unterworfen. Welche Demüthigung, seine Kräfte besiegt zu sehen! Der Kranke, außer Stand nach seinem Wun— sche aufzustehen, ist gezwungen zi liegen, und selbst in dieser Lage hat er keine Ruhe; oft wähnt er, das Herz sey in seine Kehle versetzt, und das Innere seines Körpers sey sichtbar mit Luft angefüllt. Die Nacht dünkt ihm län— ger als der Tag, und der Tag hat für ihn die Länge eines Monats. Die vortrefflichste Speise scheint ihm geschmack— loses Holz, und die weichen Kissen wie Dornen; das Weiße seines Auges wird gelb, und die Schönheit der 55 und des Blutes nimmt eine bläuliche Farbe an. Seine Gemüthsart wird sein eigener Feind, und das Ge— fühl des Elends vergrößert sich noch durch seine Niederge— schlagenheit und seine Klagen, wenn er ausruft:— Ach! wenn werde ich aus diesem Elende erlöst werden?— Dann liegt der Mensch da, ausgestreckt gleich einem Fische, der des Wassers beraubt und auf heißen Sand dahin geworfen ist, und wehklagt vor unsäglichem Schmerze. Bey seinem Ende nimmt das Elend noch zu. Ihr seyd dann umringt von schluchzenden und jammernden Verwandten und euren Freunden, die ihren Kummer nicht zurückhalten können. Euer Körper liegt gleich einem zerstörten Berge; die Phan— tasie fliegt umher gleich der vom Winde wogenden Flamme, HRren Blicke 8: und euren Blicken stellen sich furchtbare Erscheinungen dar. 1 ohr oich Die immer mehr und mehr abnehmende Lebenskraft gleicht 0 einem festen Lande, das endl 5 e vom e ver⸗ schlungen wird. Das inne — 403 5 N chmacks. 1 985 imac ein Rauch, und das Feuer, das den Körper rwärmte, vergeht; denn die ganze äußere Wärme concentrirt sich ii 1 1 l Einer Stelle. Die bis dahin so 1 75 Natur wird dem Hut kalten e eines leuchtenden Würmchens gleich. Die heilte.. ihrn ganze Bewegung der Seele verliert 15 nach und nach in besiegt der irdischen. Die äußern Zeichen des Lebens verkündeten, — Wun⸗ so schien es, eine lange Dauer. Die Seele, die vorher elbst in — alle Theile des Körpers belebte, vereinigt sich in der be— b Hach stimmten Zeit in Einem Punkte. Was, wie es schien, Hörzerd eine völlige endliche Vereinigung bewirken mußte, wird oft hm lör⸗ eine harte Vorbereitung, welche das Licht des Lebens einer ge einc Flamme gleich macht, die der 1 Luft beraubt ist. Die schmack⸗ endliche Umwandlung der Lebenskraft hat verschiedene u; das Stufen. Anfangs ist die Veranderung derselben gleich dem sheit der Mondschatten, bey ganz heiterm gestirnten Himmel. Aus arbe ag. dieser augenblicklichen Empfind 1 geht sie in den das Gl⸗ Empfindungspunkt der wahren Leere über. Dann tritt Niederge⸗ sie in den Empfindungspunkt des augenblicklie chen Son— — Ac! nenscheins als das N der Farben. Aus — Dann dieser Empfindungsfähigkeit geht sie wieder in das dunkle e, der wolkige Licht zurück, welches schon der letzte Punkt aller worfen Empfindungsfähigkeit ist. Durch diese dreymahlige Verei— einem nigung der h werden in dem Herzen alle wesent— umringt liche Lebenskräfte zusammen gedrängt, und dort in Einem d euren Punkte aufgelöst.“ können. Dieses war der Hauptinhalt der ersten vorbereitenden e Phan⸗. in dem we 1 igen Systeme des Glaubens, welches Flamme, Schigemuni seinen fünf Schülern vortrug. Dieses System en dat. ist indessen vollständig in dem Buche Ganshur Hanshur) gleicht ee dessen Benennung in tibetischer Sprache bedeutet: ase vi 1 e e e den Anhängern 5 lamai— u, wi schen oder schigemunischen Glaubensbekenntnisses die Stütze 555 des Glaubens genannt wird. Man verstchert, es sey von seinen Schülern nach dem mündlichen Vortrage ihres Lehrers geschrieben, und es besteht aus hundert und acht sehr großen Bänden, wozu man noch zwölf Bände meta— physischer Jahrbücher setzen muß, Jum genannt, und für die Einwohner der Inseln des indischen Meeres geschrieben. Bey jedem Bande des Ganshur befindet sich ein Band Auslegungen, so daß das Ganze zweyhundert und acht und dreyßig B Bände ausmacht, und daher Danshur genannt wird. Dieses ungeheure Werk, zu dessen Fort— schaffung eine große Zahl Kameele erfordert wird, ist auf Befehl des chinesischen Kaisers Zänglung in die mongo— lische Sprache übersetzt, und in zwey verschiedenen Forma— ten gedruckt worden. Ohne besondere Erlaubniß wird es nicht verkauft, und ein Exemplar kostet 1000 Lana 0 oder Unzen Silber. Als Schigemuni in Barnaschi lehrte, hatte er häufige Streitigkeiten mit den aus Persien herstammenden Anbetern des Feuers, welche in mongolischer Sprache Terß genannt werden. Sie versichern, daß diese Terßen seit den älte— sten Zeiten Feinde des indischen Glaubens waren. Als Schigemuni die Umgestaltung begann, und die Anhänger des Schiwa nicht mehr mächtig genug waren, um sich diesen neuen Lehrern zu widersetzen; so erkühnte sich sogar sein eigener Oheim, der oben gedachte Dewadatt, das Oberhaupt der Gegner 1 uni's zu werden, und nahm nicht nur den Glauben der Terßen an, sondern be⸗ mühte sich sogar, diesen Glauben an den Höfen der kleinen indischen Fürsten einzuführen. Er berief sechs Oberhäupter der Terßen nach Indien, um sie gegen Schigem uni an 9 Nach den cühern Vemerkungen N 115 eine Unze und un— gefal yr am Werthe 2 Rthlr. Conv. G., die ganze Summe 2000 Nthlr.. A. d. U —— 1 200— einem großen Festtage sprechen zu lassen, wo sich alle Für— t, c 10 15 sten Indiens befanden, in der Hoffnung, auf solche Weise d acht über ihren Neffen zu siegen und seine neue Lehre zu ver— 9 9998 werfen. Aber dieses Unternehmen ward durch die unbesieg— ind fit bare Weisheit Schigemuni's vereitelt. Vom ersten 5 11 zum funfzehnten 8 ersteg Monats versammelten sich täglich sch en alle eee ee Herrscher, bis funfzehn an der u Sahl, und in diesen ee suchten sechs 1 ee häupter der Terßen durch ihre Zaubereyhen Schigemuni anzugreifen und zu stärzen. Dieser, ohne etwas zu fürchten, sen Fort⸗ N 495 besiegte durch seine Gelehrsamkeit und Kraft seine heftigen 0 1 Gegner, und brachte es durch seine Reden und seine Hand— e lungen dahin, daß am funfzehnten Tage ihr Oberhaupt, e und nach seinem Beyspiele, alle Anwesende aufstanden, vor e Schigemuni sich zur Erde warfen, und feyerlich ihm 0 Lana 5 8 8 1 70 5— 8 ge ihren Beyfall erklärten. Dies war der letzte Sieg dieses Lehrers, mit welchem sein Ruhm und seine Lehre sich durch er gü. ganz Indien ausbreiteten. Zum Andenken dieser Begebenheit n Mbeki ward festgesetzt, jährlich die Tage des neuen Jahres bis zum 0 e funfzehnten des ersten Monats zu feyern. Dieser Gebrauch wird dun ale auch noch bis jetzt unter den. des Budda beobachtet. un, N Die erste Lehre Schigemuni's enthielt das System lahänget des Menschen, dann die Sittenlehre, als Grund jedes Glau— um sech bens, die zu allen Zeiten lehrt, nach den göttlichen Gesetzen sich soßar zu leben in glücklicher Verbindung mit der Natur und der itt, das menschlichen Gesellschaft. Er lehrte, auf welche Weise selbst en, und schon beym Anfange der drey verflossenen Epochen des Glau— andern be⸗ bens, sein Geist, nach tiefem Nachdenken, die zehn ersten der kleinen menschlichen Gesetze umfaßt habe. Er nannte sich, in sethäupter seinen zahlreichen frühern Seelenwanderungen, den ersten muni ah fürstlichen Braminen und Weisen, der durch die eigne ne und nl Kraft seines Geistes den Weg des wahren Glaubens gefun— lie 6 Sul 40 —ͤ—ñ—ñq—ͤ— s* den habe. Sein tiefsinniges System, das, nach der Meinun der Indier und seiner übrigen Nachfolger, zahlreiche Ver— vandlungen von Welten und Planeten überlebt hat, ist ge— gründet auf die endliche Zerstörung der ganzen Schöpfung und aller Erfindungen des Menschen, und auf die Umwand— lung derselben in die Oede des Nichts. Dieß wird durch die eigenen Worte Schigemuni's, die sich in dem Buche Ulli— geriun Dalai befinden, 1 Ebendaselbst vergleicht er sein in Sünden verstorbenes Fleisch der Größe ganzer Planeten, und die Menge des e Blutes, in dem Falle, wenn man ihm den Kopf abhauen würde, den Was— sern der Erdkugel. Er sagt, durch die Erkenntniß seiner ge— setzwidrigen. sey er sich selbst verhaßt geworden, und dann sey er durch einen gewissen Geist, den er seinen Lehrer nennt, 9 198 worden; dieser habe khn, auf eine wundervolle Weise und mit unglaublicher Mühe, in den er— sten Anfangsgründen der folgte den Fußtapfen seines Lehrers und um seines Unterrichts zu genießen, entsagte er dem Reiche und dem Throne. Darauf sagte zu ihm sein Lehrer: ein Schüler muß so viel Stand— haftigkeit besitzen, daß er sich selbst aufopfern kann; ohne körperliche Pein kann keine Lehre Wurzel schlagen. Diese Pein besteht darin, daß man an seinen Körper tausend bren— nende Kerzen ansetzt. Schigemuni bat seinen Lehrer, ihn dieser Prüfung zu unterwerfen; und, um die Folgen seiner frühern Sündhaftigkeit zu vertilgen, legte er sich nieder und 0 95 0 0 ——* befahl seinen Leib mit einer Menge brennender Kerzen zu zu belegen. Dabey bat er inständigst, vorher— ihn zu unter— richten; denn er könne 0 der Marter sterben. Dann sprach der Lehrer folgende vier Regeln der Lehre aus: Alle Schätze sind N dem Erschöpfen; Alles Hohe— dem Falle; 407 e tuch Alles Gesammelte— der Zerstreuung; lache Per Alles Lebende— dem Tode. 0 st ge⸗ In demselben Augenblicke heilten die Wunden des Budda, Shopung und seine gränzenlose Wißbegierde ward durch unzählige see— Undand⸗ lenheilsame Lehren befriedigt, so daß er weder Tag noch Nacht durch di ruhen konnte, bis er nicht die neue Buße, indem er seinen iche Ulli— Leib mit tausend Nägeln zerfleischte, vollendet hatte. Hier— bergleicht auf empfing er folgenden Unterricht: je ganzer Alles Sichtbare vergehet; in dem Alles was geboren ist, hat ein klägliches Ende; den Was⸗ Jeder Glaube gleicht dem Reiche des Nichts“); seiner ge⸗ Alles besteht nur in der Einbildung.) geworden, Aber Budda's Wißbegierde strebte noch weiter, und er un— er seinen terwarf sich der dritten Peinigung, indem er sich in einem „auf eine glühenden Ofen setzte, wie es ihm von seinem Lehrer vor— in den e geschrieben war. Die Mongolen erzählen, es hätten zwey Er folhle der größten Engel ihn unter den Armen bis zu der Oeffnung tarts zu desselben geführt, und eine Schaar von tausend andern Engeln e. Darauf hätte sogleich, durch einen starken Blumenregen, die Flamme, el Stand⸗ die bis neun Klaftern hoch emporloderte, gelöscht. Hierauf n; ohne empfing Schigemuni, mit der schuldigen Ehrerbietung „ Ole und Demuth, die dritte Lehre, welche in Folgendem bestand: end bren⸗ Standhaftes Mitleiden auf festem Grunde; Entfernung von Grausamkeit; Unbegränztes Erbarmen gegen jedes Geschöpf; Unerschütterliche Festigkeit im Glauben:— das sind die Regeln, die zu dem heiligen Wege führen. Der Schüler vollbrachte auch die vierte Prüfung seiner Standhaftigkeit, indem er sich erbot, seinen Leib aufzuopfern. rer, ihn gen seiner lieder und Kerzen zu zu unter⸗ n. Dang zus:*) Ein seltsamer und dunkler Gedanke, den man nicht nur schwer annehmen, sondern auch schwer verstehen kann. N53**) Die Wahrheit besteht doch nicht auch etwa nur in der Ein bildung?— A. d. V. 5 —..———— 5—————— 22 e ß— 408 Der Lehrer sprach: meine Lehre muß im ewigen Andenken bleiben; und daher mußt du sie aufschreiben auf deine eigene Haut mit einem Griffel aus deinen Gebeinen und mit Tinte aus deinem eigenen Blute. Er ertrug die Prüfung, indem er Gebete sprach; dafür empfing er geschrieben folgende Hauptregeln der Sit— tenlehre. Die Regeln, welche zeigen, wie man in der feste— sten Selbsterkenntniß leben soll, schreiben vor: 1) nicht zu tödten; 2) nicht zu stehlen; 3) keusch und züchtig zu leben; 4) falsche Weisungen zu vermeiden; 5) nicht zu lügen; 6) nicht zu schwören und zu fluchen; 7) schändliche Worte zu vermeiden; S) uneigennützig zu seyn; 9) sich nicht zu rä— chen; 10) nicht abergläubig zu seyn. Diese zehn Regeln wurden die letzte Grundlage seines Glaubens. Als Budda seine Lehre in ganz Indien ausgebreitet hatte, und nicht lange vor seinem Tode, der im siebzigsten Jahre sei— nes Lebens erfolgte, sagte er vorher, dieser Glaube werde fünf tausend Jahre hindurch bestehen, und nach diesem werde in Indien als Religionslehrer ein neuer Gott, in Men— schengestalt, mit Nahmen Maida ri erscheinen; in dem Laufe dieser Zeit werde seine Lehre bedeutende Verfolgungen erleiden, so daß seine Anhänger würden gezwungen seyn, sich aus Indo— stan zu entfernen und sich in den höchsten Gebirgen Tibets ver— bergen würden; diese Gegend werde der Mittelpunkt des Glau— bens werden, der sich bis zu den entferntesten Völkern ausbrei— ten werde. Diese von ihm vorhergesagte Verfolgung erfolgte, nach der Versicherung der Indier und Mongolen, wirklich in— Indien einige Jahrhunderte nach Christi Geburt(es versteht sich aber, nicht genau nach 5000 Jahren; die Zeitrechnung würde der wahren widersprechen). Die Anhänger des schige— munischen Glaubens waren gezwungen, sich in die nördlichen Gebirge zu entfernen. Ende des dritten und letzten Theils. U be werde ich diesem in Men⸗ em aufe erleiden, nob⸗ ts ver⸗ Glau⸗ zwöbrei⸗ ufolgte, schiges oidlichen OM. MAHII-ILIXX XE. XN. BESOHPECTAHH NH MOAIHITBA AAMAHT OB HUB GC EAM A. O. KP E. G. TILMK O CRO MN. * Y De e e eee 1824 A eee, e, . N— 8 — 2— 8 ——— — D 1 7 f 1 1 5 7 53 1 1 1 Abhandlung über d as W ‚ ‚ D F ngen om mani padme aum von A. NS. Geheimen Rathe und Präsidenten der kaiserlichen Akademie der Künste. — 2— (Der beystehende in Kupfer gestochene Titel ist die genaue Kachbildung des Titels der russischen Urschrift. Die darauf befindlichen russischen Worte lauten: Om mani padme aum. Unaufhörliches Gebet der Lamaiten— Brief über diesen Gegenstand von A. O. an G. F. Timkowski. In St. Petersburg. 1824.) — 11 — Sr „„ 8 5 7—— — 5 8— 1 fr, ee, un hab m0 lern bon och wee S Herr Georg Fedorowitsch! 5 b haben gegen mich den Wunsch geäußert, die treueste Darstellung des in Asien berühmtesten Götzen, bekannnt unter dem Nahmen Budha oder Schaka-Muni, zu haben. Mit großem Vergnügen erfülle ich ihren Wunsch; denn dieses kann zur Erläuterung des Glaubens, oder ge— nauer zu sagen, des Irrglaubens dienen, der in den mitt— lern und östlichen Ländern Asiens herrscht. Da ich wünschte, von meiner Seite nach Möglichkeit, bey dieser interessanten Untersuchung mitzuwirken, habe ich mit der strengsten Ge— nauigkeit, 11 den, in der hiesigen kaiserlichen öffentlich Bibliothek aufbewahrten Original-Abbildungen, den Haupt— gegenstand der 095 des größten Theils der jetzigen morgenländischen Völker abzeichnen und stechen lassen. Die— ser Irrglaube ist jetzt, nach den genauesten Untersuchungen, für eine Secte des indischen alten Glaubens) erkannt, *) Es ist bekanntlich Sitte der Höflickkeit in Rußland, gegen Personen, denen man Achtung beweist, nicht 1 Familien nahmen, sondern die Vornahmen(wie hier Georg Fedorowitsch) zu gebrauchen. Diese Vornahmen sind jederzeit zwey. Der erste der Taufnahme, der zweyte des Vaters Taufnahme, mit Beyfügung der Sylbe witsch. Daher Fedorowitsch(so— viel als Fedor's d. i. Theodors, Sohn). A. d. U. ) Der Jrrglaube der Indier theilt sich in mehrere Partheyen oder Secten; darunter sind die vorzüglichsten: die Secte der Saiwen(Sairas), oder der Verehrer des Ssiwa oder 8 schließt in sich die Verehrer des neunten Awatar, oder der neunten vermeinten Herabkunft des Wischnu auf die Erde. In diesem neunten Awatar wird Wischnu genannt Budha oder Ssakia-muni.) Obgleich verschiedene Völker in Asien auch diesen Haupt— gegenstand ihrer Verehrung mit verschiedenen 00 men nen— nen, als: Dherma Radsha, Mahamuni, Dshak— dsha-muni, Schige-muni, Ssuhata, Budha— but, Godama, Godma(Hodama, Hodma), Sso— mona⸗kodom, Put, Foe, Ksaka, Amida-but, Schiwa; der Waischnawen(Vaisbnawas), Verehrer des Wischnu, und die Seete der Budhaer(budhas) oder Budhisten, Anbeter des Budha. Diese drey Haupt— secten theilen sich in viele Zweige, die in unversöhnlicher Feindschaft gegen einander leben, als; B. die Dshainen und Mahamanen gegen die B udhi sten, von denen sie herstammen.— Moor's Hindu pantheon. London, 1810. in 4. S. 15. 16. 121. ꝛc.— Hayman Wilson's Dictionary Sanscrit and English. Calcutta 1819. in 4. preface. S. XXXXIII. *) Wischnu ist der Nahme der zweyten Person in der indi— schen Dreyheit, welche, nach der Meinung der Braminen, aus drey göttlichen Eigenschaften besteht, und zwar: aus Brama, oder der erschaffenden Kraft, aus Wischnu, oder der erhaltenden, und aus Schiwa, der umwandelnden oder zerstörenden Kraft. Die Gottheit, aus welcher sie diese drey Eigenschaften herleiten, wird von den Indiern Brahm ge— nannt.— Moor's Hindu pantheon etc.- S n. ) Diesem nach vermengen die Indier in ihrer Gottheit die Personen mit den Eigenschaften und Kräften der Gottheit, oder, welches widersinniger als alles ist, sie schließen in Einer Gottheit einander entgegen wirkende Kräfte ein; die erschaffende, erhaltende, die umwandelnde oder zerstörende. Wenn aber die wahre Eigenschaft, oder das wahre. der Dinge in allen Zeiten ein und dasselbe für den Begriff aller Völker seyn muß; so verwirft schon der gemeine gesunde Ver— stand entschieden die widersprechenden Erklärungen vom göttlichen Wesen. Richtiger zu sagen, jede Lehre, die nicht mit der Einheit und Untheilbarkeit des gottlichen — doe 170 und mit noch vielen andern; so gehören sie doch einem und hann demselben Götzen an.“) Da ich hierbey zwey treue Abbildungen des Budha pt oder Ssaka-muni beyschließe, muß ich Ihnen noch da— 0 bey berichten, daß das eine davon von den original ku— 0 pfernen und vergoldeten Producten der Bildhauerkunst ge— 178 nommen ist, die in Tibet oder in China gemacht sind, und 9 der kaiserlichen öffentlichen Bibliothek von ihrem achtungs— 0 werthen Bibliothekar, jetzigen Hrn. Gouverneur von Tomsk 1 P. K. Frolow, überlassen sind. Dieser eifrige Liebhaber eehte von Allem, was zu nützlichen und interessanten Kenntnissen nudhas) von Rußland dienen kann, hat diese kostbaren Dinge, . während seines vieljährigen Aufenthalts in Sibirien, unter 10150 einigen mongolischen Stämmen, die dem schakamunischen auen sie oder lamaischen Glauben anhängen, gesammelt. 5 Die zweyte Abbildung dieses Götzen ist von der mit l. Farben gemahlten Original-Zeichnung genommen, mir zu— er ildi⸗— amel Wesens, so wie auch mit allen andern Eigenschaften e desselben übereinstimmt, die uns in dem Worte der 1% deen Wahrheit enthüllt werden, ist eine augenscheinlich ber falsche Lehre. 5 bleh 7 5) P. S. Pallas über die mongolischen Völkerschaften ꝛc. in 4. 5 i ge. St. Petersburg, 1801. zr Theil, S. 78.— Sam. Turner etes 556 Ambassade au Thibet et au Boutan, trad. par Castéra, in 8. ottheit Paris, 1800. ar. Theil. S. 8.— Ed. Moor, The Hindu en der pantheon, in 4. London, 1810.— Avantaras, S. 180. st, sie 189. Buddha, S. 220— 58.— Mich. Symes Relation de irkende PAmbassade Angloise et. dans le royaume d' Ava ou l'em— e, die f pire des Birmans etc. trad. par Castéra, in 8. Paris, 1800. e wahte ir Th. S. 205. 5r Th. S. 257— 64.— Jo. Barrow. etc. I fle! Voyage en Chine etc. trad. par Castéra, in 8. Paris, 1805. Volket 2x1 Th. S. 250 ff.— C. P. Thunberg, Voyages au Japon e Pek⸗ etc. trad. par Langlès et la Marck. in 8. Paris, ie e en vom S. 257— 64.— Langleès Alphabet Mantchou, Paris. in 8. le, die 180). S. 7.— J. Klaproth, Asia polyglotta. Paris, 1825. in gottliche! 4. Leben des Budd'a. —*——— — 2 S 5——— 2—— ——ů—— ä——k ä————— ͤ— ——————— ̃ͤ—————— „ gesandt von dem kalmükischen Fürsten Ssandshi Üba— schi, einem von den eifrigen Verehrern des Dalai-Lama, welchen der größte Theil der Chineser, alle Bewohner von Tibet und Butan, eben so wie alle mongolische Stämme, worunter auch die Kalmüken gehören, für den Stelloer— treter des Schakamuni selbst, oder auch Gottes selbst, halten.) Diese zwey Abbildungen werden sehr nützlich für die Leser ihrer Reise nach China seyn. Sie werden sie nicht nur mit der eigentlichen Gestalt, die man dem Götzen Bu— dha oder Schakamuni beylegt, sondern gewissermaaßen auch mit dem Grade der Geschicklichkeit in den Künsten der Tibeter, Chineser und Mongolen, bekannt machen. Ich habe dafür gesorgt, daß in diesen Zeichnungen der ganze Character des Originals streng beybehalten wurde, ohne irgend eine Verschönerung, wie auch dieses überhaupt in denen ihrer Reise beygefügten Kupfern beobachtet ist. Die Beobachtung dieser Regel wird jetzt streng von den Reisenden, im Wee aufgeklärten Europa gefordert. Vorüber ist schon jene Zeit(zum wahren Vortheil der Wis— senschaften und Künste), da, wie es sonst geschah, der Reisende, nach seiner Rückkehr nach Europa, einen bis— weilen sehr geschickten Künstler, aus dem Gedächtniß nach seinen Erzählungen, das zeichnen ließ, was er in entfern— ten Gegenden der Welt Interessantes gesehen hatte. Der Künstler entwarf, nach diesen mändlichen oder 197 iftlicher Berichten, seine Zeichnungen— und auf sole man fast alle Reisebeschreibungen bis zur e des flossenen Jahrhunderts heraus! Jetzt verlangt man durch— aus, daß der Reisende selbst, oder ein mit ihm reisender *) S. Turner, Ambass. au Thibet, et au Boutan. 27. Th. S. 5 1———— ů—. Künstler, mit höchster Treue die Gegenstände auf der Stelle N nach der Natur selbst zeichne; oder daß er Originale mit— bringe, und nach diesen richtige Zeichnungen oder Kupfer herausgebe. Das letztere ist genau erfüllt, was den Gö— tzen Schaka-mu ni betrifft. d selh, Nach der Ueberlieferung dieser Zeichnungen würde mir weiter nichts übrig geblieben seyn, als meinen Brief mit für die der gewöhnlichen Hochachtungsbezeigung zu schließen; aber e nicht ein gewisser, noch wenig untersuchter Umstand, das Ihnen en Bu⸗ bewußte Gebet betoeffend, das einige Hundert oder Tausend maaßer Mahl täglich von den eifrigen Anbetern des Bud ha oder sten der Schaka-muni verrichtet wird, veranlaßt mich, mein Schreiben an Sie, um viele Seiten vielleicht, zu ver— agen dir längern. wurde, Dieses Gebet, auf welches ich unverhofft genöthigt berhaupt war meine Aufmerksamkeit mit Fleiß zu wenden, bewegt chtet it. mich, umständlich mich darüber zu verbreiten, einzig in der von den Absicht, um gelehrte Männer zu ferneren und entscheiden— dert.— den Untersuchungen über diesen die Wißbegierde weckenden der Wis⸗ Gebrauch des Budismus oder Lamaismus. , dir Alle Reisende überhaupt, außer Pallas, haben entwe— in bis⸗ weder oberflächlich, oder sehr verworren dieses Gebetrs ge— 0 dach dacht; die europäischen Philologen der Samskrit-Sprache entfern⸗ schweigen davon gänzlich, außer dem einzigen Pater Pao— 5 900 lino di Santo Bartolomeo. Aber zum Unglück sind seine istlchen Kenntnisse in der Samskritsprache sehr zweifelhaft, nach gt geb den von einigen englischen Philologen geführten Beweisen.“) deb gek—*) Man sehe was 195 Hayman Wilson von dem Pater Paolino n durch⸗ und von 2 Anquetil du Verron in der Votide zu seinent b Wörterbuche der Samskritsprache sagt.— Hayman Wilson's reisende Dietiona J Sanserit and English. Calcutta, 1819. in 4. pre- tace, p. XXI. and XXII.— Mich dür 1 75 daß in den 5 gsigtischen Unter suchungen(As k research Dh. E. — 416— Da ich dieses Gebet der Budhisten berühre, muß ich Ihnen sagen, was fär ein Vorfall nahmentlich mich veran— laßt hat, mich damit zu beschäftigen. Als ich hier, einem besondern Auftrage zufolge, ver— schiedene aus Moskwa hierher gebrachte alte Waffen durch— suchte, fand ich unter andern einen sehr reichen und unge— wöhnlich gestalteten eisernen oder stählernen, mit Gold da— mascirten Helm.*) Die Form desselben, und zweyer, zu dem chinesischen Reichswappen, das auch von den der Herrschaft des Bogdo-Chan unterworfenen mongolischen Stämmen angenommen ist, gehörigen Drachen, die auf dem Vordertheile oder dem Stirntheile dieses Helms mit goldner Damascirung vorgestellt sind, entdeckte mir, daß dieses Waffenstück irgend einem chinesischen, oder mehr noch mongolischen ausgezeichneten Krieger, einem eifrigen Verehrer des Budha oder Schakamuni gehört hatte, welches die mir bis zu jener Zeit unbekannten Buchstaben, womit dieser Helm in drey Reihen verziert war, bewiesen. Das interessante und ausführliche Werk des berühm— ten Pallas) über die mongolischen Völkerschaften, ent— hüllte mir mit Hülfe des Hrn. Frolow, die Bedeutung dieser Buchstaben. Die von Pallas angeführten Beyspiele des Gebets, das aus ähnlichen Buchstaben zusammengesetzt, d. i. mit indischen, oder enetkek' schen Schriften, wie die Mongolen sie nennen, die sie noch jetzt gebrauchen, geschrie— ben ist, überzeugten mich von der Einerleyheit der Buch— starke Ausfälle gegen den Pater Paolino di Santo Bartolo— meo stehen, aber ich kann sie in der Geschwindigkeit nicht finden. *) Dieser Helm ist auf dem Titelkupfer dieses Briefes ab— gebildet. **) P. S. Pallas ꝛc. über die mongolischen Völkerschaften ꝛc. St. Petersburg, 1801. ar Th. S. 189. — 417—ͤ— 12 0 staben meines Helms mit jenen, welche von den Tanguten, nich veran⸗ Mongolen und Kalmüken, auf ihre, nach ihrer Meinung, heiligen Fahnen, mit hölzernen ausgeschnittenen Bretchen gedruckt werden. Ein solches Bretchen im Original wird hier in der Kunstkammer oder in dem Museum der kaiser⸗ lichen Akademie der Wissenschaften aufbewahrt.) Nachdem es erforscht war, zu welcher Sprache und zu welchem Gegenstande die Schrift dieses mongolischen Helms gehörte, beschloß ich auch ihre genaue Bedeutung fle, get ffn dutch und unge Gold da⸗ id zweher, n den der diglich aufzusuchen; aber in dieser Unternehmung war ich bis jetzt „die auf noch nicht so glücklich als in der ersten. Zu meinem äu— ses Hel ßersten Erstaunen sind die Reisenden, außer unserm vereh— akte mit, rungswürdigen Pallas, sehr gleichgültig gewesen gegen die der wehr Erkenntniß des eigentlichen Sinnes dieses Gebetes, welches em eiftige gleichwohl in ihrer Gegenwart einige Hundert- oder Tau— tte, welchts sendmahl täglich wiederholt wurde. Unter der Zahl dersel— n, womit ben befindet sich auch Hr. Turner, der im 8 in eh. Tibet und Butan gereist ist. 9 is betähn⸗ Nicht besser glückte es mir unter den gelehrten Mitar— ten, ent— beitern der Calcuttischen Gesellschaft! Viele die Neugier an— Bede ziehende Artikel sprechen von der Verehrung des Budha, und Behspiele sogar von dem geheimnißvollen indischen Worte Om oder gengesett, Aumz; aber auch nicht in Einem ist, soviel ich mich erin— „ wie di nere, etwas von dem Gebete erwähnt, daß bey diesem „geschre⸗ Worte von wenigstens zweyhundert Millionen Menschen or Buch⸗ 9 5 5 5* 0e 5. 5 der Buch) Die indischen Samskritbuchstaben dieses Bretchens sind in genauer, aber verkleinerten Gestalt, in der zweyten Zeile der 0 Bmtblo⸗ hier beygefügten Beyspiele der verschiedenen Schriftzüge des hake nicht Gebets: Um! mani padme? om! mit indischen, tanguti— . schen und mongolischen Schriften dargestellt.— Dasselbe Ge— Briefes abe bet und mit denselben Buchstaben ist in der zweyten Zeile unter der Abbildung des Gemähldes des Schigemuni vorgestellt. erco l**) Sam. Turner, Ambassade au Thibet ct au Boutan eic. Pa- ei is, 800. in 8. ir Th. S. 19. III. Band. 27 — 448— verrichtet wird.*) Nur allein der berühmte Reisende Pallas ging in eine ausführliche Untersuchung dieses merkwürdigen Gebetes ein, aber es ist zu bedauern, daß seine Erklärun— gen auf Auslegungen gegründet sind, die er von Leuten genommen hat, die in der Samskritsprache, worin es ohne Zweifel abgefaßt ist, keine Kenntnisse haben. Der andere Untersucher dieses Gebetes war Pater Paolino di Santo Bartolomeo. Der Auslegung dieses Philologen gedenkt der im Erlernen morgenländischer Spra— chen unermüdete Hr. Langles.**) Aber ob es noch wei— tere Untersuchungen über diesen Gegenstand gab,— ist mir unbekannt. Wenn es keine gab, so wünsche ich herzlich, dazu gelehrte Männer zu erwecken, die sowohl in der Samokritsprache, als auch in den Gebräuchen der Verehrer des Budha oder Schaka-muni, besonders unter den indi— schen Stämmen, bewandert sind, wo man hoffentlich den eigentlichen Sinn dieses so merkwürdigen Gebets finden kann. Die vier Worte, woraus es besteht, muß man, wie es scheint, auf folgende Weise sprechen, daß man den Buchstaben m in dem ersten und letzten Worte durch die Nase ausspricht, wie die Franzosen es in den Worten compaguie, compatir, composition etc. aussprechen** T IATA Hef Ff Ung! Mani Padme?— Ong! Oum! Mani Padme?— Hom! *) Asiatick researches etc. London, 1806. in 8. Vol. I. art. I. pag. 284. Art. XVIII. p. 354. Vol. VI. art. VIII. p. e eie ep e ie Vol. VII. i. H. pete. A p., e n. p. 329. *r) Recherches Asiatiques etc. trad. par la Baume, notes de M. Langlès eto. Paris, 1805. Tome I. p. 245. 46. note(65). **) Oder wie das deutschenng. A d. I. ——— 1 1 ä—ů— hier wa fehl! alle iel deser wat de Palagz cfwürdigen Erklärun— hon Nuten in es ahne har Malt ug dieses her Spra⸗ noch wei⸗ — sst mir ich herzlich, hl in der et Verehrer er den indi⸗ ffentlich den bets finden muß man, 6 man den e duch die Voran Vol. J. arb, I. VII. 5 p. 52. Ei. „„ votes 0 vole(0d, . — 419 Zu dieser schweren Aufgabe finde ich es für nölhig, hier in den möglich kürzesten Worten alles das vorzulegen, was ich, in Betreff der eigentlichen Bedeutung dieser bis jetzt geheimnißvollen Worte finden konnte. Ich werde von Pallas Angaben beginnen; denn niemand hat sich mit so vielem Fleiße bemüht diese schwere Aufgabe zu lösen, als dieser berühmte Reisende. Pallas stellt dieses Gebet in drey Gestalten auf, und zwar: zweymahl in einigen von einander etwas verschiede— nen indischen(oder enet kek'schen, wie er sie nennt) alten Schriften, und einmahl in tangutischen, die man in Tibet und Boutan(nach Hrn. Turners Worten) zum Schreiben der, nach der Meinung dieser Völker, heiligen Bücher ge— braucht. Turner nennt diese Schriftzüge: Uschen, und Pallas: Ssob.*) Hier folgt, wie der letztere dieser Reisenden das er— wähnte Gebet erklärt: „Unter den Lamaiten(sagt Pallas) giebt es ein sehr „wichtiges Gebet, welches ausgesprochen wird om-ma— „ni-pat-me-chom, oder, wie bey den Kalmüken: o m— „ma- ni⸗bat⸗me⸗chung.“ „Dieses Gebet sagen sie unaufhörlich her, indem sie „dabey ihren Rosenkranz durch die Finger laufen lassen. „Es wird bey ihnen auf Leinwand, auf Papier, auf „Stein dargestellt; es wird von ihnen auf Steinklippen „und Felsen, die für sich allein stehen, zum Gebet bey „den Götzentempeln und auf den Wegen, auf Fahnen und **) S. Turner Ambass., au Thibet et au Boutan. planche XV. — Pallas ꝛc. über die mongolischen Völkerschaften ꝛe. Er- klärung der Kupferplatten des 2ten Theils. S. X. Platte 21. 27* 1 „sich umdrehenden kleinen Trommeln, und auf andern ähn— ewe „lichen Geräthschaften geschrieben oder gezeichnet.“) kann Obgleich Pallas in den Auslegungen dieses Gebetes lie, nur sechs Sylben gebraucht, so setzt er doch in den auf— 5 gestellten Beyspielen noch eine Sylbe am Ende hinzu, und O1 sagt dabey: m. „Die Form des Gebetes Om-ma-ni-pad-me— 1 „chom, zu welchem sie gewöhnlich noch ti oder chra, „als einen Schluß, oder eine bekräftigende Sylbe hinzu— ba „fügen, soll auf indisch ausgesprochen werden: Pa-dshi— „gu-peng-ding-ti, und auf chinesisch: Ommi-tom— 1 „ni stocho-pet— und soll die nämlichen Eigenschaften „haben, welche die Lamaiten ihrer tangutischen Form 0 belesen; f Hieraus folgt, daß Pallas die Aussprache der Worte: om⸗ ma- ni⸗bat⸗me⸗chom(in den von ihm angeführ—. ten, ohne Zweifel mit dewanagarisch-indischer Schrift ge— bin schriebenen Formen) als der tangutischen oder tibetischen 0 Sprache(2) zugehörig annahm. Pallas, unzufrieden mit den von Laxman, Mes— 1 serschmidt, Baier, Witsen und Georgi gegebenen 10 Auslegungen dieses Gebets, legt statt derselben verschiedene ba Auslegungen vor, welche er aus den von ihm genannten m Werken: Gerrelien Zokzo und Gegen Togli, ge— l schöpft hat, so wie auch die, welche er von den kalmüki— 0 schen Gilion's, und von einem der gelehrten Lama's un— 10 ter den Mongolen an der Sselenga*) erhalten hat. 8 Um Sie nicht durch ein zu langes und unnützes l Schreiben zu belästigen— denn die Auslegungen der oben ö * Pallas, ebend. zr Th. S. 88. ff. N A*) Pallas, ebend. zr Th. S. 89. 6 ***) Pallas, ebend. zr Th. S. 89. 90. .—— 25— andern ah .“ 50 sis Geheltk in den auf— hinpn, und pad⸗ me⸗ oder chra, ylbe hinzu⸗ pa 750 sh i umi⸗ton⸗ vigenschaften schen Form der Worte: im angefäht⸗ Schrift g⸗ er tibe ctischg an, Mes— gegebenen schiedene genganten ogli, ge— n kalmüti⸗ ama's un⸗ n hat. d unnütes nder oben — 42 erwähnten Bücher und auch der Gilion's und Lama's kann man keineswegs für richtig annehmen— werde ich hier, in den möglich kürzesten Worten, das Wesen dersel— N ben nach den genauen Worten von Pallas darstellen: Om(sagt er) dient gegen tödtliche Zufälle u. s. w. ma wirkt, Krieg und Sünden abzuwenden u. s. w. nih hilft in allen Beschwerden des kummervollen Men— schenlebens. bat ist nützlich zur Erlösung aus Drangsalen und Be— wahrung dagegen u. s. w. me dient gegen Kummer, quälenden Hunger und Durst u. s. w. chung endlich befreyt von der Pein der heißen und der kalten Hölle. In Ansehung der sechs Gelübde oder Vollkommenheiten ha— ben diese Sylben folgende Kraft: Om dient um zu der Abgeschiedenheit von der Eitelkeit der Welt zu 5 5 U W. ma dient den wahren Eifer zu erlangen u. s. w. nih hilft zur Erreichung der Hochachtung u. s. w. bat bereitet die Erlangung der Keuschheit vor u. s. w. ma hilft zur Frömmigkeit u. s. w. chung dient zur Erlangung der Weisheit ꝛc. In Bezug endlich auf die Gottheit selbst bedeutet: Om den Begriff von den fünf allwissenden Kräften. ma das sich über alles verbreitende Erbarmen. nih das Mittel zur Rettung oder Erlösung der sechs Reiche der Schöpfung. bat die Seligkeit aller Schöpfungen. me die Vernichtung der Erbsünde und des Teufels. ———— 1 422 chung alle göttliche Vollkommenheiten zusammen ge— nommen.) Das ist, was Pallas wegen der Auslegung dieses Gebets, nach den Ueberlieferungen der Mongolen und Kalmüken, ge— sagt hat.— Aber diese Erklärung ist, wie Sie sehen, sehr unbefriedigend: dort hat jeder Buchstabe oder jede Sylbe, die ohne Zweifel der indischen Samskritsprache angehören, nicht nur einen besondern, ausgedehnten und abgezogenen Sinn in der mongolischen und kalmükischen Sprache, son— dern sogar einen dreyfachen völlig verschiedenen Sinn; welches unwillkührlich an den Ausdruck des Bourgeois— Gentilhomme erinnert: Tant de choses en peu de mots! Ein achtungswerther und sehr aufgeklärter Mann, der Gelegenheit hatte, über diesen Gegenstand umständliche Nachrichten an den Orten selbst zu sammeln, wo in Sibi— rien ein Theil der Verehrer des Schaka-muni wohnt, der mir aus Gefälligkeit das Samskrit-Wörterbuch**) über— 1) Pallas, ebend. zr. Th. S. 90—- 91. 5) 7) Obgleich diese drey Auslegungen eines und desselben Ge— betes mit einander nicht übereinstinmmend und daher sehr unbefriedigend sind, und, wie hernach bemerkt werden wird, den eigentlichen Sinn des Gebetes nicht darstellen: weil sie aber von dem berühmten Pallas aus den schon längst unter den asiatischen Völkern verbreiteten religiosen Meinungen entnommen sind, so kann man nicht umhin zu bemerken, daß auch selbst in den Irrthümern des Heiden— thums noch durch Ueberlieferung ein Schatten der ur— sprünglichen Wahrheiten von dem Falle des Menschen und von der Nothwendigkeit seiner Wiederaufrichtung durch die göttliche Barmherzigkeit sich erhalten hat. Die Erhäl— tung dieser und ähnlicher Wahrheiten, in welchem Volke sie auch sich darbieten mögen, wendet den Gedanken auf den uralten Quell derselben und auf die Einheit der ur— sprünglichen Herkunft der Völker. *r) II. Hayman Wilson etc. a Dictionary Sanscrit and English. Calc utta, in 4. 1819. 2 423 enn. sandte, äußert sich, wegen einiger Vergleichungen, in seinem g Briefe bey dieser Uebersendung, über das gedachte Gebet fe Gchetz auf folgende Weise: nile, e⸗„Ich habe viel gesucht(sagt dieser Mann), gefragt schu, sche„und mit Mongolen und Lama's am Baikal gesprochen, jede Eylb,„bey denen dieses geheimnißvolle Gebet der Grund ihres angehbren,„ganzen Gottesdienstes ist; habe aber eben so wenig aus— abhacgenen„gerichtet, als andere. Man kann bestimmt versichern, d aß lache, son⸗„man weder in Europa noch in Asien diese Geheimnisse nen Sinn;„kennt. Alle Auslegungen sind willkührlich und auf Muth— Bourgeois.„maßungen gegründet.“ en peu de In einem andern Briefe, als er mir die Samskrit— Grammatik) übersandte, schrieb derselbe mir folgendes: Mann, der„Meine zum Lamaismus gehörigen Papiere sind noch flit„nicht in Ordnung gebracht. Hier ist indessen ein kleines wo in Sl„Bruchstück, und zwar über Ihren Gegenstand, nach mon— wohnt, dr„golischen Begriffen.“ 0/ uhr In diesem handschriftlichen Bruchstücke der Arbeiten des Hrn. Igumnow wird unter andern gesagt:„daß die deselben Ge⸗ geheimnißvollen Buchstaben: Om ma ni bad me chun, 17 51 17 zufolge der Erklärung, wie sie sich in mongolischen Bü— ele chern befindet, bedeuten: e en Om, ich verehre die heiligen drey Vortreflichkeiten 1(aaalae des Heiden⸗ Mani, der philosophische Stein Tschindamani. ten der lie Bad- me, die Wasserrose Linchoa, Zezek. ae Chun, das Geistliche und die Ruhe mögen unzertrenn— Die Erhal— lich seyn!“ algen Volk, Obgleich auch diese Auslegung nicht sehr befriedigend ist, gedanken auf e e 78 *) Ch. Wilkins eto. a Grammar of she Sanscrita language; and Enel London, in 4. 1818. S H— BB—.——— „„ so sind doch wenigstens hier ganze Worte, und nicht Buch—⸗ staben oder Sylben für sich getrennt erklärt. Jetzt muß man sich nun zur wahren Quelle, d. i. der Samskritsprache und den dewanagarischen Schriften, Landsa genannt, wenden, mit welchen die Verehrer des Da— lai Lama vorzugsweise dieses Gebet auf ihre verschiedenen hei— ligen Geräthe schreiben.“) Dieser, so wie auch viele andre wichtige Umstände beweisen, daß das jetzige lamaische Glaubensbekenntniß, das in Butan, Tibet, und in allen mongolischen Stämmen herrscht, aus Indien dahin gebracht worden: daher muß man den eigentlichen Sinn aller indi— schen Ausdrücke, die in dem lamaischen Gottesdienste ohne deutliche Uebersetzung in die tangutische oder mongolische Sprache übrig geblieben sind, worunter nicht nur Um— mani⸗padme- om, sondern auch viele andre gehören, durchaus in ihrer Wurzelsprache, d. i. im Samskrit auf— suchen.**) So sehr ich auch in verschiedenen Reisebeschreibern, wie oben gesagt, nachsuchte, so berührte doch keiner von denen, die mir bekannt waren, irgend eine Auslegung die— ses geheimnißvollen Gebetes. Eben so wenig Erfolg hatten meine Nachsuchungen unter den besten europäischen Philo— logen der Samskritsprache. Selbst der berͤhmte William Jönes, der so viele Mühe in Vergleichung des indischen Wahnglaubens mit der übrigens von Irrthümern vollen Götterverehrung der Griechen und Aömer sich gegeben hat, *) Alphabet et Syllabaire Dewanagari, nommé Landsa, avec Ia transcription en Tibetain et Mongol, d'après un exemplaire imprimé en Chine, tir de la collection de M. Isaac Jaques Schmidt et exécuté lichographiquement par Jaques Rakhonin Cous la direction du Baron Schilling de Canstadt); St. Pe- tersbourg etc. 1822. semisol. oblong. ) Pallas, ebend. zr Th. S. 285— 8g. icht Buh , 0. ö Shifter, k ded Da⸗ denen heis sele andre lamassce in allen gebtacht ler indi⸗ nste ohne ongolische ur Um⸗ gehören, sokrit auf⸗ schteibern, feinet von gung die— 0 hatten Mo⸗ William indischen n bollen ben hat, dsa, avec rehplaire ae Jaques Rakhonin St. Pe⸗ ö dt sagt nicht ein Wort von diesem Gebete, welches indessen im Wesentlichen weit interessanter und nützlicher gewesen wäre, als jene Vergleichung.) Und so erklärt also, so viel mir bekannt ist, nur ein einziger europäischer Philolog des Samskrits dieses Gebet; aber auch dieser ist zweifelhaft, wie oben gesagt worden. So wie man aber überhaupt nichts verachten muß, und nicht selten ein Edelstein unter einer sehr unansehnlichen äußern Hülle versteckt liegt, so bin auch ich entschlossen, Ihnen mitzu— theilen, was Pater Paolino di Santo Bartolomeo von den samskrit'schen Ausdrücken: Hum! mani padme? om! sagt.— Hier sind seine Worte, die vom Hrn. Langles in einer seiner Bemerkungen, betreffend William Jones von den Gottheiten Griechenlands, Italiens und Indiens, anführt: Hr. Langles führt in seiner Anmerkung**) die Aus— legung der Herren Wilkins und Jones von dem Worte Om an. Nach ihrer Meinung ist diese Sylbe eine geheim— nißvolle Darstellung der Gottheit. Sie ist zusammengesetzt aus den drey dewanagarischen Buchstaben a und u, welche in der Zusammensetzung mit einander verschmolzen werden und den Laut 6(oder om, aum) bilden, mit Beyfügung des Nasenmitlauters m(ng). Der erste von diesen Buch— staben bedeutet Schöpfer, der zweyte Erhalter, und der dritte Zerstörer, d. i. Brahma, Wischnu und Ssiwa oder Schiwa. Dieses Wort wird genau eben *) Recherches Asiatiques etc. trad. par la Baume etc. Tome J. p. 162. sur les Dieux de la Grèce, de Italie et de Inde. **) Recherches Asiatiques, ebend. ir Th. S. 245. Note(65). — 40— so in dem Samökritwörterbuch des Herrn Wilson') er— klärt. Aber diese Erklärung der Herren Wilkins und Jones (sagt Hr. Langles in seiner Anmerkung) wird vom Pater Paolino di Santo Bartolomeo für völlig unrichtig gehal— ten.— Und hier folgt diejenige, welche er selbst vorlegt: „Der Partikel öm dient(sagt er) zufolge des Wörter— „buchs(der indischen Samskritsprache), genannt Amara— „Ssinha*), als Ausdruck der Eintracht, des Willens, „der Aehnlichkeit. Auf solche Weise kann man m oder „ewam übersetzen: allerdings, ja, ich will das, es „geschehe so..... Diese und die andere dieser Par⸗ „tikeln sind die Antwort auf das fragende houm(hum)? „Auf solche Weise nehmen die Indier in ihrem seltsamen „Wahnglauben an, daß zur Zeit der Schöpfung der Welt „der Gott Ischwara oder Isuara, welches in ihrer „Sprache der Herr(Gott) bedeutet, zu seiner Gemahlin „Schakti gesagt habe hum, d. i. willst du, ist es „nichtenöthig die Sonne zu schaffen, den Wischnu „oder das Wasser anzubeten, den Schiwa oder das Feuer „anzubeten?— Schakti, d. i. die wirkende Kraft des „Isuara, welche Lakschmi und Bhawani und „Padme, und mit vielen andern Nahmen**) genannt *) Wilson Dictionary Samscrit and English; Calcutta, 1819. vOx: AN om.) *) Von dem Widersinnigen in der Meinung der Indier von ihrer Dreyheit, sehe man die Bemerkung oben S. 412. und weiter unten S. 428. und 432. **) Ein Theil dieses Wörterbuchs ist vom Pater Paolino mit lateinischer Erklärung herausgegeben. Paulini à S. Bartolo meo, Amarasinha, seu dictionarii Samscrdamici Sectio prima, cum interpretatione Latina. Romae 1798. in 4. II) Ed. Moor etc. the IIindu pantheon. London 1810. in 4 p. 132— 44 Neon kz b und Juz uam Nate cht hal 0 hlt: „wird, ist auch die Göttin der Macht oder des Muthes, „aber auch ebenfalls die allgemeine Natur. Die Gattin „des Schöpfers, dessen Nahme Ischwara oder Isuara „ist, antwortete: öm, ja, gern, ich willige ein „u. s. w., daß sie den Schiwa, oder das Feuer, ver— „ehren. Hierauf fragte jene Gottheit: hum mani „padme? ist der kleine Knabe Lingam nicht im Lo— „tos?— öm antwortete Schakti, d. i. ja, der Lin— „gam oder kleine Knabe ist im Lotos(eine Wasserblume, „auf indisch padme genannt), im Jon, im Mutterleibe „der Natur, oder der Göttin Bhawana.“— Das ist die wahre und genaue Auslegung(sagt schon Hr. Langles) des fragenden Wörtchens hum, und des be— jahenden öm, welche Veranlassung zu vielerley Vorstellun— gen und Einbildungen von Seiten vieler Gelehrten in Eu— d Nüntg⸗ lt Amatg⸗ drs Mila, an em eder ill das, es * diet a dum(hun)! m seltsamen ang de Wel ches in ihr dur Gmnahln ropa gegeben haben. Hiervon kann man eine genaue Auf— dü, ist es zählung, mit den gehörigen Widerlegungen sehen in Sidha— Wischnu rubam seu Grammatica Samserdamica des Pater Pao— r das Hruct lino di Santo Bartolomeo, S. 53— 59. Man sehe auch, e Klaft deb sagt Hr. Langles: Wilkins note on the Bhaguat geeta, ani und p. 142. edit. in 4.) ganennt Ich wage es nicht, die Richtigkeit der Auslegungen des Pater Paolino di Santo Bartolomeo zu bestätigen, a, 1819. *) In dem jetzt erschienenen schönen und interessanten Werke des zum Besten der Wissenschaften und Künste uuermüdeten dier von Herrn Champolion des jüngern, unter dem Titel: ägypti— n S. 412. sches Pantheon, findet sich in der Beschreibung der Göttin Neit, welche die Griechen für bie Athene oder pablino lrit Minerva hielten, einige Aehnlichkeit in der Begebenheit, 8. Barloio die vom Pater Paolino di Santo Bartolomeo zur Erklärung gdio prima, des Wörtchens öm angeführt wird, mit der Geburt der Göt— tin Neit, nach den Ueberlieferungen der Aegypter. S. Pan 1810. il 4 héon Egyptien eic. par M. Champolion le jeune, à Paris in 4. 1825. art. Neith, Génératrice, Physis, Miner ve. 428 kann es auch nicht; indessen muß ich anmerken, daß man ohne gründliche Kenntniß des Samskrit, nur allein durch Vergleichung der Buchstaben oder Sylben sich überzeugen kann, daß die sechs indischen Schriftzeichen, aus welchen dieses Gebet besteht, unzweifelhaft nach ihrer Aussprache vier samskritsche Worte bilden, wovon jedes seinen bestimm— ten Sinn hat, und daß diese Worte im Wörterbuche des Samskrit dieselben Bedeutungen haben, die denselben vom Pater Paolino di Santo Bartolomeo beygelegt sind. Um besser sich von diesem Umstande zu überzeugen, habe ich, unter der Abbildung des Gemäldes vom Schigemuni, zwey Arten der alten indischen Schriften, durch welche dieses Ge— bet zuerst auf dem mongolischen Helme und zweytens auf den geheiligten lamaischen Fahnen dargestellt ist, stechen lassen. Unter diesen zwey Zeilen steht ein chinesisches Schriftzeichen, das von den Verehrern des Budha oder des Foe, zur Bezeichnung der drey Einheiten, Ssang— Pau, die nach ihrer Meinung den Erdkreis regieren, ge— braucht wird. Unter diesem Schriftzeichen ist mit chinesi— scher Schrift(von der Linken zur Rechten) geschrieben: 1. O⸗me⸗to⸗ fo, oder diejenige Einheit, deren Regierung über die Welt vorüber ist;— 2. Schi-kea-fo, diejenige, welche jetzt regiert, und 3. Me-li-fo, diejenige, deren Regierung noch künftig statt finden wird.) *) Ankündigung aus Kanton in China von dem Druck des chi— nesischen Wörterbuchs von Morrison. Canton, China, a dictionary of the Chinese language eto. Specimen olf the Work. March. 1815. 4) ) Jeder sieht, daß auch diese Auslegung nicht mit den reinen Begriffen der Christen, weder von der Einheit, noch von der Anfangslosigkeit und Endlosigkeit des höch— sten Wesens vereinbar ist. Folglich entdeckt sich auch hier die falsche und widersinnige Lehre der Indier von dem Schöpfer und Regierer der Welt. daß man in durch sche deb n vom um be ich, „weh sed Ge⸗ ytens stocheg gesisched ha oder Ssang⸗ en, ge⸗ chihes⸗ htieben: gerung enge, deten des chi⸗ hina, a 01 che lit del. Einheit, s höch⸗ auch 00 auch hier voll 429 Als die erwähnte Zeichnung mit der Abbildung des Gemähldes vom Schigemuni und mit den gedachten Auf— schriften schon völlig gestochen war, erinnerte ich mich, daß darin das Gebet: Um-mani-padme-om! nur in zwey alt indischen Schriftarten dargestellt war, da man doch es auch mit einigen andern Samskrit-Schriftzügen, und eben— falls mit tangutischen und mongolischen Schriften schreibt. Weil aber der Gegenstand meines Briefes sich einzig auf dieses Gebet bezieht, so ließ ich es besonders auf der hier beygelegten Zeichnung in acht verschiedenen Schriftzügen vorstellen. Die ersten fünf gehören den indischen Schriften an, die unter dem allgemeinen Nahmen der dewanaga— rischen bekannt sind. Der Schriftzug der ersten vier da— von heißt: Land sa. Von diesen Zeilen muß man die erste und vierte lesen: om-mani-padme-aum-chra, und die zweyte bloß: om-mani-padme-om. In der dritten muß man den folgenden Buchstaben aussprechen wie die Sylbe ti); die fünfte von den gedachten Zeilen gehört dem jetzt zum Samskrit gebräuchlichen dewanagari— schen Schriftzuge an. Wilson's Wörterbuch zeigt, daß der erste Buchstabe in diesem Gebete der kurze Selbstlauter o, oder der lange Selbstlauter ou**) ist. Jeder von diesen Selbstlautern *) Pallas, ebend. ar Th. S. 89. **) Hayman Wilson's Dictionary Samscrit etc. Letters: AN 5 N D. voWel o(Selbstlauter o); 2 diphtong: au or ou Dop⸗ W J D 5 pellauter: au 4). Diese beiden Buchstaben dienen, nach Wilson's Angabe, gleichfalls zur Bezeichnung des Ausru— fungs⸗ oder Zurufu ngs-⸗Wörtchens. A vocative par- ticle(oh) an interjection of calling(ho, hola) eto. S. 139, 40. ) Da man voraussetzen muß, daß man in Wilson's Dict. alles nach englischer Aussprache zu lesen hat, so ist ohne Zweifel ou hier wie das deutsche au zu lesen. A. d. U. — 430— macht das Ausrufswörtchen oh aus, oder auch das zuru— fende: ho! hola; der zweyte Buchstabe T ma, mit dem folgenden dritten Buchstaben oder Sylbe 1 ni, macht ein Wort aus, welches man aussprechen muß 1 0 2 8 5 A maniz denn der erste Buchstabe dieses Wortes ist ma, und der zweyte Mitlauter na, vor welchem das Sei— chen des selbstlautenden Buchstabens 18 u steht, der, wie auch diesem ähnliche Schriftzeichen, zur Bezeichnung von Selbstlautern, die zwischen zwey Mitlautern stehen, ge— braucht wird. Dieses beweist auch zum Theil, daß man den Buchstaben ma und die Sylbe ni für Ein Wort nehmen soll, welches man aussprechen muß: N mani, nach der Rechtschreibung des Wilson'schen Wörterbuchs); oder Adr. manih, nach Wilkins Grammatik.) Dieses Wort hat, nach dem ersten der eben genann— ten Werke, verschiedene Bedeutungen; die erste davon ist: a gem a precious stone, ein Edelstein, a jewel(un joyau), ein Juwel oder Kleinod; die zweyte: à pearl, eine Perle. Unter den acht übrigen Bedeutungen dieses Wortes kommt die Bedeutung eines kleinen Knaben, die ihm der Pater Paolino di Santo Bartolomeo beylegt, nicht vor. Im Gegentheil beziehen sich die fünfte und sechste Bedeutung wirklich auf den bey den Indiern bekannten — *) I. Wilson's Dictionary Samscrit and English, vox: .. 8 mani. *r) C. Wilkins, grammar of che Sanscrita language; po 4. r 5 Il. mani h. ⁰ züku⸗ a, mit er, wie ug von nan den nehmen i nach ); oder genann⸗ qvon ist: rel(un peall, dieses aden, behlegt, 8sechste kannten FOX: % Pe 5 1— Lingam, wie dieß durch die Zte, te und 7te Bedeu— tung dieses letztern Wortes im Wilson'schen Wörterbuche angezeigt wird.) Der vierte Mitlauter Nena, und der fünfte Buch⸗ stabe oder Sylbe 1 dma oder dme, zusammengesetzt aus den Mitlautern S da und Ama, machen wieder ein ganzes Wort aus, welches ebenfalls sich im Wilsone— schen Wörterbuche unter dem Worte U padma oder padme sindet.“) Es hat ebenso, wie auch das Wort mani, viele verschiedene Bedeutungen, und heißt unter an— dern: die Lotosblume: a lotus(Nelumbium Specio- sum), welche man gewöhnlich die Wasserlilie oder Nym- phaea(auf russisch: wodänoi lopuschuik) nennt. Nach der Meinung der Indier stellt diese Blume die Schöpferkraft, oder Ssakti, d. i. die Gemahlin einer der drey Personen oder Eigenschaften ihrer Gottheit, welche die Indier unter Tausenden von Nahmen und Darstellungen verehren, vor. Gleichfalls haben auch Ssakti, oder die wir— kenden Kräfte dieser drey Personen oder Eigenschaften, jede eine Menge verschiedener Nahmen; auf solche Art wird Ssakti, die dem Wischnu oder Erhalter, der zwey⸗ ten Person der indischen Dreyheit angehört, Jak schmi oder Ada-maja, d. i. die Mutter des Erdkreises— Rembha, Bhabana, Kamila, Padmala, Ped— malaja, und Pedma oder Padma ae) genannt. Eben — — 1**—— 2 2 75 *) Wilson's Dictionary Sanscrit eto. vox: 15 Ne . Lingam. 3 17 1 + 5—* 1— 65 **) II. Wilson's Dictionary Sanscrit etc. vox: U 4 pa dme, a lotus ctc. a name of L. a K s hi im i. **) Moor's Hindu pantheon, wie oben. —— — . — e r so auch Padma-dewi, ein Nahme, der sowohl Lak— schmi, als auch Parwati, oder der wirkenden Kraft der dritten Person der indischen Dreyheit, und zwar: dem Um— wandler oder Ssiwa, welcher auch Schiwa, Mag a— dewa, Magesa, Magiswa ra(maga bedeutet groß), Isa, Iswara der Herr) heißt, beygelegt wird. Das ist schon das dritte Wort, welches mit der Aus— legung des Pater Paolino di Santo Bartolomeo überein— stimmt. Es ist nun noch übrig, den einen und letzten Ausdruck dieses Gebets zu betrachten und zwar: den in Asien so berühmten Redetheil oder Partikel om oder aum, worin a und un in einen unbestimmten, dumpf ausgespro— chenen Laut 0*), der mit dem Nasenlaut m(ng) endigt, zusammenfließen. Diese Erklärung stimmt überein mit den Erklärungen von Wilkins und Jones***), welche Wil— son e) in sein Wörterbuch aufgenommen hat. Die Zu— *) Moor's Hindu pantheon, p. 9. note.(S. erste Anmerkung von der indischen Dreyheit). +) In den hier und oben angezeigten vermeinten Eigen— schaften der vermeinten Personen der indischen Dreyheit sind so augenscheinliche grobe und falsche Begriffe der Indier von dem Wesen, dem rein geistigen, und alle Vollkommenheiten besitzenden, daß das Widersinnige der abergläubigen Meinungen, weder Be— weise, noch auch einer bloßen Erläuterung bedarf. **) Ohne Zweifel ist damit ein ähnlicher Laut gemeint, wie das a im englischen Worte all(alles) oder im dänischen aa und im schwedischen à, d. i. ein Mittellaut zwischen a und o. A. d. U. **R) Recherches Asiatiques etc. Tome I. p. 215. note(65). Tu„ ä i Wilson Dictionary Samscrit eto. vox: AA. * Zu dieser Verweisung auf Wilson's Wörterbuch muß ich noch hinzufügen, daß ich zuweilen Gelegenheit hatte, dieses ge— heimnißvollen Wortes eigentliche Aussprache bey den Indiern aus dem Munde des Braminen Nam-Dshogi-alak zu wohl ga Kraft der t: dem Im⸗ a, Naga⸗ eutet groß), vid, it der Mus⸗ o üͤberein⸗ und leßten r: den in oder aum, ausgespro⸗ g) endigt, ein mit den velche Wil⸗ l. Die Su⸗ e Anmerkung inten Eigen⸗ en Orehheit Begtiffe der gels, Ul „daß das weder Be⸗ darf. int, wie das en ag und n a und s, U. z0te(00), 8 3 An. muß ich noc e, dec. den Iudierg og i⸗lak — 433 5 sammenfügung oder Verbindung der gedachten drey Schrift— zeichen zu Einem Buchstaben, wird durch die Form dersel— ben in den alten dewanagarischen Schriftzügen, Landsa 8 genannt, bestätigt. Dieß zeigt sich in dem sechsten Buch— staben des Gebets auf meinem mongolischen Helme; eben so auch in dem sechsten Buchstaben der Ueberschrift auf den geheiligten Fahnen, und gleichfalls in den sechs Buchstaben der zwey von Pallas*) angeführten Beyspiele. In diesen verschiedenen Schriftarten, besonders in der ersten, d. i. auf dem Helme, und in derjenigen, welche ich von J. J. Schmidt erhielt, die auf dem Titelkupfer dieses Briefes vorgestellt ist, kann man deutlich sehen, daß dieser Buchstabe oder Sylbe aus dem ersten Selbstlauter des Samskrits a zusammengesetzt ist; überdieß ist noch der fünfte Selbstlauter u— über welchem etwas abgesondert ein außerordentliches Zeichen(estraneous character), wie Hr. Wilkins in seiner Grammatik sagt, und zwar: ein Punkt im Halbmonde, steht, durch welchen angezeigt ͤ—œũ————— hören. Dieser Indier wohnte bey mir ungefähr anderthalb Jahr, und- starb in meinem Hause. Dieser unglückliche Fremd— ling(ein eifriger Nachfolger des indischen Glaubens im neun— ten Awatar, genannt Krischna) war hierher aus der in— dischen Stadt Udepur gekommen, um Beyhülfe auszuwir— ken zur Wiederherstellung eines Tempels für die abergläubi— gen Indier bey der persischen jetzt russischen Stadt Bakchu, über den Naphtabrunnen, welche von vielen Indiern für das heilige Feuer gehalten werden. Dieser Nam-dshogi starb im 29sten Jahre seines Alters an den Folgen einer heftigen Erkältung. Er war ein sehr strenges Muster braminischer Ge— duld, Güte und Euthaltsamkeit. Der Verstorbene hatte ge-. gen mich eine ausgezeichnete Liebe und Zutrauen; aber bey alle dem sprach er sehr ungern, und nur auf mein inständiges Bitten das Wort m laut aus— *) Pallas über die mongolischen Völkerschaften. ar Th. S. 8 III. Band. 28 vird, daß die Sylbe mit einem Nasenlaut endigt)— dazu gesetzt und mit dem ersten verbunden. Hr. Wilkins und Jones, und nach ihnen Hr. Wil— son, sagt: der erste Buchstabe oder Sylbe om oder aum bedeute Brahma oder Schöpfer(und zwar der 1 ma I), der zweyte 5 oder der Erhalter(der Selbst— lauter a oder N) und der dritte Ssiwa oder 50 wa, den Zerstö Se cbenfalk er 0 u Pater Aud di Santo Bartolomeo versichert, daß diese vermeint geheimnißvolle Sylbe nichts weiter bedeute, als nur den bejahenden Redetheil, welcher anzeigt: Ein— willigung, Willen, Aehnlichkeit— den man übersetzen könnte mit den Worten: völlig, ja, ich will es, es geschehe so(entièrement, oui, je le veux, Auf gleiche Weise ist, nach der Erklärung von Wil— son's Wörterbuche, dieses Wort ein befehlender oder 2 Redetheil, als: wahrhaftig, es geschehe so, amen(verily, amen.* e) r, obgleich sehr oberflächlichen Untersuchung, geht gleichwohl hervor, daß das allgemeine Gebet der Bu— taner, Tibeter, Mongolen und Elioten oder Kalmüken ohne ainsi soit- il. 8 2 — — — — — — — — Zweifel aus der indischen Samskritsprache herstammt. Die— ses wird bewiesen erstens dadurch, daß auch bis jetzt bey den gedachten Völkern dieses Gebet nicht selten mit den al— ten dewanagarischen Schriftzeichen, Landsa genannt, ge— Wilkins, a grammar of the Samscrita language etc. S. 12. 59 AR nere 1 5 Asiatiques, ebend. ir Th. 245. note(03), — — 2 8 8. r— und H. Wilson's Dict. Samscrit etc. vox: AN AS. 159 2 8. ***) Recl ches Asiatiqu S. 24 1 09). 11 Th. — H. Wilson's Diet. Samscrit eto. vOX 7 5 — 3— 3— 1 —— diat digt 1. schrieben Wild; und zwe 9 len 95 ba diese— chrifkzeichen en H N 1 5 74 0„„ Hr. Wll⸗ ohne Zwe ifel vier samskrit'sche Worte ausmachen, von q oder 15 die legten dr e e e det q um welchen die letzten drey einige Bedeutungen haben, die sich Nutlauter ma auf die alte Gottesverehrung der Indier beziehen, als: 85 ft mani, padme und aum oder om; der erste davon, oder oder Schi der Buchstabe o oder au oder mit e einer 0 die Nase gespr schett, daß ker bedeute, Ein⸗ — den man aum, eigentlich?) g l 9„ e „ ich will Auf diese Frage erkühne ich mich entscheidend zu sagen: 5 5160 4 1 28 28 Avr No Kiot ie 6* 18— 0 le Ve, ohne Zweifel alcht das 7 was de rUber Ole tibetischen, mMon⸗ ng von Wil⸗— 5 0 5 O N 5 ni a n 1 4 0 ne nen len der obet— i e 8 1 NA. Das letzte Wort und zwar haftig, es ie a aum wird auf verschieden Antersachung, ten Schriftzuge: S—, mit dem neuern—— und het der Bl⸗ 2 88 5 3 F nüͤlen asne mit dem jetziget 1 N oder M Z. U. Wilsons Dict. San mt. Die⸗ scrit, etc. S. 159. Moor's Hindu pantheon etc. S. 399. bi jetzt bey. Aus dem alte n Schriftzuge, Landsa gen 1 womit dieses Gebet bis jetzt in Butan, Tibet, bey den M mit den al golen und Kalmeen geschrieben wird, sieht man deutlich, channt, ge⸗ 1015 ge der Erklarung des Pater Pao ino di Sant 0 Bartolo— N 4—— ses Gebets die Sylbe A1 2 f 8 d 91 Wüchfrahe f meo, daß der erste Buchstabe di et. S. 12. 0 0 9, note(00%, om— an inceptive particle wie Hr. Wilson sagt. 139. 1 1 1 7 r. 511 gr, J 0 I 6 50 d. i eine anfangende Partikel oder Redetheil; und 45 O. 1 N *.— der letzte Buchstabe, nahmentlich jene Sy aum ist, Kolchs! ius Moa 183— INA M- 1 485 3 welcher eine befehlende oder einwilli gende artikel! bedeutet J. Es geschehe so Nan sehe diesen Buchstaben auf dem N Titelkupfer di f 5————ůů——— 1— — —— 436 Erklärungen sagen, wie oben gezeigt worden ist. Aber vielleicht auch nicht das, was der Pater Paolino di Santo Bartolomeo sagt. Folglich kann man über diese Aufgabe, so wie früher über die ägyptischen Hieroglyphen, bis zur Erscheinung der befriedigenden Bemühungen des Herrn Young, und zu gleicher Seit mit ihm des thätigen Herrn Champolion des jüngern, nichts gewisses sagen, und ist noch künftig zu entscheiden: 1) ob in diesem Falle die Ver— weisung des Pater Paolino di Santo Bartolomeo, auf das Wörterbuch der Samskritsprache Amarasinha oder Amara koscha richtig ist; 2) ob die Uebersetzung jenes Artikels aus diesem Wörterbuche richtig ist, den er zur Erklärung der Partikel aum anführt; und 3) ob es keine bessere Er⸗ klärung des Gebetes: Om, mani padme, aum— in Indien selbst, nach mündlichen Ueberlieferungen oder in Büchern giebt, die von den Indiern für heilig gehalten werden. Diese drey philosophischen Fragen können auf eine würdige Weise in England, oder in Indien selbst von der gelehrten Gesellschaft in Calcutta, nach Einziehung der be— sten Nachrichten von der Verehrung des Budha oder Godma, im Reiche der Birmanen und auf der Insel Seylon, und vielleicht auch in Paris von den Herren Chezy und Langles, der sich jetzt mit der Samskritsprache beschäftigt), und auch in Deutschland von den Herren Schlegel, Frank, *) Nicht lange nach Beendigung dieses Briefes erfuhr ich, als ich die französischen Zeitungen las, mit äußerster Betrübniß, den Tod des Hrn. Langles. Und so ist einer der eifrigsten For⸗ scher der orientalischen Sprachen, und unter andern des Sams⸗ krit, und dabey der gastfreundlichste der Gelehrten in Paris, jetzt nicht mehr!— Seine Asche ruhe in Frieden, und sein Andenkeß bleibe stets denen theuer, die nicht leere, sondern nützliche Kenntnisse suchen!— — n dch Haun hälgen hen gen, und if alle die Per meo, auf das oder Amara enes Artikels Ir Erklarung e bessere Er⸗ aum— in. „ AAA A ilig gehalten 13 2 NANA albst von der ung der he⸗ At f N 4 1 14 der Goönm, 2 F 5 0. und 2*.— f 5 8 d Langles 21— 8 n U N 5 ), und f l, gtaul, 8 6 f 6 ahr ich/ als 1. 3 Betkübniß, sigten For⸗ des Sams⸗ n in Muß,. en, und sen ele; funden , Hue gel. 7 3 De eg. A. . Bopp und Nikolaus Müller entschieden werden. Mir bleibt nur zum Schlusse dieses Briefes übrig, jenen Männern überhaupt, mit allen mir bekannten Schriftzügen des Samskrit zu wünschen: G 22—e 2 F Om om om AA om— es geschehe also! 8 Mit wahrer Hochachtung habe ich die Ehre zu seyn Ew. Hochwohlgeboren ergebener Diener A 2 48 O 22„ 7 7 St. Petersburg, den Zten Februar 1824. — D Erklärung der Ku 8 — — 22 A zu dem Briefe über das Gebet der Lamaiten. E Be. Auf diesem Kupfer(S. 387.) ist das kupferne und vergoldete Götzenbil des Budha oder Schigem uni vor⸗ gerade in derselben Gestalt, in welcher ihn die gestellt, iche Bibliothek erhalten St. Petersburgische kaiserliche öffentl hat. Dieses Erzeugniß der bildenden Kunst einiger Völker des mittlern, östlichen oder südlichen Asiens ist der besagten Bibliothek von dem jetzigen Herrn Civil-Gouverneur in Tomsk P. K. Frolow überlassen worden. Das Original ist um den dritten Theil größer als die Zeichnung. Das Fußgestell ist von einem andern kleinen, ebenfalls vergol ten Götzenbilde des Budha, das auch in der gedachten Bi⸗ bliothek aufbewahrt wird, abgezeichnet. 8 2 4 Fr Das Titelblatt. Oben ist das Gebet: om mani padme aum oder hôm, in alter Samsrritschrift, dem indischen Schriftzug, genannt Landsa, dargestellt. Diese Buchstaben sind nach einer Abzeichnung gemacht, die von einem in Tibet gedruckten Papiere, das von den Tibetern, lmüken, bey ihrem Gottesdienst gebraucht ist Dieses Stück Papier wurde mir der sich mit so gutem Erfolg, zükischen Sprache beschäftigt Mongolen und Ka wird, genommen von Hrn. J. J. Schmidt, und so nützlich mit der kaln hat, geschenkt. Unter den oben erwähnten Worten ist folgender Titel gestochen: halte, 90 1 7 N Und erhalten r Volker besagten deut in Original a. Das Os ten Bi⸗ „Om mani padme aum. „Unaufhörliches Gebet der Lamaiten „Brief „über diesen G ane A. O. an G. F. Timkows ki.“ „von Unter diesen Worten ist eine Seite des mongolischen Helms, von dem ich S. 416. dieses Briefes spreche, abgebildet. Das Gebet: om mani padme aum, ist auf der obern Reihe oder Streifen in mit Gold eingelegter Arbeit ausgedrückt, und besonders neben diesem Helme, unter de Buchstaben A und B gezeichnet. Es ist so vertheilt, 33 wenn man den Helm von vorn oder von hinten ansieht, dieses Gebet sich zweymahl in seiner völligen Gestalt zeigt; dieß wird auch. die 6 Zahlen unter jenen Schriften unten am Helme angedeutet, welche der Ordnung der Zah— len entsprechen, die unter dem, über dem Titel des Bri iefe abgebildeten Gebete stehen. Von den übrigen Buchstaben dieser Art aber, die sich auf diesem Helme in feinen zwey untern Schichten befinden, wird hier bey Erklärung des vierten Blattes gesprochen. 5 III. Blatt. Die Abbildung des Budha oder Schigem un i, als Gemählde, wie es die Lamaiten in ihren vermeinten heili— N 11 gen Büchern und Tempeln e— Von dieser Sache, so wie auch von den Samskrit- und chinesischen Schriften, die unten auf diesem 1 stehen, ist um⸗ ständlich in meinem Briefe S. 4 13, 14 und 428 gespro schen. 2 0 A* 4 5 8„ 72 8 Das Gebet: öm mani N e aum, ist auf diesem Bfatt f Fünf gor 2 7 87 5 3 N Blatte in fünf verschiedenen Schriftzügen des Samskrit— — 440— Unter dem Buchstaben A. mit denselben Schriftzügen, womit es auf dem mongolischen Helme steht. Dieses Gebet wird hier in acht Schriftzeichen dargestellt, wovon die er— sten sechs zu den Sylben und Buchstaben gehören, die ei— gentlich dasselbe ausmachen, das ist: om-ma-ni⸗pa⸗ dme⸗aum. Das siebente ist die bejahende Sylbe chra, wovon Pallas erwähnt; und das achte stellt ein Zeichen des Anhaltens der Rede vor, so wie die ersten Lettern in den Zeilen C und D die Anfangszeichen der Rede bedeuten. Unter der ersten Zeile dieses Blattes stehen in der zweyten Zeile die andern Samskrit-Buchstaben oder Sylben, die diesen Helm zieren. No. 1. sind diejenigen vier Lettern, welche zweymahl in der zweyten Reihe oder Streifen unter dem Gebete om-mani-padme-aum, und unter No. 2. jene drey Buchstaben, welche achtmahl auf dem dritten und letzten Streifen oder Abtheilung dieses Helms wiederholt sind. In den Zeilen unter B. und C. ist dasselbe Gebet, mit den bejahenden Sylben:(in der Zeile B) die Sylbe ti (und in der Zeile C.) chra, gerade in derselben Gestalt gezeichnet, wie sie bey Pallas gedruckt ist. S. P. S. Pal⸗ als ꝛc. über die mongolischen Völkerschaften ꝛc. II. Th. S. 89. Unter D ist dasselbe Gebet dargestellt, ohne die beja— hende Sylbe, aber mit den Anfangs- und Schlußzeichen, in dewanagarischer Samskrit-Schrift, Landsa genannt, nach den Schriftzügen des von Hrn. Rachonin in Stein— druck herausgegebenen Alphabets, dessen in meinem Briefe S. 424. gedacht wird. Unter E ist dasselbe Gebet mit den jetzigen dewanaga— rischen Buchstaben ausgedrückt. Unter F steht es mit den besten tibetischen Schriftzügen; in dieser Schrift ist der dritte Stig discs Gch oon die at hören, dy ei lt ein dich sten Alan i Rede bedeute n det deten Eylben, de bier Letten, dtllsen unter untet No. 2. dritten und scderholt sid, N die beha⸗ chlußzeichen, sa gerannt, n in Stiin⸗ einem Biif 1 deupanage⸗ tes mit de i der ll 5 Gali Schriftzug, von der Linken an gerechnet, verkehrt vorge— stellt, wie ihn die Tibeter zur Bezeichnung der indischen Sylbe: 18— ni gebrauchen. Unter G. steht dasselbe Gebet mit der besten mongoli— schen Schrift, nach den mir von Hrn. J. J. Schmidt mit— getheilten Schriftzügen. arl Gustav Naumann in Leipzig. L Gedruckt bey eipzig. 1 E JR ———