. Lehrbuch 1 der „ Landwirthschaft na ch Theorie und Erfahrung bearbeitet von Dr. K. Ch. G. Sturm, Hofrath, ordentlichem Professor der Landwirthschaft und Staatswirthschaft auf der Königlichen Preußischen Rhein- Universität zu Bonn, Vorsteher des lan dwirthschaftlichen Iustitut's daselbst und mehrerer gelehrten Gesellschaften Ehren und correspondtrendem Mitgliede— 0 1 BIBILI 0 T E* D. KON 105 1490 N N 1 0 ne — JOECLIN — sã Erster Theil. Specielle Landwirthschaft— Zweiter Band. Viehzucht. . 77... 5 Mit fünf Kupfer tafeln. A 5 8 1 bei Aug u st Sichem d. 18 2 1. e * S. Excellenz dem Königlich Preußischen Staatsminister der Geistlichen—, Unterrichts- und Medicinal-Anstalten u. s. w. e Freiherrn von Altenstein als öffentliches Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit g w i d m e k vom Verfasser. 1 . 1 1 ö 0 1 4 * 4 4 0 15 1 8 5 0 * 15 1 *. 8 . ——0 . ˙ ˙ ———— — H— 95 * — 7 * . 1 3 1 1 4 ö J nhalt des zweiten Bandes. Zweyte Abtheilung. Die Viehzucht 2 Eintheilung der landwirthschaftlichen Hausthiere— 822 Erster Abfchnitt. Landwirthschafiliche Säugethiere(Vieh). 23 3 Ragen und Ragen-Zeichen im Allgemeinen 1 E r'ste's Kapitel. Von der Pferdezucht(Arbeitsvieh) FF Von den Rasen der Pferde 8 8 5 2 330 Von dem äußern Kennzeichen des Pferdes und dem Alter 855 Vorhand 8 F.. Leib 4 5 5 2 3—„ Nachhand a„— Farbe des Haares 8 8...* Alter JJ 8 Zucht der Pferde 4 5—— 8 5 8 341 Gestüte„ ² A Wilde Gestüte 1 8 2 4 5 f 8— Halbwilde Ges tüte 8 Pr.——— Zahme Gestüte aer e e Landgestüte„ Erfordernisse einer Zuchtstute und eines Beschälers Aufzucht der Füllen. Ankauf der Pferde. 5 2 8 2 8 Von der Wartung und Pflege der Pferde. 1 Stall 5 8 0 8 9 8 5 20 Fütterung. 5. Quantitat des Hafers, Hechssels und Heues 3) Das Reinhalten der Pferde 5 5 8 4) Beschlagen der Pferde 5 8 8 8 6 * * 5) Von den gewöhnlichen Krankheiten der Pferde. Aeußerliche Fran: 2 Augenentzünd eng 2 Das Wundziehen oder Drücken des Sattels FFCCVVVCCTCCC 2) Stollbeulen und Piphaken 8 85 8 5) Gallen 55.. 8 6) Spat und Ueberbein 1 8 7) Fußlähmung. g 5 a 4 5 Innerliche Krankheiten 1) Druse und Strengel 8 20 Der Rotz 8 8... 3) Hartschlägigkeit 0 5 8 5 8 4) Darmgicht, Kolik 35 5) Koller 8 5 f 8. 8 * * * * Allgemeine praktische Bemerkungen über Stallpolizey Vom Nutzen und Gebrauch der Pferde.. Vom Esel 5. 8 *** 0 Zweytes Kapitel. Rindviehzucht(Milchvieh) FFF Von den verschiedenen Ragen des Rindviehes Von den äußern Kennzeichen des Rindviehes Alter**. 0 0 0 0* Zucht des Nindviehe FFV . 0 * Seite 3a3 3⁴⁴ 34 340 502 304 300 300 40⁰ 5 — Vorsicht beym Kalben Aufzucht der Kälber Von der Veredlung des Rindviehes 0 Von dem Ankauf der Kühe Von der Wartung und Pflege des Rindviehes 1) Vom Stall 20 Fütterung „ 0 Sommerfütterung Von der Weide Von der Stallfütterung Vortheile und Nachtheile der Stallfütterung gegen die Weide Winterfütterung * 0 0 * 0 * * * 0 * * * 0 3) Das Reinigen und Putzen 4) Die wesentlichsten Krankheiten des Rindviehes 10 Das weiße Fell im Auge 2) Die Verhärtung des Euters 3) Die Klauenseuche — a) Die Krätze 5) Der Sterzwurm 60 Die Läuse 7) Die Teigmahle der Kälber Von den innerlichen Krankheiten. * 0 1) Die Darmgicht 20 Die Trommelsucht, Blähsucht 5) Der Dampf oder Engbrüstigkeit 4) Die Leberkrankheit 5) Das Blutharnen 60 Das Blutmilchen 7) Die Viehseuchen und Gebrauch des Rindviehes Nutzen 1) Dunger 20 Zuzucht. 5) Milch, Butter und Käse Abrahmen Das Buttern * 0 * * * 0 1 „ 0 * * * * 8 0 * 5 „ * * 0 * * 0 * 0 * * * * 0 * * 0 0 * * * 6 * * 0 5 * 1 * * * * „ * * * „ „ * * 0 * 8 Seite 402 404 * 4 1 ö 1 3 1. 1 — vVIIT— Aufbewahrung der Butter 1 4) Mastung 8. 5. Wahl des Mastviehes 1 4 Schätzung des Mastviehes 8 Arbeit e ae c, m. Administration des Viehstandes. Von den Büffelkühen 8 5 Von den Ziegen 3 l. 2 Drittes Kapitel. Von der Schafzucht(Wollvieh) 2 4 Ragen der Schafe 5 1 8 Alterkennzeichen„ n 2 Jucht 8 4 8 l N 2 Aufzucht der Lämmer un c lid Von der Veredlung des Schafpiehes Wartung der Schafe 2 8 2 1) Schafstall 5 8 5 0 20 Die Ernährung. a) Weide 1* a 1 Das Hüten der Schafe 4 b) Stallfüttetung— Winterfütterunnng Getränk der Schafe a Salz 4 8 2 5 2 Allgemeine praktische Regeln beim Quantität des Futters 5 Aeußerliche Krankheiten. 10 Die Räude N D Die Pocken 8 8 5 3) Klauenseuche 1 n f Krankheiten der Lämmer und Jährlinge Allgemeine praktische Bemerkungen über die Lammzeit e tern 751 0 * * 4 * * 0 * * Seite 430 * * 9 * Kennzeichen eines tauglichen Bocks und Schases 5 0 „ * * 5 * * 0 * * — — * 2 * Von der Pflege der Gesundheit und den Krankheiten 402 400 470 480 — 2 Innerliche Krankheiten. 10 Die Fäule 8 8 2) Das Rückenblut 8 3) Der Durchfall 2 8. 4) Die Traherkrankheit 5 8 Schäfer und Löhnung desselben 8 Nutzen und Gebrauch der Schafe. 19 Der Wolle 2 5 8 4 Wäsche und Schur der Schafe 5 Die Schur 2 K 8 8 2) Mastung 8 5 88 5 Weidemast S Stallmast 8 8 8 8 8 3) Zuzucht i 5 8 8 5 40 Milch****** 50 Dünger 0**— 5. A8 e Bemerkungen über die Schafzucht Viertes Kapitel. Schweinezucht(Schlachtvieh) e Verschiedene Ragen der Schweine Von den äußern Kennzeichen der Schweine und dem Alter Zucht der Schweine e Vorsicht beim Werfen 1 5 8 8 Aufzucht der Ferkel 5 8 8 Veredlung der Schweine N 8 Von der Wartung und Pflege der Schweine. 10 Vom Stall e e 20 Ernährung„„ 3) Reinlichkeit i 4) Die gewöhnlichen Krankheiten. a) Von den äußerlichen. Die Lohe** 8* b) Von den innerlichen Krankheiten. 19 Das Rankkorn 8 8 8 20 Die Bräune oder das wilde Feuer 2 * 5 * * 9 Seite 0 * * * 581 582 5———— ä 2———— 8——— 5 U ——————— 5 n 2 N —— 1 4 0 g Nutzen und Gebrauch. Dünger Seite 583 20 Zuzucht* 0 0 0„*** 5 3) Mastung a 8 8 5 f 8 N 584 Mgeeine Vemeffun ses 88 ———— ö 5 Erklärung der Kupfertafeln. Tafel J. stellt in Fig. 1. das arabische oder Urpferd dar; in Fig. 3. das holländische Pferd oder das Pferd, der Tiefe, als Gegensatz von jenem; in Fig. 2. das mecklenburger Pferd oder die Mittelrage. Tafel II. enthält in Fig. 1. die schweizer Kuh oder die Berg— rage; in Fig. 3. den Gegensatz die Tiefenrage in der holländi— schen, welches wohl offenbar die Urrage, und in Fig. 2. eine Mittelrage. Tafel III. zeigt in Fig. 1. durch einen Merinobock die Schaf— raçe der Höhe, in Fig 3. die Schafrage der Tiefe oder das Marschschaf als den Gegensatz von diesem und in Fig. 2. das Mittel zwischen beiden. Tafel IV. stellt in Fig. 1. das wilde oder eigentliche Ur— schwein dar, in Fig. 3. das höchstdomesticirte und in Fig. 2. wieder die Mittelrage. Tafel V. stellt die Proportion eines regelmäßig gebauten Pferdes dar und zwar wie folgt: Betrachtet man das Pferd im Stande der Ruhe von der Seite, so ist die Höhe a) Fig. 1. von dem Widerrist bis zur Erde der ganzen Länge des Korpers, b) von dem Kopf des Bugbeins 1) bis zum Ende des Hinterbackens 2 gleich.— Die Länge des Kopfs o) vom obern Fortsatz des transver— ellen Hinterhauptbeins bis unter die vordern Zähne wird als ein Drittheil der ganzen Länge und Höhe des ferdes angenom— men. Die Breite des Kopfs q) von der Stirn bis zum hintern Kinnbacken beträgt die Hälfte der Kopflänge.— Der Hals hat von dem Fortsatz des Hinterhaupts bis zum Widerrist in gerader Linie e) ein und drei Viertheil der Kopflänge. Die größte Breite des Halses k) ist eine Kopflänge, und die schmälste 807 wo er sich mit dem Kopf vereinigt, die Hälfte derselben.— Die Breite der Schulter h) von dem Widerrist bis zum vor— dern Ende des Oberarms ist der Länge des Fußes von dem Ellenbogen 4) bis zur Hornwarze 5) gleich.— Theilt man die senkrechte Linie) von dem Ellenbogen bis zur Erde in sechs gleiche Theile, so geben drei Theile die Lange e 5 —. 7 . 5 e 1 ö 1 N. * XII des Vorarms bis zum Orbiculare 6) und zwei Theile die Lange bis zur Hornwarze 5), so daß diese drei Punkte sich in einem Verhältniß von 1. 2. und 3. von dem Boden entfernen.— Der Rücken und die Kruppe weichen nur durch eine sanfte schlangenförmige Beugung von einer graden Linie I) ab.— Der Schweif ist der Mitte des Rückens gleich hoch angesetzt.— Der Umfang des Leibes giebt einen Durchmesser m) von ei— ner Kopflänge.— Es versteht sich, daß hier nur des Durchmessers der Rippen gedacht ist, da sich der Umfang des Leibes nach der Quantitat der genossenen Nahrung vergrößert.— An dem eigentlichen Schenkel lassen sich nur an den Knochen drei feste Punkte als ein Verhältniß seiner Form angeben; näm⸗ lich das hervorragende Ende der Hüfte 5), das äußerste Ende des Beckens 2) und die Kniescheibe 3); diese drei Punkte bilden zusammen einen vollkommenen Triangel.— Von der Kniescheibe 8) bis zur Hacke 6), und von dieser bis zur Hornwarze p) sind zwei gleich lange Linien mit der des Vorderarmes s).— Beim Aufheben des Fußes wird das Sprunggelenk 3) eben so breit als der Vorarm r) ist.— Die Fessel der Hinterfüße sind etwas kürzer als die vordern, dagegen aber die Trachte der Hufe um so viel höher. Jig. 2. das Pferd von vorn betrachtet, beträgt die Breite der Stirne t) über den Augenbogen die Hälfte der Kopflänge.— Die Breite der Brust u) von einem Kegel des Bugbeins zum andern ist der Länge des Kopfs bis zum Nasenloch gleich.— In gleicher Weite stehen die Vorarme 5) oben auseinander, und nur allmählich nähern sich die Füße gegen den Boden. Fig. 3. An dem Pferde von Hinten läßt sich außer der Stel— lung der Beine nur die Breite der Hüften W) bestimmen, die der Breite der Brust gleich ist und nicht vollkommen eine Kopf⸗ lange beträgt. Die Höhe des Kreuzes O) 8von der Linie W) der beiden Hüften macht das Drittheil derselben aus. Siehe d'Alton treffliches Werk über die Naturge-⸗ schichte des Pferd's, Seite 25. u. s. f. 2 pen sität chen äm⸗ nde den bis des ——— eee—— Zweite Abtheilung. Die Viehzucht. 8 . 8. 447. So wie der Ackerbau die Hervorbringung der öko— nomischen A so hat die Viehzucht die Hervor— bringung der Ha usthiere zu ihrem Gegenstand. Sie kann übrigens Zweck der 1 Wirthschaft seyn, wenn die Production des Viehes und seiner Erzeugnisse der Hauptgegenstand derselben sind; sie kann aber auch nur Mittel seyn, den 17 11 zu unterstͤtzen, zu heben und zu beleben. So z. B. ist in einigen Gegen— den Hollands und der Schweiz die Rindvieh-⸗ zucht und Melkerei der eigentliche Hauptgegenstand der ganzen Wirthschaft, und der Ackerbau fehlt oft ganz, oder ist ihr wenigstens untergeordnet. An andern Orten ist dieß mit der Schafzucht, an wieder andern mit der Pferdezucht der Fall. Ebenso aber giebt es wieder Sturm's Landw. I. 2. 21 eine Menge anderer Fälle, wo die Viehzucht streng dem Ackerbau untergeordnet ist und nur um seinetwillen ge— pflegt wird. Anmerk. Es kann allerdings Fälle geben, wo zuletzt aller Ertrag des Viehes sich auf den Dünger reducirt, aber sie sind doch sehr selten und liegen häufig in einer unzweck— mäßigen Bewirthschaftung. §. 448. Wenn die Viehzucht als Hauptzweck der ganzen Wirthschaft erscheint, so wirken dabei gewöhnlich Lokal— verhältnisse, welche eine andere Benutzungsart des Grund und Bodens mit Vortheil nicht zulassen. Au— ßerdem dürfte wohl schwerlich in einem hinreichend be— völkerten Lande die Benutzung des Bodens durch die Viehzucht vortheilhaft seyn, da die zu Getraidefeld offen— bar die gewinnreichste ist. Anmerk. Schon deßhalb- würde die Viehzucht dem Ackerbau nachstehen, da diese mehr Producte der Bequemlichkeit, je— ner mehr Producte der Nothwendigkeit liefert. . 8. 449. ö Wenn wir die Viehzucht hier betrachten, so sehen wir solche als einen integrirenden Theil der Landwirth— schaft überhaupt an und beleuchten sie auch vorzüglich nur aus diesem Gesichtspunkt. 1§. 450. N Eintheilung der landwirthschaftlichen Hausthiere. Mehrere Thiere gewähren einen ökonomischen Nu— . hiere g tzen und sind in sofern Gegenstände der Viehzucht und 2 „ß FTT—————....—— Nu— und Landwirthschaft überhaupt. Wir haben demnach hier Thiere zu betrachten: 1) Aus der Classe der Säugthiere. 2) Aus der Classe der Vögel. 3) Aus der Classe der Fische. 4) Aus der Classe der Insecten. Erster Abschnitt. Landwirthschaftliche Säugthiere(Vieh). Die Säugthiere kann man nach dem ökonomischen Gesichtspunkt, d. h., nach dem Gebrauch, den sie uns bei der Landwirthschaft gewähren, eintheilen: 1) In Arbeitsvieh(Pferde und Esel). 2) In Milchvieh(Rind- und Ziegenvieh). 3) In Wollvieh(Schafe, Angorische Zie— gen u. s. w.). 4) In Schlachtvieh(Schweine u. s. w.). Diese sämmtlichen Thiergattungen können alle bei einer Landwirthschaft vorhanden seyn, oder es sind es nur einige. Sie alle kommen als verschiedene Ragen unter sich vor, die sich wieder theils durch ihre Körperform, theils durch ihre ökonomische Nutzbarkeit wesentlich un— terscheiden. 1 Aus diesem Grunde ist es dem angehenden Land 0 21 — 324— wirth äußerst wichtig sich richtige Begriffe von den Ra- 7 6 sen, von ihren Cigenthümlichkeiten, Vorzügen und 10 „ Fehlern zu verschaffen, wozu nun im Folgenden Anlei— 90 tung gegeben werden soll. * 0§. 432. Ragen und Nagenzeichen im Allgemeinen. Unter Ragen verstehen wir hier Thiere von ein und derselben Art, welche zwar alle den Hauptcharakter der Art gemein haben, im Einzelnen aber sich von einander wesentlich durch Kennzeichen unterscheiden, die oft ganz, oft nur so lange constant sind, so⸗lange die sie verursa— chenden Einwirkungen, als Clima, Boden, Nah— rung u. s. w.(oft selbst der Gebrauch) vorhanden sind. Kreuzungen sind keine Ra gen, sondern so nennt man die aus der Paarung zweier verschiedener Na— gen entstandenen Individuen, sie sind also gleichsam nur künstliche Ragen. Anmerk. Das Meklenburger und Arabische Pferd sind zwei verschiedene Ragen— das Pferd aber, welches von einer Meklenburger Stute und einem Arabischen Hengst gefallen — nennen wir eine Kreuzung von beiden. §. 433.. f Um einen richtigen Begriff von Ragen überhaupt, und von ihren unterscheidenden Merkmahlen ins beson dere zu erhalten, ist es nöthig, die einzelnen Theile des Thieres, welche die Hauptragenzeichen enthalten, ge— nau kennen zu lernen. Der wefentlichste von diesen ist: . A. ̃ M... ¾!. 72727....—— 29 2 — 325— 1) Der Ko pf. Dieser ist das wichtigste Ragen⸗ zeichen bei allen Thieren, am wichtigsten aber bei solchen, velche auf einer höhern Stufe der geistigen Organisation stehen, d. i. solcher, die mehrere geistige Anlagen und Fahigkeiten besitzen. Auch bin ich nun durch mehrjäh— rige Beobachtungen ganz vollkommen überzeugt, daß bei Kreuzung zweier Ragen im Jungen der Kopf größtentheils nach dem Vater, der Leib und beson— ders aber das Hintertheil nach der Mutter gebildet wird. Anmerk. Ich muß hier sehr bitten, mich nicht mißzuperste⸗ hen, wie es mir leider! öfter mit dieser Behaupkung, vielleicht von andern vorsätzlich, gegangen ist. Ich sage größtentheils. Das schließt einzelne, aber gewiß nicht häufig vorkommende, Ausnahmen nicht aus. Auch bitte ich zu bedenken, daß ich von der Kreuzung zweier verschiedener Ragen 8 0§. 454. 51* A422 7* Bei der Beurtheilung des Kopfes als Nagenze ichen 8 oreacke kömmt in Betracht 5 1 7 No 5 0 5* 1 1 8 Große in Verhältniß zur Größe des ganzen örpers „„ oa c Mus; NN 95 Die Hauptform desselben, z. B. Breite und Wöl⸗ bung der Stirn⸗ e on ee 1 0 5 bung der Okirn? Silbung, der 1.. w. 9 1 RN * 9 Augen, hee 7 A eile des Ke W— 2— f Nund, Hörner u. s. w. * en e 1 235„ Hane d) Das 0 Garte Oder U Inbeh⸗ 8e des* opfes. 0— §. 4 5 5 3* 2 18 N 4 Ee 1 7. 2) Der Hals. Bei ihm fällt uns zunachst auf: S 0 1 1 5 4 1 1 1 N a) Sein Stand auf dem Rumpf nnd die Art seiner Verbindung mit dem Kopf. 3. B. welchen Win; kel er mit dem Rumpf macht u. s. w. b) Seine Länge, Dicke, Biegung u. s. w. c) Gewisse zufällige Dinge, z. B. die Wamme, die Mähnen und andere. §. 436. 3 Die Brust und Vorderbeine. Sie zeich⸗ net sich aus, theils durch ihre Breite, theils durch ihre Engigkeit, durch den Stand der Vorderbeine. Letztere sind ebenfalls verschieden gebildet und finden sich bald länger, bald kürzer, bald sind sie vom Knie ab gerade, bald nach außen oder innen gerichtet, bald stehen sie mehr in den Leib hinein, bald mehr heraus. * S. 437. 4) Der Leib(Mittelhand). Der Theil des Körpers, welcher zwischen der Brust und dem Kreuz liegt, und Bauch und Rücken enthalt. Bei der Betrachtung desselben, beobachten wir: a) Seine Länge, diese ist sehr verschieden.. b) Seine Höhe. c) Die Form seines Durchschnitts, welche von der Wölbung der Rippen abhängt. d) Die Linie, welche seine Oberflache oder das Nück— grath bildet. 2* 7 N 1 * stand der Hüftknochen von einander. b) Die Art und Weise wie der Schweif angesetzt ist. c) Dann die Form der Hinterbeine, und das Ver; hältniß, in welchem der Ober- und Unterschenkel zu „5 0 seiner 8 0 f n Vin; ö ö 5) Das Kreuz und die Hintertheile. Bei 0 erstern fallt in die Augen: 5* 1 „ die 2) Die Verschiedenheit seiner Breite, d. i. der Ab- 5 9 14 lich einander stehen. Auch kömmt selbst bei gewissen h ihte Thieren, besonders aber bei Pferden, die Bildung 10 des Fußes oder Hufes sehr in Betracht. ald rade, n sie 0 tag; Dieß sind die Theile, worauf man bei Beurthei— lung und Kenntniß der verschiedenen Ragen besonders seine Aufmerksamkeit zu richten hat. Wie sie bei einer und der andern Rage hervortretend erscheinen, wird in des der Folge besonders gelehrt werden. 1 Anmerk. Weiter auseinander gesetzt habe ich diese Ansich— der ö ten in folgender kleinen Schrift: Andeutungen der wichtigsten Ragenzeichen bei den verschiede⸗ nen Hausthieren u. s. w. Jena 1812. und hinrei— chende Belege dazu enthält folgendes Werk von mir: Ab— bildungen von Viehragen auf einigen Groß herzogl. Weim. Gütern u. s. w. II. Hefte. Jena 1818. u. 1810. — 3 7 5—*—— 1— 5 8 ————— 2— —— — ö U ä 2——.— DTT. N 5 1 . N 1 ö 0 0 — . p— 2 a D— 0————————— 5. 0 I 2—— 2— ö 0 7 2—————— 2—— — N— 70— 0 5 2 2.— N 2 7 9——* 8 1 2 0— 5 2 1 8—— 1 2——— 7——— 2 8* 542—— — n e 8 8 = 8 9 W 2 8 5 — 2 2— 1—— 2. 5 2 2 2——— 2 8* 8 8 N 80 2. 2 S — n— 5 8 2 2 2 22 3 2 2 188. ö D 1— 2 2— 2 N 15 S— W 8 2 8— 0 D— 2 S. 8 2 X—— 3 3 N — 3— 8— 85 2— f 2 S S— 2 8 0. —— 0 8—— 2 S 2 8 3 92——— Y N ———— 8. —. 2 8 2— 2 T 2 2* U 4— 2— 2 N s 2— 8 5 2 58 2 — 2— 8————— 2— 28 2————— 8 g 22 2 0 2 5*— 0 0— 5 8 7 8 2———— 5* 22 77 0 5——— 1 8 1 2 2 7—— 8 7 2 2 2 2 e— 3 5 7 5 —— e ee— 2 2 ö 8 2—. ö — 2 S ö— 5 2 2— i .— 4 5 9 5 4 7—. 3.——— 8— 2: 5 2 3 2 2 85 G 8 2 2 g 2 5 O 2——— 8 2 e—— 2 N i — 72 2 8———„ 0— 2— 5 ö .*—.*— 22 785 2 8 2 2 2 + 55. N 5 2 2 2 8 5 5 0 0 J J—— + 2 S 2 5 5 2— 8 7 755 2— 2 0 8— 5 3 9 2. 0 S—— 8— 2—— 3 D 8 N ü 70—— S S— 2—=: S. ö————— 2 22 2 3— 5— U—— 2 288—— A en S— E. 5 ö ö 8 7— 2—— 2— N—— 7— 8 N J————— 2—— 1 2 8——— 1 3 3 5 2 8 0 S K— 8 3 2 a ö 8 O 2 S. 8— S 2—* 3 3 5 VVUkßf 1 5*— 2 85 5—— I rn 8— ö. 8. 2— 5 8 8——— EC 5 N ö. 2—— 2* 9* N———— ö 0 2„ 5 9:!!!.—. ö 8—— Nr 2 2 8.. 5 2 4 7 2 e ö 8— 2 2 8— 2 1 8 5 S e r 1 0 S 8 188 S S*. 2 S. 8 8. ö——*——— 2 7 3 N —— 2——— 2 8.—— 2 1 1 8— 2. 2 2— ö ——— 2 e R 1 2—— 0 28——— 22— C 5— 2 8— 1— 3 —— 882— 2 9— 4——— 1 2* 7 2—— 2— 2— 208— 8 3 1.— 0 — 1—— 8— N„ S — 2 2 S: 0 2 2 0* 2 3 7 S 28 8 S ö 1 2———— 2 0—— 3 5 1 5 5 20——— f f U—— 2— 2 0——— 0————— 9 9 N,— 2 0* 8 1 8 2— ö„ C 2 2 E 8„„ 2 0 7———— 8 7 3= 2— 9 55 2 4 7 5 2 2——— 8 8——— 4 2— 7——————— 95 2 8* 8 5 S ö ö— 8 2— 2 1 7 ö 22 S 2 2— 8 2 Se e, 0 N—— 2 9—— 22 8 2 N—— 0( 5 8 4 2— 80. 4 2 0 2 2 80—— 2—— N n 2 S 8 3 5 ———— N 1 ö N 8 —— albst 1 8 de; ziel; ein ten, ist. der er; Nir ent 3 1 9—— Ueber die Naturgeschichte des Pferdes haben wir ein classisches, nach seinem Werth lange 5 1 genug gekanntes Werk, was ich vor allen nachzulesen bitte, nämlich: Die Na— turgeschichte des Pferdes vom Fr. d' Alton. IV. Hefte mit vielen herrlichen Kupfern. Ich verdanke, über diesen Gegenstand der Güte des Vexfassers, den 15 meinen Freund nennen darf, sehr viel B dehrüt §e 462. Von Natur scheint das Pferd e für den sandigen oder lehmig- sandie und für die Ebene bestimmt zu seyn. 5* 2 welche wir für diese Behauptung anfu hem oe sind 9. 454 Boden 2 S N 5 0 ) Die Vollkommenheit des Pferdes besteht unter an— dern darin, daß sein Leib mehr cylinder- als ton— nenförmig gewölbt ist. Diese Form aber kann nur entstehen oder erhalten werden durch Nahrungs— mittel, die bei einem geringen Volumen, viel Nahrungsstosse enthalten. Dieß ist aber nur bei Kräutern und Gräsern der Fall, die trocken, also auf einem mehr magern Boden erwachsen sind, oder bei wirklichen Körnern. Daher verliert das Pferd in der Tiefe, auf fetten Weiden seine schöne Ge⸗ stalt, daher stehen Graspferde denen nach, welche auf dem Stall von trocknem Futter leben. J p) Der Fuß des Pferdes mit einem ungespaltenen Huf, ist mehr auf sandigen, als thonigen Boden berechnet. Daher kömmt es denn auch, daß Kühe und Ochsen, wegen der gespaltenen Hufe, ungleich 7* besser in schwerem Boden gehen kön We als Pferde. c) Daß das Pferd mehr für die Ebene, als für Ge— birgsgegenden bestimmt ist, leidet um so weniger Zweifel, da die größte Vollkommenheit des Pfer— 5 des in der richtigen Harmonie seiner Theile besteht. Aber nur, wenn das Pferd auf der Ebene sich be⸗ findet, wird es weder hinten noch vorn überbaut werden, während Pferde in der Tiefe gewöhnlich vorn, Pferde auf Gebirgen erzogen, hinten überbaut sind. Anmerk. Auch hier muß ich mich gegen Mißverstände sichern— es ist hier die Rede von der höchsten Vollkom— menheit und es wird dadurch nicht widersprochen, daß man auch im entgegen gesetzten Fall Pferde ziehe und zie⸗ hen könnne, das stößt aber unsere Behauptung nicht um. Uebrigens stimmen die Erfahrungen aus allen Län— dern, wo man die Pferdezucht künstlich treibt, hiermit uberein. S. mein Jahrbuch der Landw. IV. a. — 8. 463. Von den Raçen der Pferde. Die Ragen der Pferde sind nach den Ländern, wo sie angetroffen werden, unendlich verschieden und es ist kaum möglich darüber etwas bestimmtes anzugeben, wenn man nicht von einem allgemeinen Gesichtspunkt ausgeht und sämmtliche Schläge auf zwei Hauptschläge zurück— führt, zwischen welchen die übrigen in der Mitte stehen, oder sich zu dem einen oder andern mehr hinneigen. Wir nehmen daher als Urrage das auf trockenem Bo— den entstandene Pferd, nämlich das Arabische Stam m— pferd, und als Gegensatz von diesem, das auf feuch— tem, tiefen Boden gebildete Frießische Pferd als die de U sten ür Gez veniger ö Pfer; estcht. ich be erbaut hnlich uten rstände ollkom⸗ „ daß ind zie⸗ g nicht N Län⸗ hiermit wo es ist wenn isgeht urück⸗ ehen, m Bo⸗ a m m⸗ feüch⸗ ls die * 55 zwei Hauptragen an. So haben wir gleichsam eine Rage des trockenen und eine des feuchten Bo— dens. Jene zeigt in ihrem ganzen Köperbau die höchste Vollendung und entspricht der edelsten Bestimmung des Rosses, dem Tragen des kühnen Reiters, oder dem Führen des Helden auf dem leichten Triumphwagen. Diese deutet den ökonomischen Gebrauch an und ist ein Product der Nothwendigkeit durch Kunst erzeugt auf einem Boden, der seiner ursprünglichen Natur gleichsam wiederstrebt. Dort finden wir einen kleinen, aber fe— sten Huf, feine aber feste Knochen, trockne, aber sehnige Schenkel, einen langen dünnen Hals, eine weniger breite aber tiefe Brust, einen runden cylinderförmigen Leib; hier dagegen dicke aber poröse Knochen, weniger markirte Sehnen, aber mehr Fleisch, einen herausge— wölbten Leib, platten, großen Huf, und breites Kreuz, mehr auf Tragen und Lastziehen als auf schnellen Lauf berechnet. Anmerk. Das ächte, sogenannte Ragepferd deutet durch seinen Bau vorzüglich Schnellfüßigkeit an, wie der Hirsch und der Windhund. Die Aufbewahrungsorte der Luft— werkzeuge(der Lungen) nämlich, sind geräumig, besonders hoch, während die Aufbewahrungsorte für Nahrungsmittel, die beim Laufen beschwerlich und hinderlich, nur niedri— ger sind, also der Leib aufgezogen. N§. 464. N Wenn wir nun diese beiden Ragen als Extreme an, nehmen, so lassen sich die übrigen darnach am leichtesten eintheilen. Wir wollen hier nur die wesentlichsten teut— 0 1 5 2 — 882— 32 schen und in Teutschland jetzt zum Theil acclimatiserten, kürzlich aufführen: J. Das arabische Pferd oder das des trocke⸗ nen Bodens. Fig. 1. Das schönste und wahrscheinlich die Stammrage aller übrigen. Man hat in Arabien selbst drei Ragen. a) die edlen, b) mittlern und c) schlechten. Alle sind von mittlerer Größe, mehr mager als fleischig, feinknochig, haben trockne Sehnen, kleinen Huf, sind leicht, feurig, stolz und ausdauernd. Die Länge betragt gemeiniglich mehr als die Höhe. Der Kopf ist klein, die Stirn platt, die Ohren gut angesetzt, gerade Nase mit weit geöffneten Nasenlöchern. Gana— schen stark, Schenkel fein, Muskeln und Sehnen stark, Fesseln lang, aber sehr elastisch. Dahin neigen sich mehr oder weniger alle orien— talische Ragen, viel russische, die hungari— sche und polnische, auch die neuenglische. §. 463. II. Die Mittelrage. Fig. 2. Sie zeichnet sich durch etwas stärkere Knochen, stärkern Hals und Leib, auch durch mehr Fleisch aus und neigt sich zu bei— den Endragen gleich stark hin. Man kann dahin zäh— len: die spanische, neapolitanische, einen Theil der französischen; von den teutschen die alt- meklenburgische. C TTT. ̃—.— ißtten, rocke⸗; ch die selbst Die §. 466. III. Das frießische Pferd oder das des feuchten Bodens. Fig. 3. Groß und stark von Körper, Kopf groß und schwer, Hals kurz und stark, Nücken breit, senkig, Kreuz breit und gespalten mit niedrig an— gesetztem Schweif, Schenkel stark, mehr breit als gerun— det, mit Haaren besetzt, die Hüfe groß und platt. Ist ungleich geschickter zum Ziehen und Lasttragen, als zum Reiten. An diese Rage schließen sich an: die hollän⸗ dische, brabanter, altenglische, die däni⸗ sche und pi l §. 467. Von den teutschen Pferderagen giebt es nur noch wenig reine Ragen. Die meisten sind Kreuzungen von arabischen oder englischen Hengsten und Landstuten. Die gewöhnlichsten zu Reitpferden sind Pohlen, jetzt seit i dem Krieg auch wohl Russen, meklenburger Ge— stütpferde; zu Zugpferden aber Meklenburger, Brehmer, Hollsteiner, Marker, Thüringer u. s. w. §. 468. Von den äußern Kennzeichen des Pferdes und dem Alter. Wenn die Rede von der Pferdezucht ist, so kömmt bei der Beurtheilung des Pferdes nicht bloß seine Fä— higkeit oder Brauchbarkeit zur Arbeit, sondern es kömmt selbst seine Schönheit in Betracht. Bevor wir aber über die Verhältnisse der einzelnen Theile sprechen kön— 4 — 2 1 — 5.— Sr 2— 5 A—.—————— nen, müssen wir die schulgerechte Eintheilung des Pfer— des und die einzelnen Theile desselben kennen lernen. Man theilt den Körper des Pferdes gewohnlich in drei Haupttheile: die Vorhand, den Leib und die Nachhand. §. 469. or h a d d. Dazu gehört der Kopf, Hals, Widerrist, Brust, die Schultern und Vorderbeine. Der Kopf besteht wieder aus mehrern Theilen und zwar: a) Genik, b) Haarschopf, c) Ohren, d) Stirn, e) Augengruben, k) Augenbraunen, g) Augen und Au— genliedern, h) Nase, i) vordern Kinnbacken, k) Maul, J) Bart, m) Ganaschen. §. 470. Der Hals besteht: a) aus dem Kamm mit der Mähne, b) Kehle, c) den Seitentheilen, d) Wider— rist, welcher von 9 Stachelfortsätzen der Wirbel, wo— von der ste der höchste ist, gebildet wird. 5§. 471. Die Brust fängt da an, wo der untere Theil des Halses aufhört und bestimmt die vordere Breite des Pferdes. Die vordern Gliedmaßen sind auf beiden Seiten: a) Schultern, b) Arm, c) Vorarm, dh) Ellbogen, e) Kastanie, 1) Vorderbein, g) das vordere Schien— * Stute Nen gat 1 0 1 pfet⸗ bein, h) Beugsehne, i) Köthe, k) Sporn, I) Haar- 1 5 zotte, m) Fessel, n) Krone, 0) Huf. 6 1 hnlich 4 und§. 472. b 7 . 1 Enthält: a) den Rücken, b) Lenden, c) Rippen, 7 d) Bauch, e) Flanken, 1) Geschlechtstheile, oder bei 1 Stuten das Euter.. 1 rist, 6. 473.. 1 der Na ch han d. 9 4 8. 1 8 15 Besteht aus: a) der Gruppe, b) Schtbeif, 1 irn, c) Hanken,(die hintern Gliedmaßen) 4) Dickbein, 5 ö Nu e) Schenkel, 5) Kniescheibe, g) Sprunggelenk, h) Ka— Raul, stanie, i) Hinterschienbein, k) Köthe, I) Fessel, w) Kro— ne, n) Huf. §. 474. 55 Aus der richtigen Proportion ae dieser Theile ider“ aner einander 298 a den ganzen Körper entsteht nun 10 die eigentliche Schönheit des Pferdes. Man hat sich Mühe gegeben, die schönsten Verhältnisse nach der Na⸗ tur zu bestimmen und sie in Maaßen ausgedrückt, wor⸗ auf sich der Hippometer gründet. Wir werden am 5 Ende diese Verhältnisse, durch ein Kupfer erläutert, an— gal geben. f des n§. 475. 115 Farbe des Haares. gen, Die Pferde erhalten sehr haufig ihre Benennun— jn, gen nach der Farbe ihrer Haare, die unendlich verschie— den ist und fast ein eigenes Studium fe Berk Wir wissen nicht mit eee welches die Farbe des Ur: 1 pferdes gewesen, doc h scheinen unter de en achten Ra— gepferden, S e l, braune und schwarze am meisten vorzukommen. Das Haar kann man übri— gens abtheilen: 1) In einfarbiges. 4) eiß; Milchschimmel, ganz weiß. An⸗ dere Ale ten von Schimmeln entstehen, wenn die weißen Haare mit 5 vermischt sind; »Schwarzschimmel, mehr schwarz als weiß; Blauschimmel oder 1 5 mehr weiß als schwarz; Eisenschimmel; Staar— schimmel; Grauschimmel; Fliegenschim⸗— mel, weiße Grundfarbe mit kleinen schwarzen Fle— cken; Mohrenkopf, schwarzen Kopf, übrigens Schimmel; Spiegelschimmel; Kothschim— mel. Aus braun und weiß gemischt, entsteht: der Ho— nigschimmel; Forellenschim 1 Bran d⸗ schimmel; Rothschimmel; Weinschimmel Apfelschimmel; wenn weiß die Gründe ut sich andere Flecken darauf befinden, so entstehen Schä⸗ cken und zwar: Schwarz-, Braun-, Fuchs, Porcellan- und Gelbschäcken. Beim Tieger⸗ schäck sind die Flecken klein und fast regelmäßig. 88 §. 476. b) Gelb; hiervon giebt es fünf Abstufungen, als: r r 8———— 4 — 337— Wir Weiß ins gelbliche spielend: Blaß- Isabelle; 6 Ur- gelber: Hell- Isabelle; gelb mit schönen 1 Ra- Glanz: Gold-Isabellez gelb, weniger Glanz, barze Mähnen und Schweif schwarz: Hochgelbe Isa— ͤͤbri⸗ belle; fast fuchsig, aber Mähne und Schweif weiß: Dunkel Isabelle. Hieher gehört auch die Falbe; Semmelfalbe; Dunkel- An; falbe; Mausfalbe; Rehfalbe; Koth— in die falbe; gemeine Falbe. sind;. weiß; ö. 477 a 2 mehr e) Roth; der Rothfuchs, braunroth; Kupfer⸗ taar; fuchs, Kupferfarben; Goldfuchs, roth ins schin, gelbliche spielend, glänzend; Hellfuchs, mehr en Fle⸗ ins Gelbe; Lehmfuchs, ins Graue fallender brigens Hellfuchs; Schwarzfuchs, die rothe Farbe fällt mehr ins Schwarze, so, daß sie auf einigen chin, a 10 Stellen dunkler, auf andern heller ist, Mähne und 1 1090 Schweif weiß oder grau; Kohlfuchs, hell g 100 schwarz ins röthliche scheinend; Zobelfuchs, 9 1 e 0 g f 11 mel; wie Zobel. 0 e und. 10 f§. 478. 1 ch ä⸗. N 565 1 987, d) Braun ist verschieden nach Glanz und Tiefe. 1 ger Man hat: Kastanienbraun, bis an die Knie schwarze Beine, schwarzen Schweif und Mähne; Schwarzbraun, schwarz, nur in den Flanken und an den Nasenlöchern braun; Spiegel— a8 braun, an dem Kreuz geapfeltz Goldbraun, Sturm's Landw. I. 2. 22 — 338— spielt ins Gelbe und stark glänzend; Hellbraun; Rehbraune, graubraune Haare. 9. 479. e) Schwarz, Rappen genannt; Lichtschwarz, wo das Haar mehr ins Braune fällt; Glanz— rappe, ganz schwarz und glänzend; Kohl— rappe, ganz schwarz, ohne besonderen Glanz. Anmerk. Abzeichen nennt man besondere weiße Flecken, welche man an der Stirn oder dem Vorderkopf findet, als: Stern, Blässe, Schnippe. §. 480. r Das Alter der Pferde erkennt man bis zu gewissen Jahren mit ziemlicher Sicherheit an den Zähnen, spä— ter aber muß man noch andere Merkmahle zu Hülfe neh— men. Man unterscheidet beim Pferde drei Gattungen von Zähnen: Backzähne, Hackenzähne und Schneidezähne. Von erstern zählt man in beiden Kinnbacken 24 Stück, von der zweiten Gattung 4, die indeß bei Stuten in der Regel fehlen, von der drit— ten Art 12, in jedem Kiefer 6 Stück. Man kann mit Naumann das ganze Alter der Pferde in vier Hauptperioden theilen: Das jugend— liche Alter, das reife Altex, das eigentliche Alter, das hohe Alter. Raumann, über das Aeußere des Pferdes u. s. w. A aun; „ barz, lanz, dohl- fz lecken, findet, vissen pa e neh⸗ ungen und eiden 9 4% drit⸗ r der end— liche — 339— §. 481. Die erste Periode enthält 6 volle Jahre. Das Füllen bringt zwar 12 Backzahne, aber selten Schnei— dezähne mit auf die Welt. Einige Tage nach der Ge⸗ burt brechen die zwei vordersten Schneidezähne in jedem Kiefer hervor; nach 46 Wochen kommen 4 andere, und nach 6 Monaten kommen die 4 letzten(Eckz zäh ne). Diese Zähne heißen die Milchschneidezähne. Sie sind weißer, platter und kürzer als die pferd ezäh ne, welche gelber, breiter und tiefer gerieft sind. Mit dem Alter verändern sie sich. Die Höhlen der vordern bei— den füllen sich mit der schwarzen, weichern Masse, (Kunde, Bohne, Kern) nach einem Jahre fast ganz aus, und nach 18 Monaten ist die Kunde bei den Vorderzähnen voll gewachsen. Sie haben an Breite verlohren und es ist ein Hals an ihnen bemerkbar. Mit 2 Jahren sind sie ganz glatt, weiß und glänzend. Die Mittelzähne sind jetzt so weit herauf gewachsen, wie die Vordern mit 18 Mongten waren. Mit 22 Jahr ver— liert das Füllen die 4 Vorderzähne, mit 33 die 4 Mit; telzähne und die Hackenzähne fangen an durchzubrechen, mit 43 Jahr endlich fallen die letzten vier Milchzähne aus, und werden wie die ersten durch die breitern Pferde— zähne ersetzt. Jetzt kommen auch die Hackenzähne des vordern Kiefers und das Füllen heißt nun Pferd. . 8 Nach Vollendung des fünften Jahres sind die Zähne des hintern Kiefers fast ausgefüllt, die Mittel— 22 750 ⁵ ñxX0ꝓ5¼vdddd. —— 5 N 0 0 N 0 „ ˙ m. zähne haben noch Höhlen, an den Eckzähnen ist bloß die vordere Wand gebildet. Die Hackenzähne sind über die Hälfte hervor, spitzig, und die Furchen gehen bis zum Zahnfleil sche herunter. eit Vollendung des ten Jah⸗ res sind im hintern 3 die 2 vorde sten Schneide; zähne ganz ausgefüllt, in den Mitt elzähnen sind die Höhlen nur, noch zur Hälfte sichtbar, und an den Eck; zähnen sind die Wände vollig heran gewachsen, die Höh— len derselben haben noch ihre völlige Tiefe. Die Ha⸗ cken sind hervor, spitzig, die Furchen derselben reichen aber nicht bis zum Zahnfleische herunter. §. 483. Die zweite Periode, vom 7ten bis zum 12ten Jahre, beginnt mit dem 7ten. So wie dieß vollendet ist, sind die Mittelzähne und mit dem sten die Eckzähne ausgefüllt, d. h. die Kunde ist weg. Die Hacken fan⸗ gen an ⸗sich abzurunden. Bis zu dieser Zeit gehen di Kunden des untern Kiefers, von jetzt an muß man die Zähne des sbern zu Hülfe nehmen. Diese behalten bis zum gten Jahre Kunde, mit 9; Jahr aber geht die Kunde der Vorderzähne weg. Die Hacken sind stumpfer, die Furchen flacher; mit ros Jahr geht die Kunde der Mittelzähne weg, die Hacken fast ganz rund; mit 113— 12 Jahren sind endlich die Eckzähne ausgefüllt, die Hacken unten ganz rund; die untern Schneidezähne er— scheinen schmäler und verlängert, §. 484. Dritte Periode. Hier sind die Kennzeichen — ä———̃—„ lͤßet Geste aß die ber die 5 zum Jah; neide; d die n Eck; Hoh; e Ha⸗ eiche 12 ten lendet zähne fan; en die die ibis t die pfer/ e der die ie er⸗ ichen äußerst unsicher. Man muß hier schon mehr die ganze Gestalt des Pferdes in Anspruch nehmen. Von dieser Zeit an werden die untern Schneidezähne schmäler und ihre Flachen nähern sich mehr und mehr der Gestalt eines Dreiecks. Mit dem röten Jahre werden diese Zähne vollkommen dreieckig und mehr und mehr nach vorn ge— richtet, Hacken kurz, sehr stumpf, die Augenbraunen haben einzelne graue Haare. Mit 18 Jahren wird das Haar der Stirn grau, die Schneidezähne 9 55 weiter aus 5— . 485. Die vierte Altersperiode beginnt mit dem roten Jahr. Hier nimmt das Fett ab, die Haut wird hart und trocken, die Muskeln dicht und steif. Gewöhnlich zeigt sich diese Periode sehr bald durch das ganze Ansehn des Pferdes. d'Altons Naturgesch. des Pferdes 1 eine Abbildung der Zähne in Hinsicht des Alters. §. 486. Zucht der Pferde. Die Zucht der Pferde kann auf verschiedene Art be⸗ trieben werden, nämlich entweder in Gestüten, Au⸗ stalten, die bloß deßhalb unterhalten werden, oder der Landwirth kann sich seine Pferde unter der Hand neben⸗ bei von seinen Arbeitspferden ziehen. Die letztre Art wird in der Regel nur mit der eigentlichen Landwirth⸗ schaft verbunden und deßhalb nehmen wir auf diese vor; ——— 342— züglich Rücksicht, da wir sie außerdem auch für sehr Ahsel zweckmäßig halten, wenn wir vorher etwas von den Ge— utter stüten erinnert haben werden. e anbau §. 487. ecde e st i t n fen it So nennt mon solche Veranstaltungen, wo mehrere nd de Mutterstuten und Hengste oder Beschäler, bloß um der o ent Zucht willen unterhalten, und alljährlich eine gewisse tus en Anzahl von Füllen gezogen wird. Sie können Landes: üg aber auch Privatanstalten seyn. Um schöne, reine en Ragen zu erhalten, sind sie vielleicht das einzige Mittel, wenn auch der Weg, gute Pferde zu erhalten, etwas kost⸗ spielig seyn mag. ö Man theilt gewöhnlich die Gestüte ein: 1) in wilde Gestüte; werde 2) Halbwilde; a 3), Zahme; N55 4) Stallgestüte; get 5) Landgestüte. boer Dahn, 9. 488. Jui Wilde Gestüte. bean Bei dieser Einrichtung ist ein beträchtliches Ter— rain den Pferden preisgegeben und sie leben, ohne be— sondere Aufsicht und ohne Rücksicht auf die Geschlechter, ganz im Freien. Sie begatten sich gewöhnlich nach Ge— fallen und irren Sommer und Winter, dem Wilde gleich, Ctule umher, wo sie wollen. Nur bei hartem Winter wird 10 g t sehr n Ge⸗ ehrere n der ewisse s Ter hne be⸗ lechtel/ ich G0 gleich d ihnen in dazu errichteten Schuppen Heu, selten anderes Futter gereicht. Bei wohlfeilen Lande mag diese Art die Pferde zu ziehen Nutzen gewähren, indem sie hart und ausdauernd werden, sonst aber ist sie, wenn dergleichen Pferde auch kräftig und stark werden, was nicht zu läug— nen ist, doch mit vielen Unannehmlichkeiten verknüpft, und der künftige Gebrauch der Pferde ist ihrer Erziehung so entgegen gesetzt, daß schwerlich großer Vortheil dar— aus entstehen kann. In Ungarn, der Tatarei und Wal— lachei, Pohlen und Nordschottland fee man derglei— chen Gestüte. 8. 489. Halbwilde Gestüte. Hier sind die Stuten das ganze Jahr im Freien, werden gehütet und auf den Weideplätzen sind hie und da leichte Schuppen, damit die Pferde, bei schlechtem Wetter, Schutz finden und im Winter darin gefüttert werden können. Sie werden entweder frei beschält, oder aus der Hand. In Ungarn, Mähren und Böhmen hat man mehrere Gestüte der Art. In Teutsch— land ist das Sennergestüte in der Grafschaft Lippe bekannt. 8. 490. Zahme Gestüte. Sie enthalten eine gewisse Anzahl ausgesuchter Stuten und Hengste, welche in einer schicklichen Gegend und auf passendem Terrain in besondern Abtheilungen geweidet, des Nachts in Stall gebracht und im Winter daselbst gefüttert werden. Das Beschälen geschieht hier 0 8 f 193 1 8 am beßten aus der Hand. Dergleichen Gestüte giebt es 1 0 1 5 1 1* N N 8 mehrere in Teutschland, die zum Theil durch schöne Ra— 110 gen hoch veredelt sind. fall de kü b dun Landeg ee st ute. f 1 7 Offenbar eine der nützlichsten Anstalten zur Verbes—⸗ 97 0 serung der inländischen Pferdezucht. Die Einrichtung fi d dabei ist die, daß von Seiten der Regierung die passen— 1760 den Beschäler angeschafft und unterhalten werden und ah daß jeder Bürger das Recht hat, gegen ein billiges Be— schälgeld, seine Stuten zur Beschälzeit dort bedecken zu lassen. Die Vorzüge dieser Anstalten sind so groß, daß man sich wundern muß, wie die in mehrerern Ländern schon vorhandenen, gelungenen Beispiele nicht mehr es Nachahmung gefunden. i 1 2 5 15. 5 a 1 e Anmerk. Sehr nachahmungswerth ist die Veranstaltung ei⸗ N 1 e 5 9 2 f N, nes dergl. Landgestüte auf einigen Großh. Weimarischen ff Gütern, wo die Beschäler zugleich die Stelle der Acker— den pferde vertreten und ihre Unterhaltung mithin gar nichts 119 9 besonders kostet. Das höhere Ankaufscapital der Beschä— 3 ler, gegen geringere Pferde, wird durch das Beschälgeld Muskel zum Theil gedeckt, und wenn auch nicht, soll denn dete g der Staat nichts fürs Allgemeine thun? Die Erfahrung, 15 die bei mir hierüber nur noch kurz ist, hat gelehrt, 8 het fi bei gehöriger Behandlung und Fütterung weder die B Hoh gle schäler leiden, noch die Füllen, die davon fallen geringer werden. Auch scheinen die Beschäler wirklich fruchtbarer 0 bei gehöriger Arbeit zu werden, als dieß bei Hengsten der lu Fall ist, die gleichsam nur auf der Mast träge stehen. Vinler t hier sebt es e Ra⸗ erbes⸗ chtung bassen⸗ und Landern t meht lung ei⸗ sarischen er Acker⸗ r nichts Beschä⸗ 100 algeld denn N fahrung, hrt, daß die Be⸗ geringer Uchtbarer gsten der hen. 4 96 9. 492. orse bern. einer Zuchtstute und eines Beschälers. Das erste Erforderniß bei einer Zuchtstute und Hengst ist Gesundheit und Fehlerlosigkeit, so wohl des Korpers als Tempetaments; demnächst aber kömmt auch die Schönheit des Korpers und das Vaterland, oder die Nache und vorzüglich das Alter in Betracht. In Hinsicht des Alters dürfte zu bemerken seyn, daß für den Hengst die Zeit vom 5— 12ten Jahr, für die Stute vom sten bis zum Töten Jahre die schick; lichste ist, obgleich beide. und auch später wee werden können. §. 493. Der Beschäler muß in seinen Theilen ein regelmä⸗ ßiges Verhältniß zeigen, die Größe, Form und Stärke seiner einzelnen Theile beurtheilt man nach dem Zweck, zu welchem man die Pferde zu gebrauchen denkt. Ist es auf Ackerpferde angesehen, wie beim Landwirth, so wer— den starke und kräftige, mehr runde als breite Knochen und Muskeln, eine starke, breite Brust, starke Hals— muskeln und ein breites, gerades Kreuz erfordert. An— dere Bedingungen macht man an Prachtpferde, wovon hier nicht die Rede seyn kann. Uebrigens muß die Stute von gleicher Beschaffenheit seyn, da sie jedoch beim Fül— len meh 580 Leib und Hintertheil, der Vater mehr auf Brust und Vordertheil wirkt, so ist es auch hinreichend, wenn beide in diesen Theilen ausgezeichnet sind. — 346— Anmerk. Ueber die Veredelung der Pferde läßt sich um so 1 und weniger etwas im Allgemeinen sagen, da dabei so viel auf die Absicht ankömmt, zu welcher man die Pferde zu N ziehen gedenkt. Ist es auf elegante Reitpferde abgesehen, ben c so kann eine schickliche Landrage durch englische oder orientalische Hengste dazu umgewandelt werden. Will i eines zaun dit 1 man aber ein gutes Ackerpferd erziehen, so muß man die 10 win Brauchbarkeit der Landrage prüfen und wenn sie fur gut un geb befunden wird, lieber eine Veredelung in und durch die 1a N tage selbst zu bewirken suchen. Viele Gegenden haben, W g gesesse durch Mode und Luxus verleitet, ihre, eigenthümliche Race auf die erstere Art verandert, aber nicht verbessert. ut bes Dieser Vorwurf trifft vorzüglich die Meklenburger. intern! Want Ale u 5 8. 494. fend Die beßte Zeit zum Beschälen ist offenbar der Früh— ling und zwar vom Monat März bis Ende May. Ehe man die Stute bedecken läßt, muß man gewiß seyn, 0 daß sie rossig ist und den Hengst willig aufnehmen wer— i. de de. Man erkennt dieß an dem aufgeschwollnen Geburts— Dad glied und daran, daß die Stute aus demselben öfter 5 eine gelbe Flüssigkeit spritzt. Das Rossen dauert ge— haben wöhnlich 14. Tage bis 3 Wochen, und nicht so gut em— 0 pfängt eine Stute bei der zweiten Hitze. ten Anmerk. Was hier als Regel angegeben worden, leidet a1. jedoch sehr bedeutende Ausnahmen. Sehr viele Stuten rossen sehr bald, wenn sie einige Zeit in der Nähe eines Aus Hengstes sich befinden und empfangen auch deshalb nichts Die S desto weniger. §. 495. 5 * Man kann die Stuten im Freien oder aus der Hand fle beschälen lassen. Im ersten Fall läßt man mehrere Stu— ir ö sich um so bel so viel Werde zu abgeschen, lische oder . Wil man die e für gut durch die en haben, thümliche verbessert. . er Früh⸗ May. viß seyn, nen wer⸗ Gebucts⸗ ben ofter iert ge— gut en⸗ n, leidet le Stuten he eines alb nichts der Hand ere Stu — 3 47—— ten und Hengste, oder eine Stute und einen Hengst in einem verschlossenen Raum sich selbst über; im zwei⸗ ten läßt man den Hengst an der Halfter oder dem Kapp— zaum die Stute, welche ebenfalls an dem Zaum gehal— ten wird, beschälen. Die Vorsicht verlangt, selbst bei den geduldigsten Stuten daß die Hinterbeine, vermit⸗ telst Riemen in den Fesseln und angebrachter Stränge, so gefesselt werden, daß sie durch Ausschlagen den Heugst nicht beschädigen können. Nach der Bedeckung ist nichts weiter zu thun, als die Stute ruhig herum zu führen. Alle übrigen gewöhnlichen Kunstmittel, die man dabei anwendet, können zu nichts helfen. i 8. 496. 56 Ob eine Stute wirklich empfangen habe, läßt sich in der ersten Zeit sehr schwer mit Gewißheit bestimmen. Daß sie wieder rossig wird, beweißt nichts dagegen. Läßt sie den Hengst von 10 zu 10 Tagen nicht auf, so hat man Hoffnung zu glauben, daß sie trächtig sey. Später wird sie gewöhnlich träger, sie erhält mehr Appe— tit, in den Flanken wird sie dicker und das Euter schwillt an. Nach der Hälfte der Trächtigkeit bewegt sich aber das Füllen im Leib und man bemerkt dieß leicht, wenn die Stute müchtern zu Saufen erhält. §. 497. Arbeitsstuten bedürfen in der ersten Zeit ihrer Träch— tigkeit keiner besondern Behandlung, nur dürfen sie nicht über Gebühr angestrengt, auch müssen sie nie zu 2 1 sehr erhitzt werden, weil sie sonst leicht verwerfen. In hen der zweiten Hälfte der Trächtigkeit schont man sie, we— e nigstens laßt man sie keine zu angreifende Arbeiten ver— un 1 richten, und in den letzten 3 bis 4 Wochen vor dem Wer⸗ eln fen, läßt man sie, wo möglich, ganz ruhig stehen, oder fluch bringt sie auf eine passende Weide. Die Stute trägt pie 11 Monate und einige Tage. Oft 12 Monate, be— knack a funmmen, sonders bei Hengstfüllen. Ein Beschäler kann in der Frühjahrszeit also in 3 Monaten ohne Schaden 30—40 Wa. Stuten belegen. cen he §. 498. dhe In der Zeit, wo das Werfen bald zu erwarten ist, N l läßt man die Stute am beßten in einem besondern fo bc Stall, oder wenigstens in einer besondern Abtheilung Une des Stalls frei herumlaufen, macht ihr täglich eine gute 1 Streu, und es ist nothwendig, daß ein zuverlässiger 1 Mensch in der Nähe ist, um nöthigen Falls bei der Ge⸗ burt hülfreiche Hand zu leisten. Selten aber ist Hülfe 0 nöthig, und zu voreilige, sogar schädlich. Bei gehöri— 6 ger Lage des Füllens im Mutterleibe tritt zuerst ein Vor— 1 derfuß mit der Spitze des Hufes hervor, dann folgt der 1 zweite und dann der Kopf, wodurch die Geburt ziemlich 4 beendiget ist, denn der übrige Theil folgt bald nach. 8. 499. t Wenn der Landwirth sich von seinen Arbeitspferden sasdlufg seine Füllen selbst anziehen will, darf er natürlich ver— duke Gez hältnißmäßig nicht zu viel ziehen, ohne in seiner Arbeit ane ——— W. 9. fi sbe⸗ ten vn⸗ n Wer, y oder ttägt te, be⸗ in der —4⁰ ken ist, ondern eilung e güte sassiget der Ge⸗ Hülff ehöri⸗ Vor; gt det enlich „ felden bek⸗ lebeit gehindert zu werden. Ueberhaupt ist es fur ihn nur da besonders rathsam, wo Gelegenheit ist, die Füllen bis zum zten Jahre auf eine gute Weide zu bringen, sonst selten. In diesem Fall können von 6 Pferden immer jahrlich zwei Füllen sehr gut gezogen werden, und der Landwirth wird wenig dadurch genirt, wenn er es so einrichtet, daß die Füllen im Januar oder Februar an⸗ kommen, wo gewöhnlich die Pferde weniger gebraucht werden. Sind die Füllen einmal 2 Monate alt, dann können sie, wenn die Pferde keine weiten Reisen zu ma— chen haben, bequem mit den arbeitenden Müttern aus⸗ gehen. Kann aber der Landwirth die Stuten sammt den Füllen, 3 bis 4 Monate auf die Weide gehen lassen, so wird er immer besser thun, so zu verfahren. Anmerk. Ich bin nicht der Meinung einiger Landwirthe, welche das eigene Anziehen der Füllen ganz verwerfen, sondern glaube vielmehr, daß es in vielen Fällen sehr nützlich seyn kann. Viele Bauern in Thüringen ziehen auf diefe Art, ob hier gleich die Pferde mehr, als in ir— gend einer Gegend arbeiten müssen, sehr schöne Füllen. Ueberhaupt scheint ein mäßiger Gebrauch der Muüͤtterstu— ten, während der Trächtigkeit, mehr nützlich, als schädlich zu seyn, und es ist keineswegs erwiesen, daß von mussi⸗ gen Stuten kräftigere Füllen in den eigentlichen Stute— 3 fallen, als von arbeitenden. §. 300. Aufzucht der Füllen. Schon von der zweckmäßigen Wartung und Be— handlung der säugenden Mutter hängt zum Theil das gute Gedeihen des Füllens ab. Sie darf dahe nie übernommen, zu sehr in Schweiß gesetzt, oder muß . . 3 8 ——— „* 7 — 3350— doch dann gehörig wieder abgekühlt werden; sie muß hinreichende, kräftige Nahrung und besonders hinrei— chendes Getränk erhalten. Eine Hauptoorsicht bei der Anzucht der Füllen ver⸗ dient besonders das Tränken derselben. Man muß hie vorzüglich sein Augenmerk darauf richten, daß, wenn die Mutter von der Arbeit nach Hause kömmt, während das Füllen im Stalle geblieben, solches nicht eher sau⸗ gen dürfe, bis die Mutter gehörig abgekühlt; auch muß sie vorher ausgemolken werden, weil die erhitzte Milch dem Füllen schädlich ist. Uebrigens lehrt die Erfahrung hinreichend, daß, wenn die Weide oder Stallfütterung gut und hinreichend, es genug ist, wenn ein Füllen 4 Monate an der Mutter saugt; doch ist es allerdings besser, wenn es 6 Monate geschehen kann. F 8. Im ersten Winter müssen die entwöhnten Füllen ganz besonders gut gefüttert werden, weil sie sich hier vorzüglich in Hinsicht ihrer Starke und Größe zu ent— wickeln anfangen. Alle, die in dieser Zeit verkümmern, werden nie tüchtige Pferde. Das schicklichste Futter bleibt, wie immer für Pferde, auch hier der Hafer vermischt mit etwas Hechsel, und dann gutes Wie sen— heu, keineswegs aber Kleeheu, welches für junge Pfer— de immer zu hitzig und deßhalb auch schädlich ist. Täg— lich 1 Metze Hafer zu 4 Pfund, und 8 Pfund Heu rei— chen vollkommen hin. Haben die Füllen erst ein Jahr erreicht, dann giebt * DR.—— um iht sunde! gende 6 went se alen f 1 bite was tan Ful dahüchter folgend 1101 J ind ger lbet, ige 3 de de A5 0 1 9 wil, har aher af snsgtl Alte 10 sollte 0 a0 bie se muß 1s hinrei⸗ ullen bet⸗ muß hier „ chenn chährend eher sau; auch muß gte Milch Erfahrung fütterung Fͤͤllen 4 allerdings en Füllen 6 sich hier zu ellt⸗ kümmern, te Futter 1 Hafet Wieses, inge Pe, st. Tig 0 Heu kel daun gich man ihnen im folgenden Frühjahre eine hinreichend ge⸗ sunde und nahrhafte Weide, wozu sich eine höher lie— gende Ebene besser, als eine Niederung schickt, und wenn sie wieder auf den Stall im Herbste kommen, er- halten sie den zweiten Winter hindurch gutes Wiesenheu in hinreichender Quautität, und etwa zu jeder Mahlzeit etwas Ueberkehr, oder statt dessen, nur täglich einmal ein Futter Hafer. Das einstimmige Urtheil aller Pfer⸗ dezüchter geht dahin: die Füllen in dieser Periode des Alters nicht mit zu vielen Körnern, oder anderm hitzigen Futter zu unterhalten. Eben so verfährt man in den folgenden Jahren, bis nach zurückgelegtem ten oder Aten Jahre, wo die Füllen erst ganz entwickelt sind, und gewöhnlich erst zur Arbeit gewöhnt werden. Pferde aber, die man früher einspannen will, müssen auch ei— nige Zeit vorher ein nahrhafteres Futter erhalten, damit sie die nöthigen Krafte bekommen. An merk. Ueber die beste Zeit, die Pferde zur Arbeit anzu⸗ halten, wird weiter unten geredet. §. 302. f Hengstfüllen, welche man nicht als solche behalten will, werden castrirt oder gewallacht. Es kann dieß zwar in den ersten Monaten ihres Alters geschehen, aber offenbar ist es für die Entwicklung des Pferdes hinsichtlich seiner Stärke besser, wenn es erst mit einem Alter von 13 bis 2 Jahren geschieht. Eigentlich aber sollte es nie geschehen, denn ungerechnet, daß ein Wal— lach viel mehr Krankheiten, als ein Hengst unterworfen, ist er auch nie so stark, kräftig und munter. —— — 1 5 7 §. 303. Ankauf der Pferde. Wenn der Landwirth keine Gelegenheit haben sollte, seine Füllen mit Vortheil selbst zu ziehen, so kauft er sie entweder an, oder er kauft schon angewöhnte Pferde. Füllen jünger anzukaufen, als mit 15 bis 2. Jahren, würde in diesem Fall weder ökonomisch-nützlich, noch sicher seyn, da man vor diesem Alter nicht bestimmt über Gestalt und Eigenschaften urtheilen kann. In vielen Fallen aber dürfte es selbst rathsam seyn, die Pferde erst im 4, 3 oder öten Jahr anzukaufen, wo sie gleich in volle Arbeit genommen werden können. 8. 304. Sieht man bei einem Pferde bloß auf seinen dͤko— nomischen Gebrauch, so kömmt es auf Schönheit der Form allerdings nicht eben an, und ein Pferd ist für brauchbar zu achten, wenn es ganz gesund ist und keinen Fehler hat, der auf die Arbeit einen Einfluß äußert. Man hat dann vorzüglich darauf sein Augenmerk zu richten: t) Daß das Pferd einen zum Zug erforderlichen Körperbau habe, d. i. eine breite Brust, starken Hals, ein breites Kreuz und einen möglichst gera— den Rücken. Die Beine sollen proportionirlich gebaut und nicht zu schwach, sondern die Knochen stark, mehr rund als breit gedrückt seyn, die Mus— keln mehr stark als bloß fleischig und eben so die Sehnen. Auch muß es weder vorn noch hinten ei— ——————— Ein en folie ft er se Pferde. Jahten, ich/ hoch mt über In vielen erde erst gleich in inen öko⸗ heit det rd ist für d keinen äußert, nmerk zu rderlichen starken chst gera⸗ tionirlich Knochen die Mus en so die hinten el 3 nen zu engen Gang haben, vielmehr regelmäßig ausschreiten. 2) Daß es gesund und dauerhaft sey, überhaupt keinen Fehler habe, welcher an der Arbeit hinderlich. Un— ter die Fehler der Art kann man rechnen: a) Fehler der Füße und des Hufes, z. B. Spath, Gallen, Mauke, Straubfuß, Horn— kluft, Zwang- und Platthuf. b) Hartschlägigkeit. c) Blindheit. 3) Daß es nicht zu alt sey. Ein nicht zu früh ge— plagtes Pferd dauert mit Gewißheit bei gehöriger Schonung, bis zum 1ö6ten Jahr und oft noch weit länger. Doch wird es nicht rathsam seyn, ältere Pferde anzukaufen, als vom 7— 8 Jahr. §. 505. Von der Wartung und Pflege der Pferde. Zur Wartung der Pferde können folgende Objekte gezählt werden: 1) Die Einrichtung und Beschaffenheit des Stalles. 2) Die Fütterung. 3) Das Putzen und Reinhalten. 4) Das Beschlagen. 5) Die Kenntnisse der gewöhnlichen Krankheiten. §. 306. VV Die Einrichtung des Stalles, seine Lage und Bau— Sturm's Landw. I. 3. 2 3 art haben einen sehr wesentlichen Einfluß auf die Erhal— tung der Pfeede. 1) Er muß vor allen nicht nur nöthigen Raum ha— ben, sondern die Luft muß rein und gesund darin seyn. Das letztre erreicht man, wenn der Stall die nöthige Höhe und gehörigen Luftzüge hat. Auch soll er hinreichendes Licht haben, ein Erforderniß eines jeden guten Stalles. Auf jedes Pferd rech— net man 5— 6 Fuß Breite und 8— 9 Fuß Länge. Jeder Gang zwischen 2 Reihen Ständen muß we— nigstens 6 Fuß Breite haben. 2) Die Einrichtung der Krippen, Naufen und Stände muß so seyn, daß das Füttern bequem darin ge— schehen kann, aber auch der Fußboden muß gehö— rig gepflastert, oder mit Bohlen dergestallt ausge— legt werden, daß einerseits die Pferde bequem ste— heu, andererseits aber auch der Urin gehörig ab— fließen kann. 3) Die Eingänge sollen, wo möglich, gegen Norden oder Nordwesten liegen, wodurch die Fliegen und d. gl. am beßten vom Stall abgehalten werden. 4) Endlich sollen im Pferdestall die nöthigen Schneide— und Futterkammern, so wie Knechte- und Ge— schirrkammern vorhanden seyn. Anmerk. Ueber die specielle Einrichtung des Stalles wird im II. Theil dieses Werkes gesprochen werden. 507. i 2) Fütterung. Das Futter für Pferde ist zwar nicht aller Orten . ie Erhal, aum ha⸗ id darin er Stall t. Auch orderniß erd rech⸗ b känge. nuß we⸗ Etände arin ge, ß gehö⸗ ausge⸗ uem ste⸗ drig ab⸗ Norden en und en. chneide, nd Ge⸗ les wird . Orteh 2 22— 5 539 gleich, doch läßt sich mit Gewißheit behaupten, daß Hafer unter allen Getraidearten die passendste für Pferde sey, dabei vom Heu, was die Natur des Pfer— des durchaus auch erfodert, vor allen gutes Wie— senheu. Außer dem Hafer kann man aber den Pferden al— lein, oder zu gewissen Theilen mit Hafer gemischt, noch füttern: a) Gerste. 2 Schfl von dieser sind in der Fütterung gleich 1 Schfl. Hafer. Sie ist indeß für junge Pferde nicht selten zu hitzig, wenn solche nicht ge⸗ hörig anhaltende Arbeit haben. Sehr nützlich ha⸗ be ich als Pferdefutter gutes Malz gefunden. Es ist nahrhafter und man reicht auch weiter damit. b) Roggen steht in der Nahrhaftigkeit zum Hafer, wie 2:3. Da er aber sehr hitzig ist, so darf er nicht immer, oder ohne Beimischung von Hafer ge⸗ füttert werden. Jungen Pferden ist er nie gut. c) Buchweizen ist gleich dem Hafer in der Nah⸗ rungsfähigkeit, und kann auch seine Stelle noch mit dem beßten Erfolg ersetzen. Außer diesen Körnerfrüchten füttert man in Gegen—⸗ den, wo er häufig gebaut wird, den Dinkel, welcher aber wegen seiner starken und scharfen Hülse mit z Ha— fer vermischt werden muß, wenn sich die Pferde nicht bald wund fressen sollen. In Spanien, und selbst in Ungarn hie und da, füttert man den Pferden Mays als ein sehr vorzügliches Futter. §. 508. füt 2 g i 5 schwer Von den Hülsenfrüchten werden die meisten 1 i Wit auch häufig statt des Hafers gebraucht: als Pferde— 1 . vel bohnen, Erbsen, Wicken. Da sie aber hart, b 5 el schwer verdaulich und nicht selten blähend sind, so weicht f 5. 85 falten man sie vor ihrem Gebrauch 8— 12 Stunden in reinem 1 8 5 5 1 far nl Wasser ein, wodurch sie diese Fehler verlieren und dann ü . 5 0 Nuume mit Hechsel gefüttert werden können. alt d §. 309. Nerd *— 0— 90 6 Auch verschiedene Wurzelgewächse hat man als W 8 8.; bel. Pferdefutter empfohlen, da sie mir aber alle gegen die 5 Natur und frühere Erziehung des Pferdes zu seyn schei— nen, so kann ich ihnen das Wort nicht reden. Auch in e— f 2 f N 2 leicht dürften wohl von Pferden, die bloß mit Wurzelwerk er— ha halten werden, eben keine schweren Arbeiten zu fordern bat seyn. Kartoffeln müssen wenigstens nicht roh gefüt— 5 0 tert, sondern vorher gekocht oder abged dämpft werden ö und dann werden sie den Pferden doch gewiß leicht ekel. 5 Mohren und Kohlrüben dürften als Surrogate für Hafer vielleicht noch am beßten gelten. Anmerk. Ich weiß recht gut, daß viele die Kartoffeln und andere die Möhren empfohlen haben, das kann aber bis die jetzt meine Ueberzeugung noch nicht ändern. In England 1 legt man großen Werth auf die Möhren. b aber g . 0 §. 510. t5 fe Quantität des Hafers, Hechsels und Heues. filte Einige Landwirthe sind der Meinung die Futter— fülen 0 uantität für ihre Pferde lediglich nach der Arbeit zu 5 9 9 meisten ferde⸗ r hart, weicht reinem d dann sau als gen die n schei⸗ Auch erk er⸗ fordern h gefüͤt, werden t ekel. rogate un und her bis gland utter, eit zu bestimmen, die sie leisten. Sie legen ihnen zu, bei schwerer, und nehmen ihnen ab, bei leichter Arbeit. In Wirthschaften, wo die Vertheilung der Arbeiten sehr ungleich, mag diese Methode Empfehlung verdienen, wo aber weder zum Staate, noch zum Stillstehen Pferde ge— halten werden, halte ich diese ungleiche Fütterung nicht für nützlich, wenn ich gleich zugebe, daß eine kleine Vermehrung der Fütterung bei ungewöhnlich strenger Ae— beit oft nützlich seyn. Am besten ist es offenbar, seinen pferden das ganze Jahr hindurch gleichmäßiges Futter und gleichmäßige, nie aber übertriebene, Arbeit zu ge— ben. Sammeln sie auch in der einen Periode mehr Kräfte an, als sie eben consumiren, so werden sie solche in einer andern mit Vortheil zuzusetzen haben. Zu einer gleichmäßigen Fütterung aber für ein gewöhnliches Ar— beitspferd rechne ich taglich: 3 Metzen Hafer oder 10 bis 12 Pf. 8 bis 10 Pf. Heu, und 5 pf. Hechsel 8 Heu in zu grosen Quantitäten gereicht, wie man dieß wohl auf einigen Gütern thut, ist offenbar mehr schädlich als nützlich und erzeugt keine Kräfte, wohl aber Fett und Fleisch. Eben so fehlerhaft aber würde es seyn, den Pferden gar kein Heu oder zu wenig zu füttern. Der Zweck der Heufütterung ist den Magen zu füllen, die Verdauung des Hafers zu befördern und das Pferd zu reizen, die zur Verdünnung des Magensaftes 5 nöthige Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Der Hechsel hat u fast einen gleichen Zweck und außerdem verhindert er bange mit dem Hafer vermischt, das zu gierige Verschlucken desselben und das Ueberfressen. Anmerk. Schon Linns hat eine Menge Kräuter und Grä— 45 ser angegeben, welche den Pferden gedeihlich seyn sollen, wovon indeß nach neueren Erfahrungen wohl einige aus— geschlossen werden müssen. Die wesentlichsten Gräser habe 1 0 ich Bd. I. p. 277. u. s. w. angegeben. S. auch Pilger's 8 beg Handbuch der Veterinär-Wissenschaft. II. Gießen 1802. 1 Ca H. 312. 006. Ein Haupterforderniß dieser Fütterungsarten, wel— 10 che man auch wählen mag, ist: daß alles Futter vollkom— im men gesund und unverdorben sey. Der Hafer muß die f gehörige Schwere haben, also mehlreich und dünnhülsig seyn, er muß nicht feucht noch moderig und rein von Staub und schädlichen Unkrautssaamen seyn. Alter Hafer, wenn er gut aufbewahrt worden, hat immer Vorzüge vor jungem. Letztrer darf wenigstens ohne, große Vorsicht, nicht gern früher, als 2 Monate nach der Ernte gefüttert werden. Daß die Noth oft Aus— i nahmen von dieser Regel gebietet, wirft die Regel nicht der um. Ein gleiches gilt vom Heu: verdorbenes, oder 05 verschlämmtes Heu ist höchst nachtheilig, eben so wie zu fut jung gefüttertes. In der Regel soll Heu nie früher, c als 2 Monate nach der Einscheuerung gebraucht werden. bel Daß man übrigens hinsichtlich der Qualitität den Ar— n beitspferden das geringste, gewöhnlich saure Heu anwei— 0 echsel hat indut er schlucaen und Grä⸗ L sollen, nige aus iser habe ilger's 1002. n, wel; ollkom⸗ nuß die uhülsig ein von After immer ohne, te nach ft Aus⸗ el nicht „oder wie zu frühet, verden. en Ar- anwoei⸗ set, ist nicht zu verwerfen, da es bei ihnen mehr Fül— lungs- als Nahrungsmittel seyn kann. 9313. Den Pferden im Sommer, statt des Heues, Grü— nes zu füttern, ist ihnen gewiß eben so zuträglich als es bequem für die Wirthschaftsverhaltnisse oft seyn kann. Im Frühjahre kann das grüne Beifutter aus Disteln (Serratula arvenlsis), weiche gestampft und mit Hech— sel vermischt, gefüttert werden, oder aus Klee, Luzerne, Esparsette und Wicken bestehen. Letztre scheinen auch als Heu, besonders wenn sie erst gemäht wurden, nach— dem sie Schoten angesetzt, sehr vortheilhaft zu seyn und zum Theil den Hafer zu ersetzen. Anmerk. Daß die Pferde im Anfang nach dem Genuß des grünen Futters etwas laxiren, schadet nichts, sondern ist ihnen vielmehr gesund. Gefunden habe ich indeß, daß sich Gerste und schwer verdauliche Hülsenfrüchte nicht wohl mit dem grünen Futter vertragen, sondern oft unverdaut abgehen. §. 314. Bei der Fütterung selbst, welche alle Thiere ord— nungsmäßig, vor allen aber die Pferde verlangen, hat der Landwirth die größtmögliche Sorgfalt anzuwenden. Zuerst ist dahin zu sehen, daß Hafer und anderes Körner— futter vor dem Einschütten gehörig geschwungen oder auf Heine andere Art vom Staub und Schmutz gereiniget werde; daß der Hafer vorher mit Hechsel gehörig ver—⸗ mengt werde und zwar am beßten zu gleichen Theilen; daß die Ration für jede Mahlzeit nicht auf einmal in — 360— die Krippe geschüttet, sondern in mehrere Futter ver— theilt werde. Ferner sollen die Pferde, wenn sie von der Arbeit kommen, nicht gleich Hafer erhalten, sondern man steckt ihnen zuvor etwas Heu auf und erst, nachdem sie sich dabei abgekühlt, dürfen sie das erste Körnerfut— ter erhalten. Dann sehe der Landwirth auch darauf, daß die Pferde eine Zeit lang, wenigstens eine halbe Stunde oder eine Stunde vorher, ehe sie zur Arbeit gebraucht werden, abgefüttert sind, denn das Arbeiten mit vollem Magen ist ihnen nie zuträglich und stört die Verdauung. Die Knechte müssen daher immer 2— 3 Stunden vor— her, ehe sie in Acker ziehen, anfangen zu füttern. Daß vor und nach dem Füttern die Krippen vollkommen ge— reiniget werden müssen, versteht sich von selbst. Anmerk. 1. Die Vorschrift, welche man in einigen landwirth— schaftl. Schriften findet, daß die Pferde über Mittag ab— geschirrt werden sollen, halte ich nicht für nöthig, es sey denn, daß die Mittagszeit sehr lange daure. Anmerk. 2. Die Gewohnheit in einigen Wirthschaften Ha— fergarben zu schneiden und zu futtern, ist durchaus ver— werflich, doch kann die Nothwendigkeit dieses Verfahren auf einige Zeit gebieten, und dann ist eben nichts dage— gen zu sagen, da die Noth vieles und also auch dieß ent— schuldiget. 9.834 35 Als Getränke ist reines, am beßten weiches Was— ser, bei hinreichend nahrhafter Fütterung, das beßte. Bei Mutterstuten, oder auch bei Pferden, welche ange— strengt starke Arbeit zu verrichten haben, kann etwas Erbsenschrot oder Oelkuchen dem Wasser zugemischt wer— ttet ber; sie von sondern achdem nerfut⸗ if, daß Stunde raucht bollem mung. n bor; Daß en ge⸗ hwirth⸗ ag ab⸗ es sey en Ha⸗ 15 ber⸗ fahren dage⸗ b ent⸗ Was⸗ eßte. ange⸗ was wer⸗ den. Damit im Winter das Wasser nicht zu kalt sey, ist es nöthig, solches einige Stunden vor dem Gebrauch im Stalle in einem Gefäß aufzubewahren, damit es überschlage. Beim Tränken selbst sehe man darauf, daß es nie geschehe, wenn das Pferd erhitzt, auch nicht eher, als bis es etwas Heu gefressen hat. Selbst unmittelbar nach Körnerfutter darf das Pferd nicht saufen, sondern erst etwas Heu genießen, weil sonst leicht Laxieren er— folgt. §. 316. 3) Das Reinhalten der Pferde. Die Erfahrung hat seit langem gelehrt, daß kein Thier mehr Reinlichkeit verlange in seiner Behandlung als das Pferd. Um diese Absicht vollkommen zu errei— chen ist erforderlich: a) Täglich eine gute reichliche Streu. Man rechnet in dieser Hinsicht auf 1 Pferd taglich 8— 10 Pf. Roggen- oder anderes gutes Schüttenstroh. Ueber— haupt braucht man bei gehörigem Strohvorrath hier nicht zu schonen, da Mist daraus erzeugt wird. Die Streu wird täglich gemacht und zwar des Abends während dem Abfüttern. Am Morgen wird das noch brauchbare Stroh durch hölzerne Ga— beln ausgeschüttelt und aufbewahrt, der Mist aber taglich oder einen um den andern Tag heraus ge— bracht. Anmerk. So wie in den Kühställen, so habe ich auch in den Pferdeställen das Aufschütteln des Streustrohes mit ei— sernen Mistgabeln nie geduldet, da ich so haufig die trau— 2 — 362— rige Erfahrung gemacht habe, wie leicht es möglich sey, die Thiere in den Hinterfüßen damit gefährlich zu ver— wunden. 9. 517. b) Das Putzen geschieht vermittelst der Striegel und Kartatsche, gewöhnlich des Morgens während dem Fütteen. Wenn es hier ordentlich und vollkommen geschieht, so ist ein weiteres Pu— tzen zu Mittag und Abend eben nicht ganz noth— wendig, doch mag es geschehen, wenn dazu Zeit vorhanden. Sehr nützlich ist das Waschen und Schwemmen der Pferde. Es soll täglich ge— schehen, nur nicht eher als bis die Pferde gehörig abgekühlt sind, wenn sie von der Arbeit kommen. Auch ist das Schwemmen im Wasser sehr nützlich, nur muß es nicht früher geschehen, als bis die Pferde gehörig abgekühlt sind. Es kann in flie— ßendem Wasser oder in eigenen dazu angelegten Schwemmen geschehen. 8. 4) Beschkagen der Pferd e. In leichtem, sandigen Boden können die Pferde unbeschadet ihres Hufs unbeschlagen gebraucht werden und das ist allerdings kein geringer Vortheil für den Landwirth. Wo aber tiefer oder steiniger Boden vor— handen, da müssen die Pferde Hufeisen erhalten. Wenn schon die gründliche Lehre vom Hufschlag eine sehr ge— naue anatomische Kenntniß des Fußes und seiner Theile 13 232 — 363— glich ze 15 10 voraussetzt und eine der wichtigsten des praktischen Thier; arztes ist, die hier nicht erschöpft werden kann, so muß doch der praktische Landwirth folgendes davon wissen. f 1) Jedes Eisen muß genau dem Fuß angepaßt wer— riegel den, es muß in der Runde des Fußes mit fortge— sorgeus hen, es darf an den Fersen nicht vorstehen, es dentlich muß genau auf den Hornwänden aufliegen, auch res Pu; dürfen die Nägel nicht zu hoch geschlagen werden, noth⸗ damit die Pferde nicht vernagelt werden. iu Zeit 2) Vor dem Aufschlagen des Eisens muß das über— en und flüssige Horn abgeschnitten(ausgewirkt) werden, lich ge— dabei muß der Schmid aber die Sohle schonen und gehörig weder den Strahl noch die Ballen, zu stark aus— ymmen. wirken. i ützlich, 3) Die Eisen der Zugpferde müssen ihre gehörige is die Stärke haben und besonders um den ganzen Fuß in flie⸗ herum gleich stark seyn, auch an den beiden Armen sclegten Stollen und vorn einen Griff erhalten. 4) Muß der Landwirth sorgfältig darauß sehen, daß die Eisen immer in gutem Stande sind, ein loses Eisen muß sogleich wieder befestiget werden, ein durchgetretenes muß abgenommen und durch Pferde ein neues ergänzt werden. verden 3) Endlich dürfen die Eisen auch nie zu lange liegen ir den und wenigstens alle 6— 8 Wochen, wenn sie sonst A bil auch noch fest seyn sollten, abgenommen und der Wenn Fuß von neuem ausgewirkt und eingelegt werden, e ge⸗ weil sich sonst im Gegentheil leicht Steingallen er— eugen. Theile 218 K §. 319. Eine ganz besondere Vorsicht von Seiten des Schmids, erfodert der Beschlag fehlerhafter Füße, was indeß mehr Sache des Thierarztes, als des Landwirths ist. Wir nennen in dieser Hinsicht nur: niedrige Trach— ten, Plattfüße, Vollfuße, Zwangfüße, Stelzfüße u. s. w. Kersting, Ueber Hufschlag. Naumann, Ueber den richtigen Beschlag. d 320. Im Winter ist es nothwendig die Eisen von Zeit zu Zeit zu schärfen, d. i. die Griffe und Stollen an ihren Enden keilförmig zu zuspitzen, damit das Pferd auf dem Eise oder gefrornen Boden sicher fußen kann. Um das dadurch leicht mögliche, sehr gefährliche Treten auf die Krone zu vermeiden, schärft man indeß gewöhnlich nur die äußern Stollen. Auch schärft man die Pferde oft nur auf einem Fuß, wo man den einen Vorder- und einen Hinterfuß auf derselben Seite wählt. „ 321. Wenn es möglich ist, den Hufschlag an den Schmid in Accord zu geben, so wird sich der Landwirth dabei immer am beßten stehen, jedoch ist dann auch gehörige Aufmerksamkeit um so nothwendiger. Für das nöthige Schärfen im Winter pflegt der Schmid gewöhnlich eine gewisse Summe von Deputatkorn zu erhalten, was man in Sachsen Schärfkorn zu nennen pflegt. „7. ̃—p˙F¹ꝛF—..., ,. 2 Julke u ght, fchen uf Hauff desto wwe beiten! van d iten des e, was dwirths Trach⸗ eljfüße geit zu ihren if dem das if die ch nur de oft und nd dabei rige thige eine nan — 365— §. 322. 0 Von den gewöhnlichen Krankheiten der Pferde. Wenn schon die Lehre von den Krankheiten der Thiere und ihre Heilung eigentlich der Thierheilkunde an— gehört, so ist doch allerdings eine Kenntniß der gewöhn— lichen und vorzüglich derer, welche langwierig und als Hauptfehler bei dem Ankauf eines Pferdes gelten, nichts desto weniger nothwendig. Wir theilen hier die Krank— heiten in außerliche und innerliche und wollen von jeder der hauptfächlichsten das nöthigste anführen. d. 323. Aeußerliche Krankheiten. Von diesen ist eine Kenntniß dem Landwirth um so nöthiger, je mehr sie oft einer schnellen Hülfe bedürfen und je leichter sie sich erkennen lassen. Als die wesent— lichsten bemerke ich folgende: §. 324. 1) Augen entzündung. Sie kann von verschiedener Art seyn und aus ver— schiedenen Ursachen entstehen. Man kann sie in die wäßrige und Blutentzündung theilen. Beide rühren von einem zu heftigen Andrang des Blutes nach dem Kopfe her, doch kann letztre auch durch äußere Verletzungen entstehen. Zu starke Fütterung, schlechter Hafer, dumpfige Ställe, oder Erhitzungen kön— nen davon Ursach seyn. Man erkennt diese Krankheit daran: das Pferd drückt gewöhnlich ein Auge ganz oder — 366— zum Theil zu, das Auge thränt fast immer, die Horn— haut des Auges ist an ihrem Rande trübe. Diese Krankheit kehrt häufig wieder und sobald ein Pferd einmal längere Zeit damit befallen ward, ist sie schwer gründlich zu heilen. Ja die Pferde erblinden zu— letzt fast immer gänzlich. Wegen diesen periodischen Wiederkehren nennt man sie auch Mondesblindheit. Es ist nie rathsam ein pferd zu kaufen, was an dieser Krankheit leidet. Anmerk. Ich muß gestehen, daß ich bei dieser und ähnli— chen Krankheiten den Rath der thierärztlichen und land— wirthschaftlichen Schriftsteller eben nicht sehr moralisch finde: man solle nämlich ein solches Pferd sobald wie möglich fortzuschaffen suchen, weil es zuletzt gewöhnlich blind zu werden pflege. Das heißt doch wohl nichts an— ders, als jemand anzuführen rathen. §. 525. Diese Krankheit zu heilen, wählen die gewöhnli— chen Schmiede oft ganz unverständige Mittel. Zweck— mäßigere Mittel sind, zuerst ein Aderlaß am Halse, dann eine Abführung und äußerlich eine Augensalbe, wozu man in vielen Schriften die nöthigen Recepte findet. Auch wird ein kühlendes Augenwasser gute Dienste thun. Beim Kauf eines Pferdes hat man in dieser Hin— sicht das Auge genau zu untersuchen: ob sich etwa weiße Streifen oder Flecken darin finden, ob unter den Augen die Haare fehlen, was gewöhnlich wegen der scharfen, ausfließenden Flüssigkeit der Fall ist, oder ob sich Spu— ren von Haarseilen oder Ledern am Kopfe oder hinter den Ohren finden. Anme 9 eschtt er H haut, al, agel den b ci bon ft die Ke fen un die Hor obald ein d, ist st inden zu⸗ iodischen ndheit. an dieser ind ähnli und land moralisch bald wie ewöhnlich lichte an- ewöhnli⸗ Zweck; „ dann wozu findet. e thun. er Hin weiße Augen harfen, 0 Spl sister Anmerk. Andere Augenverletzungen, oder das Thränen der Augen, was oft mit der Druse verbunden zu seyn pflegt, heilt man oft ohne besondere Hülfe bloß durch fleißiges Waschen mit frischem Wasser, was überhaupt immer ge⸗ schehen sollte. §. 326. 22 Das Wunddziehen oder Drücken des Sattels. Beides geschieht zum Theil durch schlecht passende Geschirre oder Sättel, zum Theil aber auch bei sehr zar— ter Haut der Pferde, oder bei zu großer Reizbarkeit der Haut. Die Heilung ist gewöhnlich leicht und erfolgt bald, wenn man die Wunde täglich einigemal mit fri— schem Wasser oder Bleiwasser wäscht. Bei sehr reizba— rer Haut der Pferde, kann aber eine abführende Pille oft mit Vortheil angewendet werden, wie mich die Er— fahrung häufig gelehrt hat. Bösartige Satteldrücke, die schon brandig geworden, sind nicht mehr Sache des Wirths, sondern zu ihrer Heilung muß ein Thierarzt zu Hülfe genommen werden, 8. 527. „ M u Ist eine sehr oft vorkommende Krankheit des Fes— selgelenks, besonders an den Hinterfüßen, seltener an den vordern. Sie besteht in einer Menge kleiner Ge— schwüre, welche eine scharfe, höchst übelriechende Jauche von sich geben. Der Fuß wird bedeutend dick. Wenn die Krankheit sehr zunimmt, lahmt das Pferd nicht sel— ten und kann oft gar nicht gebraucht werden. Sie kann Ne .———— ͤ———. 0 0 ———— aus verschiedenen Ursachen entstehen. Gewöhnlich ist sie mehr dickbeinigen als dürrbeinigen Pferden eigen. Un⸗ reinlichkeit des Stalles und der Wege oder Vernachlässi⸗ gung des Waschens der Fessel, sind gewohnlich die näch⸗ sten Ursachen. Bei alten Pferden und besonders wenn die Maule schon lange eingerissen war, ist sie schwer zu heilen, doch leichter im Anfange und bei jungen Pferden. §. 328. In den meisten Fällen wird es gut seyn, sobald sich die Mauke zeigt, dem Pferde ein gelind abführendes Mittel zu geben, um dadurch einen Gegenreiz hervorzu— bringen. Denn nicht immer thut man wohl, nur äu⸗ ßere Mittel anzuwenden. Hierauf scheere man die Haare knapp an der schadhaften Stelle ab, reibe die Fesseln vermittelst eines Strohwisches mit starker Seifensieder— lauge oder mit Seifenwasser täglich einigemal und setze dieß fort, bis die Wunde rein wird. Quecksilbersalbe, welche einige hierauf bis zur gänzlichen Heilung einzu— reiben rathen, muß wenigstens mit großer Vorsicht ge— braucht werden. Besser wird man sich der holländischen Salbe bedienen, welche man auch hie und da am Rhein gebraucht. Sie besteht aus folgender Mischung: die Milch von einem Heering, 2 Loth Grünspan, 3 Loth Silberglätte und 2 Loth blauen Vitriol, dieß wird zusammengerieben, mit 1; Loth Nußöl ver— dünnt, und die Mauke taglich einmal damit bestrichen. §. 529. Der Straubfuß ist eine ähnliche Krankheit, die hrt. lk mit Ktosk! diele be dt Ain farket, Di — lͤlsehtg eng n feet Ge delt und weichen gen dug 0 belhe beim! fe dhe floß i. gusgett ber j Sänmt als Geht Daß se saablih han sc etheg, Etupz süch ist se en. Un⸗ nachläss, die näch⸗ rs wenn chwer zu Pferden. sobald ühtendes erborzu⸗ nur äu⸗ e Haare »Fesseln ensieder⸗ und setze bersalbe, J einzu⸗ cht ge⸗ dischen Rhein g: die spal, triol, „ ver, ichen, i die gewöhnlich an den Hinterfüßen entsteht, in dem Fesselge⸗ lenk mit Geschwulst anfängt, wonach dann über der Krone ein trockner Grind entsteht, die Haare werden in dieser Gegend sehr lang und stehen bergan. Oft nimmt diese Krankheit das ganze Unterbein ein und ist f Wen zu curiren. Die Raspe ist ebenfalls hieher zu rechnen. Sie entsteht an den Vorderbeinen in dem Kniegelenk nach hin⸗ tenzu, und besteht aus einem flechtenartigen Ausschlag in jener Gegend, der nicht selten das Pferd im Gehen hin⸗ dert und es lahmen macht. Sie ist schwer zu heilen, er— weichende Salben können aber doch das Pferd zu langsa— men Zug brauchbar erhalten. §. 330. 4) Stollbeulen und Piphacken. Stollbeulen erzeugen sich am Ellenbogen am Vorder— beine wohl gewöhnlich durch mechanischen Druck, den beim Liegen des Pferdes der hintere Fuß oder dessen Ei⸗ sen dort hervorbringt. Ihrer Natur nach bestehen sie: bloß in einer Geschwulst, oder in wirklicher Lymphe, die ausgetreten ist, oder in einem schwammartigen Wesen, oder in einer Anhäufung eines talgähnlichen Wesens. Sämmtliche Stollschwämme sind mehr ein Schönheits— als Gebrauchsfehler und nicht wohl gründlich zu heilen. Daß sie aber, wie einige behaupten wollen, ganz un— schädlich seyn sollen, mag ich keineswegs unterschreiben, denn schädlich muß zuletzt immer jeder organische Fehler werden. Sturm's Landu. I. 33 24 Piphacken sitzen am Hinterbeine und immer an der Hacke oder dem hintern Theil des Sprunggelenks. Sie bestehen aus einer runden Geschwulst daselbst, und erzeugen sich gewöhnlich dann, wenn die Pferde sich dort anschlagen. Sie kommen daher sehr häufig vor bei Stuten, die oft rossig sind. Sie bestehen aus eben so verschiedenen Materien, wie die Stollbeulen. Auch sie sind vorzüglich ein Schönheitsfehler, werden aber doch in der Folge oft sehr verderblich. Bestehen in gewissen weichen und unschmerzhaften Erhöhungen und Geschwülsten und zwar, entweder durch Verstopfung der Schleimdrüsen, welche die Gelenkschmiere absondern, oder durch Zerreißung der Gefäße dieser Drüsen, wo dann die Feuchtigkeit austritt und unter der Haut im Zellgewebe eine Blase bildet. Die Ursachen können verschieden seyn. Zu starke und zu frühe An— strengung junger Pferde ist indeß die gewöhnliche, ob— gleich eine Menge anderer noch statt finden können. Nach den Orten, wo man sie findet, erhalten sie verschiedene Benennungen. Flußgallen nennt man diejenigen, welche an den Hinter- und Vorderfüßen über den Kothengelenke sowohl inwendig als auswendig ge— funden werden. Kniegallen, wenn sie oben an dem Knie des Hinterbeins liegen zwischen dem Fortsatz des Piphackens und dem Kniegelenk. Pfannengallen, wenn sie an dem hintern Kniegelenk vorkommen und über .. c ˙ ˙⅝ en 6 Halen hohe bi A c d gulf g feuch im hi och breiten Wahn del e we Ell Hit Ehn, Men, bogitt schr i fil 1 1 0 1 b chi U U immer an inggelenks. selbss und sich dot g bor bei s eben so Aach sie aber doch nerzhaften der durch ukschmiete ße dieser ind untet Ursachen he Mn, che, ob⸗ . alten sie int man jen uber dig ge⸗ an den satz des allen, d übet — 371 ä dem Gelenk liegen. Blutspat endlich nennt man die Gallen, welche gerade über dem Spat liegen, nur etwas vorne nach dem Knie hin. Selten wird man irgend eine Art von Gallen gründlich heilen, daher enthalte ich mich aller Vorschläge dagegen und begnüge mich hier, darauf aufmerksam gemacht zu haben. 9332 6) Spat und ÜUeberbein. Vom erstern unterscheidet man den trocknen und feuchten. Der Spat liegt in der Gegend des Knie's am Hinterbeine, besteht in einer sonderbaren Neigung der Knochenmaterie, sich an dieser Stelle extravagant zu ver— breiten und wird erkannt in einer in jener Gegend unge— wohnlichen Erhöhung. Hinkt das Pferd schon, so ist der Spat um so leichter zu erkennen, besonders dann, wenn dasselbe eine Zeitlang gestanden und aus dem Stall gekommen. Läßt sich der Spat aber durch dieses Hinken nur wahrnehmen, so heißt dieß der trockne Spat, ist aber die Erhöhung eher sichtbar, als das Lah— men, so heißt es der feuchte Spat, der mehr in extra⸗ vagirter Lymphe besteht. Das Brennen kann bei diesem sehr vortheilhaft seyn, doch ist er nicht immer dadurch zu heilen. Der trockne Spat wird zuletzt caxiös und dann ist an Hülfe nicht zu denken. Die Ursachen können sehr verschieden seyn, doch ist die gewöhnlichste eine zu frühe und zu starke Anstrengung jüngerer Pferde. 2 a§. 333. Ueberbeine sind eine Knochenerhabenheit, die sich immer an der inwendigen Seite der Vorderbeine von der Größe einer Haselnuß, bis zu der einer Wallnuß zeigen. Die Geschwulst ist hart, aber nicht schmerzhaft. Es ist bei diesem Uebel, das gewöhnlich mehr bei jungen Pfer— den vorkömmt, keine Gefahr, und wenn man gleich nicht gern ein Pferd der Art kauft, so ist es doch kein wesent— licher Fehler. . 334% 7) Fußlähmung. Diese kann im Bug, in Fesseln und Hufen bez stehen. Am schwersten ist der Ort dieser Krankheit zu erkennen. Steckt der Fehler im Bug, so wird das Pferd den kranken Fuß nie so weit und regelmäßig vor— setzen, als den gesunden, auch wird es, wenn man es über eine Schwelle schreiten läßt, den kranken Fuß dar; über nachschleifen, während es mit dem gesunden regel; mäßig vorschreitet. Liegt das Uebel im Fesselgelenk, so wird das Pferd beim Fortschreiten dasselbe schonen und nie gehörig durchtreten. Ob der Fehler im Hufe steckt, erfährt man durch Versuchen von Drücken an demselben. Mittel gegen dieses Uebel findet man in verschiede— nen Schriften mehrere, doch scheinen flüchtige Einrei— bungen noch die schicklichsten, so weit der Landwirth die Cur selbst übernehmen kann, später aber nehme er immer einen guten Thierarzt zu Hülfe. ——— sichtt Luken dich ches sbet ige Hül f f , dessh bon der zeigen, Es is n Pfer⸗ ich nicht spesent⸗ fen be; heit zu d das ig vor⸗ man es ß dat regel⸗ nk, so n und steckt, selben. hiede⸗ inrei, 0 die inmer Anmerk. Sehr oft kommt im Winter der Fall vor, daß sich Pferde, wenn sie scharse Stollen haben, auf die Krone treten, welche Verletzung man Kronentritt nennt. Bemerkt man diese Verletzung bald, so wendet man küh— . lende, kalte Umschläge an, hat sich aber schon Eiter ge— sammelt, so muß man demselben Ausfluß zu verschaffen suchen. Das Streichen gehört mehr zu den Fehlern der Pferde, als zu den Krankheiten und kann haufig, wiewohl nicht ane durch das Beschläg verhindert werden. §. 335. Innerliche Krankheiten. So wenig wie in jedem Fall der Landwirth, der nicht thierärztliche Kenntnisse genug besitzt, sich mit den Curen seiner kranken Thiere beschäftigen soll, so darf er dieß noch weniger bei innerlichen Krankheiten thun, die theils schwerer zu erkennen sind als die äußerlichen, theils aber auch schwerer oft zu heilen. Wir nennen hier von ihnen nur diejenigen, die langwieriger, oder wo schnelle Hülfe nöthig und die n beim Kaufe zu beobach— ten sind.* 5. 336. 1) Druse und Strengel. Die erstere ist dem Pferde nur allein eigen; junge Pferde bekommen sie gleichsam wie eine Entwickelungs— krankheit in ihrem Leben nur einmal. Pferde aus war— men und hohen Gegenden überstehen sie leichter, als aus tiefen und 9 Marschgegenden. Die Thierärzte theilen sie in die gutartige, bößartige, verschlagene und verdächtige. Die gutartige Druse befällt gewöhnlich nur Pferde vom 3— öten Jahr. Sie fängt mit gelindem Fieber, mit Müdigkeit bei der Arbeit, Mangel an Appetit an; die Augen thränen, die Schleimhaut der Nase ist roth und es geht helles Wasser aus derselben. Die Drüsen des Kehlganges sind aufgelaufen, dann wird der Ausfluß aus der Nase Schleim, endlich ein guter Eiter. So geht die Krankheit oft ohne alle Hülfe vorüber. Gehö— rige Diät und gleichmäßige Haltung in Temperatur und Arbeit, sind die Mittel, die der Landwirth dabei selbst anwendet. d. 337. Die bößartige Druse wird auch der Kropf genannt. Das Fieber ist hier stärker, die Drüsen lau— fen stärker an, werden hart und schmerzen. Es kömmt viel Eiter aus der Nase, das Pferd magert beträchtlich ab, die Drüsen gehen oft in Eiterung über und brechen auf. Sie entsteht oft aus einer schlechten Behandlung der ersten Art. Bei ihrer Heilung ist es immer rathsam, einen Thierarzt zu Hülfe zu nehmen. Die Wollsteinische DrüsenLattwerge leistet hier vorzügliche Dienste. §. 338. Die ver dächtige Druse. Bei ihr sind die Drüsen des Kehlganges hart, kalt, uneben, ohne Schmer— zen, oft fest gegen den Kinnbacken anliegend, oft dick, traubenförmig. Man fühlt die Ausführungsgänge der Drüsen wie kleine Strange. Es fließt aus der Nase — a J ehe und d eiu dit! ul si dem eil, a, lufßes ant Woh an; ut Jferde n Feber, petit an; ist roth Drüsen Ausfluß kt. So Gehö⸗ tur und dei selbst Kropf en lau— kömmt kͤchtlich brechen ndlung hsam, inische ad die öchmer⸗ ft dick, ge det Mae eine Jauche, die Pferde fressen und befinden sich wohl, nehmen auch zu. Diese Art vom Druse ist oft chronisch und schwer zu heilen, wenigstens muß die Heilung nur einem geschickten Arzt überlassen werden. Pferde, welche damit befallen sind, darf der Landwirth nicht kaufen, weil sie selten gründlich geheilt wird. Bößartige oder auch schlecht geheilte Druse kann viel andere schlimme Krankheiten zur Folge haben als: Wassergeschwülste, Lungenentzündung Mondblindheit, Mauke u. s. w. 5§. 339. Der Strengel ist beim Pferde ganz das, was beim Menschen der Schnupfen ist. Man nennt ihn fälschlich auch die Druse. Er befällt die Pferde bei jedem Alter und stellt sich sehr häufig bei je— dem Wechsel der Haare, der Witterung und Fütterung ein. Daher ist er im Frühjahr und Herbst am gewöhn— lichsten. Er zeigt sich an: durch Mangel an Freßlust, durch schweren Athem, Hitze im Maul und starken Durst. Die Nase fließt, anfangs wäßrig, dann dicker und zä— her. Bisweilen sind die Drüsen unter den Ganaschen aufgeschwollen, bisweilen nicht. Häufig ist ein Husten damit verbunden. In der Regel ist bei dieser sehr ge— wöhnlichen Krankheit gar keine Hülfe nöthig, sondern man überläßt das Pferd der Natur am beßten, und beob— achtet eine gehörige Diät und bewahrt das Pferd vor zu großer Anstrengung. 2 . 3 25 9— 8 0 §. 340. 5 her i N Die rms? pbetde St Eine gefährliche, fast immer ansteckende, chroni— N 5 8 8 29 biet age sche Krankheit, die nur dem Pferdegeschlecht eigen ist. a Es ist nothwendig seine Kennzeichen genauer anzugeben, alt ff d mehr um ein rotziges Pferd beim Kaufe zu erkennen, als um es zu heilen, was bisjetzt nur selten gelungen ist. Aus einem Nasenloch fließt gewöhnlich ein gelblicher, gelblichgrüner oder grauer Eiter, der um das Nasenloch eine grindartige Rinde bildet. Die innere Schleimhaut 1 der Nase sieht entweder sehr hochroth oder blaß aus. 5 Oben in der Nasenhöhle zeigen sich kleine Geschwüre, die 0 80 einen erhabenen Rand haben. Das Auge an derselben Seite, cht wo das Nasenloch fließt, thränt gewohnlich, die Drüse 10 des Kehlgangs auf derselben Seite ist hart, nicht schmerz— 10 haft, fest am Knochen anliegend, geschwollen. Das Pferd ist munter, oft wohlgenährt, frißt und hat keinen 10 Husten. 5 Die Pferde können oft lange beim Rotze noch zu 9 3 brauchen seyn, zehren sich aber zuletzt ganz ab und sterben. f 8. 54. 9 Der Rotz ist besonders wegen seiner großen An— steckung sehr gefährlich, und es ist dringend nothwendig, 99 sobald sich derselbe zeigt, das rotzige Pferd ganz von den gesunden so zu trennen, daß eine Berührung, selbst vermittelst der Luft, nicht statt finden kann. Auch müs— sen aus Ställen, worin rotzige Pferde gestanden, Krip— pen, Raufen und anderes Holzwerk herausgenommen 2 r eee.—— 2 chron. gen ist geben, n, als gen ist. licher, senloch imhaut ß aus. kes die Seite, Drüse merz- Dag einen 0 zu hen. — 377— oder ganz abgewaschen und mit Oelfarbe angestrichen werden, ehe man gesunde Pferde wieder hineinbringt. Ist der Rotz von dem Grade, daß die oben angegebenen Kennzeichen eintreten, dann ist es am beßten ein damit befallnes Pferd sogleich todt zu stechen, und sich nicht auf das ganz Ungewisse der Cur erst einzulassen. §. 342. Um den Landwirth mit den unterscheidenden Kenn⸗ zeichen des Strengels, der Druse und des Rotzes bekannt zu machen, mögen sie hier neben einander stehen. Strengel. Druse. Ryo tz. 1). Befällt die Pferde 1) Befällt die Pferde 1) Befällt die Pferde mehrere Male in ih- nur einmal. nur einmal. rem Leben. 2) Dauert kurze Zeit. 20 Dauert kürzer. 2 Dauert länger. 3) Urin ist roth. 5) Urin ist hell. 5) Im Anfang unver⸗ ändert. a) Fieber. 4) Fieber schwächer. 4) Keines. 50 Nimmt beide Na- 5) Wie beim Stren- 5) Nimmt nur ein senlöcher ein. gel. Nasenloch ein. 60 Beide Ganaschen-) Beide etwas ange- 6) Nur eine Gana— drüsen geschwollen. schwollen. schendrüse geschwol— len und fest anlie⸗ gend. 7) Ausfluß schleimig. 7) Anfangs wässerig, 7) Ausfluß eiterig. a dann schleimig, zu— letzt gut eiterig. 8) Die Schleimhaut 8) Etwas roth. 8) Die Schleimhaut, etwas entzündet. sehr entzündet mit Geschwüren verse— hen. 343. Der Wurm scheint ganz dem Rotze homogen zu — 378— seyn, mit dem Unterschiede, daß er gewöhnlich den gan— geht R zen Körper afficirt, während der Rotz nur einen Theil nehret einnimmt. Er besteht in einer Menge Knoten, welche Cube von verschiedener Größe auf dem Körper unter der Haut gte zerstreut sind, die theils an einander gereiht, theils ein— lter zeln liegen. Zuletzt brechen sie auf, geben einen stinken— eig den Eiter und sehen sehr übel aus. Dergleichen Pferde sind dem Landwirthe eben so gefährlich, wie die rotzigen und selten ist eine Kur lohnend. 8. 544. a 50 Hartschlägig keit. f Eine öfter vorkommende Krankheit, welche zwar Her nicht todlich, aber doch zuletzt gefährlich wird und das dan Pferd zur Arbeit unbrauchbar macht. Sie hat ihren lige Sitz in den Lungen und besteht darin, daß das kranke Aut Pferd bei jeder anhaltenden Bewegung bauchschlagt, de! stark keicht und den Athem verliert. Man erkennt il diese Krankheit am beßten, wenn man ein Pferd, das G0 man im Verdacht dieses Uebels hat, etwa 300 Schritt i im Trab reiten läßt und auf die Bewegungen der Flanken b beim Athmen Acht giebt. Fehlt es dem Pferde wirklich Wald an Luft, dann wird es ungewöhnlich mit den Flanken 5 schlagen und zwar mehr ungleich als in gehörig ge— 0 st se sundem Zustande. Die Ursachen dieser Krankheit kön— nen verschieden seyn, als: schnelle Erkältung nach gro— 1 ßer Erhitzung, verdorbenes Futter, vorzüglich ver— 800 schlämmtes Heu u. s. w. Oft ist sie auch angeerbt, vor— züglich vom Vater. Gründliche Heilung ist selten. Ein — 8 a FF ˙...... ˙7—. ̃ tf. ,,... ̃ꝗ dN,.:...— ih gan; u Weil welche Haut ls ein inken; Pferde obigen zwar das ihren ranke agt, kent das bitt nken lich nen ge⸗ kon; gro⸗ bet⸗ bor⸗ Ein sehr gutes Hausmittel, womit ich ein solches Pferd mehrere Jahre im Gange erhalten, ist Schellkraut, Chelidonium majus. Von diesem Kraut giebt man, grün geschnitten, wöchentlich einigemal eine Hand voll unter das Futter. Außerdem müssen dergleichen Pferde wenig Heu erhalten. 05 §. 343. a) Darmgicht, Co lick. Erwähnen wir hier, weil diese Krankheit so schnell tödend ist, und also der Landwirth, wenn er keinen Thierarzt in der Nähe hat, selbst schnell Hand ans Werk legen muß, um Hülfe zu leisten. Man erkennt sie an folgenden Zeichen: Das Pferd verliert die Freßlust, ist traurig, sieht sich nach den Flanken um, wirft sich auf die Erde, wälzt sich, springt schnell wieder auf, scharrt mit den Füßen und schlägt nach dem Bauch. Der Schweiß rinnt ihm von Hals und Körper, der Bauch wird dicker und hart. In diesem Fall ist es verstopft und Mist und Urin gehen nicht ab und alle Gebehrden werden noch heftiger. Die Hülfe muß in den ersten 5— 6 Stunden nach den ersten Zeichen geschehen, sonst ist sie oft umsonst. Die Ursachen dieser Krankheit sind: Erkältung auf vorhergegangene Erhitzung, besonders kaltes Saufen, Schwemmen nach Erhitzung oder selbst bei kaltem Wetter ohne dieselbe. Oft kann auch die Fütterung, Würmer u. s. w. davon die Ursach seyn. §. 346. Die ersten Heilmittel sind: Klystire von Leinöl und Chamillen oder auch Tabacksklystire, auch kann man in Er⸗ c mangelung einer Klystirspritze eine in den After mit einem 12 hölzernen Rohr gesteckte Tabackspfeife ausrauchen lassen. l Zur Wiederherstellung einer gehörigen Ausdünstung muß b man das Pferd am ganzen Leibe mit Strohwischen sehr 1 stark reiben und mit warmen Decken versehen. Klystire N giebt man nach und nach mehrere, bis Oeffnung erfolgt. 18 Innerliche Mittel hat man viele angegeben, aber sie thun. selten gute Dienste. Das von Gericke(a. a. O. Thl. J.) 10 g vorgeschlagene Pulver hat nach meiner Erfahrung immer F noch am meisten gewirkt. Nämlich: 0 2 Unze virgin. pulveris. Schlangenwurzel d 2 Drachmen Kümmelsaamen 1 2 Drachme Opium e 2 Drachme Kampher. gemischt und 24 Pulver gemacht. In 1 Nösel Bier er⸗ fc wärmt, giebt man zur Zeit ein solches Pulver. dal fiat ih §. 347. Gf Ist die Krankheit gehoben, so zeigt das Pferd ge— 0 f wöhnlich zuerst eine starke Freßlust, aber unter 4 Stun— Ala den darf das Pferd nichts erhalten, als etwa etwas Lang— stroh oder sehr wenig Heu. Später dann erhalte es ei— niges Futter von Weizenkleie und erst zuletzt das gewöhn⸗. 1 liche Futter in ganz kleinen Rationen. 272 ˙²TT.......e——T————————.—— ̃— l und in Er; einem lassen. 9 muß n sehr lhstire cfolgt. e thun 1.1. immer e el⸗ 9. 548. ; Robe r. Auch Dummheit, Schieber genannt; eine chronische Krankheit, die langsam entsteht und sich nach dem Mondwechsel, der Hitze und Witterung richtet und deßhalb nicht selten sehr schwer zu erkennen ist. Man theilt diese Krankheit in den stillen und rasenden Koller. Das Pferd ist dabei mehr oder weniger seiner Sinne unmächtig und der willkührlichen Bewegung sei— ner Glieder nicht Herr. Die Entstehungsursachen dieses Uebels sind so verschiedenartig und mannigfaltig, daß ich nicht wage eine bestimmte anzugeben. Sehr häufig mag Futter, das einen starken Andrang des Blutes nach dem Kopf erzeugt, daran Schuld seyn; wenigstens hatte diese Bemerkung ein sehr denkender praktischer Landwirth in Meklenburg vom Kleeheu gemacht, die ich sehr oft bestätiget gefunden habe. Oft ist es angebohren, oft mag es durch die Behandlung entstehen. Daß Wal— lache vorzugsweise mehr damit befallen seyen, als an—⸗ dere, möchte ich nicht unterschreiben obgleich wegen der künstlichen Unterdrückung des Geschlechtstriebes wichtige Gründe vorhanden seyn möchten; aber eben aus diesem Grunde ist es mir wahrscheinlich und die Erfahrung spricht dafür, daß Stuten und Hengste häufig davon be; fallen werden, 8. 549. Die Kennzeichen des stillen Koller's oder der eigent⸗ lichen Dummheit sind folgende: Das Pferd trägt die Ohren auf eine ungewöhnliche Art, es lauert und streckt das eine nach vorn, das andere nach hinten und bleibt oft lange in dieser Stellung. Im Stall zeigt es ge— wohnlich bei lauer, feuchter, warmer Witterung Mangel an Freßlust. Es frißt langsam und selten die Krippe rein aus. Im Vorschreiten hebt es die Beine hoch ohne Veranlassung, schreitet hitzig vorwärts, aber furchtsam und wird dann bald matt, träge, hängt den Kopf und liegt im Gebiß. Das Gefühl gegen äußere Antriebe scheint erschlafft. Beim Reiten oder Fahren drängt es nach einer Seite, oder gehet gerade fort und beim schnellen Anhalten bäumt es sich und schlägt oft über. Es läßt sich willig in die Ohren greifen,(ob dieß gleich nicht immer ein Zeichen der Dummheit allein ist) die Vorderbeine ins Kreuz übereinander stellen und bleibt in dieser Stellung, auch läßt es sich schwerer zurück schieben, liegt ungewöhnlich stark in der Stange und ist am Kopf unempfindlich. Im Stall hängt es den Kopf unter die Krippe, steht zurück in der Halfter hän— gend, es frißt lieber vom Boden als aus der Krippe, und steht im Stall immer verdrossen. Nach Erhitzung frißt es gar nicht, oder nur wenig und abgebrochen. 5843595 Beim rasenden Koller fängt das Pferd von Zeit zu Zeit an zu toben und zu rasen, schlägt alles entzwei und geht nicht selten mit Pflug und Wagen durch. Es liegt im Gebiß, läßt sich oft nicht wenden und bleibt still ste— hen. Beim Antreiben steigt es und geht nicht selten ad streckt nd bleibt es ge itterung lten die Beine 8 aber igt den außere Fahren ort und agt oft allein en und hwerer Stange es den r hän⸗ rippe, itzung n. eit zu i und ö liegt ill ste⸗ selten — 383— über alle Gegenstände fort. So wie sie diese Tollheit auf verschiedene Arten im Freien äußern, ist dieß auch im Stall der Fall. §. 331. Alle Mittel, welche man bisjetzt gegen diese Krank; heit vorgeschlagen, sind bloß Palliative. Gründlich ist schwerlich noch eines geheilt worden. Nührt das Uebel von Vollblütigkeit und Andrang des Bluts nach dem Kopf her, so ist Aderlassen von Zeit zu Zeit gewiß an der rechten Stelle. Auch ein Haarseil vor die Stirn oder hinter die Ohren, lindert das Uebel auf einige Zeit. Außerdem dürften alle Mittel, welche dahin arbeiten, den Andrang des Bluts vom Kopfe abzuziehen, als Kly— stiere u. s. w. von guter Wirkung seyn. An merk. 1. Mehr uber die Krankheiten hier zu sagen, wäre ganz gegen unsern Zweck, um so mehr, da wir gerade über die Krankheiten der Pferde, eines Thieres, was sich die Aufmerksamkeit des Menschen so sehr erworben hat, so viele treffliche ältere und neuere Schriften haben. Wir nennen nur: Pilger a. a. O. Busch, Thierheilkunde. Rolwes, Vieharzeneibuch; auch hat Gericke Thl. I. mehr darüber gesagt. ö Anmerk. 2. Jeder Landwirth, der Gelegenheit hat, sich ei— nen Thierarzt zu verschaffen, wird wohlthun, solchen bei allen schwierigen oder zweifelhaften Fällen zu consulti- ren. Am beßten wird es seyn in diesem Fall sämmtliche. Pferde oder den ganzen Viehstand gegen einen jährlichen Gehalt dem Arzt in Atcord zu geben. §. 332. Allgemeine praktische Bemerkungen über Stallpolizey. Auf einer wohleingerichteten Wirthschaft ist es durchaus nothwendig auch die nöthige Ordnung und Disciplin im Pferdestall zu erhalten, auf welche bei bedeutenden Ackerwirthschaften der Hofmeister oder Voigt, bei kleinern der erste oder Großknecht zu halten vom Wirthe verpflichtet wird. In dieser Hin— sicht müssen auch alle Knechte angewiesen werden, die— sem Vorgesetzten willig Folge zu leisten. Die vorzüg— lichsten Punkte einer solchen e dürften etwa folgende seyn: 1) Die bestimmte und richtige Zeit des Fütterns und An- und Abschirrens. 2) Die gehörige Reinhaltung des Stalles. 3) Die Einrichtung der Beleuchtung und die Vor sicht; welche hinsichtlich der Feuersgefahr zu be— obachten. 4) Die Aufsicht auf die Knechtebetten. 3) Die nöthige Aufsicht auf die Unterhaltung des Geschirrs.* „ 333 Ueber alle diese Dinge, in sofern sie das Polizehliche enthalten, können eigene Vorschriften im Stall, oder den Knechten einzeln, bekannt gemacht werden. Was aber die Inventarienstücke betrifft, so erhält der Hof— meister ein Inventarium über alle Stallgerathe und Ge— schirre und jeder Knecht wiederum ein besonderes über geh. ist e ng und che bei t oder cht zu r Hin⸗ 1 die⸗ vorzug⸗ n etwa I und Vor; qu bez 9 des liche oder Was Hof, 0 Ge⸗ ber 222 309 5 die ihm zugetheilten Sachen, worauf streng zu haltet ist. Unzeitige Nachsicht hierin bewirkt nur Nachlässigkeit, die zuletzt der Herr am meisten empfinden wird. §. 334. 8 Vom Nutzen und Gebrauch der Pferde. Wenn auch der Vortheil, welchen das Pferd dem Landwirth bringt, nicht immer unmittelbar ist, wie bei vielen andern Hausthieren, so ist der mittelbare desto großer; ja es ist in dieser Hinsicht ganz unentbehr— lich. Man kann die Vortheile, die es bringt, auf fol— gende Art eintheilen und zwar: N 1) Die Zuzucht, in Fällen, wo diese als ökono⸗ misch-vortheilhaft angesehen werden kann. Dieser Fall tritt aber dann vorzüglich ein, wenn es leicht wird im Sommer die Füllen auf die Weide zu bringen. Aber selbst wenn es an eigener Weide fehlt, findet sich doch oft Gelegenheit, solche im Kleinen für einige Füllen einzurichten und dann wird immer noch Gewinn dabei seyn. An andern Orten kann man oft Weide für Geld haben und auch da wird es vortheilhaft seyn Füllen zu ziehen. Ueberhaupt bin ich überzeugt, gegen die Meinung vieler anderer Landwirthe, daß es in den meisten Fällen vortheilhaft ist, sich seine Nemonte selbst anzuziehen, besonders in Gegenden, wo eine gute Rage von Pferden allgemein ist. Anders verhält es sich bei Staatsgestüten; hier kann die Frage von unmittelbarem Vortheil nicht seyn, sondern Sturm' s Landw. I. 2. 23 —— 386.— hier gilt es eine gute Rage Pferde zu erziehen und 1 zu erhalten. ö In mehreren Gegenden von Meklenburg, die ich kennen zu lernen Gelegenheit hatte, versicherte mir ein sehr verständiger- Bauer, der von 6 Pferden jährlich 2 Füllen zog, die im Zten Jahr verkauft wurden, daß ihm jede seiner Mutterstuten jahrlich durch die Zucht selbst 00 nach Abzug der Weide und des Winterfutters 20 Thlr. einbringe, wenn er den Dünger der Jüllen in Anschlag 2 bringe. §. 335. 2) Der Dünger. Wenn dieser auch nicht zu den 1 vorzüglichsten gehört, so ist er doch ein Artikel, der„ zu den unmittelbaren Vortheilen des Pferdes ge— e rechnet werden muß. Ueber die Quantitat von f g einem Pf. erde in gewisser Zeit, laßt sich um so we⸗ niger 90 bestimmtes sagen, als ein großer Theil 1 desselben außer dem Stall verlohren geht. Aus 0 diesem Grunde ist selbst die Formel, nach welcher 0 man den Dünger nach der Fütterung berechnet, 4 hier nicht wohl anwendbar. Im Allgemeinen rech⸗ fh net man auf ein gehörig gefüttertes Pferd jähr— lich 17000 Pfund Dünger. Diese Angabe(S. 9 meine Cameralpraxis Thl. 1.) stimmt auch mit ö 10 andern mehr oder weniger überein. Wenn der bn Dünger nach dem Futter und Streustroh berechnet 10 werden soll, so kann man wegen der wenigen Flüs— 1 sigkeit, die der Pferdedünger enthalt, nur mit 2 80 multipliciren, so, daß 1 Ctner Stroh und Futter s0 0 n r——., ̃⅛—crNĩt“.. ̃]§— P———— chen und die ich mir ein hrlich 2 daß ihm t selbst 0 Fl. luschlag r Theil n kech⸗ 2 Ctner Dünger liefern. Mehr hierüber im IIten Theil. d 330. 3) Arbeit. Dieß ist im Allgemeinen wohl der vor⸗ züglichste Vortheil, den die Pferde bringen. Auf den meisten Gütern ist die Arbeit wenigstens der Hauptzweck, den man mit der Haltung der Pferde verbindet. Diese Arbeit besteht aber sowohl im Reiten und Tragen, als Ziehen. Reitpferde sind zwar weniger Gegenstand der Land— wirthschaft, es wird aber dem Landwirth überhaupt höchst nützlich seyn, wenn er sich mit den Eigenschaften eines guten Reitpferdes, so wie mit der 4 0 selbst, gehörig bekannt macht. Ein gutes Reitpferd wird weniger im Allgemeinen betrachtet, als vielmehr in Hinsicht des Zwecks, wozu es gebraucht werden soll. Andere Forderungen macht man daher an ein Parade- oder Prachtpferd, andere an ein Renn- und Jagdpferd, andere an ein Militair⸗ pferd und wieder andere an einen bloßen Klepper. §. 357. Die Eingenschaften eines guten Zugpferdes bestehen: in vollkommener Gesundheit, in einem gedrungenen kräf— tigen Körperbau, gehörig starken, mehr runden, als breiten Beinen oder Knochen, musculösem Hals, brei— ter, kräftiger Brust, stärkem Kreuz u. s. w. Bloße Schönheitsfehler, welche an der Arbeit nicht hindern, sind kein Grund ein Arbeitspferd auszuschließen. Die 25* e— 388— bei dem ökonomischen Gewerbe vorkommenden Arbeiten bestehen gewöhnlich in Ziehen am Wagen, oder am Pflug, an der Egge u. s. w. Außer der Brauchbarkeit des Pferdes selbst, kömmt hierbei vorzüglich die Je mäßigkeit des Geschirrs und der Wagen und Ackergers athschaften in Betracht. Aus— führlicher hiervon wird die Rede im IIten Theil dieses Werks seyn. Hier nur so viel. Die Frage, in welchen Jahren des Alters man die jungen Pferde zur Arbeit gewöhnen solle? ist meines Erachtens, nicht so allgemein entscheidend zu beantwor— ten. Im Ganzen ist es wohl ausgemacht, daß ein zu früher Gebrauch, besonders ehe das Pferd sich gehö— rig ausgebildet hat, was immer mit dem letzten Jahr— wechsel der Fall ist, nachtheilig wird und besonders den 11 Füßen des Pferdes bald große Nachtheile bringen kann. Auf der andern Seite ist es auch wohl gewiß, daß die Füllen, wenn man sie nicht auf Weiden erhalten kann, sehr viel Kosten verursachen, ehe sie zu brauchbaren Pfer— den werden. Meine Meinung geht daher dahin: Die Füllen, in Fällen, wo sie auf Außenweide nicht erhalten werden können, schon mit 2 bis 23 Jahr allmählig an leichten Zug zu gewöhnen und mit dem ꝗ4ten in vollen Gebrauch zu nehmen. Dabei setze ich vor— aus, daß das Pferd im ersten Jahre mäßig und mit Vorsicht gebraucht werde. Die Gründe, welche mich zu diesem Rath bestimmen, sind ganz der Erfahrung 3 und folgende: 8 1 ö 1 ee KA K... 7—7˙m-,.——ä——ͤ——ñ—L[—mẽ..—— p—. 5 — 7 0 0 05 Abeiten J; 3 0 b a) Das Pferd wird dadurch weniger kostspielig, als 1 in fag, wenn es unbenutzt bis zum 4ten Jahr erhalten wird. 4 N b) Es lernt leichter und schwerer ziehen, da sich kömmt durch frühere Uebung die Muskeln besser und fester rs und ausbilden. Aus⸗ Anmerk. Ich bin überzeugt, daß man nur deßhalb in Thü— il dieses ringen so viel Arbeit mit den Pferden verrichtet, weil sie * so früh im Gebrauch geübt werden. Man spannt hier nicht selten die Füllen mit 15 Jahr ein, mit 2 Jahren nan die unbedingt und dennoch kenne ich bei Bauern, wo sie meitzes allerdings mit Vorsicht behandelt werden, e Pferde, die in ihrem 20sten noch sehr brauchbar sind. Wenn nun ein Pferd mit 2 Jahr oder mit 2 Jahren daß ein gebraucht und ein anderes erst mit 4 Jahren, und jenes gehoꝛ dauert bis zum loten, dieses bis zum Zasten Jahr, so 0 ist der Gewinn nicht so groß, daß er die mehreren n Jahr; Kosten deckte, denn ein altes Pferd hat immer nur einen ers den relativen Werth. Die Erfahrung lehrt, daß alle Pferde, welche zu ganz schwerem Zug gebraucht werden, immer 05 früh gewöhnt werden, selten später als mit dem sten, doß die wie fast alle Fuhrmannspferde, und dieß möchte wohl be— weisen, daß das frühe Anspannen in ökonomischer Hin— kann. en kann, i 720 100 sicht nicht so nachtheilig, als einige Schriftsteller meinen. n fe Auch hier in den Rheinländern gewöhnen Fuhrleute und f Bauern ihre Pferde schon mit dem 2ten Jahre und es enweide ist nichts seltenes hier Pferde in einem Karren zu sehen, die 20 bis 25 ja 30 Etner ziehen. 2 Jaht r dem 6. 3558. e ch bor⸗ Die meisten jungen Pferden gewöhnen sich, vermöge d mit der ihnen eigenen Gelehrigkeit, ziemlich leicht. In der iich zu ersten Zeit müssen sie aber wenig oder gar nicht ziehen, ö 10 und neben ein frommes Pferd gespannt werden. Nur allmählig laßt man sie dann mitziehen. Die Arten des Geschirrs für Pferde sind verschie— — 390— den. In leichtem Zug giebt man dem Sielenzeug, in schwerem den Kummten mit Recht den Vorzug. Davon im II. Theil, bei Gelegenheit der Spannarbeit. Eine Hauptaufmerksamkeit bei dem Gebrauch der Pferde zur Arbeit, verdient der Umstand: daß sie dabei nie übernommen werden, und daß man ihnen nicht mehr zumuthe/ als sie ihren Kräften gemäß leisten können. Die gewöhnliche Arbeitszeit ist täglich 1o Stunden, welche man nicht leicht übertreiben darf. Anmerk. Die Lehre von der Arbeit überhaupt, und also auch die von der Spannarbeit u. s. w. gehört in II. Theil, wo sie auch ausführlicher abgehandelt wird. §. 339. 4) Auch nach dem Tode nutzt das edle Thier noch durch seine Produkte. In vielen Gegenden ißt man sein Fleisch und hält es für eine Delicatesse, wie jetzt in Dänemark und schon längst in der Tatarei bei den Kalmücken und Negern.— Das Kammfett ist eines der geschmeidigsten Fette und wird sehr geschätzt. Die Vorderzähne dienen zum glätten. Die Haut giebt gutes und brauchbares Leder. Die Haare von Mähnen und Schweif sind zu verschiedenen Gebrauch kaum zu entbehren. §. 560. Vo m Ee l. Der Esel(Equus Asinus) ist ein sehr nützli— ches und für die Oekonomie sehr brauchbares Thier. Für sein eigentliches Vaterland hält man mit Recht den wär— mern Theil Asiens. leg In der Kost ist dieses Thier ungemein genügsam, Heeg denn er frißt die schlechtesten Gräser und Kräuter, vor⸗— arbeit züglich Disteln, ob er gleich auch gern bessere genießt. uch der Im Sommer nährt er sich davon, im Winter erhalt er i dabef Kleyenfutter, Heu, und Stroh und reines Wasser zu sau—⸗ t mehr fen. Die Eselin begattet sich, wie das Pferd, im Früh—⸗ u. Die jahre, und trägt auch wie solches, 11 Monate und ei— welche nige Tage. Die Füllen saugen 4 bis 5 Monate und werden gewöhnlich mit 12 Jahr schon gebraucht, und ind also dieß mag der Grund seyn, warum unsere Gattung von . Miß Eseln in der Regel so klein bleibt. Der Esel kann lange Dienste leisten, da er ein ziemlich hohes Alter erreicht. r noch 9. 561. Der Nutzen dieser Thiere ist selbst für die Land— d halt wirthschaft größer, als man in vielen Gegenden glaubt. o schon Am gewöhnlichsten braucht man ihm zum Lasttragen, wo— zu er sehr schicklich ist; er kann aber auch zum Zug ge⸗ e e digen braucht werden und thut vor einem kleinen Karren oder 7 Wagen gespannt, vortreffliche Dienste. Zwei Esel kön— hbares nen ohne andere Arbeiten bequem das Sommerfutter für ind l 30 bis 40 St. Rindvieh anbeischaffen und kosten nicht b mehr, als ein Ochse zu unterhalten. §. 362 Es ist eine bekannte Sache, daß sich das Pferd null, und der Esel zusammen begatten und daß daraus Bastar— . fir de entstehen, welche nicht minder brauchbarer als ihre wär Eltern sind. Wird eine Pferdestute von einem Esels— hengst belegt, so entstehet daraus ein Maulthier (Mulus); wird aber eine Eselin von einem Pferdehengst bedeckt, so entsteht ein Maulesel(Hinnus). Das eaulthier, was bei weitem öfter vorkömmt, ist ein höchst wichtiges und nutzbares Thier, was in Teutsch— land viel zu wenig geschätzt wird. Es ist genügsamer und dauerhafter als das Pferd und steht ihm in der Arbeit nicht nach. In den südlichen Ländern von Eu ropa wird es mehr, als das Pferd bei der Landwirth— schaft gebraucht. Zweites Kapitel. Rindviehz uch t.(Milch vieh.) §. 363. Unser zahmes Rind scheint, gleich dem Pferde, schon sehr früh zum Hausthier gemacht und überhaupt ünter den meisten Thieren am meisten über den Erdbo— den verbreitet zu seyn. Sein Vaterland ist daher noch viel weniger als beim Pferde zu bestimmen. Selbst die neue Welt liefert eine Menge Gattungen vom Rinde, während man viele unserer bekannten Hausthiere vergeb— lich dort suchte. Ob die urältern unserer Hauskuh noch irgendwo in wildem Zustande existiren, ist sehr ungewiß, ausge⸗ macht aber bleibt es, daß sie weder vom Büffel(Bos Bubalus L.) noch vom Auerochsen(Bos Urus L.) unmittelbar abstammt, ob der letztre gleich anfangs chengs 5 Das ist ein Leu tsch⸗ igsamer in der on Eu⸗ wirth⸗ — Merde/ haupt Erdbo⸗ noch ost die Rinde, ergeb⸗ endwo (bos L.) angs mit unserm Rinde eine Gattung gewesen seyn mag, son— dern jetzt eine eigene Gattung ausmacht, welche Bos Taurus genannt wird. Anmerk. Die Naturgeschichte lehrt eine Menge Gattungen vom Bos kennen, wovon wir die vorzüglichsten nur an— führen wollen: IJ. Der gemeine, oder Haus ochs(Bos Taurus dome— stious.) II. Der Auerochs(Pos Urus L.) Er findet sich noch hie und da, besonders in Ungarn und Pohlen wild. Ob unser zahmes Vieh davon abstammt, scheint nicht be— wiesen werden zu können. III. Der Büffel(Bos Bubalus) stammt aus Asien 2 ist im südlichen Europa als Hausthier verbreitet. Siehe unten. IV. Bos Bonasus, in Afrika. V. Der Buckelochs Bos Bison.) VI. Der Geisochs Bos gruniens.) §. 364. Im Naturzustande scheint dem Rinde vorzüglich mehr der fette, thonige, feuchte Boden, als ein ande— rer bestimmt zu seyn. Die Gründe, welche mich zu die— ser Behauptung bestimmen, sind: 5 a) Findet man fast alle noch im Zustande der Wildheit lebende Rindvieharten immer mehr in tiefen, fast sumpfigen Gegenden, nie aber auf Ge— birgen, oder trocknen, sandigen Ebenen. b) Der Fuß mit den gespaltenen Klauen, ist mehr auf einen weichen durchnäßten, thonigen, als auf einen Sandboden berechnet. n 0) Alle Pflanzen, welche das Rindvieh am vollkom— mensten nähren und wornach sie sich am beßten aus— bilden, wachsen auf einem mehr thonigen und feuchten, als trocknen Boden. Dahin rechne ich die meisten Kleearten, einige Graser und, andere Weidepflanzen. Anmerk. Wo die Rindviehzucht noch mit Weide betrieben wird, finden wir auch in der That da nur die schönsten Ragen, wo sie auf solchem Boden statt findet. §. 365. Von den verschiedenen Ragen des Nindviehes. Man kann sehr naturgemäß sämmtliche Ragen un— seres Rindviehes unter zwei Hauptragen bringen, welche gleichsam die beiden Extreme bilden. Die eine, und vielleicht die Urrage, ist die, welche in der Tiefe, in Niederungen, die zweite, welche auf dem Gebirge gefunden wird. Zur ersten Rage zählen wir den O st— frießischen und ihm ähnliche Schläge, zur zweiten die Gebirgsschweizer, u. dergl. Alle übrigen Ragen stehen entweder ganz in der Mitte, oder neigen sich mehr oder weniger zu einer von diesen beiden hin. §. 366. Um die bestimmtesten Merkmahle wahrzunehmen, darf man nur die gte Kupfertafel vergleichen. Fig. 1. stellt eine naturgetreue Abbildung einer frießischen oder Niederungskuh dar. Wäh— rend sie sich ihr Futter sucht, muß sie in dem tiefen, schweren Marschboden kneten und dadurch werden die Vordertheile stärker ausgebildet, die Hintertheile aber bleiben schwächer. Der Schwanz ist tief angesetzt, der Hals wird durch das starke Vorbücken beim Weiden län— en und rechne ich „ andert betrieben schönsten zen un, bringen, ie eine, Tiefe, zebirge n Ost⸗ ten die Nacen ch mehr hwen, einer Päh⸗ tiefen, en die e abkt der — 398— ger, der Kopf länger und spitziger, und die Horner er— halten eine Richtung nach vorn. Auch sind die höhern Beine eine Folge dieses Aufenthalts. Ueberhaupt zeich⸗ nen sich alle Thiere, welche mehr in der Tiefe wohnen, selbst die Vögel, durch langere Füße und längere Hälse aus z. B. der Nei her, Storch gew. Fig. 3. dagegen stellt die Höhenrage dar. Diese, indem sie ihre 9 5 sucht, steigt den Berg hinan. Die Last des Körpers ruht in diesem Fall mehr uf den cb be daher diese stärker, und ge— gen die Vordertheile überbauet. Der Schweif stehet hoch, der RNücken wird dadurch herunter gezogen und san⸗ kig. Der Kopf ist kürzer, das Stirnbein breiter, die Hörner stehen mehr nach der Seite und die Spitzen nach hinten. Der Hals ist kürzer, als eine Folge des weni⸗ gen Neigens nach vorn, weil die Kuh bergan weidet, und dadurch entsteht die Wamme, welche gleichsam die zurückgeschobene Halshaut bildet. Anmerk. Die Wamme findet man nur bei Thieren, welche auf diese Art leben. Bey Niederungsvieh, und Niede— rungsschafen ist der Hals an sich so lang in seinen Wir— beln, daß keine Wamme entsteht. §. 567. Alle übrigen in Teutschland bekannten Ragen ste⸗ hen nun zwischen diesen beiden inne, und bilden Mittel— ragen, oder sie neigen sich zu einer von beiden mehr hin. Man kann nicht sagen, welche Rage den Vorzug vor der andern verdient, auch nicht, ob die eigenthümliche Landrage durch eine andere zu vertauschen sey, weil dieß . 2—— lediglich von Lokal- und Wirthschaftsverhältnissen ab⸗ hängt, diejenigen Ragen aber, welche in Teutschland einheimisch oder acclimatisirt, sind folgende: I. Bergrage, Schweizer, Tyroler, Algauer u. s. w. II. Höhen- oder Mittelrage, Franken, Voigt— länder, Böhmen u. s. w. Fig. 3. III. Niederungsragen, Frießen, Holländer, Oldenburger u. s. w. Landragen nennt man jede in einer Gegend einheimische. §. 368. Auch die Rindviehragen haben sich in Teutschland nicht immer in ihrer Eigenthümlichkeit erhalten, sondern es sind gar verschiedene Kreuzungen entstanden. Man hat an einigen Orten die Landrage mit der Schwei⸗ zer, an andern mit der Frießischen gepaart. Oefter hat man dadurch eine Veredelung bewirkt, öfter aber auch die guten Eigenschaften der Landrage verlohren, ohne etwas besseres an ihre Stelle zu setzen. Anmerk. Wir haben über die Nindviehragen Teutschlands ein sehr gutes Werk, was aber leider! nicht vollendet ist, ob gleich das davon Vorhandene recht viel versprach Der Titel ist: Teutschlands Rindviehrasen III Hefte von Witte. §. 369. Von den äußern Kennzeichen des Rindviehes und dem Alter. Da wir aus dem Vorhergehenden gesehen haben, daß die Ragen so verschieden sind, so ergiebt sich hier— aus, daß sich auch keine allgemeinen Regeln über das Verhältniß einer guten Kuh angeben lassen. Doch nimmt man etwa folgende Kennzeichen an: * f gie 0 1 ssen dh 1) Eine gute Kuh soll ein munteres, freies Ansehen N ö utshnd haben, und ganz fehlerfrei seyn, sowohl hinsicht— 5 lich ihres Körperbaues, als auch ihres Tempera— 1 u. s. b. ments. a 5 0 1 Voigt; 2) Sie soll einen wohlgebauten Hals, je nach Ver⸗. 1 schiedenheit der Rage, haben, im Leib tonnenför⸗ N ander g mig gerippt und mit einem möglichst breiten und. geraden Kreuz, überhaupt mit einem starken, re— 1 imische. gelmäßigen Hintertheil versehen seyn, auch ein N glattes Haar und einen regelmäßigen Gang haben. schland 3) Hinsichtlich der Milchergiebigkeit giebt man, der sondern Erfahrung gemäß, folgende, wiewohl keineswegs Man untrügliche, Kennzeichen an: Schwei a) Eine mehr dünne, als starke Haut. ter hat b) Feine Knochen und langen, dünnen Schweif. er auch Beide Kennzeichen sind indeß sehr ungewiß. ahne c) Ein starkes Euter, was aber nach dem Melken mehr schlaff, als fest erscheint, weil letztres schlands mehr ein bloßes Fleischeuter andeutet. lbet il 1 d) Alle vier Strichen oder Zitzen müssen Milch ge— ) Der ben und die Kuh muß sich ohne Widerstand leicht het melken lassen, aber nicht wie man zu sagen pflegt, hartmelkend seyn. ler. e) Die Milchadern längst dem Bauch müssen stark haben, und hervorliegend seyn, besonders muß die b he Oeffnung, wo die Milchadern aus dem Innern 1 dat des Leibes treten, möglichst groß und die soge— doch nannte Milchgrube, tief seyn. 8 —BB——— An merk. 1. Andere Merkmaßhle, die man zuweilen noch d sind sehr unsicher und oft ganz trüglich, wie z. B. dünne, spitzige Hörner u. s. w. Gewiß ist es aber, daß man in jedem Stall bei gleicher Fütterung und Ge— sundheit des Viehes, die magersten und oft unansehn— lichsten Kühe für die beßten Milchkühe halten e denn Milch- und Fetterzeugung stehen in stetem Widerspruch. Anmerk. 2. Wenn wir diese im obigen 5. ang lebe nen Kennzeichen auf eine gute Milchkuh beziehen, so scheinen uns die Kennzeichen für gutes Mastvieh nicht von ganz gleicher Art zu seyn, wovon mehr weiter unten. §. 379. Von einem guten, zur Zucht brauchbaren Spring— ochsen, würde man etwa folgende Kennzeichen voraus setzen: 1) Er soll einen wohlgebauten, aber nicht zu großen, besonders nicht zu breiten Kopf, feurige Augen und mehr lebhaftes als schläfriges Temperament haben. 2) Einen 1 musculdsen Hals und eine mög⸗ lichst breite Brust, überhaupt im Vordertheil voll— kommen ausgebildet seyn, weil er auf dieses im Jungen vorzüglich wirkt, während Leib und Hin⸗ tertheil gewöhnlich mehr nach der Mutter schlagen; ganz besonders bei der Kreuzung zweier Ragen. 3) Er soll kurze Beine, geraden Rücken und ein schönes Kreuz, aber auch einen regelmäßigen, nicht schleppenden, Gang haben. Anmerk. Von allen diesen machen natürlich die verschiede— enen Rasen einzelne Ausnahmen, aber von jeder gilt doch in ihrer Art das höchste. 8 8 aun? füße gabe che 1 fact detfa beg AJ 2 fl teh, eier t ach) ler, luck chen besen nit de 71 17 10 Die Farbe beim Rindvieh ist selten constant und 9 95 kann daher als ein besonderes Zeichen; auch nicht aufge⸗ unansehn: führt werden. Die gewöhnlichste ist die braune, rothe, 10 5 gelbliche, graue und schwarze. Doch giebt es auch ver— 1 schiedene Arten Schäcken und selbstiganz weißes Vieh. so scheinen von ganz§. 372. M e Auch beim Rindvieh erkennt man das Alter zu— Spring nächst an den Zähnen. Es hat dieß mit allen Wie— voraus, derkäuern gemein, daß es vorn nur in der untern Kinn— lade 8 Schneidezähne hat, oben aber fehlen dieselben. großen, Mit den Backzähnen hat die Kuh im Ganzen 32 Stück. Augen Gewöhnlich bringt das Kalb 4 Stück Zähne mit auf die erament Welt und nach 3 Monaten sind nach und nach die sämmtlichen vordern Schneidezähne hervorgewachsen. ine mdg⸗ Nach dem ksten Jahr, gewöhnlich im 16 bis 18ten eil voll Monat, fallen die beiden mittelsten Zähne aus und wer— eses in den durch 2 größere und breitere ersetzt. Nach dem id Hin⸗ 2ten Jahr fallen die 2 nächsten aus; nach dem zten die Mutter 2 folgenden und noch oft mit dem 4ten die beiden letz⸗ zweier ten, welche fämmtlich durch großere und breitere auch enger zusammenstehende ersetzt werden. Nach dieser ind ein Zeit halten sich die Zähne in ihrer Form gewöhnlich bis nicht nach dem 8ten; dann werden sie stumpfer, abgeschliffe⸗ ner, in noch spätern Jahren zieht sich das Zahnfleisch ahne zurück, die Zähne stehen weit vor und erhalten Lücken, gl doch werden auch häufig wackelich. §. 373. gehein Ein anderes Kennzeichen des Alters bei den Kü— 108 Vi hen sind die Ringe der Hörner. Es tritt nämlich beim ic ersten Kalben am untern Rande des Horn's gewöhnlich w fl ein solcher Ring ein, und mit jedem Kalb ein neuer. 16 f Weun man nun die Zeit weiß, zu welcher die Kalben ht (Fersen) zugelassen werden, und rechnet diese zu den wn Ringen hinzu, wovon jeder ein Jahr bezeichnet, so hat 1 man das Alter. 1 Dieses Kennzeichen des Alters ist aber seh' trüg— 5 lich; denn alle Erfahrungen, die man bisjetzt darüber 5 hat, gehen dahin, daß die Ansetzung der Ringe mehr f mit der Geburt eines Kalbes, als mit einem Jahre in Verhältniß stehen. Aus den Ringen ist mit Gewißheit nur so viel zu erkennen, daß die Kuh über 8 Jahre alt b ist, wenn das Horn unmittelbar über dem Hirnschädel, Jah; wo es angewachsen ist, etwas dünner ist als weiter oben. l Die Kennzeichen eines höhern Alters ergeben sich aus lit dem ganzen Habitus eines Stück Viehes. eh 9% 8. 574. fl; Zucht des Rindviehes. 900 Im. 370. sind die Erfordernisse einer guten Kuh, Mi so wie die eines guten Zuchtochsens angegeben worden. ö fag Man unterscheidet dem Alter und Geschlecht nach folgen— d f des Zuchtvieh: Bullen- oder Springochsen; uch lte Kühe; Erstlinge; Starken, Kalben oder 110 Fersen, und Kälber. Die Frage, in welchem iu i Jahre des Alters man die Kalben zulassen solle? ist all— fl i dey Kü lich bein öhnlich in neuer, ie Kalben se zu den , so hat seht trüg⸗ t daruber nge mehr Jahre in zewißheit sahre alt nschädel, tet oben. sich gus ten Kuß/ worden. 0 folgen; chsen; ben oder welchen it al — 401— gemein nicht zu beantworten. Will man großes, schwe— res Vieh ziehen, so ist es offenbar besser die Kalben nicht vor 22 bis 3 Jahren zu zulassen. Will man aber mehr milchreiches Vieh haben und auf die Größe Ver— zicht leisten, so ist es aller Erfahrung gemäß, die Kal— ben mit 12 Jahr begehen zu lassen, weit vortheilhafter. Anmerk. Alle thierischen Organe bilden sich um so besser und schneller aus, je früher sie geübt werden, und dieß ist wohl auch der Grund, warum Kalben, welche früh zu— gelassen, viel bessere Milchkühe werden, als solche, die man später zuläßt. Bei diesen tritt die Fettbildung ein und sie werden feist, ohne oft zu concipiren. Milch und Felt stehen in stetem Widerspruch, daher fette Kühe und Kalben stets weniger empfänglich sind, als magere. §. 575. Das schicklichste Alter zur Begattung einer jungen Kuh, kann man von ic bis zu 22 Jahr annehmen. Der Ochse, wenn er gut gehalten wurde, kann ebenfalls mit 1z bis höchstens 2 Jahren für vollkommen brauchbar gehalten werden. Die Kuh dient von dieser Zeit an bis zum 12 und 14ten Jahr, oft noch länger, mit Vor⸗ theil zur Zucht; doch ist es rathsam sie, wenn sie nicht von besonderer ausgezeichneter Art ist und dann zum Mästen gebraucht werden soll, nach dem roten Jahre auszumärzen. Ein kraftvoller Ochse kann his zum ten und Sten Jahr zur Zucht gebraucht, dann castrirt und noch einige Jahre zum Zug, oder gleich als Maststück benutzt werden. Auf 20 Stück Kühe kann man 1 Bul— len rechnen, wenn aber die Springzeit aufs ganze Jahr fallt, kann er bequem 40 Kühe bedienen. Sturm's Landw. I. 3 26 §. 376. Bei einem bedeutenden Viehstand richtet sich die Zeit des Begehens nach den Wirchschaftsverhältnissen. In dieser Hinsicht ist es offenbar am beßten, mit seinem Viehstande eine solche Einrichtung zu treffen; daß man einen Theil der Kühe zu jeder Zeit frischmelkend habe. Doch können, wie erinnert, andere Verhältnisse eine Ausnahme machen. So ist es z. B. bei bloßem Weide— gang offenbar vortheilhafter, wenn die Kühe im Früh— jahr kalben, damit sie mit der vollen Milchnutzung in die Weide kommen. Der Natur gemäß wäre sonst die — Begattung im Frühjahre wohl am meisten. §. 877. Vorsicht beim Kalben— Die Kuh trägt 40 Wochen oder 3 Jahr, selten ei⸗ nige Tage langer, oder kürzer. Die nahe Geburt zeigt sich durch Festigkeit und Wärme des Euters, durch An— schwellung des Geburtsgliedes, durch Abgang von We— hen und einem unruhigen Wesen der trächtigen Kuh, wobei sie mit den Hinterfüßen oft ängstlich tritt und sich legt und wieder aufsteht. Bei diesen Zeichen kann man auf eine nahe Geburt schließen. Aber schon früher, oft 14 Tage, und bei Erstlingen noch viel früher, fängt die trächtige Kuh an zu vollassen, d. h. das Euter schwillt an, wird größer und fester und enthält entwe⸗ der schon wirkliche Milch, oder doch ein gelbliches zä— hes und wäßriges Wesen, das der Vorbote von der Milch ist. sch die iltgise, t seinen daß man d habe. isse eine Weide, n Früh⸗ zung in sonst die alten ei⸗ utt zeigt urch An, von We⸗ n Kuh/ und sich zun man hel oft gt die Euter t entwe⸗ jches za on der §. 578. Hat das Kalb eine natürliche Lage im Mutterleibe, dann ist in der Regel keine Hülfe nöthig, und es ist am beßten die Natur bei ihrer Operation höchstens nur zu unterstützen; wenn aber die Lage des Kalbes widerna— türlich ist; was allerdings beim Rindvieh, und besonders bei der Stallfütterung desselben, mehr als bei andern Hausthieren vorkommt, dann muß die Natur durch Kunst unterstützt werden. Vor allen kömmt es in die— sem Fall darauf an, dem Kalb im Leibe der Mutter die natürliche Wendung zu geben, wie es bei einer naturge— mäßen Geburt auf die Welt kommt, d. h. mit dem Kopf und den Voderfüßen zuerst. Abnorme Lagen des Kalbes sind: a) wenn die Hinterfüße voran kommen; b) wenn das Kalb mit dem Hintern vorliegt; c) wenn das Kalb mit einer Seite oder gar mit dem Rücken vorliegt. Jörg, Anleitung zu einer rat. Geburtshülfe der landwirth⸗ schaftlichen Thiere u. s. w. mit 14 Kupfern. Leipzig 1818. Anmerk. Ein übler Umstand, besonders bei gut genährtem und schwerem Vieh ist, das Hervortreten der Tracht, was man einen Mutter-Vorfall nennt. Es können dergleichen Kühe zwar gebähren, aber es ist kei— nes Wegs rathsam, sie noch lange zur Zucht zu gebrau— chen, weil immer viele Unannehmlichkeiten und selbst nicht selten Gefahr damit verbunden ist. Man hat ver— schiedene Mittel die Tracht wieder zu befestigen; das ein⸗ fachste hat mir immer das geschienen, daß man durch Leinen, welche um den Leib gehen und dann vom Hals gleich einem Hintergeschirr unter dem Schwanz weg, die Kuh am Zwängen hindert und selbst das Heraustreten unmöglich macht. §. 3579. So wie das Kalb gebohren ist, läßt man es ruhig 2 von der Mutter lecken und thut sie dieß nicht von selbst, so bestreut man dasselbe mit etwas Salz, wodurch die Mutter zum Lecken e wird. Sin nicht selten vorkommender Fall ist der, daß die Nachgeburt nicht zur 5 90 Zeit, d. h. nach wenigen Sd abgeht. In diesem Fall giebt man der Kuh etwas gekochte Linsen, oder Noggen, oder auch ein De— cokt von Zwiebelschalen und Bier, welches treibend wirkt. In der Regel erfolgt aber der Abgang bei wohlgenähr— tem Vieh sehr bald und es ist auch keine Gefahr dabei, wenn sich derselbe etwas verzögert. §. 380. Aufzucht der Kälber. Ein Theil der Kälber und zwar der von den beßten Kühen und von dem beßten Gehalt wird gewöhnlich zur Nachzucht aa der andere wird früh, gewöhn— lich mit 8 bis 10 Tagen zum Schlachten verkauft. Beim Aufziehen der Kälber befolgt man im All— gemeinen 8 verschiedene Methoden. Nach der einen läßt man die Kälber an der Mutter saugen; nach der andern nimmt man sie sogleich nach der Geburt weg und zieht sie ohne Nutte er, bloß mit Milch auf, was man Börnen nennt. Beide Verfahrungsarten haben ihre Vertheidiger. Diejenigen, welche die Kälber an der Mutter saugen lassen, führen dafür als Gründe an: 1) Die erste Milch, warm aus dem Euter der Mut— 12 — oc selbs, dung die daß die wenigen er Kuß ein De; ) wirkt. genähr⸗ e dabei, beßten ich zur ewöhn⸗ ter gezogen, ist dem Kalb zuträglich und gleichsam das natürliche Abführungsmittel. 2) Das Saugen ist naturgemäßer, als das Ausmel— ken durch die Hand und die Milch wird dadurch weit besser anbei gezogen, als dieß durch den blo— ßen Druck der Hand geschehen kann. 3) Es entstehet weniger Entzündung in den Zitzen beim Saugen, als bei dem Druck des Euters mit der Hand. ö A §. 381. Die Gegner dieser Verfahrungsart, wozu der grö— ßere Theil der Landwirthe im nördlichen Theile von Teutschland, Holland und selbst ein Theil der Schweizer Senner gehören, bemerken dagegen zum Vortheil des Börnen: 1) Da das Kalb nur in den ersten Tagen Milch er⸗ hält, wie sie von der Kuh weg kömmt, dann aber später nur saure, abgerahmte und nach 4 bis 5 Wochen nur wenig Milch mit Mehl vermischt, so sey dieß Verfahren bei weitem wohlfeiler. 2) Weder Kuh noch Kalb litten soviel durchs Ab— setzen, weil hier die Kuh sich leichter in den ersten Stunden trennt, als wenn das Kalb erst geraume Zeit daran gesogen hat. 3) Die Kälber würden besser gerippt, als wenn sie an der Mutter saugen und in der Folge bessere Fresser, was allerdings die Erfahrung bestätiget. §. 382. Die Gründe und ihre Prüfung findet man in mei— 1 ö 4 . 36 „ 0 9 —— 406 8 nem Werke:(Die Viehragen einiger G. H. Weimar. Kammergüther u. s. w. Heft J.); hier will ich als Re— sultat nur so viel bemerken: daß mich meine Erfahrung gelehrt hat, daß das Börnen allerdings die oben ge— rühmten Vortheile gewahrt, daß es aber dabei ganz be— sonders auf aufmerksames Gesinde ankömmt; wo dieß nicht ist, lasse man es bleiben, denn dann gehen entweder viel Käl⸗ ber ganz zu Grunde, oder sie verkrüppeln wenigstens. Auch rathe ich es nicht bei Erstlingen zu thun, sondern das erste Kalb von einer jungen Kuh lasse man an der Mutter saugen, damit sich die Milchadern gehörig öffnen und der Andrang der Milch durch das öftere Ziehen und Saugen befördert werde, was durch den mechanischen Druck nicht geschieht. §. 583. Wenn ein Kalb zur Zucht behalten werden soll, so wähle man solches nicht von zu jungen, noch zu alten Kühen. Erstlingskälber setzt man mit Recht un— gern ab. Die beßten Kälber zum Absetzen sind von einer Kuh das zte bis 7te und Ste. Besser gedeihen auch die Kälber, welche im Frühjahr vom Ende Januar bis May fallen, als die Sommer und Herbstkälber. Kälber, wel— che verkauft werden sollen, läßt man nur 8— 10 Tage an der Mutter, es sey denn, man wolle sie mäslen. Kälber zur Zucht, läßt man 4 bis 6 Wochen an der Mutter saugen, gewöhnt sie in den letzten Tagen an das Fressen von gutem Heu oder Grummet, und wenn sie abgebunden sind, erhalten sie etwas Mehlsaufen mit Milch vermischt und gutes Heu. Zuchtkälber kürzere Zeit, als die angegebene, an der Mutter zu lassen, halte — 2—— 4 „Weimar, ich nicht für rathsam, wenigstens ist es mir selten gelun— ch ale Re; gen, gute Kälber zu ziehen, wenn sie nur 14 Tage Erfahrung saugten. e oben 90 Anmer k. Es ist eine ziemlich bekannte Erfahrung, daß fast bei allen Thieren die ersten Jungen weniger kraftig sind, ganz be, als die folgenden; ja man hat Beispiele, daß die ältesten dieß nicht Stuten, Kühe und Schafe oft gerade die kraftvollsten viel Kal Jungen erzeugten, daher sagt man: die alten Kühe zie⸗ 1 hen die beßten Kälber, oder die ältesten Schafe, die schön— 16, Auch sten Lämmer u. s. w. Diese Erfahrung ist aber sehr rich— tig in der Natur ge ründet. Denn erstlich ist es bekannt 2 8 2 das erste daß bey dergl. ältern Müttern die Milchproduction stärker er sg 8 6 8 8 2 7 sugen, ist, als bei jungen, dann aber bildet sich das Gebärorgan Andrang durch die Uebung, wie jedes andere, vollkommner aus. Wir finden dieß selbst bei Menschen bestätiget. Mütter, r welche oft 10 und 12 Kinder gebähren, haben nicht nur geschieht, häusig die kräftigsten und wohlgebildetsten, sondern die Mütter selbst conserviren sich ungleich besser, als andere, die gar keine, oder nur wenige Kinder hatten. efördert soll, so noch zu 8. 584. Naht un Wahrend dem Saugen der Kälber kann man schon 1. dahin arbeiten, daß das nachfolgende Entwöhnen viel auch die leichter geschehen kann. Man läßt nähmlich im Stall, 16 Nah unfern der Kuh, welche gekalbt hat, einen Lattenver— r wel schlag machen, in welchen man das Kalb gleich nach den 10 Lage ersten gen bringt. Zum Saugen läßt man es in der isen. ersten Zeit taglich 5— 6 mal an die Mutter, bringt es der aber immer nachher in den Verschlag wieder zurück. 90d en Auch des Nachts kann es darin bleiben, wenn es Abends 1 1 195 spät und des Morgens früh an die Mutter gebracht . wird. Ist das Kalb erst 14 Tage bis 3 Wochen alt, 110 dann darf es nur Früh, Mittags und Abends zur Mut⸗ halte ter. Spater nur 2 mal und zuletzt wird es leicht ganz „ 8 entwöhnt, so, daß sich Mutter und Kalb weder abschreyen, noch sehnen und dadurch zurück kommen. Anmerk. Es tritt öfter der Fall ein, daß die Kälber Durch— fall bekommen, was in der Regel eine Folge von Saure im Magen ist. Man giebt in diesem Fall etwas Magne— sia ein, ein weit einfacheres Mittel ist aber irgend eine mineralische Säure einige Tropfen, in Wasser gehörig ver— dunnt zu reichen. Das beßte Futter für Absetzkälber bleibt immer gu— tes, süßes und feines Heu oder Grummet. Selbst im Sommer ziehen einige dieß dem grünen Futter vor, wo— mit auch meine Erfahrung übereinstimmt. Sehr gedeih— lich ist ihnen etwas gekochter Hafer oder Roggen oder auch etwas Schrot. Nach einem halben Jahre konnen dann die Kälber dasselbe Futter erhalten, wie das andere Vieh. Anmerk. 1. Viel Wurzelwerk in den ersten Monaten zu füttern rathe ich nicht, weil dadurch leicht die Verdauungs— werkzeuge geschwächt werden und eine Disposition zur Blähsucht entstehen kann. Anmerk. 2. Sollen Zugochsen aufgezogen werden, so ist es gewiß nützlich sie zu castriren, so lange sie noch an der Mutter saugen. §. 586. Von der Veredelung des Rindviehes. So wie alle Hausthiere durch zweckmäßige Aus wahl der Individuen und schickliche Kreuzungen veredelt werden können, so ist dieß nicht minder bei dem Rind— vieh der Fall. Es findet aber bei der Veredelung aller— dings eine doppelte Verfahrungsart statt. Entweder man setzt auf die eine Rage eine andere von größern — Von flies mah Malt schieyeg, el. Durch. n Saure Nagne⸗ end eine brig ver ger gu, lbst im / wo⸗ gedeih⸗ 9gen Jahre wpie ten zu kuungs⸗ on zur so ist ch an 8 Vorzügen, z. B. auf eine Landrage einen schweizer oder friesischen Ochsen, dann nenne ich dieß, kreuzen, oder man sucht aus seiner eigenthümlichen Rage die beßten männlichen und weiblichen Individuen zur Paarung aus und veredelt so die Rage aus sich selbst, was man die Veredelung In und In oder Zuzucht nennt. Wenn der erste Weg gewahlt wird, so können nehrexe Rücksichten dabei statt finden. Man kann näm⸗ lich eine an sich weniger milchreiche Rage durch die Paa⸗ rung mit einer andern milchreicher machen wollen, oder man will eine weniger zum Fettansatz geneigte Rage da— zu geneigter machen, oder man will eine kleinere Land⸗ rage in eine größere umwandeln. Diese und viele ähn— liche Falle können hierbei statt finden. §. 387. Bei der Paarung irgend einer Nage darf man aber nicht, wie es gewöhnlich geschieht, willkührlich verfahren, sondern man muß nach phystologischen Grundsätzen unter⸗ suchen, ob zwei heterogene Raçen, welche mit einander gekreuzt werden sollten, sich auch hinsichtlich ihres Kör— perbaues dazu qualificiren. Meine eigne Erfahrung hat mich hiervon folgendes gelehrt: 1) Wenn es darauf ankömmt, eine Höhen- und Tie⸗ fen Rage, z. B. die Schweizer und Friesische zu kreuzen, so darf man auf eine friesische Mutter keineswegs einen schweizer Ochsen bringen, sondern vielmehr um⸗ gekehrt, einen friesischen Ochsen auf i 0 G ine schweizer Kuh. Denn ere 410— 2) ist das Niederungsvieh in der Regel in den edelsten Theilen der Vorhand vollkommner aus— gebildet, das Schweizer hingegen im Leib und in der Nachhand. Da nun der Vater bei Kreu— zung der Ragen immer mehr auf die Vorder— theile wirkt, oder vielmehr die Umwandlung von den edelsten Organen, nämlich vom Gehirn aus nach dem Rückenwerk zu, ausgeht, der Mutter Einfluß aber dabei mehr im Leib und Hintertheil sichtbar ist, so wird das Junge um so vollkommner werden, indem sich beide El— tern gleichsam harmonisch darinnen verschmelzen. §. 388. b) Immer in der Voraussetzung des nun vollkom—⸗ men bestätigten, von mir aufgestellten, Grund— satzes: daß der Vater mehr auf die Vordertheile wirke, kann man, wie dieß auch die Erfahrung lehrt, annehmen, daß in dem Fall, wo man einen schweizer Ochsen auf eine friesische Kuh bringt, vielmehr schwere Geburten erfolgen, als umgekehrt. Denn das Becken der frie— sischen Kuh ist in seinem mittleren Durchmesser ungleich enger, als das der Schweizer, der Kopf des Kalbes aber nach dem Vater schlagend, ist im Stirnbein breiter, und kann daher bei der Geburt viel schwerer durchkommen, als um— gekehrt, wo das Becken der Mutter weiter, der Kopf des Kalbes aber nach dem Vater schlagend zwar länger, aber weit schmäler im Stirnbein ist. in den let gus; Leib und ei Kreuß Vorder, indlung Gehirn ht, der ib und inge um eide El hmelzen. hollkom⸗ Grund, dertheile tfahrung vo maf che Kuß erfolgen, er frie⸗ cchmesser er, der hlagend, her bei als uf iter, der clagend bein is. — 411— Anmerk. Diese Erfahrung habe ich vielfältig auf den Großh. Weimarischen Kammer-Gütern, wo Kreuzungen aller Art veranstaltet wurden, zu machen Gelegenheit ge— habt, und sie gehört daher nicht zu vorgeblich paradoxen Sätzen. §. 389. c) Scheint es bei der Kreuzung der 2 heterogenen d. i. der Höhen- und Tiefen ⸗Ragen sehr darauf anzukommen, welchen Zweck man durch die Kreu— zungen am meisten zu erreichen gedenkt. Will man bloß eine milchreiche Rage hervorbringen, so scheint es zweckmäßiger friesische Kühe mit schweizer Vätern zu paaren; ist es dagegen auf eine fleischreiche, zur Mast sich besonders quali— ficirende Rage angesehen, so setze man auf schweizer Kühe friesische Ochsen, und man wird seinen Zweck vollkommen erreichen. §. 390. 1 Offenbar werden die schönsten Mittelragen entste— hen durch eine Paarung einer Höhen- und Tiefen- Rage. Wenn es aber auf Veredelung einer Landrage ankömmt, so wird nur dann ein bestimmtes System zu befolgen seyn, wenn sich ahnliche heterogene Ragen in der Nähe finden. Eine Vergrößerung einer kleinen Landrage durch Aufsetzung größerer Ochsen, dürfte nur in den wenigsten Fällen zu empfehlen seyn, weil darnach allerdings nicht selten sehr schwere Geburten erfolgen. Dieß wird am meisten dann der Fall seyn, wenn man auf eine kleine Niederungsrage, einen großen Höhen-Ochsen setzen wollte. ———̃ 2 n = 412— §. 391. Daß die Inzucht bei allen Gattungen unserer Haus—⸗ thiere mit entschiedenem Vortheil geschehen könne, be— weißt, außer andern, das consequent durchgeführte Ver— fahren Backwell's in England, der es hierin bis zu einer bewunderungswürdigen Vollkommenheit gebracht, und man kann sagen die Natur ganz seinem Willen un⸗ terworfen hat. 5 Sowohl sein Rindvieh, als seine Schafe sind in ganz Britanien bekannt, und wenn auch ein großer Theil auf die in England rege Liebhaberei für Viehzucht geschoben werden muß, so ist doch der reelle Werth dieser Rage sehr bedeutend. In Thaer's Einlei⸗ tung u. s. w. und Culley's bekannter Schrift über die Ver— edelung der Viehragen, findet man darüber das Weitere. §. 592. Bestimmte Regeln lassen sich bei diesem Verfahren nicht angeben, nur das hat der Viehzüchtler zu bemerken: daß er aus seinem ganzen Viehstand zur veredelten Zucht immer die vollkommensten Individuen aus wähle. Diese Auswahl muß aber dann wieder nach dem Zweck geschehen, welchen man durch die Veredelung be— rücksichtiget. Ist es zuerst auf eine schöne Gestalt ange— sehen, so wählt man männliche und weibliche Indivi— duen von dieser aus der ganzen Heerde aus, und begat— tet sie lediglich unter einander. Will man eine bloß milchreiche Rage erzeugen, so wird man zunächst die milchreichsten Kühe wählen müssen, diese mit Ochsen von gleichen Kühen gefallen, belegen und nur von diesen ausgewählten Individuen die Rage fortpflanzen. Ist ———— ‚———— 8—. Fiche 2 dhe: fut, sud, ger kuf fies lat re g f es endlich bloß auf Mastvieh abgesehen, so wird man et Has, nur von solchen Müttern künftiges Zuchtvieh nehmen, e, be, was eine vorherrschende Neigung zur Fett- und Fleisch⸗ ke Ver; production zeigt. Fortgesetzte Aufmerksamkeit und bis zu strenge Auswahl können mit der Zeit allerdings eine der bracht, Absicht gemäße Veredelung zu Wege bringen. len un— Anmerk. Diese Art der Veredelung scheint indeß weit leich— 121 ter bei Kreuzungen, als bei eigenthümlichen Rasen statt 0 zu finden, indem bei diesen gleichsam die Natur ductiler auch ist, als bei einer eigenthümlichen Rage. Auch scheint für te für diese meine Behauptung das Verfahren Backwell's ganz zu sprechen, welcher auch zuerst sowohl bei Kühen als tele Schafen mit Kreuzung der Ragen anfing, wodurch er Finlei⸗ seinen Schlag a bildete, Ver⸗§. 393. tere. Von dem Ankauf der Kühe. Wenn der Landwirth sein Vieh nicht selbst anziehen ohren will, oder kann, dann bleibt ihm nichts anders übrig, taken: als sich solches von andern anzukaufen. Es fragt sich zucht nun, in welchem Alter dieß am beßten geschieht. Einige ziehen es vor, trächtige Stärken von 3 Jahren alt, anzu⸗ 170 kaufen, welche in kurzem kalben, um möglichst junge 1 50 Kühe zu erhalten; ist die Rage des Viehes als gut be⸗ 0 kannt, und weiß man, daß ste aus einem guten Stalle N10 sind, so dürfte dieses Verfahren zu billigen seyn. Wo . aber nicht, so würde ich immer frischmelkende Kühe an— 70 zukaufen rathen, wobei sich entweder das Kalb noch be⸗ a findet, oder doch erst seit kurzem abgesetzt ist; bei ihnen 2 läßt sich am beßten die Milchfähigkeit, und überhaupt 5 ihre Brauchbarkeit als Milchkuh beurtheilen. Der beßte i 5 Ankauf solcher Kühe geschieht wohl nach dem 2ten oder It zten Kalb. Was dabei überhaupt zu bemerken ist, wird aus dem Vorhergehenden zu entnehmen seyn. Anmerk. Wenn der Pferdehandel sehr gefährlich, so ist es der Kuhhandel nicht minder. Es gehen dabei so viel Be— trügereien vor, daß sich auch der Klügste leicht bethören läßt. Dieß ist besonders auf Viehmärkten der Fall. Man thut daher wohl, von Bekannten zu kaufen und aus Stäl⸗ len, welche in guten Ruf stehen. §. 594. Von der Wartung und Pflege des Rindviehes. Auch hier betrachten wir folgende Stücke beson— ders: 1) Den Stall. 2) Fütterung und Weide. 3) Das Reinigen und Putzen. 4) Die gewöhnlichen Krankheiten. §. 395. 1 V m Stall. Wenn bei den Pferden die gute Pflege und War⸗ tung zum Theil von der Einrichtung des Stalles abhing, so ist dieß nicht minder beym Rindvieh der Fall. Ja der Rindviehstall verdient um so mehr Beachtung, da bei der Stallfütterung das ganze Jahr und bei Weide— gang wenigstens den Winter hindurch das Vieh wenig oder selten aus dem Stalle kommt. Man fordert aber von einem guten Kuhstall: 1) Daß er gesund sey und den hinlänglichen Raum habe. Das erstre wird am sichersten erreicht, wenn die Lage nicht zu tief, wenn der Stall die nöthige Höhe d. i. 9 bis 10 Fuß im Lichten, und hinläng— liche Luftzüge und Fenster hat. Zur Räumlichkeit wild so ist z viel Be⸗ bethöͤren l. Man us Stal⸗ ehes. beson⸗ d Wor⸗ abhing⸗ . J. / da Weide, wenig ert aber m habe. enn die nöthhhe inlang⸗ lichkeis rechne ich, daß jede Kuh in der Breite wenigstens 4 bis 42 Fuß und in der Länge 7— 8 Fuß er⸗ halte. Jeder Gang hinter einer Reihe Kühe muß wenigstens 4 Fuß, der zwischen 2 Reihen muß 6 Fuß Breite haben. §. 596. 2) Die beßte Art der Krippen ist die an einem Fut⸗ tergang zwischen je 2 Reihen Kühen, die mit den Köpfen gegen einander stehen. Uebrigens können die Reihen nach der Länge oder Tiefe des Stalles angelegt werden; letztres hat doch in vieler Hin⸗ sicht Vorzüge. Die Futtergänge macht man 5 Fuß breit und die Krippen werden am solidesten aus ei— gen dazu gebrannten Backsteinen construirt. Rau— fen sind ganz unnöthig. 3) Muß jeder Kuhstall gehörig gepflastert seyn, weil sich nur auf diese Art die Reinlichkeit gehörig er— halten läßt. Auch sind Canäle nach dem Jauchen— loch nöthig, um den Urin gehörig abzuführen. 4) Daß der Stall mehrere Thüren haben müsse, ist der Bequemlichkeit wegen nothwendig. 5) Endlich ist in Verbindung mit dem Stall eine ge⸗ räumige Futterkammer und ein Kälberstall durch⸗ aus erfoderlich. Anmerk. Mehr über die Einrichtung des Stalles im II. Theil. Die belgische Art, die Hr. Schwertz sehr em— pfiehlt, ist keineswegs nach meinem Bedünken zu empfeh— len, es sey denn, daß man das Rindvieh bloß als Mist— maschine betrachtet. §. 597. 2 Fütterung. Die Fütterung der Kühe ist verschieden, nicht nur hinsichtlich des Fat en erials, sondern auch hinsichtlich der Jahreszeiten. Wir wollen sie zuerst in die Som— mer- und Winterfütterung eintheilen. §. 598. A. Som mer fütterum g: Auch die Sommerfütternng kann auf zwei wesent⸗ lich verschiedene Arten geschehen und zwar entweder be⸗ steht sie in Weidegang oder in der Stallfütte— rung. Wir reden §. 399. a) Von der Weide. Von den verschiedenen Arten der Weide ist Bd. r. S. 29 1. u. f. schon das Wesentlichste erinnert, auch an; gegeben worden, wieviel von jeder Art der Fläche nach auf eine Kuh zu rechnen. Daß die Güte der Weide gar sehr derschieden ist, und daß sich nach dieser Verschiedenheit auch die Wirkung selber auf die Milchergiebigkeit äu— ßert, leidet keinen Zweifel. Man hat meines Erachtens die Natur der Weidepflanzen und der Weiden selbst lange noch nicht d untersucht um aus Gründen be⸗ stimmen zu können, warum die eine mehr auf Fleisch— und Fetterzeugung, die andere mehr auf die Milcher⸗ zeugung wirkt. Soviel scheint mir ziemlich ausgemacht, daß die meisten Niederungsweiden, vorausgesetzt; daß sie nicht saurer Natur sind, vorzüglich auf die Menge der Milch wirken, Hohenweiden bei gehöriger Frucht⸗ to f lig die. zweier vebg bet, Ach e r eddeg nicht pn insichtlic ie So m i wesent⸗ veder be⸗ lfütte Bd. 1. auch an; nach auf gar sehr edenheit eit äu⸗ achtens st lange den be⸗ Fleisch⸗ ilcher⸗ emacht, t/ daß Menge Frucht — 417— barkeit des Bodens, sind mehr der Fleische rzeugung gün— stig, und Bergweiden erzeugen vorzüglich fette Milch, wenn auch weniger. 688. Man kann die Weide außerdem noch in bloße Tag⸗ weide und in Tag- und Nachtweide einthei— len. Im ersten Fall kommen die Kühe des Nachts auf den Stall und weiden nur am Tage, im zweiten bleiben sie Tag und Nacht auf der Weide. Die letztre Art fin⸗ det immer da statt, wo die Koppelwirthschaft betrieben wird, sonst ist sie auch fast in ganz England üblich. Man bringt in Hollstein und Meklenburg in den ersten Tagen des Map's die Kühe in die eingehegten Koppeln und sie bleiben daselbst gewöhnlich bis im October, überhaupt bis die Kälte eintritt. Man hat in den meisten Fällen zweierlei Koppeln, nähmlich Tag- und Nacht ko p⸗ pelu, auf die letztern bringt man die Kühe des Nachts uber, und am Morgen auf die Tagkoppeln, bei welchen man eine gehörige Abwechselung befolgt. Der Theil der Tagkoppeln, wo die Kühe gewöhnlich gemolken zu werden pflegen, heißt die Regel. Die Erfahrung lehrt, daß diese Lebensweise dem Vieh nicht nur, wie einige fälschlich behaupten wollen, nicht schädlich, son— dern vielmehr wohlthätig seh. Wenigstens hat man nie das Gegentheil bemerkt. Außerdem hat aber diese Art zu weiden noch den Vorzug, daß das Vieh weniger ge— hetzt und durch das Hin- und Hertreiben nicht ermüdet wird. Auch frißt es bei heißer Witterung des Nachts äm beßten. Sturm's Landw. I. 2. 272 — 418—.— §. 601. 0 Wo aber keine Gelegenheit vorhanden ist, das half. Vieh des Nachts in eingehegten Koppeln zu lassen, z. B. ner d bei Außen weiden, bei Waldweiden u. s. w. a0 J muß es des Nachts in den Stall gebracht werden. Es uf wird aber hier immer sehr nützlich seyn, den Kühen des Abends etwas Futter aufzustecken und vielleicht auch des Morgens vor dem Austreiben. Vorzüglich dürfte dieß 0 in sehr heißen Tagen nöthig seyn, wo das Vieh vom fn Ungeziefer geplagt, selten viel weidet, oder auch im Ale Herbste, wo die Nächte lang werden. Daß übrigens gt beim Hüten des Viehes die nöthige Vorsicht beobachtet da, werde, eines Theils das Vieh nicht erhitzt, und ruhig ld he geführt, andern Theils, wenn es erhitzt ist, nicht so— F gleich zur Tränke geführt werde, versteht sich von selbst. uch Anmerk. In Mecklenburg und Hollstein sind auf jeder Kop— aach pel die nöthigen Wasserkuhlen, damit das Vieh zu rechter 0 Zeit sich tränken kann. In jedem Fall muß man bei je U der Weide darauf sehen, daß das Vieh läglich 2mal an scche die Tränke kömmt. lle S7 a Eine im Voigtlande und in mehrerern Gegenden 1 0 des nördlichen Teutschlands übliche Art das Vieh zu 10 weiden, ist das Auspflöcken oder Tüdern. Man i versieht zu dieser Absicht jedes Stück Vieh mit einem ge— 10 f gewohnlichen Zaum von Leder oder Eisen, wie die Och— 0 senzäume zu seyn pflegen, befestiget daran eine Leine mit 100 2 Wirbeln, damit sich solche nicht verdreht und die an— 10 0 dere Seite wird an einen Pflock, der bis an den Kopf 5 in die Erde geschlagen, befestiget. Man theilt taglich a 0 ———T—T——7—7——————————— it, dag sen, g., uU. s., en. Eg üben des auch des fte dieß zieh vom auch im übtigene cobachtet d ruhig nicht so⸗ n selbst, eder Kop⸗ zu rechter jan bel je mal ay egenden Vieh zu „Man nem ge— ie Och⸗ eine mit die al⸗ n Kopf liglich hier dem Vieh soviel Raum zu, als es zur Weide be— darf. Im Kleinen ist diese Methode, die ich aus eig— ner Erfahrung kenne, äußerst vortheilhaft, im Großen aber gewiß nur mit vielen Kosten und Schwierigkeiten auszuführen. §. 603. b) Von der Stallfütterung. Im Kleinen schon seit den ältesten Zeiten im Ein— zelnen bekannt, im Großen aber durch Schubart von Kleefeld zuerst in Sachsen zu weiterer Ausdehnung gebracht. Die Futterarten, deren man sich dabei be— dient, sind gar sehr verschieden. Sie können bestehen und bestehen am gewöhnlichsten in: Wiesengras, Jäte; gras, Klee, Luzerne, Esparsette, Wicken, Mengfutter, Buchweizen u. dgl., überhaupt in allen Futterkräutern, welche mähbar sind. Da es sehr nothwendig ist, sich zu jeder Zeit einer hinreichenden Futtermenge zu ver; sichern, so muß man sich dabel nicht auf eine Fütte⸗ rungsart, besonders den Klee, beschränken, sondern man muß mehrere zugleich haben, um im Nothfall und wenn die eine verfüttert, eine andere angreifen zu kön; nen. Nathsam bleibt es immer bei der Stallfütterung sich wenigstens bis Ende May's mit Winterfutter zu ver— sehen und wo möglich noch länger, um nie in Verlegen— heit zu kommen. Unter den Futterkräutern pflegt gut gehaltene Luzerne immer am frühesten mähbar zu seyn und macht in Gegenden, wo man sie bauen kann, das erste Futter im Frühjahr aus. Dann folgt der Klee, ist der erste Schnitt herunter, so ist gewöhnlich während 7 — 420— der Zeit die Luzerne nachgewachsen, oder man hat früh— zeitig Wickfutter oder Buchweizen gesäet, der zwischen eee, wid! dem ersten und zweiten Kleeschnitt eintritt. f Anmerk. Wickfutter, bestehend aus Wicken, Hafer, etwas 1 Gerste, Bohnen und Erbsen, das fast auf jedem Boden, Back der einige Kräfte besitzt, gedeiht, halte ich für das treff— 10 f lichste Milchfutter. Comparative Versuche haben mich meh— rere Mahle davon überzeugt. Man(äet es zu verschiede— fab nen Zeiten, um zu jeder Zeit dasselbe von verschiedenem den E Alter zu haben. Auch den Buchweizen kann ich aus Er 10 Et fahrung empfehlen und ich werde solchen bei der Stall— 1 fütterung im Großen, nie ausgehen lassen. Sollte man ft früh im Frühjahr an Jutter Mangel leiden, so kann man sich auch mit Roggen helfen, den man zu dieser Ab sicht in die Brache säet. Raps und Rübsen gewähren aber selten eine große Hülfe, da sie sehr schnell bei war— fie d mer Witterung in den Stengel und in die Blüthe schie⸗ 0d ßen und wenig hergeben. Besser ist im Herbste gut ste— 1 0 e 00 hender Raps als Schröpfe zu füttern. e 8. 604. 8 Ihr“ 7 5„ 8 8 i 0 5 dds Die Quantitat der grünen Fütterung richtet sich 8 theils nach der Größe des Viehes, theils selbst nach dem, 4 was davon vorhanden ist. Nach genau angestellten Ver— N 5 8 8*„ 3 57 suchen habe ich gefunden, daß eine Kuh mittlerer Große, e täglich Too Pf. grünen Klee bedarf, wenn sie in gutem geh Stand erhalten werden soll. Ganz schweres Vieh be— qu darf wohl 120 Pf., während ein kleinerer Schlag mit ö Ulle 0 Ne 1 1 g 0 ö 1 85— 90 Pf. ausreicht. Im Durchschnitt aller Fütte— lake rungsarten wird man von gutem Mittelboden p. Stück den Sommer hindurch zur Erhaltung 1 M. Morgen rech⸗ dale nen können. Steht aber der Klee und das Wickfutter dlc recht gut, dann bin ich öfter mit 2 Morgen ausge— fung kommen. N e sche — 421— 5 hat feih Aae! ö§. 608. E. zwichen a Wenn es bei der Stallfütterung im Großen nöthig wird ein eigenes C Gespann zum Herbeifahren des Futters fer, etuaz zu halten, so wählt man dazu entweder Mastochsen 11 0 oder man gewöhnt einige Kühe zum Zug und schafft es a fe mit diesen bei. In mehrerern Wirthschaften bedient u uirshiede man sich hierzu auch wohl der sehr wohlfeil zu erhalten— ichen den Esel. Zwei dergleichen konnen bequem für 30— 19 0 40 Stück Rindvieh das Futter herbeischaffen und of ten dalle man nicht mehr als 1 Kuh zu unterhalten. „ so kann§. 606. dieser As 900 hren Am beßten ist es meinen Erfahrungen Newäs im⸗ bei war mer den 3 5 das Futter bei der Stallfütterung des ite shie⸗ Tags in 4 Mahlzeiten zu reichen, damit ihnen die Zeit e gut ste⸗ dazwischen nie zu lang werde, und zwar die erste um 5 Uhr Morgens, die 2te um 10 Uhr, die zte um 2 Uhr, die 4te um 7 Uhr Abends. Oft erlauben aber die Wirthschaftsarbeiten dieß nicht und in diesem Fall macht man nur 3 Mahlzeiten. Getränkt wird immer zwischen der ersten und letzten Mahlzeit. Wenn es irgend gesche— hen kann, so ist das Schneiden des grünen Futters sehr zu empfehlen, da es ungemein ersparend ist. Beim Uebergang vom dürren zum grünen Futter im Frühjahr halte ich es sogar für nothwendig. Bei der Fütterung des Klees ist anfangs allerdings ichtet sich nach den ten Val Grohe, „ gutem Vieh be bag mit r Fütte⸗ , Stück VVV 5 b. 0 viel Vorsicht nöthig, weil man sonst leicht das Vieh da— en Le ö 4— 8 2 2 10 durch aufbläht und tödten kann. Man läßt daher den jickhutter jungen Klee mit gutem Stroh oder Heu vermischen, oder og ale schneidet ihn mit solchen vermischt zu Hechsel. Wenn das Vieh erst 14 Tage daran gewöhnt und der Klee voll— 0 kommen in die Blüthe getreten, ist selten bei gehöriger 1 ö Vorsicht Gefahr. Ganz junger Klee muß aber besonders 3 vorsichtig gefüttert werden. Anmerk. 1. So lange ich mich aktiv mit der Landwirthschaft beschäftige, weiß ich keinen Fall, wo mir eine Kuh vom Kleesutter aufgebläht worden wäre, wohl aber bei der 10 Stallsütterung mehrere Mahle einzelne Schafe, bei unvor— 10 sichtigem Füttern nassen Klee's. Nach meinen Beobach— achtungen kann gehörige Sorgfalt beim Füttern, eine gleichmäßige Fütterung und etwas Beisaat von Raygras unter den Klee(S. Bd. 1.) viel zur Verhütung dieses Ulebels beitragen. Demungeachtet bin ich auch vollkom— men überzeugt, daß dieses Uebel zum Theil in der Indi— vidualität des Viehes, zum Theil selbst im Lokal liege, denn ich sah es in Slällen, wo man gewiß eben so sorg⸗ fältig verfährt, als irgendwo. 9 An merk. 2. Wo es das Lokal erlaubt, wird es dem Vieh ö 9 immer wohlthätig und gedeihlich seyn, wenn es täglich in den Früh- und Abendstunden auf den Viehhof gelas— sen und vielleicht auch hier gefuttert wird; bei heißer Wit— terung aber und wenn der Hof keinen Schatten hat, dürfte es mehr schaden als nutzen. §. 607. 5 Das Verfahren Einiger, auch im Sommer trocke— 0 nes Futter zu geben, kann ich keines Wegs billigen. 30 Ich selbst kenne einen Landwirth, der seit 25 Jahren bei einem Viehstand von 60 St. es thut. Er ist sehr dafür eingenommen und mag in gewisser Hinsicht, da er nun einmal darauf eingerichtet ist, Recht haben. Er gesteht aber unverhohlen, daß weder die Milch in sol— 2 cher Quantitat erfolgt, als nach grünem Futter, noch 1 daß die Butter so angenehm schmeckend sey. Beides ler bol gehörige besondetz lürthschaft Kuh vom er hei der bei unvor; Beobach⸗ rn, eine Rapgras ing dieses vollkom- der Indi⸗ al liege, so sorg⸗ em Vieh s läglich of gelaß⸗ ßer Wit⸗ , dürste trocke⸗ billigen. Jaßten jst sehr t/ da n. Er in sal 1 foch Beides — 423— sind hinreichende Gründe schon um dieses Verfahren nicht als sehr geeignet anzunehmen. Dazu kömmt aber noch, daß es weit schwieriger ist, das Heu zu machen und gut einzubringen, als das grüne Futter. Anmerk. Auch bei der Stallfütterung kommen die Kühe im Herbst dennoch einige Wochen auf die frischen Stoppeln und die Wiesen, was ihnen sehr gedeihlich ist. §. 608. Vortheile und Nachtheile der Stallfütterung gegen die Weide. Auch die Stallfütterung, diese rein teutsche oder vielmehr sächsische Erfindung, hat mancherlei Widersprü— che zu erdulden gehabt. Man verfuhr bei ihrer Beur— theilung, wie bei der Beurtheilung der meisten ökono— mischen Einrichtungen, ganz einseitig. Wir halten fol— gendes für Vortheile derselben: 1) Sie erspart beträchtlich an Land gegen die Weide. Man kann wohl ziemlich gewiß annehmen, daß wenn 3 M. M. nöthig sind, um eine Kuh auf der Weide zu ernähren, nur 1 M. M. erforderlich sey/ um das bei der Stallfütterung nöthige Futter zu erzeugen. 2) Sie gewährti unter gewissen Verhältnissen in den meisten Fällen mehr Milch. 3) Sie ist der Gesundheit der Kühe bei richtiger Be— handlung weniger nachtheilig. 4) Sie gewähret ungleich mehr Dünger. §. 609. Zum Vortheil der Weide kann man anführen: 1) Daß sie der Natur des Viehes angemessener ist. 5————— .—— 4 8 14 — 8 S 4 2 4— 2) Daß sie die Zuzucht einer guten Rage befördert fal und erleichtert. N 3) Daß sie eine Menge Producte in besserer Qualitat Out liefert, als Milch, Fleisch, Leder, Horn, Talg gau a1 J u, f 4) Daß sie weniger Arbeit bedarf. 0 §. Gro. 10 Als Resultat möchte wohl gelten: daß die Stall— 1e fütterung aller Orten da mit Vortheil statt findet, wo 110 das Land in hohem Werthe steht und die möglich wohl— feilste Production des Düngers der Hauptv ortheil gehe der Viehzucht ist. Auch da, wo es mehr auf Getraide— sch früchte, als auf die Producte der Viehzucht abgesehen 1 ist. Unter andern Umständen möchte wohl die Weide Vorzüge verdienen. §. GET. B. Winter fütterung. Nach dem Futter, was man dabei verwendet, kann man die Winterfütterung gar verschieden eintheilen. Wir wollen die wesentlichsten Arten jetzt einzeln durchgehen. a) Heu- und Strohfütterung. Sie ist an vielen Orten die gewöhnlichste, besonders da, wo das Rindvieh den Hauptgegenstand der Viehzucht ausmacht. Wo indeß veredelte Schäfereien sich befinden, da kömmt das Heu selten an die Kühe. Es kann das Heu entwe— der aus gutem Wiesenheu oder Kleeheu oder Wickenheu l u. dgl. bestehen. um eine Kuh mittlerer Größe gehörig Gen auszufüttern, bedarf sie täglich 20— 25 Pf. Heu und 12— 15 Pf. Stroh. Ich weiß wohl, daß man oft fta geh (id — 425— bfg N„„ 7 8 2*„„ sudet, viel weniger giebt, dann aber kann von einer hinreichen⸗ 5 den Fütterung nicht die Rede seyn. Eine sehr große Malitzt Ersparniß ist es allerdings, wenn Heu und Stroh nicht; ganz, sondern geschnitten gereicht werden, worauf jeder gute Wirth zu sehen hat. Bei dieser Fütterung rathe ich jedem, seinem Vieh möglichst viel zu trinken zu geben; dieß ist ganz besonders bei Kleeheu nothwendig, was, , Talg e Sal wie alle dergleichen Gewächse, nicht ordentlich verdauet f / wo und dem thierischen Körper assimilirt werden kann, 9 wohl⸗ wenn die gehörige Menge von Flüssigkeiten fehlt. Man rtheil gebe daher den Kühen vor jeder Mahlzeit, oder auch zwi— ellaide⸗ schen den Rationen, immer zu trinken. gesehen Anmerk. 1. Nach Versuchen, die ich öfter anstellte, habe ich Weide gefunden, daß die Kühe beim Genuß von trocknem Klee oder andern Heu noch etwas mehr an Flüssigkeit zu sich 8 N hr an Fluß nehmen, als diese durch das Trocknen daran verloren ha— ben; dieses Verhältniß scheint nothwendig, damit eine ge— hörige Verdauung statt finden kann. Auffallend viel sau— horig 9 ö fen alle Thiere nach dem Genuß des Kleeheues. e kann Anmerk. 2. Unter dem Stroh ist das Roggen- und Win— n. Wit terweizenstroh und nächstdem das Gerstenstroh, wenn sie ohen sämmtlich grasig sind, das beßte, obschon Hülsenfrucht— 5 stroh den ersten Platz einnimmt. Haferstroh füttert man ist an den Milchkühen nicht gern, weil es nachtheilig auf die wo das Milch wirkt. macht. de 512 kommt b) Wurzelgewächsfütterung. Sie ist un⸗ entwe⸗ streitig für keine Thierart mehr und besser geeignet als ckenhen für das Rindvieh. Die meisten, ja beinahe alle diese gehört Gewächse, welche im Großen gebauet zu werden pflegen, ud gehören hieher. Namentlich: die Kartoffeln, zan ost Erdbirn, Kohlrüben, Runkelrüben, Wei— 0 ßerüben, Pastinaken, Möhren u. s. w. Man kann diese Gewächse gehörig geschnitten oder gestampft, entweder roh, am beßten mit Hechsel vermischt, oder andere besser gekocht, füttern. Kartoffeln haben ge— kocht einen entschiedenen Vorzug, weniger aber die an— dern Wurzelgewächse. Ueber die Nahrungsfähigkeit der verschiedenen Gewächse ist mehr zum Theil schon oben geredet worden, ich will nur bemerken, daß das durch chemische Zerlegung gefundene Verhältniß mit der Erfah— rung keineswegs vollkommen übereinstimmt. Die Wirkung der verschiedenen Wurzelgewächse ist sehr verschieden nach der Milch- und Fleischerzeugung. Mir scheint es, daß alle diejenigen, welche viel Zuckerstoff enthalten, mehr auf die Güte der Milch, die, welche mehr Stärke und Pflanzenschleim enthalten, auf Fleisch wirken. Ganz besonders vortheilhaft auf den Geschmack und Güte der Milch wirkt die Tellerrübe, welche in England unter der Benennung der Turnips bekannt ist, aber un— ter die wäßrigsten Rübenarten gehört. Anmerk. Das Zerkleinern geschieht am beßten auf eigenen Maschinen deren es jetzt so viele, zum Theil sehr einfache giebt. Der sogenannte Rübenwolf ist sehr zweckmäßig. Das Kochen der Kartoffeln geschieht am beßten vermittelst Dämpfe, wozu man jetzt ebenfalls viele Vorrichtungen hat. Daß man aber bei diesen Wurzelfrüchten immer etwas trock— nes Futter geben müsse, verdient kaum einer Erwähnung; es kann dieß bloß gutes Stroh seyn, etwa 12 Pf. täglich. Das Quantum bestimmt sich nach der Nahrungsfähigkeit der verschiedenen Gewächse, welches ich im 1. Bd. S. 230. angegeben.(Man vergleiche die Berichtigung in der Vorrede). Wenn 50 Pf. Kartoffeln nebst dem angegebe— 5—-——— iU—— th. Mu estanft, cht, dan haben ge, r die an; igkeit der hon oben as durch t Etfah⸗ Wirkung rschieden heint es/ thalten, Stätke wirken. ick und Lagland aber un⸗ eigenen einfache ckmaßig. ermikkels gen hal. s trock⸗ hnung; täglich fähige 8b, E. J in det ngegebe⸗ nen Quantum Stroh als tägliche Fütterung hinreichen, so muß man statt dieser geben an: Runkeln 62,5 Pf. Kohlrüben 55,55 Pf. u. s. w. e is. c) Brühfüͤtterung. So sehr einige praktische Wirthe gegen diese Fütterungsart, vieleicht weil sie sich nie selbst davon überzeugt hatten, eingenommen sind, so sehr empfehle ich dieselbe mehrjährigen Erfahrungen zu Folge. Durch das Ueberbrühen des geschnittenen Stro— hes, Heues, Grummts, Ueberkehr und Spreu werden offenbar ihre Bestandtheile mehr aufgeschlossen, sie wer— den den Thieren angenehmer und kräftiger. Auch wirkt das lauwarme Brühfutter viel besser und stärker auf die Milchabsonderung, als bloßes kaltes Wasser. Man verfährt dabei auf folgende Art: In ein im Stall befindliches großes Brühfaß bringt man gewöhn— lich 8— 10 Stunden vor dem Füttern alles, was auf; gebrüht werden soll, an Spreu, Hechsel u. s. w.; dann wird entweder in einer mit einem Kochofen verbun— denen Blase oder Kessel, Wasser heiß gemacht und von diesem so heiß wie möglich so viel aufgegossen, als nö⸗ thig ist, die ganze Masse ein einen dicklichen Brei zu ver⸗ wandeln. Mit einem wohlschließenden Deckel wird das Faß zugedeckt und die Masse bleibt bis, zum Vorlegen so stehen. Gewöhnlich wird, wenn man nicht hinreichend heißes Wasser hat, ein Theil kaltes hinzugethan. Beim Vorlegen können nun noch geschnittene Wurzeln, Schrot, gekochte Körner oder Oelkuchen mit gegeben werden, 8 428 doch würde ich mehr rathen, die Oelkuchen mit aufzu— brühen. Anmerk. Außer diesen gewöhnlichen Fütterungsarten reicht man anderer Orten wohl Körnerfutter, was aber entwe der gekocht oder geschroten werden muß; Kohl, grün oder wie Sauerkraut eingesalzen; in neuerster Zeit thut man selbst den Vorschlag das Kartoffelkraut einzusalzen und den Kühen zu füttern. Ein Gebrauch dieses Krauts, der, wenn sich seine Zweckmäßigkeit bestätigt, sehr bedeutend Wäre. 5 §. 614. d) Träbern- und Spülichtfütterung Beide Fütterungsarten können in der Regel nur da statt⸗ finden, wo Brau- und Brenneveien mit der Wirthschaft in Verbindung stehen. So wünschenswerth beide Ab— falle zur Mästung seyn mögen, so wenig empfehle ich sie langjährigen eigenen und fremden Erfahrungen zu Folge für Zucht und Milch vieh. Die dern allerdings die Fleisch- und zum Träbern beför⸗ Theil auch die Fettproduction, sie legen aber weniger auf die Milch und diese ist auch selten wohlschmeckend darnach. Die Butter vom Träberfutter ist unansehnlich und hat einen faden Geschmack. Das Fleisch, besonders wenn Kälber und Kühe immerwährend damit gefüttert werden, wie bei großen Brauereien, wird grobfaßerig, aufgeschwemmt und verliert durchs Kochen Kraft und Farbe. Das Fleisch wird gewöhnlich nach dem Kochen schwarz und daher unansehnlich. Das Brantweinspülicht ist in ge— wisser Hinsicht eines der vorzüglichsten Mastungsmittel, aber dem Milch- und Zuchtvieh ist es nie günstig, es sey denn in kleinen Quantitäten. Die Neigung dieser Mit aufg, arten rach aber entue 5 „grun oder thut man salzen und Krauts, der, T bedeutend terung ir da statt Virthschaf beide d fehle ich se n zu goshe bern befol, auch die die Milch ch. Die hat einen n Kälber en, wie chwemmt Das az und in ge⸗ gemittl, / es j dieser Fütterung, schnell Fett zu erzeugen, beweißt schon, daß es nicht lange vortheilhaft auf die Milch wirken könne. Dabei aber macht es junges Vieh und Zuchtvieh schwäch⸗ lich, die dann, wenn sie von der Blase weg in anderes Futter kommen, erschlaffen, abfallen und nicht selten Lungensüchtig werden. Dieß sind meine Beobachtungen darüber, die andere vorurtheilsfreie Landwirthe gewiß auch gemacht haben werden. Unschädlich aber ist das 5 wenn es gleichsam als Verdauungs- und Reizmittel nur in kleinen Portionen käglich oder wö⸗ chentlich ein paar Mal gereicht wird. Anmerk. Zur Fütterung der Kühe kann man auch das Salzgeben rechnen, was in jeder Hinsicht nützlich ist. Viele geben dasselbe täglich, einmal über das Futter her— gestreut, andere nur wöchentlich ein bis zweimal, was auch wohl hinreicht! Gewiß ist es, daß sich die Milch darnach vermehrt, aber auch eben so gewiß, daß sie, bei weitem wäßriger darnach wird. Ein Schweitzer, welcher in Sachsen als Senner angestellt war, verbot jedesmal streng Salz zu geben, sobald er änfing Fettkäse zu machen. §. 613. Nichts ist bei der Pflege des Milchviehes nothwen⸗ diger, als fleißiges Tränken, besonders bei trocke— nem Futter. Schon deßhalb ist es nützlich Brühfutter zu geben, wo sich das trockne Futter mit Feuchtigkeit durchzieht und um so leichter verdaulich wird. Um das Vieh um so mehr zum Saufen zu reizen, auch ihm das Saufen gedeihlicher zu machen, ist es gut etwas Schrot oder Oelkuchen damit zu vermischen. Immer muß aber das Vieh nach jeder Mahlzeit, besonders bei trocknem Futter, getränkt werden. .—— — 430— §. 616. ö 55 Das Reinigen und Putzen. Es ist eine Entschuldigung für lüderliche Wirthe oder faule Hirten: daß fleißiges Putzen und Reinigen des Viehes mehr schädlich als nützlich sey. Allen Thie— ren und so mit auch dem Rindvieh, ist die Reinlichkeit nicht nur nützlich, sondern zu ihren gehörigen Gedeihen so gar nothwendig. um sie zu erhalten, muß dem Vieh täglich so viel eingestreut werden, daß es trocken und rein liegt und nicht im Morast steht, wodurch die Gesundheit über— haupt leidet und gar viele Fußübel erzeugt werden. Ob man täglich ausmisten solle, müssen Zeit und Wirth— schaftsverhältnisse entscheiden; kann es geschehen, so wird die Reinlichkeit um so leichter. Bei Mangel an Streustroh, ist nur auf diese Art Reinlichkeit im Stalle zu erhalten. Unter andern Verhältnissen, besonders, wenn der Stall mit den nöthigen Abzugsrennen versehen ist, ist es auch hinreichend, wenn das Ausmisten wöchent— lich 3 mal oder auch wohl nur 2 mal geschieht. §. 61. Das Putzen, wozu man sich einer eigenen Kuhstrie— gel, die etwas kleiner aber schärfer, als eine gewöhnli— che Pferdestriegel ist, bedient, kann ebenfalls täglich ge— schehen, doch ist bei gehöriger Reinlichkeit im Stall, ein zweimaliges Putzen in der Woche ausreichend. Da— bei müssen die Schwänze gehörig gekämmt und vom Schmutz gereinigt werden. Wo es möglich ist auf dem Hofe eine Viehschwemme anzulegen, wird man im Sommer, wo 77..—— hol inf en de wle Nee es die Witterung erlaubt, sehr wohl thun das Vieh von Zeit zu Zeit zu schwemmen. “ Vit 121 ö. 3 len Thie Die 1 55 Viehes im Winter erfordert anche Saile einen F e Stall. Am Gmdeihe wärmsten muß man den Stall von Weihnachten bis ge— gen den März hin halten, damit sich das Vieh bald und . vollständig aushärt. Ein warmer Stall ersetzt bei allen e Thieren, besonders aber bei dem Rindvieh, einen großen igt 0 Theil des Futters. füt ben Anmerk. Ich finde keinen Luxus auf einem Landgute ver— en. Ob zeihlicher, als den, welchen der Landwirth mit seinem Wirth, Kuhstall und mit der Reinlichkeit in demselben treibt. Wenn es auch keinen unmittelbaren Gewinn bringt, so hen, so kostet doch die Erhaltung der höchsten Reinlichkeit, außer angel an daß man sich der Sache ernstlich annimmt, nicht mehr als u Stalle die Unsauberkeit, die jeden aneckelt sobald er in den Stall i tritt. Uebrigens hat mich die Erfahrung gelehrt, daß die sonders/ höchste Reinlichkeit nur dann ohne immerwährenden Zwang versehen erhalten werden kann, wenn die Leute wirklich Liebe zum wöchent Vieh haben und das findet man mehr bei mannlichen als weiblichen Gesinde. Ueberhaupt müssen alle übrigen Ge— genden Deutschlands die Behandlung des Rindviehes von den Schweizern und Tyrolern lernen, in Hinsicht der Pflege der Zugochsen aber, sind die Voigtländer Meister. Kuhstrie⸗ ewohnli⸗§. 619. 750(a Die wesentlichsten Krankheiten des Rindviehes. 1 Wir theilen auch hier die Krankheiten in äuß er⸗ 5 0 liche und innerliche. 0 5 Aeußerliche Krankheiten sind hier nicht so 10 verschiedenartig wie bei den Pferden; wir bemerken fol⸗ Hofe gende: et/ wo — 3———— §. 620. 15 Das weiße Fell im Auge. Im Sommer, vorzüglich auf der Weide oder auch im Stall, wenn solcher sehr dunstig ist, bekommen die Hühe nicht selten Aug genentzündungen, die sich mit ei— nem weißen Fell endigen und das Auge dadurch erblin⸗ det. Bey dieser Entzündung, die aber auch sehr oft und wohl am meisten, durch äußere Verletzungen ent— steht, thränt das kranke Auge und die Kuh sucht damit, wo sie kann, sich zu reiben. Im Anfang ist ein kühlen⸗ des Augenwasser, selbst öfteres Waschen mit klarem Wasser, hinreichend, zeigt sich aber der Anfang zu ei— nem Fell, dann thut die bekannte rothe Augensalbe die beßten Dienste. Das Einblasen von klarem Zucker, thut in vielen Fällen auch gute Dienste. 8.62. 25 Die Verhärtung des Euters. Sehr oft kömmt bei frischmelkenden Kühen, beson— ders, aber bei Fee der Fall vor, daß durch Sto— ckung der Milch in den Milchdrüsen Verhärtungen des Euters und starke Geschwulst desselben entstehen. Wird in diesem Fall nicht Hülfe geschafft, so entsteht entweder eine Entzündung oder eine langwierige Verhärtung des Euters, wodurch die Kuh bedeutend an Milch verliert. Man kann sich in diesem Fall mehrerer einfacher Hausmit— tel bedienen. Bei den meisten Gelegenheiten hat mir zerlassene, ungesalzene Butter, täglich einigemal an die erhärteten Stellen gestrichen, sehr gute Wirkung gethan. Auch kann man Bähungen von Heusamen anwenden. ih bal fehr! ccf et due de oder gat kommen;) sich nit! durch erb uch sehr at hungen en sucht damit ein kühlen mit klaten fang zu gensalbe Zucker, fn 75, en, beseh durch Enn kungen des en. Wit ht entwedc härtung des ilch betlert, er Hauenit en hat nt epol an die 10 eth, ellden. — 433— §. 622. 3) Die Klauenseuche. Diese Krankheit scheint neuerlich unter den Scha— fen mehr üblich geworden zu seyn, als früher und da— durch hat sie sich, trotz der Stallfütterung, auch unter dem Rindvieh weiter verbreitet. Denn sie ist, was man früher nicht allgemein glaubte und wovon ich mich auch erst durch augenscheinliche Versuche überzeugte, al— lerdings ansteckend, ja es scheint ihr bei allen Thieren mit gespaltenen Klauen, ein und dasselbe Contagium zu Grunde zu liegen, weil sie von einem auf das andere übergeht. Die Ursachen dieser Krankheit können sehr verschieden seyn. Sie kann von der Fütterung, von sehr nasser oder sehr trockner Sommerwitterung u. s. w. entstehen. Sehr häufig trift man die sogenannte Maul seuche mit ihr in Verbindung. Sie äußert sich zuerst durch ein blödes Gehen, und durch Lahmen der Thiere; gewöhnlich erscheint dann oben, unmittelbar am Rande der Klauen, besonders da, wo der Spalt anfängt, eine Geschwulst, diese wird aber oft sehr entzündlich, geht in Eiterung über und die Klauen fallen zuletzt ganz ab. Anfangs kann ein bloßer Umschlag von Lehm, Kuhmist und Essig oft hinreichen. Sehr bößartig ist die Krank— heit gewöhnlich, wenn die Maulseuche zugleich da— bei ist. Hier ist der Rachen entzündet, die Zunge und nicht selten das ganze innere Maul. Der Athem stinkt, und eine zähe Schleimmaterie zeigt sich im ganzen innern Maul. Dabei kann das Vieh nicht fressen, kömmt her— unter und verliert die Milch. Das erste Mittel, was Sturm's Landw. I. 2. 28 1 0 5 434— der Landwirth selbst dagegen gebrauchen kann, sind küh— 1 0 lende, säuerliche Getränke und das Ausspielen des Ra Altge 6 chens mit Essig, worin etwas Knoblauch gekocht war. pelt Uebrigens ist sehr zu rathen, bei dieser Krankheit, wenn e sie einigermaaßen anhaltend ist, einen geschickten Arzt de zu Rathe zu ziehen. ih ö Anmerk. Sehr schöne Versuche über das Impfen der fag 0 Klauenseuche bei Nindoieh und Schasen hat Hr. Land- 1 thierarzt Braul in Weimar zuerst angestellt und die Re— g sultate im Landwirth u. s. w. B. II. H. 1. bekannt gemacht. „§. 623. 1 a Die Kev ärtz e. Sie kann, wie bei den Menschen und andern Thie— ren, aus verschiedenen Ursachen entstehen. Oft und lch vielleicht am häufigsten erfolgt sie auch lediglich nach An— luda steckung. Das Vieh reibt sich dabei an allen Gegenstän— f f 9 den und der Hautausschlag nimmt gewöhnlich sehr schnell ul. überhand. Zur Vermeidung aller Ansteckung ist es noth⸗ licht 0 wendig, das kranke Thier von den gefunden sogleich ab— doc zusondern und in einen eigenen entfernten Stall zu brin⸗ bell. „ gen. Die Heilung geschieht indem man das Thier auf N 1 eine möglichst nahrhafte Fütterung setzt, die Haut mit Alder Lauge und Seife vermittelst einer scharfen Bürste reiniget 11 10 und die krätzigen Stellen mit Quecksilbersalbe einreibt. NM 0 Anmerk. Andere exanthemische Krankheiten des Rindviehes fat s sind selten, doch, habe ich einmal die Kuhpocken zu beob— e achten Gelegenheit gehabt, bei welchen aber eine unnütze Anwendung von Heilmitteln mehr schädlich als nützlich ist. ed §. 624. hes 5) Der Ster z wurm. lc Er ist eine rosenartige Krankheit und entsteht un— „ ͤ..—. ⅛—rĩd N sc kh; len dez Rg kocht vn, beit, wen ickten Any Impfen de at Hr. Land und die Re: unt gemacht. dern Chi Oft und h nach d Gegenstin, sehr schnel ist es goth, sogleich ah zu brir⸗ Thier auf Haut mit te reiniget einreibt. Rindriehtz fen zu lebk ine ume nützlich let U ten am Schwanze. Es bildet sich nämlich unter den langen Haaren desselben eine Geschwulst, die kalt und weich ist. Nicht selten sind die Wirbelbeine des Schwan— zes kariös. Am beßten schneidet man die Geschwulst der känge nach auf und läßt die Jauche heraus, dann wäscht man die Wunde mit Salzwasser aus und die Hei— lung erfolgt bald. Gewöhnlich ist dieses eine Folge der unreinlichen Behandlung des Viehes. 9 In vielen Fällen kann man dieses Ungeziefer wirk— lich für eine Krankheit halten, wovon nicht nur Kälber, sondern auch erwachsene Stücke befallen werden; vorzüg— lich sind es Pediculus bovis, und Pediculus vi- tuli. Sie sind in der Regel eine Folge der Schwäch— lichkeit des Körpers oder schlechter Nahrungsmittel; doch werden sie auch bisweilen durch Ansteckung weiter verbreitet. Wenn sie in großer Menge vorhanden sind, zeigen sie sich sehr leicht dadurch, daß sich das Vieh, be— sonders am Halse, häufig schauert, daß dort die Haare theilweise fehlen und bei genauer Untersuchung sich viele Nüsse finden. Das Vieh magert ab und die Milch ver— liert sich bedeutend. Das einfachste und leichteste Mittel ist Neapelsalbe(Unguentum nèapolitanum), beste⸗ hend aus Quecksiber und Schweineschmalz; da aber sol— ches gefährlich seyn würde, wenn es das Vieh leckt, so muß man von Zwillig ein Halsband machen, an die in— nere Seite ein wenig Salbe schmieren und es dem mit 28 Läusen dehafteten Stuck umbinden. Giebt man dazu bes— sere und reinlichere Kost, so wird man das Uebel bald heilen. Auch ein Absud von Zeitlosen(Colchicum au- tumnale) ist gut. Anmerk. Die Erfahrung hat mich häufig gelehrt, daß alles Ungeziefer unter andern Ursachen, besonders durch Schmutz und schlechte, finstere, dunkle Ställe beför— dert wird. Ich hatte einmal einen Stall, in welchem, selbst bei der beßten Behandlung, kein Kalb ohne Läuse aufgebracht werden konnte. Ich versah den Stall mit gehörigen Fenstern, ließ ihn ganz weiß, wie ein Zimmer anstreichen, und seit 3 Jahren hat sich keine Spur von Läusen wieder gezeigt. 9. 626. 7) Die Teigmahle der Kälber. Dieses Uebel äußert sich gewöhnlich am Kopfe und Halse der Kälber. Es erzeugen sich haarlose Stellen hie und da, von der Große eines Groschens bis zu der eines Thalerstücks und darüber. Sie sind mit einem trocknen Schorf versehen. Bei dieser Krankheit kommen die Kälber sehr herunter, nehmen beym beßten Futter nicht zu und verkümmern zuletzt sast ganz. Die Entste⸗ hung ist noch problematisch. Viel kann der Stall, die Fütterung und selbst die Nahrung der Mutter bei— tragen. Folgende Verfahrungsart heilt dieses Uebel sehr leicht. Man nehme scharfe Lauge oder Salzwasser und bürste die Stellen, bis der trockne Schorf abgeht und sich ein anderer erzeugt, dann streiche man etwas Terpentinsalbe auf und es erzeugen sich bald wieder Haare,. an dazu bes 5 Uebe gal nicum au. gelehtt, da „, besonderz Etäle beftz in helchen, ohne Haut Stall mit ein Zimmer e Spur von Kopfe unh ose Etellen ö bis su det nit einen it komme en Futter ie Entste⸗ Stall, die uttet be eses Uhl Salzwaset orf abgch nan eres u hier 629. Von den innerlichen Krankheiten. Die Dar mg icht. Diese Krankheit ist in manchen Gegenden häufiger als an andern, aber nicht selten sehr gefährlich. Sie äußert sich dadurch, daß die Kuh aufhört zu fressen, sich häufig nach den Flanken umsieht, um Schmerz anzu— deuten, mit den Hinterfüßen stampft und schlägt, sich bald legt, bald wieder aufsteht. Die Ursachen können gar verschiedenartig seyn: es kann Erkältung oder auch zu große Schwäche der Eingeweide als Folge unzweckmä— ßiger Fütterung diese Krankheit veranlassen. Das erste und einfachste Mittel ist ein Klystier von Chamillen und Leinöl, worunter man noch etwas Salz thun kann. Innerliche Mittel sind selten hier am rech— ten Ort, da sie bei den Wiederkäuern selten die gehörige Wirkung thun. Später, wenn die Krankheit gehoben ist, wird eine kräftige, mehr trockne als zu feuchte Nah⸗ rung gute Dienste thun. Auch kann man durch mehr stärkende Klystiere die Wirkung der Natur unterstützen. §. 628. 2) Die Trommelsucht, Blähsucht. Ist gewöhnlich eine Folge des Genusses blähender Kräuter, oder anderen blähenden Futters. Am öfter⸗ sten kömmt sie im Frühjahre vor, besonders nach dem Genuß von grünem Klee. Sie ist sehr leicht zu erken— nen, indem das kranke Thier über alle Maaßen aufge— trieben ist. Man wendet verschiedene Mittel dagegen an. Das einfachste ist ein Eßlöffel voll Bergöl(Oleum r—— —— D.——————— f f ä 1 8 8* 3 1 1 8 3 n— 8 5 5 9 a —. 4 5 5 1 8————. 3— 8 3 3 7 ä———.—— r* 6 4— 2 1 5 b n —— petrae), welches man dem kranken Thier einschüttet. Auch ist ein oder 2 Eßlöffel Kalkwasser, das man zu die— ser Absicht immer in Bereitschaft halten muß, von gu— ter Wirkung. Nur wenn diese Mittel nicht anschlagen wollen, muß man seine Zuflucht zum Stich mit dem Trockar nehmen. Die Form und Einrichtung desselben ist bekannt. Der Stich geschieht in der sogenannten lin— ken Hungergrube. Diese Curmethode wird man aber immer nur wäh— len, wenn man mit den andern nicht auszukommen glaubt. Denn wenn man das Vieh dadurch auch für den Augenblick allerdings rettet, so ist es doch nicht rathsam, ein so gestochenes Thier noch lange zur Zucht zu behal⸗ ten, weil in der Folge leicht andere Uebel darnach ein— treten. §. 629. 3) Der Dampf oder Engbrüstigkeit. Bei dieser Krankheit zeigt die Kuh einen schweren Athem, sie schnauft beim Gehen und jeder Anstrengung, oft ist selbst Husten damit verbunden. Die nächste Ur— sache liegt gewöhnlich an einem Fehler der Lunge, der auch aus sehr vielerlei Ursachen entspringen kann. Sehr häufig habe ich diese Krankheit bei Kühen gefunden, welche lange Zeit mit Brantweinspülicht gefüttert, dann aber auf anderes Futter gesetzt wurden; auch verschlämm—⸗ tes Heu oder sonst verdorbenes Futter kann sie erzeugen. Die gänzliche Heilung ist sehr schwer und selten, doch habe ich durch Einschütten von Terpentin, etwa wo— P——— koscüͤttt, man zu die, , bon 0, anschlagen ch mit dem ng desselben nannten lin, r nur wah, zukommen uch füt den rathsam, zu behal⸗ nach ein, eit. n schweten strengung, ächste Ur; inge, der in, Sehr gefunden, rt/ dann schlamm erzeuge tin, doch ua wo, 5 9 chentlich einmal einen Eßlöffel mit Wasser verdünnt, gute Wirkung hervorgebracht. §. 630. a) Die Leberkrankheit. Verschiedene Ursachen, Gallensteine, Leberverhär⸗ tung, gestöhrte Gallenabsonderung u. s. w. können die⸗ ses Uebel veranlassen. Oft äußert es sich mit Durchfall, oft mit Verstopfung. Das Thier zeigt in der rechten Seite, wo die Leber liegt, Schmerzen, oft eine Ge— schwulst und zuletzt wird der Athem stinkend, Augen, Maul und Nase nehmen eine gelbe Farbe an, der Leib wird aufgetrieben und wassersüchtig. Ein stinken— der Durchfall geht gewöhnlich dem Tod vorher. Gericke(a. a. O. I.) hat eine Heilmethode dieser Krankheit vorgeschlagen, die in den meisten Fällen wohl von guter Wirkung seyn mag. Er empfiehlt nämlich von Aussen Einreibungen in der Lebergegend von Merku— rialsalbe(Unguentum neapol.) und zum Einnehmen eine Latwerge von Schellkraut(Chelidonium majus) und Syrup. Gericke, Anleitung zur Führung der praktischen Wirth— schaftsgeschäfte. 2te A. I. „ r 3 is luthar hen Eine Krankheit, die häufiger bei der Weide, als bei der Stallfütterung vorkömmt. Besonders ist sie häufig bei Waldweiden oder in sumpfigen Moorweiden. Im Anfang dieser Krankheit zeigt das Vieh einen hefti⸗ gen Drang zum Ueiniren und man bemerkt dann bald, ———— — 440— daß Blut zugleich mit dem Urin abgeht. In dieser er— sten Periode muß Hülfe geschehen, denn später, wenn das Thier nicht mehr frißt und wiederkäut, auch sich das Haar struppt, ist sie oft vergeblich. Das erste, was geschehen muß, ist, das Vieh von der gegenwärtigen Weide auf eine andere zu bringen, oder die kranken Stücke auf dem Stall mit gutem Heu zu füttern. Da— bei schlägt Gericke mit andern, als zuverlässig, folgendes Mittel vor: man nehme eine Hand voll Bilsenkraut (Hyoscyamus niger L.) zerhacke es gröblich, koche es in einem Quartier Bier auf, seihe es durch und wenn es gehörig abgekühlt; gebe man es ein. §. 632. GDs Blütmilchen. Kömmt sehr oft vor; das Euter schwillt und wird hart und es erfolgt eine blutige Milch. Die Geschwulst kann aus sehr verschiedenen Ursachen entstehen. Ge— wöhnlich ist es eine Folge eines ungewöhnlichen Andranges des Blutes nach den Milchgefäßen. Oft können Wei— depflanzen, besonders junge Eichen- und andere Lohden es verursachen. Auch hier thut eine zweckmäßige Diät sehr viel, so wie Bähungen des Euters und innerlich ein Trank von Leinkuchen. §. 633. )) Die Viehseuchen. Man begreift zwar im gemeinen Leben unter dem Worte Seuchen, gar mancherlei Krankheiten, hier wollen wir jedoch nur die wesentlichsten und am häufigsten vorkommenden nennen, und zwar: an ih, at — 41— e 1) Milzbrand. Er ist in der Regel mehr lokal ter, wan und epizootisch, aber sehr gefährlich und schnell tödtend. auch sih Dürre hohe Weiden, große Hitze und Mangel an fri— 10 waß schem reinem Wasser können ihn öfter verursachen. Er Age äußert sich Anfangs durch ein gelindes Fieber, der Leib e kranken unter den Rippen schwillt auf, das Thier hört auf zu fres— ern. Da sen und wiederkäuen, ist niedergeschlagen, die Augen folgendes trübe, es ist verstopft. Später wird die Hitze stärker, enktaut das Thier wankt mit den Hinterfüßen, legt sich oft, ich, koche knirscht mit den Zähnen, das Maul wird innen kalt, und weng die Haare sträuben sich empor und kurz vor dem Tod tritt oft ein blutiger Durchfall ein. Bei Eröffnung ei— nes crepirten Rindes findet man alles im Innern gesund, nur die Milz ist sehr groß, mit Blut angefüllt und id wird brandig. schwulst Anmerk. Der Genuß der Milz ist oft andern Thieren töd— 1 Gez lich und selbst das ganze Fleisch wird schädlich, daher a muß man die Leichname tief eingraben. Es sind Bei— sotanges spiele vorhanden, daß die Berührung der Milz mit ei— en Wei nem wunden Finger, bei Menschen die gefährlichsten Zu— lohden fälle erzeugt hat. ze Diät 9. 634. nerlich Wenn die Heilung zur rechten Zeit, d. h. ehe die Krankheit schon zu tief Wurzel gefaßt hat, angefangen wird, ist sie nicht selten von einem glücklichen Erfolg. Klystire empfehlen viele als sehr heilend und die Erfah— rung hat gelehrt, daß sie auch allerdings gute Dienste er dem „ he thun. Außer diesen giebt man mit gutem Erfolg bit— b 4 3 7* ifhsen tere und zusammenziehende Mittel; vielleicht würden selbst Eisenmittel mit Vortheil gebraucht werden S — 442— können. Außerdem muß das Vieh eine gute Streu er— halten, fleißig mit Strohwischen gerieben werden, auch giebt man mehr Mehlgetränk, Brühen u. s. w., als ein derbes Futter. Gericke a. a. O. empfiehlt in der Ge— gend der Milz eine künstliche Eiterung durch das Stecken eines Haarseils hervorzubringen und will davon den beß— en Erfolg gehabt haben. Dieß mag seyn, wenn es früh genug geschieht, sonst wohl selten. §. 635. 2) Die Lungenseuche. Die ersten Anzeigen sind Traurigkeit, Abnahme der Eßlust und Mangel an Milch, die Haare erhalten ein mattes Ansehen und sträu— ben sich, das Thier fällt zusammen, der Athem wird kurz, es schlägt beim Athmen mit den Flanken und hu— stet häufig; Hörner und Ohren sind heiß, der Rücken zusammengezogen, die Drüsen unter den Kinnladen an— gelaufen. Alle diese Zufälle verstärken sich mit der Zu— ahme der Krankheit. Sie entsteht besonders häufig in trocknen Sommern und fast immer gegen den Herbst. Eigene Heilung ist dem Landwirth auch hier so wenig, wie bei den übrigen bedeutenden Krankheiten zu empfeh— len, doch wird er etwas thun können, sobald sich die Krankheit zeigt, und das dürfte wohl am beßten Vi— triol seyn, in trockner oder flüssiger Gestalt, welchen man in verschiedenen kleinen Portionen eingiebt. §. 636. 3) Löserdürre, auch Rindviehpest, Vieh— seuche genannt. Vielleicht eine der gefährlichsten und wichtigsten Krankheiten des Rindviehes, die deßhalb 77. ͤ dpf ße r— te Streu en, erden, auch w., als ei in der G das Stecken on den beß⸗ penn ee n Anzeigen Mangel an und sräl⸗ them wird en und hu⸗ der Rücken imladen al nit det Zu; haufig in U Herbs. so wenig, empfeh⸗ d sich de eßten M. chen man „ Viel en nd 36 5160 debhalb — 443— mit Recht den Namen Rindviehpest erhalten hat. Da dieses Uebel so große Verwüstungen in und außerhalb Teutschland angerichtet hat und vielleicht noch anrichten wird, so will ich davon etwas ausführlicher sprechen. Diese Krankheit ist sehr ansteckend, sowohl durch mittelbare als auch unmittelbare Berührung. Es sind Beispiele vorhanden, daß sie durch Häute, welche lange Seereisen gemacht, fortgepflanzt worden ist; noch viel leichter sind andere mittelbare Mittheilungen möglich, wie dieß die Erfahrung so vielfältig bestätiget hat. Au⸗ ßer der Ansteckung aber kann sich dieses verheerende Uebel höchstwahrscheinlich auch von selbst erzeugen und Pil-⸗ ger's Meinung, daß sie sich durch das Zusammenkom— men verschiedener Ragen aus verschiedenen Climaten, durch Veränderung der Lebensweise und Witterung leicht selbst erzeugt, scheint mir um so wahrscheinlicher, da sie sich gewöhnlich im Kriege zeigt, wo dieser Fall immer vorkommt. Auch mag die veränderte, ganz ungewöhnliche Nahrung zu jenen Zeiten, so wie die Strapatze des Viehes und andere Umstände viel dazu beitragen. Diese Meinung gewinnt um so mehr Glauben, wenn man die Erfahrung damit vergleicht, daß sich selbst unter den Menschen pestartige Krankheiten vornehmlich dann erzeu— gen, wenn viele aus verschiedenen Ländern und Him— melsstrichen in großen Massen zusammen kommen, wie dieß in Kriegen der Fall so häufig war. §. 637. Die Kennzeichen dieser Krankheit sind verschieden nach ihren verschiedenen Stadien. Im Anfange zeigt —. . ö gern Zeiten gar viel geschrieben und praktisch versucht, — 444— das Thier Hitze und Frost, die Haare strauben sich, es ist niedergeschlagen, der Appetit verliert sich und die Excremente sind mehr trocken, als feucht, es kauet nicht wieder. Es schüttelt mit dem Kopf, ist beängstiget und hustet. In der Folge wird das Fieber heftiger, es tritt ein Zittern des ganzen Leibes ein, in der Nierenge— gend empfindet es beim Druck der Hand heftige Schmer— zen, es hustet und stöhnt sehr, oft brüllt es, oft tobt oder raßt es während der Fieberhitze, aus Augen und Nase fließt Schleim, die Kühe geben keine Milch, die trächtigen verwerfen. Am Ende werden alle diese Zei— chen noch weit deutlicher und es folgt gewöhnlich der Tod. Bei der Eröffnung zeigen sich nach den verschie— denen Perioden verschiedene Erscheinungen. Bei Thie— ren, die nicht lange krank waren, sind die Eingeweide fast ganz gesund, nur die Galle dunner. In der ꝛten Periode ist die Gallenblase sehr aufgelaufen und die Galle entmischt und übelriechend. Der 1ste und ate Ma— gen sind mit schlecht verdautem Futter angefüllt, der dritte Magen entzündet und enthalt zwischen seinen Blättern ausgetrocknetes Futter. Die Haut dieses Ma— gens läßt sich leicht abziehen. In der letzten oder zten Periode der Krankheit, sind Lunge, Magen und Einge— weide entzündet, besonders der Zte und 4wte Magen. Der erste ist brandig und das Futter geballt. Der 4te enthält eine grünliche stinkende Jauche. §. 638. Ueber die Heilung dieses Uebels hat man seit län— den sh, ich und die kauet nich beͤngsiigt eftiger, ez r Niereng⸗ ige Schmit „oft tobt lugen und Nulch, die diese dei nlich der berschie⸗ Bei Thie; ingeweide der aten und die 2te Mas llt, der n seinen eses Maß oder Iten d Einge⸗ Magen. Der ate el lan tersucht — 445— noch ist aber einr gänzliche nicht gelungen. Höchst wich⸗ lig für den Landwirth sind bei dieser, wie bei allen dergl. ansteckenden Krankheiten der Art, die Vorbauungsmittel. So wie sich die Viehpest irgend in der Nachbarschaft zeigt, muß alle Communication mit der Weide und selbst mit den Ställen aufgehoben werden. Kein Mensch, wel— cher aus der Nähe der Pest kömmt, darf in den Stall ge— lassen werden, weil eine Menge Beispiele bekannt, daß dadurch die Ansteckung bewirkt worden ist. Aeußert sich aber dieses Uebel nur entfernt in einem Stall, so muß daß kränkelnde Thier sogleich entfernt, und in einen Stall gebracht werden, wo eine Ansteckung der gesunden unmöglich wird. Als Präservativmittel, die dem Land⸗ wirth empfohlen werden können, sind mir folgende als nützlich erschienen: um den Stall immer von dem Mias⸗ ma rein zu halten, setze man an verschiedene Orte in demselben auf irdene Teller Salz, worauf man Vitriolöl oder Schwefelsäure schüttet und dieß von Zeit zu Zeit umrührt, auch Wände und Streu damit bespritzt; fer⸗ ner wird es dienlich seyn, sämmtlichen Thieren des Mor— gens, das ganze Maul mit Essig, worin Knoblauch ge— kocht, auszureiben; dieses Mittel habe ich von sehr gu— ter Wirkung gefunden. Dann wollen andere gute Wir⸗ kung davon gesehen haben, wenn man das Vieh, sobald sich die Krankheit zeigt, sogleich in einen ausgemisteten Pferdestall auf frischen Pferdemist, oder besser selbst zwi⸗ schen die Pferde stellt. Ob hier das Ammonium des Urins wirkt, oder ob felbst der thierische Magnetismus das Seinige dazu beiträgt, bedarf noch nahere Beobachtun⸗ E gen. Endlich will man auch bemerkt haben, daß unge— schnittene Ziegenböͤcke, welche unter den Kühen stehen, ein sehr gutes Präservativ seyen. Von den Heilmitteln, worüber selbst die beßten Thierärzte so verschiedener Mei— nung sind, erwähne ich hier nichts. Anmerk. Nur dieß Wenige habe ich von den Krankheiten angeben wollen. Außer einer Menge sehr guten Werken über Thierheilkunde, von Pilger, Büsch, Ammon, Rolwes und anderen, sagt Gericke Thl. J. seines oft angefuhrten Werks sehr viel Gutes über diesen Ge— genstand. 0 §. 639. Nutzen und Gebrauch des Rindviehes. Unter den gewohnlichen Hausthieren ist vielleicht das Rindvieh eines der ältesten, und am frühesten dem Willen des Menschen unterworfen worden. Seine Ver⸗ breitung über die ganze Oberfläche der Erde, scheint diese Behauptung zu bestätigen. Sein Nutzen ist dem Menschengeschlechte überhaupt nicht nur unschätzbar, son⸗ dern selbst der, welchen es als Gegenstand der Land— wirthschaft gewährt, ist so bedeutend, daß es ohne Zwei— fel unter die nutzbarsten Hausthiere gerechnet werden kann. Wir wollen jetzt von den Vortheilen desselben insbesondere reden. §. 640. „ Wenn man auch nicht behaupten kann, daß der Dünger vom Rindvieh im Allgemeinen der wirksamste sey, so ist doch gewiß, daß er in den meisten Landwirthschaf— ten der gewöhnlichste und einzigste ist, und im Ganzen auch , daß ung, fühen chen, Heilnitteh hiedeget Mei en Kunkheik guten Vesfen „ Am moh, l. U. seines er diesen Ge⸗ thes. it bielleicht lhesten dem Seine Ver, de, scheint gen ist dem agbar, soy, der Land/ ne Zwei, t werden desselben daß det ante se/ purhschaf, en guch 44— derjenige, welcher in seinen verschiedenen Zuständen am beßten auf die meisten Gattungen von Land verwendet werden kann. Der Ertrag an Dünger, so wie seine Güte, hängt lediglich von der Quantitat und Qualitat der Fütterung ab. Bei dem Rindoieh dürfte die For; mel, nach welcher man die verfütterte Futtermasse mit 2, 3 multiplicirt, um den Dünger zu finden, ziemlich zutreffen, so daß 1 Ctner verfüttertes Heu und Stroh 2, 6 Ctner Mist liefert. Wenn man aber den Dünger bloß nach der Kopfzahl berechnet, wobei man eine mäßige Fütterung vorausgesetzt, so dürfte folgender Ertrag an— zunehmen seyn: Eine Kuh mittlerer Größe bei Weidegang 16000 Pf. desgl. bei der Stallfütterung 27000— Ein Rind bei Weidegang 10700— desgl. bei Stallfütterung 18000— Anmerk. Ueber den Werth des Düngers wird im II. Thl. gesprochen werden. Sehr viel Gutes über diesen Gegen— stand findet man in: Meyer's Pachtanschlägen. Honnover 1809. Schmalz Erfahrungen II. Uebrigens ist der Vortheil des Düngers oft so überwiegend, daß das Rindvieh in gewissen, aber doch eben so seltenen Fällen, im Verhältniß zu dem Ackerbau, nur um des Dün— gers willen gehalten wird. . u; nch Es ist sehr oft die Frage anfgeworfen worden: ob sich der Landwirth hier nur auf seinen eigenen Bedarf beschränken, oder aber auch junges Vieh zum Verkauf anziehen solle? oder aber selbst nicht vortheilhafter ver— — *— 5 S8EEõã6âCã — 5—— 100— 448— 1 fahre, wenn er seine Zuzucht von außen ankauft? Wem es um einen guten Viehstapel zu thun ist, wer mit Sorg— falt eine Zuzucht betreiben, überhaupt sein Vieh weiter veredeln will, kann diesen Zweck höchst selten anders er— k 1 reichen, als wenn er sich seinen Zuwuchs selbst anzieht, d . 0 und wenn er selbst Gelegenheit haben sollte, junges Vieh. „ von außen her wohlfeiler anzukaufen. Wem indeß um las 0 160 die Veredelung weniger zu thun ist, wer gleichgültig da— fg 0 bei ist, was für Vieh er im Stalle hat, wenn er es nur ue 5 der Kopfzahl nach hat, dem wollen wir nicht abrathen, ag dieß zu thun, wenn er in seiner Gegend Gelegenheit fin— N det gute Ankäufe zu machen. 1 aht §. 642. 0 0 Ob man mit Vortheil junges Vieh zum Verkauf 10 10 anziehen soll, müssen lediglich Lokalverhältnisse entschei— 500 den. In den wenigsten Fällen dürfte dabei wohl ein 0 . Vortheil herauskommen. Die Berechnungen, welche 13 1 man darüber angestellt hat, und worin Meyer offen—. 1 0 bar am gründlichsten verfahren, möchte ich nicht unbe— ba 5 dingt unterschreiben. Ueberhaupt kann es hier wohl Af 00 schwerlich auf die Frage ankommen: ob man Vortheil 0 habe oder nicht, sondern man muß Vieh haben, und um 9 0 es vollkommen gut zu haben, kann es nicht auf den Ge— winn bloß ankommen. Anmerk. Meyer(a. a. O.) schlägt den Werth einer 3 jäh— g rigen trächtigen Färse von aoo bis 800 Pf. Gewicht von sc ö 6 ö 15 bis 35 Rthlr, an, Mut — 449— ut! Nen§. 648. t nn Surg 3) Milch, Butter und Käse. Mich wür, Diese Benutzungsarten sind unstreitig die wichtig⸗ anders ey sten und in der Regel sind sie die, um derenwillen man bst amzieh das Rindvieh unterhält. Dem ungeachtet läßt sich aber unges Vie über den Ertrag der Kühe an Milch und über den dar— indeß un aus erfolgenden Geldertrag durchaus nichts Bestimmtes 3 hgültig da angeben, weil dieser zu sehr abhängt: theils von der 14 er es nut Rage des Rindviehes, theils von seiner individuellen 14 abrathen, Neigung zur Milchproduction, theils von der Art und 1 genheit fi, Quantitat des Futters und der Weide, theils endlich 1 0 von der Lokalität. Aus diesem Grunde darf man sich ——ñ—— ñ—————————————— 9 5 8 3. 1 4 5 2— 7 nicht wundern, wenn man den Ertrag einer Kuh oft N sehr hoch, oft wieder sehr gering angegeben findet. 4 Lerfuf Der gewöhnliche Mittelertrag dürfte, wenigstens in der N n Gegend des Verf., vom Landwirth immer von einer 4 1 Kuh jährlich zu 20 bis 25 auch 30 Thlr. angenommen 8 werden können. Deßhalb giebt es aber genug besondere ö 10 Lokalverhältnisse, wo der Ertrag ungemein viel höher et offen, berechnet werden kann. a jcht unbe⸗ 8 N c b Anmerk. Ich kenne Gegenden, wo der Milchertrag einer iet wohl Kuh jährlich für ao und 50 Thlr. verpachtet ist, aber Vortßeil diese Fälle sind sehr selten und können nur in großen Städten, oder in deren Nähe vorkommen. und um den Ge⸗ ö§. 644. Der Milchertrag von einer Kuh kann im Durch— er 3 fih⸗ schnitt nicht länger als auf 2 Jahre oder 40 Wochen im hewicht ven Jahre angenommen werden, da die übrigen Wochen auf das Trockenstehen und auf die Aufsäugung des Kalbes Sturm's Landw. I. 2. 29 zu rechnen sind. Es ist ein sehr großer Unterschied hier unter den verschiedenen Gattungen der Kühe. Einige ge— ben anfangs viel Milch, lassen aber sehr bald nach und stehen lange trocken, andere geben weniger, halten aber gleichmäßiger in der Quantitat aus und stehen von einer Kalbzeit bis zur andern nur kurz trocken. Diese verdie— nen allerdings den Vorzug. Eine gute Milchkuh kann 40 Wochen lang, täglich wohl 6 bis 7 Dresdner Maß Milch geben, eine weniger gute vielleicht z bis 6 Maß. Im Durchschnitt wird man nicht zuviel rechnen, wenn man von einer Kuh jährlich 1600 bis 1800 Dresdner Maß Milch annimmt, vorausgesetzt, daß sie von guter Art ist und hinreichendes Futter erhält. Anmerk. Sowohl die Qualität, als Quantität der Milch hängt gar sehr von der Fütterung ab. Versuche, welche ich längere Zeit darüber angestellt habe, haben mir ziem— lich sicher das Resultat gegeben: daß die meisten Nah— rungsmittel auf die Milch vortheilhaft wirken, nach dem Verhältniß des darin enthaltenen Zuckerstoffs und Pflan⸗ zenschleims. Dagegen scheint der Kleber mehr auf die Fetterzeugung, die Stärke dagegen auf das Fleisch zu wirken. Anmerk. 2. Meyer und andere haben Formeln angege— ben, wonach die Milch nach Verhältniß der Fütterung bestimmt werden kann; sie sind in Tieffurth unter meiner Aufsicht wiederholt worden und treffen im Ganzen ziemlich genau zu. S. den Landwirth. II. 2. §. 645. Das Melken der Kühe geschieht gewöhnlich täglich zmal, nämlich Früh und Abends, offenbar aber ist es für den Milchertrag von großem Einfluß, wenn es täg— lich zmal geschieht, wenigstens haben mich Versuche da⸗ ahh bier von ganz deutlich überzeugt. Bei frischmelkenden Kü— Fin 7 Egge, hen muß es in den ersten Monaten ohnehin als unab- d nach um lässige Bedingung geschehen. halten abe Beim Melken selbst hat die Wirthschafterin streng dar— bof ei ˖ i i g ing auf zu sehen, daß die Kuh an allen vier Strichen gemolken lese verdi 11 kei ˖ 00 55 werde, damit keiner verseihe und daß man dieKuh jedes— uh kam, mal ganz rein ausmelke, damit die Milch nicht im Euter i stocke und die Kuh vor der Zeit aufhört Milch zu geben, e oder, wie man sagt, verseihet. Es muß, um die 10 10 Mägde oder Hirten zu controlliren in jedem Fall, wo Deerdne Zweifel entsteht, von der Aufseherin gemolken werden. Me Auch erfordert die Reinlichkeit, daß das Euter vor jedes— maligem Melken mit einem Schwamm und reinem Was— der Mil 2 1 1 ser gehörig abgewaschen werde. Man bedient sich zu 0— N 7 7 72 7 mir ziem⸗ dieser Absicht in vielen Gegenden eigener Melkschemmel sten Nah- unten mit einem blechernen Gefäß, worin immer reines 1 10 Wasser aufbewahrt wird. Endlich muß die Milch in Un al. 5. 22 1 r auf di die Eimer durch ein Haarsieb oder Seihetuch geschüttet leich zu werden. f 5 Anmerk. Ich muß hier noch eines sehr übeln Umstandes 4 1 5 gedenken: es ist der, daß sich einige Kühe nicht selten en selbst, vermittelst des Maules ausmelken. Man pflegt in e diesem Fall der Kuh einen Stachelzaum umzuthun. n zimlich Uebrigens werden trächtige Kühe, um dem Kalbe nicht zu schaden, nicht länger, als à bis 6 Wochen vor dem nächsten Kalben gemolken, wenn sie auch noch Milch ge— 3 ben sollten. taglich 2 Die Milch wird entweder von der Kuh weg ver— 1 kauft, oder man fertiget daraus Butter oder Käse. 29 Offenbar ist die erstre Benutzung die einträglichste, wenn Gelegenheit vorhanden ist, die Milch gut und bald ab— zusetzen. In den meisten Fällen kann man auf diese Art den Ertrag einer Kuh um vermehren. Am vor— theilhaftesten ist aber der Verkauf im Hause, denn bei weiter Verschickung der Milch schüttet sie sich nicht sel— ten und wird dadurch unbrauchbar. §. 647. Die Güte der Milch verhält sich wie ihr specifisches Gewicht. Man hat in neuern Zeiten mehrere Arten von Milchmessern vorgeschlagen Num dadurch die in der Milch befindlichen Fetttheile zu bestimmen, sie sind aber fast alle trüglich. Die chemischen Bestandtheile der Milch sind durch vielfältige untersuchungen derselben be— kannt. Die Kuhmilch und fast jede andere besteht: aus Butter und Käsetheilen und aus Molken, letztere bestehen zum größten Theil aus Wasser und Milchzucker, auch etwas Säure. Anmerk. Schübler, dem wir eine sehr gründliche Untersu chung der Milch verdanken, hat einen eignen Stoff darin wahrgenommen, welcher sich vom Käse unterscheidet, und welchen er Zieger nennt. S. Blatter von Hofwyl. V. Ueber die Milch uberhaupt sehe man außer der genannten, sehr gründlichen Abhandlung: Parmentier und Deux lleber die Milch, aus d em Franz. von Scherer. §. 648. Butter wird in der Regel dann bereitet, wenn der Absatz der Milch nicht wohl thunlich. Je fetter die Milch ist, d. h. je mehr Rahm sie in der kürzesten de, penn U bögd 0 ab, auf dick Am bor, denn bei licht se etifisches lcten von ie in der sind abet heile der elben be⸗ ht: aus zolken, ser und he Untersi⸗ off darin det, und Fwyl. V. genannten, franz. bon „ ben fetter die fitzesten — 133— Zeit absondert, desto größer und gewinnreicher wird der Ertrag an Butter ausfallen. Bei hinreichender, gehörig nahrhafter Weide und Fütterung kann man annehmen, daß von 12 bis 13 Dresdner Maß Milch, wovon das Maß etwa 2 Pf. 2 Loth Leipz. Gewicht wiegt, 1 Pf. reine Butter gewonnen wird. Mehr kann erfolgen, wenn die Milch sehr fett ist, in diesem Fall kann man t von 10 Maß Milch 1 Pf. Butter haben. Die ganze N des Buttermachens bestehet in folgenden: a) In dem Abrahmen der Milch. b) In der Fertigung der Butter, oder dem Buttern. c) In dem Reinigen und Aufbewahren der Butter. §. 649. A bei ham enn. Die erste Bedingung zu einer zweckmäßig eingerich— teten Melkerei, ist eine gute Milchkammer. Sie muß sauber, reinlich und luftig seyn und die gehörige Tem⸗ peratur haben. Das letztre ist sehr wichtig und wird leider! sehr oft nicht beachtet. Viele darüber von an⸗ dern und mir angestellte Versuche haben gelehrt, daß eine Temperatur von 9 bis 12 Grad R. die schicklichste zur Absetzung des Rahms sey. Im Winter bringt man diese Temperatur durch Erheitzung der Milchkammer her—⸗ vor, wenn man die Milch nicht selbst in ein geheiztes Zimmer stellt. Im Sommer, wo diese Temperatur nicht immer zu erreichen ist, sind deßhalb die Milch— schwemmen, wie man dergleichen in Sachsen häufig fin⸗ det, von besondern Nutzen und ihr Vortheil besteht nicht bloß in der Reinlichkeit, die allerdings auch sehr 434 zu berücksichtigen ist, sondern vorzüglich in dem Um— stande, daß durch sie die Temperatur im Sommer bis zu dem nöthigen Grad herabgestimmt werden kann. In diesem Fall ist aber kühles Quellwasser allerdings erfor— derlich, das zu- und abfließt. In der Sommermilch— kammer steht dann ein Bassin und in diesem befinden sich, auf dem Wasser schwimmend, die Milchgefäße. §. 680. Unter allen Milchgefaßen verdienen die metallnen den Vorzug, da das Metall, als vollkommner Wärme— leiter, die Temperatur der Milch leicht bis zum nöthigen Grad herabstimmt und deßhalb das Ausrahmen schneller und vollkommner von statten geht. Auch sind sie dauer— haft, aber im Großen sehr kostspielig. Rein müssen sie mit besonderer Sorgfalt gehalten werden, weil sie sonst leicht wegen des Grünspans u. dgl. m. gefährlich wer— den können. Die hölzernen Fäßchen sind zwar wohlfeil und dauerhaft, auch aller Orten leicht zu haben, doch sind sie aber sonst in jeder Hinsicht sehr unvollkommen; denn einmal rahmt die Milch in ihnen am langsamsten aus, dann aber säuern sie leicht. Aus diesem Grunde gebe ich auch bei großer Wirthschaft, den ganz fla— chen irdenen Milchäschen den Vorzug. Sie müssen aber ganz flach, fast wie Schüsseln seyn, damit die Milch sich der Atmosphäre in größt möglicher Fläche darbietet, wodurch das Abrahmen befördert wird. Der Dauer wegen kann man sie mit hölzernen Reifen belegen, oder mit Drath einstricken. Am Boden erhält jedes —————.—. ̃7———. ˙² ˙—w u.. ̃˙ ͤJßJ1————]7˖⁰‚‚]‚/ .———. 88— 1 den Une Gefäß eine Oeffnung mit einem Zapfen, wodurch die osnmer gie abgerahmte Milch abgelassen werden kann. ann.. Anmerk. Gefäße von Glas oder Porzellan sind äußerst gs erfot zweckmäßig, reinlich und elegant, aber freilich für gewöhn— 1 liche Wirthschaften doch zu theuer. Bei der richtigen ilertilch Würdigung der Milchgefäße kömmt es wohl auf folgende befinden Erfahrungssätze an: Das beßte Material ist, ohne Bezie— efaße hung auf andere Verhältnisse, ein solches, was der beßte Wärmeleiter ist; ferner die beßte Form ist die, wo die Milch die größte Oberfläche der Einwirkung der Atmo— metallnen sphäre darbietet, weil der Sauerstoff derselben offenbar bei der Absonderung des Rahms eine bedeutende Rolle * Värme⸗ i 5 e 5. b A spielt; deßhalb ist es sehr nöthig, immer möglichst reine n nöthigen Luft in der Wilchkammer zu erhalten. Die obigen Be— n schneller dingungen erfüllen irdene flache Gefäße, wie sie in vie— len Gegenden Sachsens jetzt fast allgemein üblich sind, am vollkommensten. Mehr über diesen Gegenstand, so nüssen sie wie eine Abbildung einer vorzüglich schönen Milchschwem— me findet man in meinem: Jahrbuche der Land— sie dauer⸗ sie sonst a g l 11 wirthschaft III. 2. e ohlfeil§. 657. en, da Beim Abrahmen finden zwei verschiedene Me— Homme thoden statt. Nach der einen läßt man die Milch in daga den Milchäschen erst schlippern, oder säuern, ehe man Grunde den Rahm abnimmt, weil man fäͤlschlich glaubt, daß z fle die Abrahmung so vollständiger werde; nach der zwei— 19, Sie ten Verfahrungsart nimmt man den Rahm mit einem großen flachen Milchlöffel dann ab, wenn sich eine feste, N 15 dicke Rahmhaut gebildet hat. Bei saurer Milch wird 8 5 der Rahm nicht eher abgenommen, bis alle Milch ge— 3 ronnen ist, was nach Verhältniß der niedern oder hö—⸗ N hern Temperatur nach 2mal 24 Stunden, oft auch in 36 uit zun geschehen ist. Bei süßem Rahm kann man oft schon 2 nach 16 Stunden, spätestens nach 24 Stunden ab— schöpfen. Ohne allen Zweifel ist das 2te Verfahren schon deßhalb besser, weil es eine reinere und wohl— schmeckendere Butter, auch, wie wir sehen werden, Süßkäse gewährt. Anmerk. Immer ist die Butter von süßem Rahm wohl— schmeckender und reiner als von sauern. In Thüringen läßt man fast allgemein die Milch erst säuern, ehe man den Rahm abnimmt, in andern Gegenden Sachsens aber und in Hollstein, Holland u. s. w. geschieht es nicht. Der abgenommene Rahm wird am beßten täglich verbut— tert und in großen Rahmtöpfen gesammelt; nur in klei— nen Wirthschaften sammelt man ihn mehrere Tage. §. 632. Das Buffer: Das Buttern beruht auf einem mechanischen und chemischen Prozeß. Durch die Bewegung des Rahms nämlich wird offenbar die athmosphärische Luft zum Theil zersetzt und der Sauerstoff derselben tritt mit dem Rahm zusammen, wodurch eine wirkliche Oxydation vor sich geht. Daher sind Bedingungen zum Buttern: mög— lichst reine Luft und Gelegenheit, daß diese den Rahm gehörig berühren und durchdringen kann, so wie eine ge— hörige Temperatur. Die schicklichste zur Darstellung der Butter, scheint mir nach vielfältig angestellten Versuchen, dieselbe zu seyn, welche die Absonderung des Rahms erfordert, d. i. 9 bis 12 Grad. Um diese im Sommer hervorzu— bringen, muß man das Buttern in einem kühlen Rau— me vornehmen, oder das Butterfaß in kaltes Wasser setzen, um die Temperatur herunter zu stimmen, im 8— 1— 2*—— FFT ²˙ m r — 457— U Sul a 10 en ah; Winter buttert man dagegen in einem warmen Raum, 4 ank g 8 5 5 0 Weiten oder setzt das Butterfaß in warmes Wasser, um die U ö 2 1 wah, Temperatur zu erhöhen. N werden Anmerk. Von andern und von mir, im Kleinen sehr oft wiederholte Versuche haben mich hinreichend gelehrt, daß der Sauerstoff der Athmosphäre eine sehr bedeutende Rolle Nahm wohl 5 22 a 2 bei der Bildung der Butter spiele. S. auch Troms- n Würing 5 5 8 3 1 dorf's System. Handbuch der ges. Chemie VI. S. 257. N, ehe man u. s. w g achsens abet 7 755 tes nicht.§. 653. glich verbut⸗ Man hat eine große Menge sehr verschiedener Formen 9 bes und Constructionen der Butterfässer vorgeschlagen Lage, 1 N e und abgebildet. Ich möchte deren dreierlei unterschei— den: a) Stehende Fässer mit einem geraden Stößel, an chen und dessen unterm Theil eine durchlöcherte Bretscheibe befe— stiget ist, und der immer auf und nieder in dem Rahme bewegt wird. b) Tonnen, welche horizontal auf eit nem Gestell liegen, oben mit einer genau zu verschließen⸗ den Oeffnung versehen sind. Mitten durch das Faß geht eine eiserne Spindel, die vermöge einer angebrach— ten Kurbel gedreht wird und an welcher sich von Holz 2, 3 oder 4 Flügel befinden, vermittelst welchen der Rahm in Bewegung gesetzt wird. c) Halbzirkelförmige Fässer, welche auf einem Gestell, vermittelst zweier Za— pfen, worauf sie ruhen, geschaukelt werden können und s Rahms duft zum t mit dem ation bor en: mög en Naß eine ge⸗ scheillt esabe zu innen einen Rost haben, wodurch der Rahm in Bewe— tfordett, gung gesetzt und die Bildung der Butter bewirkt wird. hervorzl Schwungfässer. Aal⸗ 24 9 len Nl Anmerk. Die erstre Art von Butterfässern, die im Großen 0 Nasset vermittelst eines wohlangebrachten Schwengels in Bewe⸗ gen it gung gesetzt werden können, oft selbst 2 derselben durch e eine Maschine, hat offenbar den Vorzug, wie auch Thaer (Rat. Ldw. IV.) sehr treffend bemerkt. Mein Freund Schmalz läßt nach seiner Angabe ein sehr sinnreiches Modell davon fertigen. Die Tonnen findet man in Schwerz(Belg. Ldw. II.) abgebildet und von einem Schwungfaß, dem ich unter allen am wenigsten Werth beilegen wurde, findet man in Sinclair Grundgesetze des Ackerbaues,(A. d. Engl. von v. Schreibers. Wien 1819.) eine Abbildung. §. 654. Wenn die Butter während des Bewegens des Rahms sich abgesondert hat, fällt sie in kleinen Klümp— chen zu Boden, was man während der Arbeit leicht be— merkt. Sie wird dann herausgenommen und von der Buttermilch getrennt; um die käsigen Theile aber noch herauszubringen, in frischem Wasser tüchtig durchge— knetet, wobei man jedoch dahin zugleich sehen muß, daß keine Wassertheile zwischen der Butter verbleiben, so wenig als käsige, denn beide tragen zum frühern Verder— ben der Butter bei. Butter, welche frisch verspeist wird, pflegt man oft gar nicht, oder doch nur sehr we— nig zu salzen. Sonst rechnet man wohl 2 Loth Salz auf 1 Pfund Butter. §. 635. Wenn im Winter die Butter eine weiße, unan— sehnliche Farbe hat, pflegt man solche wohl, um ihr ein besseres Ansehen zu ertheilen, zu färben. Man be— dient sich dazu mehrerer Mittel, doch ist das einfachste und das, wodurch der Geschmack der Butter keineswegs etwas verliert, der frische Saft von geschabten Möhren, , fan se „ 1 Jun b a die Folöt Ju — 459— l an pen den man durch ein leinenes Tuch in den Rahm preßt, ehe 1 sinnnachtz man die Butter schlägt. ee de 636 105 9 Die Buttermilch, welche nach Herausnahme abgistze des der Butter verbleibt, besteht aus Molken und Käsethei— Dien 1810.) len. Sie kann noch genossen werden, doch wendet man sie im Großen gewöhnlich zum Mästen der Schweine an, wenn man nicht eine Art von Sauerkäse daraus fer— tigen will, der in vielen Gegenden sehr geliebt wird. Anmerk. Die Benutzung der Buttermilch als Futter ist die gens des n Klümp⸗ t leicht be⸗ geringste, daher hat die Verwendung derselben zu Käse o bon det offenbar Vorzüge. aber noch§. 657. Aufbewahrung der Butter. du Butter, welche langere Zeit aufbewahrt werden wuß, daß soll, muß man von allen Käsetheilen und dann vom Wen, so Wasser befreien. Die Aufbewahrung geschieht in hölzer n Vetder⸗ nen Tönnchen, worin sie auch am beßten verschickt wer; bͤrsfest den kann, oder in irdenen Töpfen. Man drückt sie seht we hier möglichst fest ein und je fester und dichter sie im To— oth Sah pfe steht, desto länger und besser hält sie sich. Schmelz butter nennt man die, welche am Feuer zerlassen, um die Käsetheile abzuschneiden, und dann in Töpfe gegossen „ unan, worden ist. Sie hält sich in guten Gewölben in diesem um iht Zustande lange und kann auch so verschickt werden. Nan be, 8. 658. infachse Der Käse ist ein nicht minder wichtiger Bestand— eswe theil der Milch und in vielen Gegenden einer der wich— Molen, tigsten Artickel des Milchwesens. Ich unterscheide: a) Sauer? b) Süß, oder Läbkäse; der letztre — 460— ist wieder 1) Fettkäse, 2) Halbfettkäse, 3) ma⸗ gerer Käse. §. 639. a) Der Sauerkäse wird aus der von selbst ge— ronnenen Milch gemacht, wenn der Rahm vorher abge— nommen worden ist. Seine Bereitung ist vorzüglich da üblich, wo man die Milch gerinnen läßt, ehe man den Rahm abnimmt, wie dieß durchgängig in Thüringen der Fall ist. Man verfährt bei seiner Verfertigung auf folgende Art: Die abgerahmte Milch wird in ein hölzer⸗ nes Faß geschüttet und dieses auf einen warmen Ofen oder auf eine warme Stelle auf den Küchenheerd gesetzt, damit die Milch vollkommen gerinnt und sich der Käse von den Molken trennt. Vermittelst eines Zapfens, werden die Molken abgelassen, die Käsemasse aber in ein leinenes Tuch geschlagen und gepreßt, oder mit Steinen beschwert, damit alle Molken ablaufen. Dann wird die Käsemasse gesalzen, mit etwas Kümmel versehen und in der blo— ßen Hand geknetet und geformt. Die bereiteten Käse trocknet man an der Luft in sogenannten Käsekörben, im Winter aber in einem warmen Zimmer. Sollen sie auf— bewahrt werden, so legt man sie in große Töpfe ein, wo sie von neuem in eine Gährung treten und dann ei— nen scharfen, Vielen sehr angenehmen, Geschmack an— nehmen. §. 660. b) Der Süßkäse wird nicht aus von selbst ge— ronnener Milch gemacht, sondern um ihn aus derselben abzuscheiden, bedient man sich künstlicher Gerinnungs— kl lle bei dan Goch kbit dan il r be. äber Mul bahhag. ch gende! lber! Nan geroy Maß Val sese dag Nah gn gl bite nt Habe i de 1 — 461— % ma; mittel. Deren giebt es nun zwar sehr viele, allein nicht alle sind geschickt, dieß auf die zweckmäßigste Art zu bewirken, denn eine bloße Trennung der Käsetheile von og selbst g den Molken reicht nicht hin, sondern der Käse muß die orher abge Geschmeidigkeit und Mürbe erhalten, wovon seine Güte züglich da abhängt. Am beßten erreicht man diesen Zweck durch he man der den in den Magen vieler Thiere befindlichen Saft, da— ringen der her bedient man sich der gereinigten, und getrockneten gung auf Kälbermagen, die man einsalzet, um so eine Salhlacke ein höhet zu bilden. ren Ofen 8e 661. erd gesehl, Der magere Süßkäse, den man wohl auch Läbkäse r Kise von vorzugsweise nennt, wird von der abgerahmten Milch , wetden gemacht. Man verfährt bei seiner Bereitung auf fol— gende Art: die abgerahmte Milch wird in einem Kessel über dem Feuer erwärmt, so daß sie lauwarm wird. Man thut ihr jetzt das Lab zu und wenn die Käsemasse geronnen ist, trennt man sie von der Molke, indem man sie vermittelst eines Durchschlagzähnlichen Löffels herausnimmt und entweder in einem Tuch unter der Presse, oder in bloßer Hand ausdrückt. Man salzt dann die Masse, formt sie in eigenen kleinen irdenen Näpfchen, worin man sie so oft wendet, bis sie anfan⸗ gen abzutrocknen und ganz zusammen zu halten. Im übrigen verfährt man mit diesem Käse gerade so, wie mit dem oben beschriebenen Sauerkäse. Dergleichen Käse sind im Ganzen noch sehr schmackhaft und werden in den meisten Gegenden verfertiget, wo man die Butter aus süßem Rahm schlägt, in leinenes x beschwett, e Käsenasse in der bloß teten Käse örben, ilt en sie auf; Töpfe ein, d dann ei⸗ mack an, f selbs ge 5 detselben aantungg —— 462— §. 662. Fettkäse werden auf sehr verschiedene Arten be— reitet. Oft nimmt man dazu halb abgerahmte und halb fette Milch, oft nimmt man allein fette Milch, und oft setzt man selbst der fetten Milch noch Rahm zu. Einer der bekanntesten und beliebtesten Fettkäse ist der Sch wei— zer, nach ihm der Hollander, Limpurger. In England bereitet man mehrere vortreffliche Arten von Käsen, in Frankreich desgleichen, und in Italien ist der Parmesankäse bekannt. Anmerk. Schweizer Käse wird jetzt viel auch im nördlichen Teutschland, in Baiern und Franken bereitet. Wo man die Milch nicht von der Kuh weg verkaufen kann, habe ich immer diese Kasebereitung sehr einträglich gefunden, das einzige Unangenehme ist, daß der Käse sehr lange, wenigstens 2 Jahr, liegen muß, ehe er zum Genuß taug— lich wird und während der Zeit durch Wenden und Sal— zen viel Arbeit, wenigstens Aufmerksamkeit, erfordert. Von 120 Dresdner Maß Milch erhielt man in der Regel einen Käse von 20 bis 24 Pfund. Wenn nun das Pf. Käse nur 5 ggl. kostet, so benutzt man die Kanne Milch fast zu 1 gl. Mein Jahrbuch der Landwirthschaft III. 1. §. 663. Die Molken werden in der Regel nur den Schwei— nen gefüttert, doch können sie auch zu Essig verwendet werden, was indeß mit nicht wenig Schwierigkeiten verbunden ist. §. 664. 5 M d st u n 91 i Wenn auch diese Benutzung des Rindviehes nicht aller Orten anwendbar ist, so kann sie doch da, wo sie 0 f lber ren lab! Rift tl 1 selb athei fes ge en will wichts da f Verf.. 0 ßete des! — 463— es ist, von außerordentlichem Vortheil seyn. Wir haben ne Nui he⸗ über die Theorie und Praxis der Mastung in den neue— te und hab ren Zeiten mehrere Aufschlüsse erhalten und unter andern 0/ und of läft Leuchs Werk: Vollstän d. Anleitung zur u. Eine Mästung der Thiere. Nürnberg 1817, wenig Sch wei zu wünschen übrig. Als jenes Werk erschienen, hatte get. N ich selbst eine Abhandlung über diesen Gegenstand aus— Arten von gearbeitet, um sie dem Druck zu übergeben, da aber je— lien ist det nes bekannt wurde, in welchem ich mit dem Verf. in dem Meisten übereinstimmte, habe ich es unterlassen, im nödlichen will aber hier, da ich die Theorie des Mästens für höchst⸗ Wo man wichtig halte, das Wesentlichste daraus anführen, wor— e aus man zugleich sehen wird, in wiefern ich mit dem schr lange, Verf. jener Schrift übereinstimme, oder abweiche. Benuß taug⸗§. 665. t Der Zweck des Mästens ist: durch eine grö— in der Nigi ßere Menge Futter, als zur Unterhaltung zun das l. des Lebens erforderlich, nicht nur die Fleisch⸗ Lane Nit masse vermehren und verbessern, sondern auch Fett erzeugen.) Ohne uns hier auf das Nä— here des thierischen Lebens einzulassen, können wir die en Schwei allgemein angenommene Behauptung aufstellen: daß aus 2 e) Es ist gar nicht zu läugnen, daß durch die Mast jedes seligkeiten Thier in einen widernatürlichen Zustand gebracht wird und daß man daher das Mästen in gewisser Hinsicht ein Krankmachen des Thieres nennen könne. Bei dem Fleisch kömmt es aber nicht bloß auf die Menge an, sondern auf die Güte. Nach D. Stark, einem englischen Arzt(S. ießts licht Sinclair a. a. O.) sind 3 Unzen gut gemästetes Rind— 00, w. ö fleisch in der Wirkung gleich 1 Pf. magern. 00 — 464— dem Blute, und zwar am häufigsten aus dem der Schlag— adern, alle Bestandtheile des Körpers, Fleisch, Fett, Milch, Saamen u. s. w., vermöge des Lebens- processes abgeschieden werden. Es scheinen sich in⸗ deß mehrere dieser Bestandtheile unter ganz entgegenge— setzten Bedingungen zu bilden und daher oft gegenseitig aufzuheben. In diesem Fall befinden sich hier vorzüg⸗ lich das Fett und der Saame. Beide scheinen sich mehr oder weniger zu widersprechen und haben in dieser Hinsicht einen sehr wichtigen Einfluß auf die Lehre von der Mastung. §. 666. Man kann gewiß annehmen, daß da, wo im thie⸗ rischen Körper viel Saame erzeugt wird, sich wenig Fett erzeugt und umgekehrt, wo viel Fett gebildet wird, die Saamenerzeugung gering ist. Gefüllte Blumen sind die, wo der Saamenstaub in Fett übergegangen und sie pflan— zen sich, wenn sie ganz voll sind, nicht fort. Das ist eine längst gemachte Beobachtung, weßhalb man auch so wie es auf Fetterzeugung angesehen ist, bei den Thieren den Geschlechtstrieb unterdrückt. Saamen aber erzeugt sich nur bei raschem, lebhaften Blutumlauf, als die höchste und ätherische aller thierischen Flüssigkeiten; Fett gerade im umgekehrten Fall, nämlich bei trägem, lang— samen Blutumlauf. Anmerk. Ich habe darüber eine Menge Beobachtungen an— gestellt, wovon hier nur folgende stehen mögen. Alle Thiere von lebhaftem Temperament haben bei weitem ei⸗ nen stärkern Fortpflanzungstrieb, also eine stärkere Saa— menproduction, als die von trägen- Z. B, alle Sing— fücg. lacht d. lung)! u ve seff un Heel Mahd du Schlag sch, ett, Lebens yen sich iy entgegengz gegenseitig hier vorzüg cheinen scc n in dieser Lehre vol vo im the venig Fett wird die n sind die, d sie pflaf Das an auch se en Thieten ver erzeugt als di iiten; Het en lang htungen( iögen. Me ei weitem el, sütkere Sas „ alle Esch — — 465— vögel, namentlich der Sperling, der lustigste und lebpafteste von allen, der Zeisig u. a. Ferner alle Nagethiere, Mäuse, Eichhörnchen, Kaninchen, Hasen u. s. w. Endlich selbst alle heftigen Männer, werden im Ganzen für weit fähi— ger geachtet, als die phlegmatischen. Daß der rasche Blut⸗ umlauf auf Saamenabsonderung wirkt, geht ferner noch daraus hervor, daß der Geschlechtstrieb der meisten Thiere erst dann am stärksten ist, wenn der Blutumlauf sich mehrt, daher die Begattung im Frühjahre, daher alle das Blut erregende Mittel, alle Reizmittel, den Ge— schlechtstrieb vermehren. Eben so richtig ist es aber auch, daß sich das Fett nur dann vorzüglich erzeugt, wenn die Saamenerzeugung entweder noch nicht eingetreten, oder künstlich, oder naturlich un— terdrückt ist, auch mehr bei trägem Blutumkauf. §. 667. Fleisch und Fetterzeugung ist der Zweck der Ma⸗ stung. Jenes erzeugt sich durch nahrhaftes Futter von mehr derber, als flüssiger Art, und bei einer Behand⸗ lung, die von der natürlichen Lebensweise der Thiere nicht zu verschieden ist. Besonders scheinen alle Nahrungs- stoffe, die in ihren Bestandtheilen mehr Pflanzenschleim und Stärke enthalten; auf die Vermehrung und Ver⸗ besserung des Fleisches zu wirken; dagegen wirken alle Nahrungsmittel, welche Kleber enthalten, besonders aber flüssige/ auch solche, welche reich an Alkohol, mehr §. 668. Das Fett setzt sich im ganzen Zellgewebe ab, und vorzüglich immer da, wo Flüssigkeiten abgesondert wer- den. Vielleicht geht im lebenden Körper die Fettbildung nach ahnlichen Gesetzen vor sich, wie die Bildung eines fettähnlichen Wesens aus Fleisch unter Wasser. Sturm's Landw. I. 2. 30 ——*——.——. — ————— — 466— Fett erzeugt sich z. B. an den Nieren, wo die Urinfeuchtigkeit, im Zellgewebe unter der Haut, wo der Schweiß, an dem Gekröse, wo die Darmfeuchtigkeit, an dem Scrotum und der Ruthe, wo die Saamenfeuch— tigkeit, in Augenhöh len, wo die Thränenfeuchtigkeit, in den Brüsten, wo die Milch abgesondert wird. Hier— durch schon erklart sich die Erscheinung, daß die Fetter⸗ zeugung ceteris paribus mehr durch flüssige Nah— rungsmittel, als durch feste befördert wird, und das Verfahren, welches man zu befolgen habe, um mehr Fett oder Fleisch zu erzeugen. §. 669. Wahl des Mrastviehes. Es ist allerdings leichter die Erfordernisse eines gu⸗ ten Maststücks zu kennen, als sie andern mitzutheilen, indeß lassen sich doch allerdings darüber einige Regeln angeben, die in folgenden etwa bestehen dürften: a) Sehr viel kömmt dabei auf die Eigenthümlichkeit der Rage und des Individuums an, denn die eine qug— lificirt sich viel mehr dazu, als die andere. Besonders sind alle Ragen von mehr pflegmatischem als lebhaftem Temperament dazu geeignet, wenigstens schneller zu zu— nehmen. b) Der ganze Körperbau ist ebenfalls eine der wichtigsten Dinge. Ein guter Mastochse soll aber einen der Größe des ganzen Körperbaues angemessenen Kno— chenbau, einen tonnenförmig gewölbten Leib, eine breite Brust, breites und gerades Kreuz, kurze Beine und lange hohe Seiten haben. Ferner soll die Haut weich, ——-————— do die ut, po der euchtigket, umenfeuch feuchtigkeit, ed. Hie, die Fetter issige Ni und dos um sleht eines gu⸗ tzutheilen, ge Regeln g dücften: hümlichte e eine qu Besondets lebhaften let zu zu eine der aber eite enen Kn eine brele Beile und put weigh dehnbar vom Leibe, und mit feinen glänzenden Haaren besetzt seyn. Die Beschaffenheit der Haut und des dar— unter befindlichen Zellgewebes ist sehr wichtig. Die Farbe des Haares scheint zwar im Ganzen von keinem wesentli— chen Einfluß zu seyn, doch ist es gewiß, daß eine mehr helle Farbe des Haares, ein zärteres Fleisch und eine größere Neigung zur schnellen Fetterzeugung verräth. Anmerk. Zur Mastung ist es sehr wichtig, wie die Beschaf— fenheit des Fleisches der Thiere an sich ist, ob fein- oder grobfaserig, ob weißlich oder schwärzlich von Farbe? dieß scheint sehr in den Nagen zu liegen. §. 670. c) Das Alter ist ferner ebenfalls zu berücksichtigen. Bei zu altem Vieh, wo alle Functionen langsamer von Statten gehen, wo der Verdauungsproceß geschwächt und selbst die Zähne zum Theil die nothwendige Vorbe⸗ reitung versagen, geht die Mast nicht nur sehr langsam, sondern auch unvollständig von Statten. Die Fleischfg⸗ sern haben ihre Elasticität verlohren und nehmen selten oder nie jene weiche und zarte Beschaffenheit an, die so sehr ein gutes Fleisch auszeichnet. Bei zu jungem Vieh dagegen, was seinen Wachsthum noch nicht vollendet hat, wird der größte Theil des Nahrungssaftes zur Un— terhaltung und zum Wachsthum verwendet und die Ma— stung geht ebenfalls nur langsam von Statten. Auch ist die Faser noch zu biegsam und weich und das Fleisch er— hält weniger Consistenz und nahrhafte Theile. Auch geht die Fetterzeugung langsam und unvollkommen vor sich. Aus diesem Grunde scheint das Alter vom s bis 9 Jahren das beßte zu seyn. Bei Kühen aber, sowie bei Ochsen, 5 1 1 2— Dr rr welche vorher gehörig benutzt werden sollen, ist man fehr oft gendthiget im höhern Alter zu mästen. Anmerk. Man ist noch nicht ganz einig, ob bei der Mast ganz großes, oder kleineres Vieh den Vorzug verdiene. U Gewiß ist es, daß bei einem kleinern Schl ag Vieh ver⸗ 0 hältnißmaßig der Knochenbau feiner, und daß selbst die 5 10 Fleischfaser zärter ist, doch macht die Verschiedenheit des Gewichts oft einen bedeutenden Unterschied. f 0§. 671. Das Verfahren beim Mästen selbst setzt mancherlei Regeln voraus. Um vor allen eine Hauptstöhrung der Fetterzeugung aus dem Wege zu räumen, müssen alle Mastthiere möglichst früh castrirt werden, und zwar immer vorher, ehe sich der Geschlechtstrieb bei ihnen ausgebildet hat. Deßhalb setzen dergleichen Castraten immer mehr Talg an, als später abgebundene Bullen oder Böcke. Man hat haufig Versuche gemacht, junge Kühe zu casteiren und sie haben sich ganz besonders schnell und gut gemästet. Um die Regung des fortwäh— renden Geschlechtstriebes zu unterdrücken, läßt man mit großem Vortheil junge Fersen, oder auch alte Mastkühe, etwa nach 1 bis 12 Monat, nachdem sie zur Mast aufgestellt, vom Ochsen begehen und man hat ge⸗ funden, daß sie nach der Empfängniß schnell zunehmen, ohne daß der Foetus bis zut Hälfte seines Alters merk— lich zehrt. §. 672. Einige englische Viehmäster haben den ganz wider⸗ natürlichen Grundsatz geltend zu machen gesucht: man müsse bei der Fütterung gleich anfangs recht starke Por⸗ fte und ist d a J di ac eb ge fiche dich e ä bl —.— 469—.— it nat fe e 27— q tionen geben, um alle Gefäße möglichst auszudehnen und dann die Mastung um so schneller zu beenden. Das 5 1 ist durchaus nicht vortheilhaft. Im Gegentheil muß N man nur allmählig mit der Futterquantität steigen, um aß selhst de so die Gefäße nicht zu erschlaffen, sondern nach und edenheit dez nach an eine größere Thätigkeit zu gewöhnen. Auch ist es gewiß nützlich, im Anfang mehr solche Nahrung zu reichen, die auf das Fleisch wirkt, und nachdem sich mancherlei dieß erzeugt, mehr solche, die Fett hervorbringen. Da— kohrung det bei bleibt es, man mag eine Fütterungsart wählen, wel— shüsen ale che man wolle, eine Hauptregel: das Futter täglich in und zwat mehrerern kleinern Portionen zu reichen, um immer den bei ihnen Appetit zu erhalten. tan giebt deßhalb oft 8 bis 6 i Castraken mal täglich Futter und beobachtet dabei eine gehörige ene Bullen Abwechselung. f cht, junge§. 673. J besondetz Auch die Jahreszeit, die Witterung und das Lo— es fottwäh kal haben, besonders bei der Stallmast, einen sehr we— läfßt man sentlichen Einfluß. Zu große Kälte ist der Mast eben auch alte so nachtheilig, als zu große Hitze. Jene consumirt denn sie zut in gleichem Verhältniß, als sie die Dauungskraft stärkt; zan hat ge⸗ diese hindert die Verdauung und vermindert den Appe— zunebnen, tit, daher die Zunghme. Eine gemäßigte Wärme im dans merk Frühjahre und Herbste ist daher das zweckmäßigste. Der Maststall soll in Hinsicht des Fütterns bequem eingerich— tet seyn, den nöthigen Raum haben, reinlich und mehr galt wir dunkel als Bel seyn. Denn so nothwendig das Licht fuhr ran zum vegetativen Leben, so ungünstig scheint es bei der f Ma u seyn. 1 ale Puh e e een 5 1. 2 7 ——.————— ä—— SSD r rr Sr 5 1 3 470 S 1 1 Sehr verschieden sind die Meinungen praktischer 0 Viehmäster über die Dauer der Mastzeit. Einige hal— 0 0 ten es für ökonomisch- vortheilhafter, das Vieh ganz fett * 9 auszumästen, andere nur halbfett. Nur einzelne beson⸗ 6 dere Fälle abgerechnet, ist es allen Erfahrungen gemäß 1 weit vortheilhafter, die Mastung nicht weiter fortzusetzen, . 0 als sich eine merkliche Zunahme noch zeigt. Ist die Zu⸗ nahme des Viehes der Futterquantität nicht mehr ent— sprechend, dann dürfte auch der Gewinn mit jeder Wo— che sich vermindern. 11§. 674. 10 Meyer, dessen wahrhaft große Verdienste um die teutsche Landwirthschaft, noch lange nicht genug er— kannt sind, hat auch über das Verhältniß, in welchem die Futtermenge mit der Zunahme der Mastthiere steht, treffliche Versuche angestellt, wovon einige hier Platz finden mögen: 1) Eine Märzkuh zu 400 Pf. Gewicht, erhielt in 91 Tagen, alles Futter auf Heu reduzirt, 2710 Pf., 05 in einem Tag also 29,8 Pf., davon beträgt die 5 Zunahme täglich 1,92 Pf. 0 2) Ein Ochse zu 800 Pf., bekam auf 112 Tage 4468 Pf. Heu, auf jeden Tag also 39% Pf., da— 5 von betrug die Zunahme täglich 1/2 Pf. 6 Meyer, Pachtanschläge. Hanover 1809. 1 8. 675. In Hinsicht des Fütterungsmaterials, dessen man sich bei der Mast bedient; unterscheidet man zunächst: Weide- und Stallmast. g 2 sttte; it 0 ict l gn d f eh cg hoh fan Nil has us 1100 J Wenn fit al Anne J N sie se 5 Ent! bor Malen duch he aß ü Köthe t in 1 Rillen ö 1 he — 1271— ptekische Die Mast auf der Weide setzt entweder natürlich— Einige hl fette, reiche Triften, oder künstliche Weiden voraus und ganz ft ist deßhalb besonders in Gegenden, wo diese selten sind, elne beson, nicht mit Vortheil zu betreiben. Wieviel an Land auf gen gemäß einen Ochsen, bis er vollkommen ausgemästet, zu rech⸗ bäthüsctzen nen sey, laßt sich allgemein nicht wohl bestimmen, da J. die u es von zu vielen Verhältnissen abhängt. In den mei⸗ neßr eit sten Niederungen und selbst in Holland rechnet man auf leder Bo, das Ausmästen eines starken Weideochsens von ooo bis 1100 Pf. Gewicht, 3 M. Morgen der beßten Weide. Wenn hier die Mastung vollendet wird, läßt sich gar te um de nicht allgemein bestimmen. genug h A„me yk, Im Waunsends pflegen viele kleinere Wirthe ihre Zugochsen auf die Art zu mästen, daß sie in die Brache welchen Wickfutter säen und die Ochsen auspflöcken, auch thun tete steht, sie dieß wohl auf einem Stück des beßten Landes, was 5 sie zu dieser Absicht 2 Jahre als Brache liegen lassen. hier Plaz §. 676. Die Stallmast kann im Sommer oder Winter a Statt finden. Die Sommerstallmast mit grünem Klee, 10 1 oder andern grünem Futter ist wohl in den wenigsten Fällen ökonomisch vortheilhaft und deßhalb verdient sie auch keiner weitern Erörterung. Sonst besteht die ge— g wöhnliche Stallmastung in: Wurzelgewächs⸗, in 1 Körner-, TDräbern- und Brantweinmast, sel— tener in bloßem Heu. jelt in 91 12 Tage §. 677. Wurzelgewächse als Mastfutter sind in vielen . Fallen allerdings sehr vortheilhaft, doch selten, fast nie, fi da, wo es mehr auf Talg als auf Fleisch abgesehen ist. 2 8 5—— 1——— 2 — 472— Man bedient sich der Rübenarten, Möhren, Kar; toffeln u. s. w., doch scheinen die letztern, wenigstens im nördlichen Teutschland, das passendste und beßte zu seyn. Comparative Versuche, die ich und mehrere mei— ner Freunde angestellt haben, bewiesen mir hinreichend, daß gekochte Kartoffeln bei weitem den Vorzug vor ro— hen verdienen, und daß sich die Kosten des Kochens sehr gut bezahlen. Daß aber neben den Kartoffeln, sie mö— gen nun roh oder gekocht gefüttert werden, immer et— was Heu und Hechsel gegeben werden muß, versteht sich von selbst. Die Quantitat der taglich zu verabreichen⸗ den Kartoffeln kann allgemein gar nicht, sondern nur nach Verhältniß der Größe des Viehes bestimmt werden. Ein Ochse von 900 Pf. Gewicht wird täglich mit 70 Pf. Kartoffeln und s bis 6 Pf. Heu und etwas Stroh gut zunehmen. Anmerk. So wohl bei Schweinen als Kühen haben wir ge— funden, daß nach dem Genuß von gekochten Kartoffeln die Zunahme des Fleisches schneller ging und daß sie we— niger dem Durchfall ausgesetzt waren, den sie nach dem Genuß roher Kartoffeln, oft in hohem Grade erhalten. §. 678. Die Körnermast kann aus allen Getraidearten bestehen, sowohl aus Halm als Hülsenfrüchten. Doch wahlt man nur die weniger edlen, als Gerste, Ein⸗ korn, Hafer u. s. w.; von den Hülsenfrüchten aber, Bohnen, Erbsen und Wicken. Auch Mays und Buchweizen werden nicht selten mit Vortheil zur Mast gebraucht. Die Körnermast ist in jeder Hin⸗ sicht die vorzüglichste, denn sie geht am schnellsten, sie fefat de schmecke Zgeck 0 Rich ple, ech do fc unter seht fat in Voigt tungewüt get g ke focht f Cie wet fegen 90 slterg dir J cc Ber Ken, die Siu Saut Leafk g. Anme ech — 5————.——— — 473— ten Har Wenmigseng d hegte z wactere mei liefert den beßten und meisten Talg und zugleich das wohl—⸗ schmeckendste Fleisch und Fett. Indeß würde man seinen Zweck sehr unvollkommen erreichen, wenn man dem Rindvieh die Körner im natürlichen Zustande füttern siureihend, wollte, wo sie solche zum größten Theil ganz unverdaut tug vor h/ wieder von sich geben. Man füttert sie daher gewöhn⸗ Fachess sch lich unter folgenden Gestalten: % fe nö, a) Geschroten. In diesem Zustande mengt immer et; man das Getraide mit Hechsel, oder etwas Wurzelge— bertsest sch gewächse an und giebt es in kleinen Portionen. serabreichen, b) Gekocht. Dieses Verfahren hat sich mir als ndern nut sehr nützlich gezeigt, und in vielen Gegenden, besonders t werden, im Poigtlande, wo man Ochsen bis zu einer bewunde— nit 70 ff. rungswürdigen Feistigkeit bringt, wendet man die Kör⸗ Stroh gut ner in keinem andern, als diesem Zustande an. Man kocht sie ganz weich, so daß sie eine Gallerte bilden. en wel Sie werden dann entweder mit Hechsel oder mit Wur— n Kartoffeln zelgewächsen vermischt gefüttert. daß sie we e nach den d. 679. alen, c) Als Trank. Auch diese Art die Körner zu füttern, scheint mir sehr zweckmäßig. Sie werden zu taideartet dieser Absicht geschroten und aus dem Schrot ein dickli— Doch cher Brei angerührt. Einige wollen es für nützlich hal, fe, Ein, ten, dieses Mehlsaufen vor dem Gebrauch in wirkliche un aber Säurung übergehen zu lassen. Man hat deshalb noch Mays Sauerteig zugesetzt. g In diesem Zustande wird der Porthel Trank gern genossen und ist von guter Wirkung. 1 ider Ha Anmerk. Unter allen Rährüngsstoffel scheint der Alkohbl am agen, fi schnellsten und vollständigsten zu nähren, und es ist eine U * — 474— bekannte Sache, daß das Brantpeinspülicht um so besser füttert, je mehr geistige Theile noch in demselben enthal— ten sind. Dieß hat mich schon fruher auf die Idee ge— bracht, alle einer geistigen Gährung fähigen Sub stanzen, durch einen Beisatz von Hefen in Gährung vorher zu se— tzen, und sie nach vollendeter Gährung zu füttern. Ein einzelner Versuch mit ein paar Hammeln gelang mir sehr gut, ob ich gleich glaube, daß dieses Verfahren viel vor— theilhafter beim Rindvieh zu befolgen ist. Ich wünsche, daß praktische Wirthe diese Idee weiter verfolgen. §. 680. Das Brantweinspülicht. Eine sehr nützliche Mästungsart. Bei den meisten Brennereien ist man jetzt zufrieden, wenn der Ertrag der Mastung als reiner Ge— winn verbleibt. Am beßten füttert man das Spülicht mit gutem Heu, was zu Hechsel geschnitten wurde, als Brühfutter. Man kann dann, bei Getraidebrennereien, auf 10 B. Metzen, welche täglich gebrannt werden, ei— nen Mastochsen rechnen. Dabei ist aber noch circa 10 bis 12 Pf. Heu erfoderlich. Die Zeit der Dauer ist nicht genau anzugeben, doch sind bei völliger Aus mä— stung immer 4 bis 6 Monate erfoderlich. Die meisten Brenner kaufen indeß sehr gern solches Mastvieh, was schon durch anderes Futter einen guten Fleischansatz ge⸗ wonnen hat, um theils mehr Fett zu erzeugen, theils die Mastung schneller zu betreiben. In diesem Fall kön⸗ nen oft 3 Monate hinreichen die Mastung zu vollenden. Wieviel dabei aber zu gewinnen sey, läßt sich allgemein gar nicht annehmen. Einen ungefähren Maaßstab giebt indeß der Umstand an, daß man da, wo Metzger das fie nt b bel j Hi cken f cchschen it u it Jg Nl if. suc ale Waclung! gen werd Anmer an * 3— 9 t im sy hit 2. 5 5 feln gh Mastvieh in die Kost geben, wöchentlich 1 Rthlr. 10 if dee date g bis 12 gr. bezahlt, mit Inbegriff des Heues. en Sub fang 6 ig vorher zu 9 ü i füten, 0 f Träbermast. Was von Träbern als Futter 1 10 für Rindvieh überhaupt zu halten sey, habe ich schon ahten viel tir 5 5 e Grü oben bei der Lehre von der 5 bemerkt. Auch . in Hinsicht der Mast findet ein gleiches statt, doch möchten sie hierzu mehr noch, als zu täglichem Futter zu 95 0 an gebraucht sie hier e er scrrüclt empfehlen seyn. Man g cht sie hier entweder allein i um fe mit etwas Strohhechsel vermischt, oder in Verbindung 0 ee l mit e was offenbar die vortheilhafteste 5 Spill Art ist. Auch 1 man wohl noch Schrot zu, was auch allerdings eine gute Mastung gewährt. In der Ae Wirkung kann 15 Pf. Träbern gleich 1 Pf. Heu angenom⸗ e men werden. g verden, Anmerk. Andere Arten von Mastung übergehe ich hier, und t noch ein verweise auf das oben angeführte Werk von Leuchs. er Dauer i b. 682. ger Auen Bei mehrern Thieren hat man noch Hülfsmittel an⸗ Die seisen gewandt, um die Mastung dadurch zu beschleunigen. vieh, wat So ist beim Rindvieh fleißiges Salzgeben, um den Appe— chansatz ge tit zu reizen, sehr vortheilhaft. Auch abwechselnd von gen, theilt Zeit zu Zeit, zwischen anderm Futter, Sauerkraut u Fall kon, gefuttert, erregt den Appetit. Endlich hat man in den vollendes, letzten 4 Wochen der Mast reinen Kornbrantwein sehr h allgenes wirksam gefunden. Man fieng täglich mit 3 Quart an, aßstab ehe und stieg allmählig in der letzten Zeit bis zu einem gan⸗ Mezger das zen Quart. Andere künstliche Mittel, als Schwefel, Antimonium u. s. w. würden hier nicht anwendbar seyn. 2 * 2———— K———— r rr — 47— §. 683. f Schätzung des Mastviehes. Wenn es nicht leicht ist, die Eigenschaften richtig anzugeben, welche ein Stück Vieh, das sich besonders gut zur Mast qualificirt, haben muß, so ist es noch weit schwerer die Kennzeichen zur Beurtheilung eines gemä; steten Stücks anzugeben. Der einzige genaue und un; trügliche Weg wäre das Wiegen, und deßhalb sollte man bei jeder bedeutenden Mastung eine Wage haben, wor— auf man ein lebendiges Stück wägen könnte. Derglei— chen Wagen giebt es mehrere und ihr Preis ist nicht so hoch, als daß sich ein solches Geräth nicht bald wieder bezahlen sollte. Bei der Schätzung des 785 Viehes kömmt es dar⸗ auf an, zu untersuchen: ob das Mastvieh die mögliche Fleischmasse angesetzt, ob es fett sey und vor— züglich Talg habe. §. 684. Die Fleischmasse zeigt sich am leichtesten von allen, und jedes, nur einigermaßen geübte Auge, wird ein fleischiges Stück vom dürren zu unterscheiden wissen. Die Untersuchung auf Fett ist schon schwieriger, am schwierigsten aber die auf Talg, weil dieser immer im Innern sitzt, wo man ihn weder sehen, noch greifen kann. Das Fett verräth sich zum Theil durch den Griff. Ist das Zellgewebe unter der Haut recht mit Fett ausgefüllt, so giebt sich dieß durch einen Druck mit dem Finger auf die Haut zu erkennen, wo man gleichsam eine Vertie⸗ fung eindrücken kann. Der Metzger sagt in diesem Fall, 15 Biß elt aß Haut/ Fe dle aß/ del N ah fal chen den fill, glei hen it die Naschen, Schlan Hinktkei shen den facht fh habe,. zu gegen Anm lach il fehr. hig MN n 1 Ne so gie anden, hut Gg ö * haften tigt sch esonde es noch eines gurt naue und u 06 sollte e haben, wo Dergl is ist nicht t bald wich mt es da die möglit sey und bol n bon alhh „wird en den wissen eriger/ al. er imer in teifen kann, Griff. J ausgefil, Finger af ee Netti deen Fel das Vieh fühlt sich teig an. Noch mehr zeigt sich das Fett an der Brustspitze, am Hals, wenn sich hier die Haut, nach der Länze zusammen gedrückt, in dicke, mit Fett ausgepolsterte Falten fassen laßt, auf den Rip⸗ pen, den- Hüftknschen und den hintern Backenknochen. Auf Talg schließt man bei Ochsen, wenn das Serotum selbst stark, weich und teig und wenn die Bauchhaut neben dem Scrotum mit einer weichem Fettmasse ausge⸗ füllt, gleichsam wie ein Sack heruntethängt. Bei Kü— hen ist dieß mit dem Euter der Fall und in der Gegend desselben. Auch fühlt sich Fett und Talg sehr gut am Schläm, d. i. der herabhängenden Haut, zwischen den Hinterkeilen und dem Bauch. Nimmt man diese zwi⸗ schen den Daumen und die ganze Hand, so kann man leicht fühlen, ob sich in ihre Zellgewebe Fett angesetzt habe, oder nicht. Alle diese Dinge sind indeß leichter zu zeigen, als zu beschreiben.. Anmerk. Zur Beurtheilung, und besonders zur Schätzung nach dem Gewicht gehört ein ganz eigenes Talent und viele Uebung. Eine Menge Landwirthe sind aber hierin sehr wenig geübt und daher kömmt es, daß sie weder ge⸗ hörig einkaufen, noch das zu verkaufende Mastvieh gehö— rig schägen können und daher der Willkühr des Metzgers ganz sich überlassen müssen. Auf Talg schließt man zum Theil aus der gereichten Fütterung. §. 685. Wenn vom Gewicht des Mastviehes die Rede ist, so wird immer darunter das Schlächtergewicht ver— standen, d. h. das Gewicht, was das Thier an brauch⸗ barer Masse liefert, wenn es ausgeschlachtet ist. Dieses Gewicht muß man genau von dem lebenden Gewicht un— — 2——. — 478— terscheiden. Es ist beträchtlicher bei vollkommen ausge— mästetem Vieh, als bei magern oder schwach gemästeten. Man hat darüber unendlich viele Versuche, wovon ich selbst mehrerern mit beiwohnte. Das Resultat ist: daß bei schwach gemästetem Vieh das Schlächtergewicht die Hälfte beträgt, bei besser gemästetem wie 11:20 und bei ganz ausgemästetem wie 12:20 außer dem Talg, sich verhält. 5 Anmerk. Nach Engl. Beobachtungen(Thaex Einl. III.) fand folgendes Verhältniß statt: Ein irrländischer Ochs wog: Lebendig 92 Stein o Pfund. Geschlachtet a3— 1— r Der Talg 53— 6— Ein dergleichen: Lebendig 90 Stein o Pfund. Geschlachtet 58— 6— Die Haut! 6— 0— Der Talg 85— 0— Ein Schottländer: Lebendig 81 Stein o Pfund. 0 Geschlachtet a4— 0— Die Haut 5— 4 Der Talg 42ꝙ— o— each Sinclair(S. dessen herrliches Werk: Grundge— setze des Ackerbaues, aus dem Engl. S. 118), fand bei einem Devonshirer Ochsen folgendes Ver— hältniß Statt: Gewicht des lebendigen Thieres 114 Stein Talg 10 Stein 6 Pfund. Haut 6— 33 Kopf und Zunge h Herz, Leber und Lunge 2— 73 Fuße 1— 4 Eingeweide und Blut 11— 15—. „„ ĩð⁊1. Genießbares Fleisch sammt Knochen, oder die 42 Viertel a des Rinds 70 Stein daß Hen lalarde a. un dabei vo der! gent fo arhacken de dieß fit, di puff det chi daß sie, borerg;! iht die n Mun d eh Mn n fel 00 ehe s ele Naß Duadtat lige fie cgi Thatk. — 1 gen dlsge, Folglich geben 10 Stein des lebenden Thieres ein Gewicht von ch gendseteg 6 Stein 11 Pf, verzehrbares Fleisch. Der Durchschnitt er⸗ gab immer zwischen 6 St. 10 Pf. bis 6 St. 15 Pf. des wovon bone todten zu 10 St. des N ultat ist: zu il ist: 1§. 6 686* lächtetgepit In neuern Zeiten hat man auch Versuche gemacht, wie 117 das Gewicht durch Messung zu bestimmen, worauf der her den di Engländer Kanton zuerst verfallen war. Diese Formel hat Hr. v. Strachwitz verändert und folgendes Verfah— ren dabei angegeben. Um das Vieh auszumessen, legt man den Anfang einer Schnur an den Schulterknochen, wo der Hals anfängt, zieht die Schnur längst dem Nück— grat fort, bis man sich vom Boden auf, an den Hin— terbacken einen Perpendickel denkt, der die Schnur schnei⸗ det; dieß bestimmt die Länge, die man in Rhein. Zollen mißt, diese Länge sey— a. Von demselben Anfangs⸗ punkt der Lange auf der Mitte des vordern Schulterkno⸗ chens, legt man eine Schnur um den Leib des Thieres, daß sie am Leibe da anschließt, wo sich die Schenkel der vordern Beine, wenn das Thier gerade steht, endigen, zieht die Schnur um den Leib herum, bis wieder an eu den Anfangspunkt, sie wird scharf angezogen, damit gl. S. 1, die emporstehenden Haare keinen Unterschied machen. gendes. Nan mißt ebenfalls die Schuur in Rhein. Zollen und er— hält so die Peripherie Z b. Nach dieser Vermessung ergiebt sich folgende Formel, wodurch das ausgeschlach⸗ tete Fleisch in Berliner Pfunden gefunden wird: Das Quadrat des Diameters der Peripherie b, wird mit der Länge a multiplicirt und mit 54 dividirt. Der Quo- tient ergiebt die Pfundzahl des ausschlachtenden Fleisches. 455 Estis Thaer Annalen u. s. w. Aug. und September. 1800. T Einl. III. 114 Sl „ Steil 2 480— §. 687. So wie die meisten Hausthiere, so nützt das Rind— vieh nicht bloß durch sein Fleisch, sondern auch durch mehrere andere Producte. Vorzüglich sind zwei der menschlichen Gesellschaft ganz unentbehrlich, namlich die Haut zu Leder und das Horn zu sehr verschiedenem Gebrauche. Beide sehr wichtige Producte sind immer besser bei Thieren, welche in der Freiheit, als bei fon n, e im Stall leben. 8 688. D reh een Auch diese ist ein Vortheil, welchen das Rindvieh gewahrt und welcher in vielen, besonders bergigen Ge; genden so wie zur Ackerarbeit hoch angeschlagen werden kann. Man kann dazu Kühe und Bullen, besser aber geschnittene Ochsen gebrauchen. Letztre werden im aten Jahre gewöhnt und nach dem gten in alle Arbeit genom⸗ men. Sehr vortheilhaft kann es bei großen Wirthschaf⸗ ten seyn die Bullen zum Zug zu gewöhnen. Sie verlie⸗ ren dabei keines Weges an ihrer Fruchtbarkeit, und wer⸗ den zahmer und umgänglicher. Ueber die Arbeit im All— gemeinen, so wie über die der Ochsen wird im II. Theil ausführlicher die Rede seyn, §. 689. 5 Administration des Viehstandes. In vielen Gegenden besonders des nördlichen Teutsch⸗ lands ist es üblich die Rindviehnutzung zu verpachten; der⸗ gleichen Pächter heißen dort Hollander. Der Eigenthü— mer des Viehes giebt Winterfutter, Weide und dem Holl füt de bezahlt Mice lat de Ng ag cleß lich u bel Nfihtet let üge die Mi gcgen ei Reer uf Oli wirhsch sulkchin eine eig über d binnsche In Sell I Cube Amer iert Dult Wehe Holländer Wohnung nebst noch andern Emolumenten und iht dat Ni b i a 5 5 deb ld hält den Viehstand immer vollzählig. Der Hollander . such du bezahlt dann für jedes Stück eine bestimmte Pacht für ind zei z Milchnutzung und Kälber. Das Märzvieh dagegen ver— änuch; bleibt dem Herrn. Unter gewissen Verhältnissen kann herschiedenn dieß nützlich seyn, auf Veredelung der Viehzucht ist es snd inen aber nicht berechnet. Weit zweckmäßiger scheint mir das als bei fl in vielen Gegenden des südlichen Teutschlands übliche Verfahren, wo der Herr den ganzen Viehstapel unter sei— ner eigenen Pflege hat, alle Leute unterhält u. s. w. die Milch aber nach dem Gemäß an den Milchpächter as Rid gegen eine gewisse Taxe überläßt, der sie dann zu Käse bergigen g/ oder Butter verarbeitet. sagen wet§. 690.4 besser alt Bei eigener Administration der Vieh- und Milch— den im 2. wirthschaft ist viel Aufmerksamkeit von Seiten der Haus— belt gero wirthin nöthig. Ein großer Viehstand erfodert durchaus F Wirthsch eine eigene Person, die sowohl über den Stall als auch Sie bu, über das- Milchwesen die Aufsicht führt und gewöhnlich 1 nd. hinreichend beschäftiget ist. Eine männliche Aufsicht über beit im 9 den Stall und Fütterung halte ich immer fur sehr nütz— in II. 80 lich, nur ist es an einigen Orten selten, dergleichen gute Subjekte zu erhalten wie in der Schweiz und Tyrol. Anmerk. Ueber die Rindviehzucht sind außer den schon be— b merkten Schriften noch nachzulesen: 18. Walther, Beschreibung der Rindviehragen. Hen Teutsh Weber, Handbuch der Viehzucht u. s. w. mehr vollständig— dachten; de§. 691. er Ehenthi. Von den Büffelkühen. u ind dn Der Büffel(Bos Bubalus L.) ist zwar in Teutsch⸗ Sturm's Landw. I. 2. 31 — n 5— 2 8 2 r e 5— 482— 24 6 1 land bisjetzt noch wenig bekannt, doch dient er in Asien, 1 0 1 in Italien, in Dalmatien, Ungarn und selbst zum Theil 10 ö in Oesterreich die Stelle unseres gewöhnlichen Rindvie— 0 bes zu ersetzen. Eigene Erfahrungen haben mich gelehrt, 0 ö daß der Nutzen dieser Gattung keines Weges den Ver— 1 1 gleich mit unserm gewöhnlichen Rindviehe bei gleicher fuß der 1 Behandlung aushalten könne, doch haben die Büffelkühe, helene 0 unter manchen Verhältnissen, wohl auch Vorzüge. Der 0 5 Hauptvortheil derselben scheint mir in ihren sehr gerin— Nen gen Bedürfnissen, hinsichtlich des Futters zu liegen. gc 0 0 Saures und schilfartiges Gras, so wie sumpfige, sonst hoilden N kaum zu benutzende Weiden, sind ihnen erwünscht und fen de nähren sie gut. Auch auf dem Stall verschmähen sie das irrer 5 schlechteste Futter nicht. Man hält sie deshalb gewöhn— Miche lich in tiefen, sumpfigen Gegenden; in Italien beson-⸗— fen, w ders an den pontinischen Sümpfen. und tt §. 692. a ö Ihre Zucht ist wenig von der unseres zahmen Rind— langt; 7 viehes verschieden, doch unterscheiden sie sich wesentlich hben, e 1 dadurch, daß die Kuh 11 Monate trägt. Milch geben auc * sie wenig, sie ist aber fett, doch ist die Butter davon 46 30 0 unansehnlich und unschmackhaft. Zur Mast qualificiren und eh 0 sie sich aber ungemein und werden bei Futter, was das fun f 10 übrige Vieh bloß nährt, schon fett. Sie setzen vielen uht!) und guten Talg an. Auch die Haut hat zu Sohlenleder a entschiedene Vorzüge. Sie ziehen ungemein schwer, 8 sind aber, wegen ihres unbändigen Wesens, nicht gut fiken 1 dabei zu behandeln. Immer wird ihre Zucht daher nur yr lokal bleiben. 0 — 483— et in Aeg Anmerk. Mehr hierüber in: Sturm's Viehragen auf zum del einigen G. H. W. Kam mergütern U, s. wh. II- wo sich auch eine Abbildung davon befindet. en Rindos sich gelehg, N 1 f Von den Ziegen. 6 den Ven Wenn vom Milchvieh die Rede ist, so müssen wir bei gleich auch der Ziegen gedenken, die in vielen Gegenden, Büffellih besonders Italiens, gar oft die Stelle der Kühe ersetzen. lüge. da Die Ziege(Capra Hircus L.) welche seit langen sehr gerin Zeiten zum nützlichen Hausthier geworden, stammt wahr— zu liege, scheinlich vom Steinbock(Ibex) oder auch wohl vom spfige, sanf wilden Bock,(Capra Aegagrus) ab. Die verschiede— ünscht unh nen Ragen derselben unterscheiden sich theils durch ihre hen sie da Körperform, theils durch ihre Größe, theils durch ihre lb gewöhh Milchergiebigkeit. Ihr Alter erkennt man an den Zäh— lien besoh nen, wie beim Schafe. Sie begattet sich im Herbste und trägt 21 Wochen, wo sie dann gewöhnlich 2, selte— ner 3 Junge wirft. Von einer guten Zuchtziege ver— men Rish langt man: daß sie hoch sey, breites Kreuz, dicke Kno— h wesent! chen, ein großes, hängendes Euter und lange Strichen, lch gebn auch lange und viele Haare habe. Die Jungen saugen iter dabol 4 bis 5 Wochen an der Mutter, dann werden sie entwöhnt halfen und erhalten Futter, wie die Alten. Mit 13 Jahr läßt „pas daß man sie begehen und sie können bis zum Sten Jahre zur igen viele Zucht dienen. zohlenlede. 8. 694. iu san a Sie fressen alles, was man auch den Kühen zu nch gt füttern pflegt, doch sind sie ekel und lieben Abwechselung in der Fütterung. Ihr Nutzen besteht: hoher fl a) in der Milch; diese ist fett und wohlschmeckend, 2 8 b 5 8 ——— D— — 484— doch giebt es Ziegen, von denen die Milch schlecht schmeckt, oder wie man zu sagen pflegt, zickelt. Die— sen üblen Geschmack verbessert man dadurch, daß man der Ziege nach dem Lammen etwas süße Mandeln, oder von Zeit zu Zeit etwas gekochte Linsen füttert. Es giebt Ziegen von besonders guter Rage, die, wenn sie frisch— melkend sind, wohl täglich 5 Dresdner Kannen Milch geben. Solche Thiere sind allerdings außerordentlich nutzbar und können nicht genug empfohlen werden. Die Milch wird frisch gebraucht, sehr vortheilhaft aber ist sie zu Käse, selbst in Verbindung mit abgerahmter Kuhmilch. Zu diesem Behuf hält man sie häufig auf großen Gütern mit Kühen zugleich, ob sie sonst gleich mehr Gegenstand kleiner Wirthschaften und Waldbewohner sind. §. 695. b) im Fleisch, Talg und der Haut. Das Fleisch ganz jung castrirter Böcke, welche gut gefüttert we den, ist vortrefflich und steht dem beßten Hammel— fleisch nicht nach. Der Talg hat vor jenem Vorzüge und findet sich oft sehr in beträchtlicher Menge. Das Fell ist ein höchst nutzbarer Artikel, der durch etwas anderes kaum zu ersetzen ist. Die geschnittenen Böcke hält man in Pferdeställen oder Kuhställen und läßt sie wohl auch auf dem Hofe herumlaufen, wo sie nach Gefallen ihr Fut— ter sich selbst suchen. Ich weiß mehrere Fälle, wo man dergleichen castrirte Böcke, die nur so nebenbei mit an— derm Vieh aufgezogen wurden, für 26 Thlr. das Stück verkauft hat. Anmerk. Die Zucht der Ziegen wird bei uns mehr von N Jie) 0 agen Gegen fen, de such ger ile Ha feichnet Nele Nuschle lat. den, d Met uuf de — „0 Agen der N 9 De jede dla 1188 I sclch kleinen Eigenthümern betrieben, wofür sie sich auch beson⸗ lt. dae ders eignet. Der Vortheil dieses Thieres wird bisjetzt in der That noch zu wenig bei uns geschätzt, ob er gleich daß nn großer ist als man ihn im gemeinen Leben wähnt. deln, odn Es gie u see ftish Drittes Capitel. nen Mig Von der Schafzucht(Wollvieh), kordentlic 5. 696. den. Di Die Aufmerksamkeit, die sonst das edle Pferd er⸗— abtr it s hielt, scheint sich bei uns jetzt größtentheils dem Schafe rig zugewandt zu haben. Denn so wie jenes häufig ein zen Gül Gegenstand des Luxus wurde, so ist wohl nicht zu läug⸗ Gegensa nen, daß es die Schafzucht in vielen Gegenden jetzt auch geworden ist. Noch hat sich bisjetzt dieses sehr alte Hausthier durch seine Nutzbarkeit vor allen ausge⸗ ut. Das zeichnet, und es ist nicht zu läugnen, daß es unter allen ut gefütter vielleicht das einzige ist, was, außer den Dünger in u Hammel Anschlag zu bringen, noch einen reinen Gewinn zurück⸗ orßüge un laßt. In Teutschland, und selbst in vielen andern Län— ag Fell is dern, ist die Schafzucht lediglich durch die Einführung 18 ander der Merinos auf die Stufe der Vollkommenheit gelangt, e hält maß auf der wir sie jetzt zum Theil sehen. wohl auch§. 697. iht Fut⸗ Das zahme Schaf(Ovis Aries) ist schon seit den „wo mn ältesten Zeiten als Hausthier bekannt und der Gebrauch be nit an der Wolle älter, als alle übrigen Kleiderstoffe). dat Slick„) Wenn bei den Alten von Geweben die Rede ist, so hat man jedesmal wollene darunter zu verstehen, da der Gebrauch des 1 Flachses und der Baumwolle in viel neuere Zeiten fällt. 1 geht k. — 486— Man hat sich den Kopf zerbrochen, um den Urvater des Schafes noch in der Wildniß zu entdecken. Die meisten Naturforscher und Landwirthe lassen es vom Mufflon oder Argali(Ovis Musimon) abstammen, indem sie große Aehnlichkeit zwischen ihm und diesem finden. Dieser Meinung bin ich aber keines Wegs, da sie mir auch nicht einen haltbaren Grund für sich zu haben scheint. Doch will ich denen ihre Ueberzeugung nicht rauben, welche darin ein Glück finden, besonders da es nicht unmöglich, wohl aber unwahrschein; lich ist. Ich bin überzeugt, daß unser Schaf mit al— len seinen Ragen eine eigene Species bildet und bin ge— neigt, dasjenige Schaf, was Haare und Wolle noch jetzt trägt, und wovon wir in mehreren Welttheilen noch verschiedene Schläge finden, in Teutschland aber die Heideschnucke, für die eigentliche Urrage des Schafes zu halten. §. 698. Allerdings kömmt bei dieser Untersuchung das Haar, als ein sehr wesentlicher, unterscheidender Theil vorzüglich in Betracht. Ich glaube aber man muß von der Erfahrung dabei ausgehen: daß die meisten behaarten Thiere zweierlei Gattungen von Haaren ha— ben, nämlich lange, eigentliche Haare(Grannen; haare) und auf dem Grund zwischen denselben feine, kurze wollartige(Grundhaare). Erstere ver⸗ lieren sich oft im Sommer, oft bei besserer Pflege und Wartung und es bleibt dann das Grundhaar allein übrig. Dieser Fall scheint ganz besonders beim Schal gangette lege die hen Jule bel daf lch der den rate eingetreten zu seyn; durch eine sorgsamere Wartung und ecken. Die Pflege ist das Grannenhaar verschwunden, und die Wolle sen es bon die herrschende Bedeckung geworden. absammeß, Anmerk. Hieraus allein lassen sich die Stammhaare, selbst und di bei den Merinos, erklären. Eben so bin ich überzeugt, deen daß, wenn man die Heideschnucken, oder andere ähnliche Vegs, d in Rußland haufig vorkommende Schafragen, durch eine o für sch andere, als sehr sterile Nahrung unterhielte, sich die 1 Grannenhaare allmahlig verlieren und die Wollhaare Vetzelgulg die Oberhand gewinnen würden. besonders hescheit 690. af mit a Von Natur ist das Schaf ein Bergbewohner, und bin das zeigt nicht nur sein ganzer Körperbau, sondern vor— Wale u züglich auch seine ganze Natur. Der ihm angemessenste Watthel Boden ist ein trockner und zwar der, worin vorzüg— Welt lich der Kalk vorherrschend ist. Gründe für diese Be— hauptung sind folgende: a) Ist der kalkhaltige Boden unter allen am wärmsten, das heist am trockensten, also am wenigsten was— hland abe rage dec bd serhaltend. ung dab a 5 5 55 b) Wachsen auf ihm besonders solche Pflanzen, die der Lhel 5 5 0 5 5 das Schaf am meisten liebt und die seiner Natur man mul 2 7 2 1. 3 vorzüglich zusagen, als Esparsette, Biber ie meisten nelle u. a. aaten ha ir Tr lost 1 c) Finden wir in der That sesbst im Culturzustande en f a 5 8 a e f die Schafe da in der höchsten Vollkommenheit, wo 1 diese Bedingungen eintreten. Die edelste Rage fett ben der Merinos weidet in Spanien das ganze Jahr fege. hindurch, nach der Angabe mehrerer Reisenden, auf ur alen Kalk; Gyps- und Mergelgebirgen. n Schi — F777.—— 8 8 — c— 8 0— 408— „ d) Endlich lehrt die Erfahrung, daß das Schaf, so 5 wie die ihm ahnlichen Thiere im Naturzustande, 1 nicht ohne Salz bestehen können. Natürliches N Salz findet sich aber fast immer nur im Gegensatz 1 von Kalk oder Gyps, und wenn es dort auch „ nicht als Salz vorkommt, so erzeugt sich doch an 1 0 diesem Gestein salpetersaurer Kalk, oder auch Bit; 1 tersalz, was die Schafe sehr gern lecken. 0 Anmerk. Wie sehr die Schafe alle Pflanzen lieben, die „ vorzüglich dem kalkigen Boden eigen sind, weiß jeder be— „ obachtende Landwirth und eben so weiß man, daß dergl. 1 Kräuter und Gräser ungleich besser füttern, als andere. 0 9 ö d. 788. Ragen der Schafe. 1 Bei keiner Thierart ist es schwerer eine gnügende und einfache Eintheilung der Ragen zu geben, als 1 bei dem Schaf. Hier kömmt nicht bloß der Körper⸗ 9 bau an sich, wie bei den übrigen Thieren in Betracht, sondern vorzüglich auch die Wolle als der nutzbarste Theil „ dieses Thieres. Wir sind daher genöthiget die Ragen 5 aus einem doppelten Gesichtspunkt zu betrachten, näm— „ lich hinsichtlich des Körperbaues und hin— sichtlich der Wolle. A. In Hinsicht der Beschaffenheit des Körpers 14 können wir, wie bisher, zwei Hauptragen und eine 9 Mittelrage annehmen und zwar: J. Die Höhen- oder Bergrage, Urrage. Sie zeichnet sich dadurch aus, daß sie, wie alle Bergbe— 1 wohner hinten überbaut ist. Auch ist sie, wie die mei— sten Bergbewohner, zmit einem dicken, kurzen Hals, ei— fer fat sigscht sons 1 1 Hlrberfh. sch bon here? tiben l. hetglech Natsch ll. J. b. Anme dee ag Shuf, e ner starken Wamme versehen. Vom eigentlichen Urschaf, alutgsinde, hinsichtlich des Haares, ist mir keine besonders bekannt; al, sonst rechne ich hieher als Repräsentant die Merinos, in Gegerst die offenbar das unter den Schafen sind, was die Ge— es dort aug birgskuhe unter dem Rindvieh. Taf. III. Fig. 1. sich doch ay§. 701. auc dl II. Der Gegensatz von diesem(immer hinsichtlich der l Körvperform) ist das Tiefenschaf. Es unterscheidet e sich von dem erstern, durch großere Körperform, durch 1 höhere Beine, durch ein stärkeres Vordertheil, durch ls andert. einen längern, dunnern Hals u. s. w.; überhaupt durch dergleichen Merkmale, die wir schon bei andern ähnli— chen Thieren bezeichnet haben. Es gehört hieher das e guügende darschschaf, das Euderstädter, Texelschaf gehen, 0 N u. s. w. det Körbe, Anmerk. Dieses Schaf scheint durch die ihm gänzlich wi— n Bettacht, dersprechende Lebensart und durch den seiner Natur an— 1 fangs ganz entgegengesetzten Aufenthalt, ein ganz ande— bart Te res Thier geworden zu seyn. Es scheint, indem es in die Race das Element der Kuh verpflanzt, eben so ihre Natur ten, nan, angenommen zu haben, als die Kuh(die Bergkuh) von f ihrem ursprünglichen Aufenthalt getrennt, sich davon ent— nd hit fernt hat. Das Marschschaf scheint mehr zum Fleisch und Fett, so wie zur Milchproduction hin zu neigen, während üer das Bergschaf dazu weniger Neigung zeigt. Sechs Stück b gute Mutterschafe geben in dem Dittmarischen so viel Milch, und eine als eine gute Kuh. Aermere Familien halten deren 1 bis 2 Stuck, um ihren Milchbedarf zu gewinnen, Urragt,§. 702. le Bethe III. Die Mittelrage, ist die auf der Ebene und i de nel Anhöhe sich mehr oder weniger ausgebildete. Es gehoren 106 0 bieher die meisten unserer Landragen. So wohl hin— 0 „„ ä 1 ö sichtlich der ganzen Körperform, als auch ihrer Größe fa be 1 halten sie immer das Mittel zwischen der eigentlichen lter si 0 0. Bergrage und zwischen der Marschrage. So Ech 0 haben wir denn auch hier 3 Ragen und zwar: det hel 5 J. Die Bergrage(Urrage). 1 bau f 1 II. Die Mittelrage oder Höhenrage. Fee fe 0 ö III. Die Tiefenrage— Marschschaf. tz. 9§. 703. a Auner 0 B. In Hinsicht der Beschaffenheit der Wolle treten 0 wiederum 3 Hauptvoerschiedenheiten ein. 0 J. Schafe mit Haare und Wolle zugleich. Heide— b kn 6 fenen de det fe II. Schafe mit grober Wolle.(Landschafe im ge— bann i J meinen Leben.) 11 III. Schafe mit feiner Wolle.(Merinos und durch Nd sie Veredelte.) Anmerk. Der Unterschied zwischen grober und feiner Wolle ist zwar sehr relativ, doch aber zu bestimmen, wie wir in f der Folge sehen werden. Daß aber erst zwischen den fein— 1 5 wolligen Schafen noch ein bedeutender Unterschied statt wärlg 10 od. f 1 findet, wird jeder Kenner leicht erachten. 2 10.§. 704. 2 l. N t kastdette 0 Ob wir gleich weder den Schwanz, noch die Hör— 9 0 2 1 K 2„.„ N 10 ner für ein unveränderliches Zeichen einer Rage ansehen 1 1 0 8 0„„ 4 8„ 6 0 N mögen, so läßt sich doch auch in dieser Hinsicht eine 10 dreifache Verschiedenheit machen, nämlich es giebt: 0 2 f 8 1 e 0 kurzschwänzige, langschwänzige und fett⸗ 1 0 0„— 8— 2 Nec 0 sch wänzige; ferner ungehörnte, zweigehdörnte 10 6 1 2— 7 1 1 cf und mehrgehörnte Schafe. So wie unsere Ein— 1 f . 70 5 Gee 9. theilung der Ragen auf jede der 3 genannten Thierrasen 1 . Mer —— —. ̃—⅛—ð!g—7˙¹¾— 1———— cher grit r eigenlächen 1 0 90 6, 01 Volle 10 „(heide hafe in ge b und duth h feiner Molt n, wit pit f/ chen den fei lerschied fil ch die Hit 10 anschen inscht eine 6s giebt: ind feth gehorchte unser Ein Jheatagel — 401— ganz besonders paßt, so entsprechen diese 3 Thierarten unter sich wieder dieser Eintheilung. Denn so ist das Schaf das Höhen- oder Bergthier, das Pferd das Thier der Ebene, die Kuh das Tiefenthier. Diese Verglei— chung läßt sich vollkommen consequent durchführen und giebt sehr fruchtbare Resultate für die praktische Vieh— zucht. An merk. Verzeichnisse der verschiedenen Schafragen findet man in den neuesten Schriften über Schafzucht von Pohl, Petri, Tessier u. s. w. Dieß sind die allgemeinen Ansichten der Schafragen. Wir können uns hier nur auf die Behandlung und Kun⸗ de der feinen Schafe und der Merinsos einlassen, welche Lehren übrigens auch vollkommen auf die Landschafe An⸗ wendung finden. Von den feinen Schafen unterscheiden wir aber: §. 705. 1) Die Merinos. Ihre Geschichte ist gegen⸗ wärtig so bekannt, daß es kaum nöthig seyn würde et— was darüber zu sagen, wenn es nicht die Vollständigkeit erforderte davon kurz etwas anzuführen. Noch ist es nicht vollkommen entschieden, wo und wie die Merinos entstanden, ob sie eine eigenthümliche Rage(hinsichtlich der Wolle nämlich) oder ob ste das Product der Kreuzung zweier verschiedener Ragen sind. Gewiß scheint es zu seyn, daß ihr Ursprung in Africa zu suchen, aber ungewiß ist es, ob von dorther die ganze Race oder nur die Böcke gekommen. Zuerst kommen die Merinos im k4ten Jahrhundert unter Pedro IV. ———— — — 2 2222. 2 . 1 E 9 — 9— König von Castilien vor. Später ließ der Cardinal Ximenes wieder Widder aus der Barbarei nach Spa— nien holen. d §. 706. i Diese Schafrage hat unter sich auch mehrere Ver— schiedenheiten. Man unterscheidet zunächst die wandern— den Merinos(Merinos transhumantes) und die Stallmerinos, die wie unsere Schafe behandelt werden (Merinos estantes), dann giebt es eine großere und kleinere Sorte; endlich unterscheidet man noch sehr bestimmt die sorianer und lenueser nebst segovier Meri— nos. Die erstern sind weder von Körperbau noch auch von Wolle den letztern gleichzusetzen, weßhalb sie jeder Zeit den Vorzug erhalten, auch ihre Wolle viel theurer verkauft wird. Höchstmerkwürdig ist die Haltung der Merinos in Spanien. Früher gehörten die meisten Heerden der Krone, sie wurden aber nach und nach von den Königen an Privatleute und Klöster verkauft, bis unter König Philipp II. auch die letzte Heerde fortging. Jetzt beste⸗ hen sämmtliche Eigenthümer der Heerden in einer Ge— sellschaft, welche die Mesta heißt und das Recht hat, ihre Schafe, ohne besondere Berücksichtigung, in bestimmten Gegenden weiden zu lassen. Diese Mesta, so sehr sie die Schafhaltung begünstiget, ist doch die schrecklichste Fessel des spanischen Ackerbaues von jeher gewesen. Anmerk. So wie in politischer Hinsicht, so werden die neuesten Ereignisse in Spanien auch in landwirthschaft— licher Hinsicht höchst merkwürdig werden. Denn gewiß itt ein HN. denk, doe mlrnd t dae wet Munchen Heade, Shin Shift! den bol Puls be htg, N er hid bastlien ra, 40 Asuri gen 12 tcm egen Ed häusen ft s, D. 050 N. schagges Jude, Math ä de surbi wird nun der Ackerbau und somit die Zucht der Merinos ri nut Sy eine andere Gestalt erhalten. Se Die Zahl der Wanderschafe hat sich oft sehr verän— eßtere y dert, doch giebt man sie im Mittel zu 5 Millionen an, die warden während man die Stallschafe auf 3 Millionen anschlägt. Diese werden auf ihren Wanderungen von 40 bis 50 0o00 Menschen und eben so vielen Hunden begleitet. Jede Heerde, Cavagnes, besteht etwa aus 10, o0 Stück Schafen und wird von einem Mayoral geführt, der 30 25) und di delt werde größere un! 1 Schäfer unter sich hat. Aan sind sie in kleinere Heer⸗ Wai den 3 10 bis 8098 Stück der vertheilt. Ende ab fen April's verlassen sie die e von Erstrema⸗ 5 dura, Andalusten und Neu-Castilien, wo sie den Win— ter hindurch weideten. Sie ziehen durch Alt- und Neu— 7 5 Castilien, Navarra, Biscaya, Cuenca, Segovia, So— Naos i ria, Avila, Alva bis an die Grenzen von Burgos, „ Asturien und Gallizien. Ihre Reise beträgt ge⸗ den 5 gen 120 bis 140 Stunden, die sie in 30 Tagen zu— nter Ki rücklegen. Die Schur tritt während der Wanderschaft Jett 1 gegen Ende May ein und geschieht in eigenen großen Schur— 10 häusern Es quileias, welche an der Straße errich— geht ha et sind. bestimmten 1§. 708. o schr s· Die Caragnes heißen gewöhnlich nach ihren vorma— hrecklicht ligen Besitzern. Die noch jetzt bekanntesten und ge— een. schätztesten sind: Infantado, Guadaloupe, Paular, 1 00 Iranda, Turbieta, Negretti, Portago, Escurial, ndsaunhschaßk Henn geuß Montarco, Porella, Baja, u, g. m. ——* — tds ꝶ:t.t..—— 8 777... K TTT. AAA 0 N 1 6 Tessier. Ueber die Zucht der Meri es aus dem Franz. v. Augen 1 ö ö Wire. 1 10 0 Petri. Das Ganze der Schafzucht. a 1 f Bourgoings hat in seinen bekannten Werk über Spanien, e 90 wohl am ausführlichsten über diesen Gegenstand gesprochen. nd l 1 s. Tg. 1st 0 Von Sponien aus, das wir nun für das Vater⸗ n A 1 9 land der Merinos halten können, wie sie jetzt sind, ha— fl statk/ 10 ben sich dieselben in mehrere europäische Staaten ver— alt Al 0 breitet. Schon im J. 1743 kamen ste durch Alströmer 1 bewe nach Schweden, 1763 nach Sachsen, 1778 nach besm Sc 111 Oestreich und 1800 nach Preußen, namlich unmittel⸗ tan fe 1 0 bar aus Spanien. lune 8. 7ro. 19 1 2) Die veredelten Schafe. Da diese als c Kreuzungen so verschieden sind, so läßt sich etwas be— lin 0 stimmtes darüber gar nicht sagen. Ihre Verschiedenheit 7 0 1 ist groß, nicht nur nach der Körperform, sondern vor— de züglich auch nach dem Charakter und Feinheit der Wolle. 10 Sie sind jetzt in allen Gegenden, wo Merinos angetrof— i 5 b fen werden, verbreitet, doch zum Theil den erstern so 2 1 ähnlich geworden, daß sie öfter nicht zu unterscheiden 90 N. sind. 9 ö. 711. In 1 Kennzeichen eines tauglichen Bocks und Schafes. In 3 Ein guter Widder auf welchem, besonders bei der Veredelung sehr viel ankommt, soll folgende Eigenschaf— lei ten besitzen: die Gestalt des ganzen Korpers soll nach al— 4 len ihren Dimensionen vollkommen proportionirt feyn, 0 5 der Kopf nicht zu groß, breit in den Stirnbeinen, die I ful 2 8 rr—— — 408— 0 3 en Franz f, Augen groß, lebhaft, die Nase etwas gebogen oberhalb mit Falten; der Hals kurz dick und mit einem herabhän— iber Span genden Köther versehen, Brust breit, Rücken gerade N a9 gesprochen, und breit, Rippen stark tonnenförmig gewölbt, Kreuz breit, schön abgerundet, der Schwanz hoch sitzend und an t das Wat seinem Ansatz möglichst breit, Hinter und Vorderschen— cht sind, kel stark, nicht zu hoch noch krumm, bis an den Huf Staaten bet mit Wolle bewachsen, der Hodensack stark, hängend h Nftöme und bewachsen seyn. Aehnliche Eigenschaften setzt man 1775 nah beym Schafe voraus. Es soll breite Brust und Schul— ch unnitte tern, stark gerippt, schön von Kreuz u. s. w. seyn. Anmerk. Um das schönste Verhältniß an den Merinos zu bestimmen hat man solche gemessen und die Maaße der Formen angegeben. Z. B. bei einem Bock fand man a diese ag folgendes Verhältniß: etwas b a Lange v. Maul bis z. dörnern— 10 f— v. Hörnern bis z. Schultern 17— 6 schiedenseil— v. Schultern bis z. Schwanzwurz. 2— 5“ ondetn vot⸗ Betrag der ganzen Lange—— 4— 7“ der Bol! Umfang des Bauchs e 1 5— der Schultern von einer bis zur s angettoh andern, über den Rücken gemessen 2— 8“ eltern st Umfang der Hinterschenkte—— 37— 9“ b Höhe der Vorderfüse——— 1—— tescheiden— der Hinterfütze bis zum Knie—— 0 Entfernung der Huftknochn———— 6 Umfang des unterm Halses—— 5“— 9“ g Umfang des Thieres nach der Länge, f. f das ist über die Brust, Seiten u. s bei dir Hinterbacken gemessen—— 6“— 5“ igen schaf Peri a. d. D. N72 So wie der Körperbau, so verdient ganz besonders die Wolle als der wesentlichste Theil des Schafes eine l nach a oft schf en/ de — 16 vk höchst genaue Beachtung. Von den Eigenschaften der— selben wird weiter hinten die Rede seyn, hier nur das, was bei Beurtheilung eines Zuchtbockes oder Schafes über das gange Vließ zu bemerken seyn dürfte. Vor allem soll die Wolle möglichst fein, die naturlichen Abstufungen der Feinheit am ganzen Körper so gering wie möglich und die Menge der ersten Sorte über den ganzen Körper möglichst groß seyn. Ferner soll das Vließ dicht, nicht schlotterig und der Bock sowohl, als das Schaf, nicht nur am Kopf bis über die Augen, sondern auch an den Füßen bis auf die Hufe herab, be— wachsen seyn. Ob die Wolle am ganzen Körper so viel wie möglich gleich sey, beurtheilt man am beßten am Schwanze; ist hier die Wolle fein, so kann man gewiß schließen, daß die edlern Theile um so feinere Wolle enthalten. Auch die Wolle am Hodensack giebt darüber ein sicheres Kennzeichen ab. §. 713. Für fehlerhaft zu achten, wenigstens für edlere Zucht nicht zu gebrauchen, ist ein Bock und Schaf, das an den Hinterkeulen rauche oder besonders grobe Wolle hat, was man im gemeinen Leben rauche Hosen nennt. Noch fehlerhafter sind sogenanute Stichel— Haare, welche sich sowohl unter der Wolle am ganzen Leibe, als vorzüglich auch am Kopf und dem Innern der Hinterschenkel oft finden. Flecken auf dem Vließe find immer verwerflich und man wied nie ein Lamm dieser Art zur Zucht gehen lassen. Ob schwarze Flecken des Bockes im Innern des Rachens oder auf und unter der 0 — 457— cee det Zunge so gefährlich sind, als einige glauben, will ich nicht er nur dug, 6 entscheiden, indeß habe ich allerdings einmal die Beob— 2 — el Schaft achtung gemacht, daß von einem Bock, welcher 3 schwarze te. Vo Flecken unter der Zunge hatte viel schäckige Lammer sie⸗ natütlichg len; dieß kann indeß wohl Zufall gewesen seyn. r so getshg Anmerk. Ueber die Auswahl eines Zuchtbockes oder Scha— 0 3 tte uber n fes läßt sich am beßten urtheilen, wenn man alle Eigen— er sul d schaften iner guten Wolle kennt, wovon weiter unten a geredet werden wird. Man kann die Merinos allerdings sowohl, als in zwei verschiedene Gattungen theilen, in dicht- und die Juges, lockerfellige. Erstre haben ein ungemein dichtes Haar, sind sehr wollreich, gewöhnlich mit einem Kother herab, be, versehen und sehr bewachsen, letztre weniger geschlossenes rer so vil Vließ aber feineres Haar, spitzen Hals und selten sehr besten a bewachsen. Man hat neuerlich vorgeschlagen, die erstre Gattung Negrettis, die zweite Escurial zu nennen. man gewiß Diese Benennung ist aber so willkührlich und so unbe— nere Vile stimmt, daß sie nur Verwirrung erzeugen würde, weil selbst unter den sächsischen Merinos, die man für Escu— rial gehalten hat, eine Menge andere Stämme und selbst Negretti sind, die diesen Charakter offenbar erst hier angenommen haben. Warum nicht geschlossene und offene Vließe, oder warum nicht lieber, Sachsen und et daruber für edler Oestreicher. cha, das 5. 714. obe Wolle Alterkennzeichen. goser Das Alter der Schafe erkennt man, wie bei den e Eichel ubrigen Thieren, mit Gewißheit bis ins ste Jahr an onen den Zähnen. Das Schaf hat überhaupt 28 Zähne, wovon 8 Stück Schneidezähne in der untern Kinnlade stehen, da bei ihm, wie bei allen Wiederkäuern, die obern Schneidezähne fehlen. Diese 8 Schneidezähne bringt nnern def ließe find aum die N 5 i N ecken des das Lamm mit auf die Welt(Lammzähne). Nach cen de 8. e 8 g i 15 Vollendung des ersten Jahres, oft nach 15, oft mit f i Sturm's Landw. I. 23 32 N ———— 3(TTTTTCTCTdTCT0T0TCTCTCTCTCT0T—T00T0T—T—T—T—T. KK 18 Monat, verliert es die beiden mittelsten, welche durch zwei größere Schaufelzähne ersetzt werden; das Schaf heißt dann: Zweischaufler, Jährling, in vielen Gegenden aber Zeitschaf. Nach 2 Jaheen, oft 22 Jahren, verliert es die beiden nächstfolgenden, die ebenfalls durch 2 Schaufelzähne ersetzt werden, dann heißt es vier zähnig. Nach 3 bis 3; Jahr ver⸗ liert es abermals die nächstfolgenden, die wieder ersetzt werden, und heißt dann sechs zähnig. Endlich mit dem Aten Jahre, oft nach demselben, verliert es die beiden letzten und heißt dann versetztes oder vollsatziges Schaf. §. 715. Das höhere Alter läßt sich nur selten genau bestim— men. Vom zten bis ins ö6te Jahr sind die Zähne noch weiß, gerade und gewöhnlich dicht zusammenstehend, mit dem 7ten Jahr stehen die Zähne gewöhnlich weit aus dem Zahnfleisch hervor, später sind sie abgenutzt, er— halten Lücken, fehlen oft theilweise und das Zahnfleisch hat seine rothe Farbe verloren. Nie kann man nach dem sten Jahr mit Gewißheit auf das Alter schließen, und zwar um so weniger, je verschiedener die Lebensdauer der Schafe an sich und die Weide ist. Letztre hat auf die gute oder schlechte Erhaltung der Zähne einen sehr wesentlichen Einfluß. Anmerk. Ich habe in dieser Hinsicht sehr verschiedene Trif— ten ganz genau gekannt. Uebrigens muß ich bemerken, daß die Merinos die Zähne weit langer conserviren als die gewöhnlichen Landschafe. 80 die Kan ach ee 0 lh ercheiken, u letzte 9 f d eben Nut it Fehler er Länne bie fich fh scht hh keen fit. Scl Nene wenn s I. e Ur 1 f 0 l wah — 1— bel 5. 716. t wal; Sehr wichtig für den angehenden Schafzüchter sind ährling die Kennzeichen der Gesundheit des Schafes. Das erste 2 Jen wonach er zu sehen hat, ist das Innere des Auges, dieß folgend, muß roth und besonders die kleinen Adern lebhaft roth den, dam erscheinen, keines Weges aber blaß oder gar ganz weiß, Jahr ben im letztern Fall ist immer auf Fäule zu schließen der erset Auch muß die Haut am ganzen Körper roth, nicht bleich h mit dem und eben so das Zahnfleisch erscheinen. Eine feuchte die beiden Nase ist auch ein Zeichen innerer Gesundheit. Andere satziget Fehler erkennt man oft schwerer, als diesen. §. 717. „ech k. u bestis⸗ Was man von einem guten Zuchtstähr und Mutter— hne noch schaf verlangt, ist in den§. 711. angezeigt worden. Auf end, nit jeder Schäferei hat man dem Geschlecht und Alter nach weit aus verschiedene Sorten und zwar gewöhnlich folgende: sütt/ cr Zuchtstähre, Zucht- oder Mutterschafe, ahufcist Lämmer, Zeitvieh, alte Hammel- und März⸗ lach dem vieh. Gewöhnlich läßt man das Schaf und den Bock en) und nicht früher zur Begattung, als wenn sie vierzähnig ge; ens dauer setzt haben, das heißt, nach dem Aten Jahre. In sel⸗ ge an tenen Fällen kann es indeß vortheilhaft seyn, sie schon hen seht mit 12 Jahr zur Zucht zu gebrauchen. Die eigentliche Begattungszeit des Schafes, so wie aller ihm ähnlichen Thiere, ist der Herbst, doch begatten sich dieselben, dene Ti 5 f N. ark, wenn sie sich in gutem Stande befinden, auch bisweilen n alb de im Frühjahre doch mehr ausnahmensweise. Die ge— wöhnlichste Stährzeit ist vom Anfang Septembers bis g* 32 F ——. rr Ende Octobers. Oft indeß läßt man den Bock schon im August, oft noch im November zu. Bei hinreichen— dem Winterfutter ziehe ich eine frühe Stährzeit, im August oder Anfang Septembers einer spätern weit vor, da frühe Lämmer einen entschiedenen Vorzug vor späten haben. Bei Futtermangel ist aber eine späte Stährzeit weit sicherer. Auch die Stährzeit im Früh—⸗ jahr hängt vom Futter ab, so wie von andern Verhält— nissen. In vielen Fällen würde ich sie für sehr nützlich erachten, indem sich die Lämmer früher entwickeln und oft 2 Stück in einem Jahre gezogen werden können. Anmerk. Mehr über diesen sehr wichtigen Gegenstand findet man im: Landwirth II. 2 N Ich habe öfter die Beobachtung gemacht, daß eine zu frühe Begattung den dichten Wuchs der Wolle sehr vermindert; man findet das besonders bei solchen Läm— mern, die von Jährlingen fallen. Ebenso aber zeugen sehr alte Böcke häufig dünnfellige Lämmer. §. 718. Bei hochveredelten Schäfereien ist es sehr vortheil— haft, statt des gewohnlichen wilden Sprunges, wo man die Böcke willkührlich unter der Heerde zur Stähr— zeit laßt, sich des geregelten Sprunges oder der individuellen Pagrung, so wollen wir dieß nennen, zu bedienen. Bei diesem findet folgende Einrichtung statt. Zuerst entwirft man eine Beschreibung und Messung aller Stammschafe in der Wolle, so wie man mit dieser zugleich von jedem einzeln die Wollproben von den verschiedenen Theilen des Körpers damit verbindet. un er in Ne gesch wich ein u N , bel 0 fugt dem borh. 60 bf ben 1 Man prüft gleicher Gestalt die Böcke und bestimmt so neigen im Register nach der Nr. welcher Bock auf jedes Schaf Scherl gesetzt werden soll. So wie die Sprungzeit herankömmt, sddtern wet wird ein Probierbock, welcher verflickt werden muß, Wetzug hy jeden Morgen unter die Heerde gelassen, um zu erken— eine soi nen, welche Schafe stähren. Zeigen sich dergleichen, eit im fig so fangt man sie aus der Heerde und läßt sie nun von ern Nethäl dem vorher zu dieser Nr. bestimmten Bock bespringen. schr nützlich So verfährt man, bis die ganze Heerde durchge— wickeln und stährt hat. können. Anmerk. Daß dieses Verfahren besonders geeignet ist, die Veredelung aufs höchste zu treiben, leidet keinen Zweifel, aber unendlich viel Aufsicht und Mühe kostet sie, wie mich eigene Erfahrung mehrere Jahre hindurch gelehrt hat. Wo die Heerde uber ein paar Hundert Mutterschafe t Pole seh beträgt, möchte sie ohne die größten Kosten kaum mit solchen Lan, Vortheil ausführbar seyn. Auch ist es keinen Zweifel un— terwerfen, daß im Großen, wo man eine so specielle abet zeugen Aufsicht nicht sühren kann, manches Schaf gelte bleibt. N. André, Anleitung z. Veredelung des Schafviehes. §. 719. f botthein Bei sehr großen Heerden, wo die specielle Paarung ges, w. nicht wohl anwendbar, verfährt man, wenn die Mutter— zur Stähr heerde nicht ganz gleich, was wohl nur selten der Fall seyn b oder det möchte, am beßten, wenn man nach Verhältniß ihrer sennen, zu Gleichheit, mehrere Abtheilungen von Müttern macht tung statt, und dann jedem Haufen die ihm zukommenden Böcke ) Messunt zutheilt. Auf diese Art erreicht man das vorgesteckte e man nt Ziel am sichersten. Beim wilden Sprung, d. h. wenn en bo de die Böcke unter die Mutterheerde ohne Rücksicht auf die galbindt. Individualität der Mütter, gelassen werden, laßt man 7 — e EEE ͤ—T—ꝛ ͤ u ⅛²⁵—vßn.. rr FC solche 4 bis 6 Wochen, nicht gern länger, darunter, damit die Lammer nicht zu ungleich von Größe ausfallen. Man ist auch hier sehr wf eden Meinung über die nöthige Anzahl der Böcke im Verhältniß zur Anzahl der Mütter. Einige rechnen 855 einen Bock 235 Stuck Mutterschafe, andere 30 bis 40, und wieder andere 30 bis 60. Die letztern sind der Mei inung, daß kräftige, gut genährte Vöcke sich weniger beim Springen hindern, wenn sie volle Arbeit haben, als wenn weniger darunter sind, was offenbar sehr richtig ist; 50 Mütter kann man unbedingt auf einen Bock rechnen. Anmerk. Es ist in der That fast unglaublich, welche Fähig— keit ein gut genährter Merinobock besitzt. Mir ist ein Beispiel bekannt, wo ein Vock über die Horden sprang und unter die stährlustigen Mutterschafe kam. Er wurde am Morgen herausgenommen und in 21 Wo— chen kamen fast zu gleicher Zeit, gegen 70, sage siebenzig, sehr schöne Lämmer an. Daraus geht wohl hervor, daß in a Wochen ein Bock 60 bis 70 Stuck Mutterschafe, ohne große Anstrengung bedienen kann. N20 Ein sehr richtiges Verfahren ist es, wenn man die zum Stähren bestimmten Böcke nicht auf einmal zuläßt, sondern sie in 2 Hälften theilt und damit täglich wech— selt, so daß während die eine Hälfte 24 Stunden lang unter der Heerde ist, die andere auf dem Stall bleibt und gut, vorzüglich mit Körnern, gefüttert wird. Auf diese Art bleiben die Böcke immer bei Kräften. Denn wenn nur einige Schafe am Tage über stähren, so sind fast alle Böcke hinter denselben, stören einander, fressen auf der Weide nicht, und kommen ganz von Kräften. D. länger/ strolel eat. r il en f. Kopfes aht Ne funden ter zul; 80 hkere (aue tem de eilige ob die gen let den du Mache det Nu, att dung gescht singger i sch duet, e gusfileg, ag über de Mnchl de 23 Stück eder andere aß kräftig, N hindern, k darunter utter kann elche Je 1 Mir ist ein e Horden Ischafe kan. in 21 ige siehenzig, erwor, daß Mutterschafe, Han die al zuläß, lich wech Stunden em Stall ert wird. Kräften, ahren, J einalder/ Atäften, —— 503 r Das Schaf trägt in der Regel 21 Wochen, selten länger, selten kürzer. Die gewohnlichen Zeichen der herannahenden Geburt sind: das starke Aufschwellen des Euters, Härte und Hitze desselben und ein stark aufge⸗ schwollenes, rothes Geburtsglied. Gewöhnlich ist die Geburt leicht und nur selten kommen schwere Geburten vor, in welchen Fällen der Schäfer die nöthige Hülfe zu leisten hat. Vocklämmer machen wegen ihres dicken Kopfes und Hornansatzes den Müttern immer mehr Ge— bähr-Noth als Schaflämmer. Die meiste Vorsicht er⸗ fordern Mütter mit Muttervorfäͤllen, die man nicht wei⸗ ter zur Zucht gebrauchen sollte. §. 22 T. Aufzucht der Lämmer So wie die Lammzeit anfängt, müssen von Horden mehrere kleine Verschläge an der Wand des Stalles (Kauen) gemacht werden, damit jede Mutter mit ih⸗ rem Lamm, so wie solches auf die Welt gekommen ist, einige Zeit hineingebracht werden kann. Hier sieht man, ob die Mutter das Lamm annimmt oder nicht, in wel⸗ chem letztern Fall es vom Schäfer fleißig angehalten wer⸗ den muß, dabei ist es aber gar nicht nöthig die erste eilch aus dem Euter zu melken. Wenn das Lamm von der Mutter geleckt und gehörig angenommen worden, so kommt es dann nach einem, oder ein paar Tagen in den Jungstall mit der Mutter, d. i. in einen durch Horden gemachten Abschlag, worin sich die Mütter mit den jüngsten Lämmern befinden. In den ersten Wochen näh— ren sich die Lammer bloß von der Mutter und nur selten . 82828 TTT— 8 — 7p p 1000 fangen sie vor 14 Tagen bis 3 Wochen an, ein wenig 10 4 Heu zu fressen, es sey denn, daß es der Mutter an hin; 10 „ 1 reichender Nahrung fehlt. Sind aber die Lämmer 3 bis 10 * 4 Wochen alt, dann ist es sehr vortheilhaft ihnen neben 1 10 dem Mutterstall einen kleinen Stall abzuschlagen, in 11 05 1 welchen sie durch eine Oeffnung in der Horde kriechen che 0 können und wo sie entweder etwas gutes Grummet oder 1 ö Erbsenschrot finden. Doch bin ich mehr für letzteres. f 00 Naas int 6 8. 722. Führe 1 Nach Vollendung der Lammzeit, die, wenn die un se! 9 1 Böcke 4 Wochen darunter blieben, auch in dieser Zeit al ni 0 vorüber ist, schreitet man zum Hammeln. Es wer— 1 den zu diesem Behuf die Lämmer von den Müttern ge— „ trennt und den Zibben oder Mutterlämmern et aufe Van die gen erhal e der Schwanz so weit abgeschnitten, daß der Stummel 195 11 8 2 5 ö 8 1 e d 40 noch das Geburtsglied gehörig bedeckt, ein gleiches ge— 11 10 g a g f„ f Weder 10 schieht bei Bocklämmern; diejenigen, welche aber nicht Ni 1 1 5 128 Leide e. 0 als Böcke gehen sollen, werden jetzt castrirt und zwar 10 5 NM 8 1 7 N„ 2 7 2* 3 15 5 4 sehr einfach, indem mit einem scharfen Messer ein Stück N 0 ö i 15 5 die ga 00 vom Hodensack abgeschnitten und die Testickel nebst den 1 N 1141 0—— 7 fat a Saamensträngen herausgerissen werden, wobei am we— 10 . 5 3 g Welt hes 0 wenigsten Verblutung zu befürchten. Man nimmt das 90 0 M 8: In gi Hammeln gern an einem hellen, stillen Tag vor. N 90 1 f n f ble; 9 0 Anmerk. 1. Beim Hammeln werden die Schwänze der 1 f 5 Schafe besonders und die abgeschnittenen Beutel ebenfalls Aae fg — besonders gesammelt, um dadurch die Anzahl zu erfahren. n Ne f Die Gewohnheit in vielen Gegenden, namentlich auch um 14 hier am Rhein, den Mutterschafen die Schwänze zu las— ö 1 sen, billige ich in keiner Hinsicht. aß gg 9 Anmerk. 2. Wo Bölke gezogen werden, wie dieß auf hoch— — 505— A eng veredelten Schäfereien immer geschieht, werden solcht uktet an fig; gleich beim Hammeln ausgezeichnet. Man nimmt dabei anner z gt auf Gestalt und 2 Wolle Rücksicht. Die feinsten, aber weni— f ger eee Lämmer haben schon bei ihrer Geburt ein ihnen neben krauses, lockiges Fell, wogegen die dichtfelligen oft lagen) 5 Stammhaare über den ganzen Körper zeigen, die später aber alle ausfallen und nicht mit den Stichelhaaren ver— erde kri de kriechg wechselt werden dürfen. kummet ode §. 723. Heaters. Die Lämmer bleiben in den ersten 4 Wochen ihres Alters immer ungetrennt bel den Müttern, nur wenn im 1 0 Frühjahre kaltes oder feuchtes Wetter einfällt, trennt , man sie den Tag über von den Müttern und läßt sie im Stall, während man ihnen etwas klares Heu oder Grum— met aufsteckt. Auf diese Art befinden sie sich sehr gut. Wenn die Lämmer durchweg ein Alter von 6 bis 8 Wo— dieser Zeil Es wen üttern ge 4. mmern 42 chen erhalten haben, finde ich immer für sehr nützlich, Stumme 8 t 1 solche des Morgens von den Müttern zu trennen, sie gleiches 9. entweder im Stall zu füttern, oder ihnen vorzüglich gute Weide einzugeben, und erst gegen Nachmittag, etwa 4 bis s Uhr, unter die Mütter zu lassen, wo sie wieder he aber nich ct und zwa r en Sli die ganze Nacht hindurch bleiben. Mit dem zten Mo- cht den nat können sie abgesetzt werden. Es ist in der Regel el an e weit besser zu dieser Zeit, als wenn sie länger saugen. fim da Man giebt ihnen aber nun eine vorzüglich nahrhafte und 0. gesunde Weide. Bei Mangel einer guten natürlichen ärzte di Weide kann man künstliche ansäen, wenn man nicht ei⸗ 1 11 nen Theil Brache dazu hegt. Noch vorzüglicher aber ist 110 1 dann die Stallfütterung der Lämmer, wobei sie unge— än u l mein gedeihen. 4 0 auf hof —... ˙ H— — 306— 8. 724. Die Lämmer um Johannis zu scheren, halte ich für sehr nützlich und zwar aus folgenden praktischen Gründen: a) Leiden sie weniger von dem Ungeziefer. 1 p) Werden in der Jährlingswolle so wohl, als auch ö für die Zukunft überhaupt, die rauchen Spitzen in 9 der Wolle dadurch vermindert. i c) Fellen sich die geschornen Lämmer dichter und bes— N ser an. „ um aber die Lämmer mit Vortheil scheren zu kön; 100 nen, dürfen sie nicht später als im März ankommen, und schon daraus erhellet der große Vortheil früher Läm⸗ 9 mer. Der Ertrag an Wolle ist zwar nicht bedeutend, 10 aber dennoch bezahlt er die Kosten reichlich. Anmerk. Lammwolle von Lämmern, die 4 Monate alt sind, 0 wird, wenn sie recht fein, sehr gern gekauft. Versuche, die spanische Lammwolle statt Castor in Hüte zu verarbeiten, e sind mir aber nicht ganz gelungen, ob gleich eine Mi— 6 schung davon mit Castor zugleich, recht gute Resul— tate gab. §. 723. „ Die Haltung der Lammer im Winter, wo sie dann in 4 Sachsen Jährlinge heißen, verdient eine besondere 1 Aufmerksamkeit. Hier ist die Zeit der Entwickelung des 5 ganzen Thieres und daher ist eine unzeitige Ersparung 1 des Futters ganz schlecht angewandt. Kein guter 1065 Schafzüchter wird seine Jährlinge im Herbste länger auf 1 die Weide gehen lassen, als das Wetter hinreichend gut, denn gerade hier leiden sie bei schlechtem Wetter und ge⸗ 16 5 0 shlchet! 75% Stal bal 905 den. e 14 8.1 fete 000 %% ge haber J, fc und un die N. sundern war Futerasse feht. J. tung gen lige gutes 1 Hafer 2 eggts u. Gersenstte f. He, Gtutnct werden 9. Enge fee Cuff ich nile wichentle Dee heike fährlicher Trift am meisten. So wie sie aber auf dem Stall 80 müssen sie reichlich und gut gefüttert wer⸗ den. Das beßte Futter ist gutes Wiesen- oder Espar⸗ setteheu oder lade gut eingeerntetes Grummet von beider Art. Körnerfutter halte ich hier auch für 15 nützlich und en Spitzen iy Mangel leide en, halt ic en praktisch . 0 5— 1. als al elbst, wenn man an anderm Jutter keine se t. Damit soll indeß nicht gesagt seyn, 5 man die Jährlinge, wie Mastvieh mit Futter überstopfe, et und be sondern nur reichlich sollen G haben, so daß die Futtermasse mit ihrer möglichen Zunahme in Verhältniß heren zu fi steht. Ich halte folgende Bebendlärgsört der Erfah⸗ ankonnag rung gemäß, für sehr gut. Früh erhalten die Jähr⸗ ther lin linge gutes Wiesenheu; Mittags etwas Korner t bedeuten 2 Hafer 2 Gerste; Abends Grummet mit Stroh gemengt, und zwar 3 Grummet und z gutes Hafer- oder onake all sal, Gerstenstroh. Auf 100 Stück Jährlinge Morgens Too Aach, d Pf. Heu, Mittags 333 Pf. Körner, Abends 100 Pf. e Grummet und 30 Pf. Stroh. Grummet und Stroh gute Reset werden vor dem Einfüttern unter einander gemischt. Einige sind sehr dafür den Jährlingen etwas unter das Saufen zu mischen. Bei guter trockner Fütterung halte sie dann il ich reines Wasser fürs beßte, doch bin ich dafür, ihnen e besondert wöchentlich ein, auch 2 mal Salz zu geben. gelung des 8. 726. Erspatung Die Lämmer und Jährlinge sind mehrerern Krank— Kein gut heiten ausgesetzt, die wir am beßten hier abhandeln kön— länger uf nen. Es gehören dahin: chend gut 1) Die Lähme der Lämmer. Eine vielbespro— 1 und 9e chene, aber noch nicht gehörig erörterte Krankheit. Sie befällt vorzüglich die Lämmer, während sie an den Müttern saugen und äußert sich auf folgende Art: das Lamm wird auf den Vorder- oder Hinterfüßen ganz steif, so daß es nur mit Mühe sich bewegen kann, oft gar nicht. Später nimmt die Lähme so zu, daß das Lamm nicht aufsteht, die 4 Füße oft ganz von sich streckt/ oft sind diese auch krumm zusammengezogen und die Knie dick. In diesem Zustand kann das Lamm an der Mutter nicht trinken, ohne angehalten zu werden, was dann taglich mehreremale geschehen muß; es wird ge— wohnlich verstopft und kömmt, bei Mangel an gehöriger Pflege und Aufsicht, jämmerlich um. 8. 727. N Ueber die Entstehung dieser jetzt nicht seltenen Krankheit hat man viele, zum Theil scharfsinnige Muth⸗ maaßungen geäußert. Einige suchen sie in zu nahrhaf⸗ ter Milch der Mütter, die von der Fütterung herrühren würde, andere in einem krankhaften, vorzüglich wasser— süchtigem Zustande der Mütter, wieder andere schreiben sie dem lokalen Aufenthalt der Lammer zu. Dieser letz⸗ tern Meinung bin auch ich. Die Krankheit ist rheuma— tisch und zeigt sich vorzüglich in sehr zugigen Gegenden und im Frühjahr, so wie ein strenger Ostwind weht. Sie scheint mir daher Folge einer Erkältung zu seyn. So schwierig wie die Ursachen zu entdecken sind, eben so schwer ist eine Curmethode anzugeben. Ich kann wohl sagen, daß wir alles angewendet haben, was bisjetzt darüber bekannt war, aber nichts mit besonderm Erfolg. Bähungen der leidenden Theile, Pflaster von Terpentin gf A cher kite auwendlnt r uf, 10 eser J n Unmet Sach bit dh, daß Polunket al den kame suhe. 9 Fosgen dat den Sonner An merk, über d mußte Jait, fahyr Er d tin men 0 00 Län cg dug hewe Vin —— m vähynd se gh auf die Knie und was dergleichen mehr, alles palliative folgende dit: aber keine schnellen Heilmittel, im Großen auch selten taflhen ga anwendbar. Selten gehen bei gehöriger Pflege viel Läm— gen kann, gi mer drauf, und die Natur hilft sich in der Regel selbst; zu, dip du zu dieser Pflege aber rechne ich nicht nur, daß die kran— on ssch stech ken kammer mit ihren Müttern so fort abgesondert und ogen und die täg ich 3 bis 4 mal zum Saugen angehalten werden, son— alu an de dern, daß man den Müttern täglich 1 mal Salz gebe, güden, bal worunter auf 100 Stück 4 Pf. Glaubersalz befindlich, ee wild g den Lämmern aber durch Klystire Oeffnung zu schaffen an gehötg suche. Auch habe ich bei warmen Tagen ersprießliche Folgen davon erlebt, wenn ich die kranken Lämmer in den Sonnenschein legte. icht seltaeh An merk. Nachdem ich mich, nicht ohne vielen Kummer, über das schöne Vieh, was ich so ohne Hülfe leiden sehen mußte, 6 Jahre lang gequält, fragte ich gerade zu einer zu naßrhaf Zeit, wo ich ein einziges Lamm der Art hatte einen er— 1 fahrnen Schäfer: ob er nichts gegen dieses Uebel wisse? g heiten Er äußerte: das heile er auf der Stelle, denn so wie sich glich waseh ein Lamm der Art bei ihm zeige, nähme er es vom war— ere schreiln men Miste weg und tauche es einige mal in kaltes Wasser, innige Muth 25 so bald er solches haben könne, und im Kurzen seyen die Dieser li Lämmer gesund. Ich versuchte dieß, ob ich gleich keinen ist rheunme festen Glauben daran hatte, und der Erfolg bewieß fast en Gegend augenblicklich des Schäfers Behauptung. Ein Fall indeß beweißt nichts, daher wünsche ich die Erfahrung anderer iind weht Wirthe darüber zu vernehmen. Gehen wir hierbei von 9 sehn dem gewiß wichtigen Grundsatz aus, daß die Heilung vie— ben f ler Krankheiten des thierischen Körpers dadurch vollbracht 97 6 wird, daß man durch irgend ein Mittel einen andern Zu⸗ kann waz stand in der Thätigkeit des Organismus hervorbringt, so 98 t hat dieses Verfahren nichts gegen sich. Mehr über diesen 5 gg Gegenstand findet man im Lg ndwirth eu, s. w. I. 3. 0 erpenss §. 728. 2) Die Drehkrankheit. Die Krankheit be; fallt weniger die Lämmer im ersten halben Jahre, als vielmehr nach einem Jahre. Die Kennzeichen derselben sind zwar jedem Schafzüchter bekannt, doch wollen wir sie hier kurz angeben. Zuerst wird das Lamm teäge, bleibt von der Heerde zurück und frißt, besonders bei heißem Wetter, wenig oder gar nichts. Beim vorwärts Jagen geht es nicht gerade vor sich hin, sondern immer dreht es sich nach einer Seite und zwar nach der, wo der Blasenwurm(Coenurus cerebralis Rudolphi) im Gehirn liegt. Bald also rechts, bald links. Zuletzt fallt es haufig um, macht mit dem Hals und Kopf wun⸗ derbare Bewegungen, liegt auf einer Seite und kann von selbst nicht wieder aufstehen, und stirbt oft nach lan— ger Zeit erst, eines schrecklichen Todes. Die ursache dieser Krankheit ist zunächst der Blasenwurm(Coenur. cerebralis), die Veranlassung aber zu diesem ist bisjetzt noch nicht gehörig ausgemittelt. So viel ist ge— wiß, daß gerade die kräftigsten und stärksten Lämmer davon befallen werden, und daß die Krankheit sehr lo— kal ist. Anmerk. Ich weiß einen Fall, wo ein Oekonom zwei Gü⸗ ter bewirthschaftete, das eine in der Tiefe, das andere auf der Höhe. Während er auf dem erstern jährlich 10 p. C. Dreher hatte, konnte er auf dem zweiten kaum 1 p. C. zählen. Beide Güter waren 7 Stunden von einander ent fernt, hatten aber ganz verschiedene Weiden. Das bef ste, was wir neuerlich über diese Krankheit in praktischer s Hi sicht erhalten haben, ist von Hrn. Back.(Mögliner Un⸗ nalen, u. s. w. y. r.) Ich bin vollkommen überzeugt, in dat, gelt 7 Blasen haut Bebel, eker gläck zugt würde Das beßte! solchen Thi der Genuß chen die hei ensfehungst sieddeg. Anmerk. man Geke elt u. Aueh Denn sanfet gon levelen f nme f ngen fir! 1, aun gaben, in gf — 311— daß eine Hirnentzündung der Anfang ist und habe hier Krankhas g durch Aderlässe manches Lamm geheilt, aber woher ent— . 105 stand dieses daß ist die wichtige Frage! Jr ag ichen detsesh ch wollen f Lamm trag besonders he §. 729. An Heilung wirklicher Drehlinge darf man nicht denken, gelingt sie auch augenblicklich, so erzeugt sich der Blasenwurm doch bald wieder, oder es entstehen an— dere Uebel. Das Trepaniren und das Stechen mit dem Trokar glückt höchst selten, und wenn es auch, zur Zucht würde ich ein solches Thier nie weiter gebrauchen. Das beßte und sicherste bleibt immer das Abstechen eines solchen Thieres, so lange es noch bei Fleisch ist, denn ih der Genuß desselben ist ganz unschädlich. Weil aber . eben die Heilung so schwierig, ist es sehr wichtig die te und kun 5 3 115 Entstehungsursachen aufzufinden, um das Uebel zu ver⸗ oft nach lag im vorwärt ndern imme. det; wo de Rudolph kü. Jul meiden. Die facht. i. a Anmerk. Fast in allen Schriften über die Schafzucht findet n(Coenur man hierüber Nachrichten, sonst ist auch zu empfehlen: diesem f Gericke, Anweisung, wie man die schädliche Drehkrank— 9 fiel in heit u. s. w. heilen könne. 4 10§. 7305 Allgemeine praktische Bemerkungen über die Lammzeit. Wenn die Schäferei überhaupt viel mehr Aufmerk— samkeit von Seiten des Landwirths erfordert, als ihr 1 11 bisweilen zu Theil wird, so ist diese Aufsicht in der lch 10 p. 0 Lammzeit zu verdoppeln. Folgende praktische Regeln W mögen für den angehenden Landwirth hier Platz finden: 9 0 10 1), Vier Wochen vorher, ehe die Schafe ausgetra— 0 8 gen haben, müssen sie sämmtlich einzeln durchgesehen Nagl an und die gelten, nicht trächtigen, von den tragenden ab— a Uteneüg rr. gesondert werden. Dieß geschieht theils, um das Drän⸗ gen beim Ein und Ausgehen aus dem Stalle zu ver⸗ meiden, theils um Futter zu ersparen, da die gelten Schafe nicht so reichlich gefüttert werden, als die tra— genden. 2) Zu derselben Zeit ist es gut, den Müttern alle Wolle am Euter abzuraufen, weil sonst leicht bei An⸗ schwellung desselben durch den an der Wolle herablaufen⸗ den Urin, Entzündung und Eiterung entsteht. 3) Bei eintretender Lammzeit muß der Schafmeiz ster, oder wer sonst die Aufsicht über den Schafstall führt, noch Abends spät den Stall täglich visitiren, um zu se— hen, plc Schafe lammen werden, oder gelammt ha⸗ ben. Eben so muß der Aufseher des Morgens wieder mit dem Tag im Stalle seyn, um alle nöthigen Anord⸗ nungen zu treffen. 4) An jedem Tage müssen die angekommenen Läm⸗ mer mit Bemerkung des Geschlechts in ein Register ein; getragen, damit aber nicht gewartet werden, bis zur Zeit des Hammelns, wie es so häufig geschieht. Die Einrichtung auf manchen Schäfereien, nach welcher die Felle der vor dem Hammeln crepirten Lämmer, den Knechten gehoren, ist begreiflicher Weise sehr unklug. 5) Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen die schwächlichen Lämmer, die Spätlinge oder solche, deren Mütter krank oder milcharm sind. Man muß diese flei— ßig an solchen Muttern saugen lassen, die recht milchreich oder deren Lämmer abgegangen sind. Ein gleicher Fall tritt bei Zwillingen ein. Kann man das eine Lamm icht a guttet he 9 b G JM l fuczen del Id wenn funden ha Jugeg, g Dei doppelte! bieh dure eine hoch duc far delg, J lun fen cher zum Gicht, Die daß dutz fag eum ug dd De nicht an ein anderes Schaf gewöhnen, so muß die Se p rn Mutter besonders gut gefüttert werden. du die gehn 6) Lämmer, welche die nicht seltene Untugend ha— „ als die tn, ben den Müttern die Wolle am Bauche und den Keulen abzufressen, muß man entfernen und nur beim Saugen Müttern w zu den Muttern lassen, weil sie auch andere Schafe be⸗ leicht bei iy fressen. e berablauf§. 731. 0 lt. Von der Veredelung des Schafpiehes. Dieser Gegenstand ist in neuern Zeiten ein wirkli— cher Lieblingsgegenstand der Landwirthschoft geworden. Vielleicht giebt es keinen, den man wenigstens in einem kurzen Zeitraum mit so viel Feuer ergriffen als diesen, und wenn dabei auch manche Uebertreibungen statt ge⸗ funden haben, so sind sie dem Ganzen gewiß mehr zum en, um zu gelangt orgens wich chiüe Nutzen, als Nachtheil gewesen. 15 Bei der Veredelung einer Schäferei findet eine 5 engt 9 doppelte Absicht statt, nämlich entweder soll bloßes Land⸗ 1 Achistr h vieh durch ächte Väter veredelt werden, oder man will ö den/ bib f eine hochveredelte oder selbst eine Nationalschäferei 0 hielt N durch sorgsame Paarung noch weiter aus sich selbst ver— 0 ach wel, edeln. Wir wollen jetzt von der ersten Art der Verede— 1 ammer/ de lung sprechen und das nöthige dabei anführen, ehe wir r unflug. aber zum Versahren selbst übergehen, einige allgemeine ö erdienen di Erfahrungssätze voraus schicken. oolche/ dert i 9. 732. suß diese fa Die Erfahrung ist bereits hinreichend anerkannt, cht 070 daß durch den Vater eine fremde Rage gänzlich in die 775 0 75 5 5. 0 gie seinige nach und nach umgeändert werden könne, ob sich J ö La Sterm's Landw., 1. 2. 33 = 314—— gleichwohl nicht bestimmen läßt, in welcher Generation dieß vollkommen geschieht. Aus diesem Grunde kommt es aber bei der Veredelung vor allen Dingen auf einen vorzüglichen Bock an, wo wir alles das an⸗ gewendet finden, was wir eben davon gesagt haben. Die bisherigen Erfahrungen sprechen allerdings dafur, daß die Veredelung mit ächten Rageböcken besser von statten gehe, als mit bloßen Blendlingen, d. h. solchen, die erst durch die Veredelung entstanden sind. Doch behaupte ich, mich auf vieljährige Erfahrungen stü— tzend, daß, wenn in einer Schäferei die Veredelung erst so weit gediehen, daß die Natur des Vaters ganz vor— herrschend geworden, die der Mutter sich aber ganz ver— loren hat, ein Zeitpunkt, den ich freilich mit Gewißheit zu bestimmen nicht vermag, eine Veredelung durch der— gleichen Böcke eben so gut bewirkt werden könne, als mit achten. Daubenton meint, daß Böcke der Zten und 4ten Generation schon hinreichend brauchbar seyen, was ich aber nicht unterschreiben möchte, dagegen habe ich gesehen, daß Böcke von der öten und ten Genera tion mit großer Zuverlässigkeit gebraucht worden sind. Anmerk. Den Lärm, daß man zur Veredelung durchaus nur Rageböcke haben müsse, haben zuerst die erhoben, welche vorgeblich solche besaßen. Ihr Interesse foderte diesen Lärm. Wer weiß denn mit Gewißheit: ob die Merinos nicht eine Kreuzung sind? Wer steht dafür, daß die Sächs. Merinos ganz rein erhalten worden; von eini⸗ gen Schäfereien weiß man gewiß, daß sie gekreuzt werden und wer kennt die Vorzüge dieser ersten Wolle in Eu— ropa nicht? Auch in Frankreich sind die wenigsten Ragen ganz rein erhalten und die meisten angeblichen Merinos dahet ander f 0 tit g ni man! gaacer henige Gol fa Hag! der ag füͤfer Mul Böcke auf fangt man Hel schet Backen zug selbs fü schafe Do let, he und in de des uche Wole dee schiden i ten Ge. ac acht N, dz eh 0 f falt det sht der! 1 10 f „ 1 87 b eggtian daher Kreuzungen. Was sind denn die engl. Rabçepferde tem Cunde anders, als eine Kreuzung von arabischen, und warum b Dingen af werden sie denn in alle Lander Europas verführt, wenn dus des an sie nicht zur Veredelung gebraucht werden könnten? Ich will 0 gar nicht in Abrede stellen, daß ein guter Ragebock, wenn esag, haben, man die Wahl hat, vorzüglicher sey, als ein Metis von dings dafl, gleichen Eigenschaften, aber darum ist jener nichts desto f weniger für unbrauchbar zu achten. ocken bist b. 733. gen, d., Soll eine Heerde Landschafe veredelt werden, so tanden sind. kann man dabei verschiedene Wege eiaschlagen. Entwe— ungen sth der man schafft nebst edeln Böcken zugleich einen Theil eredelung ei feiner Mutterschafe mit an, oder man bringt bloß feine ers ganz tut Böcke auf die rauchen Mütter. Auf die erstere Art ge⸗ ber ganz be langt man schneller zum Zweck, während die 2te zum it Gewißhel Theil sicherer ist. Schafft man feine Rageschafe mit den g durch de Böcken zugleich an, so hat man den Vortheil sich seine Böcke bonne, ab selbst für die Folge anzuziehen. Wenn man auf Land cke der zie schafe Böcke ächter Rage bringt, so fallen davon Läm— uchbar sehth mer, welche in den Vordertheilen dem Vater gleichen hagegen hoh und in der Regel, von vorn nach hinten, bis auf die Mitte ten Genen des Rückens eine feine Wolle tragen, während die en sind. Wolle der Hintertheile wenig von der der Mutter ver⸗ N schieden ist. Diese Lämmer heißen Lämmer der er— die erholen sten Generation. Kommen auf diese Lämmer aber; krse fan mals ächte Böcke, wobei man indeß mit Recht vermei— 10 90 det, daß es nicht der Vater, sondern ein anderer Bock 1 von eilt sey, so nehmen die erzeugten Lämmer noch mehr die Ge— kreuzt werde stalt des Vaters an, ob sie gleich nicht selten in Rück⸗ l 10 sicht der Wolle nach der Großmutter zurückschlagen. Un— e 0 a ter ro kammern kann man wohl annehmen, daß bei s 1 33* . 22 — e ee — 316— Stücken dieß der Fall ist. Diese heißen Lämmer der 2ten Generation. Bringt man nun endlich auf diese abermals ächte, frische Böcke, so fallen davon Lämmer, die dem Vater sehr ähnlich sind und man glaubt im ge— meinen Leben damit die Veredelung vollendet zu haben. Diese Lammer heißen Lämmer der Zten Genera— toin. §. 734. f Jeder gute Wirth wird nun immer dafür sorgen, zu jeder folgenden Generation frische Böcke zu nehmen und nur diejenigen Mutter zur fernern Veredelung zu behalten, die den an sie zu machenden Foderungen ent⸗ sprechen. Mit der öten und öten Generation ist bei gehori— ger Auswahl selten ein Unterschied zu bemerken, wenn man etwa das Lokalverhältniß, was auf die Wolle Ein— fluß hat, abrechnet. Merkwürdig bestätiget sich beit Schaf, der von mir zuerst aufgestellte Grundsatz: daß bei Kreuzung zweier Ragen der Vater im Jungen mehr auf die Vordertheile, die Mutte dagegen auf die Hintertheile wirke, oder was ziemlich dasselbe ist, daß die Umwandelung von vorn beginnt und allmählig nach den Hintertheilen zu fortschrei⸗ tet. Selbst in den höhern Generationen, wenn übrigens die Wolle der Metis an den edlern Theilen vollkommen fein ist, zeigen sich immer noch rauche Hosen, und man kann aus der Differenz der Wolle an den Keulen, besonders aber am Schwanze, und der an der Schulter, auf die Fort⸗ schritte der Veredelung ziemlich genau schließen. Anmerk. Mehr hierüber zu sagen halte ich um so mehr für be Nl Bei Arts Aru at Lerfahten Thie. gelmͤͤßi Große; möglic Feinhe. schaften nit nd Aue ihrn e petrach ergeric 1 6 imer dez f uberflüssig, als in allen Schriften über die Schafzucht das lich auf die Ausführliche davon vorkommt. von Lamm, 8 8. 735. glaubt im g/ Bei der Veredelung einer schon hochveredelten oder ct zu habe Nageschäferei aus sich selbst(Zuzucht) kommt alles 1 Gengere, darauf an, was man eigentlich bezwecken will. Das Verfahren ist dann hier wie bei der Zuzucht aller übrigen Thiere. Höchste Erfordernisse würden hier seyn: Re- nit sitgen gelmäßig schöner Körperbau; angemessene Größe; Gleichheit der Wolle, so weit dieß möglich, uber den ganzen Körper; höchste „*.„ 2„ 0 f— 7 grungen n. Feinheit, gepaart mit den übrigen Eigen⸗ 1 schaften der Wolle, vorzüglich aber auch e zu nehme eredeung g t bei geseh iam br mt möglichster Dichtheit des Vließes. Die e Wölk di beiden letztern Eigenschaften vereiniget, lassen dem thä— tigen Landwirth noch einen weiten Spielraum offen. §. 736. Wartu g der Schafe. get scch dein undstz daß Vater N Hieher rechnen wir wieder: tile, 1 1) Die Einrichtung des Stalles. Ile witti. 2) Ernahrung. 85 geen 3) Pflege der Gesundheit und die Krankheiten, fte l e übrigens di 5 chäfest al! en fin i. So wie man in neuern Zeiten den Schafen mehr i kann auß Aufmerksamkeit gewidmet hat, so ist dieß auch mit anders alk ihren Ställen der Fall gewesen, die man sonst gar sehr uf die gen vernachlässigte. Folgende Bedingungen soll ein wohl— 0 eingerichteter Schafstall erfüllen: acht fi 2) Er soll eine trockne, reinliche Lage haben, ohne 1— 3518— 1 deßhalb aber zu heftigen Winden, besonders Ost— 0 g und Nordwinden, ausgesetzt zu seyn. 0. b) Soll der Schafstall nicht nur den gehörigen Raum 0 im Innern haben, sondern die Ein- und Ausgänge „ sollen geräumig seyn, damit die Schafe beim Her— 1 aus- und Eingehen sich durch Drängen nicht scha— den. Um das letztere noch besonders zu verhindern, 5 b thut man wohl, an die scharfen Ecken der Thoröff⸗ nung kleine Walzen senkrecht einzusetzen, die sich 4 0 leicht drehen. Hinsichtlich der Größe kann man incl. der Krippen im Durchschnitt 9 Quadratfuß N auf das Stück aller Sorten rechnen. 0 9. 738. c) Muß der Schafstall die nöthige Hohe haben. Da— zu rechne ich 12 Fuß im Lichten. Die Säulen müssen 3 Fuß hoch massive Pfeiler haben, weil sich der Dünger gewöhnlich so hoch darin anhäuft. d) Auch gehöriges Licht soll der Schafstall erhalten, 10 da unter allen Thieren dieses dem Schafe am nö— 5 thigsten ist, man bringe daher in der Höhe hinrei— 1 i chende Fenster an. Ueber den Fenstern aber un— 0 mittelbar unter der Decke besondere Zuglöcher, die 0 nur bei großer Kälte verstopft werden. 1 ee e) Ein Hauptaugenmerk verdienen die Raufen(Krip⸗ „ pen, Hillen) sie müssen so eingerichtet seyn, daß die Schafe bequem fressen, sich aber die Wolle nicht mit Futter verunreinigen können. Unter jeder f Raufe muß eine Krippe angebracht werden. Die beßte Form der Raufen ist die Rochsburger, wel buc 0 010 cha 17 Volg N. den die lacht! d diese St. ge an luer Sd nit einet duch v lch sidd deß ehe Af coded Sf, tigen Rau; ind usgang afe bein 00 in nicht sch berhinderß, der Thotif n die sic e kann maß Quadratfif haben, du Die Sul yen, fell sch anhäuft stall erhalt cafe an Hohe hinte tn aber un iglöcher/ M. aufen(Art t seyn/ d Wolle nic Unter eh edel, Dit. bucht welche man abgebildet findet: in meinem Jahr- buch der Landwirthschaft. II. 3. f) Endlich muß der Schafstall eine dichte Decke erhalten, nicht aber wie man dieß leider! noch häu— fig findet, mit bloßen Stangen belegt werden, worauf sich das Futter befindet. §. 739. Im Innern erhält der Schafstall keine Wände, son; dern die Abtheilungen werden durch Horden hervorge— bracht, deren Construction sehr einfach ist. Man nennt diese Stallhorden zum Unterschied der andern, wel⸗ che man zum Pferchen braucht und Feldhorden nennt. Unter Schußhorden versteht man diejenigen, welche mit einer kleinen Oeffnung versehen sind, um die Schafe dadurch von den Lämmern absondern zu können. Gewöhn⸗ lich sind sie sehr unzweckmäßig eingerichtet, ich habe in⸗ deß eine Verbesserung durch angebrachte Rollen in der Oeffnung gemacht, die sehr gute Dienste thut. §. 740. 29 Die Ernährung. Diese zerfallt in die Sommer- und Winter— fütterung. Erstre besteht noch größtentheils bloß in Weide, seltener in Stallfütterung. 4a) Wei de Den Grundstücken nach, worauf die Weide statt findet, so wie ihren rechtlichen Verhältnissen nach, ist sie sehr verschieden. In letzterer Beziehung ist sie theils privative, theils Koppelweide. Die letztre ist immer von geringerm Werth und nur in seltenen Fällen —————— 1 1 10 i sehr erwüͤnscht. In Ansehung der Grundstücke, worauf 1. sie statt findet, unterscheiden wir hier folgende Arten von 1 Weiden: ö 1 f a) Rasenweide. Ihre Güte für Schafe hängt g sehr von der Lage und der Art der Gräser und Kräuter ab. In tiefer Lage, besonders in etwas feuchter, ist sie nicht selten der Gesundheit nach—⸗ 9 ö theilig und selten einem guten Wo e günstig. N Man nennt dergleichen Weiden gewöhnlich Rie—⸗ der, Anger. In hoher Lage 9 0 n, beson⸗ ders auf Kalkgrund, können diese Weiden oft von b ö ganz vorzüglicher Beschaffenheit seyn, selbst wenn 6 sie sich an Bergabhängen befinden. Man findet auf ihnen, außer andern sehr guten Gräsern und 1 Kräutern, vorzüglich, Bergklee, Trifolium 10 montanum, Schwedische Luzerne, Me— e dicago falcata und Hopfenluzerne, NM. lupulina; dann Biebernelle, Poterium 1 Sanguilorba; von Gräͤsern trifft man vorzüglich 1 ö 0 Schafschwingel, Festuca ovina, und Kammschmiele, Aira criltata. In Sachsen heißen dergleichen Triften gewöhnlich Lehden. 0 Selten sind Nasenweiden, wenn sie die einzigen 4 ausmachen, günstig, dagegen zur Abwechselung höchst erwünscht. 16. 8. 741. 110 b) Feldweide. Diese unterscheidet sich: 5 as) in Brachweide. Offenbar eine der beßten Weiden fauf angemessenen Boden und bei gutem lick, vent Graswuchs. Man benutzt sie indeß immer nur de Aten un bis zum Aufbruch der Brache mit größtem Vor— theil; zwischen den verschiedenen Pfiugarten ch häng giebt sie wenig her. Gräser um bb) In Stoppelweide. Gehört ebenfalls auf ers in etpaß geeignetem Lande, nämlich auf einem leichten heit nag, mit Kalk hinreichend gemischten Lehm, zu den chs günsti, 5 vorzüglichsten Weiden. Die Stoppel wird den lich Rie⸗ Schafen, nach der Ernte gewöhnlich allein, oder zen, beson, mit anderm Vieh zugleich Preis gegeben, und den oft vo kann oft bis spät im Herbst benutzt werden. Bei selbst wen ihrem Gebrauch ist doch aber viel Vorsicht nö— Man finde thig. Sind die Schafe vorher, wie das leider! räsern un sehe oft der Fall ist, nur kärglich geweidet Trifolium worden, so hat der Schäfer sehr darauf zu se— tue, Me. hen, die Stoppeln nicht eher, als bis die Schafe erge/ M. schon an einem andern Ort geweidet haben, und Poteriun zwar anfangs nur kurze Zeit hintereinander, zu m vorzugt betreiben. Ferner ist auf die Kräuter, welche na, und in den Stoppeln wachsen, Rücksicht zu nehmen. n Sachse So verursachen Saudistel in der Winter— Lehden stoppel und Mäusedarm in der Sommerstop⸗ e cin N pel häufig Durchfall; die ausgeschlagenen Wur⸗ nhl zelblätter vom Hafer aber befördern nicht selten das Faulfressen. cc) Dreschweide. So nennt man Feldweide, die entweder von Natur mit einer Grasnarbe 135 versehen, oder künstlich angesäet worden. Sie ge guten findet vorzüglich bei der Koppelwirthschaft statt e g 11 2 N.— 3522— W „ 0 und kann in vielen Fällen unter die beßten ge⸗ N zählt werden. Es hat hier der Landwirth in 1 seiner Hand, solche Kräuter und Gräser anzu— 0 säen, die den Schafen vorzüglich erwünscht sind. Wenn von künstlichen Ansaaten hier die Rede ist, 1 0 so kann ich nicht genug empfehlen, die Schaf⸗ N weide so mannichfaltig wie moglich zu machen, 1 6 weil das Schaf die Abwechselung ganz besonders N liebt. Zum Ansäen empfehle ich unter andern nach Verhältniß des Bodens folgende Pflanzen: ö 1 Esparsette, besonders auf Kalkgrund, Ho— pfenklee, Hopfenluzerne, weißen 1 kriechenden Klee, Bergklee, Bieber— 5 g nelle, Schafschwingel, Eselshafer, Kammgras, Wiesenhafer u. s. w. K dd) Saatweide. Findet oft im Herbste Win— 0 ter und Frühjahr auf Roggen- und Weizensaat 1 statt. Ist besonders zur Lammzeit für Mutter⸗ . schafe eine vortreffliche Aushülfe, weil die junge 0 Saat stark auf die Milch wirkt. 94§. 742. 075 c) Wiesenweide. Pflegt in Wiesenreichen Ge⸗ N genden im Frühjahr oft die erste und beßte Weide zu seyn. Im Herbst muß sie, besonders auf tief— 5 liegenden oder feuchten Wiesen, mit Vorsicht ge; 1 ö braucht werden. §. 748. d) Waldweide. Nur in seltenen Fällen ist diese Weide für vorzüglich zu halten. Selten füttert das Wo in 11 6 oh Amer Lan Vie Echascd g. bein Nan schwettt hen, he erden fe Echafe ge ti, daß gut zu S bieh gat lch nic cher die 6 Peges ligen! daaselbe 10 die lien ge land wg ii Ger ac erwünscht sis die Ride i d, die Schaf jch zu mach an besondet unter anden ide Pfanzen grund, 99 weißen e, Biebtt selshafes U. s. p. Herbie Pi nd Weizensaak it füt Nutte weil die surz reichen 6. beßte Weide herz auf tief Vorsicht ge Jen I diet wͤflltet di Waldgras und häufig finden sich gefährliche Stellen in Hölzern, die bei der größten Aufsicht nicht wohl zu vermeiden sind. Am beßten ist diese Weide ge— wohnlich in Birken büschen. Anmerk. Ganz ausfuhrlich uber die Weide habe ich im Land wirth u. s. w. III. 2. gesprochen. §. 744. Wieviel Terrain an Weide zur Ernähruug eines Schafes gehört, ist noch weit schwerer zu bestimmen, als beim Rindvieh, weil die Weide hier verschiedener und schwerer nach ihrer Ergiebigkeit zu schätzen. Bei Wei— den, welche mit beiden Gattungen von Vieh betrieben werden können, rechnet man gewöhnlich 8 bis 10 Stück Schafe gegen eine Kuh, aber sehr häufig tritt der Fall ein, daß ein Grundstück, wie Berghöhen u. dergl. recht gut zu Schafweide dienen können, während sie für Rind⸗ vieh gar nicht passen; hier findet eine Vergleichung frei— lich nicht statt. Im II. Theil wird hiervon ausführli⸗ cher die Rede seyn. §. 743. Das Hüten der Schafe. Es ist, so einfach dieses Geschäft scheint, keines Weges ganz leicht alle Pflichten zu erfüllen, die von einem guten Hüter gefordert werden. Beim Hüten hat derselbe folgende Vorschriften zu beobachten: a) Nie soll der Schäfer die Schafe früher austreiben, als bis der Thau gehörig abgetrocknet ist. b) In der Mittagsstunde soll er das Vieh einige Stun⸗ den im Schatten ruhen lassen, dagegen lieber länger am Abend mit dem Hüten anhalten. Nie darf man rr. 1 aber dulden, daß in heißen Tagen in der Mittags zeit gepfercht werde. c) Beim Hüten selbst soll er die Schafe ruhig gehen 1„ und weiden lassen, sie nicht unnothiger Weise hetzen, 0 N noch zu eng zusammenhalten. 105 d) Er soll alle der Gesundheit nachtheiligen Stellen 1 in der Flur kennen und die Schafe mit größter 5 Vorsicht davon abhalten. Wir rechnen dahin: 0 stehende Feldwasser in Gräben oder Teichen und 1 Pfützen, verschlämmte Stellen; sumpfige quellige . Grasflecke u. s. w. n e) Er soll die gehörige Abwechselung in der Wahl d. der 1 Weide treffen, und die Sch chafe auf einer üppigen g Weide, wo sie sich leicht überfressen können, nicht 5 zu lange gehen, auch erst nachdem sie den Appetit auf einer andern gestillt, dort weiden lassen. Bei 1 seuchter Witterung soll er das Vieh mehr auf ho— hen Triften und Nasen als auf tiefen Feldweiden gehen lassen. c 1) Endlich soll er das Vieh täglich an das Wasser zur Tränke führen, am beßten geschieht dieß des Morgens. ö 9. 746. 1 g a Auf eine zweckmäßige Vertheilung der Weiden 0 kommt sehr viel an. Der La mmerhaufen erhält die nächste und beßte Weide; in deren Ermangelung säet man auch wohl ein Stück in der Brache zu diesem Behuf mit Hafer, Wickfutter u. s. w. an. Die nächstbeßte und näheste erhalt der Mutterh aufen, die entfernteste .* Hanf Je Geil fas, dh Wade big Osche When hör schlat det e ti doch oe lich letze lber, elch 15 dit Stil Felhaft sey, befigtens schteter b ati auf ncht d 5 0 net., 1 1 cht Die ach fang fun Nel dende 10 lsärdi⸗ hach der Mitt der Hammelhaufen. Nie ist es aber gut die Jähr⸗ linge Jeitvieh) unter den alten Hammeln gehen zu fe tußig gehn lassen, sondern man wird wohl thun, diesen eine eigene r Bese hett Weide einzuräumen, und sie besonders gehen zu lassen. §. 747. eigen Stel i b) Stallfütterung. e mit gtißt Obschon eine Menge Beispiele, selbst seit nun 28 ihnen dab Jahren vorhanden sind, welche die oft bezweifelte Mög— Leichen um lichkeit der Stallfütterung hinreichend beweisen, so giebt pfge quelle es doch noch Zweister, welche sich von der Möglichkeit nicht überzeugen können oder wollen. Eine andere Frage der Wahl e aber, welche schwerer zu entscheiden seyn möchte, wäre: einer lunge od die Stallfütterung auch für das Schafvieh so vor— konnen) fi theilhaft sey, als die Weide? Bisjetzt hat die Erfahrung e den Apfel wenigstens das Gegentheil nicht gelehrt, doch läßt sich ofen, 2. schwerer beweisen, daß sie in die Länge eben so wohl— 6 neht auf hh thätig auf die Wolle wirken werde, als die Weide. In 0 i Helo wei Hinsicht der Kosten kommt sie offenbar höher als die 1 Weide, besonders so wie solche gewöhnlich statt findet. 1151 das Vass An merk. Wir haben in neuern Schriften mehr über Stall⸗ ö 5 5 fütterung. S. Schmalz g. a. O. und Weber's Vieh⸗ N cht dieß de zucht u. s. w. 10 N 9. 748. N Die Vorzüge der Stallfütterung vor dem Weide⸗* 1 N gang könnten etwa folgende seyn: a) Sie beföördert ö n ethält!, zum Theil die Gesundheit der Schafe, indem sie anste— 4 j säet 0 ckende Krankheiten mehr verhütet, b) die Schafe können 1 n Bthlf n vollständiger und gleichmäßiger genährt werden, c) der 0 d 0 Eigenthumer der Heerde ist im Stande sich vollkommner 1 0 von ihrem Zustande und ihren Fortschritten in der Ver⸗ edelung zu unterrichten. Im Allgemeinen kann man be⸗ haupten: daß die Stallfütterung aller Arten da von Nutzen seyn wird, wo es entweder gänzlich an Weide fehlt, oder wo jene von der Art ist, daß sie mit Sicher⸗ heit für das Schafvieh nicht benutzt werden kann. Bei hinreichender und guter Weide aber, oder in Fällen, wo sich diese anlegen laßt, gebe ich der Weide unbedingt den Vorzug. §. 749. Die grüne Fütterung besteht gewöhnlich in gutem Wiesengras, Esparsette, Luzerne, Wicken und Wickengemenge, Spörgel, Buchweizen, grünem Hafer, am meisten in Klee. Versuche im Kleinen haben mich gelehrt, daß mögliche Abwechselung ein Haupterforderniß der Stallfütterung sey und deß halb muß man sich mit mehreren Futterarten zugleich versehen. Der Stall muß ganz hell und luftig seyn und mit ihm wird am beßten ein freier eingehordeter Platz verbunden, damit die Schafe nach Willkühr ins Freie gehen können. Auch die Raufen und Krippen müssen bequem eingerich— tet seyn.(Sieh weiter unten.) Das Futtern geschieht am beßten täglich viermal. Je öfter, je besser. Be— sondere Vorsicht verdient das Futter, daß es weder er⸗ wärmt, noch zu naß sey. Wenn Wicken oder starker Klee, so wie andere stengliche Kräuter gefüttert werden, muß man den Rest, den die Schafe in den Krippen las— sen jeder Zeit rein heraus nehmen, um die Stengel zu trocknen und im Winter den Kühen zu füttern, sonst zutde zu! sch ist lac Rehug, Inet. fag dae 0 tiger hin Somme in Gef nue. meinem 10 ei ist! Die N fi schr vet fait nach, de, gewöhn andetet th wihnschse Hen r Glte u. ba alen dl 4) Aus faßth fahti 5 se lacht den einge len iy de N würde zu viel umkommen. 10 Pf. grünes Futter täg⸗ n kann nan bz lich ist nach meinen Erfahrungen p. Stück vollkommen Nen da bit genug. iich an Veh Anmerk. Da die Stallfütterung wohl nur selten ist, so se nit Sich mag das Wenige davon hier hinreichen. Nützlich ja nothwen— 1 dig wird es bei dieser Einrichtung immer bleiben, sich mit den kann. S. einer hinreichenden Menge trocknen Futters, auch für den in Fallen, f Sommer zu versehen, um bei sehr nasser Witterung nicht e be in Gefahr zu kommen anhaltend nasses Futter reichen zu fee Abedifg müssen. Mehrere Versuche im Kleinem findet man in meinem Jahrbuche. Die berühmteste und älteste Stallschäfe— rei ist wohl die berühmte Rochsburger in Sachsen. ich in gun 6. 780 ne, Wicke Winterfütterung. uch wesse Die Winterfütterung der Schafe ist zwar im Gan— Nersuche! Bersuce l zen sehr verschieden, sowohl des Stoffes als der Quan— eh tität nach, doch bleibt Heu und Stroh im Ganzen g und deal die gewöhnlichste Fütterung, obgleich noch eine Menge geeih vac. anderer theilweis statt findet. Wir wollen jetzt die ge— 1 9 fund int ihn wöhnlichsten Fütterungsarten durchgehen: dh 0 j 8 ape Heu und Strohfütterung. Hier hängt von 1 der Güte und Beschaffenheit des Heues mehr ab, als em 9 bei allen andern Thieren. Dieß besteht nun: tern gescheht i 1 14 10 0 a) Aus Wiesenheu. Unstreitig das beßte und e bessek, Y. nahrhafteste, wenn es von der gehörigen Beschaf— fenheit ist, dau gehört aber: daß das Gewächs an sich der Natur des Schafes zusage, also auf mehr trocknen als feuchten Wiesen erwachsen, aus Kippen den feinsten Gräsern und Kräutern bestehe, gut i Sig eingeerntet und aufbewah W̃ dra e 9 id aufbewahrt sey. Welche Kräuter e/ eg eder f oder fare ittett werde 28 und Gräser sich dazu besonders eignen s. m. Bd. 1. S. 277 u. f. c b) Aus Futterkräutern, als Esparsette, Luzerne, Klee, Wicken, Spörgel u. s. w. Sämmtliche Heuarten können als gute Fütterungen angesehen werden, doch halte ich das Kleeheu un⸗ ter diesen für das unpassendste, so wie das Es par⸗ setteheu unter allen das beßte ist. Daß aber dergl. Futterkräuter sämmtlich gut geerntet seyn müssen, versteht sich von selbst. §. 751. Von Stroh ist das der Hülsenfrüchte unstreitig das beßte und es kann solches zum Theil das Heu ersetzen; z. B. Erbsen;, Wicken- und Linsenstroh. Selbst Bohnenstroh ist den Schafen sehr angenehm, und wird gern von ihnen gefressen. Roggen- und Weizen⸗ stroh ist von dem weißen Stroh das beßte, weniger Werth lege ich auf Gerstenstroh, dem ich das Haferstroh noch vorziehe. Wenn auch das Stroh weniger Nahrung giebt, so ist es doch den Schafen zu gönnen und befördert zu— gleich die Verdauung. Bei großen Oekonomien ist es sehr rathsam alles Streustroh, ehe man es dem übrigen Vieh einstreut, erst rein den Schafen ausfressen zu lassen. §. 752. — 2 Körner futter wird den Schasen nie allein, son⸗ dern immer in Verbindung mit anderm gefüttert. Das gewöhnlichste ist, Hafer, Gerste, Erbsen und an— dere Hülsenfrüchte. Ich bin der Meinung, daß kein Futter so sehr auf Gute und Feinheit der Wolle wirkt, Wera b Ehmen tel a0 alder d fachen. fs und th she, el un Magen sach den Kd süssen die! Aumerl. ftllgen uugleich len ga sondern Man d len fol insogd ein fe Wut Möhren hussendes; g kungzatten Rede Mut vetherfen. ethun Fata ig gale lupe 90 — 329— . 17 N ‚ den f, ih, als Körner, und bin überzeugt, daß es diesem Umstande vorzüglich zu zuschreiben sey, daß die Sächs. und andere Nerinos viel feineres Haar erhalten haben, als sie in Spanien trugen. Man gibt oft allem Schafvieh Körner; an andern Orten bloß den Jährlingen, Böcken und Mut— b Kleben un terschafen. Man füttert die Körner am beßten des Mit esparstttz rpel u. le üttgnunge vie das En tags und thut sehr wohl sie mit etwas Hechsel zu mi— aß aber dan. schen, weil es bei allen Wiederkauern vortheilhaft ist, seyn müsse den Magen so viel wie moglich zu füllen. Unmittelbar nach den Körnern dürfen die Schafe nicht saufen, daher müssen die Wassertröge verdeckt werden. unfteitg de Anmerk. Alle Nahrungsmittel, die die Absonderung eines Heu ersetzer fettigen(nicht bloß wäßrigen) Schweißes befördern, wirken ö zugleich auf Feinheit der Wolle und das bewirken vor al— Sol 2 8. f a 2 l 5 e len Körner. Dieses Gesetz gilt nicht bloß für Schafe, enehm/ uh sondern für alle Thiere. Schwefel und Honig füttert 8* und Weite man den Pferden mit unter, wenn sie feines Haar erhal— i 00 10 ten sollen. Alle Menschen, welche viel nahrhafte Speisen, weniger Beh insonderheit geistige Getränke genießen, haben gewöhnlich afetseoh g ein feineres Haar. ahrung gl 5 befördert a 8.753 en ist es s f Wurzelgewächse, namentlich Kartoffeln, abtigen W Mohren und Rüben u. s. w. halte ich nicht für u lassen. passendes Futter für das Schafvieh, so sehr diese Futte 3 rungsarten auch einige Landwirthe erheben. Für säu⸗ ie alli fn gende Mütter, so wie zur Mast sind sie indeß nicht zu ttett. Dl verwerfen und mögen als Stellvertreter auf eine Zeitlang üttett. d f f fen und überhaupt wohl mit anderem Futter passiren, nur als 3 55 8 5 5 5 955 fen Hauptfutter den ganzen Winter hindurch kann ich sie I ö f 2 + 0 2 5 2 A nicht gelten lassen. Wenn man solche übrigens füttert, 1 7 1 i Sturm's Landw. 1. 2. 34 rr.„PTPTTPTßfßTßfTDTfTfTrfTrTrcCTTTbThPTTTDTTTfTDT — 330— so geschieht es nach den oben angegebenen Verhältnissen der Nahrungsfähigkeit. Anm erk. Die Grunde, welche ich gegen das Füttern der Kartoffeln angeben kann, sind folgende: 2) Sind sie wegen der vielen wäßrigen Theile der Natur des Schafes gar nicht angemessen, die mehr trockne als nasse Fütterung liebt. p) Halte ich sie eben der angegebenen Gründe wegen in die Länge fur nachtheilig auf die Wolle wirkend. Die Fein— heit derselben wird offenbar befördert durch alle Mittel, die stark nach der Haut wirken und bewirken trockne Nahrungs— mittel mehr einen fetten, sehr wäßrige einen wäßrigen Schweiß, wie sich davon jeder überzeugen kann, und letztrer ist nie der Wolle günstig. c) Ist das Füttern der Kartoffeln allerdings mit Schwierig— keiten verbunden, besonders aber entsteht der Nachtheil, daß, wenn nicht die größte Reinlichkeit beobachtet wird, die Schafe leicht Ekel beim Fressen bekommen. §. 754. Andere als die hier genannten Fütterungen beste⸗ hen wohl noch: in Brandweinspülicht, was aber weder für Zuchtschafe noch junges Vieh nützlich ist und diesem nie gefüttert werden sollte, wohl aber den Hammeln und besonders dem Mastvieh sehr zu statten kommen kann. Ferner in Vorscheln, d. i. nicht voll⸗ kommen ausgedroschenen, sondern nur überdroschenen Getraidebunden aller Art. Oft füttert man selbst ein Gemisch von Bohnen, Wicken, Hafer u. s. w. ganz un⸗ gedroschen, unter dem Namen Wellfutter, wornach sich die Schafe sehr gut aufnehmen. Anmerk. Laubwellen von verschiedenen Holzarten sind wohl nur als Nothfutter anzusehen, doch mögen sie bei geltem Vieh mit Recht das Futter ersetzen hellen. Ein sehr ge— unde fahl Gicht ssbel schr fl Ruch der andi baaßts Wa Beltäschuy Heinen Ei 0 Lass, ft jder Mt, faugenden imer etw ungemein deihen, schnfe tag fat deen Anmert, Mer daß boch Ne gen ghz hafen fut, 1 Nehittiss das Züttern zy Beile der Malu mehr trockne t ide wegen in d end. Die dur alle Mittel, de ockne Nahrunge einen wäßriger ann, und letzter mit Schwien der Nachthil beobachtet nic, nen. ketungen best; licht w zieh nüblic wohl abet! hr zu stattn J. nicht dal überdroschegen wan selbt ei b. ganz U er, otra arten sisd roll n se hn glam in ht g. sundes und nahrhaftes Beifutter, sind wie mich die Er— fahrung gelehrt hat, die wilden Kastanien und die Eicheln. Beide sind, wegen des bittern und adstringie— renden Stoffs, besonders auf etwas gefährlichen Welden, sehr nützlich. 8. 755. Getränk der Schafe. Auch über diesen Gegenstand sind die Meinungen der Landwirthe sehr getheilt. Einige wollen nichts als bloßes Wasser anerkennen, andere dagegen sind fur eine Veimischung, was man trübes Saufen nennt. Nach meinen Erfahrungen gilt hiervon folgendes: Bei voll- kommen gutem Futter halte ich gutes klares Wasser, statt alles übrigen Getränks, für geltes Vieh jeder Art, für das vortheilhafteste; dagegen rathe ich den säugenden Lammschafen, selbst bei der beßten Fütterung, immer etwas trübes Saufen zu reichen, weil es die Milch ungemein vermehrt und die Lämmer zufehens darnach ge— deihen. Man rechnet in diesem Fall auf 1oo Mutter— schafe täglich 20 Pf. Gersten- oder Erbsenschröt, oder statt dessen 3 Stück Oelkuchen im Wasser aufgeweicht. Anmerk. Die Einrichtung der Tränktröge verdient die Auf— merksamkeit des Landwirths. Sie müssen von der Art seyn, daß die Schafe das Schrot nicht fressen können, und es doch im Saufen erhalten. §. 736. S Allen Thieren, welche zu den Reh und Ziegenarti⸗ gen gehören, ist das Salz fast unentbehrlich und den Schafen ganz besonders. Indem es die Verdauung be— fordert, nehmen sie besser darnach zu und die Wolle 34* selbst erhält eine bessere Qual ität. Wo man Steinsalz ha— ben kann, wird dieß im Stalle hingelegt oder gehängt, so, daß die Schafe nach Willkühr daran lecken können. Wo dieß nicht ist, giebt man das gemeine Kochsalz mit Holz— asche und Kleie vermischt, wöchentlich einmal zu lecken. Man rechnet dann auf 100 Stück etwa 3 Berl. Metzen Salz. Im Herbst und nach der Schur ist das Salz be⸗ sonders nothwendig. 757 Allgemeine praktische Regeln beim Füttern. 1) Eine der allerwichtigsten Rücksichten bei der Füt⸗ erung und Haltung der Schafe ist gewiß die: daß sie das ganze Jahr hindurch eine mög— lichst gleiche Nahrung, sowohl in Hin— sicht der Menge, als Nahrungsfähig— keit genießen. Bei keinem Thier büßt der e diesen Fehler so stark, als gerade hier, weil jede zu starke Abwechselung höchst nachtheilig auf die Wolle wirkt und gewöhnlich ung leichen Wuchs oder das Absetzen erzeugt. 2) Beim Füttern macht man einen Unterschied zwi— schen den verschiedenen Sorten, wie bei der Weide. Die Jäͤhrlinge, Mutter schafe und Böcke erhalten das nahrhafteste und beßte Futter, die Hammel dagegen das geringste. 3) Hinsichtlich der Fütterungsart ist zu bemerken: daß man gewohnlich das geringere Futter bis Weih— nachten füttert und von Zeit zu Zeit dann steigt bis zur Lammzeit. Auch pflegt man auf großen füt elbe 9 Ide 90 flasc füttert Futte N Daß niche 0 Den lo i game Die. erde fe en Sci gering, Schftagt wache f. Lam pit tunzzmn fung p. E der Sor kußden Stench Schäfereien wohl bis zum Januar taglich 2mal zu. r geßang i füttern, so wie aber im Januar die Tage länger lünen. N werden, giebt man Zmal Futter. salz nit hol 4) Jedesmal beim Füttern müssen die Schafe heraus⸗ nal zu leckt gelassen werden, damit die Schäfer gehörig ein— Bekl. Metzer füttern konnen, ohne den Schafen die Wolle mit das Salz he Futter zu sehr zu verunreinigen. 5) Daß bessere Futter muß man Früh und Mittags reichen, das geringere am Abend. 6) Wenn Heu und Stroh zugleich gefüttert werden, heerde findet man gar verschieden angegeben. Bei eini— gen Schriftstellern ungemein hoch, bei andern wieder sehr gering. Dieß rührt theils von der Verschiedenheit der Schafragen, theils aber auch von den Ansichten her, welche man bei der Behandlung einer Schäferei hat. Wenn wir nach den bekannten Verhältnissen alle Fütte— rungsarten auf Heu reduziren, so ist eine tagliche Fütte— rung p. Stück von 2 Pf. Heu, 12 Stroh im Durchschnitt aller Sorten reichlich und besonders wenn noch Körner außerdem gereicht werden. Von diesem Futter erhalten urn. bei det Fit so ist es sehr vortheilhaft, solches unter einander 1 iß die: daß gemengt zu füttern, aber nicht jedes besonders zu 4 ö eine nög reichen. 1 hl in bi 7) In Fällen, wo das Futter sehr eingetheilt werden 1 ingsfähtg muß, ist es vortheilhaft Heu und Stroh zu Heck— N zie lit de sel zu schneiden, sonst billige ich es nicht. 1 8 getide hie, 6. 738. 1 t fachthelt f e des Fulters. 7 c unlet Die Quantität des Futters für eine ganze Schaf— 0 erschied zu, i der Paid und Böcke lle, die b bemerken et bis Wich t dan fag 0 ff ßen 33 die Mätter und Jährlinge p. rata das meiste Heu, die Hammel aber mehr an Stroh. §. 739. 7 5 der Pflege der Gesundheit und den Krankheiten. und wird man seine Schafe im Allgemeinen er— halten, wenn man die in den vorgehenden So. angeführ⸗ ten Porsichtsmaaßregeln gehörig befolgt. Dem ungeach— tet aber sind mehrere Krankheiten dadurch nicht zu vermei— den, wovon wir die wesentlichsten hier anführen wollen. §. 760. Aeußerliche Krankheiten. Dahin zahlen wir: 1) Die Räude. Eine Krankheit, die unter e Formen und Namen vorkommt, oft enzootisch ist, wo man sie voreugsweise Grind nennt, noch öfter aber auch durch lüsteckung erzeugt wird, wo man sie schlechthin Räude Zuerst bilden sich bei ihr kleine Knötchen auf Haut von gelblicher Farbe und etwas erhaben, die bald weiter um sich greifen. Man erkennt solche daran, daß die Wolle an jenen Stellen durch das Scheuern und Reiben abfällt, oder von den Schafen ausgezupft wird. uus diesen Knoten entstehen dann wirkliche Eiterpusteln, es bildet sich ein Schorf, der nicht selten wie ein Panzer, inze Theile des Körpers überzieht, Een außen trocken 6 1 unter sich aber ein dickes, gelbliches Eiter ent⸗ halt. Ueber die Entstehung und Natur dieser, in vielen Gegenden sehr üblichen, Krankheit, hat man eine Menge Muthmaßungen. Daß sich in den Pusteln eine Art von Mibe G Meinung lil, ß günde sch, lunert. Fläst wohl beferd che Die Heil in jezt noch ger, deh segen staektt E Umscand ft Huff Gegenden se schr Anme! fen dal nah eife du de Franthüttg. Aagemeiten e n H. angefshz Dem ungut icht zu bern führen wolle . denen Folhah „wo fag st ber auch duch thin Rüude Knötchen an erhaben, R solche dagkaß scheuern uh zupft wit, Elterpuftl ein Panzet sͤßen trockes hes Eittt ehh scr in ln 1 ehh ele 1% t wh Milbe(Hrätzmilbe) findet, hat Veranlassung zu der Meinung gegeben, daß diese Milbe eigentlich das We— sen der Krankheit ausmache, während ich überzeugt bin, daß die Milbe nur Folge, nicht Ursache der Räude sey. Anmerk. Milben aller Art erzeugen sich da, wo thierische Flüssigkeiten in Faulniß übergehen und dieß ist hier doch wohl der Fall. Daß die Ansteckung durch diese Milben befördert werden kann, ist sehr natürlich, ohne daß sie deßhalb für die Ursache der Krankheit zu halten sind. §. 767. Die gewöhnlichsten Entstehungsursachen liegen zum Theil im Lokal und in der Weide, und sind bis jetzt noch lange nicht genug erforscht; ferner im Hun ger, den die Schafe oft leiden müssen; in zu hei ßen, ungesunden Ställen, und in einer, nach starker Erhitzung erfolgter Erkältung. Vielleicht ist dieser Umstand in gewissen Lokalen die Hauptveranlassung der so häusig erfolgenden Räude, während wir sie in andern Gegenden nur selten finden. Gewiß ist es indeß, daß sie sehr haufig durch Ansteckung fortgepflanzt wird. Anmerk. Ich habe mir die Entstehung der Räude auf tie— fen, fetten Weiden z. B. in Thüringen, immer so ge— dacht. Am Tage über gehen die Schafe auf einer sehr nahrhaften Weide in der Tiefe, gegen kalte Winde ge— schützt. Eine hinreichende Weide bringt sie in sehr guten Stand, sie werden nicht selten ganz fett und die Ausdun— stung ist in diesem Fall beträchtlich, wie dieß überhaupt bei dem Schase jeder Zeit der Fall ist. Am Abende kom— men diese Schafe auf die hochliegenden Felder in die Horden und die Ausdünstung wird unterdrückt, die Poren der Haut verstopfen sich, und es erzeugen sich die Pusteln als eine Folge davon. Vielleicht entsteht aus gleichem Grunde in solchen Lokalen die so haufige Fäule! Anmerk. Ich darf eine von mir und anderen Landwirthen gemachte Erfahrung nicht verschweigen, nämlich: daß sich die Räude nicht selten bei Schafen erzeugt, deren Fett in der Wolle gelb ist und sich in Form von Körnern dicht auf die Haut setzt. Dieser Fall tritt oft bei veränderter Fütterung ein. d. 762. Die Heilung der Räude ist auch in neuerer Zeit auf verschiedene Art gelehrt worden. Das älteste und ein⸗ fachste Mittel ist, so bald sich Knoten zeigen, eine Schmiere von Theer und Schweinefett, oder Tabakslauge ein zu reiben, nachdem der Grind vor— her von der Pustel weggenommen worden. Bei sehr weit um sich gegriffenem Grin de bleibt das einzige sicher hei— lende Mittel, Quecksilbersalbe. Aber auch inner— liche Mittel würde ich zu jeder Zeit dabei zu gebrauchen anrathen und zwar solche, welche vorzüglich auf das Hautorgan und die Schweißabsonderung wirken, daher Schwefel in Verbindung mit bittern Mitteln. Anmerk. In sogenannten Schmierschäfereien, wo der Grind nie ganz ausgeheilt wird, kömmt alles auf die Sorg— samkeit des Schäfers an, ist dieser aufmerksam genug, so wird der Grind nie überhand nehmen. §. 763. Herr Thierarzt Walz, welcher eine recht gute Schrift über diesen Gegenstand geschrieben, empfiehlt eine Krätzwäsche, die ich für sehr zweckmäßig halte. Die Hauptbestandtheile derselben sind: frischge— brannter Kalk, Pottasche, Rindsharn, tinkend ind eile Aunerk. Val, Seuche 5 hun 7 Na ) Ae 90 Sh 9 Ko 00 Ole Ge Krankheit in den de komt ganhlche dieser Jr ua det fu lüge — 537— aht uz ehem Fuse! stinkendes Hirschhornöl, frischer Theer un bandpirhg und eine hinreichende Menge Wasser. Eine digsch: daß so bereitete Lauge dient, um die Schafe darin zu wa— zel 1 9 i g g 1 1 0 schen und der Erfolg hat dargethan, daß dieses Mittel on Körnern dich 8 f tu mina sehr wirksam sey.— An merk. Mehr hierüber in: Walz, über die Schafräude. Stuttgart. 1909. lern git a Gewöhnlich macht man folgende Abtheilungen der Räude: We 1) Hunger- oder Fetträude. tese und ein 2) Maulräude. 3) Regenfäule. 4) Speckräu de. * eigen, ein efett, ay 5) Kopfräude. er Grind iu, 00 Die grindige Räude. Bei seht fel §. 764. ige sichet eh ö 2 Die Pocken. er quch inet i. 0 Eine ebenfalls häufig vorkommende epizootische Krankheit, die, wie dieß wohl allgemein anerkannt ist, in den meisten Fallen durch Ansteckung in die Heer— de kommt. Die Pocken kommen fast immer zuerst an 1 00 den wolllosen Theilen des Körpers hervor, nämlich am f die Euß Gesicht und am Innern der Beine. Es zeigen sich hier ram gen, zuerst rothe, aufgetriebene, meist runde Flecken und bald darauf entwickeln sich die eigentlichen Blattern, die mit Menschen- und Kuhblattern Aehnlichkeit haben. zu gebrauchen glich auf dat irken, dash teln. echt gutt Bald fließen sie aber so zusammen, daß sie diese Theile cnpfiehl gänzlich einnehmen. So bald sich einzelne Schafe mit holt, dieser Krankheit zeigen, ist es nothwendig, sie so fort fiche von der Heerde zu trennen und in einen eigenen Stall s hat! zu bringen. M 0 Anmerk. Man hat mehrere Schriften, die diese Krankheit . 0 gründlich beleuchten: e Lippald, über die Schaspocken. „ Riemann, über die Schafräude. Halle 1810, worin sich f N 0 selbst, wie in der erstern Schrift, eine Abbildung befindet. 0 5§. 765. . Das einzige, bis jetzt bekannte oder wenigstens 0 sicherste Mittel gegen dieses Uebel ist die Impfung der Gesunden. Alle Mittel, die Pocken zu heilen, sind noch bis hieher fehl geschlagen. Jedem Schafzüchter ist daher zu rathen, so bald sich die Pocken in der Nähe, wo es schwer wird, die Ansteckung zu vermeiden, oder gar unter seiner Heerde zeigen, sogleich zum Impfen zu schreiten. Den Impfstoff nimmt er von den Individuen, welche die gutartigsten Blattern haben. Man ist ver— schiedener Meinung über den Ort, wo geimpft werden 0 soll; einige wählen das Innere des Schenkels; n andere das Innere des Schwanzes, wieder an⸗ dere das Innere des Ohres, wohin vermittelst der Impfnadel der Stoff gebracht wird. Die letztere Stelle halte auch ich, aus Erfahrung, für die beßte. An der geimpften Stelle zeigt sich bald die Blatter und 405 gewöhnlich ist in 9 Tagen die ganze Krankheit verlaufen. Andere Mittel, als dieses, sind nicht anzurathen. Anmerk. Man hat jetzt so viel über diesen Gegenstand ge— schrieben und Erfahrungen bekannt gemacht, daß ich mich 1105 dabei nur auf die oben angegebenen Schriften beziehen will, mit der Bemerkung: daß ich die in Oestreich jetzt beliebte Methode, alle Schäfereien, besonders alle Läm⸗ mer als Präservativ zu impfen, für unzweckmäßig halte. 0 10 g/ iat Natur ß ft! Juch Bert et darth tigen! dubkiehs g an, lech zuers Etz bal daß Ech Uftreten. lch das J Schafe ut Nad Kaauenser gespaltene diese en sulet vet egauntt säglich ei gigen fe Je sheint andi Bei beg Deob die di dune e h, vori fe kobiltunz befadct oder wenigsenz ie Im pfus 1 heilen, sith Scaffächer n in der Nah meiden, t um Impfen en Individucz Man it be geinyst werden Schenkels; „ wieder aß zin bermittl Die letzte süe die bel, e Blatter und halt aufen then. Gegenstand ge „ daß ich ni ffn bei in Denic cdes alk lin. 155 halt, — 339— §. 766. 3) Klauenseuche. Von dieser Fußkrankheit scheint es mehrere Formen zu geben, obgleich sie ursprünglich wahrscheinlich von ei— ner Natur sind. Daß sie ansteckend sey, ist erwiesen und daß selbst die Impfung statt finden könne, kann man durch Versuche, die man im Landwirth u. s. w. fin⸗ det, darthun. Die Erscheinungen der sogenannten bös— artigen oder chronischen Klauenseuche, auch Fußkrebs genannt, sind immer mit einem Fieber verbun— den. Ueber den Klauen und zwischen denselben entsteht zuerst Entzündung und Geschwulst, dann Eiterung, wo— bei das Schaf bedeutend lahmt und nicht selten gar nicht auftreten kann. Die Folge dieser Krankheit ist gewöhn— lich das Abfallen der Hornklauen, in welchem Fall die Schafe ungemein leiden, so wie sie selbst ohne Hülfe ganz zu Grunde gehen. Wenn auch die gewöhnliche Klauenseuche, die mehr oder weniger allen Thieren mit gespaltenen Klauen, eigen, sich von selbst heilt, so ist diese den gemachten Erfahrungen zu Folge ohne Hülfe zuletzt verwüstlich und daher mit Recht der Fußkrebs genannt worden. Ob sie den Merinos allein und vor⸗ züglich einer besonders hochfeinen und dichtwolligen Rage eigen? kann ich nicht entscheiden, wenn es aber der Fall, so scheint sie mir dann mit der Räude nicht ohne Ver— wandtschaft oder vielmehr ein Surrogat dafür zu seyn. 5. 767. 5 Bei der Aeußerung dieser Krankheit, die nach al— len Beobachtungen höchst ansteckend ist, ist es durchaus — 5 ä—— — 35340— nothwendig, die ganze Heerde zu untersuchen und jedes Individuum, woran sich die geringste Spur zeigt, von den gesunden Schafen streng und so zu sondern, daß eine Ansteckung in keinem Fall zu befürchten. Trockene Witterung, trockner Boden, auf welchem die Schafe liegen, befördern die Heilung sehr. In der ersten Pe⸗ riode der Krankheit, wo die Entzündung der Häute in der Klauenspalte sich zeigt und eine Feuchtigkeit aus— schwitzt, bestreut man bloß die Stelle mit Pulver von blauen Vitriol(Cuprum sulphuricum). Nach 3 bis 4 Tagen werden die Füße visitirt und noch einmal mit genanntem Pulver bestreuet. Ist aber das Uebel so weit, daß der Eiter in die Hornklaue selbst sich gesenkt und solche von den Fleischrändern getrennt, schneide man die hornigen getrennten Theile mit einem ganz scharfen Messer ab und säubere den Fuß vom Eiter und allen an⸗ gefressenen Fleischtheilen, bestreue dann die ganze schad— hafte Stelle mit dem obigen Pulver, was man nach 3 Tagen wiederholt, worauf die Heilung durch Bildung eines neuen Schuhes, bald erfolgt. Bei diesem allen ist aber eine sehr genaue Vorsicht und eine öftere Wieder⸗ holung des Verfahrens, so wie fleißige Anwendung des Messers nothwendig. Anmerk. Ich selbst habe bis jetzt noch nicht Gelegenheit ge— habt über diese bösartige Klauenseuche selbst Beobachtungen anzustellen, ob ich gleich die gutartige sehr genau aus Erfahrung kenne. Sehr vollständig beschreibt sie Koppe, landw. Mittheilungen I. und Lezius Mögl. Annalen III. 1. Koppe war der erste, welcher sie beschrieben hat in Teutschland. Auch Albert's Schrift über diese Seuche verdient sehr empfohlen zu werden, Was Hr, von Eh⸗ renf hei 0 I- Oe fal zt nel zu, Auer lg. nichts alben hüt, killen die St tender ele Zei ind dem Wgehande An merf heit bens ober, 07 bend! ähh hend Die. . Ole sen Pad tetschecde Mag 2 Asersuc fed gte suchen un eg Spur g o V sundern, dg len, Trockn hen die Schi dir ersen ig der Hate if luchtigkeit auß lit Pulver zy ricum). N ind noch ein er das Hebel lbst sich gest , schneide nn i ganz scharf r und allen al, ie gange schd, 8 Man nach; durch Bildush sesem allen ftere Wied jwendung de Gelcgenheit ge Raobachlungen br genau al bt sie Kop 1. Annalen ll hic! b in ir die E cute F vol 1 2a——„ — 541— renfels sehr praktisch und geistreich über diese Krank— heit sagt, findet man in den Oek. Neuigkeiten von André IX.— 1819. Ich glaube, daß seine Ansicht über die Entstehung vollkommen richtig ist und schreibe seinem Mit— tel zur Heilung, nämlich vorzüglich ätzenden Säuern, viel zu. Anmerk. Andere Fußkrankheiten sind weniger von Bedeu— tung. So ist der von den Schäfern sogenannte Wurm nichts als eine Verhärtung der Schmiere zwischen den beiden Röhrenknochen des Unterschenkels, die man aus— drückt, um eine Eiterung zu verhüten. Auch werden bis— weilen die Schafe bei anhaltender Nässe lahm, indem die Sohlen der Klaue zu sehr erweichen, oder bei anhal— tender Trockniß, wo sie abspringen. Dagegen ist selten eine andere Hülfe als gehörige Vorsicht nöthig. §. 768. Innerliche Krankheiten. Zwei derselben, welche vorzüglich den Lämmern und dem jungen Vieh eigen sind, habe ich schon vorn abgehandelt. Anmerk. Ich muß hier nochmals hinsichtlich der Drehkrank— heit erwähnen, daß ich ihre Entstehung nur in der Le— bensweise der Lämmer suche, keineswegs aber im Stoßen oder äußeren Verletzungen. Wichtig ist der Umstand, daß fast alle ohne Mütter aufgezogenen Hauslämmer dre— hend werden. Auch habe ich 3 Jahre hintereinander beob— achtet, daß durch Ziegen gesäugte Lämmer ebenfalls dre— hend wurden. Die wesentlichen von den übrigen sind: 15 Die Fäule. Sie ist eine der gewöhnlichsten auf tiefen und nas— sen Weiden vorkommende Krankheit die auch unter sehr verschiedenen Namen bekannt ist. Zuletzt ist es eine Wassersucht und besteht in einer Anhäufung des Was— sers entweder in der Brusthöhle, oder im Bauch, daher ä 5 SSS man im gemeinen Leben Herz- und Bauchfäule zu unterscheiden pflegt. Die äußern Kennzeichen dieser für manche Lokale höchst verderblichen Krankheit sind: das Innere des Auges ist, statt bei gesunden Schafen hoch— roth, hier bleich, ohne sichtbare Adern, es bildet der Kern in der Thränenhöhle einen weißen Fettklumpen, das Zahnsleisch blaß, die Haut bleich, die Wolle sitzt lose und fallt zum Theil von selbst aus, so wie sie das Fett verloren und ein sprödes Wesen angenommen hat. Bei der Brustwassersucht findet sich nach dem Tode viel Wasser in der Brusthöhle, bei der Bauchwassersucht am Gekröse. Die Leber ist gewöhnlich voller Egelwür— mer. §. 769. Die Ursachen dieser höchst gefährlichen und ver— wütenden Kraukheit sind sehr verschieden und noch lange nicht genug erkannt. Sie können bestehen: in dem Ge⸗ nuß von fauligem vorzüglich moorigem und torfigem Was— ser, was sich in Pfützen ansammelt; im Genuß sehr üp⸗ pig und im Schatten erwachsenen Grases, wie es sich an den Rändern mancher Quellen findet; vorzüglich aber verursacht sie wohl am häufigsten der Genuß von über— schlämmten, besonders mit einem humosen Schlamm, äberzogenen Kräutern und Gräsern. Im Stall kann sie eben so gut durch verdorbenes Futter, als durch über— schlämmtes erzeugt werden. Wenn die Schafe verhütet oder verfüttert sind, wie man zu sagen pflegt, so zeigt sich der Ausbruch der wirklichen Krankheit in der Regel nach 16 bis 18 Wochen. Mir scheint endlich die Fäule ficht felt gel anhalt än ung died gathnittel schende N lle: gute tung B Hahgache für seht daß auf 00 N was! Inmert. Jaht das sucht nich die sagle ansc 0 Ed 900 noch Mit die! nach gun h Ral Han Hach sc — fraßen sich wieder dick und nach 4 Wochen stellte sich die 5 uchfiule zu nicht selten eine Folge der Erköltung zu seyn, welche sschen diese fil bei anhaltend nasser Witterung gar oft entstehen kann. sheit ssnd: dr§. 770. n Schoken ga 242: An j u Schafen hoc Gründliche Heilmittel giebt es selten, besonders, , ts ligt l wenn die Krankheit schon weit gediehen ist. Als Präser— en getklumper vativmittel dienen aber vorzüglich bittere und zusammen— die ale st ziehende Mittel, welche man öfter unter das Salz giebt, so pie sie z als: pulverisirte Eichenrinde, Roßkastanien, Entian— genommen ge wurzel, Wacholderbeeren, Wermuth u. s. w. Auch reine dem Tode Holzasche, so wie Glasgalle und Theer halten einige pwassetsucht t für sehr nützlich. Das beste Präservativ indeß ist, alles * Egel vi. das auf der Weide, sowohl als auf dem Stall zu vermei— den, was dieses Uebel erzeugen kann. Anmerk. Von einem sehr geachteten Mann wurde mir im ichen und ker Jahre 1817 ein Mittel gegen diese Krankheit mitgetheilt, . das ich sogleich im Frühjahre 1816 an 4 Hammeln ver— und noch lage suchte, die so weit herunter waren, daß zwei Stück davon n: in dem Ge nicht allein mehr aufstehen konnten und vom Schäfer an ö agen Mi die Krippe gehoben werden mußten. Das Mittel wurde 5 ect 55 sogleich an allen vieren versucht. Einer, und zwar der 0 denuß seht ln anscheinlich beßte, crepirte in 3 Wochen. Die übrigen 1 „ pie es fit drei wurden zu meiner und zur Verwunderung aller 17 1 Schäfer so vollkommen geheilt, daß zwei im Herbste fett 1107 orzüglich l geschlachtet werden konnten, der dritte aber, erst gzähnig, 9 zuß von übe noch vollkommen gesund eingewintert wurde. Dieses f ö % Scan Mittel brachte verschiedene Wirkungen bei den Hammeln,* ee 5 die ich genau beobachtete, hervor. Zwei Hammel fingen 1 Stall kann se nach 8 Tagen stark an zu rotzen, so daß nicht selten ein 10 c durch üben grünlicher dicker Rotz aus beiden Nasenlöchern floß, sie N ße verhübk. 8 f ö 1 cafe bei Röthe in den Augen allmählich wieder ein. Der dritte N legt; o e Hammel fing nach dieser Zeit an die Wolle nach und in de acht nach ganz abzuschieben(sich zu schälen), es bildete „ill sich eine neue und die Haut wurde feucht und fettig. An h die den dem aten war keine Veränderung wahrzunehmen, als, daß er begieriger fraß, zuletzt aber— verschied. Das Mittel aber selbst ist sehr einfach. 1 Cßlöffel Terpentinöl N wird mit 2 Cßlöffel reinem Wasser vermischt und von dieser Mischung, die jedesmal stark geschüttelt werden muß, weil sich beide Stoffe nicht chemisch mischen, gießt man jedem Schaf, s Morgen hintereinander 1 Eßlöffel voll ein. §. 771. 2) Das Rückenblut auch Blut, Blutschlag genannt, ist eine sehr oft vorkommende Krankheit hämorrhoidaler Art. Die Kennzeichen äußern sich gewohnlich durch Ablassen vom Fressen und Wiederkäuen, das Schaf ist etwas aufge⸗ trieben und verdrossen, die Ohren sind kalt. Dabei ist es verstopft. Die Ursachen können verschieden seyn, ge— wöhnlich befällt die Krankheit die kräftigsten vollblütig⸗ sten Thiere. Im Sommer entsteht sie häufig nach dem Genuß der Blut erregenden Kräuter, nicht selten in der ersten Zeit, wo die Schafe auf die frischen Stoppeln gehen und viel Korner finden; im Stalle habe ich sie oft nach dem Genuß von Kleeheu in beträchtlicher Menge entstehen sehen. Im Frühjahre scheint die schnelle Ver; znderung der Luft, besonders Schneeluft, dieses Uebel sehr zu bewirken. §. 772. Das gewohnliche Heilmittel der Schäfer ist das Räumen, d. i. der Schäfer fährt mit dem Zeigefinger in den Mastdarm und holt den verhärteten Dünger und das geronnene Blut heraus. Dieses Mittel hilft, wenn es zu rechter Zeit geschieht /, oft und besonders wirksam sabe ich den kran aber wie dung eth ian dich gh, Dab kolksamer sichen ent ats Gelb junger doe wöhtlic Ind det! Ncgegen i de Scha füttere w. Eist bon gute Die de eilfehen, Lede, keln, r sch sicht di ehafet Lunge Ou Müunshnn, alt berschied. Das 4 7 Ae 1 6 fäfel Tepe micht und van gashiel nerde ch miszen, ie nander 1 Cf sst eine sch et Mt., Di h Mlaseg bor etwas aufz, lt. Dab den seyn,. sten vollhlg aufg nach den pt sclen in de chen Stoppch le habe ich f licher Mei schuelle d. digses lll cer itt da n Zeigefihe g Dinger l al sist, ell ere lsan habe ich etwas Branntwein, etwa ein Stutzglas voll, dem kranken Thier eingegossen, gefunden. Am besten aber wird das Uebel gehoben durch ein Klystier und durch Eröffnung der sogengnnten Kernader. Bemerkt man diese Krankheit aber erst spät, so ist selten Rettung möglich. §. 773. Das Blutharnen ist ebenfalls eine nicht selten vorkommende Krankheit. Sie kann aus verschiedenen Ur— sachen entstehen, theils durch den Genuß saurer, beson— ders Gerbestoff enthaltender Gräser und Kräuter, theils junger Loden von Eichen, Weißdorn und andern Bäumen. Gewöhnlich verrathen die Schafe beym Harnen Schmerz und der Urin sieht blutig aus. Das einfachste Mittel dagegen ist die Veränderung der Weide, oder, daß man die Schafe einige Tage auf dem Stall mit gutem Heu füttere und fleißig Salz gebe. Außerdem thut aber der Saft vom Storchschnabel(Geranium Robertianum) gute Dienste. 2 §. 774. 3) Der Durchfall. Dieses Uebel kann aus sehr verschiedenen Ursachen entstehen. Häufig ist er eine Folge der Fütterung und Weide, oft einer Erkältung und anhaltend nassen Wit— terung. Oft, und zwar in den meisten Fallen, verliert er sich von selbst durch passende Diät, wenn dieß aber nicht der Fall seyn sollte, so schütte man dem kranken Schafe etwa zwei Morgen hintereinander jeden Tag ein Stutzglas ganz ordinären rothen Wein ein, wovon man Sturm's Landw., 1. 2. 35 den beßten Erfolg sehen wird. Ist der Durchfall chro— nisch geworden, dann ist eine gänzliche Heilung nicht selten sehr schwer. §. 775. 4) Die Traberkrankheit. Eine lange schon bekannte, aber noch sehr räthsel⸗ hafte Krankheit. Das erste Zeichen ist ein unsteter, vor— züglich taumelnder Gang mit den Hinterfüßen. Das Thier folgt der Heerde und frißt nicht selten stärker, als die gesunden, später fallt es oft mit dem Hintertheil um, und erscheint als wäre ihm das Kreuz eingeschla— gen. Unter diesen traurigen Zufällen schleppt sich das arme⸗Thier oft lange hin und stirbt endlich ganz entkräf— tet, gewöhnlich unter heftigen Krämpfen. Offenbar leidet bei dieser Krankheit das Nervensystem und zwar zunächst das Rückenmark, ob man gleich bei der Section nicht das Mindeste an demselben bemerkt. Die Ursa⸗ chen sind offenbar lokal, doch aber ist es keinem Zweifel unterworfen, daß sie auch forterbt, sich aber dann spä— ter oft wieder ganz verliert, wenn ihr das Lokal viel⸗ leicht zuwider ist. Man hat in neuern Zeiten eine Men⸗ ge Ursachen von dieser Krankheit angegeben, aber noch kenne ich keine befriedigende. Hr. Frank hat noch kürzlich in der landw. Zeitung v. J. 1820 in einer sehr gründlichen Abhandlung über diesen Gegenstand, die Ursachen im unbefriedigten Geschlechtstrieb gesucht. Die- ser Meinung mochte ich deßhalb nicht ganz beipflichten, weil ich nicht bloß Böcke, sondern häufig auch Hammel daran leiden sah. c . 7. * och ih davsbek f deküber: waffe scherse, it, Wein gut scheeg n g betpach Stall ind hi ih Durchf. c Heilung fit och seht rathsh in unsteter, but füßen. Du ien sütker, ge em Hinterthel reuz eingeschh chleppt sich du h ganz entf n. Offen stem und zeat bei der to ft. Die lu feinem Zucht aber dan fe das Lofal bl tten eine N ben aber fac ank her fac o in eite sehe fand de gesucht Di 5 beipfiche ut Ife 4 §. 776. Die Heilung dieser Krankheit ist, meines Wissens, joch niemanden vollständig gelungen. Ich selbst habe darüber soviel Versuche angestellt, daß ich zuletzt ganz verzweifle, daß sie je gründlich geheilt werden kann. Reizende Einreibungen in dem Kreuze, selbst Brennen längs des Nückgrat's und mehrere andere reizende Mittel haben nie irgend eine Wirkung hervorgebracht. Das sicherste, was der Landwirth in diesem Fall thun kann, ist, meines Erachtens, nie Lammer von solchen Geschlech— tern zu ziehen, die mit dieser Krankheit befallen sind. An merk. 1. Diese schon längst unter dem Schafpieh üßliche Krankheit, ist in frühern Schriften über Schafzucht noch gar nicht oder nur sehr unvollständig beschrieben worden. Koppe(Mittheilungen u. s. w. I.) hat sie indeß gut abgehandelt. Anmerk. 2. Die Beschreibung anderer seltener vorkommen— der Schafkrankheiten übergehen wir hier um so mehr, da man das Weitere darüber in Schrifien behandelt findet, die diesem Gegenstand vorzugsweise gewidmet ind, als die von: Tessier, Petri, Pohl, Rolwes, Nübbe „. §. 777. Schäfer und Löhnung desselben. Die Administration der Schäfereien ist sehr ver— schieden von jeher gewesen. Früher waren wohl in ei— nem großen Theile Teutschland's die meisten Schäfereien verpachtet, d. h. man überließ dem Pachtschäfer Trift, Stallung und Winterfutter, nebst andern Emolumenten und bisweilen Inventarienvieh, bisweilen keines, und 2 ließ ihn für das Stuck einen gewissen Pacht bezahlen. Eine solche Schäferei hieß eine pachtschafer ei. Der Herr selbst hatte hier gar keinen unmittelbaren Einfluß. Neue— rer Zeit läßt man aber an den meisten Orten die Schafe; reien selbst verwalten und eine solche Schäferei nennt man eine Kostschäfere i. Der Vorsteher derselben heißt Schafer, oder Schafmeister und unter ihm stehen die Knechte, wovon zu unterscheiden der erste oder Meisterknecht, der Hammelknecht, der Lämmerknecht u. s. w. §. 778. Die Arten den Schafmeister abzulohnen, sind gar sehr verschieden. In der Regel bekommt er freie Woh— beköstigen kann. Als Lohn giebt man ihm entweder eine Summe baaren Geldes, oder eine freie Haltung von ei⸗ ner Anzahl Schafen, oder endlich, man laßt ihn zu ei⸗ nem gewissen Theil einmengen. Das letztere ver⸗ dient offenbar den Vorzug. Die Art und Weise, wie dieß geschieht, ist auch verschieden. Gewöhnlich wird die Schäferei bei Annahme des Schäfers taxirt und der Schäfer erlegt einen gewissen Theil des Werths, der ihm bei seinem dereinstigen Abgang wieder nach der Taxe er⸗ nung und soviel an Deputatstücken, daß er die Knechte stattet wird. Dieser Theil betrifft oft den 10, 12, 13ten u. s. w. Theil. Eben soviel zieht der Schäfer jährlich vom Ertrag muß aber auch darum zu demselben Theil Kosten und Schaden, die gewöhnliche Fütterung ausge— nommen, tragen. Die Knechte lohnt man am besten durch gewisse fest⸗ gesetzte Procente vom Ertrag der Schäferei. Ihnen eine desen i Iten ber den u in Gkund Hauptber haarige bet Me man mit lich dat den Leut fin gell det sei ic pe N a fe Wetdeg. Voller l Du ele fufluß. Nat en die Schäfte chafel nennt eher derselben und unter iht iden der kise necht, d. gen, sind ga er freie Uf er die Kah entweder eil altung vun e laßt inn zu 5 letztete ez ) Pelse, nie vöhnlich wie ritt und de chey det in der Taye e 0, 12, Taken der führ eben Thel erung ausge 9 get 1 Ig ei Haltung an Schafen zu gestatten, kann nur in seltenen Fällen vortheilhaft seyn. 8. 779. Nutzen und Gebrauch der Schafe Der Vortheil der Schafe ist sehr mannichfaltig und sie gehören in vielen Fällen unter die Hausthiere, welche ihr Futter am besten bezahlen. Ihr verschiedener Nu— tzen besteht in: FV Die Wolle ist wohl einer der ersten Zwecke, um dessen Willen man die Schafzucht treibt. Sie ist nach ihren verschiedenen Eigenschaften außerordentlich verschie— den und setzt eine genaue Kenntniß voraus. dan kann im Grunde nach der Natur der Vließe eigentlich drei Hauptverschiedenheiten der Wolle annehmen, nämlich: haarige Wolle, grobe Wolle und feine Wolle oder Merinowolle. Welche Gattung von Schafen man mit dem größten Vortheil ziehen könne, muß ledig⸗ lich das Lokal entscheiden. In den meisten Gegen— den Teutschlands wird indeß jetzt, wenn nicht von blo— ßen Fettschäfereien die Rede ist, der Vortheil auf Seiten der feinen Schafe seyn, wovon auch wir nur vorzüg— lich sprechen werden. Wenn von der Wolle die Rede überhaupt ist, so kann sie bloß einzeln oder im ganzen Vließe betrachtet werden. Jeder Wollenpelz besteht nämlich aus einzelnen Wollenflocken, die entweder in unregelmäßiger ) Ich beziehe mich hier auf meine Schrift: Ueber die Schafwolle u. s. w. Jena 1812. e Form neben einander stehen oder gleichsam wie Falten oder Ringe in paralellen Kreisen um den Leib herum in Verbindung zu stehen scheinen. Allerdings kommt auf die Formirung der einzelnen Flocken etwas an, indem von ihnen die Formirung des gagzen Vließes abhängt. Wolle von durchaus guten Eigenschaften wird auch stets eine schöne Flocke bilden. Bei der B Beurtheilung des gan— zen Vließes kommt es außer andern Eigenschaften ganz besonders darauf an, daß es längs dem ganzen Korper möglichst gleich seyʃ. Denn nur vollkommene Gleich⸗ heit kann die sonstigen Eigenschaften einer Wolle sehr er⸗ höhen. Anmork. Die Eigenschaft der Gleichheit ist unter allen mir bekannten Merinssarten bei den sächsischen am hervorste— chendsten. Ueberhaupt ist sie bei weniger dichtwolligen grö⸗ ßer, als bei sehr geschlossenen Vließen, deren Lämmer in der Regel nach hinten mit Stichelhaaren auf die Welt kom— men und spater in der Wolle nach hinten sehr abfallen. Ich bediene mich des im nördlichen Teutse chland angenom- menen Ausdrucks Stapel für Flocke nicht, weil der ganz unzweckmäßig ist. Stapel heißt eine Probe von allerlei Sachen, hier am Rhein sagt man: ein Stapel Weizen, Korn, Kaffee u. s. w. und so ist der Ausdruck fälschlich oder aus Mißverstand entstanden. Wenn der Fabrikant vom Stapel gesprochen, so hat er eine kleine Probe dar— unter begriffen, aber keinen bestimmten Theil des Vlie⸗ ßes bezeichnet. Wenn daher Hr. Thaer und Hr. Wagner und die, welche ihnen nachreden, von einer Wolle von schön lem Stapel sprechen, so versteht man darunter nichts, als eine Wolle von schöner Probe. §. 780. Unter die Eigenschaften der Wolle gehort: a) die Feinheit. Ein absolutes Maaß der Fein⸗ fat läßt Stadil lauch ge du Mik fut ach q gene ag die wolle, en Pol Fring, dern wo Dlese G. Polleg Name fun Anne fl fschaften gun ganzen Körpe mmene Gleich * heit laßt sich durchaus nicht geben, wohl aber giebt es Gradationen derselben, über die man sich im gemeinen Leben verständiget. Es ist übrigens wohl zu unterschei⸗ den, ob von einer möglich höchsten Feinheit die Rede ist, oder ob von der Wolle zu irgend einem technischen Ge— brauch gesprochen wird. Im ersten Fall mag man sich der Mikrometer bedienen, im zweiten kann die Gradation nur nach einem richtigen Augenmaas gemacht werden. Im gemeinen Leben, oder vielmehr im Handel, nennt man die feinste Sorte der Merinos-Wolle, Elektoral— wolle, und von dieser, so wie von jeder andern fei— nen Wolle, heißt die beste: Elekta, dann die folgend Prima, dann Secunda u. s. f. In manchen 21 dern macht man eine Menge verschiedener Nummern. Diese Gradationen können indeß nur von der Merinos— Wolle gelten. Bei bloß veredelter muß man eine Menge Nummern machen, wie dieß die Fabrikanten auch zu thun pflegen. Anmerk. Vorschläge über Feinheitsbestimmungen und Mes— sungen findet man zum Theil in den Mögl. Annalen vom 8 hr 1810 und 1820, theils in 75 Oekonomischen Verhandlungen und Neuigkeiten von Andre, wo man die Sache so fein nimmt, daß für die Praxis wohl schwerlich ein Gewinn entsteht. Denn, wenn der Un⸗ terschied der Wollfäden so gering ist, daß man ihn nur durch einen Mikrometer 1 der einige 100 Mal ver⸗ größert, wird der Tuchfabrikant weder verlieren, noch ge⸗ winnen. Statt dessen ware es 2 15 besser, das Augen⸗ maas und Gefühl zu üben. §. 781. Die Feinheit der Wolle mag beschaffen seyn, wie sie will, so findet sich an jedem Schafe gewohnlich eine — 992 vierfache Abstufung derselben. Längs dem Rücken, näm— lich an den Seiten bis zu den Keulen herab, findet sich die feinste Sorte(Rafina). Die nächstfeinste an der Keule bis beinahe an das Sprunggelenk und längs dem Bauche(Fina). Die dritte Sorte findet sich am Hals und Genick(Tercera), und die vierte, aber gröbste am Schwanz, am Schopf und den Unterschenkeln(Tay- das). Sie begreift im Allgemeinen das, was der Fa⸗ brikant Locken- auch Klunkerwolle nennt. Anmerk. Eine Zeichnung hiervon liefert mein oben ange— führtes Werk. 9. 782. Auch hinsichtlich des Geschlechts findet ein Unter⸗ schied in der Feinheit Statt. Alle weiblichen Indivi— duen haben in der Regel unter gleichen Um- stän den feinere Wolle, als die männlichen, so wie die Hammel bei gleicher Fütterung und Auswahl wieder fei— nere, als die Böcke, doch sind letztre wohl deßhalb auf jeder Schäferey vorzüglich fein von Wolle, weil man dazu nur die feinsten Lämmer auswählt. Auch kann nicht geläugnet werden, daß mit zunehmendem Alter die Wollweichheit sich zwar verliert, dagegen die Feinheit in deinselben Grade zunimmt. Alte Mütter und Böcke von 3, 6 und mehrern Jahren haben in der Regel feinere Wolle, als sie in der Jugend hatten. §. 783. N Andere Eigenschaften der Wolle sind, außer der Feinheit, die Elasticitäͤt, oder das Vermögen der Wolle, nach der Ausdehnung, sich wieder in ihre vorige f rück schasf scel Nes und A schönen bange unge Amer, ela. auf die eulschie Cite Ei f ˖ Echnutz au wache letzt st. Die l schtlich de ten. Per Nahen ber eisen ih. Nule enger le fr a irg 0 fü f fat und 0 * 0 Nicken han, b, fͤdt sch feinste gg deb ind langs den Lage zurück zu ziehen. Man hat ebenfalls mehrere Me— thoden angegeben, diese Eigenschaft zu bestimmen. Die sicherste scheint das Verhältniß des Haares, wie es im Vließ und wie es ausgedehnt bis zum Reißen erscheint. sch am az Die schönsten Wollen erleiden in dieser Hinsicht eine abet gröbse Ausdehnung, welche z mehr beträgt, als ihre natürliche henkel(ay. Länge ungedehnt im Vließ, a i as der dy Anmerk. Der Vortheil einer elastischen Wolle gegen eine unelastische ist bekannt, ich bemerke nur hier noch, daß auf diese Eigenschaft die Fütterung und Weide einen ganz entschiedenen Einfluß haben. §. 784. Eine fernere Eigenschaft der Wolle ist R einheit. Sie kann vermindert werden theils durch Staub und Schmutz auf ungünstigen Triften, theils durch Futter; welche letztere Verunreinigung offenbar die nachtheiligste ist. Die Länge kann nur in gewisser Beziehung hin—⸗ sichtlich des Gebrauchs, als ein Vortheil der Wolle gel— ein aben angt⸗ ——————.—— —————————— et ein Unt ichen Indh, ichen U, u so wie de hl wieder fei 1 defholb auf ten. Wenn die Wolle bloß zu Tuch und tuchartigen „weil ma Zeugen verarbeitet wird, hat sie keinen Werth, ja die Auch kan meisten Tuchfabrikanten ziehen eine kürzere, aber elasti— em Alter di sche Wolle vor, weil die Krempelmaschinen bei dieser Feinheit f weniger leiden, als bei jener. Die Dichtheit des 1d Böcke bon Vließes ist eine wesentliche, besonders dem Landwirth gel feinere sehr wichtige Eigenschaft. Sie ist aber nur selten mit den übrigen in Gesellschaft zu finden. Am wenigsten fin⸗ det sich diese Eigenschaft gepaart mit der größten Fein⸗ lußtt de heit und Weichheit. F gte 1 nge 90 3 f f§. 785. 1 N N f i Nach der Feinheit ist unstreitig die Weichheit, 6 Seidenartigkeit der Wolle die erste und wesent⸗ lichste Eigenschaft. Nur von Halb- oder Nichtkennern kann behauptet werden, daß diese Eigenschaft den übri— gen nachstehe; wir, mit vielen erfahenen Fabrikanten schätzen sie in vielen Fällen weit höher, als die Feinheit, von der sie nicht, wie einige Halbwisser behaupten wol— len, bloß eine Folge ist. Die Mittel, wodurch diese Eigenschaßt befördert werden kann, habe ich in dem an— gegebenen Werke nachgewiesen, ob sie wohl gleich im Ganzen ein Eigenthum der Rage und des Clima's ist. §. 786. Auch die Festigkeit ist eine Haupteigenschaft der Wolle. Sie ist mehr oder weniger eine Folge guter Fütterung, worauf überhaupt der Wollenkenner die vor— züglichste Rücksicht nimmt. Anmerk. Einer der kenntnißreichsten Fabrikanten hiesiger Gegend versichert mich: daß er ceteris paribus einer gut genahrten Wolle, selbst mit Abgang mancher andern Ei— genschaften den Vorzug gebe. 0§. 787. Krausheit ist endlich allerdings auch eine nicht zu übersehende Eigenschaft. Dem ungeachtet kann sie nicht unter die wesentlichsten gerechnet werden. Von ihr hängt ein großer Theil der Elasticität ab, indem eine krause Wolle in der Regel eine größere Ausdehnung ge— stattet, als eine, die weniger kraus ist. Anmerk. Ueber das verschiedene Vorkommen der Krausheit und über die Form der Biegung des einzelnen Haares, findet man mehr in dem angezeigten Werke von mir S. 55. ff. 00 U so fol 15 0 Den! 10 de ea Hut sh in Vac kinet sut ultet? Cülnetung Landschafen itt iy on Ver auch Na. fand ein he beitung a. Neue ff fir 0 n hg! Nihug Flche ehen, — 6 fe und geek, er Nchtfinur chast den ut een Fabrikant 9 die geinhet §. 788. So wie wir die Eigenschaften der Wolle angegeben, so wollen wir hier auch kürzlich die Fehler derselben be— meßken. Unter diese rechnen wir zuerst: Den Bodensatz, oder Zuschlag der Wolle, wo die einzelnen Haare des Vließes unmittelbar auf der Haut so ineinander verwachsen, daß das abgeschorne pehaupten wol wodurch diese ich in dem in Vließ einer künstlichen Decke gleicht. Daß solche Wolle hohl gleich g. nur unter Bedingungen brauchbar, verdient kaum einer Cums i. Erinnerung. Dieser Fehler findet sich indeß mehr bei Landschafen und veredelten, als bei ächten Merinos. upteigenschs Er ist in der Regel erblich. ge Folge gut 8 3* Das Sitzenbleiben oder Absetzen der Wolle. Dieser Fehler tritt gewöhnlich bei ungleicher Fütterung, oder auch bei Krankheiten der Schafe ein. kenner die hol ee Rauche Spitzen an einer sonst feinen Wolle, cher anden bi sind ein bedeutender Fehler. Sie müssen vor der Verar— beitung abgeschnitten werden, indem sie jedes Gewebe verunstalten und keine Farbe gehörig annehmen. ach eine nit 8§. 790. f cet kan f Das Gedrehte oder Gezwirnte der Wolle aden, Len ist ebenfalls ein nicht unbedeutender Fehler. Wolle der idem eit Art ist sowohl dem Fabrikanten nicht angenehm, als auch gaehrung 9. für den Landwirth nachtheilig, weil die Wollenernte im— mer sehr gering ausfällt. Dieser Fehler besteht in einer dn A Neigung der einzelnen Wollfäden sich in einen gemein⸗ nellen ente, schaftlichen Strähn oder Zopf, spiralförmig zusammen Mul ien m zu drehen. 356 e A1 §. 791. Hunde- oder Stamm: auch Stichelhaa: rige Wolle ist desgleichen fehlerhaft. Hier finden sich unter der eigentlichen Wolle mehr oder weniger stgrle/ perlnfarbene, glänzende Haare, die gänzlich erstorben zu seyn scheinen, und weder Elasticität besitzen, noch eine Farbe gehörig annehmen. Sie sind immer ein Eigen— thum gewisser Individuen und scheinen fortzuerben. §. 792. Hungrig nennt man jede Wolle, die von schlecht genährtem oder krankem Vieh erhalten wird, und daher spröde, unhaltbar und unelastisch ist. Auf die gute Füt⸗ terung halten die Fabrikanten mehr, als auf eine größere Feinheit der Wolle bei einer schlechten Fütterung. Denn sie ist vermögend mehrere Eigenschaften der Wolle zu er⸗ höhen, oft sogar zu begründen. Anmerk. Ueber den Unterschied der platt- und rundharigen Wollen, den ich in dem angeführten Werk angegeben, ha— ben sich einige kurzsichtige Wollkenner lustig zu machen ge— sucht. Das kann mich aber nicht hindern, diesen Unter— schied nochmals anzuführen, ob ich gleich überzeugt bin, daß er im Ganzen mehr naturhistorisch merkwürdig, als technisch wichtig ist. Einige scheinen mir die mißverstan— dene Meinung dieses Ausdrucks vom Wollhändler, die plattes und rundes Haar auch unterscheiden, aber et— was ganz anderes darunter verstehen, unterlegen zu wol⸗ len. Das ist aber meine Meinung keines Wegs, sondern ich bin durch Beobachtungen überzeugt, daß es wirklich platthaarige Wolle gibt.“ Unsere Wollhändler verstehen unter diesem Ausdruck aber eine Wolle, deren Flocke unten auf dem Boden des Vließes mehr breit zusammen— gedrückt, als gerundet ist. Daher sagen sie: diese Wolle ist rundhaarig, oder platthaarig, was soviel heißen soll, als: die Flocke des Vließes ist unten rund oder breit gebildet. sstt shy/ Jol allein teke der sog fel eigene dude def Nuhode, selle beider Jug: daß b do sch die sükt, die N wille in dieler g jun Theile sichsshen; sunischen! Lumen. dan d Mehr. 7 haf, fr so 9 df. r E hl Vun M Sti ch elan Hier finden s weniger sep, lich 50 den, nech ah mer ein Che 0 0 ltzuerben, die voh schlet td, und daß f die gute fl uf eine grün erung. dn r Wolle zu und ruhen K angegeben,. g zu machen! 1, diesen Uk b Ubemtugt h. rloürdig,“ die mißversaß alhändler, cheiden, altl e⸗ encgen au wos Vg/ sonden aß es wirklit adler versteheh deren Flo beit zusamm „dee Wale 60 ol, al gel g, §. 793. Wäsche und Schur der Schafe. Es ist eine unter allen Schafzüchtern oft bestrittene, aber noch nicht entschiedene Frage: ob es vortheilhafter sey, die Schafe vor der Schur zu waschen, oder ob es besser sey, die Schafe ungewaschen zu scheeren und die Wolle allein nachher zu waschen? Offenbar haben meh— rere der sogenannten Schafwäsche einen zu großen Nach— theil beigemessen und deßhalb haben mehrere, ohne be— sondere Prüfung und hinreichende Gründe, die spanische Methode, oder die Vließwäsche empfohlen. Die Vor— theile beider Methoden lassen sich auf das Resultat redu— ziren: daß bei ganz dichtwolligen, fettvließigen Schafen, wo sich die Wolle nicht wohl auf dem Schafe reinigen läßt, die Wollwäsche, wo sie eingeführt oder einfͤͤhrbar, vorzüglicher; bei leichtfelligen aber, hat die Schafwäsche in vieler Hinsicht entschiedene Vorzüge. Auch ist dieß zum Theil ein Hauptgrund, warum die Engländer die sächsischen Wollen lieber und theurer erkaufen, als die spanischen und französischen. Anmerk. Die Gründe, warum im Ganzen die Schafwäsche dem Fabrikanten lieber ist, vorausgesetzt, daß sie vollkom— men rein, bestehen: a) darin, daß die Vließe besser ganz erhalten und somit leich⸗ ter sortirt werden können. b) Daß sich die Wolle in ihrem natürlichen Fett, was ihr bei der Schafwäsche immer zum Theil verbleibt, viel besser hält. 8. 704. Wenn die Schafe, wie es bei uns in Teutschland allgemein üblich, nicht die Vließe gewaschen werden, so wird dazu eine gute Schwemme oder Waschanstalt vor ausgesetzt. Hat man Gelegenheit die Schafe in einen fließenden Wasser zu waschen, so verdient dieß immer den Vorzug, weil solches in der Regel nicht hart ist, und ein solches wird dazu erfodert. Findet sich dazu keine Gelegenheit und es ist ein Teich, See oder anderes Wasser vorhanden, so kann ein Schwemmcanal angelegt werden, wovon man eine Abbildung und Beschreibung in meinem Werk über die Schafwolle findet. Anmerk. An vielen Orten Thüringens hat man jetzt sehr schöne und zweckmäßige Anlagen der Art. §. 795. Es ist in jeder Hinsicht nützlich, ja nothwendig, die Schafe am Abend vorher, ehe sie gewaschen werden, einzuweichen. Man läßt sie zu dem Behuf entweder ein— mal durch den Canal gehen, während man dafür sorgt, daß das ganze Vließ gehörig vom Wasser durchdrungen wird, oder wo eine solche Gelegenheit nicht vorhanden, taucht man sie am eigentlichen Waschplatz so unter, daß das ganze Vließ bis auf die Haut vom Wasser durchdrun— gen wird. Dadurch wird der Schmutz erweicht und wäscht sich dann am Morgen, wo die eigentliche Wäsche beginnt, viel leichter heraus. f Kann man solche in einem fließenden Wasser verrich— ten, worin die Schafe in einem gemachten Verschlag mit Stangen eine Strecke den Strohm entlang ziehen können, so erspart man viel Arbeit. Man wiederholt das Durch— gehenlassen 2 bis Zmal, je nachdem die Wolle weniger oder mehr schmutzig. Im Wasser stehen auf einer Ent, ung be tuch, A ah sch ein cet in ein hub Lulchse Schafe einge Na ann an g tung gunfig Schse mf Jasen, ni. des Machts werden. Aumerk. Echur lomm inner Wüüt: Ulle — daschansit g Schafe in dhe ent dieß ing, cht hůtt if, i sech dazu ke te Wer ande Aincanal angel d Beschreiln det. hat man jet! l. ja noth wal waschen wen uf entweder nan dafür sang ser dütchdrunge nicht vorha z so untet ,! asser durchdn s etweicht l. gentlich Vit Aer ber n Verschlag ichn bu holt dat A Volk an af ele er fernung von 8 bis 10 Fuß auf beiden Seiten Männer, welche die Schafe drücken und gehörig unter das Wasser tauchen. §. 796. Auf eine ähnliche Art geschieht das Waschen, wenn man sich einer künstlichen Wäsche bedient. Geschieht es aber in einem Teich, oder an einem großen Fluß, wo das Durchschwimmen nicht anwendbar, so werden die Schafe einzeln aus der Hand gewaschen. S. 797. Nach der Wäsche, welche gewöhnlich früh geschieht, kann am Zten Tage geschoren werden, wenn die Witte— rung günstig; sonst oft auch erst am 4ten Tage. Die Schafe müssen nach der Wäsche auf der Höhe und auf Rasen, nicht aber auf fauligen Weiden gehütet, auch des Nachts in einem wohl gestreuten Stall untergebracht werden. Anmerk. Es verdient hier bemerkt zu werden, daß man die Schur nie eher vornehmen müsse, als bis die Schafe voll— kommen trocken, was unter dem Bauch und dem Hals immer am letzten geschieht. Auch muß ein guter Schäfer dafür sorgen, daß bei einzelnen Regenschauern die Schafe unter Dach kommen. §. 798. e Sic n Das Scheeren geschieht von in diesem Geschäfte geübten Leuten, mit einer eigenen Schafscheere. Dieses Instrument ist in verschiedenen Gegenden verschie⸗ den und unterscheidet sich vorzüglich durch die Länge sei— ner Schenkel. Offenbar haben die größern in jeder Hin⸗ sicht Vorzüge vor den kleinern. Die englischen Patent- — ————̃ 1 8 4 ö —. 7 scheeren, die so eingerichtet, daß ein Schneiden in die Haut dadurch unmoglich gemacht wird, scheinen doch zu complicirt, um allgemein werden zu konnen. §. 799. Bei der Procedur des Scheerens, nimmt jeder Scheerer ein Schaf vor sich, wahrend er auf dem Boden sitzt, schneidet zuerst die Wolle vom Bauch ab, bindet so— dann die Füße des Schafes zusammen und fangt nun an, vom Kopf das Vließ nach hinten zu so abzuscheeren, daß solches ganz bleibt. Man hat darauf zu sehen, daß die Wolle möglichst dicht am Fell abgeschoren, das Schaf nicht in die Haut geschnitten, am wenigsten aber mit der Scheere gestochen werde. Eine Verwundung, die sehr häusig gefährlich werden kann. Ein bloßer Schnitt scha— det selten, besonders, wenn man solchen sogleich mit Theer bestreicht, aber bei einem Stich muß man sorgfäl— tig die Wunde pflegen, weil leicht der Brand dazu schlägt. §. 80. Die abgeschornen Vließe müssen sorgfältig zusam— men auf eine Stelle getragen und keines soll von einander gerissen werden. Auf einen Tisch werden dann gegen 10 bis 12 Vließe uber einander ausgebreitet, so, daß die innere Seite des Vließes unten liegt, und dann von den Bindern vermittelst Wollschnure in würfelförmige Bunde zusammengebunden. Dieß ist unstreitig die beste Art die Wolle zu verpacken. Man bewahrt sie in diesem Zustande bis zum Verkauf in einem trocknen, aber nicht zu sonnigen Zimmer auf. Alle Locken und schmutzigen Theile der Wolle müssen gesondert werden und kommen ö tin die wocknet le füt, Nan bat an da Ii die Mau Was! c don eil as Veit deen bene lach Steine sachsek dan an Mittel Daß der Et hoch wird der Metino mößig we lacht berge ann man ß eigen Ga Ein D tach lahüußt big Suu c tide; i die einen dic y . nimmt p uf dem Bohn ab, bindet fe fangt nun n scheeten, da en, daß di dis Schr r aber mit! ng/ die fh Schnitt st. sogleich g g man fail o dazu säge gfaltig zue hon einash dann gehe et, so/ und dant bah würfelforng ati die heft sie in dieseh aber nit d chte a0 Komme nicht in die Bunde, sondern, nachdem sie gewaschen und ge⸗ trocknet, in Säcke. Derselbe Fall findet mit den Putzlocken statt. Man erhält dieselben, indem man im Frühjahre, be— vor man das Vieh austreibk, die Schwänze abscheert, um die Verunreinigung der Wolle zu vermeiden. d 801. Was nun die Quantität der Wolle anlangt, wel— che von einer Schäferei erfolgt, so läßt sich darüber et was Bestimmtes gar nicht angeben. In Sachsen und andern benachbarten Gegenden berechnet man die Wolle nach Steinen, jeden zu 22 Pf. Leipz. Gewicht. Man rechnet dann 7 bis 11 und 12 Stück auf einen Stein. Im Mittel aller Sorten also 9— 1% Stück auf 22 Pf. Daß der Ertrag ungleich höher seyn konne, ist gewiß, doch wird er bei der leicht? aber feinfelligen Gattung der Merinos und auf Schäfereyen, wo man verhältniß— mäßig mehr Mutterschafe als geltes Vieh hält, nicht leicht beträchtlicher seyn. Nach meinen Beobachtungen kann man von den verschiedenen Sorten und Geschlech⸗ tern einzeln etwa folgenden Ertrag annehmen: Ein Bock kann von 4— 8 Pf. — Mutterschaf— 125— 4— — Hammel—3— 4— — Jährling— 11— 3— Ein Lamm v. 4—5 M. 2— 2— Daß das Alter der Schafe hierin einen bedeutenden Unterschied macht, versteht sich von selbst, so wie es überhaupt gewiß ist, daß über dergleichen keine bestimm— ten Gesetze aufzustellen sind. Sturm's Pandw. I. 3, 36 2 de 802. 2 Mastung. Auch diese Benutzungsart kann in vielen Fällen sehr vortheilhaft seyn. Was von der Theorie derselben oben beim Rindvieh bemerkt worden, findet im Allgemeinen auch hier statt. Man kann die Mastung der Schafe be⸗ treiben: a) Auf der Weide. b) Im Stall. §. 803. Weide mast. So wie beim Rindvieh, so wird auch bei den Schafen zu einer Fettweide die beste und üppigste er⸗ fodert. Sie kann aus verschiedenartigen Grundstücken bestehen, wenn sie nur so viel Nahrung hinreichend ge— wahrt, als zur Ausmästung der Schafe erfoderlich ist. Selbst weniger gesunde Triften, wenn sie sonst nur nahr⸗ haft genug, konnen dazu gebraucht werden. Von der Güte der Trift und der Neigung der Schafe hängt es ab, ob sie in längerer oder kürzerer Zeit fett werden. Gewöhnlich pflegt man die Einrichtung so zu treffen daß die Mast mit dem Herbste beendet i Ist Weide aber sehr gut, so kann man darauf auch zweimal in einen Sommer fett weiden. Ueber den Werth einer solchen Weide wird zwar im II. Thl. ausführlicher ge— schrochen werden, doch will ich hier nur bemerken daß solcher nach der Lokalität sehr verschieden ist. Im besten Fall zahlt man für den Sommer pro Stück etwa 16 gr. aud es sil ö e Keforde Nate i d 0 In 9 pars. 5 00 alche ann om an Delli gemeil An oben 9e — 363— und es sind auf ein Schaf etwa z, oft auch nur 2s Mor— 1 gen erforderlich. in Fillen sch 10§. 80g. dersehen ghes Stall ma st. U 91—** 2 u Mzemeine Diese kann in verschiedenen Fütterungsarten be— der chf stehen, und zwar: 0 a) In gutem Wiesen;, Klee-, Luzern, Es- parsett- und Wickenheu. Geltes Vieh, welches schon gut von der Weide auf den Stall kam, kann bei hinreichender Menge dieses Heues voll— kommen ausgemästet werden. Besonders wenn man dabei trübes Saufen giebt, d. h. Wasser mit zuch bei in Oelkuchen oder Getraideschrot vermischt, was un— üppigste gemein auf Ansezung des Talg's wirkt. Grundscüche f An Heu gab ich in der Regel 22 Pf. und so pinrischend ge viel Stroh, daß die Schafe nur das beste daraus erfoderlich it. fraßen. Unter das Saufen rechne ich auf 30 Stuck ont sur naht tägl. 2 Berl. Metzen, Erbsen- oder 3 Metzen Gerst— n. Von dee schrot. afe hängt z§. 803. fett werd, b) In Wurzelgewächsen. Wenn wir aus f 1 o zu tf oben angefüheten Gründen eben nicht für Wurzel— f N . J de gewächse als allgemeine Fütterung für Schafe sind, auch zweimal so leisten doch solche bei der Mastung sehr gute 0 Perth einer Dienste in Verbindung mit etwas Heu oder Kör— 1 lch nern. Als ein vorzügliches Mastungsfutter haben 17 perlen/ d. wir Runkelrüben in Verbindung mit etwas In heft Gerste gefunden. Hammel von besonderer Größe nahmen bei einer Fütterung taglich von 3 Pf, Run— an 10 l. 0 8 — 364— kelrüben 1 Pf. Gerste und etwas Heu und Stroh sehr gut zu und wurden fett geschlachtet. Anmerk. Bloße Körnermast dürfte bei Schafen wohl kaum mit Vortheil an zu wenden seyn. Wenigstens scheint sie allein unökonomisch, es sey denn, daß man die Körner stark mit Hechsel vermischt. Die Hechselfütterung des Herrn Petri hat viel Aufsehen erregt, sie konnte es aber nur da, wo man sie noch nicht kannte— Bei uns war sie indeß nicht neu. §. 806. e) In Branntwein sp ülicht. Unter allen Arten der Mast scheint mir diese die zweckmäßigste, weil man bei derselben die Schafe zu einer Zeit mit Vor— theil fett machen kann, wo sie am höchsten im Preise stehen. Auch gelangt man dadurch sehr schnell zum Ziel. Daß man dabei noch etwas Heu und Stroh füttern müsse, versteht sich von selbst. Auf einen Hammel mittlerer Größe giebt man etwa täg⸗ lich 10 Berl. Quart Spülicht u. 1 Pf. Heu und 1 Pf. Stroh. a §. 807. Bei der Mast der Schafe und Hammel dürften, so wie bloß von der Stallmast die Rede ist, folgende Punkte zu bemerken seyn: 1) Am vortheilhaftesten ist es offenbar, die Hammel und Schafe erst gegen den Monat Januar oder Februar zur Mast auf zu stellen, damit sie gegen den April fett werden, zu einer Zeit, wo sie am seltensten sind, also am besten bezahlt werden. 2) Vier Wochen, oder doch wenigstens einige Zeit vor Vollendung der Mast, muß man das Mastvieh scheer Nel such futze Apherk, scht ell dung, Mrfab ff di sccht gef indem licht suche 9. Ed Die! SEchäfttei Falen! u satz der Ee Rabel g Verkauf n. focken, un zu berechne st geiz, a, o falt der Echiteer fänger Aanzen ge keelläht eu ud Euch fel. sen wohl kun ens scheint se nan die Korner ffütcrung de konnte es aber Bei uns war ss et allen Arth ͤßigte, i Zeit mit Ju; ten im uf sehr schl was Heu ul selbt. Auf nan etui Heu und 1 durften, gende Pur die Hamel anuat odet it ste gegel 10 sie af erden, enge gel 1b Rafi „ 38 scheeren, indem sie auf diese Art in der letzten Zeit weit besser an Fleisch und Talg zunehmen, auch hat man den Vortheil dabei die Wolle zu be— nutzen. Anmerk. Was übrigens von dem Rindvieh in dieser Hin— sicht erwähnt worden, findet auch auf die Schafe Anwen— dung, sowohl hinsichtlich der Auswahl der Thiere, als des Verfahrens. Bei hochedeln Schäfereien wird indeß selten auf die Mastungsfähigkeit, sondern mehr auf Wolle Rück— sicht genommen, und deßhalb ist auch bei uns die Schafmast, indem man sich mehr nur auf Märzvieh beschränkt, nicht so wichtig, als in England. Ueber die dortigen Mastungsver— suche s. Thaer Einleitung u. s. w. III. und Culley in g. Schft. §. 808. 85. Zu z uch t. Die Zuzucht kann namentlich bei einer veredelten Schäferei höchst bedeutend werden, indem solche, in Fällen, wo man viel Lämmer ziehen kann, und der Ab— satz der Schafe und Böcke leicht möglich, oft die Haupt— Revenü gewährt. Diese Revenü entsteht aus dem Verkauf von noch brauchbaren Mutterschafen, von Zucht— böcken, und selbst von Lämmern. Wie hoch solche indeß zu berechnen, läßt sich allgemein gar nicht angeben, doch ist gewiß, daß in vielen Schäfereien, besonders in Fäl— len, wo man viel Mutterschafe hält, diese Einnahme selbst der aus der Wolle, gleich kommen kann. Auf Schäfereien, wo man nicht die Gelegenheit hat viele Lämmer zu ziehen, rechnet man etwa ein Drittheil der ganzen Heerde auf Mutterschafe, und in diesem Falle verbleibt allerdings zum auswärtigen Verkauf weniger ...—— 2 übrig, als da, wo der größte Theil der Heerde bloß aus Mutterschafen besteht. So verschieden wie diese Verhältnisse, eben so verschieden sind die Preise des Schafviehes, theils nach dem Maaßstab ihrer Güte, theils nach dem Local-Verhältnisse. Alte Schafe, welche man vier oder fünfjährig verkauft; wovon also mit Vortheil noch mehrere Lämmer gezogen werden konnen, kosten von 3 bis 20 Thaler und mehr. Böcke, welche man mit 2 Johren am besten zu verkaufen pflegt, von bis 30 Thaler und mehr. 0 Anmerk. Vey dem jetzt regen Eifer für die allge— meine Veredlung der Schafe, ist der Extrag aus der Zufucht bei manchen Schäfereien sehr bedeutend gewe— sen, der sich in der Folge aber wohl zum Theil ver⸗ lieren dürfte. d. 809. N In frühern Zeiten gewährte diese einen nicht un⸗ bedeutenden Ertrag auf manchen Schäfereien, neuerer Zeit aber nachdem die Veredlung eingetreten, hat man diese Benutzung, als der Wolle schädlich, mit Recht beschränkt oder ganz aufgegeben. Nur in Gegenden, wo die Weide ungemein nahrhaft, und wo man eine Gattung Schafe hält, die sich mehr zur Milchproduction hin— neigen, hat man diese Revenü noch beybehalten, wie z. B. in Ostfriesland, Holland und mehrern Gegegen— den der Nordsee; doch wenn auch dieser Ertrag bei in der sonst gewöhnlichen einer veredelten Schäfere Art nicht statt finden gau so wird es doch sehr nütz⸗ 1 lich seyn, selbst die feinsten Schafe 8 bis 14 Tage lang, sachden! wen al clioht /d ie le / N Aang bel gläcet O adete und 1 dei gell. Tikr enge be it 2 un fan font der Pee Sue dacht ger Nach Anmer gar 9 1 uc, 0 Aageigeg r Hetze f nachdem die Lämmer entwöhnt, zu melken, indem dadurch, dden wie diet wenn auch nur ein unbedeutender Gewinn an Milch die Preise dez erfolgt, doch oft bösartige Erhärtungen der Euter ver— b ihter Gut, mieden werden. Der Ertrag in diesem Fall ist so unbedeu— Schaft, welt tend, daß er keine besondere Berücksichtigung verdient. won ao§. 810. 5) Dün ger. Der Dünger ist ein gewiß sehr wichtiges Erzeug— niß der Schäferei. Wenn man auch zum Theil behaup— tet hat, er stehe den übrigen Arten von Dünger nach, so hat doch die Erfahrung das Gegentheil gelehrt. Man werden konne 2* 14 Böcke sbelch bon N* 95 eh Pflegt 1 U0 für die al n 2 8 i 5 115 kann vielmehr behaupten, daß der Schafdünger in bedeutend zu gleicher Quantität aufgefahren, mehr leistet, als jeder zum Thil! andere und nicht weniger anhaltend im Boden ist. Der Ertrag des Düngers läßt sich auch hier, wie bei den übri— gen Thierarten, am besten nach dem verfütterten Futter und Stroh bestimmen. Wenn man beides der Pfundzahl nach inen nicht ul. 5 33 5 i i 5 mit 2 multiplicirt, wird man hier der Wahrheit am näch— sten kommen. Der Hordendünger ist sehr abhängig von der Weide und andern Umständen, doch kann man be— quem rechnen, daß 1900 Stück Schafe 2 M. M. in ei⸗ ner Nacht sehr gut düngen köunen. ch, feueter Hat man dat cht beschrin en; wo d eine Gatfu N 70 5 8 i Anmerk. Uebrigens nüßt das Schaf nach seinem Tode noch od ücklon hi gar sehr durch manche Producte und ist daher auch aus gehalten, we diesem Grunde für ein sehr wohllhätiges Thier zu halten, r Allgemeine Bemerkungen uber die Schafzucht. Als Nachtrag zu diesen wichtigen Theil der Vieh— zucht, wollen wir hier noch folgende Gegenstände im All; gemeinen berühren. Sie betreffen: rern Gegegeh er Eittag l. gewöhnliche 10 schr fuß 14 Tage lh n— 368— 11605 1) die Schafhunde. Wie viel von der Güte und Be— 1 schaffenheit derselben abhänge, weiß jeder Schäfer, 0 aber nicht jeder versteht einen Hund so abzurichten, 1 0 wie er zu diesem Gebrauch abgerichtet werden muß. g Vor allen Dingen kommt es hierbei auf die Rage 1 an, indem von dieser die Gelehrigkeit und Nei— 1 gung einzig und allein abhängt. Auch die Farbe, 10 6 ob sie schon weniger wesentlich, ist doch nicht ganz 1 gleichgültig. Helle, vorzüglich weiße Farben, zieht man immer besonders der schwarzen vor. Die Ab— richtung der Hunde ist eine Hauptsache und je bes— 0 ser diese gelingt, desto brauchbarer wird und ist der Hund. Außer der gehörigen Thärigkeit und Ge— schicklichkeit des Hundes, muß solcher besonders auf 0 0 der einen Seite die Heerde in Respekt zu erhalten wissen, auf der andern aber durchaus kein Schaf gefährlich beißen. In diesem Fall, was oft bei den sonst besten Hunden geschieht, müssen ihm die Hundszähne ausgebrochen werden. 1 1 8888 15 2) Auch die Einrichtung des Hordengeräths verdient die Aufmerksamkeit des Landwirths. Man theilt solche in Feld- und Stallhorden ein. Die er⸗ stern dienen beim Pferch und werden bloß von Lat— 5 b ten zusammen genagelt. Die letztern werden förm— lich verbohrt und enger gesproßt und dienen um Abtheilungen im Innern des Stalles zu machen. Man unterscheidet gewöhnliche Horden, Kauhorden und Schoßhorden. Veto Schaf Meth selbt lng fon dutch Anmerk Vert —— Güte un de scher Shift 0 ahguriche §. 813. 3) Unter allen Zweigen der Landwirthschaft erfodert vielleicht keiner mehr Aufmerksamkeit von Seiten 5 b werden fuß des Wirthschafters, als die Schäferei, besonders guf die Nag eine aus Merinos bestehende. Der Betrug, wel— feet und N cher hier so oft statt findet, kann nur durch immer— uch de duch währende Aufsicht des Herrn zum Theil vermieden och ficht gu werden. Besonders betrifft dieß das Zeichnen der Zuber, zich Schafe. Man hat in neuern Zeiten eine Menge or. Die N Methoden als untrüglich vorgeschlagen, aber keine, he und je hes selbst nicht die von Hubert vorgeschlagene Bezeich— d und is de nung durch Punctirung in den Ohren, gewährt voll— eit und h. f kommene Sicherheit. Vielleicht ist eine Bezeichnung besondets a durch Ohrenzeichen noch immer die sicherste.— kt zu halten Anmerk. Mehr uber Schafzucht in den oben berührten 16 fen Ef Werken. wat ost be§. 814. ässn im die e s a Zu den Thieren, welche durch ihre Haare nützen, gehören, wiewohl nicht allgemein verbreitet, noch fol— ichs verdiet gende: Man ghet 1) Die Angorische Ziege(Capra Angorensis). ein, Dee et; Sie ist hier und da in Teutschland angepflanzt wor— 0 un kat, den, jedoch nur mit geringem Erfolg. aden fort 2) Die Thibetanische Ziege, neuerlich nach dienen in Frankreich verpflanzt. Noch ist die Erfahrung über ihre Brauchbarkeit zu neu, um etwas Bestimmtes darüber sagen zu können. 3) Der Seiden hase(Lepus Cuniculus An- zu mache. Horden 1 gorensis). Sein Haar ist geschätzt und sein Er⸗ trag nicht unbedeutend, doch ist er mehr für kleinere Hauswirthschaften, als für große Oekono— mien geeignet. Viertes Capitel. Schweinezucht(Schlacht vieh). K 81 Auch das Schwein gehort unter die ältern Haus⸗ thiere. Es findet sich in allen Theilen der alten Welt und scheint in Indien seinen Ursprung zu haben. Von Europa aus wurde es nach Amerika verpflanzt, wo es, wie andere Hausthiere, zum Theil wieder verwildert ist. Der Stammoater desselben, nämlich das wilde Schwein(Sus scrofa), sindet sich noch in vielen Gegen— den Teutschlands und es ist keinem Zweifel unterworfen, daß unser Hausschwein(Sus scrofa domesticus) von ihm abstammt, und nur durch Cultur und durch äußere Einwirkungen zum Theil von diesem sehr verschiedene Formen angenommen hat. Anmerk. Die Naturgeschichte lehrt zwar noch mehrere Gat— tungen kennen, doch sind solche so wenig hierher gehörig, daß wir derselben nicht erwähnen. S. Oken, Naturge— schichte u. s. w. §. 816. Von Natur gehört das Schwein dem humosen, feuchten und sumpfigen Boden an. Auch finden wir bei dem wilden und zahmen, daß sie sich an dergleichen Or⸗ ten am liebsten aufhalten. Aus folgenden naturgemäßen Gründen für dae J betle 7 Ne lungen f aten Schwe Di st das! komens fe, f zahlen d sche u. de agen 00 etz t und fin tz, er naht sit droße Oekong tie h). Altem Haut der alten N haben. W. izt wo e betwildert f, ich das wil w bleken Gehe, L unterwofeh gesticus) d durch auf berschiedl b mehrere el hierher geholig, en, Malurge en bun gehn de sutlcge a N Gründen kann man diesen Boden als eigentliches Element für dieses Thier annehmen, nämlich: a) verlangt die Natur des Schweins, wegen der hitzi— gen, juckenden Haut eine häufige Abkühlung, die es hier sich am leichtesten, und leichter als im eigentlichen Wasser, in welchem es wegen seines nicht angemessenen Baues unbehülflich ist, ver— schaffen kann. b) Alle Nahrungsmittel, welche dem Schwein im na— türlichen Zustand am meisten zusagen, als Wur— zeln von verschiedenen Sumpfflanzen, Jusekten und deren Eier und Larven, finden sich nur in diesem Boden. Anmerk. Man kann wohl auch behaupten, daß die Schweine— zucht in allen mehr tiefen als hohen Gegenden vollkomm— ner gedeiht, wie die allgemeine Erfahrung lehrt. d. 817. Verschiedene Ragçen der Schweine. Wenn wir von den bisher abgehandelten Thiergat— tungen keine bestimmte Urrage nachzuweisen im Stande waren, so können wir es hier durch das wilde Schwein. Dieß gilt uns also für die Urrage; der Gegensatz ist das vollkommen domesticirte Schwein unter den voll— kommensten, seiner Natur ganz entsprechenden Bedingun— gen, nämlich in der Tiefe erzogen und ausgebildet. Wir zahlen dahin das ostfrießländische, holländi⸗ sche und ähnliche. Die dritte, oder Mittelrage, ist die eigentliche Höͤhenrage, mehr auf trocknem Boden ge— — * Ide N 5 FAR ip ns„ 7 bildet; wir rechnen dahin die Thüeinger und viele andere, — ä—— Wahrend also das wilde Schwein den ihm zusagen— den Boden wählt, bleibt es sich auch aller Orten ziemlich gleich in der Form, während aber das zahme den Auf⸗ fenthalt nehmen muß, der ihm angewiesen wird, bildet sich seine Form nach Verhältniß desselben aus. §. 818. Auf Taf. IV. wird man die unterscheidenden Merk, male wahrnehmen. f Fig. 1. stellt das wilde Schwein dar. Der Cha— rakter desselben zeigt sich in seiner ganzen Form. Eine gewisse Dreistigkeit und Wildheit zeichnet dasselbe aus. Der Korper ist kleiner, aber stärker und muskulöser als bei den durch Pflege und Wartung gezähmten. Fig. 3. stellt gerade den Gegensatz dar. Der Leib ist lang und gestreckt, die Beine höher, der Kopf länger, die Ohren hängend und schlaff. In allen seinen Theilen zeigt es den Charakter eines Tiefenthier's, wozu es mit Recht zu zählen ist. Fig. 2. ist der Gegensatz, nämlich das Höhenschwein mehr auf trockenem als sumpfigem Boden erzeugt. Es stellt das Mittel zwischen dem wilden und vollkommen domesticirten dar. Seine ganze Gestalt neigt sich eben so viel zu dem einen, als zu dem andern hin. Es ist daher als Mittelrage an zu nehmen. §. 819. Gewöhnlich benennt man die Ragen nach dem Va, terlande. Am gesuchtesten sind in Teutschland: die Un⸗ garische, Böhmische, Bayerische, die Thü— ringer, Westphälische, Meklenburger und sehtkte a satstandeh ther b cht pied, in we lachen usb! fang in Bel Innerk. seleste lolden. die fra fung ch Von ben, Cie; Ace sie au Fidung d ken seyn;! bangen schl stefe Oker schs fit, Jen ober! das Scheel den, daß se hon all fa sf, Das saheit der in Ehel 10 6 ü 3 ihn zugt Orken zunch ahne den Ju mehrere andere, die durch verschiedenartige Kreuzungen entstanden sind. Vielleicht kommt es bei keinem Haus— thier so sehr darauf an, daß es in dem Erdstrich cultivirt id, fin wird, in welchem es geboren ist, indem bei seiner körper— 1 lichen Ausbildung ganz vorzüglich die climatische Einwir— kung in Betracht kommt. erden Na Anmerk. Außer den eben genannten Ragen sind in den neuesten Zeiten noch folgende in Teutschland verbreitet worden, nämlich: die kleinern schwarzen Merinoschweine, die krausen Sirmischen Schweine und die kleinste Gat— Jul. Ein tung chinesischer Abkunft. dasselbe gut t. Der Cha U 9 uskuloser ih Von den äußern Kennzeichen der Schweine und dem Alter. . Eine zur Zucht brauchbare Muttersau, von welcher b. Der ki Rage sie auch sey, soll nach Verhältniß der allgemeinen Koßf lim Bildung dieser Rage möglichst lang gestreckt in den Sei— seinen Thelen ten seyn; kurze Beine, ein spitzes Kreutz, langen Kopf, pogu es it langen schmalen Rüssel und breite, mehr hängende als steife Ohren haben. Besonders sieht man noch auf mög— Hihenschues lichst feine, kurze Borsten und auf eine große Menge eugt, 8 Zitzen oder Späne am Bauche. Denn je mehr derselben ö vollkomng das Schwein hat, desto mehr Vermuthung ist vorhan— 1 t ssch eben s. den, daß ste viel Junge werfen werde. Außerdem soll. ö Cs itt baßet sie von allen Korper- so wie von Temperamentsfehlern 0 0 frei seyn. 1 s. 821. 0 8 10 den 5 Was im Allgemeinen von der körperlichen Beschaf— 11 7 de l fenheit der Muttersau gesagt worden, findet auch auf 0 1 den Eber, Kempe ader Hackisch Anwendung— 10 115 Auch er soll bei der erfoderlichen Körperbildung zwar 1 dreist und feurig, keines Wegs aber von wildem Tempe, rament seyn. N §. 822. tern Man hat meines Wissens noch nirgend etwas Be— stimmtes über den Zahnwechsel des Schweines angege— ben, deßhalb finde ich für nöthig, das Wesentlichste da⸗ von hier zu bemerken. Das Schwein hat im Ganzen 44 Stück Zähne. Die Milchzähne brechen alle mit dem Zten Monat hervor, die Eckzähne des Hinterkiefers kommen, wie die andern Zähne, gleich nach der Geburt, die Eck— zähne des Vorderkiefers im dritten Monat. Die Schnei— dezähne wechselt das Schwein mit 2 Jahren, die Eck; zähne des Hinterkiefers mit 6 Monaten und die Eckzähne des Vorderkiefers im dritten Jahre. Uebrigens ist zu bemerken, daß die Erkennung des Alters an den Zähnen bei den Schweinen nur schwer anwendbar ist, daher man sich mit andern Zeichen besser bekannt macht. §. 823. Zucht der Schweine. Die Erfodernisse eines guten Zuchtschweins und ei— nes Ebers sind in den vorhergehenden§§. angegeben wor— den. Hinsichtlich der Gattungen hat man bei jedem be⸗ deutenden Schweinestand: Eber, Zuchtsauen, ge— schnittene Mutterferkel(Gülz), geschnit⸗ tene männliche Ferkel(Borg), letztre beide auch Faselschweine genannt, und Saugferkel. Die Zeit, wenn eine junge Sau mit Vortheil zur Begattung ge— lassen werden kann, ist nicht allgemein zu bestimmen, el in det faucht el fine ot sun Eber! sascg, sol Bal g sheilhatet, fa so/ d in Shaätson nd 7e J seh und fe 10 bi 17 0 oft ne hen Rag schl anreh Mes 4 Vochen hewöhnlich in besen, arg woe Beh Ahe bung lber fit de Junge 0 Junge 0 sech vilden dine ud etwas Be seiges angege esentlüchse da in Ganzen 4 init dem Iten efets kommen, hurt, die Ech Die Schnel en, die kh die Eckzihy brigens ist z in den Jahn ar it, dahek nacht. weis und! gegeben wol bel j den be tsallell, ges geschn 110 1 büͤdt auß fel. De pegatung de u tei 2 — 3735— weil in der Jugend gut genährte Ferkel fruher dazu ge⸗ braucht werden konnen, als kümmerlich erzogene. Erstre können oft ohne Schaden nach vollendetem Isten Jahre zum Eber gebracht werden, doch ist es auf jedem Fall besser, solches erst mit 12 Jahre des Alters zu thun. S. 824. Bei guter Pflege der Sauen ist es unbedingt vor theilhafter, sie im Jahre zweimal werfen zu lassen und zwar so, daß der erste Wurf gegen den März, der ꝛte im Spätsommer fällt. Man kann die Sau bis ins te und Fte Jahr zur Zucht gebrauchen, dann schneiden las— sen, und noch als Speckschwein mästen. Die Sau trägt 16 bis 17 Wochen, selten länger, und wirft 4, 6 bis 20, oft mehrere Ferkel. Im Durchschnitt kann man bei guten Ragen auf jeden Wurf 6 bis 8 Stück als Mittel— zahl annehmen. Jedes Mutterschwein muß während den letzten 3— 4 Wochen ihrer Trächtigkeit besser gefuttert werden, als gewöhnlich, damit es ihr später nicht an Milch fehle. Am besten giebt man ihr Mehltrank oder etwas gekochtes Korn, was bei allen Thieren stark auf die Milch wirkt. §. 825. Vorsicht beim Werfen. Bevor die Sau wirft muß man sie in eine eigene Kove bringen und ihr eine weiche Streu machen, doch aber nicht zu viel Stroh einstreuen, weil sie sonst leicht die Jungen erdrückt. Beym Werfen selbst ist es gut die Jungen, so wie sie von der Mutter sind, einzeln weg zu nehmen und erst dann wieder zur Mutter zu thun, . 576— wenn sie sämmtlich da n Auch muß man Vorsicht brauchen, daß die Mutter die Nachgeburt nicht fressen kann. Ferkel an fremde Mütter zu gewöhnen, kann oft ge vortheilhaft seyn, ist aber immer mit Schwierigkeit ver— bunden. Sollten die Mütter die oft vorkommende üble Gewohnheit haben, ihre Jungen zu fressen, so gebe man selbigen einige Tage vor dem Werfen einen Hering, oder etwas Schwarte von geräuchertem Sch weineschinken zu fressen, wodurch ich dieses Uebel öfters geheilt habe. Daß die fäugenden Mutter eine nahrhafte Kost er, halten müssen, bedarf keiner Erwähnung. Man gibt taglich einige Pfund Gerst,, Korn- oder Bohnenschrot in einem dicken Trank nebst dem gewöhnlichen Futter. Im Sommer konnen sie selbst grünes Futter erhalten, wo— von der gemeine Gartenfallat Lactuca sativa) eines der besten ist. §. 82 Aufzucht der. Gewöhnlich läßt man die Ferkel 5 bis 6 Wochen saugen; eine längere Zeit ist nicht rathsam. Dabei ist es sehr vortheilhaft, wenn die Ferkel schon nach 3 bis 4 Wochen ihres Alters allmählich an das Futter gewohnt werden. Hat man einen dazu eingerichteten Stall, so können sie dicke Milch, Buttermilch oder Molken erhal- ten, so daß die Alte nicht dazu kommen kann; sonst sondert man beide wohl auch taglich ein oder zweimal ab. Wenn die Ferkel von der Mutter entwöhnt sind, müssen sie in den ersten Wochen eine besonders nahrhafte Fütterung erhalten. Dazu dient am besten Mehlsaufen, ftr abe Wenn sie fe diele aan gißert G0 f daher Nered Echweinen ger mani hozlglich fosst Ae fit aasand Jeschaften 0 kaun e eier, 1 ein Umm dieß eipe hakt u gelun fiechnu Unmerk. ende Nude Ech Mall funge Sup z an Wucht i nicht frese fa/ Fang of. wienigkeit vet, 5mmende üble h so geh einen Heting weineschinke geheilt habe chaste Kost et Man gibt ohnenschtot. ichen Funk erhalten, ke Sativa) fick bis 6 Woch , Dabei nach 3 bie, utter geveßt 1 Ell/ so Molten ethal aun; solf. 1 wäalch atwehnt seh ders luschate 9 gufch/ e später aber Körnerfutter von Gerste, Erbsen u.. b Wenn sie erst 3 bis 4 Wochen entwöhnt sind, können sie dieselbe Fütterung erhalten, die man auch den übri— gen größern Ferkeln reicht. §. 827. Veredlung der Schweine. So wie alle Thierarten nach Zeit und Umständen einer Veredlung fähig sind, so ist dieß auch mit den Schweinen der Fall. Die Rücksichten hierbei sind weni— ger mannigfaltig, als bei andern Thieren, da es hier vorzüglich auf eine große Masse Fleisch und Fett an⸗ kommt und auf die Neigung diese beiden Eigenschaften mit einander zu vereinigen. Da nun diese beiden Ei⸗ genschaften selten in einer Rage sich vereiniget finden, so kann es oft sehe vortheilhaft seyn, durch Kreuzung zweier, eine neue veredelte Mittelrage hervor zu bringen. Um dieß zu bewerkstelligen muß man solche Ragen vor⸗ züglich paaren, wovon die eine mehr zur Fett- die an— dere mehr zur Fleischproduction geneigt ist. Auch können dergleichen Paarungen nach Verschiedenheit des Körper— baues vorgenommen werden. Sehr vortheilhaft ist uns eine Paarung der sirmischen mit dem champagner Schwei— nen gelungen, die sich sonst in ihren Eigenschaften und Körperbau fast entgegen stehen. Anmerk. Meines Bedenkens hat man in den meisten Ge— genden Teutschlands bisher noch viel zu wenig für die Verbesserung der Schweineragen gethan, weil man das Schwein immer zu viel als Nebensache betrachtet hat. f Vielleicht werde ich bald Gelegenheit haben mehrere Kreu— zungen dame anzustellen, Sturm's Landw, I. 2, 37 — „„ §. 828. Von der Wartung und Pflege der Schweine. Wie in dem Vorhergehenden handeln wir hier: 1) Vom Stall. Bei einer irgend bedeutenden Schweinezucht ist es jeder Zeit vortheilhaft ein eigenes Schweinehaus zu er— bauen. In diesem, welches trocken und gelegen seyn muß, sind folgende Abtheilungen erfoderlich: a) Koven für Muttersauen. Diese werden so angeordnet, daß sämmtliche Muttersauen auf ei⸗ ner gemeinschaftlichen Diehle fressen, oder was ich für besser halte, jedes Schwein erhält seinen eige— nen Trog in der Kove. Sie müssen so geräumig angelegt werden, daß jede Kove 40 bis 48 Osuß Raum erhält. Einige von diesen Koven sind für die Eber bestimmt. b) Cen Stall für die größern Ferkel nebst Futter— diehle. Man rechnet hier auf das Stück 6 UI◻fuß. c) Ein Stall nebst Futterdiehle fur Absetzferkel, wo 4—42[⁰fuß p. Stuck hinreichen. Außer diesen Abtheilungen muß das Schweinehaus, welches so einzurichten, daß es möglichst reinlich gehalten werden kann und alle Flüssigkeiten abfließen können, noch einen hinreichenden Spreuboden und Raum zu Fut⸗ tervorräthen erhalten. §. 829. 2 Ernährung. Im Sommer können die Schweine, wie die übri⸗ gen Hausthiere, auf der Weide erhalten, oder im Stall * fütett derung/ se aft d 1. detgl. a1 fia daher Vie b de! Nabe, Cagland ww d un da düch den death gez Anek. Auf Vesicht b. dus sonst lem hat d Vuset ko daß se in nder hren J Ell the fit Wolke bun Kran ad Nack sibst Gele wah, beine. wit hiet: nezucht ist z ehaus zu et ) gelegen ey b: se werden f. sauen auf! oder was i lt seinen eh n so geränsg bis 48 Ui Toben sud fl fast Fuktet, Stück b ß hsezferkel, ichweinehn mͤlich geßate sichen önnen aum zu Jul „ gefüttert werden. Die passendste Weide ist eine Nie- derung, so wie Brüche und morastige Gegenden, wo sie außer den ihnen zusagenden Wurzeln, noch Insekten u. dergl. in hinreichender Anzahl finden. Aber selbst auf Höhenboden können die Schweine mit Vortheil mit anderm Vieh zugleich geweidet werden, z. B. auf Ra— sen, der Brache, den Stoppeln und den abgeeenteten Rüben?, Kartoffel-, Erbsen- und Bohnenfeldern. In England werden sie selbst auf künstliche Weiden gebracht, und um das Wühlen zu verhindern, wird jedem Schwein durch den Knorpel des Rüssels ein Ring von Klavier— drath gezogen. Anmerk. Dieses Verfahren verdient Nachahmung. §. 830. Auf der Weide müssen die Schweine durchaus mit Vorsicht behandelt und dürfen nicht erhitzt werden, wor— aus sonst sehr gefährliche Krankheiten entstehen. Vos al— lem hat der Hirt darauf zu sehen, daß sie öfters an das Wasser kommen, um zu saufen und sich abzukühlen, und daß sie in den Mittagsstunden im Schatten, nicht aber in der brennenden Sonnenhitze ruhen. §. 831. Im Sommer werden die Zuchtschweine auf dem Stall theils mit Abgängen aus dem Haushalte, theils mit Molken, Spreu, Jätegras, theils mit Blätteen von Kraut, Rüben, Sallat, theils endlich mit Klee und Wickfutter genährt. Hinreichendes Wasser, so wie selbst Gelegenheit sich zu schwemmen, ist dabei sehr er— wünscht. U f f 5 0 ö. 580— 0 Im Winter erhalten diese Thiere in der Regel die⸗ 1 100 selbe Fütterung, wenn sie nicht eigentlich gemästet wer— 0 166 den. Statt des Grünen brüht man Spreu, und mischt wohl Melken, saure Milch u. dergl. hinzu. Bei Brau- 10 und Brennereien bedient man sich der Träbern und des 8 5 Spülichts. Letzteres soll indeß nach vielen Beobachtun— 6 gen, säugenden Muttersauen nicht vortheilhaft seyn. 10 Anmerk. So wie überhaupt die Schweinezucht am vortheil— n haftesten, wenn sie mit Abfällen betrieben werden kann, so ist dieß insonderheit bei Brau-, Brennereien und Stär— kefäbriken, so wie bei großen Melkereien der Fall. N L. 832. 1 Nei nach eik. Zwar können die Schweine nicht, wie andere Haus— 1 0 thiere, geputzt werden; doch lieben sie die Reinlichkeit 19 nicht minder und gedeihen ohne dieselbe nie. Im Stall verlangen sie häufig eine reine Streu und öfteres Aus— misten. Außerdem aber müssen sie im Sommer entwe; „ der in eigenen Schwemmen, oder in andern reinlichen i Wasser gebadet werden. Die Erfahrung, welche Mä— 0 ster darüber angestellt haben, sprechen entschieden für die— 100* 10 ses Verfahren. Anmerk. Wo die Schweinezucht in irgend einer Aus— dehnung betrieben wird, sollte man in der Nahe des Schweinehauses immer eine gehörige Schwemme haben, die überhaupt für alle Thiere nützlich ist. f§. 833. 8 g 3) Die gewöhnlichen Krankheiten. 2) Von den äußerlichen. Dahin zählen wir: 17 Ai e d ohne Diese Krankheit ist ein Hautübel; was bei jun— gen Schwe in eincgrt ind, len gaze Obe gage Hal bak dier gen und k fen. Aut der Behar bah Hafer Das die Ech Vaset! teibt oder daß ebe wohnlich ss schr; eit die sclinne Amer cut ent r Kagl die craft pet und micht Bei Brauz ern und dei eobachtun f seyn, am bortheih werden konn, en und Stan Fal. dere Hut Reinlichtet Im Ein öfteres Juz sumer ene, i keinlichen pelche Mö en für dic⸗ einer Au er Nähe des ume haben, en. 5 bel jun gen Schweinen gar nicht selten vorkommt. Sie besteht in einem trocknen Schorf, der sich auf der Haut bildet, und, wenn ihm nicht entgegen gewirkt wird, oft die ganze Oberfläche derselben dergestalt einnimmt, daß die ganze Haut wie eine dicke Borke erscheint. Sie entsteht, wenn die Schweine in warmen unreinlichen Ställen lie; gen und keine Gelegenheit haben öfters ins Wasser zu ge⸗ hen. Auch entsteht sie bei schlechter Fütterung und nach der Behauptung einiger Landwirthe durch Einstreuung von Haferstroh. §. 834. Das beßte Mittel dieses Uebel zu heilen, wobei die Schweine sehr abnehmen, ist ein öfteres Baden in Wasser, wobei man sie zugleich mit einem Strohwische reibt oder mit einer alten Bürste bürstet, sollte sich dann das Uebel nicht mindern, so kann ein Abreiben mit ge⸗ wöhnlicher Aschenlauge angewendet werden. Uebrigens ist sehr zu rathen, auf diese sonst wenig beachtete Krank— heit die nöthige Aufmerksamkeit zu richten, weil leicht schlimmere daraus entstehen. Anmerk. Andere äußerliche Krankheiten, als Pocken, Klauen— seuche, Krankheiten der Augen u. s. w. kommen hier sel⸗ tener, als bei andern Thieren vor. §. 835. b) Von den innerlichen Krankheiten. Von diesen ist das Schwein, gleich andern Thie⸗ ren, einer großen Menge ausgesetzt. Wir bemerken nur: 19. Das Ran kkören. Bei dieser Krankheit läßt das Schwein ab vom Fressen, liegt ruhig und knirscht mit den Zähnen. Un⸗ —»»»» 5 —— 3.* 8 1 3— U 5 ö 5 N 1 5 ö 3 1 tersucht man das Innere des Rachens, so findet sich auf der Zunge eine Blase, diese muß entweder mit einem Messer ausgeschnitten, oder mit einem blechernen Löffel aus geschabt werden. Die Wunde wäscht man dann mit Essig, Salz und etwas Honig aus. Geschieht dieß zu rechter Zeit, dann ist wenig Gefahr, wo nicht, so wird das Schwein in den meisten Fällen crepiren. 8. 836. 2) Die Bräune, oder das wilde Feuer. Eine sehr verheerende, ansteckende und schnell tö⸗ dende Krankheit. Sie hat zunächst ihren Sitz im Halse, dieser schwillt an und die Geschwulst geht bis an die Brust und von dieser herab bis unter den Bauch. Das Schwein läßt ab vom Fressen, athmet schwer, wird trau— rig, hustet und röchelt und ist ohne Hülfe gewöhnlich am zten Tag ein Opfer der Krankheit. §. 837. Die Enstehungsursach ist schwer anzugeben; doch scheint eine auf vorhergegangene starke Erhitzung erfolgte Erkältung sie am öftesten hervorzubringen. Besonders sah man dieses Uebel da entstehen, wo es an hinreichen— den Wasser mangelte. Heilmittel sind bis jetzt noch selten von besonderm Erfolg gewesen. Nur Vorbauungsmittel werden gute Dienste leisten, wenn man sie zu rechter Zeit anwendet. Die meisten schlagen daher vor, sobald sich die Krank— heit äußert, die Kranken von den Gesunden zu sondern, und jedem Schwein so schnell wie möglich ein Brechmit— tel zu geben, was außer andern Mitteln aus weißer Diez id ethäl Bangert Dunger! bar und! sat, die fechten se ben, de ag Im dem uß man hf „ 1 sch Nießwurz bestehen kann, die leicht durch das Fressen r nit then beigebracht wird. Andere Mittel betreffen Ableitungen saten diff vom Halse, wozu Viele Haarseile geeignet finden. dann mit Anmerk. Mehr über diesen Gegenstand findet man in den c dß Schriften über Thierheilkunde, obgleich wohl zu bedauern ist, daß gerade die Krankheiten der Schweine noch am 1 so wit wenigsten ausführlich beschrieben und erkannt sind. §. 838. Nutzen und Gebrauch. seutt. Der Nutzen der Schweine erstreckt sich nicht so weit schnell td. wie der vieler anderer Hausthiere, ist aber dennoch für c in Half, jede Wirthschaft sehr bedeutend. bis an die 9 8395 uch. du 1) Den i wild fran Dieser ist in vieler Hinsicht einer der geringsten gewohnlch und erhält sehr häufig nur durch Mengung mit andern Düngerarten einen eigentlichen Werth. Indeß ist der Dünger von eigentlichen Mastschweinen doch sehr brauch— ben; doc bar und daher von großem Nutzen. Ueber die Quanti— ing erfolgte tät, die von einem Schwein in einer gewissen Zeit zu Besonders rechnen seyn dürfte, findet man keine bestimmten Anga— hiunreichen, ben, sie verhält sich aber, wenn die Fütterung nicht bloß in Flüssigkeiten besteht, eben so wie beim Rindvieh. besoyderin Um dem Schweinemist einen höhern Werth zu ertheilen, erden gute muß man ihn auf dem Hofe vorzüglich mit Pferde- und anwendet. Schafmist mengen. die Krank§. 840. zu sondern,. N 1 5 u 5 5 1 reh In Gegenden, wo junge Schweine gesucht sind ab bike und einen guten Absatz finden, ist die Zuzucht oft höchst — 384— vortheilhaft. Dergleichen Fälle treten besonders da ein, wo viele kleinere Feldbesitzer oder sogenannte Häusler sich befinden. Man verkauft da die Absetzferkel nicht selten mit 2 und 3 Thlr. das Stück. Dieß scheint überhaupt das vortheilhafteste Alter, nämlich 5 bis 6 Wochen, zum Verkaufen zu seyn. Am vortheilhaftesten ist die Schweinezucht aber nur da, wo die Wirthschaft hinrei— chende Abfälle gewährt, wohin wir hier vor allen die vom Molkenwesen rechnen. Anmerk. Hier am Niederrhein stehen die jungen Schweine im Verhältniß zu allen übrigen landwirthschaftlichen Pro— dukten in einem enormen Preis. Der Grund hiervon liegt in dem Umstande, daß wenig große Güter hier vor— handen und dagegen viele kleinere Eigenthümer einen lebhaften Absatz befördern. §. 841. CCW» Diese Benutzung ist in den meisten Wirthschaften wohl die vorzüglichste und in den meisten Fällen diejenige, um derentwillen man die Schweine unterhält. Man wählt zu Mastschweinen alte, ausgewachsene, aber sehr oft auch jüngere, 2 bis 1 und 2jährige. Erstre setzen allein hinreichenden Speck an, und werden daher Speckschweine genannt, letztre geben dagegen ein weit zärteres Fleisch und heißen in einigen Gegenden Schrotschweine. Zu ersterm Behuf dienen alte ge— schnittene Muttersauen und nicht selten auch castrirte Eber. Zur 2ten Gattung nimmt man in der Jugend ca— strirte Mütter und Eber. §. 842. Bei keinem Thier ist das Mastfutter so verschieden— lg dl! albu Peuuzung ssutehhet ü dt A ict bel dat Hause 50 tile un Saale nat, inder Put, füglch Mü de Maste et aber st lessch, Nat dale But sch ellen dec un iet auch Gekraider fel, Er he nan e edit in eschtoter besondetz * con eig etz yy in, Häitle sch icht saltg it iberhauft (Vocheh, aten ist di schast hinreh vor allen de gen Schwein schaftlichen ri; Grund hieran Güter hier ru suhümer einn Withschffe len dien, chilt. n gene, abe sch Eistee setzh erden daß dagen e h Gehenden egen alte ges uch casttitte r Jugend ea v wc — 33833·˙ artig/ als beim Schwein. Offenbar ist die Mast am vor⸗ theilhaftesten, wenn sie in Abgängen, die eine andere Benutzungsart nicht wohl gestatten, bestehen kann. Da— hin rechnet man bei einer starken Milchwirthschaft Molken, bei der Brauerei Träbern, bei der Brennerei Spü— licht, bei der Stärkenfabrik die Schlammstärke und in der Hauswirthschaft das Küchenspülicht. Auch da, wo viele Buchen- und Eichenwälder sind, benutzt man den Saamen im Spätherbste mit Vortheil zur Schweine— mast, indem man die Fettherden in die Wälder treibt. §. 848. Wurzelwerk, als Kartoffeln, Runkeln und vor— züglich Möhren, sämmtlich gekocht, können im Anfang der Mast mit großem Vortheil angewendet werden, spä— ter aber sind sie weniger geeignet, weil sie mehr auf das Fleisch, als auf das Fett wirken. §. 844. Vor allen scheint aber doch die Getraidemast beson⸗ dere Vorzüge zu verdienen, eines Theils, weil sie am schnellsten von statten geht, andern Theils aber weil Fleisch und Speck nicht nur wohlschmeckend, sondern letz— trer auch besonders fest wird. Fast alle Gattungen von Getraidearten sind zur Mast anwendbar, Roggen, Boh— nen, Erbsen, Gerste und Dinkel sind indeß diejenigen, die man am häufigsten anwendet. Man füttert sie ent— weder im natürlichen Zustand, oder weit besser gequellt, geschroten oder ganz weich gekocht, letztres scheint mir besonders vortheilhaft, indem das Kochen gleichsam schon eine Vorbereitung zur Verdauung ist. 2 38 .... 1*—— * e 0 9 5 5 N ö ö 1 * 885. Sehr guten Erfolg habe ich immer von Gerstmalz gesehen, so wie von Mehltrank, wenn er vorher gehörig gesäuert war. Brod zu 3 aus Roggenmehl und 3 aus Kartoffeln, gewährt gleichfalls ein sehr gutes Mastungs— mittel und ist besonders in der letzten Zeit sehr an⸗ wendbar. §. 846. Bei der Mast selbst hat man, was man auch füt— tern mag, darauf zu sehen, daß das Futter täglich öfter und in kleinern Portionen gereicht werde, weil sich Schweine schr leicht überfressen. Auch muß der Trog immer gehörig gereiniget werden, bevor man wieder von Neuem füttert. Oefter Salz unter das Futter gemischt erhalt immer die Freßlust, noch vortheilhafter ist es aber, wenn man den Mastschweinen von Zeit zu Zeit etwas klaren Spießglanz und klaren Schwefel unter das Futter mischt, was beides ihre Freßlust sehr vermehrt. „Anmerk. Von dem großen Werth dieses Mittels habe ich mich vielfältig überzeugt. Es ist kaum zu glauben, wie sehr die Schweine und wie schnell sie nach dessen Genuß zunehmen. S. 847. 2 Die Zeit, während welcher die Mast vollendet werden kann, ist allgemein nicht zu bestimmen. Je bes— ser das Futter und je größer die Neigung der Schweine ist Fett anzusetzen, desto weniger Zeit ist erforderlich. In 3 bis 4 Monaten kaun indeß die Mast fast immer voll— endet seyn. Es scheint in den meisten Fällen gar nicht rathsam —— Asehn! Schwan Rehtt bobo ab 50 fh. it tier 10 Hi 8 Korn Nhat Amer uf sehn Anmer Thel in d e zu seyn die Mast zu weit zu treiben. Um ein großes a Hern Schwein in 16 Wochen gehörig zu mästen, rechnet er gehör Meyer täglich 9 Pf. von verschiedenen Fütterungsarten, d as wovon aber doch wenigstens die Hälfte in Körnern beste— Naslungz, hen muß. Nach Gericke soll ein Schwein, welches bloß ( sehr an, mit reinem Korn gemästet wird, in 16 Wochen bedürfen 20 Himten Roggen, den Himten zu 45 Pf. Anderes als Kornfutter läßt sich nun leicht nach den bekannten auch füt Verhältnissen in der Nahrungsfähigkeit berechnen. tet töglih An merk. Höchst selten kann es Vortheil bringen die Schweine g auf den. Verkauf zu mästen. Dieß möchte nur der Fall , weil sch seyn, wo die Mast durch Abgänge geschehen kann. der Allg Anmerk. Auch die Haut des Schweins ist lein sehr nutzbarer wieder bon Theil desselben. Es ist indeß zu bedauern, daß man nur 5 in den wenigsten Fällen davon Gebrauch machen kann. er gemisch 5 if eg abet, Allgemeine Bemerkung. Zeit ertoas Der zweite Abschnitt— von den la ndwirth⸗— das Füttt schaftlichen Vögeln,(Federviehzucht) welche . man wieder abtheilen kann a) in Hühner, b) Tau— eds habe ich ben, c) Wasservogel; der dritte Abschnitt— von 1 10 den landwirthschaftlichen Fischen— vorzüg⸗ en Genuß 7 lich die Teichfischerei— und/ der vierte Abschnitt — von den land wirthsch aftlichen Insekten bolandet— bei uns namentlich die Bienenz zucht— werden hier „ Jebes⸗ übergangen, eines Theils, weil sie keinen absolut nöthi— rechwent gen Bestandtheil einer Landwirthschaft ausmachen, an— detlic. J dern theils, weil sie mehr zur eigentlichen Haus- als er dil Landwirthschaft gehören. Wenn dieses Lehrbuch sich ferner wie bisher, der Gunst des Publicums zu erfreuen bahn haben wird, so soll ihm ein Supplementband folgen, der die eigentliche Hauswirthschaft umfaßt, wohin wir außer diesen genannten und andern Materien, auch den Gartenbau zählen. Verbesserungen. Seite 387 Zeile 7 v. u. ließ Eigenschaften statt Eingenschaften. — 3886— 14 v. o.— Zahnwechsel statt Jahrwechsel. — 30a b. u. Fig. z statt Fig. 1. — 305 7. d. Fig. 1 statt Fig. 3. — 8 0 v. o. Fig. 2 statt Fig. 3. — 402 8 U. U. entlassen statt vollassen. — 400— 0 v. o. Inzucht statt Zuzucht. — 410— s v. o.— Rückenmark statt Rückenwerk. — e ** . N e N U 0 * a — V 8 W N 1 0e 1 0